„Zunächst einmal sollte angemerkt werden, dass Genesis‘ „The Carpet Crawlers“ schwere Metaphern in einer sehr kryptischen Sprache verwendet… …der Song erzählt eine Geschichte, die nur ein Segment einer viel größeren Erzählung ist. Und die Themen, um die sich dieser spezielle Teil dreht, sind Konformität, falsche Hoffnung und Plackerei. Alles in allem liest sich dieser Track wie eine Kritik an denen, die blind gesellschaftlichen Ideologien folgen.„
Zugegeben, es gibt weitere Interpretationen – es wird wohl ein Rätsel bleiben was die Texter uns mitteilen wollten. Mir gefällt, im Kontext der heutigen Weltsituation, die obige Auslegung am besten – der wahre Grund auf diesen Titel gekommen zu sein, war aber ein anderer…
Im Februar war ICH der „Carpet Crawler“Über den Boden KRIECHEND – von Kompartment zu Kompartment
Die Zeit verfliegt! Bereits der zweite Monat des neuen Jahres 2023 liegt im Kielwasser. Ich nehme es vorweg, aus meiner Sicht ein erfolgreicher und produktiver Monat! Es war der Monat in dem ich gefühlte, mit Gold aufgewogene, Kilometer Kabel in NESSAJA zog um die in den Vormonaten fertiggestellten Inseln – besser Baustellen – miteinander zu verbinden und vernetzen.
Alte Kabel raus, neue Kabel rein, hier noch ein Schalter, dort noch eine Sicherung oder Steckdose. Einmal von links nach rechts, einmal von vorne nach hinten – immer am Boden, immer um enge Ecken! „Carpet Crawler“ eben!
ABER – ich kann 98% Vollzug vermelden! Mir fehlen rund zwei, drei Tage um mit dem letzten Großprojekt, meiner Victron Anlage, komplett fertig zu sein. Jedoch, die Anlage läuft! Während ihr also diese Zeilen lest, klemme ich wahrscheinlich gerade die Verbraucher um und schalte das System aktiv…
Doch gemach – bis dahin war es ein langer Weg!
Am Anfang des Monats war die Entscheidung zu treffen, ob wir ein Auto mit griechischer Zulassung kaufen wollen. Zu dem Suzuki SJ413 Samurai gesellte sich noch ein Angebot eines hiesigen Freundes, der um meine Fahrzeugsuche wusste.
Tasos´ Jimny
Tasos bot mir ein Suzuki Jimny Cabrio an, vier Jahre jünger als der SJ, doppelt so viele Kilometer und etwas mehr abgewirtschaftet. Der Preis war angemessen, dennoch hatte ich nicht dieses „Bauchgefühl“ diesen Wagen gleich kaufen zu wollen oder gar zu „müssen“
Den beiden Wägen gegenüber, stand unsere GS…
Baujahr 2014, eigentlich top in Schuß
Ich mache es kurz – wir haben uns gegen die Autos entschieden, werden unsere GS behalten und sie, im Zuge dieser Entscheidung, griechisch zulassen.
Mit dem Bike können wir Touren auf andere Inseln machen, die Fähre ist billiger, wir finden immer und überall einen „first row“ Parkplatz und sie ist ein cooles Gefährt welches an 98% der Tage ausreicht und Spaß macht. Ok, wir tragen immer Helme – auch wenn es heiß ist. Wenn es mal regnet oder im Winter kalt ist, sind wir eingeschränkt und wenn mal großes, sperriges Gepäck zu transportieren ist, sind wir auf Hilfe angewiesen – aber unter dem Strich haben wir, bis auf Widerruf, uns für die Vorteile des Motorrades entschieden.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich heute, am ersten Tag des Monats März, meine Papiere zur Umschreibung eingereicht habe. Was ich dabei erlebe und ob das klappt – berichte ich nächsten Monat…
Der Februar startete für mich mit einer Pflichtaufgabe fernab meiner nautischen Aufgaben – eben genau mit der Reparatur des bayrischen Vehikels…
Arbeitsplatz an der KaimauerMein „Bordwerkzeug“ im LandeinsatzAlles muss ab!
Für die GS habe ich leider noch kein Werkstatthandbuch. Um Wissen zu erlangen, muss ich meist aufwändig das allwissende Gugl bemühen. Um diesen Rechercheweg zu optimieren, habe ich mich kurzerhand im „GS-Forum“ angemeldet – das hat geklappt, ich konnte einige wertvolle Informationen einholen.
Dabei staunte ich nicht schlecht, dass man zum Wechsel der Zündkerzen, zwei für den 650er Einzylinder, erstmal alle Plastikteile abbauen muss, um dann mehr schlecht als recht an die Kerzenstecker zu kommen.
…auch das muss noch weg!
Ohne das nötige Spezialwerkzeug zu haben, ist es mir gelungen die beiden Funkengeber zu tauschen – es war aufwändig, letztlich aber – wie hätte mein früherer Chef gesagt – „no rocket science“!
Da muss man ran……um die beiden Stecker abzuziehen
Ich hatte erwartet, dass die alten Kerzen total verrußt oder abgebrannt sind – war leider nicht der Fall. Dies zeigte sich im direkten Vergleich zu den Neuteilen.
Schadet trotzdem nicht
Leider deshalb, weil ich seit einigen Wochen Kaltstartschwierigkeiten habe, dies gepaart mit einem blechernen Patschen im Auspuff. Eine Art „Fehlzündungen“, aber nicht zündungsseitig sondern eher wie unkontrollierte Verbrennungen durch zuviel Kraftstoff. Ich werde das finden und beheben – muss dazu aber erst den Motor kennen lernen, denn obwohl er eigentlich ein einfaches Aggregat ist, hat er schon soviel Elektronik, dass Diagnose nicht mehr ganz einfach ist. Auch dieser Punkt hat somit noch keinen Haken und wird mich während des März noch etwas beschäftigen.
Das Wetter war Anfang Februar noch herrlich! Aber es war klar, dies würde sich ändern! Der griechische Winter würde Einzug halten, frische Temperaturen, Wind und ein paar Regentage standen uns bevor. Diese Effekte treten meist wechselweise, seltener zusammen, auf.
Wir sehen daher die Boote der Freunde noch einmal durch, prüfen ob alles sturmfest ist! Ja, sieht sehr gut aus – bis auf die Plane, welche das Cockpit unserer dänischen Freunde schützt. Ich mache ein Bild, schicke es Lars kurzerhand zu und erhalte Sekunden später das OK, seine Plane rudimentär zu fixieren – Teufelszeug diese kleinen Telefone! 😉
Nicht schön – hält aber! Bis heute…Passt wieder – für die nächsten Wochen
So! Kerzenwechsel bei der GS erledigt, die Plane bei den Dänen fixiert, was nun? Der Tag hat noch ein paar Stunden die genutzt werden wollen. Idee! Ich hole meinen Lieblings-Hoodie vom Schneider…
Repariert – tut gut für den Rest dieses Winters
Der Hoodie, ein Original welches ich mir auf meiner ersten USA Reise gekauft hatte, leistet mir gute Dienste und ich habe einstweilen noch keinen gemütlichen Ersatz gefunden. So hatte ich entschieden, die löchrige Fronttasche des Pullis vom Schneider reparieren zu lassen. Das kostet hier 5.-€ – derart gewappnet kann ich das Lieblingsteil noch ein paar Wochen tragen. Ich freue mich!
Zum Dinner waren wir bei Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE geladen, es gab selbstgemachte Pizze, drei verschiedene Sorten – sehr lecker! Danke schön, natürlich gibt es eine Revancheeinladung…
Geselliger Abend mit den deutsch-italienischen Freunden
Am nächsten Tag tauchten die ersten größeren Wolkenberge am Himmel auf, noch war das Wetter freundlich, aber wir wussten – das würde nicht mehr lange so sein.
Erste Wolken zeigen sich bedrohlich
Meine Kernaufgabe für den Monat Februar war die Fertigstellung meines neuen Energie-Managements. Mit Unterbrechungen arbeite ich daran nun seit einem Jahr – der „große Moment“ sollte also bald bevorstehen. Doch bis dahin waren noch etliche Einzelarbeitsschritte zu erledigen. Meist war ich mit dem Ziehen von Stromkabeln, sowohl für die 230V, als auch für die 12V Seite beschäftigt.
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass neben der eigentlichen Installation meiner kompletten Victron Anlage auch einige Ergänzungen, Reparaturen, Erweiterungen und Umbauten erledigt werden mussten. So hatte ich wirklich JEDEN TAG alle Hände voll mit Kabelziehen und Klemmarbeiten zu tun.
Navigation alt (grau) raus – 230V neu (schwarz) rein
Ich bastelte mir allerhand „Ziehwerkzeuge“ aus Drähten unterschiedlicher Dicke und Länge – das kenne ich aus meiner Auto- und Campingbuszeit – beim Kabelziehen bin ich an sich recht geschickt. So fanden zig Meter Kabel einen neuen Weg durch NESSAJA.
230V zur Schalttafel
Aufgrund des sich abzeichnenden „Wintereinbruchs“ fordert Sibylle einen letzten Eisdielenbesuch. Eine Bitte, die ich trotz der Unterbrechung meines Arbeitsflusses, gerne erfülle! 😉
Man brauchte schon eine Jacke
Zurück am Schiff, es dämmerte schon und war frisch geworden, starteten wir die Heizung und bemerkten, dass der Luftstrom aus den Austrittsdüsen eher ein leiser Hauch war. Was war geschehen?
Ein Kontrollblick zur Heizung zeigte die Ursache sofort…
Wieder auseinandergerutscht
Das Problem ließ sich leicht beheben, ok – aber wer sich von euch erinnern mag, wir hatten bereits ein ähnliches Problem, bei dem ein Warmluftschlauch von einem Y-Stück abgerutscht war. Diesmal betraf es die Verbindung des Heizluftschalldämpfers zu einer Verbindungsmuffe, diese war mit einer Schlauchschelle gesichert.
Natürlich kann ich eigene Fehler nicht ausschließen – ich zweifle aber, ob Webasto und Eberspächer Zubehörteile tatsächlich so exakt zusammenpassen wie vom Heizungshändler behauptet. Egal, der Fehler war rasch behoben, wir konnten NESSAJA auf Wohlfühltemperatur bringen.
Am nächsten Tag war er da – der Wettereinbruch! Bisher waren wir verwöhnt, tolle Temperaturen, herrliches Wetter bis Anfang Februar, was willst Du mehr? Nun also ist der griechische Inselwinter da – und der begrüßte uns garstig. Wind, Regen und Temperaturen um 10°C oder sogar etwas darunter.
Grau in Grau – NESSAJA trieftPonton D – unser Steg – ungastlich an solchen TagenAuf dem Weg zur Dusche – nicht so doll……vor allem, weil betonierte Wege fehlen
Weil man bei so einem Wetter keinen Hund vor die Türe schickt, beschließe ich, meinen Tag auch drinnen zu verbringen. Die ideale Zeit um den Blog zu schreiben, zumal dies auch höchste Zeit war, denn ich hatte den Januar Bericht nach Sibylles Rückkehr aus Deutschland schlichtweg „vergessen“.
Also, nix wie ran an die Tasten…
Es fehlt noch der Kaffee – so kann man es aushalten
Im Februar habe ich seit langer Zeit mal wieder eine Art „Druck“ gespürt. Ich hatte wenig Ruhe für andere Dinge – mein Hauptaugenmerk galt der Fertigstellung meiner Bordelektrik.
Heute war der Tag an dem mein selbstgebauter, kleiner Kabelbaum einziehen sollte. Dieser würde künftig meine beiden MPPT 100/50 Solarregler und den Regler meines Windgenerators mit dem System verbinden.
Werkzeug, die neue Lampe aus Deutschland und der Kabelbaum
Mein „Arbeitsplatz“ um die Anlage zu verbauen hat seinen Haupteingang in unserem Bad…
Unten Motor – oben Wassermacher und Energiemanagement
…um diesen besser zugänglich zu machen, habe ich sowohl die Badtüre als auch die Motorraumtüre ausgebaut. Der Zwischenboden ist seit einem Jahr entfernt und wird eines der letzten Teile sein, die an ihrem Platz zurückfinden. So präpariert, kann ich an sich recht gut arbeiten – manche Handgriffe sind halt schon umständlich – abends tut mir auf jeden Fall immer das ganze Gestell weh…
Platz ist in der kleinsten Hütte
So ziehe ich Zentimeter für Zentimeter Kabel ein, versuche dabei intelligent, zugänglich und ohne Scheuerstellen zu verlegen. Das gelingt nicht immer perfekt – aber das Ergebnis stellt mich zufrieden.
Mein Tagwerk – das graue Kabel an der Decke
Am Ende des Tages sieht es immer nach wenig aus – aber wenn man die Ausgangsbedingungen berücksichtigt, die Tatsache, dass jeder Kabelschuh angebracht werden muss, jeder Befestigungspunkt neu gesetzt werden muss, dann ist es für mich immer ok. Das Eichhörnchen nährt sich mühsam, aber man sieht einen Fortschritt.
Frischluft tanke ich bei unserer nahezu täglichen Marinarunde, bei der wir auch nach den Schiffen der Freunde und Bekannten sehen. Und das hat durchaus seinen Grund und seine Berechtigung…
Erstens, waren die Winde phasenweise durchaus sehr kräftig!
Mal wieder Sturmstärke in der Ägäis
Zweitens, hält längst nicht jeder Knoten!
Hans-Peters Dinghy bekam Flügel verliehen – ob hier Red Bull seine Hand im Spiel hat
In solchen Fällen fast immer das gleiche Spiel, ich informiere den Eigner – da es Freunde sind, habe ich die Kontaktdaten am Mobile dabei – und warte in den meisten Fällen auf ein OK um einzugreifen. Bei Hans-Peter und Werner mache ich das ohne Rückversicherung und informiere hinterher. Ich gehe also an Bord der LIBERTÉ…
Passt wieder
…und binde den Tender wieder fest. Natürlich nicht, ohne ihn vorher schön zu verpacken. An Deck alles wieder ok, Entwarnung ins Saarland – keine Schäden!
Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit erwähnt, dass Sibylle und ich unsere Rollen „klassisch“ verteilt haben. Natürlich helfen wir einander wenn es nötig ist, aber ansonsten hat Sibylle, nachdem sie den Haushalt geschmissen und die Einkäufe erledigt hat, Pause und Freizeit während ich das Schiff repariere. Das genießt sie bei Spaziergängen oder mit ausgiebigen Lesen – meist im Freien im Cockpit, bei Kälte und Schmuddelwetter eben im gemütlichen Salon.
Der Kindle hat sich bewährt und bezahlt gemacht
Am Abend wendet sich das Blatt. Da genieße ich meinen Feierabend, sitze vor dem Computer und mache Recherchearbeiten oder pflege den Kontakt zur Außenwelt. Sibylle dagegen ist nun am Zaubern und bringt allerlei Leckereien auf den Tisch.
Frisch und gesund
Auch Sibylle muss hierfür Zeit für Planung und Recherche investieren – dafür hat sie sich diverse Seglerliteratur zugelegt – das Ziel ist immer das gleiche – einfach, relativ schnell, dabei aber gesund und abwechslungsreich zu kochen.
„One Pot“ Gerichte – bei Seglern sehr beliebt
Meine Recherchezeit investiere ich meist in das Studieren von technischen Manuals meiner Victron Elektronik, den Austausch mit Freunden, die mich hingebungsvoll beraten – hier sei im Monat Februar allen voran Gottfried erwähnt, der sich stundenlang Zeit nahm Problemstellungen mit mir zu besprechen – oder eben ganz banalen Dingen wie zum Beispiel…
Woher – wohin
…der Identifikation von Kabeln! Löblich erwähnt sei, dass einer der Arbeiter welcher Eingriffe in NESSAJAs Elektrik vornahm, die Kabel beschriftet hat und somit seine Arbeit nachvollziehbar gestalten wollte. Wollte deshalb, weil diese Beschriftung auf eine Zeit zurückgeht als NESSAJA noch OTARIE hieß und der Filzi auf dem Schildchen inzwischen etwas verlaufen ist. Zudem kann ich Wörter in französisch schlecht entziffern – oder könnt ihr das lesen???
Was für ein Kabel ist das???
Ich schreibe an Mireille in der Hoffnung, dass sie als Französin dies vielleicht entziffern kann – zusammen mit meinen Hinweisen kommen wir auf des Rätsels Lösung – „Paire de Quai“ – die Zuleitung vom Quai. Kurz – der Landstrom-Eingang…
Ein andermal ist das Rätsel anders gelagert – aber dennoch ähnlich.
Na, habt ihr Ideen?
Diesmal schreibe ich an Christine, die als Ersteignerin immer noch viel Wissen hat und mir auch gerne hilft…
Leider war direkte Hilfe diesmal nicht möglich – durch meine Übung im Entziffern dieser Etiketten, konnte ich aber alleine darauf kommen – ok, Google Translator war beteiligt 😉
Und? Wisst ihr es? Ich entzifferte Frigo, Tableau und supplement – die alte Zuleitung von unserem Kühlschrank. Batterie zum Schaltpanel. So kann ich festlegen, dass diese Leitung nicht mehr benötigt wird. Ich kennzeichne sie neu und räume sie als bereitliegende Ersatzleitung auf.
Ein paar Stunden muss ich zwischen den einzelnen Installationsschritten meiner Energieversorgung immer abzwicken. Einmal sind Nebenschauplätze zu bedienen, zum Beispiel der Kauf neuer Starterbatterien, ein andermal gehen Dinge ungeplant kaputt, aus welchem Grund auch immer…
Das Thema Starterbatterien hatte ich letzten Monat erwähnt. Die des Volvo Hauptmotors ist nach 7 Jahren kaputt gegangen und hat versagt. Ein Verschleißteil, daher kein Grund sich zu ärgern, ich muss eben eine neue kaufen. In diesem Zug entschließe ich mich, die ebenso alte Starterbatterie des Generators auch gleich zu ersetzen, um an dieser Flanke keine offenen Punkte zu haben. Ich kaufe bei der örtlichen BP Tankstelle also zwei der neuen Energiespeicher und baue diese auch umgehend ein.
Neue Energie für die Anlasser des Volvo und des Generators
Ungeplant hat mich dagegen der relativ neue Lichtschalter erwischt. Als eines Abends unser Licht flackerte, dauerte es keine 5 Minuten bis der erst kürzlich ersetzte Schalter als Ursache identifiziert war – da hilft kein Jammern und kein Südern. Ich beiße in den sauren Apfel und erneuere das Corpus Delicti.
Den bereits beschrifteten Rahmen konnte ich wiederverwenden
Der Winter hielt immer noch an, es war stetig kalt, zwischenzeitlich hatten wir für ein, zwei Tage nur 7°C, unsere Eberspächer Heizung läuft nun durchgehend und regelt sich selbst. Alles funktioniert prächtig – ich bin zufrieden mit der Anlage.
Diese Jahreszeit bietet aber auch spezielle Momente, wunderschöne Wolkenformationen, klare Luft, das Lichtspiel der zu dieser Zeit raren Sonne mit den fluffigen Himmelsgebilden. Zeit, mal wieder ein Stimmungsbild der Lakki-Bucht zu präsentieren…
Ausfahrt der Lakki-Bucht im Winter
Für den Folgetag nehme ich mir vor, die letzten Hardwareteile meiner Victron Anlage zu verbauen. Hierfür muss Zugangsplatz geschaffen werden. Ich nehme daher den noch verbliebenen Rest der alten Anlage heraus und kappe die Verbindung von Lichtmaschine zu den antiquierten Trenndioden.
Das muss raus, der Marinaelektriker freut sich darüberFotos der Kabelanschlüsse
Bevor ich das Zeug an den Marinaelektriker verschenke – über ihn finden solche Sachen gerne den Weg in alte Fischerboote – mache ich noch Bilder um mich an die Kabelanschlüsse zu erinnern.
Dann geht es an den Verbau der neuen Regelelektronik…
Regler des Silentwind – GeneratorsArgoFET Batterietrennung zur Lichtmaschine
An diesem Tag reicht mir die Zeit noch, um das bereits vorverlegte Kabel des Windgenerators und das eines Bilgepumpenrelais, von der Achterkabine ins Batteriekompartment zu ziehen. Dann ist Feierabend!
Die Kabel müssen heute noch rein
Der neue Tag bringt ein paar Sonnenstrahlen. Es herrscht immer noch sehr frischer Nordwind, aber mit Sonne ist es gleich viel besser für´s Gemüt – also gehen Sibylle und ich eine Marinarunde und schauen, wie immer, nach den uns bekannten Schiffen.
Unter anderem gilt unsere Aufmerksamkeit immer auch den Favoriten im Wasser…
Werners ALENA der ich mich verpflichtet fühle – wir laden die BatterienHans-Peters LIBERTÉ, Nachbarschiff – wir telefonieren ohnehin stetig 😉Alistairs MONNEYPENNY, Schwesterschiff – wir freuen uns, Eigner einer weiteren 43CC kennengelernt zu haben
So eine Runde kühlt aus – gut, wenn vom letzten „Dinner-Highlight“ noch ein Metaxa-Verschnitt übrig ist und Sibylle diesen mit flinken Fingern aus ihrer Kombüse zaubert.
Ok, ein „so wie“ Metaxa – der Zweck heiligt die Mittel
Sibylle nutzt die Aufwärmphase für das regelmäßige Telefonat mit ihrer Tochter – ein besonderes Gespräch, denn sie erfährt, dass ein fünftes Enkelchen unterwegs ist – riesige Freude, ein zweites Glas Metaxa wechselt von der Flasche in unsere Kehlen. Es gibt wohl auch 2023 wieder mehrere Gründe nach Deutschland zu fliegen!
Da ist sie baff
Der neue Tag beginnt, wie immer, mit einem leckeren Frühstück. Wir gönnen uns lokalen Käse, ein bisschen Putenbrust vom Geflügelmetzger und die selbstgemachte Marmelade. Weil ich im Winter nicht täglich zum Bäcker fahren will, gibt es Toast. Manchmal gibt es ein weichgekochtes Ei, ein zweites dagegen wird mir stets nachdrücklich versagt!
Menno, ich hätte gerne ein zweites Frühstücksei
Vom Frühstückstisch an den Werkzeugkasten – wir haben Kummer mit unserem Landstrom. Er flackert. Ich kenne den Grund nicht, beginne aber, bei uns zu suchen. Dabei stelle ich fest, dass die alte Landstrom-Steckverbindung irgendwie labbelig ist. Ich war beim Umbau derselben schon nicht glücklich mit der technischen Umsetzung, habe damals aber meine Wunsch-Ersatzteile auf der Insel nicht bekommen. Diesmal habe ich Glück und beschließe umgehend – das Zeug fliegt raus!
Ein guter Entschluss wie sich zeigte, denn eines der Kabel war locker und hat das Flackern der Kontrollleuchte verursacht. Gut, wenn man der Sache nachgeht.
Ich hatte ja den Landstromanschluss wegen der Davits nach innen verlegt. Am besten würde mir gefallen dort mit diesen blauen CEE Kupplungen und Steckern zu arbeiten. Gedacht, gemacht – auf zum ortsansässigen Elektriker und die Teile beschafft.
Stecker innenKupplung des Landstromkabels
So gefällt es mir besser und plötzlich funktioniert auch alles wieder…
Heute war der Tag der Revanche – die Essenseinladung der SIMPLY FREE Crew sollte nicht unbeantwortet bleiben! Sibylle macht eine riesige Lasagne und wir laden Paola und Thomas zum Dinner.
Kann sich sehen lassenRuhm und Ehr´ gebürt alleine Sibylle……doch der Nutznießer bin ichEin sehr launiger Abend – Salute
Ein wenig Leben an unserem Ponton Nummer D – der Ponton, der im Sommer der wohl lebhafteste ist, den wir aber im Moment alleine bewohnen – denn ein kurzzeitiger Nachbar gesellt sich zu uns.
Im Sommer 2022 wurde die österreichische Sunbeam 44 MAENA II verkauft. Käufer war ein junger Mann vom Chiemsee. Dieser war nun angekommen, verholte die Sunbeam, die nun auf den Namen CARLA getauft wurde, zu uns an den Steg um sie für die Überführung nach Pula in Kroatien vorzubereiten.
Eines Tages, Chris war gerade dabei seinen Außenborder zu reparieren, schlenderte ich an seiner Freiluftbaustelle vorbei und mein Blick blieb an einer mir wohlbekannten Pappe hängen…
Ein Logo, welches mich verfolgt
Es war einfach ins Gespräch zu kommen, waren wir doch aus der gleichen Gegend, hatten ähnliche Schiffe und waren beide Kroatien-Fans. Es gab viele Informationen auszutauschen, warum ich die Pappe auffällig fand, habe ich aber für mich behalten.
Inzwischen ist die CARLA auf ihrem Weg nach Pula in Vieste angekommen – ob er bei Katerina am Steg liegt??? Chris, allzeit gute Fahrt! Es war schön helfen zu können, vielleicht sehen wir uns mal wieder.
Ich widme mich den wichtigen Aufgaben – es muss weitergehen!
So verkable ich heute meinen ArgoFET Battrie-Isolator mit den Zuleitungskabeln der Lichtmaschine und den Abgängen zu den einzelnen Batteriebänken. Auf der Seite des BMS der LiFePo4 Akkus war es das letzte Kabel welches anzubringen war, hier schaffe ich Ordnung.
Lichtmaschine ist fertig verkabeltDie Lithium Bank auch – das lange rote Kabel war das letzte dicke Kabel welches ich crimpen musste
An diesem Abend hat Sibylle keine Lust zu kochen, wir gönnen uns einen Besuch im „SouVLakki“, meinem Lieblings-Grill. Dort hat man mich schon vermisst – aber wenn Sibylle hier ist gelten eben andere Regeln 😉 – im Sommer wieder!
Dinner im „SouVLakki“ – gut wie immer
Der ein oder andere mag sich gefragt haben, warum ich nach Stürmen oder auch anderweitig, immer mal wieder Dinge „in Ordnung bringe“. Ich will das anhand eines Beispiels gerne erklären.
Schaut Euch das Bild an…
Wer findet den Fehler?
Ja, die Frage ist rhetorisch – ein Blinder sieht, dass hier die Heckstütze umgefallen ist. Mir liegt es absolut fern mich hier in den Vordergrund zu spielen – so beobachte ich die Situation zunächst, stelle dabei aber fest, dass zwei Tage lang fast ALLE Marinamitarbeiter an dem umgefallenen Stempfen vorbeigehen – es interessiert niemanden!
Es könnte mir egal sein, wenn es nicht das Schiff meines Freundes Marcus wäre. Hier ist der Motor hinten montiert, die 200kg des Aggregates drücken das Heck nach unten, es entsteht ein Hebel. Ob dieser nun tatsächlich schadet weiß ich nicht – aber die Stütze sollte dort stehen.
Ich bringe die Stütze an…
Drei Handgriffe und alles ist erledigt
Was nun passiert ist das eigentlich Diskussionswürdige – der für diese Arbeiten verantwortliche Mitarbeiter der Marina kommt zu mir und fragt was ich da mache – zuvor war er zwei Tage lang vorbeigelaufen. Ich erkläre es ihm, er nickt verständnisvoll und kontrolliert meine Arbeit. Ich erhalte seinen Segen und darf gehen.
Ich weiß inzwischen – nichts ist hier selbstverständlich. Der Chef muss die Anordnung erteilen, sonst wird kein Finger krumm gemacht. Ich handle ohne Anordnung und übernehme damit, unerlaubter Weise, die Verantwortung – das darf dann kontrolliert und kommentiert werden. Ich will offen sagen – diese Arbeitsweise ist nicht nur in unserer Marina zu finden, sie ist aber verantwortlich, dass man sich nur selten auf die Vermutung „das wird er / sie schon machen“ verlassen darf. Gemacht wird nur was angeordnet wird. Deswegen schaue ich mit einem Auge auf die Schiffe der Freunde, das ist was ich mir hier erwarten würde.
Wechseln wir das Thema – Sibylle hat ein Kreativitätshoch! Es gibt wieder ein neues Gericht aus „Chefkoch“ – ein wirklich sehr leckerer Auflauf mit frischem Rosmarin aus dem Gesträuche der Marina .
Ein Gaumenschmaus
Der neue Tag birgt eine Überraschung – eine sehr positive! Ich hatte im vergangenen Bericht erwähnt, dass ich eine Reklamation bei Garmin Europe gestartet hatte. Zur Abwicklung hatte ich mein Altgerät persönlich nach Athen gebracht. Dort, beim griechischen Haupthändler, hat man mir und dem englischen Initiator der Angelegenheit, ein neues Ersatzgerät zugesagt.
Diese Ersatzgeräte kamen heute an! Perfekter Service von Skordilis in Athen – beide Daumen hoch! Die Jungs haben uns IMMER, schriftlich wie telefonisch, über den Sachstand in Kenntnis gesetzt und letztlich alles perfekt abgewickelt. So geht´s auch, so stelle ich mir das vor.
Einen Plotter bringe ich auf das Schiff des Engländers……den anderen zu mir
Statt des eingeschickten GPSmap7412 haben wir ganz neue Ersatzgeräte, Modell GPSmap8412 bekommen. Ich habe mich entschieden meinen mit 25% Nachlass auf den Listenpreis zu verkaufen – wenn ihr also jemand wissen solltet…
Ich bitte Sibylle, für mich ein Kleinteil beim Elektriker mitzubringen – ich sende ihr ein Bild und die Angaben die notwendig sind. Eigentlich eindeutig – trotzdem kommt sie mit dem falschen Teil zurück! Sie kann aber nichts dafür, wie sich herausstellt – denn ich fahre nun selbst los um mein Teil zu kaufen, gehe in drei Geschäfte und frage nur nach, ohne zu intervenieren oder zu protestieren – und erhalte auf eine gleichlautende Anfrage drei verschiedene Teile!
Ring-Kabelschuh, isoliert blau, 6mm Auge
Da bleibst einfach ruhig – sigasiga – und schaust wie du damit klar kommst. Leben in Griechenland ist ein süsses Leben mit sahnigen Kompromissen…
DER WINTER IST VORBEI!
Es sah nach knapp zwei Wochen so aus, wie wenn das Wetter sich beruhigt, die Temperaturen steigen und der Wind nachlässt – das sieht bis heute so aus und es ist ab Mitte März auch nicht mehr mit einem totalen Einbruch zu rechen. Es scheint, als seien wir 2022/2023 glimpflich davon gekommen.
Ich verlege die Baustelle nach draußen! Hier habe ich ein Projekt abzuschließen…
Während ich in der Küche V4A Distanzplättchen schneide……kratzt Sibylle Silikonreste von Frontscheibe und Niedergangsabdeckung
Mit den Distanzplättchen heben wir die Niedergangsabdeckung etwas an um das lästige Quietschen unseres Schiebeluks endlich zu beseitigen. Dann werden alle Fugen, welche hierfür aufgemacht werden mussten, neu verfugt.
Meine LieblingsarbeitErgebnis zufriendenstellend
Als das geschafft war, schien eine Pause mehr als verdient – sie drängte sich förmlich auf! Wir gönnten uns die Fahrt zu „Repapis“ und genehmigten uns das erste Eis NACH dem Winter.
What a beautiful day……bei frühsommerlichen Temperaturen
Natürlich konnte ich mir einen Facebook-Post nicht verkneifen. Mitte Februar 23°C und ein Eis im Freien. Ich liebe das!
Zurück am Schiff, habe ich ENDLICH das noch fehlende Puzzleteil meiner Garmin Navigation einsetzen dürfen. Ich hatte die Anlage ja als „quasi fertig“ eingestuft, konnte aber die Konsole mit den kleinen Instrumenten noch nicht montieren, weil die Silikonnähte noch zu ziehen waren – heute war es soweit!
Sieht echt cool aus, gut umgesetzt und der Funktionstest i.O.
Wenn ich die Anlage schon einschalte, dann gönne ich mir auch gleich einen Blick auf den Plotter. Hier steckt inzwischen die neue Seekarte, das Bild ist nun also detailgerecht und hochauflösend.
Gleich ganz anders als beim ersten Test
Jetzt aber! Garmin ist zunächst aus dem Kopf bis ich meine Setup- und Kalibrierungsfahrt machen kann, das wird in der ersten Maiwoche der Fall sein, weil wir vorher kein TEPAI bezahlen wollen.
Wir drehen zum Ausklang des Tages wieder unsere Marinarunde – es würde langweilig sein, dies abermals zu erzählen, aber wieder sehen wir eine Problemstellung welche Schäden verursachen kann, wieder ist ein uns bekanntes Schiff involviert, wieder interessiert es außer uns niemanden.
Hättet ihr es bemerkt?
Der Baum eines Schiffes war für den Winter mit Behelfsleinen mittig fixiert. Diese Leinen haben sich im Sturm „durchgearbeitet“ oder sind anderweitig durch Überlastung gerissen. So konnte der Baum unkontrolliert und ungebremst Richtung des Schiffs unserer Freunde aus Dänemark schwingen und drohte dabei das Biminigestänge zu beschädigen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
So bin ich rasch rübergeklettert und habe den pendelnden Großbaum wieder mittig fixiert – kein Hexenwerk! Warum das nicht vom Marinapersonal gemacht wird, hatte ich versucht zu erklären. Eine Lücke im Serviceangebot! Vielleicht sollte ich…???
Bitte behaltet im Hinterkopf – ich ziehe JEDEN TAG meterweise Kabel durch NESSAJA, bin jeden Tag beim Elektriker um Kabelwerk nach Bedarf zu kaufen und dieses in Gold aufwiegen zu lassen. Ich habe nur nicht von jedem Tag Bilder, weil sich die Arbeitsschritte ähneln – es war Fortschritt erkennbar! Ich mache Kompartment für Kompartment fertig.
Eines ist fertig – mittlerweile sind alle Kabel verlegt und fixiert
Es kristallisierte sich seit Monatsbeginn heraus, dass ich für die Ummeldung meiner GS auf ein griechisches Kennzeichen eine Steuernummer aus Hellas brauchen würde. Uns wurde in der Steuerbehörde der Insel von einer ausgesprochen netten Dame in hervorragendem Englisch erklärt, dass es zwei Arten Steuernummern für Ausländer gibt. Eine vollumfänglich verpflichtende, welche man zum Beispiel für Immobilienkäufe braucht. Dafür braucht man, neben einer griechischen Bankverbindung auch eine griechische Telefonnummer und muss jährlich eine Steuererklärung machen. Es gibt aber ein vereinfachtes Verfahren für Ansinnen wie meines, alles easy sagt man – einziger Nachteil – man braucht jemanden der eine Art „Steuerpate“ für einen ist.
Das ist nicht so einfach! Obwohl es sich nicht um eine Bürgschaft handelt, klingt es zunächst nicht toll seine eigene Steuernummer mit der eines quasi Fremden verknüpfen zu lassen und als „Kontaktperson“ registriert zu sein. Wer käme dafür in Frage? Die üblichen Verdächtigen? Ich muss nachdenken – zum Abendessen gibt es heute Pizza.
Das mag auch Sibylle
Eine Nacht drüber schlafen hilft meist – ich besinne mich auf die Frau von Sebastian, dem früheren Marinero aus der Marina. Wir verstehen uns sehr gut mit Dina und sie arbeitet auf der Gemeinde – das kann nicht schlecht sein.
Dina sagt sofort zu, man hat fast den Eindruck, sie sei stolz uns bei so wichtigen Behördenangelegenheiten helfen zu können. Bereits am nächsten Tag lagen ihre Unterlagen dem Amt vor und schon eine Stunde später hatte ich die begehrte Nummer. Ich muss mir nun einen Online Zugang einrichten. Man empfiehlt mir einen Steuerberater, ich will das aber selber können…
Steuernummer, Tips von der Dame vom Amt und KAFFEE – los geht´sScreenshot von meinem Mobiltelefon
Hauptseiten sind in Englisch, Untermenüs oft nur in Griechisch – ich helfe mir mit „Google Translate“, die App kann lesen und übersetzen. So kann ich alles entziffern und schaffe es in mühevoller Kleinarbeit einen Account anzulegen. Jetzt kann es losgehen – wie einleitend geschrieben, mein Projekt für März!
Sibylle und ich brauchen eine Pause – kein Werkzeug, keine Computer, nix! Ein Tag ohne alles – wir besinnen uns, dass Sonntag ist, das trifft sich gut! Wir machen einen großen Spaziergang, ich würde es lieber „kleine Wanderung“ nennen.
Von der Marina durch den Weiler Temenia – hier wohnen wir offiziell – vorbei an Obstgärten……und Olivenhainen – wir genießen die Pfade zur anderen InselseiteEs ist warm, die Natur blühtAm Inselrücken angekommen, sieht man Vromolithos, Panteli, das Kastel und die MühlenFebruar – die Insel blüht nach den Regenphasen
Wir laufen bis an den Strand von Panteli und gehen dort ins „Tzouma“ um einen Cappuccino zu trinken. Es springt ein geteiltes Stück Kuchen dazu heraus, bevor wir den Rückmarsch antreten.
Hier zieht es ein wenig – lieber drinnen sitzen
Die Arbeit an meiner Victron Anlage wird immer detaillierter – hieran merke ich, dass ich bald fertig sein werde. Ein paar Problemstellungen gibt es zu besprechen und zu lösen, dabei helfen mir der Victron Händler aus Döbeln in Deutschland und Gottfried, aber das habe ich ja schon erwähnt.
Die Anlage ist inzwischen soweit fertig, dass ich sie jederzeit – ohne 230V Ladestrom und ohne Lasten – in Betrieb nehmen kann. Alle Anschlüsse und funktionsrelevanten Teile sind fertig montiert. Es gibt zwischenzeitlich immer wieder Testläufe welche, teils nach Nachbesserungen, positiv verlaufen.
Solar funktioniert
Ich bemühe mich stets nach den Regeln der DIN EN ISO 13297 zu bauen, eine Norm, die festlegt wie eine elektrische Anlage auf einem „kleinen Wasserfahrzeug“ aufgebaut sein soll. Ich erkenne aber, dass ich durch die Vorinstallationen und bauartbedingt, nicht alle Regeln einhalten kann. Ich entscheide zum Beispiel, einen Schalter für drei Leitungskabel so zu verwenden, dass ich den Landstrom komplett wegschalten kann.
Zum Abschalten der LandstromverbindungFügt sich gut ein
Ich möchte so einen Schalter, um bei langem Liegen an kritischen Liegeplätzen oder unklarer Situation bezüglich der Landstromerdung, meine Landstromverbindung nur anschalten zu müssen wenn sie für große Verbraucher nötig ist – und ansonsten mein Schiff als Insel zu betreiben. Stecker ziehen birgt Risiken die ich nicht gehen will, mein Victron Quattro erdet NESSAJA sobald Landstrom abgeschaltet wird über eine Erdungsplatte zum Wasser.
Als ich mich mit der Thematik „Erdung“ befasse, eines der Themen die mich viel Zeit gekostet haben, stelle ich einen „Kriechstrom“ oder induktiven Strom auf der Masse des Schiffes und der unverkabelten Erdungsplatte fest – au weia!
Wo bitte kommen 4,68V über das Wasser her?
Ich habe die Stromsäule der Marina im Verdacht gehabt und somit eventuelle Ströme von Erde zum Wasser gemessen – aber hier war nur ein Bruchteil zu erkennen.
0,5V – gemessen ins Wasser, das ist akzeptabel
Woher kommen die mehr als 4V – ich selber bin der Verursacher, soviel ist nun klar…
Ich finde die Ursache in einer noch nicht gelegten Masseverbindung auf der 12V Seite. Ok, Fehler behoben, aber haben die 4V in irgendeiner Art und Weise meine Opferanoden angegriffen? Wenn ja, müsste ich handeln, der Saildrive könnte gefährdet sein.
Um diese Frage eindeutig zu beantworten gibt es nur eine Lösung – ich muss nachsehen, ich muss ins Wasser und an NESSAJAs Bauch tauchen.
Pffft, pffft, pffft – schon kalt……aber wenn man mal drin ist passt es schon – ich gehe letztlich zweimal runter zum SaildriveBisschen viel Bewuchs, aber kein Abtrag an den Anoden – alles okAlles gut – jetzt reicht´s aber
Auch auf Leros ist die „närrische Zeit“ angekommen – es wird Fasching gefeiert. Mir fällt spontan wenig ein was ich weniger mag – Fusspilz vielleicht…
Dennoch, sehen wir mal, was so angeboten wird…
Helau und Alaaf
Wir kaufen den beiden Jungs einen Crepe ab, sehen einmal über den Zaun – schön – und dann wird es mir, im Wortsinn, zu bunt. Ich will heim. Sibylle ist auch keine Fastnacht-Anhängerin, so beschließen wir nach Hause zu fahren und ein Videotelefonat mit Kate zu führen.
Randbemerkung – ich würde Fasching natürlich lieben wenn ich Indianer sein dürfte, aber das ist schließlich inkorrekt und verwerflich, am Kindergarten von Sibylles Großnichte sogar verboten (Sarkasmus aus).
Hallo Kate, wie geht es Dir
Katharina, kurz Kate, ist eine Freundin die uns mehrfach schon am Schiff besucht hat. Treue Blogleser werden sich erinnern. Der Grund für das Telefonat war ein einfacher – wir haben Kates Urlaub klar gemacht, so dass sie ihre Flüge buchen kann.
Kate, wir freuen uns auf die Pfingstferien, auf den Urlaub mit Dir und darüber, dass Du sofort gebucht hast – Wahnsinn!
NEWS aus Lakki! „El Greco“, die Taverne aus Panteli, ist umgezogen und jetzt in Lakki ansässig. Er hat einen sehr guten Platz in erster Reihe, hat neu renoviert und hier wenig Wettbewerb. Wir sind sicher, dass dieses Lokal gut laufen wird. Grund genug für uns, gleich zu Anfang einen Besuch abzustatten!
Innen – gemütlich und geschmackvollSchön dekoriert, guter Tischwein, YammasLeckere MezeTolle Hauptgerichte
Unser Fazit – „El Greco“ war immer schon gut! Mit dem Umzug ist er mit einem Satz zum besten Lokal in Lakki geworden, alle anderen sind entweder anders oder schlechter. Das Lokal ist das erste an dem man vorbeikommt wenn man vom Stadtkai Richtung Center geht – der perfekte Platz! Zusammen mit den Jungs vom Café „Palma“ eine echte Aufwertung für den Ort!
Der Monat klingt aus – ich bin fertig! Mein Mammutprojekt, meine Victron Anlage, ist fertiggestellt. Ich habe zwar noch drei Arbeitsschritte zu machen bevor diese Anlage aktiv geschaltet wird – diese sind aber alle außerhalb der eigentlichen Anlage! ICH BIN FERTIG! Ich bin zufrieden – und erleichtert…
Ich muss nun noch auf der 230V Seite an der Schalttafel ein paar Anpassungen machen, eine neue Steckdose anschließen – das Kabel liegt schon, einen Schutzschalter in seine Funktion anpassen – er wird der Hauptschalter für die Waschmaschine und letztlich die Sicherheitseinrichtung, den FI, neu verkabeln und VOR dem Panel anschließen…
Muss direkt an den Ausgang der Verbindung zu meiner Schaltzentrale – des Quattros
Heute ist dieser FI parallel zu dem funktionslosen Original-Schutzschalter gelegt. Dies ist aus meiner Sicht unsinnig, ich werde daher das kaputte Original nicht mal ersetzen – obwohl ich so ein Teil habe.
Der wird verkauft – nagelneu
Ich lasse den alten als Blende drin und stelle auf den modernen RCD / FI um. Das ladenneue Modell welches ich besitze werde ich verkaufen – diese Dinger gibt es nicht mehr, sie sind gesucht wie warme Semmeln.
Warum erzähle ich das? Weil auch solchen, vermeintlich einfachen Entscheidungen, wieder lange Recherchen, teils mit dem Telefontranslator für die französische Beschreibung, vorausgingen – nix ist einfach!!!
Danach klemme ich die 12V Lasten und die 230V Zuleitung an und lasse den Techniker von Victron über VRM zugreifen, prüfen und Setups machen – that´s it!
Sibylle nutzt währenddessen einen freien Tag um unsere Marmeladenvorräte wieder aufzufüllen – ich muss anerkennen, Orangenmarmelade macht richtig Arbeit! Schmeckt aber auch lecker!
Reicht wieder eine Weile
Wir fahren die GS auf eine etwas größere Runde – eine Testfahrt zum Warmfahren. Dabei schlagen wir einen Haken zum Kirchlein „Agios Isidoros“, einer der Sehenswürdigkeiten der Insel.
Ich brauche ein ganz aktuelles Bild um unserer großen Enkeltochter Ronja eine Karte zum Geburtstag am 03.03. zu senden…
Happy Birthday Ronja
So neigt sich der Monat dem Ende zu – Abendessen heute zuhause, gesund und kalorienarm – es ist Fastenzeit in Griechenland, am vergangenen Montag war „Clean Monday“.
Ein Berg Salat – ich liebe es
Februar – ein kurzer Monat, ein kürzerer Bericht! Obwohl es sich gar nicht so spektakulär liest – für mich war dieser Monat arbeitstechnisch ein Meilenstein!
Garmin fertig! Victron fertig!
Im Laufe des März werden wir die Energieanlage in Betrieb nehmen, kümmern uns um die Reparatur des Bikes und um dessen Ummeldung. Wir erwarten Marcus zurück, welcher uns ein paar Teile aus Deutschland mitbringt, ein paar Tage später schon reist seine Familie an – das verspricht Kurzweil!
Morgen schon kommen Evi und Michi aus Österreich zurück auf ihre OCEAN FANTASY – auch darauf freuen wir uns richtig – endlich wieder Nachbarn am Steg.
Ich habe Marcus versprochen, bei ein paar Arbeiten an seiner DARKSYDE zu helfen und will, nachdem meine Victron Anlage aktiv ist, die mitgebrachten Teile verbaut sind und alle elektrischen Altteile eliminiert sind, als nächstes Projekt meine Motorinspektion angehen – die Projektliste dünnt sich langsam aus!
Offen gesagt – ich freu´ mich drauf! Ich freu´ mich auf 2023 – ich freu´ mich auf alles was kommt! Diese Freude möchte ich weiterhin teilen, bleibt also dran…
Vielen Dank für´s Lesen, eure Zeit und euer Interesse!
Zunächst muss ich mich entschuldigen! Entschuldigen dafür, dass mein Blogbeitrag mit deutlicher Verspätung erscheint – was war geschehen?
Nun, glaubt es oder nicht, ich hab´ s schlichtweg vergessen und somit verspätet begonnen. Nun denn, verlieren wir keine Zeit, steigen wir einfach ein.
Die Headline bekommt diesmal David Crosby, der am 18. Januar verstorben ist. „See the Changes“ ist ein genialer Song, aber weil der Blog ja ein Segel- und Spaßblog ist, lassen wir die Tiefgründigkeit außen vor und widmen uns der Aussage im Wortsinn – „See the Changes“! Es ist ganz schön was vorangegangen im Januar…
Dennoch, ein bisschen Tiefe darf auch hier sein, habe ich doch zum Tode von David Crosby folgendes Bild gefunden.
Zeit ist die Währung – genau was ich seit Jahren sage!
Jetzt aber! Januar 2023 – das neue Jahr hat bereits ein Zwölftel seiner Gesamtdauer hinter sich, für uns waren es sehr vorausorientierte Wochen. Diese haben langsam und entspannt begonnen, sich dann aber zu einer sehr aktiven Phase entwickelt.
Ich erinnere – Mamos, unser Pflegehund, war noch bei uns. Es ist geplant, dass er am 13. Januar mit Sibylle nach Deutschland fliegt und dort bei Tina und Volker von der ELOWYN ein neues Leben beginnt. Sibylle würde bis zum 31. Januar in Deutschland verweilen um dort „Family-Business“ zu betreiben.
Der Monat teilt sich also auf in eine Zeitrechnung „vor Sibylle´s Abreise“ und eben die von „Mario allein zuhaus“ (aber das hatten wir ja 2022 schon 😉 )
Der 01. Januar begann verschlafen und entspannt – die Nacht zu kurz, das letzte Gläschen Wein steckt noch in den Knochen. Wir gehen eine ausgedehnte Marinarunde und versuchen Mamos die Kernkompetenzen eines Labrador nahe zu bringen – daher werfen wir Stöckchen ins Wasser…
Ja fein Mamos, hol das Stöckchen
…der Labrador entsann sich jedoch der Tatsache, dass er ein Mix ist und hielt den Anteil des wasserverliebten Aportierhundes am heutigen Tag dezent im Hintergrund. Stöckchen? Dafür muss ich mich nicht nass machen!
…liegen doch genug rum!
Anders die temporären Hundeflüsterer! Neujahrsschwimmen stand auf dem Plan. Da auch die Nachbarn von der FINI noch etwas mit ihrem Hangover zu kämpfen hatten, wurde ein Marsch nach Panteli beschlossen – der Captain der NESSAJA (also ich) und die Capetaña der FINI würden es wagen, sich dort in die kühlen Fluten zu stürzen!
Hat was – war aber nicht soooo kalt 😉
Unser jeweiliger Gegenpart fand das witzig, konnte aber selbst keine Begeisterung für ein Bad am ersten Tag des Jahres entwickeln, selbst bei der Bestellung blieb es bei Saft, Cappuccino und Wasser – aber es war ein herrlicher Tag, ein guter Einstand!
Sibylle und Tom blieben Zuseher
Am Folgetag waren bereits wieder leichtere Arbeiten möglich. So beschloss Sibylle für sich, dass es an der Zeit ist, sich der Fertigung von Orangenmarmelade zu widmen – gedacht, gemacht – und schon saß meine Frau zu Tische und befreite die süßen Südfrüchte von der namensgebenden Pelle, um das Fruchtfleisch dann zu filetieren und zu dem leckeren Brotaufstrich zu verarbeiten.
Nona Sibylles Marmeladenmanufaktur
Nach erfolgter Umsetzung dieses Arbeitsteils, besannen wir uns auf Mamos, er muss jeden Tag eine große Runde Gassi gehen, da gibt es kein Verhandeln.
Wartet schon auf seinen Marschbefehl…
Da in Griechenland heute „Feiertag“ war – ihr solltet euch jetzt fragen warum – es sei hier kurz erklärt! Es war also Feiertag weil der 01.01. auf einen Sonntag fiel. Ist dies der Fall, wird der offizielle Feiertag am darauffolgenden Arbeitstag nachgeholt, um keine Nachteile für die Arbeiter entstehen zu lassen. Warum schreibe ich das?
An einem Feiertag ist es ruhiger auf den Straßen, die Menschen widmen sich den Familien, in der Marina herrscht ohnehin seit Weihnachten Betriebsruhe, die Stille drängt sich förmlich auf. So hatten auch wir noch nicht die richtige Lust, „in Schwung zu kommen“ und beschlossen, zusammen eine größere Runde mit Mamos zu gehen.
Zunächst ging es nach Lakki ins neue Café „Palma“, um dort bei herrlichem Wetter eine Kleinigkeit zu trinken.
Sehr guter Cappuccino im „Palma“
Während wir am Tisch sitzen und unser Heißgetränk genießen, legt sich Mamos brav neben den Tisch. So wie sich das für einen großen schwarzen Labrador gehört!
Mit dem fällst Du auf!
Danach schlenderten wir durch die ruhigen Straßen des sonst so lebhaften Ortes…
Sibylle „schnüffelte“ an den frischen Früchten……und Mamos sah neugierig zu
Auf unserer Runde kamen wir an wunderschönen Gärten vorbei und realisierten abermals – „Winter“ in Griechenland geht anders! Hier grünt und blüht alles, weil die paar Regentage einfach für eine Erholung der Natur sorgen.
Leros – in voller Blüte
Grünflächen sind eher rar in Lakki, um das zu haben bietet die Insel bessere Plätze! Dort kann man dem Hund Auslauf bieten. Aber für „sein Geschäft“ findet Mamos auch im Ort immer ein Plätchen welches seinen Anforderungen genügt.
Hier vielleicht???
Am Nachmittag kamen wir zurück und hatten es erfolgreich geschafft den schwarzen Vierbeiner müde zu machen.
Auf seinen Teppich und – einfach umgefallen!
Wir dagegen hatten nun Zeit, uns Gedanken über das Abendessen zu machen und uns daraufhin entschlossen, den „einfachen Weg“ zu gehen. Pizza geht immer – diese geliefert ans Schiff und dazu einen frischen Salat. Wenig Aufwand und günstig…
Sibylle schaut kritisch……is aber echt gut – hält meiner pizzaerfahrenen Begutachtung stand!
Ernsthaft gesehen – von der Kalorienseite mal abgesehen, ist die Pizza, welche das „La Nostra“ anbietet wirklich ein gutes Abendessen. In der A-Note muss sie sich mit einer 8.0 zufrieden geben – sie schmeckt nicht italienisch, will das aber, glaube ich, auch gar nicht!
In der B-Note glänzt sie aber. Für eine griechische Pizza mit griechischen Zutaten schmeckt sie griechisch lecker. DerTeig kommt aus dem Holzofen und ist fantastisch! Die Verpackung ist ein Pappkarton, geliefert wird auf 1km Strecke mit einem Mopped. Das Ganze im Großformat zwischen 10.-€ und 14.-€! Die Große teilen wir und essen somit, inklusive Salat und Getränken, für unter 20.-€.
Wir haben es überschlagsweise gerechnet, es ist schwer dies mit selber Kochen hinzubekommen – der Aufwand bleibt dabei noch außen vor. Deswegen gibt es bei uns immer mal wieder auch Pizza oder ein Giros.
Am darauffolgenden Tag galt es, sich langsam mal wieder auf´s Arbeiten zu konzentrieren – ein „leichter Einstieg“ war gefragt. Da traf es sich gut, dass Ray, ein Bekannter aus England, mich kontaktiert hatte – ob ich wohl bei einer Problemlösung behilflich sein könnte???
Ja, klar! Um was geht es?
Am Ende klafft ein Loch – der Plotter muss raus…
Er wisse von einer Rückrufaktion von Garmin, es gibt Plotter bei denen sich das Glas „delaminiert“ – leider sei seiner betroffen, es muss gehandelt werden.
Ok, ich gehe auf sein Geheiß also zu seinem Schiff und baue das Navigationsgerät aus.
…deutlich zu sehen, die Delaminierungen
Natürlich muss das große Loch im Armaturenbrett des Außensteuerstandes geschlossen werden. Das ließ sich aber schnell und relativ einfach bewerkstelligen.
So, jetzt heißt es warten
ich werfe noch einen Blick auf den Ladezustand seiner Batterien und kann dem Freund danach Vollzug melden – alles ok an Bord!
Top – dank Solarzellen am Dach
Wir vereinbaren am Telefon, dass ich den Plotter verpacken könne um ihn dann nach Athen zum griechischen Haupthändler für Garmin Geräte zu schicken, man wisse dort schon Bescheid.
Um handlungsfähig zu sein, schickt Ray mir die Unterlagen der Garantiesache. Dies lässt mich nachdenklich werden – ich habe die gleichen Geräte wie Ray, ob ich mal nachsehen sollte?
Und siehe da…
Einer von NESSAJAs Plottern
Tatsächlich zeigt eines meiner Geräte die gleichen Delaminierungen wie der Bildschirm von Ray. Ich nehme mit Garmin Kontakt auf. Die Firma reagiert sofort, ich bekomme eine Gewährleistungsnummer und solle mein Gerät bitte zum griechischen Handelspartner schicken – ja, ich weiß… 😉
Jetzt hatte ich zwei solche Dinger am Hals – wie verpacke ich die? Wie schütze ich die vor Verlust? Fragen über Fragen – mal behirnen ob es keine bessere Lösung gibt!
Weil ich gerade dabei war, habe ich noch die Batterien auf Werners ALENA gecheckt – auch hier war, dank der Solarzellen, alles ok.
Das, nicht offizielle, Batterieranking anführend…
Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, eine letzte Marinarunde mit Mamos steht an, dann ziehen wir uns in NESSAJA zurück und lassen den Abend ausklingen.
Eine Lebensfreude
Ich schlafe ein, relativ rasch zwar, aber doch mit dem Gedanken im Kopf, wie die beiden Plotter einfach und sicher nach Athen kommen. Ich grüble…
Der nächste Morgen ist kein toller! Sibylle kränkelt schon einige Tage, es wird nicht besser. Sie ist ziemlich malad und braucht eine Weile, bis sie fit für den Tag ist.
Doof – Erkältung und Husten sind doof…
Leider bemerke auch ich erste Anzeichen einer Erkältung. Kann man im Jahr 2023 wieder „normal“ erkältet sein? Gibt es Covid noch? Wir sind unsicher, so wie die Politik. Während in einem Land vor neuen Varianten gewarnt wird, erklären andere Covid für beendet.
Wir testen uns…
The same Procedure……the same result!
…und sind negativ! Gut, man kann klassisch erkältet sein – dann wissen wir was zu tun ist!
Ob´s hilft? Aber es tut gut!
Was soll ich sagen – wir haben´s geschafft, sind genesen und wieder fit – wenn es auch bei Sibylle länger gedauert hat. Vielleicht ist es erwähnenswert, dass ich, seit wir hier wohnen, sehr viel weniger anfällig für Erkältungen bin. Vielleicht doch die Seeluft?
Aufgabenliste heute, aufgrund unseres mangelnden Wohlbefindens eher moderat angesetzt – Trinkwassertank füllen, Dieseltank füllen, um die Ecke bohren. Fangen wir mit den einfachen und logischen Dingen an.
Trinkwassertank von NESSAJA
Wir haben uns auf NESSAJA entschieden, das Trinkwassersystem vom Brauchwasser zu trennen. Wir haben für Trinkwasser einen 60 Liter Wassertank mit eigenem Hahn. Befüllt wird dieser Tank unterwegs mit Wasser vom Wassermacher. Von hier aus können wir in die Brauchwassertanks umpumpen, sofern nötig.
Da wir in der Marina kein Wasser entsalzen, gleichwohl aber Plastikflaschen sparen wollen, fülle ich die 60 Liter etwa alle zwei Wochen mit dem Kanister auf.
…wird in der Marina mit dem Kanister befüllt
Das Trinkwasser hole ich aus den öffentlichen Zapfstellen, die in Leros für die Bürger aufgestellt sind.
Hier kann man kostenlos Trinkwasser holen
Freunde von uns haben das Wasser gegen das Leitungswasser in der Marina getestet, es hat die bessere Qualität und ist in keiner Weise bedenklich – es hat uneingeschränkte Trinkwasserqualität. Trotzdem trinken wir „für den Durst“ Flaschenwasser, ansonsten nehmen wir für Kaffee, Tee oder zum Kochen dieses Wasser.
Nächster Punkt – Diesel bunkern. Das Warum liegt auf der Hand – wir heizen! Das tun wir nun seit November, es sind also ziemlich exakt zwei Monate vergangen. Um den Überblick nicht zu verlieren, möchte ich jetzt einmal auffüllen – ich fahre also zur Tankstelle…
10 Liter in den Kanister
…um dann den Tank des Schiffes zu befüllen. Ich muss sagen, ich habe mich verschätzt! Aufgrund der Betriebszeit und des Betriebszustandes der Dieselheizung – beides wird ja elektronisch geregelt – ist eine Einschätzung schwer. Mir war nicht klar, wieviel ich tanken müsste, aber ich dachte so an 30 Liter, somit dreimal fahren…
60 Liter in NESSAJAs Tank
Letztlich musste ich sechsmal fahren, es gingen 55 Liter in den Tank. Ok, im Nachhinein überlegt, 55 Liter für zwei Monate heizen? Das ist absolut akzeptabel! Ich bin jedoch sicher, dass dies mehr wird wenn die kalten Wochen kommen.
Was mich wurmt ist, dass wir das teure „Ultimate“ Diesel verheizen – rund 2.-€ der Liter, Stand heute. Klassischen Diesel will ich wegen des Bioanteiles und der damit verbundenen Bakteriengefahr nicht, Heizöl bekomme ich in Griechenland nicht, das funktioniert nur mit einer Art „Bezugsberechtigung“, kurzum, man muss ein Haus mit angemeldeter Ölheizung haben. Da muss ich noch nachdenken…
Letzter Punkt – um die Ecke bohren! Ja, nicht verlesen. Ich hab mir mal wieder eine tolle Lösung ausgedacht – ihr erinnert euch vielleicht an die Konsole beim Niedergang…
Bild aus dem Dezemberbericht – Reminder!
…dafür habe ich mir ja Halter bauen lassen welche jetzt auf diesem Absatz angeschraubt werden sollen. Leider ist aber die Scheibe davor beziehungsweise darüber. Diese wegzubauen kommt überhaupt nicht in Frage! Ich muss also „von vorne ran und nach unten bohren“ – um die Ecke quasi. Ich besinne mich an Winkelbohrmaschinen und starte das allwissende Google – und finde etwas, was ich sogar auf Leros beziehen kann!
Ein Winkelgetriebe für den Akkubohrer – um die Ecke bohren leicht gemacht 😉
Klappt das? Ja, tatsächlich klappt es gut – das Ding kam schon das ein oder andere Mal zum Einsatz!
So konnte ich die benötigten Löcher bohren und anfangen, die notwendigen Kabel für meine Instrumentenkonsole einzuziehen – das war verdammt aufwändig…
Kabeldurchführung von der Konsole zum Kajütdach
…denn die Kabel mussten ja nicht nur zur Konsole gezogen werden – das war ja noch verhältnismäßig klar und einfach umzusetzen – sie mussten ja auch nach innen geführt werden!
Da hängen sie – und zu dem Loch müssen sie geführt werden
Die Herausforderung dabei ist, den Kabelkanal wasserdicht, nicht störend und zudem noch unauffällig und hübsch zu verlegen. Mir ist dafür folgende Lösung eingefallen – ich hoffe, sie gefällt euch auch.
Alles noch hinter / unter der Scheibe, somit wenig Regen oder Spritzwasser – wenn doch, sollte es dicht sein
Nun hatte ich die Kabel dort wo sie hinsollten – von hier aus soll es an einem anderen Tag weitergehen!
Kabel für Konsole und Solar – von hier aus geht´s weiter!
Ich muss erst nachdenken! Schaut euch das Bild genau an – die Kabel werden jetzt in dem weißen Schacht nach unten geführt und müssen dann unterhalb des orangen EPIRB Warnsenders um die Ecke nach hinten geführt werden. Dort kann man nicht hinlangen, es gibt keinen Durchgang nach hinten. Was tun sprach Zeus???
Von Pfeil zu Pfeil
Na egal, das mache ich an einem anderen Tag – für heute reicht´s! Morgen ist auch noch ein Tag.
Und dieser Folgetag begann freudig! Die Arbeitsverhältnisse nach dem Jahreswechsel haben sich normalisiert, alle Feiertage welche auf einen Sonntag fielen waren ausgeglichen – ich sollte somit noch einmal zur Post fahren. Ihr erinnert euch sicher, neben der Crew der JASPER kam auch von den Saarländern der LIBERTÉ eine Andeutung. So war klar, wir erwarten ein Päckchen!
Lecker – was „Selbstgebasteltes“ 😉
Da das Freßpaket gefüllt war mit Wildsauspezialitäten – und sowohl Sibylle wie auch ich mögen das selbsterlegte Keilerprodukt von Hans-Peter – war die Freude natürlich riesig. Ein verspäteter Festschmaus der bis in den Februar halten sollte.
Da strahlt sie wie CäsiumBegleitet von einer herzlichen Weihnachtskarte
Ja, da sagen wir nochmals herzlich DANKSCHÖN, wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Zumal ich ja heute während des Schreibens schon weiß, dass auch diese Saison wieder ein paar Geschichten liefern wird…
Sibylle zaudert! Ihr graust vor der Reise mit Mamos. Alleine auf die Fähre mit dem großen Labrador der sich immer sträubt, wenn er etwas nicht kennt. Alleine mit dem Taxi und der großen Box an den Flughafen und dort den treuen Vierbeiner einchecken…
„Willst Du mit?“ höre ich sie fragen. Ich antworte mit einem „Wie meinst Du das?“ und in dieser Sekunde beginnen sich die Zahnräder in meinem Kopf zu drehen – war da nicht noch die Frage wie die Plotter nach Athen kommen??? Hier war die Antwort!
Wir gingen ins Café „Palma“ um das zu besprechen und zu planen – das Wetter war so einladend und der Hund musste ohnehin raus.
Anfang Januar in LakkiBequemes Liegen an gespannter Leine – vor der Türe…
„Ah, ich könnte dich also begleiten? Bis nach Athen, soso? Leihwagen bis zum Flughafen, blabla und dann mit der gleichen Fähre wieder heim…“
Ich heuchle Zaudern, war aber längst entschlossen, dies exakt so umzusetzen – wir entwickelten einen genialen und zudem kaum kostenintensiven Plan – der Leihwagen war billiger als das Taxi, ich kann am Hinweg in Sibylles Kabine schlafen und wir bekommen Flexibilität. Natürlich nehme ich die Plotter mit und gebe sie in Athen / Alimos persönlich ab. Spart Porto, Zeit und Verpackung – und ist safe!
Ich gebe mein gespieltes, von einem Augenzwinkern begleitetes, Zögern auf und wir gehen schnurstracks in den Ticketshop und kaufen meine Fährtickets.
Hin und zurück am gleichen Tag – quasi
Als wir zurück in der Marina waren, wollten wir den Freunden von der FINI die Idee kundtun, denn auch die Beiden wussten von Sibylles Kummer, alleine mit Mamos zu reisen. Unsere Absicht die Neuigkeiten unters Volk zu bringen, wurde jedoch jäh unterbrochen – Gefahr in Verzug, es muss entschlossen gehandelt werden. Ein Wildtier hat sich als blinder Passagier auf die FINI eingeschlichen…
Ok, wer will ihn
Wir wollten ihn nicht adoptieren, wir hatten ja schon Mamos und auch Irene war wenig begeistert ob des ungebetenen Gastes, der übrigens relativ groß war – immerhin so groß, dass keiner von uns ihn einfach packen und wegbringen wollte.
Also hat Tom ihm nachdrücklich und unter Einsatz von „Tragehilfen“ signalisiert, dass er in diesem Fall nicht willkommen ist. Leider war Flip ein Depp – schon fast zum sicheren Busch transportiert, fällt er vom Besen und klatscht laut klappernd auf den Betonsteg. Dort ist er so erschrocken, dass er unkoordiniert gehüpft ist und – ihr könnt es euch vorstellen – PLATSCH!
Das kann nicht angehen – ein Lebewesen will gerettet werden…
Mithilfe des Schrubbers gelingt die Bergung
Da saß er nun im Busch der dumme August, pitschnass und noch unter Schock – na immerhin hat er heute Abend zuhause was zu erzählen.
So, was muss noch erledigt werden, bevor Sibylle für zweieinhalb Wochen nach Deutschland abreist? Ich weiß, ich brauche einen Haarschnitt, sonst sehe ich nach ihrer Rückkehr aus wie Rübezahl und sie erkennt mich nicht mehr oder leugnet gar mich zu kennen. So schritten wir zur Tat…
Ich nehme Platz auf dem Frisörstuhl……und sehe kurze Zeit später aus wie neu!
Nun, produktiv werde ich heute nicht mehr sein, das war klar. Das Ende des Tages nahte bereits und so ging ich mit Sibylle eine weitere Runde mit Mamos, auch er wird nicht mehr lange hier sein.
Auf dieser Runde huschen Schafe an uns vorbei, etwas erhaben auf einer Art Böschung. Da war seine Neugierde geweckt – Schafe mag er, egal wie…
Nein, Du darfst nicht zu den Schafen
In dieser Nacht habe ich schlecht geschlafen, ich weiß nicht warum, ich war einfach früh wach und konnte nicht mehr einschlafen. Weil ich es nicht leiden kann, in solchen Phasen unproduktiv zu sein, habe ich mir recht früh am Morgen Marcus´ Wasserpumpen vorgenommen.
Early Bird Day
Ich hatte unserem Freund von der DARKSYDE versprochen, dass ich mich um die beiden Pumpen des Katamarans kümmern werde, solange er nicht zugegen ist – versprochen ist versprochen! Also habe ich heute mal den Startschuss gegeben, zerlegt und dabei den Reparaturumfang bestimmt.
Katalogbilder helfen oft den Aufbau zu verstehenEin erster Eindruck entsteht
Als dies erledigt war, konnte ich erkennen, dass der Einbau eines Reparatursatzes reichen würde. Es war keine aufwändige Überholung nötig. Zum Auspressen der Lager und zum Polieren der Welle brauche ich immer Giorgos und seine Maschinerie – und weil ich schonmal dabei war, fuhr ich am Abend des gleichen Tages in die Werkstatt um die Reparatur für Marcus zu finalisieren. Haken dran…
Pullover in der Wäsche, die Schlechtwetterjacke muss ran
Die Welle kommt also raus um auf der Maschine poliert zu werden, was liegen bleibt sind ein Haufen Einzelteile – Zahnräder und alte Dichtungen.
Puzzle für Männer
Da Giorgos immer auch die Gehäuse reinigt, kann sich das Ergebnis sehen lassen. So gut wie neu, aber für einen Bruchteil des Geldes.
Wie neu…
Am nächsten Morgen reisen Irene und Tom von der FINI ab. Sie werden zwar recht bald schon wieder kommen, wir rechnen Mitte, Ende März mit ihrer Rückkehr. Trotzdem schade, dass sie nicht den ganzen Winter verweilen, aber die Skisaison lockt. Ich bleibe, ob dieser Tatsache, fassungslos zurück…
Ciao, wir sehen uns bald wieder!
Die Zeit rennt, auch Sibylles Tage in Leros sind für den Januar so gut wie gezählt. Ich habe noch ein Projekt im Hinterkopf, bei dem sie mir helfen könnte – und das werde ich heute anpacken! Ich ziehe die Kabel vom Kajütdach in den Motorraum – eine Idee hatte ich inzwischen gehabt, die Materialien zur Umsetzung von Giorgos mitgebracht.
Ich zerlege also mal wieder unseren Salon…
Noch ist´s harmlosAber nach und nach schleicht sich das Chaos ein
Um das Kabel, welches von oben Richtung Motorraum geführt wird, besser greifen und führen zu können, schaffe ich mir Zugang über bestehende Möbelausschnitte. Dafür müssen das Bedienteil des Generators nochmal raus und später auch die Steckdose, welche ich in diesem Zug gleich erneuere.
Oben im Holz ist schon das das Loch für die Durchführung zu sehen
Leider hat sich recht bald herausgestellt, dass die Kabel tatsächlich einmal in den Innenraum geführt werden müssen und von dort aus weiter in den Motorraum – es gibt keinen direkten Weg! Exakt müsste man es anders formulieren, es gibt keinen direkten Weg den man mit Werkzeug erreichen kann. Ich hatte bei den nicht sichtbaren Durchgängen keine Option die Durchgangslöcher zu bohren und dann auch noch Kabel zu ziehen – offen gesagt, es war so schon eine eklige Arbeit. Ich musste also noch den Gegenpart zum Eingangsloch in den Motorraum bohren…
Jetzt wird´s klarer
Die Challenge war, eines der Löcher, wohl das weniger sichtbare, das von oben kommende, oval zu fräsen um das Durchführungsrohr „einfädeln“ zu können – mit den dicken Kabeln drin! Zugleich sollte der Spalt so klein wie möglich sein.
Wir fangen also an, die Kabel zu sortieren und durch die Löcher zu führen…
Ganz schöner Packen……und die beiden müssen auch noch rein
Für die technisch Interessierten – es muss die Konsole mit den Garmin Instrumenten über dem Niedergang angeschlossen werden – darin habe ich, um Kabel zu sparen, mein Backbone Kabel für NMEA2000 begonnen und innerhalb der Konsole die Einzelinstrumente angeschlossen – es kommen also nur EIN NMEA2000 Kabel plus drei Litzen a 2,5qmm Querschnitt für einen beleuchteten Schalter für das Cockpitlicht aus dieser Richtung.
Aus der anderen Richtung kommen VIER Kabel a 6qmm von den Solarmodulen sowie einmal das Massekabel für die Lampe.
Natürlich muss die volle Länge durchgeführt werden
Nachdem alle Kabel durch das erste Loch geführt waren, wurde die optisch ansprechende V4A Kabeldurchführung aufgesteckt – bis hierhin war es noch einfach…
Bergfest – jetzt alle Kabel durch Loch 2 und dann zusammenstecken
Der Durchgang in den Motorraum ist zwar klar und eindeutig, geht auch gerade durch die Holzwand und die dahinterliegende Isolierung, leider ist dann auf dem Weg zur „Schaltzentrale“ meiner Victron Anlage, der Weg durch das integrierte Tellerboard versperrt, es muss daher wieder aufwändig „gezogen“ werden – aber auch das gelingt.
Das „Meisterstück“ war jedoch das Einfädeln des Edelstahlrohrs ohne eines der Kabel zu zerstören. Es war knapp und ich war auch in Sorge, aber nur wer wagt gewinnt, am Ende hat es geklappt!
Eine saubere Lösung – und wer es nicht weiß, sieht es auch nicht
Ich brauche frische Luft und nehme es gerne an, dass ich nochmals zu Andreas Kritikos´ Baumarkt muss. Die Deutschen auf der Insel nennen ihn kollektiv OBI, das könnte an der Farbwahl liegen 😉
Der OBI von Leros – ein Treffpunkt für die Bastler……denn er ist gut sortiert (nur bei der Qualität muss man aufpassen)
Ich fahre über Lakki hin und auch zurück. Zum einen um etwas mehr frische Luft zu atmen, um zu pausieren – zum anderen aber auch, weil ich die Stimmung an bewölkten Tagen ebenso schätze wie an sonnigen. Ja und die Einfahrt der Lakki Bucht fotografiere ich ohnehin gerne…
Wolkig, verhangen – die Stimmung nach dem Regen
An diesem Tag reicht es mit Arbeiten an NESSAJA. Ich mache noch eine Notreparatur an meinem „Nutzhelm“, dieser ist nach drei Jahren ziemlich am Ende. Leider habe ich auf Leros keinen passenden Ersatz gefunden – so muss ich den Verschluss irgendwie reparieren, die Feder war durch den Rost gebrochen.
Funktioniert – aber ein Neuer muss her!
Meinen 300.-€ „Sonntagshelm“ verwende ich auf der Insel nicht, man sieht ja wie rasch die Dinger kaputt gehen oder mal runterfallen, nein, ich brauche wieder einen Zweithelm.
Es ist der Morgen des 12. Januar, heute Nacht um 23.15 Uhr wird uns die Fähre nach Piräus bringen. Ich werde Sibylle begleiten und sie und Mamos dann am Flughafen verabschieden.
Wir haben vereinbart, dass wir an diesem Tag nicht an NESSAJA arbeiten. Wir müssen uns um den Hund kümmern, packen und das Schiff für die Abwesenheit klar machen.
Leider beginnt der Tag trüb und regnerisch!
Rauh, grau und wolkenverhangen – aber relativ warmMarinastimmung, mal ohne blauen HimmelNochmal eine Marinarunde mit Mamos – Zeit für ein finales „YASSAS“
Wir kommen zum Schiff zurück und mir reicht ein Blick aus den Augenwinkeln um zu erkennen – da stimmt was nicht! Könnt ihr es erkennen???
Schaut mal genau hin – wer findet den Fehler?
Ich mache es kurz – ein Blick auf die Flagge und auf meinen NEUEN Windgenerator zeigt, auf NESSAJA weht ein anderer Wind! Zumindest am Heck scheint er aus einer anderen Richtung zu wehen. Das nervt mich in Sekundenbruchteilen – denn sofort wird klar, die Fahne lügt nicht. Der Problembehaftete dürfte somit der nigelnagelneue Stromerzeuger sein! Was kann nur sein? Ich sehe genauer hin…
Graue Schatten……die ich am oberen Dichtring wegputze, die Welle dreht sich leichtDas untere Lager aber ist stark verschmutzt und festIch rücke der Turbine mit Reiniger und Öl zu Leibe
Es nimmt eine Geschichte ihren Anfang, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Ich mache es kurz – man ist sowohl bei SVB wie auch bei Silentwind sehr hilfsbereit, die Lösung scheint aber festgeschrieben – ich solle „die Turbine schnell wegbauen und einschicken“.
Ok, das ist nun aber echt schneller gesagt als gemacht. Vermutlich sind zwei banale Industrielager fest, warum auch immer. Dafür soll ich meine neue Anlage zerlegen, das Transportrisiko nach Portugal auf mich nehmen und dann wochenlang auf eine Reparatur warten – naja.
Nach langem Verhandeln schickt mir der portugisische Techniker zuerst ein Service Bulletin, welches auf mögliche Undichtigkeiten mit anschließenden Lagerschäden hinweist, der Generator müsse daher zurück ins Werk. Ich verhandle, mache Kompromissvorschläge zu MEINEN Lasten und kann mich letztlich mit ihm insoweit einigen, dass Silentwind mir die Reparaturteile schickt und ich selber repariere. Ich freue mich nicht, nehme es aber hin, was soll ich machen?
Ein bisschen Ärger keimt auf, als Sibylle mir die Teile zwei Wochen später bei ihrer Rückkehr mitbringt. Das Bulletin sagt klar, dass ein mangelhafter Dichtring Ursache ist – mir diesen 10ct Dichtring mitzuschicken, daran hat in Portugal niemand gedacht! Nun, ich werde das reparieren und berichten…
Mein Gepäck
Ich packe! In meine Tasche kommen zwei Plotter, ein Kissen und eine Decke. Ende!
Sibylle packt auch – einen Moment dachte ich, sie würde nicht mehr wiederkommen. Die große Tasche bumsvoll. Ok, sie hat auch für Mamos gepackt.
Sibylles Gepäck – und das ist erst der Anfang……am Ende wird die Tasche voll
Es hat etwas aufgeklart, deswegen drehen wir „eine wirklich letzte Marinarunde“ mit Mamos. Er soll zufrieden auf der Fähre sein. Gut war, dass Sibylle auf eine Tierkabine umgebucht hat, er würde mit ihr, mit uns, in einer Kabine schlafen. Ob das klappt?
Mit einem Leckerli folgt er schon ganz gutDie Hundefreunde verabschieden sich – von Sibylle (temporär) und von Mamos (für immer)Die Wolken hängen noch über Lakki……aber es wird zunehmend freundlicher
Am Rückweg entdecke ich Kleinigkeiten die mich zum Schmunzeln bringen. Ich wüsste gerne, wer sich hier verewigt hat.
Nanu???Ein „Kunstwerk“ aus SIKA – hab´ ich normal nur an den Fingern
Es ist Nachmittag, kurz vor Büroschluss – mich erreicht ein Mail. Es wäre ein Paket für NESSAJA gekommen! Na sowas, jetzt schon! Ich wusste, dass Ersatzteile unterwegs waren, ich habe VOR Sibylles Aufenthalt noch eine Bestellung abgesetzt. Erstens um sie zu entlasten, zweitens brauchte ich Material um während ihrer Abwesenheit „richtig loszulegen“ – aber dass die Sachen jetzt schon eintreffen, nach 10 Tagen, super! Ich gehe sofort in den Shop um mein Paket noch vor unserer Abreise abzuholen.
Ich weiß nicht warum, ich sehe mir den Lieferschein an und vergleiche mit meinem Rechner – was muss drin sein? Wahrscheinlich mache ich das nur, weil ich bei so vielen Quellen bestellt habe und nicht den Überblick verlieren will. Ich bin normal kein Lieferscheinleser.
Zum Abgleich sortiere ich mir alles zurecht – und siehe da…
Meine noch fehlenden Garmin Teile
…tatsächlich fehlt ein NMEA2000 Vierfach-Verbinder. Das darf doch nicht wahr sein! Ich suche überall, im alten Karton, im Verpackungsmaterial, im Mülleimer. Ich rufe den Sohn an, denn er hat umgepackt – auch seine Suche bleibt ergebnislos.
Soll 2 – Ist 1! So ein Mist!
Ich melde es dem Händler der schnell, unbürokratisch und kundenorientiert handelt – „ich sende ihnen ein solches Teil nach – ungeprüft!“ Ok, danke! Bringt Sibylle mit, leider bedeutet das für mich – drei Wochen warten!
Es ist 21.15 Uhr. Wir haben uns mit Thomas und Paola von der SIMPLY FREE verabredet. Thomas und ich bringen Hundebox und Gepäck mit dem Auto zur Fähre, die Damen laufen mit Mamos. Da das „Palma“ am Weg ist, würden wir uns einen Ouzo als „Betthupferl“ genehmigen.
Fertig und reiseklar – das Abenteuer kann beginnen
Der stählerne Riese kommt pünktlich, wir haben alle Hände voll zu tun. Sibylle führt Mamos, der bis zur Treppe willig folgt. Ich verräume derweil unser Gepäck samt Transportbox. Über die Treppe will der Vierbeiner nicht, so packe ich ihn und fahre mit dem 30kg Bündel am Arm zwei lange Rolltreppen nach oben. Wahrscheinlich hat es sich jetzt schon rentiert, dass ich mitgefahren bin.
Sibylle checkt uns ein und lässt sich, ohne mich und Mamos, die Kabine zeigen. Danach machen wir uns gemeinsam auf den Weg…
Kurze Halbzeitpause für Mann und Hund
…er hat sich dabei ein bisschen bitten lassen. Ich musste ihn auch mal „lupfen“, weil es auf rutschigem Untergrund echt schlecht geht. Das muss und wird er noch lernen. Aber egal, wir haben unsere Kabine erreicht und uns relativ rasch schlafen gelegt.
Die PET-Kabine war recht cool und wir hatten an Mamos´ Teppich gedacht!
Ich hätte es nicht zu hoffen gewagt! Der schwarze Fellfreund hat uns nicht nur prima schlafen lassen, er hat sich die ganze Nacht echt prächtig benommen, das war echt toll.
Dermaßen erholt und irgendwie auch ausgeschlafen, sind wir in Piräus angekommen.
BlueStar 2 spukt uns auf´s griechische Festland
Kaum hatten wir die Fähre verlassen, ist Sibylle erstmal ein paar Meter mit ihm gegangen. Ich habe auf das Gepäck aufgepasst und den Verleiher des Mietwagens informiert, dass wir vor dem Zeitplan angekommen waren. Dann haben wir uns im „Gregorys“ ein Sandwich und einen Cappuccino gegönnt.
Ich auch!
Kurze Zeit später, vor der ursprünglich vereinbarten Zeit, kommt der Leihwagen. Wir sind durch Empfehlung auf eine Firma aufmerksam gemacht worden, die das Geld für ein Bürogebäude spart. Die Wägen stehen außerhalb und werden zum Wunschort gebracht und auch an beliebigem Ort wieder abgeholt. Top Service, top Auto, sehr preiswert – wir waren begeistert!
Renault MeganeUm Haaresbreite – die Räder musste ich abschrauben
Wir hatten das „Zwangseinsteigen“ in die Box vorher geübt, das Gitter wollten wir nicht riskieren – aber er hat es sich gefallen lassen. Mit Hund konnte ich die Box nach innen drehen, alles hat gerade gepasst.
So, los geht´sFREITAG der 13.
Wir waren um 08.45 Uhr abfahrfertig – nach Alimos, einem direkt an Athen angrenzenden Vorort, war es nach Navi nichtmal eine Stunde. Ich war um 10.00 Uhr beim Garmin Händler verabredet – wir würden also rund eine halbe Stunde Puffer haben.
Blick auf Athen von Alimos aus
GoogleMaps ließ uns wissen, dass der Gamin Vertreter unmittelbar bei der Alimos Marina war. Das wollten wir nutzen und dort die Wartezeit verbringen. Das hat super geklappt. Wir haben den Wagen am Parkplatz der Marina abgestellt und in einem benachbarten Café einen Cappuccino getrunken. Anschließend ist Sibylle mit Mamos am Strand spazieren gegangen, ich habe mich mit den beiden Plottern auf den Weg zum Händler gemacht.
Alleine der Fußweg war interessant…
Ein Soldatenfriedhof……parkähnlich angelegtSonst wenig beachtet – interessant zu erfahren
Nach rund zehn Minuten Fußweg habe ich den Händler erreicht, man hatte mich bereits erwartet, war informiert und perfekt vorbereitet.
Garmin Griechenland – Skordilis in Alimos
Die Übergabe ging schnell und professionell. Man hat beide Plotter entgegengenommen und mir einen Beleg ausgestellt. Man würde sich melden.
Ich nehme es vorweg – diese Meldung ist inzwischen erfolgt, es sieht so aus, als ob sowohl der angelsächsische Freund als auch ich mit einem Neuteil als Ersatz rechnen können. Mehr dazu im Februarbericht.
Ich gehe zurück, treffe Sibylle wieder und wir beschließen, keine weitere Zeit zu verbummeln – wir fahren zum Flughafen, obwohl wir sehr gut in der Zeit lagen.
Gleich geht´s los…
Wir konnten das Auto gut und terminalnah parken, haben alles auf einen Wagen gepackt und sind zum Check-In Schalter der Lufthansa gegangen. Der Hund war angmeldet, musste aber noch bezahlt werden, Sibylle war eingecheckt, das Gepäck und Mamos mussten „aufgegeben“ werden.
Es begann Stress!
Eine Dame, zunächst recht nett, kam zu uns und hat Mamos vor der Box fotografiert. Sie machte etwas rum und hat uns dann erklärt, dass die Box zu klein für ihn ist. Natürlich hatten wir uns ebenfalls vorher informiert, welche Regel für die Boxgröße angewendet wird – im deutschsprachigen Infoblatt der deutschen Airline steht „…so dass der Hund aufrecht in der Box stehen kann und sich darin drehen kann.“
Diese Vorgabe hat unsere Box erfüllt, der Hund hat immerhin seit fast zwei Monaten in seiner Box gewohnt.
Ich widersprach, obwohl ich weiß, dass der Grieche (und wohl auch die Griechin) Widerspruch nicht gerne hört. Meine Widerworte führten dazu, dass die nicht mehr so nette Dame einen Zettel holte und etwas von „plus 10cm“ faselte. Ich sah mir den Zettel an, es war ein grüner Strich exakt über einen Hundekopf, daneben ein grüner Haken. Ich ließ mich hinreißen, zu erklären, dass dies exakt der Ist-Situation entspräche und nirgends etwas von 10cm steht.
Worauf die Dame meinte, „dass dies so sei, weil sie es so sage!“ Ging fort und ward nicht mehr gesehen – sie hat uns einfach stehen lassen.
Mamos war es egal…
Entspannter Hund – weniger entspannter Mario
Ich mach´s kurz – alles Diskussionsansätze mit Kollegen halfen nix, die Lady schien die Chefin oder Supervisorin zu sein. Da bist halt verratzt. Hilfe kam in Form eines Griechen, der ebenfalls mit Hund hier war um einer sogenannten „Flugpatin“ beim Check-In zu helfen. Dieser Mann telefonierte mit einer Tierhandlung in der Nähe, diese erklärte sich bereit eine XXXXL Box an den Flughafen zu liefern – wir sagten zähneknirschend zu.
Die Dame hat uns stehen lassen, bis es klar wurde, dass Sibylle ihren Flug nicht mehr bekommen würde. Sie musste vor Ort auf den nächsten Flug am gleichen Tag umbuchen und die Abholer in Deutschland informieren. Ich hatte noch eine Stunde Puffer bevor ich wieder zur Fähre müsste.
Unsere Box kam an…
Living in an Box
Ich half beim Um- und Zusammenbau, wir packten um und schenkten unsere „alte Box“ dem Lieferanten. Diese Box hatten wir vor rund zwei Monaten in Leros, gebraucht für 150.-€ gekauft.
Umpacken fertig – neuer AnlaufEin bisschen Entspannung für Mensch und Hund
Es addierten sich so rund 500.-€ zusätzliche Kosten für Umbuchung und Mehrkosten für den Flug und die Box. Diesmal hat alles geklappt, aber ich werde das trotzdem bei der Lufthansa einsteuern – ich bin kein Freund von Willkür, an keinem Ort der Welt!
Sibylle war eingecheckt, gemeinsam gingen wir zum „Bulky-Luggage“ um den Hund aufzugeben – ich musste los. Sibylle war inmitten einer Gruppe junger Soldaten und ich fragte den hinter uns stehenden, ob er denn Sibylle, falls nötig, helfen würde den Hund zu heben oder ähnlich.
Seine Antwort war kurz und bündig – NEIN, denn vermutlich habe er keine Zeit, seine Jungs seien alle vor ihm – ob er nicht lieber an uns vorbei dürfte??? Ja, klar, geh nur vor, Du Depp! Ich wünsche ihm Durchfall und verabschiede mich von Sibylle. Mamos habe ich vergessen, ich bin genervt.
Ich muss quer durch die Stadt, muss noch tanken und habe noch eine Stunde – ich kenne Athen, das kann knapp werden!
Just in time – ich gebe den Megane zurück
Ich erreiche das Fährterminal „en minute“ und muss nur fünf Minuten auf den Mann vom Autoverleih warten. Wieder klappt alles vorzüglich und ich checke auf meiner Fähre ein.
Der Zubringer wartet schon
Man fängt mich kurz vor der Fußgängerrampe ab – „…sorry, do you have face-mask? It´s obligatory!“ Na toll! Ich weiß, dass im öffentlichen Transport in Griechenland (noch) Maskenpflicht herrscht. Ich wusste auch, dass ich diesmal meine Maske vergessen hatte – einfach weil es normaler Weise niemanden interessiert. Diesmal eben doch…
Ich muss eine Maske kaufen – zum Glück ist neben der Fähre ein fliegender Händler der solche Masken anbietet. Ein Schelm wer jetzt Böses denkt, aber wahrscheinlich ist er tatsächlich ein Schwager des kontrollierenden Schiffsbediensteten. Nun würde man in Deutschland in einer solchen Situation wohl 5.-€ für eine Maske zahlen, in Griechenland nicht! Der Schutz vor Viren und Bazillen wechselt für moderate 100ct, einem runden Euro, den Besitzer und verschafft mir Einlass. Prüfnormen der Maske sind mir egal…
SO kann mir nix mehr passieren
Ich kenne die „guten“ Plätze auf der Fähre, gut deshalb, weil man vielleicht zwei Hocker zu einer Liege zusammenschieben kann, weil eine Wand das Kissen stützt oder Sichtschutz bietet, oder einfach weil es eine ruhige Ecke ist. Diese guten Plätze scanne ich sofort ab.
Leider waren diese alle belegt, weil ich durch die Fahrzeugübergabe und den Maskenbohei etwas später als die reisenden Griechen (die die „guten“ Plätze natürlich auch kennen) an Bord kam. Mir blieb nur ein Schwiegermutterplatz direkt neben einer griechischen Großfamilie mit zwei Kindern und ganz nahe am Cafè.
Paperwork solange ich noch Internet habe
Die Burschen waren nicht totzukriegen und haben echt durchgemacht. Aus Langeweile haben sie aber stetig herumgewuselt und das merkst Du einfach, wenn ständig jemand um dich herumrennt. Zudem war natürlich auf dem Weg zur Bar bis weit nach Mitternacht stetiger Trafic. Ich konnte dösen, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Na egal, erstmal ins Bordrestaurant…
Kleine Sauerei – war gut, machte aber ein schlechtes Gewissen
Bis ich mich versah, waren wir in Syros, Leute gingen, Menschen kamen – es herrschte reges Treiben, welches generell erst nach Mitternacht etwas abflaute.
Die Fahrt von Piräus nach Leros dauert ziemlich exakt 9 Stunden und wir waren recht genau im Zeitplan. So änderte der Kapitän der Fähre etwa um 04.00 Uhr seinen Kurs und bog in die Lakki Bucht ein – wir kamen planmäßig um 04.15 Uhr an.
Gleich bin ich wieder zurück
Ich setze meine Füße auf bekannten Boden und nehme mir ein Taxi zur Marina. Zurück auf NESSAJA haue ich mich nochmal ins Bett und kann wirklich nochmal einschlafen – und habe auch recht lang ausgeschlafen!
Ein neuer Tag beginnt, ja eine neue Zeitrechnung gar – ich war alleine an Bord, für den Rest des Monats!
Meine erste Handlung – Wäsche waschen
Ich hatte eine exakte Vorstellung wie diese Phase des Monats abzulaufen hatte. Keine Zeitverschwendung für Hausarbeit! Ich werde NESSAJA einmal so aufräumen wie ich das haben will und darüber hinaus mir selbst möglichst wenig Arbeit machen – alle Zeit sollte der Projektarbeit zur Verfügung stehen! Projekte vorantreiben! Ich will jeden Tag von morgens bis abends durcharbeiten und so richtig was reißen!
Meine Vorsätze ließen sich recht gut einhalten!
Zuerst wusch ich eine Maschine Wäsche um auf „Stand 0“ zu sein und zudem den Hundemuff aus allen Klamotten rauszuwaschen. Dann füllte ich die Tanks, das sollte ausreichen!
Ich musste Mamos´ Lager aufräumen. Die Palette auf der seine Box stand wegräumen, das Gestell an der seine Langleine angebunden war an den Ursprungsort bringen und die Löcher die er gebuddelt hat etwas zuschieben.
Das war Mamos´ Platz – alles wieder aufgeräumtNur noch seine Spuren erinnern an ihn – so schnell wie er in mein Leben trat hat er es wieder verlassen
Durch das späte Aufstehen und diese Haushalts- und Kleinaufgaben war der erste Tag sehr schnell vergangen. Am Abend habe ich mir einen Burger und ein Bier gegönnt und dabei ist mir aufgefallen, dass wir diesen Winter noch gar nicht im „Persiana“ waren. Schade eigentlich, es ist nett dort und der Burger ist vorzüglich – deutlich besser als die auf der Fähre.
7.50€ der Burger, das Bier für 4.- beides akzeptabel
Der neue Tag soll der erste Arbeitstag werden. Ich trinke meinen Kaffee, auf Frühstück verzichte ich, ich will nicht einkaufen und abspülen müssen. Kurz bevor ich loslege, höre ich ein bekanntes Trappeln – ach da schau her! Kaum ist der große, schwarze Nebenbuhler weg, macht Electra wieder ihre Aufwartung an Bord…
Siehe da, die Eifersucht weicht der Neugierde
…ich will dem gewieften Hund zeigen, dass ihre Eifersucht der letzten Wochen unbegründet war. Ich gebe ihr ein Leckerli und widme mich ihr für eine Viertelstunde – das muss aber dann für´s Erste reichen!
Wieder Freunde
Ich hatte ja kurz vor der Abfahrt meine bestellten Teile im Paket erhalten. Ich wollte die „projektfremden“ Sachen sofort und zuerst verbauen um nicht neue Punkte auf der Liste zu generieren.
So widmete ich mich zunächst und völlig außerplanmäßig den alten Lampen in der vorderen Kabine.
20 Jahre alt, überholte Technologie und unansehnlich
Die Lampen selbst wurden bereits mit LED Leuchtmitteln ausgerüstet, aber irgendwie brachten sie nicht wirklich Licht in die Kabine, zudem waren sie im Laufe der Zeit unansehnlich geworden. Da unsere neuen LED-Lampen in der Eignerkabine überzeugen, habe ich beschlossen, hier die gleichen Lampen zu montieren.
Leider klappt auch das nicht reibungslos…
WARUM zwei Löcher – warum so ein riesiger Schlund???Die Ist-Situation verursacht HerausforderungenDie Kompromisslösung stellt zufriedenDas Gehäuse deckt den Spalt gerade so ab
Am Ende habe ich die drei Lampen montiert, sie spenden ein wirklich gutes Licht und sehen jetzt wieder gut und auch etwas moderner aus – ich bin zufrieden.
Hier noch die anderen Beiden
Es war noch genug Tag übrig um auch noch den Gasregler in Angriff zu nehmen. Ihr erinnert euch? Ich hatte ja ein bisschen Spaß mit der Dichtheit meiner neuen Gasanlage. Das war beseitigt und ich hatte in diesem Zug die Gasflaschen an einem neuen Platz montiert. Dieser neue Platz erlaubt nun die Montage eines GOK Marine Gasreglers in besserer Materialqualität. Diesen galt es zu verbauen.
Hier noch der alte GOK Regler. Gute Qualität, aber eben nicht für Marine Anwendungen zugelassen…
Zum Vergleich nun der neue, blaue Regler – dieser baut rund 2cm höher und hat vorher nicht in das ursprüngliche Fach gepasst und mich in der Folge zu dem bisherigen, nun ausgemerzten, Kompromiss gezwungen.
Auf dem Bild ist auch der neue Platz noch einmal zu sehen, zusammen mit dem Kanal für den Gasschlauch, der als Schutz für die Verlegung durch die Backskiste dient. So sieht nun die finale Lösung aus – ob es eventuell mal einen Deckel dafür gibt, muss ich noch behirnen.
Gas – nun sicher verstaut! Die gesamte Backskiste war vorher schon mit Gasablauf nach außen versehen
Es ist Kaffeezeit, es ist warm draußen – ihr ahnt was kommt! Mein Budget erlaubt mir den Besuch bei „Repapis“, der kleinen Eismanufaktur in Lakki. Ich gönne mir Macademia Nut & Caramel – ein Gedicht!
Es soll uns niemals schlechter gehen
Wieder zurück, ist immer noch einiges an Tag übrig! Ich erkenne gleich an Tag eins nach Sibylles Abreise den gravierenden Unterschied aus arbeitsorganisatorischer Sicht. Ich „verratsche“ mich nicht, ich arbeite noch ein bisschen weiter…
Ein Vierfach-NMEA Verteiler war ja im Paket
Da ich ja zumindest EINEN der zwei bestellten Vierfach-Verteiler erhalten hatte, konnte ich die ersten, bereits vorher verlegten NMEA2000 Kabel verbinden und mittels eines Endwiderstandes mein Netzwerk beginnen.
Ich legte also los – mit dem Ziehen der weiterführenden Backbone Kabel und sdem Verbau weiterer Elemente des Netzwerkes, so zum Beispiel den erhaltenen Konverter, der mein altes NMEA0183 Signal in ein NMEA2000 Signal konvertiert und es mir so ermöglicht, mein altes AIS ins System einzubinden und dessen Daten auf den neuen Plottern sichtbar zu machen.
Der Actisense NMEA KonverterDie fehlenden Kabel vom und zum Hauptplotter werden gelegt
Ich räume alte Kabel raus, ziehe neue Kabel rein, verlege so logisch wie möglich und verbinde die Geräte. Einiges an Vorarbeit war geleistet, so dass die Arbeit gut von der Hand ging. Klar, ein bisschen Ärger schwingt immer mit, am heutigen Tag ist dieser jedoch nicht erwähnenswert. Ich arbeite recht lang vor mich hin, so dass ich relativ spät beschloss, zum Abendessen einfach nur ins „SouVLakki“ zu gehen – keep it simple!
Giros und Bier – man merkt, Sibylle ist nicht hierGiros, Pommes, Bier – 10.-€! Lohnt selber kochen???
Abends sehe ich immer etwas YouTube – durch Sibylles Abwesenheit fehlt mir auch der Zugriff auf Netflix und Prime, so beschränke ich mich auf Seglerepisoden der mir bekannten Kanäle.
Zudem erreichen mich Nachrichten aus der Heimat – Volker grüßt mit Bildern von Mamos! Der schwarze Labrador ist gut im neuen Zuhause angekommen und scheint Deutschland und sein neues Herrchen zu mögen!
Volker und SEIN MamosWiesen, Laub, Berge, Wald – alles neu in Mamos´ Leben!
Wir sind ja ohnehin in stetigem Kontakt – heute, einen Monat später geht Mamos mit auf Skitouren, tollt mit anderen Hunden im Schnee und hört auf seinen Namen. Er hat einen eigenen Korb IM Haus – er hat ein offensichtlich glückliches Leben – alles richtig gemacht!
Ich schlafe zufrieden ein!
Am nächsten Morgen trinke ich meinen Kaffee und lasse mich von der Frage einfangen, ob es nicht doch besser wäre selber zu kochen. Ich will es probieren und beschließe, dass „Cordon Bleu“ vom Hähnchenmetzger nebst einem riesigen Salat das Gericht der Wahl sein wird – ich gehe einkaufen.
Dabei erliege ich der Verlockung mir, quasi als Brunch, eines der leckeren Sandwiches von „Mikes Bakery“ mitzubringen – für die zweite Tasse Kaffee…
Frühstück für 3,40€
Danach geht´s weiter im Arbeitsprozess! Ich hatte Spaß an dem Netzwerkaufbau für meine Garmin Navigation gefunden und wollte da noch ein bisschen dranbleiben – also ran an die Bulletten!
Schon ein paar Details
Ich verbaue Verteilerdosen um klare und eindeutige, geschaltete 12V Knoten herzustellen. Ich musste die Antennenstecker noch anbringen, diese habe ich verlötet um an dieser Stelle „sauber“ zu sein. Zudem hatte ich noch einen Schraubstecker für den Anschluss des Garmin / Nexus Windgebers an die Blackbox der Garmin Anlage bestellt. Diesen galt es anzubringen und somit den Windgeber im Mast mit dem Netzwerk zu verbinden. Last not least musste alles ein wenig aufgräumt werden!
Soweit fertig – später musste ich nochmals ran
Zu diesem Zeitpunkt habe ich, durch Schaffung des 12V Knotens, erste Geräte an die Stromversorgung gehängt. Dies musste, kurz nur, getestet werden – und so ergab sich ein erster Eindruck wie das einmal aussehen könnte wenn ich fertig bin…
Ein LebenszeichenHier bin ich! Auflösung noch grob – die richtige Seekarte fehlt!
Ich ziehe also Kabel für Kabel und fühle mich wie in einem Rausch – Mario der Kabelzieher! Dieser Flow wurde jäh unterbrochen, als ich mal wieder in eine Lücke fassen musste ohne zu sehen wohin eigentlich – ein stechender Schmerz am Finger!
Fast nicht zu sehen – aber soooo schmerzhaft
Ich habe mir irgendetwas, einen Spreissel oder eine GfK Faser, exakt in die Ecke des Nagelbettes unter dem Fingernagel gerammt. Autschn, das schmerzt! Ich kappe den bedeckenden Nagel und nehme eine erste Notoperation vor. Es hilft, aber irgendwie war ich nicht 100% erfolgreich – irgendwie plagt mich das Ding!
Ich sollte tagelang davon haben! Na egal, der Tag war ohnehin zu Ende. Ich bruzzle mein „Stuffed Snitzel“ und bereite meinen XXL Salat mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen.
Der Wein lässt den pochenden Finger (fast) vergessen
Ich mache den Abwasch, heize dafür den Boiler auf und erkenne sehr rasch, dass das Kosten-Nutzen Verhältnis in keinem Aufwand zueinander steht. Die Kosten für die Lebensmittel waren etwa auf gleichem Niveau wie der Besuch der günstigen Tavernen wie z.B. „SouVLakki“, „La Nostra“ oder „Persiana“, dazu kommen Strom und Gas für Kochen und Spülen sowie der nicht unerhebliche Zeitaufwand.
Habe ich also nur noch auswärts gegessen? Nein! Selbst gekocht schmeckt einfach gut, zudem sitzt man im Winter in den genannten Kneipen nicht so nett wie im Sommer – das war der Hauptgrund, jeden Tag neu zu entscheiden. Am Ende war das Verhältnis etwa ausgeglichen.
Am nächsten Tag will ich meine neu verkabelte Navigation mit dem Anschlussknoten hinten verbinden – kurz, das längste Backbone Kabel muss gezogen werden. Ich suche einen Kabelweg, dafür gilt es, zuerst die alten, grauen NMEA0183 Kabel zu entfernen um Platz zu schaffen.
Gefunden – die müssen raus
Man ahnt gar nicht, wie häufig man mit der Kuppe des kleinen Fingers anstößt. Zudem dann, wenn man in engen Räumen kräftig an unzugänglichen kleinen Kabeln ziehen muss. Mein Finger tut weh, ich beschließe heute keine Kabel zu ziehen und widme mich einer „Fleißaufgabe“!
Das will ich haben
Ich fahre zum Elektriker, welchen ich in diesen Tagen fast täglich heimsuche, um eine Steckdose und einen abgewinkelten Stecker zu kaufen – Kabel habe ich noch. Ich verbaue diese so, wie auf dem Bild oben zu sehen, an versteckter Stelle.
Für was ist das? Und wo ist das? Und ging es einfach? Fragen über Fragen…
Es geht um diesen Bereich
Schaut mal genau hin – am rechten Bildrand seht ihr unseren Wasserkocher. Der steht auf einer Platte welchen den Stromanschluss für die Kanne bietet. Das Kabel ist bisher fliegend zur freien Steckdose oben verlegt. Wer mich kennt weiß, ich mag keine fliegenden Kabel.
Der Wasserkocher bekommt eine eigene Steckdose, nämlich dort wo er steht, auf der Fläche über die jetzt das schwarze Kabel liegt – der Anschluss wird unsichtbar ausgeführt.
Hier ist der nächste Stromanschluss – leider
Eigentlich dachte ich, dass ich die neue Steckdose einfach an der Zweifach-Dose darüber anklemmen kann – leider gibt es keinen Durchgang nach oben und ich finde die nächste Anschlussmöglichkeit an der Steckdose der Waschmaschine. Das Kabel ist relativ leicht dorthin zu führen, um es aber anzuschließen, muss ich die Rückwand der Sitzgruppe nochmals ausbauen – sei´s drum…
Fertig! Passt auf´s µ – auch mit eingeschobener Schublade
…und warum der Aufwand???
Perfekt!
Darum! Perfekte, kabelfreie, cleane Optik! Ich mag das! Der gute Beobachter wird vielleicht das fliegende weiße Kabel bemerkt haben und dies nun anprangern wollen – nicht nötig! Dies ist nur eine Not- bzw. Übergangslösung. In dem Kasten unter dem Deckel stehen noch die beiden alten Kühlschrankbatterien, welche im Moment unsere ganze Bordelektrik versorgen und dort mit einem Interims-Ladegerät geladen werden.
Das fliegt alles raus sobald unsere Victron Anlage ans Netz geht!
Der / die kritsche Haushaltsverantwortliche wird zudem anmerken, dass das Sauberhalten durch die Platte nun erschwert sein könnte – das war immer Sibylles Argument…
Platz genug – dem Inschinör is nix zu schwör
Ich bin zufrieden und gehe Abendessen – wieder ist das „SouVLakki“ an der Reihe, wieder gibt´s Giros mit Pommes.
Schmeckt lecker, aber es ist kühl im Laden
Während des Essens behalte ich den letzten Gedanken im Kopf – „…wenn meine Victron Anlage ans Netz geht!“ Wollte ich nicht exakt dies anpacken während Sibylle zuhause ist? Ich hadere. Erstens weil ich für den Victron Kram Zuspruch brauche, ich brauche Motivation und auch mal jemanden bei dem ich mich auskotzen kann. Der Victron Job fordert mich am meisten…
Zudem habe ich gemerkt, dass ich für das Kabelziehen alle Bodenbretter öffenen muss, auch nicht prickelnd wenn Sibylle da ist. Ich ändere meinen Plan! Ich mache die Victron Anschlussarbeiten im Motorraum zusammen mit Sibylles Hilfe im Februar.
Bis dahin bereite ich im Umfeld alles vor, ziehe alle Kabel bis dorthin und finalisiere meine Navigation, mein Garmin Projekt. Ich halte es für eine gute Idee!
Wieder zurück auf NESSAJA eröffne ich meinen „Operationssaal“ ein weiteres Mal, noch immer plagt mich die Ecke meines kleinen Fingers – ich muss prüfen, ob ich hier nicht noch etwas übersehen habe.
Wie in der Uniklinik, naja fast……hilft nix, ich kann nix erkennen
Ich verwende entzündungshemmende Salbe und gehe ins Bett. Wie immer bei solchen Wunden, plagt mich die verletzte Stelle noch ein paar Tage, inzwischen ist aber alles wieder verheilt. So ein Körper ist schon was Tolles.
Täglich beobachte ich den Wetterbericht – ich habe noch zwei Aufgaben die außen erledigt werden müssen. Dies muss ich etwas koordinieren. Ebenfalls zu koordinieren ist mein Essensverhalten – bei schlechtem Wetter plane ich zu kochen, bleibt es trocken fahre ich mit dem Motorrad in die Taverne. Der heutige Tag war schwer einzuschätzen.
Tolle Stimmung – aber bleibt es trocken???
Da nicht klar war, wie sich das Wetter entwickeln würde, habe ich als erstes eine kleine Besichtigungstour unternommen. Ihr wisst, dass ich immer mal wieder damit liebäugle meine GS griechisch zu machen. Das ist relativ aufwändig und kostet auch ein paar Cent. Eine Alternative wäre, ein griechisches Fahrzeug zu kaufen und die GS zu veräußern.
Sibylle und ich spielen dabei mit dem Gedanken, vielleicht doch wieder ein Auto zu beschaffen, die Möglichkeiten damit und die ganzjährigen Einsatzoptionen sind doch größer – aber es müsste ein Spaßvehikel sein. Giorgos weiß darum und hat mir einen Suzuki Samurai nahe gelegt, diesen galt es anzusehen.
Baujahr 2000 und erst 89´tkm – gut in SchußEin neues Dach und der griechische TÜV wären fällig
Schön! Das Wägelchen genießt mittlerweile Kultstatus und ist durch das „Kaufpreistal“ auch schon durch. Der aufgerufene Kaufpreis von 4.000.-€ wäre vermutlich zur Verhandlungsbasis und wohl auch gerechtfertigt. Das Geld wäre wahrscheinlich „sicher“ angelegt.
Inzwischen hat auch Sibylle das Auto gesehen und es gibt eine Alternative dazu – wir überlegen! News zu diesem Thema wohl im Februar Blog!
Es wird schon heller – die verspätete Fähre kommt
Das Wetter stabilisiert sich, es wird heller und als ich zurück zum Schiff komme, legt gerade die Fähre in Lakki an. Sie kommt mit fast einem Tag Verspätung, weil es in der Zentralägäis die letzten Tage schwere Gewitter gab und Fähren ausfallen mussten. BlueStar tat alles um dies wieder aufzuholen.
Ich beschließe die Außenarbeit anzugehen und meine Solarmodule mit den Anschlusskabeln zu verbinden.
Ausgangssituation – eine Billig-Anschlussdose wie man sie hier zu kaufen bekommt – die muss weg!
Ich muss wieder eine griechische Arbeitsausführung korrigieren. Bei der Montage meines Hardtops hat Giorgos am Dach eine Verteilerdose angebracht um dort die Verbindungen vorzunehmen. Dabei wurde eine billigste Ausführung ohne Dichtheitsklassifizierung verwendet. Zum Einsatz kamen zudem geschlitzte Kabelführungen – das ist nicht akzeptabel.
In meinem Paket war daher auch eine neu bestellte PEBA Anschlussdose der Klassifizierung IP68 enthalten, das bedeutet wasserdicht bis 1h in 5m Tauchtiefe – diese galt es zu verbauen, es sollten weiterhin graue, nicht geschlitzte Kabelführungen verbaut werden.
Auf halbem Weg
Dieses Bild dient der besseren Vorstellung – es hat aber fast einen halben Tag gedauert, bis dieser Stand erreicht war. Leider ist die PEBA Dose mit den vier symmetrischen Anschlüssen relativ klein, es war herausfordernd dies alles einzufädeln.
Zur Info – die Quetschverbinder sind NICHT für Solar, die sind für das Licht und wurden durch eine wasserdichte Ausführung ersetzt. Zudem wurden die zunächst verwendeten Lüsterklemmen durch WAGO Klemmen ersetzt.
Bis ich diesen Sachstand erreicht habe, musste ich mich aber ein wenig ärgern…
Da fehlt was – wer findet den Fehler???Genau – das Abdeckglas – bei dem leider eine Lasche abgebrochen war
Giorgos hatte die alte Dose auf das Dach, beziehungsweise die darunter liegende Stange genietet. Exakt darunter ist auch das Cockpitlicht montiert – siehe das vorvorherige Bild.
Um die alten Nieten zu entfernen und dann die neuen zu setzen, waren neben dem Bohrer auch ein paar wirklich leichte Hammerschläge erforderlich – diese ließen das Glas davonfliegen.
Warum? Ich weiß es nicht, sah aber, dass eine der Haltelaschen angebrochen war. Ob dies beim Herunterfallen oder einem vorangegangenen, missglückten Montageversuch geschehen ist? Ich weiß es wirklich nicht, konnte das Problem aber durch einkleben der Lichtscheibe mit klarem Silikon lösen.
Hält!!!
Das klingt nun, als wäre es ganz einfach gewesen, nach dieser Lampenreparatur die neue Box auf die gleichen Löcher zu nieten. Im Prinzip ja, würde Radio Eriwan da wohl sagen – wenn sie eine qualitativ hochwertige Nietenzange haben.
Das war meine wohl nicht!
Alt (unten) und neu (oben)
Die verwendeten Nieten haben die maximale Größe für Zangen dieser Bauart. Bei meiner jedoch war das Problem, dass der Pin mit dem die Niete gezogen wird, kaum oder eher nur mit Gewalt in die „zupackende“ Aufnahme der Zange, also das Innenleben, gepasst hat.
Ich bin zum örtlichen Händler gefahren, dieser bietet ebenfalls nur Billigzangen an, die Neun-Euro-Zange die er vertreibt, konnte den Pin der Niete, bei gleicher Technik, aber so aufnehmen wie es sich für ordentliches Arbeiten gehört. Ja, Werkzeugqualität und Toleranzen stehen in direkter Korrelation.
Eine weitere Problemstellung waren die verwendeten Kabel. An den beiden, direkt der Anschlussdose benachbarten Solarmodulen, waren wohl die originalen Kabel des deutschen Lieferanten angeschlossen – die sind durch eine andere Ummantelung bei gleichem Kabelquerschnitt etwas dicker als die, die Giorgos wohl zur Verlängerung der Anschlusskabel der weiter entfernt montierten Module verwendet hat.
Vergleiche gleiche Farben – der Unterschied ist deutlich
Daraus ergibt sich, dass eine erdachte Lösung für den einen Durchmesser nicht unbedingt für den anderen Durchmesser funktioniert – es war herausfordernd, zeitintensiv aber letztlich lösbar. Anpassungsarbeiten waren nötig, das hatte ein ziemliches Gefummel und Geschnibbel zur Folge.
Sieht schlimmer aus als es ist – die finale Lösung ist ganz gut und fachmännisch geworden
Letztlich habe ich also, ausgehend von dem Foto ein paar Absätze zuvor, den ganzen Nachmittag gewerkelt, am Ende aber ein sehr gutes Ergebnis erzielt – ich bin zufrieden.
Ok, das ist ein gutes Ergebnis – ob tauglich für lange Zeit wird man sehen
Der Abend brach an, es wurde frisch und ich musste sehen, dass ich meine Baustelle von draußen nach drinnen verlagere.
Sauber gemacht, aufgeräumt – nix wie rein, es wird kalt
Ob die von mir gefundene Lösung eine langfristige ist, werde ich mir ansehen. Diskussionen in dem von mir favorisierten „Mittelmeer Skipper Forum“ ließen mich etwas Zweifeln – vielleicht werde ich die Verbindung an dieser Stelle noch einmal mit professionellen MC4 Steckern aufbauen.
Im Schiff war die Arbeit lange nicht erledigt…
Ooooops, hier ist noch etwas zu tun
So sieht es im Schiff nach einem umfänglichen Arbeitstag aus. Ich räume aber IMMER auf, jeden Abend investiere ich die Zeit! Das mache ich für meine Zufriedenheit, ich will erkennen für was ich das alles mache – für mein Zuhause!
Aufgrund der vorgerückten Stunde gehe ich heute wieder ins „SouVLakki“ – und bin überrascht! Es ist voll, gerammelt voll – offensichtlich ein Kindergeburtstag. Man räumt mir ein Plätzchen am Rand frei…
Auch nett……solange das Essen Platz findet 😉Die „guten“ Sachen jedenfalls in Griffweite
Kurz nochmal zum Wetter. Auch wenn es durchaus einmal Gewitter oder Regenschauer gab, es war den ganzen Januar relativ warm. Ich habe die Heizung morgens und abends jeweils zwei Stunden laufen lassen, ansonsten waren wir immer im Bereich zwischen 15°C und 20°C. Das ist doch eine gute Gesamtsituation für ein Dessert…
Januar 2023 – Eis im Freien
Zurück am Schiff, vertreibe ich mir den Abend mit der Arbeitsvorbereitung für den nächsten Tag – ihr habt gelesen wie ich die Kabel vom Dach nach innen brachte, ihr konntet verfolgen, wie ich die Module an die Leitungskabel angeschlossen habe. Was kommt jetzt? Exakt! Das Verbinden der Leitungskabel mit den Solarreglern, die Einbindung ins Victron System.
Ich recherchiere noch einmal – was ist zu tun? Wo wird angeschlossen, wie technisch ausgeführt? Nix vergessen, an alles gedacht???
Puh, wird schon werden…
Am Morgen des darauffolgenden Tages lege ich mir die zu verbauenden Kabel und Ersatzteile zurecht. Ein Teil davon wird abends im System hängen, der kleinere Teil geht in die Kiste zurück – der Inhalt derselben wird erfreulicher Weise stetig kleiner.
Die transparente Kiste ist inzwischen aufgelöst – es gibt nur noch die graue ErsatzteilkisteStand heute, die Module hängen, schaltbar, an den MPPT Reglern
Weil das Anschließen der Module und der Einbau der beiden Schalter recht flott ging, habe ich zudem kurzerhand das IP22 Ladegerät für die zwei Starterbatterien für den Motor und den Generator verbaut und an die Starterbatterie angeschlossen.
Funktioniert auch
Das war smart zu lösen – ich hatte vom alten Ladegerät eine über das Schaltpanel ein- und ausschaltbare Steckdose im Motorraum. An dieser erfolgte der Anschluss, denn diese war ja frei. Der Quattro wird künftig direkt vom Landstrom versorgt.
Leider hat die Batterie aus 2014 den ersten Ladedurchgang nicht überlebt. Sie hatte sich wohl „kaputtgestanden“ – ein Grund sowohl diese Motorstarterbatterie, als auch die ebensoalte des Generators demnächst zu erneuern.
Blick vom „Palma“ auf die Marina
Ich brauchte frische Luft! Das Tagwerk war geschafft, es waren noch ein paar Sonnenstrahlen übrig, die galt es zu genießen. Ich hatte Lust auf einen Ouzo im „Palma“ und fuhr somit schnurstracks zu Lefteris.
Meze zum Ouzo, wie schön
Ich schlürfte an meinem Ouzo, genoß meine Meze und checkte die News aus Deutschland – da sah ich DAS…
Würg – Gott sei Dank bin ich hier
Es erfüllte mich mit Freude auf Leros geblieben zu sein. In Deutschland war kaltes Mistwetter und starke Schneefälle, Das brauche ich nicht – ich schicke das Bild des Miesbacher Merkur zusammen mit einem von mir gemachten an Sibylle – sie möge bitte vergleichen…
Brauch´ kein´ Schnee
…ach, und viel Spaß beim Langlaufen! Ob sie es auch so lustig fand? Als Antwort kam ein kotzender Smiley, ich verbuche es als Spaß 😉
Abendessen abermals im „SouVLakki“ – ich will euch nicht langweilen, aber es ist erwähnenswert, weil wieder Kindergeburtstag war, es war wieder gerammelt voll!
Direkt hinter meinen Kopf die Kinder, dahinter der Tisch für die Eltern – ein Getümmel im GirosgrillAlex trägt die Torte auf, es wird ein griechisches „Happy Birthday“ gespielt – laut natürlichAufregung an der Geburtstagstafel
Egal, ich kann das ab und will ja hier auch nicht gepflegt dinieren sondern nur mein bescheidenes Abendessen und dann zurück auf´s Schiff.
Ich entdecke ein neues Package für mich – 1/2 Hendl mit Pommes und Salat, zuzüglich einer Cola für insgesamt 12.-€, da kannst nicht klagen!
Portionsgröße ist angemessen
Beim morgendlichen Kaffee grüble ich immer noch über ein, zwei Victron Fragen. Hersteller sollten ihre Bedienungsanleitungen immer von fachkundigen Laien gegenlesen lassen – nicht alles ist klar verständlich! Ich muss daher eine Mail an meinen Händler verfassen und nachfragen, erhalte meine Antworten aber zeitnah.
Grübel, grübel und studier…
Das Wetter hat sich stabilisiert, die Temperaturen sind abermals gestiegen – naja, es war auch Südwind.
Wieder fast frühlingshafte StimmungKein Witz, ich arbeite im T-Shirt und SCHWITZE – die Heizung ist aus
Da ich ab und an Abwechslung brauche, widme ich mich wieder ein bisschen meinem NMEA2000 Netzwerk. Ich will an der anderen Seite weitermachen und weiß, dass ich meinen bereits eingebauten Tankgeber für den Fäkalientank in das System einbinden muss. Auch hier muss ein Kabel gezogen werden.
Kann ich meine Drähte und Haken zum Ziehen verlängern?
Ich bereite also alles vor, was ich benötige, um ein Kabel mit üppigem Steckeranschluss unter dem Badezimmerboden von links nach rechts zu ziehen.
Das hat geklappt
Auf dem Bild sieht man den Weg und das, bereits durchgezogene, Kabel. Das geht nicht in Minuten, man braucht etwas Geduld, muss die Richtung festlegen und das Hilfswerkzeug für das Ziehen auf den vermuteten besten Weg bringen – das klappt nicht immer auf Anhieb. Auch hier brauchte es einige Versuche, zudem ist es mir mit den verlängerten Drahtziehern nicht gelungen. Auch ein professioneller Kabelzieher war nicht formstabil genug um ihn in die richtige Richtung zu schieben.
Die Lösung???
Ratschbandl, ein Teufelszeug!
Drei XXXXL Ratschbandl, auch bekannt als Kabelbinder, verbunden mit Duck-Tape waren sowohl flexibel genug als auch formstabil genug um sich zum Zielort bugsieren zu lassen. Mit ihnen konnte ich das Datenkabel ziehen – das sieht man, bei genauem Hinsehen auf dem vorherigen Bild.
Ich mache nach Abschluss der Arbeit noch rasch meine e-Mails und ein bisschen Computerwork, treibe mich etwas in den Sozialen Medien herum. Spaßeshalber checke das Wetter bei Sibylle und gleiche mit dem hiesigen ab.
Differenz – 19°C
Der Abend dieses Tages war verplant – ich habe vor zwei Tagen mit Giorgos vereinbart, dass ich ihn auf einen Kaffee besuche. Ich fahre also mit der GS nach Kamara und genieße abermals das Naturschauspiel des Sonnenunterganges.
Vorne die Bucht von Gourna, am Horizont Levitha – ich liebe diesen Ausblick!
Bei Giorgos angekommen, waren die Arbeiten in der Werkstatt bereits in vollem Gange. Zu dieser Jahreszeit hat er Hochkonjunktur mit seinen „Constructions“, zumeist Geräteträger für Solarzellen und ähnliches.
„Mr. Dimitris“ hilft – wie eigentlich immer
Wir trinken einen Cappuccino und quatschen etwas, dann wird mir fad und kalt. Ich verabschiede mich höflich und fahre wieder heim. Zuhause warten die Zutaten für mein Cordon Bleu mit Salat.
Ich werfe also den neuen ENO an und bruzzle den gefüllten Hähnchenfransen.
Passt, jetzt den Salat herrichtenSieht doch gut aus, oder?
Die folgenden Tage wiederholen sich ein wenig. Das stellt mich auch beim Schreiben des Blogs immer vor eine schwierige Aufgabe. Ich formuliere ohnehin immer lang aus, das weiß ich, es macht mir aber Spaß und ich finde es auch dramaturgisch wichtig um die Gefühlslage transportieren zu können.
Was nun kommt, kann oder könnte ich kurz zusammenfassen – aber ist das gut? Ich weiß, dass auch technisch Interessierte mitlesen, die sich für die Details der Installationsarbeiten interessieren. Zudem möchte ich meine Erfahrungen teilen. Die Essensbilder haben immer auch den Hinweis auf die Tavernen, erzählen über die Situation im Winter, beantworten aber auch die Frage wie wir, oder in diesem Fall ich, uns organisieren und versorgen.
Ich werde versuchen, kurz aber aussagekräftig die nächsten Tage zu beschreiben.
Wie jeden Morgen checke ich das Wetter – das ist besonders wichtig wegen meiner Einkaufsfahrten und der Frage, wo ich zu Abend essen werde. Ich habe nur das Motorrad, bei schlechtem Wetter versuche ich, nicht fahren zu müssen.
Perfekt, das Wetter hält sich. Traumbedingungen und relativ warm
Ich habe mich entschieden, das klang bereits durch, während Sibylles Abwesenheit Kabel zu ziehen und alles für die große Installationsarbeit vorzubereiten und dies auch zu finalisieren.
Jeden Tag nehme ich mir ein neues Teilstück der Kabelwege vor. Ich versuche dabei an alle auf dieser Strecke notwendigen Kabel zu denken, das gelingt meist, aber nicht immer.
Heute waren der 12V Anschluss des NMEA Netzwerkes und des Autopiloten an der Reihe…
Dafür schaffe ich einen neuen, geschalteten AnschlusspunktVerlege nach unten Richtung der Haupt-Kabelkanäle und teile dort, wo nötig, aufJetzt geht es nach hinten – der Linearantrieb bekommt Strom- und Datenkabel
Die ersten Kabel von vorne nach hinten werden gelegt. Ich muss entscheiden, ob ich den bestehenden Kabelkanal verwende oder in unmittelbarer „Nachbarschaft“ verlege. Beide Wege gibt es schon, da der Kabelkanal voll ist.
Ich entscheide, 230V Stromkabel später in den Kabelkanal zu verlegen, die Navigation jedoch außerhalb zu verdrahten.
Alle Bodenbretter müssen raus.
Sieht nach Wirrwarr aus – ist aber klar
Die alten, grauen Kabel weichen heute, die neuen ziehen ein. Etwa auf der Hälfte des Weges zweigt ein Teil der Kabel in das Motorkompartment ab, dort befindet sich die Schaltzentrale. Die Kabel für den Autopiloten jedoch, müssen weiter zum Heck geführt werden.
Fräsen statt bohren
Es ist nicht nur das Kabel zu ziehen, manchmal müssen auch Durchgänge geschaffen werden. Bis Durchmesser 15mm kann ich Holz und GfK bohren, danach müssen die Fräser ran. Hier brauchte ich für den Stecker des Datenkabels 20mm.
An dieser Stelle, kurz vor dem Bett, beende ich den Weg in diese Richtung. Ich weiß, dass ich diesen Arbeitsschritt nicht fertig bekomme bevor die Nacht einbricht. Weil ich das Bett aber nicht zweimal zerlegen will, verstecke ich die Kabel an dieser Stelle und schließe die Bodenbretter – die Zeit reicht aber noch, um den 12V Anschluss hinter dem Navitisch zu finalisieren.
Das vordere Ende der Kabel, welche nach hinten zum Linearantrieb führenAnschlussdose mit genug Platz – auch für den Autopiloten, dessen Kabel im Kabelkanal geführt sind
Manche Kabel liegen noch von der alten Installation. Ich kann diese ab und an wiederverwenden und muss gegebenenfalls nur Umklemmen. Um diese Kabel eindeutig zu identifizieren, musste ich mir etwas einfallen lassen – normaler Weise hilft mir Sibylle beim Messen…
Mein „Prüfstrom“ – eine 9V Blockbatterie
Ich messe die Spannung einer 9V Blockbatterie und schicke diese durch das zu identifizierende Kabel – natürlich stelle ich sicher, dass dieses stromlos ist, meist ahne ich von wo nach wo ich suchen muss.
Kann ich am anderen, vermuteten Ende dann ca. diese 9V messen, habe ich mein offenes Kabelende gefunden und kann dieses Kabel nutzen.
Obwohl das Wetter erlauben würde auswärts zu essen, lass´ ich mir eine Pizza liefern, es ist spät und ich bin faul – ich mag auf der Couch liegen und den Abend genießen.
Wenig Geschirr und echt lecker, ein Zwitter-Kompromiss, aber ein guter
Am nächsten Tag habe ich zunächst Besorgungsfahrten zu machen. Das kann ich nicht leiden, weil ich gedanklich meist schon bei meinen Projekten bin, mich aber dann zeitverschwenderisch den meist unnötigen Dingen widmen muss.
Unnötig zum Beispiel, wenn man zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres die Arbeitslampe umtauschen muss. Wieder flackern die LEDs, wieder wird die Lampe dunkler, das Chinaglump will ich nicht mehr!
Das ist keine ArbeitsLEUCHTE, das ist eine ArbeitsGLIMME – ab in die Tonne
Ich verhalte mich deutsch und bringe den Elektroschrott zum Elektrofachgeschäft. Dort verrechnet man den Kaufpreis anstandslos, kann mir aber keine bessere Alternative anbieten. Ich sende einen Beschaffungsauftrag an Sibylle, welche diesen auch erfüllt, inzwischen habe ich eine Lampe aus deutscher Produktion und hoffe das Beste…
In dieser Stimmung treffe ich vor dem Supermarkt ein. Klar, wenn ich durchgeladen bin fällt mir natürlich auf, wenn etwas – nett formuliert – seltsam ist. Zum Beispiel das Parkverhalten der meisten Lerianer.
Findet den Fehler
Dieser Parkplatz, der eigentlich keiner ist, weil er zugleich Laderampe, Rollstuhl- oder Rollatorauffahrt und Motorradparkplatz ist, dieser Platz ist der meistbegehrte Parkplatz der Supermarktkunden – weil man nur 5m bis zur Türe laufen muss. Wohlgemerkt, das Parkhaus des Supermarktes ist überdacht und ungefähr 10 Laufmeter entfernt – ahhhrgh…
Ich habe keine Lampe mehr und die Taschenlampe hat eine zu kurze Leuchtdauer – was tun?
Süder – es klagt der Kabelwurm
Ich greife zu meiner LED-Lenser Stirnlampe. DAS ist Licht! DAS ist Qualität! Der Haken an der Sache, ich schwitze an der Stirn und der Akku der Lampe hängt wie eine schwere Last an meinem Hinterkopf. Zudem besteht die Gefahr der Erblindung, wenn man beim Vorbeigehen am Spiegel vergisst, dass man diesen Suchscheinwerfer am Kopf trägt und einen Blick in ebendiesen Spiegel wagt. Nun denn.
Ich fahre zu meinem Lieblingsgrill, dessen Betreiberpaar mir inzwischen die Facebookfreundschaft offeriert hat und in dem mich jedermann beim Vornamen ruft. Hier war ich oft, wie mir schlagartig bewusst wird! Ich ordere mein neues Lieblingsensemble „Half Chicken on a plate“, dies beinhaltet ja, wie schon geschrieben, die Pommesbeilage und den Salat.
Besonders unter der Woche gibt man sich sehr große Mühe die Portionsgröße bestellergerecht auszuführen 😉
Der Teller wurde größer – eine Männerportion
Danach gehe ich zurück auf NESSAJA, das Internet ist inzwischen seitens Cosmote wiederhergestellt und ich kann einem Microseminar des TO folgen, ich freu´ mich drauf.
Marlene und Bert Frisch vom TO
Wie immer führen Marlene und Bert Frisch vom TO durch den kurzweiligen Abend. Ich kenne die Themen bereits, nehme heute aber gerne am „Motorenseminar“ von Michael Herrmann teil. Die Beweggründe dürften auf der Hand liegen.
Dieselpest und Konsorten
Ich finde es gut gemacht, finde es toll, dass der TO den VW Bus von Hinnerk zum „Studiobus“ umfunktioniert hat und fahre total auf Marlenes „Maschinistin“ Shirt ab, ist es doch ein Running-Gag der beiden, Marlene überall als „die Maschinistin“ der HEIMKEHR vorzustellen. Die Beiden leben ihre Leidenschaft!
In der Summe finde ich das Seminar, wie die meisten der Teilnehmer, gut. Ich bin aber, durch meine Prägung und meine Profession der Überzeugung, dass man durchaus eine größere Bandbreite bei gleichzeitig weniger Details wagen könnte. Ich hoffe irgenwann einmal wieder als Referent für solche Themen zum Zug zu kommen, beim TO, bei ABC oder einer anderen Institution.
Neuer Tag, neues Glück – das Spiel beginnt von vorne, diesmal aber mit einer zusätzlichen Komponente – nämlich der, eine Arbeit zu beginnen vor der einem graut.
Tagwerk für heute
An jedem der vergangenen Tage entnahm ich meiner Garmin-Kiste zu verbauende Teile und zu verlegende Kabel – die Anzahl der noch übrigen Puzzlestücke reduzierte sich somit Tag für Tag, es wird übersichtlicher. In einer Ecke lauert aber noch ein 3m NMEA Kabel, ein 12V Anschlusskabel, darunter der, bereits in den Konsolendeckel verbaute, zweite Plotter für den Steuerstand.
Die Montage dessen ist nicht aufwändig, das Einziehen der beiden noch übrigen Kabel dagegen schon. Dies besonders deshalb, weil am NMEA Kabel ein dicker Stecker dran ist und im Rohr der Steuersäule schon zwei dicke Kabel verlegt sind.
Ich gehe es ruhig an und beschließe sofort, dass ich die Steuersäule noch einmal umlege und das steckerfreie Kabel des Bugstrahlruders noch einmal herausziehe um Platz für das steckerbewährte NMEA Pendant zu schaffen.
Steuersäule noch einmal ab
Das war die einzig richtige Entscheidung! Ich nehme zudem den NavPod noch einmal ab, um auch an der Bohrung den vollen Winkel ausnützen zu können. Auch das kristallisiert sich als die richtige Wahl heraus.
Es dauert eine Weile, es müht mich, ich muss unerwartet kräftig zerren und mit Spülmittel arbeiten, habe dann aber doch alle Kabel durch das Rohr gezogen.
Alles da – dem Anschluss steht nix im Wege
Ich baue alles wieder zusammen, montiere die Konsole wieder und kann nun auch den Plotter anschrauben. Natürlich wird vorher alles den Vorgaben entsprechend verkabelt und auch das Bugstrahlruder wieder angeschlossen.
Sieht gut aus, ich bin zufrieden
Da ich an dieser Stelle fertig bin, probiere ich gleich unser Cover für die Steuersäule aus. Durch die Entscheidung, nicht beide Konsolen hier zu montieren, besteht eine theoretische Chance, dass die Abdeckhaube noch passt.
Passt noch – hier bin ich fertig
Ich freue mich, dass an dem Wetterschutz keine Änderungen nötig sind und gehe nach unten um dort weiter an den Anschlüssen zu werkeln. Es befinden sich nun alle notwendigen Kabel im Motorraum um dort eine Verteilerdose als Anschlussknoten zu installieren und die einzelnen Leitungen zusammenzuführen. Ich finalisiere also die 12V Stromversorgung meiner Navigation und verbinde das letzte NMEA2000 Drop-Down Kabel.
Getrennt von den anderen elektrischen Systemen……und klar gekennzeichnet
Vor diesem Arbeitstag hatte ich Ehrfurcht! Ich war froh, dass er achteraus lag und wollte mich belohnen – mit einem sehr guten Tropfen, einem „Dark Cave“.
Tsipouro aus dem Barrique
Danach ging´s zum Dinner ins „SouVLakki“! Heute ist Girostag, ausgerufen von mir selbst – ich war allerbester Laune.
Der Klassiker
Während ich beim Essen saß, fing mein Telefon an einen Alarmton auszusenden. Die Griechen kannten den Ton und lächelten milde, ich starrte auf mein Mobilgerät – was war das?
Ah, wieder eine offizielle Warnung welche von der griechischen Behörde in die Mobilfunknetze gesendet wurde – Wetterwarnung! Oder besser – UNwetterwarnung!
Diesen Warnungen darf man Glauben schenken – obwohl alles dagegen sprach, denn es war ein lauer Donnerstagabend…
Januar 2023 – 18°C
…der um kurz nach 19.00 Uhr noch fast 20°C bot. Das natürlich OHNE Sonne, klar um diese Uhrzeit, aber erwähnenswert. Ich hatte weniger das Gefühl einer Wetterwarnung Gehör schenken zu müssen, als eher einer Kalorienwarnung – „Repapis“ ist nur einen Steinwurf weit vom Girosgrill meiner Wahl entfernt.
Soll ich oder soll ich nicht?
Wer mich kennt weiß, ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften, so war es nur eine Frage der Zeit, dass ich mich geschlagen gab und mich den Gelüsten hingab!
Schlaraffenland
Der Wetterdienst hatte Recht – in der Nacht begann es zu toben! Heftige Sturm- und Gewitterböen fegten über die Marina. Der Wind war stramm und die Geräuschkulisse ohrenbetäubend.
30kts, in Böen mehr – die ganze Nacht
Am nächsten Morgen war die ganze Marina mit leicht grün-bräunlichem Wasser gefüllt. In der Bucht war das Wasser aufgewirbelt worden und durch den Wind aus Süd in die Marina getragen worden. Den Rest tat das ablaufende Wasser vom sandigen Marinagelände, welches weitgehend ohne durch eine Kanalisation geführt zu werden, irgendwo ins Meer läuft.
Wasser im Dinghy, das Meer milchig, braun-grün
Ein Tag um drinnen zu arbeiten – ich hatte ein neues Ziel vor Augen! Die Fertigstellung meines Garmin Projektes.
Mir war klar, dass durch den fehlenden Vierfach-Verteiler, die Fertigstellung nur bis zu einem gewissen Punkt fortgeführt werden kann – aber einen Verteiler anzuschrauben und zwei Kabel zusammenzustecken ist ja kein fehlender Arbeitsschritt. Ich wollte alle Punkte die Navigationsanlage betreffend, von meiner Liste streichen können. Dafür waren noch zwei Arbeitstage anzusetzen.
Tag 1 war HEUTE!
Noch einmal unter dem Bett durch…
Ich öffne das Bett, räume die, von der Türe aus gesehen rechte Seite komplett leer und verlege das Datenkabel für den Linearantrieb des Autopiloten. Auch dafür müssen, an schwer zugänglicher Stelle, zwei 20er Löcher gefräst werden, aber der Kabelweg ist klar, denn es gibt auf dieser Seite schon einige Durchführungen, zum Beispiel für das Lenkseil oder die Wasserversorgung der Heckdusche. Hier kann ich das Kabel gut dazuhängen.
Alle Kabel dran, Linearantrieb verkabeln – check
Ich nehme mir Zeit, arbeite gemütlich vor mich hin und gönne mir dazwischen ein Tässchen Kaffee. Am frühen Abend melde ich Vollzug, der Linearantrieb ist verkabelt, ich kann diesen Bereich fertigstellen und den Aufgabenpunkt von der Liste nehmen.
Ich habe beste Laune, bekoche mich mal wieder gut und gönne mir nach dem Essen ein bisschen „Tagesshow“ aus der Mediathek.
Cordon Bleu mit Salat – ok, ideenreich war ich nicht
Am nächsten Tag wollte ich, der ich gerade im Flow war, diesen Projektpunkt abschließen und finalisieren. Aber vorher hatte ich ein bisschen was zu erledigen…
Nochmals den Suzuki ansehen – ich muss irgendwann entscheidenEinkaufen
Der Einkauf ließ mich mal wieder nachdenklich werden – ich kaufe Tortellini als Frischware aus der Kühltruhe und ein Glas Tomatensugo und zahle 8,32€. Für 8,50€ kann ich mein Minimalgericht im „SouVLakki“ bestellen. Ich muss weder Gas, noch Strom, noch Zeit aufwenden und belebe die lokale Gastronomie. Da stimmt was nicht…
Weil ich wusste, dass es abends „nur“ Tortellini mit Soß´ gibt, gönne ich mir mal wieder ein Sandwich von „Mikes Bakery“ zum Brunch. Das mit einer zweiten Tasse Kaffee, dann geht das Tagwerk los!
Nur noch schnell auspacken und das Zeug verräumen, den Müll trag´ ich nach dem Essen raus…
Murphys Law
Ich deponiere den Müllsack für einen Wimpernschlag auf dem Navitisch um noch etwas beizupacken – fällt mir der Sack doch buchstäblich in den Rücken!
Der gesammelte Unrat, samt Bohrspänen, Kaffeepulver, Filter und Kleinstteile verklappt sich auf meinen Sitz und den Boden.
Erinnert ihr Euch noch an das HB-Männchen – wer wird denn gleich in die Luft gehen? ICH NICHT!
Ich sammle das Zeug gaaaaanz ruhig auf und genieße erstmal mein Frühstück!
Bacon-Salat-Ei-Cheddar
Danach ging es endlich los…
Mein Lichtschalter für das Cockpitlicht
Mein Deckel für die Außenkonsole ist fertig, die Instrumente und der Lichtschalter eingebaut, die Löcher am Niedergangsdach gebohrt, die Kabel verlegt – die Arbeitsschritte habe ich mit euch geteilt.
Der Grund warum die Konsole noch nicht montiert ist, ist eine fehlende Silikonfuge und letztlich auch der abgängige Vierfach-Verteiler.
Damit die Endmontage tatsächlich so schnell geht wie erwartet und ich guten Gewissens das Projekt Navigation für beendet erklären kann, muss ich noch den Anschluss des Lichtschalters vorbereiten.
Ich weiß nicht mehr genau wie das war, habe aber schon zwei dieser Schalter verbaut – ich fotografiere also einen der verbauten Schalter.
Hm, mit Stecker???
Nanu? Das sieht anders aus – und ich erinnere mich! Bei den beiden bisher verbauten Schaltern waren Stecker dabei. Ich rufe meine ebay Bestellung auf und stelle fest, dass auch der neue Schalter hätte mit Stecker geliefert werden sollen. Ich suche, finde aber nix. Egal, stiller Protest hilft nix, ich weiß nicht, ob der Stecker in der Lieferung gefehlt hat oder irgendwo bei uns verschwunden ist – ich muss also improvisieren.
Ich fahre in den Ort und kaufe 2,8mm Steckerchen und bastle meinen Anschlussstecker selber…
Alles vorbereiten……et voila – fertig
Irgendwie zaudere ich- da fehlt doch was??? Ich bemühe abermals ebay und finde es toll, dass der Verkäufer einen Anschlussplan im Internet hinterlegt.
Nochmals alles checken
Oh mann – f^ck! Ich habe ein Kabel vergessen einzuziehen. Für einen Schalter braucht man zwei Litzen, besser gesagt nur eine, welche dann unterbrochen wird – einen Hin- und einen Rückweg. An die habe ich gedacht! Wenn der Schalter aber beleuchtet ist, dann braucht es ein Massekabel – daran habe ich NICHT gedacht!
Zwei Optionen tun sich auf – ein Kabel ziehen oder auf die Beleuchtung verzichten. Wer mich kennt weiß, ich wähle die aufwändige aber saubere Option, ich ziehe ein Kabel.
Dafür muss der Kabelweg vom Dach noch einmal geöffnet werden…
Nochmals die schon einsilikonierte Abdeckung runter
Es geht dabei um den Kabelweg mit dem geriffelten Schlauch, ihr erinnert euch! Ich hatte echt Sorgen, es ging aber relativ gut und rasch, das „echte“ Ziehkabel durch den Schlauch zu schieben – der Rest war ein Kinderspiel!
Wenn nicht Murphys Law vollumfänglich zugeschlagen hätte – denn tatsächlich ging bei der Demontage die Verkleidung des Schachtes zu Bruch, das Silikon klebte schon zu fest.
Verflixt
Da es ein sauberer Bruch war, konnte ich das recht einfach und schnell reparieren, man sieht eigentlich nix mehr. Ich sollte dennoch überlegen, die beiden Plastikabdeckungen mal durch welche aus Holz zu ersetzen.
Auch mein toller Adapterstecker brauchte eine weitere Anschlussoption, das war aber schnell erledigt.
Feddich
Ich bringe den Adapter an den richtigen Klemmen an und schrumpfe die namensgleichen Schutzschläuche auf ein passend´ Maß.
So, einbaufertig
Der so vorbereitete Konsolendeckel musste noch getestet werden, ich bringe ihn also nach oben zu den vorverlegten Kabeln und hänge den Schalter an.
Spot aus, bäm – Licht an!
Ich betätige den Knopf und es erfreut mein Herz – die viele Müh´ hat sich gelohnt, die blaue Beleuchtung des Schalters funktioniert…
Schick, oder?
…was sich aber hinter meinem Rücken tut, sehe ich erst zeitverzögert! Ich drehe fast am Rad!
Zwei von neun – wie ein schlechter Kegler
Ich bin sauer, wieder einmal werde ich Opfer schlechter Qualität – so mein erster Gedanke! Ich schreibe Giorgos, er hat mir die Lampe verbaut, Gott sei Dank werde ich in meinem Ärger nicht böse oder gar ausfallend.
Denn irgendeine Eingebung lässt mich die Batterie, an der die Lampe testweise hängt, prüfen – 6,3Volt, damit funktioniert nix! Ich erinnere mich an den Ladevorgang von vor ein paar Tagen und den Hauch von Schwefel in der Luft! Probeweise schalte ich das vor Tagen installierte Ladegerät kurz zu – siehe da, die Lampe funktioniert. Der Schalter tut was er soll, das Tagwerk und somit der Auf- und Einbau meiner neuen Navigationsanlage, meines NMEA2000 Netzwerkes, meines Garmin Projektes, sind abgeschlossen!
Ich schreibe an Giorgos, dass er meine letzte Nachricht vergessen soll und entschuldige mich mit einer kurzen Erklärung…
Dass ich an diesem Abend feststelle, dass meine Sterterbatterie defekt ist, ärgert mich kaum. Ich hatte es eingangs bereits beschrieben – dies war wohl eine Frage der Zeit.
Wieder mal gekocht an Bord
Ich koche mir mein Abendessen, sitze glücklich beim Dinner und streiche danach die erledigten Punkte von meiner ToDo-Liste, das Projekt hake ich final ab.
Auf die Liste der noch nötigen Finalisierungsarbeiten kommen die Punkte Inbetriebnahme, Konsole montieren, Software updaten und Settings anpassen sowie der Punkt Funktionskontrolle.
Ich schlafe zufrieden ein! In nicht einmal zwei Tagen kommt Sibylle zurück…
Am nächsten Morgen sortiere ich mich. Ich will die zwei Tage nicht ungenutzt verstreichen lassen, habe keine Kleinprojekte mehr, will aber auch nicht die umfangreichen Victron Arbeiten angehen – was tun?
Mein Tagwerk
Ich besinne mich auf die erfolgreiche Arbeitsweise der letzten Tage und beschließe, sehr wohl mit dem Victron Projekt fortzufahren, aber eben nur „kleine “ Vorbereitungsarbeiten zu machen. Einen Teil davon hatte ich ja schon mitgemacht, jetzt will ich an dieser Stelle anknüpfen.
Ich nehme mir vor, die Steckdose für das Ladegerät der Bugstrahlruderbatterien zu setzen. Ich würde das Gerät nicht einbauen können, weil es gerade „in Vertretung“ für den großen Bruder unsere Not-Verbraucher Batterien befüllt, aber die Vorbereitung könnte ich machen.
Ich besorge Steckdose und Kabel beim Elektriker und lege los…
Freien Zugang schaffen
Dafür muss ich zunächst an den Ort des Geschehens – das bedeutet, das Bett der vorderen Kabine abzuräumen und dabei den Zugang offen zu halten.
Also alles raus……und Bretter runter
Auf dem letzten Bild seht ihr schon, wo ich die Dose gesetzt habe. Dort hat später auch das Ladegerät Platz, die Batterien sind unmittelbar daneben, die Kabeldurchführungen bereits gebohrt.
Von hier aus ging ich mit dem Kabel von Schrank zu Schrank, von Schacht zu Schacht. Den einen zu, den nächsten auf…
Einen Schritt weiter
Auf diesem Bild sieht man den nächsten Schritt – rechts ist jetzt zu, dafür links offen und ausgeräumt. Ich verlege das Kabel, bohre ab und an Durchführungen. Oft gehen 30cm leicht von der Hand, dann plage ich mich für die nächsten 10cm umso mehr.
Dabei räume ich altes Kabelwerk auf die Seite oder nehme es raus, verlege ab und an neu und fixiere alles mit Kabelbindern ordentlich und sauber.
Pause – have a break, have a CoffeeDas vordere Bad
Nun hatte ich den schwierigsten Teil vor der Brust – vom vorderen Bett aus musste ich, um an den Navitisch und damit an die Schalttafel zu kommen, am vorderen Bad vorbei.
Ich war zwar zuversichtlich, weil es bereits einen Kabelweg gab, aber die Ein- und Ausgänge waren schlecht sichtbar und zugänglich. Das Glück war mir aber hold, weil ein altes Kabel entfernt werden musste. Mit diesem alten weißen Kabel holte ich zunächst meine Zugschnur und an der dann mein neues Anschlusskabel – alles ist im Bild gut zu sehen!
Von hier aus war der weitere Kabelweg vorgegeben und ich war relativ zügig im Salon unter dem Navitisch.
Vorne aufgeräumt – der Großteil geschafft
Auch von hier aus war der Weg klar, aber es war dennoch ein bisschen Getüddel bis das Kabel entlang der Ideallinie verlegt war. Egal, denn irgendwann war auch dieses Ende des Kabelweges erreicht, das neue Anschlusskabel war an der Schalttafel, wo es in einem späteren Arbeitsgang an den Schalter „Charger 230V“, an dem auch das hintere Ladegerät für die Starterbatterien hängt, angeschlossen wird. Der Grund für das Einflechten eines zusätzlichen Arbeitsschrittes? Ich mache die 230V Installation nur noch einmal auf und muss noch weitere Änderungen an der Belegung vornehmen und weitere Kabel vom Quattro hierher führen.
Steckdose vorne montieren und verkabeln – check
Meine Laune war überschwänglich, wieder etwas geschafft, wieder einen erfolgreichen Tag im Kielwasser. Heute würde ich mir ein Menü gönnen.
Ich wusste, dass die Chefin des „SouVLakki“ heute Geburtstag hat. Ich gratulierte höflich und bekam von Anna dafür eine Art griechischen Windbeutel geschenkt – der wurde etwas später zu meinem heutigen Dessert befördert.
Zu Annas GeburtstagDiesmal gab´s Salat……UND eine Covered Pita
Ein Anruf von Hans-Peter erreicht mich – wir tauschen uns etwas aus und in diesem Gespräch fragt er mich unvermittelt – „…hat dir die zweite Wurst geschmeckt?“ Ich merke an, dass ich diese noch nicht probiert habe, denn ich wolle sie mit Sibylle zusammen verspeisen. Die kommt aber erst morgen.
Der Jäger und Hobby-Wurstbastler erklärt mir, dass die Wildschweinwurst „atmen“ müsse, wie ein guter Wein! Ich solle sie irgendwo aufhängen.
Ok, ich gehorche – aber wer soll in solch einem Umfeld konzentriert arbeiten???
Da hängt sie nun
Vegetarier könnte ich damit sicher von meinem Schiff vertreiben, es breitet sich eine Duftwolke aus – ich bin abgelenkt, fast schon paralysiert!
Nur mal riechen
Sibylle legt mir in einem Telefonat nahe, etwas einzukaufen bevor sie ankäme. Ich verstehe ihren Wunsch als Befehl und tuckere los. Reichlich bepackt drücke ich vor der Supermarktpforte meinen Anlasserknopf und es passiert…. NIX!
Die GS springt nicht an! Ok, zugegeben, sie lief die letzten Tage etwas schlechter, ging nach dem Kaltstart immer mal aus. Ich vermute Probleme an der Zündkerze, ich fahre hier nur Kurzstrecke.
Die Startversuche und der fortwährende Betrieb von Licht und – Achtung – Heizgriffen, zieht die Batterie zusätzlich runter. Jetzt war es soweit, nichts geht mehr – rien ne va plus!
Ich rollere mein Bike zum, glücklicher Weise vor der Supermarkttüre beginnenden, Gefälle und schubbere ein bisschen mit – Kupplung ziehen, Gang rein, Kupplung kommen lassen – und läuft! Ich fahre in die Marina, bin froh nicht schieben zu müssen.
Laden tut NotDas dauert
Sofort hänge ich mein Vehikel an das ihr eigene Ladegerät und starte den Ladevorgang. Das hätten wir, die nächsten Tage gibt´s neue Zündkerzen!
Der heutige Nachmittag ist der, an dem die Phase meines Alleinseins ausklingt, dennoch habe ich Lust, die letzten Stunden noch etwas zu nutzen und zu werkeln. Ich werde bald die Solarregler an die LiFePos anschließen müssen, sie kommen auf das gleiche Terminal wie der Windregler. Das Zusammenhängen der beiden Eingangs-Ladekabel kann man sicher optisch schön und zugleich technisch sauber lösen – ich spiele mich eine Weile und crimpe ein tolles Kabel welches ich im Februar verbauen werde.
Der Gerät kommt mal wieder zum EinsatzEs entsteht ein gemeinsames Anschluss- und Verteilerkabel für Wind- und Solarenergie
Am Abend mache ich mir Kopf, wie ich meine beiden Relais in meine Anlage einbinden muss. Ich habe eine Vermutung, welche mir mein Victron Händler später freundlicher Weise bestätigt. Ich glaube, auch er ist froh, wenn meine Anlage endlich in Betrieb ist.
Welches Kabel wohin?
Ich stelle mir den Wecker auf 04.00 Uhr und sehe sofort nach dem Wachwerden nach, wo Sibylles Fähre gerade ist. Sie ist in-time und wird wohl bald in die Bucht von Lakki einbiegen.
Ich bin auf NESSAJA, Sibylle auf BlueStar 2
Um kurz nach 04.30 Uhr entsteigt meine Gattin dem Taxi und zerrt die schwere, große Reisetassche über den Steg – ich helfe beim Tragen über die Gangway, schmunzle dabei, darf aber nicht spotten, ein gewisser Teil des Packvolumens ist meiner Bestellliste geschuldet.
Es ist vorbei mit dem Männerhaushalt, die Capetaña übernimmt wieder das Regiment!
Ok
Sibylle haut sich ins Bett und schläft sofort ein, ich bleibe wach und denke nach. Ich freue mich, dass sie wieder da ist, aber meine zwei Wochen hier am Schiff waren auch schön – selbstbestimmt, strukturiert und zielorientiert. jetzt funktionieren wir wieder als Team, der Alltag kehrt wieder ein.
Um halb Zehn erwacht meine bessere Hälfte, naja, ganz ausgeschlafen scheint sie nicht zu sein!
Lächeln? Ein Kaffee wird´s richten
Sibylle erholt sich im Laufe des Tages, des letzten des Monats Januar. Sie packt aus, ich räume auf. Sie hat eine Mini-Küchenmaschine gekauft um neue Rezepte umzusetzen, das ist toll.
Zudem so einen Emsa-Abroller für Küchenrollen, Alu- und Cellophanfolien – diesen montiere ich sofort!
Ich liebe Ordnungssysteme aller Art
Ich hatte eine ganze Liste Ersatzteile bestellt, alle die werde ich im Februar verbauen und verwenden. Seid gespannt!
Sofort montiert habe ich, das hatte ich euch verschwiegen, meinen bestellten Warnpiepser für etwaige Fehlfunktionen des Autopiloten – die Montage war rasch erledigt und abgehakt hatte ich das Garmin Projekt ja bereits.
Der Mini-Piepser muss noch angeklemmt werden
Sibylle aklimatisierte sich und lud abends zum gemeinsamen Dinner im „Kakomoiras“, dem Meze Lokal, welches sich so langsam in unsere Bestenliste geschlichen hat. Das Ambiente dort ist echt toll, das Essen gut und günstig!
Später füllte sich das Lokal
So klang unser Monat aus, ein Monat in dem echt viel voran gegangen ist – SEE THE CHANGES – leider ist genau das der immerwährende Nachteil, man sieht sehr wenig davon, viele Neuerungen sind versteckt ausgeführt, meist ist exakt das der Sinn des hohen Arbeitsaufwands! Ein Paradoxum…
Mir hilft der Blog dabei mich zu erinnern, was alles vorangegangen ist, geleistet und investiert wurde. Er hilft mir zufrieden zu sein.
Weiter war der Januar ein Monat in dem Sibylle beim Familienbesuch voll auf ihre Kosten kam – und doch unser derzeitiges Heim ein wenig vermisst hat. Ein Monat der mich vor Ort mit Sonne und recht angenehmen Temperaturen verwöhnt hat und mir Räume bot um am Schiff voran zu kommen – wir haben uns gegenseitig viele Geschichten zu erzählen!
Der Februar, das zeichnet sich ab, wird wohl der Wintermonat auf Leros werden. Während ich hier sitze und schreibe, fauchen Böen mit bis zu 51kts über die Marina hinweg. NESSAJA neigt sich, sie scheppert. Es regnet fast täglich, gestern ohne Unterlass und es wird kälter.
Es wird der „Victron Monat“ und der, in dem wir uns für oder gegen ein lokales Auto entscheiden werden müssen – es ist, wie bereits erwähnt, zu dem SJ Samurai noch ein weiterer Kandidat ins Rennen gegangen den ich euch im Februarbericht vorstellen werde! Weitere wegweisende Entscheidungen? Ja, auch da tut sich was…
Für uns bleibt es spannend, für euch hoffentlich auch!
Danke für´s Lesen, für die Zeit die ihr uns gewidmet habt und euer Interesse – bleibt dran, wir freuen uns!
Grüße aus Leros von der NESSAJA Crew, Sibylle & Mario
Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu, es bricht der letzte Monat an. Mancher mag sich fragen, ob denn „The Promised Land“ von Bruce Springsteen ein Weihnachtslied sei, oder zumindest irgendwie mit der heiligen Geschichte verlinkt ist – der Gedanke drängt sich ja ein wenig auf…
Ist er nicht!
Zwei Tatsachen haben den Song von „The Boss“ trotzdem zur Dezemberheadline werden lassen – zum Einen, ich mag Springsteen und seine Musik seit vielen Jahren! Zum Anderen habe ich „Dog related songs“ in Google gesucht, denn wir sind auf den Hund gekommen! Diese Tatsache hat unseren Dezember 2022 geprägt und daher gab es kein Vorbeikommen – der Refrain von „The Promised Land“ aus dem 1978er Album „Darkness on the Edge of Town“ sagt alles…
„The dogs on Main Street howl ‚Cause they understand If I could take one moment into my hands Mister I ain’t a boy, no, I’m a man And I believe in a promised land“
Ich darf hier popkultur.de zitieren – „Hunde leben im Moment, scheint Springsteen zu implizieren, und sie glauben an sich und an uns.“ Andere Verlinkungen zu unserem Leben ließen sich hieraus ableiten, dies würde aber wohl zu Abschweifungen führen!
Dürfen wir vorstellen? – MAMOS
Einleitend sei erklärt, dass dieser wunderschöne Labrador-Mix Rüde sich eines Tages im November, unsere Marina als Zufluchtsort ausgesucht hat. Es ist nicht klar, ob er verstoßen wurde oder ob es sich um einen Streuner handelte – deutlich zu sehen war jedoch, dass er abgemagert war und irgendwie krank oder verletzt schien. Er war leicht apathisch, ängstlich und hat eigentlich nur Ruhe gesucht.
Das Marinapersonal hat sich seiner angenommen, er durfte vor dem Wärterhäuschen schlafen und bekam zu fressen. Heute wissen wir, dass der Marinabesitzer, der Seniorchef, auch für eine medizinische Erstversorgung sorgte. Die Gäste der Marina mochten ihn.
Der Hund, den zu dieser Zeit alle „Black“ nannten, wurde zutraulicher, tollte phasenweise mit Electra durch die Marina und alle dachten, dass hier ein zweiter Marinahund heranwächst…
Soweit also zur Ausgangssituation – diese veränderte sich gravierend, doch bis dahin vergingen noch ein paar Tage.
Weihnachtsdeko an Bord der NESSAJA
Sibylle hatte beschlossen, dass etwas Adventsstimmung an Bord der NESSAJA nicht schaden könnte. Da ich nicht so sehr der Fan von Lichterketten bin und somit den Vorschlag „Faltweihnachtsbaum“ eingesteuert habe, sollte sich als Fehler herausstellen! Sibylle war von meiner Wortwahl so entgeistert, dass so ein netter Mini-Weihnachtsbaum wohl nicht auf ihrem Plan stand – nun egal, sie hat aus wenig eine nette Deko gezaubert und somit für etwas Lichterglanz an den Adventsabenden gesorgt.
Lichterschein an langen „Winterabenden“
Sehr häufig habe ich dieser Tage an den Film „Tatsächlich… Liebe“ (Love Actually) denken müssen – wer den Streifen kennt, weiß genau was ich meine… „Christ-mas is all around you“ – ein Titel der es auch zur Headline hätte bringen können!
Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass wir den Film an Heiligabend ansehen würden, doch gemach, gemach…
Bis es soweit sein würde, war es ja noch eine Weile hin! Der Dezember begann mit der Verabschiedung unserer Freunde aus Karlsruhe. Susanne, Marcus und die kleine Lilly wollten Weihnachten zuhause in Deutschland feiern und hatten ihre Fähre für den 01.12. gebucht. Wir aßen zusammen Lasagne an Bord von NESSAJA, so dass Susanne nicht mehr kochen musste, dann verabschiedeten wir die liebgewonnene Familie.
Noch im Gehen, sprachen die Beiden eine Einladung für den Februar in ihr Haus auf Gran Canaria aus – es reizt uns sehr diese anzunehmen. Wir werden sehen…
Bereits am Morgen des Tages, bin ich leicht genervt aufgewacht und somit alles andere als entspannt in den letzten Monat des Jahres gestartet. Ihr erinnert Euch, dass mein neuer Gasfernschalter undicht und beschädigt war, so gehörte zu meinen ersten Handlungen, das erhaltene Paket zu öffnen und den neuen Schalter einzubauen. Ich ging dabei sehr vorsichtig vor – und bemerkte daher, deutlicher als beim ersten Verbau, wie knapp das eigentlich war…
A knappe G´schicht!
Schluss! Hier muss eine Entscheidung her, mir missfiel die Gasgeschichte schon lange und so beschloss ich, den Platz der Gasflaschen zu ändern.
Neue Gestaltung und Ordnung – gute Zugänglichkeit
Die Gasflaschen bekamen eine der noch übrigen Batteriekisten – natürlich inklusive einem Gasablauf mit Abzweigung zum originalen – und die Benzinkanister und Spraydosen mussten umziehen.
Ganz schöne Sammlung
Bei solchen Aktionen, welche meist deutlich mehr Zeit verschlingen als geplant, zeigt sich erst, wie viele solcher Mittelchen man eigentlich vorhält – Wahnsinn! Das räumt man nicht „mal eben schnell wohin“! Also wurde aus der Umbauaktion auch eine mittelschwere Räumaktion – letztlich aber erfolgreich!
Und Platz für einen der etwas höher bauenden Marine-Gasregler ist jetzt auch – wurde sofort bestellt!
Daraus resultierte natürlich die Notwendigkeit einer neuen Druckverlustprüfung mit angeschlossenem Gasfernschalter. Diesmal ohne Probleme, ohne Verlust nach vorgegebener Prüfdauer. Haken dran, Gasanlage (wieder) fertig.
Der Schlauch bekam noch eine Schutzummantelung, die Gasflaschen eine Rutschsicherung und, wie erwähnt, ein Marine-Gasregler von GOK ist bestellt. Ich stelle nochmals ein Foto rein, wenn alles komplett ist.
Unsere österreichischen Freunde sind diese Nacht von ihrem Türkei Besuch zurück gekehrt, wir freuen uns, dass sie wieder da sind – die Beiden freuen sich, dass wir auf ihre FINI aufgepasst haben und die Pakete dort abgelegt haben. Dies bringt uns eine kleine Aufmerksamkeit ein – ganz herzlichen Dank euch Beiden!
Die richtige Kombi zum abendlichen Vorweihnachtsprogramm
Zum Thema Gasanlage sei noch erwähnt, dass ich entschieden habe, die Reklamation nicht weiter zu verfolgen. Ich habe mir die Verschraubung beim neuen Schalter noch einmal angesehen und die Funktionsweise für mich gedeutet – ich schließe inzwischen nicht mehr aus, dass ich den Schalter einfach viel zu fest verschraubt habe.
Ich hatte mir 20 Berufsjahre lang gewünscht, dass nur EINMAL ein Kunde in Erwägung ziehen würde, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist – das ist NIE geschehen! Diesen geheimen Wunsch habe ich mir nun selbst erfüllt und meine Reklamation bei SVB zurückgezogen – mit genau dieser Begründung. Bringt vielleicht auch ein, zwei Karmapunkte?!
Darauf galt es anzustoßen! Gut, dass wir an diesem Abend bei dem anderen Teil der österreichischen Fraktion auf a Glaserl Wein geladen waren – an Bord der OCEAN FANTASY.
Château Lafite-Plastiqué de Pipi
Ja! Natürlich wissen wir, dass es aussieht als ob der Gastgeber den Inhalt eines Urinbeutels kredenzt – wir haben einen Abend lang Tränen gelacht! Ernsthaft betrachtet, sind diese Weine aus dem Karton, zumindest als Begleitung zum Salzstangerl, nicht die schlechteste Wahl und deutlich besser als ihr Ruf. Kann ich für Griechenland so behaupten…
Hier ist es zu dieser Zeit üblich, dass die Sportvereine und andere Gruppierungen, Veranstaltungen organisieren bei denen Live Musik spielt und ein lokales Mittagessen angeboten wird. Man zahlt dafür einen Obolus, meist so um die 13.-€, mit dem man sich das Ticket kauft und gleichzeitig dem Verein etwas Gutes tut.
Vor vielen Wochen schon, hat uns Marietta zu eben solch einer Feier des Baketballvereins eingeladen. Heute war es so weit und wir sind zusammen mit der FINI-Crew nach Blefoutis gefahren.
Taverna „Artemis“ in der Belfoutis Bucht
Die Tische waren reserviert und man konnte aus drei verschiedenen Mahlzeiten wählen. Alles war sehr gut organisiert und wir saßen bald schon vor unserem Lunch.
War echt gut…Gefülltes Chicken-Steak mit Reis und PommfritzGriechischer Krautsalat
Nebenbei wurden Bilder der Basketballsaison gezeigt und die Menschen haben palavert und Spaß gehabt. Es war ein sehr ungezwungenes und lustiges Fest. Die Musiker, Flourious der Keyboarder und mein Lieblingsgeiger Manolis, verstärkt durch unseren ehemaligen Marinero Manolis an der Bouzouki, bauten derweil ihre Anlage auf.
Bildershow der Basketballjugend
Es gab die Ehrungen der Mannschaften, ein paar Reden und Danksagungen. Selbst der Bürgermeister war zu Gast.
Vereinsleitung – Marietta und Kollege. Davor der Trainer, ein ehemaliger Basketballprofi der auch in Deutschland gespielt hat
Für uns war das natürlich etwas langatmig, wir konnten uns die Wartezeit bis zum geselligen Teil aber durch einen kleinen Tsipouro verkürzen.
Dann war es soweit! Die Musiker schlugen den Takt an und der erste Tanz gebührte der Basketball-Jugend.
Die Jungs und Mädels der Leros-BasketballteamsHopahopahopa
Ja, und dann ging´s ab! Wie immer musste man nicht lange warten, bis die Stimmung anfing zu brodeln. Es war richtig was los! Wir verweilten ein bisschen, sahen zu, bis es uns zu laut wurde und fuhren dann nach Hause.
Kurz vor Sonnenuntergang in GournaSchaut jeder gerne an – Schnappschuss gefällig???
Am Heimweg haben wir die Abendstimmung über der Gourna-Bucht genossen. Diese Seite der Insel zeigt die schönsten Sonnenuntergänge. Die Stimmung ist dabei sehr unterschiedlich, je nachdem, ob unser Zentralgestirn spektakulär vor Wolkentürmen ins Meer abtaucht, oder eher romantisch glühend im Mare Nostrum versinkt.
Der Morgen des nächsten Tages begann für unsere alpenländischen Nachbarn mit einer kleinen Aufregung. Das neue und sehnsüchtig erwartete Dinghy traf per Warensendung ein – früher als erwartet. Es wurde zur Inbetriebnahme mit anschließender Bootstaufe gerufen – das lassen wir uns nicht zweimal sagen.
Freude beim AuspackenWir bestaunen und geben Kommentare ab – die Hände bleiben zunächst in der HosentascheFachsimpelei über eine Gummiwurst – ah, Aluboden, oh, Hypalon, uh, lightweight…
Die Taufzeremonie wird durch eine Tauffachkundige, nämlich die Capetaña des Mutterschiffes, durchgeführt – Zielsetzung war, möglichst wenig des edlen Tropfens für die Taufe zu verwenden, dies aber dennoch gültig durchzuführen…
Fingerspitzengefühl ist gefragt – ich taufe Dich auf den Namen TENDER TO FINI
Der Rest des prickelnden Getränkes wurde auf die Kehlen der Zeremonieteilnehmer verteilt. Dies, gepaart mit der Tatsache, dass eine zweite Flasche mit einem lauten „Plopp“ entkorkt wurde, versetzte die Teilnehmerschaft in eine ausgelassene Partystimmung!
Ohne weitere Worte
Heute sollte auch für uns ein besonderer Tag werden, der Tag an dem die Weichen für die nächsten sechs Wochen gestellt wurden.
Ohne dies zu wissen, haben wir beschlossen nach dem schwarzen Labrador-Mix zu sehen. Weg war er…
Nanu, gestern Abend war er doch noch da? Ein kurzes Umsehen in der Marina half ihn zu finden…
Freude – und in den Augen Verzweiflung
Ich bin da kein Gefühlsdusler – er ist ein Hund und in Griechenland gelten andere Regeln als in Deutschland. Dennoch habe ich mir eingebildet in seinen Augen so etwas wie Verzweiflung oder zumindest Traurigkeit gesehen zu haben – er war jetzt ein Kettenhund.
Wie kam das? Nun, nachdem sich der sanftmütige Schwarze mit Marinahund Electra angefreundet hatte, tollten die Beiden durch die Marina. Eigentlich mochte ihn jeder. Eigentlich, weil er sich zwei Minuspunkte ankreiden lassen musste. Erstens waren seine „Hinterlassenschaften“ größer als die von Electra – inakzeptabel groß – und zweitens, er begann Schuhe der Segler zu klauen. Dies hat Electra auch mal gemacht, da wurden die Schuhe aber von ihrem „Herrchen“, dem Elektriker, zurückgebracht. Bei ihm nicht – das wurde ihm zum Verhängnis!
Der Besitzer der Marina hat beschlossen – „Black“ darf bleiben, aber sein Platz ist künftig bei den Wachhunden an der Kette – für die nächsten 10-12 Jahre. Dieser Gedanke setzte sich bei uns im Kopf fest.
Wir wollen auf andere Gedanken kommen und fahren auf einen Drink ins Café „Palma“ – den Namen könnt ihr Euch merken, es ist das Nachfolgecafé von Popi´s „Morano Café“. Wir werden öfter bei dem Brüderpaar einkehren…
Eröffnungstag – die neuen Besitzer eifrig am Werk
An diesem Tag war das spannungsgeladene Lokalderby der beiden führenden griechischen Basketballmannschaften aus Piraeus und Athen. Obwohl wir keine Basketballfans sind, haben wir uns etwas von der Stimmung der Gäste anstecken lassen.
Neu renoviert – mehr als eine SportkneipeMeze zum Ouzo, echt gut!!!
Wir kennen die neuen Besitzer ja schon länger – sie waren zuvor als Kellner bei „Dimitris o´Karaflas“ angestellt. Der muss sich nun neues, gutes Personal beschaffen – das ist bedauerlich – wir wünschen den beiden jungen Männern aber von ganzem Herzen den verdienten Erfolg. Aus unserer Sicht ein sehr guter Start – es passte alles!
Es war schon dunkel als wir wieder fuhren
Die Zeit verflog und als wir zum Nachhauseweg aufbrachen, war schon die Dunkelheit über Lakki hereingebrochen. Wir mussten noch unseren Einkauf für das Abendessen machen – auf zum Metzger…
Sehr gut sortiert – der Schrank für die Dry-Aged Steaks
…wir bestaunten die riesigen Steaks in der Auslage, haben uns dann aber doch für Bifteki entschieden.
Bei Verlassen des Ladens sticht mir noch ein Plakat ins Auge – wieder spielen meine Lieblingsmusiker, wieder im Rahmen einer Veranstaltung eines Vereines. Vielleicht eine weitere gute Gelegenheit sich ein wenig zu amüsieren? Ich nehme es vorweg, das war nicht unser Ding und wir waren zu diesem Zeitpunkt bereits durch den Hund eingeschränkt – nächstes Mal wieder!
Das Abendessen war gut, wollte an diesem Abend aber nicht so recht schmecken – wir wollten nicht zusehen, wie der schwarze Labbi zum Kettenhund degradiert wird, wir wollten ihm dieses Schicksal ersparen und fingen an zu telefonieren…
Nikolaus! Heute war Nikolaustag und wir hatten herrlichstes Wetter – Sonnenschein und immer noch Temperaturen spürbar über 20°C. Das wollte ich ausnutzen und noch einmal baden gehen. Da Sibylle es liebt über andere zu lachen und ich gerne das Opfer dieser Eigenschaft bin, wurde ich ersucht, für den heutigen Tag die Kasperrolle zu übernehmen und mich themengerecht zu kleiden. Was tut man nicht alles???
Ok, aber nur für einen Tag!Nikolausschwimmen – check!
Zusammen mit der FINI-Crew, hatten wir gestern kurzentschlossen eine Einladung zum Glühweinabend an alle noch in der Marina verbliebenen Crews ausgesprochen.
Wir sind von Schiff zu Schiff und haben persönlich eingeladen, um eine Plattform für ein übergreifendes Kennenlernen zu schaffen. Den Glühwein zum Nikolaustag wollten wir spendieren und zubereiten, wer Knabberzeug mitbringen will, darf das tun…
Zurück am Schiff galt es also Vorbereitungen zu treffen!
Pame, pame – auf geht´s!
Wir und die FINI zogen also unsere Induktiv-Kochplatten aus den Schränken, legten Strom und sorgten für Sound.
Der rote Glühwein blubbert schon…
Sibylle kochte 6 Liter roten Glühwein – natürlich selbstgemacht mit frischen Zutaten! Auch Irene begab sich auf Einkaufstour um die Gewürze und Ingredienzien für das süffige Gebräu zu beschaffen – sie kochte die gleiche Menge mit Weißwein.
…und der Weiße wird gerade angeliefert!
Wir haben, wegen des frühen Sonnenuntergangs, 16.00 Uhr als Startzeit festgesetzt – und siehe da, pünktlich trafen die Gäste ein! Alle brachten ihre Tassen mit und es wurden viele Leckereien aufgetragen.
Ein erstes Stelldichein……an unserem weihnachtlichen BuffetAllerlei Knabbereien
Es folgten tatsächlich ALLE Personen unserem Aufruf und es gab keinerlei Hemmschwellen. Es war richtig cool zu sehen, dass es Leute gab, die seit Wochen in unmittelbarer Nähe zueinander wohnen – sich aber nie gesprochen haben. Das änderte sich heute!
Alle da!
Wir waren 26 Personen aus 10 Ländern – es waren 12 Paare und zwei alleinstehende Skipper, die sich zum Umtrunk trafen. Türken, Italiener, Spanier, Engländer, Schotten, Waliser, Polen, Israelis, Österreicher und Deutsche trafen aufeinander – ein Gewirr aus Landessprache und Englisch – es war herrlich und tat dem Zusammenhalt der Community gut!
Stegparty – einen Steinwurf von NESSAJA entfernt
So verweilten wir bis in die Abendstunden und die Gruppe löste sich erst auf, als die Sonne untergegangen war und es ungemütlich frisch wurde.
Bis in die Abendstunden
Die Frage mit „Black“ war noch nicht geklärt. Zur Erklärung – es ist nicht möglich jeden griechischen Streuner zu retten, das weiß ich! Ich weiß auch, dass die deutschen Tierheime voll sind. Rational betrachtet ist mir auch klar, dass es nicht wirklich fair ist, eine Kreatur über ihr Äußeres zu beurteilen – dennoch war es für den Schwarzen ein unbestrittener Bonus, dass er mir einfach gefallen hat – ich habe immer zu Sibylle gesagt, DER wäre MEIN Hund! Was macht er eigentlich???
Er freut sich neugierig über Besuch…Er bemüht sich nett zu schauen…
Wir sehen täglich nach ihm – es geht ihm irgendwie gut. Trotzdem reut er uns – sein Lebensumfeld ist ein trauriges und unaufgeräumtes. Er ist versorgt, aber „schöner Leben“ geht anders.
Sein Radius – 1,2m um den Baum
Wir rufen Tina und Volker an – treuen Bloglesern sagen die beiden etwas, sie sind die Crew der ELOWYN und seit Jahren mit uns befreundet. Die beiden hatten schon mal einen griechischen Hund nach Deutschland genommen und über Jahre Freude mit ihrem „Ouzo“ gehabt. Leider ist „Ouzo vor einiger Zeit verstorben – wir hofften, dass Tina und Volker sich einen Ruck geben und dem Schwarzen ein neues Zuhause bieten würden.
Natürlich haben auch Sibylle und ich über unsere Optionen nachgedacht. Wir waren uns aber einig, dass ein Hund dieser Größe unsere Möglichkeiten auf NESSAJA übersteigt und sich dann die Freiheit zur Verwirklichung unserer Pläne deutlich minimieren würde. Wenn wir ein Haus auf Leros hätten – sofort! Mit dem Schiff – nein!
Dezember in Lakki – 20°C
Es ist ein warmer Tag – eher ein Spätsommer- als ein Wintertag. Wir verabreden uns mit Mireille und Roland bei „Repapis“ in dessen Eissalon.
Nachmittagscafe nebst süßen KöstlichkeitenSüßer Firlefanz soweit das Auge reicht
Die Beiden würden bald abreisen und wir beschließen kurzfristig, uns zu einem „Abschiedsessen“ im Haus der Freunde zusammenzufinden. Wie beim letzten Besuch hat Roland wieder den Kaminofen befeuert um für wohlige Wärme zu sorgen.
So geht Gemütlichkeit
Mireille hatte gekocht, es gab Spaghetti Bolognese und dazu einen leckeren Salat den Sibylle gezaubert hatte.
Es kann losgehenSpaghetti satt – geht immer!!!
Ich weiß, bis jetzt hört es sich so an, als ob die Bootsprojekte an NESSAJA dem Müßiggang der ersten Dezemberwoche zum Opfer gefallen sind. Da war in dieser Phase vielleicht ein Fünkchen Wahrheit dran, aber lasst Euch nicht täuschen – der Dezember war in dieser Hinsicht ein sehr erfolgreicher Monat – und der Startschuss dazu wurde HEUTE gegeben, mit der Einleitung eines Denkprozesses.
So könnte mein Netzwerk aufgebaut sein
Mir war klar, dass ich nur sinnvoll weiterarbeiten kann, wenn ich beginne die Garmin Hardware-Teile meiner neuen Navigationsanlage einzubauen. Zudem dachte ich in diesem Moment noch daran, dass Sibylle mir ein paar Sachen aus Deutschland mitbringen sollte. Diese Teile galt es rechtzeitig zu bestellen.
Ich musste also ein Gesamtkonzept erstellen, Plätze festlegen, Kabelwege messen – und einen Netzwerkplan zeichnen.
Ok, das war relativ schnell erledigt. Dabei lese ich aber – Gott sei Dank – auch die Einbauanleitungen und lerne dazu. Ich stelle fest, dass noch weitere Parameter wie Gesamtkabellängen der Netzwerkkabel, ebensolche auf beiden Seiten des Stromanschlusses und Dinge wie die LEN Werte einzelner NMEA2000 Komponenten auf jeder Seite der 12V Zufuhr beachtet werden müssen.
Ich plane also um…
So wird mein Netzwerk aufgebaut
Ich gleiche ab, was ich habe und erkenne, welche Teile fehlen. Zumeist sind es Kabel, dazu noch zwei Stecker und ein NMEA Konverter. Ich frage die Teile an und…. muss mich setzen! Es haut mich fast vom Hocker – 786.-€ für Kabel??? Wow, aber egal, ich brauche das Zeug und bestelle.
Im Laufe des Dezember addieren sich noch ein paar Kleinigkeiten dazu, so dass Sohn Florian am Tag vor Silvester ein weiteres Paket an uns adressieren wird – aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht!
Giorgos ruft an. Das Schlauchboot von Werner´s ALENA ist fertig repariert, der Lecktest zeigt keinen weiteren Luftverlust, der Boden ist angeklebt und dicht. Er würde es bringen…
Rasch, die Sonne geht gleich unter
Wir sagen Hallo zu Katerina und den Kindern, laden das Dinghy ab und rudern rasch in den Hafen zurück. Es wird bald dunkel und frisch. An Deck bringen wir es morgen…
Neuer Tag – das Dinghy muss auf´s Vordeck
Neuer Tag, neues Glück – Sibylle und ich hängen die geflickte Gummiwurst an ein freies Fall und ziehen den Tender auf´s Vordeck. Dort binde ich das Beiboot sturmsicher an und informiere Werner. Alles erledigt – der Schnulli liegt wieder auf ALENA!
GOOD NEWS! Heute war der Tag der Tage – Tina und Volker haben gestern ihr finales OK gegeben. Ich habe daraufhin mit Nikolas, dem Marinachef, telefoniert und dabei angefragt, ob wir den Hund haben dürften oder ob er gegebenenfalls Besitzansprüche erhebt.
Wir können den Hund haben und dürfen ihn holen, wenn wir etwas brauchen oder gar Hilfe nötig ist, sollen wir uns melden! WOW – er gehört damit, vorübergehend, uns und geht heute in unseren Verantwortungsbereich über.
Kette weg! Erster Freigang!
Aus dem Kettenhund wurde ein Haus- und Hofhund! Er wird in ein Tierparadies kommen. Dafür müssen aber noch ein paar Hürden genommen werden. Er muss zum Tierarzt, wir brauchen einiges an Hundezubehör und er braucht Reisedokumente nebst einem Chip.
Also auf geht´s – ab nach Lakki in die Tierboutique nebst angeschlossener Tierarztpraxis. Er macht erste Schritte an einer Leine – da müssen wir noch a bissl üben!
Coole Kiste – gekauft
In der Tierboutique (heißt wirklich so) finden wir auf Anhieb alles – zuviel um es aufzuzählen! Erwähnenswert scheint mir aber die Reisebox – ein monströses Trum, welches aber die vorgeschrieben Maße für einen Transport eines Hundes seiner Größe hat – diese soll bis zur Abreise auch als seine Hütte dienen. Zudem kaufen wir neben anderem Tinnef auch eine ordentliche Leine.
Weil es grad praktisch ist, gehen wir eine Türe weiter zum Tierarzt.
Armer Tropf
Der lässt sich die Sachlage erklären, erfasst sofort und erklärt uns was, wann und wie gemacht werden sollte. Dabei vergisst er nicht, uns immer wieder die Preise und Alternativen aufzuzeigen. Als wir signalisieren, dass wir, nach Abstimmung mit den künftigen Besitzern, das Vollprogramm wollen, kennt die Zuwendung des Dr. Vet. keine Grenzen mehr. Unser Hund bekommt sogar die Nägel geschnitten – Privatpatientenbehandlung…
Braver
Brav und stoisch lässt der Hund, der in diesem Moment noch „Black“ heißt die Procedur über sich ergehen. Er wird gechipt, geimpft, entwurmt, auf Bakterien getestet undsoweiterundsofort. Seine Wunde am Bein wird versorgt – alles scheint in Ordnung! Der Arzt schätzt sein Alter auf etwa ein Jahr, er wiegt 30kg!
Längst verheilt
So kamen wir an dem Punkt, an dem die Reisepapiere zu erstellen waren. Der Einfachheit halber wurde der Verwaltungskram auf Sibylle ausgestellt – de facto ist meine Gattin also im Moment Hundebesitzerin. Wir hören den Arzt fragen – „wie heißt der Hund“???
Ähhhh – Bl… – nein, Black heißt er nicht! Ich schlage Raki vor – ich fand Raki nach Ouzo recht gut, Sibylle nicht! Ja, wie heißt er dann nun???
Die Arzthelferin kommt aus dem Nebenzimmer. Sie weiß, dass er in die Evros Marina gekommen war und wir dort leben. „Name him Evros“, höre ich sie sagen. Ja, das ist gut, das passt. Aus Black wird Evros – sonst ändert sich nix.
Zufrieden gehen wir nach Hause und bauen unserem „Evros“ sein Lager nahe unserem Boot auf – ein turbulenter Tag!
Ich heiße „Evros“ und hier wohne ich!
Die Neuigkeit verbreitet sich rasch, alle freuen sich für uns und den Hund. Wir erklären allen Freunden die mal kurz vorbeischauen, dass er nun „Evros“ heißt. Wisst ihr, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist?
Da der Schwarze die neugewonnene Freiheit ja genießen können soll und nicht vom Ketten- zum Leinenhund wird, beschließen wir, mit ihm ein zweites Mal an diesem Tag in die Stadt zu laufen. Er soll seine Abendrunde haben und wir wohnen der Eröffnung des Weihnachtsmarktes bei.
Noch alles relativ dunkel – aber die Menschen sammeln sich
Zur offiziellen Eröffnungszeremonie trafen sich viele Menschen ein. Es war ein buntes Treiben und allerlei Stimmungsmacher gaben sich ein Stelldichein.
Schneemann – auf Leros nur künstlich
Ein witziger Sidekick bei diesem Bild ist, dass der Mann in der linken, unteren Bildecke der Tierarzt ist, bei dem wir den ganzen Nachmittag verbracht haben – schicksalhaftes Photobombing oder ein mystischer Schnappschuss???
Stelzengeher belustigen die KinderEngel und Gaukler vereint – und die Blasmusik spielt Weihnachtslieder
An kleinen Buden verkaufen Ehrenamtliche ihre Produkte, vieles davon ist selbstgemacht, anderes ist ein wenig kitschig. Alles ist herzlich und weit weg von dem vorweihnachtlichen Konsum den wir aus Deutschland kennen.
Ein typisches Büdchen
Alles wartet gespannt auf die Eröffnung – diese ist vollzogen wenn der Weihnachtsbaum beleuchtet wird, also seine Lichter eingeschaltet werden. Dies soll wohl um 18.00 Uhr soweit sein. Alles wartet gespannt…
Die Lichter sind an – aber der Baum noch dunkel.
Es ist kurz vor sechs Uhr – 10 – 9 – 8 – 7… die Menge zählt zurück, die Spannung steigt …3 – 2 – 1 – HOPA!
Da erstrahlt das dürre Gestell – eine Nordmanntanne darfst hier natürlich nicht erwarten
Diesmal sind die Griechen pünktlich wie die Maurer – damit haben wir nicht gerechnet – und auch nicht damit, dass just in dieser Sekunde direkt hinter uns ein Feuerwerk gezündet wurde. Ein kleines, recht kurzes zwar, aber ein Feuerwerk – ich fotografiere!!!
Effekte – SternenregenLichterpfeileKometenschwarm
Ich höre gellende Schreie und vernehme Worte die so ähnlich klingen wie mein Name „Mario, Mario, hey, Mariooooo“
Was war geschehen, wo war Sibylle? Und wo der Hund? Um Gottes Willen – der Hund!!!! Der war nämlich alles andere als schussfest, so dass Sibylle chancenlos war, ihn zu halten. Zum Glück hat Sebastian, der frühere Marinero, den wir mit seiner Frau hier getroffen hatten, helfen können das verängstigte Tier zu bändigen.
Ich renne hin und drücke den schlotternden und zitternden „Evros“ an mich. Es bedarf Kraft ihn festzuhalten, aber dann beruhigt er sich. Ok, eins im Kopf, auf den Hund aufpassen wenn Knallerei droht!
Wir gehen nach Hause und sind erschöpft vom Tag. Der Hund verkriecht sich in seine Box, die er sehr rasch akzeptiert hat, wir gucken noch ein bisschen Fernsehen und sacken dann todmüde ins Bett.
Während Deutschland probeweise Alarmmeldungen in Handynetze versendet, gehört dies in Griechenland schon lange zum Alltag. Auch heute reißt uns eine solche Alarmierung aus unserer täglichen Routine.
Es scheint eine Schlechtwetterfront zu kommen…
Sibylle geht mal wieder in den Schadenfreude-Modus. Ich vernehme noch Satzfetzen wie „…wasserdichte Jacke, alles zu klein, gwampert, selber schuld…“ – dabei ist mir nicht ganz klar was sie meint?!
Die Front kann kommen
Ich ziehe selbstbewusst meine Open Ocean Schlechtwetterjacke aus dem Schrank. Die habe ich vor ungefähr zehn Jahren oder länger gekauft. Ich schlüpfe rein – passt! Ich bin der moralische Sieger und fühle mich gewappnet.
Und die Front kam – über Stunden regnete es wie aus Kübeln. Bei so einem Wetter schickt man doch keinen Hund vor d… ähhh – aus gegebenen Anlass verzichte ich auf diese Phrase und ziehe sie zurück!
Relativ trocken
Wir mussten „Evros“ noch einmal umziehen, weil sich unter seinem Schiff eine Wasserlache gebildet hat – dort wo er jetzt einen Platz gefunden hat, liegt er aber auch bei widrigen Bedinugungen sehr gut und trocken. Immer mal wieder macht auch Electra ihre Aufwartung – zur Freude des jungen Hundes.
Wir ziehen uns bei solchen Bedingungen eher zurück, da ist keine sinnvolle Outdoor-Beschäftigung möglich!
Grau in Grau
Weil ich gerade von Electra sprach…
Könnt ihr Euch vorstellen, dass zwei Hunde menschliche Verhaltensweisen an den Tag legen – zum Beispiel Eifersucht? Glaubt es oder nicht, es ist fast wie bei kleinen Kindern.
Wenn Electra zu Besuch kommt, dann spielt sie mit ihm, lässt dann aber keine Gelegenheit aus zu zeigen, dass sie einen größeren Radius hat.
ICH bin frei
Sie unterlässt es nicht, einen Umweg zu gehen, nur um sich kurz aber eindeutig, in sein Sichtfeld zu setzen und ihm seine Grenzen vor Augen zu halten.
Da bin ICH
Klar, dass sie dabei auch in UNSEREM Sichtfeld sitzt – sie macht uns seither noch schönere Augen als bisher!
Wichtig – sie will VOR ihm sein!
Oft begleitet sie uns aber auch beim Spazierengehen und zeigt ihm wie man mal so richtig rumfetzt!
Tollen und Toben
Seit dieser Zeit kommt Electra immer dann, wenn wir mit ihm vom Gassigehen zurückkommen und ihn angehängt haben, auf unser Schiff und holt sich ihr Leckerli. Zudem schläft sie seither regelmäßig bei uns – wohlgemerkt auf Deck statt in ihrer Hütte. Es ist Eifersucht – und er steigt drauf ein und bellt! Na toll!
Wir merken, sich um den Hund kümmern ist aufwändig – und wir genießen die Momente der Ruhe seither umso mehr!
Einfach mal lesen…
Ich bewundere Sibylle dafür, dass sie als Part ihrer Aufgaben rund um unseren Hund auf Zeit, das Aufsammeln der Hinterlassenschaften per Plastiktüte übernommen hat. Im Gegensatz zu Sibylle, ist dies keine meiner Stärken und mich überkommt dabei stetig der Würgereiz.
Bei diesem Gedanken muss ich kurz das Thema wechseln – oder eigentlich eher nicht. Während ich bei Hundekaka eher sensibel reagiere, bin ich hartgesotten wenn es um andere, in der allgemeinen Betrachtungsweise eher als eklig eingestufte Dinge geht. Ich hatte ja im Sommer schonmal den Zustand unserer Toiletten angesprochen…
Das hat sich nicht geändert!
Einer von 14
Ich erinnere – wir sind zu diesem Zeitpunkt 14 Männer in der Marina, seit unserem Nikolausumtrunk kennen wir uns alle. Ich hätte gewettet, dass keiner davon in das Risiko geht, als der „Nestbeschmutzer“ aufzufliegen.
Wette verloren…
In der Sache könnte ich es einfach hinnehmen und abhaken – mental bin ich dazu tatsächlich nicht in der Lage! Ich kann es nicht verstehen, was in einem Menschen vorgeht, eine solche Verhaltensweise an den Tag zu legen.
Ich habe daher lange mit mir gehadert wie fein der Grat zwischen grenzenloser Akzeptanz und deutschem Hausmeistertum ist – und mich dafür entschieden, mich lieber auf die Seite der Korinthenkacker zu schlagen und dabei meiner Linie treu zu bleiben, anstatt auch nur gedanklich der Saubärenfraktion zugerechnet werden zu können. Ich habe einen offenen Brief geschrieben…
Kann ich jemand erreichen?
Ich nehme es vorweg, es hat – gefühlt – kurzzeitig geholfen. Ein paar Tage lang war es ziemlich sauber in den Herrentoiletten. Inzwischen kommt es aber wieder öfter vor, dass die Bürste nicht verwendet wird. Ich gebe an dieser Stelle auf, verstehe aber, warum in der „Olympic Marina“ in Lavrion die Putzfrauen mit dem Putzkübel vor Deiner Türe stehen bis Du fertig bist – um gleich hinter Dir herzuwischen! Diese Blöße ertappt zu werden, will sich keiner geben. Ob ich dem Marinachef mal eine Idee implantieren sollte??? Mich kotzt solch asoziales Verhalten an!
Erneuter Themenwechsel – inzwischen sind viele Freunde und Bekannte abgereist. Es hat sich ein „harter Kern“ von Liveaboards herauskristallisiert, welcher nun (fast) ganzjährig an Bord verweilt. Mireille und Roland sind zurück in der Schweiz, Evi und Michi bei der Familie in Österreich. Natürlich sehen wir immer beiläufig nach den Schiffen der Freunde.
Dies war umso mehr nötig, da erste Stürme durchzogen. Erst hatten wir ein paar Tage kräftigen Wind in Sturmstärke aus Süd, danach ein paar Tage aus Nord. In beiden Fällen kamen rund 30-35kts in der Marina an – bei bestem Wetter!
Nicht alle Planen hielten Stand
Bereits nach dem Südwind zeigte Michis Plane deutliche Beschädigungen. Wir haben uns mit dem Freund per WhatsApp abgestimmt und an Bord seines Schiffes versucht zu retten was zu retten war…
Hielt – zunächst…
Doch bereits ein paar Tage später, bei den kräftigen Nordböen, hatte sich die angezählte Plane endgültig verabschiedet. Wiederum haben wir den Eigner informiert und, mit dessen Einverständnis, die Plane entfernt.
Sibylle und ich sind zudem nach den ersten Stürmen durch die Marina gelaufen und haben Fotos von allen befreundeten Schiffen gemacht – und die Fotos verschickt. So können die Eigner, die das Wetter ja meist am Schirm haben, ruhig schlafen.
Unserem „Evros“ war es auch zu windig, oft flatterten seine Ohren wenn er im Wind stand – so suchte er auch tagsüber phasenweise Schutz in seiner Box.
Relativ gemütlich……und alles gut im Blick
Ein anderer Segler hat mich über die Plattform „noforeignland“ kontaktiert. Eine Art Facebook für Segler, mit Standortangabe und kurzer Schiffsbezeichnung – so wie ihr es auf diesem Blog unter dem Punkt „Unsere Position“ finden könnt.
Der Engländer hatte einige Check-Ups an seinem Katamaran zu erledigen und ein paar Maße zu nehmen. Dieser Bitte bin ich bei einem Videocall gerne nachgekommen.
Ein paar Bilder und die Batterien laden
BING! Eine WhatsApp erreichte uns – Absender waren Tina und Volker, die zuhause schon die Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Familienhundes trafen. Wir dürften nicht böse sein, aber man sei zu dem Schluss gekommen… – Sibylle schluckte erschrocken – dass „Evros“ sehr hart klänge und man außerdem der Tradition folgen wolle, einen Namen nach einem griechischen, alkoholischem Getränk zu vergeben. Sibylle atmete auf – der schwarze Labrador, welcher als Black in der Marina bekannt wurde, hieß nun nicht mehr „Evros“ sondern MAMOS. Der Name eines griechischen Bieres.
Ein verschnmuster Kerl – unser Mamos
Ob es die Freude über seinen neuen Namen war oder einfach das Bedürfnis nach Zuwendung, welches ihn so anlehnungsbedürftig sein lässt – wir wissen es nicht.
Inzwischen haben die noch Anwesenden ihn als Mamos ins Herz geschlossen und er wird auch von allen so gerufen.
Ich tippe Mamos in den Übersetzer – nicht, dass er einen peinlichen Namen hat…
Ok, akzeptiert – was nicht ist kann werden!
Plaudern wir ein bisschen über die Projekte an NESSAJA! Um mit dem Victron Energiemanagement weiter zu machen und es dann auch zu finalisieren, müssen zwei Türen ausgebaut werden – die vom Bad und die vom Motorraum. Diese beiden Türen stehen dann im Weg herum, wir kennen das aus der Anfangszeit des Projektes.
Da Sibylle am 13.01. nach Deutschland fliegen wird, dabei Mamos zu seinen neuen Haltern mitnimmt, werde ich zweieinhalb Wochen alleine an Bord sein. Aus meiner Sicht die optimale Zeit das Victron Projekt voranzutreiben. Da Sibylle und ich uns einig waren, wurde beschlossen dieses Projekt noch bis Mitte Januar zu schieben und ein anderes Großprojekt vorzuziehen – so wären wir wieder bei der Navigation, dem Verbau der Garmin Hardware.
Und damit habe ich dieser Tage begonnen…
Steady Cast – 9-Achsen Steuerkurssensor
Die Vorgehensweise ist dabei recht einfach – vorgesehenen Platz prüfen, mit den Vorgaben aus der Einbauanleitung abgleichen, Bauteil montieren, Kabel verlegen. Wenn ich dabei alte Kabel finde welche funktionslos sind, dann werden diese entfernt, haben sie noch Funktion, werden sie aufgeräumt und ordentlich verlegt.
Soweit die Theorie…
GNX20 Steuergerät für Windmesser
In der Praxis gilt es, die Längen der Verbindungskabel einzubeziehen und akademische, theoretische Montageempfehlungen mit einer, in der Praxis umsetzbaren, Toleranz zu versehen ohne dabei auf die Fehlerseite zu geraten.
Das gelang (fast) immer!
Test – alle Kabel da?
Ich probiere weiter, ob alle Kabel da sind, benötige definitiv eines neu, weil sich bis zum Schluss nicht klären ließ, ob ein „Flicken“ eines abgeschnittenen Kabels statthaft ist. Ich beschließe zudem, sicherheitshalber, für ein Kabel eine vorkonfektionierte Verlängerung zu bestellen.
Wie bereits erwähnt, wurde die Bestellliste immer länger, all diese Teile würden zu guter Letzt meinem Paket beigepackt werden – hier war die Entscheidung gefallen, das Transportvolumen für Sibylle inzwischen zu groß.
Nach der Anprobe – Verbau der ECU-12 und der CCU
Nachdem, gemäß Netzwerkplan, klar war, welches Gerät wohin soll, welches Kabel zu bestellen sei und wie angeschlossen wird, habe ich dann noch die Steuereinheit für den Autopiloten verbaut…
ECU12 an ihrem Platz
…und im Anschluss daran noch die CCU, den elektrischen Kurskompass für den Autopiloten, an Ort und Stelle gebracht.
CCU an geeignter Stelle
Ein gutes Beispiel übrigens, für die Gap zwischen Theorie und Praxis! Es wird gefordert, in der Mitte des Schiffes, auf der Drehachse, zu montieren. Dabei gleichzeitig weit entfernt von Teilen die magnetisch wirken und gleichzeitig über der Wasserlinie.
Diesen Ort gibt es auf NESSAJA nicht. Die Recherche dauerte ziemlich lange und gipfelte in einem Telefonat mit Garmin Deutschland – die Frage war: „Welcher Kompromiss ist der beste?“
Das alles sieht so einfach aus – ein paar Schrauben und feddich! Ist aber teilweise aufwändig und mit viel Planung verbunden – es war jedenfalls zeitraubend.
Aber bis hierhin melde ich Vollzug – außer dem Lineardrive vom Autopiloten und den Instrumenten selbst, sind alle Bauteile an Ort und Stelle!
Kontakt zur Außenwelt
Sibylle hilft mir derweil mit Handlangerarbeiten und kümmert sich darum, dass an Bord alles läuft. Mir ist damit sehr geholfen, ich brauche oft eine „helfende Hand“ wenn ich gerade in misslicher Position hänge und mir der 13er Gabelschlüssel fehlt.
Darüber hinaus ist sie die Kommunikationszentrale, speziell in diesen Zeiten. Wir haben viele Videocalls mit den Kindern und den Freunden aus der alten Heimat, all das will verwaltet sein.
Wir haben Adventszeit! Auch auf Leros ist, wie seit vielen Wochen schon, alles weihnachtlich geschmückt. Die Einheimischen lieben diese Vorweihnachtszeit! Es schallen Weihnachtslieder allerorts und alles zusammengenommen, strahlt eine manchmal skurille aber doch auch festliche Stimmung aus.
Der Weihnachtsmarkt – unter der Woche geschlossen (aber beleuchtet 😉 )Die Geschäfte – hier der Eissalon von „Repapis“
An diesem Abend bekommen wir Lust auf ein Eis! Wir waren im „SouvLakki“ auf ein schnelles Giros und die Eisdiele ist ja gleich um die Ecke. Außergewöhnlich ist das hier nicht – am Abend hat es zu dieser Zeit häufig noch knapp unter 20°C…
Lakki – Mitte Dezember 2022Einer unserer Lieblingsplätze – die Konditorei und Eisdiele „Repapis“ in Lakki
Wir schlagen also noch den Haken zur Speiseeismanufaktur und lassen uns von der immer überaus freundlichen Verkäuferin, die Naschereien auf die Waffel oder in den Becher türmen.
Eine Wucht – kalorienzählen verboten!!!
Der kommende Tag sollte ein entspannter werden. Wir versuchen solche Tage immer mal wieder einzubauen – vorwiegend und praktischer Weise am Sonntag. So geben wir der Woche eine Struktur und haben auch mal Zeit um den Kopf frei zu bekommen und den Werkzeugkasten geschlossen zu halten.
Zudem brauchte Mamos mal eine etwas größere Runde…
Der Weg führte uns und die Crew der FINI an den Strand von Panteli, wo wir im Winter sehr gerne das Café der Einheimischen, das „Tzouma“ besuchen.
GS vor dem „Tzouma“
Ich hatte noch ein bisschen Computerarbeit zu erledigen, so ergab es sich, dass die anderen Drei als Vorhut nach Panteli gelaufen sind – ich dagegen bin „just in time“ mit dem Moto eingetroffen.
Ein paar Wolken – aber warm! Ein herrlicher Tag!
Der Hund war happy, denn der Auslauf tut ihm gut. Er war richtig geschafft und hat es sich gemütlich gemacht. Er muss ja schließlich noch zurücklaufen.
Ein schattiges Plätzchen für den Schwarzen
Das Wetter war herrlich, in der Sonne hatte es nahe 25°C und das Meer war ruhig und glitzerte…
Blick über Leros nach Kalymnos
…ich empfand das als eine non-verbale Einladung seitens des Oceans, die ich gewillt war zu akzeptieren. Da dies ungeplant war, habe ich kurzerhand beschlossen im Schlüpfer zu baden – sieht von Weitem wie eine Badehose aus 😉 !
Herrlich! Und erfrischend!
So vetrödelten wir den Nachmittag bei Wein und Meze. Ein herrlicher Luxus – zeitoptimiertes Leben, schöner kann es nicht sein!
Aber man kann dem ein i-Tüpfelchen aufsetzen!
Wir hatten am selben Abend noch eine Gegeneinladung zu Glühwein bei Paola und Thomas auf der SIMPLY FREE. Das ist ein Wort, da kommen wir gerne!
Herzliches Hallo im Cockpit der Jeanneau 54DS
Nach einem kurzen Hallo im Cockpit des blauen Riesen, wurden wir in den Salon gebeten. Wir hatten die letzten Sonnenstrahlen genutzt und jetzt ging es über zu Glühwein und Panettone.
Christ-mas is all around you
Natürlich hatte auch Paola weihnachtlich dekoriert und brachte uns die italienische Note der Adventszeit näher. Das Gebäck und der Glühwein dufteten, alles schmeckte lecker.
SIMPLY FREE – weihnachtlich dekoriert
Ich frage mich häufig wenn ich Thomas besuche, wie es wohl ausgegangen wäre, wenn wir diese Jeanneau hätten kaufen können. Das Schiff war ja meine erste Wahl. Es ist ein tolles Schiff mit einem ganz anderen Lebensraum als unseres – hätte aber aufgrund der mit dieser Schiffsgröße verbundenen Kosten, unser Handeln in eine ganz andere Richtung gelenkt.
Egal, hätte, hätte, Fahrradkette – wir bleiben bei NESSAJA.
Ein wunderschöner, geselliger Abend
So hatten wir, zusammen mit Yo von der INDIGO BLUE, einen herrlichen Abend an Bord der SIMPLY FREE.
Neuer Tag! Ich wache auf, trinke meinen Kaffee und verspüre eine immense Lust an meinen Projekten weiterzuarbeiten. Ich fragte mich, wie ich mit wenig Aufwand viele Teile verbauen könnte und somit einen „Aha-Effekt“ erreiche.
Ich nehme es vorweg – „Aha-Effekt“ und viele, vor allem große Teile verbauen, hat geklappt – wenig Aufwand ist sehr schnell, sehr krachend gescheitert!
Scanstrut Plotter-Konsole (rechts im Bild) soll an den Bügel des Steuerstandes
Ich entscheide, dass ich heute meine Konsole von Scanstrut, der Hersteller nennt es „NavPod“, am polierten V4A-Bügel der Steuersäule montieren werde.
Die Konsole ist universal, ich habe vorher alles exakt gemessen – es sollte passen und somit einfach anzubringen sein.
Leider waren die Rohre meines Bügels aber zwei Zentimeter zu weit auseinander, so dass sich der NavPod nicht einwandfrei montieren ließ. Wieder musste gegrübelt werden und eine mehr oder minder aufwändige Lösung erdacht werden – in jedem Fall musste der Bügel weg!
Der Bügel ist abmontiert
Was auf dem Bild so aussieht, als ob nur zwei Schrauben entfernt werden müssen und sich der Bügel dann nach oben herausziehen lassen würde, täuscht! Darüber ist das Dach – somit muss, um alles kippen und zur Seite hin arbeiten zu können, die gesamte Kompassbase demontiert werden. Zumindest das hat reibungslos geklappt!
Seht mal genau hin – an der schwarzen Spule hängt ein Kabel, das ist an eine Pilotleine befestigt. Denn natürlich sind alle Kabel, nicht sichtbar, durch die Rohre der Steuersäule geführt und müssen entfernt werden. So weit so gut – doch das geht nicht, ohne vorher die Stecker abzumontieren.
Foto machen vergessen – Lösung? Analog!!!
Natürlich sollen auch danach die Kabel wieder durch die Rohre geführt werden. Bei der umzusetzenden Lösung ist daher geboten, daran zu denken, die Ecken und Bögen nicht zu eng zu wählen – nicht von allen Kabeln kann man die Stecker abmontieren!
Da lagen sie nun, meine Teile – jämmerlich an Deck, die Lösung weit entfernt. Mir war klar, der Bügel muss umgearbeitet werden.
Grobe Eingriffe nötig
Ich wusste, hier muss geschweißt werden – als Partner zur Umsetzung einer feinen Lösung kam also nur unser Freund Giorgos von „Boat & Parts“ in Frage. Das Teil musste also irgendwie dorthin.
Und wenn ich schonmal dabei bin, Giorgos zu behelligen – dann kann ich gleich noch einen weiteren Punkt auf meiner Liste in Angriff nehmen.
Das Schwarze muss ans Silberne – auch hier ist eine Lösung gesucht
Ihr erinnert Euch sicher, der Mastwagen oder Spinnakerbaum-Schlitten – hier rechts im Bild – war ein Wegwerfteil eines anderen Seglers. Das Endstück meines Spinnakerbaumes muss sich daran befestigen lassen und somit muss der Edelstahl-Mastwagen umgearbeitet werden.
Ach ja, für meine zweite Konsole über dem Niedergang brauche ich auch noch Halterungen. Da weiß ich noch gar nicht so genau wie ich das umsetzen soll – aber alle „Anproben“ zeigen, dass dies der beste Platz ist.
Da sollen die kleinen Instrumente hinSoll am Ende dann etwa so aussehen
Ich übermittle Giorgos also eine Art „Wunschliste“ und vereinbare einen Termin am darauffolgenden Tag.
Das Werkzeug war schon ausgepackt, im Schiff herrschte wieder die normale Unordnung – was mache ich also mit dem restlichen Tag?
Leben auf der Baustelle – aber immer nur stundenweise
Ich beschließe den Deckel des NavPods an der Steuersäule zu bestücken. Der zweite Plotter sollte seinem endgültigen Bestimmungsort zugeführt werden.
Ganz gut geworden…
Ich krieg´ immer die Krise wenn ich solche Deckel ausmessen und schneiden muss – ein falscher Schnitt und hunderte von Euros sind kaputt oder es sieht über Jahre vermurkst aus. Meist ist das Platzangebot sehr knapp, es gibt wenig gerade Bezugskanten. Eine Einbauschablone habe ich auf die Schnelle nicht im Internet gefunden.
Aber es hat ganz gut geklappt und ist gut geworden – mit und ohne Cover!
Die beiden GPSmap 7412 die künftig ihre Dienste leisten sollen
Ein erfolgreicher Tag an dem ich wirklich gut vorangekommen bin. Wir beschließen daher, dass wir an diesem Abend mit den Österreichern von der FINI ausgehen werden und haben uns dazu das „Kakomoiras“, das Meze Lokal über der Vromolithos Bucht, ausgesucht.
Sehr nett dekoriert
Das Lokal war, weil es der unmittelbare Nachbar unseres Freundes Dimitris und somit ein ernstzunehmender Konkurent ist, lange unter unserem Radar. Wir wollten ihn nicht brüskieren.
Dies ließ sich halten, solange wir nicht hier wohnten. Inzwischen sind wir froh, Optionen zu haben und schätzen das kleine Meze-Lokal für gute Meze und ein sehr nettes Ambiente. Dies gilt im Sommer wie im Winter. Es klettert in unsere Bestenliste!
Viel Liebe für´s Detail
Wir verbrachten einen sehr netten Abend zusammen und haben hervorragend gegessen. Zufrieden sind wir eingeschlafen.
Der nächste Tag begann entspannt – ich hatte erst am Abend den Termin mit Giorgos, tagsüber hatte ich Zeit. Der Hund musste raus und auch gebadet, beziehungsweise geduscht werden. So haben Sibylle und ich beschlossen heute mit ihm eine Runde zum Marinastrand zu gehen.
Er mag das Grün – ein gutes Omen für seine ZukunftBeim Wasser weiß er noch nicht so recht – Neugierde und Angst halten sich die WaageStrand generell ist aber toll
Er genießt das Toben AM Meer, kann sich aber nicht entschließen INS Wasser zu gehen. Das traut er sich irgendwie noch nicht. Ich bin aber überzeugt, dass der Labrador in ihm die Oberhand gewinnen wird.
Riecht anders hier – die Nase ganz tief reinGenieße das „hier und jetzt“
Es war soweit – er muss sich einer Wäsche beugen. Sibylle hat extra ein Shampoo für schwarze Hunde gekauft. Dies hat in unserer „Mamos“ WhatsApp-Gruppe mit Tina und Volker für ein wenig Spott gesorgt. Aber man weiß ja nie, nicht dass er ausbleicht…
An kurzer Leine – zum Trocknen
So, nachdem wir alles gerichtet hatten und er recht schnell gemerkt hat, dass Gegenwehr vermutlich zwecklos ist, war das Waschprocedere rasch erledigt und er durfte, nachdem er trocken war, wieder in seine Hütte.
Wir hatten noch den Nachmittag vor uns und – ihr ahnt es – haben diesen genutzt, um uns einer süßen Leckerei zum Kaffee hinzugeben.
White Parfait und Caramel – Traumkombination
Der Abend brach an und mir wurden die Teile, welche von Giorgos zu bearbeiten waren, an den Körper geschnallt. Den Bügel um den Hals, die Konsolen in den Rucksack – so fuhr ich also nach Kamara in die Werkstatt von „Boat & Parts“
Dort angekommen blieb mein Auge an einem mir bekannten Logo hängen…
Könnt ihr es finden? Schaut mal genau hin…
Ich packe beide Tuben zusammen und mache ein Bild, welches ich in meinem Facebook Trainer Account poste…
Auch nach dem Ende meines Weges dort – mit ELRING verhaftet
Das Feedback hat mich umgehauen – sehr positive Kommentare und viel Zustimmung. Es zeigt – wenn Du einen guten Job gemacht hast, gerätst Du nicht so rasch in Vergessenheit. Ich habe mich gefreut – ein schöner Moment!
Erste Schritte
Giorgos hat derweil schon angefangen an der, mittlerweile gemeinsam beschlossenen, Lösung zu arbeiten.
Feine Schweißnähte
Offen gesagt, ich bin immer ein wenig nervös wenn er „Constructions“, wie er es nennt, baut. Alles freihand, alles mit dem Meterstab eingemessen, nicht alles winkeltreu – aber es passt irgendwie immer. Ab und an muss man es griechisch betrachten, aber das kann ich inzwischen.
Es geht voran – und es zeichnet sich der Lösungsansatz ab
Ich werde nach Hause entlassen, Giorgos würde die Teile fertigstellen und mich informieren wenn es so weit sei. Wir besprechen uns nochmal bezüglich der Details, dann darf ich gehen.
Ob er dran denkt, die alten Löcher zu schließen und alles zu polieren? Ob er nicht vergisst, das große Loch der Kabeldurchführung in die innere Stange zu bohren? Ich quäle mich mit deutschen Fragen – und nehme die Antwort vorweg, er hat nichts vergessen!
Ich nehme mir am nächsten Tag vor, „nur schnell“ eine weitere Crimpzange zu bestellen. NEIN, ich bin kein Sammler! Es ist nunmal eine Tatsache, dass jeder Stecker anders zu sein scheint – und für Netzwerkkabel, sogenannte RJ-45 Stecker, habe ich eben noch keine Zange. Ich komme somit meinem Crimpbusiness einen weiteren Schritt näher.
Eine Knipex! Der Rolls Royce unter den Zangen!
Natürlich ging auch das nicht „einfach so“. Ich dachte zuerst daran die Zange in Deutschland zu bestellen und meinem Paket beipacken zu lassen – so wie letzten Monat. Diesmal wollte ich aber weitermachen – wie komme ich also schneller an die Zange???
Die Antwort heißt „Skroutz“ – das ist sowas wie Amazon auf griechisch. Ich habe über einen Freund aus Leros schonmal etwas dort bestellt, das hat super funktioniert. Diesmal war es mir zu doof und ich habe einen Account eröffnet.
Die Webseite bietet Englisch, die Zahlfunktion und die Infomails aber nicht – es war lustig anzusehen wie ich mit Handykamera übersetzt habe und die Mail gelesen hatte.
Egal, jetzt habe ich einen Account und kann innerhalb von drei Tagen, mit günstigen Versandkosten, innerhalb Griechenlands, Ware bestellen.
Der Schalter für´s Bugstrahlruder ist montiert
Ich montiere den Schalter für mein Bugstrahlruder AUF die Konsole für den Plotter. Eigentlich wollte ich diesen Schalter ja in die lange Konsole der kleinen Instrumente einbauen, aber durch die neue Position dieses NavPods ist dies dort nicht mehr sinnvoll. Ich denke, dass dieser Platz eine gute und logische Alternative ist.
So wird das dann später am Bügel aussehen
Weil ich gerade dabei war, Löcher in meine sündteuren NavPods zu bohren, habe ich gleich mit dem Einbau der kleinen Instrumente und Anzeigen weitergemacht.
Erst bohren, dann schleifen – wieder staubt es!Ok, die Lage passt schonmal
Es müssen Multifunktionsanzeigen vom Typ GMI20 und das Bedienteil des Autopiloten GHC20 verbaut werden. Meine Idee ist, dass ich mir hier Wind, Geschwindigkeit durchs Wasser und die Tiefe anzeigen lasse.
Das Bedienteil des Autopiloten macht hier durchaus Sinn, weil wir diesen Platz von unseren „normalen“ Sitzplätzen aus, bei Fahrt unter Autopilot, erreichen können. Da sitzen wir nämlich nicht hinter dem Steuerrad. Zudem ist die oberste Treppenstufe hinter der Scheibe ein sehr guter Platz bei Regen und Sturm, auch dann ist das Boot von hier aus lenkbar. Dieses Setup wäre natürlich nicht möglich gewesen, wenn man den Autopiloten nicht auch vom Plotter aus betätigen könnte, um am Steuerrad die volle Kontrolle zu haben – hier habe ich mich eingelesen und vergewissert.
Fertig – sieht gut aus! Hier ohne Abdeckungen…
Ich habe dann noch den Lichtschalter eingebaut, mit welchem wir das Cockpitlicht an unserem Hardtop schalten wollen.
Die große Herausforderung wird jetzt der Kabelweg ins Innere des Schiffes – ich habe da schon eine Idee für die ich wiederum Giorgos Hilfe brauche. Das wird aber ein Projekt für den Januar.
…und hier mit Abdeckungen!
Weil es gar so gut geklappt hat, gönnen wir uns abermals ein Eis und nutzen den Weg in den Ort als Gassirunde für Mamos. Er liebt es übrigens die Eisbecher auszulecken. Das kannten wir schon von unserer Cora.
Und ich???
An diesem Spätnachmittag erhalte ich von Giorgos eine WhatsApp mit den Bildern meiner Teile und Auftragsarbeiten – alles ist fertig! Ob ich es heute noch holen könne und wolle?
Der umgearbeitete Bügel meiner Lenksäule und die Halter für den kleinen NavPodMein Mastwagen für den Spinnakerwagen mit „Bell-End Bolzen“
Der Spinnakerwagen war schon krumm, da kann Giorgos nix dafür. Er passt auch so und gibt mir für ein paar Euro die Möglichkeit, das ganze Setup einmal auszuprobieren. Wenn es funktioniert, kann ich mir noch überlegen, etwas Professionelles zu kaufen – Harken ruft dafür aber fast 700.-€ auf!
Ich schwinge mich auf meine GS, fahre nach Kamara und fange dabei noch den Sonnenuntergang in Gourna ein. Überigens sind alle meine Bilder mit einem iPhone X gemacht und bis auf die Vewendung der verschiedenen Modi unbearbeitet!
Die Sonne versinkt bei Levitha
Der nächste Morgen startet wie gewöhnlich – wir frühstücken und holen die News des Tages per Nachrichtendienste ab. So bleiben wir, die News der Welt betreffend, immer auf dem Laufenden – die Dosis bestimmen wir dabei.
Ihre Bildschirmzeit ist um 30% gestiegen
Natürlich steht heute die Montage der gestern geholten Teile an – allen voran der Bügel der Steuersäule nebst Endmontage des NavPod-Gehäuses für den Plotter.
Das hat nun überraschend gut geklappt, wenn man vom Einziehen der Kabel einmal absieht, so konnte nach relativ kurzer Zeit Vollzug gemeldet werden.
Ich finde es ist ziemlich gut geworden
Die Konsole macht sich gut und ist genau an der richtigen Position. Ich bin froh, dass ich die ursprüngliche Idee, den Bügel zu verlängern und die beiden Konsolen übereinander zu montieren, verworfen habe – der daraus resultierende „Turm“ wäre zu hoch und unansehnlich gewesen.
A gschmeidige Sach – fügt sich perfekt ein
An dieser Stelle ist muss ich diesen Arbeitsstrang „on hold“ setzen. Ich kann den Plotter mit Deckel noch nicht montieren, weil mir ein NMEA2000 Kabel fehlt. Dieses muss, nebst dem Stromanschluss, noch durch die Säule gezogen werden – eine Pilotleine dafür habe ich schon gelegt, dann kann dieser Teil der Installation finalisiert werden.
Mein Telefon schellt! Ein Segler aus Schottland, den wir bei Ewa´s Geburtstag letzten Monat kennen lernen durften, hat ein Problem – ob ich helfen könne?
Das versuche ich gerne, was kann ich tun? Der Mann erklärt mir am Telefon, dass er per Internetüberwachung sieht, dass seine Batterien nicht durch Solar geladen werden. Dies hätte eventuell den Tod der teuren Lithiumbatterien zur Folge, weil Verbraucher laufen würden. Um einzugreifen, müsse ich aber den Schlüssel im Office holen.
Ich tue wie mir geheißen und befinde mich eine halbe Stunde später auf dem Katamaran der Highlander – stimmt, da ist was abgeschaltet…
Ohne Minus geht nix
Ich lege den Schalter um, um den Stromkreis zu schließen und so wieder für einen ordentlichen Lade- und Entladezyklus zu sorgen.
Das war´s – Problem behoben
Ganz so easy war es dann doch nicht, denn natürlich haben wir bemerkt, dass bei (-) „off“ eigentlich keine nennenswerte Entladung stattfinden dürfte. Als wir dem nachgehen wollten und das Touch50 als Anzeigegerät aktivieren wollten, war dieses nicht betriebsbereit – das müsste es aber der Logik nach sein. Eine derart aufgebaute Anlage wird nämlich außer zur Wartungszwecken eigentlich nie komplett stromlos geschaltet.
Egal, das war an diesem Tag nicht meine Aufgabe, da gibt es für die Freunde von der Insel nach ihrer Rückkehr ein ToDo. Die Challenge des heutigen Tages konnten wir aber lösen.
Lädt wieder!
Ihr seht – es wird nicht langweilig! Auch der Rest des Tages sollte ausgefüllt sein, denn als ich zu NESSAJA zurück kam, saß Mamos schon erwartend vor seiner Lagerstätte – als ob er sagen wolle „…und was ist mit mir?“
Erwartungshaltung!
Wir gehen also Gassi mit ihm und laufen unsere Einkaufsrunde nach Lakki. Da hat es Natur, aber auch etwas Lebendigkeit – beides braucht der junge Hund um die Welt zu entdecken und zu lernen.
Leider ist nicht alles Gold was glänzt, denn auch wir dürfen entdecken – und nicht immer nur tolle Sachen!
Ich habe schon einmal im Blog das mangelnde Umweltbewusstsein der Griechen angesprochen. Selbst auf die Gefahr hin, Befindlichkeiten zu verletzen, dies kann man nicht anders formulieren. Ist bei den Kaffeebechern und den kleinen Plastikflaschen MANCHMAL noch der Wind mitschuldig, gibt es bei Altöl am Wegesrand keine Ausrede!!!
Den Schuss nicht gehört – Deppen am Werk
Während einerorts die Kämpfer für die Umwelt Tomatensuppe auf Kunstwerke schütten, gießen die Ignoranten anderorts das Öl auf die Wiese – das passt nicht zusammen!
Und ja, natürlich weiß ich, dass der Vergleich als Beispiel hinkt – er taugt aber als Metapher für die These, dass es schwer ist Großes zu bewegen, wenn es im Kleinen nicht funktioniert. Und Aug´um Aug`hat noch nie nachhaltig gewirkt…
Zurück zu leichteren Themen…
Ich versuche kurz vor dem Dunkelwerden „noch schnell“ die Wasserfilter in unseren Schlauchanschluss zu hängen – ein Klacks! Bereits 10 Minuten später frage ich mich, warum ich es nicht lerne – es gibt kein EINFACH und auch kein KOMPLIKATIONSLOS…
NIX ist einfach
Dieses mal stolpere ich abermals über die Qualität der griechischen Baumarktware. Ich kaufe zwei Fake-China-Gardena Adapter von 3/4″ auf Gardena – kann man auf dem Bild gut sehen, wo die hin müssen…
Kurz – es wird nicht dicht. Beim Aufschrauben und dem Versuch das Teil neu einzudichten, zerstöre ich den Adapter. Das Plastik ist schlicht zu weich und die Wandstärke zu dünn. Ich mache zwei weitere Versuche, kaufe insgesamt sechs Fittinge, das Stück zu 0,90€. Das echte Gardena Teil kostet in Griechenland 3,90€ – you get what you pay for!
Auf Leros muss es heißen – you pay for what you can get. Es gibt hier kein Gardena!
Ich muss tatsächlich mit Messing von Innen- auf Außengewinde gehen und dann die billigen, klassischen Schlauchadapter aufschrauben. Das wird dicht, bereits nach zwei Tagen (Achtung – Ironiemodus) kann ich die Filter endlich in Betrieb nehmen.
Endlich dicht!
Am Abend gucken wir etwas fern – obwohl es das ja eigentlich gar nicht mehr ist. Man streamt heute! Zu unserer Unterhaltung während der Wintermonate, nutzen wir neben YouTube noch Netflix, Amazon Prime und die Mediatheken der Fernsehsender. Um die Daten zu haben, kommt in unserer FRITZ!Box eine griechische Cosmote LTE SIM zum Einsatz mit der alle Endgeräte verbunden sind. Für 200GB mit einem Jahr Gültigkeit zahlen wir im Moment 80.-€.
Heute entscheiden wir uns für die ZDF Mediathek und gucken „heute-show“.
Dazu ein „Dark Cave“ Tsipouro aus dem Barrique
So einfache Sachen, kurze Satire oder Dokus sehen wir auch mal rasch über den Rechner, für ausgedehnte TV Abende nehmen wir den Bildschirm in Betrieb.
Ein neuer Tag bricht an! Ich nehme mir vor, eine Garmin Aufgabe anzugehen vor der mir graut! Ich habe ein neues Kabel im Mast, welches meine Radarantenne mit dem Plotter am Navitisch verbindet. Dieser Datenaustausch funktioniert bei Garmin mit einem klassischen Netzwerkkabel wie man es vom Computer kennt.
Um dieses Kabel durch den Mast ziehen zu können, wird es auf einer Seite ohne Stecker geliefert. Der Stecker muss selbst angecrimpt werden. Ich hatte dies gewusst und mir die Stecker vor langer Zeit schon beschafft. Die Zange hatte ich ja über „Skroutz“ in Griechenland bestellt und erhalten – es gab also keine Ausrede mehr heute mache ich das…
Das alte Kabel hatte ich als Muster verwahrt
Ich bereite also all das benötigte Werkzeug vor, lese sehr genau die Crimpanleitung und übe ein wenig das Einfädeln der hauchdünnen Litzen.
Hier muss ich mit Lupe arbeiten
Nach einer gewissen Zeit scheint mir alles klar zu sein, das Üben bringt Sicherheit und ich fädle die acht Käbelchen in der richtigen Reihenfolge sortiert, in den Stecker. Sieht gut aus! Das so vorbereitete Geflecht wird in die Zange gelegt – auch das scheint zu sitzen…
Alles oder Nichts! Ich drücke beherzt zu – den Rest macht die Zange von alleine. Und siehe da…
So muss das!
Tschakka – ICH ERÖFFNE EIN CRIMP-BUSINESS!
Spaß beiseite, der Stecker war dran, ich habe mich gefreut! Das war seit langer Zeit mal wieder ein Arbeitsablauf der von A-Z super geklappt hat!
Das Wetter war toll, es war noch viel Tag übrig, ich beschließe Sibylle und Mamos auf ihrem Spaziergang durch das Viertel Temenia zu begleiten. Dieses Viertel liegt direkt am Marinaausgang, es ist das Viertel in dem wir offiziell wohnen…
Orangenbäume tragen Früchte
…und es ist schön hier! Ich gehe zum ersten Mal zu Fuß durch das Viertel und nehme das Umfeld anders wahr. Im Winter ist das Landschaftsbild ein anderes. Es ist grün, alles blüht, die Bäume tragen ihre Früchte.
Zitronen überall
Ich nehme aber auch Kurioses wahr – zum Beispiel die beiden VW Busse der dritten Baureihe – im Volksmund T3 genannt – von welchen ich aufgrund der Arbeiten am Vehikel meiner Schwiegertochter und meines Sohnes weiß, was diese heute wert sind. Hier werden sie wohl vergammeln…
Stehen am örtlichen Bauhof
Ich entdecke Früchte die ich nicht kenne – die fetten Bommel an den einen Bäumen – während Früchte die ich kenne, einfach vom Baum fallen und von den Vögeln gefressen werden oder verfaulen. Es wird beileibe nicht alles abgeerntet was hier wächst. Eigentlich pervers, weil der Gemüsehändler ein gutes Geschäft mit Orangen macht – natürlich welchen, die nicht aus Leros stammen.
Wos´n dös??? Fallobst – mal anders…
Die Vegetation strahlt ein südländisches Flair aus – das gefällt mir! Auch Mamos hat seinen Gefallen und sieht sich alles genau an – besonders als die Hühner hinter dem Zaun auftauchten.
MediterranHendl – yummie
Der Tag endet gemütlich, wir kochen uns was und gehen dann schlafen.
Oft werden wir gefragt wie es jetzt so mit den Temperaturen in der Nacht aussieht. Nun, es geht gut. Wir heizen abends etwa eine Stunde, dann passt die Temperatur bis wir ins Bett gehen. Morgens muss man auch etwas zuheizen, wir haben so um die 15°C beim Aufstehen – da erfriert man nicht, aber es ist ungemütlich.
15,3°C um 06.13 Uhr, da läuft die Heizung schon an
Dies löse ich mit einem Programm, welches meine Heizung um 06.00 Uhr startet, zu dieser Zeit hören wir das Gebläse nicht, da die Heizung mittschiffs verbaut ist und wir im Heck schlafen. Die Heizung ist auf 22°C eingestellt und läuft 120 Minuten – sie reguliert sich selbst.
Das klappt super und stellt sicher, dass zur Frühstückszeit um 08.00 Uhr herum, die Heizung entweder leise läuft oder schon aus ist.
Tagsüber müssen wir nicht heizen, die Temperatur hält sich nahezu immer um die 20°C – in der Sonne auch darüber, T-Shirt Wetter…
So lässt es sich aushalten
Am Abend ist es unterschiedlich – inzwischen heizen wir schon nahezu täglich, aber unterschiedlich lang. Mal eine Stunde, mal etwas länger, machmal auch kürzer. Das kommt – ernsthaft – auch etwas darauf an, wie lange der Ofen zum Kochen in Betrieb ist, auch der gibt eine Menge Wärme ab.
Ein bisschen mehr heizen müssen wir, wenn die Küche kalt bleibt…
Pizza und Salat – meine lifetime No.1
Kommt es Euch auch so vor, als ob es viele Bilder von Sibylle beim Futtern gibt??? Ok, beim Wandern und Joggen bin ich ja nicht dabei!
Ein neuer Morgen, wieder sorgt die Heizung für wohlige Wärme…
Nanu, meine Zähne klappern, ich friere – was ist geschehen??? Ich stelle fest, aus den Warmluftausströmern in Bad und Schlafzimmer kommt keine warme Luft mehr – die Bauteile werden ihrem Namen nicht gerecht! Ich muss dem Fehler auf den Grund gehen.
Da liegt die Wurzel des Übels
Sibylle liebt es, wenn ich die Werkzeugkiste vor dem Frühstück auspacke! Das kann ich leider an diesem Tag nicht berücksichtigen – ich koche mir ein Käffchen und zerlege also unsere Sitzecke um Zugriff zur Technikecke zu haben – und was sehe ich da???
Fehler gefunden
Selten war eine Ausfallursache so eindeutig wie hier. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander.
Ihr merkt schon – nix geht schnell…
Wir frühstücken und danach gehe ich der Sache auf den Grund – warum halten die Schlauchanschlüsse und Reduzierungen nicht auf dem Y-Stück? Ich beschließe dies mit ausvulkanisierender Dichtmassen zusammenzufügen – ich hab da noch was aus vergangenen Zeiten…
Was für ein Gebatzel – ich schäme mich!
Nichtmal das althergebrachte Zaubermittel DIRKO HT (rot) hilft alleine weiter. Als Mechaniker entsinne ich mich der Sicherheit einer Schraubverbindung und sichere alles mit ein paar sauber gesetzten Schrauben – passt, das hält jetzt 100 Jahre und ist dicht!
Ich reinige den Warmluftverteiler und baue ihn wieder ein, sieht jetzt annehmbar aus und – funktioniert!
Der Rest des Tages war unspektakulär. Wir müssen einkaufen und Mamos forderte sein Maß an Aufmerksamkeit!
Ich will mit!
Also packen wir den tierischen Teenager und machen uns auf den Weg zu „Dimitras Supermarket“ – es ist der Supermarkt am wirklich anderen Ende von Lakki. Man trifft Menschen, palavert hier und da und für den Hund gibt es eine Menge zu erschnüffeln.
Wir erfreuen uns an der Natur – auch innerorts…
Zitronen- und Orangenbäume – als Straßenbepflanzung
Wir erreichen den Supermarkt und ich setze mich mit Mamos hin und warte bis Sibylle die Einkäufe erledigt hat. Wir haben eine Menge einzukaufen, denn morgen ist Heiligabend.
DreamteamLiebst Du mich???
Wir werden rasch fertig, machen uns auf den Heimweg und beschließen kurzfristig, heute noch einmal ins „SouvLakki“ zu gehen. Wir gehen ohne Mamos, um in Ruhe essen zu können.
Diese Entscheidung entlastet Sibylle, weil sie sich ja für den Heiligabend vorgenommen hat, ein griechisches Weihnachtsessen zu zaubern. Daher bleibt heute auf NESSAJA die Küche kalt!
Kaliorexi – das kleine Programm, morgen gibt´s das Festessen
Der Tag bricht an, es ist der 24.12. – es ist der Tag, der in Deutschland Heiligabend heißt. Wir feiern Weihnachten nach deutschem Kalender, folgen aber den griechischen Gebräuchen, soweit wir das eben können.
Abermals gehen wir in die Stadt um die frischen Sachen zu kaufen – da bemerken wir, dass die örtliche Kapelle an jedem Geschäft stehen bleibt und ein paar Takte spielt. Immer die gleichen Takte übrigens, was sich anhört wie eine zerkratzte Schallplatte…
Wumpa, wumpa, wumpa, tschengbäng
Die Musikanten bekommen von den Ladenbesitzern ein paar Münzen und ziehen weiter. Wir bändigen unseren geräuschempfindlichen Hund und setzen ebenfalls die Einkaufstour fort – nächster Halt – Metzger!
Ich liebe diesen Garten – des Metzger´s Nachbarhaus
Der Metzger ist schon der zweite seiner Zunft, welcher uns vollumfänglich überzeugen kann. Wir wollten banale Rouladen kaufen, haben dann aber, nach einer Fachberatung vom Feinsten, ein komplettes Sortiment griechischer Weihnachtsspezialitäten für den Ofen gekauft. Das spart der Köchin Arbeit und ist mit den Blätterteigmänteln und den verschiedenen Füllungen einfach typischer – wir lassen uns darauf ein, mit allen Sinnen!
Wir erledigen alle offenen Punkte auf unserer Weihnachtsliste und sind dann fertig für den Heiligabend – also den Nachmittag des Heiligabend!
Sibylle möchte ein Foto eines weihnachtlichen Mamos als Weihnachtsgruß an Tina und Volker – das macht der schwarze Labrador nicht freiwillig! So lasse ich meinen Charme spielen und bezirze ihn mit allen Mitteln 😉 …
Liebe ist……wenn man sich gemeinsam zum Deppen macht!
Die Weihnachtsgrüße an die Freunde aus Amberg sind raus, wir haben ein Date zu einem Videocall per WhatsApp. Die Familie ruft, in diesem Fall Franziska und Mikey – wir freuen uns!
Bei uns sieht das dann so aus…
Frohe Weihnachten Ihr Beiden
…während die Beiden am Laptop eine andere Perspektive haben!
Familienfoto – Merry Christmas!
Wir warten auf´s Christkind! Damit diese Zeit nicht zu lange dauert, haben wir uns zu einem Sundowner mit der FINI-Crew verabredet. Irene und Thomas haben ein Fläschchen süffigen Rosé-Sekt angeboten und später noch ein zweites Fläschen nachgelegt. Wir waren in guter Stimmung!
Joyeux NoëlDie Mauer ist gerade – es liegt an der Linse, nicht am Alkohol
Auch Mamos durfte dabei sein und ein bisschen rumsausen. Irene mag ihn auch total gerne und geht ab und an mit Sibylle und ihm spazieren. Klar, dass die Beiden ein wenig rumtollen…
Wer ist größer?
Er ist ziemlich neugierig, würde wohl auch mal gerne ein Tröpfchen Sekt oder lieber noch die Nüsslein probieren – doch Sibylle schreitet ein!
Nur eine!
Wenn alles nix hilft holt er sich eben ein paar Streicheleinheiten, dann ist alles wieder im Lot. Eigentlich ist es überraschend wie sich dieser Hund in der kurzen Zeit entwickelt hat.
Ich bin ein gefährlicher, schwarzer, großer Hund
So verflog die Zeit – wir hatten Spaß, es war kurzweilig und als es frisch wurde und der „echte“ Heiligabend einkehrte, verabschiedeten wir uns mit einem Merry Christmas, frohe Weihnachten, καλά Χριστούγεννα!
Wir zogen uns in unser Zuhause zurück, haben es uns auf NESSAJA gemütlich gemacht! Das Essen buk im Ofen und wir hörten klassische, bayrische Weihnachtsmusik.
Als das Essen fertig war, haben wir uns mit einem guten Flascherl griechischem Rotwein zu unserem ersten Weihnachtsessen ohne Kinder, an Bord unseres Schiffes, gesetzt!
Zum WohlGriechische Weihnachtsspezialitäten
Es hat sehr gut geschmeckt! Wir haben unser Essen genossen. Es war fast schon ein „Running Gag“, dass ich meine, eigentlich rhetorisch gestellte Frage, ob wohl der Werkzeugkasten an Weihnachten geschlossen bliebe, mit NEIN beantworten musste.
Der Knopf des Backofens ist abgefallen, ich musste tatsächlich das Werkzeugfach öffnen…
Zange, ich brauche eine Zange!
…konnte aber recht schnell Vollzug melden und wieder in den Feierlichkeitsmodus zurück wechseln.
Wir haben abgeräumt, aufgeräumt und überlegt, was wir denn Nettes im Fernseher ansehen könnten. Es ist mir nicht peinlich zu sagen, dass ich es war, der vorgeschlagen hat den Film „Tatsächlich… Liebe“ anzusehen. Wir beide kennen den Film, wollen ihn auch nicht cineastisch bewertet wissen – wir mögen aber die Schauspieler und finden die Handlung einfach nett, für eine an Weihnachten angehängte Romantikkomödie.
Also, Netflix bietet den Film an, los geht´s…
Hach, schön…
Wir haben es uns gemütlich gemacht und den Tag ausklingen lassen. Es war ein besonderes, unspektakuläres aber sehr schönes Weihnachten – und es war zu 100% stressbefreit!
Das kann ich vom nächsten Tag nicht behaupten!
Einem Feiertagsfrühstück mit perfekt weichgekochten Eiern, folgte eine Phase des Zwangs! Sibylle nötigt mich! Ich MUSS heute lange Hosen tragen – zum ersten Mal seit April.
Passt – fühlt sich aber komisch an
Der Grund für diese Nötigung liegt in der Tatsache begründet, dass wir heute eine Einladung zum Weihnachtslunch haben. Wir sind bei griechischen Freunden zum Familienessen eingeladen.
Das ehrt uns einerseits, anderseits wissen wir gar nichts über Bräuche und Gepflogenheiten. Zudem sprechen bei Weitem nicht alle Englisch. Wir wissen nicht was uns erwartet!
Wir wissen aber – man bringt Süsses mit! Also fahren wir zu „Repapis“ und kaufen Weihnachtskuchen.
Erster FeiertagChronia Polla – man wünscht sich „noch viele Jahre“, zu allen besonderen AnlässenHeute „nur“ 19°C
Ich warte vor dem Laden und habe meine Freude an der Leuchtreklame der Apotheke.
Bei den Freunden angekommen, werden wir vorgestellt und es wird uns ein Schwager an die Seite gestellt. Ein Kanadier mit griechischen Wurzeln, der nach Leros geheiratet hat. Dieser ist ein vorzüglicher Gesprächspartner und hilft auch beim Übersetzen. Wir merken, dass wir mehr Familienmitglieder kennen als wir wussten – so ist zum Beispiel der Kapitän der Fähre, einer der Söhne, mit der Tochter unserer bevorzugten Tankstelle verlobt. Der Kanadier ist der Direktor des Krankenhauses. Ein paar Fetzen Englisch können viele, die Oma des Hauses verweigert trotzig, aber augenzwinkernd, ein „Merry Christmas“ und besteht auf ein „καλά Χριστούγεννα“ – das erfüllen wir artig, das Eis war gebrochen!
Der Anstand gebietet es, dass ich keine Bilder gemacht habe – wir hatten jedenfalls einen wunderschönen, wenn auch anstrengenden, ersten Feiertag – es ehrt uns, dass wir ein Teil dieser Feier sein durften!
Es endet ein bemerkenswerter, ein besonderer Tag
Wir kommen zurück, als gerade die Sonne untergeht. Mamos muss noch eine Runde durch die Marina geführt werden. So lassen wir den Tag bei einer besonderen Stimmung ausklingen.
Was gibt es da zu sehen?Ins rechte Licht gerücktGleich ist sie weg…
Der zweite Feiertag ist uns ein wenig „verrutscht“ – ich habe Sibylle zugesagt, dass ich eine kleine Wanderung mit ihr und Mamos mache. Unser Ziel war der Strand von Panteli, wir wollten dort etwas trinken.
Der Weg war schön und die Insel zeigte sich wieder von ihrer schönsten Seite.
Das „Hinterland“ der MarinaDie Bucht von Vromolithos mit Panteli, den Mühlen und dem Castel
Dort haben wir uns in eine Diskussion verstrickt und die Stimmung war an dem Tag etwas flacher. Zuhause angekommen, gab es Reste von gestern – eingepackt von der Gastgeberin des Vortages.
An sich nicht schlecht, hat aber auch irgendwie zur Gesamtlage des Tages gepasst. Ich war unzufrieden und habe mir, zur Nachspeise, noch einen Brotzeitteller gerichtet.
Gut zwar, aber des zweiten Feiertages nicht würdig!
Das war es dann auch mit dem zweiten Feiertag – mehr gibt es nicht zu erzählen!
Weihnachten war vorbei, ich konnte zur Tagesordnung übergehen – dazu gehörte eine Fahrt zum Postamt in Agia Marina. Warum das? Nun, ein paar Tage vorher hat uns Angelika von der JASPER bei einem WhatsApp Austausch gefragt, ob wir nicht zufällig ein Päckchen bekommen hätten. Als wir verneinten, ist sie mit der Sprache rausgerückt und musste eine Überraschung offenbaren. Man hat ein Weihnachtspäckchen an uns verschickt und wundere sich, warum wir nicht reagieren würden…
Ok, ist verständlich – aber wir haben nichts bekommen!
Wir forschen nach und erfahren von der Marina, dass nur Sendungen mit Trackingnummern an die Marina zugestellt werden. Die Sendungen ohne Trackingnummern, unter anderem auch Päckchen, müssen auf der Post abgeholt werden.
Prophet – Berg oder Berg – Prophet?
Das wiederum hat reibungslos geklappt und schon kurze Zeit später habe ich das Präsent in der Hand. Bereits die Form des Paketes lässt einen Verdacht aufkommen.
Sibylle meint nach meiner Rückkehr, dass sie sich vor vielen Wochen einmal mit Angelika über Stollen unterhalten hätte – und siehe da…
Oma Helene´s Butterstollen
Das hat uns nun sehr gefreut! Da hat jemand an uns gedacht – ja, wommama ganzherzlichdankesagen 😉 – vielen Dank ihr Beiden, wir denken an Euch!
Bei einem Telefonat an diesem Tag erzähle ich Hans-Peter von der missglückten Paketzustellung, worauf dieser kleinlaut meinte, dass „…ich wohl die nächsten Tage nochmals zur Post müsse“! Ok, Botschaft angekommen – mach ich gleich nach den Feiertagen – vielen Dank auch ins Saarland!
Auf NESSAJA stand die Königsdisziplin in Sachen Navigation-Hardware an – der Verbau eines nagelneuen Garmin Linearanrieb für die automatische Steuerung. Da der bisherige Raymarine Antrieb in zwei, drei Situationen mit zuviel Druck in den Segeln, zu wenig Schmackes für unser Boot aufgebracht hat und „ausgestiegen“ ist, habe ich mich für einen elektro-hydraulischen Antrieb Class B entschieden – das ist eine andere Hausnummer!
Als ich den Antrieb vor ein paar Wochen mal an Ort und Stelle hielt, schien es so, als ob der Einbau mit dem Bohren von ein paar neuen Befestigungslöchern bewältigt sei. Weit gefehlt!
Es begann ein Drama in vier Akten…
Muss leider so rum – stehend – montiert werden
Autopilot Akt 1 – passt leider gar nicht! Bereits beim ersten Versuch den Piloten lageoptimiert zu positionieren fiel auf, dass ich diesen nicht wie geplant, hätte hängend, also „upside-down“ montieren können. Bei dem neuen Antrieb ist ein Ruderlagesensor oben am Gehäuse montiert, der es zwingend erforderlich macht, dass die Schubstange des Antriebs zuerst aufgesteckt wird. Um dies zu gewährleisten, müsste ich den Aufnahmepin nach unten zeigen lassen – das geht aus Platzgründen nicht! Ich muss also komplett umplanen und hänge dafür den Antrieb erstmal mit einem Spanngurt so auf, wie er etwa angebracht werden müsste – es zeigt sich, alles muss umgebaut und angepasst werden.
Ich setze mir das Ziel diese Arbeit noch im Jahr 2022 fertig zu stellen – und trete damit eine Arbeitslawine los. Für mich und Giorgos, bei dem ich von heute Abend an jeden Tag auftauchen werde.
Sehr beengte Platzverhältnisse – deutlich zu sehen sind Schubstange, Ruderlagegeber und Aufnahmepin
Ok, ich rufe also bei „Boat & Parts“ an und mache einen Termin aus – man werde das Problem schon lösen. Gut! Ich kann derweil nichts mehr machen und fange an zu denken. Ich sollte mit einer Idee bei Giorgos ankommen, als Diskussionsgrundlage sozusagen.
Denken kann ich am besten bei einem Eis…
Mein Körper ist ein Konverter – Eiscreme in Hirnschmalz
…zurück am Schiff setze ich mich vor ein Blatt Papier und skizziere die ungefähre Idee – so könnte die Lösung aussehen, so werde ich heute Abend bei Giorgos einsteuern.
Erste, grobe Skizze
Ich nehme ein paar Maße und lese die Montagevorschriften sehr sorgfältig. Dabei fällt mir auf, dass alle Vorgabemaße eines „Einbaubeispiels“ sehr viel kleiner sind als bei mir. Hm, eigentlich ist die Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes doch gut, oder? Macht es der längere Hebel dem Piloten nicht leichter das Ruder zu drehen?
Bei mir war die Anschraubbohrung rund 28,5cm von der Drehachse des Ruders entfernt, im „Einbaubeispiel“ aber nur 21,3cm.
Da habt ihr schon das zweite Problem – Garmin hantiert in der Anleitung und bei den Bemaßungen mit Zehntel Millimeter. Das ist einfach am Zeichenbrett respektive am PC, ich kann dies mit meinen Mitteln und an der praktischen Einbausituation so aber nicht messen. Manche Maße muss ich irgendwo in den Raum messen, weil dort eben (noch) keine Aufnahme ist. Ich war genervt!
Ich habe Giorgos angerufen und um einen Tag verschoben.
Dimitras Supermarket
Ich fuhr zu Dimitras Supermarket und habe Kaffee, Schokolade und Knabberzeug gekauft. Schokolade für das Gemüt, Knabberzeug für den Fernsehabend und Kaffee für´s Überleben!
Am Heimweg komme ich am Weihnachtsmarkt vorbei. Dieser bleibt aufgebaut bis zum Jahreswechsel und ist am Wochenende geöffnet.
Nicht mehr viel los
Bei der Weihnachtsfeier unserer griechischen Freunde hat uns der Schwager erzählt, dass man ein Verständnis für die griechische Familien- und Freundschaftstradion entwickeln könne, wenn man sich den Film „My Big Fat Greek Wedding“ ansieht. Das hatten wir natürlich sofort getan und befanden diese Aussage für 100% richtig. Wir hatten Tränen gelacht. Daher war heute ein „Double Feature“ von Teil 2 & 3 geplant…
Teil 1 und 2 sind echt schön anzusehen – leicht Kost, die die Griechen vortrefflich charakterisiertTeil 3 ist witzig, reicht aber nicht an die anderen – irritierend ist, dass die Handlung völlig losgelöst ist
So klingt der Tag versöhnlich aus, mit dem Verbau des Autopiloten hatte ich aber eine Baustelle eröffnet die herausfordernd war.
Autopilot Akt 2 – Anpassung des Aufnahmepins! Nun, wie der Titel des zweiten Aktes des Dramas schon sagt, ich kam zu dem Schluss, dass ich den Aufnahmepin anpassen muss. Dazu führten mich ein paar Überlegungen, welche ich durch eine weitere Skizze visualisiert habe.
Maßstabsgerecht – um Verwirrung und Vermessen zu vermeiden
Mein Problem wurde sichtbar! Ich hatte im Quadranten Aufnahmebohrungen für den Pin die rund 28,5cm und etwa 24cm von der Drehachse meines Ruders entfernt lagen. Je länger der Hebel, desto länger auch der Weg, den die Schubstange aus- und einfahren muss, dabei beschreibt sie einen Bogenweg – die Sehne ist die Strecke.
Meine Aufnahmepunkte führen zu 32cm und 28cm Strecke – beides ist zuviel für meinen Linearantrieb, dieser darf nur 10″ Zoll, also 25,6cm Weg beschreiben. Auch das ermittle ich zeichnerisch und komme dabei den, in der Einbaubeschreibung vorgegebenen 21,3 cm recht nahe – verstanden! Ich verstehe auch, dass es sich um ein Maximum handelt und runde auf einen Sollwert von 20,5cm ab – hier sollte mein neuer Anschraubpin sitzen! Nur leider war an dieser Stelle der Quadrant zu dünn um den Bolzen anzubringen, der eine maximale Schubkraft von 980kg, also fast einer Tonne, aufnehmen muss – zum Mäusemelken!
Ich brauche Kaffee und was Süsses!
Da war doch noch der Stollen
Zufällig hat sich Thomas von der SIMPLY FREE vor ein paar Tagen bei mir beklagt, dass er auf Leros partout keinen Stollen finden könnte – und er mag den doch so gerne…
Dies verleitet mich, uns auf die SIMPLY FREE einzuladen und im Gegenzug den Butterstollen von Oma Helene mitzubringen. Das ließ sich der hessische Skipper nicht zweimal sagen – die Selbsteinladung wurde manifestiert!
Yummie
Gemeinsam mampften wir den ganzen Stollen – Gruß an Oma Helene und die Crew der JASPER – er war saulecker!!! Die Gläser am Tisch verraten, dass es nicht beim Kaffee blieb…
Ich musste zurück auf NESSAJA, ich würde heute bei Giorgos sitzen und brauche eine Lösung. Mir war klar, dass die Montage mit der Anpassung des Pins beginnen muss, ich brauche zumindest einen festen Bezugspunkt – ein Fix sozusagen.
Ich skizziere weiter…
Maße und IdeenEin Adapter muss her
Mir war klar, dass es nur mit einer Adapterplatte funktionieren kann. Da ich die technischen Hintergründe des Schweißens kenne und auch weiß, dass Giorgos ein Magier am gleißenden Lichtbogen ist, hatte ich keine Sorge um die Haltbarkeit – ich wusste aber auch, dass meine Idee nicht umkehrbar ist – der Bolzen müsste umgearbeitet und dafür abgeschnitten werden. Wir haben nur einen Versuch!
Die Adapterplatte war rasch gefertigt
Wie immer wurschtelte Giorgos frei drauf los, diesmal merkte er aber, dass ich angespannt war. Ich folgte seinem Tun aufmerksam, immer bereit einzuschreiten wenn Handlungsweisen nicht 100% klar waren.
Die Löcher müssen rein…und jetzt der! Hahaha, wie witzig – keine Luft für Spaß und Fehler
Der Aufnahmepin bekam eine Passbohrung und wurde auf genau dieses Maß abgedreht – so steckte er auf´s µ genau in seiner Passung. Auch dieses Vorgehen sorgte für Stabilität. Klar war, der Gewindeteil kommt am Schluss weg!
Exakte Anpassung auf der Drehbank
Dort, wo normal eine 12mm Mutter den Bolzen an Ort und Stelle hält, wird jetzt eine umlaufende Schweißnaht gesetzt. Dann noch zwei kurze Nähte in die obere Kehle, nur um hier ebenfalls zu fixieren.
Seine Passion – der Meister des Lichtbogens
Wir arbeiteten bis in die Nacht. Als ich zuhause ankam war es dunkel – Sibylle hat mit dem Essen auf mich gewartet…
Die Zeit war verflogen – jetzt Abendessen
…aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Ich war zufrieden, gleich morgen früh werde ich diesen Adapter einbauen! Ich schaute zufrieden auf unser heutiges Tagwerk…
Jetzt sollte es passen
…danach noch ein bisschen Computerkram, soziale Medien und ab ins Bett – ich war müde und erschöpft.
Autopilot Akt 3 – Fertigung einer Base für den Linearantrieb! Der neue Tag beginnt, wie immer, mit einem leckeren Frühstück und der obligatorischen Tasse Kaffee. Ich bin hibbelig, ich will das neue Teil einbauen und sehen, ob es passt! Kaum das Toast runtergeschluckt, liege ich schon in der Backskiste und montiere…
Jetzt wird vieles klarer, oder? Passt perfekt!
Das neue Teil passt perfekt. Ich denke, dass das Bild auch zum Verständnis des bisher Geschriebenen beiträgt – der Abstand zum Drehpunkt ist verkürzt, der Weg, den der Pin beschreibt nun ebenfalls kürzer.
Ich baue den Antrieb nebst Ruderlagegeber ein!
Super, passt auch!
Auf diesem Bild kann man die Challenge des neuen Aktes erkennen – der Antrieb MUSS exakt in die richtige Höhe positioniert werden. Es sind nach oben und unten jeweil nur 5mm Platz! Zudem soll die Schubstange den Quadranten in einem definierten Winkel ansteuern – das Zentrum muss ermittelt werden – ich versuche dies leidlich…
Da muss er hin – UNGEFÄHR auf einen halben Millimeter genau (Ironiemodus)
Das Bild zeigt das Dilemma – die Höhe des Fußes zur Platte an der Decke lässt sich ja noch einigermaßen messen – hier komme ich auf 15,5cm. Aber die Tatsache, dass der Fuß „off center“ montiert werden muss – man kann den gemessenen Mittelpunkt an der Deckenplatte sehen – dieser Fakt treibt mir Schweißperlen auf die Stirn!
Nach dem Einmessen und meiner endgültigen Entscheidung, baue ich die bisherige Base aus – an sie soll die Erweiterung angeschweißt werden.
Dort, wo der Fuß liegt muss die spätere Mitte sein
Ich skizziere meine Idee, fotografiere die Skizze und sende sie an Giorgos – er soll sich mental auf den Job heute Abend einstellen können.
Echt nur eine Skizze
Ok, das ist erledigt, am Abend bauen wir die neue Base! Was mache ich derweil? Ich muss mir die Ausgangssituation für den kleinen NavPod ansehen und die neuen Füße montieren – also auf ans Werk.
Nachdem ich die Füßchen etwa 23x sowohl an der Konsole als auch am Montageplatz ausgerichtet habe, entscheide ich mich für eine finale Position. Dies war zwar fummelig, aber nicht riskant, weil man beim Anschrauben noch ein bisschen tricksen kann. Ich bohre die Befestigungslöcher und schraube die neuen Halter fest – es sieht echt gut aus – alles handmade, alles custom!
Zielbild
In etwa so wird die neue Konsole auf der Niedergangsabdeckung stehen. Das sieht jetzt echt easy aus, oder? Ist es nicht! Ich gebe folgende Hinweise – Kabelwege? Zugänglichkeit Werkzeug zum Anschrauben der Konsole? Zugänglichkeit Werkzeug zum Anbringen des Deckels nebst Instrumente? Nun, ich habe noch Zeit darüber nachzudenken – diesen Projektpunkt möchte ich finalisieren bevor Sibylle nach Deutschland abreist!
Wieder führt mein Weg über die Insel, wieder ist der Rucksack vollgepackt mit Material – ich fahre nach Kamara um die neue Base anfertigen zu lassen.
Abermals wunderschöne Stimmung bevor die Sonne untergeht
Ich komme, wie eigentlich immer, pünktlich um 17.00 Uhr an – die Helfer sind schon da, Giorgos kommt, wie eigentlich immer, rund 10 Minuten zu spät! Siga, siga – ich weiß…
17.00 Uhr, noch ist die Pforte verschlossen
Der Start in die Arbeit ist IMMER der gleiche! „You want coffee?“ Ich antworte IMMER gleich, „yes, if I´m allowed to pay for all of us.“ Er erwidert stets, dass dies sein Zuhause sei und ER bezahle und ordert die Kaffees für alle – er weiß auswendig wer was trinkt. Der Kaffee wird geliefert und während der Arbeit getrunken.
Aluminium ist für Mädchen – Big Boys play big toys
Überraschung – Giorgos hat kein so dickes Aluminium! Lösung – wir machen alles etwas dünner, dafür aber aus Edelstahl! Ich erlaube mir, das Gewicht zu hinterfragen – ach komm` zwei, drei Kilo – egal! Wenn Sibylle doch auch nur so entspannt wäre ob zwei, drei Kilos.
Mittelpunkt und Abstand per Gewindestange
Die Maße waren gesetzt, der Mittelpunkt und das neue Center recht schnell festgelegt – aber wie jetzt die beiden Platten zueinander ausrichten – das muss exakt passen. Ich hatte die Idee, dies mit einer Gewindestange im Mittelpunkt zu machen – diese Idee wurde offen angenommen und hat super funktioniert!
Giorgos will den kompletten Antrieb vor Ort haben um die Anpassungsarbeiten exakt zu erledigen – ich maule, gebe mich aber geschlagen. Der örtliche Bäcker leiht mir sein Auto damit ich das 9kg schwere Trum von NESSAJA holen kann.
Dann geht der Virtuose ans Werk…
Bruzzel, brat
…und zaubert innerhalb einer Stunde ein Gebilde, welches es ziemlich auf den Punkt bringt. Sieht gut aus!
Massiv – und schwer!
Das Ende des dritten Aktes ist damit geschrieben – morgen baue ich das Trum final ein und mache eine erste mechanische Funktionsprüfung.
Ich schnalle die eiserne Skulptur auf meinen Gepäckträger, packe den 9kg schweren Linearantrieb und den Kleinkram in meinen Rucksack und fahre heim.
Wir essen und sehen fern. Es ist erwähnenswert, WAS wir schauen! Sibylle hat einen „Hundeflüsterer“ aufgetan (nicht Rütter), der den Hunden die schlechten Manieren und den Haltern den schlechten Umgang mit den Zamperl abgewöhnt – man kann ja nie wissen!
Kurzweil – temporäres Leitthema
Wir realisieren, wir machen intuitiv viel richtig – das erklärt vielleicht, warum Mamos inzwischen richtige Manieren bekommen hat – seht mal hier…
Sitz!
Zugegeben, wir müssen in unserer Basiserziehung manchmal mit Leckerli nachhelfen, manchmal hilft der Respekt vor Institutionen!
Da war ich schonmal, da will ich nicht hin!
Wir schreiben den 30.12., es ist der Tag vor Silvester, das alte Jahr 2022 klingt aus. Wir haben am Vormittag einen Tierarzttermin, es steht die letzte Impfung an, nebst einer Untersuchung welche die Reisetauglichkeit bestätigt. Mamos schlägt sich tapfer, alles ist ok, seiner Immigration nach Deutschland steht nichts mehr im Wege.
Ich baue sofort nach meiner Rückkehr die neue Base ein, sie passt perfekt. Die Montage des Linearantrieb ist fummelig, weil so wenig Raum zur Verfügung steht, klappt letztlich aber doch ganz gut! Ich rufe Sibylle zum Funktionstest und…. es ist knapp! Sehr knapp! Vollausschlag am Rad in beide Richtungen – eine scheint ok, die andere ist grenzwertig, das erkennt man mit bloßem Auge. Ich lege ein Blatt Papier dazwischen – es klemmt fest, das Lenkrad ist am Anschlag! Alles ok also???
Ich lasse Sibylle mit etwas Schwung in die problematische Richtung lenken – der Quadrant schlägt am Endanschlag an und die neue, massive Edelstahlbasis bewegt sich! Ein wenig nur, aber man sieht und fühlt es. Ein Blick in die Einbauanleitung verrät: „Dient der Linearantrieb als Ruderlagebegrenzung wird der Antrieb beschädigt“!
Kein Raum für Kompromisse – das Ding kostet ein Vermögen!
Autopilot Akt 4 – was lange währt wird endlich gut! Ich verzweifle fast, zögere aber nicht – es gibt nur eine Lösung, der Adapter muss noch einmal angepasst werden.
Der Bolzen muss näher an die Drehachse des Ruders
Obwohl ich abgerundet hatte, war der Weg für die Schubstange zu groß, um Millimeter nur, aber eben zu groß. Ich informiere Giorgos und erkläre die Situation. Er verspricht zu helfen und ich mache mich abermals auf den Weg über die Insel.
Schon bei der Marinaausfahrt fuhr ich auf einen Regenbogen zu – obwohl wir keinen Regen hatten! Es muss in der Nähe ein Schauer gewesen sein.
Fast schon kitschig
Ich fahre also nach Kamara und lasse mich wieder von den Naturschauspielen verzaubern. Mir geht es per se nicht um Sonnenuntergänge – mir geht es um die Vielfältigkeit. Es ist einfach schön dies täglich zu sehen und zu erleben – Groundhog Day 😉
Wolkenformationen über der Gourna BuchtObjects in the rear view mirror…
Auch Sibylle ist heute von dem Naturschauspiel begeistert – sie geht mit Mamos, als ich zu Giorgos unterwegs bin. Von ihrer Marinarunde aus schickt sie mir ihre Sichtweise auf den Sonnenuntergang – und natürlich hat sie versucht den Schwarzen ins rechte Licht zu rücken!
iPhone 8 ohne BildbearbeitungWir haben ihn schon liebgewonnen!
Aber ich schweife ab – ich war auf dem Weg zu Giorgos um den vierten Akt des Dramas zu Ende zu schreiben und dem Schauspiel ein Finale furioso zu bescheren!
Es war Samstag, es wurde nicht lange gefackelt. Giorgos kam in Privatkleidung, es gab keinen Kaffee und wir legten sofort los. Allerdings war er mit der Idee, den Pin zu versetzen nicht einverstanden – wir entschieden uns für Langlöcher.
Langlöcher in 6mm Edelstahlplatten – ein Prozess
Wir finalisierten die Anpassung, wünschten uns ein gutes neues Jahr – mir war klar, Giorgos hat großen Anteil am Erfolg dieser Geschichte – sofern es ein Erfolg werden würde. Das wird sich morgen zeigen, am 31.12.2022!
Silvester! Wieder Frühstück, wieder bin ich hibbelig – ich will alles einbauen und sehen, ob es nun funktioniert. Sibylle raunt mir ein gnädiges „…dann schraub´ das Ding endlich fest!“ zu und gab mich sozusagen frei.
Der Einbau dauerte keine Viertelstunde!
Linearantrieb an Ort und Stelle – der neue Halter passtSchubstange und Ruderlagegeber am Adapter – Räume nach oben und unten stimmen
„SIBYLLE! Bitte ans Rad und einmal Vollausschlag nach Backbord, einmal nach Steuerbord – erst langsam, dann anschlagen lassen!“
Sibylle tat wie Ihr geheißen und ich konnte Vollzug melden. Alles freigängig, alles top, das Ruder rumst in den Endanschlag ohne an der Schubstange zu rütteln. Das Drama fand mit dem vierten Akt ein doch noch versöhnliches Ende.
Ich war zufrieden und konnte mich dem Rest des Tages widmen – es stand an, das neue Jahr gebührend willkommen zu heißen.
Der Hund bellt, ich sehe aus dem Fenster, aber er rührt sich nicht – er steht da wie angewurzelt. Ich sehe nach ihm…
Wie groß ist das Gehirn eines Hundes???
Durch meine Befreiungsaktion werde ich zu seinem persönlichen Helden. Wie ich ihn da so stehen sehe, fällt mir seine Angst vor Schüssen ein – was machen wir nur mit ihm? Heute besteht erhöhtes Risiko!
Sibylle und ich beschließen, ihn keine Minute aus den Augen zu lassen. Zu groß das Risiko, dass er einfach abhaut. Um ihn überall hin mitnehmen zu können, mieten wir für einen Tag ein Auto.
Das kann er schonmal
Vor dem Autofahren hat er schonmal keine Angst! Ich hebe ihn zwar in den Kofferraum, aber die Gewöhnung tritt sehr schnell ein. Sehr guter Teilerfolg!
Nachmittags gehen wir wandern, natürlich in die Eisdiele und trinken unterwegs einen Cappuccino. Die Auslage bei „Repapis“ ist, dem Anlass entsprechend, dekoriert!
Kali Chronia – gutes Jahr! Καλή Χρονιά
Am Abend dagegen sind wir mit einigen Freunden aus der Seglercommunity in Dimitris „To Steki“ in Alinda verabredet. Wir mögen dieses Lokal ohnehin und es war eine tolle Idee, genau dort zu feiern. Ich reserviere also einen Tisch für 11 Personen!
Sehr geschmackvoll – „To Steki“ in Alinda
Ein griechisch-deutsch-österreichisch-italienisch-israelisches Silvesterfest bahnte sich an, es sollte ein toller Abend werden!
20.30 Uhr – wir starten mit Ouzo – und sind wieder die Ersten!Langsam treffen auch die Griechen ein, das Lokal füllt sich – wir bestellen das Essen
Es gibt Dimitris Spezialität, herrliche Meze, für Silvester ein wenig aufgepimpt und aufwändiger als sonst. Das Lokal füllt sich langsam und die griechischen Großfamilien treffen ein – ich muss unweigerlich an „My Big Fat Greek Wedding“ denken. Es kommt ein Marinamitarbeiter mit seiner Familie, die Familie Repapis mit Schwager und Schwägerin – und im Schlepptau eine Horde Kinder. Man kennt sich inzwischen. Es war laut, stimmungsvoll laut, griechisch laut! Es war sehr schön!
Die letzten Meze kommen auf den Tisch – es ist nach 23.00 Uhr
Genau die vielen Kinder sollten unser großes Glück sein! Hatten wir noch gedacht, abwechselnd auf Mamos aufpassen zu müssen und dafür dieses eine Silvester eventuell auf Distanz verbringen zu müssen, halfen die Kinder mit, den draußen angeleinten, jungen Hund zu „betreuen“.
Nachdem alle gemerkt hatten, dass er keiner Fliege etwas zu Leide tun würde, haben sie ihn abwechselnd gestreichelt – das war echt nett – er hat nicht ein einziges Mal gebellt. Wir haben zwar abwechselnd nach ihm gesehen, aber zwanglos.
Das mag er
Zwischendrin kamen dann noch „Nikoläuse“, junge, maskierte Burschen, die den Weihnachtsbrauch des höflichen „Gelderpressens“ – so ähnlich wie „Süsses oder Saures“, „Trick or Treat“, an Halloween, bis ins neue Jahr tragen wollten – man kann es ja mal versuchen…
Mich erinnerten die Beiden eher an weihnachtliche Blues Brothers und auch den Griechen merkte man die Irritation an – egal, einer erbarmte sich der Beiden, gab ein paar Groschen und die „Fake Nikoläuse“ zogen wieder ab!
Es war fünf vor zwölf! Nix passierte…
Volles Haus, super Stimmung!
Wir, die Deutschen und Österreicher, sind um 5 vor 12 vor das Lokal gegangen, es wird sicher bald geschossen, wo ist eigentlich der Sekt???
Alle anderen sind von draußen REIN gegangen. Komisch…
Wir haben uns erklären lassen, dass der Wechsel der Jahre in Griechenland eher drin vollzogen wird. Ok, und der Hund? Ich lege meine Zweifel kurz beiseite und gehe ebenfalls nach drinnen, es ist 2 vor 12!
Auf einmal – ALLE, WIRKLICH ALLE fangen lautstark von 10 auf 0 zu zählen an – und um Mitternacht schaltet der Wirt das Licht kurz aus. Gleich darauf wieder an – es ist 2023! Alle umarmen sich, küssen sich und fangen Videotelefonate mit den Lieben zuhause oder sonstwo auf der Welt an! Einige der Griechinnen, viele im festlichen Gewand, stehen auf der Terrasse und singen einfache Liedlein mit eingängigen Texten.
„Kali Chronia, kali chronia…“
Auch unser Tisch wünscht einander ein gutes, gesundes, glückliches neues Jahr 2023.
Das alles passiert in recht kurzer Zeit – es gibt, zu unser Aller Überraschung kein Feuerwerk. Nur wenige Böller werden gezündet – das reicht aber, um Mamos für ein paar Minuten in höchste Panik zu versetzen. Ich habe es sofort erfasst und ihn fixiert und beruhigt – letztlich war es schnell vorbei.
Ja, da war es nun, das neue Jahr. Ich gebe zu, wir alle waren müde und erschöpft und haben bald die letzten Humpen Wein geleert und bezahlt.
First Row Parking
Wir haben Mamos wieder in unser Leihwägelchen verfrachtet und sind, gemeinsam mit der FINI-Crew, zurück gefahren.
Fast halb zwei!
Mamos schleicht sich sofort in seine Hütte, auch für ihn war es ein aufregender Tag, wir dagegen fallen ohne Zeitverzug in die Federn. Morgen erstmal ausschlafen!
2023 – wir haben Pläne! NESSAJA muss fertig werden, wir wollen wieder Segeln und Reisen, wird es einen Ortswechsel geben? Die Kinder haben schon angekündigt uns wieder besuchen zu wollen und was ist mit unserer „großen Reise“? Wir werden sehen – all dies sind Geschichten die das Leben schreiben wird!
Wir, Sibylle und Mario, die Crew der NESSAJA, wünschen Euch allen, den inzwischen recht vielen Followern des Blogs, ein tolles, exorbitantes, glückliches und wunderbares neues Jahr – vor Allem aber soll es ein gesundes und friedvolles werden.
Ein Ausblick auf den Januar gefällig?
Nun, wir haben ein paar Kleinigkeiten an Booten von Freunden zu machen, werden erste Schritte gehen, die BMW griechisch zu machen und noch weitere Projektarbeiten an NESSAJA vorantreiben.
Am 12.01. geht Sibylle mit Mamos um 22.15 Uhr auf die Fähre Richtung Athen. Vielleicht begleite ich sie auf diesem Wegstück. Dann steht der Abschied von Mamos an und Sibylle bleibt für den Rest des Monats in Deutschland.
Ich werde auf mein Paket warten, mich in dieser Zeit meinem Victron Projekt widmen und vielleicht einen Tanzkurs besuchen – in Sibylles Abwesenheit werde ich auch einen neuen Jahresrückblick verfassen und hierzu eine Seite erstellen…
Es bleibt alltäglich – und doch, hoffentlich, interessant! Bleibt dran, folgt uns weiter – wir freuen uns!
Die Headline des Monats November dürfte auch den ein oder anderen, mir sehr nahe stehenden Freund überraschen – nicht viele wissen, dass ich ab und an „Böhse Onkelz“ höre. Dies würde ich vielleicht sogar öfters tun, wenn Sibylle nicht jedes Mal rasch ihr Veto einlegen würde – sie kann „das Geschrei“ nicht hören.
Ich finde, dass die Texte sehr aus dem Leben gegriffen sind und Phasen beschreiben, in welchen sich sicher jeder von uns einmal befand – ok, sprachlich hart und gewöhnungsbedürftig, aber lebensnah und ehrlich.
Was hat das alles mit meinem Blog zu tun?
Nun, es ist schon ein paar Tage her, dass entfernt aber doch deutlich vernehmbar, Töne hämmerten welche mir bekannt vorkamen. Onkelz in UNSERER Marina, nanu? Wer könnte das sein?
Susanne und Marcus waren zurück und es stellte sich heraus, dass SIE der Onkelz Fan bei den beiden ist. Ich bin sicher, dass die Beschallung des näheren Umfeldes nicht jedermanns Sache war – diesmal hatte ich jedenfalls mal meinen Spaß an der „Lärmbelästigung“.
Grund genug, Susanne und den Onkelz, die für die Musik einer Phase meines Lebens stehen, eine Headline zu widmen – und welcher Titel könnte besser passen als „Buch der Erinnerungen“? Und welches Bild würde den Zeitgeist der frühen 90er besser mit unserem heutigen Leben verlinken als dieses…???
1992 – Lanzarote! Ob ich den alten Kahn wieder flott bekomme – ein Traum entsteht…
Aufmerksame Blogleser kennen das Bild, es war schon einmal zu sehen. Es war die Geburtsstunde eines Traumes. Ich war damals 25 Jahre alt, gerade zum zweiten Mal Papa geworden und musste das aufkeimende Gefühl undiskutiert und zweifelsfrei in die Schublade „Träume – für später“ ablegen. Wer aber weiß und versteht, wie lange diese Idee schon in mir keimt, kann die Ernsthaftigkeit meines heutigen Tuns einschätzen.
Ich lese im Buch der Erinnerung Ich hör mich lachen Mein Leben war ein Märchen Erzählt von einem Narren Ich wusste nicht immer was ich will Doch ich wusste wie ich’s kriege Ich nahm es leicht auch wenn es härter kam Es war ein Setzen, ein Setzen neuer Ziele
Mein Leben war oft wie ein Spiel Wie ’ne lange Reise ohne Ziel Ein Suche nach dem, der ich bin Die Suche, die Suche nach dem Sinn
Mein Leben war ein Buch Ich musste es nur schreiben Ich wollte alles oder nichts Ich musste mich entscheiden Das Leben war die Antwort Und ich stellte viele Fragen Und dieses endlose Geheimnis Hatte unendlich viel zu sagen
Mit Susanne, Marcus und der kleinen Lilly haben wir viele Momente des Monats November verbracht. Es war eine phantastische Zeit! Wir haben die kleine Familie als Freunde schätzen gelernt und bedauern, dass die drei Anfang Dezember abreisen werden – sie waren Initialzünder für sehr viel Kurzweil!
Aber eines nach dem anderen – der November war ein umtriebiger Monat, einer, der wie im Flug verging. Er bot allerlei Gelegenheit Interessantes zu erleben und Projektarbeiten zu erledigen, war darüber hinaus aber auch einer, der Zeit en masse bot – Zeit, um die eigenen Projekte an NESSAJA voranzutreiben.
Anfang November – wundervolle Stimmungen
Das Wetter war Anfang des Monats noch richtig gut. Das sollte sich aber noch ändern, der November sollte der Monat werden, in dem der Herbst den Sommer vertreibt.
Im Moment waren die Tage aber noch warm und sonnig, wir hatten zwischen 22°C und 25°C an jedem Tag. Die Nächte dagegen waren schon frischer und Sibylle begann, immer mal wieder die Finalisierung unserer Dieselheizung anzumahnen. Doch gemach, gemach – solange die Luken in der Nacht noch sperrangelweit offen stehen, ist noch Zeit.
Tagsüber hatte ich die Schiffe der Freunde immer im Blick. Eine Tatsache, die sowohl Werner, als auch Hans-Peter ruhig schlafen lassen wird – beide wissen ihre schwimmenden Sommerwohnsitze in guter Obhut.
ALENA und LIBERTÉ von unserem Cockpit aus gesehen
An anderer Stelle geschehen Zeichen von Wunder! Ihr erinnert Euch sicher an den Bericht des letzten Monats, in dem ich bemerkte, dass unser Segelkumpan Johannes einige Arbeiten am Mast zu beauftragen hat. Obwohl er nicht gerade die besten Erfahrungen bezüglich der Termintreue unserer Marina (zumindest in Abwesenheit) gemacht hat, ließ er sich wieder auf die gleiche Situation ein – er vergab die Arbeit und… reiste ab!!! Ob das gut geht???
Ja! Ging es! Die Monteure der Marina haben absprachegerecht angefangen das Rigg abzugarnieren und so geschah es, dass eines Tages, völlig überraschend, der Mastkran vor ALEXIA stand.
Der Mastkran ist da – der Spargel muss runter……was bereits wenige Minuten später geschah.Abgelegt und abgarniert – das neue „Stehende Gut“ kann bestellt werden!
Da liegt das Teil nun und die Bestellung der Wanten und Stagen kann erfolgen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Gedanklich war ich zerrissen – mir ist klar, dass man so ein Teil nicht schnell „verräumt“ – aber ob es mittig und quer vor allen Zugängen zur Toilette liegen muss? Ich grüble und habe bis heute keine Antwort gefunden…
Es ist ein schöner Tag. Wir beschließen diesen zu nutzen und dabei langsam angehen zu lassen. Erst wollen wir mal wieder bei Marietta frühstücken und dann in Panteli zum Baden gehen – das Meer gibt es noch her, es ist nicht zu kalt. Gesagt, getan…
Blick für´s Detail – Wand in Mariettas Bistro
Nicht nur die Deko begrüßt uns freundlich, auch die Chefin hat zu dieser Jahreszeit genug Zeit für ein nettes Schwätzchen. Wir lassen uns updaten, tauschen uns ein wenig aus und frühstücken, dann ziehen wir weiter zum Lieblingsstrand! Panteli ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Selbst Sibylle geht nochmals schwimmen
Diesmal bin es nicht nur ich, der den Sprung ins kühle Nass wagt – auch die Holde flutet den sommerlich gebräunten Körper noch einmal – für sie sollte es (bis heute) das letzte Mal sein! Ich werde durchziehen und in jedem Monat mindestens einmal ins Meer springen! Soweit der Plan…
Weil wir gerade so gemütlich unterwegs waren, schlenderten wir noch durch die Marina – zum einen um zu sehen wer alles abgereist war und ob unter Umständen auch neue Liveaboards hier wären, zum anderen um nach den weiteren Schiffen unserer Bekannten und Freunde zu sehen.
Gottfrieds Sunbeam – alles ok!
Von jedem Boot ein schnelles Foto, die Bilder per WhatsApp an die, im bereits winterlichen Deutschland sitzenden, Eigner geschickt und so für ein gutes Gefühl gesorgt. Wie hat das zu analogen Zeiten eigentlich funktioniert?
Den Abend runden kleine Videosessions ab, wir sehen uns während des elften Monats meist YouTube Filme von anderen Seglern an – waren wir doch auf den Kanälen denen wir folgen, während des Sommers in Rückstand geraten – das galt es aufzuholen.
Die Crew der LIMELIGHT, die wir persönlich treffen durften, ist inzwischen in der Südsee
Es war soweit! Ich hatte versprochen, dass ich im November wieder in die Projektarbeit an NESSAJA einsteige! Dieses Versprechen wollte ich HEUTE einlösen!
Ich hatte ja schon erwähnt, dass Sibylle seit einigen Tagen die Fertigstellung der Eberspächer D5, unserer Standheizung, anmahnt. Da mir ihr Befehl ja immer zugleich auch Wunsch ist, habe ich dieses Thema ganz nach oben auf die Agenda gesetzt und somit die „Priorität 1“ vergeben. Ich reiße also die Technikecke nebst Salonsitzgruppe noch einmal auf…
Da muss ich ran
Ich stecke den Kabelbaum an das Heizgerät an und breite ihn im Salon aus. Wild verzweigt sich das wirre Geflecht aus bunten Litzen!
Sortieren – Kabel und Gedanken
An die offenen Enden der Strom- und Datenleitungen müssen diverse Geber und Schaltereinheiten angebracht werden. Ich sortiere die vielen Einzelteile, welche sich noch in der Box befinden.
Diesel- und Stromzufuhr muss noch gemacht werden
Dafür braucht es einen Schaltplan, den Eberspächer erfreulicher Weise auf seiner Webseite zur Verfügung stellt. Ich starte also den Rechner um mir die Einbauanleitung zu Gemüte zu führen und um dabei gleichzeitig die Klemmenbelegung zu verinnerlichen.
easy – oder???
Es stellt sich heraus, dass bei MEINER Konfiguration ein paar Anschlüsse etwas abweichend zur Standardbelegung verdrahtet werden müssen. Gottlob „stolpere“ ich über den Hinweis meines Händlers, aber nun muss ich zwei Schaltpläne gleichzeitig interpretieren und „verlinken“ – dafür dient mir zusätzlich das iPad!
SO! kommt man der Sache näher…
Electra, der Marinahund, scheint das witzig zu finden. Sie sucht sich ein gemütliches Plätzchen und beäugt stundenlang mein Werken – nun denn, wenn sie nix Besseres vorhat.
Argusaugen – Electra wacht
Für den Einbau mancher Komponenten muss ich mir Zugang verschaffen und / oder Löcher in Wände oder Mobiliar bohren bzw. sägen. Das kostet jedes Mal Überwindung! So zum Beispiel für den Einbau des kleinen Bedienteils.
Hier schon montiert – halb verdeckt
Klar, dass auch hier die Kabel, oder sage ich besser Käbelchen, angeflickt werden müssen.
Die runden müssen ins eckige – Stecker ancrimpen um das Gehäuse zu belegen
Es ist klar, dass hier ein extra Schaltplan zum Tragen kommt – auch der liegt in Papierform und elektronisch vor – mühsam nährt sich das Eichhörnchen!
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – die Kabelarbeiten nähern sich dem Ende!
Bereich für „Haustechnik“ – Generator, Wassermacher, Batteriemanagement und Heizung
Um die Elektroseite fertig zu stellen, muss ich noch die Dieselpumpe verbauen und anschließen, dies geschieht unter einem Bodenbrett in der Eignerkabine.
Da passt die kleine Pumpe gut hin
Eigentlich wollte ich am Generator abzapfen, dies hätte jedoch die Bedingungen für die kleine Magnetpumpe nicht erfüllt. Um die Saugstrecke kleiner 2m zu halten und dafür eine Druckleitung bis 6m zu bekommen, musste ich die Pumpe näher an den Tank bringen – das bedeutete sowohl lange Leitungswege, als auch lange Kabelwege zur Pumpe.
Pumpe verbaut, Dieselleitungen dran, Kabel liegt
An dieser Stelle ist mir eine Panne passiert – ich kam, bei zu crimpenden Kabeldurchmessern von 0,35qmm, mit meinem Werkzeug an die Grenzen. Außerdem handelte es sich ausnahmslos um Spezialstecker zur Belegung von Steckergehäusen. So kam es, dass ich zwei von diesen speziellen Steckerchen kaputt gepresst habe…
Nicht auf Leros zu bekommen
Ich hatte also Bedarf! Einen kompletten, neuen Stecker für den Pumpenanschluss, um das von mir gebaute Provisorium wieder demontieren zu können und den Anschluss fachgerecht auszuführen. Weiter musste ich mir eine Crimpzange für kleinste Kabeldurchmesser bestellen – unter 0,5qmm war in Leros nicht zu beschaffen.
Würth bietet es an – aber nicht für Jedermann!
Die Zange habe ich im Internet rasch gefunden, konnte diese aber als Privatkunde bei Würth nicht bestellen. Eine Suchanfrage in Facebook ließ die deutschen Freunde aktiv werden und so konnte ich, mit Max´ Hilfe, schon bald Vollzug melden. Sohn Stefan hat das Objekt der Begierde von Holzkirchen nach Miesbach gebracht – es musste ein Paket geschnürt werden! Dort sollten noch ein paar weitere Kleinigkeiten rein, wenn schon, denn schon…
Um die Pumpe fertig anzuschließen, musste noch ein kleines Reservoir als Abzweigung von der Dieselleitung verbaut werden, so dass es nicht vorkommen kann, dass der Generator der Heizung Diesel „wegsaugt“.
Platz gefunden, Brett als Basis eingeklebt – Schläuche angeschlossen – fertig!
So hatte ich innert zweier Tage die Heizung angeschlossen und alle Bauteile verbaut. Probelauf morgen!!!
Ein kurzer Spaziergang am Abend – einfach nur durch die Marina um sich die Beine zu vertreten. Dabei sieht man allerlei Interessantes, Projekte anderer Segler, wie diese hämmern und sägen und man weiß – geteiltes Leid ist halbes Leid, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Man sieht aber auch das Handeln der Marinaangestellten – und das ist nicht immer von Fachkenntnissen oder überschwänglicher Sorge getrieben.
Seeeehr knapp! Berührung an der Scheibe, am Blech nicht
Wenn zum Beispiel ein Baum neben einem Auto, dem neuen Wohnmobil unseres Freundes Marcus, gefällt wird – und es dabei dem Glück überlassen ist, ob der Baum neben oder an das Auto fällt – dann weiß ich nicht, ob ich schmunzeln oder losheulen soll. Meist klappt es – ich muss lernen NOCH griechischer zu denken.
Wir gehen ins „SouvLakki“ und laben uns dort an einem „Covered Giros“ – eine Challenge, selbst für zwei Personen, danach sacken wir müde und vollgefressen ins Bett.
Yummie, echt lecker – aber massiv!
Neuer Tag bricht an – sofort nach dem Frühstück beschließen wir den Probelauf der Heizung. ON lang drücken, ok, und jetzt – das Gebläse bläst, der Brenner brennt – es wird warm in der Hütte! Klappt! Alles funktioniert. Alles? Nun, nicht ganz…
Ein längerer Lauf zeigt, dass die Temperatur am externen Fühler und die am digitalen Thermometer ein paar Grad auseinander liegen.
21,3°C – digital am Fühler gemessen……der aber zeigt 24°C an
Versuche im Probebetrieb zeigen, dass ich wohl für die Fühlermontage eine Ecke gewählt habe, welche sich durch Abwärme aufheizt, durch das Holz als Wärmespeicher schlecht abkühlt und überhaupt schlecht durchlüftet ist.
Wir probieren andere Stellen, müssen dabei den externen Fühler immer wieder „runterkühlen“ – das machen wir mit Saft aus dem Kühlschrank!
Neuer Versuch! An anderer Stelle zeigt sich, dass die Temperaturen enger beisammen liegen. Wir finden eine attraktive Stelle an der wir den Unterschied auf die Kommastelle reduzieren können – das scheint akzeptabel.
Neue Messung – 20,6°C am Thermometer……und 22°C am Bedienteil der Heizung – geht das besser?
Long Story short – wir fummeln rum, platzieren den Fühler hier, dann dort – dazwischen kühlen wir ihn, dann heizen wir stark auf und sehen was passiert! Das ganze zieht sich über gefühlte Stunden – aber wir finden ihn – den „perfekten Platz“!
Endlich – nah beinander!
Was gut klingt hat auch einen Nachteil – wir haben nun, vom ersten Einbauversuch, ein Bohrloch im Möbel. Dem kann Abhilfe geschaffen werden – ich beschließe kurzerhand das vorhandene Loch zu vergrößern und als Einbauloch für eine HDMI Steckdose zu verwenden. Auch dieses Teil bekommt man auf Leros nicht – es muss bestellt werden und soll mit in mein Paket.
Während Sibylle und ich also hier unseren Mini-Temperaturfühler durch den Salon tragen, rührt sich was an Deck von NESSAJA! Ich hatte letzten Monat die professionelle Reparatur der Bohrlöcher unseres Biminis angefragt.
Wie ihr wisst, bekomme ich zwar meist alles hin, aber wenn es dabei gilt mit Farben, Spachtelmasse oder Silikonen zu hantieren, ist es meist ein steiniger Weg, welcher zudem mit Sauerei verbunden ist. Ich hatte daher entschieden, den für seinen guten Ruf bekannten „Gelcoatfachmann“ an die Reparatur zu lassen – das Team rückte an – und schritt sofort zur Tat!
15 Löcher – bitte verschließen
Ich ließ den Fachmann ans Werk, weil ich mir erwartete, dass die Löcher mit Gelcoat verschlossen werden – das ist etwas anderes als Spachtelmasse! Zudem galt es die am Bild deutlich sichtbare Riffelstruktur wieder herzustellen, so weit so gut.
Der Kostenvoranschlag belief sich auf 50.-€ plus VAT und Material – ich hätte es wissen müssen – you get what you pay for…
Ok, ZU sind die Löcher
Offen gesagt – und das soll jetzt nicht überheblich klingen – so hätte ich es auch gekonnt, vermutlich besser. Ich habe also die geringe Summe für das Verschließen der alten Bohrlöcher bezahlt und werde mir das auf die Liste setzen – da gehe ich nochmals ran! Nächsten Sommer! Seid gespannt, ich weissage, das Ergebnis wird besser.
Der Sommer weicht dem Herbst. Die Marina ist für die Jahreszeit noch gut besucht. Dennoch merkt man deutlich, dass jeder langsam seine Privatsphäre sucht – es wird öfter an Bord gekocht und auch dort gegessen. Das Leben verlagert sich langsam nach innen! Auch bei uns ist das so. Sibylle kocht vermehrt in unserer Pantry, wir essen im gemütlichen, beheizten Salon, zumeist wieder früher als im Sommer.
Wie heißen die Dinger – Meat Bomb oder so ähnlich! Gut und kohlehydratfrei.
Wenn Ihr den Bericht so lest, dann klingt es vermutlich für euch so, als ob die Erledigung der Reparaturen und Upgrades ein chronologisches Abarbeiten einer Liste ist. So, wie wenn ein Projekt das andere jagt. Das beschreibe ich ein wenig so, um Irritationen und zu viele Kurven und Schlenker zu vermeiden.
In der Realität lassen sich die einzelnen Aufgaben sehr selten ohne Unterbrechung, vom Anfang bis zum Ende durcharbeiten – meist muss ich für Teile- oder Informationsbeschaffung unterbrechen. In diesen Pausen fange ich dann oft etwas anderes an, Kleinprojekte welche ich begleitend, parallel, fertig stelle.
So habe ich, in der beschrieben Phase der Fertigstellung unserer Heizung, folgende Parallelaufgaben finalisieren können.
Kabelkanal aus Holz
Die Kabel unseres Bildschirmes sollten nicht mehr „fliegend“ angeschlossen werden. Beide Kabel sollen in der Technikecke fest installierte Anschlüsse bekommen. So habe ich sowohl das Strom- wie auch das HDMI-Anschlusskabel nach unten geleitet, durch eine Bohrung geführt und mit einer, vom Schreiner gefertigten, Verkleidung verpackt. Sieht man nicht, die Anschlüsse sind jetzt fix und wir können fein gucken.
Schaut genau hin – Temperaturfühler (rot / links) und HDMI Kabel (rot /rechts)
Hier sieht man deutlich den zwischenzeitlichen Status – der Temperaturfühler an alter, untauglicher Stelle – er wird später beim grünen Pfeil angeschraubt. Das HDMI Kabel muss noch zur Klappe rausgeführt werden, es wird später innen und somit nicht sichtbar, an eine HDMI Dose geklemmt welche am alten Platz des Temperaturfühlers eingebaut wird – wenn mein Paket endlich da ist! Alles klar? Seht ihr…
Für diese „noch offenen Punkte“ habe ich eine eigene Liste, diese Arbeiten erledige ich immer sofort wenn das Ersatzteil ankommt oder ich die nötige Information habe. Dann bekommt das Projekt einen Haken. Manchmal droht der Overload im Kopf 😉
Solch ein Projekt war auch der Anschluss des Wasserabscheiders vom Generatorauspuff an sein Seeventil. Auch hierfür musste ich die Sitzecke nochmals zerlegen, es bot sich daher an, diese Aufgabe zusammen mit der Fertigstellung der Heizung anzugehen und sie bis dahin „on hold“ zu setzen…
Fertig – aber a „knappe Gschicht“!
Das Foto sagt wohl nicht Vielen etwas – kurze Erklärung – das obere, mit Geflecht ummantelte Rohr, ist der Auspuff der Heizung, dieser wird an dieser Stelle sehr heiß.
Den Wasserschlauch und das Seeventil sieht man. Ich habe diesen, zum thermischen Schutz, ebenfalls mit einem Schutzmantel wie den des Heizungsauspuffs umpackt. Es handelt sich dabei um Spezialware für genau diesen Zweck. Es scheint zu funktionieren, zur Sicherheit kommt aber noch ein Hitzeblech zwischen die beiden Mäntel – dort wo sich die meiste Hitze staut. Kommt also auf die „Offene Punkte Liste“.
Die Verbindung von Seeventil und Wasserabscheider hat jedoch (fast) reibungslos geklappt. Der Wasserschlauch wurde, deshalb die Kraftschlauchschellen in der Mitte, von 38mm auf 25mm reduziert – dies mithilfe einer TruDesign Reduzierung. Dann konnte ich dem Konstrukt mit der Heißluftpistole ein bisschen „Form geben“, so dass es sehr gut an beide Anschlüsse passte. Durch die Maßnahmen zum thermischen Schutz ist die Lösung safe und zwischenzeitlich erprobt.
Weiter hat bei meinem Schaffen in der Technikecke, die Waschmaschine eine eigene Steckdose bekommen.
Naja, ist so nicht ganz richtig formuliert – die Waschmaschine hatte ja schon eine Steckdose, es musste aber noch eine zweite für den Bildschirm montiert werden. Beide wurden bei dieser Gelegenheit mit dem Bordstromnetz an der Schalttafel verbunden.
Mein Paket war inzwischen unterwegs, ich wartete also auf die Teile. Zeit etwas zu verschnaufen.
Mein Telefon klingelt! Am anderen Ende der Leitung, also der Funkwelle, war Sepp aus der Oberpfalz. Den haben wir hier in der Marina kennen gelernt, er stammt aber aus der gleichen Ecke wie Volker – die Seglerwelt ist eben klein. Die Beiden kennen sich zudem…
Ich schweife ab, es klingelt also. Der Oberpfälzer fragt nach einem Gefallen den ich gerne erfülle – er hätte gerne den Sachstand der Reparaturarbeiten an seinem Schiff. Es liegt in einer Werft am anderen Ende der Insel. Wir machen also ein „Ausflügle“ und senden dem Autohausbesitzer das gewünschte Bild – alles ok!
Im Plan
Ich erwähne den beruflichen Hintergrund nicht von ungefähr – hatte ich doch gerade Probleme, das zuvor erwähnte Hitzeschutzblech auf Leros zu organisieren. Als Sepp erwähnt, dass er bei diesem Fortschritt an seinem Schiff, wohl bald käme um daran zu arbeiten, habe ich die Gunst der Stunde genutzt ihn zu bitten, mir ein Hitzeschutzblech aus dem Automobilbau mitzubringen – es dürfe gerne gebraucht sein. Er sagte sofort zu, ich hatte ein Problem weniger!
Es folgten ein paar lässige Tage an denen ich so vor mich hinwurschteln konnte.
Das taten auch Andere! Nämlich der Taucher und seine Gehilfen! Ihr erinnert Euch? An unserem Steg werden Ketten erneuert – das ist nötig, nützlich und löblich!
Baustelle neben dem Cockpit
Die Werker richten also die Baustelle neben unserem Schiff ein – ein Schwerlastsack mit neuer Kette, eine Tonne für die alte Kette, eine Palette zum flexen. Es rasselt, es plätschert, es klappert, es kreischt – Funken fliegen, der Gabelstapler manövriert neben unserer „Terrasse“. Sibylle und ich beschweren uns nicht, es hat alles einen Sinn.
Unser Steg ist fertig, der nächste Steg kommt an die Reihe, die Baustelle zieht jetzt wohl weiter… HALT, was machen die da??? Ein neuer Sack mit XXXL Kette klappert neben uns – die Baustelle zieht NICHT um! Jetzt flexen sie vor unserem Schiff rum – und karren die Ketten dann mit Sackkarren zu den anderen Stegen. Von dort bringt der Taucher die alten, rostigen Ketten mit Schwimmbojen zu unserem Liegeplatz, so dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel ( 😉 ) den Schrott, nur einem Meter neben unserem Bug, aus dem Wasser liften kann! Wäre es nicht einfacher und weniger risikobehaftet, die Baustelle umzuziehen? Weg vom einzigen bewohnten Schiff? Ich überlege, entweder wollen die uns ärgern, oder sie haben einfach Pech beim Denken. Ich verwerfe meine Überlegungen, ist halt griechische Arbeitsmentalität, Sibylle und ich beschließen, es als Entertainment zu bewerten – und das ist es!
NESSAJA mag es auch, wenn der Taucher unter ihr durchtaucht und die Blasen so schön am Bauch kribbeln – solange nur nix kaputt geht… 😉
Ich beschließe, eine Fremdarbeit abzuschließen. Die Seewasserpumpe muss noch in die ENJA eingebaut werden.
Sieht alles gut aus!Baustelle eröffnet
Ich verschaffe mir Zugang und bringe mein benötigtes Werkzeug an Bord – die Workarea ist eröffnet! Ich baue die Pumpe ein und starte den Yanmar zum Probelauf…
Sieht gut aus!
Passt alles! Der Motor schnurrt wieder, das Kühlwasser kommt aus dem Auspuff und die Pumpe ist dicht! Was willst mehr, wieder was erledigt. Irgendwie kommt es mir vor, als wären die Arbeiten an Booten anderer weniger kompliziert als an meinem eigenen.
Ich verlassen die ENJA wieder, versperre alles und informiere den Eigner per WhatsApp. Der scheint sich wirklich zu freuen, dass auf seinem Schifferl alles für die kommende Saison vorbereitet scheint.
Um den Tag rund zu machen, beschließen Sibylle und ich auf einen Cappuccino ins „Tzouma“ zu fahren. Das Cafe am Panteli Strand, welches schon letztes Jahr im Winter die bessere Adresse zu sein schien.
Dort angekommen, rief das Meer, deutlich vernehmbar, zum Bade – ich folgte dem Ruf spontan…
Das „Tzouma“ ist eine nette Adresse, der Treffpunkt der Einheimischen. Es gibt gute heiße Schokolade, guten Kaffee und allerhand Ouzo-Spezialitäten.
Ein schöner Tag! Der fand seinen Abschluss beim Dinner im „SouvLakki“ – manchmal lohnt es sich einfach nicht selber zu kochen! Diesmal gab es den Klassiker – ein „Chicken Giros Pita“, zu 3.-€ das Stück!
13.-€ für zwei Personen
Der neue Tag bricht an und ich überlege mir während des Wachwerdens, also noch vor der ersten Tasse Kaffee, welche Aufgabe den Titel „Projekt des Tages“ verdient hat. Meine Wahl fällt spontan auf die Schutzbügel der Solarfelder, welche noch am Hardtop montiert werden müssen.
Zu wenig Biegung, nicht gleich – Zeit zu handeln
Mit diesem letzten Handgriff ist Giorgos im April nicht fertig geworden. Ich habe damals gesagt, dass ich diese Arbeit selber erledige, dabei aber zu zu spät bemerkt, dass die Dinger erstens zu wenig gebogen und zweitens nicht einheitlich waren.
Höhe – unterschiedlichBiegung nicht ausreichend
Ich habe also Maß genommen, festgelegt wie es aussehen soll und beschlossen – die Stangen müssen nochmals zu Giorgos auf die Biegemaschine. Aber wie kommen die dahin?
Es traf sich gut, dass Giorgos das Schlauchboot eines Freundes mit dem Anhänger abholen wollte. Da fiel mir gleich wieder Werners Dinghy ein, auch hier sollte ich mich noch um die Reparatur kümmern. Es war schnell geklärt, dass der Werkstattmann neben dem Schlauchi der FINI, auch das der ALENA plus meine Stangen mitnehmen würde.
So mussten wir die Gummiwürste an den vereinbarten Treffpunkt bringen – ich machte den Zubringer von ALENA klar…
…und Thomas von der FINI kam mit dem Seinen, um mit mir einen Schleppverband zu erstellen.
Ready to go
Derartig gewappnet, gingen wir paddelnd auf die lange Seereise zum vereinbarten Treffpunkt. Die Stangen hat Thomas freundlicher Weise später noch für mich an Giorgos übergeben, da wir an diesem Abend eine Einladung hatten.
Raus aus der MarinaFertig zur Abholung
Habe ich die Beiden eigentlich schon vorgestellt? Nein? Wie unhöflich! Vor einigen Tagen rief Marcus aus Lipsi an „…er hätte da zwei ganz Nette getroffen. Die überwintern auch in der Evros Marina. Die werdet ihr bald kennen lernen!…“
Ok, da waren sie nun – Irene und Thomas aus Österreich mit ihrer FINI, einer Bavaria 37, auf der sie mehr oder minder leben. Unterbrechungen gibt es nur während der Hitzephase im Hochsommer und im Januar zum Skifahren. Natürlich haben wir uns bekannt gemacht und ausgetauscht – es ist schön zu wissen, dass während der längsten Zeit des Winters ein weiteres Pärchen hier verweilt.
An diesem Abend aber waren wir, einmal mehr, bei Mireille und Roland zum Apero geladen. Danach wollten wir ins „Kakoumoiras“, dem Meze Lokal gleich um die Ecke…
Mit dem Bike nach VromolithosWunderbarer Blick – wunderbare Stimmung
Bei den Beiden war bereits eingeheizt, das braucht es inzwischen am Abend, so dass wir es zum Aperitiv sehr gemütlich hatten – es war fast schwer, sich wieder aufzurappeln!
So ein Kaminofen hat einfach was…
Aber auch in der Taverne hat man sich sehr bemüht, nett für uns eingedeckt und die Stube beheizt. Das Essen hat uns abermals nicht enttäuscht. Das „Kakoumairas“ schleicht sich langsam aber sicher in meine Bestenliste.
Bekri Meze, Tabouleh und Pita – alles wird geteilt! Meze eben…
Die Tage gingen ins Land, der November war der Monat der Veränderungen – diejenigen welche den Winter NICHT auf Leros verbringen wollen, reisten mehrheitlich ab. Nur wenige neue Gäste kamen an – als Überwinterer oder mit geplanter Abreise Dezember. Das Wetter wechselte von Spätsommer auf Herbst. Das bedeutet hier, dass vereinzelt Wolken auftreten, die Temperaturen auch mal unter 20°C fallen und es zu Regentagen kommen kann.
Vor allem aber wechselt man zu dieser Jahreszeit auf Leros in den Modus „Vorweihnachtszeit“!
Repapis legt vor – rosa, was sonst???
Während die Dame also fleißig den Weihnachtsbaum schmückt, esse ich bei rund 20°C mein Eis – verkehrte Welt…
…im Hintergrund – Weihnachtsmusik! Seit Mitte November immer, IMMER! Mal griechische Weihnachtsmusik, mal internationale.
Driving Home for Christmas 😉
Eines Tages traue ich meinen Ohren kaum, als ich die Stimme meines „all time high“ Lieblingssängers und -komponisten vernehme – leise zwar, aber für mich unverkennbar. Gert Steinbäcker im griechischen Radio??? Tatsächlich! Ein weihnachtlich angehauchter Song auch von ihm, dem der nicht gerade Mainstream ist – leider konnte ich die Playlist gerade da nicht fotografieren!
Der Tag ist schön! Wir laden Paola und Thomas von der SIMPLY FREE zum Kaffee und genießen den Nachmittag. Wir fachsimpeln etwas über unsere Schiffe, erwähnenswert deshalb – ich erinnere – weil die SIMPLY FREE das Schiff ist, welches ich kaufen wollte, hätte Thomas es nicht als erster gesehen und geschnappt.
Zu unserer Genußrunde gesellt sich auch Electra – sie weiß halt wo es schön ist – und WAS gefällt…
Ein bisschen Produktivität wollte ich dem Tag noch angedeihen lassen, so bin ich, nachdem sich Paola und Thomas verabschiedet hatten, zu Sotiris dem Segelmacher gefahren. Es galt, dort Werners Wintercover für ALENA abzuholen.
Transport – Greek Style
Ich bezahlte und brachte die Planen auf das Schiff. Anbringen werde ich sie erst, wenn das Schlauchboot von der Reparatur zurück und auf dem Vordeck verstaut ist.
Hm, noch ein bisschen Tag übrig – was tun? Nun, was machen denn eigentlich die Hardtop-Stangen? Ich fahre zu Giorgos nach Kamara, auf die andere Seite der Insel.
Das „Dream Team“ von „Boat & Parts“
Dort angekommen springt sofort die „Stammbesatzung“ der Werkstatt auf – in Anführungszeichen deshalb, weil Giorgos eigentlich ein Ein-Mann-Betrieb ist. Alle anderen lümmeln dort abends rum, trinken Frapé und helfen wenn Not am Mann ist – so wie JETZT – beim Einrichten der neuen Biegemaschine, dem ganzen Stolz.
Nur 1cm!!!
Es gab eine „Masterstange“, eine die fast passte – diese sollte nur noch 1cm mehr Biegung erhalten und dann als Muster für die anderen beiden Stangen dienen. Jedoch wurde griechisch gebogen! Mit bloßem Auge konnte ich sehen, dass die Stange einem Halbkreis näher war als der Vorgabe +1cm – ups…
„Nein, 15cm lichte Höhe ist NICHT 11cm plus 1cm!!!“ – ok, es wurde beschlossen zurückzubiegen. Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass 11cm plus 1cm in Summe 13,5cm ergibt – so einfach kann Mathematik sein.
Alle Stangen wurden angepasst, gleich weit zurechtgebogen und ich bringe die Dinger heim – äh, Moment – wie eigentlich??? Ich war ja mit dem Mopped da! Ich beschreibe kurz was folgt – eine dicke Schnur wird um die drei Stangen gewickelt und am Gepäckträger verknotet, die Last wird nun parallel zu meinem Oberschenkel ausgerichtet, da kommt ebenfalls eine dicke Schnur rum – fertig! So fuhr ich mit 2,6m langen Stangen nach Hause – wenn die irgendwo hängen bleiben, steht eines meiner Beine in Gourna, während ich einbeinig nach Lakki fahre – tolle Vorstellung, daher keine Fotos. Ich vermied es einhändig zu fahren.
Montage am nächsten Morgen, gut geworden, die Dinger können sich sehen lassen!
Schützen die Ecken der Solarpanele……so dass sich die Großschot nicht einhängen kann!
Tagwerk war geschafft, ich war zufrieden. Die Listen „Offene Punkte“ und „Kleinprojekte“ wurde Tag für Tag kürzer. Der Tag wird kommen, wo es mit den Großprojekten weiter geht – doch zunächst war Party angesagt!
Glühweinabend an der Kaimauer! Susanne und Marcus rufen zu selbstgemachten Glühwein vor der DARKSYDE, ja da überlegst nicht zweimal…
Mit der Crew der FINI……und den Gastgebern der DARKSYDE
Im Laufe des Abends gesellte sich noch eine junge französische Familie zu uns, auch Nikolas hat es sich nicht nehmen lassen auf einen Drink vorbei zu sehen – ein sehr lustiger Abend!
Einer, der immer lustiger wurde, je später es wurde. Der Glühwein ging zur Neige und in der Not wurde auf „eiserne Bestände“ zurück gegriffen.
Ich öffne die Augen! Es ist hell. Wie spät ist es? Waaaas? Halb zehn? Warum nur? Ich springe auf, habe Kopfweh, mir fällt ein warum…
Es hätte schlimmer kommen können, wir erfahren etwas später, dass die junge französische Familie ebenfalls Kopfweh hatte, aber aus anderem Grund. Sie sind abgereist, aber in Athen wegen Covid hängen geblieben. Der Rest der Gruppe blieb verschont, Glück gehabt!
Ich gehe den Tag langsam an, heute nur ein kleiner Job. Ich beschließe, den Warmwasseranschluss für meine Heck-Außendusche zu machen.
Auch Kaltwasser muss verlängert werden
Mal wieder mache ich Sauerei und bringe das Bett durcheinander – was nach wildem Liebesspiel klingt, war aber nur dem Zugang zur Reparaturstelle am Kopfende unserer Schlafstätte geschuldet. Sibylle war hellauf begeistert, kann sich jeder vorstellen.
Erledigt – ab heute wird am Heck warm geduscht
Ich mache also einen Bypass in unsere Warmwasser-Druckleitung und verlege 4 Meter Whale WX15 Leitung unter dem Bett ins Heck. Bedingt durch das einfache Whale System, ist der Anschluss keine Hexerei. Trotzdem bleibt es mir nicht erspart, eine kleine Undichtigkeit nach der ersten Funktionsprüfung zu beheben – es klappt NIX auf´s erste Mal!
Für diejenigen, die glauben, dass dies doch eine leichte Gschicht´ ist – das Foto täuscht, es wurde mit Blitz aufgenommen, ohne sieht es so aus – man sieht nix und man kommt mies ran!
Arbeiten in der Kiste – ein Job für „Flexman“
Egal, kein Jammern – der Job ist erledigt, das Wasser am Heck warm und wieder ein Punkt weniger auf der Liste.
Es sind abermals neue Segler angekommen, wieder Österreicher, mit denen wir uns auf Anhieb sehr gut verstehen. Auch die Crew der FINI macht sich sofort mit „den Neuen“ bekannt, auch hier stimmt die Chemie. Leider bleiben Evi und Michi von der OCEAN FANTASY nicht den ganzen Winter, sie werden am 06.12. abreisen, sehr schade.
Grund genug, dass wir vier zum „Sundowner“ auf die FINI geladen wurden…
Ein Sundowner der seinen Namen verdient
Evi bringt einen Strudel mit…
Irene, die Gastgeberin, mit dem Strudel, ähnlich einem Galaktoboureko
…und die Gastgeber kredenzen allerlei Knabbereien.
Trauben und Käse – sehr lecker!
Natürlich darf ein Achterl Wein nicht fehlen…
Gib mir noch ein Glaserl Wein
…an diesem Abend hätte es „Jetzt trink ma´noch a Flascherl Wein“ in der Version von Ambros, es fast geschafft Headline des Monats zu werden. Lasst Euch nicht täuschen, der „Chateauneuf de Carton“ ist süffig und für einen Tischwein wirklich gut.
Eigentlich waren wir satt als wir nach Hause, zurück an Bord von NESSAJA, gingen. Aber Sibylle hatte dicke, weiße Bohnen – „Gigantes“ – gekocht. Es wäre ein Frevel gewesen, sie nicht mindestens zu probieren. Wir sackten satt, leicht angetrunken und müde ins Bett.
Guten Morgen! „Was gibt´s zum Frühstück“????
Gigantes zum Frühstück – ok…
Beim Plaudern am gestrigen Abend ging es erfreulicher Weise nicht NUR um Schiffsthemen – aber auch – so habe ich erfahren, dass Thomas im Besitz einer original GOK Prüfeinrichtung für Gasanlagen ist. Dieses Gerät gibt es auf Leros nicht, jetzt aber hatte ich die Gelegenheit meine neue Anlage zu prüfen.
Mein Job für heute – Gasanlage prüfen und für gut befinden! Wisst Ihr noch – der Teufel ist ein Eichhörnchen…
Flasche raus und Anlage mit Prüfdruck beaufschlagen
Ich bereite alles vor und prüfe die Anlage gemäß der Vorgabe von GOK. Ich bringe 150mbar auf´s System und warte 10 Minuten zur Temperaturanpassung…
160mbar – schwarzer Zeiger unter dem rotenNach 10 Minuten – 135mbar, klar der Temperaturausgleich! Oder???
Ok, minus 25mbar für den Temperaturausgleich? Wird schon stimmen. Ich folge der Anleitung und drehe den roten Zeiger nach, jetzt beginnt die Prüfung – weitere 15 Minuten warten…
110mbar nach weiteren 15 Minuten – die Anlage ist undicht!!!
Nach weiteren 15 Minuten sehe ich gelassen nach – aber diese Gelassenheit weicht abrupt – als ich den Stand des Anzeigezeigers sehe. Wieder ein Druckverlust, nur noch 110mbar. Die Anlage ist undicht! Ich teile gerne den Gedanken der mir durch den Kopf schoß und der seit Schimanski öffentlichkeitstauglich ist…
SCHEISSE!
Quelle – Internet
Ich sah mich schon die komplette Anlage wieder zerlegen und den Fehler suchen, entschied aber nach kurzer Denkpause, genau dies erst morgen zu machen – ich brauchte Abstand von diesem Disaster.
Wo ginge das besser als bei einem Strandbesuch mit unserer Lieblings-Seglerfamilie? Rauf auf die Bikes und los…
Fünf Personen, zwei Bikes – Lerian Transport
…zum Paralia Agia Kioura, dem kleinen Sandstrand im Norden der Insel.
Nice – und um diese Jahreszeit verlassen
Sibylle und Susanne spielen mit der kleinen Lilly, Marcus und ich besüdern die schlechte Welt und ertränken unseren Kummer mit einem mitgebrachten Bier.
Lässt sich aushalten – schöne Welt!
Die Wellen umspielen meine Füße und der Ärger weicht – es ist Mitte November, ich trinke ein Bier am Sandstrand und stehe bis zum Knöchel im Meer – no complaints!!!
Am Abend dieses Tages waren wir zum Dinner bei „der anderen Susanne“, unserer langjährigen Freundin, geladen. Sie war zum Saisonabschluss nochmals mit Tochter und Enkel angereist, um im Haus nach dem Rechten zu sehen.
Bei dieser Gelegenheit ergibt es sich häufig, dass eine Freundin aus Leros für uns alle kocht, aber Susanne zum Dinner ins Haus lädt.
Vor diesem Hintergrund machen wir uns auf den Weg in den Süden der Insel, nach Xirokampos – bei einer sehr speziellen Stimmung an diesem Abend…
Wolken verleihen der Sonne ein besonderes LichtLakki Bucht
Das Dinner bei Susanne war feudal wie immer, wir haben gemampft als gäbe es kein morgen mehr und jeder bekam noch „Reste“ mit nach Hause. Das Mousaka, ein Gedicht, der griechische Salat, alle Zutaten aus dem eigenen Garten…
Mousaka – der HammerFrischer geht nicht!
Der Frust des Morgens war nahezu vergessen, insgesamt war es ein schöner Tag – und morgen löse ich das Gasproblem!
Und zwar gleich morgens! Sofort nach dem Frühstück habe ich die Anlage genau besehen und glücklicher- wie logischerweise auf der leicht zugänglichen Seite, an der Flasche, begonnen. Nanu, was ist das?
Krumm, oder???
Ich sehe den Anschlusskonus an meinem Gasfernschalter genau an – er ist krumm, verbogen, wie nennt man das? Ich verspreche, dass ich, der zu festem Anziehen von Verschraubungen neigt, sofort überlegt habe, auf welche Art und Weise ich dem Bauteil diesen Schaden zugefügt haben könnte – aber mir fällt nix ein.
Sowohl ein festes Andrehen, als auch eine ggf. kurze externe mechanische Druck- oder Stoßbelastung sollten so einen Schaden nicht hervorrufen können. Ich hatte auf einmal zwei Probleme – erstens, wie bekomme ich Ersatz? Zweitens, wo und wie reklamiere ich?
Zuerst testen um sicher zu gehen – das Procedere des Vortages wiederholen – nur ohne den Gasfernschalter – und siehe da…
Prüfdruck 130mbarNach 15 Minuten ein Abfall <5mbar – gilt als dicht!
…der von mir gebaute Teil der Anlage, übrigens konform zu den DIN Vorgaben für „Gasanlagen auf kleinen Freizeitschiffen“, ist dicht!
Ich setze mich an den Rechner und klemme mir umständlich das Telefon ans Ohr – dabei fällt mir die italienische Art des telefonierens wieder ein – sollte ich??? Ich entscheide in dieser Sekunde, nicht vorab beim Hersteller Truma anzurufen, sondern die Reklamation auf regulärem Weg, per Mail bei meinem Händler „SVB“ einzureichen.
An dieser Stelle will ich eine Lanze für „SVB“ brechen! Ich war früher tendenziell „Compass“ Kunde, bei „AWN“ kaufe ich nur wenn ich muss (da sitzt der Stachel der Enttäuschung noch tief) – zurück zum Thema, also, obwohl „Compass“ etwas billiger ist, andere Händler im Internet sowieso, habe ich die meisten Bestellungen zu „SVB“ verlagert. Es werden bereits im Katalog immer Dokumentationen mitgegeben, wichtig für die Recherche, der Versand nach Griechenland klappt perfekt UND sie bieten einen top Service!
Diese Serviceabteilung kontaktiere ich auch heute. Ich schreibe ein Mail, bekomme eine Mailantwort, nach circa einer, maximal zwei Stunden. Ich erkläre die Details zur Sachlage nochmals per Mail, beantworte Fragen – mein Telefon klingelt… Am anderen Ende der Mann von „SVB“, er erfasst die Gesamtsituation und beschließt – „…wir schicken ein neues Ersatzteil, berechnen es zunächst nicht. Im Januar senden sie (Sibylle) uns das Teil aus Deutschland zur Reklamation. Nach Entscheidung durch Truma sehen wir weiter!“
Sehr gute Abmachung, guter Kompromiss, ein Plan! Ich warte jetzt also auf zwei Päckchen und das Problem ist vertagt.
Inzwischen zieht auch der Dauerlieger Martin in Sachen Weihnachtsdekoration nach. Sibylle und ich drehen eine Marinarunde um ein bisschen frische Luft zu schnappen, dann ist es Zeit für´s Dinner.
Martins BACK OF THE MOON erstrahlt im festlichen Glanze
Dieses Abendessen soll heute, zusammen mit der „Austria Connäktschn“ im „Porto Nikola“ in Xirokampos stattfinden. Nix wie hin.
Wir waren voreingenommen – zugegeben – denn die Taverne, in der man im Sommer sehr schön sitzt, hat sich bisher nicht gerade durch einen gastlichen Innenraum hervorgetan. Da haben wir uns getäuscht, oder wir haben bisher nie genau hingesehen – es war recht einladend dort.
Nett hergerichtet, guter Service
Das Essen war gut, aber durchschnittlich, letztlich punktet das „Porto Nikola“ zwar, schießt sich aber nicht in die Top Five meines Taverna Ranking. Anders der Hauswein, der schmeckt und ist süffig – ich muss wieder an Hans Mosers Oldie denken – so süffig, dass die Müdigkeit erbarmungslos zuschlägt 😉
Ohne Freigabe 😉 – ich lösche es bei Protest sofort!
Wir fuhren heim und sackten ins Bett. Das gilt für Sibylle und mich – tatsächlich sind die Österreicher gesammelt ZU FUSS von Xirokampos zur Marina zurück gelaufen. Sicher ist dabei die Müdigkeit ein Stück weit gewichen, denn es war ein frischer Abend – ein schöner Abend!
Der nächste Tag war eher ein ruhiger. Wir waren bei anderen Liveaboards zur Geburtstagsfeier eingeladen. Ewa und Steve sind ein polnisch-britisches Paar. Sie leben auf ihrem kleinen Katamaran in der Marina. Wir kennen uns jetzt schon länger, haben uns über die Einladung gefreut und sofort zugesagt.
Das Geburtstagskind beim Anschneiden der TorteAuch von „Repapis“
Hier war es deutlich spürbar, jeder hat so seine anderen Nachbarn und nächsten Kontakte. Bei Ewa waren vornehmlich die Engländer, Waliser und Schotten geladen. Sie haben weniger Kontakt zu den Österreichern, Deutschen, Türken und Canadiern.
Polen, England, Wales, Schottland – und wir! Ein harter Nachmittag für Sibylle 😉
Wow, die Feier war ein Härtetest – nicht, wie Ihr vielleicht denkt, wegen des Alkohols, nein, eher wegen der Sprache! Waliser, Schotten UND Engländer unter sich – DAS alleine ist schon herausfordernd – auch für mich. Ich musste gut lauschen um alles zu verstehen und alle Register ziehen, um mich ins Gespräch einzubringen.
Für Sibylle war es hart! Sie hat ihre neuen und von Steve verbrieften Fähigkeiten in der Fremdsprache ans Limit getrieben und darüber hinaus das einzig richtige gemacht – gelächelt und zustimmend genickt! Ich wusste wie sie sich in ihrer Haut fühlt – mehr als einmal ging es mir früher ebenso…
Sibylle stupfte mich unter dem Tisch an, für mich ein klares Signal zum Aufbruch! Da traf es sich mehr als gut, dass wir noch auf ein letztes Dinner mit Funda und Burim verabredet waren. Wir entschuldigten uns höflich und verabschiedeten uns – um uns kurz danach mit dem jungen schweizer Paar in der Pizzeria „La Nostra“ zu treffen.
Abschied nehmen
Die Beiden habe ich, glaube ich, auch noch nicht vorgestellt – Funda und Burim sind zwei junge Schweizer mit ausländischen Wurzeln. Das erwähne ich nur deshalb, weil sich dadurch völlig unterschiedliche Blickwinkel auf Gesprächsthemen ergaben, wir generell über andere Dinge gesprochen haben – die Beiden sind völlig offen und unvoreingenommen in der Kommunikation, Heimlichtuerei ist ihnen völlig fremd. Dadurch waren die Diskussionen sehr abwechslungsreich und bunt. Die beiden waren eine echte Bereicherung! Burim ist ein begnadeter Bastler, beide leben auf ihrem Boot und haben, unglücklicher Weise, genau dieses Jahr beschlossen, den Winter in Thailand zu verbringen.
Ich finde das mehr als schade, denn wir hatten einen sehr bereichernden technischen Austausch, daneben aber ganz kurzweilige Gespräche über Allerweltsthemen – es war sehr lustig mit den beiden. Ciao, bis nächstes Jahr!
Ich warte immer noch auf meine Pakete. Ein Paket aus Deutschland dauert im regulären Versand ungefähr 10 – 14 Tage. Da ich die Teile darin benötige um weitere Kleinprojekte abzuschließen, lege ich fest, dass heute ein entspannter Tag wird. Dazu gehört ein nachmittäglicher Besuch der Eisdiele, welche zwischenzeitlich vollumfänglich weihnachtlich erstrahlt!
Da nehm´ ich doch mal Platz! Minuten später werden die Rentiere angespannt 😉Weihnachtsbude – der Weihnachtsmarkt von Lakki hat noch nicht geöffnet
Unsere Idee, den Nachmittag mit einer Leckerei zu bereichern, fand auch bei der Crew der DARKSYDE Anklang – und die kleine Lilly brauchte nicht lange um ihren Dad um den Finger zu wickeln und eine der süßen Köstlichkeiten zu ergattern 😉
Papa, das! Und das! Und das!
Sibylle und ich dagegen, hielten uns an die Eisspezialitäten der Familie Repapis – nun ja, fast! Ich konnte mir ein Stück Cheesepie nicht verkneifen – Kalorien hatten heute eine Auszeit!
Um den Tag nicht ganz untätig vorbeiziehen zu lassen, kümmere ich mich um mir anvertraute Aufgaben an Booten von Bekannten und Freunden.
Werners ALENA
Zum einen Werners ALENA, die kennt ihr ja schon – die Projekte an diesem Schiff laufen, ich muss mich (fast) um nix mehr kümmern. Ich habe jedoch mit dem alten Seebären vereinbart, dass ich seine schöne Schwedin einmal im Monat an den Strom hänge. Gesagt, getan – Strom ran, alle Systeme gecheckt, 24 Stunden später andersherum.
Die zweite Bitte haben zwei Briten an mich gerichtet. Sie haben kurz vor Heimreise erkannt, dass über die Stopfbuchse mehr Wasser in den Bilgenbrunnen tropft als erlaubt. Mit dieser Sorge im Rücken wollten sie die INFINITE BLUE nicht unbewacht zurücklassen. So sehe ich alle paar Tage nach, ob der Wasserstand in der Bilge unverändert nahe „0“ liegt.
Passt – wird nicht untergehen – zumindest nicht heute!
Wir waren lange nicht mehr im „SouvLakki“, unserem neuen Lieblingsgrill. Da traf es sich gut, dass Mireille und Roland heute Lust auf Giros hatten und uns fragten, ob wir sie begleiten wollten. Und ob wir das wollen! Die Gespräche mit den Beiden sind immer lustig und abwechslungsreich, sie haben viel Segelerfahrung im Mittelmeer – Erfahrung von der ich hoffe, profitieren zu können.
Wir trafen uns also in der Grilltaverne in Lakki…
Das wird ein Kampf
Mir ist an dem Abend nach einem Broiler und ich kann Sibylle mit meiner Idee erreichen – teilen will SIE aber nicht, sie habe schließlich Hunger! Ok, wenn das so ist! Wir bestellen uns zwei halbe Hähnchen und bekommen unseren Wunsch erfüllt.
Ohne Mampf kein Kampf – aber DIESER Mampf IST Kampf!
Ich mache es kurz – am nächsten Tag gab es morgens zum Frühstück Toast mit Hähnchenbrust statt mit Schinken! Auch gut…
Nach dem Essen aber, das „Doggy Bag“ noch unterm Arm, wurde der Ruf nach einem Dessert laut – wollen wir noch zu „Repapis“? Mein Glückstag! Ja, wollen wir! Für mich das zweite Mal an diesem Tag…
Auf dem Weg bestaunen wir weihnachtliche Schaufensterdekorationen.
Bei „Karanikolas“, dem Bäcker
Bei „Repapis“ waren ja inzwischen die Rentiere vor den Schlitten gespannt. Diese waren nachts beleuchtet.
Sleigh Bells ring…
…was mich nicht nur zu verliebten Schlittenbildern mit meiner Angetrauten inspirierte, sondern auch zu allerlei Blödsinn!
DAS wiederum gefiel Roland und er suchte auch nach einem solchen Shot – was übrigens nicht so leicht ist wie es im Ergebnis aussieht…
…wird schon!
Am Heimweg ziehen wir noch an einer Laterne vorbei, in der es durch einen Bewegungsmelder, ähnlich wie in einer Schneekugel, zu schneien beginnt sobald man vorbeiläuft. Wir laufen ein Dutzendmal vorbei, erfreuen uns an dem Klamauk und beschließen – auch das ist ein Foto wert!
So kann man auch mit kleinen Sachen…
Ein schöner Abend – wir fallen zufrieden ins Bett – gute Nacht, Kalinichta!
Am nächsten Morgen ist mir fad! Es wird Zeit ein maßvoll größeres Projekt auszurufen. Gut, dass ein Regentag angesagt ist, gut, dass wir für den Abend eine Einladung zum Dinner auf der DARKSYDE haben! So muss Sibylle nicht einkaufen und kann sich ihrer Büroarbeit widmen…
Kopfwerk meets Handwerk
…und ich kann ein Teilprojekt eines meiner beiden „Big Deals“ angehen – ich werde die Instrumente an meiner Navigationsecke an Ort und Stelle bringen – dafür gilt es Löcher in die neuen Klappen zu schneiden. Dieser „first cut“ tut immer ein bisschen weh!
Die ersten Schnitte sind gemacht – die Sauerei komplett!
Es wurde gebohrt, gesägt und – als ob das nicht reichen würde – auch noch geflext. Ich gestehe, dass solche umfänglichen Arbeiten im Wohnbetrieb schon herausfordernd sind. Es macht richtig Dreck, überall liegt Werkzeug rum…
…das Aufräumen und Saubermachen wird zur Herausforderung der wir uns gemeinsam stellen! Ich räume JEDEN ABEND meine Baustelle weg – wir gehen nie mit einer Baustelle schlafen – das ist mir die dafür benötigte Zeit wert. Sibylle unterstützt mit staubsaugen und feudeln so gut sie kann, so dass abends alles im Schiff nutzbar ist und wir einen gemütlichen Wohnraum haben.
Bereits kurz nach dem Einbau des Plotters war (fast) wieder alles wie zuvor…
Garmin GPSmap7412 – hier ohne Abdeckung……hier mit! Fügt sich gut ein, finde ich.
…FAST deshalb, weil es danach ja noch galt das VHF Funkgerät und das Wetterfax einzubauen. Also das gleiche Spiel noch einmal – zwei Ausschnitte gesägt, die Geräte eingebaut und die Baustelle einigermaßen aufgeräumt.
Das Funkgerät und das Wetterfax habe ich gleich angeschlossen und die Kabel, welche ja schon vorhanden waren, angepasst und neu verlegt. Der Plotter ist derweil noch nicht verkabelt, das erfolgt dann im nächsten Schritt, wenn ich mit meinem NMEA2000 Netzwerk beginne.
Weil ich grad schonmal in der Ecke, in diesem Kasten, zugange war, habe ich gleich „noch schnell“ das Licht in der Küche auf einen vor Monaten vorbereiteten Schalter gelegt. Was so einfach klingt, ist ein paar Stunden Arbeit – das alte Kabel aus der bestehenden, sehr aufgeräumten Verteilung herausnehmen, aus dem Kabelschacht ziehen und zum Lichtschalter führen. Von dort ein neues Kabel durch den Kabelkanal zur Verteilung führen und auf die bestehende Lichtschaltung geben. Jetzt endlich ist es soweit – zwei Lampenkreise, „kalt-weiß“ für die Küche und „warm-gelb“ für den Salon, werden mit zwei beisammen liegenden, optisch gleichen Schaltern betätigt – ein Haken mehr auf der „Offene Punkte“ Liste!
Lichtschalter – das war vorher nicht logisch (und nicht schön)Ein Haken reiht sich an den nächsten – analoge Listen, parallel zu den Excel Tabellen
Tagwerk geschafft, Sibylle ist auch fertig mit ihrer Reisebuchung, ihren Schreibarbeiten und Terminvereinbarungen – auf geht´s zur DARKSYDE, wir haben Hunger!
Kalamari mit Tagliatelle
Marcus war Küchenmeister und hat sich nicht lumpen lassen. Der große Topf wurde aus der Backskiste geholt und es wurde gekocht was das Zeug hält. Sechs große, frische Kalamari mussten wegen der baldigen Abreise weg – die Familie brauchte Hilfe. DA kam ich wie gerufen! Es war soooo lecker – wir werden uns am 01.12., dem Tag der Abreise der Familie, mit einer Lasagne revanchieren – so muss Susanne nicht kochen und es verkürzt die Wartezeit auf die Fähre. Dazu aber mehr im Dezemberbericht!
Weihnachten! Oder zumindest so ähnlich, zumindest für mich…
Es ist da – danke Sonja!
Das Paket aus Deutschland ist da! Der Inhalt ist unspektakulär aber wichtig um einige kleine offene Punkte endlich abhaken zu können.
So bekomme ich endlich die lang ersehnte Crimpzange für kleine, unisolierte, offene Kabelschuhe runter bis 0,1qmm – das sind Käbelchen so dick wie eine Stecknadel…
Ab 0,1qmm – das ist fast nix!
…welche fast zierlich, um nicht zu sagen MINI wirken, im Vegleich zu dem was ich bisher zu crimpen hatte – 70qmm, nach oben offen bis 120qmm, das sind daumendicke Kabel.
120qmm – so dick wie ein Daumen
So kommt inzwischen eine ansehnliche Sammlung an solchen Zangen zusammen – ob ich ein Crimpbusiness in der Marina eröffne???
Feinwerkzeug meets „der Gerät“
Ich bekomme zusätzlich den von mir vermurksten Stecker der Standheizung-Kraftstoffpumpe, welchen ich mit Hilfe meiner neuen Zange auch gleich austausche – check!
Zudem kann ich endlich das fliegende HDMI Kabel an seine Steckdose anschließen und damit auch das übrige Bohrloch des Temperaturfühlers verschließen – check!
Einbau der HDMI Dose, natürlich auch hier „wo gehobelt wird fallen Späne“Aber mit gutem Ergebnis
Sibylle hatte sich auch einen Wunsch erfüllen können – Blaukraut! Sie wollte den restlichen Platz im Karton mit Blaukraut des Herstellers ihres Vertrauens vollgepackt wissen. Ok, das sieht nach einem feudalen Weihnachtsmahl aus. Ach, was gibt´s eigentlich heute zum Abendessen???
FISCH, wir haben Fisch geschenkt bekommen, es waren zwei frische Bonitos welche wir auszunehmen und zuzubereiten hatten.
Hilfe! Wie geht das?
Nun sind wir keine Fischexperten, das wollen wir erst noch werden. Da die Fische groß waren, lag es also nahe sich Hilfestellung geben zu lassen, dafür eine Einladung zum gemeinsamen Verzehr auszusprechen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Irene von der FINI eilte flugs mit scharfen Finnmesser herbei, um Fisch Nummer 1 von seinen Innereien zu befreien und ihn zu filetieren. Was nach blutigem Gemetzel klingt – war auch so…
Fisch Nummer 2 – ihn traf´s hart
Derartig unterwiesen trat Sibylle auf den Plan – Fisch Nummer 2 sollte durch die von ihr geführten Schnitte vom Fisch zum Filet werden – was auch gelang!
Danach war ich an der Reihe – der Grillmeister musste ans Werk. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Nach unserem Versuch im Sommer, der krachend am über uns hereinfallenden Wespenheer gescheitert ist, haben wir keinen zweiten Versuch mehr gestartet. Heute sollte es soweit sein – gegrillter Bonito.
Der Cobb musste raus…
Grillplatz – in Eiseskälte
…und der Bonito fand seinen Platz auf der Grillplatte. Zwei Chargen des thunfischartigen Meeresbewohners machten uns und die Crew der FINI satt!
Yummie
Derartig gestärkt, sollten wir gut gewappnet sein für das Highlight des heutigen Tages.
Marcus hatte eine Einladung zu Stratos in den Weinkeller bekommen. Stratos ist der örtliche Fachhändler für Spirituosen aller Art. Weine der besonderen Güte hat er in einem privaten Weinkeller, eine Mischung aus Hobby, Berufung und Profession. Unser Freund hat es nicht verabsäumt, den Gastgeber zu veranlassen, seine Einladung auf uns und die Crew der FINI auszuweiten. Nikolas gesellte sich zu unserer Runde und so machten wir uns zu fortgeschrittener Stunde auf den Weg.
Was wir zu sehen bekamen überraschte uns sehr – in einem alten Gemäuer verbarg sich DAS…
Fachsimpeln der Experten – der Gastgeber ist links im Bild
…eine moderne Weinshow mit erlesenen Tropfen aus aller Welt – hier ein paar Impressionen!
Der einzige teure Wein den René und ich als Jugendliche kannten – ein FlashbackInteressante EtikettenTeils aufwändig und schön verpackt
Um die Verkostung wirklich zu überstehen, braucht es eine gute Grundlage. Ob ein halber Bonito dafür ausreicht, bleibt unklar, denn der Gastgeber hatte für Fingerfood gesorgt – herrliche Meze rundeten unser Zusammentreffen ab.
Ein Gaumenschmaus
Der Gastgeber, ein Weinexperte, erklärte die einzelnen Weine welche er uns anbot – insgesamt leerten wir fünf Flaschen – und wusste einiges zu Trauben und der Lagerung, z. B. im Barrique, zu erzählen. Ein sehr interessanter und im Verlauf immer lustiger werdender Abend!
Mens corner – blaLadies corner – blablabla
Später am Abend kam noch Maria, Stratos´ Frau, dazu und verstand es mit ihren Geschichten die Runde hervorragend zu ergänzen – eine Bereicherung! Sie ist in Amerika aufgewachen, spricht daher, wie ihr Mann, hervorragendes Englisch. Die Sprache war am heutigen Abend keine Barriere.
Interessante Unterhaltungen
Wer keinen Wein mochte? Der fand andere edle Tropfen…
Prickelt so schön in die Bauchnabel
Hand auf´s Herz – es war ein toller Abend! Die Weine waren vorzüglich, auch weniger beseelte Weinkenner wie ich fanden einen Tropfen der hervorragend gemundet hat und alle hatten ihren Spaß!
Alle? JA, auch die kleine Lilly…
Heute mal länger – ausnahmsweise
Am nächsten Morgen hatte ich, zu meiner Überraschung, keinen schweren Kopf. So sah ich in meiner, zum Ersatzteillager umgebauten Bugkabine nach, ob sich dort noch Teile befinden welche schon lange nach Verbau rufen – und tatsächlich, ich wurde fündig!
Zum Einen lag da noch die Jabsco HD6 Druckwasserpumpe, welche ich aufgrund ihres hohen Enddruckes nicht in mein Trinkwassersystem einfügen konnte. Diese sollte in der Technikecke verbaut werden…
Das Runde soll ins Eckige
…das klappte hervorragend, ich fand einen sehr gut zugänglichen Platz. Die Verkabelung und der Wasseranschluss kommen auf die „Offene Punkte“ Liste, der Punkt „HD 6 verbauen“ auf der Projektliste bekommt einen Haken! Die Pumpe wird später im Verborgenen, vom Wassermacher aufbereitetes Trinkwasser, vom Trinkwassertank in die Brauchwassertanks füllen – sofern denen das lebenswichtige Nass ausgeht.
Gerade noch gedacht – schon gemacht
Tags darauf wechsle ich, einem Tausendsassa gleich, das Themengebiet von Installation auf Elektrik. Es fand sich noch ein Teil Lichtschlauch einer Ambientebeleuchtung, sowie der alte Lichtschalter der Salonbeleuchtung wieder. Beides sollte ins Schlafgemach einziehen – ein wenig Ambiente schadet auch dort nicht…
Erstmal Unordnung machen…
Ihr ahnt nicht, wieviel Aufwand betrieben werden muss, um ein Kabel unsichtbar zu verlegen. Weil ich gerade dabei war, habe ich noch das Layout meines Nachttisches geändert, dafür mussten ein paar Löcher ins Holz. Meist schon am Abend beruhigt sich mein Nervenkostüm wieder – das Ergebnis lässt die Mühen meist vergessen!
…dann aber! Die Ambientebeleuchtung wird ihrem Namen gerecht
Nach einem solchen Tag hast Du Dir ein wenig Abwechslung und Entspannung verdient. Das fand auch Marcus nebst Familie, so beschlossen wir, alle zusammen ins „Crescendo Bowling“ zu fahren. Dieses Bowling Center firmiert ein wenig unter falschem Namen, denn es ist mehr eine Spieleeinrichtung für die ganze Familie.
Wer jetzt an so eine Spelunke mit Automaten und ähnlichem Zeug denk, liegt falsch. Es ist ein Bowling Center mit einer Ecke für zwei Billardtische. Es findet sich dort eine betreute Ecke für kleine Kinder zum Spielen und Toben, es ist eine Bar und ein Cafe mit Terrasse angeschlossen – eine sehr gut geführte Freizeiteinrichtung!
Wir waren dort schon um Klein-Manolis 5. Geburtstag mitzufeiern, wollen heute aber eine Runde Billard spielen (Herren) und einen Cocktail schlürfen (Damen) – Klein-Lilly freut sich auf die Spieleecke.
Trotz jahrelangem Üben im „Haus Seegarten“ – keine Chance gegen Marcus
Leider waren meine Fähigkeiten am Queue nicht so austrainiert wie die am Schraubenschlüssel. Ich hätte das erste Spiel gewinnen können, da war Marcus noch etwas „eingefroren“ – habe es aber, durch Versenken der „schwarzen 8“, eine Kugel vor dem Sieg verschenkt.
Dann verlor ich eine Partie mit einer Kugel Unterschied, eine mit zwei und so weiter und so fort – lediglich die letzte Partie konnte ich, aussichtslos in Rückstand liegend, für mich entscheiden – weil Marcus, Ihr ahnt es, die „schwarze 8“ versehentlich versenkt hat. Der Teufel ist… aber das wisst Ihr ja!
Auch sonst ist es recht schön im „Crescendo Bowling“…
Die Bowling BahnenDie Bar
Wir gingen zu später Stund´ zufrieden nach Hause. Übrigens finden wir NESSAJA jetzt etwas leichter! Auch Sibylle konnte dem Wunsch nach leuchtender Weihnacht nicht wiederstehen und kaufte im Chinaladen ein – seither umspielt ein weihnachtliches Leuchten unseren Niedergang. Ich stimme zu, ein wenig Festtagsstimmung schadet uns nicht!
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!
Wetterwarnung! Schwere Regenschauer sollten uns heimsuchen – ein oder zwei Tage Dauerregen sogar. Ich nehme es vorweg, ganz so schlimm wurde es nicht – aber trotzdem ist ein ganzer Tag Regen in der Marina trostlos.
Grau in grau – es prasselte fast den ganzen Tag
Es regnete sich ein und die dicken Tropfen prasselten auf NESSAJAs Kunststoffhaut – richtig – die Bootskenner unter Euch fragen sich jetzt – ist sie dicht???
Die Antwort – nein!
Fenster – passt
Luken und Fenster haben wir gut im Griff – da fällt maximal ein Tropfen am Verschluss herunter. Undichtigkeit in homöopathischer Dosis, akzeptabel sozusagen.
Anders sieht es mit unserer Fußreling und einer Klemme am Deck aus. Die Klemme kann ich wohl noch selber abdichten, die Fußreling ist eine andere, eine große Baustelle.
Wir bekämpfen den Eintritt erst mit Tüchern, suchen dann aber, als alles nichts hilft, nach schlauen Lösungen. Der Daniel Düsentrieb in mir siegt abermals!
Und morgens haben wir Teewasser 😉
Ernsthaft, das Wasser sammelt sich in der „Rinne“, an der der Trichter ansetzt. Die Fugen des Deckels lassen es abtropfen. Ich neige dazu, als finale Lösung die Fugen mit SIKA zu schließen und hinten an der Rinne, links wie rechts, eine Art „Drainage“ zu bauen und das Wasser in die Bilge abzuleiten – von dort kann ich es abpumpen.
Muss ich noch behirnen…
Ich bastle die Lösung und beschließe, an einem Tag wie diesem, mit meinem Blog anzufangen – so würde ich exakt zum 01.12.2022 fertig sein und den neuen Monatsbericht publizieren können.
Eine Phase der Konzentration
Ich werde abgelenkt, weil Sibylle mich erinnert nach den Paketen für FINI zu sehen. Die beiden Freunde machen ein Wochenende in Bodrum und erwarten Post. Ok, ich sollte ohnehin ein bisschen die Beine vertreten, das Wetter hat gerade aufgelockert – außerdem erwarte ich ja noch mein Päckchen mit dem Garantieteil von Truma.
Ich mache mich auf den Weg zur Chandlery – und komme mit den Paketen für FINI zurück…
Da mir die Sendungen zu üppig für eine Zwischenlagerung auf NESSAJA erscheinen, bringe ich sie noch auf die Bavaria der Österreicher – Job erledigt, mein Päckchen war leider nicht dabei.
Gut verräumt
Meine teuer erworbene Stablampe „Made in China“ gibt den Geist auf – nach einem halben Jahr! Macht es Sinn in Griechenland zu reklamieren? JA! Es ist so einfach wie bei ALDI. Ich bringe den flackernden, glimmenden Lichtspender zum Elektrogeschäft, der nimmt ihn mir ab und gibt mir einen neuen – Ende der Geschichte.
Warum Einzelhändler ihre Preisschilder immer auf die relevanten Bauteile kleben – hier auf die Lichtscheibe – bleibt dagegen das Geheimnis des Kaufmanns…
Grrrrr, grrr!!!
Es gibt einen weiteren Song den ich auf der Liste hatte Headline des Monats zu werden – erinnert Ihr euch an „Das Blech“ von Spliff?
„Da fliegt mir doch das Blech weg…“
Ersetze weg durch zu und wir haben ein Thema – Sepp ist vor wenigen Stunden gelandet und hat Wort gehalten. Er bringt mir mein Hitzeschutzblech mit, welches wir bei einem gemeinsamen Abendessen austauschen. Ehrensache, dass die Rechnung auf mich geht!
Hitzeschutzblech – made in Greece
Ich schneide mir das Trum zurecht und verklebe die Kanten mit Alutape. Jetzt ist es fertig zum Einbau – und den nehme ich gleich vor!
Vielsagend – und auch wieder nicht
Jetzt ist die Heizung bereit für den sorglosen Dauerbetrieb. Die beiden in thermische Schutzstrümpfe verpackten Bauteile Heizungsauspuff und Wasserschlauch, sind jetzt an der engsten Stelle noch einmal thermisch isoliert – so kann nichts mehr passieren!
Darauf ein Eis – der Regen ist durch und die Temperatur erlaubt es, im Außenbereich zu sitzen.
Das letzte Eis im November – White Parfait und Banoffee
Es fällt der Entschluss, noch einmal mit der DARKSYDE Crew zum Essen zu gehen. Wir wählen „El Greco“ als unser Ziel. Die Taverne in Panteli, welche alsbald nach Lakki ziehen wird – das wird eine echte Bereicherung für den Ort. Das Ambiente stimmt, wir haben fantastisch gegessen!
Wandgemälde im „El Greco“
Während Marcus sich noch über das Gesäß der Dame in Bildmitte echauffierte, nagte ich das letzte Lammkotlett ab. Ich werde die Drei vermissen, die Karlsruher waren eine Bereicherung während der letzten Wochen. Marcus hat uns im Februar nach Gran Canaria eingeladen – ich spiele mit dem Gedanken die Einladung anzunehmen. Kommt darauf an, ob das Teakdeck an NESSAJA gemacht wird…
Ihr werdet uns fehlen, ganz sicher – wir haben Euch sehr liebgewonnen!
Der neue Tag, der letzte des Monats, beginnt mit einer Überraschung! Mein Paket ist da – ich habe das Reklamationsteil erhalten, es aber nichteinmal ausgepackt um den Blog fertig zu schreiben.
Inhalt hilft Geschichten zu schreiben
So sitze ich heute den ganzen Tag am Rechner, um das virtuelle Tagebuch fertig zu bekommen – die Vergangenheitsbeschreibung holt die Gegenwart ein…
Das habt Ihr vor wenigen Minuten noch gelesen
Die Geschichten des neuen Monats gibt es noch nicht, das Leben wird sie schreiben – ich bin aber sicher, dass die Verabschiedung der Karlsruher ein Thema sein wird, die Reparatur der Gasanlage und die Fortsetzung des NMEA2000 Projektes. Vielleicht widme ich mich sogar, in einer „blauen Stunde“, wieder meinem Victron Projekt. Ein wesentlicher Punkt wird Weihnachten und Silvester sein, wir feiern zum ersten Mal alleine und fernab der Familie – wie fühlt sich das an?
Es bleibt also Raum für Spekulation und Fragen – es bleibt spannend! Bleibt dran und folgt uns weiter.
Heute gibt es nur noch Abendessen und ein wenig YouTube, dann werden wir relaxed in den Dezember hineinschlafen.
Kaliorexi – guten Appetit
Wie immer bedanken wir uns für das Interesse an unserem Blog, an unserem Tagebuch des Lebens, unserem „Buch der Erinnerung“. Wir wünschen Euch auf diesem Weg schon einmal eine schöne Adventszeit, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Wir werden diesbezüglich noch einmal in den Sozialen Medien grüßen, freuen uns aber sehr über jeden Videocall in der Weihnachtszeit oder während der Festtage – lasst einfach was von Euch hören!
Es grüßen ganz herzlich aus Leros – die Crew der NESSAJA, Sibylle & Mario
Während ich unsere Erlebnisse des Monats Oktober sortiere und zusammenfasse, wird mir bewusst wie die Zeit verfliegt. Anfang des Monats waren wir noch in Deutschland und jetzt, zurück in Griechenland, wird es einsam um uns herum – der Herbst zieht ein, die Freunde verabschieden sich, the „Boys of Summer“ are leaving.
Mir fallen die ersten beiden Strophen von Don Henley´s „The Boys of Summer“ aus dem Jahre 1984 ein…
Nobody on the road Nobody on the beach I feel it in the air The summer’s out of reach
Empty lake, empty streets The sun goes down alone I’m driving by your house Though I know you’re not home
…welche sich sehr gut auf die hiesige Situation übertragen lassen. Das Meer wird langsam leer, die Schiffe gehen in die Heimathäfen zurück. Die „Häuser“ der Freunde, deren Schiffe, sind inzwischen weitgehend verwaist – es ist kaum jemand „zuhause“. Der Sommer 2022 findet ein langsames Ende, es beginnt eine andere Zeit, eine langsamere, nicht weniger schöne und reizvolle.
Doch der Reihe nach…
Wir schreiben den 01.10.2022 – unsere Tochter Franziska hat gestern geheiratet. Wir wachen auf, sortieren die Gedanken und richten uns für einen Ausflug – zum Gasthaus „Deininger Weiher“ um dort unsere Freunde Christine und Burcki zu einem Spaziergang mit anschließendem Abendessen zu treffen.
Just in time – die Freunde treffen jede Minute ein
Fast wurde nichts daraus, der Regen kam zurück und vermieste uns den Tag – zumindest versuchte er es…
Regen – den ganzen Tag
…doch das ließen wir nicht zu. Zum Einen weil wir uns auf das Treffen freuen und somit kein Platz für Verdruss war, zum Anderen weil wir dem Wetter einfach nicht böse sein konnten – hatte es uns an Franzis Hochzeitstag doch mit seinen Kapriolen verschont.
So sind wir Vier, wie vereinbart und verabredet, zu unserem Spaziergang aufgebrochen!
Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung
Der geneigte Leser möge sich in Erinnerung rufen, dass zumindest ICH keine wintertauglichen Schlechtwetterklamotten mehr habe. Mein Wunsch war daher den Rundgang um den Weiher nicht künstlich auszudehnen – was allgemeine Zustimmung fand.
Ob ich mir ein Pilzgericht bestelle?
Wir genossen die Natur, in gewisser Art und Weise auch den Regen – hatten wir das doch schon lange nicht mehr in dieser Form.
Am Scheitel des Marsches zeigte sich – der Rückweg wird kein weiter sein – ich war beruhigt. Dennoch, die Himmelsschleusen waren offen, den ganzen Tag…
Ein schönes Plätzchen Natur
…die anschließende Stärkung war somit mehr als verdient – und unter Zugrundelegung leichter Rundungsfehler war es vielleicht sogar ein kalorienneutraler Nachmittag 😉 !
Schweinsi – what else???
Am Abend dieses Tages erreichen mich Bilder aus Leros. Ein Nachbar hat den gleichen Motor wie ich und offensichtlich ein Problem mit einem zwar leichten, aber latenten Ölverlust. Er versuchte der Sache mit einer Plastikhülle entgegenzutreten…
DA sifft es raus
…was aber zum Scheitern verurteilt war! In der Kommunikation wurde festgelegt wo es nun wirklich leckt und wie die Problemlösung aussehen könnte.
Genauer – HIER!
Der schweizer Freund war sehr gut vorbereitet, er sendete mir Seiten des Ersatzteilkataloges und brachte sein Anliegen auf den Punkt…
…zweimal Nummer 11 und zweimal Nummer 12 – könntest Du vielleicht in Deutschland bestellen und die Teile mit nach Leros bringen?
VOLVO Teile zu Apothekenpreisen – 198.-€
Klar kann ich! Ob ich auch beim Einbau helfen könnte??? Ja, lass´ mal überlegen…
OK, ich helfe, machen wir gleich nach unserer Rückkehr – sprach´s und hatte sich schon wieder Arbeit eingehandelt. Extern! Nicht an NESSAJA! Sibylle war ein wenig misslaunig.
Ein neuer Tag, der Tag vor unserer Rückreise nach Leros. Wir planen exakt wie beim letzten Mal und freuen uns über die offenen Arme von Christine und Nader, jetzt ja nicht mehr „nur“ Freunde sondern Franziskas Schwiegereltern, Familie sozusagen.
Wir fahren also nach Erding, durchqueren mit dem Zug die Stadtlinie von München, wo gerade der letzte Tag der „Wiesn“, des Oktoberfestes, angebrochen ist. Wir sind froh am ländlichen Zielort anzukommen und wieder Ruhe statt Trubel spüren zu können.
Idylle gleich beim Gasthaus
Wir quatschen ein bisschen und kehren dann noch einmal in dem Landgasthof ein, in dem wir auch beim letzten Besuch unser „Abschiedsessen“ genossen haben – ein letztes bayrisches Dinner nebst Bierbegleitung (es war Wiesnzeit) – dann ging es zeitig ins Bett.
Cordon Bleu – nicht gerade typisch bayrisch, aber gerne genommen. Und sauguad…
Der folgende Morgen war ein „Early Bird“ – Start. Wecker um 03.45 Uhr, wieder bringt Nader uns zum Flughafen – was für ein Freundschaftsdienst um diese unchristliche Zeit – dann Glück beim Anstehen, denn die Schlange war ellenlang, aber just in dem Moment als wir am Ende ankamen, hat auf gegenüberliegender Seite ein zweiter Schalter geöffnet. Glück gehabt! So lief zunächst alles nach Plan…
Erster Flug nach KosLandeanflug über der griechischen Ägäis
…zunächst!!! Wir wussten, dass wir knapp kalkuliert hatten. Unser Flug müsste just in time landen, wir müssten relativ schnell am Gepäckband sein und unsere Tasche dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen – dann sollten wir noch ein Taxi erwischen. Wenn alles klappt KÖNNTEN wir unsere Mittagsfähre nach Leros erreichen.
Viel Konjunktiv – ich mache es kurz – es war sowas von knapp!!!
Wir sind pünktlich gelandet, waren rasch am Gepäckband, aber unsere Tasche kam nicht. Sibylle ging schon zum Taxistand aber ich wartete und wartete und wartete…
Als die Tasche kam, war ich (fast) der Letzte, hastete zum, mit laufenden Motor wartenden, Taxi und wir rasten los. Ich konnte dem Mann schildern um was es ging und er wollte zeigen, dass er der, nach eigenem Bekunden, „best Taxidriver in town“ ist. Ich wusste von meinen Dienstreisen – meist geht es gut, checkte auf „Marine Traffic“ den Standort der Fähre und ließ den Fahrer gewähren. Sibylle bemühte sich, nicht zu schreien!
Sie ist schon da – oder ist sie NOCH da? Was ein Glück!
Wir kamen in Kos an als die Fähre gerade einlief. Ich bedankte mich mit einem großzügigen Trinkgeld, rannte über den Platz zum Anleger und mir wurde erst als ich die wartende Menge sah klar – geschafft! Wir haben es geschafft, minutiös! Wir hätten keine zwei Minuten später dran sein dürfen.
Zufrieden – jetzt ausruhen
Wie groß unser Glück war, realisierten wir erst auf der Fähre. Sibylle hatte gecheckt, dass es für den Fall wir würden die Fähre versäumen, eine große Nachtfähre gab. Aus unserer Sicht war das Risiko also ein Tag auf Kos.
Wir haben erst im Taxi erfahren und erst jetzt realisiert – diese Fähre geht ab 01.10. nicht! Wir hätten also in Kos übernachten müssen. Gut, dass der Taxifahrer alles gegeben hat – er ist unser Held des Tages, „the best driver in town“!
Frühstück
Angekommen in Leros gönnen wir uns ein Frühstück und fahren runter. Wir sind zuhause, vom Weckerklingeln bis zum Frühstück auf der Insel acht Stunden. Ich glaube, weniger geht nicht.
…schmeckt heute doppelt gut
Wir beziehen unser schwimmendes Zuhause, machen klar Schiff und aklimatisieren uns. Dazu gehört für mich zwingend ein Bad im Meer – dieses Anliegen wird sofort in die Tat umgesetzt.
Spätsommer
Wir gönnen uns ein Eis bei Repapis und realisieren – wir sind zurück im Sommer. Diese letzten Spätsommertage mit Temperaturen jenseits der 25°C Marke wollen wir genießen so lange es geht.
Einfach lecker
Unser Gefühl, dass das Eis bei Repapis schon ein sehr gutes ist wird bestätigt – durch ein Schild, welches seit unserer Rückkehr am Tresen steht. Man ist stolz und zeigt das – Bravo.
Der Abend bricht herein, wir sind todmüde. Früh aufgestanden, die turbulente Anreise, der Temperaturunterschied, das Bad im Meer – in der Summe schlaucht das. Wir genießen den Sonnenuntergang und fallen ins Bett.
Abendsonne
Gähhhhn, wie spät ist es??? Ah, Zeit zum Aufstehen, in Ruhe einen Kaffee schlürfen, tocktock, tocktock – es klopft…
Der eidgenössische Nachbar steht an der Gangway und ist nervös, das spürt man. Sein Schatz, also sein Schiff, nicht die Gattin, leidet immer noch unter dem Ölverlust und er weiß schließlich die Ersatzteile bei mir. Man merkt ihm an, er möchte die Reparatur besprechen.
Er kommt an Bord mit allerlei Zetteln und plant mehr oder minder einen umfangreichen Eingriff – man könne das schadhafte Teil schließlich nicht drehen und dies verlange somit die Demontage einiger Umfeldteile. Ok – ich höre zu und denke nach, ich mache das anders…
Teile und Werkzeug
Ich verschaffe mir ein Bild, denke und hoffe, dass es knapp möglich sein wird die alten Teile zu demontieren ohne viel abzuschrauben. Der Nachbar protestiert, aber ich kann mich durchsetzen.
Er bekommt eine Rolle IM Motorraum, denn da passe ich nun wirklich nicht hinein…
Platz ist in der kleinsten Lücke
…ich dagegen zelebriere mein Werk von außen – und hatte Erfolg. Oder Glück. Oder beides…
Bereits nach relativ kurzer Zeit konnte der Selbstzünder zum Probelauf gestartet werden und blieb dicht. Das musste gefeiert werden!
Aperol Spritz im „Morano Cafe“
Weil ich grad dabei war und die Finger noch schmutzig waren, wurde gleich Fremdprojekt Nummer zwei in Angriff genommen. Der Aperol zu Mittag hat auch etwas Antrieb geliefert wie es scheint.
Um zu verhindern, dass Werner wegen seiner beschädigten Gangway ins Wasser fällt, musste Ersatz geschaffen werden. Werner und ich hatten vereinbart, an dieser Stelle keine 800.-€ zu investieren, sondern die Landbrücke aus einer Leiter selber zu bauen. Aber wie kommt Werner dann an und von Bord?
Es traf sich gut, dass Johannes gerade auf Heimatbesuch war, so konnte seine Gangway einstweilen an Werners rassiger Schwedin angedockt werden.
„Übergangslösung“ – im Wortsinne
Bei Werners Passerelle konnten wir anschließend den Schaden feststellen – und der war ausgeprägt!
GS Optima / 260cm (gewölbt wie eine Banane)Glatter Bruch!
Zur Erinnerung – auch ich hatte eine GS Optima, sie wurde zweimal wegen Bruch innerhalb der Gewährleistung repariert. Ich habe sie beim dritten Schaden durch eine Prasolux V4A Variante ersetzt. Ich hatte eine 220cm Version.
Nun denkt man ja bei meinem Gewicht immer, dass es an mir liegt, Werners Beispiel mit seiner 260cm Variante zeigt aber eindeutig, dass GS bei der Angabe des Maximalgewichtes (150kg) sehr optimistisch plant. Das mag ein paarmal gehen – aber auf Dauer hält die Gangway, in keiner Version, Personen mit +90kg stand. Ich war begeistert von dem Produkt – kann aber nicht mehr dazu raten.
Die Leiter, die Basis des DIY Produktes, musste also zum Schweißer um dort die ausgeschlachteten Räder und eine Base für den Haltepin anschweißen zu lassen.
Wie transportierst Du eine 250cm lange Leiter in Griechenland? Na griechisch eben…
Sibylle – kannst Du mal schnell…???
Die Teile wurden bei Giorgos „Boat & Parts“ abgegeben und das Tagwerk für beendet erklärt. Die Fertigung würde ca. eine Woche in Anspruch nehmen – passt.
Wir ließen den Tag bei Marietta ausklingen…
Mariettas neues Bistro – geht wie geschnitten Brot! Eine Erfolgsstory……weil´s lecker, frisch und authentisch ist!
Inzwischen haben immer mehr Freunde realisiert, dass wir mit NESSAJA das Jahr 2022 in der Marina verbringen werden. Es liegt auf der Hand, dass man sich für kleine Gefälligkeiten an uns wendet. Da helfen wir jederzeit gerne aus – so zum Beispiel als es um das stetige Laden von Marcus´ Wohnmobilbatterie ging…
…ich stecke das Ding halt alle zwei Wochen für 24h an den Landstrom – so kann der Freund den Familienurlaub unbesorgt in die Länge ziehen.
Batterie laden – kein Problem, wird umgehend erledigt 😉
Kurz bevor wir aus Deutschland zurück kamen, war Hans-Peters Frau Petra angereist. Wir hatten schon viele gemeinsame Urlaubsmomente, jetzt jedoch sollte, mit unserer Unterstützung, Leros vollumfänglich erkundet werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Leihwagen angemietet.
Nach dem Frühstück brachen wir auf – wir entdecken die Insel von Süd nach Nord. Erstes Ziel – Xirokampos, das Kirchlein Agios Kavouradena.
Malerisch im Fels gebautEin Kerzlein für jedes Anliegen
Danach ging es wieder in den Kleinstwagen (Hyunday i10), in dem neben Sibylle und Petra auch Hans-Peter und ich Platz finden mussten. Als wäre das nicht genug, hatte auch Merlin noch ein Plätzchen im Kofferräumchen zugeteilt bekommen.
Nächste Station – Panteli! Wir parken im alten Fischerhafen und schlendern einmal von links nach rechts.
Griechenland – wie aus dem Bilderbuch
NATÜRLICH genehmigen wir uns eine Speiseeisspezialität als wir das „Sorbet“ passieren, wie könnte man da vorbeigehen?
Die Oktobersonne genießen
Derartig erholt und mit neuer Energie versorgt, haben wir den Zuckerschub genutzt um an den Mühlen vorbei (Fotostop) direkt zum Castel zu fahren. Dieses haben wir dann ausführlich besucht, erlaufen und angesehen – hier ein paar Impressionen…
Castel – altes, beeindruckendes GemäuerGänge und StiegenHerrliche Ausblicke – in alle Richtungen (hier NW über Agia Marina und Alinda)Der Blick nach Süden – auf die Windmühlen und KalymnosFreunde gefunden – unsere illustere TruppeDer Fotograf fotografiert die Fotografin fotografiert den Fotografen macht Fotos
Über alledem weht, wie so oft und nahezu überall, die blau-weiße hellenische Flagge – mir gefällt das…
Marios the Greek – ein neuer Filmtitel?
Auf dem Rückweg kamen wir abermals an den Windmühlen, einem weiteren Wahrzeichen Leros´, vorbei.
Von hier aus führte unser Weg in Richtung Norden. Hier ist vor Allem die kleine Kapelle Agios Isidoros erwähnenswert. Treue Blogleser kennen diese ja schon – aber es war natürlich eine Selbstverständlichkeit, auch mit Petra und Hans-Peter hierher zu kommen.
Agios Isidoros bei Gourna
Da der Strand von Gourna direkt um die Ecke lag, haben wir uns im dortigen Cafe eine köstliche Kaltschale gegönnt und Merlin bekam etwas Auslauf.
Wer schon länger den Blog verfolgt und sich scheinbar unwesentliche Kleinigkeiten gut merken kann weiß, dass Sibylle auf Friedhöfe steht. Wie toll, wenn man solche Leidenschaften mit anderen teilen kann! Wie meine Gattin sich freute, als Petra ihr eröffnet hat, dass sie es liebt über Friedhöfe zu schlendern. Nix wie hin…
„…wie eine kleine Stadt…“„…die uns Geschichten erzählt!“ – Ok, wer´s mag.
Da bleiben Hans-Peter und ich lieber bei irdischen Geschichten und erzählen uns gegenseitig von unseren Projektplänen und unseren Invertern, vergleichen Watt und Ampere und freuen uns über jedes Volt.
Die Zeit verfliegt und die Damen kommen zurück aus der Stadt der Grabstätten – die beiden Lara Croft aus Leros.
Von der Mitte aus setzen wir unsere Fahrt in den Westen fort und fahren noch zu den Küsten am Ende der Lakki Bucht.
Wieder Blick auf Kalymnos – aber diesmal andere Seite
Bei der Rückfahrt zur Marina wird uns deutlich, dass wir irgendwo im Nirgendwo sind – hier kann Dir alles auf der Straße begegnen, alles…
Diesmal nur Ziegen
Vorsicht ist also geboten und da ich Hans-Peters Fahrkünste nicht kenne, überlege ich mir zu unkonventionellen Lösungen zu greifen – doch Sibylles Ermahnung verbietet mir dieses Handeln.
Sicher wäre sicher – doch Sibylle meint: „sicher nicht“
Zum Dinner begibt man sich einmal mehr zum Glatzkopf, der sein Markenzeichen im Namen der Taverne verewigt hat „o Karaflas“ – hier mundet es heute vorzüglich! Der Skipper gönnt sich ein 1200g Steak.
Der Chef bei der Arbeit
Da das Gewicht mit Knochen bemessen ist, habe nicht nur ich als bekennender Fleischliebhaber etwas von dem Fransen, nein, auch der gute Merlin kann partizipieren indem er der Knochen abfieseln darf.
YESSSS!
Zwischenzeitlich hatten wir in Erwins WhatsApp Story spektakuläre Bilder von Sonnenuntergängen gesehen. Der Bergfex war, in Begleitung seiner Angetrauten, auf die Westseite der Insel gefahren, um dort das Eintauchen der Namensgeberin unseres planetarischen Systems in das Meer zu beobachten. Ich vermute Erwin wollte den Teil „Romantik“ des Urlaubs bedienen 😉
Sibylle war angefixt und konnte, mittels des allwissenden Internets, die Zeit des Sonnenuntergangs exakt bestimmen. So war es ein Leichtes, es den Österreichern am Folgetag nachzutun und ebenfalls den Romantikteil des Monats Oktober abzuhandeln…
GS – erlebt viel!
Übrigens ist auch das Openerbild, der Teaser dieses Berichts, hier und heute entstanden.
Bereits bevor wir nach Deutschland fuhren, hat Marietta angekündigt, dass sie eine private Feier zum Saisonabschluss veranstalten werde. Es kämen Familie, Freunde und liebe Gäste. Wir seien auch eingeladen. Das hat uns sehr geehrt und es war uns ein Vergnügen unsere Aufwartung zu machen. Bei dem recht groß angelegten Fest wurde – natürlich – gegrillt…
Kotlett vom Grill?Oder lieber Zicklein aus dem Ofen?
…und reichlich gegessen und vor Allem getrunken!
Kartoffeln aus der Pfanne……und vieles mehr – vom Buffet!
Es war ein Hochgenuss, die Stimmung war ausgelassen – und wir mal wieder mittendrin!
In den Bechern war Wasser – oder Wein – oder Tsipouro
Wir haben eine Menge bekannter Gesichter wiedergetroffen und natürlich auch viele neue Bekanntschaften gemacht. Egal ob Grieche, Deutscher, Israeli, Franzose, Italiener oder Engländer. Hier waren keine Touristen – alle Anwesenden, sofern nicht einheimisch, hatten ihre Geschichte, leben hier in Häusern oder auf Booten. Sehr interessante Gespräche, sehr interessante Menschen!
Manolis und Flourios
Ich war begeistert, dass Marietta meine beiden Lieblingsmusiker für die private Feier gewinnen konnte. Es dauerte wirklich nicht lange und die Stimmung kochte über. Natürlich wurde getanzt was das Zeug hielt. Eröffnet haben Takis, Mariettas Gatte, nebst Galis dem Reifenhändler…
Hopahopa
Später, die Feier war in vollem Gange, kam Mariettas Mutter vorbei. Sie ist die Besitzerin des alten Hauses in dem die Feier stattfinden durfte. Die Dame ist betagt, hat aber neugierige Augen – und sie ließ es sich nicht nehmen, einen Tanz auf´s Parkett zu legen. Einen Einzeltanz, einen Ausdruckstanz – Zeibekiko – in dem vornehmlich die alten Männer, hier eben die Hausherrin, die Last und Erfahrung des (langen) Lebens zum Ausdruck bringen. Ein Gänsehautmoment!
Die Anwesenden, hier ausnahmslos die Griechen, knien im Kreis, feuern den Tänzer / die Tänzerin an und zerdeppern auch mal das gute Geschirr. Es ist beeindruckend hier dabei sein zu dürfen.
Das Fest war tagsüber, am frühen Abend geht man heim. WIR DANKEN! Wir sind froh und stolz ein Teil dieser Feier gewesen zu sein. Wir waren Gäste, es war privat, jeder hat nur etwas zu Trinken mitgebracht – Danke Marietta!
Ein Abendessen gab es an diesem Tag nicht – ein Eis schon…
Die Sonne taucht die Einfahrt zur Lakki-Bucht in unwirkliches Licht, der Tag endet, wir gehen mehr als zufrieden und glücklich ins Bett.
Neuer Tag, neues Glück, neue Pläne…
Wenn Ihr den Beitrag des letzten Monats gelesen habt wisst Ihr, dass Hans-Peter und ich die Gelegenheit hatten, mit Werner zusammen eine Testrunde zu segeln. Dies scheint Hans-Peter gefallen zu haben und er hat Sibylle und mich eingeladen, auch mit Petra und ihm einen Schlag zu segeln. Der Plan sah vor, die gleiche Wegstrecke zurückzulegen wie ein paar Wochen vorher mit Werner. Also Lakki, nordwärts, zwischen Leros und Archangelos durch, wieder südwärts bis in die Bucht von Alinda. Dort wollten wir bei Dimitris´ „To Steki“ essen, bevor wir mit dem Taxi zurückfahren.
Gedacht – gemacht! Und weil Werner nicht alleine zurückbleiben wollte, hat er sich kurzerhand Angelika angeheuert um an der Runde zu partizipieren. Meine Aufgabe war die Tischreservierung…
Morgens um 10.00 Uhr in Griechenland…
Emsiges Treiben am Steg
Werner, schon am Heck seiner skandinavischen Schönheit, die Heckleinen schon in der Hand. Angelika an Bord, die Gangway bereits eingezogen – klar zum Ablegen?? Weg war er…
Auf dem Weg – welcher das Ziel ist
Bei uns dagegen – saarländisch, bayrisch, badische Gelassenheit…
Merliiiiiiiin, is des down? (Der Hund kann nämlich Englisch), soll de Hund hinne odder hause hogge? Ja kennds eich jetz amoi olle hisetzn? Sehr lustig bei uns an Bord – Leinen los!
Nur noch Sekunden……und los geht´s!
Man schaut uns vom Steg ungläubig hinterher – die fahren ja wirklich weg. Tja, das Leben ist eine Wundertüte! Einzig Angelikas Gatte Uli blieb zurück – ich glaube er freute sich über die Ruhe und die Zeit sein Buch lesen zu können. Er würde abends beim Dinner dazustoßen.
Zwei Boote – eine Regatta. Werner hatte einen Vorsprung, musste aber sein Dinghy in die Davits holen. Schon an der Marinaausfahrt hatten wir den Haudegen wieder.
Ein Winken für´s Foto – dann aber schnell!Ein letzter Blick auf Lakki
Hans-Peter hatte einiges an der neuen Navigation einzustellen und auszuprobieren. Fehler, welche nicht sofort behoben werden konnten, wurden akribisch notiert, um diese beim Elektriker einsteuern zu können. Wir sind auf diese Weise erst einmal fast eine Stunde unter Motor Richtung Buchtausgang und darüber hinaus gefahren.
LIBERTÉ tuckert schon – ALENA wurstelt noch am Beiboot
Während wir in unsere Systemtests vertieft waren, zieht doch Werner, der alte Segelstratege, klammheimlich seine weißen Tücher – in unserem Rücken blieb dieses Handeln von uns unbemerkt, um uns dann winkend zu überholen! Potzblitz!
ALENA segelt schon – LIBERTÉ tuckert noch
So nicht, Weißbart! Dich kriegen wir! Auch wir ziehen die weißen (eher grauen) Tücher, um mit deutlich mehr Segelfläche die davoneilende Schwedin wieder einzufangen – so legen wir 7.2kn vor, das ist nicht schlecht!
Dennoch gelingt es uns nicht, den wilden Werner und die angstlose Angelika einzuholen. Es ist schon beeindruckend, wie gut die eigentlich etwas moderater geschnittene HR39 geht – ein tolles Schiff.
Doch diesmal geht Werner ein Stück zu weit in die Vorlage. Er wendet recht spät Richtung Archangelos, kann später sagen, dass er länger toll gesegelt ist, ahnte aber nicht, dass der Wind ein Stückchen drehen sollte.
Wir, inzwischen vollkommen im Regattamodus (mit einer Bavaria 41H mit alten Segeln 🙂 ) – nehmen uns zusammen, bündeln unsere Kräfte und folgen dem Befehl unserer Steuerfrau – „klar zur Wende!“ „Klar ist“ „RE“!
SO geht Regatta
Die perfekte Petra geht hart an den Wind, wir nehmen die Segel dicht und können Archangelos direkt anlegen. Werner war noch vor uns, aber wir haben viel Weg gespart. Wir waren wieder im Rennen.
läuft
Ich flirte derweil – nein, nicht mit meiner Frau (der Romantikteil 10/2022 war erledigt, ihr erinnert Euch), auch nicht mit Petra, das wäre zu gefährlich weil Hans-Peter Jäger ist und somit bewaffnet sein dürfte. Nein, ich flirte mit einem von Melmac!
Marios der Grieche und Merlin von Melmac – ein Herz und eine SeeleLiebe ist…
Hans-Peter hingegen kehrte den Gastgeber heraus und lud zum Kaffee, frisch gemahlen natürlich! Klar, was sonst???
Nur noch 1000x drehen
Der Wind ließ nach, die Crew entspannte sich, legte den zu segelnden Kurs fest und siehe da – es sollte ein anderer sein als der, den Werner wählte. Dann ging man zu einer Phase der Gemütlichkeit über…
Entspannt vor dem Wind
Auch Sibylle testete ihre Flirtkünste – kann aber nur Achtungserfolge erzielen.
Wo war Werner? Wir haben den längeren Weg gewählt, in der Hoffnung etwas weiter draußen ein bisschen mehr Wind zu haben. Er hat hinter einer Insel ohne Wind „geparkt“ und ist dort nicht mehr aufgetaucht.
Doch siehe da, während wir auch den letzten Meter bis zum Ankergrund segeln, lässt der mit allen Wassern gewaschene die Segel einholen und startet den Motor – um uns auf den letzten 100m einzuholen und die erste Boje zu schnappen. So ein Schuft.
First ship home
Wir erklären die Regatta für beendet, machen an Boje 2 hinter Werner fest und bereiten die Crew zum Landgang vor. Da Werners Schlauchboot einen Platten hat, bittet er um Shuttledienste, die dann von Hans-Peter erfüllt werden. Da auch Hans-Peters Dinghy nicht als Taxiboot auf die Welt gekommen ist, musste er x-mal fahren um uns alle an Land zu bringen.
Die mit dem stärksten Bewegungsdrang als erstes – Sibylle und Merlin
So brach der Abend herein und wir starteten den Einkehrschwung ins „To Steki“, wo die Tafel für uns reserviert war. Von dort aus hatten wir den perfekten Blick auf die Boote in der Bucht.
ALENA und LIBERTÉ an Bojen in der Alinda Bucht
Uli wurde angerufen, kam von Lakki gefahren um mit uns zu Abend zu essen und Angelika hier abzuholen – wir hatten einen sehr netten Abend.
Dieser endete spät und so leitete der Vollmond unseren Heimweg – der allerdings mit dem, inzwischen gerufenen, Taxi zurückgelegt wurde.
Vollmondnacht
Am nächsten Tag segelten Werner sowie Hans-Peter und Petra ihre Schiffe auf gleichem Weg zurück in die Marina.
Der Vorabend hatte eine Komponente welche für Missstimmung sorgte. An LIBERTÉ wurde vor einigen Wochen, im Rahmen einer Reparatur am Mast, ein sogenannter Rigg-Check gemacht. Hans-Peter braucht hierüber einen Nachweis für verschiedene Zwecke, weil sein Boot und somit auch das Rigg älter als 20 Jahre sind.
Long Story short – ich bin in der gleichen Situation, hatte auch Reparaturen am Mast und so eine Bescheinigung bekommen. Ich wusste von anderen Eigenern ob dieser Möglichkeit. Hans-Peter hingegen hatte Schwierigkeiten das Dokument zu bekommen, die Situation war verfahren, er sauer und enttäuscht.
Doch wie weit kann, darf, ich mich hier einmischen??? Ich vertrat die Meinung, dass es ein Missverständnis ist, Hans-Peter nahm es persönlich.
Was tun???
Bestechungsversuch!
Ich kaufe eine Schachtel Gebäck als Geschenk verpackt und nehme mir vor, den Bestechungsversuch gar nicht vertuschen zu wollen. Dennoch hoffe ich, dass Süssigkeiten eine gute Gesprächsgrundlage bieten…
…derart gewappnet fahre ich die GS in die Marina und trete den Weg zum Büro an. Die Damen lachen und freuen sich über mein Dankeschön und die süsse Zuwendung. Natürlich merken sie sofort, dass dies mit einem Wunsch meinerseits verbunden ist. Salbige Worte und mehrfaches Augenzwinkern halfen die Situation zu erklären, aufzuzeigen wofür das Schriftstück gebraucht wurde und dass eine einfache Ausführung ohne offiziellen Charakter ausreichen würde – ein Missverständnis, wie ich vermutet hatte.
Das Problem war gelöst, Hans-Peters Laune war fast schon als ausgelassen zu bezeichnen. Ein guter Tag!
Ein guter Tag zum Arbeiten…
Genua weg, Schlauchboot hochMaß nehmen für die Neuanschaffung
Es wird ernst – die geplanten Abreisetage der „Boys of Summer“ rücken näher! Die Schiffe mussten langsam aber sicher winterfest gemacht werden, Neuanschaffungen für´s Jahr 2023 wurden geplant, es sollte nichts vergessen werden. So haben wir erst Werners Genua abgeschlagen, vermessen und gepackt – dann Hans-Peters Vorsegel.
Bavaria 41H – schon auf dem Vordeck ganz gut gepacktNach dem Vermessen aber nochmals ordentlich gefaltet
Sibylle war ruhig. Sie akzeptierte, dass ich den Freunden half. Sie hätte es aber lieber gesehen, wenn ich auch an NESSAJA gearbeitet hätte. Es kam kein Klagen von ihr – aber ich weiß ihre Körpersprache zu deuten – die Arme in der Hüfte sollten zum Nachdenken anregen. Das tat ich – und versprach Aktion, sobald die Segelkameraden abgereist sein würden.
Doch für heute war das Tagwerk geschafft und es ging erstmal zum Essen. Wiedermal ins „SouVlakki“, wieder mal Giros-Chicken, oder doch nicht???
Ich hatte Bock auf ein halbes Hendl! Das habe ich mir bestellt!
Optische Täuschung
Ich hatte nicht am Schirm, dass die Broiler hier so eine Art Mutant sind – wer denkt, dass das kleine Huhn unter dem Berg Pommes fast verschwindet, muss einen Blick auf das Gesamte werfen – so wie Werner, der meiner Bestellung folgte.
Halbes Huhn mit Pommes gefällig?
Der Tag endete und wir alle fielen satt und zufrieden ins Bett.
Der neue Tag begann ohne das bekannte Geräusch des allgegenwärtigen Windes. Dieser war in den letzten Tagen zwar nicht stark, sorgte im Schatten aber dafür, dass es einem frösteln konnte. Heute war es bereits morgens warm, Grund genug also um einmal wieder früh am Morgen baden zu gehen.
Das Wasser ist inzwischen erfrischend
Obwohl das Wasser mit rund 20°C recht erfrischend ist, macht es Freude den Tag so zu eröffnen. Es belebt und ich komme in Ruhe in den Tag – wenn ich meinen ersten Kaffee genieße.
Angst vor Störenfriede muss man nicht mehr haben, der Tourismus ist für 2022 beendet. Die Touristen welche jetzt noch hier sind, sind ebenfalls solche die Ruhe zu schätzen wissen. Zumindest am Morgen.
Ich komme also derart erfrischt und in bester Stimmung zurück ans Schiff, als mich der Hilferuf der Gattin ereilt – ihr Nachttischlicht sei defekt, ich müsse es reparieren. Ich habe keine Zeit – wäre definitiv die falsche Antwort gewesen! Leider ist es nicht nur die Birne sondern ein Wackelkontakt im eingegossenen Schalter. Reparatur unmöglich, Ersatz nicht mehr zu bekommen.
Aus 2 mach 1???
Der Reparaturversuch mit einer alten, bereits ausgebauten Lampe scheitert, da ein Umbau des Schadteils nicht zerstörungsfrei möglich ist. Da ich aber den „Held des Tages“ Status begehre, schraube ich kurzerhand eine nicht benötigte Lampe hinter einer Kiste ab, verschließe das Loch sauber und verbaue die funktionsfähige Lampe an des Hasen Nachttisch. Ehr´und Huldigung waren mir sicher, denn die Reparatur war erfolgreich!
Während des Frühstücks ereilt mich ein Anruf von Giorgos – der Leiterumbau, die Erstellung Werners Gangway sei fertig. Er hat gleich ein paar Bilder mitgeschickt…
Räder angeschweißtAsymmetrische Halteplatte für den PinTrittsicher durch Belag aus Alu-Riffelblech
Super! Sieht gut aus! Ok, wir sollen das Ding abholen. Müssen wir sehen – heute eher nicht, denn die fertige Gangway holen wir – obwohl aus Alu – nicht mehr mit dem Motorrad. Wir müssen einen Autotransport organisieren. Mal sehen wie das klappt!
Aber nicht heute! Denn heute reisen Petra, Hans-Peter und Merlin ab. Unwiederbringlich, zumindest für 2022. Ihre Saison, die der LIBERTÉ, ist beendet. Wir bringen die beiden nach Agia Marina zur Fähre und genießen alle zusammen noch einen letzten Kaffee.
Verabschiedung mit GeleitGood Bye, bis 2023
Ein letztes Winken von Hans-Peter bis die Fähre um die Ecke fuhr. Die Ersten sind auf dem Weg nach Hause, zurück in den deutschen Herbst und Winter.
Am Weg zurück kauften wir uns ein Eis bei Repapis und konnten dort die ersten Vorboten des nahenden Halloweenfestes ausmachen. Auch im Bereich Zuckergebäck ist Repapis ein Meister seines Fachs!
Ich habe ein Auge auf Dich geworfen – kann zu Missverständnissen führen
Das Glück begleitet mich – während wir in Agia Marina saßen, rief mich Alistair von der MONNEYPENNY an. Er sei gerade bei Giorgos und müsse mich was fragen – er sei mit dem Auto dort…
…ich beantwortete seine Fragen um dann zur Gegenfrage anzusetzen – kannst Du mir eine Gangway in die Marina fahren? Kann er!
Das Lange muss ins Kurze – geht aber!
Dies hatte zwar zur Folge, dass seine Frau und ein Freund eine Runde aussetzen mussten, er war nicht alleine unterwegs (was ich aber nicht wusste) und es war daher nötig, dass er erst die Gangway brachte um dann seine Gattin nebst dem Kumpel abzuholen. Thanks my friend – ich glaube ich bin ein Bier schuldig!
Aber Werner hatte seine Gangway!
Gut, sicher, leicht – und ein Drittel des Preises
Was denn nun? Das Telefon schellt, sehr ungewöhnlich! Heute geht es Schlag auf Schlag – nanu, Hans-Peter, den haben wir doch gerade verabschiedet. Was will der denn???
Ein Seeventil, er hat vergessen ein Seeventil zuzumachen. Na wenn es weiter nix ist. Ich schließe den Hahn, welcher im Falle eines geplatzen Schlauches für Unbill sorgen könnte und schicke ein Beweisfoto – jetzt kann der Mann ruhig schlafen!
Beide zu – alles gut!
Am Nachmittag war es schön warm. Selbst Sibylle wollte noch einmal an den Strand, „vielleicht sogar ins Wasser“ hörte ich sie sagen. Verständlich, lockt das Meer am Panteli Strand doch zu dieser Zeit mehr denn je zum Bade – auch wenn es etwas frisch ist.
Das Wasser ist glasklar, inzwischen nach meinem Gefühl sogar wieder etwas wärmer. Zu dieser Jahreszeit spürt man einfach den Wind sehr viel stärker als im Sommer. Im Sommer ist es mehr das immerwährende, nervige Geräusch welches ab und an zuviel wird, die kühlende Wirkung wird jedoch gerne genommen. Jetzt wirkt sich der Windchill sehr viel mehr aus – jeder Hauch nimmt sofort die Wärme der Sonne etwas fort.
So blieb es auch bei Sibylles Willenserklärung. Ein kurzes Sonnenbad auf der Liege, ein Kaltgetränk und dem Angetrauten ein wenig beim Baden zusehen. Selbst ins Wasser zu gehen scheint für Sibylle für das Jahr 2022 ad acta zu liegen. Ich selbst halte (noch) daran fest.
Am Abend waren wir zum Essen geladen. Gulasch mit Nudeln – welch ein Klang in meinen Ohren! Wir haben, ohne eine Sekunde zu zögern, der Einladung auf die DARKSYDE zugesagt – manchmal können wir Giros & Co. einfach nicht mehr sehen. Da bietet das deutsche Gulasch einen Hochgenuss.
Yummie
Rotlichtviertel??? Nein, keinesfalls! Tatsächlich ist gedämpftes, farbiges Licht auf Schiffen aus vielerlei Gründen praktisch. Helles Licht mag im Hafen noch hilfreich und normal erscheinen, kann aber auf See zum Problem werden – für den heutigen Abend wurde also die augenschonende Rotlichtbeleuchtung ausgewählt. Romantik? Na, Ihr wisst ja…
Wir sind ein paar Tage weiter. Werner konfrontiert mich mit der Aussage, dass sein Kartenplotter die besten Tage hinter sich hat und er sich nach Ersatz umsehen müsste. Was ich empfehlen würde, eine Umrüstung und Erweiterung auf ein neues, aktuelles System käme nicht infrage. Es soll eine zeitwertgerechte aber taugliche Option sein.
Mein guter VDO 7+ zieht auf eine Hallberg-Rassy
Werner wusste in dieser Sekunde noch nicht, dass heute sein Glückstag sein würde. Ich habe ein paar Minuten nachgedacht und dann entschieden, dass ich ihm mein Backup zum Backup, also meine doppelte Redundanz, überlassen würde.
Der alte VDO 7+ hat einige Jahre auf dem Buckel, wurde aber von mir mit einer neuen Karte ausgestattet. Diese ist zwar auch schon wieder überholt – aber für ein Geschenk ist das allemal ein gutes Setup. Der Stecker nebst Dose und der Einbau waren natürlich inbegriffen!
Werner hat sich gefreut und mir hat das Geschenk eine Einladung zum Essen eingebracht – win win sagt man, glaube ich. Ach, wenn das Leben nur immer so einfach wäre.
Damit Werners Glück vollendet wird, lädt Sibylle auch noch zum gemeinsamen Abendessen an Bord von NESSAJA. Sie würde kochen. Ich freue mich, aber leider zu früh, denn vorher müsse noch jemand Gas holen. JEMAND, haha, da trifft es doch wieder den Dicken.
3kg Gas kosten inzwischen 17,-€
Nachdem die Buddel getauscht war, stand dem Dinner nix mehr im Wege, es wurde ein ganz netter Abend mit vielen lustigen Anekdoten.
Auf NESSAJA wird wieder gekocht
Mit dem Kauf der neuen Gasbuddel war das Thema noch nicht vom Tisch – dazu später noch einmal mehr.
Der nächste Tag begann mit einer weiteren Kontaktaufnahme eines schweizer Seglers. Ein sehr nettes Ehepaar hat den Weg in die Leros Marina gefunden und wurde schon vorab von dem Eignerpaar der AEGEAN BLUE (das Schiff mit dem leichten Ölverlust) informiert, dass ich eventuell helfen könnte den Wasserverlust an einer Seewasserpumpe zu beheben. Die Eigner der ENJA nehmen also Kontakt auf und fragen, ob Hilfestellung möglich sei – ja, das geht!
Ich bin also abermals auf Außeneinsatz und baue die Pumpe aus. Wenn sie schonmal am Tisch liegt kann ich sie auch gleich zerlegen um eine Schadensfeststellung zu machen.
Der Navitisch wird zur WerkbankNicht viel dranDie muss poliert werden – zwei neue Lager, ein Dichtring…
Ich bespreche den Reparaturablauf mit dem Eigner, wir stellen Optionen in den Raum und vereinbaren uns – dann fliegen die Eidgenossen nach Hause. Finalisierung 2023! Schönen Winter Euch, ich kümmere mich um das Pümpchen…
Der Abend klang herrlich aus, wir wurden abermals zum Apero in das Haus von Mireille und Roland eingeladen – die Namen sagen Euch vielleicht noch etwas, mit den Beiden unternehmen wir mehr, wir haben uns angefreundet. Das Haus über der Bucht von Vromolithos ist ein herrlicher Platz, welcher mich immer wieder über eine Immobilie nachdenken lässt.
Dieser Ausblick!!!Die Terrasse lädt zum OuzakaVerweilen bis zur Dämmerung
Zum Dinner hatten wir uns auf die Taverna „o´Karaflas“ von Dimitris geeinigt, das liegt schließlich gleich um die Ecke und verspricht gute und preiswerte Gerichte!
Wir waren eine große, nette Runde, da auch Angelika, Uli, Werner und Rolands Schwester dabei waren.
So klang der Abend feuchtfröhlich aus, jeder gab seine Geschichten und Anekdoten zum Besten und es wurde viel gelacht. Zumindest Sibylle und ich sind dann wie zwei gefällte Bäume ins Bett gefallen und haben erst mal ausgeschlafen…
Gäääähn, wie spät ist es??? Waaaas? Halb 10? Nix wie raus aus den Federn! Heute sparen wir Zeit, wir gehen auf ein schnelles Sandwich zu „Mikes Cafe“.
Gute Sandwichs in großer Auswahl – zwischen 2.20€ und 4.-€Halloween, auch hier…
Auch hier war schon zu spüren, Halloween steht vor der Türe. Lakki bereitet sich vor. Sibylle und ich hingegen blicken noch nicht so weit voraus – was wäre heute zu tun? Nach dem gestrigen Abend lag das Thema Haus wieder auf dem Tisch. Sibylle erzählte von einem Objekt welches sie beim Spazierengehen gesehen hätte – wir beschlossen, diese Immobilie mal unter die Lupe zu nehmen!
Noch nicht ganz fertig – aber groß und gute Lage
Schönes Objekt! Leider funktioniert die Webseite sehr bescheiden und wir waren bisher zu faul zum Makler zu fahren. Mal sehen ob wir das noch machen…
So vertrödelten wir diesen Tag, sprachen viel über Pläne, Boote und Häuser. Morgen wird wieder was angepackt, heute lassen wir den Tag ausklingen.
Marina Evros und Lakki Bay
Ich wache auf. Mir fällt ein weiterer 80er Titel ein, der sich als „Ohrwurm des Tages“ festbrennt – Geier Sturzflugs „Brutto Sozialprodukt“. Ich denke mir den Refrain „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…“, als mich Sibylles Stimme jäh in die Realität zurückbringt – es wäre an der Zeit mal wieder in die Hände zu spucken und etwas zu tun – an UNSEREM Schiff!!!
Ich erkenne sofort den Ernst der Lage und sage „Ja, Schatz“ – das rettet die Situation. Weil ich im gleichen Moment denke „Scheiße, was mache ich zuerst?“, beschließe ich mit dem Fäkalientank zu beginnen.
An unserem Klo habe ich so ziemlich alles erneuert – nur vom Besten! Es war klar, dass auch ein neuer Tank einziehen darf, welchen ich nach langer Recherche gefunden hatte. Der Tank passt auf´s µ, aber es müssen Anpassungsarbeiten sowohl am Tank als auch an der Einbaulage vorgenommen werden. Weil Sibylle es satt hat auf die offene Wand zu starren, setze ich hier an…
Die Werkzeuge kommen raus – die grobe Arbeit immer zuerstSIKA – wir werden keine Freunde mehr
Ihr erinnert Euch sicher noch an die vier Halter welche ich letzten Monat vorbereitet hatte. Diese hatte ich, nach einigen Anpassungsarbeiten in der Lücke, an die Stellen anzukleben, an denen später die Befestigungspunkte des Tanks sein sollten – gedacht, gemacht!
Da kommt er rein
An dem Bild kann man recht gut erkennen um was es geht und warum das so lange dauert. Links ist nämlich der Auspuff der Standheizung zu sehen, der musste erst installiert werden, bevor der Tank verbaut wird. Das alles passt nun, ich kann die Halter ankleben. Der Tank muss später mit dem Drei-Wege-Ventil (rechts), dem Absaugstutzen (oben) und der Pumpe zum Abpumpen (nicht im Bild) verbunden werden.
Ich hatte etwas Zeit bis die Halter angetrocknet waren und der Kleber hielt. Sibylle ging wandern, ich habe mir mittags einen Chicken Pie bei Marietta gegönnt.
Ganz frisch aus dem Ofen – ein Gedicht!
Am Nachmittag ging es also weiter. Ich habe für mich beschlossen, das Holz der Halter mit einer Lage Glasfasern einzupacken und mit Epoxy zu laminieren. Sieht sauber aus und schützt.
Was eine Schmiererei
Der Einbauplatz war nun vorbereitet, das ganze Epoxyzeug musste trocknen. Zeit genug also den Tank vorzubereiten und anzupassen.
Ich hatte ALLE Abgänge im Schiff auf TruDesign Kunststoffware umgebaut und wollte auch beim Tank hiervon nicht abweichen. Das war noch recht einfach bei den Anschlussstutzen, hier hatte der Tank vorbereitete Gewindeanschlüsse, welche nur nach Bedarf geöffnet werden mussten.
Leider war keine Öffnung für die Absaugung vorgesehen, da musste ich etwas „basteln“, zudem sollte noch ein Tankgeber (NMEA2000) einziehen…
…dabei hatte ich zwei Challenges denen ich mich stellen musste – zum Einen war der Absaugstutzen sehr nahe an der bereits vorkonfektionierten Bohrung für die Belüftung. Hier konnte ich aber nicht ausweichen, denn das Loch im Deck war ja auch schon da – ein ziemliches Gefummel mit viel kleiner „Schleifarbeit“ also…
Zum Anderen, wusste ich, dass das Tankmaterial Polyethylen (PE) nur sehr schwer kleb- und dichtbar ist. Für den Laien eigentlich NICHT mit Dichtkleber abzudichten. Es muss mit Gummidichtungen oder PTFE Dichtbändern gearbeitet werden.
Ich kann es kurz machen, das hat geklappt!
PANNE – was ein Ärger
Nicht geklappt hat dagegen die Montage des unteren Ablaufstutzens. Was zunächst die leichteste Übung schien, wäre fast völlig in die Hose gegangen – ich habe nämlich beim Öffnen des Lochs einmal kurz nicht nachgedacht und bin von oben ins seitliche Loch gerutscht. Schwer vorstellbar??? Seht hier…
DA soll kein Loch rein!!!
Das Problem ließ sich Gott sei Dank durch einen eingedichteten Verschlussstopfen lösen. Glück gehabt!
Ich fahre zum Baumarkt um mir ein paar Kleinteile für die Halter zu besorgen, dabei fällt mir im Rückspiegel etwas Seltsames auf…
Nanu – eine Ampel???
Eine AMPEL! Auf Leros gibt es keine Ampeln! Ich habe mich schon immer gefragt, wie die Leros Fahrschüler den Umgang mit Ampeln, zum Beispiel in Athen, lösen – es gibt auf Leros keine Ampeln, man kann es nicht üben. Nun frage ich mich, ob die Fahrzeuglenker hier wissen was zu tun ist. Antwort – NATÜRLICH wissen sie es! Aber nicht jeder macht es – wie immer wird blinken, stoppen, Vorfahrt gewähren und eben auch das unbekannte Rotlicht eher als Vorschlagswesen eingeordnet. Die eine Fraktion stoppt, vorwiegend die in Leihwägen, die andere fährt halt vorsichtig weiter – geht auch.
Zurück am Schiff, zurück zum Tank – dieser wird eingebaut!
Passt perfekt – und ist bombenfest
Ich mache alle Schlauchanschlüsse bis auf den Stutzen der Decksabsaugung und führe einen ersten Dichtheitstest der unteren Anschlüsse durch. Passt, alles dicht! Super! Tagwerk geschafft, darauf ein Bier!
…oder 2 – weil sie grad so als Pärchen daherkommen
Tags darauf beginne ich den Tag früh. Werner wird heute abreisen und ich möchte vorher noch den Tank fertig machen. Weil mich der Stutzen für die Decksabsaugung bereits geärgert hatte und ich diesen schon reparieren musste, zudem der Durchmesser (45mm) nicht zu meinem neuen System passte (38mm), habe ich beschlossen, diesen gleich mit zu tauschen.
Dafür musste ich das Deck ein wenig einebnen und zwei Löcher versetzen. Alles wurde dann großzügig mit SIKA verklebt. Das sieht jetzt ordentlich aus und ist für die nächsten Jahre gut. Von unten sah es dann so aus…
Ich wusste, dass dieser leichte Versatz vorhanden ist, hatte vor dem Verkleben des Stutzens angepasst und dann beim Einkleben des Stutzens den Schlauch gleich mit aufgesteckt – der lässt sich natürlich nicht mehr ausbauen ohne den Tank oder den Stutzen zu entfernen – habe ich auch nicht vor.
Das fertige System sieht nun so aus.
Die finale Dichtheitsprüfung durch Auffüllen mit Wasser durch die Decksöffnung bis es zur Belüftung heraussprudelte, verlief positiv – alles dicht. Ich verbaute die beiden Abdeckungen, die Rückwände unserer Dusche, silikonierte die Fugen und habe somit meine Arbeit „versteckt“ – wie so oft sieht man von dem ganzen Aufwand NIX mehr!
Werners Abreise nahte. Hier gibt es eine Anekdote, denn Werner müsste eigentlich schon weg sein. Aber aufgrund des starken Windes ging seine Fähre vor ein paar Tagen nicht – die ganze Reise platzte, der Flug verfiel. Das ist das Kreuz mit der „Insel im Wind“. Nun also ein neuer Versuch…
Servus Werner – bis 2023
Auch an diesem Tag war der Wind stark, es wird doch klappen? Immerhin legte die Fähre in Lakki statt in Agia Marina an, das deutet auf eine Ausnahmesituation hin!
Ein Kuriosum – eine Fähre im Plan, die andere ein bisschen verspätet und schon trifft die Nord- auf die Südlinie. Im Hafen! Was für ein Zufall!
Fast ein Rennen
Adieu Werner, was für eine tolle Zeit mit Dir, Deiner Familie und ALENA – das schreit nach Wiederholung! Auf unseren geplanten Törn in 2023!
Da geht er hin…
Die Reisenden mussten kanalisiert werden, so dass niemand die falsche Fähre erwischt – das klappte griechisch perfekt…
…und schon bald legte der Zubringer Richtung Süden ab, um unseren Freund Werner nach Kos zu bringen. Inzwischen ist er sicher in der schwäbischen Heimat angekommen.
Minuten später geht es weiter
Am Rückweg eine weitere Besonderheit – wir passieren das „Cafe Morano“, es war geschlossen! Ich habe diese Institution, Popis Cafe, NIE geschlossen gesehen! Es war immer unser erster Anlaufplatz und sooft war es der Platz für einen Absacker vor dem Schlafengehen…
Zu, einfach zu…
…und nun? Popis Mann, Nikos, ist im Rentenalter, beide haben beschlossen, die Zeit der Familie zur Verfügung zu stellen. Sie haben das Cafe aufgegeben. Eine Ära auf Leros endet – die Frau mit dem orangen T-Shirt rennt nicht mehr über die Straße um Gäste zu bedienen. Popi war Gast im Videocall zu Sibylles 60. ! Danke dafür und für die vielen netten Umarmungen!
Die Nachfolger sind ein junges Brüderpaar, welches wir kennen und schätzen. Wir wünschen alles Gute und kommen natürlich wieder vorbei!
Tag zu Ende? Nein! Weit gefehlt!
Gewusst wie 😉 !!!
Ich werde ein weiteres Mal zu Hilfe gerufen. Bei der LE CLAPOTIS unserer Stegnachbarn Marijke und Cees aus den Niederlanden, mussten die Propeller des Bugstrahlruders ausgebaut werden, um den Tunnel mit Antifouling zu streichen – leider ließen sich die Anoden, welche die Befestigungsschraube des Propellers abdecken, nicht so einfach abziehen. Ich musste eine Lösung „basteln“ (machmal fühle ich mich wie eine Mischung aus Wickie und McGyver)
Hat funktioniert…
Abermals hat das Glück geholfen – eine große Schraube ließ sich unter sanfter Gewalteinwirkung in das Loch eindrehen und diente so als „Abzieher“. Hat geklappt und schon wenig später konnten wir Vollzug melden.
Das brachte uns eine Einladung zum Dinner ein – sehr gerne genommen, wir haben uns sehr gefreut!
So kam es, dass wir uns zu viert in ein viel zu enges Taxi gezwängt haben, um damit zur Taverne des Glatzkopfes zu fahren. Ich möchte Euch das Bild nicht vorenthalten, obwohl ich es verwackelt habe. Aber es zeigt irgendwie den „Spaßfaktor“!
Bei „o´Karaflas“ angekommen, baten wir den Chef um ein Erinnerungsfoto für die bereits länger in Deutschland verweilenden Freunde Gabi und Gottfried – gesagt, getan – die Retourgrüße aus good ol´ Germany ließen nicht lange auf sich warten…
Da schmeckt der Ouzo
Am nächsten Tag schon hatte der Holländer seine Aufgabe erledigt und den Tunnel des Bugstrahlruders gestrichen. Da er nicht alles nötige Werkzeug zum Zusammenbau zur Verfügung hatte, wurde mir abermals augenzwinkernd signalisiert, dass meine Hilfe gerne genommen würde – ok, dann aber gleich. Bald schon war an der LE CLAPOTIS der Job erledigt, das BSR tut wieder.
Ich muss zur Post! Nein, nicht zur Post, ich muss zu ACS, einem griechischen Kurierdienst, der auch eine Filiale auf Leros hat. Ich habe eine Versandbenachrichtigung bekommen.
Natürlich wusste ich was in dem Päckchen war, es waren meine lang ersehnten Dufour Patches für das Heck und die Seiten des Deckaufbaus. Diese habe ich, nach einem Ratschlag aus der Facebook Dufour Gruppe, bei einem Printshop in Lefkada anfertigen lassen.
Perfekt geworden
Die neuen Schilder dienen als Ersatz für die alten, etwas abgewirtschafteten Embleme. Ich vertrete dabei die Ansicht, dass das Schiff auch außen etwas „mehr hermachen“ muss. Wir investieren viel Geld für Dinge die man zu 90% nicht sieht – die Optik darf nicht leiden.
Muss weg!
Solche kleinen Aktionen habe ich mir jetzt mehr und mehr überlegt – seid gespannt, was ich hier noch alles umsetzen werde um NESSAJA nicht nur wertiger und praktischer, sondern auch schöner zu machen.
Der Tag endete wie so viele andere auch, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Einfahrt zu Lakki Bay – unser tägliches Schauspiel.
Der neue Tag startete mit einem „Spektakel“ – ein Mast wurde gestellt. Ok, so besonders ist das auch wieder nicht, aber es kommt in unserer Marina eben nicht alle Tage vor. Da wir keinen Mastkran haben, muss der Kranwagen der Insel kommen – ein Spektakel, wie gesagt.
Da hängt der Spargel
Unser Freund Johannes war zur „Wiesn“ in München und zwischenzeitlich wieder angekommen. Auch bei seiner ALEXIA soll der Mast gelegt werden, um das stehende Gut, all die Stahlseile die den Mast halten, auszutauschen. Ich persönlich war interessiert, schon alleine um Johannes Willen, um zu sehen wie der Prozess abläuft und welche Schritte nötig sind um so einen 20m Spargel behutsam abzulegen.
Johannes selbst war aber entspannt, weniger interessiert und verschlief die Aktion. Na egal, wird schon gutgehen. Inzwischen ist er wieder in München und wartet, dass die Werft seinem Wunsch entspricht.
Wir fahren gegen Mittag nach Agia Marina um Angelika und Uli zu verabschieden.
Agia Marina HafenDie Community schrumpft
Wir stehen zusammen, wünschen uns alles Gute, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und frohe Ostern. Es wird zur Debatte gestellt, sich in Düsseldorf zur „boot“ zu treffen. Natürlich tauschen wir Anekdötchen aus und zelebrieren den Abschied.
Sibylle und ich erinnern uns aber auch, dass es normal immer wir waren die verabschiedet wurden. Diese Zeit ist vorbei.
Die Crew der JASPER besteigt die Fähre und tritt ebenfalls über Kos den Heimweg an, auch hier klappt alles wie am Schnürchen.
Das Taschentuch wird geschwenkt und auch wir, die wir noch bleiben dürfen, winken den Freunden hinterher.
So, genug gewunken! Was steht an? Das Bad im Meer, diesmal am anderen Ende der Insel. Ok, nix wie hin – die Badesachen haben wir ja schon dabei 😉
Nur die Harten kommen in den Garten
Roland und ich wagen den Sprung ins kühle Nass, die Damen halten sich vornehm zurück. Nein, nur eine nicht – auch Rolands Schwester schwimmt ein paar Bahnen, sie nutzt die Gelegenheit, denn schon zwei Tage später würde auch sie abreisen.
Wir fahren zurück in die Marina, gehen duschen und treffen rechtzeitig auf der AEGEAN BLUE ein, dort waren wir zum Apero geladen.
HR39, da bin ich inzwischen „Experte“ 😉
Was folgte, waren ein paar seeeehr lustige und kurzweilige Stunden mit Christa und Rinaldo. Deren Schiff wird auch bald an Land gestellt, die Beiden reisen jedoch erst in der ersten Novemberwoche ab.
Ich genieße solche Stunden total, denn man lernt die Menschen, die man vorher nur flüchtig kannte, besser, detaillierter kennen. Man erfährt Privates und aus Nachbarn können so Freunde werden. DAS ist eine ganz wichtige Komponente unseres neuen Lebens 2.0 – Danke ihr Beiden für die nette Einladung!
Der Tag neigt sich dem Ende zu, wir sagen „Gute Nacht“ zu unseren Gastgebern und ziehen uns auf NESSAJA zurück.
Wir haben die Regel „Fernsehen erst ab 01.November“ gebrochen und sehen seit ein paar Tagen am Abend wieder YouTube Videos anderer Segler an.
Beim Aufholen unserer persönlichen Sommerpause, stolpern wir in einer Folge der „Bootsprofis“ über den Kauf der BE HAPPY von Andrea und Jürgen. Die Beiden haben den Kat hier in Leros gekauft und sind inzwischen unterwegs – wir durften sie im Winter 2020 / 2021 kennen lernen.
Andrea mit Hendrik
Neuer Tag, neues Projekt – Sibylle mahnt zur Fortsetzung der Arbeiten an unserem Zuhause. Das nächste Projekt heißt „Dieseltank“! Dafür gibt es zwei Gründe…
Zum Einen der leicht nachvollziehbare. Wir hatten bei der letzten Fahrt einen kleinen Aussetzer, ich habe daher beschlossen nicht zu tanken, den Tank nach sieben Jahren Eignerzeit einmal zu reinigen und von leer an komplett neu zu füllen. Es sollte in diesem Zug ein lockerer Absperrhahn ausgebaut, neu abgedichtet und wieder fest eingebaut werden. So weit so gut!
Der zweite Grund – und das ist mein Ernst – ist der, dass hier in der Marina immer wieder diskutiert wird, wie zu handeln wäre, wenn der osmanische Nachbar seine Drohungen ernst macht und die Dodekanes Inseln annektieren würde? Das glaubt zwar niemand ernsthaft, dennoch ist es in der heutigen Zeit ein nicht unmögliches Szenario – ich möchte dann zumindest nicht mit leerem Tank dastehen.
Zum Betreiben der Dieselheizung brauche ich das wertvolle Öl ohnehin – also auf ans Werk!
Die IST-Situation
Der vordere rote Hahn ist locker und muss raus – man kann aber weder den Hahn am Fitting drehen, noch das Fitting am Tank – alles steht irgendwo an. Ja verdammt nochmal, kann denn nie was klappen???
Ich überlege rum und schraube hier, schraube dort – um nach einer Stunde meiner ersten Idee zu folgen und ein Fenster in die Trennwand zu schneiden…
Und bist Du nicht willig…
…jetzt ließ sich der Absperrhahn frei drehen und dem Ausbau stand nix mehr im Wege. Es versteht sich von selbst, dass meine vorherigen Versuche dem widerspenstigen Riegel ziemlich zusetzten und sich der Tausch anbot.
Danach wurde die Wartungsluke geöffnet – das erste Mal nach sieben Jahren…
…sah gut aus! Ein bisschen Schmutz, nicht zuviel – und keine „Dieselpest“. Die gefürchteten Bakterien haben sich fernhalten lassen, bei uns bisher ohne Chemie.
Wir pumpten den Tank leer, es waren noch gut 20 Liter im Tank. Alles gut also??? Nein! Eigentlich nicht! Es war kein Indiz zu erkennen, warum mein Motor einen Aussetzer hatte. Es sei denn, er hätte zuviel gebraucht, oder ich mich total verrechnet oder der Tank wäre kleiner – aber das Typenschild sagt eindeutig – 230 Liter!
Am Rand des Tanks war noch ein kleines Gehäuse – ein Filter? Nein, ein De-Contaminator. Ein WAS??? Eine Google Recherche ergab, dass dieses „Gerät“ den Diesel mittels Magnete decontaminiert. Ok, Mumpitz, Humbug – daran glaube ich nicht! Dennoch zerlege ich Pandoras Büchse…
Oooops
Was zum Vorschein kommt lässt mich staunen. Egal wie es funktioniert, egal ob es hilft – ich reinige das Teil und lege für mich fest, den Fehler gefunden zu haben.
Für den Zusammenbau brauche ich eine Gummidichtung für die Wartungsluke, die schneide ich mir selber.
Selbstbaudichtungen – ich erinnere mich an mein früheres Leben
Sibylle und ich bauen alles wieder zusammen, machen sauber und lüften. Wir tanken exakt 20 Liter und starten den Motor der einwandfrei läuft. Wir lassen den Jockel 10 Minuten in die Heckleinen eindampfen und prüfen die Dichtheit des Leitungssystems – alles top!
Tagwerk geschafft, Sibylle geht joggen, ich gönne mir einen Meat Pie bei Marietta!
Ein Gedicht!
Der scheint nicht nur mir zu schmecken – bekomme ich doch unversehens einen Essensgast. Hallo Katze, ja ich mag Dich auch – aber von meinem Meat Pie gebe ich nix her, sorry!
Nene…
Ich kläre am Rückweg die Bestellung von ca. 200 Liter biozidfreiem Diesel bei der örtlichen BP. Man sagt mir zu und würde sich melden wenn man käme.
Leider höre ich das Klingeln des Telefones nicht, als ich beim Duschen bin. Bereits am gleichen Abend überrascht mich der Tankwagen und wir füllen exakt 208 Liter ein, als ein Tropfen Diesel aus der Belüftung tropft. Passt perfekt, Belüftung funktioniert, Tankvolumen passt und ich habe zum ersten Mal entspannt und pannenfrei getankt – auch der Wechsel des Belüftungsventils hat geholfen.
Die Dichtheitsprüfung zeigt – alles dicht! Ein guter Tag, ich sacke zufrieden ins Bett.
Ein kurzer Exkurs in Schiffstechnik – es gibt eine Werft, Amel, die baut sehr hochwertige und taugliche Seeschiffe. Um ein Risiko von Wassereinbrüchen zu reduzieren, sind bei diesen Schiffen nur wenige Auslässe unter der Wasserlinie. Für viele Abläufe gibt es eine Art „Brunnen“ aus denen heraus vornehmlich sogenanntes Grauwasser abgepumpt wird. Das müsst Ihr wissen bevor ich Euch unseren Start in den neuen Tag erkläre.
Neben uns liegt immer noch LABRICOLE, das Schiff der Italiener, welche sich für Ende September angekündigt hatten. Bisher waren sie nicht hier, wir dachten zunächst, dass sie nicht mehr anreisen würden.
Nun sind die beiden aber doch noch angereist und seit ein paar Tagen unsere Nachbarn. Sie bereiten LABRICOLE (was heißt das eigentlich?) auf den Winter vor, sie würde an Land stehen. Begrüßt hat man uns mit Umarmung und Baci – die Küsschen fliegen durch die Luft wie Ramschware. Insgesamt sehr nette Leute, sie haben ja auch mein Bild im letzten Monat wieder gerade gerückt.
Dumm nur, dass der Mann auf LABRICOLE eben genau der Mauro ist, zu dem der Schreihals gehört, den ich im letzten Monatsbericht schon vorgestellt hatte. Er baut sich immer neben UNSEREM Schiff auf und schreit quer über unser Deck nach seinem Ragazzo. Ginge er 5 Meter weiter könnte er klopfen – ob ich es ihm mal sage?
Nun gut, Sibylle und ich sitzen während dieser Ausgangssituation beim Frühstück, es war schon etwas später, vielleicht kurz nach 09.00 Uhr, als uns ein bekanntes Geräusch aufmerksam machte – plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf…
Ah, die bekannte Pumpe der Amel pumpt wohl wieder das Grauwasser raus, die Nachbarn scheinen Geschirr zu spülen. Aus der Ferne kommt der Schreihals angewackelt…
Ach du Scheiße…
…plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf – ich traue meinen Augen kaum! Fallen da doch Kakabrocken die Bordwand runter?! Ich drehe mich zu Sibylle und reibe mir die Augen. Ein erneuter Blick beweist – die schmettern ins Hafenbecken! Am hellichten Tag, während wir frühstücken!
Mir schwillt die Halsschlagader und ich setze zu einem Urschrei an. Im gleichen Augenblick kommt der Plärrer und setzt an Mauro zu rufen. Wir sehen uns in die Augen, ich sage ganz ruhig zu ihm „your friends shit into the sea, not so cool!“ Er überzeugt sich mittels Kontrollblick, sieht sowohl Bröcklein wie auch Klopapier schwimmen und klopft! Er klopft! Mauro kommt, es folgt eine Auseinandersetzung in Italienisch – kurz danach legt LABRICOLE ab. Es flogen keine Baci, man hat sich nicht verabschiedet. Heute steht LABRICOLE an Land, sowohl die Kacker als auch der Schreihals sind wieder zu Hause – Mammamia, mehr fällt mir nicht ein!
NESSAJA in voller Pracht – hier wohnen wir, so dürft ihr Euch das vorstellen
Wir hatten ein bisschen Kummer an unserem Platz. Ich habe links von mir einen Meter zur Mauer, das ist MEIN Meter, mein Sicherheitsabstand, meine Garantie, dass NESSAJA an dieser Flanke sicher ist. Leider kommt der ganze Steg bei Westwindlagen der Mauer näher, manchmal so nah, dass mein Meter nicht mehr reicht.
Ich kann mich gegen die Mauer mit zwei dicken Fendern gut wehren, aber die anderen Schiffe drücken die arme NESSAJA an der Hüfte.
Gut, wenn die Marina was tut…
DAS nenne ich Kette
Man wusste um das Problem und hat einen Schwerlastsack voll mit einer Monsterkette kommen lassen. Seither ist täglich der Taucher hier, welcher die Verankerungsketten des Schwimmsteges erneuert, Kette für Kette! Eine mühsame Arbeit, es ist aber hochinteressant zuzusehen und man spürt die Verbesserung täglich! Danke an die Marinaleitung!
LABRICOLE ist weg, was mache ich mit dem Tag? Während ich noch sinniere, schallt es aus der Küche „das Gas ist leer!“ Sibylle bäckt Brot und kann das gar nicht brauchen – der Arbeitsauftrag ist quasi erteilt!
Doch wie kann das sein? Wir haben doch erst vor 10 Tagen die Flasche gewechselt? Mir fällt wieder ein, dass das Aufschrauben der Flasche irgendwie schwer, hakelig ging. Wir erinnern uns, dass Sibylle verrußte Töpfe beklagt hat – hängt das zusammen?
Ich prüfe die Flasche, leer! Tatsächlich! Hilft nix, ein weiterer Tausch findet statt, diesmal ist der Regler leicht anzuschrauben, die Töpfe bleiben rußfrei.
Da ich ja die ganze Anlage erneuert habe und auch nach deutschen Vorschriften aufgebaut habe, kommt prinzipiell kein Zweifel an der Dichtheit des Systems auf. Eine Gasprüfung gibt es aber in Griechenland nicht – so greife ich, der Sicherheit halber, nach dem Lecksuchspray und mache mich auf den Weg um eine Schlauchverbindung nach der anderen auf Dichtheit zu testen. Sieht aber alles gut aus!
Wir fahren in die Stadt um einzukaufen und bemerken, dass Lakki sich herausputzt!
Am 28.10. ist „Oxi-Day“, der Tag an dem Griechenland NEIN zu Mussolinis Aufforderung zur gemeinsamen Sache gesagt hat. Dieser Tag ist seither Nationalfeiertag.
Familienfeiertage gab es bei uns gleich zwei – heute hat Sohn Stefan Geburtstag, wir schreiben den 26.10., was wir bei einer Videosession auch feiern so gut es eben virtuell geht.
Am Oxi-Tag dann feiert Enkelchen Otto, auch hier ist ein Videocall geplant, weil die Oma zusehen möchte wie der Pimpf in das geschenkte Ritterkostüm schlüpft.
Der Abend klingt ruhig aus…
Ende Oktober – kann man noch baden? Das probieren wir aus.
Ja, geht noch und das Wasser ist nicht spürbar abgekühlt – nächster Versuch also im November. Mal sehen wie lange wir, respektive ICH das so durchziehen können.
Der Enkelgeburtstag ist gekommen. Sibylle ist aufgeregter als ich und vermutlich auch als das Geburtstagskind selber. Wenn Wichtiges ansteht, nämlich der Call nach Deutschland, dann darf das Frühstück schonmal etwas schmäler ausfallen…
…vielleicht doch fasten???
…umso entspannter dann die Gesichtszüge, als der nun Fünfjährige endlich am anderen Ende der Leitung (sagt man das noch?) ist und auch klar wird, dass das ersehnte Kostüm passt!
Extra den Wecker gestellt – vor dem Kindergarten
Das Glück war vollkommen, als Schwiegertochter Sonja verlautbaren ließ, dass der Bengel den ganzen Tag als königlicher Ritter mit Krone unterwegs war. Hach, noch einmal Kind sein…
„Verkleidungen“ ganz anderer Art konnten wir am Vormittag bei den Feierlichkeiten zum Oxi-Tag sehen.
Diese Art Anzug ist leider alles andere als eine Verkleidung – es ist ein ernstzunehmendes Statement. Die Feierlichkeiten waren sehr offiziell und dabei militärisch geprägt.
Hier ein paar Impressionen…
Einheiten aus LerosDie ganze Insel war auf den BeinenMilitär und KircheDie JugendgruppenKlein und großVereine
Beeindruckt kehren wir zu NESSAJA in die Marina zurück. Ich wollte noch ein bisschen was tun, den Nachmittag sinnvoll nutzen.
Dabei überlege ich immer, alle Arbeiten welche außen stattfinden und an schönes Wetter gebunden sind, z.B. weil SIKA trocknen muss, zeitnah zu erledigen.
So entscheide ich heute, endlich die Box für die alte Außendusche zu tauschen. Das Ersatzteil liegt schon lange herum.
Nicht mehr schön……und fliegt daher raus!
Ich baue die alte Box aus und habe Mühe, mit der neuen V4A Box, welche eigentlich viel größer ist, den alten Ausschnitt abzudecken – dennoch ist es gelungen. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen – schöner und funktioneller!
Hinter der spiegelblanken Klappe verbirgt sich nun ein vollwertiger Einhebelmischer mit Warm- und Kaltwasser, sowie eine wertige Brause mit längerem Metallschlauch – das sollte ein Komfortgewinn sein.
Soweit der Plan – offen gesagt, hinter der Klappe ist es jetzt noch leer. Ich werde die Wasseranschlüsse an einem Regentag umbauen, es ist dann eine Arbeit in der Backskiste.
Der Monat neigt sich dem Ende zu, der Platz neben mir ist noch frei. Ich hoffe, dass dies so bleibt und spreche bei den Marineros vor. Man tut, als hätte man mich verstanden und sagt zu, mir „den Platz“ zu lassen.
Sibylle ruft: „Komm´ hoch, wir bekommen neue Nachbarn!“ Häääh, aber die haben doch gesagt…
Als ich hochkomme steht der Chefmarinero bei uns am Boot und sagt stolz lächelnd „…SUNNY SIDE UP, ok Captain?“ Ich verstehe was er meint – die SUNNY SIDE UP ist das Schiff unserer Freunde Mireille und Roland, das Schiff ist älterer Bauart und für die Länge etwas schmäler – mir würde also „der Platz“ bleiben. Ok, das ist vielleicht die allerbeste Lösung – beide Flanken geschlossen und auf der einen Seite ein Schiff von Freunden die wir ansprechen können – der Winter kann kommen.
Platz zwischen den Schiffen, kein FenderquietschenPlatz für´s Dinghy – perfekt!
Wir helfen beim Anlegen und nutzen die Gelegenheit um die Beiden zum Dinner an Bord von NESSAJA einzuladen. Endlich können wir uns für die netten Abende und Aperos im Haus der Freunde revanchieren.
Ein geselliger Abend – und Süsses von Repapis
Die wiederum, sorgten in Form eines Mitbringsels aus der Zuckerbäckerei für das perfekte Dessert – eine Köstlichkeit, die Sibylle und ich noch nicht kannten.
Es begann der letzte Tag des Monats Oktober – die „Boys of Summer“ waren alle sicher zuhause angekommen, die Community formiert sich neu. Wir lernen ein junges schweizer Paar kennen, welches am Schiff lebt, jetzt aber erst einmal für ein paar Wochen nach Hause fährt.
Wir machen zudem Bekanntschaft mit Thomas und Irene auf ihrer FINI. Die beiden Österreicher leben ebenfalls am Schiff und sind nur im Januar / Februar für sechs Wochen zuhause.
Viele Freunde sind noch bis Mitte November hier, andere gar bis Mitte Dezember. Susanne möchte auch Mitte November noch einmal nach Leros kommen – es wird nicht langweilig!
Electra – DU hier????
Inzwischen kann ich mich mit der Frage beschäftigen, ob es eine gute Idee war, dem Marinahund Electra beizubringen, wie sie unser Schiff entern kann. Kaum verstanden, dass die wacklige, weil schwebende, Brücke keine Gefahr darstellt, hat sie sich ihren Platz gesucht und ein paar Streicheleinheiten abgeholt. Die weiß eben wie es geht…
Als der Hund wieder abzischt, beschließe ich meiner NESSAJA auch noch etwas Liebe angedeihen zu lassen. Ich widme mich den 230V Schaltern, bei denen an einigen die Beleuchtung nicht mehr geht.
Das sind so Kleinigkeiten wie ich sie liebe. Natürlich gibt es diese Schalter nicht mehr – aber der Hersteller produziert noch. Recherchearbeit, Bestellungen – 6 MONATE Lieferzeit, Mindestabnahmemengen…
Dann aber hält man die begehrten Teile, oder zumindest sehr ähnliche, in der Hand und kann diese verbauen.
Tut wieder, so will ich das…
Sibylle beschäftigt sich inzwischen mit der „Nabelschnur zur Welt“ – Fluch und Segen das Teil. Ich frage mich manchmal was aus der Welt ohne die Erfindung des Internets oder der mobilen Endgeräte geworden wäre.
Ich möchte am letzten Tag des Monats noch ein offenes „Fremdprojekt“ abgeschlossen wissen und vereinbare einen Termin bei Giorgos in dessen Werkstatt „Boat & Parts“. Ich muss noch die Seewasserpumpe der ENJA instandsetzen und brauche zum Polieren der Welle und Umpressen der Lager die Hilfe von Giorgos.
Wir treffen uns um 18.30 Uhr, spätestens!
DAS mag Sibylle nicht!
Sibylle fährt mit, weil Giorgos´ Frau Katerina mit den Kids auch kommen würde, wir wollen uns zum Essen verabreden. Leider war, als wir ankamen, niemand da – nicht gut! Das mag Sibylle nun gar nicht!
Gott sei Dank kam der Schrauber schon fünf Minuten später und wir starteten die Reparatur der Pumpe…
Abbeizen und reinigenNeue LagerWelle poliert und Teile vormontiert
Wir fahren zurück und während Sibylle kocht, montiere ich die Pumpe final und melde Vollzug an den Besitzer. Der Rest passiert wohl 2023 – oder???
Einbaufertig
Wir essen zu Abend und schauen dann noch ein bisschen YouTube. Diesmal sehen wir ein wenig bei Julia und Markus rein – sie haben jetzt auf Basis ihrer Reise mit INSIEME einen Blauwasser-Beratungskanal gegründet. Ob ihre Erfahrung dafür ausreicht? Man wird sehen.
INSIEME
Ich erfahre von den Beiden, dass externe Berater für Spezialthemen gesucht werden. Es rührt sich das Teufelchen in meinem Kopf – ob ich mal anfragen soll???
„Mario, ihr Fachmann für Fragen rund um den Dieselmotor, dessen Überholung und Abdichtungssituationen an Schiffsmotoren“
Klingt gut! Was meint Ihr???
Der Monat endet in dieser Nacht – Halloween! Wie immer bedanke ich mich bei Euch für das Durchhaltevermögen beim Lesen. Kurze Texte kann ich nicht, sie sind weniger aussagekräftig, ich finde, dass man nur mit der Kerniformation keine Emotionen und Gedanken transportieren kann.
Das Schreiben des Blogs „kostet“ mich jedes Mal zwei volle Tage – diese investiere ich in „mein Tagebuch“ und für Euch, die Ihr uns folgt – um Euch teilhaben zu lassen, um Präsenz zu zeigen. Ich hoffe, Ihr habt weiter Spaß daran.
Ausblicke 2023!
Grobplanung
NESSAJA wird 2023 segeln! Ich werde über den Winter alle Arbeiten vollenden und Euch darüber auf dem Laufenden halten.
Wir planen eine große Runde durch die Nördliche Agais, hoch bis Thessaloniki. Dann, so der Stand der Dinge heute, werden wir nach Leros zurückkehren.
Eine weitere Option wäre es, die oben gezeigte Route zu erweitern und durch das Mittelmeer bis zu den Kanaren fortzusetzen. Dort könnten wir die MAXI zur Atlantiküberquerung treffen.
Oder etwas dazwischen – da müssen wir intern noch Einiges besprechen.
Wir werden Weihnachten und Silvester in Griechenland verbringen. Sibylle wird dann im Januar für zwei Wochen nach Deutschland reisen.
Wir bekommen ein Auto 😉 und vielleicht wird die GS eine Griechin.
Viele Entscheidungen, Optionen, Alternativen – wir lassen Euch weiter teilhaben und freuen uns über jedes Feedback.
Ganz herzliche Grüße aus Leros, passt auf Euch auf und bleibt uns treu.
Die NESSAJA Crew, Sibylle & Mario
Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…