Januar 2026 – Mad World

„Happy New Year“!
„Καλή χρονιά“!

Wir wünschen uns ein gutes, friedvolles und vor allem gesundes neues Jahr…

Ich weiß, wenn ihr diese Zeilen lest, hat das neue Jahr 2026 den ersten Monat bereits im Kielwasser.
Die Wiederholung der zum Jahreswechsel allerorts ausgesprochenen Wünsche hat einen anderen Hintergrund – ich bin nachdenklich…

Ob es nun ein gutes neues neues Jahr wird, zeigt sich erst im Verlauf. Grundsätzlich bin ich Optimist, aber Zweifel sind angebracht.
Gesundheit ist – nach meiner bescheidenen Ansicht – das wichtigste Gut! Hier ist es eine Mischung aus eigenem Handeln und der Frage, ob es das Schicksal gut mit einem meint, oder ob man von selbigem hart gebeutelt wird. Es bleibt, das Beste zu hoffen…

Da sind wir beim kleinen Wort friedvoll und dem Bezug zur ersten Headline des Jahres 2026.

Ich kam in den fragwürdigen Genuss, während des Januar öfter Nachrichten aus aller Welt zu konsumieren als sonst – und was ich da höre, lese und sehe macht mir Angst.
Proteste im Iran, Amerika dreht in vielerlei Hinsicht am Rad und bezüglich des Krieges in der Ukraine sprechen Medien von „einer Kriegsgefahr für Deutschland“.

Es ist müßig weitere Missstände aufzuzählen – etwa bezüglich Menschenrechte, Umweltschutz oder der allgemeinen wirtschaftlichen Schieflage…
Es ist offensichtlich – und das meine ich völlig ohne Unterton – wir leben in einer MAD WORLD.

Der Wind bläst uns im Januar die Köpfe frei – und das war bitter nötig!

So hat sich der 82er Kracher von Tears for Fears in meinen Kopf geschlichen und dort festgesetzt.
Bei genauem Hinsehen zeigt sich dann aber, dass das Lied tatsächlich nicht die weltpolitische Situation anprangert, sondern eher auf den Sinn des Lebens zielt…

„Mad World“ handelt von kindlichem Leid, Einsamkeit, Unsichtbarkeit und der eintönigen, sich wiederholenden Natur des Lebens der meisten Menschen. Im Kern scheint das Leben sinnlos: Menschen gehen zur Arbeit, Kinder zur Schule, aber alles, was sie tun, erscheint letztendlich sinnlos.“

Auch das passt ja ganz gut – es liegt an uns, das Beste daraus zu machen, es ist unsere eigene Verantwortung, wir schreiben die Geschichten für das Buch unseres Lebens.

Warum eröffne ich so dramatisch, fast schon depressiv?
Weil mich zwei Todesnachrichten während des Januar anpackten und bis heute beschäftigen und nachdenklich machen…

Zum einen sind es die tödlichen Schüsse auf eine Frau in Amerika – das Verfolgen der Nachrichten rund um dieses Geschehen lässt einen fassungslos zurück.
Wenn man sich dann noch die Social Media Kommentare unter den Schlagzeilen antut, dann weiß man, dass der Verrohungsgrad der Menschen eine neue Dimension erreicht hat.

Zum anderen ist ein Bekannter aus unserer Marina verstorben.
Ein Mann, der sich wie ich auf Leros niedergelassen hatte, der an Schiffen interessiert war und sich, wie ich, um eines der großen Segelschiffe in der Marina gekümmert hat.
Wir waren nicht wirklich befreundet und doch packt mich sein plötzlicher Tod – er hat Familie, hatte Pläne und stirbt viel zu früh.

Wie hat es mein Freund Thomas in Worte gefasst, als er mich informiert hat?
„Wir werden älter, das Sterben gehört zum Leben – aber die Einschläge kommen näher…“
In dieser Stimmung setze ich mich an meinen Platz und beginne diesen Monatsbericht zu schreiben – bitte seht mir die lange, graue Einleitung daher nach.

Der Januar bot auch sehr viele Lichtblicke und schöne Momente

Generell war der Januar ein in jeglicher Hinsicht wechselhafter Monat – dafür verantwortlich war in erster Linie natürlich, wie sollte es anders sein, das Wetter.

Wir hatten mehrere schwere Stürme, heftigen Regen und Kälte – aber auch sonnige, freundliche Sonnentage, an denen wir im leichten Shirt im Café saßen oder uns ein Eis gegönnt haben.

Lasst euch mitnehmen auf eine Zeitreise durch den ersten Monat des Jahres 2026.

Dieser begann für uns fast so, wie der alte Monat und damit auch das alte Jahr endeten – im Haus von Brigitte und Hans, denn dort galt es „klar Schiff“ zu machen…

Wir treffen uns auf einen Kaffee, quatschen ein wenig und schmieden Pläne

Sibylle und ich drehen eine Runde über die Insel – wir räumen die Sachen, welche wir für die Silvesterfeier aus dem Haus geholt hatten, zurück an ihren Platz.

Wir fahren zu Brigitte und Hans um etwas beim Aufräumen zu helfen und um unser Geschirr vom gestrigen Abend einzusammeln.
Dabei zeigt sich, dass noch soviel Reste vom Silvesterschmaus übrig waren, dass unsere Freunde aus Österreich sich kurzerhand ermüßigt fühlen, uns alle noch einmal zum gemeinsamen Resteessen einzuladen.

Lustig, dass ausgerechnet die „junge Fraktion“ jammerte und einen Abend zuhause einforderte – vielleicht wollten sie auch nur nicht noch einen weiteren Abend mit den „Silver Surfer“ abhängen – wer weiß das schon?

Guido und Ilona sagten spontan zu, aber gegeben durch die Tatsache, dass wir auch nicht richtig ausgeschlafen waren, wurde ein „late lunch“ vereinbart – Treffen um 16.00 Uhr.

Sibylle und ich fuhren zurück auf NESSAJA…

Ein kräftiger Nordwest sogte für niedrige Temperaturen und einen unangenehmen Chill-Faktor
Der erste Tag des Jahres 2026 bescherte uns den ersten Tag mit einer durchlaufenden Heizung

Der kalte Wind aus NW sorgte dafür, dass die gefühlte Temperatur nahe der 0°C Marke rutschte.
Auch das Thermometer näherte sich diesem Wert – zum Glück sollte dieser Spuk nur wenige Tage dauern.
Dennoch ist dieser Start ins neue Jahr keiner nach meinem Geschmack.

Pünktlich um 16.00 Uhr trafen Ilona, Sibylle, Guido und ich bei unseren Gastgebern in Crithoni ein.
Wir verteilen die Aufgaben und jeder hilft, so dass wir innerhalb kürzester Zeit abermals ein ansehnliches Abendessen auf den Tisch zaubern.

Das Dinner entschädigte uns alle für das eisige Willkommen, welches der 1. Januar für uns bereithielt.

Der Tisch war gedeckt, es war noch allerhand vom Vorabend übrig
Auch warmes Gemüse gab es noch – Guido war der Erhitzungsbeauftragte

Wir saßen also in etwas dezimierter Runde abermals zusammen und hatten Spaß.

Zugegeben, die Luft war etwas raus, wir waren erschöpft von der langen Silvesternacht und auch die kalten Temperaturen machten uns tatsächlich zu schaffen.

Wir waren uns einig – zu spät lassen wir es heute nicht werden, aber das spätnachmittagliche Dinner würden wir uns noch schmecken lassen.
Hans ließ es sich nicht nehmen, sich ein weiteres Mal an den Grill zu stellen – dick eingepackt in seinen Norwergerpullover, welcher ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor dem Erfrierungstod rettete.

Ein schönes Stück Fleisch, dazu ein Meze- oder Salatteller und die Welt war für wenige Augenblicke in Ordnung.

Der Schein trügt, auf der Terrasse war es saukalt – ein Kühlergrill
Man konnte sich gar nicht vorstellen, dass man bei diesen Temperaturen grillen kann…
…wir wurden jedoch eines Besseren belehrt – das Fleisch war heiß
Die Meze rundeten das Menü ab, wir haben vorzüglich gegessen

Natürlich hatten wir auch Nachspeisen übrig, dazu gab es kleine Kaffeespezialitäten – eine runde Sache.

Kurz nach 18.30 Uhr hatten uns die letzten Lebensgeister verlassen.
Wir wollten nach Hause, zurück auf unsere warmen Schiffe, noch ein bisschen herumlümmeln und dann früh ins Bett gehen.

Wir brachen auf und machten uns zurück auf den Weg in die Marina – ein Blick auf das Thermometer zeigt, dass unser Gefühl nicht trügt.
Lediglich 5°C ist für eine griechische Insel zu wenig – aus meiner Sicht begrüßt uns 2026 unfreundlich!

01.01.2026 – Leros, griechische Ägäis -> 5°C! Letztes Jahr war ich am gleichen Tag im Meer baden

Der neue Tag wartet mit einer fiesen Überraschung auf – ich muss trotz oder gerade wegen des frühen Zeitpunktes im Jahr, meine Projekte vorantreiben.

Die höchste Priorität gestehe ich an diesem Tag meinem Rigg zu, ich hatte ja bereits am 14.12. das letzte Stag zur Repruduktion nach Athen geschickt – dies in der Hoffnung, dass ich das Ersatzteil noch im alten Jahr zurückerhalte.

Daraus wurde leider nichts, höchste Zeit also einmal nachzufassen…

Verschickt am 14.12. – am 02.01. noch keinerlei Fortschritt

Auch das ist Griechenland! Ich schicke mein Ersatzteil per Spedition weg, dies natürlich in der Hoffnung, dass alles klappt.

Tat es aber nicht! Am 02.01. hatte mein Ansprechpartner noch keinerlei Information, dass das erwartete und angekündigte Ersatzteil in Athen angekommen wäre.
Warum er nicht einfach mal bei der Spedition anruft oder mir Bescheid gibt, verkneife ich mir zu fragen – die Griechen sind sehr schnell beleidigt.

Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich hinzusetzen und eine Art Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu starten.
Ich schreibe Mails an die Spedition in Leros und Athen und nehme auch den Rigger noch einmal in Kopie…

Sibylle macht Duolingo, ich suche mein Frachtstück

Einen Versandbeleg? Nein! Nicht auf Leros – man gibt es ab und verlässt sich darauf, dass das versendete Gut auch ankommt. Das klappt in der Regel.

Ich nehme vorweg, niemand antwortet mir – das regt mich aber auch nicht auf, denn auch das ist irgendwie „normal“.
Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als zur Spedition zu fahren und dort nachzufragen…

„Yeeeees! I remember your sending, it´s in Athens!“ – ich frage nach, warum man den Empfänger nicht verständigt hätte – ich hätte doch schließlich vor 20 Tagen versandt.
„Ahhhh, we really had no time….!“ – hm, ok, was willst jetzt da noch antworten???

Ich gebe dem Rigger Bescheid und er versichert mir, dass er das Musterteil noch am gleichen Tag abholen würde.
Ok, das klingt gut – trotzdem habe ich in Sachen Rigginstandsetzung in diesem Augenblick drei Wochen verloren.

Der Tag war mir zwischen den Fingern zerronnen, Sibylle und ich laden Alex zum Dinner ein – es gibt „frängischa Brodwörschdla“!

Gerne teile ich das heimatliche Essen mit Alex

Alex war so kurz nach Silvester ja noch Strohwitwer und wir hatten inzwischen das zweite Fresspaket erhalten.
Ina und Ralf waren so nett und haben uns abermals einen Gourmetgruß aus ihrer Heimat geschickt.

Es war Ehrensache, dass wir diese willkommene Abwechslung mit dem Freund teilen.
Gemeinsam saßen wir im gemütlichen, warmen Salon von NESSAJA und mampften den Gaumenschmaus, während draußen der Sturm an den Festmachern zerrte.

Abermals 60+kts auf dem Anemometer – dieses Jahr haben wir viele schwere Stürme

Gemeinsam bejammern wir unsere Situation und den langsam aufkommenden Zeitdruck – was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dies sollte sich in mancherlei Hinsicht noch zuspitzen, denn obwohl uns viele Arbeiten gut von der Hand gehen würden, zeigte sich deutlich, dass an ANAHITA, DONNA, ELOWYN und NESSAJA noch etliche Arbeitspakete offen sind.

Der Abend klingt aus, Alex kämpft sich gegen den Sturm zurück zu ANAHITA und Sibylle und ich nehmen uns vor, dass wir morgen bei den Schiffen der Freunde nach dem Rechten sehen würden.

Der Folgetag war grau und wolkenverhangen – wir kommen auf unserer Marinarunde an einem Scooter vorbei, den unsere Freunde Rena und Ioannis vermietet haben.
Sibylle war das Vehikel schon lange aufgefallen, sie vermutet, dass der Roller „vergessen“ wurde…

Hm, mit den Helmen im Regen – das schaut wirklich nicht nach klassischer Vermietung aus

Wir hatten das ja schonmal und der damalige Vermieter hatte sich nicht einmal bedankt – ich hätte wohl weniger rasch reagiert, wenn das Fahrzeug nicht zum Fuhrpark unserer Freunde gehören würde.

Rena zaudert erst – „I think I have all my Scooters here, maybe Ioannis rented it out…“
Fünf Minuten später aber trudelte die Nachricht ein – „…in deed, it was my fault, I forgot to pick it up a few weeks ago, thank you for letting us know!!!“
Keine Ursache, dafür sind Freunde da, wir wollen aufmerksam sein.

Als wir an Pits WUQI vorbeikommen, sehen wir, dass eine der Sicherungsketten ins Wasser baumelt.

Ich mache ein Bild und informiere Pit
Dabei lasse ich ihn wissen, dass auch bei ihm der Verklicker kaputt ist

Weil ich gerade bei WUQI war, nehme ich gleich noch die Badeleiter mit.
Ich werde auch diesen Winter wieder ein paar Projekte bei Giorgos starten, es macht Sinn, dass ich die relevanten Teile bereits jetzt einsammle und in Klickers Kofferraum lagere.

Gesagt getan, die V4A Leiter muss geschweißt und poliert werden, ich verwahre sie solange, bis ich nach Kamara zu „Boat & Parts“ fahre.

Wie geht es mit den Ketten weiter? Mal sehen…
…die Problemstelle an der Leiter ist jedenfalls offensichtlich und kann repariert werden

Inzwischen ist Kaffeezeit und Sibylle möchte mal wieder is „Coffee Lab“ um einen Cappuccino zu schlürfen.

Ich erfülle ihr die Bitte gerne, wir setzen uns in das Café und gönnen uns eine Kaffeespezialität und eine Süßigkeit.
Wir besprechen, was wir uns heute noch vornehmen – welche Arbeit passt am besten in diesen angebrochenen Nachmittag?

Kurze Kaffeepause im „Coffee Lab“ in Lakki

Wir entscheiden, dass wir unsere Runde fortsetzen und nach KEONDA sehen.

Hier gibt es keine negativen Nachrichten, trotzdem waren wir gefordert, denn Eigner Mario hatte mich gebeten, die Segel von Bord zu nehmen und zum Segelmacher zu bringen.

Auch er hat, als er seine Bitte geäußert hatte, die Floskel „bei Gelegenheit“ oder auch „mal schnell“ verwendet.
Das klappt nicht!
KEONDA ist unter einer Vollplane und die Segel sind im Salon.
Ich brauche die Schlüssel, eine Leiter und muss mir Zugang unter die Plane verschaffen.
Dies gelingt jedoch wider Erwarten ganz gut und wir können nach einer akzeptablen Stunde Vollzug melden…

Beide Segel von KEONDA sind in Klicker – ich werde sie heute noch ausliefern

Meine Aufgabe ist es lediglich, die Segel zu Sotiris zu bringen – es geht hier um eine Garantiesache, nach der Übergabe übernimmt der Segelmacher.

In dieser Art vergingen die Tage – ich war ständig am herumwerken und kümmern, habe aber an meinen eigenen Projekten kaum etwas bewegt.

Dies war zum Teil damit zu begründen, dass ich meine ToDo-Listen angepasst habe.
Inzwischen spielen nicht mehr nur Niederschlagswahrscheinlichkeit und Temperatur eine Rolle, auch Sibylles erneute Reiseplanung für einen weiteren Deutschlandbesuch beeinflusst meine Prioritätenliste.

Es gibt Aufgaben, für die ich Sibylle als Helferin benötige, diese gilt es zu planen und vorzuziehen.
Außerdem müssen nun alle Ersatzteilbestellungen recherchiert und platziert werden, Sibylle kann Sendungen anstoßen und Kleinteile mitbringen.
Als ob dieser Impact nicht ausreichen würde, bietet auch Jörg von der INSPIRATION Transportoptionen für den 02.02. an – auch dieses Datum muss ich im Kopf behalten.

Daher war meine nächste Handlung auch der Beginn eines neuen Projektes auf ELOWYN, dieses war ursprünglich für März geplant…

Der Hydraulikzylinder für das Kutterstag ist undicht und muss ausgebaut werden – dafür muss die Rollanlage ausgehängt werden….
…dann „schlängle“ ich mich in den Ankerkasten, um die untere Befestigung des Zylinders abzuschlagen
Dies gelingt zum Teil sehr gut…
…auf der schlechter zugänglichen Seite komme ich aber nicht ran – ich brauche Hilfe! Aaaaaaalex!!!
Und schon ist er da – es gibt diese Handgriffe, da fehlt Hans Peter sehr. Zum Glück ist Alex immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist
Der untere Bolzen muss raus
Der Hydraulikschaluch muss abgeflanscht werden

Nach etwa zwei Stunden waren wir soweit, dass ich den Zylinder samt Schlauch ziehen konnte.

Es war an der Zeit! Wir verzeichnen an ELOWYN schon länger einen latenten Hydraulikölverlust und haben zudem bemerkt, dass die Vorstagspannung am Kutter alle paar Tage nachlässt.
Es wurde Zeit zu handeln und es galt, die perfekte Gelegenheit der langen Zeit an Land zu nutzen.

Endlich liegt das Corpus Delicti an Deck, bereit um für die Reparatur versandt zu werden…

Geschafft – jetzt heißt es wieder „klar Schiff“ zu machen
Der Zylinder wird zum Versand verpackt und in Deutschland beim Hersteller repariert

Diesen Zylinder wird Jörg für mich mit nach Deutschland nehmen und von dort aus an den Hersteller verschicken.

Nach erfolgter Reparatur, geht der Zylinder an Hans Peter, welcher ihn Anfang Mai mit nach Leros bringt.

All das gilt es von hier aus zu organisieren und zu tracken – Reparatur, Transport und Verpackung.
Recherche und Administration werden zur organisatorischen Meisterleistung – dieser Aufwand wird jedoch gerne vergessen!

Am Weg zurück zu NESSAJA erkenne ich, dass der stetige und kräftige Wind, abermals das Dinghy von Hans Peter abgedeckt hat.

Bisschen läbbelig, da muss man doch was machen
Feierabendarbeit

Ich fixiere die Plane diesmal und hoffe, dass sie nun den Windböen Paroli bieten kann.

Dann war das Feierabendbier mehr als verdient. Ich sacke erschöpft auf die Couch und freue mich, dass Sibylle mal wieder etwas Leckeres auf den Tisch zaubert.

Am Folgetag widmete ich mich den Befestigungsketten von Pits Wauquiez.
Ein neuer Schäkel sollte das Problem lösen – die Kette war nicht etwa gerissen, es war lediglich ein Schäkel lose geworden und abgefallen.

So, passt wieder – sollte die Feder brechen, kann nichts passieren
Finde den Fehler – ein Kontrollblick nach steuerbord zeigt, dass hier nicht zu Ende gedacht wurde 😉

Ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – vielleicht hatte der Leinenmann beim Anbringen der Ketten eine andere technische Auslegung der Federn im Kopf…

Bei diesem Modell der Ruckdämpfer ist es jedoch möglich, dass die Feder komplett auseinander gerissen wird – es fliegen einfach die Muttern vom Schraubteil.
Das ist vor einigen Jahren so bei ELOWYN passiert, daher weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man diesen Typ Federn nur hinter dem Befestigungsschäkel sichern kann.

Weil ich gerade dabei war, habe ich auch diesen Handgriff schnell erledigt.

Nicht perfekt – aber safe

Ich gebe Pit in der Heimat Bescheid – WUQI ist sicher und er kann sich beruhigt zurücklehnen.

Den Rest des Tages verbringe ich mit Hausaufgaben und der Auffrischung des Lerninhaltes der letzten Griechischstunde.
Diese liegt eine zeitlang zurück und ich fuchse mich wirklich zurück in den Stoff.

Um 17.45 Uhr breche ich auf, um auch in diesem Jahr wieder am Kurs teilzunehmen.

Die Box war gekauft – die Kekse darin aber typische Weihnachtskekse, selbstgebacken von Eirini
Das versüßt einem den Griechischunterricht

Ich nehme es vorweg – ich ahne an diesem Tag nicht, dass dies mein letzter Griechischkurs der Wintersaison 2026 gewesen sein wird.

Ich hatte Spaß, machte im Anschluss auch meine Hausaufgaben, musste dann aber den nächsten Kurs schwänzen – eine wichtige Arbeit war noch fertigzustellen, ich hatte keine Zeit für Vorbereitungen und keine Lust unvorbereitet zu gehen.

Beim Lernen für den Kurs nach der Monatsmitte, hat mich das Gefühl beschlichen, dass ich mehr Zeit dafür verwende, die Fragen in diesem verfitzmaledeiten Übungsheft zu verstehen, als dafür neue Vokabeln oder Grammatik zu lernen.
Das Buch liegt mir nicht, es raubt mir Effizienz – ich verliere den Spaß.

Nach einem Gespräch mit Eirini hänge ich mein Griechischbestreben für diesen Winter an den Nagel – nun, nicht komplett…
Ich habe ein neues Buch, ich traue mich mit den Handwerkern und Nachbarn zu stammeln und lerne täglich dazu – aber dem Pflichtprogramm mit dem Heft, welches für mich sieben Siegel hat, setze ich mich nicht weiter aus!

Es ist der 06.01.2026 – Epiphani

Am 06. Januar ist in Griechenland der „Epiphani“ Tag, es sind unterschiedliche Schreibweisen möglich.

Die religiöse Bedeutung kann sich der interessierte Leser und die geneigte Leserin in diversen Suchmaschinen zur Kenntnis rufen.
Weltlich passiert Folgendes – ein Priester spricht Gebete, die Gläubigen lassen eine weiße Taube fliegen und dann wird ein Kreuz ins Meer geworfen.

Der Pulk, eigentlich nur Männer, springt hinterher und jeder versucht, das Kreuz als erster zu erhaschen.
Der, dem dies gelingt, wird noch mehr Glück im Jahr erfahren, als alle anderen.
Das ganze ist feierlich und doch mit einem irdischen Touch. Alle haben gute Laune, alle grüßen sich, alle küssen das Kreuz.

Klar, dass wir da auch Flagge zeigen!

Der Priester führt den Zug an – später wird er sich zu uns gesellen und ein paar Worte mit „den Fremden“ wechseln
Die „Glücksritter“ warten schon – jeder hofft darauf, heute das notwendige Quäntchen Glück zu haben
Wie immer – zuerst ein Bluff, er zieht das schon fliegende Kreuz zurück
Tja – einer fällt immer darauf rein! Diesmal erwischt es den Jüngsten
Die geistlichen Verse werden gesprochen – die weiße Taube wird auf ihren Weg geschickt, die Welt könnte ihre Dienste gut gebrauchen
Dann holt der Priester aus – es wird ernst
Das Kreuz fliegt, die Muskeln der Männer spannen sich
Das Kreuz berührt das Wasser, die Furchtlosen springen ab
Es folgt eine Wasserschlacht…
…jeder will der Erste sein – doch nur einem wird dieses Glück zuteil
Alle küssen das heilige Relikt
Der Sieger triumphiert
Er bringt die Reliquie zurück an Land

Nun trägt der Sieger seine Trophäe durch die Menge, er eilt zunächst zu seiner Familie, auch die soll von der göttlichen Extraprise Glück partizipieren.
Alle küssen das Kreuz, manche ziehen danach wieder eine Maske über Mund und Nase.

Dann erhält der Pope das Kreuz zurück und die Menge löst sich auf.
Auch wir ziehen uns zurück auf einen Kaffee ins „Coffee-Lab“, dann gehen wir alle zurück zu unseren Schiffen.

Wir haben alle allerhand zu tun…

Sibylle und ich machen einen kleinen Umweg, ein „Fährtle“, wie meine Gattin zu sagen pflegt.
Das schlechte Wetter hat nicht viele Vorteile, außer vielleicht die abwechslungsreiche Stimmung, in die es die Insel hüllt.
Anders als im Sommer, wechselt Leros fast täglich seinen Charakter.

Das wollen wir uns heute ansehen, wir fahren zu einem Aussichtspunkt am Buchtende von Lakki.

Es sind landwirtschaftliche Zuwege – Ziegen überall
An einer der Höhlen parken wir – für was die wohl genutzt werden? Auf jeden Fall bleibt jede Menge Unrat zurück
Das Wetter fühlt sich wie rauhes Seewetter an – von der sonnenumschmeichelten Ägäisinsel keine Spur
Am Horizont Kalymnos, bis Kos reicht die Sicht heute nicht

Zurück am Schiff nehme ich mir vor, den Generator einem Probelauf zu unterziehen.

Dies möchte ich in drei Stufen machen – zuerst eine Stufe nur für den Motor.
Ich montiere als also alle Verkleidungsbretter ab, öffne die Seeventile und prüfe den Ölstand.
Dann starte ich das Aggregat und lasse es ohne elektrische Last laufen – die gelegte Sicherung trennt den Generatorteil von laufenden Motor.

Die Sicherung des Generatorteils ist gelegt
Der Motor läuft einwandfrei
Auch die Ladeleistung der Generatorlichtmaschine ist bestens

Ich kann nun die Drehzahl prüfen und feineinstellen – dann starte ich den zweiten Schritt.

Ich nehme den Generatorteil dazu und teste die Ladeleistung – auch hier erhalte ich sehr gute Ergebnisse, jedoch schwankt der Ladestrom ein wenig.
Darum werde ich mich aber später kümmern.

Warum das Ganze? Nun, zum Einen sind es Testläufe für den Verkauf und die anstehende Übergabe – alles soll beanstandungsfrei funktionieren.
Zum Anderen steht ein wichtigerer Probelauf an – die Wiederinbetriebnahme des Wassermachers! Dafür war im alten System immer der Generator notwendig, denn der Wassermacher hat einen sehr hohen Anlaufstrom.
Ich möchte den Wassermacher ohne Generator betreiben können – wenn er jedoch notwendig würde, dann muss er einwandfrei laufen.

Dieser dritte Schritt folgt morgen – für heute reicht es.
Wir treffen uns mit den anderen zum Dinner im „Gia Sena“…

Wie immer essen wir bodenständig und gut

Erwähnenswert ist, dass wir an diesem Abend die Idee auf den Weg bringen, am kommenden Wochenende zum Bowlen zu gehen.
Um dies zu manifestieren, reservieren wir gleich heute die Bahnen im Bowlingcenter gleich gegenüber.

Als ob dies nicht genug wäre, wird zudem beschlossen, dass wir noch eine Nachspeise in Form eines Eisbechers auf den Speiseplan setzen sollten.

Gedacht – gemacht! Wir treffen uns also ein weiteres Mal bei „Repapis“ dem designierten Eisparadies – hier waren wir lange nicht mehr.

Weihnachten ist vorbei, der Nikolaus kann den Rentierschlitten wieder aufräumen
Die Pause hat gut getan – mit etwas Abstand schmeckt das Eis noch besser

Wir nehmen die Eisspezialitäten mit an Bord, es ist zu kalt um das Eis im Freien zu genießen. Plätze im Eissalon bietet „Repapis“ leider nicht an.

Weil ich gerade bei Alex´ANAHITA vorbeischlendere, kann ich auch gleich sein Angebot bezüglich einer Tüte Chips annehmen.
Es ist noch etwas Abend übrig und Sibylle und ich wollen noch eine Folge „Inspector Barnaby“ gucken.

Da kann etwas zu Knabbern nicht schaden…

Da steh´ ich nun und warte – ich bin ein Schatten meiner selbst
Alex bringt Chips und Kekse – übriggeblieben von der Silvesterfeier

Ich bedanke mich artig, dann gehe ich zurück auf´s Schiff – ich bin dem Erfrierungstod nahe!

Das Wetter sollte diese Nacht umschlagen – die kalten, einstelligen Temperaturen würden ein Ende nehmen und das Quecksilber würde in neue Höhen schnellen.
Dies lässt der Wetterbericht vermuten – die Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

Heute Abend klirrend kalte 7°C – und morgen…???

Unfassbar morgens um halb elf auf Leros – 20°C

Das ging den ganzen Monat so weiter – sehr starke Temperaturschwankungen, jeweils abhängig von der Windrichtung.

Warme Südwinde welche aber auch Feuchtigkeit und Regenschauer mitbrachten, alternativ kalte Nordwinde, welche für einen arktischen Chillfaktor sorgten.
Sturmstärke konnten übrigens beide!

Heute, wie gesagt, 20°C als Sibylle und ich zum Einkaufen gefahren sind – als wir zurück waren, habe ich Guido informiert, dass wir mit dem Testlauf des Wassermachers beginnen können.

Als Guido zu uns an Bord kam, war der Wind schon wieder in vollem Gange – der Januar sollte ein unruhiger, windiger Monat werden.
Das Geheule und Geklapper der Takelagen ging uns so manches Mal auf den Zeiger und die unruhigen Nächte reihten sich aneinander.

Böen (58kts) und Mittelwind (40-45kts) lagen nicht so weit auseinander – das sorgt für Bewegung im Schiff

Sibylle jammerte nicht nur einmal über einsetzende Seekrankheit – am Steg im Hafen wohlgemerkt – hatte dies aber soweit im Griff, dass sie keine Medikamente nehmen musste.

Guido und mich ficht das heute nicht an, wir packen den Wassermacher an, er soll zu neuem Leben erweckt werden.

Die gute Nachricht, alles hat so funktioniert, wie ich mir das beim Neuanschluss der Bordelektrik gedacht hatte.
Mein Inverter kann den Anlaufstrom der Hochdruckpumpe ab und somit war ein Generatorlauf nicht nötig.

Der Wassermacher ist an – die Niederdruckpumpe läuft

Weil wir die kleine Pumpe nicht zu lange ohne Flüssigkeit laufen lassen wollten, haben wir gleich den Rückspülkanister angeschlossen, so konnten wir das System füllen und Trockenlaufphasen minimieren.

Der Hochdruckteil ist dazugeschalten, es wird aber noch kein Druck aufgebaut

Es wäre zu schön gewesen, wenn alles pannenfrei geklappt hätte – doch dies darf man bei Booten einfach nicht erwarten.

Nachdem wir die Anlage eine ganze Zeit im Leerlauf und ohne Druckaufbau laufen ließen, dabei natürlich die Dichtheit des Systems immer wieder geprüft hatten, war es an der Zeit, den Druck nach oben zu regulieren.

Und da passierte es – PENG, ZISCH, PFFFFT – kurz bevor der Enddruck von 55bar erreicht war, hat es das Druckmanometer zerrissen.
Dieses war vorher schon alt und unansehnlich, jetzt war es aber in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Ich musste den Testlauf abbrechen und habe sofort beschlossen, dass ich beide Manometer erneuern würde.
Die Anzeigeinstrumente für die Durchflussmengen würde ich dann gleich einer Reinigung und einem Service unterziehen.

So habe ich, das Werkzeug lag schließlich parat, die Teile gleich ausgebaut und mir vorgenommen, gleich heute mit der Recherche und der Bestellung zu beginnen.

Testabbruch – genug für heute! Der Wassermacher braucht erst ein paar Ersatzteile

Der Tag ging unglücklich weiter – Sibylle bestand darauf, dass ich mich von meinem liebgewonnen Arbeits-Longsleeve trenne!

Ihr Argument – es sei kaputt! Ich sehe das anders – es ist „getragen“, bequem und gehört zu mir wie mein Name an der Tür – ich weiß gar nicht was sie hat??? Ich ziehe mich in meinen Schmollwinkel zurück…

Am Abend war es weg – spurlos verschwunden! Ein Fall für Aktenzeichen XY

Als ob das nicht reichen würde, holte das Wetter zu einer weiteren Fiesimität aus – der peitschende Wind reicht offenbar nicht, es muss dazu auch noch in Strömen regnen.

Dinge die der Mensch nicht braucht – ich überlege einen Moment lang, ob ich mich nicht zum Winterschlaf zurückziehe und erst im Mai wieder aufstehe.

So ein Mist…

Der Regen klatscht an die Fenster und auf´s Dach – es ist ein grauer Tag
Dazu IMMER dieser Wind, IMMER dieses Geheul in der Takelage, IMMER das Gezerre an den Festmachern
Wahrer Windpeak – 65kts! Zum x-ten Mal in diesem Winter

Ich muss etwas aufräumen – überall liegen die Teile des Wassermachers herum, ich würde sie so schnell nicht wieder brauchen.

Es entstand eine ungute Situation – der Wassermacher mit Salzwasser geflutet, zerlegt und somit keine Möglichkeit zum Rückspülen und Konservieren.
Die Teile zu bestellen ist das eine, sie zu erhalten das andere. Wenn Sibylle aus Deutschland zurückkommt, werden von heute an sechs Wochen vergangen sein.
Zudem, so der Plan, wird NESSAJA dann schon an Land stehen und ich somit keine Option für einen Probelauf mehr haben.

Ich nehme es vorweg – Jörg von der INSPIRATION wird hier in die Bresche springen und mir einige Teile mitbringen.
Auf der Zeitschiene wird alles wieder so zurechtgerückt, dass es passt – hoffentlich kommt nichts Entscheidendes dazwischen.

Ich sortiere die Schrauben, denn bei DIY Lösungen muss auch ich mir eine Merkhilfe über die Wochen bauen – bei Motoren wäre dies obsolet…

Alle Schrauben sortiert und beschriftet…
…so bekomme ich es auch in ein paar Wochen wieder hin

Ich fertige Fotos von den Manometern und den Rotametern an – zum einen um die Ersatzteile zu bestellen, was bei den Manometern ziemlich leicht fällt, zum anderen, um eine Art „Steckbrief“ für die Rotameter anzufertigen, diese sind scheinbar schwer bis gar nicht zu bekommen.

Meine Hoffnung ruht hier auf meine Freunde, welche die „boot 2026“ in Düsseldorf besuchen.
Ich sende allen ein Bild und die technischen Daten zu – „…bitte kaufen wenn lieferbar und unter 50.-€!“
Schnitzeljagd für erwachsene Skipper und Skipperinnen.

Das Rotameter wird zur Challenge – zur Not kann ich es aber reinigen
Die Manometer sind dagegen einfach zu finden und zu bestellen

Wenn es nicht regnet sehen wir zu, dass wir ein bisschen frische Luft bekommen.
Wir fahren einkaufen, treffen die Freunde auf einen kurzen Klönschnack oder gehen einfach nur duschen.

Heute ist es brutal – der Sturm bläst mit den 60+kts Böen direkt aus West in die Lakki Bucht.
Es baut sich eine bemerkenswerte Welle auf, welche am Wellenbrecher auf ein stehendes Hinderniss trifft.
Diese Mauer macht ihrem Namen alle Ehre – die Welle bricht und Gischt spritzt bis zu uns ins Cockpit.
Durch die Bewässerungstunnel gluckert das Wasser, auch sonst ist die Geräuschkulisse bemerkenswert…

Durch den Bewässerungsschacht strömt das Wasser, die Welle bricht an der Außenmauer der Marina
Es gurgelt laut – direkt hinter unserem Schiff
Ich habe Klicker an anderer Stelle geparkt – ab und an steigen Wellen bis in DONNAs Cockpit. Die stehen AN LAND!
Nicht leicht zu fotografieren – Alex hat einen Film, der zeigt wie die Welle bis nach oben rollt (nicht nur die Spritzer)

Sibylle und ich fahren tanken – 50 Liter „ultimate Diesel“ für Klicker, dreimal 20 Liter für die Heizung an Bord.

Dieses Jahr tanke ich regelmäßig aus dem Kanister nach, ich möchte den „ultimate – Mittwoch“ nutzen!
An diesem Tag kostet der hochwertige biozidfreie Diesel das gleiche Geld wie die einfache Version.

Darüber hinaus füllen wir noch unseren Trinkwassertank, auch dafür muss ich dreimal zum Automaten fahren.

Das Trinkwasser am Automaten ist kostenfrei

Am Folgetag war wieder ein abrupter Wetterwechsel angesagt – die Sonne blinzelte durch und es war freundlich.
Man merkt sofort, dass dies gut für´s Gemüt ist.

Im Vorbeigehen sehe ich, dass der Sturm der letzten Nacht, das Befestigungsband an des Philosophen Jeanneau zerrissen hat – ein Bügel des Bimini war nach vorne gefallen, die anderen hingen ungesichert herum.

Es muss gehandelt werden – ich hole mir von Emanuel nochmal das OK seine RUKIPE betreten zu dürfen.
Wenn ich schon da bin, passe ich auch gleich noch die Position der beiden Heckfender an – er wird es mir beim nächsten Nordsturm danken!

Das Bimini hat sich losgerissen – Panzerband alleine hält nicht
Ich hole die nach vorne geklappte Stange zurück und sichere alles mit Bändsel, die Fender kommen nach innen und werden gesichert

Ein paar Tage später schon, sollte sich zeigen, dass die Fenderanpassung keinen Moment zu früh kam.
Der nächste Nordsturm stand schon in den Startlöchern.

Heute erhalte ich noch eine gute Nachricht, das neue Vorstag ist auf Leros.
Aufgrund der Rechnungsstellung wird das Paket aber an Giorgos Firma geschickt – zu dumm nur, dass Giorgos gerade im Moment mit Katerina in der Stadt der Liebe, in Paris, weilt.

Heute mache ich mir das laxe Verhalten der hiesigen Spediteure zum Nutzen.
Ich fahre zum Hafen, frage nach meinem Paket, welches an „Boat & Parts“ addressiert ist und hole es einfach ab.
Der Versender kennt mich, es gibt keinerlei Probleme – endlich ist das lang ersehnte Ersatzteil hier.

Endlich – jetzt könnte ich das Vorstag komplettieren und einbauen. Könnte! Theoretisch!

Leider habe ich Pech – das Thema Rigg ist auf der Zeitachse so verrutscht, dass zunächst das Wetter und dann die Terminpläne der anderen, einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Eile, der Nachdruck, alles umsonst. Ich muss völlig umplanen – zum ersten Mal stelle ich meine geplante Deutschlandfahrt im Februar in Frage.

Selten kommt ein Anruf mit dem Wortlaut „…kannst Du rasch…“ so gelegen wie in diesem Moment!
Ralf ist mit einem Notruf am Apparat, seine App lässt ihn zuhause vermuten, dass auf CHILI die Batterien zusammengebrochen sind – nichts geht mehr!

Wie bereits erklärt, helfe ich im Notfall gerne. Ich organisiere also den Schlüssel, trage mir eine Leiter zu CHILI und nehme mein Voltmeter mit an Bord.
Sehen wir mal, wie sich die Situation „live“ zeigt…

Ok, alles etwas verschmutzt, aber die Solarpanele sind intakt und sollten liefern
Die Restspannung reicht, um zumindest die Kontrollleuchten noch anzeigen zu lassen – das Philippi Display zeigt die Hintergrundbeleuchtung
Ralf meinte „neunkommairgendwas“, ich messe 11,36V – in jedem Fall stimmt etwas nicht

Es kommt mir komisch vor – klar war es zuletzt bewölkt, aber bei nahzu abgeschaltetem Bordstrom sollte Solar in der Lage sein, die Batteriespannung zu halten.

Seltsam, ich messe einen recht geringen Solar-Ladestrom, muss zusätzlich auch feststellen, dass der Hauptschalter noch an ist.

Nicht einleuchtend ist für mich auch, warum das Philippi Display die Hintergrundbeleuchtung einschaltet.

Na egal, sicher ist – die Batterien müssen geladen werden.
Ich verlasse CHILI und schicke Ralf die Bilder mit einer Handlungsempfehlung, ich bitte um seine Meinung und seinen „Marschbefehl“.

Beim Verlassen des Schiffes mache ich noch ein Bild vom Masttop – dreimal dürft ihr raten, was kaputt ist…

Auch CHILI braucht einen neuen Verklicker

Sibylle plant ihre Reise – sie hat inzwischen festgelegt, dass sie Leros am 24. Januar verlassen und wohl nicht vor 24. Februar zurückkommen wird.

Arztbesuche und verschiedene familiäre Verpflichtungen lassen die lange Aufenthaltsdauer entstehen, für mich ist es schade aber nachvollziehbar – ich habe so viele Projekte vor der Brust, ich werde versuchen, hier soviel wie möglich wegzuarbeiten.

Die Würfel sind gefallen, die Reise kann gebucht werden…

Kaffee, dazu ein Stück Galaktoboureko von Stratos – und natürlich die Reisebuchung am Mobiltelefon

Heute gibt es Resteküche von gestern zum Abendessen. Alex und ich wollten Sibylles Lasagne aufmampfen, vernichten, restlos vertilgen…

Aber Sibylle war so von der Größe ihrer Lasagne überzeugt, dass sie dem Irrglauben aufsaß wir würden das Häppchen nicht bezwingen.
Es tat uns fast leid, sie so in ihren Manifesten zu erschüttern, so dass wir schlußendlich defensiv aßen und somit für Sibylle selbst und auch für mich noch ein kläglicher Rest blieb.

Wir teilen fair – 3 für mich und 1 für sie 😉

Beim Salat bin ich sehr großzügig – die Köchin bekommt den Löwenanteil der köstlichen Pflanzenspeise, während ich mich aufopfere und von dem vermutlich ungesunden Teigwaren-Fleisch-Gelege den größeren Teil verspeise.

Meine Hoffnung war, dass ich am heutigen Abend noch eine Leckerei erhaschen würde – wir gehen nämlich aus!
Alle zusammen! Es ist Bowlingtag für unsere kleine Community…

Wir treffen uns um 20.00 Uhr im „Crescendo“!

Ist nicht weit – wir sind pünktlich da

Sibylle unterschätzt den Laden – „…da erwarte ich mir auf Leros nicht soviel. Bowlingschuhe haben die sicher nicht!“

Weit gefehlt sag´ ich da nur – auf die Pflicht zum Tragen der sexy Schuhmode wurden wir als allererstes hingewiesen.

Schneller als ich mich versehen konnte, steckten meine Hobbitfüße im schlanken Lederschuh.
Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Schuhe dieser Machart getragen habe – losgelöst vom Bowlingsport…

Hm, ich muss Kompromisse eingehen

Dann ging es los – wir hatten zwei Bahnen nebeneinander, bestellten uns herzhafte Hopfenkaltschalen und suchten fachmännisch nach der passenden Kugel für die Hand.

Mir ist klar, dass das Beklagen der perfekten Kugel immer ein wenig wie mimimi ausgelegt wird – trotzdem ist es wahr, ich fand die „perfekte“ Kugel bis zum Schluss nicht.
Entweder waren die Löcher zu klein oder der Daumen zu dick, aber immer wenn ich meinen Daumen aus dem Loch zog, machte die Kugel eine Kurve nach irgendwohin.

Ich konnte es beweisen, denn wenn ich meinen Daumen fest in die Kugel steckte, konnte ich sie nur am Daumen baumelnd hochheben – die anderen lachten, mein sportliches Dilemma war ihnen egal!

Wir hatten viel Spaß…

Vorsichtig gehen – damit ich keine Blasen am Fuß bekomme…
…gut zielen und vor allem, den Daumen nicht ganz ins Loch 😉
Und dann – STRIKE! (hier zusammen mit Alex)
Auch Sibylle und Hans nehmen Maß und versuchen abzuräumen…
…was ab und an auch gelingt
„Poser“ unter sich
Nach einem STRIKE gilt es, die Pose des Triumphators einzunehmen
Wenn man nicht an der Reihe war, war Klönschnack angesagt

Wir machten drei Spiele, dann war es genug für heute – jeder von uns spürte, dass wir Muskelgruppen herausgefordert haben, deren Existenz wir lange vergessen hatten.

Nun, wir sind eben auch keine 30 mehr – daher wissen wir auch genau was das bedeutet…
Die Strafe würde stande pede kommen – nämlich bereits morgen früh in Gestalt eines mächtigen Muskelkaters.

Wir waren uns ein Gruppenbild schuldig, dann räumten wir die Bahn für die nächste Gruppe.

Wir machen viel zusammen – der Spaßfaktor ist hoch

Eigentlich wollen wir noch nicht heim – ein Teil von unserer Gruppe reagiert schnell und greift zum Queue.
Eine Runde Billard geht immer – die anderen sitzen am Nebentisch, begleiten das Spiel um die schwarze Acht mit allerlei Kommentaren und schlürfen dabei an einem Ouzo.

So darf ein Abend ablaufen, es war so kurzweilig!

Caetlin ist am Zug
Kann Alex ihr das Wasser reichen?

Der Abend endet spät – zufrieden fahren wir nach zuhause und entern unsere Schiffe.

Wir sind dieses Jahr eine kleine, aber sehr feine Community. Ich schätze es, dass sowohl Alex als auch Ben und Caetlin fast durchgängig hier sind.

Es entstehen kaum Lücken, es gibt immer jemand mit dem man sich kurz unterhalten kann oder mit dem man auch etwas mehr Zeit füreinander aufwendet.
Wir helfen uns gegenseitig aus und unterstützen wo es geht.

Das genieße ich und ich schätze die Gesellschaft der Freunde. Schade, dass sich diese Runde im Frühjahr wieder auflösen wird.
Mir macht zudem Angst, dass wir uns selber ins Abseits stellen, sobald wir erst einmal ins Haus gezogen sind.
Ich bin gespannt, welche Rolle ELOWYN dann übernehmen wird.

Der nächste Morgen begann wettertechnisch grausam!
Der gemeldete Sturm kam wie vorhergesagt, auch die angekündigte „Regenwahrscheinlichkeit“ wurde schlagartig Realität – die Definition von „Schietwetter“!

Wir wussten was auf uns zukommen würde
Diesmal waren es nicht die Böen – diesmal war der Mittelwind über Stunden bei über 35kts….
…dies sorgte wieder für eine ordentliche Kabbelsee in der Lakki Bucht

Witzig war, dass exakt heute ein französisches Boot mit einer neuen Crew ablegte – auf Nachfrage bei deren Freude aus Belgien bekamen wir nur eine knappe Antwort…

„They leave for a Circumnavigation!“ – ah, sie brechen zur Weltumsegelung auf! Jetzt? Heute? Bei 9 Bft?

MAD WORLD!

Was war daran lustig? Nun, nach zwei, drei Stunden kamen sie zurück, legten sich wieder in die Marina, rammten dabei einen englischen Katamaran und verweilten noch ein wenig.
Ich nehme keine Pointe vorweg wenn ich verrate, dass sie auch am 25. Januar noch in der Lakki Marina liegen werden.

An solchen Tagen merken wir immer, wer zuhause stets den Wetterbericht von Leros am Schirm hat.
Diese Gewohnheit, gepaart mit einem schlechten Nervenkostüm, beschert uns dann immer den ein oder anderen Anruf – „…steht mein Schiff noch? Spritzt das Salz bis hoch ins Cockpit?“
Wir haben da so unsere Pappenheimer, erfüllen die Bitte mit einem Blick nach dem rechten aber in der Regel gerne – spätestens, wenn Sibylle mich mal wieder durch die Marina zerrt, weil „…ich mich bewegen müsse!“

Es sieht aus, als würde sich das Meer nicht trauen das Boot mit dem roten Unterwasserschiff nasszuspritzen 😉

Der Eigner freut sich über die Bilder nebst Entwarnung – obwohl, glücklich wird er mit seinem Platz wohl nicht mehr…
Trotzdem reichen die Informationen, um in Deutschland wieder Nachtruhe einkehren zu lassen.

Apropos Mad World – als ich diese Zeilen tippe ist es der 25. Januar, ich habe das Heute noch nicht eingeholt.
Es erreichen mich die Nachrichten, dass in Amerika abermals eine Privatperson durch die ICE Brigade erschossen wurde.
Ich habe bisher nur das Video gesehen und keine Hintergründe recherchiert – ohne politisch zu werden möchte ich sagen, dass mich solches Handeln fassunglos zurücklässt und ich die Wahl der Headline für diesen Monat nicht bereue…
Egal was Alex Pretti für ein Mensch ist, die „Festsetzung“ war eine Execution und nicht wenige im dummen Pöbel feiern ICE dafür und setzen dämliche Lachsmileys hinter Kommentare die oft noch dümmer sind.

MAD WORLD – ich wünsche mir das Beste für 2026, will aber zugeben, dass ich, global betrachtet, große Zweifel habe.
Immer öfter hege ich Gedanken, wofür es wohl gut war, dass unsere Reise gescheitert ist und wir auf Leros „hängen geblieben“ sind.

Zurück zum Bootleben, zurück zum Hier und Heute – da möchte ich mich CHILI widmen, mit Ralf habe ich mich inzischen abgestimmt.

Ich verbinde das Boot der Freunde mit dem Landstrom…
…was einfacher klingt als es letztlich ist
Die Batterien werden geladen

Es sieht gut aus für die Hanse 418 – die Batterien laden und ich bin zuversichtlich, dass sie sich erholen werden.

In zwei Tagen werde ich noch einmal vorbeisehen, vermutlich muss ich mir abermals eine Leiter suchen, dann das Schiff vom Strom nehmen und das System noch einmal checken.

Ist dann alles ok, sollte bei abgeschaltetem Hauptschalter bis zum Frühjahr nichts mehr schiefgehen.

Ich ziehe zusammen mit Sibylle weiter – unser nächstes Ziel ist ELOWYN. Diesmal widmen wir uns einer eigentlich unwichtigen Aufgabe, welche auf der Prioritätenliste aber doch nach oben gerutscht ist.
Ich möchte die Dichtungen der Duschtüre erneuern und muss diese bestellen, es gilt also, noch einmal genau Maß zu nehmen und auch die Bauform noch einmal festzuhalten.

Der pöse Purche geht zu Poden – immer auf den Knien arbeiten 😦

Die Bilder sind schnell gemacht und auch die Bestellung ist am Abend rasch ausgeführt.
Leider geht das 2.5m lange Paket an die Rechnungsadresse (meine) statt an die Empfängeradresse (Hans Peter) und umgekehrt.
Später wird sich Jörg von der INSPIRATION als der Retter in der Not erweisen – doch das ist eine andere Geschichte.

Um eine Ausgewogenheit herzustellen, richte ich ein besonderes Auge auf die Bavaria 39 Cruiser der Tölzer Freunde, so auch heute…

Und siehe da, tatsächlich steht eine kleine Aktion an – die schweren Stürme hatten soviel Kraft, dass sie Fender an Deck geblasen haben.
Dieses Manko habe ich umgehend korrigiert.

Den vorderen Fender hatte der Sturm nach oben geblasen…
…aber Sibylle und ich konnten die Situation rasch bereinigen

Ansonsten war alles in Butter auf der Yacht aus Giebelstadt – anders als bei einer der an Land stehenden Boote.

Hier war eine Halteleine des Großbaums gerissen und der Baum konnte so von links nach rechts schlagen.
Auf der linken Seite hat er bis ans Nachbarboot gereicht, hier musste rasch gehandelt werden.

In solchen Fällen gebe ich immer kurz im Office Bescheid und informiere – was die Marina dann daraus macht, obliegt deren Entscheidungshoheit.
In den allermeisten Fällen bekommen sie die Situation rasch in den Griff.

Am nächsten Tag ist der Baum von VASILISSA fixiert

Der Wind hat nicht spürbar nachgelassen – es war eine gute Entscheidung, dass ich Klicker bereits am Vortag an anderer Stelle geparkt habe.

Dort, wo ich den alten A6 sonst abstelle, spritzt die Gischt über die Hafenmauer und an Klickers Parkplatz hat sich eine Salzwasserlache gebildet.
Klar, der Quattro ist eine alte Kiste – aber mutwillig pökeln muss man ihn ja nicht gerade.

Klickers Parklücke ist überschwemmt – Paul hatte solche Geschehnisse nicht am Schirm, sein Bus ist in einer Salzkurste
Die Gischt spritzt meterhoch…
…und der Starkwind trägt die Spray bis an NESSAJAs Niedergang

Ich will offen sagen, die sintflutartigen Regenschauer alle paar Tage sind willkommen.
Sowohl NESSAJA als auch Klicker vertragen den Spülgang sehr gut, bisher war ein manuelles Waschen nicht nötig.

Ich kann mich wirklich nur wiederholen! In diesem Januar durchleben wir eine solche Vielzahl an Wetterkapriolen, dass es auf keine Kuhhaut geht.

Kaum waren wir zurück in unserem Schiff, legte der Wind auch sofort ein paar Windstärken zu – zum wiederholten Male in dieser Wintersaison, setzt er an, um die 60kts Marke zu durchbrechen!

61kts Peak, bei einem anhaltenden Wind über 40kts – da ist auch die Geräuschkulisse nicht zu unterschätzen

Der Himmel war ein grauer Einheitsbrei, der zu allem Überfluss auch noch seine Schleusen sperrangelweit geöffnet hat.

Es goß eine zeitlang wie aus Kübeln – da hält auch unsere Sprayhood nichts mehr ab.

Ein Tag zum Vergessen

Sibylle und ich haben es uns gemütlich gemacht. Ein Tässchen Tee, Kekse und ein bisschen fernsehen – mehr geht kaum bei diesem Wetter.

Wir freuen uns auf morgen früh, denn da werden wir uns für all die Unannehmlichkeiten belohnen – wir haben einen Termin…

Was steht an?
Wir gehen mal wieder zum Brunch ins „Navarone“!

Schön hergerichtet und schmackhaft wie immer
Wir genießen das ausgiebige Frühstück mit der Community

Hierzu muss ich nicht mehr viele Worte verlieren. Der vom „Navarone“ angebotene Sonntagsbrunch hat sich etabliert und wir wollen dies über die Winterperiode auch so beibehalten – einmal im Monat wollen wir uns diesen Gaumenschmaus gönnen.

Unsere Begleitung wechselt – einmal gibt sich die ANAHITA Crew die Ehre, ein Andermal die der BARCASO, ab und an gesellen sich Caetlin und Ben von der DONNA dazu.
Abgerundet wird die Gruppe von dem Skipperpaar der BORN TO LIVE.

Das weitere sonntägliche Tun verdient nicht einmal eine Erwähnung, ich kann mich immer ganz schwer aufraffen, wenn ich einmal ins Food-Koma gefallen bin.

Ist aber auch kein Wunder – in Anbetracht der für für morgen anberaumten Tagespläne.
Ich muss mir den Wecker stellen – und als ich NESSAJA verlasse dämmert es, nicht zuletzt mir…

Was macht der Protagonist so früh am Morgen???
Ich schleiche von Bord – Sibylle schläft noch tief und fest

Es war kein Spaß, als Hausnachbar Niko vor einigen Tagen gemeint hatte, dass er mit mir meine Olivenbäume schneiden würde.

„Wann…“ habe ich gefragt – und seine Antwort lautete „…επτά και μισώ“, sieben und einhalb also. Er will um halb acht loslegen, ok, aber da ist es doch schon dunkel.
Ich frage nach – er und sein Spezl lachen mich aus. Der Spezl kann etwas Englisch und erwidert – „…Mister, not in the evening, seven-thirty in the morning!“

Ok – und heute ist es also soweit! Ich fahre nach Plaka zum Haus und bin kurz vor halb acht vor Ort.
Es ist frisch, ein eisiger Nordwind pfeift mir am die Ohren – ich gebe meine Zurückhaltung auf und rette mich mit Hilfe meiner „Haum“, auch die natürlich, wie sollte es anders sein, von meinem Haus- und Hofschneider.

Es ist noch nichtmal richtig hell…
…und außerdem zapfig koid – nur mei Haum rettet mich vor einem Katarrh

Ich sehe mich um – aha, Niko ist noch nicht da! Hab´ ich´s mir doch gedacht.
Mich zur nachtschlafenden Zeit in die klirrende Kälte locken und selber noch friedlich schlummern.

Ich überlege, ob ich gleich wieder heimfahre oder ob ich ihm noch zehn Minuten geben soll.
Da höre ich seine kratzende Schreihalsstimme aus dem Nichts hallen.
Ich höre ihn wohl, aber meine verschlafenen Augen können ihn nirgends entdecken.
Ich stehe da wie ein Hundewelpen und frage mich ob ich halluziniere – da entdecke ich ihn plötzlich…

Er steht schon in einem Baum und schneidet Äste ab – was für ein Viech!
Ich spüre, ich bin inzwischen verweichlicht. Das kann so nicht weitergehen!

Da steht er im Baumwipfel und sägt
Wir haben ein schönes Stück Arbeit vor uns

Es kristallisiert sich heraus, dass die Arbeit am schnellsten von der Hand geht, wenn er die Äste schneidet und runterwirft – oder mir die großen Äste gleich in die Hand gibt.

Meine Aufgabe ist es, die einzelnen Gebinde auf Häufen zu schlichten.
Immer einen Haufen für zwei Bäume – und mit Haufen, meine ich Haufen – und nicht etwa Häufchen.

Dazwischen schreit er mich an und lacht – er ist so…
Etwa wenn er die „Ψαλίδι με μπαταρία“ fordert!
Mich beschleicht eine Erkenntnis – SO lernt man Griechisch!
Es handelt sich übrigens um eine „Schere mit Batterie“, eine elektrische Astschere.

Die kleinen Äste neben den Bäumen…
…die wirklich großen staple ich im Vorgarten – der ist noch mit Unkraut zugewuchert

Ja, die Gartenarbeit – ich will ganz offen sagen, dass ich kein Fan davon bin.
Ein Punkt, den Sibylle und ich auch immer wieder diskutieren. Mir macht es Spaß zu ernten – für meine Olivenbäume bin ich bereit zu rackern.

Auch der Zitronenbaum macht mir Freude, aber alles in allem habe ich keinen grünen Daumen.
Wenn sich jetzt eine oder einer von euch fragen sollte, warum ich mir dann ein Haus mit einem Nutzgarten kaufe – die Frage ist berechtigt und es gibt diese Tage an denen ich zweifle und die Antwort nicht geben könnte.

Der Zitronenbaum freut mich
Aber die damit verbundene Arbeit ist immens

Mit dem heutigen Schneiden der Bäume wird es nicht getan sein. Ich muss in Bälde das Unkraut sensen und dann für den Abtransport des ganzen Schnittguts sorgen.

Eigentlich habe ich im Moment wirklich Anderes zu tun, aber ich komme nicht aus, die Entscheidung ist getroffen, ich bin dem Haus verpflichtet.

Diese Gedanken im Kopf sind fast schon meditativ – die Zeit vergeht wie im Flug und ich ziehe, einem Muli gleich, einen Ast nach dem anderen durchs Gestrüpp.

Irgendwann erklärt Niko die Arbeit für beendet – ich hätte es fast nicht bemerkt.
Es war erst Mittag – der frühe Vogel hat den Wurm gefangen! Aber ich gebe zu, ich war auch matt.

Da kam mir etwas zanken mit Sibylle gerade recht…

Weg – der zweite Socken war weg!!!

Jeder kennt das ausgereizte Beispiel der mittig ausgequatschten Zahnpastatube, welches dem Hörensagen nach, bei manchen Ehepaaren zur Scheidung geführt haben soll.

Unsere Zahnpastatube sind Socken – meine Socken! Ich unterstelle, dass „es“ mit Sibylles Socken auch passiert, aber es wird eben nicht thematisiert.
Ich komme zurück und Sibylle schaut mich vorwurfsvoll an – ihr Kinn hebt sich so leicht in Richtung meiner Einzelsocke, welche sie provokant auf die Kühlbox drapiert hat.

„DU hast mir nur eine Socke gegeben, ich habe KEINE Ahnung, wo DU die andere hin hast!“
Mir zu erklären, dass unsere Waschmaschine „Socken fressen“ würde, versucht sie nicht…

Wer mich kennt weiß, ICH würde niemals, unter gar keinen Umständen, ein Sockenpärchen trennen. Für mich sind Sockenpärchen wie Ying und Yang.
Es bleibt mir nichts anderes übrig – ich MUSS mich wehren, es geht um die Ehre! MEINE Monk-Ehre! Wir kabbeln, auch das kommt auf 15qm vor – Sibylle will sich die offensichtliche Schuld nicht so einfach in die Schuhe schieben lassen.

Gedankensprung – ich ärgere mich, bleibe Beweise schuldig, habe aber Verdachtsmomente.
Ich gehe duschen und komme am Rückweg an Emanuels RUKIPE vorbei, ich erkenne, dass das Umhängen der Heckfender genau zur richtigen Zeit erfolgte – das hat mich gefreut, ich halte einen Augenblick inne…

Gott sei Dank die Fender umgebunden – der Nordwind kann RUKIPE an den Steg drücken

Und dann – ich traue meinen Augen kaum. Leider habe ich versäumt ein Bild zu machen…

Auf der anderen Seite des Pontons, hinterhalb von RUKIPE, vielleicht 30m von NESSAJA weg, treibt meine Socke im Wasser.
Sie ist nicht untergegangen, weil sich eine Art „Luftsack“ in der Spitze gebildet hat.
Dieser hat nach oben in die Luft geragt, der Schaft hing in die Tiefe.

In einer dramatischen Rettungsaktion gelang mir die komplizierte Bergung – ihr könnt euch gar nicht vorstellen, mit welcher Siegerpose ich NESSAJA betrat.
Ich war reingewaschen, rehabilitiert, der Beweis war erbracht! MEINE Socke wurde fahrlässig über Bord geworfen und sich selbst überlassen, schlimmer noch, MIR wurde der Sockenverlust zur Last gelegt.

Wieder vereint – die verlorene Socke ist wieder daheim, sie bekommt sicherheitshalber zwei Glupperl

Sibylle musste nachgeben – 1:0 für mich!

Vermutlich sitzen irgendwo jetzt wieder Frauenrechler:innen, welche sagen, dass Sibylle sich das nicht bieten lassen muss und dass man doch so nicht über sein Herzblatt spricht – ist mir schon so passiert…

Recht habt ihr – und deshalb lade ich sie jetzt auch auf ein Eis ein, weil wir uns nämlich mögen, wir haben oft ziemlich viel Spaß.
Nicht immer, also oft, machmal halt – ach egal…

Oft werden wir nicht mehr zu „Repapis“ gehen, bald ist Winterpause

Nach dem Eisessen ist schon ganz schön viel Tag verbraucht. Ich möchte aber noch gerne einen Punkt von meiner Liste nehmen.

CHILI hängt jetzt seit 48h am Landstrom und die Batterien sollten wieder ok sein.
Wenn sie es in zwei Tagen nicht schaffen sich zu derappeln, dann wird das auch danach nix mehr.
Natürlich ist die Leiter wieder weg! Im Sommer, wo die Leiter knapp sind, da stehen sie oft tagelang an ungenutzten Schiffen, jetzt im Winter, da weiß eigentlich jeder, dass dort wo eine Leiter steht gearbeitet wird – nix, weg ist sie!
Ich hole daher zum dritten Mal eine Leiter, hänge den Strom ab und sehe mir ein letztes Mal den Ist-Zustand an…

13,75V kurz nach dem Laden – das ist ok, ab hier kann Ralf wieder aus der Ferne überwachen
Diesmal nicht vergessen – Hauptschalter aus!

Am Folgetag habe ich keine Eile – es ist ein Tag zum Abschied nehmen, denn Ilona und Guido von der BORN TO LIVE haben ihren jährlichen Heimaturlaub geplant.

Sie werden für rund sechs Wochen nach Deutschland fahren, wie alle anderen auch die „boot 2026“ in Düsseldorf besuchen und dann Familie und Freunde treffen.

Wir haben uns angeboten, die Freunde zum Flughafen zu fahren, daher habe ich jetzt bis mittags so etwas wie „Freizeit“.
Diese nutze ich, um mich mal wieder im Büro sehen zu lassen. Inzwischen ist das Team wieder komplett und es gibt einen willkommenen Anlass, allen zusammen nochmal ein gutes neues Jahr zu wünschen – ich wurde informiert, dass ein großes Kuvert für mich angekommen sei.

Und ich weiß, was darin verpackt ist… 😉

Amelie hat unseren Familien Kalender geschickt – darauf freuen wir uns jedes Jahr

Ich bringe das Geschenk zu Sibylle und wir lassen es uns nicht nehmen, gleich einmal durchzublättern.

Wir mögen diese Zuwendung, welche sich als unser Weihnachtsgeschenk etabliert hat – es erinnert uns immer ein bisschen an die Familie und man hat nochmal die Begebenheiten des Vorjahres vor Augen.

Hängt gleich am angestammten Platz

Klar, dass wir den geschätzten Familienkalender gleich an Ort und Stelle hängen, er hat schließlich seit Jahren seinen angestammten Platz.
Wir freuen uns sakrisch und sagen noch mal ganz herzlich „DANKESCHÖN!“

Ich habe noch Zeit und heute ist Mittwoch…
Ihr erinnert euch – Mittwoch ist „ultimate-Tag“!
Also nutze ich die Zeit und fülle bei Klicker ein paar Liter nach und hole nochmal einen Kanister für NESSAJAs Heizung – sicher ist sicher.

Der Diesel für die Heizung darf nicht ausgehen

Während ich tanke, meldet sich mein Mobiltelefon mit einem lauten BIMM – eine WhatsApp Nachricht von Hans Peter.

Wir haben zur Zeit häufig Kontakt, denn auch er bereitet seine Einkaufsliste für die Bootsmesse im Rheinland vor.
Er braucht Teile für seinen Wassermacher, welchen wir noch fertig einbauen werden, sobald er wieder auf Leros weilt.

Aber mehr als das – er ist auch eine große Unterstützung für mich, denn er hat Transportmöglichkeiten für die Langfristplanung, also bis Anfang Mai, angeboten.

Das nutze ich natürlich aus – und just deshalb auch seine Nachricht. Der Werkzeugkoffer für´s Haus ist angekommen, alles komplett, schönes Teil 😉 !

Gedore „red“ – das Hausfrauenset des Markenanbieters, mal testen ob´s was taugt

Ich beginne langsam, mich auf den Umzug vorzubereiten – das klingt komisch, ist aber so.

Ein Blick in den Kalender zeigt nämlich, dass dies gar nicht mehr so lang hin ist – und nein, wir ziehen noch nicht ins Haus, bis es soweit ist, müssen wir wohl noch ein paarmal „über Los“ gehen und dabei auch Ortswechsel in Kauf nehmen.

„Träum´ nicht rum, hast Du eigentlich auf die Uhr geschaut? Muss ich dich eigentlich immer antreiben?“
Sibylle beendet mein Sinnieren auf die ihr typische, charmante Art und Weise.
Der Schreck fährt mir in die Glieder und das Adrenalin lässt mich hochschnellen – sie hat Recht! Es ist an der Zeit, wir sollten Ilona und Guido jetzt zum Airport bringen.

„Good Bye“ von der großen Runde – die Beiden sind diesmal auch Katzen-Flugpaten
Alex packt mir die miauenden Samtpfoten in den Quattro

Antonia hatte organisiert, dass sie Abnehmer für zwei der aufgepeppelten Babykatzen gefunden hat.

Diese werden nun ihre griechische Heimat Leros verlassen und von hiesigen Müllkatzen zu bayrischen Hauskatzen werden – Weißwurst statt Souvlaki, Mahlzeit statt Kaliorexi, Miau statt Μηαου…

Hoffentlich lernen die Miezen schneller Bayrisch als ich Griechisch! Na, wenigstens bleibt es bei weiß-blau!

Gute Reise Mieze, es wird ein schönes Leben

Wir bringen die BORN TO LIVE Crew nebst schnurrender Begleitung sicher zum Flughafen und verweilen, bis der Check-In erledigt ist und es klar scheint, dass alles klappt.

Dann verabschieden wir uns und fahren zurück in die Marina – „Tagwerk geschafft“ denke ich mir, habe dabei aber die Rechnung ohne meine liebe Gattin gemacht.

„Es ist noch früh am Nachmittag und es ist kein Wind, wolltest Du nicht das Großfall erneuern solange ich noch hier bin?“
Ich hasse es wenn sie Recht hat, aber sie HAT Recht!
Es gibt keine Ausrede – ich rapple mich auf und packe es an, es wäre ein weiterer Punkt den ich von der Liste nehmen könnte.

Um das Großfall zu tauschen, muss das Großsegel ausgerollt werden und dann aus der Mastnut gezogen werden.
Es liegt dann etwa eine Stunde an Deck, während dieser Zeit darf kein kräftiger Wind wehen.

Das Segel war lang nicht mehr an der frischen Luft – ist aber in ausgezeichnetem Zustand, alles funktioniert
Drei Leinen müssen bedient werden, es ist aus der statischen Lage heraus ein aufwändiges Tun

Als das Segel an Deck liegt, schlage ich das Fall ab und nähe das neue Fall an das Ende, welches ich ein wenig „präparieren“ muss, um zu vermeiden, dass die Verbindungsstelle zu dick wird.

Dann ziehen Sibylle und ich das neue Fall mit Hilfe des alten durch den Mast und alle Rollen sowie Klemmen.
Das ist nicht schwierig, muss aber konzentriert geschehen, denn es wäre ein Desaster, wenn die Verbindung irgendwo im Mast klemmen oder gar reißen würde.

Nach etwa einer Stunde ist das Werk vollbracht – damit sind jetzt alle Leinen die durch den Mast geführt sind erneuert.

Drei Fallen…
…Arbeitsfall und Dirk

Jetzt reicht es aber – für heute ist Feierabend! Wir lassen den Tag gemütlich an Bord ausklingen – wie fast jeden Tag im Winter zaubert Sibylle etwas Leckeres auf den Tisch, danach gehen wir in den „Relaxmodus“ und schauen entweder eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Sendung aus der „wunderschön-TV“ Reihe.

Den Folgetag vertreibe ich mir auf ELOWYN – ich muss noch das Rätsel der Heizungs-Fehlfunktion lösen und dann etwaige Ersatzteile bestellen.
Ich will ausdrücklich den Service von Webasto loben – hier hat man mir schnell und hochkompetent weitergeholfen.

Ich muss nur noch ein paar Prüfschritte an der Heizung durchführen, dann sollte ich Gewissheit haben…

Auch auf ELOWYN hat man nicht immer perfekten Zugang – heute schon

Recht schnell wird klar, dass ich ein Reset der Sperrung durchführen kann – das ist schonmal die beste Nachricht des Tages.
Die Fehlerauswertung bestätigt den Anfangsverdacht – der externe Temperaturfühler ist kaputt.

Ich rufe Volker an, er muss mir helfen den Fühler zu finden – eine Suche kann auf dem weißen Riesen Tage dauern.
Leider weiß er es auch nicht, erinnert mich aber daran, dass ich bei der Gelegenheit auch an den Temperaturfühler der Klimaanlage denken soll.
Der ist nämlich in der Cleopatra Marina abgerissen worden, als die Deckenverkleidung demontiert wurde – er ist auf der linken Seite oben am Schrank…

Aha, Temperaturfühler der Klimaanlage

Die Jungs in der Cleopatra Marina haben beim Refit einen tollen Job gemacht – aber es gab auch eine Handvoll kleiner Nickeligkeiten. Das passiert wenn gearbeitet wird, aber es muss geregelt werden.

Auch so ein abgerissener Fühler ersetzt sich nicht von alleine – es wurde jedoch alles zur Zufriedenheit geklärt.
Ob das Team der XXL-Marina in Preveza noch manchmal mit den Augen rollt wenn sie an uns denken?
Mir egal, ich denke eher daran, wie wir gemeinsam beim Abschiedsfest mit dem Team mit den Augen gerollt haben – aber aus einem anderen Grund 😉 …

BIMM – eine Nachricht von Thomas trudelt ein. „Repapis“ schließt morgen, es gibt Eis umsonst, die Eistruhe muss geleert werden!

Na da helfe ich doch gerne…

Sibylle und ich unterbrechen die Arbeit für ein letztes Eis vor der Winterpause – aber was ist das???
Ich sorge mich ein wenig, ob die Eismanufaktur ihr Sortiment erweitern möchte

Den Kauf der Plüschhandschellen lehnt Sibylle entrüstet ab – „…ob ich zuviel Phantasie“ hätte, werde ich gefragt.

Nein, habe ich nicht! Und das beweise ich auch gleich, denn ich habe einen Geistesblitz!
Was, wenn der abgerissene Fühler gar nicht der Klimaanlagenfühler ist? Was, wenn es mein dringend gesuchter Heizungsfühler ist?

Sibylle und ich messen nach, ich krabble abermals in die Tiefe des Wassermacherkabinetts, Sibylle hat die Aufgabe, auf Zuruf die beiden Kabelenden im Schlafzimmer zu verbinden – ich mache eine Widerstandsmessung.

Ok, fertig – „…JETZT ZUSAMMENHALTEN!“
Ja also, fuktioniert doch!

Mein Verdacht bestätigt sich – das Schadteil ist gefunden und noch am gleichen Abend bestelle ich das Teil in Deutschland.

Wenn es nur jeden Tag so perfekt laufen würde! Ob dies am heutigen Tag noch einmal gelingt?
Heute steht noch einmal das Haus auf der Arbeitsliste – das Unkraut schießt, so schnell kann man gar nicht schauen.

Ich bekomme die Aufgabe zugeteilt, mit dem aus Deutschland mitgebrachten „Stihl“ Freischneider „das Grobe“ zu schneiden, Sibylle würde mit einer mini Temu-Gartenschere die Feinheiten machen.

Offen gesagt, das hat nur halbgut geklappt…

„Lasst mich mal ran!“ – der Mann für´s Grobe
Ich lege das Zeug nur um und häcksle es noch etwas

Der Tank der Motorsense ist relativ klein. Nach ca. 50 Quadratmetern musste ich tanken.
Doch ich war bestens vorbereitet – bestes Zweitaktöl und BP-ultimate waren bereits zu einer hoch-zündwilligen Mischung für den kleinen, biestigen Motor zurechtgemacht.

Ich fülle den Tank auf und ziehe an der Startschnur des hochwertigen, deutschen Markenprodukts…

Mööööp – was für ein Scheiß

Ich muss an einen Ex-Arbeitskollegen denken, der jetzt bei „Stihl“ arbeitet – warum weiß ich nicht, er könnte mir jetzt auch nicht helfen, aber ich muss an ihn denken…
Sollte irgendein früherer Arbeitskollege oder eine Ex-Kollegin hier mitlesen – sagt Andreas einen schönen Gruß wenn ihr ihn mal seht…

Ich fasse mich. Hans und Brigitte sind auch gerade zugegen – und so ändert sich der geplante Arbeitsablauf ein wenig.

Brigitte und Sibylle kriechen auf Knien entlang der Grasnarbe und rupfen Unkraut an schlecht zugänglichen Stellen, Hans und ich schrauben den neuen Freischneider auf – das muss man doch reparieren können!

Können wir! Weiter geht´s…

Ich mähe fleißig weiter – und was macht Sibylle???
SELFIES!

Wir beschließen, dass wir eine Pause brauchen – wir haben etwas Hunger, wollen etwas Kaltes trinken und vielleicht noch einen Kaffee – außerdem haben wir Rücken.

Unser Beschluss fällt, wir fahren runter nach Lakki und setzen uns für eine Stunde ins „Palma Café“ – heute ist so ein schöner Tag, das nutzen wir aus.

Wir parken direkt vor dem Café – von unserem Tisch sehen wir die Marina
Wir gönnen uns ein Club-Sandwich…
…und beobachten den Schwimmkran, welcher die Betonblöcke für den Hafen transportiert

Danach gehen wir noch einmal zurück in unseren Garten. Die Knochen tun uns weh und der Rücken meldet sich, aber das letzte Stück wollen wir auch noch schaffen.

Wir sollten uns nicht beschweren, das Wetter ist uns hold und zudem arbeiten wir an einem wunderschönen Platz.
Die Aussicht belohnt uns für das Rackern und die Mühe.

Was für ein herrlicher Tag – auch so kann es im Januar auf Leros aussehen

Als wir am Vormittag Besuch von Hans und Brigitte hatten, haben wir kurzerhand ein gemeinsames Abendessen vereinbart.

Wir waren alle lang nicht mehr im „Tis Kakomoiras“ und hatten sogleich Lust verspürt, da mal wieder hinzugehen.
Daher wurde kurzerhand ein Tisch reserviert…

Was uns etwas gewundert hatte war, dass Alex nicht mitgefahren ist. Er hatte noch vor Kurzem über seine „Fleischeslust“ referiert und wir waren sicher, dass wir das Wort richtig interpretiert hatten – für alle anderen Varianten wären wir auch nicht zuständig.
Aber der Arme war aufgrund SEINER geplanten Deutschlandreise so unter Reparaturdruck an ANAHITA, dass er dieser Tage oft bis spät in die Nacht gearbeitet hat.

Nun, dann gehen wir „Alten“ eben alleine…

Endlich mal wieder Meze – war super

Szenenwechsel – Annette und Achim werden auch bald nach Leros kommen. Sie bieten mir den Transport von Kleinteilen an, teilen Termine mit und lassen mich wissen, dass auch sie vorher noch die „boot 2026“ besuchen würden.

Ich freue mich, dass die Beiden so früh im Jahr schon kommen, das lockert auf und hilft ein wenig gegen die wenigen Tage an denen ich so etwas wie einen „Winterblues“ habe.

Ich lasse die Beiden wissen, dass ich im Moment keinen Transportbedarf habe, denn Jörg von der INSPIRATION kommt ja fast drei Wochen vorher und ich stehe mit ihm seit Längerem in Kontakt – er wird mir einige wichtige Teile mitbringen.

Da heute sowieso „EDINA-Tag“ ist, sehe ich aber gerne im Gegenzug für das freundliche Angebot noch einmal nach MARLIN.

Heute ist ein freundlicher und frühlingshafter Tag – ich mache mich auf, in die Ecke der „Big Boats“
Komisch, diese Deckel sind nicht hagelresistent – da habe ich wohl Glück gehabt
Auch bei MARLIN hat es den Verklicker zerdeppert
Leider hat es hier auch die Scheiben der Sprayhood erwischt

Ich gebe den Freunden einen weiteren Status Quo Bericht und bestätige noch einmal die bereits vorab durchegebenen Kleinigkeiten.
So haben sie auf der Messe die Gelegenheit schon Ersatzteile zu beschaffen und hier Reparaturen einzusteuern.

Dann ziehe ich weiter zu EDINA, hier steht die monatliche Kontrolle an.

Von außen ist alles soweit ok
Ed hat Pech, bei ihm ist nicht nur der Verklicker, sondern auch das Schaufelrad vom Windgeber kaputt gegangen
Als ob das nicht reichen würde, hat es auch einige der Schutzhüllen erwischt – die für das Lenkrad…
…und die für die Schotwinschen – beidseitig

Ansonsten ist aber alles soweit ok – ich lüfte ein wenig und lasse alle Aggregate für eine zeitlang laufen.

Dann kann ich alles wieder verschließen. Ich sende die Bilder an den Eigner, verständige mich kurz mit ihm bezüglich der zu veranlassenden Reparaturen und kann EDINA dann wieder sich selbst überlassen – alles in Butter auf´m Kutter!

Das Heck wird diesen Winter noch lackiert – auch hier muss man immer am Ball bleiben, es soll keinen Reparaturstau geben

Sibylle gesellt sich zu mir und fordert einen Zeitslot. Auch sie hat noch eine Aufgabe auf dem Zettel, welche es zu erledigen gilt, bevor sie nach Deutschland abreist.

Unsere Freundin Susanne wird ebenfalls im Februar für zwei Wochen anreisen, um sich um die Renovierungsarbeiten am Haus zu kümmern.
Sie wird während dieser Zeit „neben der Baustelle“ im eigenen Gästebereich wohnen und hat sich von uns ein Gesamtbild erbeten.

Es wäre ihr eine sehr große Freude, wenn wir bei dieser Gelegenheit gleich noch „ein paar Kleinigkeiten“ aus der Gästewohnung in den Keller räumen würden.

Klarer Fall – machen wir gerne und sofort! Wir fahren nach Xirokampos…

Von außen alles ok, der Gärtner war schon da
Die Blume finde ich schön – ich glaube, ich fotografiere sie jedes Jahr
Ein herrlicher Platz – der erste Ausblick, den wir auf Leros genießen durften (2010)
Wir geben einen Überblick über die Baustelle und räumen die Gästewohnung leer

Nach zwei Stunden war das Gröbste geschafft. Wir melden der Freundin Vollzug, aber auch, dass sie wohl einiges vor sich hat – die Bauarbeiten sind im vollen Gange.

Nun, ich werde zu dieser Zeit da sein, ich werde es mitbekommen.

Meine Gattin bleibt selbstlos – „…es ist noch etwas Zeit und das Wetter ist so schön. Komm´, wir schneiden Deine Haare!“

Ok, fällig wäre der Haarschnitt schon bevor sie abhaut – packen wir es an.

Winterpelz – muss weichen

Wir trappeln zu unserem „Frisörstuhl“, ich nehme Platz und Sibylle startet das Gerät.
Gewissenhaft stellt sie den Haartrimmer auf die Länge für den Oberkopf ein, 9mm, ich muss es prüfen.

Nachdem ich zustimmend nicke und somit die Verantwortung an mich übergeben ist, schiebt sie den brummelnden Schnippler über mein Haupt.
Doch nanu, was ist das? Das verfitzmaledeite Trum blinkt orange, das verheißt nichts Gutes!

Akku! Ich lade immer, aber vermutlich war es schon zulange her.

Planänderung – wir müssen laden

Sibylle steht mit offenem Mund da – sie starrt mich an. Ich starre zurück.
Auf einmal lacht sie prustend los…

Ich ahne warum und frage mich, wo eigentlich die feministische Opposition ist, wenn man sie mal braucht.
Behandelt man so seinen Mann? Wer tritt für mich ein?

Ich lasse mir nichts anmerken und lebe eine Stunde mit der Schmach

Zum Glück ist mein Haartrimmer schnellladefähig. Nach rund einer Stunde wiederholen wir das Procedere und bringen das Malheur aus der Welt.

Ich bin wieder salonfähig, ich trage wieder einen Sommerschnitt, das geht auch im Winter.

Bis Sibylle zurückkommt, werden die Haare wieder soweit gewachsen sein, dass ich als Späthippie durchgehe, zumindest fast.

Eine Meeresbrise zieht durch mein Haar

Auch Brigitte und Hans haben eine „was ich noch alles machen will bevor ich wieder nach Hause fliege“ Liste.

Darauf sind unter anderem die Besuche verschiedener Tavernen zu finden. Eine davon ist das „Metzes“, dort waren wir auch länger nicht mehr.
Wir erinnern uns, dass es immer am Samstag Kontosouvli und Kokoretsi gibt, das wollen wir uns gönnen.

Zu unserer abermaligen Überraschung zieht Alex auch dieses mal zurück – dabei hätte ihm die „Fleischorgie“ sicher gefallen.

War echt lecker – schreit nach Wiederholung

Wir waren heute gar nicht so spät zurück auf NESSAJA, daher haben Sibylle und ich uns noch ein wenig TV Berieselung als Betthupferl gegönnt.

„Inspector Barnaby“ geht immer – diesmal jedoch fällt die Wahl auf eine Folge, die ich bereits angesehen hatte, als Sibylle letztes Mal in Deutschland weilte – ich wusste wer der Mörder war und legte eine Protestnote ein.

Diese wurde aber abgeschmettert, was bei mir zu einem völligen Versagen der „Wachhaltehormone“ führte und mich augenblicklich einschlafen ließ.

Och ne, oder – der Mörder ist der Gärtner
Ich falle in einen meditativen Prozess des Nachdenkens

Und auch hier noch einmal die Frage – wer schützt mich? Warum vernehme ich keinen Aufschrei?

Stelle man sich doch einmal vor, ich würde so ein Bild von Sibylle einstellen…

So eine ungerechte Welt – eine Mad World!

Zu dieser Zeit haben wir viele administrative Kleinigkeiten zu erledigen – Ersatzteilrecherche und -bestellungen, am Haus nach dem Rechten sehen und Reisevorbereitungen für Sibylle.

Am Sonntagmittag, wir kamen gerade von einer Spendenaktion des Hundeshelters, beschließen wir, eine Pause einzulegen und uns mal wieder einen „Urlaubsmoment“, einen Moment der Ruhe zu gönnen.
Wir wollen irgendwo in der Sonne sitzen und eine Kleinigkeit essen.

Meine Wahl fällt auf das „Trechantiri“ in Xirokampos.
Ich war, während Sibylles Deutschlandaufenthalte, ab und an mit Paola, Thomas und den Italienern dort und weiß, dass es dort zur Mittagszeit herrlich ist…

Es ist ein schöner Platz…
…für griechische Verhältnisse hübsch dekoriert
Wir genießen die Sonne – die Fischgerichte und die Meze sind einfach aber echt lecker

Den Sonntag lassen wir dann geruhsam ausklingen, denn morgen schon müssen wir beide nochmal richtig zupacken.

Sibylle hat nämlich alle Klischees erfüllt und sich beim Friseurbesuch „durchgetratscht“ – das führte zu dem äußerst glücklichen Umstand, dass sie einen Transporteur für unseren Astschnitt gefunden hat.

Mit ihm sind wir am Folgetag um 10.00 Uhr verabredet. Als wir das Schiff verlassen weht eine steife, kühle Nordbrise.
Ich versuche, die Krängung des Schiffes am Steg zu fotografieren, aber das funktioniert natürlich nicht so toll…

Kalter, eisiger Nordwind

Wir waren kaum am Haus angekommen, war der Lastwagen auch schon zu Stelle.
Natürlich huschte unsere Nachbarin Anna sofort aus der Türe um den jungen Mann auf sein Parkvergehen hinzuweisen.
Was mir aber auffiel war, dass dies heute in einem vernünftigen Ton geschah – mit dem Ergebnis, dass der LKW zum Beladen in der Einfahrt stehen bleiben durfte.

Das war ja schonmal ein Lichtblick!

Dann galt es zwei Stunden lang zu rackern…

Per Hand wurden die Äste zum LKW geschleppt…
…und dort über den Zaun auf die Ladefläche geschmissen

Es war unfassbar – ich hätte nie geglaubt, dass der komplette Schnitt mit einer Fuhre abtransportiert werden könnte.

Aber der Kleinunternehmer hat es hinbekommen, den Astschnitt so zu verdichten, dass es irgendwie geklappt hat.
Sibylle und ich bezahlen, dann fährt er ab und wird das Zeug irgendwo verklappen.

Der Garten ist wieder leer

Wir nutzen die Zeit und schneiden das Gras noch etwas nach – ich trimme mit dem Freischneider noch die Flächen, die letztes Mal zu kurz gekommen sind.

Dann sind wir fertig! Super, der Garten ist jetzt erstmal ok. Vielleicht komme ich dazu ihn vertikutieren zu lassen, im März sind zudem die Zitronen zu ernten.
Aber generell ist jetzt erstmal Ruhe bis zum April – da bekommt er dann seinen „Sommerschnitt“ und wird dann wieder sich selbst überlassen.

Uns bleibt nur noch ein Rundumblick und die Tür zu schließen.

Alles ok an unserer Katikia

Was dann passiert war erwähnenswert – ich gehe sehr bewusst noch einmal Annas Zufahrt ab und klaube auch noch jedes noch so kleine Fitzelchen auf.
Ich will mir diesbezüglich nichts nachsagen lassen! Und es dauert keine Minute – schon steht die Wächterin des heiligen Parkplatzgrals vor mir…

Und siehe da – sie war sehr freundlich und redet auf mich ein!
Zugegeben, ich verstehe kein Wort, aber ich verstehe wohl um welches Thema es geht – Parken und Nachbarschaft.
Ich bin hochkonzentriert und kratze alles an Griechisch zusammen, was ich bisher erlernt habe…

„Αν υπάρχει κάποιο πρόβλημα… τότε η Άννα και ο Μάριο θα μιλήσουν… Η Άννα και ο Μάριο… δεν έχουν κανένα πρόβλημα…“
(Wenn Problem… dann Anna und Mario sprechen… Anna und Mario… haben kein Problem… 😉 )

Es war fürchterlich und ich habe rasch erkannt, wo meine Lücken sind und auch, dass diese noch riesengroß sind.
ABER – ich denke sie hat es goutiert, dass ich mich zumindest bemüht habe, sie spürt meinen Integrationswillen.

Ihr Mann, Manolis, kommt dazu und wir tauschen uns aus so gut es geht – ich lerne, dass es mit mir gar nichts zu tun hat – es scheint einfach ein alter Nachbarschaftsstreit zu sein.
Das ist insofern gut, da ich nun entsprechend reagieren kann und die Spannungsfelder meiden oder zumindest nicht befeuern kann.
Umgekehrt drängt sich mir sofort die Frage auf- will ich das?

Na egal, Sibylle und ich fahren zurück in die Marina, ich will noch ein paar Maße auf INSPIRATION nehmen.

Der Tank kommt raus und wird verkauft – wenn jemand einen Segler kennt der sowas sucht…

Jörg hat mich gebeten, dass ich vor seiner Anreise noch Maße am Bugtank der Bavaria nehme.

Der Originaltank wird durch einen selbstgebauten ersetzt, um Platz für ein Bugstrahlruder zu schaffen.
Natürlich helfe ich hier, mit Jörg und dem Rest der Crew hat sich inzwischen eine sehr nette Freundschaft entwickelt.

Mangels Messwerkzeug und basierend auf einer gewissen Basisbequemlichkeit, wird das Navigationswerkzeug zum Maßnehmen missbraucht.

Ausreichend genau zum Vermessen der Schlauchanschlüsse

Der Tag klingt aus und wir überlegen uns, was wir uns morgen auf den Tagesplan schreiben.

Die Punkte, welche vor Sibylles Abreise zu erledigen sind, haben wir fast alle abgehakt, ich kann mich auch wieder den Kernaufgaben widmen.

Als hätte ich es in die Welt geschrien, dass ich gerade überlege wie ich den morgigen Tag anfülle, trudelt schon ein Sidekick herein.
Aus der Schweiz erreicht mich eine Bitte um Unterstützung – „…ob ich wohl mal schnell ein Cockpitzelt abbauen könnte und dies zum Segelmacher bringen würde!“

Na wenn es sonst nix ist…
Zum Glück scheint uns das Wetter hold, wir beschließen, dies nicht in die Länge zu ziehen, sondern gleich morgen umzusetzen.

Wir sind am blauen Rand – ein guter Zeitpunkt für solche Aufgaben
Ich entere das mir unbekannte Schiff und demontiere das demolierte Cockpitzelt…
…dieses war erheblich in Mitleidenschaft gezogen
Nach einer Stunde war es geschafft – das Zelt im Auto und Vollzugsmeldung an den Eigner

Warum das Ganze – nun, es geht in solchen Fällen immer um die Regulierung mit der Versicherung.

Die Eigner brauchen eine Menge aussagekräftiger Fotos, der Segelmacher macht einen Kostenvoranschlag und führt die Reparatur oder, wie in diesem Fall, die Neuanfertigung durch.

Ich bringe die beschädigte Kuchenbude auch umgehend zu Sotiris, dann bin ich entlastet.

Manche fragen ob mir das keine Schwierigkeiten mit der Marina einbringt – nein, denn die Anfragen bei denen ich überhaupt unterstütze, wurden vorher stets von der Marina abgelehnt.
In anderen Fällen frage ich nach.
So hat das bisher immer gut funktioniert – aber ich hatte ja auch schon erzählt, dass ich schon vorsprechen musste und die Boote benennen sollte, auf denen ich regelmäßig arbeite.
Das haben die schon am Schirm!

Eines davon – ohne Beschränkungen – ist ELOWYN! Für sie bin ich als Bootsmann im Office angemeldet und eingetragen.
Und da gehe ich als nächstes hin…

Es gilt, einen Schutz für Leine und Lack zu fertigen
Dafür biege ich mir eine Schablone um den Winkel zu haben
Dieses Teil bringe ich zu Giorgos, er fertigt eines aus poliertem V4A

Was mich an diesem Tag wirklich freut ist, dass es mit meiner IKEA online Bestellung geklappt hat.

Sibylle und ich gehen davon aus, dass wir noch öfter etwas brauchen werden und wollen den Lieferservice den IKEA anbietet auch hier nutzen.
Dabei geht es uns mehr um Accessoires als um Möbel – also mussten wir eine Testbestellung in Athen machen, was eignet sich da mehr als…

…Umzugskartons!!!

10 kleine Umzugskartons – bald sind es nur noch neun

Ich habe es mehrfach angedeutet – es wird ernst! Es gibt inzwischen einen zweiten, verbindlicheren Besuchstermin unserer Käufer, dieser wird Mitte März stattfinden.

Wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht zu größeren Problemen kommt, dann streben wir einen ersten Vertag an, dann wäre es manifestiert, dass NESSAJA in neue Hände kommt.

Für uns ist klar, dass wir sobald NESSAJA an Land steht – auch dieser Termin ist inzwischen auf den 10.02. fixiert, unser Schiff nicht mehr lange bewohnen können und wollen.
Wir müssen beginnen, erste Habseligkeiten zu packen und umzuziehen – vornehmlich zur Zwischenlagerung in unser Haus.

Die Monatsberichte für den Februar und März dürften mal wieder für etwas Spannung sorgen…

Für heute hat es sich aber mit Spannung – wir gehen zusammen mit der Crew der DONNA und mit Alex von der ANAHITA zum Dinner und dann auf einen Absacker nach Agia Marina.
Es ist der Abreisetag von Caetlin und Alex, die zufällig die gleiche Verbindung haben.

Wir dinnieren im „SouVLakki“ und gönnen uns noch eine Runde Ouzo – dann müssen wir los
Wir fahren alle zusammen nach Agia Marina und warten gemeinsam auf die Fähre…
…welche Alex und Caetlin nach Athen bringen wird

Die gemeinsame Reise war nicht ganz freiwillig!
Heute Morgen hatten wir Caetlin zum Flughafen gefahren, doch wegen eines für morgen angesagten Sturms, wurden bereits heute alle Flüge abgesagt – OBWOHL das Wetter eigentlich perfekt gewesen wäre.

Alex traf es indirekt – wachgeschreckt durch Caetlins Absage, hat er bei BlueStar nachgefragt, ob denn die Fährverbinungen für morgen sicher seien – es käme schließlich Sturm.
Und siehe da, auch die Fähren würden verschoben! So hat Alex um einen Tag vorgezogen und reist nun heute schon, zusammen mit Caetlin, mit der letzten Fähre für die nächsten drei Tage nach Athen – alles richtig gemacht!

Die BLUESTAR II kommt um die Ecke und sammelt unsere Freunde auf – Caetlin kommt in vier Tagen zurück und wird sich mit Sibylle am Flughafen „die Klinke in die Hand geben“.
Alex ist für etwa zwei bis drei Wochen weg und wird dann, nach dem obligatorischen Messebesuch und seiner Geburtstagsfeier, zusammen mit Antonia zurückkehren.

Der Riese legt noch immer in Agia Marina an…
Yassas Alex und Caetlin – bis bald

Es klappt alles – am nächsten Tag erhalten wir von Beiden die Information, dass sie gut und wohlbehalten in ihren Heimatländern angekommen sind.

Der Folgetag beginnt für mich und Sibylle entspannt. Sibylle hat Kehrwoche und reinigt NESSAJA nochmal komplett durch – dabei ist sie froh, wenn ich das Weite suche.

Das mache ich auch und kümmere mich derweilen um ein Paket, welches an Guido geht – ich habe ihm versprochen, es während seiner Abwesenheit anzunehmen.

Da wir die Meldung haben, dass die Warensendung eingetroffen ist, sammle ich diese mit Klicker ein und trage das Trum dann auf BORN TO LIVE.

Geht noch, sieht schwerer aus als es ist
Ich verstaue die Sendung für die Freunde an Bord ihres Schiffes

Apropos Guido und Ilona – ja die haben uns was eingebrockt! Es beginnt der Nebenhandlungsstrang unseres Kennenlernens von Edith!!!

Unabhängig voneinander haben sowohl Hans und Brigitte als auch Guido und Ilona von einer rüstigen älteren Dame, offenbar eine Deutsche, erzählt.
Die Dame heißt Edith, ist wohl jenseits der 70 und tritt gerne in Kontakt mit deutschsprachigen Menschen.
Sie lebt seit vier jahren auf Leros, hat ein Haus und, was zwar nicht verwerflich ist aber ihren Erinnerungswert steigert, einen 38-jährigen Mann – wir würden sie sicher kennen???!!!

Nein, tun wir nicht!

Es war Guido der Sibylle ihre Kontaktdaten gab und sie ermunterte, doch einmal Kontakt aufzunehmen – „…Edith ist supernett, unterhaltsam und erzählt gerne – UND VIIIIEL!“

Ja, und heute war es soweit – wir sind mit Edith verabredet und treffen uns unverfänglich vor dem „Palma Café“.

Der Tag nimmt eine Wendung – der zweite Satz nach „Hallo ich bin die Edith…“ (küss, küss) lautete „…ach komm´bei mir ist´s viel schöner, fahren wir in mein Haus! Ist viel gemütlicher und in fünf Minuten sind wir da!“

Ja, und da sitzen wir nun – Sibylle, ich und EDITH…

Was für ein lustiger Nachmittag

Was Edith verschwieg – sie fährt Auto wie eine Furie, beteuert dabei gebetsmühlenartig, dass sie „…eine rasante aber gute Autofahrerin ist…“ und doch brauchen wir deutlich über zehn Minuten bis wir ins ihrem Haus sind.

Der zweite Haken an der Sache, die Heizung ist kaputt! Es war schön, aber bei Weitem nicht so gemütlich wie gedacht. Wir kamen bei 14°C an und ein Heizlüfter schaffte es später uns gediegene 17°C an die Füße zu blasen.

Nach einer ausgedehnten und sehr privaten Hausführung einschließlich Speisekammer und Poolbar, tranken wir heißen Tee. Sibylles Zähne klapperten, aber die Geschichten der lebenslustigen Edith waren einfach zu nett um zu einem frühen Abbruch zu drängen.

Sie hat es schön hier oben, ein gut gewähltes Lebensmodell…

Blick auf die Bucht von Alinda

Ich war im Vorteil – die Zeit verging und ich hatte einen Termin bei Giorgos, welchen ich vorher schon kommuniziert hatte.

Irgendwann war es soweit, ich musste mich verabschieden – „Sibylle, kommst Du mit?“
Meine Frau will gerade nicken, da grätscht Edith dazwischen – „…ich kann sie fahren, ich bin eine flotte aber gute Autofahrerin!“

Ich lächle und überlasse meine Frau ihrem Schicksal. Sie kommt gut nach Hause und erhält von der neuen Freundin über Tage unzählige Bilder aus den 80er und 90er Jahren, Bilder von Frühstück und Mittagessen, begleitet von der Information, dass die Heizung wieder geht.

Wir werden Edith wiedertreffen, sie ist eine besondere und sehr lustige Person.

Ich verweile derweil bei Giorgos, ich ruhe mich im Werkstattleben ein bisschen aus…

Giorgos repariert mir ein Teil meiner Reffanlage, zudem besprechen wir ein paar Aufträge wie zum Beispiel die Winkel an ELOWYN

Dann muss ich dringend los, die Zeit drängt. Wir sind heute bei Brigitte und Hans zum Dinner in ihr Haus nach Crithoni geladen.

Wir sollen durchaus etwas früher kommen, wir könnten uns ja einen Aperitif gönnen.

Ich haste also von Giorgos in die Marina, hüpfe unter die Dusche und wechsle eines meiner Arbeitsshirts gegen ein anderes, frisches, aus.
Dann heißt es zurück in den Wagen und schon sind Sibylle und ich auf dem Weg zu den Freunden.

Ich zirkle Klicker um den engen Radius, den die Einfahrtskurve der Österreicher beschreibt, das geht immer gerade so – dann sind wir da…

Parken ist einfacher als bei uns – zumindest für Gäste
Man erwartet uns schon am „Happy Place“…
…und bewirtet uns fürstlich – nach den Vorspeisen gibt es noch ein Scampirisotto

Ganz ehrlich – wir stehen so in der Schuld der Beiden. Klar, es gleicht sich immer irgendwie aus, ich helfe beim Verandadach und jongliere ab und an Pakete, Hans hilft mir bei der Reparatur der Motorsense und Brigitte begleitet Sibylle ins Krankenhaus – aber die Gastfreundschaft der Beiden und die vielen schönen Stunden in ihrem „Happy Place“ können wir nicht kompensieren.

Wir wünschen uns sehr, dass wir das eines Tages mit feudalen Einladungen zum BBQ und zum Brotbacken wieder ausgleichen können.
Die Beiden sind uns echte Freunde geworden, wir schätzen die Gesellschaft der Beiden sehr.

Der Wetterbericht an diesem Abend verheißt nichts Gutes für die kommende Nacht und den nächsten Tag – wir sind vorbereitet!

Zum Abend hin geht es los…

Und es kam wie vorhergesagt – Sibylle und ich fuhren bereits im strömenden Regen nach Hause.

Es hat gegossen wie aus Eimern und als wir in der Marina ankamen, war bereits „Land unter“.
Die Frage die wir uns stellten – wie kommen wir einigermaßen trocken ans Schiff???

Keine Chance trockenen Fußes an Bord zu kommen

Ich fahre bis direkt vor den F-Ponton. Wir verharren im Wagen, wissen aber Beide, dass dies keiner der Regenschauer ist, welcher nach zehn Minuten endet.

Wir sehen uns an, dann steigt Sibylle aus. Sie hastet zu NESSAJA und schaut, dass sie schnell in die warme Koje kommt.
Ich muss Klicker wegfahren! Aufgrund der salzigen Gischt an seinem Parkplatz empfiehlt es sich, ihn heute Nacht zwischen den Schiffen zu parken – dadurch wird mein Nachhauseweg aber länger.

Ich habe Glück – für einen Moment lässt das Geprassel der dicken Tropfen auf dem Autodach nach.
Ich nutze die Gunst des Augenblicks und sause durch die finstere Nacht bis an unseren Platz, schnell noch über die Gangway gehuscht und schon ist es geschafft.

Die Bettruhe ist mehr als verdient, mit dem Regengeprassel in den Ohren schalfe ich ein.
Morgen muss ich mal sehen, ob der Regen Schaden angerichtet hat.

Dunkelgraue Regenwolken hängen tief – aber im Moment ist Regenpause
Reicht auch! Ich kann das Dinghy gerade noch anheben um es auszuleeren – das muss ich dieser Tage überdurchschnittlich oft machen
Das Wasser grünbraun, der Himmer milchig-grau und dunstverhangen – geht schöner

Ich zögere heute nicht, ich habe mir fest vorgenommen einen der Projektpunkte von meiner Liste wegzuarbeiten.

Aufgrund des Wetters sollte es dringend eine Arbeit IM Schiff sein – ich entscheide mich für ELOWYN.
Da habe ich den Punkt „Toilette einsilikonieren“, ein finaler Schritt, welcher nach der Pumpenreparatur im Sommer noch offen ist.

Ist dies erledigt, kann das Projekt „Steuerbordtoilette instansetzen“ von der Liste genommen werden.

Ich muss immer für Temperatur sorgen

Die Arbeit erledige ich in zwei Tagen, in zwei Schritten – erst die Seiten und hinten, dann unten.
So besteht keine Gefahr, dass man das Zeug selber wieder verschmiert.

Ich muss da ein wenig auf mich selbst achten, denn meine Ergebnisse werden meist gut, aber am Ende habe ich das Dichtmittel auch am ganzen Leib.
Jeder Trick dies zu vermeiden, ist willkommen!

Da zwischendrin noch etwas Zeit war und es zudem draußen eher warm war, habe ich Regenpausen genutzt, um mit der Ersatzteilrecherche für den offenen Steuerstand zu beginnen.

Das alte Kabel passt nicht an den neuen Plotter…
…ich muss mir einen Überblick verschaffen und Schnittstellen finden
Die Herausforderung – einen VGA Bildschirm an einen Mini-HDMI Ausgang anschließen

Die Fachkundigen unter euch mögen sich denken, „wo ist das Problem?“ – aber so einfach ist es nicht.

Der Bildschirm ist rund 8-10 Kabelmeter vom Plotter entfernt. Es darf als sicher gelten, dass irgendwo eine Schnittstelle ist.
Diese gilt es zu finden, besser zu erahnen, um von dort aus neu zu verlegen.
Sowohl für die Suche nach der Schnittstelle, als auch für die Neuverlegung, will ich nicht das halbe Boot zerlegen.

Wenn ich gerade bei dieser Arbeit bin, mache ich mir auch gleich Gedanken, wie und wo ich die Überwachungskamera anschließe – auch die hat eine andere Steckverbindung.

Habe ich schonmal erwähnt, dass den Ingenieuren für die Änderung solcher Kleinigkeiten höchtes Lob gebührt?
Das man Standards ändert leuchtet mir ein, aber dann MUSS man auch Adapter MITLIEFERN oder zumindest ein Chart machen, welches klar benennt, welcher Adapter notwendig ist.

So viel Zeitaufwand für eigentlich nix – es ist verfitzmaledeit.

Am Nachauseweg fällt mir ein deutsches Schiff auf…

Vermutlich eine ausgeprägte Osmose

Eine große, eigentlich sehr schöne Bavaria Cruiser, welche mir schon vor einigen Wochen ins Auge gestochen war.
Sie hatte richtig große Löcher am Rumpf und Ruder – eigentlich eine typische Osmosesituation, aber die Löcher waren wirklich riesig.

Ich kam damals zu dem Schluss, dass diese Narben schon nachträglich maschinell behandelt wurden.
Dies bestätigt sich ja nun scheinbar. Die Vermutung drängt sich auf, dass nach der Feststellung der Delaminierung, diese weiträumig und tief aufgeschliffen wurde und im Winter austrocknen sollten.
Jetzt, nach Monaten, kann der Schaden geschlossen werden.

Ich muss an SAGITTA denken – den kleinen Schaden haben wir letztes Jahr exakt so behoben.
Und mir fällt ein alter YACHT-Bericht ein, in dem beschrieben war, dass unsere holländischen Nachbarn seit Jahren so reparieren – es sei nur die „German Angst“, welche es dem deutschen Skipper notwendig erscheinen lässt, das ganze Unterwasserschiff abzuhobeln und großflächig überzulaminieren.
Ich würde im Falle eines Falles genau so reparieren wie es die Holländer und Griechen tun – ohne „German Angst“.

Ich biege auf den D-Ponton ab um nach INSPIRATION zu sehen und um ein Bild von NESSAJA zu machen…

Es ist warm, ich mag diese Stimmung – NESSAJA hat schon einen schönen Platz
Wir müssen uns langsam daran gewöhnen, dass wir hier vermutlich nicht mehr lange wohnen

Sibylles Abreise steht vor der Türe. Sie wird heute vielleicht die letzte Nacht auf NESSAJA schlafen – das ist bei ihr, glaube ich, noch nicht so richtig angekommen.

Sie hat es zwar mal erwähnt, aber der Gedanke ist in den Reisevorbereitungen irgendwie untergegangen.

Heute gibt es das Abschiedsdinner, dafür haben Brigitte und Hans das „Remezzo“ empfohlen.
Eigentlich eine unscheinbare Bar in Agia Marina, aber es soll dort phantastische Burger geben.
Das wollen wir ausprobieren – das letzte Dinner auf Leros für Sibylle, für lange vier Wochen oder mehr.

So oft daran vorbeigelaufen…
…unsere Freunde haben sich reingetraut und werden zu Trendsettern
Denn die Burger waren allesamt richtig lecker und zudem preiswert
Mahlzeit – da waren wir nicht das letzte Mal

Der Abend klingt bei einem Ouzo aus und wir verabschieden uns spät – wieder einmal bei kräftigem Regen.

Sibylle ist nicht beunruhigt, die Wetterprognose für ihren morgigen Abreisetag ist gut, wir hoffen, dass ihr Flieger ab Leros geht – der Flieger übrigens, mit dem Caetlin aus Holland zurück kommt.

Und tatsächlich – der neue Morgen ist zwar nicht sonnig, aber niederschlagsfrei und windstill.
Wir sind zu einem schnellen Kaffee ins Haus der Österreicher geladen, wir würden ja ohnehin durch Crithoni fahren.

Ok, das passt, wir bringen was Süßes mit – und just vor der Bäckerei feiert mein treuer Klicker eine vierfache Null – er hat einen Zehntausender rund gemacht.
Das ist deshalb erwähnenswert, weil es nicht der Erste ist…

Ich steh vor dem Bäcker und freue mich…
…gratuliere Klicker – weiter so! Die 400.000km bekommen wir hin, oder?
Danach ein kurzer Boxenstop in Crithoni – nur auf einen Kaffee
Diesmal parken wir unten und laufen die paar Meter hoch – der Garten sieht anders aus…

Bei Brigitte und Hans war auch Gartenpflege angesagt. Auch sie haben Bäume ausgeschnitten und den Garten etwas angelegt.

Zudem hat man sich ein paar Bäumchen und Pflanzen gegönnt – ich müsse unbedingt die Zitronen bestaunen!
Ich solle mir nichts denken, sie wären noch sehr klein – ich hörte die Worte und hatte ein Bild vor Augen, so wie ihr vielleicht jetzt auch…

Das Bild einer sehr kleinen Zitrone!

Ok, die ist echt klein

Ich lobe die „Früchte“ und biete aber trotzdem an mit Zitronen von unserem Baum weiter auszuhelfen, natürlich nur, bis beim Zitrus-Bonsai die erste Ernte der Citrönchen ansteht 😉 .

Wir trinken unseren Kaffee und ratschen noch ein bisschen, dann trudelt eine Nachricht von Caetlin ein – „…left Athens!“ und eine halbe Stunde später eine von Ben „…in ten minutes touch-down!“

Wir wissen, es ist an der Zeit zu gehen. Sibylle verabschiedet sich von den Freunden, ich fahre sie zum Airport und dort verabschieden auch wir uns.
Ich gebe meine Frau in die Obhut von „Aegean Airlines“ und nehme, nach einem kurzen HALLO, die junge Niederländerin Caetlin im Austausch mit zurück in die Marina.

Da war ich nun ich armer Tropf – Mario allein zuhaus, mal wieder!

Um mich abzulenken, beschäftige ich mit meinen Projekten…

Viele haben gesucht – keiner hat helfen können

Ich bekomme inzwischen Nachrichten von Freunden, welche mich direkt von der Bootsmesse oder unmittelbar danach kontaktieren.

Das oben gezeigte Rotameter kostet etwa 25.-€ – ich habe es zweimal bestellt, zweimal wurde mir wegen fehlerhaftem Lagerbestand abgesagt.
Auf der Messe war ebenfalls keines zu finden – es bleibt wohl dabei, dass ich das vorhandene Teil überholen muss.
Ich denke aber, dass dies möglich sein wird – man wird sehen…

Trotzdem ist es ärgerlich, man investiert eine Menge Zeit, macht fünf Teams aus Freunden auf der Messe scheu und wofür? Für nix!

Der Frust treibt mich ins „SouVLakki“ und ich habe den Verdacht, dass ich die nächsten Wochen öfter dort einkehren werde…

Basismahlzeit – wenn mir nix anderes einfällt, gibt es einmal „as always“ in meinem Lieblingsgrill

Ich sortiere mich neu – Sibylle ist weg und ich weiß, dass ich alleine effizienter bin.
Ich nehme mir vor, jeden Tag einen Punkt von meiner Liste nehmen zu können.

Um das einhalten zu können, muss ich meine Hauptprojekte weiter vorantreiben.
Bei NESSAJA bin ich mit der Erneuerung des stehenden Guts termingebunden – ich muss bis Mitte März fertig sein.
Leider ist mir das Wetter nicht hold – und ich nehme es vorweg, der Rigger später auch nicht.

Heute lege ich aber mal los…

Morgens richte ich mir alles an Arbeitsmaterial her was ich benötige
So ganz genau nehmen sie es nicht – wieder 16mm statt 14mm, diesmal aber ohne Konsequenzen
Die Profilteile hatte ich gestern aus dem Haus geholt – heute muss der Draht durchgezogen und alles wieder verschraubt werden
Das gelingt gut, alles klappt, ich bin am frühen Nachmittag fertig

Ich setze mich an den Rechner und schreibe an meinen Ansprechpartner bei der renomierten Rigging Firma, dass mein Vorstag fertig ist und darauf wartet eingebaut zu werden.

In diesem Zug würde ich den Mast sichern wollen um einseitig die Stagen auszubauen und diese anzuliefern.
Ich würde bei dieser Gelegenheit um die versprochenen Tips bitten, wie die Absicherung des Mastes zu erfolgen hätte.

Die Antwort überrascht mich – der Mann, der meinen Plänen zugestimmt hatte und selbst angeboten hatte, dass er mich anleiten würde, hinterfragt nun, warum ich den Mast nicht legen würde, erklärt mir, dass das alles sehr gefährlich und risikoreich sei und fragt, warum ich überhaupt auf Leros wäre.
Wäre ich näher an Athen wäre alles schon erledigt.

Hm, ich merke er schnappt ein, das ist bei Griechen gefährlich – ich antworte nicht, was ich gerne antworten würde, sondern halte den Ball flach und vertage das Gespräch, vielleicht hat er einen schlechten Tag.
Auf meine Frage, ob wir uns in Athen mal von Angesicht zu Angesicht unterhalten sollen, reagiert er nicht.

Ich lass´ es mal dabei, mal sehen wie es weitergeht…
Zur Ablenkung kümmere ich mich ein wenig um die Besuchspläne unseres jüngeren Sohnes samt Familie – die kommen nämlich im Spätsommer, die Flüge sind gebucht.

Ich sehe mal nach dem AirBnB welches sie sich ausgesucht haben.

Ich klicke die Webseite des Riggers weg und sehe mal auf AirBnB nach dem Haus

Ach, das ist ja gleich um´s Eck – auf dem Bild sieht man die Masten und sogar den von NESSAJA, das ist ja witzig!

Ich schlage vor, dorthin zu fahren und ein paar reale und unbearbeitete Fotos zu schicken.
Der Vorschlag wird angenommen und ich mache mich auf den Weg.

Es sind keine zwei Minuten mit dem Auto – und doch zum Gehen mit den beiden Kleinkindern zu weit. Ein Vorteil, der kein echter ist.

Ich parke direkt an der Starße, dann hat Sibylle in Deutschland eine Orientierung und kann es den Kindern erklären
Foto vom Auto aus – das Haus ist in der Bildmitte
Das generelle Umfeld ist schön, hier ist das Haus am rechten Bildrand
Die Aussicht ist auch schön, aber es gibt keinen direkten Strandzugang – auch zu Marina kann man nicht am Meer entlang

Die Kinder überlegen, dennoch kommt die Antwort schnell – das Haus ist preiswert, aber alles andere als günstig.
Man wolle nicht wählerisch klingen, aber für das viele Geld gibt es hier zuviele Kompromisse.

Zünglein an der Waage wird das Gewerbegrundstück hinter der Ferienunterkunft und der Baustellenverhau bei der Einfahrt.
Das sei nicht wirklich schön, das stelle man sich anders vor.

Ich habe eine Idee – eine Freundin von uns vermietet gelegentlich eine Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern in Merikia.
Ich frage an, bekomme ein generelles OK und fahre deshalb auch gleich dorthin um Bilder zu machen und den Kindern eine Alternative anzubieten.

Das weitläufige Grundstück liegt etwas außerhalb
Das Haus ist weit genug von der Straße weg
Es liegt direkt am Merikia Strand
Der ist zwar nicht mein Favorit, aber trotzdem ist er schön
Die „Lime Beach Bar“ ist fußläufig zu erreichen

Ich sende auch diese Bilder nach Deutschland – zusammen mit ein paar, welche ich letztes Jahr von innen gemacht hatte.
So haben unsere Kinder eine genaue Vorstellung.

Der Vorteil, dieses Objekt nimmt uns vorläufig niemand weg.
Eine schnelle Entscheidung ist nicht nötig und auch gar nicht möglich, denn die Freundin will sich noch Gedanken über den Preis machen.

Ich bin sicher, er würde akzeptabel sein, dennoch müssen wir abwarten – und das schafft Luft für weitere Gedanken!

Sibylle hatte mich aus Deutschland wissen lassen, dass sie es „total schade findet“, dass das „Panteli Beach Hotel“ ausgebucht ist.
DAS wäre doch ein perfekter Platz für einen Urlaub.

Da hat sie Recht und ich erinnere mich, dass ich die Töchter der Betreiberfamilie schon über Jahre kenne und ein gutes Verhältnis zu ihnen habe.
Ich schreibe die Ältere der beiden privat an, diese verweist mich an die jüngere Schwester – und die sagt zu mir „the easiest would be, you come over for a quick check!“

Gesagt – getan!

Ein trüber Tag – ich fahre an den Panteli Beach, auch hier alles grau
Das Hotel liegt optimal – direkt am Strand
Tatsächlich – ein Familienzimmer ist noch frei! Katerina sperrt für mich auf
Das Wohnzimmer ist groß…
…es ist alles da was eine kleine Familie im Urlaub braucht
Nur ein Schlafzimmer – wohin mit zwei Kinderbetten
Das Zimmer ist ebenerdig und im hinteren Bereich – gut

Ja, was soll ich sagen? Soll ich eine Empfehlung mitgeben?
Ganz sicher wäre ich mir selbst nicht…

Die Wohnung der Freundin wäre größer und böte mehr Ruhe. Das Hotel ist im touristischen Zentrum und bietet Griechenlandurlaub par Excellence.
Beides hat Vor- und Nachteile, zentraler ist man sicher in Panteli – ich kann auch nicht verleugnen, dass ich diesen Ort einfach mag…

Der Strand ist schön – bei blauem Himmel und 30°C
Es gibt die Strandbar und natürlich einen Steinwurf weit entfernt ,alle leckeren Tavernen über die ich so gerne schreibe
Eine Parkplatz für Klicker gibt es auch – wenn dieser auch etwa 100m weit entfernt ist

Ich kann bei Katerina eine temporäre Reservierung erreichen und gebe das alles so nach Deutschland weiter.

Sibylle wird sich am 01.02 mit der jungen Familie treffen und alles besprechen, dann wird entschieden und gebucht!
Ich meine aber schon heute, eine gewisse Tendenz in Richtung Hotel vernommen zu haben.

Ihr erfahrt es natürlich im Februarblog, für welche Unterkunft sich unsere Kinder nebst den Enkeln Anton und Paula entscheiden.
Für mich gilt von Mitte September 2026 bis Anfang Oktober daher „Arbeitssperre“, auch ich werde dann Urlaub auf Leros machen 😉 !

Am Rückweg sehe ich noch nach LIBERTÉ – Hans Peter hat mich von der Messe aus gebeten, die Maße seiner Winschen zu übermitteln, er wolle Ersatzteile bestellen.
Na wenn es sonst nix ist – gehext wird immer sofort, zum Zaubern brauche ich etwas Vorlauf.

Auf LIBERTÉ ist alles oke! Reimt sich – und was sich reimt ist gut. Ab und an muss ich die Dinghyabdeckung neu anbringen
Natürlich bekommt HP alle Details – der Bestellung der Serviceteile steht nichts mehr im Weg

Der Tag klingt im „SouVLakki“ aus, ich bin zufrieden.

Ich möchte heute die Rollanlage fertig zusammenbauen, deshalb widme ich mich der Refftrommel.
Ich habe gestern bemerkt, dass sie etwas schwergängig ist und es lag somit nahe, dass ich bei der Gelegenheit rasch einen Service durchführe.

STOP – was habe ich da gerade gedacht? Habt ihr den Fehler im Satz entdeckt? Ich habe „rasch“ gedacht! Ich habe das doch nicht wirklich gedacht…???

NICHTS geht RASCH! NICHTS!

Auf dem Salontisch – hahahahahahahahaha…

Es passiert mir selber immer wieder Mal – ich vergesse die oberste Regel.

Irgendwas passiert IMMER – und es dauert IMMER dreimal so lang wie erhofft.
Aufgrund meiner Vergesslichkeit an diesem Tag, starte ich beschwingt und gutgläubig die geplante Arbeit.
Ich richte das Teil und das Werkzeug an und bin mir sicher, dass ich das auf dem Küchentisch bewerkstelligen kann.

Ein anderer Arbeitsplatz hätte sich nicht angeboten, es war schwerer Sturm und Gewitter angesagt.

Ich lege los – erste Schraube…
Nanu, die geht aber schwer – mmpffff, mmpffff, gnnnn, Knack!
Ab! Nein, nicht die Schraube…

Geht ja gut los

Ich hatte verdrängt, dass meine Rollanlage auch schon 25 Jahre alt ist – Datum des letzten Service ist unbekannt.

Das Zusammenspiel von Aluminium und Edelstahl sorgt immer für Unbill, so auch heute.

Ein „running Gag“ der letzten Wochen schleicht sich ein – Alex würde jetzt wohl den Einsatz seines Heißluftföhns in Erwägung ziehen, er weiß aber ganz genau, für was ich mich entscheide…

Für die „grauer Wolf“ Variante eines Heißluftföhns!

Hilft ein bisschen – ein paar Teile bekomme ich ab
Den Edelstahlbügel habe ich noch abmontieren können – bei den Lagern war Schluss

Bei den Lagern musste ich passen – ich entscheide mich für zwei Dinge, die meiner Seele gut tun…

Erstens, ich kann Verantwortung teilen – ich rufe Giorgos an, ob er helfen kann und mir in seiner Werkstatt Zugriff auf verschiedene Werkzeuge und Maschinen gewähren kann.
Mit meinen Bordmitteln komme ich nicht weiter!

Zweitens, ich salbe meine geschundene Seele – mit einem gewaltigen und exorbitant leckeren Stück Galaktoboureko von Stratos.

Ich beruhige mich erstmal, dann sortiere ich mich neu

Während ich das süße Stück schlemme, fällt mir auf, dass NESSAJA ganz schön an ihren Festmachern zerrt.

Sie krängt sich mal wieder im Hafen und es interessiert mich, was für einen Windspeed wir haben.
Ich schalte die Anlage ein, dabei höre ich ein entferntes Grollen. Erste Blitze zucken am Himmel.

Der Wetterbericht hatte Recht, der Sturm kommt und das Gewitter ist ebenfalls im Anmarsch.

Ich hatte keine Vorstellung von dem, was jetzt kommen sollte…

Als das System gestartet ist, haben wir schon rund 45kts Wind, der Peak geht sofort auf 50kts – und das war der Anfang
Draußen war alles grau – starker Regen setzte ein

Ich hatte meinen Kaffee noch in der Tasse – schnell leerte ich den Kaffeebecher und stellte ihn in die Spüle.

In diesem Moment fiel meine Wasserflasche um, auch die lege ich in die Spüle.
Alles andere auf NESSAJA ist gesichert, wir sind erprobt sturmklar!
Logisch, auch bei uns fällt etwas um, aber eben IM Regal, oder die Klimaanlage auf Rädern rollt etwas, wird aber nach 10cm gebremst – es kann eigentlich nix passieren. Hoffe ich!

Denn es geht weiter!

Kurze Zeit später – 25kts Wind, der Peak ist schon auf 62kts gewandert. Zum x-ten Mal in diesem Winter
Der Regen wurde heftiger, das Gewitter kam näher

Mir war schon klar, dass da was kommt – wenn man auf dem Wasser lebt, bekommt man irgendwann ein Gefühl dafür.

Ich erinnere mich an den schwersten Sturm, den ich in dieser Marina erlebt und fotografiert habe – es war vor zwei Jahren auf diesem Platz, der Windpeak war damals 70kts!
Und wir kamen diesem Wert schon sehr nahe…

Momentan 31,4kts, Peak 68kts
…und es wurde noch dunkler – das wird noch mehr

Ich stelle jetzt mal ein paar Bilder in Reihe ein um zu vermitteln was jetzt kam.
Der ganze Spuk dauerte länger als letztes Mal – vielleicht eine Viertelstunde, vielleicht auch 20 Minuten.

Sinn der Bilderserie ist aufzuzeigen, dass ich immer nur Momentaufnahmen fotografieren kann – ja, es hat für ein paar Sekunden „nur“ 30 oder 35kts, dann aber für drei Minuten 70kts oder mehr.

Naja – und über den maximalen Windpeak braucht man keine weiteren Worte zu verlieren!

Hier gelingt es mir 70+kts als Windgeschwindigkeit zu fotorafieren – der Peak ist momentan gleich
Wind aktuell über 71kts – Peak liegt inzwischen bei 78kts! Neuer Rekord – aber nicht für lange
Auch wenn der Wind kurz nachlässt, er bleibt über 60kts – die Aufzeichnung zeigt die Frequenz der Böen
Wieder etwas später – der Standardwind verliert nichts von seiner Kraft
Der nächste Drücker – schaut euch die Zahlen genau an! Windspeed aktuell 76kts – neuer Peak 84kts!!!
Ab jetzt geht der Wind zurück, die Front ist durch – zum auf der Zunge zergehen lassen -> 84 Knoten in der Marina

Ich habe zwischendrin einen lauten Knall gehört – was war das?

Als der Regen vorbei war, ging ich kurz nach draußen um nach dem Rechten zu sehen.
Auf NESSAJA war scheinbar alles ok, mein Nachbarschiff, die zum Verkauf stehende FESTINA LENTE sieht auch gut aus…

Nein, Moment, was ist das? Auf dem Vordeck liegen zwei Gurte – auf dem Bild schlecht zu sehen, der Wind hat beide vorderen Gurtbänder für das Bimini mit einem lauten Knall abgerissen!

Zum Glück ist nichts passiert, das Bimini hat kaum Spielraum und kann nicht weg.
Ich muss in Bälde eine Sicherungsleine einbinden, die Gurte kann man aber reparieren lassen.

Nach den Schiffen der Freunde werde ich später schauen.

Was ich unbedingt heute noch checken will – unser Haus!

Obwohl unsere Katikia exponiert liegt, gab es keinerlei Schäden

Ich hatte die Hälfte des Weges nach Kamara schon gefahren, der Regen hat nachgelassen – es lag auf der Hand, dass ich gleich zu Giorgos weiterfahren würde.

Vielleicht erreichen wir ja etwas bezüglich des Furlers…

Auf dem Weg dorthin komme ich am Gourna Beach vorbei, dort war das Meer ordentlich aufgewühlt.
Leider kann man das in Bildern nicht so festhalten.

Die Ausläufer der Front ziehen noch so rum, das Schlimmste ist aber hoffentlich durch

Bei „Boat & Parts“ angekommen, legen Giorgos und ich gleich los.

Auch er greift zum Flammenwerfer und zu schwerem Geschütz, er hat zusätzlich große Abzieher – trotzdem kommen wir nur mit kleinen Schritten voran.
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – und wir wollen ja auch nichts kaputt machen.

Das verfitzmaledeite Unterteil will nicht weg – die Edelstahlbügel sind festoxidiert
Potztausend – dann eben anders! Wir verschaffen uns Zugang von oben und können die Anlage zerlegen

Die Kugellager sind offene Lager, das hatte ich mir anders vorgestellt.
Gut daran ist, dass man diese reinigen und wieder zusammenbauen kann – auch wenn dies aufwändiger ist.

So beenden wir die Arbeit, als alles zerlegt war und wir zum Wiederzusammenbau zwei neue Dichtringe benötigten.

Diese hatte Giorgos nicht auf Lager, ich solle sie morgen im Autozubehör beschaffen.
Ha, nichts leicher als das – dann bis morgen zum Zusammenbau! Dachte ich…

Für heute reicht´s, was für ein Tag – ich bin müde und erschöpft!
Jetzt eine Pizza und dann heim und ab auf die Couch.

Ich bin groggy
Aber ich genieße mein Dinner – wohlverdient

Bevor ich am Folgetag nach Lakki fahren kann um die Dichtringe zu kaufen, erreicht mich eine Bitte von den österreichischen Freunden.
Ein lang ersehntes, schweres und großes Paket sei angekommen – man habe sehr schnell messerscharf erkannt, dass der kleine Toyota damit überfordert sei und ob ich nicht helfen könnte.

Klar kann ich, dafür sind Freunde doch da.

Und wenn ich gleich bei Panos bin, kann ich dort auch nach den Radialwellenringen fragen – das passt!
Am Heimweg von Crithoni würde ich über Lakki fahren und die Ringe dort kaufen, irgendeiner hat sie schon…

Panos hat sich der Situation in der Marina angepasst – da kann man nix sagen! Dichtringe hat er nicht
Das Ding wiegt 148kg – wir haben es zu viert reingehoben und müssen es jetzt zu dritt rausheben – das geht auf´s Kreuz

Panos muss passen – er hat die Dichtringe nicht! Dafür hat er ein ganzes Regal voller Windex, er wird sie brauchen.
Ich vermute sogar, dass sie nicht reichen werden.
Egal, nicht mein Thema – Panos hilft uns das schwere Trum einzuladen und wir fahren von dannen.

In Crithoni fahre ich bis direkt vor die Haustüre – hoffentlich können wir das mit Umverpackung 148kg schwere Packstück aus dem Kofferraum wuchten.

Klappt aber alles! Ich helfe noch kurz auspacken und dabei, das Ding in den Flur zu stellen – dann bin ich entlassen.
Solltet ihr euch fragen, was da so schwer war und welche Projekte Hans gerade bedient – hier ein kleiner Spoiler…

Eine große Lithiumbatterie für das Haus-Solarsystem

Wie bei allen Projekten sind unsere Freunde einen Schritt voraus – so auch hier.
Ich bin gespannt, wir diskutieren gerade viel über verschiedene Ansätze.
Für mich eine gute Ausgangslage, ich kann mir sehr viel abschauen.

Ich fahre jetzt nach Lakki, zuerst zum KFZ-Teilehandel. Es kann ja nicht so schwer sein, dass ein alter Dichtungsfuchs zu so einem Ring kommt.

Beim Autozubehörhandel fühle ich mich sofort gut aufgehoben…

Der Mann führt Elring – alles wird gut, dachte ich

Er schüttelt ungläubig den Kopf…
Nein, dieses Maß hat er nicht. Auch ein Anruf bei seinem Lieferanten in Athen bringt keine Lösung.

Beim Gedanken an den Lieferanten, schießt mir mein Freund Harry Mavropoulos in den Kopf – er ist der Elring Importeur für Gesamt-South-Greece.
Ich fahre heim, suche mir den Ring selber raus und bestelle ihn bei Harry – ich lass´ mich hier doch nicht vorführen!

Leider werde ich gleich mein blaues Wunder erleben…

Ich lese mir die Maße ab und bestimme die Bauart und das Material
Dann suche ich auf der Elring Webseite den Ring nach Maßen – und bin überrascht, es gibt keinen 58x76x7

Hm, was nun? Wenn Elring den RWDR nicht anbietet, dann ist es kein gängiges KFZ-Teil.
Wo soll ich suchen – ich schreibe trotzdem an Harry, aber auch er handelt das Problem auf griechische Art, keine Lösung, keine Antwort!

Ich kann nicht leugnen, dass mich diese Art manchmal richtig nervt. Wir sind Freunde, er kann mir einfach absagen, wir haben zusammen Urlaub gemacht, nicht antworten ist keine Option.

Ich mache es kurz – ich versuche noch, bei Facnor Service Kits mit Lager zu bestellen, bekomme aber einhellig die Antwort, dass die nicht mehr lieferbar sind.
Giorgos übernimmt an dieser Stelle und wird es schaffen, zum Monatsende hin zwei von den raren Ringen zu beschaffen.

Die Komplettierung und Montage meiner Rollanlage wird ein Februar Projekt – hoffentlich geht es dann auch mit dem gesamten Rigg weiter.

Was schätzt ihr wieviele WhatsApp mich nach dem schweren Sturm erreicht haben?

Na, wer hat annähernd richtig geschätzt?

Ok, ich muss erklären, dass das Bild von meinem iPad ist, nachdem ich es zur Synchronisation eingeschaltet habe – das sind alle Nachrichten aus den verschiedenen Schriftwechseln.

Es reicht aber, um sich vorstellen zu können, wieviel Zeit das bindet und warum ich manchmal maule.
Nach dem Hagel waren es übrigens mehr…

Ich habe nach so einem Sturm mit solch extremen Windgeschwindigkeiten aber auch Verständnis -also weiche ich diesmal von der Regel “ solange ihr nichts hört ist alles ok“ ab und versende Nachrichten und Bilder an alle mit denen ich sonst ein Bier trinke – das bedeutet eine ausgiebige Marinarunde für mich.

Der Sturm hat EDINA nichts angetan, aber sie hat einen neuen Nachbarn…
…und seither hängt eine Muring unter dem Schiff

Die Muring unter EDINA ist für mich unerklärlich – aber auf einem Bild vom letzten Check kann man erkennen, dass sie noch NICHT da war.

Wie auch immer das passiert sein mag – ich will, dass die Muring da weggemacht wird.
Um keine Welle zu machen, kläre ich das im Office auf dem kleinen Dienstweg.

Hier muss ich die nächsten Tage nochmal nachsehen ob das umgesetzt wurde.

Alles ok auf KARO
Bei JASPER passt auch alles
INSPIRATION kommt bald an Land – heute ist alles ok
ALENA sieht unauffällig aus
Alles in Butter auf´m Kutter – STENELLA ist ok
CARPE DIEM – ein gutes Motto! Auch Benno bekommt mal wieder eine Nachricht
Und natürlich HARMONY – alles bestens

Es ist Absicht, dass ich hier mal ein paar Bilder einstelle und diese Revue passieren lasse.

Wirkt das langweilig auf euch, ein sich gebetsmühlenartig wiederholender Singsang?

Haltet euch vor Augen, dass dies nichtmal die Hälfte der Boote sind auf die ich ein Auge werfe.
Ich spreche damit keinen namentlich an, die vorgenannten Boote waren nur Beispiele – mit vielen bin ich ohnehin in Kontakt, von anderen höre ich sporadisch. Das ist alles ok und ich sehe immer und regelmäßig nach allen Booten von Bekannten und Freunden.
Das bekomme ich unter und die Marinarunden tun mir gut – was mich auffrisst, sind die Nachrichten, die geballt kommen, wenn die Skipper zuhause am Sofa sitzen und dem Wetterbericht folgen.

Daher – ich freue mich mit jedem von euch ein paar Zeilen zu schreiben oder zu sprechen.
Nur nach Stürmen gilt – wenn etwas kaputt ist melde ich mich…

Ach ja, auch ELOWYN hat den Sturm gut überstanden, allerdings fällt mir erst jetzt ein Schaden auf, welcher durch den Hagel verursacht wurde.

Alle Winschenhäubchen perforiert – kann aber zunächst so bleiben

Worüber ich mich sehr freue ist, dass etwas Bewegung in die Causa FESTINA LENTE kommt.
Tatsächlich rufen dieser Tage drei Interessenten an, so viele wie schon länger nicht mehr.
Ich führe dies auf einen Messeeffekt zurück.

Einer scheidet sofort aus – ich soll anrufen. Mach´ ich aber nicht, ich antworte per Mail und muss feststellen, dass die Mailadresse nicht funktioniert.
Ich vermute ein Scamming-Versuch.

Bei einem anderen Interessenten habe ich ein gutes Gefühl und ich hoffe, dass die Bavaria von Johannes eine Chance auf eine Besichtigung bekommt.
Sie ist ein echtes Schnäppchen für den Preis.

Genug für heute – ich gehe Abendessen und sorge für Abwechslung!
Ich entscheide mich für das „SouVLakki“, bestelle aber Kontosouvli statt Giros 😉 .

Sieht gleich aus – schmeckt aber total anders

Und wie geht es morgen weiter? Ich wollte mich meinen Großprojekten widmen und das mache ich auch.

Kleiner gedanklicher Schlenker – mich haben während der letzten drei Monate ein paar Lieferanten und Hersteller mächtig enttäuscht.
Es gibt auch die Lichtblicke wie „maritimo.at“, aber die Enttäuschungen hallen mehr nach.

Vielleicht werde ich dazu einmal einen gesonderten Beitrag schreiben…
Heute nur ein kleines Beispiel – ich bin ein totaler Fan von TruDesign Seeventilen und dem ganzen Warenkorb den TD sonst noch anbietet.

Da die Fragen die ich habe meist sehr spezifisch sind, frage ich gerne direkt beim Hersteller an.
Bisher habe ich immer perfekte Antworten bekommen, ein gewisser Geoff hat stets kompetent geholfen.
Diesmal ist meine Frage kritisch, denn das 1 1/4 Zoll Set hat meines Erachtens nach zuviel Spiel im Gewinde.
Überprüfungen mit anderen Neuteilen bestätigen das.

Geoff meldet sich, er müsse mit den Technikern sprechen – und ich höre nie wieder etwas von ihm. Schwaches Signal an den Kunden.

Heute, nach drei Wochen, entscheide ich selber und klebe das Teil ein…

Wird schon werden – ich darf nicht dran denken wenn nicht…

Ich habe mich entschieden, dass Gewinde des Fitting so zurechtzuschleifen, bis das Ventil in exakt der richtigen Position zum Anschlag kommt.
Diese Vorspannung nimmt das Spiel aus dem Gewinde – jetzt muss ich nur noch Sorge dafür tragen, dass genug Dichtmittel in den Gewindegängen ist.

Das scheint gut zu klappen und nachdem ich mir ohnehin vorgenommen habe, dass ich eine Dichtheitsprüfung machen werde, schleicht sich die Anspannung aus meinem Körper.
Die Seeventile sind wieder montiert, ein paar Prüfungen noch, die Schläuche anschließen, dann sollte es für den Launchingtermin zum 29.04. passen.

An diesem Abend treffe ich mich mit Brigitte und Hans im „Tis Kakomoiras“ – ein letztes mal, bevor es für die Beiden zurück Richtung Heimat geht.
Wir essen sehr gut, wenngleich auch temporär in einer „sehr speziellen“ Stimmung 😉 !

Stromausfall – im Dunkeln ist gut munkeln

Nachdem ich vom Essen zurück auf NESSAJA gekommen war, habe ich mir noch eine Folge „wunderschön“ gegönnt.
Das zweite Format, bei welchem ich zur Ruhe komme, meine Synapsen langsam abschalten und ich Bettschwere bekomme – ich mag Reisesendungen.

Nebenbei sehe ich mir den Wetterbericht an und muss erkennen, dass keine Linderung in Sicht ist.
Ich nehme es vorweg, der Monat Januar wird sich am 31.01. mit Sturmstärke verabschieden.

Mann, mann, mann – das könnte jetzt mal aufhören

Sibylle schickt am Folgemorgen ein Bild ihrer Situation – wirklich besser ist es im Erdinger Moos nicht!

Sie muss jetzt das Auto freiräumen und mit der eiskalten Karre die Kleine in die Kita bringen – ich fühle förmlich die eisige Klaue der klirrend kalten Luft im Auto.

Kann ich wählen? Ja! Ich wähle 17°C und Wind!

Keinesfalls besser bei Sibylle

Ich werde abermals zu einem Rettungseinsatz gerufen – ein Päckchen sei angekommen und ins Cockpit von BORN TO LIVE gelegt worden.

Da es sich um ein empfindliches Teil handelt, bittet Guido mich, dieses in die Kajüte zu verfrachten.

Klar, mach ich sofort – ich gehe zielstrebig zum Aluschiff der Beiden und betrete das Cockpit um nach dem Päckchen zu fassen und es sicher zu verwahren…

Nanu, wo soll es sein – nix zu sehen

Jetzt wird es aufwändig – ich schlapfe in den Marinastore und frage nach.
Katerina wählt die Nummer des Marinero und fragt ebenfalls nach.
Die Antwort – liegt im Schiff, gestern abgelegt.

Ich äußere Zweifel – das Schiff hat eine Türe die nicht jeder öffnen kann, es ist gesichert – und ich bezweifle, dass der Marinero den Zugang hat.
Widerwillig ruft Katerina ein zweites Mal an – ok, sei´s drum, dann geht er halt mit mir hin…

Besser, er GEHT nicht mit mir, ich FAHRE mit ihm! Zu zweit auf seiner kleinen Honda, sicher ein sehr witziges Bild.
Dann geht er zielstrebig auf BORN TO LIVE zu und… vorbei!
Er geht fast bis zu NESSAJA und macht erst bei B… TO … …. halt.

BACK TO THE MOON fängt mit B an und hat ähnlich viele Wörter und Buchstaben – was wir oft vergessen, nicht nur wir können in der Regel die griechischen Wörter nicht lesen, auch manche Griechen können unsere Wörter nicht lesen.
Kurz – er hat das Päckchen auf das falsche Schiff gelegt.
Wir haben das geklärt und Guido bekommt seine Warensendung!

Da isses – jetzt beim richtigen Besitzer

Ich kann mich endlich meinem Projektplan widmen – ich möchte klären, warum mein Generator leichte Ladestromschwankungen hat.
An sich nichts Dramatisches, ein kleiner Schönheitsfehler eben.

Um dies beurteilen zu können, muss ich klären, welches Kabel vom Generator zum Ladegerät führt.

Also, einmal alles aufgeschraubt und Zugang geschaffen…

Generatorseitig ging es rasch, ich hatte wegen der Wassermacherreparatur nicht alles wieder zusammengeschraubt
Am Ladegerät war die Sicht eingeschränkt – aber das lässt sich ja heute fotografieren
Es ist das graue Kabel, der Anschluss ist richtig ausgeführt

Ich lege mir eine Theorie zurecht und überlege welche Materialien ich zu einer vom Ladegerät abgekoppelten Messung benötige.

Diese werde ich morgen kaufen und mir ein Messkabel bauen, dann bin ich aussagekräftig und kann eine Lösung diskutieren.
Liegt es am Generator, am Ladegerät oder ist es ein Setupfehler?

Oder ist es am Ende sogar ein zu akzeptierender Fakt, welcher auftreten kann, wenn 25 Jahre alte Elektrik auf nagelneue high-end Elektronik trifft?

Ich muss es offen lassen – sehen wir was morgen bei der Messung herauskommt.
Der Wind hatte pünktlich eingesetzt und bläst mal wieder mit Böen bis zu 50kts. – dies hat zur Folge, dass die Uferpromenade von Lakki den dritten Tag in Folge überschwemmt wird.

Schon wieder setzt der Sturm aus WSW ein – aus dieser Richtung treibt er das Wasser in die Bucht…
…was zu Überschwemmungen auf der Uferstraße führt

Auch ich bin, wenn auch nur periphär, davon betroffen – als ich abends ins „SouVLakki“ gehe, parke ich zunächst vor Renas Autoverleih.

Da das Wasser aber bis zur Ladenzeile spritzt und ich Klicker davor verschonen möchte, steige ich noch einmal ein und suche mir einen Parkplatz ums Eck.
Die paar Schritte kann ich laufen, ist eh gesünder.

Ich hätte mir den heutigen Besuch im Lieblingsgrill nicht nehmen lassen. Anna hat heute einen runden Geburtstag und obwohl ich schon gratuliert hatte, hoffte ich, dass ich sie treffen würde um sie einmal zu herzen.
Ich mag sie und möchte, dass sie weiß, dass ich sie schätze – auch jenseits von Giros und Pommes.

Apropos Giros und Pommes – man kann es drehen wie man will, es schmeckt halt einfach gut…

Lecker – so mag ich das…
…zu Annas Geburtstag gibt es eine Nascherei

Als ich wieder zurück im Schiff war und bereits im Gemütlichkeitsmodus angekommen war, startete ein kurzer Chat in unserer Communitygruppe.

Caetlin beschwert sich über das Wetter…
Sibylle schickt ihr Bild, das von vorhin…
Ich schreibe, „Caetlin, Du kannst wählen“…
Sie antwortet, „I prefer to be on the warmest place, depending on the heater“…
Ich antworte mit Zahlen und Fakten!!!

Biosauna auf NESSAJA – wenn Sibylle nicht hier ist, heißt es bei mir „no limit“

Ben schaltet sich in den Chat ein, seine Antwort, „ach du meine Gute!“ – er antwortet auf Deutsch, das will was heißen 😉 !

Nun, erfrieren müssen wir alle nicht und wir sind ja auch alle dort, wo es uns hingezogen hat – dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Am neuen Morgen muss ich eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen – ich muss Sibylles Sauerteig füttern.
Verrückte Welt – Caetlin füttert Streunerkatzen, Sibylle den kleinen Fred und ich eben den Sauerteig.

Ich hoffe, die anderen machen es besser als ich, irgendwie kommen keine Bläschen, was habe ich nur falsch gemacht???

Generell funktioniert es ganz gut…
…aber als er Bläschen schmeißen soll, verweigert er die Mitarbeit

Draußen tost fürchterliches Wetter, ich verbringe den ganzen Tag im Schiff – ich will keinen Fuß vor die Türe setzen.

Ich mache den ganzen Tag Ersatzteilrecherche, habe viel Kommunikation zu machen, gerade auch wegen FESTINA LENTE und auch wegen meiner Wohnung in Deutschland.

Das kostet mich Stunden und der Tag verfliegt, was mich angesichts des Wetters aber nicht trauern lässt.

Mittags mache ich mir einen Snack, ich habe Hunger und es müssen Reste aus dem Kühlschrank gegessen werden – ich mache, man glaubt es kaum, Brotzeit!

Danach sind die Packerl leer und ich muss auf keine Verfallsdaten mehr achten

Ach ja, bezüglich meiner Wohnung kommt endlich was in Gang, das sind sehr gute Nachrichten.
Schön langsam gibt es eine rote Linie für 2026, wenn alles klappt, können wir noch heuer mit der Hausrenovierung beginnen.

So gut das klingt, es kommt trotzdem zu Verzögerungen und ich muss meine Reisepläne für Februar 2026 noch einmal überdenken.
Vielleicht muss ich die Fahrt nach Deutschland noch einmal verschieben – mal sehen wie sich die Sachlage entwickelt.

BIMM, eine Nachricht von Melanie trudelt ein – sie ist die weibliche Skipperin auf der INSPIRATION, ihr Mann Jörg wird morgen Richtung Leros aufbrechen und allerhand Waren im Kofferraum haben.

Darunter auch ein absoluter Gaumenschmeichler für mich…

Dafür feiere ich sie!!!
Gebt euch das – das wird eine Leberkasorgie

Durch Alex´ Ausfall, wir waren die Taktgeber für diese Order, wird es an mir liegen diesen leckeren Kaskas und das bayrische Original-Pendant dazu, mit der gehörigen Portion Ehrfurcht zu vertilgen.

Natürlich würde ich es gerne sehen, wenn sowohl das Lieferantenteam als auch die Fraktion aus Österreich mich dabei unterstützen.
Mal sehen was sich so ergibt…

Und was ist sonst noch drin im Wägelchen???

WAAAAAS??? Wollen die ausziehen? ich habe für den Verbau einer ähnlichen Menge Teile zwei Jahre gebraucht

Ich sehe aber auch, dass sich fünf Tragl Flötzinger auf den Weg machen, ich hoffe, dass ich Jörg, gegen den ein oder anderen Frondienst, a Hoibe abstauben kann! Sehr geil auf jeden Fall!

Trotz oder wegen dieser herrlichen lukullischen Aussichten, passiert heute etwas, was es in dieser Form lang nicht mehr gab.
Ich war zu faul zum Essen!
Bei dem Wetter war mir nicht danach zumute, das Schiff zu verlassen und mich alleine in eine kalte Taverne zu setzen.

Ich überwinde meine Abneigung gegen das Abspülen und zaubere mir einen Milchreis. Eine Seelenspeise, welche Sibylle mir stets verweigert – selbst ist der Mann, hex hex…

Das mag ich – ein „Soul Evening“ auf der Couch

Tu´ Dir was Gutes! Milchreis und eine Folge „wunderschön“, danach habe ich, glaubt es oder nicht, „Soul Legenden“ auf YouTube geschaut – fast bis drei Uhr morgens.

Diese Folge „wunderschön“ war besonders – erstens, weil Tamina einer Olivenölverkostung folgt und dort genau das beschrieben wird, was ich auch empfunden habe, als ich unser Öl das erste Mal probiert habe.
Wieder wird die Schärfe und Bitterheit als absolutes Qualitätsmerkmal gefeiert.

Zweitens beschreibt die Folge einen Besuch in der „besten Pizzeria der Welt“. Die befindet sich, sofern man der Geschichte glauben mag, in Neapel und war Schauplatz für den Filmdreh von „Eat, Pray & Love“.
Und jetzt ratet mal, wer da schon war – genau, der Mario mit seiner Sibylle.
Wir haben viel erlebt, es wäre schade, wenn diese Reise hier auf Leros ein ungeplantes Ende nehmen würde.

Ein Besuch in der besten Pizzeria der Welt

Finale! Der 31.01. bricht an. Ich möchte bitte für Roland ein paar Bilder von SUNNY SIDE UP machen, er braucht diese für die Versicherung.

Danach werde ich einkaufen, bevor ich mich dem Test meines Generators widme.

Also, los geht´s…

Auf dem Weg zu Rolands Schiff sehe ich, dass die Bordwand von Patricias Stahleimer zerkratzt und leicht verdengelt ist

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Ich bin drei Jahre Vollzeit auf diesem Platz gelegen und habe alle Stürme erlebt.
In einer Nacht bin ich zu Evelyn und Roland an den Katamaransteg gerannt, um mir einen dicken Fender auszuborgen – den dritten damals!

Als Patricia sich den Platz gesichert hat, habe ich ihr eindringlich geraten, die Bordwand mit drei großen Kugelfendern abzusichern – und was macht die beratungsresistente, störrische Frau?

Sie hängt vier alte, fast platte Fenderchen in die Lücke, welche bei lauen Sommerwinden so riesig wirkt.
Im Sturm drückt es die Schiffe an die Betonmauer, das schruppt den Lack runter – das haben schon mehrere teuer bezahlt.
Sorry, da kann und will ich nicht mehr helfen…

Ich erbarme mich

An der Treppe Richtung ELOWYN wirft das Schicksal mir einen alten Fender vor die Füße – ich erbarme mich und binde ihn noch zu den schon vorhandenen.

Immer noch zu wenig, aber besser als zuvor. Ob es bis zum Sommer reicht – wir werden sehen.

Dann kann ich endlich das Bild von Rolands Schiff machen, bisher hatte ich hierzu noch keine Rückmeldung gegeben.
Am Schiff war alles ok, den Verklicker und leider auch den Windmesser hat der Hagel kaputtgeschlagen.

Sorgen muss sich unser Freund aus der Schweiz keine machen

Mein Einkauf war schnell erledigt – eines möchte ich aber erwähnen. Ich werde wieder mehr local kaufen.

Ich habe heute mal wieder Kaffee vom örtlichen Röster gekauft. Die Packung fühlte sich sehr leicht an, deshalb habe ich nachgewogen.
Nicht aus Kontrollzwang, sondern einfach um den Preis zu verifizieren.

Und tatsächlich, es sind die bestellten 500g, das Ganze für runde 10.-€!
Das mag ein Winterpreis sein, aber er ist immerhin 3.-€ billiger als Jacobs Krönung im Supermarkt und schmeckt deutlich weniger sauer, dafür kräftiger, nussiger.

Danke Antonia, dass Du mir diesen Gedanken zurückgebracht hast!

In Zukunft wieder mein Stammgeschäft für frischen Kaffee

Nach dem Einkauf lege ich gleich los und widme mich meinem Generatorprojekt.

Die Idee ist, den Generator ohne die Victron Komponenten direkt an einen Verbraucher liefern zu lassen.

Dafür habe ich ein Testkabel gebastelt, welches ersatzweise und temporär an das abzuklemmende Kabel des Generators am Quattro angeklemmt wird.
Das Testkabel hat eine Steckdose an der ein Hochverbraucher angeschlossen wird.

An einer Messstelle, welche vom Außenmantel des Kabels befreit ist, kann ich an L den Strom messen.
Dieser kann beurteilt werden – schwankt er stark?

Erst das Messkabel vorbereiten – deutlich zu sehen die Anschlusskabel und die offen gelegte Messstelle
Ich muss meine Stromversorgung temporär ausschalten und das Generatorkabel vom Quattro abtrennen…
…daran klemme ich temporär mein Messkabel
Mit meinem Heizlüfter kann ich auf zwei Leistungsstufen messen
Die Ergebnisse sind eindeutig und können auf zwei Kommastellen gemessen werden, sie schwanken kaum!

Die gute Nachricht ist nun, dass meinem Geberator sicher nichts fehlt – er liefert und tut das im elektronikfreien Umfeld auch tadellos und ohne erwähneswerte Schwankungen.

Ich kann jetzt mit meinem Victron-Spezialisten abklären, wie man den Quattro so einstellen kann, dass er diese Einspeisung als quasi-linear annimmt und klaglos verarbeitet.
Das hat von jetzt an wieder weniger Eile, aber ich war dem Mann bei Victron eine Antwort schuldig – diese ist nun gegeben.

Als wenn das noch nicht genug Grund zur Freude wäre, schreibt mir mein Freund Giorgos eine gute Nachricht zum Abend hin.
Die Dichtringe sind da, am Montag machen wir den Furler fertig, so dass ich nächste Woche meine Rollanlage komplettieren kann.
So darf es weitergehen!

Die raren Ringe sind in Giorgos Händen

Ich bin zum Videocall mit Gottfried und Gabi verabredet – wir schwatzen über Gott und die Welt, wie auch im richtigen Leben mit den beiden verfliegt die Zeit geradezu.

Ich will es nicht zugeben, aber wir telefinieren ZWEI Stunden und es ist schon 20.30 Uhr als ich zum Abendessen aufbreche – das Monats-Abschlussessen gibt es im „La Nostra“, ich gönne mir eine „Pizza Mario“ und einen Salat.

Schmeckt super und ich bin preiswert satt

Der Rest des Abends gehört heute diesem Blog, es gilt die letzten Zeilen zu schreiben, um ihn morgen noch einmal zu schmökern und dann freizugeben.

Ich hoffe, ihr habt Spaß dabei gehabt, diesen Rückblick, mein persönliches Logbuch des Lebens zu lesen.

Ich kann nur beschwören – bleibt dran! Es folgen zwei spannende, richtungweisende Monate…

Nur noch ein paar Zeilen, dann bin ich fertig

Ausblick für den Februar – die Leberkasorgie steht an, Heimat erleben.
Freunde kommen zurück, die Einsamkeit endet.
Werde ich endlich mit NESSAJAs Rigg entscheidend vorankommen?
Kann ich den Testlauf des Wassermachers abschließen, bevor NESSAJA am 10.02. gekrant wird?

Auch an ELOWYN muss es weitergehen – gelingt mir die Dichtheitsprüfung der Seeventile und wird das Projekt abgeschlossen?

Eine Kernfrage wird beantwortet – wo werden Sibylle und ich wohnen, wenn NESSAJA an Land gestellt und zur Baustelle wird?
Wird es überhaupt mit Sibylles Rückreise klappen – und was ist mit meinen Reiseplänen?

Diese Liste ließe sich fortsetzen – der Februar wird es in sich haben, er wird Grundlage für einen spannenden, neuen Blogbericht!

In diesem Sinne, herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario

Dezember 2025 – It´s alright (Baby´s coming back)

Die letzte Headline des Jahres 2025 war bereits früh im Monat gefunden.
Am 05.12. schreibt mir Sibylle eine WhatsApp Nachricht, dass sie ihren gebuchten Flug am 14.12. wahrnehmen kann – Baby´s coming back!
Selten hat sich eine Headline so aufgedrängt wie der Eurythmics Kracher aus dem Jahr 1985.

Wenn ich an Annie Lennox denke, dann habe ich unweigerlich Kopfkino. Für den Fall, dass mein Freund René, den ihr ja kennen gelernt habt, diese Zeilen liest – der Gedanke aus dem Jahr 1984 ist ausschließlich für Dich!

Es ist also alles wieder gut, Sibylle kommt zurück und wir können – endlich – in die Planung für Weihnachten und den Jahreswechsel gehen.

Bis dahin ist allerdings allerhand passiert – lasst euch mitnehmen auf die Zeitreise durch den Dezember 2025 auf Leros.

Der 01.12.2025 – ich schlafe relativ lang

Ich wache relativ spät auf und erkenne sofort am Stand der Sonne, dass es höchste Zeit ist um aufzustehen und den Tag zu starten.

Hausmännliche Pflichten rufen den Strohwitwer auf den Plan – erneut muss ich eine Maschine Wäsche waschen.
Der Grund dafür ist nicht etwa, dass ich nicht genug Klamotten hätte, aber ich habe nur drei Arbeitsgarnituren.
Immer wenn ich die dritte anziehe, muss ich eine Kurzwäsche planen – so auch heute!

Der Dezember startet freundlich, ideales Waschwetter

Danach galt es, meine Montageteile aus der Garage in Plaka zu holen. Ich hatte ja im Novemberblog geschrieben, dass ich allerhand Ersatzteile bestellt hatte.

Ein paar davon sind bereits angekommen, es wurde also Zeit, die nächsten Schritte für meine aktuellen Großprojekte zu planen.

In meinem Kopf lege ich mir zurecht, dass es perfekt wäre, wenn ich vor Sibylles Rückkehr die drei gelieferten Stage bei NESSAJA montiert hätte und das Genuastag in diesem Zug abmontiert wäre.
Weiter wäre es super, wenn ich bezüglich der Ruderabdichtung bei ELOWYN weiterkäme und es vielleicht schaffen würde, die alten, undichten Ventilsets auszubauen.

Alles darüber hinaus wäre Fleißarbeit, aber da mach´ ich mir keine zu großen Hoffnungen.

Basierend auf dieser Überlegung, fahre ich nach Plaka und hole mir die Teile meiner Rollanlage für die Kutterfock.

Teile, Werkzeug und…. – VIER Europaletten

Alex begleitet mich – er hat den Auftrag bekommen, ein Katzenhaus zu bauen.
Nachdem das „A-Team“ zunächst etwas aus ein paar Brettern und einer Folie zusammengezimmert hatte, diese Folie im Wert von 40.-€ aber des Nächtens geklaut wurde, muss jetzt ein Massivhaus her!

Die Grundlage dafür sollen vier Europaletten bilden, welche Alex beim örtlichen Gemüsehändler erbettelt hat.
Klar, dass ich ihm den Lieferdienst anbiete – wir staunen beide, wieviel Platz in „Klicker“ ist, er erweist sich als echtes Muli.

Bis die Fuhre ausgeladen war, verging eine ganze Zeit, sodass letztlich nicht mehr viel Tag übrig blieb.

Wie immer am Montag bietet sich für das Abendessen das „Gia Sena“ an, die üblichen Verdächtigen haben an diesem Tag zu.
Dort sitze ich heute alleine, genieße dabei aber auch ein bisschen die Ruhe.

Wie immer gibt es einen Saganaki und eine Portion „Tigania Kotopoulo“

Wie mehrfach erwähnt, ist die kleine und urtypische Taverne nicht wirklich einladend.
Aber für günstige Hausmannskost ist sie für uns eine echte Alternative auf unserer Liste – im Winter!

Am nächsten Tag schon, abermals einer mit Kaiserwetter, lege ich an ELOWYN los.
Ich will sehen, was ich die nächsten zwei Tage schaffe, denn dann ist die erste richtige Sturmfront mit kräftigem Regen angesagt.

Es gilt also, bei Temperaturen knapp unter 20°C und unter stahlblauem Himmel noch ein paar Außenarbeiten abzuschließen.

Nichts mehr los – die Arbeiter treten nach und nach ihren Urlaub an, ab nächster Woche ist Betriebsruhe
Shaka – ich bin guter Dinge, heut´ wird was geschafft

Ich lege mir also Strom von ELOWYN nach unten und richte das Werkzeug her.

Auch hier hilft Hans Peter aus der Ferne – in weiser Voraussicht hatte er seinen „Fein Multimaster“ hier gelassen, ich würde ihn brauchen.
Wie Recht er doch hatte!

Ich habe zwar auch so ein Gerät, aber eben kein Original, welches doch spürbar besser ist und bei diesen diffizilen Arbeiten das „gewisse Etwas“ ausmacht.

Ich atme durch… – und setze den ersten Schnitt!

So sollte es klappen
Erst den Pilz abtrennen…
…dann mit der Klinge so weit wie möglich das überschüssige Dichtmaterial abschneiden

Nach den Schnitten wechsle ich die Klinge und scheide das Dichtmaterial so gut es eben geht weg.

Dies verhindert, dass der Gummi die Schleifscheibe des Exzenterschleifers zusetzt und ich allzuoft die Scheibe wechseln muss.

Der Exzenter wird später gebraucht, wenn es darum geht, die Ausbaustelle plan zu schleifen und das Loch im Rumpf für den Einbau des neuen Durchbruchs vorzubereiten.

Jetzt schneide ich erstmal alle defekten Rumpfdurchbrüche ab! Ich habe sie vorher nummeriert – von 1-9 – um keine Fehler zu machen.
Zwei Stück dürfen montiert bleiben, denn bei Zweien hatte ich das Ventil im Vorfeld schadlos abmontieren können.

Die restlichen Sieben fliegen ansatzlos raus!

Das war relativ rasch erledigt

Mein Telefon klingelt – Sophie ruft aus der Schweiz an, an ihrem Haus würde gebaut, es gäbe Verständigungsprobleme.
Ob ich nicht im Laufe des Tages vorbeifahren könnte und dies in ihrem Sinne klären könnte?

Klar, kann ich! Ich helfe der jungen Frau sehr gerne, ist sie doch von „Susannes Tochter“ zu einer Freundin geworden – ich schätze sie sehr.

Das Wetter war prächtig, ich war rasch voran gekommen – also gönne ich mir eine Pause!

Die Sonne steht noch nicht mal im Zenith – was für ein toller Tag

Ich fahre also nach Xirokampos, bespreche mich mit den Handwerkern, welche mich ohnehin kennen und kann Sophies Anliegen vermitteln.

Die Unklarheiten scheinen also aus dem Weg geräumt, ich finde, ich habe mir eine kleine Belohnung in der Mittagspause verdient!

Und die gibt´s wo? Na, wo wohl???

Heute ist das Eis mal nur Beilage – Galaktoboureko mit einer Kugel Baklava

Und jetzt? Es ist noch zu früh, um schon die Beine hochzulegen.
Das Schlechtwettergespenst sitzt mir im Nacken, ich will heute echt vorankommen.

Ich nehme mir also vor an ELOWYN weiterzuarbeiten und mache mich auf den Weg zurück in die Marina.
Im Einfahrtsbereich treffe ich Alex auf seiner „Katzenhausbaustelle“ – er scheint in großer Not, denn er winkt mich heran.

„All´ das teure Werkzeug liegt hier rum und ich muss kurz zum Baumarkt, kannst Du Wache schieben?“
Klar kann ich! Ich übernehme also die Überwachung der Baustelle in des Bauherren Abwesenheit und verabsäume es dabei auch nicht, einen kurzen Bericht an Sibylle zu schicken.

Es ist ein anerkennenswerter Wahnsinn, den das „A-Team“ da betreibt – aber die Beiden wissen eben, was Empathie ist und beschränken diese nicht nur auf den Menschen.

Ich parke und übernehme die Wache
Das Katzenhaus wird laminiert und bekommt Fenster – alles Schrottteile aus Schiffen

Wenn das Gebäude fertig ist, werde ich ein Bild nachreichen, denn die Details wie Fenster und Luken sind wirklich witzig!
Ich hoffe, dass man für so etwas nicht schon eine Baugenehmigung braucht.

Alex kehrt zurück und ich verabschiede mich. Auch meine Pflicht ruft, wir sehen uns ohnehin später wieder.

Ich muss gar nicht erst zu NESSAJA, ich habe zur Zeit wieder alle benötigten Werkzeuge im Kofferraum und kann nahtlos an die Arbeit vom Vormittag anknüpfen.
Das Schleifen der Schnittstellen, sowie das gleichzeitige Vorbereiten für die Neuinstallation stehen am Programm.

Fertig – so sieht es dann aus
Die dichten Thruhull Fittinge bleiben drin, die undichten fliegen raus

Naja, soweit waren wir ja schonmal. Vielleicht fällt es euch auf – die Löcher sind schon frei!

Auch das Überschleifen der Reparaturstelle ging mit dem großen Stanley „FatMax“ Exzenterschleifer so gut von der Hand, dass ich immer noch nicht willens war, die Baustelle zu beenden.

So habe ich innen noch die Schläuche gelöst und die abgeschnittenen Fragmente von außen nach innen durchgeschlagen.
Das hört sich martialisch an, ist aber die schnellste Möglichkeit die alten Sets auszubauen.

Nachdem ich keine Möglichkeit sah, die undichten Ventile von den eigentlich guten Durchbrüchen zu trennen, war dies der einzig vernünftige, weil schnellste Weg.

Jetzt war der Tag vorbei, ich räume die Baustelle auf und ziehe mich auf NESSAJA zurück.
Frisch machen und aufwärmen ist angesagt, dazu bleibt noch Zeit für eine Runde „Duolingo“ bevor ich zum Dinner gehe.

Fast 18.00 Uhr, da ist schon ziemlich dunkel – eine Vollmondnacht steht bevor
Duolingo gibt mir einen Jahresrückblick – ich war nicht faul

Beim genaueren Hinsehen zeigt der Rückblick der Lernapp aber auch auf, dass ich fast 60 Stunden gelernt habe.
Dies zwar verteilt auf 105 Tage, trotzdem sind das rund 35 Minuten am Tag.

Ok, um eine Sprache zu lernen muss man Zeit investieren – das rechtfertigt die lange Zeit am Mobiltelefon.
Dennoch ist dieser Gedanke „Stein des Anstoßes“ um über meine Mediennutzung nachzudenken.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, fahre ich ins „SouVLakki“…

Stammgericht im Stammlokal – ich muss gar nicht mehr bestellen

Ich komme heute später als sonst vom Essen zurück. Der arbeitsreiche Tag hat meinen Zeitplan um eine Stunde nach hinten geschoben.

Trotzdem fühlt es sich richtig gut an – ein intensiver Tag liegt im Kielwasser, das Projekt „Seeventile nacharbeiten“ ist soweit vorbereitet – hier heißt es jetzt, auf die Ersatzteile zu warten.

Als nächstes schreibe ich mir den Zusammenbau meiner Rollanlage auf den Plan, aber dazu wird es vor der Schlechtwetterfront nicht mehr kommen – wieder mal war ein „Sidekick“ die Ursache dafür, dass mein ganzer Plan durcheinander gewirbelt wird.
Doch eines nach dem anderen…

Heute komme ich nach Hause, bestaune noch einmal den Vollmond und sehe mir dann noch eine Folge „mare TV“ aus der Mediathek an, dann ist Schlafenszeit.

Die Stimmung des Nachthimmels ist mystisch-schön

Vor zwei Tagen hat mich eine Nachricht von Ewa erreicht, sie wollte ihren Motor zusammenbauen, hat es aber nicht gekonnt. Ich müsse helfen.

Wie ich schon geschrieben hatte, respektiere ich die Bemühungen der emsigen Frau um ihren Motor und versuche immer mit Rat zu unterstützen, aber daraus leitet sich nicht automatisch die Tat ab.
Zudem „muss“ ich gar nichts!
Ich übe mich also im „Nein sagen“ und weise das erstmal von mir.

Tags darauf meldet sie sich abermals und ich bilde mir ein, dass die Sprachnachricht den Tränen nah war – vielleicht hat sie mich auch ausgetrickst – aber ich konnte nicht anders, ich musste sie unterstützen.

Also finde ich mich pünktlich um 10.00 Uhr auf ihrem kleinen Kat ein und lege los.
Wir sind recht schnell und können nach rund drei Stunden Vollzug melden – der Jockel läuft wieder und ich habe mir echt geduldig Zeit genommen und ihr alle Handgriffe erklärt – sie WILL lernen und das finde ich echt toll!

Weil der Tag jung war, ließ ich mich zu einem Kaffee einladen und wir haben zum ersten Mal seit sehr langer Zeit ein sehr interessantes Gespräch abseits der Bootsthemen gehabt.
Sie hat an diesem Tag bei mir gepunktet!

Zum Abschied drückt sie mir noch ein Geschenk als „Dankeschön“ in die Hand. Nicht der Grund für mein Tun, gefreut habe ich mich allemal.

Ein Dankeschön von Ewa – ihr Motor läuft wieder, das Problem ist gefunden und behoben

Der Nachmittag verplätschert wie erwartet. Erst schreibe ich ein paarmal mit Ben hin und her, wir müssen noch die „Bezahlung“ für den neu-gebrauchten Einbausatz für ELOWYNs Loggegeber festlegen.

Die Regelung ist rasch gefunden und so fair, dass ich für den heutigen Abend eine Einladung zum Pizzaessen ausspreche.
Die Crew der DONNA nimmt an und somit haben wir heute Abend ein Date.

Kaum habe ich mich sortiert – BIMM – „…hast Du noch die TESA Power Strips die Du angeboten hattest? Ich bräuchte sie doch und würde sie holen!“
Alex ist ebenfalls am Werken und wir helfen uns gegenseitig aus, wann immer es geht.

Klar hab´ ich die Dinger noch, ich muss sie nur erst herauskramen. Also tauche ich ab in meine Werkzeugkisten und krame die klebrigen Schätze hervor.

Gefunden – oh ich Dummerchen – Stripes ohne „e“
Es gibt eine Auswahl

„Hy Alex, kannst gerne welche haben, wieviele brauchst denn?“ höre ich mich fragen.
Die Antwort kommt unverblümt – „…och, dann nehm´ ich sie ALLE!“

Ok! Dann halt…

Ich gehe mal davon aus, dass ich jetzt nicht akut einen TESA Power Strip brauche – ansonsten muss ich Sibylle in Deutschland zum Baumarkt schicken 😉 !

Weil der Freund aus Landshut grad zugegen war, frage ich auch ihn – „…ich geh´ heute Pizzaessen mit DONNA. Seid ihr dabei?“
Klar sind sie dabei – und tschengpeng sind wir eine sehr nette, illustere Runde. Treffen um 19.00 Uhr im „La Nostra“!

Pizza Mario XL – steht nicht auf der Karte, kannst Du aber so bestellen 😉

Die Pizza war gut wie immer und ich habe die Gesellschaft der Vier wirklich genossen.
Die beiden Crews sind so alt wie meine Kinder – teilweise spürbar jünger – und nehmen mich alten Sack trotzdem immer mit.
Ich habe sogar das Gefühl wir profitieren von der gegenseitigen Gesellschaft und Hilfe – ich genieße diese Community wirklich sehr, sie eröffnet völlig neue Perspektiven!

Die ersten Tage laufen also gut an, ich fühle mich wieder im Flow und schaffe was. Auch wenn „Baby´s Rückkehr“ aus der Headline natürlich der Leitgedanke ist – dies außen vor gelassen, lässt der heutige Tag das Resümee zu, dass alles gut ist – „It´s alright…“!

So kann es weitergehen – wenn nicht für heute Nacht das Eintreffen der Sturmfront angesagt wäre…

Es klopft an NESSAJAs Gangway. Der Marinero kommt und bringt ein Paket.
Zur Zeit sind einige Pakete für mich auf der Reise, ich tracke sie täglich.
Dieses habe ich erwartet, dabei aber nicht geahnt, dass es schon da ist – es kommt von Tina & Volker, man wünscht eine schöne Vorweihnachtszeit und schonmal ein frohes Fest.

Spannend – was da wohl drin ist
Äih, glasse! Orchinol Nörnbercher Lebbkuchn – ich freu´ mich und bringe das zum Ausdruck
Meine Süßigkeitenschublade wird zum Schrein

Ich verleihe meiner Freude Ausdruck und schreibe in unsere gemeinsame WhatsApp Gruppe, dass „…mein Dank unendlich ist und dass ich mir gleich einen der begehrten Taler zum Kaffee gönnen werde!“

Natürlich ist Sibylle auch Mitglied der Gruppe, liest meine Post und bedankt sich ebenfalls.

Derweil ist mein Kaffee fertig und ich labe mich an den fränkischen Spezialitäten.
Auch davon stelle ich nochmal ein Bild in die Gruppe – mit einer weiteren Dankesbekundung 😉 !

Das zeugt von Zurückhaltung – ich verwalte 2kg Lebkuchen!

Meine Frau, welche ja derzeit im Epizentrum der Weihnachtsmärkte sitzt und somit jederzeit Lebenkuchen im Überfluss kaufen kann – diese meine Gattin also, ist sich nicht zu schade, mich über Ländergrenzen hinweg zu ermahnen…

„Du isst die jetzt aber nicht alle auf!?“

Ha, ich sitze aber hier – mit all den tollen Köstlichkeiten! Ich bin der Hüter des Grals.
„Ich? Niemals!“ beschwöre ich…

🙂 – höchstens noch einen

Genug Spaß gehabt – jetzt ist Schluss mit lustig, ich muss noch was tun!

Daraus wird aber leider nix – denn während ich mir überlege, wie ich den heutigen Tag noch einmal sinnvoll ausfüllen könnte, legt der vorhergesagt Sturm auch schon los.

Er kommt in Begleitung eines Gewitters und einer richtig heftigen Regenfront – jetzt heißt es „Luken dicht“ und verbarrikadieren.
Heute ist kein Tag mehr, um Arbeiten im Freien zu verrichten.

Diese Größen sind relevant – die Böen erreichen wieder nahezu Orkanstärke

Der Wind kann was! Ich habe ja schon öfter Bilder von meiner Windanzeige geteilt – ich möchte diese kurz für die Nichtsegeler interpretieren.

Viele Anzeigen sind irrelevant. Einfach weil sie sehr ins Detail gehen, darüber hinaus aber auch, weil sie immer einen Abgleich des scheinbaren und wahren Windes machen.
Dies ist aber nur relevant, wenn man unterwegs ist.
Statisch im Hafen ist der wahre Wind messbar und relevant.

Meine Station zeigt immer die letzten 10 Minuten auf, das ist der Graph. Der Windpeak der letzten 10 Minuten wird außerdem geschrieben – erkennbar im unteren Kreis.
Es waren also Böen mit einer Windgeschwindigkeit von 64 Knoten (kts / kt) messbar.

Im oberen Kreis ist die aktuelle Windgeschwindigkeit zu lesen – immer in Knoten, dieser Wert ist nahezu zu verdoppeln um km/h zu erhalten.
Im Moment haben wir also knapp 20kts, das sind rund Bft5 oder 38km/h.

Die Windrichtungen sind aus sicherheitsrelevanter Betrachtung an meinem Platz eher untergeordnet wichtig.
Soweit der kurze Ausflug in diese Materie…

Dazu kommt der schon erwähnte, kräftige, prasselnde Regenguss!

Grau in grau – das Wasser kommt durch den Reißverschluss unserer Sprayhoodscheibe
Wasser überall – erfreulicherweise ist alles dicht

Bis auf die bekannte Problemstelle aufgrund unserer Undichtigkeit im Deck, sind alle weiteren Fenster und Luken dicht, ich muss mich nicht ärgern und auch nicht gegen Wassertropfen kämpfen.

Ich teile die Ist-Situation mit Sibylle und klage ihr mein Leid. Bei schlechtem Wetter ist es nirgends schön.
Umgekehrt weiß ich natürlich auch, dass die Insel das Wasser braucht.
Es tut der Natur gut und auch meine Olivenbäume und meine Zisterne freuen sich über frisches Regenwasser.

Der Regen hat diesmal einen langen Atem! Sonstkann man sich darauf verlassen, dass er nur ein, zwei Stunden anhält, heute aber geht es über Stunden.

Sibylle macht mir derweil eine lange Nase, denn heute hat sie das Wetterglück!
Es sei zwar kalt, aber immerhin schön und trocken. Die Familie würde nachher auf den Weihnachtsmarkt nach Abensberg fahren um dort, nahe der Hundertwasserhäuser, die Stimmung zu genießen.

Zudem gäbe es „Hirschburger“, die müsse man probieren!

BÄMM! Das sitzt! Da könnte ich glatt neidisch werden…

Der Weihnachtsmarkt in Abensberg
Hundertwasserhaus
Hirschburger – mit Knödl und Blaukraut

Zefix, jetzt hat sie mich. Der Hirschburger war der Trumpf der sticht.
Da kann ich nicht mithalten, ich gebe auf und sitze gelackmeiert da.

Hunger habe ich zudem auch – da trifft es sich gut, dass die Himmelsschleusen für einen Augenblick geschlossen sind und mir so die Möglichkeit gegeben ist, zum „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren.

Und ich merke schon beim Essen – diesmal bin ich zweiter Sieger und damit schon erster Verlierer.
Und das, obwohl ich statt dem Leibgericht diesmal einen Seniorenteller mit gefülltem Bifteki bestelle.

Naja, ist schon auch lecker – Hirschburger hin oder her

Nach dem Essen treibt mich die Neugierde um. Ich gehe die paar Schritte zum Kino und schau´ mir das Plakat im Aushang an.

Ein Gitarrist kommt und bringt den „Rembetiko“ nach Leros. „Gitarre & Gesang“ sagt das Plakat und ich habe Lust, mir das anzusehen.
Ich kenne den Rembetiko, aber was genau ist das eigentlich?
Hier hilft Wikipedia weiter…

„Rembetiko ist die „undergroundmusic“ Griechenlands; entstand in den 1920er Jahren als Musik der Flüchtlinge, der Gescheiterten und Gestrandeten der Gesellschaft vor allem in den Hafenstädten Athen, Piraeus und Thessaloniki – schwungvoll und provokativ wie der Tango, schwermütig und traurig wie der Fado.“

Würde ich echt gerne sehen

Weil ich grad da war, werfe ich noch einen Blick ins „Persiana“. Dies hat den Betreiber gewechselt und es interessiert mich, was angeboten wird.

Ich bin überrascht, denn eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Ok, es ist renoviert worden, man begrüßt mich herzlich, aber das Angebot ist in etwa gleich.
Die Preise sind etwas angehoben worden. Ich ahne fast, dass die kleine Taverne das bleibt, was sie für uns immer war – eine gerne genommene Alternative, die eine schmale Nische bedient.

Klar werden wir das mal probieren! Leider habe ich vergessen nachzusehen, ob es immer noch die Bierspezialitäten gibt – einmal im Jahr ein Pint Guinness war schon ein herrliches, wenn auch sehr teures Vergnügen.

Sieht aber einladend aus

Der nächste Regenguss droht, ich geh´ wieder heim und hau´ mich auf die Couch.

Ich mag es nach Hause zu kommen! Ich mag die paar Meter Fahrt durch die nächtliche, verlassene Marina und auch die paar Schritte über den Steg.

Ich freue mich, dass „mein“ Steg nicht verwaist ist und ich zwei Nachbarn habe.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die BORN TO LIVE weihnachtlich geschmückt ist, es ist einfach ein nettes, angenehmes Nachhausekommen.

Zumal, mag ich einfach diese Stimmung – Nacht, Wolkenberge und das alles ausgeleuchtet durch einen immer noch recht vollen Mond.

Nur noch ein paar Schritte

Tatsächlich geht es wieder los, der Regen prasselt auf´s Kajütdach, die Heizung läuft – es ist gemütlich bei mir, hyggelig eben – haben die Griechen auch ein Wort für hyggelig???

Heute eröffne ich die Fernsehsaison mit einer ersten Folge „Inspector Barnaby“. Für mich ein klares Zeichen, dass der Winter angekommen ist.
Einzig die kurze Hose ist jetzt noch eine Reminiszenz an die warmen Sommertage!

Haja, so kann man es schon aushalten

Kein Ende in Sicht – am nächsten Morgen werde ich von den Schiffsbewegungen aufgeweckt.
Dafür, dass ich in einem der sichersten Häfen der Ägäis liege, ist dies schon bemerkenswert – NESSAJA schaukelt ordentlich und zerrt an ihren Festmachern.

Ich bin unbesorgt, denn ich dämpfe im Winter mit vier kräftigen Federn ab und habe alle Festmacher in doppelter Ausführung – solange die Muring am Bug hält, bin ich sicher.

Wieder zwischen 50 und 60 Knoten – auch die Windrichtung schwankt

Es war noch recht früh. Ich mache mir einen Kaffee und sitze auf meinem Platz im Salon – mir ist fad.

Draußen ist es dunkel, der Wind pfeift durch die Takelagen der umliegenden Schiffe.
Trotzdem der Regen auf´s Dach prasselt, mache ich einen kurzen Kontrollblick und leere mein Dinghy aus, dann gehe ich zurück ins Warme, denn die Heizung habe ich bereits kurz nach dem Aufstehen gestartet.

Was tun? Ich kuschle mich noch einmal ins Bett – noch ein bisschen schlummern, nicht mehr.

Mich trifft fast der Schlag, als ich abermals aufwache und final aus dem Bett krieche…

So lang habe ich seit Jahren nicht mehr geschlafen

Die Tatsache, dass ich im Winter durchaus länger schlafen kann, lässt mich überlegen, ob Menschen – ich – es nicht den Bären gleichtun könnten und in einen Winterschlaf verfallen können.

Mir würde viel erspart bleiben und ich würde immer Ende März rank und schlank aufwachen.
Ok, es würden auch viele spannende Momente auf der Strecke bleiben…
Na lieber doch nicht!

Caetlin sendet ein Bild aus dem Cockpit der DONNA – „…the entrance of the Lakki-Bay disappeared!“
Wow! Das ist kein Nebel, das sind Wolken und Regen.

Süder – nicht schön

Wer jetzt denkt, dass der Wind seine Spitzen vom frühen Morgen nicht halten kann, dem sei erklärt, dass er dies sehr wohl kann!

Ich nehme vorweg, dass dieses Wettergeschehen rund drei Tage anhalten wird. Drei Tage Sturm, starker Regen mit nur kurzen Pausen, drei Tage an denen ich zur Untätigkeit verdammt bin.

Du kannst eigentlich den Fuß nicht vor die Türe setzen
Der Starkwind ist ausdauernd und peitscht den Regen ins Cockpit

Dies sind die richtigen Tage um sich um administrative Tätigkeiten zu kümmern.

Zum Tagwerk gehört es beispielsweise, dass ich meine Pakete tracke. Das ist deshalb wichtig, weil die Marina ja schon im „Ruhemodus“ ist. Viele der Angestellten sind schon im Urlaub, andere sind nur noch stundenweise da.

Trotzdem klappt die Informationskette, ich muss mich nur darum kümmern, dass ich die Sendungen abhole oder zumindest anwesend bin, wenn der Marinero ausliefert.

So kommt heute zum Beispiel das Paket von Jefa aus Dänemark, in der nächsten Schönwetterphase kann ich an ELOWYNs Ruder weiterarbeiten.

Der Versand aus Dänemark war der schnellste – aber auch der teuerste
Die Dichtmanschetten sind da – ich mache einen Haken auf meiner Liste und plane meine nächste Arbeitswoche

Einige Sendungen kann ich nicht überwachen, diese Option habe ich nur, wenn mir die Sendungsnummer bekannt ist.

Wer jetzt denkt, dass ich hier etwas überziehe irrt. Es kommt bei jedem dritten Paket vor, dass man nachlaufen muss.
Nicht falsch verstehen, die kommen alle an – man muss nur manchmal „etwas nachhelfen“.

Diemal trifft es Petra von der STENELLA, welche wohl ein Paket für uns gepackt hat.
Dieses ging zurück an sie, weil die Adresse ohne Hausnummer wohl irritiert hat.
Das wir hier weder Hausnummern noch Straßennamen haben, ist für einen deutschen Postbeamten schier nicht vorstellbar.
Um diese Denkweise zu bedienen, arbeiten wir mit „Fake-Straßennamen“ und der 1 als Hausnummer – dies hatte Petra nicht berücksichtigt, leider.

Mit Hausnummer kommt es dann sicher an 😉

Wenn ein Paket für mich in Deutschland ANKOMMT, dann bekomme ich von Sibylle immer Rückmeldung ob die Ware auch dem Lieferschein entspricht und ob alles ok ist.

Auch dann kann ich solche Sendungen aus meiner Trackingliste nehmen.

Bei der Reparatur von Booten, sollte die Beschaffung von Ersatzteilen nicht unterschätzt werden.
Recherche und Beschaffung sind Zeitfresser und obwohl Griechenland generell gut versorgt wird und auch Leros nicht von der Außenwelt abgeschnitten ist, kann es immer wieder passieren, dass man auf ein Ersatzteil zwei Wochen warten muss.

Daher ist eine gute Planung die halbe Miete…

Teile für ELOWYN – bringt Sibylle mit

So geht ein Tag auch rum – ich versuche tatsächlich diese Tage so zu legen, dass ich sie auf einen Schlechtwettertag lege.
Das klappt nicht immer, aber in dieser Phase des Jahres doch recht gut – so geht keine wertvolle Arbeitszeit verloren und ich kann die Schönwettertage für Arbeiten außen am Schiff nutzen.

Klar, es gibt auch arbeiten innen, die hebe ich mir aber ein wenig auf, denn die wirklich kalten Tage kommen ja auch noch.
Dies auch nochmals als kleine Erinnerung, was Arbeiten auf Zuruf verursachen – ich muss meist eine ganze Woche umplanen…

Aber ich hab´ einen gemütlichen Arbeitsplatz

Übrigens, zum Konzert ins Kino bin ich nicht – ich konnte zwar eine Regenpause nutzen um ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren, habe dann aber beschlossen, den Abend lieber gemütlich zuhause zu verbringen – Ann a hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht 😉 …

Die Chefin hat mich, ich war der einzige Gast an diesem Abend, so mit Süßigkeiten eingedeckt, dass ich faul und zufrieden nach Hause kam und keinerlei Lust hatte um 21.30 Uhr noch einmal wegzufahren.
Ich habe mich hingesetzt und ein wenig genascht und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Nach dem Dinner noch ein Dessert und eine Folge „Inspector Barnaby“

Ein bisschen tut es mir leid, dass ich mir das reizvolle Konzert habe durch die Lappen gehen lassen, ich hatte einfach an diesem Abend ein zu hohes Trägheitsmoment, das Wetter tat das Seine…

Aber es sollten sich im Laufe des Monats noch einige Gelegenheiten bieten eine Veranstaltung zu besuchen.
Im Dezember ist auf Leros richtig was los.

Mal schauen – einmal sollte es schon klappen, vielleicht wenn Sibylle zurück ist

Nikolaustag! Wie jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Nikolausmütze aufzusetzen und eine Runde zu schwimmen.

Klar – für´s Foto! Einfach um ein paar nette Grüße zu versenden. Aber leider hat der Wettergott kein Einsehen mit mir und lässt die Phase des Mistwetters noch über den Ehrentag des Santa andauern.

In Griechenland hat der Nikolaustag schon Präsenz – alle Nikos haben Namenstag, dieser ist hier ja hoch aufgehängt.
Und da geschätzt ein Drittel aller Griechen Nikos heißt, wird schon auch gefeiert.

ICH NICHT! Mich ärgert das Wetter – ich kündige als Santa und der Bart kommt ab!

Das Sauwetter vergällt mir das Nikolausschwimmen
Ein weiterer Tag der Untätigkeit droht
Ich kündige als Nikolaus!!! Der Bart kommt ab – Sibylle wird es freuen

Ich muss ein bisschen vor die Türe!

Brigitte und Hans haben mich gebeten, dass ich nach den heftigsten Regenfällen einmal nach ihrem Haus schauen möchte – das mache ich gerne!

Da ich bei der Gelegenheit gleich die eingelagerte Kaffeemaschine mit nach Crithoni nehmen möchte, sehe ich auf einen Sprung bei meiner alten Katikia in Plaka vorbei.

Auch hier eine gute Gelegenheit mal nach dem Rechten zu sehen – es ist aber alles ok!

Zuerst nach Plaka – Kaffeemaschine holen! Im Haus ist alles ok
Im Garten auch – aber ich werde bald freischneiden müssen
An solchen Tagen ist der Meerblick nur halbschön

Von hier aus geht es dann rüber nach Crithoni. Da ich diese Schleife fahre, nehme ich am Weg noch die Gelegenheit wahr, in Agia Marina beim „Navarone“ vorbeizufahren.

Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, ist telefonisch reservieren dort schwierig.
Da die Crew der ANAHITA und ich am Sonntag aber am Brunchbuffet teilnehmen möchten, habe ich mir auf die Liste geschrieben, dort im Vorbeifahren den benötigten Tisch zu reservieren.

Bei Hans und Brigitte ist alles ok – die Nachbarn feiern ein Fest und nutzen die Parkplätze
Im „Navarone“ reserviere ich den begehrten Tisch für kommenden Sonntag

Das Wetter ist so beschissen, dass ich heute alle Tabus breche – ich beschließe, dass heute gekocht wird.

Wenn ich zurückkomme, werde ich nicht noch einmal das warme Schiff verlassen.
Heute wird zuhause gekocht und gegessen – dafür muss ich aber noch einkaufen.

Weil ich gerade in Lakki war, habe ich mir auch noch die Großbaustelle am Hafen angesehen – ob die wirklich Ende März abgeschlossen sein wird???

Am Hafen ist alles aufgerissen – ein Großprojekt

Wieder zuhause mache ich mir es erstmal gemütlich!

Ich melde mich kurz bei Sibylle, denn unsere getrockneten Tomaten sehen nicht mehr vertrauenserweckend aus – doch sie gibt „grünes Licht“.
Ok, ich kann es wagen – ich habe keine hohe Lebensversicherung, es gibt keinen Grund mich zu vergiften, glaube ich…

Schon bessere Zeiten gesehen

Tatsächlich waren die Dinger aber noch ganz gut – und in Kombination mit ein paar gerösteten Pinienkernen und etwas Parmesan, waren sie eine Bereicherung für meinen Salat – pimp my food 😉

Völlig klar war, was es zum Salat geben würde. Ich liebe die Cordon Bleu von unserem Hähnchenmetzger.
Er hat drei verschiedene Sorten und es ist fast schon ein Dilemma, sich jedesmal auf´s Neue entscheiden zu müssen.

Hmmm, warum eigentlich entscheiden? Die sind heute ohnehin recht klein, außerdem ist niemand zugegen, der mich schimpfen könnte…
Ich greife zu und lass´ mir von jeder Sorte eines geben!

Dann geht es los…

Drei kleine Cordon Bleu – eines muss quasi als Beilage gewertet werden…
…und dazu ein gesunder Salat

Ja, war gut – hat echt geschmeckt und war mal was anderes.

ABER – und da kann ich nicht aus meiner Haut, die Rechnung sieht schlecht aus.

Unter dem Eindruck des Abspülens und des Aufräumens der Küche nach dem Essen, setze ich mich hin und zähle meine Quittungen zusammen.
Natürlich bereinige ich um Dinge die man mehrmals verwenden wird.

Ich komme auf 11,60€ – nicht berücksichtigt sind Zutaten, welche im Haus waren und auch nicht meine Getränke.
Nähme ich das kalkulatorisch dazu, käme ich auf rund 14-15.-€.

Da ist die Lücke zu meinen 16,20€ vom gestrigen „SouVLakki“ Besuch nicht mehr groß.
Wenn man jetzt weiterdenkt und die Arbeit nach dem Essen wertet, den Verbrauchsmaterialien Gas, Wasser und Strom auch noch ihren Wert gibt – dann kommt man, wie ich, unweigerlich zum Schluss, dass sich kochen für eine Person kaum rechnet.

Morgen gehe ich wieder essen! 😉
Als ich zu Bett gehe, regnet es immer noch wie aus Kübeln – zumindest heute alles richtig gemacht!

Leider kann man einen Wolkenbruch nicht so toll fotografieren

Der neue Morgen, es ist ein Sonntag, lässt zum ersten Mal erahnen, dass das Wetter vermutlich nicht zu einer zweiten Sintflut führen wird.

Wir können die Mobilmachung unserer Archen wieder auf ein Normalniveau herunterfahren und sorglos ins „Navarone“ fahren.
Ihr erinnert euch? Dort hatte ich für heute einen Tisch für das sonntägliche Brunchbuffet bestellt.

Antonia, Alex und ich entern also um Punkt 10.00 Uhr das Lokal – mit knurrenden Mägen.
Es war alles sehr schön angerichtet und hat vorzüglich gemundet – das Buffet ist etwas schmäler als man das von 1a Adressen kennt, aber mit rund 10.-€ pro Person ausgesprochen preiswert.

Es gibt alles was das Herz begehrt…
…ich eröffne mit einem deftigen Teller – der Kaffee geht extra

Alex war begeistert und wir beschließen sofort locker, dass wir vor Weihnachten noch einmal zusammen frühstücken gehen werden.

Dann aber zusammen mit Sibylle…

Der Sonntag war so ein Übergangstag – trocken, aber bewölkt und noch so eine trübe Sonntagsstimmung.
Ich hatte kaum Lust etwas zu tun und habe mir die Zeit etwas mit Griechisch lernen vertrieben.

Heute Abend ist zudem die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lakki. Ich möchte kurz rüberschauen und frage nochmals in unserer WhatsApp Gruppe, ob die anderen auch Lust haben.
Dafür ist es vielleicht hilfreich, wenn man den Facebook Post gleich übersetzt…

Wie sooft hilft mir Google Lens – ich mache einen Screenshot…
…und sende ihn den anderen – Treffen um 17.30 Uhr???

Alex liegt im Foodkoma, er sagt für die ANAHITA Crew ab. Sehr zu meiner Freude sagen Caetlin und Ben aber zu und so treffe ich mich am Spätnachmittag mit der DONNA Crew am Weihnachtsmarkt.

Beim Verlassen von NESSAJA zeigt sich schon wieder wie schön die Stimmung hier sein kann. Die nervigen drei Schlechtwettertage sind fast in Vergessenheit geraten.

Die Ruhe nach dem Sturm – der Tag neigt sich dem Ende zu…
…es heitert auf, die Sturmfronten lösen sich langsam auf

Wir Drei schlendern über den kleinen, sehr rudimentären und doch sehr fröhlichen und bunten Markt.
Wir klönen ein wenig, gönnen uns einen Glühwein und treffen den ein oder anderen.
Ein bisschen Smalltalk hier, ein wenig Blabla dort – so verfliegt der Abend wie im Nu.

Die Stimmung ist feierlich, auch wenn die Griechen eine gewisse Tendez zum Kitsch haben.
Wir genießen die entspannte Stunde inmitten der Locals.

Halb Leros war auf den Beinen…
…die Lichter am Baum wurden „angezündet“ – wir waren dabei

Nach etwas mehr als einer Stunde, die Höhepunkte waren inzwischen vorbei, haben wir unsere Runde aufgelöst.

Caetlin und Ben wollten zurück auf ihr Schiff und sich etwas kochen.
Mir war, nach dem exorbitanten Frühstück, nach einem kleinen Snack.
Ich ging der Einfachheit halber alleine ins „SouVLakki“…

Auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass wirklich jedes Geschäft für eine nette Dekoration gesorgt hat.
Die Lerianer lieben Weihnachten, aber ohne den ganzen Kommerz – eigentlich ganz schön.
Der Grinch in mir wird nicht geweckt – noch nicht 😉

Der „Beauty Treff“ hat sich gerüstet…
…und Nachbar „Naval“ steht nicht nach
Liebe zum Detail – alles blinkt

Ich gehe früh ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier – eine sehr ruhige Nacht.

Der nächste Morgen hält, was er uns allen versprochen hat! Sonne, stahlblauer Himmel und die Temperatur kratzt wieder an der 20°C Marke.

Jetzt einen Humpen Kaffee und dann geht es auf – heute setze ich eines der Großprojekte fort, diesmal an NESSAJA.
Ich treibe die Erneuerung meines stehenden Guts voran, heute montiere ich die Rollanlage meiner Kutterfock und mache diese fertig für die Montage am Mast.

Gedacht – gemacht!

Zuerst die Drähte auspacken und sortieren – ich benötige das „Inner Forestay“
Das Arbeitsmaterial kommt von vertrauten Herstellern – ob ich das noch kann???

Ich muss zehn Einzelprofile zu einem etwa 14 Meter langen Profilvorstag zusammenschrauben.
Jedes Profil bekommt eine innenliegende Kunststoffführung und es wird das neue Stag eingesetzt.
Alle Verbindungsstücke werden mit Schraubensicherung fixiert – der Hersteller? ELRING – what else?

Ich habe einen kurzen Flashback, fühle mich aber in dieser Rolle mehr als pudelwohl.

Die vielen Einzelteile wollen gereinigt und geschmiert werden – dann muss das Puzzle zusammengesetzt werden
Das Vorstagprofil schaffe ich bis zur Mittagspause…
…bis zum Nachmittag habe ich mein Tagwerk geschafft

Ich fixiere die komplette Einheit am Steg, denn die Montage im Mast wird wohl erst in ein paar Tagen stattfinden.

Es muss ein wind- und regenfreier Tag sein und zudem müssen Alex und / oder Ben Zeit für mich haben.
Damit die Beiden das ein wenig planen können, steuere ich meine Bitte um Hilfe offiziell ein.

Das klingt aufwändig und wenig freundschaftlich, ist es aber nicht! Mit kleinen Handgriffen helfen wir uns immer sofort, aber diese Arbeit wird insgesamt etwa einen halben Tag in Anspruch nehmen, das muss geplant sein!

Was ich für mich fordere, muss den anderen gegenüber selbstverständlich sein.

Ich räume meine Baustelle auf, entsorge übrige Teile und Verpackungsmaterial, dann mache ich mich für´s Dinner fertig.

Weil Montag ist, entscheide ich mich abermals für Marias „Gia Sena“.

Die Taverna ist klein…
…bitete aber handfeste Hausmannskost für kleine Preise an

Ein guter Tag – ich habe heute mein Tagwerk wieder geschafft, NESSAJA ist fertig für „Stage 2“ ihrer Riggreparatur.

Ich bin zufrieden – it´s alright!

Ich habe einen Lauf, daher schreibe ich mir als nächstes die Ruderreparatur von ELOWYN auf die „ToDo-Liste“.

Nach dem Frühstück breche ich zu einer Besorgungsfahrt auf – es weht ein eisiger, kräftiger Nordwind bei blauem Himmel.
Das Wetter lädt nicht zum arbeiten im Freien, dazu habe ich heute Griechischunterricht und muss noch Hausaufgaben machen und die letzte Stunde rekapitulieren.

Ich nehme mir also Zeit bei meiner Runde…
Zunächst ins HUB und meine Griechischstunden bis heute bezahlen – check!
Dann zu meinem Accountant wegen der E9 Erklärung für mein Haus. Er hatte es „vergessen“, wolle es aber sofort nachholen. Ich möge bitte am Freitag nochmals kommen – Griechenland eben.
Kurz in den Supermarkt, ich brauche Bier und Kaffee – in einem guten Haus, geht das Gute niemals aus.

Last not least, noch auf einen Sprung in den Baumarkt, ein bisschen Verbrauchsmaterial für die Ruderreparatur kaufen.
Geistesblitz!
Hätte ich einen Wagenheber, dann könnten wir die Ruder hydraulisch ablassen und anheben – das Geracker entfiele und ich bräuchte nicht für jeden Lupfer die Hilfe der anderen.

Hmmm, ob Andreas sowas hat???

Hatte er – jetzt hab´ ich ihn

Naja, ganz doof ist der Gedanke nicht – jetzt hilft mir das Ding bei Montagearbeiten und erleichtert den Job.
Später kann ich den Heber benutzen, um die Winterreifen auf „Klicker“ zu montieren – der Quattro bekommt winterfestes Schuhwerk, wenn ich im Januar nach Deutschland fahre.

Zwei Fliegen mit einer Klappe – für 59.-€! Nix falsch gemacht…

Als ich zurück am Schiff war, klopfte nach kaum 10 Minuten Ben an NESSAJA.
Er war so nett und hat mir, als er selber bei unserem Shop war, mein Paket mitgenommen und bringt es jetzt bis zu mir an Bord.
Ich wusste was drin war, die Sendung war angekündigt – aber auch ohne dieses Wissen war offensichtlich was im Paket enthalten ist.

Meine Fallen von „ropetec“ sind angekommen

Offen gesagt, ich wäre manchmal froh, wenn die Lieferanten nicht alle Pakete derart offensichtlich labeln würden.
Manchmal wäre weniger mehr – denn eine gewisse Diebstahlgefahr ist bei Warensendungen schon gegeben und wenn der Inhalt preisgegeben ist, dass steigt das Risiko.
Dies ist bei meinen, eigentlich günstigen Fallen im Wert von rund 900.-€ so, trifft aber noch viel mehr auf den Versand von Elektronikteilen zu.

Na egal, ich schwatze ein bisschen mit Ben, er hat wohl gerade Probleme mit den Ersatzteilen für einen Hydraulikzylinder, dann aber will ich meine Neuanschaffung schonmal begutachten…

Alles da – schöne handige Fallen

Passt perfekt, alles wie erwartet. Die Standardfallen von Gleistein machen einen angenehmen, handigen Eindruck und erscheinen preiswert.

Bei der Erneuerung des stehenden Guts werde ich auch alle Fallen im Mast erneuern – zu einem späteren Zeitpunkt…

Irgendwie war der Tag rum – ich setze mich auf meine vier Buchstaben und beschäftige mich einer Sprache die in einem Buch mit sieben Siegeln geschrieben ist.
Na irgendwie wird es schon – ich breche auf und fahre nach Lakki.

Ganz ehrlich – ich liebe diese Stunde im Winter

Die Zeit im Kurs vergeht wie im Flug. Ilona ist ja jetzt auch dabei, so hat es sich ergeben, dass sie und Guido sich am Dienstag nach dem Kurs immer mit mir im „SouVLakki“ treffen.
Da am Sonntag nicht mehr wirklich etwas zusammenging, haben auch Antonia und Alex auf Dienstag verlegt – unser neuer „Stammtischtermin“ war geboren.

Wir haben einen netten Abend zusammen, dann verholt jeder auf sein Schiff.
Ab morgen soll das Wetter wieder besser sein, ich mache einen Pakt mit mir selbst – morgen früh geht es los, ohne wenn und aber!

Der neue Tag – Sonne, blauer Himmel! Perfekt! Zwei Kaffee, rein in die Arbeitsklamotten und auf zu ELOWYN!

Der Wagenheber kommt zum Einsatz

Ich setze den neuen Wagenheber an und lifte das bleischwere Ruder nach oben – auf die Idee, dass dies eine Arbeit für zwei oder gar drei Leute sein könnte kam ich gar nicht.

Das erste Anheben ging sehr gut von der Hand und ich konnte die neue Manschette gut und rasch einfädeln.
Das Ersatzteil von Jefa passte wie die Faust auf´s Auge.

Manschette passt und der Ruderschaft schlüpft einwandfrei hinein
Die Herausforderung ist das obere Lager – hier muss man genau treffen

Obwohl die Lager sowohl unten als auch oben selbstjustierend sind, ist es eine Herausforderung, das obere Lager so zu treffen, dass sich der passgenaue Ruderschaft nicht verklemmt.

Der Schaft muss erst ein paar Zentimeter in die Hülse, bevor sich das Lager ausrichtet – vorher hat man nicht gewonnen.

Zugegeben, ich hatte ein paarmal gedacht, dass ich es geschafft hätte, musste dann aber doch wieder ein, zwei Zentimeter nach unten und durfte von Neuem beginnen.
Insgesamt bin ich bestimmt dreißig Mal die Leiter hoch und runter – immer um zu zielen, nachzujustieren und dann anzuheben.

Irgendwann war mir das Glück hold – etwas Gegendruck – und schwupps glitt der Schaft in die gefettete Buchse (wir sind immer noch bei Jefa Ruderlagern).
Ab jetzt konnte nichts mehr passieren – die drei Sicherungsschrauben setzen und schon hängt das Ruder.

Es fehlt nicht mehr viel – oben passt´s, jetzt hochdrücken, geschafft
Der Ruderschaft sitzt und ist fixiert

Jetzt beginnt der Zusammenbau, alle Schrauben etwas reinigen und mit mittelfester Schraubensicherung einsetzen.

Ich Brocken muss versuchen durch den Wartungsschacht zu arbeiten. Da hatte ich schon schlechter zugängliche Stellen, aber trotzdem kann ich die komplette Arbeit nur einhändig machen.

Das klappt aber recht gut – dennoch gibt es die ein oder andere kleine Panne.
Ihr kennt das? Wenn eine Schraube runterfällt, dann niemals dorthin, wo man sie einfach aufheben könnte – nein, sie fällt in das Eck, das man mit der Hand nicht erreichen kann!

Zur Orientierung suche ich mit dem Fotoapparat…

Ok, da liegt sie also

Ich kann die Schraube schon herausfischen – aber es kostet halt wieder eine halbe Stunde.

So vergeht der Tag, aber ich komme voran und erkenne am Nachmittag, dass ich dieses Tagwerk wohl schaffen könnte.

Nach weiteren 45 Minuten bin ich fertig. Alles zusammengebaut, alle Schrauben fest und gesichert – das ist die halbe Miete.
Da noch etwas Zeit bis zum Feierabend war, habe ich das Werkzeug von links nach rechts geräumt und schonmal die Scheibe vom Wartungsschacht entfernt.

Morgen geht´s dann auf dieser Seite weiter…

Für morgen ist alles vorbereitet

Wie es der Zufall will, erhalte ich just in dieser Sekunde eine Nachricht von Alex.
Er braucht Hilfe, er bekommt seinen Propeller nicht abgezogen – der gekaufte Abzieher reicht nicht aus.

Ich packe also meine Siebesachen und schau am Rückweg gleich bei ANAHITA vorbei.
Auch Ben von der DONNA war schon hier, gemeinsam mustern wir die Situation.

Der Abzieher hat nicht genug Power

Wir überlegen kurz, die beiden jungen Männer halten ihre Heißluftföns an die Nabe des Dreiflüglers – währenddessen schleicht der graue Wolf schon zu NESSAJA und holt den Gasbrenner.
Keine Lötlampe, einen mobilen Gasbrenner – und der kann was!

Ich heize kurz an – ein kurzer Hammerschlag und zack…
Der Propeller löst sich von der Welle.

Erledigt

Ich will das Thema nicht überreizen, aber manchmal habe ich Spaß am martialischen Handeln – Audi A6 3.0TDI statt Tesla, GS statt E-Scooter, Gasbrenner statt Heißluftfön!

Während Villabajo noch fönt, wird in Villariba schon ein Feierabendbier getrunken! Alex gibt eine Dose aus 😉

Dann heißt es ab nach Hause, schön heiß duschen und dann zum Dinner. Heute bietet der Menüplan Abwechslung – ich wähle das „La Nostra“ und gönne mir eine „Pizza Mario“ nebst Bierbegleitung.

Ein guter Tag – noch genug Zeit zum Kultivieren und um etwas zu lernen…
…dann gibt´s eine Pizza Mario (die hat sich etabliert 😉 )…
…und dann noch das Foto für Sibylle – „ja, ich esse Salat!“

War lecker! Ich nehme mir im Vorbeifahren ein Eis mit und mach´ es mir im Salon gemütlich.
Nachrichten schauen und danach ein oder zwei Folgen „Inspector Barnaby“.

Morgen geht es weiter auf ELOWYN, die kommenden zwei Tage sind für das Steuerbordruder reserviert.

Während ich am Frühstückstisch sitze und hoffe, dass der Kaffee den Weg in mein Blut rasch findet und die Synapsen anknipst, treffen schon drei Nachrichten ein…

Mixalis, der Garagentorlieferant, meldet sich und lässt mich wissen, dass mein Tor angekommen sei.
Er wolle den Einbau planen und mich fragen, wann ich denn Zeit hätte.
Sein Vorschlag – HEUTE!

Äh, nein! Das nenne ich nicht PLANEN, das nennt sich in meinem Vokabular ÜBERFALL!
Ich könnte meinen Plan anpassen und schlage alternativ Freitag, Samstag oder Montag vor.

Wir einigen uns auf Montag – mein Favorit! Ich bekomme also mein Garagentor noch vor Weihnachten – perfekt!

Jetzt aber keine weiteren Verzögerungen, weiter geht´s auf ELOWYN – Rudertage, Teil2!

Gleiche Situation – aber diesmal mit dem Erfahrungswert des bereits Erledigten

Das Spiel ist das gleiche – Ruder ablassen, Manschette tauschen und Lager reinigen – dann alles wieder zusammenbauen.

Basierend auf den Erfahrungswerten der bereits ersetzen linken Manschette, kann ich mir die Arbeit etwas erleichtern.
Ich weiß, dass der Keil für den Ruderarm in der Achse verbleiben kann, das war bei der anderen Seite ein Stück Mühe diesen herauszubekommen.

Ich weiß auch, dass es eigentlich reicht, wenn ich das Ruder nur soweit ablasse, dass über der Schaftoberkante ein schmaler Spalt entsteht über den ich die Maschetten tauschen kann.
Ich erhoffte mir so weniger Mühe beim Zusammenbau – leider hat das nur bedingt geklappt.

Ich lasse das Ruder nur ein paar Zentimeter ab – zwischen Achse und Lager entsteht ein etwa 1cm breiter Spalt…
…durch diesen kann ich die alte Manschette herausziehen – sie ist feucht
Kein Wunder – auch die rechte Manschette ist beschädigt
Am Unterwasserschiff habe ich genug Platz um den Bereich der im Lager sitzt zu reinigen

So weit, so gut! Ich habe also den Teil der Achse, welcher später im Lager sitzt, von Bewuchs und Verunreinigungen gereinigt, das Ganze leicht überschliffen und mit einem wasserfesten PTFE-Fett geschmiert.
Auch die oberen Lager habe ich greinigt und gefettet – alle Lager waren intakt, die sehr kostspielige Erneuerung kann vertagt werden.

Ich war siegessicher! Beim Hochdrücken des Ruders habe ich aufgrund des kleinen Spaltes das obere Lager sofort getroffen und konnte die Achse einpressen.
Plötzlich stockt es – nichts geht mehr! Ich senke wieder ab, das gleiche Spiel wie links bahnt sich an.
Diesmal leider mit mehr Stolpersteinen…

Ich mache wieder einige Versuche, bis mir bei einem das Ruder vom Wagenheber kippt und komplett bis zum Boden abrutscht.
Das war´s – ohne mechanische Hilfe kann ich das Ruder nicht anlupfen, ich kann es nicht mehr heben.

Ich brauche Hilfe und hole Alex – und weil Caetlin und Ben grad da waren, kamen sie gleich mit.
Was soll ich sagen? Selbst zu viert hat uns das rechte Ruder echt geplagt. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, um das Trum an Ort und Stelle zu heben.
Aber irgendwann war es vollbracht und der Schaft war in das Lager gerutscht – Fixierungsschrauben rein – und check!!!

Ruder hängt an Ort und Stelle und ist fixiert

DANKE EUCH! Ich erkenne, dass ich auf der linken Seite wohl Glück hatte, es alleine geschafft zu haben.
Wenn das Glück ausbleibt, dann brauchst Du Freunde – diese waren heute sofort an Ort und Stelle.
Zusammen schaffen wir das 😉 !

Der Ruderausschlag und die Freigängigkeit werden geprüft, einmal 90°links, einmal 90° rechts, alles geht leicht und ohne Widerstand oder Geräusche, perfekt!

Beim 90° Ausschlag kann ich oben auch gleich den Ruderarm montieren, da kommt man gut an die Schrauben.
Der Zusammenbau beginnt…

Am späten Nachmittag war es geschafft

Ich schaffe den Wechsel der Manschette an einem Tag, nur das neuerliche Verkleben der Scheiben für den Wartungsschacht bleibt offen, das mache ich in Ruhe morgen.

Ich räume meine Baustelle auf und bringe den Müll zur Tonne. Dort steht einer der Skipper und raucht.
Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, er steht vor dem Waschhaus, raucht nicht drinnen und man darf den Platz hier wohl auch als Raucherplatz begreifen, denn es sind Aschenbecher an der Wand angebracht.

Ich hege zwar den Verdacht, dass diese Aschenbecher dem Zweck dienen, dass Raucher nicht mit dem Glimmstengel auf den Topf gehen – wer schonmal die Geruchsmelasse von Kaka und Zigarettenqualm gerochen hat, weiß was ich meine – aber sei´s drum, wenn er halt lieber hier steht zum Qualmen statt dies zuhause zu tun…
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Wie immer gibt es ein kleines ABER…

Als ich fünf Minuten später zum Händewaschen gehe, schwelt es aus dem Aschenbecher und immer wieder kommen kleine Flammen und Rauchschwaden aus dem Behälter.

Ja toll…
…wird schlimmer – was tun?

Ich überlege wirklich einen Moment, ob es sinnvoll wäre, die Marina zu informieren.

Ich entscheide dies nicht zu tun, denn es ist nichts wirklich Brennbares im Umfeld und der Kasten wird es überleben.
Außerdem meine ich, dass Zigarettenkippen ohnehin nicht „richtig“ brennen.
Einer der Arbeiter kommt hinzu, er hat gerade einen Freddo in der Hand.
Er leert diesen und wir schütten einen Becher Wasser in die Box.

Problem pragmatisch gelöst – der glimmende Stengel zeigt aber auf, dass eine nicht komplett ausgedrückte Zigarette Unheil anrichten kann. Es wäre klug, danach zu handeln.
Und nein, es ist mir nicht zu blöd, immer mal wieder dieses Tun anzumahnen, welches umgangssprachlich „denken“ genannt wird. In solchen Fällen hilft KI nicht.

Na egal, für mich ist Feierabend, ich gehe zurück auf NESSAJA und faullenze ein wenig.
Heute Abend ist wieder „SouVLakki“ Tag, aber zur Abwechslung kommen Bifteki auf den Teller.
Obwohl ich früher fahre, ist es schon fast dunkel.

18.00 Uhr, ich mache mich auf den Weg zum Essen
Heute gibt´s Bifteki – auch keine wirklich kleine Portion
Ein guter Tag – it´s alright – darauf ein Mamos

An diesem Bild sieht man schon, was für die Tage nach Sibylles Ankunft recht weit oben auf der „ToDo-Liste“ steht und es ist NICHT Bier trinken!

Neben der Organisation rund um den Garagentoreinbau MÜSSEN meine Haare mal wieder geschnitten werden.
Ich bin jetzt knapp unter meiner früheren Alltagslänge, habe aber nach der Umstellung auf den „Greek-Style“ sowohl Haargel als auch Haarbürste weggeschmissen.

Ich sehe aus wie ein Hobbit – die Haare müssen alsbald weg!

Neuer Tag, neues Glück.
Heute habe ich eine erfreulich kurze Aufgabenliste – beim Kaffee ein paar Nachrichten verschicken, dann das Arbeitsmaterial für das Verkleben der Plexischeiben herrichten und ab zu ELOWYN.

Kann losgehen

Mir fällt auf, dass alle drei Scheiben kleine Sprünge an den Schraubenlöchern haben.
Das ist kein Problem und funktional nicht wichtig – aber es zeigt, wie sehr das Schiff doch arbeitet wenn es unter Segeln beansprucht wird.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dies nicht bei der Montage passiert ist. Es macht wohl Sinn, dies zumindest im Auge zu behalten.

Ich mache mich an die Arbeit und klebe eine Scheibe nach der anderen ein, alles geht wie erwartet problemlos und ich kann nach rund einer Stunde Vollzug melden.

Beide Scheiben wieder drin – alle Sichtfenster gereinigt

Fertig! Der Punkt „Abdichtung Ruderschaft beidseitig“ kann von meiner Liste genommen werden.

Ich klariere ELOWYN, denn ich möchte hier zunächst kurz pausieren. Das nächste Projekt sind die Rumpfdurchbrüche, diese bringt Sibylle mit.

Jetzt geht es an NESSAJA weiter, der Wind macht eine Pause und ich habe Ben und Alex gefragt, ob sie mir morgen helfen wollen die angelieferten Stagen zu montieren.

Ein letzter Kontrollblick zu ELOWYN, alles sieht gut aus – ich ziehe zufrieden ab.

Ruder wieder dran, frei hängend, alles aufgeräumt – check!

Heute mache ich mir einen netten Nachmittag – vielleicht mal wieder ein Eis und einen Espresso bei Sonnenschein???

Soweit die Idee – aber ihr wisst ja, obwohl ich es lange nicht mehr erwähnt habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist…

Denn erstens kommt es meist anders und zweitens als man denkt!

Manchmal hat das Schicksal andere Pläne

Ben schreibt in unsere Gruppe, dass er HEUTE schon Zeit hätte mit meinem Rigg zu beginnen – wie könnte ich da Nein sagen?

Diese Arbeit ist mir sehr wichtig, denn ich will „Stage 2“ noch anstoßen, bevor alle Firmen aufgrund der Feiertage schließen.
Minimumziel ist also, das Genua-Vorstag noch nach Athen zum Rigger zu schicken.

Für diese Arbeiten muss das Wetter passen – kein Regen, kein zu kräftiger Wind, nicht zu kalt.
Zudem müssen entweder Ben oder Alex, besser beide, Zeit haben.

Bens Angebot ist also eines von der Sorte, die man gar nicht ablehnen KANN!

Ohne weitere Worte – Quelle Internet

Also sage ich sofort zu – und habe somit heute Nachmittag schon was vor!

Meinen Nachmittagskaffee nehme ich mit an Deck und bereite schonmal alles vor.
Werkzeug, Winschkurbeln? Alles da! Auch „der Gerät“, Hans Peters Milwaukee, darf wieder ran.
Dieses Mal entscheidet sich auch Ben für die bequeme Art der Mastbegehung – die Aufzugfahrt!

Schaffen wir es alleine? Nein, eine weitere Person wäre schon hilfreich.
Ich würde Alex fragen und laufe rasch zu ANAHITA.
Als ich erkläre um was es geht, kommen auch Caetlin und Guido sofort zum Unterstützen mit.
In solchen Augenblicken bekommt man zurück, was man bereit war zu geben!

Wir waren viele Hände…

Es geht los! Ich ziehe Ben mit Hilfe des Milwaukee bis zum Anschalgpunkt des Babystay – dieses zu montieren ist rasch erledigt.
Während er schraubt, haben Alex und ich Pause.

Alex bereitet auch sein Telefon vor, um ein paar Bilder zu machen – das freut mich
Ich bleibe auf der Hut und empfange Bens Anweisungen

Ein bisschen Zeit sich umzusehen hat man immer – dabei fällt mir etwas ganz Eigenartiges auf.

Ich sehe neben unserem Boot etwas im Meer treiben. Zunächst denke ich an eine Plastiktüte oder ein Stück Folie.
Doch je genauer ich hinsehe, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass es sich um irgendein Lebewesen handelt.
Irgendeine Qualle oder ein anderer Organismus.

Ich bin überfragt – aber das Ding ist groß, bestimmt 70cm.
Naja, dann gibt es jetzt eben neben großen Barracudas und Feuerfischen auch undefinierbare Tiefseequallen in unserer Marina.

Meine Neugierde ist zu groß – ich befrage die künstiche Intelligenz

Während ich diese Zeilen tippe, wird meine Neugierde so groß, dass ich mit Hilfe von Google Lens herausfinden will, was Alex und ich da gespottet haben.

Siehe da – die KI klärt auf…

„Die Feuerwalze (Pyrosoma) ist eine Gattung pelagischer Meerestiere, die als riesige, biolumineszierende Röhren oder Glocken aus Tausenden von Einzelorganismen bestehen und im Meer schwimmen, oft in wärmeren Gewässern, wobei ihr Leuchten und ihre Größe (bis zu 10 Meter!) sie zu einem Meeresrätsel machen. Sie bewegen sich durch Wasserfluss, filtern Plankton und spielen eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf, wenn sie absinken“

Ok, man lernt nie aus – und warum schwimmt DAS neben meinem Schiff – und ist ES gefährlich???

Egal – Ben holt uns zurück ins Hier und Jetzt, er will ganz nach oben gezogen werden.
Ich könne derweil das Babystay an Deck anschlagen und vorspannen.

Ich tue wie mir geheißen
Währenddessen hängt Ben das Achterstag ein

Ich kann sofort zum Achterstag gehen, auch das ist oben schon fest und wartet darauf, dass wir es unten fixieren.

Das haut leider nicht hin! Irgendwas ist ja immer! Die Experten aus Athen haben leider einen Minifehler eingebaut und ein 16mm Toggle montiert.
Es war aber ein 14mm Toggle am alten Stag – das klingt zunächst nicht nach einem Problem, eher nach Sicherheitsgewinn, aber der neue Bolzen passt nicht mehr durch´s Loch.

Da ein 16,5er Bohrer auch nicht überall rumliegt, muss ich das auf morgen vertagen.
Jetzt hängt Ben im Mast, jetzt muss es an Deck weitergehen!

Als nächstes hängen wir das innere Vorstag der Kutterfock ein – dafür ziehen wir sie vom Ponton aus hoch.
Ben befestigt sie oben, Alex und ich machen die Decksarbeit.

Wir führen und unterstützen das Profilverstag während Ben das Stag im Top befestigt
Nachdem Ben grünes Licht gibt, kann ich es unten am Decksbeschlag einhängen und vorspannen

Der nächste Schritt ist die Herausforderung des Tages – nachdem die kleine, innere Rollanlage montiert war und der Mast somit von vorne zusätzlich verspannt ist, kann die große Rollanlage der Genua abmontiert werden.

Das gleiche Spiel, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ben löst den Bolzen im Top, ich liege an Deck um den Bolzen an der Rollrefftrommel herauszunehmen.

Guido war der Mann am Arbeitsfall, Alex für das Herumreichen von Werkzeugen und Materialien zuständig.
Caetlin hat im Cockpit beide Fallen bedient und Ben je nach Bedarf etwas nach oben oder unten gefahren.

Dengdengdeng – plopp! Ihr versteht wohl genau was ich meine

Eine zweite kleine Panne – es ist nicht so, dass alle Stagen lose baumeln, wenn einmal der Zug aus dem Rigg ist.
Auf einem 17 Meter langen Stahlseil ist alleine durch das Gewicht ein ordentlicher Zug.

Klar dürfte auch sein, dass Bolzen nach 25 Jahren nicht einfach mit den Fingern herauszuziehen sind.
Ein paar leichte Hammerschläge tun Not!

Dabei fliegt der Sicherungsbolzen an der Rollrefftrommel unkontrolliert aus seinem Loch und an Deck.
Gaaaaanz langsam fängt er an zu kullern – ich habe die Rollanlage in der einen Hand, in der anderen einen Hammer.

Alex hält das Profil und kann mit der anderen Hand nicht einfach über mich drüber langen.
Was passiert? Kullerkullerkuller – plopp! Weg isser, der verfitzmaledeite Bolzen. Kurze Stille, dann müssen Alex und ich herzhaft Lachen ob der skurillen Situation.

Manchmal hilft nur Humor

Vier Augen glotzen auf einen Bolzen, der in Zeitlupe über Deck kullert und ins Wasser fällt, things happen…

Wir müssen uns wieder konzentrieren, es ist keine Zeit dem Bolzen nachzutrauern!
Naja, ich hab´ noch welche und ordere zusätzlich beim Rigger noch einen neuen dazu – der Verlust ist verschmerzbar.

Egal, jetzt lassen wir das große Vorstag kommen – wir seilen es ab und führen es auf den Ponton.

Passt – es baumelt am Arbeitsfall und kann auf den Steg geführt werden
Der Genuafurler ist abgeschlagen, der Bug ist frei
Wir seilen die große Anlage ab und bringen sie auf den Steg

Hat besser geklappt als erwartet! WIE wir es machen war uns klar – der Weg würde der geleiche wie bei der kleinen Anlage sein.

Gegeben durch die Tatsache, dass das große Profil steifer ist, ging das Abseilen der etwas längeren und schwereren Anlage eigentlich einfacher als bei der kleineren.
Hier war uns das Glück wirklich hold!

Am Licht erkennt ihr – wir haben es gerade so geschafft! Wir lassen Ben nach rund zwei Stunden ab, oben am Mast ist alles safe und schon zu 100% sicher und fixiert. Alle Splinte sind an Ort und Stelle, alles ist gesichert.
An Deck werden noch keine Splinte gesetzt, hier erfolgt noch Einstellarbeit.

Geschafft! Unglaublich! Darauf ein Bier!
Ich spreche eine Einladung zu Pizza und Bier aus – um 19.00 Uhr im „La Nostra“.
Dann verlassen die Freunde NESSAJA und mache erstmal „klar Schiff“.

Das innere Vorstag und das Babystag halten jetzt den Mast – zusätzlich spanne ich die Fallen ab
Bei Nordwind alle Sicherungsleinen nach vorne

Ich bin erst nach 18.00 Uhr komplett fertig. Es geht noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle, dann treffen wir uns schon bei „Klicker“ um mit ihm gemeinsam zur Pizzeria zu fahren.

Ein toller und in so vielerlei Hinsicht gelungener Tag findet sein Finale in einem gemeinsamen Dinner – das Leben ist schön, it´s alright!

Mitte Dezember auf Leros

Gääääähn, ich bin irgendwie wach, aber noch lange nicht ausgeschlafen. Trotzdem stehe ich auf und versuche mit einem Humpen Kaffee meine Lebensgeister zu wecken.

Die fehlenden zwei Stunden Schlaf werde ich heute den ganzen Tag über spüren.

Am Plan steht das zerlegen meines Vorstags, ich will unbedingt noch vor Weihnachten den alten Draht verschicken.
Zuvor will ich aber das Befestigungsloch für den Bolzen des Achterstags aufbohren – ich will die Arbeiten von gestern vollumfänglich erledigt wissen.

Also fahre sofort nach Ladenöffnung zu unserem örtlichen Hardwarestore und kaufe einen 16mm Bohrer für Edelstahl, kann ja kein so großes Problem sein…

War es auch nicht!

Toll, dass er sowas da hat – was kostet ein Kobaltbohrer in 16mm für 13er Bohrfutter???
Ein bisschen geschluckt habe ich schon

Hilft nix – es ist die schnellste und unkomplizierteste Art das Problem zu lösen – also habe ich das teuere Ding gekauft.

Weil ich gerade dort war, nahm ich gleich noch große Beilagscheiben und Sicherungssplinte mit, dann hatte ich alles was nötig war, um die Reparatur fachgerecht zu beenden.

Weil ich grad mit dem Auto unterwegs war, habe ich gleich im Haus nach dem Rechten gesehen, meine Stromrechnung abgeholt und ein paar Bedienungsanleitungen verräumt.

Alles ok in Plaka, ich halte mich nicht lang auf…

Nur ein kurzer Kontrollblick – passt alles
Es ist ein herrlicher Tag, wir haben morgens um 09.00 Uhr schon 17°C

Ich fahre zurück in die Marina und erledige das erste Arbeitspaket des Tages.
Gestern waren wir unter Zeitdruck, wir haben daher an Deck die Befestigungsbolzen nur gesetzt, nicht aber ordentlich gesichert.

Ich gehe also alle Befestingungspunkte durch, prüfe den Bolzen auf Sitz und montiere mit Anlaufscheibe und Sicherungssplint.
Jetzt sind die Arbeiten an Deck abgeschlossen, nur die Spanner zum Einstellen des Riggs bleiben noch ungesichert.

Offen ist bis hierhin noch die Anpassung des Beschlags für das Achterstag, hier muss das 14er Loch auf 16mm aufgebohrt werden.
Der teure Bohrer kommt zum Einsatz!

Der Bohrer ist jeden Cent wert

Nicht immer kann man auf Leros Qualität kaufen – bei den Bohrern hatte ich bisher aber immer Glück.
So auch heute! Das 16mm Monster beißt sich durch das Edelstahl und weitet das bestehende Loch als wäre es nichts.
Nach wenigen Minuten habe ich mein passendes Bolzenloch und kann das Achterstag komplettieren.

Danach habe ich einen Termin bei Giorgos` „Boat & Parts“ in Kamara. Eigentlich hat Alex den Termin, aber ich begleite ihn, um den Kontakt herzustellen.
Sein Propeller muss repariert werden und dafür nach Athen versandt werden.
Giorgos hat dafür eine Adresse.

Als wir zurückkommen sind Eirini und Mixalis von der Marina an unserem Steg – irgendwas stimmt nicht.
Das Wasser in der Marina ist generell trüb grün statt blau, in der Ecke, rund um unseren F-Ponton ist das Hafenbecken eher braun.

Wie, braun? Na, Kakabraun halt…

Nicht appetitlich

Die Diskussion keimt auf, ob es sich um die Hinterlassenschaften aus einem geöffneten Holdingtank handeln könnte.

Ich glaube das nicht, denn das Zeug stinkt nicht und sinkt auch nicht ab. Alle drei Männer können nichts riechen, Eirini bleibt aber ihrer Aussage treu, dass es nach „Shitty“ riecht.
Spielen ihr die Gedanken einen Streich?

Um das Ausmaß der Verunreinigung zu überblicken, startet Alex die Drohne und macht Luftaufnahmen.

Vor NESSAJAs Bug (ganz rechts) ist das Wasser grün – dahinter schon nicht mehr
Die Haupt“wolke“ ist um den Katamaran zu sehen, dieser ist aber unbewohnt

Uns wird aufgrund des Ausmaßes der Verunreinigung schnell klar, dass es sich nicht um einen abgelassenen Tank handeln kann.

Jeder von uns hat Tankvolumen zwischen 50 und 100 Liter – und jeder von uns weiß, wie es aussieht, wenn man den Tank öffnet.
Das sind vielleicht 10% dessen was hier zu sehen ist.

Also entweder hat jemand einen Kubikmeter Fäkalien eingeleitet, oder es ist ganz einfach etwas anderes.
Am Abend war der Spuk verschwunden.
Von der Marina laufen hier keine Leitungen, hier war kein Verdachtsmoment auf einen Rohrbruch – und ob der LKW der Grubenentleerungsfirma vor der Marinaeinfahrt damit in Verbindung gebracht werden kann, das bleibt ein Geheimnis…

Ich mache eine kurze Kaffeepause und überlege, womit ich die zweite Tageshälte rumbringen möchte.
Eigentlich stand das Vorstag am Plan, aber irgendwie fühle ich mich matt, müde, abgekämpft – ich habe keine Lust diese Arbeit heute zu beginnen.

Da fällt mir etwas weniger Herausforderndes ein – ich könnte ja mal versuchsweise EINE der neuen Fallen einziehen.
Eine tanzt aus der Reihe – 10mm statt 12mm, hinten im Mast statt vorne, namentlich kein Fall sondern die Dirk.
Mit der fange ich an, ich mache Nadel und Faden einsatzklar.

Schwere Nadeln habe ich, als „Faden“ dient eine hochfeste, dünne Angelschnur.

Wofür das? Nun, ich ziehe mit der alten Dirk die neue Leine nach oben, dann durch den Mast, anschließend durch die Rollen und Klemmen.
Um eine stabile, aber flexible Verbindung zu schaffen, werden die Leinen „Stoß an Stoß“ zusammengenäht und einmal mit Isolierband fixiert.

Klappt hervorragend – mit kleinen Hindernissen…

Zunächst muss ich die 47 Meter lange Leine einmal komplett ausrollen, so dass sie schön liegt und keine Kinken bildet.
Dann – und das ist wirklich wahr, bläst der Wind die baumelnde Leine zweimal exakt zum Windgenerator, welcher sich das Ende zielsicher holt.

Beim zweiten Mal war es kritischer

Nachdem ich die Turbine befreit und vorübergehend gestoppt hatte, stand einer erfolgreichen Installation aber nichts mehr im Wege, die Leine ließ sich einfach und pannenfrei einziehen.

Jetzt bin ich hinter dem Mast quasi fertig! Achterstag montiert, Dirk erneuert – im nächsten Schritt vorne, dann die Seiten.

Aber bis hierhin bin ich vollauf zufrieden – it´s alright!

Sieht gut aus – bin gespannt auf das spätere Endergebnis

Das reicht mir für heute. Ich hänge echt ein bisschen in den Seilen und will mich ausruhen.

Ein bisschen Duolingo lernen und etwas auf der Couch lümmeln, vorher vielleicht noch heiß duschen.
Aber vorher heißt es, das Deck zu klarieren – die alten Fallen hebe ich vorläufig auf, die werden später gebraucht, um den Mast seitlich zu fixieren.

Nur noch a bissl zamräumen

Ich setze alle ideen in die Tat um – auf einmal überkommt mich ein Bärenhunger, mir war ganz flau im Magen.
Nun, ich hatte heute ja auch noch nichts gegessen.

Wie gerne hätte ich mal wieder Nudeln – wie ein hungriger Wolf durchstöbere ich unsere Küchenschränke…
Und siehe da, Nudeln und ein Ricotta-Pesto, das kommt wie gerufen.

Ich zögere keine Sekunde ob des Spülens und befeuere meinen Herd. Die Nudeln müssen jetzt sein, ohne wenn und aber.

Nudeln machen glücklich – sagt man

Eigentlich war es unvernünftig, denn ich hatte schon mit Alex verabredet, dass wir heute etwas aus dem „Gia Sena“ holen.

Antonia wird dort nicht recht fündig, er möchte sie aber nicht alleine zuhause lassen.
Mir ist´s wurscht, außerdem stelle ich mir zuhause essen auch gemütlicher vor, als in der Taverne.

Egal, ich hatte Nudel-Heißhunger und bis zu unserem Food-Transport ist es ja noch knapp zwei Stunden hin.

Das spätere Essen war übrigens gut wie immer, ich muss aber sagen, dass „Take away Food“ nicht halb so gemütlich ist wie erwartet – irgendwie fühlt es sich kommisch an…

Nur halbschön

Klar, ich könnt das Essen auch auf einen Teller „verklappen“ – aber ganz ehrlich, wäre das dann schöner???

Der Wille war durchaus da, der Teller steht ja noch auf der Bank, aber zum Einsatz kam er nicht.

Da siegt der Pragmatiker in mir – von den Nudeln habe ich den Topf und einen Löffel zu spülen, vom Dinner eine Gabel, dazu bin ich noch bereit, mehr aber nicht!

Ich freue mich – und das sage ich mit allem gebührenden Respekt vor der Arbeit – ich freue mich, wenn Sibylle wieder für uns kocht.

Sonntag! Der Tag des Herrn – heute kommt Sibylle zurück!
It´s alright, Baby´s coming back!

Kein Grund für mich zu rasten, ich will beginnen die Genua-Rollanlage zu zerlegen – mal sehen wie weit ich komme.
Nach dem Kaffee bereite ich meinen „Arbeitsplatz“ am Ponton vor…

Hm, sehr viel Werkzeug wird nicht benötigt

Ich habe tatsächlich mit den Facnor Furlern keine große Erfahrung. Der, den wir letztes Jahr instandgesetzt hatten, war einer von Seldén.
Was mich tatsächlich überrascht ist, dass die Anlagen technisch völlig unterschiedlich aufgebaut sind.

Ich weiß wohl, um kleine Schwachstellen der Facnor, aber die Montagefreundlichkeit ist ungleich größer.
Ich erhoffe mir daher keine wirklich großen Probleme – die Herausforderung die bleibt, ist die Dimension des Teils.

Die Anlage ist rund 17 Meter lang, ich muss mich also am ganzen Steg ausbreiten.
Dummerweise muss ich die ganze Arbeit im knien verrichten, das spüre ich fürchertlich im Rücken – ich bin eben keine 30 mehr.

Packen wir es an…

Die Anlage hat einen Spanner, das Vorstag muss nicht millimetergenau gefertigt werden

Der Spanner hat nicht nur den Vorteil der Einstellbarkeit – er erspart mir auch die fummelige und aus meiner Sicht aufwändige Montage des „Sta-Lock“ Terminals.

Bei meiner Facnor kann man das Stag ausbauen ohne es abzuschneiden oder ohne ein Terminal abzubauen! I like it!

Das Stag war noch ok, aber man sieht ihm das Alter an. Insofern bin ich mit der für den Verkauf geforderten Zusatzarbeit inzwischen im Reinen.
Es war sicher nicht komplett für die Katz´!

Ich muss rund 40 der kleinen M5 Kreuzschlitzschrauben aufmachen – ein bisschen Ärger gibt´s da immer

Die Arbeit war im Prinzip eher einfach. Dennoch konnte ich nicht hoffen, dass bei 40 kleinen Schrauben, welche seit 25 Jahren montiert sind, nicht zumindest eine Probleme bereiten würde.

So kam es auch – zwei der kleinen Teufelchen plagten mich ein wenig, eine konnte ich schadlos ausbohren, eine zweite ist letztlich abgerissen.
Dies aber an einer Stelle, die man leicht handeln kann.
Ich werde den Schraubenstummel die nächsten Tage bei Giorgos in der Werkstatt ausbohren.

Verflixt und zugenäht – hätte auch klappen können

Etwas Zeit haben mich auch diese kleinen Plastik-Führungsteile im Aluminiumprofil gekostet.
Ich musste erst eine Möglichkeit erdenken, wie ich diese aus dem Rohr bekomme – das hat dann irgendwann sehr gut funktioniert, aber zwei haben sich etwas betteln lassen.

Dies blieb ohne Konsequenz, hat aber summa summarum wohl knapp eine Stunde gekostet.
Trotzdem kam ich rasch voran und hatte zur Mittagszeit, also nach knapp drei Stunden, schon über die Hälfte der Anlage zerlegt.

Acht Zweimeterstücke insgesamt, vier sind noch verschraubt…
…mein Arbeitsplatz rückt immer nach – das Werkzeug ist auf NESSAJAs Deck in greifbarer Nähe

Nach weiteren knappen zwei Stunden war es geschafft! Ok, fünf Stunden ist keine Rekordzeit, aber unter den gegebenen Umständen, mit Werkzeugsuche und dem Aufräumen der Teile ins Auto, ist es eine akzeptable Zeit.

Und weil ich gerade so „in full swing“ war, habe ich beschlossen, die Teile umgehend hoch nach Plaka zu fahren.
Das Zeug ist sperrig und ich will Platz im Auto haben – in der Garage liegen die Teile gut, hier habe ich genug Stauraum.

Da bleiben die Teile, bis ich das neue Stag erhalten habe – ich rechne nicht vor Weihnachten damit

Wow, trotz der relativ langen Arbeitszeit – ich hatte früh begonnen – war noch Tag übrig.

Ich besinne mich darauf, dass es Sonntag ist, das Thermometer in „Klicker“ zeigt 18°C und die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel.
Ich denke an ein Eis. Ein Eis und einen doppelten Espresso – bei „Repapis“ in der Sonne…

Am Rückweg komme ich am „La Palma“ Café vorbei und meine Gedanken überschlagen sich.
Mein Kopf sagt immer noch EIS, aber mein Herz gehört heute dem Gedanken an einen Ouzo mit Meze in der Sonne.

Es ist 14.30 Uhr und ich habe noch nicht gefrühstückt – es wird also Zeit 😉 !

Ich „pflücke den Augenblick“ – carpe diem

Eine halbe Stunde sitze ich da, in mich gekehrt und genieße „meine Insel“ im Winter. Diese herrliche Ruhe.

Just in diesem Augenblick setzt sich ein Paar an den Tisch neben mich – alle Tische frei, der neben mir wird besetzt – Murphy´s Law.

Als ob das nicht reicht, gesellt sich ein zweites Paar dazu und es startet ein lautstarkes Palaver in nichtgriechischer Sprache – eine der Damen wurde immer mit „Alora“ angesprochen…
Es wird gestikuliert, diskutiert und gepafft – alles statthaft, es nervt mich aber trotzdem.
Ich hielt es bis zu diesem Moment eher wie Loriot – „…ich wollte einfach nur hier sitzen!“, da ich meinen Ouzo aber schon geleert hatte, zog ich es vor zu gehen.

Mein Kopf meldet sich nochmals zu Wort und fragt, ob denn das Herz jetzt zufrieden sei. Ich bejahe und mein Kopf übernimmt wieder die Herrschaft.
Warum immer entscheiden? Warum ODER wenn doch UND auch eine Option wäre.
Sibylle trinkt keinen Alkohol mehr, das rechtfertigt den Ouzo umso mehr, aber was, wenn sie auch kein Eis mehr isst?

Der Kopf gewinnt, ich gehe noch zu „Repapis“ und schlemme dort ein Eis – in der Sonne, alleine, in Ruhe!

Ein letztes Mal muss ich noch ran, das alte Stag muss versandfertig verpackt und adressiert werden, dies erledige ich noch, bevor die Sonne untergeht.

Fertig – kommt morgen in die Spedition

Geschafft – jetzt kommt der gemütliche Teil! Ich gehe heiß duschen und hau mich anschließend auf die Couch.
Die Duolingo App ermahnt mich zu lernen, ich soll nicht faul sein.
Na gut, dann halt, investiere ich eine Stunde in meine rudimentären Griechischkenntnisse.

Dann heißt es Warten – „Wir warten auf´s Christkind“ in einer Early-Bird Edition!
Nur, dass das Christkind heute Sibylle heißt – die Fähre kommt um 22.35 Uhr in Agia Marina an, es bietet sich an dort zu essen.
Ich denke, ich werde mal wieder ins „Retro“ gehen…

Der Abend zieht sich wie Kaugummi, ich will nicht vor 20.30 Uhr dort sein, denn sonst müsste ich zu lange warten.
Endlich war es soweit. Ich fuhr auf den öffentlichen Parkplatz von Agia Marina und erwische um 20.49 Uhr den letzten Platz – klar, es war Sonntag.

Dafür ist der Platz gut – ich parke fahrbereit um Rangieren im Tumult zu vermeiden

Schnurstracks gehe ich ins „Retro“, dort waren wir vor ein paar Wochen mit Brigitte und Hans, ein sehr positiver erster Eindruck.

Auch heute ist das Lokal einladend, durch die Fenster sieht man, dass der Laden gut besucht ist.

Ich trete ein und suche mir einen Platz.
Die Dame an der Bar und ein junger Mann, ganz offensichtlich der „Servatoros“ nehmen mich wahr und grüßen freundlich.

Schön, aber leider habe ich diesmal Pech

Da sitz´ ich nun – der Kellner saust herum, legt Holz im Kamin nach. Unsere Blicke treffen sich, ich nicke freundlich.

Er huscht von dannen, nun offensichtlich hat er noch zu tun. Das Spiel wiederholt sich zweimal, ich sitze nach rund 15 Minuten immer noch unbeachtet da – in einer Stunde kommt Sibylle.

Mein Übermaß an Zeit, welches ich am frühen Abend noch hatte, wird auf einmal knapp.
Selbst wenn der junge Kellner jetzt noch käme, würde die Küche es schaffen mein Essen zeitnah auf den Tisch zu bringen?

In diesem Augenblick kommen fünf junge Mädchen in das Lokal und setzen sich an den Nebentisch.
Keine zwei Minuten später kommt der Bursche der gerne Kellner wäre mit Wasser an deren Tisch, bringt Speisekarten und zeigt sich von seiner charmanten Seite.

Ich bin genervt. Dass ich wahrscheinlich mehr konsumiere als die fünf Mädels zusammen, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen – auch seine Beweggründe verstehe ich, was aber am Ende bleibt ist ein gehörig Maß an Unprofessionalität.
Dafür will ich nicht bezahlen, ich gehe.

Das „Navarone“ ist gleich nebenan, es ist einladend

Ich mache jetzt vermutlich einen Fehler – statt der Facebook-Werbung von heute zu folgen und im „Metzes“ ein Kokoretsi zu essen, lasse ich mich verleiten, den kürzesten Weg zu nehmen.

Liegt ja auch nahe, das „Navarone“ ist gut, ich mag das Restaurant und man sitzt gemütlich.
Leider war auch hier ein Kellnerlehrling, der zudem kein Wort Englisch sprach. Der Restaurantchef stand hinter ihm und übersetzte für mich.
Ich bekam heute keine Speisekarte, sondern der junge Mann musste mir die Gerichte vorsagen – nur verstand ich kaum.
Beim dritten Gericht verstehe ich „Burger“!
Ich falle ihm ins Wort und bestelle einen Burger und Käsebällchen.
Ich hatte keine Lust auf Speisekarte aufgesagt zu bekommen.

Der Burger war gut – aber ich wollte eignetlich was anderes

Ok, das Essen, auch der Burger, waren echt gut.
Thema Bier – ich bestelle ein Alfa bei dem Mann, der mich behandelt als kennen wir uns seit Jahren.
Hat er nicht – gut dann ein Mythos, hat er auch nicht.
Fix? Mamos? Nein, leider heute nicht – er hätte Heineken, Stella Artois und Peroni.
Ich frage ihn, ob ich kein griechisches Bier in Griechenland bekomme, er verneint.
Ok, dann eine Cola!

Das kränkt ihn – er überlegt und kommt dann mit dem lokalen Lerosbier „Raven“. Das ist zwar cool, aber nicht mein Geschmack – ich nehme es trotzdem, er war so bemüht.

Inzwischen tickt die Uhr – ich esse und sehe nebenher immer wieder auf meine „Marine Traffic“-App.
Diese zeigt mir wo die Fähre gerade ist.

Ok, die Fähre kommt, ich muss bezahlen

Als die Fähre Leros zur Hälfte hinter sich gelassen hat, bezahle ich meine Zeche und gehe.

Das „Navarone“ ist gleich am Hafen, ich muss also nicht gehen, um den Platz zu erreichen, an dem sich die Abholer drängen.

Inzwischen ist Chaos, ich gehe etwas auf die Seite und stelle mich zwischen parkende Autos.
Dort sehe ich sehr nette Kleinigkeiten – auf die Idee musst erstmal kommen…

Der Hund freut sich an Regentagen – sehr witzige Idee

Die Fähre ist im Anflug, sie kommt in wenigen Minuten um die Ecke.
Das Warten hat ein Ende – Sibylle macht sich sicher schon bereit zum Ausstieg, in wenigen Minuten wird sie sich mit dem Strom der Passagiere aus dem Bauch des blauen Riesen drängen.

Das kleine, beschauliche Agia Marina wird dann für etwa eine halbe Stunde zum Zentrum des Wahnsinns.
Ein Drängen und Schieben, Gehupe und ein Stimmengewirr – wohl dem, der schleunigst das Weite suchen kann.

Jetzt kommt die BLUESTAR 2 um die Ecke und biegt in die Hafenbucht ein…

Die App zeigt das Schiff in Echtzeit…
…der Abgleich mit der Realität bestätigt das

Es kam wie ich es vorausgesehen hatte – doch Sibylle war bei den Ersten und wir haben uns nur kurz begrüßt, wir eilen rasch zum Auto.

Schnell die große Tasche verstauen, Motor an und ab durch die Mitte!
DAS darf man übrigens nicht so wörtlich nehmen – Fußgänger überall, Autos scheren aus Lücken ohne rundum zu schauen und natürlich auch ohne Blinker.

Ist man erstmal aus Agia Marina draußen, dann hat man es geschafft.
Wir fahren ohne Zwischenstop in die Marina, zu NESSAJA und verholen uns nach drinnen.
Ein frischer Wind pfeift uns um die Ohren – Willkommen zurück auf Leros, im Dezember 2025…

Auf dem Schiff ist es warm, Sibylle ist seit zwei Minuten hier und schon mault sie, dass sie es kühler will.
Wir packen die Tasche aus – sie verräumt ihr Zeug und ich sortiere schonmal die mitgebrachten Ersatzteile vor.
Sieht so aus, als könnten die geplanten Arbeiten beginnen 😉 !

Alle wichtigen Sachen sind da

Ich bekomme Geschenke! Meine Frau schenkt mir ein Motto-T-Shirt – „…weil es so gut passt! Ich musste es kaufen!“

Freundin Christine hat erfahren, dass man auch bei 18°C frieren kann und strickt dem entgegen – zum T-Shirt gesellen sich farblich passende Wollsocken.

Was würde ich nur ohne die Frauen machen???

Dem ist nichts hinzuzufügen

Ein Bier geht noch, dann legen wir uns schlafen. Morgen müssen wir Beide früh raus – ich habe einen Termin mit Mixalis, dem Garagentormann, ich soll „zwischen 09.00 Uhr und 09.30 Uhr“ am Haus sein.

Der Plan ist, mein neues Garagentor zu montieren. Inwieweit ich involviert sein werde, wie lange dies dauert oder was überhaupt passiert – das wissen zu diesem Zeitpunkt nur die Götter.

Sibylle wird mich begleiten, denn sie möchte ihren „Breezy“ abholen um schnellstmöglich eigene Mobilität zu haben.
Da wir nichts zum Frühstücken im Haus haben, wollen wir uns vorher noch bei „Mikes“ an einem Sandwich und einem Kaffee laben.

08.57 Uhr – ich parke am Haus, öffne die Garage und montiere die Batterie in Sibylles Scooter.
Sie bleibt noch bis knapp 09.30 Uhr, dann fährt sie einkaufen – ab heute wird wieder gekocht im Hause NESSAJA!

Es ist kurz vor 10.00 Uhr, ich tippe gerade eine Nachricht an Mixalis, dass ich jetzt zurück ans Schiff fahre, da klingelt das Telefon…

Er sei gleich da!

Der Monteur ist gut vorbereitet, alles an Bord des Kleinlasters

Der Chef kommt mit einem Mitarbeiter, jeder Handgriff sitzt. Alle Werkzeuge sind gut sortiert und griffbereit – die gestellten Fragen auf den Punkt.

Ich erkenne – ich werde nach der Abstimmung nicht mehr gebraucht.
Ich soll bis zum Nachmittag einen Stecker beschaffen, alles andere würde das Montageteam erledigen.

Ok, klingt gut – ich steige in „Klicker“ und fahre zurück in die Marina.

Das letzte Stündchen des alten Tors hat geschlagen – das Material für das neue Tor findet schon den Weg

In Lakki bin ich am Schiff beschäftigt. Ich muss Unterlagen scannen, Teile verräumen und mich ein wenig mit Sibylle abstimmen.

Zusammen gehen wir Getränke kaufen und erledigen ein, zwei organisatorische Fahrten.
Auf dem Weg kann ich mein gestern verpacktes Vorstag bei der Spedition abgeben, es wird vor Weihnachten in Athen sein, ich habe es erstmal aus dem Kopf!

Im Vorbeifahren kaufe ich den mir angeschafften Stecker, diesen bringe ich gegen Mittag hoch zum Haus.
Leider sehe ich Mixalis nicht – denn er ist IN der Garage! Ein erster Erfolg ist erkennbar, nach kaum zwei Stunden.

Ich reiche den Stecker durch den Spalt, dann verkrümle ich mich wieder.

Sieht schon vielversprechend aus

Um 13.30 Uhr klingelt mein Telefon – Mixalis ist dran, das Tor sei fertig installiert und betriebsbereit.
Ich könne vorbeikommen um die Arbeit abzunehmen.

Wow, das ging schnell – ich war gespannt.
Aber was soll ich sagen? Das Tor, die scheinbare Qualität, die Montagequalität und die Funktion waren absolut einwandfrei – ich war begeistert.

Ich bringe meine Freude zum Ausdruck und lass´ mir kurz die Funktion des elektrischen Antriebs erklären.
Auch die manuelle Notfallbedienung bekomme ich rasch erklärt, dann fahren die Handwerker zurück zu ihrer Werkstatt.

Ich freue mich noch eine Weile über mein neues Garagentor, dann verschließe ich die Garage und das Haus und fahre wieder nach unten in die Marina.

Echt gut geworden

Ich musste heute handwerklich nicht viel tun, dennoch ist das Tagwerk geschafft und ein wichtiger Punkt auf meiner Liste erledigt.

Ich bin heute früh aufgewacht, ich bin müde, ich bin geschafft. Ich ziehe mich auf mein Sofa zurück und lass´ den Tag ausklingen.
Dabei kommt es mir zugute, dass Sibylle kocht und uns ein sehr leckeres Curry kredenzt.

Ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt…

Nun, wie immer beginnt er mit einem kräftigen Kaffee um mich zu reanimieren.
Während ich am Frühstückstisch auf die Lebensgeister warte, huscht meine Gattin schon mit dem Fotoapparat um mich herum – zu groß ihre Freude, dass das mitgebrachte T-Shirt passt.
Ich trage es mit Stolz – und um Sibylle diese Freude zu machen…

Aber jetzt will ich erst in Ruhe meinen Kaffee trinken

Während des Frühstücks fragt mich Sibylle nach den Paketen, welche an uns unterwegs sind – „…trackst Du die auch?“

„Jaaaaa, natürlich! Und ich bin überzeugt, dass sie heute oder morgen ankommen!“

Glaubt es oder nicht, in diesem Moment trudelt eine WhatsApp von Eirini ein, meine Pakete seien angekommen und ob ich diese, es seien immerhin vier Stück, nicht im Office abholen könnte?

Klar kann ich – und mach ich auch sofort…

In diesem Fall helfe ich mir mit dem Aufzug

Alles da! Das freut mich sehr, damit endet meine stetige Paketverfolgung auf einen Schlag!
Ich nehme den Aufzug um nicht viermal die Treppe gehen zu müssen.

Zwei Pakete kommen von SVB – die Sammelbestellung für ELOWYN, ANAHITA und DONNA, ein Paket ist von Sibylle an uns, Dinge die nicht mehr in die Tasche gepasst haben.

Und ein Paket ist ein Weihnachtsgeschenk von Petra und Martin von der STENELLA – ein Freßkorb ohne Korb! Der Wahnsinn!
Die Beiden haben eine ganze Ladung feinster Leckereien aus deren Heimatbundesland Hessen und darüber hinaus zusammengestellt.
Ganz herzlichen Dank dafür – wir werden es genießen!

Hüftgold und andere kalorienhaltige Verführungen

Der Freß(korb) von Petra und Martin belegt in den bisherigen „December Food Charts“ den ehrbaren Rang 2.

Uneinholbar auf Platz 1 – und ich nehme an, dass dies auch bis zum Jahreswechsel so bleiben wird, ist Sibylles Mitbringsel.
Diesmal hat sie sich weichschlagen lassen und ihre bisher ablehnende Haltung gekippt.
Daher findet eine „All-Time-High“ Leckerei aus unserer alten Heimat auf den Tisch…

Original Miesbacher Holnburger Kasleberkas
Zusammen mit Tegernseer Kartoffelsalat und griechischem Brot – von unserer Nachbarin Efdokia – ein Trio der Völkerverständigung

Sibylle und ich lassen es uns nicht nehmen, eine Gegeneinladung an Alex und Antonia auszusprechen.
War es doch Alex, der seinen Leberkas brüderlich mit mir geteilt hat.
Wenn Du einmal Deinen Leberkas oder Deine Wildschweinsalami miteinder geteilt hast – Freunde für´s Leben!

In Sibylles Karton war noch eine interessante Gabe für mich – ein neues Griechischbuch!

Dieses „Assimil“ Buch wurde mir von Dirk, unserem Immobilienmakler, empfohlen.
Und tatsächlich baut es ganz anders auf – könnte sehr gut zu mir passen.
Ich bin gespannt – auf jeden Fall ist es zwischendrin eine Erleichterung mal Deutsch – Griechisch lernen zu können, anstatt immer über die Drittsprache Englisch zu gehen.

Bin gespannt ob es mich vorwärts bringt

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Buch hilft. Heute wird das nichts mehr, denn ich muss bald schon los.

Heute ist Dienstag und wir haben wieder Griechisch Kurs im HUB.
Ich muss noch meine Hausaufgaben machen, den Stoff der letzten Stunde nochmal durchpauken, dann geht es schon los.

Die Stunde war ok. Ich habe noch große Lücken und erkenne schmerzlich, dass ich mehr Zeit investieren müsste.
Zeit, die ich im Moment nicht habe. Trotzdem lass´ ich mir den Spaß am Lernen nicht verderben.

Zudem ist der Dienstag ja jetzt unser neuer „SouVLakki“ Stammtisch-Tag.
So auch heute – kaum kommen Ilona und ich aus dem Kurs, treffen wir uns schon mit Guido und Sibylle, sowie der ANAHITA Crew im Drehspießtempel.

Guido wählt heute den XXL Burger – nicht von schlechten Eltern!
Ich mach´ es wie der Schuster, ich bleib´ bei meinen Leisten – beiläufig überlege ich mir, ob ich neben der „Pizza Mario“ auch eine „Marios Platte“ etablieren könnte.
Hätte was – „Apollo Teller“, „Zeus Platte“ und „Marios Platte“…
Ich muss mal mit Anna reden 😉

Der „Special Burger“ – ein Kaventsmann
„Marios Platte“ – as always? Yes, as always…

Dazu ein Mamos, dann passt es – ein guter Tag! Aber auch ein bisschen ein fauler Tag!

Dem wird morgen nicht so sein – morgen geht es mal wieder richtig los – morgen bereite ich die Rumpfdurchbrüche an ELOWYN zum Einbau vor.

Und dem war nicht nur Gerede – ich bin schon recht früh beim weißen Riesen erschienen und habe „Klicker“ als mobile Werkstatt mitgebracht.
Es gab viel zu messen, jeder Durchbruch bekam seine Nummer, seine spezifischen Maße und wurde dann zurechtgeschnitten.

Fertig zum Einkleben

Das klappt alles recht gut und geht schnell von der Hand. Am frühen Nachmittag bin ich fertig und vereinbare mit Sibylle, dass wir morgen die Durchbrüche einkleben werden.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn zum Wochenende hin, soll es kälter werden und auch einzelne Schauer drohen.

Ein paar Schritte sollte ich noch finalisieren, dann ist alles safe und ich kann beruhigt in die Weihnachtspause.

Da fällt mir ein, weil der Tag noch ein paar Stunden hat, könnte ich die rechte Armaturentafel noch vom Lackierer holen.
Diese sei fertig und warte auf Abholung – der Preis war mal wieder spottbillig, die Qualität der Arbeit gut.

Der Fehler ist behoben – und ich habe weiteres Material welches es wieder zu verbauen gilt.

Super – neuer Klarlack für die Carbontafel

So kann es weitergehen!

Zuhause ist Alltag eingekehrt. Immer wenn mein Tagwerk geschafft ist, versuche ich etwas zur Ruhe zu kommen.
Zur Zeit plagt mich mein Rücken, ich muss sehen, dass sich das wieder gibt, denn ich leide leise.

Sibylle kocht uns was Gutes, wir lernen mit Duolingo und gucken am Abend ein wenig Mediathek – heute den Jahresrückblick mit Markus Lanz.
Vieles ist passiert, was ich nicht mitbekommen habe. Ich sage es offen, diese Sendung lässt mich mit einem beklemmenden Gefühl zurück und ich erkenne einmal mehr, dass ich in einem anderen Zeit-Raum Kontinuum zuhause bin.

Morgen klebe ich die Rumpfdurchbrüche wieder ein, dann ist der gröbste Schritt getan, ab dann könnte ich bei Schlechtwetter auch innen weiterwerkeln.

Gesagt, getan – der nächste Tag startet für Sibylle und mich planmäßig am nächsten Vormittag…

Die Katzenfraktion ist schon auf den Beinen

Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, drehen meine Frau und ich noch eine Runde durch den Ort.

An der Marinaausfahrt treffen wir die „Katzenfraktion“ unter der Leitung von Antonia.
Die junge Frau sorgt und kümmert sich rührend um die kleinen Samtpfoten – sie hat das Herz am rechten Fleck, denn so wird sicher gestellt, dass die Maunzer gut über den Winter kommen.

In diesem Rahmen, nimmt der Neubau des Katzenhotels auch Formen an.
Ein Trend, der einst von Eva mit dem Bau eines kleinen, provisorischen Katzenkasterl begonnen hat, kommt langsam in einen Bereich, für den man eine Baugenehmigung braucht.

An alles wird gedacht – auch an die Anbringung von Fenstern…

Alte Bootsfenster gehen in ihren letzten Lebenszyklus
Die Miezen freut es, sie werden in Zukunft nahezu prunkvoll wohnen

Sibylle und ich müssen weiter – kurz zum Haus und etwas aus der Garage holen, dann zum Gemüsehändler und zum Hähnchenmetzger.

Ich begleite meine Frau und unterstütze, so gehen ihre Einäufe schneller von der Hand.
Das ist zweckdienlich, denn für den Rest des Tages brauche ich ihre Hilfe beim Einbau der Rumpfdurchbrüche an ELOWYN.

Noch kurz in den Hardwarestore von Andreas Kritikos und etwas Arbeitsmaterial beschafft, dann kann es losgehen.

Die Arbeit ist leicht erklärt – ich bringe zunächst den SIKA Primer 209D am Rumpf und an den Bauteilen an.
Nach einer kurzen Ablüftzeit kommt als nächstes SIKA 291i als Kleb- und Dichtstoff an die Kontaktflächen des Durchbruchs.
Jetzt setze ich das jeweils gestern für die Bohrung vorbereitete Skin Fitting ein und drücke es an.
Sibylle setzt währenddessen von innen die Mutter an und schraubt diese handfest an.

Meine letzte Aufgabe ist nun, die überschüssige Dichtmasse außen sauber abzutragen und für einen schönen Übergang zu sorgen – dann ist der Arbeitsschritt erledigt.

Wir kommen gut voran…

Die Nummerierung und die Maße sind noch lesbar, werden später aber überstrichen
Die undichten Sets werden ersetzt (hier schwarz), die fehlerfreien verbleiben im Schiff (hier grau)
Die Skin Fittinge sind nummeriert, die Rumpfdicke ist für die Berechnung notiert und es gibt eine Top-Markierung um jegliche Verdrehung sofort zu erkennen

Es müssen, das hatte ich erwähnt, neun Sets komplett erneuert werden. Die übrigen 16 haben fehlerfrei funktioniert und verbleiben im Schiff.

Von diesen neun, konnte ich bei ersten Überlegungen wie ich die Reparatur umsetzen würde, bei zweien den eigentlich guten Rumpfdurchbruch retten.
Es müssen also sieben neue Durchbrüche gesetzt werden.

Dazu kommt, dass Volker kurzentschlossen darum gebeten hat, einen neuen Loggegeber einzubauen.
Die Vorgehensweise hier ist die gleiche, es addiert sich also ein achter Durchbruch dazu.

Insgesamt brauchen Sibylle und ich etwas mehr als zwei Stunden, dann war das Tagwerk erledigt.
Die Klebestellen müssen heute trocknen, dafür bekommen sie 24 Stunden Zeit.
Morgen geht es an gleicher Stelle weiter.

Die restliche Zeit des Tages verbringen wir zuhause – oft quatschen wir noch ein paar Takte bei ANAHITA oder DONNA, wir lernen mit unseren Apps die fremden Sprachen und irgendwann startet Sibylle mit dem Kochen.
Zuhause zu essen ist mir ein Genuss, die offenen Tavernen sind irgendwie allesamt nicht wirklich gemütlich.

Tags darauf – das gleiche Spiel am Patenschiff! Ich habe ein wenig Zeitdruck mit ELOWYNs Ventilen.

Heute werden zwei Ventile nebst Fittingen gesetzt

Der Zeitdruck entsteht durch das Wetter!
Ich hatte ja lang die zwei Ventile für die Luken- und Decksentwässerung im Rumpf belassen – zwar waren diese von außen abgeschnitten, aber das Fragment war stehen geblieben, so dass die Funktion sicher gestellt war.

Seit gestern ist dies nicht mehr so. Um die neuen Durchbrüche zu setzen, musste ich natürlich auch die letzten beiden Ventilfragmente ausbauen, die Entwässerungsschläuche baumeln nun frei im Innenraum des Schiffes und sollten VOR dem nächsten Regen wieder angeschlossen sein.

Unser Ziel ist es daher, heute diese beiden Ventile nebst den Schlauchfittingen zu montieren.
Vorher müssen wir jedoch bei allen neuen Durchbrüchen die Schraubmuttern auf ihr Soll-Drehmoment von 15Nm anziehen.

Heute habe ich den Job, innen an den Ventilen zu schrauben, Sibylle hält von außen dagegen oder reicht mir Werkzeug, wenn ich in die engen Kammern und Löcher schlüpfen muss.

Manchmal ist es anstrengend…
…aber ich schlängle mich hinein

Ok, auch das schaffen wir in überschaubarer Zeit, auch hier müssen die neu installierten Teile und Klebestellen erst einmal durchvulkanisieren.

Daraus folgt abermals, dass es an dieser Baustelle erst morgen wieder weitergeht.

Das kommt aber wie gerufen, denn heute haben wir ein Date. Wir treffen uns mit Giorgos und Katerina zum Dinner.
Darauf freuen wir uns sakrisch, denn die Beiden liegen uns echt am Herzen. Wir mögen die junge Familie und es tut uns allen gut, wenn wir die Gelegenheit schaffen, einmal außerhalb von Reparaturen und Werkstattszenarien ohne Zeitdruck zusammen zu sitzen.

Es ist mir eine Ehre einzuladen – Katerina darf die Location wählen und sie entscheidet auf das „Persiana“ welches den Besitzer gewechselt hat.

Das trifft sich gut, dort wollte ich unbedingt mal hin, um deren Burgerspezialitäten auszuprobieren.

Katerina entscheidet sich für den „Angus Beef“
Giorgos und ich entscheiden uns für den Klassiker

Das „Persiana“ hängt die Messlatte etwas höher. Die Karte bleibt zwar im Wesentlichen gleich, aber die Qualität ist etwas höher angesetzt.
Die Burger waren ausnahmslos sehr gut, aber auch hochpreisiger.

Der Biertempel hat ausgedient – man hat neu renoviert und ist jetzt eher eine Weinbar.
Der neue Chef empfängt mit Blazer und Einstecktuch.
Eigentlich war alles toll – aber es ist kein Essen für alle Tage, dafür ist es zu teuer.

Ob sich das Konzept im over-all Vergleich behaupten kann, bleibt abzuwarten.
Eine Bereicherung ist es allemal und ich wünsche viel Erfolg.

Wir sitzen lang zusammen und es ist ein geselliger und sehr netter Abend.
Wir kommen erst spät nach Hause und sacken dann sofort ins Bett – wir wissen, morgen geht es gleich kulinarisch weiter…

Treffen am „Navarone“ – „Sibylle setz´ Dich mal hin!“ „Ahhh, der Sessel ist nass!“
Alex merkt es rechtzeitig, Guido weicht der Gefahr aus

Vor Tagen haben wir mit den Crews der ANAHITA und der BORN TO LIVE vereinbart, dass wir vor Weihnachten noch einmal am Sonntagsbrunch im „Navarone“ teilnehmen wollen.

Dafür ist heute die letzte Gelegenheit, denn das Christfest nähert sich unaufhaltsam – in wenigen Tagen schon ist Heiligabend!

So haben wir uns für den heutigen Sonntag einen Tisch reserviert und starten mit einem Highlight – am Frühstücksbuffet des exclusiven Restaurants…

Es ist einfach schön dort
Das Buffet ist lecker und öffnet um 10.00 Uhr
Alles schmeckt super – sowohl die deftigen Sachen…
…als auch die angebotenen süßen Leckereien

Wir laben uns an den Köstlichkeiten und gönnen uns ALLE ein zweites Tellerchen.
Manche auch drei oder gar vier! Und ich will hier mal ganz klar zum Ausdruck bringen, dass nicht ich die meisten Tellerchen gefuttert habe.
Das spielt aber keine Rolle – denn wir haben es genossen!

Allerdings – und das ist der Nachteil vom Frühstücksbrunch, waren wir danach direkt in ein Food-Koma verfallen.
Der Arbeitsantritt war echt schwer, ich war den ganzen Tag vollgefressen und flügellahm.

Trotzdem rapple ich mich auf – heute ist der letzte Tag vor dem gemeldeten Regen, ich MUSS die Entwässerungsschläuche auf ELOWYN anschließen.
Dafür heißt es mit prallem Ranzen noch einmal in das Wassermacher-Kompartment schlüpfen – ächz…

So, erledigt – das war´s

Erledigt – ich schließe die zwei wichtigen Abläufe an und stelle somit sicher, dass der weiße Schwan nicht geflutet wird.

Der Regen kann kommen!

Weil noch ein wenig Tag übrig ist, ich wegen meiner Rückenschmerzen etwas Bewegung und frische Luft haben möchte, beschließen Sibylle und ich kurzerhand, dass wir heute unsere Marinarunde drehen und nach den Schiffen der Freunde sehen.

Generell sind augenscheinlich alle in Ordnung, bei dreien haben wir etwas mehr zu tun…

Zunächst steht der monatliche Check auf EDINA an. Auf der CNB60 sehen wir nach dem Rechten und lassen alle Systeme einmal laufen.

Sie braucht viel Strom – die 20.-€ sind schon wieder weg
Zunächst egal – denn ich lasse den Generator eine Stunde laufen, dabei laden auch die Batterien
An Deck alles ok – EDINA ist safe
Auch die Hauptmaschine soll etwas laufen

Es trifft sich gut, dass die Nachbarn Thomas und Paola gerade in die Stadt gefahren sind.
So belästige ich niemand mit den laufenden Motoren und kann diese Situation auch richtig ausnutzen.

Unter diesen Gegebenheiten, überlassen wir EDINA sich selbst – die Motoren laufen, die Luken sind zum Lüften geöffnet.

Wir ziehen derweil ein Haus weiter…

Heute habe ich Zeit – auf ELOWYN lief es die letzten Tage gut, ich kann die gewonnene Zeit also anderweitig investieren.
Dies kommt heute Martins STENELLA zugute, mal sehen, ob an Bord des kleinen Kutters alles ok ist.

Nun, nicht ganz!

Das Schlauchboot ist buglastig, es sammelt sich Wasser im Boot
Ich ändere die Aufhängung und lenze den Schnulli

Irgendwas ist immer! Ich kann mir nicht erklären wie und warum das Beiboot nach vorne sacken konnte.
Wie auch immer – die paar Liter Wasser sind recht schnell zu schwer für die Davits und müssen dringend gelenzt werden.

Ich ändere also die Aufhängung und lasse das Wasser ablaufen.
Bei der Gelegenheit fische ich ein Leinenbündel aus dem Wasser, welches nicht länger an der Reling hängen wollte.

Liebe Freunde – nehmt die Warnungen ernst! Schöne Leinenbündel an der Reling, hübsche Festmacherschnecken – alles Mumpitz!
Stürme mit 60+ Knoten räumen das alles ab – das Zeug gehört vorzugsweise hemdsärmlig, aber sicher verstaut!
Schön kann, sicher muss! Knoten müssen von Beginn an FEST zugeknallt werden, alles andere geht auf.

Da Martin sich Sorgen um seine Festmacherchen macht, gilt auch ihnen noch ein Kontrollblick.

Noch gut

Am gleichen Steg liegt INSPIRATION – Sibylle und ich haben uns mit den neuen Eigner angefreundet und schätzen die Vier sehr.

Aus der Ferne hat Tom ein Dilemma erkannt – die Bilgepumpe hängt bei der Bavaria am Hauptschalter.
Legt man diesen um, ist das Schiff zwar gewollt stromlos, die Bilgenpumpe aber außer Betrieb.

Dies kann man ändern, das wird auch umgesetzt, aber JETZT ist die Situation für die Neueigner eben unbefriedigend.
Klar ist das alles akademisch – die Frage, ob die serienmäßige Bilgenpumpe ein Schiff retten kann, wenn zum Beispiel ein Seeventil bricht, könnte leidlich diskutiert werden.

Ist aber egal – für INSPIRATION braucht es jetzt eine Lösung! Hier erkläre ich mich bereit, das Schiff in meine monatliche Runde einzubeziehen.
Ich mache einen Kontrollblick in die Bilge und sehe auch zwischendrin immer wieder nach dem Schiff der Freunde.

Offen gesagt – im Falle eines Ventilbruchs gehört auch bei einer Routinekontrolle ein Stück von Glück dazu, will man das Schiff im richtigen Moment retten.
Aber das nur hypothetisch…

An Deck alles ok
Ich bemerke die neuen Steckschotte und das neue Schiebeluk – diese klemmen aber etwas. Vorsicht ist geboten
Die Batterien sind randvoll
Die Bilge gibt keinen Anlass zur Sorge

Auf INSPIRATION ist alles ok, kein Anlass zur Sorge! Ich verlasse die Bavaria wieder und mache alle Luken dicht.

Unser letzter Weg führt uns zurück zu EDINA. Dort kann ich die Maschinen stoppen, ebenfalls alle Luken dicht machen und dem Eigner Vollzug melden.
Auch er kann ruhig schlafen, seinem Schiff geht es gut. Morgen werde ich noch ein paar Euro Strom auf die Säule laden lassen, dann sollte für die nächsten Wochen alles passen.

Auch an Martin und Tom geht eine WhatsApp mit einem Statusbericht raus. Die Schifferl sind ok, macht euch keine Gedanken.
Ich nehme an, dass man sich über ein paar Bilder freut.

Ich denke zurück – ich habe ein 25 Jahren meiner Eignerschaft zweimal ein Bild meines Schiffes bekommen.
Einmal in Agios Nikolaos auf Kreta, als ich einen Schaden zu beklagen hatte.
Ein Andermal vor zwei, drei Jahren – als Hans Peter mir während eines Deutschlandaufenthaltes ein Foto geschickt hat.
All die Jahre vorher, sind meine Schiffe monatelang sich selbst überlassen worden – ich hatte niemals Probleme.

Stellvertretend für die „staade Fraktion“ will ich informieren, dass Sibylle und ich selbstverständlich auch nach JASPER, KARO, INFINITY oder etwa CARPE DIEM sehen, um nur ein paar zu nennen.
Es gilt, solange ihr nichts von uns hört, ist mit euren Schiffen augenscheinlich alles ok.

Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser. Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und gönnen uns eine heiße Suppe – das richtige Essen nach der Völlerei vom Morgen.
Dann genehmigen wir uns Nuhrs Jahresrückblick 2025 und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Tag als der Regen kam…

Der Wetterbericht hatte Recht
Ein schwerer, grauer Wolkenbrei über der Lakki-Bucht
Ich kann aber einzelne Tage wie diesen gut leiden

Wir haben alles richtig gemacht! Die Zielsetzungen bezüglich der vor Weihnachten fertig zu stellenden Arbeiten sind erreicht, die dringenden Arbeiten wie die Wasserabläufe von ELOWYN gerade noch rechtzeitig erledigt.

Ich kann mir erlauben, mir bis nach Weihnachten „frei“ zu nehmen. Da kommt ein Regentag gerade Recht.
Ein paar administrative Arbeiten sind zu erledigen, die typischen Jahresabschlussdinge eben.
Zudem lag mir daran, Weihnachtswünsche online zu stellen.
Sibylle macht derweil Termine für diverse Videocalls mit der Familie aus.

Wir nutzen solche Tage aber auch, um uns mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen.
So auch heute – Noam und Shira haben mal wieder Zeit und wir haben uns lange nicht gesehen.
Also verabreden wir uns in Agia Marina im „Mocal“, ein schönes, modernes Café.

Einladend und sehr serviceorientiert
Meist auch gut von den Locals besucht

Wir stellen abermals fest, dass wir viel zu selten die netten und oftmals ganz coolen Cafés der Locals nutzen – das muss sich ändern.

Wir sind die ersten Gäste die drinnen sitzen, später füllt sich der Raum. Der Wintergarten ist gut gefüllt, dort zieht es uns aufgrund der Raucher aber auch gar nicht hin.

Ich gönne mir einen Espresso Macchiato und freue mich über die zwei Stunden, die wir hier entspannt sitzen und über Gott und die Welt reden.

Anschließend ziehen Sibylle und ich weiter – zwei Tage vor Weihnachten, da laufen die Tage hier nicht anders ab als in Deutschland.
Wir klappern so ziemlich alle Lebensmittelgeschäfte ab, kaufen tütenweise Leckereien und bereiten uns so auf die Festtage vor.

Am Nachmittag kristallisiert sich langsam ein Plan für die kommenden Tage heraus – am „Heiligabend“, dem 24.12. werden wir wohl eine F-Ponton Glühweinparty geben und so den weihnachtlichen Einstieg finden.

Danach sind wir recht kurzfristig und umso erfreulicher, zum gemeinsamen Weihnachtsdinner an Bord der BORN TO LIVE geladen.
Wir nehmen unsere Töpfe mit, Ilona kocht noch weitere Köstlichkeiten und so verspricht der Abend ein festlich, ansprechender zu werden.

Last not least haben Thomas und Paola von der SIMPLY FREE einen X-mas Lunch für die Community am 25.12. geplant.
Wir treffen uns im „To Steki“, wo Dimitris ein Weihnachtsmenü für uns zaubern wird.

Ich freue mich darauf – fast ein wenig untypisch…
Der „Grinch“ wird altersmilde – ein Wort, dass Lisa Fitz „doof und unerotisch“ findet, aber ich kann nicht leugnen, dass ich, seit wir hier sind, gelassener mit dem Weihnachtstrubel umgehe.

Weihnachten kann kommen – ich bin entspannt

Der Rest des Tages vergeht gemütlich, Sibylle kocht und wir lassen den Abend bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Der Tag vor Weihnachten ist bei uns wie man es sich erwarten würde – alles steht im Zeichen der Vorbereitungen für die Festtage. Wir versenden unsere Weihnachtswünsche und brechen dann zu einer Gewalttour auf – einkaufen ist angesagt.

Im Vorbeifahren winkt uns Alex zu. Er sitzt schon beim Angeln und fragt, ob wir die Muräne schon gesehen hätten.

Welche Muräne??? Na die da!

Äh nein! DIE haben wir noch nicht gesehen

Aha, nach Barracuda, Feuerfisch und Feuerwalze jetzt auch noch eine Muräne – ist ja toll!
Ich lege in dieser Sekunde meine Pläne für ein „Weihnachtsschwimmen“ ad acta, ist eh viel zu frisch – man(n) will ja keinen Katarrh.

Dann aber, genug gequatscht, Sibylle drängt zum Einkauf. Viel zu tun, viel vorzubereiten, die Zeit drängt!
Der Gedanke an die „staade Zeit“ drängt sich mir in dem Kopf, ich klage jedoch nicht, denn hier auf Leros ist tatsächlich alles etwas ruhiger, auch der verhasste Großeinkauf für die Feiertage.

Die Regale voll, die Gänge leer

Weil wir ohnehin die große Runde drehen, fahren wir auch gleich noch am Haus vorbei.
Den Nachbarn kurz „καλά Χριστούγεννα“ gewünscht und meine JBL Partybox aus dem Haus geholt – die könnte uns bei der geplanten Glühweinparty nützliche Dienste leisten.

Wenn wir schon gerade da sind, werfen wir noch kurz einen Blick rundum – alles scheint ok zu sein.
Es drängt sich auf, dass der Rasen gemäht werden muss – das wird wohl eine meiner ersten Amtshandlungen 2026.

Im Garten gehts noch, aber vor der Terrasse wuchert das Unkraut
Haus und Garage sind ok

Ok? Naja fast…

Gut ist, dass ich mich zur Zeit über fast nix aufrege – aber dazwischen falle ich echt vom Glauben ab.

Unser direkter Nachbar, der, dessen Frau uns immer Gebäck schenkt und der seinen Anhänger zum Feststellen immer in unsere Garagenwand rammt – dieser Nachbar also hat eine Wand gezogen und diese verputzt.

So weit, so gut. Beim Aufräumen der Baustelle werden natürlich auch die Putzkübel ausgespült, man hat dann so eine Plörre im Eimer.
Die schütten die Griechen einfach in die Landschaft – aber nicht irgendwo hin, nein, an eine Grundstücksmauer…

Nicht an die eigene natürlich, in diesem Fall lieber an MEINE!

Konsequenter Weise hätte er die ganze Wand anmalen dürfen

Mich nervt nicht, dass ich die Sauerei habe, ich muss ohnehin alles neu machen. Mich nervt, dass ich genau weiß, dass er den Eimer auch dahin geschüttet hätte, wenn ich zwei Tage vorher neu verputzt hätte.

Der Mehrheit der Inselgriechen fehlt es an einer Gedankenkette – die Frage „…was passiert, wenn ich das jetzt so mache?“ bleibt meist offen und endet in einem Überraschungseffekt.

Eben wie mit dem Anhänger an meiner Garagenwand – 1001 kleine Löcher machen doch eigentlich nix, oder???

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich damit umgehen werde…

Wir fahren zurück ins Dorf und bringen unsere Einkäufe zu Ende. Als wir alles auf NESSAJA getragen und verstaut hatten, meldete sich mein Rücken.
Ich habe mich wohl übernommen! Ich beschließe, mir eine kurze Pause zu gönnen und währenddessen Alex´ Fakirmatte zu probieren.

Diese sei extra gegen Rückenschmerzen entwickelt und habe ihm sehr geholfen…

Na dann!

Sieht auf den ersten Blick harmlos aus…
…auf dem zweiten Blick wird das fiese Folterinstrument entlarvt
HARTplastik – da gibt nix nach

Ich bin misstrauisch! Ich rechne mein Gewicht im Vergleich zu Alex´ hoch und meine, mich an eine Physikstunde zu erinnern, wo sich solche Berechnungen niemals linear sondern immer „zum Quadrat“ gesteigert haben.

Ich sorge mich ernsthaft, dass die rein optisch schon fiese Matte meinen Rücken an tausend Stellen pierct und ich dann aussehe wie meine Garagenwand nach Manolis´ Anhänger impact.

Ich wage es trotzdem und siehe da – es hilft! Zumindest bilde ich es mir ein – oder der Schmerz durch die Stacheln überlagert einfach die Rückenschmerzen.

Die Frage, ob die Matte tatsächlich gegen Rückenschmerzen hilft oder tatsächlich so ein „50 shades of Grey“ Utensil ist und Alex mich nur verarscht, beschäftigt mich bis heute…

So gut erholt rapple ich mich auf und schleppe mich in die letzte Griechischstunde des Jahres 2025 – heute versucht Eirini uns die Artikel beizubringen.
Ich meine, so etwas wie Verzweiflung in ihrem Gesicht zu erkennen… 😉

Eirini hat sich ihren Urlaub mehr als verdient

So! Geschafft, jetzt kann Weihnachten kommen, die Pflichten sind erledigt.
Alle Einkäufe erledigt, die Arbeiten weitgehend abgehakt und die letzte fordernde Griechischlesson liegt auch im Kielwasser.

Ich warte auf´s Christkind.

Dieses kommt in Form von Sibylle und erklärt mir, dass sie beim Einkaufen „…das Frühstück für den 24.12. völlig vergessen hätte und ich, wenn ich will, schnell nochmal einkaufen fahren könne!“

NEIN! Will ich nicht! Wenn das Christkind nicht mit mir frühstücken will dann eben nicht!
Ich trinke meine zwei Tassen Kaffee – dann mache ich das, was ich eigentlich jeden Tag mache.
Ich gehe auf meine Baustelle um keine Zeit zu verschenken – ich gehe zu ELOWYN.

24.12.2025 – 09.30 Uhr, was macht ihr so???
ICH gehe auf ELOWYN – Merry Christmas

Der Grinch in mir setzt sich durch. Was für ein Elend – kein gescheites Frühstück, Sibylle geht sofort in den „wir müssen“ Modus und hängt dazwischen am Handy.

Duolingo Score und Textnachrichten erfordern Aufmerksamkeit und Zeit.
Ich dagegen setze mich auf ELOWYN an die Navigation und mache mir Weihnachtsmusik an.

Zuerst klebe ich eine Distanzleiste an ein Niedergangsschott, dann passe ich Seeventile an und klebe als Vorbereitung schon einmal Fittinge ein.
Alles in allem eine ruhige und einfache Arbeit – der Heizlüfter brummelt und der Musikplayer spielt „Driving home for Christmas“ – vor zwei Tagen ist Chris Rea gestorben – der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Um Punkt 11.00 Uhr kommt Sibylle zu mir, ein Telefoncall mit meinem Sohn ist vereinbart.
Wir unterhalten uns kurz, winken Enkelchen Anton zu und wünschen der jungen Familie ein frohes Fest.

Sibylle muss sich anschließend wieder dem Kochwahnsinn widmen, ich bleibe alleine auf meiner Baustelle zurück – und weil es so schön ist, ernsthaft, nutze ich das wunderbare Wetter um außen noch ein paar „Farbtupfer“ zu setzen.

Ich eröffne die Lackiererei

Der Anstrich der kleinen Rumpfflächen, welche für den Einbau der Rumpfdurchlässe geschliffen wurden, erfolgt mit Epoxi-Primer.
Dieser ist eine gewisse Zeit wasserlöslich und benötigt daher eine Wetterperiode ohne Regen und eine Mindesttemperatur von 10°C.

Diese Bedingungen sind heute zunächst erfüllt und so entscheide ich, diesen Vormittag für den Erstanstrich zu nutzen.
Dies ist im Großen und Ganzen auch recht schnell erledigt…

Geschafft, die erste Schutzschicht ist drauf

Perfekt! Anstrich geschafft! Ich nehme es vorweg – der gemeldete Regen wird kommen, aber ich habe Glück und meine Epoxi-Kleckse sind bis dahin soweit angetrocknet, dass keine Beeinträchtigung entsteht.

Jetzt habe ich zwölf Tage Zeit um einen zweiten Anstrich aufzubringen, das sollte machbar sein, bevor die Temperaturen fallen.

Ist dies erledigt, dann kann Antifouling aufgetragen werden – das bedeutet, dass die wesentlichen Arbeiten am Unterwasserschiff von ELOWYN weitgehend abgeschlossen sind.

Es ist schon nach 13.00 Uhr, als ich meine Baustelle schließe und meinen „Klicker“ zurück an seinem Parkplatz fahre.
Für mich geht es gleich weiter – denn um 14.00 Uhr haben wir eine Art Stegparty ausgerufen, ein „Glühweinmeeting“!

Es gilt, ein paar Dinge vorzubereiten…

Ich lege Strom, sorge für X-mas Pop und Sibylle bringt 6 Liter selbst angesetzten Glühwein
Es ist soweit, die Freunde können kommen

Um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken, haben wir diese Zusammenkunft beschlossen.

Diesmal war es kein klassisches Treffen der gesamten Community, wir haben uns eher auf den F-Ponton beschränkt und dazu noch die Crew der SIMPLY FREE geladen.

Etwas später kam zufällig noch Panagiotis dazu, in dieser Konstallation hatten wir zwei richtig fröhliche, unterhaltsame Stunden.

Antonia und Ilona hatten Plätzchen gebacken, es war richtig nett…

Panagiotis, Electra, Thomas, Paola, ich, Antonia, Alex, Ilona, Guido, Ben und Sibylle

Leider konnte Caetlin nicht mit dabei sein, sie war noch auf Familienbesuch in den Niederlanden und wird erst heute Nacht zurückkommen.

Keinen Moment zu früh traf der angesagte Regen ein – die Gruppe löste sich rasch auf, wir zogen uns in unsere Schiffe zurück.

Dort war uns ein kurzer Moment der Pause und des Innehaltens vergönnt, danach ging es an die Vorbereitungen für das gemeinsame Weihnachtsdinner mit Ilona und Guido an Bord der BORN TO LIVE.

Man konnte zusehen wie die Regenfront heranzog

Wie bereits erwähnt, hatten wir ja für unser Abendessen schon eingekauft, als Ilona uns die Einladung überbrachte.
So wurde kurzerhand beschlossen, dass Sibylle kochen würde wie geplant, Ilona und Guido würden dazu das Gemüse und ein Dessert zubreiten.

Da wurde die kleine Kombüse von NESSAJA auf einmal zur Sterneküche für XXL Portionen.

Die fertig zubereiteten Gerichte haben wir dann zur vereinbarten Zeit auf die BORN TO LIVE getragen um sie dort dann zu arrangieren und anzurichten.

Geflügel-Rollbraten und Knödel
Weihnachtliche Stimmung auf der BORN TO LIVE

Als Apperitiv wurde zunächst ein Portwein gereicht – nicht irgendeiner, es handelte sich um einen edlen Tropfen aus einer Portweinverkostung aus der namensgebenden Stadt an der portugiesischen Atlantikküste.

Die Beiden hatten die Flasche noch in der Bilge um sie für einen besonderen Anlass aufzuheben – dieser war heute gegeben.

Danach hat sich Guido selbst zum Küchenchef ernannt und das Anrichten des Weihnachtsmenüs übernommen.

Chef im Ring

In den kleinen Küchen unserer Schiffe kann eigentlich immer nur eine Person kochen und hantieren.

Das trifft sich gut für den Rest der Gruppe, die dürfen einstweilen dem edlen Tropfen frönen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn Zusatzaufgaben anstehen, dann werden diese direkt an den zuständigen Beauftragten übergeben und am Tisch verrichtet.
Ich war auserkoren, der Bratennetzaufschneideverantwortliche zu sein und machte mich umgehend an die verantwortungsvolle Aufgabe.

Gleich heißt es „Essen fassen“

Wir haben uns eine tolle Speisenfolge ausgedacht – eröffnet haben wir mit einer Maronensuppe, gefolgt von einem Geflügelrollbraten an Zitronensoße mit bayrischen Semmelknödeln und einer Karottengemüsebegleitung.

Zum Nachtisch gab es eine Quarkcreme auf einem Bett aus in Whiskey getränkten Löffelbisquit mit Himbeeren und Mandelsplitter on top.

Na, klingt das gut? Ich bin der Meinung, dass dies für Kombüsenküche ein top Speiseplan ist!

BORN TO LIVE und NESSAJA wünschen Frohe Weihnachten
Das Dessert war ein Gedicht – aber wie immer viel zu viel

Offen gesagt, hatten wir von allem zuviel gekocht. Das passiert ja gerne einmal.
Leider konnten wir alle Vier nicht wirklich wiederstehen und mampften dieses berühmte Quäntchen über dem Limit.

Als wir mit unserem Weihnachtsdinner durch waren, spannten die Wänste und wir suchten unser Heil in einem Verdauungsschnäpschen.
Sibylle predigte, wie eigentlich immer, dass dies ein Ammenmärchen sei, ihr Ruf verhallte jedoch ungehört.

Und so zauberte Guido eine Flasche „Killepitsch“ aus seiner Bordbar. Ein Höllengebräu, welches mir etwas später den Garaus machen sollte… 😉

Nach vier von diesen kleinen Gläschen war ich erledigt

Die Uhr schlug gerade Richtung Mitternacht, da musste ich zum Aufbruch mahnen.
Ich war echt angedüdelt und wollte in mein Bett. Jedoch musste ich zunächst auf die schmale Planke um auf den Steg zu gelangen, dann galt es noch auf eben diesem Steg die beschwerlichen 50m bis nach Hause zu schaffen.

Alles ging gut – ich ging nicht mehr über „Los“, sondern habe mich einfach umfallen lassen und bin eingeschlaf…

Der neue Morgen, der erste Weihnachtsfeiertag! Das Frühstück war nur vermeintlich besser – das weichgekochte Ei war hart wie ein Stein.
Ich bin beim Essen nicht sehr wählerisch, aber hartgekochte Eier stehen ungefähr auf dem selben Rang wie Stierhoden.
Ich verschmähe also das Ei, was fast zu Verstimmungen bei Sibylle geführt hätte.

Der Himmel über Leros war dunkelgrau, es war klar – gleich würde es regnen.
Und genau DAS war die Untertreibung des Jahres!!!

Ein Hagelschauer sucht die Marina heim, welcher es echt in sich hatte – man dachte für fünf Minuten, dass die Welt untergehen würde.

Es fing harmlos an – aber der Lärm war ohrenbetäubend
Die Eiskörner, manche so groß wie Tischtennisbälle, hämmerten auf die Luken ein

Als der Spuk vorbei war, galt es einen Kontrollblick über NESSAJA zu werfen. Der Lärm der einschlagenden Eiskugeln ließ wirklich Schlimmstes befürchten.

Sorgen machen wir uns eigentlich nur um die Luken und vor allem die Solarmodule.
Der Rest sollte den Körnern standhalten können.

Als ich an Deck kam, lagen noch überall Nester der kleinen, weißen Geschosse.

Es war nicht wenig – für einen Moment war die Fläche geschlossen
Glaubt ihr nicht? Hier ein Bild von Guidos Badeplattform
Das Häubchen von unserem Außenborder hat es zerfetzt

Auf NESSAJA war nichts kaputt, auch Alex und Ben geben Entwarnung. Leider hatte Guido das Pech, dass es ihm seine Starlink Antenne zerschlagen hat.

Mir schießen Klicker und vor allem ELOWYN in den Kopf!
Ich werde wohl heute Nachmittag eine Marinarunde gehen und nach allen Schiffen von Freunden sehen.
Diesmal wird es wohl Zeit ein Signal zu geben – seit heute Morgen trudeln schon permanent Anfragen rein.

Die Marina bietet, wie eigentlich immer nach Stürmen, ein eher trostloses Bild.

Bei uns ist das Eis weg, aber das Wasser aufgewühlt braun
An anderer Stelle treiben noch die Einfelder auf der Wasseroberfläche
Auf FESTINA LENTE, unserem Nachbarschiff, scheint alles heil geblieben zu sein
Dort hinten parkt Klicker – ob er sehr gelitten hat???

Ich werde mal nach Klicker sehen, er hatte zwar schon einen Hagelschaden, aber es wäre trotzdem schade, wenn es den Boliden kaputtgehämmert hätte.

Heute Nacht hatte ihn Ben ausgeliehen um Caetlin von der Fähre abzuholen.
Alles hat geklappt, für eine kurze Phase ist unser kleines Community-Chapter wieder komplett.
Am 27.12. wird Antonia für „einige Wochen“ nach Deutschland reisen, am 15.01. gehen dann Guido und Ilona bis etwa Anfang März in die Heimat.
Na, und vermutlich ahnt ihr es schon – auch Sibylle wird Ende Januar noch einmal zu ihrer Tochter fahren.

Warum das schon wieder? Nun, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass am 20.12. der kleine Fred das Licht der Welt erblickt hat – unser Enkel #9.
Sibylle lässt es sich nicht nehmen, zeitig ihre Aufwartung zu machen.

Es scheint, als begänne das neue Jahr turbulent – aber noch ist es ja nicht soweit.

Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass auch NESSAJA ein paar kleine Blessuren abbekommen hat…

Der alte Rettungskragen hat ausgedient – der war ohnehin hinüber
Schade – mein „blue-performance“ Outboardcover war alt aber noch gut. Das muss ich ersetzen

Sibylle und ich gehen den Steg entlang und werfen dabei einen Blick auf Hans Peters LIBERTÉ – hier scheint alles ok, nur das Beiboot ist aufgedeckt.
Es scheint, als hätten die Befestigungen der Abdeckung nicht standgehalten.

Das hat Zeit bis morgen…

Im Großen und Ganzen alles ok

In diesem Moment habe ich noch nicht in die Masten geschaut – meine Blicke galten den Fenstern und Luken.
Später werde ich feststellen, dass bei fast allen Booten die Verklicker im Mast zerstört waren – leider auch bei unserer NESSAJA, auch hier werde ich für Ersatz sorgen müssen.

Und was ist nun mit Klicker? Nun, den hat es ganz schön erwischt! Die rechte Wagenseite musste dem Unwetter Paroli bieten und wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Waren die alten Hagelschäden noch eher Minidellen, welche man nur im Gegenlicht gesehen hatte, so zeigen sich nun kleine Beulen an der rechten Seite – von hinten bis vorne 😦

Lässt sich nicht gut fotografieren – aber Klicker hat gelitten, schade drum

Später werden viele fragen, ob ich nicht eine Teilkasko hätte. Nein, habe ich nicht!
Das ist nicht so meine Mentalität, schon gar nicht, wenn es um ein 2.000.-€ Auto mit 380.000km geht.
Zudem wurde Klicker schon einmal mit Hagel abgerechnet, hier wäre wohl nichts mehr zu machen.

Ich wiederhole mich – es ist schade, aber ich ärgere mich nicht. Ein Grund mehr, nie wieder ein hochwertiges Auto zu fahren.
Unseren Freund Thomas erwischt es schlimmer, sein neuwertiger Fiat bekommt auch seine Packung Dellen, hier ist es mehr als ärgerlich.

Hans Peters Frau Petra hatte zum Unwetter geschrieben, dass sie uns ein schönes Weihnachtswetter gewünscht hätte.
Bei ihnen sei es zwar sehr kalt, aber das Wetter generell sei schön.

Ich antwortete, dass ich fast überzeugt bin, dass wir in einer Stunde auch wieder Sonnenschein haben – und ich sollte Recht behalten!

Eine Stunde nach dem Unwetter – freundliches Wetter für den Rest des Tages

Sibylle und ich verbrachten den Vormittag des 25.12. damit, die Schiffe der Freunde auf Schäden abzuchecken.

Bei unserer Runde fiel uns allerlei Skurilles auf – so hatte der Hagel zum Beispiel genug Kraft um auf einem Schiff den kleinen Container der „Jon-Buoy“ Rettungsboje aufzuschlagen, welche in der Folge ausgelöst hatte.

Wir fotografieren das und melden es dem Office, vielleicht kann man das System retten

Natürlich galt unser erster Kontrollblick dem mir anvertrauten weißen Riesen – ich war echt besorgt, dass es auf ELOWYN Bruch gegeben haben könnte.

Wir sehen also nach dem Rechten und gehen die Leiter hoch an Deck. Auf dem ersten Blick alles ok, alle Fenster und Luken heil – und dennoch trauten wir unseren Augen kaum…

Ein mit Eisschnee bedecktes Laufdeck
Das waren richtige Mengen
Ich mache einen ersten Kontrollblick in den Mast – ein Fähnchen am Verklicker ist weg

Dieses Verklickerthema wird uns von nun an begleiten. Wir kontrollieren bei allen Schiffen den Verklicker, ein vergleichsweise günstiges Ersatzteil, außerdem noch die elektronische Windfahne, welche eher kostspielig wäre.

Zum Glück sind die Windfahnen bei fast allen Buddyboats heil geblieben – anders die Verklicker.
Hier hat der Hagel für ein „Leros Verklicker Massacree“ gesorgt. Ich habe einige Bilder gemacht und die Freunde im Laufe des Abends verständigt.

Ansonsten war auf ELOWYN alles ok. Im Cockpit und auch im Schiff gab es keine Beanstandungen – das war eine gute Nachricht.

Hagelkörner auch hier, aber keine Beschädigungen

Wir verlassen unser Patenschiff und ziehen weiter. Wir gehen als nächstes an den D-Ponton, dort haben die meisten unserer Freunde ihre Schiffe liegen.

Gleich am Anfang der Pier, stellen wir fest, dass bei JASPER der Deckel des Windgenerators und eine Seitenscheibe der Kuchenbude daran glauben mussten.
Keine immensen Schäden, aber dennoch gut für den Eigner zu wissen, es können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Das Loch in der Scheibe werden wird notdürftig flicken, die Abdeckung bringt Uli mit

Als nächstes sehen wir bei INSPIRATION vorbei. Auch hier gilt mein Blick den Luken, Fenstern und dem Masttop – auch hier wiederholt sich die Story.

Die Fenster und Luken sind ok, das ist das Wichtigste. Im Masttop ist der Verklicker beschädigt und im Cockpit hat es die Abdeckung der Steuersäule kaputt gemacht.

Hier reicht dem Eigner eine Information, denn die Eignergemeinschaft wird im Februar für ein paar Refitarbeiten eintreffen, dann können diese kleinen Schäden gleich mit repariert werden.

Die Abdeckung der Steuersäule hat ihre Lebensgeister ausgehaucht
Dem Verklicker fehlt ebenfalls ein Fähnchen

Übrigens habe ich natürlich bei allen Booten nach den Solarfeldern geschaut.

Weder bei NESSAJA, noch bei ELOWYN oder den Schiffen der Freunden, hat es Schäden an den Sonnenkollektoren gegeben.
Das war per se eine sehr gute Nachricht!

Sibylle und ich ziehen weiter, als nächstes sehen wir nach Martins STENELLA – sie wird zu meinem Sorgenkind des Tages.

Bereits beim ersten Hinsehen zeigt sich ein sehr großer Wassersack am Bimini, das Gestänge ist bereits verbogen.
Es muss eingeschritten werden – ich verschaffe mir Zugang zum Schiff.

Man sieht mit einem Blick – hier stimmt etwas nicht
Von Deck aus wird der Schaden deutlicher

Ich steige über und fliege fast der Länge nach hin – wie bei allen Schiffen ist auch Martins Kutter ziemlich vereist, die projektilartigen Eiskugeln liegen zentimeterhoch am Laufdeck.

Leider ist der Belag darunter recht rutschig, ich kann mich gerade noch abfangen…

Fast hätte es mich gewaffelt
Ich erkämpfe mir den Weg in die Kuchenbude
Von hier aus kann ich den riesigen Wassersack entleeren

Bei dem kleinen, schnuckeligen Kutter hat es eine Scheibe der Sprayhood zerlegt – ich bin überzeugt, dass es keine gute Idee war, das Cockpitzelt stehen zu lassen und unterrichte Martin entsprechend.

Wir beschließen ad hoc, dass ich die Kuchenbude während der nächsten Tage abbaue.

Es muss eine neue Scheibe eingebaut werden
Überall tropft es – ich komme nicht ungeschoren davon

Die „Aktion Sorgenkind“ ist rasch beendet, ansonsten ist auf STENELLA alles ok. Die Schäden sind nicht gravierend, aber es besteht der größte und auch ein akuter Handlungsbedarf.

Hier müssen Sibylle und ich umgehend ran – aber nicht mehr heute!

Ach ja, einen kleinen Schaden gab es auch hier noch – und ihr könnt erraten was…

Bei Martin hat es alle Fähnchen abgefetzt

Last not least sehen wir im Vorbeigehen bei ALENA nach dem Rechten. Hier sieht alles gut aus – außer dem Verklicker, klar oder???

Als ich das an Rosi melde, erfahren wir, dass sie auf dem Weg hierher ist und bereits morgen ankommen wird.

Na das sind ja gute Neuigkeiten! Das wird ein sehr nettes Wiedersehen.

Auf ALENA ist alles top…
…bis auf – genau, den Verklicker!

Am Nachhauseweg kommt auf einmal Sibylle zwischen den Schiffen hervor – „…was ist das? Habe ich unter Bennos CARPE DIEM gefunden!“

Ich erkenne das zerborstene Teil auf Anhieb – wie auch Uli ist Benno der Nabenabdeckung seines Windgenerators verlustig gegangen.
Nun, vielleicht können die Beiden ja eine Sammelbestellung starten…

Man sieht schon, da ist nix mehr zu retten

Nun müssen wir uns aber sputen – ich werde die kleinen Schäden an die Eigner durchgeben, aber erst am Nachmittag.

Jetzt müssen wir los, wir haben eine Verabredung zum Festtagsdinner im „To Steki“ – Thomas und Paola haben einen Tisch für die Marinabewohner reserviert und wir schließen uns gerne an.

Bezüglich der Boote der Freunde war der heutige Vormittag ein Schnelldurchlauf, ich befürchte, ich werde da nochmal ran müssen.

Ilona und Guido warten schon vor dem verbeulten Klicker, gemeinsam fahren wir nach Alinda.

Wir essen hervorragend und sitzen lang zusammen

Dimitris hat wieder hervorragend gekocht – bei ihm schmeckt es uns immer.
Wir schlemmen was das Zeug hält und haben einander dabei viel zu erzählen – neue Bekanntschaften werden geknüpft oder gefestigt.

So ist es kein Wunder, dass die Zeit vergeht wie im Flug. Es war schon nach 16.00 Uhr als wir wieder zurück in die Marina fuhren.

Die Sonne schickte sich bereits an unterzugehen, es war ein spektakuläres Finale eines aufregenden Tages.

Die Marina im Sonnenuntergang
Wir ziehen uns zurück in unsere Schiffe

Apropos Sonnenuntergang – vor ein paar Tagen war ja Wintersonnwend. Das ist per se jetzt nicht so wichtig, aber das Gefühl ist ob der länger werdenden Tage schon anders – es geht „rauswärts“, das Gröbste scheint geschafft.

Bezüglich der Tageszeiten mag das stimmen, doch unsere Erfahrung sagt, dass dies bei Wetter und Temperaturen nicht zutreffen muss.
Ich befürchte, dass „der Winter auf Leros“ erst noch kommt.
Müsste ich einen Tip abgeben, ich würde auf Februar tippen, letztes Jahr war es erst im März so weit.

Der nächste Morgen beginnt mit einem entspannten Frühstück. Das Wetter ist fein, wir erwarten Temperaturen um die 16°C, es ist kein Regen gemeldet.
Obwohl es der zweite Weihnachtsfeiertag ist, hole ich mir das ok von Sibylle, an ELOWYN arbeiten zu dürfen.

„Kein Problem“ höre ich sie sagen „dann gehe ich wandern!“ – schwupp und weg war sie.
Von unterwegs schickt sie einige Impressionen.

Blick über die Vromolithos Bucht auf das Kastell und die Windmühlen
Sibylle begegnet zwei Eseln
Leros blüht im Dezember

Als Sibylle zurückkehrt, war ich gerade fertig mit dem zweiten und letzten Epoxi-Primer Anstrich an ELOWYNs Rumpfdurchbrüchen.

Die beigen Flecken haben nun alle Zeit zu trocknen, ich plane nicht, das Antifouling vor März zu streichen.
Die Arbeiten am Unterwasserschiff sind aus meiner Sicht abgeschlossen, der Zeitdruck weicht von meinen Schultern.
Ab jetzt kann ich meine Arbeiten an meinem Patenschiff frei planen, im Innenraum bin ich unabhängig.

Da es gerade Mittag geworden war, beschließen Sibylle und ich noch etwas an den Booten der Freunde zu tun.
Es waren am gestrigen Nachmittag noch einige Fragen und Bitten aufgetaucht, diese wollten wir gleich heute erfüllen.

Ich fackle nicht lang – eine zweite „Aktion Sorgenkind“ und STENELLAs Kuchenbude ist abgebaut

Wir gehen zuerst zu STENELLA. Der Grund hierfür war unsere Hoffnung, dass die Kuchenbude inzwischen trocken sein sollte und wir diese sofort abbauen und verpacken können.

Das hat nur fast geklappt, denn das Dach war noch etwas feucht. Wir mussten dieses zum Trocknen auslegen.

Die anderen Teile hatten locker Platz in der Backskiste. Dort haben wir selbige locker verstaut.

Platz ohne Ende

Inzwischen war Rosi von der ALENA tatsächlich angekommen. Wir begrüßten uns herzlich und die stolze HR Besitzerin kam gleich für einen Klönschnack zu uns ans Heck.

Das war fein, so ließ sich die Wartezeit gut überbrücken.

Wir quasseln ein bisschen mit Rosi, es gibt viel zu erzählen

Obwohl die Sonne mit aller winterlichen Kraft auf das feuchte Zelttuch scheint, dauert das Trocknen des Bimini länger als erwartet.

Sibylle und ich beschließen eine Kaffeepause einzulegen, welche auf dem Heimweg spontan in eine „Glühweinpause“ umgewidmet wird.

Wir fotografieren STENELLA um dem Skipper ein Bild zukommen zu lassen – „…einpacken werden wir später, aber die Kuchenbude ist gerettet! Abbau erledigt!“

Zurück kommt eine kurze Antwort – „Daumen hoch – ich rufe später mal an!“

Da müssen wir später noch aufräumen, aber die Arbeit ist gemacht

Auf NESSAJA trinken wir Beide zwei Becherchen Glühwein und essen Christstollen dazu.
Das macht beschwingt und gutgelaunt 😉 – so würde die Arbeit sicher besser von der Hand gehen.

Was machen wir noch? Ich neige zum Faullenzen und möchte nur noch auf STENELLA zusammenpacken und dann mit Martin telefonieren.

Sibylle plädiert dafür, heute schon so viel wie möglich wegzurackern.
„wir könnten Hans Peters Dinghy einpacken und das Loch in Ulis Scheibe kleben!“

Happy wife, happy life! Ich folge ihren Ideen – also auf zu LIBERTÉ und den nackigen Schnulli wieder ordentlich eingepackt!
Das gelingt recht flott – bald schon können wir Vollzug melden und senden dem Freund im Saarland ein Bild.

Das Beiboot von LIBERTÉ ist wieder ordentlich geschützt

Weil wir am Weg zu Ulis JASPER auch noch an Bennos Schiff vorbeikommen, sehen wir auch dort vollumfänglich nach dem Rechten.

Es wird doch nicht mehr als die Nabenabdeckung des Windgenerators kaputt gegangen sein?

Es zeigt sich – nein, alles andere ist in bester Ordnung. Ach, doch – eine Sache…
Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass auch auf der CARPE DIEM die Windex vom Hagel zerschossen wurde???

An Deck von Bennos Dampfer ist alles ok
Hier fehlt die Kappe – das waren die Trümmer die Sibylle fand
Und auch hier hat es die Windex zerlegt

Auf dem Weg von CARPE DIEM zum D-Ponton finden wir einige Windex Teile.
Ich bin sicher, dass wir bei entsprechender Suche einen ganzen Haufen zusammentragen hätten können – aber es reicht auch so…

Überall liegen diese Reste

Ein zweites Mal an diesem Tag gehe ich auf STENELLA – ich mache das Deck klar, verpacke das letzte Teil der vielteiligen Kuchenbude und schicke mich gerade an, das kleine rote Schnuckelschiff zu verlassen.

Da erreicht mich eine Nachricht von Martin, mit ihm hatte ich ein Telefonat für 16.00 Uhr vereinbart.
„Bin früher zuhause, sollen wir jetzt telefonieren?“
Ich antworte kurz – „Ja, klar, bin ohnehin gerade an Bord von STENELLA!“

Das Telefon klingelt umgehend…

Wir schnacken ein Weilchen, auch über die unglückliche Kuchenbude, sind uns aber gemeinsam einig, dass das Problem nun gelöst ist.
„Weil ich gerade da wäre…“ bittet Martin mich um ein Foto seines Motors, er mache gerade einen Online Motorkurs, zudem um einen kurzen Kontrollblick auf die Batteriespannung.
Beidem leiste ich umgehend Folge…

Batteriespannung 13,8V
Und ein Bild von seinem Motor

Ich schmunzle in mich hinein – ein Online Motorkurs also. Na wenn das nix ist.
Und repariert wird mit virtuellem Werkzeug? Die Ersatzteile aus KI Beständen?
Nein, da habe ich Zweifel – es gibt wenig Dinge die analoger und hemdsärmeliger sind, als die Reparatur und Wartung eines alten Dieselmotors.

Es wäre gut, wenn Martin jemand kennen würde, der ihm das mal „in natura“ zeigen könnte – ich muss mal nachdenken…
Ach, da fällt mir doch schon jemand ein 😉

2016 bei ABC in München – ich war damals Kursleiter für Motorenkurse für Fahrtensegler, es galt Beruf und Hobby zu verbinden

Lieber Martin – wenn Du wirklich in die Motorentechnologie abtauchen willst, dann lass´ ich mir etwas für dich einfallen! Versprochen… 😉

Fertig, an der roten Wanderer 40 habe ich alles erledigt was zu erledigen war. Ich bin überzeugt, dass sie jetzt nach Stürmen oder schweren Regenschauern, keine Probleme mehr machen wird.

Eigentlich reicht es für heute, aber eine Aufgabe steht noch an – das Kleben der eingerissenen Seitenscheibe an JASPER.
Dies ist allerdings eine schnell zu erledigende Aufgabe.

Sibylle geht über die Planke und öffnet sich den Weg in das Cockpit, ich dagegen gehe an Deck und verklebe von außen.
Mit „einem Streifen Klebeband“, wie Uli meinte, war es nicht getan – aber ein paar Lagen Panzerband sollten bis zum Frühjahr reichen.

Ich drücke von außen an…
…Sibylle verklebt und verpresst von innen
So passt das

Das war´s – Feierabend! Ich versuche noch kurz, an ALENA bei der Inbetriebnahme der Gasanlage zu helfen, dies scheitert aber an einem Ersatzteil.

Rosi schaut mich traurig an – kein Kaffee, kein Tee? Was für ein erbärmliches Dasein!
Dem kann Abhilfe geschaffen werden – wir laden sie zu uns ein, ich trinke mit ihr einen weiteren Humpen Glühwein und wir laben uns an Stollen.

Nebenbei mache ich ihr eine Thermoskanne Tee und eine Frenchpress Kaffee. Sie leiht sich unser Induktionskochfeld und sollte somit versorgt sein bis morgen.
Morgen kommt Karl an und kann mit ihr das fehlende Ersatzteil beschaffen und die Anlage in Betrieb nehmen – Tag gerettet.

Sibylle und ich lassen den Abend nach dem Essen, es gibt Reste von Heiligabend, bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Am nächsten Morgen machen wir sehr zeitig eine Besorgungsfahrt – und trauen unseren Augen kaum!

Das Katzenhotel ist fertig – und es ist fantastisch geworden

Antonia und Alex haben ihr Katzenhaus fertig gestellt. Man sieht beim ersten Anblick, dass sie eine Menge Zeit und Mühe investiert haben, um „Schrott wieder flott“ zu machen.

In jedem Fall ist es ein toller Unterschlupf für die Maunzer geworden, gerade rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit.

Wir hatten nicht viel Zeit für unsere Einkäufe, denn mittags waren wir als Taxi gebucht.
Wir würden unsere Freunde Brigitte und Hans am Flughafen abholen und bei dieser Gelegenheit Antonia gleich mit zum Airport nehmen.
Sie fliegt heute ab und wird für einige Wochen zuhause verweilen.

Pünktlich kommen wir am kleinen Leros Airport an, es ist ganz schön was los. Aus Athen haben wir die Nachricht, dass sich der Flieger wegen des Windes verspäten wird.
Unsere Freunde aus Österreich halten uns stets auf dem Laufenden.

Der Parkplatz ist fast voll…
…aber ich finde ein Plätzchen für „Klicker“

Es kam wie es kommen musste – wegen des starken Windes wurde der Flug letztlich abgesagt und auf den Folgetag verschoben.
Die Freunde werden in Athen in einem Hotel untergebracht, Antonia nehmen wir kurzerhand wieder mit nach Hause.

Weil es gerade passt, machen wir für den Abend ein gemeinsames Dinner mit dem A-Team im „Gia Sena“ aus.

Beim Gedanken an Essen fällt mir Silvester ein. Heute hat das „Navarone“ sein Silvestermenü online gestellt.
Bei uns bleibt ein fader Beigeschmack, es ist relativ teuer und es gibt keine Optionen für Vegetarier, was für Caetlin und Ben ein Ausschlusskriterium ist.

Ok, zugegeben, es liest sich lecker

Da wir so etwas schon geahnt hatten, zudem wussten, dass das „To Steki“ bereits ausgebucht war, hatte ich vor zwei Tagen auf Verdacht einen Tisch für zehn Personen im „Metzes“ reserviert – ich war heilfroh!

Glaubt es oder nicht, just in diesem Moment trifft eine Nachricht auf meinem Mobiltelefon ein – „Sorry Mario, we are overbooked. You can have the table, but you have to leave at 21.00!“

Ne, das wollen wir nicht! Um 21.00 Uhr wollten wir kommen, nicht gehen. Stamatis und ich schreiben ein paarmal hin und her – vorwurfsfrei, respektvoll, freundschaftlich.
Dennoch war klar, dieses Angebot würde ich nicht annehmen – ich storniere meine Reservierung.

Und jetzt???
Wir rufen unsere F-Ponton Community zu einem „Beratungsbier“ unter die ANAHITA zusammen.

Es zeigt sich, es gibt kaum Alternativen – ich wage kaum, einen Geistesblitz auszusprechen…
„Was wäre, wenn wir alles was wir brauchen zum Haus hochfahren und dort feiern bis zum Abwinken?“

Begeisterung! So machen wir es! Eine Idee war geboren.
Diese werden wir morgen noch mit Brigitte und Hans abstimmen, die beiden werden wir nämlich morgen WIRKLICH vom Airport abholen.

Es ist kalt am Morgen, zum ersten Mal sehen wir einstellige Tagestemperaturen

Der Wecker war gestellt, Sibylle und ich trinken gerade unseren Tee beziehungsweise Kaffee und warten dabei auf das Signal aus Athen.

Dieses kommt mit 20 Minuten Verspätung, dafür gepaart mit der berechneten Flugzeit von nur 40 Minuten statt der obligatorischen Stunde.

Wir setzen Antonia in Bereitschaft – „…Abfahrt in 10 Minuten, wir treffen uns am Auto!“
Dann beladen wir Klicker ein zweites Mal – Antonia hat die Kätzchen Feivel und Aria im Handgepäck, dazu ihr Reisegepäck.

Auch Klickers Thermometer zeigt unverholen den einstelligen Temperaturwert – igitt

Kurz vor der Abfahrt überreichen Antonia und Alex und noch ein kleines Geschenk.
Das ehrt und beschämt uns gleichermaßen, stehen wir doch mit leeren Händen da.
Trotzdem, als wir es nach unserer Rückkehr öffnen und die Karte lesen, sind wir sehr gerührt – DANKE ihr Beiden!

Da bleibt uns nurmehr ein dickes DANKESCHÖN auszusprechen

Diesmal klappt alles! Wir bringen Antonia just in time zum Flughafen, bleiben noch bei ihr, bis alles eingecheckt ist.
Wir hätten unterstützen können, für den Fall, dass irgendetwas mit den Katzen nicht geklappt hätte.

Dies war nicht nötig und so haben wir und herzlich verabschiedet, als die junge Frau den Sicherheitsbereich betrat – auf Wiedersehen im März…

Dann nix wie los, wir gehen die 20 Meter bis in den Ankunftsbereich und sehen auch schon Brigitte und Hans über das Rollfeld laufen.
Man sieht ihnen die Vorfreude richtig an.

Willkommen zurück
Wir freuen uns, dass die Freunde zurück sind

Erst einmal ein großes Hallo, dann gilt es das Gepäck der beiden in den Audi zu laden.
Am Weg zu deren Haus, weihen wir die Freunde in die neuen Silvesterpläne ein.

„Super…“ höre ich Brigitte sagen, „…voi klass´ aber dann machen wir die Party doch gleich bei uns im Haus!“

Ok, völlig neuer Aspekt! Unser Haus in Plaka wäre eine coole Location gewesen – ein unbewohntes Haus nur für die Party zu nutzen hätte etwas Besonderes gehabt. Eine „Vereinnahmung“ jenseits des Üblichen.

Umgekehrt ist bei den beiden Österreichern natürlich alles an Infrastruktur und Ausstattung vorhanden und gegeben.
Das Fest wäre besser und einfacher zu organisieren und vielleicht auch komfortabler.

„Wenn es euch wirklich nix ausmacht???“
In diesem Moment legen wir fest, dass unsere Silvesterparty in Crithoni stattfinden wird.
Die „glorreichen Sieben“ vom F-Ponton werden zusammen mit der Crew der BARCASO das Jahr 2026 entsprechend begrüßen.

Wir setzen die Beiden zunächst einmal zuhause ab, vereinbaren uns für eine erste Besprechung nebst Vorstellungsrunde am Nachmittag und Sibylle und ich laden die Freunde zum Dinner an Bord der NESSAJA ein.

Dann gehen Sibylle und ich erstmal frühstücken.

Bei „Mikes“ gibt es ein Tiropita und einen Cappuccino

Heute wird zuhause gekocht. Da wir jetzt noch Gäste haben, müssen wir ein wenig aufstocken und somit einkaufen gehen.

Auf Leros ist es so, dass wenn nach Weihnachten ein Wochenende kommt, die Läden am Sonntag stundenweise offen haben.

Wir können also in den Supermarkt gehen und unsere Einkäufe noch einmal etwas pimpen, dann sollten wir für heute abend safe sein.

Weihnachten ist vorüber, wir sehen dem Jahreswechsel entgegen – auch das Haus in dem der Nikolaus die Wünsche der Kinder annimmt ist zwischenzeitlich verwaist.

Der Nikolaus ist wieder nach Hause gereist, die Weihnachtszeit ist vorüber

Als wir auf NESSAJA zurückkehrten, wäre ja eigentlich schon fast Kaffeezeit.
Bevor wir uns aber gemütlich an den Tisch setzen konnten, hatten wir noch eine Kleinigkeit auf unserer Liste – wir waren heute mit Eva und Mario von der SAGITTA zum Videocall verabredet.

Nachdem die Beiden Leros verlassen hatten, haben wir regelmäßig telefoniert um unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Beim nächsten Besuch in der alten Heimat, wollen wir uns in Österreich treffen.

Es gab viel zu erzählen…

Fast eine Stunde haben wir palavert

Jetzt aber – eine Tasse Kaffee und etwas Süßes bescheren uns neue Lebensgeister.

Weil wirklich noch viel Tag übrig war, habe ich mir fest vorgenommen, dass ich noch ein bisschen was schaffen möchte.
Meine Idee ist, dass ich auf ELOWYN die restlichen Ventile einklebe um endlich einen Haken an diesem Thema zu haben.

Sibylle hilft mir zu Anfang, hat sich dann aber die Reparatur unserer Insektengitter auf die Fahne geschrieben.
Diese sind durch den Hagel zwar nicht beschädigt wurden, aber das Netz hat deutlich gelitten – es wird Zeit für Ersatz.

Inventur der übrigen Teile – Altteile…
…und Neuteile

Zunächst halte ich alle übrigen Teile fotografisch fest und biete sie in unserer DIY Gruppe an.
Wir helfen uns gegenseitig mit Rat und Tat, sowie mit übrigen Teilen und angebrochenen Montagematerial.
Das ist eine sehr hilfreiche und Geld sparende Organistion.

Dann prepariere ich meinen Arbeitsplatz, richte alles her und starte mit dem Einkleben der noch ausstehenden Ventile.

Die hier liegenden Teile müssen noch verklebt werden

Diese Arbeit wird mich heute und auch noch den morgigen Tag beschäftigen, denn aufgrund der Trockenzeiten können nicht alle Teile in einem Arbeitsschritt montiert werden.

Zudem ist es mehr Arbeit als man denkt – erst ein Trockeneinbau, dabei wird die Umdrehungszahl und die finale Stellung des Hebels festgestellt und notiert.

Dann muss der Primer aufgetragen werden und nach dessen Ablüftzeit erfolgt die finale Verklebung mit SIKA 291i – danach gibt es nichts mehr zu rütteln.

Dieser Schritt muss sitzen, es ist der, bei dem mit den gebrauchten Ventilen eine falsche Entscheidung im Klebeprozess zum Desaster geführt hatte.

Zielbild – das Komplettset ist final verklebt, der Hebel in der festgelegten Position

Damit nicht genug – das Problem beim letzten Mal, war ja zuwenig Kleber für das ausgeleierte Gewinde.
Dies soll nicht noch einmal passieren, daher bin ich mit dem Dichtkleber eher großzügig.

So ist es normal, dass Überschüsse beim Verschrauben aus dem Gewinde gedrückt werden.
Es gehört also zum sorgfältigen Einbau, dass außen herausquellender Kleber ordentlich abgeputzt wird und dabei der Gewindeausgang auch nochmal abgedichtet wird.

Leider wird aber Kleber auch nach innen gedrückt. Ich muss also vor dem Anvulkanisieren nach unten und muss Kleberüberschuss aus den Rumpfdurchbrüchen pulen.

Blick von außen nach innen – das muss alles raus

Immer wenn ich unten über den Sandplatz der Marina gehe, fallen mir die Fähnchen der durch den Hagel zerstörten Verklicker auf.

Ich sammle diese Fähnchen um später an NESSAJA und ELOWYN den Verklicker reparieren zu können und um Freunden gegebenenfalls diesbezüglich aushelfen zu können.

Inzwischen habe ich acht Stück
Es ist aber auch viel Bruch dabei – ab in die Tonne

Leider konnte ich das Ventilprojekt am zweiten Tag nicht ganz abschließen – ein Ventil macht Kummer!

Das 1 1/4 Zoll Set des Generators hat merklich mehr Spiel im Gewinde als alle anderen Größen – so viel, dass ich nicht ohne Absicherung verkleben möchte.

Ich probiere also neben meinen Neuteilen, baugleiche Neuteile aus Alex´ Ersatzteilkiste aus – das gleiche Dilemma.
Ich entscheide, dass ich dieses eine Ventil zurückstelle und eine Mail an TruDesign schreibe.
Ich werde die Antwort abwarten und dann erst dieses eine, letzte Ventil montieren.

Die gesparten Minuten verwende ich, um den Einbau der FRITZ!Box zu starten.
Es wird, wie auf NESSAJA, eine vom Typ 6820LTE zum Einsatz kommen, welche mit einer Cosmote Prepaid Datenkarte laufen soll.

Die Wahl fiel seinerzeit auf diese FRITZ!Box, weil sie zum einen kompakt ist, zum anderen direkt mit 12V betrieben werden kann.
Dafür wird einfach der Trafo abgeschnitten und das Kabel an die Bordelektrik angeschlossen.

Ich breche den Trafo auf – welches ist +, welches –

Fertigstellen werde ich diese Arbeit an einem anderen Tag, heute möchte ich den Einbau nur vorbereiten.

Das ist eine Aufgabe für einen Regentag – und die sollen kommen! Es ist also ratsam, erst alle Arbeiten an Deck oder am Rumpf abzuschließen.

Bei ELOWYN ist dies soweit geschehen, daher beschließe ich diesen Arbeitsplatz zu verlassen und noch eine Stunde auf meinem Schiff zu werkeln.
Als ich im Cockpit von ELOWYN stand, bot der Himmel eine beeindruckende Szenerie – der Regen wird kommen, aber wann???

Ich liebe dieses Farbenspiel

Im Cockpit von NESSAJA steht immer noch der große Karton von „ropetec“.
Ich hatte bisher nur geschafft, dass ich die Dirk einziehe. Seither steht der Monsterkarton eigentlich mehr im Weg – dies wollte ich vor dem nächsten großen Regen noch erledigt wissen.

Also nehme ich mir vor, dass ich heute noch ein Fall auswechseln werde – und das schaffe ich auch!
Bis zum Sonnenuntergang habe ich das Arbeitsfall getauscht – für heute ist das Tagwerk erledigt!

Das alte Fall verwahre ich
Heute verschont uns der Regen

Zur Zeit essen wir eigentlich immer zuhause. Sibylle kocht uns jeden Tag etwas Leckeres und wir schlemmen gemeinsam.

Das selbstgekochte Essen ist meist gesünder und in jedem Fall günstiger als die Einkehr in den Tavernen.

Heute gibt es Spaghetti Bolognese und ich freue mich richtig. Dementsprechend haue ich rein, denn das einfache italienische Gericht gab es lange nicht mehr.

Danach ist Medienzeit angesagt, ein bisschen Facebook, danach eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Reihe „wunderschön“.
Sibylle ist noch auf Facebook, da schlägt sie Alarm, „…ach Du Scheiß, der Metzger schreibt, dass die Annahme für Bestellungen für Silvester abgeschlossen sei!“

Wir beschließen, dass wir unserer Fleischbestellung am kommenden morgen die allerhöchste Priorität 2 verleihen!
Priorität 1 ist dauerreserviert – für den Morgenkaffee! An dem wird nicht gerüttelt.

Edelmetzger „Hatzigrigoriou“ ist die erste Adresse unserer Einkaufsfahrt

Es klappt! Wir haben zwar schon eine größere Bestellung für ein BBQ mit 9 Teilnehmern, ok eigentlich 7, aber wir möchten eher normale Fleischstücke haben.

Das sei kein Problem, man nimmt unsere Bestellung an und lässt uns wissen, dass zum 31.12. alles fertig gepackt sein würde.

Perfekt, das Wichtigste ist unter Dach und Fach, ab jetzt können wir ganz gemütlich unsere Einkaufsrunde fahren.

Zurück in der Marina fällt uns auf, dass auch an Emanuels RUKIPE der Deckel vom Windgenerator abgeschlagen ist,
Ich mache ein Bild und informiere den Nachbarn.

Auch hier nur ein geringer Schaden, aber der Eigner soll es wissen

Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine zwei Fallen für die Vorsegel einzuziehen.

Dies gelingt problemfrei, sowohl das Fockfall als auch das Genuafall sind jetzt im Mast montiert und können bei nächster Gelegenheit eingesetzt werden.

Die alten Fallen werden zunächst noch gesammelt, ich werde sie brauchen, um im letzten Schritt der Erneuerung des stehenden Guts den Mast ausreichend abzuspannen und zu sichern.
Nicht zuletzt deshalb sollte dieser Schritt daher zeitnah finalisiert werden, jetzt kann ein Haken ran.

Fock- und Genuafall sind ersetzt – das Großfall steht noch aus
Die alten Fallen werden nach der Erneuerung des stehenden Guts entsorgt

Etwas mehr Arbeit wird das Großfall machen. Um dies zu ersetzen, muss das Großsegel gezogen werden und für einen kurzen Moment abgeschlagen werden.

Das kann nur geschehen, wenn es windstill ist und auch nur, wenn der Großbaum nicht mehr auf dem Cockpitdach aufliegt.
Dies wollen wir nicht erzwingen, deshalb findet das noch verbleibende Fall seinen Platz im Schiff, der riesige Karton kann endlich entsorgt werden.

Sibylle war währenddessen wieder mit den Insektengittern beschäftigt, auch sie kommt gut voran…

Das neue Gitter wird zugeschnitten und fixiert
Dann kann es vernäht werden

Diese Arbeit ist zeitraubend und wird sich noch über die nächsten Tage hinziehen – aber der Anfang ist gemacht, der Rest ergibt sich.

Auch der Wind wird uns in das neue Jahr begleiten. Das Wetter ist freundlich, aber wechselhaft.
Es gibt kleine, kurze Schauer, dazu weht beständig ein kräftiger Wind. Die Temperaturen sind windabhängig – bläst er aus Süd, hat es durchaus 15°C oder auch mal mehr, pfeift es aus Nord, dann fällt das Quecksilber unter die magische 10°C Marke.

Zusammen mit dem Wind ergibt sich ein sehr unguter Chill-Faktor, mir klappern regelmäßig die Zähne – es ist Winter auf Leros.

Spitzen mit knapp 50kts, der Mittelwind pendelt so um die 30kts.

Der Wind meint es wirklich nicht gut mit mir. Nach dem Hagel, welcher meine eigentliche Außenborder-Abdeckung zerschossen hat, hatte ich umgehend meine Winter-Ersatzabdeckung montiert.

Durch Aeolus´ Atem aber, wurde auch diese innert einer Nacht in die ewigen Jagdgründe befördert.
Zugegeben, sie war schon alt und sicher auch durch UV-Bestrahlung beansprucht – aber dass sie dem Wind keinerlei Paroli bieten würde, damit habe ich nicht gerechnet!

Ein Neukauf bleibt mir nicht erspart

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen! Sibylle und ich machen uns auf die Socken, um die restlichen Besorgungen zu erledigen.

Zunächst holen wir unsere Fleischbestellung beim Metzger ab, diese wollen wir umgehend zu Brigitte und Hans bringen, um das Grillgut dort kühl zu lagern.

So, das hätten wir – der Anfang ist gemacht

Weil einer der möglichen Wege nach Crithoni direkt an unserem Haus vorbeiführt, liegt es auf der Hand, dass wir die JBL Partybox auch gleich mitnehmen und diese im Haus der Freunde abliefern.

Ich glotze, wie eigentlich immer, fassungslos auf meine Garagenwand. Diese sieht aus wie nach einem Beschuss mit einer abgesägten Schrotflinte.
Auch heute gesellen sich neue Löcher dazu, eines davon hat eher die Optik eines 9mm Geschosses.

Wie erkläre ich das dem Nachbarn

Ich lächle darüber – noch! Ich gebe offen zu, dass ich bei so etwas eine kurze Lunte habe und das überhaupt nur wegstecken kann, weil ich schon seit fünf Jahren auf dieser Insel lebe.

Das griechische „siga-siga“ hat schon abgefärbt, dies schadet in manchen Situationen nicht.

Aber – ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wüsste, dass so eine Kleinigkeit zum Zünglein an der Waage werden könnte.
Was liegt also näher als einen Plan-B zu erdenken? Ein „was-wäre-wenn-Szenario“ für den Fall, dass mir meine Nachbarn so auf den Sack gehen, dass sich mein ohnehin vorhandener Wunsch durchsetzt, auf einem Segelboot zu leben?

Nun, dann könnte man sich doch mal umsehen 😉 – ich spoilere mal – der Blog bleibt spannend, ich hätte da was im Auge (der Name stünde schon fest)!
Hab´ ich das jetzt wirklich geschrieben? Ach, ich Dummerchen, das hätte doch geheim bleiben sollen! Interpretiert da nicht zuviel rein, alles nur Tagträumereien…

Zurück auf den richtigen, den durch Sibylle vorgegebenen, Kurs komme ich, als wir bei Brigitte und Hans ankommen – es gibt einen Kaffee aus der neuen Maschine.

Liebevolle Details heißen Besucher willkommen
Sehr einladend – hier feiern wir ins neue Jahr hinein
Der Kaffee aus der preisgünstigen Phillips Maschine ist außerordentlich gut – ich überlege, auch so ein Gerät zu kaufen

Mit den Freunden stimmen wir die Details für den heutigen Abend ab. Es scheint sinnvoll, dass ich um 17.00 Uhr noch einmal mit einer Fuhre Lebensmittel vorbeikomme.

Alle Gäste können die von ihnen zubereiteten Gerichte bis dahin fertig stellen, dann würde ich sie zum Haus fahren.
Brigitte und Hans bekämen Zeit für Vorbereitungen und ich hätte den Audi leer, um alle Marinafreunde auf einmal zum Haus zu fahren – immerhin sind wir zu siebt.

So machen wir das!

Sibylle ruft zum Aufbruch, sie hätte jetzt allerhand zu tun und ich hätte schließlich auch angekündigt, dass ich noch ein bisschen was von meiner Liste abarbeiten wolle…

Da hat sie Recht und aus diesem Grund finde ich mich kaum eine halbe Stunde später, am Navigationsplatz von ELOWYN wieder.
Der Einbau der FRITZ!Box hat es mir angetan.

Außerdem gilt es, die Batterie des WILLI zu laden…

Zuerst die Batterie, das ist schnell erledigt – kann so bis nächstes Jahr stehen bleiben 😉

Der Router ist an sich keine besondere Herausforderung. Da ich ihn aber direkt mit 12V vom Bordnetz betreiben will gilt es, zunächst die Polarität der jeweiligen Anschlusspaare herauszufinden.

Dies messe ich mir mit dem Multimeter schnell aus…

Die Anzeige gibt einen positiven Wert – also stimmt es so. Braun ist +, blau ist – (ich lasse mich darüber nicht aus)

Auch beim Router scheint die Sache klar, denn ein Kabel ist nicht isoliert. Dennoch schadet es nicht, eine kurze Kontrollmessung zu machen.

Es ist besser die Polung zu verifizieren, als im Nachhinein den Geruch von verschmorten Platinen in der Nase zu haben und den Verlust des Routers besüdern zu müssen.

Auch hier bewahrheitet sich meine Vermutung

Jetzt kann ich das Kabel ordentlich vercrimpen und anschließen. Das klappt vorzüglich und bald schon läuft das kleine AVM Gerät.

Ich stecke vorübergehend die griechische Datenkarte von Nessaja ein und mache über mein iPad das Setup.

Alles in allem hat das Anschließen und Konfigurieren bis hierhin eine knappe Stunde gedauert – verzögert durch die Tatsache, dass ich einmal zu NESSAJA laufen musste, um Werkzeug zu holen.

Nun galt es nur noch, das Kabel ordentlich zu verlegen und einen Platz für das kleine Gerät zu finden – und schon hat ELOWYN ihr eigenes WiFi Netzwerk.

Konfiguration abgeschlossen – läuft
Passt ganz gut, so darf es bleiben

Mein Tagwerk war geschafft – ich habe die knappen zwei Stunden Bastelarbeit geschätzt, denn schön langsam werden wir uns in den Partymodus begeben.

Das neue Jahr nähert sich mit großen Schritten, es wird Zeit, den weißen Riesen zu verschließen und das Reparaturjahr 2025 zu einem Ende zu führen.

Dann werde ich zu NESSAJA zurück gehen…

Auf ELOWYN alles ok – ein letzter Blick durch den Mastenwald

Als ich über unseren F-Ponton schlendere, werfe ich noch einen Blick auf Emanuels RUKIPE.
Ich hatte, zugegeben ohne genauen Kontrollblick, schon informiert, dass er damit rechnen müsse, dass auch sein Verklicker etwas abbekommen hat.

Heute aber erkenne ich, dass nicht nur die günstige Windex beschädigt ist, sondern auch der vergleichsweise teure Raymarine Windmesser einer Schaufel am Windrad verlustig gegangen ist.
Hier ist die Herausforderung groß – denn ich erkenne das System sofort, ein alter ST50 Windgeber wie auch ich ihn hatte!
Das Ersatzteil gibt es noch, es kostet kein Vermögen. Es bleibt aber zu hoffen, dass keine anderen Kollateralschäden auftauchen – eine Reparatur ist in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht vertretbar.
Hier kommen schnell Kosten von 500.-€ und mehr auf den Skipper zu.

Ich werde an diesem Tag zum Hiob und sende Neujahrswünsche und das entsprechende Bild.

Reparaturbedarf im Masttop

Jetzt aber – noch zwei Stunden Galgenfrist! Ich ruhe mich noch ein wenig aus und mache es mir auf Alex´ Fakirmatte gemütlich.
Ob ich leicht masochistische Ansätze habe? 50 shades of Rauchi?
Nicht auszudenken…

Ein bisschen Masochismus war auch im Spiel, als wir Caetlin und Ben zwei gemütliche Reiseplätze in Klickers Kofferraum angeboten haben.

Ich konnte es kaum fassen, wie der riesige Kofferaum des Boliden schrumpfte, während sich das junge Paar aus den Niederlanden auf die extra bereitgestellten Klappsitze faltete.

Ja – der Deckel muss noch zugemacht werden! Und passt bitte auf die „Oliebollen“ auf
Sieben Erwachsene im A6 – Greek Public Transport 😉

Wir kommen an im Haus der Freunde – großes Hallo und erst einmal umsehen.
Klar, dass alle sofort einen Blick von der großen Terrasse auf die Burg wagen.
Das Kastell ist eines der Wahrzeichen von Leros und nachts schön beleuchtet – wir sind uns alle einig, DAS wäre der richtige Platz für ein Feuerwerk.

Dunkle Nacht, die Terrasse mit einem Partylicht erhellt…
…der nahezu volle Mond sorgt für zusätzliche Stimmung
Über Allem thront das beleuchtete Kastell

Es ist zapfig kalt! Man hält es immer nur kurz draußen aus, dann ist wieder eine kurze Aufwärmphase im Wohn- und Essbereich angesagt.

Ben bekommt die Aufgabe als „Spotify DJ“ zu agieren. Er fragt, was wir denn wünschen – 70er, 80er oder gar 9…??? Er konnte kaum ausreden – die Antwort kam pfeilschnell und wie aus einem Munde – 80er!!!

Für Caetlin, Jahrgang 1994 und dem kaum älteren Ben, beide sind deutlich jünger als unsere Kinder, ist die gewählte Musik in die Kategorie Oldies einzuordnen.
Dennoch lässt er sich nicht lumpen und schon erschallt Musik aus der coolsten Zeit meines Lebens aus der JBL Box.
Es war wie eine Zeitreise durch eine längst vergangene Epoche der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins!

Es ist einer dieser Tage, an denen ich aber auch merke, dass hier und heute Menschen zusammentreffen, deren Lebenslinien sich schneiden. Geschichten werden geschrieben, Freundschaften entstehen.
Neun Personen aus drei Ländern feiern zusammen, sprechen ein Mischmasch an dialektgefärbten Deutsch, Englisch und Holländisch – ich liebe solche Begegnungen.

Wir beginnen langsam das Buffet zu richten und auf der Terrasse werden die Grills in Betrieb genommen.

Die Salatbar
Das Grillgut liegt schon bereit
Wenig später wird gegrillt was das Zeug hält – ein Grill für Fleisch…
…und einer für den Fisch

Während das Dinner in der Vorbereitung ist, bietet Hans allerlei bunte Getränke an.
Der Gin-Tonic setzt sich als Opener durch, danach gönnen wir Männer uns ein Bier, die Damen entscheiden sich mehrheitlich für Wein.

Immer wieder zwischendurch, gehen wir abwechselnd nach drinnen um uns aufzuwärmen.
Die Temperatur zu dieser Stunde war wohl kaum höher als 8°C.

Hans mixt Gin-Tonic
Wir stehen zusammen und schnacken – ein Grog wäre auch was feines gewesen
Dann wärmen sich Sibylle und Caetlin auf – wie lang dauert´s noch?

Kurze Zeit später war es soweit – das Grillgut war fertig, Hans bereitet eine gigantische Fleischplatte.
Die Steaks werden geschnitten, alles wird geteilt, jeder greift zu.

Es wird zu Tische gerufen, es geht los – einen guten Appetit, καλή όρεξη!

Wir haben Spaß in unserer Runde
Das Tomahawk und das Flank werden tranchiert…
…so kann jeder nach Herzenslust zugreifen
Das Fleisch kommt auf eine große Platte in die Mitte des Tisches
Die von Alex gefangene Brasse zerlegen wir direkt am Tisch

Jeder greift zu – große Salatteller machen die Runde, als Beilage, Vorspeise oder Hauptgericht.
Wir gestalten unser Essen zwanglos, jeder nimmt sich soviel er möchte und wählt selbst, was am besten schmeckt.

Caetlin hat zwei frische Sauerteigbrote gebacken, Sibylle ein Kilo Tzatziki und Brigitte noch einen göttlichen Dip.

Ein sehr gutes, dem Anlass entsprechendes Dinner.

Ich fange mit einem Vorspeisenteller an

Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass wir nach dem Essen noch Platz im Magen hätten, war natürlich auch für Nachspeisen und Knabbereien gesorgt!

Ilona hat gleich wieder eine ganze Reine von ihrer Quark-Mascarpone Creme gemacht.
Ben hatte die in den Niederlanden typischen Oliebollen frittiert und als Tüpfelchen auf dem i war auch alles vorhanden, was man für ein Knabberbuffet benötigt.

Nach dem Essen gibt es „Ilonas Frucht-Tiramisu“…
…und auch die Oliebollen sind schon zum Aufwärmen im Ofen

Ich will etwas spoilern – das Knabberbuffet blieb am heutigen Abend ohne Beachtung.
Als wir durch unsere verschiedenen Gänge durch waren, war jeder von uns so vollgemampft, dass Chips & Co. keinen Platz mehr hatten.

Ging unangetastet zurück

Außerdem warteten wir gebannt auf den Countdown! 10-9-8… Hans verbindet die Partybox mit seinem Handy… 7-6-5… er startet gerade noch rechtzeitig klassische Musik und dreht ein wenig auf.

Es war besonders – eine klirrend kalte Nacht auf der Ägäisinsel Leros, aus der Box hallt der „Donauwalzer“ und pünktlich um 00.00 Uhr läuft die BLUESTAR II in Agia Marina ein und lässt ihr Horn ertönen…

4-3-2-1-PROSIT NEUJAHR – καλή χρονιά !

Es ist soweit – 2026 ist da, wir prosten uns zu, umarmen uns und wünschen uns alle nur das Beste
Wider Erwarten startet auf einmal ein kleines Feuerwerk
Es ist nicht wirklich beeindruckend und nicht das Größte…
…dennoch passt es zur Situation und wir freuen uns

Wir wissen, dass auf Leros kaum Feuerwerke gezündet werden. Auch diese unsägliche Ballerei schon Stunden vor dem Jahreswechsel findet hier nicht statt.

Wir haben eigentlich in keinester Weise mit einem Feuerwerk gerechnet – umso mehr haben wir uns gefreut, dass aus der Richtung des „Crithoni Hotel“ zumindest ein kleines Raketenstakkato abgefeuert wurde.

Willkommen 2026 – ich wünsche mir ein gesundes und friedvolles neues Jahr

Nach dem Anstoßen war es soweit – der niederländischen Tradition folgend, wurden die Oliebollen gereicht.

Natürlich hat jeder zugegriffen – und dies, obwohl die Bäuche oft schon spannten.
Aber diese besondere Leckerei wollte sich niemand entgehen lassen!

Jeder nimmt sich einen…
…ich erwische den Größten – Zufall! Ehrlich!

Ich greife in den Topf und erwische einen Kaventsmann der fetttriefenden Kugeln, die den Namen „Bolle“ schon zurecht tragen.

Ich beiße ab, die Dinger schmecken ähnlich wie bayrische „Auszog´ne“ – und sie fallen auch ähnlich mächtig in die Magengrube.

Ich kämpfe gegen den mächtigen Klops und es droht ein Sieg der Teigspeise – letzten Endes werde ich dem Ding aber Herr und schlotze mir den Puderzucker von den Fingerkuppen.

Im gleichen Augenblick erkenne ich – ich werde heute Nacht wohl schlecht schlafen, der Oliebolle war zuviel, vielleicht platze ich.

Wir stehen noch eine Weile beisammen

Bis kurz vor 02.00 Uhr halten wir durch, dann quittieren wir. Eine ganze Weile haben wir noch beisammengesessen und geklönt – es war ein herrlicher Abend.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern Brigitte und Hans, dann ziehen wir von dannen.
Das ganze Zeug verbleibt noch hier, wir kommen morgen und holen alles ab.

Gute Nacht, es war schön mit euch!!!

Am Heimweg falten sich die jungen Männer in das Heck meines Automobils. Caetlin hatte Sorge, dass es ihr schlecht werden könnte mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Kaum Verkehr auf den Straßen, wir waren nach 10 Minuten in der Marina und haben uns dort mit einem kurzen „Gute Nacht“ verabschiedet.

Es war kalt, wir waren müde und jeder wollte rasch zurück auf sein Schiff.
Auf NESSAJA ging Sibylle sofort ins Bett.
Ich saß noch eine Stunde und dachte nach – was für ein Jahr!

War 2025 ein gutes Jahr, würde ich es als eher schlecht einstufen? Ich werde dazu, wie immer, zum Ende des Januar einen Jahresbericht schreiben, den ihr euch bitte selber zu Gemüte führt.
Bei neuen Seiten gibt es nämlich keine Infomails.

Ich fahre runter und werde müde, es wird Zeit in die Falle zu gehen.
Ich wünsche euch ein tolles Jahr 2026 und hoffe, dass ihr auch in Zukunft immer wieder mal reinschaut.

Ein kurzer Ausblick auf den Januar…
Erste Termine für Q1 werden fixiert, fast alle Freunde fahren zu Besuchen in ihre Heimat – ich bleibe alleine zurück.
Ich werde alles daran setzen, dass ich die Projekte an ELOWYN und NESSAJA vorantreibe.
Auch am Haus gibt es ein paar Kleinigkeiten zu tun!

Bleibt dran, ich freue mich auf neue Geschichten aus dem Buch des Lebens

Mario & Sibylle – von Bord der NESSAJA























Weihnachten / Silvester 2025 – Last Christmas

😉 – ich konnte nicht anders!

Auch dieses Jahr grüßen Sibylle und ich ganz herzlich von Bord der NESSAJA und senden Weihnachts- und Silvestergrüße an unsere Freunde und Follower.

Ich konnte mir den Weihnachtsknaller von Wham aus dem Jahr 1983 nicht verkneifen – wohl einer der meist gehassten und gleichwohl geliebten Weihnachts-Popsongs aller Zeiten.

„Das wirklich Besondere an dem Lied ist, daß WHAM als erste Popband die Existenz von Weihnachten einfach hinnahmen.
Sie überhöhten es nicht, indem sie versuchten, den Geist des guten, alten Fests der Prä-Rock-’n’-Roll-Ära wiederzubeleben – aber sie bekämpften es auch nicht. […]
Vollends zeitlos wird der Hit durch das englische Wort „last“. Es geht ja gar nicht um das Jahr 1983, es geht immer um das vorige Jahr – diesmal also um 2024.
Eine solche perpetuum-mobile-hafte Selbsterneuerung schaffen nur die wirklich großen Klassiker.

Quelle: Wikipedia – Sebastian Hammelehle

Wie auch immer – Sibylle und ich wünschen euch ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest und einen fulminanten Start ins neue Jahr.

Für 2026 wünschen wir uns und euch Gesundheit, ein respektvolles Miteinander und Zufriedenheit in allen Lebenslagen.

Mario & Sibylle / SY NESSAJA

November 2025 – Born to be Wild

Die Headline für den November war rasch gefunden! Der 68er Song von Steppenwolf muss herhalten – und ich hoffe doch, dass ich bei allen Lesern die älter als 50 sind ein Bild assoziieren kann…

Hopper – Fonda – Nicholson, sie waren die „Easy Rider“ (Quelle Internet)

„Like a true nature’s child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die
Born to be wild“

Befragt man Google zum Lied und zum damit untrennbar verbundenen Film, erfährt man, dass „…Born to be wild wörtlich übersetzt „geboren, um wild zu sein“ bedeutet, hier aber im übertragenen Sinne für eine freigeistige, abenteuerlustige und rebellische Haltung verwendet wird. Der Ausdruck wurde vor allem durch den gleichnamigen Song von Steppenwolf bekannt, der zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ wurde und seither oft mit Bikern und der Gegenkultur assoziiert wird.“

Wie immer geht es also ein wenig um den freigeistigen Gedanken, welcher, gepaart mit einer Portion Abenteuerlust, eine Triebfeder des Lebens darstellt.

Und was hat das jetzt mit einem Segelblog zu tun???

Mein Freund René wagt das Abenteuer – im November auf dem Landweg von Schliersee nach Leros

Ich werde zur Monatsmitte hin Besuch von meinem Freund René aus Schliersee bekommen.
Das freut mich außerordentlich – und weil der Zufall es so will, dass Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland verweilt, haben René und ich beschlossen, uns ein paar Motorradtage auf Leros und Rhodos zu gönnen.

Die „Easy Rider“ der Dodekanes, eine lustige Vorstellung! Auch wenn wir mit Platte und Wampe auf unseren BMW GS bei Weitem nicht mit dem Original mithalten können.

Dieses Miniabenteuer soll den Höhepunkt des November bilden und startet exakt zur Monatsmitte – doch bis dahin war es ja noch ein Weilchen hin.
Lasst euch mitnehmen auf unsere Reise durch den elften Monat des Jahres…

Bereits am ersten Tag des Monats durfte mein COBB wieder an die Arbeit – es wurde gegrillt was das Zeug hielt und wir haben die feinen Leckereien so richtig genossen.

Back to the Roots – Polaroid statt Pixel
Alex´Mutter, Jim und die Crews der DONNA, der ANAHITA und der NESSAJA

Wir waren eine lustige Runde und hatten richtig Spaß. Jeder hat etwas mitgebracht und sowohl Caetlin als auch Antonia übertrafen sich mit ihren Backkünsten – ich liebe die Brote der Beiden, ein Gedicht!

Kaufen kannst sowas auf Leros halt nicht

Während wir uns an den Köstlichkeiten labten, wurden Pläne für den morgigen Tag geschmiedet.

ANAHITA sollte noch einen weiteren Epoxi-Anstrich bekommen, bevor Hanna und Jim wieder abreisen würden.
Ich nehme mir vor, am morgigen Tag mit der Erneuerung meines stehenden Guts zu beginnen und Ben sichert mir Hilfe zu.

Am neuen Tag heißt es für mich daher als Allererstes, kurz zu LIBERTÉ zu schauen, um mir den gewaltigen Milwaukee von Hans Peter auszuleihen.
Dies hat er mir freundlicher Weise gestattet und ich hoffe, dass mit Hilfe des „kräftigsten Akkuschraubers der Welt“ der Mastaufstieg zur Aufzugfahrt wird.

Schon der Name klingt martialisch – MILWAUKEE! Nicht etwa AEG oder Bülle

Weil ich schonmal an Bord der Bavaria meines Freundes bin, mache ich mir die Mühe eine weitere Rolle des sogenannten „Panzerbandes“ um den Mast zu wickeln.
So dürfte sicher gestellt sein, dass die Schutzfolie den ganzen Winter über hält – ich mache ein Bild und sende es an Hans Peter ins schöne Saarland.

Auf LIBERTÉ ist alles ok, HP kann ruhig schlafen

Zurück zum Akkuschraubermonster – „Der Gerät“ zieht also für eine Weile zu mir.
Der erste Teil meines heutigen Schaffens ist erledigt, aber die wirkliche Challenge kommt ja erst noch!

Bald kann es losgehen – nur noch ein paar Fallen auf die Seite binden und Leinen zum Aufstieg vorbereiten, dann kann Ben kommen.

Die Leinen sind vorbereitet, das Kutterstag ist ausgehängt

Ich gebe das Signal und die DONNA Crew kommt sofort. Auch Caetlin hilft, somit sind wir drei Leute an Deck um Ben im Mast im Mast zu unterstützen.

Der legt sich einstweilen sein eigenes Klettergeschirr an, bindet sich selbst ein und sammelt das Werkzeug in verschiedenen Taschen.
Dann ist er klar zum Aufstieg, wir stimmen uns kurz ab – und es geht los…

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen…
Checkup, Messungen und Detailbilder an der ersten Saling – dies dient zur Vorbereitung auf später
Das gleiche Tun an der zweiten Saling

Was geht noch einfacher als ein „Milwaukee“? Ganz einfach, man klettert den Mast hoch wie ein Affe!
Darf ich das sagen? Oder klingt das despektierlich?
Ich glaube ihr wisst, dass ich dies unter höchster Anerkennung sage.

Ben kann nämlich, als Kletterer, ohne Seilunterstützung in den Mast kraxeln.
Die zwei Leinen laufen nur mit, um einerseits die Last beim Hängen zu tragen und anderseits natürlich als Sicherung.
Ich war begeistert und enttäuscht gleichzeitig – hätte ich Ben doch mit dem „Milwaukee“ gerne katapultartig in den Himmel geschleudert, aber nichts da, er klettert einfach rauf 😉 !

Ich darf vorwegnehmen – der Akkuschrauber bekommt seinen Einsatz – wenn Alex ein paar Tage später, statt Ben, noch einmal nach oben geht.

Oben angekommen, löst Ben den Sicherungsbolzen für das Kutterstag und wir lassen die Rollanlage ab und führen sie auf den Steg.

Da liegt sie nun, das Zerlegen und die Wartung ist nun an mir

Kenner der Materie werden sich zwei Fragen stellen – erstens, warum geht der Skipper nicht selber hoch?
Nun, ich bin kein Freund zu großer Höhen und mache lieber die Arbeit an Deck – daher gilt den jungen, schwindelfreien Helfern im Mast mein ganzer Dank.
Offen gesagt – es gibt noch einen Grund, den muss man aber nicht thematisieren…
Nur soviel – auch der „Milwaukee“ hat seine Grenzen 😉

Am Weg nach unten nimmt mein holländischer Helfer noch das Babystag mit nach unten – jetzt kann ich langsam anfangen die Teile zu sortieren und für den Versand zu rollen.

Das Babystag liegt schon gewickelt da, einen neuen Spanner bekomme ich von der ALADIN, manchmal hilft das Glück

Die zweite Frage die sich stellt – warum so kompliziert???

Nun, ich möchte den Mast stehen lassen um Kollateralschäden zu vermeiden.
Zum Legen müssten alle Kabel geschnitten werden, da es (noch) keine Trennstelle gibt – hierbei geht es nicht nur um die Lichter, sondern vor allem um die Spezialkabel von Radar und Windmesser.

Zudem bedeutet das Legen und Stellen des Mastes auch immer eine Beanspruchung für den Mastfuß – ich will hier kein Risiko eingehen.

Also habe ich entschieden, dass ich das stehende Gut „step-by-step“ erneuere, die Riggingexperten von Sparcraft helfen mir dabei mit einer kompetenten Beratung.

So! Für heute reicht es – noch rasch duschen und frisch machen, dann muss ich schon los zum Griechischkurs, denn der ist für den Winter wieder angelaufen.

Einmal in der Woche geht es zum „The Leros Way“ HUB
Ab diesem Kurs lernen wir mit Lernheften – es gibt eine Sammelbestellung

Offen gesagt, ich laufe noch nicht richtig rund, was meine Griechischfortschritte betrifft.
In der App komme ich ganz gut zurecht, meine Fehler sind verzeihbar.

Mein Wortschatz ist leider noch zu klein und ich muss noch zu lange überlegen. Selbst das was ich kann, kommt noch nicht flüssig genug – Griechisch lernen ist ein langer, steiniger Weg.

Meine täglichen Floskeln werden aber immer besser und ich kann bald sagen, dass ich mich mit Griechisch so durchwurschteln kann, wie ich es früher mit Italienisch oder Kroatisch konnte – trotz der anderen, ungewohnten Buchstaben.

Der Kurs ist vorbei, das Abschiedsessen von Hanna und Jim steht an – wir sind neben, natürlich, Antonia und Alex, sowie Caetlin und Ben, ebenfalls mit von der Partie.
Ich hoffe sagen zu dürfen, dass uns Alex´ Mutter und Jim sehr sympathisch waren und wir auf ein weiteres Treffen hoffen!

Ein gutes Motto für den Abschiedsabend

Die Taverne der Wahl war das „El Greco“ in Lakki.
Wir waren mit unserer Meinung nicht maßgeblich, daher haben wir uns bei der Auswahl der Gaststätte sehr mit jeglicher Meinungsäußerung zurück gehalten – wir haben mit „El Greco“ nämlich nicht nur gute Erfahrungen…

Leider! Denn als das Lokal noch in Panteli war, war die kleine Hafentaverne stets in unserer Bestenliste.
Der Umzug nach Lakki und das dortige Dasein als „Platzhirsch“ haben dem Lokal aber nicht nur gut getan.

Bei uns halten sich Plus und Minus die Waage, dies sollte heute leider zum Negativen kippen.

Fried Saganaki – ich trau´ mich wetten, dass es Fertigsaganaki ist, leider auch viel zu wenig frittiert
Die „Marinated Anchovies“ waren gut
Auch die „Champignon Sauté“ waren ok

Nicht fotografiert habe ich meine Calamari – nicht, dass ich ein Kostverächter wäre, ich esse immer frittierte Calamari wenn ich mir bei einem Restaurantbesuch nicht sicher bin.
Diese sind vergleichbar und man kann nicht viel falsch machen.

Dachte ich…

Ich bekomme also hellgelbe, relativ zähe, kleine Calamri serviert. Das hellgelb, welches auf einen sehr defensiven Frittiergrad hindeutet, weicht an macher Stelle einem leichten Grau.
Die durchweichten, labbrigen Dinger lagen in ihrer eigenen Tinte und liefen graublau an – ein Testbiss ließ mich inne halten.
Hier würde ich passen!

Ja, normaler Weise beschwert man sich. Aber ich wollte den Abend nicht gefährden und habe nichts gesagt.
Auffällig war, dass der Kellner beim Abräumen nahezu jeden gefragt hat ob alles gepasst hat – mich nicht!

Für mich war´s das – ich geh´ einfach nicht mehr hin.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Hanna auch Calamari hatte, die waren ok – die Küche könnte demnach schon.

Muss man deswegen vollumfänglich enttäuscht sein? Naja, vielleicht nicht alleine deswegen, aber nach Erhalt der Rechnung schon!

8 Personen – 258.-€, das bedeutet 32,30€ pro Kopf bei drei Vegetariern / Veganern

„ΑΡΤΟΣ“ steht für Brot, genauer gesagt Minisemmeln – man bekommt anfangs eine pro Person, später haben wir noch welche nachbestellt – für unsere veganen und vegetarischen Freunde als Beilage zum Salat.

Für eine Minisemmel 1,50€ zu verlangen ist schon grenzwertig. Die anderen Speisen sind auch nicht günstig, aber akzeptabel, die Semmelchen treiben somit den Preis pro Paar auf 70.-€ inclusive Trinkgeld – das ist einfach für das servierte Essen zuviel des Guten.

Na Schwamm drüber, es war ein schöner Abend mit Freunden und das ist die Hauptsache!

Der neue Tag begann mit einem verzögerten Arbeitsbeginn – und das, obwohl ich so motiviert war.

Nachbar Haim tankt und die Tankwarte tänzeln über die massive Halterung des Ponton

Mein Nachbar hatte den Tankwagen bestellt und dieser Tankprozess fand exakt über meiner Rollanlage statt.
Hätte ich genau in diesem Moment mit dem Zerlegen begonnen, ich wäre nur im Weg gewesen.

Also harre ich etwas aus und beobachte, wie die alte Nauticat betankt wird.
Natürlich sehe ich auch den beiden BP Mitarbeitern zu, wie sie über das Rohr tänzeln, welches den Ponton mit dem Betonkai verbindet – die Kamera griffbereit, es könnte ja sein, dass sich ein Spektakel anbahnt.

Aber nichts dergleichen! Nach ein paar Minuten war das Betanken beendet und ich konnte an die Arbeit gehen – es galt das Profilvorstag zu zerlegen und das Kutterstag auszubauen.

Die Trommel war rasch abmontiert – ein System ohne Sta-Lok Schraubterminal, das Glück war mir hold
Auch der Rest der Anlage ließ sich gut zerlegen – alle Schrauben waren gangbar
Ich kam rasch voran, die Anlage besteht aus zehn Profilelementen
Nach zwei Stunden war es geschafft

Ich war positiv überrascht! Das Zerlegen der gesamten Anlage hat vielleicht knappe zwei Stunden gedauert.
Da die ganzen Einzelteile recht sperrig waren, habe ich sie sofort zum Haus gefahren und in der Werkstatt deponiert – feine Sache!
Warum sollte ich diesen Vorteil nicht für mich nutzen?

So, jetzt hatte bereits zwei Stagen auf dem Ponton liegen – sowohl das Kutterstag als auch das Babystag waren fertig um aufgerollt und gesichert zu werden.

Für die erste Sendung will ich noch das Achterstag abmontieren und dazugeben, aber dazu brauche ich nochmal Hilfe von Ben oder Alex.

Ach ja, es ist kaum etwas kaputt gegangen, nur ein alter Schaden wurde bemerkt – um diesen zu reparieren brauche ich einen Reparatursatz für ein Plastimo Aluminiumprofil.
Es war kaum zu glauben, aber „maritimo.at“ aus Österreich hatte den raren Reparatursatz, welchen ich zuvor vergeblich in Griechenland gesucht hatte, auf Lager und hat es geschafft, diesen innerhalb einer Woche zu mir zu schicken.
Mitarbeiterin Magdalena war mein „Star der Woche“ und das habe ich auch zum Ausdruck gebracht – „maritimo.at“ hat einen Neukunden gewonnen!

Sibylle ruft zum Kaffee, Hanna und Jim haben zum Abschied einen Kuchen hiergelassen.

Wir teilen – das Zeug sieht aus wie Sünde und schmeckt wie die Versuchung

Es war noch Tag übrig, also packe ich ein dringendes Projekt auf ELOWYN an – ich sehe mir das Ruder an…

Klar, dass bei unserem weißen Riesen auch diese Baustelle keine „normale“ nach meiner Definition ist.
Hier sind riesige Ruderlager verbaut, ich habe keine Ahnung wie man die öffnet – alles sieht anders aus als bei den kleinen Geschwistern.

Das sieht noch normal aus – ich habe den Gummibalg im Verdacht ursächlich für den Wassereintritt zu sein
Nicht normal – im oberen Ruderlager ist keinerlei Befestigungsmutter zu sehen

Da mir die Bauweise der Anlage nicht selbsterklärend erschien, nahm ich Kontakt zum Hersteller „Jefa“ in Dänemark auf.

Man antwortete mir rasch und freundlich, aber nicht zielführend.
Erst ein Nachfassen, gepaart mit Erklärungen über das warum und wer, hat Abhilfe geschaffen.
Ein paar Tage später hielt ich Explosionszeichnungen und Teilelisten in den Händen, so kann ich das System zerlegen – mache ich sobald wie möglich…

Für heute reicht´s erstmal. Wir sind im „SouVLakki“ verabredet und Sibylle schlägt vor, vorher noch einen Ouzo im „La Palma“ Café zu trinken.
Was für eine gute Idee! Die wird sofort in die Tat umgesetzt…

Ein Ouzo und ein paar Meze als Aperitiv…
…danach zum Dinner ins „SouVLakki“

Bei diesem Abendessen hieß es abermals Abschied nehmen. Benno und Hilde würden morgen abreisen und es war uns allen Vieren ein Anliegen noch einmal gemütlich beisammen zu sitzen.

Es geht doch nichts über einen netten Abend mit guten Freunden, dies ist keine Selbstverständlichkeit und nicht allen Menschen beschieden – Freundschaften muss man pfleglich behandeln und wertschätzen, sonst sitzt man am Ende alleine da…

Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg zu Andreas Kritikos in dessen Hardware Store – ich brauche Packfolie und die brutalen 9mm Kabelbinder!

Doch potztausend, was ist das? Da ist doch ein Loch in der Tüte…

Ein Schelm wer Böses dabei denkt
50 Stück müssten drin sein – soll ich??? Nein, doch, oh! Der Monk in mir obsiegt
46 Stück sind drin – hat doch einer was gemopst

Echt, ich schwör – ich habe nicht nachgezählt weil ich Deutscher bin und ich habe mich auch keine Sekunde geärgert.
Trotzdem bleibe ich einigermaßen fassungslos zurück – WER in Gottes Namen klaut in einem kleinen Baumarkt auf der Insel Leros vier Kabelbinder?

Die Dinger sind fast einen halben Meter lang und widerspenstig, es gibt ein hohes Risiko erwischt zu werden.
War es ein trickreicher, wenig empathischer, ausländischer Geizhals, der die 8.-€ für eine ganze Packung sparen wollte, welche er für eine Reparatur an der 500.000.-€ Yacht hätte ausgeben müssen?
Oder war es ein armer Grieche, der das Geld einfach nicht hatte, aber seine Schubkarre flicken musste um Geld zu verdienen und der seither jeden Tag ein Kerzlein ob seiner Sünde anzündet?

Man weiß es nicht und es wird sich auch nie aufklären, erstaunt bin ich doch…
Sibylle schaut kurz von Ihrem Duolingo Lernprogramm auf und sagt lapidar „…es ist wie es ist, fangt endlich an zu arbeiten!“

Hach, meine gestrenge Frau, sie findet einfach immer die richtigen Worte

Heute ist es soweit, heute nehmen wir das Achterstag weg und packen alle drei abmontierten Stagen auf eine Palette um sie nach Athen zum Rigger zu schicken.

Bei der Demontage hilft mir diesmal Alex als Mastmann und bevor ich Bilder machen kann, ist das Achterstag auch schon an Deck und Alex wieder sicher gelandet.
Das hohe Tempo war sicher auch dem Einsatz des Milwaukee geschuldet, der Alex in Sekundenbruchteilen in den Mast katapultierte, ich meine beobachtet zu haben, das mein Mastmann mehrmals einen Druckausgleich machen musste 😉 !

Ich wickle auch dieses 10mm Stag – nicht ganz einfach
Zur Sicherung kommt ein Hahnepot an die Dirk und wird durchgesetzt
Die zwei Fallen werden solange sie nicht gebraucht werden, auch nach hinten abgespannt

Geschafft! Jetzt sind alle drei Stagen der ersten Sendung fertig um auf eine Halbpalette gepackt zu werden.

Das wird unmittelbar umgesetzt und dann verfrachte ich die Sendung auch sofort zur Spedition.
Die erste Charge ist zur Nachfertigung beim Spezialisten in Athen, ich hab´s mal für ein paar Tage aus dem Sinn.

Alles auf der Palette, nur noch umverpacken, dann kann es verschickt werden
So, ab hier übernimmt die Spedition…
…die Halbpalette nach Athen kostet 20.-€

Sibylle und ich lassen den Tag ein weiteres Mal im „SouVLakki“ ausklingen, wieder mit guten Freunden, wieder in geselliger Runde, wieder haben wir Spaß – wir genießen diese Zeit des Jahres, Leros wird ruhiger, die Insel wird wieder intimer.

Anna schien nur daruaf gewartet zu haben, dass wir zahlen würden. Nachdem die Freunde schon im Gehen waren, rief sich mich kurz zu sich an den Tresen und gab mir eine Tüte.

Mit Worten die nur für mich und Sibylle bestimmt sind, übergab sie mir das Geschenk, welches für unser Haus gedacht sei.
Ich bin gerührt und mir fehlen die Worte, kommt sonst eher selten vor.

Wohl erinnere ich mich, dass ich Niko mit seinem Bruder vor unserem Haus getroffen habe. Man hätte ein Grundstück in der Nähe.
Ich habe zum Pizzaessen geladen sobald unser Ofen in Betrieb sei und die Männer haben angenommen – offensichtlich habe sie Anna zuhause davon erzählt.
Ich werde Wort halten – das ist Ehrensache!

Zurück auf NESSAJA packen wir aus…

Vielen Dank Anna und Niko – ευχαριστώ Άννα και Νίκος
Ein echtes Geschenk, aufwändig verpackt
Eine tolle Kiste – sie bekommt einen Ehrenplatz in der alten Katikia
Darin ein Schild für Sibylle und mich

Sibylle und ich machen ein Bild und schicken es an Anna – wir mögen die Familie sehr und haben alle Fünf ins Herz geschlossen.

Nochmals ganz herzlichen Dank! Wir werden das Geschenk wertschätzen.

Freut uns von Herzen

Die Zeit verfliegt, bald wird Sibylle nach Deutschland fliegen um die jährlichen Arztbesuche zu tätigen und natürlich auch, um die Kinder und Kindeskinder zu treffen.

Sie wird sich sozusagen in den Schoß der Familie begeben.

Bis dahin will ich alles erledigt wissen, was in irgendeiner Art und Weise Unterstützung bedarf.
Davon ausgenommen ist mein Rigg, hier helfen mir Alex, Antonia, Ben und Caetlin – das ABC-Team.
Auch bei ELOWYN brauche ich in den ersten Schritten kaum Hilfe, hier kann ich über Wochen allerhand alleine erledigen.

Es sind mehr die Kleinigkeiten, so zum Beispiel das Spülen unseres Fäkalientanks, denn da hängt der Schwimmer der Tankanzeige.
Ich baue mir also einen Spülschlauch…

Mit meinem Drahtbügel als Winkelstück und Führung gelingt das ganz gut

Natürlich spülen wir den leeren Tank – es geht auch mehr darum, durch die Absaugöffnung einen harten Wasserstrahl um 90° umzulenken und Richtung Schwimmer des Gebers zu spritzen.

Das gelingt in der Sache gut, dennoch ist die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ausbau bleibt wohl unumgänglich und kommt auf meine Liste der Aufgaben, welche vor Verkauf zu erledigen sind.

Mein Telefon meldet sich – BIMM! BIMM! BIMMBIMM! Nanu? Was ist das? Gleich mehrere Meldungen prasseln auf mich ein.

Eine ist harmlos – Ben meldet sich von Bord der an Land stehenden DONNA und sagt, dass die Bauarbeiten verdächtig nahe an meinen „Klicker“ heranrücken – ob ich ihn nicht wegfahren wolle?

Ihr seht Klickers Dach hinter dem LKW – Steine werden auf den Wall des Wellenbrechers geschüttet

Ich erkenne die Situation und fahre „Klicker“ auf die Seite, sicher ist sicher.

Die andere Meldung kommt von Rena, der Autovermieterin aus Lakki. Einer ihrer Kunden hätte ein Problem mit seinem Schiff in der Marina und bräuchte Hilfe – sie hätte an mich gedacht.

Hm, Begeisterung sieht anders aus, aber ich will nicht ablehnen. Ich lasse mir die Telefonnummer des Angelsachsen geben und sehe mir sein Schiff an – ich mache Bekanntschaft mit EXELIXI.

EXELIXI liegt segelfertig am Steg

Das Problem, so lasse ich mir erklären, ist entstanden, als zwei der vier Eigner wegen Krankheit und einem Todesfall ihre diesjährigen Urlaubswochen gecancelt haben.

Der letzte Nutzer hat mit weiteren Segelwochen gerechnet und die kleine Hanse 350 segelklar im Wasser zurück gelassen.
Nun hat sich das Blatt gewendet und niemand kommt mehr um das Schiff winterklar zu machen – es wird Hilfe benötigt.

Man schickt mir eine selbstbewusst erweiterte Liste der zu erledigenden Aufgaben und bietet an, dass ein anderer Skipper mir helfen könnte.
„Nein, bitte, nur das nicht!“ – ich kenne den Mann, den ich durchaus schätze und mag, aber als Hilfestellung bei handwerklichen Arbeiten ist er ungeeignet.
Ich lehne ab, verweise auf die Unterstützung meiner Gattin und stelle meine Hilfe in Aussicht.

Eine Nacht drüber schlafen – Pause – es trifft sich gut, dass wir an diesem Spätnachmittag zum Grillen zu Brigitte und Hans geladen sind.
Die Freunde aus Österreich werden zusammen mit Sibylle abreisen, sie wollen sich noch einmal die Ehre geben…

Die Stimmung ist besonders – eine Schlechtwetterfront zieht auf

Das Wetter sorgt für eine dramatische Stimmungslage – es zieht eine Schlechtwetterfront von Osten her auf und für uns stellt sich unweigerlich die Frage, ob wir drinnen oder draussen essen sollten.

Zunächst entscheiden wir auf draussen, doch leider fällt exakt in der Minute als wir die ersten Gabeln der Vorspeisen in den Mund schieben, der erste Regen.

Wir ziehen die Reissleine und verholen nach drinnen – das hatte auch was, dem Unwetter zusehen, während man selber wettergeschützt sitzt und sich an den Köstlichkeiten vom Grill labt.

Die feinen Sachen liegen am Grill – wir wenden uns derweil den Vorspeisen zu
Das sieht so einladend aus…
…aber der Himmel verdunkelt sich zusehends
Es gibt frische Salate…
…und allerlei Fleisch und Gemüse vom Grill
Exakt als wir anfangen zu essen, setzt der Regen ein – wir verholen nach drinnen

Die Blicke über die Terrasse unserer Freunde offenbarten, dass das dringend erwartete Holz für die Erneuerung des Verandadaches noch nicht angekommen war.
Man muss wohl akzeptieren, dass die Regenstürme während der Abwesenheit der Beiden an die Hauswand trommeln würden und vielleicht sogar für den ein oder anderen Tropfen Wasser am Fensterbrett sorgen würden.
Das ist ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern – dachten wir! Nichtsahnend, was die nächsten Tage auf uns zukommen würde…

Das heutige Spektakel dauerte nicht lange, vielleicht eine halbe, eine dreiviertel Stunde, dann hörte der Regen schon wieder auf und es wurde heller.

Wir wurden mit einem vollen Regenbogen von Alinda nach Agia Marina belohnt, ein herrliches Naturschauspiel.

Nach dem Unwetter spannt sich ein Regenbogen über die Bucht von Agia Marina

Weniger als Belohnung haben wir empfunden, dass die durchschnittliche Qualität griechischer Elektroinstallationen uns den verdienten Kaffee nach dem Essen „geklaut“ hat.

Ihr versteht nicht?

Nun, das ist einfach erklärt. Ein leicht überdurchschnittlicher Regen reicht oft aus, um an irgendeinem Strompfeiler oder einem Umspannungskasten für einen fulminanten Kurzschluss zu sorgen und so ganze Inselteile lahmzulegen.
So geschehen heute in Crithoni.

Ich würde das so beschreiben, „…dass einer dieser windschiefen Strommasten zuerst einen Feuerball in der Spitze hatte, welcher immer wieder aufloderte bis der ganze Mast mit einem riesigen, explosionsartigen Knall in Flammen stand…“

Ihr denkt sicher ich beschreibe in blumiger Prosa und übertreibe maßlos???

Ein Feuerball in der Spitze…
…der immer wieder aufloderte…
…bis der ganze Mast explosionsartig in Flammen steht

Ja, auch das ist „mein“ Leros – es ist in keinster Weise mit dem beschaulichen Schliersee zu vergleichen, man muss sein Setup ändern, deutsch denken funktioniert nicht!

Und genau deshalb ist es hier so schön – und Kaffee gibt´s halt später, oder morgen, oder man trinkt Ouzo! Yammas…

Als wir am späten Abend nach Hause fahren ist der Fehler behoben, es gibt wieder Strom auf der ganzen Insel!

Der neue Morgen lässt mir kaum Zeit, um meinen Koffeinhaushalt zu justieren.
Ich spüle eine gemütliche Tasse in meine Kehle, während der zweiten wird schon Druck von Seiten meiner Lieblingssibylle spürbar – „…wir wollten doch heute meinen Breezy in die Garage bringen!“

Da hat sie Recht, also nix wie hoch zum Haus…

Wir stellen den Breezy in der Garage ab und sehen rasch nach dem Rechten

Mir fällt auf, dass wir wirklich einen Olivenbaum „vergessen“ haben – obwohl, vergessen stimmt nicht ganz, er hatte schlicht und einfach nicht genügend große Oliven an den Ästen.

Heute stelle ich fest, dass er inzwischen ganz gut trägt und ich nehme mir vor, diesen auch noch abzuernten und die Oliven einzulegen.
Das kann ich aber erst machen, wenn ich von Rhodos zurück sein werde, denn man muss das Wasser täglich wechseln.

Der Baum im Vorgarten trägt inzwischen schöne, pralle Oliven
Es wäre ein Jammer diese nicht abzuernten

Ich muss endlich wieder an meine Projekte an ELOWYN denken. Klar, ich habe immer etwas gemacht – die Einwinterung ist nicht ohne, das Waschen der Leinen nachdem diese abgeschlagen wurden, oder auch das Kümmern um Ersatzteile.
Aber ich muss und möchte auch langsam an die „großen Projekte“ ran – eines davon ist das Zerlegen der rechten Instrumententafel, denn die muss zum Lackierer gebracht werden.

Also nutze ich diesen freien Nachmittag um mich diesem Thema zu widmen – und das hat es in sich…

Der Arbeitsplatz ist optimal
Die Ausgangssituation – die Carbontafel braucht einen neuen Klarlack, die Befestigungsmuttern in der Säule müssen erneuert werden
Immer wenn man 13 Jahre alte Plastikteile anpackt, gibt es auch Bruch – zum Glück Centartikel, die auf die Einkaufsliste kommen
Ich mache mir Markierungen und Merkbilder, damit ich in ein paar Wochen eine Erinnerung habe
Es muss wirklich alles raus – und wie immer fließt auch Blut! Klar, es waren wieder abgeschnittene Kabelbinder im Weg
Ziel erreicht, den Rest bespreche ich mit dem Lackierer

Eine kleine Nebengeschichte ergab sich, als ich dem kleinen Janu seine Quietscheente zurückbringen wollte.
Die hat er mir nämlich geschenkt, „für drei Tage“, dann liefe die Schenkung automatisch aus.

Diese drei Tage enden heute und ich will Janu die Ente zurückbringen – ich strecke ihm die blutige Hand mit dem Entlein entgegen.
In diesem Moment hat er keine Sekunde gezögert, die „Schenkung bis morgen zu verlängern!“ 😉

Es klebt noch Blut an den Händen…

Am Rückweg zu NESSAJA kommen wir an Alex´ Angelplatz vorbei – wow, was ist das???

Die Frage war rhetorisch, wir wussten natürlich, dass er einen Oktopus in den Händen hält – aber ist der echt selbst gefangen, hier?

Nein, nicht hier, erfahre ich – er hat zusammen mit Eirini in deren Heimatort Drimonas aus dem Meer gezogen.
Eirini hatte den großen Oktopus an der Angel, Alex hat ihm den Todesstoß verpasst.
Die Zubereitung obliegt dem Käpt´n der ANAHITA und wir hoffen, dass wir beim Testgrillen dabei sein dürfen.

An diesem Tag überlege ich, ob ich das wollte – so einem Tier das Messer in den Kopf zu rammen um es dann zu futtern.
Das ist legitim und ein sehr direkter Weg, aber ich finde es, offen gesagt, eklig.
Zum zweiten Mal in meinem Leben überlege ich, ob ich mich nicht eine zeitlang vegetarisch ernähren sollte.

Schmeckt gut – aber irgendwie schon eklig

Das Wetter war zu dieser Zeit eher schön. Wir hatten klare aber dadurch auch kältere Tage mit Winden aus nördlichen Richtungen, dazu immer Phasen mit Südwinden, welche zwar Wolken und diesiges Wetter brachten, aber dafür sorgten, dass wir durchaus immer über 20°C am Tag hatten.

Wir konnten uns für einen November nicht beschweren…

Wunderschöne Abendstimmung

Weil heute ein guter Tag war, gingen Sibylle und ich aus. Die Zahl der zur Zeit offenen Tavernen und Restaurants ist überschaubar, oft sind wir daher auch zu Hause beim Essen.

Es gab auch einen guten Grund, denn die Crew der SUNNY SIDE UP, Mireille und Roland, reisten ab nach Hause.
Wir haben die Beiden gebührend verabschiedet.

Heute aber zogen wir mal wieder um die Häuser und weil es gar so schön war, gab es mal wieder einen Einkehrschwung in der bekannten Eismanufaktur als Betthupferl.

Schon lecker!!!

Inzwischen sind die meisten unserer Freunde weg, auch die Crew der JASPER war schon abgereist, die Nürnberger Freunde von der CHILI sind inzwischen wieder zuhause und der angekündigte Winterbesuch der STENELLA Crew wird nicht mehr thematisiert – ein weiteres Boot welches nicht winterklar am Ponton liegt.

Die Winter- Community formt sich und es wird ruhiger. Ein neues deutsches Boot kommt noch dazu und wird zufälliger Weise an unseren F-Ponton gelegt.
Ilona und Guido geben sich mit ihrer BORN TO LIVE die Ehre. Wir machen uns mit dem Paar aus Krefeld bekannt.

ALARM!!! Ein Anruf – am Apparat sind Brigitte und Hans, sie vermelden mit nachdrücklicher Stimme, dass das langersehnte Holz noch angekommen sei.
„Man würde zwar in drei Tagen nach Hause fliegen, aber das könnte man doch schaffen, oder?“

Ich hatte Hilfe zugesagt, wir sind Freunde! Klar schaffen wir das!

Es beginnen zweieinhalb sehr intensive Tage…

Morgens um 08.00 auf Leros – das Werkzeug liegt parat

Wir sagen zu und verabreden uns für den Folgetag um 08.00 Uhr! Sibylle und ich stellen den Wecker, denn ich brauche eine Stunde Anlauf um meinen Koffeinhaushalt zu regulieren.

Nach erfolgter Druckbetankung mit frischem Kaffee machen wir uns auf die Socken nach Crithoni – dort liegt das Werkzeug schon bereit.

Hans und ich besprechen uns kurz, dann geht es auch schon los – alles ist generalstabsmäßig geplant!

Ein erstes Anpassen der neuen Balken, vermessen und anzeichnen
Dann müssen die Stehbolzen für die Tragbalken zugeschnitten werden – die werden mit einem Höllenkleber eingeklebt

Brigitte und Hans hatten die Balken schon vorbereitet, auch die erste Pfette an der Hauswand war schon montiert.
Unsere Zielsetzung war, am heutigen Tag so weit zu kommen, dass eventuell ein provisorisches Dach angebracht werden kann.

Es galt, dafür die vorderen Pfetten mit Spezial-Gewindebolzen auf den Tragpfeilern auszurichten und zu befestigen.
Dann werden wir sehen, wie weit wir mit den Sparren kommen.

Perfekt war, dass das Anbringen der vorderen Pfette sehr viel schneller als geplant ging – nun ja, die Arbeit war sehr gut vorbereitet.

Und was machen die Sparren???

Die werden zunächst probeweise auf ihre ausgemessene Position gelegt
Ok, passt – aber jetzt muss jede einzeln zurechtgeschnitten werden

Ich weiß nicht, wie das im Dachdecker-Jargon heißt, aber die Sparren waren für uns DIYer herausfordernd.

Nachdem alle perfekt in Position lagen, war uns klar, dass die Auflagefläche der Sparre ja nicht nur auf einer Kante der Pfette sein soll.
Um die Sparren vollflächig aufliegen zu lassen, müssen nun in jeden einzelnen Balken so leicht schräge Ausschnitte gesägt werden – das ist eine Affenarbeit.

Vor Allem kann man das nicht in einem Rutsch machen, denn durch das Aussägen hinten, verändert sich der Winkel vorne – also erst hinten sägen, dann nochmals auflegen, messen und vorne sägen…

Mit dem Schneiden wechselten wir uns ab – es dauerte eine Weile, bis wir den Kniff heraus hatten
Die Sonne ging schon langsam hinter den Bergrücken, als wir die erste fertig ausgesägte Sparre setzten

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon am Pläne schmieden, welche Vorgehensweise wohl die richtige wäre.
Sollen wir jeweils links und rechts eine Sparre setzen, dann eine in der Mitte – so könnte man vielleicht ein Notdach montieren.

Keiner von uns dachte zu diesem Zeitpunkt daran fertig zu werden, es war eine Arbeit gegen die Zeit, die untergehende Sonne und das Kälterwerden.

Aber irgendwie wurden wir immer schneller…

Der „Point of no return“ war längst vorbei

Ja und irgendwann spürst Du es einfach, es kann nochwas werden! Niemand hört vier Balken vor dem Ziel auf.
Wir arbeiten also bis in die Dunkelheit hinein, wehren uns in der Dämmerung gegen Stechmücken und trinken auch mal ein Montagebier – aber final ist uns das Glück hold…

Spät am Abend feiern wir „Richtfest“!

Die glorreichen Sieben – dass wir nur vier sind spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle 😉

Geschafft! Wir Vier beschließen, dass heute die Küche kalt bleibt und Brigitte und Hans sprechen in diesem Zug eine Einladung aus.

Als wir auf dem Weg nach Agia Marina das Dach noch einmal von unten sehen, überkommt uns noch einmal die Freude – das war ein tolles Tagwerk.

Ein sehr gut umgesetztes Werk – wir bauen ein Terrassendach an einem Tag

Ich will Privates privat lassen, aber gemessen am zuvor eingeholten, fast schon übergriffigen Kostenvoranschlag, haben wir vier heute so richtig Geld gespart.
Wir helfen einander – that´s what friends are for…

Leider – oder zum Glück – hat das Lokal unserer Wahl Winterpause. Ein anderes, welches wohl gute Burger offeriert, hatte heute geschlossen.
So fällt unsere Wahl auf die Bar „Retro“ in Agia Marina – und die überrascht uns vollumfänglich!

Coole Bar
Sehr geschmackvoll eingerichtet und dekoriert
Guter Service, gutes Essen – was willst Du mehr

Wir sitzen sehr gemütlich in der geschmackvoll eingerichteten Bar, welche aber tatsächlich schon fast Tavernenqualität hat.

Es gibt vorrangig Meze, aber auch Hauptgerichte – das Essen ist schön angerichtet, kein Convenience Food und geschmacklich wirklich gut.

Es gefällt uns, wir sitzen gemütlich zusammen und feiern den gelungenen Tag bei einem Bier und einem Ouzo.
Der Tag klingt spät aus, Sibylle und ich fahren erschöpft nach Hause.

Am frühen Morgen erhalte ich eine WhatsApp von meinem Freund aus Schliersee – „…bin am Weg, Hellas ich komme!“

René und ich sind seit mehr als 40 Jahren Freunde – jetzt ist er auf dem Weg nach Leros

Der eine kommt, die andere bereitet ihre Abreise vor. Sibylle wird übermorgen Mittag mit dem Inselhopser nach Athen fliegen und dann nach München weiterreisen.

Wann sie zurück kommt ist ungewiss, es gibt zwar eine Buchung für den 30.11., dies ist aber flexibel gestaltet, denn ein Gesundheitsthema muss final geklärt werden.
Sollte mehr Zeit notwendig sein, dann bleibt sie eben länger.

In so einer Vorbereitung gibt es immer einiges zu tun, da wollen wir heute ein paar offene Punkte abhaken.
So müssen wir zum Beispiel mal wieder Getränke kaufen – da muss „Klicker“ ran.
Ich begleite Sibylle und freue mich über erste Weihnachtsdekoration…

Na wunderbar – es geht also los

Es wird nochmals Wäsche gewaschen, Sibylle schaut nochmal bei allen Freunden rein und fängt schonmal locker zum Packen an.

Ich verabrede mit ihr, dass ich sie noch für zwei Arbeiten brauche, dann käme ich alleine zurecht.
Diese Punkte stehen morgen auf der Liste – ich habe heute Griechischkurs! Dachte ich…

„The Leros Way“ – das HUB ist ein guter Treffpunkt und unser Klassenzimmer
Wir warten auf Eirini und ich stehe eine Weile am Balkon – ein schöner Ausblick

Eirini vergisst uns, besser gesagt, sie verwechselt die Anfangszeiten und versetzt uns – auch das ist Griechenland.

Ich habe keine Lust mehr auf die hübsche Lehrerin zu warten und fahre heim.
Ich merke ohnehin, dass ich etwas Anlaufschwierigkeiten habe – die Lernmethodik wurde umgestellt und ich habe noch nicht final entschieden ob mich das freut oder nervt.

Zuhause wurde gekocht und Sibylle und ich lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am neuen Morgen weht ein anderer Wind – draußen zunächst mal gar keiner, aber auf NESSAJA wohl!
Heute gibt es viel zu tun – erst eine Tasse Kaffee, dann packen wir es an.

Ohne dem schwarzen Gebräu geht gar nix

Heute stehen EXELIXI und ELOWYN am Plan – und was macht man an Tagen ohne Wind?
Richtig, die Segel abschlagen…

Mit der Genua fangen wir an
Das geht recht schnell, denn an Bord ist alles tadellos
Weil es so gut läuft, machen wir das Groß auch gleich
So ein Lattengroß ist immer etwas aufwändig – aber bei einem 35 Füsser gut zu handeln
Wir demontieren noch die Lazybags…
…dann melden wir dem Eigner Vollzug – ich wähne mich fertig (was sich als Trugschluss herausstellen sollte)

Wir haben uns eine Pause und ein Eis verdient. Auf dem Weg zur Eisdiele machen wir noch einmal einen Umweg über Plaka und sehen am Haus nach dem Rechten.

Ich musste mit unserem Erntekapo Nikos noch besprechen wann er die Bäume schneiden wird – „…nicht vor Januar!“ meint er…
Ok, dann hab´ ich das mal aus dem Sinn…

Bei Sibylles „Breezy“ hatte ich vergessen die Batterie abzuklemmen, auch das habe ich noch schnell erledigt.

Am Haus ist alles ok, der Briefkasten ist leer
Ich schicke René ein Bild von Leros – hier kann man noch mit kurzer Hose fahren…
…schöne Grüße von uns – ich warte

Nachdem wir unsere Eisspezialität genossen hatten, war noch genug Tag übrig um auch den zweiten, wichtigen Punkt auf unserer Liste abzuhaken.
Auch zum Abdecken des WILLI brauche ich Sibylles Hilfe, denn die 12qm große Plane kann man zu zweit einfach besser handhaben.

Sie muss sturmsicher verzurrt werden und soll keine Wassersäcke bilden.
Dafür haben wir uns wirklich lang überlegt, wie wir es angehen.

Von Hans´ altem Vordach blieb ein exakt passender Balken übrig – WILLI bekommt einen First
Um die Plane erst einmal zu fixieren, muss ich durch den Sand krabbeln
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – passt und ist stabil

So, dieses Tagwerk wäre geschafft – wir haben uns einen Tavernenbesuch zu zweit verdient, es wird Sibylles Abschiedsessen.

Sie entscheidet sich, ein wenig holprig, für das „Tis Kakomoiras“, denn Meze stehen auf ihrer Wunschliste.

Ja und Meze in Griechenland heißt – voller Tisch 🙂

„Hm, was nehm´ ich nur???“
„Lass´ mich mal bestellen!“ 😉

Wir schnabulieren was das Zeug hält und nehmen trotzdem noch Reste von den beiden Salaten mit – aber es war wirklich sehr gut!

Zum Schluss gibt es noch einen Ouzo – der steigt mir zu Kopf und ich lass´ mich mal wieder zu Handlungen hinreißen, welche Sibylle die Schamesröte ins Gesicht treiben…

Ein bisschen Spaß muss sein

Der Tag endet, wir gehen ins Bett und wünschen uns, zum letzten Mal für einige Zeit, persönlich eine „gute Nacht“.

Morgen reist meine Frau für ein paar Wochen in die Heimat – ich bleibe zurück, einsam und alleine…

Wir wollen gerade das Licht ausschalten, da klingeln beide Mobiltelefone gleichzeitig – das kann nur aus unserer Gruppe kommen…
Stimmt – Alex meldet sich zu später Stunde…
„Das Wetterfenster scheint ideal, sorry für die kurzfristige Planung, aber wie schaut es aus – morgen um 09.00 Uhr bei uns zum Coppercoat streichen?“

DAS ist wirklich kurzfristig – ich tippe in mein Telefon „OK, bis morgen um 09.00 Uhr! Gegen Mittag muss ich Sibylle zum Flughafen fahren“

So ergibt es sich, dass mich an Sibylles Abreisetag der Wecker aus dem Bett holt und ich nach einer Tasse Kaffee alleine zu ANAHITA wackle – COPPERCOATTAG, hurra!!!

Die Einheiten stehen bereit und bedrohen uns mit einem harten Tag Arbeit

ANAHITA ist im Vergleich zu den beiden letzten Schiffen an deren Coppercoatanstrich ich beteiligt war, ein recht großes Schiff.
Zudem ist sie ein Langkieler, das heißt die zu streichende Fläche ist nochmals um ein paar Quadratmeter mehr.

Es ergab sich automatisch, dass die beiden jungen Paare, Alex und Antonia von der ANAHITA, sowie Ben und Caetlin von der DONNA, als Teams auftraten – so blieb für mich die Rolle als „Barkeeper“ und Mixmeister.

Das mache ich gerne, das war auch in der Vergangenheit meine Aufgabe. Ich richte mich also am Tresen häuslich ein…

Alles gut sortieren und vorbereiten
ich muss die Volumeneinheiten in Gewicht umrechnen, die Eichstriche an den Behältern sind später nicht mehr lesbar
Dann geht es los – es kommt auf Genauigkeit an, Coppercoat ist die Diva unter den Anstrichen

Da Coppercoat wirklich exakt nach Herstellervorgabe verarbeitet werden muss, bekommt jeder noch einmal eine kurze Einweisung.
Alex trägt die Hauptverantwortung, er sagt an, wie er die verschiedenen Schichten haben will.

Es wird reihum gestrichen, bis man am Heck ankommt, kann bereits am Bug wieder von vorne begonnen werden.
Es muss „nass in nass“ gestrichen werden, gleichmäßiger Auftrag, nicht zu dick.
Ziel sind sechs bis sieben Lagen.

Das Mischungsverhältnis ist klar vorgegeben, wird aber von Lage zu Lage leicht angepasst.
Es kommt letztlich auch auf eine gute Kommunikation an!
Die Farbe muss stetig gerührt werden, der Akkuschrauber hat ab jetzt eine 8 Stunden Schicht!

Natürlich wird das Geschehen auch dokumentiert, denn das A-Team bloggt ja auch.

Bitte alle recht freundlich
Jetzt geht´s los
Ich mische – und rühre – und verteile
Wie bei LIBERTÉ und SAGITTA sieht die erste Lage echt scheiße aus – man braucht Geduld
Da die Frauen in den Teams körperlich etwas kleiner sind, lag es auf der Hand, dass die Jungs nach oben streichen und die Mädels die untere Hälfte übernehmen – den anstrengenden Part

Die vier waren, vermutlich ob ihrer Jugend, rasend schnell! Bereits kurz vor Mittag waren drei Lagen gestrichen und es verlangte uns nach einer Pause.

Ganz so einfach ist auch das nicht, denn man will die Behälter natürlich leer streichen und die vorhandene Mischung verbrauchen.
So haben wir uns schon bei der Hälfte der dritten Lage abgestimmt – ich habe das Mischen aufgehört und den Rest verteilt.
Die Teams haben ihre Farbe gut eingeteilt und zugesehen, dass die Farbmenge für die Komplettierung der Lage reicht.

Das hat perfekt geklappt – Zeit für einen Break!

Kaffee und Getränke sowie Brotzeit für alle – das A-Team hatte an alles gedacht…
…und motivieren können sie auch

Nach der Mittagspause ging es Schlag auf Schlag weiter – man darf nicht zu lange aussetzen, denn die Farbe darf nicht anziehen.

So war die Dauer unserer Pause ohnehin auf zehn Minuten limitiert, da konnten wir so schnell sein wie wir wollten.

Nur langsam stellt sich ein Deckungsgrad ein – nach vier kompletten Lagen sollte eine Deckung erreicht werden
Die jungen Frauen rackern wie verrückt – Chapeau
Man merkt – so langsam wird es

Inzwischen war die Mittagsstunde verstrichen, Sibylle taucht auf und erinnert mich an die bevorstehende Abreise.

Ich weise Caetlin in die Kunst des Coppercoatmixens ein und sie übernimmt für die nächste Stunde.

Da Antonia auch in einen kurzen Videocall muss, streichen Alex und Ben jetzt für eine Stunde alleine.
Ohne deren Leistung auch nur irgendwie schmälern zu wollen, man merkt sofort, dass nur noch ein Team streicht, die Pace lässt spür- und messbar nach.

Ich hole Sibylles Tasche, meine Frau verabschiedet sich vom ABC-Team und wir fahren los – Richtung Flughafen.

Auf dem Weg dorthin gabeln wir Brigitte und Hans auf, die beiden werden den gleichen Flieger für den Weg nach Hause nutzen.
Beim kurzen Stop in Crithoni dürfen wir noch einmal das Dach bestaunen – die Beiden haben es tatsächlich noch fertig bekommen!

Sieht top aus – aber jetzt müssen wir zum Flughafen

Am Airport müssen wir nicht lange warten. Der Flieger ist schon angekommen, das Check-In hat schon begonnen und nach nur einer Viertelstunde steigen Sibylle und die Freunde zu.

Mir bleibt nur hinterherzuwinken und mich alleine auf den Rückweg in die Marina zu machen.

Die Fluggäste sammeln sich zum Boarding – für mich ist es Zeit zu gehen

Zurück in der Marina, es ist inzwischen ja Nachmittag, tischt Alex ein Reparierbier auf – wer könnte jetzt schon Nein sagen.

Sibylle mahnt ja auch immer an, ich solle viel trinken – ich will, jetzt da sie nicht da ist, ihren Ratschlägen auch immer Folge leisten!

Ran an die Farbrollen – Yammas!!!

Auf das Leben – zum Wohl

Die Teams bilden sich wieder neu, Antonia ist zurück und greift wieder zur Rolle, auch Caetlin streicht wieder.

Ich begebe mich abermals ans Mischpult und versorge die Malerteams mit dem teuren Anstrich.

Ab jetzt geht es insgesamt wieder schneller, aber man spürt trotzdem, dass die Arme müde werden.
Das Tempo ist mit dem des frühen Vormittags nicht mehr zu vergleichen und obwohl wir echt schnell waren, wird es zum Spätnachmittag hin ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ben hatte sich den Kopf angeschlagen und streicht mit Eisbeutel
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont
Auch die Arbeit am Mischpult hinterlässt Spuren
Großes Finale – wir beginnen die sechste Lage…
…die Sonne geht langsam unter
Während die Sonne sich anschickt am Horizont zu verschwinden…
…werden die letzten Kräfte mobilisiert

Wir werden „just in time“ fertig. Die Sonne geht unter, es wird schlagartig kalt und die „blaue Stunde“ bricht an.

Wir sind erschöpft – ich habe schon vor ein paar Minuten zur „last order“ gerufen und dann meine Farbbar geschlossen – alle berechneten Coppercoatpakete waren vebraucht.

Ben und Caetlin haben ihren Behälter leer gestrichen und Caetlin war körperlich erschöpft, sie hat ernsthaft und nachdrücklich nach etwas zum Essen verlangt, sie brauchte Energie!

Alex und Antonia nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass sechs volle Lagen gestrichen waren.
Sie verstrichen die überige Farbe noch an den stark beanspruchten Stellen des Wasserpasses und der Kiel- und Rudervorderkante – dann war auch ihr Behälter leer!

Wir waren fertig, als die Dunkelheit anbrach…

ANAHITA trägt jetzt sechs Lagen Coppercoat

Antonia und Alex ließen es sich nicht nehmen uns alle auf ein Abendessen einzuladen – es gab Pizza an Bord der ANAHITA und wir saßen noch eine ganze Weile zusammen.

Die kleine Bordkatze der ANAHITA, ihr Name ist jetzt Aria, hat sich den ganzen Abend zu mir geschmiegt.
Klar, Antonia und Alex sind in die Verantwortung gegangen – aber es war meine Hand, die sie aus dem Radkasten gezogen hat und sie in die Hände der beiden Landshuter übergeben hat.
Sie hat sich den ganzen Abend verhalten, als wüsste sie es und würde es danken…

Aria lag den ganzen Abend bei mir
Die Pizza war übrigens vorzüglich

Zwei Bier später bin ich zufrieden zu NESSAJA getorkelt – sind ja nur ein paar Schritte.

Daheim setze ich mich zum Runterfahren noch auf meinen Platz auf der Salonbank und lese meine Nachrichten – eine ist von meinem Freund René…

Er ist ja auf dem Weg zu mir und sendet Grüße aus Albanien, alles läuft gut, er käme bald!

Zwei Drittel der Strecke sind geschafft

Ich freue mich, übermorgen sehr früh ist es soweit – ich werde es mir nicht nehmen lassen, ihn von der Fähre abzuholen.
Jetzt aber, ab ins Bett, ich schlafe sehr zufrieden ein.

Am nächsten Morgen stehe ich recht rasch auf und halte mich auch mit dem Kaffee nicht lang auf – mein Freund kommt in der Folgenacht und ich will noch ein paar Punkte erledigt wissen.

Zum einen hat Hans mich gebeten ein Paket von der Post zu holen. Ein Paket von dem niemand mehr dachte, dass es ankommen würde – es war verschollen, angeblich auf dem Weg zurück zum Absender und tauchte dann doch wieder auf – wann? Natürlich am Tag der Abreise der Beiden.
Also war mein erster Weg der zur örtlichen Post.

Check – das Paket kann im Haus auf die Rückkehr der Freunde warten

Der nächste Punkt dreht sich um ELOWYN – Volker hat noch eine Reparaturaufgabe nachgezogen, nämlich die Prüfung und gegebenenfalls die Erneuerung des Loggedurchbruchs.

Als ich das gestern beim Abendessen erzählt habe, hat Ben mir ein Ersatzteil angeboten – er hätte noch ein neues herumliegen, na wenn das kein Zeichen ist!

Ich muss das Teil abnehmen, den Tauschwert mit Ben bestimmen und es dann auf ELOWYN verstauen.

So ein Zufall – das ist nicht unbedingt ein gängiges Teil

Last not least holt mich EXELIXI abermals ein. Ich hatte gehofft meinen Teil erledigt zu haben, aber ein anderer Segler, welcher als Helfer gehandelt wurde, hat kurzfristig mit der Begründung abgesagt, dass „…er das nicht alleine könne!“

Na toll! Ok, dann mach ich es halt – alleine!

Das olle Schlauchboot muss verräumt werden – trotzdem, dass es kaputt ist
Ich lasse es trocknen, lasse die Luft ab und falte es entsprechend
Die Tasche verstaue ich im Cockpit – das ganze Ding fischelt

Ein weiteres Mal gebe ich Info an den Skipper und vermelde, dass die Aufgabe erledigt ist.
Ich passe die Checkliste an und gebe klar zu erkennen, dass meine Pflicht an ELOWYN keine weiteren „Nebenarbeiten“ mehr zulässt.

Der Skipper bedankt sich und nimmt es hin. Ok, die Arbeiten an Land lasse er dann von der Werft durchführen.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht von der Platte ist.

Für heute aber schon – ich verhole mich ins „SouVLakki“ und nehme mein erstes Dinner alleine ein.
Ich bin nachdenklich – Sibylle ist zuhause, René kommt her, es fühlt sich an wie eine verkehrte Welt.
Zum Glück habe ich nicht allzuviel Zeit um darüber nachzudenken.

Zur Abwechslung einen Burger

Danach gehe ich an Bord und stelle den Wecker – Weckzeit 03.00 Uhr, geplante Ankunft der Fähre ist um 03.35 Uhr.

Sofort nach dem Weckerklingeln checke ich die Position der Fähre.
Diese scheint voll im Plan zu sein, ich springe also auf, ziehe mich an und fahre mitten in der Nacht mit dem Motorrad nach Agia Marina.

Die BLUESTAR 2 hat Patmos verlassen und nimmt Kurs auf Agia Marina

Ja, richtig gelesen. Seit ein paar Wochen ist der Haupthafen von Leros, der in Lakki, wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Der Ausweichhafen, auch für die großen Fähren, ist jetzt das kleine Agia Marina mit seinen engen Gassen.
Na, ich bin mal gespannt!

Die Fähre kommt pünktlich an…
….und öffnet ihren Schlund – wo ist René?

Ich parke an der Straße, so dass mein Freund mich nicht übersehen kann. Ohne großes Hallo hänge ich mich vor ihn und geleite ihn einmal quer über die Insel in die Marina.

An der Pforte wird uns geöffnet und ich stelle den zweiten Biker als „my best Buddy from Germania“ vor.

Erst am Ponton steigen wir ab und nehmen uns in den Arm wie Männer sich eben in den Arm nehmen.
Ich freu´ mich wie ein Schnitzel, dass er da ist!

Wir laden sein Bike ab, tragen das Gepäck auf´s Schiff und trinken erstmal ein Bier.
Bestimmt eine Stunde sitzen wir da und quatschen, während wir an unserem Dosenbier schlürfen.
Erst gegen 05.30 Uhr legen wir uns noch einmal ins Bett und schlafen auch nochmal für zweieinhalb Stunden.

„Willkommen auf Leros mein Freund!“ – wir entschließen uns für ein Frühstück im „Coffee Lab“. Und das war nicht von schlechten Eltern!

René ist angekommen – noch müde, noch fertig von der Reise, aber das wird sich ändern…
…nachdem wir gefrühstückt haben und Kaffee durch unsere Adern fließt

Klar nutzen wir jedes Beisammensitzen und jede Minute, die wir nicht am Motorrad sitzen werden, um über Gott und die Welt zu sprechen.

Wir leben inzwischen in verschiedenen Welten und akzeptieren das auch gegenseitig.
Jeder erzählt seine Geschichten, dann schwelgen wir ein wenig in der Vergangenheit um dann über die Zukunftspläne und die Zeit die noch bleibt zu philosophieren.

Letzlich ist René aber hier, um mit mir einen kleinen Teil von Griechenland zu entdecken – und mit der kleinen Ägäisinsel Leros fangen wir an…

Offroad fahren wir hoch zu den verfallenen Gefechtsstationen aus dem WW II
Das Wetter ist uns hold, wir haben jenseits der 20°C Marke
Hier haben deutsche Maler in ihrer Zeit als Soldaten kleine Kunstwerke hinterlassen
Die Griechen lassen das Zeug verfallen – morbider Charme aus einer grauen Zeit
Manches als echte Malerei angelegt, anderes eher wie lustige Kurzgeschichten
Es lohnt sich genau hinzusehen
Das Gebäude ist eher bedrückend und dem Verfall preisgegeben – es dient als Unterschlupf für die Ziegen

Offen gesagt, ich bin kein Freund davon das Gedenken an den Krieg mit aller Gewalt aufrecht zu erhalten.
Klar, man darf die Gräueltaten nicht vergessen und die Geschichtsbücher sollen bitte offen und schonungslos berichten – aber alle damaligen Gefechtsplätze zu Gedenkstätten zu machen, halte für nicht zielführend.

Außerdem ist es sinnlos, das zeigt die aktuelle Entwicklung, der Mensch lernt nicht aus seinen Fehlern.

Wir fahren wieder nach unten – nächstes Ziel ist die kleine Felsenkapelle Panagia Kavouradena.
Für René sind die ersten Offroadstrecken herausfordernd, aber er schlägt sich wacker!

Jaaaa, wir haben kurze Hosen an – aber wir sind Kinder der 80er und werden das (hoffentlich) überleben
Panagia Kavouradena ist eine wunderschöne, besondere Kapelle
Verdamp´ lang her, verdamp´ lang – Freunde seit 42 Jahren
ICH finde sie schöner als den berühmten Bruder Agios Isidoros, der Innenraum ist in den Fels gehauen

Weil wir schon in Xirokampos waren, haben wir einen Haken auf eine Strecke geschlagen, die ich noch nicht befahren hatte.

Auf der Südseite der Lakki-Bucht ragt der höchste Berg der Insel auf. Es gibt ein Gipfelkreuz, welches zwar nicht an höchster Stelle steht, aber nach Sibylles Bekundungen, an einer voll befahrbaren Schotterstraße.

Sie hatte mir im Vorfeld des Besuchs von René die Strecke beschrieben und ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Track finden würde – also haben wir uns auf den Weg zum höchsten befahrbaren Punkt von Leros gemacht.

Über 5km zieht sich die Straße hoch – rechts am Bildrand sieht man auf die Marina hinunter
Wir sind hochgefahren bis zum Gipfelkreuz – hier hat man eine herrliche Aussicht, im Süden nach Kalymnos…
Richtung Südwesten konnten wir die schemenhaften Umrisse von Amorgos erkennen – es ging steil bergab
Richtung Norden erkannte man Patmos und Lipsi, im Hintergrund die Berge von Ikaria – zuvorderst die Riva von Lakki

Uns war nach einer Pause! Und es dürfte keinen Blogleser schwerfallen zu erraten, wohin ich meinen Besuch zur ersten Pause auf der Insel führe – ich will meinen Freund schließlich an meinem Leben teilhaben lassen…

Klar – der Abstecher führte uns direkt in die Eismanufaktur der Familie „Repapis“.
Doch zunächst mussten wir die über fünf Kilometer auf teils steilen, engen Schotterstraßen wieder hinunter fahren.

Das war echt anstrengend, hat aber total Spaß gemacht!

Die Kurven zwischen den Felswänden waren teilweise betoniert
Bei „Repapis“ bereitet man sich auf Weihnachten vor
Der berühmte Rentierschlitten steht auch schon – René kann es kaum fassen

Aus den Lautsprechern tönt „Driving home for Christmas“ und ähnliches.
Nein, „Last Christmas“ von Wham habe ich bisher noch nicht gehört, aber das kommt sicher noch.
Wie auch immer, René und ich sitzen in der Sonne, genießen das Leben bei spätsommerlichen Temperaturen, reden von einem Bad im Meer und schlotzen ein Eis.
Im Hintergund läuft „Little Drummer Boy“…

So – ein – perfekter – Tag!!! Im Hintergrund der Berg, von dem wir gerade kamen
Wir denken an unsere Frauen, die sitzen gerade im Landkreis Miesbach bei 30cm Schnee und -8°C

Was machen wir jetzt? Der Tag ist noch zu jung um sich auf NESSAJA zurück zu ziehen, anderseits reicht es René für heute mit Offroad Touren.

Das ist nachvollziebar, er war schließlich vor 24h noch irgendwo zwischen Patras und Athen – ihm steckt die Fährfahrt in den Knochen.

Er hatte gestern das Kastell gesehen – „…kann man da hochfahren oder muss man die Stufen gehen?“ fragt er.
„Man kann hochfahren bis vor´s Tor und wir kämen an den Windmühlen vorbei!“ antworte ich.

Nix wie hin, das ist unser Ziel für den Nachmittag!

Die Windmühlen sind geschlossen und eignen sich zu dieser Jahreszeit nur als Fotomotiv
Beim Kastell haben wir die Öffnungszeiten gecheckt, wir können eintreten und das Bauwerk besichtigen
Beim ersten Besuch ist es beeindruckend
Wir machen Dutzende Bilder…
…auch von mir gibt es mal welche

Wir gehen die alten, dicken Mauern ab und stellen uns die Geschichten vor, die diese Burgen erzählen könnten – es ist beeindruckend.

Ich versuche René einen Überblick über die Inseln zu geben, welche man rundum sieht – bis hinüber zur türkischen Küste.
Und natürlich sieht man von hier oben auch ganz gut, wie sich Leros aufteilt – ich kann erklären, wo unser Haus steht und in welche Richtungen wir das Meer sehen.

Dann heißt es zurück in die Marina, die Sonne geht unter, es wird frisch. Wir wollen den Tag passend und stilvoll ausklingen lassen!
Die Frage ist – wohin zum Dinner???

Abermals geht es an den Mühlen vorbei, welche noch einmal ein typisches Fotomotiv anbieten

Wir sitzen ein bisschen in NESSAJAs Salon zusammen, trinken ein Bier und überlegen, was wohl als Dinner für einen ersten Abend passen würde.

Nun, ein bisschen herausfordernd ist das schon, denn aufgrund der Tatsache, dass einige der perfekten „1st evening“ Tavernen schon geschlossen haben, ist unsere Auswahl nicht allzu groß.

Ich hätte, mit Verlaub und ohne Wertung, das „Pirofani“ an einem lauen Sommerabend am besten gefunden.
Das aber hat geschlossen – meine erste Wahl für genau solche Fälle, gepaart mit der Tatsache, dass wir aufgrund der abendlichen Temperaturen ohnehin drinnen sitzen wollen, hat jedoch geöffnet…

Die Wahl fällt auf die Meze Taverne „Tis Kakomoiras“!

Wir schlemmen wie die Fürsten

Selbst meinem Kumpel, durchaus reiserfahren, fällt es einigermaßen schwer, die typische Art des griechischen Essens anzunehmen.

Alles was auf den Tisch kommt steht „in der Mitte“ und jeder kann zugreifen, von allem, mal mehr, mal weniger – ganz wie es gefällt und mundet.

Wir genießen Meze, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Salate. Es hat an nichts gefehlt und es hat super geschmeckt.
Dass uns die Ränzen ein wenig gespannt haben, bleibt eine Randnotiz.

Ach übrigens, zum Dinner sind wir mit „Klicker“ gefahren – der schwarze A6 quattro war früher Renés Auto, es war mir ein Vergnügen, ihn damit zu chauffieren.
Die Moppeds hatten Pause – und unsere Popos auch 😉

Der Frühstücksplatz am Folgemorgen war ein anderer – unsere Wahl fiel auf´s „La Palma“, dort wollten wir ein „Männerfrühstück“ einnehmen.

Schöner kann man kaum in den Tag starten

Das hat leider nur bedingt geklappt – René war etwas lesefaul, seine Speisekarte zudem etwas abgewetzt, so fiel es nicht auf, dass das Rührei bei seinem Frühstück gestrichen war.

Er bekam nur ein paar Marmeladepäckchen und Toastbrot und hat neidisch auf mein „Workers Breakfast“ geschaut – ich hatte mich für Spiegeleier mit Speck entschieden…

Diese unterschiedliche Kraftbetankung sollte sich später noch auswirken 😉

Doch bevor wir loskonnten, standen profane Hausarbeiten am Programm – der Biker und der Segler mussten Wäsche waschen…

So, Shirts und Unterbuxen hängen auf der Leine

Endlich konnte es losgehen. Weil Leros per se ja nicht so groß ist, hatten wir auch heute wieder die Offroadstrecken der kleinen Dodekanesinsel im Visier.

Am Ende des dreitägigen Besuchs wollte ich meinem Freund die Insel komplett gezeigt haben, soweit möglich, wollen wir alles abseits der Straßen fahren.

Heute geht es in den Westen der Insel, es galt das „Aerophon“ zu erkunden.

Fotostop – die Ziegen sind allgegenwärtig und interessieren sich kaum für uns
Siehst Du mich, seh´ ich Dich – alles eine Frage der Perspektive
Ja, die Perspektive – aber das hatten wir ja schon

Ich freue mich, dass René auch Bilder von mir macht. So kann ich den Blogbericht einmal etwas anders darstellen und das Erlebte auch aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
Die Bilder von den Motorradfahrten sind daher ein Potpourri, von mir und meinem Freund fotografiert.

Am Bankerl am Ende der Betonstraße legen wir einen weiteren Fotostop ein.
Wir sprechen über die umliegenden Inseln, aber auch über das Containerdorf, welches für die Flüchtlinge gebaut wurde und von hier oben deutlich zu sehen ist.

Für René ist es das erste Mal, dass er auf einer der vielzitierten „Hotspot“-Inseln ist, eine neue Erfahrung.

Der Blick nach Süden, nach Kalymnos und, am Horizont, Kos
Beim Blick nach Osten sieht man die Marina (links im Bild) und das Containerdorf (rechts im Bild)
Ab hier geht es auf grobem, teils ausgewaschenem Schotter weiter
Der Track zieht sich bis auf das Hochplateau…
…wo man das „Aerophon“ bestaunen kann

Der „Parabolic Acoustic Mirror“ wie er offiziell heißt, ist in Google zu finden und eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten auf Leros.

Ok, wieder so ein Kriegsding, Leros kann seine Vergangenheit nunmal nicht leugnen.
Ok, interessant zum Ansehen ist der Bau allemal und auf einer angebrachten Tafel erfährt man alles Wissenswerte.

Als Kulturerbe klassifiziert

Wir gehen ein paar Schritte nach vorne, von der Abbruchkante aus, kann man die Bucht von Gourna sehen.

Dort befindet sich „Agios Isidoros“, das berühmte Kirchlein auf der Felseninsel.
Dies soll unser nächstes Ziel sein, aber natürlich führt unser Weg offroad dorthin.
Aufmerksame Leser wissen, woran der Weg Richtung Gourna vorbeiführt – genau, an unserem Häuschen in Plaka, auch das wollen wir im Vorbeifahren besichtigen.

Der Weg ist besprochen – jetzt geht´s los!

Das Bergabfahren war eine Challenge – der lose Schotter verlangte Entschlossenheit am Gasgriff und an den Bremsen.
Unsere Bikes haben ABS, das ist manchmal sogar irreführend. Man muss vorsichtig fahren, darf aber nicht zögerlich sein.

Für René eine echte Prüfung und eine Übungseinheit!

Zumal dann, wenn man einmal unten angekommen, nicht nach links auf die Betonstraße abbiegt, sondern den Weg nach rechts Richtung „Bakerstreet“ (für Insider) wählt.

Da kommt eine sehr grobschottrige, steile Rampe nach unten, die Mensch und Maschine fordert.
Hat man die geschafft, geht es locker-flockig weiter.

Am Haus angekommen, sehen wir uns meine Erungenschaft an. Es kam wie es kommen musste, René zeigt wenig Begeisterung.
Er hasst Bauarbeiten und kann nicht verstehen, warum man das Nomadenleben am Segelboot für ein baufälliges Haus aufgibt.

Nun, erklären kann ich es ihm leider nicht – ich verstehe es selbst nicht und Sibylle ist nicht da. Die könnte es vielleicht in Worte fassen.

Wir erreichen Agios Isidoros…

Das Kirchlein ist einfach schön – wir gehen über den Wall um es von innen zu sehen
René entdeckt das Umfeld, ich suche nach der Antwort auf die zuvor gestellte Frage

Und jetzt, was machen wir jetzt?

Wir haben da so eine Idee – wenn jemand mit dem Motorrad vom Winter in den Sommer fährt um ein paar Tage Urlaub zu machen, was darf auf gar keinen Fall fehlen???

Genau! Ein Bad im Meer, gepaart mit ein paar Sonnenstunden im Liegestuhl am Strand.
Ich selbst kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Liege lag und auch nicht an meinen letzten Flachköpper in das kühle Nass.

Ich schlage, einem Reflex gleich, den Strand in Panteli als Ziel für unsere Musestunden vor.
Gesagt, getan – wir starten die Motoren und fahren blubbernd an den Traumstrand.

„Get your motor runnin‘
Head out on the highway
Looking for adventure
In whatever comes our way“

Freie Liegen gibt´s zuhauf – das Meer lädt zum Bade
Wir lassen uns nicht zweimal bitten…
…sondern folgen dem Ruf ohne Zögern

Wir liegen bestimmt fast zwei Stunden am Strand. Als die Sonne aber hinter den Dachkanten verschwindet wird es schlagartig frisch – wir sollten langsam zurück auf NESSAJA und unsere Wäsche abnehmen.

Aber wie lässt man einen Strandtag Mitte November in Griechenland ausklingen?
Genau, ich merke schon, unsere Bräuche könnten zum Trend werden – wir gehen auf eine Eisspezialität zu „Repapis“.

Vom Strand zu „Jingle Bells“ – krasser geht´s kaum. Aber es fühlt sich gut an, lebendig, ein bisschen verrückt 😉

Gestaltentreffen in Lakki
Das Büdchen hat geöffnet – bei vorweihnachtlichen 22°C

Während wir am Strand saßen, habe ich ein Bild an Sibylle geschickt und sie hat postwendend geantwortet – es sieht so aus, als ob bei ihr sowohl der Winter als auch die Vorweihnachtszeit ziemlich exakt dem Klischee entsprechen…

Und das war erst der Anfang – das sind die Momente in denen mir klar wird, dass es kein Zurück gibt, nicht für mich

Zum Dinner sind wir heute, wer hätte es gedacht, im „SouVLakki“, denn René möchte gerne Giros – „…so richtig griechisch!“
Na da können wir dienen – ich opfere mich und gehe mit!

Danach geht´s ab nach Hause, in NESSAJAs Bauch ist es schön warm, denn wir lassen immer für 30 Minuten die Heizung laufen.
Schöne Stunden – wir sitzen zusammen, klönen über dies und das, trinken Bier und planen unseren Ausflug nach Rhodos.

Als der Plan steht, buchen wir unser Zimmer! Alea, iacta est – die Würfel sind gefallen, wir machen Männerurlaub, drei Tage Rhodos mit der GS!

René greift dann noch weiter vor und studiert unseren Kretaführer und holt sich Ideen ab.
Es wäre zu verlockend, aber ich habe hier viel zu tun und die Rückreise von Kreta würde meine Zeit auffressen.
So sehr ich es bedauere, aber nach Kreta muss mein Freund alleine weiterziehen, in Rhodos werden sich unsere Wege trennen.

René bereitet sich auf Kreta vor – wir waren mehrfach dort, ich kann ein paar Tips geben

Am neuen Morgen trinken wir Kaffee. René druckst rum, er wolle nicht wieder in ein griechisches Café zum Frühstücken, der Stachel von gestern sitzt noch tief.

Ok, was er denn dann wolle, frage ich ihn…

Er wolle jetzt zum Bäcker und in den Supermarkt um einzukaufen, dann kochen wir uns lecker Frühstück, das wäre doch was!

Jaaaa, ich weiß was er meint und hätte die Idee auch ab dem ersten Tag toll gefunden.
Heute ist aber der letzte Tag und alles was wir nicht aufessen wandert sofort in die Tonne – außerdem habe ich keinen Bock auf Abspülen.

„Das lohnt sich doch nicht…!“ erwidere ich.

Egal, er hat es sich in den Kopf gesetzt und fackelt nicht lang – „…ich kauf´ ein, ich spül´ ab!“ sagt er und braust davon.
Ok, dann halt, wenn er es sich so wünscht…

So sieht ein zufriedener Freund aus…
…und so die Küche – was tut man nicht alles

Es beginnt unser letzter Tag mit dem Motorrad auf Leros. Wir sind frisch gestärkt, unsere Fährfahrt ist eingecheckt und die Koffer sind gepackt.

Kurz, die Pflicht ist erledigt und nachdem wir die Küche wieder in Ordnung gebracht haben, beginnt die Kür.

Die sieht heute wesentlich weniger Offroad Anteil vor – ein letztes Stück, vorbei am Kriegsmuseum und hoch zum Dog Shelter…

Hier verbringt Sibylle viel Zeit, es ist mir ein Anliegen dies dem Freund zu zeigen
Das dreifarbige Mädchen wäre um ein Haar meine gewesen – aber Sibylles Ratio hat es verhindert

…von dort führt unser Weg weiter, abermals am Haus in Plaka vorbei, hoch zu den beiden Stränden im Norden von Leros.

Zuerst besuchen wir Blefoutis, das ist auch für mich interessant, denn ich war lang nicht mehr dort und kenne das Neubaugebiet nicht.

Man stampft aus dem Boden was geht – ob das gut ist? Man wird sehen.
Man hört Gossip, dass sich die Türken über Strohmänner dort einkaufen.
Ich kann mir das gut vorstellen, bleibt abzuwarten, ob dies der Insel einen Aufschwung gibt oder sie eher zum Negativen verändert.

Von Blefoutis nach Paralia Kioura – wir klappern jetzt die wilden Strände ab

Von Blefoutis aus bietet es sich an zuerst Paralia Kioura zu besuchen. Er ist einer der „wilden“, unbewirtschafteten Strände der Insel.

Diese Strände sind meist feinsandig und spärlich besucht, alleine ist man während der Saison aber auch dort nicht.

Paralia Damari
Wir waren direkt am Strand – jetzt heißt es hochkämpfen

Es folgt noch ein kurzer Abstecher nach „Dio Liskaria“. Auf dem Weg dorthin durchfahren wir Alinda und treffen Dimitris, den Wirt des „To Steki“.

Wir quatschen ein bisschen und René ist sichtlich beeindruckt, ich hatte ihm nicht zuviel versprochen, bezüglich meiner Integrationsbemühungen.

Irgendwie hatten wir alles auf Leros gesehen – ich war sicher, dass René an einem der „besonderen Strände“ noch einmal baden gehen wollte…
Aber weit gefehlt, der gestrige Nachmittag habe ihm so gut gefallen, er wolle das gerne wiederholen.

Na wenn mir da sein Wunsch nicht zum Befehl wird.

Wieder lassen wir uns auf den Liegen der „Sorocos Bar“ nieder…
…wieder springen wir ins kühle Nass
Und abermals lassen wir den Nachmittag bei „Repapis“ ausklingen

„Repapis“ kann, das ist bekannt, nicht nur Eis sindern auch Süßigkeiten.
Ich gönne mir heute ein Galaktoboureko mit einer Kugel Parfait Eis – ein Gaumenschmaus!

Dann heißt es zurück zum Schiff und umsteigen in „Klicker“ – wir müssen einkaufen!

Als wir zurückkommen geht die Sonne schon unter…

Ein Traum

Nanu, einkaufen? Am letzten Abend? Was ist da los???

Nun, das „A-Team“ sowie die Besatzung der DONNA rufen noch einmal zum gemeinsamen BBQ und was gibt es herzlicheres als mich MIT meinem Besuch einzuladen.

Wir waren eine illustere Runde und hatten echt viel Spaß, es war ein langer Abend und die Vernunft ließ uns irgenwann ins Bett gehen – Weckerklingeln um 02.30 Uhr!!!

Es gibt Fleisch, Vegetarisches, Salate und frisches Brot…
…sowie Alex´ selbstgefangenen Octopus

„Mario? Mario?“ Ich höre Stimmen! Ich sehe ein Licht? Bin ich im Paradies???

René steht in meiner Kabine und schaltet das Licht ein. Verdammt, ich habe so fest geschlafen, ich habe meinen Wecker nicht gehört!
Es ist 03.00 Uhr, der Kaffee fällt somit aus.

Wir packen, ich mache das Schiff klar für drei Tage Abwesenheit und verschließe den Niedergang hinter mir.

Mach´s gut NESSAJA, bis in drei Tagen…

Mitten in der Nacht gehen wir von Bord…
…und fahren nach Agia Marina
Die Fähre scheint nur wenig Verspätung zu haben
Wenig später können wir einfahren

Bis Rhodos sind es fünf Stunden. Einen Zwischenstop gibt es auf dieser Fahrt nur auf Kos, auf manchen Fahrten gibt es noch einen Halt auf Kalymnos und Symi.

Es zieht sich wie Kaugummi. Man will schlafen, kann aber nicht mehr.
Wir dösen, wir trinken Kaffee – bis irgendwann die fünf Stunden um sind, dann heißt es „ready for disembarkation!“

Wir machen uns klar, in wenigen Minuten öffnet die Rampe auf´s Unterdeck
Gleich gibt der Matrose die Bahn frei – dann werden wir Rhodos entern

Das Haus in dem wir unser Appartement gemietet haben, ist in dem lebendigen Stadtteil neben dem alten Hafen Mandrakis.

Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, was um diese Jahreszeit auf Rhodos los sein wird und wollten daher nicht in der Altstadt residieren.

Es sollte sich als eine gute Entscheidung herausstellen. Jetzt wohnen wir zentral und doch zum Hinterhof hin ruhig, mitten im Herzen des Szeneviertels und können am Abend alles zu Fuß erreichen.

Eine perfekte Location nicht allzuweit vom Hafen – wir checken sofort ein…

Das Haus liegt sehr zentral
Die Zimmer sind modern und freundlich eingerichtet – wir haben zwei Schlafzimmer…
…ich wähle dieses und packe erstmal aus

Was tun am heutigen Tag? Der Plan sah vor, dass wir extra so früh von Leros abfahren um den Tag auf Rhodos noch nutzen zu können.

Ok, dann machen wir das auch so. René hatte sich zuhause schon eingelesen und hatte zuoberst auf seiner Bucketlist den Besuch der „Villa Vecchi“, ein bekannter „lost place“!

Dies sollte unser erstes Ziel sein.

Mit der GS bis direkt vor die Pforte der sagenumwobenen Villa
Die Villa ist gespenstisch – besonders wenn man die Geschichten kennt
Viele Räume sind düster, die Villa dem Vefall preisgegeben
Dennoch sind einige Elemente sehr gut erhalten

Zur „Villa de Vecchi“ gibt es viel zu lesen, einiges ist widersprüchlich, anderes scheint mir sehr phantasievoll ausgeschmückt zu sein.

Ich bin kein Geschichtskenner, lasse mich aber, besonders in einem solchen Kontext, gerne von solchen Geschichten einfangen und fesseln.

Man liest von „Orgien die dort gefeiert wurden“ und der brutalen Herrschaft des Generals über die Inseln der Dodekanes.
Es war eine schreckliche, brutale Zeit damals…

Heute trägt die Villa auch andere Zeichen der Zeit, einer moderneren, bunteren Zeit.

Me too
Die Besucher verewigen sich – Graffiti überall

Wir sehen uns um. Ich kenne den Platz und war mehrfach hier.

Während René um die Häuser schleicht und das Areal entdeckt, sehe ich mir auf der Landkarte an, wie wir unsere heutige Tagesfahrt wohl fortsetzen könnten.

Ich bleibe dabei – eine Landkarte ist etwas schönes! Sie ist bunt und gibt einen sehr guten Überblick.
Die alte Rhodos Karte hat uns stets begleitet, auch auf unseren Touren heute und an den zwei Folgetagen.

Ok, ich habe schon eine Idee

Die Fahrt hierhin war schon prächtig! Wir sind durch das „Tal der Schmetterlinge“ am „Berg des Propheten Ilias“ vorbei bis hierhin gekommen.

Alles auf diesen kleinen gelben Straßen, auf denen zu dieser Jahreszeit kein anderes Fahrzeug unterwegs ist.
Das verspricht Fahrspaß bei geringem Risiko.

Ich habe übrigens zum ersten Mal in dieser Wintersaison meine lange Hose an – ich darf aber vorweg nehmen, dass sie gleich nach meiner Ankunft auf Leros wieder in den Schrank wandert.

Wenn wir schon hier sind, wollen wir auf eine heiße Schokolade in diesem „Hotel im alpenländischen Stil“ einkehren, dies bleibt uns aber verwehrt, das Hotel ist geschlossen.

Das „Elafos Hotel“ gleich neben der „Villa de Vecchi“

Apropos lange Hose – mich fröstelt etwas! Ich habe zwar alle langärmeligen Sachen dabei und trage diese auch, auf meine Windbreaker-Jacke habe ich aber verzichtet.

Bei 20°C ist diese auch nicht nötig. Zwei Faktoren habe ich allerdings unterschätzt – erstens, wenn man acht Stunden Motorrad am Tag fährt, dann zieht es irgenwann rein.
Zweitens, auf 800m Höhe hat es keine 20°C mehr – ich muss mir etwas überlegen – heute Abend dann.

Jetzt geht es weiter, das nächste Ziel heißt „Kastro Monolithos“ – wir fahren weit in den Nordwesten der Insel!

Abermals suchen wir uns die kleinen Nebenstraßen aus
Ein Stück die Küste entlang – bis sich die Burgruine auf dem Monolithen erhebt
Wir beschließen, dass wir uns die Zeit gönnen die Ruine anzusehen

Ich war vor etwa drei Jahren mit Sibylle, Katherina und ihrer Schwester Lisa schon einmal hier.
Uns hat die Ruine damals sehr gefallen, weil die Aussicht von hier oben einfach atemberaubend schön ist.

Wir beschließen daher, dass wir uns den kurzen Aufstieg gönnen und uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen.

Es geht kurz aber knackig nach oben
Die Szenerie belohnt für die Mühen

Als wir hierher gefahren sind, kamen wir durch das „Bienendorf“ Siana. Bei unserem letzten Besuch waren wir eher etwas enttäuscht, in Erinnerung geblieben, ist allerdings die Kirche mit den aufgemalten Uhren – warum das so ist, habe ich nie in Erfahrung gebracht, aber ein seltener Hingucker ist es allemal.

Klar, dass auch René und ich einen kurzen Fotostop machen…

Die Uhren sind aufgemalt

Auf dem weiteren Nachhauseweg, kam uns noch in den Sinn die Ausgrabungsstätte von Kamiros anzusehen.

DAS war damals eines meiner Highlights! Ich bin nicht so der Fan von antiken Stätten, aber die hat mich echt überzeugt.
Eine riesige, beeindruckende Anlage auch für den weniger interessierten Besucher – man kann sich leicht einfangen lassen.

Ich erzähle meinem Freund davon und wir schreiben uns Kamiros auf die Liste, doch leider haben wir Pech.
Als wir vorbeikommen war schon geschlossen. Ich nehme es vorweg, Kamiros blieb während dieses Besuches unerfüllt.

10.-€ ist aber auch nicht zuwenig – vielleicht ein Andermal

Wir sind gefahren was das Zeug hält, es hat uns richtig Spaß gemacht! Zu meiner großen Überraschung hat meine GS deutlich weniger Sprit als auf Leros gebraucht.
Der Kurzstreckenbetrieb und die Fahrten mit Sozia schlagen zu Buche.

Trotzdem musste ich jeden Tag tanken, wir spulen drei Tage hintereinander jeweils 200km ab – auf den kleinen Sträßchen von Rhodos, teilweise sogar offroad.

Acht Liter auf etwas mehr als 200km – das geht

Von Kamiros an, sind wir die restlichen Kilometer bis Rhodos Stadt entlang der Küste gefahren.

Die rund 40km auf der Autostraße ziehen sich, zumal so langsam die Dämmerung hereinbrach und es kühler wurde.
Ich habe es gut ausgehalten, spüre jetzt aber jede Faser in meinem Körper.

Morgen soll es frischer werden, ich brauche eine Windbreaker-Lösung, ich muss mir etwas ausdenken oder ein zusätzliches, günstiges Kleidungsstück kaufen.

Unter unserem Haus ist ein Supermarkt – bis wir geduscht haben und wissen, wo wir unser Dinner einnehmen, gönne ich mir erstmal eine heiße Suppe.

Instant-Tiriaki Nudeln – gar nicht so schlecht

Es war klar, heute gehen wir in die Altstadt und sehen nach, was dort noch so los ist.
Ich war happy, denn mein Lieblingsrestaurant in Rhodos Old Town ist das „Mama Sofia“, dort gibt es die besten Seafood Spaghetti.

Für mich war klar wohin wir gehen, was ich bestelle, wie der Abend abläuft – ich war voller Vorfreude.
Das Internet bestätigt mir – „Mama Sofia“ – geöffnet!

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Die Stadt war menschenleer, fast mystisch
Wir genossen die Stimmung in der leergefegten, mittelalterlichen Stadt
Irgendwie zwischen Orient und Okzident

Ihr ahnt es schon – ich erlebe eine herbe Enttäuschung! Die Stadt ist nicht nur menschenleer, sie ist auch verriegelt und verrammelt – alles war geschlossen, das Internet hat sich geirrt!

Langsam bekommen wir Hunger. Ich kenne noch eine Pizzeria, zwar auch in der Altstadt, aber direkt an einem der Tore, mit Zugang zum pulsierenden Leben.

Aber auch die war geschlossen!

Es war genug für heute, wir nehmen trotz des vorangegangenen Fails, ein weiteres Mal das allwissende Google zur Hilfe und lassen uns zu einer Pizzeria nahe unseres Appartements führen – essen und ab ins Bett, mehr wollten wir nicht!

Es war eine dieser kühlen, modernen Pizzerien, ich war zunächst echt skeptisch.
Aber die Qualität der Pizza hat überzeugt, sie war jeden der aufgerufenen 16 Euros wert.

War echt lecker – Pizza „Mario“ in der Rhodos Edition

Weil ich nie gleich einschlafen kann, mache ich noch meine Duolingo Runde und suche mir dann eine Lösung um den Fahrtwind von meiner Brust fernzuhalten.

Da fällt mir meine Wäschetüte ein – ich bau mir einfach „a Laiberl“, denke ich mir und lege auch sofort los.

Passt – 100% winddicht und im Falle eines Falles sogar wasserabweisend

Jetzt aber, noch eine kurze Message an Sibylle, dann lege ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen nehme ich die Kaffeemaschine der Wohnung in Betrieb – alles da!
Maschine, Kapseln, Wasser und Strom – ein warmer Kaffee fließt aus dem Gerät und haucht mir neue Lebensgeister ein.

Später gehen wir in ein Café und frühstücken fürstlich, erst gegen 11.00 Uhr starten wir unsere Maschinen, vorher ziehe ich noch meine neue Wetterkleidung an, um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein…

Jetzt kann nix mehr schiefgehen

Los geht´s – gestern war ein wirklich cooler erster Tag, wir haben schon ganz schön was angesehen.
Was können wir da heute noch folgen lassen???

Nun, wir legen an der Südküste los, fahren noch einmal ins Landesinnere und dann hinunter nach Lindos, dort steht die zweitgrößte Akropolis in Griechenland, das muss man gesehen haben.

Lindos – ausnahmsweise mal nicht bei stahlblauem Himmel
Zunächst mal die Bilder für´s Album

Natürlich fahren wir hinunter, um einmal durch den Ort zu gehen.

Ich positioniere mich – ich war schon dreimal auf der Akropolis. Mir ist der Weg nach oben unangenehm, der Eintritt ist mir zu teuer.
Ich würde unten warten, René könne derweil dieses Kulturerbe bestaunen.

Aber irgendwie war auch ihm nicht so nach Sightseeing zumute.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt geschlendert, aber außer Andenkenläden war hier nichts offen.

Ein Drink oder ein Snack blieb uns hier verwehrt – dabei hätten wir essen können ohne Reue…

DAS war mir neu – ein völlig neuer Ansatz

Ok, dann geht die Reise weiter – wir machen einen Abstecher zum kreisrunden Strand „Agios Pavlos“ und setzen die Fahrt dann fort bis an den Westzipfel der Insel.

Dort ist ein weiterer berühmter Strand, ein Hotspot für Surfer und Kiter – der Doppelstrand von „Paralia Prasonisi“.

Ich denke, dass René gerne an Strände fährt, so hat jeder seine Leidenschaft – ich füge mich hier gerne, auch wenn ich weiß, dass die Anfahrt dorthin zu den eher langweiligen Strecken auf der Dodekanesinsel gehört.

Kilometerlang über flache, eintönige Flächen – dann ist der Strand erreicht
Klar, dass wir Bilder aus allen Perspektiven machen…
…aus allen Perspektiven

Weiter geht´s! Es war klar wie Kloßbrühe, dass zumindest ich mich, gegeben durch die Tatsache, dass Sibylle nicht auf dem Sozia sitzt – dass also zumindest ich mich nicht davon abhalten lassen würde, meine Fahrt bis zur Wasserkante fortzusetzen.

Nicht klar war, dass mein Freund meiner Spur folgen würde – mit seiner nagelneuen GS ein kleines Wagnis, ist sein Bike doch viel schwerer als meines und zudem nur mit Streetpneus ausgestattet, während ich mit Semi-Enduros unterwegs bin.

Here we are – that´s life
Das ist doch mal ein Bild

Was man am Foto nicht sieht ist, dass René schon die Schweißperlen auf der Stirn standen, denn irgendwie hatte er sich schon festgefahren.

Aber als ich ein bisschen schob und er die Elektronik auf „Enduro“ gestellt hatte, war der Sand kein allzugroßes Hindernis mehr.

Ich kam selber wieder zurück auf festen Boden – schade, dass keine der coolen Bars offen hatte, wir hätten uns eine Kaltschale verdient gehabt!

Check! Die Fotos sind gemacht, es kann weitergehen…
„Keine Lust schwimmen zu gehen?“ frage ich meinen Freund.
Zu meiner Überraschung verneint er und wir setzen unsere Fahrt fort – wieder liegen ein paar langweilige Kilometer vor uns, bevor wir auf die kleinen Bergsträßchen abbiegen können.

Es zieht sich ein bisschen – aber man muss trotzdem auf der Hut sein…
…denn unverhofft kommt auch hier oft
Das vorhergesagte schlechte Wetter rückt näher

Wir entschließen uns, eine echte Pause zu machen. Der nächste Ort bietet sich für einen Tankstop, einen „Light Lunch“ und einen griechischen Kaffee an.

Gesagt, getan, wir stoppen an einem netten Platz, hier haben zwei Tavernen geöffnet.
Eine ist schon gut besetzt, an einer zweiten winkt eine alte Dame.
Wir entscheiden uns dafür, der alten Dame ein Mittagsgeschäft zu gönnen und kehren bei ihr ein.

Eine gute Entscheidung, wir werden einfach aber sehr gut und herzlich bewirtet.

Mein „Windshield“ hat sich bewährt
René isst Moussaka, ich entscheide mich für einen Saganaki mit Brot und Tsaziki
Im Nachbarlokal ist mehr los, es wird im Reiseführer beworben – auch die Katzen scheinen den Reiseführer zu kennen

Wir wollen noch einmal über die Berge – inzwischen waren wir soviel unterwegs, dass wir nach „Straße schon gefahren“ und „die kennen wir noch nicht“ entscheiden.

Die jetzt gewählte Straße führt noch einmal zu den hohen Bergen der Insel, dort haben sich inzwischen die Regenwolken festgehangen.

Ok, wagen wir es oder nicht?
Es fängt tröpfeln an – wir drehen um

Als es anfängt zu regnen, stoppen wir und beratschlagen uns. Wir haben beide keine Regenkleidung an, es sind fast 60 Kilometer bis nach Hause – eine Strecke von rund einer Stunde, welche ich nicht patschnass fahren will.

René stimmt zu und wir drehen um. Wir wählen die andere der noch nicht von uns befahrenen Straßen welche im Norden der Insel verläuft.
Dort ist es heller und wir können dem Regen tatsächlich davonfahren – nur ein kurzer Schauer erwischt uns, der ist aber von so kurzer Dauer, dass wir ihn praktisch „unterfahren“, wir bleiben trocken.

Erschöpft und zufrieden kommen wir in der Dunkelheit vor unserem Appartement an…

Ein weiterer Tag geschafft

Das Dinner gibt es heute in einer kleinen Taverne nur ein paar hundert Meter von hier.
Wir essen gutbürgerlich und preiswert, dann gehen wir ins Bett – man glaubt es vielleicht nicht, aber so ein Tag streng mehr an als man denkt.

Am neuen Morgen geht es nicht sofort los. Zunächst gehen wir frühstücken, dafür sucht René das Frühstückslokal eines Hotels aus.
Ich sage offen, das würde mir zuletzt einfallen, aber sei´s drum, er hatte richtig Freude am „Continental Buffet“.

Ich bediene mich ebenfalls, muss dabei aber an hunderte Hotelfrühstücke auf der ganzen Welt denken…

Natürlich war es günstiger als in einem guten Café

Dann hatten wir, unserem Vermieter sei Dank, neben dem „early check-in“ noch die Option spät auszuchecken.

So sind wir noch einmal auf´s Zimmer um uns frisch zu machen und die restlichen Sachen zu packen.
Erst dann haben wir die Türe hinter uns ins Schloss gezogen und den Schlüssel in der Keybox hinterlegt.

So einfach geht Hotel heute

Vor uns liegt der letzte Fahrtag – es gibt noch eine Straße welche wir noch nicht befahren haben.
Sie führt zu einem Stausee im Landesinneren, welchen man auf einer 10 Kilometer langen Offroadstrecke umfahren kann.

Das Wetter ist im Wesentlichen wie gestern, es scheint aber zu halten.
Wir haben ein paar Stunden Zeit, sollten die heute gewählte Runde aber leicht schaffen – Zielzeit ist spätestens um 17.00 Uhr am Hafen, beide Fähren gehen um 18.00 Uhr.

Also auf geht´s, packen wir es noch einmal an…

Unterwegs sehen wir viele Stücke, welche wohl einem Brand zum Opfer fielen, die Natur kehr aber zurück
Die Straße ist perfekt, mit gutem Belag, sie schlängelt sich durch die Landschaft – das Wetter macht heute keine Kapriolen

Wir fahren dahin, nein, wir cruisen! Wir haben, wie es der Slogan von BMW verspricht, „Freude am Fahren“!
Darf man das heutzutage überhaupt noch sagen? Oder ist das schon ein falsches Statement?

Offen gesagt ist uns das an diesem Tag egal – das Wetter lässt uns in Ruhe, weit und breit keine Menschenseele, ein perfekter Fahrtag!

Wir kommen an eine Brücke die ich sofort wiedererkenne – sie erinnert mich an unbeschwerte Tage und spezielle Momente – ich war hier schon einmal, ich bin diese Straße schon einmal gefahren.

In einem Fotoalbum mit nem silbernen Knopf…

Wir passen uns der Straße an und finden den Flow – ich bin lange nicht mehr so schön Motorrad gefahren…

Klar, dass wir ein paar Augenblicke nutzen, um schöne Fahrbilder zu knipsen.
Keine klassischen Schnappschüsse, aber schon dynamisch fotografiert – alles mit einem alten iPhone X.

Ich stoppe vor der nächsten Kurve…
…um meinen Freund auf Zelluloid zu bannen

Diese wunderschöne Wald- und Bergstraße zieht sich noch ein paar Kilometer so hin, dann kommt eine Abzweigung – hier geht es zum See, wir müssen entscheiden.

Nun, die Zeit passt, Lust auf ein paar abschließende Offroad-Kilometer haben wir auch, was hindert uns also daran?

Wir biegen links ab und nehmen den ausgeschilderten Schotterweg.
Dieser war perfekt geschottert und hatte im weiteren Verlauf nur ein paar Stellen an denen wir loses Gestein befahren mussten.

Es war kein Geländeausflug mit hohem Anspruch, aber dafür ein in jeder Hinsicht feiner Zungenschnalzer – born to be wild!

Hier geht´s ab
Der Track wurde schnell sehr vielversprechend
Landschaftlich war er sehr reizvoll
Wir hatten Spaß an der Freud´
Viele Fotostops kosten ein paar Minuten – aber es wäre zu schade…
Rock it!
Die Koffer mussten leider mit – ohne wäre besser
In ihrem Terrain
Endspurt – noch ein paar Kilometer

Als wir zurück auf der asphaltierten Straße waren, musste entschieden werden, wieviel Erlebnisse noch in den Tag passen.

„Sollen wir auf einen Kaffee ins „Pavo“?“, dort laufen einem die Pfaue zwischen den Beinen rum, ist ein cooler Platz – „…ne, nicht so!“

René ist, das hatte ich schon erwähnt, eher der „Sammler“ von besonderen Stränden – er will daher zum „Anthony Quinn Beach“, welcher sich am Weg zum Hafen befindet.

Kein Problem, das bekommen wir hin – ich denke, dass er jetzt doch noch einmal ein Bad im Meer nimmt.
Doch auch diesmal täusche ich mich…

Der „Anthony Quinn Beach“…
…heißt in der Realität „Paralia Plaka Ladikio“

Fertig – wir haben geschafft was wir uns vorgenommen haben. René wirft noch kurz die Thermen von Kallithea ins Rennen, aber ich habe keine rechte Lust mehr.

Ich will den Tag gemütlich ausklingen lassen und nicht zur Fähre hetzen.

Natürlich, so biete ich an, kann mein Freund die Thermen noch ansehen, ich würde in der Rhodos Marina auf ihn warten.
Dort gibt es das „Naval“, welches ich als Café und Restaurant durchaus schätze.
Es ist etwas teurer, aber durchaus besonders.

René kippt um – das klingt gut, er käme mit! Nächste Station ist die Rhodos Marina zum Ausklang unserer gemeinsamen Tage.

Angekommen, ein schöner Platz

Wir setzen uns hin und lesen die Speisekarte – ich liebäugle mit einem Galaktoboureko für 14.-€ und René spechtet auf den Käsekuchen für 13.-€.
Er entscheidet, sich das begehrte Stück Kuchen vorzuenthalten – zuviel Geld.

Ich bestelle – beide Desserts! Als die Sahnehaube auf sechs tolle Tage zusammen – ich darf diese Goldstücke von Kuchen spendieren.
Nicht weniger war die Zeit zusammen wert – jeder profane Baumkuchen würde der Sache nicht gerecht.

Wir sollten schlemmen, das Leben genießen, jetzt!!!

Der Kuchen war perfekt!
Ein bisschen die Beine vertreten und „was würde ich kaufen wenn ich im Lotto gewinne“ Schiffe ansehen

Es war soweit – wir können unsere Fähren von hier sehen und wissen, dass es an der Zeit ist zum Hafen zu fahren und uns zu verabschieden.

Ich werde nach Leros zurück fahren und in meinen Alltag eintauchen. René wird noch drei Tage Kreta anhängen bevor auch er zurück nach Deutschland muss.

Wir fahren die zwei Kilometer zum Hafen und kaufen noch Sandwiches bei „Gregorys“, dann heißt es endgültig Abschied nehmen – wir sehen uns in Deutschland, etwa Ende Januar 2026!

Auf René wartet die BLUESTAR CHIOS, Abfahrt 18.01 Uhr
Ich sehe schon meine BLUESTAR 2 – Abfahrt 18.00 Uhr
Ich fahre hoch und parke meine GS an der gleichen Position wie am Herweg – ein guter Platz
Dann suche ich mir einen schönen Platz und bereite mich auf die fünfstündige Fahrt vor

Die Fahrt zieht sich. Ich habe einen guten Platz in einer Ecke, mit Sicht nach vorne, Steckdose und der Möglichkeit mich hinzulegen.

Das mache ich auch und so kommt mir die Überfahrt nicht so ewig lang vor.
Natürlich mache ich den gleichen Fehler wie immer und kaufe mir einen Burger im „Goody´s“, was ich wieder zutiefst bereue und abermals schwöre, dies nie wieder zu tun.

Irgendwie geht die Zeit rum und der Hafen von Leros wird ausgerufen.
Ich mache mich und mein Mopped klar, gleich sind wir zuhause.

Ich bin erschöpft – aber gleich hat mich Leros wieder

Ok, ich bin zwar müde, aber irgendwie würde ich noch gerne einen Absacker trinken.
Aber nix geht mehr – seit die Fähre in Agia Marina anlegt, sind die Bars in Lakki früher geschlossen.

Das ist schde, denn mein Schlenker zur „La Plama“ Bar wird nicht belohnt, alle Fenster dunkel – ich muss unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Welcome home, wieder zurück auf NESSAJA!

Ein Bier, dann geht es ab ins Bett

Ich mache noch alle Ventile auf und schalte mein Stromnetz wieder ein, dann bin ich eigentlich bettklar.
Ein letztes Bier verschafft mir Bettschwere und ich schlummere sofort weg…

Mir war von vorneherein klar, dass ich nicht sofort an die Arbeit gehen können würde.
Zuviele Kleinigkeiten standen an, das Thema „Alltagsorganisation“ darf nicht unterschätzt werden.

Ich muss die Tage zum Beispiel zu einem der örtlichen „Accountants“, das sind Spezialisten für steuerrechtliche Fragen.
Für mein Haus muss eine Meldung bezüglich der Grundsteuer gemacht werden, zudem gibt es ein Formular für die Bank zu organisieren.

Bisher habe ich das immer selbst gemacht, aber langsam wird es kompliziert und ich will in jedem Fall Fehler vermeiden.
Diese Accountants sind nicht teuer, anders als wir das von Deutschland erwarten würden, aber die Besuche dort sind Zeiträuber.

Heute verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, was ist eigentlich mit EXELIXI?

Sie steht an Land – es scheint alles geklappt zu haben

Es hat einen Grund, warum ich zuerst nach der, mir eigentlich unbekannten, kleinen Hanse sehe.
Eigner Mark hatte mich während meines Urlaubs kontaktiert, dass der zweite „Helfer“ ihm abermals eine kalte Absage erteilt hätte – er „könne auch das nicht“.
Auch die Marina lehne wohl solche Aufgaben ab, es gäbe immer Probleme bei der Verrechnung – zu teuer für wenig anspruchsvolles Tun.

Nun sei seine Not dringend und er bäte mich, auch die restlichen Punkte der Liste zu erledigen.
Klar werde ich helfen, aber irgendwie wundert es mich doch immer wieder, da werden Schiffe für 100.000.-€ oder mehr einfach so zurück gelassen, man verlässt sich auf Pläne die sich von heute auf morgen ändern können.

Ich will offen sagen, dass mich dies in jener Phase des Monats ein wenig frustriert hat.

Denn dies passiert mir in diesen Wochen mehrmals und ich sehe mich inzwischen leider gezwungen, dem Einhalt zu gebieten.
Die Annahme, dass ich hier auf Anrufe warte, welche mich aus meiner Langeweile reißen ist falsch, ich hab´ viel zu tun und jeder Sidekick bringt meine eigene Planung komplett durcheinander.

Ich plane Arbeiten die an einen Versand gekoppelt sind, andere die in Relation zu Sibylles Option mir etwas mitzubringen stehen.
Meine Wochen sind in Abhängigkeit der Wetterentwicklung geplant und auch an die Tatsache angepasst, dass man manche Dinge gar nicht mehr machen kann, wenn es erstmal unter 10°C hat.
Ich muss meinen Wochenplänen folgen und kann nicht mehr auf Zuruf reagieren.

Das gilt natürlich nicht für Notfälle, wenn Not am Mann ist helfe ich immer ad-hoc, aber „vergessene“ oder unterlassene Einwinterungen, oder „kannst Du mal schnell die Zwiebeln aus der Bilge fischen“ Aufgaben, kann ich nicht mehr erfüllen – der Aufwand der dafür betrieben werden muss, wird meist unterschätzt oder gar nicht erst erkannt.
Ich vertrete die Ansicht, dass man sein Schiff bei jedem Verlassen nach einer Checkliste durchgeht und erst dann die Türen schließt – unverhofft kommt oft.

Ein wenig frustriert fahre ich nach Lakki, ich muss mein Griechisch-Lernheft abholen, da ich beim letzten Kurs nicht teilnehmen konnte.

Ein Übungsheft finde ich gut – der Preis geht in Ordnung

Danach zieht es mich zum Haus. Ich will in Plaka nach dem Rechten sehen und auch kurz schauen, ob Post angekommen ist.

Und tatsächlich, ein Brief in meinem Briefkasten! Der erste Brief in der neuen Postbox!
Naja, wirklich Grund zur Freude ist es nicht – wie auch in Deutschland, bestehen Postsendungen meist aus Rechnungen.
So auch hier, meine Stromrechnung hat den Weg zu mir gefunden – und siehe da, auch das Abbuchen klappt inzwischen.

Es geschehen Zeichen von Wunder…

Oh, Post für mich

Ansonsten war alles in Ordnung, Neuigkeiten gibt es keine – auch der Garagentormann drängt mich nicht mit einem Einbauwunsch bezüglich des neuen Garagentors.

Ich bin entspannt, trotzdem nervt mich Kommunikationsschwäche. Das wird immer ein Thema für mich bleiben, ich will mich da auch gar nicht anpassen.
Mangelnde Kommunikation ist immer die Wurzel des Übels.

Mein nächster Halt am ersten Tag nach meiner Rückkehr führt mich zu „Repapis“.
Klar kaufe ich mir ein Eis, aber der eigentliche Grund war ein anderer – ich bin heute zu Ewas Geburtstag eingeladen und brauche ein Geschenk.

Geschenk für Ewa kaufen – check

Ewa und Stephen wohnen auch in der Marina. Wir haben eigentlich keinen engen Kontakt zu den Beiden, aber ich kann Ewa ganz gut leiden und lehne die Einladung zu ihrem Ehrentag daher auch nicht ab.

Es kommt eine relativ große Runde zusammen, es gibt Kaffee und Kuchen und ein wenig Palaver.
Dazwischen ein nettes Beisammensitzen mit ganz anderen Leuten als gewohnt – hat auch mal was!

Happy Birthday Ewa

Am Weg zurück zu NESSAJA sehe ich sie wieder einmal ganz – von oben bis unten, von vorne bis hinten.

Sie ist „sale pending“, es gibt ein Käuferpaar und ich bin eigentlich schon dabei, die Braut für die Hochzeit hübsch zu machen.

Ist es die richtige Entscheidung? Kopf oder Bauch? Herz oder Hirn?
Ich darf nicht weiter darüber nachdenken…

Sie ist ein tolles Schiff

So neigt sich mein erster Tag zurück zu Hause auch schon dem Ende entgegen.
Ich freue mich darüber, dass das Wetter mir hold ist, bei Temperaturen über 20°C Ende November fühle ich mich wohl.

Der klare Himmel ist gewichen, das ist gut so, denn im Winter sind die klaren Tage meist kälter.
So wie es ist, ist es für die Jahreszeit perfekt!

Morgen früh muss ich Wäsche waschen, die lange Hose kommt noch einmal in den Schrank!

Auf dem Weg zum Dinner zeigt sich die Lakki Bucht von ihrer schönsten Seite, ich freue mich, wieder zurück zu sein.

Die Dramaturgie der Wolken und des Lichts – love it

Abendessen gibt es jetzt wieder häufiger im „SouVLakki“. Ich bin immer noch Strohwitwer und der ganze Aufwand mit einkaufen, kochen und abspülen ist mir zuviel.

Einmal am Tag essen, dafür aber „was Gscheids“, da kann man sich, aus meiner Sicht, das ganze Kochgedöns sparen.

Zur Abwechslung mal kein Giros

Ich esse abwechslungsreich – es gibt mal Giros, mal Bifteki, dazwischen auch mal Burger.
Dazu gibt es Gemüse in Form von Kartoffelstäbchen und Vitamine durch die üppige Salatgarnitur.
Als Getränk eine Hopfenkaltschale – und schon bin ich zufrieden.

Bis es wieder „Sibylles Kitchen“ gibt, wird es noch eine Weile dauern.
Meine Frau musste ihre für den 30.11. geplante Rückkehr um mindestens zwei Wochen, jetzt zunächst auf den 14.12. verschieben.
„Private Gründe“ zwingen zu einem längeren Aufenthalt…

Das hat Auswirkungen! Am Folgemorgen habe ich nämlich mal wieder richtig Lust auf ein Frühstück – und es ist niemand da, der mir erklärt, dass eine Eisspezialität nicht das Gleiche ist wie eine Eispezialität – irgendwas ist da schief gelaufen.

Himbeereis zum Frühstück, Rock´n Roll im Fahrstuhl – kennt ihr das???

Auch heute wird wieder so ein Tag zwischen Brot und Butter – man wurschtelt den ganzen Tag, hat am Abend auch was geschafft, aber wirkliche Produktivität sieht anders aus.

Gleich nach meinem opulenten Frühstück fahre ich zu „Boat & Parts“ um bei Katerina meine ersten Stage abzuholen.
Diese sind aus Athen zurück und ich will die Trümmer sofort zu meiner Entlastung abholen und die Rechnung begleichen.

Das bedeutet, dass ich auch für NESSAJA wieder ein Arbeitspaket an Bord habe.

Die ersten Stage sind da

Auch auf ELOWYN muss ich ran, ich darf die kurzen Zeitfenster nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Die Großen Projekte packe ich bald an, aber zum Waschen der Leinen ist auch jetzt Zeit – die Einwinterung kann ich im Laufe dieser Tage abschließen.

Die letzten Leinen sind gewaschen und getrocknet – jetzt geht es ans Eingemachte

BIMM! Mein Mobiltelefon meldet sich zu Wort. Nanu, wer kann das sein? Um diese Zeit?

Sibylle macht ihre Arztbesuche und meldet sich gewöhnlich nicht zu dieser Stunde.

Ah, das „A-Team“, Antonia, was hat sie den auf dem Herzen???
Ich traue meinen Augen kaum als ich auf das zugesandte Foto sehe – Leberkas!!!

„Ich koch´ grad was – kommst Du rüber?“

Die junge Frau brutzelt grad Leberkas für Alex, was als ultimativer Liebesbeweis gelten dürfte – die überzeugte Veganerin brät die Fleischscheiben für den Gatten – und lädt MICH dazu ein!

Klar sage ich zu! Was für eine Frage. Minuten später sitze ich an Bord der ANAHITA.

Nein, DAS ist keine Zeitverschwendung, denn Alex und ich planen natürlich die nächsten Aufgaben.
Ernsthaft, wir stimmen uns dieser Tage immer ein wenig ab – ich helfe ihm, er hilft mir. Das klappt gut und geht auf!

Nach dem Frühstück jetzt schon die zweite Mahlzeit – das Bier zu Mittag wird mich ins Food-Koma versetzen

Wenn es läuft, dann läuft´s! Ich bekomme eine Mail von der Marina, es sei ein Päckchen für mich angekommen.

Ich ahne schon um was es geht, denn natürlich tracke ich meine Sendungen – ich vermute mal, dass „maritimo.at“, eine Firma die ich ausdrücklich empfehlen kann, das langersehnte Ersatzteil für meine Rollanlage geschickt hat.

Und es bestätigt sich, das Tauschteil für das defekte Vorstagprofil ist eingetroffen.
Jetzt habe ich alle Teile beisammen, um die Kutteranlage wieder zusammenzubauen.

Die Stagen und das Profil sind da – ich kann „Stage 1“ finalisieren

Eile hat dies nicht, denn zur Montage am Mast brauche ich Ben und Alex oder zumindest einen der beiden.

Da Ben und Caetlin gerade Familienbesuch haben, sind die zwei nicht abkömmlich, insofern kann auch ich mich anderen Aufgaben zuerst widmen.

Der heutige Tag neigt sich aber dem Ende zu, für mich heißt es duschen und ab zum Dinner – abermals steht „SouVLakki“ am Plan.
Dort ändere ich heute meinen Speiseplan so drastisch, dass dem Kellner fast der Stift aus der Hand fällt.

Ich bestelle vegetarisch! Einen „SouVLakki Salat“ und ein „Meatless Pita mit Haloumi“.
Hat echt gut geschmeckt, ich mag Haloumi, eine echte Alternative.

Essenstechnisch war heute ein außergewöhnlicher Tag

Ich schlafe perfekt und stehe ausgeruht auf – heute soll ein Tag werden, an dem ich so ein paar dieser typischen „Scheißaufgaben“ erledige.

Dinge, die lang auf der Liste stehen, die man aber immer wieder vor sich herschiebt – ich will einige davon erledigt wissen!

Den Anfang macht EXELIXI – ich will die überfallartige Einwinterung endlich abgehakt wissen.
Also verhole ich mich auf das Schiff und investiere einen weiteren halben Tag um den Anker aus dem Kasten zu nehmen, einige Messungen zu machen und alles winterfest zu verräumen – zum Schluss noch ein paar Bilder, dann melde ich Vollzug und erkläre Mark, dass meine Hilfe nun definitiv endet.
Das Boot ist klar für den Winter, der Rest ist sein Job in der Saison 2026.

Der Anker liegt unten und ist gespült
Lenksäule und Leinen verpackt – das Deck ist klar

Offener Punkt EXELIXI – Check! Was kommt als nächstes???

Ohja, was mich echt eiert ist das Waschen meiner GS. „Klicker“ könnte auch eine Wäsche vertragen.
Der Aufwand dafür ist aber so riesig – Hochdruckreiniger raus, Strom legen, Wasser legen…

Ich mache mir die Mühe und wasche meine Fahrzeuge, beide haben sich diese Wellnessanwendung verdient.

Meine „Waschstation“ – erst das Mopped…
…danach wird „Klicker“ gereinigt – man hatte kaum mehr zu den Scheiben hinausgesehen

Für das Mopped ging die Wellnesskur noch etwas weiter. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich mich nicht während des ganzen Winters um zwei Fahrzeuge kümmern werde.

Ich erinnere mich noch gut an die kalten Tage des letzten Winters und an den vielen Regen.
Ich war mit der GS doch ziemlich limitiert. Wenn ich den Quattro schon hier habe, will ich ihn auch nutzen, auch wenn die ewige Kurzstrecke sicher nicht ideal ist.

Ich schmiere an der GS also alles was zu schmieren ist und entferne den Rost so gut es geht – dann bekommt sie ihr Winterquartier in meiner Garage in Plaka.

Nach ihrer Frischzellenkur steht sie wieder fein da
Sie wird ordentlich in der Garage verräumt

Wenn ich schon hier oben bin, dann nehme ich auch gleich noch die Oliven vom „vergessenen Baum“.
Auch das ein Punkt, den ich schon lang auf der Liste habe, ich möchte ausprobieren, ob ich Verzehroliven daraus machen kann.

Ich reche die paar Oliven vom Baum, dann rufe ich Alex an, er holt mich mit „Klicker“ von hier oben ab.

Nicht wirklich viel – aber es reicht
Zuerst waschen

Wie schon angedeutet, Alex und ich helfen uns viel aus – heute bin ich im Wort.

Bei ANAHITA muss das Ruder ausgebaut werden, sie hat ein sehr altes System mit einem klassischen Kugellager und einer Art „Fettbuchse“ als Dichtung.

Das Lager ist aufgepresst und wir werden es nur mit Gewalt abbekommen.
Alex ist ein Bastler der sich vor nichts scheut, nur hat er manchmal Sorge, etwas kaputt zu machen.
Daher meine Unterstützung bei den grobschlächtigen Arbeiten.

Wir begeben uns zusammen ins Schlafgemach der Delta 46, von hier hat man Zugriff auf das System.

Das muss alles raus…
Das obere Lager bekommen wir mit Hitze und Hammerschlägen ab

Hitze, Hammerschläge und ein großes Montiereisen – immer wenn es dazu kommt, bin ich in meinem Element.

Nicht so Alex! Er sorgt sich, als ich mit dem Brenner und dem Feuerlöscher anrücke.
Ok, kann ich verstehen, aber ich bin mir meines Tuns bewusst und auch überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Unsere Arbeit an diesem Tag war dem jungen Paar sogar einen Blogpost wert – ich finde es lustig und freue mich über die Erwähnung. Mir hat es Spaß gemacht!

Ja, hilft halt nicht – manchmal muss man mit „groben Geschütz“ ran

Long story short – wir haben länger gebraucht als erwartet, waren am Abend aber erfolgreich.

Das Ruder kann im nächsten Arbeitsschritt abgelassen werden, alle Verbindungen nach oben sind demontiert und können ersetzt werden!

Ich ziehe mich zurück – frisch machen ist angesagt, dann heißt es zu entscheiden, wohin ich zum Essen gehen würde.

Heute war Montag und es ist ungeschickt, dass am Montag sowohl das „SouVLakki“ als auch das „La Nostra“, meine Lieblingspizzeria, geschlossen haben.

Als wir fertig sind, geht die Sonne schon unter
Die Bucht ist abermals in herrliche Farben getaucht

Die Entscheidung zum Abendessen fällt meinerseits auf das „Gia Sena“, die kleine, sehr einfache Taverne in Lakki.

Sie ist kein gemütlicher Platz für ein nettes Abendessen, aber ein guter Ort um günstige, authentische Hausmannskost zu essen – im Winter eine echt gute Alternative.

Alex begleitet mich kurzentschlossen und lädt sogar ein – ihm falle ein Stein vom Herzen wegen der gelösten Ruderproblematik.
Ach wenn es immer so einfach wäre…

Weil niemand dabei ist, der uns maßregelt oder gar im Zaum hält, isst Alex DREI!!! Portionen Moussaka und ich erst Tigania Kotopoulo und dann noch eine Portion Rollo Kotopoulo – kein Kampf ohne Mampf, oder wie war das??? 😉

Zufällig kommt auch noch Marcus mit Familie rein, wir ratschen kurz, ziehen uns dann aber zurück.

Zurück am Schiff, ist noch viel Abend übrig! Ich lerne mit meiner Duolingo App…

Ist nicht von langer Dauer – Sibylle wird mich einholen und wir beide fallen aus den Top-Ten
Ja muss ich denn alles alleine machen??? 😉

Spaß beiseite, das Lernen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ich bin mit der App zu schnell, kann aber trotzdem viel behalten.

Es ist gut, dass der Kurs wieder begonnen hat!

Nach dem Lernen kümmere ich mich um meine Oliven, ich muss täglich das Wasser wechseln. Das geht dann über mehrere Wochen so.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt kann man sie einlegen.

Wenn die was werden, reicht uns das für eine Weile

Zu guter Letzt telefoniere ich noch mit Sibylle und wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.

Telefonieren mit Sibylle ist schwierig – irgendwas ist immer. Mal turnen Kinder auf ihr rum, mal ist sie abgelenkt, ein andermal hat sie kein Netz.

Aber für ein kurzes Update reicht es meistens, viel gibt es ja auch nicht zu erzählen.
Vielleicht kann ich die Bahn für die Zeit nach ihrer Rückkehr ein wenig ebnen.

Und bei Dir so???

Irgendwie fühlen sich diese Tage komisch an, ich bin ständig unter Strom aber kaum effizient – das verdirbt mir die Laune ein wenig.

Ich merke das ganz deutlich als ich aufwache – was mach´ ich heute? Ach, wieder 1001 Kleinigkeiten ohne richtig was zu bewegen?
Das fühlt sich an wie auf eine Zitrone beißen – zum Glück treibt mir mein Tässchen Kaffee die Freude wieder nach oben…

Was soll ich tun, was soll ich machen? Bin vor Kummer schon ganz grau…
Ahhhh, was so ein köstliches Gebräu doch bewirken kann

Ach, weil wir gerade beim Kaffee sind – aufgrund der Wichtigkeit dieses Stoffes in meinem Tagesablauf, habe ich Sibylle gebeten, mir ein paar Pfund „Dinzler“ mitzubringen.

Das schmeckt nach Heimat, die damals so geliebte Bohne hat einfach mehr Wumms als so ein Jacobs.

Was mach´ ich nun heute? Ich weiß! Ich lass´ das Ruder von ELOWYN ab, stelle die lang erwartete Diagnose und bestelle die Teile – endlich ein zieführendes Tun, endlich ein Vorankommen.

Nanu, hat es geregnet? Ich hab´ davon gar nichts mitbekommen, aber es ist Wasser im Dinghy.
Also erstmal das Schnulli ausleeren, bevor es am weißen Riesen losgeht.

Nicht wirklich wenig – ist total an mir vorbeigegangen
Auf ELOWYN kann es losgehen

Ich habe vor, gemäß der Anleitung des Herstellers Jefa, das Ruder am oberen Lager zu lösen und es abzulassen.

Das sollte mit drei Schrauben erledigt sein.
Ok, vorher gilt es etwas Peripherie abzumontieren, aber insgesamt sollte das machbar sein.

Ich freue mich, denn alle Schrauben gehen gut auf, hier zeigt sich dann doch die Qualität und die gute Wartung.

Wichtig ist, das Ruder von unten abzustützen – ich suche also jetzt erstmal ein paar Holzklötze und unterlege es dann gezielt.

Jetzt kann nichts mehr passieren
Der Ruderarm ist ab, alle Schrauben gelöst – jetzt heißt es, die Befestigungsschrauben (am oberen Bildrand) zu öffnen
Ich nehme die Klötze weg und staune – das Ruder sackt nicht nach unten, ist aber voll drehbar
Mit etwas wackeln können Alex und ich es nach unten führen

Alex hilft mir beim Absenken des Ruderblattes. Ich weiß nicht wieviel das Teil wiegt, da ist zwischen 50 und 200kg alles möglich.

Und während ich 50kg wohl noch alleine handeln könnte, hört bald darüber der Spaß auf.
Ich brauche Hilfe und der Freund ist sofort zur Stelle.

Jetzt wo das Ruderblatt abgesenkt ist, kann Alex wieder zurück an seine Arbeit gehen. Der Zufall will es, dass auch er exakt heute sein Ruderblatt ausbauen will.
Ich sage zu, dass ich sofort nach der Demontage der Manschette zu Hilfe eile.

Klein aber oho, die Wurzel des Übels

Die Manschette ist in einem desolaten Zustand. Sie hat ein Loch, welches unter Druck ziemlich Wasser in das Ruderhaus lassen dürfte, denn es steht beim Fahren unter Druck.
Von dort war es möglich, dass das Wasser in die Bilge lief.

Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn ich war von Anfang an der Meinung, dass das Problem hier seine Ursache hat – ich hätte eher dumm geschaut, wenn die Manschette keine Fehler gezeigt hätte.

Auch sonst war die Dichtmanschette verschlissen, es waren weitere Löcher unter den Schlauchschellen vorhanden.
Inwieweit diese ursächlich waren kann ich nicht einschätzen, allemal sind beide Dichtmanschetten zu erneuern.

Ich gebe Volker Bescheid, denn im Kern ist dies eine gute Nachricht.

Danach ziehe ich weiter zu Alex – es sind „Rudertage“ in der Leros Marina Evros!
Aber auch hier können wir bald Erfolg vermelden und das Ruderblatt ablassen.

Heute war ein Tag genau nach meinem Geschmack

Ich gehe heim – der heutige Tag war top! Alex hilft mir, ich helfe ihm. Zusammen haben bei zwei Booten die Ruderblätter ausgebaut und Fehler und Ersatzteilbedarfe diagnostiziert.

Es kann bestellt werden, es geht was vorwärts! So mag ich das…

Jetzt mach ich noch meine Hausaufgaben, denn heute ist wieder Griechischkurs und ich will nicht komplett unvorbereitet teilnehmen – ich habe ja jetzt zwei Stunden gefehlt, dies gilt es aufzuholen.

Das neue Buch bewährt sich – wer genauer hinsieht, kann versteckt ein Eis entdecken, das ist nur Nervennahrung 😉

Tags darauf widme ich mich noch einmal der Armaturentafel von ELOWYN.
ich hatte diese ja schon vor Tagen ausgebaut, musste aber noch Kleinigkeiten wie Beschriftungen und Dichtungen ablösen – möglichst so, dass man diese wiederverwenden könnte, für den Fall, dass man kein Ersatzteil bekommt.

Das ist zwar nur eine kleine Arbeit die mehr Zeit kostet als sie wert ist, gemacht werden muss sie aber doch.

Es gilt die Label und Dichtungen abzukratzen

Weil ich schonmal an Bord war, habe ich mich auch gleich noch der Problematik mit dem Loggegeber angenommen.

Das ist keine große Geschichte und kann im Rahmen der Reparatur der Seeventile mit umgebaut werden.
Die Stelle ist zum Glück gut zugänglich – ich überlege, wie ich das Teil am besten ausbauen kann.

Ich kann die Mutter nicht öffnen und entscheide daher, dies mit dem Fein Multimaster herauszuschneiden.

Zumindest ist Platz
Ich schneide die Mutter auf und breche sie dann aus…
,,,dies führt zu einem „ELOWYN Feinsaw Massacree“ – aber das neue Ersatzteil ist ja schon an Bord

Weil ich den Fein gerade in der Hand halte, entscheide ich heute auszuprobieren, ob ich die zwei herausforderndsten Gewindemuttern an zwei schwer zugänglichen, undichten Seeventilen auftrennen kann – wenn das nicht klappt, muss eine finale Entscheidung über die Vorgehensweise getroffen werden.

Hier kommt man echt schlecht hin – ich kann, wenn mein Arm mit dem Fein erstmal drin steckt, nicht mehr sehen was ich tue
Geschafft, die Mutter ist ausgebaut
Aber leider trägt der Durchbruch einen Schnitt davon

Ich merke sofort – das raubt Zeit, kostet Nerven und ist sehr risikoreich.
Einen Rumpfduchbruch habe ich schon zerstört, wer weiß, wieviele ich überhaupt retten könnte.

Zudem muss man nun im Hinterkopf haben, dass ich den einen kaputten und den des Loggegebers ja ohnehin austauschen muss.
ich komme also nicht umhin, noch einmal das Werkzeug zu holen und Material für die Arbeit am Unterwasserschiff zu beschaffen.

Ich entscheide – die neun undichten Seeventile werden als komplettes Set getauscht! Die Rumpfdurchbrüche fliegen raus, obwohl sie dicht sind.
Das Reparaturrisiko ist einfach zu hoch.

Die gesamte Arbeit geht schneller, wenn man die fehlerhaften Sets einfach komplett auswechselt.

Für heute reicht´s mir – ich gebe Volker Bescheid und fülle noch meinen Trinkwassertank, dann bin ich bei Paola und Thomas zum Pizzaessen auf der SIMPLY FREE eingeladen.

Ich fülle sicherheitshalber meinen Trinkwassertank – es sollen Regentage und Sturm kommen
Dann schlendere ich zu Thomas und Paola – und wen treffe ich da? Electra!

Ein paar Streicheleinheiten für den Marinahund, dann setze ich mich an den Tisch – schön, dass ich da sein darf, ich freue mich!

Ich mag Paolas Pizza sehr gerne und genieße die Gesellschaft der Beiden, andere Themen, andere Sichtweisen.

Das Ganze wurde umso netter, da Chris und Phil auch eingeladen waren, es war der letze Abend der beiden Waliser von der SHANIA und wir hatten echt viel Spaß.

Bier? Nein, wir trinken kein Bier – alles nur Deko
Vier verschiedene Sorten Pizza – eine besser als die andere

So ein schöner Abend – danke Paola und Thomas, dass ich dabei sein durfte!

Kurz vor dem Zubettgehen erreicht mich noch eine Nachricht aus der alten Heimat.
Tina, Renés Tochter, schreibt in einer Story, dass sie wegen Scheißwetter…

Landkreis Miesbach – Ende November 2025

…mal schnell nach Italien gefahren ist um ihren Papa zu holen!

Ich wusste das schon vorher von meinem Freund selbst, er hatte entschieden, dass er sich in Italien abholen lässt, noch bevor sich die Autobahn ab Bozen nach oben zieht.

Tina ist trotz des Wetters mit dem Anhänger nach Italien gefahren – ich bin mir sicher, dass die Beiden noch ein italienisches Dinner genossen haben – sie ist also nach Italien gefahren, um den Vater dort abzuholen, weil es nicht nur klirrend kalt über die Alpen gewesen wäre, es wäre im Schnee schlicht zu gefährlich gewesen.

So endet Renés Motorradtour nach mehr als 3000km zwar nicht vor der eigenen Haustüre, aber immerhin gesund und zufrieden am Anhänger der Tochter irgendwo in „Bella Italia“ – alles richtig gemacht!

Für mich war in diesem Moment klar, dass die Motorradtour erfolgreich und gesund abgeschlossen war

Für die beiden „Easy Rider“ endet die Motorradsaison 2025 an diesem Tag – was bleibt sind Bilder im „Buch der Erinnerungen“, Geschichten, die man irgendwann den Enkeln erzählen kann.

Denn nur wer etwas erlebt, hat auch etwas zu erzählen – der Kreis schließt sich, „we are born to be wild“!

Ok, etwas zuviel Pathos – ich rudere zurück! Ich deklariere die Motorradwoche mit meinem Freund ganz pragmatisch als eines der „Highlights des Jahres 2025“!

Am neuen Morgen muss ich einkaufen fahren – ich brauche Grundnahrungsmittel!

Komisch, Sibylle hat immer mehr im Wagen

Ich kaufe Getränke, denn man muss viel trinken – Wasser, Bier und Cola, es ist für alle Eventualitäten gesorgt.

Dazu braucht es Chips und…

Ja, nix und – fertig, mehr braucht´s nicht! Als Sahnehäubchen gönne ich mir einen Panettone zum Nachmittagskaffee, ein Schmankerl als Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, ja auf die Adventszeit, welche bald beginnt.

Zurück im Hafen widme ich mich zwei Schiffen von Freunden – eines geplant und nach Absprache mit der Marina…

Auf EDINA sehe ich monatlich nach dem Rechten…
…und lass´ alle Systeme ein wenig laufen

…das andere – einmal mehr – als Überraschungsbonbon!

Bisher sieht alles gut aus
Auch die Leinen sind ok

Martin und Petra wollten noch einmal kommen, kriegen es aber zwischen all den Verpflichtungen zuhause nicht mehr hin.

Es war wohl ein Fehler, sein Schiff zurückzulassen, als sei es sicher, dass man noch einmal käme.
Keine Ruckdämpfer oder Leinenschoner an den recht dünnen Leinchen, die Kuchenbude bietet dem Wind Paroli, es fragt sich nur wer als Sieger aus dem Battle hervorgeht…

Ich befürchte, dass auch hier wieder ein kleines Arbeitspaket bei mir hängen bleibt – zu Lasten meiner knapp bemessenen Arbeitszeit an NESSAJA und ELOWYN.
Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich nicht mehr zu leisten im Stande bin, was von mir erwartet wird.

Ich überlege stark, ab 2026 keinerlei Aufgaben mehr zu übernehmen, welche nicht vollumfänglich im Vorfeld mit mir abgestimmt sind, zumal ich inzwischen ein weiteres Mal bei der Marinaleitung antanzen durfte und mich erklären musste, bei wessen Schiffe ich eigentlich „unterstütze“.

Hätte ich nicht einen gewissen Kredit bei der Besitzerfamilie, wahrscheinlich wäre ich schon längst ruhig gestellt.

Dazu kommt, dass ich mich, wenn NESSAJA an die neuen Besitzer übergeben ist, ausschließlich um ELOWYN kümmern werde.

Klingt bisschen hart gell? Ja, tut es – es soll ganz und gar nicht unfreundlich klingen, resultiert aber daraus, dass Feingefühl oder ein Gespür für Situationen generell eher rückläufig ist – in dieser Zeit muss man Grenzen setzen um selbst nicht unter die Räder zu geraten.

Ich wende mich wieder meinen tatsächlichen Aufgaben zu…

Auf ELOWYN mache ich alle Systeme winterfest

So vergeht ein Tag! Bis das Frostschutzmittel beschafft ist – immerhin 20 Liter, bis die Kannen mehrfach befüllt sind, bis dahin vergehen ein, zwei Stunden.
Dann muss der Generator gespült werden, das kann ich alleine, die Klimaanlage muss frost- und rostsicher konserviert werden, das kann ich ebenfalls ohne fremde Hilfe.

Zum Starten und Stoppen der Hauptmaschine brauche ich aber eine helfende Hand – hier springt wieder Alex ein, der für mich dieser Tage eine feste Größe geworden ist – HIER unterstütze ich im Gegenzug immer gerne. Quid pro quo.

Danach ist der Tag um, mir reicht´s für heute – ich gehe im „SouVLakki“ etwas essen und kaufe mir dann am Rückweg ein Eis – dann will ich noch ein paar Zeilen für den Blog tippen.

Hier ist Vorweihnachtszeit – ohne Wenn und Aber
Ich versuche mit dem Blog Schritt zu halten

Apropos der Blog – auch hier werde ich etwas ändern. Ich investiere viel Zeit in mein kleines Tagebuch welches ich immer gerne geteilt habe und welches ich mir auch durch die größten Meckerer und Provokateure nicht habe vermiesen lassen.

Etwas anderes lässt mich inzwischen zweifeln – es ist das Basisverhalten vieler Menschen.
Die Gesellschaft verändert sich und Werte werden wertlos – Anerkennung, Lob, gemeinsame Freude und vieles mehr sind nicht mehr selbstverständlich.
Respekt im Umgang und eine gewisse Rücksichtnahme sind im anonymen Dialog Mangelware.

Ich sehe hauptverantwortlich für diesen Werteverfall die sozialen Medien, die Deckung des Internets und, ganz schlimm, die künstliche Intelligenz, welche nur gepaart mit natürlicher Intelligenz funktioniert – die wird aber leider immer weniger.

Ich frage mich nun, ob ich wirklich Teil dieser sozialen Medienwelt sein will, oder ob ich nicht einen Boykott derselben anstrebe.
Ich muss das noch für mich behirnen.

Stand heute, werde ich den Blog mit NESSAJAs Übergabe ohnehin anpassen müssen.
Ob ich dann mit dem Haus weitermache oder mich in ein sehr privates Leben zurückziehen werde, das weiß ich noch nicht.
Sibylle würde es „schwarz-weiß Denken“ nennen, sie hätte wohl Recht!

Es wird Zeit, dass ich mich darum kümmere die Ersatzteile für die großen Projekte zu bestellen – ich verwende den gerade angebrochenen Vormittag für Recherche und das Absetzen von Aufträgen.

Jefa war bei den sogenannten „Gaiters“, den Dichtmanschetten sehr hilfsbereit…

Es gibt Panettone zum Frühstück

Darf aber auch so sein, denn sie lassen sich die Neoprenmaschette auch in Gold aufwiegen – eine schlägt mit 200.-€ zu Buche, zwei werden benötigt.

Als ich den Preis erfahre darf sich die edle Manschette zu mir an den Frühstückstisch gesellen.
Alles herummäandern hilft aber nix – bestellen muss ich diese Teile allemal.
Dies ist hiermit erledigt, check!

Die Manschetten sind unterwegs nach Leros

Ich beschließe, dass ich die Ersatzteile auf ELOWYN zurückbringe, außerdem muss ich noch ein paar Maße von Seeventilen nehmen, das wird dann der zweite Block sein, welchen ich bestellen muss.

Allerdings werde ich damit bis morgen früh warten, es ist nämlich das erste schwere Unwetter angesagt.

Sollte es wirklich so kommen, dann werde ich den morgigen Vormittag als „Bürotag“ ausgestalten.

Ich führe noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle – natürlich kann sie nicht anders, als meinen Bart zu bemängeln…
„Willst Du unbedingt dem Nikolaus Konkurrenz machen?“

Ja! Will ich!

Ho ho ho, nein, man würde wohl merken, das ich ein Plagiat bin 😉

Auch auf ANAHITA herrscht Ausnahmezustand – Alex´ Cockpitdrainage ist nicht angeschlossen, die Schläuche hängen in die Bilge.

Grund hierfür ist der Tausch der Seeventile, dieser ist noch nicht finalisiert.
Was aber tun, wenn eine gigantische Regenfront angesagt ist?
Wir beschließen, dass versucht werden soll, zumindest die beiden Anschlussventile für die Drainageschläuche einzubauen.

Alex will, dass ich „ihm die Hand halte“, wenn er erstmalig die Ventile aufschraubt. Meine Erfahrung könne helfen…

Ich frage ihn, ob er mich verarscht – ICH bin der, der ein 68 ft Schiff ungeplant an Land gestellt hat und ihm eine Zwangspause verordnet hat, WEIL 9 von 25 Ventilen undicht sind.
Und zwar genau an der Stelle, an der er jetzt um meine Hilfe bittet 😉

Wir schmunzeln uns an – es wird Zeit, dass ELOWYN wieder schwimmt, ich muss dieses Stigma loswerden.
Klar helfe ich ihm!!!

Ventile, Primer und Dichtmasse – ein gewohntes Bild
Abwechslung muss sein – heute schwarz statt blau

Gemeinsam bekommen wir das ganz gut hin und die Ventile sind schnell eingeklebt. Ich hoffe wirklich, dass sie dicht sind, aber wir haben diesmal, obwohl alle Teile neu waren, nicht an der falschen Stelle mit Dichtmasse gespart.

Ich bin sicher – diesmal passt alles!

Ich ziehe mich nach erfolgter Arbeit zurück , lerne noch mit meiner Duolingo App und gehe dann alleine ins „SouVLakki“ – ich konnte nicht ahnen, dass Antonia und Alex nachkommen würden und wir einen schönen und relativ langen Abend zusammensitzen.

Zu meiner Überraschung zahlt Antonia, ich spendiere den Ouzo, den dann aber Anna ausgibt – klingt komisch, ist aber so.
Ich mach´ das wieder gut – versprochen! Und natürlich ganz herzlichen Dank.

Boah, was ist das???

NESSAJA schaukelt wie verrückt und ich kann das Prasseln des Regens trotz meiner Ohrstöpsel hören.
Die Sturmfront ist, wie angekündigt, angekommen und tobt sich in Verbindung mit einem Gewitter über uns aus.
Es war etwas nach 05.00 Uhr morgens, draußen war es noch dunkel, es hilft aber nix, ich muss nach dem Rechten sehen.

Wow, der Wind kann heute was

Mein Plotter zeigt eine momentane Windstärke von fast 41kts an – das sind dann 9 Bft. – das alleine reicht schon um zu beeindrucken.

Wer aber genau hinsieht erkennt, dass die Windspitze der letzten 10 Minuten bei 67kts liegt, das wären dann 12 Bft. und die sind als Orkan definiert.

Klar, das sind Winddrücker – aber auch die sind für einen Augenblick zu spüren und das Material muss standhalten.

Ich fühle mich sehr sicher, auch wenn dies, nach den fotografierten 70kts die zweitstärkste Windstärke ist, welche ich in der Marina knipsen konnte – und in meinem Rigg drei von vier Stagen fehlen 😦 .
Man spürt das schon im Schiff und das Bild straft die Zweifler, welche vielleicht dachten, dass meine Geschichten und Mahnungen „Seglerlatein“ wären…

Es macht zu jedem Zeitpunkt Sinn, dass man sein Schiff vollumfänglich sichert wenn man nicht an Bord ist.

Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem muss ich in einer kurzen Regenpause an Deck…

Das kommt schon durch den offenen Niedergang – trotz Sprayhood

Ich kann leider kein Bild machen, das Telefon bleibt am Tisch – aber ich muss rasch an Deck um das Dinghy zu leeren.
Es ist inzwischen halbvoll, bei diesem Wasserstand kann ich es gerade noch anheben.
Ich muss verhindern, dass es komplett voll läuft.

Ich bin diese Aufgabe gewohnt, es dauert nur einen Moment und schon habe ich das Wasser ausgeleert, dann husche ich zurück in die warme, schützende Kabine und ziehe mich gleich um.

Das feuchte Zeug kommt direkt in die Waschmaschine…

Es regnet noch eine ganze Weile weiter, dann gibt es eine kurze sonnige Phase bevor die Regenfront eine weitere Attacke auf uns startet.
Alles in allem ein Tag zum Abgewöhnen.

Das Wasser fließt förmlich über den Aufbau

Ich setze mich an den Rechner und bestelle die langen TruDesign Rumpfdurchbrüche für ELOWYN, Zeit habe ich ja jetzt.
Diese Teile kommen von einem anderen Lieferanten und werden nach Deutschland zu Sibylle bestellt. Sie bringt die wichtigen Teile dann mit.

Dazu eröffne ich einen Warenkorb bei SVB und starte eine Sammelbestellung mit ANAHITA und DONNA.
Dort ordere ich die ganzen klassischen Ersatzteile rund um die Reparatur der Seeventile und die Ventile selbst.
Diese Sendung geht direkt nach Griechenland und sollte noch 2025 ankommen.

Ich habe noch genug Zeit, ein paar besondere Teile zu recherchieren und anzufragen und schon war es später Nachmittag.
Die Zeit reichte noch für eine Griechischlesson, dann bin ich nach Gourna in die „Psarotaverna“ um dort Harry und Andreas zu treffen.

Harry ist ebenfalls im MSF aktiv und hat mich kontaktiert – ich freue mich über die neue Bekanntschaft, neue Themen beim Essen und die Aussicht auf ein neuerliches Treffen im April.

Am Nachhauseweg lasse ich mich von meinen Gelüsten verführen – ich bin eben ein Sklave meiner Leidenschaften!
Der Wille, die wohlbekannte, rosa Eismanufaktur zu passieren war wohl da, das Fleisch jedoch war schwach.

Ich gönne mir im Vorbeifahren ein kleines Dessert in Form einer Eiskreation
Immer wieder muss ich über die Deko und die Musik schmunzeln – „Rudolph the red-nose rendeer“

Als ich in meinen „Klicker“ steige, sehe ich im Augenwinkel ein Haus, welches ein Foto wert ist – auch auf der kleinen Ägäisinsel gibt es Weihnachtsfreaks.

Ich wende und mache ein Bild!

Sehr üppig geschmückt

Morgen ist der letzte Tag des Monats, sehen wir, was ich dem noch abringen kann…

Mich friert es! Die anderen schaffen das Überleben noch ohne Heizung – ich muss jeden Tag für ein paar Stunden die Eberspächer in Betrieb nehmen.

Morgens muss ich kurz zuheizen, nur solange bis der Raum überschlagen ist.
Abends läuft sie ab circa 18.00 Uhr bis ich ins Bett gehe. Aber es ist stets gemütlich bei mir zuhause…

BIMM! Mein Telefon klingelt – Nachricht von Gottfried! Sibylle hat ihm erzählt, dass rund um seine HARMONY schwer gewerkelt wird. Er sorge sich, ob ich wohl mal nach dem Rechten sehen könnte.

Klar, mach ich – aber erst trinke ich meinen Kaffee aus…

HARMONY (in roter Unterwäsche) steht noch – das ist ein gutes Zeichen
Rund ums Schiff sieht alles gut aus

Ich bestätige die Baustellen rundum, erkläre aber dazu, dass wohl alle Arbeiter sehr gut auf die Schiffe achten.

Das Fazit meines kurzen Kontrollgangs – alles in Butter auf´m Kutter! Ich hoffe, ich kann die Gemüter in Bayern beruhigen und die Beiden können wieder ruhig schlafen.

Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen, ein paar Bilder der „Baustellen“ mitzuschicken.
Eines von YANOOSA, an der das ganze Unterwasserschiff großflächig instandgesetzt wird – was mächtig Staub aufwirbelt.
Dazu noch zwei von unserer Marinabaustelle, auf der mit schwerem Gerät tagtäglich Steine aus dem Berg gemeißelt werden – die Staubwolke zieht sich über die ganze Marina, je nach Windrichtung.

Heute ist Sonntag – ansonsten baggern die Bagger bis spät am Baggerloch
Der Steinbruch am unteren Bergrand sorgt wohl für Staub

Um Gottfried ob des Staubes nicht allzusehr zu beunruhigen, stelle ich die These auf, dass der Sturm der letzten Nacht mit seinen Orkanböen und der sintflutartige Regen das Schiff nebst Plane aber wohl sauber gewaschen haben 😉 …

An all meine Freunde, ich wiederhole mich hier, nach einem Sturm gehe ich IMMER zeitnah eine Marinarunde und sehe nach dem Rechten.
Wenn etwas NICHT in Ordnung ist, dann melde ich mich sofort.

Ihr dürft mich Hausmeister Krause schimpfen – selbst Schiffe deren Besitzer ich nicht kenne, melde ich ans Office, im Fall, dass etwas unklar ist.
Dieses Handeln gebietet für mich die gute Seemannschaft und mein gutes Verhältnis zur Eignerfamilie.

Ansonsten habe ich mich heute noch einmal meinen Bestellungen gewidmet. Eine große Order an SVB ist abgesetzt, so dass ich nach Erhalt der Teile gleich loslegen kann.
Viele Kleinteile, die aber schwer zu beschaffen sind, habe ich recherchiert und angefragt, auch diese hoffe ich noch vor Weihnachten zu bekommen.

Die restliche Zeit habe ich meinen Kindern gewidmet – eine lange Mail an meine Tochter, einen Videocall mit meinem Sohn. Beides war überfällig und hat Spaß gemacht.

Danach? Danach habe ich mir einen freien Sonntagnachmittag gegönnt und bin ins „La Palma“ Café gefahren um dort zu brunchen und ein wenig in der Sonne zu sitzen.

Ich gönne mir ein Tortilla Kotopoulo
Weil so schön war gibt´s noch einen Ouzo – mit Meze

Wieder zuhause schreibe ich den Blog auf aktuellen Stand und verabrede mich mit Antonia und Alex zum „Sonntagsstammtisch“ der Marinacommunity.
Es scheint, als ob nur noch wir drei übrig geblieben wären. Ben und Caetlin leben vegetarisch und gehen nur ab und an mit, Thomas und Paola haben ihren festen Termin mit den Italienern am Sonntagnachmittag im „Trechantiri“, ansonsten ist niemand übrig, der in Betracht käme.

Mal sehen, ob wir den Stammtisch mit ins Jahr 2026 ziehen…

Als ich ins „SouVLakki“ aufbreche, ist es schon stockfinster. Ich starte meine Heizung um in mein gemütliches Nest zu huschen wenn ich zurückkehre.
Mein Nachbar Haim scheint auch zuhause zu sein, ihn sieht und hört man den ganzen Tag nicht.

„There´s a light…. (over at the…)“ – na wer kennt das Lied???

Wir sitzen heute nicht zu lang im Girostempel. Heute ist ein fader Tag, auch Alex hängt schlapp in den Seilen.

Nichtsdestotrotz beschließen wir, auf dem Heimweg noch etwas Süßes von „Repapis“ mitzunehmen, das Dessert aber dann zuhause am Schiff zu schlotzen.
Nein, diesmal sollte es kein Eis sein!

Ich mach´ es mir zu Hause bequem und finalisiere diesen Blogbericht, zudem telefoniere ich noch einmal mit Sibylle.

So kann losgehen, nur noch das HEUTE tippen
„Repapis“ hat auch geile Pannacotta

So endet der elfte Monat des Jahres 2025 – ein Monat der geprägt war von guten und schlechten Momenten und Nachrichten, ein Monat in dem Spaß am Leben und ernsthafte Themen sich abwechselten.

Es war ein Monat in dem ich gemerkt habe, dass ich ab jetzt manchmal „Nein“ sagen muss.
Trotzdem macht mir der Umgang mit den Booten weiter viel Freude – es gilt, zu priorisieren und sich auf die Kernthemen zu konzentrieren.

Und der Dezember? Plan heute ist, dass Sibylle am 14.12. zurück nach Leros kommt. Wird das klappen?
Kann ich die großen Projekte an ELOWYN vorantreiben?
Komme ich beim Rigg von NESSAJA einen Schritt weiter?

Und last not least – wie gestalten wir die Adventszeit, können wir Weihnachten besinnlich verbringen und wie „rutschen“ wir ins neue Jahr 2026?

Bleibt dran – ich halte euch auf dem Laufenden!

Von Bord der NESSAJA wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest und eine fulminante Silvesternacht – liebe Grüße, Mario








Oktober 2025 – Der Anfang vom Ende

Die Headline war rasch gefunden – und es ist mal wieder ein echter 80er!
Ich könnte viel zu Nena erzählen, aber das sind kleine Geschichten, die in einem Segelblog nichts verloren haben – nur soviel, ich habe sie 1983 mal live getroffen und war als 16-jähriger fast ein bisschen verliebt in die kecke Sängerin.
In der Retroperspektive bin ich aber froh, dass ich letztendlich bei Sibylle gelandet bin 😉

Zurück zum weniger bekannten Song von Nena aus dem Jahr 1984 – ich will meinen Blogbericht des Monats Oktober nicht am Inhalt des Liedes festmachen – sondern mehr an einer Strophe des Refrains…

Der Anfang vom Ende
Ist, dass man nichts vergisst
Die Uhr, die nicht mehr läuft
Will sagen, dass was zu Ende ist

Das Kapitel NESSAJA neigt sich dem Ende zu, der Anfang ist gemacht! Der Verkaufsprozess wurde Mitte des Monats gestartet.
Unsere NESSAJA, welche ziemlich genau 11 Jahre der Mittelpunkt meines Lebenstraums war, wird wohl bald nicht mehr mir gehören.

Am Tag nach dem alles verändernden Handschlag

Doch von Anfang an, der Oktober war nämlich ein ziemlich turbulenter Monat!

Dieser begann für mich damit, dass Sibylle mich bereits am ersten Tag des Monats beim Frühstück an die „Global Sumud Flotilla“ und damit auch an FREE WILLY erinnert.

Die Flotte ist inzwischen losgefahren und nimmt Kurs auf Gaza, ganz vorne dabei die zwei Schiffe, welche in der Leros Marina Evros aufgebrochen waren.

FREE WILLY segelt vorne dabei – noch

Ich mache den Screenshot und schicke diesen an die Verkäufer in der Schweiz.
Ab diesem Zeitpunkt werden auch Anita und Willi dem Kurs ihres alten Schiffes folgen.
Sie melden sich in kurzen Abständen bei mir, wir tauschen uns kurz aus und sie teilen ihre Gedanken mit mir.
Man merkt, dass es den Beiden hart ankommt, ihr Ex-Schätzchen ins Ungewisse segeln zu sehen – und sie werden Recht behalten.

Aus dem Septemberbericht wisst ihr, dass unsere Freundin Susanne im Moment auf Leros verweilt, auch ihre Tochter mit Familie war noch einmal nach Xirokampos angereist um ein letztes Mal in diesem Jahr Sonne zu tanken.

Es bot sich heute förmlich an, dass ich die Werkbank abhole, welche Sophie mir geschenkt hatte.
Hierfür brauche ich Hans Peters Unterstützung – unser A6 „Klicker“ ist zwar groß, aber die Werkbank passt nicht in den Laderaum.

Also fahren HP und ich in den Süden der Insel und verfrachten das Trum auf die Pritsche des Ford Ranger.

Schwer ist sie auch…

Sehr langsam brummeln wir die schmalen Rumpelstraßen bis nach Plaka und entladen dort.

Ich hatte vorher schon Platz geschaffen und so konnten mein Freund und ich die patinabehaftete Werkbank gleich an Ort und Stelle schaffen.

Hier steht sie jetzt erst einmal – klar, drumherum muss noch renoviert werden und es gilt, eine Werkstatteinrichtung zu beschaffen.
Aber ein erster Schritt ist getan!

Sieht noch wild aus – aber geduldet euch noch….

Ich bedanke mich artig bei Hans Peter, ohne seine Unterstützung wäre manche Aufgabe nicht so einfach zu wuppen.
Wir sind ein richtig gutes Team geworden und ich bin sicher, dass wir noch das ein oder andere richtungweisende Projekt umsetzen werden.

Für heute trennen sich unsere Wege, denn unsere Familie will sich einen „light lunch“ gönnen – zu diesem Zweck sind wir im „SouVLakki“ verabredet.

Ich erinnere kurz – Tochter Franziska nebst Gatten und der kleinen Heidi verweilen noch ein paar Tage auf Leros.
Die Drei genießen während dieser Tage allerhöchste Priorität – wir „bauen“ unsere Termine rund um deren Tagesablauf.

Chicken Giros und Pommes – die Kleine ist keine Kostverächterin

Wettertechnisch hatten wir Glück im Unglück. Es lag eine großräumige Wetterdepression über ganz Europa und es hat nacheinander so ziemlich alle südeuropäischen Länder mit wolkenverhangenen Regentagen und niedrigen Temperaturen erwischt.

Nach dem schlechtesten September seit wir in Griechenland leben, hatte auch der Oktober nichts zu bieten, was ihm den Beinamen „golden“ verdienen ließe.

So hatte auch unsere Familie zu akzeptieren, dass wir zwei graue Tage hatten, einen halben Tag davon auch Regenschauer – und auch die Tatsache, dass es für diese Jahreszeit einfach zu kühl war.
Dies galt leider für Luft und Wasser.

Dennoch – wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und waren nahezu jeden Tag einmal AM und kurz auch IM Meer baden.
So haben wir uns auch den heutigen Nachmittag am Panteli Strand vertrieben.

Vor dem Abendessen, wir waren heute alle zusammen bei Susanne zum Grillen eingeladen, sind Sibylle und ich zurück in die Marina um uns zu duschen und frisch zu machen – an den Sanitärräumen sticht uns ein Zettel ins Auge…

Flehentliches Bitten um Rückgabe eines T-Shirts

Oh oh, da hat wohl jemand vergessen oder nicht gewusst, dass die Bänke vor den Duschen als Ablageort für Flohmarktwaren aller Art genutzt werden.

Wer in der Marina liegt weiß, alles was hier liegt wechselt den Besitzer – oftmals binnen Sekunden.
Das klingt harsch, ist im täglichen Betrieb aber kein Problem, weil ja eigentlich niemand auf die Idee kommt seine Kleidung oder seine Duschsachen VOR der Dusche abzulegen.

Dennoch kommt es ab und an mal vor, dass Unwissende und Unbedachte, mal ihre Badeschlappen oder, wie hier, ein Kleidungsstück ablegen.
Weg! Ein Wimpernschlag reicht und das abgelegte Eigentum ist weg! In der Regel unwiederbringbar – ich befürchte auch in diesem Fall.

Sibylle und ich staunen – auf diesem Weg wechseln Waren den Besitzer. Von der angeschnittenen Zwiebel bis hin zum Designerschlüpfer oder einem ausgeleierten DD-BH kann alles in zweiter Hand Verwendung finden.

Gedankenschwanger treten wir unsere Fahrt nach Xirokampos an…

Ein Feierabendbier auf der schönen Terrasse
Ich bin gerne hier – ein wunderschöner Ort

Seit wir das Haus haben, habe ich einen anderen Blickwinkel auf die typischen Häuser hier.
Wie setzen Freunde ihre Ideen um? Wie arbeiten die hiesigen Handwerker und welche von ihnen sind zu empfehlen?

Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, mich zukünftig wieder mehr mit Hausbauprojekten beschäftigen zu müssen und nehme mir vor, bereits diesen Monat noch die ein oder andere Arbeit am Haus umzusetzen oder zumindest einzusteuern.

Mir gefällt die Wand in Susannes Wohnzimmer und auch ihre Sitzecke hat es mir angetan.

Natursteinelemente und gemauerte Sitz- beziehungsweise Liegemöbel

Ich möchte das auch! In unserem kleinen Haus ist kaum Platz für eine derart ausgestaltete Wohn- und Relaxecke, aber eine Essecke mit Natursteinwänden und gemauerter Sitzbank kann ich mir gut vorstellen.

Nun, der Kontakt zu den „Meistern der Natursteinwände“ ist hergestellt – genau, den Beiden, welche auch die Mauer in der Marina hochziehen und es ist nurmehr eine Frage der Zeit, bis Kostas und Elefteris auch an unserem kleinen Häuschen werken dürfen.

Ein paar Minuten später kommen auch Franziska, Mikey und die kleine Heidi. Sie sind ja mit „Klicker“ unterwegs und haben somit eigene Mobilität.
Mich freut´s, denn aus diesem Blickwinkel hat es sich schon jetzt gelohnt, dass wir den großen A6 hierher gebracht hatten.

Sibylle und ich fahren GS, unsere Familie verwendet „Klicker“

So ein schöner Abend! Heidi spielt mit Henry, wir haben Zeit und Ruhe uns lang und vielseitig mit Susanne auszutauschen und unsere „Kinder“ finden ihre eigenen Themen.

Es war wirklich sehr schön zu sehen, dass wir uns scheinbar über drei Generationen sehr gut verstehen und sich hier auf Leros, an dem Ort der schon einmal zum Schicksalsort wurde, neue Freundschaften bilden.

Natürlich waren Sophie und Susanne wiedermal perfekte Gastgeberinnen und wir hatten ein herrliches Dinner auf der Terrasse mit dem wunderschönen Ausblick.

Noch kann man abends draußen essen, bald schon wird es deutlich abkühlen

Der nächste Morgen beginnt mit einem Paukenschlag! Wir erleben eine Überraschung welche keine echte war, zu Erwartendes traf ein.

Die israelische Armee hatte in dieser Nacht die „Global Sumud Flotilla“ aufgebracht und die Kontrolle über die Schiffe übernommen.
Diese wurden dann in einen Hafen in Israel verbracht, wo die Mannschaften in Gewahrsam genommen wurden und später nach Griechenland abgeschoben wurden.

Ich wiederhole mich, ich will und werde mich im Blog nicht politisch äußern oder gar positionieren, aber durch den Verkauf von FREE WILLY waren wir eben nah am Thema.
Ich habe Bilder von der kleinen Ketch im Internet gefunden, diese sind wohl aufgenommen, kurz bevor das Schiff aufgebracht wurde.

FREE WILLY mit anderen Schiffen auf dem Weg nach Gaza (Quelle Internet)
Ob die kleine Ketch jemals wieder segeln wird? (Quelle Internet)

Es scheint, als ob bei der Enterung der Schiffe niemand verletzt wurde. Die Aktivisten haben sich sehr viel Mühe gegeben, eine große Menge Bildmaterial für die Presse hochzuladen, all das kann man mit Hilfe von Google leicht finden.

Wir haben ein paar dieser Filme angesehen und dabei natürlich auch bekannte Gesichter gesehen.
Ist es Mut? Oder doch naiver Leichtsinn? Ich kann es für mich wirklich nicht final beurteilen.
In jedem Fall freuen wir uns, dass kein Mensch Schaden genommen hat.

Die Schiffe sind aufgebracht – FREE WILLY sendet nicht mehr
Auch Julian sendet, dass es ihm gut geht – noch vor drei Monaten hat er mit uns bezüglich FREE WILLY verhandelt

Heute muss ich ein paar Zeiteinheiten für ELOWYN aufwenden. Unser Patenschiff hat nach dem Desaster mit den Seeventilen erst einmal eine Pause verordnet bekommen, wir mussten und müssen komplett neu priorisieren.

Heute dreht sich unsere Aufmerksamkeit um den Tender des weißen Riesen, um WILLI.

Wir haben diesen ja zu Wasser bringen lassen um ihn zu reinigen und urlaubsklar zu machen.
Es ist nur eine logische Konsequenz, dass er jetzt wieder an Land muss und für die Winterpause eingewintert werden muss.

Bevor das passiert, habe ich Mikey noch eine Testfahrt versprochen – und so ein kurzer Run mit WILLI hat es in sich…

Einmal kurz zum Marinastrand und zurück…
…mit wehender Mähne zum Fototermin
Dann parken wir das Geschoss und gehen baden

Nein, ich bin nicht zu doof die Fender auf die richtige Seite zu hängen! Es war nur ein kurzer Zwischenschritt, denn Giannis unser Kranführer hat mir versprochen, dass er ihn später an einen Platz stellt, an dem er ihn nicht stören würde – heute Abend, so sein Plan, stellt er ihn an Land.

Perfekt! Guter Plan! Dann können wir mit unserer Familie an den Strand nach Panteli und den Rest des Tages dort genießen.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen, hat der „Crane Operator“ Wort gehalten.
ELOWYNs Tender liegt sicher in einer Ecke – von Giannis jedoch keine Spur!

Und was kommt jetzt???

Ich harre der Dinge. Um mir die Zeit zu vertreiben, starte ich eine Greek-Lesson in Duolingo und fletze mich auf meine Saloncouch.

Ich bin gerade dabei meinen dreifach XP-Streak zu befeuern 😉 und rechne kaum mehr damit, dass sich heute noch etwas in Sachen WILLI tut, da klingelt mein Telefon…

Giannis! „Do you have time for the Williams? NOW?“

Ja, was willst da sagen? Ich sage also zu, verliere meine Triple XP Session und dackle zur Krangasse.
Der Meister der Portalkräne war schon dabei, Schlaufen an die kleine Gummiwurst zu binden, zu diesem Zweck stand er im Tender – tief unten in der Krangasse – allein! Kein Helfer weit und breit!

Wie kommt er nach oben? Wer bedient den Gabelstapler? Mein Gehirn fängt an zu arbeiten, Zahnräder greifen ineinander.
Mir dämmert, der Helfer an diesem Abend bin ICH!

„Sit in the forklifter and lift me up!“ höre ich den fleißigen Werker rufen, Mein Kopf dreht sich automatisch von links nach rechts – niemand da außer mir!
Ich höre Worte, die meinen Mund verlassen „Who? Me?“
Der Grieche nickt stumm, ich schlucke und besteige das Arbeitsgerät…

Ja muss man denn alles selber machen?

War eine coole Trainingsstunde! I-c-h f-a-h-r-e S-t-a-p-l-e-r!
Nur Insider der 80er wissen, dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel prahlt, während er das Bruttosozialprodukt steigert…

Mehr Zeit für infantile Gedanken bleibt mir nicht – Giannis reinigt den Boden des Flitzers und ich räume ihn anschließend zu ELOWYN.
Die letzten Zentimeter übernimmt der erfahrene Staplerfahrer, dann verabschieden wir uns – für ihn ist verdienter Feierabend, für mich heißt es frisch machen, das Dinner ruft!

Während Sibylle und ich vor ein paar Tagen dafür gesorgt hatten, dass Franziska und Mikey ihren Hochzeitstag im „Mylos“ feiern konnten und dafür „kinderfrei“ hatten, war heute der Tag, an dem meine Frau und ich in den gleichen Genuss kamen und hierfür ebenfalls einen Tisch in der führenden Taverne auf Leros gebucht hatten.

Wir hatten nichts zu feiern, genossen aber den Saisonabschluss in der edlen und mehrfach ausgezeichneten Taverne, dies in Gesellschaft von Iwona und Ed, der Crew der EDINA.

Wie immer ein paar Impressionen – wir haben wieder vorzüglich gegessen.

Schönes Motto
Mit einem Glas „Malagouzia“ stoßen wir auf das Leben und auf Tina und Volker an – sie sind aus bekannten Gründen nicht dabei
Octopus Carpaccio
Scampi-Tartar
Raw Amberjack Filets
Tuna Steak
Last not least – wie immer – Pavlova

Es war so gut! Wir haben geschlemmt und genossen – die Bilder stellen nur einen Auszug dar – denn wir haben alle rohen Fischspezialitäten geordert und probiert, welche die Karte zu bieten hatte!

So lecker! EIN Besuch im „Mylos“ gehört eben dazu…

Auch der neue Morgen begann nicht schlecht. Seit die Familie zu Gast ist, läuft Sibylle zur Hochform auf.
Der Frühstückstisch wird reichlich gedeckt, es hat sich etabliert, dass die Drei jeden Morgen bei uns frühstücken.
Da kann und will dann auch ich nicht Nein sagen…

Kann sich sehen lassen – und eine Tischdecke des „Mylos“ ziert unseren Salontisch 😉

Meist müssen wir ein bisschen warten bis Franziska nebst Familie eintrifft. Dann aber kommen sie wie ein Donnerhall – es kommt Leben in die Bude!

Klein Heidi übernimmt das Regiment – und dies solange, bis ihr erster Frühstücks-Heißhunger gestillt ist.

Ich schaff´ das schon…

Meine „To Do – Liste“ für den heutigen Tag ist überschaubar. Der Eigner der zum Verkauf stehenden FESTINA LENTE kommt ein letztes Mal in dieser Saison an.

Da er keinen Zweitschlüssel dabei hat, bittet er mich das Boot aufzusperren und eine Passarelle bereitzulegen.
Dieser Bitte entspreche ich gerne, zudem platziere ich den mir überlassenen Schlüssel gleich an Bord.

FESTINA LENTE wartet auf ihren Besitzer

Das Besitzerpaar rechnet fest mit dem Verkauf während der Winterpause, so lag es auf der Hand, dass die Anreise mit dem Auto gleich dafür genutzt wurde, ein paar persönliche Gegenstände zurück nach Deutschland zu nehmen.

Wir werden im Laufe dieser Woche noch zusammen essen gehen und ein paar Modalitäten besprechen – dann heißt es abwarten und Tee trinken.
Etwas Geduld ist notwendig, ich rechne erst im ersten Quartal 2026 mit einem Anstieg der Nachfrage.

So, erledigt! Jetzt können meine Frau und ich mit unserer Familie ins Nachmittagsprogramm starten – heute steht ein Besuch des Kastells auf Leros am Plan.
Hierfür fahren wir nach Panteli und schrauben uns die Serpentinen hoch bis wir die alte Burg erreicht haben.

Der Eintritt ist frei, die Szenerie und die Ausblicke fantastisch
Die Wolken sorgen für eine gewisse Dramaturgie, das Wetter ist tendenziell gut
Die alten Gemäuer beeindrucken
Blick über die Windmühlen Richtung Süden
Blick Richtung Westen – einmal quer über die Insel. Über Agia Marina und Alinda bis nach Gourna
Die griechische Flagge ist gehisst – es weht eine steife, kühle Brise

Den frischen und durchaus kräftigen Wind spürt man auch bei unserer Rückkehr in die Marina.
Hier sorgt der zu dieser Zeit eher ungewöhnliche Südwestwind für eine kabbelige See in der Bucht von Lakki.

Wir freuen uns auf unser Abendessen an Bord. Hier ist es gemütlich und durch die Personen und den Ofen auch warm.
Sibylle hat nämlich am Nachmittag eine XXL Lasagne gebaut und wir werden uns jetzt die Wänste vollhauen.

Vorteil für Enkelin Heidi und mich – wir dürfen nämlich die restliche Hackfleischsoße aus dem Topf schlotzen! 😉

So mögen wir das – und nicht anders

Der Tag endet gemütlich im Kreise der Familie an Bord von NESSAJA – es wird wohl das letzte Dinner mit Familie im Salon von unserem Schiff gewesen sein.

Draußen klatschen die Wellen an den Wellenbrecher und der Wind pfeift im Rigg.
Diese Momente werde ich eines Tages vermissen.

Ein wunderschönes Licht zu Beginn der „blauen Stunde“

Zu dieser Zeit vergingen die Tage wie im Flug – das Urlaubsende unserer Kinder und Kindeskinder kam näher und wir wollten den kommenden, letzten Tag des Urlaubs noch einmal als Badetag gestalten.

Gott sei Dank war uns das Wetter hold und ich hatte darüber hinaus den Tag frei von „To Dos“ gehalten.
So brühe ich mir eine Tasse Kaffee auf und starte gutgelaunt in den Tag.

Stark und schwarz – ohne Kompromisse! Sketo wie der Grieche sagt

Ok, ich muss zugeben, ein ganz kleines „To Do“ gab es doch, uns ist gestern nämlich das Gas ausgegangen als Sibylle die riesige Reine Lasagne im Ofen buk.

Also bekam ich die Anordnung „gleich heute früh“ eine gefüllte Austauschflasche zu holen.
Das ist für mich immer ein wenig frustrierend, denn was hier als Tauschflasche angeboten wird, wäre in allen anderen Ländern Europas Schrott.

Ich habe mir mit dem Schiff zwei neue Buddeln Campinggaz gekauft, dies in der Hoffnung, meine neuen Flaschen füllen lassen zu können.
Das funktioniert aber selten bis nie und so wurden die Flaschen im Laufe der Zeit immer schlechter.

Die Beste die sie hatten

Ist das wichtig? Naja, offen gesagt nur bedingt – in der Regel fliegen die Dinger einem ja nicht um die Ohren, aber sie machen echt fiese Ränder im Gaskasten und sehen einfach scheiße aus.

Jetzt aber – genug gejammert! Die Familie wartet, die Badetaschen sind gepackt und wir wollen zum Strand.
Unsere Wahl fällt abermals auf Panteli, dort bekommen wir Liegen, können etwas trinken und zum krönenden Abschluss spendieren die Oma und der Opa der kleinen Heidi ein Eis.

Ein wunderschöner Tag klingt mit einem tollen Sonnenuntergang aus – wir ziehen uns alle zurück um uns frisch zu machen, denn heute ruft das Abschiedsessen, für welches wir uns das „Tis Kakomoiras“ ausgesucht haben.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen geht die Sonne schon unter
Wir treffen uns bei Xristos im Meze Lokal
Früh übt sich – Heidi pult die Symi-Shrimps, der Opa aus Leros hilft dabei

Zum Abschluss ein Eis bei „Repapis“, dann geht es ab nach Hause. Wir alle sind bettschwer und morgen wird ein langer Tag für die drei Reisenden.

Ich bleibe noch ein bisschen sitzen und lasse den Tag Revue passieren. Während wir beim Essen saßen, hat die Tochter meines Freundes René ein Bild in ihren Status gestellt.
Ich sehe mir das Bild relativ lang an und freue mich für die Drei – auch sie genießen Familienzeit, in Italien, indem sie an einem historischen Radrennen teilnehmen, der L´Eroica.

Meine Radlzeit ist vorbei – aber ich hätte die Drei gerne begleitet

Ich kommentiere kurz und wünsche viel Erfolg und eine unfall- wie pannenfreie Fahrt und denke an alte Zeiten, hat sich doch Renés und meine erste Teilnahme an der „adidas bike Transalp Challenge“ dieses Jahr zum zwanzigsten Mal gejährt.

Naja, die Zeit rennt eben und loslassen gehört dazu, dies gilt im wörtlichen wie im übertragenen Sinn und gilt für liebgewonnene Hobbies wie für liebe Menschen gleichermaßen.

Heute ist so ein Tag – unsere Familie wird abreisen! Wir treffen uns ein letztes Mal auf NESSAJA zum Frühstück und Sibylle und ich füttern zusammen mit Heidi ein letztes mal die Fische…

Die Mama beobachtet…
…und wir genießen leise

Wir fahren die kleine Familie zur Fähre nach Agia Marina, setzen uns dort ein letztes Mal zusammen und machen ein Abschiedsselfie – es war schön, dass Franziska mit Mikey und Heidi zu Besuch war und wir haben die Zeit ganz bestimmt genossen.

Wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann wird die kleine Familie Zuwachs bekommen haben und Heidi eine „große Schwester“ sein.
Uns bleibt, viel Glück zu wünschen, euch alle noch einmal zu drücken und dann der Fähre hinterherzuwinken…

Ein bisschen Zeit bleibt noch…
…dann heißt es, sich an der Fähre in Warteposition zu bringen
Das Boarding geht wie immer rasend schnell
…und schon legt der Katamaran mit den Kindern und der Kleinen ab
Wir winken hinterher, wissen aber nicht, ob sie uns sehen können

Ok, und jetzt? Für eine kurze Zeit fühlt es sich leer an. Keine Verabredungen mehr, kein Warten auf die Drei.

Sibylle und ich fahren zurück in die Marina und machen klar Schiff. Dann drehen wir eine Marinarunde und besuchen die Freunde die auch gerade hier verweilen um zu signalisieren, dass wir jetzt wieder frei planen können und uns darauf freuen, mit allen noch einmal beisammen zu sitzen.

Dann ziehen wir uns auf NESSAJA zurück und ruhen uns ein wenig aus – Sibylle liest und ich spiele eine Runde Duolingo.
Wir harren aus – denn heute haben wir noch einen Termin, es gilt noch ein weiteres Mal Abschied zu nehmen!

Während wir die Stille genießen trifft eine Nachricht von Franziska ein – man bedanke sich für den schönen Urlaub und man sei gut auf Kos angekommen.
Die Wartezeit auf den Flieger würde man sich bei einem letzten Giros verkürzen.
Na denn, guten Appetit, kali orexi.

KANN gar nicht so gut schmecken wie im „SouVLakki“

Es ist soweit! Wir sind heute zum Essen eingeladen – diesmal nicht ins „SouVLakki“ sondern das Lokal der Wahl war heute das „Metzes“ in Agia Marina.

Die Einladenden war Petra und Hans Peter, auch für sie war es das Abschiedsessen mit uns.
Ohne HP wird sich mein Tagesablauf hier in der Marina drastisch ändern – er war meine feste Größe, er hat mich durch alle Projekte begleitet.
Es fühlt sich jetzt schon komisch an zu wissen, dass er ab morgen nicht mehr hier sein wird.

Ein Lichtblick ist, dass wir uns diesmal in Deutschland treffen werden! Warum? Nun, dreimal dürft ihr raten – wir haben ein gemeinsames Projekt!
Ich muss eine Renovierungsarbeit durchführen und er hat angeboten mir zu helfen.
See you in January my friend, τα λέμε τον Ιανουάριο – wie wir Duolingo Freaks zu sagen pflegen 😉

Last stop before ferry – „Repapis“ Eiscreme-Schlaraffenland
Ich vermisse ihn jetzt schon – wer wird anzweifeln oder Bedenken haben, wenn ich mit nem Hammer irgendwo draufhauen will??? 😉
Ein zweites Mal am heutigen Tag winken wir – Servus Petra, pfiat di Merlin, bis bald HP

Weg isser. Ich gehe jetzt ins Bett, mir reicht es für heute!

Ach übrigens, behaltet mal das Bild mit dem Kürbis im Hinterkopf. Als Sibylle das gemacht hat, konnten wir nicht ahnen, dass es in ein paar Tagen ein ebensolches von ihr geben würde – in Natura, nicht gestellt!

Ich will, nein, ich MUSS etwas tun! Die Zeit des Müßiggangs muss nun enden – dies hat zweierlei Grund.
Erstens, ich habe allerlei Kleinigkeiten aufgrund des Familienbesuchs zurückgestellt, es ist ein bisschen was aufgelaufen, das gilt es abzuarbeiten.

Zweitens – ich will ab November ausnahmlos und auf täglicher Basis an ELOWYN arbeiten und meine Listen erledigen, dafür muss ich mir den Rücken freihalten.

Zu allem Überfluss gibt es zwei, diese Abläufe und diese Pläne beeinflussende Faktoren – das Wetter und der Besuch von Dominik und Ellen.
Was es damit auf sich hat erzähle ich später, für heute steht der Einbau einer neuen Wasserverteilung an.

Die alte Billig-Verteilung fliegt raus
Montiert wird eine Metall-Verteilung bester Qualität

Das sind so Kleinigkeiten – nicht zwingend notwendig, aber ein Upgrade. Die Verteilung habe ich geschenkt bekommen, es wäre zu schade sie einfach in die Tonne zu stampfen.
Also mache ich mir die Mühe und investiere zusätzlich die paar Euro um den Umbau nebst Verbesserung vorzunehmen.

Auch auf ELOWYN habe ich mit Kleinigkeiten zu kämpfen, welche zusätzlich zu den bestehenden Listen auftreten.
Durch die Hitze hat sich am Niedergangsschott eine geklebte Anschlagsleiste gelöst – diese gilt es zu fixieren.

Zum Glück ging nichts zu Bruch

Ich habe das Schott hier auf Leros fertigen lassen, aber es zeigt sich, dass die Umsetzung nur halbgut war.
Generell funktionell, aber an den Klebestellen mit PU Kleber ohne Primer ist es eben suboptimal…
Der Kleber lässt sich einfach abziehen, seine Haltekraft war nicht ausreichend.

Für mich bedeutet das, dass ich Material bestellen muss. Kleben kann ich mit SIKA, das habe ich, aber den speziellen Primer muss ich ordern, das wird rund zwei Wochen dauern.

Also brauche ich eine Notlösung für das Niedergangsschott, welche ich mir beim Schreiner anfertigen lasse.

Ok, soweit so gut – regensicher und auf Wiedervorlage

Die Umsetzung war eilig, denn Regenschauer waren angesagt – und die kamen auch!

Das sorgt dafür, dass der Trockenplatz der Marina aufweicht und schlammig wird und zudem fallen die Temperaturen.

Das Wetter ist wechselhaft, zwischenzeitlich regnerisch und für die Jahreszeit zu kühl.
Es fühlt sich an, als seien wir schon im November, zumindest im Vergleich zu den Vorjahren.

Regenschauer prasseln auf die Sprayhood
Insgesamt ist es nicht immer dunkelgrau – aber Regen ist Regen
Der Platz ist aufgeweicht, der Gang zur Dusche wird zur Schlammschlacht
Die Temperaturen fallen zweitweise unter 15°C…
…was mich veranlasst, meine Pantoffel herauszukramen
Glaubt es oder nicht – die Heizung muss ein erstes Mal laufen

Die Bilder sind gerade nicht chronologisch, sie sollen eher einen Überblick geben über die Wettersituation wie sie Mitte zum Ende des ersten Oktoberdrittels vorherrschte.

Offen gesagt, es war zum Verzweifeln. Wir alle in der Marina haben uns auf den Oktober gefreut – warme Tage, das Meer lädt noch zum Bade und man kann den Spätsommer genießen ohne zu schwitzen.

Pah, weit gefehlt! Davon war 2025 nichts zu spüren und auch die paar schönen Tage können die Gesamtbilanz nicht retten – der September und Oktober dieses Jahres werden sich in unserer Griechenlandzeit als die bisweilen schlechtesten etablieren.

Viele Länder in Europa hatten mit dem Wetter zu kämpfen, anderorts gab es Überschwemmungen und schwere Stürme, dies blieb uns Gott sei Dank erspart.

Richtig viel Glück hatten die Schlierseer Freunde in der Toscana – ihr Radwochenende war von Sonnschein verwöhnt – ich gönne es ihnen von Herzen und freue mich über das schöne Bild.

Eigentlich ein perfektes Foto – es gefällt mir gut und ich teile die Freude

Zurück nach Leros – wir haben versucht, uns nach dem Wetter zu richten.

Wenn es geregnet hat, haben Sibylle und ich kleinere Arbeiten am Haus verrichtet.
Wir haben in der Garage geräumt und Sperrmüll sortiert, den alten Schlafzimmerschrank haben wir endlich zu unserem Müllberg dazugelegt.

Es war mir ein Anliegen, dass dieser Müll andlich abtransportiert wird um Platz für weitere, nachfolgende Aktionen zu schaffen.

Die erste Fuhre ist fertig zur Abholung…
…was zwei Tage später umgesetzt ist
Eine erste Werkstattordnung zeigt sich – die Garage ist die Drehscheibe meines Wirkens, von hier aus organisiere ich mich

Weil die Garage einen hohen Stellenwert genießt – ist sie doch Drehscheibe, Lagerraum, Werkstatt und Organisationszentrale für handwerkliche Tätigkeiten zwischen Haus und Boot – hat sie bei mir auch Priorität bezüglich der Umsetzung von ersten kleinen Reparaturen und Renovierungen.

So stand zum Beispiel die Beauftragung einer Fachfirma für Garagentorbau an oberster Stelle meiner „Hausliste“.
Zum einen will ich nicht immer das alte Rappeltor aufwuchten müssen, zum anderen will ich schnelle Zufahrt haben, die Garage ist schließlich auch Parkplatz für meine GS.

Ein Garagentor in elektrischer Rollausführung mit Fernbedienung muss her!
Es gilt das alte Blechtor auszumessen und die Anforderungen dann mit der Fachfirma zu diskutieren.

Die Auswahl ist getroffen – die letzten Stündchen des alten Tors haben geschlagen

Wir finden eine gute Lösung und das Angebot welches ich ein paar Tage später erhalte ist sehr günstig.
Ich erteile also den Auftrag und hoffe, dass der Meister des Tür- und Torbaus meine Garage noch in diesem Jahr mit einem neuen Zugang versieht.

Natürlich kommen die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Viele unserer Seglerfreunde sind noch hier und bereiten schön langsam ihre Schiffe auf das Saisonende vor.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht aufgefordert sind an einem gemeinsamen Abendessen teilzunehmen, man möchte sich von uns verabschieden.

Eine Aufforderung, welcher wir gerne Folge leisten, denn wir genießen das gesellige Beisammensitzen mit den langjährigen Freunden.
Wenn es dann, wie in Dieters Fall, auch noch gepaart mit der Einladung anlässlich des Geburtstages verbunden ist – sehen wir dem Abend umso freudiger entgegen.

Mit Dieter von INFINITY feiern wir dessen Geburtstag in geselliger Runde im „La Palma“ Café
Natürlich endet der Abend bei „Repapis“

Petra und Martin von der STENELLA II haben ebenfalls Familienbesuch zu dieser Zeit.
Ich lerne nach vielen Jahren Tocher Carina kennen, sie ist mit ihrer Tochter Lia hier, sie kenne ich ja schon vom Vorjahr.

Auch wir haben ein paar gesellige Stunden, regeln Geheimbundaktivitäten über die ich hier nicht weiter berichten darf 😉 und müssen uns letztlich von allen Vieren verabschieden.

Auch wir gehen noch einmal zusammen essen und lassen die gemeinsame Zeit dann bei einem Eis in unserer Lieblings-Eismanufaktur ausklingen.

Die „Grinsekatze“ aus Leros – Mario im Wunderland
Und ewig lockt das Eis
Zuerst verabschieden wir Carina – ich hoffe, wir sehen uns einmal wieder…
…eine Woche später der Abschied von Petra, Martin und Lia in großer Runde
Das Giros war lecker wie immer

Heute steht der Abbau des Kleiderschrankes in Susannes Haus an. Die Schlafzimmer werden vollumfänglich renoviert, es wird kleine Umbrucharbeiten geben und danach wird der massive Schrank, welcher für Susanne von einem örtlichen Schreiner gefertigt wurde, nicht mehr in das Zimmer passen.

Wir sollen den Schrank geschenkt bekommen und freuen uns sehr darüber, denn das Möbel mit etwas Patina wird hervorragend in unsere alte, modern renovierte Katikia mit Retro-Elementen passen.

Also hieß es „auf nach Xirokampos“ und den Schrank abbauen. Dieser soll dann gleich ins Häuschen nach Plaka gebracht werden.
Auf dem Weg zum Auto versuche ich, die besondere Stimmung über der Lakki Bucht festzuhalten – Wolken können auch schön sein.

Es ist besonders…
…Dramaturgie durch das Wolkenbild – ich mag es
Der Abbau des Schrankes war ein Heldenakt – so eine Plackerei
Aber am Ende des Tages hatten wir es geschafft

Der Schrank war massiv und verschraubt sowie verzapft. Es war eine Riesenarbeit diesen zu zerlegen und dann zu verladen und zu transportieren.
Kein Vergleich mit den Schränken aus den Möbelhäusern wie wir sie kennen – und schon gar nicht mit denen aus dem IKEA Sortiment.

Ob ich den Koloss jemals wieder aufgebaut bekomme ist eine andere Frage. Diese werde ich mir aber frühestens Ende 2026 stellen.

Es war an der Zeit, das geschenkte Schmuckstück abzuholen. Denn Susanne und auch ihre Tochter nebst Familie werden bald abreisen.

Das Abschiedsessen mit Susanne nehmen wir im „Pirofani“ ein – nur wenige Tage bevor die Taverne für die Winterpause schließen wird.

Das „Pirofani“ am nicht zu späten Abend – es ist schon stockfinster, unter der Woche ist wenig los
Pirofani-Salat
Eine heiße Fischsuppe

Als Susanne uns an der Marina absetzt, verabschieden wir uns bis zum nächsten Jahr.
Ich frage, ob ich sie am nächsten Morgen zum Flughafen bringen solle, aber sie verneint – „…der Flieger geht um 10.30 Uhr, das Taxi holt mich pünktlich um 10.00 Uhr ab!“

Ok! Sibylle und ich sehen uns verduzt an – das ist mutig! Nur 30 Minuten vor Abflug ein Taxi zum südlichsten Punkt der Insel zu bestellen und mit diesem dann bis ganz in den Norden zu fahren…

Der Taxler muss sehr pünktlich sein und es darf gar nichts verrutschen – dann könnte es klappen.
Wir erlauben uns, unsere Bedenken zu äußern – ausnahmsweise geselle ich mich diesmal zu der Gruppe der Bedenkenträger, der sonst nur Sibylle und Hans Peter angehören.

„Ach, papperlapapp, das klappt schon!“ höre ich die Freundin sagen, dann düst sie in ihrem alten Panda davon.

Am nächsten Morgen mache ich mir erstmal ein Tässchen Kaffee…

Hm, so darf der Tag starten

Ich freue mich auf einen gemütlichen Morgen und will entspannt in den Tag gleiten.
Erst mal lesen, was auf der Welt so los ist, ich schalte mein Mobiltelefon ein…

BIMM! BIMM! – ihr ahnt es, Susanne versucht mich zu erreichen. Sie habe wohl erkannt, dass es knapp werden könnte, kann aber den Taxifahrer nicht erreichen um die Fahrt vorzuverlegen.

Ob ich nicht vielleicht doch…???

Na klar kann ich! Adio mein leckerer Kaffee, es wäre mir ein Genuss gewesen.

Schütte ich den guten Tropfen eben weg

Ich bringe Susanne just in time zum Flughafen und verabschiede mich, jetzt wird es klappen – dachten wir!

Später erfahre ich, dass der Flieger an diesem Tag wegen Starkwind nicht gekommen war, sie deswegen ihren Anschlussflug verpasst hat und infolge dessen am Nachmittag über Kos nach Hause geflogen ist.
Die Reise musste komplett neu gebucht werden, die Kosten bleiben bei ihr hängen – das ist ärgerlich!

Ich habe heute einen entspannten Tag, nachdem ich in die Marina zurück gekommen war, habe ich erstmal meine zwei Tassen Kaffee nachgeschüttet – das war dringend notwendig, es bestand ein Risiko dass ich in den Unterkoffeinbereich sacke.

Nachdem das erledigt war, habe ich eine Marinarunde gedreht. Zu meiner Überraschung und zu Alex´ Freude wurde seine ANAHITA heute zurück an den geliebten, alten Platz gestellt.
Er hatte so darauf gehofft, ich freue mich für ihn.

Zurück an die Waterfront

Sibylle und ich wohnen dem Spektakel ein wenig bei, dann trennen sich unsere Wege.
Zusammen gehen wir noch zur JASPER, dann machen sich die Damen auf, um ein wenig spazieren zu gehen.
Uli und ich haben dagegen eine Verabredung auf Heiners DAMIANA. Die Eigner müssen früher und eilig nach Hause, wir werden gebeten, die Einwinterung zu übernehmen.
Dazu gehört auch das Verbringen der Lagoon 380 in die Krangasse, die Arbeiten an Land und weitere Kleinigkeiten…

Die Liste ist lang – das Motto gibt es schwarz auf weiß dazu

Für mich gibt es ein Extra-Zuckerl – Heiner möchte gerne ein Hardtop haben, dies soll auf sein bestehendes Edelstahlgestell montiert werden.
Im Kern soll es so gebaut werden wie bei mir, nur die Formgebung weicht etwas ab und ist vom Rahmen vorgegeben.

Ich möchte mich bitte erkundigen, ob Giorgos so etwas bauen kann und sollte mich, im Falle er kann es, bitte darum kümmern.
Na mal sehen, wie weit ich damit komme.

Hier soll ein GFK-Dach drauf – der Rahmen ist abnehmbar

Um den Tag rund zu machen, gehen Alex und ich noch zu Ed, um auf seiner EDINA die Vorsegel zu bergen.

Wie immer wenn Ed an einem Gespräch beteiligt ist, verfliegt die Zeit. Das Abschlagen der großen Tücher ist kurzweilig und wir haben Spaß!

Alles paletti also? Nun ja, fast! Wenn nicht kurz vor Ende eine Panne passiert wäre…

Leinen einfädeln – in seinen Mast geht Ed selber
Beim Abschlagen der riesigen Genua passiert es – das Tuch saust unkontrolliert nach unten. Seht genau hin…
…in der letzten Sekunde reißt das Fall

Unglücklicher Weise, zieht Ed in einer Schrecksekunde am falschen Ende und holt das lose Ende in den Mast – das wird eine Fummelaufgabe für die neue Saison!

Wie auch immer, der Löwenanteil der Arbeit ist geschafft und zum Spätnachmittag hin transportiere ich die beiden schweren Säcke noch zum Segelmacher – ab hier übernimmt der Eigner wieder.

Auch das Abendessen nimmt mich noch kurz in die Pflicht. Ich hatte ja schon geschrieben, dass Johannes nebst seiner Gattin mit dem Wagen angereist war, um schonmal die persönlichen Sachen von seiner FESTINA LENTE zu räumen.
Dies war erledigt, die Heimreise der Beiden stand an und wir wollten uns noch einmal zusammensetzen um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dieses Treffen fand heute bei ALONI in Xirokampos statt. Wir haben gut gegessen und uns gut unterhalten – warten wir also ab, ob sich ein neuer Besitzer für die schöne Bavaria findet.

Wir treffen uns heute etwas früher zum Dinner
ALONI ist eine handfeste, bodenständige Taverne

Am nächsten Tag, ich sitze noch beim Kaffee, kommt Sibylle von der Dusche zurück und berichtet aufgeregt, dass ein Mast von den Tonnen auf denen er abgelegt war, heruntergefallen wäre.

Es war Sonntag und es war niemand da, dem das auffallen würde. Um Folgeschäden zu vermeiden, sind wir Beide zum Ablageort gelaufen – wir wollten etwas unternehmen!

Lang soll er so nicht liegenbleiben

Ich habe mein Handfunkgerät mitgenommen und rufe auf Kanal 10 die diensthabenden Marineros, welche auch sofort an Ort und Stelle waren.

Gemeinsam haben wir es hinbekommen, den Spargel zurück auf die Tonnen zu wuchten und sicher abzustützen.
Meine Schuldigkeit war getan, Sibylle und ich ziehen wieder ab.

YES! In Facebook fällt mir eine Werbeanzeige auf – Mexikanische Wochen im „Navarone“ – da will ich hin!

Sibylle stimmt zu und auch Antonia und Alex finden die Idee super. Leider ist anrufen im Navarone eher schlecht – wenn überhaupt jemand ans Telefon geht, spricht die Person kaum Englisch.
Es ist frappierend, dass gerade in diesem, sehr zentral am Hafen gelegenen Lokal nicht mehr Angestellte ein paar Worte Englisch sprechen.
Lieder reicht mein Griechisch noch nicht für Konversation am Telefon, so beschließen Sibylle und ich, dass wir vor Ort reservieren würden.

Mal was anderes – dort gehen wir heute hin
SO parkt man am Mittelmeer – Klicker in bester Gesellschaft

Alles klappt! Sibylle und ich können einen Vierertisch für den Abend reservieren und kehren zufrieden in die Marina zurück.

Jetzt haben wir etwas, worauf wir uns freuen können!

Das Wetter war grau, aber es sollte der letzte verhangene Tag für die kommende Woche sein.
Das tröstet uns und so verplempern wir die Zeit heute für das Lernen der für uns fremden Sprachen – ich beschäftige mich mit meiner griechischen Grammatik, Sibylle möbelt ihr Englisch auf!

Bereits am Abend ziehen sich die Wolken zurück und der Sonnenuntergang stimmt freundlich – wir fahren mit der Crew der ANAHITA nach Agia Marina zum „Mexican Dinner“.

Morgen könnte ein schöner Tag werden
Wir laben uns an Köstlichkeiten aus „Mechikoooo“
Später gab es noch Hauptgerichte – das Zeug war lecker

Die Spannung steigt, es folgen Tage in denen ich zu einer Art Untätigkeit verdammt war.
Wir nähern uns der Monatsmitte, die Interessenten für NESSAJA hatten sich für den 15. und 16. Oktober zur Besichtigung angekündigt.

Mir ist bewusst, dass ein Tag der Entscheidung näher rücken könnte – ich gebe zu, die Spannung steigt ein wenig an.
Ich sehe mir mein Schiff im Vorbeigehen mit anderen Augen an…

Ein schöner Tag bricht an…

Ich werde keine neuen Projekte auf ELOWYN beginnen, auch am Haus werde ich jetzt nichts Neues anstoßen.
Ich konzentriere mich voll und ganz auf den Besuch, welcher in zwei Tagen hier eintreffen wird.

Während ich so sinniere, fährt KEONDA durch die Marina. Mario ist vor Ort um seine wunderschöne Baltic 40 einzuwintern.
Ich habe Unterstützung versprochen und werde heute Nachmittag helfen, die Winterplane aufzuziehen – das ist eine passende Tätigkeit, die zwei, drei Stunden kann ich gut abzwacken.

KEONDA fährt in den Kran

Ansonsten nehme ich auch von Freunden keine weiteren Aufgaben an – ich wiederhole mich, der Fokus liegt auf dem Besuch der Kaufinteressenten.

Da kommt es gerade recht, dass wir uns mit Freunden bei „Repapis“ verabredet haben.
Der Zufall will es, dass exakt zu dieser Stunde in der Kirche gegenüber eine Hochzeit stattfindet – ein Spektakel!

Natürlich sind wir Zaungäste, applaudieren, winken und jubeln dem Brautpaar später ein wenig zu.

Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft

Später treffen wir uns mit einer ganzen Reihe von befreundeten Seglern, um Marijkes Geburtstag zu feiern.

Auch sie feiert, wie zuvor schon Dieter, im „La Palma“ Café, auch an ihrem Ehrentag findet sich eine illustere Gesellschaft zusammen.

Wir haben Spaß, feiern zusammen, bleiben letztendlich aber nicht allzu lang.

Ich bin häufig mal der „Youngster“ bei unseren Zusammentreffen 😉

Es ist spannend zu sehen, wie unser Hobby Fahrtensegeln die Menschen verbindet.
Unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Interessen und Professionen treffen aufeinander und werden durch die Gleichartigkeit ihrer Aufgaben und Herausforderungen sozusagen „synchronisiert“.

Sehr oft bin ich der Jüngste in der Runde, wenn wir dagegen mit den drei jungen Crews unterwegs sind, gehe ich schon fast als der Segelopa durch – unser engerer Freundeskreis ist zwischen 26 und 77 Jahre alt.

In unserer Altersgruppe sind Freunde rar, die meisten müssen noch arbeiten, aber es gibt sie doch…

Nur noch ein Tag bis zur Bootsbesichtigung!

Ich möchte einen Testlauf für den Generator machen und starte unseren Stromerzeuger noch während des Frühstücks – alles läuft perfekt!

Der Genny lädt die Batterien sofort

Weitere Probeläufe gibt es nicht – das Interessentenpaar soll NESSAJA so kennenlernen wie sie ist.
Wir machen keinerlei Aufriss, unser Boot ist generell ok, wir müssen nichts verbergen oder im Vorfeld „mal checken“, ihre Patina trägt sie mit Würde.

Ok, ich gebe zu – wir wischen kurz Staub und saugen noch einmal in den Ecken, das muss aber reichen. Lieber eine eingeschmutzte Bilge die über alle Zweifel erhaben ist, als eine hochglanzpolierte, welche den Spekulationen Tür und Tor öffnet.

Mein Motor springt IMMER perfekt an, nur wenige haben einen aktuellen Öltest wie ich, welcher beste Verschleißwerte für die vorliegenden Motorstunden ausweist – ich verzichte daher auf einen Testlauf.

Generell denke ich, dass es kaum ein besser dokumentiertes Boot als NESSAJA geben dürfte – seit zehn Jahren halte ich alle Aktivitäten rund um mein Schiff fest, alle Höhen und Tiefen sind beschrieben, ich kann und will da nichts revidieren.
Nur ein ahnungsloser Thor würde hier Gegenteiliges behaupten!

Wäre nur mein Deck schon repariert – ich würde sehr breitschultrig auftreten, so aber habe ich, kommt es zu diesem Diskussionspunkt, kurze Hosen an.

Ich werde abgelenkt – heute ist eine Art Meeting anberaumt, bei dem wir festlegen, wann unser Griechischkurs beginnt und wer in welche Gruppe eingeteilt wird.
Ich freue mich jetzt schon, will aber auf jeden Fall in einer „Anfängergruppe“ bleiben…

Das „The Leros Way“ HUB ist wieder für den Griechischunterricht geöffnet

Auf das anschließende Abendessen freue ich mich besonders – ein Treffen mit Carola und Thomas von der EMOTION hat sich in den letzten Jahren etabliert.

Gegeben durch die Tatsache, dass wir in unterschiedlichen Marinas sind und auch dadurch, dass die Beiden immer recht rasch von Leros aus zu ihren Törns abreisen, sehen wir uns eigentlich immer nur zu Beginn und zum Ende derer Saison.

Dafür sind unsere Treffen kurzweilig und geprägt von interessanten, themenübergreifenden Gesprächen.
Ich schätze die Abende mit den Beiden und würde mich freuen, wenn wir das so beibehalten würden.

Für heute haben wir uns Dimitris „o´ Karaflas“ Taverne in Vromolithos ausgesucht.
Wir wählen einen Platz innen und essen sehr gut – er lässt seine Taverne als eine der letzten offen, wir aber ebenfalls bald in die Winterpause gehen.

NESSAJA meets EMOTION
Dimitris´ Salad
Cheese Meze

Wir laben uns an verschiedenen Meze und letztlich noch an dem unvergleichlichen Fisch Souvlaki von Dimtris, alternativ dazu an Bekri Meze als Hauptgericht.

Wie lecker! Zufrieden brechen wir auf und fahren zurück zu unseren Schiffen.
Sibylle und ich sacken neugierig in die Federn – morgen wird ein besonderer Tag!

Wo fange ich an???

Ok, mit dem Interessentenpaar – sie heißen Ellen und Dominik und kommen aus der Schweiz.
Beide sind blutjung, arbeiten vom Boot aus und haben diese Lebensform für sich entdeckt.
Sie haben einen durchaus beachtlichen Erfahrungsgrad und wissen was sie wollen – kurz, sie sind sehr sypathisch.

Die Beiden leben bereits auf 33 Fuß und wollen sich vergrößern. Bei der Internetrecherche sind sie auf NESSAJA gestoßen.
So haben wir uns für heute verabredet – der Flieger soll um 12.50 Uhr eintreffen, ich werde Ellen und Dominik vom Flughafen abholen.

Leider hat der Flieger Verspätung wegen Starkwind

Leider hatte der Flieger aufgrund des Starkwindes am Vormittag fast zwei Stunden Verspätung.
Wir haben daher gleich am Flughafen beschlossen, dass der Hotel Check-In warten muss und zuerst mit der Besichtigung zu beginnen ist.

Um die Privatsphäre zu wahren und auch um den Verkaufsablauf nicht zu torpedieren, haben wir während der Besichtigung auf Bilder verzichtet.

Das Wichtigste beim Bootskauf, ist aus meiner Sicht die Beantwortung der Frage ob das Boot dich „einfängt“ – hast Du das Gefühl, dass Du auf „Deinem zukünftigen Boot“ stehst?
Danach sind natürlich erste Eindrücke bezüglich der Ausstattung und Aufteilung zu sammeln.

Für Beides haben sich die Interessenten genug Zeit genommen bis es zu der spannenden Frage bezüglich einer Probefahrt kam.
Wegen der Regelungen rund um e-Tepai und der knapp bemessenen Zeit, habe ich zur Diskussion gestellt, ob man nicht bis zum nächsten Tag eine generelle Entscheidung treffen könne ob NESSAJA überhaupt interessant ist.
Wäre es nicht fair diese Grundsatzfrage zu klären, bevor man über die nächsten, durchaus aufwendigeren Schritte debattiert?

Dies fand Zustimmung und mit diesem Mindset haben wir uns auch getrennt.
Tatsächlich haben die Beiden vorgezogen den Abend alleine zu verbringen und die Zeit für Abstimmungsgespräche zu nutzen – richtig so!

Sibylle und ich sind daraufhin kurzentschlossen zu „Stis Anna“ gefahren um dort zu Abend zu essen.

Die Auswahl ist so verlockend – man hat die Qual der Wahl
Wir entscheiden uns für Falafel…
…und ein Linsen-Lahmacun als Vorspeise
Gefolgt von einer leckeren Fischsuppe und…
Seafood Papardelle

Wie immer essen wir ausgezeichnet und sind wirklich sehr zufrieden. Natürlich dreht sich an diesem Abend alles um den Besuch unserer Interessenten auf NESSAJA.

Die Beiden sind uns sympathisch und ich kann mir vorstellen, dass Ellen und Dominik unsere Dufour in einen dritten Lebensabschnitt führen.

Nach Christine und Rudi, den Erstbesitzern, welche sie OTARIE nannten und mit ihr viele Jahre und Meilen im gesamten Mittelmeer absegelten…

Nach Sibylle und mir, welche das seltene Schiff ihrem ersten großen Refit unterzogen und sie als NESSAJA sechs Jahre für alle Jahresurlaube in der griechischen Ägäis nutzten und zuletzt fünf Jahre dauerhaft auf ihr wohnten…

Nun vielleicht ein junges Paar aus der Schweiz, welches seinen Lebenstraum damit umsetzt???

Auf dem Heimweg haben Sibylle und ich Lust auf etwas Süßes – nein, diesmal nicht, oder FAST nicht…
Wir setzen uns nicht bei „Repapis“ hin, inzwischen ist es abends einfach zu frisch – aber ein Eis zum Mitnehmen wäre doch was, oder?

Gedacht, gemacht – ich gönne mir DREI Kugeln…
…während Sibylle sich auf die Schweizer Schokolade stürzt, welche wir geschenkt bekommen haben

Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Aufreger – auf dem Weg zu den Sanitäranlagen werden wir angesprochen…

Ob wir den Besitzer des ungarischen Wagens kennen würden, eine Babykatze miaut jämmerlich und niemand kann helfen.

Nein, leider können wir nicht helfen, einen Ungarn kennen wir nicht.
Männer wälzen sich vor dem Wagen im Staub und versuchen von unten unter die Motorhaube zu greifen – die ganze Marina wird in Alarmbereitschaft gesetzt.

Einen kurzen Augenblick lang ergibt es sich, dass nur Ewa und ich alleine am Wagen waren – meine Chance.
Beherzt greife ich in den Radkasten – ein geringes Risiko für Kollateralschäden schwingt immer mit…

Ich kann die Radhausverkleidung nach unten ziehen, es gelingt, ohne dass das Bauteil einen Schaden nimmt

In diesem Moment beginnt für das Kätzchen das Glück im Leben, sie weiß das natürlich nicht, wir alle wissen es noch nicht, aber es ist ein Schicksalsmoment.

Sie ist hungrig und traut sich daher wohl mehr zu, als ihr Instinkt gestatten würde.
Sie vergisst ihre Scheu und lässt sich mit Käse locken – und ich kann nach ihr schnappen noch bevor sie sich zurückzieht.

An der Nackenhaut ziehe ich sie aus ihrer Falle und verfrachte sie in Ewas Käfig.

Sie wird bald frei sein

Normaler Weise trägt man die Katze jetzt in die Freiheit, mit oder ohne Umweg über den Tierarzt – nicht so heute.

Als wir auf dem Weg zu Ewas TOP CAT an Alex und Antonias ANAHITA vorbeikommen rufe ich den muskelbepackten Adonis und zeige ihm die kleine Katze.

Der Gestählte zerfließt beim Anblick der kleinen Mieze und adoptiert sie sofort – natürlich nicht ohne vorher Antonias Einverständnis geholt zu haben.

In dieser Sekunde bekam „Feivel“ eine kleine Katzenschwester, welche auf den Namen „Aria“ getauft wurde.
Das „A-Team“ hat Zuwachs bekommen – und wir bekommen nur wenige Stunden später ein Foto…

Feivel und Aria im Katzenparadies – auf der ANAHITA

Inzwischen waren Ellen und Dominik aus dem Hotel zurückgekommen – ja, man habe weiterführendes Interesse, müsse nun aber ihrerseits erst ein Thema klären – die Preisfindung.

Ok, das war klar – der Zeitpunkt war früh, aber zur rechten Zeit. Für eine halbe Stunde wurden die Bandagen etwas enger gebunden und es wurden nachdrückliche Argumentationen und Standpunkte ausgetauscht.

Irgendwann war das Limit erreicht, die Bandbreite ausgereizt – abermals zogen sich die Schweizer zurück um sich zu beratschlagen, auch ich musste ein paar Punkte mit Sibylle abstimmen.

Nach zwei Stunden war der Verkauf besiegelt, wir gaben uns die Hand auf ein Paket, welches zu erledigende Arbeiten festschreibt und einen vereinbarten Preis beinhaltet – auch eine ungefähre Zeitachse haben wir festgelegt.

Der Verkaufsprozess von NESSAJA startet – inoffiziell – am 16.10.2025, fast exakt 11 Jahre nachdem ich sie gekauft habe, es fehlen genau 10 Tage.

Was folgt, war ein nunmehr entspanntes Zusammensitzen gepaart mit dem Austausch von Gedanken und Plänen. Die Anspannung war gewichen, nicht einmal mein so hochgelobter Motor wurde mehr gestartet…
All das wird Zug um Zug in den nächsten Monaten passieren.

Wir gehen noch zusammen ins „SouVLakki“, stoßen nach dem Abendessen mit einem Ouzo auf das Geschäft an, dann müssen die Beiden schon wieder abreisen – ihre Pflichten rufen.

Um kurz vor 23.00 Uhr bringen wir Ellen und Dominik auf die Fähre

Sibylle und ich sacken ins Bett – die Köpfe sind leer, die Gedanken fliegen davon.
Der Anfang vom Ende…

Bin ich traurig? Nein, das wäre zuviel. Bin ich zufrieden? Inzwischen ja. Ich habe ein paar Tage lang das Wort „zufrieden“ abgelehnt – es hat für mich lediglich gepasst.
Inzwischen stellt sich Zufriedenheit ein.

Ich bekomme meinen Minimumpreis, muss aber noch viel Arbeit investieren. Dafür habe ich Käufer die mir sympatisch sind – das war mir wichtig.
Stimmt das wirklich, oder sagt man das nicht nur so? Nein, es stimmt in meinem Fall wirklich!
Ich „verschenke“ mehrere hundert Stunden Arbeit und nehme empfindliche Wertverluste bezüglich meiner Investitionen hin – das alles fühlt sich nur dann „gut“ an, wenn die Personen die davon profitieren nett erscheinen.

Daher mein Fazit – die richtigen Käufer zum richtigen Zeitpunkt! Ich freue mich für uns Vier und hoffe, dass wir zu einem perfekten Abschluss im Jahr 2026 kommen.

Ich brauche eine Bootspause! Wir widmen uns ein paar Tage lang dem Haus, hier können wir ein paar Kleinigkeiten erledigen.

Wir starten eine neue Sperrmüllsammlung

Im großen Schlafzimmer unseres Hauses stand ein alter, bereits zerlegter Kleiderschrank.

Nachdem Sibylle den Schrank von Susanne geschenkt bekam, war es keinen Gedanken mehr wert, aus dem vorhandenen Schrankteilen etwas zu bauen – die Fronten gefielen uns nicht, der Rest war nicht von hoher Qualität.
Wir begannen also einen zweiten Haufen mit Sperrmüll in der Garage anzusammeln.

Weil es gar so gut lief, haben wir am Folgetag gleich noch den massiven und sehr dunklen und drückenden Schrank im kleinen Schlafzimmer abgebrochen und zu unserer kleinen „Mülldeponie“ dazugelegt.

Sledgehammer – bei dem Schrank habe ich mir wenig Mühe gegeben, wo rohe Kräfte sinnlos walten
Ich mache mit dem Fäustel Kleinholz, Sibylle ist die Tatortreinigerin
Genug – ich gebe die nächste Fuhre in Auftrag

Perfekt! Das hat ja gut geklappt. Bereits zwei Tage später wird die Garage wieder frei sein und wir werden nur noch eine weitere Fuhre Sperrmüll für den Abtransport haben.
Es ist nun noch die Küche abzubrechen und die ersten Teile des bestehenden Badezimmers – aber das ist eine Aufgabe für später, der November ist vollumfänglich für ELOWYN reserviert!

Ich habe zudem noch einen perfekten, wenn auch temporären Platz für mein Hauswasserwerk gefunden.
Wir werden es in die aktuelle Außenküche stellen, um die Nachbarn nicht mit Lärm zu belästigen und um keine Begehrlichkeiten zu wecken.

Den Anschluss an die Zisterne wird ein befreundeter Installateur die nächsten Tage vornehmen – ab dann haben wir neben Strom auch fließend Wasser.

Um die Leitungen legen zu können, muss ich meinen neuen Bohrhammer einweihen…

Da muss die Leitung ran…
…und da soll sie durch – ich stemme das erste Loch in meinem kleinen Haus
Hier kann das Hauswasserwerk zunächst gute Dienste leisten – später wird es den Garten versorgen

Läuft! Eine kleine Sache wäre da noch – wenn ich den Bohrhammer schonmal ausgepackt und eingeweiht habe, dann könnte ich doch gleich den Briefkasten montieren.

Kaum hatte ich den Gedanken im Kopf, habe ich mich ans Werk gemacht. Ich erwarte bis heute eigentlich nur die Stromrechnung, aber man weiß ja nie – ein Briefkasten ist ja schon ein Statement.
Besonders in einer Gegend, in der die Straßen keinen Namen haben – da fällt mir doch gleich eine neue Headline ein 😉 …

Beschriftung: „Mario & Sibylle“ – kommt an, ganz sicher

Der Tag geht zu Ende, wir haben etwas gerissen! Das freut mich, es geht etwas voran – und was mich fast noch mehr freut ist, dass ich tief in mir drin eine Art „Befreiung“ spüre.
Die kleinen Arbeiten am Haus machen mir sehr viel mehr Spaß als vor der Verkaufsentscheidung NESSAJA betreffend.

Es fühlt sich zum ersten Mal gut an, wir sind auf dem richtigen Kurs, dem Ende scheint ein neuer Anfang inne zu wohnen.
Ich bin gespannt, wie sich der Baubeginn anfühlt.

Heute sind wir zum Sonnenuntergang hin zum Grillen verabredet…

Die Sonne geht über der Marina unter – die blaue Stunde beginnt, wir holen die Bierbankgarnitur
Wir grillen vor des „A-Teams“ ANAHITA
Größere Runde heute – wir erwarten Giannis und Eirini als Gäste, wir sind schon zu sechst

Es wird am Abend inzwischen frisch, ich beschließe heute das erste Mal meinen dicken Hoodie mitzunehmen und werde diesen im Verlauf des Abends auch brauchen.
Mit dieser Kleidung bin ich letztes Jahr durch den ganzen Winter gekommen, es ist echt zu kalt für diesen Oktober, brrrr!

Winterkleidung!

Während wir noch auf unsere Gäste warten, heizen wir die Grills schon einmal an und beginnen Fleisch, Fisch und vegetarische Gerichte aufzulegen.

Ben und Ceatlin haben frisches Brot gebacken, jeder bringt etwas mit.

Es wird getrunken, gelacht und etwas später kommen auch die Gäste.
Übrigens, die Namen Ben und Caetlin solltet ihr euch vielleicht merken.

Frisches Brot – selbstgebacken
Doraden – zum Teil selbst gefangen
Geflügelspieße, zum Teil selbs… nein – die sind vom Metzger 😉
Antonia und Sibylle – im Hintergrund Ben und Caetlin

Ben und Caetlin sind aus den Niederlanden und haben die ehemalige DWARSLÖPER übernommen, das Schiff heißt jetzt DONNA.

Ben habe ich letztes Jahr im Winter kennen gelernt, als er kurz auf NESSAJA zu Besuch war. Er hat zu dieser Zeit das Interesse an der alten Jeanneau SO44 bekundet.

Jetzt steht er mit seiner Freundin Caetlin auf dem Trockendock neben Alex und Antonia, alle arbeiten an ihren Schiffen und werden Teil der heuer sehr jungen Wintercommunity sein.

Was aber sehr viel bemerkenswerter ist, ist die Tatsache, dass Ben und Caetlin an der alten Französin exakt die gleichen Mammutaufgaben wie ich zu erledigen haben – den Abbruch des Teakdecks nebst einer Deckssanierung und darauffolgendem Anstrich und zudem noch den Ersatz des „stehenden Guts“, also aller Wanten und Stage, die Drähte die den Mast halten.

Wir haben vereinbart, dass wir uns gegenseitig helfen und Synergien, zum Beispiel beim Versand, nutzen werden.
Ich freue mich, dass sich unsere Lebenslinien mit denen der jungen Holländer geschnitten haben, die Beiden liegen uns sehr!

Übrigens hat Ben die alte DONNA auch an die „Global Sumud Flotilla“ verkauft, sie teilt das Schicksal mit FREE WILLY.

Inzwischen sind Eirini und Giannis hier, dieser hat Wort gehalten und bringt Sibylle einen Kürbis mit – erinnert ihr euch an mein Bild mit dem rosanen Riesenkürbis? Hier nun meine Gattin…

Das sollte ein Süppchen geben

Wir haben einen sehr spaßigen Abend und bringen, nach eingen Dosen Bier, ein paar sehr wilde Ideen auf´s Tablett.

Diese reichen von Optimierungsgedanken zu der von Jörg und mir geborenen Idee einer Leberkasproduktion auf Leros, bis hin zu „Schrott wird flott Ideen“ bezüglich alter Segelboote.

Als wir ins Bett gehen, bin ich mir selber nicht mehr sicher, ob ich nun ein Segelboot, zwei oder am Ende gar keines besitze.
Ich denke aber, dass der Blog „sailingmoments“ nicht plötzlich sterben muss 😉 – ihr dürft neugierig bleiben…

Am nächsten Morgen brummt mir der Kopf – ich sollte sicherheitshalber mal meine Segelboote zählen!

Eins…
Zwei – oh, halt! DAS gehört nicht mir, das zählt nicht 😉

Es bleibt bei EINS, den Rest wird die Zeit richten! Ein paar Handgriffe stehen heute an ELOWYN an, wir waschen Leinen und packen schon allerhand für den Winter weg.

Zudem muss ich den Schlauchanschluss noch einmal korrigieren, zuviele Änderungen im näheren Umfeld machen dies nötig.

Auf meinem Patenschiff ist alles in bester Ordnung, alles ist für den November vorbereitet, dann geht es wieder mit vollem Einsatz weiter.

Leider bin ich auch bezüglich ELOWYN nicht vor Idioten sicher. Ich habe den Wasserschlauch für den weißen Riesen immer am Wasserhahn angeschlossen, zusammen mit der Stromversorgung.
Die Säule ist mit unserem Geld geladen, die Anschlüsse sind gekennzeichnet.

Ich frage daher – was geht in einem Kopf vor, wenn „jemand“ einen angeschlossenen Wasserschlauch abzieht und dann den Gardena-Anschlussadapter abschraubt und mitnimmt???

Wenn dies bei nicht belegten Wasserhähnen passiert kann man es „unbefugtes ausleihen“ nennen, hier ist es einfach nur klauen! Mir hat einer eine Kupplung geklaut, die man für 70ct kaufen kann…

Ich kaufe eine Neue – mir fehlen die Worte

Ein paar Tage später stellt sich heraus, dass der Nippelklau auch die 9,38€ die noch auf der Säule waren, gemopst hat.
Da fällt mir nix mehr ein, außer vielleicht „schäm dich“!

Apropos schämen – eine Marina ist wie ein Campingplatz, es wird geredet.
Für diesen Gossip wurde einmal die Bezeichnung „Radio Ponton“ kreiert, das trifft es gut.

Jeder sollte wissen, dass er oder sie mal Sender mal Empfänger ist, jeder wird mal Geber sein und wohl auch Nehmerqualitäten haben müssen.
Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass jedes „Geschwätz“ die Runde macht und nicht selten die betroffene Person erreicht.

Wenn der Inhalt dann aus Mutmaßungen und gar falschen Behauptungen besteht, wird die Sache doof.
So ergeht es mir und Sibylle nur ein paar Tage nach dem ersten Schritt bezüglich unseres Schiffsverkaufs.

Klar kommt das dumme und falsche Gerede über Sibylle und mich auch bei uns an – oft gefiltert, meist verfälscht, aber es kommt an.
Auch da hinterfrage ich dann den Geisteszustand des Senders, wie dumm kann man in einer so kleinen Gesellschaft sein?

Na Schwamm drüber! Ich habe keine Zeit und keine Muße mich mit so etwas zu beschäftigen – ein Bild, das mein Sohn mir schickt, lenkt mich ab.
Anton, unser kleinster Enkelsohn, übt sich früh und scheint in die Fußstapfen des Papas und des Opas treten zu wollen.
Nun, Handwerk hat goldenen Boden, warum nicht?

Klappt schon ganz gut

Zurück zum Hier und Jetzt! Der Himmel hatte sich ja schon zugezogen, ich habe nicht viel mehr geschafft als nach ELOWYN zu sehen, als die angesagte Regenfront eintraf.
Es prasselt auf´s Kajütdach, eine weitere Schlechtwetterfront zieht durch – jetzt möchte man meinen, dass man sich so einen Tag ja mit Lesen, Duolingo oder sonstwas vertreiben könnte…

Aber wie schon Roland Kaiser vor vielen Jahren wusste – „…es kann der Frömmste nicht in Frieden leben…“

Sibylle will, dass ich den Riesenkürbis in Einzelteile zerlege – meine Frage ob ich dies auch mit dem Fäustel machen darf, überhört sie stoisch…

Ich zersäble das Trum und denke dabei an „Chainsaw Massacre“

Na egal, mit dem relaxten Tag wäre es sowieso nichts geworden, denn ausgerechnet heute war der bereits erwähnte Krantermin für Heiners Katamaran DAMIANA anberaumt.

Das hilft nix, da müssen Uli und ich jetzt durch! Unsere Frauen stehen tapfer an unserer Seite und rackern mit uns, während uns kühle Regentropfen auf das Haupthaar prasseln.

„Mach die schonmal los…“
Schöner geht´s nicht
Der Marinero gibt uns Geleit bis zur Krangasse
Dort müssen wir warten – lieber nasse Haare oder nasse Kleidung???

Wir warten relativ lang in der Kranbox, können uns derweil aber in den Salon der Lagoon 380 zurückziehen.
Das passt so, aber wir sind trotzdem froh, dass es nach fast einer Stunde endlich weitergeht.

Insgesamt geht uns so an diesem Tag die gesamte „Kernarbeitszeit“ von 10.30 Uhr bis 14.00 Uhr verloren.

Irgendwann ist es geschafft und DAMIANA hängt in den Gurten.

Gleich ist es geschafft

Nach dem Herausheben wird der kleine Kat nahe der Sanitäranlage abgestellt und wir schließen die Türen.

Die Restarbeiten verschieben wir auf einen anderen Tag, einen mit besserem Wetter.
Uli und Angelika packen das dann alleine an, als ich drei Tage später an der alten 380er vorbeifuhr, war alles gemäß Heiners Liste erledigt.

Für mich endet der Tag versöhnlich – Sibylle hat drei! Töpfe Kürbissuppe gekocht und wir haben die Crew der DONNA, Caetlin und Ben, zum Essen eingeladen.
Für mich war die sehr leckere Suppe eine gute Gelegenheit mich aufzuwärmen, für die beiden Holländer war es eine willkommene vegetarische Einladung, das ist relativ selten.
Caetlin bietet an, dass sie frisches, selbstgebackenes Brot mitbringen würden – top!!!

Wir alle schlagen zu – ich mampfe VIER Teller

Was soll ich sagen? Es war ein wirklich außerordentlich netter Abend mit dem jungen Paar!
Ich respektiere Ben für seine Kenntnisse um Bootsreparaturen und seinen verbissenen Einsatz.
Caetlin ist aus meiner Sicht eine clevere junge Frau, die das Lebensmodell mit ihrem Freund teilt und unheimlichen Einsatz zeigt.

Wir hatten Spaß, viele Themen zu besprechen und zu guter Letzt auch eine Überscheidung finden können – eine sehr wichtige Gemeinsamkeit, welche für Synergieeffekte sorgen wird…

Ben und Caetlin werden über den Winter ihr Teakdeck abbrechen und Kiwi-Grip streichen. Zudem werden sie ihr stehendes Gut erneuern!
Meine zwei Mammutaufgaben überschneiden sich also mit ihren – da wird es einiges zu fachsimpeln geben, wir werden voneinander profitieren und uns gegenseitig helfen.

Der neue Morgen beginnt mit einer Negativüberraschung…

Die ganze Karre voller Dreck

Der Regen tut der Natur gut – aber nicht allerorts. Hier in der Marina sorgt er für ein Schlammintermezzo.

Klicker ist an allen vier Sitzplätzen mit trockenem Dreck besudelt – ich versuche, zumindest die gröbsten Spuren zu beseitigen.
Auch das Becken der Marina ist total versaut – es schwämmt das schlammige Regenwasser über die Abflüsse mehr oder minder kontrolliert ins Meer.

Klar, dass einiges an Schmutz und Sonstigem mit fortgewaschen wird.

Bis das Wasser wieder klar ist, dauert es meist zwei Tage

Ich weiß noch nicht, dass ich abermals einen Tag vor mir habe, an dem ich nur so Kleinscheiß wegarbeite. Das sorgt leider nicht für ein vollkommenes Glücksgefühl.

Wenn man aber am Abend noch einmal den Tag Revue passieren lässt merkt man, dass man doch etliches erledigen konnte.

So habe ich zum Beispiel für Hans Peter seine Schalteinheit des Wassermachers überprüft – hier muss ein Ersatzschalter bestellt werden.
Doch die entscheidende Frage war – Taster oder Raster???

Taster! Der blaue Schalter ist defekt

Danach habe ich mich der „Fertigung“ eines speziellen Werkzeugs gewidmet.

Ewa und Steve werkeln seit Tagen an ihrer TOP CAT herum. Ich habe gestern etwas unterstützt, das bringt mir jetzt Mehrarbeit ein.
Auf eine Mutter hat man den Standardschlüssel einfach nicht aufsetzen können – eine Individuallösung musste her.

Ewa hängt sich total in diese Reparatur rein, das ringt mir Respekt ab! Daher will ich helfen, obwohl ich eigentlich nicht helfen will.
Verwirrend? Ich erkläre – ich habe keine Zeit und der Marinachef sieht es nicht unbedingt gerne, wenn ich meinen Dunstkreis erweitere. Aus diesem Grund will ich mich generell nicht in solche Arbeiten einmischen.

Irgendwie konnte ich aber nicht anders, den Ewa und Steve sind ein besonderes Paar – sie ist „die Macherin“ und sie war und ist so Stolz auf das bereits Vollbrachte.
Ich kann sie nicht scheitern lassen!

Ich besorge ihr einen 12er Ringschlüssel…
…und schleife den so zurecht, dass er passt

Ob mein Tun letztlich hilfreich sein wird? Ich weiß es noch nicht – zum Ende des Monats war der Fehler gefunden, allerdings war der Kühlkreislauf des Motors umfänglich zerlegt.

Das Ergebnis war offen, der Zusammenbau steht noch an. Vielleicht kann ich nochmals unterstützen…

Ich habe mir etwas Süßes verdient – sage ich! Und da Sibylle gerade beim Einkaufen ist und mir das Gefasel der ANAHITA und DONNA Crews während der letzten Tage nicht aus dem Kopf ging, schreibe ich eine WhatsApp mit der Bitte um Bougatsa…

Oder Galaktoboureko. Oder Beides? Ja genau, Beides!!!

Wir teilen nach dem Teilungsgrundsatz – Major dividad, minor eligat, wie schon im Römischen Reich

Sibylle und ich trinken Kaffee, dann haben wir einen besonderen Punkt auf unserem Tagesplan.

Wir treffen Giannis, den Mann von Esther. Zu den Beiden irgendwann einmal etwas mehr…
Die Schweizerin und der Grieche aus Leros sind seit vielen Jahren verheiratet und er hat, als pensionierter Gärtner, eine Plantage für exotische Früchte auf Leros hochgezogen.

Er ist ein Gartenexperte und Fachmann – und genau ihn konnten wir für eine Einschätzung bezüglich unserer Oliven gewinnen.
Sein Fazit – top Qualität, top Menge, alle reif! Bitte sofort ernten, wir fahren gleich zur Ölmühle.

Die kleine Ölmühle auf Leros

Der Mann war ein Segen am heutigen Tag! Er regelt für uns unsere gesamte Olivenernte – zunächst einen Fachmann, welcher kommt, arbeitet, alles Werkzeug und Zubehör mitbringt und mich anleitet.

Dann einen Termin bei der Ölmühle und die abschließende Abfüllung. Zu guter Letzt noch den Preis. Ok, das ist top! Und wieviel erwarten wir zu bekommen? Ich rechne mit 15 Liter, oder doch 20?

Er lacht laut! Waaaas, vergiß´ es, Du bekommst 150 Liter, oder vielleicht 180!
Ich verblasse und hoffe fast ein bisschen, dass er mich auf die Schippe nimmt.
„Wann geht es los?“ „Kommenden Montag um 07.30 Uhr, morgens! Die Helfer organisierst Du!“

Ich habe Angst – und ich brauche ein Bier!

Das trinke ich mit Pit, der war überraschend noch einmal nach Leros gekommen

Die Helfer – woher nehmen??? Der Zufall will es, dass ich in Facebook ein Inserat lese „Any option for me to help as a volunteer harvesting Olives?“

Und wer fragt das? Ich schmunzle in mich hinein – Femma! Die junge Motorrad-Weltreisende aus Holland!
Unsere Lebenslinien schneiden sich ein zweites Mal. Neben ihr sagen Uli und Angelika von der JASPER und Ben und Caetlin von der DONNA zu, das sollte reichen.

Beruhigt und zufrieden kann ich mich in den wohlverdienten Feierabend stürzen.

Das Wetter hat sich wieder beruhigt – es ist wieder sommerlich

Heute Abend kommen Roland und Mireille zum Essen. Sibylle hat gekocht und wir revanchieren uns für so viele wunderschöne Einladungen in ihrem Haus mit einer Gegeneinladung – an Bord von NESSAJA.

Es gibt einen Putenrollbraten in Zitronensoße mit Nudeln und eine Schüssel Salat.
Wir alle schlemmen und essen das berühmte Quäntchen zuviel – aber es schmeckt eben so gut.

Der Rollbraten mit 2kg geht komplett weg 😉

Was für eine Leckerei

Als Gesprächsopener sagen nun auch die Freunde aus Vromolithos zu, dass sie zu unserer Olivenernte kommen werden – jetzt haben wir wirklich genug Men- und Womenpower!
Auch sonst haben wir einander viel zu erzählen und wieder einmal kommt es im Gespräch zum Thema „enge Liegeplätze“.

Roland ist unglücklich über seinen Platz und wollte eigentlich in unsere Richtung verholen, hat sich aber letztlich doch entschieden zu bleiben.

Er weiß, dass unsere lieben, irischen Nachbarn Jill ind Ciarán ihre OLIVE über den Winter an Land gestellt haben und wir uns gefreut hätten, wenn er seine SUNNY SIDE UP auf den freigewordenen Platz gelegt hätte.
Warum dies für uns eine win-win Situation gewesen wäre liegt auf der Hand – ich will einfach ein unbewohntes Schiff neben mir haben, am liebsten mit einem Eigner, mit welchem ich zumindest in Kontakt stehe.

Unsere Freunde fragen nach meiner finalen Lösung, ihnen sei aufgefallen, dass neben mir keine Lücke klafft.
Ich erzähle daraufhin von meiner Aktion mit FESTINA LENTE vor ein paar Tagen.

FESTINA LENTE füllt die Lücke von OLIVE

Ich habe die Schlüssel der Bavaria 39C vom Besitzer erhalten, um im Falle eines Verkaufs bestmöglich reagieren zu können.

Da das Schiff im Wasser bleiben soll, möchte ich doch bitte ein Auge darauf werfen.
Die Option FESTINA LENTE an unseren Steg zu bringen wurde diskutiert, aber mangels Plätze verworfen.

Für mich war das Umparken DIE Lösung – das von mir betreute Schiff gibt mir einen gewissen Einfluss auf mein direktes Umfeld und ich kann so sicher stellen, dass uns niemand zu nah auf die Pelle rückt.

Die Reihe am zweiten Teil von Ponton F ist nun komplett, es wird vor dem Winter keine Änderungen mehr geben.

Das passt gut – die Boote liegen hier nicht allzu eng

Die Freunde gehen nach Hause, unsere Runde löst sich auf. Ich schreibe noch ein paar e-Mails und recherchiere ein wenig, denn ich möchte relativ bald mit der Erneuerung des stehenden Guts beginnen.

Der neue Tag beginnt unspektakulär bei einer Tasse Kaffee. Dennoch ist es ein besonderer Tag.
Nicht nur, dass mein Sohn Stefan heute Geburtstag hat – was Sibylle und mir ein außerordentlich lustiges Telefonat mit ihm und Enkelchen Anton beschert – nein, heute ist exakt der Tag an dem ich auch NESSAJA gekauft habe.

Ich habe den Vertrag am Geburtstag meines Sohnes im Jahr 2014 unterschrieben – heute vor 11 Jahren!
Ich denke zurück und muss gestehen, dass ich ein bisschen wehmütig bin – aber wirklich nur ein bisschen.

Auch heute will ich etwas tun, obwohl der Sonntag zum Faulenzen lädt – daher beschließen Sibylle und ich, dass wir zumindest eines der Segel abschlagen.
Die Takelage muss frei sein.

Die Kutterfock funktioniert bestens – alles läuft wie geschmiert

Sibylle und ich schlagen das kleine Vorsegel ab und legen es zusammen. Morgen werden wir es im Haus einlagern.

Diese Alibiarbeit klappt wie am Schnürchen, so haben wir bald Feierabend und widmen uns den angenehmen Dingen.

Heute gönnen wir uns einen freien Nachmittag, denn bei „Stis Annas“ gibt es eine Charityeinladung.
Der Hundeshelter lässt ein Mittagsbuffet aufbauen und verlangt 20.-€ Eintritt pro Person – die Einnahmen gehen, natürlich, an den Verein zum Schutz der Vierbeiner.
Es werden kleine Gadgets angeboten und selbstverständlich ist man offen für Spenden.

Da Brigitte und Hans gleich um die Ecke wohnen, treffen wir uns auf einen Kaffee bei ihnen und gehen dann gemeinsam zum Lunch zu Anna.

Das Essen ist vegetarisch – vegan und schmckt lecker, die Bierbegleitung passt wie die Faust auf´s Auge

Da wir uns einig sind, dass diese Einkehr heute das Abendessen ersetzt, genehmigen wir uns noch ein zweites Tellerchen nebst einem zweiten Bier.

Wir treffen nette Menschen, quatschen ein wenig, wollen aber auch am fortgeschrittenen Nachmittag nicht heim – zu schön ist es hier.

Was spricht dagegen, sich an die inzwischen frei gewordenen Tische am Strand zu setzen und dort noch eine Karafaki Ouzo zu teilen?
Nichts! Genau – und deshalb setzen wir auch das sofort in die Tat um…

Jetzt passt das Verhältnis – 26. Oktober 2025, so kann man es aushalten

Wir sitzen noch eine ganze Weile – bis die Sonne hinter den Hügeln von Crithoni verschwindet.
Dies ist schon gegen 17.30 Uhr der Fall, denn gestern Nacht wurde die Zeit auf Winterzeit umgestellt.

Wir verabschieden uns und gehen nach Hause, zurück auf NESSAJA. Der Abend wird der erste, gefühlt lange, Winterabend an Bord.
Zwar können wir uns die Heizung noch sparen, aber es ist dunkel, nicht allzu spät und wir müssen uns die Zeit vertreiben.

Sibylle streamt einen „Tatort“ in der Mediathek und ich schreibe diese Zeilen hier.
Dann gehen wir zeitig ins Bett, denn morgen klingelt der Wecker bereits um 06.00 Uhr – Olivenernte!

Treffpunkt am Haus um 07.30 Uhr – ich werde bereits ab 07.00 Uhr dort sein.

Ich wache schon vor dem Wecker auf – Zeit für ein paar Blogzeilen

Ich schlafe unruhig und stehe früh auf. Nicht schlimm, so habe ich trotz der frühen Stund´ Zeit für meine zwei Humpen Kaffee – das braucht´s einfach.

Dann fahre ich zum Haus – ich will ein Stromkabel in den Garten legen, alle Türen aufsperren und anwesend sein, wenn der organisierte Olivenprofi kommt.
Dann würde ich Sibylle Bescheid geben, dass sie mit unserem Team kommen kann.
Das macht vermutlich Sinn, denn der Grieche wird vermutlich ein flexibles Arbeitszeitmodell haben.

Weit gefehlt!

Als ich ankomme ist Nikos schon da

Als wir den Mann organisiert haben, wusste ich nicht, dass Nikos mein Nachbar ist.
Noch skuriller wurde es, als wir erfuhren, dass er in unserem Haus geboren ist, es ist sein Elternhaus. Seine Tochter Efdokia ist unsere direkte Nachbarin, er wohnt im Austragshäusl.

Vermutlich war ihm deshalb die Parkplatzsituation rund um unser Haus auch scheißegal.
Ich schreibe das bewusst so, denn er hat mitten auf der fetten „No parking“ Schrift in der Einfahrt einer anderen Nachbarin geparkt.
Dies führte zu einem heftigen Streit, aber gefühlt ist Nikos als Sieger aus dem Wortgefecht hervorgegangen – er ging zurück an die Arbeit, sein Auto blieb stehen.

Im Garten war alles schon vorbereitet – ich schreibe Sibylle an „…gib Gas, Nikos arbeitet schon…“! Es war 07.25 Uhr…

Ein Viertel des Gartens war mit Netzen ausgelegt
Die Oliven werden vom Ast geschlagen oder gekämmt, sie werden mit den Netzen gesammelt
Das Abschlagen erfolgt mit einer Art elektrischen Rechen – so arbeitet man im oberen Teil des Baumes
Der lange Rechen ist hier gut zu sehen – angetrieben werden die drei Elektrogeräte von einem Generator
Während unser Vorarbeiter eine Brotzeitpause macht, sammeln unsere Helferteams die Oliven von Hand ein
Diese werden in Säcken gesammelt, so ein Sack hat circa 25kg

Hier geht ein ganz herzliches und dickes Dankeschön an unsere Freunde und Erntehelfer – ohne eure Hilfe wäre das nicht in der kurzen Zeit zu schaffen gewesen.

Uns hat es Spaß gemacht und es hat uns sehr gefreut, unser erstes Ernteerlebnis mit euch zu teilen.

Es ist mir wichtig die Freiwilligen zu nennen – mit vollem Einsatz dabei waren…
Angelika und Uli von der JASPER, Mireille und Roland von der SUNNY SIDE UP, Caetlin und Ben von der DONNA und last not least die Motorradreisende Femma, die ihr aus früheren Erzählungen kennt.

Wir alle haben von morgens 07.30 Uhr bis etwa 12.30 Uhr gerackert was das Zeug hält – hier noch ein paar Impressionen!

Nikos fordert mich auf, eine seiner Guaven zu probieren – urrgh, nicht mein Ding
Hier noch einmal gut zu sehen – oben mit dem Elektrorechen, unten mit einem klassischen Handrechen
Das Einsammeln per Hand, grobe Ästchen sollen aussortiert werden
Die ersten vier Bäume sind leer – die Netze müssen in die zweite Hälfte des Gartens verlegt werden

Interessant ist zu wissen, dass man ab einem Baumbestand von 20 Stück in eine Art Register eingetragen werden muss.

Dies ist bei uns nicht der Fall, wir haben 16 Bäume und sind daher von einer Meldepflicht befreit.

Mit der Zeit kam die Übung und wir haben die Arbeiten weitgehend übernommen.
Nikos hatte sichtlich Freude und hat dies mit lautstarkem Gesang untermalt.
Ich hatte die in Deutschland gekaufte JBL Partybox im Garten aufgestellt und griechische Musik laufen – es war fast zu perfekt!

Nikos und Ben an den Maschinen, wir anderen am Handrechen
Mit der Säge werden die Bäume ausgedünnt, die Äste werden ebenfalls gekämmt
So ging es fünf Stunden dahin
Nikos macht den letzten Baum fertig

Plötzlich fängt Nikos an, seine Netze einzurollen. Wir sehen uns um – tatsächlich, die Arbeit war geschafft, alle Bäume waren abgeerntet.

Ein Teil unserer Mannschaft hat sich verabschiedet – Mireille hatte noch zu tun, Femma musste arbeiten und Angelika und Uli mussten noch ihre morgige Heimreise vorbereiten.

Der übrige Teil der Helfer hat Nikos und mich zur Ölmühle begleitet, die Oliven müssen dort auf einer Art Sieb von den Blättern befreit werden und anschließend in Körbe gepackt werden.

Nikos rechelt, Roland befüllt und wechselt die Körbe
Jeder ist neugierig, wie die Ölherstellung funktioniert – die Körbe füllen sich
Unterschiedliche Oliven – beste Sorten sind Garant für ein 1a Öl

Im Laufe des Tages hat jeder Beteiligte, egal ob Mann oder Frau, einmal gesagt, dass es jetzt klar würde, warum ein Liter Olivenöl solche Preise erreicht.

Die mit der Ernte und der Herstellung verbundene Handarbeit ist so immens, dass Dumpingpreise von 3.- oder 4.- Euro schon einiges aussagen.

Bei uns naht das Ende UNSERER Arbeit, gleich sind wir bereit für die Übergabe an die Ölmühle, welche nur fünf Fußminuten von unserem Haus entfernt ist.

Die letzten Säcke werden umgefüllt, Fotos werden gemacht
Insgesamt haben wir 10 Kisten Oliven…
…welche nun gewogen werden – 250kg!

Wir haben 250 Kilogramm Oliven – wow! Ich bin gespannt wie es jetzt weitergeht.
Es sieht so aus, als ob wir auf unsere Ölherstellung warten können, wir sind gleich dran.

Roland verabschiedet sich, Sibylle bringt Ben und Caetlin zurück in die Marina. Ich bleibe und betrachte meinen Schatz und den weiteren Verlauf des Herstellungsprozesses.

Ich ahne nicht, dass Sibylle und ich wenige Augenblicke später in ein peinliches Fettnäpfchen treten werden.

Ich beobachte, wie sechs Kisten Oliven die vor mir auf der Waage waren in die Maschine geschüttet werden.
Die Maschine mahlt, ein Kanister wird gefüllt, die Letzten Tropfen fallen, dann wird ein rotes Fass unter den Auslass gestellt und meine Oliven kommen in die Maschine – jetzt geht es los, dachte ich…

Das Öl rinnt, meine Oliven werden gemahlen, ich bin stolz

Der Mühlenbetreiber telefoniert, kurz darauf kommt der Pope mit dem Auto und überwacht den Prozess.

Er streichelt meine Oliven und pult ein übersehenes Blättchen aus dem Behälter.
Super! Der Segen der Kirche – was will man mehr.

In diesem Augenblick kommt Sibylle zurück. Wir beobachten den Prozess weiter, bis die ersten fünf meiner Körbe im Schlund der Maschine verschwunden sind.

Der Pfarrer spendet Segen

Die Maschine stoppt, das Öl läuft nach – lang! Bestimmt eine halbe Stunde oder länger.
Auf einmal endet der Ölfluss, der Pope schnappt sich das rote Fass, lädt es in sein Auto und verschwindet.

Sibylle stachelt mich an und sagt „…der Pope hat Dein Öl geklaut!“ Sie ruft unseren Freund Giannis an um zu übersetzen.
In diesem Moment startet die Mühle wieder – mit der zweiten Charge unserer Ernte, ein weiteres Mal werden fünf Körbe in die Maschine gekippt.
Jetzt erst kommen die von uns bestellten Blechkanister unter den Auslass.

Auch ich werde nervös – hat der Pfarrer wirklich die Hälfte unseres Öls stibitzt oder musste ich den Zehnt abtreten? Ist es eine Machenschaft? Die Leros-Öl Mafia?
Zum ersten Mal zweifle ich an den Hiesigen…

Meine bescheidenen Fässchen

Giannis beruhigt Sibylle am Telefon – „…Du musst Geduld haben!“ Er verlangt den Mühlenbetreiber an den Apparat, mir wird mulmig – mir schwant, dass etwas nicht stimmt, ich will keine Welle!
Schon gar nicht will ich, dass Sibylle die Kirche des Diebstahls bezichtigt.

Das Mysterium klärt sich auf – die Maschine besteht aus drei Kammern, eine zum Zerkleinern, eine zum Extrahieren und eine zum Trennen.
Bei unserer Ölmühle zumindest ist es so, dass beim Einfüllen beispielsweise meiner Oliven, ein Teil derer des Pfarres noch in einer der folgenden Kammern war.

Wenn also meine Oliven zerkleinert werden, dann werden die des Popen beispielsweise getrennt und es läuft sein Öl in den Kanister, während meine Oliven den ersten Schritt durchlaufen.

Puh, verstanden! Alle glotzen auf uns, ich schäme mich und versuche hölzern die Situation zu retten – „ah, tolle Maschine! Ich verstehe jetzt! Drei Schritte, wow!“
Ich denke, die lachen heute noch über uns…

Na egal – wir bekommen drei volle Kanister, das sind 50 Liter bestes, natives und kaltgepresstes Olivenöl.

Wir fahren noch einmal zum Haus, ein Kontrollgang durch den Garten, alles verschließen – dann geht es ab nach Hause.

Ein Tag Arbeit – dort wo andere Menschen Urlaub machen
Der Garten ist weitgehend sauber, die Oliven alle abgeerntet
Unseren Mandelbaum – ja, richtig gelesen – haben wir auch abgeräumt, die Mandeln aber weitgehend aufgefuttert

Zurück zuhause sitze ich komplett erschöpft auf dem Salonsofa – ich bin glücklich und zufrieden!
Ich habe 50 Liter Olivenöl aus Oliven, welche heute morgen noch am Baum hingen – nachhaltiger gehts nicht! Ich bin fast ein bisschen stolz.

Der Plausibilitätscheck erklärt, dass für einen Liter Olivenöl 5 bis 10 Kilogramm Oliven benötigt werden.
Legt man dies zugrunde, dann haben wir sehr gut abgeschnitten – vermutlich bin ich dem Popen eine Entschuldigung für meine Abtrünnigkeit schuldig.
Ich werde ein Kerzchen anzünden…

Heute schlafe ich tief und fest, was so ein bisschen körperliche Arbeit so alles verursacht.
Leider bleibt es nicht bei einer seeligen Nachtruhe, die geleistete Arbeit zeigt sich auch am nächsten Morgen – nämlich in Form von ganzheitlichen Körperschmerzen…

Ob ich die angebotene Massage von Femma annehme? Na, heute sicher nicht, denn ich bin um 09.00 Uhr mit Antonia und Alex an deren ANAHITA verabredet – heute ist Borddurchlasstag!

ANAHITA soll bald ihren ersten Epoxianstrich erhalten – es wird höchste Zeit, die Rumpfdurchbrüche einzukleben

Ich muss noch einmal zurück zum Schiff um meine XL-Gummihandschuhe zu holen, da fällt mir die schöne Stimmung über der Lakki Bucht auf.

Ich halte kurz inne und banne das Szenario in einen digitalen Abzug um so die Bilder in meinem Kopf zu manifestieren.

Mein Audi A6 „Klicker“ steht am Wegesrand nahe unseres Steges. Direkt neben ihm die Baustellenauffahrt zum Wellenbrecher.
Die Baustelle ist noch voll aktiv, wenn auch der Nachdruck etwas nachgelassen hat.

Schön! Ein schöner Morgen
Es wird wohl noch ein paar Monate dauern bis die Baustelle beendet ist

Heute ist ein besonderer Tag – es ist der 28.10., ein griechischer Feiertag, der sogenannte „Oxi-Day“.
Es wird das „Nein“ der Griechen gefeiert, welches von Diktator Metaxas an diesem Tag im Jahr 1940 ausgesprochen wurde – er lehnte Mussolinis Aufforderung in Griechenland einmarschieren zu dürfen und strategische Punkte besetzen zu dürfen ab und begab sich in den Krieg gegen Italien anstatt zu Schwäche zu zeigen.

Das Gespräch zwischen Metaxas und dem italienischen Unterhändler Grazzi gab die Tageszeitung Ellinikon Mellon in ihrer Ausgabe vom 30. Oktober 1940 in der Schlagzeile verkürzt als „Ochi“ wieder, dies trug wesentlich zur Verbreitung dieser Verkürzung bei.

Wir planen, die Parade zu besuchen, aber zunächst hieß es an ANAHITA zu arbeiten – Alex war gut vorbereitet…

Alle benötigten Teile liegen parat
Der Größenvergleich zwischen den Standardventilen und den neuen kleinen Ausführungen ist frappierend

Wir schaffen es, dass wir bis 11.00 Uhr die heute zu verklebenden Borddurchlässe vermessen, nummerieren und zuschneiden.
Dann holt mich Sibylle ab, um mit dem Motorrad nach Lakki zu fahren.

An der Delta 46 des „A-Teams“ würden wir am Nachmittag weitermachen.

Die Parade war gerade am Anlaufen, als wir in Lakki an der Riva eintrafen.

Die Pfadfinder machen den Anfang – unter lautem Getrommel
Schon ziemlich militärisch und sehr ernst angesetzt
Dann kommen die ganz Kleinen, in landestypischer Tracht
Für ein paar ist es ein fröhliches Fest, andere marschieren sehr streng
Die Jugendlichen rufen dazwischen laut „Hellas“ – ein Schlachtruf
Verschiedene Schulen und Klassen marschieren auf – dem Alter nach sortiert
Teilweise sind die jungen Menschen als Mädchen und Jungengruppen aufgestellt
Das Ende der vielen Gruppen bilden die Halbwüchsigen – ab jetzt wird es ernst
Das Militär marschiert auf – da wird nicht mehr geschmunzelt oder gelächelt

Die Parade endet so abrupt wie sie begonnen hatte – nach einer Militärgruppe war es vorbei.

Sibylle und ich waren mehrfach am Nationalfeiertag zugegen und haben die getarnten Soldaten und die prächtig uniformierten Marinesoldaten vermisst.
Wir vermuten, dass es zwei Paraden gab und wir aufgrund einer falsch interpretierten Übersetzung, an der anderen Parade keine Teilhabe hatten.

Na egal, dann nächstes Jahr wieder…

Zurück zu ANAHITA – aufgrund der bereits erfolgten Vorbereitung, konnten wir die Borddurchlässe sehr rasch einkleben, das hat ohne Probleme geklappt,

Wir kleben heute 7 Stück, für die restlichen 5 müssen noch Teile beschafft werden, beziehungsweise Vorarbeit geleistet werden

Weil noch etwas Tag übrig war, kann Sibylle mich motivieren, noch einmal zum Haus zu fahren und ein paar Flaschen Olivenöl abzufüllen.

Wir werden das Öl nicht verkaufen! Es wird ausschließlich an die Helfer vergeben, als Geschenk für Familie und Freunde verwendet und natürlich zum Eigenbedarf verbraucht.

Weil wir gerade unterwegs waren, sind wir noch bei Brigitte und Hans vorbeigefahren um einen 3,3m langen Balken abzuholen.
Obwohl Klicker durch Volkers Rodkicker erprobt im Transportieren langer Lasten war, konnten wir das Langholz nicht im Innenraum des Kombis unterbringen.

Andere Lösungen mussten her – griechische Lösungen…

DARUM braucht man ein Schiebedach

Jetzt hieß es zurück in die Marina – Klicker geht heute Nacht an Alex, er muss seine Mam am Fährterminal abholen, sie wird zwei Wochen zu Besuch sein.

Sibylle will kochen, es wird mal wieder zuhause gegessen – und last not least – der zweite sehr wichtige Grund, warum der heutige Tag ein ganz besonderer ist, unser Enkel Otto hat heute seinen 8. Geburtstag!

Wir wollen auf jeden Fall noch anrufen und dem Knaben ein Geburtstagsständchen singen – „Happy Birthday to you, Marmelade im Schuh…“! 😉

Dann klingen diese beiden verrückten Tage aus – morgen soll bitte wieder Normalität einkehren!

Ich kann es vorweg nehmen – das hat nur FAST geklappt…
BÄÄÄÄÄMM!

Brett vorm Kopf

Ich war um 09.00 Uhr mit Alex verabredet, wir wollten den Einbau seiner Borddurchlässe finalisieren.
Ich vermute, das Koffein meiner beiden Haferl Kaffee war noch nicht in meinem zentralen Nervensystem angekommen, nur so ist es erklärbar, dass die Wirksamkeit des Müdigkeit auslösenden Botenstoffes Adenosin noch nicht unterbunden war und ich in Folge dessen bereits um 09.03 Uhr mit dem Kopf frontal und ungebremst gegen ein Brett von Alex Gerüst gelaufen bin.

Das rund drei Zentimeter dicke Vollholzbrett schlug über meinem linken Auge ein und mir war klar, dass ich just in dieser Sekunde zum Veilchenträger geworden bin.

Ganz so schlimm kam es letztlich nicht, aber ein Tag kann, da sind wir uns einig, besser starten.
Ich teste, ob der Kopf noch funktioniert oder ob die Erschütterung etwa meine Kleinhirnrinde abgewetzt hat – ich probiere mich im Kopfrechnen…

Vor dem Sägen rechnet Alex nach – sicher ist sicher

Wir sägen die Borddurchlässe je nach Rumpfstärke und unter Berücksichtigung der Verwendung sogenannter „Load-Collars“ zurecht und nummerieren beziehungsweise markieren diese.

Dann sind sie fertig zum Einbau und können nach dem Primern mit den SIKA Spezialprimern, mit der Klebe-Dichtmasse eingedichtet werden.
Für die Technikinteressierten – wir verwenden die Primer 3N und 207, verklebt wird mit 291i.

Das Sägen dauert länger als das Verkleben

Heute geht das alles schnell von der Hand und wir sind, trotz einer kleinen Brotzeit, denn Sibylle hatte uns Kotopita von Marietta mitgebracht, recht rasch fertig.

Gegen 12.00 Uhr genehmigen wir uns ein Reparierbier, denn die Arbeit war geschafft.
Just in diesem Augenblick kam Alex´ Mutter nebst ihrem Lebensgefährten Jim ums Eck. Die Beiden waren gestern Nacht angekommen um Sohn und Schwiegertochter zu besuchen und sich hier vor Ort ein Bild von deren Lebensprojekt zu machen.

Wir lernen uns kennen und verabreden uns für den Abend zu einem gemeinsamen Dinner im „Tis Kakomoiras“, dann suche ich erstmal das Weite und lass´ die Familie mal in Ruhe ihre Zeit miteinander genießen.

Am Weg zu NESSAJA fällt mir an LIBERTÉ das Duck-Tape auf, welches HP am Mast angebracht hatte.

Nach zwei Wochen wird aus dem Zauberband ein Flatterband – der Wind kann was

Ich hole mir von meinem Freund die Genehmigung ein, eine Rolle von dem Zauberband zu kaufen, um es verschwenderisch um den Mast zu wickeln.

Die Genehmigung kam prompt! Ich solle das im Volksmund auch „Panzerband“ genannte Tape derartig um die Schutzfolie wickeln, dass es seinem Namen alle Ehre machen würde.

So sei es, so werde ich morgen schon handeln…

Heute aber ruft mich die Pflicht noch einmal auf die Anhöhen von Plaka – ich muss noch einmal zu unserem Häuschen hoch, um mich um Montagearbeiten zu kümmern.

Ich war mit Giaggos dem Installateur verabredet, mein aus Deutschland mitgebrachtes Hauswasserwerk sollte endlich angeschlossen werden.
Der vielgefragte Fachmann kam pünktlich und fackelte nicht lange…

Außenanschluss an die Zisterne

Ich kenne Giaggos inzwischen schon recht lange. Er gehört zu Giorgos´ Clique und hatte seinerzeit bei der Montage meines Hardtop geholfen.

Wir haben ihn mehrfach in Giorgos´ Werkstatt zum Smalltalk getroffen und auch schon Ostern miteinander gefeiert – ich kann sagen, dass wir befreundet sind.

Ich hatte ihn schon vor Monaten gefragt, ob er auch die Gesamtinstallation des Hauses übernehmen würde und er hat zugesagt.
Er ist mein Mann für alle Installationsarbeiten.

Heute nur eine Kleinigkeit – die aber perfekt!

Das große „Gardena silent“ Hauswasserwerk steht temporär in der Außenküche

An die Installationsexperten unter euch – es ist nur eine Notinstallation! Ich brauchte dringend Wasser am Haus, die Zisterne ist randvoll.
So kann ich ab sofort Wasser entnehmen – das ist perfekt gelöst.

Natürlich ist diese Lösung grobschlächtig und temporär – die spätere Hausinstallation wird fachgerecht UND optisch perfekt umgesetzt.

Jetzt aber – Testlauf! Bereits nach 20 Minuten war der Wasserhahn angebracht, Wasser marsch!

Funktioniert! Wir haben jetzt fließendes Wasser am Haus

Funktioniert! Endlich steht Wasser zur Verfügung…

An den Hahn kommt jetzt noch eine Gardena Schlauchkupplung und ein Wasserzähler, dann kann der Schlauch angeschlossen werden, mit dem wir dann an allen Stellen auf Wasser zugreifen können.

So können wir Pflanzen gießen, die Hände waschen und wenn nötig auch mal mit der Gießkanne die Toilette spülen.

Ich fahre zurück zu NESSAJA und sage meinen Griechischkurs ab – es werden neue Gruppen gebildet, ich habe keine Lust noch einmal mit der mir fremden Fortgeschrittenengruppe zu praktizieren.
Ich setze auf die neue Anfängergruppe und hoffe, dass es nächste Woche richtig los geht!

Schon bald holen wir Hanna und Jim ab um uns mit Antonia und Alex in unserem Lieblings-Mezelokal zu treffen.

Das „Tis Kakomoiras“ ist gemütlich und das Essen lecker – „griabig“ wie es Hanna richtig zusammenfasst

Wir haben einen echt supernetten Abend und kommen auch recht spät nach Hause – klar, dass ein Ouzo den Abend abrundet, Yammas!

Ich schlafe gut! Der Ouzo und das Freibier vom Wirt zeigen Wirkung.

Sibylle und ich fahren abermals nach Plaka zum Haus. Wir pflanzen eine erste Salbeipflanze in unseren Kräutergarten, denn wir können ab jetzt ja gießen.
Dann füllen wir die letzten Geschenkflaschen Olivenöl für die Helfer ab.

Am Rückweg bleiben wir kurz bei Mireille und Roland stehen um deren Geschenk zu übergeben, leider waren sie nicht zuhause und wir stellen die Flaschen nur ab.
Beim Wenden in Nachbars Garten, winken uns Brigitte und Claude aber zu, „…kommt auf einen Apero, die Sonne scheint so schön auf die Terrasse!“

Wer könnte dazu schon Nein sagen???

Bier mit Aussicht um 11.00 Uhr morgens – das geht aber nicht jeden Tag

Wir sitzen mit den Beiden zusammen und unterhalten uns ein wenig. Man sitzt so schön hier – fast bleiben wir kleben.

Wir ermahnen uns zur Disziplin, trinken aus und ziehen weiter – eigentlich könnten wir ein paar Kleinigkeiten erledigen…

Das klappt aber nicht, denn als wir bei „Repapis“ vorbeifahren, bekommt mein Audi so einen starken Linksdrall, dass ich das Steuer kaum halten kann.
Da der Schreck mir in den Gliedern sitzt, brauche ich erstmal eine Pause!

Ich schwöre – ZWEI Kugeln

Ich labe mich an der Eisspezialität und die Zeit verrinnt uns zwischen den Fingern.

Als wir auf NESSAJA zurück kommen, haben wir nur noch eine Stunde bis zur nächsten Verabredung.
Ich nutze diese Zeit um meinen Greek-Score in Duolingo in ungeahnte Höhen zu treiben – ich spiele zur Zeit in der höchsten Liga, plage mich aber sehr.

Um kurz vor 15.00 Uhr fahren wir nach Gourna an den gleichnamigen Strand.
Wir sind dort im Café „Sunset Bar“ mit Esther und Giannis verabredet, wir sprechen eine Einladung zu Ouzo mit Meze aus, als Dankeschön für Giannis´ Beratung rund um unsere Olivenernte.

Er hat bei uns den gedanklichen Prozess gestartet, hat Erntemeister Nikos für uns organisiert und den Termin in der Ölmühle für uns klar gemacht.

Zusammen mit dem Mastermind unserer Olivenernte und seiner Frau Esther haben wir einen lustigen und sehr entspannten Nachmittag…

Wir fahren mit der GS nach Gourna…
…und bleiben bis die Sonne untergeht
Dann wird es schlagartig frisch, wir fahren heim

Ich kaufe mir am Heimweg noch einen Snack im „SouVLakki“, dann ziehen wir uns in NESSAJA zurück, lassen die Heizung eine halbe Stunde laufen und schauen uns eine erste Folge“wunderschön“ in der Mediathek an.

Am Morgen des letzten Oktobertages telefoniere ich mit meinem Freund René aus Schliersee – er spielt mit dem Gedanken im November mit dem Motorrad zu Besuch zu kommen.
Wir beratschlagen uns und schmieden erste Pläne – er teilt mit, dass er neben Leros noch einen Abstecher nach Rhodos machen wolle.
Da Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland weilt, habe ich den Geistesblitz meinen langjährigsten Freund auf diesem Schlenker zur Nachbarinsel zu begleiten – so einen Männerausflug hatten wir lang nicht mehr, ich hoffe, dass es klappt.

Sibylle fährt zum Supermarkt und kauft noch Glasflaschen, wir wollen die letzten Olivenölpräsente an Helfer und Freunde aushändigen um hier nicht mehr länger im Wort zu stehen.
Währenddessen nehme ich zwei Pakete für Ed in Empfang und trage diese auf EDINA – mein Winterservice nimmt wieder Fahrt auf…

Ich nehme Eds Pakete in Empfang

Danach fahren wir abermals zu unserem μικρή σπίτι, unserem kleinen Haus in Plaka.

Wir haben einen Teil der alten Küche zu einer Art „Schaltzentrale“ umgebaut.
Hier hat es eine Verteilersteckdose, hier steht die Box um Musik zu machen und hier füllen wir das Öl ab.

Zudem lagern wir auch unsere Genua, das zweite Vorsegel ein, welche wir heute abgeschlagen haben. Die Erneuerung des stehenden Guts soll bald beginnen.

Noch dient uns die alte Küche, bald schon kommt die Abrissbirne

Eine Nachbarin kristallisiert sich als „die Hexe“ heraus. Eigentlich verteidigt sie nur, völlig zurecht, ihre Grundstücksgrenzen gegen wildes Parkieren. Dies tut sie aber auf eine solch böse und flegelhafte Art und Weise, dass es nahezu untragbar ist.

Sie scheint mit allen Nachbarn ein wenig Stress zu haben…
Bisher konnten wir gut ausweichen, aber seit bei uns immer mal wieder Heimwerker oder auch Freunde kommen, kam es vor, dass Anna ihren Zorn auch gegen uns gerichtet hat – wir konnten oft gar nicht schnell genug ausladen und wieder wegfahren, bevor uns ihr Groll traf.

Da wir nichts verstehen und auch nicht reagieren können, prallt das an uns ab, dennoch springen die Nachbarn für uns ein und bieten Parkplätze auf oder vor ihren Grundstücken an.

So parken wir den großen Audi von nun an vor der Kirche „Agios Dimitros“, eine private Kirche die zur Erinnerung an Dimitra, die Schwester der Supermarktbetreiberin Eftyxia, errichtet wurde.

Mit Eftyxia vertehen wir uns gut, wir kennen sie schon lange und vor ihrer Kirche dürfen wir parken – Danke dafür!

Wir dürfen vor dem privaten Kirchlein „Agios Dimitrios“ parken – 50m von unserem Haus entfernt

Wir fahren direkt zurück in den Ort, wo wir uns mit Cornelia und Martin, der Crew der ALADIN, bei „Repapis“ treffen.

Wir sind auf ein Eis eingeladen und haben ein sehr interessantes Thema – Martin hat deren Haus in der Schweiz nahezu autark aufgebaut, er ist ein Experte in diesem Berufsfeld und hat etliche grandiose Ideen für mich.
Ich freue mich, dass ich Fragen stellen darf und weiß nun, wer mir in Zukunft ganz sicher wertvolle Tips geben kann…

Dann lassen wir die Stunden beim Lernen mit Duolingo vergehen – heute Abend treffen wir uns in Lakki mit Hilde und Benno in einer für uns neuen Taverne.

„Psithiri Gevseon“ – tausendmal vorbei gegangen

Die Taverne sieht von außen grausig aus, dafür ist sie innen nicht schön.
Ein Relikt aus den 80er Jahren, aber sowas von authentisch, man will es nicht glauben.
Eigentlich sitzen dort nie Gäste, die Antwort auf die Frage „warum“ drängt sich rasch auf…

Von anderen Seglern haben wir aber gehört, dass das Essen nicht schlecht sein soll und so haben wir beschlossen, dass wir dies heute dort testen werden.
Benno und Hilde waren schon einmal dort, für Sibylle und mich ist es der erste Besuch – obwohl wir sicher schon hunderte Male an dem einsam vor seinem Schuppen sitzenden Wirt vorbei gegangen sind.

Unweigerlich wurden Parallelen zum „Gia Sena“ gezogen, in dem wir letzten Winter ein paar Mal waren.

Wie war das Essen???

Einfach, aber ziemlich gut!

Die Meze, wir haben Gigantes, Zaziki und Saganaki bestellt, verdienen Bestnoten!
Geschmacklich toll, große Portionen zum Teilen und zu einem günstigen Preis – super!

In der B-Note schwächelt die unscheinbare, aus der Zeit gefallene Taverne etwas.
Die Hauptgerichte, ich hatte Schweinefleisch in Honig-Senfsauce, konnten nicht mit den Meze mithalten und waren auch nicht so gut wie die, welche Maria im „Gia Sena“ anbietet.

Wir waren nicht enttäuscht von unserem Besuch, aber ich befürchte, dass sich diese Taverne nicht in unsere Liste vorarbeitet.
Für genau diese Lücke haben wir das „Gia Sena“, welches wir um eine Nuance besser einstufen.

So klingt der Tag und auch der Monat aus – der „Anfang vom Ende“ ist eingeläutet!

Sibylle und ich sind gespannt wie es weitergeht – bleibt dran, dann seid ihr immer auf dem Laufenden…

Hier ein Ausblick…
Viel Arbeit an ELOWYN, im November geht es richtig los!
Können wir das stehende Gut von NESSAJA schon tauschen?
Sibylle geht Mitte des Monats nach Deutschland – wie lange wird sie bleiben und wie ergeht es mir in dieser Zeit?
Kommt René mit dem Motorrad und geht sich eine Tour über Rhodos aus?
Wird das neue Garagentor geliefert?

Welche Wintercommunity formiert sich und wie starten wir in den Winter auf Leros – viele Fragen…

Wir blicken neugierig auf den kommenden November und grüßen euch herzlich von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle










Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…