September 2022 – Imagine

Es ist der erste September – der Hochsommer klingt diesen Monat aus. Wir sind diese Nacht von unserer Urlaubswoche auf Karpathos zurückgekehrt und recht spät und todmüde ins Bett gefallen. Ich wache als erster auf und freue mich auf mein Bad am Panteli Beach. Verschlafen krabble ich aus den Federn und brummle mit der treuen GS an den Lieblingsstrand…

Belebend – der Sprung ins Meer macht wach

Ich sitze bei meinem Cappuccino und lasse die Seele baumeln – die Gedanken fliegen und ich genieße die Ruhe!

A L L O R A…

Jäh werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen – ein Mann schreitet den Strand entlang. Er ist außer mir der einzige Mensch weit und breit, warum, um Gottes Willen, schreit er so???

Er telefoniert!

Das Eine ist für´s Ohr, das Andere zum Reinquatschen!

In dieser Sekunde entscheide ich, dass „Sound of Silence“ der Headline Titel für den Monat September wird! Warum ich nun, heute Morgen, am 08.10. (ich entschuldige mich für die Verspätung), quasi in letzter Sekunde, eine andere Entscheidung getroffen habe, erfahrt Ihr im folgenden Monatsbericht für den September 2022.

Schön, dass Ihr wieder reinschaut, schön, dass Euch unser Tun weiterhin interessiert.

Ich habe diesmal hoch gegriffen und „Imagine“ von John Lennon als Headliner ausgewählt. Der Song wurde vom Magazin „The Rolling Stone“ zum drittbesten Song aller Zeiten gekürt und ich habe bei meiner Recherche ein Zitat gefunden in dem es sinngemäß hieß „…John Lennon konnte nicht ahnen, dass wir 2022 seinen Song Imagine dringender brauchen denn je…“ Ob man das wirklich so sagen kann weiß ich nicht sicher, aber es ist bestimmt etwas dran!

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

A L L O R A – abermals schreit der rüstige Rentner in sein Telefon. Mir fällt auf, dass er auf Lautsprechen geschaltet hat und vor meinem Stuhl – auf dem ich immer noch sitze um in Ruhe meinen Cappuccino zu trinken – auf und ab geht. Warum tut man das? In das Telefon spricht man unten rein und oben kommt der Ton raus, es ist dafür gebaut, dass man es ans Ohr hält!

Nicht so mein italienischer Strandfreund vom ersten September 2022 – er plärrt weiter in sein Telefon und sprengt meine Morgenruhe – ich fahre heim und frage mich unentwegt – was bedeutet „Allora“?

Hierzu weiß Google Antwort!

Was meint der Italiener mit Allora?

Konjunktion: „nun, also“

Das trifft auch auf das Wort allora zu, das dein italienischer Gesprächspartner vor dir in die Länge ziehen wird, bevor er zu einem fulminanten Satz anhebt.

Ich murmle leise (deutsche) Flüche vor mich hin, verzichte auf einen fulminanten Satz in Richtung des Amici und verlasse den heute so ungastlichen Ort um zurück zu meiner lieben Frau zu fahren, am Weg genieße ich die Stimmung über der Vromolithos Bucht.

September, Morgenstimmung

Ihr merkt schon – ich bin ein bisschen aufgeladen! Die Monate Juli bis Mitte September waren nicht immer einfach für uns. Es fehlte die Fluchtoption. NESSAJA ist nicht fahrbereit, wir wohnen in der Marina. Das kann man sich vorstellen wie auf einem Campingplatz, mit allen Vor- und Nachteilen! Auch darüber wird dieser Blogbericht handeln – ich werde versuchen einen kleinen Appell für Tugenden wie Rücksicht, Fairness, Solidarität, etc. auszusenden. Im Kleinen anfangen – IMAGINE…

In dieser Stunde wurden meine Flüche von einer höheren Macht wohl als gewichtiger eingestuft als mein hehrer Ansatz für einen besseren Umgang der Menschen untereinander – die Strafe folgte stante pede, mein Motorrad eierte plötzlich verdächtig. Die Ursache war rasch gefunden.

Wie kommt so ein Nagel in den Pneu

Ein ca. fünf Zentimeter langer Nagel steckte in einem meiner guten Michelin Pneus – in Deutschland bei einem Motorrad der Tod des Schlappens, wird hier in Griechenland kurzerhand ein Flickstöpsel von außen!!! in den Reifen gezogen. Dieser selbstklebende Pfropfen verschließt das Loch und ich konnte 3.-€ und fünf Minuten später weiterfahren. Mein Dank gilt der BP Tankstelle in Lakki!

Zu viel Aufregung für den ersten Morgen nach der Rückkehr – Zeit für ein geruhsames Frühstück. Ich komme wieder am Schiff an.

NESSAJA der schwimmende Wäscheständer

Sibylle war in der Zwischenzeit nicht faul – das Frühstück nebst Kaffee bereitet, die Betten abgezogen und die Bezüge schon in der Maschine, der Wasserschlauch hängt in den Tanks und wir müssen…

STOP! Ihr solltet wissen, es ist eine Marotte von Sibylle, dass sie immer nach einer Rückkehr nach Hause den Drang hat, innerhalb von Stunden einen großen Rundumschlag in Sachen Haushaltsleistungen zu setzen. Dieses Handeln, gegen welches ich per se nichts habe, wird meist begleitet durch die Formulierung „WIR müssen“. Ok, nach 20 Jahren kenne ich meinen Part und folge (meist) – so auch heute, aber erst NACH dem Frühstück!

So MÜSSEN wir beispielsweise zu Susannes Haus um dort während Ihrer Abwesenheit den Feigenbaum abzuernten – da helfe ich doch gerne, bin ich doch schon wenige Tage später der Nutznießer der Aktion 😉

Mit dem Bike nach Xirokampos…
…um dort Feigen zu pflücken – Marmelade, yummie!

Harte Arbeit wird entlohnt, das ist eine eherne Regel, welche auch heute nicht gebrochen wird – so geht sich schon bald nach dem Feigenpflücken und dem Wäscheaufhängen ein Belohnungseis aus. Diesmal im „Sorbet“, wo die Wahl auf die paradisische Kombination Salted Caramel & Caramelized Peanut fällt…

Das „Sorbet“ in Panteli
Einfach gut – Eiscreme, homemade

Wir mussten noch einkaufen, unsere Taschen mussten ausgepackt werden – dann waren wir fertig, angekommen, zurück im Alltag. Ja, es ist Alltag hier, wenn er auch sehr süß schmeckt. Wir verabreden uns mit Freunden, um am Abend das Fischerfest in Panteli zu besuchen. Wir wussten, dass dieses heute stattfindet und haben alles daran gesetzt um rechtzeitig zurück zu sein – wir wollten dabei sein!

So sind wir schon zeitig zum Strand, um ein Feierabendbier zu genießen und die Lage zu sondieren.

So geht´s – das Ende wo der Ton rauskommt muss ans Ohr

Sibylle empfängt noch Anrufe von der Familie, man erkundigt sich ob wir gut zurück seien und ob alles ok sei. Dies deshalb, weil ja zur Monatsmitte unsere Reise nach Deutschland ansteht, wir sind abermals Gäste auf einer Hochzeit eines der Kinder.

Die Nacht bricht an, das Fischerfest beginnt…

Gleich um die Ecke führen ein paar Fischer die Anwendung eines Netzes vor und legen selbiges in der Bucht aus, um es kurze Zeit später an den Strand zu ziehen.

Ein guter Fang – man glaubt es kaum!

Der Fang war, für den Ort und die kurze Zeit, durchaus beachtlich. Interessant, das einmal zu sehen, es sammelten sich auch etliche Schaulustige um die Netze.

Die Grills waren voll – Fisch und Souvlaki

Wir aßen etwas, trafen Freunde und Bekannte, tranken noch ein Bier und a Glaserl Wein und sahen dem bunten Treiben und den Tänzen zur Live-Musik etwas zu…

Natürlich wurde getanzt
Es war richtig was los – sehr gute Organisation

Wir sind nicht zu lange geblieben, erstens waren wir müde – die lange Fährfahrt steckte uns noch in den Knochen, zweitens wussten wir, dass die Covid Zahlen in Griechenland, so auch auf Leros, wieder am steigen sind. Keine schweren Fälle mehr, wir waren nicht besorgt, aber im Hinblick auf die Reise zur Hochzeit abermals ein Grund vorsichtig zu sein – zumal Covid bei uns am Steg angekommen war. Ein befreundetes Paar war positiv getestet, hatte sich selbst isoliert und wartete auf Genesung – ihr ging es dabei recht gut, er hatte etwas mehr wegzustecken. Es war dabei sehr schön, mitansehen zu können wie die Steggemeinschaft ausgeholfen hat und sowohl Besorgungen als auch Einkäufe für die Beiden erledigt hat – IMAGINE…

Ein neuer Tag, ich widme mich den Baustellen! Sehr zu Sibylles Leidwesen leider nicht immer den meinen 😉 – zuerst war Hans-Peter dran, für den noch die, inzwischen fertiggestellte, Klappe für seine Navigationselektronik zu montieren war.

Passt gut – besser als neu!

Eine Arbeit die man durchaus alleine erledigen kann – aber wie heißt es so schön? Viele Hände, schnelles Ende oder geteiltes Leid ist halbes Leid oder, oder…

Wie auch immer, zusammen haben die Klappe rasch montiert, die Geräte können eingebaut werden.

Die beiden Riegel, die am Bild gut zu sehen sind, mussten beschafft werden, der Weg zum Baumarkt von Andreas Kritikos ist nicht weit – könnte also alles ganz schnell gehen, wenn da nicht…

Parken für Dummies

Zum Verständnis – im Prinzip ist es mir total wurscht wer wo parkt. Ok, wenn die Marina extra ein Schild aufstellt, dass Parken für PKW hier nicht erwünscht ist, könnte man das beachten – ist aber nicht mein Thema. Das wurde es leider, weil gewöhnlich die Zweiradfahrer, sofern sie nicht am Fußweg bei den Stegen parken wollen, ihre Fahrzeuge exakt dort abstellen – sieht man ja am Bild.

Mein Bike stand hinter dem weißen Fahrrad im Schatten und es hat ein bisschen Kraft und Aufwand gekostet, es aus der Lücke heraus zu bekommen. Dass ich es nach meiner Rückkehr in der Sonne parken musste ist wohl kaum erwähnenswert.

Im Augenwinkel sehe ich das I am Kennzeichen und denke an den Telefonmann vom Pantelistrand. Zufall? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war es so, dass täglich ca. 20 Autos von Marinagästen am ausgewiesenen Parkplatz nebenan parkten – ok, leider in der Sonne – und immer die gleichen zwei Ragazzi parkten im schattigen Halteverbot die Zweiräder zu – ist das nun clever oder doof? Egal, rücksichslos und egoistisch ist es allemal!

Ich fahre abends zum Strand um mein Feierabendbier zu trinken, irgendwie bin ich genervt.

Calm down – der perfekte Platz dafür

Der Abend vergeht unspektakulär, Sibylle und ich kommen spät nach Hause und wollen ins Bett. Gerade eingekuschelt und die Augendeckel geschlossen, höre ich ein mir bekanntes Wort – A L L O R A…

Das kann doch nicht wahr sein – es ist nachts um halb eins, da stellt sich so ein Casanova vor UNSER Schiff, wahrscheinlich weil seine Leute schlafen wollen, und telefoniert eine halbe Stunde mit seiner „Topolina“ (ich kenne den Fiat Topolino und weiß ohne Google was das heißt). Gefühlt 1000 baci später, entlässt der Galan die Angebetete und somit auch uns in die Nachtruhe. Ich habe viel Verständnis für die männliche Balz, egal welcher Nationalität, aber nicht nachts um inzwischen ein Uhr vor unserem Schiff!

Freisprechen – was sonst???

Dass sich auch dieser junge Mann mitten in der Nacht der Freisprechfunktion bediente, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen?

Neuer Versuch, ich erwache und fahre zum Panteli Beach! Es wird doch möglich sein, morgens um halb acht ins kühle Nass zu springen und danach in Ruhe einen Cappuccino zu trinken…

Yeah, so soll das!
Das Meer lädt zum Bade – sprichwörtlich.

Zurück am Schiff, sitze ich mit Sibylle beim Frühstück. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, als eine sehr knapp behoste Schönheit vorbeischreitet ohne uns eines Blickes zu würdigen. Das ist normal und unabhängig einer Nationalität – dem Einen kommt ein „Guten Morgen“ über die Lippen, dem Anderen eben nicht. In diesem Fall wird uns das „Buongiorno“ verweigert, vielleicht, weil der Müll, den die Bellezza zur Tonne bringen muss, ihrer nicht würdig ist – und sie das auch weiß.

Entsprechend lustlos feuert sie die viel zu großen Trümmer Richtung Abfall – das Ergebnis…

Da schwillt mir der Kamm

…denkt nicht, dass der Hase den durchaus femininen Oberkörper absenken würde um den Kladderadatsch wieder einzusammeln – NEIN! Der Dreck bleibt liegen weil die Marina ja Mitarbeiter hat welche für´s Aufklauben des Drecks zuständig sind!

Mir schwillt der Kamm, ich setze gerade zu einem ALLORA an, welchem eine fulminante Schimpftirade gefolgt wäre – Sibylle kann mich gerade noch im Zaum halten. Die Mutter des jungen Dings schreitet heran, ja vorüber, am Müll vorbei und setzt sich mit der Tochter auf einen Scooter – um gleich an der Auffahrt mit derselbigen gemeinsam umzufallen! Nein, ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, aber mir war sofort klar, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist und das Schicksal wohl seine Gründe hatte – um Voltaire zu zitieren. In Anbetracht der Situation und noch während die beiden Schönheiten sich sortiert haben, habe ich deren Müll in die Tonne gepackt.

Sibylle wollte Wäsche waschen, ich soll aus dem Weg gehen. Das ist Luxus, gewonnene Zeit, welche ich für mich nutzen möchte.

Zeit zum Lesen – eher selten! Die letzte „Yacht“

Nachmittags MÜSSEN wir zum Hotel „Crithonis Palace“, dem größten und feinsten Hotel der Insel. Sibylle hat etwas von einem Kurs gelesen der in etwa „Griechische Tänze für Dummies“ geheißen hat – wir wollten partizipieren. Hat leider nicht geklappt, aber es war interessant das Hotel mal anzusehen – schicker Platz!

Poolbereich
Anlage / Zimmer
Eingangsbereich

Auch ich MUSSTE noch etwas tun – nämlich mal wieder an NESSAJA arbeiten! Es war an der Zeit. Wir hatten Teile aus Deutschland mitgebracht, welche immer noch herumlagen. So habe ich einfach angefangen die Baustellen aufzulösen, welche mit wenigen Handgriffen erledigt sind.

Zum Beispiel den Einbau meines zweiten, nachgekauften MPPT Solar-Ladereglers. Die Löcher in der Platte waren bereits gebohrt – also reingeschraubt – et voila!

Victron MPPT 100/50 – jetzt im Doppelpack

Wir wussten, dass der Abschied von Gabi und Gottfried bevorstand. Wir würden nach Deutschland gehen, zwischenzeitlich würden sie ihre Saison beenden – so haben wir die Gelegenheit genutzt noch einmal einen Drink in „Harris“ Bar einzunehmen, der perfekten Location in der ersten Mühle über Panteli.

Perfect Place, das „Harris“
Nachts – wunderschönes Ambiente

Wir haben uns auf der gut besuchten Terrasse einen freien Platz gesucht und die Aussicht genossen – nachts sind die Eindrücke so anders als tagsüber. Ein herrlicher Abend! Die Bar ist inzwischen geschlossen, Pause bis zum nächsten Sommer!

Wunderschöner Platz – nicht nur tagsüber
Panteli mit Fischerhafen und Blick zur Lakki Bucht
Mühlen und Kastel

Es erübrigt sich anzumerken, dass der Lieblingsdrink hervorragend gemundet hat!

Strawberry – Irgendwas, ich müsste den Namen nachsehen 😉
Gelungener Abend

Spät nachts fahren wir über Lakki zurück zu NESSAJA und wundern uns über die Beleuchtung des dem Ort gegenüber liegenden Berges – das haben wir davor nie wahrgenommen und auch jetzt danach nie mehr beobachten können.

Blick über die Lakki Bucht – beleuchtete Bergflanke

Das Licht des Flüchtlingslagers sieht man dagegen immer! Wenn Ihr die Bilder von der Mühle aus noch einmal anseht, dann erkennt Ihr es sogar auf den Bildern – der hellste Lichtfleck ist immer das Lager. Ich bin in Gedanken – MAD WORLD (wäre auch eine gute Headline gewesen – aber der Hochzeit nicht gerecht geworden)! Beim Grübeln komme ich zu dem Schluss, dass „Imagine“ in Anbetracht der momentanen Flüchtlingssituation hier gut passt! In Leros sind im September 2022 fünf Flüchtlinge an der Küste ertrunken…

Weil wir gerade bei ernsthaften Gedanken sind – bis jetzt haben die italienischen Freunde ein bisschen Fett wegbekommen, kann ich Italiener nicht leiden? NEIN, Gott bewahre! Paola, Alfonso, Nicola, Michele, Alfredo, Martina und alle anderen – ich liebe Italien und die Italiener! Ok, manchmal ist es sehr turbulent in Eurer Nähe und oft für das deutsche Gemüt auch laut und chaotisch, aber ist das nicht das Salz in der Suppe?

Ich habe angefangen mich zu hinterfragen was mich an dem, schon meist italienischen, Verhalten so genervt hat – es war die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus und die daraus resultierende dumme Arroganz. Dies war ganz und gar nicht explizit italienisch, es war menschlich. Das Verhalten von Menschen die in kostbaren Urlaubswochen ihr persönliches Maximum herausholen wollen. Koste es was es wolle, ohne Rücksicht auf Andere. Klingt hart – war aber so!

Beispiele…

Quad & Scooter Parking am Zugang zum Panteli Beach (Buchtitel französisch)
Der gleiche Zugang ein paar Tage später (Leihwagen)
Liegenreservierung morgens um halb acht (ziemlich sicher deutsch)

Ganz ehrlich, ich mache ja nicht von allen Dingen Fotos – manchmal geht es einfach nicht, andermal habe ich das Handy nicht dabei. Aber der Juli und August waren ätzend und manchmal schwer zu ertragen. Der Mensch macht im Kleinen was er will, jeder ist sich selbst der Nächste – wie soll es im Großen funktionieren? IMAGINE…

Menschen, die um Mitternacht mit dem Roller bis vor´s Schiff fahren um keinen Meter zuviel zu gehen, dann aber erst absteigen und den Roller auf den Ständer stellen, den Helm abnehmen und die Jacke ausziehen bevor sie den Motor abstellen, solche die in Gruppen vor anderen Schiffen stehen und angetrunken halbstündige Abschiedsszenarien zelebrieren, andere die morgens um vier mit Rollkoffern über Stege rattern und ihre Schiffe suchen (was auch ohne Koffer geht) und wieder andere die morgens um sechs von einem Steg zum anderen nach ihrem Freund MAURO rufen – zum Kotzen!

Ihr denkt ich übertreibe – ich habe ein letztes Beispiel, dafür müsst Ihr aber starke Nerven haben! Kommen wir zurück zum Thema Campingplatz, Ihr ahnt was kommt? Glaubt mir, was sich hier in sanitären Anlagen abspielt ahnt Ihr nicht. Dass Romeo und Julia gemeinsam aus der Herrendusche kommen mag ja noch als cool durchgehen, dass aber in nahezu allen Duschen fast immer Einmalverpackungen von Duschutensilien aller Art liegenbleiben, ist inakzeptabel. Kann man seinen Müll, seine Einmalrasierer, nicht wegräumen? Muss es der Nächste oder die Putzfrau machen? Warum?

Weitere Stichworte – Bartstoppeln, Beinhaarstoppeln (bei den Damen), Zahnpasta im Waschbecken, etc. UND…

Ohne Worte

…täglich verschissene Klos! Bei den Männern UND den Frauen – ja sagt´s amal, da hat die Kinderstube doch total versagt! Wir haben Duschen in den Klos, jeder kann seine Hinterlassenschaften mit hartem Strahl wegbrausen und muss nicht einmal die Bürste anfassen. Es gibt Schilder im Klo, dass man dort nicht duschen darf, für was die Brausen sind müsste wohl auch noch erklärt werden – offensichtlich.

Kurz ins Gedächtnis – wir befinden uns in einer Marina, in der die meisten wöchentlich einmal ihr Schiff im Wert von im Schnitt weit über 100.000.-€ mit Trinkwasser waschen, weil es durch den Wind hier staubig wird. Die Segel, das Chrom, das Teakdeck – aber die Fäkalien (Sibylle sagt ich darf das umgangssprachliche Wort nicht schreiben) muss die Putzfrau oder der Nachnutzer wegputzen? Geht´s noch? Sibylle hatte das Vergnügen, einer Dame welche uns bekannt ist, ins Häuschen zu folgen – nur nutzen konnte sie das Örtchen nicht (mehr). Sibylle fehlte leider der Mut zu einem lauten… nein, nicht Allora, es hätte ein englischspracher Ausruf sein müssen! Irgendwann werde ich der Dame eine Metapher erzählen, so dass der Pence fällt – wir wissen, der Teufel ist ein Eichhörnchen und Karmapunkte haben kein Verfallsdatum.

Zur Erheiterung und um zurück zum „easy reading“ Modus zu kommen, wechsle ich abrupt das Thema! Das Suchspiel des Monats September ist eher für die Segler unter Euch – findet den Fehler!

DA läuft was falsch – Marinero Giannis ist schon mit dem Roller dort

Auflösung – das weiße Dreieck ist das Vorsegel eines polnisch beflaggten, französischen Schiffes. Das mit der Flagge macht man um etwas Aufwand und etwas mehr Geld zu sparen. Die Tatsache, dass man sich damit den Regeln des Flaggenstaates unterwirft bleibt unberücksichtigt, was bei Polen vielleicht mal zum Bumerang werden könnte. Egal, ich schweife ab! Der Skipper hätte ggf. das gesparte Geld in eine Ausbildung investieren sollen, so wüsste er, wo beim Segel oben und unten ist. So aber wurde das weiße Tuch unter lautem Geknarze gehißt (hätte er Schoten angeschlagen wäre es früher aufgefallen), so lange bis ein Dutzend Menschen zusammenliefen und unter Rufen und Winken das planlose Handeln zu stoppen – sie sind unter uns… 😉

Generell ist es zweckmäßig, solche Aktionen bei geringen Windstärken zu machen – auch hier lag der polnische Franzose etwas daneben!

Wichtig – bitte seht mir meine klaren Worte und die Tatsache, dass mich das Verhalten der Anderen die letzten Wochen genervt hat, nach. Auch die anprangernde Schreibweise und den vielleicht auch herauslesbaren Zynismus bitte ich zu entschuldigen, ich brauchte ein Ventil und möchte auch solche Gedanken im Blog festhalten – nicht zuletzt für Sibylle und mich selbst. Sicher sind auch Sibylle und ich nicht ohne Fehler und nerven manchmal – aber wir bemühen uns! Wir möchten, dass wir immer fair und umgänglich mit unserem Umfeld sind – wir versuchen unser Umfeld „etwas besser zu gestalten“. Diesen Ansatz verfolgen wir in einer Zeit in der mit Atomschlägen gedroht wird, in welcher der türkische Nachbar, dem griechischen erklärt, „er könne eines Nachts da sein“, in der wir eben feststellen, dass Rücksichtnahme immer weiter „außer Mode“ gerät, in der wir täglich zusehen wie (in Europa!) Müll produziert und dilettantisch entsorgt wird. Wir sind direkter betroffen als jemals zuvor, das sorgt uns, das macht uns nachdenklich – IMAGINE…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Gehen wir zurück auf die Zeitachse, zum täglichen Geschehen – Sibylle und ich gehen manchmal zu „Mikes Bakery“ um dort zu frühstücken. Das ist günstig und bringt etwas Abwechslung in den Speiseplan.

Haken an der Sache – Plastikflaschen und Pappbecher, in Griechenland Alltagsware
Ohne Kaffee am Morgen geht nix!

Ich verbaue weiter die mitgebrachten Teile und beschließe, heute meinen Auspuff für die Standheizung anzugehen. Dafür muss ein Loch in den Rumpf gebohrt werden – eine Sache welche ich seit Wochen vor mir herschiebe.

Heute ist der ideale Tag, unsere Nachbarn, ein ganz nettes italienisches Paar, sind nach Hause gefahren, wir stören durch die Arbeit nahe ihres Cockpits also niemanden.

DA muss es hin!

Ich bereite die Lochsäge vor, mein mulmiges Gefühl versuche ich vor den Bootsfreunden zu verbergen – hier hilft mutiges Lächeln.

Die gute blaue Bosch wird über dem Wasser geführt, das ist an sich schon immer ein spannender Teil des Werkens. Was runterfällt ist weg – immer dieser Druck!

Dennoch ist nach wenigen Minuten ein sauberer Schnitt gemacht – die Einbauposition des Auspuffdurchgangs steht fest!

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Eine erste Anprobe zeigt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis – sieht gut aus, ich bin wirklich guter Dinge. Diesmal scheint es zu klappen, ist sicher rasch erledigt!

So soll es mal aussehen

Kurzer Kontrollblick von innen – super, passt! Ihr bemerkt die Lücke zwischen Anschluss, welcher wie bei einem Syphon nach oben zeigen muss, und dem Auspuffrohr? Das war mir bekannt und leider nicht anders lösbar. Es musste eine Auspuffverlängerung her, welche mir der Systemspezialist (eigene Worte) aus Deutschland bereits zukommen ließ.

Da fehlt noch ein Stück – und die Hitzedämmung

Derartig vorbereitet nahm ich den Auspuffstutzen wieder von seinem Platz um die Verlängerung anzupassen – und siehe da…

Sieht man es auf einen Blick???
Es muss nicht REIN – es muss DRÜBER – passt nix!

Der Fachmann hat mir einen falschen Schlauch geschickt! So ein Esel. Das Grübeln begann, ich wollte nicht wieder bestellen, nicht wieder nachhaken – ich wollte eine schnelle und saubere Lösung.

Mir fiel mein Freund Giorgos von „Boat & Parts“ wieder ein – er soll mir einen Syphon und gleich eine Verlängerung anschweißen. Die Rohrverlängerung bleibt einfach weg! Nix wie hin…

Könner & Kaffee – zwei K´s die ich mag!

Giorgos hat die Arbeit sofort erledigt, für ihn war es ein Kinderspiel. Ich fuhr mit dem neuen Teil zurück und der Tag fand doch noch ein glückliches Ende. Morgen mach ich das fertig, morgen ist ein neuer Tag!

Und was für Einer – Glückstag!

Bereits bei meinem täglichen Morgenritual zeigte sich Panteli und der gleichnamige Strand in herrlicher Atmosphäre…

Ich mag diese Stimmung

Nach dem Frühstück ging es sofort ans Werk, der neue Auspuffausgang passte perfekt – ich konnte also den Abgasschlauch meiner Hauptmaschine thermisch isolieren, die Ummantelung des Heizungsauspuffes schon einmal provisorisch anbringen und die Montagelöcher für den Auspuffausgang setzen.

Ja, ganz gut geworden

Jetzt nur noch das Abgasrohr an den Auspuffausgang anschließen und die Ummantelung nach oben schieben – alles befestigen, fertig! Ich war zufrieden!

Auspuff Eberspächer Heizung – check

Ich entscheide noch eine Thermoschutzplatte aus dem Heizungsbau oben an die Deckunterseite zu kleben. Leider konnte ich so eine Platte auf Leros nicht bekommen. Ich werde diese in Deutschland kaufen und irgendwie mitbringen – nichtsdestotrotz ist der Einbau des Heizungsauspuffes somit abgeschlossen.

Von außen kommt noch der Deckel drauf – fertig!

Abdeckkappe um Wassereintritt zu vermeiden

Der Glückstag fand sein furioses Finale, als ich meine Baustelle aufgeräumt habe und dabei war, meinen Müll zur Tonne zu bringen. Aus der Tonne blinzelt mich etwas Silbriges an – ich sehe genauer nach und finde einen Spinnaker-Baumbeschlag.

Hier – MEIN SCHATZ

Das Kuriose daran ist, dass ich von Johannes vor ein paar Wochen einen Carbon Spinnakerbaum gekauft habe. Einen Beschlag dazu, das Teil um den Baum am Mast zu befestigen, hatte Johannes nicht. Ich wusste also, ich brauche so ein Teil welches zu meiner Mastschiene passt und gleichzeitig an den gebraucht erworbenen Baum. Erste Recherchen ergaben Preise zwischen 400.- und 700.-€ – ich habe nicht schlecht gestaunt!

Da liegt das Teil nun, es passt genau an meine Mastschiene und muss an der Baumaufnahme etwas umgearbeitet werden. Da das Trum aus Edelstahl ist, habe ich mit Giorgos den passenden Mann an der Hand – das wird ein Winterprojekt!

Weil es gar so gut lief habe ich Sibylle zum Essen eingeladen – da ich Nichtverdiener bin, fiel die Einladung einfach, aber herzlich aus 😉

Giros im SouVlakki – I like!

An den folgenden Tagen waren ein paar größere und kleinere Projekte bei Freunden zu erledigen. Manchmal waren nur unterstützende Handgriffe und etwas motivierende Gedankenunterstützung nötig – so zum Beispiel als Erwin bei seiner QUO VADIS einen Bluetooth Windgeber montieren wollte. Hans-Peter und ich sollten Bergfex Erwin in den Mast ziehen, dies wurde sofort umgesetzt…

Vorbereitung ist alles – die Helfercrew sammelt sich am Operationstisch
Merke – durch den Reck des Falls geht es immer erst einen Meter nach UNTEN 🙂
Danach jedoch steil nach oben – hier mittels eines Hebezuges, eine tolle Sache!

…es traten dann aber kleine Probleme bei der Befestigung des Windgebers auf und Erwin war kurz davor an Aufgabe zu denken – er wollte keine Löcher in seinen Mast bohren. Gemeinsame Ideenfindung ist unsere Stärke – so haben zwei, drei kurze Blicke in das Masttop gereicht um zu erkennen – „…da ist ja noch ein Halter frei!“

Kurz umgedacht, zwei neue Schrauben geholt und Erwin nochmals in den kurzen Spargel gezogen. Trotz der nur 10m die es nach oben ging, musste Hans-Peter ganz schön schwitzen – ein Spektakel, nicht nur für mich!

Aufi muas I – hollareididudeljöh
Im Schweiße seines Angesichts

Long Story short – nach einer Stunde konnten wir Vollzug melden und Erwin seinen Windgeber am Mobiltelefon in Betrieb nehmen. Na, wenn es immer so gut klappen würde.

Das „Montageteam von Steg D“ konnte weiterziehen, es ging schnurstracks zu Hans-Peters LIBERTÉ um dort den Umbau des Navigationssystems zu finalisieren – die neue Klappe musste bestückt werden.

Fast fertig…
…Kabel hier – Kabel dort???!!!

Auch hier wurde schnell gearbeitet, so dass wir bald Vollzug melden konnten. Mein Part an Hans-Peters Navigation war damit erledigt, den Rest sollte der Elektriker der Marina umsetzen – doch der ließ auf sich warten!

Hans-Peter wäre nicht er selbst, wenn er mir nicht hätte ein neues Projekt unterjubeln können – das sage ich bewusst mit einem Augenzwinkern, weil er, während ich diese Zeilen schreibe, vor meinem Schiff steht und darauf wartet diese endlich lesen zu können. Hans-Peter, es hat immer Spaß gemacht! Ich habe gerne geholfen! SOGAR bei Projekt 3, dem Einbau eines gebraucht erworbenen 1600W Inverters.

Wie auf Maß gemacht
Unter dem Navisitz – passt!

Warum „SOGAR“? Und warum in Großbuchstaben? Nun, wir mussten Kabel legen, Kabelschuhe crimpen, die 220V Elektrik umbauen, neue FI setzen, einen Schalter von NESSAJA klauen und ein paar Ungereimtheiten klären – wir bauten das Ding in den kleinen Navi-Sitz und arbeiteten eng an eng – immerhin so eng, dass ich für mich sagen kann, dass ich meine Hand NICHT gerne durch männliches Brusthaar schiebe…

Schlimmer noch – fällt doch nach ebendieser Bemerkung der von Hans-Peter gehaltene Sitzdeckel wie von Geisterhand, der Schwerkraft folgend, nach unten – genau dorthin wo ich meine Nase hatte. Ja, der Teufel ist ein Eichhörnchen – ich weiß, ich weiß…

Autschn

Darüber hinaus entwickelte sich aus unserem Basteleinsatz eine Problemstellung – Covid kam mir näher als mir lieb war, denn am nächsten Morgen bimmelte mein Mobiltelefon und eine WhatsApp Nachricht drängte sich in den Vordergrund…

…was ein Fäkal (Sibylle hat mir ja die Verwendung des passenden Wortes untersagt – wie lange gilt das eigentlich???)

Ich nehme an, dass Hans-Peter kein Problem damit hat, dass ich diese Nachricht hier veröffentliche – er hat sich, wie die Dänen zuvor, in der Marina vorbildlich verhalten, seinen Status bekannt gemacht und die Hilfe der Community angenommen. Wir haben für ihn eingekauft und haben uns oft vor dem Schiff zum Klönschnack getroffen. Sibylle ist mehrfach mit Merlin Gassi gegangen, so lange eben bis er wieder fit war.

Das Bemerkenswerteste aber – genau in dieser Zeit kam der begehrte und, ich übertreibe nicht, über Wochen erwartete Elektriker und Hans-Peter hat auch ihn informiert und wieder weggeschickt. Das mag selbstverständlich klingen – ist es aber nicht. Hier war einer nicht egoistisch! Chapeau, das bringt Karmapunkte und auch ich ziehe meinen Hut vor der klaren Haltung.

Mir – und Sibylle!!! – war klar, dass ich der Nächste sein werde der erkrankt. Zu nah haben Hans-Peter und ich die letzten Tage zusammen gearbeitet und repariert. Ich begann zu testen…

Negativ – bis zum Schluß

…und Sibylle begann zu rechnen. Meine Inkubationszeit (durchschnittlich) plus ihre eigene Inkubationszeit zuzüglich die durchschnittliche Krankheitsdauer für sie – würden wir zur Hochzeit reisen können? Wie gehen wir damit um? Jeder Tag an dem ich NICHT positiv war, war für Sibylle einer an dem wir näher an Tag X heranrückten.

Ich mache es kurz – weder Sibylle noch ich erkrankten, was zumindest bei mir verwunderlich scheint. Wir konnten, allen Umplanungsszenarien zum Trotz, unsere Reise wie geplant antreten.

Nein, nichts geschah…

Zuvor habe ich noch ein paar Kleinigkeiten bei uns an Bord erledigt und wieder einmal an NESSAJA gebaut.

Halter für meine Hochsee-Schleppangel

So habe ich mir endlich einen stabilen Platz für für den Halter meiner Hochseerute gesucht und denselben dort angebracht. Ich habe Beides von Volker bekommen und mir die Angel hier auf Leros herrichten lassen. Da an meinem Heckkorb kein Platz mehr war, habe ich entschieden, den Halter bombenfest mit dem Davit zu verschrauben – so kann ich auch über das Dinghi hinweg angeln. Wenn ich eines Tages selbstgefangene Tuna-Sushi esse, werdet Ihr es als erste erfahren!

Klettband angetackert und Zierbordüre angebracht
Fertig – sieht schick aus

Ich habe mich weiterhin aufgerafft, endlich meine Polsterecke fertig zu stellen. Valantis, der Polsterer, hat mir einen Elektrotacker geliehen, so dass ich die Igelseite des Klettverschlusses an die neue Lehnenstruktur tackern konnte. Auch die Sitzpolster und die Lehnenpolster selber, haben ihre Klettpads in ausreichender Anzahl an der richtigen Stelle bekommen. Jetzt haften alle Polster, alt und neu, wieder fest an den vorgesehen Positionen und die Zierbordüre gibt einen Kontrast und deckt die Schraubenköpfe ab – ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Nanu, was ist das?

Zu guter Letzt habe ich noch vier Halter gebastelt, welche unseren neuen Fäkalientank an Ort und Stelle halten werden. Die werde ich einkleben und beilaminieren müssen – das ist ein Oktoberprojekt, dort werdet Ihr diese Bauteile wieder sehen.

Bei all diesen Tätigkeiten wurde ich ab und an von Electra besucht und vielleicht sogar beobachtet. Manchmal zumindest schien es mir so!

JA, klar gibt´s ein Leckeli

Auch Gottfried brauchte in der Wintervorbereitung seiner HARMONY noch eine helfende Hand – seine Genua abzuschlagen war aber relativ rasch erledigt. Dass er zusätzlich noch schnell in den Mast gezogen werden wollte um den Windmesser abzubauen und das Rigg zu checken, blieb eine Randnotiz.

ER weiß wo beim Segel oben ist – und ist NICHT polnisch beflaggt – mit gutem Beispiel voran

Der Abend brach herein, der Tag unserer Abreise nach Deutschland stand bevor!

Marinaleben

Ein kleines Suchspiel noch? Eine Denksportaufgabe???

Wie „versperrt“ IHR diese Türe???

Stellt Euch vor, Ihr geht in diese Umkleide und müsst diese mit dem Expander „verschließen“ – innen ist ein Haken in passender Entfernung – wie geht Ihr vor?

So oder ähnlich könnte die Frage in einem Quiz oder einem Escape Room Game lauten. Ihr ahnt nicht wieviel Spaß es bringt, sich mit einem Bier vor dieses Häuschen zu setzen und Menschen zu beobachten.

Antwort – so wie der Gummi jetzt ist, reicht er nach außen UND innen. Wenn man den Gummi nach außen durchzieht (an den Schleifspuren zu sehen) sieht es außen zwar stimmiger aus, die Türe lässt sich nach innen aber nicht mehr schließen oder geht zum Teil auf…

Es macht fassungslos, wenn man beobachten kann wie unbeholfen erwachsene Menschen vor dieser Türe stehen und wie sie damit umgehen. Ich habe mir manchmal überlegt, dass diese Personen unter Umständen Unternehmen leiten oder Hochhäuser bauen – oder gar Flugzeuge??? Oh mein Gott! Dann habe ich mich schnell geschämt ob meiner Gedanken, an das Eichhörnchen gedacht – aber trotzdem fasziniert weiter beobachtet. Na egal…

Heute geht es los!

Es ist der 20.09. – wir fliegen nach Deutschland. Sibylle hat mich überrascht, sie hat bei der Anreise die Risikovariante gewählt, obwohl wir beide im August zu tun hatten, unseren Flug zu erwischen.

Sie wollte partout nicht mit der Morgenfähre um 04.00 Uhr nach Kos fahren, hat über Tage die Pünktlichkeit der Katamaranfähre am Nachmittag gecheckt und dann final beschlossen – wir fahren nachmittags!

Noch ein letztes Mal baden – im September

Für mich toll! Ich konnte nochmal das belebende, morgendliche Bad im Meer genießen, danach das Schlauchboot an Deck verstauen und das Motorrad in Ruhe verpacken. Sibylle konnte noch Wäsche waschen und uns beiden bleibt ein langer Tag in Kos erspart. Die Verbindung war optimal, wir reservierten für akzeptablen Aufpreis ein Taxi in Kos – nur die Fähre sollte diesmal pünktlich sein!

Motorrad gut verpackt
Yassou NESSAJA, bis in zwei Wochen

Um 13.30 Uhr verließen wir zusammen mit Bekannten aus Israel die Marina, trafen pünktlich in Agia Marina ein. Die Zeit reichte für einen Kaffee. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ wird zeigen, dass die Fähre sicher gleich ums Eck kommt…

NANU, wo ist die Fähre???

Glaubt es oder nicht, die Fähre war noch weit weg und sollte just bei dieser Fahrt eine Verspätung von EINER Stunde haben – ja klappt denn das mit der Fähre und uns nicht mehr?

Schnell einsteigen, wir müssen los!

In der Fähre fast schon tumultartige Zustände – jede Menge Menschen mit Anschlussflügen, weiterführenden Fähren, etc. – es wurde telefoniert, Fahrgemeinschaften für´s Taxi gebildet, stets die Uhren im Blick. Für uns zählte nur eines – ist unser Taxi da???

JAAAAAAA! „Mr. Rauch“ prangte in fetten Filzibuchstaben auf dem Pappschild! Ok, nichts wie rein – zu zweit in einen 13-Sitzer Mercedes Sprinter VIP Shuttle. Ok, gerne genommen – da, am Parkplatz noch die beiden netten Griechinnen, die könnten wir doch mitnehmen? Deren Flug geht VOR unserem!

Der Taxler verneinte – er dürfe nur uns fahren! Im 13-Sitzer! Mir tat es so fürchterlich leid, aber Zeit für Diskussionen hatten wir nicht. So ging es los…

Der ehrlich bemühte Taxifahrer befragte uns zu unserem Urlaub, fuhr 50 dort wo man 70 fahren durfte und begann uns Sehenswürdigkeiten zu erklären – ich war sehr freundlich und nannte ihm die Zielzeit zum Flughafen. Das ließ ihn zwar nicht schneller fahren, aber doch verstummen!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

Unser Gate – we did it

Annahmeschluss Gepäck 17.45 / Ankunft Flughafen 17.46 / Ankunft Schalter (mit Vordrängeln) 17.49 – Ansage des seeeehr jungen Schaltermannes „…tut mir leid,ihre Gepäckannahme ist schon geschlossen!“

Falsche Aussage! Ich hole tief Luft und Sibylle geht in Deckung – in dieser Sekunde erkennt der durchaus hilfsbereite Clerk die Situation und verweist auf seine Kollegin am Business Schalter „…sie könne die Annahme noch einmal öffnen!“ DANKE! Das hörten wir gerne. Unsere Tasche verschwand am Gepäckband und wir drängelten uns, 1000x entschuldigend, durch die geduldige und zuvorkommende Menge an der Sicherheitskontrolle – ruckzuck waren wir durch und kamen en minute zum Boarding.

Als ich sagte, dass ich sowas nicht mehr brauche, wusste ich nicht, dass wir dies auf der Rückreise toppen würden – dazu mehr im Oktoberbericht!

Am Hinflug noch Maskenpflicht

Wir landen in München und bereits im Flieger ploppt die Nachricht von Sohn Florian auf. Wo wir wären, er käme in etwa 15 Minuten an. Wir tauschen Live-Standorte aus und schreiten flott zum Gepäckband.

Läuft – dem ist nix hinzuzufügen
Nummer 2 – yeah

Auf das Gepäck kann man in Münschen schonmal länger warten, nicht so dieses Mal! Das Gepäckband war schon angelaufen als wir am Band ankamen und nach gefühlten zwei Minuten war unsere Tasche als zweite entladen – der Segen der späten Abgabe!

Wir hasteten aus dem Gebäude und liefen direkt dem Sohn mit dem Kombi in die Arme. Perfekt, ab in die Karre und los Richtung Oberland. Immerhin galt es 100km zu fahren.

Muss ich den großen Minuspunkt unserer Ankunft erwähnen? Es war saukalt! Viel zu kalt für die Jahreszeit! Wir hatten bei der Ankunft etwa 4°C und ich brauchte seit Monaten mal wieder etwas Langärmeliges zum Anziehen.

Klirrende Eiseskälte

Großes Hallo! Die Enkelchen begrüßen, Sohn und Schwiegertochter herzen und das Nachtlager für vier Nächte beziehen. Der Abend war rasch vorbei und wir sacken ins Bett.

Neuer Tag, neue Pläne – die Eltern der Schwiegertochter haben sich angesagt und so gab es ein herzliches „Großelterntreffen“ im Haus, welches einmal uns gehörte. Es gab „Original Rosis Original Apfelstrudel“ (das doppelte Original gehört so – Verlinkung: Bulle von Tölz), diesen mit Vanillesoß´ und wir alle schleckten uns die Finger nach der Köstlichkeit!

„Original Rosis Original Apfelstrudel“

Der Bus ist weg! Treue Blogleser erinnern sich, wir haben Luigi verkauft, unser Reisevehikel, der ideale Italiener, einfach weg! Wo er parkte, klafft eine Lücke – was tun?

Abhilfe schaffte Freund René, indem er uns für die gesamte Aufenthaltsdauer sein Muli, den ausdauernden Audi, geliehen hat – immerhin ein vollausgestatteter A6 3.0TDI – in mir kamen Erinnerungen an früher auf! Nur 349´tkm durfte ich nie erreichen, Chapeau!

Mit dem Ingolstädter in Thalkirchen

Wir zeigten uns im Gegenzug dankbar, reinigten den Wagen und tankten voll – 80 Liter zu 2,19€ – na da weißt was los ist!

Mit ebendiesem Vehikel fanden wir uns bereits am nächsten Tag im Tierpark Hellabrunn ein. Wir hatten meine Tochter Nina nebst Familie beim letzten Deutschlandaufenthalt nicht treffen können, so war ich umso mehr erfreut, dass die Familie etwas in München zu erledigen hatte und wir den Tag zu einem Treffen nutzen konnten.

Ronja war superbegeistert uns mal wieder zu sehen und hing die ganze Zeit an meinem Arm – ich konnte das sehr genießen. Auch die kleine Helena hat nicht „gefremdelt“ und so war es echt ein feiner Tag im Tierpark. Überrascht haben uns die Eintrittspreise – für uns vier nebst den zwei Kleinen waren 75.-€ zu entrichten. Hatte ich nicht noch drei Mark im Sinn? Muss lange her sein!

Nix wie los!
Sibylle in Daunen – tat not!
Flamingos – hatten wir letztes jahr in Kos. In freier Natur.

Begeisterung rief das Aquarium hervor. War auch toll die Fische, Quallen und Schalentiere zu bestaunen. Mich zieht es, wie nicht anders zu erwarten, zum Haibecken. Diese Tiere faszinieren mich!

Schwarzspitzen Riffhai – ich könnte stundenlang zusehen!

Wir sind bei allen Gehegen vorbei, haben alle Tiere bestaunt und angesehen – es war mal wieder richtig schön!

Wir waren bei den Punguinen…

Königspinguine

…und bei den Nashörnern!

Vom Aussterben bedroht

Ich meine es nicht spaßig – wie sollen Menschen, welche die Türe einer Umkleide nicht mittels eines Gummis verschließen können, die nicht in der Lage sind ihre Exkremente aus einer Kloschüssel zu putzen oder ein Auto auf einen Parkplatz zu stellen – wie sollen diese Menschen eine Spezies retten oder gar die Erde??? IMAGINE…

Ich sehe manchmal schwarz!

Heute half mir das Spiel mit den Enkeltöchterchen über trübe Gedanken hinweg zu kommen. Wir haben auf dem Abenteuerspielplatz getobt und sind über Hängebrücken gegangen!

Das schaukelt

Natürlich kann ein wirklich toller Opa (>100kg) eine Brücke besser zum Schaukeln bringen als ein vergleichsweise schmaler Opa in Leichtbauweise – dieser Punkt ging an diesem Tag an mich 😉

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Abendessen, bevor die Familie meiner Tochter wieder in ihre Heimat an den Bodensee fuhr und Sibylle und ich wieder nach Miesbach zurückkehrten. Ich war zufrieden, ein schöner Tag! Es war mir wichtig Nina, Alex und die Kleinen mal wieder zu sehen.

Na, wo sind wir heute?

Neuer Tag, neues Glück, neuer Plan!

Heute sollte Sibylle auf ihre Kosten kommen. Sie hatte Enkelchen Otto versprochen ins Legoland Deutschland nach Günzburg zu fahren. Hätte sie die Eintrittspreise vorher gewusst, wäre es vielleicht der Wildpark Poing geworden 😉

44.-€ pro Erwachsenen und die Definition, dass man ab 3 Jahren als Erwachsener gilt, ließen die Kartenpreise auf das Niveau eines „Rolling Stones“ Konzertes steigen – zumindest für eine Karte (Arena) – ok, der Vergleich hinkt – aber teuer war´s trotzdem.

Venedig
FC Bayern – Allianz Arena München
Details – der Wahnsinn

MIR haben diese Bauten gefallen! Es gab 1000 Dinge zu entdecken, ich hätte stundenlang schauen können. Die Fahrgeschäfte interessierten mich nicht! So viel Detailverliebtheit – sieh nur da…

Das ist doch Werners Hallberg Rassy!?

Ach so, da war ja noch was – der Enkel! Ich konzentrierte mich auf den Buben, dessen Gesicht soooo glücklich nicht schien – was war los?.

Er hätte sich das anders vorgestellt, wo könne man bauen? Dort, Otto! Er wies darauf hin, dass das andere Steine als die daheim wären und er würde jetzt viel lieber zuhause bauen. Ok, nach 15 Minuten! Wann fahren wir heim?

Schwierige Situation – Sibylle lächelte tapfer – aber ich wusste wie sie fühlte. Was tun sprach Zeus?

Nun, da Superman nicht greifbar war, musste Opa das Eisen aus dem Feuer holen. Erst mal setzen und einen Kaba trinken. Was ist los? Traust Du Dich nicht in die Fahrgeschäfte? Doch, man könne schon, wenn man nur wolle – aber man wolle halt nicht.

Ich bestimme für mich – ICH bin nicht umsonst hierher gefahren! ICH fahre jetzt Karussell! Plötzlich sagt der Knirps, ob es für mich ok wäre wenn er einmal mitfährt, er könne ja schließlich wenn er wolle. Ok, sag ich, wenn Du willst…

Wilde Maus in Legoland Version

So kommt es, dass ein Opa mit 100kg+ sich in eine Mini-Achterbahn zwängt, eine Oma alle ihre Ängste überwindet und sich mit einem knapp Fünfjährigen (der sich mächtig strecken muss um am Einlass durchzukommen, da <110cm – vermutlich 108cm 😉 ) in die erste Reihe der selben Gondel presst – um dann einen Parcours zu durchrasen, der einem alle Halswirbel aus- bzw. einrenkt, je nach Ausgangszustand!

Das Eis war gebrochen – ein lustiger und verhältnismäßig langer Tag lag vor uns!

Atlantis by Sea World – faszinierend gemacht
Echte Fische – Zubehör aus Lego
Wirkt nicht so – aber der Hai war echt groß!
Otto taucht in die Unterwasserwelt ein!

Aber auch andere Fahrgeschäfte wurden genutzt – so musste Sibylle an die Kanonen und in die Schlacht!

Piraten unter sich

Wir erlebten viel, es war schlussendlich ein spannender und langer Tag – viel Lego, viel Phantasie, aber auch einige echte Hingucker…

Natur belohnt – Libellen

…wir bringen die Runde zu Ende, werden bei einer Lego-Jeepwettfahrt Vierte von acht (was den Junior eher wenig beeindruckt) und sehen eine zweite Hallberg Rassy im Hamburger Hafen.

DAS mag ich!

Das Legoland verabschiedet sich höflich von uns – wir besuchen noch eine Mini-Produktionsstraße und kaufen dem Enkel noch einen kleinen Baukasten.

„Auf Wiedersehen“ – nun, so schnell nicht, aber man weiß nie, die anderen Enkelchen wachsen ja nach!

Wir sind kaum im Auto, schläft der Kurze schon, der Tag hat ihn müde gemacht! Was ich zu dieser Stunde noch nicht ahne – er tankt nur Kraft, um mit mir bis spätabends das neue Legomodell aufzubauen. Der kleine Unimog muss mit an die Bettkante, als er zufrieden ins Bett sackt. Ich bin ebenfalls zufrieden und gehe, auch ziemlich ausgelaugt, nur etwas mehr als eine Stunde später.

Wie die meisten anderen Menschen, sind auch wir nicht von gewissen Pflichten entbunden. Deshalb sind Heimataufenthalte auch immer eine Gelegenheit für, zum Beispiel, Finanzamtangelegenheiten. Können wir die Einkommenssteuer noch sehr gut von Griechenland aus erledigen, war es bei der Grundsteuererklärung schon schwieriger. Wir haben also den Zugriff auf in Deutschland gelagerte Unterlagen genutzt.

Sibylle – hochkonzentriert, wie hoch ist der Hebesatz???

Tagsüber besuchen wir Freunde oder beschäftigen die Enkel, abends gibt es ab und an gemeinsames Essen, so auch als Florian den Weber anschmeißt und eine Burgerparty ausruft. Die Dinger gelingen ihm immer ganz gut und so bestelle ich mir drei – was ein Kampf! Aber soooo gut…

Burger – DIY per „Bausatz“

Als Absacker kommt ein Gin-Tonic. Ich sage zu, weil mich dieses Getränk heute irgendwie anlacht – nicht nur im übertragenen, sondern auch im Wortsinn…

Gin-Tonic, ein fröhliches Getränk!

Ringring, mein Telefon klingelt. Das ist selten – die Familie hat eigene, individuelle Klingeltöne, Freunde ebenfalls – „normales“ Klingeln gibt es seit meinem beruflichen Ausscheiden eigentlich nicht mehr. Wer kann das sein?

Beruflich! Gar nicht so weit daneben! Mein Ex-Kollege Florian ist auf dem Weg nach Zagreb und fährt direkt bei uns vorbei. Ein Kaffee beim Dinzler? Nix lieber als das! Wir verabreden uns kurzfristig, haben eine nette Stunde beim Plaudern, bevor Florian seine Fahrt fortsetzt und wir wieder abtauchen. Einen Schritt in die Vergangenheit habe ich doch gewagt – fühlte sich komisch an – und war doch so weit weg…

„Der Alte“ mit dem neuen – der RAM war früher mein Baby.

Ich hänge etwas nach. Ich vermisse nichts und doch waren es schöne Zeiten. Mir wird bewusst wie ersetzbar wir alle sind und wie wenig Wert die Person im heutigen Geschäftsleben hat. Mein Ausstieg war schwer und doch zum genau richtigen Zeitpunkt!

Mir bleibt ein wichtiger Aspekt als Trostpflaster – mit ALLEN Personen die mir wichtig waren und denen ich wichtig schien, bin ich bis heute in Kontakt. Mir ist sehr wohl klar, dass dies vielleicht nicht ewig auf diesem Niveau zu halten sein wird, dennoch ist es schön zu spüren, dass „da etwas mehr ist“. Ich werde meinen Teil dafür tun diese Kontakte zu wahren!

Wir ziehen um!

„Haus Seegarten“ – Zimmer Nummer 11

Sibylle kann es naturgemäß länger inmitten der Familie aushalten als ich. Ich brauche ab und an Freiräume und das Gefühl, kein Familienmitläufer zu sein. Unsere Lösung heißt „Haus Seegarten“, die Pension meines Freundes René, direkt am Schliersee gelegen.

Wir zogen um und bekamen abermals eines der beiden Zimmer in denen am meisten unseres Hab und Gutes eingeflossen ist. Zimmer Nummer 11 ist mit unseren Lampen ausgestattet, hat ein bisschen Geschirr von uns und diesmal auch unsere alte Bettwäsche bekommen.

Der große Batzen aber, ist der Verbau eines Teils unserer damaligen Küche. René und ich waren seinerzeit ziemlich beschäftigt mit dem Einbau – aber bis heute kann sich unser Tun sehen lassen.

Wie damals – ok, fast 😉

Für uns schön zu sehen, aber mehr als einen Kaffee mussten wir uns nicht kochen. Wir waren häufig eingeladen, andertags haben wir uns kurzerhand selbst versorgt.

So ist zum Beispiel die Pizza beim „Himmisepp“ obligatorisch!

Kleine Trattoria „Beim Himmisepp“ – Miesbach

Nachmittags tingelten wir durch das bayrische Oberland um Freunde zu sehen und auch um Besorgungsfahrten zu machen. Mancherlei Dinge bekommt man in Deutschland doch besser als in Griechenland.

So war ich ein paarmal beim „hagebaumarkt“, Sibylle eher in Schuhgeschäften. Ins Sportgeschäft mssten wir beide.

Auch diesmal hat sich Sibylle ein Dirndl ausgeliehen, widerrum war Lisa Retterin in der Not. Meine Tracht liegt sowieso bei René, leichtes Spiel also für mich.

Schön war, dass wir Ritas Geburtstag zusammen feiern konnten und zu dieser Gelegenheit auch deren Kinder nebst Familie wieder einmal treffen konnten. Ich bin immerhin Taufpate des Sohnes und an den Kids und Enkeln nebst Familien sehr interessiert.

Der Brauch des gemeinsamen „Kaffeekränzchens“ wurde wieder ins Leben zurück gerufen – Kuchen gibt´s dann auch schon mal.

Nusskuchen – diesmal nicht vom „Cafe Winkelstüberl“

Die Hochzeit, der eigentliche Grund unserer Reise, nahte – das Lesen und Interpretieren des Wetterberichtes wurde zu Sibylles täglicher Passion. Wir wissen seit einiger Zeit, dass es kritisch ist. Wie überall in Europa ist es für die Jahreszeit zu kalt.

Was wir nicht ahnten war, WIE kalt es sein würde. In den ersten Tagen unserer Anwesenheit hatten wir Tiefstwerte von bis zu -1,5°C – MINUS, Mitte September! Das ist doch nicht normal! Schnee fiel herunter bis auf 1000m, die Hochzeitslocation lag höher. Sibylle musste einmal sogar die Scheiben des Autos freikratzen.

Nach dem Umzug erholten sich die Temperaturen etwas, so 10°C +/- 2°C waren an der Tagesordnung. Dafür nahm die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu, es sah schlecht aus für den Hochzeitstag.

Wolken in den Bergen – nicht schön!

Wir schreiben den 28.09. – es ist der Geburtstag meiner Mutter. Nicht, dass ich ein Grabgänger wäre, aber wenn ich schonmal in Miesbach bin kann ich auch mal hingehen. Kein Grab – ein Schildchen an einer alten Eiche, aber ein Ort um nachzudenken und zu sich zu finden – drei Jahre nur sind vergangen und Sibylle und ich haben ein dieser Zeit unser Leben, das mit Reihenhaus und Mercedes, einmal auf links gedreht. Ich bin froh, dass sie es (vermutlich) nicht weiß…

Der 28.09. ist aber auch der Tag an dem wir unseren Freunden Rita und René eine Einladung ins „Kaminstüberl“ nahegetragen haben. Es ist uns eine Ehre die Beiden einzuladen – einfach als „Dankeschön“!

Und der Besuch war famos! Drei Monate vorher reserviert, haben wir uns Köstlichkeiten gegönnt – ein Traum. Schmankerl vom Feinsten…

600g US-Angus Lende – medium! Erste Sahne

3-2-1 der Countdown läuft!

Heute, am 29.09. reisen die ersten Hochzeitsgäste an. Es ist vornehmlich die junge Garde die im „Haus Seegarten“ eintrifft. Die jungen Leute wollen noch mit dem Brautpaar feiern, bevor morgen „der Ernst des Lebens“ eingeläutet wird. Gut für uns, dass wir ohnehin schon da sind. Die Eltern des Bräutigams „dürfen“ auch kommen – aufmerksame Blogleser kennen Christine und Nader als unsere Freunde aus gemeinsam verbrachter Urlaubszeit.

Das Fest konnte beginnen! Und wenn man in Bayern ein Fest feiert welches zur Wiesnzeit stattfindet und nicht das Oktoberfest selbst ist – dann ist ein Faß Bier schon fast obligatorisch!

Brautpaar Edition – special stuff

Und wen trifft´s immer wenn es im Rahmen einer Hochzeit um „Spezialaufgaben“ geht? OPA wäre jetzt die falsche Antwort – richtig muss es heißen – den BRÄUTIGAM! Also Mikey, ran ans Zapfzeug und hau drauf…

1-2-3 – a bissl was geht daneben
4-5- ja da schau her! O´zapft is!

Kurz nach dem verhaltenen „O´zapft is!“ schießt die erste Halbe in den Krug – zunächst mit ausbaufähigem Ergebnis!

Weißbier??? Nein, Schaum!

Dieses Ergebnis ließ sich aber rasch optimieren und schon kurze Zeit später war die durstige Meute mit dem Gerstensaft versorgt. Das hatte einen Haken – kaum war der Durst gestillt, wurde bemerkt, dass der Hunger da war. Der Hausherr wurde kurzerhand vom Gastgeber zum Grillmeister befördert und machte sich als solcher ans Werk.

Wie schon Stoiber zu sagen pflegte – Glodernde Lut…

Auch die Salatbar war reichlich gefüllt und es blieb zu guter Letzt kein Wunsch offen.

Salatbar

Regen löschte den Grill, alle waren satt und zufrieden! Im Laufe des Abends wurde das 30l Faß geleert. Grillgut und Salatbar erlitten das gleiche Schicksal.

Trotz des Bangens um das Wetter am morgigen Hochzeitstag, waren alle zufrieden – allen voran das Brautpaar, das war das Wichtigste!

Tataaaaaa – der 30.09.2022! Der Tag der Hochzeit von Sibylles Tochter Franziska mit ihrem Mikey. Wir sind stolz, freuen uns – und doch ist es für die Mama wohl auch ein besonderer Tag – anders als bei den Söhnen, anders als bei den Vätern!

Wir müssen uns anziehen, liegen die Kleider bereit?

Der von Schlabbermode verwöhnte Körper muss jetzt da rein

Ja doch! Klamotten komplett, gefrühstückt, geduscht – check! Was macht eigentlich das Wetter? Ein erster Blick aus dem Fenster verheißt nix Gutes – wie vorhergesagt, grau, regnerisch – naja, besser als gestern und es tröpfelt gerade nicht…

…die Braut fährt mit Trauzeugin zum Friseur, wir werden sie erst vor dem Standesamt wieder sehen. Die Gesellschaft von gestern frühstückt und richtet sich.

Was dann passiert war fast wie ein kleines Wunder. Entgegen aller Vorhersagen öffnet sich die Wolkendecke ein wenig und gibt blaue Flecken frei. Der Himmel zeigt sich bayrisch blau-weiß und freundlich – das konnte keiner fassen!

Nach Norden zum See und Richtung Schliersee Ort
Nach Süden Richtung Berge und Hochzeitslocation

Die Gruppe traf sich vor dem Rathaus in Schliersee, wo Franzi und Mikey eine Tradition fortsetzten – sowohl Sibylle und ich, als auch Bruder Florian und Sonja haben dort geheiratet. Alle im gleichen, opulenten Trauzimmer.

Rathaus Schliersee

Bei einer schönen aber privaten Zeremonie, bei der Enkel Otto die Trauringe bringen durfte, haben sich die Brautleute das Ja-Wort gegeben und Tochter Franzi war „unter der Haube“.

Das freut uns sehr, weil wir Mikey und seine Familie richtig gerne mögen und Franziska dort gut aufgehoben wissen. Euch Beiden alles erdenklich Gute!!!

Frisch vermählt – gleich regnet´s Rosenblätter!

Es folgt das Gratulieren, es werden erste Fotos gemacht…

Da strahlt die Brautmutter

…doch bald schon wird zum Aufbruch gerufen – es soll angestoßen werden! Zu diesem Zweck wurde an einem Kiosk am Seeufer, in fußläufiger Entfernung, ein Champagnerempfang vorbereitet, dazu gab es Fingerfood (oder heißt es Häppchen?). Egal, es war jedenfalls super organisiert!

Moét Rose – vorbereitet durch die Besitzerfamilie
Ein fesches Paar – und das Wetter hält

Es werden die obligatorischen Familienfotos durch den Fotografen angefertigt, man knüpft erste Kontakte mit Personen, die man bis dato noch nicht kennt und Sohn Stefan macht Luftaufnahmen mit der Drohne – alles in allem sehr gelungen!

Die Bewölkung nimmt zu – Zeit zu gehen

Glaubt es oder nicht – das Wetter hielt, bis die letzte Aufnahme „im Kasten“ war. Dann, kaum saßen wir in den Autos, fing es an zu tröpfeln. Der Konvoi fuhr die paar Kilometer in die Berge, wo wir im „Berggasthaus Siglhof“ die Feierlichkeiten hatten.

Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen, war der Regen vorbei und es hielt sich bis abends. Was keiner für möglich gehalten hatte wurde wahr – Wetterglück für das frischvermählte Paar.

Der Siglhof
Das Zuhäusl, das Salettl, nur für uns!

Wir feierten wie man eben so feiert, wenn man vom Leben Glücksmomente und Zufriedenheit geschenkt bekommt. Es war ein schöner Tag mit vielen speziellen Augenblicken die aber der Privatsphäre des Brautpaares zuzuschreiben und vorbehalten sind.

Ein paar Impressionen möchte ich aber doch teilen…

Personalisierte Bierdeckel
Sibylle mit Schwiegertochter Amelie
Brautstrauß und Moét – geschafft!

Natürlich gab es auch Reden, alle sehr schön gehalten – vom Brautvater, von der Mutter des Bräutigams und von den Freunden. Worte die noch lange im Gehör verankert sein und nachhallen werden. Formvollendet die einen, ziemlich cool die anderen – für Entertainment war jedenfalls gesorgt!

Die stolze Mutter des Bräutigams – analoges Manuskript
Für die Fraktion der Kumpels – stellvertretend – mit digitalem Manuskript

Und ich hoffe ich werde nicht zu privat, wenn ich mit zwei weiteren Bildern abschließe. Das Brautpaar wie es entspannt, aber doch andächtig, den Inhalten der Reden und Ansprachen zuhört – ich fand ein sehr vielsagendes Bild…

…und ein „unbeobachteter Moment“ – mehr Worte braucht es nicht!

Alle, wirklich alle waren zufrieden, begeistert, heiter – ein wunderschöner Tag. Wir fuhren glücklich zurück zum „Haus Seegarten“, haben uns schon am Weg der Tracht entledigt und wieder bequeme Sachen angezogen. Zusammen mit Christine und Nader sind wir noch kurz ins Gasthaus „Rote Wand“ um den Tag ausklingen zu lassen – den Tag der Franziska und Mikeys Hochzeitstag war und zugleich der letzte des Monats September!

Es gibt ein letztes Bild – ein Screenshot einer WhatsApp Nachricht, welche ich diesen Monat erhielt…

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Wir sind inzwischen wieder in Griechenland und leben unseren Traum, gleichwohl es auch unser Alltag ist. Die Freunde gehen langsam nach Hause, neue Schiffe und Menschen kommen an. Es wird ein spannender Monat, schon weil einiges auf der „To Do – Liste“ steht.

Bleibt uns wohlgesonnen, schreibt ein paar Zeilen wenn Ihr an uns denkt. Wir freuen uns immer von Euch zu hören.

In diesem Sinne wünschen wir einen ganz schönen Herbst, einen herrlichen Oktober und sagen ganz herzlich DANKE für Eure Zeit und Euer Interesse!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der NESSAJA Crew

August 2022 – You`ll be in my Heart

August – Hochsommer! Das prägende Ereignis dieses Monats war die Hochzeit von Amelie und Stefan, für die wir Mitte des Monats nach Deutschland gereist sind. Einer der Hochzeitssongs war der Collins Song von 1999, der Titelsong aus dem Disney Musical „Tarzan“.

Amelie, Stefan, wir sind stolz auf Euch und wünschen alles Gute – möge der Text des Liedes Gültigkeit haben…

„Cause you’ll be in my heart
Yes, you’ll be in my heart
From this day on
Now and forever more“

Doch von Anfang an…

Der achte Monat des Jahres 2022 war ein ereignisreicher. Daher fällt auch der Blogbericht wieder üppig aus, aber das kennt Ihr ja schon. Es gibt viele Bilder, ein paar nette Geschichten und viel Erlebtes, das wir mit Euch teilen wollen.

Gönnt Euch eine köstliche Kaltschale und ein paar Minuten Auszeit um den Augustbericht zu lesen und zu genießen – wie immer freuen wir uns über Kommentare, Anregungen und Hinweise.

Ihr erinnert Euch vielleicht – den Blogbericht des Monats Juli habe ich mit einem kleinen Ausblick auf August abgeschlossen – hier möchte ich einsteigen und den aktuellen Monatsbericht beginnen…

NESSAJA an ihrem Platz

Unser Zuhause liegt sicher und geschützt an ihrem Platz D1 in der Leros Marina Evros. Im August habe ich keine weiteren Reparaturen am Schiff vorgenommen. Ich habe beschlossen, ein paar Kleinigkeiten in den ersten Septemberwochen zu machen, mich dann zu restrukturieren und wenn es kühler wird, ab Anfang Oktober, wieder in eine „9to5“ Projektarbeit einzusteigen.

Ich wollte Konzerte besuchen – das habe ich gecancelt! In Griechenland steigen die Covid Zahlen wieder spürbar an, auch in unserer Marina gab es Fälle. Grundsätzlich habe ich keine Angst und bewege mich meist ganz normal in meinem Umfeld, nachdem wir aber im August reisen wollen und zudem der Wirt bei der Hochzeit der Kinder von seinem Hausrecht Gebrauch machte und eine Testpflicht verhängte, habe ich entschieden etwas Vorsicht walten zu lassen – diese ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste…

Bei den Arbeiten an ALENA besteht diesbezüglich aus meiner Sicht keine Gefahr – Krantermin war für den 09.08. angesetzt – es galt also, das Augenmerk auf diesen Termin zu richten! Es gab ja noch Einiges zu tun…

Die Schadstellen am Skeg waren großflächig abgeschliffen

Während ich mich mit den Schleif- und Laminierarbeiten am Rumpf beschäftigte, rückten die Marinamonteure an, um sich der Motorinspektion zu widmen. Dies kann in diesen Tagen getrost als Glück bezeichnet werden, waren diese Handwerkertermine doch sehr rar. Nikolas, der Marinachef, hatte Wort gehalten!

Marios, der Motormechaniker, im Einsatz

Noch geübt durch meine Ruderreparatur, ging es auch bei mir fix voran – ich konnte rasch die ersten Matten auflegen…

Erste Lage zur Stabilität und Formgebung…
…alles was übersteht wird später verschliffen

…und aufgrund der kurzen Aushärtungszeit bei diesen Temperaturen, war es möglich die zweite Lage bereits einige Stunden später zu verarbeiten. So ging richtig was voran!

Zweite Lage als Decklage und für ein besseres Oberflächenfinish

Auch die Monteure blieben nicht untätig – die Wartung der Maschine nebst Ölwechsel und dem Wechsel aller Filter war rasch erledigt. Dummerweise wurden zwei Fehler entdeckt – zunächst wurde eine Undichtigkeit an der Seewasserpumpe festgestellt.

Deutlich zu sehen – undicht!!!

Dieses Teil kann man mit einem Reparatursatz instandsetzen, dies wurde von mir, nach Rücksprache mit Werner, sofort in Auftrag gegeben.

Tags darauf sollte ein weiteres Problem entdeckt werden, welches für Zeitdruck sorgte. Dazu später mehr…

Ich spachtelte derweil meine Reparaturstelle mit Feinspachtel auf Epoxidbasis, um so die Oberflächen wieder eben zu bekommen – das Ergebnis war nicht so schlecht…

Fertig zum Streichen

…und bestens vorbereitet, um abschließend eine Epoxi-Grundierung für das durch die Werkstatt aufzubringende Antifouling zu streichen – FERTIG!!!

Geht doch!

Sibylle´s Abreise nach Deutschland war für den 04.08. geplant. Sie wollte eine Woche vor mir anreisen um etwas mehr Zeit für die Enkel zu haben. Das war durchaus in meinem Sinne, hatte ich mit ALENA doch genug zu tun.

Unser letzter Abend brach an, wir gönnten uns einen Abschiedsdrink in der Bar der Marina – und als ob der Marinahund „Electra“, der Hund des Elektrikers, die nahe Abreise spüren würde, kam er noch einmal zu Sibylle um sich zu verabschieden (und ein Leckerli abzustauben).

Electra – der Marinahund, scharf auf Leckerlis

Sibylle´s Abreisetag war gekommen – ich war wieder recht früh wach und habe die Morgenstunden genutzt, um am Panteli Beach baden zu gehen. Wie Ihr wisst, sind das für mich besondere Momente – der perfekte Start in den Tag…

Ungefähr 07.30 Uhr – die Sonne gerade über dem Bergrücken
Nach dem Bad ein Tässchen Kaffee in der frischen Morgenluft
No more words

Kurz nach meiner Rückkehr kam Hektik auf – ich wusste, dass ALENA durch die Werft gestrichen wird, das Datum war jedoch ungewiss – schnell wurde klar – HEUTE…

Der Verantwortliche fragte nach einer Grundierung an den freiliegenden, blanken Stellen – aha, bei mir noch vergessen – hier daran gedacht! Ich habe bejaht und der Voranstrich wurde sofort umgesetzt.

Geschliffen, geprimert und repariert…

Als Sibylle und ich gefrühstückt hatten war es bereits passiert – ALENA´s Bauch strahlte wieder wie zu besten Zeiten. Ich war zufrieden, ich war im Plan!

SO muss das! Wenn man bedenkt wie sie noch vor wenigen Tagen aussah!

Für den heutigen Tag, wir schreiben den 04.08., war nichts mehr geplant – ich habe Sibylle zur Fähre gebracht und sie verabschiedet. Leider kam die Fähre, aufgrund des hohen Andrangs an allen Häfen, mit fast einer Stunde Verspätung in Leros an…

Maskenpflicht in öffentlichen Transportmitteln

…das alleine wäre nicht so schlimm, wenn Sibylle nicht die „perfekte Verbindung“ über Kos herausgesucht und gebucht hätte. „Perfekt“ bedeutet in diesem Fall keine Wartezeiten zwischen Fähre, Bus und Flugzeug. Keine Wartezeiten bedeutet aber auch – kein Puffer!!!

Flieg Fähre – flieg nach Kos!

Die Situation sollte sich verschärfen, da Sibylle bereits in der Fähre klar wurde, dass sie den Bus nicht erreichen würde. Ein Taxi stand in Kos jedoch nicht bereit! Offen gesagt, Kos hat ein Taxiproblem – ob es einfach durch den großen Andrang verursacht ist oder vielleicht ein „bisschen absichtlich“ – das wissen wir nicht.

Long Story Short – Sibylle hat ihren Flug erreicht und ist sicher in München angekommen. Das ist gut! Weniger gut ist – ich habe exakt eine Woche später die gleiche Verbindung! Ob das klappt???

Wenn Sibylle weg ist, kehrt bei mir Ruhe ein. Ich bin also zurück auf NESSAJA, habe mich neu sortiert und angefangen den Monatsblog für Juli zu schreiben…

Blogbericht schreiben – Schweißarbeit!

…das ist schweißtreibend! Ob es am Wirrwarr der Gedanken im Kopf liegt oder aber einfach an den hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30°C Marke, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen – ich jedenfalls, muss das schöne Holz des Salontisches mit einem Handtuch gegen den an den Armen herabrinnenden Schweiß schützen, mir regelmäßig die Stirn abtupfen und mich grundsätzlich etwas „herunterkühlen“.

Sorgt für Frischluft – Carlson der Ventilator

Ich gestehe mir, um nicht kochen und einkaufen zu müssen, ein Tagesbudget zu. Dieses erlaubt mir Besuche in den günstigen Grills oder Pizzerien der Insel. Da sowohl Hans-Peter als auch Johannes alleine hier sind, haben wir uns zu einer Männergruppe zusammengefunden, um die letzte Mahlzeit des Tages, nebst Bierbegleitung, gemeinsam einzunehmen. So auch an diesem Abend als wir, zusammen mit Hans-Peter´s Hund Merlin ins „SouVlakki“ gingen…

Merlin ist sein Künstlername – ein Pseudonym um incognito zu bleiben…

…erinnert Euch Merlin an irgendwen oder irgendwas???

Na klingelt`s? Ich gebe einen Tip – und das ist kein Witz – der Hund heißt nicht Merlin, er heißt „Eragon von Melmac“ – jetzt wird es klar oder???

Auch ein „von Melmac“

Vermutlich, nein wahrscheinlich, sind die beiden „von Melmacs“ verwandt oder verschwägert. Ich habe Merlin gefragt – er schweigt! Ein Rätsel…

Apropos Hans-Peter, auch hier tut sich was, auch das hatte ich im Vormonat angekündigt – ich möchte etwas bei den Reparaturen an der LIBERTÉ unterstützen.

Endlich – Panagiotis, der Elektriker, gibt sich die Ehre!

Nachdem die Ventile eingebaut waren, die Reparaturen am Saildrive abgeschlossen waren und sowohl der Unterwasseranstrich wie auch das Polieren von der „To-Do“ Liste gestrichen werden konnten, war es an der Zeit, dass die Elektrik in Hans-Peter´s Mast instandgesetzt wurde. Der Elektriker, bei dem Termine so schwer zu bekommen sind wie beim Papst, machte die Aufwartung, setzte das Geplante gekonnt um und war ebenso schnell wieder verschwunden – der ist sein Geld wert!

LIBERTÉ war somit fertig für den Kran und die Einwasserung…

Ich selbst hatte an ALENA noch die Ankerelektrik zu reparieren. Der Schalter hat mich auch im August noch etwas beschäftigt. Das große Loch des Originalschalters musste verschlossen werden – aber ich hantierte ja ohnehin mit Epoxispachtel…

Wieder verschlossen und überschliffen

…so war das Deck bereit um einen neuen, handelsüblichen und aktuellen Fußschalter zu verbauen und anzuschließen.

Passt, so soll das aussehen

Funktionsprüfung – check! Alles tut wieder, es kann wieder ein Punkt von der Liste gestrichen werden. Der 09.08. rückt näher! Es folgt eine Hiobsbotschaft…

Der „Mixing Elbow“, ein anfälliges, teures Teil der Auspuffanlage, zeigte deutliche Verschleißspuren und war durch Ölkohleablagerungen zugesetzt – was tun?

Klar zu sehen – Rost / Ölkohle

Es wurde beraten, ich stimmte mich mit Nikolas und Manolis, dem Werkstattleiter, ab – zunächst waren wir der Meinung, dass der Elbow für eine weitere Saison vorbereitet und instandgesetzt werden könnte – das haben wir aber verworfen, als wir einen weiteren Schlauchanschluss abgeschraubt haben…

Nicht mehr viel Durchsatz – Überhitzung droht

…schnell wurde klar – hier muss Ersatz her! Das Projekt drohte zu scheitern. einen Elbow würde man nicht fristgerecht geliefert bekommen!

Kennt Ihr die Lösung? Aufmerksame und treue Blogleser wissen – ich habe mir so ein Teil als Ersatz von Giorgos beschafft. Er baut die Dinger aus Edelstahl und der Zufall, oder besser das Glück, wollte es so, dass Werner und ich den gleichen Motor verbaut haben.

Könnt Ihr Euch die Augen des Werkstattteams vorstellen, als ich sagte „…einen Elbow für einen MD22 – habe ich!“ Für Götter…

Darauf ein Bier!

Jeden Abend – Feierabendbier in Panteli

Immer noch halte ich daran fest morgens und abends zu meinem Lieblingsstrand in Panteli zu gehen. Mittags meist nur auf einen Badestopp, ein Aufenthalt ist nachmittags in den Monaten Juli und August aus meiner Sicht nicht angenehm, zu laut, zu voll, zu hektisch.

Ich bade, trinke ein Feierabendbier und treffe mich dann mit Hans-Peter oder Johannes oder beiden zum Essen – heute geht es ins „La Nostra“, der Pizzeria in Lakki.

Salat und Pizza – gut fei!

Ich hatte mein Budget erwähnt – es soll kein Geheimnis bleiben, ich rechne mit 20.- bis 25.-€ pro Tag. Das errechnet sich aus 10.-€ für´s Abendessen, 3.-€ für´s Bier zum Feierabend, weitere 6.-€ für ein leckeres Eis am Nachmittag – Ihr seht, es bleibt wenig Raum für´s Frühstück…

Das geht aber, denn wir haben „Mike´s Bakery“ für uns entdeckt!

Breakfast at – not Tiffany´s – Mike´s

Ein großes Sandwich in vielen Varianten und ein Coke oder Cappuccino kosten 3,60€ bis 4,60€ – zusammen – das passt und rechnet sich gerade noch. Zur Not muss das Eis oder das Dinner etwas schmäler ausfallen.

Heute soll das Problem mit dem „Mixing Elbow“ auf ALENA gelöst werden. Wenn das klappt, sind alle Punkte auf der Liste erledigt und die stolze Hallberg-Rassy kann zurück in ihr Element – nach drei Jahren.

Und was soll ich sagen…

Mixing Elbow aus V4A – perfekt! Der letzte Punkt auf der Liste – check!

DAS war ein Feierabendbier der Extraklasse wert! Leider ist das bei den Temperaturen immer viel zu schnell „verdunstet“!

Nanu – schon leer???

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, es war ein guter Tag – ich bin zufrieden und bekomme dafür einen schönen Moment geschenkt…

NESSAJA im Sonnenuntergang
Ein schöner Platz zum Wohnen

Er bricht an – der Tag der Tage – naja, zumindest was diese Phase des Augusts betrifft. Es ist der 08.08. – der Tag, an dem der Krantermin für LIBERTÉ fixiert ist UND der Tag, auf den ich ALENA´s Krantermin vorgezogen habe! Tata…

Ich stärke mich entsprechend und sprenge damit auch mein Tagesbudget – mit einem feudalen Frühstück in der Mühle meines Freundes Haris – mir war so…

Ein Gaumenschmaus – made my day!

…danach ging es in den Werftbereich der Marina, um erst Hans-Peter´s Schiff ins Wasser zu bringen…

Die LIBERTÉ in den Gurten – von ALENA aus gesehen

…und anschließend gleich ALENA ins Becken zu heben. Wir waren aufgeregt. Ich wollte das Schiff an den Platz fahren, habe dafür eine Lücke an unserem Ponton reserviert, um es weiter beobachten zu können. Ich hatte viel über die fiesen Manövriereigenschaften der Rassys gelesen, das machte mich nervös – ich habe Uli als „Verstärkung“ mit an Bord genommen – es ging los!

Der Kran wartet schon

Leider keine Bilder vom „Touchdown“ – ich war zu beschäftigt. Was passierte??? Nun, wir fuhren einigermaßen anständig, aber geplagt durch einen ausgeprägten Radeffekt, aus der Krangasse um dann – in Rückwärtsfahrt – den Liegeplatz anzusteuern. Ja denkste!!! Eine Ruderbewegung reichte, um das Schiff aus der Bahn zu werfen – eine Wiederaufnahme der Rückwärtsfahrt war unmöglich.

Ich fragte Uli ob er es mal probieren wolle, ich kam mir vor wie ein Anfänger – die Antwort – NÖ!

Wir eierten rum, eine Planänderung muss her! Sofort! Ich beschloss kurzerhand, vorwärts in die Gasse zu fahren, trotz kräftigem Wind – mal sehen was dort passiert. Nun, das Schicksal hatte ein Einsehen und half mir, die Schwedin gekonnt, diesmal unter Zuhilfenahme des Radeffekts, in die Lücke zu drehen – wow, gut gelungen – danke! Da lag sie nun…

ALENA neben LIBERTÉ – Tagwerk geschafft, super!

Ich bereitete die rassige Rassy auf die Übernahme des Eigners vor, legte Stromanschluss und Gangway. Leider tat der Kühlschrank nicht was er sollte, er versagte das Kühlen – was nun? Guter Rat schien teuer, das eiskalte Willkommensbier in weite Ferne gerückt.

Google und die Gleichgesinnten des „Mittelmeer Skipper Forums“ halfen – ich konnte das System entlüften (wassergekühlt) und schließlich in Betrieb nehmen. Weil ich ein Guter bin, habe ich noch zwei Bier und ein Wasser in den Froster. Jetzt kann Werner kommen.

Dies sollte in zwei Tagen, am 10.08. spätabends, soweit sein. Ich hingegen musste mich vorbereiten. Ich würde bereits ein paar Stunden später, am 11.08. nachmittags, nach Deutschland abreisen, es war Einiges zu tun…

Mein Fährticket nach Kos musste gekauft werden

…so zum Beispiel der Kauf des Fährtickets – es ist nämlich keinesfalls sicher, dass man in der Hochsaison immer einen Platz auf dem Zubringer bekommt, also macht der Vorabkauf Sinn!

Außerdem habe ich für mich beschlossen, dass ich mich an den drei Tagen vor Abflug einem Covid-Selbsttest unterziehe. Der Grund dafür ist banal, nachdem ja bei Stefans Hochzeit eine Testpflicht festgelegt war, würde ich, im Falle eines positiven Testergebnisses, gar nicht erst nach Deutschland reisen.

Also ans Werk…

Wie war das gleich wieder?

…mit durchaus positivem, also negativem, Ergebnis 😉

Zwischendrin habe ich für Hans-Peter ein Segel beim Segelmacher abgeholt – die GS als Transportmuli, Greek Style eben!

Platz ist auf der kleinsten Maschine – und wo sitz´ich???

Was mich in dieser Phase total freut, ist eine Nachricht von unseren Freunden Tanja und Stefan, den Eignern der OREJA VELA, die mit unserem ehemaligen Bus auf einer Reise von Süditalien nach Hamburg sind. Sie genießen das Landleben und unser Italiener dient in seinem Heimatland als Camper.

Stefan mit spartanischer Campingausrüstung und unserem Luigi

So vergingen diese Tage bis zu meiner Abreise wie im Flug. Ich folgte den liebgewonnenen Traditionen, wie z.B. meinem morgendlichen Bad nebst Cappuccino, bis zum letzten Tag…

…half weiterhin bei Hans-Peter auf der LIBERTÉ bei Kleinreparaturen, wie z.B. der Vorbereitung des Instrumentenpanels für den Einbau der neuen Navigationsgeräte…

Wo gehobelt wird fallen Späne

…und gönnte mir mein Repapis Eis am Nachmittag!

Auch an diesem Abend gehe ich am Panteli Strand schwimmen, es sollte das letzte Mal für eine gute Woche sein.

Das werde ich vermissen

An diesem Abend habe ich Zeit, denn Werner kommt gegen 01.00 Uhr an – ich möchte auf ihn warten, um dabei zu sein wenn er seine ALENA bezieht, ich freue mich auf diesen Augenblick und gönne mir ein Bierchen während die Sonne untergeht.

Abends noch der heutige Covid-Test, auch der wieder mit dem erwarteten Ergebnis. Es scheint alles zu klappen.

Negativ – also positiv – na egal…

Werner kommt an – wir begrüßen uns und freuen uns gemeinsam, dass alles so gut geklappt hat. Ich übergebe die Hallberg-Rassy in diesem Moment an ihren Besitzer. Ich muss gestehen, ich war gerührt, ein bewegender Moment voller Freude!

Neuer Tag – der Tag an dem ich nach Deutschland fliege. Morgen heiratet mein Sohn…

Ich wasche meine Wäsche…

Alles sauber vor der Abreise

…und packe – im Gegensatz zu Sibylle reise ich mit kleinem Gepäck.

Der Rucksack muss reichen

Ein letztes Mal teste ich mich – wenn dieser Test wieder zeigt, dass ich nicht an Covid erkrankt sein dürfte, werde ich die Reise antreten.

Wartezeit – 15 Minuten

Ich kann fahren! Der Balken wandert nach der Wartezeit nach oben, zeigt sich als Einzelbalken und ich informiere die Familie in Deutschland, dass mein Countdown läuft.

Ich muss mein Motorrad einpacken…

Gut verpackte Moppeds

…und auch NESSAJA für die Abwesenheit vorbereiten. Die Ventile müssen geschlossen werden, das System muss stromlos gemacht werden, was für die 220V und die 12V Seite gilt. Die Schattenspender müssen weg und die Fenster und Luken geschlossen werden.

Ich war fertig zur Abreise…

NESSAJA – ich komme wieder, in einer Woche…

…nur noch die Schuhe – uff, nach Wochen in Crocs wieder festes Schuhwerk, das fühlt sich komisch an!

Schuhe – was für ein beengtes Gefühl

Werner bot sich an, mich mit einem Leihwagen nach Agia Marina zur Fähre zur fahren, wo ich „just in time“ ankam – auf geht´s! Deutschland ich komme!

Ihr erinnert Euch? Auch ich hatte einen strammen Fahrplan – auch meine Fähre kam 45 Minuten zu spät, na toll…

Jetzt aber los…

…auch für mich galt auf der Fähre Maskenpflicht, welcher ich aus Respekt vor den Vorgaben meines Gastgeberlandes und auch aus Eigenschutz gerne gefolgt bin – ich will morgen bei den Feierlichkeiten nicht „außen vor“ bleiben.

FFP2 – bis München

Was folgte, war eine Odyssee – auch ich kam zu spät in Kos an. Der Bus war weg, ich brauchte ein Taxi.

Auch bei mir waren keine Taxis am Hafen. Zunächst scheiterte jeder Versuch eines der vorbeifahrenden Taxis abzugreifen. Verflixt – alle reserviert (natürlich gegen Aufpreis 😉 ) – was tun?

Ein Taxi kam in den Port, ebenfalls reserviert, hatte aber Probleme seine Gäste zu finden. Der Zufall und das Glück halfen, dass ICH dieses Taxi abgreifen konnte und auch noch meinen zufällig mit mir reisenden Freunden, Frederic nebst Familie, eine Fahrgelegenheit zum Flughafen bieten konnte.

Wir kamen um 17.30 Uhr am Flughafen an. Durch die Tatsache, dass ich bereits eingecheckt war, zudem kein Aufgabegepäck hatte, war ich recht schnell durch die Sicherheitskontrolle und ab hier wieder „in time“.

Die Taxisituation in Kos bleibt verbesserungswürdig…

Ich sitze bald im Flieger der mich nach München bringen wird.

Lufthansa gebucht – Eurowings bekommen – passt aber alles
Fensterplatz – alleine in meiner Reihe, schön!

Zweieinhalb Stunden später lande ich im Erdinger Moos, es ist bereits dunkel…

Franz-Josef-Strauß Airport MUC

…und noch im Bus erreicht mich die Nachricht von Sohn Florian, dass er schon vor dem Eingang wartet. Das muss er nicht lange, denn ohne Gepäck bin ich auch hier schnell durch alle Türen, um mit dem Junior die 100km Heimweg anzutreten.

Dort erwartet mich der Himmel auf Erden! Ja, Sibylle auch, aber darüber hinaus – habe ich mir bestellt – Brezen, Fleischsalat und ein Reutberger! Ein Gedicht!!!

Die Enkel schlafen schon, alle sind müde – es gibt daher nur ein kurzes Hallo, bevor wir alle ins Bett sacken. Morgen wird ein anstrengender Tag!

Ringring – der Wecker klingelt und Enkelchen Otto schleicht sich zu uns ins Bett. Hallo, schön Dich zu drücken. Aber wir müssen aufstehen, frühstücken und dann zum Testen fahren – heute brauchen wir einen offiziellen Schnelltest mit Bescheinigung, welche wir beim BRK erhalten. Tatsächlich zeigt sich, dass ein Hochzeitsgast wegen einem positiven Ergebnis nicht kommen kann – sehr ärgerlich.

Es ist der 12.08. – der Tag der Hochzeit unseres Sohnes Stefan mit seiner bezaubernden Amelie. Wir bekommen eine Schwiegertochter – und was für eine – darauf freuen wir uns!

Die Feierlichkeiten, es ist die standesamtliche Trauung, finden im Familienkreis im Almbad Huberspitz statt – ein schöner Ort für einen solchen Anlass – wenn das Wetter mitspielt…

Almbad Huberspitz

…und das tat es! Es war Kaiserwetter, dem Anlass angemessen!

Kein Stress – nimmermehr

Überhaupt ist das Almbad ein besonderer Ort an dem die Uhren anders zu ticken scheinen…

New York, Rio, Sydney…
Huberspitz – die Zeit „vergessen“

Der Trausaal weist eine Besonderheit auf – er liegt direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Hausham und Schliersee – darauf wird auch deutlich hingewiesen.

Wichtig! Wo bin ich???

Diese Grenze sieht man als rote Linie auch auf dem Boden verlaufen. Das ist, kein Scherz, wichtig um der Trauung Gültigkeit zu verleihen. Das Brautpaar muss nämlich auf der Seite des Verantwortungsbereiches der Standesbeamtin sitzen – in unserem Fall Hausham.

Dies wurde eingehalten und so war, nach einer (privaten) Trauungszeremonie, die Eheschließung vollzogen und wir hatten eine Amelie Rauch in der Familie.

Sibylle & ich mit drei unserer vier Kinder und Schwiegertochter Amelie

Von vornherein war klar – diese standesamtliche Trauung endet um 17.00 Uhr. Die große Feier, mit der gesamten Familie und allen Freunden, wird 2023 stattfinden. Es wurde zur Auswahl gestellt, mit dem Kleinbus oder einem Taxi zurück ins Tal zu fahren – oder eben zu Fuß talabwärts zu gehen.

Weil ich meiner lieben Frau sicher 1001 Gefallen schuldig bin, habe ich mich zum Fußmarsch hinreißen lassen…

Sie strahlt – und mit mir geht´s abwärts (natürlich nur im Wortsinn – Richtung Tal 😉 )
Wie weit ist´s noch? Dauert´s noch lang? Nur noch 26 Kurven…

Viel Zeit Freunde zu besuchen blieb nicht – trotzdem versuchten wir in der kurzen Zeit ein bisschen was unterzubringen…

Die Fahrt nach Erding zum Beispiel, um Christine und Nader wiederzusehen und dies mit einem Kaffeekränzchen zu verbinden (oh Gott, das klingt „alt“).

Der Kuchen ist NICHT aus Erding – Winkelstüberl – what else???

Oder den kurzen Ausflug an den Schliersee, um Rita und René zu besuchen. Ich wollte seinen automobilen Neuerwerb sehen…

Heckflosse – nice!

…verbunden mit einer Probefahrt welche mich an meine Kindheit erinnerte. Sowohl der Geruch wie auch die Ausstattung, die Optik und Haptik, sind und waren mir sehr vertraut!

Wie in den 70ern

Wir überlegten uns, ob ein Bad im See erstrebenswert ist…

Der See lädt zum Bade – scheitert aber…

…dieser scheitert mit seinem Ruf aber ob des drohenden Regenschauers und der doch abgekühlten Temperaturen. Wir scheinen verwöhnt zu sein!

Stattdessen heizen wir den Grill ein und legen ordentlich auf – die Zusammenkunft muss gefeiert werden, es gibt viel zu erzählen.

Yummie – I like!

Wenn wir das nächste Mal in Deutschland sind – und das wird aufgrund von Franzi´s Hochzeit schon bald sein – werden wir im „Haus Seegarten“ verweilen, ich freue mich darauf.

Dieses Mal waren wir bei Sohn Florian zu Gast. In unserem alten Haus findet sich immer irgendwo ein Bett für uns, wenn es auch das Gästezimmer nicht mehr gibt. Die beiden Racker fordern ihre Räume – und das ist gut so. Das inzwischen neu renovierte und umgestaltete Haus zeigte sich bei herrlichem Wetter von der besten Seite – ein schöner Platz!

Objects in the rear view mirror…

Der Garten ist zu dieser Zeit ein kleines Paradies – eine wunderbare Umgebung für die Enkelchen!

Natur pur

Wir haben Spaziergänge in der Umgebung gemacht, die Flora und Fauna des bayrischen Oberlandes genossen. Ein Kontrast zu unserer „neuen Welt“!

Auch hier haben wir den Grill eingeheizt, Florian hat zur „Burgerparty“ geladen. Das mag ich, da freut sich mein Herz…

Homemade – No. 1 von 3

Bei den Fahrten mit Sonja´s Auto haben wir aber auch Dinge erleben dürfen an welche wir uns nur noch dunkel erinnern – sowas gibt es in „unserer Welt“ nicht!

Stau? Was ist denn das???

Natürlich haben wir verglichen – was haben wir gewonnen / verloren?

Perkmann´s Kaffeerösterei gegen Dimitra´s Cafe Luigi – beim Preis siegt Dimitra, der Cappuccino kostet die Hälfte. Beim Geschmack gewinnt Perkmann – diese Qualität findest Du auf Leros nicht…

Top empfehlenswert in Miesbach – der neue Kaffee von Perkmann

Eiscafe Cortina / Miesbach gegen Repapis / Lakki – ich wollte mal wieder ein geliebtes Spaghettieis aber Cortina versagt völlig. Lieblos, im Plastikbecher und teuer. Der Punkt geht mehr als eindeutig an Repapis!

Gut aber nicht überzeugend

Essen welches es nur gibt, wenn die Kinder es sich wünschen, gegen Giros & Co. 😉 – ich liebe Giros, aber der Punkt geht doch an die Schinkennudel welche sich Florian zu meinem Abschied gewünscht hat…

Schmeckt noch besser mit Heinz Ketchup

Bitte nehmt das nicht ganz so ernst – was ich vermitteln will ist, dass wir unsere Speicher, mit den Dingen die wir vermissen, aufgefüllt haben. Ein weiterer Punkt geht an „Brezen mit Fleischsalat“, welche ich jeden Morgen zum Frühstück hatte und noch ein weiterer Punkt an sowohl die EINE Kas-Leberkassemmel von Holnburger und das Weißwurstfrühstück bei Florian, mit Würsten aus derselben Metzgerei – Highlights!

Der letzte Abend vor meiner Abreise, nach einer Woche Aufenthalt, wurde noch bei den ehemaligen Nachbarn verbracht. Ein schöner Ausklang bei Gin-Tonic, wunderbar…

Im Garten von 12a

Beepbeepbeep, ahhhrgggh, was ist das? Der Wecker, unchristliche Zeit! Hilft nix, ich muss zum Flughafen. Mein Flug geht um 06.20 Uhr, der Wecker klingelt um 03.30 Uhr und meine liebe Gattin fährt mich hin. Ich weiß, dass sie mich verflucht, aber immerhin, sie fährt mich – wahrscheinlich ist es einer der Gründe warum ich sie liebe.

Ich finde mich pünktlich in MUC ein, bin eingecheckt, habe widerrum nur Handgepäck und warte auf das Boarding.

Kos ich komme

Du buchst Lufthansa, checkst bei Eurowings ein, wirst aber von Air Baltic geflogen – naja, solange ich ankomme.

Air Baltic – die pünktlichste Fluglinie

Die Maschine war ganz neu, top gepflegt, sehr freundliches Personal. Ich hatte wieder eine Reihe für mich und einen angenehmen Flug. Das kenne ich auch anders, der Punkt geht an Air Baltic – Daumen hoch!

Anflug auf Kos

Ich hatte einen tollen Plan für Kos! Ich werde als erster am Taxi sein, weil ich ohne Gepäck reise. Das hat geklappt, ich habe eines der begehrten und knappen Taxis bekommen. Ich würde NICHT nach Kos-Stadt fahren, weil zuerst die Taxifahrt sehr teuer ist, zudem die Fähre erst um 22.50 Uhr geht – zu lange zu warten.

Vielmehr würde ich die paar Kilometer nach Mastichari fahren (17.-€ statt 38.-€) um dort eine Minifähre nach Leros zu bekommen welche schon mittags geht. Das ist was für Insider, soweit der Plan!!

Teil 1 hat prima geklappt. Ich war bald in Mastichari am Strand und konnte in einer Beach-Bar frühstücken.

Schöner Ausblick
Toast mit Ei – gut, aber noch Luft bei der B-Note

Teil 2 klappte nur bedingt – als ich nämlich an den Fähranleger ging, standen da ungefähr 100 Leute. Egal, denke ich mir, die warten auf irgendwas, MEINE Fähre kennt NIEMAND! Ihr ahnt was kommt? Als eine unscheinbare, rundliche Frau in bestem Englisch fragt, wer alles online reserviert hätte, bleibt gefühlt nur MEINE Hand unten. Oooops!

Was tun? Komme ich da mit? Eine Nachfrage bei der runden Frau ergibt – nun, vielleicht! Mal sehen! Ich solle warten!!! Sigasiga…

Ich werde nervös, besinne mich aber, dass eine griechische Freundin aus Leros bei einem gemeinsamen Abendessen erzählt hat, dass ihr Sohn Kapitän auf ebendiesem Schiff ist. Ich rufe an! „Ein Gefallen, bitte“ „Mein voller Name? Ok“ „Ich soll warten? Ok!“

Fünf Minuten später – die kleine, rundliche, aber resolute Frau ruft „Mario Rausch, Mario Rausch“ – ich hebe meine Hand. Sie sieht mich ungläubig an und sagt „Your Ticket is on the Ferry, you can travel“, wie ich schon sagte – „Insider, eben“… 😉

ZEFYROS auf Kos

Die Fähre legt an, Manolis der Kapitän, schaut raus – er kennt mich, wir hatten schon einen Ouzo zusammen – und sagt „Mummy called me“ – ich zwinkere nur und bekomme mein Ticket (natürlich habe ich es bezahlt!).

Minuten später habe ich meinen Platz und die ZEFYROS bringt mich nach Leros.

Es bleibt eine Randnotiz, dass mich die Mutter des Kapitäns in Agia Marina in ihr Taxi packt und mich in die Marina bringt. Zurück auf NESSAJA, zurück zuhause!

Home sweet home

Ich beeile mich, mein Schiff wieder bewohnbar zu machen, baue die Schattenspender an, lege die Polster parat und öffne Luken und Fenster. Ich starte den Kühlschrank und die 220V Versorgung – dann bin ich fertig!

Ich gebe in Miesbach Bescheid, dass ich gut angekommen bin und verziehe mich, Ihr ahnt es, an den Panteli Beach um ein gemütliches Bierchen zu trinken.

Der Tag klingt aus

Ich gehe ein Giros essen und gönne mir zum Abschluss des Tages noch ein Eis. Rosa, meine Lieblings-Eisfachfrau, die Frau die immer gute Laune hat, steckt mir noch eine Eiswaffel auf das Sorbet – made my day.

Zufrieden sacke ich ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier!

Neuer Tag, neues Glück! Ich wasche Wäsche und treffe Werner, er ist mit ALENA immer noch im Hafen.

Waschtag

„Morgen laufe ich aus“, sind die Worte mit denen er mich begrüßt. Das freut mich. Ich sehe aber auch, dass seine Sicherheit auf dem Boot durch die Jahre der Abstinenz etwas gelitten hat. Ich war unsicher, was tun? Was, wenn doch nicht alles so perfekt funktioniert? ALENA hat noch keine Probefahrt.

Mir ging es wie Wicki -hmmm? Hmmm? Idee! Was wenn ich, oder besser Hans-Peter und ich (nebst Merlin), Werner auf dessen „Jungfernfahrt“ begleiten würden? Ich frage Werner und bringe meine Bedenken vorsichtig an – lass´ es Dir mal durch den Kopf gehen…

Am nächsten Tag erwähnt Werner´s Enkel im Vorbeigehen beiläufig, „dass wir ja heute segeln gehen würden“ – ah, ok, da muss ich wohl packen!

Gesagt, getan – und auf ALENA angeheuert – klar zum Ablegen!

Leinen los!

Der Plan sieht vor, Leros einmal halb zu umrunden und auf der anderen Seite der Insel, in der Bucht von Alinda, zusammen zum Essen zu gehen. Ich reserviere einen Tisch in Dimitri´s „To Steki“ und wir fahren los. Es ist kräftiger Meltemi angesagt.

Noch ruhig – Ausfahrt aus der Bucht von Lakki

Von dem merken wir zunächst nichts, dennoch setzen wir das Groß halb gerefft und auch die Genua geht nur zu 70% raus. Das war eine weise Entscheidung, denn kaum waren wir jenseits der Feuer der Lakki Bucht, drehte der Meltemi auf…

Wie immer – auf dem Foto sieht es entspannt aus
30kn Mittelwind, Böen bis 36kn – sportlich gings dahin!

…was auf Bildern ja immer schlecht zu sehen ist. Wir hatten Böen bis 36kn, was nahe an 8Bft. ist und wollten gegenan kreuzen um nördlich um Leros herum nach Alinda zu segeln. Das war sportlich – hier aber konnte Werner zeigen was ein alter Seebär kann! Mit zwei exakten Streckschlägen konnten wir Höhe holen und direkt zwischen Archangelos und Leros durchfahren. Gekonnt!

Klar zur Wende???

Ab hier war es entspanntes Downwindsegeln bei leicht nachlassendem Wind – bis direkt in die Bucht von Alinda.

Bartträger unter sich – Downwind

Hier fiel der Anker und das Meer lud zum Bade – herrlich!

ALENA in ihrem Revier – Test bestanden

Zufrieden setzten wir über. Ich habe mir die Freiheit gegönnt, direkt an unseren Tisch zu schwimmen und kam gleichzeitig mit dem Rest der Crew an, welche meine Kleidung mit im Dinghy hatte. Wir nahmen direkt an der Waterfront Platz – es folgten herrliche Meze die wir genossen. ALENA hat die Probefahrt bestanden, Hans-Peter und ich mustern ab – wir wünschen Werner einen schönen Urlaub!

Die Crew im „To Steki“

Leerlauf – Sibylle kommt in drei Tagen. Ich muss mir die Zeit vetreiben. Was tun? Ich könnte mal wieder lesen. Lesen ist für mich Luxus, etwas, was ich nur mache, wenn ich Zeit im Überfluss habe. Ich werde die alten „Yacht“ Ausgaben, welche Gottfried mir bei unserer Abreise geschenkt hat, in Angriff nehmen.

Das geht am besten im „Sorbet“ bei einem Eis…

Lesen, Baden, Lesen – und wieder von vorne….
Dazwischen ein Eis zur Innenraumkühlung

Abends gehe ich, diesmal alleine, essen und starre auf die Bucht – immer noch etliche Ankerlieger. Ich lese nicht mehr, es wird langsam dunkel.

Schöner Ausblick vom Tisch – ohne….
…und mit Essen!

Am nächsten Tag lese ich weiter – ich will ein paar Ausgaben weg haben. Dennoch nehme ich mir die Zeit ALLES zu lesen, Buchstabe für Buchstabe, ist eine Marotte von mir – auch die Werbeannoncen und die Verkaufsanzeigen! 😉

Ich lese mittags bei einem Snack bei Marietta…

Artischoken mit Erbsen – sehr fein

…und auch nachmittags zum Baden darf die Zeitschrift mit!

That´s Life

So bekomme ich die Tage rum bis Sibylles Ankunft naht. Ehrensache, dass ich sie an der Fähre abhole! Die trifft pünktlich in Lakki Port ein…

BlueStar 2 meets Leros

Der Riese öffnet seinen Schlund und spuckt – im August zur Hochsaison – einige Touristen aus, darunter auch meine liebe Frau…

Da passt viel rein!

…hurra – da ist sie. Nix wie heim – es ist schon spät!

Wiedersehen…

Doch Überraschung – die sonst so früh ins Bett ziehende Gattin widerspricht so gut wie gar nicht, als ich einen Absacker in der „Sorocos“ Beach Bar am Panteli Strand anrege. Wir laden die riesige Tasche erst auf das Motorrad, dann bei NESSAJA rasch ab – und verholen uns umgehend ins nächtliche Getränkeparadies…

Ouzaka – welcome back home – to Greece!

Nach einem Ouzo sind wir beide bettschwer und fahren heim, kuscheln uns ins eigene Nest um wie Murmeltiere zu schlafen – morgen ist auch noch ein Tag!

Und was für einer! Die Hausherrin ist zurück, es weht ein anderer Wind! Es soll wieder zuhause gefrühstückt werden, es müsse wieder eingekauft werden – überhaupt – waschen, putzen, wie sieht es hier denn aus??? Na Prost Mahlzeit…

Wir haben bei den Duschanlagen so eine Ecke in der nicht mehr benötigte Dinge abgelegt werden. Männer legen meist Bootsteile ab, Frauen eher Bücher – sehr oft ist Schrott dabei, manchmal jenseits der Peinlichkeitsgrenze. Als Sibylle nach einer Einkaufsfahrt ruft und wieder Frühstück an Bord zubereiten will, weise ich auf diese „Ablageecke“ hin – jemand hat wohl an uns gedacht…

Gebrauchtes Nutella – hmmm, lecker!

…und ein offenes, angebrochenes Glas Nutella hingestellt. Sagt mal, denke nur ich so – das macht man doch nicht??? Ok, wenn Nachbarn oder Freunde abreisen und übergeben uns den Rest aus deren Kühlschrank, das kann man akzeptieren. Aber ein angebrauchtes Glas Nutella an einen öffentlichen Ort in die Sonne zu stellen? Zur Mitnahme? Für mich befremdlich…

Irgendwann war´s weg – ob in der Tonne oder bei einem neuen Besitzer entzieht sich meiner Kenntnis. Na, egal…

Sibylle und ich haben uns beruhigt, schnell aufeinander abgestimmt – wir sind zu „Mike´s“ zum Frühstücken, haben nur sehr wenig eingekauft, es wurde wenig geputzt aber viel gewaschen! Woher dieser einfach anmutende Kompromiss? Woher der Sinneswandel? Ganz einfach, wir sind nur drei Tage auf NESSAJA bevor wir verreisen werden.

Diese drei Tage haben wir es uns gut gehen lassen, auch Sibylle musste sich etwas aklimatisieren.

Was heißt eigentlich „la dolce vita“ auf Griechisch???

Wir machen Urlaub! Ganz genau, IHR braucht Urlaub! So ähnlich klangen die häufigen, aber wohl nicht ganz ernst gemeinten Kommentare der Segelfreunde. Wir meinten das relativ ernst, denn unser Leben auf NESSAJA ist schon sowas wie Urlaub in der Dauerschleife, nichtsdestotrotz wiederholen sich unsere Tagesabläufe ja auch hier, auch hier arbeiten wir, haben Haushalt, Reparaturen und andere Verpflichtungen. Da wir nicht auslaufen (können), haben wir beschlossen – etwas Tapetenwechsel täte gut!

Abreisetag – wir gehen nach Karpathos!

Das Motorrad gepackt, Sibylle in typischer „Hab-Acht-Stellung“!

Karpathos ist ein lang gesetzes Ziel bei uns. Das hat vor Allem einen Grund, die Familie eines Freundes und früheren Geschäftspartners stammt von dort, wir waren herzlich eingeladen einen Besuch abzustatten, sollten wir während der jährlichen Sommerfrische der Freunde aus Piräus einmal in der Nähe sein. Wenn das kein Wort ist…

Zudem hatten wir einmal eine „Wunderschön“ Folge gesehen und das Gezeigte hat uns sehr gefallen. Wir wollten die Insel zwischen Rhodos und Kreta entdecken.

Das geht am besten mit dem Motorrad, so wurde kleines Gepäck auf die GS geladen und wir haben uns zum Dinner ins „To Steki“ gesetzt, um hier auf die Ankunft der Fähre zu warten.

Die GS vor Dimitris´“To Steki“ – reiseklar!

Um Karpathos ranken sich viele Geschichten. Es sei das „Kap Hoorn Griechenlands“, sturmumtost, unsicherer Hafen – insgesamt kein idealer Ort für Segler. Ok, wir hören solchen Geschichten immer aufmerksam zu, man will ja keine vermeidbaren Fehler machen. Zudem hatten wir Karpathos schon einmal am Plan – 2019, als wir NESSAJA von Kreta zurück nach Leros gebracht haben, wollten wir dort vorbei und dann über Rhodos wieder nach Norden fahren. Dieses Vorhaben ist dann tatsächlich aufgrund der Starkwinde in der Durchfahrt zwischen Kasos und Kreta gescheitert.

Unsere Gedanken flogen – diesmal also mit dem Motorrad, optimal für Entdeckungstouren, gesicherte Mobilität. Während wir diesen Gedanken nachhängen, mahnt uns die App am Mobiltelefon zum Aufbruch Richtung Hafen – unsere Fähre, die BLUESTAR CHIOS, ist schon im Anmarsch…

Wir fahren nach Lakki zum Fähranleger und tatsächlich, der Blaue Riese dreht bereits bei, um Minuten später die Reisenden aufzunehmen.

BLUESTAR CHIOS – über Rhodos direkt nach Karpathos (nur im Sommer)

Sibylle checkt als Fußgängerin ein, ich bringe das Bike auf das mir zugewiesene Parkdeck und stelle es sicher ab…

Festgebunden und sicher geparkt

…die Tasche mit dem Gepäck bleibt drauf, Diebstahl ist in Griechenland ein absolutes Minimalrisiko. Unsere Wertsachen und die Dinge welche wir zum Übernachten benötigen, hat Sibylle im Rucksack.

Ich gehe vom Bauch des Riesen in den Aufenthaltsbereich für die Reisenden. An der Rezeption treffe ich Sibylle, sie hat uns inzwischen eingecheckt und unsere Kabinenschlüssel geholt.

Über Nacht reisen wir nur noch mit Kabine – und diesmal hatten wir wirklich Glück! Unsere Vertraute aus dem Reisebüro in Patras (meist viel billiger als online!) hat ganze Arbeit geleistet und uns eine AA2 Kabine verschafft. Das Kürzel steht für eine Außen-Luxuskabine – das will ich sehen…

Geräumig – üppig gar!
Hat was – Stauraum ohne Ende
Room with a view
Auch das Bad – für eine Fähre fast schon luxuriös

Bei der Gelegenheit ein kurzer Ausflug in meine Gedankenwelt – Thema „Duschvorhänge“! Meine Meinung – geht eigentlich gar nicht mehr! Meist modrige, schleimige, am unteren Rand verschimmelte Lappen, welche beim Aufdrehen des Warmwassers die Tendenz haben, sich an den Leib zu saugen und dort kalt anzuhaften. Das brauchts im Jahr 2022 nicht mehr, es gibt gute Alternativen!

Auf einer Fähre bin ich, bei ausreichender Größe, bereit das zu akzeptieren, sofern SAUBERKEIT groß geschrieben wird. Dies war der Fall, kein Klagen also! BlueStar erhält für diese Kabine fünf Sterne!

Dass ich das erwähne und beschreibe hat einen Grund, dazu kommen wir noch…

Ok, solche Fenster sind nie sauber

Wir schlafen wunderbar und wachen relativ spät auf. Ich gönne mir nach dem Wachwerden einen Blick aus unserem Fenster, dieser ist nach vorne gerichtet – eine wirklich tolle Kabine. Leider sind die Fenster immer etwas salzig-verschmiert, ich würde sonst den ganzen Tag rausgucken.

Wir gehen frühstücken während wir in Rhodos be- und entladen. Die Reise geht weiter, wir sind im Plan! Kurs Karpathos liegt an!

Vielleicht noch vier Stunden…

Fast pünktlich spuckt uns der Zubringer auf das uns unbekannte Eiland! Es war wirklich b-r-u-t-a-l was da abging! Soviele Menschen, soviel Chaos, habe ich noch nie an einem Fähranleger gesehen. Karpathos ist ein Touristenspot, das haben wir in unserer Leroswolke ein wenig übersehen! Gut, dass wir ein Motorrad haben – rechts ran, ins Café und erst einmal warten bis sich der ganze Spuk aufgelöst hat…

Nach einer Stunde war der Spuk vorbei – und wir angekommen

Ok, da waren wir nun. Natürlich waren wir vorbereitet und hatten uns ein Hotel gebucht. Dies gestaltete sich im Vorfeld schwieriger als gedacht, weil auf Karpathos im August eher kein „Schnäppchen“ zu machen war. Wir kannten Karpathos nicht und hatten daher entschieden, zunächst nur für zwei Nächte zu buchen.

Da müssen wir jetzt hin – Google Maps hilft uns bei der Zielführung und so stehen wir eine halbe Stunde und einige erste Eindrücke später, vor unserer temporären Bleibe.

Der erste Eindruck…

Poseidon Blue Hotel
Der Strand in fußläufiger Nähe

Ja, der erste Eindruck war gut. Wir wissen, was zwei oder drei Sterne in südlichen Urlaubsregionen bedeuten und kennen auch den Unterschied zwischen einer Junior-Suite und einem Standardzimmer – dennoch war der zweite Eindruck, der nach Bezug des Zimmers, ernüchternd!

Da lacht sie noch – Zweckoptimismus

Das Prospektbild dazu sieht durchaus ähnlich aus, dennoch sind die feinen Unterschiede da…

Kleine aber feine Unterschiede

…eine weiße statt einer grauen Wand, ein schöner statt eines rostigen Ventilators, Kabel unter statt auf Putz – das Bett liebevoll gemacht statt irgendwie zamgerichtet. Es kam dazu, dass sich die Terrassentüre nicht schließen ließ. Und dann war da noch dieses Bad…

Will ich nicht mehr

…bei dem die Duschecke viel zu klein war (selbst für Sibylle) und die Fliesen nebst Fugen auch schon bessere Tage gesehen hatten. Das akzeptieren wir nicht mehr, da ist unser Bad auf NESSAJA geräumiger und schöner.

Wir wollten uns den Urlaub nicht verderben lassen, aber es war klar, hier checken wir nach zwei Nächten wieder aus! Es galt eine Bleibe für die restliche Urlaubszeit zu finden und zu buchen!

Hotelstrand – recht schön

Wir verbrachten diesen Tag am Hotelstrand, welcher hinter einer Kieszone in einen herrlichen Sandstrand überging. Das war nett mal wieder zu haben und wir sprangen zweimal ins kühle Nass.

Das Restaurant des Hotels genießt einen hervorragenden Ruf – auf der Webseite nennt man sich selbst „Best Restaurant on Karpathos“. Ok, das wollen wir sehen. Wir gönnen uns einen Mittagssnack, um zu entscheiden ob wir für abends reservieren.

Blue Poseidon Restaurant

Der Eindruck war sehr gut. Der kleine Snack schmeckte ausgezeichnet und wir waren versucht, eine Reservierung zu tätigen – haben dann aber, mit Rücksicht auf unseren Geldbeutel, doch anders entschieden. Das Restaurant ist deutlich hochpreisig, das war es uns nicht wert.

Das Dinner fand in einer Taverne am Surferstrand ein paar Kilometer weiter südlich statt. Einfach, ehrlich, günstig – das war gut und völlig ausreichend! Morgen entdecken wir die Insel!

Ein neuer Tag bricht an, das erste Erwachen auf Karpathos!

Google empfiehlt das „En Plo“ – hier das Greek Breakfast
Zwei Tassen Kaffee intus – der Tag kann kommen!

Sibylle vermisst ihre Papier Reiseführer. Ich kann die Ansicht verstehen und teile diese auch bedingt. Aber auf einer Motorradtour mit schmalem Gepäck immer ein Buch rumschleppen? Immer stoppen um zu blättern und nachzusehen? Nicht im Jahr 2022! Wir erinnern uns an den Urlaub mit Franzi und Mikey, in dem Google unseren kompletten Reise- und Essensplan bestimmt hat. Wir wollten etwas dazwischen – haben uns aber an Tag 1 von der allwissenden Plattform ins „En Plo“ schicken lassen – dort bekäme man das beste Frühstück…

Stärkung tut Not – noch etwas Süsses vielleicht? Pancakes mit Schoko und Banane 😉

Ob es tatsächlich „das Beste“ war und ist, konnten wir bis zum Urlaubsende nicht final klären. Gut war es allemal – kalorienhaltig auch! Dermaßen gestärkt haben wir den Tag in Angriff genommen.

Wir wollten griechische Inseln entdecken!

Unser Plan hat kein Alleinstellungsmerkmal!

Unsere Entdeckungstour begann in der Inselhauptstadt Pigadia, der Einfachheit halber auch Karpathos oder Karpathos-Town genannt. Wir sind ein erstes Mal durch die durchaus touristischen Gassen der Stadt geschlendert und haben die Eindrücke auf uns wirken lassen.

Einladende Bars und Cafés – tagsüber geschlossen! Die Stadt lebt nachts…
Touristisches! Das gibt es auf Leros nicht
Wunderschöne Tavernen laden zum Dinner
Das Fischerboot in der Gasse – das Haupt-Fotomotiv (laut Google)

Beim meistfotografierten Motiv, dem in eine Gasse eingelassenen Fischerboot ,sind wir dabei. Obwohl, ich mag eigentlich die „coolen“ Motive, welche man oft an Hauswänden findet, im weitesten Sinne Graffiti, viel lieber. Auch hier hatte Kaprpathos etwas zu bieten…

Grafitti an der Hauswand des Café „Galileo“

Der erste Eindruck war gut! Dennoch – und das ist schwer zu erklären – sprang der Funke nicht sofort über. Es gefiel uns, aber begeistert waren wir (noch) nicht. Ich nehme es vorweg, bis der Funke der Begeisterung übersprang sollte es noch etwas dauern – aber er sprang – und wie!!!

Zunächst wollten wir an den Strand. Der nächste Strand zum Hauptort war der in Ammopi (Schreibweise unklar – selbst auf den Straßenschildern steht es unterschiedlich). Ein zweigeteilter, feinsandiger Strand, der aber auch tagsüber recht gut besucht war.

Eingebettet in eine schöne Landschaft

Dort konnte man entlang der Küste ein paar hundert Meter gehen – vorbei an kleinen, typisch griechischen Kapellen…

Griechischer geht´s kaum

…und entlang kleiner Felsbuchten mit einladenden Wasserfarben.

Tolle Küste

So erreicht man den Sandstrand mit den Beach-Bars. Das haben wir einmal täglich gemacht, um uns abzufrischen, eine Stunde im Schatten zu sitzen und ein kaltes Getränk dabei zu schlürfen. Hat uns gefallen! Dass dies nicht das Highlight bleiben sollte, wussten wir ja noch nicht…

Ammopi Beach

Sibylle wollte entdecken – kleine, alte Dörfchen in den Höhenlagen der Insel. Zunächst das größte der Dörfer, Menetes, welches etwas abseits und mehr alleine liegt.

Wir fahren hoch und Sibylle will „nur schnell durch die Gassen gehen“. Nix für mich, ich warte in der Taverne und gönne mir regionale Köstlichkeiten – Maccarounes – so was wie Kässpätzle auf griechisch.

Maccarounes – so ähnlich wie längliche Gnocchi mit Reibkäse und Röstzwiebeln

Von hier oben kann man gut die Landschaft dieses Inselteils überblicken – und wir können die Hauptstadt der Insel von hier oben sehen.

Ausblick – von Menetes auf Pigadia

Die Rückfahrt führt uns vorbei an Friedhöfen die ihren Namen auch verdienen. Ihr kennt ja Sibylles Vorliebe für diese Orte, so war auch hier ein kurzer Stop obligatorisch.

Der Friedhof in der Höhenlage – im Hintergrund Menetes
Fast ist man versucht zu sagen – ein schöner Ort

Der Tag verging wie im Flug. Wir fuhren zurück zu unserem Hotel (noch dem schlechteren), machten uns frisch und beratschlagten, wohin wir abends zum Dinner fahren wollten.

Wieder kam Google, der Quell des Wissens, zum Zug. Arkasa ist eine Ansiedlung im Südwesten von Karpathos. Ist zwar ein Stück zu fahren, aber die Verheißung der „besten Bar von Karpathos“ lockte uns – zumal es dort auch eine besondere Taverne geben soll. Das probieren wir aus…

In Arkasa angekommen, bummeln wir etwas durch die wenigen Gassen um einen Eindruck zu bekommen.

Nett – und aufgeräumt

Dann verholen wir ins legendäre „Stema“, wo wir gerade noch Plätze bekommen. Zehn Minuten später schon ist alles voll besetzt.

Kultbar – das „NuStema“
Legendary, Iconic, Beautyful, Amazing, Premium, Exceptionally – mit Maximen wird nicht gegeizt

Dann schauen wir mal – zuerst der „Iconic Sunset“…

Ob das noch klappt???

…dann die „amazing Drinks in premium quality“ – wir bestellen mehr oder minder Klassiker um auch vergleichen zu können.

Ordentlich – aber „amazing“???

Zum Drink kam die Rechnung und ein Schälchen Nüsslein. Bis hierhin hatten wir von den Maximen noch nicht soviel gespürt. Alles war ordentlich, hat gepasst, aber wir durften sowohl beeindruckendere Sonnenuntergänge (Mykonos und Santorin 2017) als auch begeisternde Cocktails (Leros – Haris 2022) erleben. Da sieht man mal – wenn man erst einen Namen hat und ein „must go to“ place ist, dann klappt das!

Was war nun mit dem epischen Sonnenuntergang???

Wird nix mehr

Hier zeigen sich die Schwächen von Google. Es ersetzt das Denken nicht! Der Wirt kann nix dafür, dass die Sonne nur ein paar Tage im Jahr wirklich „ins Meer versinkt“. Google stellt es aber anders dar. Dabei ist die Gefahr groß, dass man die nicht wirklich schöne Gesamtszenerie einfach übersieht.

Das „NuStema“ ist aus unserer Sicht überbewertet. Wie sieht es mit der Taverne „To Steki tou Markou“ aus? Google verspricht eine Taverne wie man es von früher kennt. Man könne sich die Speisen noch in der Küche aussuchen, alles sei typisch, preiswert und gut.

Wenige Tische direkt in der schmalen Gasse
Die inseltypischen Papiertischdecken
Sehr gute Meze

Hier täuschte sich der online Ratgeber nicht. Die Taverne war sehr ursprünglich, einfach, aber wirklich einladend. Wir haben die Gerichte an einer Vitrine neben der Küche auswählen können, wurden sehr zuvorkommend bedient und haben sehr gut gegessen. Ein Glücksgriff – diese Taverne sticht aus dem Einheitsbrei heraus und bekommt 5 Sterne!

Wir waren satt, müde und zufrieden – langsam ritten wir auf unserer GS in unsere abgewirtschaftete Bleibe für eine weitere Nacht.

Neuer Tag – check out! Wir mussten das angegraute Standardzimmer im „Blue Horizon Hotel“ verlassen. Kein Opfer für uns. Bereits am Vortag hatten wir eine neue Bleibe gefunden. Natürlich haben wir über das Internet gesucht, sind diesmal aber zur Herberge gefahren, haben das Zimmer besehen und dann vor Ort gebucht.

Glücksfall! Wir ziehen um ins „Aphrodite“…

„Aphrodite“ – großes Haus, aber nur 7 Appartements
Unser Eingang, unsere Terrasse
Blick auf den Hauptort Pigadia – tatsächlich sind wir hier auch mal stundenweise gesessen

…hier bekamen wir für günstigeres Geld, immerhin 20.-€ pro Nacht weniger, exakt das was wir gesucht haben. Ein kleines, feines, sauberes und aufgräumtes Zimmer. Mit einem bequemen Bett und einer Dusche welche diesen Namen auch verdient.

Schon ausgepackt – JETZT strahlt sie wirklich…
So muss das
Jop, da kann auch ich duschen

Wir fahren frühmorgens direkt in unsere neue Pension, beziehen das Zimmer, duschen und bezahlen. So hatten wir es am Vortag mit der Gastgeberin vereinbart.

Erst dann haben wir unser Tagesgepäck in den Rucksack verstaut und sind zum Frühstücken gefahren. Das, so haben wir beschlossen, machen wir ab heute nur noch in der „Street Bakery“ – hier gibt es feinste Sandwiches und guten Cappuccino für kleines Geld.

Unser Weg jeden Morgen – zur „Street Bakery“
Für ein Sandwich…
…ein Brioche und einen Cappuccino

Hier finalisierten wir meist den täglichen Ausflugsplan, erarbeiteten Details und legten die Route fest.

Heute sollte es in die Berge gehen, wir wollen uns die drei Bergdörfer Aperi, Volada und Othos ansehen – unterwegs gehen wir vielleicht baden.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den Ruf Karpathos´ als „die Sturmumtoste“ zurückkommen. Wir hatten kaum Wind, die ganze Woche nicht! Es war ein Phänomen, die windigste aller Dodekanesinseln zeigte sich nur von einem lauen Hauch umgeben…

Wind in Karpathos? Nicht diesmal…

…dass dies anders sein kann, glaubten wir aber gerne! Nicht nur, dass das Internet voll von Berichten dieser Art ist – auch die Bäume sprechen eine eindeutige Sprache und lassen keinen Zweifel „woher der Wind weht“.

Die wachsen so – es ist windstill!

Wir fahren in die Bergdörfer. Diese sind zwar nicht so beeindruckend wie erhofft und vielleicht auch erwartet, hinterlassen aber einen positiven Gesamteindruck aufgrund der vielen netten Details am Weg.

Aperi – nach der Durchfahrt, von oben
Feierlichkeiten stehen ins Haus – Volada
Kirchliches Gemäuer – Ortsdurchfahrt Volada
Othos

Unser Weg führte uns über einen Höhenrücken von der Ost- auf die Westseite der Insel. Wir wollten uns abfrischen und etwas baden. Dafür haben wir uns den Sandstrand am Fischerdörfchen Finiki ausgesucht.

Griechischer Badeort – gut besucht
Mag ich Finiki? Ja, doch…

Unser Stop war kurz, Finiki war recht voll. Nett ist der Ort trotzdem. Aber wir sollten die wirklichen Highlights ja noch entdecken. Das wussten wir noch nicht, trotdem hat die Insel bei uns gepunktet.

Früher Nachmittag – wir fahren zurück in den Hauptort Pigadia. Das hatte sich als ein guter Ablauf etabliert. Wenn die Zeit es zugelassen hat, sind wir gegen 15.00 zurück im Hauptort gewesen, haben uns ein kleines Eis und einen Cappuccino gegönnt und waren dann, meist gegen 16.30 Uhr, in unserer Bleibe. Dort etwas auf der Terrasse lesen, runterkühlen, duschen – dann waren wir fertig um wiederum in den Ort zu fahren und dort zu Abend zu essen – Urlaub halt…

Dabei blieb uns auch Kurioses nicht verborgen – die griechische Art zu parken beispielsweise…

Knapp…

Heute Abend waren wir früh dran und Sibylle hatte eine Sehenswürdigkeit in Pigadia ausgemacht – die antike Akropolis oberhalb der Stadt. Sie will hin! Ich war einverstanden, weil man mit dem Motorrad direkt vorfahren kann. Nur – gefunden haben wir sie nicht…

Im Nachhinein hören wir, dass es sich um ein paar Steinhaufen handeln soll, die wohl nur halb so sehenswert sind wie beschrieben – eine einzige „Ein-Stern-Bewertung“ in Google war Anlass genug, nicht weiter zu suchen. Dafür wurden wir bei unserer Irrfahrt rund um den Stadtberg anderweitig fündig…

Wunderschöne Kapelle am Gipfel – herrlich ausgeleuchtet
Ein Schauspiel der Natur – Sonnenuntergang hinter den Bergen
Das Licht der tiefstehenden Sonne sorgte für eine magische Ausleuchtung…
…selbst bei den Wolkenbergen im Osten der Insel

…mit einem herrlichen Naturschauspiel nämlich! Die Sonne ging in tollen Farben hinter dem Bergrücken, der die Insel in Ost und West teilt, unter und tauchte die Landschaft in unwirkliche, warme Farben. Zusammen mit den schwarzen Baum- und Strauchskeletten eines Waldbrandgebietes gab das eine fast unwirkliche Kulisse.

Nach dem Waldbrand

Lasst Euch von diesem Bild nicht täuschen. Die Natur erholt sich. Es gibt immer wieder solche Flächen, die nach Bränden erbärmlich aussehen. Wenn diese jedoch nicht zu groß sind, ist es erstaunlich, wie rasch die Natur sich erholt und die vermeintlich verkohlten Bäume wieder ein zartes Grün tragen. Ich will die Brände keinesfalls verharmlosen, staune aber immer wieder über die Regeneration der Erde – zumindest in diesem Fall.

Nach dem Abendessen schlendern wir meist noch durch die touristischen Gassen von Pigadia oder entlang der Waterfront. Wir lauschen den Darbietungen der Straßenkünstler – egal ob verkannte Opernsängerin…

Schmettert Arien mit Pop-Elementen, ein bisschen „Sissel“

…oder das klassische Trio welches griechische Weisen vorträgt. Die drei waren übrigens recht gut!

Den in der Mitte sollte ich nochmal wiedersehen

Natürlich bietet es sich bei der Gelegenheit an, einen Absacker zu trinken – wir bleiben den hiesigen Spirituosen treu und bestellen anstatt teurer, fancy Cocktails lieber zwei Ouzo. Da weiß man was man hat!

Kalinichta Karpathos

Neuer Tag, neues Glück – wir frühstücken und legen den Tagesplan fest. Dieser sieht wie folgt aus – wir fahren über Arkasa an die Westküste und dort Richtung Norden bis an die Strände von Lefkos, diese sollen die schönsten Sandstrände der Insel sein. Dann queren wir die Insel über den zentralen Bergrücken und fahren an der Ostseite wieder Richtung Süden. Dabei würden wir am Paralia Apella vorbeikommen, dem spektakulärsten Strand der Insel – ein Badetag also…

Was wir nicht wussten, heute sollten wir die echten Highlights der Insel kennen lernen und eine 100km Motorradtour vom Feinsten machen!

Zunächst sollte die älteste Kapelle der Insel besichtigt werden, das kleine Gotteshaus stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist natürlich restauriert, beeindruckt aber trotzdem.

Im Hinterland

Um das Kirchlein zu finden, muss man die Hauptstrasse verlassen und offroad einige Kilometer fahren. Sibylle hat das tapfer ertragen, ich hatte Freude…

Die GS und Mario in ihrem Element

Von dort aus sind wir weiter nach Arkasa, wo wir uns noch einmal kurz den Mosaiken gewidmet haben. Diese waren eigentlich nichts Besonderes, gewinnen aber durch die Tatsache, dass sie einfach so zugänglich sind – kein Wetterschutz, kein Eintritt, nix!

Hunderte Jahre alt – und doch gut erhalten

Es folgten einige Kilometer Küstenstraße nordwärts, eine Straße etwa vergleichbar mit der Magestrale in Kroatien, das Stück zwischen Rijeka und Zadar – immerhin eine der schönsten Küstenstraßen Europas, das will was heißen. Dieser Straße folgten wir bis zum nördlichsten Punkt unserer heutigen Fahrt, den Stränden von Lefkos – und die waren echt schön!

Sandbuchten von Lefkos, von der Straße aus
Pause für Mensch und Maschine – Schatten bevorzugt
Feinsandig, glasklar – touristisch, aber nicht überlaufen

Wir haben uns abgefrischt, waren zweimal baden, haben eine eiskalte Coke getrunken und unsere Fahrt fortgesetzt. Die Straße zog sich in gleichbleibender Qualität von der Küste weg, den Berg hinauf – die Ausblicke waren spektakulär!

Karpathos ist bergig

So fuhren wir Kilometer um Kilometer und meine sonst beim Biken etwas ängstliche Gattin entwickelte sich zur sattelfesten Sozia. Ok, manchmal spürte ich den festen Griff der Finger im Wammerl, für mich ein unmissverständliches Zeichen etwas Kurvenbeschleunigung rauszunehmen – aber Alles in Allem war sie sehr tapfer…

Wunderbare Straßen – auch die Belagqualität war super

…mehr noch – sie war begeistert! Diese Begeisterung bekam einen kurzen Dämpfer, als ein Schild auf eine „Dangerous Road – next 10km“ hinwies. Salbende Worte meinerseits spendeten Mut und dies zeigte Wirkung – es folgte eine Motorradfahrt zum Zungeschnalzen!!!

Unterbrochen nur für Fotostops

Wir haben, gefühlt, ein Dutzend Mal gestoppt um Bilder zu machen – es war echt der Wahnsinn, Impressionen die man nur sehr schwer im Bild festhalten kann.

Straße immer am Abgrund – aber die FARBEN

Die Farben waren betörend, der Geruch so dominant und kräftig nach Pinien – DAS ist MEDITERRAN, das war die Definition. Nur das Zirpen der Grillen konnten wir nicht hören, weil das wuchtige Hämmern des 650 Kubik Eintopfs dies übertönte – aber auch das war an diesem Tag Musik in den Ohren…

Paralia Apella in Sicht
Diese Straße – links, rechts, steil runter, dann scharf links! GEIL!
Gleicher Fotopunkt, da kamen wir her…

Ich war glücklich – man konnte das Glück fühlen, es war greifbar – ein sensationeller Tag! Und Sibylle??? Sie war BEGEISTERT – das hätte ich ihr nicht zugetraut! Nur soviel vorweg, wir sind diese Straße weitere dreimal gefahren!

Was kostet die Welt?

Und immer wieder diese Schluchten, diese steil abfallenden Straßenränder – Fahrfehler sind tunlichst zu unterlassen!

Der andere Traumstrand war zum Greifen nah – natürlich nehmen wir ihn mit, verlassen die Traumstraße und fahren ein nicht minder kurviges Nebensträßchen bis auf Meeresniveau hinab…

Schon schön – Schirme, ja / zwei Ausflugsboote, ja / aber sonst nix – und kaum was los

…und wurden nicht enttäuscht. Die Farben des Wassers hier waren karibisch, der Kiesstrand perfekt für ein Eintauchen in die einladende See – ein Traum!

Von hier weg waren es nur noch wenige Kilometer auf der Traumstraße bis Pigadia. Zufrieden und schweigend kamen wir in unserem Appartment an, duschten und ließen die Gedanken fliegen. Überwältigende Eindrücke mussten sich setzen…

Und was gibt´s heute zu Essen???

Ausnahmsweise war die Frage nicht so leicht zu beantworten. Gestern gab es Giros (wenig überzeugend) heute aber war ein besonderer Tag – wir waren mit den Freunden aus Piräus verabredet. Es war eine Art „Open House“ Party geplant und wir waren „auf ein Bier“ eingeladen, es würde „Häppchen geben“.

Seit langer Zeit tappe ich mal wieder in die Gastgeberfalle…

Ich war besorgt, dass ich vielleicht unangenehm auffallen könnte, denn ich war hungrig. Ein Buffet mit Häppchen ist dann nicht wirklich sicher vor mir. Sibylle teilt diese Meinung und meint, wir könnten uns eine Pizza und einen Salat teilen um nicht hungrig anzukommen.

Kleiner gemischter Salat

Gedacht, gemacht! Die Lokalität hatten wir am Vortag gesehen, die Pizzen sahen gut aus – ich bin da Fachmann! Und ich wurde nicht enttäuscht!

Prosciutto – ein Gedicht

Chefin des Ladens war eine resolute Italienerin, die ihren Laden im Griff hatte. Ich bin sicher, dass alle Zutaten aus Italien importiert wurden – alles, wirklich alles – von der Pizza, dem Mozzarella, der Panna cotta bis zum Café – schmeckte original italienisch! Die beste Pizza die ich seit Langem gegessen habe, seit Langem!

Das Lokal wurde für den Rest unseres Aufenthaltes unser Topfavorit!

Da war noch was, ach ja, die Einladung…

Satt fuhren wir nach Menetes zum Haus der Freunde. Es war ein original „Karpathian House“, mit klassicher Einrichtung. Sibylle war begeistert!

Karpathos hat ein Matriarchat – das Porzellan geht von der Mutter an die älteste Tochter
Kein Museum, original und echt – ok, die Freunde wohnen im ersten Stock etwas moderner 😉

Wir waren beeindruckt! Nicht nur von dem Wohnhaus und der Größe der Familie, alle waren da – Großmutter, Eltern, Geschwister, Onkel und Tanten – und jede Menge Kinder, nein, wir waren auch vom „kleinen Snack“ beeindruckt! Gott sei Dank hatten wir etwas gegessen (Ironiemodus)…

„…es gibt nur ein Bierchen – und einen kleinen Snack“ – na toll!

Beiläufig wurden wir informiert, dass der Sohn des Hauses seinen 9. Geburtstag feiert – toll, und wir mit leeren Händen. Ich wurde aufgefordert auf den Junior und auf´s Leben im Allgemeinen zu trinken!

Ich erinnerte mich wieder an meine aktive Reisezeit – und das keinen Moment zu früh. Denn sofort nach dem Essen kamen seltsam anmutende Flaschen auf den Tisch…

Goldene Schleife als Unterscheidungsmerkmal

…seltsam deshalb, weil die Wasserflaschen eine goldene Schleife trugen. Das Unterscheidungsmerkmal – drin war nämlich ebenfalls Wasser, Feuerwasser!

Mein Trick von damals – einen in den Rachen, zwei für die Blumen, funktionierte, mangels Blumen, nicht. Dafür konnte ich immer mal wieder ECHTES Wasser nachfüllen. So blieb mir neben der zum Bersten gespannten Wampe, der zusätzliche Fetzenrausch erspart. Ich muss schließlich noch fahren.

Blick von Menetes auf Pigadia

Ich liebe es in der Nacht zu fahren – Auto oder Bike, egal. Nachts fahren ist toll. Auch die Rückfahrt nach Pigadia habe ich genossen. Was für ein herrlicher Tag, einfach perfekt.

Karpathos hatte unser Herz erobert – Karpathos besticht durch seine Natur!!!

Am nächsten Morgen packen wir das Päckchen aus, welches wir von unseren Gastgebern mit auf den Weg bekommen hatten. Typische Süssigkeiten aus Karpathos – wie nett, vielen Dank! Der Hausherr hatte noch etwas gemurmelt, dass ihn dieses Gebäck immer an irgendwas erinnern würde – nun, ich wüsste nicht an was – wahrscheinlich ein Fehler in der Übersetzung…

Gebäckspezialität aus Karpathos

Es war soweit – Sibylle will wandern! Alarmsignal! Der Plan wurde wie folgt festgelegt – ich bringe Sibylle auf 800m ü.d.M. bis zur Taverna „Kali Limni“, der gleichnamige Berg streckt seinen Gipfel dann weitere 400hm Richtung Himmel. Das würde meine Frau in wenigen Stunden gemsengleich abwickeln, ich warte einstweilen in der Taverne und lese. Ok, kann man so angehen…

Aufi muas I – bereits die Straße versprach Abenteuer
800hm wollen erfahren werden – auch mit der GS
Kali Limni (1215m)
Taverna „Kali Limni“ (800m.ü.NN)

Oben angekommen, stellte sich die Situation nicht mehr ganz so einfach dar. Die Taverne war nicht so doll wie bewertet und somit erwartet. Ich würde hier keine 4h warten. Das war aber nicht das Problem, ich hätte genug Zeit für die Rückfahrt zum Strand gehabt – das Problem war vielmehr, dass Sibylle zur Kenntnis nehmen musste, dass es kein „Bergwandern“ war, sondern mehr hochalpines Tourengehen. Obwohl die Bewertung der Gipfeltour hochgradig positiv war, hat meine Frau verzichtet und einem Tag am Ammopi Beach den Vorzug gegeben.

Ich sage JA zu Leitplanken!

Wir haben uns also unverrichteter Dinge auf den Rückweg gemacht, der, auch das muss gesagt sein, auch nicht von schlechten Eltern war…

180° Kehren? Pah, Kinderkram

In Ammopi angekommen, gab es ein erfrischendes Bad und es sollte zum Erfrischungsgetränk nach dem Bade auch ein Häppchen geben – wir entscheiden uns also für ein Club Sandwich…

Üppig, gut – und teuer

…welches wir genießen, weil es wirklich sehr gut schmeckt und statt mit Schinken mit Putenfilet belegt ist – welches uns aber auch aufgrund seines selbstbewusst kalkulierten Preises von 24.-€ in Erinnerung bleiben wird. Merke – auch in Griechenland immer mal wieder die Speisekarte studieren!

Das mussten wir heute Abend nicht noch einmal beherzigen – wir waren ein weiteres Mal mit den Freunden verabredet. Es würde in der Ammopi Region eine griechische „Panigiri“ stattfinden, ein „must attend event“, wie uns versichert wurde.

Google klärte uns auf, dass es um eine Art Kirchweih geht, der Begriff aber auch für kleinere Volksfeste verwendet würde. Ok, mal sehen. Die Tatsache, dass wir zu einer Kirche kommen sollten, ließ uns vermuten, dass der Kirchweihgedanke zum Tragen kommt – und so war es auch!

Εκκλησία Αγίου Ιωάννη

Die Kirche hatte Namenstag, der Hl. Ioannis wurde geehrt, der Pope sang und das zu weihende Brot lag bereit als wir ankamen. Für uns waren Plätze reserviert und wir hatten die Ehre und Möglichkeit der heiligen Weihe beizuwohnen.

Als der „offizielle“ und kirchliche Teil zu Ende war, wechselte das Geschehen sehr rasch in weltliche Sphären. Mir wurde gezeigt, dass es wieder eine Kleinigkeit zu Essen gäbe…

Griechische Definition von einer Kleinigkeit

…und ich durfte mich, als neugieriger, ausländischer Gast, am Löffel in verantwortungsvoller Tätigkeit verwirklichen!

Geht fei schwer – das Rühren der Speisen

An anderer Stelle wich der Pope den weltlichen Entertainern – es spielte eine Band die einen guten Ruf hätte. Diesem wurde sie gerecht und ich erkannte an der Lyra den Straßenmusiker wieder.

Hopahopahopa

Das Essen wurde verteilt, dafür wurden Ketten gebildet – eine hervorragende Logistik bei der das halbe Dorf mithalf. Wieder waren wir beeindruckt. Die Musiker starteten derweil das Repertoire.

Gerade bei solchen Veranstaltungen geht es rasch, bis die ersten Gäste zum Tanz aufspringen – und hier hielt es keinen auf den Sitzen, es war fantastisch anzusehen.

Jung und alt – Dorfgemeinschaft gelebt!

Ich konnte von einem Schwager gemachte Drohnenbilder abstauben.

Es war uns eine Ehre dabei zu sein!
Ein Dorf feiert

Wir waren mal wieder mittendrin – es war uns eine Ehre und ein Vergnügen. Die Wege unserer Freunde und unsere trennten sich hier, wir respektierten den unausgesprochenen Wunsch nach Urlaub und Privatsphäre – wir durften sehr weit in ebendiese vordringen und haben das Vertrauen und die Zuneigung sehr respektiert und genossen.

Wir schätzen uns glücklich solche Freunde in vielen Ländern der Erde zu haben!

Ein Punkt ist noch offen auf Sibylles „To Do“ Liste (diesmal nicht auf Papier) – es ist der Besuch des Berg- und Museumsdorfes „Olymbos“ im Nordteil der Insel. Wir sitzen also wieder in der „Street Bakery“ und beratschlagen…

Fertig für den Tagesausflug
Stärkung tut Not
Yummie

Der Tag ist gesetzt – HEUTE fahren wir! Wir sind früh aufgestanden, stehen um 07.30 Uhr vor des Bäckers Pforte um keine Zeit zu verschwenden – warum diese Eile???

Nun, bis Olymbos sind es rund 40km über die Küstenstraße, kurvenreiche und anstrengende Kilometer. Wir wissen, dass Ausflugsboote Richtung Bergdorf fahren und auch Busladungen mit Touristen dorthin gekarrt werden. Wir wollten die Gunst der Stunde und den Vorteil des Zweirades nutzen, um vor den Touristenmassen dort zu sein.

So sind wir auf der uns bekannten Traumstraße, diesmal in entgegengesetzter Richtung, bis nach Spoa gefahren, um dort die Hauptstraße nach Olymbos zu nehmen. Ein Facebookfreund hat mich vor Schlaglöchern auf dieser Straße gewarnt, die Info war aus 2014.

Weitblick – Straße links zu sehen und rechts zu sehen
Die Schlaglöcher von 2014 sind noch da – auffällig groß!
Fahrfehler vermeiden – auch wenn Leitplanken den Absturz (vielleicht) verhindern

Wir fahren vorsichtig, sind meist allein auf der Straße, klar, zu so früher Stunde. So erreichen wir sicher und zeitig am Tag das Ziel – das Bergdorf „Olymbos“ welches damals in der TV Folge von „Wunderschön“ beleuchtet wurde. Ein Dorf in dem die Frauen das Sagen hatten und haben. Die Tracht der Bewohnerinnen ist weitläufig bekannt.

Olymbos von der Zufahrtsstraße aus gesehen
Säule am Ortseingang – den Frauen aus Olymbos gewidmet
Erklärung

Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Wir wurden mehrfach gewarnt, dass diese Frauen heute eher, smart formuliert, sehr tüchtige Geschäftsfrauen seien, die den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen. Natürlich gäbe es noch traditionelle Handwerkskunst, aber das meiste sei „Chinaschrott“. Weiter wurden wir gewarnt, dass Besuche in den Häusern oder Fotos oft nur akzeptiert werden wenn etwas gekauft würde – auf ein Bild mit den Damen habe ich daher, aus Respekt und Vorsicht, verzichtet!

Tatsächlich sprechen die „alten Jajas“ sehr fließend Englisch und bieten Ihre Waren feil. Ich hatte gemischte Gefühle – der traditionelle Ort verramscht sich selbst – anderseits, was sollen sie denn tun?

Egal, genießt die Impressionen…

Es grüßen die Früchtchen
Herstellung von Maccarounes
Häuser die am Hang kleben

Olymbos ist touristisch, aber irgendwie nicht wirklich liebreizend. Es gibt mehrere Orte, auch in anderen Ländern, in denen die Häuser am Hang kleben, die mit bezaubernden Gässchen beeindrucken – mit der „Cinque Terre“, um nur ein Beispiel zu nennen, kann Olymbos nicht mithalten.

Das Klo war immer draußen
Gewagte Konstruktionen
Schöne, handwerkliche Details…
…und ein netter Dorfplatz

Olymbos liegt, anders als vermutet, auf der Westseite der Insel zum Meer – die bekannte Sichtseite ist aber gen Osten gerichtet.

Blick zur Ägäis

Eines noch – an die WDR „Wunderschön“ Redakteure, liebe Tamina Kallert, ich befürchte der Schuster, der die markanten Lederstiefel fertigt, hat Euch verarscht! Ich habe den Laden gefunden – eine alte, traditionell gekleidete Jaja hat mir erklärt, dass der Mann Ihr Sohn sei und jetzt gerade „in Urlaub“ ist – wer´s glaubt!

Meine Vorstellung von Olymbos wurde korrigiert, ernüchtert aber nicht unzufrieden treten wir den Heimweg an!

Yassou Olymbos, war nett

Der Heimweg führte uns noch nach Diafani an die Küste. Ein netter Ort am Arsch der Welt. Wir tranken ein Getränk, sortierten uns neu und hakten den Besuch als den nördlichen Wendepunkt ab. Es blieb die brennende Frage – wer um Gottes Willen macht hier Urlaub???

Pause – Abfrischung – WC – Heimweg

Der Rückweg führte uns am Paradies vorbei, wir ließen es uns natürlich nicht nehmen hier – irgendwo im Nirgendwo – einen Schnappschuss zu machen und schonmal einen „Fuß in die Tür zu bringen“ – man weiß ja nie…

Das Paradies? Naja, ok…

Was jetzt folgt sind Bilder unserer Heimfahrt – zunächst die Schlagloch bewährte Kamm- und Zubringerstraße nach Spoa, dann unsere Traumstraße bis zu dem karibischen Strand, an dem wir wiederum eine Pause einlegten. Schaut an und macht Euch ein Bild – die Motorradfahrer mögen bitte das Atmen nicht vergessen…

…es war einfach HAMMER! Sibylle hatte vom Festklammern und vom Kopf von links nach rechts Heben drei Tage Muskelkater – aber sie hat sich nicht beschwert. Ich denke insgeheim über den Kauf einer werksneuen Yamaha 700 Tenere nach – das sollte Sibylle aber tunlichst nicht wissen 😉

Eine Weile später waren wir am Traumstrand Paralia Apella angekommen – der Sprung ins kühle Nass war mehr als verdient und ich meine ein leises Zischen vernommen zu haben als wir unsere erhitzten Leiber eingetaucht haben…

Erfrischt – jetzt zurück zu „Aphrodite“

Das Abendessen heute schmeckte besonders gut – ein weiterer Traumtag liegt achteraus und wir waren zufrieden und müde zum Stadtbummel aufgebrochen. Die Pizzeria war abermals unser Ziel, wir wollten die Option auf eine köstliche, dem italienischen Original gleiche Pizza, sooft es geht nutzen.

Als Vorspeise wieder der bewährte „kleine gemischte Salat“…

…gefolgt von nur einem Hauptgang – einer leckeren Pizza – für jeden von uns! Auch Sibylle hat den Teigfladen restlos verputzt! Ein Tag an der frischen Luft macht hungrig.

Wir sacken zufrieden ins Bett, morgen ist der letzte Tag, der Urlaub auf Karpathos neigt sich dem Ende zu.

Nicht erst am Früstückstisch hatten wir beschlossen einen Strandtag einzulegen. Wir wollten uns die Strecke bis Lefkos noch einmal antun und dort für einen Tag ein Liegenpärchen mieten und den Sandstrand genießen.

Das haben wir so auch umgesetzt – unspektakulär!

Es war mir ein Bild wert meinen Mittagssnack zu fotografieren – er dient als Grundlage für das allseits beliebte Suchspiel.

Die Suchaufgabe lautet diesmal – findet das Brot! 😉 Wie immer gibt es einen kleinen Tipp, der lautet – das Essen heißt „Bruschetta“…

Ich hatte einen Berg Tomaten zu verzehren und letztendlich unter dem Tomatenberg reichlich Brot gefunden. Zu meiner Überraschung war das Sugo richtig gut gewürzt und der Snack war richtig lecker – ist ja auch nicht immer der Fall.

Wir waren gehörig schwimmen, haben bis zum Hals im Wasser gestanden und uns abgekühlt – der Faulenzertag tat uns gut. Am Nachmittag noch den typisch griechischen „Freddo“, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Schatten – im Café
Cappuccino freddo sketo

Es wird Euch kaum überraschen, dass wir für den Heimweg ein letztes Mal die „Traumroute“ gewählt haben – dieses Mal ohne Foto- und Badestopp. Die 10km sind dann schneller vorbei, aber auch flüssiger zu fahren, zumal auch die Kurven langsam bekannt sind.

Noch ein Suchbild? Findet einen weiteren Grund vorsichtig zu fahren…

…hier die Auflösung – ich zoome mal vorsichtig rein.

Die Ziegen laufen auf der ganzen Insel frei rum, man muss echt aufpassen, dass man keine „auf die Hörner nimmt“ – im umgekehrten Wortsinn!

Wir kommen an, machen uns frisch und gehen ein letztes Mal in die Stadt. Die Wahl für das Dinner fällt abermals auf die Pizzeria die im Rückblick 5,8 von 5 möglichen Sternen erhält. Eine Topadresse in Pigadia!

Heute erhaschen wir auch einen Platz in der Cocktailbar welche „Happy Hour from 19.00 to 22.00“ anbietet. So nah liegen Licht und Dunkel beisammen! Wir bestellen wieder Standardcocktails um vergleichen zu können und erhalten die schlechtesten Cocktails unseres Lebens – schauderhaft!

Das ist ein Caipirinha – kann man sehen wie der schmeckt???

Die Nacht bricht herein, ein letztes Mal legen wir uns im Appartmenthaus „Aphrodite“ zur Ruhe – ein Haus welches wir sehr empfehlen können, wenn man in Pigadia zentral, ruhig und günstig wohnen will – nur Strandnähe ist nicht gegeben – aber da man auf Karpathos ohnehin mobil sein sollte, kann der Weg zum nächsten Strand leicht gefahren werden. Streng genommen sind sowohl Strand als auch Stadt fußläufig zu erreichen.

Der 31.08. bricht an – der letzte Tag des Monats. Unser Urlaub auf Karpathos wird heute enden. Wir gehen ausnahmsweise direkt am Hafen frühstücken. Das „Croque Madame“ welches ich mir genehmige ist nicht von schlechten Eltern!

Croque Madame, Crepe, Cappuccino – die drei C für einen guten Start in den Tag!

Unser Motorrad parkt in der Pole Position und wir sind startklar als die Fähre – pünktlich – eintrifft.

Trotz des vor der Türe stehenden Septembers, steigen noch Menschenmassen aus – Einsteiger sind aber diesmal deutlich weniger, das Chaos von letzter Woche wiederholt sich nicht.

Zuerst die Aussteiger

Diesmal würden wir keine Kabine haben, die Fahrt dauert von 11.40 Uhr bis nachts um 00.50 Uhr – das kann man aussitzen. Unsere Taktik ist daher, dass Sibylle mit dem Rucksack als Fußgängerin rasch einsteigt und ich mich um das Bike kümmere. Sie reserviert einen guten Platz und ich komme nach – soweit der Plan!

Nahezu der gleiche Platz, das Bike steht sicher…
…und wird mit dem „check-Out-Hafen“ markiert

Sibylle hat einen sehr guten Platz gefunden, den werden wir bis zur Ankunft nicht mehr verlassen.

Die erste Station nach Karpathos ist Kasos, ein Hafen der mich neugierig macht – er ist ein Zwischenziel auf der Fahrt von Kreta nach Karpathos. Die Seekarte weist „dangerous waves in front of port entry“ aus – jedenfalls wenn es ab N7 Bft. hat. Heute ist es immer noch weitgehend windstill und mir fliegen die Gedanken an „die Sturmumtoste“ durch den Kopf, während ich den friedlichen Hafen fotografiere.

Kasos

Von dort nehmen wir Kurs Richtung Rhodos, diesmal an der Westseite von Karpathos vorbei .

Zwischendrin versorgen wir uns mit Snacks, welche für eine Bordverpflegung überraschend gut sind. Preislich gerade noch akzeptabel, können wir uns so gut versorgen.

Cappuccino und süße Teilchen am Nachmittag
Chips und Wein zu später Stunde

Zwischendrin waren wir zum Abendessen im Bordrestaurant wo wir, abgesehen von der Selbstbedienung mit entsprechend Müll, ganz gut und relativ preiswert gegessen haben. Obwohl die Fährfahrt immer irgendwie anstrengt – einfach weil es lange dauert – ich kann es genießen.

Den Rest der Fahrt haben wir mit Lesen rumgebracht.

Leros voraus – 00.11 Uhr

Pünktlich bringt uns der Blaue Riese nach Leros / Lakki, wo wir am 01.09.2022 um 00.50 Uhr aussteigen.

Kalo Mina – wir wünschen einen „guten Monat“ – der Blogeintrag des August endet quasi mit unserer letzten Urlaubsminute…

AUSBLICK September!

Wir sind vom 20.09. bis 04.10. wegen einer weiteren Hochzeit in Deutschland. Franziska heiratet ihren Mikey und wir sind eingeladen 😉

Es gibt ein „Italien-Special“ – ich werde versuchen Klischees zu bedienen und aufzeigen was wir hier am Steg mit den südländischen Amici mitmachen – kritisch – aber mit einem Augenzwinkern!

Naja, ein paar Bootsthemen bekomme ich auch noch rein…

VIELEN DANK! Wenn Ihr bis hierhin durchgehalten habt, dann habt Ihr Euch ein Extra-Lob verdient! Wir freuen uns riesig, dass Ihr uns folgt und dabei bleibt.

In diesem Sinne einen schönen Monat – kalo mina – Euch Allen. Genießt den September, den Spätsommer, wo immer Ihr auch seid.

Herzliche Grüße, die NESSAJA Crew

Sibylle & Mario

Juli 2022 – Electricity

Bereits 1980 schrieben OMD einen Song mit obigen Titel, welcher auf die Endlichkeit von Ressourcen hinweist, Verschwendung von Energie anprangert und auf alternative Energiequellen einschwört.

Zugegeben, musikalisch eher leichter Elektropop der frühen 80er, aber sind es nicht exakt diese Songs, welche die frühe Jugend meiner Generation prägten?

Weil sich im Juli 2022 sehr viel um die Elektroinstallation auf NESSAJA drehte und die ausreichende, autarke Energieversorgung unseres Schiffes ganz oben auf der Prioritätenliste steht, zudem in einer Zeit in der dieses Thema akuter ist denn je, hat es dieser Song geschafft Headliner des Julibeitrages 2022 zu werden (Text ganz unten)…

Hallo, schön, dass Ihr wieder da seid, Euch Zeit nehmt den Beitrag des ersten echten Sommermonats zu lesen. Ihr erinnert Euch sicher – der Titel des Junibeitrages war „Holiday“. Der sechste Monat des Jahres war irgendwie ein „Faulenzermonat“ – das sollte sich nun ändern. Ganz oben auf der To-Do Liste stand, meine Energieversorgung so weit zu installieren, dass die Ladeinfrastruktur funktionsfähig ist. Die im Januar gekauften Lithiumakkus müssen endlich eine Initialladung erhalten!

Doch gemach, so schnell geht das nicht!

Inzwischen ist die immerfort wabernde Befürchtung, dass wir 2022 wohl recht wenig unterwegs sein werden, Gewissheit geworden. NESSAJA wird dieses Jahr in der Marina verbringen. Ich bin mit meinen Projekten in Verzug, habe eine zusätzliche Baustelle angenommen – dazu später mehr – und es macht keinen Sinn, die umfangreichen, komplexen und in mancher Hinsicht auch sicherheitsrelevanten Arbeiten „hinzuschludern“ nur um einmal auslaufen zu können.

Sibylle und ich haben uns geeinigt – ich arbeite weiter stetig nach System und koordiniert, wir richten es uns auf Leros häuslich ein und genießen die freien Stunden eben hier.

NESSAJAS Platz – unser Zuhause! Steg D1 (immer noch neben MONEY PENNY)

So schwer ist das nicht, denn wir haben einen guten und sicheren Platz, zentral und somit „kommunikationsintensiv“. Das schätzt man durchaus wenn man in einer Marina lebt. Social Life ist hier eben etwas anders als zuhause in der Reihenhaussiedlung.

Eine weitere Erleichterung erfahren wir durch die Eröffnung einer neuen Eisdiele an unserem Lieblingsstrand in Panteli…

Neu renoviert, einladend – aber noch namenlos!

Haris´ Bruder, Ihr erinnert Euch, Haris ist der Betreiber der Bar in der Mühle, sein Bruder eben, betreibt dieses Eiscafe welches ein absolutes Spitzeneis aus heimischer Produktion bietet – man liebt Eis und steht dazu!

Der Slogan ist Programm

Isidoros experimentiert mit den Sorten und fast täglich gibt es neben den üblichen Verdächtigen, ein oder zwei neue und teilweise außergewöhnliche Sorten.

Schlaraffenland

Ich habe mich absolut auf „Salted Caramel“ eingeschossen – schmeckt wie „Brauner Bär“ (wer das noch kennt) – und nehme immer eine Kugel Sorbet dazu. Das passt vorzüglich und schmeichelt dem Gaumen!

Salted Caramel – heute mit Mango

Na, da fehlt jetzt noch ein passender Name für den Schuppen und er wird eine Gelddruckmaschine! Perfekte Qualität am perfekten Ort – besser geht´s kaum!

Nicht, dass wir Repapis untreu würden, wir verteilen unsere Gunst eben ein bisschen 😉

Nein, wir haben nicht nur gefuttert – ja, es wurde auch gearbeitet – und wie!

Crimpzange (links) & Wantenschneider (rechts)

Ich packe also zum ersten Mal meine eigens eingeführte XXL Crimpzange aus, um die ersten Kabel mit 70mm2 Querschnitt zu crimpen. Ich wusste, dass jedes Kabel individuell angefertigt werden müsste und habe mir daher gleich diese Zange gekauft. Rentabel ist sowas nur wenn man es selber machen kann.

Kann ich das???

Langer Weg – mein Ergebnis

So wie auf dem Bild sollen die daumendicken Kabel aussehen. Heute weiß ich – JA, ich kann das! Aber bis dahin war es ein langer Weg…

Mein Freund Benno hat mit meinem Wantenschneider seine Kabel geschnitten. Geht – sagt er! Bei mir geht es nicht!

Saubere Schnitte mit der Flex und 1mm Scheibe

Ich entscheide mich, die Kabel mit der 1mm Scheibe auf der Flex zu schneiden – das klappt bei mir überraschend gut. Seltsam, gleiche Arbeit – unterschiedliche Erfahrungen…

Darf nicht ausfransen – das offene Ende

Ich experimentiere, wie ich das offene Ende nach dem Schnitt am Ausfransen hindere. Zuerst mit einem schmalen Abschnitt beim Abisolieren, später mit einem „Ratschbandl“ (Kabelbinder), was sich als die praktikablere Lösung herausstellt.

Wer nun denkt, dass dies frei von Verlusten umsetzbar war, irrt! Ich hatte einige Versuche gebraucht, bis ein reproduzierbarer Arbeitsablauf gefunden und etabliert war.

Wo geholbelt wird fallen Späne

So konnte ich an Tag 1 einiges üben, hatte eine steile Lernkurve und erzielte obiges Ergebnis – die Polverbindungen meiner LiFePo4 Batterien.

Ich hatte ja schon geschrieben – hier werde ich nicht zu technisch. Dazu habe ich eine eigene Seite aufgemacht welche schon online ist und meine Projekte aufzeigt. Diese Seite werde ich nach Fertigstellung mit allen technischen Details ergänzen.

Klar war, wer viel schafft, darf auch das Leben genießen. Das taten wir zum Beispiel bei einer Einladung ins Haus von Segelfreunden aus der Marina. Roland und Mireille haben nach Vromolithos zum Grillen geladen…

Liebevolle Details
Typische Architektur
Herrliche Terrasse
Panoramaview – wow!

Das Häuschen ist wunderschön – da waren sie wieder – die Momente die uns an unserem „Vagabundenleben“ zweifeln ließen. Sollen wir auf Leros sesshaft werden? So ein Häuschen würde mir gefallen, das will ich ehrlich eingestehen!

Naja, und der Speiseplan an diesem Tag war auch nicht schlecht!

Tabouleh & Blattsalat
Häppchen vom Rost

Der Wind wurde wieder stärker, es ist Meltemizeit. Am Anfang des Monats war klar, der vorherrschende, lokale NW musste kommen! Dass er tatsächlich pausenlos, nahezu den ganzen Juli durchgehalten hat, hatte niemand auf der Rechnung. Es waren Tage dabei, da ging das permanente Geheule sauber auf den Zeiger – klar ist aber auch, ohne geht´s nicht. Die kühlende Luft, der andauernde Zug, sind bei der herrschenden Hitze nötig!

6-7 Bft. – andauernd!!!

Ich hatte einen guten Platz dem Wind auszuweichen – mein Batterie-Kompartment nämlich! Ein etwa ein Kubikmeter großer Raum ohne Fenster, gleich über dem Motor. Ich kann dort etwa eine halbe Stunde arbeiten, dann bin ich schweißgebadet, muss für 15 Minuten ans Deck und „auslüften“. Dann wiederhole ich – so geht arbeiten im griechischen Sommer 2022.

Ich hatte ja die Batterien im Winter eingebaut und auch den Quattro schon an Ort und Stelle gehängt. Ich wollte das Zeug damals sicher verräumen und schon die Montageplätze festlegen. Es war allerdings klar – irgendwann muss das Zeug noch einmal raus oder zumindest verrutscht werden. IRGENDWANN war jetzt!!!

Schritt 1 der Victron Installation

Gesagt, getan – der schwere Quattro muss also noch einmal von der Wand, die Batterien noch einmal nach vorne – anders kann ich die Minuspole nicht verbinden. Erste Zusatzgeräte ziehen ein, dafür muss eine Montageplatte gefertigt und angeschraubt werden.

Angeschraubt??? Wieder hatte ich die Rechnung ohne die griechische Qualitätsrichtlinie gemacht. Mein Akkuschrauber, immerhin ein Gerät der blauen Bosch „Professional“ Serie, macht kurzen Prozess mit dem Edelstahlglump aus, vermutlich, fernöstlicher Produktion.

6 Schrauben rein – 2 ab, so macht arbeiten Spaß!

Egal – viel geschafft heute, das muss belohnt werden! Mein Lieblingsmusiker, der Fiddler Manolis Platis, Ihr erinnert Euch, spielt diesmal an einem Lieblingsplatz – bei Marietta. Nix wie hin!

Diesmal in anderer Begleitung – Flourious, der Keyboarder, fehlt

Die Jungs legen langsam los, begleiten das Dinner der Anwesenden, die Stimmung kocht aber immer bei den gleichen Songs auf – spätestens um 23.00 Uhr hält es keinen mehr auf den Stühlen…

Hopahopahopa
Marietta in der Mitte

…und natürlich kann auch Marietta, die „Gastgeberin“, ein Tänzchen nicht verwehren. So geht das stundenlang – und ich bin glücklich! Es sind besondere Momente, ich könnte ewig dasitzen und die Stimmung aufsaugen – eine Stimmung die nur sehr schwer in Fotos festzuhalten ist. Man muss es erlebt haben.

Spät am Abend erst machen die Musiker eine Pause. Sofort finden sich junge Männer und greifen nach den Instrumenten – und es geht weiter!

Stand up – allererste Sahne!

Der junge Mann rechts war so ein wenig der „Anführer“ der Clique an diesem Tag. Er tanzte gut, spielte prima Bouzouki – hatte seinen großen Auftritt aber, als plötzlich der Strom ausfiel und die Stimmung abzuflachen drohte.

Der Bursche hat einfach seine Begleiter animiert weiterzuspielen und hat unplugged das Publikum mitgerissen bis einfach alle gesungen haben – bis der Strom wieder anging! Während ich diese Zeile schreibe habe ich Gänsehaut – Momente die man mit Geld nicht kaufen kann!!!

Dunkel – die Jungs spielen, alle singen – im Foto kaum zu erfassen!

Es war ein einmaliger, zauberhafter, toller Abend – zufrieden sind wir ins Bett…

Wie schon gesagt, es ist Sommer, echter Sommer! Das Quecksilber steigt täglich über 30°C, oft auch spürbar höher…

38°C – die Strassen leer

Ich habe daher meine tägliche Routine um einen Punkt erweitert, besser gesagt habe ich eine Routine des vergangenen Jahres wieder aufleben lassen – das frühmorgendliche Bad im Meer.

Morgens um 7.30 Uhr in Panteli

Nach dem ersten Aufwachen stehe ich sofort auf und fahre mit dem Bike durch die noch frische Morgenluft an den Strand von Panteli – diesen habe ich um diese Zeit weitgehend für mich alleine. Ok, nicht ganz alleine, es ist IMMER die Frau mit dem roten Hut und der Mann mit der weißen Gummibademütze da – wir wetteifern wer als erstes im Wasser ist. Das Meer ist so erfrischend und holt den letzten Rest Schlaf aus dem Körper – fit für den Tag!

Das Meer lädt zum Bade

Danach brauche ich meinen Kaffee! Das ist dringend, um auch die vitalen Systeme unter Strom zu setzen (siehe Headline) und den Geist dem Körper folgen zu lassen. Diesen Cappuccino gönne ich mir meist gleich im Cafe „Sorocos“ am Strand, der Ruhe wegen…

Weckt die Lebensgeister

…oder ich fahre nach Lakki ins „Panino“ um mich mit den Mechanikern der Marina an einen Tisch zu setzen und mitten im Getümmel zu sein – kommt auf meine Tagesform an!

Das „Panino“ – direkt an der Hauptstrasse in Lakki

Nur Insider unter den treuen Bloglesern wissen, dass sich unsere Nachbarn von D2 vor längerer Zeit schon entschieden haben, Ihre Hanse vorwiegend als Ferienhaus zu nutzen. Ich schwöre, dass ich dies mit NESSAJA so nie umsetzen werde – habe inzwischen aber weitaus mehr Verständnis für die Beweggründe der Beiden – und finde das Ergebnis nicht schlecht.

Umso ungewöhnlicher, fast schon verwirrend war es, als die Lücke uns gegenüber auf einmal leer war – dort wo sonst zuverlässig die blaue Hanse lag, klafft ein Loch – was war geschehen???

Nanu, da fehlt doch was…

Die Erklärung ist einfach! Uli hat sich durch mein Gefasel über die „besten Seeventile der Welt“, die Kunststoffventile von TruDesign, so infizieren lassen, dass er kurzerhand seinen für Herbst geplanten Krantermin umlegen hat lassen, um ebenfalls solche Borddurchlässe nebst Kugelhähnen einzubauen.

Für eine ganze Zeit war also die JASPER der Treffpunkt der privaten Bastlerszene der Leros Marina Evros – es wurde gefachsimpelt, beratschlagt und kommentiert – nicht immer zu des Werkers Freude 😉

Ruder laminieren – war da nicht etwas?

Da auch die JASPER einen kleinen Laminatschaden am Ruder hatte und neben den Seeventilen auch laminiert werden musste, war ein kleiner Flashback meinerseits nicht zu vermeiden.

Und was ist mit der eigenen Baustelle, dem Energieprojekt auf NESSAJA? Geht da was? Antwort – Ja, aber langsam!

Suchspiel – finde den Unterschied…

Morgens
Abends

Unter Berücksichtigung aller ablenkenden Einflüsse hier und unter den vorher beschrieben Arbeitsbedingungen, sind die paar Kabel die den Unterschied zwischen morgens und abends machen, als ein Tagwerk zu bezeichnen – mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Aber, wir müssen auch gestehen, dass zu unseren Gepflogenheiten der tägliche Besuch der Eisdiele am Panteli-Strand gehört. Die hat inzwischen einen Namen, sie heißt „Sorbet“.

Man hat dort bemerkt, dass unsere Besuche häufig sind und wir haben einen der ersten Posts im neuen Instagram Auftritt bekommen – die Schreibweise wurde inzwischen korrigiert 😉

Diese Besuche kosten etwas Arbeitszeit, bescheren aber qualitativ hochwertige Lebenszeit – „quality time“ würde man heute wohl sagen. Das ist es mir wert!

Ebenso zeitintensiv sind die Ersatzteilbesorgungen, ein altbekanntes Thema. Ich beschaffe Ersatzteile für Hans-Peter und Werner – und für mich. Meist mache ich die Fahrten zu Giorgos, Ihr erinnert Euch, der Edelstahlschweißer aus Kamara, oder gehe zu Panos unserem Shipchandler – das aber meist erfolglos wie Ihr aus dem letzten Bericht wisst.

Auch diesen Monat habe ich einen Schalter bestellt. Den sollte ich nach vier Tagen haben, nach vier Wochen ist er noch nicht da. Ein über´s Internet bestelltes Produkt ist längst verbaut – aber diesmal gehe ich Panos auf die Nerven…

Die Beschaffungen für Hans-Peter, einem Nachbarn, mache ich, weil er nicht so firm in englischen Spezialbegriffen ist, die für Werner aus einem anderen Grund – dazu später mehr…

Nice – ein sogenannter „Elbow“ aus Edelstahl – für meinen Jockel

Wenn ich zu Giorgos fahre ist das so, als ob eine Frau in eine Boutique geht – man findet immer was, auch wenn man eigentlich für jemand anders eine Besorgungsfahrt macht. Und so bin ich plötzlich Besitzer eines V4A Elbows für meinen Volvo MD22. So ein Teil auf Ersatz kann nie schaden – und schon bin ich ein paar Mark ärmer…

Auf diesen Fahrten über die Insel entdecke ich immer wieder Sehenswertes – so zum Beispiel die beiden Moppeds deutscher Produktion.

Kreidler Florett – das doppelte Lottchen

Das ist schön! Weniger schön ist mein Kontakt zur heimischen Tierwelt – als ich mit einer Vespa velutina Bekanntschaft mache. Was zunächst auch wie ein Zweirad aus italienischer Produktion klingt, entpuppt sich schnell als Gegner mit schmerzhaften Waffen!

Asiatische Hornisse

Die ca. 2-3cm lange Hornisse ist ein Fluggerät mit dem man nicht kollidieren möchte – ich hatte leider das Vergnügen! Der gelb-schwarze Brummer ist mir beim Motorradfahren an das Schlüsselbein gedonnert, dieses ging glücklicher Weise nicht zu Bruch. Ich dachte, ich hätte das Insekt abschütteln können, spürte nach Sekunden aber ein Krabbeln im Ärmel des T-Shirts.

Der geflügelte Kamikaze war, statt in die Freiheit, in den Kragen meiner Oberbekleidung gerutscht und bahnte sich den Weg in den freien Luftraum. Leider habe ich beim Schütteln des Ärmels wohl den veränstigten Flieger gepackt, so dass dieser als Ultima Ratio sein Verteidigungswerkzeug ausfuhr und mich punktierte.

Das tat weh!!!

Ich hielt an und mir schwoll der Arm – ein Riesentrizeps in Sekunden, ganz ohne Studio! Ok, der Preis war ein Brennen welches man nicht will – was tun? Salbe? Check! Kühlen? Check!

Und dann???

Autschn

Glaubt es oder nicht – das Tier sticht mich in den linken Oberarm und Minuten später schwillt mir das rechte Auge – na toll, so gewinne ich, trotz Mega-Trizeps, keinen Schönheitspreis.

Zur Info, schon nach vier Tagen ist das Auge wieder frei, der Muskel wieder der des Untrainierten und das Brennen und Jucken erträglich 😦

Leros ist Kultur!

Wie schon 2021 gibt es auch dieses Jahr wieder ein paar Konzerte im Rahmen des Kulturprogrammes. Da sind wir dabei und beschließen kurzerhand den Kauf zweier Konzertkarten für einen bekannten Gitarristen – mal was anderes.

Wir treffen ein, als noch gestimmt und aufgebaut wurde, eine nette Stimmung und ein schönes Ambiente.

Das Konzert begann pünktlich und die Musiker lieferten eine sehr gute Show ab. Sicher, mehr Anspruch und vielleicht auch musikalisches Können als bei den geselligen Abenden – aber eben auch nicht die ausgelassene Stimmung. Dies soll aber nicht falsch rüberkommen – es war ein herrlicher Abend!

Leros ist Natur!

Wenn ich zum Teilebeschaffen über die Insel fahre, entdecke ich oft Sehenswertes, Neues!

So zum Beispiel die freilaufenden Schweine und die netten Ferkelchen…

Kaum war ich zum Fotografieren stehengeblieben, kamen die neugierigen Tiere schon zu mir. Da Jungtiere dabei waren bin ich etwas auf Sicherheitsabstand gegangen.

Während ich all das beschreibe, hatte ich im Hintergrund mein Victron Energieprojekt in Arbeit. Hier kam von der Seite ein kleiner Zeitdruck auf – ein Freund bat mich um Hilfe, zeitintensive Hilfe…

Ich musste mich also sputen!

Mir war klar, dass ich für die vielen Kästchen des Victron Systems noch etwas Montageplatz brauchen würde. Ich musste also eine Montageplatte fertigen welche über den Membranen des Wassermachers montiert wurde. Dieser darf nun nicht mehr kaputt gehen – ich hoffe er versteht das!

Fertigung Montageplatte und Vormontage der Bauteile
An Ort und Stelle

ALENA drängt sich in unser Leben!

Werner kenne ich seit Jahren und ich mag ihn. Er hatte durch Covid und eine Krankheit drei Jahre lang keine Gelegenheit ALENA zu besuchen und zu pflegen. Nun möchte er sie ins Wasser bringen, kann die nötige Arbeit aber selber nicht leisten. Zudem sind ihm die Umstände um die Verlässlichkeit bei Werkstattaufträgen in der Marina bekannt – zumindest sofern man nicht anwesend ist – er bat um Hilfe.

Das Problem war der Termin, ALENA soll am 09.08.2022 ins Wasser, es blieben also knapp drei Wochen. Sibylle und ich machten eine Bestandsaufnahme und waren erschrocken!

Die Persenning zerrissen
Dicker Staub überall
Drei Jahre hinterlassen Spuren

Was machst Du, wenn Du einer „Mission Impossible“ gegenüber stehst um die ein Freund dich bittet? Was machst Du, wenn die Zeit dafür reichlich knapp scheint? Du überlegst und – sagst ZU!

Wir lassen ALENA von der hintersten Ecke auf die Freifläche bringen, um sie zu reanimieren…

Pame, pame – auf geht´s!

Und immer zwischendrin ein paar Kabel bei NESSAJA ziehen – inzwischen war ich bei kleinen Kabeldurchmessern angelangt. Der Servicetechniker von Victron empfahl auch die Kontrollanzeigen anzuschließen.

Da fällt mir ein, Sibylle und ich haben noch einen weiteren Brauch in unseren Tagesablauf integriert. Inzwischen war der Strand tagsüber schon richtig voll, fast unangenehm voll. Wir gehen nachmittags also ein Eis essen, kurz schwimmen und uns abfrischen – aber wir verweilen nicht.

Der Annahme folgend, dass ein am Morgen sehr schöner Strand dies ja auch am Abend sein könnte, verhalten wir uns azyklisch und besuchen Panteli nachdem die Urlaubsgäste zum „aufhübschen“ in Ihre Zimmer gegangen sind.

Dieses Zeitfenster nach dem Sonnenbad, aber vor dem Dinner, gilt es zu nutzen…

Wieder fast alleine im Paradies!

Wir gönnen uns immer zwei kleine Bier um den Feierabend einzuleiten.

Es fällt auf, dass die Sonne auch bei mir deutliche Spuren hinterlässt!

Nein, keine Hautkrankheit – meine Schuhe haben Löcher 😉

Ach, ich liebe dieses Griechenland – ein besonderes Leben hier!

λατρεύω την Ελλάδα

Um Euch nicht zu verwirren – Uli hat die JASPER inzwischen fertig, er liegt wieder an seinem Platz und ist uns guter Nachbar. Dafür ist mein Nachbar zur Rechten (nach der MONEY PENNY), Hans-Peter mit seiner LIBERTÉ, jetzt an Land. Auch er konnte mit dem TruDesign Virus infiziert werden, auch er hat Laminatschäden am Ruder – willkommen im Club!

Warum ist das wichtig? Um zu verstehen, warum ich auf drei Baustellen arbeite – NESSAJA (ist klar), ALENA (wurde beschrieben) und LIBERTÉ. Auf der Bavaria von Hans-Peter helfe ich, weil er mir sowohl mein altes 100A Ladegerät als auch meinen Raymarine Linearantrieb für den Autopiloten abgekauft hat. Ich habe versprochen, bei der Installation beider Komponenten zu unterstützen. Zum Einen, weil ich ohnehin ähnliche Baustellen habe, zum Anderen, weil ich dachte, zu diesem Zeitpunkt meine Baustelle weitgehend abgeschlossen zu haben – ha, Pfiffkas – aber ein Wort ist ein Wort und so finde ich mich ab und an auf der LIBERTÉ wieder.

Und die ist eng!

Erst der Körper, dann die Wampe – oder umgekehrt!

Mit einer Drehbewegung schäle ich mich durch Türausschnitte, die diesen Namen nicht verdienen. Ich zwänge mich in Betten, in welchen ein Eheleben nicht möglich wäre (es sei denn unter Zuhilfenahme eines Kamasutra) – schlimmer noch, in diese Betten zwänge ich mich neben Hans-Peter…

Spaß haben wir trotzdem – und voran kommen wir auch

Nach getaner Arbeit kochen wir etwas Feines oder gehen mit Freunden essen. Das Kochen wird erschwert durch die Tatsache, dass Wespen gerne zu Besuch kommen wenn wir den Grill anschmeißen – das möchten wir nicht, daher bleibt der Grill zunächst kalt.

Essen gehen soll nicht teuer sein, deswegen finden wir uns häufig im „Souvlakki“, einem Girosgrill im Ort wieder, oder wir gehen eben zu besagter Marietta in ihr „Bakaliko me Tsipouro“, zumal dann, wenn es Livemusik hat – und es war wieder soweit…

Zusammen mit Angelika und Uli, sowie Gabi und Gottfried waren wir pünktlich um 20.00 Uhr an unserem Tisch, um ein wenig – wie sagt man heute – vorzuglühen! Angelika und ich hatten fleißig die Schritte griechischer Tänze geübt, sehr zur Belustigung der anderen, um im Falle eines Falles parat zu stehen.

Die Band, diesmal Manolis und Flourious zusammen mit zwei weiteren Musikern, spielte rasch kräftig auf, so dass die Stimmungskurve recht flott nach oben zeigte!

Tsipouro – bitte nicht aufhören zu spielen

Wer musiziert wird durstig und braucht dazwischen etwas „Sprit“ – vermute ich – anders ist es nicht zu erklären, dass den Musikern alle zwei Songs eine Runde verabreicht wurde. Immerhin auf eine Art und Weise, welche es erlaubte ohne Unterbrechung zu spielen.

Es tanzten Groß und Klein

Schon war wieder prächtige Laune, es wurde getanzt und gefeiert – und wir waren mittendrin. Mittanzen? Irgendwie hat es nicht geklappt, nächstes Mal, bestimmt!

Nach 00.00 Uhr unplugged, des Lärmes wegen – tat der Stimmung keinen Abbruch
Die Kehle will geschmiert sein…
…und Ex!

Vielleicht sollte ich es machen wie die Musiker – alle zwei Lieder einen Tsipouro, da würde ich wohl bei Song 8 einen feinen Ausdruckstanz hinlegen 😉

Wieder neigt sich ein wunderschöner Abend dem Ende zu, wieder fallen wir zufrieden ins Bett.

Der neue Tag bringt wieder einige Impressionen, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte – auch das ist Leros, das ist unsere momentane Wahlheimat!

Partnerstadt Aschheim – mein Zuhause von 1974 bis 1979
Vor sich hinrostende Schätze
50PS treffen auf 1PS

Zurück auf die Baustelle, auf MEINE Baustelle – was macht das Victron Energieprojekt auf NESSAJA?

Es wächst und gedeiht!

Fertig für die Initialladung der Batterien

Etwa Anfang der dritten Juliwoche war ich soweit. Alle Komponenten welche der Victron Techniker empfohlen hatte, waren verbaut – ich konnte den Schalter umlegen und 230V auf meinen Quattro geben. FUNKTIONIERT!

Das Control Pad zeigt an, dass die Batterien geladen werden, das intelligente Ladegerät durchläuft einen kompletten Ladevorgang – dieses Thema kann ich als erledigt abhaken.

Control Pad
Noch nicht alle Geräte erfasst – aber erste Erfolge

Ich kann die Daten meiner Komponenten am Display ansehen und das System kontrollieren. Dies geht mit den Smart Systemen auch über´s Mobiltelefon und ich habe eine Stunde ivestiert, um einen Account anzulegen und die Geräte zu erfassen und korrekt zu benennen. So sieht die Liste inzwischen auch am Display aus.

Über das Control Pad oder das Smartphone kann somit immer der aktuelle Zustand der Energieversorgung, inklusive aller Zu- und Abgänge auf NESSAJA, beaufsichtigt werden. Das ist zur Zeit aktuelle Technologie, in die es sich, so unsere Meinung, zu investieren lohnt.

Lithiumbatterien auf NESSAJA zum Laden vorbereiten, Ladestruktur aufbauen und aktivieren – check! Ich habe beschlossen, an dieser Stelle erst einmal Pause zu machen.

Zur Belohnung gab es eine sehr leckere Brotzeit an Deck!

Tomate mit weichem Schafskäse und eine Wurstauswahl, echt gut!
Nett angerichtet auf unserem Klapptisch

Ihr habt ja auf den Bildern der LIBERTÉ gesehen, dass wir bereits am Einbau des Linearantrieb zugange waren. Die Seeventile hat Hans-Peter noch gesetzt, auch er musste zur Rumpfverstärkung Holzunterlagen, die wie Donuts aussehen, anfertigen.

Wenn da nicht einer auf ulkige Ideen kommt…

Schafft Durchblick

Diese Dinge sind inzwischen erledigt, Hans-Peter ist weitgehend fertig um wieder ins Wasser zu gehen und ich soll noch an zwei Projekten helfen, welche sich in den August ziehen werden – insgesamt sind meine unterstützenden Aufgaben an der LIBERTÉ überschaubar.

Anders bei der ALENA. Die Liste welche aus meiner Sicht abzuarbeiten wäre, ist lang. Es sind essentielle Aufgaben dabei, ich will helfen so gut ich kann – einmal indem ich selber soviel schaffe wie möglich, anderseits durch Organisatorisches vor Ort.

Zuerst musste ALENA abgedeckt und gereinigt werden…

Der Dreck von drei Jahren – deutlich zu sehen
Versorgt mit Strom und Wasser
Sibylle und der Hochdruckreiniger – eine Symbiose, sie liebt es!
Erfolge sind sofort deutlich sichtbar

Abends waren wir groggy und sind nach Panteli zum Baden gefahren. Stellt Euch vor Ihr sitzt am Strand, mit Euch vielleicht 20 bis 30 Leute, also eher wenig – Ihr trinkt ein Bier…

Plötzlich prustet es vor Euch im Meer und an den Strand robbt eine Robbe – genauer gesagt eine bestimmt zwei Meter lange Mönchsrobbe!!! Wildes Geschrei…

Hallo Mr. Robbe – ein ER wie sich später zeigt
Ok, ganz fit sieht er nicht aus…

Ein Grieche kommt und scheucht die Robbe ins Meer zurück. Ob das richtig war? Wir sind beeindruckt und verstört. Man hat gesehen, dass das Tier verletzt war.

Die Geschichte hatte einen Verlauf – die Robbe zeigte sich die nächsten Tage noch ein paarmal an verschiedenen Stränden und wurde von Ärzten einer Tierschutzorganisation aufgepäppelt und medizinisch versorgt. Sie hatte Kampfspuren und man ließ verlautbaren, dass diese wohl von einer anderen Robbe kamen, vermutlich zugefügt beim Kampf um ein Weibchen.

Zweiter Besuch

Auch zu uns an den Strand kam sie noch einmal. Erst wurde versucht sich um sie zu kümmern, aber das schien falsch – danach wurde sie sich selbst überlassen und lag ein paar Stunden mitten im Badebetrieb am Strand – irgendwie surreal. Später war sie weg und wurde seither auch nicht mehr gesehen. Gesund? Tot? Wir wissen es nicht…

Freud und Leid liegen ja bekannter Maßen eng beieinander – das weiß man. Bei mir wurde dieser Fakt innerhalb zweier Tage unter Beweis gestellt.

Leid – ich kaufe beim Elektriker ein, verlasse das Geschäft und gehe leicht gebeugt unter einem Zierbaum durch – ohne Vorwarnung sticht mich ein gelb-schwarzes Insekt, diesmal eine gemeine Straßenwespe, keine Hornisse, ins Genick.

Oh weh, oh mir

Ich weiß heute, es brennt weniger lang und weniger heftig als bei Hornissenstichen – na wenn das kein Glück im Unglück ist.

Kommen wir zu Freud – das Telefon klingelt (kann ich nicht leiden), dran eine Stimme welche sich nach unserem in Miesbach geparkten Italiener, Ihr wisst schon, unser Fiat Scudo, erkundigt.

Es sind Freunde welche schon einmal Interesse an dem Auto gezeigt haben. Sie hängen mit Getriebeschaden am Boot in Italien fest, wollen die Reise beenden und suchen ein Auto zum „Umzug“ – gleichzeitig wollen sie am Heimweg nach Hamburg etwas campen. Unser Bus wäre geeignet, ob wir wohl noch verkaufen wollen?

Ich entscheide in Sekundenbruchteilen – JA! Innerhalb einer weiteren Minute werden wir handelseinig und leiten das Geschäft in die Wege. Käufer Stefan von der OREJA VELA fliegt schon zwei Tage später nach München um den Bus abzuholen. Sohn Stefan bereitet Bus und Papiere vor, Sohn Florian holt den Neubesitzer vom Bahnhof und übergibt den Bus…

Übergabe bei Regen

Bereits einen Tag später ist Stefan mit unserem treuen Begleiter am Gargano und packt mit Tanja den Wagen. Der hässliche und doch so wundervolle Wagen gehört uns nun nicht mehr – wir sind ohne Auto!

Der Scudo in der Marina di Gargano

Bei uns dreht sich ein paar Tage lang alles um ALENA. Die Reinigung zeigte große Erfolge, bald fiel die stolze Hallberg-Rassy nicht mehr negativ auf.

Sieht schon ganz sauber aus
Ganz ehrlich – kann sich sehen lassen

Sibylles Lieblingsarbeit – das „Kärchern“ war erledigt – sie hat mir sehr geholfen und wird ehrenhaft entlassen. Ab jetzt muss ich ran, die Schwedin muss wieder zum Leben erweckt werden. Sibylles Aufgabe besteht fortan nur noch aus der Huldigung meiner Arbeiten 😉

Vielen Dank für die Hilfe

Für die Reanimation musste zunächst die Starterbatterie ausgebaut werden. Diese hat die Standzeit nicht überlebt. Die Bordbatterien hingen an einer kleinen Solarzelle – diese können gerettet werden.

Planen, Persenninge und die Genua müssen zum Reinigen und Nachnähen gebracht werden – dafür muss ein Leihwagen her.

Alles muss von Deck um es zu reinigen, neu zu sortieren und neu zu verstauen.

Wir räumen zunächst auf und suchen für das Dinghi und die Klappfahrräder einen Platz auf einer Palette am Trockendock – hier muss der Eigner entscheiden was repariert wird und was wohin verstaut wird.

Nahe NESSAJA – immer im Blick

So gehen die Tage ins Land, seit einer Woche ist ALENA unser Tagwerk, aber wir kommen gut voran. Wir investieren jeden Tag so etwa vier Stunden und hoffen, wenn nichts dazwischen kommt, bis zum Krantermin fertig zu werden.

Abends belohnen wir uns im „Sorocos“ mit Meze zum Ouzo – schon eine Hauptspeise…

Statt klassischem Dinner – Meze zum Ouzo

Der morgendliche Brauch des „Early Bird Swim“ steht noch – so endet mein Tag am Panteli Beach und er beginnt auch dort. Ich genieße diese Momente!

Perfect Mood
Perfect Coffee
Perfect Sandwich – nur manchmal, eher selten…

Wieder ruft mich ALENA ans Werk. Ich will an dieser Stelle den Bogen nicht überspannen und mich nicht in Details verlieren. Aber wir investieren im Moment echt viel Zeit in das Schiff. Sehen aber auch Tag für Tag wie sie wieder fit für eine Fahrt wird – das ist jede Mühe wert!

Die neue Batterie zieht ein…

Ich lade erstmals mit 230V – alle Systeme scheinen zu funktionieren. Ich kann das Schiff zum Leben erwecken.

Ich bin mir sicher, dass man einen Schiffsmotor mit Zweikreiskühlung auch am Trockenen starten kann, um zu testen ob der Motor anspringt – wenn man den Impeller zieht um zu verhindern, dass festklebende Flügel abreißen. Den wollten wir ohnehin wechseln – und das war allerhöchste Zeit!

Muss neu!

Schlüssel rein, umgedreht – und der MD22 läuft! Wahnsinn, nach drei Jahren! Ich stoppe den Motor um Überhitzung zu vermeiden und weiß, es könnte vom Zeitplan klappen – keine negative Überraschung bisher. Zumindest keine große…

…wenn man von den festsitzenden Seeventilen absieht, welche ich aber mit etwas WD40 freibekommen kann…

…wenn man vom total verrotteten Fußschalter für die Ankerwinde absieht – den ich zwar ausbauen kann…

der mir aber nicht nur dreckige Pfoten beschert…

…sondern auch eine neue Aufgabe am Teakdeck. Für die nächsten Tage, die letzten des Monats Juli, war also für reichlich Beschäftigung gesorgt.

Ich bin auf einmal nicht mehr sicher – kann ich mein Versprechen halten? Werde ich ALENA seeklar bekommen? Die Liste der zwar kleinen Reparaturen ist lang, die Arbeiten mit der Marina müssen abgestimmt werden. Es ist eine Motorinspektion zu machen und es muss Antifouling gestrichen werden. Davor muss ich noch – Ihr ahnt es – Laminatarbeiten am Ruder machen. Auch Werner ist Mitglied im Club…

Ich tröste mich!

Mottospruch im „Sorbet“
Die perfekte Dreierkombi – Patsavouropita, Cappuccino, Eis

Und weil noch ein Quäntchen fehlt, lasse ich mir eine Eiswaffel geben!

Am letzten Tag des Monats mache ich ALENA wieder zu einem offiziellen Gast in Griechenland – ich setze die Gastlandfahne. Aus Respekt und als Zeichen – ich werde dieses Schiff bis zum 09.08. fertig machen!

Zu Gast in Griechenland

Was passiert im August? Was planen wir? Hier ein kleiner Ausblick…

Es gibt wieder Kultur! Ein Musiker aus Kreta kommt, ich werde dort sein.

Am Vortag spielen mir unbekannte Musiker im „Leon Limani“ – ich überlege, auch dort auf ein Souvlakidinner nebst Musikbegleitung vorbeizuschauen…

Ich stelle ALENA fertig und übergebe sie an Werner – ist das zu schaffen?

Sibylle reist nach Deutschland, ich folge eine Woche später – wir sind Hochzeitsgäste auf Amelie´s & Stefan´s Trauung – wir freuen uns!

Nach unserer Rückkehr habe ich noch kleine Projekte mit Hans-Peter an der LIBERTÉ und auch an meiner NESSAJA, ich hoffe, da geht etwas voran!

Wir machen noch einmal Urlaub und fahren in der letzten Augustwoche mit Fähre und Motorrad nach Karpathos – ein Abenteuer?

Seid also gespannt, es wird wieder einige neue Geschichten geben.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen entspannten, sommerlichen August, genießt Euren Urlaub, sofern geplant, bleibt gesund!

Ganz herzliche Grüße von der (stationären) NESSAJA Crew

Text „Electricity“ / OMD

Our one source of energy
The ultimate discovery
Electric blue for me
Never more to be free

Electricity
Nuclear and H E B
Come fuels from the sea
Wasted electricity

Our one source energy
Electricity
All we need is to learn to save
And if a man would throw away

It doesn’t change the city cost
The alternative is only one
The final source of energy
Solar electricity

Electricity
Electricity
Electricity
Electricity
Electricity

Juni 2022 – Holiday

Eine Zeit lang war „Hot Legs“ von Rod Steward der Favorit für den Titel meines Juni Blogs – aus verschiedenen Gründen, welche auch beim Lesen des Beitrags deutlich und nachvollziehbar werden. Stichworte sind WANDERN und SONNENBRAND! Geschafft hat es letztlich dann Madonnas „Holiday“ – ganz einfach aus dem Grund, weil der sechste Monat des Jahres 2022 ganz dem Müßiggang gewidmet war – Urlaub von Tag 1 bis 30!

It’s time for the good times
Forget about the bad times, oh yeah
One day to come together to release the pressure
We need a holiday

„Bad Times“ steht sinnbildlich für die Schufterei der letzten Monate. Es war klar, wir brauchen eine Pause, Zeit dafür war jetzt! Deshalb auch gleich Entwarnung für die weniger technisch Interessierten – im Juni wurde an NESSAJA nichts, aber auch gar nichts repariert oder umgebaut. Der Blogbeitrag des vergangenen Monats ist ein Urlaubsblog mit VIELEN schönen Bildern! (Es könnte auch ein Foodblog sein…)

Er wurde wiederum recht lang, bitte entschuldigt das – ich möchte Erlebtes einfach gerne festhalten und mit Euch teilen. Nehmt Euch etwas Zeit, einen kühlen Drink vielleicht, oder lest einfach quer.

Here we go…

Abhängen – Relaxen! Es war an der Zeit…

Wir waren zurück auf Leros, aufgewacht nach der Rückkehr aus Deutschland. Die ELOWYN mit Tina & Volker war auf dem Weg nach Südwesten um Gäste zu empfangen und auch wir warteten auf das Eintreffen unseres Besuches – bis dahin waren noch ein paar Tage Zeit, gut um etwas durchzuatmen. Die süßen Seiten des Lebens genießen – in Italien würde man wohl „dolce vita“ dazu sagen. Das geht nirgends besser als bei „Repapis“ in Lakki…

Unsere erste Adresse für Süßigkeiten aller Art
Kuchen – selbstgefertigte Unikate
Schlaraffenland – die Patisserie
Natürlich – das Eis aus eigener Herstellung
Ricotta mit Granatapfel und Pistaziencreme

Wir haben uns um unser Zuhause, um NESSAJA, gekümmert – sie ein bisschen vom Staub der Woche unserer Abwesenheit befreit und uns gefreut, dass wir dieses Leben genießen dürfen.

NESSAJA noch neben Robi´s MAXI

Alles war beim Alten und ich habe mich beim Knipsen des Bildes gefreut, dass Baba & Robi, unsere Nachbarn, bald kommen würden. Als Randnotiz mit gravierender Reichweite – während der Anwesenheit der Beiden wurde unser Reiseplan für 11/2023 mit einem „VIELLEICHT“ Vermerk versehen – der Plan wurde in den Status des Gedankens zurückgestuft. Das wird wohl noch Auswirkungen auf unsere Gesamtplanung haben. Robi und Baba sind später im Monat zur Urlaubsfahrt mit finalem Ziel Türkei aufgebrochen – wir hoffen, dass wir uns wiedersehen! Schönen Urlaub und „always fair winds“!

Plopp – das Schellen meines Telefones reißt mich aus den Gedanken. Volker am Apparat. Er erklärt mir, dass Tina bereut, in Patmos nicht in der Skala bummeln gewesen zu sein, zudem hätten sie ein Dinner bei Manolis auf Lipsi verpasst – alles sehr schade. Weiter sei gerade kein guter Wind für Kurs Mylos, man brauche noch Höhe! Das Allerwichtigste aber – Kekse! Ja, richtig gehört, Kekse!!! Man hätte in Leros so gutes Mandelgebäck gekauft, das sei viel zu schnell zur Neige gegangen, Abhilfe muss her. Ob ich nicht ein Kilo der Backwaren kaufen wolle, man käme diese abholen…

Ein Gedicht – Mandelkekse zum Kaffee

Klar, kann ich machen! So traf es sich, dass die ELOWYN wieder vor Leros, genauer in Alinda, ankerte und wir die bereits abgereisten Freunde wieder trafen. Leros ist magnetisch 😉

Nur kurz – bestimmt…
Kleiner Lunch-Snack, Calamari und Gigantes

Wir witzelten über das Zeit-Raum-Kontinuum von Leros und darüber, dass es schier unmöglich ist von hier wieder wegzukommen. Dies sei nur wenigen Crews vorher gelungen! Volker war überzeugt davon, dass es für die ELOWYN ein Leichtes sein würde, wir könnten uns davon überzeugen indem wir einfach über Lipsi bis Patmos mitfahren würden, von dort könnten wir mit der Fähre zurück nach Leros…

Hm, ein reizvoller Gedanke! Drei Tage segeln, raus aus dem Trott – kurzentschlossen sagten wir zu, alles andere kann warten!

Zurück zum Schiff, kleines Gepäck gerichtet, alle Systeme aus und abgesperrt – rein ins Taxi und ab nach Alinda, dort wartet bereits die ELOWYN auf die Abfahrt…

Vorfreude!!!

Volker holt uns mit dem Schlauchboot ab. Es sei bemerkt, dass die ELOWYN natürlich kein profanes Schlauchboot als Tender hat. Es ist ein Williams Jettender 325 mit 100PS Innenborder, da wird selbst der Transfer vom Strand zum Schiff ein Abenteuer.

Mit dem „WILLI“ zum Mutterschiff

Die ELOWYN hatte bereits ihren Schlund geöffnet um den kleinen Schnulli zu schlucken, alles war bereit zur Abfahrt.

Das Kleine muss ins Große

„Anker auf“ und los! So schnell ändern sich Pläne – aus dem Durchatmen für ein paar Tage wurde eine Micro-Segelreise mit Freunden – eine sehr gute Alternative!

Kurs Lipsi liegt an – leichte Brise unter Vollzeug

Es tat gut mal wieder Wind um die Nase zu haben, einen Tapetenwechsel zu genießen. Die Bedingungen waren optimal, eine leichte Brise mit kurzen Drückern, kaum Welle, so glitten wir unter Vollzeug am Wind unserem Ziel entgegen.

Kurs Lipsi liegt an

Am späten Nachmittag fällt das Grundeisen in der netten Bucht ein paar Faden westlich von Lipsi Ort – perfekt! Gleich neben dem Sandstrand und nur wenige Meter zum Stadtkai – mit dem Willi leicht zu schaffen.

Zeit für eine Badepause im für die Jahreszeit noch recht frischen Meer, aber egal, wir schätzen die unerwartete Option vom Schiff aus ins Wasser springen zu können.

Nur ein paar Schritte…

Als die Sonne sich anschickt den Tag zu beenden, machen wir uns für den Landgang fertig und lassen den Tender zu Wasser, schön anzusehen wie friedlich unser temporäres Zuhause in der Bucht vor Anker liegt.

ELOWYN im Sonnenuntergang

Wir dagegen haben fixe Pläne – auf zu „Manolis Tastes“, einer Taverne der Spitzenklasse, war Manolis doch mehrere Jahre lang einer der besten Köche Griechenlands.

Mit Auszeichnung

Auch heute noch ist es möglich, wie es früher in Griechenland allerorts Usus war, die Küche zu besuchen, einen Blick in die Töpfe zu werfen und gegebenenfalls sogar zu kosten, sollte eines der feilgebotenen Gerichte unbekannt sein.

Der Chef am Arbeitsplatz

So entscheiden wir uns für allerlei Leckereien – teils Fantasievolles, teils Ursprüngliches und genießen einen wundervollen Abend.

Seafood Risotto
Stifado

Nach einem Ouzo und einem Desert zum Abschluss, torkeln wir zurück zum Kai, den Ort genießend…

Lipsi Ort – sehenswert

…hinunter bis zum Stadtkai, wo der Willi auf uns wartet, bereit zum Rücktransport der Crew. Wir beschließen abermals, zweimal zu fahren um nicht zu riskieren, dass wir durch Spritzwasser unfreiwillig geduscht werden.

Komisch, es fällt auf, dass der sonst so willig schnurrende Jetantrieb ein wenig wiederwillig am Gas hängt, irgendwas scheint nicht zu stimmen. Egal, stotternd und ruckelnd bringt uns das Beiboot zur ELOWYN und wir sacken müde ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag.

Neuer Tag, neues Glück…

Der Tag beginnt wie er soll – ein Bad im Meer, eine Tasse Kaffee, ein leckeres Frühstück! Perfekt!!

Sehen wir nochmals nach dem Tender, warum läuft der potente Antrieb nicht so wie er es gewöhnlich tut??? Hier geschraubt, dort geschraubt, Probefahrt! Plötzlich – er verschluckt sich und geht aus. Pilot in dieser Minute – Skipper Mario! Alleine treibend in der Bucht von Lipsi, zum Glück an Paddel gedacht.

Na toll – ungewollter Frühsport

Klingt nach einer kurzen Paddelrunde bis zur rettenden Plattform – doch weit gefehlt! Paddelt mal einen fast 400kg schweren Tender – alleine mit einem Notpaddel – da weißt Du was Du gemacht hast. Mir brennen die Arme in diesen Minuten…

Fast geschafft – der Eigner macht- und fassungslos…

Da hing er nun, der stolze Flitzer, seines Antriebs beraubt, die Potenz geschwunden – was tun?

„rien ne va plus“ – nix geht mehr!

Gemeinsam wurde beschlossen das Problem zu vertagen. Wir packten den Flitzer in seine Garage, bereiteten uns auf den Schlag nach Patmos vor. Dort hätten wir die Gelegenheit einige klärende Arbeiten zu machen – außerdem war um diese Zeit wohl noch ein Plätzchen für den blauen Riesen zu finden. Anker auf und los, heißt auf die Segel, Kurs Patmos liegt an!

Am Foto nicht zu sehen – Böen machen ein Reff nötig
Relax – don´t do it

Noch herrscht entspannte Ruhe an Bord, doch plötzlich taucht ein, im Vergleich zu ELOWYN, kleines Segelboot am Horizont auf. Kennt Ihr den Spruch? Zwei Segelboote – eine Regatta…

Es beginnt – ein Matchrace

Volker ist sich nicht zu schade seine ELOWYN zu treiben um dem Kontrahenten zu zeigen wo der Bartel den Most holt, aber auch der Kleine ließ es sich nicht nehmen, die Schoten etwas anzuholen…

Passiert – wo war gleich die Ziellinie

Wir haben die imaginäre Ziellinie einfach so gesetzt, dass am Ende feststand, dass wir gewonnen haben – und wirklich war die Tricolore bald weit achteraus – da merkt man erst was Länge und Segelfläche bewirken.

Kurz darauf hatten wir bereits die Buchteinfahrt von Patmos erreicht.

Kreuzfahrer – wonderful

Das Kreuzfahrtschiff machte uns Sorgen. Es ist allerorts zu bemerken, dass mehrere hundert oder gar tausend Touristen für manche Urlaubsorte einfach zuviel sind – so auch in Patmos Scala. Ein lieber Ort, aber für die Kreuzfahrer einfach zu klein. Wir waren daher mehr als beruhigt, als sich der vermeintliche Ozeanriese eher als ein kleineres Schiff seiner Gattung herausstellte.

Größer geht immer

Die kreuzfahrende Touristenherde war ohnehin auf Kloster und Grotte der Apocalypse aus, wir hingegen, oder zumindest der weibliche Teil der Crew, wollten uns auf die Boutiquen der Stadt stürzen.

Volker hingegen hatte andere Pläne. Es musste geklärt werden ob der Willi wieder fahrtüchtig gemacht werden könnte, es waren schließlich bald Gäste in Mylos abzuholen, auf dem Törn mit diesen würde der Buchtenbummler dringend gebraucht werden – also Werkzeug raus und los…

Vergebene Liebesmüh`

Alter Sprit raus, neuer rein. Alte Zündkerzen raus, gereinigt, wieder rein. Zündkontaktschalter und Notausschalter geprüft und überbrückt – es half alles nichts, wir mussten nach ein paar Stunden entnervt aufgeben.

Der Tender wurde an die Bordwand gehangen, der Tag klang aus und wir fanden uns im Grill zu Patmos wieder. Ein Burger rettete den Tag!

Morgen ist auch noch ein Tag – wie geht es weiter?

Patmos Scala hat uns bisher kein kulinarisches Highlight geboten – daher fiel die Wahl auf den Burgergrill der überraschend gut war. An Bars hingegen ist Scala reich gesegnet, für den Absacker hatten wir die Qual der Wahl und wurden fündig. Ein insgesamt sehr schönes Plätzchen.

Gassen, Kirchen und alte Gebäude – mitten im touristischen Scala
Klein und fein
Mit einladenden Cocktailbars…
…die zum Absacker laden

Zu vorgerückter Stunde schlenderten wir zurück zu ELOWYN, satt, zufrieden, aber auch um die Erkenntnis reicher, dass nur eine Fachwerkstatt die Mittel hat den Willi zu diagnostizieren und dann zu reparieren. Dies führte zu dem Entschluss, dass wir nicht von Bord gehen würden, sondern zusammen mit den Freunden in die Marina zurückkehren um dort den Reparaturauftrag zu geben. Mit diesem Mindset gingen wir durch die Nacht…

Scala und Chora by Night

Wir wollten den Freunden den Wiedereintritt in den Microkosmos von Leros etwas erleichtern – wussten wir doch, dass sie bereits im Glauben waren dem Sog unserer Heimatinsel entkommen zu sein. So schlugen wir vor, dass wir einen Dinnerstop in Archangelos machen könnten – ein herrlicher Platz. Dieser Vorschlag wurde angenommen und wir legten also ab und verließen Patmos mit Kurs Ost, Richtung Archangelos.

Good Bye Patmos

Während wir die Bucht verlassen, überholt uns die Katamaranfähre in der Sibylle und ich normaler Weise sitzen würden, hätte uns der Tender nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ebenfalls Kurs Leros

Wir hatten abermals Vollzeug gesetzt, die blaue Schönheit glitt durchs gleichfarbige Wasser, ein Traum-Segeltag…

…als wir südlichwestlich von Lipsi plötzlich Schatten am Meer beobachten konnten – Define???

Und tatsächlich – die flinken Meeressäuger gaben sich ein Stelldichein am Bug der ELOWYN.

Poser…
…unter und über Wasser.

Die flinken Tiere schwammen, glaubt es oder nicht, eine geschlagene Stunde mit ELOWYN. Sie tauchten, spielten mit der Bugwelle und sprangen sogar. Sie ließen sich filmen, fotografieren und schienen das Spiel mit dem „großen Bruder“ zu genießen. Für uns verging die Überfahrt wie im Flug!

Angekommen in Archangelos, der Anker fiel in der Bucht vor dem „Stigma“

Ein Ruhepol

Ihr erinnert Euch – der Willi versagt den Dienst. Wie kommen wir zum Wirt, wie kommen wir zum Anlegeschluck? Da trifft es sich gut, wenn man einen Draht zum Wirt hat 😉 – ein Telefonat später setzte sich ein kleines Fischerboot in Bewegung…

Privattaxi???

…und ein paar Momente später war auch Volkers Skepsis verflogen und der Überzeugung gewichen – DER holt UNS jetzt ab! Tja…

Die Überfahrt zur Taverne dauerte nur Minuten und schon waren wir am Weg zu Giorgos und Evropi, wir freuen uns über jedes Wiedersehen – das war das erste im Jahr 2022.

„Stigma“ – das kleine, liebreizende Lokal

Wir setzten uns und hatten ein sehr einfaches aber fantastisches traditionelles Mittagessen – und „Octopus Tigania“ – ein Traum den ich mir immer bestelle, auch wenn es nicht auf der Karte steht – Octopus in der Pfanne mit etwas Chili und Samoswein – to die for…

Augenblick – verweile doch!

Hilft nix – wir müssen weiter! Wir müssen in die Marina um den Tender zur Reparatur zu geben. Der Termin ist inzwischen telefonisch fixiert. So werden wir zurückgebracht und es bleibt uns nichts mehr als ein herzliches EFCHARISTO an die Wirtsleute.

Junior Tassos zieht wieder von dannen

Wir dagegen laufen zwei Stunden später in die Marinabucht von Lakki ein und machen ELOWYN kurz darauf am Steg fest. Zu sagen sie hat dort ihren Stammplatz würde Volker und Tina jetzt wohl verärgern 😉 !

Lakkibucht – Marina voraus!

Der Tag sollte rund werden, drum fanden wir uns kurz darauf im „Mylos“ wieder – ihr erinnert Euch wahrscheinlich an das beste Speiselokal auf Leros. Vielleicht brauchten Volker und Tina diesen kleinen Trost – war ihr Ziel doch Mylos. Da darf man nicht zu genau sein…

Erste Adresse
Perfektes Ambiente
Raw Fish Cuts – als gemischte Vorspeise
Red Snapper in Salzkruste gebacken als Hauptgang

So fand ein perfekter Tag ein würdiges Ende. Generell vergingen diese Tage wie im Flug!

Vielleicht lag es daran, dass die Freunde so auf Mylos als Ziel fixiert waren, vielleicht aber auch nur daran, dass sie inzwischen die tollen Plätze der Insel kennen – ein weiteres „Mylos“ – die Mili, die Mühle von Haris, war auf der Bucket List abzuhaken.

Loungemusic und der perfekte Ausblick
DER Platz für den Sundowner…
…den man dann ins rechte Licht rückt (Mojito).
Wunderschönes Ambiente
Tolle Bar, tolles Personal

Ich selbst war zu dieser Zeit etwas hin und her gerissen. Natürlich habe ich die Rückkehr von Kristina und Volker genossen, natürlich waren die Momente unvergesslich und meine privaten fünf Minuten habe ich mir irgendwie verschafft…

…meist morgens – ich bin alleine zum Panteli Beach, habe gebadet und im „Tsoumas“ einen Kaffee getrunken.

Mittags sind Sibylle und ich nochmals nach Panteli…

…wir waren baden, etwas relaxen, während Volker sich um die Reparatur des Willi kümmern konnte. Sibylle hat gelesen, ich habe mich anderen essentiellen Aufgaben gewidmet…

…es war offensichtlich – mir fehlte Beschäftigung! Leider drängte sich meine To-Do Liste immer mal wieder in den Vordergrund, aber an sinnvolles, strukturiertes Arbeiten war nicht zu denken. So beschlossen Sibylle und ich den Juni komplett arbeitsfrei zu machen – schön einerseits, anderseits fehlen mir so acht geplante Arbeitstage.

Der Müßiggang nahm also weiterhin seinen Lauf – die Crews der ELOWYN und der ARIES lernten sich kennen…

Dinner bei Marietta

…und die Einkehr in Harris Mühle wurde zur täglichen Routine!

Vergnügen? Nicht nur! Ich mache das alles auch in meiner Aufgabe als selbsternannter Cocktailtester mit dem Ziel niemals einen Cocktail doppelt zu trinken – das ist oft auch mühevoll! 😉

Blue Hawaiian
Ouzo Olive Oil Sour

Wir entdeckten in dieser Zeit neue Tavernen, so zum Beispiel das „Zorbas“ in Panteli, in dem wir seit der Renovierung nicht mehr waren.

Das junge Betreiberpaar versucht sich zwischen „Mylos“ und den anderen Tavernen zu positionieren – mit feinen und pfiffig zubereiteten Gerichten. Es war echt gut – eine Alternativadresse!

Zorbas Panteli
Scampi Tartar
Schwertfisch Carpaccio
Linguine mit Seafood
Die Rechnung – akzeptabel!

Der Tag der finalen Abreise der ELOWYN – ich nehme es vorweg, diesmal sollte es den Freunden gelingen den Orbit von Leros zu durchbrechen und Kurs Mylos zu setzen. Es war schön mit Euch, wir sehen uns bald wieder!

Ich merke, wie sehr ich die morgentliche Fahrt mit dem Motorrad zum Strand genieße. Der Fahrtwind noch frisch, der Strand menschenleer…

Panteli, ca. 08.00 Uhr

…der Sprung ins erfrischende Wasser ist belebend und tut gut! SO startet mein Tag!

Enjoy

Ein Tag der leider kein guter werden sollte! Ich lese beim Kaffee immer die News am Mobiltelefon, was ich an diesem Tag zu lesen bekam, schlug ein wie eine Bombe…

Treue Blogleser erinnern sich sicher an Ingo. Der Ingo mit dem ich 2011 den SSS gemacht habe und eine Woche auf der TARU zur Ausbildung war. Der Ingo, den wir zur Vorbereitung unserer Langfahrt nach seiner Weltumsegelung zuhause besucht hatten, um Anregungen und Ideen zu sammeln.

Dieser Freund verlor nun also seine FAULE HAUT auf eine derart dramatische Art und Weise? Ich war erschüttert, den Tränen nahe und bin bis heute in Zweifel was die Fortführung unserer Pläne betrifft. Hier der Link zum Bericht – http://faule-haut.de/2022/06/09/fh-killed-by-a-tropical-cyclone/ – Gott sei Dank ist die Crew unbeschadet davongekommen!!

Wir schreiben den 09.06.2022 – ich hatte keine Zeit diese Horrormeldung zu verarbeiten. Unser Besuch hatte sich angekündigt, war bereits seit drei Tagen auf Kos, heute sollten wir uns treffen.

Wir haben uns also auf den Weg zur Fähre gemacht, der Zufall wollte es so, dass Stegnachbar Johannes mit der gleichen Fähre einen kurzen Heimatbesuch angetreten hat.

Warten auf den zweirümpfigen Zubringer

Wir haben mit Kate und Lisa vereinbart, dass wir gemeinsam von Kos nach Rhodos fahren würden, dort ein paar Tage verbringen und dann deren Urlaub in Leros ausklingen lassen werden.

Pünktlich wie immer

Da sitze ich nun in der Fähre, starre auf die Nachbarinseln welche wie im Flug vorbeiziehen und hänge in meinen Gedanken fest – Ingo und die FAULE HAUT in Seenot, alles verloren, nicht versichert – wie geht sein Leben wohl weiter?

Abrupt werden meine Gedanken unterbrochen – wir sind in Kos, die Freundinnen steigen zu, es gibt ein herzliches Hallo.

Welcome

Die Stunden nach Rhodos vergehen wie im Flug, wir haben uns viel zu erzählen und schon bald finden wir uns bei sommerlichen Temperaturen im Inneren eines online angemieteten VW Polo wieder.

Ich traute meinen Augen kaum – das neuwertige Vehikel hatte bereits 133tkm am Tacho – wow! Bestnote für den Vermieter. Der deutsche Kleinwagen brachte uns samt Reisegepäck ins 15 Fahrminuten entfernte Faliraki, dort hatten wir über Airb&b eine Ferienwohnung gemietet.

Nicht am Meer – aber nice

Was soll ich sagen? Eine tolle kleine Wohnung mit einem sehr netten Vermieter – Superhost sagt man wohl bei Airb&b.

Eingangsbereich mit Terrasse
Wohnen & Essen
Küche
Schlafgemach Mario & Sibylle (klimatisiert)
Last not least – das Bad!

Wir waren positiv überrascht, zufrieden und sind in dieser Stimmung in den Ort gelaufen um den Tag dort ausklingen zu lassen. Ausfahrten waren erst an den Folgetagen geplant. Tripadvisor führte uns zur Taverne „Iama“ – ich war, wie immer in Touriorten, eher skeptisch…

Nicht so schlecht

Aber summa summarum war die Empfehlung der Reiseapp nicht so schlecht und wir haben recht gut gegessen. Es war schon touristisch, etwas kitschig, aber der Preis-Leistungsverhältnis war echt gut!

Später noch ein paar Schritte gehen! Das Schlendern durch die Fußgängerzone von Faliraki war eine Ernüchterung – ein Discoschuppen neben dem anderen, Lightshows, Woomwoom Musik die sich überlagerte und „Come in my friend“ Typen überall – jetzt war uns klar warum der Superhorst uns nach unseren Partyvorlieben fragte und ganz entgeistert schaute, als wir ihm erklärten „we don´t like people“ (im Sinne von Menschenaufläufen)…

Wer´s mog!

Ich kürze die Erlebnisse der nächsten beiden Tage nun etwas ab – wir waren ja erst zum Saisonabschluss 2021 mit Franzi und Mikey hier, einen ausführlichen Bericht gibt es schon – im Kern wandelten wir auf den Spuren des damals Erlebten.

Am Tag 1 der „Early Bird Start“ nach Lindos – vor den Touristenbussen die zweitgrößte Akropolis Griechenlands besuchen…

Historische Bauwerke
Alte Steine und Gemäuer
Wunderschöne Ausblicke

…das Frühstück war in Lindos geplant, doch leider mussten wir feststellen, dass die Cafes erst später öffnen – eine Stunde warten wollten wir nicht. Das eine, im Tripadvisor empfohlene, Cafe welches um 09.00 Uhr öffnen sollte war – geschlossen – wegen Corona!

Ratlos – vor verschlossenen Türen

So setzten wir uns in unser Auto um im nächsten Touristenort ein Frühstück einzunehmen. Das Lokal war so fürchterlich und peinlich touristisch, dass ich keine Bilder gemacht habe. Aber wiederum musste ich Abbitte leisten – das Sandwich und die Eier (ok, keine hohe Kochkunst) waren echt gut. Ich habe bereut, dass ich nicht das „Full English“ probiert habe!

HP Sauce – I love it!

So gestärkt ging es weiter – einmal quer über die Insel. Rhodos ist auch in der Saison im Inselinneren fast leer – wir haben die Fahrt über die einsamen Straßen irgendwie genossen.

Hinterland – nix los

Unser Ziel war die beeindruckende Burgruine von Monolithos

Ein spektakulärer Platz

Natürlich gab es hier auch das obligatorische Gruppenfoto 😉

Weiter ging unsere Fahrt quer über die Insel, um das 1929 gebaute Hotel im Stil eines schweizer Chalets zu besuchen – hier haben wir uns einen Cappuccino und einen Kuchen gegönnt.

Sieht irgendwie befremdlich aus

Kenner des Blogs oder der Region wissen was folgt – gleich um die Ecke ist nämlich die „Villa de Vecchi“, die ursprünglich für Mussolini gebaut wurde und bis heute, sich selbst überlassen, als sogenannter „lost place“ Besucher anzieht – hier abermals einige Impressionen…

Villa de Vecchi – Mussolinis Villa
Der Eingangsbereich
Bemalte Holzdecken
Wohnraum mit Balkon
Kaminzimmer mit ganz besonderem Bodenbelag
Der Zahn der Zeit nagt

So beeindruckend die Villa ist, so bedrückend ist sie auch – es waren besondere Zeiten damals. Umso schlimmer ist es vor dem Hintergrund, dass unweit wieder Angriffskriege ausgebrochen waren – verrückte Welt!

Ich brauche eine Verschnaufpause – für Körper und Geist…

Hofbereich Eingang

Abfrischung tut Not – wir haben vom „Quinn Beach“ gehört, also nix wie hin! Dort angekommen merkt man, der Name von Anthony Quinn wird irgendwie vermarktet…

Vermarktung in drei Sprachen

Der Beach selber war durchschnittlich – er ist überigens nicht zu verwechseln mit dem Strand an dem „Alexis Zorbas“ gedreht wurde, der ist nämlich in Kreta.

Den hier hat Anthony von der Kommune Rhodos geschenkt bekommen, weil er einen anderen Film auf der Insel gedreht hat und somit den Tourismus angekurbelt hat. Während der Militärjunta hat Mr. Quinn das Geschenk wieder zurückgegeben.

Uns war´s egal, wir haben gebadet und sind dann zurück zum Superhorst in unsere Ferienwohnung nach Faliraki.

Frisch gemacht, geduscht, aufgehübscht – und ab nach Rhodos Old Town. Für den Polo finden wir eine Parklücke an der Stadtmauer…

…deren Verlauf wir folgen und so direkt bei den Pfeilern landen, welche einst den Koloss getragen haben sollen. Wir glauben das und bauen uns für Erinnerungsfotos auf.

Lisa und Kate vor den antiken Säulen

Natürlich genießen wir den Blick auf das Fort und die Windmühlen – dann aber rührt sich der kleine Hunger und es wird Zeit sich innerhalb der Stadtmauern umzusehen.

Fort mit Leuchtturm
Windmühlen von Rhodos / Mandraki

Hier überlassen wir nichts dem Zufall, darum hatte ich bereits gestern einen Tisch im uns wohlbekannten und auch geschätzten „Mama Sophias“ reserviert. Hier haben wir immer, so auch diesmal, gut gegessen – für das touristische Rhodos eher ein Highlight!

Meze bei „Mama Sophias“

Zufrieden erhaschen wir einen Blick auf die beeindruckende Moschee, bevor wir zum Auto zurückgehen und nach Faliraki in unser Airb&b fahren.

Minarett in Rhodos Old Town

Neuer Tag, neues Glück! Kein Risiko beim Frühstück heute! Uns ist vom letzten Besuch das „Pavo“ noch in guter Erinnerung – so waren wir pünktlich um 09.00 Uhr zur Stelle um dem Frühstückskoch einmal sein ganzes Können abzuverlangen.

Das „Pavo“ – moderner Style
Pole Position – bissl deutsch, aber mei…
Toast mit Spiegelei begleitet von frischgepresstem Orangensaft
Süsser Toast mit Erdbeeren und Bananen

Der Ausblick und das Ambiente taten ihr Übriges – das „Pavo“ ist ein wunderbarer Platz, der seinen Namen zurecht trägt – wie die Bilder belegen!

Fantastischer Ausblick
Pavo – nomen est omen
Immer das Gebettel
Poser!!!

So gestärkt, verlassen wir den wunderschönen Platz um die noch offenen Sightseeings von Rhodos abzuklappern – natürlich standen auch Steine auf (Sibylles) unserem Programm.

Ancient Kamiros – beeindruckend
Aus einer vergangenen Zeit
Die Zimmer vielleicht etwas klein
Inschriften – heute noch zu lesen

Ja, ich gebe zu – es ist immer wieder beeindruckend anzusehen und man kann, besonders wenn die Anlagen so gut erhalten sind wie in Kamiros, das Ganze auch zweimal besuchen.

Man kann aber auch zweimal einkehren! Besonders wenn die Kehle, wie in diesem Fall, ganz besonders ausgetrocknet ist. Also nix wie an den Strand, um sich an Getränken und Snacks zu laben.

Joghurt mit Honig – Lisa mags nicht, ich schon!

Apropos Snack! Natürlich wollten wir auch „Pommes Bernd“ wieder einen Besuch abstatten – aber leider fanden wir seine Pommesbude vereinsamt vor – es sah nicht nur so aus, als ob er Mittagspause hätte. Auf meine Mail bekam ich keine Antwort, schade…

Nachmittag – siedende Hitze, trotz des kräftigen Windes. Wir wollten wieder baden gehen, hat heute aber nicht geklappt. Am Quinn-Beach rollten große Wellen an, das wäre gar gefährlich gewesen, am großen Strand von Faliraki war es genauso – hier aber waren sowohl die Wasserfarbe als auch das Schauspiel der Wellen beeindruckend.

Wir haben auf´s Bad verzichtet und stattdessen ein paar Bilder gemacht…

Na gut, dann eben unverrichteter Dinge wieder in die Wohnung, unter die Dusche statt in die Brandung und ab in den Wolfsburger Schlitten um nach Rhodos Old Town zu fahren. Diesmal waren wir früher dran, diesmal sollte die Altstadt entdeckt und bebummelt werden.

Bummeln – ein typisch weibliches Ansinnen. Ich hatte keine Lust auf Ledersandalen und original Tommy Hilfiger Badetaschen. Was tun sprach Zeus – und Mario hatte die Antwort…

Yummie

Das „Da Vinci“ ist für mich die beste Eisdiele von Rhodos. Sie ist etwas teurer aber durchaus preiswert im Wortsinn. Die überaus charmante Lady mit dem Eisspachtel in der Hand zauberte ein Schlotzeis der Extraklasse – so lässt es sich auf die bummelnden Ladies warten!

Die Bummelei nahm ihren Lauf und ich wurde abermals geparkt – nämlich im „Sissito“ gegenüber der Suleiman Moschee…

Das „Sissito“ war letztes Jahr noch ganz oben auf meiner Liste für top Speiseadressen in Rhodos, ja vielleicht im Dodekanes. Mit den gewählten Sushi hatten wir auch diesmal ein super Essen in bester Qualtät am Tisch…

…was aber diesmal an Service abgeliefert wurde war unter aller Kanone! Weder Getränke, noch Salate, noch Vorspeisen kamen zur rechten Zeit oder gar wie bestellt. Es war zum Verzweifeln!

Ich habe diesmal wirklich sauer reagiert, habe nach dem Essen abgebrochen und das Lokal verlassen, während die Damen noch auf die Rechnung warteten – die Türsteherin hat mich verdattert angesehen als ich ihre Frage nach meiner Zufriedenheit mit “ I go for a Giros now“ beantwortet habe. Ein Bluff war es nicht!

Jetzt passt es – hier gibts ein Getränk zum Essen

Sorry Freunde, ich weiß, gutes Personal ist schwer zu finden – aber so nicht! Das „Sissito“ sieht mich nimmermehr!

Und, wie ist Rhodos Old Town bei Nacht so???

Massentourismus in Rhodos

Mehr als die Hälfte aller Menschen tragen bunte Bänder am Handgelenk. Die Hemden, welche die Körper umhüllen, sind ebenso bunt, sofern man sich nicht für das Weglassen eben dieses Kleidungsstückes entscheidet. Was immer aus den Kleidungsöffnungen herausragt, ist meist rot und leuchtet – ich will wieder nach Leros! Mein Bedarf an klassischem Tourismus war gedeckt!

Als wolle sich Rhodos mit mir versöhnen, haben die riesigen Hotels entlang der Waterfront zwischen Old Town und Faliraki an diesem Abend Feuerwerke gezündet. Für mich? Oder für die neuen Gäste? Es bleibt wohl auf immer ein Rätsel.

War schön anzusehen – dennoch war ich glücklich, als ich am nächsten Tag frühmorgens in der Fähre nach Leros saß. Den Wagen um 07.30 Uhr abgegeben, ohne Frühstück ins Schiff und erstmal einen Platz gesucht.

Die Fahrt war überraschender Weise etwas unruhig, es gab wohl eine „alte See“ durch den Sturm am Vortag. Es wurden Kotztüten verteilt und mein Versuch auf´s Herrenklo zu gehen wurde ad absurdum geführt weil ein Vornutzer sowohl Kloschüssel als auch das – man höre und staune – Handwaschbecken!!! mit Mageninhalt angefüllt hat. Gratulation, der Ferkelpreis für den Juni geht an diesen Mitmenschen.

Themenwechsel – die Waterfront des pitoresken Symi begeisterte die anderen Fährpassagiere ebenso wie uns…

Symi – ein Traum!

…bevor es volle Fahrt voraus, entlang der türkischen Küste, Richtung Kos ging. Die erreichten Geschwindigkeiten beeindrucken.

Türkische Gewässer

Vier Stunden im Fährkatamaran sind wie vier Stunden Busfahrt durch Schleswig-Holstein. Kein Wunder, dass Sibylle eingeschlafen ist. Ich dagegen habe mich durch Nachdenken wach gehalten…

…kaum denkst a bissl nach – bist schon da! Welcome to Leros! Die beiden Freundinnen hatten im „Bianco Hotel“ eingecheckt. Dieses wollte einen Leihwagen bereitstellen, stattdessen kam aber ein Fahrer – der war, gelinde gesagt, verwirrt, weil er wohl glaubte, dass wir zu viert ins Doppelzimmer wollen.

Der Irrtum konnte aufgeklärt werden, der Leihwagen stand vorm Hotel und das Einchecken verlief problemlos.

Perfekt für 4 😉
Das „Bianco“ in Lakki

Nach einem kurzen Zimmer-Check war endlich Frühstückszeit – oder besser Brunch-Time. Wir gingen zu Marietta und haben erstmal gegessen bis wir wieder bei Kräften waren.

Brunch – mit griechischem Salat

Der Rest ist schnell zusammengefasst – es zog uns an und ins Wasser…

Panteli Beach – ohne Filter

…wir genossen Vollmondabende in Alinda…

Agia Marina und das Castell von Alinda aus

…und wir besuchten abermals die Sehenswürdigkeiten von Leros.

Windmühlen
Agios Isidoros

Wir haben genauer hingesehen, um möglichst viel von der Landschaft zu sehen, zu spüren und zu genießen. Auch die bunte Vielfalt sollte nicht zu kurz kommen…

Flora
Gemüsemarkt
Hülsenfrüchte
Farben

…und natürlich haben wir es uns auch sonst gut gehen lassen – Leib und Seele im Einklang!

Dinner bei Marietta
Typical Greek Food
Cappucciono im „Harris“ – Sibylle und Lisa wandern
Bier beim Baden

Lisa und Kate waren ja schon einmal auf Leros. Dieser Besuch war daher zum Abhängen und Genießen gedacht – es sollte der perfekte Urlaubsausklang werden. Wir haben verschiedene Tavernen besucht – so stand ein Besuch beim Glatzkopf „o´Karaflas“ an…

Wie ein Gemälde
Blutmond – darf´s a bissl kitschig sein?

…aber eben auch mit den Beiden der Besuch im „Mylos“, als Abschlussessen nach den gemeinsamen Tagen.

Parot-Fish Cevice
Lumberjack Tataki
Tuna Tataki
Tuna Tartar
White Spaghetti with Shrimps

Der letzte Tag für Kate und Lisa brach an – ich fuhr in alter Gewohnheit morgens an den Strand…

…danach waren wir zum Frühstücken in Haris Mühle hoch über Panteli – ein wunderbarer Abschluss eines schönen Urlaubes.

Die Fähre geht zur Mittagszeit, wir bringen die Beiden zum Fährhafen und verabschieden uns gehörig, dann bringen wir das Auto zurück.

Ciao, schön war´s!
…und weg sind die Beiden!

Wir brauchen eine Pause! Es ist der 16.06.2022 – der nächste Besuch hat sich bereits angekündigt – für den 17.06.2022! Ab an den Strand!

Ein Bier macht vieles leichter

Übrigens gibt es auch auf Leros eine Menge Kuriositäten. Klar, etliche junge Leute leben hier, viele sind zum Beispiel begeistert von Kraftfahrzeugen aller Art – es gibt Bikertreffen, Oldtimertreffen und eben auch „Spezielles“.

Kurios – erkennt Ihr das Basisfahrzeug?
Des Rätsels Lösung – ein alter R5

Ein Facebook Bekannter hat mich gebeten ein Paket für ihn anzunehmen. Mach ich gerne! Ja, ich kann es Dir auch zum Stadtkai bringen – ganz vergessen, dass ich den Leihwagen nicht mehr habe. Egal, das mache ich griechisch!!!

Easy

So rinnt mir der Tag durch die Finger und ehe ich mich versehe, ist es der Ankunftstag unserer Freunde aus Erding, den zukünftigen Schwiegereltern von Tochter Franziska – wir freuen uns.

Dennoch, ich brauche mein Bad im Meer am frühen Morgen um gewappnet zu sein, so stelle ich mir sogar den Wecker um der „Early Bird“ zu sein.

Ich genieße diese Ruhe
Das Meer ruft zum Bade…
…und ich folge seinem Ruf!

Den Cappuccino trinke ich meist in Lakki, inzwischen passiert es mir immer öfter, dass dieser Cappu von einem Einheimischen übernommen wird. Ich habe mir erklären lassen, dass man das macht „wenn man jemand mag“ – so gebe auch ich immer wieder mal einen Freddo aus.

Ab und an winken mich die Mechaniker aus der Werkstatt zu sich an den Tisch – ich verstehe kaum ein Wort, genieße es aber mitten drin zu sein.

„Cafe Luigi“ – der Nabel von Leros

Wer nun denkt, dass dies doch ein gemütlicher Start in den Morgen ist – weit gefehlt! Unter normalen Umständen schon, aber dieser Tage sind wir recht gefragt – und so kommt es, dass ich nach meinem Morgencappuccino die inzwischen ebenfalls wache Sibylle auf NESSAJA abhole und wiederum im „Harris“ lande.

Ist halt einfach schön

Zur Abwechslung diesmal…

Ja, nennt mich fantasielos!

Wir hatten einander Einiges zu erzählen, der Vormittag war gerade ausreichend, weil die Geschichten so kurzweilig waren – ein guter Start in den Tag!

Dann aber rief die angenehme Pflicht, der Besuch wollte vom Fährhafen abgeholt werden, wir hatten das Auto besorgt!

Nur noch eine Minute…
…und schon steigen sie aus!

Großes Hallo, ein fester Drücker und „welcome to Leros“!

Lage checken

Ich war in der Zwickmühle – ich habe ja Kontakt zu Manolis Platis, dem Geiger, gemacht. Wir kennen uns und schreiben uns in losem Abstand. So teilt er mir zum Beispiel ab und an mit, wann er wo spielen wird. Diesmal in einer ziemlich grindigen Spelunke, einem Grill der aber für seine großen Portionen bekannt ist. Der Termin ist – genau – heute und er wolle mir den versprochenen USB Stick mitbringen.

Was tun? Ich will den Stick und kurz bei Manolis vorbeisehen. Ich will aber diese Taverne keinesfalls für den ersten Abend anbieten. Ich schildere mein Problem und die Beiden signalisieren mit zum Grill zu wollen – „kein Problem“ – eine Entscheidung die sie NICHT bereuen sollten!

So checkten wir die Beiden im „Castelo“ ein und versprachen sie abends zum Dinner abzuholen. Gesagt, getan!

Manolis beim Fiddeln – die Ruhe vor dem Sturm

Wir hatten einen super Tisch reservieren können. Zwei Kellner die den ganzen Abend rannten, im Wortsinn, boten einen super Service und das Essen wurde seinem Ruf gerecht. Mehr noch, es schmeckte ausgezeichnet!

Bisschen verschwommen – Ouzo und Bier eben 😉

Zu fortgerückter Stunde ging es dann los – hopahopahopa – und schon sprangen die jungen Griechinnen und Griechen auf – Lebensfreude pur, es gab kein Halten mehr…

Mal nur die Mädels

Wenn der Raum innen zu klein wird, weicht man nach draussen aus – auf die Straße??? Egal, hier wird der Verkehr gestoppt, dazwischen lassen die Tänzer die Autos passieren – keiner hupt, viele klatschen…

Am Ende bis zu 17 Tänzer

…und die beiden sausenden Kellner holen zwischenzeitlich Proseccoflaschen, schütteln sie und lassen die Korken fliegen – aber wir sehen nicht, dass jemand trinken würde. Dem Brauch gilt es auf den Grund zu gehen.

Wir ziehen spätabends nach Hause und sacken alle müde ins Bett – ein herrlicher Einstand für unsere Freunde, mehr Griechenland geht nicht!

Am nächsten Tag war Vatertag, ich realisiere das erst als Sibylle und ich im Anschluss an unser Frühstück zu Repapis gehen – ein Wort an meinen Sohn, so geht das, Du hast noch Luft nach oben!!!

Das Mindeste
Ja, das gefällt mir!

An diesem Tag war richtig was geboten auf Leros. Es fand eine Art griechische Meisterschaft im MTB Race statt. Biker aller Regionen waren nach Leros gekommen um die Trails hier unsicher zu machen. Für die Jüngeren wurde im Anschluss an eine kurze, stadtnahe Strecke ein Parcours aufgebaut.

Riva? Nein, Lakki!

Wir haben ein bisschen geschaut, bis die Zeit reif war um Christine und Nader abzuholen – Agios Isidoros stand am Plan.

Die Stunden verflogen, es war klassischer Urlaub angesagt. Der Vormittag zur freien Verfügung, mittags treffen und gemeinsamer Cafebesuch, Snack oder sonstwas, eine Sehenswürdigkeit oder Wanderung für die Damen, dann Strand bis zum Abendessen – zum Abschluss immer ein Ouzo als Absacker, eingenommen bei „Sorocos Bar“, direkt vorm Hotel. Wunderbar!!!

Ouzaka

Im Laufe der Zeit wurde der begleitende Teller zum Ouzo immer größer, die Meze mussten (fast) schon mit auf den Speiseplan.

Meze zum Ouzo – kann sich sehen lassen

Im grün-blauen Licht der Bar allerdings war das Zeug schwer zu essen – was Spuren hinterließ und mir einen Rüffel einbrachte.

Gottlob haben wir eine Waschmaschine

So enden die Tage wie deren Verlauf war – perfekt…!

Handybild, Nachtmodus

Aber Perfektion ist nur von kurzer Dauer – eine nächste Hiobsbotschaft machte mich fassungslos!

TANGAROA – gesunken auf dem Weg von La Coruña nach Brest

Ich kenne Marc und Karen nicht persönlich, aber aus verschiedenen Trans Ocean Diskussionsrunden und über verschiedene Social Media Kanäle. Wir haben das letzte Mal im März telefoniert, als er mir Hilfe angeboten hat, bezüglich der Vorgehensweise bei meiner Rudereparatur. Die Beiden waren auf dem Weg zurück von einer großen Atlantikrunde nach einem Sabbatical.

Will das Schicksal mir etwas sagen???

Ich werde darüber nachdenken, aber zunächst ist Urlaubsfreude angesagt. Was machst Du mit Freunden 10 Tage auf Leros – diese Frage haben wir uns gestellt und bei „Scooterwoman“ Rena Antwort erhalten. Geht nach Patmos, es gibt eine Fähre – an einem Tag hin und zurück.

Gute Idee, das machen wir! Also los und Tickets gekauft – um dann am nächsten Morgen, sehr zu Naders Leidwesen, in aller Herrgottsfrühe auf die Fähre zu warten.

NISOS KALYMNOS – Herr steh´ uns bei

Ach Du meiner treu – diese Möhre soll uns bis Patmos bringen? Naja, es geht seit 60 Jahren gut, wird es dieses eine Mal auch noch klappen, so unsere irrationale Begründung, den Seelenverkäufer zu betreten.

Doch siehe da, alles ging gut und so waren wir bereits zwei Stunden später in der Bucht von Patmos.

Es grüßt die Chora mit Kloster

Wir hasten vom stählernen Seelenverkäufer direkt zum Taxistand – wir wollen vor der Masse beim Kloster sein. Das gelingt, doch die Aufregung war umsonst, es war nicht so sehr viel los. Es war noch Zeit für ein leckeres Frühstück vor den Toren der Chora.

Sehr einladend
Ein ordentliches Angebot
Preise gehoben aber akzeptabel
Viel Flair
Liebe zum Detail

Überhaupt ist die Chora eine sehr charmante, wenn auch touristische Ecke auf Patmos, es loht sich die Details zu entdecken!

Selbst die touristischen Läden sind hier oben, vielleicht offiziell reguliert, etwas niveauvoller als man es von Kos oder Rhodos kennt – immer einen Abstecher wert.

Natürlich steht immer das Kloster am Plan, es ist das für mich schönste der griechischen Klöster die ich kenne. Amorgos ist sicher spektakulärer, schöner ist aus meiner Sicht aber Patmos.

Historisches Gemäuer
Farbkontraste
Innenhof
Uralte Gemälde
Gelebte Entschleunigung
300 Jahre – fast
Sie lebt – ganz sicher!
Wir gehen wieder – hoch über Scala

Danach ziehen wir weiter durch verwinkelte Gassen, bei denen es sich ebenfalls lohnt auf Details zu achten…

Gässchen – nicht verlaufen
Durchgänge
Abenteuerliche Bauweise

Wir kommen bei den Windmühlen an, diese sind restauriert und wirken daher schöner als die auf Leros. Zumal tragen sie ihre Tücher wieder, leider aber nicht in diesem Moment.

Patmos Windmills

Wir gehen zurück zum Ausgangspunkt, erfreuen uns weiter an den Schönheiten der Insel, lassen dabei auch die blühenden Bäume auf uns wirken. Da wir keine Allergiker sind, ist die Wirkung ausschließlich positiver Natur.

Christine und Sibylle beschließen den Fußweg nach unten zu nehmen und dabei der Grotte der Apocalypse noch einen Besuch abzustatten – Nader und ich dagegen, rechnen heute nicht mit einer weiteren Offenbarung und nehmen daher ein Taxi in die Scala – wir widmen uns hier einem anderen Produkt des Schaffens der Mönche…

Läuft

Ich hatte es schon erwähnt, dass Patmos uns kulinarisch immer enttäuscht hat? Aus diesem Grund habe ich immer wieder beiläufig erwähnt, dass es einen guten Burgergrill in der Stadt gibt – man wollte meine Offenbarung aber ebenfalls nicht hören und wir zogen nach einem kurzen Strandaufenthalt in eines der Touristenlokale.

Pandelis – überbewertet

Es war ok, nicht mehr, nicht weniger. Wir haben gegessen und nach dem Begleichen der Rechnung den Weg zum Hafen angetreten – und als ob sich Patmos gebührend verabschieden wollte, trugen die Windmühlen ihre Segel. Ein schönes Bild!

Just als wir zum Hafen kamen, füllte sich der kleine Ort, nanu, was war los? Weit und breit kein Kreuzfahrer zu sehen!

Ah, da war der Schuft! Er konnte aufgrund seiner Größe den Hafen nicht anlaufen, schüttete dafür aber im Gegenzug mit kleinen Shuttlebooten hunderte Touristen in die kleine Stadt – nicht meines, sorry!

Könte ich, dann würde ich…

Unsere Schaluppe brachte uns zurück nach Leros, wir beobachteten die Sonne beim Untergehen – schöne Momente…

…für manche aber ein untrügliches Zeichen dafür, dass jetzt Schlafenszeit ist. Namen werden keine genannt, die Personen wollen anonym bleiben!

Zu später Stunde bringt uns der kleine Riese zurück nach Leros, die Klappen öffnen sich, die Menschen die zwischen den Inseln pendeln steigen aus…

Nicht mehr lang…

Der neue Tag sollte weniger anstrengend sein, ich machte ein paar Mails und hörte die Songs von Manolis, passt einfach gut!

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und chillten gehörig. Heute Abend wollten wir Christine und Nader zu Manolis „To Steki“ mitnehmen – ob es ihnen wohl gefallen würde?

Ganz sicher gefallen hat Nader der Besuch bei Haris – er wollte unbedingt auf einen Aperitiv hoch zur Mühle gehen. Mit diesem Wunsch rennt er bei mir offene Türen ein. So fanden wir uns am frühen Abend hoch über Panteli wieder – mit Blick auf´s Hotel unserer Freunde.

Der Chef mit dem Skipper – Beratungsgespräch???
Aperol Panteli
Pineapple Express

Danach gings in die andere Bucht um dort, zum ersten Mal in diesem Jahr, im „To Steki“ am Strand Platz zu nehmen. Bisher war es immer zu frisch und wir auf der Terrasse gesessen, jetzt endlich saßen wir direkt am Strand. Es war auch noch relativ früh am Abend.

Blick auf die Bucht von Alinda – von unserem Tisch aus
Schöner kannst kaum sitzen

So ging wieder ein Tag zu Ende – ich mache es kurz, Dimitris konnte begeistern, seine Meze waren wieder ein Gedicht und wir alle ließen den Tag zufrieden ausklingen.

An sich vergingen die Tage wie im Flug, viel Inhalt, viel Erlebniswert, viel Spaß – kurzweil. So wollten wir heute, nachdem gestern ein Ruhetag war, wieder einen Ausflug machen – ich ließ mir etwas Besonderes einfallen…

Ob es gelänge den Wirt aus Archangelos für mich zu gewinnen und ihn zu bitten, uns nach seiner Einkaufstour in Leros mit dem Schiff mitzunehmen? Ein Ausflug nach „Paradise Island“ – dorthin, wo man nur mit dem Schiff hinkommt?

To make long Story short – es gelang uns, wir fanden uns um 11.00 Uhr des Tages auf Giorgos Kahn wieder, auf dem Weg ins „Stigma“.

Klar nehme ich Euch mit
Buchtausfahrt Partheni

Nur für´s Verständnis, die Überfahrt dauert maximal eine halbe Stunde, es ist an sich kein Abenteuer. Den Charakter eines solchen bekam die Fahrt erst durch Giorgos Aussage „I cannot bring you back, we will find a way“ – ok, wird schon!

Lieblingsplatz
Stammtisch – diesmal ohne NESSAJA

Wir waren ausgiebig baden, der kleine Strand ist sandig und erlaubt ungetrübte Badefreuden. Natürlich haben wir uns einen Lunch gegönnt, supereinfach und superlecker.

Die üblichen Meze, gefolgt von einem Fleischgericht aus drei verschiedenen Fleischsorten, danach Wassermelone.

Dazu gab es ein „Herrengedeck“ aus Ouzo und Bier, wobei wir bemerkten, dass Fliegen Bier mögen – da wir unseren Gerstensaft aber nicht teilen wollten, haben die Fliegen eine eigene, nicht ganz volle Dose bekommen – erfolgreich…

Nach dem Essen wollten wir nochmals schwimmen gehen. Inzwischen war die Rückfahrt für uns organisiert, ein Wassertaxi würde uns um 16.00 Uhr abholen, gerade noch das Zeitfenster für ein weiteres Bad im kühlen Nass.

Nix wie rein

Ich rufe einen Arschbombenkontest aus und gehe in die Vorlage – Nader versucht mein Ansinnen auf Zelluloid zu bannen – es gelingt!

Anlauf, graziler Absprung
Eintauchphase – kugelrund zusammengeklappt
Splash, bäääämmm – nicht sooo schlecht 😉

Pünktlich um 16.00 Uhr kommt unser Wassertaxi und bringt uns, neben einer Gruppe Italiener, zurück nach Leros. Diese Überfahrt im schnellen RIB ist deutlich flotter und spannendender als der Hinweg.

Christine fotografiert mit der Frontcam – den flotten Griechen!
Nader bleibt gelassen…

Angekommen auf Leros trennen wir uns, um uns ein bisschen frischzumachen und dann am Abend wieder zusammenzufinden.

Bei NESSAJA tut sich was! Robi und Baba waren inzwischen weg, wir daher ohne Nachbarn. Es lag mir daran, nette Menschen so direkt neben mir zu haben, das kann wichtig sein wenn Du immer am Boot bist. Da traf es sich gut, dass Judith und Alistair von der MONEY PENNY signalisierten, dass sie auf Leros ankommen würden.

Das ist deshalb interessant, weil MONEY PENNY und NESSAJA baugleiche Schwesterschiffe sind. Von der Dufour 43CC wurden jedoch nur ganz wenige Einheiten gebaut – man spricht von 10 – so dass ich im Mittelmeer keine weitere kenne. Ich habe Alistair und Judith über eine Facebook Gruppe kennen gelernt, wir tauschen uns seit Längerem aus, nun sollte das Treffen in der Realität folgen.

Ich hatte mir erlaubt, den Platz neben mir bei Marinero Sebastian zu blockieren – exklusiv für MONEY PENNY – und nun war sie da!

Schwestern – so gleich und doch so verschieden

Natürlich gab es ein großes Hallo und wir haben uns gegenseitig die Schiffe gezeigt. Die Beiden sind supernett und ich würde mich freuen wenn wir uns anfreunden. Natürlich waren wir inzwischen miteinander beim Dinner und quatschen jeden Tag. Die beiden sind aus Tenby und wer meine Liebe zu GB, in dem Fall Wales, kennt, der weiß – ich hätte da Hintergedanken…

Es war wirklich ein komischer Zufall, dass sich exakt an diesem Tag ein weiterer Besitzer einer 43CC bei mir meldete – ob ich noch Bilder seines Ruders bräuchte, er wäre grad am Schiff. Jean-Armande ist aus Canada und der Dritte im Bunde. Andere 43CC sind mir nicht bekannt. Natürlich haben wir sofort aktuelle Bilder ausgetauscht…

Das Dinner am heutigen Abend sollte nicht so feudal werden, wir waren ja mittags im „Stigma“. So haben wir beschlossen ins „SouVLakki“ zu gehen, um hier mit einem kleinen aber authentischem Giros den Abend abzurunden. Das klappte bestens!

Christine hatte noch eine Rechnung mit Griechenland offen, die galt es heute zu begleichen! Wie schmeckt wohl Retsina? Eine Frage die sie schon lange beschäftigt. Unsere Auskunft, dass wir nie etwas Schlimmeres getrunken hätten und unsere einzige jemals bestellte Flasche in Pothia / Kalymnos in die Blumen gegossen haben (die danach sicher verwelkt sind), konnte sie nicht nicht abhalten – heute und jetzt!!!

Retsina – grauenhaft

Ja, wie das so ist mit so Zeug – Retsina ist wie Ei mit Maggi – love it or hate it! Und Christine gehört zur LOVE Fraktion…

Retsina Sommeliére

…nach anfänglichem Zögern trat Begeisterung ein und die ekelhafte Plörre zog ein in ihre persönliche „Greek-Must-Haves“ Liste und wurde somit noch mehrfach bestellt. Positive Nebenwirkung, sie hatte den halben Liter immer für sich alleine.

Es war schon dunkel als wir aufgegessen hatten, unser Desert verzehrt und sowohl Ouzo als auch Mastiha Gläser geleert waren – da nahm am Nachbartisch ein ungewöhnlicher „Gast“ Platz…

Wohl bekommt´s

…stört hier aber keinen! Die Mieze mampfte ein paar Happen, wähnte sich wohl im Schlaraffenland – Giros mit Beilage – wann gibt´s denn sowas? Zog dann aber friedlich von dannen.

Wir ließen die Tage ausklingen, das Urlaubsende nahte. Dem Strandaufenthalt nebst Hopfenkaltschale wurde der Vorzug gegenüber neuen Entdeckungen von B-Zielen gegeben.

Sibylle und Christine machten noch zwei Spaziergänge, aber im Großen und Ganzen beschränkten sich unsere Highlights auf die Abendessen – hier ein paar Impressionen.

Zum Beispiel von einem, für uns neuen, Spot mit sehr guten Referenzen. Die „Ouzeri o´ Sotos“ ist bekannt für Fischgerichte, da aber etwas abseits in Drimonas für uns nicht immer am Schirm – das haben wir mit Christine und Nader geändert…

Einfach und authentisch
In Drimonas, direkt am Meer mit herrlischem Ausblick
Ich war überrascht von schönem Geschirr, sehr gutem Service und feinen Meze
Florinis, Leros Cheese, Saganaki, Octopus Carpaccio
Dazu ein griechischer Salat
Kokoretsi – mit Kalamari statt mit Innereien
Eine abgewandelte Form von Kokoretsi – in einer fruchtigen Hibiscus-Sosse, wow!!!

An einem anderen Tag war bei Marietta und Takis Live Music ausgerufen – das wollten wir uns noch einmal antun. Wieder war Flourious am Keybord, diesmal war aber statt Fiddler Manolis der andere Manolis zu Werke – nämlich an der Bouzouki!

Ich mag und kenne Manolis, er war früher Marinero bei uns und hat mir eines dieser geflochetenen Armbänder gemacht. Es war uns also eine Ehre teilzunehmen.

Marietta und Manolis
Alex, Marietta´s Bruder, eröffnet den Reigen – man beachte Takis auf den Knien…
…der sorgt nämlich mit Schnapsgläsern für den Takt
Das Lokal war gerammelt voll…
…die Stimmung entspannt – hier Tali und Izi von der ROZI
Später kam ein junger Mann aus dem Publikum ans Micro – der sehr gut singen konnte…
…so dass es zumindest für die Damen kein Halten mehr gab!
Desert – vom Haus

Nader und ich kämpften noch die letzten Kalorien „vom Haus“ nieder, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Perfekter Abend.

Für den nächsten Tag kündigten sich unsere Münchner Freunde Gottfried und Gabi an, sie hätten ein Dieselproblem auf der HARMONY und ob ich nicht zwischenzeitlich einen Kraftstoffschlauch nach DIN xxxx besorgen könnte? DIN in GR??? Ich wollte helfen und machte mich auf den Weg – eine Odyssey begann.

Ihr erinnert Euch an Panos? Den Verkäufer in der Marina Chandlery? Er meinte er hätte den Schlauch, vielleicht! Ok, können wir nachsehen erwiedere ich. Hm, schwierig meint er, der sei im Container und nicht im Laden. Ah, verstehe – können wir dort nachsehen? (ich verzweifle)… Da lächelt er, denn er hat eine super Idee, er schlägt mir vor in den Ort zu einem anderen Ship-Chandler zu fahren, vielleicht hat der einen Schlauch griffbereit! AAAAAhhhhrgg…

Ich fahre zu acht!! verschiedenen Stellen und frage nach einem NBR Kraftstoffschlauch in Industriequalität, 8mm Durchmesser, 8m lang – mit Gewebe wenn möglich, sonst ohne – keiner der Befragten kann alle Kriterien erfüllen, bis auf einen. Kallas ist sich seiner Position aber bewusst und verlangt 8.-€ den Meter. Ich biete die Brust und verzichte – und sage ihm auch den Grund. Ihr müsst wissen, dass so ein Schlauch im Internet 1,50.- der Meter kostet.

Ich fahre für Freund Gottfried tatsächlich einmal über die ganze Insel um dann in der Artemis Boatyard fündig zu werden – man bedient mich freundlich, verkauft mir die gewünschte Qualität in den erforderlichen Abmaßen für 4.- / Meter. Auch teuer, aber vetretbar!

30km Strecke für nen Benzinschlauch – hat aber Spaß gemacht
Mein Schatz – inzwischen verbaut, die HARMONY wieder flott

Der letzte Tag für Nader und Christine läuft. Wir gehen ein letztes Mal zum Sundowner ins „Harris“, der Mühle oberhalb Pantelis um das Ambiente und die Drinks dort zu genießen.

Unsere GS dabei – der Parkplatz des „Harris“
Strawberry Splash

Danach unser letztes gemeinsames Dinner, bevor wir uns das nächste Mal zum Essen in Deutschland treffen – vermutlich am 30.09. zur Hochzeit unserer Kinder. Klar war, auch hier muss als Höhepunkt das „Mylos“ herhalten!

Ok, aber wir kennen den Weg
Es ist einfach ein traumhafter Platz – mehr Griechenland geht nicht!
Man hat aufgerüstet – jetzt 3 statt 1 Fischkühlschrank! Hier für die Fische
Nummer 2 für Meeresfrüchte, etc.
Nummer 3 – nochmals andere Fische
Scampitartar
Kataifi Cheese
Spaghetti Vongole
GEILE Nachspeise – Baiser mit Sahne und Erdbeerjus – vom Haus

Wir genießen den letzten Abend und die unvergleichliche Stimmung die wir in den letzten 10 Tagen sooft genießen durften!

Agia Marina bei Nacht

Verabschiedung ist nie schön. Wir haben uns daher am nächsten Tag sehr zeitig verabredet, um im kleinen Cafe in Agia Marina gemütlich auf die Fähre zu warten, den Urlaub der Freunde Revue passieren zu lassen und um einen Cappuccino nebst ein paar Süssigkeiten zu genießen.

Angekommen an der Fähre, wurde der Flitzer entladen, Sibylle und ich würden den Panda zum Verleih zurück bringen. Das alles ist hier auf Leros sehr unkompliziert. Nader brauchte etwas, um sich daran zu gewöhnen – ich hoffe, er sperrt zuhause seine Autotüren wieder zu und macht die Fenster hoch. Das mit dem Schlüssel stecken lassen üben wir nächstes Mal.

Und immer daran denken – Blinken ist hier eine Idee, in Deutschland aber Pflicht!

Wie immer kommt die Fähre pünktlich und es wird klar – in ein paar Minuten ist der Besuch auf Leros, ein etwas anderer Urlaub, für Christine und Nader zu Ende.

Die Freunde verschwinden im Pulk…
…und werden von der Dodekanisos Express nach Kos gebracht

Inzwischen schreiben wir den 27.06., der Monat neigt sich dem Ende zu. Wir haben positiven Terminstress, weil inzwischen andere Freunde und Bekannte auf der Insel sind, wieder andere wollen sich verabschieden, da sie schon wieder gehen müssen.

Alle möchten sich gerne noch einmal mit uns treffen oder essen gehen – das ehrt uns und deshalb folgen wir den Aufforderungen.

So gehen wir etwa mit Gottfried und Gabi nach Panteli ins „Pirofani“ – ein Besuch der Zweifel in mir hervorruft. Wir haben prizipiell gut gegessen…

Spaghetti Vongole
Pirofani Salat
Grilled Calamari

…aber gemessen am Preisniveau und dem Getue welches man an den Tag legt stimmt es halt mal wieder nicht perfekt. Ich will nicht auf Deutsch begrüsst werden – das sollen die Kellner in Kos machen, aber nicht hier! Ich könnte darüber hinwegsehen, wenn nach der Begrüßung der perfekte Service folgen würde, aber meist muten die Jungs sich zuviel zu – und reißen die selbstgelegte Latte auf dieser Höhe.

Für mich bleibt Panteli die erste Wahl als Strand – die Lokale dort sind es für mich nicht. Als Ausnahme bleibt im Moment das „Zorbas“ zu nennen, welches aber beweisen muss, dass es die Qualität halten kann.

Obwohl mir die eine oder andere Wolke (die es 2021 nie gab) die Badefreude verderben will…

Bläde Woik´n – direkt vor MEINER Sonne

…lasse ich mich nicht davon abhalten täglich zum Panteli zu fahren und mich in die Fluten zu stürzen. Meist trinke ich ein Bier oder einen Ouzo und genieße das Leben oder zumindest die Stunden. Gibt´s dann noch Meze dazu bin ich glücklich!

Greek Lifestyle – Ouzo mit Meze

Eine weitere schwarze Wolke baute sich drohend über meiner kleinen Welt auf – die Eiskühlung im Repapis war kaputt! Wo war all das leckere Eis? Mein Eis???

Weg, einfach weg…

Und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her – das Lichtlein war diesmal die von mir so geschätzte und meist auch sehr nett angelächelte Eiswaren-Fachverkäuferin. Ein kurzes Gespräch machte es möglich, dass mir der frostige Genuss in ausreichender Menge und in den gewünschten Geschmacksrichtungen zur Verfügung stand!

Personal Treatment – Efcharisto poly

Ich entdecke jeden Monat Neues, so dass auch der Juli einige Highlights bieten wird. Es wird zum Beispiel wieder Konzertreihen geben und wir werden wohl auch das ein oder andere Konzert besuchen…

Am letzten Tag des Monats waren wir nochmals zum Carboloading geladen – zu Evelyn und Roland auf Ihre ARIES. Auch diese Freunde sind wieder auf Leros, aber nur temporär. Es muss noch ein Dach montiert werden und dann werden sie wohl ihre Leinen loswerfen und Richtung Westen fahren.

Mit Ihnen haben wir fast den ganzen Winter verbracht und viele Abende durchlebt und auch durchzecht. Ich befürchte fast, dass es ein Abschied für länger werden könnte.

Diesen einen Abend jedoch, den letzten des Monats Juni, haben wir es uns nochmal richtig gut gehen lassen, zuerst beim Sundowner auf der Empore des Katamarans (ja, Flybridge)…

…dann auf der Terrasse der schwimmenden Wohnung – bei einem feudalen Dinner – dank Evelyns Kochkünsten!

Spaghetti Frutti di Mare

Ich selbst habe dem Tag noch eine etwas „unangenehmere Note“ hinzugefügt. Denn nachdem es mir während der zwei letzten Deutschlandbesuche nicht möglich war einen Zahnarzttermin zu bekommen, lasse ich die Routineuntersuchung künftig hier machen – so fand ich mich in der örtlichen Zahnarztpraxis wieder…

Dental Clinic – ok…
Hochmodern und einladend

…wo die Behandlung sehr rasch und auch nahezu ohne Unterschied zu dem aus Deutschland gewohnten Procedere war. Ich werde wegen dem Zahnarzt keinen Terminstress mehr machen…

Das war er, unser Juni! Er lässt mich mit zwei Herzen in der Brust zurück! Ich konnte genießen weil es Urlaub war! Andere Gesichter, andere Themen, Ausflüge und sehr nette Besuche verschiedener Tavernen und Bars. Etwas Abstand zu meiner Baustelle auch…

Auf der anderen Seite die Seenotfälle bei denen zwei Freunde ihre Schiffe und ihr Zuhause verloren haben und dabei nur knapp dem Tod entronnen sind. Als wäre das nicht genug, beklagt die Langfahrtszene auch noch den tödlichen Unfall eines weiteren Seglerpaares aus Deutschland. Ich bin verunsichert und habe so manches Mal Zweifel an unserem Tun.

Im neuen Monat wird das eine Rolle spielen, auch nehme ich die Arbeiten an NESSAJA wieder auf. Zudem hatte das Carboloading der letzten Tage (auffällig viel Nudeln) einen Grund – ich bin in eine (private) „Biggest Loser“ Challenge eingestiegen, mal sehen ob´s was bringt…

Ich danke Euch für das aufmerksame Lesen, das Folgen unseres Blogs und Euer Interesse – Ihr nehmt Euch Zeit, wenn auch virtuell, das freut mich!

Bis zum nächsten Monat – der Skipper / Eure NESSAJA Crew

Winter 2022 – Wherever I lay my Hat – that´s my Home

Ein Winter auf der Elowyn

Als Kind der 80er komme ich um Paul Young nicht herum – er hat 1983 den Song veröffentlicht welcher für diesen Bericht als Headline steht. Ein besonderer Bericht deshalb, weil er außerhalb des „Mediaplanes“ veröffentlicht wird – das hat seinen Grund…

Kristina und Volker nämlich, haben uns nach der Rückgabe der ELOWYN in ihre Eignerhände gebeten, ein paar Erlebnisse des Winters für Ihren Blog aufzuschreiben. Da der Blog der ELOWYN nicht öffentlich ist und ich somit nicht verlinken kann, habe ich entschieden den Text außerplanmäßig auch auf NESSAJA´s Blog zu veröffentlichen.

Paul Youngs Titel hat es deshalb geschafft Headline zu werden, weil die Elowyn vom 20.01.2022 bis 13.05.2022 unser temporäres Zuhause war. Wir haben uns sehr heimisch gefühlt, nachdem wir, im Sinne des Liedtextes, unseren Hut abgelegt hatten.

Dass damit auch eine Verantwortung einhergeht, sollten wir zu spüren bekommen. Hier unsere Geschichte im Stil einer Erzählung…

Der Winterliegeplatz der ELOWYN 2022

„Wir schreiben den 19. Januar 2022, Sibylle und ich sind mitten in der Nacht auf Leros angekommen und haben diese Nacht der Ankunft auf unserer NESSAJA geschlafen. Im Januar ist es auch hier im Dodekanes, dem östlichen Part der Ägäis, durchaus kalt. Ein Fakt der sich im Winter 2022 noch bekräftigen sollte. Sibylle und ich haben daher schon bald beschlossen, umgehend auf die ELOWYN unserer Freunde Kristina und Volker zu übersiedeln, es schien uns sinnvoller uns gleich hier gemütlich einzurichten – stand der Krantermin für unsere NESSAJA doch unmittelbar bevor.

Was? Auf die ELOWYN? Wieso das? Wird es Euch nach den Wochen auf diesem Schiff überhaupt noch auf der NESSAJA gefallen? Das waren die Fragen die uns nahezu immer gestellt wurden, wenn wir Freunden von unseren Plänen für die kommenden Monate erzählt haben. NESSAJA kommt für ein großes Refit und Upgrade am 24.01.2022 an Land und wird zur 24/7 Baustelle, die ELOWYN für diese Zeit unser Zuhause.

20.Januar 2022 – wir beziehen die blaue Perle

Hier ist es an der Zeit ein wirklich fettes HERZLICHES DANKESCHÖN an Tina und Volker loszuwerden! Das Angebot, ihr Schiff während der Bauphase an unserer treuen Gefährtin bewohnen zu dürfen, ist kaum in Worte zu fassen. Natürlich haben wir es als win-win Situation deklariert, natürlich stimmt es, dass Sibylle und ich auf die schöne Blaue achten würden und ihr Pflege angedeihen lassen – dennoch bedeutet es einen immensen Vertrauensvorschuss, Eigentum dieser Komplexität und Wertigkeit in „fremde Hände“ zu geben.

Als das Angebot im Herbst 2021 erfolgte, waren wir sprachlos, ungläubig, auch überwältigt – wir haben uns mehrfach rückversichert, dass dies auch wirklich so gemeint wäre und für beide, Kristina UND Volker, kein Problem darstellen würde. Nein, würde es nicht und ja, es war ernst gemeint! Wir wurden gebrieft und harrten den Dingen. Wir planten unseren Winter 2022 auf der größten Yacht in der Leros Marina Evros – unweit von unserer Baustelle, der ideale Platz um sich selbst und die geplanten Arbeiten zu organisieren.

Der 20. Januar 2022! Wir tragen unsere Taschen auf die ELOWYN, einige Küchenutensilien, unsere Bettsachen und ein wenig persönliches Hab und Gut – es war ein kleiner Umzug der aber schnell von statten ging. Wir machten es uns gemütlich…

Blumen blühen hier im Winter, der Sommer ist zu trocken

Jetzt musste der theoretischen Einweisung von vor drei Monaten die praktische Umsetzung folgen…

Ähhh, wo war der Schalter für die Heizung? Welche Heizung war gleich wieder für hinten??? Ach die, ich probier´ mal… klappt! So ging es über eine Stunde – welcher Schalter für welche Steckdose, für welchen Kühlschrank, für welches System? Welche Systeme brauchen wir überhaupt? Man muss wissen, ELOWYN hat ungefähr viermal so viel Schalter wie NESSAJA, zum Glück perfekt beschriftet, wir haben uns schnell an die Technik gewöhnt.

Schalttafel der ELOWYN – wie war das gleich nochmal???

Unter dieser Voraussetzung sollte es kein Problem sein Volkers Anforderungen an die Winterpflege seines Augapfels zu erfüllen. Immer mal wieder mit beiden Heizungen heizen, immer mal wieder alle Wasserhähne und Klospülungen betätigen, immer mal wieder relevante Systeme in Betrieb nehmen. Ha, nichts leichter als das!!!

Ich bin seit 20 Jahren Eigner von Booten – ich hätte es besser wissen müssen…

Klo geht nicht weil Wasser leer / Diesel merken – wir werden heizen, viel heizen!

Auch bei einem Schiff dieser Größenordnung kann, wenn es denn einmal zehn Jahre alt ist, etwas kaputt gehen – und das tat es dann auch!

Wir wussten davon, dass über die Mastmanschette etwas Wasser in die Bilge eintritt. Zu unseren Aufgaben gehörte es, diese Bilge ab und an auszusaugen, nichts leichter als das, steht doch ein potenter Kärcher Nasssauger zur Verfügung!

Im Handumdrehen war die Bilge leer

Nicht gewohnt waren wir an die Geräusche welche auf der ELOWYN tagsüber und auch nachts zu hören waren. Ein paar konnten wir abstellen, andere einordnen – doch was war das???

Klängklängkläng, ups, was scheppert da? Rasches Nachforschen zeigte schnell, das zweite Vorstag hing verdächtig durch und musste hydraulisch nachgepumpt werden. Gesagt, getan und das Problem war behoben. Dachte ich zumindest, doch ein paar Tage später – klängklängkläng – ok, woran kann das nur liegen? Ich berufe eine Telefonkonferenz mit Volker ein – ah, es gibt einen Hydrauliktank, ok, finde ich! Das Ölbehältnis ist prinzipiell leicht zugänglich – nur befindet sich das etwas versteckte Einfüllloch in etwa 2,5m Höhe. Für den weißen Riesen kein Problem, ich dagegen müsste mich mächtig strecken, aber mit einer sehr großen Spritze würden sich die zwei Liter Hydrauliköl einfüllen lassen. Morgen besorge ich das Öl…

Das wurde leider nix! Hydrauliköl DIESER Spezifikation würde ich auf der Insel nicht bekommen. Die Tatsache, dass ich diese Aussage einfach nicht glauben wollte, kostete mich einen Tag für Materialsuche – es sollte nicht der letzte bleiben. Ich mache es an dieser Stelle kurz – das Öl habe ich der Einfachheit halber in Deutschland bestellt, Materialwert zweimal 9,95€, Frachtkosten 24,95€! Das zweite Vorstag ließ sich wieder aufpumpen, das Problem war gelöst – darauf ein Mamos…

Ein gellender Schrei – Wasser! Es läuft! Alles schwimmt! Sibylle war gerade noch friedlich beim morgendlichen Styling als der Hilfeschrei ertönte. Die Toilettenspülung im achterlichen Bad schaltete nicht mehr ab! Eine meiner Kernaufgaben – das Betätigen der Klospülungen, so dass sich die Magnetventile derselben nicht festsetzen würden – ich hatte diese Aufgabe stetig erfüllt und keine Probleme festgestellt, alle vier Toiletten arbeiteten einwandfrei. Und jetzt das, ausgerechnet bei der meistgenutzen Anlage!?

Telefonkonferenz mit Volker…

Provisorischer Schreibtisch und Organisationszentrale 😉

Ich hole mir Ratschläge zur Problemlösung, schnappe mir den Werkzeugkoffer (erfahre leider erst später, dass es hierfür eine spezielle Unterlagedecke gibt) und lege los. Der Magnetschalter ist schnell ausgebaut, aber das Ventil selber ist in die Wasserversorgung integriert und schwer zugänglich. Meine Idee war nun, das leichter zugängliche Ventil aus der Steuerbord Gästetoilette zu tauschen und von diesem den Magnetschalter im Eignerbad einzubauen. Ich hole mir die Zustimmung von Volker in einem weiteren Videotelefonat und bestelle das Teil – wer meint, dass dies auf Leros einfach ist, hat falsche Vorstellungen…

Neu und Alt

Der Shipchandler in der Marina ist sehr nett, auch fachkundig und griechisch motiviert, man erreicht am meisten, wenn man ihn mit einer vorhandenen Ersatzteilnummer um Beschaffung bittet. Ich recherchiere also einen Abend lang Magnetventile des Toilettenherstellers der ELOWYN, finde den Ersatz des vor 10 Jahren verbauten Teiles und dessen OE-Teilenummer heraus. Ich setze meinen flehentlich bittenden aber verbindlich fordernden Blick auf und gehe zu Panos. Ich verwende Worte wie „important“ und „urgent“, weise auf „help needed“ hin und erkläre er sei „the only one“ – das hat gereicht! Wenige Tage später halte ich das Reparaturteil in der Hand und setze die Reparatur um. Jetzt funktionieren alle Toiletten wieder.

Auch hier ein kurzes Update – während ihr diese Zeilen lest, wurden zwei weitere Ventile ersetzt und somit alle Troublemaker an dieser Flanke beseitigt. Ein Ventil hat Volker aus Deutschland mitgebracht, das letzte hat Panos innerhalb EINES! Tages beschafft!

Der Einbauort – eng und schwer zugänglich
Schlauchschellen, Stecker, Rohrkupplungen – alles über Kopf und meist einhändig…

Im Großen und Ganzen waren das die Überraschungsaufgaben die ELOWYN uns beschert hat. Die Reparaturstunden gingen in den langen schönen Phasen unter, die Aufregung war meist nur kurz. Wir haben lange Winterabende bei stetig laufender Dieselheizung verbracht. Wir haben, in Decken gekuschelt, Videoabende bei Keksen und Tee verbracht und speziell ich habe mich nach langen kalten Arbeitstagen an NESSAJA abends auf der ELOWYN heiß und luxuriös duschen und ein bisschen Ruhe finden können. Wir haben meist gekocht und die luxuriöse Pantry genutzt…

Sibylle und Evelyn beim Kochen – gemeinsames TO Wetterwebinar

Ach da fällt mir eine Anekdote ein…

Gas füllen – auf Leros nicht so einfach! Zumindest dann nicht, wenn man wie die ELOWYN wertige Alu-Gasflaschen mit sich führt und diese nur gefüllt und nicht getauscht haben möchte. So habe ich mit Volker im Herbst die Aluflaschen zum Befüllen abgegeben. Dies sollte ca. 6 Wochen dauern – nach 10 Wochen habe ich nachdrücklich eine Suche nach diesen Flaschen eingefordert. Erfolgreich! Es hat zwar drei Tage gedauert, aber ich konnte die Flaschen wieder an Ort und Stelle bringen. Das an sich wäre kaum erwähnenswert, wenn nicht Sibylle und ich beschlossen hätten kein Gramm des aufwändig erworbenen Brennstoffes zu verbrauchen. Es musste eine temporäre Gasversorgung gebaut werden. Dafür wurde eine der Aluflaschen aus dem Gaskasten verbannt, es zog eine 20kg Hausgasflasche griechischer Bauart ein welche nun an ELOWYN´s System angeschlossen werden musste. Ich spare mir zu erwähnen, dass trotz EU natürlich KEINE Gasflasche eines Landes an den Schlauch eines anderen passt – ich habe kurzerhand einen Adapter gebastelt den Volker Gott sei Dank nie zu Gesicht bekommen hat 😉“

Ja, ich schäme mich…

Kurzer Sprung in die Gegenwart, es interessiert Euch vielleicht wie wir auf ELOWYN haushalten konnten. In den Monaten Januar bis Mai 2022 haben wir 20kg Gas und 150 Liter Diesel verbraucht, die ELOWYN nimmt zusätzlich ca. 4-6.-€ Strom am Tag für die Ladetechnologie und die Warmwasseraufbereitung.

Bitte lasst Euch nicht vom Maibericht einlullen, wir blicken zurück in den vergangenen Winter, dieser war auf Leros ein kalter, sehr regnerischer und auch recht stürmischer.

Wettervorhersage – Sturmstärke
Von der Realität oft übertroffen – teilweise bis zu 11Bft. in Böen. In der Marina!

Auch an diesen Tagen musste gearbeitet werden, ELOWYN diente als gemütlicher Ort zum Aufwärmen, als Rückzugsort.

Hier ein paar Wetterimpressionen wie wir sie aus und um den blauen Riesen wahrnehmen konnten.

Starkregen
Überschwemmungen
Brackwasser
GRAUPEL!!!

Ich wiederhole – wir waren dankbar! Auf NESSAJA war es bitterkalt, ich musste zum Arbeiten kräftig elektrisch heizen und ein Wohnen an Bord wäre unmöglich gewesen.

Daher schrieb ich weiter an ELOWYN´s Blog…

„Wir waren glücklich auf diesem Schiff und haben, zugegebener Maßen, auch die Blicke der anderen Überwinterer in der Marina genossen. Es war ein angenehmes Leben und die Frage auf welchem Schiff wir denn zu finden seien, beantworteten wir stets mit „beim höchsten Mast“!

In dieser Stimmung haben Sibylle und ich beschlossen, unseren Freunden eine Freude machen zu wollen – diese sollte zwingend mit unserem Aufenthalt auf dem Edelcruiser in Verbindung stehen. So reifte der Plan zwei schon vorher bestehende Baustellen für Kristina und Volker aufzulösen.

Zum Ersten wollten wir das schon mehrmals gebrochene Steckschott, die Eingangstüre der ELOWYN, durch ein Neuteil ersetzen lassen, zweitens war eine der Schiebetüren in der Küche gebrochen. Auch hier sollte eine neue Türe Einzug finden.

Diese Türe war mittig gebrochen – ein Altschaden

Ich möchte nicht schuldig bleiben zu beschreiben, was einem Schiffseigner oder dessen Vertreter in Griechenland bei einer Reparatur bzw. Teilebeschaffung passieren kann – jeder der beim Lesen von Asterix Comics „das Haus das Verrückte macht“ kennen lernen durfte ahnt was kommt.

Einleitend – beide Geschichten spielen sich parallel ab, beide ziehen sich über zwei, fast drei Monate. Man muss wissen, dass der Grieche sehr ungern eingesteht, wenn er etwas nicht kann, nicht unbedingt aus Unvermögen, sondern z.B. weil Werkzeug fehlt oder ähnlich. Und ganz wichtig – man muss die Bedeutung des Wortes AVRIO kennen. Dies bedeutet im Wortsinn MORGEN, wird aber laut Google mehr als „nicht heute“ ausgelegt…

Die Odyssey zweier Türen…

Ich bringe beide Türen, an verschiedenen Tagen, zu einer kleinen Werkstatt auf der anderen Seite der Insel. Diese kleine Bootsschmiede wird von einem sehr sympathischen jungen Paar betrieben, wir haben sie kennen gelernt, als Arbeiten an NESSAJA verrichtet wurden. Beide sind zuverlässig, fleißig und engagiert, beide haben mein Vertrauen! Er ist ein begnadeter Mechaniker und Schweißer, sie eine kulleräugige Schönheit und die englischsprechende Seele der kleinen Manufaktur – beide werden in den kommenden Wochen sehr häufig „don´t worry“ zu mir sagen…

Das dreiteilige Steckschott in der Werkstatt

Ich frage, ob sie sich in der Lage sähen diese Plexiglasarbeiten für mich auszuführen. Ich wiederhole, die Arbeiten wurden unabhängig voneinander gestartet. „Yes, of course, no problem!“ Das Schott müsse man aufgrund der Komplexität nach Athen schicken, die weiße Schiebetüre der Küche könne man selber machen. Perfekt! Hier sind die Teile – los geht´s. Sibylle und ich sind entspannt, es ist Anfang Februar, wir haben Zeit. Diese Entspanntheit sollte weichen!

Wir gehen zum Schreiner und lassen uns ein Notsteckschott aus dünnem Holz zuschneiden, irgendwie müssen wir den Niedergang ja verschließen, wir haben Winter!

Zwei Tage später erreicht mich der Anruf, dass mein Steckschott in Athen sei, der Auftrag sei verstanden, gleiche Maße, gleiche Farbe – einfach eine Kopie des Altteiles. Mir wurde vermittelt, dass die geplante Reparatur „nicht billig“ sei, man müsse auf Vorkasse bestehen. Der genannte Preis war gut innerhalb meiner Kalkulation, ich sagte zu… und hörte lange nichts mehr.

Zwischenzeitliche Nachfragen ergaben, dass der Partner in Athen zunächst Probleme bei der Materialbeschaffung hatte, dann habe ihn Covid heimgesucht, der wochenlange Verzug sei hiermit zu begründen. Man bliebe dran – don´t worry!

Und die weiße Küchentüre? Ach die!!! Da bräuchte man Maße. Aber ihr habt doch die zwei Hälften als Muster, ihr könnt messen. Stimmt, das ginge auch. Muss die neue Türe genauso sein? JA! Genauso!

Wieder gingen ein paar Tage ins Land…

Ein Anruf – die weiße Küchentüre sei da, ich könne kommen und das Teil abholen. Dass dies nur die halbe Wahrheit war, wusste ich nicht als ich mit dem Wagen über die Insel fuhr. In der Werkstatt angekommen, gab man mir ein weißes Viereck. Ich sage bewusst Viereck, denn die Platte hatte keinen Rechten Winkel! Und es fehlten die Löcher. Ah, das sei nur das Rohmaterial, verstehe – und warum muss ich das abholen? Zum Probieren? Warum? Weil es 5mm statt 4mm stark war! Was ist an der Aussage „gleiche Maße“ so schwer zu verstehen?

Ich wollte den griechischen Freunden nicht nahetreten und kein Porzellan zerschlagen, so fuhr ich wie geheißen zur ELOWYN und hielt die 5mm Platte an den 4mm Spalt. Ich machte brav ein Bild und sendete es zum Baumeister. Nein, passt nicht, wie vermutet, leider. Don´t worry! Ok!

Die fehlerhafte Platte ging zurück, man sagte mir ich müsse nicht zahlen. Ich schilderte im Gegenzug, dass nicht die Bezahlung das Problem sei, die Lösung stehe noch aus, ich brauche eine Lösung. Die würde umgehend folgen. Die gute Nachricht sei, man habe das Steckschott zurück – im Gegenzug nehme ich das zweite Tauschteil ins Gepäck und fahre wieder zur türlosen ELOWYN.

Sieht gut aus – ich baue das mehrteilige Steckschott ein und stelle fest, dass es etwas hakelig zu betätigen ist – daran lag es wohl auch, dass die Riegel zum Abschließen nicht exakt passten. Naja, das war als leichte handwerkliche Tätigkeit zu bewerten und bevor ich das Teil wieder zurückbringe, schleife ich lieber die Löcher selber etwas auf. Ich investiere also eine knappe Stunde an Feinarbeit in die Verriegelung der Eingangstüre und der Neupositionierung der Bolzen. Während dieser Arbeit wurde es Mittag, es wurde wärmer und das Schott war der Sonnenbestrahlung durch die Mittagssonne ausgesetzt – aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Perfekt, eine Baustelle abgeschlossen, machen wir es wieder auf und haken diesen Punkt ab…

Nanu???

Das neue Steckschott geht nicht mehr auf! Der verantwortliche „Zuschneider“ in Athen hat seine Fertigungstoleranz wohl deutlich jenseits des zulässigen Zuschlages angesetzt, was dazu führte, dass die geringe Materialausdehnung reichte um das Bauteil quasi zu verriegeln – ein freundliches „Sesam öffne Dich“ war leider nicht ausreichend das Problem zu lösen. So habe ich mit leichten Schlägen versucht die drei Teile wieder nach unten zu verschieben – wobei das Mittelteil brach!

Die Worte welche mir in diesem Moment über die Lippen kamen, sind hier leider nicht zitierfähig, ich war sauer! Also das Ding wieder ausgebaut, gepackt und zurück zum verantwortlichen Fachbetrieb – reparieren bitte! Einfach nur dieselben Maße, lieber 1mm kleiner, schnell bitte!!! Ok, no worries! Ahhhhhrgh!

Die weiße Türe? Ich frage gar nicht, man vertröstet mich ohne Aufforderung mit einem „Avrio“!

Der Morgen des nächsten Tages. Ab diesem Tag trennen sich die beiden Handlungsstränge in zwei selbstständige Geschichten. Die weiße Türe bekam ich nicht, ich erfuhr zum ersten Mal um die praktische Bedeutung des Wortes Avrio. Die Geschichte der weißen Türe sollte noch spannend werden!

Schneller kann das Ende der Story um die Steckschotterneuerung erzählt werden – es ist eine Geschichte mit Happy End! Ich habe etwas Zeit ins Land gehen lassen, Drängen führt zu nichts in Griechenland. So begab es sich, dass ich Anfang Mai, zwei Wochen vor der Rückkehr der Eigner der ELOWYN, einen Anruf bekam – das Steckschott sei fertig. Perfekt! Noch am selben Tag habe ich die Teile abgeholt.

Beim Einbau habe ich gesehen, dass eine Leiste nicht verklebt wurde, aber wer regt sich schon über Kleinigkeiten auf? Eine Tube Spezialkleber gekauft, die Leiste selber angeklebt und das Problem war gelöst. Dieses Steckschott ist MEIN SCHATZ – ich gebe es nicht mehr aus meinen Händen!

Was soll ich sagen? Eingebaut, getestet, der Hitze ausgesetzt – passt! Warum nicht gleich so? Sicherheitshalber verwenden Sibylle und ich das eingebaute Teil nicht, wir haben uns ohnehin an das Holzbrett gewöhnt und wollen kein Risiko gehen das Neuteil abermals zu beschädigen. Die neue Eingangstüre der ELOWYN hat alle Tests bestanden, so werden wir das Schiff übergeben, wir hoffen Kristina und Volker freuen sich. Die Altteile haben wir sicherheitshalber verwahrt, so stehen alle Optionen offen.

Wie neu – sitzt, passt, wackelt und hat Luft…

Haken an Punkt 1!

Es ist der 10.05.2022, in etwas mehr als einer Woche kommt das Eignerpaar um Ihre schwimmende Sommerresidenz zu übernehmen, noch immer ist der Gewürzschrank in der Traumküche ohne Türe. Ich beginne mir Sorgen zu machen – „no worry“ hilft nicht mehr, das Vertrauen in Avrio habe ich verloren. Ich muss für klare Fronten sorgen und melde mich bei der Werkstatt.

Ok, das Rohteil der Türe sei fertig, ich könne es holen. Ja, ich komme vorbei, jetzt gleich! Was man mir in die Hände drückt schlägt dem Fass den Boden aus. Das ehemalige Teil ohne Rechten Winkel, mit 5mm Dicke zu stark für die Führung, wurde mit der Schleifmaschine an den relevanten Kanten einfach etwas „dünner gemacht“ – so würde es passen. Ich bemühte mich zu erklären warum das nicht möglich sei, ich tat dies ohne nahe zu treten, wohl aber mit dem Hinweis, dass die Grifflöcher fehlen, das Trum krumm und schief war und die geschliffenen Bereiche einfach schrecklich aussähen.

Inakzeptabel – wie sag ich´s den Kindern???

Kritik in Griechenland – dünnes Eis! Man trat an mich heran, ich brauche nicht zahlen. Ok, dann gebt mir bitte die Altteile wieder, ich baue die alten zwei Hälften ein und wir lassen diese Sache. Die Altteile? Die hast Du…

Ich war sicher – nein, ich habe die Altteile nicht. Wir vereinbaren uns, jeder sucht noch einmal in Ruhe. Ich fahre zurück auf´s Schiff, sehe kurz nach und vermelde per WhatsApp – die Altteile habt Ihr! Zwei Tage später die Rückmeldung – ja, haben wir, kannst Du abholen. Ich fahre abermals zur Werkstatt.

Mir tritt ein glücklich lächelnder Monteur gegenüber, eine Hälfte von Tinas Küchentüre in der Hand – hier wären die Altteile – man beachte die fehlende Unterscheidung von Plural und Singular! Meine Nachfrage nach der anderen Hälfte sorgte für Unverständnis – warum das? Ich hätte doch eine Hälfte und könne mir eine neue Türe anfertigen lassen. Hm, Missverständnis, nein, was Ihr in drei Monaten nicht geschafft habt, kann ich ja wohl kaum in fünf Tagen hinbekommen. Ich will die Altteile wieder einbauen! Kleinlaut gesteht der Baumeister, dass er die andere Hälfte in tausend Teile zerbrochen hat…

Ahhhhhhhh – ein stiller Schrei! Ich fasse mir theatralisch ans Herz, täusche Schnappatmung vor und erkläre dann aber sehr ernsthaft, dass der Spaß nun zu Ende sei – ich habe jetzt WORRIES!!! Mir ist es wurscht ob ich zahlen muss, ich brauche eine Lösung, ich brauche Hilfe, JETZT – innerhalb der nächsten fünf Tage muss eine Türe her!

Man hatte die Situation endlich erfasst. Die Werkstattschönheit nahm mein Türteil und fuhr sofort los – man kenne jemanden…

Ich wurde nach Hause geschickt – und wartete!

Ich suchte nach Ersatzlösungen. Aus Holz? In der Farbe der Innenausstattung? Schön vielleicht, aber in 4mm? Nein! Aus Glas? Aus Milchglas? Ja, das könnte passen und 4mm ist möglich! Ich fahre zum Glaser. Sicherheitshalber nehme ich Marinero Sebastian als Übersetzer mit. Nach gefühlt sehr langem Hin und Her verstand der Glaser meinen Wunsch und stellte eine für mich wundersame Frage – „warum nimmst Du nicht 4mm weißes Plexiglas?“

Weil es das auf der Insel nicht gibt! Ich suche es seit drei Monaten! Och, erwiderte er, er hätte es lagernd. Mir dämmerte es und ich fragte nach ob nicht eine junge Dame mit Kulleraugen dieses Material bei Ihm bestellt haben könnte. Der Meister seines Faches tat zunächst als verstehe er nicht, ging dann aber um die Ecke und hatte, als er zurückkam, ein Ersatzteil unter dem Arm – die halbe Türe der ELOWYN!!!

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich – es würde klappen, ich musste nichts Zusätzliches bestellen.

Drei Tage später hielt ich das begehrte Objekt in den Händen. Etwas anders im Farbton aber 100% funktionell. Die Eigner können es verwenden oder mit Hilfe der halben alten Türe in Deutschland ein perfekt passendes Ersatzteil fertigen lassen – jedenfalls war das Problem gelöst. In FÜNF Tagen – wofür vorher drei Monate auf der Strecke blieben…

Meine Fassungslosigkeit wich einer belustigten Einsicht – das ist es wofür wir die Griechen so lieben!

Uns, mir und meiner Frau Sibylle, bleibt nur die Dankbarkeit für vier unvergessliche und sehr hilfreiche Monate die wir auf der ELOWYN verbringen durften – DANKE Tina und Volker für dieses Vertrauen!„

Zurück ins Heute! Inzwischen ist die ELOWYN wieder in der Hand Ihrer Eigner, das wisst Ihr aus dem Maibericht. Als wir unsere Stories und Erlebnisse geteilt haben, hat mich Kristina gebeten diese Geschichten für das Logbuch und den Blog der ELOWYN festzuhalten – dieser „Schuld“ bin ich hiermit gerne nachgekommen.

Wenn Ihr nun denkt, dass die ELOWYN mit ihrem Ablegen aus unserem Sommer 2022 verschwunden ist – weit gefehlt, so leicht geht es nicht dem „Raum-Zeit-Kontinuum“ von Leros zu entrinnen! Das lässt dieser kleine Blick in den Juni 2022 schon erahnen…

We are Sailing

Und auch das Reparieren geht weiter, sehr zum Leidwesen des Skippers…

Wenn der Willi eben nicht will

Warum das so ist und ob es die ELOWYN am Ende doch schafft den Orbit von Leros zu entkommen – das erfahrt Ihr im Junibericht. Nur noch zwei Wochen…

Grüße aus dem sommerlichen Griechenland – die NESSAJA Crew

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…