Der sechste Monat des Jahres 2026 war der erste richtige Sommermonat – ohne wenn und aber. Weder wir in Griechenland, noch die Freunde und Familie in Deutschland, konnten über mangelnde Sonnenstunden klagen.
Da Sibylle und ich zur Monatsmitte für mehr als vier Wochen in die Heimat reisen, unsere Segelfreunde vermehrt zu ihren Urlaubstörns ablegen und zu guter Letzt auch ELOWYN ihre Leinen loswirft, lag nichts näher als eine Headline mit Bezug zu Urlaub und Ferien zu suchen.
Es ist also „Holiday“ geworden…
Gebt es zu – ihr habt Madonna im Kopf! Da liegt ihr aber weit daneben… Ich bin kein Madonna Fan und hatte zuallererst einen längst vergessenen, gleichnamigen Song der „Scorpions“ aus dem Jahr 1979 im Sinn – vielleicht der erste Song, der mich realisieren ließ, dass es etwas anderes als die „Hitparade“ gab.
„Let me take you far away You’d like a holiday Let me take you far away You’d like a holiday Exchange the cold days for the sun A good time and fun Let me take you far away You’d like a holiday“
Summer-Vibes im Juni – bis zu unserer Abreise gab es noch einiges zu tun
Eine wichtige Sache will ich gleich eingangs erwähnen – ich hatte ja ein leichtfertiges Angebot auf eine Bavaria 430 Lagoon abgegeben. Der Gedanke war reizvoll, entsprach aber nicht exakt dem was ich eigentlich im Schilde führe. Zudem steht eine Blauwasserfahrt mit ELOWYN im Raum, es war also zu früh für diesen durchaus reizvollen Gedanken die Bavaria zu kaufen. Ich habe daher abgesagt.
Aber bereitet euch vor – an wilden Ideen hat hat es mir diesen Monat nicht gemangelt, dazu später mehr…
Der Monat begann zunächst so, wie der alte endete. Wir hatten viele ungelöste Kleinprojekte vor der Brust und begannen sukzessive diese abzuarbeiten.
Ich beschaffe Teile für Kleinprojekte – ein Ritt gegen Windmühlen
Zunächst muss ich zum Schreiner um eine Platte aus Bootsbausperrholz für meine Druckwasseranlage zusägen zu lassen. Was einfach klingt, hat es in sich – der Schreiner ist schwer zu erwischen und immer gut ausgelastet, Aufgaben wie diese stören eigentlich nur seine Abläufe. Es gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu, ihn gewogen zu halten.
Ähnlich bei Giorgos – er schneidet mir zwar bereitwillig die Delrinstücke zurecht, welche ich für den geänderten Anschlag der Leiter zur Badeplattform brauche, aber als ich ihn ansehe, das geschliffene und gebohrte Ursprungsteil in der Hand, da meint er nur trocken „…the rest you can do by your own!“
Da hat er Recht, aber ich muss dafür in meine Werkstatt – also setze ich meine Fahrt nach Plaka fort.
Klicker parke ich an exponierter Stelle……die paar Schritte zum Haus kann ich gehen
In der Werkstatt ist es ein Leichtes den Delrin Klotz zu schleifen und zu bohren, ein bisschen aufhübschen kann ich ihn auch gleich – somit steht der Vollendung dieser Arbeit während der kommenden Tage nichts mehr im Wege.
Weil ich gerade hier bin, räume ich ein wenig im Haus herum. Ein paar eingelagerte Ersatzteile von Hans Peter kommen in den Wohnraum und die Couch aus ebendiesem darf in das Schlafzimmer umziehen. Hier richte ich mir eine Art „Hauptquartier“ ein, ich kann während der nächsten Monate nicht andauernd meine Siebensachen von A nach B fahren.
Sieht ganz aufgeräumt aus
Der eigentliche Plan war, eine Schlafstätte für Notfälle zu generieren. Dies scheitert am kläglichen Zustand der Schlafcouch – ein klares Zeichen dafür, auch dieses Möbel zu entsorgen.
Ob ich den Plan weiter verfolge und mir vielleicht übergangsweise ein Bett zulege weiß ich noch nicht. Allzulange will ich mit der Renovierung ja auch nicht mehr warten.
Als die Arbeit gemacht war, habe ich alles wieder verschlossen, ein letzter Kontrollblick, dann kann ich zurück in den Ort fahren.
Alles ok am Haus – nächstes Ziel ist Xirokampos
Heute fahre ich nicht mehr auf ELOWYN, ich setze meine Fahrt gleich fort, um bei Sibylle etwas zu unterstützen.
Ich hatte unserer Freundin Susanne versprochen, dass ich ihren Fuhrpark einmal bewegen werde. Dies wollte ich heute tun und als erstes nehme ich mir die Vespa PX200E vor – ein Relikt aus den 80ern und eine Hommage an meine Jugend.
Ich genieße den Ritt auf der kleinen, zierlichen Italienerin…
Läuft……gib´ Gummi
Sibylle und ich wurschteln noch etwas im Garten, ich versuche mehr schlecht als recht uralte Zeitschaltuhren wieder in Betrieb zu nehmen und zu programmieren.
Irgendwie bekommen wir die offenen Aufgaben auf unserer Checkliste erledigt und können uns irgendwann auf den gemütlichen Teil des Tages vorbereiten. Hanna hat heute Geburtstag und wir sind eingeladen – darauf freuen wir uns schon geraume Zeit.
Wir treffen pünktlich zur verabredeten Zeit im „Stis Annas“ ein…
Ein kleines Geschenk für unsere Freundin……dann wird gefeiert
Alarmsignal auf LIBERTÉ – kurz vor der geplanten Abfahrt testet HP seinen Außenborder und stellt fest – „…nanu, der springt gar nicht an!“
Obwohl er alle Register rund um die Kraftstoffaufbereitung gezogen hatte, stelle ich fest, dass es „…wohl der Vergaser sein wird…“ und beharre auch auf meiner Meinung.
Widerwillig schraubt mein saarländischer Freund noch einmal den kleinen Vaporisateur vom Zylinder, um dann unter meiner Anleitung Düsen herauszuschrauben und fachgerecht zu reinigen.
„Verdammt nochmal – da muss doch…“Wir geben uns größte Mühe
Die Geschichte ging aus, wie Geschichten immer ausgehen, wenn Zeitdruck eine Rolle spielt.
Mit Petras Abreisewunsch im Nacken und dem Ausblick auf ein paar Urlaubswochen, wird die Reparatur abgebrochen und kurzerhand ein neuer Außenborder bestellt – if money is not the issue 😉 !
Natürlich werden wir den alten Yamaha Zweitakter noch reparieren, er wird dann wohl verkauft werden.
Während ich auf LIBERTÉ zugange war, hat Alex auf meine Bitte hin einen Drohnenflug gemacht. Ich brauchte ein paar Bilder von EDINAs Masttop…
Die Drohne kreist über EDINAFreud und Leid liegen eng beisammen
Auf der Aufnahme ist der Grund für das gerissene Genuafall klar erkennbar – eine scharfe Kante am Profilvorstag (gelber Pfeil) hat die Leine wohl durchgescheuert.
Glück im Unglück ist, dass noch ein Zipferle des Falls heraushängt, so ist der Schaden insgesamt leicht zu reparieren. Natürlich muss die Ursache mit beseitigt werden!
Weil Alex gerade am Joystick war, hat er gleich noch eine Luftaufnahme von ELOWYN an ihrem Liegeplatz gemacht.
ELOWYN ist das einzige Segelboot an Pontoon A
Apropos ELOWYN, auch auf meinem Patenschiff komme ich während dieser Tage recht gut voran. Ich habe die Instandsetzung der Druckwasseranlage ja lang genug vor mir hergeschoben – umso schneller konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste nun abhaken.
Das ganze Setup wurde umgestaltet, mit den Brettchen vom Schreiner wurden neue Anschraubflächen für die Pumpe und den Druckbehälter geschaffen und letztlich wurde von Johnson auf Jabsco gewechselt. Dazu habe ich nun einen 8 Liter Ausgleichsbehälter aus dem Haushaltsbereich, statt des teuren, kleinen 1 Liter Bootskessels verbaut.
Und? Läuft!
ELOWYN hat wieder Druckwasser an allen Zapfstellen
Nachdem nun endlich wieder fließend Wasser an Bord ist, kann der Kanister am Spülbecken ausziehen – mein letztes großes Projekt ist damit erledigt.
Ab jetzt stehen „nur noch“ kleinere Montagearbeiten auf der Liste. Zeit genug für einen Kaffee und eine Süßspeise für Sibylle und mich…
Sibylle und ich nutzen immer öfter das „Skipper´s“ für unsere Kaffeepause
Die Zeit reicht noch, um den bereits vorgefertigten und etwas größer gebauten Anschlag für die Leiter der Badeplattform zu montieren.
Sibylle bedient mir den üppigen Heckeinstieg von ELOWYN, ich mache derweil die Montagearbeiten. Das Anschrauben des kleinen Delrinriegels war nur eine kurze Angelegenheit, so dass wir recht rasch einen Probelauf machen konnten und dann Vollzug meldeten.
Die Leiter funktioniert wieder – perfekt
Warum die Eile? Nun, weil ich heute noch zwei Termine zu begleiten habe.
Mein Ex-Schiff, die LUMARA, liegt bereits seit heute Mittag in der Lakki Bucht vor Anker. Gleiches hat nun auch Hans Peter mit seiner LIBERTÉ vor, denn beide Crews bekommen heute Besuch von Giorgos.
Dieser wird Maß nehmen, denn auf beide Schiffe wird im Winter ein Geräteträger für große Solarfelder montiert. Ich begleite das Tun, um auf LIBERTÉ ein wenig mit technischem Englisch zu unterstützen und um auf LUMARA die Parteien miteinander bekannt zu machen.
Sibylle und ich haben versprochen, dass wir beim Ablegen der Saarländer zugegen sind, sie werden nach dem Treffen mit Giorgos eine mehrwöchige Reise antreten und wir werden einander länger nicht sehen.
Maschine läuft, der Marinero ist da – Leinen losDa fährt sie dahin, auf Wiedersehen liebe Freunde
Ich verliere keine Zeit – Sibylle fährt nach Xirokampos um zwischenzeitlich im Haus zu verweilen, ich setze mich auf meine GS und fahre an den Dinghykai in Lakki.
Dort warten Ellen und Dominik bereits auf uns, Hans Peter kommt nach dem Ankern mit dem Dinghy dazu. Nach dem obligatorischen Viertel erscheint auch Giorgos und so können wir endlich gemeinsam übersetzen.
Es ist erwähneswert, dass Giorgos den neuen Außenbordmotor von LIBERTÉs Schnulli hierher mitgebracht hatte und dieser „noch schnell“ in Betrieb genommen wurde.
HP, Merlin und Giorgos in einem Schlaucherl, ich fahre mit Ellen und Dominik
Zuerst fahren wir auf die Bavaria von Hans Peter und Petra. Es wird besprochen, vermessen und über Wünsche und Notwendigkeiten diskutiert.
Hans Peter bekommt zudem noch die Unterlagen für seinen neuen Motor – das ganze Procedere dauert etwa eine Stunde. Dann ist alles besprochen, alle Ideen berücksichtigt und alle Herausforderungen diskutiert.
Kostenvoranschlag folgt – wir setzen über auf LUMARA, welche ich schon die ganze Zeit vor Anker betrachten durfte. Ich bin zufrieden…
Giorgos plant, zeichnet und notiertIch betrachte derweil LUMARA am AnkerNachdem HP uns zum Nachbarschiff geshuttelt hatte – ein Wechsel der Vorzeichen und der PerspektiveAn Bord der Dufour wiederholt sich das Planungsprocedere
Erledigt, fertig! Dominik bringt Giorgos und mich zurück an Land, hier trennen sich unsere Wege.
Ich fahre noch einmal kurz zurück in die Marina um für Martin ein Foto seiner STENELLA zu machen, denn er wollte wissen, wie die Marinajungs das Dinghy gestaut haben.
Was soll ich sagen? Nicht gut, nicht schlecht – geht so! Das ist halt das Thema, wenn man es perfekt haben will, dann muss man es selber machen.
Nicht abgedeckt, aber immerhin sicher und auf einem Karton
Jetzt reicht es aber – Feierabend! Ich lasse es gut sein und fahre ebenfalls nach Xirokampos, wo Sibylle schon mit dem Essen auf mich wartet.
Hanna und Jim, Alex´ Eltern, waren ja noch auf Leros und hatten signalisiert, dass sie gerne einmal bei unserem Haus vorbeisehen würden. So ergab es sich, dass wir heute einen Abstecher nach Plaka machten und danach noch zu ihnen nach Platanos fuhren.
Auch wir waren neugierig, denn Hanna und Jim wohnten in einer Wohnung, die das A-Team angemietet hat. Die junge Crew gönnt sich den Luxus eine Art „Base“ zu haben, in der Antonia lernen kann und stets ein Platz für Besuch zur Verfügung steht.
Die Wohnung ist schön – zudem wollte es der Zufall, dass Hanna noch Kuchen vom Geburtstag übrig hatte und mit welchem Getränk lässt sich Kuchen am besten genießen???
Bei Hanna gibt es ein Stückchen Kuchen und ein Frühschoppenbier
Es sollte ohnehin ein voller Tag mit den Freunden aus Landshut werden – nachdem wir gegenseitig unsere Quartiere inspiziert hatten und die Neugier befriedigt war, wurde ein Treffen am Strand anberaumt.
Erst ein bisschen Baden und danach im „Pirofani“ zu Abend essen, soweit der Plan…
Auf dem Weg zum Lieblingsstrand habe ich mit meiner GS einen „besonderen“ Tachostand erreicht – 50.000km sind allemal ein Foto wert!
Gleich passiert es……jetzt ist es soweit – auf viele weitere, unfallfreie KilometerIm „Pirofani“ klingt der Tag aus
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Sibylle und ich viele Kleinigkeiten auf unserer Liste hatten.
Der heutige Tag sollte ein Tag werden, den wir vollends für solche Themen verwenden würden. Wir starten den Tag in Xirokampos, wo eine letzte Probefahrt mit Susannes Vespas anstand, dann musste die Garage so vorbereitet werden, dass wir den Fiat Panda unserer Freundin dort parken können.
Diesen gilt es von der Werkstatt abzuholen und wieder in seine Garage zu bringen. Packen wir es also an…
Ok, die Vespas laufen – ich kann sie wieder ordentlich verräumenWir fahren nach Lakki und holen den Ur-Panda aus der WerkstattSibylle folgt mir mit KlickerIch werde verfolgt! 😉Die Vespas sind ordentlich verräumt – der Panda kann in der Garage geparkt werden
So weit, so gut! Sibylle bittet mich noch die defekte Lampe zu reparieren – „…was erledigt ist, ist erledigt!“ Da hat sie Recht, ich greife daher zum Werkzeug und vermute, dass die Lampe, deren Gehäuse im eingeschalteten Zustand unter Strom steht, wohl keine Gefahr darstellt wenn der Schalter auf „aus“ steht.
Weit gefehlt! Ich fasse beherzt an die Fassung (ob die wohl deshalb so heißt?) und mir stehen die Haare zu Berge. Nach dem Stromschlag fühle ich mich zwar wach, fast wie aufgeladen, trotzdem brauche ich das kein zweites Mal. Ich lege die Sicherung und mache mich ein weiteres Mal ans Werk.
U N G L A U B L I C H ! Ich reiße den ganzen Schrott raus und ersetze alles durch Neuteile
Die Reparatur dauerte nicht lange – ich war vorbereitet und hatte bereits alle Teile gekauft. Der Fehler wurde gefunden und eliminiert, von dieser Lampe geht keine Gefahr mehr aus. Allerdings schwant mir, dass es sich lohnen würde, allen Lampen am Grundstück einen Kontrollblick angedeihen zu lassen.
Diese Elektroinstallation hat es in sich…
Schon viel gemacht und doch war es erst Mittag! Meine Frau und ich verholen für einen kalten Drink nach Lakki in das „La Palma“ Café und treffen dort Nico, die mit ihrem Boot wieder hierher zurückgekommen ist. Sie erzählt uns bei einem Getränk von Problemen mit ihrem Auto – klar, dass ich da in die Bresche springe…
Wir schleppen den Citroen auf einen schattigen Platz um ihn dort in Ruhe diagnostizieren und reparieren zu können
Weil immer noch genug Tag übrig war und mein Energielevel durchaus noch hoch genug für ein paar weitere Handgriffe war, verhole ich auf ELOWYN während Sibylle zurück zu ihrer Wohnung fährt.
Sibylle hatte vor zwei Tagen erkannt, dass die vordere Dusche auf unserem Patenschiff nicht abpumpt. Die Membranpumpe für den Pumpensumpf war schnell als ursächlich identifiziert, zum Glück gibt es einen Reparatursatz, welchen ich gekauft habe und heute verbauen will.
Nach dem Einbau der neuen Membran funktionierte alles wieder bestens
Die letzten Stunden des Tages widme ich der neuen Werkzeug- und Ersatzteilordnung auf ELOWYN.
Aus der freiwilligen Sortierarbeit wurde letztlich doch eine Art „Projekt“, der Zeitdruck welcher zuletzt herrschte, wurde von meiner Gattin aufgebaut – „…Du musst jetzt endlich das Zeug wegräumen, es stört beim Saubermachen!“
Da mir ihr Befehl stets Wunsch ist, folge ich der Aufforderung und finalisiere heute das neue Ordnungssystem.
Alles sortiert, geordnet und beschriftetDa mein Labeldrucker stets verspottet wird, muss mit Handschrift vorlieb genommen werden
Geschafft! Jetzt reicht es – ich fahre zum Essen zu Sibylle und wir lassen den Tag gemeinsam in Xirokampos ausklingen.
Wir sind gespannt auf morgen, denn es steht ein Bootsausflug auf dem Plan. Wir werden die Leinen loswerfen und zur Nachbarinsel Kalymnos fahren – das Vehikel unserer Wahl ist diesmal ANAHITA.
Beim A-Team steht die Probefahrt an, Alex möchte seiner Mam natürlich auch einen schönen Ausflug auf eigenem Kiel bieten. Wir wurden eingeladen zu partizipieren – als Freunde und Unterstützer im Falle eines Falles.
Wir treffen uns daher zeitig am nächsten Tag an Bord der Delta 46.
Sibylle und Hanna machen es sich im Cockpit bequem
Wir brauchen eine Weile um uns zu sortieren, aber gegen 11.00 Uhr war es soweit. Jeder war auf seinem Platz eingeteilt und wusste was zu tun war, Antonia stand am Steuer um das Schiff aus der Lücke und letztlich aus der Boxengasse und zur Hafenausfahrt zu bugsieren.
Der Marinero kam und wir gaben das Zeichen, dass wir bereit zum Ablegen wären.
Die Muring fällt, die Heckleinen laufen an Bord und wir verlassen die Leros Marina Evros mit Ziel Emborio Bucht auf Kalymnos.
Antonia steuert ANAHITA in die Lakki Bucht, Alex scheint zufriedenWir verlassen die Bucht und legen Kurs Kalymnos Emborio anLeider war zuwenig Wind, es wurde eine Motorfahrt mit der Option einen Gin-Tonic an Deck zu genießenDer Autopilot verweigerte den Dienst – jeder durfte mal ans RuderDie Unschärfe ist beabsichtigt – Portraitmodus – der Gin-Tonic hat keine Schuld, oder???Nach rund zwei Stunden Fahrt lag Emborio voraus
Die Blogleser der ersten Stunde wissen, dass ich zu Emborio ein spezielles, sehr positives Verhältnis habe. Ich habe hierher mehrere Probefahrten gemacht, die letztlich zu sehr schönen Geschichten und Lebenslinien geführt haben.
Ich kehre jedes Jahr unter wechselnden Vorzeichen hierher zurück. Ich genieße das Essen bei „Captain Kostas“, die junge Chefin kennt mich und freut sich jedes Mal mich zu sehen.
So auch unser Plan für heute – wir lassen den Anker fallen und schwimmen an Land um bei Kostas einen „Light-Lunch“ zu uns zu nehmen. Danach würden wir wieder nach Hause fahren.
„Klar zum Ankern, klar am Vordeck“
Der Anker fällt auf circa 8m Wassertiefe und wir fahren ihn sicher ein. Leider ziehen ein paar Wolken auf, aber die Temperaturen bleiben hochsommerlich warm.
So entscheiden Alex und ich an Land zu schwimmen, während Antonia das Dinghy klar macht und Hanna und Sibylle shuttelt.
Wir sammeln uns, Alex und ich legen unsere Klamotten an und dann besuchen wir „Captain Kostas“…
Es gibt noch keine Tische am Strand, wir nehmen auf der Terrasse Platz
Großes Hallo, die Gastgeber erkennen uns sofort wieder und lassen sich auf etwas Smalltalk ein. Eigentlich wollten wir nur einen „Light-Lunch“ zu uns nehmen, aber irgendwie waren dann die Gelüste doch größer und wir bestellten von Allem etwas.
Letztlich hatten wir eine große Auswahl am Tisch, wir haben wie in Griechenland üblich, einfach alles untereinander geteilt.
Das Essen war sehr lecker, diese Taverne bleibt für mich ein lohnenswertes Ausflugsziel.
Salat mit Käse und Scampi
Wir haben das Ambiente genossen und das A-Team war natürlich unheimlich stolz auf die erste Ausfahrt und die Tatsache, dass wir mit Blick auf ANAHITA gespeist haben.
Auch das Lokal selber ist besonders. Die Familie hat eine Schwammtauchergeschichte und zeigt dies auch allerorts. Kalymnos ist bekannt als die Insel der Schwammtaucher und die Ware gibt es hier überall zu kaufen – man legt Wert darauf, dass es keine Chinaware ist.
Light-Lunch mit Blick auf ANAHITAAich im „Captain Kostas“ gibt es die Schwämme zu kaufen
Nach dem Essen haben wir den Rückweg angetreten und obwohl es schon später Nachmittag war, hat uns die Sonne ordentlich auf´s Haupt geschienen.
Glück hatten die, welche eine Kappe dabei hatten – leider war ich keiner der Glücksritter. Aber in so einem Fall darf man halt nicht doof sein und muss Ideenreichtum beweisen. Da war es ein willkommener Zufall, dass ein Winschenhäubchen wie angegossen auf meinen Dätzi passte.
Als wenn es so gehören würde
Wir kamen gerade noch rechtzeitig vor der „Sperrstunde“ in unserer Marina zurück. ANAHITA wurde der gleiche Platz zugeteilt und weil wirklich überhaupt kein Wind war, hat Alex die „Königsvariante“ der Anlegemanöver probiert – mit Erfolg!
Er zirkelte den behäbigen Langkieler auf engstem Raum in die Lücke und die Leinen gingen über. Die Muring noch fest, dann liegt der erste Ausflugstag der ANAHITA unter dem Kommando des A-Team im Kielwasser. Darauf gibt es einen Anlegeschluck!
Ja wer hat denn da Hasenohren? Alex ist ganz schön frech…
An diesem Abend wollen wir im „Harris“ einen Drink nehmen, danach sind wir zum Essen im „Serza“ verabredet.
Eigentlich war dieser Besuch im „Serza“ als Einladung von Emanuel ausgesprochen. Aber leider musste er abermals absagen – kein Thema, wir nutzen den Termin einfach um uns mit der Crew der EMOTION in dem feinen Lokal zu treffen. Es war abermals ein Highlight – das „Serza“ hält sich auch 2026 ganz oben auf unserer persönlichen Liste.
Und wie war es im „Harris“ – nix war´s, wir wurden aufgrund einer „geschlossenen Gesellschaft“ abgewiesen. Nicht mal die Reservierung für das Crewtreffen der ELOWYN konnten wir absetzen. Naja, macht auch nix – wir erhaschen den tollen Blick und trinken unseren Ouzo eben im „Serza“.
Ein tolles Ambiente, aber leider war das „Harris“ privat besetzt – geschlossene Gesellschaft
Am Folgetag möchte ich wieder einmal ein paar Handgriffe auf meinem Patenschiff machen.
Die Hauptmaschine ist bei verschiedenen Aktionen ja schon gelaufen, hier sehe ich keinen Handlungsbedarf. Anders der Generator – diesen starte ich heute zum Probelauf. Es wird getestet ob das Kühlwassersystem funktioniert, der Ölstand wird geprüft und natürlich wird die Ausgangsleistung angesehen.
Hier scheint alles in Ordnung, ich kann das Aggregat wieder stoppen und an den Punkt „Testlauf Generator“ einen Haken machen.
Die Batterie des Generators ist geladen, die Funktion geprüft – an dieser Stelle ist nichts mehr zu tun
„Motorentage“ auch auf LUMARA! Ich schwöre, ich habe überhaupt nur bei drei Punkten Bauchweh, wenn ich an meine alte Dufour denke.
Zwei Punkte habe ich offen kommuniziert, sollte hier etwas auftreten müssen die neuen Eigner in die Bresche springen – LUMARA ist eben auch schon 27 Jahre alt.
Nicht offensiv kommuniziert habe ich, dass der Auspuffschlauch nicht mehr im Bestzustand war. Er war keineswegs kaputt, aber seine beste Zeit lag weit hinter ihm. Da der Tausch sicher eine Scheißarbeit ist, war meine Hoffnung, dass er noch zwei, drei Jahre halten würde – wenn er dann das Zeitliche segnet, hätte ich keine Aktien darin.
Was geht als erstes auf LUMARA kaputt – der Auspuffschlauch! Der arme Dominik hat wirklich rackern und schuften müssen, ich konte nur ein wenig helfen. Dafür habe ich als Geste des guten Willens den Schlauch spendiert, so hatte er wenigstens keine Kosten…
7m neuer Schlauch mussten einmal quer durch´s Schiff, dafür musste im Bad ein „Fenster“ in der Dusche geschnitten werden 😮
Weil offensichtlich das Thema Motor an diesem Tag omnipräsent war, habe ich kurzerhand beschlossen, dass ich gleich noch mit dem Ölwechsel am Hauptmotor beginne.
Ich starte also den Jockel, lasse ihn ein paar Minuten laufen und warte bis das Öl Betriebstemperatur hat. Dann stelle ich die Maschine ab, führe die Absaugsonde von Giorgos´ Ölwechselpumpe ein und starte das Gerät.
Leider funktioniert das nicht so gut wie geplant. Ich muss mehrere Sonden probieren und es dauert ewig, bis ich die 8 Liter Soll von den 10 Litern Istmenge absauge. Dass der stehend eingebaute Filter beim Wechsel für eine Riesensauerei sorgt, erwähne ich nur beiläufig.
Glaubt mir, ich habe wirklich viele Ölwechsel in meinem Leben gemacht, es gibt durchdachte Motoren und weniger durchdachte – dieser gehört zu den letzteren.
Bis zum Abend ist die Arbeit erledigt – befüllt wird morgen
Ich lasse es für heute, Feierabend! Ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle und gönne mir ein Feierabendbier auf der Terrasse.
Sibylle kommt und meint, dass wir heute die 40°C Schallmauer durchbrochen haben. Dies würde jedenfalls ihr Wetterbericht anzeigen! Da lohnt sich ein Kontrollblick…
Das Feierabendbier ist wohlverdientDa schlürfe ich mein Bierchen bei 40°C – ob das stimmt???Dieser Wetterbericht scheint mir glaubwürdiger zu sein
Nein! Natürlich hat es keine 40°C – der Wetterbericht auf Sibylles Phone ist wohl KI-gestützt. Die gleiche KI welche mich bei einem Motor mit Stirnrädern den Zahnriemen wechseln lassen wollte.
Mit offenen Augen sieht man die Fehler der KI häufig, spüren kann man sie selten so deutlich wie heute bei der Temperaturdifferenz. In der Tat hatten wir wohl eher 25°C als 40°C – na komm´ wegen der 15°C, pfffft!
Am Abend sind Sibylle und ich zum Dinner mit Freunden verabredet. Am Weg dorthin sehen wir noch einmal nach, ob wir heute unsere Reservierung bei „Harris“ platzieren können.
Leider wird wieder nichts daraus…
Noch einmal fahren wir hoch zu den Mühlen – aber die Bar ist geschlossenEin Blick ins Internet beantwortet unsere Fragen und lässt die letzte Hoffnung platzen
Unser Wunschtermin fällt, wie sollte es anders sein, auf einen Montag. Wir können also nicht reservieren und müssen uns eine Alternative ausdenken.
Der nächste Tag beginnt mit einem Schock! Ich befülle den Motor mit neuem Öl und will ihn kurz starten um den Ölstand korrekt zu messen.
Ich drehe am Schlüssel – und was passiert??? Nix! Gar nix! Nicht mal ein Klicken, einfach nix. Ja Sacklzement, was ist denn jetzt schon wieder?
Es dauert eine zeitlang, bis ich klar identifizieren kann, dass der Magnetschalter des Anlassers der Übeltäter ist. Diese Reparatur werde ich vor dem Urlaubsbeginn des Eignerpaars nicht mehr hinbekommen. Also besinne ich mich auf alte Werkstatttricks – ein paar Hammerschläge an die richtige Stelle…
Na, wer von euch findet den Magnetschalter und weiß, wo hinzuklopfen wäre?
Man sieht den Anlasser kaum – trotzdem kann ich dem Magnetschalter drei Schläge verpassen, während Sibylle den Schlüssel dreht.
Und was soll ich sagen? Der Jockel springt an! Der Fehler trat sporadisch auf, kam die nächsten Tage nicht mehr, ich habe trotzdem einen neuen Magnetschalter als Ersatzteil bestellt.
Ich stelle den Ölwechsel fertig und mache mich dann noch über die Filter her. Auch das ist wieder eine Sauerei, macht aber wenigstens keinen Kummer. Alles klappt und ich kann auch die Motorinspektion von meiner Liste nehmen.
Der Filterwechsel ist eine Sauerei……war aber notwendig
Angelika und Uli von der JASPER wollen heute zum Fisch essen in die „Psarotaverna Gourna“, dort sind wir um 19.30 Uhr verabredet.
Bis dahin haben Sibylle und ich noch etwas Zeit, also gehen wir für einen Sundowner in die „Sunset Bar“ am Gourna Strand. Diese liegt nur wenige Meter von der Taverne entfernt und wir können „just in time“ das Lokal wechseln.
Leider hatte ich während des Sundowners den Kopf nicht frei…
Während Sibylle und ich unser Getränk schlürfen, betreibe ich Recherche zum Anlasser von ELOWYN
Man sieht diesen Teil der Arbeit nicht. Wenn ich Projektarbeiten an ELOWYN zu erledigen habe, dann muss ich pro Projekt etwa drei bis vier Stunden Recherche dazu rechnen.
Fehlerbilder recherchieren, Informationen einholen, Schaltpläne und / oder technische Zeichnungen beziehungsweise Explosionszeichnungen studieren… Last not least folgt die Ersatzteilrecherche und die Bestellung nebst Transportorganisation.
Für heute reicht es aber – Sibylle und ich ziehen weiter in die Taverne am Gourna Strand und genießen das Dinner mit den Freunden in entspannter Umgebung.
Unter der Woche sind nicht viele Gäste in der TaverneDie Sonne versinkt im Meer und taucht den Starnd in warme Farben
Wir gehen in den Endspurt, bevor Tina und Volker ankommen und ihre ELOWYN übernehmen werden,
Sibylle und ich sind mit den Projektarbeiten weitgehend fertig und müssen „nur noch“ klar Schiff machen. Das bedeutet, dass das große Schiff, welches jetzt ja fast ein Jahr an Land stand, innen komplett durchgereinigt werden muss. Zudem muss außen das Edelstahl poliert werden und last not least das Deck zweimal geschrubbt werden.
Diese Reinigungsarbeiten machen wir, bis auf die finale Decksreinigung, über mehrere Tage verteilt. So entstehen „no go areas“ und immer öfter höre ich Sibylle sagen „…da gehst Du mir nicht mehr rein!“
In der restlichen Zeit kümmere ich mich um die Dinge, die man gerne bis zuletzt aufschiebt, die aber doch gemacht werden müssen.
Wie immer starte ich den Tag mit einem Kaffee vor dem Rechner und checke die „To Do – Listen“.
Ohne Kaffee geht gar nix
Da wir das Boot nicht mehr mit Helfern betreten müssen beschließe ich, heute das empfindliche Niedergangsschott zu montieren.
Für den Winter hatte ich mir ein provisorisches Steckschott aus Holz gebaut, dieses bleibt jetzt als Ersatz an Bord. Ab heute soll also das Originalteil seinen Dienst tun.
Es kam was kommen musste – beim Anziehen der Schrauben für die Verriegelung, ist die alte Kunststoff Unterlage gebrochen. Kein Wunder, altes Plastik wird nunmal hart und es handelte sich um die Seite, welche noch nicht ersetzt wurde.
Also wie immer – Material besorgen, nach Plaka in meine kleine Werkstatt fahren und dort ein Ersatzteil anfertigen…
Ich fertige das Ersatzteil nach den Bruchstücken des Altteils
Das klappt ganz gut und so beschließe ich, mir ein Eis zum Frühstück zu gönnen.
Sibylle war in Lakki einkaufen und wir treffen uns in „Repapis“ Eismanufaktur auf eine Eisspezialität nebst einem zweiten Kaffee.
Danach gehen wir zusammen zurück in die Marina um unser Tagwerk zu finalisieren.
Schön, so kann man es aushalten – ja, den versteckten „Monk“ habt ihr natürlich entdeckt 😉Die neue Unterlegplatte für die Schottverriegelung passt einwandfrei
Lang schon liegt mir Eds Antriebsmotor für die elektrische Genua am Herzen. Hier waren die Schleifkohlen zu ersetzen und eine Reinigung des Elektromotors durchzuführen.
Diesen Arbeitsschritt hatte ich bereits erledigt, so war es heute an der Zeit das Aggregat noch einmal zu prüfen, bevor ich es auf EDINA zurücklegen würde.
Dafür musste ich 24V anlegen, die stehen auf ELOWYN zur Verfügung und so konnte ich den Test erfolgreich durchführen. Wobei erfolgreich relativ ist – zunächst gab es ein Rauchwölkchen und diesen typischen verschmorten Geruch – ich war sicher, dass der Motor doch einen größeren Schaden hat.
Bei den weiteren Testläufen lief er aber in beide Richtungen einwandfrei – ich lasse es auf einen Test ankommen und werde den Motor morgen zurück auf EDINA bringen.
Schweißtreibendes Rackern am Eletromotor
Ich freue mich auf den Abend, denn Hans hatte sehr spontan zu einem Griller in deren Haus in Crithoni geladen.
Brigitte musste für einige Tage nach Österreich reisen und er war sozusagen „Strohwitwer“ während dieser Tage. Doch von Langeweile keine Spur – zwei Freunde verweilten mit ihren Booten auf Leros, für die Beiden wurde das BBQ ausgerufen – wir durften an dieser Stelle partizipieren – was wir sehr gerne wahrgenommen haben.
Wir fahren mit dem Mopped nach CrithoniHans steht bereits am Grill als wir ankommenWie immer kommt niemand zu kurzAuch Sibylle greift beherzt zu – beim Salat, welchen es für die Männer in homöopathischer Dosis gabSelbstverständlich rundet ein Ouzo das Mahl ab
Wir kommen erst spät nach Hause und gehen sofort schlafen. Morgen ist wieder ein Tag, an dem sich Kleinarbeiten aneinander reihen werden und wir müssen uns ranhalten um im Zeitplan zu bleiben.
Ja, wir sind a jour – aber irgendwie schiebt sich am Ende eben immer alles etwas zusammen. Sibylle beginnt schon zu waschen und zu packen, denn unsere Fahrt nach Deutschland steht bald an.
Ich beginne langsam mit meinem Auszug vom Schiff, denn ich muss ELOWYN ja zur Übernahme durch das Eignerpaar geräumt haben.
Das alles schreibt sich leicht – kostet aber doch die ein oder andere Stunde.
PITSCH – ich stehe in etwas Nassem! Was ist das???
Wasser am Salonboden – und nicht wenig! Na toll, wenn der Tag schon so anfängt
Ich bin schon fast am Verzweifeln und verharre wohl für eine Sekunde in meinen Gedanken.
Lang genug um für eine schnelle Klärung der Ursache zu sorgen – denn meine kurze Denkpause reicht aus, um einen kleinen Piepmatz in Sicherheit zu wiegen…
So setzt er sein morgendliches Bad in aller Seelenruhe fort – während ich unter der Luke stehe. Er lässt sich auch nicht beirren, als ich zum Foto greife – zu verlockend schien die Ansammlung von Morgentau in der Ablaufrinne der Luke.
Na dann, es sei ihm vergönnt – aufwischen kann ich später
Als Sibylle kommt, schicke ich sie in den Keller! Klingt schlimm, war es aber nicht. Ich bitte sie natürlich, für mich ein Bild zu machen – denn es steht noch die Überprüfung eines Seeventils an, welchem ich aber von jeher vertraut habe.
Wir konnten das Ventil in der Segellast nicht final prüfen, denn alle Segel befanden sich in dem Stauraum. Heute liegt nur der große Gennaker im Kompartement und eine schlanke Person kann sich in dem verbleibenden Raum soweit bücken um ein Foto zu machen.
Bei der Auswahl der „schlanken Person“ komme ich nicht in die Gruppe der Finalisten, so wird entschieden, dass Sibylle doch bitte dieses Kontrollfoto machen möchte – et voilá…
Alles perfekt – keine Nacharbeit auf der Innenseite nötig
Natürlich muss ich für diese Hilfestellung Fröhndienste leisten – nichts ist umsonst im Leben!
Meine Gattin, welche sich normalerweise am Vormittag um die Einkäufe kümmert, fordert heute meine Unterstützung an. Es seien Getränke zu kaufen und da brauche sie die kräftige Unterstützung ihres Ehemannes. Hm, natürlich rieche ich den Braten, aber sie weiß schon wie sie mich packen muss – wie könnte ich da ablehnen?
Also setzen wir uns in Klicker und fahren los um Wasser und Bier zu kaufen – und siehe da…
Echte 32°C am Vormittag – das erste Mal ein beständiger Dreier
Es hat fast einen Monat länger gedauert als letztes Jahr! Zum ersten Mal steht die 3 als erste Ziffer auf der Temperaturanzeige und von nun an nur noch sehr selten weichen.
Der Hochsommer kam schleppend und mit etwas Verspätung – aber ab nun dürfen wir uns an dauerhaften Sommertemperaturen erfreuen – des einen Freud´ des anderen Leid.
Sibylle vertröstet sich mit den „angenehmen“ Temperaturen die wir in Deutschland erwarten dürfen – dass dies ein fataler Trugschluss sein würde, konnte heute noch niemand ahnen.
Spoileralarm – dass die letzten Tage meines geliebten Klicker anbrachen, konnte zu diesem Zeitpunkt auch noch niemand ahnen. Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…
Nach unserer Rückkehr, hebe ich das Level der noch offenen Arbeiten auf ein neues Niveau!
Aus einer Sicherungsleine fertige ich neue Bändsel für ELOWYN
Eine der verwendeten Sicherungsleinen war in einem noch sehr guten Zustand, aber als klassische Arbeitsleine einfach unterdimensioniert.
So habe ich kurzerhand entschieden, dass ich daraus einige neue Bändsel fertigen würde. Ich war zufrieden – mit meiner Arbeit und auch mit der Tatsache, dass dies ein klares Anzeichen dafür ist, dass die wichtigen Arbeiten wohl im Kielwasser liegen.
Die „neue Hitze“ macht sich deutlich bemerkbar – wir schwitzen mehr als sonst beim Arbeiten und so lehnt Sibylle auch nicht ab, als ich nach einem Feierabendbier auf der kühlen Terrasse des „La Palma“ Café´s rufe.
Geeistes Glas, schöner Ausblick – was will man mehr?
Zum Dinner haben wir uns noch einmal mit Strohwitwer Hans verabredet.
Wir wollten es nicht versäumen einmal die Ouzerie „O Sotos“ einzukehren. Hans hatte das kleine aber durchaus gute Lokal in Drimonas noch nie besucht, wir haben daher beschlossen diese Lücke heute zu schließen.
Natürlich verabreden wir uns für eine Zeit, zu der wir noch etwas vom Sonnenuntergang über der Gourna Bucht haben würden.
Die Ouzerie ist als Fischlokal bekannt, scheint von außen tatsächlich eher wie eine kleine Ouzerie, kann aber vom Angebot der Speisen mit den anderen klassischen Tavernen mehr als mithalten.
Die Szenerie rund um die Ouzerie ist jedenfalls fantastisch und typisch griechisch.
Die kleine Ouzerie „O Sotos“Nett dekoriert
Wir nehmen Platz und wer kommt ums Eck??? Aleko, Mariettas Cousin – wir kennen uns schon lange und wussten nicht, dass er nun hier arbeitet.
Es gibt ein kurzes Hallo und ein wenig Small-Talk. Wie geht es dem Haus, was sind eure Pläne?
Ich erzähle, dass meine NESSAJA verkauft ist und ich gelegentlich nach einem kleinen Boot Ausschau halte. Da schnappt mich Aleko am Arm und zerrt mich hinter das Haus – er bietet mir zwei Boote zum Kauf an, ich könne überlegen…
Kaum haben wir Platz genommen……zerrt Aleko mich zu den Booten
Ich werde keines dieser Boote kaufen. Das ist nicht was ich suche. Aber die Situation zeigt mir – man muss nur warten können.
Es wird sich eine Gelegenheit bieten ein neues Boot zu haben – und ich werde merken, welches Schifferl das richtige zu sein scheint, es wird mich finden.
Ich gehe zurück an unseren Tisch, wir genießen unser Bier und stoßen auf das Leben an. Die Sonne schmeichelt uns noch, es wird noch etwas dauern, bis sie am Horizont verschwindet.
Die Sonne taucht den alten, kleinen Hafen in ein weiches LichtZu dieser Jahreszeit geht sie hinter dem Berg unter – etwas früher im Jahr fällt sie direkt ins MeerDie Speisen schmecken super und sind schön angerichtet – wir essen im letzten SonnenlichtFotografiert ohne Filter oder Korrekturen – das Licht ändert sich, die Sonne taucht alles in ein warmes OrangerotMinuten später beginnt die „blaue Stunde“ die wir außerordentlich genießen
Der Abend war wunderschön, wir haben herrlich gesessen und bestens gespeist. Zusammen beschließen wir, dass wir nach Brigittes und unserer Rückkehr sicher noch einmal hierher zum Dinner kommen würden.
Dann lassen wir den Abend langsam ausklingen und fahren zurück zu unseren Quartieren.
Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Nervenkrieg – denn ich beschäftige mich mit der Telekom! Was in Deutschland schon ein Wahnsinnsakt ist, kommt in Griechenland dem Versuch der Quadratur des Kreises gleich.
Mit dem Kauf meiner SIM habe ich die Büchse der Pandora geöffnet…
Nix klappt – kein Wunder, Cosmote ist eine Tochter der Telekom
Wer mich länger kennt weiß, dass ich auf Kriegsfuß mit der deutschen Telekom stehe. Es war daher ein fast körperlicher Schmerz eine Cosmote SIM zu kaufen, als ich erfahren hatte, dass Comote eine Telekom Tochter ist.
Aber ich schätze Cosmote in Griechenland und habe mir einen Ruck gegeben, nachdem ich mehrfach darauf angesprochen wurde, mir „endlich eine griechische Telefonnummer zu holen“ und diese auch schon bei Bank- und Behördenbesuchen schmerzlich vermisst habe.
Ich stelle auch fest, dass die griechischen Handwerker lieber lokale Nummern anrufen und es ist auch so, dass hier noch viel mit SMS geht – auch das ist mit lokalen Nummern einfacher.
Ich mache es kurz – ich verbringe Stunden am Computer, kann das Problem der Online Freischaltung aber nicht lösen. Da wir keinen Cosmote Shop auf Leros haben, vertage ich die Lösung auf unsere Heimfahrt. Ich suche einen Shop in einer Großstadt auf!
Heute nehmen wir uns einen Tag frei…
Wir gehen an den Strand, chillen, baden und genießen das LebenWir entdecken die „Ammos Bar“ für uns – hier waren wir noch nichtDie Snacks sind gut und preiswert, das Ambiente ist einladend
Natürlich kennen wir die „Ammos“ Bar schon lang – aber wir sind bisher nie dort eingekehrt. Dabei stehen dort schöne Liegen am Strand, der Service ist freundlich und das Angebot gut und preiswert.
Zudem ist das Café vor dem Strandabschnitt, bei dem man am schönsten ins Wasser gehen kann – der Kies ist dort feiner als bei den gutbesuchten Nachbarn.
Wir freuen uns über diese Erkenntnis und wir beschließen hier öfter einzukehren. Den Rest des Tages verbringen wir hier.
Wir ließen uns heute treiben und bemerkten dabei, dass wir dies kaum noch tun. Nach fünf Jahren ist unser neues Zuhause zur Gewohnheit geworden. Umso mehr genießen wir den heutigen Tag und freuten uns dabei schon auf das Abendessen – denn heute waren wir von Ellen und Dominik auf ein uns sehr wohlbekanntes Schiff geladen…
Wir waren zu ersten mal als Gäste auf LUMARA, unserer alten NESSAJA.
Es wird gegrillt, die beiden hatten fleißig eingekauftDas Geschirr kenne ich doch 😉 – wir speisen lecker bei der jungen schweizer Crew
Der kommende Tag begann wie alle anderen auch, er hatte aber die „Überraschung des Monats“ in petto – leider war es keine angenehme…
Nachdem der Eigner von EDINA sein Kommen für Mitte Juni angekündigt hat, also später als zunächst gedacht, habe ich beschlossen, noch einmal einen Kontrollgang zu machen.
Es ist der Tag bevor wir ELOWYN übergeben müssen und wir sind eigentlich in die Reinigungsarbeiten eingebunden – aber es ist ja nur eine kurze Stipvisite auf der blauen CNB60.
Ja und da habe ich mich mal wieder richtig getäuscht!
Als ich die Systeme starten will, geht gar nichts mehr! Gar nichts! Die Ursache finde ich kurze Zeit später…
Es ist wieder Wasser im Schiff
Ich rufe sofort Alex an, denn er hat einen ppm-Tester mit dem wir meinen Verdacht bestätigen wollen – es handelt sich um Salzwasser.
Offen gesagt verspürt keiner von uns den Wunsch einen kräftigen Schluck der grauen Melasse zu sich zu nehmen, dennoch nippen wir vorsichtig an einem Glas mit dem wir abgeschöpft haben – schmeckt salzig…
Naja, was für uns eigentlich klar war, wurde durch den Tester bestätigt – Salzgehalt und Leitfähigkeit außerhalb des Messbereiches – es handelt sich um reines Meerwasser!
Ich rufe den Eigner an und gebe ein Alarmsignal, aber zunächst wird beschwichtigt.
Der Test ist eindeutig
Ich werde nachdrücklich und schicke Bilder – es geht hier um eine ganze Menge Wasser.
Klar, vermutlich sinkt das Boot nicht, aber um die Ursache zu finden, muss es sofort ausgepumpt werden und dann unter Beobachtung gestellt werden. Ich habe nur noch heute ein paar Stunden Zeit, dann muss ich das Tun beenden.
Der Eigner stimmt zu, dass wir das Boot zunächst mit einer 18.000 l/h Tauchpumpe auspumpen. Mit einem 1„ Schlauch läuft diese Pumpe rund 45 Minuten bis die Bilge weitgehend leer ist. Wir sprechen also von mehreren 1.000 Litern Seewasser – diese haben starke Schäden ausgelöst.
Die Pumpe wird in die Bilge abgesenkt……und in die richtige Position gebracht – dann heißt es „Wasser marsch“Der daumendicke Strahl läuft rund 45 Minuten ununterbrochenDie Schäden sind weitreichend
Wir informieren den Eigner und geben den Rat, den geplanten Urlaub zumindest planungstechnisch anzupassen, denn nach unserer Einschätzung ist eine „schnelle Reparatur“ eher nicht möglich.
Ich nehme vorweg, dass Alex die Fehlersuche übernehmen wird, später ein schadhaftes Seeventil findet und das Schiff zum Zwecke der Reparatur abermals auf´s Trockendock geht.
Das war kurz vor knapp – zum Glück habe ich noch einmal nach dem Rechten gesehen.
Der Burger im „SouVLakki“ am heutigen Abend war mehr als verdient!
Wahnsinnsburger im „SouVLakki“
Ich bin Frühaufsteher und genieße die kühlen Stunden am Morgen. Meine Fahrt an den Panteli Strand mache ich inzwischen nicht mehr – wie gesagt, man gewöhnt sich an das was man täglich hat.
Vielleicht sollte ich darüber etwas mehr nachdenken, nichts ist selbstverständlich…
Anders sieht es mit meinem Kaffee aus, der muss einfach sein und nach den recht warmen Nächten zur Zeit, bin ich froh,diesen zu früher Stunde an frischer Luft genießen zu können.
Es ist vor 07.00 Uhr, die Luft ist noch frisch
Nachdem Sibylle zu mir in die Marina gekommen war, haben wir Klicker aus dem Schönheitssalon geholt.
Bei uns auf Leros gibt es keine Waschanlagen wie wir sie aus Deutschland kennen. Wenn eine Wagenreinigung nötig ist, dann gibt man sein Auto an der Tankstelle zur Komplettreinigung und holt es ein paar Stunden später wieder ab.
Klicker muss die nächsten zwei Tage als Leihwagen für Tina und Volker dienen, er soll sich in bester Verfassung zeigen – und seine Beautykur hat Wunder gewirkt, er sieht (fast) aus wie ein Neuwagen…
Klicker glänzt wie ein Ei
Hans Peter und Petra hingegen setzen ihre Tour mit LIBERTÉ Richtung Norden fort.
Es gibt diesen „WhatsApp-Status“ in dem die Beiden fast parallel zueinander ihren Tag Revue passieren lassen – Sibylle und ich verfolgen die Geschichten fleißig und tauschen uns natürlich auch dazu aus.
Heute erreicht uns ein Bild, auf dem zu sehen ist, dass LIBERTÉ, HARMONY und CARPE DIEM auf Limnos zusammentreffen und dort quasi ein „Leros Marina Evros“ Meeting stattfindet.
Ich freue mich für die drei Crews
Sibylle hat mich in der Entscheidungsfindung rund um den Verkauf von NESSAJA oft gefragt, warum ich nicht einfach zustimmen kann unser Schiff zu behalten und Inselrunden durch die griechische Ägäis zu drehen…
Dieses Bild hilft mir sehr dabei, ihr meinen Standpunkt zu erklären – das ist genau das, was ich nicht will.
Griechische Inseln entdecke ich lieber mit dem Motorrad, das gibt mir einen größeren Radius und mehr Möglichkeiten. Dieser Gedanke sollte im weiteren Verlauf des Monats noch eine wichtige Rolle spielen.
Ich verhole mich zurück zu „meinem Thema“, denn heute muss ich meine letzten Siebensachen von ELOWYN räumen. Ich ziehe final aus, das Schiff ist klar für die Urlaubswochen der Eigner.
ELOWYN ist fertig, sie wartet auf die Ankunft der EignerIch nehme meine letzten Habseligkeiten von Bord
Ich werde für die letzten zwei Nächte bis zu unserer Abreise nach Deutschland bei Sibylle in Xirokampos schlafen.
Wer sich schon länger fragt, warum wir uns so ungewöhnlich aufteilen und nicht einfach an einem Platz nächtigen muss wissen, dass wir absolut ungleiche Schlafraumtemperaturen wünschen. Wir Beide haben gelernt zu akzeptieren, dass es kaum einen Kompromiss geben wird.
Also richte ich mir auch in Susannes Haus eine Art „Notschlafplatz“ ein. Hier liege ich aber für die zwei Folgenächte sehr kommod.
Die Couch ist sehr stabil und groß genug, hier würde ich mein Lager aufbauenGedacht – gemacht
Zurück auf ELOWYN machen wir ein letztes Mal das Deck klar, dann räumen wir die Putzutensilien weg.
Das Schiff wartet nun auf die Ankunft von Tina und Volker, die nach mehr als einem Jahr zu ihrer ELOWYN zurückkehren um darauf Urlaub zu machen.
Heute Abend werden sie Leros erreichen, wir werden sie vom Flughafen abholen, ihnen Klicker übergeben und dann gemeinsam zu Abend essen – ab Morgen beginnt die straff geplante Übergabe des Schiffes.
Ein letztes Mal klarieren wir das DeckAm Abend kommen die Eigner an – große Wiedersehensfreude
Der neue Morgen fühlt sich komisch an. Ich wache in einem mir fremden Bett auf, muss zusehen, wie ich an meinem Kaffee komme.
Die Situation ist komplett anders, ungewohnt… Mehr Lebensraum, vielleicht etwas komfortabler, aber eben nicht mehr maritim, weniger „speziell“. Sollte ich mich mich final entscheiden wieder in einem Haus zu leben, dann wird dies eine große, langandauernde Umstellung.
Glücklicher Weise finde ich alle Utensilien die ich zur Kaffeebereitung brauche, den Rest habe ich mitgebracht.
Ich koche mein Kaffeewasser auf Gas……und brühe dann frisch auf – ich habe mich vor Jahren für Filterkaffee als Favorit entschiedenDann setze ich mich auf die Terrasse und genieße – den Ausblick, die Morgenluft und meinen Kaffee
Am Vormittag treffen wir uns mit unseren Freunden auf ELOWYN. Dieses ganze Brimborium ist nur deshalb erwähnenswert, weil auch Tina und Volker ziemlich tough geplant haben.
Ihre Gäste werden heute am frühen Nachmittag anreisen, wir müssen die Übergabe also bis dahin geschafft haben.
Es gilt das neue Kettenzählwerk noch zu testen und mit Volkers Wunschparametern zu programmieren, wir müssen den neuen w-Lan Router kurz besprechen und neue Kennwörter vergeben und darüber hinaus natürlich auch die erledigten Arbeiten und das neue Ordnungssystem kurz diskutieren.
Wir bekommen das aber hin und können nach der Ankunft der Gäste zum gemütlichen Teil übergehen.
Ich erledige noch kurz eine Sendungszustellung für LUMARA, denn Tina war so nett, ein Päckchen aus Deutschland mitzubringen.
Dominik und Ellen waren nicht an Bord – Zustellung erfolgt im Postfach 😉
Wir ziehen mit der nun kompletten Urlaubscrew der ELOWYN weiter – zunächst an den Panteli Strand, wo wir uns ein Erfrischungsgetränk für innen und ein Bad im Meer für die Abfrischung von außen gönnen.
Den Tag werden wir im „Mylos“ ausklingen lassen, ein von langer Hand geplanter Abend. Leider hat es ja mit dem Besuch im „Harris“ nicht geklappt, aber so bleibt noch Luft nach oben.
Das „Mylos“ ist immer wieder ein Highlight, so auch heute. Es ist zurecht und immer noch das führende Lokal auf Leros – hier stimmt einfach alles.
Nomen est Omen – der Ausblick von unserem Tisch in die eine Richtung……und Richtung Kastell in die andere – natürlich macht auch Sibylle einige Bilder für´s AlbumMehr geht nicht!Wir bekommen einen perfekten Tisch – ich habe vor sechs Wochen reserviertWenn das mal kein perfektes Motto istAlleine schon die Vorspeisen aus rohem Fisch sind ein Gedicht
Das gesamte Dinner war wieder einmal ein Highlight. Es gibt nichts was man auszusetzen hätte oder tadeln möchte.
Das „Mylos“ ist ein Lokal in dem man viel öfter einkehren möchte, dass es dennoch eine Besonderheit bleibt, ist dann doch dem, durchaus berechtigten, Preisniveau geschuldet.
Wir gönnen uns „Pavlova“ als Nachspeise, ein Desert für das es sich zu sündigen lohnt und verlassen den Speisetempel danach zufrieden, satt und müde – morgen wieder in alter Frische!
Am nächsten Morgen treffen wir uns alle auf ELOWYN – der Abschied naht, es ist zudem der Tag unserer Abreise nach Deutschland. In dem Trubel der Vorbereitung lässt Volker es sich nicht nehmen, mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk zu machen. Da ich sowieso meine GS in die Garage nach Plaka räumen muss, bringe ich mein Geschenk gleich an Ort und Stelle…
Ich mag meinen Schlumpf, meinen Smurfy…Sibylle fragt, ob ich die Dinger tatsächlich ranmachen will – ja klar!
Wir räumen noch ein bisschen herum, bringen Dinge nach oben und holen andere Sachen ab. Nicht vergessen, im Hintergrund laufen ja bereits die Vorbereitungen für unsere Abfahrt heute Nacht – auch wir müssen packen.
Es wird Zeit, dass auf ELOWYN die Leinen übergehen und die Freunde in ihren verdienten Urlaub starten.
Ich bin zufrieden – viel Arbeit liegt hinter mir, es erfüllt mich mit Freude und auch etwas Stolz, wenn ich die weiße Schönheit aus ihrer Box gleiten sehe.
Ok, ein bisschen freut mich auch, dass MEIN Urlaub beginnt – und zwar JETZT!!!
Alle Mann an ihre Positionen……Leinen los – ELOWYN legt ab zu einem dreiwöchigen TörnMein Patenschiff verlässt die Marina – ich habe Urlaub
Wie schon gesagt, muss noch einiges gepackt werden. Ich bin im Bereich Reisegepäck deutlich im Vorteil, weil ich IMMER mit kleinem Gepäck reise.
Sibylle ist da anders, das ein oder andere Jäckchen muss mit, ein Paar Schühchen pro etwaigem Anlass? Die Segelertasche schwillt nach und nach an und ich denke im Stillen daran, dem Menschen der Koffer mit Rollen erfunden hat, posthum eine Medaille zu verleihen.
Ich widme mich den Aufgaben, welche wir mit nach Deutschland nehmen werden. Dafür habe ich Zeit während Sibylle versucht ihre Reisetasche zu schließen, allerdings muss ich abermals nach Plaka fahren.
Drei Standheizungen, einen Satz Winterreifen und einen Gennaker – ich schlichte das Zeug in Klicker
Als ich die Ware gepackt hatte, habe ich noch Sibylles Breezy verstaut und mich dann nach Xirokampos verholt.
Nach dem Packen des Autos war noch Zeit für eine Dusche, dann hieß es die Türe hinter sich ins Schloss zu ziehen. Wir sagen leise „Servus“ zu unserer Katikia in Plaka und zum Haus in Xirokampos – bis in viereinhalb Wochen.
Dann verholen wir nach Merikia ins „Serza“, dort hat uns Brigitte heute zum Dinner eingeladen – es ist unser Abschiedsdinner, gleichzeitig stoßen wir aber auf ihren Geburtstag in zwei Tagen an. Gratulieren dürfen wir nicht, aber wir stoßen gemeinsam auf das Leben an – das darf man auch vorab.
Klicker steht fertig gepackt vor dem „Serza“ – bald schon muss er auf die FähreWir stoßen gemeinsam mit Brigitte und Hans auf Brigittes Geburtstag an……und lassen uns den Tisch vollstellen mit all den Köstlichkeiten aus „Serzas“ KücheWas haben wir geschlemmt – das Essen war ausgesprochen lecker
Gegen 22.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hafen in Lakki. Nach langer Renovierungszeit war dieser wieder frei für den Fährverkehr und wir waren froh, nicht im sommerlichen Trubel von Agia Marina anstehen zu müssen.
Pünktlich um 22.45 Uhr traf die Fähre ein und wir verabschieden uns nach Brigitte und Hans auch von Vroni und Holger, die extra noch einen Abendspaziergang zum Hafen gemacht hatten, um uns „lebwohl“ zu sagen.
Wir setzen uns in unseren treuen Audi und starten den Motor, sobald die Fähre festgemacht hat geht alles ruckzuck.
Die BLUESTAR II läuft in Lakki ein
Wir schlafen herrlich in unserer Außenkabine, durch deren Fenster das Mondlicht hereinstrahlen kann. Auf den obligatorischen Ouzo verzichten wir diesmal, wir durften diesen Absacker schon nach dem Dinner genießen.
Am nächsten Morgen sind wir ausgeruht. Die Küste vor Athen ist schon in Sichtweite und wir gehen in den Salon um einen Kaffee zu trinken.
Als ich mein Handy starte, kommt ein Bild von Mireille – ein Schnappschuss von ihrer Begegnung mit ELOWYN…
SUNNY SIDE UP meets ELOWYN – ich schicke das Bild an Volker
„Big Brother is watching you!“ Ich schicke das Bild an Volker, nicht ohne einen zwinkernden Smiley.
Inzwischen hat die BLUESTAR II in Piräus angelegt und wir werden ausgespuckt. Schnell sehen wir zu, dass wir das Weite suchen, zuvor müssen wir aber noch ein paar Liter tanken. Den Rest füllen wir in Patras auf – der Diesel ist in griechischen Städten deutlich billiger als in Italien.
Vor uns liegen rund 300 Autobahnkilometer von Piräus nach Patras.
Dort angekommen, ist mein erster Weg der in den „Cosmote“ – Store. Dort treffen wir auf eine junge Dame, welche kundenorientiert, schnell und kompetent hilft. Binnen weniger Minuten ist meine Cosmote SIM aktiviert und ich im Besitz einer griechischen Mobiltelefonnummer. Kosten der Aktion? Keinen Cent!
Diesen Store habe ich aufgrund seiner guten Bewertungen ausgesucht – und genau so eine 5-Sterne Bewertung gebe ich jetzt ebenfalls ab.
Unscheinbar – aber hier wird erstklassiger Service geboten
Meine Gattin und ich verholen in ein Strandcafé, dort gönnen wir uns einen Snack und einen Cappuccino, dann erst ziehen wir weiter zum Hafen.
Das ist immer etwas ätzend, denn man sollte für den Check-In etwa zwei Stunden vor Abfahrt da sein, muss dann aber lang auf das Boarding warten. In etwa ähnlich wie beim Fliegen – also stellen wir uns nach erfolgter Abfertigung in die Schlange.
Klicker verlässt Griechenland – was wir noch nicht ahnen, er wird nie mehr zurückkommen
Wir haben Glück – diesmal geht es relativ schnell und wir dürfen bald an Bord.
Da die PKW´s wohl ganz nach unten gefahren werden und es auf diesen Decks und auf den Laufwegen dorthin recht eng ist, wird Sibylle angewiesen als Fußgängerin zu boarden. Wir würden uns in der Lounge wieder treffen…
Klicker steht im Untergeschoss in zweiter Reihe – wir würden zu den letzten gehören die die Fähre verlassenMan muss einmal quer durch die Fähre laufen……und verwinkelten Gangwegen folgen – hier sollen wenige Personen herumlaufen
Ich gehe also den langen Weg zu den Aufenthaltsbereichen der Fähre und treffe dort meine Frau wieder. Sie hat inzwischen an der Rezeption eingecheckt und uns einen netten Platz reserviert.
Wir trinken noch ein Bier zusammen und essen die obligatorischen „Fährspaghetti“ im Selbstbedienungsrestaurant, dann machen wir es uns in unserer Kabine gemütlich. Auf solchen Überfahrten ist man immer etwas müde, es schadet nicht, sich auch mal etwas früher zurückzuziehen und auszustrecken.
Ich bin froh – mit Klicker hat alles geklappt. Ich hatte die „183-Tage Regel“ etwas überzogen und wollte keinesfalls ertappt und gestraft werden. Dieser Kelch scheint an uns vorübergegangen zu sein.
Ein kleines Abendessen genehmigen wir uns noch……dann heißt es „ab in die Koje!“ Wir haben abermals eine Kabine mit Fenster – diesen Luxus gönnen wir uns
Abermals schlafen wir ganz gut. Sibylle klagt immer ein wenig wenn sie Bettenwechsel hat, ich dagegen kann mich hinlegen und schlafe meist perfekt.
Der Blick aus unserer Kabine ist schön, wir sehen die Sonne am Morgen aufgehen, Land ist jedoch noch keines in Sicht.
Naja, bis zum Zielhafen Bari sind es ja auch noch ein paar Meilen.
Aus unserem Fenster sehen wir über den Bug – die Sonne geht gerade auf
Wir kommen fast pünktlich in Italien an und wie erwartet, zieht es sich etwas hin, bis sich die Massen sortiert haben. Das Entladen einer Fähre ist immer spannend, denn man muss mit dem Auto gehörig rangieren und nicht jeder Fahrer hat seinen Wagen oder gar sein Gespann so im Griff, um bei dem Geschrei cool zu bleiben.
Dann geht aber doch alles ganz schnell, wir erreichen die Autobahn und fahren los Richtung Heimat.
Meist kommen wir gut voran, Stau gibt es nur selten – in Italien ist es brutal heiß
Über die Ausgestaltung der Heimfahrt herrscht Uneinigkeit. Ich würde durchziehen und in die kühle Nacht hineinfahren.
Geplant ist eine Ankunft bei unserer Tochter in Erding, wir könnten zu jeder Tages- und Nachtzeit ankommen. Das möchte Sibylle nicht. Sie will eine Nacht Pause einlegen und so suchen wir uns in Carpi, das liegt zwischen Modena und Verona, eine Unterkunft für eine Nacht.
Hier haben wir bei der Auswahl unserer Unterkunft richtig Glück. Sibylle hat inzwischen ein geübtes Auge für die attraktiven Übernachtungsangebote und sie findet eine Art Agritourismo in einem alten, renovierten Bauernhaus. Dort kommen wir gegen 19.00 Uhr an…
Unser Zimmer ist richtig geschmackvoll hergerichtetDas Bad ist auch sehr stilsicher renoviert – ich freue mich über die große Dusche mit GlaswandDie Böden gefallen uns – wir denken an unser Haus
Zum Abendessen fahren wir noch einmal in die kleine Stadt, welche einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck auf uns macht.
Wir finden über Google-Maps eine Pizzeria, denn Pizza steht bei uns beiden heute auf der persönlichen Menüliste ganz oben, dazu ein großer Salat und der Tag wäre perfekt!
Ich würde das Lokal ja „Baci“ nennen, aber das tut der Qualität keinen AbbruchWir speisen super, den Salat hatten wir schon verputzt
Zurück in unserem Zimmer waren wir froh eine Klimaanlage zu haben, darauf hatten wir bei der Buchung gar nicht so geachtet.
Zum Spätnachmittag kletterte das Quecksilber in Carpi aber auf rekordverdächtige 37°C, wir waren dankbar, dass der elektrische Raumkühler gute Dienste leistete und konnten so auch sehr gut schlafen.
Ich wache am nächsten Morgen sehr früh auf und wecke Sibylle. Ausschlafen steht heute nicht am Programm, wir haben noch ein paar Kilometer abzuspulen. So finden wir uns bereits um 06.00 Uhr wieder auf der „La Strade“ und tippen als nächstes Ziel „Miesbach“ in das Navigationssystem.
Zwischenstops gibt es zum Frühstück, zum Tanken und um eine Mautplakette zu kaufen. Auch Miesbach ist „nur“ ein Zwischenstopp um einen Kaffee mit Schwiegertochter Sonja zu trinken und die Jungs von der Schule abzuholen – Überraschung!
Angekommen – wir warten vor dem Maibaum auf den Schulschluss der JungsDie einen essen Kuchen, meine Wahl fällt auf eine „Holnburger Kas-Lerkassemmel“ – der heilige Gral der Leberkaslover
Nach dem großen Hallo in Miesbach steigen wir noch einmal in das Auto um die letzten 80 Kilometer bis Erding abzuspulen.
In Erding herrscht ebenfalls fast unerträgliche Hitze, die sich noch dazu im Garten der Kinder staut.
Mikey und ich beschließen daher, mit der kleinen Heidi zum Abfrischen zum nahegelegenen Weiher zu fahren. So darf ein Deutschlandbesuch starten…
Der Naturweiher lädt zur Abkühlung, auch hier hat es 34°C
Wir werden die erste Nacht bei den Kindern in Erding schlafen und uns dann neu sortieren.
Der Sommer hat auch Deutschland fest im Griff! Die ersten zehn Tage unseres Besuches werden wir stets über 30°C haben, Das war erhofft, denn so glaubten wir, allerhand mit den Enkeln unternehmen zu können – ich nehme es vorweg, dieser Plan ging nicht ganz auf.
Naja, immerhin kann ich gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit Neu-Enkelchen Fred machen. Ich hatte den sechs Monate alten Knirps bisher noch nicht kennen gelernt. Er macht es mir einfach Freundschaft zu schließen…
Mini meets Maxi
Das Eis war gebrochen, die Kinder haben Spaß mit uns, müssen dann aber ins Bett, der erste Abend bricht an.
Mikey kocht asiatisch, Reis mit gebratenem Tofu, ein Gericht, welches von den Damen hochgelobt wird. Mein Einwand, dass man doch noch ein gebratenes Guruguru obendrauf legen könnte, wurde einfach ignoriert.
Spaß beiseite – ein sehr leckeres Essen und endlich mal ein anderer Geschmack!
Reis mit gebratenem Tofu – klingt banal, war aber echt lecker
Der nächste Tag hält ebenfalls tropische Hitze für uns bereit – so ist es kein Wunder, dass sehr schnell der Entschluss gefällt wird abermals zum See zu fahren. Wir baden erst im Weiher und ziehen dann weiter zum vorbeifließenden Bach, welcher endlich die ersehnte Abkühlung bringt.
Wir halten es eine Weile aus, dann ziehen wir noch einmal weiter zu Mikeys Eltern, denn dort ist für heute eine Leberkasorgie ausgerufen. Christine hatte mir versprochen, dass sie nach unserer Ankunft dafür sorgen würde, dass mein Guster auf Leberkas für lange Zeit gestillt wäre…
Challenge accepted!
Ein echtes Spezi, dafür bleibt sogar das Bier stehenVielen Dank für die Einladung – „Leberkas – no limit!“Auf den Tisch kommt eine TriologieMein „all time favorite“ – Kasleberkas
Für fünf Personen macht die Freundin drei Sorten Leberkas aus drei Kilo Brät. Zusätzlich kommt noch Käse und diverse andere Zutaten dazu – ich würde also das Gesamtvolumen auf vier Kilogramm schätzen.
Klar bleibt was übrig – aber mit sieben Scheiben erfülle ich fast mein Soll. Auch die anderen mampfen als gäbe es kein Morgen mehr. Es war soooo lecker!
Heute hätte ich mir nichts besseres vorstellen könnenAuch der Kartoffelsalat war ein Gaumenschmaus
Die Beschreibungen der nächsten Tage sind etwas oberflächlicher. Es versteht sich, dass wir sehr viele private Momente mit der Familie und den langjährigen Freunden hatten.
Privaten Momenten haftet an, dass sie dies auch bleiben sollen – privat.
Es sei aber soviel verraten – Sibylle und ich müssen unsere getrennte, „seltsame“ Lebensweise auch hier beibehalten. Meine Frau ist 102% familienorientiert und steht auch parat, wenn sie andere Pläne und Ideen hätte. Ich kann das nicht in diesem Umfang liefern, ich brauche auch mal meine Stunde für mich, einfach abhängen ohne etwas „zu müssen“. Zudem ist auch hier das bereits genannte Thema Schlaftemperatur omnipräsent, wir entscheiden – ich suche mir ein Quartier welches zu meiner Ideologie passt.
Hier springen meine Freunde Rita und René ein. Es gibt wider Erwarten ein Zimmer am Schliersee und René bucht mich kurzerhand für vier Wochen ein.
Um dem wochenendlichen Wahnsinn zu entrinnen, fahre ich sehr frühmorgens los und sidle an den Schliersee um – Sibylle und ich werden abwechselnd zwischen den Stadorten pendeln. Was zwischen Lakki und Xirokampos funktioniert, muss doch zwischen Erding und Schliersee auch klappen.
Es ist knapp 05.30 Uhr als ich losfahreDie Stimmung ist perfekt, die Luft frisch und kühlDer Sonnenaufgang ist mein Zündfunke an diesem Morgen
Ich kaufe mir bei einem Bäcker der gerade eben geöffnet hatte mein Frühstück ein.
Mein Plan ist, nach meiner Ankunft am See schwimmen zu gehen, danach im Garten zu frühstücken und dann mein Zimmer zu beziehen.
Sieht gut aus, es scheint alles zu klappen – es ist schon Wahnsinn, welche Strecken wir in diesem Zuge zurückgelegt haben. Mein treuer Klicker schlägt sich wacker – ich ahne nicht, dass sein Ende kurz bevor steht.
Von Bari über Miesbach und Erding zurück an den Schliersee – wieder liegen 1.500km hinter unsIch freue mich im Hochsommer in der alten Heimat zu seinNoch liegt der See friedlich da – die Touristen kommen erst späterIm „Haus Seegarten“ (Zimmer unten rechts) werde ich die nächsten vier Wochen wohnen – direkt am SeeuferErstmal gehe ich baden und wecke so die Lebensgeister – das mache ich jetzt jeden Morgen und jeden AbendDann gönne ich mir mein Frühstück – mehr braucht´s ned
Schön langsam werden die Touristen und Pensionsgäste wach. Auch meine Freunde sind schon fleißig, sie müssen die Frühstückstische decken.
Ich kann mich einbringen, ich weiß was zu tun ist – ich bin nicht das erste Mal hier, viele der Abläufe sind mir vertraut.
Später checke ich in mein Zimmer ein und bin froh, ab heute mein Refugium zu haben. Hier fühle ich mich wohl…
Ein schönes MottoHier habe ich alles was ich brauche
Ich beginne zu genießen – unsere Heimatregion ist auch sehr schön, zumal dann wenn der Wettergott einem hold ist.
Saftige Wiesen, Kühe, Glockengeläut und das Panorama der Alpen. Es ist ein herrliches Stück Erde. Ich lasse meinen Blick schweifen und versuche mich satt zu sehen.
Nanu? Was ist das? Potztausend! Ein Kennzeichen mit der Buchstabenkombination RT-EK. Diese Kombination ist in meinem Gehirn verhaftet, sie sticht in mein Auge – habe ich nicht selbst 20 Jahre lang diese Zusammenstellung auf meinem Auto geführt.
Naja, ElringKlinger im Landkreis Reutlingen ist ein sehr großer Arbeitgeber, die Wahrscheinlichkeit den Fahrer des Wagens zu kennen ist gering…
Wem der wohl gehört???
Pustekuchen! Als ich zrück ins Haus gehe und beim Eindecken der Frühstückstische helfe, steht ein Mann vor mir den ich seit 20 Jahren kenne und mit dem ich so manches Meeting durchlebt habe.
„Wir kennen uns“ sage ich und sehe ihn an. Wir sind beide etwas älter geworden und ich habe wohl etwas dickere Bäckchen. Er erkennt mich nicht sofort, aber mit dem Stichwort EK klickt es – große Wiedersehensfreude! Thorsten stellt mir seine Frau vor und wir werden die nächsten Tage das ein oder andere Bier zusammen trinken.
Das Erfreuliche – in unseren Gesprächen spielt Elring kaum eine Rolle. Es wird aber auch bewusst, wie die Zeit wirkt. Mein damaliges Wirken ist vermutlich nur noch eine Randnotiz am Zeitstrahl – man kann die Vergänglichkeit förmlich fassen.
Umgekehrt merke ich auch, dass unser Lebensmodell nach wie vor Interesse und Staunen hervorruft. Ich spüre das erste Mal während meines Aufenthaltes hier, das Gefühl nicht tauschen zu wollen – dies wird sich mehrfach wiederholen.
René bittet mich zu helfen, er müsse seinen Bus an den Chiemsee bringen…
Brav folge ich mit meinem Klicker der beschaulichen Fahrt des 1979er VW-Busses T2
Der alte Typ 2 muss zu einem spezialisierten Motorenbauer an den Chiemsee um dort eine kleine Gewährleistungsarbeit erledigt zu bekommen. Es ist für mich eine gemütliche Ausflugsfahrt – noch ahne ich nicht, welche Rolle das Thema Automobil in den nächsten Wochen spielen würde.
Zurück am „Seegarten“ bleibt noch etwas Zeit den Nachmittag zu genießen – inwieweit das möglich ist, hängt sehr vom Wochentag und dem Touristenansturm ab.
Heute ist Werktag, es ist nicht soviel losDie Zeit reicht, um zusammenzusitzen und einen Cappuccino nebst Blechkuchenbegleitung zu genießen
Natürlich haben Sibylle und ich auch Besuche bei Freunden vereinbart. Wenn ein solcher ansteht, dann treffen wir uns und ziehen gemeinsam los.
So waren wir zum Beispiel wieder einmal bei langjährigen Nachbarn und Freunden aus Neuhaus zum Kaffee geladen. Monika und Alan wohnen nur wenige Kilometer vom See entfernt und haben sich ein kleines Idyll geschaffen. Wenn wir in Deutschland zu Besuch sind, dann treffen wir uns in regelmäßigen Abständen – klar, es gibt ja auch stets eine Menge zu erzählen.
Alles ist saftig grün, die Pflanzen zeigen ihre Pracht – ja, Regen hat auch seine Vorteile
Oft ist es auch so, dass wir uns mit Freunden an gezielt gewählten Treffpunkten verabreden.
Das Kloster Reutberg ist so ein gerne gewählter Treffpunkt, denn der Biergarten dort ist sowohl von der Lage und dem Panorama, wie auch von der Qualität der angebotenen Speisen ein Top-Ziel.
Dieses Mal haben wir uns mit einer Familie dort verabredet, welche die Blogleser sehr gut kennen – die Eigner der INSPIRATION sind ebenfalls aus dieser Region und es lag auf der Hand, dass wir unsere Leros-Freundschaft in der gemeinsamen Heimt um das Kapitel „Biergartenbesuch“ erweitern…
Wir bekommen einen perfekten Tisch – das Panorama ist herrlichIch freue mich auf das Treffen mit Melanie, Jörg und den JungsWir haben einen perfekten Abend und genießen langSibylle wählt Salat und Obatzd´n……ich komme am Krustenschweinsbraten nicht vorbeiZum Desert gibt es noch a Dampfnudl
Was haben wir gut gegessen – und natürlich haben wir uns auch ein Bierchen gegönnt. Das Kloster Reutberg braut erstklassige Biere von denen es mir das Dunkle besonders angetan hat.
Wir sitzen zu sammen und ratschen bis in die späte Nacht. Als wir angekommen waren, war der Biergarten gerammelt voll. Langsam leerten sich die Tische bis nur noch wir in unserer Ecke saßen. Um 22.30 Uhr gingen wir nach Hause und hinter uns wurden die Lichter des Biergartens gelöscht. Wie schön das Zusammensitzen mit Freunden ist!
Was hat es denn nun mit der Mobilität auf sich? Ich habe ja schon mehrfach angedeutet, dass mich Autos und auch Motorräder während dieser Tage und Wochen beschäftigt haben. Ich will anhand eines Beispiels erklären, welche unterschiedlichen Gedanken mich umtreiben…
Auf dem Weg zum Reutberg habe ich diesen Camper gesehen
Ich schiele mit einem Auge nach Campern. Ich will kaum mehr fliegen, möchte die Reisen nach Deutschland auf der Straße machen. Ein Camper käme gelegen, weil ich dann an jedem Zielort für eine oder zwei Nächte bleiben könnte – den Weg zum Ziel machen oder so ähnlich. Die lästige und auch teure Zimmersuche würde der Vergangenheit angehören.
Dummerweise halten sich Camper nach wie vor im Preis, ich würde sogar sagen, dass sie total überteuert sind. Fahrzeuge wie der oben gezeigte, übersteigen mein Budget deutlich und ich möchte auch nicht ins Risiko gehen solange unsere Katikia nicht fertig gestellt ist.
Aber ich habe auch über andere Optionen nachgedacht – einer meiner ehemaligen Schulfreunde hier in der Region, ist seit vielen Jahren Yamaha Vertragshändler, ich statte ihm einen Besuch ab…
Ich fahre nach Putzbrunn zu „Motopoint“Das Objekt meiner Begierde steht im ShowroomGefällt mir – ich kann mir schöne Reisen vorstellen
Mein Schulfreund Franz, der Inhaber, berät mich und bietet eine Probefahrt an.
Ich sage zu und wir vereinbaren einen Termin für den kommenden Montag. Ich freue mich darauf, denn mit der Teneré 700 gehe ich schon lange schwanger – mein Interesse ist so ausgeprägt, dass ich mir das Kennzeichen MB-YT7 reserviere.
Hintergrund für diese Option ist die Suche nach einem neuen Hobby. Das Segeln ist nicht mehr in der Form gegeben, wie ich es fast 20 Jahre gelebt habe – ich brauche etwas neues. Ein Freund und ehemaliger Arbeitskollege hat mich mit europaweiten Off-Road Motorradfahrten entlang der TET-Routen angefixt, das könnte etwas für mich sein und dieses Motorrad wäre das geeignete Vehikel.
Eine ganze Zeit lang stehen die Zeichen auf den Kauf eines neuen Motorrades und meiner Heimfahrt mit ebendiesem. Franz hat noch eine neue T7 auf Lager und bietet an, diese binnen zehn Tagen auf die Straße zu bringen.
All diese bisher beschriebenen Aktionen finden bei gnadenloser Hitze statt – in den ersten Tagen unseres Besuches in der alten Heimat hatten wir fast tropische Hitze.
Temperaturen um die 35°C waren an der Tagesordnung
Für mich am See war es leicht auszuhalten. Es wehte stets eine leichte Brise und wenn es einem zuviel wurde, dann lud der See zum Bade.
Sibylle hatte in Erding ein härteres Los. Zwar standen der Weiher und der Bach ebenfalls zur Abfrischung zur Verfügung, aber man musste eben stets mit Kind und Kegel dorthin fahren. Im abgeschirmten Garten dagegen staute sich die Hitze.
Meine Frau hatte wieder etliche Arzttermine geplant und zu erledigen – an einem Tag war es gegeben, dass ich mit in die Marktgemeinde fuhr, in der Sibylles Facharzt ansässig ist. Ich musste warten und vertrieb mir die Zeit zunächst im Baumarkt und dann mit einem fulminanten Frühstück…
Nomen est Omen – ich fühle mich verpflichtet! Anbei IMMER Brez´n, was sonst???Ich konnte mich nicht entscheiden – ich konnte beim ersten Weißwurschtfrühstück nicht widerstehen
Nach ihrem Arztbesuch gönnt sich auch meine Gattin ein kleines und gesundes Früstück – ach, ich wünschte ich hätte ihre Disziplin.
Weil wir schon einmal im Landkreis waren, verweilte Sibylle für den Rest des Tages bei mir am Schliersee. Sonja kam mit den Buben und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag. Das alles traf sich sehr gut, denn heute würde Sibylle ohnehin bei ihrem Sohn in Miesbach statt in Erding übernachten, denn wir sind bei einer langjährigen Freundin von Sibylle und ihrem Mann zum Grillen eingeladen.
Da auch dieses Treffen in der Nachbargemeinde stattfindet, wäre jeder weitere Kilometer umsonst gewesen.
Wir sind bei Gudrun und Max zu GastEs ist so hochsommerlich heiß, dass wir beim Essen schwitzenDer typisch südafrikanische BBQ-Grill heizt die Umgebung noch zusätzlich auf
Es wird schon dunkel als wir aufbrechen – ich fahre Sibylle zu ihrem Sohn, sein Haus liegt direkt am Weg und setze meine Fahrt dann an den Schliersse fort.
Dort kehrt gerade Ruhe nach dem Touristenansturm ein. Rita und René sitzen noch etwas im Garten und ich nehme bei den beiden Platz.
Gemeinsam sehen wir dem Tag zu, wie er langsam ausklingt. Das Szenario über dem See ist unbeschreiblich schön und wir drei beschließen, uns noch einmal beim Nachtbaden abzufrischen, bevor wir nach einem Betthupferl-Bier zur Nachtruhe übergehen.
Was für ein wunderschönes Panorama
Was passiert in Leros? Ganz offen gesagt, eigentlich wollte ich etwas Abstand gewinnen, ich war wirklich nicht neugierig. Dies gelang nur sehr bedingt, denn sowohl das Marina Office, als auch einer der an EDINA arbeitenden Monteure haben mich mehrfach angerufen.
Natürlich hat auch Alex ab und an Updates geschickt – ich habe wirklich versucht, nicht in eine mehrschichtige, komplexe, technische Debatte einzusteigen. Er schien alles im Griff zu haben, was sollte ich von Deutschland aus beitragen?
Zu guter Letzt hat natürlich auch Volker immer wieder technische Updates von Bord der ELOWYN gesendet. Leider lief auch an Bord meines Patenschiffes nicht alles rund, zum Glück waren die von mir durchgeführten Arbeiten mängelfrei.
Das Genuafall ist gerissenVolker und Tina gehen in die „Super-Mario“ Beach Bar und rufen mich an
Wenn man jemanden im Urlaub anruft, dann muss man zwangsläufig damit rechnen, dass der Anruf oder die anderweitig geartete Kontaktaufnahme ungelegen kommt.
Ich bemühe mich trotzdem, nie unhöflich zu sein, auch wenn ich gerade mit der Familie oder Freunden im Biergarten verweile.
Im Gegenteil, ich belege, dass ich quasi immer als „Super-Mario“ im Einsatz bin und rufe in diesem Zug das Tagesmotto aus…
Da ist was Wahres dran und darum….…lass´ich mich beim genießen auch meist nicht stören
Es ist eine Wahnsinns-Geste von Rita und René mir für meinen Gesamtaufenthalt Quartier zu bieten.
Ich lebe hier so komfortabel und genieße von Zeit zu Zeit meine kleine Privatsphäre, dies ist kaum bezahlbar.
Es ist mir ein Anliegen, dass ich daher immer wieder zwischendrin helfe und unterstütze um Arbeitsspitzen zu kappen.
An einem Tag hat René mich gebeten, ihm die große Last des Metro-Wochenendeinkaufs für den zu erwartenden Kiosk-Ansturm abzunehmen. Diesen Wunsch erfülle ich doch gerne.
So sitze ich wenig später in meinem Audi und fahre zum Großkampf in den Großmarkt…
Dort gibt es allerhand Köstlichkeiten……aber ich hatte einen anderen Auftrag
Am Nachhauseweg ärgere ich mich schwarz, dass ich die deutsche Benzinpreispolitik noch nicht vollumfänglich durchschaut hatte.
Vom Vor- zum Nachmittag schwankte der Preis um satte 30ct – das wollte ich nicht mitmachen und ich fuhr von einer Tankstelle zur nächsten – schimpfend wie ein Rohrspatz, da sich sich die Tankstellenbetreiber scheinbar einig waren.
So komme ich mit dem letzten Tropfen in Miesbach an der Tankstelle an und tanke nur für 20.-€ – den Rest fülle ich morgen früh für 30ct weniger auf – mit mir nicht!!!
Restreichweite 0km – es geht aber alles gut
Am nächsten Tag handelte ich so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich fuhr zur günstigen Tankstelle in Schliersee und füllte Klicker bis zum Stehkragen auf – ich wollte heute wieder nach Erding fahren um Sibylle und den Erdinger Flügel der Familie zu treffen, ich würde den Sprit brauchen.
Ich hatte jetzt für 120.-€ getankt und immerhin 4.50€ gespart – dies würde ich in Eiscreme oder Leberkassemmeln umsetzen.
Dass dies nicht so funktionieren würde wie erhofft und ich heute zu späterer Stund´ rund 100.-€ Diesel in den Wind schießen würde und dass, viel schlimmer noch, Klickers letzte Stunden anbrachen, das war mir im Moment noch nicht bewusst.
Bei der Familie in Erding hatten wir jedenfalls einen schönen Tag…
Touristenströme überall – ich hasse den deutschen StrassenverkehrIch verlasse die Autobahn und nutze Schleichwege – das gefällt mir (aber Ampeln hasse ich auch)In Erding gehen wir mit Heidi ein Eis essen
Ich hatte Heidi ein großes Eis versprochen. Ich bin vermutlich der beste „Eis-Einladeopa“ der westlichen Hemisphäre.
Ich halte Wort und spendiere der Kleinen ihre Riesenkugel Schokoladeneis. Ich selbst gönne mir ein Spaghettieis und streiche dieses „must have“ von meiner Liste. Auch Sibylle schlägt zu und labt sich an einem Eisbecher.
Vor hier aus geht es zu den Schwiegerletern unserer Tochter. Nach der Leberkasorgie treffen wir uns heute ein zweites Mal, eine Grillsession ist ausgerufen.
Doch zunächst starten wir mit Kaffee und süßen Teilchen.
Das Leben ist schön…Klein-Fred und ich sind inzwischen dicke Kumpels
Der Nachmittag verfliegt und es wird Zeit zum Essen. Am Grill brutzelt das Grillgut und wir alle genießen den Hochsommer.
Klicker hat nur noch drei Stunden zu leben.
Weil ich das nicht weiß, kann ich mein Dinner genießen, den Tag zufrieden ausklingen lassen und nach dem Essen schön langsam den Nachhauseweg antreten.
Das Essen schmeckt herrlich
Was um Gottes Willen ist passiert? Nun, ich fahre den großen A6 mit dem hubraumstarken Diesel auf Leros ja immer Kurzstrecke.
Ich habe also entschieden, ihm heute eine Autobahnfahrt zum „Freifahren“ zu gönnen. Die Autobahn war frei, die Straße trocken, ich gebe also Gas.
Zum Glück war ich schon weit gekommen und hatte nur noch eine Ausfahrt weiter zu fahren, als bei 200km/h ein kurzes Rütteln durch den Wagen ging. Es folgte ein „Klack“, gepaart mit einer großen, dunklen Rauchwolke, welche im Spiegel zu sehen war.
Ich nahm sofort das Gas weg, doch nur Sekundenbruchteile später wiederholte sich das Szenario. In diesem Moment ging Klicker in den Notlauf, reduzierte automatisch Drehzahl und Tempo und lief wie ein alter Traktor.
Mir war sofort klar – das war das Aus für meinen treuen Gefährten! Sein letztes Aufbäumen machte möglich, dass ich bis etwa 1km vor die Haustüre unseres Sohnes fuhr, dann machte mein Klicker schlapp und ging aus.
Unser Sohn hat mich abgeschleppt und René hat mich dann nach Schliersee zurückgeholt. Klicker blieb in Miesbach zurück, wir würden uns verabschieden müssen.
Klicker wird abgestellt, ich fahre mit René im Wohnmobil nach Schliersee
Der Abschied ging schneller als gedacht. Ich rief Max an und fragte, ob er einen Abnehmer wüsste.
Ja, er habe einen Freund, ein Rumäne, der Autos nach Rumänien verkauft. Ich solle doch bitte Fotos und Eckdaten schicken. Dies mache ich sofort, kläre aber auch auf, dass ich ihn frühestens in drei Tagen weggebe, denn ich würde ihn vorher selbst abmelden.
Der Rumäne macht sich Gedanken und sagt mir am nächsten Tag die Abnahme zu
Trifft es sich nicht gut, dass ich exakt für heute die Probefahrt mit der Yamaha T7 vereinbart habe?
Ich brauche wieder ein Vehikel und ich würde mir sehr ensthafte Gedanken machen, mir dieses Motorrad zu kaufen – den Hintergrund habe ich ja schon beschrieben.
Ich fahre also abermals nach Putzbrunn zu Franz, diesmal in Begleitung von Sibylle und lasse mir die Enduro für die Testfahrt vorbereiten.
Fährt super – ganz anders als meine BMW
Ich erbitte mir noch einmal zwei Tage Bedenkzeit, ich würde meine Tochter am Bodensee besuchen und sofort nach meiner Rückkehr entscheiden.
Ich nehme es vorweg um dieses Thema nicht in den nächsten Blogbericht zu überführen – ich bin Anfang Juli abermals in Franz´ Geschäft spaziert und habe eine Zusage ausgesprochen. Während des Gesprächs hat Franz beiläufig erwähnt, dass „…die eine die er noch auf Halde hatte inzwischen verkauft sei, die neuen T7 Rally aber schon unterwegs sind…“!
Ich unterbreche – „…stop, was hast Du gesagt? Unterwegs? Wie lange dauert es bis die auf der Straße ist?“ Er geht an den Computer und recherchiert – „…nun, ungefähr drei Wochen von heute, minimal 19 Tage, welche er aber nicht gerantieren könne!“
Das Schicksal entscheidet in dieser Sekunde – ich werde diesmal keine Yamaha Teneré kaufen und vermutlich nächstes mal auch nicht. Diese kindliche Vorfreude funktioniert nur einmal, mein Traum vom nigelnagelneuen Motorrad ist soeben geplatzt!
Das Wetter des nächsten Tages passte dazu…
So kenne ich Neuhaus und Schliersee
Ich mache einen faulen Tag im Zimmer. Ich schreibe Blog, gerate aber sehr in Verzug – der Grund, warum ihr den Blogbericht mit fast einer Woche Verspätung erhaltet.
Zusätzlich habe ich allerhand Warensendungen erhalten. Meist Werkzeuge für mich und Ersatzteile für meinen Panda 4×4 in Leros. Diese Ersatzteile sortiere ich, ich lege die Rechnungen ab und prüfe alles auf Vollständigkeit.
Zudem beginne ich zu überlegen, wie das Zeug wohl nach Griechenland kommt – das Versandvolumen ist nicht gering.
Inzwischen türmt sich ganz schön was auf
Just an diesem Abend, ich bin ja immer noch ohne Fahrzeug, also just heute, haben Rita und René einen Termin mit Freunden vereinbart.
Ich muss zusehen wie ich mich selbst versorge, leider hat mein Zimmer keine Kitchenette, mir bleibt also nur der Weg in ein Lokal. Dies ist mangels Wagen und aufgrund des schlechten Wetters eher schwierig, so dass mir die nahegelegene Pizzeria als einzige Option bleibt.
Ich mache mich auf den Fußmarsch dorthin und kaufe mir ZWEI! Pizzen – Frustfressen offenbar! Wie auch immer, alles klappt und ich muss nicht hungrig ins Bett.
Morgen ist ein neuer Tag!
Ich gönne mir einen Espresso, während ich auf die Pizza warteDann eile ich hastig zurück, um nicht kalt essen zu müssenHaut aber alles gut hin – und die Pizza ist auch noch ganz gut
Es bricht der letzte Tag des Monats Juni an. Die Logistik zwischen Sibylle und mir ist sehr viel schwieriger geworden.
Bisher hatten wir beide ein Auto und waren in unseren Handlungen flexibel – solange Sprit im Tank war, konnten wir uns jederzeit treffen.
Nun müssen wir uns sehr gut abstimmen – dies war für diesen 30.06. noch relativ einfach, denn wir hatten schon lange vereinbart, dass wir heute und morgen an den Bodensee zu meiner Tochter fahren würden.
Sibylle holt mich also am Schliersee ab und wir fahren ausschließlich auf der Landstraße über Bad Tölz und das Allgäu in Richtung Bodensee. Wie vereinbart, frühstücken wir in Miesbach und machen auch noch eine weitere Kaffeepause irgendwo im Allgäu.
Wir genießen die Fahrt – nichtsahnend, dass auch die Uhr des Honda tickt
Während wir mit dem Honda fahren überlege ich, ob es nicht eine Möglichkeit wäre, dass ich mit dem roten Flitzer nach Leros fahre, ihn dort reparieren und TÜV fertig machen lasse und ihn dann wieder zurück nach Deutschland bringe.
Zu diesem Zeitpunkt glauben wir auch noch, dass Sibylle den Skoda Fabia ihrer Schwiegertochter kaufen würde, sofoern der Junior einen Mamapreis anbieten würde.
Ich nehme vorweg, dass beide Ansätze scheitern und wir Anfang Juli ganz schön Autostress bekommen.
Doch jetzt ist erstmal Familienbesuch am Bodensee angesagt. Wir holen meine Tochter Nina nebst Familie ab und fahren nach Überlingen an den See, wo wir zwei Stunden lang baden und die witzigen Spiegel des Spielplatzes bestaunen.
Nein, das ist nicht original – ich stehe vor einem Zerrspiegel
Wir haben Spaß, genießen die Zeit miteinander und gönnen uns ein Eis sowie abends eine Einkehr zum Abendessen.
Als die Kinder ins Bett müssen, verabschieden wir uns voneinander und freuen uns auf morgen, es steht ein weiterer gemeinsamer Tag bevor.
Der heutige Tag klingt herrlich am See aus, wir hatten unsägliches Wetterglück!
Es wird frisch in Überlingen, wir gehen zum Abendessen
Seht mir die Verspätung nach – ich hatte einfach nicht so viele Zeitfenster wie nötig, um den Blog pünktlich fertig zu stellen.
Ich hoffe, dass ich einen Spannungsbogen für den nächsten Blogbericht aufbauen kann, denn der Monatsanfang hatte es echt in sich. Wir kaufen in der ersten Woche des Juli zwei unvernünftige Autos und setzen auf ein drittes, vernünftiges, an.
Weitere zwei Wochen Deutschland liegen vor uns – wird sich etwas mit meinem Wohnungsverkauf tun? Sibylle fliegt am 20.07. nach Leros – doch wie reist der bootslose Skipper an??? Wird es beim Treffen mit den Eignern von ELOWYN schlechte Nachrichten geben?
Der Juli hat Potential für einen famosen Blogbericht – bleibt neugierig, bleibt dran!
Vielen Dank für die investierte Lesezeit und herzliche Grüße vom Schliersee Mario
„Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin Sobald der Stress vorbei ist, da lang ich nämlich hin…“
Der Mai beginnt und wie jedes Jahr feiern Sibylle und ich im Wonnemonat Geburtstag. Es gehört sich keinesfalls, dass man über das Alter von Damen spricht, ich werde das auch tunlichst vermeiden, dennoch kam mir als Headline für den Mai 2026 zufällig Udo Jürgens Gassenhauer aus dem Jahr 1977 in den Sinn.
Ob sich daraus etwas ableiten lässt? Das fragt ihr Sibylle einfach selbst 😉 …
„…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran, mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss, mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss!“
Udo Jürgens besingt in dem bekannten Song, dass das Alter kein Hinderungsgrund ist, um das Leben zu genießen – im Gegenteil. Dies wird untermauert durch Beispiele, welche ein Bild der Gratwanderung zwischen Vernunft und Unvernunft aufzeigen.
„Ich kauf mir ein Motorrad und einen Lederdress Und fege durch die Gegend mit 110 PS…“
Während ich für so etwas ja superempfänglich bin, zeigt meine Frau da wenig Neigung – sie ist eine Jedi-Ritterin der Vernunft und Disziplin. Diese Rollenverteilung ist in unserem Freundeskreis durchaus bekannt, so war es kein Wunder, dass mein 01. Mai mit einer Nachricht von Kristina begann – einfach so, schönen Monat, „καλό μήνα“!
„Ist das was Religiöses???“
Der Mai 2026 war für uns ein lebhafter, abwechslungsreicher Monat. Er war geprägt von viel Arbeit rund um ELOWYN, aber auch von dem Gefühl einer gewissen Entspannung, denn mein Patenschiff schwimmt wieder und wir sehen uns seither gut im Zeitplan.
Während des Mai kommen noch etliche Freunde an, es gibt also immer wieder gute Gründe zum geselligen Beisammensitzen.
Naja, zu guter Letzt haben wir ja auch wieder ein paar Erlebnisse gesammelt, nicht zuletzt durch den Kauf von „Smurfy“ – dazu später mehr… Begleitet uns also auf eine Zeitreise durch den Mai 2026 auf Leros.
Den ersten Tag des Monats, welcher als „Tag der Arbeit“ den Status eines offiziellen Feiertags genießt, haben wir ganz entgegen seiner namentlichen Bedeutung, eher faulenzend verbracht. Der 01.05. ist auch in Griechenland somit arbeitsfrei und man verbringt diesen mit Freunden und Familie.
Am zweiten Tag des Monats kehrt der Alltag jedoch zurück – für Gottfried und Gabi in Form des Krantermins für ihre HARMONY. Sie waren früh am Morgen das erste Boot im Kran.
Es ist kurz nach 08.00 Uhr, das Carello steht schon unter HARMONY
Wir waren früh auf den Beinen, denn wir hatten einen „Early Bird“ Termin – unser Freund Hans Peter kommt heute mit seiner Petra auf Leros an und wird unseren Zirkel komplettieren.
HP fährt wegen Merlin immer mit dem Auto und hat dieses wieder bis zur Dachoberkante vollgepackt. Auch für mich hat er allerhand Kleinigkeiten dabei.
Die LIBERTÉ Crew würde gegen 09.00 Uhr ankommen und auf unserem Plan steht ein gemeinsames Willkommensfrühstück. Also fahren Sibylle und ich ins „La Palma Café“ und suchen uns schon einmal einen Platz – dann heißt es warten…
Um kurz nach 09.00 Uhr ist die SUPERFAST XI am Nordzipfel von LerosWir parken mit Klicker direkt vor dem Café der Wahl……und Sibylle besetzt schon einmal unsere reservierten Plätze
Ein wenig Geduld ist gefragt, die Fähre verspätet sich etwas und es wird kurz nach halb zehn bis unsere Freunde auf die Uferpromenade einbiegen – Sibylle und ich bilden ein würdiges Empfangskomitee!
Die Beiden steigen erschöpft von der langen Reise aus und es gibt erstmal ein großes Hallo. Dann helfen zwei Tassen Kaffee und ein kräftiges Frühstück zurück ins Leben.
HP und Petra erreichen LakkiGut gelaunt und doch ziemlich erschöpftKaffee und ein kräftiges Frühstück bewirken WunderAuch Merlin ist noch ziemlich bedröppelt von der langen Anreise
Wir sitzen erstmal eine Stunde, frühstücken und tauschen uns ein wenig aus. Es gibt viel zu erzählen und wir geben den beiden Neuankömmlingen erst einmal die wichtigen und neuesten Updates.
Dann aber werden wir alle langsam nervös – bei Sibylle und mir ruft die Pflicht, unsere Freunde wollen ihre LIBERTÉ beziehen und Hans Peter möchte so schnell es eben geht sein Auto leerräumen.
Die durch die Teilelieferung begünstigten Freunde werden herbeizitiert und jeder kann bzw. muss ausladen und abholen, was aus Deutschland bestellt wurde. Gottfried seinen Anker und Alex seine Lithiumzellen…
Natürlich war auch ich an der Reihe – es gab ein paar Kleinigkeiten und ENDLICH den lang ersehnten Hydraulikzylinder – das Sorgenkind der letzten Wochen. Natürlich packe ich sofort aus – und erlebe dabei einige Überraschungen.
Das begehrte Stück ist in meinen Händen – Zeit wird´sNervennahrung? Für mich? Kann ich gut gebrauchen…Neugierig packe ich den Zylinder aus – etwas kurz sieht er aus…Ohje, verschlossen – er scheint also unter Zug zu stehen. Doch wie soll ich den jetzt einbauen???
Es beginnt eine kurze aber intensive Zeit der Nervosität und Aufregung – mehrere Telefonate mit Jörg in Bayern, Rücksprache mit seinem Hydrauliker und auch die Rückversicherung beim Hersteller.
Alles hilft nix, der Zylinder schaut befüllt aus und macht den Eindruck, als wäre er mit Gasdruck beaufschlagt. Wenn ich ihn öffne fliegt er mir wohl um die Ohren – ich brauche eine Lösung…
Na wenistens scheinen die speziellen Motorkohlen von Ed gut zu passen. Ich muss mich die Tage mal über den elektrischen Motor des Genuafurlers von EDINA hermachen.
Diese Farbe – könnte die Speziallegierung Gold sein? Der Preis von 104.-€ deutet daruf hin
Während der Mittagspause sehe ich gelegentlich auf meinem Mobiltelefon die Social Media Aktivitäten meiner Freunde und Bekannten an.
Susanne ist mit ihrer ESPERANZA in Poros und trifft dort Ben. Sie war es, die den jungen Holländer vorgestellt hat und mit ihr haben wir uns zum ersten Mal an Bord von NESSAJA getroffen – wir konnten nicht ahnen, welchen Weg wir gemeinsam gehen würden. Ich erinnere mich gerne an die beiden jungen Holländer zurück.
Die DONNA liegt vor Poros – ich hoffe, wir sehen Ben und Caetlin einmal wieder
BIMM, mein Telefon vermeldet eine Nachricht von Jörg. Diesmal geht es nicht um den verfitzmaldeiten Hydraulikzylinder, sondern um ein Paket für INSPIRATION – dieses sei angekommen und man würde mich bitten, doch kurz nach dem Rechten zu sehen.
Ich sichere das Paket mit dem wertvollen Inhalt und bringe es sogleich auf die Bavaria der beiden Freunde. Verpackt ist eine ACU für den Autopiloten, denn Alex und ich haben versprochen, diese vor Toms Ankunft zu montieren. Mal sehen wann sich das ausgeht…
Zumindest das Material ist schon an Bord
Doch nanu, was ist das? Piepiepiepiepiep, irgendwas piepst und zwar in der Frequenz eines Alarmtones. Der Quell des fiesen Tons ist rasch gefunden, das Display der Victron Anlage zeigt Fehler bei den Tankfüllständen.
Abermals rufe ich Jörg an, stimme mich mit ihm ab und schalte den Ton dann stumm.
Die Alarme müssen anders programmiert werden
Mir reicht es für heute – ich tanze schon wieder den ganzen Tag wie ein Derwisch durch die Marina ohne auch nur eine einzige Minute produktiv zu sein.
Da kommt etwas Abstand gerade recht – den kann ich während eines Besuchs bei Brigitte und Hans in Crithoni erlangen. Wir sind heute zu einem BBQ auf der Terrasse der beiden Freunde aus Österreich geladen.
Wir besuchen Brigitte und Hans – hier bin ich gerne
Die Beiden sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir verbringen gerne Zeit mit ihnen. Wir haben durch die Häuser gemeinsame Themen und klönen sehr viel über Renovierungsoptionen. Zudem kann ich mir bei Hans schon viel Autarkie abschauen, er stürmt mit großen Schritten voran.
Dass Hans zudem ein Gott am Gasgrill ist und seine liebe Brigitte ihm im zaubern von feinen Gerichten in nichts nachsteht, ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i.
Hans bereitet wieder eine leckere GrillageEin Mann tut was ein Mann tun muss
Der neue Tag ist wolkenverhangen und fühlt sich eiskalt an – was ist denn hier los? Ich erwarte 30°C und bekomme 13°? Da stimmt doch was nicht!
In dieser trüben Stimmung fahre ich mit dem Auto die 300m zu LUMARA, denn auch Dominik hat mir geschrieben, dass Pakete angekommen sein sollen. Zudem hatte Hans Peter auch für ihn etwas im Kofferraum, so dass ich eine knappe Stunde damit verbringe die Bestellungen von Ellen und Dominik auf mein Ex-Schiff zu räumen. Auch die beiden Schweizer sind für eine kurze Stipvisite in die Heimat geflogen.
Der Tag begann wenig einladendIch bringe zuerst die Sachen an Bord, welche HP mitgebracht hatte……dann sammle´ ich die Pakete ein und staple sie ordentlich an BordDa ist auch ganz schön was zusammengekommen 😉
Ein bisschen Produktivität möchte ich heute aber auch noch vorweisen können – so schnappen sich Sibylle und ich den Nassauger von ELOWYN und beginnen mit der Vorreinigung der Bilgen.
Leider sollte auch die Aktion eher nicht von Erfolg gekrönt sein. Irgendwie gibt es in regelmäßigen Abständen Phasen, welche eher „Murphys Law“ folgen als andere Wochen.
Die paar Tropfen Wasser, welche über die Mastmanschette eindringen konnten müssen raus…
Leider klappt dieses Unterfangen nur gerade so – mitten unter der Arbeit versagt der Kärcher seinen Dienst! Erst ein ohrenbetäubendes Quietschen, welches dann in ein Mahlgeräusch überging, gefolgtvon einem Duft nach Verschmortem.
Eine Mischung die jeden Handwerker die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, so auch mir! Ich starte sofort mit dem Zerlegen des Patienten und hoffe, dass ich selber noch etwas tun kann. Vielleicht ist ja nur ein Lager kaputt…
Ich komme nicht weiter, mir fehlt das Werkzeug, welches im Haus gelagert ist
Mir reicht es für heute – es ist schon Spätnachmittag, im Schiff ist es frisch und ich beschließe nach Xirokampos zu fahren um Sibylle abzuholen.
Heute Abend gibt es Dinner im „SouVLakki“, ich freu´ mich drauf!
03.05. um knapp 18.00 Uhr – es hat 11,5°C! Für mich viel zu kaltDer Ausblick von Sibylles Terrasse ist auch nicht tröstlich – Nebel wie in SchottlandIn Ermangelung eines Grog, gibt es eben wieder ein Bierchen zum Feierabend
Wettertechnisch war der Einstand des Wonnemonats eine Nullnummer! Dies sollte sich zwar im Laufe des Monats bessern, dennoch blieb es wechselhaft, sogar Regen sollten wir spät im Monat noch haben.
Der Monat blieb somit weit hinter seinen Möglichkeiten und unseren Erwartungen.
Als ob das nicht reichen würde, begann der neue Tag – May the 4th – der „Star Wars Tag“, mit einem GAU! Mein persönliches Armageddon traf ein…
Der Kaffee war leer
Der Rest reichte gerade für eine Tasse Kaffee, welche den Namen nicht verdiente. Eine dünne Plörre, durch die man den Boden der Tasse sehen konnte.
Inakzeptabel! Ich rufe meine Frau an, es liegt ein Notfall vor. Sie muss mich begleiten, für den Fall, dass ich unterkoffeiniert ins Koma falle. Wir fahren gemeinsam nach Kamara um dort zum Gärtner zu fahren – doch zuerst gekt es zu „Mikes“, ich muss mich mit Männerkaffee vollpumpen.
Den Gärtner Valantis suche ich auf, weil Hans Peter nach einem Mulchmesser für meinen Stihl Freischneider verlangt hat – da er mir beim Garteln hilft, will ich diesen Wunsch gewähren. Und siehe da, das kleine Gartencenter ist sehr gut gerüstet – es gibt jede Menge Stihl Geräte welche auf meiner Wunschliste einen Platz haben…
Die Akku-Astschere zum Beispiel…
Der Besuch bei Vasilis war lange überfällig – ich will Bäume bestellen, richtige Bäume! Das was er mir zeigt ist viel zu mickrig – mit einem Bild beschreibe ich ihm, welche Größe an Baum mir vorschwebt…
So groß ungefähr – geht das?
Der Inhaber zaudert kurz – ja, kann er bestellen, wird aber etwas dauern. Auf die Bilder und das Angebot warte ich zwar heute noch, aber zumindest ist die Kaufabsicht implementiert.
Ich frage also einen Orangenbaum, einen Feigenbaum und einen Granatapfelbaum an.
Dieser Besuch im Gartencenter ist schicksalshaft – erstens erkenne ich, dass ich zumindest für Gartengeräte nicht mit dem Auto zwischen Deutschland und Griechenland pendeln muss. Es könnte eng werden für Klicker.
Zweitens sehe ich aus dem Augenwinkel einen Nass-/Trocken Industriesauger, welcher zudem im Angebot ist – dies schmälert die Überlebenschancen des Kärcher. Diesem widme ich die nächsten zwei Stunden…
Ich kann das Gerät zerlegen und will mir mal die Lagerung ansehenZurück auf ELOWYN öffne ich den Motor – diese Seite sieht ganz gut aus……doch lagerseitig ist er verrostetDas Lager läuft rauh und hakeligIch gehe kurz in mich – dann fällt der Entschluss……der alte Kärcher geht in die ewigen Jagdgründe
Und wie bereits angedeutet, fällt auch bezüglich unseres fahrbaren Untersatzes eine Grundsatzentscheidung.
Ich werde die geplanten Pendelfahrten ad acta legen und mir die Dinge für´s Haus entweder vor Ort kaufen oder in Athen beziehungsweise Deutschland bestellen.
Klicker hat nichts falsch gemacht und sich bewährt, deshalb wird er auch nicht als Arbeitsvehikel nach Weißrussland verkauft, sondern er darf in der Familie bleiben – allerdings muss oder darf er wieder in Deutschland Dienst tun.
Sibylles Honda wird als Bastlerfahrzeug verkauft, denn keiner in unserer Familie will den Honda reparieren. Meine Frau bekomt von mir den treuen A6 quattro für ihre Deutschlandfahrten und ich bin den Kostenfaktor los.
Ich bleibe bei meiner GS als Stammfahrzeug, gönne mir aber ein kleines, geschlossenes, viertüriges Allrad-Spaßmobil. Mit diesen Kriterien sind alle Jeeps raus – ich finde aber auf der Plattform „car.gr“ einen Wagen, der mir schon länger im Kopf rumspukt…
Originalfoto der Annonce – Fiat Panda Climbing 1.2 4×4, in schlumpfblau mit großem Glasschiebedach
Der Wagen hat alle Extras welche ich gerne möchte, ist ein Sondermodell „Climbing“ und hat erst 129tkm auf dem Tacho – er steht in Athen, also vereinbaren Sibylle und ich einen Besichtigungstermin.
Die Uhr für Klicker läuft von nun an rückwärts.
Kurzer Themenwechsel, bevor ich hier wieder einsteige – was machen eigentlich die Projekte an ELOWYN? Keine Neuigkeiten? DOCH!
Wir haben uns mit Nachdruck dem Streichen der Bilgen angenommen – jetzt, nachdem alle Rumpfdurchbrüche der Seeventile ersetzt sind, alles technisch soweit ok ist, war die Kosmetik an der Reihe. Dies war ja der eigentliche Auslöser für das Mammutprojekt.
Und so sieht es aus wenn mal was wirklich gut klappt…
Wir streichen die betroffenen Bilgenbereiche mit einer speziellen Bilgenfarbe
Für die Anstriche entscheiden wir uns für „Danboline“ von International. Die Farbe gaselt recht kräftig, deckt aber hervorragend und sorgt für ein seidig, glänzendes Finish mit einer gummiartigen, griffigen Oberflächenhaptik.
Ich fluche viel, muss mich auch sakrisch ärgern, aber das Ergebnis spricht für sich.
Die Farbe ist ein hervorragendes ProduktVorher – Rostspuren von den alten, minderwertigen Edelstahl-RumpfdurchbrüchenZwischenstand – wir reinigen und überschleifen so gut wir können und so gut die Stellen erreichbar sindNachher – den Rest erledigt der Anstrich mit „Danboline“, jetzt werden die Sichtbilgen dem weißen Schwan wieder gerecht
Das war der Grund für all die Arbeit und Mühe – diesen Aufwand kann man, wie so oft, nicht mehr erkennen.
Aber das Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wissen, dass das Ergebnis der Mühen wert ist. Die Bilgen sehen wieder so aus, wie man es sich von einem Schiff dieser Güte erwartet. Und der Fraktion der Zweifler sei ein letztes Mal gesagt „geht ned, gibt´s ned!“
Mit dieser Arbeit waren wir bis fast Mitte Mai beschäftigt, ich gebe am Zeitstrahl noch einmal kurze Einblicke in dieses Tun. Doch nun zurück in die Echtzeit – wir haben also eine Fährfahrt nach Athen gebucht, den Abend der Abreise verbringen wir mit Gabi und Gotffried bei „Dimitris o Karaflas“.
Mein Freund der Glatzkopf hat wieder geöffnet……Ehrensache, dass wir unsere Aufwartung machen um ein „Dinner with View“ zu genießenWir teilen Vorspeisen, für mich gibt es als Hauptgericht „Fisherman Linguine“
Die Zeit rast und wir müssen irgendwann gegen 22.00 Uhr aufbrechen und nach Agia Marina zum Fähranleger verholen.
Wir parken Klicker für den Tag auf einem sicheren Parkplatz, wenn alles nach Plan läuft, dann sind wir morgen früh um 04.00 Uhr mit der gleichen Fähre zurück.
Wir müssen nicht lange warten, dann lässt die BLUESTAR 2 den Anker fallen und legt an – wir gehen als Fußgänger an Bord und beziehen unsere Kabine.
Die Fahrt dauert etwas mehr als neun StundenIn wenigen Minuten dürfen wir an BordAuf der Hinfahrt freut sich Sibylle über ein Upgrade auf eine „DeLuxe Kabine“
Sibylle möchte nicht mehr Fähre fahren ohne eine Kabine zu haben. Ich bin der Nutznießer, denn ich würde schon auf dem Sofa pennen, genieße aber sehr wohl den Komfort der eigenen Dusche und Toilette.
Wir hatten ja gerade einen Absacker zu uns genommen, so gehen wir heute ohne Umweg über die Bar ins Bett.
Als wir am nächsten Morgen aufwachen ist es schon hell. Unsere Kabine hat ein Fenster zum Bug hin, wir können das Athener Festland schon erkennen…
Es verspricht ein spannender und gleichwohl anstrengender Tag zu werden – ich habe noch nie ein Auto in Griechenland gekauftEin erster Kaffee-Shot soll uns auf die Beine bringen
Sibylle und ich steigen aus und gehen zum vereinbarten Treffpunkt in das Café des Gate E1 im Hafen von Piräus – hier warten wir, wir sind etwas früh dran. Es gibt einen zweiten Kaffee und ein Sandwich als Frühstück.
BIMM, ich erhalte eine Nachricht von Brigitte, sie weist augenzwinkernd darauf hin, dass beim Autokauf traditionell Suppe angeboten wird. Ich nehme vorweg, dass mir nicht wirklich klar ist, ob Duolingo hier mit witzigen Halbwissen hantiert oder einfach nur Blödsinn verzapft – ich will auch vorweg nehmen, dass ich die Verkäufer einfach gefragt habe ob ich eine Suppe anbieten darf…
Ihre Gesichter waren unbezahlbar! Die Wahrheit ist wohl, dass Suppe nicht am Speiseplan griechischer Autoverkäufer steht.
Papperlapapp – nur MumpitzWir warten am Café
Was dann passiert ist fast unmöglich kurz zu erzählen – zunächst erhalten wir eine Nachricht, dass wir in ein anderes Café kommen sollen – es sei gemütlicher und nur 700m weg.
Leider führte der Fußweg durch eine gesperrte Industriebrache und ich antwortete per WhatsApp, dass wir nicht zu dem Café laufen würden, ich sende meinen Standort und wir treffen uns.
Ein kurzer Blick auf das Auto verläuft positiv, wir vereinbaren also, dass ich die Probefahrt zum KEP, einem Bürgerbüro, mache. Da das Auto tadellos läuft, lasse ich die Verkäufer wissen, dass ich den Wagen haben möchte. Wir werden uns handelseinig und geben uns einen Handschlag.
Jetzt geht´s los – die Kaufabwicklung erfolgt in Griechenland in einem Bürgerbüro. Basis des Geschäfts ist kein Kaufvertrag sondern der Handschlag und die nun auszutauschenden Daten. Bis hierhin kannte ich nur die Vornamen der Verkäufer, vom Auto kannte ich nur die Daten aus der Annonce.
Wir waren an diesem Tag zum Glück die ersten Kunden…
Stavroula, Andreas und ich im KEP in Piräus
Ich gerate in dieser Sekunde in die Mühlen der griechischen Bürokratie – was bei uns in Deutschland etwa 15 Minuten dauert, setzt hier einen etwa zweistündigen Prozess in Gange, welcher zwischenzeitlich am Computer bearbeitet wird, meist aber aus handschriftlich auszufüllenden Dokumenten besteht.
Diese müssen in griechisch ausgefüllt werden, Stavroula musste viel schreiben an diesem Tag.
Ich war vorgewarnt, denn ich hatte mir bei Ioannis und Rena Tips eingeholt, daher wusste ich, dass alles scheinbar seine Richtigkeit hatte, ich hatte auch alle erforderlichen Unterlagen dabei. Alle waren geduldig und sehr hilfsbereit.
Der Papierkram war erledigt, wir mussten uns vor dem Beamten noch einmal die Hand geben, dann wurde ich aufgefordert zu bezahlen. Das klingt komisch, ich wusste aber, dass dies kommen würde, hatte daher keine Zweifel. Die Ummeldegebühr zahlte ich von meinem griechischen Konto, den Beleg musste ich am Schalter abgeben.
Bisher geht alles gut – wenn der Prozess auch mehr als zäh ist, man glaubt das kaum
Ich will den Kaufpreis für das Auto von meinem deutschen Konto bezahlen, dies sollte kein Problem sein, denn ich hatte bereits am Vortag meine Limits neu eingestellt.
„Ihre Überweisung wurde vom der Empfängerbank abgelehnt“ Was ist denn DAS für ein Scheiß!
Kennt ihr das Gefühl? Wenn ihr eine größere Summe per Online-Banking überweist und es kommt eine Fehlermeldung? Das Adrenalin schießt ein, zudem dann, wenn Zeitdruck herrscht und etliche Augenpaare auf einen gerichtet sind.
Ich bleibe souverän und versuche es noch einmal – aber nun stolpere ich über einen Systemfehler der ING. Mein Konto zeigt bei „Heute noch verfügbar“ ausreichend viel Geld an, führe ich die Überweisung aber aus, dann kommt die Meldung „Tageslimit überschritten“. Die Fehlerüberweisung ist nicht gebucht, hängt aber im System – na super! Eine nochmalige Anpassung des Limits würde erst nach vier Stunden valide – was tun???
Wir verlassen das KEP und fahren zur Bank der Verkäuferin. Ich bitte Sibylle während der Fahrt, dass sie Freunde von uns aktiviert, wir brauchen Hilfe.
Long story short – es gelingt uns mit Hilfe von Freunden das Auto zu bezahlen und zu übernehmen. Wir fahren auf einen Kaffee in die „Alimos Marina“…
Unser neuer griechischer Flitzer bekommt den Namen „Smurfy“Ich mag die Farbe – ein echt fröhliches, fetziges kleines Auto
Nicht dass ihr denkt, dass es so schnell ging wie ich die Geschichte zu Ende gebracht habe – natürlich mussten wir nochmal ins KEP und die Zahlung belegen.
Wer nun denkt ich habe dann die Fahrzeugpapiere bekommen irrt sich, das dauert nämlich 3 bis 5…
Tage? Nein! Dann Wochen? Nein! Ach komm´ Monate??? Ja, genau, 3 bis 5 Monate bis ich meine Papiere bekomme. Abzuholen in genau dieser Außenstelle des KEP, es ist kein Postversand nach Leros möglich.
Naja, das Problem löse ich in 3 bis 5 Monaten, derweil habe ich eine amtlich beglaubigte Bescheinigung, welche die gleichen Rechte verleiht. Jetzt erstmal eine Pause und ein kleiner Mittagssnack nebst einer Erfrischung.
Zuerst Kaffee und ein Club-Sandwich in der „Alimos Marina“
Wir sind hierher gefahren, weil ich Minas von „Meltemi“ besuchen wollte. Es lag mir am Herzen, einfach mal guten Tag zu sagen und mich persönlich für seine Hilfe zu bedanken.
Leider habe ich ihn nicht angetroffen, daher verholen Sibylle und ich in ein sehr nettes Strandlokal, welches wir vom letzten Besuch her kennen. Dort gönnen wir uns noch ein Kaltgetränk und ein paar Meze.
Viele Nachrichten am Telefon……aber es war ein perfekter Platz um adminstrative Aufgaben zu erledigen
Sonst hat alles geklappt? Nein, natürlich auch nicht – wo Licht ist, gibt es auch Schatten!
Ich wollte dieses Modell des Panda. Er ist noch nicht so elektronisch wie das aktuelle Modell, ich würde noch selber Reparaturen durchführen können. Der Wagen ist aus zweiter Hand und ich habe bis 100tkm ein lückenloses Scheckheft und alle Wartungsunterlagen – das ist echt super.
Nicht so toll war, dass ohne zu übertreiben, schon 300m nachdem wir uns von den Verkäufern getrennt hatten, die Motorkontrolleuchte anging und der Wagen kein Gas mehr annahm. Nach einer Schrecksekunde konnte ich den Fehler beheben, aber er kommt immer mal wieder. Auch sonst gibt es ein paar sehr kleine Mängel – ich werde Smurfy die Pflege angedeihen lassen, welche er benötigt, aber erst im Juli, jetzt reicht es erstmal, wir müssen zurück nach Leros.
Ich reihe mich in die Schlange nach Leros ein
Sibylle und ich lösen noch ein Ticket für Smurfy, dann kann ich mich anstellen. Sibylle reicht es, sie will sitzen und dem Trubel entfliehen – sie geht voraus, checkt unsere Kabine ein und reserviert uns einen guten Platz.
Ich schmore noch fast zwei Stunden in der Sonne, kann aber die Unterlagen von unserem Schlumpf schon vorsortieren und freue mich über den ein oder anderen Schatz.
Dann endlich heißt es boarden…
Ich stehe ziemlich weit untenMeine Frau finde ich in der LoungeDort gönnen wir uns ein Bierchen und Chips, der Tag war anstrengend, aber es hat alles geklapptAbermals haben wir eine Kabine mit Fenster, diesmal aber ohne Upgrade
Auf der Rückfahrt gehen wir immer sehr früh ins Bett – zwei Bier, einen Ouzo und dann ab in die Falle, ich schätze so gegen 20.00 Uhr.
Das hat den smarten Vorteil, dass ich bei der Ankunft um 04.00 Uhr schon ausgeschlafen bin. Ich kann sofort an den Computer und die Unterlagen scannen, Papiere sortieren und Wichtiges ablegen.
Bis Sibylle ausgeschlafen hat, habe ich den ereignisreichen Vortag bereits aufgearbeitet – einschließlich der Kaufpreisrückzahlung an unsere Freunde.
Sibylle war mit Smurfy nach Xirokampos gefahren, ich bin mit Klicker in die Marina gebrummelt – am Morgen schickt mir Sibylle dieses Bild.
Ich habe ihn heute schon in mein Herz geschlossen
Warum „Smurfy“? Nun, zunächst hat uns jeder auf die Farbe angesprochen – für mich war er nur blau, ich mag blau!
Alle anderen haben aber ein „Schlumpfauto“ in ihm gesehen – ok, ich gebe zu, er ist wirklich irgendwie schlumpfblau…
Schlumpf in Englisch -> Smurf. Dies zum einen. Zum anderen wird „smurfy“ im Dictionary als „short and blue“ übersetzt, besser kann man das Auto wohl nicht beschreiben. „Smurfing“ kann man auch aus dem Finanzwesen und dem Gaming-Bereich, damit hat unser Auto aber nix am Hut 😉 ! Im besten Fall könnte man in ihm ein „Mario Cart“ sehen 😉 …
Später am Vormittag komme ich zu Sibylle und hole sie ab, solange Klicker noch auf der Insel ist, wollen wir Smurfy nicht nutzen, auch im Hinblick auf sein Motorzipperlein.
Zweimal Allrad – zwei völlig unterschiedliche WeltenEin kurzer Ausflug mit unserem Neuerwerb, der Tank will gefüllt werden – mit 30 Liter Benzin
Ich habe mich für einen Benziner entschieden und dafür einem schwarzen Fiat Panda Allrad aus Samos, mit 1.3JTD Motor und AHK das Nachsehen gegeben. Erstens sind 129tkm gegen 257tkm eine Ansage, zweitens war es echt ein bisschen die Farbe und auch das Glasdach.
Der Hauptgrund aber war, dass Ioannis mich dringend darauf hingewisen hat, dass die griechische Regierung Maßnahmen gegen alte Diesel plant, er würde an Wert verlieren – das wollte ich nicht.
Smurfy hat jetzt den altbewährten 1.2 Liter „Fire Motor“, da kann man sich im Fall des Falles auch mal einen gebrauchten Ersatz gönnen. Außerdem passt der 1.4er vom 100HP rein, aber das denke ich nicht einmal 😉 …
Ach, weil wir gerade bei Motoren und „dummen Ideen“ sind – Sibylle und ich hatten am Mittag einen Termin mit Sofia und Stavros…
Da steht es – nur mal gucken
Sofia hat ein recht günstiges 8m Kajüt-Motorboot in der FB Gruppe „Leros Yachting“ angeboten.
Für den Preis wollte ich mir den 260PS V8 Hammer mal ansehen, vielleicht ein kleines Projekt für mich???
Mal sehen was so zu machen wäre…
Mit Hänger – ok, auf den ersten Blick gar nicht soooo schlechtSteht seit drei Jahren – angeblichDer Motor macht einen super Eindruck und ist ein paar Euro wert – er steht aber bis zur Ölwanne im WasserKann man aufmöbeln, ist aber viel Arbeit
Bis hierhin war ich durchaus bereit mir weitere Gedanken zu machen – den richtigen Preis vorausgesetzt, kann man mit relativ geringen Investitionen zu einem flotten Weekender kommen, mit dem man die Badebuchten der Nachbarinseln unsicher machen kann.
Leider war der Innenraum echt desaströs und total verfault, es gab kein Holzbrett, welches man nicht hätte erneuern müssen.
In der Kabine stand 3cm hoch das Wasser
Ich habe wirklich nicht sofort abgesagt und auch nicht unfreundlich sofort zum Preis geschwenkt.
Ich habe mir Bedenkzeit erbeten, habe ernsthaft recherchiert und dabei festgestellt, dass man 10 Jahre jüngere Boote in schönem, fahrbereiten Zustand für rund 10.000.- bis 15.000.- Euro bekommt. Soviel will ich nicht ausgeben, es wäre aber zweifelhaft, ob man bei diesem Boot unter der magischen 10 bleiben kann.
Ich habe zwei Tage später abgesagt, bleibe aber an einem Weekender als Spaßboot dran – oder ich mach´ etwas ganz anderes, wer weiß das schon???
An diesem Abend lade ich Brigitte und Hans zum Burgeressen im „Remezzo“ ein, Hans schmeißt seinerseits eine Runde Eis in der kleinen Eisdiele in Agia Marina. Eine durchaus gute Erfahrung, aber keine wirkliche Alternative zum Eisparadies von Giannis Repapis.
Gut aber keine echte Konkurrenz für Repapis
Der neue Tag beginnt spannend – heute geht es ans Eingemachte!
Ich muss und möchte endlich den Hydraulikzylinder montieren – es gilt zu handeln, denn wenn ich den Zylinder nicht montieren kann, dann muss schnellstmöglich ein Notfallplan in Kraft treten.
Ein Telefonat mit Jörg verschafft Klarheit – der Verschlussstopfen ist nur gegen Verschmutzung, der Zylinder ist nicht gasgefüllt. Das ist gut und schlecht gleichzeitig, denn nun können wir die Verschraubung öffnen, aber wie um Gottes Willen, sollen wir nun mit den vorgegebenen 6 bar Stickstoff befüllen?
Was tun sprach Zeus – ich entscheide mich erst einmal für eine Tasse Kaffee!
Kaffee wirkt bei mir wie Zaubertrank
Ich bemühe Google und erfrage die Unterschiede einer Stickstoff- und einer Luftbefüllung. Die Entscheidung liegt auf der Hand, eine Luftbefüllung wäre hier vertretbar…
Allerdings stellt sich auch dann die Frage, wie wir die Luft in den Zylinder bekommen. Wir kaufen daher ein paar Kleinteile und ein Reifen-Füllgerät – daraus basteln wir eine Füllvorrichtung für den Zylinder. Für den nötigen Luftdruck sorgt eine umgebaute, kleine Tauchflasche.
Irgendwie frickeln wir das schon zusammenFunktioniert tatsächlich – so bekommen wir den Zylinder einbauklar
Das hat geklappt – unsere Idee funktioniert und wir können den Zylinder endlich einbauen.
Ich lege alles Werkzeug am Bug von ELOWYN parat und HP klettert in den engen Ankerkasten. Ich lasse den Hydraulikzylinder in das Führungsrohr gleiten und mein saarländischer Freund schraubt ihn unten an – es sei erwähnt, dass wir dafür rund 80m Kette ins Wasser lassen mussten – ein echtes Stück Arbeit, denn diese war vom Ausbau noch übereinander geschlichtet und musste erst „entwirrt“ werden.
Wir legen alles Werkzeug parat und bauen die Einheit zusammenDann führe ich die Hydraulikeinheit ein und positioniere sie……Hans Peter baut unten am Montagepunkt alles zusammen
Soweit hat alles geklappt – bis hierhin brauchte ich Hans Peters Hilfe, ab jetzt käme ich alleine zurecht.
Da aber eine Hand die andere wäscht, hatten wir vereinbart, dass heute „Vordecktage“ ausgerufen sind. Wir wechseln also den Schauplatz und verholen auf LIBERTÉ – hier galt es an gleicher Position die Ankerwinsch neu zu verkabeln.
Auch auf HPs Bavaria geht die Arbeit gut von der Hand
Wir crimpen drei Kabel neu und setzen eine Verteilerdose, dann muss auch diese Arbeit erst einmal ruhen. Für den finalen Verbau der Ankerwinde wäre morgen sicher ein guter Tag.
HP wird von seiner Frau zum Ordnungsdienst gerufen, es gilt noch etwas „klar Schiff“ zu machen. Dies dient mir als Stichwort – auch ich sollte auf ELOWYN alles wieder an seinen Platz räumen, zudem könnte ich die Montage finalisieren, indem ich noch die obere Abdeckung des Decksausschnittes montiere.
Doch hier schlägt das Schicksal mal wieder unbarmherzig zu…
Das von der polnischen Werft gebaute Führungsrohr
Das werftseitige Führungsrohr des Zugeisens war in einem definierten Winkel an einen zylindrischen Montagerahmen geschweißt worden.
Dabei entstand eine etwas dickere, hintere Kante. Da das Bauteil schräg eingeführt werden muss, stand diese Kante nun am Deck an, welches in der Folge bereits bei der Erstmontage durch die Polen etwas größer ausgeschnitten wurde.
Um den größeren Ausschnitt zu kaschieren, wurde großzügig mit Epoxi aufgefüllt…
Diese Epoxifüllung ist nun abermals im Weg
Da das Führungsrohr nun abermals an der Epoxifüllung anstößt, bleiben mir nur zwei mögliche Lösungswege.
Einmal kann ich natürlich das Epoxi ausschleifen und nach der Montage der Führung wieder in gleicher Art und Weise auffüllen. Dies würde funktionieren, es bleibt aber eine Notlösung – einmal Murks, immer Murks.
Wir entscheiden uns für Lösungsoption 2 – einen Neubau des Führungsrohrs. Ich fahre noch am gleichen Abend zu Giorgos und bespreche mit ihm die Vorgaben für die Neuanfertigung. Er verspricht mir eine Fertigstellung innerhalb einer Woche.
Am Folgetag holen Sibylle und ich Petra und Hans Peter in den frühen Morgenstunden ab. Was wir sehen, verschlägt uns fast die Sprache…
Für den Amici gelten die Regeln der Physik nicht
Ein Skipper beschließt, dass er sein Großsegel an dem an Land stehenden Boot anschlägt. Es ist noch nicht einmal ein außerordentlich windstiller Tag – trotzdem zieht der Amici sein Hauptsegel ins Top seines Mastes.
Das Tuch bläht sich, in dem Moment hören wir schon die schreienden und gestikulierenden Marinaarbeiter heranlaufen – wie kann man so ein Depp sein??? Keinen Gedanken daran verschwendet, welche Kräfte auf den Rumpf, die Stützen und das Rigg wirken, wenn sich das Boot nicht krängen kann.
Ein Wunder, dass nichts passiert ist!
Wir setzen unsere Fahrt fort, es geht hoch zum Haus nach Plaka – heute ist Gartenarbeit angesagt.
Unser Garten schaut aus wie ein UrwaldLeider müssen auch die Wildblumen weg
In Griechenland müssen bis zum 15.06. alle Wiesen und Felder abgemäht sein, um der Brandgefahr entgegen zu treten.
Generell sah unser Garten verwildert aus, wir haben daher beschlossen einen Tag Arbeit zu investieren.
Es hat uns sehr gefreut, dass sich sofort Freunde bereit erklärt haben, uns zu unterstützen und behilflich zu sein. Die Freunde haben sich abgewechselt – zuerst haben HP und Petra tatkräftig unterstützt, später dann Alex und Antonia. Mit den beiden jungen Helfern war es ein Klacks, auch die schweren Arbeiten fertig zu stellen.
Das A-Team wurde von Benno und Hilde abgelöst, welche tatkräftig beim Zusammenrechen des Schnittguts angepackt haben – so konnten wir am späten Nachmittag Vollzug melden…
HP greift zur Motorsense – er muss seinen Worten Taten folgen lassen…„Das Bisschen hab´ ich in einer Stunde geschnitten!“ – Hat er nicht… 😉Körpermasse gegen Wurzelpower – Körpermasse siegt! Ich bin zum Ausreissen des Unkrauts abbestelltSibylle und Petra jäten die BeeteNachdem Alex mit dem Spaten umgejätet hat, sind erste Erfolge zu sehenHilde und Sibylle rechen den Schnitt auf Häufen…Benno und ich sammeln alles zusammen
Der Garten ist bei Weitem noch nicht schön, aber er ist fertig für den Sommer. Den Schnitt lassen wir zwei Tage später abholen – wir können die Sommerkur für unseren Garten somit von der ToDo Liste nehmen.
Als ich am Abend etwas später als Sibylle nach Xirokampos komme, empfängt mich meine Frau total aufgelöst – „…stell´ Dir vor was die Maurer gemacht haben! Sie haben unsere Vogerl eingemauert!“
Dazu muss man erklären, dass die beiden Maurer im Winter ein Loch in die Wand geschlagen hatten, es sollte im Frühjahr mit den anderen Verputzarbeiten geschlossen werden – wie immer gab es jedoch Verzögerungen.
Dies hat ein turtelndes Piepmatzpaar dazu genutzt, sich eine komfortable Einraumwohnung einzurichten und darin – nomen est omen – rumzuvögeln. Es kam wie es kommen musste – nach ein paar Tagen vernehmen wir heftiges Gezwitscher, die Piepmätze haben eine Familie gegründet.
Heute ist das Loch in der Wand geschlossen! Die Eltern fliegen die Wand mit Würmern im Schnabel an – doch da ist nichts mehr. Auch Sibylle und ich glotzen auf eine glatte Wand. Ich war so verdutzt, dass ich kein Foto mache – aber ihr könnt euch eine glatte, weiße Wand vorstellen.
Mir war klar, dass die kleinen Küken vermutlich unter Unmengen von Mörtel zugeschüttet sind und ihre Leichname in der schwarzen Gruft verwesen… Trotzdem taten mir die Eltern leid, wie sie da zwitschernd vor der Wand auf den Dachbalken saßen.
„Hier muss jemand handeln – Superheroes don´t wear capes“!
Ich stemme das Loch kurzerhand wieder auf
Ich breche das Loch wieder auf – und starre in einen großen Hohlraum. Der griechische Handwerker verzichtet auf Mörtel, er stopft einen Styroporballen vor das Loch und spachtelt zu.
Kein Lebenszeichen, kein Piepsen, kein Flattern – vielleicht sind die Kleinen doch erstickt???
Ich entferne mich und beobachte die Situation…Die Vogelmama nähert sich vorsichtig – nanu, das Loch ist wieder offenAls der Vogelpapa in der Bude nach dem Rechten sieht geht es los – ein Gezwitscher als gäbe es kein Morgen mehr…Ab jetzt füttern die Eltern in Doppelschichten
ICH HABE EINE VOGELFAMILIE GERETTET! Die dafür anfallenden Karmapunkte lasse ich meinem Konto gutschreiben und fühle mich für den Rest des Tages als Superheld – muss nur noch schnell die Welt retten…
Das anschließende Dinner mit Petra und Martin im „To Steki“ schien mir dem Anlass gerade angemessen.
Wie immer sitzen wir gemütlich und speisen sehr lecker bei Dimitris.
Klicker parkt „first row“Die Sonne senkt sich hinter die Berge von AlindaWir sitzen innen – es ist abends noch frisch und wir genießen das AmbientePetra macht Bilder – dieses für die „Foodporn“ Kategorie…Ist aber auch ein Gedicht – hier die berühmten „Popi“Feta KadaifiFlorinis
Das Essen lassen wir uns wieder als „Menü Surprise“ von unserem Gastgeber servieren. Wir sind bei dieser Art zu essen noch nie enttäuscht worden.
Wir haben einen kurzweiligen, lustigen Abend und genießen die Gesellschaft unserer Freunde. Die Laune war natürlich auch ein wenig geprägt von unserem Getränkekonsum…
Griechischer Wein, ist so wie das Blut der Erde, schenk nochmal ein…So geht genießen…Wir sind Sklaven unserer LeidenschaftenEin Ouzo rundet das Ganze ab
Ja, so geht Leben – und dieses fängt bekanntlich mit 66 Jahren an!
Am nächsten Morgen finde ich mich in ELOWYNs Klo liegend wieder – nicht etwa, dass ich zuviel Alkohol getrunken hätte, nein, ich lag dort zum Arbeiten.
Ich wollte ENDLICH das leidliche Thema Bilgenanstrich fertig stellen und habe mir vorgenommen, heute mal richtig durchzuziehen.
Ich streiche die Bilgen des EignerbadsMit durchaus zufriedenstellendem Ergebnis
Da Danboline durchaus kräftig gaselt und ich etwas Kopfschmerz merke, gönne ich mir eine Gasmaske der Extraklasse.
Ob diese Anschaffung eine Nullnummer war weiß ich noch nicht, denn mir läuft beim Arbeiten die Brille an und mir dünkt, dass das Kopfweh doch ein Überbleibsel des gestrigen Abends sein könnte.
Während ich die kopfüber die nächste Bilge inspiziere, bekommt das Wort „Hangover“ eine neue Bedeutung für mich…
Mit der Gasmarie hänge ich mich kopfüber in die Bilge der KlimaanlageIch befinde diese aber für gut – hier muss ich nicht streichen…Auch die tiefe Bilge für das Spülbecken der Küche kann abgesegnet werden
Insgesamt werden Sibylle und ich drei Bilgen als akzeptabel durchwinken, sieben Kompartments streichen wir neu.
Die Arbeit rund um die Seeventile findet heute endlich ein Ende – diesen Tag habe ich lange herbeigesehnt!
Wir streichen noch die Bilge in der Tagestoilette und zu guter Letzt die im Wassermacherabteil – dann melden wir Vollzug. Jetzt kann das Mobiliar komplettiert und Schränke eingeräumt werden – es kehrt eine gewisse Normalität an Bord von ELOWYN zurück.
Die Bilge in der Toilette war leicht zu streichen…Die im Wassermacherkompartment eher eine Herausforderung
Was einfach aussieht ist oft sehr herausfordernd. Ok, durch meine Statur habe ich zusätzliche Schwierigkeitsgrade, aber mit Werk- oder Putzzeug in das Enge Abteil des Wassermachers zu klettern – das fodert auch sportliche Mittsechzgerinnen.
Sibylle und ich werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn diese Arbeit endlich in den Geschichtsbüchern, alternativ hier in diesem Blog, niedergeschrieben steht – in der Vergangenheitsform!!!
Ja, gar nicht mal so leicht – gell meine kleine Grazie 😉
Ende – ich brauche frische Luft! Da kommt ein Hilferuf von Alex gerade recht. Er braucht eine helfende Hand beim Anschlagen des Besansegels und da unterstütze ich natürlich gerne.
Zum Abendessen geht es heute ins „SouVLakki“, dort sind wir immer mal wieder wenn es schnell gehen soll.
Erst noch eine gute Stunde an ANAHITAs Besan……dann ist Stammtisch im „SouVLakki“ – immer wieder gerne
Am Folgemorgen beginnt unser Hochzeitstag – wir beschließen, dass wir uns einen freien Tag gönnen und einfach mal richtig faullenzen.
Das beginnt mit einem Frühstück im „La Palma Café“ in Lakki – es war Sibylles Wunsch dort zu sitzen und ein feudales Omelette zu genießen. Für mich war erst einmal ein starker Kaffee fällig.
Wir frühstücken gemütlich
Von hier aus sind wir gleich weiter nach Agia Marina gefahren, denn heute kommen Ellen und Dominik zurück. Wir haben versprochen, dass wir sie von der Fähre abholen und Sibylle und ich gönnen uns um die Mittagszeit herum eine weitere Kaffeespezialität.
Unser Käuferpaar freut sich auf ihre LUMARA und weiß natürlich nicht, dass sie mit uns gerade einen Kaffee zu unserem Hochzeitstag trinken – dies tut aber auch nichts zur Sache.
Ich bestelle mir einen Freddo Espresso sketo……den ich eiskalt geniße, während Sibylle Ellen und Dominik zuwinkt – sie sollen sich doch kurz zu uns gesellen
Wir bringen die Beiden zur Marina und ziehen dann abermals weiter. Zunächst haben wir ein paar Einkäufe zu erledigen, dann sagen wir bei einer spontanen Einladung von Brigitte und Hans zu – zum Kaffee natürlich!
Mein Kaffeedurscht wird dann aber gestillt sein – wir freuen uns, dass unsere Freunde auch nichts von unserem Jubiläum wissen, lüften das Geheimnis aber später bei einer Mozartkugel. Wir bewundern die Zitrönchen aus denen langsam Zitronen werden und beratschlagen uns bezüglich des geplanten Freisitzes im Garten.
Ja, kann man Zitrone nennen 😉 – wo ist der Caipirinha???Der Prototyp des Freisitzes ist gewagt, aber Hans´ Intensionen sind erkennbar
Ein wunderschöner, kurzweiliger Nachmittag geht zu Ende, ich bringe Sibylle nach Hause und wir machen uns frisch um heute zusammen im „Pirofani“ essen zu gehen.
Am Weg nach oben in die Wohnung stolpern wir fast über die faul herumliegende „Fluffy“. Sie genießt ihren Status als „Fast-Hauskatze“ und sucht stetig unsere Nähe.
Wir beschließen, zur Feier des Tages eine Ausfahrt mit Smurfy zu machen.
Ich bringe Sibylle nach Xirokampos, Smurfy steht noch hier geparktFluffy liegt faul vor der WohnungstüreMit unserem Panda 4×4 fahren wir nach PanteliDort genießen wir im „Pirofani“ unseren Hochzeitstag
Wir haben einen schönen Abend – aber wir geben auch der Retroperspektive Raum. In unserem Kielwasser liegen 24 Jahre, Höhen und Tiefen, erreichte Ziele und verpasste Chancen – alles in allem können wir ein positives Fazit ziehen.
Dennoch wissen wir Beide, dass der kommende Lebensabschnitt ein besonderer sein wird, ja sein muss. Ein „letztes Aufbäumen“ vor dem Altwerden, die letzte Option Prioritäten zu setzen und Versäumtes nachzuholen – kurz, dem „Buch des Lebens“ noch ein paar Kapitel hinzuzufügen.
Wir haben verschiedene Ansätze und unterschiedliches Risikoempfinden – mit der Absage der lang geplanten Reise haben wir uns selbst den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir sind angehalten, diese Lücke zu schließen – „…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“… Mir schwant, dass diese Zeile, wie so häufig, auch als Metapher verstanden werden kann oder sogar soll.
Der Abend endet mit einer Heimfahrt unter Sternenhimmel – wir sind uns einig, wir machen das Beste aus dem Leben.
Ich schlafe heute nicht gut und wache mitten in der Nacht auf. Nach einiger Zeit merke ich, das wird nichts mehr – zumindest nicht in absehbarer Zeit…
Ich stehe auf, brühe mir einen Kaffee auf und beginne, diesen Blogbericht zu tippen
Später, gegen 06.00 Uhr, gehe ich noch einmal ins Bett und kann auch noch einmal einschlafen – aber der Tag war verloren.
Sibylle und ich beschließen daher, dass wir einen weiteren entspannten Tag zulasssen, bevor wir morgen wieder voll durchstarten würden. Der gestrige Faulenzertag hat uns gut getan, wir machen daher heute so weiter…
Die erste Fahrt führt ins Gartencenter – ich möchte das bestellte Stihl Mulchmesser für meinen Freischneider abholen. Im Laden treffe ich Edith und sie fällt über mich her – nur verbal, nicht physisch!
„Schön dass ich Dich treffe, wir sollten schon lange mal einen Kaffee trinken, sag Deinem Schatz schöne Grüße, ich will Dir noch etwas geben, schau was ich hier habe…“ – es folgt eine kurze Atempause und der Griff in die Handtasche…
Edith hat ein Bild von uns Dreien in der Tasche
„…das wollte ich euch schon lange geben, wir haben uns ja nicht mehr gesehen, sag schöne Grüße an Sibylle, sie soll sich mal melden wegen einem Treffen, ein gemeinsamer Kaffee vielleicht…???“
Der Verkäufer erlöst mich und spricht mich auf meine drei angefragten Obstbäume an. Ich vertiefe mich in ein Gespräch mit ihm und frage mich in Gedanken, warum Edith Fotos von ihr und uns in der Handtasche herumträgt – ist sie eine Stalkerin? Immerhin schickt sie Sibylle seit Monaten jeden Tag ein Bild von ihrem Essen.
Ich verlasse die Szenerie und fahre zu „Repapis“, dort treffe ich mich mit Sibylle auf ein Eis.
Zur Zeit sind wir wieder häufiger hierEs schmeckt aber auch superWir genießen unseren Nachmittag
Danach fahren wir noch auf einen Sprung zum Hundeshelter, denn ich habe auf der Social Media Seite des Shelters ein total süßes Hundemädchen gesehen. Ich sage immer, wenn ein Hund mein Herz erobert ist es der richtige Zeitpunkt.
Diese kleine Hündin war supersüß, total schmusig und hat nichts falsch gemacht – trotzdem ist sie es nicht, die mich „geflasht“ hat. Ich weiß genau – der Tag wird kommen…
Heute kocht Sibylle und ich fahre nach dem Essen auf ELOWYN um noch ein paar Blogzeilen zu schreiben.
Schön langsam wird es Zeit, ich hänge nach
Am kommenden Tag sind Segel-Aktionstage ausgerufen. Wir wollen auf ELOWYN die Genua anschlagen und das Groß von seinem Winterkleid befreien. Danach sollen die Segel auf LIBERTÉ angeschlagen werden und zu guter Letzt würden wir noch das Groß auf ANAHITA setzen – soweit der Plan.
Da noch etwas Zeit war, haben Sibylle und ich unseren Smurfy verräumt. Er darf heute Morgen in seine Wohnstube einziehen. Wir machen uns zeitig auf den Weg nach Plaka…
Hm, selbst mit dem kleinen Auto ist es engAber wenn man die Ideallinie mal kennt – passt es wie Arsch auf Eimer
Ziel war es, den kleinen blauen Flitzer so zu parken, dass er genug Raum lässt um mit den Moppeds links vorbei zu den Motorradparkplätzen zu fahren – das gelingt.
Wir lassen es dabei, räumen noch ein Werkzeug zurück und fahren dann zurück in die Marina. Die Freunde und Helfer treffen kurz nach uns ein, die Rackerei mit ELOWYNs weißen Tüchern beginnt – leider gab es mal wieder einen Dämpfer hinzunehmen, denn ganz weiß waren die Tücher nicht mehr…
Mit dem Arbeitsfall und der Hydraulikwinsch ziehen wir den schweren Segelsack an DeckLeider hat der Schimmelteufel zugeschlagen
Wir hatten über den Winter Schimmel in der Segellast – verdammt! Alle Segel sind mehr oder weniger betroffen. Klar muss ich mir zum Vorwurf machen, nicht öfter einen Blick hineingeworfen zu haben, umgekehrt ist die Feuchtigkeit auch ganz schwer zu kontrollieren.
Da es alte Segel sind und wir zudem wissen, dass das UV-Licht der Sonne hier viel wieder gut macht, ist der Ärger bald verflogen. Aber es ist auch eine ganz klare Warnung, dass neue Segel über den Winter einen definitiv trockenen Lagerplatz benötigen.
Egal, weiter im Thema – wir schlagen die Leinen an und ziehen den mächtigen Lappen nach oben. Gemeinsam geht das recht flott und wir können bald Vollzug melden.
Jede(r) weiß was zu tun istAm Mittag ist das Tagesziel erreicht
Die Kutterfock wird noch nicht montiert, denn ich habe ja noch an der Rollanlage zu arbeiten. Ach ja, wie weit wird wohl Giorgos mit meinem Führungsrohr sein?
Als hätte er es geahnt, klingelt 5 Minuten später mein Telefon. Eine Nachricht vom Gott des Edelstahlschweißens – genau genommen ist es keine Nachricht, es ist nur ein Bild…
Erster Entwurf – ich bin aufgefordert anzupassen
Da diese Sache keinen Aufschub duldet, fahren Sibylle und ich sofort nach Kamara um das Teil abzuholen.
Die Idee dahinter ist folgende – die Form und der Winkel von Rohr zum Deckel sind nur leicht vorgegeben und mit etwas „sanfter Gewalt“ noch anpassbar. Meine Aufgabe ist nun, die Passform zu prüfen, gegebenenfalls diese leicht zu verändern und das Teil dann an Giorgos zurückzugeben um es final auf Festigkeit zu Schweißen.
So weit, so gut…
Passt auf Anhieb – kein Nacharbeiten nötig
Natürlich war der Winkel durch das Altteil vorgegeben, aber dass er ihn beim Nachbau so exakt trifft, damit konnte man nicht rechnen.
Ich zeichne noch die Bohrlöcher für die Anschraubpunkte an, dann lege ich das Teil ins Auto. Giorgos würde es heute Abend in Lakki abholen, fertig ist es dann die nächsten Tage.
Perfekt! Jetzt können wir uns den Segeln auf LIBERTÉ und ANAHITA widmen, auch hier klappt im Großen und Ganzen alles wie geplant.
Mit einem erfolgreichen Tag im Rücken, treffen wir uns heute Abend zum Dinner in einem neuen, kleinen Lokal in Lakki.
Das „Vivelo“ ist in den früheren Räumen von Gabriellas „Al Fico d´India“Die Karte ist vielversprechendDas Essen ist gut, uns schmeckt es und wir werden gut bewirtet
Wie schneidet das neue Lokal ab? Nun, geht hin und macht euch selber ein Bild – es ist nämlich ganz schwer zu sagen…
Die Mitarbeiter machen nichts verkehrt. Der Service stimmt, das Angebot und die Preise auch. Wir bestellen Meze, einmal quer durch die Karte und schlemmen den Abend lang, alles schmeckt sehr gut.
Die Rechnung ist dann aber doch höher als erwartet – nicht, dass es zu teuer wäre, wir haben aber wegen der kleinen Meze einfach etwas mehr bestellt, das läppert sich dann zusammen. Dies soll keine Beschwerde sein, für uns war es jedoch ein einschränkender Punkt. Warum? Weil man in der Preisklasse 60-70€ pro Paar auf Leros eben durchaus die Wahl hat. Es kommen dann Faktoren wie Ambiente und pfiffige Küche dazu und in einer solchen Betrachtung würden wir woanders hingehen.
Trotzdem soll gesagt sein, auch wenn das „Vivelo“ meine Top 5 nicht stürmt, so ist es auf jeden Fall eine Alternative und Bereicherung in Lakki.
Am Folgemorgen startet mein Tag recht früh – ein mir sehr bekanntes Boot ist „first boat in crane“ und ich möchte dem Launching von LUMARA in jedem Fall beiwohnen.
LUMARA geht für ihre neuen Besitzer ins Wasser – die Spannung steigtIch wünsche LUMARA ein schönes Leben 3.0 – nachdem sie als OTARIE und NESSAJA für viele intensive Momente gesorgt hatEllen manövriert das Schiff sauber in die Lücke neben Hans Peter – Dominik klärt mit mir ein paar Punkte an DeckDie beiden Neueigner machen einen glücklichen Eindruck
Ich freue mich von Herzen für die Beiden – sie haben das Boot sofort voll übernommen und auch gleich begonnen dem Schiff ihre eigene Handschrift aufzudrücken. Ich finde das richtig und gut, die Anfangsphase ist die beste Zeit alle gewünschten Anpassungen vorzunehmen.
Dass bei den kleinen Umbauten und Verbesserungen auch nicht immer alles klappt ist derNormalfall, aber ich bemühe mich, das Tun von Ellen und Dominik zu unterstützen. Ich möchte, dass die Beiden positiv in ihre Eignerschaft mit LUMARA starten.
Als ich freigestellt bin, fahre ich ersteinmal nach Lakki ins „La Palma Café“ um mir einen zweiten Kaffee und einen kleinen Snack zu gönnen.
Es ist fast Mittag, was mache ich mit dem angefangenen Tag
Ich beobachte ein wenig das Gewusel in der Ankerbucht und kann mir mein Erstaunen nicht verkneifen als ich einen Italiener mit besonderer Flaggenführung sehe.
Ich gebe zu, ich erlaube mir bei meiner persönlichen Betrachtung des Segel- beziehungsweise des Yachtsports eine etwas konservative Einstellung. Ich mag die Ansprüche des Navigatorischen, gepaart mit vielerlei Herausforderungen der Physik und Mechanik. Dass über die Jahrhunderte eine Etikette gewachsen ist, welche man heute mit dem Begriff „Seemannschaft“ betitelt, finde ich schön.
Weniger schön finde ich Spacken, welche von ebendieser Seemannschaft keinerlei Ahnung haben…
Flaggengebräuche? Setzen, Note 6
Auch wenn die Riesenfahne eine bayrische ist, es gehört sich einfach nicht, einen solchen Lappen, 100x größer als die griechische Gastlandflagge, zu hissen.
Mein Puls geht zurück auf Normalniveau, als mich abermals eine Nachricht von meinem Freund Giorgos erreicht – er hat meine Vorstagführung fertig gebaut, ich könne diese abholen.
Ja, das lass´ ich mir doch nicht zweimal sagen!
Ist perfekt gewordenWird gut aussehen – hoffentlich bekomme ich es gut eingebaut
Über das Wetter im Wonnemonat habe ich mich ja schon ausgelassen – heute war wieder so ein Tag, den keiner wirklich braucht.
Nicht etwa, dass wir Schlechtwetter hatten, der Mai bot nur einen Regentag, aber es war überraschend kalt. Ok, es traf nicht nur uns, auch in der Schlierseer Heimat hat es noch einmal weit bis in die Täler geschneit – aber auch wir mussten heute noch einmal zur Jacke greifen.
Frierend saßen Sibylle und ich auf HARMONY
Gabi und Gottfried hatten zu einem Umtrunk eingeladen, eine nette Geste und wir freuen uns auf die Eröffnung des Abends mit einem Feierabendbier.
Leider war es uns nicht vergönnt im T-Shirt beisammen zu sitzen, so hat Gottfried, man höre und staune, mir seine alte Fleecejacke geborgt. Ich würde jetzt nicht soweit gehen zu behaupten, dass Gottfried und ich eine Konfektionsgröße tragen würden, aber die Jacke die ihm vier Nummer zu groß ist, war mir nur drei zu klein…
Sie war ausreichend groß um beide Arme hineinzustecken und dabei nicht gesprengt zu werden – sofern ich meine Schultern nicht bewege. Immerhin, so konnte ich dem Erfrierungstod entrinnen und werde Gottfried dafür ewig dankbar sein 😉 !
Gabi reicht Getränke und Fingerfood – abermals vermisse ich einen steifen Grog (führe ich im Winter 2027 ein)Auch die anderen Gäste waren, für griechische Verhältnisse, dick eingemummelt
Der Tag klingt unspektakulär aus und weil ich relativ früh ins Bett gehe, wache ich am kommenden Morgen sehr früh auf.
Ich überlege, womit ich mich beschäftigen könnte, während ich meinen Körper mit zwei Haferl Kaffee befülle. Da fällt mir Volkers Sortimentskasten ein – ich hasse nichts mehr, als wenn ich Schrauben suchen muss.
Also mache ich mich über die Schraubenkiste auf ELOWYN her – eine Art therapeutische Fleißaufgabe, ich hoffe, es gibt ein Sternchen 😉 …
Maschinenschrauben und Blechschrauben werden getrennt, ebenso Rund- und SenkkopfIch sortiere nach Größe und Antrieb, Schlitzschrauben werden entsorgt
Als ich damit fertig bin, greife ich noch zur Stichsäge um in einen der Einlegeböden der Badezimmerschränke ein Loch zu sägen.
An dieser Stelle ist ein Seeventil montiert, man kann es durch die Form und die Türstellung an diesem Schrank nicht greifen – eine Fehlkonstruktion. Hier muss für Abhilfe gesorgt werden, indem an richtiger Stelle eine Zugriffsluke gesetzt wird.
So, dieses Problem ist endlich behoben
Weil es gerade so gut läuft, baue ich den Einlegeboden noch ein und den Schrank wieder zusammen. Zu guter Letzt montiere ich die Türen und man sieht…
…nichts mehr! Das Drama meiner Arbeit – gut ist´s, wenn alles funktioniert und man nichts mehr von der Arbeit sieht. Das gilt in 90% der Fälle und ist eine Krux.
Dieses Schicksal holt mich auch gleich ein, denn Sibylle kommt – es ist ja erst 09.00 Uhr – und fragt als erstes „was hast Du eigentlich bis jetzt gemacht?“ Ich schleiche bedröppelt von dannen und suche mir eine Arbeit, bei der man danach etwas sieht und alle staunen.
Passt perfekt und sieht top aus – größere Schrauben bringe ich aus Deutschland mit
Zusammen mit meiner Frau finalisiere ich den hydraulischen Spanner des inneren Vorstags und beende damit eine lang andauernde Odyssee rund um dieses verfitzmaledeite Bauteil.
Jetzt können wir planen, wann wir die Fock anschlagen würden – und ich nehme es vorweg, der Spanner wird über Tage seine Spannung halten, der lang gesuchte Ölverlust an der Handhydraulik ist behoben!
Was für ein toller Tag! Es bleibt genug Zeit für Sibylle und mich, um den Nachmittag für Besorgungen zu nutzen.
Wir kaufen Kaffee in der Rösterei in Lakki…
Ja, auch einen Kaffeeröster haben wir auf der Insel
Danach gönnen wir uns einen Espresso und ein Eis bei „Repapis“ – hier fällt mir heute eine der kleinen Figuren auf, welche für Kinder bereitgehalten werden.
Diese Figuren werden für Mottotorten genutzt oder auch mal verschenkt, wenn eines der Kinder seinen Geburtstag bei „Repapis“ feiert.
Ich blicke auf die Vitrine und komme ins Grübeln – ob ich die Geburtstagskarte ziehen soll und mir diese Figur erbetteln soll???
Wie würde sich der Schlumpf auf Smurfys Armaturenbrett machen?
Sibylle bekommt ihre Schamesröte ob meiner Pläne und zieht argumentativ alle Register um meine Pläne zu vereiteln – so bleibt der Schlumpf auf dem Armaturenbrett des Panda nur eine Idee (vorerst 😉 )!
Hans Peter meldet sich per WhatsApp, denn er hat Lunte gerochen – wenn wir beim Einkaufen wären, dann „…könnt ihr doch sicher noch ein halbes Dutzend Kabelschuhe mitbringen? Ich hab´ doch keine gelben Quetscher mit 5mm Auge.“
Klar, können wir…
Auch die benötigten Kabelschuhe für den Wassermacher von HP bringen wir mit
Den größten Brocken heben wir uns für zuletzt auf – die Rettungsinseln von MARLIN und ELOWYN sind aus Athen von der Wartung zurück.
Sebastian hält sie uns bei Sotiris vor und ich hole sie dort ab und bezahle den Service. Dann wuchten der kräftige Pole und ich die schweren Monstercontainer in Klickers Kofferraum.
Ausladen kann ich sie gerade noch alleine
Da diese Inseln, allen voran ELOWYNs, kaum bis nicht alleine zu handhaben sind, bitte ich Alex rasch mit anzupacken.
Der muskelbepackte Adonis hilft mir das Ding zu ELOWYN zu tragen, es auf die Badeplattform zu lupfen und letztlich in den Halter zu heben – diesmal bitte ohne Beschädigung des Lacks.
Alles gelingt bestens, die Rettungsinsel des weißen Riesen ist wieder an Ort und Stelle.
Bis hierhin haben wir es geschafft – wie geht´s weiter
Für das Dinner an diesem Tag haben wir uns abermals ein neues Lokal vorgenommen. Nach langer Umbauzeit hat das ehemalige „Kritikos“, welches gegenüber des Marinaeingangs liegt, die Neueröffnung für heute Abend angesetzt.
Das Lokal heißt jetzt „I avli tou Kritikou“, was frei übersetzt soviel bedeutet wie „Der Garten von Kreta“. Wir waren neugierig und es hat sich schnell eine Gruppe von 11 Leuten aus der Marina gebildet, die als erste Gäste das Lokal besucht haben. Es verstand sich von selbst, dass Sibylle und ich mit von der Partie waren.
Neu renoviert, mit Spielplatz und schönen Sitzbereichen – eine Bar wird dazukommen
Es entwickelt sich an diesem Abend ein Schauspiel – Darsteller dieses Kammerspiels waren die genannten 11 Marinalieger.
Ausschlaggebend war die Frage, ob wir „griechisch“ oder „deutsch“ essen wollen. Griechisch bedeutet, dass allerlei bestellt wird, in die Tischmitte gestellt wird und sich dann jeder bedient.
Schmeckt einem etwas sehr gut, nimmt man etwas mehr, schmeckt es weniger, dann nimmt man weniger zu Gunsten eines anderen. Der Tisch wird vollgestellt, so dass jeder satt wird, auch mit Essern wie mir am Tisch. Preislich geht dieser „Meze-Gedanke“ in der Regel immer auf, denn der eine isst etwas mehr, der andere trinkt mehr, der eine bestellt kostspieliger, der andere noch eine Nachspeise. So zu essen ist bunt und vielseitig, die Rechnung wird geteilt, easypeasy.
Wir studieren die Karte…
Es ist für jeden was dabei, tendenziell aber fleischlastig
Klar, dass sich ein „deutscher“ Block bildet. Ich mag dies nicht, ich mag das nicht, ich mag nur ein bisschen und habe überhaupt lieber meinen Teller vor mir.
Das ist zu akzeptieren, also bilden wir zwei Lager, ich setze mich auf die „griechische“ Seite – „…und was bestellen wir?“ „Naja, eins von dem und eins von dem und vielleicht noch einen Salat und ein Tzatziki und als Hauptspeise ein Hähnchen für alle – wenn wir dann noch Hunger haben, können wir nachbestellen…“
Wie bitte? DAS ist nicht griechisch Essen – das ist eine Diät mit 1/5 Broiler, wo bleibt da die bunte Vielfalt? Ich merke, heute gibt es für mich keine Einigung – ich setze mich auf die „deutsche“ Seite und bestelle mir ein Schweine-Tomahawk Steak und einen Salat.
Das Steak war super – und eine Riesenportion
Das Tüpfelchen auf dem i war aber unsere Bezahlperformance an diesem Abend – elf Personen die verzweifelt versuchen eine griechische Rechnung auseinanderzuklabüsern und dabei jeweils „seinen“ Zahlbetrag zu ermitteln. Es war fast peinlich und ich war froh, als endlich das Geld auf dem Tisch lag…
Ach ja, das Lokal! War gut! Klar, kleine Anfangsprobleme welche aber nachsehbar sind, dabei gutes Essen und ein wirklich bemühter Service. Offen gesagt, ein neues Highlight ist es nicht – aber es ist eine sagenhafte Alternative um essen gehen zu können ohne nach Lakki fahren zu müssen. Wir werden wiederkommen! Seither ist der Parkplatz übrigens jeden Tag rammelvoll, auch die Locals nehmen die Taverne gut an.
Am Folgemorgen „fängt das Leben an“ – für mich zunächst mit einer Aktion, bei der ich als „früher Vogel“ mal wieder den Wurm fange.
Hans Peter und ich treffen uns um 07.30 Uhr an MARLIN um die Rettungsinsel zu verstauen
Ich treffe mich so früh mit HP um die Rettungsinsel von MARLIN zu verstauen. Wir wollen dies tun, bevor in der Marina reges Treiben herrscht. Dass ich den Service für einen Freund mit begleitet habe, soll eine Ausnahme bleiben.
Dann aber – es ist der 19. Mai, das Geburtstagskind entert mit ihrem Breezy die Szene. Ich gratuliere artig und folge dann dem Ruf zu einem Geburtstagsfrühstück ins „La Palma Café“.
So fängt Sibylles Tag an – ist das schon der besungene Beginn des Lebens? Sibylles Leben 3.0?
Ich weiß nicht warum das immer mir passiert – plötzlich kommt Eleftheris um die Ecke und setzt mir eine Kappe auf. Ich bekomme eine „La Palma“ Basecap und bin wohl ab jetzt offizieller Botschafter der kleinen Cafébar an der Waterfront in Lakki.
Ich nehme die Cap gerne an, ich habe bisher keine, weil ich kein Kappenmensch bin, aber man weiß nie, vielleicht leistet sie mal gute Dienste…
Dankeschön, jetzt hab´ ich auch eine Cap
Sibylles Geburtstag hat also begonnen – und die, deren Leben gemäß des Udo Jürgens Songs und der Headline dieses Blogs, heute anfängt hat keinen wirklichen Plan.
Meine Frau geht das alles ganz pragmatisch an, „…ich check´ jetzt mal meine Nachrichten, schau ob die Kinder sich schon gemeldet haben, vielleicht gehen wir alle am Nachmittag auf ein Eis – feiern kannst ja Du dann!“
Sagte sie und vertiefte sich in ihr Telefon…
Schau´ mal die Kinder haben schon gratuliert…
Tatsächlich wächst eine Einladung zum gemeinsamen Stelldichein einiger Freunde aus der Marina. Sibylle lädt ins „Repapis“ zu Kaffee, Kuchen und mehr – greift zu und lasst es euch schmecken.
Es folgt das obligatorische „Happy Birthday“, die Mädels aus der Eisdiele kichern und freuen sich mit uns. Sibylle nimmt dankend die Geschenke der Freunde entgegen, welche sich echt Gedanken gemacht haben und sich ins Zeug gelegt haben.
Sibylles „Eis-Party“ in relativ großer RundeKleine Geschenke die es in sich haben und große Freude auslösenMeine Frau hat Spaß und genießt ihren Ehrentag
Nach dem Eismeeting sind wir gemeinsam nach Xirokampos gefahren um uns für das Dinner fertig zu machen.
Sibylle wollte in unser favorisiertes Lokal, das „Pirofani“ in Panteli gehen und den Geburtstag in kleiner Runde ausklingen lassen. Sie hat Brigitte und Hans eingeladen und wir haben Sibylle zu viert gefeiert…
Ein schöner AusklangEs gab allerlei Leckeres – hier TaramasalataEinen Pirofani SalatUnd als Nachspeise auch hier einen kleinen KuchenHappy Birthday liebe SibylleAuf das nächste Lebensjahr……auf DAS Leben, welches ja heute wohl erst beginnt!
Den „Pausetag“ tags darauf hatten wir uns mehr als verdient. Es wurde kein klassischer Faulenzertag, aber eben auch kein intensiver Arbeitstag – wir haben uns mehr um Administratives gekümmert.
Ich musste schon lang einmal zur Bank um dort ein paar Angaben zu machen, sehr lästig in Griechenland. Abermals war die Tatsache, dass ich keine griechische Telefonnummer habe, ein Stolperstein. So habe ich mich heute auch gleich noch darum gekümmert – ab Juni werde ich eine 0030 Handynummer haben. Zudem mussten Sibylle und ich einkaufen, für meinen morgigen Geburtstag ist eine kleine Grillfeier geplant.
Wir gehen also über den Sandplatz der Marina und beobachten Lustiges – oder ist es eher Verstörendes??? Seltsam mutet es auf jeden Fall an…
Die Autos die den Bauarbeiten im Weg stehen, werden mit dem Stapler umhergefahren
Alex ruft mich an – unter anderem kommen wir auf den Geburtstagsgriller zu sprechen. Ich erwähne aus Spaß, dass ich die Tatsache 13 Gäste eingeladen zu haben, nicht als Omen für Unglück sehe, sondern mich eher an die die Geschichten rund um die „Wilde 13“ erinnert fühle.
Ein bisschen passt es – die Abenteuer auf der Insel mit zwei Bergen. Ob der deutlich jüngere Alex die Geschichte noch kennt? Wie auch immer, in jedem Fall fühlt er sich von meiner Assoziation inspiriert, mal wieder die KI zu bemühen. Ich bekomme fast einen Lachkrampf, sehr geil gemacht! Danke dafür…
Der Olivenbaron und die wilde 13 – sehr lustig
Jetzt ist er also da – mein Geburtstag. Noch ein ganzes Stück davon entfernt, dass auch mein Lebensanfang besungen wird, das ist insofern gut, da ich ja dann bis dahin noch ein bisschen planen kann, was ich dann mit mir anfange.
Eine Idee habe ich schon, ich sammle weiter Ouzo „Plomari“ Fläschchen. Sibylle kann die Karafakis schon nicht mehr sehen, wir haben inzwischen einige davon. Die Regel lautet – gesammelt werden nur die selbst getrunkenen! Leider haben wir die acht von unserem legendären „Herrenabend“ nicht mitgenommen.
Heute kommt eine dazu, denn als ich nach dem Frühstück im „Coffee Lab“, zusammen mit Sibylle auf ELOWYN zurück komme, hatten Gabi und Gottfried mir schon ein Fläschchen auf den Cockpittisch gestellt.
Das ist aber sehr aufmerksam, danke euch Beiden
Sibylle und ich lassen uns treiben. Wir sandeln so ein bisschen rum, gehen am frühen Nachmittag mit der Crew der JASPER auf ein Eis ins „Repapis“ und sammeln uns dann zum Stelldichein in Xirokampos.
Sibylle hatte schon einiges vorbereitet, ich kann noch eine Weile unterstützen, bevor die ersten Gäste kommen. Es gilt die Tische und Stühle zusammenzustellen und den Grill vorzubereiten – der Rest sollte ungezwungen wie von selbst laufen.
Sibylles Blumen sorgen für zusätzliche GemütlichkeitIch habe ein traumhaftes Wetter, es ist ein richtiger Sommertag
Die ersten Gäste kommen. Antonia und Alex kommen mit Alex´Mutter Hanna und ihrem Mann Jim. Wir haben uns angefreundet und verstehen uns sehr gut. Sibylle hat Hanna bereits in Deutschland besucht und unternimmt auch auf der Insel viel mit den beiden.
Die „A-Team Family“ schenkt mir eine Flasche Tsipouro, eine Zierflasche, welche ich sehr gut kenne – ich war, offen gesagt, immer etwas zu knickerig um mir den edlen Tropfen zu kaufen.
Ich freue mich darauf die Flasche zu einem besonderen Anlass zu öffnenPetra und Martin lassen die Plomari Sammlung wachsen und laden zum Dinner ins „Pirofani“
Sehr witzig auch die Idee von Brigitte und Hans, sie bringen statt Weihrauch und Myrrhe ebenfalls einen edlen Tropfen – aber diesen gleich als Bausatz, welcher sofort komplettiert und kredenzt wird.
Hans ist Spezialist im Basteln von Aperol Spritz Mischgetränken – und zeigt gleich mal was er kann…
So kann man ein Geburtstagsfest starten
Ich hatte meine Partybox geholt und wir haben griechische Musik gespielt – es war nahe dran an einem typischen Familienfest der Locals, vielleicht waren wir noch etwas zu gesittet 😉 …
In jedem Fall war die Stimmung gut und entspannt, wir hatten alle zusammen Spaß und uns quer durch die Bank gut unterhalten.
Gerne will ich ein paar Impressionen teilen…
So sieht ein entspannter Skipper ausDie Freunde mischen sich bunt, die meisten kennen sichNatürlich ist auch Merlin mit von der PartieDer Terrier will gut Freund sein – mit jedem der vermeintlich etwas zu Fressen in den Händen hältWir trinken unseren Aperitif und quatschen uns warm – das Wetter lädt zum Essen auf der TerrasseAm Geburtstag darf man auch etwas sinnieren – what´s another yearDie Sonne senkt sich Richtung Bergrücken, es ist Zeit, den Grill zu starten
Die Wilde 13 schreit Hunger – also starten wir den Grill und legen das Grillgut parat – ich denke, dass alle satt werden.
Auf den Grill kommen allerlei Leckereien, diese werden von einer Auswahl an feinen Salaten begleitet. So sollte jeder auf seine Kosten kommen.
Der Grill ist heiß – los geht´s!
Verschiedene Souvlas und hiesige Würste, welche mit Parmesan gefüllt sindIch lege die erste Charge auf – jetzt ist etwas Geduld gefragtSieht doch schon ganz gut aus – „Essen fassen!“Ich schneide alles in handliche Portionen, das Brett kommt dann in die Tischmitte – griechisch ebenNa komm´ das kann sich durchaus sehen lassenSibylles Salate werden durch ein paar vegane Varianten von Antonia ergänzt – wir schlagen zuAuch an der Vitaminfront läuft einem das Wasser im Munde zusammenWir finden an einer großen Tafel Platz……und genießen das gemeinsame GeburtstagsessenAuch die Co-Gastgeberin genießt – letztlich ist es ja auch ihre FeierDie Sonne verschwindet, die blaue Stunde beginnt
Gegen 22.00 Uhr, die ersten waren schon gegangen, erlaube ich mir die Musikrichtung zu wechseln. Ich habe eine Playlist mit Party-Rock der 80er – naja, die Lieder eben, die für Antonia und Alex Oldies sind, waren die Songs der Jugend für den Rest der Gesellschaft. So klang der Abend durchaus stimmungsvoll und zu bester Stunde aus.
Die Gäste verabschieden sich, Sibylle und ich machen noch kurz die Terrasse klar, dann fahre ich zurück auf ELOWYN.
Dort komme ich exakt um 00.00 Uhr an – mein Geburtstag war vorüber, ich war ein Jahr älter geworden. Sehen wir, was mein 60. Lebensjahr für Geschichten bereithalten wird…
Wir schicken uns noch Bilder, dann wird es Zeit für eine Mütze voll Schlaf
Am neuen Morgen bin ich ziemlich früh fit. Ich hole Sibylle in Xirokampos ab und bevor wir den Südteil der Insel verlassen, räumen wir das Haus noch piccobello auf. Ich bin Susanne abermals zu Dank verpflichtet, denn sie hat ausdrücklich gestattet, dass wir Freunde einladen dürfen – umso schöner wäre es, wenn sie hätte teilnehmen können. Na, vielleicht klappt es ja zum 60. 😉 !
Dann führt unser Weg direkt zu unserer Katikia in Plaka, ich möchte die Lautsprecherbox wieder aufräumen und von Sibylle habe ich den Befehl erhalten, dass ich „…endlich mal diese Flaschen wegräumen soll!“
Da ihr Befehl mir Wunsch ist, packe ich auch diese in eine Box und karre sie in mein Häuschen.
Kurzzeitparken in Nachbars Einfahrt – „eat, dance and park like a Greek“Der erste Teil meiner Fläschchen findet ein neues Zuhause
Ein schöner Start in den Tag. Zumal wir es nicht eilig haben – denn um 10.30 Uhr sind wir für drei Stunden mit Tanja und Stefan verabredet.
Wir haben die Beiden in unserem ersten Jahr als Yachties und Liveaboards 2021 kennen gelernt und uns angefreundet. Die Beiden waren damals die Crew der OREJA VELA, welche wegen eines Schadens verkauft wurde. Stefan hatte damals meinen Scudo gekauft und in einer Nacht und Nebel Aktion nach Italien verbracht.
Wir schwelgen in alten Geschichten und versprechen uns, auch weiter in Kontakt zu bleiben.
Großes Hallo mit Tanja und Stefan
Die beiden Hamburger machten eine Woche Urlaub in Ikaria und werden noch eine weitere in Rhodos folgen lassen. Sie sind zurück im Arbeits- und Landleben, haben aber schon wieder neue Pläne.
Es waren schöne drei Stunden, die viel zu schnell vergangen sind. Ach ja, da war noch etwas – Stefan hat mir meinen Webasto Temperaturfühler für ELOWYN mitgebracht, ich nahm diesen freudig entgegen.
Nachdem die Zwei wieder auf der Fähre nach Rhodos waren, hatten Sibylle und ich richtig Lust, den lange vermissten Fühler einzubauen und das Schlafzimmer in Ordnung zu bringen.
Gedacht – gemacht!
Der Fühler ist wieder dran, die fiese Deckenverkleidung montiert
Ich mache an diesem Tag noch drei der fünf Deckenverkleidungen, den Rest würde ich morgen fertig machen.
Jetzt reicht es erst einmal und ich verhole mich abermals nach Xirokampos, wo Sibylle bereits mit dem Dinner auf mich wartet.
Nach vier Tagen mit wenig Projektarbeit aber trotdem jeder Menge Trubel, schaden zwei, drei Stunden ohne Aufregung definitiv nicht…
Generell ist das Haus der Freundin ein Ort der Ruhe
Am nächsten Morgen wache ich auf und tapse in die Kombüse um meinen Kaffee zu brauen. Mein Gehirn ist noch nicht aufnahmefähig, aber es empfängt Signale die nicht mit dem Sollwert in Einklang zu bringen sind.
Wieso kann ich im Bauch von ELOWYN, etwa mittschiffs, den Bug eines anderen Schiffes durch´s Fenster sehen – es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Hä??? Wos is´n dös?
Ein Blick nach draußen sorgt für Klarheit – einerseits. Anderseits entstehen mehr Fragen als Antworten und ich denke auch, dass ich die Antworten gar nicht wissen will…
Nikolas, der Juniorchef, war für ein paar Tage nach Athen gereist. Plötzlich legt ein 9m Motorboot am Steg für 20m Yachten an und die Insassen gehen schnurstracks auf die große Motoryacht nebenan.
Zuerst erweckt es den Eindruck als sei es ein externes türkisches Mechanikerteam, welches sich hier Zugang verschafft hat. Später hätte man den Eindruck gewinnen können, dass „Geschäfte“ gemacht wurden – ich habe nicht nachgefragt, vielleicht war es ja auch nur Familienbesuch…
Am nächsten Morgen um 07.30 Uhr sind sie weggefahren wie sie gekommen sind – lautlos
Ich sortiere mich gerade noch, da kommen Ellen und Dominik zu mir an Bord. Wir haben ein paar offene Punkte wegen LUMARA zu bequatschen, dann muss ich wieder ans Werk, ein paar Kleinigkeiten haben wir beim Segelsetzen nicht ganz korrekt ausgeführt.
Dominik bietet Hilfe an und die kann ich sehr gerne annehmen. Der junge Mann ist beweglich und kraxelt behände in die Takelage – ich würde da wieder hängen wie ein nasser Sack. Mit Dominiks Hilfe sind meine paar Handgriffe rasch erledigt!
Das Großfall ist falsch geführtGemeinsam können wir es rasch korrigieren
Einen noch, nur noch einen! Sibylle und beschwören uns gegenseitig, dass wir nur noch einen lässigen Tag folgen lassen wollen – danach geht der Ernst des Lebens wieder los.
Nun, das ist vertretbar, denn heute ist Sonntag. Wir starten in den Tag mit einer Verabredung mit Hanna und Jim im „Navarone“.
Hier wird immer noch Frühstücksbrunch angeboten und obwohl die Preise etwas angehoben wurden, ist das Preis-Leistungsverhältnis immer noch spitze. Wir freuen uns seit Tagen auf diesen Termin…
Den Damen schmecktsMir auch – ich gönne mir einige dieser Tellerchen
Danach stelle ich die Eignerkabine auf ELOWYN fertig, ich montiere alle Deckenverkleidungen und eine Verkleidung für ein technisches Bauteil, diese muss zu guter Letzt noch mit Silikon verfugt werden.
Wieder ein wichtiger und umfangreicher Punkt von der Liste…
Da Sonntag war, fand abends der Seglerstammtisch im „SouVLakki“ statt. Wir waren schon fast fertig, als die Musik ausging und neben dem Happy Birthday Song aus dem Radio, die singende Chefin Anna um die Ecke kam – auf der Hand eine Torte balancierend.
Anna schenkt uns eine TorteWas für eine liebe Geste
Ich mag Anna und ihre Familie – alle zusammen sind sie so nett und offen. Meine bereits ausgesprochene Einladung zu einem Fest in meiner Katikia wird eingehalten – und wenn es das Letzte ist was ich mache.
Nicht genug mit der Torte – Anna hat für jeden von uns eine Tüte mit einem Geschenk. Wir packen es aus und trauen unseren Augen kaum – ein „SouVLakki“ T-Shirt für jeden von uns.
Ich werde es aus naheliegenden Gründen kaum tragen können, doch freue ich mich ungemein und ziehe es auch für diesen Abend an.
Shaka – member of „SouVLakki“ TeamAuch Sibylle trägt es mit Stolz
Wenn ich Stolz schreibe, meine ich auch Stolz – nicht, weil wir gebrandete T-Shirts so lieben, sondern weil diese Shirts von Locals und von Herzen kommen. Das macht sie so besonders!
Da die Zeit wie im Flug vergeht, war es notwendig, mal wieder kurz nach EDINA zu sehen. Es wird vermutlich der letzte Routinebesuch gewesen sein, denn auch Ed hat sein Kommen bereits angekündigt.
Also schnappe ich mir den Schlüssel der eleganten CNB 60 und sehe nach dem Rechten.
Im Großen und Ganzen alles okDer Generator läuft, auch hier alles ok
Es ist immer das Gleiche, etwas lüften, Bilgenpumpen ein, Motor und Generator starten und laufen lassen und nach den Batterien sehen.
Natürlich ein kurzer Rundumblick ob auch sonst alles ok ist. Ed ist auf dem Laufenden, es gibt ein paar offene Punkte, aber seit dem letzten Besuch hat sich nichts getan. Er kann also beruhigt kommen und seine To Do – Liste abarbeiten.
Ich erinnere mich an den Eletromotor des Genuafurlers, hier stehe ich noch im Wort.
Apropos To Do – Liste, die gibt es auch auf LUMARA, denn dort führt mich mein Weg als nächstes hin.
An Vielem ist schon ein Haken dran
Ich habe es ja bereits erwähnt – Ellen und Dominik nehmen das Schiff schnell und sehr vollumfänglich in Besitz, ich bin wenig involviert.
Das freut und beeindruckt mich gleichermaßen. Trotzdem gibt es hin und wieder Momente, wo eine Antwort auf eine Frage einfach hilft um schneller voran zu kommen. Deshalb und auch um zwei, drei kleinere Problemstellungen zu lösen, sehe ich in regelmäßigen Abständen vorbei.
LUMARA wird die Marina am 29.05. verlassen und erst im Oktober zurückkehren. Ich hoffe von Herzen, dass mein altes Schiff dem jungen Paar riesige Freude bereitet.
Während ich bei den Schweizern bin, sendet mir Sibylle Bilder vom Hundeshelter. Sie und Angelika haben sich heute auf den Weg gemacht um den Zamperln ein wenig Zuneigung angedeihen zu lassen.
Zuerst bei einer ausgiebigen GassirundeSpäter noch mit ein paar Streicheleinheiten
Sibylle und ich treffen uns nach erledigter Vormittagsarbeit im Restaurant der Marina, um hier im „Skipper´s“ einen Café zu trinken.
Sibylle mag den Cappuccino hier recht gerne, während ihr der im „Repapis“ nicht gut schmeckt – hier entsteht ein Dilemma, denn ich hätte natürlich gerne eine Eisspezialität…
Solche Herausforderungen lösen meine Frau und ich aber meist sehr pragmatisch!
Zuerst eine Kaffeespezialität im „Skipper´s“ – hier sitzt man auch schönSpäter ein Gaumenschmaus aus der Eismanufaktur – so kommt jeder auf seine Kosten
Ich entscheide mich am nächsten Morgen für eine Fleißarbeit – es gibt auf ELOWYN so etwas wie eine Schatztruhe.
Sie beinhaltet eine Menge teurer und wichtiger Ersatzteile, aber kaum jemand weiß genau über ihren Inhalt Bescheid. Es macht also durchaus Sinn, sich der Thematik einmal vorsichtig anzunähern.
Ich entscheide an diesem Tag, das Staufach für Ersatzteile und Werkzeuge erst einmal völlig zu leeren, die bereits sortierten und erfassten Dinge wieder einzuräumen, denn dann würden „nur noch“ die Dinge übrig bleiben, welche ich einmal ansehen müsste und welche dann sortiert und verräumt werden müssen.
Ähhh, da habe ich mich wohl etwas verschätzt…
Na, das Bisschen bekommen wir auch noch hin
Als ob die eigenen Aufgaben nicht reichen würden, habe ich mich noch auf eine weitere Herausforderung eingelassen.
An INSPIRATION muss noch die ACU des Autopiloten ausgetauscht werden. Das klingt einfach, ist es aber meist doch nicht. Alex erklärt sich bereit zu helfen, wir wollen das Boot für Jörg klar machen, bevor sein Co-Eigner am 04.06. ankommt, um auf der Bavaria zu urlauben.
Weil nix „einfach so“ funktioniert, müssen Alex und ich das Dinghy erst einmal von Wasser befreien…
Erst mal das Wasser aus dem Schlauchboot – es hat einen Sack zum Gummiboden gebildet„Nur die ACU“ – streng genommen ist es schon ein bisschen mehrWir suchen und finden das Altteil und bauen das ersteinmal aus
So, die Neuteile sind sortiert, es sind Garmin Systembauteile. Die alte, neue Raymarine ACU kommt wieder raus, denn sie ist nicht 100% kompatibel.
Das haben wir geschafft – jetzt ist etwas Recherchearbeit notwendig, daher brechen wir an der Stelle ab, um später ab hier weiterzumachen. Mal sehen, wann es zeitmäßig passt…
Der neue Tag wird als ELOWYN Tag ausgerufen, ich muss mich ranhalten und auch mal wieder ein paar Doings von meiner gleichnamigen Liste schaufeln.
So treffen wir uns um 09.00 Uhr, um zuerst die Fock anzuschlagen, was ziemlich schnell und unspektakulär erledigt ist und um danach den WILLI zu Wasser zu lassen.
In einem der letzten Berichte hatte ich geschrieben, dass der kleine Flitzer zwischenzeitlich auf Panagiotis´ Anhänger ruht. So hatten wir heute ein leichtes Spiel ELOWYNs Schnulli zu slipen.
Weiter wollte ich mit dem geliehenen Hänger nicht ins Salzwasser fahrenAlex und ich konnten ihn hinten anheben und dann ins Wasser rutschen lassen
Nicht nur, dass der Slip uns die Arbeit brutal erleichterte, ich heimste mir auf die Art und Weise noch ein paar Lorbeeren im Rückwärtsfahren mit Hänger ein – nix verlernt…
Ich musste an diesem Tag ein paarmal sehr knapp rangieren – hat aber alles perfekt geklappt.
Sibylle hatte den Williams 325 Jet schon gereinigt, nun bauen wir zusammen die Cockpitkissen ein. Ich bringe den überholten Motor zum Laufen und entscheide, dass wir eine neue Batterie bestellen. Auch mit dem alten Akku und etwas Starthilfe kann ich eine Probefahrt durchführen.
Jetzt heißt es noch, den Tank mit 40 Liter Ultimate zu befüllen – dies gelingt auch, doch leider war einer der zwei Kanister undicht…
Nanu, wo kommt der Fleck herDer ganze Kanister ist feucht, er hat einen feinen Riss
Nachdem der Tank voll ist und der Weber Turbomotor zuverlässig anspringt, kann ich endlich eine Probefahrt wagen.
Erst ein paar Meter warmfahren, dann darf es eine kurze Vollastfahrt sein. Der kleine Flitzer macht Spaß – er ist ein typisches „Boy-Toy“!
In der Bucht gilt es langsam zu fahren
Gemeinsam räumen wir den WILLI dann in seine Garage. Das klingt einfacher als es ist, denn das Mutterschiff muss drei Meter nach vorne gefahren werden.
Dann heißt es „Klappe auf, Tender rein“ – es ist immer wieder ein Spektakel, wenn ELOWYN den kleinen WILLI schluckt.
Ich werde zum Batteriewechsel noch einmal öffnen müssen und auch das Schlauchboot noch einmal zur Hälfte herausholen müssen, dann aber ist in diesem Bereich alles erledigt.
Wir fahren zufrieden Richtung „Stis Anna“, wo wir heute mit Brigitte und Hans zum Essen verabredet sind. Zuvor machen wir aber einen Abstecher zu Giorgos, er schneidet mir zwei Delrinriegel ab, aus denen ich den Leiteranschlag bauen werde.
Das Material habe ich schonmal, bauen kann ich Dinger nächste WocheDann endlich gab es was zu essen – wir waren ganz schön hungrig nach diesem Tag
Am Folgetag bin ich auf Hans Peters LIBERTÉ verabredet, wir wollen endlich den Wassermacher in Gang bringen und Wasser produzieren.
Dafür galt es, ein paar Kleinigkeiten fertig zu stellen und das System zu spülen. Wir mussten uns aufgrund eines Umbaus, einige Schritte erarbeiten, die Bedienungsanleitung hatte in diesen Punkten keine Relevanz mehr – aber im Großen und Ganzen ging die Arbeit gut von der Hand.
Wir prüfen ein paar Anschlüsse und nehmen eine Wiederinbetriebnahme samt Spülung der Einheit vorNach rund zwei Arbeitsstunden gab es einen ersten Testschluck
Wir haben ganze Arbeit geleistet – das Gerät produziert Wasser mit einem hervorragenden ppm-Wert von 277! Auch die Leistung passt, nach drei Stunden haben wir 170 Liter Meerwasser entsalzt.
Was uns an diesem Tag nicht mehr gelingt, ist die Rückspülung des Geräts. Ein Magnetventil scheint defekt zu sein und wir beschließen, es durch einen manuellen Umschalthahn zu ersetzen. Die Ersatzteile kaufen wir noch, dann ist Feierabend. Wir vertagen uns auf auf einen weiteren, dann vermutlich letzten Termin.
Dann wollen wir das Projekt „Wassermacher LIBERTÉ“ final beenden, die Crew kann dann ohne Limit Wasser produzieren – sie werden es bald brauchen, denn am 01.06. startet die erste länger andauernde Reise, vermutlich zum Peloponnes, gell HP?!
HP und ich haben geschuftet wie die Beserker, wir haben gearbeitet bis die Fetzen flogen…
Ich besüdere meine Arbeitshose, trenne mich aber sofort von ihr
Doch auch Sibylle war in meiner Abwesenheit fleißig – sie hat Edelstahl poliert und dabei ein Erfolgserlebnis erzielt.
Zu verdanken hat sie dieses einer Polierpaste, welche Alex ihr zum Ausprobieren überlassen hat – „…die will ich!“, höre ich mein Weib sagen und wie ich ja bereits angedeutet hatte, wird jeder Wunsch, auch dieser, sofort in eine Bestellung umgewandelt.
Sibylle poliert EdelstahlVorher…Nachher – der Erfolg gibt ihr Recht
Nur zwei Tage später erhalten wir von Volker die Bestätigung, dass die bestellte Dose angekommen ist und dass er sie mitbringen wird.
So ein amazon Prime Versand funktioniert wirklich prächtig!
Wir kaufen das Wundermittel
Auch andere bekommen Waren zugesandt, wenn auch nicht immer direkt – als ich zu Sibylle zurück laufe, erreicht mich eine Nachricht von Tom. Die für LUMARA bestellten Kleinteile seien angekommen, er bringt sie am 04.06. mit.
Die Kunststoff-Fittinge liegen bei Tom, das defekte Magnetventil wird Kristina am 14.06. mitbringen
Ich freue mich echt sakrisch, als ich zu Sibylle zurückkomme – natürlich auch, weil ich sie wieder sehe, offen gesagt aber unmittelbar darüber, dass meine griechische Telefonkarte angekommen ist.
Natürlich sehe ich sofort nach, was in dem großen Kuvert alles drin ist – und fühle mich unmittelbar an die russischen Babuschka Matruschka Matrjoschka Puppen erinnert…
Ich erhalte ein großes, braunes Versandkuvert per Express-CourierIm großen, braunen Versandkuvert steckt ein mittelgroßes weißesIm mittelgroßen, weißen Kuvert steckt eine mittelgroßes Papp-KartenkuvertIm mittelgroßen Papp-Kartenkuvert steckt ein kleines Papp-Kartenkuvert
Ich freue mich und lege die Karte in mein griechisches Telefon ein – doch es funktioniert nicht.
Ich lerne, dass ich die Karte aktivieren muss, dies versuche ich mehrmals. Doch leider bleibe ich immer dort hängen, wo ich meinen Namen eintragen müsste. Diese Felder sind jedoch nicht anwählbar, ich komme nicht weiter.
Nach dem Abendessen verfalle ich in einen solchen Sog, dass ich bis 02.00 Uhr nachts versuche, meine SIM zu aktivieren – doch ich scheitere kläglich.
Ich kann meinen Namen nicht eintragen – auch am nächsten Morgen nicht
Da fällt mir eine Geschichte aus der Kategorie „mal wieder von Griechenland genervt“ ein, welche ich kurz einflechten möchte.
Ich habe vor einer Woche bei unserem Marinachandler die Serviceteile für die Motorinspektion von ELOWYN bestellt. Ein großer Motor, teure Teile, aber letztlich ein ganz normaler Yanmar. Wir haben besprochen, dass er die Teile in Ruhe heraussuchen kann und ich sie in einer Woche gesammelt abhole.
Das war heute! Und was hatte der Mann hinter dem Tresen gemacht? Nix! Er war überrascht, hat sich dunkel erinnert – aber weder an den Motor noch ans Schiff.
Ich war sauer – und habe mein Glück bei „Naval“ versucht. Leider ist „meine Maria“ im Moment außer Dienst und ich habe bei der netten aber neuen Mitarbeiterin Evi angefragt. Sie holt siegessicher eine Tabelle aus der Schublade und sucht nach dem 4LHA-STP, doch er taucht nicht auf. Ich solle Daten hinterlassen, man würde mich zurück rufen – dies ist bis heute Abend nicht passiert.
Ich hatte nicht gedacht, dass ein paar Filter so ein Problem aufrufen können – ich vermisse Maria schmerzlich!!!
Hoffentlich klappt der für heute geplante Einbau der ACU an Jörg und Toms INSPIRATION besser…
Ein paar Kabel müssen geklemmt werden
Alex und ich hatten ja alle Bauteile schon vorbereitet und auch fleißig recherchiert.
Wenn alle Rechercheergebnisse stimmen, dann sollte die Verkabelung zwar langwierig werden, aber keine Raketentechnik sein.
Wir messen die Polarität, legen los und sind nach rund zwei Stunden mit der Kabelklemmerei fertig. Jetzt wird es ernst – wir legen die Hauptschalter um und sehen nach, was am Plotter passiert.
Und siehe da…
Der Autopilot und die Ruderlage sind sofort daWir führen die Hafenkalibrierung durchZu guter Letzt legen wir den Autopiloten als Favorit an
Geschafft! Die Raymarine ACU ist gegen eine von Garmin ausgetauscht, alle Autopilotfunktionen können am Plotter vollumfänglich abgebildet werden.
Unser Job ist getan. Für die Kalibrierung in Fahrt zeichnet sich Tom verantwortlich, den finalen Einbau soll Jörg zu einem geeigneten Zeitpunkt vornehmen.
Wir legen die Bauteile nur zurück in die Kiste und legen auch die Kabel dort nur ab.
Die nahezu neuwertige Raymarina ACU 200 liegt im Schiff, wenn jemand von euch so etwas braucht – lasst es mich wissen!
Den finalen Verbau soll Jörg vornehmenDie fast neuwertige Raymarine ACU 200 wird zu verkaufen sein
Während Alex und ich die Navigationselektronik für unsere Freunde Jörg und Tom upgraden, ist Sibylle mit Hanna und Jim beim Wandern.
Die Drei haben sich vorgenommen, heute den Berggipfel zu besteigen auf dem die analoge Abhörstation aus dem zweiten Weltkrieg, der „Acoustic Mirror“, das Aerophon steht.
Auch die Drei scheinen Spaß zu haben, von unterwegs senden sie Bilder und auch die Geschichten die sie später bei einem Eis erzählen werden, klingen begeistert.
Sibylle, Hanna und Jim sind beim Wandern
Alex und ich haben vor dem Treffen in der Eisdiele noch eine zweite Zusage zu erfüllen.
Martins STENELLA II wird gekrant, er und Petra sind aber gestern bereits abgereist. Er hat uns daher gebeten, dem Kranen beizuwohnen und zu unterstützen, sofern nötig.
Tatsächlich war es gut, dass wir vor Ort waren, denn es gab kurze Irritationen rund um STENELLAs Liftkiel, diese konnten wir ausräumen. Der Rest war daily business.
Wie war das gleich wieder mit dem Kiel – der muss nämlich nach oben„Ein bisschen Waschen bitte“…
Hat alles gut geklappt – Alex und ich gönnen uns einen Freddo Espresso, dann zusammen mit dem Wanderteam ein Eis bei „Repapis“, gehen dann aber zurück an die Werkzeugfront.
Für mich steht heute das bereits erwähnte, vermutlich letzte Stelldichein auf LIBERTÉ an. Hans Peter hatte viel vorgearbeitet, so hatten wir zusammen nur noch eine weitere Produktion von einem Kanister Wasser zu erledigen und dann den anschließenden Spülvorgang durchzuführen.
Da alles geklappt hat, kann ich LIBERTÉ nun von meiner Liste nehmen. Ich werde noch das Treffen begleiten, bei dem Giorgos den Geräteträger plant, dann brechen HP und seine Petra zu ihrer ersten längeren, gemeinsamen Reise auf. Es zeichnet sich ab, ich brauche einen neuen Companion für mein Werken…
Noch eine gute Nachricht – ich erreiche mit Hilfe einer Griechin aus einem Telefonstore die Hotline von Cosmote und der nette Mann am Helpdesk verspricht mir, meine Karte freizuschalten. Ich musste ein paar Angaben machen und Bilder von Dokumenten sowie eines von mir schicken – habe ich sofort erledigt!
Guter Service – hoffentlich klappt es, ich bin aber vorsichtig optimistisch
Zum Dinner hatten wir uns sehr kurzfristig mit Alex, Hanna und Jim ins „neue Aloni“ in Xirokampos verabredet.
Man hört, dass Seniorchef Eleftheri an eine seiner Töchter übergeben hätte. Das Lokal wurde deutlich aufgehübscht, das Ambiente aufgewertet und die Speisekarte überarbeitet.
Alles in Allem hat „Aloni“ gewonnen. Die moderaten Preiserhöhungen gehen in Ordnung, die Qualität war echt gut. Wir haben gut gegessen und der Rechnungsbetrag hat uns nicht überrascht – ABER – es entsteht das gleiche Dilemma wie bei einigen anderen auch, man passt Qualität und Preis an, macht keinen Fehler, stellt sich aber auch näher an die führenden Lokale der Insel.
Aus meiner Sicht eine einfache Entscheidung – „Aloni“Gutes Essen in bester Gesellschaft – was will man mehr, das ist der Schlüssel zum Glück
Diese Entwicklung ist eine riskante, denn der Unterschied besteht dann meist nur noch aus Nuancen, dem „gewissen Etwas“.
Hier haben andere die Nase vorn – ich nenne das „Serza“ und das von mir geschätzte „Pirofani“, sowie das mehrfach ausgezeichnete „Mylos“. Sie alle haben das besondere Ambiente, pfiffige Ideen bei der Zubereitung der Speisen und einen hervorragenden Service.
Wenn man preislich näher an solche Tavernen rückt, dann ist man nicht mehr „die Taverne von nebenan“, die zu der man „mal schnell“ geht, man muss sich dann behaupten.
Ich drücke jedenfalls die Daumen für geschäftlichen Erfolg und wir kommen bestimmt wieder!
Als ich vor dem Schlafengehen noch einmal die Nachrichten und Stories der Freunde ansehe, fällt mir das Bild von Dominik auf – ohne dass wir es mitbekommen haben, hat LUMARA die Leros Marina Evros verlassen und ist nach vier Jahren wieder unter Segeln unterwegs.
LUMARA segelt wieder
Ich kann mich nur wiederholen – ich freue mich mit den Beiden und auch für meine alte NESSAJA, vielleicht ist ihr jetzt das Abenteuer vergönnt, welches ich ihr nie bieten konnte.
Am nächsten Morgen springt mein persönlicher Countdown auf Null. Ich packe nach langem Zaudern eines der beiden noch offenen Projekte auf ELOWYN an – ich setze die Druckwasseranlage instand.
Zunächst lege ich mir alle relevanten Teile zurecht und schaffe mir einen Arbeitsplatz.
Ich brauche eine Trägerplatte für den DrucktankBevor ich loslegen kann, muss ich einen Satz Bohrer kaufen – es gab keine auf dem SchiffDann geht es ruck-zuck – ich fertige mir eine Trägerplatte, welche jetzt an die Montageposition geklebt wirdEin neuer, gut zugänglicher Platz im Technikraum – hier klebe ich den Druckbehälter an
Der Schraubenschlüssel im Bild und auch der blaue Spanngurt dienen nur dazu, den Behälter in der gewünschten Position zu fixieren.
Morgen wird der hochfeste Montagekleber ausvulkanisiert sein, dann kann ich diese Hilfsmittel entfernen und habe den Tank an optimaler Position – dann geht es mit der Pumpe weiter.
Während ich werkle, leistet mir meine Frau Gesellschaft, sie zieht dann aber von dannen um mit Brigitte etwas in Agia Marina „zu bummeln“. Dies dient in erster Linie dem Zweck ein Geschenk für Hannas Geburtstag zu kaufen, wird aber sicher mit allerlei Tratsch verbunden sein.
Nur noch eine Lektion Duolingo, dann muss ich los…
Als ich mein heutiges Tagesziel erreicht hatte, rief ich Jürgen an. Jürgen ist ein Miteigner in der früheren Eignergemeinschaft von Tom und Jörg. Er liegt mit der sagenumwobenen JOY in unserer Marina und hat Kummer mit seinem Rigg.
Ich wollte schon einmal locker vorbeischlendern, denn ich hatte das Schiff schon entdeckt, da wollte es der Zufall, dass Jürgen Kontakt mit mir aufnahm.
Bei seinem Problem konnte ich tatsächlich helfen – es handelte sich um einen klaren Fall… für Giorgos!
Wir besuchen den Meister in seiner Werkstatt……um ein Edelstahl Rüsteisen schweißen zu lassen
Jürgen war zufrieden, der Urlaub kann weitergehen. Wir verabreden uns spontan für das Abendessen, er kommt mit seiner Frau dazu, wenn wir uns heute Abend mit Hans Peter und Petra zum Essen treffen.
Doch bis dahin ist noch Zeit – und so beschließen meine Gattin und ich „etwas ganz Verrücktes“ zu machen! Wir gehen zum Panteli Strand zum Baden – das erste Mal in 2026!!!
Ja, ich war schonmal im Meer – am 01.03. – aber bisher hatte ich weder Zeit noch Lust, mich in die Fluten zu stürzen.
Heute war es soweit!
Hanna, Jim und Alex waren auch da – und nachdem Hanna sehr heldinnenhaft vorgelegt hatte, konnten Jim und ich uns nicht lumpen lassen – kein Mimimimi am 30. Mai!
Äh, wie kalt ist es genau……na egal – Mario ist schon drinVilariba oder Vilabajo? Schwimmst Du schon oder zauderst Du noch?Jim wagt es – gemeinsam drehen wir eine RundeOk, es ist schon noch erfrischend, aber jetzt kann man drin badenSibylle verneint – kein Badezeug dabei (und viel zu kalt)Obwohl ihr die Zähne klappern, macht sie gute Miene
Die erste Stunde am Panteli Strand – ein kleines Bier, ein geteiltes Club-Sandwich. Einmal gebadet und ein wenig auf´s Meer geglotzt…
Es fühlt sich anders an, gewohnt, nicht mehr außergewöhnlich. Wir sind jetzt Landlubber, Menschen, die auf Leros wohnen. Der Unterschied ist, wir sind keine Yachties mehr, der Aufenthalt auf dieser Insel scheint endgültig und nicht mehr „zufällig“.
Mich nervt der Trubel, der Toast ist von schlechter Qualität und das Bier schal. Ich bin froh als wir wieder gehen. Ich fahre mit Sibylle zurück und meine Gedanken kreisen – ich spüre, dass dies zum Problem wird.
Leider geht es nicht wirklich besser weiter – wir treffen uns zum verabredeten Abendessen und ich erfahre, dass Jürgen aus seiner ehemaligen Eignergemeinschaft eine Bavaria 430 Lagoon zum Verkauf anbietet. Ich gebe leichtfertig ein Angebot ab, man wird sehen.
Auch im „Avli tou Kritkou“ klappt es heute nicht. Das Essen passt, aber der Service knickt ein. Stammkunde werde ich hier nicht…
Ich bin froh, als ich ins Bett darf und freue mich auf mogen, auf den letzten Tag des Wonnemonats. Der beginnt gleich mit einem Paukenschlag, wir treffen uns um 10.00 Uhr mit Alex, Hanna und Jim zum Brunch im „Navarone“ in Agia Marina.
Mein Arbeitstag beginnt daher schon gegen 07.00 Uhr…
Ich bin früh wach und treibe das Druckwasserprojekt voran
Ich weiß, dass am heutigen Sonntag, zudem nach dem geplanten Brunch, nicht mehr viel passieren wird. Da mir der Fortschritt bei der Druckwasseranlage aber wichtig ist, stehe ich früh auf, trinke meinen Kaffee und erledige noch ein paar Planungs- und Arbeitsschritte.
Ich kann einen Schlauch fix montieren, habe einige Teile gefunden, welche ich zum Verbau benötige und kann in der Folge einen Einkaufszettel für morgen schreiben.
Ich lege den idealen Platz für die Druckwasserpumpe fest und kann danach endlich an den bevorstehenden Gaumenschmaus denken.
Sibylle kommt an und wir setzen die Fahrt nach Agia Marina fort, wo wir uns mit den Freunden treffen.
Wir bestellen fünf mal den Sonntagsbrunch vom Buffet und Schlemmen was das Zeug hält…
Echt lecker, alles frisch, kein Convenience Food
Wir sitzen bis 12.00 Uhr, dann trennt sich unsere Runde. Sibylle und ich überlegen kurz ob wir zum Panteli Strand fahren sollen, entscheiden dann aber, dass wir Brigitte und Hans besuchen.
Die Beiden essen zu Mittag in der „Fischtaverne Gourna“. Wir setzen uns gerne auf einen Ouzo dazu, wollen aber aus nachvollziehbaren Gründen nichts essen – wir kommen ja gerade von einem Brunchbuffet.
Es ist auch ein Abschied auf Zeit, denn Brigitte fliegt morgen für zwei Wochen nach Österreich und wir werden uns exakt die Klinke in die Hand geben – einen Tag nach ihrer Rückkehr werden wir nach Deutschland fahren.
Auszeit – eine kurze Pause ist nötig. Ich bastle noch etwas an der Druckwasseranlage, Sibylle fährt nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.30 Uhr abhole. Heute ist Stammtisch im „SouVLakki“!
Da Hans Peter und Petra aufgrund ihres geplanten Reisebeginns am Mittwoch wohl das letzte Mal teilnehmen werden, trifft sich der Stammtisch ein letzten Mal für längere Zeit in Stammbesetzung. Klar, dass wir nach dem Essen noch einen Schlenker in das Eisparadies machen…
Der Monat endet bei „Repapis“
Wir klönen noch eine halbe Stunde, freuen uns, dass Dieter zurück ist und lassen den Abend dann langsam und unspektakulär ausklingen.
Exakt das Gegenteil machen Sonne und Mond am heutigen Abend – die Sonne versank hinter den Bergen von Lakki und schenkte uns eine „blaue Stunde“ in feinstem Licht.
Der Mond wollte dem Zentralgestirn nicht nachstehen und zeigte sich seinerseits als voller Blutmond. Beides ein herrliches Spektakel, welches Sibylle und ich am Weg nach Xirokampos und auf dem Rücken unserer treuen GS genossen.
Die „blaue Stunde“ neigt sich dem Ende zu……der Vollmond hat seinen Auftritt – und zeigt sich in tiefen Blutorange
So endet unser Tag! Der Mai war ein, in der Gesamtbilanz schöner und erfolgreicher Monat, der mit vielen Höhen aufwarten konnte.
Vor uns liegt nun der Juni, dieser wird sicher nicht weniger abwechslungsreich. Wir müssen ELOWYN „just in time“ fertig bekommen und haben auch sonst noch allerhand Kleinigkeiten vor der Brust. Mitte des Monats kommen Volker und Kristina um mit ihrem Schiff Urlaub zu machen – natürlich freuen wir uns auf die Tage mit den Beiden, welche wir hier auf Leros verbringen werden, bevor sie die Leinen loswerfen.
Dann endlich Urlaub! Sibylle und ich fahren wieder nach Deutschland und besuchen Freunde und die Familie – sicher der Höhepunkt des kommenden Sommermonats Juni.
Wir freuen uns darauf, die Geschichten aus dem Leben, abermals mit euch teilen zu können – bleibt uns gewogen.
Der vierte Monat des Jahres sollte abermals ein richtungweisender werden – ob es ein süßer und guter Monat oder aber ein vernichtend, bitterer wird, weiß ich noch nicht als ich diese Zeilen tippe.
So manches Mal war ich nah dran den Verstand zu verlieren – da kommt mir der 1991er Queen Song „I´m going slightly mad“ gerade gelegen!
„Der Song fängt ein Gefühl von Entfremdung und der Bewältigung psychischer Belastungen durch Humor ein. Zusammenfassend drückt der Satz eine humorvolle, aber verzweifelte Anerkennung dafür aus, dass die Situation aus dem Ruder läuft und man das Gefühl hat, den Verstand zu verlieren.“
Eingekerkert und dem Wahnsinn nahe
Es braucht viel um den Skipper aus der Ruhe zu bringen – aber der April bot ein Stakkato von desaströsen Ereignissen, dicht gefolgt von wunderbaren Momenten, kein Wunder wenn man langsam droht in den Wahnsinn zu verfallen.
Neugierig? Dann folgt mir auf meiner Zeitreise durch den April 2026.
Die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen, ich gebe den Befehl, ein Auge aufzuklappen. Dies gelingt! Beflügelt von diesem kleinen Erfolg, steuere ich mein zweites Auge an und öffne auch dieses – ich werde wach!
Es ist der 01.April, ein Tag an dem sich die Menschen an kleinen, lustigen Falschaussagen belustigen. Meine Ohren melden mir Regengeprassel auf dem Kabinendach – es muss sich um einen dieser „Aprilscherze“ handeln – doch weit gefehlt!
Ein erster Gang zu den Sanitäranlagen bestätigt meine Sinnesinformationen…
Sehr viel trüber ist kaum möglich
Mir egal! Ich starte den Tag erstmal mit einer Tasse Kaffee und einen Blick in die Medienlandschaft – was gibt es Neues auf der Welt?
Obwohl – will ich das überhaupt wissen? Alleine die Informationen bezüglich des Weltgeschehens reichen ja eigentlich aus, um dem aktuellen Blogtitel vollumfänglich genüge zu tun.
Ich gönne mir erstmal einen starken Kaffee – und starre dabei auf das „Tabac“ Eau de Toilette
Meine Augen bleiben an der Verpackung einer Flasche „Tabac“ Eau de Toilette hängen.
Der Fakt, dass ich gestern in den Besitz dieses Duftwässerchens gekommen bin, erschließt sich meinem Gehirn um diese Stunde noch nicht. Ihr erinnert euch an FESTINA LENTE? Es ist nicht unwichtig für euch zu wissen, dass Meltem und Suat, die neuen Eigner, zur Zeit in der Marina sind und das Schiff in Besitz nehmen. Dazu gehört auch die Umbenennung, die Bavaria 39 Cruiser der Beiden heißt jetzt YUVA, was soviel wie „Nest“ bedeutet.
Ein zweites Boot wird umbenannt – die wohlbekannte Dufour 43CC NESSAJA heißt nun LUMARA – beide Boote werde ich im weiteren Verlauf meiner Blogberichte mit dem neuen Namen benennen. FESTINA LENTE und meine NESSAJA sind somit Geschichte.
Entschuldigt den gedanklichen Schlenker – Suat schenkt mir also als Dankeschön die Flasche „Tabac“ – was will er damit sagen? Mir egal, ich werte es als eine überaus freundliche Geste und werde mich immer wenn wir mit den Beiden unterwegs sind, ordentlich einparfümieren 😉 !
Noch niemand an Bord der INSPIRATION
Ich gehe ein paar Schritte durch die Marina und sehe nach den Booten der Freunde.
Meine Idee, der Crew der INSPIRATION einen guten Morgen zu wünschen, konnte ich nicht in die Tat umsetzen – die Vier waren offensichtlich noch im Hotel. Bald schon werden die Restarbeiten abgeschlossen sein und die Familie kann das Schiff beziehen – der Urlaub steht bevor…
Wenn ich schon am D-Steg bin, dann sehe ich auch gleich nach Martins STENELLA II, aber auch auf dem kleinen, roten Kutter scheint alles ok. Der Sturm hat offensichtlich keine Schäden hinterlassen.
Alles ok, aber es soll ja noch weiter stürmen…
Auf den Booten der Bekannten und Freunde scheint alles heil zu sein. Das ist eine gute Nachricht, denn so kann ich zum heutigen Tagesgeschehen übergehen – wir haben eine große Leberkasparty geplant.
Diese soll am frühen Nachmittag im Haus in Xirokampos stattfinden und wir haben außer der Crew der INSPIRATION, welche den Leberkas aus der bayrischen Heimat mitgebracht hatte, noch die Crew der ANAHITA eingeladen.
Ausgemacht war, dass Sibylle die Vorbereitung zur Bewirtung trifft, ich würde dabei helfen. Zudem steuern wir Getränke bei. Antonia hatte sich bereit erklärt Brezn zu backen und Melanie macht Kartoffelsalat.
Ich fahre daher sofort in den Süden der Insel um meiner Frau ein wenig Arbeit während der Vorbereitung abzunehmen.
Dramatische Stimmung – Südsturm
Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, fahre ich zurück in die Marina und hole das A-Team ab. Normaler Weise ist dies nicht nötig, aber bei diesem Wetter war es einfach die beste Entscheidung.
Wir hatten bewusst für diesen Tag geplant, der Wetterbericht sagt diese Depression seit Tagen voraus. Erst gibt es die Leberkasorgie, dann würden wir zum Bowlen gehen. Besser kann man so einen grauen Tag nicht verbringen.
Am Liegeplatz der ANAHITA
Zurück in Xirokampos, versammeln wir uns zu acht um Susannes große Tafel. Wir wissen gar nicht, wie wir uns für ihre Großzügigkeit und ihr Vertrauen bedanken sollen – hatte sie doch gestattet, dass wir auch mit Freunden zusammensitzen dürfen.
Der Leberkas ist fertig, Sibylle schneidet Scheiben, die gar nicht erst in den Verdacht geraten mit Carpaccio verwechselt zu werden und trägt anschließend auf…
2kg Leberkas – angereist im Handgepäck“ Wann gibt es endlich was?“Jetzt! Endlich!Antonias Brezn und BrotKartoffelsalat von MelanieUnd wos sogst jetzt? Bayrische Schmankerl auf einer kleinen, griechischen Ägäisinsel
Wir schlemmen was das Zeug hält und schlagen uns die Wänste voll. Das schmeckt aber auch sauguad!
Dazu a gepflegte Hoibe – was für ein Gaumenschmaus! Wir vergessen fast die Zeit und schon bald hieß es „Zeit zum Aufbrechen“ – wir hatten die Bowlingbahn für 18.00 Uhr reserviert.
Die INSPIRATION Crew wollte noch einen kurzen Schlenker über die Marina machen und so ergab es sich, dass wir den aufziehenden Saharasturm aus mehreren Perspektiven wahrnehmen konnten.
Wir haben oft Sandregen hier und die typische, durch den feinen Sand getrübte Luft – aber so extrem kannten wir dieses Phänomen noch nicht.
Südsturm – die Wellen rollen in die Bucht und die Luft ist sandgeschwängertIn der sonst ruhigen und friedlichen Bucht „kochte“ das WasserZur stürmischen See gesellte sich der immer spektakulärer gefärbte HimmelIn der Marina ein ähnliches BildSO hatte ich die Lakki Bucht noch nie fotografiert
Wir schauten, dass wir weiterkommen – und das war gut so. Denn kaum waren wir am „Crescendo-Bowling“ angekommen, begann es heftig zu regnen.
Wir verzogen uns in die Spielearena und verbrachten den Abend dort – erst spät in der Nacht haben wir unsere Bowling-, beziehungsweise Billardsession beendet.
Und wir hatten Spaß, alle…
Gerade als wir in Vromolithos ankamen, begann es zu schüttenInnen war es einladend, wir genehmigen uns erstmal ein BierLos geht´s – so war auch der Moses unter uns, der 14-jährige Lukas, beschäftigtAuch Sibylle schwingt die Kugel……reicht es für einen StrikeZu vorgerückter Stund´ wechseln wir an den Billardtisch
Spät in der Nacht bringe ich erst Antonia und Alex zu ihrer ANAHITA, dann steht für mich noch eine Extrafahrt nach Xirokampos auf dem Programm, da Sibylle ja in Susannes Haus nächtigt.
Ich ziehe es vor auf ELOWYN zu schlafen und fahre daher in die Marina zurück – nicht, ohne vorher noch ein wenig das Wetterleuchten nach dem Gewitterdurchzug zu bestaunen.
Gleich blitzt es wieder……der Himmel hell erleuchtet, in der Ferne ein Grummeln – ich liebe dieses Szenario
Es war ein langer Tag – zurück in der Marina krabble ich in mein Bett und schlafe sofort ein.
Der neue Tag weckt mich zunächst mit ein paar freundlichen Sonnenstrahlen durch den Lichtspalt meines Rollos. Dies sollte leider nicht so bleiben, dennoch hat es mir in diesem Moment das Aufstehen erleichtert.
Ein Blick durch die Niedergangsluke zeigt dann das Ausmaß des gestrigen Sandregens – das ganze Schiff war versaut, überall diese hellbraune Regenschlotze, was für eine Sauerrei!
Das fängt ja gut an…
Ich stecke noch nicht in meiner Buxe, klingelt schon mein Telefon – das kann ich ganz gut leiden. Auf dem Display aber eine Nummer, bei der ich durchaus Willens bin abzuheben – Eirini aus dem Marinaoffice verlangt mich zu sprechen.
„Mario, the Marinero gave information, that one rope on EDINA broke! Please have a look!“
Ok, inzwischen ruft man also mich an, wenn an EDINA etwas nicht stimmt – ich habe den Eindruck, ich bin da in etwas hineingerutscht… Anderseits ehrt es mich auch, dass man mir diesen Raum lässt, ich mache mich also sofort auf die Socken – und siehe da…
Der kräftige Südsturm hat das schwere Schiff aufgeschaukelt, das reicht um auch solche Festmacher zu zerstören
Ich sehe Handlungsbedarf, kann aber mit Bordmitteln helfen. Da ich ohnehin zum Haus hochfahren muss beschließe ich, dass ich die übrige Kette samt Ruckdämpfer erst einmal dort zwischenlagere.
Ich werde die Teile nach Rücksprache mit dem Eigner zurückgeben, natürlich müssen wir auch über einen Satz neue Festmacher sprechen.
Leider wollte das Wetter nicht stabil sein – ein kräftiger Regenschauer zog vorbei und ergoss sich über die Insel. Der Regen war so heftig, dass ich zunächst vor dem Haus im Auto sitzen geblieben bin – ich konnte und wollte nicht aussteigen…
Regen kann man nicht so gut fotografieren – aber ich habe auch einen Film gemacht……es hat geschüttet wie aus EimernEDINAs Festmacherkette findet einen temporären Platz
Ich wollte ohnehin eine Kleinarbeit für EDINA im Haus erledigen – für den Motor des elektrischen Furler galt es neue Anschlusskabel zu crimpen.
Ich hatte schon einen Satz gefertigt, es zeigte sich aber, dass der gewählte Kabelquerschnitt von 16mm2 einfach zu üppig ist. So war ich gefordert, noch einen zweiten Satz in 10mm2 zu bauen – dies ging aber schnell von der Hand.
Gecrimpt war schnell, jetzt noch der Schrumpfschlauch
Heute holt mich „der kleine Hunger“ ein und glücklicher Weise kann ich meine liebe Frau überzeugen, dass auch ihr ein zweites Frühstück nicht schadet.
Wir treffen uns also im „Coffee Lab“ und gönnen uns ein koffeinhaltiges Heißgetränk an einem „Club-Sandwich Kanapee“ 😉
Wie geht es heute weiter – wir besprechen unseren Tag
Richtig viel Lust etwas zu reißen hat keiner von uns Beiden – also beschließen wir, dass wir noch Hans Peters Sprayhood vom Segelmacher holen werden.
Bis diese an Bord von LIBERTÉ liegt und der Freund verständigt ist, vergeht immer eine Weile. Zudem will HP immer sofort bezahlen, auch das muss dann kurz geregelt und „verbucht“ werden – das reicht dann auch für heute.
Morgen soll das Wetter ohnehin besser werden, morgen ist ein neuer Tag.
Hans Peters Sprayhood war fertig – wir bezahlen und laden das reparierte Teil in Klickers KofferraumDann fahren wir in die Marina und deponieren es auf LIBERTÉ – der Freund hat ganz schön was zu räumen nach seiner Ankunft
Apropos Wetter – man merkt, dass auch hier das Frühjahr einzieht. Der April hatte wahrlich keinen schönen Start, aber im Verlauf des Monats stabilisierte sich das Wetter und wir hatten einige wirklich angenehme Frühsommertage – also bildlich gesprochen solche, an denen man im T-Shirt in der Eisdiele sitzt.
Natürlich gab es auch die Tage an denen ein frischer Wind die Temperaturen eher unter 20°C hielt und auch der ein oder andere Regenschauer fand noch den Weg nach Leros. Trotzdem war erkennbar, dass der regnerische Winter weichen musste.
Sibylle und ich ließen den Tag ruhig und früh ausklingen – denn für morgen haben wir uns einen der ganz dicken Brocken vorgenommen – wir beginnen mit der Dichtheitsprüfung an ELOWYNs Seeventilen!
Und das müsst ihr euch etwa SO vorstellen…
Jedes einzelne Ventil wird einem Drucktest unterzogen
Warum mache ich das? Nun, das ist eine längere Geschichte bei der ich inzwischen der Verfahrensanweisung von TruDesign widersprechen würde. Beim Verkleben, so wird geschrieben, ist es statthaft, das Klebemittel nur einseitig aufzutragen – da habe ich inzwischen eine klar andere Ansicht.
Ich kann ganz klar sagen, dass alle beidseitig verklebten Ventile dicht sind und waren. Von den kritischen Ventilen wurden alle einseitig verklebt, nach einer festgestellten Undichtigkeit und dem Austausch wurde wieder beidseitig verklebt – immer mit positivem Ergebnis.
Zunächst dachte ich noch, dass das etwas größere Gewindespiel bei den gebrauchten Ventilen ursächlich gewesen sei, aber nachdem ein neuer Satz ein ebenso großes Spiel hatte, nehme ich diese Mutmaßung zurück.
Ich rufe in Erinnerung – wir hatten neun undichte Ventile, alle sind inzwischen erneuert. Sechzehn weitere waren visuell dicht – ich habe mich aber dennoch entschieden, dass ich alle 25 Ventile noch einmal einem Drucktest unterziehe, möglichst mit einer vergleichbaren Methodik.
Und das war gut so!!!
Ich konnte noch weitere Undichtigkeiten finden
An jedes Ventil wurde ein Prüfschlauch adaptiert, in den ich eine grün gefärbte Prüfflüssigkeit füllen konnte. Daran habe ich meinen Ventiladapter angeschraubt um die Wassersäule mit einem Prüfdruck von 20PSI (1,5 bar) zu beaufschlagen.
Das ist reichlich viel, ich weiß, aber dicht ist dicht – und ich will ein gutes Gefühl haben. Zudem ist meine Luftpumpe bei kleineren Drücken eher ungenau. Das Ventil wurde von außen verschlossen, diesen Verschluss hat Sibylle von außen überwacht, während ich innen überprüft habe.
Uns siehe da – nach den ersten vier Ventilen welche wir als dicht getestet und markiert hatten, mussten wir heute ein erstes undichtes Ventil hinnehmen! Es sollte leider nicht das letzte bleiben.
Ich brauche Ablenkung! Gott sei Dank habe ich einen Termin und kann die Arbeit auf ELOWYN entschuldigt ruhen lassen! YUVA wird gekrant und Suat und Meltem haben mich um Leinenassistenz gebeten – da helfe ich doch gerne…
Das geht ja gut los – „wir warten auf den Marinero“ mal anders interpretiert
Ich gewinne den Eindruck, dass unsere neuen Freunde mit türkischen Wurzeln immer dann, wenn sie das Wort „warten“ hören, einen türkischen Kaffee begehren.
So auch jetzt – ich lasse die Beiden nach unserem Funkspruch wissen, dass wir jetzt ein paar Minuten auf den Marinero WARTEN müssen. Sofort bittet Suat seine Frau, eine Tasse Kaffee zu brauen um die Wartezeit zu überbrücken.
Meltem serviert Kaffee mit Halva und einem Keks – und ihr ahnt natürlich was kommt, just in dem Moment als der schwarze Genuss serviert wird, tuckert der Marinero mit seinem Schlauchboot heran.
Wir entscheiden – wir werden den edlen Tropfen nicht verkommen lassen, wir fahren stilecht in den Kran!!!
Meltem wirft die Muring los – Suat lenkt YUVA, wir alle schlürfen unseren MokkaFür die paar Faden Strecke benötigt man keine drei MinutenLangsam steuert Skipper Suat YUVA in die KrangasseWährend die Gurte angelegt werden, können wir unseren Nachmittagskaffee beendenDann müssen wir das Schiff verlassen
Ich freue mich, dass die Beiden so viel Freude an ihrer YUVA haben und ich Teil der Geschichte sein durfte. YUVA ist nach INSPIRATION die zweite Bavaria 39 Cruiser an deren Verkauf ich beteiligt sein durfte, was lag also näher, als die beiden Neueignerpaare einander vorzustellen?
Für heute Abend verabreden wir uns zum gemeinsamen Dinner im „To Steki“ in Alinda.
Ach bevor ich es vergesse – den Blick unseres Kranführers Giannis als er uns mit dem Kaffeegedeck am Tisch in den Kran fahren sah, diesen Blick kann man mit Worten nicht beschreiben. Das ist ihm vorher vermutlich auch noch nicht oft passiert – aber nachsagen lassen wir uns nichts, das Manöver war tadellos.
Sibylle und ich verabschieden uns, wir fahren nach Xirokampos um uns für den Abend frisch zu machen. Dort werden wir schon von unserer Adoptivkatze Fluffy erwartet.
Der Blick gilt Sibylle – „Füttere mich!“
Wie immer fahren wir dann ein weiteres Mal Richtung Inselzentrum, heute wie bereits erwähnt, bis nach Alinda.
Wir haben bei Dimitris einen Tisch reserviert und freuen uns auf eine Vielfalt Meze. Zusammen mit Meltem und Suat sowie Melanie und Jörg mit deren Familie, haben wir einen netten und kurzweiligen Abend.
Klicker auf seinem Logenparkplatz mit MeerblickWir mögen das „To Steki“ und sind häufig dortHeute abermals in netter und unterhaltsamer Begleitung
Es lag auf der Hand, dass es nach dem Bier noch einen Ouzo als Absacker gab. So ergab es sich, dass wir eher spät nach Hause und ins Bett kamen – Nachtruhe tat jedoch Not, denn am nächsten Morgen schon, war wieder ein Ventile-Prüftag anberaumt.
Alle Aufmerksamkeit und Konzentration würde erforderlich sein.
Heute prüfen wir die Ventile von Motor und GeneratorWieder mische ich mir eine gehörige Menge Prüfflüssigkeit
Bis heute Nachmittag sollten wir 9 von 25 Ventilen geprüft haben. Die Tatsache, dass wir ein Ventil als undicht haben identifizieren können zeigt, dass das Prüfsystem funktioniert.
Da ich bei diesem einen Ventil Glück hatte und es beschädigungsfrei abschrauben und im Anschluss gleich wieder korrekt verkleben und etwas später testen konnte, kann ich diese bereits getesteten Einheiten alle als „dicht & geprüft“ markieren. Ich schraube alle Schlauchanschlüsse an und markiere die Einheit mit einem grünen Isolierband.
Bei den Borddurchlässen von Motor und Generator kann ich die Schmutzsiebe gleich wieder montieren, so habe ich auch diese Aufgabe aus dem Sinn.
Genug für heute – es ist das deutsche Osterwochenende, sehen wir mal, was die anderen so treiben…
Das Ende von NESSAJA wird besiegelt – am Heck Ellen……und am Bug Dominik
Wir kommen gerade rechtzeitig um miterleben zu können, wie Ellen und Dominik ihr Schiff „umwidmen“ – an diesem Tag wird aus NESSAJA LUMARA.
Es sind nur ein paar Schaberbewegungen, schon ist von „meinem“ Schiff und Zuhause nur noch ein einseitiger Schriftzug übrig.
Am Spätnachmittag wird LUMARA ihren alten Namen abgelegt haben
Sibylle und ich ziehen nochmal ein Haus weiter – wir sind am Nachmittag bei Brigitte und Hans zu Kaffee und Kuchen geladen. Es gilt, dem deutsch-österreichischen Osterfest zumindest einen kurzen Moment zu widmen.
„Unser“ Osterfest wird erst in einer Woche gefeiert – wir folgen in Griechenland dem griechisch-orthodoxen Kalender.
Bei den Freunden aus Österreich begutachten wir die neuen Fenster, tauschen uns aus und fachsimpeln – dann aber wird es Zeit für ein paar Köstlichkeiten auf der Terrasse der Beiden.
Es gibt Leckereien aus Griechenland und ÖsterreichAuf der Terrasse der Beiden schmeckt der Kaffee doppelt gut
Zurück in der Marina, setzt sich Sibylle auf ihren Breezy und tuckert Richtung Xirokampos davon.
Ich gehe auf ELOWYN und sortiere mich – was steht morgen an? Welche Arbeiten genießen Priorität? Das mache ich täglich, bevor auch ich in den Süden der Insel fahre. BIMM! Mein Telefon meldet eine Nachricht. Melanie meldet sich und bittet mich, kurz nach meinem Auto sehen – sie hätte eine Kreatur weghoppeln sehen, sie vermute, es könnte sich um den Osterhasen gehandelt haben 😉
Ich eile zu meinem Wagen – und tatsächlich…
Na Gott sei Dank hat Melanie den Osterhasen beobachten können – ich bedanke mich sehr
Es ist an der Zeit – ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle. Sie hat gekocht und wir essen heute in ihrer Wohnung.
Sie erzählt mir, dass sie die erste Charge unserer Limoncelloproduktion fertig gestellt hätte. Perfekt! Das Gebräu sieht super aus und ein Testschluck bestätigt diesen ersten Eindruck.
Allerdings muss ich sagen, dass der Limoncello meiner Frau mächtig Wumms hat, der hat sicher mehr als die angestrebten 25% Alkohol!
Unsere ersten fünf Flaschen – die sind schon verplant und vergeben
Ich fahre spät nach Hause und haue mich nach einer Folge „Inspector Barnaby“ auf´s Ohr. Morgen wird abermals ein anstrengender und wichtiger Arbeitstag.
Heute Morgen drehen wir den üblichen Arbeitsablauf um – heute machen wir zuerst ein paar Kleinigkeiten und starten dann, nach der Mittagspause, voll durch.
Ich weiß, dass die erneute Ausbesserung des Antifouling am Plan stehen wird. Wir wollen aber nicht abermals über 500.-€ für eine Dose des grauen Anstrichs bezahlen – also bitte ich bei unserem Malermeister der Marina um einen grauen Rest.
Ich habe Glück und bekomme einen halben Eimer geschenkt.
Der Farbton weicht etwas ab – aber das tolerieren wir
Danach fahre ich mit Alex hoch zum Haus um eine alte Ersatz-Ankerwinde auszuschlachten. Bei Alex´ Winde ist ein Ersatzteil kaputt und ich freue mich, dass ich aushelfen kann. Das passende Teil von meiner Winde ist in deutlich besserem Zustand und wird noch einige Jahre gute Dienste verrichten.
Zusammen bauen wir das Ersatzteil ein, dann kann ich mich wieder meinen Projekten widmen.
Zusammen setzen wir die alte Lofrans Tigres wieder zusammen
Wobei „Projekte“ zunächst nicht ganz richtig ist – Sibylle mahnt eine Kaffeepause an, denn „…nach 13.30 Uhr trinke ich keinen Kaffee mehr!“
Nun, wenn sie so nett fragt, wer könnte da schon Nein sagen? Zumal dann, wenn es in Giannis Repapis´ Eismanufaktur geht…
Ein neu designtes Schild weist den WegBoys-Leckerei meets Girlie-Nascherei 😉
So gestärkt fahren wir zurück in die Marina und widmen uns unserem heutigen Tagespensum – wir prüfen drei weitere Ventile auf Dichtigkeit.
Ich möchte einmal Stellung beziehen – einer meiner ärgsten Blog-Kritiker, ein frustierter Provokateur vor dem Herrn, der selbsternannte Reich-Ranicki der Blogliteratur, hat mich einmal aus der Reserve locken wollen und gefragt, „…warum wir es nicht gleich jemand machen lassen der es kann?“
Nun, meine Antwort lautet – weil die, die es hätten können sollen, schwer versagt haben. Wir versuchen das umzusetzen, was unmöglich scheint – das ist oft mit heißer Nadel gestrickt, oft gelingt es, manchmal eben nicht. Held oder armer Narr entscheidet sich oft erst nach Abschluss der Arbeit.
Bezüglich der Ventile haben wir nachgeholt, was eine Werft in Italien versaut hat und wir haben ELOWYN von einem langen Leid befreit – JETZT ist alles wieder gruppenrein und perfekt aufgebaut, es muss nur noch dicht sein und die Spuren der alten, jämmerlichen Arbeit müssen beseitigt werden, dann passt es wieder.
An der Klimaanlage prüfe ich die Filtervorrichtung mitAuch dieses Ventil ist dicht
Zu meinem Arbeitsumfang gehört es, dass ich auch eine gute Zugänglichkeit von drei versteckten Ventilen sicherstelle.
Das Ziel ist einfach formuliert, die Seeventille sollen nach der Reparatur nachvollziehbar und fachgerecht instandgesetzt sein und sicherheitstechnisch einwandfrei funktionieren.
Die heutige Prüfung verläuft sehr gut, alle getesteten Ventile sind dicht und werden grün markiert.
Der Tag ist gut gelaufen – dazu passt es, dass Giorgos mir eine Nachricht schickt und mir mitteilt, dass meine Edelstahl-Kantenschutzbleche fertig sind. Perfekt, die werde ich morgen gleich abholen – zufrieden fahre ich nach Xirokampos.
Schön geworden – was das ist, zeige ich euch gleich
Am nächsten Tag widme ich mich einigen Vorbereitungsarbeiten.
Der nächste Ventiltest wird der sein, der die vier Ventile im Wassermacherraum umfasst. Dieses Kabuff ist eng und ich beschließe, dass ich die Standheizung, welche ohnehin zum Service muss, zuerst ausbauen werde, bevor ich mich an die Arbeit rund um meine Testreihe mache.
Ich schlängle mich in das enge Loch – Sibylle reicht mir die Werkzeuge anZum Glück ist die Heizung gut zugänglich – ich baue sie ausKurz nach Mittag ist es vollbracht, die Webasto liegt auf dem Tisch
Den Rest des Tages lasse ich gemütlich angehen – die Ventile in dem engen Raum prüfe ich morgen Vormittag.
Heute fahre ich erst einmal zu Giorgos um die Kantenschutzbleche zu holen, dann besuche ich noch den Lackierer im Ort um den Schalthebel abzuholen. Zu guter Letzt sehe ich in der Lakki Marina einmal nach, ob Bibi und Markus mit ihrer MOUSTIC schon angekommen sind.
Klingt nach einem Plan – los geht´s!
Die blaue MOUSTIC liegt im Hafen – da müssen wir bei Gelegenheit einen Besuch abstattenVon pickligem Chrom zu perfekter Carbon-Illusion – Dip-Paint ist ein HexenwerkLast not least – die Kantenschutzbleche von Giorgos
Natürlich sehe ich sofort nach Rückkehr in die Marina einmal nach, ob die nach meiner Schablone gefertigten Schutzbleche passen.
Und das tun sie – es sieht perfekt aus und ich bin sicher, dass sie ihre ureigene Aufgabe, den Schutz der achterlichen Kante des Oberdecks hinter der Klüse, perfekt erfüllen werden.
Die Leine wird künftig am Lack keinen Schaden mehr anrichten können.
Die werde ich schon bald anbauen
Da in dieser Minute die Hanse 418 unserer Freunde Ina und Ralf im Kran hängt, wohnen wir dem Schauspiel noch ein wenig bei. Ich werde gebeten, dass ich vielleicht als dritter Mann das Manöver begleiten könnte, ein Anlegeschluck als Feierabendbier wäre mir gewiss – wer könnte dazu schon Nein sagen?
Also besteige ich CHILI zusammen mit dem Eignerpaar und finde mich schon Minuten später mit einer Dose „Mamos“ in der Hand an deren Cockpittisch wieder.
CHILI kommt ins WasserIch helfe beim Anlegemanöver – meine Heuer ist eine Dose „Mamos“
Ich hatte gerade den ersten kräftigen Schluck meines Feierabendbiers die Kehle hinabrinnen lassen, da kam eine Nachricht vom Office – es sei ein Paket für mich angekommen.
Nanu, ich erwarte doch gar nichts. Was könnte das sein, wer schickt mir etwas???
Egal, ich antworte, dass ich noch mein Feierabendbier fertig trinken werde, dann würde ich noch auf einen Sprung nach oben kommen. Als ich nach oben gehe, fährt Sibylle schon voraus in den Süden der Insel.
Ein Großbrief von Johannes, dem Ex-Eigner der heutigen YUVA
Das ist ja spannend, was mag da wohl drin sein???
Ich fahre ebenfalls nach Xirokampos, Sibylle wartet mit dem Essen auf mich. Noch bevor wir uns an den Tisch setzen, packe ich die Sendung aus – ein Bild, offensichtlich ein eigenes Werk und ein handgeschriebener Brief erreichen mich.
Ich bin gerührt! Johannes´ Zeilen drücken Dank für meine Unterstützung beim Verkauf seiner FESTINA LENTE aus. Er beschreibt seine Gedanken und erreicht damit meine – es sind diese Momente, die mein Tun hier so wertvoll machen!
Als ich Sibylle die Zeilen vorgelesen hatte, schreib ich noch eine Antwort an Johannes – das Bild wird einen Ehrenplatz in meiner Katikia bekommen. Vielleicht werden wir uns wiedersehen, vielleicht aber auch nicht – das Bild wird mich an die Begegnungen mit dem Philosophen erinnern…
Das Geschenk freut mich überaus – so etwas ist heute selten
„I´m going slightly mad…“ – wie kommt der Monat zu seinem Titel???
Nun, zum einen solltet ihr im Sinn haben, dass der April ein „finale furioso“ haben wird – so oder so…
ANAHITA wird am 27.04. als letztes Schiff zu Wasser gelassen, nach einer Standzeit von mehr als einem Jahr! Dann, am 29.04. folgt ELOWYN – auch diesem Datum fiebere ich entgegen.
Zum anderen prüfe ich seit Tagen Seeventile auf Dichtigkeit – bis heute mit gutem bis sehr gutem Erfolg. Nur ein Ventil war undicht, dieses konnte ich mit etwas Glück sofort fachgerecht reparieren – es ist inzwischen ebenfalls als dicht getestet.
Diese Erfolgsbilanz sollte heute in sich zusammenfallen – doch das wusste ich noch nicht…
Heute sollten, wie schon angekündigt, die Ventile in dem engen Wassermacherraum getestet werden. Um nicht allzu häufig hinein und heraus krabbeln zu müssen und auch, um meine Gattin nicht jedes Mal über die zwei Leitern schicken zu müssen, verschließe ich alle vier Ventile auf einmal – Stöpsel hatte ich genügend vorbereitet.
Alle vier Ventile verschlossenIch bereite alles vor, was ich brauchen würde
Da es sich um 1 1/4″, 1″ und 3/4″ Ventile handelte, musste ich auch fast alle Prüfadapter vorbereiten. Erst dann stieg ich in das Kämmerchen, Sibylle reichte mir von oben das Werkzeug an.
Ich prüfe zuerst das große Ventil des Generator-Auslass, hier war alles in Ordnung, es war keine Undichtigkeit festzustellen.
Im Anschluss mache ich den Drucktest an den beiden 1 Zoll Ventilen, welche für die Abläufe der Luken- und Decksentwässerung verbaut sind. Auch hier war alles im grünen Bereich. An allen schließe ich die Schläuche an und markiere sie mit einem grünen Isolierband.
Zu guter Letzt unterziehe ich das 3/4 Zoll Ventil des Wassermacher-Zulaufs dem Test – und es kam wie es kommen musste, ich stelle eine Undichtigkeit fest.
Anfangs kaum zu sehen – erst mit höherem Prüfdruck bildete sich ein Tropfen
Es wäre mir zunächst fast nicht aufgefallen – es war keine klassische Undichtigkeit, es fiel kein Tropfen.
Da ich aber schlecht hinsehen konnte, wischte ich einmal mit dem Finger entlang und hatte das Gefühl feuchte Finger zu haben.
Erst jetzt machte ich einen Taschentuch-Test, welcher letztlich die Gewissheit brachte – dieses Ventil war nicht dicht!
Da gibt es nichts zu diskutieren
Ich war enttäuscht – um sicher zu gehen, schraube ich den Prüfdruck etwas nach oben, jetzt kann ich einen Tropfen erkennen und ihn fotografieren.
Es ist zum Kotzen – ich werde wahnsinnig. Ich kann jedem, der mit TruDesign arbeitet nur ganz klar empfehlen, die Bauteile beidseitig mit Montagedichtmittel einzustreichen – einseitig funktioniert nicht!
Ich brauche erstmal eine Pause, ein Eis scheint wohlverdient – Sibylle und ich besprechen die Sachlage.
Ich gönne mir zwei große Frustkugeln
Meine Frau und ich beschließen, das Schicksal herauszufordern! Ich habe alle klar erkennbaren Undichtigkeiten professionell beseitigt – hier aber würde ich einen Kompromiss eingehen müssen.
Das Ventil lässt sich nicht abschrauben, das Glück ist mir kein zweites Mal hold. Es austauschen zu wollen, hätte bedeutet, dass ich auch den Durchbruch erneuern muss. Ich beschließe, aufgrund der geringen Tropfmenge, die Undichtigkeit von außen abzudichten und in zwei Tagen noch einmal nachzuprüfen.
Mein Pakt mit dem Schicksal war wie folgt – sollte ich ein weiteres klar undichtes Ventil finden, bei dem ich den Durchbruch austauschen muss, dann würde ich auch dieses mit auswechseln.
Gleich nach der Rückkehr in die Marina lege ich los – aber vorher muss Sibylle noch in die Apotheke…
In der Apotheke probiere ich Lesebrillen……I´m going slightly mad
Sibylle mahnt zur Vernunft – „…kannst Du dich nicht einmal benehmen?“
Räumütig lege ich die schicken Brillen zurück in die Auslage und folge meiner Frau zum Ausgang.
Zurück auf ELOWYN werde ich sofort wieder in meine Kiste verbannt – Sibylle meint, dass sie bei mir einen leicht wahnsinnigen Blick feststellen kann, wäre ja auch kein Wunder!
Aaaaahhhrrgh…
Ich schlüpfe in die geliebten blauen Handschuhe und lasse mir das schwarze SIKA 291i reichen – dann geht es los.
Ich dichte den unteren, vakanten Rand zusätzlich ein und staune über mich selbst, es wird eine sehr gute, homogene Abdichtung. Ob sie funktioniert hätte bleibt offen – ich nehme vorweg, es wird nie zu einem Test kommen.
Dieses Ventil markiere ich mit rotem Isolierband, dann reicht es mir für heute.
Ich gehe zum D-Ponton, Uli und Angelika haben mich gebeten, dass ich eine Planke an ihre JASPER legen möchte, sie kämen heute Nacht an.
Klar, mach´ ich doch gerne!
Et voilá – und schon ist die Planke parat
Ich gehe noch kurz zu Dominik und Ellen um eine erste Q&A Session mit den Beiden abzuhalten. Wir haben uns geeinigt, dass sie relevante Fragen sammeln und wir dann immer mal wieder zusammensitzen um die Technik von LUMARA zu besprechen.
Als ich zurück zu ELOWYN gehe wird es schon dunkel, da fällt mir ein fahles Licht an Bord der MARLIN auf – nanu, Annette und Achim wollten doch erst im Sommer wiederkommen…
There´s a light…
Ich schreibe den Beiden eine kurze Nachricht und schicke das Bild mit – hier stimmt etwas nicht, was ist zu tun?
Die Antwort kommt postwendend – man sei sich nicht bewusst irgendwelche Schalter angelassen zu haben, dies dürfe nicht sein. Man würde mich bevollmächtigen, die Schlüssel abzuholen und das Boot entern zu dürfen. Ob ich mich wohl darum kümmern würde? Klar! Genau darum geht es doch – ein „Notfall“ tritt auf, ich bin vor Ort, ich helfe gerne.
Das hat jetzt aber Zeit bis morgen, heute kann ich ohnehin nichts mehr erreichen.
Es wundert mich eigentlich selbst, dass ich noch ruhig schlafen kann, aber tatsächlich falle ich jeden Tag, zwar spät in der Nacht, aber zufrieden und rasch, in einen tiefen Schlaf. Nur am Morgen, da schreit mein Körper nach einer Tasse Kaffee und mein Gehirn sagt – „…leg´ los! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren.“
So setze ich auch heute Morgen wieder drei Stöpsel, noch bevor Sibylle auf der Bildfläche erscheint.
Heute ist das Backbord-Gästebad an der ReiheIch bereite alles vor, es kann losgehen
Meine Gattin möfelt mit ihrem Breezy heran. Sie richtet sich ein, holt sich die anliegende Arbeitsanweisung – und dann geht es los.
Wir prüfen zwei 1″ Ventile nacheinander. Bei keinem ist eine Undichtigkeit zu verzeichnen. Auch hier die gleiche Vorgehensweise wie schon bei den anderen zuvor – ich schließe die Schläuche an und markiere die beiden mängelfreien Ventile mit einem grünen Band.
In diesem Schrank ist weiterhin das komplizierteste Ventil von allen untergebracht. Es ist das 1 1/2″ Ventil für den Toiletten Ausgang, welches zweimal umgelenkt werden musste. Alleine einen Prüfschlauch anzuschließen ist eine Herausforderung – es ist einfach zu wenig Platz, es geht sofort um´s Eck!
Ich bastle mir also einen „speziellen“ Prüfadapter…
Vorgeformt – so sollte ich um´s Eck kommenPasst drauf – die Prüfvorrichtung ist schwer, ich muss sie abhängenFertig – jetzt kann ich prüfen
Sibylle geht an ihren Platz unter dem Schiff, sie sagt mir von dort aus die Abtropfmenge an – ich muss diese in ein Verhältnis zum Druckaufbau und -abfall bringen, der äußere Verschluss ist nie absolut dicht.
Es kam wie es kommen musste und ihr ahntet es vielleicht schon…
Das Ventilgebilde war gleich an zwei Stellen undicht – warum haben wir das beim ersten Einwassern nicht bemerkt? Nun, ich bin sicher, dass es am höheren Prüfdruck liegt, aber undicht ist undicht – und hier ist es so eindeutig, dass ich nicht lange fackle…
Ich schneide das Gebilde mit Hans Peters „Fein Multimaster“ heraus
Wie ihr am Bild sehen könnt, ist am einzeln herumliegenden Anschlussflansch ein kleiner Schnitt zu sehen. Mir war das Glück hold, ich konnte nach diesem Schnitt das Anschlussteil aufspreizen und abschrauben, ohne dabei die Rumpfdurchführung zu beschädigen.
Ich fahre sofort zum örtlichen Bootsbedarf um die notwendigen Teile zu bestellen – doch siehe da, alle benötigten Neuteile waren auf Lager, auch der relativ seltene Anschlusswinkel…
So sprach nichts dagegen, diesen Winkel heute noch fachgerecht zu verkleben, um bereits morgen das neue Ventil einsetzen zu können. Ich hatte noch einmal Glück, das Schicksal des am Vortag als kritisch markierten Ventils bleibt noch offen.
Wenn einen so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen großen Burger wert!
Wir gehen mit Melanie, Jörg und deren Familie ins „Remezzo“ – die Burger sind lecker und XXL……die Wampe nach Verzehr aber auch!
Am folgenden Tag hole ich erst einmal MARLINs Schlüssel im Office. Es wird Zeit, dass ich die Lichter ausblase, die Batterien drohen sonst in die ewigen Jagdgründe einzugehen.
Natürlich muss ich auch eine Leiter organisieren und das Boot erkraxeln, aber was tut man nicht alles um zu helfen? 😉
Ich entere die schnittige Aluyacht, welche meinem Traumschiff sehr nahe kommtTatsächlich, nicht nur eine, drei Lampen waren anDer Letzte macht das Licht aus – das war heute ich
Dann habe ich am gestern als undicht getesteten Ventilsatz, auf den neuen Anschlusswinkel den neuen Kugelhahn geklebt, dieser hat nun abermals 24h Zeit zum durchvulkanisieren.
Es war etwa 11.00 Uhr, als ich an diesem Vormittag zu Sibylle nach Xirokampos gefahren bin – heute bin ich zur Haushaltshilfe verbannt, denn es ist ein besonderer Tag.
Während der letzten zwei Wochen waren Melanie und Jörg mit Sohn und Melanies Mutter an Bord der INSPIRATION um Urlaubsstunden zu genießen. Wir haben uns echt angefreundet und einige Abende zusammen verbracht. Heute galt es, unsere Freunde zu verabschieden, dafür haben Sibylle und ich ein Grillfest organisiert.
Sommer und Blumenpracht in XirokamposIch baue die Grills auf, aus meiner Partybox schallt griechische MusikDie mich liebende Fluffy bremst meine schnellen SchritteJeder bringt einen kleinen Salat mit…Eine Idee, die Sibylle urtypisch interpretiert – mit der Zubereitung von 3kg „Mediterranen Tortellinisalat“
Unsere Idee war, dass wir die Infrastruktur und die Getränke bereitstellen. Wir haben Freunde eingeladen, alle waren aufgefordert ihr Grillgut selber mitzubringen und ihrerseits etwas für die Gemeinschaft mitzubringen.
Abgestimmt und organisiert haben wir uns über eine WhatsApp Gruppe, so war sicher gestellt, dass es nicht acht Schüsseln Tortellinisalat gab.
Unsere Idee hat gefruchtet, unser kleines Beilagenbuffet war bunt und üppig!
Viele Salate, Tzatziki, Trauben, selbstgebackenes Brot – es fehlte an nichts, auch die Vegetarier und Veganer wurden berücksichtigtFluffy versucht sich im Betteln, doch das wird nichts
Die Gäste kommen alle zum Startzeitpunkt – wir hatten bewusst einen „variablen“ Beginn ausgerufen und „ab 15.00 Uhr“ geschrieben. Es schien jedoch, dass alle Gäste wirklich Vorfreude hatten und sich auf ein paar Sonnenstunden auf der Terrasse freuten.
Ich will gerne ein paar Impressionen von unserer mehr als gelungenen Grillparty teilen. Wir waren eine sehr nette, gesellige Truppe von 19! Seglern, die Alterspanne reichte von Mitte 20 bis Anfang 70. Nicht alle kannten sich zuvor, für manche war es der Erstkontakt zu diesem Teil der Sommercommunity.
Legt man diese bunte Gästeliste zugrunde, muss die Party als voller Erfolg gewertet werden – alle haben sich mit allen unterhalten, es gab´ keine Grüppchenbildung und es wurden neue Bekanntschaften und Kontakte geknüpft.
Ich habe es genossen…
Es geht los – Yammas (για μας – für uns / auf uns)klar, oft waren es Bootsthemen die besprochen wurden……was nicht jeden interessiertNach dem typisch schweizerischen Aperó wurde der Grill befeuertAuch die „fleischfreie Zone“ wird auf Betriebstemperatur gebrachtMan gibt sich der Fleischeslust hin – und lässt wohlüberlegt eine Ecke im Magen frei……für gegrillte Banane und Kuchen zum DessertWir sitzen bis spät in die Nacht beisammen
Die Abende sind bei Weitem nicht mehr so kalt wie noch vor zwei Wochen. Wir haben es lange ausgehalten und auch unseren Ouzo und Tzipouro im Freien genossen. Es war eine sternenklare Nacht und eine wunderschöne Atmosphäre.
Dies wurde durch die Tatsache befeuert, dass es der Samstag vor dem orthodoxen Osterfest war. Wir hatten vereinbart, dass wir bis 22.00 Uhr ausharren würden, dann wäre es schön, nach Lakki zu fahren und der „Ankunft des Lichts“ beizuwohnen.
Nicht alle wollten mit, aber eine kleine Gruppe von uns fand auf einen letzten Absacker zu den Feierlichkeiten zusammen.
Der Anlegekai in Lakki ist geschmückt – die Honorationen finden sich einAls das Boot mit dem originalen Osterlicht aus Kalymnos die Lakki Bucht quert, wird ein Feuerwerk gestartetDas Osterlicht wurde in Jerusalem angezündet und wird nun von Insel zu Insel gefahrenJede Menge Locals waren auf den Beinen, das Osterfest ist das höchste kirchliche FestDas Osterlicht ist angekommen, der Priester kam aus der Kirche und nimmt es für das Gotteshaus entgegen
Als der Priester das Licht auf Leros entgegen genommen hatte, war es jedem Bürger möglich, seine hauseigene Osterkerze daran zu entzünden.
Danach trug die kirchliche Delegation das Licht zurück in die Kirche, wo der Gottesdienst fortgesetzt wurde. Dieser wurde zuvor schon per Lautsprecher am Platz übertragen – dies sorgte für eine feierliche, sakrale Stimmung.
Schön war´s, aber leider hat der Tag nun sein Ende gefunden. Wir verabschieden uns von der INSPIRATION Crew – bis zum Sommer – und treten dann gesammelt den Nachhauseweg an.
Morgen ist Ostersonntag – morgen wird gefeiert!!!
Naja, nicht sofort – nach meinem Morgenkaffee klebe ich zuerst das Anschlussfitting des erneuerten Ventils ein, diese Baustelle ist somit abgeschlossen. Dann fahre ich nach Xirokampos, um mit Sibylle die Spuren des Vortags restlos zu beseitigen.
Erst danach folgen wir der Einladung von Katerina und Giorgos Karpathakis zu deren Familien-Osterfeier.
Als wir ankommen ist die Feier in vollem Gange – die Frauen des Hauses tanzen Zeibekiko, Teller werden zerdeppertAm Grillspieß drehen sich typischerweise Kaziki, Kontosouvli und KokoretsiDas Grillgut ölen? Kein Thema – die Griechen wissen sich zu helfen
Großes HALLO! Wir überreichen eine Flasche selbstgemachten Limoncello als Gastgeschenk, dann nehmen wir Platz.
Kaum berühren unsere Pobacken die Sitzgelegenheit, werden wir mit Essen vollgestopft und vier Hände bieten uns Schnaps, Bier, Wasser und Brot gleichzeitig an.
Hinter unserem Rücken werden Teller zerdeppert und die Frauen tanzen tragende, melancholische Ausdruckstänze, den berühmten Zeibekiko, welcher jahrzehntelang nur den Männern vorbehalten war.
Der Rest des Gelages ist wie immer privat – es war eine großartige Sause mit unseren griechischen Freunden.
Wir gehen am frühen Abend nach Hause – ich fahre Sibylle nach Xirokampos und kehre gleich anschließend auf ELOWYN zurück. Heute brauche ich nix mehr – ich schalte meinen Heizlüfter ein, kuschle mich auf´s Sofa um etwas Fernseh zu schau…. chrrrrr, chrrrrr…
Die Wärme beamt mich sofort ins Reich der Träume
Am nächsten Morgen grüßt abermals das vielzitierte Murmeltier – wieder ein Ventile-Prüftag auf ELOWYN!
Doch der heutige Tag hat es in sich, er ist der, welcher mich vollends in den Wahnsinn treibt – I´m going slightly mad wird zur Realität.
Ich prüfe zwei Ventile, welche eine Sonderrolle inne haben. Es sind die Beiden, welche mit einem sogenannten „Load Collar“ montiert wurden. Einer Art „Kragen“, der das Ventil stabiler macht, gleichzeitig aber schwerer prüfbar, denn man kann erst sehr spät erkennen, wenn Tropfen fallen.
Die Prüfung auf der Steuerbordseite verläuft ohne Ausfall, ich bin glücklich – doch dieses Glück sollte nur von kurzer Dauer sein. Denn relativ schnell kullert am unteren Rand des linken Load Collar ein Wassertropfen heraus, dann ein zweiter und ein dritter.
Ich breche ab! Dieses Ventil ist offenkundig undicht, es muss repariert werden – und abermals hoffe ich auf mein Glück. Doch nix da! Nichts rührt sich, also entscheide ich mich dafür, das Ventil abzuschneiden.
Dieser Schaft trennt nun himmelhoch jauchzend von zu Tode betrübt
Ich setze den „Fein“ Multimaster an und schneide ganz vorsichtig. Ich habe mehrmals Schnitte gesetzt, bei denen es mir gelang, das Außenteil zu spreizen ohne das Gewinde des Innenteils zu beschädigen.
Zwei fast schon chirurgisch geführte Schnitte folgen – Operation gelungen, Patient tot!
Aufgrund der Tatsache, dass ich wegen des Load Collar blind sägen musste, habe ich zwar das defekte Teil abschneiden können. Das Gewinde des Durchbruchs war jedoch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.
Load Collar (links) und das Ventil-Unterteil (rechts) konnte ich aufschneiden…Doch leider bleibt der Durchbruch nicht schadlos
Was für ein Scheiß!!! Ich drehe am Rad! Es ist echt zum Mäusemelken, das passiert am letzten Ventil. Eine Sekunde überlege ich, ob SIKA nicht den feinen Schnitt im Gewinde schließt – dann aber schlägt die Vernunft zu.
Genug! Die Würfel sind gefallen. Dieser Durchbruch und der als kritisch rot markierte von vor ein paar Tagen werden herausgeschnitten und neu gesetzt.
Das Glück ist mir insofern hold, als dass ich noch zwei lange Durchbrüche in dieser Größe vorrätig habe. Ich setze sofort den Fein an und schneide den Rotz raus – mir reicht es echt langsam…
Für heute reicht´s, morgen geht es an dieser Stelle weiter
Feierabend! Mir reicht es für heute. Trotzdem habe ich keine schlechte Laune. ich muss jetzt noch zwei Ventile neu machen, bin gut in der Zeit und hoffe dann, dass diese neu gesetzten Ventile den Dichtheitstest klaglos meistern werden.
Ein Lichtstreif am Horizont – wenn alles klappt, kann ich das Thema Ventile in drei Tagen mit einem Haken versehen.
Heute gehe ich zu einer Stegfeier der englischsprachigen Community, ein bisschen unter die Leute gehen schadet sicher nicht. Danach klingt der Abend in Xirokampos aus.
Die Engländer sind im Moment die größte Gruppe
Der Wecker holt mich am nächsten Morgen aus dem Schlaf – ich will heute echt voran kommen. Um überhaupt anfangen zu können, muss ich aber im Haus einige Werkzeuge holen, von denen ich geglaubt hatte, sie nicht mehr zu brauchen.
Am Haus angekommen wird mir klar, warum Anna so bissig die Flächen gegen parkende Autos verteidigt…
Morgens um 08.00 Uhr – Touristen parken wie die Deppen
Der eine fährt nicht vor bis zum Baum und macht mit seinem Heck die Straße zu meiner Garage hin sehr eng. Der andere stellt sich lieber gleich in des Nachbarn Einfahrt.
Warum stehen die da? Ich kann nur mutmaßen – die Straße führt zum ausgeschilderten Kloster und wird wenig später zur Schotterstraße. Das traut sich nicht jeder zu, also parken sie hier – nicht nur, dass sie den Anwohnern den Parkraum kappen, sie versperren auch Zufahrten und Rettungswege.
Ich vermute, dass ich mit Anna sympathisieren werde und mit ihr eine Art Volksfront gegen die touristischen Assiparker gründen werde – wartet nur, wenn wir erst eure Karren mit Schafscheißebomben befeuern 😉
Ich wünsche mir die kupplungsschleifende Omma mit dem kleinen, gelben Auto herbei, heute wären ihre Rammkünste gefragt – aber immer wenn man sie braucht…
Egal, ich sammle mein Werkzeug ein und finde meine Fassung wieder. Jetzt brauche ich noch die neuen Ventile, die ich bei meiner Maria kaufen möchte. Doch „Naval“ hat noch nicht offen – also genehmige ich mir einen Kaffee und warte…
Die Eingangstüre vom „Naval“ Shop immer im Blick
Kurz nach 09.00 Uhr habe ich alles beisammen und kann loslegen. Sibylle ist noch nicht da – immer muss ich warten. Wenn Gott mir an der Himmelspforte noch einen letzten Wunsch vor dem Eintritt gewährt, ich würde mir die Wartezeit auf Sibylle als Restlebenszeit wünschen – ein paar Zusatzjährchen wären mir sicher.
Der Arbeitsablauf ist der gleiche wie zuvor, erst alles berechnen, dann den Durchbruch sägen und das Loch für die Rumpfdurchführung vorbereiten.
Dann wird das Thruhull eingeklebt – den Rand noch etwas einebnen und aufhübschen, feddich.
Erst die Sollänge des Thruhull berechnenDann die Peripherie schleifen und primernDie zugeschnittene Durchführung wird mit reichlich SIKA 291i eingeklebtVon innen handfest verschraubt, von außen schön eingeebnet – fertig, passt
Das war es für heute – jetzt muss die Dichtmasse 24h anziehen und durchvulkanisieren. Morgen um die selbe Zeit kann ich die Mutter mit 15Nm festziehen und dann das Ventil kleben.
Diesen Arbeitsablauf wiederhole ich bei dem kleinen Ventil für den Wassermacher, dann ist mein Tagwerk für heute vollumfänglich erledigt.
Ich verhole zu Alex, er hat mich um Hilfe beim Einbau seines Ruders gebeten.
Zuerst noch einmal die Propellermuttern auf korrekten Anzug prüfen, später kommt man schlecht ranDas Ruder ist in korrekter Position, wir montieren den Schuh, silikonieren die Fugen und bringen Opferanoden an
Die Arbeit geht gut von der Hand und bis auf wenige Kleinigkeiten schaffen wir es, das Ruder nebst allen Anbauteilen im unteren Bereich zu komplettieren.
Das freut uns, so nehmen wir uns vor, gleich morgen Nachmittag mit dem Zusammenbau der oberen Ruderlagerung und -abdichtung weiterzumachen. Das macht mir etwas Kopfzerbrechen, denn der Ausbau hatte etwas von einem Gemetzel, aber wenn es nur halb so gut läuft wie heute, hätten wir einen Erfolg zu verbuchen.
In jedem Fall machen wir uns schon einmal Gedanken, wie dieses Lager funktioniert…
Eine besondere Technologie, anders als bei unseren Booten
Während wir sinnieren, rumpelt es am Nachbarschiff – der LUMARA. Der Gabelstapler kommt und liefert die lang ersehnte Palette mit persönlichem Gut an Ellen und Dominik.
JETZT können sie IHR neues Schiff endgültig beziehen und einräumen. Die Laune ist gut, wir quatschen alle ein wenig, bevor wir in den wohlverdienten Feierabend gleiten.
Der Hausstand von Ellen ud Dominik wird geliefert – endlich
Der neue Tag fängt schon beschissen an – hoffentlich ist das kein schlechtes Omen. Als ich meinen Kaffee aufbrühe, habe ich auf einmal eine Riesensauerei auf der Arbeitsplatte, meine Tasse tropft…
Aber sie tropft nicht irgendwo, sie tropft am Boden – es tropft einfach unten aus meiner Tasse heraus, sie ist UNDICHT!
Ein Wort welches nachhallt! Undichte Dinge haben auf ELOWYN keinen Bestandsschutz und fliegen ohne Warnung raus! So an diesem Morgen auch meine Kaffeetasse…
Sauerei auf der Arbeitsplatte und im Waschbecken – meine Tasse tropftEs tropft am Boden heraus
Die Ursache für das Unbill ist mir schnell klar. Ich hatte am Vortag mal wieder die Tassen und die Kaffeekanne ordentlich gespült und dabei die Tasse an den Beckenrand geditscht.
Von außen war auf Anhieb nichts sichtbar – aber heute, heute erkennt man bei sehr genauem Hinsehen einen Haarriß von oben bis unten, hier sickert mein edles Lebenselixir heraus. Dem muss Einhalt geboten werden…
Ich fülle die noch verbliebene Menge in eine der Tassen aus ELOWYNs Geschirrset
Heute waren drei Tassen Kaffee zum Tagesstart fällig – aber dann bin ich sofort zur Tat geschritten um eine weitere Undichtigkeit auf dem weißen Riesen zu bekämpfen.
Ich klebe die beiden noch vakanten Ventile ein, die Klebestellen dürfen bis morgen vulkanisieren, dann folgen die Anschlussfittinge für die Schläuche.
Diesmal werde ich nach dem finalen Zusammenbau weitere 48h warten bevor ich meine letzten zwei Dichtigkeitsprüfungen mache – und ich nehme es vorweg, diesmal klappt alles.
Mitte der Woche schließe ich meine Dichtheitsprüfung der Ventile ab und habe alle 25 Seeventile mit einer nachvollziehbaren Prüfmethodik geprüft. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesmal erfolgreich kranen.
Fertigstellung und Prüfung in ein paar Tagen
Auf den Fotos kann man immer wieder gut diese „Rotznasen“ erkennen – dies sind Rostläufer der alten V4A Durchbrüche. Dies war für uns die Initialzündung den Austausch gegen TruDesign Kunststoffbauteile umzusetzen.
Die Beseitigung dieser Spuren erfolgt in einem späteren Arbeitsschritt.
In der Zwischenzeit waren einige Kleinarbeiten zu machen. Ich arbeitete konsequent die Liste der zu erledigenden Aufgaben ab. Darüber vergingen die Arbeitstage und es stellte sich eine gewisse Zufriedenheit ein.
Wir konnten Haken an folgende Aufgaben machen…
Montage der Kantenschutzbleche unterhalb der HeckklüsenOben fortlaufend mit der Decksverfugung schwarz verklebtUnten zum Rumpf weiß verfugtMontage des Airmar 810 Gebers – das Antifouling war zuvor gestrichen wordenEntrosten des Auspuffausgangs……und der Rumpfdurchlässe, welche oberhalb der Wasserlinie liegen
Wie bereits geschrieben, wird ELOWYN am 29.04. gekrant und Sibylle und ich sind, bis auf wenige Kleinigkeiten in der Vorbereitung, weitgehend fertig zum Einwassern.
Die ANAHITA des A-Team wird aber bereits am 27.04. zu Wasser gelassen und Alex und Antonia heben noch alle Hände voll zu tun. So schaufle ich mir meist einen halben Tag frei, um den beiden Youngstern zu helfen.
Ich wünsche mir nichts mehr für die Beiden, als dass der „große Tag“ perfekt und stressfrei verläuft.
Das größte Projekt war zu diesem Zeitpunkt die Montage der oberen Ruderanbauteile. Es musste die Dichtpackung, die Lagerung und der Quadrant montiert werden.
Die Teile für die Dichtpackung waren alle vorbereitetWir haben diese nach bestem Wissen und Gewissen zusammengebautDie Monatage auf das bereits gesteckte Ruder war tricky aber erfolgreichHoffentlich wird die neue Dichtpackung recht schnell dicht
Nach Feierabend bin ich jeden Tag nach Xirokampos gefahren. Mal, um Sibylle abzuholen, ein Andermal haben wir zusammen dort gegessen.
Insgesamt hat Sibylle während des April noch relativ oft gekocht, obwohl natürlich die Nachfrage unserer jeweils neu angekommenen Freunde, nach einem gemeinsamen Dinner zur ersten Begrüßung, schon deutlich anstieg.
Heute gibt es wieder Abendessen in Xirokampos, Sibylle hat gekocht
Am nächsten Morgen statte ich Hans Peters LIBERTÉ einen Besuch ab. Ich sehe ein letztes Mal nach dem Rechten, bevor unsere Freunde aus dem Saarland anreisen werden.
Bei dieser Gelegenheit lege ich dem mir anvertrauten „Fein-Multimaster“ zurück auf das Schiff des Freundes. Es gehört sich, dass sein Werkzeug bei seiner Ankunft komplett ist.
Auf LIBERTÉ ist alles im Lot – sie wartet auf ihr EignerpaarDer „Fein“ geht mit bestem Dank zurück
Zurück auf ELOWYN, bleibt mein Blick hängen – irgendetwas stimmt nicht!
Was kann es nur sein? Findet ihr den Fehler???
Die Schalter stehen asynchron – ich korrigiere den Fehler
Ich merke, dass es mir gut geht! Nicht, dass ich diese kleine Nickeligkeit nicht schon vorher bemerkt hätte, aber ich hatte nie die Zeit und Muse dies zu ändern – ich war einfach auf die Seeventile fokussiert.
Diesbezüglich bin ich befreit – zumindest fühlt es sich so an. Wirkliche Freiheit werde ich erst spüren, wenn ELOWYN schwimmt.
Naja, zumindest habe ich wieder Zeit und Lust mich solcher Banalitäten zu widmen.
Weit weniger banal war, dass Alex und Antonia auch die Dichtigkeit ihrer Seeventile prüfen wollten. Also stelle ich meine Prüfvorrichtung zur Verfügung, unterstütze und helfe. Gemeinsam prüfen wir das Setup an ANAHITA.
An Bord der Delta 46 übernimmt Alex die Montagearbeiten an unzugänglichen StellenAntonia prüft, ich unterstütze wechselweise beide – als Prüfmedium verwenden wir jahrelang abgelaufenen Orangensaft
Das Ergebnis? Gut! Keines der neu eingeschraubten Ventile zeigt eine Undichtigkeit – was diese Baustelle betrifft, können die Beiden ruhig schlafen.
Einmal mehr bewahrheitet sich, dass das doppelseitige Verkleben der Garant für Dichtheit ist. Alex hatte, gewarnt durch mein Malheur, alle seine Ventile von beiden Seiten mit SIKA eingestrichen und verklebt.
Wir hatten einen guten Lauf! Derart beflügelt gehe ich zurück auf ELOWYN und starte ein Projekt auf einem Nebenschauplatz. Ich baue, quasi im „Vorbeigehen“, die zweite Standheizung aus. Auch diese soll zum Service nach Deutschland.
Auch Heizung Nummer 2 liegt zum Service bereit
Heute Abend gehen wir mit neuen Freunden aus. Wir hatten ja im Februar Joachim und seine Männercrew auf dem Katamaran ANDROMEDA kennen gelernt.
Dies war kein Zufall, Joachim ist seit Jahren mit unseren Freunden auf Kreta befreundet und wurde von Ulrike und Jörg an uns verwiesen.
Diesmal ist Joachim mit seiner Frau Karin hier, beide möchten sich mit uns auf ein Dinner im „Pirofani“ zusammensetzen. Diesem Wunsch leisten wir gerne Folge.
Die Sonne steht tief und sorgt für eine tolle, typisch griechische StimmungWir wählen aus dem reichhaltigen AngebotWie immer, werden wir nicht enttäuscht – der „Pirofani Salat“ ist spitzeIch liebe die weiße Tarama des Hauses„Sardines Tigania“ runden unsere Vorspeisen abAch ja, Muscheln hatten wir auch noch
Was soll ich sagen? Wir haben super gegessen und Stavros hat mit seiner „Pirofani“ Crew bewisen, dass er nicht umsonst die Liste unserer Lieblingslokale overall anführt.
Dass das „Mylos“ außer Konkurrenz läuft, werde ich dabei nicht müde zu erwähnen – wir freuen uns darauf auch diese Tatsache einem Faktencheck zu unterziehen.
Ein paar Tage später werden wir mit Carola und Thomas von der EMOTION ein weiteres Mal hier einkehren. Unser Fazit wird das gleiche sein, ein super Gesamtpaket, bei dem man keine Reue zeigen muss.
Den nächsten Morgen beginne ich entspannt – ich gehe auf Melanies WhatsApp Bitte einmal zu INSPIRATION um nach dem Rechten zu sehen…
Alles gut – aber ein Fender hängt oben……dem kann Abhilfe geschaffen werden, auch die Backskisten prüfen wir auf Verschluss
Apropos Jörg und Melanie – I´m going slightly mad!
Die Beiden, besser gesagt ein mir unbekannter Freund der Beiden, machen meinen persönlichen Weg in den Wahnsinn zur Autobahn – meine persönliche „Highway to Hell“.
Was war passiert???
Jörg hatte ELOWYNs Hydraulikzylinder mit nach Deutschland genommen – meine Bitte war, diesen zu Reckmann zum Service zu schicken. Hans Peter würde dann den reparierten Zylinder wieder mit nach Griechenland bringen. Dies passierte so im Februar.
Jörg will mir eine Freude machen und fragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, den Zylinder von einem Freund, seines Zeichens Hydrauliker, überholen zu lassen – ich sage zu…
Inzwischen schreiben wir nach Mitte April und der Zylinder ist noch nicht fertig – Zeit bis zu HPs Abfahrt, noch fünf Tage! Ich telefoniere mit Jörg, wir diskutieren den Sachstand und Alternativen. Der Spaß war vorbei, sein Hydrauliker steht kurz davor ELOWYN stillzulegen. Klar kann Jörg nichts dafür, klar ist es ihm arg und er wird inzwischen bereuen, den Zylinder nicht einfach abgeschickt zu haben. Aber er ist jetzt nunmal der Mann vor Ort, ich brauche jetzt seine Hilfe. Ich nehme vorweg, bis zum Monatsende wird die Spannung diesbezüglich nicht nachlassen…
Ich brauche Ablenkung und sortiere die Signalmittel.
Das gehört rein – möglichst nich abgelaufenDas ist drin – alles abgelaufen
Ich wusste um die Tatsache, dass die Signalmittel abgelaufen waren. Das Sortieren diente dem Zweck, den tatsächlichen Bestand zu prüfen und eine Bestellliste zu schreiben.
Diese gebe ich danach beim Shop meines Vertrauens ab und ordere somit die neuen Signalmittel.
Danach verhole ich noch einmal zu Alex und helfe dabei, einen Probelauf des alten Ford Lehman durchzuführen. Dafür müssen wir einen Wasserzulauf legen… Als dieser sicher liegt, startet Antonia den Motor, ich überwache den Lauf und das Kühlwasser, während Alex die Funktion des Getriebes und der Wellenanlage checkt.
Wir müssen eine Mutter am Propeller nachziehen, können ansonsten aber einen Haken an dieses „To Do“ setzen.
Ich helfe den Motor zu starten
Weil diese Arbeit an Bord der ANAHITA schnell von statten ging, habe ich mir noch einen Punkt auf unserem Patenschiff vorgenommen.
Die Befestigung eines Köchers für eine Winschkurbel am Mast ist an sich keine große Sache. Wenn man dafür aber keine Löcher bohren darf, wird die Aufgabe schon anspruchsvoller.
Ich hatte mir mehrmals den Kopf zerbrochen, war also nicht unvorbereitet – heute wollte ich meine Gedanken in die Tat umsetzen.
Dieser Köcher soll an den MastIch verwerfe die Lösung mit Plastikschrauben und flexe stattdessen runde Rändelschrauben, passend zur Mastnut zurechtDas Teil passt in die Mastnut und verklemmt sich beim VerdrehenDen Köcher etwas anpassen – et voilá
Ich fahre zusammen mit Sibylle nach Xirokampos – wir machen uns nur rasch frisch, dann müssen wir schon wieder zurück nach Lakki.
Heute haben wir uns mit Antonia und Alex im „SouVLakki“ verabredet. Es soll mal wieder Giros satt geben, darauf haben wir uns alle gefreut.
Als wir das Haus in der Südbucht verlassen fällt uns auf, dass mal wieder Schafe und Ziegen im Garten weiden. Sollen wir sie vertreiben? Oder nutzen wir sie noch etwas als Rasenmäher? Wir entscheiden uns für Letzteres und brechen auf…
Glockengebimmel wie auf einer AlmHeute hat auch Sibylle Hunger- sie bestellt sich die größtmögliche Portion die die Küche anbietet
Wir genießen noch eine Karafaki Ouzo und das Wirtepaar Anna und Niko lässt uns noch eine zweite auf´s Haus dazustellen.
Dadurch wird der Abend länger und es ist spät, als ich Sibylle in „ihr Zuhause“ zurückbringe. Ich warte noch, bis sie oben in der Wohnung ist und bemerke dabei, wie lau der heutige Abend ist. Es ist vermutlich der erste Abend, der den Ausdruck „lau“ verdient. Ich genieße den Augenblick.
Das Licht geht an, Sibylle ist obenDer Mond ist nicht voll, aber hell. Sterne stehen am Firmament, die Wolken sorgen für eine besondere DramaturgieEin schöner Moment, ich genieße ihn – dann fahre ich heim
Weniger Genuss bereitet mir die Aufgabe, welche ich mir für den nächsten Tag auf meinen Zettel geschrieben habe.
„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, so sagt ein altes Sprichwort – dies bedeutet im übertragenen Sinne, dass bei handwerklicher Arbeit auch einmal etwas kaputt gehen kann.
Dies unterschreibe ich voll und so ist auch niemand erzürnt, dass dem Fachmann der „Cleopatra Marina“ bei der Demontage der Deckenverkleidung ein Temperaturfühler der Heizung abgerissen ist. Man hat sich preislich geeinigt, was jedoch damals niemand absehen konnte war, WIE VIEL Aufwand uns tatsächlich bevorstehen würde.
Ich suche also den Verlauf des abgerissenen Kabels…
Hierfür muss auch ich noch einmal die Deckenverkleidung demontieren – zunächst nur eine, aber ich ahnte nicht, was noch auf mich zukommen sollteIch konnte das beschädigte Kabel isolieren, bis es in einer Ritze verschwand
Ab hier war „schnell mal nachsehen“ nicht mehr möglich. Ich konnte nur vermuten, wohin das Kabel abbiegen würde, der Verlegeweg war nur zu erahnen.
Die nächste Verkleidung die ich abmontieren würde, zöge einen erheblichen Arbeitsaufwand nach sich.
Ich entschied mich also zu raten und dann die übernächsten oder über-übernächsten, einfacher zu öffnenden Klappen oder Deckel zu öffnen – immer in der Hoffnung ein ähnliches Kabel zu finden um meine Messungen ansetzen zu können.
Wohin biegt das Kabel ab???Geht es unter dem Badezimmerboden in Richtung Heizung?Hm, am Kabelausgang kann ich nichts findenAußer dem Kabel im schwarzen Kabelschacht geht nichts nach vorne – da ist „mein Kabel“ nicht durchgeführt
Ok, der Hauptkabelschacht der im Badezimmer von der Decke nach unten in die Kabelkanäle führt, fällt als Verdächtiger aus – hier kann ich „mein Kabel“ nicht finden.
Es wäre denkbar, dass im Motorraum ein Kabelschacht nach unten geführt wird, also sehe ich mich auch im Motorkompartment noch einmal um – doch hier ist es ziemlich aufgeräumt und clean, hier führt keinerlei Kabel in irgendeine Richtung.
Fehlanzeige – ich muss mich noch anderweitig umsehen…
Nein, durch den Motorraum sind keine Kabelschächte geführt
Ich überlege – das Standardkabel für Webasto Temperaturfühler ist 5m lang. Diese Ausführung ist in jedem Fall zu kurz.
Ich habe von Webasto erfahren, dass es eine 20m lange Ausführung gibt. Basierend auf dieser Annahme kommt mir die Vermutung, oder besser die Befürchtung auf, dass die Polen beim Bau von ELOWYN das Standheizungskabel einmal quer durch´s Schiff gelegt haben um nicht den kurzen, direkten Weg zu gehen, sondern den langen, welcher dann aber durch den Hauptkabelschacht des Schiffes geht. Wäre zwar Wahnsinn, aber durchaus konsequent…
Dies zu prüfen vertage ich – heute besuche ich erst einmal Pit auf seiner WUQI. Er ist gerade am Sprung, bittet mich aber auf einen Espresso, welchen er mit viel Liebe zubereitet.
War echt ein leckeres Tröpfchen
Pit war vor zwei Tagen angekommen. Leider hat er nichts durchklingen lassen, daher waren wir uns gestern eher zufällig begegnet. Das ist eigentlich schade, auch dass er plant, Leros schon wieder zu verlassen. Ich dachte, er möchte eine Art „großes Refit“ starten, aber irgendwie zieht es ihn zurück in die Adria.
Wir quatschen über dies und das, ich übergebe ihm die im Winter reparierte Badeleiter, dann trennen sich unsere Wege wieder, jeder hat seine Arbeiten zu verrichten.
Ich packe heute noch ein zweites Projekt an, bei dem ich erst ein wenig Hirnschmalz verschwenden muss…
Dieser Magnetschalter dient als Endabschaltung für die Heckklappe
ELOWYN hat zwei Endabschalter für die Heckklappe. Einen für „zu“, dieser schaltet auch die Funktion der Leiter an und aus. Dazu einen weiteren für die Stellung „auf“, dieser aktiviert den Davit für das Dinghy.
Wir möchten, dass der Schalter nicht nur am Endanschlag den Davit freigibt, denn bei Wellengang soll die Klappe nicht ganz abgesenkt werden. Der Davit muss auch funktionieren, wenn die Klappe noch 5-10° nach oben geneigt ist.
Ich überlege mir eine Lösung mit einem metallischen Bogensegment, um aus dem Öffnungspunkt einen Öffnungsbereich zu machen – etwa so…
So könnte das klappen, Giorgos könnte so etwas schweißen
Das ist schonmal eine gute Idee. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz.
Es wäre einfach, die Schaltung der Klappe manuell zu gestalten, indem man den Magnetschalter durch einen manuellen Switch ersetzt.
Auch das ist eine zu durchdenkende Option, es fragt sich dann allerdings, warum der Magnetschalter vier Kabel hat, wenn nur zwei nötig sind?
Ich bin gut vorangekommen, für heute lass´ ich es sein – da muss ich nochmal ran wenn ich den Kopf ein wenig frei habe.
An diesem Abend esse ich in Xirokampos und komme früh nach Hause, ich will noch ein paar administrative Dinge erledigen.
Ich bin zur „blauen Stunde“ auf ELOWYN zurückDer heutige Abend dient der Reiseplanung für den Sommer
Ich spiele ein paar Fähren nach Deutschland durch. Sibylle und ich haben unsere BLUESTAR Tickets schon gebucht, wissen also unseren Deutschlandtermin schon genau.
Jetzt gilt es festzulegen, wie wir vom griechischen Festland aus, nach Italien kommen oder ob wir gar über Land fahren. Alles ist noch offen, aber ich stelle fest, dass alle Wege teuerer geworden sind.
Klicker ist hart am Limit seiner Existenzberechtigung. Wenn die Preisentwicklung so weitergeht, dann kann er seine Kosten nicht „reinfahren“ und wird wohl abgestoßen werden. Das ist ein Gedanke, welcher mich beschäftigt.
Ablenkung kommt per WhatsApp auf den Computerbildschirm, es ist inzwischen spät geworden…
Freundin Christine macht ihre Drohung wahr – nicht nur, dass auch sie blaue Gummihanschuhe trägt……außer der Vorliebe für azurfarbene Latexkleidung teilen wir auch noch die Liebe zu bayrischem LeberkasDie Freundin macht mir sauber lange Zähne
Sibylle und ich hatten anlässlich ihres Geburtstags am Morgen mit ihr telefoniert und sie hatte da schon angemerkt, dass sie „…selbstverständlich Leberkasbilder senden würde!“
DANKE Christine, dafür ist Dir ein Platz im Blog sicher! Und vor meinem lebenslangen Groll schützt Dich nur Dein Versprechen, mir selbiges Labsal feilzubieten, wenn wir euch besuchen kommen – ich freue mich auf euch!
Während ich einschlafe, sabbere ich auf mein Kopfkissen und träume von saftigen Leberkaskasscheiben, hmmmm, lecker…
Am nächsten Morgen reißt mich ein kräftiger Kaffee aus meinem anhaltenden Halbschlaf, die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen.
Yes, so muss das – ein guter Kafffeee hat 3f und 3e
Die gute Funktion meiner Denkzentrale ist heute Morgen auch wichtig, denn ich führe Telefonate mit dem Makler und den anderen Parteien der Eigentümergeminschaft des Hauses in dem sich meine Wohnung befindet – alles ist kompliziert, weil es „Family-Business“ ist, mehr muss man dazu nicht sagen.
Es kommt Schwung in die Sache und es sieht so aus, wie wenn es nun endlich klappen würde, dass meine Wohnung als Bestandteil eines Mehrfamilienhaus-Pakets am 01.05. auf den Markt kommt.
Warum schreibe ich das? Weil dies der entscheidende Baustein dafür wird, wann wir mit der Kernsanierung unserer Katikia beginnen. Ich bin guter Hoffnung, dass wir im Spätherbst 2026 beim örtlichen Bauunternehmer sitzen und es früh in 2027 logeht. Das Ziel, meinen 60. im Rahmen einer „House-Warming Party“ zu feiern ist noch haltbar.
Mein Kopf brummt, aber die administrativen Hauptaufgaben sind nun erledigt – zur Ablenkung gehe ich „shoppen“… 😉
Ich schlendere ein wenig durch den „Leros Milwaukee Flagship Store“
Spaß beiseite, Alex braucht Teile, ich begleite ihn zum „Naval“ Hardware Store und bewundere im Vorbeigehen die sehr gut sortierte „Milwaukee“ Ecke.
Mit unseren Teilen fahren wir zurück in die Marina und schließen Alex´ Bugstrahlruder temporär an – mit fliegenden Kabeln zwar, aber technisch einwandfrei.
Danach montiere ich mit Sibylle das Bimini und die Sprayhood auf ELOWYN. Wenn wir schon dabei sind, montieren wir auch gleich die Lenkräder – so sieht das Cockpit gleich viel gemütlicher aus.
Es bleibt noch Zeit für eine Marinarunde, da treffen wir Ellen und Dominik an der uns sehr gut bekannten LUMARA, welche inzwischen auch offiziell so heißt.
LUMARA trägt ihren neuen Namen, den dritten, mit Stolz – wir wünschen allzeit „fair winds“Wir teilen die Freude der Beiden von Herzen
Die Beiden haben inzwischen etliche der offenen Punkte meiner Liste umgesetzt und sind fleißig dabei, LUMARA auf den Segelsommer vorzubereiten.
Sie erzählen uns, dass sie die kommenden Tage noch einmal in die Schweiz fahren würden, dann aber am 10.05. zurück nach Leros kämen. Nach dem Krantermin von LUMARA am 16.05. machen wir eine Art „Sea Trial“ um das Schiff auch im Wasser zu übergeben, dann gehen sie auf Sommertörn.
Das alles klingt nach einem sehr ausgereiften Plan und wir freuen uns – unsere Dufour hat die richtigen Menschen als neue Eigner gefunden!
Nach unserer Marinarunde machen Sibylle und ich Feierabend – morgen ist auch noch ein Tag…
Ein Tag, der für Sibylle mit einem Schreckmoment beginnt 😉 – ich höre sie von Xirokampos bis in die Marina kreischen!
Tarantula ist bei Sibylle eingezogen
Sehr früh am Tag kommt meine Gattin mit dem Breezy zu mir in die Marina, ich meine auch zu erkennen, dass sie etwas schneller ist, als sie um die Ecke kommt.
Komisch, Tarantula scheint eine Art „Turbo Effekt“ auszulösen. Ich spende Trost und verspreche, wenn nötig, am Abend regulierend einzugreifen. Die kurz vorgeschlagene friedliche Wohngemeinschaft mit Fluffy und Tarantula lehnt sie kategorisch ab.
Na dann, wenn sie schon so früh da ist, begeben wir uns gleich ans Werk – ich muss noch das verfitzmaledeite Kabel suchen. Und das macht es einen auch wirklich nicht leicht – heute verfolge ich die „einmal kreuz und quer durch´s Schiff“ Theorie und fange im Hauptkabelkanal zum Suchen an.
Mal schnell zwischen „den paar Käbelchen“ gesucht – und siehe da…Ich finde ein verdächtiges Kabel – eine weiße und eine blanke LeitungDie andere Seite, die des Temperaturfühlers – mit einer weißen und einer braunen Leitung
Was zunächst nicht zusammengehörig scheint, zeigt sich bei der Widerstandmessung als gesichert verbunden.
Ich messe einmal, zusammen mit Sibylles Hilfe ein zweites Mal – das Ergebnis ist eindeutig – die beiden unterschiedlichen Kabel sind eines, es muss eine Schnittstelle geben.
Die Theorie, dass die Werft den Hauptkabelkanal als Weg zur Heizung verwendet hat, erhärtet sich in diesem Moment, hier werde ich dranbleiben, auch wenn dies maximalen Aufwand bedeutet.
„Tu Gutes und rede drüber“ – ich teile daher mein Ergebnis und meine Schlussfolgerungen mit dem Eigner, dabei genieße ich meinen Moment…
Das Kabel ist identifiziert- wer hat´s gefunden???
Da komme ich noch einmal auf die bereits einmal in diesem Blog gestellte Frage – warum nicht gleich von einem Fachmann machen lassen?
Die Antwort – darum!
Es wird sich im Laufe der weiteren Reparatur noch zeigen, dass andere „Fachleute“, ich weiß nicht wo und welche, das Leitungskabel des Temperaturfühlers der Standheizung zweimal getrennt und verlängert hatten – mit unterschiedlichen Kabeln.
Das ist der perfekte Murks, denn die Temperaturmessung bei diesen Heizungen erfolgt per Widerstandsmessung und es nicht statthaft, die Fühlerkabel zu flicken oder verschiedene Kabel zu verwenden. Dies verändert die streng vorgegebenen Ohmwerte bis hin zur Fehlfunktion der Heizung.
Morgen geht´s weiter, aber für heute reicht´s – ab nach Xirokampos.
Im Süden der Insel angekommen, wasche ich erstmal die Scheiben des Audi – man hat nichts mehr gesehen
Sibylle und ich waschen noch rasch Klickers Fenster, damit man wieder ein wenig dem bunten Treiben des Straßenverkehrs folgen kann. Teilhabe ist die beste Integration… Auch Alex wird sich morgen über die Rundumsicht freuen, denn er leiht sich Klicker aus, um damit Antonias Eltern am Fährhafen abzuholen – diese werden für eine Woche zu Besuch kommen.
Wir duschen noch rasch und speziell ich muss mir noch eine Ausgehvariante meiner favorisierten T-Shirts überstreifen, dann fahren wir nach Panteli, wo wir uns mit Carola und Thomas im Pirofani treffen.
Am nächsten Morgen starte ich meinen Tag mit einem Telefonat mit Jörg – ich schlürfe meinen Kaffee und frage nach dem Sachstand bezüglich meinses Hydraulikzylinders. Wie zu erwarten gab es nichts Neues, es wird auf eine Entscheidung in letzter Minute hinauslaufen.
ich brauche erstmal frische Luft und drehe mit Sibylle eine Marinarunde…
Es ist schön zu sehen, dass bei Antonia und Alex kleine Zeitfenster für „nice to have“ Aufgaben bleiben
Wir laufen einmal rundrum, quatschen hier ein paar Sätze und dort ein wenig, dann kehren wir zu ELOWYN zurück.
Sie steht inzwischen nicht mehr mit den markanten, gelben Tupfen des Primers da. Wie bereits angedeutet, konnte ich von Stelios eine halbe Dose graues Antifouling ergattern und diese verstreichen. Die Farbe passt nicht perfekt, aber bis zum nächsten Anstrich ist es akzeptabel.
ELOWYN ist inzwischen fast fertig für ihren Launchingtermin.
Passt – wir akzeptieren „50 shades of grey“ – die restlichen Arbeiten erledigen wir im Wasser
Ich werde heute weiter an meinen zwei „Fleißaufgaben“ arbeiten, obwohl gesagt sein muss, dass diese Aufgaben durchaus auf der Arbeitsliste auftauchen.
Ich hätte sie normal nicht so getrieben, aber was erledigt ist, ist erledigt. Also gehen Sibylle und ich ans Werk und folgen weiter dem Verlauf des Kabels für den Heizungs-Temperaturfühler.
Das Kabel habe ich inzwischen identifiziert – aber wo ist es verlegt? Und vor allem, wie???
Um dies zu sagen, müssen drei von vier Deckenverkleidungen und eine Verkleidung für das Lenkgestänge abgebaut werdenIch finde das Kabel und die bereits angesprochene, gepfuschte Flickstelle
Das Kabelende mit dem Stecker für die Heizung zeigt abermals andere Kabelfarben. Ich kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass noch ein weiteres Mal geflickt wurde. Ein bisschen Kopfschütteln ist erlaubt – das machen wir jetzt wieder perfekt, so wie man es von einem Schiff dieser Güte erwarten darf.
Um das Kabel später ordentlich weiterführen zu können, muss es in den Technikraum gezogen werden, dafür muss noch eine weitere Deckenverkleidung im Gang abmontiert werden.
Hier geht es einmal um die Ecke und dann in den Raum links
Mein Plan ist, das neue Kabel welches mir ein Freund aus Hamburg im Mai mitbringt, inclusive Fühler final zu verlegen – und zwar genau bis hierhin.
Hier hängen schon die Kabelrollen vom Tochterbildschirm und der Kamera, ich würde auch das Heizungskabel hier abhängen.
In einer Kabelzieh-Session, würde ich dann alle relevanten Kabel für weitere Projekte einziehen. Eine Woche nur Kabelziehen, das ist ein herrlicher Ausblick für den kommenden Winter.
Pause – Antonia bringt mir einen Kaffee mit, Sibylle und ich gönnen uns ein Viertelstündchen im Cockpit…
Ein „Freddo“ am VormittagSibylle schmökert
Nach dem Koffeinschub hibbele ich herum wie der Duracell-Hase. Ich will, nein, ich muss noch etwas werkeln und schaffen.
Also nehme ich mir die nächste vermeintliche „Kleinaufgabe“ vor, nämlich den induktiven Schalter des Davits von ELOWYN.
Man muss wissen, dass der Arm an dem der Kran für das Dinghy hängt „Davit“ heißt. Dieser ist ausfahrbar und wird bei geschlossener Heckklappe automatisch ausgeschaltet. Dies hat seit jeher nur leidlich funktioniert und soll nun durch einen manuellen Schalter ersetzt werden.
Handwerklich ist dies leicht umzusetzen, aber es muss zunächst geklärt werden, welche Kabel für welche Steuerbefehle zuständig sind – also begebe ich mich mit dem Messwerkzeug in die Dinghygarage…
Ich meine die Lösung gefunden zu haben und crimpe mir zwei Stecker an……so kann ich mit einer Stecksicherung (links) den alten Schalter (rechts) überbrücken und ersetzenEin erster Testlauf zeigt – die Lösung scheint zu funktionieren
Sibylle hat keine Lust mehr zu lesen und gesellt sich zu mir. Sie bestaunt mein Schaffen und lobt mich von der Arbeit weg – „…das hast Du toll gemacht! Du hast Dir ein Eis verdient!“
Na wenn das so ist! Da sage ich nicht Nein! Mir ist letztendlich egal wie ich zu meinem Eislabsal komme 😉
So kommt es, dass sich meine Gattin und ich nur wenige Minuten später in der rosanen Eismanufaktur in Lakki einfinden – gönnen können!
ZWEI Kugeln und eine süße Kleinigkeit, welche wir aber wie Susi und Strolch teilen
Ich maule ein wenig – so gerne ich mich von meinem Schaffen losreißen ließ, so gerne würde ich den Test auch abgeschlossen haben.
Sibylle ist einsichtig und verspricht, dass sie mir für einen letzten Test noch einmal die Plattform betätigt, dann würde sie für heute nach Xirokampos fahren.
Das klingt nach einem guten Plan…
Für den finalen Test muss die Leiter weg und die Plattform leicht nach oben gebracht werden
Erfolgreich! Auch mit leicht nach oben geklappter Badeplattform funktioniert der Davit noch. Das ist das Ergebnis welches mir wichtig war – ich bin nun sicher, die richtige Lösung gefunden zu haben und kann in einem weiteren Arbeitsschritt die ganze Sache verfeinern und einen Schalter einbauen.
Doch das ist ein Job für einen weiteren Arbeitstag, für heute reicht es. Sibylle fährt in ihre Wohnung und ich kümmere mich noch ein wenig um den Schriftverkehr der bezüglich meiner Wohnung in Deutschland zu führen ist.
Ich freue mich, dass es wohl klappt, dass der Verkauf derselben wohl ab 01.05. beginnen wird.
Dann fahre auch ich nach Xirokampos und hole Sibylle ab, denn wir sind mit Freunden zum Essen verabredet.
Der neue Morgen treibt mich ins Spielwarengeschäft…
Gibt es Wimmelbücher von Griechenland???
Was war geschehen? Warum treibe ich mich in der Bücherecke des kleinen Ladens umher?
Ich hatte heute Morgen einen Videocall – auf dem Display der Name meines Sohnes. Ich hebe ab – Überraschung – und es glotzt mich ein riesiges Auge an! Das Gesicht, welches viel zu nah an der Kamera ist, gehört meinem Enkel Anton. Der Zweijährige redet auf mich ein, ich verstehe kaum etwas, aber ich unterhalte mich fröhlich mit ihm, er scheint happy.
Mutter und Vater übersetzen zwischenzeitlich und ich erfahre, dass der Knirps Wimmelbücher liebt, es in Deutschland aber keine mit einem Bezug zu Griechenland gibt…
Den Rest könnt ihr euch denken. Tatsächlich gibt es griechische Wimmelbücher, aber leider nicht zum Thema Urlaub – und Hühner auf dem Bauernhof sehen in Griechenland und in Deutschland (fast) gleich aus.
Sibylle und ich setzen unsere Fahrt fort – vom Spielwarengeschäft geht es Richtung Plaka zu unserer Katikia.
Die Blumen blühen – und mit ihnen das Unkraut
Mit einem Blick ist erkennbar, dass „Gartenpflege“ einer der Kernpunkte für den Mai werden muss. Entweder wir machen eine DIY-Aktion oder ich lasse noch einmal den Gärtner kommen – mal sehen.
Der Grund warum wir hier hoch gefahren sind ist aber ein anderer – ich hole heute mein Motorrad in die Marina und werde in Bälde auf´s Zweirad umsteigen.
Im Konvoi fahren Sibylle, an Klickers Volant, sowie ich in meiner Funktion als „Easy Rider“ zurück nach Lakki. Ich mache noch einen kurzen Schlenker beim Elektriker vorbei um den Schalter für ELOWYN zu kaufen, dann treffen wir uns an Bord des weißen Riesen.
Es ist noch Zeit um die Arbeit an der Heckklappe zu finalisieren – und das setze ich auch um!
Ganz gut geworden – mal sehen, wie sich die Lösung bewährt
Vielleicht fragt ihr euch, was uns drängt? Warum sind wir in der Zeit limitiert?
Heute ist einer der beiden „großen Tage“ für unser „Schrauber Syndikat“, es ist der 27.04.2026 – heute, nach fast 15 Monaten harter Arbeit am Trockendock, wird ANAHITA, die Delta 46 des A-Team, gekrant!
Und natürlich sind wir mit von der Partie…
Es geht los…LUMARA wird alleine zurückbleibenDie Tage des gemeinsamen Arbeitens scheinen schon so lange zurückzuliegenDas „A-Team“ ist angespannt, dabei aber fokusiert – jetzt muss alles klappenGiannis ist Chef im Ring – er und Roman pflegen eine Hassliebe, sind aber ein gutes TeamZwischendrin bekommt LUMARA ein Paket zugestellt – typisch griechisch
Es trifft sich sehr gut, dass das Paket für Ellen und Dominik jut in diesem Moment zugestellt wird. Ich hatte versprochen, dass ich Pakete in das Schiff räumen würde, dies wollte ich gleich umsetzen.
Das Kranteam war noch damit beschäftigt ANAHITA am Carello zu platzieren, ich hatte also etwas Zeit.
Ich schnappe mir die Sendung, welche im Cockpit abgelegt wurde……und deponiere sie im Schiff, so kann nichts passieren
Gerade als ich LUMARA verlasse, geht es weiter. Nach fast 15 Monaten an diesem Platz wird ANAHITA jetzt wieder zurück in ihr Element geführt.
Das Refit des Unterwasserschiffs ist abgeschlossen, es wurde neben einer vollumfänglichen Unterwasserschiffsanierung mit Coppercoat alles angefasst und erneuert, was an dem Schiff unter der Wasserlinie zu finden war – zudem wurde ein Bugstrahlruder montiert.
Es gab also genug Stellen auf Dichtigkeit zu prüfen – wir alle drücken die Daumen, dass alles klappt.
Das Carello fährt los, die Fahrt beginntANAHITA ist neu gebrandet und verlässt ihre Lücke……welche verwaist zurückbleibt – ein ungewohnter AnblickNatürlich sind alle am Fotografieren, die Drohne wird gelenkt – es entstehen tolle AufnahmenDann aber wird es ernst – alle Helfer auf ihre zugeteilten PlätzeDER Moment in dem das Schiff wieder ihr Element berührtJetzt geht es los – die Crew steigt zu, alle sind eingewiesen – die Prüfung beginntAlex und ich kümmern uns um die Einstellung der neuen Ruderabdichtung
Während Alex und ich die neue Ruderabdichtung feinjustieren und so das eintretende Wasser (normal) langsam in den Griff bekommen, sieht Antonia mit ihren Eltern nach den Ventilen.
Es kommt einen wie eine Ewigkeit vor, aber tatsächlich dauert diese Hochkonzentrationsphase vielleicht 10 Minuten.
Dann die erlösende Meldung – „ALLES DICHT!“
Der zweite Teil beginnt – die ganze Crew wechselt den Platz. Alle Mann an Deck – wobei „Mann“ in diesem Fall mehr als falsch ist, denn Antonia hat das Ruder. Ihr Vater und sie gehen alle Punkte durch, Motor starten, Bugstrahlruder checken…
Währenddessen bereiten die anderen das Schiff vor – Leinen, Fender, alles muss passen. Dann gibt Alex das Kommando das Schiff abzusenken und frei schwimmen zu lassen. Die Gurte werden entfernt – ANAHITA schwimmt!
Alles klar am Steuerstand?
Die Marineros werden eingewiesen, denn wir rechnen damit, dass der Langkieler schlecht rückwärts fahren wird.
Aus diesem Grund steht eine vielleicht fünfminütige Testfahrt bezüglich der Manövereigenschaften am Plan, die Marineros werden uns begleiten.
„Klar zum Ablegen?“ „Klar ist!“ „Ok, dann LEINEN LOS!“
ANAHITA verlässt die KrangasseManövertest und RückwärtsfahrtWir wussten, dass sie nicht schön rückwärts läuft – es muss korrigiert werdenAntonia zeigt Nerven wie Drahtseile und fährt den behäbigen Kahn bis an den StegAnlegemanöver – unser Landteam übernimmt die LeinenGeschafft – es hat alles geklappt! Wenn das kein Grund zum Feiern ist???
Es knallen die Korken – ANAHITA hat ihre zweite Jungfernfahrt erfolgreich gemeistert und liegt sicher am C-Steg in unserer Marina.
Das Leben des A-Team wird sich ab nun ändern. Fast alles wird besser, nur Alex wird sich umorganisieren müssen – die Zeit der großen Freiluftwerkstatt hat heute ihr Ende gefunden.
Mal sehen, wie die Beiden das umsetzen – jetzt ist erst einmal Urlaub ausgerufen…
Natürlich gibt es ein gemeinsames Dinner, man lädt ins „SouVLakki“ – das Thema des Abend war gesetzt, das Ende der 15-monatigen Zeit „on the hard“!
„SouVLakki“ at it´s best – we love it
Ich blicke nach vorne – in zwei Tagen wird ELOWYN gekrant, ich hoffe, dass wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben können.
Am nächsten Morgen fahre ich mit Sibylle ins Krankenhaus. Sie hat Bauchschmerzen und will abklären lassen, ob es nicht der Blinddarm sein könnte. Ich soll mitkommen. Ich merke es ist ihr ernst, ich kann mich nicht herauswinden – also komme ich in den Genuß, fast fünf Stunden im Krankenhaus in Lakki verweilen zu dürfen – I´m going slightly mad!
Zwischendrin checke ich das Wetter für morgen…
Das ist ok, hoffentlich wird es nicht mehr
Die gute Nachricht ist, dass bei Sibylle nichts gefunden wird. Sie darf das Krankenhaus wieder verlassen, es gibt Entwarnung!
Ich will ganz deutlich sagen, dass wir nicht fünf Stunden Wartezeit totzuschlagen hatten. Sibylle kam sofort dran und wurde vollumfänglich untersucht und von Abteilung zu Abteilung gereicht – die Behandlung ist vorbildlich und ich würde es auf eine Diskussion ankommen lassen, wenn die Behauptung im Raum stünde, dass es in Deutschland besser ist. Einzig die Sprachbarriere ist nicht wegzudiskutieren.
Ich will, ich muss noch etwas tun. Die Vorbereitungen sind zwar weitgehend abgeschlossen, aber der WILLI muss noch auf die Seite, das wäre mir morgen zu stressig.
Also fahren wir in die Marina und suchen eine Option den Tender zu verräumen – und da war uns das Glück und das Netzwerk ein wenig hold, wir finden eine high-end luxury Lösung!
Ein Mitarbeiter leiht uns seinen Anhänger, wir verladen den WILLIFür ein paar Tage kann ich den Flitzer unter einem Katamaran abstellen – hier sollte er sicher stehen
Den Rest des Tages versandeln wir – Pause tut Not, es wird Zeit, dass der Krantermin endlich vorbei ist.
Während des ellenlangen Krankenhausbesuchs hatte ich eine Nachricht von Katerina erhalten. Sie lässt mich wissen, dass die bestellten Signalmittel angekommen seien. Sibylle musste gerade zum Ultraschall, so hatte ich kurz Zeit um Katerina zu besuchen, meine Dokumente vorzulegen und die explosive Ware abzuholen.
Heute gilt es, das Fass mit den verschiedenen Notsignalen neu zu befüllen.
Ich sortiere alt und neuNatürlich bekommt auch das Fass ein neues Label
Ich muss mir noch Gedanken machen, wie und wo die alten Raketen entsorgt werden. Letztlich ist das ganz schön viel Aufwand rund um die Beschaffung und das Handling dieser Signalmittel.
Bevor sich jemand echauffiert – ich bin natürlich im Besitz sämtlicher Berechtigungen diese Dinger zu kaufen und auch zu transportieren.
Während ich so vor mich hinsinniere muss ich schmunzeln. Kristina hatte mich bei einer Stipvisite auf NESSAJA einmal „hochgenommen“ weil sie gesehen hat, dass ich verschiedene Labels geprintet und angebracht hatte. Ich lege ihre damalige Belustigung HEUTE als Begeisterung aus und printe ihr, weil sie das so gerne mag, gleich noch ein paar kleine Labels – wenn ich das Ding schon in der Hand habe…
Liebe Kristina – der ist für Dich 😉Der ist nicht für David, sondern für Volker – weil ich sicher bin, ihr seid begeistert 😉
Ich habe schon ein paarmal geschrieben, dass ich ein „Leben ohne Ballast“ sehr genieße, Redewendungen wie „Besitz belastet“ oder ähnlich, treffen bei mir voll ins Schwarze.
Von Zeit zu Zeit habe ich daher so Anwandlungen, dass ich Dinge die ihren Zenit überschritten haben, von einer Sekunde auf die andere entsorge – heute trifft es meine treuen Arbeitsschuhe.
Das Wetter verspricht, dass es bald in die Flip-Flop Phase übergeht, das altgediente Schuhwerk muss weg. Noch ahnen sie nichts von ihrem Schicksal, sie stehen da und warten auf ihren nächsten Einsatz – eine Minute später liegen sie in der Tonne. Das Leben ist hart…
Der Nachfolger lauert schon im Hintergrund
Während ich diese Kleinigkeiten erledige, Sibylle war schon nach Xirokampos gefahren, kommt Alex vorbei und leiht sich rasch den Audi. Das darf er, der quattro ist hier um ihn zu nutzen.
Just in dem Augenblick als ich meine Kleinarbeiten abschließe, kommt er von seiner Besorgungsfahrt zurück und gibt mir den Schlüssel zurück. Wir quatschen noch ein paar Minuten, dann trennen sich unsere Wege für heute, denn wir sind mit Brigitte und Hans im „To Steki“ verabredet. Alex will mit der Familie das Champions League Halbfinale des FC Bayern ansehen.
Ich fahre los und verlasse gerade die Marina, da fällt mir eine nicht unerhebliche Veränderung bei den Anzeigeinstrumenten meines Klicker auf…
Ok, DAS ist aber jetzt echt eine Überraschung – DANKE
Das Auto ist randvoll! Als Dankeschön für gelegentliches Ausborgen des Wagens hat der junge Mann den Boliden bis zum Stehkragen befüllt – dies wäre nicht notwendig gewesen, aber ich freue mich trotzdem, oder gerade deshalb, sehr über diese Geste.
Ich schreibe ihm sofort eine Nachricht, unser Dank gebührt der Crew der ANAHITA!
Doch mein Tag, der zwar schleppend begann aber in der Gesamtbetrachtung doch ganz gut war, bekommt noch sein „Happy End“. Am frühen Abend erhalte ich ein Bild von Melanie, der Capetaña der INSPIRATION, ein Bild welches mehr als 1000 Worte sagt und für absolute Entspannung meinerseits sorgt!
Hans Peter und Jörg treffen sich an einer Autobehnraststätte am Irschenberg – die Übergabe meines Hydraulikzylinders
Jörgs Freund, der örtliche Hydrauliker, hat es wirklich in letzter Minute geschafft das fehlende Ersatzteil zu bekommen und den Zylinder zu komplettieren.
Die geplante Übergabe hat geklappt, Hans Peter hat das wichtige Ersatzteil übernommen und ist, wenn ihr diese Zeilen lest, schon in Griechenland. Er wird am 02.05. hier auf Leros ankommen, dann ist das „Schrauber Syndikat“ wieder komplett.
Muss denn immer alles auf die letzte Minute gehen – I´m going slightly mad!!!
Das Motto gilt – es steht der „Tag der Tage“ bevor, mein persönliches Highlight des Monats, welches sehr leicht zu meinem persönlichen Waterloo werden könnte.
Morgen wird ELOWYN gelaunched, sie kommt zurück ins Wasser – die Stunde der Wahrheit naht!
Doch jetzt geht es erst einmal ab ins „To Steki“, wir freuen uns auf das Treffen mit unseren Freunden aus Österreich und Dimitris´ leckeres Essen.
Es war wie immer supergut
Wir hatten Brigitte und Hans vorgewarnt, dass wir gegen 22.00 Uhr die Uhr beobachten müssen und dann den Abend auch abrupt beenden werden müssen.
Wir hatten nämlich Gabi und Gottfried von der HARMONY versprochen, dass wir sie heute am Fährhafen abholen würden. Die Beiden reisen heute an, um ihren Sommer auf ihrem Schiff zu verbringen, wir freuen uns, kennen wir uns doch inzwischen seit Ewigkeiten.
Schön langsam müssen wir bezahlen, die SUPERFAST IX nähert sich Agia MarinaDas riesige Schiff erreicht den Hafen pünktlich
Es klappt alles wie am Schnürchen – wir empfangen die Beiden kurz und schmerzlos und schauen, dass wir hurtig zum Auto kommen, um nicht in das Verkehrschaos zu geraten.
Dies gelingt vortrefflich und am Hotel der Beiden holen wir die herzliche Variante der Begrüßung nach. Schön, dass ihr da seid – wir müssen jetzt aber los, wir sind müde und morgen ist ein aufregender Tag für uns.
Dieser beginnt zunächst ganz entspannt, ein Kaffee, eine Marinarunde, ein bisschen Blabla mit den Freunden. Dann aber bekommt das Momentum eine gewisse Dynamik, denn Giannis winkt uns zu und der Motor des großen Krans läuft an.
Es ist so weit, es geht los – I´m going slightly mad!!!
Der Moment der Wahrheit naht
Weit weniger angespannt wirkte unser Kranführer Giannis – obwohl ich weiß, dass auch er mit sehr viel Vorbereitung an das Kranen der größeren Yachten herangeht.
Wie auch immer, er schafft es besser als ich cool zu wirken und fährt seinen „Goliath-Kran“ an ELOWYN heran. Nur noch wenige Minuten, dann wissen wir, was Sache ist.
Ich gebe euch eine Bilderserie mit den erklärenden Untertexten, so habt ihr einen Eindruck, was innerhalb der nächsten Stunde passiert ist…
Der Große Kran kann auf dem Teller drehen, jedes Rad ist einzeln lenkbar. Er kann 160 Tonnen heben, ELOWYN hat 44Trotz der Wendigkeit ist der Koloss behäbig, er braucht viel Manöverraum – Helfer Roman ist als Einweiser unerlässlichDer Kran wird so exakt wie möglich, mittig über dem Schiff platziertWenn die vermutete, finale Position erreicht ist, werden die schweren Hebegurte abgesenkt – für ELOWYN reichen zwei GurtpaareDie Gurte werden positioniert, mit Schlitten können leichte Anpassungen vorgenommen werdenGerade im Bereich des Propellers muss sehr genau gearbeitet werdenWenn der Kranführer die Position gefunden hat, zieht er die Gurte nach obenIrgendwann ist es so weit, das Boot wird zunächst millimeterweise angehobenWenn alles passt, werden die Stützen abgesenkt, das Boot schwebt frei und die Fahrt zum Kranbecken kann beginnenEs bleibt meist nicht viel Platz zwischen den abgestellten Autos und den anderen BootenDie Fahrt dauert nur 5 Minuten, es sind gerade mal 100m – die großen Boote werden direkt mit dem Kran geholtAm Kranplatz wird das Schiff gedreht, so dass der Bug voraus zeigt, man kann nur in eine Richtung aus dem Kran fahrenDas Schiff wird über das Kranbecken manövriert, das ist Präzisionsarbeit – ELOWYN wird im großen Becken abgelassenAlex hat die Drohne fliegen lassen – jetzt findet sich die Mannschaft zusammen, das Wassern steht kurz bevor
Meine Crew habe ich schon vor ein paar Tagen rekrutiert. Alle Helfer sind instruiert, jede Person weiß, was sie nach dem Besteigen des Schiffes zu tun hat.
Ich habe vor zwei Tagen ANAHITA zusammen mit Antonia und Alex zu Wasser gebracht. Ich weiß, dass die Beiden super zuverlässig in Sachen Ventil-Dichtheitsprüfung sind. Das A-Team geht mit mir unter Deck, wir prüfen die Dichtheit des Schiffes, jeder hat „seine“ Ventile zugewiesen bekommen.
Brigitte und Hans sind versierte und erfahrene Segler, ich vertraue ihnen das Kommando an, sobald ich unter Deck bin. Die Beiden bereiten an Deck alles vor, nehmen die Festmacher vom Kranfahrer an und befolgen seine Anweisungen.
Wenn alle Ventile dicht sind, übernehme ich das Ruder, das A-Team die Muring am Bug und die Freunde aus Österreich kümmern sich um die Heckleinen.
Sibylle ist mein „Landteam“. Zusammen mit Antonias Eltern kümmert sie sich darum, dass die dünnen Pilotleinen fern von unserem Propeller bleiben und die Heckleinen auf die richtigen Poller gehen.
Es kann losgehen…
Zunächst geht es über das kleine KranbeckenÜber dem großen Becken wird das Schiff genau justiertNach 8 Monaten touchiert ELOWYN wieder „ihr“ ElementSobald eine Eckke in der richtigen Höhe ist, bekommen wir die Befugnis das Boot zu betretenJeder geht sofort auf seinen Platz, Giannis lässt das Boot weiter abBrigitte und Hans belegen die Festmacher in der Krangasse – wir sind unter Deck
Während Gottfried von Land aus dieses Bild macht, kontrollieren das A-Team und ich unter Deck 24 Seeventile und den neuen Borddurchlass der Logge.
Meine Ventile scheinen dicht! Ich sehe überall zweimal nach, aber nirgends zeigt sich eine Undichtigkeit.
Als ich in den Salon gehe, treffe ich dort Antonia und Alex, auch sie bestätigen die Dichtheit ihrer Kontrollpunkte. Ich will gerade mit der Küche weitermachen, als Antonia anmerkt, dass sie und Alex die „übrigen“ in Küche und Salon schon gecheckt haben – alles dicht!
Ich bin langsam entspannt! Wir gehen zusammen alle Ventile noch ein letztes Mal durch… Motorraum und Bad achtern, dicht. Klimaanlage, Technikraum und Gästetoilette, dicht. Gästebad an Steuerbord und Lenzventil rechts, dicht. Das gleiche Setup an Backbord, ebenfalls dicht. Antonia war im engen Wassermacherraum, sie bestätigt abermals die Dichtheit der vier gerüften Ventile.
Zusammen wiederholen wir – Küche, zwei Kühlschränke und das Lenzventil unter der Kommode…
Alles dicht!!! Ich entlaste die Beiden und gebe das Schiff frei – „…wir können ein GO geben!“
Wir treffen uns an Deck und freuen uns kurz – das war der Moment den wir so herbeigesehnt hattenGiannis senkt die Gurte ab – ELOWYN schwimmt bald freiWir machen uns fertig zum Ablegen, die Fender raus, jeder an seine Leine„Leinen los“ – wir legen abIch muss nur aus der Krangasse heraus, dann kann ich sofort das Anlegemanöver einleitenKein Wind, zudem hat ELOWYN alle Helferlein – es war heute kein HexenwerkNach ein paar Minuten waren alle Leinen belegt und die Muringleinen gespannt – Zeit für einen AnlegeschluckVor mir nur das Meer – das Leben fühlt sich sofort anders anDer Anlegeschluck hat einen besonderen Geschmack! Ich habe mir diesen Augenblick genauso vorgestellt, er war perfekt!
Wir saßen noch eine Weile zusammen, aber irgendwann hat die Vernunft zum Aufbruch gerufen.
ELOWYN war heute zwar „last boat in crane“, aber aufgrund eines ausgefallenen Termins doch recht früh drangewesen.
Wir lagen um 15.00 Uhr am Steg und gegen 16.15 Uhr wollten die Freunde noch ein wenig an den eigenen Booten arbeiten. Sibylle fuhr nach Xirokampos und ich machte „klar Schiff“ – mir war´s recht, es hat perfekt gepasst!
Ich bin glücklich! Volker und ich haben TruDesign Ventile in Räume gequetscht bei denen zwei Fachbetriebe abgewunken haben. Wir sind Risiko gegangen und das Schicksal hat uns aus einem nichtigen Grund eine Maulschelle verpasst. Das Projekt MUSSTE gelingen, meine Fallhöhe und der damit verbundene Druck waren zuletzt recht hoch – ich dachte manchmal, dass ich bald wahnsinnig würde…
I´m going slightly mad!
Dies konnte gerade noch verhindert werden, durch Analytik und eine klare Fehlerdefinition, einer Portion „Know-How“, meinem Freund Hans Peter der in Lücken kriechen kann wie Kriechöl und zu guter Letzt dem erforderlichen Quäntchen Glück.
Den Kritikern und Zweiflern sei gesagt – wer zuletzt lacht, lacht am besten 😉 Darauf trinke ich einen! Dies zusammen mit meinem Helferteam, das Eignerpaar der ELOWYN lässt ein Crewessen im „Tis Kakomoiras“ springen.
Yammas – auf Tage wie diesenMein Dank gilt euch – mit euch zu arbeiten macht Spaß, ihr habt mich viel unterstützt!Sehe ich doppelt? Nein! Heute geht es uns gut…
Ihr könnt es euch vorstellen – ich habe in dieser Nacht perfekt geschlafen. Ein leichtes Schaukeln, absolute Ruhe, ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.
Es scheint, als fände der April ein sehr positives Ende, es scheint, als hat mein finales Abgleiten in den Wahnsinn verhindert werden können.
Der letzte Tag des Monats gehört EDINA – ich brauche einen Tag Pause von meinem Patenschiff. Auf Eds CNB60 will ich helfen ein kleines, aber akutes Problem zu lösen…
Obwohl die rassige Französin nicht zu feucht ist……zeigt sich ein leichter Anflug von Schimmel an der Decke der schnittigen Yacht
Da Eds Partnerin noch eine Menge Kleider in den Schränken hütet, bekommt sie eine gewisse Sorge um die guten Stücke. Wer weiß, dass der Begriff Lebensgefährtin sich vermutlich von Lebensgefahr ableitet kann verstehen, dass Ed keine Mühe scheut, den schwarzen Pelz loszuwerden, bevor er Schaden anrichten kann.
Ich werde mittels einer nachdrücklich geäußerten Bitte aufgefordert, diese Problematik zu bekämpfen – als Waffe stehe mir ein Ozongerät zur Verfügung.
Hat auch nicht jeder – ein Ozongerät
Der Tausendsassa überrascht mich immer wieder. Wenn man befürchtet, dass ihm die Ideen ausgehen könnten, dann zaubert er eine Lösung aus der Hosentasche.
Ein Ozongerät hat nun wirklich nicht jeder – wir jetzt schon! Es eröffnen sich neue Möglichkeiten.
Ich gehe also an Bord und starte das Höllengerät – ob ich eine Gefahrenzulage erwarten darf??? 😉 Insgesamt läuft es 4 mal 1 Stunde, ich gehe immer an Bord und ziehe die Zeituhr neu auf.
Da trifft es sich gut, dass Antonia und Alex uns heute zur großen Leberkas-Session geladen haben…
Antonias Eltern haben eine Ladung aus Bayern mitgebrachtDie Capetaña bruzzelt einen Stapel SpiegeleierSo hat jeder von uns einen kleinen Mittagssnack
Irgendwie klappt es immer – Leberkasorgien mitten in der griechischen Inselwelt der Ägäis. Der Monat endet kulinarisch so, wie er an Tag 1 begonnen hatte!
Wenn also irgendjemand nach Leros anreist und uns eine Freude machen will – Leberkas und Händlmaier Senf sind DER Bringer. Wer das schafft, wird in unsere immaginäre „Hall of Fame“ aufgenommen.
Jörg hatte es mit den sechs Trägern „Flötzinger Bier“ natürlich bis ans Limit getrieben, aber auch Alex steht kaum nach…
Bei Weißbier bin ich raus – ich bleibe bei einem griechischen Mythos
Bier zum Mittagessen – wer mich kennt weiß, der Tag war verloren, zumindest als Arbeitstag.
Ich kann mich aufraffen, dass ich die Ozonbehandlung von EDINA bis zum bitteren Ende begleite, meine Gattin war zwischenzeitlich so nett und hat die betroffene Stelle gereinigt.
Die Situation sollte bereinigt sein und es droht keine unmittelbare Gefahr mehr.
An Nachmittag holen wir mit Gabi und Gottfried noch deren Koffer aus dem Hotel und werden dafür mit einem großen Eis bei „Repapis“ belohnt. Spaß beiseite, wir vier nutzen die Gelegenheit uns einfach mal eine Stunde in Ruhe hinzusetzen und uns zu unterhalten. Gabi ist mir eine sehr gute Ratgeberin in Immobiliensachen, sie berät mich auch heute ein wenig…
Dann fährt Sibylle nach Xirokampos und ich schaue mir ELOWYN mal genauer an…
ELOWYN hängt nach rechts
Ich merke beim Gehen im Schiff, dass ELOWYN nach rechts hängt. Ich sehe in den Bilgen nach, erkenne aber, dass alles trocken ist.
Es kann nur an unterschiedlichen Befüllungsgraden der Diesel- oder Wassertanks liegen, hierzu beratschlage ich mich kurz mit dem Eigner.
Das werde ich morgen lösen – jetzt geht es ab ins „Pirofani“, wo wir mit dem A-Team und Antonias Eltern verabredet sind.
Das Lokal in Panteli ist einladendDer Schwerpunkt der Küche ist FischWir nehmen Platz
Zum ersten Mal in dieser Saison sitzen wir draußen um unser Dinner zu genießen, ich trage das erste Mal meine Flip-Flops. Der Frühsommer setzt sich langsam durch… Es wird ein wunderschöner Abend, welcher zugleich der Abschiedabend für Antonias Eltern sein wird.
Die Beiden fahren morgen wieder zurück nach Hause, umso mehr ehrt es uns, dass wir an diesem Familienabend teilhaben dürfen.
Auch für die Capetaña der ANAHITA ist es ein besonderer Abend, das merkt man ihr an und sie setzt auch ein Zeichen – der Abend geht auf sie!
Wir können das annnehmen und sagen ein herzliches „Vergelt´s Gott“, drohen aber heute schon mit Revanche!
In jedem Fall essen wir, wie immer, phänomenal! Wir alle sind begeistert von den Speisen – hier nur zwei Beispiele…
Marinated AnchoviesSmoked Mackerel
Wir genießen – das Umfeld, die Stimmung, die Gesellschaft und das leckere Essen, zu dem es ein Bier oder ein Glas Wein gibt.
Abgerundet wird das Dinner mit einer Karafaki Ouzo und einem kleinen Dessert, dann geht es ab nach Hause. Der Abend endet und mit ihr klingt der Monat April aus.
Wunderschöne Stimmung – einen Tag vor Vollmond
Was erwartet Sibylle und mich im Mai, auf welche Highlights dürft ihr euch als Blogleser freuen?
Hans Peter und Petra kommen mit Merlin am 02. Mai an – im Kofferraum jede Menge Ersatzteile, wir starten also neue Projekte. LUMARA geht ins Wasser und wird nach sehr langer Zeit wieder ablegen. Ich begleite die ersten Schritte der neuen Eigner im Rahmen einer finalen Übergabe.
Jenseits der Bootsaufgaben braucht unsere Katikia etwas Pflege und eine starke Hand – dieser Aufgabe müssen wir uns stellen und etwas Zeit investieren.
Last not least – wie jedes Jahr im Mai, werden Sibylle und ich unsere Geburtstage im Wonnemonat feiern.
Bleibt gespannt – es wird sicher wieder einiges zu erzählen geben.
Mit herzlichen Grüßen von Bord der ELOWYN Mario & Sibylle
Die Headline für den März Monatsbericht liefert der von mir sehr geschätzte österreichische Liedermacher Gert Steinbäcker von STS.
Es ist mir wichtig, mit dem Text des Liedes zu beginnen – Musik drückt so oft aus, was Worte kaum zu transportieren im Stande sind…
Stimmungsbild – Sommer 2024
„Jedes Mal, wenn i irgendwas neues probier‘ Wissen die Raunzer sofort, dass draus sicher nix wird Und sie mal’n schwarz und meckern, das is kein Vergnüg’n Als ob die eigenen Zweifel net eh schon genüg’n Oh, i lass’ mir die Kraft net zerbrechen I lass‘ mir mein‘ Will’n net zerstör’n I geh zu auf ein Ziel, auf die Art, wie i will Und i darf dabei kaum auf wen hör’n
Man kann net immer nur zögern, das kost‘ zuviel Kraft Man muss einfach was tun, ganz egal ob man’s schafft Wenn man lang genug d’raufbleibt hat das immer an Sinn Wenn man ernsthaft dran arbeit’, führt das immer wohin Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen Geg’n den Strom schwimmen muss man probier’n Dass dann humorlose Leut‘, die sich ihr Leb’n meist ersitzen Fest an dir rütteln, muss man einfach riskier’n I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen I lass‘ mi zu nix überred’n I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n
I halt’s net aus, wenn all’s immer abg’sichert is Das is eine halbweiche Gschicht, da krieg‘ i niemals an Biss Weil i will was erleb’n, net dahinvegetier’n I will für innen was g’winnen, net nach außen brillier’n Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen I will einfach für all’s offen bleib’n I weiß natürlich a dann, dass i einfahren kann Nur i lass mi net von tausend Ängsten zerreib’n I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen I lass‘ mi zu nix überred’n I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n
Was dann später mal sein wird, i bestreit das ja net Da kannst mi erwischen, wenn’s mir net so gut geht Und wie’s weiter geht, kann i a immer nur klär’n Von einem Jahr zum ander’n, was mi a net mehr stört Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen Das Programm für mein Leb’n schreib nur i I tu manchmal wem weh, a Leut’n auf die i steh Weil i sag‘, was i denk‘, und ändern wird sich das nie I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen I lass‘ mi zu nix überred’n I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n„
Zu viel Pathos? Zu dick aufgetragen? Nein! Ich brauche (m)einen Motovationssong mehr denn je – am 19.03.2026 habe ich NESSAJA verkauft. Ich habe das letzte Puzzleteilchen meines Lebensplans in die Hände eines neuen Eignerpaars gegeben, welches das Schiff auf den Namen LUMARA taufen wird und die ihrerseits ebenfalls große Pläne hegen.
Nach 12 Jahren verkaufe ich mein Zuhause
Der 19.03. steht auf dem Kaufvertrag, der Tag, an dem Sibylle und ich unser 24-jähriges Zusammensein „feiern“ – für mich gibt es an diesem Tag nichts zu feiern und ich bin auch nicht „happy“.
Sibylle nimmt derweil Glückwünsche zum Verkauf von Freunden entgegen und ich habe das Empfinden, dass diese Gratulanten ihre Wünsche schon richtig adressieren.
Mit dem Verkauf von NESSAJA, dem Zuhause in dem ich während meines Lebens am zweitlängsten gewohnt habe, schließe ich meinen Lebenstraum einer Weltumsegelung vorerst ab – es ist ein Wendepunkt.
Allerdings merke ich heute schon, dass unsere kleine kleine Katikia diese Lücke nicht wird schließen können. Zu groß sind die Fußstapfen, zu mächtig die durch meine Sehnsucht hinterlassene Lücke.
Ja ich weiß, das klingt theatralisch – und genau hier liegt das Risiko, meine Gedankenwelt zu unterschätzen. I lass´ mir die Kraft ned zerbrech´n!
Naja, so ein März hat ja 31 Tage, was war denn außer dem Highlight sonst so geboten? Folgt mir auf eine kleine Zeitreise durch den dritten Monat des Jahres 2026 welcher an einem Sonntag begann…
Und Sonntag ist häufig „Trechantiri“ Tag!
Thomas & Paola von SIMPLY FREE rufen zum gemeinsamen Sonntags-Lunch, da sind wir dabeiDas „Trechantiri“ ist ein schöner Platz – besonders an so frühsommerlichen TagenMit Thomas & Paola ist es immer wieder nett – die Gesprächsthemen variierenYo von der INDIGO BLUE hat sich zu uns gesellt
Paola und Thomas rufen ab und an zum Sonntagslunch ins „Trechantiri“. Wir sind da nicht immer dabei, genießen aber durchaus die Abwechslung welche sich uns so bietet. Wir gehen gerne mit dem deutsch-italienischen Paar auf ein Essen, es ist immer kurzweilig und interessant. Häufig gesellen sich andere Segler oder Expats dazu, heute hatten wir Gesellschaft von Yo. So haben wir bis spät in den Nachmittag hinein den Tag genossen und den Monat willkommen geheißen – καλό μήνα !
Zurück in der Marina, ruft Sibylle zum Haare schneiden – jetzt herrscht wieder Zucht und Ordnung, die Matte muss ab!
Am Weg zu unserem Haarschneideplatz fällt uns auf, was für Steinbrocken die Winterstürme an Land geworfen haben – richtige Kaventsmänner.
Glaubt ihr nicht? Ist aber so!
Ich gebe heute gerne nach! Es ist ein herrlicher Tag, welcher sich hervorragend dafür eignet, die Frisur wieder zu richten.
Der Tag ist sogar so perfekt, dass ich mich verleiten lasse, die Haarstoppeln mittels eines Sprungs in die Fluten abzuspülen – die Badesaison war eröffnet!
Obwohl – SPRUNG ist offen gesagt ein klein wenig übertrieben…
Der Winterpelz nebst Rübezahlbart müssen wegDann lasse ich meinen Alabaster gaaaaanz langsam in die Fluten gleitenEs war schon kalt – und hat auch nur für ein paar Züge gereicht……Atmen war nicht möglich, da geh´ ich lieber wieder raus
Ich entsteige den eiskalten Fluten und versuche Sibylle mit Worten zu beschreiben, WIE kalt es ist. Ich verwende Worte wie „klirrend“ oder „flüssiges Eis“ – und was macht sie? Sie sieht an mir herunter, lächelt verständnisvoll und nickt! Das Biest! Manchmal hasse ich sie 😉 !
Egal, ich ziehe mich an und bin wieder landfein – so kann ich mich wieder sehen lassen!
Passt wieder für einen Monat
Wir haben Brigitte und Hans versprochen, sie am Flughafen abzuholen, wenn sie aus Österreich zurückkommen würden. Da ich noch ein Paket von Hans in der Garage hatte, haben wir beschlossen, dieses in Plaka abzuholen und in das Haus der Freunde nach Crithoni zu bringen, danach würden wir in einer Bar in Gourna noch einen Snack zu uns nehmen.
Für Kaffee war es Sibylle zu spät, so haben wir gleich zu Ouzo mit Meze gewechselt und dabei den Blick auf die weitläufige Bucht genossen.
Dass der Flug unserer österreichischen Freunde, wie eigentlich immer wenn die Beiden an- oder abreisen, wegen Windes gecancelt würde, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
So kann man leben – ein perfekter Sonntag
Wir fahren in die Marina zurück, Sibylle holt ihren Roller und macht sich auf den Weg nach Xirokampos.
Ich nutze diese Zeit immer um ein paar Mails zu erledigen und Ersatzteilrecherche zu betreiben.
Später hole ich meine Frau im Süden der Insel ab, nutze den Komfort der privaten Dusche und wir beide machen uns dann meist auf den Weg zu unseren Verabredungen – so auch heute.
Wie immer am Sonntag findet der Stammtisch der Wintercommunity im „SouVLakki“ statt. Wir sind heute eine große Gruppe und haben richtig Spaß. Sibylle und ich bestellen auf Sparflamme, waren wir doch bereits zum Mittagessen und hatte darüber hinaus schon Meze.
Große Gruppe – in dieser Konstellation werden wir nicht mehr zusammenkommen – die Community löst sich langsam aufNOCH ein Ouzo? Wer kann dazu schon nein sagen?
Für den nächsten Tag schreibe ich mir die noch offene Reparatur an FESTINA LENTE ins Aufgabenbuch. Die neuen Besitzer werden bald schon wieder anreisen und ich möchte dann keine offenen Punkte diesbezüglich mehr haben.
Auf dem Weg durch die Marina erkennen wir, dass die geplanten Arbeiten an EDINA schon in vollem Gange sind. Das sind sehr gute Neuigkeiten, so geht auch an dieser Baustelle etwas vorwärts. Dass die blaue CNB 60 mir im Verlauf dieses Werkstattauftrags noch Kummer machen sollte, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
The Greek Way
Auf der Bavaria 39 FESTINA LENTE macht der Einsatz der Instrumententafel Kummer. Das Faltlenkrad passt nicht so gut wie das Original, es schlägt an mehreren Stellen an und hat Schäden verursacht.
Meine Aufgabe ist, im ersten Schritt das unansehnliche, blau lackierte Altteil auszubauen und dabei möglichst wenig in bestehende Installationen einzugreifen.
Der Arbeitsplatz ist gut zugänglich, das Wetter schön – die Arbeit geht gut von der Hand
Sibylle leistet mir Gesellschaft und reicht mir Werkzeug an, während ich im Cockpit am Boden sitze.
Als der Ausbau erledigt war, habe ich mich kurzerhand auf Alex´ Baustelle eingenistet und für einen Moment seinen Strom und seine Werkbank genutzt. Es galt, den neuen Instrumenteneinsatz vorzubereiten und die neuen Ausschnitte für die Armaturen zu setzen.
Danach konnte ich die Arbeit finalisieren – sieht viel besser aus! Die neuen Eigner werden sich freuen…
Gemeinsam arbeiten schafft KurzweilDas Ergebnis kann sich sehen lassen, sieht wieder gut aus
FESTINA LENTE ist fast fertig – nur noch die Bedienung der Ankerwinsch vom Steuerstand aus ist zu überprüfen. Hier bin ich aber sicher, dass es der Schalter ist, welcher zur Fehlfunktion führt.
Natürlich muss zu guter Letzt auch noch ein kurzer Funktionstest gemacht werden. Hier erwarte ich keine Überraschungen – und werde abermals eines Besseren belehrt.
Aber dies sollte noch ein Weilchen dauern – den Schalter erneuere ich erst zum Monatsende hin.
Ein Anruf! Eine bekannte Nummer – Minas von „meltemi“ ruft mich an. Er ist mein Ansprechpartner beim Rigger meines Vertrauens und natürlich nehme ich den Anruf an. Er schimpft mich – seine in Athen gesprochenen Worte klingen hier auf Leros in meinem Ohr. Er hätte meine Wanten erhalten, aber „…warum sind die Spanner nicht eingestellt oder markiert? Woher soll ich die finale Länge wissen?“
Ich beschwichtige – erstens gingen die Spanner nicht zu drehen, wir mussten sie aufschneiden, da kann ich nichts markieren. Zweitens sind die Spanner ja exakt dafür da, um eine Einstellung zu ermöglichen. Dennoch will ich unterstützen und keinen Ärger machen – ich sende ein Bild mit den aktuellen Längen – eine Seite ist ja noch verbaut…
Minas ist zufrieden, mit den Maßen kann er arbeiten – aber erst schimpfen 😉
Ich bin trotzdem froh über den Anruf, denn ich weiß nun, dass die Jungs in Athen an meinen Wanten arbeiten. Es besteht eine Chance, dass ich NESSAJAs Rigg fertig bekomme, bevor die potentiellen Käufer kommen werden.
Zu dieser Zeit beginnt der Konflikt im Iran und alle Welt bejammert die in die Höhe schnellenden Treibstoffpreise. Ich beschließe, dass ich unter Umständen für ELOWYN reagieren möchte und fahre zur Tankstelle um die Preissituation zu erfragen.
Auf dem Weg dorthin komme ich bei EDINA vorbei und sehe, dass Meister Stelios seine Arbeit beendet hat – sehr gutes Ergebnis! Das Heck des Schiffes sieht wieder toll aus.
Die Lackierung des Hecks wurde perfekt umgesetztAn unserer Tankstelle haben wir für Diesel gerade 1,66€
Ich spreche mit dem Besitzer der Tankstelle. Er erklärt mir, dass er Ende der Woche ebenfalls anheben müsse, auch er erwartet, die 2,00€ Marke bald zu durchbrechen.
Morgen ist „Ultimate Mittwoch“ – das bedeutet 1,66€ für einen Liter Ultimate Diesel. Ich spreche mit Volker und gemeinsam beschließen wir, ELOWYN mit 750 Liter zu füllen. Diese bestelle ich bei Familie Mavroudis für den Folgetag – ich bin zufrieden.
Weil ich gerade an der Tankstelle bin, nehme ich noch eine große Flasche Gas für Sibylle mit, ihr ist das Gas in der Küche ausgegangen.
Zudem brauche ich mal wieder Trinkwasser auf ELOWYN, das kann ich am Weg auch gleich mitnehmen. Dann ist eine Pause zum Feierabend wohlverdient, heute war ein guter Tag!
Ich fülle meinen Trinkwasserkanister für ELOWYNDann gönne ich mir einen Feierabendtrunk auf NESSAJA – ich sehe jeden Tag nach dem RechtenAls die Sonne tief steht und es frisch wird, verlasse ich die Marina und fahre nach XirokamposIm Haus der Freundin baue ich noch schnell die Gasbuddel um
Sibylle hat heute lecker gekocht und ich verbringe den Abend im Süden der Insel bei meiner Frau.
Wir essen zusammen und diskutieren ein wenig über den anstehenden Verkauf von NESSAJA – wird es klappen? Ich sehe dem Tag entgegen, glücklich bin ich nicht…
Ich komme spätabends zurück in die Marina und ziehe mich in meine Gemächer zurück. Der morgige Tag beginnt früh, die Lieferung des Diesels ist für 09.00 Uhr angekündigt.
Der Vollmond beleuchtet und begleitet meine Heimkehr
Zuhause sitze ich immer noch etwas vor dem Computer bevor ich zu Bett gehe.
BIMM – recht spät trudelt eine Nachricht von meinem computeraffinen Freund Alex ein. Er hatte wohl gerade meinen Blogbericht des Vormonats gelesen und ist über mein Olivenölgeschenk gestolpert – dies hat ihn anscheinend inspiriert und er möchte mir mir offensichtlich eine Freude machen 😉 …
Sehr lustig – ich muss echt schmunzeln! DANKE mein Freund
Am kommenden Morgen stehe ich recht früh auf und warte auf ELOWYNs Badeplattform.
Ich starre dabei frustriert auf den von mir verursachten Kratzer im neuen Lack. Inzwischen ist die Schandtat dem Besitzer gebeichtet, der Lack bestellt und die Reparatur eingesteuert. Seit ich gestern die Lackierung an EDINA gesehen habe weiß ich, dass Meister Stelios auch diesen kleinen Schaden hinbekommen wird – ärgerlich ist es allemal.
Was für ein Scheiß – ich hoffe, Stelios kann es richten
Ein paar Augenblicke später kommt der Tankwagen mit dem flüssigen Gold. Der Fahrer reicht mir die Zapfpistole hoch, wir sind beide sehr achtsam, keine weiteren Kratzer oder schwarze Striemen zu machen, dann beginnt der Tankvorgang.
Und obwohl es „nur“ 750 Liter sind, dauert das eine ganze Weile. ELOWYN ist nach dem Tanken nicht voll, aber es macht kaum Sinn zuviel Diesel zu bunkern – sie wird schwerer und der Treibstoff wird alt.
Ich wollte noch ein paar Tropfen für Klicker – aber er hat nur 750 Liter dabeiTank 1 wird voll, den Rest geben wir in Tank 2Bei 750 ist Schluss – bezahlen muss ich am Nachmittag an der Tankstelle
Der Tag beginnt gut – alles hat geklappt, wir haben noch eine große Menge Sprit vor der zu befürchtenden Preiserhöhung bekommen.
Ich stelle die Info in unsere „Wintercommunity“ Gruppe und löse damit unbewusst eine Lawine aus. Als ich ankündige, mit Klicker zum Tanken zu fahren, fahren sowohl Alex als auch Guido und Ben ein- oder mehrmals mit, um ihre Kanister und Boote aufzufüllen.
Einfacher wäre gewesen, sich den edlen Tropfen ebenfalls mit dem Tankwagen bringen zu lassen – aber so geht es natürlich auch…
So beladen fahren wir etwa dreimal zr BP Tankstelle um den letzten „Ultimate Mittwoch“ vor der Preissteigerung zu nutzen
Wer jetzt mit den Augen rollt – das lohnt sich schon! Wir haben an diesem Tag zusammen über 1.200 Liter Diesel getankt.
Ein paar Tage später wird der gleiche „Ultimate“ an der BP Tankstelle, ebenfalls am Mittwoch, etwa 2,02€ kosten. Das bedeutet eine Preisersparnis von 36ct zu diesem Zeitpunkt – hochgerechnet auf unseren Einkauf also eine Ersparnis von über 430.-€!
Wer sich das nicht so gut vorstellen kann – das sind 173 Kugeln Eis bei „Repapis“. Spaß beiseite – klar verteilt sich das auf vier Parteien, aber ein oder zwei Abendessen im „SouVLakki“ springen für jeden von uns heraus.
Sibylle und ich müssen zum Haus und haben ein „lustiges“ Erlebnis…
Man beachte den minikleinen Hyundai – die Frau kauft gerade Kekse um mich zu beschwichtigen
Was war passiert???
Es war mal wieder alles eng beparkt, Sibylle und ich mussten aber nur etwas ausladen und parkten in Nachbars Einfahrt – das dürfen wir, wenn es nur zum be- oder entladen ist.
Dadurch wird aber der Bereich der Einmündung für zwei, drei Minuten etwas enger.
Just in diesem Augenblick kommt eine sehr alte Dame mit dem gelben Hyundai gefahren. Sie ist dieser Typ Autofahrerin, welche mit dem rechten Fuß das Gaspedal auf eine Stellung bringt – vielleicht so heulend Dreiviertelgas, dann aber das Auto mit der Kupplung fährt.
Mit dieser „Rutschkupplungtechnik“ hast Du auch im Schalter Automatikfeeling.
Genau diese Frau beschließt nun, an der engsten Stelle der Straße zu wenden. Und sie war der Typ Frau, die das Unmögliche möglich macht – sie versucht mit ihrem Hyundai i10 einen Audi A6 quattro Avant auf die Seite zu schieben!
Plastik knarzt, man hört es schaben, schleifen und kratzen…
Geht nicht gibt´s nicht
Ich sause zu meinem Klicker, er ist in Gefahr, weil ein kleiner, quitschgelber Hyundai ihn zu rammen versucht.
Ich rufe „έλα“, ela, also „Hallo“!!! Das Motorgeheule wird leiser, der linke Fuß gibt der Kupplung eine Pause. Auf mein Deuten steigt das Mütterchen aus und droht in Panik zu verfallen – sie sieht den Schaden und nimmt mich als Ausländer in Schrankwandgröße wahr.
Die Situation war skurill. Ihre Gesten deuten an, dass sie mir Geld geben will. Ich muss fast schmunzeln und erkenne, dass Klicker den Annäherungsversuch des gelben Kükens gut weggesteckt hat – nur die Farbpigmente haften an der Stoßstange.
Ich winke ab, „όλα καλά, δεν είναι πρόβλημα“ höre ich mich sagen – ich kann inzwischen zum Ausdruck bringen, wenn etwas kein Problem ist. Die Dame gestikuliert und will es nicht glauben. Der deutsche Bär winkt ab, Nachbarschaft ist wichtiger als ein Kratzer in der Stoßstange! Ich beginne griechisch zu fühlen, es ist mir egal ob Klicker einen Kratzer mehr hat.
Dies führt zu dem Keksegeschenk und dazu, dass Sibylle und ich eine fantastische Leckerei zum Kaffee haben.
Die Dinger sind ein Gedicht
Es war in dieser Sekunde kein Kalkül von mir – dennoch zieht meine Geste etwas nach sich.
Man muss wissen, dass auf Leros jeder jeden kennt, viele sind miteinander verwandt. Ich bin sicher, dass alle meine Nachbarn von meiner Reaktion wussten noch bevor die Kekseschachtel leer war.
Es kann Zufall sein, aber als wir das nächste Mal nach Plaka kamen, saß unsere giftige Parkplatzwächterin Anna am Mäuerchen und winkt mich zu sich. Mit einer großzügigen Geste erklärt sie mir, dass ich ab jetzt meinen Klicker entlang ihrem Grundstück parken dürfe – „Ι Άννα και ο Μάριο δεν έχουμε μία πρόβλημα“! Nein Anna, wir beide haben kein Problem miteinander…
Der Tag klingt aus – es war ein guter Tag!
Der Erhalt meiner neuen Wanten war für den kommenden Tag geplant, da aber an diesem Werktag die 15.00 Uhr Fähre (statt 18.00 Uhr) angesetzt war, haben es die dringend erwarteten Teile nicht mehr geschafft.
Daher wurde die Erledigung von Kleinarbeiten auf die Liste gesetzt.
Wir sehen bei Caetlin und Ben vorbei – wir dürfen ihre Kiwi-Grip Streichmuster begutachtenIm Vorbeigehen checken wir den Arbeitsfortschritt an EDINA – Propeller ist gestrichen, der Rope-Cutter ist montiertZu guter Letzt tauschen wir das alte, geschrumpfte Wabenteil unserer Matratze gegen das lange schon eingelagerte neue
Um die riesige Tüte mit der Wabenstruktur für unsere Matratze zu holen, müssen wir ins Haus nach Plaka fahren.
Ich mag, dass endlich mal wieder ein großes Verpackungsstück ausgeräumt wird. Das Haus wird voller und voller, ganz ohne unser aktives Zutun.
Mit dieser neuen, passenden Wabenstruktur, einer komplett neuen Vliesummantelung und einem gereinigten Überzug, können wir die Matratze beim Verkauf ohne Scham vorzeigen.
So verfliegt auch dieser Tag – wir gehen zeitig ins Bett, denn morgen ist ein großer Tag. Sibylle und ich sind um 10.00 Uhr mit Caetlin und Ben sowie Alex verabredet. Der Plan ist, die Steuerbordseite mit den neuen Wanten zu komplettieren und dann die Backbordseite zu tauschen – an einem Tag, bei stehendem Mast.
Doch zuvor muss ich die Teile bei der Spedition abholen! Hoffentlich klappt alles – ich stelle mir den Wecker auf 07.00 Uhr und stehe pünktlich um 08.30 Uhr vor den Hallen von „Leros Trans“.
Es klappt – ich bekomme mein FrachtstückIn der Marina angekommen, sortiere ich die Drähte und gebe den Freunden den Marschbefehl
Die Freunde rücken an und jede(r) weiß was zu tun ist. Ben bereitet sich mit Caetlins Hilfe auf den Aufstieg vor, Alex und ich sollen die Stemballs an den Chainplates montieren, Sibylle ist die Springerin und für die Leinenarbeit zuständig.
Doch schon im ersten Arbeitsschritt, sehen Alex und ich uns mit Problemen konfrontiert. Die alten Stemballs und die neuen sind im direkten Vergleich deutlich unterschiedlich und zwar derart ausgeprägt, dass die neuen Terminals nicht in die Aufnahme passen.
Ohne Worte, der Unterschied ist augenscheinlich deutlich erkennbarAuch im Durchmesser gibt es eindeutige UnterschiedeWährend die alten Terminals satt in der Lastaufnahme der Chainplates anliegen……passen die Neuen gar nicht erst hinein
Für mich war klar, wie das gelöst werden muss. Aber um sicher zu gehen, machte ich einen kurzen Anruf bei Minas von „meltemi“.
Seine Antwort war pragmatisch – „Go to a machine-shop and let them grind it down…“
Ok, damit habe ich gerechnet und genauso machen wir es. Ich kümmere mich um die Anpassungsarbeiten, Alex hilft mir und nach kurzer Zeit geht es endlich los – Ben kann nach oben ins Rigg gezogen werden.
Der Skipper der DONNA hängt abermals in meinem Mast
Auch oben gibt es kleine Anpassungsschwierigkeiten und wir müssen geringe Änderungen an den Spacern vornehmen, aber insgesamt haben alle Wanten perfekt gepasst.
Wir hatten ein wenig Glück, denn wir konnten die Distanzscheiben so austauschen, dass sie für alle Stemball-Terminals perfekten Sitz boten.
Mit dem Spacer sitzt das Terminal absolut perfektDie Salinge werden gesteckt und gesichert, dann können Intermediates, sowie Ober- und Unterwant angebracht werdenBen hatte mit den Salingen und allen Drähten alle Hände voll zu tun
Das Komplettieren war generalstabsmäßig geplant – das war wohl auch der Grund, warum alles sehr gut geklappt hat. Ben hatte die ganze Seite mit einem Gang nach oben genommen. Wir haben diese Seite vorher am Boden komplettiert und vorbereitet, das Set wurde „nur noch“ nach oben gezogen und im Rigg befestigt.
Meine Aufgabe war es, die Wanten unten an den Chainplates anzuschlagen und vorab unter Vorspannung zu setzen – so konnte jede Gefahr vom Rigg genommen werden.
Ich war das Bodenpersonal – der Mann für´s GrobeBen macht den Job im Mast – fast einen ganzen Tag lang, bei bester Laune
Trotz des hohen Arbeitspensums sind wir auf der gegenüberliegenden Seite schneller. Ausbau und simultaner Tausch gehen besser von der Hand und bereits am frühen Nachmittag können wir Vollzug melden und NESSAJA steht wieder mit vollumfänglichen Rigg da.
Alle Stagen und Wanten wurden bei stehendem Mast im DIY Verfahren getauscht. Das komplette Rigg erfuhr dabei einen Service, es waren einige Tage Arbeit zu investieren. Alles in Allem habe ich für einen guten Preis mein stehendes Gut austauschen können.
Ich melde den Erfolg an Minas bei „meltemi“ und bedanke mich für die Zusammenarbeit. Darüber hinaus informiere ich meine Kaufinteressenten und mache zudem noch einen Termin mit der Marina – das Rigg muss final neu eingestellt werden.
NESSAJAs stehendes Gut wurde komplett ausgetauscht
Fertig! Ein Punkt weniger auf der Liste – ein ganz großes Projekt bekommt einen Haken.
Mein Dank gebührt allen voran Ben, er war der „Mastman“, ohne ihn hätten wir es kaum geschafft.
Aber auch Sibylle, Caetlin und Alex haben so viel geholfen – ich bin zu Dank verpflichtet und lade zur Freßorgie im „Stis Anna“.
Am nächsten Morgen traue ich meinen Augen kaum – die Piraten suchen Leros heim!
Auch ein Piratenboot braucht Maintenance
Ich finde das lustig, dass Jack Sparrow offensichtlich auch mal etwas Service für sein Schiff braucht und mache ein Foto aus dem Autofenster heraus – mit solchen Bildern kann man bei Enkelchen Otto und Benno Punkte sammeln 😉 …
Beflügelt vom gesterigen Erfolgserlebnis rund um unser Rigg, schreiben Sibylle und ich uns den Service unserer Eberspächer Heizung auf die Fahne.
Alle paar Hundert Betriebsstunden schreit die Heizung im Wortsinn nach Zuwendung. Sie fängt bullern an und es zeigt sich weißer Rauch am Auspuff.
Um den Brenner zu servicieren, muss er erst einmal ausgebaut werden, das ist kein Zuckerlecken.
Um an das verfitzmaledeite Ding zu kommen, muss man die Technikecke zerlegenDer Ausbau des Brenners selbst ist dann einfach, die Ersatzteile hatte Sibylle aus Deutschland mitgebrachtZuerst müssen die verkleidenden Hitzebleche abmontiert werden
Die Arbeit ging gut von der Hand – vielleicht, weil ich wusste was zu tun war, ich musste diesen Service nun schon das zweite Mal ausführen.
Dennoch war eine Pause angesagt – und wo könnte man diese schöner verbringen als in Giannis Repapis´ Eisparadies?
Es war ohnehin ein fantastischer Tag, die Sonne hatte schon etwas Kraft und es fühlte sich an wie im Frühsommer. Generell war der März deutlich besser als die Monate zuvor, wenn auch im Gesamtüberblick durchaus noch etwas wechselhaft.
Endlich wieder geöffnet – der wunderschöne Tag lädt zum EisgenussEs gibt neue Sorten – mein Favorit zur Zeit ist Yoghurt-Birne und Black-Forrest SorbetDazu immer ein „Diplo Espresso, macchiato, sketo“ – ein HochgenussEs war warm – der erste T-Shirt Tag per meiner Definition!
Wir sitzen gemütlich und genießen unser Eis, die Zeit vergeht. Wir fragen uns, ob es Sinn macht, noch weiter an der Heizung zu arbeiten, oder ob wir den Rest auf morgen vertagen sollten.
Ich erinnere mich, dass die Arbeit echt gut von der Hand ging und hatte zudem irgendwie echt Lust noch ein bisschen zu schrauben.
Also zurück zu NESSAJA und die Reparatur des Brenners in Angriff genommen.
Der Corpus der Heizung ist leicht zu trennen – die Dichtung war noch intaktDie Trenndichtung zwischen den Kammern war aber verbrannt und musste ersetzt werdenAuch die Glühkerze hatte schon bessere Zeiten gehabtDer Zusammenbau mit den Dichtungen eines mir sehr bekannten Herstellers sorgte mal wieder für eine ZeitreiseAm Spätnachmittag lag die Heizung fertig revisioniert auf dem Salontisch – morgen geht´s weiter
Ich war mehr als zufrieden! Der Ausbau und die Reparatur der Heizung gingen rasch und stressfrei von der Hand. Ich war sehr zuversichtlich, dass ich dieses Projekt morgen abschließen würde und somit bezüglich NESSAJA keine großen Aufgaben mehr auf der Liste standen.
In ein paar Tagen würden die Käufer kommen und auch der mit dem Besuch verbundene Gutachtertermin rückt näher.
NESSAJA hat ihre Ecken und Kanten, aber ich möchte doch, dass sie keinen Anlass zu größeren Diskussionen bietet.
Auch der Einbau der Heizung am Folgetag ging leicht von der Hand, generell ähnelten sich die beiden „Heizungstage“, denn abermals war „Repapis“, inzwischen osterlich geschmückt, unser Ziel für die Mittagspause…
Die Heizung war rasch wieder an Ort und Stelle – jetzt „nur noch“ alles zusammenbauenOsterhasentreffen bei „Repapis“
Geschafft, das Projekt „Heizung“ bekommt einen Haken. Der Funktionstest verläuft einwandfrei und ich lege das Thema ad acta.
Zum Abendessen gehen wir heute nicht aus. In letzter Zeit sind wir häufig mit den Freunden aus der Community beim Essen. Communitystammtisch am Sonntag im „SouVLakki“, dazwischen mit Besuchern ins „Tis Kakomoiras“ oder mit Freunden ins „To Steki“.
Zwischendrin ergeben sich Gelegenheiten um vegetarisch / vegan im „Stis Anna“ zu essen oder auch kurzentschlossen auf eine Pizza ins „La Nostra“ zu gehen beziehungsweise alternativ zu Maria ins „Gia Sena“ einzukehren.
Immer essen wir gut, wir richten uns bei der Entscheidung etwas nach dem Anlass, hauptsächlich aber nach den Winteröffnungszeiten.
Nicht so heute – heute kocht Sibylle in Xirokampos und ich freue mich, mich an Eigenkreationen laben zu können.
Nein, wir trinken nicht soviel Ouzo – wir sammeln die Flaschen
Meist sitzen wir nach dem Essen noch ein wenig zusammen, klönen etwas und überlegen uns den Plan für den kommenden Tag.
Dann fahre ich zurück auf ELOWYN und halte weiter Stellung im wohltemperierten Schiff, während meine Gattin die Fenster aufreißt und klirrend kalte Luft in ihr Schlafgemach strömen lässt – Luft, ohne die sie „…nicht mehr atmen könnte und ersticken würde!“
Und das will ja niemand…
Also fletze ich mich ein wenig auf die Couch und gönne mir eine Folge „Inspector Barnaby“ zum Snickers, bis ich die nötige Bettschwere erreicht habe.
Seichte Unterhaltung – perfekt um abzuschalten
Der Start in den neuen Morgen ist entspannt. Ich habe von meiner Frau arbeitsfrei bekommen, denn ich bin beauftragt, unsere Freunde Brigitte und Hans vom Flughafen abzuholen.
Dieser Versuch war ja schon vor ein paar Tagen gescheitert, aber heute scheint es zu klappen. Die beiden Österreicher haben IMMER das Pech, dass der Flug nicht durchgeführt wird – es ist ein ungeschriebenes Gesetz.
Wie dem auch sei, heute ist perfektes Flugwetter und der kleine Inselhopser erreicht „Leros Airport“ 😉 just in time.
Nur noch Sekunden……dann haben sie es geschafft
Sibylle und ich begrüßen die Freunde herzlich und bringen sie dann zu ihrem Häuschen nach Crithoni.
Die Beiden sollen erst einmal ankommen, die Einladung zu einem schnellen Kaffee lehnen wir daher vorerst ab, es wird sich ein besserer Zeitpunkt finden.
Wir verholen in die Marina und starten ein kleines aber wichtiges Projekt – das Einziehen zweier Kabel, welche erst später von Notwendigkeit sein werden.
Der neue Plotter hat noch nicht wieder alle Features zurück. So einfach „plug & play“ wie versprochen, war der Umbau nicht. Die wichtigen Funktionen sind hergestellt, aber an der Anbindung der Kamera und des Tochterbildschirmes gibt es noch Anpassungsbedarf.
Es müssen neue Kabel und Adapterstecker gelegt werden – und da die Steuersäule zur Einwasserung fertig sein muss, ist das Ziehen der später benötigten Kabel heute schon relevant. Dies werden Sibylle und ich heute erledigen – eine saubere Arbeit…
Zweimal 12m Kabel welches wir in Deutschland haben konfektionieren lassen, wird von der Steuersäule in den Technikraum geführt
Wir ziehen die langen Kabel von der Steuersäule, in der der Plotter seinen Platz hat, mit einem Kabelzieher bis in den Technikraum. Von hier aus kann ich zur rechten Zeit in den Kabelschächten weiter verlegen.
Es passt so, dass die beiden Spulen zunächst einfach hier hängen bleiben – das Tagwerk für heute war geschafft! Trotzdem war noch sehr viel Tag übrig – und ich weiß nicht welcher Teufel mich geritten hat, als mir ohne nachzudenken folgende Worte aus dem Mund fallen…
„Wir könnten heute unsere Steuererklärung erledigen!“
Sibylle stimmt sofort zu und ich kaufe und lade das aktuelle Steuerprogramm – dann verholen wir nach Xirokampos und erledigen das leidige Thema online.
Taxman lädt – danach kann es losgehen
Tatsächlich werden wr fertig und können den Datensatz abschicken, ab jetzt liegt es nicht mehr in unseren Händen…
Aber so ist auch auf Sibylles Liste ein Punkt mit einem Haken zu versehen und liegt uns nicht länger im Magen.
Apropos Magen! Der muss heute nicht mehr lang knurren, denn es ist mal wieder Stammtischtag und es kommen inzwischen einige Leute zusammen.
Crews von acht Booten aus vier Nationen – „Stammtisch“ klingt immer ein bisschen albern, macht aber echt Spaß und bereichert
Der kommende Tag führt mich zuerst zu Giorgos Werkstatt „Boat & Parts“ – ich muss mich um die anlägigen Projekte kümmern.
Giorgos und ich sind inzwischen so gute Freunde geworden, dass seine Performance mir gegenüber schon wieder „kippt“. Nicht qualitativ, eher der Entspanntheitsgrad macht mir zu schaffen, hat er mir doch neulich mal unverhohlen erklärt, dass er meine Aufträge immer als „Lückenfüller“ verwendet.
Das kann ich meist akzeptieren und weil ich es weiß kann ich es auch steuern – aber manche Dinge eilen halt doch!
Ich bin also heute hier, um durch Präsenz einen leichten Erledigungsdruck aufzubauen 😉 …
Immerhin ist er da, das ist schonmal wasMein Außenborder ist in Arbeit – ein gutes Zeichen
Es scheint, als ob er alles im Griff hat. leider kann ich keine abgeschlossene Arbeit mitnehmen, aber generell sieht es nicht so schlecht aus.
Jetzt müssen wir aber zurück in die Marina, denn heute legen Ben und Caetlin mit ihrer DONNA final ab. Die Beiden werden noch eine Weile in der Bucht von Lakki verweilen, aber ihr Liegeplatz in der „Leros Marina Evros“ ist für diesen Winter ausgelaufen.
Wer sich erinnert, auf welchem Platz DONNA liegt weiß, dass ich vermutlich schon einen Handlungsplan in der Tasche habe.
DONNA liegt nämlich auf F18, auf dem Platz, den ich mit einem Augenzwinkern „meinen Platz“ nennen würde.
DONNA legt ab – Alex ist an Bord, wir machen die Leinenarbeit am StegNanu, warum liegt das Brett an LIBERTÉ? Warum läuft der Motor?
Ich hatte gestern schon mit Hans Peter kommuniziert – ich weiß, dass er seinen Platz hasst, denn er liegt neben der „No.1“, dem ersten Kunden der Marina, welcher sich Sonderrechte herausnimmt und nach dem Anlegen im letzten Sommer erst einmal beantragt hat, dass HP verschwinden soll.
Das ist natürlich nicht durchzusetzen gewesen, aber es hat von Anbeginn an für eine hervorragende Nachbarschaft gesorgt.
Ihr ahnt was kommt – ich will meinen Lieblingsplatz noch halten, solange ich nicht weiß, ob NESSAJA tatsächlich verkauft wird. Wenn nein, will ich früher oder später wieder dort liegen.
Ich verhole also, mit der Genehmigung meines saarländischen Freundes, seine LIBERTÉ auf den Außenplatz am F-Ponton.
Es klappt alles – LIBERTÉ liegt sicherGenug Abstand zum Nachbarn – zu FESTINA LENTEMit einer Spring an den Wellenbrecher ideal positioniert und auch gegen NW-Winde gesichert
So ergibt sich jetzt die komfortable Situation, dass wir Zugriff auf die beiden Außenplätze am F-Steg haben.
Auf FESTINA LENTEs Platz bis zum Auskranen am 05.04. und auf LIBERTÉs Platz bis zu Hans Peters Auslaufen.
Der Vorteil die Daten zu kennen, bringt uns in die Position mit NESSAJA jederzeit reagieren zu können. Bis dahin sollten alle Entscheidungen gefallen sein!
Der Tag war sehr gut verlaufen – Alex bringt noch seinen Scooter zu Loukas und ich hole ihn in der Motorradwerkstatt ab, dann fahre ich wieder zu Sibylle nach Xirokampos, denn dort verdingt sich meine Frau abermals als Meisterköchin.
Wir stellen Alex´Roller bei Loukas ab, dann bringe ich den Landshuter zurück in die MarinaIn Xirokampos gönne ich mir erstmal ein „Zischbier“ für die trockene KehleDie Aussicht ist herrlich……und in der Bucht liegt das deutsche Frontex Boot BÖRDE
Wir dürfen Susannes Haus vollumfänglich nutzen – der große Vorteil dieses unglaublich herzlichen Angebots ist aus meiner Sicht die Privatsphäre.
Ich habe mich ja schon mehrfach über das Verhalten einiger Marinagäste ausgelassen. Dies zur Rücksichtnahme generell und zur Toiletten- und Duschnutzung im Detail. Gegeben durch die Tatsache, dass langsam wieder weitere Eigner die Marina heimsuchen, merkt man schon wieder eine latente Verwahrlosung der geminschaftlich genutzten Sanitäranlagen.
Mich kotzt das an und ich habe durch die Option der Hausnutzung endlich wieder einen gebührenden Duschgenuss – und das zelebriere ich jeden Tag!
Haus vs. Boot – der große Pluspunkt pro Haus!!!
Natürlich merke ich, dass auch Sibylle sich freier entfaltet und die Räume nutzt – insofern war die Entscheidung für unsere alte Katikia in Plaka schon die richtige. Es war aber, dieser Fakt wird immer bleiben, eine Vernunftsentscheidung, eine Kopfsache – aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus würde ich immer wieder pro „Boatlife“ entscheiden.
Ich hege das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht final ausgestanden ist…
Wie auch immer – für heute reicht es mit anstrengenden Gedanken! Ich darf mich frisch geduscht an den Esstisch setzen und Sibylles Kochkünste genießen.
Nudeln machen glücklich
Am darauffolgenden Morgen bin ich für meinen Freund Hans Peter auf Achse. Er hat mich gebeten, doch einmal nach zwei Auftragsarbeiten zu sehen, welche er im letzten Herbst abgegeben hatte.
Mach´ ich gerne – meine erste Fahrt führt mich zu Sotiris dem Segelmacher. Er sollte in LIBERTÉs Sprayhood neue Scheiben einnähen und noch zwei, drei Kleinigkeiten erledigen.
Die Scheiben waren fertig – die Kleinigkeiten leider nicht. So musste ich unverrichteter Dinge wieder abziehen. Aber immerhin, man hat sich erinnert, das Reparaturteil sofort gefunden und versprochen, diese Arbeit alsbald zu erledigen.
Hans Peters Sprayhood war fast fertig, aber eben nur fast
Andere Situation bei Ioannis dem Radlflüsterer. Er erinnert sich nicht – ein Klappradl? Keine Ahnung!
Wir sehen in die erste Werkstatt, kein Klappradl. In der zweiten Werkstatt, auch keine Spur von dem edlen Drahtesel.
Da führt mich der Radlmonteur in den Hinterhof, wir klettern über Alteisenberge und zwischen ausgeschlachteten Fahrrädern und Rollern herum, ereilt ihn ein Geistesblitz – er erinnert sich… EIN altes Klappradl steht hier noch rum, kurz vor der Schwelle zu den ewigen Jagdgründen der Bootsfalträder!
Das „Carrera“ meines Freundes hat schon bessere Zeiten gesehen
Ioannis war happy – das verloren geglaubte Schmuckstück ist wieder da. Auch er verspricht rasche Reparatur.
Ich nehme vorweg, nur einer der beiden Handwerker wird Wort halten, ihr dürft derweil raten welcher.
Sibylle mahnt zur Erledigung von ungeliebten Aufgaben – die Reinigung unseres Tenders stand an. NESSAJAs Beiboot war von Bewuchs gezeichnet, kein Wunder, es lag ja auch lang im Wasser. Da es bei den Verkaufsgesprächen aber ebenfalls eine gute Figur machen sollte, stand eine Intensivreinigung an, für die ich eine Art „Waschstraße“ aufbauen musste.
Wir verholen auf den Betonquai, hier habe ich Wasser und Strom für den Kärcher
Wenn ich das ganze Zeug schon heranschleppe und aufbaue, dann lohnt auch eine Tiefenreinigung von Sibylles „Breezy“ und meinem Klicker.
Alex hört uns Kärchern und fragt höflich an, ob er unsere Waschstraße ebenfalls für seinen Roller benutzen dürfe. Klar darf er das! Zum Dank huldigt er dem „Herrn der Ringe“.
Rings of FireZu guter Letzt – Alex´ Scooter
Bis alles wieder verräumt war und wir die Spuren unseres Waschtags wieder beseitigt hatten, war auch der wohlverdiente Feierabend eingekehrt.
Zum Dinner waren wir heute mit Nico(la) und Jan verabredet, Ein deutsches Seglerpaar, welches recht spät zu unserer Community gefunden hat, aber dafür im März umso mehr Präsenz zeigte. Die Beiden sind mit einer kleinen HR312 unterwegs und segeln viel – trotzdem besteht Interesse an einem Hauskauf auf Leros.
Mir liegen die Beiden, ich bin gespannt ob sich da eine Freundschaft entwickeln kann. Zu uns gesellen sich unsere Freunde Brigitte und Hans, ich freue mich immer, wenn es sich ergibt, dass wir etwas zusammen unternehmen.
Wir haben uns heute für das „Tis Kakomoiras“ entschieden, denn dort wird heute eine „Sushi-Special-Night“ angeboten – klar, dass wir da nicht fehlen dürfen.
Sushi satt – es war wirklich leckerVerschiedene Platten kommen auf den Tisch
Viele Kleinarbeiten sind zu tun, um meine beiden wichtigsten Projekte vor ELOWYNs Krantermin zu finalisieren.
Zu den Ventilen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten, im Moment beschäftigt mich mehr, der noch offene und zerlegte Steuerstand. Bavor ich überhaupt an eine Komplettierung denken kann, muss ich die losen Gewindeinserts für die Befestigung der Tafel wieder mit Epoxy einsetzen.
Ich rapple mich auf und mache mich an diese verhasste Arbeit…
Alex gibt mir eine Minimalmenge flüssiges Epoxy – ein MilliliterIch klebe die Baustelle ab und das Gewindeinsert ein – ohne das Gewinde selbst mit Kleber zu verschmieren
Das klappt ganz gut – insgesamt muss ich zwei von vier Einsätzen einkleben und nach einer Ablüftzeit von 24h mit dem Gewindeschneider nachschneiden. Erst jetzt ist das Umfeld für die Montage und den Einbau der Armaturentafel vorbereitet.
So weit, so gut – leider gibt es an diesem Tag auch echt miese Nachrichten.
EDINA wurde gekrant, man will von mir die Fernbedienung für die Badeplattform. Auf meinen Hinweis, dass ich diese vor dem Auskranen übergeben habe, entsteht eine gewisse Hektik. Als die Jungs die Fernbedienung gefunden hatten, haben die Batterie und der Deckel für das Batteriefach gefehlt.
Einer der Helfer kauft eine Batterie und drückt mir das Gerät in die Hand als wolle er sagen, dass dies jetzt mein Problem sei. Auf angedeutete Einwände meinerseits, ernte ich Achselzucken und ich realisiere – es ist tatsächlich zu meinem Problem geworden…
Diese kleinen Missstände nerven – nix ist präzise. Wenn es dich trifft, hast Du Pech gehabt, keiner wird Dein Problem lösen
Aber wenn ihr denkt das war es schon mit den Hiobsbotschaften – weit gefehlt.
Klar schaue ich mir EDINA am Liegeplatz an – weniger um zu kontrollieren, mehr um alle Luken zu schließen, die Plattform nach oben zu klappen und sie an den Strom zu hängen.
Natürlich will ich auch das Endergebnis ansehen…
EDINA liegt wieder an ihrem Platz – sie ist ein schönes Schiff
Aber was ist das??? Ich sehe genau hin und meine einen Kratzer zu sehen. Ich selbst weiß sicher, dass die Lackierung einwandfrei war, ich habe sogar noch Bilder gemacht.
Aber das ist doch ein Kratzer, oder täusche ich mich???
Für EDINA ist eine andere Sachbearbeiterin im Office zuständig als für mich und ELOWYN. Ich bin mit der jungen Dame aber gut befreundet und entschließe mich daher für den kleinen Dienstweg. Ob sie wohl am Heimweg mal nach EDINA sehen würde? Wir könnten dann die Tage telefonieren – ja, so würden wir es machen!
Ich bin bis zum Schluss zögerlich mit meinem Urteil – Kratzer, Staub oder eine Spiegelung?
In ein paar Tagen würden wir auf das Thema zurückkommen
Ich beschließe meinen Arbeitstag an Bord von ELOWYN. Ich bereite die Lopolights für die Montage vor – denn ein Wunder war geschehen.
Ben und Caetlin würden ja noch ein paar Tage hier sein und haben sich erinnert, dass wir einmal über Bens Hilfe bezüglich der Mastlichter an ELOWYN gesprochen haben. Er hat damals zugesagt und gibt mir heute Bescheid, dass er durchaus zu diesem Wort steht und der Meinung sei, dass morgen der passende Tag wäre.
Ich soll bitte alles soweit vorbereiten, morgen um 09.00 Uhr geht es los!
Ok, da kann ich nun wirklich nicht widersprechen…
Ich kürze die Kabel der grünen 180° Positionslampen……die Kabel kann ich für das neue weiß-rote 360° Toplicht verwendenIm Großen und Ganzen bekomme ich alles hin – morgen früh kann es losgehen
Den wohlverdienten Feierabend nebst Dusche und leckerem Abendessen, verbringe ich dann wieder bei Sibylle in Xirokampos.
Die Strecke die Klicker nun recht häufig zurücklegen muss, beträgt kaum 5km – das ist nicht viel, es läppert sich aber zusammen. Was soll´s, wenn Sibylles Glück davon abhängt ist mir kein Kilometer zu weit.
Klicker vor unserer temporären Herberge
Warum soviel Wirbel um den Mast der weißen Schönheit?
Nun, der Mast von ELOWYN ist rund 30m hoch und somit fast doppelt so hoch wie die meisten unserer Masten. Zusammen mit der Deckshöhe über Grund, ergeben sich rund 35m über dem Boden – das ist für einige Menschen zuviel des Guten.
Neben unserem Rigger Panagiotis haben auch zwei Rigger aus Preveza den Aufstieg im Seemannsstuhl abgelehnt. Der Kran auf Leros kann nur bis 22m bedienen – es bieten sich keine weiteren Möglichkeiten. Ben war die Rettung in höchster Not!
Am nächsten Morgen bereite ich letzte Kleinigkeiten vor, so auch die gesammelten Windfähnchen der Verklicker, vielleicht lässt sich auch der von ELOWYN reparieren.
Bei ELOWYN fehlt nur ein Windfähnchen – ich hätte genügende eingesammelt
Ich bereite erste Dinge an Deck vor – so sortiere ich die Fallen mit denen Ben aufsteigen wird, schalte die Zentralhydraulik für die Winschen ein und als Sibylle angekommen war, decken wir die großen Salonfenster ab.
Der Fatboy, Cockpitpolster und Decken sind sehr gut geeignet
Alex hat sich ebenfalls bereiterklärt zu helfen, auch er trudelt ein. Mit ein wenig Verspätung kommt der Hauptdarsteller und fängt auch sofort an, sich selbst für den Aufstieg vorzubereiten.
Wir verteilen Rollen welche klar festlegen, wer für was zuständig ist und wie die Kommunikation erfolgt.
Als alles abgestimmt ist, hängen wir den jungen Holländer an das nahzu neue Dyneema Großfall und ziehen an – der Aufstieg beginnt!
Für diese Höhe nimmt er nicht nur den Sitz, sondern auch das große GeschirrDas Werkzeug ist in den Taschen – für die Knoten sind Ben und Caetlin selbst verantwortlichWir ziehen langsam an – das Risiko des schnellen Aufstiegs wollen wir nicht gehen, die Winschen haben zuviel KraftHier ist Ben schon höher als es bei den meisten unserer Masten möglich wäreCaetlin hält Blickkontakt und ist für die Kommunikation zuständig, Sibylle zieht ihn mit der Winsch, Alex führt die SicherungJetzt ist er fast oben – meine Aufgabe ist „Mädchen für alles“, ich mache alle geforderten Arbeitsschritte an Deck und innen
Unsere Hauptkommunikation besteht aus Bildern, die Ben mir schickt. Er setzt mich so in Kenntnis über die Situation, welche er vorfindet.
Es sind zwei „Baustellen“ zu bedienen – einmal muss geprüft werden, inwieweit die neuen Lichter passen werden. Auch auf ELOWYN bleiben wir von der „Faceliftpolitik“ der Hersteller kaum verschont. Obwohl die gleichen Lichter als Ersatz dienen, war das Design etwas angepasst, so dass nicht klar war, ob Anpassungen vorgenommen werden müssen.
Zum Zweiten galt es, das alte Toplicht an der Base abzubauen, um dann das neue an eben diese Base zu adaptieren. Dieses Vorgehen soll vermeiden, dass neue Löcher gebohrt werden müssen.
Der Platz für die grünen 180° LampenAuch die sündteuren Lopolights wurden so im Design geändert, dass der Nachfolger ein neues Lochbild hat – ich könnte kotzenAußerdem ist eine Anpassung an die Mastkurve nötig – schlechte Nachrichten
Ich erkenne sofort, hier ist Nacharbeit nötig, welche wir heute nicht leisten können. Es steht also schon recht früh am Tag fest, dass die Hoffnung auf eine vollumfängliche Reparatur bereits geplatzt ist.
Wir dürfen uns aber nicht runterziehen lassen! Ben ist noch oben und auch ein Teilerfolg wäre ein kleiner Erfolg. Es geht weiter, als nächstes ist das Masttop dran – wir ziehen Ben also ganz nach oben!
Da wird er plötzlich ganz kleinIch erhalte wieder Bilder von der Ist-Situation auf deren Grundlage wir später das Vorgehen besprechen
Während Ben im Masttop arbeitet, hat das Bodenpersonal eine kleine Pause.
Sibylle reicht Wasser, wir klönen etwas, Caetlin erzählt von Zeeland. Alex nutzt die Zeit um seinerseits die anstehende tägliche Kommunikation zu erledigen – für uns ein Moment des Ausruhens.
Bilder – Kommunikation
Diese Ruhe war vorbei, als unser Mastman das Signal zum Abstieg gibt. Er hat den ersten Teil der Arbeit in luftiger Höhe erledigt und wird einen Job für das Bodenpersonal mitbringen.
Wir lösen also die Sicherungen und lassen den Freund langsam ab. Zurück am Boden übergibt er uns das alte Toplicht – unsere Aufgabe ist es nun, das neue Licht an die alte Baseplate anzupassen.
Der Grund hierfür ist, dass wir in jedem Fall das Bohren von Löchern in Edelstahl in 35m Höhe vermeiden wollen. Die alte Basis passt, wir hoffen, dass wir die neue Lampe hier irgendwie anschrauben können.
Jetzt hatte Ben eine verdiente Pause – es gab eine Tasse Kaffee für alle.
Löcher müssen gebohrt werden – Alex und ich bilden das MechanikerteamGenerell sieht es gut aus – fast geschafftWir machen Bilder – um unseren Umbau auch nach ein paar Jahren nachvollziehen zu könnenDas Ergebnis ist echt zufriedenstellend – wir gehen von einer problemfreien Montage aus
Ein zweites Mal fährt Ben in den hohen Mast – zur Zeit der höchste Punkt in der Marina.
Er hat jetzt nicht nur die Lampe an den alten Befestigungspunkten zu montieren, sondern auch die Kabelverbindungen herzustellen. Hier erwarten wir aber keine großen Probleme, dies ist eine Standardarbeit – wenn nur nicht die große Höhe wäre.
Nach einer geschätzten Viertelstunde kommt eine WhatsApp – „…please turn the Nav-Lights on!“
Ich tue wie mir geheißen und siehe da…
Sowohl Nav-Light wie auch das Ankerlicht funktionierenDie Befestigung passte einwandfrei, das Masttop ist wieder klariert
Leider habe ich beim ersten Aufstieg das fehlende Verklickerfähnchen nicht eingesteuert. Nicht, weil ich es vergessen hätte – die anderen Punkte waren so wichtig, dass ich nicht mit so Kleinkram nerven wollte. Diesmal hat Ben das Reparaturteil dabei…
Dies sorgt jetzt für kurze Irritationen – zunächst vermeldet Ben, dass meine Fähnchen bei ELOWYN nicht passen, sie sind zu klein. Außerdem sei der Verklicker durch den Hagel stärker beschädigt als vermutet, das könne man aber von unten nicht sehen.
Ich entscheide, dass er bei diesem Sachstand den Verklicker bitte mit nach unten bringen soll.
Der Freund schraubt das Ding noch rasch ab, dann lassen wir Ben final nach unten und er steht bald wieder mit beiden Beinen an Deck.
Ben hat Recht – da ist nix mehr zu retten
Der Verklicker ist riesig! Ich lerne nicht aus – dachte ich doch immer, dass diese Windex Verklicker alle gleich groß sind…
Nun, da muss eben ein Neuer her, aber ob es den auf Leros gibt? Das herauszufinden wird vertagt. Ich bedanke mich herzlich bei Ben und Caetlin, ich werde mich erkenntlich zeigen. Aber zunächst verabschieden wir uns, die Arbeitsgruppe löst sich auf, jeder widmet sich wieder seinen ureigenen Aufgaben.
Sibylle und ich klarieren ELOWYN – Polster aufräumen, Werkzeug weg, die Fallen wieder abspannen und auch die Kaffeetassen wieder in die Kombüse…
Dann meint meine Gattin, ob ich nicht zumindest mal nachsehen wolle, ob unser Chandler Panos den Riesenverklicker auf Lager hat? Ich zweifle – aber als ich bei Panos im Shop stand, bewegte der träge Bär nur seine Augen nach links Richtung Regal – meine Blicke folgten den seinen und tatsächlich, da lag das begehrte Objekt!
Natürlich heißt er „Windex XL“ – Nomen est Omen
Ich erwerbe den Windindikator und ärgere mich ein wenig, dass ich nicht früher daran gedacht hatte. Bei einer anderen Reihenfolge, könnte diese Windex jetzt schon im Masttop montiert sein.
Mein Grummeln war deshalb ausgeprägt, weil Ben und Caetlin übermorgen in Richtung Athen abfahren wollen. Es wird ein Abschied für immer werden und es wird sich wohl keine Chance bieten, die Problemstellungen noch zu beheben.
Dass dies ganz anders kommen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand von uns.
Gerade als ich noch nachdachte, wie ich weiter verfahren würde, steht Panagiotis vor ELOWYN – „…do you have time to adjust your rigging on NESSAJA, now?“
Wie könnte ich da ablehnen? Es scheint heute ein „Masttag“ zu werden! Nur Momente später hängt der Marinarigger in der Takelage meines Schiffes.
Nicht ganz so hoch – die Einstellarbeiten gehen schnellHans Peters Milwaukee durfte noch einmal ran
Die Einstellarbeiten an meinem stehenden Gut waren schnell erledigt. Wir hatten die Spanner nach der Erneuerung schon voreingestellt, es war aber aus versicherungstechnischen Gründen nötig, dass es eine Endabnahme gab.
Panagiotis hat eine Spannungsmessung an allen Wanten vorgenommen und leicht nachjustiert, wo es notwendig war.
Diese Dienstleistung wird mir berechnet und auf Grundlage der Rechnung kann die Finalisierung meiner Rigginstandsetzung nachgewiesen werden.
Ich war zufrieden und habe als letzten Arbeitsschritt meine Wantenspanner versplintet – genug für heute, wir haben richtig was geschafft!
Ich muss noch rasch zum Elektriker in den Ort, Marcus hat mich gebeten, ein Dutzend Wago-Klemmen zu kaufen. Originale bekomme ich hier nicht, aber sehr gut gemachte Fakes…
Ich melde dem Freund in Lipsi Vollzug
Marcus wohnt in Lipsi und wir haben für den kommenden Sonntag einen Besuch auf der Nachbarinsel vereinbart.
Da versteht es sich von selbst, dass wir kleine, benötigte Artikel beschaffen und mitbringen.
Ich melde meinem Freund, dass die Wagos in meiner Tasche sind und am Wochenende den Weg zu ihm finden werden – er antwortet mit einem Bild, welches den Sonnenuntergang von seiner Terrasse aus zeigt. Ich freue mich auf unseren Tagesausflug und den Besuch bei den Freunden!
Ein traumhafter Ausblick
Sibylle und ich gehen heute noch einmal ins „Tis Kakomoiras“, diesmal mit der Crew der MARLIN. Annette und Achim haben ein aus meiner Sicht perfektes Aluschiff in der Leros Marina Evros gekauft und sind jetzt für einige Wochen hier.
Es war schön, ein neues Paar in unserer kleinen Wintercommunity Willkommen zu heißen und natürlich gehen wir auch einmal in kleinerer Runde aus um uns besser kennen zu lernen.
Es ergab sich ein wirklich schöner, netter und kurzweiliger Abend bei typisch griechischen Meze und einem guten Tropfen.
Wir mögen das „Tis Kakomoiras“
Der März ließ keine Pause zu – bereits am nächsten Morgen ging es mit hoher Schlagzahl weiter.
Die Rettungsinsel von ELOWYN muss zum Service. Ich hatte das am Vorabend bei unserem Tavenenbesuch erwähnt und Achim ist sofort auf das Thema eingestiegen. Auch MARLINs Rettungsfloß war lange schon über dem fälligen Wartungstermin und nachdem er sich hat erklären lassen, wie das hier auf Leros eingesteuert wird, wollte er sich gerne in diese Aktion mit einklinken.
Sibylle und ich fanden uns also am Vormittag bei ihm am Schiff ein, um seine Plastimo Hochseeinsel abzuladen. Die Dinger sind sauschwer und wir waren froh, dass noch eine zusätzlich helfende Hand in Form eines vorbeischlendernden Skippers zur Verfügung stand.
MARLIN steht nicht sehr hoch – die Insel ließ sich gut abladen
Mit dem Trum im Kofferraum fuhren Sibylle und ich die paar Meter zu ELOWYN – wir haben gerade sinniert, ob Alex wohl helfen kann, die noch etwas schwerere Liferaft der Algro 68 abzuladen. Da eilt schon Achim heran, der nun ebenfalls helfen will und ich mache einen Anfängerfehler – ich lasse mich überrumpeln.
Wir stehen auf ELOWYNs Plattform und diskutieren kurz, dann lupfen wir das Monster auf unser Niveau herab. Das Stück vom Halter zur Plattform war geschafft, das ist aber nichtmal der halbe Weg. Wir realisieren, dass die italienische Eurovinil Insel doch deutlich schwerer als die Plastimo Variante ist. Achim bindet den Tragegriff an eine Gurtschlaufe und will die Insel abseilen, ich soll unten führen…
Die erste Stufe haben wir geschafft
Das war nicht zu Ende gedacht – erstens war das freie Abseilen doch ziemlich schwer für eine Person. Zweitens war der, durch UV-Licht schon etwas morsche Tragegriff, alleine ohne sein gegenüberliegendes Pendant wohl doch überfordert – es passierte was passieren musste.
Der Griff riss, das Trum fiel – und ich stand drunter!
Ohne Übertreiben – ich konnte gerade noch ausweichen und am anderen Griff gerade noch etwas abbremsen, dennoch schlug der Kaventsmann ein wie ein Meteorit. Leider nicht ohne Schaden zu nehmen! Na, das haben wir ja wieder toll hinbekommen…
Griff gerissen, Container gebrochen
Ich bin frustriert und genervt. Niemand kann etwas dafür, aber wir müssen uns anlasten, gehudelt zu haben. Solche Sachen macht man besonnen, auch wenn es etwas Zeit kostet. Na egal, es wird sich eine Lösung finden.
Ich brauche erst einmal ein Mittagsbier und fordere von Sibylle einen Besuch im „La Palma“ Café. Dort gönne ich mir ein kleines Bier und kühle mein Gemüt.
Während wir da sitzen sehen wir, wie Caetlin und Ben Kurs auf die Marina nehmen. Bald schon heißt es Abschied nehmen, es war eine nette Zeit mit dem jungen Paar aus den Niederlanden.
DONNA liegt vor Anker in der Lakki Bucht
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, einige Kleinreparaturen und die Tatsache, dass DONNAs Rigg beschädigt ist, sollten die Abreise immer wieder verzögern.
Später kamen auch noch wechselnde Wetterdepressionen dazu, so dass sich die Abreise der Beiden mehrfach verzögern würde.
Ich will es kaum aussprechen – das war ein Glücksfall für mich! ELOWYN wird zu ihren Mastlichtern kommen und darüber hinaus werden wir noch weiter Freude an den sympathischen jungen Holländern haben.
Weil ich gerade die Wetterdepressionen anspreche, wie schon angedeutet war der März tendenziell ein guter Monat. Es wurde spürbar wärmer, wir hatten die ersten T-Shirt Tage und der dicke Pullover konnte immer öfter zuhause bleiben. Dies erleichterte die Arbeiten und auch wieder die Planung – und es machte gute Laune, zumindest meistens!
Sibylle und ich sind wieder einsatzklar – wir bringen die Rettungsinseln zu Sebastian und der wird diese nach Athen zum Servicepartner schicken.
Die Inseln sind versandbereit
Es sei erwähnt, dass ich versucht habe die Firma „Eurovinil“ zu erreichen. Ich vertrete die Ansicht, dass international agierende Firmen willens sein sollten Englisch zu korrespondieren, trotzdem überwinde ich mich, das Mail auf Italienisch zu verfassen, weil ich um den Unwillen der Italiener zur englischen Konversation weiß.
Ich heiße Mario und habe eine .com eMail Adresse, kein Verdacht darauf, dass ein Ausländer mit Auftrag droht – dennoch wird meine Bitte um Hilfestellung bezüglich des gebrochenen Containers einfach ignoriert,
Ich will es offen sagen – die Entwicklung im Servicebereich kotzt mich an. Es braucht sich bald niemand mehr wundern, wenn alle Welt bei chinesischen Internetlieferanten bestellt. Ich merke mir sowas – Eurovinil wird mit mir kein Geschäft mehr machen.
Der Servicebetrieb in Athen bietet die Reparatur für 45.-€ an, wenn das klappt, gehen die Inseln der von mir betreuten Boote nur noch dorthin.
Dinner war heute im „To Steki“ vereinbart, wir treffen uns dort mit Bibi und Markus von der MOUSTIC, welche wir bald in unserer Marina begrüßen dürfen.
Wir essen abermals hervorragend
Als ich in der Nacht zurück zu ELOWYN komme, freue ich mich auf die wohlverdiente Nachtruhe. Dieser verdammte Ouzo, da ist doch was drin, was müde macht 😉 …
Klicker kann diese Freude nicht teilen, er ist heute zum Nachtdienst verdammt. Ich parke ihn unter Alex´ ANAHITA und deponiere den Schlüssel, denn heute Nacht um 03.35 Uhr kommt Antonia nach langer Abwesenheit zurück.
Ich freue mich auf ihre Rückkehr, denn so ist die Wintercommunity für die letzten Wochen noch komplett.
Ich parke Klicker bei Alex……und deponiere den Schlüssel für ihn
Apropos Wintercommunity – der März wird der letzte aktive Monat unserer netten Gruppe sein.
Zum Monatswechsel werden Guido und Ilona aufbrechen, Jan und Nico sind schon weg. Letztlich werden wohl auch Ben und Caetlin ihrer Wege ziehen – bei ihnen wird es ein Abschied für vielleicht immer werden, während bei anderen die Hoffnung besteht, dass wir uns noch einmal wieder sehen. Achim und Annette haben uns temporär begleitet und sind inzwischen wieder zuhause.
Ende März beginnen in vielen Ländern Europas die Osterferien und in der Marina wird die Saison schlagartig beginnen. Es macht keinen Sinn mehr, von einer „Community“ zu sprechen, wahrscheinlicher ist, dass sich dann wieder die Steggemeinschaften bilden und sich alte Freunde wieder treffen.
Ich freue mich darauf – und bin traurig gleichzeitig. Es war, vom Wetter abgesehen, ein schöner Winter in einer tollen Gemeinschaft.
Alarmsignal! Ich muss ausrücken!
Eine Stromkarte für Caetlin und Ben, aber für was ist das Bandmaß?
Die Crew der DONNA hat an die Gemeinde-Kaimauer verlegt, weil sie dringend Strom brauchen. Aber wie geht das, man muss wohl bezahlen, doch wo und wie?
Ich kann helfen! Es ist schon etwas her, als ich mit ELOWYN an dieser Mauer lag, aber ich habe noch eine Stromkarte mit Restguthaben. Diese schnappe ich mir und bringe sie zu Caetlin und Ben.
Jetzt ist komplikationslos sicher gestellt, dass DONNAs Batterien wieder bis zum Rand gefüllt werden.
Aber für was das Bandmaß? Sibylle hat heute morgen Alarm geschlagen – die Heizung geht nicht mehr! Ich kann nicht verleugnen, dass mir ein „Na und, Du magst es doch kalt!“ auf den Lippen lag. Des noch übrigen Weltfriedens wegen, habe ich mir diesen Satz erspart. Ich weiß wofür ich das Bandmaß habe – wieviel Heizöl ist noch in Susannes Tank?
Ich vermesse zunächst den Tank und berechne 2.000 Liter Tankvolumen – die anschließende Peilung ergibt -> 0!
Der Verdacht erhärtet sich, man kann zwar noch Heizöl am Grund des Tanks sehen, 4cm sind immerhin 80 Liter, aber der Pegel liegt schon unterhalb des Auslaßstutzens und ich befürchte, dass sich in diesem Rest auch der Schmutz absetzt.
Was nun beginnt, entbehrte nicht einer gewissen Komik – Sibylle und Susanne beginnen über die zu befüllende Menge zu diskutieren. Es wird besprochen, ob man 100 Liter einfüllt oder gleich 200. Die Frage „…was ist billig beim Heizölpreis…“ wird erörtert und trotz der Tatsache, dass auch die Heizölpreise bald steigen werden, wird eher gekleckert statt geklotzt.
Wir bekommen die Aufgabe nach dem Heizölpreis zu fragen und es wird in den Raum gestellt, dass „…bei einem Preis von unter 1.50€ voll zu machen wäre.“ Ich nehme vorweg – diese Idee wird verworfen.
Nachdem hier die erste Not genommen war und sicher gestellt scheint, dass auch meine kälteverliebte Gattin nur noch kurzzeitig in den Genuss des Gefühls „frieren“ kommt, fahren wir zusammen zu Giorgos „Boat & Parts“.
Wie immer warten wir, wie immer sende ich ihm ein Bildchen
Nach dem akademischen Viertel meines Handwerkerfreundes gibt es ein großes Hallo mit Kaffee und viel Palaver.
Manchmal nervt es mich, aber im Großen und Ganzen macht es die Griechen aus, ich liebe dieses Lebensgefühl.
Glücklicher Weise gibt es gute Neuigkeiten. Sowohl die zwei dringend benötigten Schrauben für mein Rigg, als auch der gebraucht gekaufte Außenbordmotor sind fertig.
Testlauf des Yamaha 6N1, ein 15PS 2-Taktmotor – ich liebe den Sound und den Geruch des weißen Qualms, rängdängdängdäng
Ich habe im Sinn, diesen Motor entweder zu behalten – man weiß ja nie – oder ihn Ben und Caetlin als Dankeschön für ihre vollumfängliche und entscheidende Hilfe bei den Riggarbeiten an NESSAJA und ELOWYN zu geben.
Die Beiden suchen gezielt so etwas und im Rahmen dieser Suche, hatte ich das Glück diesen Kauf zu machen. Wenn Ben den Yamaha möchte, dann ist es seiner, wenn nicht ist er meiner.
Jetzt legen wir ihn erstmal unter NESSAJA.
Hier liegt er bis zum Testlauf gut
Leider muss ich manchmal auch die Arbeiten meines Freundes etwas „optimieren“. Ich habe bei drei Schrauben, von denen ich zwei tatsächlich benötige, das Gewinde länger schneiden lassen.
Giorgos hat kein M16 Schneideisen, also macht er das auf der Drehbank. Ich habe gemerkt, dass sich die Gewinde komisch anfühlen, aber er hat mir versichert, dass dies daran liegt, dass er etwas tiefer geschnitten hat.
Nun stellt sich heraus, dass nur eine der Schrauben perfekt funktioniert, eine andere funktioniert gar nicht und ist somit für die Tonne. Die letzte wird zum Zünglein an der Waage – sie funktioniert FAST!
Mit Geduld und viel Fett gelingt es mir, eine Mutter sooft über die Übergangsstelle zu drehen, bis das Gewinde durchgängig funktioniert – nicht perfekt, aber in der Not heiligt der Zweck die Mittel.
Letztendlich bekomme ich es hin – ich kann die beiden Schrauben einbauen
Meine Nachmittagsarbeit war also nun auch klar – ich baue die beiden Schrauben ein und ziehe nacheinander alle Befestigungsschrauben meines Riggs an den Chainplates noch einmal nach.
Das war aufwändiger als es sich anhört, denn da das Rigg ja schon unter Spannung war, habe ich jede Schraube einzeln noch einmal herausgeschraubt und dann mit etwas Dichtmittel am Kopf und Fett am Gewinde wieder eingesetzt und drehmomentfest wieder angezogen.
So ging der Nachmittag schnell rum und ich konnte ein ToDo auf meiner Liste abhaken.
An diesem Abend waren wir mit mit den Crews der DONNA und der ANAHITA zum Essen verabredet. Das „Stis Anna“ hat wieder offen und ich habe mir erlaubt eine Einladung für die viele Hilfe auszusprechen.
Sibylle und ich holen Caetlin und Ben am Townquai ab.
DONNA liegt sicher, wir holen die Freunde zum Dinner ab
Am Weg nach Xirokampos machen wir einen Haken zur BP Tankstelle. Es gilt den Preis für Heizöl zu klären und diesen mit Susanne in der Schweiz abzustimmen.
Ein Blick auf das Preisschild verrät – der Heizölpreis liegt NOCH unter 1.50€, es darf nach unserer Definition als „billig“ bezeichnet werden! 😉 Ich frage nach – „…also bestelle ich 2.000 Liter, oder?“ Neiiiin, ob ich wüsste was das kostet? Ja, weiß ich, aber es ist billig!
Long Story short, wir bestellen 600 Liter ins Haus nach Xirokampos und versprechen die notwendigen Nachweise morgen zu senden. In Griechenland bekommst Du nämlich nur Heizöl, wenn Du den Bedarf nachweisen kannst. Der günstige Tropfen soll nicht in den Tanks von Dieselschlitten wie Klicker verschwinden.
Wow! Ultimate von 1,66€ auf 1,89€, das Heizöl gibt es noch für 1,46€
Dann ziehen wir endlich weiter zu Anna um in ihrem vegan / vegetarischen Lokal zu futtern was das Zeug hält.
Caetlins Augen glänzen und da die Speisekarte reduziert ist, entscheiden wir abermals „einmal alles“ zu bestellen. Das Gesicht des Kellners ist trotz der Erfahrung vom letzten Mal wieder recht verduzt, aber er zweifelt unsere Bestellung nicht mehr an.
Wir sitzen gemütlich, haben Spaß und genießen einen kurzweiligen Abend, während wir uns einmal quer durch die Speisekarte mampfen.
Lecker war´s – wie immer
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker sehr zeitig. Der Tag unseres Ausflugs nach Lipsi war gekommen und die SAOS Fähre verlässt Agia Marina um 07.30 Uhr.
Wir müssen also früh raus, um rechtzeitig zur Fähre zu kommen und unsere „Tickets“ zu kaufen. Das funktioniert hier so, dass irgendwann ein Mann auf den Fährplatz kommt und Geld einsammelt – einen Beleg oder ein Ticket gibt es dafür nicht. Man erkennt den Mann daran, dass die Einheimischen ihn kennen und ihm vertrauensvoll ihre Moneten in die Hand drücken.
Dieser Mann geht dann zum Fährpersonal und deutet auf einen, dann darf man zusteigen. Bitte stellt keine Fragen, ich habe keine Antworten – the Greek way.
Die kleine SAOS Fähre läuft in Agia Marina einAuch bei ihrer Ankunft muss Polizei vor Ort sein – insgesamt ist deutlich weniger losAls wir sitzen, geht gerade die Sonne über den Bergen von Alinda aufNach rund 45 Minuten erreichen wir Lipsi, die Überfahrt kostet hin und zurück günstige 22.-€
Susanne, Marcus und Lilly erwarten uns schon als wir auf der Nachbarinsel ankommen.
Sie sammeln uns ein und wir fahren gleich hoch zu ihrem Haus um dort gemeinsam zu frühstücken. Es gibt so viel zu erzählen, soviel Neues zu bestaunen und soviele Erfahrungen auszutauschen.
Bei einem eintägigen Besuch braucht es kein Programm, wir haben uns und freuen uns beisammenzusitzen und einfach zu quatschen.
Natürlich essen wir zusammen – Marcus grillt und wir schlemmen was das Zeug hält. Zum Abschluss gibt es selbstgemachten Limoncello, Susanne ist in ihrer Produktion zwei Wochen voraus 😉 !
Mehr gibt´s dazu nicht zu sagenDas Haus der Freunde ist fertig und hat sehr viele geschmackvolle DetailsSusannes Limoncello ist ein GedichtDie kleine Lilly bastelt viel
Weil ich gerade Lilly erwähne – das Mädchen, ich glaube sie ist acht oder neun, lebt jetzt seit rund drei Jahren auf Lipsi und geht hier auch zur Schule.
An diesem Tag war eine griechische Freundin zu Besuch und als sich die Mädchen unbeobachtet wähnten, konnten wir ihnen beim Spielen und Quasseln zuhören. Man kann sagen, dass Lilly fließend Griechisch spricht. Ich wünschte, ich könnte die Hälfte von dem, was der Dreikäsehoch hier abliefert, aber dies ist der Jugend vorbehalten – im Alter lernt es sich nicht mehr so leicht.
Der Tag klingt aus, die Freunde bringen uns wieder zur Fähre und wir pendeln zurück nach Leros, wo wir uns mit der Community zum Stammtisch treffen. Es liegt auf der Hand, dass wir diesmal sehr defensiv bestellen 😉 !
Der neue Morgen beginnt mit einem Paukenschlag – Ben schickt ein Foto und ich traue meinen Augen kaum!
Der Yamaha passt nicht an DONNAs Dinghy
Die Beiden haben das gleiche Schlauchboot wie ich – ein 3D-Tender 270UL. Es handelt sich nur um das aktuelle Modell, während unseres ein 2021 Modell ist.
Der Hersteller hat die Anschraubplatte für den Außenbordmotor derart verändert, dass jetzt eine Öffnung von 70mm an den Klemmen vorhanden sein muss. Mein älteres Modell hat hier nur 60mm. Jetzt könnte man sagen, dass die Verstärkung ja was gutes ist, nur leider gehen 50% der aktuellen Außenbordmotoren nicht die benötigten 70mm auf.
Ob sich 3D-Tender da einen Gefallen getan hat? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall scheitert mein Plan den beiden Holländern mit dem Motor eine Freude zu machen krachend.
Und wenn ein Tag doof beginnt, dann geht er in der Regel auch so weiter! Ich muss mich endlich der Neulackierung von EDINAs Heck widmen und leider bestätigt sich bei näherem Hinsehen der Anfangsverdacht.
Die Beschädigung ist ein Kratzer! Dieser ist sogar größer als gedacht
Die Ursache lag auf der Hand – nachdem ich den vollen Umfang des Schadens erkannt hatte war klar, dieser konnte nur durch die Heckklappe verursacht worden sein.
Ich arrangiere ein Treffen mit Stelios dem Lackierer und einem Mechaniker. Wir diskutieren die Sachlage und den Schaden, sowie erste Lösungsansätze.
Als aber klar wird, dass das Verschulden nicht bei der Marina liegt, verlieren die Beiden rasch das Interesse.
Die Unterkante der klappbaren Badeplattform steht an und zerkratzt das neulackierte Heck
Vorsichtig formuliert, war es ein Kommunikationsproblem – der Eigner bestätigt bei einem Telefonat, dass er das weiß und „…auch schon mal beiläufig mit dem Chefmechaniker gesprochen hätte. Man müsse halt mal die Klappe einstellen!“
Das mag stimmen, aber „beiläufig besprechen“ reicht nicht. Man muss in der Marina alle Ideen offiziell einsteuern und sie müssen mit dem Chef abgestimmt sein und als Kostenvoranschlag formuliert und abgesegnet werden. Nur so wird ein Werkstattauftrag daraus und nur diese offiziellen Arbeitsaufträge werden bearbeitet.
Wer hat nun Schuld? Die Mechaniker, die es – vermutlich – wussten? Der Eigner, der es nicht klar kommuniziert hat? Der Lackierer, welcher solche Hauptfaktoren im Rahmen seiner Arbeit prüfen sollte? Oder einfach ich, weil Sibylle ohnehin sagt, dass ich an allem schuld bin???
Ich nehme vorweg, das Thema wird zum Monatsende noch nicht geklärt sein…
Weil der Tag so toll anfängt ziehe ich weiter auf NESSAJA, auch dort habe ich einen „herrlichen“ Job zu erledigen…
Sibylle und ich bauen alle Bodenbretter aus – wir wollen vorbereitet sein
Sibylle und ich haben uns vorgenommen, dass wir alle Bodenbretter in meinem Schiff einmal anheben und nach dem Rechten sehen.
Ich will nicht putzen und habe nichts zu vertuschen, aber ich will für den Besuch des Gutachters gewappnet sein – überrascht zu werden ist immer unangenehm, dies will ich vermeiden.
Wir bauen also nach und nach alle relevanten Bodenbretter aus – einige gehen leicht, für andere muss man das Umfeld demontieren. Zu guter Letzt liegen die Kielbolzen frei und ich kann Bilder davon machen.
Alles scheint in Ordnung, der Gutachter kann kommen, unsere Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen. Der Termin rückt unaufhaltsam näher…
Alles original – leider kann man aus meiner Bilge „nicht essen“, das ist der Messgrad vieler, ich teile diese Ansicht nicht
So kriegt man einen Tag auch rum – viel gekümmert, auch gerackert, aber letztlich nichts geschafft.
Ich hasse solche Tage, zumal sie gerne, wie auch heute, gepaart mit schlechten Nachrichten einhergehen. Das Thema rund um EDINAs Heck wird mich noch fordern.
Ich genieße im Gegenzug den Moment des Feierabends. Sibylle fährt mit ihrem „Breezy“ schonmal vor nach Xirokampos, ich habe noch eine Stunde um in den Feierabendmodus zu gleiten. Ein paar Mails, etwas Teilerecherche, die ToDo Listen anpassen…
Die Sonne steht schon tief, mein Blick schweift über ELOWYNs Deck – der Feierabend ist eingeläutet
Heute dinnieren wir auswärts, wir sind von Brigitte und Hans in ihr Haus nach Xirokampos eingeladen worden.
Ich fahre also mit Klicker in den Süden der Insel und treffe dort meine Gattin. Ich habe Zeit um duschen zu gehen, bevor wir uns auf den Weg machen.
An diesem Tag schleicht sich „Fluffy“ in unser Leben! Fluffy ist eine Katze – und wir sind beide eigentlich eher die Hundetypen. Dennoch schafft es der flauschige Pelzballen, sich uns anzubiedern. Sie ist aber auch wirklich nett und hat das Maunzen vor unserer Türe nie aufgegeben.
Es entwickelt sich eine Beziehung, die Fluffy eine Katzenkiste bescheren wird und ihr eine tägliche Futterration einbringt. Ins Haus darf sie nicht, Sibylle will nicht „überall Katzenhaare“!
Der Anfangsverdacht einer Schwangerschaft bestätigt sich nicht, Fluffy ist einfach nur ein dickes Pelzknäuel.
Fluffy ist jetzt irgendwie unsere Pflegekatze
Es wird Zeit, wir steigen ins Auto und brummeln mit Klicker nach Crithoni. Die Freunde warten schon auf uns und bewirten uns wieder einmal vom Feinsten!
Hans und Brigitte übertreffen sich jedes Mal auf´s Neue mit ihren Kreationen, wir fühlen uns wie im Vier-Sterne-Restaurant!
Ich hoffe, dass wir das jemals mit einer Kette von Gegeneinladungen aufwiegen können – es wäre uns ein Vergnügen!
Selbstgemachtes Tuna-Tartar und Avocado TörtchenGanz ehrlich – besser bekommst Du es im Restaurant nicht! Die Beiden haben sich selbst übertroffen
Der Tag der Tage, vielleicht der entscheidende Twist im Jahr 2026 ist angebrochen, der Verkauf von NESSAJA geht in seine entscheidende Phase.
Heute kommen Ellen und Dominik aus der Schweiz an. Das junge Paar wird eine Woche bleiben, in dieser Woche wird ein Gutachten für NESSAJA erstellt und es soll die Kaufentscheidung fallen.
Bevor die Beiden auf Leros landen, war es mir wichtig, den 15PS Yamaha unter NESSAJA wegzuräumen und ins Haus zu bringen. Dieser Motor hat mit unserer Dufour nichts zu tun und ich möchte disbezüglich auch nichts erklären müssen.
Ich wuchte die alte Perle in Klickers Kofferraum und wir fahren hoch zum HausDort findet er ein temporäres Plätzchen – mal sehen was ich damit mache
Sibylle und ich haben den Weg nach Plaka so getimed, dass wir sofort weiter Richtung Flughafen fahren konnten.
Ein kurzer Zwischenstop bei Giorgos um den Sachstand meiner Projekte abzuklären, dann fahren wir „just in time“ Leros Airport LRS an.
Wir kommen pünktlich an und müssen nicht lange auf die Besucher warten.
Nur noch ein paar AugenblickeDer kleine Flieger ist da, gleich betreten Ellen und Dominik den Boden von Leros
Der Rest des Tages verläuft zunächst unspektakulär. Wir bringen die Beiden zu ihrem Appartement in Lakki, sie wollen erst einchecken und etwas einkaufen.
Sie geben zu verstehen, dass sie zwischenzeitlich immer wieder arbeiten müssen, wir also nicht die ganze Besuchsdauer für eine Besichtigung von NESSAJA nutzen werden.
Wir würden uns heute noch einmal am Schiff treffen, dann zusammen zu Abend essen, den Rest dann morgen.
Das passt für mich, so hat jeder von uns immer auch Pausen zum Luft holen – ein Schiff zu besichtigen, zu bewerten und zu erläutern, kann über Stunden auch anstrengend sein.
Ich fahre mit Sibylle rasch an der Tankstelle vorbei – und siehe da…
Ultimate Diesel bricht die 2.-€ Marke und Heizöl ist 20ct teurer geworden
Dann fahre ich Sibylle nach Xirokampos, ich habe wertvolle Fracht im Kofferraum, denn Antonia hat immer selbstgebastelte Katzenhäuser auf Vorrat – eines davon hat sie uns für Fluffy zur Verfügung gestellt.
Ich muss das neue Katzenappartement in den Süden der Insel transportieren.
Ob sich der Flaumballwinzling dort wohl fühlt? (Wer weiß, aus welchem Comic das Wort „Flaumballwinzling“ stammt, dem spendiere ich ein Eis im „Repapis“) 😉
Fluffy wohnt jetzt vornehm – das Loch mussten wir später größer schneiden
Mein Tag nimmt eine entscheidende Wendung – diese ist nicht unmittelbar, aber im Hinblick auf die Planung der nächsten zwei Wochen elementar.
Ben meldet sich bei mir und teilt mit, dass er und Caetlin ihre Abreise um mindestens zwei Wochen verschoben haben. Dies eröffne uns, während der nächsten Flaute in ein paar Tagen, die Option die Mastarbeiten an ELOWYN fertig zu stellen. Ich müsse aber zusehen, wie ich trotz meiner anderweitigen Gedanken zur Zeit und trotz meines Besuches, die Adapterplatten für die 180° Lopolights anfertigen könne.
Ich sage zu, egal wie werde ich das schaffen! Ich freue mich und gehe locker und zufrieden in die Abendgestaltung. Klar, dass wir fast die ganze Zeit über anstehende Verkaufsmodalitäten sprechen – aber im Großen und Ganzen zeigt sich ein Konsens.
Da wir nicht zu spät nach Hause gehen, stürze ich mich sofort auf die Teilerecherche und Planung…
Das ist die Pappschablone für die Adapterplatte – der Lochabstand im Mast. Ich muss mir eine Lösung überlegen
Während ich grüble, ob ich einen Delrin Adapter baue oder mir einen Aluminiumbügel biege, meldet sich Jörg per Telefon.
Er lässt mich wissen, dass der Hydraulikzylinder von ELOWYN bei einem seiner Freunde zur Überholung liegt. Alles läuft wie geplant und er würde rechtzeitig fertig werden, so dass Hans Peter ihn mit nach Leros bringen könne.
Ein anderes Problem seien die Kohlebürsten für EDINAs Elektromotor an der Rollgenua. Das seien spezielle Kohlen und man müsse exakt recherchieren – ich möge bitte die Maße durchgeben.
Na super, jetzt muss ich auch noch technisch zeichnen, das ist fei lang her…
Diese Zeichnung geht an Jörg – ein weiterer Spezl wird ins Rennen geschickt
Irgendwann reicht es mir und ich gönne mir Nachtruhe – was für ein turbulenter Tag!
Der morgige verspricht nicht weniger aufregend zu werden, morgen früh um 09.00 Uhr sind wir an NESSAJA verabredet, der Gutachter gibt sich die Ehre.
Ich stehe früh auf und pumpe mich mit Kaffee voll, ich will fit und wach sein, um etwaigen Fragen stand zu halten. Letztlich kam es weit weniger „schlimm“ als erwartet…
Der Gutachter schien nach einer Weile gefallen an meiner Dufour gefunden zu haben. Ich vermute, dass er selten eine 100% gruppenreine Victron Elektrik gesehen hat. Dass meine Garmin Navigation mit zwei 12″ Plottern auf einem 43ft Schiff ebenfalls gruppenrein ist, wollte er zunächst nicht glauben. Ellen hat ihn auf die Wschmaschine hingewiesen und die Information, dass wir das alles selbst gebaut haben, hat ihm Respekt abgerungen.
Der Termin war angenehm – für alle Seiten…
Natürlich wollte Ray die Bilgen sehen – alleLetztlich war er zufrieden mit dem Schiff
Im Gehen hat er sich von Sibylle verabschiedet mit den Worten – „…you have a nice boat!“
Ich weiß das, Sibylle tut sich schwerer das zu glauben.
Ray geht und mit ihm die Kaufinteressenten. Sie müssten jetzt ein wenig arbeiten, später würden sie sich noch einmal mit ihrem Gutachter treffen um das Ergebnis zu besprechen – man würde sich bei mir melden.
Klar, macht nur – ich habe derweil etwas zu werkeln, die Zeit soll genutzt werden.
Ich baue mir einen Mini-Arbeitsplatz unter NESSAJA auf……und schleife mir Delrin Adapter zurecht – die Wahl fiel auf diese LösungEs mussten Bohrungen angebracht werden und Befestigungsgewinde geschnitten werdenDie Kurve der zwei Adapter kann ich nur schätzen – hoffentlich passen sie einigermaßenDamit ihr euch etwas vorstellen könnt – das ist das Zielbild
Um den Verkauf von NESSAJA ins richtige Licht zu rücken, ist es mir wichtig den finalen Verlauf des Abends zu beschreiben und ich hoffe, dass ich damit nicht zuviel preisgebe…
Eine WhatsApp von Dominik ereicht mich – „Dürfen wir nochmal kommen?“ Ich bestätige und wundere mich, was sie wohl noch nachsehen wollen. Zurück in der Marina fackeln die beiden jungen Segler nicht lange, sie lassen mich wissen, dass sie NESSAJA kaufen wollen, „…sofern ich sie noch hergeben würde!“
Klar werde ich das, deswegen treffen wir ja zusammen – wir geben uns die Hand, das Geschäft ist besiegelt. Als ich erfahre, dass sie nur deshalb noch einmal gekommen sind, frage ich nach, ob es ein Zustands- oder ein Wertgutachten war. Die Neueigner räumen ein, dass eine Bewertung gemacht wurde.
Ich möchte klarstellen, dass ich schon ahne, was der Gutachter geschrieben hat – aber es war mir eben nicht möglich, mit dem Mangel des kaputten Decks, einen Käufer zu finden, der etwas mehr bezahlt hätte – hierzu gehört etwas Mut, diesen haben Ellen und Dominik aufgebracht. Ok, Gerald hatte vor zwei Jahren ähnliche Ansätze und auch etwas mehr geboten, ich bin aber heute noch überzeugt, dass er nicht glücklich geworden wäre.
Ellen und Dominik wohnen schon zwei Jahre auf einem alten Schiff und wissen was es heißt, die Verantwortung für so einen Kahn zu haben. Ich habe das Gefühl, dass sie die Richtigen sind – sie haben es verdient, ein Schnäppchen zu machen.
Der Tag endet an dieser Stelle, Sibylle und ich sind zum Dinner verabredet, wir würden uns morgen am frühen Nachmittag mit den Käufern zur Vertragsunterzeichnung treffen.
Dieser „Tag der Tage“ läuft unspektakulär an…
Ich hole Hans Peters klappriges Klappradl bei Ioannis ab……und bringe es in die MarinaDer Radlflüsterer hat einen Gltzer-Bowdenzug eingebaut – Modell „Lady Lockenlicht“, passt zu HPs „Feenstaub“ Klingelton 😉Ich verstaue das bleischwere Vehikel in LIBERTÉ
Wenn ich schonmal da bin, kann ich auch noch gleich eine Arbeitsstunde in das Nachbarschiff FESTINA LENTE investieren.
Hier war bei der Besichtigung aufgefallen, dass der Anker nicht per Bedienung am Steuerstand abzusenken und aufzuholen ist. Ich widme mich dieser Thematik und kann den Fehler recht schnell finden.
Der Schalter hat einen Wackelkontakt und sollte ausgetauscht werden. Ich baue den alten Schalter als Musterteil aus und werde diese Arbeit noch im Laufe der Woche fertig stellen, denn auch hier werden die Neueigner bald eintreffen.
Nicht das Kabel war die Ursache – der Schalter ist defekt
Sehr zu meiner Freude, bekomme ich während dieser Arbeit eine Nachricht von Giorgos. Er arbeitet offensichtlich an NESSAJAs Rodkicker und hat einen entscheidenden Durchbruch erzielt – er konnte das Teil beschädigungsfrei zerlegen.
Das freut mich außeroredentlich! Meine Hoffung war zwar, dass der Boom-Vang fertig wird BEVOR die Käufer kommen, aber so kann ich auf den Service hinweisen und das reparierte Teil nach Erhalt gleich einbauen.
Endlich hat er das Trum auseinader……und kann die Stahlfeder vom Rost befreien und neu schmieren
Apropos Käufer – wie geht es da weiter?
Dominik und Ellen sind pünktlich und sehr entspannt. Ich sage offen, ich meine gemerkt zu haben, wie den Beiden ein Stein vom Herzen fiel. Die Situation war insgesamt deutlich entspannter als beim letzten Besuch und ich freue mich umso mehr, dass ich die Beiden wohl richtig eingeschätzt habe.
Der Vertrag ist schnell geschrieben und wir schreiten zur Unterschrift. Für mich ein Schritt – ich gebe es offen zu. Sibylle soll daher alles fotodokumentarisch erfassen…
Ellen unterzeichnet den Vertrag für NESSAJADominik folgt ihr mit seiner SignaturUnd Mario blättert…
Es gelingt meiner Frau nicht, ein Bild zu machen auf dem ich bei der Vertragsunterschrift zu sehen bin. Das passt eigentlich zur Gesamtsituation – man hätte es nicht besser erfinden können.
NESSAJA, gekauft am Geburtstag meines Sohnes, verkauft an unserem 24. Jahrestag, gehört jetzt nicht mehr mir. Mit ihr gebe ich den letzten Puzzlestein eines mehr als 20 Jahre lang geträumten Trams aus den Händen – ausgeträumt!
Ich bin nicht happy, auch nicht traurig, ich bin überhaupt nicht emotional – ich weiß, dass ich sachlich richtig entschieden habe, der Rest frustriert mich.
Die Zeit wird die Wunden heilen, die Narben bleiben – ich werde den Tag nicht vergessen!
NESSAJA wird zu LUMARA werden und ich werde ihr im Rahmen eines privaten Dienstleistungsvertrages im Herbst ein neues Deck verpassen.
Darüber hinaus schließe ich das Kapitel und auch das Buch – ich starte sofort meinem Auszug! Niemand geht mehr leer…
Ich baue mir einen Aufzug……und bringe sofort eine Fuhre nach Plaka ins Haus
Am Abend sitzen wir noch einmal mit den jungen Bootskäufern zusammen und stoßen auf den Kauf an.
Sie werden bald schon in die Schweiz zurück reisen um ihre Palette mit den persönlichen Siebensachen auf den Weg zu bringen. Bereits Ende März werden die Beiden einziehen und LUMARA in Besitz nehmen. Sibylle und ich müssen bis dahin unser Hab und Gut ausgeräumt haben.
Wir beenden den Tag und ziehen uns zurück. Es wird ein wegweisender Tag sein, einer, dessen Tragweite heute nicht klar ist. Meine Gedanken sausen durch den Kopf, trotzdem schlafe ich rasch ein.
Am kommenden Morgen holt mich der Wecker aus dem Schlaf – wir haben viel zu tun und der frühe Vogel ist ja bekanntlich der, der den Wurm fängt! Außerdem müssen unsere Bootskäufer um 10.00 Uhr am Flughafen sein um den Heimflug in die Schweiz anzutreten.
Nicht vergessen – die Freunde aus Lipsi brauchen ein Werkzeug, ich lege es ins Auto, denn die Familie schläft noch
Dann packe ich meine Sibylle in unseren Klicker und wir trinken einen Kaffee nebst Sandwichbegleitung in Lakki.
Dann warten wir, typisch deutsch, exakt bis 09.30 Uhr, vor dem Appartement der jungen Schweizer. Dass sie im Café gegenüber sitzen und winken, nehmen wir zunächst nicht wahr. Egal, wir treffen uns pünktlich und fahren zum Flughafen um uns temporär zu verabschieden – „…bis bald, schön, dass alles so geklappt hat!“
Am Rückweg stoppen wir in Giorgos´ Werkstatt um NESSAJAs Boom-Vang abzuholen.
Wir haben bereits am Hinweg im Vorbeifahren gesehen, dass der „Mastera“ anwesend ist. So können wir das ellenlange Trum entgegennehmen. Mich beeindruckt das nicht, da habe ich in Klicker schon längere Transportstücke untergebracht.
Alles instandgesetzt, der Kicker ist einbaufertig
Am weiteren Rückweg nehmen wir im Haus die Montageteile für die Baumstütze mit und besorgen beim Chandler noch Ersatz für den defekten Ankerschalter von FESTINA LENTE.
Dann geht es zurück in die Marina und auch gleich auf die Bavaria 39 Cruiser. Diese Arbeit möchte ich erledigt wissen um vollumfänglich fertig zu sein, wenn die neuen Besitzer kommen.
Der neue Schalter passt perfekt
Der Einbau des Schalters ist rasch erledigt, ein Testlauf der Ankerwinde ist erfolgreich und ich bin zufrieden.
Ich möchte das Lenkrad gleich montieren, dann hat der Neueigner hier nichts mehr zu tun. Nun muss man wissen, dass FESTINA LENTE mit einem sündteuren „Lewmar“ Falt-Lenkrad ausgestattet ist. Mit einfachen Worten, ein klappbares Universallenkrad das an viele verschiedene Boote passt – aber eben nie so perfekt wie das Original.
Und der Teufel will es so, dass dieses Lenkrad an zwei Stellen an der Lenksäule anschlägt…
Die Speichen touchieren den Drehzahlmesser……und die fetten Feststellnubsis rumpeln an die Kante des Instrumenteneinsatzes
Das ist kein Thema, welches man „einfach mal schnell“ aus der Welt schaffen kann. Mir drängt sich zwar eine Lösung auf, diese werde ich auch mit dem Neueigner besprechen, aber es ist dann seine Lösung und seine Verantwortung.
Meine Aufgaben sind erledigt und ich bin erstmal entlastet – nichtsdestotrotz gebe ich gleich eine Information an den Skipper, denn er soll wissen, dass dieses Thema eingesteuert werden muss, sobald er angekommen ist.
Von hier wechseln wir auf NESSAJA – ich habe unseren Umzug zum Prio1 Thema gemacht. Ich will fertig sein, bevor Ellen und Dominik wieder auf Leros sind und ich will etwas Spielraum für Eventualitäten haben.
Mein Aufzug war der GamechangerMit ihm seilen wir unsere Umzugskartons und das schwere Werkzeug abIch belade und kurble oben, Sibylle führt unten und lädt ab
Mit dem Umzug sind wir fast ganztägig ausgelastet – wir wurschteln so dahin und jeder ist ein wenig in seinen Gedanken. Wir verlassen NESSAJA nach etwas mehr als 5 Jahren – für mich fühlt es sich an wie Verrat.
Es tut mir mehr als gut, als ich bei einem Blick auf´s Mobiltelefon eine neue Story von Ellen und Dominik sehe. Sie teilen ihre Freude auf den Sozialen Medien und es ist wichtig für mich zu spüren, dass die Beiden sich wirklich freuen.
Unsere Lebenswege haben sich gekreuzt und wir werden noch eine Weile verwoben bleiben. Sich auf die kommende Phase zu freuen ist die beste Grundlage für ein gutes Gelingen.
Sie werden in wenigen Tagen zurück seinUm dann auf LUMARA zu wohnen
Meine Laune ist generell gut – alles geht seinen Weg, ich bin rational zufrieden.
Ich brauche jetzt aber eine Pause – Sibylle und ich beschließen, dass wir die aktuelle Fuhre nach Plaka bringen und dann einen Stop in der Eismanufaktur der Familie „Repapis“ machen.
Dieses Eis ist das vielleicht verdienteste seit ich auf Leros verweile, ich genieße es in vollen Zügen.
Nur eine kurze Pause – danach geht es weiter
Die Tatsache, dass Ellen Sibylle grünes Licht für die eigentlich im Verkauf enthaltene Küchenausstattung gegeben hat, entwickelt sich zur Mammutaufgabe.
Sibylle liebt ihre Küchenausstattung wie ich mein Werkzeug. Wer schonmal für einen Umzug gepackt hat weiß, dass sowohl Küchenutensilien wie auch Werkzeuge schwer zu verpacken sind.
Wir packen also so dahin und seilen eine Kiste nach der anderen ab – alleine durch den Raum des Schiffes war aber von Anfang an ein Ende absehbar. Wir sind keine „Boat-Messis“ und konnten uns immer schon von nicht benötigten Dingen gut trennen. Summa summarum war unser Auszug keine große Sache…
Der Schnellkochtopf – ein Hochzeitsgeschenk aus Sibylles erster Ehe – wie könnte sie diesen zurücklassen
Wir haben insgesamt 10 kleine Umzugskartons bei IKEA bestellt und packen diese auch voll. Dazu kommen wohl etwa vier oder fünf so große Plastikboxen – das war´s.
Ich seile eine der schweren Klimaanlagen ab und Sibylle startet eine Auseinadersetzung auf Basis der Frage „…für was ich die eigentlich brauchen würde?“ Nun, vielleicht um Hans Peters LIBERTÉ abzukühlen, wenn wir im August irgendwelche Arbeiten auf seinem Schiff verrichten…
Oder vielleicht auch auf ELOWYN, denn auch auf ihr ist nur der Eignerbereich klimatisiert – man weiß nie.
Sie hat allerdings insofern Recht, als dass wir vermutlich nie zwei von den portablen Geräten brauchen würden. Ich biete Dominik also die Klimaanlage in der Eignerkabine an – „…ich würde sie Dir überlassen, wenn ihr sie möchtet. Wenn nicht, schaffe ich sie von Bord.“
Kann bleiben und ich bin überzeugt, dass sie Nutzen bringen wird
Der junge Mann scheint sich zu freuen, er hadert jedoch ein wenig, denn ich „…müsse eben sagen was ich dafür will.“ Nein Dominik, ich möchte euch die Anlage schenken, ich will kein Geld, ich freue mich mit euch.
Ich denke, dass die Beiden sich freuen werden, wenn es das erste Mal 40°C hat 😉 !
Sibylle und ich finalisieren unseren Auszug an diesem Tag. Wir schließen den Niedergang zu unserer NESSAJA mit einem anderen Gefühl, sie fühlt sich jetzt schon wie ein fremdes Schiff an – Entwöhnung geht grausam schnell. Unsere Siebensachen sind auf unser Haus, ELOWYN und Sibylles Appartement in Xirokampos verteilt – für mich gesprochen, mein gesamter Besitz…
Ich fahre Sibylle nach Xirokampos und werde heute auch dort essen. Als wir ankommen, liegt Fluffy auf der Mauer und hat sich offensichtlich einen Kumpel angelacht. Kein Wunder, als Katze mit Eigenheim ist man eine gute Partie…
Die schwarz-weiße ist mehr als scheu, sie verzieht sich immer ins hohe Gras wenn wir kommen, ist aber immer da
Gähn – abermals klingelt mein Wecker früh. Ich mache das ganz bewusst, denn früh aufstehen ist für mich kein Problem, dies ohne Kaffee zu tun aber sehr wohl.
Wenn also Termine am Programm stehen, dann stehe ich meist recht früh auf, um in Ruhe und mit zwei Humpen Kaffee in den Tag starten zu können.
Heute steht so ein wichtiger Termin an, wir wollen heute eine Reparatur finalisieren, die ich ohne fremde Hilfe nicht erledigen kann – wir wollen die Arbeiten an ELOWYNs 30m Mast erfolgreich abschließen.
Ben und Caetlin sind um Punkt 09.00 Uhr am weißen Riesen…
Ben legt abermals das Equipment an, diesmal leiht uns Guido einen sogenannten „Marriage-Saver“……mit dem Head-Set wird aus Ben der berühmte „Major Tom“ – „Ground control to Major Tom…“Am anderen Ende Caetlin – sie ist also das Gesicht hinter „Ground Control“Sibylle zieht Ben hoch, ich führe die Sicherung – zuerst montiert Ben die neue Windex XLArbeiten in luftiger Höhe – „This is Major Tom to Ground Control…“! Die Windex muss ausgerichtet werden, wir geben Anweisungen
Nachdem die neue Windex XL montiert und ausgerichtet war, haben wir den jungen Mann ein paar Meter tiefer neu fixiert.
Jetzt wird es spannend – die 180° Lopolights haben das letzte Mal nicht gepasst. Nun wird sich zeigen, ob die von mir gefertigten Adapterplatten passen und funktionell sind.
Ben montiert die Platten und schickt Bilder – Daumen hoch! Für eine Schätzung passt die Kurve besser als gedacht…
Na komm`- besser hätte man es mit einem Kurvenlineal nicht hinbekommenDie Lampen passen perfekt und funktionieren
Das war´s! Geschafft! Wir lassen den Furchtlosen wieder auf Deck herab und mein Dank gebührt ihm.
Ich kann einen Haken an das Projekt „Mastbeleuchtung instandsetzen und komplettieren“ machen, welches seit Preveza offen ist. Eine kleine Nickeligkeit die uns die Werft mitgegeben hatte – war ein ärgerlicher Punkt damals, aber die Lösung seitens der „Cleopatra Marina“ war vorbildlich.
Die beiden Niederländer verabschieden sich, eigene Projekte rufen. Ich bedanke mich abermals und stelle klar, dass wir auf jeden Fall ein gemeinsames Abschiedsessen auf meine Kosten haben werden!
Jetzt bin ich mit der Hilfestellung an der Reihe – Marcus, mein Freund aus Lipsi, hat ein neues Großsegel gekauft und das kann man zu zweit nicht anschlagen – ich springe in die Bresche…
Ist beim Kat ein riesiger, schwerer Lappen
Wir bekommen es zu dritt hin und können rund zwei Stunden später Vollzug melden.
Das veranlasst uns, ein gemeinsames Reparierbier an Bord von DARKSYDE zu trinken – damit ist der Nachmittag für mich gelaufen.
Das ist mir aber wurscht, denn heute ist ein erfolgreicher Tag und ich bin echt happy. Die erledigte Mastarbeit auf ELOWYN ist gold wert, zu lang saß mir dieses Projekt im Nacken.
Ich lasse den Tag langsam ausklingen und sandle mich in den Abend hinein 😉 …
Mein erstes Tun (nach einer Druckbetankung mit Kaffee) ist dagegen abermals ein einschneidender Schritt!
Am Vormittag mache ich Paperwork – für die Abmeldung der Registrierung muss ich den Bootsschein entwerten
Sibylle und ich hatten heute Mittag Alex zu Besuch. Ich hatte angeboten der Host für eine „Leberkasorgie“ zu sein.
Alex hatte noch Leberkas von seinem letzten Deutschlandbesuch in der Tiefkühltruhe – wir wollten testen ob der zuvor eingefrorene Laib mit seinem frischen Pendant mithalten kann.
Es geht doch nix über eine bayrisch-griechische Brotzeit
Offen gesagt – konnte er nicht ganz! Vielleicht war es unser Fehler, aber es gab eine leicht glibbrige Stelle in der Mitte. Das war nicht schlimm und hat uns auch nicht getötet, aber frisch bleibt frisch. Dennoch waren wir Alex über alle Maßen dankbar, dass er seine feine Brotzeit mit uns geteilt hat.
Damit der Tag nicht ganz ohne Arbeitseinsatz vorüberzieht, haben Sibylle und ich uns aufgerafft, noch die Montage von NESSAJAs Rodkicker vorzunehmen.
Dieser Job war aber recht schnell erledigt, jetzt war das Rigg nach langer Zeit wieder komplett, voll revisioniert und einsatzklar.
Der Boom-Vang funktioniert wieder perfekt
Sibylle möchte nach Xirokampos fahren um sich noch zu sortieren und für unsere Verabredung zum Burgeressen vorzubereiten.
Ich möchte das auch, aber ich brauche nicht so lange – die gewonnene Zeit nutze ich für einen Einkehrschwung bei „Repapis“, wo ich mir eine Art „Wegeis“ gönne.
Danach fahre auch ich nach Xirokampos um dort heiß zu duschen und den Feierabend einzuleiten.
Schnelle zwei Kugeln im Vorbeifahren
In Susannes Haus angekommen, begutachte ich unsere Limoncello-Testproduktion.
Wir haben einen Ansatz mit 96%igen Alkohol, welcher später verdünnt wird – das klassische Rezept, welches auch bei den Freunden in Lipsi Anwendung fand.
Alternativ dazu haben wir eine „Greek Edition“ angesetzt, diese mit 50%igen Tzipero, welcher später auch nicht mehr verdünnt wird. Auch solche abgewandelten Rezepte findet man viele, meist mit Wodka, seltener mit Grappa, was in etwa dem Tzipero entspricht.
Wir werden sehen, wie der Geschmackstest ausfällt, dann geht es in die Massenproduktion. Die Zitronen dafür kamen natürlich aus unserem Garten…
Ich hoffe zu Ostern ein paar Fläschchen verschenken zu können – Alex kann ja schonmal über ein Bild der „Limoncello Baronesse“ nachdenken… 😉
Links die „Greek Edition“ – Limoncellouro, rechts der Klassiker
Dann müssen wir los – wir sind heute mit Brigitte und Hans, sowie Ilona und Guido im „Remezzo“ verabredet. Es soll Burger satt geben und die Wahl der Lokalität war nicht zufällig.
Ilona fährt ab heute für ein paar Tage nach Deutschland um Amtsangelegenheiten zu erledigen. Die Fähre geht ab Agia Marina – nichts lag also näher, als Ilona zum Hafen zu bringen und gleichzeitig die Fahrt für ein Dinner in dem beschaulichen Örtchen zu nutzen.
Ein „Double Jack-Daniels“ – er schmeckt so lecker wie er aussieht
Um 21.45 Uhr sehe ich die Fähre schon querab von Leros, es wird Zeit zu bezahlen und Ilonas Gepäck aus Klickers Kofferaum zu holen.
Wir verabschieden uns noch von den österreichischen Freunden, dann sehen wir zu, dass unsere Freundin Ilona ihre Fähre erwischt.
Diese läuft ein paar Minuten später auch schon im Hafen von Agia Marina ein…
Leros wird zur Zeit von den riesigen SUPERFAST Fähren bedientDer Koloss legt pünktlich um 22.15 Uhr an – die Festmachetaue gehen über
Guido, Sibylle und ich leisten Ilona noch Gesellschaft bis zum Einstieg gerufen wird. Dann heißt es Abschied nehmen – wir werden uns zwar noch einmal sehen, aber bei Ilonas Rückkehr wird Guido mit BORN TO LIVE die Marina schon verlassen haben, der Wintervertrag läuft zum Monatsende aus.
Gemeinsam mit Guido bringe ich Sibylle zurück nach Xirokampos, dann beenden wir auch unseren Abend.
Als ich mein Telefon am nächsten Morgen einschalte, ploppt eine Nachricht von Tom auf. Er sei besorgt, weil Pakete angekommen wären und er befürchte, dass diese unbewacht im Freien liegen und zudem vielleicht nass werden könnten.
Ich sehe also als erste Amtshandlung nach den Paketen für INSPIRATION – und vor den Shop liegt nichts!
Es war ein Sonntag – alles war gut verstaut
Ich melde dem Freund, dass keine Ware unbeaufsichtigt im Freien liegt – ich würde aber am Montag noch einmal nachsehen.
So kann man auch mit kleinen Sachen, den Menschen eine Freude machen.
Ich habe mir für die nächsten Tage eines der Prio1 Projekte auf den Plan geschrieben. Um ELOWYN am 29.04. zu fahren, muss der Hauptsteuerstand wieder komplettiert sein. Diese Arbeit beginne ich heute und werde sie die nächsten Tage zu Ende bringen.
Erst wird zusammengebaut soviel möglich ist……dafür muss ich teilweise neue Neopren Dichtungen schneiden
Ich brauche einen Tag um das Tableau nebst neuer Dichtungen zu komplettieren, einen weiteren dafür, alle Bedienelemente wieder zu verkabeln und danach einen Testlauf für Bug- und Heckstrahlruder, Muringwinsch und automatisches Horn, sowie die Motorraumbelüftung durchzuführen.
Alles funktioniert, alles läuft bestens. Leider schaffe ich die Komplettierung wegen zweier Regentage nicht in einem Zug, ich muss jedoch nur noch den Plotter einbauen und die Instrumente testen, dann ist dieser wichtige Punkt erledigt!
Um den Job perfekt zu machen, nehme ich mir noch den Schalt- bzw. Gashebel zur Brust…
Die picklige Chromschicht muss weichen, sie wird durch ein Carbon-Dippaint ersetzt
Am Nachmittag sind wir mit Bibi und Markus in der „Sunset View Bar“ in Gourna verabredet.
Wir Vier haben beschlossen, dass wir uns nach gelungener Arbeit einen Absacker verdient haben. Für beide Parteien ist Gourna der halbe Weg und die Bar ist unterschätzt – ich werde da in Zukunft öfter mal hinfahren!
Wir genießen den Klönschnack und den Ouzo zum Bier 😉 …
Nur durch die Straße vom Meer getrenntWir verweilen bis zum Sonnenuntergang
Als ich mit Sibylle nach Xirokampos fahre, müssen wir feststellen, dass sie ein neues Haustier hat.
Eine Art Falter, aber nicht so wie ihr euch einen Falter vorstellt, was ich meine – es war kein Falterchen sondern eher ein alter Falter, vielleicht auch eine Fledermaus oder ein Flugsaurier…
Ich weise meine tierliebe Sibylle an – „Heb´ ihn mal in die Wiese!“ Sie antwortet rasch – „Nein, tu´ich nicht, der beißt bestimmt!“
Meine Hand – Größe XXL, Handschuhgröße 11-12
Unsere Bestellung beim Sonntagsstammtisch fällt etwas kleiner aus, wir hatten zum Ouzo schon eine üppige Meze-Platte erhalten und waren kaum mehr hungrig, trotzdem gönnen wir uns noch einen kleinen Snack im Kreise der anderen.
Tags darauf steht mir ein administrativer Tag bevor – meiner Gattin ist nach zwei Jahren Rollerbesitz aufgefallen, dass sie keine Papiere für den Breezy hat. Erkundigungen unsererseits lassen uns zur Erkenntnis kommen, dass uns ein Behördenmarathon bevorsteht.
Zudem ruft Hans Peter an, SVB hat Victron Sonderangebote und er wolle bestellen, ob wir „mal schnell“ seine Anlage durchplanen könnten???
Hallo!!!
Woher soll ich wissen, was Du einbauen willst? Lass´ uns telefonieren!
Nach einem einstündigen Telefonat mit meinem Freund aus dem Saarland, brauche ich fast medizinische Hilfe – meine Ohren bluten!
Aber – ich bin stolz auf uns! In der verhältnismäßig kurzen Zeit haben wir es geschafft seine komplette Elektroinstallation auf LIBERTÉ durchzuplanen! Hans Peter kann die Bestellung absetzen und die Groschen sparen…
Bevor ich mit Sibylle die Marina verlasse, sende ich ihm noch ein Bild von der Solarsituation auf LIBERTÉ und ein fehlendes Maß – jetzt steht dem maßlosen Einkaufsrausch wirklich nichts mehr im Wege.
Den neuen Geräteträger ein bisschen breiter – dann passen bis zu 3m Breite drauf
Ich mache mich mit Sibylle auf den Weg zur Polizei nach Agia Marina, wir sollen dort einen Stempel holen. Bei dieser Gelegenheit mache ich Bilder für Ben, er spielt mit dem Gedanken für die Phase der Wetterdepression in den Osten von Leros zu verholen.
Die Bucht von Agia Marina scheint gegen die angesagten 55kts SW einen guten Schutz zu bieten, es wäre alles da, was die Beiden für den täglichen Bedarf brauchen.
Die Kaimauer von Agia Marina wäre bei SW ein sicherer Platz für DONNADas Wasser ist tief genug, auf den Drempel muss man achtenAuch Strom und Wasser gibt es
Im Polizeirevier will man uns durchaus helfen, aber wie immer in Griechenland wird zunächst ein Spießrutenlaufen vom Stapel gebrochen.
Innert einer Sekunde wird man an Asterix „Das Haus das Verrückte macht“ und den Passagierschein A38 erinnert – aber das hatten wir ja schon. Dieser Ablauf ist in Griechenland aber System – ein absolut perfektes, fast schon übergriffiges Onlinesystem zur Steuerbegleichung, trifft auf ein aus der Zeit gefallenes Bürokratiemonster mit einer Beamtenschar, bei der A nicht weiß, was B tut.
Der Polizist schickt uns ins KEP, das Bürgerbüro, Sibylle braucht einen Einzahlungsschein. Mit dem müssen wir zur Post.
Im KEP war zunächst kein Strom, eine Kaffeelänge später erhält Sibylle ihren Zahlschein. In der Post, wo auch ich eine Einzahlung für meine Grundsteuer zu leisten habe, weist man uns zunächst ab – das Online System hat einen Absturz.
Wir trinken wieder einen Kaffee und machen eine Pause bei „Repapis“ – die süße Köstlichkeit lässt uns das Behördendrama kurz vergessen…
Ein Eis als Trostspender – am Vormittag!
Abermals fahren wir nach Agia Marina zur Post, um nun erfolgreich unsere Einzahlungen leisten zu können. Mit denen gehen wir wieder zur Polizei – allerdings hat der Beamte inzwischen den vor zwei Jahren beim Neukauf ausgestellten Schein gefunden. Der zuvor auf Anweisung in der Buchhandlung gekaufte neue Fahrzeugschein wird obsolet.
Schließlich, nach einem langen Vormittag, hat Sibylle ihre Stempel und ich meine Grundsteuer bezahlt. Unser Learning – auch für 50cc Roller muss in Griechenland eine Steuer bezahlt werden. Ich bin überzeugt, dass dies viele nicht wissen und noch weniger machen.
Wir fahren noch bei Giorgos vorbei um ihn an ausstehende Projekte zu erinnern, auch am Haus machen wir einen Abstecher, ich muss noch einen Werkzeugkoffer verräumen, dann reicht es uns.
Wir fahren relativ früh nach Xirokampos, wir brauchen beide einen Moment der Ruhe!
Ich freue mich auf einen Moment der Ruhe
Sibylle kocht heute für uns, wir genießen das Abendessen zu Hause.
Langsam wird spürbar – die Saison zieht an. In der kommenden Woche erwarten wir die Neueigner von NESSAJA und FESTINA LENTE, Jörg wird mit seiner Familie eintreffen um die Osterferien in Zentraleuropa auf INSPIRATION zu verbringen.
Zudem werden zeitnah die Crews von CHILLI, JASPER und SUNNY SIDE UP eintreffen. Das bedeutet für uns eine Menge Zusammentreffen und positive Energie, aber auch höhere Anforderungen an unser Zeitmanagement.
Aus diesem Grund lassen wir den Folgetag auch eher gemächlich beginnen!
Wir haben einen letzten Behördengang in Platanos zu erledigen. Auf dem Weg dorthin bekommt Sibylle Lust mal wieder nach Panteli zu schauen…
Das „Tzouma“ hat offen – wir trinken einen Kaffee in der Sonne
Und siehe da, es herrschte emsiges Treiben am Vorzeigestrand. „Sorrocos“ hatte ohnehin den ganzen Winter offen, im „Sorbet“ waren die Türen offen und die Tavernen hatten auch geöffnet – Von „Psaropoulo“ bis „Pirofani“!
Besonders freut uns das „Pirofani“, eine unserer Nummer 1 Adressen, da werden wir wohl bald einmal vorbeisehen.
Wir genossen einen Espresso in der Sonne, konnten anschließend unseren Polizeibesuch rasch abwickeln und hatten so noch Zeit kurz auf einen Sprung zu Brigitte und Hans zu fahren.
Frühsommer auf Leros – das sollte nicht so bleiben
Hans hatte seine Solaranlage aufgebaut und wollte einen Blick darauf gewähren. Außerdem seien die neuen Fenster gekommen und wenn wir neugierig wären, dann könnten wir auch diese vor dem Verbau begutachten.
Eine gute Idee – wir genossen die Gastfreundschaft der Freunde für eine halbe Stunde, freuten uns mit ihnen darüber, dass das kleine Heim langsam Form annimmt und die eigene Handschrift trägt.
Dann verabschieden wir uns und nehmen wieder Kurs auf die Marina. An der Einmündung zur Uferstraße sehen wir ein bekanntes Schiff in der Bucht liegen – hierhin hat sich DONNA versteckt, um vor der angekündigten Schlechtwetterfront zu fliehen.
DONNA vor dem „Stis Anna“ in Crithoni
Was hat es eigentlich mit dieser Schlechtwetterfront auf sich? Nun, es scheint nochmal eine fiese Wetterkapriole zu kommen.
Seit Tagen berichten die Freunde von den Informationen, welche die verschiedenen Wettermodelle hergeben. Es gäbe Anlass, sich sichere Ankerplätze zu suchen, außerdem sollten die Arbeiten geplant werden, es kommen Regengüsse auf uns zu.
Ok, da muss ich doch mal nachschauen…
Ok, ich stimme zu – der Höhepunkt am Mittwoch hat es in sich
Mir tun die Urlauber leid! Ich habe erwähnt, dass verschiedene Crews auf dem Weg nach Leros sind.
Da wird es nächste Woche wohl nix werden mit entspannten Urlaubstagen bei frühsommerlichen Schönwetter oder gar mit ersten Segelmeilen…
Die Schlechtwetterphase wird ihren Höhepunkt am Mittwoch mit schweren Sturmböen zunächst aus SW, später aus ESE haben, davor soll es Regentage mit Starkwind geben.
Und wann geht das los? Morgen! Ob der Wetterbericht diesmal stimmt?
Da Sibylle heute kocht und wir in Xirokampos zu Abend essen, sich auch sonst nichts Weltbewegendes mehr ereignet, darf ich vorgreifen und verraten – ja, der Wetterbericht hat Recht!
Lausiges Scheißwetter und knapp15°C
Ich werde schon vom Regengeprassel wach – sofort nachdem ich die Augenlieder hochgefahren habe, sehe ich auf meinem Telefon die Information „Eine Nachricht von Sibylle“…
„Kannst Du mich abholen? Es regnet!“
Ach was? Gott sei Dank werde ich dahingehend informiert, ich hätte es sonst kaum bemerkt. Natürlich hole ich meine Gattin in „Lands End“ ab, sie hat einen Friseurtermin und möchte nicht pudelnass dort ankommen.
Ich beschäftige mich in der Zwischenzeit mit einem Wischerblatt aus dem Zubehörhandel für meinen Klicker. Es ist eine Zumutung und ich hätte den Erfinder gerne an der Pranger gestellt – aber irgendwie habe ich es hinbekommen, das verfitzmaledeite Gummiblatt zu montieren.
Als wir dann nach NESSAJA sehen, regnet es immer noch in Strömen…
Wie ergeht es unseren Freunden Jörg und Melanie, welche mit Kind und Schwiegermama aus Bayern anreisen? Zunächst scheint alles gut…
Der Schein trügt
Doch nur wenige Minuten später kommt eine Nachricht von Melanie – „…wir waren schon in Leros, doch der Flieger ist umgedreht!“
Der neue Plan sieht vor, die Familie morgen zur selben Zeit nach Leros zu bringen – hoffentlich klappt das!
Sibylle und mir bleibt heute nicht mehr viel zu tun. Ich gehe ins Büro der Marina um für EDINA eine Nachbesserung auszuhandeln. Das gelingt und ich muss den Eigner informieren.
Dann fasse ich mir ein Herz – es liegt mir schon lange am Herzen, endlich eine Prüfvorrichtung für ELOWYNs Seeventile zu bauen. Heute packe ich es an und der erste Schritt, der Bau eines Prüfkorpus, gelingt außerordentlich gut.
Aus zwei Leckstopfen und zwei Fahrradschläuchen, baue ich zwei gummiummantelte Prüfkegel.
Der kleine für 3/4″ und 1″ Ventile, der große für 1 1/4″ und 1 1/2″ Ventile
Diese Prüfkegel werden jetzt noch hohlgebohrt und es wird ein Schlauch eingeklebt. Dieser dient als Anschluss entweder zum Wasserhahn oder an eine Druckvorrichtung – so kann ich die vakante, kritische Stelle einer Druckprüfung unterziehen.
Ich hoffe das klappt so, wie ich es mir vorgestellt habe – ihr werdet es erfahren…
Am Abend haben wir eine Einladung ins „To Steki“! Unser Immobilienmakler Dirk und seine Frau Djiwo geben sich die Ehre und machen mich gleichzeitig neugierig – aber der Grund für die Einladung war nicht spektakulär sondern hochgradig menschlich, man freue sich im Winter über Gesellschaft und habe an uns gedacht!
Das hat mich gefreut wie gerührt gleichzeitig – wir werden uns sicher revanchieren für einen sehr gelungenen und schönen Abend.
Wie der Abend endete, so begann der Morgen – nämlich bei lukullischer Hingabe! Das „Navarone“ ruft zum ersten „echten“ Brunch – und wir sind dabei!
Das Brunchbuffet bietet reichhaltige KöstlichkeitenEs gibt allerlei Salate, Fisch und Gemüse……aber auch eine Fleisch-, Wurst- und Käseseite – es fehlt an nichtsDie Speisen sind frisch gekocht und sehr leckerZum Abschluss gibt es eine Dessertecke
Ich muss aber gedanklich noch einmal zurück – unsere Freunde aus dem bayrischen Oberland haben es heute geschafft anzureisen.
Sie klopfen recht früh an ELOWYN, ich war noch bei der zweiten Tasse Kaffee. Bis ich diese geleert hatte und in meine Buxe gesprungen war, hatte Jörg schon die Genua eingefädelt und seine Melanie angewiesen, die Kurbel zu betätigen. Kaum acht Minuten in der Marina, schon steht ein Projekt vor der Vollendung – der macht mir Angst…
Ich helfe beim Segel setzen, muss dann aber weiter ins „Navarone“, denn dort waren wir mit Brigitte und Hans verabredet.
In jedem Fall wollen wir mit der Crew der INSPIRATION heute Abend dinieren – es ist ohnehin Sonntagsstammtisch im „SouVLakki“.
Jetzt aber erstmal brunchen – wir vier haben einen tollen Tisch und laden uns das Tellerchen voll…
Ich beginne mit einer Runde „Food from the Sea“……und beende die Völlerei mit einem Tellerchen „Sweets without regret“
Zwischen diesen beiden Tellern lagen vier weitere – noch zwei mit Scampis und danach eine Runde „Food from Land & Field“
Vor dem Dessert gab es noch eine Zwischenrunde – „Cheese & Strawberry Kiss“…
Ich kann mich nur wiederholen, alles war geschmacklich echt super und mit 19.-€ pro Person mehr als fair kalkuliert. Wer wollte, konnte für 8.-€ eine Art „Flatrate für Getränke mit dem besonderen Etwas“ ordern.
Hierzu gehörten Prosecco mit Erbeeren, gute Weine, frischer Orangensaft, ein Gin-Mixgetränk und ein Cocktail mit Curacao und Tzipouro.
Der optionale Kaffee als Digestif ging dann extra. Wir waren insgesamt fast drei Stunden beim Brunch und ich war danach im Food-Koma. Es wurde kurzerhand beschlossen, die Arbeit heute liegen zu lassen und den Nachmittag mit einem Nickerchen abzurunden.
Naja, ganz ohne Nachfrage ging es nicht. Die Neueigner von FESTINA LENTE kommen morgen recht früh und haben Fragen… Ob die Marina so früh geöffnet sei, wann das Büro öffnet und wie man auf´s Schiff kommt. Zudem wäre eine Empfehlung für ein Frühstückslokal hilfreich.
Ich beantworte alle Fragen und erkläre, dass ich beim Zugang zum Schiff helfen und unterstützen kann…
Ich bereite eine Planke als Gangway vor, diese kann später durch die des Schiffes ersetzt werdenZudem deponiere ich den mir überlassenen Schlüssel an Bord – der Zugang ist gesichert
So weit, so gut – nach meinem Nickerchen und einer Reaktivierungsphase, fahre ich zu Sibylle nach Xirokampos.
Wir machen uns frisch und fahren dann einmal quer über die Insel. Caetlin und Ben liegen mit ihrer DONNA inzwischen in der „Ghost-Marina“ in Alinda und wollen gerne ein letztes Mal am Community Stammtisch teilnehmen. ich habe mich angeboten, die Beiden abzuholen und auch zurück zu bringen.
Wir kommen „just in time“ an der eigentlich schönen, aber nie fertig gestellten Anlage an.
Ich warte im Auto, Sibylle holt die Beiden an DONNA ab
Im Laufe des Abends wird uns bewusst, dass es der letzte „Winter-Community 2025/2026“ Stammtisch für diese Saison gewesen sein wird.
Zuviele Freunde kommen jetzt nach und nach an, man kann und will das Gruppengefüge nicht mehr steuern, neue Dynamiken werden sich entwickeln.
Guido plant, am 31.03. auszulaufen um den erwarteten Sturm in einer sicheren Bucht abzuwettern. Sobald Ilona zurückkehrt, werden die Beiden aufbrechen.
Näher geht mir, dass Caetlin und Ben planen, morgen früh abzulegen und Kurs Naoussa auf Paros zu setzen. Es soll eine Zwischenetappe auf dem Weg nach Athen werden. Ich freue mich für die Beiden, werde sie aber auch irgendwie vermissen – es bahnt sich ein Abschied für immer an. Ben hat mir viel geholfen, er war immer da, wenn man ihn brauchte und er hat unsere DIY-Gruppe mit seinem Fachwissen bereichert – es hat Spaß gemacht mit ihm.
Ich konnte das nie in dem Maß zurück geben, deshalb waren Ben und Caetlin heute als meine Gäste gesetzt. Als es ans Zahlen ging, habe ich entschieden, heute der Gastgeber für die Runde zu sein – ALLE sind mir ans Herz gewachsen, wir waren eine sehr gute Community in einem wettertechnisch schweren Winter. Außerdem kommt immer alles irgendwie zurück…
Schweren Herzens fahren wir die beiden Niederländer zurück zu DONNA und verabschieden uns herzlich.
Noch liegt DONNA in Alinda – wenn alles nach Plan läuft, ist sie morgen früh schon weg
Am nächsten Morgen sind die Beiden aufgebrochen! Sie haben die Leinen losgeworfen, um ihrem Lebenstraum zu folgen. Ich wünsche ihnen allzeit „fair winds“ und eine gute Reise.
Ich bin auf INSPIRATION verabredet. Es ist abermals Mastarbeit ausgerufen und immer wenn dies der Fall ist, dann gehe ich in Begleitung von Hans Peters „Milwaukee“.
Was klingt wie ein Fabelwesen aus „Krieg der Sterne“ ist tasächlich eine Waffe aus einer anderen Welt – der kräftigste Akkuschrauber den der Weltmarkt anbietet.
Mit „der Gerät“ ist es ein Klacks, den Mastmann in luftige Höhen zu ziehenHeute ist Alex der Auserchorene – er darf ein paar Stunden im Orbit arbeitenSchön, wenn der Marinero dann Wellen macht
Richtig gelesen – nicht nur einmal am Tag hat unser Marinero exakt in unserer Nachbarschaft einen Jahreslieger untergebracht. Bis zum Schluss hat er es nicht verstanden, dass wir und eine Yacht gegenüber, einen Mann im Mast haben und und das durch seine Wellen verursachte Gewackel eine gewisse Gefahr bedeutet.
Bei manchen ist Hopfen und Malz verloren, da ist dann einfach nix mehr zu machen.
Wenn das nur die einzige Panne gewesen wäre – wir alle waren etwas abgelenkt, so passierte es, dass Jörg für einen 16m Mast eine 15m Pilotleine bereit legte. Die schlechte Kommunikation mit dem Mastmann tat das ihre und so verschwanden die letzten Zentimeter der Pilotleine im Mast. Die Lösung – eine Schnur mit Gewicht von oben! Dieses Unterfangen kostete uns fast den ganzen Nachmittag und jede Menge Nerven!
Die Schnur in dem Loch zu erfingern, war so toll wie ein Tau zu schieben
Um die Situation zu bereinigen und zu besprechen, musste Alex mehrfach auf- und absteigen.
Das ist normaler Weise eine kraftraubende Angelegenheit, aber genau hierfür haben wir das Schraubermonster.
Auch Alex hat nicht zu seiner Topform gefunden. Oberschenkelschmerzen im Klettergurt, nicht genug Reichweite im Bootsmannstuhl. Irgendwie war der Wurm drin – einzig der „Milwaukee“ hat klaglos seinen Dienst verrichtet.
Mehrfache Auf- und Abstiege kosten Zeit – sind aber dank der Aufstieghilfe gut zu bewältigen
Irgendwann gelang es uns, das verteufelte Schnürchen zu fassen zu bekommen. Endlich konnten wir das neue Kabel für den neuen Windgeber einziehen. Allerdings war dies nicht die einzige Challenge am heutigen Tag.
Die Base für den neuen Geber hatte ein total abweichendes Lochbild und war zudem deutlich breiter. Es mussten Kompromisse bezüglich des Montageortes gefunden werden und außerdem war das Bohren von Löchern in Edelstahl im Masttop nötig. Gut, wenn gerade dann der Stan Laurel unter den Marineros ein paar Wellen machte…
Da passte einfach nichts mehr…
Ich nehme es vorweg, die Arbeit würde am heutigen Tag unvollendet bleiben. Irgendwann war die Luft raus und unsere Runde löste sich ohne neuen Termin auf.
Im Anbetracht des Sturmes am Mittwoch, wäre es schön, wir würden diesen Job morgen zu Ende bringen. Gleiches gilt auch für ELOWYNs Steuersäule – es scheint, als würde morgen ein stressiger Tag werden.
Als ob das nicht reichen würde, haben auch Ellen und Dominik, die neuen Besitzer von NESSAJA, ihre Ankunft angemeldet und auch Meltem und Suat, die Neueigner von FESTINA LENTE sind hier. Bei beiden Paaren stehe ich noch informativ zur Verfügung, diese Zeiten müssen aber auch geplant werden.
Bei Meltem und Suat schaue ich noch kurz vorbei. Wir besprechen ein paar spezifische Dinge nach der Ankunft auf Leros, in der Marina und auf dem Schiff. Alles kein Hexenwerk wenn man es weiß, aber eben doch ein paar nützliche Tips, wenn man sich in fremden Terrain bewegt.
Dinner gibt es im „Tis Kakomoiras“, zusammen mit Jörg und dessen Familie…
Schön war´s – und lecker wie immer
Eigentlich war ja ein Besuch im „Gia Sena“ geplant. Doch als Sibylle und ich die Kantina betraten, saß dort ein Tisch Einheimischer rauchend über ihren Feierabendbieren.
Auch in Griechenland ist das Rauchen in Gaststätten verboten, aber die Wirte sehen das nicht so streng. Nicht mit mir – ich mache am Absatz kehrt und wir wechseln in die bei uns so beliebte Mezetaverne.
Kleine Anekdote – als ich in der Marina losfahre, starten zeitgleich zwei ältere Männer ihre Scooter in einer Lücke knapp vor mir. Der eine rollert mit den Beinen, bis sein Vehikel knapp vor Klickers Motorhaube zum Stehen kommt, der andere folgt rückwärts schiebend. Als beide unmittelbar vor mir stehen, winken sie freundlich und deuten mir an, dass sie mir Vorfahrt gewähren – Danke! ABER WIE??? Ihr steht vor meiner Motorhaube!
Manchmal frage ich mich, wo die versteckte Kamera ist… Hoffentlich wird morgen ein besserer Tag!
Ich packe gerade mein Werkzeug aus um ELOWYNs Steuerstand fertig zusammenzubauen – da fängt es an zu regnen. Zeitgleich kommt eine Nachricht von Jörg – „Alex geht in den Mast, willst Du helfen?“ Verkehrte Welt – dazu passt es, dass die Port Police in der Marina eine Übung mit der Ölsperre abhält…
Ich sehe kurz zu, interessant dieses Equipment
Als wir auf INSPIRATION auf Alex warteten, fällt mir die Steuerachse der Bavaria 39 Cruiser auf, diese ist eigentlich baugleich mit FESTINA LENTE an welcher mich immer noch das anschlagende Lenkrad beschäftigt.
Bei genauem Hinsehen und im Vergleich mit einem älteren Bild der problembehafteten Bavaria fällt aber auf, dass es durchaus signifikante und auch relevante Unterschiede gibt!
INSPIRATION – alles topFESTINA LENTE – selbst wenn man den Ring berücksichtigt ist die Achse kürzerIch mache ein Foto vom Innenleben und frage mich, ob ich da wohl etwas nachstellen kann
Nun, ich denke, ein Blick in die Steuermimik lohnt allemal, bevor man sich Adapterteile fertigen lässt.
Ich schreibe mir die Unterstützung von Suat in dieser Sache auf die ToDo Liste. Ganz oben auf der Liste steht – „Steuerstand ELOWYN fertig machen“!
Ich bin fassungslos über mich selbst – ob ich diese kleine aber fiese Arbeit wohl noch irgendwann schaffe? Ich bestimme – ich mache das HEUTE!!!
Doch zuvor machen wir die Arbeit an Jörgs Masttop fertig – Alex ist da… Und abermals kommt, just in der Sekunde als wir den Landshuter nach oben ziehen wollten, ein kräftiger Regenschauer – es half nur abzuwarten…
Die gute Laune lassen wir uns trotzdem nicht verderben
Andere hatten es nicht so mit dem Abwarten – Guido hat die Schnauze voll und legt ab! Die für morgen angesagten 10 Beaufort lassen ihn kalt! Hauptsache er kann seine Ilona in Kos an Bord nehmen. Ob es eine kluge Entscheidung war, die geschützte Marina zu verlassen wird sich zeigen – am Abend prangert er den gewählten Ankerplatz bei Mastichari als „beschissen“ an und will morgen – im Sturm – nach Agia Marina zurücksegeln.
Ich würde es nicht machen – nicht ohne Not!
Kein Abschied für lange – Guido will wiederkommen
Endlich war es soweit – der Regen macht eine Pause und wir ziehen Alex nach oben. Dort hat der junge Athlet alle Hände voll zu tun und er leidet wohl auch etwas. Die Klettergurte scheinen nicht das Gelbe vom Ei zu sein.
Wie auch immer, irgendwann ist der neue Windgeber montiert und auch das Ankerlicht tut wieder seinen Dienst. Jörg kann dem Leidgeplagten noch abringen, zwei der von mir gesammelten Fähnchen an der Windex anzubringen, dann ist der Job erledigt!
Ne Stunde im Masttop ist anstrengendDas Tun wird kritisch beobachtet – Anweisungen werden erteilt
Ich verabschiede mich für heute, meine selbstauferlegte Pflicht ruft.
Zunächst schraube ich den Plotter an und mache einen Funktionstest der Instrumente. Dies war zwar fummelig, aber durchaus der einfache Teil des Tagwerks.
Der Test war erfolgreich und die Grundfunktionen der Navigationsgeräte waren wieder gegeben.
Soweit, so gut – aber jetzt kommt der fiese Teil
Offen bleibt nun noch der Teil, bei dem es gilt das Armaturenbrett auf der Steuersäule zu verschrauben.
Das klingt zunächst leicht, habe ich doch die Gewindeinserts erst repariert und somit sicher gestellt, dass die vier Schrauben passen.
Der wirklich verfitzmaledeite Part ist der, dass die Platte abgedichtet werden sollte. Dies war beim Zerlegen nicht gegeben, was aber nicht bedeutet, dass es bei einer fachlich guten Reparatur nicht nachgeholt werden sollte.
Abdichten wollte ich mit Butylband, dieses galt es nun zurechtzuschneiden und zu passenden, meterlangen Würstchen zu rollen – eine Sysiphusarbeit!
Sibylle schnitt – ich drehte Röllchen
Als das geschafft war, hieß es die Röllchen an Ort und Stelle, das heißt in den Dichtspalt, zu bringen. Dies, ohne die empfindlichen Würste zu zerreißen – ein Geduldsspiel!
Nicht einfacher wurde das Ganze durch die Tatsache, dass wir unter Zeitdruck waren. Hatte ich meinen Termin mit Eirini heute noch verschieben können, so war ich im Wort bei den neuen Besitzern von NESSAJA, diese heute um 13.40 Uhr in Agia Marina abzuholen.
Trotzdem gelang uns die Fertigstellung unseres Tagwerks „just in time“ und wir sind zum Hafen aufgebrochen, um die neuen Marinabewohner aufzugabeln.
Pünktlich angekommen
Der Rest des Nachmittags ist rasch erzählt – wir bringen die Neuankömmlinge an ihr neues Schiff und nehmen erstmal Abstand.
In diesem Moment spricht uns Michalis an. Er ist die „rechte Hand“ des Senior Chefs und bittet mich in dessen Namen um Unterstützung. Der Anhänger der Polizei, der mit der Ölbarriere, müsse unter einem Katamaran geparkt werden – aber der Anhänger sei schwer und die Marina hätte nur ein Auto mit Anhängerkupplung – aber der Lancia kann den schweren Hänger nicht ziehen.
Klicker scharrte mit den Hufen – eine Chance zu zeigen was er kann. Ich lächle und ziehe einen Mundwinkel hoch – „…klar helfen wir, nichts leichter als das!“
Kennt ihr das? Wenn ein locker-flockiger Spruch die Fallhöhe verdoppelt? Ich ahnte nicht, dass die halbe Arbeitermannschaft zu Hilfe eilen würde, als ich den Hänger ankuppelte – viele Zuschauer also, fast schon ein Publikum! Keiner von ihnen glaubte, dass ich den Anhänger tatsächlich rückwärts unter dem Kat parken wollte, unter dem schon ein Schlauchboot stand…
Anweisungen aus vielen Mündern, aber ich konnte gut nach Spiegeln fahren und war froh, dass ich noch nicht alles verlernt hatte. Man dankt mir – ich lächle wieder – „…doch nicht dafür – war doch ein Klacks!“ 😉
Zur Belohnung darf Klicker am Abend nach Panteli fahren – es tröpfelt schon wieder. Wir hatten mit Meltem und Suat ausgemacht, dass wir zusammen im „Pirofani“ zu Abend essen würden.
Bei Regen nur halb so schön – der pittoreske Hafen von PanteliDas „Pirofani“ hat wieder offen – von den klassichen, gehobenen Tavernen mein Favorit
Ich habe mich echt gefreut, als Stavros mir erzählt hat, dass das „Pirofani“ wieder ganztägig während aller Wochentage geöffnet ist.
Das Lokal ist von den gehobenen Alltagstavernen mein Langzeitfavorit, weil man gehoben UND relativ günstig essen kann. Das Ganze bei gleichbleibender, toller Qualität mit sehr freundlichem Service.
Wäre das „Mylos“ nicht, das „Pirofani“ hätte aus meiner Sicht bei den Fischtavernen die Nase vorn.
Auswahl und Preise sind gleich geblieben
Die Karte hat sich kaum verändert – wir essen rohen Fisch als Vorspeise, Sibylle und ich Linguine mit Monkfisch als Hauptgericht, während Meltem und Suat sich einen Red Snapper teilten.
Allles war, wie zu erwarten, bestens zubereitet und angerichtet – wir waren alle Vier echt begeistert.
Als Nachspeise gab es eine Mousse o Chocolat mit flüssigem Kern an einer Kugel Eis – ein Gedicht und ein würdiger Abschluss eines guten Tages, sowie eines besonderen Monats.
Das Zeug war eine Versuchung – hervorragend
Der Tag klingt aus – der Monat endet! Morgen beginnt der April, ganz Leros wartet auf einen gewaltigen Sturm – sehen wir, was der Mittwoch bringen wird.
Ich fahre Sibylle nach Xirokampos und kehre dann auf ELOWYN zurück. Der Beinahe-Vollmond begleitet mich ins Schiff und meine Gedanken fliegen – ich habe das Satzfragment „Dark Side of the Moon“ im Kopf – ist es schon so weit mit mir???
„The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd (1973) ist eine Metapher für die dunklen Seiten der menschlichen Psyche, Wahnsinn, Entfremdung und die negativen Aspekte des Lebens wie Zeitdruck, Geldgier und Konflikte. Es behandelt existenzielle Themen und den psychischen Absturz…
Nein, ganz soweit ist es noch nicht – aber der Verkauf von NESSAJA hinterlässt ein Vakuum, das lässt sich wohl nicht ändern. Es gilt aber weiterhin der Leitgedanke, der schon die Headline bildet – I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen!
Good bye März – welcome April
Wie geht es weiter? Nun, ein Teil den neuen Monats wird wohl dafür zu verwenden sein, dass ich eine Übergabe von NESSAJA stattfinden lasse. Mein Schiff wird im neuen Monatsbericht wohl schon als LUMARA auftauchen.
Das Hauptaugenmerk richtet sich aber auf die Einwasserung von ANAHITA und ELOWYN. Es gilt alles daran zu setzen, dass beide Schiffe am Ende des vierten Monats wieder schwimmen.
Naja, darüber hinaus startet die Saison, die Freunde kommen, der normale Wahnsinn wird wieder Fahrt aufnehmen.
Bleibt uns gewogen und bleibt dran – a bissl was geht immer!
Ihr wisst, dass ich gerne Songs der 80er als Headline für die Monatsberichte aussuche – das hat diesmal nicht so wirklich geklappt – ich bediene mich aus der 2000er Schublade und ziehe Anastacias „Left Outside Alone“ aus meiner Rocktasche 😉 …
Das passt ziemlich gut, denn ich wurde von Sibylle tatsächlich alleine zurückgelassen – in einem Monat, der nicht unpassender hätte sein können. Es stand der Monat bevor, in dem sich unser Leben einschneidend verändern würde.
NESSAJA verlässt ihren Platz und kommt an Land – ich ziehe aus, ich verlasse mein Schiff!
Mein Schiff wird an den von mir präferierten Platz gestellt
Bei all diesen einschneidenden Aktionen konnte Sibylle nicht dabei sein, das ist schade und ich vermute, dass dies auch nachklingen wird. Ich gebe auch offen zu, dass ich manchmal eine helfende Hand hätte gebrauchen können, aber dem war eben nicht so – „left outside alone“!
Im Laufe des Monats wird sich manifestieren, dass meine Frau tatsächlich erst zum Monatsende zurückkommen wird – es lagen also lange, stürmische Wochen vor mir. Dies auch weiterhin wegen des anhaltenden Starkwinds, aber auch darüber hinaus – mehr im metaphorischen Sinn…
Der Februar begann, wie der Januar endete – stürmisch
Ich möchte noch ein bisschen auf dem Anastacia Lied, dem Headline Song, rumreiten…
Ich habe Spaß an Musik, lese ab und an Texte und versuche zu verstehen – manchmal zitiere ich hier, andermal verlinke ich, diesmal nicht! Der Text des Liedes ist wirklich ganz gut und kann vieldeutig interpretiert werden, er lässt Raum zum Nachdenken. Es obliegt euch, ob ihr das mal anschauen wollt – Google hilft dabei.
Ich mag dieses Lied ohnehin, war es doch einer der „Bike-Transalp“ after race Party Songs. Ein Lied welches in meinem Kopf unauslöschlich mit dieser intensiven Phase meines Lebens verbunden sein wird.
Jetzt aber – bevor ich abdrifte, wie war er dann nun, der zweite Monat des neuen Jahres 2026? Begleitet mich durch diesen Monatsrückblick und habt Spaß an der Lektüre.
Es ist der erste Februar, ich wache auf und höre trotz meiner Ohrstöpsel das Klimpern und Klappern der Fallen an den Masten. Kleine Wellen klatschen gegen den Schiffsrumpf, es ist rasch klar – wieder mal Sturm.
Mein erstes Tun an diesem Tag – ich schalte meine Windemessanlage ein…
Sofort schnellt die Anzeige auf deutlich über 50kts Windspeed
Ich schlappe vor die Küchenzeile und brühe mir im Halbschlaf einen frischen, kräftigen Kaffee auf.
Die Lebensgeister kehren zurück, langsam läuft mein Motor an – das dauert im Alter etwas länger, ähnlich wie bei einem in die Jahre gekommenen Dieselmotor, welcher allerdings keinen koffeinhaltigen Treibstoff benötigt.
So aufgepusht, wage ich einen Blick nach draußen – grau, wolkenverhangen, eine steife Brise bläst mir ins Gesicht. Na das geht ja gut los!
Warum nicht einfach mal ein paar Tage Sonnenschein
Wie immer an solchen Tagen, schreibe ich mir auf meine imaginäre, tägliche To-Do Liste, dass ich beim Passieren der Boote meiner Freunde und Bekannten, ein wenig genauer hinsehen werde. So auch heute – allerdings komme ich nicht sehr weit, bevor ich zum ersten Mal einschreiten muss…
Bei meinem Nachbarschiff, der FESTINA LENTE von Johannes, welche derzeit zum Verkauf ausgeschrieben ist, bemerke ich, dass eine Naht an einem Reißverschluss des Bimini kaputt gegangen ist. Zudem waren ja bereits letzten Monat die Spanngurte gerissen – ich werde das Bimini wohl zum Segelmacher bringen.
Bis auf den kleinen Schaden am Bimini ist alles ok
Während ich am Schiff bin und alles kurz kontrolliere, vernehme ich einen Rumser. Nanu, was war das? Ich kann nichts erkennen und setze meinen Check fort. Zurück am Heck wird sehr rasch klar, was den Rumpler verursacht hatte…
Die Gangway war weg! Die von mir bereitgelegte Planke schien sich, wohl verursacht durch die Bootsbewegungen, verabschiedet zu haben – aber wo mag sie sein?
Zwischen mir auf FESTINA LENTE und dem rettenden Ponton, ein schier unüberwindbarer Wassergraben
Ich war gefangen – meiner Freiheit beraubt, ich war… left outside alone!
Was tun? Wo war die Planke? Ich fasse mich und halte Wahrschau – da sehe ich sie treiben… Tatsächlich hatte sich die Planke so bewegt, dass sie ins Wasser gefallen war und wie ein Stück Treibholz den Weg ins Grenzenlose suchte.
Ganz schön weit weg für die paar Minuten – der Wind kann was
Nicht mit mir! Natürlich weiß ich, wie ich wieder an Land komme. Ich bin mehrfach schon von NESSAJA aus an Bord von FESTINA LENTE geklettert – so mache ich das auch diesmal, nur in die umgekehrte Richtung!
Das ist zwar auch ein großer Schritt, aber anders als den Ponton, kann ich mein Schiff etwas heranziehen…
Gedacht – gemacht, schon öffnet sich mir der Weg in die Freiheit, ganz einfach über NESSAJAs Gangway. Dann heißt es, einmal den Wellenbrecher entlanggesaust und die Steg-Passerelle aus dem Wasser gefischt.
Gerettet – ich kann wieder an Land
Ich fasse und sammle mich kurz – was als Nächstes? Nur wenige Meter weiter steht Hans Peters LIBERTÉ – auch hier muss ich handeln, hier aber sofort!
Der starke Wind hat die leichten Fender nach oben aus der Lücke geblasen, die Bootsbewegung hat ihr Übriges getan. Was auch immer der maßgebliche Faktor war, sie konnten nicht mehr zurückfallen.
So schön leichte Fender auch im Handling sein mögen – im Gebrauch, vor allem an stürmischen Tagen, sind sie weniger tauglich…
Ich nehme das noch feuchte Brett und entere nun LIBERTÉ – hier liegt es sicherer und fällt nicht noch einmal ins WasserZwei von vier Fendern waren nach oben geplopptJetzt passt es wieder
Nachdem die kritische Situation mit den Fendern bereinigt war, verknote ich noch rasch die Sicherungsleine für das Dinghycover, dann möchte ich mich endlich meinem Tagwerk zuwenden.
Offen gesagt – ich habe über dieses Tun mehr Zeit vergeudet als ich eigentlich vorhatte. Aus meinem ursprünglichen Plan wurde nichts mehr, denn nun war ich etwas unter Zeitdruck geraten – ich war nämlich zu einem Late-Lunch bei einer griechischen Freundin geladen und hatte noch kein Mitbringsel.
Nun wäre es ein Leichtes gewesen, einfach in einen Laden zu fahren und etwas zu kaufen, doch ich hatte exakt dies gestern vergessen und heute war Sonntag – was tun sprach Zeus???
Machmal sieht der Mensch den Wald vor lauter Bäumen nicht! Trinke ich nicht seit Wochen zusammen mit Brigitte und Hans fleißig Ouzo um Fläschchen zu sammeln? Bin ich nicht, nach Alex´ Bekunden, der Olivenbaron 😉 ?
Was lag näher, als ein sehr persönliches Geschenk zu machen? Eine Flasche selbst produziertes, extra natives, kaltgepresstes, biologisch angebautes, eigenhändig geerntetes flüssiges Gold!
Inzwischen schmeckt es sehr lecker
Bestens gerüstet und gelaunt und mit einem Gefühl der Vorfreude fahre ich die paar Meter bis zum Haus der Gastgeberin, welches auf einer unwegsamen Anhöhe liegt.
Just im Augenblick meiner Ankunft fängt es an zu tröpfeln…
Fast 19°C, aber wieder beginnt es zu regnen
Es ist noch ein weiteres Paar aus der Marina eingeladen, die Beiden sind schon vor Ort. Auch ich schaffe es noch trockenen Fußes in die kleine, reizende Katikia, wo die Gastgeberin schon dabei war, den Tisch zu decken.
Ich werfe einen Blick über die Terrasse und bewundere den Blick zur Marina. Daran sollte ich nicht lange Freude haben, denn schon Minuten später zog eine brachiale Sturmwalze mit einem sintflutartigen Regenguss über Temenia, es hat so kräftig geschüttet, dass man meinte die Hand nicht mehr vor Augen zu sehen.
Ein wunderschöner AusblickEs begann zu regnen, die dunkelgrauen Wolken versprachen nichts Gutes……und „nichts Gutes“ kam – und wie!
Ein Wolkenbruch lässt sich schwer fotografieren, aber glaubt mir – es war unfassbar, was der Himmel aus seinen geöffneten Schleusen freigab.
Uns war es egal, wir konnten es nicht ändern. Also setzten wir uns zusammen, unterhielten uns auf vier Sprachen und zusätzlich noch mit Händen und Füßen. Wir tranken Ouzo und hatten Spaß – und wie immer wenn man Ouzo trinkt und Spaß hat, gilt eine ungeschriebene Regel… „What ever happens on Leros, stays on Leros“ 😉
Daher sind die folgenden Bilder nur Impressionen – es zeigt, was Griechen machen, wenn sie dich am Sonntagnachmittag auf ein Zusammensitzen einladen.
Wir hatten einen herrlichen Sonntag in privater Runde!
Der Tisch war reichlich mit frischen, selbst zubereiteten Meze gedecktDer Mann der Gastgeberin spielte seine persönliche Playlist – keine andere Musik hätte besser gepasstZum Nachtisch gab es Yoghurt mit klebrigen, süssen FrüchtenLast not least – Loukoumi aus Thessaloniki
Ich sag´ es offen und ehrlich – diese Tage, diese Einladungen, sind für mich das Salz in der Suppe! Es sind erste Zeichen von Anerkennung und Akzeptanz und das Zulassen von Integration.
Solche Nachmittage gehen bei mir tief, ich sauge das Gefühl mit Haut und Haaren auf, ich liebe diese Facette meines Lebens.
Der Nachmittag bekommt sein Highlight, als wir vom Gastgeberpaar eine Einladung zu ihrer Hochzeitsfeier im August erhalten. Ich bin mehr als neugierig und sage, auch im Namen von Sibylle, sofort zu!
Zufrieden und glücklich fahre ich zurück in die Marina – das Abendessen fällt heute aus…
Der nächste Morgen zeigt sich versöhnlich – dies bringt mich auf den Plan, einmal wieder nach unserer Katikia zu sehen.
Immer noch stürmisch, aber es zeigen sich erste Löcher in der grauen WolkendeckeRichtung Nordwesten ist der Himmel schon blauIch gehe zu meinem eigenen Aussichtspunkt und genieße den Augenblick – carpe diem!Das Haus ist ok, das Wetter kann ihm nichts anhaben – unsere Investition in die Dachreparatur hat sich gelohnt
Zurück in der Marina, fällt mir im Vorbeigehen ein Schiff am D-Steg auf. Mein Blick bleibt an einer außergewöhnlichen „Notlösung“ hängen und meine Gedanken hängen der Situation kurz an.
Das Schiff ist ein sehr hochwertiges Schiff aus skandinavischer Fertigung. Ich kenne die Eigner vom Sehen, aber sie grüßen nicht. Ohne Umschweife würde ich dem Paar eine gewisse Grundarroganz unterstellen.
Es ist natürlich ein Zufall, dass es sich um ein Eignerpaar aus „Bella Italia“ handelt, trotzdem bedient der Signore, der sonst meist auf einer dreirädrigen Piaggio seine Kreise dreht, alle Klischees.
Das Schiff ein bisschen überfein, die Leinen so vertäut, dass sie andere Boote anscheuern – viel Chic, wenig Sicherheit. Dann passiert sowas…
Kein Ruckdämpfer, kein zweites Paar Heckleinen über Kreuz, keine Sicherungsleine – geschieht ihm Recht!
Das Boot war so mies vertäut, dass die Schiffsbewegungen so ungefiltert in die Leinen weitergegeben wurde, dass die Leine trotz einer Kausch gerissen ist – es hat die Metallkausch einfach aufgerissen.
Schade, wenn man seine Nachbarschaft nicht pflegt – dann muss man mit der Notlösung leben, welche der Marinero eingebunden hat. Ich will da nicht zu weit greifen, aber auch der hatte an dem Tag wohl nicht seinen besten Tag – ob das Geknotsel das Schiff im nächsten Sturm hält, wage ich zu bezweifeln.
Na egal, ich gehe weiter zu NESSAJA und sortiere mich neu. Mal auf meine To-Do Listen schauen, was gut in den heutigen Tag passen würde.
Während ich meine Mails schreibe und Ersatzteile recherchiere, meldet sich Giorgos. Er hat die Wellendichtringe für meinen Furler erhalten und fragt, ob wir diesen heute zusammenbauen wollen. Klar wollen wir das! Ich komme sofort! Nur noch schnell die Heizung starten, damit es bei meiner Ankunft warm ist – und just in diesem Moment schlägt das Schicksal wieder zu.
Meine Heizung qualmt und bullert wieder – es steht wieder ein großer Service an
Ich ärgere mich leise. Nicht darüber, dass ich meinen Käufern noch einen Heizungsservice nebst allen Neuteilen spendieren darf, auch nicht darüber, dass dies scheinbar bei meiner superintensiven Nutzung alle zwei Jahre fällig zu sein droht…
Ich ärgere mich darüber, dass dies zur Unzeit passiert! Ich habe keine Zeit – und der Ausbau meiner Heizung ist aufwändig. Immerhin ist Sibylle in Deutschland und kann die Teile mitbringen, ich werde diese wohl in den nächsten Tagen bestellen. Ein Trost ist, dass die Heizung funktioniert – sie muss noch rund zehn Tage durchhalten.
Ich fahre zu Giorgos und wir reparieren den Furler und haben Werkstattspaß – immerhin klappt da alles!
Wir setzen alles mit Neuteilen zusammen und schmieren die Anlage……nach einer Stunde sind wir fertig, der Furler tut wieder
Am Heimweg gehe ich noch etwas Essen, dann fahre ich zurück auf mein Schiff. Ich freue mich auf mein Salonsofa und darauf, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Die Sonne geht spektakulär in der Gourna Bucht unter
Ich bin früh zuhause und bevor ich mich einer seichten Fernsehsendung widmen werde, scrolle ich noch ein wenig durch die sozialen Medien.
Potztausend – mein Blick bleibt an einer Anzeige des „Tis Kakomoiras“ hängen. Immer am Donnerstag zum Faschingswochende wird groß gefeiert. Es ist guter Brauch exzessiv zu Grillen. Das will auch Xristos, der Wirt des „Tis Kakomoiras“ anbieten, hat aber nicht mit der riesigen Nachfrage gerechnet – aus meiner Sicht kein Wunder, denn er hat Manolis und Flourios geladen, welche als Musiker einen exzellenten Ruf genießen.
Um die riesige Nachfrage zu befriedigen, hat er sich mit Leon aus der Hafenkneipe „Leon Limani“ zusammengetan. Der eine hat einen Haufen Nachfrage, der andere aufgrund des Hafenumbaus, eine große aber zur Zeit schlecht besuchte Location.
Perfekt – darauf freue ich mich
Ich muss sofort daran denken, dass heute Nacht Jörg und Sven anreisen. Jörg ist einer der Eigner von INSPIRATION und er kommt mit seinem Bruder Sven um dem Schiff während der nächsten Wochen ein Teilrefit angedeihen zu lassen. Am 09.02. kommt noch der zweite Eigner der Bavaria 39 Cruiser dazu – ich bin sicher, dass Tom und die beiden Brüder sicher Spaß an einem Fest mit den Locals haben.
Da auch Alex einer BBQ-Orgie nie abgeneigt ist, reserviere ich ohne Absprache einen Tisch für fünf Personen in der Kneipe, in die Sibylle niemals mit mir gehen würde.
Die Anreise der beiden Brüder aus Bad Tölz, unweit unserer früheren Heimat, klappte problemfrei und so gab es am Folgemorgen erst einmal ein großes HALLO und die Übergabe der mitgebrachten Ersatzteile…
Das Wichtigste zuerst – lukullische Grüße aus der Heimat – 2kg Leberkas nebst Händlmaier Sempf und a Glasl LeberwurschtFür NESSAJA gab es die Ersatzteile für den Wassermacher……und für ELOWYN den neuen externen Temperaturfühler für die Heizung
Doch das war längst nicht alles! Jörg und Sven sind mit einem Werkstattwagen von Jörgs Firma angereist.
In dem VW Crafter war natürlich reichlich Platz und so habe ich die Chance genutzt, mir weitere Teile mitbringen zu lassen. Das hilft, denn ich muss weder auf ELOWYN noch auf NESSAJA warten, um diverse Kleinigkeiten voranzutreiben.
Auf Leros nicht zu bekommen, war zum Beispiel die „blue-performance“ Abdeckung für meinen Außenborder – die hatte der Hagel perforiert. Endlich hatte ich Ersatz!
Passt wie die Faust auf´s Auge – der Suzuki ist wieder geschützt
Damit nicht genug – ihr erinnert euch vielleicht an die Odyssey der Dichtungen für die Duschtüren auf ELOWYN. Ich hatte gedankenlos die Ware in 250cm Länge bestellt, welche leider statt an Hans Peter an meine deutsche Adresse geliefert wurde.
Unser Sohn konnte das Packstück aufgrund der Länge nicht einfach weiterversenden. So war es eine glückliche Fügung, dass Tom von der INSPIRATION bei uns zuhause vorbeigefahren ist und das lange Trum zu Jörg gebracht hat.
So konnte ich heute auch dieses verfitzmaledeite Packstück in Empfang nehmen!
Ich bringe die Teile für ELOWYN gleich dorthin – die Dichtungen sind schon lang……die Dimensionen werden erst im Vergleich so richtig bewusst
Last not least haben mir die Freunde auch noch einen Gefallen für Dritte getan. Ich war nämlich im Wort bezüglich eines Gefahrguttransports, konnte dieses Wort aber nicht halten, weil ich ja vermutlich meine Deutschlandreise verschieben werde.
Deshalb war ich sehr dankbar, dass mir die Beiden auch die Wassermacherchemikalien für die Crew der BORN TO LIVE mitgenommen haben. So war uns allen geholfen – und eine Hand wäscht die andere… Dies ist übrigens ein Credo, welches im Februar noch ein paarmal vollumfänglich unter Beweis gestellt wurde.
Auch Guido bekommt seine Chemie
Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass ich überlege erst später nach Deutschland zu fahren?
Eigentlich wollte ich ja Mitte Februar zu Sibylle fahren und mit ihr noch einmal alle Kinder besuchen. Dann würden wir uns mit Hans Peter in Karlsruhe treffen um meine Wohnung zu renovieren und diese in diesem Zug verkaufsfertig zu machen – soweit der Plan…
Leider verzögert das Wetter seit Wochen meine Großprojekte. Ich hänge mit dem Rigg von NESSAJA nach und kann auch auf ELOWYN die Außenarbeiten nicht abschließen. Ich bin wohl noch in der Zeit, aber ich kann nicht einfach drei oder vier Wochen alles liegen lassen. Vermutlich reise ich später nach Deutschland. Wann, wird sich im Laufe des Monats zeigen.
Für heute reicht´s mir – ich ziehe mich auf NESSAJA zurück und wasche meine Wäsche.
Das Wetter passt perfekt, das muss ich ausnutzen
Der perfekte Tag dafür – die Freunde brauchen noch etwas Zeit sich zu sortieren, ich habe meine Teile alle verräumt und kann mich auf morgen vorbereiten.
So nutze ich den restlichen Tag für Hausarbeit und ein bisschen Planung. Ich sehe mir die erworbenen Teile mal genauer an – ich hoffe, es passt alles…
Gleiche Uhr – trotzdem anders! Hoffentlich passen die AnschlüsseSieht aber aus, als sei genug Platz für das „Zipfele“
Das bisschen Zeit das ich habe, kommt mir sehr gelegen, denn der Zufall will es, dass sich ein Interessent für FESTINA LENTE von Johannes gemeldet hatte.
Ich hatte lange Mails mit dem Paar aus dem Schwäbischen ausgetauscht, bei den Vorbereitungen zur Anreise geholfen und sehe jetzt dem Besuch der Beiden sympatischen Schwaben entgegen.
Es steht eine Probefahrt mit dem Schwesterschiff von INSPIRATION zur Debatte – das ist an sich kein Problem, die Bavaria 39 Cruiser ist fahrklar. Mein Nachbarschiff braucht lediglich eTEPAI, eine Sache um die ich mich kümmern kann.
Bei einem Telefonat gibt mir der Eigner alle Daten und beantrage in meinem Account das notwendige Permit.
All das „geht nebenher“ – verschlingt aber Stunden
Ich war froh, als endlich Feierabend war. Heute war ich zum Abschiedsessen mit Brigitte und Hans verabredet., Auch die Beiden werden noch einmal für einen Monat nach Österreich reisen, auch hier gilt es zum Abschied noch einmal leise „Servus“ zu sagen.
Damit der Trennungsschmerz etwas gelindert wird, haben wir uns auf einen Burger nebst Salatbegleitung im „Remezzo“ verabredet.
Schon der Salat hat es in sichDie Burger sind zur Zeit „best in town“
Der kommende Morgen begann mit einem Paukenschlag! Ich stehe in Schlafshirt und Schlüpfer in NESSAJAs Pantry und bemühe mich im Halbschlaf meinen Kaffee zu überbrühen.
BIMM! Mein Telefon reißt mich aus meinem Tun – nanu, wer will zu dieser Zeit etwas von mir??? Es war Jörg! Sein Krantermin sei vorverlegt worden und ich hätte doch angeboten Linehandler zu sein – es geht in 10 Minuten los!
Waaaas? In 10 Minuten??? Ich springe in mein Gewand und haste zum Liegeplatz von INSPIRATION – ohne Kaffee!!! Klar, mussten wir länger als 10 Minuten warten, aber dann hieß es „Leinen los“ und wir glitten aus der Box.
Unterwegs – vorbei an NESSAJA, wo mein Kaffee gerade kalt wird
Wir fahren – es fühlt sich ungewohnt an. Ich bin ja inzwischen in der Marina festgewachsen. Das erste Ablegemanöver ist ungewohnt, für mich und für den Skipper, der die Bavaria aber gekonnt aus der Gasse lenkt.
Wir müssen etwa zwei Faden zurücklegen bis wir in der Krangasse wieder andocken. Meine erste Fahrt 2026 – ob ich Jörg mein Meilenbüchlein zur Unterschrift vorlege? 😉
Obwohl die Fahrt nur zwei Minuten dauert, haben wir Spaß – ich freue mich auf die kommenden Wochen mit den Jungs…
Der Skipper – hochkonzentriertEs kann nix passieren – wir haben ein BegleitfahrzeugDann machen wir in der Gasse fest und INSPIRATION wird in die Gurte genommen
Das Kranen ist immer ein Spektakel. Klar, das Boot verlässt sein gewohntes Element und hängt in den Schlaufen.
An Land steht es dann wie ein unbeweglicher Koloss und wird zur Immobilie. Alle Eigner wohnen diesem, fast schon metamorphorischen Prozess, gespannt bei und filmen was das Zeug hält.
So auch die Crew der Bavaria – der Augenblick wird auf Zelluloid gebannt.
Die Sonne kommt gerade hinter dem Berg hoch, bei uns ist die Laune schon bestensDas Schiff wird in die Höhe gehoben……und dann auf Landniveau gebracht und gereinigt – erste neugierige Blicke inspizieren das UnterwasserschiffINSPIRATION wird nahe den Plätzen positioniert, an denen HP und ich refittet haben – ein guter Spot
Jörg parkt den Werkstattcrafter so, dass sich eine perfekte Werstattecke ergibt. Der große Volkswagen dient als Häuschen und Kammer, gearbeitet wird auf mobilen Werkbänken nahe der geöffneten Türen.
Die Beiden legen recht rasch los, verkabeln ihr „Lager“ und sorgen für fließend Wasser. Mein Job ist getan, ich verhole mich zurück auf NESSAJA, trinke erst mal meine zwei Tassen Kaffee und kümmere mich dann um den Service meines Top-Swivel. Ich will alle Teile meiner Rollanlage fertig haben, um jederzeit startklar zu sein, sollte das Wetter die Montage der Anlage zulassen.
Das Zerlegen des oberen Wirbel geht rasch von der Hand, er muss nur gereinigt und geschmiert werden
Gegen Mittag habe ich eine Idee – wie wohl eine gemeinsame Brotzeit zur Mittagspause angenommen würde? Ich hatte ja den Leberkas und es lag mir fern, die zwei Kilo alleine zu futtern.
Also gehe ich nochmals zum neuen Standplatz der INSPIRATION und biete an, dass ich gegen 13.00 Uhr zur gemeinsamen Mittagspause laden würde. Die Idee wurde begeistert angenommen…
Ich staunte derweil nicht schlecht – während ich an meinem Topwirbel herumwienere, hat Sven ALLEINE fast ein Viertel Boot bis aufs Gelcoat abgehobelt! Wobei „abgehobelt“ gar nicht flapsig gemeint ist – die beiden machen den Job, den wir bisher immer als Schleifarbeit verstanden haben, mit einer Lackfräse! Das kostet Körner und macht richtig Radau, zeigt aber echt Wirkung.
ALLEINE – nach zwei Stunden!
Ich ziehe mich in meine Pantry zurück und bereite das Mittagessen vor. Das bayrische Labsal ist vorgebacken und muss nur im Backofen auf Temperatur gebracht werden.
Meine Sibylle gibt mir aus der Ferne Anweisungen wie dies am besten gelingt und ich handle, wie mir geheißen.
Wrapped – nur nix anbrennen lassen13.00 Uhr – „Essen fassen!“
Das Flötzinger ist von Jörg gestiftet, so zauberten wir Mannsbilder eine ansehnliche Brotzeit auf den Tisch.
Es war schwer, sich danach wieder aufzurappeln und gegen das Freßkoma anzukämpfen – aber es gelang uns in beeindruckender Weise!
Ich klarierte die Küche und stellte dann die Reinigung und den Service an meinem Top-Swivel fertig…
Bis zum Spätnachmittag war das Teil serviciert und einbaufertig
Die beiden „Work-Freaks“ von der INPIRATION haben die Messlatte sogar noch einmal um ein Quäntchen höher gelegt und sägen gleich mal am ersten Arbeitstag die Löcher für den Tunnel des Bugstrahlruders.
Wenn ich mir überlege, wie lange wir uns bei ANAHITA dafür Kopf gemacht haben und wie lange die Marinamitarbeiter schließlich dafür brauchten – was für eine Benchmark!
Die Löcher sind drin – „…nur noch schnell anpassen!“„…schnell saubermachen – die Schottwand muss raus, da laminieren wir dann schnell eine neue ein!“
Ganz ehrlich, die ersten Tage haben Jörg und Sven so eine Schlagzahl vorgegeben, dass nicht nur ich staunend daneben gestanden bin.
Ich komme später noch einmal darauf zurück, aber in unserer Marina kommt es nicht alle Tage vor, dass jemand den Bugtank ausbaut, den ganzen Stauraum unter dem Bett neu aufteilt und dann IM SCHIFF einen neuen, maßgefertigten Kunststofftank schweißt. Die ersten Tage mit den Beiden waren mehr als beeindruckend!
Die ersten Abende übrigens auch 😉 …
Wir gingen alle zusammen essen und hatten richtig Spaß
Falls sich jemand fragt, wer da noch mit am Tisch sitzt – das ist die Herrencrew rund um Joachim.
Er, Fritz und Dirk haben Joachims Katamaran aus der Türkei nach Leros verlegt und den Februar für die Fahrt von Marmaris hierher genutzt.
Nein, ich habe meine Gesellschaft nicht angebiedert, unsere Zusammenkunft resultiert aus der Tatsache, dass die Seglerwelt eben doch irgendwie klein ist. Joachim ist ein Segelfreund von Freunden die wir schon lange kennen und die uns gebeten hatten, ihn nach seiner Ankunft doch mit den nötigen Informationen zu versorgen.
Dem entsprach ich gerne, wir waren uns sympathisch, der Rest ist Geschichte… Allerdings würden die drei bereits übermorgen abreisen, wir würden uns aber im Sommer wieder treffen.
Den neuen Tag begann ich abermals entspannt…
Ich verpacke ELOWYNs Hydraulikzylinder für den Transport nach DeutschlandSo passt das, so kann Jörg den Zylinder mitnehmen und verschicken
Es war wieder einmal ein regnerischer Morgen und so nahm ich mir vor den Hydraulikzylinder von ELOWYN versandfertig zu machen.
Ich musste KG-Rohr beschaffen, dieses drei Meter lange Trum nach Plaka transportieren und dort zuschneiden. Dann konnte ich den Zylinder sicher verpacken und das Frachtstück bereitlegen.
In Deutschland wird er zur Servicefirma verschickt und Hans Peter wird ihn im Mai zurück nach Griechnland bringen. Die Logistik und deren Organisation ist wohl das meistunterschätzte Thema in Sachen Bootswartung!
Danach war ich abermals als Küchenchef gefragt – die Brotzeit am Vortag war so gut angekommen, dass es nach einer Wiederholung mit dem zweiten Kilo Laberkas schrie.
Der Tisch war gedeckt – nanu, für Fünf???Das zweite Kilo und ein kläglicher Rest von gesternHm, lecker – frisch serviertKann losgehen – alle Gäste sind da
Ja, richtig gesehen – Hans und Brigitte sind noch da! Ihr Flug wurde abermals verschoben.
Sie kamen nicht weg von Leros – alle Flüge verschoben auf morgen! Neues Spiel, neues Glück…
Egal, eine weitere Gelegenheit sich zu treffen und so habe ich die beiden Freunde aus Österreich kurzerhand zur Leberkasorgie eingeladen.
Weil die Beiden nicht mit leeren Händen kommen wollten, gab es einen Kübel eisgekühltes Bier zum Essen – im Wortsinn…
Mamos on the Rocks
Wir saßen diesmal länger beisammen als noch gestern. Erstens, weil wir einfach viel zu quasseln hatten. Zweitens, weil der Tag einfach nicht zum Arbeiten einlud – draußen herrschte wieder schwerer Sturm!
Es war einfach nicht mehr feierlich – es kachelte was das Zeug hielt und man spürte an NESSAJAs Platz jeden Winddrücker im Rigg.
Wieder zwischen 60 und mehr als 70ktsVor Zeugen und fotografiert – 85kts in der Marina
Zweifel kamen auf – ob mein Windmesser zuviel zeigt? Nun, ich kann nicht mehr sagen, als dass es eine neuwertige und hochwertige Anlage ist. Woher sollte die Falschmessung rühren?
Ich nehme vorweg, dass NESSAJA ab der Monatsmitte auf einem anderen Platz stehen wird. Tatsächlich zeigt meine Anlage dort weniger starke Peaks an – was aber beweist, dass sie nicht grundlegend zuviel misst. Hier an der Ecke pfeifen die Böen eben recht kräftig um´s Eck.
Dies sollte den ganzen Monat mit nur kurzen Pausen so weitergehen – es folgen noch Bilder. Auch andere Freunde waren übrigens von Fähr- und Flugplanänderungen betroffen, im Februar war auf nichts Verlass!
FESTINA LENTE – mein Nachbarschiff steht zum Verkauf
Ein neuer Handlungsstrang schleicht sich in meinen Alltag. Dies wird im Laufe des Monats noch ein paarmal passieren!
Das führt dazu, dass ich mich vor Arbeit kaum retten kann, fleißig bin und auch ganz schön was weggeschafft bekomme, meine Kernprojekte aber etwas ins Hintertreffen geraten.
Sibylle fehlt vor Ort, sie ist die, die mir normaler Weise den Rücken freihält.
Was war passiert? Ich hatte ja schon angedeutet, dass ein Interessent für FESTINA LENTE sein Kommen angekündigt hatte. Die offenen Punkte waren soweit abgeklärt und auch etwaige Budgetfragen bereits besprochen, so dass nun ein Besuch beim Schiff folgen sollte. In der Planung rutsche das Zeitfenster immer näher an das Jetzt – bis wir auf einmal im Kurzfristbereich angekommen waren! „…Mario, wir kommen morgen, passt das?“
„Äh ja, klar, ich bin da!“ – und morgen ist inzwischen heute…
Die Beiden sind schon in Kos
Ich habe den Vormittag genutzt um auf FESTINA LENTE noch einmal nach dem Rechten zu sehen und den Niedergang zu öffnen um etwas frische Luft in das Schiff zu lassen.
Das Interessentenpaar hatte jeweils einen An- und einen Abreisetag geplant und wollte einen vollen Tag für die Schiffsbesichtigung in der Marina zur Verfügung haben. Leider waren auch die Beiden vom gestrigen Sturm betroffen und sind nicht rechtzeitig auf Leros angekommen. Eine Übernachtung in Kos war notwendig und dummerweise bleibt nun nur ein halber Tag für einen ersten Eindruck.
Ich werde mich redlich mühen, diesen so positiv wie möglich zu gestalten!
Ein bisschen Zeit bleibt noch bis zur Ankunft meines Besuches, was tun? Ich weiß! Ich fahr zum örtlichen Kurierdienst…
Ok, schon groß! Und schwer!
Witzig, genau wie beim letzten Mal, haben Brigitte und Hans auf ein dringendes Paket gewartet, welches aber nicht mehr vor ihrer Abreise angekommen ist. Ich habe mich abermals bereit erklärt, dieses nach Ankunft abzuholen – und mehr als einmal haben wir gewitzelt, dass es wohl exakt nach der Abreise ankommen würde…
Ihr könnt es euch denken – die Beiden waren gerade am Flughafen in Athen angekommen, da bekam ich schon die Nachricht… „Paket angekommen, liegt bei ACS mit der Abholnummer xyz“!
Also hole ich das Trum, fahre es in die Marina und lagere es vorübergehend in ELOWYNs Dinghygarage ein.
Jetzt wird es Zeit nach Agia Marina zu fahren, die Fähre wird bald ankommen, die Kaufinteressenten für FESTINA LENTE sind im Anmarsch!
Nur noch ein paar Meilen – auf nach Agia MarinaPünktlich biegt die Fähre in die Bucht von Agia Marina ein……und öffnet ihre Klappen um die Reisenden aus- und einsteigen zu lassen
Man erkennt sich sofort! Ein kurzes Hallo, dann geht es sofort zum Auto und ab in die Marina. Es gilt keine Zeit zu verlieren, ein Nachmittag ist reichlich kurz um sich einen Überblick über ein Segelboot zu verschaffen.
Ich zeige das Schiff, die Beiden fragen neugierig. Wir kriechen in alle Ecken und öffnen Luken und Klappen. Der Motor wird getestet, das Getriebe und das Bugstrahlruder auch – für eine Probefahrt reicht die Zeit leider nicht.
Wir gehen ins Büro, besprechen auch dort noch einmal die Modalitäten einer etwaigen Vertragsübernahme. So vergeht der Nachmittag wie im Flug, es wird Zeit die Beiden ins Hotel einzuchecken und sich zum Dinner zu verabreden.
Unsere Wahl fällt auf das „To Steki“ in Alinda. Ich gehe gerne dorthin – Edith aber auch! Und es hat mich voll erwischt!!!
Edith vereinnahmt mich – während des Essens
Treue Leserinnen und Leser werden sich an Edith erinnern – sie kam, sah und herzte… MICH! Während wir aßen und und uns angeregt über den Schiffsverkauf unterhielten.
Nun, es ist eben so eine Sache mit dem Feingefühl – letztlich haben wir das Besteck auf die Seite gelegt, uns dem Small Talk mit Edith zugewandt, welche dann auch gleich das gezeigte Bild an Sibylle geschickt hat. Dann war aber gut und wir konnten uns wieder auf unsere Themen konzentrieren und uns dabei wieder dem leckeren Essen bei Dimitris widmen…
Frittierte Fische – sind ganz lecker, esse ich mit Sibylle nie
Der Tag neigte sich dem Ende zu und ich habe mich von den beiden Schwaben verabschiedet. Es freut mich außerordentlich, dass sich mein Eindruck im Vorfeld bestätigt hat und die Beiden in Natura ebenso nett sind wie es ich vermutete.
Klar, im Rahmen der Diskussionen ist man auch mal geteilter Meinung, aber das muss man aushalten können. Zufrieden trennen sich unsere Wege – es beginnt die Nacht, in der man nochmal drüber schlafen muss 😉 !
Am nächsten Morgen machen die Beiden Nägel mit Köpfen, aus den Kaufinteressenten sind über Nacht designierte Bootsbesitzer geworden. Von hier ab übernimmt Johannes in Deutschland – und bereits Ende März treffe ich mich mit den Neueignern abermals auf Leros, dann zur finalen Übergabe.
Jetzt heißt es die Zwei an den Flughafen zu bringen, sie werden heute schon zurück fliegen. Der Zufall will es, dass dies genau der Flieger ist, auf den Freundin Susanne wegen des vorgestrigen Sturms umgebucht wurde. Ich verabschiede mich im „Abflugbereich“ von meinem Besuch, gehe drei Schritte in den „Ankunftsbereich“ und freue mich Susanne willkommen zu heißen.
Beide Flieger kommen gleichzeitig anSusanne kommt an und wird für zwei Wochen bleiben – ich freu´ mich
Sibylle weiß natürlich, dass Susanne in diesem Moment ankommt und auch, dass ich das ein oder andere „Date“ mit ihr haben werde.
Sie sendet viele Grüße von der „Enkelfront“ und scheint sich in „ihrer Welt“ auch sehr wohl zu fühlen. Die Racker haben die Oma voll vereinnahmt und sie hat alle Hände voll zu tun.
Trotzdem scheint es mir manchmal wie eine verdrehte Welt – egal, alle kümmern sich um ihr Ding und haben Kurzweil und Spaß, das ist die Hauptsache.
Grüße an Susanne – wir frühstücken Grad, die Lümmel nehmen mich in Beschlag
Ich bringe Susanne nach Xirokampos in ihr Haus und verabschiede mich dann. Sie muss erstmal ankommen. Wir verabreden uns soweit, dass wir uns gegenseitig ein kurzes Signal geben, wenn eine(r) von uns auf einen Kaffee geht – so hätten wir immer mal Gelegenheit zusammenzusitzen und ein wenig zu Quatschen.
Wann wir zusammen auf ein Dinner gehen, lassen wir zunächst offen.
Zurück in der Marina, besuche ich noch Jörg und Sven auf ihrer Baustelle. Die Beiden haben es sich inzwischen schon recht gemütlich gemacht und sich professionell eingerichtet – es ist alles da was man braucht!
Auf der Schleichfahrt durch die Marina zeigt mein Thermometer im Auto, was das Gefühl schon längst vermittelt hatte – der stetige Sturm macht Pause, es ist ein Sommertag mitten im Winter!
Ein PE-Schweißgerät, allerlei Werkzeug und- das Wichtigste – eine Kaffeeküche!Sonne und fast 22°C – perfekt
Ich helfe ein wenig bei den Brüdern und freue mich mit den Beiden über deren Fortschritt.
Viel zu schnell verfliegt der Tag und wir rufen den wohlverdienten Feierabend aus. An einem Tag wie diesem, gibt es eigentlich nur eine angebrachte Art und Weise die blaue Stunde zu begrüßen…
Ein Feierabendbier auf der Hafenmauer bei Sonnenuntergang! Und genau so machen wir es!!!
Easy Day – auf die FreundschaftDas wäre doch fast ein „Flötzinger“ WerbebildWeg ist unser Zentralgestirn – jetzt wird es schlagartig frisch
Wir beschließen zu duschen und gleich anschließend ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu gehen.
Während ich mich gerade für das gemeinsame Dinner zurechtmache, rasselt eine WhatsApp Nachricht meines Freundes René aus Schliersee rein. Sibylle ist heute bei René und seiner Rita zu Besuch und offensichtlich wollen die Drei mir lange Zähne ob ihrer bayrischen Brotzeit machen.
Das würde sonst auch funktionieren, aber nachdem wir erst vor wenigen Tagen „Leberkäs“ satt hatten war die Wirkung nicht so vehement wie sonst 😉 …
Jaja, sieht gut aus, zugegeben – aber diesmal breche ich nicht gleich in Tränen ausNimm DAS dafür – und leide wie ich, Du Schuft
Meine Antwort ist ein Bild vom Drehspieß – das ist heute eine gute Alternative und wir können somit beim Dinner ebenfalls punkten.
Am neuen Morgen war ich recht hibbelig – mein Victron Ansprechpartner hilft mir, mein Setup ein bisschen upzudaten und wir sehen uns gemeinsam meine Spannungsschwankungen des Generators an.
Der Probelauf zeigte, dass alles gut funktioniert, aber die Ladeleistung des alten Generators an der neuen, elektronischen Anlage schwankt.
Um das einzugrenzen, muss ein letzter Generator-Probelauf gemacht werden. Ich kann nicht abwarten und starte das Prodecere noch während meines Morgenkaffees.
Die Anlage selber läuft einwandfreiDie Firmware Updates laufen einwandfrei durch – den Quattro machen wir später zusammenVom Quattro abgekoppelt, liefert der Generator einwandfrei
Ich habe den Generator noch einmal von meiner Victron Anlage abgekoppelt getestet – alles läuft einwandfrei.
Die Victron Anlage habe mit neuen Firmware Updates bespielt, auch hier gibt es keine Fehler.
Das alles ist tröstlich, denn es zeigt, dass beide Systeme mängelfrei sind. So ist davon auszugehen, dass die schwankende Leistung ein Schnittstellenproblem ist, welches übrigens auch gerade im Victron Forum besprochen wird. Ich hoffe, dass ich dies im Laufe des Monats lösen kann und gebe die Ergebnisse an meinen Victron Kontakt durch.
Weil ich gerade am Tisch sitze und noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken werden will, entscheide ich, die Messinstrumente des Wassermachers für den Einbau vorzubereiten.
Das unkaufbare Rotameter – dann überhole ich es eben…Fertig – alte Fittinge werden durch neue ersetzt, alle Instrumente werden für den Einbau vorbereitet
Ich mache den Wassermacher kurzentschlossen zu meinem Tagwerk! Ich will den unbedingt einem weiteren Testlauf unterziehen, bevor NESSAJA an Land gestellt wird. Außerdem gilt es, die Anlage zu konservieren, um für eine weitere Standzeit gewappnet zu sein.
Ich bereite mein Werkzeug vor, verschaffe mir Zugang zur Anlage und lege los – ich bin mal gespannt, wie weit ich heute komme.
Hier muss alles wieder zusammengebaut werden……dafür braucht es Platz und den entsprechenden Zugriff – es geht ohnehin recht eng zuEgal wie, irgendwann ist es geschafft – sieht gut aus
Trotzdem verfliegt über solche Arbeiten der Tag – ich bin aber mit meinem Tagwerk zufrieden und beschließe, dass ich den Testlauf und auch den Konservierungsvorgang morgen durchführen werde.
Ein bisschen frische Luft tut nach dem Arbeitstag im Salon von NESSAJA gut. Ich schlendere durch die Marina und sehe mal auf der Baustelle von Jörg und Sven nach, wie weit die Beiden inzwischen sind.
Bei den Brüdern herrscht eine hohe Schlagzahl und ich bin mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich das motivierend oder demoralisierend finden soll.
Klar ist das Bugstrahlruder fertig eingebaut – innen auch!!!Jetzt wird alles klar – die Beiden sind mit bayrischen Wurschtschmankerl gedoptJörg schenkt mir den selbstgebauten Zirkel für den Bugstrahlrudertunnel – und einen Meterstab
Dankeschön! Ich freue mich über den selbstgebauten Zirkel, denn ich habe ja bei ANAHITA beobachten können, dass selbst die Marina den Umriss der Bohrung eher „schätzt“.
Ich bin nun in der Lage, genau anzuzeichnen wo der relevante Schnitt gemacht werden muss um ein perfektes Ergebnis zu bekommen.
Ich fahre sofort hoch in mein Haus, um das rare Werkzeug und den „Blindhammer Meterstab“ in meine Garage zu räumen. Der Meterstab wird sich bei der Hausrenovierung etablieren!
Heute Abend gibt es ein weiteres Kennenlernen – ich bin in Alinda zum Dinner eingeladen, doch dazu später noch ein paar Worte. In jedem Fall hat es sich gut getroffen, dass ich von Alinda aus nach Hause fuhr, denn es war so geplant, dass ich Alex´am Fährhafen in Agia Marina aufpicken könnte. Der Skipper der ANAHITA kommt heute aus Deutschland zurück!
Der Parkplatz war voll – ich parke quer vor anderen Autos und sende Alex meinen Standort……ein Parkplatz wurde frei – ich kann den Freund am Anleger abholen
Ein großes Hallo zur Begrüßung! Ich mag Alex und freue mich, dass er wieder da ist. Seine Frau Antonia wird leider erst Mitte März nachkommen, sie hat private Verpflichtungen – ich bedaure das, denn zusammen haben wir immer viel Spaß gehabt. Aber ich bin sicher, wir bekommen das auch so hin!
Kurzer Gedankensprung zu meinem Dinner – Bibi und Markus haben mit mir Kontakt aufgenommen. Sie hatten sich für eine Gebrauchtyacht auf Leros entschieden und wollten mich treffen. Solche „Blind Dates“ mag ich – und sage natürlich sofort zu. So traf es sich, dass wir nach einem gemeinsamen Kaffee zum „Beschnuppern“ gleich dreimal zusammen beim Essen waren. Wir hatten Kurzweil und Spaß und ich freue mich darauf, dass die Beiden schon im März zurückkommen und ihre Neuanschaffung MOUSTIC zu uns in die Evros Marina verholen werden.
Ich sacke zufrieden und müde ins Bett und überlege beim Einschlafen, wie ich das morgen mit dem Probelauf des Wassermachers angehe.
Nun, am besten steige ich dort ein, wo ich mit Guido zusammen abbrechen musste – zuerst nur die Niederdruckpumpe……dann das Hochdruckaggregat dazu – noch ohne den Druck nach oben zu drehen
Jetzt wird es spannend – ich drehe also, wie das letzte Mal vor etwa drei Wochen, den Druck langsam nach oben…
Die Anlage beginnt richtig Lärm zu machen und fängt an, das Meerwasser durch die Membranen zu pumpen. Langsam zählt der ppm-Zähler für die Wasserqualität nach unten – 1562 – 1283 – 968 – 861 – 721…
Der Produktwasseralarm ist schon länger aus, die Qualitätsanzeige springt auf „grün“. Ich entscheide, dass ich das Produktwasser einfach mal verkosten werde.
Ich produziere bewusst nicht in den Tank – daher muss ich relativ schnell die Eimer nacheinader ausleerenIch bin positiv überrascht – schmeckt nach nix und ist damit wirklich gut
Es ist wirklich beeindruckend – mein Testlauf dauert etwa eine halbe Stunde. In dieser halben Stunde produziere ich die Nominalmenge von 45 Liter Trinkwasser, welches ich aber bewusst in einen Eimer statt in den Tank geleitet habe.
Dieses Mal ist das Wasser für den Gully, nächstes Mal kann ich bedenkenlos in den Tank produzieren.
Final erreiche ich eine Produktqualität von 557ppm, das kann als guter Wert betrachtet werden. Meine Freude wurde etwas getrübt, weil irgendwann der Wert wieder anstieg. Es sei aber gesagt, dass ich nach langer Standzeit, im Hafen und ohne Filterwechsel produziert habe – ich gehe davon aus, dass die Anlage einmal gereinigt werden muss, dafür braucht es aber Chemikalien die ich nicht habe. Dieser Punkt kommt auf die Liste für den neuen Eigner.
Ein guter Wert unter den gegebenen Bedingungen
Jetzt gilt es die Anlage zu konservieren. Diese Chemikalie habe ich an Bord und ich meine fast, dass es mir die Nasenschleimhäute verätzt als ich die Dose öffne.
DIESES Zeug will ich nicht in einer Küchenschüssel haben. Ich baue mir daher ein Mischgefäß und mische mir eine Spülösung für den Kanister an. Dann spüle und konserviere ich die Anlage nach Vorschrift und nehme diesen offenen Punkt von meiner Liste.
200g auf 20 Liter – was für ein Höllenpulver
Check! Jetzt heißt es nur noch das Boot zu klarieren. Dazu gehört auch die Beseitigung von Kollateralschäden. So habe ich zum Beispiel eines der kleinen „Inselschiffchen“ abgebrochen, welche bei uns an Bord verklebt sind.
Das klebe ich „schnell noch“ an! Und ich denke ihr ahnt schon was kommt…
Nicht mal einen Kleberpunkt kann man „mal schnell“ setzen. Natürlich weiß ich, dass ich nach längerer Pause, die SIKA Spritze erst freistechen muss und die Düse freigängig machen muss. Aber wer rechnet denn damit, dass man den Stempel der Kartuschenpresse nicht mehr aus der Kartusche ziehen kann?
Nach langem Mühen entscheide ich mich zur Notoperation!
Unglaublich was es alles für Pannen gibt……am Ende führt nur ein Massaker zum Ziel
Am Nachmittag ist das Tagesziel erreicht – der Wassermacher ist geprüft und neu konserviert, das Boot klariert.
Ich beschließe den Tag damit, mal wieder ein Update an meine Käufer in die Schweiz zu schicken. Ich sende die Bilder vom Wassermacher und auch vom Generatorlauf, erzähle kurz wie es mit dem Rigg vorangeht und auch, warum ich ausgerechnet bei diesem Punkt etwas in Verzug geraten bin.
Trotzdem hänge ich auch hiervon Bilder an, einfach um aufzuzeigen, dass schon was vorangegangen ist und ich immer noch optimistisch bin, das stehende Gut bis Mitte März ausgetauscht zu haben.
Die Bauteile des Furlers sind fertig serviciert und warten auf den EinbauDas Profilvorstag liegt fertig am Ponton und ist bereits mit einem neuen Vorstagsdraht versehenAber leider wird der ganze Februar stürmisch und regnerisch sein – wir finden keinen passenden Tag um die Takelage zu entern
Da im Hintergrund die Vorbereitungen laufen, um meine Wohnung in Deutschland verkaufsfertig zu machen und ich hierbei ein paar Planänderungen zur Kenntnis nehmen muss, ich zudem in dieser Phase des Monats merke, wieviel Druck bezüglich NESSAJA und ELOWYN am Kessel ist, greife ich zum Hörer und rufe Sibylle an.
Wir beschließen an diesem Abend, dass sie festlegen muss, wann sie zurück nach Leros kommt und ich gleichzeitig meine Fahrt nach Deutschland bis mindestens in den April verschiebe.
Sibylle wird sich später auf den 24.02. als Rückkehrdatum festlegen, es sind also noch ein paar Tage hin – ich bleibe „left outside alone“!
Der neue Tag beginnt beschissen – irgendwie im übertragenen Sinn und doch recht wörtlich zu nehmen!
Ich spüle meinen Fäkalientank und bin dabei ziemlich entspannt – bis der Bilgenalarm anschlägt! Mit einem ohrenbetäubenden Pfeifton, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Wasser in der Bilge – Alarm! Was war passiert?
Nicht gleich mit dem Finger auf mich zeigen! Natürlich sind unsere Tanks leer! Aber der Krantermin für NESSAJA ist fixiert und das Schiff wird an Land stehen. Ich habe dann keine Option mehr, den Ablauf zu öffnen – auch nicht mit Spülwasser.
Ich möchte den Tank aber noch einmal mit Süsswasser spülen, denn ich muss den Tankgeber ausbauen und reinigen, dieser hängt nämlich – denke ich zumindest.
Nicht ganz klar ist mir jetzt allerdings, warum in irgendeiner Art und Weise beim Auffüllen mit Frischwasser, dieses in die Bilge gelangen kann. Egal, erst einmal die Bilge auspumpen, das geht am effektivsten mit der manuellen Pumpe.
Die Pumpe kann was, die Bilge ist rasch wieder leer
Ab jetzt gilt es Ursachenforschung zu betreiben. Dies war nicht für heute geplant, eigentlich wollte ich den Tank nur spülen.
Aber in diesem Fall macht es Sinn, gleich nach dem Grund für das Leck zu suchen. Ich öffne also die Zugriffsluke und staune nicht schlecht!!!
Die Blende ist rasch weggeschraubt, man kommt ganz gut an den TankIch traue meinen Augen kaum, der Tank ist mehrfach gerissenDas Thema duldet keinen Aufschub, ich nehme das Teil gleich rausDer besudelte Tankgeber bleibt zurück – vorerst! Die Tragweite des Schadens ist mir noch nicht bewusstMeine Co-Workerin Sibylle fehlt – mein Bewegungsradius ist stark eingeschränktIrgendwie schaffe ich es, das Trum nach draußen zu wuchten
Klingt es abwertend, wenn ich von Sibylle als meine Co-Workerin schreibe? Das soll es keinesfalls! Dieser eine helfende Handgriff, um wie in diesem Beispiel, den Tank aus dem Raum zu wuchten bevor ich mich durch die Türe bewegen muss, oder das Anreichen eines Schraubenziehers wenn man endlich in einer beengten Arbeitsposition angelangt ist – all das sind Handgriffe die Gold wert sind.
Ja, Sibylle und ich sind, in vielerlei Hinsicht ein gewachsenes und eingespieltes Team. Ich muss schmunzeln, als Thomas von der SIMPLY FREE exakt heute so ein „Spaßbildchen“ aus dem Internet teilt…
Na dann haben Sibylle und ich ja eine gute Grundlage
Apropos Essen und Hunger – es war schon spät am Abend und mir knurrt der Magen, ich habe einen Bärenhunger!
Eigentlich war es ein Wetter, bei dem man keinen Hund auf die Straße jagt, aber was muss das muss. Ich haste zu meinem Klicker und bin froh, dass ich glücklicher Weise in diesem verregneten Winter ein Auto zur Verfügung habe und meine liebe GS trocken in der Garage steht.
Als ich die kurze Fahrt nach Lakki antrat, schüttete es wie aus Kübeln! Da der Grundsatz „kein Vorteil ohne Nachteil“ meist auch im Umkehrschluss gilt, darf ich mich bisher über milde Temperaturen freuen. Wir sind nahezu immer zweistellig, die meisten Tage liegen bei rund 15°C oder mehr und dazwischen bekommen wir einen 20°C+ Tag geschenkt!
Es regnet, dass man denkt die Welt würde untergehen
Der folgende Tag sollte einer werden, an dem Freud und Leid, gute und schlechte Nachrichten, sich aneinander reihten.
Es sollte ein Tag werden, welcher für mich und Sibylle ein prägender würde – mehr für mich, ich erlaube mir daher, nur für mich zu sprechen.
Zunächst begann alles ganz harmlos und positiv. Brigitte meldet sich bei mir, sie hätte Nachricht von der Marina, dass es mit der Erneuerung ihrer Vorsegel-Rollanlage losgeht. Man würde mich bitten, einfach mal vorbeizusehen – und das mache ich natürlich gerne!
Tatsächlich – an BARCASO wird schon fleißig gearbeitet, was für eine gute Nachricht
Wenn ich schon durch die Marina schlendere, dann sehe ich auch gleich an der Großbaustelle rund um die INSPIRATION vorbei. Meine „Baustelleninspektion“ am frühen Vormittag hat sich zu einem netten Ritual entwickelt. Wir geben uns gegenseitige Updates über den jeweiligen Sachstand unserer Arbeiten.
Jörg beschäftigt sich heute mit den Unterlegscheiben für die TruDesign-Seeventile, ich bejammere im Gegenzug den Schaden an meinem PE-Tank und heule über die schwierige Beschaffung.
Ich kann mit meiner großen Topfsäge auf der Profi-Baustelle aushelfen……im Gegenzug bekomme ich von Jörg die Anordnung – „…lass´ Deinen Tank mal liegen!“
Ich hatte ja schon angedeutet, dass Kunststoffschweißen ein Teil von Jörgs Profession ist, er hat ja für ein eigenes Projekt ein Kunststoff-Schweißgerät und das entsprechende Material dabei.
Ich solle den Tank mal liegen lassen, zum richtigen Zeitpunkt würden wir den Schaden analysieren und uns mit einer Lösung befassen!
Das klingt sehr gut! Es scheint, als hätte mein Tag einen Lauf, die zweite gute Nachricht heute!
Es steht einer der Höhepunkte des aktuellen Monats bevor! Die lang geplante Liegeplatz-Rochade von DONNA und NESSAJA ist für heute anberaumt. Unsere Freunde Ben und Caetlin sind aufgeregt – nach Monaten des Arbeitens und der harten Zeit an Land, soll ihr Schiff heute wieder zurück in „sein Element“!
Ausgerechnet hierbei sollte es das Schicksal weniger gut mit uns meinen…
Giannis holt DONNA ab, die alte Jeanneau wird heute gelauncht
Ihr ahnt was kommt – DONNA zeigte im Kran eine Undichtigkeit. Es blieb nur eine Alternative – das Boot wird wieder angehoben und für eine weitere Woche auf die Seite gestellt.
Ich habe auf jegliches Foto verzichtet! Es war Caetlins Geburtstag, es hätte gefeiert werden sollen und alles bricht in sich zusammen. Die Mühen der letzten Monate, das Rackern – der Lohn bleibt aus!
In diesem Moment kann keiner besser Nachfühlen als ich, wie Ben gefühlt haben mag. Aber die Entscheidung ist alternativlos – keine Kompromisse! Große Projekte bergen größere Risiken!
Als ob dies nicht schlechte Nachricht genug wäre, sendet Sibylle just in dem Augenblick als wir das Leck an DONNA analysieren, die nächste Hiobsbotschaft aus Deutschland. Sie sei gerade bei unserem Sohn Stefan in der Arbeit…
Weil der Bub bei Audi schafft, darf Sibylle ihren ollen Honda Civic zum TÜV dorthin bringenDa hilft auch die beste Vernetzung nix – die Hinterachse hat ein faustgroßes Loch
Der Junior zögert keine Sekunde, dem alten Wagen den Todesstoß zu versetzen – „…lohnt sich nicht!“ – war noch der netteste Teil seines Statements. Ich weiß natürlich, dass er Recht hat und doch sträubt sich etwas in mir.
Ich weiß nämlich auch, dass er einfach keine Lust hat markenfremd aktiv zu werden – er ist ein VAG-Boy und etwas anderes als ein Gefährt aus der Volkswagen Gruppe kommt für ihn nicht in Frage.
Er versucht Sibylle einen schönen VW Polo schmackhaft zu machen – ein Wagen der für 5.000.-€ sicher preiswert ist. Genau an der Stelle fehlt ihm aber das Verständnis für unsere Gesamtsituation – nicht wegen des Geldes alleine, es ist keine intelligente Entscheidung ein 5.000.-€ Auto für viermal vier Wochen im Jahr bereitzustellen! Diesen Luxus KANN man sich gönnen, wenn der Wagen, wie der Honda, geschenkt war. Wir werden sehen wie es weitergeht – vielleicht muss hier der Papa ran 😉 !
Der hat im Moment aber andere Aufgaben – es heißt sich neu zu sammeln und wieder zu konzentrieren…
Fertig zum Ablegen
Ich habe immer gesagt, dass NESSAJA innerhalb zwei Stunden fahrklar ist. Das haben nicht alle geglaubt, jedoch konnte ich heute den Beweis antreten. Innerhalb der letzten zwei Tage habe ich immer wieder kleine Handgriffe gemacht um mein Schiff letztlich an Land zu bringen.
Es waren insgesamt wohl wirklich kaum mehr als die besagten zwei Stunden und heute ist es also so weit. Nach zwei Jahren verlässt NESSAJA den Platz an F18 – und es scheint, dass sie in keinem denkbaren Fall hierher zurückkehren wird.
Deshalb ist das Entfernen der Ketten fast schon ein metaphorisches Tun – FREE NESSAJA, it´s high time to break the chains!
Nur noch die Luvleine hält das Schiff – alles andere bleibt vorerst am Steg zurück
Ich habe mir meine Kurzzeitcrew zusammengestellt. Alex ist an Bord und auch Sven unterstützt bei der Fahrt in die Krangasse.
Die Maschine läuft, ich funke die Marina an und bitte um die Unterstützung des Marineros. Der Kran wartet, NESSAJA geht jetzt an Land, Ben hat meinen Wunschplatz heute morgen geräumt.
Wir fahren – das Wetter wirkt bedrohlich, aber es ist ein ruhiger, niederschlagsfreier TagDie Fahrt endet nach drei Minuten, wir fixieren mein Schiff in der Kranbox – angehoben wird sie nach der MittagspauseHier wurde sie im März 2022 ins Wasser gehoben – fast vier Jahre herSie zeigt keine offensichtlichen Schäden und keinen starken Bewuchs
Da ich mit dem Kranfahrer vereinbart hatte, dass er erst nach der Mittagspause anhebt und ich auch weiß, dass das Hochdruckreinigen und das Umladen auf das Carello einige Zeit in Anspruch nehmen, habe ich mich erstmal anderen Beschäftigungen zugewandt.
Nachdem Jörg mir seinen Bruder, die helfende rechte Hand, als Krancrew zur Verfügung gestellt hatte, war es mir ein Vergnügen nun selbst als Helfer dienen zu dürfen – beim Kunststoffschweißen!
Ich hatte es ja schon ein paarmal angedeutet, Jörg hatte alles Equipment mitgebracht, um den Serientank im Bug der Bavaria durch einen maßgeschneiderten Custom Wassertank zu ersetzen. Grund hierfür ist der Platzbedarf für das Bugstrahlruder…
Alles da was wichtig ist 😉Ich unterstütze und helfe – der Meister schweißtTrotz des Bugstrahlers entsteht ein größerer Tank als zuvor – jede Lücke wird genutzt
Ich lerne, dass die Idee hinter der Fertigung die ist, alle Teile vorzubereiten und maßgenau zuzuschneiden. Das wird wirklich sehr präzise gemacht – dafür werden die Teile zusammengeheftet und alle Stöße millimetergenau kontrolliert.
Im nächsten Arbeitsschritt wird der eigentlich fertige Tank an den Heftstellen wieder auseinadergenommen und die Einzelteile werden in die Kabine getragen. An Ort und Stelle werden dies dann fix verschweißt und der Tank somit in seiner Einbauposition gefertigt.
Zur Fixierung muss er dann nur noch eingeschäumt werden – fertig! Was ich hier so flott beschreibe, zeiht sich letztlich über drei Fertigungstage, dann aber gibt es ein perfektes Ergebnis.
Wie weit ist eigentlich mein Schiff? Ist es schon am kleinen Transportwagen?
Yesss, Giannis fährt NESSAJA zu ihrem StellplatzAm Ende der Marina geht es ziemlich eng zuIch bekomme den Liegeplatz von Ben und bin jetzt der neue Nachbar von ANAHITAAlex schickt mir sofort ein Bild von meinem „Schlumpfboot“
Natürlich hat es auch mich erwischt – Roman hat beim Reinigen das ganze Restantifouling nach oben an Deck gespritzt.
Das ist aber kaum ein Problem, denn ich muss ohnehin das Deck abbrechen, eine finale Reinigung wird nötig sein.
Zurück bleibt mein leerer, verlassener Platz an F18 – meine restlichen Sachen werde ich wohl morgen einsammeln.
Meine Winterketten und mein Dinghy liegen noch hier – mach´ ich morgen
Warum dieser Platz? Nun, ich will NESSAJA an einem Platz stehen haben, an dem keine zweite Reihe aufgebaut wird. Ich kann so jederzeit entscheiden, wann ich oder der neue Besitzer zurück ins Wasser wollen.
Zudem habe ich nur einen Nachbarn, bei den Arbeiten, welche anstehen ist etwas Abstand zu anderen Yachties angeraten – es wird laut und schmutzig! Da hilft der Betonboden – auf diesem Platz steht man nicht im Dreck.
Vorteil drei – es ist ein schöner Platz, er ist luftig und man hat eine schöne Aussicht Richtung Bucht und Marina. Wenn man monatelang arbeitet und sich die Arbeiten in den Sommer hineinziehen, sind beide Faktoren wichtig für das Wohlgefühl.
Ein feiner Platz – NESSAJA wird hier ein paar Monate stehenDa schmeckt das Feierabendbier im Sommer besser
Hat es auch Nachteile? Ja, hat es – und die werde ich auch umgehend zu spüren bekommen! Denn noch ist Winter, ein spezieller, sehr stürmischer Winter, welcher auch recht schnell seine Krallen ausfährt – und ich stehe jetzt auch in „erster Reihe“ zur dann recht aufgewühlten See!
Ein paar Stunden Schonfrist habe ich noch, bevor der angekündigte Sturm kommt. Da freut es mich sehr, dass der letztlich doch recht erfolgreiche Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Bibi und Markus im „Tis Kakomoiras“ ausklingt.
Die Beiden werden sich morgen nach Hause verabschieden, es freut mich, dass ich am Abschiedsabend teilhaben darf. Wir sitzen bis in die Puppen und schnacken was das Zeug hält – dann ist es Zeit für die Bettruhe…
Ich ahnte nicht, dass es meine letzte Nacht auf NESSAJA werden sollte – sicher für lange Zeit, vielleicht für immer!
Das „Tis Kakomoiras“ ist einladend und gemütlich wie immer – wir haben gut gegessenMeze für alle – ist schon was FeinesDer nächste Morgen – der Sturm lässt die Gischt bis ins Cockpit spritzen
Es war nicht die Geräuschkulisse, nicht der Regen und letztlich auch nicht des stetige Vibrieren des Mastes – aufgewacht bin ich, als eine Breitseite Gischt an meine Bordwand spritzte.
Das war ein Geräusch, welches in meinem Kopf als „ungewöhnlich“ verarbeitet wurde – trotz Ohrenstöpsel!
Ich stehe also auf und erkenne schnell, dass der angesagte Sturm wohl kräftiger ist als gemeldet. Verdammt, ich habe Klicker an die Mauer gestellt als ich gestern nach Hause kam, ich habe den Wetterbericht schlicht vergessen.
Ich springe also in meine Buxe und klettere die Leiter runter, während die Gischt mich nassspritzt. Schnell das Auto wegfahren – und ich tat gut daran…
Klicker ist in Sicherheit – trotzdem ist schon alles salzig (das sollte mir noch zum Verhängnis werden)Der Sturm wird schlimmer, Wellen steigen hoch bis in mein CockpitMaximale Böenstärke 47kts
Die Beobachtung meines Windmessers bringt eine neue Erkenntnis – die Windböen sind sicherlich kräftig, der Sturm scheint ähnlich kräftig wie der letzte.
Trotzdem klettert das Anemometer kaum höher als 50kts., was plausibel scheint und die ordentliche Funktion meines recht neuen und hochwertigen Windgebers bestätigt.
Das bedeutet in meinen Augen aber auch, dass am Stegende vom F-Ponton sehr wohl die von mir fotografierten Windgeschwindigkeiten von 70kts und mehr vorgeherrscht haben. Klar, kurzzeitig nur, vielleicht verursacht durch Verstärkungen oder Verwirbelungen vom Berg her – aber der Winddruck ist in diesem Moment eben schon vorhanden.
Egal wie, ich entscheide, dass ich bei vorliegender Sachlage auf ELOWYN umziehe – heute! Jetzt! Der Weg zur Toilette und Dusche ist näher, ELOWYN ist den Elementen nicht so ausgesetzt und ich kann Klicker direkt dort parken. Zumal habe ich an meinem Patenschiff die größere Anzahl an Kleinprojekten zu machen, es schadet sicher nicht vor Ort zu sein. Last not least möchte ich die Systeme auf NESSAJA keiner weiteren Nutzung unterziehen – für mich hat der Verkaufsprozess längst begonnen!
Nach meinem Umzug treffe ich mich mit Susanne in Lakki auf einen Kaffee, auch hier ist „Land unter“!
Das Wasser tritt über die UferstraßeLässt sich schwer fotografieren – war nicht so harmlos wie es aussieht
Ein paar Worte zu Susanne – ich rufe in Erinnerung, dass wir über sie den ersten Kontakt zu Leros hatten. Dies geht zurück auf das Jahr 2011, in dem wir unsere Bavaria 390 Lagoon hier gekauft haben.
Seither hat uns ein stetiger, lockerer Kontakt verbunden, welcher sich zu einer echten, gewachsenen Freundschaft entwickelt hat. Diese Susanne also, ist nun hier um den Baufortschritt an ihren Haus abzunehmen. Heute treffe ich mich mit ihr auf einen Kaffee, denn sie macht mir ein Angebot welches mich tief berührt. Sie und ihre Tochter haben im Familienrat beschlossen, dass Sibylle und ich das Haus bewohnen dürfen, bis wir uns neu orientieren konnten.
Es spiele dabei keine Rolle, ob dies drei, vier Monate dauern würde oder auch ein Jahr. Wir hätten alle etwas davon und uns sei geholfen. Da hat sie wohl Recht, meiner Sibylle bleibt so das Klettern auf aufgebockte Boote erspart.
Ich bedanke mich von ganzem Herzen! Wir beschließen, dass wir das ein oder andere Abendessen zusammen einnehmen werden – ihre Tochter nennt es bei einem Telefonat „…eure verrückten Dates“ 😉 Ich nehme es vorweg, wir haben viel zu erzählen und zu lachen – ich bin froh, solche Menschen zu kennen!
Der Weg zum „Landlubber-Live“ ist somit gebahnt – aber noch ist es nicht soweit! Ich kehre nach dem Kaffee zu NESSAJA zurück und erkenne, dass sich die Situation nicht gebessert hat!
Die Gischt spritzt hoch und weit – schaut mal unter das BootJe nachdem wo die Welle bricht, schafft sie es bis ins Cockpit
Etwas weiter Richtung Marinastrand endet die neue Hafenmauer. Der Kai ist dort sicher eineinhalb Meter hoch, er kann aber heute keinen absoluten Schutz gegen die Brecher bieten.
Manche Wellen brechen so hart an der Kaimauer, dass das Wasser in die Marina strömt – das ist keine Gischt mehr, hier steigen die Wellen über die Mauer und fluten das Marinagelände in diesem Bereich.
Das Wasser fließt ungehindet in den MarinabereichHier bleibt es harmlos, Gottfrieds HARMONY steht sicher – die Schiffe dahinter sind komplett nassWobei es manchmal knapp für die Sunbeam 39 wirdMan kommt nicht mehr trockenen Fußes auf NESSAJA – ich bin froh, umgezogen zu seinDer Abschnitt zwischen NESSAJA und dem F-Ponton ist regelrecht überflutet
Es ist keine Besserung in Sicht! Egal wen man auf Leros fragt – alle sprechen von einem Winter „…wie sie ihn noch nie erlebt haben!“
Ich glaube das gerne – es regnet überdurchschnittlich viel, eine Tatsache, der man ja noch gewisse Vorteile abringen könnte, aber dieser stetige Sturm…
Immer, immer, immer dieses Geheule, das Klappern diese stetige Geräuschkulisse im Ohr. Dazu das Meer, welches über die Ufer kommt. In Lakki, in Alinda, in der Marina – die Gischt, die alles nass spritzt und alles mit einer Salzkruste überzieht. Man ist wehrlos – und das führt zu kleinen und größeren Pannen!
Ich fahre mir eine Schramme ins Auto
Als ich an einem Abend mit Alex zu Giorgos fahren möchte, sehe ich im Rückspiegel und aus den hinteren Scheiben aufgrund der Salzkruste nichts mehr.
Statt wie sonst, die Tür einen Spalt zu öffnen, verlasse ich mich auf das Bisschen was ich im Spiegel zu erkennen glaube und setze zurück. Ich will schließlich nicht, dass mich die Gischt durch den Türspalt hindurch einsalzt.
Krrrrchchchchch – und schon habe ich mir die Schramme eingefangen! Selber schuld, ich hoffe Klicker verzeiht mir. Ich gelobige, dass ich den Schaden im Frühjahr kosmetisch ausbessern werde. Wettertechnisch macht es jetzt keinen Sinn, es steht keine Besserung ins Haus – im Gegenteil, es sieht aus, als ob es noch schlimmer würde.
Ok, in der Zenralägäis geht es richtig zur Sache
Alex und ich fahren anschließend ins „Leon Limani“, denn heute war der Abend, für den ich eine Tischreservierung habe – „Tis Kakomoiras meets Leon Limani“. Eine Fleischorgie mit Live Musik – eine Mischung aus Faschingsfeier und Gelage kurz vor der Fastenzeit.
Wir bekommen einen eigentlich ganz guten Tisch am hinteren Rand des Raumes und als wir uns hinsetzten fiel uns auf, wie laut es eigentlich war – mir schwante Böses, ob DAS den Freunden gefällt???
Die Feier war in vollem Gange, es wurde musiziert und getanzt
Etwa eine Minute nachdem wir Platz genommen hatten, schlug Alex´ Uhr Alarm – wir seien in einem gefährlichen Umfeld, die Lautstärke gefährde unsere Gesundheit!
Man muss wissen, dass die Feiern der Einheimischen etwas anders sind als als wenn im Sommer alles voller Touristen ist. Im Sommer ist alles etwas kontrollierter und gesitteter, heute aber lässt jede(r) die Sau raus. Jeder darf singen, jeder der etwas Geigen kann, darf sich mal an der Fidel versuchen. Es ist ehrlich, manchmal schräg und LAUT!!!
WARNUNG! Gefahr…
Inzwischen waren wir komplett – ach ja, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass beim INSPIRATION Team inzwischen auch Miteigner Tom angekommen war.
Wir waren also zu fünft, als es an die Essens- und Getränkebestellung ging. Wir schrien dem Ober unsere Bestellung entgegen und unterhielten uns, indem wir aufstanden und dem anderen ins Ohr geplärrt haben. Bis hierhin war es zwar sehr lustig, aber noch kein wirklicher Bringer.
Grillfleisch zum Essen – wir hatten schon Spaß dabei, den Locals beim Feiern zuzusehen
Ich war mir noch nicht sicher, ob die Tatsache überwog, dass die Freunde sehr wohl wahrnahmen, dass wir mittendrin statt nur dabei waren, oder ob es doch missfiel, dass man sich nicht angenehm unterhalten konnte und alles sehr „hemdsärmelig“ war.
Es war meine Idee, ich habe es beworben, ich machte mir Gedanken…
Alex will manchmal früher nach Hause, daher biete ich ihm an – „Alex, wenn ich Dich heimfahren soll, sag´ einfach!“ Er entwortet ohne Zögern – „Neiiiin, neiiin, passt schon, ich bleib´ noch!“
Jörg möchte einen Ouzo, ich biete an, dass wir „…den gerne auch woanders trinken können. Dort wo wir Ruhe zum Quatschen haben.“ Er nur lapidar – „Warum, gibt´s hier keinen Ouzo?
Doch, gibt es! Unter diesen Umständen bestellen wir eine Flasche. Während wir auf die Freundschaft und auf Tagen wie diesen trinken, geht draußen die Welt unter – der Himmel hat seine Schleusen geöffnet!
Ok, wer kann dazu schon NEIN sagen?Und bei diesem Wetter geht man ohnehin nicht vor die Türe
Es passiert, was nur passieren kann wenn man sich darauf einlässt, wenn die Vernunft mal einen Moment Pause hat, wenn man sich dem Moment hingibt.
Es nimmt ein Abend seinen Lauf, der später das Prädikat „legendär“ bekommen wird und über den Stillschweigen vereinbart wird. What ever happens on Leros, stays on Leros!
Nur soviel, irgendwie folgte der ersten Flasche eine zweite, dann eine dritte, gefolgt von einer vierten. Weil wir zu fünft waren, bestellten wir eine fünfte Karafaki und dazu noch eine auf die Frauen…
Fünf Kerls – sechs Karafaki
Der Saal tobte, die Stimmung brodelte – ach komm, so jung kommen wir nicht mehr zam!
Wir bestellen Karafaki sieben und acht und haben Spaß wie schon lange nicht mehr.
Es gibt ein Wort, welches den Abend beschreibt – aber ziemt es sich für einen fast 60-jährigen so zu formulieren? Ach komm, es war ein geiler Abend und wir haben es aus eigenen Antrieb ins Bett geschafft!
Der Start am nächsten Morgen war holprig – die einen hatten mehr, die anderen weniger mit den Nachwirkungen des Vortags zu kämpfen. Aber hieß es nicht schon in unserer Jugend „…wer saufen kann, kann auch arbeiten…“?
Also ran ans Werk! Ich löse heute ein bereits 2025 gegebenes Versprechen ein. Ich widme mich dem Ausbau des Saildrive an INSPIRATION – und heute habe ich Hilfe von Sven, welcher bald abreisen wird. Aber den Ausbau des versteckten Antriebs wuppen wir gemeinsam – und es geht alles überraschend gut!
Wir schaffen uns Raum, um möglichst guten Zugriff zum Motor zu habenDer Saildrive ist tief hinten eingebaut – bei diesem Schiff muss der Motor weit nach vorneAm frühen Nachmittag liegt das Trum zu unseren Füßen……und der leichte Sven hievt ihn über die Leiter – ab auf die Werkbank zum zweiten Schritt
Ich sage es offen – ich war matt! Zwar gehörte ich zu denen, die an diesem Tag weniger zu leiden hatten, trotzdem war ich malad.
Ich nahm mir das Recht heraus, meine Hilfe am Schiff der Freunde für heute zu beenden, morgen ist auch noch ein Tag. Ich will stattdessen lieber mal nachsehen, ob ich heute noch mein Dinghy mit den Winterketten, der langen Spring und den zwei großen Fendern an Land holen kann – ich mache mich also auf den Weg zum F-Ponton.
Noch bevor ich NESSAJAs alten Platz erreiche, sehe ich schon, dass auf RUKIPE Gefahr in Verzug ist. Der stramme Wind hat es geschafft das Großsegel auszupacken – dies kann zu schweren und teuren Folgeschäden führen. Diesmal handle ich ohne Rücksprache mit Emanuel, ich bereinige die Situation und informiere ihn hinterher.
Das Großsegel ist offen und schlägt im WindIch entere RUKIPE und bringe die Situation in Ordnung
Nach dieser Aktion war es fast zu spät für mein eigentliches Vorhaben. Zudem hatte der Wind aufgefrischt und ich keine Lust, bei Starkwind im Hafenbecken herumzurudern.
Auch für diese Aktion wird sich ein besserer Zeitpunkt finden. Als ich beim Zurückgehen an NESSAJA vorbeikam zeigte sich, dass diese Entscheidung goldrichtig war. Der Starkwind hatte schon wieder soviel Fahrt aufgenommen, dass das Wasser schon wieder über die Mauer spritzte.
Jeden Tag! Es endet nicht…
Dieser Wind verhagelt meine Pläne – mein Vorstag liegt schon tage-, ja wochenlang auf dem Ponton und wartet auf den Einbau.
Aber sobald mal EIN windstiller Tag ist, machen alle Freunde die Jobs, welche sie selbst an windstillen Tagen machen müssen. Es bleibt bisher kein Fenster, an dem wir uns für ein paar Stunden auf NESSAJA treffen können um am stehenden Gut weiter zu arbeiten.
Ich bin ein wenig frustriert und mir reicht´s für heute. Es ist Spätnachmittag, naja, vielleicht früher Abend – ich gehe sehr zeitig ins „La Nostra“ auf eine Pizza und mache es mir dann auf ELOWYN gemütlich um den Abend ausklingen zu lassen.
Ein bisschen Mediathek, dann schlafen – für Sibylle ist Halbzeit
Am nächsten Morgen war exakt so ein Tag wie ich ihn gerade noch beschrieben habe. Sonnenschein, nahezu windstill, angenehm warm – Temperaturen an der 20°C Marke.
Nein, mit meinem Rigg kann es nicht weitergehen – Ben hat Druck wegen der Undichtigkeit beim Kranen, Alex muss heute ein Schleif- und Anstrichprojekt zu Ende bringen und so bleibt für mich ebenfalls nur die Option den frühsommerlichen Tag für andere Schönwetterprojekte zu nutzen.
Dazu gehört dringend eine Maschine Wäsche zu waschen! Das geht nun nicht mehr auf NESSAJA. Ich beiße also in den sauren Apfel und hole zwei Token für Waschmaschine und Trockner, zum Preis zweier Golddublonen.
Dann okkupiere ich den Waschsalon…
Den Gürtel noch in der Hand, führe ich meine einzige lange Hose der Wäsche zu
Ich musste unweigerlich an eine alte Levis Werbung denken – ok, der Typ aus dem Werbespot glänzte mit Six-Pack statt Barrel-Belly, aber sonst konnte man Parallelen erkennen.
Ich reiße mir also im Waschsalon die Buxe vom Leib und führe sie dem Kurzprogramm zu. Ab jetzt heißt es warten – lange 59 Minuten. Ich husche im Schlüpfer über das Feld und verhole mich auf ELOWYN, welche gleich gegenüber steht. Dort kann ich mir die Wartezeit sinnvoll vertreiben…
Computerwork während die Wäsche wäscht
Nach der knappen Stunde muss ich noch einmal im Höschen den Hauptpfad unserer Marina queren, dann ist es geschafft.
Die ganze Ladung kommt in den Trockner, nur meine Hose direkt wieder an den Leib. Die Couturiere meiner Kleidermanufaktur, ihr müsst wissen ich trage ausschließlich Zwirn von „e&s couture“, haben sich bei der Hose für ein feines Material entschieden, welches fast trocken aus der Waschmaschine kommt.
Die Körperwärme erledigt innert weiterer 5 Minuten den Rest – ich war also wieder behost und kann entspannt in den Tag starten.
Nach einer weiteren Stunde hole ich den Rest – nur noch zwei Minuten warten
Naja, der weitere Verlauf des Tages lag auf der Hand – wollte ich nicht gestern noch mein Schlauchboot holen?
Es war klar, heute wird der Schnulli zum Mutterschiff überführt! Ich kläre mit Alex, dass ich für fünf Minuten seine Hilfe brauche, dann verhole ich mich an den F-Ponton und sammle mein Hab und Gut ein.
Die lange Spring hängt noch am Wellenbrecher, ich muss die lange, nasse Leine bergen. Die zwei Rundfender hängen noch am Steg, auch die gilt es in den Tender zu packen. Zu guter Letzt noch die Ketten, dann kann meine Fahrt beginnen…
Ich rudere entlang dem F-Ponton von F18 zu F1Heute war das Wetter perfekt dafür
An F1 holen Alex und ich das Dinghy aus dem Wasser. Ich brauche dann etwa eine Stunde um den ganzen Inhalt, alles Dinge welche ich jetzt nicht auf NESSAJA stauen will, in eine Holzkiste zu verstauen, welche Ben am Platz zurückgelassen hat.
Als der Schnulli leer war, kam Alex ein weiteres Mal zu Hilfe, um das, dem Werbeversprechen nach „ultraleichte“ Schlauchboot, zum finalen Lageplatz zu tragen.
Der Schnulli liegt auf zwei Paletten, alles ist klariert – ich bin zufrieden
Weil ich gerade bei NESSAJA war und auch das Aufentern heute mühe- und gefahrlos möglich war, sehe ich gleich nach dem Rechten.
Alles scheint ok, der Kühlschrank saust und somit kann ich einen gedanklichen Haken setzen. Kühlschrank??? Warum das?
Nun, zum einen lagert Sibylles Medizin im Getränkekühlschrank, also muss dieser stets unter 8° gehalten werden. Zum anderen haben wir im Lebensmittelkühlschrank eine Art „Bio-Hausfrauentamagotchi“, welches stets gefüttert werden will weil es sonst stirbt.
Diese Aufgabe wurde während Sibylles Abwesenheit verantwortungsvoll auf mich übertragen – ich füttere also auch noch Sibylles… SAUERTEIG! 😉
Wasser und Roggenmehl für den Sauerteig – ne Coke für mich
So, für heute reicht es! Wieder ein paar Kleinigkeiten geschafft, wieder ein Tag sinnvoll ausgefüllt.
Ich kann nicht klagen, mein Fortschritt all die kleinen Arbeitsschritte betreffend, ist vorzüglich. Ich bin voll im Plan. ELOWYN werde ich fortsetzen wenn Sibylle wieder da ist, nur NESSAJAs Rigg ist derzeit zeitkritisch. Ich hoffe wirklich auf eine moderate zweite Hälfte des Februar (was sich leider nicht erfüllen sollte).
Heute steht nur noch Duschen und ein „verrücktes Date“ mit Susanne auf dem Programm. Wir haben uns für das „To Steki“ in Alinda entschieden, Susanne muss vorher aber noch zum Sanitärfachhandel von „Louloudias“.
Das trifft sich gut, ich gehe einfach mit und während die Freundin mit den Handwerkern über ihre Installationen diskutiert, hole ich mir ein paar Anregungen bezüglich meiner Hausanierung.
Schöner Laden, die haben echt feine Sachen
Susanne und ich essen vorzüglich bei unserem Freund Dimitris in Alinda. Immer wenn wir zusammen essen gehen, ist Susanne die Fahrerin und chauffiert mich mit ihrem alten, klapprigen Panda über die Insel – wie schon 2011…
Viel zu erzählen, neue Themen, unbeschwert – der Abend verfliegt. Nachdem Susanne mich zurück in die Marina gebracht hatte, kann ich nicht gleich schlafen. Ich erinnere mich an Sibylles TÜV Problem und surfe ein wenig im Internet um zu sehen, ob der „Grand Seigneur“ der zeitwertgerechten Reparatur helfen kann – und er kann!
Das teuerste Teil erscheint nicht mehr so kostspielig – geht doch
Ich werfe das Bild ins Rennen – bei Sibylle und bei meinem Sohn. Wie es bei Stefan ausgeht weiß ich! Er wird markentreu bleiben und den Honda über den Jordan schicken wollen – er hat einfach keinen Bock, sich um den rostigen Japaner zu kümmern.
Sibylle muss sich positionieren! Ihre Meinung wird das Zünglein an der Waage sein – solange sie immer wieder wiederholt, wie wenig sie ein eigenes Auto in Deutschland braucht, umso weniger wichtig wird die aufwändige Reparatur…
Die Entscheidung wird auf den Sommer vertagt, wir entscheiden, wenn ich meinen Deutschlandbesuch antrete.
Ich gehe ins Bett, der kommende Tag wird ohnehin Scheiße…
Ich stecke den NMEA 2000 Tankgeber ab und lege ihn erstmal an die frische Luft
Was gibt es Schöneres, als gleich nach dem Morgenkaffee die Reparatur des Kakatanks in Angriff zu nehmen?
Offen gesagt, es ist weniger schlimm als es aussieht. Der Tank ist gespült und alles was jetzt noch so rumbaumelt und festklebt ist eher neutral – trotzdem haftet den Händen nach dem Hantieren mit den Schwarzwasserbauteilen immer so ein bestimmtes Odeur an.
Die nächsten zwei Tage werde ich beim Dinner meine Hände immer in der Känguru-Tasche meines Hoodie verbergen müssen.
Kein Witz – der SAE 5 Flansch war so stark durch Oxidation gequollen, dass die Kollateralschäden erheblich waren
Der Anschraubflansch für den Tankgeber entsprach der Norm SAE 5. Er war in den Tank eingegossen.
Leider hat der Tankhersteller die Edelstahl-Aluminium Thematik nicht ausreichend bedacht und wohl auch die Einwirkung des Spülmediums Salzwasser auf den Vorgang der galvanischen Kontaktkorrosion unterschätzt.
Jedenfalls hat es so viel Oxidmaterial aufgebaut – nach knapp vier Jahren – dass der Ring einfach „angeschwollen“ ist. Dies hat gereicht, um das Edelstahlrohr des Tankgebers stark zu verformen. Ich musste den festoxidierten Ring mit der Flex aufschneiden!
Alles gereinigt – aber das Schutzrohr ist oben erheblich verformtIch finde ein passendes rundes Stahlrohr um das Bauteil des Tankgebers auszurichtenDas hat überraschend gut geklapptDas Schutzrohr konnte in ausreichend guter Form und Qualität wieder hergestellt werden……so konnte ich den fast 250.-€ teuren Tankgeber retten
Den Tankgeber konnte ich nach der Demontage des minderwertigen und ungeeigneten Anschraubflansches also retten.
Aber wie geht es weiter, was ist mit dem Tank? Kann Jörg mir wirklich helfen, oder muss ich bei Osculati einen neuen Tank bestellen und in Kauf nehmen, dass ich das gleiche Problem abermals miterwerbe? In jedem Fall würde mich eine Tank-Ersatzlösung, ich habe auch eine V4A Neuanfertigung im Sinn, eine Menge Zeit kosten – vom Geld ganz zu schweigen!
Doch bevor wir die Situation analysieren können, mache ich eine Mittagspause. Thomas und Paola haben einen Sonntagslunch ausgerufen und ein paar Bekannte eingeladen teilzuhaben.
Mich hat gefreut, dass die Beiden an mich denken, so habe ich zugesagt. Manchmal ist „socializing“ wichtiger als Projekte!
Wir treffen uns im „To Steki“ – ja, dort, wo ich gestern schon war 😉 …
Wir waren eine nette, gemischte Runde und hatten viel zu erzählen – wir hatten uns länger nicht getroffen
Wir sind gemütlich beisammen gesessen, haben zwei Stunden lang gegessen und uns nett unterhalten und dann die Runde aufgelöst – jeder wollte mit dem Nachmittag noch etwas anfangen.
Doch wie nach Hause kommen? Die Straße von Alinda ist direkt am Meer und heute war abermals Sturm – diesmal aber aus Südost! Das bedeutet, dass die Wellen direkt in die Alinda Bucht laufen und über die Straße spritzen und brechen. Dabei nehmen sie Steine und Kies mit, was zu kleinen Aufschüttungen auf der Straße führt.
Thomas und Asisa entscheiden sich für einen Umweg über Kamara. Ich schmunzle, murmel sowas wie „…it´s a quattro!“ und nehme den direkten Weg was sich dann für eine Minute wie eine Rallye-Etappe anfühlte.
Zurück in der Marina konnte ich mich – den Geschmack von Scampirisotto noch auf der Zunge – wieder meinem Fäkaltank widmen.
Hier nochmal der verfitzmaledeite Ring – das Problem ist deutlich zu erkennenMan erkennt das Einbauloch und die Schäden, die direkt von dort ausgehenAus meiner Sicht eine klare Sache
Und kann Jörg den Tank reparieren? Ja, kann er! Und so wie er halt ist, macht er kein Aufhebens darum. Er nutzt die Zeit, in der ich beim Essen war und schweißt kurzerhand eine Reparaturplatte auf die Schadstelle.
Als ich zurück kam, war die Reparatur ausgeführt und der Tank lag zur weiteren Bearbeitung bereit. Diese wird aber ein paar Tage warten müssen.
Die Schadstelle ist zu – ich kann die Anbauteile in der neuen Deckplatte montieren
Warum warten? Was ist jetzt schon wieder? Nun, jetzt bin ich wieder an der Reihe. Die Bauteile des Saildrive sind soweit gereinigt und vorbereitet, dass es an die Reparatur und den anschließenden Einbau gehen kann.
Hier stehe ich im Wort und ich möchte das erledigt wissen. Jörgs Bruder Sven hat Leros inzwischen verlassen, Tom und Jörg kümmern sich um das Unterwasserschiff von INSPIRATION, der Saildrive ist somit zu meinem Projekt geworden.
Jetzt erstmal ein leckeres Essen im „SouVLakki“, morgen geht es in alter Frische weiter!
Heute mal Salat und Pommes – ich hatte ja ausnahmsweise mittags schon was
Hm, ganz so geschmeidig wie ich mir den Start in den neuen Arbeitstag erwartet habe, klappt es natürlich wieder einmal nicht.
Zwei „Sidekicks“ kippen meinen Vormittag und damit fast schon meinen gesamten Arbeitsplan für den Tag – den hatte ich mir nämlich sehr knapp strukturiert.
Zum einen meldet sich mein Freund Alistair aus Wales. Er besitzt eines der seltenen Schwesterschiffe von NESSAJA, die Dufour 43CC MONEY PENNY. Diese steht auch zum Verkauf und es hätte sich ein deutscher Interessent gemeldet. Es wäre doch eine gute Idee, wenn ich mir den Schlüssel holen und das Boot zeigen würde, ich kenne mich schließlich aus. Hm, da hat er wohl Recht und nachdem der Besuch erst in drei Tagen geplant ist, sage ich zu.
Ich gehe zu MONEY PENNY und mache mir ein Bild von der Situation. Ok, die Plane muss weg, die hat die Winterstürme nicht überstanden – aber sonst sieht alles gut aus.
Ok, ich brauche den Schlüssel und eine Leiter
Ziemlich zeitgleich meldet sich Joachim bei mir, ihr erinnert euch vielleicht, er ist der Skipper der ANDROMEDA und ist mit zwei Freunden erst vor wenigen Tagen in der Leros Marina Evros angekommen.
Er schreibt mir, dass „…der Tracker auf ANDROMEDA eine Erschütterung gemeldet hätte und ich bitte nach dem Boot sehen soll!“
Ich schreibe Joachim ehrlich zurück, dass ich das so nicht erfüllen kann und will. Ich kann nicht nach jedem Trackersignal oder kritischen Wetterbericht losgesandt werden um Kontrollbesuche zu machen – ich kann nicht alleine gegen die Anzahl von Skipperfreunden antreten, es würde ein full-time Job werden. Es gilt die Regel – ich gehe täglich durch die Marina und sehe im Laufe einer knappen Woche sicher alle Schiffe von befreundeten Eignern einmal. Wenn was unklar scheint melde ich mich…
Naja, trotzdem kann ich in diesem Fall nicht „Nein“ sagen, Joachim ist neu in der Marina und das Sicherheitsgefühl muss erst reifen.
Alles klar auf ANDROMEDA – keine Ahnung was der Tracker da gemeldet hat
Bis die Fotos gemacht und alle Nachrichten ausgetauscht waren, war es Mittag geworden.
Jetzt aber ohne zeitlichen Verzug ab zu INSPIRATION und das Fremdprojekt Saildrive angepackt. Ich richte mir einen passenden Arbeitsplatz, kann Jörgs Werkzeug nutzen und die Handvoll Spezialwerkzeug die nötig ist, hole ich mir aus meiner NESSAJA, welche kaum 20m entfernt aufgepallt ist.
Die Arbeit geht gut von der Hand und ich kann im Verlauf des Nachmittags Vollzug melden. Der Saildrive ist fertig zusammengebaut, die kritische Manschette mit allen Anbauteilen ausgetauscht.
Klappt gut – ich bin bald danach fertig
Natürlich diskutieren wir während der Arbeit immer etwas miteinander, meist sind es eben technische Themen.
Heute haben wir ein wenig über die kleine, äußere Manschette gesprochen. Klar, die innere ist technisch unantastbar, alle Arbeiten sind exakt nach Herstellervorschrift auszuführen. Aber dieser unsägliche Gummilappen außen, der ist schon diskussionswürdig, denn die technische Ausführung ist zumindest fraglich.
Ich erzähle, dass manche Boote diese Manschette gar nicht haben und stattdessen das äußere Loch bis auf einen schmalen Spalt komplett zulaminiert ist. Im Reparaturfall hat das Nachteile, aber im Alltag ist es die bessere und schönere Lösung! Ich zeige Jörg eine XC45 welche gleich gegenüber steht und bei der das umgesetzt ist.
Der Handwerker ist angefixt – und macht sich sofort an die Arbeit!
Nach der Vorlage der Gummidichtung
Sehr geil – er baut kurzerhand eine Negativform und nimmt die Maße der Gummilippe ab. Natürlich muss die GfK Platte später innen zurechtgeschnitten werden und auch in zwei Hälften geteilt werden, aber das Endergebnis ist perfekt!
Sollte ich jemals wieder ein Saildrive Boot haben – das wäre auch meine nächste Lösung! Überhaupt – unser aller gemeinsames Werken ist gleichzeitig auch Erfahrungsaustausch und ein stetiger Lernprozess. Ben zum Beispiel hat die TruDesign Rumpfdurchbrüche mit SIKA eingeklebt, den Übergang zum Rumpf aber mit Epoxidharz ausgeführt – ist noch sicherer und sieht toll aus.
Diese Lösung setzt Jörg sofort um und auch ich werde diesen Schritt das nächste Mal so lösen!
Mein Telefon sendet ein BIMM – ich bin abkömmlich und fahre rasch auf einen Kaffee nach Lakki. Susanne ist sauer und will sich auskotzen!
Ein Auto und eine flotte Kiste – German Engineering meets Italian Vabbé 😉
Der Zeitpunkt war passend – wir hatten an der Baustelle gerade beschlossen, dass wir den Saildrive erst morgen in das Schiff heben würden, so wäre dann ein ganzer Tag für die Montage übrig.
Ich sitze mit Susanne in der Sonne und sie erzählt, wie sie sich auf der Bank hat ärgern müssen. Ich muss zuerst, noch in lustiger Stimmung, an Asterix´ „Haus das Verrückte macht“ denken, im Verlauf der Geschichte aber kippt meine Stimmung und mir fallen Verschwörungstheorien von zweien meiner Freunde ein – in Teilen sind wir nicht weit entfernt!
Griechenland nutzt heute schon ein digital, vernetztes System – alle Daten laufen über die Steuernummer zusammen, Informationen werden eingefordert und verknüpft. Liefert man nicht fristgerecht, werden Institutionen wie Banken oder Stromanbieter als Druckmittel benutzt. Susanne hat Geld am Konto, kann aber nicht ran, weil zwei Dokumente fehlen.
Leider ist die Dokumentenbeschaffung NICHT so einfach in Griechenland! Da sind wir wieder bei Asterix. Ich höre aufmerksam zu, denn ich habe bereits heute das gleiche Problem vor der Brust. Meine Herangehensweise ist die, dass ich versuche so wenig wie möglich von den Druckmitteln abhängig zu sein…
Diese Thematik könnte bei mir einmal zum Bruch mit Griechenland führen – DAS nervt mich gewaltig!!!
Ich nehme das Thema mit zum Abendessen und grüble vor mich hin – ich war und bin glücklich auf meinem Boot, hoffentlich bin ich am richtigen Weg. Sibylle schickt ein Foto – sie war bei Freundin Kate zu Besuch – ich war „left outside alone!“
Inzwischen sind es viele Wochen im Jahr, während derer Sibylle in einer anderen Welt lebt
Am nächsten Morgen verschiebt Jörg den Einbau des Saildrive – das Wetter sei perfekt, sie müssen dieses Fenster nutzen um den Anstrich voranzutreiben.
„Lass´ uns den Saildrive morgen machen, da soll das Wetter schon wieder schlechter werden.“ Für mich ok, ich ändere meinen Plan ad hoc.
Ich war wirklich lange nicht mehr beim Haus, ich sollte nach dem Rechten sehen. Also mache ich mich auf nach Plaka…
Von der Marina aus fahre ich knappe 10 MinutenVon außen ist alles völlig ok
Auf den ersten Blick ist alles völlig ok. Ich fange meine Runde immer in der Garage an, oft habe ich etwas zu deponieren oder auch abzuholen.
Diesmal gibt es ein erstes Problem, die Garage öffnet sich nicht. Ich habe eine Notentriegelung und kann sie von Hand öffnen, aber es muss ja einen Grund für den Ausfall geben.
Daher gehe ich heute als erstes in das Haus, sehe generell nach ob alles ok ist und suche dann nach der Ausfallursache bezüglich der elektrischen Toröffnung. Lange muss ich nicht suchen, die Sicherung war gefallen – hoffentlich lässt sie sich wieder einschalten.
Main 2 war gefallen – ich zaudere, es wird schon einen Grund haben warum Kreuze und Ikonen im Sicherungskasten kleben……egal, die Schutzheiligen tun ihren Job – ich kann den Strom wieder einschalten
Ihr seht schon am Sicherungskasten – die mehrfach angesprochene Vollsanierung ist nicht diskutabel. Wir haben Pläne, sind eigentlich startklar und sobald wir Klarheit über die zur Verfügung stehenden Geldmittel haben – sprich, sobald meine Wohnung in Deutschland verkauft ist – werden wir den Startschuss zur Entkernung geben.
Im Haus ist somit alles ok, ich schließe die Türen und gehe abermals zur Garage, das Tor sollte nun wieder tun!
Na also, geht dochDer Wind schüttelt die Zitronen vom Baum – die Ernte steht der von 2025 weit nachDer Garten selber ist ok, ein zweiter Schnitt hat noch ZeitIch genieße für einen Moment die Stille und die Aussicht
Alles in Ordnung rund um unsere kleine Katikia. Ich kann unbesorgt zurück in die Marina fahren.
Dort gehe ich unverzüglich ins Büro und hole mir den Schlüssel von MONEY PENNY – ich will heute Ordnung auf dem Schwesterschiff von NESSAJA schaffen. Tatsächlich hat sich der Besucher aus Deutschland angekündigt, er wird die nächsten Tage vorbeisehen.
Mit dem Schlüssel in der Hand, mache ich mich auf den Weg zu Alistairs Dufour 43CCDie von unten gemachten Beobachtungen bestätigen sich, die Plane ist zerfetzt, die muss runterAuch der vordere Teil hat dem Sturm nicht standgehaltenIch schneide beide Teile ab und werfe sie kurzerhand über BordDanach schaut das Deck aufgeräumt aus, so kann man es einem Interessenten zeigenAuch der Cockpitbereich ist ansehnlich
Ich werfe einen kurzen Kontrollblick nach unten, alles sieht gut aus. Es sind keine Zeichen für irgendwelche Probleme erkennbar, Alistair weiß was er tut, das Schiff ist ordentlich eingewintert.
Dieses Vertrauen wird sich später als Fehler herausstellen – aber dazu später mehr. Für den Moment war es jedenfalls vollbracht. Ich verlasse MONEY PENNY wieder und kümmere mich um den Müllhaufen, den ich verursacht habe.
Nasse, gerissene Leinen und Bändsel, ein alter Eimer mit verrostetem Griff und ein Berg an Planenfetzen wollen entsorgt werden.
Ein ziemlicher Haufen
Hilft nix – ich fahre Klicker vor und lade den Müll ein um ihn zum Container zu fahren.
Geschafft, jetzt ist alles klar, der Interessent kann kommen.
Für mich war noch etwas Tag übrig und ich hatte einen Flow. Also habe ich mich entschieden noch ein Kleinprojekt an ELOWYN wegzuarbeiten. Ich werde die Dichtgummis der Duschtüre in der Masterkabine erneuern. Dafür muss ich das 2,5m lange Paketmonster auspacken und die Profildichtungs-Meterware in passende Stücke sägen.
Das Zuschneiden der Dichtungs-Meterware ging ganz gutDie Dichtungen passten wie Arsch auf Eimer und der Einbau war relativ schnell erledigt
Diese Arbeit war wieder ein Paradebeispiel für die Relation Rechercheaufwand zu Arbeitsumfang.
Hier war die Recherche nach der passenden Profildichtung für die Glastüre wesentlich aufwändiger als der Montageaufwand. Von der Beschaffung und vom Transport ganz zu schweigen.
Aber das gehört dazu und ist ein Teil der Arbeit, welcher mir auch eine Menge Spaß macht.
Für heute war das Tagwerk geschafft, ein sehr positiver Tag liegt im Kielwasser. Das Dinner im „SouVLakki“ war mehr als verdient!
Lecker, ich mag das
So, heute packen wir aber an. Der Einbau des Saildrive wurde jetzt aus unterschiedlichen Gründen mehrfach verschoben, heute gibt es keine Ausrede mehr.
Offen gesagt, das Zaudern liegt daran, dass dieser Montageschritt uns allen ein wenig auf den Magen drückt. Man muss den Motor hinten mit einer DIY-Spanngurt Konstruktion anheben und ihn dann von Hand auf seinem Fundament bewegen. Das ist kein Kinderspiel, denn ein D2-55 wiegt locker seine 260kg!
Zudem muss der Saildrive, welcher auch rund 40kg wiegt, in engem Raum durch einen schmalen Durchgang an seinen Platz gesteckt werden.
Danach müssen Motor und Saildrive sehr exakt von Hand zusammengeführt werden. Damit das alles reibungslos klappt, braucht es eine gute Vorbereitung und viele Hände…
Ich knie vor dem Motor und bin für das Bewegen der Maschine verantwortlichAlex ist unter dem Schiff und hebt den Saildrive etwas mit – er kann ihn beim Zusammenführen leicht drehen und kippen
An den Zugangsklappen links und rechts sind Jörg und Tom positioniert. Jörg als „das Viech“ (bayrisch für „der Kräftige“ oder „der Reißer“) an der größeren Klappe um den Antrieb hineinzuheben. Tom an der linken, kleineren Klappe um Jörg zu unterstützen und das Zusammenführen zu dirigieren.
Auf geht´s – rein mit dem Ding!
Wir stecken den Saildrive an seinen Platz und positionieren ihn – erste Schrauben werden eingedrehtAuch von unten erkennt man den Fortschritt
Es hat gut geklappt! Nach etwa einer halben Stunde hatten wir den Saildrive an seinem Platz und Motor und Getriebe zusammengeführt.
Wir halfen einander rund eine weitere Stunde, dann waren alle relevanten, die Antriebseinheit haltenden, Schrauben an ihrem Platz und handfest angezogen.
Ich beschließe in diesem Moment, dass ich die Arbeit für heute hier beende, ich werde das Komplettieren an einem weiteren Arbeitstag vornehmen.
Ich hatte eine Verabredung mit Susanne und wollte vorher noch warm duschen. Es war offensichtlich, dass das Wetter wieder Kapriolen machen würde – also war es an der Zeit, den privaten Teil des Tages zu beginnen. Heute hatten wir viel geschafft.
Susanne und ich hatten uns auf einen Apero im „Retro“ verabredet, bevor wir weiter ins „Tis Kakomoiras“ gehen wollten. Auf dem Weg nach Agia Marina sind wir über Lakki gefahren und bekamen hautnah mit, dass die Schlechtwetterfront bereits angekommen war.
Es regnet in Strömen, der Wind bläst aus SW und die Wellen überschwemmen den Kreisverkehr in LakkiIn Agia Marina war es ruhig, das „Retro“ war gemütlich
Wir gönnen uns einen Ouzo als Aperitif und ziehen dann ein Haus weiter zu Xristos Meze Taverne.
Wir haben einen sehr netten Abend, der recht spät ausklingt – wir sind die letzten Gäste als wir beim Kellner bezahlen. Der hatte bereits seine Privatkleidung an und war froh, als er hinter uns zusperren durfte 😉 !
Der nächste Morgen zeigt sich von einer ganz anderen Seite! Mein Wecker klingelt früh und ich merke schon beim Wachwerden, es ist heute kälter! Der Schein trügt nicht – denn als ich nach dem ersten Kaffee ins Auto steige sehe ich, dass wir nur 6,5°C haben – Brrrr!
Kalt – der Wind hat auf N gedreht, die Temperaturen fallen und das Wetter klart auf
Ich muss auf NESSAJA, um die Schlüssel für EDINA zu holen. Als ich mit dem Schlüsselbund in der Hand auf meinem Schiff stehe und auf die Buchtausfahrt von Lakki schaue, halte ich einen Moment inne.
Dort, wo gestern dunkle Wolken waren und Schaumkronen die See haben bedrohlich erscheinen lassen, findet man heute eine ruhige, azurblaue See und einen stahlblauen Himmel.
Der Nordwind lässt das Wetter stabil und schön werden – wenn auch zu Lasten der Temperaturen.
So friedlich und einladend
Was war geschehen? Warum musste ich der „frühe Vogel“ sein und vor Allem – wer oder was ist „der Wurm“?
EDINA – es geht um EDINA! An der schönen CNB 60 sollen ein ppar Arbeiten erledigt und der Unterwasseranstrich erneuert werden. Dafür muss das Schiff aus dem Wasser und der anberaumte Krantermin war heute. Die Ansage lautete – „…first boat in crane! Be ready at 08.15!“
Ok, ich klariere das Schiff und mache es klar zum Ablegen…
Ich sperre auf, packe die Lenkräder aus und stecke den Zündschlüssel ans SchlossIch nehme die zusätzlichen Festmacher gleich ab, den gebrochenen entsorge ich sofort und ohne Rücksprache
Natürlich hat es nicht geklappt mit dem frühen Termin. Ist mir eigentlich auch egal, aber ich hätte mir keinen Wecker stellen müssen.
Ganz verstehe ich diesen Teil der Missorganisation nicht, aber ich glaube, es hatte etwas mit der Verspätung eines Fischerbootes zu tun, dieses sollte nun doch vor EDINA gekrant werden, es würde vor der CNB platziert werden.
Ich vertreibe mir die Wartezeit mit einer Programminstallation. Brigitte hat sich auch einen Teil des Griechisch-Lernprogramms „Assimil“ gekauft. Zusammen haben wir jetzt alle Teile und helfen uns aus. Ich bin gespannt ob das funktioniert.
Diesmal Deutsch – Griechisch, ich bin gespannt ob ich wieder reinkomme
Ich bedanke mich artig und wir schreiben etwas hin und her. Dabei erzählt Brigitte, dass das neue Vorstag von BARCASO wohl geliefert sei und bald montiert werden soll.
Ich verspreche sofort nach dem Schiff der Freunde zu sehen, ich will den beiden eine Freude machen. Soviel Zeit war noch, ich mache umgehend ein Bild, weil ich den Moment des Einbaus genau erwische…
Das neue Vorstag an BARCASO wird installiert, der Kran ist noch da
Dann muss ich zurück zu EDINA, es geht nun doch weiter. Der Eigner hatte mich gestern Abend aufgefordert und bevollmächtigt die große Französin aus der Box in die Krangasse zu fahren.
Ich habe für dieses Mal abgelehnt, das ist mir zu kritisch und zu kurzfristig. Ich kann mir diesen Service vorstellen, dann aber nach einer Einweisung durch den Eigner und verbunden mit einer schriftlichen Vollmacht gegenüber der Marina. Das hat versicherungsrechtliche Gründe, außerdem brauche ich Zeit meine Linehandler zu rekrutieren.
So ergibt es sich, dass heute der „Marinaskipper“ Manolis am Ruder steht…
EDINA verlässt ihre Lücke……und wird gleich nach nebenan in die Krangasse bugsiertSie wird mittig fixiertDer Kranführer will einen Taucher um die Gurte zu platzierenDann hebt er das Schiff leicht anEin letzter Kontrollblick, dann legt der Taucher eine Sicherungsleine anEDINA wird angehoben und an Land gefahren – die großen Schiffe kommen nicht auf den Transportwagen……sondern werden nahe der Krangasse direkt aus den Kranschlaufen heraus aufgepallt
Geschafft! Das Auskranen von EDINA zu begleiten ist fast ein Tagwerk. So wie es im Moment mit der blauen Madame läuft glaube ich, dass sich hier eine zweite dauerhafte Schiffsbetreuung anbahnen könnte.
Nicht in dem Umfang wie auf ELOWYN, diese Fürsorge basiert auf einer langjährigen Freundschaft, aber schon auch eine Betreuung plus. Mal sehen, ob der Eigner offen für Gespräche ist – in jedem Fall merke ich, dass die an mich übertragenen Aufgaben mehr und mehr werden.
Ich gehe zurück zu NESSAJA um die Schlüssel aufzuräumen und komme dabei noch einmal an BARCASO vorbei. Hier sind die Arbeiten abgeschlossen, was unsere Freunde in Österreich freut! Ich selber halte auf meinem Schiff noch einmal inne um den Tag Revue passieren zu lassen – ich bin zufrieden!
BARCASO ist fertig, das Thema Vorstag ist hier erledigt – bei mir ist es noch offenIch genieße den Augenblick und sende Sibylle dieses Bild als Antwort auf eine Nachricht von ihr
Sibylle sendet just in dem Moment eine Nachricht und lässt mich wissen, dass ich in Deutschland wohl abkotzen würde.
Es schneit andauernd und es wären riesige Schneemassen dazu gekommen. Es war wirklich ein Zufall, dass ich das oben stehende Bild gerade aufgenommen hatte und ich habe es ihr als Antwort gesandt – wortlos.
Jeder ist seines Glückes Schmied – I´m left outside alone 😉
Der Abend klingt unspektakulär aus, denn ich weiß, dass am nächsten Morgen abermals der Wecker klingeln wird. DONNA hat den zweiten Krantermin und die Stimmung ist angespannt – es war mir wichtig, mit den Freunden vor Ort zu sein. Treffpunkt – 08.00 Uhr vor DONNA auf einen gemeinsamen Kaffee
Ben kocht Kaffee für alle, wir warten auf den KranEs geht recht pünktlich los, alle sind wirklich etwas angespanntDONNA war nicht weit vom Kranbecken entfernt aufgestellt – Giannis nimmt die alte Jeanneau daher direkt in die SchlaufenDONNA wird abgesenkt und die Crew betritt das Schiff – der Moment der Wahrheit
Ben nimmt sich Zeit um alle Durchbrüche im Rumpf noch einmal zu inspizieren. Besonderes Augenmerk ist der zuletzt undichten Verbindung am Kielkasten gewidmet, aber auch hier scheint alles ok. Nach langen 10 Minuten kommt der Daumen hoch – „…alles ok, ola kala!“ Das Schiff kann abgesenkt werden und die Gurte können entfernt werden.
Was zunächst nicht als Notwendigkeit geplant war, wurde heute doch vollzogen. Die Platz-Rochade von DONNA und NESSAJA.
Ich wollte Bens Platz aus den bereits genannten Gründen unbedingt haben, für Ben und Caetlin war es zweitrangig wo sie stehen werden. Gewisse Kriterien hatten sie hinsichtlich ihrer noch offenen Arbeiten aber schon und so bot sich am heutigen Tag mein alter Platz als das Optimum an.
Ich laufe dorthin, um auf DONNA zu warten und bei der Leinenannahme zu helfen.
Der Himmel war noch dunkelgrau an diesem Morgen – was man von unserer Stimmung nicht behaupten kannDONNA kommt ums Eck und macht sich fertig zum AnlegenDie alte Jeanneau SO44 schwimmt wieder – ein BefreiungsschlagAlle klar zum Anlegen – klar istGeschafft – was für ein Glücksmoment nach so langen Reparaturmonaten an Land
Die Leinen gingen über und ziemlich unspektakulär und rasch, hatten wir das Schiff befestigt.
In diesem Fall hatte ich alle Leinenarbeit am Heck übernommen, während Marinero Stelios beim Durchsetzen der Muring am Bug half. Dafür hatte er sein Schlauchboot am Ponton befestigt und war auf DONNA gesprungen. Aber so früh am Morgen, kann auch einem mit allen Wassern gewaschenen Fischer ein Fehler unterlaufen…
Des Marineros Dinghy treibt herrenlos und mit laufendem Motor zwischen den Pontons
Egal, wir fragen nicht – die Situation hatte durchaus eine gewisse Komik, war aber zu keinem Zeitpunkt tragisch oder gefährlich.
Der Grieche blieb entspannt, der Wind half etwas mit, so blieb es ihm zwar nicht erspart, dass er einmal von F nach G laufen musste – was durchaus ein paar Meter Umweg sind – dort konnte er aber sein Dinghy entern und davonbrausen.
Vermutlich wird er sich noch einen zweiten Kaffee gönnen…
Apropos Kaffee – auch wir hatten eine zweite Tasse nötig! Hier sprangen Caetlin und Ben in die Bresche. Sie besorgten süße Teilchen und luden eine halbe Stunde später zu Kaffee und Teilchen als Dankeschön für die morgendliche Hilfe.
Kaffee kommt gleich…
Der erste Snack auf der schwimmenden DONNA, es fühlt sich gut an!
Danach trennen sich unsere Wege für heute, jeder widmet sich wieder seinen Projekten.
Für mich passt das gut, denn heute Mittag hat sich der Interessent für MONEY PENNY angemeldet. Ich bin gut vorbereitet – das Schiff ist klariert (dachte ich), eine Leiter steht bereit und der Schlüssel ist in meiner Hosentasche.
Wolfgang ist pünktlich und gut vorbereitet. Er erzählt mir von mehreren Terminen und von Schiffen, die toll waren aber strukturelle Schäden hatten. Wir gingen zur Besichtigung über, ich zeigte und erklärte die Dufour 453CC. Nein, MONEY PENNY hatte keine strukturellen Schäden, ein paar kleine Nickeligkeiten vielleicht, aber nichts Weltbewegendes…
Wir kommen zum Höhepunkt – ich zeige die beeindruckende Master-Cabin und das en-suite Bad der Eigner. Selbstbewusst trete ich ein und… PLATSCH – stehe mit einer Socke knöcheltief im Wasser!!!
Ich Depp sappe blindlings in die Brühe – was war hier passiert???Das Waschbecken ist randvoll
Es gibt nur eine Erklärung – die Fenster waren nicht so fest zugedreht wie ich es auf NESSAJA machen muss, wenn heftiger Regen in Verzug ist.
Ich vermute, dass Judith und Alistair sich auf ihre Abdeckplane verlassen haben, welche jedoch den vielen Winterstürmen kein Paroli bieten konnte. Die schweren, teils sintflutartigen Regenfälle haben dann den Rest erledigt! Es stank nicht, es war keine Sauerei, nur schmutziges Wasser…
Dennoch, bei einer Bootsbesichtigung ist das Nicht das, was man als Kaufargument wahrnimmt.
Wolfgang behielt die Fassung. Er brachte seine Besichtigung zu Ende und erklärte, dass er die Gedanken mit nach Hause nehmen wolle. Er hätte „Berater“, ich bin mir fast sicher, dass es sich um die „Bootsprofis“ handelt und wolle sich mit denen besprechen. Er würde sich wieder melden…
Als er gegangen war, habe ich mich an die Reinigung der Sauerei gemacht, das Wasser abgepumpt und so gut gewischt, wie es meine Möglichkeiten an Bord erlaubt haben. Klar, die Fenster habe ich fest zugedreht!
Ich hole mir einen Eimer und einen Schwamm von ELOWYN, den Holzrost stelle ich ins CockpitDie „Shower Drain“ funktionierte und so konnte ich eine ordentliche Gesamtsituation herstellen
Ob wir jemals wieder von Wolfgang oder gar den „Bootsprofis“ hören werden? Ich habe meine Zweifel, aber man weiß ja nie – in jedem Fall ist MONEY PENNY ein tolles Schiff für das Geld. Ein neuer Eigner müsste sich lediglich der paar Kleinigkeiten annehmen.
Bis ich mich versehe ist es später Nachmittag und es wird spürbar kühler. Ich gehe mit Tom und Jörg auf eine Pizza ins „La Nostra“, dann ist Abendprogramm angesagt – kurz, Saloncouch, gemütlich, Barnaby 😉 !
Am Folgemorgen überfällt mich Jörg – ich hätte doch mal angeboten, ein wenig Holz-Plattenware mit ihm zu besorgen. Das wäre jetzt dringend und ob ich nicht mit ihm zum Holzhandel fahren könnte und dann die Platten gleich mit Klicker in die Marina karren könnte?
Klar, kann ich! Auf geht´s!
In Agia Marina angekommen, messen wir, vergleichen, rechnen – und kommen dann auf das Ergebnis, dass EINE große Platte doch besser ist, als zwei oder drei kleine. Ok, wenn es weiter nix ist…
2,5m x 1,25m – das passt nicht mehr IN den Audi……wir besinnen uns auf „Greek Transport“ und lösen die Herausforderung pragmatisch
Jörg hatte seine Platte und konnte seinen Umbau der Bugkabine somit finalisieren.
Ich sah mich etwas um und beim Anblick von NESSAJA schoß mir das Adrenalin in den Körper. Oh mein Gott! Es ist Samstag, ich habe meine Freitagsaufgabe vergessen! Sibylle wird mich einen Kopf kürzer machen, wenn ihr Sauerteig-Tamagotchi jetzt tot ist.
Ich eile auf mein Schiff und hole nach, was ich gestern verabsäumt hatte. Beim Füttern der hellbraunen Masse habe ich Zuspruch geleistet – „…nicht sterben bitte, es ist nur ein Tag! Bleib´ am Leben, kleiner Sauerteig!“
Ich hoffe es hilft!
Wird schon gutgehen
Weil der Tag ohnehin schon zerrissen ist, fahre ich zu Susanne um mir letzte Instruktionen für das Haus abzuholen.
Wir haben vereinbart, dass wir die Schlüsselübergabe im Haus erledigen und einen gemeinsamen Rundgang machen, bevor sie morgen abreisen würde. Das passt jetzt ganz gut, ich mache mich daher auf den Weg nach Xirokampos.
Jedes Mal wenn ich am Haus der Freundin ankomme, lasse ich es einen Augenblick auf mich wirken. Es ist ein traumhafter Platz! Trotzdem halte ich ein wenig an meiner jetzigen Konstellation fest – während Sibylle beschlossen hat, sofort nach ihrer Rückkehr ins Haus zu gehen. Kein Tag länger in der Marina – ich erkenne die Zwickmühle in der wir stecken.
Ein Traumtag – an einem wundervollen PlatzEs ist einfach schön hier – da kann unsere Katikia nicht mithaltenDer Ausblick ist ein Traum
Susanne und ich erledigen die Hausführung und sehen uns die Baustelle noch einmal genau an. Dabei lasse ich mir erklären, dass ins Bad eine „Doppeldusche“ eingebaut wird – aha! Der Erklärungsversuch der Freundin ist holprig und löst bei mir Kopfkino aus – die „Doppeldusche“ wird uns bis zu ihrer Abreise als eine Art „running Gag“ nicht mehr loslassen. Ihr kennt das nicht – bemüht mal Google…
Wir beschließen bei dieser Gelegenheit, dass wir heute Abend noch einmal ins „To Steki“ zum Essen gehen. Am Weg würden wir ihren Panda in der Werkstatt abgeben und ich würde heute fahren.
Dass ich sie morgen früh zum Flughafen bringe um sie zu verabschieden ist Ehrensache!
Ich fahre zurück in die Marina und klettere noch kurz auf EDINA. Ich muss mich um den Motor der elektrischen Rollanlage kümmern und brauche ein Foto der Einbausituation. Das wollte ich noch erledigt wissen, bevor ich zum Abendprogramm übergehen kann.
Ich hole den Motor ab und nehme ihn an mich…
So sieht das aus – es gilt, ein Ersatzteil oder eine Reparaturoption zu finden
Es bleibt noch genug Zeit für meine e-Mails und eine kurze Pause, dann heißt es kultivieren und pünktlich an Mario Pantelidis´ Werkstatt zu sein.
Susanne wartet schon auf mich und wir fahren gemeinsam nach Alinda. Im „To Steki“ bietet Wirt Dimitris abermals seine Spezialitäten an – ich liebe dieses Essen, hatte es aber während der letzten Wochen eher oft als selten. Susanne ruft nach Fleisch! Das kenne ich in dieser Vehemenz eher nicht von Frauen, weder im Allgemeinen noch von Sibylle im Besonderen und so sage ich eher verduzt zu.
Dimitris erklärt uns, was er an Fleischgerichten anbieten kann – beim Wort „Grillplatte“ leuchten Susannes Augen und sie grätscht rein, „…ja, genau das! Ist das ok für Dich?“
Für mich? JA! Mich hat noch nie eine Frau gefragt ob ich eine klassische, griechische Grillplatte mit ihr teile! Ein Hähnchenfilet, ok. Ein mageres Rindersteak, ja. Aber eine trockene, teils fettige, durchgegrillte Grillplatte???
Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und sage zu…
Schmeckt so wie es aussieht – ist aber ein Genuss zu einem Bier
Wir vertilgen den Fleischberg und versuchen zu verstehen, warum man beim Duschen zwei Brausen benötigt. Vielleicht ist es ein Generationenthema, vielleicht fehlt uns die Fantasie, aber das Bild zu zweit nebeneinander unter zwei Duschköpfen zu stehen erschließt sich uns nicht.
Ich bringe Susanne zurück nach Xirokampos und verhole mich dann auf ELOWYN – ein schöner Tag!
Bevor irgendwelche Thesen aufgestellt werden – Sibylle und ich telefonieren fast jeden Tag. Auch Susanne telefoniert in dieser Zeit fast täglich mit meiner Frau. Sibylle erhält alle Updates und stimmt sich mit unserer Freundin bezüglich der Hausnutzung ab. Susanne stellt sogar die steile These auf, dass Sibylle und ich ja die ersten Nutzer der geheimnisumwobenen Doppeldusche sein könnten und dann vielleicht eine Art „Erfahrungsbericht“ abgeben könnten.
Na ich weiß nicht, ich habe immer noch das Bild von einer Gemeinschaftsdusche im Sinn – zwei Duschköpfe sind mir einer zuviel 😉 …
Auch der nächste Morgen ruft das Thema „duschen“ sofort wieder in den Sinn. Es prasselt nämlich ganz gehörig auf ELOWYNs Kajütdach und einen Moment lang rühren sich bei mir Zweifel, ob Susannes Flieger bei so einem Wetter fliegen würde.
Es war aber auch trostlos!
Ein Blick über mein Patenschiff zeigt, dass heute ein Depri-Tag istDer komplette Bootsplatz ist schon wieder durchweicht……der Weg zum Lokus führt durch den Baz!
Ich schreibe eine WhatsApp an Susanne, die bereits auf gepackten Koffern sitzt. Es gibt bisher keine Informationen von Olympic Airways über irgendeine Flugabsage, daher gehen wir von einer Abreise aus.
Ich trinke meinen Kaffee aus und mache mich dann auf den Weg nach Xirokampos um die Freundin abzuholen.
Tatsächlich klart es etwas auf und als wir am Flughafen ankommen, herrscht schon reges Treiben. Auf Nachfrage bestätigt man uns die Durchführung des Fluges und so heißt es Abschied nehmen. Ich drücke Susanne kurz, sie war eine Bereicherung während der letzten Tage.
Ich fahre zurück in die Marina und überlege, was man mit einem solchen trüben Tag anfangen kann. Ich weiß! Ich suche den Fehler an EDINAs Motor für den elektrischen Furler…
Es geht recht rasch, bis ich meine den Fehler gefunden zu haben……ich baue die Schadteile gleich aus
Es dauert nicht so lange, dass ich einen potentiellen Fehler erkenne. Die Schleifkohlen des Motors sind abgenutzt und, schlimmer noch, zwei von ihnen bleiben in ihrer Führung hängen.
So kann ein Motor nicht funktionieren. Der Eigner und ich beschließen, dass wir ins Risiko gehen, neue Kohlen verbauen und dem Motor einen Service nebst Reinigung zukommen lassen.
Ein Funktionstest wird dann zeigen, ob unser Weg der richtige war.
Irgendwie passt das Wetter heute – ich habe heute Nachmittag einen Termin für eine WEG-Eigentürmerversammlung und man hat zugestimmt, diese per Video-Call abzuhalten. Ich kann so partizipieren und freue mich darüber – das perfekte Vorhaben für einen grauen Regentag.
Ich habe mich auf der Plattform eingeloggt und mir einen Kaffee gekocht – von mir aus kann es losgehen
Ich bin volle zwei Stunden in dem Online Meeting gebunden, aber es war erfolgreich. Ich darf hoffen, dass wir in verschiedenen Punkten eine Einigung erzielen, meine Wohnung dann verkauft wird und wir mit der Sanierung unserer Katikia beginnen können.
Ich glaube, dass 2026 ein sehr spannendes Jahr werden wird.
Bis zum Abend fängt sich das Wetter etwas und der Abendhimmel entschädigt mit einem herrlichen Sonnenuntergang vor spektakulärer Wolkenkulisse.
Jörg, Tom und ich treffen uns abschließend im „SouVLakki“, wir geben uns völlig unserer Fleischeslust hin!
Ich liebe solche SzenarienHeute gibt es Broiler – lange nicht mehr gehabt
Auf meiner Liste der Tagesarbeiten für den Folgetag steht „nur noch schnell EDINA an den Landstrom anschließen“ – und ihr wisst, was das bedeutet! 😉
Offen gesagt, ganz so steht es nicht auf dem Plan, ich bin ja auch nicht völlig doof – aber „Strom EDINA“ kann in eine Aufgabe ausarten. Vor allem dann, wenn sie abgeschrittene 60m von der Säule entfernt aufgepallt ist und mindestens fünf Meter hoch ist.
Keines der zur Verfügung stehenden Kabel ist auch nur annähernd ausreichend – also muss ich mich auf meinen Fundus besinnen…
Kein klassisches Landstromkabel – aber hilfreich
Die vor etlichen Jahren in der Not gekauften 64m billigstes PVC Kabel sind eigentlich völlig ungeeignet, haben im Ausnahmefall aber schon etliche Male geholfen – so auch heute…
Mit den zusätzlichen Metern gelingt es mir, der blauen Madame die überlebenswichtigen Elektronen und Neutronen zukommen zu lassen.
Die Verlegung der langen Strippe ist abenteuerlich und verlangt nach Absicherung – was tun???
Der halbe Weg – die Säule ist hinter dem Häuschen….…hier die andere Hälfte – die baumelnde Schlinge muss abgesichert werden
Zur Absicherung wäre ein rot-weißes Flatterband recht – doch woher nehmen und nicht stehlen?
Ich weiß! War nicht vor ein paar Tagen am Marina Wellenbrecher eine Baustelle mit Flatterband? Ich würde wetten, dass ich mich auf den hohen Entspanntheitsgrad der Griechen beim Thema Müllentsorgung verlassen kann und ich dort noch Reste finde.
Ich mache mich auf dem Weg zur aufgelassenen Baustelle und fotografiere bei der Gelegenheit DONNA auf NESSAJAs alten Platz – ein Zeichen! Die Welt dreht sich weiter, die Dinge verändern sich – alles ist im Fluss.
Gestern noch unser Platz, heute fühlen sich Caetlin und Ben dort wohl
Das Flatterband? Ach ja, das habe ich tatsächlich dort gefunden, es lag einfach herum. Ich habe mir die Reste eingesammelt und mir intakte 5m vorbereitet und mein Kabel damit abgesichert!
Das passt so – und wie geht es weiter???
Jetzt ist die Kabelschlaufe in 2,2m Höhe sicher – ich will nicht, dass ein Gabelstapler hängen bleibtEDINA steht sicher, die Arbeiten können beginnen, die Batterien werden geladen
Ich war kaum fertig, da hatte sich die Frage nach dem „…und was kommt jetzt?“ schon erledigt.
Mein Telefon klingelt und ich lese am Display „Gottfried“! Das überrascht mich nicht, waren wir doch für einen Phonecall verabredet, aber mir wird in diesem Moment bewusst, dass ich einen neuen Zeitplan brauche.
Telefonate mit Gottfried und Gabi sind sehr kurzweilig und daher auch sehr zeitintensiv. Weil ich gerade am Feld war, habe ich mich in mein Auto gesetzt und lange und hingebungsvoll mit den Freunden aus München telefoniert.
Auch diesmal dauerte es lange – und beendet wurde das Gespräch durch mein Telefon! Akku denkt ihr? Nein, schlimmer… 😉
Ich telefoniere mit G&G bis die Leitung glüht
Weil ich trotzdem zumindest einen Punkt von meiner realen To-Do Liste streichen will, befasse ich mich noch ein wenig mit meinem Schwarzwassertank.
Jörg hatte mir den ja bereits geschweißt, jetzt galt es, Befestigungsstellen für die Anschlussfittinge und den reparierten Tankgeber zu schaffen.
Dafür mussten wir ein paar Löcher bohren und für den Tankgeberflansch ein paar Gewindeeinsätze setzen.
Zu guter Letzt schneide ich neue Gummidichtungen, dann bin ich (fast) fertig!
Die Löcher und Gewindeinserts sind hier gut zu erkennenIch bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden
Ich schreibe deshalb „fast“, weil ich noch ein Fitting für den Entlüftungsschlauch setzen muss.
Die finale Entscheidung, ob ich mir ein neues, Kleineres kaufe und dieses an den noch vorhandenen Blindanschluss anbinde, oder ob ich das bestehende an irgendeiner frei zu wählende Stelle mit einer Mutter und einer Gummidichtung anschraube, ist bis heute noch nicht gefallen.
Diese Entscheidung wird auch noch etwas warten müssen, denn bald schon wird mich meine Prio1 Aufgabe einholen! Doch davon weiß ich bis jetzt noch nichts…
Die Sonne geht unter, wir gehen ins „Gia Sena“ zum Abendessen
Heute ist per meiner Definition ein Tag Pause. Ich folge dem griechischen Lebensweg und die Griechen feiern heute „Clean Monday“ (Καθαρά Δευτέρα). Dieser Tag markiert den Beginn der Fastenzeit und liegt 40 Tage vor dem Osterfest.
An diesem Tag wird gefeiert, gegrillt und gevöllert – aber bereits auf Fleisch verzichtet. In der Regel gibt es Fisch und Meeresfrüchte vom Grill, dazu Salate und Gemüse aller Art.
Ich muss mich aufteilen, denn die Freunde aus der Marina verabreden sich für den Abend zum Dinner bei „Stis Anna“, davor werde ich einer Einladung von Giorgos folgen um bei ihm mit seiner Familie und Freunden zu feiern.
Ich brauche ein Mitbringsel! Hmmmm??? Naja, diesmal muss ich nicht so lange überlegen – ich gehe zu NESSAJA und bereite ein Fläschchen Olivenöl für Katerina vor.
Mein Öl macht mir immer mehr Freude
Als ich so über mein Deck husche, höre ich ein Brummeln aus Richtung ANAHITA – nanu, was ist das?
Ein zweiter Blick offenbart, dass Alex irgenwas im Ankerkasten schleifen muss. Ok, für ihn ist ein Arbeitstag, er feiert erst abends mit uns.
Ich halte sein Tun für die Nachwelt fest, dann ziehe ich weiter und verlasse NESSAJA für heute.
Alex hängt früh am Vormittag schon in der Ankerkiste
Ich nehme mir vor, dass ich dusche und mir dann einen straffen Tagesplan für morgen mache.
Das klappt soweit, ich stimme mich hierfür noch mit Jörg und Tom ab, denn bei ihnen wollte ich unbedingt noch helfen den Motor in Betrieb zu nehmen, einen kurzen Funktionstest für die Einwasserung übermorgen machen und als Fleißaufgabe noch das Mastkabel von einem neuen Windmesser zu verlegen – soweit also der Plan!
Doch ihr kennt ja die Krux mit den Plänen – kaum eine Stunde nachdem ich mich mit der INSPIRATION Crew verabredet hatte, meldet sich Ben bei mir…
„It seems, tomorrow might be the best day to continue with your rigging, what about your plans?“
DAS war das Prio1 Signal! Der Startschuss, auf den ich seit Wochen warte! Ich sage zu und kläre mit Tom und Jörg, dass ich zunächst an meinem Rigg arbeiten muss, es bleibe dann ja noch etwas Zeit bis zum Krantermin von INSPIRATION, wir würden die Arbeiten schon hinbekommen.
Zufrieden steige ich in Klicker um nach Kamara zu Giorgos zu fahren.
Wenn die Sonne scheint, ist der mediterrane Winter farbenfrohΚαθαρά Δευτέρα ist auch der Tag, an dem die Kinder typischerweise selbstgebaute Drachen steigen lassen – hier Giorgos Vater mit dem Enkel
Großes „HALLO“ – die meisten Gäste kenne ich von früheren Feiern und sie kennen umgekehrt mich.
Sie sprechen Griechisch mit mir und ich verstehe kaum 10%, aber es zeigt mir, dass sie mich als einen der Ihren wahrnehmen – zumindest im Ansatz. Es liegt nun an mir, dies auszubauen und ich arbeite hart daran. Auch heute versuche ich, soweit ich das eben kann, einigermaßen verständliche Antwortsätze zu stammeln.
Es gibt frischen, sun-dryed Octopus……der chargenweise gegrillt wird – über Feuer, so muss das
Just in diesem Moment ruft Sibylle an – es ist laut, es wird gefeiert und getanzt, die fidellastige Inselmusik hüllt die Feier in betörende Klänge.
Vermutlich höre ich das Telefon zu spät, als ich abhebe ist Sibylle weg. Ich will anständig sein und verhole mich nach draußen in eine ruhigere Ecke mit besserem Netz, dann rufe ich zurück…
Es bleibt beim Versuch
Vermutlich erinnert sich Sibylle daran, dass ich heute bei Giorgos bin und kann die Situation einschätzen.
Es ging wahrscheinlich ohnehin nur um eine Abstimmung bezüglich morgen, denn morgen ist nicht nur der große „Rigging-Day“ den Sibylle knapp verpasst – nein, morgen endet auch meine „left outside alone“ Phase. Sibylle kommt gegen 23.00 Uhr mit der raren Nachmittagsfähre auf Leros an.
Ich kann das auch später mit ihr besprechen – jetzt wird gefeiert was das Zeug hält! Wie immer gilt „what ever happened on Leros will stay on Leros“, so gibt es auch diesmal keine weiteren Bilder – private Scene 😉 !
Um 18.00 Uhr fahre ich zurück in die Marina um Ben, Caetlin und Alex abzuholen. Die Sonne versüßt mir abermals den Übergang in den Abend – ein schöner Tag!
Sonnenuntergang über der Bucht von Gourna – ich halte extra für ein paar Fotos anIch bin pünktlich zur vereinbarten Zeit in der Marina und sammle die Freunde ein – wir fahren zu „Stis Anna“
Bei Anna angekommen, bin ich überrascht. Das Lokal war fast leer! Das hatte ich echt ganz anders erwartet – nun, vielleicht hat sie ihre Wiedereröffnung zu Καθαρά Δευτέρα zu kurzfristig angekündigt.
Der Musiker spielte an einem anderen Tisch sitzend vor sich hin. Ich kenne den Mann aus verschiedenen Kneipenbesuchen, er spielt Gitarre und covert Folk- und Blues Songs. Ich mag die Art wie Chris spielt, ist aber vielleicht nicht Jedermanns Sache.
Wie auch immer, wir nehmen Platz und es geht ans bestellen. Inzwischen hat sich auch Tom zu uns gesellt während Jörg heute eine Runde aussetzt.
Wir waren ziemlich alleine bei AnnaEine Tageskarte speziell zu Καθαρά Δευτέρα – die Qual der Wahl
Alex schaut zu mir, unsere Blicke treffen sich. Wir haben seit seiner „Pasticio-Orgie“ eine Art running Gag, indem wir uns immer mal wieder vornehmen bei einer Bestellung zum Kellner zu sagen „…och, bringen sie einfach einmal ALLES!“
Heute wäre eine Gelegenheit – and we did it!
Als der Kellner kommt, ordert Alex mit cooler Stimme und als ob es das alltäglichste der Welt wäre, einmal die Speisekarte rauf und runter. Der Kellner schaut ebenso verduzt wie Tom, der bis zu dieser Sekunde noch dachte wir machen Spaß!
Und dann ging es los – für unsere Vegetarierin am Tisch war es heute das Schlaraffenland!
Der Tisch war zum Biegen voll……alles war sehr leckerUnd im Eck der zweite belegte Tisch – „It´s all over now, Baby Blue“
Ein schöner Abend der sich noch ein Weilchen hinzieht – aber irgendwann wird es sehr plötzlich kalt. Annas Verandazelt ist nicht ganz winddicht, die nächtliche Brise kriecht durch die Ritzen und kühlt uns aus.
Wir zahlen und beenden diesen „Clean Monday“, ab nach Hause, ab ins Bett – morgen wird ein anstrengender Tag!
Und dieser beginnt für mich mit dem Weckerklingeln um 06.30 Uhr – ich brauche eine Weile, bis ich auf Drehzahl komme und ohne meine zwei Tassen Kaffee geht gar nix. Dann aber beginne ich, es war etwa 08.30 Uhr, mit der Vorbereitung für die Riggarbeit – zuerst komplettiere ich das Vorstag.
Ich lege das Profil bereit und montiere Trommel und Swivel
Dann beschäftige ich mich mit der größten Herausforderung, es müssen die alten Turnbuckles, die Wantenspanner, gangbar gemacht werden.
Mit Hitze und viel WD40 bekomme ich drei von vier in den Griff, einer wird uns aber fast den ganzen Nachmittag ärgern.
Gegen 09.30 Uhr kommen Ben, Caetlin und Alex dazu – wir beginnen mit der Hauptarbeit und damit, das Vorstag ins Masttop zu ziehen.
Das Vorstag geht nach oben, Ben steigt in den MastWährend Ben das Profilvorstag im Top anschlägt und sichert……ist es meine Aufgabe, das untere Ende am Basisbeschlag am Bug zu befestigen
Nun war es notwendig die Krümmung des Mastes nach vorne herauszunehmen und ihn mit den Stagen korrekt und gerade zu trimmen.
Als wir das geschafft hatten, fingen Ben und Caetlin an, den Mast zu sichern. Es wurden an allen Anschlagpunkten im Top und den beiden Salingspaaren Notschlaufen befestigt und Reserveleinen angeknotet, diese ließen wir zunächst nach unten hängen.
Alex und ich hatten derweil die Aufgabe, den einen widerspenstigen Spanner gangbar zu machen. Dies misslang und wir haben beschlossen, dass wir ihm nach der Sicherung des Mastes zwei Längsschnitte verpassen. Nur so war es möglich, Freigängigkeit zu erreichen.
Es half nichts, irgendwann mussten wir durchgreifen
Bis vor ein paar Minuten waren die Crewmitgleider der INSPIRATION noch entspannte Zuseher bei unserem Tun, dann bekamen sie eine Information, welche alles schlagartig änderte – ÄNDERUNG im Kranplan!
Krantermin INSPIRATION alt – morgen 14.00 Uhr. Krantermin INSPIRATION neu – HEUTE 12.00 Uhr!!!
Hektik kam auf, die Arbeiten bei denen ich helfen wollte, mussten ad hoc erledigt werden, alles nicht Notwendige wurde auf morgen vertragt. Bis INSPIRATION so einigermaßen klar war, kam auch schon das Carello und holte die Bavaria samt Jörg und Tom ab…
INSPIRATION geht zu Wasser – ich nehme vorweg, alles klappt tadellos
Währenddessen kämpft Ben im Mast – er hatte den härtesten und auch verantwortungsvollsten Job von uns allen.
Ich vertraue dem jungen Holländer und bin dankbar für die Freundschaft zu Caetlin und Ben. Sie beide haben mir viel geholfen und mich mit neuen Gedanken und Ideen inspiriert – die Blogleser werden die Umsetzung und Anwendung noch erleben dürfen.
Hier ein paar Impressionen von Bens Werken – er hat abgeliefert!
Die Salinge müssen später raus – alles muss gangbar gemacht werdenBefestigungsschlaufen werden gelegt um die Notwanten befestigen zu könnenBen ist fast ganztägig mehr als 20m über dem BodenDas Oberwant ist weg, jetzt kommt die erste Saling rausAlex fliegt Drohne und macht hunderte perfekte Aufnahmen und FilmeBei dem jungen Niederländer sitzt jeder HandgriffManchmal zwickt und klemmt es ein wenig……aber das Bodenpersonal steuert die Leinenführung perfekt – die erste Saling ist ab
Nach etwa drei Stunden im Mast schlafen Ben die Beine ein und er fordert eine Pause ein.
Wir lassen den Freund nach unten und Alex holt Brotzeit für uns alle. Diese genießen wir zusammen im Cockpit von NESSAJA – bei strahlendem Sonnenschein und perfektem Wetter.
Bis hierhin haben wir es geschafft, dass alle Wanten nebst der Salinge auf der Steuerbordseite ausgebaut waren.
So ein Segelschiff mit fehlenden Salingen auf einer Seite sieht komisch aus…
Die Wanten auf einer Seite sind entfernt, das Notrigg steht
Wir wollen den wunderbaren Tag nutzen und rappeln uns noch einmal auf. Mit Hilfe von Hans Peters Milwaukee ziehen wir Ben noch einmal über alle Etagen bis nach ganz oben – nur Aufzug fahren ist schöner!
Das Ziel ist jetzt, das Rigg auf Beschädigungen zu prüfen und die Salinge wieder zurück an ihren Platz zu stecken.
Dabei ziehen wir eine 5mm Dyneema Leine ein, welche über die Salingsenden für eine finale Sicherheit sorgt – so hoffen wir zumindest…
An den Beschlägen sind keine Schäden zu erkennenBen steckt die Salinge wieder auf und fädelt die Dyneema Leine ein
Geschafft! Die Sonne steht schon tief, als wir den Feierabend ausrufen und mit einem Bier einläuten.
Ich bin echt zufrieden! Geschafft aber glücklich! Endlich sind die Wanten ausgebaut und die Erneuerung meines stehenden Guts kann in die Finalisierungsphase gehen.
Das Schiff sieht aus wie nach einer Schlacht – das Aufräumen obliegt jetzt mir! Die Helfer sind entlassen, aber nicht, ohne dass ich eine Einladung ins „SouVLakki“ ausgesprochen hätte. Wir treffen uns wieder um 19.00 Uhr!
Das gemeinsame Bier zum Feierabend ist EhrensacheDie Sonne steht tief, ich beginne das Schiff zu klarieren
Es war so viel aufzuräumen, wir haben fast aus allen Kästen Werkzeug benötigt.
Zum Aufflexen und gangbar machen des verfitzmaledeiten Spanners habe ich die ganze Batterie schweres Werkzeug auffahren müssen, Dreck ist überall.
Das WD40 hat natürlich nicht nur dorthin gespritzt wo es für weniger Reibung sorgen sollte, es war schlichtweg überall verteilt. Etwas Reinigung tat Not!
Irgendwann kam ich zu einem Ende und hatte den Saustall weitgehend im Griff. Die Sonne war am Untergehen, ich musste aber auch nur noch die alten Wanten auf einen Haufen legen – bis hierhin hatte ich sie einfach von Deck geworfen.
Die blaue Stunde beginnt, ich bin gerade fertig gewordenNoch schnell die alten Wanten klariert – dafür der ganze Aufwand……als ich die Baustelle verlassen habe, war es 18.40 Uhr und der Mond stand schon hoch
Ich ging noch rasch zu ELOWYN und zum Hände waschen, dann fuhr ich schon wieder an den F-Ponton und sammelte meine heutigen Helfer ein, um die ausgesprochene Einladung umzusetzen.
Auch Jörg und Tom konnten partizipieren, auch sie hatten einen erfolgreichen Tag. Wir ließen uns die Geschichte vom pannenfreien Kranen erzählen und lieferten dafür unsere Story von Bens „Tag im Bootsmannstuhl“.
Der Abend verging, wir hatten Spaß – und doch war er zu kurz. Ich hatte nämlich noch einen Termin offen… Sibylle kommt heute an und ich hole sie um 23.30 Uhr in Agia Marina ab. Aber was tun bis dahin? Ich weiß! Ich mache ein Update am iPad…
Ich hatte schonmal so ein Bild gezeigt – 758 WhatsApp in etwa zwei Wochen
Wieder trifft mich fast der Schlag. Ich hatte zwei Wochen nicht synchronisiert – in diesem Fall tut das System dies automatisch in dem Moment, in dem sich die zwei Geräte koppeln.
Das iPad zieht sich alle WhatsApp, die ich die letzten rund zwei Wochen erhalten und geschrieben habe. Ich schwöre – keine 10% sind wirklich familiäre Nachrichten. Alles andere sind Nachrichten, die ich führe weil irgendwelche Bootsthemen zu diskutieren sind.
Ich hoffe das erklärt ein bisschen, warum ich manchmal nicht jede Nachricht sofort abhandeln kann oder will.
Ooops, die Fähre kommt schon Richtung Agia Marina, ich muss los!
Sibylle kommt gleich an – mit etwas Verspätung
Ich bekomme einen guten Parkplatz und kann Sibylle direkt am Anleger abholen. Ich muss nur ein bisschen warten, dann kommt die BLUESTAR DELOS auch schon im Hafen an.
In der Nacht sehr beeindruckend
Die Fähre spuckt meine Sibylle aus und ich kann sie abfangen. Wir verholen sofort zum Auto und suchen das Weite.
Füreinen Willkommensouzo ist meine Frau zu müde, daher fahren wir sofort nach Xirokampos. Wir haben uns für eine eigenartige Lebenssituation während der nächsten Wochen entschieden.
Sibylle möchte nicht über die Leiter auf ein Schiff, welches kein fließend Wasser und keine Toilette für´s kleine Geschäft hat. Sie will eine Waschmaschine und ein kaltes Schalfgemach.
Wollte ich es kurz formulieren – ich will genau das Gegenteil. Am liebsten bin ich am Schiff, bei allem Anderen mache ich Kompromisse, solange ich nur nachts nicht friere.
Wir entscheiden deshalb – bis auf Widerruf wird sie in Xirokampos unsere Base bilden und ich bleibe auf ELOWYN um näher am Geschehen zu sein. Wir werden das schon schaukeln…
Ich bringe Sibylle zu ihrem Appartement und ziehe wieder ab – den entgangenen Ouzo bedauere ich, er ist sinnbildlich
Bis ich zurück auf ELOWYN bin, war es spät geworden. Jetzt ist Sibylle also zurück. Es fühlt sich seltsam an – sie war zwischen November und heute zweimal vier Wochen weg. Das ist eine lange Zeit und und ich war gezwungen mich während dieser Wochen umzustrukturieren. Ich habe mein Schiff verlassen und prägende Wochen alleine verbracht – die neuen Strukturen sind meine und ich werde sie nicht wieder so ohne Weiteres aufgeben.
Ich freue mich natürlich auch riesig, dass sie wieder da ist. Das Vertraute kehrt zurück und ich bin tagsüber auch wieder ein Team statt der Einzelkämpfer.
Dieses Teamwork verlangt in der jetzigen Phase eine relativ hohe Schlagzahl und Sibylle wird in diesem Kontext am Folgetag auch gleich ins kalte Wasser geworfen.
Ein kurzes „Hallo“ für die anderen, dann geht es los…
Der alte Tank von Jörg und Tom steht zum Verkauf – ich lagere ihn im Haus einSibylle inspiziert ihren Zitronenbaum, sammelt das Fallobst auf und pflückt ein paar schöne, reife Früchte
Nachdem wir einen kurzen Abstecher nach Plaka gemacht hatten, ging es sofort zurück in die Marina.
Wir hatten am Rückweg bei Maria im „Naval“ Store noch ein paar Ersatzteile gekauft und die galt es nun zu verbauen.
Zunächst waren da die beiden Fallenblöcke, welche altersbedingt der Last und dem Speed des Milwaukee zum Opfer gefallen sind. Da merkt man, welche Power „der Gerät“ hat!
Da erkennt man das DesasterKaputt – ich kann aber unter Vorlage des alten Blocks zwei neue erwerben
Der Tausch der beiden Umlenkrollen ging rasch von der Hand. Sibylle motiviert mich dranzubleiben und noch weitere Kleinreparaturen anzupacken.
Als da zum Beispiel wäre, die Fertigstellung unseres Schwarzwassertanks. An diesem fehlte noch ein Fitting für den Belüftungsschlauch, dieser Anschluss wurde der aufgescheißten Platte geopfert.
Es war noch ein freier Anschluss vorhanden, dieser hat aber ein 1/2 Zoll – 19mm Anschlussfitting erfordert – ein Teil, welches es von TruDesign gar nicht gibt. Und was soll ich sagen – Maria hat es von einem anderen Hersteller auf Lager!
Also installiere ich diesen Anschluss an richtiger Stelle und kann somit das Projekt „Reparatur Kakatank“ von meiner Liste nehmen.
Während wir an Deck reparieren, schleicht Ben um meine NESSAJA…
Ben hat eine Flir Wärmebildkamera am Handy
Er schleicht mit seiner Flir rund ums Boot und macht Wäremebild-Aufnahmen. Ein probates Mittel um klare Indizien für vorhandene Altschäden und beginnende Osmose zu finden – dies ist bei NESSAJA nicht der Fall.
Ich bin somit recht gut vorbereitet auf den Besuch des Gutachters, mal sehen ob er kann was wir können 😉 …
Ich leugne nicht, dass ich die Gutachter immer kritisch beäuge – es wird keinem Gutachter gelingen NESSAJA an einem Tag zu durchschauen. In unserer Community haben wir alle Geräte um wirklich alle technischen Systeme an den Schiffen einzuschätzen. Aber wer glaubt einer Gruppe rund um den Verkäufer, dass etwas ohne Mängel ist? Daher gibt es den Gutachtertermin Mitte März – er soll Strukturelles einschätzen, das Thema bleibt die große Unbekannte vor dem Verkauf.
Ben schickt mir die Bilder, aber ich habe noch an Deck zu tun…
Ich bastle mir einen Befestigungspunkt für das Notrigg
Ich hatte bei Andreas noch ein paar Bastelteile beschafft, um mir am original Befestigungspunkt meiner Wanten einen ebensolchen für den Dyneema Part meines Notriggs zu basteln.
Das geht schnell und klappt prima, mit einem Spanngurt kann ich richtig Last auf die Powerleine bringen.
War´s das? Ich würde Feierabend machen – aber Sibylle schafft es tatsächlich, mich soweit zu motivieren, dass ich unser Dreiwegeventil für die Schwarzwasserumleitung noch serviciere. Dieses hat in eine Richtung ein wenig geklemmt weil es durch Urinstein blockiert wurde. Gott sei Dank lässt sich das TruDesign Teil zerlegen und reinigen, so war dieses Thema auch relativ rasch vom Tisch!
Jetzt war der Feierabend aber verdient! Wir gehen zusammen mit Tom und Jörg ins „Tis Kakomoiras“ um ein nettes Beisammensitzen für Sibylles Ankunft zu haben und auch, um noch einmal griechisch Meze zu essen bevor die INSPIRATION Crew morgen abreisen wird.
Wir haben wieder so richtig lecker gegessen
Den Folgetag können wir etwas langsamer angehen lassen. Nachdem Sibylle mit ihrem Breezy in der Marina angekommen war, gingen wir erst einmal zu Tom und Jörg auf´s Schiff.
Es stand zur Debatte „noch schnell“ das Mastkabel für einen neuen Windgeber einzuziehen. Ich konnte noch einmal unterstützen, indem ich half das definitiv richtige Kabel zu finden, es wurde dann aber schnell klar, dass bei Jörg nach drei Wochen „Highspeed-Boatwork“ die Luft etwas raus war.
Das Projekt „Windgeber im Mast tauschen“ wurde kurzerhand auf Ostern vertagt, denn dann würde Jörg bereits wieder mit seiner Familie vor Ort sein.
Sibylle und ich ziehen ein Häuschen weiter und widmen uns dem heute wichtigsten Projekt – ich will meine Wanten heute Nacht auf der Fähre nach Athen wissen, es gilt keine Zeit zu verlieren. Also packen wir die vier massiven Stahlseile auf eine Halbpalette.
Gewickelt und gesichert sind die Wanten, jetzt noch für den Versand vorbereiten
Was mich noch ein bisschen zaudern lässt, ist die schlechte Antwortperformance der Rigging Company. Aufgrund des schlechten Trackings von Speditionssendungen hier in Leros, man bekommt keinerlei Papiere, will ich eine Bestätigung, dass irgendwer die Sendung beim Spediteur abholen wird.
Diese mangelhafte Schnittstelle hat mich letztes Mal drei Wochen gekostet, das war nervig und hängt bis heute nach.
Es dauert lange bis ich eine Rückantwort erhalte, dann aber meldet sich mein Ansprechpartner und bestätigt schriftlich. Ich fahre mit Sibylle zur Sedition und übergebe meine wertvolle Fracht!
Ab jetzt läuft´s – hoffentlich pannenfrei
Der Rest des Tages war eher administrativer Natur – der Eigner von EDINA betraut mich immer mehr mit Aufgaben die von der Winterbetreuung abweichen.
Neben der Reparatur des Elektromotors möchte ich mich bitte auch noch um eine Lösung für die Thematik der eingefangenen Leine an der Propellerwelle kümmern.
Ich gehe also zu EDINA, mache ein paar Bilder, schätze die Situation ein und melde es dem Eigner. Er möchte einen „Rope Cutter“ installiert haben, ich möchte mich bitte darum kümmern. Das zieht einen Schriftverkehr mit Eirini im Office nach sich – das ist jedoch kein Opfer für mich, denn ich mag die Kommunikation mit der jungen und recht toughen Lady.
Der Eigner bekommt die Info dass alles passt und wird auch über den Beginn seiner Lackarbeiten informiert. So funktioniert Zufriedenheit… 😉
Das Thema mit der Leine ist lösbar – dazu ein Rope Cutter und eine neue Anode, dann passt es wiederNur ein schöner Rücken kann entzücken – EDINAs Heck wird lackiert
Als diese Punkte alle erledigt waren, hatten Sibylle und ich keine Lust mehr. Wir fuhren beide nach Xirokampos und verweilten noch ein Weilchen bevor es an der Zeit war, zum Abschiedsdinner für Jörg und Tom aufzubrechen.
Die Beiden hatten sich das „SouVLakki“ für ihr finales Zusammensitzen mit uns ausgesucht, auch Alex ließ es sich nicht nehmen, sich noch einmal dazuzugesellen.
So saßen wir den Abend bis zur Fährankunft gemeinsam mit den Freunden ab und gönnten uns ein letztes gemeinsames Bierchen, dazu ein Ouzaki und die Welt war in Ordnung!
Um 22.15 Uhr hieß es „auf Wiedersehen“, was bei Jörg schon in vier Wochen der Fall sein wird. Tom werden wir erst Anfang Juni wieder treffen, bis dahin also!
Wir sagen zum Abschied leise „Servus“…
Gegen 23.00 Uhr boarden unsere Freunde und machen sich auf Richtung Athen
Ich bringe Sibylle noch nach Xirokampos und fahre dann zurück in die Marina.
Die Gedanken sausen in meinem Kopf, so viele Projekte, aber durch den Versand der Wanten bin ich einen gehörigen Schritt weiter!
Ich gönne mir eine Folge „Inspektor Barnaby“ und ein Snickers für die Nerven, dann fallen mir die Augen zu und ich gönne mir eine Mütze Schlaf!
Als ich am nächsten Morgen wach werde, höre ich das Heulen des Windes in der Takelage. Ich brühe mir eine Tasse Kaffee auf, dann schalte ich mein Telefon ein – keine Nachrichten! Das ist ein gutes Zeichen, dann wird mein Mast wohl noch stehen…
Trotzdem – der erste Weg am Morgen führt mich zu NESSAJA, ich will mich vergewissern.
Sieht gut aus – Generalprobe bestanden, hoffen wir, dass die neuen Wanten schnell kommen
Ich muss Sibylle heute abholen. Das mache ich gerne, trotzdem geht es mir auf den Zeiger, denn ist ist Zeitverschwendung.
Der Alltag keht zurück und meine Effizienz steht dazu in reziproker Relation.
Als ich an EDINA vorbei komme sehe ich, dass das Lackierteam schon ganze Arbeit leistet. Es ist gehörig was vorangegangen und auch die Mechaniker sind dran – der gestern bestellt Rope-Cutter ist schon am Arbeitsplatz und wird bald montiert.
Ich mache Bilder und schicke sie an den Eigner…
Antifouling ist gestrichen, das Heck grundiert, der Propeller wird gerade serviciert und……einen Rope-Cutter gibt es auch schon
Ich setze meine Fahrt fort und hole meine Gattin in Xirokampos ab.
Wir warten bis die Waschmaschine fertig ist, dann fahren wir einen Kaffee trinken. Weil wir John dort treffen und uns etwas verratschen, ist bei der Suche nach den Schleifkohlen für EDINAs Furlermotor etwas Eile geboten.
Irgendwie verplätschert der Tag, oder zumindest droht er es zu tun. Wir können nämlich nicht widerstehen einen Einkehrschwung bei Marietta zu machen, dort ist heute eine Art „Freitagslunch“ mit Live-Music. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und schauen kurz vorbei um zumindest Flagge zu zeigen.
Dort sehen wir am Mittag vorbei und gönnen uns einen Snack
Eine Stunde gönnen wir uns noch – wir essen Gavros und Käsebällchen und trinken etwas, dann wollen wir noch einmal los.
Sibylle packt noch ein paar Sachen und stellt mir diese ins Auto, ich nehme mir vor noch etwas produktiv zu sein.
Weil ich Sibylles Hilfe nicht benötige, fährt sie nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.40 Uhr wieder abholen werde. Ich widme mich derweil meinem Fäkalientank – Ziel ist es, diesen Punkt heute zu finalisieren und von der Liste zu bringen.
Geschafft! Das ist vollumfänglich erledigt
Es ging letztlich schneller als gedacht! Ich kann den reparierten Tank einbauen und alle Anschlüsse wieder herstellen.
Einzig die Absaugöffnung bleibt ohne Decksverbindung, denn der Decksdurchlass muss versetzt werden. Dies werde ich im Rahmen der Deckssanierung umsetzen und kann somit die Badezimmer Rückwand wieder montieren.
Weil noch ein paar Minuten bis Ladenschluss waren, bin ich noch schnell zu Panos gehastet um meinen bestellten Lack abzuholen. Ich habe ja an ELOWYN einen Kratzer verursacht, den gilt es reparieren zu lassen. Panos gratuliert mir zum Kauf des mit Gold aufzuwiegenden Lacks – finde ich ganz lustig (Ironiemodus) – mir ist speiübel… !
AWLcraft – ist mit Golddublonen zu bezahlen
Ich brauche jetzt noch einen Lackierertermin – aber das ist eine andere Baustelle.
Mein Arbeitstag endet, ich kann trotz des Müßiggangs einen Punkt von der Liste streichen – nicht so schlecht.
Ich fahre zu Sibylle und dusche dort, dann fahren wir beide noch einmal in die Marina um Anette und Joachim von der MARLIN abzuholen und mit ihnen im „To Steki“ zu Abend zu essen.
Wir haben einen lustigen und unterhaltsamen Abend, den wir bei einer Runde Ouzo ausklingen lassen. Dann bringt „Chaffeurdienst Mario“ die Nachtschwärmer nach Hause bevor auch er den verdienten Feierabend genießen darf 😉 !
Als ich am nächsten Morgen mein Mobiltelefon einschalte, habe ich eine Nachricht von Carola und Thomas im Postfach. Sie schreiben mir wie es ihnen geht und dass sie sich auf die kommende Saison freuen. Weiter bitten sie um Unterstützung innerhalb unserer Community, denn sie wollen ihren Gennaker verkaufen.
Ein sehr schönes Segel – ich könnte schwach werden
Ich schreibe zurück, erzähle ebenfalls ein wenig und verspreche, mich zumindest umzuhören. Ich werde den Gennaker im „Flohmarkt“ auf meiner Seite anbieten und zudem in der Facebook Gruppe „Leros Yachting“ einstellen – ich hoffe, es tut sich was.
Sibylle kommt an Bord, sie ist mit ihrem Breezy von Xirokampos in die Marina getuckert. Wir beschließen, eine Einkaufs- und Besorgungsrunde zu drehen, dabei würden wir auch bei Giorgos vorbeisehen und nach den offenen Projekten fragen.
Großes Hallo bei „Boat & Parts“
Ich erfahre, dass es leider keine Fortschritte bezüglich meiner Projekte gibt, Giorgos gesteht offen ein, dass es für ihn so „Lückenfüller“ sind. Ich müsse sagen, wenn etwas eilt.
Na gut, bis jetzt ist nichts akutes dabei, lassen wir es laufen. Ich erinnere mich, dass Ben und Caetlin mich gebeten haben, mich nach einem Außenborder bis 10PS umzuhören. Also frage ich auch meinen Freund, der ja anerkannter Motorenexperte ist.
Ja, er hätte da was – sprach´s und führte mich zu einem alten Yamaha Zweitakter.
Ein „Barn Find“ – ein verschüttetes Juwel
Ich staune nicht schlecht – ein etwas abgewirtschafteter 15PS Yamaha 2-T hängt traurig an einem platten Schlauchboot.
Ich weiß wohl, dass DONNAs Dinghy damit übermotorisiert ist und die Beiden den Motor vielleicht nicht wollen, aber als ich den Preis höre, fällt der Satz „I take it!“ automatisch aus meinem Mund.
Ich biete Ben und Caetlin eine Probefahrt mit dem Motor an – wenn sie ihn wollen, bekommen sie ihn zu meinem Spottpreis, wenn nicht ist es meiner! Man sollte einfach einen Yamaha Two-Stroke in der Garage haben – der heilige Gral aller Dinghypiloten 😉 !
Nach einem Kaffee, gehen Sibylle und ich zurück zu unseren Baustellen – heute widmen wir uns FESTINA LENTE. Der Windgenerator braucht eine neue Nabenkappe…
Wie kommen wir da hoch?
Die Turbine ist recht weit oben angebracht. Alex bietet seine Hilfe an, doch auch für den Sportler scheint der Stromerzeuger ohne Hilfsmittel unerreichbar.
Wir entscheiden, mit einer einfachen Leiter emporzusteigen und nach der beim Hagel zertrümmerten und in der Folge klappernden Nabenkappe zu greifen.
Das gelingt recht gut, wenn ich auch das wackelnde Edelstahlrohr etwas stützen musste…
Gemeinsam schaffen wir dasDer zerdepperte Deckel ist getauscht – check
Weil es gar so gut läuft beschließe ich, noch ein wenig weiterzuwerkeln. Als nächstes möchte ich den abgebrochenen Griff einer der Fallenklemmen erneuern.
Das scheint ein Schwachpunkt zu sein, denn ein anderer Griff ist bereits ausgetauscht und SVB hat die Dinger en masse auf Lager und lässt sie sich mit 30.-€ auch vergolden.
Egal, der Zweck heiligt die Mittel und ich stehe bei Käufer und Verkäufer im Wort.
Exakt der mittlere Griff ist gebrochen – ich komme um einen Ausbau der Klemmenbatterie nicht herumDas ist wohl aufwändig, lässt aber gut bewerkstelligenNach knappen zwei Stunden ist es erledigt und ich mache „klar Schiff“Jetzt ist der Klemmenblock wieder ok und einsatzklar
Super! Ich bin zufrieden, denn ich habe auf FESTINA LENTE die Hälfte der von mir zugesagten Kleinreparaturen erledigt.
Es war eine persönliche Zusage dem Käuferpaar gegenüber, einfach weil ich möchte, dass sie nach der Übernahme des Schiffes gleich Freude haben. Der Zufall will es, dass mich die Käufer heute anrufen, kurz bevor ich diese Bilder der erledigten Reparaturen schicken wollte.
Sie sitzen gerade beim Verkäufer bei Kaffee und Kuchen und machen den Vertrag – somit ist es besiegelt, FESTINA LENTE ist verkauft!
Für mich bleibt offen, den Fernbedienungsschalter für die Ankerwinsch instandzusetzen und ein neues Armaturenpanel nebst Tankuhr zu verbauen.
Mache ich gleich die nächsten Tage
Als „Zuckerl“ lege ich noch die alte, obere Carbon-Armaturentafel von INSPIRATION ins Schiff.
Diese kann für eine Neugestaltung und einen Umbau der Armaturen nebst dem Einbau eines anderen Plotters verwendet werden. Ob der neue Besitzer diese Tafel braucht, wird sich zeigen. Zum Wegwerfen ist sie allemal zu schade und zu teuer.
Vielleicht kann das teure Teil bei einer Neugestaltung der Armaturentafel eingesetzt werden
Mein Tagwerk war somit geschafft. Sibylle schnappt sich ihre Walkingstöcke und läuft zum Haus in den Süden der Insel, ich ziehe mich auf ELOWYN zurück um meine Mails zu schreiben und noch etwas nach den Schleifkohlen von EDINAs Furlermotor zu recherchieren.
Dann fahre auch ich nach Xirokampos um dort zu duschen und ein wenig mit Sibylle zu klönen. Um 19.10 Uhr fahren wir ins „Tis Kakomoiras“ denn dort sind wir um halb Acht mit Marcus und seiner Familie verabredet.
Wir haben einen schönen Abend, den wir erst beenden, als die kleine Lilly am Tisch einschläft. Ich bringe Sibylle noch zurück in Susannes Haus, dann ziehe ich mich in meine Gemächer zurück.
Klicker steht hinter ELOWYN, ich komme nach Hause
Left outside alone – ich sitze noch ein paar Stunden und schreibe den Blog während der Februar geht und der März Einzug hält.
Ich schlafe zufrieden ein, ich habe viel geschafft, habe aber die „großen Projekte“ noch vor der Brust.
Der März wird ein Schicksalsmonat – wird der Vertrag für NESSAJA unterschrieben? Kann ich die Stellung auf ELOWYN halten oder drängt mich eine italienische Osterinvasion in die Wohnung in Xirokampos?
Allen voran die Frage, inwieweit ich den Fortschritt meiner Projekte vorantreiben kann – gelingt es mir, schnellstmöglich mein stehendes Gut vollumfänglich zu ersetzen? Kann ich die Dichtheit der Seeventile an ELOWYN abschließend und belastbar prüfen? Inwieweit beginnt der Abbruch des Teakdecks auf NESSAJA?
Zudem ist der März der erste aktive Monat der Segelsaison 2026 – wer wird kommen, wen werden wir verabschieden (müssen)?
Es wird wieder spannend – bleibt also dran…
Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN – auch im Namen von Sibylle Mario
Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…