Der vierte Monat des Jahres sollte abermals ein richtungweisender werden – ob es ein süßer und guter Monat oder aber ein vernichtend, bitterer wird, weiß ich noch nicht als ich diese Zeilen tippe.
So manches Mal war ich nah dran den Verstand zu verlieren – da kommt mir der 1991er Queen Song „I´m going slightly mad“ gerade gelegen!
„Der Song fängt ein Gefühl von Entfremdung und der Bewältigung psychischer Belastungen durch Humor ein.
Zusammenfassend drückt der Satz eine humorvolle, aber verzweifelte Anerkennung dafür aus, dass die Situation aus dem Ruder läuft und man das Gefühl hat, den Verstand zu verlieren.“

Es braucht viel um den Skipper aus der Ruhe zu bringen – aber der April bot ein Stakkato von desaströsen Ereignissen, dicht gefolgt von wunderbaren Momenten, kein Wunder wenn man langsam droht in den Wahnsinn zu verfallen.
Neugierig? Dann folgt mir auf meiner Zeitreise durch den April 2026.
Die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen, ich gebe den Befehl, ein Auge aufzuklappen. Dies gelingt! Beflügelt von diesem kleinen Erfolg, steuere ich mein zweites Auge an und öffne auch dieses – ich werde wach!
Es ist der 01.April, ein Tag an dem sich die Menschen an kleinen, lustigen Falschaussagen belustigen.
Meine Ohren melden mir Regengeprassel auf dem Kabinendach – es muss sich um einen dieser „Aprilscherze“ handeln – doch weit gefehlt!
Ein erster Gang zu den Sanitäranlagen bestätigt meine Sinnesinformationen…

Mir egal! Ich starte den Tag erstmal mit einer Tasse Kaffee und einen Blick in die Medienlandschaft – was gibt es Neues auf der Welt?
Obwohl – will ich das überhaupt wissen? Alleine die Informationen bezüglich des Weltgeschehens reichen ja eigentlich aus, um dem aktuellen Blogtitel vollumfänglich genüge zu tun.

Meine Augen bleiben an der Verpackung einer Flasche „Tabac“ Eau de Toilette hängen.
Der Fakt, dass ich gestern in den Besitz dieses Duftwässerchens gekommen bin, erschließt sich meinem Gehirn um diese Stunde noch nicht.
Ihr erinnert euch an FESTINA LENTE? Es ist nicht unwichtig für euch zu wissen, dass Meltem und Suat, die neuen Eigner, zur Zeit in der Marina sind und das Schiff in Besitz nehmen.
Dazu gehört auch die Umbenennung, die Bavaria 39 Cruiser der Beiden heißt jetzt YUVA, was soviel wie „Nest“ bedeutet.
Ein zweites Boot wird umbenannt – die wohlbekannte Dufour 43CC NESSAJA heißt nun LUMARA – beide Boote werde ich im weiteren Verlauf meiner Blogberichte mit dem neuen Namen benennen.
FESTINA LENTE und meine NESSAJA sind somit Geschichte.
Entschuldigt den gedanklichen Schlenker – Suat schenkt mir also als Dankeschön die Flasche „Tabac“ – was will er damit sagen?
Mir egal, ich werte es als eine überaus freundliche Geste und werde mich immer wenn wir mit den Beiden unterwegs sind, ordentlich einparfümieren 😉 !

Ich gehe ein paar Schritte durch die Marina und sehe nach den Booten der Freunde.
Meine Idee, der Crew der INSPIRATION einen guten Morgen zu wünschen, konnte ich nicht in die Tat umsetzen – die Vier waren offensichtlich noch im Hotel.
Bald schon werden die Restarbeiten abgeschlossen sein und die Familie kann das Schiff beziehen – der Urlaub steht bevor…
Wenn ich schon am D-Steg bin, dann sehe ich auch gleich nach Martins STENELLA II, aber auch auf dem kleinen, roten Kutter scheint alles ok.
Der Sturm hat offensichtlich keine Schäden hinterlassen.

Auf den Booten der Bekannten und Freunde scheint alles heil zu sein. Das ist eine gute Nachricht, denn so kann ich zum heutigen Tagesgeschehen übergehen – wir haben eine große Leberkasparty geplant.
Diese soll am frühen Nachmittag im Haus in Xirokampos stattfinden und wir haben außer der Crew der INSPIRATION, welche den Leberkas aus der bayrischen Heimat mitgebracht hatte, noch die Crew der ANAHITA eingeladen.
Ausgemacht war, dass Sibylle die Vorbereitung zur Bewirtung trifft, ich würde dabei helfen. Zudem steuern wir Getränke bei.
Antonia hatte sich bereit erklärt Brezn zu backen und Melanie macht Kartoffelsalat.
Ich fahre daher sofort in den Süden der Insel um meiner Frau ein wenig Arbeit während der Vorbereitung abzunehmen.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, fahre ich zurück in die Marina und hole das A-Team ab.
Normaler Weise ist dies nicht nötig, aber bei diesem Wetter war es einfach die beste Entscheidung.
Wir hatten bewusst für diesen Tag geplant, der Wetterbericht sagt diese Depression seit Tagen voraus.
Erst gibt es die Leberkasorgie, dann würden wir zum Bowlen gehen.
Besser kann man so einen grauen Tag nicht verbringen.

Zurück in Xirokampos, versammeln wir uns zu acht um Susannes große Tafel. Wir wissen gar nicht, wie wir uns für ihre Großzügigkeit und ihr Vertrauen bedanken sollen – hatte sie doch gestattet, dass wir auch mit Freunden zusammensitzen dürfen.
Der Leberkas ist fertig, Sibylle schneidet Scheiben, die gar nicht erst in den Verdacht geraten mit Carpaccio verwechselt zu werden und trägt anschließend auf…






Wir schlemmen was das Zeug hält und schlagen uns die Wänste voll. Das schmeckt aber auch sauguad!
Dazu a gepflegte Hoibe – was für ein Gaumenschmaus!
Wir vergessen fast die Zeit und schon bald hieß es „Zeit zum Aufbrechen“ – wir hatten die Bowlingbahn für 18.00 Uhr reserviert.
Die INSPIRATION Crew wollte noch einen kurzen Schlenker über die Marina machen und so ergab es sich, dass wir den aufziehenden Saharasturm aus mehreren Perspektiven wahrnehmen konnten.
Wir haben oft Sandregen hier und die typische, durch den feinen Sand getrübte Luft – aber so extrem kannten wir dieses Phänomen noch nicht.





Wir schauten, dass wir weiterkommen – und das war gut so.
Denn kaum waren wir am „Crescendo-Bowling“ angekommen, begann es heftig zu regnen.
Wir verzogen uns in die Spielearena und verbrachten den Abend dort – erst spät in der Nacht haben wir unsere Bowling-, beziehungsweise Billardsession beendet.
Und wir hatten Spaß, alle…






Spät in der Nacht bringe ich erst Antonia und Alex zu ihrer ANAHITA, dann steht für mich noch eine Extrafahrt nach Xirokampos auf dem Programm, da Sibylle ja in Susannes Haus nächtigt.
Ich ziehe es vor auf ELOWYN zu schlafen und fahre daher in die Marina zurück – nicht, ohne vorher noch ein wenig das Wetterleuchten nach dem Gewitterdurchzug zu bestaunen.


Es war ein langer Tag – zurück in der Marina krabble ich in mein Bett und schlafe sofort ein.
Der neue Tag weckt mich zunächst mit ein paar freundlichen Sonnenstrahlen durch den Lichtspalt meines Rollos.
Dies sollte leider nicht so bleiben, dennoch hat es mir in diesem Moment das Aufstehen erleichtert.
Ein Blick durch die Niedergangsluke zeigt dann das Ausmaß des gestrigen Sandregens – das ganze Schiff war versaut, überall diese hellbraune Regenschlotze, was für eine Sauerrei!

Ich stecke noch nicht in meiner Buxe, klingelt schon mein Telefon – das kann ich ganz gut leiden.
Auf dem Display aber eine Nummer, bei der ich durchaus Willens bin abzuheben – Eirini aus dem Marinaoffice verlangt mich zu sprechen.
„Mario, the Marinero gave information, that one rope on EDINA broke! Please have a look!“
Ok, inzwischen ruft man also mich an, wenn an EDINA etwas nicht stimmt – ich habe den Eindruck, ich bin da in etwas hineingerutscht…
Anderseits ehrt es mich auch, dass man mir diesen Raum lässt, ich mache mich also sofort auf die Socken – und siehe da…

Ich sehe Handlungsbedarf, kann aber mit Bordmitteln helfen.
Da ich ohnehin zum Haus hochfahren muss beschließe ich, dass ich die übrige Kette samt Ruckdämpfer erst einmal dort zwischenlagere.
Ich werde die Teile nach Rücksprache mit dem Eigner zurückgeben, natürlich müssen wir auch über einen Satz neue Festmacher sprechen.
Leider wollte das Wetter nicht stabil sein – ein kräftiger Regenschauer zog vorbei und ergoss sich über die Insel.
Der Regen war so heftig, dass ich zunächst vor dem Haus im Auto sitzen geblieben bin – ich konnte und wollte nicht aussteigen…



Ich wollte ohnehin eine Kleinarbeit für EDINA im Haus erledigen – für den Motor des elektrischen Furler galt es neue Anschlusskabel zu crimpen.
Ich hatte schon einen Satz gefertigt, es zeigte sich aber, dass der gewählte Kabelquerschnitt von 16mm2 einfach zu üppig ist.
So war ich gefordert, noch einen zweiten Satz in 10mm2 zu bauen – dies ging aber schnell von der Hand.

Heute holt mich „der kleine Hunger“ ein und glücklicher Weise kann ich meine liebe Frau überzeugen, dass auch ihr ein zweites Frühstück nicht schadet.
Wir treffen uns also im „Coffee Lab“ und gönnen uns ein koffeinhaltiges Heißgetränk an einem „Club-Sandwich Kanapee“ 😉

Richtig viel Lust etwas zu reißen hat keiner von uns Beiden – also beschließen wir, dass wir noch Hans Peters Sprayhood vom Segelmacher holen werden.
Bis diese an Bord von LIBERTÉ liegt und der Freund verständigt ist, vergeht immer eine Weile.
Zudem will HP immer sofort bezahlen, auch das muss dann kurz geregelt und „verbucht“ werden – das reicht dann auch für heute.
Morgen soll das Wetter ohnehin besser werden, morgen ist ein neuer Tag.


Apropos Wetter – man merkt, dass auch hier das Frühjahr einzieht. Der April hatte wahrlich keinen schönen Start, aber im Verlauf des Monats stabilisierte sich das Wetter und wir hatten einige wirklich angenehme Frühsommertage – also bildlich gesprochen solche, an denen man im T-Shirt in der Eisdiele sitzt.
Natürlich gab es auch die Tage an denen ein frischer Wind die Temperaturen eher unter 20°C hielt und auch der ein oder andere Regenschauer fand noch den Weg nach Leros.
Trotzdem war erkennbar, dass der regnerische Winter weichen musste.
Sibylle und ich ließen den Tag ruhig und früh ausklingen – denn für morgen haben wir uns einen der ganz dicken Brocken vorgenommen – wir beginnen mit der Dichtheitsprüfung an ELOWYNs Seeventilen!
Und das müsst ihr euch etwa SO vorstellen…

Warum mache ich das? Nun, das ist eine längere Geschichte bei der ich inzwischen der Verfahrensanweisung von TruDesign widersprechen würde.
Beim Verkleben, so wird geschrieben, ist es statthaft, das Klebemittel nur einseitig aufzutragen – da habe ich inzwischen eine klar andere Ansicht.
Ich kann ganz klar sagen, dass alle beidseitig verklebten Ventile dicht sind und waren.
Von den kritischen Ventilen wurden alle einseitig verklebt, nach einer festgestellten Undichtigkeit und dem Austausch wurde wieder beidseitig verklebt – immer mit positivem Ergebnis.
Zunächst dachte ich noch, dass das etwas größere Gewindespiel bei den gebrauchten Ventilen ursächlich gewesen sei, aber nachdem ein neuer Satz ein ebenso großes Spiel hatte, nehme ich diese Mutmaßung zurück.
Ich rufe in Erinnerung – wir hatten neun undichte Ventile, alle sind inzwischen erneuert.
Sechzehn weitere waren visuell dicht – ich habe mich aber dennoch entschieden, dass ich alle 25 Ventile noch einmal einem Drucktest unterziehe, möglichst mit einer vergleichbaren Methodik.
Und das war gut so!!!

An jedes Ventil wurde ein Prüfschlauch adaptiert, in den ich eine grün gefärbte Prüfflüssigkeit füllen konnte.
Daran habe ich meinen Ventiladapter angeschraubt um die Wassersäule mit einem Prüfdruck von 20PSI (1,5 bar) zu beaufschlagen.
Das ist reichlich viel, ich weiß, aber dicht ist dicht – und ich will ein gutes Gefühl haben.
Zudem ist meine Luftpumpe bei kleineren Drücken eher ungenau.
Das Ventil wurde von außen verschlossen, diesen Verschluss hat Sibylle von außen überwacht, während ich innen überprüft habe.
Uns siehe da – nach den ersten vier Ventilen welche wir als dicht getestet und markiert hatten, mussten wir heute ein erstes undichtes Ventil hinnehmen!
Es sollte leider nicht das letzte bleiben.
Ich brauche Ablenkung! Gott sei Dank habe ich einen Termin und kann die Arbeit auf ELOWYN entschuldigt ruhen lassen!
YUVA wird gekrant und Suat und Meltem haben mich um Leinenassistenz gebeten – da helfe ich doch gerne…

Ich gewinne den Eindruck, dass unsere neuen Freunde mit türkischen Wurzeln immer dann, wenn sie das Wort „warten“ hören, einen türkischen Kaffee begehren.
So auch jetzt – ich lasse die Beiden nach unserem Funkspruch wissen, dass wir jetzt ein paar Minuten auf den Marinero WARTEN müssen.
Sofort bittet Suat seine Frau, eine Tasse Kaffee zu brauen um die Wartezeit zu überbrücken.
Meltem serviert Kaffee mit Halva und einem Keks – und ihr ahnt natürlich was kommt, just in dem Moment als der schwarze Genuss serviert wird, tuckert der Marinero mit seinem Schlauchboot heran.
Wir entscheiden – wir werden den edlen Tropfen nicht verkommen lassen, wir fahren stilecht in den Kran!!!





Ich freue mich, dass die Beiden so viel Freude an ihrer YUVA haben und ich Teil der Geschichte sein durfte.
YUVA ist nach INSPIRATION die zweite Bavaria 39 Cruiser an deren Verkauf ich beteiligt sein durfte, was lag also näher, als die beiden Neueignerpaare einander vorzustellen?
Für heute Abend verabreden wir uns zum gemeinsamen Dinner im „To Steki“ in Alinda.
Ach bevor ich es vergesse – den Blick unseres Kranführers Giannis als er uns mit dem Kaffeegedeck am Tisch in den Kran fahren sah, diesen Blick kann man mit Worten nicht beschreiben.
Das ist ihm vorher vermutlich auch noch nicht oft passiert – aber nachsagen lassen wir uns nichts, das Manöver war tadellos.
Sibylle und ich verabschieden uns, wir fahren nach Xirokampos um uns für den Abend frisch zu machen.
Dort werden wir schon von unserer Adoptivkatze Fluffy erwartet.

Wie immer fahren wir dann ein weiteres Mal Richtung Inselzentrum, heute wie bereits erwähnt, bis nach Alinda.
Wir haben bei Dimitris einen Tisch reserviert und freuen uns auf eine Vielfalt Meze.
Zusammen mit Meltem und Suat sowie Melanie und Jörg mit deren Familie, haben wir einen netten und kurzweiligen Abend.



Es lag auf der Hand, dass es nach dem Bier noch einen Ouzo als Absacker gab.
So ergab es sich, dass wir eher spät nach Hause und ins Bett kamen – Nachtruhe tat jedoch Not, denn am nächsten Morgen schon, war wieder ein Ventile-Prüftag anberaumt.
Alle Aufmerksamkeit und Konzentration würde erforderlich sein.


Bis heute Nachmittag sollten wir 9 von 25 Ventilen geprüft haben. Die Tatsache, dass wir ein Ventil als undicht haben identifizieren können zeigt, dass das Prüfsystem funktioniert.
Da ich bei diesem einen Ventil Glück hatte und es beschädigungsfrei abschrauben und im Anschluss gleich wieder korrekt verkleben und etwas später testen konnte, kann ich diese bereits getesteten Einheiten alle als „dicht & geprüft“ markieren.
Ich schraube alle Schlauchanschlüsse an und markiere die Einheit mit einem grünen Isolierband.
Bei den Borddurchlässen von Motor und Generator kann ich die Schmutzsiebe gleich wieder montieren, so habe ich auch diese Aufgabe aus dem Sinn.
Genug für heute – es ist das deutsche Osterwochenende, sehen wir mal, was die anderen so treiben…


Wir kommen gerade rechtzeitig um miterleben zu können, wie Ellen und Dominik ihr Schiff „umwidmen“ – an diesem Tag wird aus NESSAJA LUMARA.
Es sind nur ein paar Schaberbewegungen, schon ist von „meinem“ Schiff und Zuhause nur noch ein einseitiger Schriftzug übrig.

Sibylle und ich ziehen nochmal ein Haus weiter – wir sind am Nachmittag bei Brigitte und Hans zu Kaffee und Kuchen geladen.
Es gilt, dem deutsch-österreichischen Osterfest zumindest einen kurzen Moment zu widmen.
„Unser“ Osterfest wird erst in einer Woche gefeiert – wir folgen in Griechenland dem griechisch-orthodoxen Kalender.
Bei den Freunden aus Österreich begutachten wir die neuen Fenster, tauschen uns aus und fachsimpeln – dann aber wird es Zeit für ein paar Köstlichkeiten auf der Terrasse der Beiden.


Zurück in der Marina, setzt sich Sibylle auf ihren Breezy und tuckert Richtung Xirokampos davon.
Ich gehe auf ELOWYN und sortiere mich – was steht morgen an? Welche Arbeiten genießen Priorität?
Das mache ich täglich, bevor auch ich in den Süden der Insel fahre.
BIMM! Mein Telefon meldet eine Nachricht.
Melanie meldet sich und bittet mich, kurz nach meinem Auto sehen – sie hätte eine Kreatur weghoppeln sehen, sie vermute, es könnte sich um den Osterhasen gehandelt haben 😉
Ich eile zu meinem Wagen – und tatsächlich…

Es ist an der Zeit – ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle.
Sie hat gekocht und wir essen heute in ihrer Wohnung.
Sie erzählt mir, dass sie die erste Charge unserer Limoncelloproduktion fertig gestellt hätte.
Perfekt! Das Gebräu sieht super aus und ein Testschluck bestätigt diesen ersten Eindruck.
Allerdings muss ich sagen, dass der Limoncello meiner Frau mächtig Wumms hat, der hat sicher mehr als die angestrebten 25% Alkohol!

Ich fahre spät nach Hause und haue mich nach einer Folge „Inspector Barnaby“ auf´s Ohr.
Morgen wird abermals ein anstrengender und wichtiger Arbeitstag.
Heute Morgen drehen wir den üblichen Arbeitsablauf um – heute machen wir zuerst ein paar Kleinigkeiten und starten dann, nach der Mittagspause, voll durch.
Ich weiß, dass die erneute Ausbesserung des Antifouling am Plan stehen wird. Wir wollen aber nicht abermals über 500.-€ für eine Dose des grauen Anstrichs bezahlen – also bitte ich bei unserem Malermeister der Marina um einen grauen Rest.
Ich habe Glück und bekomme einen halben Eimer geschenkt.

Danach fahre ich mit Alex hoch zum Haus um eine alte Ersatz-Ankerwinde auszuschlachten.
Bei Alex´ Winde ist ein Ersatzteil kaputt und ich freue mich, dass ich aushelfen kann.
Das passende Teil von meiner Winde ist in deutlich besserem Zustand und wird noch einige Jahre gute Dienste verrichten.
Zusammen bauen wir das Ersatzteil ein, dann kann ich mich wieder meinen Projekten widmen.

Wobei „Projekte“ zunächst nicht ganz richtig ist – Sibylle mahnt eine Kaffeepause an, denn „…nach 13.30 Uhr trinke ich keinen Kaffee mehr!“
Nun, wenn sie so nett fragt, wer könnte da schon Nein sagen? Zumal dann, wenn es in Giannis Repapis´ Eismanufaktur geht…


So gestärkt fahren wir zurück in die Marina und widmen uns unserem heutigen Tagespensum – wir prüfen drei weitere Ventile auf Dichtigkeit.
Ich möchte einmal Stellung beziehen – einer meiner ärgsten Blog-Kritiker, ein frustierter Provokateur vor dem Herrn, der selbsternannte Reich-Ranicki der Blogliteratur, hat mich einmal aus der Reserve locken wollen und gefragt, „…warum wir es nicht gleich jemand machen lassen der es kann?“
Nun, meine Antwort lautet – weil die, die es hätten können sollen, schwer versagt haben.
Wir versuchen das umzusetzen, was unmöglich scheint – das ist oft mit heißer Nadel gestrickt, oft gelingt es, manchmal eben nicht.
Held oder armer Narr entscheidet sich oft erst nach Abschluss der Arbeit.
Bezüglich der Ventile haben wir nachgeholt, was eine Werft in Italien versaut hat und wir haben ELOWYN von einem langen Leid befreit – JETZT ist alles wieder gruppenrein und perfekt aufgebaut, es muss nur noch dicht sein und die Spuren der alten, jämmerlichen Arbeit müssen beseitigt werden, dann passt es wieder.


Zu meinem Arbeitsumfang gehört es, dass ich auch eine gute Zugänglichkeit von drei versteckten Ventilen sicherstelle.
Das Ziel ist einfach formuliert, die Seeventille sollen nach der Reparatur nachvollziehbar und fachgerecht instandgesetzt sein und sicherheitstechnisch einwandfrei funktionieren.
Die heutige Prüfung verläuft sehr gut, alle getesteten Ventile sind dicht und werden grün markiert.
Der Tag ist gut gelaufen – dazu passt es, dass Giorgos mir eine Nachricht schickt und mir mitteilt, dass meine Edelstahl-Kantenschutzbleche fertig sind.
Perfekt, die werde ich morgen gleich abholen – zufrieden fahre ich nach Xirokampos.

Am nächsten Tag widme ich mich einigen Vorbereitungsarbeiten.
Der nächste Ventiltest wird der sein, der die vier Ventile im Wassermacherraum umfasst.
Dieses Kabuff ist eng und ich beschließe, dass ich die Standheizung, welche ohnehin zum Service muss, zuerst ausbauen werde, bevor ich mich an die Arbeit rund um meine Testreihe mache.



Den Rest des Tages lasse ich gemütlich angehen – die Ventile in dem engen Raum prüfe ich morgen Vormittag.
Heute fahre ich erst einmal zu Giorgos um die Kantenschutzbleche zu holen, dann besuche ich noch den Lackierer im Ort um den Schalthebel abzuholen.
Zu guter Letzt sehe ich in der Lakki Marina einmal nach, ob Bibi und Markus mit ihrer MOUSTIC schon angekommen sind.
Klingt nach einem Plan – los geht´s!



Natürlich sehe ich sofort nach Rückkehr in die Marina einmal nach, ob die nach meiner Schablone gefertigten Schutzbleche passen.
Und das tun sie – es sieht perfekt aus und ich bin sicher, dass sie ihre ureigene Aufgabe, den Schutz der achterlichen Kante des Oberdecks hinter der Klüse, perfekt erfüllen werden.
Die Leine wird künftig am Lack keinen Schaden mehr anrichten können.

Da in dieser Minute die Hanse 418 unserer Freunde Ina und Ralf im Kran hängt, wohnen wir dem Schauspiel noch ein wenig bei.
Ich werde gebeten, dass ich vielleicht als dritter Mann das Manöver begleiten könnte, ein Anlegeschluck als Feierabendbier wäre mir gewiss – wer könnte dazu schon Nein sagen?
Also besteige ich CHILI zusammen mit dem Eignerpaar und finde mich schon Minuten später mit einer Dose „Mamos“ in der Hand an deren Cockpittisch wieder.


Ich hatte gerade den ersten kräftigen Schluck meines Feierabendbiers die Kehle hinabrinnen lassen, da kam eine Nachricht vom Office – es sei ein Paket für mich angekommen.
Nanu, ich erwarte doch gar nichts. Was könnte das sein, wer schickt mir etwas???
Egal, ich antworte, dass ich noch mein Feierabendbier fertig trinken werde, dann würde ich noch auf einen Sprung nach oben kommen.
Als ich nach oben gehe, fährt Sibylle schon voraus in den Süden der Insel.

Das ist ja spannend, was mag da wohl drin sein???
Ich fahre ebenfalls nach Xirokampos, Sibylle wartet mit dem Essen auf mich.
Noch bevor wir uns an den Tisch setzen, packe ich die Sendung aus – ein Bild, offensichtlich ein eigenes Werk und ein handgeschriebener Brief erreichen mich.
Ich bin gerührt! Johannes´ Zeilen drücken Dank für meine Unterstützung beim Verkauf seiner FESTINA LENTE aus.
Er beschreibt seine Gedanken und erreicht damit meine – es sind diese Momente, die mein Tun hier so wertvoll machen!
Als ich Sibylle die Zeilen vorgelesen hatte, schreib ich noch eine Antwort an Johannes – das Bild wird einen Ehrenplatz in meiner Katikia bekommen.
Vielleicht werden wir uns wiedersehen, vielleicht aber auch nicht – das Bild wird mich an die Begegnungen mit dem Philosophen erinnern…

„I´m going slightly mad…“ – wie kommt der Monat zu seinem Titel???
Nun, zum einen solltet ihr im Sinn haben, dass der April ein „finale furioso“ haben wird – so oder so…
ANAHITA wird am 27.04. als letztes Schiff zu Wasser gelassen, nach einer Standzeit von mehr als einem Jahr!
Dann, am 29.04. folgt ELOWYN – auch diesem Datum fiebere ich entgegen.
Zum anderen prüfe ich seit Tagen Seeventile auf Dichtigkeit – bis heute mit gutem bis sehr gutem Erfolg.
Nur ein Ventil war undicht, dieses konnte ich mit etwas Glück sofort fachgerecht reparieren – es ist inzwischen ebenfalls als dicht getestet.
Diese Erfolgsbilanz sollte heute in sich zusammenfallen – doch das wusste ich noch nicht…
Heute sollten, wie schon angekündigt, die Ventile in dem engen Wassermacherraum getestet werden.
Um nicht allzu häufig hinein und heraus krabbeln zu müssen und auch, um meine Gattin nicht jedes Mal über die zwei Leitern schicken zu müssen, verschließe ich alle vier Ventile auf einmal – Stöpsel hatte ich genügend vorbereitet.


Da es sich um 1 1/4″, 1″ und 3/4″ Ventile handelte, musste ich auch fast alle Prüfadapter vorbereiten.
Erst dann stieg ich in das Kämmerchen, Sibylle reichte mir von oben das Werkzeug an.
Ich prüfe zuerst das große Ventil des Generator-Auslass, hier war alles in Ordnung, es war keine Undichtigkeit festzustellen.
Im Anschluss mache ich den Drucktest an den beiden 1 Zoll Ventilen, welche für die Abläufe der Luken- und Decksentwässerung verbaut sind.
Auch hier war alles im grünen Bereich.
An allen schließe ich die Schläuche an und markiere sie mit einem grünen Isolierband.
Zu guter Letzt unterziehe ich das 3/4 Zoll Ventil des Wassermacher-Zulaufs dem Test – und es kam wie es kommen musste, ich stelle eine Undichtigkeit fest.

Es wäre mir zunächst fast nicht aufgefallen – es war keine klassische Undichtigkeit, es fiel kein Tropfen.
Da ich aber schlecht hinsehen konnte, wischte ich einmal mit dem Finger entlang und hatte das Gefühl feuchte Finger zu haben.
Erst jetzt machte ich einen Taschentuch-Test, welcher letztlich die Gewissheit brachte – dieses Ventil war nicht dicht!

Ich war enttäuscht – um sicher zu gehen, schraube ich den Prüfdruck etwas nach oben, jetzt kann ich einen Tropfen erkennen und ihn fotografieren.
Es ist zum Kotzen – ich werde wahnsinnig. Ich kann jedem, der mit TruDesign arbeitet nur ganz klar empfehlen, die Bauteile beidseitig mit Montagedichtmittel einzustreichen – einseitig funktioniert nicht!
Ich brauche erstmal eine Pause, ein Eis scheint wohlverdient – Sibylle und ich besprechen die Sachlage.

Meine Frau und ich beschließen, das Schicksal herauszufordern! Ich habe alle klar erkennbaren Undichtigkeiten professionell beseitigt – hier aber würde ich einen Kompromiss eingehen müssen.
Das Ventil lässt sich nicht abschrauben, das Glück ist mir kein zweites Mal hold.
Es austauschen zu wollen, hätte bedeutet, dass ich auch den Durchbruch erneuern muss.
Ich beschließe, aufgrund der geringen Tropfmenge, die Undichtigkeit von außen abzudichten und in zwei Tagen noch einmal nachzuprüfen.
Mein Pakt mit dem Schicksal war wie folgt – sollte ich ein weiteres klar undichtes Ventil finden, bei dem ich den Durchbruch austauschen muss, dann würde ich auch dieses mit auswechseln.
Gleich nach der Rückkehr in die Marina lege ich los – aber vorher muss Sibylle noch in die Apotheke…


Sibylle mahnt zur Vernunft – „…kannst Du dich nicht einmal benehmen?“
Räumütig lege ich die schicken Brillen zurück in die Auslage und folge meiner Frau zum Ausgang.
Zurück auf ELOWYN werde ich sofort wieder in meine Kiste verbannt – Sibylle meint, dass sie bei mir einen leicht wahnsinnigen Blick feststellen kann, wäre ja auch kein Wunder!

Ich schlüpfe in die geliebten blauen Handschuhe und lasse mir das schwarze SIKA 291i reichen – dann geht es los.
Ich dichte den unteren, vakanten Rand zusätzlich ein und staune über mich selbst, es wird eine sehr gute, homogene Abdichtung.
Ob sie funktioniert hätte bleibt offen – ich nehme vorweg, es wird nie zu einem Test kommen.
Dieses Ventil markiere ich mit rotem Isolierband, dann reicht es mir für heute.
Ich gehe zum D-Ponton, Uli und Angelika haben mich gebeten, dass ich eine Planke an ihre JASPER legen möchte, sie kämen heute Nacht an.
Klar, mach´ ich doch gerne!

Ich gehe noch kurz zu Dominik und Ellen um eine erste Q&A Session mit den Beiden abzuhalten.
Wir haben uns geeinigt, dass sie relevante Fragen sammeln und wir dann immer mal wieder zusammensitzen um die Technik von LUMARA zu besprechen.
Als ich zurück zu ELOWYN gehe wird es schon dunkel, da fällt mir ein fahles Licht an Bord der MARLIN auf – nanu, Annette und Achim wollten doch erst im Sommer wiederkommen…

Ich schreibe den Beiden eine kurze Nachricht und schicke das Bild mit – hier stimmt etwas nicht, was ist zu tun?
Die Antwort kommt postwendend – man sei sich nicht bewusst irgendwelche Schalter angelassen zu haben, dies dürfe nicht sein.
Man würde mich bevollmächtigen, die Schlüssel abzuholen und das Boot entern zu dürfen.
Ob ich mich wohl darum kümmern würde? Klar! Genau darum geht es doch – ein „Notfall“ tritt auf, ich bin vor Ort, ich helfe gerne.
Das hat jetzt aber Zeit bis morgen, heute kann ich ohnehin nichts mehr erreichen.
Es wundert mich eigentlich selbst, dass ich noch ruhig schlafen kann, aber tatsächlich falle ich jeden Tag, zwar spät in der Nacht, aber zufrieden und rasch, in einen tiefen Schlaf.
Nur am Morgen, da schreit mein Körper nach einer Tasse Kaffee und mein Gehirn sagt – „…leg´ los! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren.“
So setze ich auch heute Morgen wieder drei Stöpsel, noch bevor Sibylle auf der Bildfläche erscheint.


Meine Gattin möfelt mit ihrem Breezy heran. Sie richtet sich ein, holt sich die anliegende Arbeitsanweisung – und dann geht es los.
Wir prüfen zwei 1″ Ventile nacheinander. Bei keinem ist eine Undichtigkeit zu verzeichnen.
Auch hier die gleiche Vorgehensweise wie schon bei den anderen zuvor – ich schließe die Schläuche an und markiere die beiden mängelfreien Ventile mit einem grünen Band.
In diesem Schrank ist weiterhin das komplizierteste Ventil von allen untergebracht.
Es ist das 1 1/2″ Ventil für den Toiletten Ausgang, welches zweimal umgelenkt werden musste.
Alleine einen Prüfschlauch anzuschließen ist eine Herausforderung – es ist einfach zu wenig Platz, es geht sofort um´s Eck!
Ich bastle mir also einen „speziellen“ Prüfadapter…



Sibylle geht an ihren Platz unter dem Schiff, sie sagt mir von dort aus die Abtropfmenge an – ich muss diese in ein Verhältnis zum Druckaufbau und -abfall bringen, der äußere Verschluss ist nie absolut dicht.
Es kam wie es kommen musste und ihr ahntet es vielleicht schon…
Das Ventilgebilde war gleich an zwei Stellen undicht – warum haben wir das beim ersten Einwassern nicht bemerkt?
Nun, ich bin sicher, dass es am höheren Prüfdruck liegt, aber undicht ist undicht – und hier ist es so eindeutig, dass ich nicht lange fackle…

Wie ihr am Bild sehen könnt, ist am einzeln herumliegenden Anschlussflansch ein kleiner Schnitt zu sehen.
Mir war das Glück hold, ich konnte nach diesem Schnitt das Anschlussteil aufspreizen und abschrauben, ohne dabei die Rumpfdurchführung zu beschädigen.
Ich fahre sofort zum örtlichen Bootsbedarf um die notwendigen Teile zu bestellen – doch siehe da, alle benötigten Neuteile waren auf Lager, auch der relativ seltene Anschlusswinkel…
So sprach nichts dagegen, diesen Winkel heute noch fachgerecht zu verkleben, um bereits morgen das neue Ventil einsetzen zu können.
Ich hatte noch einmal Glück, das Schicksal des am Vortag als kritisch markierten Ventils bleibt noch offen.
Wenn einen so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen großen Burger wert!


Am folgenden Tag hole ich erst einmal MARLINs Schlüssel im Office. Es wird Zeit, dass ich die Lichter ausblase, die Batterien drohen sonst in die ewigen Jagdgründe einzugehen.
Natürlich muss ich auch eine Leiter organisieren und das Boot erkraxeln, aber was tut man nicht alles um zu helfen? 😉



Dann habe ich am gestern als undicht getesteten Ventilsatz, auf den neuen Anschlusswinkel den neuen Kugelhahn geklebt, dieser hat nun abermals 24h Zeit zum durchvulkanisieren.
Es war etwa 11.00 Uhr, als ich an diesem Vormittag zu Sibylle nach Xirokampos gefahren bin – heute bin ich zur Haushaltshilfe verbannt, denn es ist ein besonderer Tag.
Während der letzten zwei Wochen waren Melanie und Jörg mit Sohn und Melanies Mutter an Bord der INSPIRATION um Urlaubsstunden zu genießen.
Wir haben uns echt angefreundet und einige Abende zusammen verbracht.
Heute galt es, unsere Freunde zu verabschieden, dafür haben Sibylle und ich ein Grillfest organisiert.





Unsere Idee war, dass wir die Infrastruktur und die Getränke bereitstellen.
Wir haben Freunde eingeladen, alle waren aufgefordert ihr Grillgut selber mitzubringen und ihrerseits etwas für die Gemeinschaft mitzubringen.
Abgestimmt und organisiert haben wir uns über eine WhatsApp Gruppe, so war sicher gestellt, dass es nicht acht Schüsseln Tortellinisalat gab.
Unsere Idee hat gefruchtet, unser kleines Beilagenbuffet war bunt und üppig!


Die Gäste kommen alle zum Startzeitpunkt – wir hatten bewusst einen „variablen“ Beginn ausgerufen und „ab 15.00 Uhr“ geschrieben.
Es schien jedoch, dass alle Gäste wirklich Vorfreude hatten und sich auf ein paar Sonnenstunden auf der Terrasse freuten.
Ich will gerne ein paar Impressionen von unserer mehr als gelungenen Grillparty teilen.
Wir waren eine sehr nette, gesellige Truppe von 19! Seglern, die Alterspanne reichte von Mitte 20 bis Anfang 70.
Nicht alle kannten sich zuvor, für manche war es der Erstkontakt zu diesem Teil der Sommercommunity.
Legt man diese bunte Gästeliste zugrunde, muss die Party als voller Erfolg gewertet werden – alle haben sich mit allen unterhalten, es gab´ keine Grüppchenbildung und es wurden neue Bekanntschaften und Kontakte geknüpft.
Ich habe es genossen…








Die Abende sind bei Weitem nicht mehr so kalt wie noch vor zwei Wochen.
Wir haben es lange ausgehalten und auch unseren Ouzo und Tzipouro im Freien genossen.
Es war eine sternenklare Nacht und eine wunderschöne Atmosphäre.
Dies wurde durch die Tatsache befeuert, dass es der Samstag vor dem orthodoxen Osterfest war.
Wir hatten vereinbart, dass wir bis 22.00 Uhr ausharren würden, dann wäre es schön, nach Lakki zu fahren und der „Ankunft des Lichts“ beizuwohnen.
Nicht alle wollten mit, aber eine kleine Gruppe von uns fand auf einen letzten Absacker zu den Feierlichkeiten zusammen.





Als der Priester das Licht auf Leros entgegen genommen hatte, war es jedem Bürger möglich, seine hauseigene Osterkerze daran zu entzünden.
Danach trug die kirchliche Delegation das Licht zurück in die Kirche, wo der Gottesdienst fortgesetzt wurde.
Dieser wurde zuvor schon per Lautsprecher am Platz übertragen – dies sorgte für eine feierliche, sakrale Stimmung.
Schön war´s, aber leider hat der Tag nun sein Ende gefunden. Wir verabschieden uns von der INSPIRATION Crew – bis zum Sommer – und treten dann gesammelt den Nachhauseweg an.
Morgen ist Ostersonntag – morgen wird gefeiert!!!
Naja, nicht sofort – nach meinem Morgenkaffee klebe ich zuerst das Anschlussfitting des erneuerten Ventils ein, diese Baustelle ist somit abgeschlossen.
Dann fahre ich nach Xirokampos, um mit Sibylle die Spuren des Vortags restlos zu beseitigen.
Erst danach folgen wir der Einladung von Katerina und Giorgos Karpathakis zu deren Familien-Osterfeier.



Großes HALLO! Wir überreichen eine Flasche selbstgemachten Limoncello als Gastgeschenk, dann nehmen wir Platz.
Kaum berühren unsere Pobacken die Sitzgelegenheit, werden wir mit Essen vollgestopft und vier Hände bieten uns Schnaps, Bier, Wasser und Brot gleichzeitig an.
Hinter unserem Rücken werden Teller zerdeppert und die Frauen tanzen tragende, melancholische Ausdruckstänze, den berühmten Zeibekiko, welcher jahrzehntelang nur den Männern vorbehalten war.
Der Rest des Gelages ist wie immer privat – es war eine großartige Sause mit unseren griechischen Freunden.
Wir gehen am frühen Abend nach Hause – ich fahre Sibylle nach Xirokampos und kehre gleich anschließend auf ELOWYN zurück.
Heute brauche ich nix mehr – ich schalte meinen Heizlüfter ein, kuschle mich auf´s Sofa um etwas Fernseh zu schau…. chrrrrr, chrrrrr…

Am nächsten Morgen grüßt abermals das vielzitierte Murmeltier – wieder ein Ventile-Prüftag auf ELOWYN!
Doch der heutige Tag hat es in sich, er ist der, welcher mich vollends in den Wahnsinn treibt – I´m going slightly mad wird zur Realität.
Ich prüfe zwei Ventile, welche eine Sonderrolle inne haben. Es sind die Beiden, welche mit einem sogenannten „Load Collar“ montiert wurden. Einer Art „Kragen“, der das Ventil stabiler macht, gleichzeitig aber schwerer prüfbar, denn man kann erst sehr spät erkennen, wenn Tropfen fallen.
Die Prüfung auf der Steuerbordseite verläuft ohne Ausfall, ich bin glücklich – doch dieses Glück sollte nur von kurzer Dauer sein.
Denn relativ schnell kullert am unteren Rand des linken Load Collar ein Wassertropfen heraus, dann ein zweiter und ein dritter.
Ich breche ab! Dieses Ventil ist offenkundig undicht, es muss repariert werden – und abermals hoffe ich auf mein Glück.
Doch nix da! Nichts rührt sich, also entscheide ich mich dafür, das Ventil abzuschneiden.

Ich setze den „Fein“ Multimaster an und schneide ganz vorsichtig. Ich habe mehrmals Schnitte gesetzt, bei denen es mir gelang, das Außenteil zu spreizen ohne das Gewinde des Innenteils zu beschädigen.
Zwei fast schon chirurgisch geführte Schnitte folgen – Operation gelungen, Patient tot!
Aufgrund der Tatsache, dass ich wegen des Load Collar blind sägen musste, habe ich zwar das defekte Teil abschneiden können.
Das Gewinde des Durchbruchs war jedoch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.


Was für ein Scheiß!!! Ich drehe am Rad! Es ist echt zum Mäusemelken, das passiert am letzten Ventil.
Eine Sekunde überlege ich, ob SIKA nicht den feinen Schnitt im Gewinde schließt – dann aber schlägt die Vernunft zu.
Genug! Die Würfel sind gefallen. Dieser Durchbruch und der als kritisch rot markierte von vor ein paar Tagen werden herausgeschnitten und neu gesetzt.
Das Glück ist mir insofern hold, als dass ich noch zwei lange Durchbrüche in dieser Größe vorrätig habe.
Ich setze sofort den Fein an und schneide den Rotz raus – mir reicht es echt langsam…

Feierabend! Mir reicht es für heute. Trotzdem habe ich keine schlechte Laune.
ich muss jetzt noch zwei Ventile neu machen, bin gut in der Zeit und hoffe dann, dass diese neu gesetzten Ventile den Dichtheitstest klaglos meistern werden.
Ein Lichtstreif am Horizont – wenn alles klappt, kann ich das Thema Ventile in drei Tagen mit einem Haken versehen.
Heute gehe ich zu einer Stegfeier der englischsprachigen Community, ein bisschen unter die Leute gehen schadet sicher nicht.
Danach klingt der Abend in Xirokampos aus.

Der Wecker holt mich am nächsten Morgen aus dem Schlaf – ich will heute echt voran kommen.
Um überhaupt anfangen zu können, muss ich aber im Haus einige Werkzeuge holen, von denen ich geglaubt hatte, sie nicht mehr zu brauchen.
Am Haus angekommen wird mir klar, warum Anna so bissig die Flächen gegen parkende Autos verteidigt…

Der eine fährt nicht vor bis zum Baum und macht mit seinem Heck die Straße zu meiner Garage hin sehr eng.
Der andere stellt sich lieber gleich in des Nachbarn Einfahrt.
Warum stehen die da? Ich kann nur mutmaßen – die Straße führt zum ausgeschilderten Kloster und wird wenig später zur Schotterstraße.
Das traut sich nicht jeder zu, also parken sie hier – nicht nur, dass sie den Anwohnern den Parkraum kappen, sie versperren auch Zufahrten und Rettungswege.
Ich vermute, dass ich mit Anna sympathisieren werde und mit ihr eine Art Volksfront gegen die touristischen Assiparker gründen werde – wartet nur, wenn wir erst eure Karren mit Schafscheißebomben befeuern 😉
Ich wünsche mir die kupplungsschleifende Omma mit dem kleinen, gelben Auto herbei, heute wären ihre Rammkünste gefragt – aber immer wenn man sie braucht…
Egal, ich sammle mein Werkzeug ein und finde meine Fassung wieder. Jetzt brauche ich noch die neuen Ventile, die ich bei meiner Maria kaufen möchte.
Doch „Naval“ hat noch nicht offen – also genehmige ich mir einen Kaffee und warte…

Kurz nach 09.00 Uhr habe ich alles beisammen und kann loslegen. Sibylle ist noch nicht da – immer muss ich warten.
Wenn Gott mir an der Himmelspforte noch einen letzten Wunsch vor dem Eintritt gewährt, ich würde mir die Wartezeit auf Sibylle als Restlebenszeit wünschen – ein paar Zusatzjährchen wären mir sicher.
Der Arbeitsablauf ist der gleiche wie zuvor, erst alles berechnen, dann den Durchbruch sägen und das Loch für die Rumpfdurchführung vorbereiten.
Dann wird das Thruhull eingeklebt – den Rand noch etwas einebnen und aufhübschen, feddich.




Das war es für heute – jetzt muss die Dichtmasse 24h anziehen und durchvulkanisieren.
Morgen um die selbe Zeit kann ich die Mutter mit 15Nm festziehen und dann das Ventil kleben.
Diesen Arbeitsablauf wiederhole ich bei dem kleinen Ventil für den Wassermacher, dann ist mein Tagwerk für heute vollumfänglich erledigt.
Ich verhole zu Alex, er hat mich um Hilfe beim Einbau seines Ruders gebeten.


Die Arbeit geht gut von der Hand und bis auf wenige Kleinigkeiten schaffen wir es, das Ruder nebst allen Anbauteilen im unteren Bereich zu komplettieren.
Das freut uns, so nehmen wir uns vor, gleich morgen Nachmittag mit dem Zusammenbau der oberen Ruderlagerung und -abdichtung weiterzumachen.
Das macht mir etwas Kopfzerbrechen, denn der Ausbau hatte etwas von einem Gemetzel, aber wenn es nur halb so gut läuft wie heute, hätten wir einen Erfolg zu verbuchen.
In jedem Fall machen wir uns schon einmal Gedanken, wie dieses Lager funktioniert…

Während wir sinnieren, rumpelt es am Nachbarschiff – der LUMARA. Der Gabelstapler kommt und liefert die lang ersehnte Palette mit persönlichem Gut an Ellen und Dominik.
JETZT können sie IHR neues Schiff endgültig beziehen und einräumen.
Die Laune ist gut, wir quatschen alle ein wenig, bevor wir in den wohlverdienten Feierabend gleiten.

Der neue Tag fängt schon beschissen an – hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.
Als ich meinen Kaffee aufbrühe, habe ich auf einmal eine Riesensauerei auf der Arbeitsplatte, meine Tasse tropft…
Aber sie tropft nicht irgendwo, sie tropft am Boden – es tropft einfach unten aus meiner Tasse heraus, sie ist UNDICHT!
Ein Wort welches nachhallt! Undichte Dinge haben auf ELOWYN keinen Bestandsschutz und fliegen ohne Warnung raus!
So an diesem Morgen auch meine Kaffeetasse…


Die Ursache für das Unbill ist mir schnell klar. Ich hatte am Vortag mal wieder die Tassen und die Kaffeekanne ordentlich gespült und dabei die Tasse an den Beckenrand geditscht.
Von außen war auf Anhieb nichts sichtbar – aber heute, heute erkennt man bei sehr genauem Hinsehen einen Haarriß von oben bis unten, hier sickert mein edles Lebenselixir heraus.
Dem muss Einhalt geboten werden…

Heute waren drei Tassen Kaffee zum Tagesstart fällig – aber dann bin ich sofort zur Tat geschritten um eine weitere Undichtigkeit auf dem weißen Riesen zu bekämpfen.
Ich klebe die beiden noch vakanten Ventile ein, die Klebestellen dürfen bis morgen vulkanisieren, dann folgen die Anschlussfittinge für die Schläuche.
Diesmal werde ich nach dem finalen Zusammenbau weitere 48h warten bevor ich meine letzten zwei Dichtigkeitsprüfungen mache – und ich nehme es vorweg, diesmal klappt alles.
Mitte der Woche schließe ich meine Dichtheitsprüfung der Ventile ab und habe alle 25 Seeventile mit einer nachvollziehbaren Prüfmethodik geprüft.
Ich bin zuversichtlich, dass wir diesmal erfolgreich kranen.

Auf den Fotos kann man immer wieder gut diese „Rotznasen“ erkennen – dies sind Rostläufer der alten V4A Durchbrüche.
Dies war für uns die Initialzündung den Austausch gegen TruDesign Kunststoffbauteile umzusetzen.
Die Beseitigung dieser Spuren erfolgt in einem späteren Arbeitsschritt.
In der Zwischenzeit waren einige Kleinarbeiten zu machen. Ich arbeitete konsequent die Liste der zu erledigenden Aufgaben ab.
Darüber vergingen die Arbeitstage und es stellte sich eine gewisse Zufriedenheit ein.
Wir konnten Haken an folgende Aufgaben machen…






Wie bereits geschrieben, wird ELOWYN am 29.04. gekrant und Sibylle und ich sind, bis auf wenige Kleinigkeiten in der Vorbereitung, weitgehend fertig zum Einwassern.
Die ANAHITA des A-Team wird aber bereits am 27.04. zu Wasser gelassen und Alex und Antonia heben noch alle Hände voll zu tun.
So schaufle ich mir meist einen halben Tag frei, um den beiden Youngstern zu helfen.
Ich wünsche mir nichts mehr für die Beiden, als dass der „große Tag“ perfekt und stressfrei verläuft.
Das größte Projekt war zu diesem Zeitpunkt die Montage der oberen Ruderanbauteile.
Es musste die Dichtpackung, die Lagerung und der Quadrant montiert werden.




Nach Feierabend bin ich jeden Tag nach Xirokampos gefahren. Mal, um Sibylle abzuholen, ein Andermal haben wir zusammen dort gegessen.
Insgesamt hat Sibylle während des April noch relativ oft gekocht, obwohl natürlich die Nachfrage unserer jeweils neu angekommenen Freunde, nach einem gemeinsamen Dinner zur ersten Begrüßung, schon deutlich anstieg.

Am nächsten Morgen statte ich Hans Peters LIBERTÉ einen Besuch ab. Ich sehe ein letztes Mal nach dem Rechten, bevor unsere Freunde aus dem Saarland anreisen werden.
Bei dieser Gelegenheit lege ich dem mir anvertrauten „Fein-Multimaster“ zurück auf das Schiff des Freundes.
Es gehört sich, dass sein Werkzeug bei seiner Ankunft komplett ist.


Zurück auf ELOWYN, bleibt mein Blick hängen – irgendetwas stimmt nicht!
Was kann es nur sein? Findet ihr den Fehler???

Ich merke, dass es mir gut geht! Nicht, dass ich diese kleine Nickeligkeit nicht schon vorher bemerkt hätte, aber ich hatte nie die Zeit und Muse dies zu ändern – ich war einfach auf die Seeventile fokussiert.
Diesbezüglich bin ich befreit – zumindest fühlt es sich so an. Wirkliche Freiheit werde ich erst spüren, wenn ELOWYN schwimmt.
Naja, zumindest habe ich wieder Zeit und Lust mich solcher Banalitäten zu widmen.
Weit weniger banal war, dass Alex und Antonia auch die Dichtigkeit ihrer Seeventile prüfen wollten.
Also stelle ich meine Prüfvorrichtung zur Verfügung, unterstütze und helfe.
Gemeinsam prüfen wir das Setup an ANAHITA.


Das Ergebnis? Gut! Keines der neu eingeschraubten Ventile zeigt eine Undichtigkeit – was diese Baustelle betrifft, können die Beiden ruhig schlafen.
Einmal mehr bewahrheitet sich, dass das doppelseitige Verkleben der Garant für Dichtheit ist.
Alex hatte, gewarnt durch mein Malheur, alle seine Ventile von beiden Seiten mit SIKA eingestrichen und verklebt.
Wir hatten einen guten Lauf! Derart beflügelt gehe ich zurück auf ELOWYN und starte ein Projekt auf einem Nebenschauplatz.
Ich baue, quasi im „Vorbeigehen“, die zweite Standheizung aus.
Auch diese soll zum Service nach Deutschland.

Heute Abend gehen wir mit neuen Freunden aus. Wir hatten ja im Februar Joachim und seine Männercrew auf dem Katamaran ANDROMEDA kennen gelernt.
Dies war kein Zufall, Joachim ist seit Jahren mit unseren Freunden auf Kreta befreundet und wurde von Ulrike und Jörg an uns verwiesen.
Diesmal ist Joachim mit seiner Frau Karin hier, beide möchten sich mit uns auf ein Dinner im „Pirofani“ zusammensetzen.
Diesem Wunsch leisten wir gerne Folge.






Was soll ich sagen? Wir haben super gegessen und Stavros hat mit seiner „Pirofani“ Crew bewisen, dass er nicht umsonst die Liste unserer Lieblingslokale overall anführt.
Dass das „Mylos“ außer Konkurrenz läuft, werde ich dabei nicht müde zu erwähnen – wir freuen uns darauf auch diese Tatsache einem Faktencheck zu unterziehen.
Ein paar Tage später werden wir mit Carola und Thomas von der EMOTION ein weiteres Mal hier einkehren.
Unser Fazit wird das gleiche sein, ein super Gesamtpaket, bei dem man keine Reue zeigen muss.
Den nächsten Morgen beginne ich entspannt – ich gehe auf Melanies WhatsApp Bitte einmal zu INSPIRATION um nach dem Rechten zu sehen…


Apropos Jörg und Melanie – I´m going slightly mad!
Die Beiden, besser gesagt ein mir unbekannter Freund der Beiden, machen meinen persönlichen Weg in den Wahnsinn zur Autobahn – meine persönliche „Highway to Hell“.
Was war passiert???
Jörg hatte ELOWYNs Hydraulikzylinder mit nach Deutschland genommen – meine Bitte war, diesen zu Reckmann zum Service zu schicken.
Hans Peter würde dann den reparierten Zylinder wieder mit nach Griechenland bringen.
Dies passierte so im Februar.
Jörg will mir eine Freude machen und fragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, den Zylinder von einem Freund, seines Zeichens Hydrauliker, überholen zu lassen – ich sage zu…
Inzwischen schreiben wir nach Mitte April und der Zylinder ist noch nicht fertig – Zeit bis zu HPs Abfahrt, noch fünf Tage!
Ich telefoniere mit Jörg, wir diskutieren den Sachstand und Alternativen.
Der Spaß war vorbei, sein Hydrauliker steht kurz davor ELOWYN stillzulegen.
Klar kann Jörg nichts dafür, klar ist es ihm arg und er wird inzwischen bereuen, den Zylinder nicht einfach abgeschickt zu haben.
Aber er ist jetzt nunmal der Mann vor Ort, ich brauche jetzt seine Hilfe.
Ich nehme vorweg, bis zum Monatsende wird die Spannung diesbezüglich nicht nachlassen…
Ich brauche Ablenkung und sortiere die Signalmittel.


Ich wusste um die Tatsache, dass die Signalmittel abgelaufen waren.
Das Sortieren diente dem Zweck, den tatsächlichen Bestand zu prüfen und eine Bestellliste zu schreiben.
Diese gebe ich danach beim Shop meines Vertrauens ab und ordere somit die neuen Signalmittel.
Danach verhole ich noch einmal zu Alex und helfe dabei, einen Probelauf des alten Ford Lehman durchzuführen.
Dafür müssen wir einen Wasserzulauf legen…
Als dieser sicher liegt, startet Antonia den Motor, ich überwache den Lauf und das Kühlwasser, während Alex die Funktion des Getriebes und der Wellenanlage checkt.
Wir müssen eine Mutter am Propeller nachziehen, können ansonsten aber einen Haken an dieses „To Do“ setzen.

Weil diese Arbeit an Bord der ANAHITA schnell von statten ging, habe ich mir noch einen Punkt auf unserem Patenschiff vorgenommen.
Die Befestigung eines Köchers für eine Winschkurbel am Mast ist an sich keine große Sache.
Wenn man dafür aber keine Löcher bohren darf, wird die Aufgabe schon anspruchsvoller.
Ich hatte mir mehrmals den Kopf zerbrochen, war also nicht unvorbereitet – heute wollte ich meine Gedanken in die Tat umsetzen.




Ich fahre zusammen mit Sibylle nach Xirokampos – wir machen uns nur rasch frisch, dann müssen wir schon wieder zurück nach Lakki.
Heute haben wir uns mit Antonia und Alex im „SouVLakki“ verabredet. Es soll mal wieder Giros satt geben, darauf haben wir uns alle gefreut.
Als wir das Haus in der Südbucht verlassen fällt uns auf, dass mal wieder Schafe und Ziegen im Garten weiden.
Sollen wir sie vertreiben? Oder nutzen wir sie noch etwas als Rasenmäher?
Wir entscheiden uns für Letzteres und brechen auf…


Wir genießen noch eine Karafaki Ouzo und das Wirtepaar Anna und Niko lässt uns noch eine zweite auf´s Haus dazustellen.
Dadurch wird der Abend länger und es ist spät, als ich Sibylle in „ihr Zuhause“ zurückbringe.
Ich warte noch, bis sie oben in der Wohnung ist und bemerke dabei, wie lau der heutige Abend ist.
Es ist vermutlich der erste Abend, der den Ausdruck „lau“ verdient.
Ich genieße den Augenblick.



Weniger Genuss bereitet mir die Aufgabe, welche ich mir für den nächsten Tag auf meinen Zettel geschrieben habe.
„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, so sagt ein altes Sprichwort – dies bedeutet im übertragenen Sinne, dass bei handwerklicher Arbeit auch einmal etwas kaputt gehen kann.
Dies unterschreibe ich voll und so ist auch niemand erzürnt, dass dem Fachmann der „Cleopatra Marina“ bei der Demontage der Deckenverkleidung ein Temperaturfühler der Heizung abgerissen ist.
Man hat sich preislich geeinigt, was jedoch damals niemand absehen konnte war, WIE VIEL Aufwand uns tatsächlich bevorstehen würde.
Ich suche also den Verlauf des abgerissenen Kabels…


Ab hier war „schnell mal nachsehen“ nicht mehr möglich. Ich konnte nur vermuten, wohin das Kabel abbiegen würde, der Verlegeweg war nur zu erahnen.
Die nächste Verkleidung die ich abmontieren würde, zöge einen erheblichen Arbeitsaufwand nach sich.
Ich entschied mich also zu raten und dann die übernächsten oder über-übernächsten, einfacher zu öffnenden Klappen oder Deckel zu öffnen – immer in der Hoffnung ein ähnliches Kabel zu finden um meine Messungen ansetzen zu können.




Ok, der Hauptkabelschacht der im Badezimmer von der Decke nach unten in die Kabelkanäle führt, fällt als Verdächtiger aus – hier kann ich „mein Kabel“ nicht finden.
Es wäre denkbar, dass im Motorraum ein Kabelschacht nach unten geführt wird, also sehe ich mich auch im Motorkompartment noch einmal um – doch hier ist es ziemlich aufgeräumt und clean, hier führt keinerlei Kabel in irgendeine Richtung.
Fehlanzeige – ich muss mich noch anderweitig umsehen…

Ich überlege – das Standardkabel für Webasto Temperaturfühler ist 5m lang. Diese Ausführung ist in jedem Fall zu kurz.
Ich habe von Webasto erfahren, dass es eine 20m lange Ausführung gibt. Basierend auf dieser Annahme kommt mir die Vermutung, oder besser die Befürchtung auf, dass die Polen beim Bau von ELOWYN das Standheizungskabel einmal quer durch´s Schiff gelegt haben um nicht den kurzen, direkten Weg zu gehen, sondern den langen, welcher dann aber durch den Hauptkabelschacht des Schiffes geht.
Wäre zwar Wahnsinn, aber durchaus konsequent…
Dies zu prüfen vertage ich – heute besuche ich erst einmal Pit auf seiner WUQI.
Er ist gerade am Sprung, bittet mich aber auf einen Espresso, welchen er mit viel Liebe zubereitet.

Pit war vor zwei Tagen angekommen. Leider hat er nichts durchklingen lassen, daher waren wir uns gestern eher zufällig begegnet.
Das ist eigentlich schade, auch dass er plant, Leros schon wieder zu verlassen.
Ich dachte, er möchte eine Art „großes Refit“ starten, aber irgendwie zieht es ihn zurück in die Adria.
Wir quatschen über dies und das, ich übergebe ihm die im Winter reparierte Badeleiter, dann trennen sich unsere Wege wieder, jeder hat seine Arbeiten zu verrichten.
Ich packe heute noch ein zweites Projekt an, bei dem ich erst ein wenig Hirnschmalz verschwenden muss…

ELOWYN hat zwei Endabschalter für die Heckklappe. Einen für „zu“, dieser schaltet auch die Funktion der Leiter an und aus.
Dazu einen weiteren für die Stellung „auf“, dieser aktiviert den Davit für das Dinghy.
Wir möchten, dass der Schalter nicht nur am Endanschlag den Davit freigibt, denn bei Wellengang soll die Klappe nicht ganz abgesenkt werden.
Der Davit muss auch funktionieren, wenn die Klappe noch 5-10° nach oben geneigt ist.
Ich überlege mir eine Lösung mit einem metallischen Bogensegment, um aus dem Öffnungspunkt einen Öffnungsbereich zu machen – etwa so…

Das ist schonmal eine gute Idee. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz.
Es wäre einfach, die Schaltung der Klappe manuell zu gestalten, indem man den Magnetschalter durch einen manuellen Switch ersetzt.
Auch das ist eine zu durchdenkende Option, es fragt sich dann allerdings, warum der Magnetschalter vier Kabel hat, wenn nur zwei nötig sind?
Ich bin gut vorangekommen, für heute lass´ ich es sein – da muss ich nochmal ran wenn ich den Kopf ein wenig frei habe.
An diesem Abend esse ich in Xirokampos und komme früh nach Hause, ich will noch ein paar administrative Dinge erledigen.


Ich spiele ein paar Fähren nach Deutschland durch. Sibylle und ich haben unsere BLUESTAR Tickets schon gebucht, wissen also unseren Deutschlandtermin schon genau.
Jetzt gilt es festzulegen, wie wir vom griechischen Festland aus, nach Italien kommen oder ob wir gar über Land fahren.
Alles ist noch offen, aber ich stelle fest, dass alle Wege teuerer geworden sind.
Klicker ist hart am Limit seiner Existenzberechtigung. Wenn die Preisentwicklung so weitergeht, dann kann er seine Kosten nicht „reinfahren“ und wird wohl abgestoßen werden.
Das ist ein Gedanke, welcher mich beschäftigt.
Ablenkung kommt per WhatsApp auf den Computerbildschirm, es ist inzwischen spät geworden…



Sibylle und ich hatten anlässlich ihres Geburtstags am Morgen mit ihr telefoniert und sie hatte da schon angemerkt, dass sie „…selbstverständlich Leberkasbilder senden würde!“
DANKE Christine, dafür ist Dir ein Platz im Blog sicher! Und vor meinem lebenslangen Groll schützt Dich nur Dein Versprechen, mir selbiges Labsal feilzubieten, wenn wir euch besuchen kommen – ich freue mich auf euch!
Während ich einschlafe, sabbere ich auf mein Kopfkissen und träume von saftigen Leberkaskasscheiben, hmmmm, lecker…
Am nächsten Morgen reißt mich ein kräftiger Kaffee aus meinem anhaltenden Halbschlaf, die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen.

Die gute Funktion meiner Denkzentrale ist heute Morgen auch wichtig, denn ich führe Telefonate mit dem Makler und den anderen Parteien der Eigentümergeminschaft des Hauses in dem sich meine Wohnung befindet – alles ist kompliziert, weil es „Family-Business“ ist, mehr muss man dazu nicht sagen.
Es kommt Schwung in die Sache und es sieht so aus, wie wenn es nun endlich klappen würde, dass meine Wohnung als Bestandteil eines Mehrfamilienhaus-Pakets am 01.05. auf den Markt kommt.
Warum schreibe ich das? Weil dies der entscheidende Baustein dafür wird, wann wir mit der Kernsanierung unserer Katikia beginnen.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir im Spätherbst 2026 beim örtlichen Bauunternehmer sitzen und es früh in 2027 logeht.
Das Ziel, meinen 60. im Rahmen einer „House-Warming Party“ zu feiern ist noch haltbar.
Mein Kopf brummt, aber die administrativen Hauptaufgaben sind nun erledigt – zur Ablenkung gehe ich „shoppen“… 😉

Spaß beiseite, Alex braucht Teile, ich begleite ihn zum „Naval“ Hardware Store und bewundere im Vorbeigehen die sehr gut sortierte „Milwaukee“ Ecke.
Mit unseren Teilen fahren wir zurück in die Marina und schließen Alex´ Bugstrahlruder temporär an – mit fliegenden Kabeln zwar, aber technisch einwandfrei.
Danach montiere ich mit Sibylle das Bimini und die Sprayhood auf ELOWYN.
Wenn wir schon dabei sind, montieren wir auch gleich die Lenkräder – so sieht das Cockpit gleich viel gemütlicher aus.
Es bleibt noch Zeit für eine Marinarunde, da treffen wir Ellen und Dominik an der uns sehr gut bekannten LUMARA, welche inzwischen auch offiziell so heißt.


Die Beiden haben inzwischen etliche der offenen Punkte meiner Liste umgesetzt und sind fleißig dabei, LUMARA auf den Segelsommer vorzubereiten.
Sie erzählen uns, dass sie die kommenden Tage noch einmal in die Schweiz fahren würden, dann aber am 10.05. zurück nach Leros kämen.
Nach dem Krantermin von LUMARA am 16.05. machen wir eine Art „Sea Trial“ um das Schiff auch im Wasser zu übergeben, dann gehen sie auf Sommertörn.
Das alles klingt nach einem sehr ausgereiften Plan und wir freuen uns – unsere Dufour hat die richtigen Menschen als neue Eigner gefunden!
Nach unserer Marinarunde machen Sibylle und ich Feierabend – morgen ist auch noch ein Tag…
Ein Tag, der für Sibylle mit einem Schreckmoment beginnt 😉 – ich höre sie von Xirokampos bis in die Marina kreischen!

Sehr früh am Tag kommt meine Gattin mit dem Breezy zu mir in die Marina, ich meine auch zu erkennen, dass sie etwas schneller ist, als sie um die Ecke kommt.
Komisch, Tarantula scheint eine Art „Turbo Effekt“ auszulösen. Ich spende Trost und verspreche, wenn nötig, am Abend regulierend einzugreifen.
Die kurz vorgeschlagene friedliche Wohngemeinschaft mit Fluffy und Tarantula lehnt sie kategorisch ab.
Na dann, wenn sie schon so früh da ist, begeben wir uns gleich ans Werk – ich muss noch das verfitzmaledeite Kabel suchen.
Und das macht es einen auch wirklich nicht leicht – heute verfolge ich die „einmal kreuz und quer durch´s Schiff“ Theorie und fange im Hauptkabelkanal zum Suchen an.



Was zunächst nicht zusammengehörig scheint, zeigt sich bei der Widerstandmessung als gesichert verbunden.
Ich messe einmal, zusammen mit Sibylles Hilfe ein zweites Mal – das Ergebnis ist eindeutig – die beiden unterschiedlichen Kabel sind eines, es muss eine Schnittstelle geben.
Die Theorie, dass die Werft den Hauptkabelkanal als Weg zur Heizung verwendet hat, erhärtet sich in diesem Moment, hier werde ich dranbleiben, auch wenn dies maximalen Aufwand bedeutet.
„Tu Gutes und rede drüber“ – ich teile daher mein Ergebnis und meine Schlussfolgerungen mit dem Eigner, dabei genieße ich meinen Moment…

Da komme ich noch einmal auf die bereits einmal in diesem Blog gestellte Frage – warum nicht gleich von einem Fachmann machen lassen?
Die Antwort – darum!
Es wird sich im Laufe der weiteren Reparatur noch zeigen, dass andere „Fachleute“, ich weiß nicht wo und welche, das Leitungskabel des Temperaturfühlers der Standheizung zweimal getrennt und verlängert hatten – mit unterschiedlichen Kabeln.
Das ist der perfekte Murks, denn die Temperaturmessung bei diesen Heizungen erfolgt per Widerstandsmessung und es nicht statthaft, die Fühlerkabel zu flicken oder verschiedene Kabel zu verwenden.
Dies verändert die streng vorgegebenen Ohmwerte bis hin zur Fehlfunktion der Heizung.
Morgen geht´s weiter, aber für heute reicht´s – ab nach Xirokampos.

Sibylle und ich waschen noch rasch Klickers Fenster, damit man wieder ein wenig dem bunten Treiben des Straßenverkehrs folgen kann. Teilhabe ist die beste Integration…
Auch Alex wird sich morgen über die Rundumsicht freuen, denn er leiht sich Klicker aus, um damit Antonias Eltern am Fährhafen abzuholen – diese werden für eine Woche zu Besuch kommen.
Wir duschen noch rasch und speziell ich muss mir noch eine Ausgehvariante meiner favorisierten T-Shirts überstreifen, dann fahren wir nach Panteli, wo wir uns mit Carola und Thomas im Pirofani treffen.
Am nächsten Morgen starte ich meinen Tag mit einem Telefonat mit Jörg – ich schlürfe meinen Kaffee und frage nach dem Sachstand bezüglich meinses Hydraulikzylinders.
Wie zu erwarten gab es nichts Neues, es wird auf eine Entscheidung in letzter Minute hinauslaufen.
ich brauche erstmal frische Luft und drehe mit Sibylle eine Marinarunde…

Wir laufen einmal rundrum, quatschen hier ein paar Sätze und dort ein wenig, dann kehren wir zu ELOWYN zurück.
Sie steht inzwischen nicht mehr mit den markanten, gelben Tupfen des Primers da.
Wie bereits angedeutet, konnte ich von Stelios eine halbe Dose graues Antifouling ergattern und diese verstreichen.
Die Farbe passt nicht perfekt, aber bis zum nächsten Anstrich ist es akzeptabel.
ELOWYN ist inzwischen fast fertig für ihren Launchingtermin.

Ich werde heute weiter an meinen zwei „Fleißaufgaben“ arbeiten, obwohl gesagt sein muss, dass diese Aufgaben durchaus auf der Arbeitsliste auftauchen.
Ich hätte sie normal nicht so getrieben, aber was erledigt ist, ist erledigt.
Also gehen Sibylle und ich ans Werk und folgen weiter dem Verlauf des Kabels für den Heizungs-Temperaturfühler.
Das Kabel habe ich inzwischen identifiziert – aber wo ist es verlegt? Und vor allem, wie???


Das Kabelende mit dem Stecker für die Heizung zeigt abermals andere Kabelfarben.
Ich kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass noch ein weiteres Mal geflickt wurde.
Ein bisschen Kopfschütteln ist erlaubt – das machen wir jetzt wieder perfekt, so wie man es von einem Schiff dieser Güte erwarten darf.
Um das Kabel später ordentlich weiterführen zu können, muss es in den Technikraum gezogen werden, dafür muss noch eine weitere Deckenverkleidung im Gang abmontiert werden.

Mein Plan ist, das neue Kabel welches mir ein Freund aus Hamburg im Mai mitbringt, inclusive Fühler final zu verlegen – und zwar genau bis hierhin.
Hier hängen schon die Kabelrollen vom Tochterbildschirm und der Kamera, ich würde auch das Heizungskabel hier abhängen.
In einer Kabelzieh-Session, würde ich dann alle relevanten Kabel für weitere Projekte einziehen.
Eine Woche nur Kabelziehen, das ist ein herrlicher Ausblick für den kommenden Winter.
Pause – Antonia bringt mir einen Kaffee mit, Sibylle und ich gönnen uns ein Viertelstündchen im Cockpit…


Nach dem Koffeinschub hibbele ich herum wie der Duracell-Hase. Ich will, nein, ich muss noch etwas werkeln und schaffen.
Also nehme ich mir die nächste vermeintliche „Kleinaufgabe“ vor, nämlich den induktiven Schalter des Davits von ELOWYN.
Man muss wissen, dass der Arm an dem der Kran für das Dinghy hängt „Davit“ heißt. Dieser ist ausfahrbar und wird bei geschlossener Heckklappe automatisch ausgeschaltet.
Dies hat seit jeher nur leidlich funktioniert und soll nun durch einen manuellen Schalter ersetzt werden.
Handwerklich ist dies leicht umzusetzen, aber es muss zunächst geklärt werden, welche Kabel für welche Steuerbefehle zuständig sind – also begebe ich mich mit dem Messwerkzeug in die Dinghygarage…



Sibylle hat keine Lust mehr zu lesen und gesellt sich zu mir. Sie bestaunt mein Schaffen und lobt mich von der Arbeit weg – „…das hast Du toll gemacht! Du hast Dir ein Eis verdient!“
Na wenn das so ist! Da sage ich nicht Nein! Mir ist letztendlich egal wie ich zu meinem Eislabsal komme 😉
So kommt es, dass sich meine Gattin und ich nur wenige Minuten später in der rosanen Eismanufaktur in Lakki einfinden – gönnen können!

Ich maule ein wenig – so gerne ich mich von meinem Schaffen losreißen ließ, so gerne würde ich den Test auch abgeschlossen haben.
Sibylle ist einsichtig und verspricht, dass sie mir für einen letzten Test noch einmal die Plattform betätigt, dann würde sie für heute nach Xirokampos fahren.
Das klingt nach einem guten Plan…

Erfolgreich! Auch mit leicht nach oben geklappter Badeplattform funktioniert der Davit noch.
Das ist das Ergebnis welches mir wichtig war – ich bin nun sicher, die richtige Lösung gefunden zu haben und kann in einem weiteren Arbeitsschritt die ganze Sache verfeinern und einen Schalter einbauen.
Doch das ist ein Job für einen weiteren Arbeitstag, für heute reicht es. Sibylle fährt in ihre Wohnung und ich kümmere mich noch ein wenig um den Schriftverkehr der bezüglich meiner Wohnung in Deutschland zu führen ist.
Ich freue mich, dass es wohl klappt, dass der Verkauf derselben wohl ab 01.05. beginnen wird.
Dann fahre auch ich nach Xirokampos und hole Sibylle ab, denn wir sind mit Freunden zum Essen verabredet.
Der neue Morgen treibt mich ins Spielwarengeschäft…

Was war geschehen? Warum treibe ich mich in der Bücherecke des kleinen Ladens umher?
Ich hatte heute Morgen einen Videocall – auf dem Display der Name meines Sohnes.
Ich hebe ab – Überraschung – und es glotzt mich ein riesiges Auge an! Das Gesicht, welches viel zu nah an der Kamera ist, gehört meinem Enkel Anton.
Der Zweijährige redet auf mich ein, ich verstehe kaum etwas, aber ich unterhalte mich fröhlich mit ihm, er scheint happy.
Mutter und Vater übersetzen zwischenzeitlich und ich erfahre, dass der Knirps Wimmelbücher liebt, es in Deutschland aber keine mit einem Bezug zu Griechenland gibt…
Den Rest könnt ihr euch denken. Tatsächlich gibt es griechische Wimmelbücher, aber leider nicht zum Thema Urlaub – und Hühner auf dem Bauernhof sehen in Griechenland und in Deutschland (fast) gleich aus.
Sibylle und ich setzen unsere Fahrt fort – vom Spielwarengeschäft geht es Richtung Plaka zu unserer Katikia.

Mit einem Blick ist erkennbar, dass „Gartenpflege“ einer der Kernpunkte für den Mai werden muss.
Entweder wir machen eine DIY-Aktion oder ich lasse noch einmal den Gärtner kommen – mal sehen.
Der Grund warum wir hier hoch gefahren sind ist aber ein anderer – ich hole heute mein Motorrad in die Marina und werde in Bälde auf´s Zweirad umsteigen.
Im Konvoi fahren Sibylle, an Klickers Volant, sowie ich in meiner Funktion als „Easy Rider“ zurück nach Lakki.
Ich mache noch einen kurzen Schlenker beim Elektriker vorbei um den Schalter für ELOWYN zu kaufen, dann treffen wir uns an Bord des weißen Riesen.
Es ist noch Zeit um die Arbeit an der Heckklappe zu finalisieren – und das setze ich auch um!

Vielleicht fragt ihr euch, was uns drängt? Warum sind wir in der Zeit limitiert?
Heute ist einer der beiden „großen Tage“ für unser „Schrauber Syndikat“, es ist der 27.04.2026 – heute, nach fast 15 Monaten harter Arbeit am Trockendock, wird ANAHITA, die Delta 46 des A-Team, gekrant!
Und natürlich sind wir mit von der Partie…






Es trifft sich sehr gut, dass das Paket für Ellen und Dominik jut in diesem Moment zugestellt wird.
Ich hatte versprochen, dass ich Pakete in das Schiff räumen würde, dies wollte ich gleich umsetzen.
Das Kranteam war noch damit beschäftigt ANAHITA am Carello zu platzieren, ich hatte also etwas Zeit.


Gerade als ich LUMARA verlasse, geht es weiter. Nach fast 15 Monaten an diesem Platz wird ANAHITA jetzt wieder zurück in ihr Element geführt.
Das Refit des Unterwasserschiffs ist abgeschlossen, es wurde neben einer vollumfänglichen Unterwasserschiffsanierung mit Coppercoat alles angefasst und erneuert, was an dem Schiff unter der Wasserlinie zu finden war – zudem wurde ein Bugstrahlruder montiert.
Es gab also genug Stellen auf Dichtigkeit zu prüfen – wir alle drücken die Daumen, dass alles klappt.








Während Alex und ich die neue Ruderabdichtung feinjustieren und so das eintretende Wasser (normal) langsam in den Griff bekommen, sieht Antonia mit ihren Eltern nach den Ventilen.
Es kommt einen wie eine Ewigkeit vor, aber tatsächlich dauert diese Hochkonzentrationsphase vielleicht 10 Minuten.
Dann die erlösende Meldung – „ALLES DICHT!“
Der zweite Teil beginnt – die ganze Crew wechselt den Platz. Alle Mann an Deck – wobei „Mann“ in diesem Fall mehr als falsch ist, denn Antonia hat das Ruder.
Ihr Vater und sie gehen alle Punkte durch, Motor starten, Bugstrahlruder checken…
Währenddessen bereiten die anderen das Schiff vor – Leinen, Fender, alles muss passen. Dann gibt Alex das Kommando das Schiff abzusenken und frei schwimmen zu lassen.
Die Gurte werden entfernt – ANAHITA schwimmt!

Die Marineros werden eingewiesen, denn wir rechnen damit, dass der Langkieler schlecht rückwärts fahren wird.
Aus diesem Grund steht eine vielleicht fünfminütige Testfahrt bezüglich der Manövereigenschaften am Plan, die Marineros werden uns begleiten.
„Klar zum Ablegen?“ „Klar ist!“ „Ok, dann LEINEN LOS!“






Es knallen die Korken – ANAHITA hat ihre zweite Jungfernfahrt erfolgreich gemeistert und liegt sicher am C-Steg in unserer Marina.
Das Leben des A-Team wird sich ab nun ändern. Fast alles wird besser, nur Alex wird sich umorganisieren müssen – die Zeit der großen Freiluftwerkstatt hat heute ihr Ende gefunden.
Mal sehen, wie die Beiden das umsetzen – jetzt ist erst einmal Urlaub ausgerufen…
Natürlich gibt es ein gemeinsames Dinner, man lädt ins „SouVLakki“ – das Thema des Abend war gesetzt, das Ende der 15-monatigen Zeit „on the hard“!

Ich blicke nach vorne – in zwei Tagen wird ELOWYN gekrant, ich hoffe, dass wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben können.
Am nächsten Morgen fahre ich mit Sibylle ins Krankenhaus. Sie hat Bauchschmerzen und will abklären lassen, ob es nicht der Blinddarm sein könnte.
Ich soll mitkommen. Ich merke es ist ihr ernst, ich kann mich nicht herauswinden – also komme ich in den Genuß, fast fünf Stunden im Krankenhaus in Lakki verweilen zu dürfen – I´m going slightly mad!
Zwischendrin checke ich das Wetter für morgen…

Die gute Nachricht ist, dass bei Sibylle nichts gefunden wird. Sie darf das Krankenhaus wieder verlassen, es gibt Entwarnung!
Ich will ganz deutlich sagen, dass wir nicht fünf Stunden Wartezeit totzuschlagen hatten.
Sibylle kam sofort dran und wurde vollumfänglich untersucht und von Abteilung zu Abteilung gereicht – die Behandlung ist vorbildlich und ich würde es auf eine Diskussion ankommen lassen, wenn die Behauptung im Raum stünde, dass es in Deutschland besser ist.
Einzig die Sprachbarriere ist nicht wegzudiskutieren.
Ich will, ich muss noch etwas tun. Die Vorbereitungen sind zwar weitgehend abgeschlossen, aber der WILLI muss noch auf die Seite, das wäre mir morgen zu stressig.
Also fahren wir in die Marina und suchen eine Option den Tender zu verräumen – und da war uns das Glück und das Netzwerk ein wenig hold, wir finden eine high-end luxury Lösung!


Den Rest des Tages versandeln wir – Pause tut Not, es wird Zeit, dass der Krantermin endlich vorbei ist.
Während des ellenlangen Krankenhausbesuchs hatte ich eine Nachricht von Katerina erhalten. Sie lässt mich wissen, dass die bestellten Signalmittel angekommen seien.
Sibylle musste gerade zum Ultraschall, so hatte ich kurz Zeit um Katerina zu besuchen, meine Dokumente vorzulegen und die explosive Ware abzuholen.
Heute gilt es, das Fass mit den verschiedenen Notsignalen neu zu befüllen.


Ich muss mir noch Gedanken machen, wie und wo die alten Raketen entsorgt werden.
Letztlich ist das ganz schön viel Aufwand rund um die Beschaffung und das Handling dieser Signalmittel.
Bevor sich jemand echauffiert – ich bin natürlich im Besitz sämtlicher Berechtigungen diese Dinger zu kaufen und auch zu transportieren.
Während ich so vor mich hinsinniere muss ich schmunzeln. Kristina hatte mich bei einer Stipvisite auf NESSAJA einmal „hochgenommen“ weil sie gesehen hat, dass ich verschiedene Labels geprintet und angebracht hatte.
Ich lege ihre damalige Belustigung HEUTE als Begeisterung aus und printe ihr, weil sie das so gerne mag, gleich noch ein paar kleine Labels – wenn ich das Ding schon in der Hand habe…


Ich habe schon ein paarmal geschrieben, dass ich ein „Leben ohne Ballast“ sehr genieße, Redewendungen wie „Besitz belastet“ oder ähnlich, treffen bei mir voll ins Schwarze.
Von Zeit zu Zeit habe ich daher so Anwandlungen, dass ich Dinge die ihren Zenit überschritten haben, von einer Sekunde auf die andere entsorge – heute trifft es meine treuen Arbeitsschuhe.
Das Wetter verspricht, dass es bald in die Flip-Flop Phase übergeht, das altgediente Schuhwerk muss weg.
Noch ahnen sie nichts von ihrem Schicksal, sie stehen da und warten auf ihren nächsten Einsatz – eine Minute später liegen sie in der Tonne.
Das Leben ist hart…

Während ich diese Kleinigkeiten erledige, Sibylle war schon nach Xirokampos gefahren, kommt Alex vorbei und leiht sich rasch den Audi.
Das darf er, der quattro ist hier um ihn zu nutzen.
Just in dem Augenblick als ich meine Kleinarbeiten abschließe, kommt er von seiner Besorgungsfahrt zurück und gibt mir den Schlüssel zurück.
Wir quatschen noch ein paar Minuten, dann trennen sich unsere Wege für heute, denn wir sind mit Brigitte und Hans im „To Steki“ verabredet.
Alex will mit der Familie das Champions League Halbfinale des FC Bayern ansehen.
Ich fahre los und verlasse gerade die Marina, da fällt mir eine nicht unerhebliche Veränderung bei den Anzeigeinstrumenten meines Klicker auf…

Das Auto ist randvoll! Als Dankeschön für gelegentliches Ausborgen des Wagens hat der junge Mann den Boliden bis zum Stehkragen befüllt – dies wäre nicht notwendig gewesen, aber ich freue mich trotzdem, oder gerade deshalb, sehr über diese Geste.
Ich schreibe ihm sofort eine Nachricht, unser Dank gebührt der Crew der ANAHITA!
Doch mein Tag, der zwar schleppend begann aber in der Gesamtbetrachtung doch ganz gut war, bekommt noch sein „Happy End“.
Am frühen Abend erhalte ich ein Bild von Melanie, der Capetaña der INSPIRATION, ein Bild welches mehr als 1000 Worte sagt und für absolute Entspannung meinerseits sorgt!

Jörgs Freund, der örtliche Hydrauliker, hat es wirklich in letzter Minute geschafft das fehlende Ersatzteil zu bekommen und den Zylinder zu komplettieren.
Die geplante Übergabe hat geklappt, Hans Peter hat das wichtige Ersatzteil übernommen und ist, wenn ihr diese Zeilen lest, schon in Griechenland.
Er wird am 02.05. hier auf Leros ankommen, dann ist das „Schrauber Syndikat“ wieder komplett.
Muss denn immer alles auf die letzte Minute gehen – I´m going slightly mad!!!
Das Motto gilt – es steht der „Tag der Tage“ bevor, mein persönliches Highlight des Monats, welches sehr leicht zu meinem persönlichen Waterloo werden könnte.
Morgen wird ELOWYN gelaunched, sie kommt zurück ins Wasser – die Stunde der Wahrheit naht!
Doch jetzt geht es erst einmal ab ins „To Steki“, wir freuen uns auf das Treffen mit unseren Freunden aus Österreich und Dimitris´ leckeres Essen.

Wir hatten Brigitte und Hans vorgewarnt, dass wir gegen 22.00 Uhr die Uhr beobachten müssen und dann den Abend auch abrupt beenden werden müssen.
Wir hatten nämlich Gabi und Gottfried von der HARMONY versprochen, dass wir sie heute am Fährhafen abholen würden.
Die Beiden reisen heute an, um ihren Sommer auf ihrem Schiff zu verbringen, wir freuen uns, kennen wir uns doch inzwischen seit Ewigkeiten.


Es klappt alles wie am Schnürchen – wir empfangen die Beiden kurz und schmerzlos und schauen, dass wir hurtig zum Auto kommen, um nicht in das Verkehrschaos zu geraten.
Dies gelingt vortrefflich und am Hotel der Beiden holen wir die herzliche Variante der Begrüßung nach.
Schön, dass ihr da seid – wir müssen jetzt aber los, wir sind müde und morgen ist ein aufregender Tag für uns.
Dieser beginnt zunächst ganz entspannt, ein Kaffee, eine Marinarunde, ein bisschen Blabla mit den Freunden.
Dann aber bekommt das Momentum eine gewisse Dynamik, denn Giannis winkt uns zu und der Motor des großen Krans läuft an.
Es ist so weit, es geht los – I´m going slightly mad!!!

Weit weniger angespannt wirkte unser Kranführer Giannis – obwohl ich weiß, dass auch er mit sehr viel Vorbereitung an das Kranen der größeren Yachten herangeht.
Wie auch immer, er schafft es besser als ich cool zu wirken und fährt seinen „Goliath-Kran“ an ELOWYN heran.
Nur noch wenige Minuten, dann wissen wir, was Sache ist.
Ich gebe euch eine Bilderserie mit den erklärenden Untertexten, so habt ihr einen Eindruck, was innerhalb der nächsten Stunde passiert ist…














Meine Crew habe ich schon vor ein paar Tagen rekrutiert. Alle Helfer sind instruiert, jede Person weiß, was sie nach dem Besteigen des Schiffes zu tun hat.
Ich habe vor zwei Tagen ANAHITA zusammen mit Antonia und Alex zu Wasser gebracht. Ich weiß, dass die Beiden super zuverlässig in Sachen Ventil-Dichtheitsprüfung sind.
Das A-Team geht mit mir unter Deck, wir prüfen die Dichtheit des Schiffes, jeder hat „seine“ Ventile zugewiesen bekommen.
Brigitte und Hans sind versierte und erfahrene Segler, ich vertraue ihnen das Kommando an, sobald ich unter Deck bin.
Die Beiden bereiten an Deck alles vor, nehmen die Festmacher vom Kranfahrer an und befolgen seine Anweisungen.
Wenn alle Ventile dicht sind, übernehme ich das Ruder, das A-Team die Muring am Bug und die Freunde aus Österreich kümmern sich um die Heckleinen.
Sibylle ist mein „Landteam“. Zusammen mit Antonias Eltern kümmert sie sich darum, dass die dünnen Pilotleinen fern von unserem Propeller bleiben und die Heckleinen auf die richtigen Poller gehen.
Es kann losgehen…






Während Gottfried von Land aus dieses Bild macht, kontrollieren das A-Team und ich unter Deck 24 Seeventile und den neuen Borddurchlass der Logge.
Meine Ventile scheinen dicht! Ich sehe überall zweimal nach, aber nirgends zeigt sich eine Undichtigkeit.
Als ich in den Salon gehe, treffe ich dort Antonia und Alex, auch sie bestätigen die Dichtheit ihrer Kontrollpunkte.
Ich will gerade mit der Küche weitermachen, als Antonia anmerkt, dass sie und Alex die „übrigen“ in Küche und Salon schon gecheckt haben – alles dicht!
Ich bin langsam entspannt! Wir gehen zusammen alle Ventile noch ein letztes Mal durch…
Motorraum und Bad achtern, dicht. Klimaanlage, Technikraum und Gästetoilette, dicht.
Gästebad an Steuerbord und Lenzventil rechts, dicht. Das gleiche Setup an Backbord, ebenfalls dicht.
Antonia war im engen Wassermacherraum, sie bestätigt abermals die Dichtheit der vier gerüften Ventile.
Zusammen wiederholen wir – Küche, zwei Kühlschränke und das Lenzventil unter der Kommode…
Alles dicht!!! Ich entlaste die Beiden und gebe das Schiff frei – „…wir können ein GO geben!“









Wir saßen noch eine Weile zusammen, aber irgendwann hat die Vernunft zum Aufbruch gerufen.
ELOWYN war heute zwar „last boat in crane“, aber aufgrund eines ausgefallenen Termins doch recht früh drangewesen.
Wir lagen um 15.00 Uhr am Steg und gegen 16.15 Uhr wollten die Freunde noch ein wenig an den eigenen Booten arbeiten.
Sibylle fuhr nach Xirokampos und ich machte „klar Schiff“ – mir war´s recht, es hat perfekt gepasst!
Ich bin glücklich! Volker und ich haben TruDesign Ventile in Räume gequetscht bei denen zwei Fachbetriebe abgewunken haben.
Wir sind Risiko gegangen und das Schicksal hat uns aus einem nichtigen Grund eine Maulschelle verpasst.
Das Projekt MUSSTE gelingen, meine Fallhöhe und der damit verbundene Druck waren zuletzt recht hoch – ich dachte manchmal, dass ich bald wahnsinnig würde…
I´m going slightly mad!
Dies konnte gerade noch verhindert werden, durch Analytik und eine klare Fehlerdefinition, einer Portion „Know-How“, meinem Freund Hans Peter der in Lücken kriechen kann wie Kriechöl und zu guter Letzt dem erforderlichen Quäntchen Glück.
Den Kritikern und Zweiflern sei gesagt – wer zuletzt lacht, lacht am besten 😉
Darauf trinke ich einen! Dies zusammen mit meinem Helferteam, das Eignerpaar der ELOWYN lässt ein Crewessen im „Tis Kakomoiras“ springen.



Ihr könnt es euch vorstellen – ich habe in dieser Nacht perfekt geschlafen. Ein leichtes Schaukeln, absolute Ruhe, ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.
Es scheint, als fände der April ein sehr positives Ende, es scheint, als hat mein finales Abgleiten in den Wahnsinn verhindert werden können.
Der letzte Tag des Monats gehört EDINA – ich brauche einen Tag Pause von meinem Patenschiff.
Auf Eds CNB60 will ich helfen ein kleines, aber akutes Problem zu lösen…


Da Eds Partnerin noch eine Menge Kleider in den Schränken hütet, bekommt sie eine gewisse Sorge um die guten Stücke.
Wer weiß, dass der Begriff Lebensgefährtin sich vermutlich von Lebensgefahr ableitet kann verstehen, dass Ed keine Mühe scheut, den schwarzen Pelz loszuwerden, bevor er Schaden anrichten kann.
Ich werde mittels einer nachdrücklich geäußerten Bitte aufgefordert, diese Problematik zu bekämpfen – als Waffe stehe mir ein Ozongerät zur Verfügung.

Der Tausendsassa überrascht mich immer wieder. Wenn man befürchtet, dass ihm die Ideen ausgehen könnten, dann zaubert er eine Lösung aus der Hosentasche.
Ein Ozongerät hat nun wirklich nicht jeder – wir jetzt schon! Es eröffnen sich neue Möglichkeiten.
Ich gehe also an Bord und starte das Höllengerät – ob ich eine Gefahrenzulage erwarten darf??? 😉
Insgesamt läuft es 4 mal 1 Stunde, ich gehe immer an Bord und ziehe die Zeituhr neu auf.
Da trifft es sich gut, dass Antonia und Alex uns heute zur großen Leberkas-Session geladen haben…



Irgendwie klappt es immer – Leberkasorgien mitten in der griechischen Inselwelt der Ägäis.
Der Monat endet kulinarisch so, wie er an Tag 1 begonnen hatte!
Wenn also irgendjemand nach Leros anreist und uns eine Freude machen will – Leberkas und Händlmaier Senf sind DER Bringer.
Wer das schafft, wird in unsere immaginäre „Hall of Fame“ aufgenommen.
Jörg hatte es mit den sechs Trägern „Flötzinger Bier“ natürlich bis ans Limit getrieben, aber auch Alex steht kaum nach…

Bier zum Mittagessen – wer mich kennt weiß, der Tag war verloren, zumindest als Arbeitstag.
Ich kann mich aufraffen, dass ich die Ozonbehandlung von EDINA bis zum bitteren Ende begleite, meine Gattin war zwischenzeitlich so nett und hat die betroffene Stelle gereinigt.
Die Situation sollte bereinigt sein und es droht keine unmittelbare Gefahr mehr.
An Nachmittag holen wir mit Gabi und Gottfried noch deren Koffer aus dem Hotel und werden dafür mit einem großen Eis bei „Repapis“ belohnt.
Spaß beiseite, wir vier nutzen die Gelegenheit uns einfach mal eine Stunde in Ruhe hinzusetzen und uns zu unterhalten.
Gabi ist mir eine sehr gute Ratgeberin in Immobiliensachen, sie berät mich auch heute ein wenig…
Dann fährt Sibylle nach Xirokampos und ich schaue mir ELOWYN mal genauer an…

Ich merke beim Gehen im Schiff, dass ELOWYN nach rechts hängt. Ich sehe in den Bilgen nach, erkenne aber, dass alles trocken ist.
Es kann nur an unterschiedlichen Befüllungsgraden der Diesel- oder Wassertanks liegen, hierzu beratschlage ich mich kurz mit dem Eigner.
Das werde ich morgen lösen – jetzt geht es ab ins „Pirofani“, wo wir mit dem A-Team und Antonias Eltern verabredet sind.



Zum ersten Mal in dieser Saison sitzen wir draußen um unser Dinner zu genießen, ich trage das erste Mal meine Flip-Flops. Der Frühsommer setzt sich langsam durch…
Es wird ein wunderschöner Abend, welcher zugleich der Abschiedabend für Antonias Eltern sein wird.
Die Beiden fahren morgen wieder zurück nach Hause, umso mehr ehrt es uns, dass wir an diesem Familienabend teilhaben dürfen.
Auch für die Capetaña der ANAHITA ist es ein besonderer Abend, das merkt man ihr an und sie setzt auch ein Zeichen – der Abend geht auf sie!
Wir können das annnehmen und sagen ein herzliches „Vergelt´s Gott“, drohen aber heute schon mit Revanche!
In jedem Fall essen wir, wie immer, phänomenal! Wir alle sind begeistert von den Speisen – hier nur zwei Beispiele…


Wir genießen – das Umfeld, die Stimmung, die Gesellschaft und das leckere Essen, zu dem es ein Bier oder ein Glas Wein gibt.
Abgerundet wird das Dinner mit einer Karafaki Ouzo und einem kleinen Dessert, dann geht es ab nach Hause.
Der Abend endet und mit ihr klingt der Monat April aus.

Was erwartet Sibylle und mich im Mai, auf welche Highlights dürft ihr euch als Blogleser freuen?
Hans Peter und Petra kommen mit Merlin am 02. Mai an – im Kofferraum jede Menge Ersatzteile, wir starten also neue Projekte.
LUMARA geht ins Wasser und wird nach sehr langer Zeit wieder ablegen. Ich begleite die ersten Schritte der neuen Eigner im Rahmen einer finalen Übergabe.
Jenseits der Bootsaufgaben braucht unsere Katikia etwas Pflege und eine starke Hand – dieser Aufgabe müssen wir uns stellen und etwas Zeit investieren.
Last not least – wie jedes Jahr im Mai, werden Sibylle und ich unsere Geburtstage im Wonnemonat feiern.
Bleibt gespannt – es wird sicher wieder einiges zu erzählen geben.
Mit herzlichen Grüßen von Bord der ELOWYN
Mario & Sibylle





















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































