März 2026 – I lass´ mir die Kraft ned zerbrech´n…

…des Programm für mei Leb´n schreib´ nur I.

Die Headline für den März Monatsbericht liefert der von mir sehr geschätzte österreichische Liedermacher Gert Steinbäcker von STS.

Es ist mir wichtig, mit dem Text des Liedes zu beginnen – Musik drückt so oft aus, was Worte kaum zu transportieren im Stande sind…

Stimmungsbild – Sommer 2024

„Jedes Mal, wenn i irgendwas neues probier‘
Wissen die Raunzer sofort, dass draus sicher nix wird
Und sie mal’n schwarz und meckern, das is kein Vergnüg’n
Als ob die eigenen Zweifel net eh schon genüg’n
Oh, i lass’ mir die Kraft net zerbrechen
I lass‘ mir mein‘ Will’n net zerstör’n
I geh zu auf ein Ziel, auf die Art, wie i will
Und i darf dabei kaum auf wen hör’n


Man kann net immer nur zögern, das kost‘ zuviel Kraft
Man muss einfach was tun, ganz egal ob man’s schafft
Wenn man lang genug d’raufbleibt hat das immer an Sinn
Wenn man ernsthaft dran arbeit’, führt das immer wohin
Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
Geg’n den Strom schwimmen muss man probier’n
Dass dann humorlose Leut‘, die sich ihr Leb’n meist ersitzen
Fest an dir rütteln, muss man einfach riskier’n
I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
I lass‘ mi zu nix überred’n
I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n

I halt’s net aus, wenn all’s immer abg’sichert is
Das is eine halbweiche Gschicht, da krieg‘ i niemals an Biss
Weil i will was erleb’n, net dahinvegetier’n
I will für innen was g’winnen, net nach außen brillier’n
Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
I will einfach für all’s offen bleib’n
I weiß natürlich a dann, dass i einfahren kann
Nur i lass mi net von tausend Ängsten zerreib’n
I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
I lass‘ mi zu nix überred’n
I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n


Was dann später mal sein wird, i bestreit das ja net
Da kannst mi erwischen, wenn’s mir net so gut geht
Und wie’s weiter geht, kann i a immer nur klär’n
Von einem Jahr zum ander’n, was mi a net mehr stört
Oh, i lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
Das Programm für mein Leb’n schreib nur i
I tu manchmal wem weh, a Leut’n auf die i steh
Weil i sag‘, was i denk‘, und ändern wird sich das nie
I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen
I lass‘ mi zu nix überred’n
I lass‘ mi von niemand bestechen nur so kann i leb’n

Zu viel Pathos? Zu dick aufgetragen? Nein! Ich brauche (m)einen Motovationssong mehr denn je – am 19.03.2026 habe ich NESSAJA verkauft.
Ich habe das letzte Puzzleteilchen meines Lebensplans in die Hände eines neuen Eignerpaars gegeben, welches das Schiff auf den Namen LUMARA taufen wird und die ihrerseits ebenfalls große Pläne hegen.

Nach 12 Jahren verkaufe ich mein Zuhause

Der 19.03. steht auf dem Kaufvertrag, der Tag, an dem Sibylle und ich unser 24-jähriges Zusammensein „feiern“ – für mich gibt es an diesem Tag nichts zu feiern und ich bin auch nicht „happy“.

Sibylle nimmt derweil Glückwünsche zum Verkauf von Freunden entgegen und ich habe das Empfinden, dass diese Gratulanten ihre Wünsche schon richtig adressieren.

Mit dem Verkauf von NESSAJA, dem Zuhause in dem ich während meines Lebens am zweitlängsten gewohnt habe, schließe ich meinen Lebenstraum einer Weltumsegelung vorerst ab – es ist ein Wendepunkt.

Allerdings merke ich heute schon, dass unsere kleine kleine Katikia diese Lücke nicht wird schließen können.
Zu groß sind die Fußstapfen, zu mächtig die durch meine Sehnsucht hinterlassene Lücke.

Ja ich weiß, das klingt theatralisch – und genau hier liegt das Risiko, meine Gedankenwelt zu unterschätzen.
I lass´ mir die Kraft ned zerbrech´n!

Naja, so ein März hat ja 31 Tage, was war denn außer dem Highlight sonst so geboten?
Folgt mir auf eine kleine Zeitreise durch den dritten Monat des Jahres 2026 welcher an einem Sonntag begann…

Und Sonntag ist häufig „Trechantiri“ Tag!

Thomas & Paola von SIMPLY FREE rufen zum gemeinsamen Sonntags-Lunch, da sind wir dabei
Das „Trechantiri“ ist ein schöner Platz – besonders an so frühsommerlichen Tagen
Mit Thomas & Paola ist es immer wieder nett – die Gesprächsthemen variieren
Yo von der INDIGO BLUE hat sich zu uns gesellt

Paola und Thomas rufen ab und an zum Sonntagslunch ins „Trechantiri“. Wir sind da nicht immer dabei, genießen aber durchaus die Abwechslung welche sich uns so bietet.
Wir gehen gerne mit dem deutsch-italienischen Paar auf ein Essen, es ist immer kurzweilig und interessant.
Häufig gesellen sich andere Segler oder Expats dazu, heute hatten wir Gesellschaft von Yo.
So haben wir bis spät in den Nachmittag hinein den Tag genossen und den Monat willkommen geheißen – καλό μήνα !

Zurück in der Marina, ruft Sibylle zum Haare schneiden – jetzt herrscht wieder Zucht und Ordnung, die Matte muss ab!

Am Weg zu unserem Haarschneideplatz fällt uns auf, was für Steinbrocken die Winterstürme an Land geworfen haben – richtige Kaventsmänner.

Glaubt ihr nicht? Ist aber so!

Ich gebe heute gerne nach! Es ist ein herrlicher Tag, welcher sich hervorragend dafür eignet, die Frisur wieder zu richten.

Der Tag ist sogar so perfekt, dass ich mich verleiten lasse, die Haarstoppeln mittels eines Sprungs in die Fluten abzuspülen – die Badesaison war eröffnet!

Obwohl – SPRUNG ist offen gesagt ein klein wenig übertrieben…

Der Winterpelz nebst Rübezahlbart müssen weg
Dann lasse ich meinen Alabaster gaaaaanz langsam in die Fluten gleiten
Es war schon kalt – und hat auch nur für ein paar Züge gereicht…
…Atmen war nicht möglich, da geh´ ich lieber wieder raus

Ich entsteige den eiskalten Fluten und versuche Sibylle mit Worten zu beschreiben, WIE kalt es ist.
Ich verwende Worte wie „klirrend“ oder „flüssiges Eis“ – und was macht sie?
Sie sieht an mir herunter, lächelt verständnisvoll und nickt! Das Biest! Manchmal hasse ich sie 😉 !

Egal, ich ziehe mich an und bin wieder landfein – so kann ich mich wieder sehen lassen!

Passt wieder für einen Monat

Wir haben Brigitte und Hans versprochen, sie am Flughafen abzuholen, wenn sie aus Österreich zurückkommen würden.
Da ich noch ein Paket von Hans in der Garage hatte, haben wir beschlossen, dieses in Plaka abzuholen und in das Haus der Freunde nach Crithoni zu bringen, danach würden wir in einer Bar in Gourna noch einen Snack zu uns nehmen.

Für Kaffee war es Sibylle zu spät, so haben wir gleich zu Ouzo mit Meze gewechselt und dabei den Blick auf die weitläufige Bucht genossen.

Dass der Flug unserer österreichischen Freunde, wie eigentlich immer wenn die Beiden an- oder abreisen, wegen Windes gecancelt würde, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

So kann man leben – ein perfekter Sonntag

Wir fahren in die Marina zurück, Sibylle holt ihren Roller und macht sich auf den Weg nach Xirokampos.

Ich nutze diese Zeit immer um ein paar Mails zu erledigen und Ersatzteilrecherche zu betreiben.

Später hole ich meine Frau im Süden der Insel ab, nutze den Komfort der privaten Dusche und wir beide machen uns dann meist auf den Weg zu unseren Verabredungen – so auch heute.

Wie immer am Sonntag findet der Stammtisch der Wintercommunity im „SouVLakki“ statt.
Wir sind heute eine große Gruppe und haben richtig Spaß.
Sibylle und ich bestellen auf Sparflamme, waren wir doch bereits zum Mittagessen und hatte darüber hinaus schon Meze.

Große Gruppe – in dieser Konstellation werden wir nicht mehr zusammenkommen – die Community löst sich langsam auf
NOCH ein Ouzo? Wer kann dazu schon nein sagen?

Für den nächsten Tag schreibe ich mir die noch offene Reparatur an FESTINA LENTE ins Aufgabenbuch.
Die neuen Besitzer werden bald schon wieder anreisen und ich möchte dann keine offenen Punkte diesbezüglich mehr haben.

Auf dem Weg durch die Marina erkennen wir, dass die geplanten Arbeiten an EDINA schon in vollem Gange sind.
Das sind sehr gute Neuigkeiten, so geht auch an dieser Baustelle etwas vorwärts.
Dass die blaue CNB 60 mir im Verlauf dieses Werkstattauftrags noch Kummer machen sollte, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

The Greek Way

Auf der Bavaria 39 FESTINA LENTE macht der Einsatz der Instrumententafel Kummer. Das Faltlenkrad passt nicht so gut wie das Original, es schlägt an mehreren Stellen an und hat Schäden verursacht.

Meine Aufgabe ist, im ersten Schritt das unansehnliche, blau lackierte Altteil auszubauen und dabei möglichst wenig in bestehende Installationen einzugreifen.

Der Arbeitsplatz ist gut zugänglich, das Wetter schön – die Arbeit geht gut von der Hand

Sibylle leistet mir Gesellschaft und reicht mir Werkzeug an, während ich im Cockpit am Boden sitze.

Als der Ausbau erledigt war, habe ich mich kurzerhand auf Alex´ Baustelle eingenistet und für einen Moment seinen Strom und seine Werkbank genutzt.
Es galt, den neuen Instrumenteneinsatz vorzubereiten und die neuen Ausschnitte für die Armaturen zu setzen.

Danach konnte ich die Arbeit finalisieren – sieht viel besser aus! Die neuen Eigner werden sich freuen…

Gemeinsam arbeiten schafft Kurzweil
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, sieht wieder gut aus

FESTINA LENTE ist fast fertig – nur noch die Bedienung der Ankerwinsch vom Steuerstand aus ist zu überprüfen.
Hier bin ich aber sicher, dass es der Schalter ist, welcher zur Fehlfunktion führt.

Natürlich muss zu guter Letzt auch noch ein kurzer Funktionstest gemacht werden. Hier erwarte ich keine Überraschungen – und werde abermals eines Besseren belehrt.

Aber dies sollte noch ein Weilchen dauern – den Schalter erneuere ich erst zum Monatsende hin.

Ein Anruf! Eine bekannte Nummer – Minas von „meltemi“ ruft mich an. Er ist mein Ansprechpartner beim Rigger meines Vertrauens und natürlich nehme ich den Anruf an.
Er schimpft mich – seine in Athen gesprochenen Worte klingen hier auf Leros in meinem Ohr.
Er hätte meine Wanten erhalten, aber „…warum sind die Spanner nicht eingestellt oder markiert? Woher soll ich die finale Länge wissen?“

Ich beschwichtige – erstens gingen die Spanner nicht zu drehen, wir mussten sie aufschneiden, da kann ich nichts markieren. Zweitens sind die Spanner ja exakt dafür da, um eine Einstellung zu ermöglichen.
Dennoch will ich unterstützen und keinen Ärger machen – ich sende ein Bild mit den aktuellen Längen – eine Seite ist ja noch verbaut…

Minas ist zufrieden, mit den Maßen kann er arbeiten – aber erst schimpfen 😉

Ich bin trotzdem froh über den Anruf, denn ich weiß nun, dass die Jungs in Athen an meinen Wanten arbeiten.
Es besteht eine Chance, dass ich NESSAJAs Rigg fertig bekomme, bevor die potentiellen Käufer kommen werden.

Zu dieser Zeit beginnt der Konflikt im Iran und alle Welt bejammert die in die Höhe schnellenden Treibstoffpreise.
Ich beschließe, dass ich unter Umständen für ELOWYN reagieren möchte und fahre zur Tankstelle um die Preissituation zu erfragen.

Auf dem Weg dorthin komme ich bei EDINA vorbei und sehe, dass Meister Stelios seine Arbeit beendet hat – sehr gutes Ergebnis!
Das Heck des Schiffes sieht wieder toll aus.

Die Lackierung des Hecks wurde perfekt umgesetzt
An unserer Tankstelle haben wir für Diesel gerade 1,66€

Ich spreche mit dem Besitzer der Tankstelle. Er erklärt mir, dass er Ende der Woche ebenfalls anheben müsse, auch er erwartet, die 2,00€ Marke bald zu durchbrechen.

Morgen ist „Ultimate Mittwoch“ – das bedeutet 1,66€ für einen Liter Ultimate Diesel.
Ich spreche mit Volker und gemeinsam beschließen wir, ELOWYN mit 750 Liter zu füllen.
Diese bestelle ich bei Familie Mavroudis für den Folgetag – ich bin zufrieden.

Weil ich gerade an der Tankstelle bin, nehme ich noch eine große Flasche Gas für Sibylle mit, ihr ist das Gas in der Küche ausgegangen.

Zudem brauche ich mal wieder Trinkwasser auf ELOWYN, das kann ich am Weg auch gleich mitnehmen.
Dann ist eine Pause zum Feierabend wohlverdient, heute war ein guter Tag!

Ich fülle meinen Trinkwasserkanister für ELOWYN
Dann gönne ich mir ein Feierabendbier auf NESSAJA – ich sehe jeden Tag nach dem Rechten
Als die Sonne tief steht und es frisch wird, verlasse ich die Marina und fahre nach Xirokampos
Im Haus der Freundin baue ich noch schnell die Gasbuddel um

Sibylle hat heute lecker gekocht und ich verbringe den Abend im Süden der Insel bei meiner Frau.

Wir essen zusammen und diskutieren ein wenig über den anstehenden Verkauf von NESSAJA – wird es klappen?
Ich sehe dem Tag entgegen, glücklich bin ich nicht…

Ich komme spätabends zurück in die Marina und ziehe mich in meine Gemächer zurück. Der morgige Tag beginnt früh, die Lieferung des Diesels ist für 09.00 Uhr angekündigt.

Der Vollmond beleuchtet und begleitet meine Heimkehr

Zuhause sitze ich immer noch etwas vor dem Computer bevor ich zu Bett gehe.

BIMM – recht spät trudelt eine Nachricht von meinem computeraffinen Freund Alex ein. Er hatte wohl gerade meinen Blogbericht des Vormonats gelesen und ist über mein Olivenölgeschenk gestolpert – dies hat ihn anscheinend inspiriert und er möchte mir mir offensichtlich eine Freude machen 😉 …

Sehr lustig – ich muss echt schmunzeln! DANKE mein Freund

Am kommenden Morgen stehe ich recht früh auf und warte auf ELOWYNs Badeplattform.

Ich starre dabei frustriert auf den von mir verursachten Kratzer im neuen Lack.
Inzwischen ist die Schandtat dem Besitzer gebeichtet, der Lack bestellt und die Reparatur eingesteuert.
Seit ich gestern die Lackierung an EDINA gesehen habe weiß ich, dass Meister Stelios auch diesen kleinen Schaden hinbekommen wird – ärgerlich ist es allemal.

Was für ein Scheiß – ich hoffe, Stelios kann es richten

Ein paar Augenblicke später kommt der Tankwagen mit dem flüssigen Gold.
Der Fahrer reicht mir die Zapfpistole hoch, wir sind beide sehr achtsam, keine weiteren Kratzer oder schwarze Striemen zu machen, dann beginnt der Tankvorgang.

Und obwohl es „nur“ 750 Liter sind, dauert das eine ganze Weile. ELOWYN ist nach dem Tanken nicht voll, aber es macht kaum Sinn zuviel Diesel zu bunkern – sie wird schwerer und der Treibstoff wird alt.

Ich wollte noch ein paar Tropfen für Klicker – aber er hat nur 750 Liter dabei
Tank 1 wird voll, den Rest geben wir in Tank 2
Bei 750 ist Schluss – bezahlen muss ich am Nachmittag an der Tankstelle

Der Tag beginnt gut – alles hat geklappt, wir haben noch eine große Menge Sprit vor der zu befürchtenden Preiserhöhung bekommen.

Ich stelle die Info in unsere „Wintercommunity“ Gruppe und löse damit unbewusst eine Lawine aus.
Als ich ankündige, mit Klicker zum Tanken zu fahren, fahren sowohl Alex als auch Guido und Ben ein- oder mehrmals mit, um ihre Kanister und Boote aufzufüllen.

Einfacher wäre gewesen, sich den edlen Tropfen ebenfalls mit dem Tankwagen bringen zu lassen – aber so geht es natürlich auch…

So beladen fahren wir etwa dreimal zr BP Tankstelle um den letzten „Ultimate Mittwoch“ vor der Preissteigerung zu nutzen

Wer jetzt mit den Augen rollt – das lohnt sich schon! Wir haben an diesem Tag zusammen über 1.200 Liter Diesel getankt.

Ein paar Tage später wird der gleiche „Ultimate“ an der BP Tankstelle, ebenfalls am Mittwoch, etwa 2,02€ kosten.
Das bedeutet eine Preisersparnis von 36ct zu diesem Zeitpunkt – hochgerechnet auf unseren Einkauf also eine Ersparnis von über 430.-€!

Wer sich das nicht so gut vorstellen kann – das sind 173 Kugeln Eis bei „Repapis“.
Spaß beiseite – klar verteilt sich das auf vier Parteien, aber ein oder zwei Abendessen im „SouVLakki“ springen für jeden von uns heraus.

Sibylle und ich müssen zum Haus und haben ein „lustiges“ Erlebnis…

Man beachte den minikleinen Hyundai – die Frau kauft gerade Kekse um mich zu beschwichtigen

Was war passiert???

Es war mal wieder alles eng beparkt, Sibylle und ich mussten aber nur etwas ausladen und parkten in Nachbars Einfahrt – das dürfen wir, wenn es nur zum be- oder entladen ist.

Dadurch wird aber der Bereich der Einmündung für zwei, drei Minuten etwas enger.

Just in diesem Augenblick kommt eine sehr alte Dame mit dem gelben Hyundai gefahren.
Sie ist dieser Typ Autofahrerin, welche mit dem rechten Fuß das Gaspedal auf eine Stellung bringt – vielleicht so heulend Dreiviertelgas, dann aber das Auto mit der Kupplung fährt.

Mit dieser „Rutschkupplungtechnik“ hast Du auch im Schalter Automatikfeeling.

Genau diese Frau beschließt nun, an der engsten Stelle der Straße zu wenden.
Und sie war der Typ Frau, die das Unmögliche möglich macht – sie versucht mit ihrem Hyundai i10 einen Audi A6 quattro Avant auf die Seite zu schieben!

Plastik knarzt, man hört es schaben, schleifen und kratzen…

Geht nicht gibt´s nicht

Ich sause zu meinem Klicker, er ist in Gefahr, weil ein kleiner, quitschgelber Hyundai ihn zu rammen versucht.

Ich rufe „έλα“, ela, also „Hallo“!!!
Das Motorgeheule wird leiser, der linke Fuß gibt der Kupplung eine Pause.
Auf mein Deuten steigt das Mütterchen aus und droht in Panik zu verfallen – sie sieht den Schaden und nimmt mich als Ausländer in Schrankwandgröße wahr.

Die Situation war skurill. Ihre Gesten deuten an, dass sie mir Geld geben will. Ich muss fast schmunzeln und erkenne, dass Klicker den Annäherungsversuch des gelben Kükens gut weggesteckt hat – nur die Farbpigmente haften an der Stoßstange.

Ich winke ab, „όλα καλά, δεν είναι πρόβλημα“ höre ich mich sagen – ich kann inzwischen zum Ausdruck bringen, wenn etwas kein Problem ist.
Die Dame gestikuliert und will es nicht glauben. Der deutsche Bär winkt ab, Nachbarschaft ist wichtiger als ein Kratzer in der Stoßstange!
Ich beginne griechisch zu fühlen, es ist mir egal ob Klicker einen Kratzer mehr hat.

Dies führt zu dem Keksegeschenk und dazu, dass Sibylle und ich eine fantastische Leckerei zum Kaffee haben.

Die Dinger sind ein Gedicht

Es war in dieser Sekunde kein Kalkül von mir – dennoch zieht meine Geste etwas nach sich.

Man muss wissen, dass auf Leros jeder jeden kennt, viele sind miteinander verwandt.
Ich bin sicher, dass alle meine Nachbarn von meiner Reaktion wussten noch bevor die Kekseschachtel leer war.

Es kann Zufall sein, aber als wir das nächste Mal nach Plaka kamen, saß unsere giftige Parkplatzwächterin Anna am Mäuerchen und winkt mich zu sich.
Mit einer großzügigen Geste erklärt sie mir, dass ich ab jetzt meinen Klicker entlang ihrem Grundstück parken dürfe – „Ι Άννα και ο Μάριο δεν έχουμε μία πρόβλημα“!
Nein Anna, wir beide haben kein Problem miteinander…

Der Tag klingt aus – es war ein guter Tag!

Der Erhalt meiner neuen Wanten war für den kommenden Tag geplant, da aber an diesem Werktag die 15.00 Uhr Fähre (statt 18.00 Uhr) angesetzt war, haben es die dringend erwarteten Teile nicht mehr geschafft.

Daher wurde die Erledigung von Kleinarbeiten auf die Liste gesetzt.

Wir sehen bei Caetlin und Ben vorbei – wir dürfen ihre Kiwi-Grip Streichmuster begutachten
Im Vorbeigehen checken wir den Arbeitsfortschritt an EDINA – Propeller ist gestrichen, der Rope-Cutter ist montiert
Zu guter Letzt tauschen wir das alte, geschrumpfte Wabenteil unserer Matratze gegen das lange schon eingelagerte neue

Um die riesige Tüte mit der Wabenstruktur für unsere Matratze zu holen, müssen wir ins Haus nach Plaka fahren.

Ich mag, dass endlich mal wieder ein großes Verpackungsstück ausgeräumt wird.
Das Haus wird voller und voller, ganz ohne unser aktives Zutun.

Mit dieser neuen, passenden Wabenstruktur, einer komplett neuen Vliesummantelung und einem gereinigten Überzug, können wir die Matratze beim Verkauf ohne Scham vorzeigen.

So verfliegt auch dieser Tag – wir gehen zeitig ins Bett, denn morgen ist ein großer Tag.
Sibylle und ich sind um 10.00 Uhr mit Caetlin und Ben sowie Alex verabredet.
Der Plan ist, die Steuerbordseite mit den neuen Wanten zu komplettieren und dann die Backbordseite zu tauschen – an einem Tag, bei stehendem Mast.

Doch zuvor muss ich die Teile bei der Spedition abholen! Hoffentlich klappt alles – ich stelle mir den Wecker auf 07.00 Uhr und stehe pünktlich um 08.30 Uhr vor den Hallen von „Leros Trans“.

Es klappt – ich bekomme mein Frachtstück
In der Marina angekommen, sortiere ich die Drähte und gebe den Freunden den Marschbefehl

Die Freunde rücken an und jede(r) weiß was zu tun ist. Ben bereitet sich mit Caetlins Hilfe auf den Aufstieg vor,
Alex und ich sollen die Stemballs an den Chainplates montieren, Sibylle ist die Springerin und für die Leinenarbeit zuständig.

Doch schon im ersten Arbeitsschritt, sehen Alex und ich uns mit Problemen konfrontiert.
Die alten Stemballs und die neuen sind im direkten Vergleich deutlich unterschiedlich und zwar derart ausgeprägt, dass die neuen Terminals nicht in die Aufnahme passen.

Ohne Worte, der Unterschied ist augenscheinlich deutlich erkennbar
Auch im Durchmesser gibt es eindeutige Unterschiede
Während die alten Terminals satt in der Lastaufnahme der Chainplates anliegen…
…passen die Neuen gar nicht erst hinein

Für mich war klar, wie das gelöst werden muss. Aber um sicher zu gehen, machte ich einen kurzen Anruf bei Minas von „meltemi“.

Seine Antwort war pragmatisch – „Go to a machine-shop and let them grind it down…“

Ok, damit habe ich gerechnet und genauso machen wir es. Ich kümmere mich um die Anpassungsarbeiten, Alex hilft mir und nach kurzer Zeit geht es endlich los – Ben kann nach oben ins Rigg gezogen werden.

Der Skipper der DONNA hängt abermals in meinem Mast

Auch oben gibt es kleine Anpassungsschwierigkeiten und wir müssen geringe Änderungen an den Spacern vornehmen, aber insgesamt haben alle Wanten perfekt gepasst.

Wir hatten ein wenig Glück, denn wir konnten die Distanzscheiben so austauschen, dass sie für alle Stemball-Terminals perfekten Sitz boten.

Mit dem Spacer sitzt das Terminal absolut perfekt
Die Salinge werden gesteckt und gesichert, dann können Intermediates, sowie Ober- und Unterwant angebracht werden
Ben hatte mit den Salingen und allen Drähten alle Hände voll zu tun

Das Komplettieren war generalstabsmäßig geplant – das war wohl auch der Grund, warum alles sehr gut geklappt hat.
Ben hatte die ganze Seite mit einem Gang nach oben genommen.
Wir haben diese Seite vorher am Boden komplettiert und vorbereitet, das Set wurde „nur noch“ nach oben gezogen und im Rigg befestigt.

Meine Aufgabe war es, die Wanten unten an den Chainplates anzuschlagen und vorab unter Vorspannung zu setzen – so konnte jede Gefahr vom Rigg genommen werden.

Ich war das Bodenpersonal – der Mann für´s Grobe
Ben macht den Job im Mast – fast einen ganzen Tag lang, bei bester Laune

Trotz des hohen Arbeitspensums sind wir auf der gegenüberliegenden Seite schneller. Ausbau und simultaner Tausch gehen besser von der Hand und bereits am frühen Nachmittag können wir Vollzug melden und NESSAJA steht wieder mit vollumfänglichen Rigg da.

Alle Stagen und Wanten wurden bei stehendem Mast im DIY Verfahren getauscht.
Das komplette Rigg erfuhr dabei einen Service, es waren einige Tage Arbeit zu investieren.
Alles in Allem habe ich für einen guten Preis mein stehendes Gut austauschen können.

Ich melde den Erfolg an Minas bei „meltemi“ und bedanke mich für die Zusammenarbeit.
Darüber hinaus informiere ich meine Kaufinteressenten und mache zudem noch einen Termin mit der Marina – das Rigg muss final neu eingestellt werden.

NESSAJAs stehendes Gut wurde komplett ausgetauscht

Fertig! Ein Punkt weniger auf der Liste – ein ganz großes Projekt bekommt einen Haken.

Mein Dank gebührt allen voran Ben, er war der „Mastman“, ohne ihn hätten wir es kaum geschafft.

Aber auch Sibylle, Caetlin und Alex haben so viel geholfen – ich bin zu Dank verpflichtet und lade zur Freßorgie im „Stis Anna“.

Am nächsten Morgen traue ich meinen Augen kaum – die Piraten suchen Leros heim!

Auch ein Piratenboot braucht Maintenance

Ich finde das lustig, dass Jack Sparrow offensichtlich auch mal etwas Service für sein Schiff braucht und mache ein Foto aus dem Autofenster heraus – mit solchen Bildern kann man bei Enkelchen Otto und Benno Punkte sammeln 😉 …

Beflügelt vom gesterigen Erfolgserlebnis rund um unser Rigg, schreiben Sibylle und ich uns den Service unserer Eberspächer Heizung auf die Fahne.

Alle paar Hundert Betriebsstunden schreit die Heizung im Wortsinn nach Zuwendung. Sie fängt bullern an und es zeigt sich weißer Rauch am Auspuff.

Um den Brenner zu servicieren, muss er erst einmal ausgebaut werden, das ist kein Zuckerlecken.

Um an das verfitzmaledeite Ding zu kommen, muss man die Technikecke zerlegen
Der Ausbau des Brenners selbst ist dann einfach, die Ersatzteile hatte Sibylle aus Deutschland mitgebracht
Zuerst müssen die verkleidenden Hitzebleche abmontiert werden

Die Arbeit ging gut von der Hand – vielleicht, weil ich wusste was zu tun war, ich musste diesen Service nun schon das zweite Mal ausführen.

Dennoch war eine Pause angesagt – und wo könnte man diese schöner verbringen als in Giannis Repapis´ Eisparadies?

Es war ohnehin ein fantastischer Tag, die Sonne hatte schon etwas Kraft und es fühlte sich an wie im Frühsommer.
Generell war der März deutlich besser als die Monate zuvor, wenn auch im Gesamtüberblick durchaus noch etwas wechselhaft.

Endlich wieder geöffnet – der wunderschöne Tag lädt zum Eisgenuss
Es gibt neue Sorten – mein Favorit zur Zeit ist Yoghurt-Birne und Black-Forrest Sorbet
Dazu immer ein „Diplo Espresso, macchiato, sketo“ – ein Hochgenuss
Es war warm – der erste T-Shirt Tag per meiner Definition!

Wir sitzen gemütlich und genießen unser Eis, die Zeit vergeht. Wir fragen uns, ob es Sinn macht, noch weiter an der Heizung zu arbeiten, oder ob wir den Rest auf morgen vertagen sollten.

Ich erinnere mich, dass die Arbeit echt gut von der Hand ging und hatte zudem irgendwie echt Lust noch ein bisschen zu schrauben.

Also zurück zu NESSAJA und die Reparatur des Brenners in Angriff genommen.

Der Corpus der Heizung ist leicht zu trennen – die Dichtung war noch intakt
Die Trenndichtung zwischen den Kammern war aber verbrannt und musste ersetzt werden
Auch die Glühkerze hatte schon bessere Zeiten gehabt
Der Zusammenbau mit den Dichtungen eines mir sehr bekannten Herstellers sorgte mal wieder für eine Zeitreise
Am Spätnachmittag lag die Heizung fertig revisioniert auf dem Salontisch – morgen geht´s weiter

Ich war mehr als zufrieden! Der Ausbau und die Reparatur der Heizung gingen rasch und stressfrei von der Hand.
Ich war sehr zuversichtlich, dass ich dieses Projekt morgen abschließen würde und somit bezüglich NESSAJA keine großen Aufgaben mehr auf der Liste standen.

In ein paar Tagen würden die Käufer kommen und auch der mit dem Besuch verbundene Gutachtertermin rückt näher.

NESSAJA hat ihre Ecken und Kanten, aber ich möchte doch, dass sie keinen Anlass zu größeren Diskussionen bietet.

Auch der Einbau der Heizung am Folgetag ging leicht von der Hand, generell ähnelten sich die beiden „Heizungstage“, denn abermals war „Repapis“, inzwischen osterlich geschmückt, unser Ziel für die Mittagspause…

Die Heizung war rasch wieder an Ort und Stelle – jetzt „nur noch“ alles zusammenbauen
Osterhasentreffen bei „Repapis“

Geschafft, das Projekt „Heizung“ bekommt einen Haken. Der Funktionstest verläuft einwandfrei und ich lege das Thema ad acta.

Zum Abendessen gehen wir heute nicht aus. In letzter Zeit sind wir häufig mit den Freunden aus der Community beim Essen.
Communitystammtisch am Sonntag im „SouVLakki“, dazwischen mit Besuchern ins „Tis Kakomoiras“ oder mit Freunden ins „To Steki“.

Zwischendrin ergeben sich Gelegenheiten um vegetarisch / vegan im „Stis Anna“ zu essen oder auch kurzentschlossen auf eine Pizza ins „La Nostra“ zu gehen beziehungsweise alternativ zu Maria ins „Gia Sena“ einzukehren.

Immer essen wir gut, wir richten uns bei der Entscheidung etwas nach dem Anlass, hauptsächlich aber nach den Winteröffnungszeiten.

Nicht so heute – heute kocht Sibylle in Xirokampos und ich freue mich, mich an Eigenkreationen laben zu können.

Nein, wir trinken nicht soviel Ouzo – wir sammeln die Flaschen

Meist sitzen wir nach dem Essen noch ein wenig zusammen, klönen etwas und überlegen uns den Plan für den kommenden Tag.

Dann fahre ich zurück auf ELOWYN und halte weiter Stellung im wohltemperierten Schiff, während meine Gattin die Fenster aufreißt und klirrend kalte Luft in ihr Schlafgemach strömen lässt – Luft, ohne die sie „…nicht mehr atmen könnte und ersticken würde!“

Und das will ja niemand…

Also fletze ich mich ein wenig auf die Couch und gönne mir eine Folge „Inspector Barnaby“ zum Snickers, bis ich die nötige Bettschwere erreicht habe.

Seichte Unterhaltung – perfekt um abzuschalten

Der Start in den neuen Morgen ist entspannt. Ich habe von meiner Frau arbeitsfrei bekommen, denn ich bin beauftragt, unsere Freunde Brigitte und Hans vom Flughafen abzuholen.

Dieser Versuch war ja schon vor ein paar Tagen gescheitert, aber heute scheint es zu klappen.
Die beiden Österreicher haben IMMER das Pech, dass der Flug nicht durchgeführt wird – es ist ein ungeschriebenes Gesetz.

Wie dem auch sei, heute ist perfektes Flugwetter und der kleine Inselhopser erreicht „Leros Airport“ 😉 just in time.

Nur noch Sekunden…
…dann haben sie es geschafft

Sibylle und ich begrüßen die Freunde herzlich und bringen sie dann zu ihrem Häuschen nach Crithoni.

Die Beiden sollen erst einmal ankommen, die Einladung zu einem schnellen Kaffee lehnen wir daher vorerst ab, es wird sich ein besserer Zeitpunkt finden.

Wir verholen in die Marina und starten ein kleines aber wichtiges Projekt – das Einziehen zweier Kabel, welche erst später von Notwendigkeit sein werden.

Der neue Plotter hat noch nicht wieder alle Features zurück. So einfach „plug & play“ wie versprochen, war der Umbau nicht.
Die wichtigen Funktionen sind hergestellt, aber an der Anbindung der Kamera und des Tochterbildschirmes gibt es noch Anpassungsbedarf.

Es müssen neue Kabel und Adapterstecker gelegt werden – und da die Steuersäule zur Einwasserung fertig sein muss, ist das Ziehen der später benötigten Kabel heute schon relevant.
Dies werden Sibylle und ich heute erledigen – eine saubere Arbeit…

Zweimal 12m Kabel welches wir in Deutschland haben konfektionieren lassen, wird von der Steuersäule in den Technikraum geführt

Wir ziehen die langen Kabel von der Steuersäule, in der der Plotter seinen Platz hat, mit einem Kabelzieher bis in den Technikraum.
Von hier aus kann ich zur rechten Zeit in den Kabelschächten weiter verlegen.

Es passt so, dass die beiden Spulen zunächst einfach hier hängen bleiben – das Tagwerk für heute war geschafft!
Trotzdem war noch sehr viel Tag übrig – und ich weiß nicht welcher Teufel mich geritten hat, als mir ohne nachzudenken folgende Worte aus dem Mund fallen…

„Wir könnten heute unsere Steuererklärung erledigen!“

Sibylle stimmt sofort zu und ich kaufe und lade das aktuelle Steuerprogramm – dann verholen wir nach Xirokampos und erledigen das leidige Thema online.

Taxman lädt – danach kann es losgehen

Tatsächlich werden wr fertig und können den Datensatz abschicken, ab jetzt liegt es nicht mehr in unseren Händen…

Aber so ist auch auf Sibylles Liste ein Punkt mit einem Haken zu versehen und liegt uns nicht länger im Magen.

Apropos Magen! Der muss heute nicht mehr lang knurren, denn es ist mal wieder Stammtischtag und es kommen inzwischen einige Leute zusammen.

Crews von acht Booten aus vier Nationen – „Stammtisch“ klingt immer ein bisschen albern, macht aber echt Spaß und bereichert

Der kommende Tag führt mich zuerst zu Giorgos Werkstatt „Boat & Parts“ – ich muss mich um die anlägigen Projekte kümmern.

Giorgos und ich sind inzwischen so gute Freunde geworden, dass seine Performance mir gegenüber schon wieder „kippt“.
Nicht qualitativ, eher der Entspanntheitsgrad macht mir zu schaffen, hat er mir doch neulich mal unverhohlen erklärt, dass er meine Aufträge immer als „Lückenfüller“ verwendet.

Das kann ich meist akzeptieren und weil ich es weiß kann ich es auch steuern – aber manche Dinge eilen halt doch!

Ich bin also heute hier, um durch Präsenz einen leichten Erledigungsdruck aufzubauen 😉 …

Immerhin ist er da, das ist schonmal was
Mein Außenborder ist in Arbeit – ein gutes Zeichen

Es scheint, als ob er alles im Griff hat. leider kann ich keine abgeschlossene Arbeit mitnehmen, aber generell sieht es nicht so schlecht aus.

Jetzt müssen wir aber zurück in die Marina, denn heute legen Ben und Caetlin mit ihrer DONNA final ab.
Die Beiden werden noch eine Weile in der Bucht von Lakki verweilen, aber ihr Liegeplatz in der „Leros Marina Evros“ ist für diesen Winter ausgelaufen.

Wer sich erinnert, auf welchem Platz DONNA liegt weiß, dass ich vermutlich schon einen Handlungsplan in der Tasche habe.

DONNA liegt nämlich auf F18, auf dem Platz, den ich mit einem Augenzwinkern „meinen Platz“ nennen würde.

DONNA legt ab – Alex ist an Bord, wir machen die Leinenarbeit am Steg
Nanu, warum liegt das Brett an LIBERTÉ? Warum läuft der Motor?

Ich hatte gestern schon mit Hans Peter kommuniziert – ich weiß, dass er seinen Platz hasst, denn er liegt neben der „No.1“, dem ersten Kunden der Marina, welcher sich Sonderrechte herausnimmt und nach dem Anlegen im letzten Sommer erst einmal beantragt hat, dass HP verschwinden soll.

Das ist natürlich nicht durchzusetzen gewesen, aber es hat von Anbeginn an für eine hervorragende Nachbarschaft gesorgt.

Ihr ahnt was kommt – ich will meinen Lieblingsplatz noch halten, solange ich nicht weiß, ob NESSAJA tatsächlich verkauft wird.
Wenn nein, will ich früher oder später wieder dort liegen.

Ich verhole also, mit der Genehmigung meines saarländischen Freundes, seine LIBERTÉ auf den Außenplatz am F-Ponton.

Es klappt alles – LIBERTÉ liegt sicher
Genug Abstand zum Nachbarn – zu FESTINA LENTE
Mit einer Spring an den Wellenbrecher ideal positioniert und auch gegen NW-Winde gesichert

So ergibt sich jetzt die komfortable Situation, dass wir Zugriff auf die beiden Außenplätze am F-Steg haben.

Auf FESTINA LENTEs Platz bis zum Auskranen am 05.04. und auf LIBERTÉs Platz bis zu Hans Peters Auslaufen.

Der Vorteil die Daten zu kennen, bringt uns in die Position mit NESSAJA jederzeit reagieren zu können.
Bis dahin sollten alle Entscheidungen gefallen sein!

Der Tag war sehr gut verlaufen – Alex bringt noch seinen Scooter zu Loukas und ich hole ihn in der Motorradwerkstatt ab, dann fahre ich wieder zu Sibylle nach Xirokampos, denn dort verdingt sich meine Frau abermals als Meisterköchin.

Wir stellen Alex´Roller bei Loukas ab, dann bringe ich den Landshuter zurück in die Marina
In Xirokampos gönne ich mir erstmal ein „Zischbier“ für die trockene Kehle
Die Aussicht ist herrlich…
…und in der Bucht liegt das deutsche Frontex Boot BÖRDE

Wir dürfen Susannes Haus vollumfänglich nutzen – der große Vorteil dieses unglaublich herzlichen Angebots ist aus meiner Sicht die Privatsphäre.

Ich habe mich ja schon mehrfach über das Verhalten einiger Marinagäste ausgelassen. Dies zur Rücksichtnahme generell und zur Toiletten- und Duschnutzung im Detail.
Gegeben durch die Tatsache, dass langsam wieder weitere Eigner die Marina heimsuchen, merkt man schon wieder eine latente Verwahrlosung der geminschaftlich genutzten Sanitäranlagen.

Mich kotzt das an und ich habe durch die Option der Hausnutzung endlich wieder einen gebührenden Duschgenuss – und das zelebriere ich jeden Tag!

Haus vs. Boot – der große Pluspunkt pro Haus!!!

Natürlich merke ich, dass auch Sibylle sich freier entfaltet und die Räume nutzt – insofern war die Entscheidung für unsere alte Katikia in Plaka schon die richtige.
Es war aber, dieser Fakt wird immer bleiben, eine Vernunftsentscheidung, eine Kopfsache – aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus würde ich immer wieder pro „Boatlife“ entscheiden.

Ich hege das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht final ausgestanden ist…

Wie auch immer – für heute reicht es mit anstrengenden Gedanken! Ich darf mich frisch geduscht an den Esstisch setzen und Sibylles Kochkünste genießen.

Nudeln machen glücklich

Am darauffolgenden Morgen bin ich für meinen Freund Hans Peter auf Achse.
Er hat mich gebeten, doch einmal nach zwei Auftragsarbeiten zu sehen, welche er im letzten Herbst abgegeben hatte.

Mach´ ich gerne – meine erste Fahrt führt mich zu Sotiris dem Segelmacher. Er sollte in LIBERTÉs Sprayhood neue Scheiben einnähen und noch zwei, drei Kleinigkeiten erledigen.

Die Scheiben waren fertig – die Kleinigkeiten leider nicht. So musste ich unverrichteter Dinge wieder abziehen.
Aber immerhin, man hat sich erinnert, das Reparaturteil sofort gefunden und versprochen, diese Arbeit alsbald zu erledigen.

Hans Peters Sprayhood war fast fertig, aber eben nur fast

Andere Situation bei Ioannis dem Radlflüsterer. Er erinnert sich nicht – ein Klappradl? Keine Ahnung!

Wir sehen in die erste Werkstatt, kein Klappradl. In der zweiten Werkstatt, auch keine Spur von dem edlen Drahtesel.

Da führt mich der Radlmonteur in den Hinterhof, wir klettern über Alteisenberge und zwischen ausgeschlachteten Fahrrädern und Rollern herum, ereilt ihn ein Geistesblitz – er erinnert sich…
EIN altes Klappradl steht hier noch rum, kurz vor der Schwelle zu den ewigen Jagdgründen der Bootsfalträder!

Das „Carrera“ meines Freundes hat schon bessere Zeiten gesehen

Ioannis war happy – das verloren geglaubte Schmuckstück ist wieder da. Auch er verspricht rasche Reparatur.

Ich nehme vorweg, nur einer der beiden Handwerker wird Wort halten, ihr dürft derweil raten welcher.

Sibylle mahnt zur Erledigung von ungeliebten Aufgaben – die Reinigung unseres Tenders stand an.
NESSAJAs Beiboot war von Bewuchs gezeichnet, kein Wunder, es lag ja auch lang im Wasser.
Da es bei den Verkaufsgesprächen aber ebenfalls eine gute Figur machen sollte, stand eine Intensivreinigung an, für die ich eine Art „Waschstraße“ aufbauen musste.

Wir verholen auf den Betonquai, hier habe ich Wasser und Strom für den Kärcher

Wenn ich das ganze Zeug schon heranschleppe und aufbaue, dann lohnt auch eine Tiefenreinigung von Sibylles „Breezy“ und meinem Klicker.

Alex hört uns Kärchern und fragt höflich an, ob er unsere Waschstraße ebenfalls für seinen Roller benutzen dürfe.
Klar darf er das! Zum Dank huldigt er dem „Herrn der Ringe“.

Rings of Fire
Zu guter Letzt – Alex´ Scooter

Bis alles wieder verräumt war und wir die Spuren unseres Waschtags wieder beseitigt hatten, war auch der wohlverdiente Feierabend eingekehrt.

Zum Dinner waren wir heute mit Nico(la) und Jan verabredet, Ein deutsches Seglerpaar, welches recht spät zu unserer Community gefunden hat, aber dafür im März umso mehr Präsenz zeigte.
Die Beiden sind mit einer kleinen HR312 unterwegs und segeln viel – trotzdem besteht Interesse an einem Hauskauf auf Leros.

Mir liegen die Beiden, ich bin gespannt ob sich da eine Freundschaft entwickeln kann.
Zu uns gesellen sich unsere Freunde Brigitte und Hans, ich freue mich immer, wenn es sich ergibt, dass wir etwas zusammen unternehmen.

Wir haben uns heute für das „Tis Kakomoiras“ entschieden, denn dort wird heute eine „Sushi-Special-Night“ angeboten – klar, dass wir da nicht fehlen dürfen.

Sushi satt – es war wirklich lecker
Verschiedene Platten kommen auf den Tisch

Viele Kleinarbeiten sind zu tun, um meine beiden wichtigsten Projekte vor ELOWYNs Krantermin zu finalisieren.

Zu den Ventilen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten, im Moment beschäftigt mich mehr, der noch offene und zerlegte Steuerstand.
Bavor ich überhaupt an eine Komplettierung denken kann, muss ich die losen Gewindeinserts für die Befestigung der Tafel wieder mit Epoxy einsetzen.

Ich rapple mich auf und mache mich an diese verhasste Arbeit…

Alex gibt mir eine Minimalmenge flüssiges Epoxy – ein Milliliter
Ich klebe die Baustelle ab und das Gewindeinsert ein – ohne das Gewinde selbst mit Kleber zu verschmieren

Das klappt ganz gut – insgesamt muss ich zwei von vier Einsätzen einkleben und nach einer Ablüftzeit von 24h mit dem Gewindeschneider nachschneiden.
Erst jetzt ist das Umfeld für die Montage und den Einbau der Armaturentafel vorbereitet.

So weit, so gut – leider gibt es an diesem Tag auch echt miese Nachrichten.

EDINA wurde gekrant, man will von mir die Fernbedienung für die Badeplattform.
Auf meinen Hinweis, dass ich diese vor dem Auskranen übergeben habe, entsteht eine gewisse Hektik.
Als die Jungs die Fernbedienung gefunden hatten, haben die Batterie und der Deckel für das Batteriefach gefehlt.

Einer der Helfer kauft eine Batterie und drückt mir das Gerät in die Hand als wolle er sagen, dass dies jetzt mein Problem sei.
Auf angedeutete Einwände meinerseits, ernte ich Achselzucken und ich realisiere – es ist tatsächlich zu meinem Problem geworden…

Diese kleinen Missstände nerven – nix ist präzise. Wenn es dich trifft, hast Du Pech gehabt, keiner wird Dein Problem lösen

Aber wenn ihr denkt das war es schon mit den Hiobsbotschaften – weit gefehlt.

Klar schaue ich mir EDINA am Liegeplatz an – weniger um zu kontrollieren, mehr um alle Luken zu schließen, die Plattform nach oben zu klappen und sie an den Strom zu hängen.

Natürlich will ich auch das Endergebnis ansehen…

EDINA liegt wieder an ihrem Platz – sie ist ein schönes Schiff

Aber was ist das??? Ich sehe genau hin und meine einen Kratzer zu sehen. Ich selbst weiß sicher, dass die Lackierung einwandfrei war, ich habe sogar noch Bilder gemacht.

Aber das ist doch ein Kratzer, oder täusche ich mich???

Für EDINA ist eine andere Sachbearbeiterin im Office zuständig als für mich und ELOWYN.
Ich bin mit der jungen Dame aber gut befreundet und entschließe mich daher für den kleinen Dienstweg.
Ob sie wohl am Heimweg mal nach EDINA sehen würde? Wir könnten dann die Tage telefonieren – ja, so würden wir es machen!

Ich bin bis zum Schluss zögerlich mit meinem Urteil – Kratzer, Staub oder eine Spiegelung?

In ein paar Tagen würden wir auf das Thema zurückkommen

Ich beschließe meinen Arbeitstag an Bord von ELOWYN. Ich bereite die Lopolights für die Montage vor – denn ein Wunder war geschehen.

Ben und Caetlin würden ja noch ein paar Tage hier sein und haben sich erinnert, dass wir einmal über Bens Hilfe bezüglich der Mastlichter an ELOWYN gesprochen haben.
Er hat damals zugesagt und gibt mir heute Bescheid, dass er durchaus zu diesem Wort steht und der Meinung sei, dass morgen der passende Tag wäre.

Ich soll bitte alles soweit vorbereiten, morgen um 09.00 Uhr geht es los!

Ok, da kann ich nun wirklich nicht widersprechen…

Ich kürze die Kabel der grünen 180° Positionslampen…
…die Kabel kann ich für das neue weiß-rote 360° Toplicht verwenden
Im Großen und Ganzen bekomme ich alles hin – morgen früh kann es losgehen

Den wohlverdienten Feierabend nebst Dusche und leckerem Abendessen, verbringe ich dann wieder bei Sibylle in Xirokampos.

Die Strecke die Klicker nun recht häufig zurücklegen muss, beträgt kaum 5km – das ist nicht viel, es läppert sich aber zusammen.
Was soll´s, wenn Sibylles Glück davon abhängt ist mir kein Kilometer zu weit.

Klicker vor unserer temporären Herberge

Warum soviel Wirbel um den Mast der weißen Schönheit?

Nun, der Mast von ELOWYN ist rund 30m hoch und somit fast doppelt so hoch wie die meisten unserer Masten.
Zusammen mit der Deckshöhe über Grund, ergeben sich rund 35m über dem Boden – das ist für einige Menschen zuviel des Guten.

Neben unserem Rigger Panagiotis haben auch zwei Rigger aus Preveza den Aufstieg im Seemannsstuhl abgelehnt.
Der Kran auf Leros kann nur bis 22m bedienen – es bieten sich keine weiteren Möglichkeiten.
Ben war die Rettung in höchster Not!

Am nächsten Morgen bereite ich letzte Kleinigkeiten vor, so auch die gesammelten Windfähnchen der Verklicker, vielleicht lässt sich auch der von ELOWYN reparieren.

Bei ELOWYN fehlt nur ein Windfähnchen – ich hätte genügende eingesammelt

Ich bereite erste Dinge an Deck vor – so sortiere ich die Fallen mit denen Ben aufsteigen wird, schalte die Zentralhydraulik für die Winschen ein und als Sibylle angekommen war, decken wir die großen Salonfenster ab.

Der Fatboy, Cockpitpolster und Decken sind sehr gut geeignet

Alex hat sich ebenfalls bereiterklärt zu helfen, auch er trudelt ein. Mit ein wenig Verspätung kommt der Hauptdarsteller und fängt auch sofort an, sich selbst für den Aufstieg vorzubereiten.

Wir verteilen Rollen welche klar festlegen, wer für was zuständig ist und wie die Kommunikation erfolgt.

Als alles abgestimmt ist, hängen wir den jungen Holländer an das nahzu neue Dyneema Großfall und ziehen an – der Aufstieg beginnt!

Für diese Höhe nimmt er nicht nur den Sitz, sondern auch das große Geschirr
Das Werkzeug ist in den Taschen – für die Knoten sind Ben und Caetlin selbst verantwortlich
Wir ziehen langsam an – das Risiko des schnellen Aufstiegs wollen wir nicht gehen, die Winschen haben zuviel Kraft
Hier ist Ben schon höher als es bei den meisten unserer Masten möglich wäre
Caetlin hält Blickkontakt und ist für die Kommunikation zuständig, Sibylle zieht ihn mit der Winsch, Alex führt die Sicherung
Jetzt ist er fast oben – meine Aufgabe ist „Mädchen für alles“, ich mache alle geforderten Arbeitsschritte an Deck und innen

Unsere Hauptkommunikation besteht aus Bildern, die Ben mir schickt. Er setzt mich so in Kenntnis über die Situation, welche er vorfindet.

Es sind zwei „Baustellen“ zu bedienen – einmal muss geprüft werden, inwieweit die neuen Lichter passen werden.
Auch auf ELOWYN bleiben wir von der „Faceliftpolitik“ der Hersteller kaum verschont.
Obwohl die gleichen Lichter als Ersatz dienen, war das Design etwas angepasst, so dass nicht klar war, ob Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Zum Zweiten galt es, das alte Toplicht an der Base abzubauen, um dann das neue an eben diese Base zu adaptieren.
Dieses Vorgehen soll vermeiden, dass neue Löcher gebohrt werden müssen.

Der Platz für die grünen 180° Lampen
Auch die sündteuren Lopolights wurden so im Design geändert, dass der Nachfolger ein neues Lochbild hat – ich könnte kotzen
Außerdem ist eine Anpassung an die Mastkurve nötig – schlechte Nachrichten

Ich erkenne sofort, hier ist Nacharbeit nötig, welche wir heute nicht leisten können.
Es steht also schon recht früh am Tag fest, dass die Hoffnung auf eine vollumfängliche Reparatur bereits geplatzt ist.

Wir dürfen uns aber nicht runterziehen lassen! Ben ist noch oben und auch ein Teilerfolg wäre ein kleiner Erfolg.
Es geht weiter, als nächstes ist das Masttop dran – wir ziehen Ben also ganz nach oben!

Da wird er plötzlich ganz klein
Ich erhalte wieder Bilder von der Ist-Situation auf deren Grundlage wir später das Vorgehen besprechen

Während Ben im Masttop arbeitet, hat das Bodenpersonal eine kleine Pause.

Sibylle reicht Wasser, wir klönen etwas, Caetlin erzählt von Zeeland. Alex nutzt die Zeit um seinerseits die anstehende tägliche Kommunikation zu erledigen – für uns ein Moment des Ausruhens.

Bilder – Kommunikation

Diese Ruhe war vorbei, als unser Mastman das Signal zum Abstieg gibt. Er hat den ersten Teil der Arbeit in luftiger Höhe erledigt und wird einen Job für das Bodenpersonal mitbringen.

Wir lösen also die Sicherungen und lassen den Freund langsam ab. Zurück am Boden übergibt er uns das alte Toplicht – unsere Aufgabe ist es nun, das neue Licht an die alte Baseplate anzupassen.

Der Grund hierfür ist, dass wir in jedem Fall das Bohren von Löchern in Edelstahl in 35m Höhe vermeiden wollen.
Die alte Basis passt, wir hoffen, dass wir die neue Lampe hier irgendwie anschrauben können.

Jetzt hatte Ben eine verdiente Pause – es gab eine Tasse Kaffee für alle.

Löcher müssen gebohrt werden – Alex und ich bilden das Mechanikerteam
Generell sieht es gut aus – fast geschafft
Wir machen Bilder – um unseren Umbau auch nach ein paar Jahren nachvollziehen zu können
Das Ergebnis ist echt zufriedenstellend – wir gehen von einer problemfreien Montage aus

Ein zweites Mal fährt Ben in den hohen Mast – zur Zeit der höchste Punkt in der Marina.

Er hat jetzt nicht nur die Lampe an den alten Befestigungspunkten zu montieren, sondern auch die Kabelverbindungen herzustellen.
Hier erwarten wir aber keine großen Probleme, dies ist eine Standardarbeit – wenn nur nicht die große Höhe wäre.

Nach einer geschätzten Viertelstunde kommt eine WhatsApp – „…please turn the Nav-Lights on!“

Ich tue wie mir geheißen und siehe da…

Sowohl Nav-Light wie auch das Ankerlicht funktionieren
Die Befestigung passte einwandfrei, das Masttop ist wieder klariert

Leider habe ich beim ersten Aufstieg das fehlende Verklickerfähnchen nicht eingesteuert.
Nicht, weil ich es vergessen hätte – die anderen Punkte waren so wichtig, dass ich nicht mit so Kleinkram nerven wollte.
Diesmal hat Ben das Reparaturteil dabei…

Dies sorgt jetzt für kurze Irritationen – zunächst vermeldet Ben, dass meine Fähnchen bei ELOWYN nicht passen, sie sind zu klein.
Außerdem sei der Verklicker durch den Hagel stärker beschädigt als vermutet, das könne man aber von unten nicht sehen.

Ich entscheide, dass er bei diesem Sachstand den Verklicker bitte mit nach unten bringen soll.

Der Freund schraubt das Ding noch rasch ab, dann lassen wir Ben final nach unten und er steht bald wieder mit beiden Beinen an Deck.

Ben hat Recht – da ist nix mehr zu retten

Der Verklicker ist riesig! Ich lerne nicht aus – dachte ich doch immer, dass diese Windex Verklicker alle gleich groß sind…

Nun, da muss eben ein Neuer her, aber ob es den auf Leros gibt? Das herauszufinden wird vertagt.
Ich bedanke mich herzlich bei Ben und Caetlin, ich werde mich erkenntlich zeigen.
Aber zunächst verabschieden wir uns, die Arbeitsgruppe löst sich auf, jeder widmet sich wieder seinen ureigenen Aufgaben.

Sibylle und ich klarieren ELOWYN – Polster aufräumen, Werkzeug weg, die Fallen wieder abspannen und auch die Kaffeetassen wieder in die Kombüse…

Dann meint meine Gattin, ob ich nicht zumindest mal nachsehen wolle, ob unser Chandler Panos den Riesenverklicker auf Lager hat?
Ich zweifle – aber als ich bei Panos im Shop stand, bewegte der träge Bär nur seine Augen nach links Richtung Regal – meine Blicke folgten den seinen und tatsächlich, da lag das begehrte Objekt!

Natürlich heißt er „Windex XL“ – Nomen est Omen

Ich erwerbe den Windindikator und ärgere mich ein wenig, dass ich nicht früher daran gedacht hatte.
Bei einer anderen Reihenfolge, könnte diese Windex jetzt schon im Masttop montiert sein.

Mein Grummeln war deshalb ausgeprägt, weil Ben und Caetlin übermorgen in Richtung Athen abfahren wollen.
Es wird ein Abschied für immer werden und es wird sich wohl keine Chance bieten, die Problemstellungen noch zu beheben.

Dass dies ganz anders kommen würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand von uns.

Gerade als ich noch nachdachte, wie ich weiter verfahren würde, steht Panagiotis vor ELOWYN – „…do you have time to adjust your rigging on NESSAJA, now?“

Wie könnte ich da ablehnen? Es scheint heute ein „Masttag“ zu werden!
Nur Momente später hängt der Marinarigger in der Takelage meines Schiffes.

Nicht ganz so hoch – die Einstellarbeiten gehen schnell
Hans Peters Milwaukee durfte noch einmal ran

Die Einstellarbeiten an meinem stehenden Gut waren schnell erledigt. Wir hatten die Spanner nach der Erneuerung schon voreingestellt, es war aber aus versicherungstechnischen Gründen nötig, dass es eine Endabnahme gab.

Panagiotis hat eine Spannungsmessung an allen Wanten vorgenommen und leicht nachjustiert, wo es notwendig war.

Diese Dienstleistung wird mir berechnet und auf Grundlage der Rechnung kann die Finalisierung meiner Rigginstandsetzung nachgewiesen werden.

Ich war zufrieden und habe als letzten Arbeitsschritt meine Wantenspanner versplintet – genug für heute, wir haben richtig was geschafft!

Ich muss noch rasch zum Elektriker in den Ort, Marcus hat mich gebeten, ein Dutzend Wago-Klemmen zu kaufen.
Originale bekomme ich hier nicht, aber sehr gut gemachte Fakes…

Ich melde dem Freund in Lipsi Vollzug

Marcus wohnt in Lipsi und wir haben für den kommenden Sonntag einen Besuch auf der Nachbarinsel vereinbart.

Da versteht es sich von selbst, dass wir kleine, benötigte Artikel beschaffen und mitbringen.

Ich melde meinem Freund, dass die Wagos in meiner Tasche sind und am Wochenende den Weg zu ihm finden werden – er antwortet mit einem Bild, welches den Sonnenuntergang von seiner Terrasse aus zeigt.
Ich freue mich auf unseren Tagesausflug und den Besuch bei den Freunden!

Ein traumhafter Ausblick

Sibylle und ich gehen heute noch einmal ins „Tis Kakomoiras“, diesmal mit der Crew der MARLIN.
Annette und Achim haben ein aus meiner Sicht perfektes Aluschiff in der Leros Marina Evros gekauft und sind jetzt für einige Wochen hier.

Es war schön, ein neues Paar in unserer kleinen Wintercommunity Willkommen zu heißen und natürlich gehen wir auch einmal in kleinerer Runde aus um uns besser kennen zu lernen.

Es ergab sich ein wirklich schöner, netter und kurzweiliger Abend bei typisch griechischen Meze und einem guten Tropfen.

Wir mögen das „Tis Kakomoiras“

Der März ließ keine Pause zu – bereits am nächsten Morgen ging es mit hoher Schlagzahl weiter.

Die Rettungsinsel von ELOWYN muss zum Service. Ich hatte das am Vorabend bei unserem Tavenenbesuch erwähnt und Achim ist sofort auf das Thema eingestiegen.
Auch MARLINs Rettungsfloß war lange schon über dem fälligen Wartungstermin und nachdem er sich hat erklären lassen, wie das hier auf Leros eingesteuert wird, wollte er sich gerne in diese Aktion mit einklinken.

Sibylle und ich fanden uns also am Vormittag bei ihm am Schiff ein, um seine Plastimo Hochseeinsel abzuladen.
Die Dinger sind sauschwer und wir waren froh, dass noch eine zusätzlich helfende Hand in Form eines vorbeischlendernden Skippers zur Verfügung stand.

MARLIN steht nicht sehr hoch – die Insel ließ sich gut abladen

Mit dem Trum im Kofferraum fuhren Sibylle und ich die paar Meter zu ELOWYN – wir haben gerade sinniert, ob Alex wohl helfen kann, die noch etwas schwerere Liferaft der Algro 68 abzuladen.
Da eilt schon Achim heran, der nun ebenfalls helfen will und ich mache einen Anfängerfehler – ich lasse mich überrumpeln.

Wir stehen auf ELOWYNs Plattform und diskutieren kurz, dann lupfen wir das Monster auf unser Niveau herab.
Das Stück vom Halter zur Plattform war geschafft, das ist aber nichtmal der halbe Weg.
Wir realisieren, dass die italienische Eurovinil Insel doch deutlich schwerer als die Plastimo Variante ist.
Achim bindet den Tragegriff an eine Gurtschlaufe und will die Insel abseilen, ich soll unten führen…

Die erste Stufe haben wir geschafft

Das war nicht zu Ende gedacht – erstens war das freie Abseilen doch ziemlich schwer für eine Person.
Zweitens war der, durch UV-Licht schon etwas morsche Tragegriff, alleine ohne sein gegenüberliegendes Pendant wohl doch überfordert – es passierte was passieren musste.

Der Griff riss, das Trum fiel – und ich stand drunter!

Ohne Übertreiben – ich konnte gerade noch ausweichen und am anderen Griff gerade noch etwas abbremsen, dennoch schlug der Kaventsmann ein wie ein Meteorit.
Leider nicht ohne Schaden zu nehmen! Na, das haben wir ja wieder toll hinbekommen…

Griff gerissen, Container gebrochen

Ich bin frustriert und genervt. Niemand kann etwas dafür, aber wir müssen uns anlasten, gehudelt zu haben.
Solche Sachen macht man besonnen, auch wenn es etwas Zeit kostet.
Na egal, es wird sich eine Lösung finden.

Ich brauche erst einmal ein Mittagsbier und fordere von Sibylle einen Besuch im „La Palma“ Café.
Dort gönne ich mir ein kleines Bier und kühle mein Gemüt.

Während wir da sitzen sehen wir, wie Caetlin und Ben Kurs auf die Marina nehmen.
Bald schon heißt es Abschied nehmen, es war eine nette Zeit mit dem jungen Paar aus den Niederlanden.

DONNA liegt vor Anker in der Lakki Bucht

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, einige Kleinreparaturen und die Tatsache, dass DONNAs Rigg beschädigt ist, sollten die Abreise immer wieder verzögern.

Später kamen auch noch wechselnde Wetterdepressionen dazu, so dass sich die Abreise der Beiden mehrfach verzögern würde.

Ich will es kaum aussprechen – das war ein Glücksfall für mich! ELOWYN wird zu ihren Mastlichtern kommen und darüber hinaus werden wir noch weiter Freude an den sympathischen jungen Holländern haben.

Weil ich gerade die Wetterdepressionen anspreche, wie schon angedeutet war der März tendenziell ein guter Monat. Es wurde spürbar wärmer, wir hatten die ersten T-Shirt Tage und der dicke Pullover konnte immer öfter zuhause bleiben.
Dies erleichterte die Arbeiten und auch wieder die Planung – und es machte gute Laune, zumindest meistens!

Sibylle und ich sind wieder einsatzklar – wir bringen die Rettungsinseln zu Sebastian und der wird diese nach Athen zum Servicepartner schicken.

Die Inseln sind versandbereit

Es sei erwähnt, dass ich versucht habe die Firma „Eurovinil“ zu erreichen.
Ich vertrete die Ansicht, dass international agierende Firmen willens sein sollten Englisch zu korrespondieren, trotzdem überwinde ich mich, das Mail auf Italienisch zu verfassen, weil ich um den Unwillen der Italiener zur englischen Konversation weiß.

Ich heiße Mario und habe eine .com eMail Adresse, kein Verdacht darauf, dass ein Ausländer mit Auftrag droht – dennoch wird meine Bitte um Hilfestellung bezüglich des gebrochenen Containers einfach ignoriert,

Ich will es offen sagen – die Entwicklung im Servicebereich kotzt mich an. Es braucht sich bald niemand mehr wundern, wenn alle Welt bei chinesischen Internetlieferanten bestellt.
Ich merke mir sowas – Eurovinil wird mit mir kein Geschäft mehr machen.

Der Servicebetrieb in Athen bietet die Reparatur für 45.-€ an, wenn das klappt, gehen die Inseln der von mir betreuten Boote nur noch dorthin.

Dinner war heute im „To Steki“ vereinbart, wir treffen uns dort mit Bibi und Markus von der MOUSTIC, welche wir bald in unserer Marina begrüßen dürfen.

Wir essen abermals hervorragend

Als ich in der Nacht zurück zu ELOWYN komme, freue ich mich auf die wohlverdiente Nachtruhe.
Dieser verdammte Ouzo, da ist doch was drin, was müde macht 😉 …

Klicker kann diese Freude nicht teilen, er ist heute zum Nachtdienst verdammt.
Ich parke ihn unter Alex´ ANAHITA und deponiere den Schlüssel, denn heute Nacht um 03.35 Uhr kommt Antonia nach langer Abwesenheit zurück.

Ich freue mich auf ihre Rückkehr, denn so ist die Wintercommunity für die letzten Wochen noch komplett.

Ich parke Klicker bei Alex…
…und deponiere den Schlüssel für ihn

Apropos Wintercommunity – der März wird der letzte aktive Monat unserer netten Gruppe sein.

Zum Monatswechsel werden Guido und Ilona aufbrechen, Jan und Nico sind schon weg.
Letztlich werden wohl auch Ben und Caetlin ihrer Wege ziehen – bei ihnen wird es ein Abschied für vielleicht immer werden, während bei anderen die Hoffnung besteht, dass wir uns noch einmal wieder sehen.
Achim und Annette haben uns temporär begleitet und sind inzwischen wieder zuhause.

Ende März beginnen in vielen Ländern Europas die Osterferien und in der Marina wird die Saison schlagartig beginnen.
Es macht keinen Sinn mehr, von einer „Community“ zu sprechen, wahrscheinlicher ist, dass sich dann wieder die Steggemeinschaften bilden und sich alte Freunde wieder treffen.

Ich freue mich darauf – und bin traurig gleichzeitig. Es war, vom Wetter abgesehen, ein schöner Winter in einer tollen Gemeinschaft.

Alarmsignal! Ich muss ausrücken!

Eine Stromkarte für Caetlin und Ben, aber für was ist das Bandmaß?

Die Crew der DONNA hat an die Gemeinde-Kaimauer verlegt, weil sie dringend Strom brauchen.
Aber wie geht das, man muss wohl bezahlen, doch wo und wie?

Ich kann helfen! Es ist schon etwas her, als ich mit ELOWYN an dieser Mauer lag, aber ich habe noch eine Stromkarte mit Restguthaben.
Diese schnappe ich mir und bringe sie zu Caetlin und Ben.

Jetzt ist komplikationslos sicher gestellt, dass DONNAs Batterien wieder bis zum Rand gefüllt werden.

Aber für was das Bandmaß? Sibylle hat heute morgen Alarm geschlagen – die Heizung geht nicht mehr!
Ich kann nicht verleugnen, dass mir ein „Na und, Du magst es doch kalt!“ auf den Lippen lag.
Des noch übrigen Weltfriedens wegen, habe ich mir diesen Satz erspart.
Ich weiß wofür ich das Bandmaß habe – wieviel Heizöl ist noch in Susannes Tank?

Ich vermesse zunächst den Tank und berechne 2.000 Liter Tankvolumen – die anschließende Peilung ergibt -> 0!

Der Verdacht erhärtet sich, man kann zwar noch Heizöl am Grund des Tanks sehen, 4cm sind immerhin 80 Liter, aber der Pegel liegt schon unterhalb des Auslaßstutzens und ich befürchte, dass sich in diesem Rest auch der Schmutz absetzt.

Was nun beginnt, entbehrte nicht einer gewissen Komik – Sibylle und Susanne beginnen über die zu befüllende Menge zu diskutieren.
Es wird besprochen, ob man 100 Liter einfüllt oder gleich 200. Die Frage „…was ist billig beim Heizölpreis…“ wird erörtert und trotz der Tatsache, dass auch die Heizölpreise bald steigen werden, wird eher gekleckert statt geklotzt.

Wir bekommen die Aufgabe nach dem Heizölpreis zu fragen und es wird in den Raum gestellt, dass „…bei einem Preis von unter 1.50€ voll zu machen wäre.“
Ich nehme vorweg – diese Idee wird verworfen.

Nachdem hier die erste Not genommen war und sicher gestellt scheint, dass auch meine kälteverliebte Gattin nur noch kurzzeitig in den Genuss des Gefühls „frieren“ kommt, fahren wir zusammen zu Giorgos „Boat & Parts“.

Wie immer warten wir, wie immer sende ich ihm ein Bildchen

Nach dem akademischen Viertel meines Handwerkerfreundes gibt es ein großes Hallo mit Kaffee und viel Palaver.

Manchmal nervt es mich, aber im Großen und Ganzen macht es die Griechen aus, ich liebe dieses Lebensgefühl.

Glücklicher Weise gibt es gute Neuigkeiten. Sowohl die zwei dringend benötigten Schrauben für mein Rigg, als auch der gebraucht gekaufte Außenbordmotor sind fertig.

Testlauf des Yamaha 6N1, ein 15PS 2-Taktmotor – ich liebe den Sound und den Geruch des weißen Qualms, rängdängdängdäng

Ich habe im Sinn, diesen Motor entweder zu behalten – man weiß ja nie – oder ihn Ben und Caetlin als Dankeschön für ihre vollumfängliche und entscheidende Hilfe bei den Riggarbeiten an NESSAJA und ELOWYN zu geben.

Die Beiden suchen gezielt so etwas und im Rahmen dieser Suche, hatte ich das Glück diesen Kauf zu machen.
Wenn Ben den Yamaha möchte, dann ist es seiner, wenn nicht ist er meiner.

Jetzt legen wir ihn erstmal unter NESSAJA.

Hier liegt er bis zum Testlauf gut

Leider muss ich manchmal auch die Arbeiten meines Freundes etwas „optimieren“.
Ich habe bei drei Schrauben, von denen ich zwei tatsächlich benötige, das Gewinde länger schneiden lassen.

Giorgos hat kein M16 Schneideisen, also macht er das auf der Drehbank. Ich habe gemerkt, dass sich die Gewinde komisch anfühlen, aber er hat mir versichert, dass dies daran liegt, dass er etwas tiefer geschnitten hat.

Nun stellt sich heraus, dass nur eine der Schrauben perfekt funktioniert, eine andere funktioniert gar nicht und ist somit für die Tonne.
Die letzte wird zum Zünglein an der Waage – sie funktioniert FAST!

Mit Geduld und viel Fett gelingt es mir, eine Mutter sooft über die Übergangsstelle zu drehen, bis das Gewinde durchgängig funktioniert – nicht perfekt, aber in der Not heiligt der Zweck die Mittel.

Letztendlich bekomme ich es hin – ich kann die beiden Schrauben einbauen

Meine Nachmittagsarbeit war also nun auch klar – ich baue die beiden Schrauben ein und ziehe nacheinander alle Befestigungsschrauben meines Riggs an den Chainplates noch einmal nach.

Das war aufwändiger als es sich anhört, denn da das Rigg ja schon unter Spannung war, habe ich jede Schraube einzeln noch einmal herausgeschraubt und dann mit etwas Dichtmittel am Kopf und Fett am Gewinde wieder eingesetzt und drehmomentfest wieder angezogen.

So ging der Nachmittag schnell rum und ich konnte ein ToDo auf meiner Liste abhaken.

An diesem Abend waren wir mit mit den Crews der DONNA und der ANAHITA zum Essen verabredet.
Das „Stis Anna“ hat wieder offen und ich habe mir erlaubt eine Einladung für die viele Hilfe auszusprechen.

Sibylle und ich holen Caetlin und Ben am Townquai ab.

DONNA liegt sicher, wir holen die Freunde zum Dinner ab

Am Weg nach Xirokampos machen wir einen Haken zur BP Tankstelle. Es gilt den Preis für Heizöl zu klären und diesen mit Susanne in der Schweiz abzustimmen.

Ein Blick auf das Preisschild verrät – der Heizölpreis liegt NOCH unter 1.50€, es darf nach unserer Definition als „billig“ bezeichnet werden! 😉
Ich frage nach – „…also bestelle ich 2.000 Liter, oder?“
Neiiiin, ob ich wüsste was das kostet? Ja, weiß ich, aber es ist billig!

Long Story short, wir bestellen 600 Liter ins Haus nach Xirokampos und versprechen die notwendigen Nachweise morgen zu senden.
In Griechenland bekommst Du nämlich nur Heizöl, wenn Du den Bedarf nachweisen kannst.
Der günstige Tropfen soll nicht in den Tanks von Dieselschlitten wie Klicker verschwinden.

Wow! Ultimate von 1,66€ auf 1,89€, das Heizöl gibt es noch für 1,46€

Dann ziehen wir endlich weiter zu Anna um in ihrem vegan / vegetarischen Lokal zu futtern was das Zeug hält.

Caetlins Augen glänzen und da die Speisekarte reduziert ist, entscheiden wir abermals „einmal alles“ zu bestellen.
Das Gesicht des Kellners ist trotz der Erfahrung vom letzten Mal wieder recht verduzt, aber er zweifelt unsere Bestellung nicht mehr an.

Wir sitzen gemütlich, haben Spaß und genießen einen kurzweiligen Abend, während wir uns einmal quer durch die Speisekarte mampfen.

Lecker war´s – wie immer

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker sehr zeitig. Der Tag unseres Ausflugs nach Lipsi war gekommen und die SAOS Fähre verlässt Agia Marina um 07.30 Uhr.

Wir müssen also früh raus, um rechtzeitig zur Fähre zu kommen und unsere „Tickets“ zu kaufen.
Das funktioniert hier so, dass irgendwann ein Mann auf den Fährplatz kommt und Geld einsammelt – einen Beleg oder ein Ticket gibt es dafür nicht.
Man erkennt den Mann daran, dass die Einheimischen ihn kennen und ihm vertrauensvoll ihre Moneten in die Hand drücken.

Dieser Mann geht dann zum Fährpersonal und deutet auf einen, dann darf man zusteigen.
Bitte stellt keine Fragen, ich habe keine Antworten – the Greek way.

Die kleine SAOS Fähre läuft in Agia Marina ein
Auch bei ihrer Ankunft muss Polizei vor Ort sein – insgesamt ist deutlich weniger los
Als wir sitzen, geht gerade die Sonne über den Bergen von Alinda auf
Nach rund 45 Minuten erreichen wir Lipsi, die Überfahrt kostet hin und zurück günstige 22.-€

Susanne, Marcus und Lilly erwarten uns schon als wir auf der Nachbarinsel ankommen.

Sie sammeln uns ein und wir fahren gleich hoch zu ihrem Haus um dort gemeinsam zu frühstücken.
Es gibt so viel zu erzählen, soviel Neues zu bestaunen und soviele Erfahrungen auszutauschen.

Bei einem eintägigen Besuch braucht es kein Programm, wir haben uns und freuen uns beisammenzusitzen und einfach zu quatschen.

Natürlich essen wir zusammen – Marcus grillt und wir schlemmen was das Zeug hält.
Zum Abschluss gibt es selbstgemachten Limoncello, Susanne ist in ihrer Produktion zwei Wochen voraus 😉 !

Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen
Das Haus der Freunde ist fertig und hat sehr viele geschmackvolle Details
Susannes Limoncello ist ein Gedicht
Die kleine Lilly bastelt viel

Weil ich gerade Lilly erwähne – das Mädchen, ich glaube sie ist acht oder neun, lebt jetzt seit rund drei Jahren auf Lipsi und geht hier auch zur Schule.

An diesem Tag war eine griechische Freundin zu Besuch und als sich die Mädchen unbeobachtet wähnten, konnten wir ihnen beim Spielen und Quasseln zuhören.
Man kann sagen, dass Lilly fließend Griechisch spricht. Ich wünschte, ich könnte die Hälfte von dem, was der Dreikäsehoch hier abliefert, aber dies ist der Jugend vorbehalten – im Alter lernt es sich nicht mehr so leicht.

Der Tag klingt aus, die Freunde bringen uns wieder zur Fähre und wir pendeln zurück nach Leros, wo wir uns mit der Community zum Stammtisch treffen.
Es liegt auf der Hand, dass wir diesmal sehr defensiv bestellen 😉 !

Der neue Morgen beginnt mit einem Paukenschlag – Ben schickt ein Foto und ich traue meinen Augen kaum!

Der Yamaha passt nicht an DONNAs Dinghy

Die Beiden haben das gleiche Schlauchboot wie ich – ein 3D-Tender 270UL. Es handelt sich nur um das aktuelle Modell, während unseres ein 2021 Modell ist.

Der Hersteller hat die Anschraubplatte für den Außenbordmotor derart verändert, dass jetzt eine Öffnung von 70mm an den Klemmen vorhanden sein muss.
Mein älteres Modell hat hier nur 60mm. Jetzt könnte man sagen, dass die Verstärkung ja was gutes ist, nur leider gehen 50% der aktuellen Außenbordmotoren nicht die benötigten 70mm auf.

Ob sich 3D-Tender da einen Gefallen getan hat? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall scheitert mein Plan den beiden Holländern mit dem Motor eine Freude zu machen krachend.

Und wenn ein Tag doof beginnt, dann geht er in der Regel auch so weiter! Ich muss mich endlich der Neulackierung von EDINAs Heck widmen und leider bestätigt sich bei näherem Hinsehen der Anfangsverdacht.

Die Beschädigung ist ein Kratzer! Dieser ist sogar größer als gedacht

Die Ursache lag auf der Hand – nachdem ich den vollen Umfang des Schadens erkannt hatte war klar, dieser konnte nur durch die Heckklappe verursacht worden sein.

Ich arrangiere ein Treffen mit Stelios dem Lackierer und einem Mechaniker.
Wir diskutieren die Sachlage und den Schaden, sowie erste Lösungsansätze.

Als aber klar wird, dass das Verschulden nicht bei der Marina liegt, verlieren die Beiden rasch das Interesse.

Die Unterkante der klappbaren Badeplattform steht an und zerkratzt das neulackierte Heck

Vorsichtig formuliert, war es ein Kommunikationsproblem – der Eigner bestätigt bei einem Telefonat, dass er das weiß und „…auch schon mal beiläufig mit dem Chefmechaniker gesprochen hätte. Man müsse halt mal die Klappe einstellen!“

Das mag stimmen, aber „beiläufig besprechen“ reicht nicht. Man muss in der Marina alle Ideen offiziell einsteuern und sie müssen mit dem Chef abgestimmt sein und als Kostenvoranschlag formuliert und abgesegnet werden.
Nur so wird ein Werkstattauftrag daraus und nur diese offiziellen Arbeitsaufträge werden bearbeitet.

Wer hat nun Schuld? Die Mechaniker, die es – vermutlich – wussten? Der Eigner, der es nicht klar kommuniziert hat? Der Lackierer, welcher solche Hauptfaktoren im Rahmen seiner Arbeit prüfen sollte?
Oder einfach ich, weil Sibylle ohnehin sagt, dass ich an allem schuld bin???

Ich nehme vorweg, das Thema wird zum Monatsende noch nicht geklärt sein…

Weil der Tag so toll anfängt ziehe ich weiter auf NESSAJA, auch dort habe ich einen „herrlichen“ Job zu erledigen…

Sibylle und ich bauen alle Bodenbretter aus – wir wollen vorbereitet sein

Sibylle und ich haben uns vorgenommen, dass wir alle Bodenbretter in meinem Schiff einmal anheben und nach dem Rechten sehen.

Ich will nicht putzen und habe nichts zu vertuschen, aber ich will für den Besuch des Gutachters gewappnet sein – überrascht zu werden ist immer unangenehm, dies will ich vermeiden.

Wir bauen also nach und nach alle relevanten Bodenbretter aus – einige gehen leicht, für andere muss man das Umfeld demontieren.
Zu guter Letzt liegen die Kielbolzen frei und ich kann Bilder davon machen.

Alles scheint in Ordnung, der Gutachter kann kommen, unsere Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen.
Der Termin rückt unaufhaltsam näher…

Alles original – leider kann man aus meiner Bilge „nicht essen“, das ist der Messgrad vieler, ich teile diese Ansicht nicht

So kriegt man einen Tag auch rum – viel gekümmert, auch gerackert, aber letztlich nichts geschafft.

Ich hasse solche Tage, zumal sie gerne, wie auch heute, gepaart mit schlechten Nachrichten einhergehen.
Das Thema rund um EDINAs Heck wird mich noch fordern.

Ich genieße im Gegenzug den Moment des Feierabends. Sibylle fährt mit ihrem „Breezy“ schonmal vor nach Xirokampos, ich habe noch eine Stunde um in den Feierabendmodus zu gleiten.
Ein paar Mails, etwas Teilerecherche, die ToDo Listen anpassen…

Die Sonne steht schon tief, mein Blick schweift über ELOWYNs Deck – der Feierabend ist eingeläutet

Heute dinnieren wir auswärts, wir sind von Brigitte und Hans in ihr Haus nach Xirokampos eingeladen worden.

Ich fahre also mit Klicker in den Süden der Insel und treffe dort meine Gattin. Ich habe Zeit um duschen zu gehen, bevor wir uns auf den Weg machen.

An diesem Tag schleicht sich „Fluffy“ in unser Leben!
Fluffy ist eine Katze – und wir sind beide eigentlich eher die Hundetypen.
Dennoch schafft es der flauschige Pelzballen, sich uns anzubiedern.
Sie ist aber auch wirklich nett und hat das Maunzen vor unserer Türe nie aufgegeben.

Es entwickelt sich eine Beziehung, die Fluffy eine Katzenkiste bescheren wird und ihr eine tägliche Futterration einbringt.
Ins Haus darf sie nicht, Sibylle will nicht „überall Katzenhaare“!

Der Anfangsverdacht einer Schwangerschaft bestätigt sich nicht, Fluffy ist einfach nur ein dickes Pelzknäuel.

Fluffy ist jetzt irgendwie unsere Pflegekatze

Es wird Zeit, wir steigen ins Auto und brummeln mit Klicker nach Crithoni.
Die Freunde warten schon auf uns und bewirten uns wieder einmal vom Feinsten!

Hans und Brigitte übertreffen sich jedes Mal auf´s Neue mit ihren Kreationen, wir fühlen uns wie im Vier-Sterne-Restaurant!

Ich hoffe, dass wir das jemals mit einer Kette von Gegeneinladungen aufwiegen können – es wäre uns ein Vergnügen!

Selbstgemachtes Tuna-Tartar und Avocado Törtchen
Ganz ehrlich – besser bekommst Du es im Restaurant nicht! Die Beiden haben sich selbst übertroffen

Der Tag der Tage, vielleicht der entscheidende Twist im Jahr 2026 ist angebrochen, der Verkauf von NESSAJA geht in seine entscheidende Phase.

Heute kommen Ellen und Dominik aus der Schweiz an. Das junge Paar wird eine Woche bleiben, in dieser Woche wird ein Gutachten für NESSAJA erstellt und es soll die Kaufentscheidung fallen.

Bevor die Beiden auf Leros landen, war es mir wichtig, den 15PS Yamaha unter NESSAJA wegzuräumen und ins Haus zu bringen.
Dieser Motor hat mit unserer Dufour nichts zu tun und ich möchte disbezüglich auch nichts erklären müssen.

Ich wuchte die alte Perle in Klickers Kofferraum und wir fahren hoch zum Haus
Dort findet er ein temporäres Plätzchen – mal sehen was ich damit mache

Sibylle und ich haben den Weg nach Plaka so getimed, dass wir sofort weiter Richtung Flughafen fahren konnten.

Ein kurzer Zwischenstop bei Giorgos um den Sachstand meiner Projekte abzuklären, dann fahren wir „just in time“ Leros Airport LRS an.

Wir kommen pünktlich an und müssen nicht lange auf die Besucher warten.

Nur noch ein paar Augenblicke
Der kleine Flieger ist da, gleich betreten Ellen und Dominik den Boden von Leros

Der Rest des Tages verläuft zunächst unspektakulär. Wir bringen die Beiden zu ihrem Appartement in Lakki, sie wollen erst einchecken und etwas einkaufen.

Sie geben zu verstehen, dass sie zwischenzeitlich immer wieder arbeiten müssen, wir also nicht die ganze Besuchsdauer für eine Besichtigung von NESSAJA nutzen werden.

Wir würden uns heute noch einmal am Schiff treffen, dann zusammen zu Abend essen, den Rest dann morgen.

Das passt für mich, so hat jeder von uns immer auch Pausen zum Luft holen – ein Schiff zu besichtigen, zu bewerten und zu erläutern, kann über Stunden auch anstrengend sein.

Ich fahre mit Sibylle rasch an der Tankstelle vorbei – und siehe da…

Ultimate Diesel bricht die 2.-€ Marke und Heizöl ist 20ct teurer geworden

Dann fahre ich Sibylle nach Xirokampos, ich habe wertvolle Fracht im Kofferraum, denn Antonia hat immer selbstgebastelte Katzenhäuser auf Vorrat – eines davon hat sie uns für Fluffy zur Verfügung gestellt.

Ich muss das neue Katzenappartement in den Süden der Insel transportieren.

Ob sich der Flaumballwinzling dort wohl fühlt?
(Wer weiß, aus welchem Comic das Wort „Flaumballwinzling“ stammt, dem spendiere ich ein Eis im „Repapis“) 😉

Fluffy wohnt jetzt vornehm – das Loch mussten wir später größer schneiden

Mein Tag nimmt eine entscheidende Wendung – diese ist nicht unmittelbar, aber im Hinblick auf die Planung der nächsten zwei Wochen elementar.

Ben meldet sich bei mir und teilt mit, dass er und Caetlin ihre Abreise um mindestens zwei Wochen verschoben haben.
Dies eröffne uns, während der nächsten Flaute in ein paar Tagen, die Option die Mastarbeiten an ELOWYN fertig zu stellen.
Ich müsse aber zusehen, wie ich trotz meiner anderweitigen Gedanken zur Zeit und trotz meines Besuches, die Adapterplatten für die 180° Lopolights anfertigen könne.

Ich sage zu, egal wie werde ich das schaffen! Ich freue mich und gehe locker und zufrieden in die Abendgestaltung.
Klar, dass wir fast die ganze Zeit über anstehende Verkaufsmodalitäten sprechen – aber im Großen und Ganzen zeigt sich ein Konsens.

Da wir nicht zu spät nach Hause gehen, stürze ich mich sofort auf die Teilerecherche und Planung…

Das ist die Pappschablone für die Adapterplatte – der Lochabstand im Mast. Ich muss mir eine Lösung überlegen

Während ich grüble, ob ich einen Delrin Adapter baue oder mir einen Aluminiumbügel biege, meldet sich Jörg per Telefon.

Er lässt mich wissen, dass der Hydraulikzylinder von ELOWYN bei einem seiner Freunde zur Überholung liegt.
Alles läuft wie geplant und er würde rechtzeitig fertig werden, so dass Hans Peter ihn mit nach Leros bringen könne.

Ein anderes Problem seien die Kohlebürsten für EDINAs Elektromotor an der Rollgenua.
Das seien spezielle Kohlen und man müsse exakt recherchieren – ich möge bitte die Maße durchgeben.

Na super, jetzt muss ich auch noch technisch zeichnen, das ist fei lang her…

Diese Zeichnung geht an Jörg – ein weiterer Spezl wird ins Rennen geschickt

Irgendwann reicht es mir und ich gönne mir Nachtruhe – was für ein turbulenter Tag!

Der morgige verspricht nicht weniger aufregend zu werden, morgen früh um 09.00 Uhr sind wir an NESSAJA verabredet, der Gutachter gibt sich die Ehre.

Ich stehe früh auf und pumpe mich mit Kaffee voll, ich will fit und wach sein, um etwaigen Fragen stand zu halten.
Letztlich kam es weit weniger „schlimm“ als erwartet…

Der Gutachter schien nach einer Weile gefallen an meiner Dufour gefunden zu haben.
Ich vermute, dass er selten eine 100% gruppenreine Victron Elektrik gesehen hat.
Dass meine Garmin Navigation mit zwei 12″ Plottern auf einem 43ft Schiff ebenfalls gruppenrein ist, wollte er zunächst nicht glauben.
Ellen hat ihn auf die Wschmaschine hingewiesen und die Information, dass wir das alles selbst gebaut haben, hat ihm Respekt abgerungen.

Der Termin war angenehm – für alle Seiten…

Natürlich wollte Ray die Bilgen sehen – alle
Letztlich war er zufrieden mit dem Schiff

Im Gehen hat er sich von Sibylle verabschiedet mit den Worten – „…you have a nice boat!“

Ich weiß das, Sibylle tut sich schwerer das zu glauben.

Ray geht und mit ihm die Kaufinteressenten. Sie müssten jetzt ein wenig arbeiten, später würden sie sich noch einmal mit ihrem Gutachter treffen um das Ergebnis zu besprechen – man würde sich bei mir melden.

Klar, macht nur – ich habe derweil etwas zu werkeln, die Zeit soll genutzt werden.

Ich baue mir einen Mini-Arbeitsplatz unter NESSAJA auf…
…und schleife mir Delrin Adapter zurecht – die Wahl fiel auf diese Lösung
Es mussten Bohrungen angebracht werden und Befestigungsgewinde geschnitten werden
Die Kurve der zwei Adapter kann ich nur schätzen – hoffentlich passen sie einigermaßen
Damit ihr euch etwas vorstellen könnt – das ist das Zielbild

Um den Verkauf von NESSAJA ins richtige Licht zu rücken, ist es mir wichtig den finalen Verlauf des Abends zu beschreiben und ich hoffe, dass ich damit nicht zuviel preisgebe…

Eine WhatsApp von Dominik ereicht mich – „Dürfen wir nochmal kommen?“
Ich bestätige und wundere mich, was sie wohl noch nachsehen wollen.
Zurück in der Marina fackeln die beiden jungen Segler nicht lange, sie lassen mich wissen, dass sie NESSAJA kaufen wollen, „…sofern ich sie noch hergeben würde!“

Klar werde ich das, deswegen treffen wir ja zusammen – wir geben uns die Hand, das Geschäft ist besiegelt.
Als ich erfahre, dass sie nur deshalb noch einmal gekommen sind, frage ich nach, ob es ein Zustands- oder ein Wertgutachten war.
Die Neueigner räumen ein, dass eine Bewertung gemacht wurde.

Ich möchte klarstellen, dass ich schon ahne, was der Gutachter geschrieben hat – aber es war mir eben nicht möglich, mit dem Mangel des kaputten Decks, einen Käufer zu finden, der etwas mehr bezahlt hätte – hierzu gehört etwas Mut, diesen haben Ellen und Dominik aufgebracht.
Ok, Gerald hatte vor zwei Jahren ähnliche Ansätze und auch etwas mehr geboten, ich bin aber heute noch überzeugt, dass er nicht glücklich geworden wäre.

Ellen und Dominik wohnen schon zwei Jahre auf einem alten Schiff und wissen was es heißt, die Verantwortung für so einen Kahn zu haben.
Ich habe das Gefühl, dass sie die Richtigen sind – sie haben es verdient, ein Schnäppchen zu machen.

Der Tag endet an dieser Stelle, Sibylle und ich sind zum Dinner verabredet, wir würden uns morgen am frühen Nachmittag mit den Käufern zur Vertragsunterzeichnung treffen.

Dieser „Tag der Tage“ läuft unspektakulär an…

Ich hole Hans Peters klappriges Klappradl bei Ioannis ab…
…und bringe es in die Marina
Der Radlflüsterer hat einen Gltzer-Bowdenzug eingebaut – Modell „Lady Lockenlicht“, passt zu HPs „Feenstaub“ Klingelton 😉
Ich verstaue das bleischwere Vehikel in LIBERTÉ

Wenn ich schonmal da bin, kann ich auch noch gleich eine Arbeitsstunde in das Nachbarschiff FESTINA LENTE investieren.

Hier war bei der Besichtigung aufgefallen, dass der Anker nicht per Bedienung am Steuerstand abzusenken und aufzuholen ist.
Ich widme mich dieser Thematik und kann den Fehler recht schnell finden.

Der Schalter hat einen Wackelkontakt und sollte ausgetauscht werden. Ich baue den alten Schalter als Musterteil aus und werde diese Arbeit noch im Laufe der Woche fertig stellen, denn auch hier werden die Neueigner bald eintreffen.

Nicht das Kabel war die Ursache – der Schalter ist defekt

Sehr zu meiner Freude, bekomme ich während dieser Arbeit eine Nachricht von Giorgos.
Er arbeitet offensichtlich an NESSAJAs Rodkicker und hat einen entscheidenden Durchbruch erzielt – er konnte das Teil beschädigungsfrei zerlegen.

Das freut mich außeroredentlich! Meine Hoffung war zwar, dass der Boom-Vang fertig wird BEVOR die Käufer kommen, aber so kann ich auf den Service hinweisen und das reparierte Teil nach Erhalt gleich einbauen.

Endlich hat er das Trum auseinader…
…und kann die Stahlfeder vom Rost befreien und neu schmieren

Apropos Käufer – wie geht es da weiter?

Dominik und Ellen sind pünktlich und sehr entspannt. Ich sage offen, ich meine gemerkt zu haben, wie den Beiden ein Stein vom Herzen fiel.
Die Situation war insgesamt deutlich entspannter als beim letzten Besuch und ich freue mich umso mehr, dass ich die Beiden wohl richtig eingeschätzt habe.

Der Vertrag ist schnell geschrieben und wir schreiten zur Unterschrift. Für mich ein Schritt – ich gebe es offen zu.
Sibylle soll daher alles fotodokumentarisch erfassen…

Ellen unterzeichnet den Vertrag für NESSAJA
Dominik folgt ihr mit seiner Signatur
Und Mario blättert…

Es gelingt meiner Frau nicht, ein Bild zu machen auf dem ich bei der Vertragsunterschrift zu sehen bin.
Das passt eigentlich zur Gesamtsituation – man hätte es nicht besser erfinden können.

NESSAJA, gekauft am Geburtstag meines Sohnes, verkauft an unserem 24. Jahrestag, gehört jetzt nicht mehr mir.
Mit ihr gebe ich den letzten Puzzlestein eines mehr als 20 Jahre lang geträumten Trams aus den Händen – ausgeträumt!

Ich bin nicht happy, auch nicht traurig, ich bin überhaupt nicht emotional – ich weiß, dass ich sachlich richtig entschieden habe, der Rest frustriert mich.

Die Zeit wird die Wunden heilen, die Narben bleiben – ich werde den Tag nicht vergessen!

NESSAJA wird zu LUMARA werden und ich werde ihr im Rahmen eines privaten Dienstleistungsvertrages im Herbst ein neues Deck verpassen.

Darüber hinaus schließe ich das Kapitel und auch das Buch – ich starte sofort meinem Auszug!
Niemand geht mehr leer…

Ich baue mir einen Aufzug…
…und bringe sofort eine Fuhre nach Plaka ins Haus

Am Abend sitzen wir noch einmal mit den jungen Bootskäufern zusammen und stoßen auf den Kauf an.

Sie werden bald schon in die Schweiz zurück reisen um ihre Palette mit den persönlichen Siebensachen auf den Weg zu bringen.
Bereits Ende März werden die Beiden einziehen und LUMARA in Besitz nehmen.
Sibylle und ich müssen bis dahin unser Hab und Gut ausgeräumt haben.

Wir beenden den Tag und ziehen uns zurück. Es wird ein wegweisender Tag sein, einer, dessen Tragweite heute nicht klar ist. Meine Gedanken sausen durch den Kopf, trotzdem schlafe ich rasch ein.

Am kommenden Morgen holt mich der Wecker aus dem Schlaf – wir haben viel zu tun und der frühe Vogel ist ja bekanntlich der, der den Wurm fängt!
Außerdem müssen unsere Bootskäufer um 10.00 Uhr am Flughafen sein um den Heimflug in die Schweiz anzutreten.

Nicht vergessen – die Freunde aus Lipsi brauchen ein Werkzeug, ich lege es ins Auto, denn die Familie schläft noch

Dann packe ich meine Sibylle in unseren Klicker und wir trinken einen Kaffee nebst Sandwichbegleitung in Lakki.

Dann warten wir, typisch deutsch, exakt bis 09.30 Uhr, vor dem Appartement der jungen Schweizer.
Dass sie im Café gegenüber sitzen und winken, nehmen wir zunächst nicht wahr.
Egal, wir treffen uns pünktlich und fahren zum Flughafen um uns temporär zu verabschieden – „…bis bald, schön, dass alles so geklappt hat!“

Am Rückweg stoppen wir in Giorgos´ Werkstatt um NESSAJAs Boom-Vang abzuholen.

Wir haben bereits am Hinweg im Vorbeifahren gesehen, dass der „Mastera“ anwesend ist. So können wir das ellenlange Trum entgegennehmen.
Mich beeindruckt das nicht, da habe ich in Klicker schon längere Transportstücke untergebracht.

Alles instandgesetzt, der Kicker ist einbaufertig

Am weiteren Rückweg nehmen wir im Haus die Montageteile für die Baumstütze mit und besorgen beim Chandler noch Ersatz für den defekten Ankerschalter von FESTINA LENTE.

Dann geht es zurück in die Marina und auch gleich auf die Bavaria 39 Cruiser. Diese Arbeit möchte ich erledigt wissen um vollumfänglich fertig zu sein, wenn die neuen Besitzer kommen.

Der neue Schalter passt perfekt

Der Einbau des Schalters ist rasch erledigt, ein Testlauf der Ankerwinde ist erfolgreich und ich bin zufrieden.

Ich möchte das Lenkrad gleich montieren, dann hat der Neueigner hier nichts mehr zu tun.
Nun muss man wissen, dass FESTINA LENTE mit einem sündteuren „Lewmar“ Falt-Lenkrad ausgestattet ist.
Mit einfachen Worten, ein klappbares Universallenkrad das an viele verschiedene Boote passt – aber eben nie so perfekt wie das Original.

Und der Teufel will es so, dass dieses Lenkrad an zwei Stellen an der Lenksäule anschlägt…

Die Speichen touchieren den Drehzahlmesser…
…und die fetten Feststellnubsis rumpeln an die Kante des Instrumenteneinsatzes

Das ist kein Thema, welches man „einfach mal schnell“ aus der Welt schaffen kann.
Mir drängt sich zwar eine Lösung auf, diese werde ich auch mit dem Neueigner besprechen, aber es ist dann seine Lösung und seine Verantwortung.

Meine Aufgaben sind erledigt und ich bin erstmal entlastet – nichtsdestotrotz gebe ich gleich eine Information an den Skipper, denn er soll wissen, dass dieses Thema eingesteuert werden muss, sobald er angekommen ist.

Von hier wechseln wir auf NESSAJA – ich habe unseren Umzug zum Prio1 Thema gemacht.
Ich will fertig sein, bevor Ellen und Dominik wieder auf Leros sind und ich will etwas Spielraum für Eventualitäten haben.

Mein Aufzug war der Gamechanger
Mit ihm seilen wir unsere Umzugskartons und das schwere Werkzeug ab
Ich belade und kurble oben, Sibylle führt unten und lädt ab

Mit dem Umzug sind wir fast ganztägig ausgelastet – wir wurschteln so dahin und jeder ist ein wenig in seinen Gedanken.
Wir verlassen NESSAJA nach etwas mehr als 5 Jahren – für mich fühlt es sich an wie Verrat.

Es tut mir mehr als gut, als ich bei einem Blick auf´s Mobiltelefon eine neue Story von Ellen und Dominik sehe.
Sie teilen ihre Freude auf den Sozialen Medien und es ist wichtig für mich zu spüren, dass die Beiden sich wirklich freuen.

Unsere Lebenswege haben sich gekreuzt und wir werden noch eine Weile verwoben bleiben.
Sich auf die kommende Phase zu freuen ist die beste Grundlage für ein gutes Gelingen.

Sie werden in wenigen Tagen zurück sein
Um dann auf LUMARA zu wohnen

Meine Laune ist generell gut – alles geht seinen Weg, ich bin rational zufrieden.

Ich brauche jetzt aber eine Pause – Sibylle und ich beschließen, dass wir die aktuelle Fuhre nach Plaka bringen und dann einen Stop in der Eismanufaktur der Familie „Repapis“ machen.

Dieses Eis ist das vielleicht verdienteste seit ich auf Leros verweile, ich genieße es in vollen Zügen.

Nur eine kurze Pause – danach geht es weiter

Die Tatsache, dass Ellen Sibylle grünes Licht für die eigentlich im Verkauf enthaltene Küchenausstattung gegeben hat, entwickelt sich zur Mammutaufgabe.

Sibylle liebt ihre Küchenausstattung wie ich mein Werkzeug.
Wer schonmal für einen Umzug gepackt hat weiß, dass sowohl Küchenutensilien wie auch Werkzeuge schwer zu verpacken sind.

Wir packen also so dahin und seilen eine Kiste nach der anderen ab – alleine durch den Raum des Schiffes war aber von Anfang an ein Ende absehbar.
Wir sind keine „Boat-Messis“ und konnten uns immer schon von nicht benötigten Dingen gut trennen.
Summa summarum war unser Auszug keine große Sache…

Der Schnellkochtopf – ein Hochzeitsgeschenk aus Sibylles erster Ehe – wie könnte sie diesen zurücklassen

Wir haben insgesamt 10 kleine Umzugskartons bei IKEA bestellt und packen diese auch voll.
Dazu kommen wohl etwa vier oder fünf so große Plastikboxen – das war´s.

Ich seile eine der schweren Klimaanlagen ab und Sibylle startet eine Auseinadersetzung auf Basis der Frage „…für was ich die eigentlich brauchen würde?“
Nun, vielleicht um Hans Peters LIBERTÉ abzukühlen, wenn wir im August irgendwelche Arbeiten auf seinem Schiff verrichten…

Oder vielleicht auch auf ELOWYN, denn auch auf ihr ist nur der Eignerbereich klimatisiert – man weiß nie.

Sie hat allerdings insofern Recht, als dass wir vermutlich nie zwei von den portablen Geräten brauchen würden.
Ich biete Dominik also die Klimaanlage in der Eignerkabine an – „…ich würde sie Dir überlassen, wenn ihr sie möchtet. Wenn nicht, schaffe ich sie von Bord.“

Kann bleiben und ich bin überzeugt, dass sie Nutzen bringen wird

Der junge Mann scheint sich zu freuen, er hadert jedoch ein wenig, denn ich „…müsse eben sagen was ich dafür will.“
Nein Dominik, ich möchte euch die Anlage schenken, ich will kein Geld, ich freue mich mit euch.

Ich denke, dass die Beiden sich freuen werden, wenn es das erste Mal 40°C hat 😉 !

Sibylle und ich finalisieren unseren Auszug an diesem Tag. Wir schließen den Niedergang zu unserer NESSAJA mit einem anderen Gefühl, sie fühlt sich jetzt schon wie ein fremdes Schiff an – Entwöhnung geht grausam schnell.
Unsere Siebensachen sind auf unser Haus, ELOWYN und Sibylles Appartement in Xirokampos verteilt – für mich gesprochen, mein gesamter Besitz…

Ich fahre Sibylle nach Xirokampos und werde heute auch dort essen. Als wir ankommen, liegt Fluffy auf der Mauer und hat sich offensichtlich einen Kumpel angelacht.
Kein Wunder, als Katze mit Eigenheim ist man eine gute Partie…

Die schwarz-weiße ist mehr als scheu, sie verzieht sich immer ins hohe Gras wenn wir kommen, ist aber immer da

Gähn – abermals klingelt mein Wecker früh. Ich mache das ganz bewusst, denn früh aufstehen ist für mich kein Problem, dies ohne Kaffee zu tun aber sehr wohl.

Wenn also Termine am Programm stehen, dann stehe ich meist recht früh auf, um in Ruhe und mit zwei Humpen Kaffee in den Tag starten zu können.

Heute steht so ein wichtiger Termin an, wir wollen heute eine Reparatur finalisieren, die ich ohne fremde Hilfe nicht erledigen kann – wir wollen die Arbeiten an ELOWYNs 30m Mast erfolgreich abschließen.

Ben und Caetlin sind um Punkt 09.00 Uhr am weißen Riesen…

Ben legt abermals das Equipment an, diesmal leiht uns Guido einen sogenannten „Marriage-Saver“…
…mit dem Head-Set wird aus Ben der berühmte „Major Tom“ – „Ground control to Major Tom…“
Am anderen Ende Caetlin – sie ist also das Gesicht hinter „Ground Control“
Sibylle zieht Ben hoch, ich führe die Sicherung – zuerst montiert Ben die neue Windex XL
Arbeiten in luftiger Höhe – „This is Major Tom to Ground Control…“! Die Windex muss ausgerichtet werden, wir geben Anweisungen

Nachdem die neue Windex XL montiert und ausgerichtet war, haben wir den jungen Mann ein paar Meter tiefer neu fixiert.

Jetzt wird es spannend – die 180° Lopolights haben das letzte Mal nicht gepasst. Nun wird sich zeigen, ob die von mir gefertigten Adapterplatten passen und funktionell sind.

Ben montiert die Platten und schickt Bilder – Daumen hoch!
Für eine Schätzung passt die Kurve besser als gedacht…

Na komm`- besser hätte man es mit einem Kurvenlineal nicht hinbekommen
Die Lampen passen perfekt und funktionieren

Das war´s! Geschafft! Wir lassen den Furchtlosen wieder auf Deck herab und mein Dank gebührt ihm.

Ich kann einen Haken an das Projekt „Mastbeleuchtung instandsetzen und komplettieren“ machen, welches seit Preveza offen ist.
Eine kleine Nickeligkeit die uns die Werft mitgegeben hatte – war ein ärgerlicher Punkt damals, aber die Lösung seitens der „Cleopatra Marina“ war vorbildlich.

Die beiden Niederländer verabschieden sich, eigene Projekte rufen. Ich bedanke mich abermals und stelle klar, dass wir auf jeden Fall ein gemeinsames Abschiedsessen auf meine Kosten haben werden!

Jetzt bin ich mit der Hilfestellung an der Reihe – Marcus, mein Freund aus Lipsi, hat ein neues Großsegel gekauft und das kann man zu zweit nicht anschlagen – ich springe in die Bresche…

Ist beim Kat ein riesiger, schwerer Lappen

Wir bekommen es zu dritt hin und können rund zwei Stunden später Vollzug melden.

Das veranlasst uns, ein gemeinsames Reparierbier an Bord von DARKSYDE zu trinken – damit ist der Nachmittag für mich gelaufen.

Das ist mir aber wurscht, denn heute ist ein erfolgreicher Tag und ich bin echt happy.
Die erledigte Mastarbeit auf ELOWYN ist gold wert, zu lang saß mir dieses Projekt im Nacken.

Ich lasse den Tag langsam ausklingen und sandle mich in den Abend hinein 😉 …

Mein erstes Tun (nach einer Druckbetankung mit Kaffee) ist dagegen abermals ein einschneidender Schritt!

Am Vormittag mache ich Paperwork – für die Abmeldung der Registrierung muss ich den Bootsschein entwerten

Sibylle und ich hatten heute Mittag Alex zu Besuch. Ich hatte angeboten der Host für eine „Leberkasorgie“ zu sein.

Alex hatte noch Leberkas von seinem letzten Deutschlandbesuch in der Tiefkühltruhe – wir wollten testen ob der zuvor eingefrorene Laib mit seinem frischen Pendant mithalten kann.

Es geht doch nix über eine bayrisch-griechische Brotzeit

Offen gesagt – konnte er nicht ganz! Vielleicht war es unser Fehler, aber es gab eine leicht glibbrige Stelle in der Mitte.
Das war nicht schlimm und hat uns auch nicht getötet, aber frisch bleibt frisch.
Dennoch waren wir Alex über alle Maßen dankbar, dass er seine feine Brotzeit mit uns geteilt hat.

Damit der Tag nicht ganz ohne Arbeitseinsatz vorüberzieht, haben Sibylle und ich uns aufgerafft, noch die Montage von NESSAJAs Rodkicker vorzunehmen.

Dieser Job war aber recht schnell erledigt, jetzt war das Rigg nach langer Zeit wieder komplett, voll revisioniert und einsatzklar.

Der Boom-Vang funktioniert wieder perfekt

Sibylle möchte nach Xirokampos fahren um sich noch zu sortieren und für unsere Verabredung zum Burgeressen vorzubereiten.

Ich möchte das auch, aber ich brauche nicht so lange – die gewonnene Zeit nutze ich für einen Einkehrschwung bei „Repapis“, wo ich mir eine Art „Wegeis“ gönne.

Danach fahre auch ich nach Xirokampos um dort heiß zu duschen und den Feierabend einzuleiten.

Schnelle zwei Kugeln im Vorbeifahren

In Susannes Haus angekommen, begutachte ich unsere Limoncello-Testproduktion.

Wir haben einen Ansatz mit 96%igen Alkohol, welcher später verdünnt wird – das klassische Rezept, welches auch bei den Freunden in Lipsi Anwendung fand.

Alternativ dazu haben wir eine „Greek Edition“ angesetzt, diese mit 50%igen Tzipero, welcher später auch nicht mehr verdünnt wird.
Auch solche abgewandelten Rezepte findet man viele, meist mit Wodka, seltener mit Grappa, was in etwa dem Tzipero entspricht.

Wir werden sehen, wie der Geschmackstest ausfällt, dann geht es in die Massenproduktion.
Die Zitronen dafür kamen natürlich aus unserem Garten…

Ich hoffe zu Ostern ein paar Fläschchen verschenken zu können – Alex kann ja schonmal über ein Bild der „Limoncello Baronesse“ nachdenken… 😉

Links die „Greek Edition“ – Limoncellouro, rechts der Klassiker

Dann müssen wir los – wir sind heute mit Brigitte und Hans, sowie Ilona und Guido im „Remezzo“ verabredet.
Es soll Burger satt geben und die Wahl der Lokalität war nicht zufällig.

Ilona fährt ab heute für ein paar Tage nach Deutschland um Amtsangelegenheiten zu erledigen.
Die Fähre geht ab Agia Marina – nichts lag also näher, als Ilona zum Hafen zu bringen und gleichzeitig die Fahrt für ein Dinner in dem beschaulichen Örtchen zu nutzen.

Ein „Double Jack-Daniels“ – er schmeckt so lecker wie er aussieht

Um 21.45 Uhr sehe ich die Fähre schon querab von Leros, es wird Zeit zu bezahlen und Ilonas Gepäck aus Klickers Kofferaum zu holen.

Wir verabschieden uns noch von den österreichischen Freunden, dann sehen wir zu, dass unsere Freundin Ilona ihre Fähre erwischt.

Diese läuft ein paar Minuten später auch schon im Hafen von Agia Marina ein…

Leros wird zur Zeit von den riesigen SUPERFAST Fähren bedient
Der Koloss legt pünktlich um 22.15 Uhr an – die Festmachetaue gehen über

Guido, Sibylle und ich leisten Ilona noch Gesellschaft bis zum Einstieg gerufen wird.
Dann heißt es Abschied nehmen – wir werden uns zwar noch einmal sehen, aber bei Ilonas Rückkehr wird Guido mit BORN TO LIVE die Marina schon verlassen haben, der Wintervertrag läuft zum Monatsende aus.

Gemeinsam mit Guido bringe ich Sibylle zurück nach Xirokampos, dann beenden wir auch unseren Abend.

Als ich mein Telefon am nächsten Morgen einschalte, ploppt eine Nachricht von Tom auf. Er sei besorgt, weil Pakete angekommen wären und er befürchte, dass diese unbewacht im Freien liegen und zudem vielleicht nass werden könnten.

Ich sehe also als erste Amtshandlung nach den Paketen für INSPIRATION – und vor den Shop liegt nichts!

Es war ein Sonntag – alles war gut verstaut

Ich melde dem Freund, dass keine Ware unbeaufsichtigt im Freien liegt – ich würde aber am Montag noch einmal nachsehen.

So kann man auch mit kleinen Sachen, den Menschen eine Freude machen.

Ich habe mir für die nächsten Tage eines der Prio1 Projekte auf den Plan geschrieben.
Um ELOWYN am 29.04. zu fahren, muss der Hauptsteuerstand wieder komplettiert sein.
Diese Arbeit beginne ich heute und werde sie die nächsten Tage zu Ende bringen.

Erst wird zusammengebaut soviel möglich ist…
…dafür muss ich teilweise neue Neopren Dichtungen schneiden

Ich brauche einen Tag um das Tableau nebst neuer Dichtungen zu komplettieren, einen weiteren dafür, alle Bedienelemente wieder zu verkabeln und danach einen Testlauf für Bug- und Heckstrahlruder, Muringwinsch und automatisches Horn, sowie die Motorraumbelüftung durchzuführen.

Alles funktioniert, alles läuft bestens. Leider schaffe ich die Komplettierung wegen zweier Regentage nicht in einem Zug, ich muss jedoch nur noch den Plotter einbauen und die Instrumente testen, dann ist dieser wichtige Punkt erledigt!

Um den Job perfekt zu machen, nehme ich mir noch den Schalt- bzw. Gashebel zur Brust…

Die picklige Chromschicht muss weichen, sie wird durch ein Carbon-Dippaint ersetzt

Am Nachmittag sind wir mit Bibi und Markus in der „Sunset View Bar“ in Gourna verabredet.

Wir Vier haben beschlossen, dass wir uns nach gelungener Arbeit einen Absacker verdient haben.
Für beide Parteien ist Gourna der halbe Weg und die Bar ist unterschätzt – ich werde da in Zukunft öfter mal hinfahren!

Wir genießen den Klönschnack und den Ouzo zum Bier 😉 …

Nur durch die Straße vom Meer getrennt
Wir verweilen bis zum Sonnenuntergang

Als ich mit Sibylle nach Xirokampos fahre, müssen wir feststellen, dass sie ein neues Haustier hat.

Eine Art Falter, aber nicht so wie ihr euch einen Falter vorstellt, was ich meine – es war kein Falterchen sondern eher ein alter Falter, vielleicht auch eine Fledermaus oder ein Flugsaurier…

Ich weise meine tierliebe Sibylle an – „Heb´ ihn mal in die Wiese!“ Sie antwortet rasch – „Nein, tu´ich nicht, der beißt bestimmt!“

Meine Hand – Größe XXL, Handschuhgröße 11-12

Unsere Bestellung beim Sonntagsstammtisch fällt etwas kleiner aus, wir hatten zum Ouzo schon eine üppige Meze-Platte erhalten und waren kaum mehr hungrig, trotzdem gönnen wir uns noch einen kleinen Snack im Kreise der anderen.

Tags darauf steht mir ein administrativer Tag bevor – meiner Gattin ist nach zwei Jahren Rollerbesitz aufgefallen, dass sie keine Papiere für den Breezy hat.
Erkundigungen unsererseits lassen uns zur Erkenntnis kommen, dass uns ein Behördenmarathon bevorsteht.

Zudem ruft Hans Peter an, SVB hat Victron Sonderangebote und er wolle bestellen, ob wir „mal schnell“ seine Anlage durchplanen könnten???

Hallo!!!

Woher soll ich wissen, was Du einbauen willst? Lass´ uns telefonieren!

Nach einem einstündigen Telefonat mit meinem Freund aus dem Saarland, brauche ich fast medizinische Hilfe – meine Ohren bluten!

Aber – ich bin stolz auf uns! In der verhältnismäßig kurzen Zeit haben wir es geschafft seine komplette Elektroinstallation auf LIBERTÉ durchzuplanen!
Hans Peter kann die Bestellung absetzen und die Groschen sparen…

Bevor ich mit Sibylle die Marina verlasse, sende ich ihm noch ein Bild von der Solarsituation auf LIBERTÉ und ein fehlendes Maß – jetzt steht dem maßlosen Einkaufsrausch wirklich nichts mehr im Wege.

Den neuen Geräteträger ein bisschen breiter – dann passen bis zu 3m Breite drauf

Ich mache mich mit Sibylle auf den Weg zur Polizei nach Agia Marina, wir sollen dort einen Stempel holen.
Bei dieser Gelegenheit mache ich Bilder für Ben, er spielt mit dem Gedanken für die Phase der Wetterdepression in den Osten von Leros zu verholen.

Die Bucht von Agia Marina scheint gegen die angesagten 55kts SW einen guten Schutz zu bieten, es wäre alles da, was die Beiden für den täglichen Bedarf brauchen.

Die Kaimauer von Agia Marina wäre bei SW ein sicherer Platz für DONNA
Das Wasser ist tief genug, auf den Drempel muss man achten
Auch Strom und Wasser gibt es

Im Polizeirevier will man uns durchaus helfen, aber wie immer in Griechenland wird zunächst ein Spießrutenlaufen vom Stapel gebrochen.

Innert einer Sekunde wird man an Asterix „Das Haus das Verrückte macht“ und den Passagierschein A38 erinnert – aber das hatten wir ja schon.
Dieser Ablauf ist in Griechenland aber System – ein absolut perfektes, fast schon übergriffiges Onlinesystem zur Steuerbegleichung, trifft auf ein aus der Zeit gefallenes Bürokratiemonster mit einer Beamtenschar, bei der A nicht weiß, was B tut.

Der Polizist schickt uns ins KEP, das Bürgerbüro, Sibylle braucht einen Einzahlungsschein.
Mit dem müssen wir zur Post.

Im KEP war zunächst kein Strom, eine Kaffeelänge später erhält Sibylle ihren Zahlschein.
In der Post, wo auch ich eine Einzahlung für meine Grundsteuer zu leisten habe, weist man uns zunächst ab – das Online System hat einen Absturz.

Wir trinken wieder einen Kaffee und machen eine Pause bei „Repapis“ – die süße Köstlichkeit lässt uns das Behördendrama kurz vergessen…

Ein Eis als Trostspender – am Vormittag!

Abermals fahren wir nach Agia Marina zur Post, um nun erfolgreich unsere Einzahlungen leisten zu können.
Mit denen gehen wir wieder zur Polizei – allerdings hat der Beamte inzwischen den vor zwei Jahren beim Neukauf ausgestellten Schein gefunden. Der zuvor auf Anweisung in der Buchhandlung gekaufte neue Fahrzeugschein wird obsolet.

Schließlich, nach einem langen Vormittag, hat Sibylle ihre Stempel und ich meine Grundsteuer bezahlt.
Unser Learning – auch für 50cc Roller muss in Griechenland eine Steuer bezahlt werden.
Ich bin überzeugt, dass dies viele nicht wissen und noch weniger machen.

Wir fahren noch bei Giorgos vorbei um ihn an ausstehende Projekte zu erinnern, auch am Haus machen wir einen Abstecher, ich muss noch einen Werkzeugkoffer verräumen, dann reicht es uns.

Wir fahren relativ früh nach Xirokampos, wir brauchen beide einen Moment der Ruhe!

Ich freue mich auf einen Moment der Ruhe

Sibylle kocht heute für uns, wir genießen das Abendessen zu Hause.

Langsam wird spürbar – die Saison zieht an. In der kommenden Woche erwarten wir die Neueigner von NESSAJA und FESTINA LENTE, Jörg wird mit seiner Familie eintreffen um die Osterferien in Zentraleuropa auf INSPIRATION zu verbringen.

Zudem werden zeitnah die Crews von CHILLI, JASPER und SUNNY SIDE UP eintreffen.
Das bedeutet für uns eine Menge Zusammentreffen und positive Energie, aber auch höhere Anforderungen an unser Zeitmanagement.

Aus diesem Grund lassen wir den Folgetag auch eher gemächlich beginnen!

Wir haben einen letzten Behördengang in Platanos zu erledigen. Auf dem Weg dorthin bekommt Sibylle Lust mal wieder nach Panteli zu schauen…

Das „Tzouma“ hat offen – wir trinken einen Kaffee in der Sonne

Und siehe da, es herrschte emsiges Treiben am Vorzeigestrand. „Sorrocos“ hatte ohnehin den ganzen Winter offen, im „Sorbet“ waren die Türen offen und die Tavernen hatten auch geöffnet – Von „Psaropoulo“ bis „Pirofani“!

Besonders freut uns das „Pirofani“, eine unserer Nummer 1 Adressen, da werden wir wohl bald einmal vorbeisehen.

Wir genossen einen Espresso in der Sonne, konnten anschließend unseren Polizeibesuch rasch abwickeln und hatten so noch Zeit kurz auf einen Sprung zu Brigitte und Hans zu fahren.

Frühsommer auf Leros – das sollte nicht so bleiben

Hans hatte seine Solaranlage aufgebaut und wollte einen Blick darauf gewähren. Außerdem seien die neuen Fenster gekommen und wenn wir neugierig wären, dann könnten wir auch diese vor dem Verbau begutachten.

Eine gute Idee – wir genossen die Gastfreundschaft der Freunde für eine halbe Stunde, freuten uns mit ihnen darüber, dass das kleine Heim langsam Form annimmt und die eigene Handschrift trägt.

Dann verabschieden wir uns und nehmen wieder Kurs auf die Marina. An der Einmündung zur Uferstraße sehen wir ein bekanntes Schiff in der Bucht liegen – hierhin hat sich DONNA versteckt, um vor der angekündigten Schlechtwetterfront zu fliehen.

DONNA vor dem „Stis Anna“ in Crithoni

Was hat es eigentlich mit dieser Schlechtwetterfront auf sich? Nun, es scheint nochmal eine fiese Wetterkapriole zu kommen.

Seit Tagen berichten die Freunde von den Informationen, welche die verschiedenen Wettermodelle hergeben.
Es gäbe Anlass, sich sichere Ankerplätze zu suchen, außerdem sollten die Arbeiten geplant werden, es kommen Regengüsse auf uns zu.

Ok, da muss ich doch mal nachschauen…

Ok, ich stimme zu – der Höhepunkt am Mittwoch hat es in sich

Mir tun die Urlauber leid! Ich habe erwähnt, dass verschiedene Crews auf dem Weg nach Leros sind.

Da wird es nächste Woche wohl nix werden mit entspannten Urlaubstagen bei frühsommerlichen Schönwetter oder gar mit ersten Segelmeilen…

Die Schlechtwetterphase wird ihren Höhepunkt am Mittwoch mit schweren Sturmböen zunächst aus SW, später aus ESE haben, davor soll es Regentage mit Starkwind geben.

Und wann geht das los? Morgen!
Ob der Wetterbericht diesmal stimmt?

Da Sibylle heute kocht und wir in Xirokampos zu Abend essen, sich auch sonst nichts Weltbewegendes mehr ereignet, darf ich vorgreifen und verraten – ja, der Wetterbericht hat Recht!

Lausiges Scheißwetter und knapp15°C

Ich werde schon vom Regengeprassel wach – sofort nachdem ich die Augenlieder hochgefahren habe, sehe ich auf meinem Telefon die Information „Eine Nachricht von Sibylle“…

„Kannst Du mich abholen? Es regnet!“

Ach was? Gott sei Dank werde ich dahingehend informiert, ich hätte es sonst kaum bemerkt.
Natürlich hole ich meine Gattin in „Lands End“ ab, sie hat einen Friseurtermin und möchte nicht pudelnass dort ankommen.

Ich beschäftige mich in der Zwischenzeit mit einem Wischerblatt aus dem Zubehörhandel für meinen Klicker.
Es ist eine Zumutung und ich hätte den Erfinder gerne an der Pranger gestellt – aber irgendwie habe ich es hinbekommen, das verfitzmaledeite Gummiblatt zu montieren.

Als wir dann nach NESSAJA sehen, regnet es immer noch in Strömen…

Wie ergeht es unseren Freunden Jörg und Melanie, welche mit Kind und Schwiegermama aus Bayern anreisen?
Zunächst scheint alles gut…

Der Schein trügt

Doch nur wenige Minuten später kommt eine Nachricht von Melanie – „…wir waren schon in Leros, doch der Flieger ist umgedreht!“

Der neue Plan sieht vor, die Familie morgen zur selben Zeit nach Leros zu bringen – hoffentlich klappt das!

Sibylle und mir bleibt heute nicht mehr viel zu tun. Ich gehe ins Büro der Marina um für EDINA eine Nachbesserung auszuhandeln.
Das gelingt und ich muss den Eigner informieren.

Dann fasse ich mir ein Herz – es liegt mir schon lange am Herzen, endlich eine Prüfvorrichtung für ELOWYNs Seeventile zu bauen.
Heute packe ich es an und der erste Schritt, der Bau eines Prüfkorpus, gelingt außerordentlich gut.

Aus zwei Leckstopfen und zwei Fahrradschläuchen, baue ich zwei gummiummantelte Prüfkegel.

Der kleine für 3/4″ und 1″ Ventile, der große für 1 1/4″ und 1 1/2″ Ventile

Diese Prüfkegel werden jetzt noch hohlgebohrt und es wird ein Schlauch eingeklebt.
Dieser dient als Anschluss entweder zum Wasserhahn oder an eine Druckvorrichtung – so kann ich die vakante, kritische Stelle einer Druckprüfung unterziehen.

Ich hoffe das klappt so, wie ich es mir vorgestellt habe – ihr werdet es erfahren…

Am Abend haben wir eine Einladung ins „To Steki“! Unser Immobilienmakler Dirk und seine Frau Djiwo geben sich die Ehre und machen mich gleichzeitig neugierig – aber der Grund für die Einladung war nicht spektakulär sondern hochgradig menschlich, man freue sich im Winter über Gesellschaft und habe an uns gedacht!

Das hat mich gefreut wie gerührt gleichzeitig – wir werden uns sicher revanchieren für einen sehr gelungenen und schönen Abend.

Wie der Abend endete, so begann der Morgen – nämlich bei lukullischer Hingabe!
Das „Navarone“ ruft zum ersten „echten“ Brunch – und wir sind dabei!

Das Brunchbuffet bietet reichhaltige Köstlichkeiten
Es gibt allerlei Salate, Fisch und Gemüse…
…aber auch eine Fleisch-, Wurst- und Käseseite – es fehlt an nichts
Die Speisen sind frisch gekocht und sehr lecker
Zum Abschluss gibt es eine Dessertecke

Ich muss aber gedanklich noch einmal zurück – unsere Freunde aus dem bayrischen Oberland haben es heute geschafft anzureisen.

Sie klopfen recht früh an ELOWYN, ich war noch bei der zweiten Tasse Kaffee.
Bis ich diese geleert hatte und in meine Buxe gesprungen war, hatte Jörg schon die Genua eingefädelt und seine Melanie angewiesen, die Kurbel zu betätigen.
Kaum acht Minuten in der Marina, schon steht ein Projekt vor der Vollendung – der macht mir Angst…

Ich helfe beim Segel setzen, muss dann aber weiter ins „Navarone“, denn dort waren wir mit Brigitte und Hans verabredet.

In jedem Fall wollen wir mit der Crew der INSPIRATION heute Abend dinieren – es ist ohnehin Sonntagsstammtisch im „SouVLakki“.

Jetzt aber erstmal brunchen – wir vier haben einen tollen Tisch und laden uns das Tellerchen voll…

Ich beginne mit einer Runde „Food from the Sea“…
…und beende die Völlerei mit einem Tellerchen „Sweets without regret“

Zwischen diesen beiden Tellern lagen vier weitere – noch zwei mit Scampis und danach eine Runde „Food from Land & Field“

Vor dem Dessert gab es noch eine Zwischenrunde – „Cheese & Strawberry Kiss“…

Ich kann mich nur wiederholen, alles war geschmacklich echt super und mit 19.-€ pro Person mehr als fair kalkuliert.
Wer wollte, konnte für 8.-€ eine Art „Flatrate für Getränke mit dem besonderen Etwas“ ordern.

Hierzu gehörten Prosecco mit Erbeeren, gute Weine, frischer Orangensaft, ein Gin-Mixgetränk und ein Cocktail mit Curacao und Tzipouro.

Der optionale Kaffee als Digestif ging dann extra.
Wir waren insgesamt fast drei Stunden beim Brunch und ich war danach im Food-Koma.
Es wurde kurzerhand beschlossen, die Arbeit heute liegen zu lassen und den Nachmittag mit einem Nickerchen abzurunden.

Naja, ganz ohne Nachfrage ging es nicht. Die Neueigner von FESTINA LENTE kommen morgen recht früh und haben Fragen…
Ob die Marina so früh geöffnet sei, wann das Büro öffnet und wie man auf´s Schiff kommt.
Zudem wäre eine Empfehlung für ein Frühstückslokal hilfreich.

Ich beantworte alle Fragen und erkläre, dass ich beim Zugang zum Schiff helfen und unterstützen kann…

Ich bereite eine Planke als Gangway vor, diese kann später durch die des Schiffes ersetzt werden
Zudem deponiere ich den mir überlassenen Schlüssel an Bord – der Zugang ist gesichert

So weit, so gut – nach meinem Nickerchen und einer Reaktivierungsphase, fahre ich zu Sibylle nach Xirokampos.

Wir machen uns frisch und fahren dann einmal quer über die Insel.
Caetlin und Ben liegen mit ihrer DONNA inzwischen in der „Ghost-Marina“ in Alinda und wollen gerne ein letztes Mal am Community Stammtisch teilnehmen.
ich habe mich angeboten, die Beiden abzuholen und auch zurück zu bringen.

Wir kommen „just in time“ an der eigentlich schönen, aber nie fertig gestellten Anlage an.

Ich warte im Auto, Sibylle holt die Beiden an DONNA ab

Im Laufe des Abends wird uns bewusst, dass es der letzte „Winter-Community 2025/2026“ Stammtisch für diese Saison gewesen sein wird.

Zuviele Freunde kommen jetzt nach und nach an, man kann und will das Gruppengefüge nicht mehr steuern, neue Dynamiken werden sich entwickeln.

Guido plant, am 31.03. auszulaufen um den erwarteten Sturm in einer sicheren Bucht abzuwettern. Sobald Ilona zurückkehrt, werden die Beiden aufbrechen.

Näher geht mir, dass Caetlin und Ben planen, morgen früh abzulegen und Kurs Naoussa auf Paros zu setzen.
Es soll eine Zwischenetappe auf dem Weg nach Athen werden.
Ich freue mich für die Beiden, werde sie aber auch irgendwie vermissen – es bahnt sich ein Abschied für immer an.
Ben hat mir viel geholfen, er war immer da, wenn man ihn brauchte und er hat unsere DIY-Gruppe mit seinem Fachwissen bereichert – es hat Spaß gemacht mit ihm.

Ich konnte das nie in dem Maß zurück geben, deshalb waren Ben und Caetlin heute als meine Gäste gesetzt.
Als es ans Zahlen ging, habe ich entschieden, heute der Gastgeber für die Runde zu sein – ALLE sind mir ans Herz gewachsen, wir waren eine sehr gute Community in einem wettertechnisch schweren Winter.
Außerdem kommt immer alles irgendwie zurück…

Schweren Herzens fahren wir die beiden Niederländer zurück zu DONNA und verabschieden uns herzlich.

Noch liegt DONNA in Alinda – wenn alles nach Plan läuft, ist sie morgen früh schon weg

Am nächsten Morgen sind die Beiden aufgebrochen! Sie haben die Leinen losgeworfen, um ihrem Lebenstraum zu folgen.
Ich wünsche ihnen allzeit „fair winds“ und eine gute Reise.

Ich bin auf INSPIRATION verabredet. Es ist abermals Mastarbeit ausgerufen und immer wenn dies der Fall ist, dann gehe ich in Begleitung von Hans Peters „Milwaukee“.

Was klingt wie ein Fabelwesen aus „Krieg der Sterne“ ist tasächlich eine Waffe aus einer anderen Welt – der kräftigste Akkuschrauber den der Weltmarkt anbietet.

Mit „der Gerät“ ist es ein Klacks, den Mastmann in luftige Höhen zu ziehen
Heute ist Alex der Auserchorene – er darf ein paar Stunden im Orbit arbeiten
Schön, wenn der Marinero dann Wellen macht

Richtig gelesen – nicht nur einmal am Tag hat unser Marinero exakt in unserer Nachbarschaft einen Jahreslieger untergebracht.
Bis zum Schluss hat er es nicht verstanden, dass wir und eine Yacht gegenüber, einen Mann im Mast haben und und das durch seine Wellen verursachte Gewackel eine gewisse Gefahr bedeutet.

Bei manchen ist Hopfen und Malz verloren, da ist dann einfach nix mehr zu machen.

Wenn das nur die einzige Panne gewesen wäre – wir alle waren etwas abgelenkt, so passierte es, dass Jörg für einen 16m Mast eine 15m Pilotleine bereit legte.
Die schlechte Kommunikation mit dem Mastmann tat das ihre und so verschwanden die letzten Zentimeter der Pilotleine im Mast.
Die Lösung – eine Schnur mit Gewicht von oben!
Dieses Unterfangen kostete uns fast den ganzen Nachmittag und jede Menge Nerven!

Die Schnur in dem Loch zu erfingern, war so toll wie ein Tau zu schieben

Um die Situation zu bereinigen und zu besprechen, musste Alex mehrfach auf- und absteigen.

Das ist normaler Weise eine kraftraubende Angelegenheit, aber genau hierfür haben wir das Schraubermonster.

Auch Alex hat nicht zu seiner Topform gefunden. Oberschenkelschmerzen im Klettergurt, nicht genug Reichweite im Bootsmannstuhl.
Irgendwie war der Wurm drin – einzig der „Milwaukee“ hat klaglos seinen Dienst verrichtet.

Mehrfache Auf- und Abstiege kosten Zeit – sind aber dank der Aufstieghilfe gut zu bewältigen

Irgendwann gelang es uns, das verteufelte Schnürchen zu fassen zu bekommen.
Endlich konnten wir das neue Kabel für den neuen Windgeber einziehen.
Allerdings war dies nicht die einzige Challenge am heutigen Tag.

Die Base für den neuen Geber hatte ein total abweichendes Lochbild und war zudem deutlich breiter.
Es mussten Kompromisse bezüglich des Montageortes gefunden werden und außerdem war das Bohren von Löchern in Edelstahl im Masttop nötig.
Gut, wenn gerade dann der Stan Laurel unter den Marineros ein paar Wellen machte…

Da passte einfach nichts mehr…

Ich nehme es vorweg, die Arbeit würde am heutigen Tag unvollendet bleiben.
Irgendwann war die Luft raus und unsere Runde löste sich ohne neuen Termin auf.

Im Anbetracht des Sturmes am Mittwoch, wäre es schön, wir würden diesen Job morgen zu Ende bringen.
Gleiches gilt auch für ELOWYNs Steuersäule – es scheint, als würde morgen ein stressiger Tag werden.

Als ob das nicht reichen würde, haben auch Ellen und Dominik, die neuen Besitzer von NESSAJA, ihre Ankunft angemeldet und auch Meltem und Suat, die Neueigner von FESTINA LENTE sind hier.
Bei beiden Paaren stehe ich noch informativ zur Verfügung, diese Zeiten müssen aber auch geplant werden.

Bei Meltem und Suat schaue ich noch kurz vorbei. Wir besprechen ein paar spezifische Dinge nach der Ankunft auf Leros, in der Marina und auf dem Schiff.
Alles kein Hexenwerk wenn man es weiß, aber eben doch ein paar nützliche Tips, wenn man sich in fremden Terrain bewegt.

Dinner gibt es im „Tis Kakomoiras“, zusammen mit Jörg und dessen Familie…

Schön war´s – und lecker wie immer

Eigentlich war ja ein Besuch im „Gia Sena“ geplant. Doch als Sibylle und ich die Kantina betraten, saß dort ein Tisch Einheimischer rauchend über ihren Feierabendbieren.

Auch in Griechenland ist das Rauchen in Gaststätten verboten, aber die Wirte sehen das nicht so streng.
Nicht mit mir – ich mache am Absatz kehrt und wir wechseln in die bei uns so beliebte Mezetaverne.

Kleine Anekdote – als ich in der Marina losfahre, starten zeitgleich zwei ältere Männer ihre Scooter in einer Lücke knapp vor mir.
Der eine rollert mit den Beinen, bis sein Vehikel knapp vor Klickers Motorhaube zum Stehen kommt, der andere folgt rückwärts schiebend.
Als beide unmittelbar vor mir stehen, winken sie freundlich und deuten mir an, dass sie mir Vorfahrt gewähren – Danke! ABER WIE???
Ihr steht vor meiner Motorhaube!

Manchmal frage ich mich, wo die versteckte Kamera ist…
Hoffentlich wird morgen ein besserer Tag!

Ich packe gerade mein Werkzeug aus um ELOWYNs Steuerstand fertig zusammenzubauen – da fängt es an zu regnen.
Zeitgleich kommt eine Nachricht von Jörg – „Alex geht in den Mast, willst Du helfen?“
Verkehrte Welt – dazu passt es, dass die Port Police in der Marina eine Übung mit der Ölsperre abhält…

Ich sehe kurz zu, interessant dieses Equipment

Als wir auf INSPIRATION auf Alex warteten, fällt mir die Steuerachse der Bavaria 39 Cruiser auf, diese ist eigentlich baugleich mit FESTINA LENTE an welcher mich immer noch das anschlagende Lenkrad beschäftigt.

Bei genauem Hinsehen und im Vergleich mit einem älteren Bild der problembehafteten Bavaria fällt aber auf, dass es durchaus signifikante und auch relevante Unterschiede gibt!

INSPIRATION – alles top
FESTINA LENTE – selbst wenn man den Ring berücksichtigt ist die Achse kürzer
Ich mache ein Foto vom Innenleben und frage mich, ob ich da wohl etwas nachstellen kann

Nun, ich denke, ein Blick in die Steuermimik lohnt allemal, bevor man sich Adapterteile fertigen lässt.

Ich schreibe mir die Unterstützung von Suat in dieser Sache auf die ToDo Liste.
Ganz oben auf der Liste steht – „Steuerstand ELOWYN fertig machen“!

Ich bin fassungslos über mich selbst – ob ich diese kleine aber fiese Arbeit wohl noch irgendwann schaffe?
Ich bestimme – ich mache das HEUTE!!!

Doch zuvor machen wir die Arbeit an Jörgs Masttop fertig – Alex ist da…
Und abermals kommt, just in der Sekunde als wir den Landshuter nach oben ziehen wollten, ein kräftiger Regenschauer – es half nur abzuwarten…

Die gute Laune lassen wir uns trotzdem nicht verderben

Andere hatten es nicht so mit dem Abwarten – Guido hat die Schnauze voll und legt ab!
Die für morgen angesagten 10 Beaufort lassen ihn kalt! Hauptsache er kann seine Ilona in Kos an Bord nehmen.
Ob es eine kluge Entscheidung war, die geschützte Marina zu verlassen wird sich zeigen – am Abend prangert er den gewählten Ankerplatz bei Mastichari als „beschissen“ an und will morgen – im Sturm – nach Agia Marina zurücksegeln.

Ich würde es nicht machen – nicht ohne Not!

Kein Abschied für lange – Guido will wiederkommen

Endlich war es soweit – der Regen macht eine Pause und wir ziehen Alex nach oben. Dort hat der junge Athlet alle Hände voll zu tun und er leidet wohl auch etwas.
Die Klettergurte scheinen nicht das Gelbe vom Ei zu sein.

Wie auch immer, irgendwann ist der neue Windgeber montiert und auch das Ankerlicht tut wieder seinen Dienst.
Jörg kann dem Leidgeplagten noch abringen, zwei der von mir gesammelten Fähnchen an der Windex anzubringen, dann ist der Job erledigt!

Ne Stunde im Masttop ist anstrengend
Das Tun wird kritisch beobachtet – Anweisungen werden erteilt

Ich verabschiede mich für heute, meine selbstauferlegte Pflicht ruft.

Zunächst schraube ich den Plotter an und mache einen Funktionstest der Instrumente.
Dies war zwar fummelig, aber durchaus der einfache Teil des Tagwerks.

Der Test war erfolgreich und die Grundfunktionen der Navigationsgeräte waren wieder gegeben.

Soweit, so gut – aber jetzt kommt der fiese Teil

Offen bleibt nun noch der Teil, bei dem es gilt das Armaturenbrett auf der Steuersäule zu verschrauben.

Das klingt zunächst leicht, habe ich doch die Gewindeinserts erst repariert und somit sicher gestellt, dass die vier Schrauben passen.

Der wirklich verfitzmaledeite Part ist der, dass die Platte abgedichtet werden sollte.
Dies war beim Zerlegen nicht gegeben, was aber nicht bedeutet, dass es bei einer fachlich guten Reparatur nicht nachgeholt werden sollte.

Abdichten wollte ich mit Butylband, dieses galt es nun zurechtzuschneiden und zu passenden, meterlangen Würstchen zu rollen – eine Sysiphusarbeit!

Sibylle schnitt – ich drehte Röllchen

Als das geschafft war, hieß es die Röllchen an Ort und Stelle, das heißt in den Dichtspalt, zu bringen.
Dies, ohne die empfindlichen Würste zu zerreißen – ein Geduldsspiel!

Nicht einfacher wurde das Ganze durch die Tatsache, dass wir unter Zeitdruck waren.
Hatte ich meinen Termin mit Eirini heute noch verschieben können, so war ich im Wort bei den neuen Besitzern von NESSAJA, diese heute um 13.40 Uhr in Agia Marina abzuholen.

Trotzdem gelang uns die Fertigstellung unseres Tagwerks „just in time“ und wir sind zum Hafen aufgebrochen, um die neuen Marinabewohner aufzugabeln.

Pünktlich angekommen

Der Rest des Nachmittags ist rasch erzählt – wir bringen die Neuankömmlinge an ihr neues Schiff und nehmen erstmal Abstand.

In diesem Moment spricht uns Michalis an. Er ist die „rechte Hand“ des Senior Chefs und bittet mich in dessen Namen um Unterstützung.
Der Anhänger der Polizei, der mit der Ölbarriere, müsse unter einem Katamaran geparkt werden – aber der Anhänger sei schwer und die Marina hätte nur ein Auto mit Anhängerkupplung – aber der Lancia kann den schweren Hänger nicht ziehen.

Klicker scharrte mit den Hufen – eine Chance zu zeigen was er kann. Ich lächle und ziehe einen Mundwinkel hoch – „…klar helfen wir, nichts leichter als das!“

Kennt ihr das? Wenn ein locker-flockiger Spruch die Fallhöhe verdoppelt?
Ich ahnte nicht, dass die halbe Arbeitermannschaft zu Hilfe eilen würde, als ich den Hänger ankuppelte – viele Zuschauer also, fast schon ein Publikum!
Keiner von ihnen glaubte, dass ich den Anhänger tatsächlich rückwärts unter dem Kat parken wollte, unter dem schon ein Schlauchboot stand…

Anweisungen aus vielen Mündern, aber ich konnte gut nach Spiegeln fahren und war froh, dass ich noch nicht alles verlernt hatte.
Man dankt mir – ich lächle wieder – „…doch nicht dafür – war doch ein Klacks!“ 😉

Zur Belohnung darf Klicker am Abend nach Panteli fahren – es tröpfelt schon wieder.
Wir hatten mit Meltem und Suat ausgemacht, dass wir zusammen im „Pirofani“ zu Abend essen würden.

Bei Regen nur halb so schön – der pittoreske Hafen von Panteli
Das „Pirofani“ hat wieder offen – von den klassichen, gehobenen Tavernen mein Favorit

Ich habe mich echt gefreut, als Stavros mir erzählt hat, dass das „Pirofani“ wieder ganztägig während aller Wochentage geöffnet ist.

Das Lokal ist von den gehobenen Alltagstavernen mein Langzeitfavorit, weil man gehoben UND relativ günstig essen kann.
Das Ganze bei gleichbleibender, toller Qualität mit sehr freundlichem Service.

Wäre das „Mylos“ nicht, das „Pirofani“ hätte aus meiner Sicht bei den Fischtavernen die Nase vorn.

Auswahl und Preise sind gleich geblieben

Die Karte hat sich kaum verändert – wir essen rohen Fisch als Vorspeise, Sibylle und ich Linguine mit Monkfisch als Hauptgericht, während Meltem und Suat sich einen Red Snapper teilten.

Allles war, wie zu erwarten, bestens zubereitet und angerichtet – wir waren alle Vier echt begeistert.

Als Nachspeise gab es eine Mousse o Chocolat mit flüssigem Kern an einer Kugel Eis – ein Gedicht und ein würdiger Abschluss eines guten Tages, sowie eines besonderen Monats.

Das Zeug war eine Versuchung – hervorragend

Der Tag klingt aus – der Monat endet! Morgen beginnt der April, ganz Leros wartet auf einen gewaltigen Sturm – sehen wir, was der Mittwoch bringen wird.

Ich fahre Sibylle nach Xirokampos und kehre dann auf ELOWYN zurück.
Der Beinahe-Vollmond begleitet mich ins Schiff und meine Gedanken fliegen – ich habe das Satzfragment „Dark Side of the Moon“ im Kopf – ist es schon so weit mit mir???

„The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd (1973) ist eine Metapher für die dunklen Seiten der menschlichen Psyche, Wahnsinn, Entfremdung und die negativen Aspekte des Lebens wie Zeitdruck, Geldgier und Konflikte. Es behandelt existenzielle Themen und den psychischen Absturz

Nein, ganz soweit ist es noch nicht – aber der Verkauf von NESSAJA hinterlässt ein Vakuum, das lässt sich wohl nicht ändern.
Es gilt aber weiterhin der Leitgedanke, der schon die Headline bildet – I lass‘ mir die Kraft net zerbrechen!

Good bye März – welcome April

Wie geht es weiter?
Nun, ein Teil den neuen Monats wird wohl dafür zu verwenden sein, dass ich eine Übergabe von NESSAJA stattfinden lasse.
Mein Schiff wird im neuen Monatsbericht wohl schon als LUMARA auftauchen.

Das Hauptaugenmerk richtet sich aber auf die Einwasserung von ANAHITA und ELOWYN.
Es gilt alles daran zu setzen, dass beide Schiffe am Ende des vierten Monats wieder schwimmen.

Naja, darüber hinaus startet die Saison, die Freunde kommen, der normale Wahnsinn wird wieder Fahrt aufnehmen.

Bleibt uns gewogen und bleibt dran – a bissl was geht immer!

Grüße von Bord der ELOWYN
Mario



Februar 2026 – Left Outside Alone

Ihr wisst, dass ich gerne Songs der 80er als Headline für die Monatsberichte aussuche – das hat diesmal nicht so wirklich geklappt – ich bediene mich aus der 2000er Schublade und ziehe Anastacias „Left Outside Alone“ aus meiner Rocktasche 😉 …

Das passt ziemlich gut, denn ich wurde von Sibylle tatsächlich alleine zurückgelassen – in einem Monat, der nicht unpassender hätte sein können.
Es stand der Monat bevor, in dem sich unser Leben einschneidend verändern würde.

NESSAJA verlässt ihren Platz und kommt an Land – ich ziehe aus, ich verlasse mein Schiff!

Mein Schiff wird an den von mir präferierten Platz gestellt

Bei all diesen einschneidenden Aktionen konnte Sibylle nicht dabei sein, das ist schade und ich vermute, dass dies auch nachklingen wird.
Ich gebe auch offen zu, dass ich manchmal eine helfende Hand hätte gebrauchen können, aber dem war eben nicht so – „left outside alone“!

Im Laufe des Monats wird sich manifestieren, dass meine Frau tatsächlich erst zum Monatsende zurückkommen wird – es lagen also lange, stürmische Wochen vor mir.
Dies auch weiterhin wegen des anhaltenden Starkwinds, aber auch darüber hinaus – mehr im metaphorischen Sinn…

Der Februar begann, wie der Januar endete – stürmisch

Ich möchte noch ein bisschen auf dem Anastacia Lied, dem Headline Song, rumreiten…

Ich habe Spaß an Musik, lese ab und an Texte und versuche zu verstehen – manchmal zitiere ich hier, andermal verlinke ich, diesmal nicht!
Der Text des Liedes ist wirklich ganz gut und kann vieldeutig interpretiert werden, er lässt Raum zum Nachdenken.
Es obliegt euch, ob ihr das mal anschauen wollt – Google hilft dabei.

Ich mag dieses Lied ohnehin, war es doch einer der „Bike-Transalp“ after race Party Songs.
Ein Lied welches in meinem Kopf unauslöschlich mit dieser intensiven Phase meines Lebens verbunden sein wird.

Jetzt aber – bevor ich abdrifte, wie war er dann nun, der zweite Monat des neuen Jahres 2026?
Begleitet mich durch diesen Monatsrückblick und habt Spaß an der Lektüre.

Es ist der erste Februar, ich wache auf und höre trotz meiner Ohrstöpsel das Klimpern und Klappern der Fallen an den Masten.
Kleine Wellen klatschen gegen den Schiffsrumpf, es ist rasch klar – wieder mal Sturm.

Mein erstes Tun an diesem Tag – ich schalte meine Windemessanlage ein…

Sofort schnellt die Anzeige auf deutlich über 50kts Windspeed

Ich schlappe vor die Küchenzeile und brühe mir im Halbschlaf einen frischen, kräftigen Kaffee auf.

Die Lebensgeister kehren zurück, langsam läuft mein Motor an – das dauert im Alter etwas länger, ähnlich wie bei einem in die Jahre gekommenen Dieselmotor, welcher allerdings keinen koffeinhaltigen Treibstoff benötigt.

So aufgepusht, wage ich einen Blick nach draußen – grau, wolkenverhangen, eine steife Brise bläst mir ins Gesicht.
Na das geht ja gut los!

Warum nicht einfach mal ein paar Tage Sonnenschein

Wie immer an solchen Tagen, schreibe ich mir auf meine imaginäre, tägliche To-Do Liste, dass ich beim Passieren der Boote meiner Freunde und Bekannten, ein wenig genauer hinsehen werde.
So auch heute – allerdings komme ich nicht sehr weit, bevor ich zum ersten Mal einschreiten muss…

Bei meinem Nachbarschiff, der FESTINA LENTE von Johannes, welche derzeit zum Verkauf ausgeschrieben ist, bemerke ich, dass eine Naht an einem Reißverschluss des Bimini kaputt gegangen ist.
Zudem waren ja bereits letzten Monat die Spanngurte gerissen – ich werde das Bimini wohl zum Segelmacher bringen.

Bis auf den kleinen Schaden am Bimini ist alles ok

Während ich am Schiff bin und alles kurz kontrolliere, vernehme ich einen Rumser.
Nanu, was war das? Ich kann nichts erkennen und setze meinen Check fort.
Zurück am Heck wird sehr rasch klar, was den Rumpler verursacht hatte…

Die Gangway war weg! Die von mir bereitgelegte Planke schien sich, wohl verursacht durch die Bootsbewegungen, verabschiedet zu haben – aber wo mag sie sein?

Zwischen mir auf FESTINA LENTE und dem rettenden Ponton, ein schier unüberwindbarer Wassergraben

Ich war gefangen – meiner Freiheit beraubt, ich war… left outside alone!

Was tun? Wo war die Planke?
Ich fasse mich und halte Wahrschau – da sehe ich sie treiben…
Tatsächlich hatte sich die Planke so bewegt, dass sie ins Wasser gefallen war und wie ein Stück Treibholz den Weg ins Grenzenlose suchte.

Ganz schön weit weg für die paar Minuten – der Wind kann was

Nicht mit mir! Natürlich weiß ich, wie ich wieder an Land komme. Ich bin mehrfach schon von NESSAJA aus an Bord von FESTINA LENTE geklettert – so mache ich das auch diesmal, nur in die umgekehrte Richtung!

Das ist zwar auch ein großer Schritt, aber anders als den Ponton, kann ich mein Schiff etwas heranziehen…

Gedacht – gemacht, schon öffnet sich mir der Weg in die Freiheit, ganz einfach über NESSAJAs Gangway.
Dann heißt es, einmal den Wellenbrecher entlanggesaust und die Steg-Passerelle aus dem Wasser gefischt.

Gerettet – ich kann wieder an Land

Ich fasse und sammle mich kurz – was als Nächstes?
Nur wenige Meter weiter steht Hans Peters LIBERTÉ – auch hier muss ich handeln, hier aber sofort!

Der starke Wind hat die leichten Fender nach oben aus der Lücke geblasen, die Bootsbewegung hat ihr Übriges getan.
Was auch immer der maßgebliche Faktor war, sie konnten nicht mehr zurückfallen.

So schön leichte Fender auch im Handling sein mögen – im Gebrauch, vor allem an stürmischen Tagen, sind sie weniger tauglich…

Ich nehme das noch feuchte Brett und entere nun LIBERTÉ – hier liegt es sicherer und fällt nicht noch einmal ins Wasser
Zwei von vier Fendern waren nach oben geploppt
Jetzt passt es wieder

Nachdem die kritische Situation mit den Fendern bereinigt war, verknote ich noch rasch die Sicherungsleine für das Dinghycover, dann möchte ich mich endlich meinem Tagwerk zuwenden.

Offen gesagt – ich habe über dieses Tun mehr Zeit vergeudet als ich eigentlich vorhatte.
Aus meinem ursprünglichen Plan wurde nichts mehr, denn nun war ich etwas unter Zeitdruck geraten – ich war nämlich zu einem Late-Lunch bei einer griechischen Freundin geladen und hatte noch kein Mitbringsel.

Nun wäre es ein Leichtes gewesen, einfach in einen Laden zu fahren und etwas zu kaufen, doch ich hatte exakt dies gestern vergessen und heute war Sonntag – was tun sprach Zeus???

Machmal sieht der Mensch den Wald vor lauter Bäumen nicht! Trinke ich nicht seit Wochen zusammen mit Brigitte und Hans fleißig Ouzo um Fläschchen zu sammeln?
Bin ich nicht, nach Alex´ Bekunden, der Olivenbaron 😉 ?

Was lag näher, als ein sehr persönliches Geschenk zu machen?
Eine Flasche selbst produziertes, extra natives, kaltgepresstes, biologisch angebautes, eigenhändig geerntetes flüssiges Gold!

Inzwischen schmeckt es sehr lecker

Bestens gerüstet und gelaunt und mit einem Gefühl der Vorfreude fahre ich die paar Meter bis zum Haus der Gastgeberin, welches auf einer unwegsamen Anhöhe liegt.

Just im Augenblick meiner Ankunft fängt es an zu tröpfeln…

Fast 19°C, aber wieder beginnt es zu regnen

Es ist noch ein weiteres Paar aus der Marina eingeladen, die Beiden sind schon vor Ort.
Auch ich schaffe es noch trockenen Fußes in die kleine, reizende Katikia, wo die Gastgeberin schon dabei war, den Tisch zu decken.

Ich werfe einen Blick über die Terrasse und bewundere den Blick zur Marina.
Daran sollte ich nicht lange Freude haben, denn schon Minuten später zog eine brachiale Sturmwalze mit einem sintflutartigen Regenguss über Temenia, es hat so kräftig geschüttet, dass man meinte die Hand nicht mehr vor Augen zu sehen.

Ein wunderschöner Ausblick
Es begann zu regnen, die dunkelgrauen Wolken versprachen nichts Gutes…
…und „nichts Gutes“ kam – und wie!

Ein Wolkenbruch lässt sich schwer fotografieren, aber glaubt mir – es war unfassbar, was der Himmel aus seinen geöffneten Schleusen freigab.

Uns war es egal, wir konnten es nicht ändern. Also setzten wir uns zusammen, unterhielten uns auf vier Sprachen und zusätzlich noch mit Händen und Füßen.
Wir tranken Ouzo und hatten Spaß – und wie immer wenn man Ouzo trinkt und Spaß hat, gilt eine ungeschriebene Regel…
„What ever happens on Leros, stays on Leros“ 😉

Daher sind die folgenden Bilder nur Impressionen – es zeigt, was Griechen machen, wenn sie dich am Sonntagnachmittag auf ein Zusammensitzen einladen.

Wir hatten einen herrlichen Sonntag in privater Runde!

Der Tisch war reichlich mit frischen, selbst zubereiteten Meze gedeckt
Der Mann der Gastgeberin spielte seine persönliche Playlist – keine andere Musik hätte besser gepasst
Zum Nachtisch gab es Yoghurt mit klebrigen, süssen Früchten
Last not least – Loukoumi aus Thessaloniki

Ich sag´ es offen und ehrlich – diese Tage, diese Einladungen, sind für mich das Salz in der Suppe!
Es sind erste Zeichen von Anerkennung und Akzeptanz und das Zulassen von Integration.

Solche Nachmittage gehen bei mir tief, ich sauge das Gefühl mit Haut und Haaren auf, ich liebe diese Facette meines Lebens.

Der Nachmittag bekommt sein Highlight, als wir vom Gastgeberpaar eine Einladung zu ihrer Hochzeitsfeier im August erhalten.
Ich bin mehr als neugierig und sage, auch im Namen von Sibylle, sofort zu!

Zufrieden und glücklich fahre ich zurück in die Marina – das Abendessen fällt heute aus…

Der nächste Morgen zeigt sich versöhnlich – dies bringt mich auf den Plan, einmal wieder nach unserer Katikia zu sehen.

Immer noch stürmisch, aber es zeigen sich erste Löcher in der grauen Wolkendecke
Richtung Nordwesten ist der Himmel schon blau
Ich gehe zu meinem eigenen Aussichtspunkt und genieße den Augenblick – carpe diem!
Das Haus ist ok, das Wetter kann ihm nichts anhaben – unsere Investition in die Dachreparatur hat sich gelohnt

Zurück in der Marina, fällt mir im Vorbeigehen ein Schiff am D-Steg auf. Mein Blick bleibt an einer außergewöhnlichen „Notlösung“ hängen und meine Gedanken hängen der Situation kurz an.

Das Schiff ist ein sehr hochwertiges Schiff aus skandinavischer Fertigung. Ich kenne die Eigner vom Sehen, aber sie grüßen nicht.
Ohne Umschweife würde ich dem Paar eine gewisse Grundarroganz unterstellen.

Es ist natürlich ein Zufall, dass es sich um ein Eignerpaar aus „Bella Italia“ handelt, trotzdem bedient der Signore, der sonst meist auf einer dreirädrigen Piaggio seine Kreise dreht, alle Klischees.

Das Schiff ein bisschen überfein, die Leinen so vertäut, dass sie andere Boote anscheuern – viel Chic, wenig Sicherheit.
Dann passiert sowas…

Kein Ruckdämpfer, kein zweites Paar Heckleinen über Kreuz, keine Sicherungsleine – geschieht ihm Recht!

Das Boot war so mies vertäut, dass die Schiffsbewegungen so ungefiltert in die Leinen weitergegeben wurde, dass die Leine trotz einer Kausch gerissen ist – es hat die Metallkausch einfach aufgerissen.

Schade, wenn man seine Nachbarschaft nicht pflegt – dann muss man mit der Notlösung leben, welche der Marinero eingebunden hat.
Ich will da nicht zu weit greifen, aber auch der hatte an dem Tag wohl nicht seinen besten Tag – ob das Geknotsel das Schiff im nächsten Sturm hält, wage ich zu bezweifeln.

Na egal, ich gehe weiter zu NESSAJA und sortiere mich neu. Mal auf meine To-Do Listen schauen, was gut in den heutigen Tag passen würde.

Während ich meine Mails schreibe und Ersatzteile recherchiere, meldet sich Giorgos.
Er hat die Wellendichtringe für meinen Furler erhalten und fragt, ob wir diesen heute zusammenbauen wollen.
Klar wollen wir das! Ich komme sofort!
Nur noch schnell die Heizung starten, damit es bei meiner Ankunft warm ist – und just in diesem Moment schlägt das Schicksal wieder zu.

Meine Heizung qualmt und bullert wieder – es steht wieder ein großer Service an

Ich ärgere mich leise. Nicht darüber, dass ich meinen Käufern noch einen Heizungsservice nebst allen Neuteilen spendieren darf, auch nicht darüber, dass dies scheinbar bei meiner superintensiven Nutzung alle zwei Jahre fällig zu sein droht…

Ich ärgere mich darüber, dass dies zur Unzeit passiert! Ich habe keine Zeit – und der Ausbau meiner Heizung ist aufwändig.
Immerhin ist Sibylle in Deutschland und kann die Teile mitbringen, ich werde diese wohl in den nächsten Tagen bestellen.
Ein Trost ist, dass die Heizung funktioniert – sie muss noch rund zehn Tage durchhalten.

Ich fahre zu Giorgos und wir reparieren den Furler und haben Werkstattspaß – immerhin klappt da alles!

Wir setzen alles mit Neuteilen zusammen und schmieren die Anlage…
…nach einer Stunde sind wir fertig, der Furler tut wieder

Am Heimweg gehe ich noch etwas Essen, dann fahre ich zurück auf mein Schiff. Ich freue mich auf mein Salonsofa und darauf, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Die Sonne geht spektakulär in der Gourna Bucht unter

Ich bin früh zuhause und bevor ich mich einer seichten Fernsehsendung widmen werde, scrolle ich noch ein wenig durch die sozialen Medien.

Potztausend – mein Blick bleibt an einer Anzeige des „Tis Kakomoiras“ hängen.
Immer am Donnerstag zum Faschingswochende wird groß gefeiert. Es ist guter Brauch exzessiv zu Grillen.
Das will auch Xristos, der Wirt des „Tis Kakomoiras“ anbieten, hat aber nicht mit der riesigen Nachfrage gerechnet – aus meiner Sicht kein Wunder, denn er hat Manolis und Flourios geladen, welche als Musiker einen exzellenten Ruf genießen.

Um die riesige Nachfrage zu befriedigen, hat er sich mit Leon aus der Hafenkneipe „Leon Limani“ zusammengetan.
Der eine hat einen Haufen Nachfrage, der andere aufgrund des Hafenumbaus, eine große aber zur Zeit schlecht besuchte Location.

Perfekt – darauf freue ich mich

Ich muss sofort daran denken, dass heute Nacht Jörg und Sven anreisen. Jörg ist einer der Eigner von INSPIRATION und er kommt mit seinem Bruder Sven um dem Schiff während der nächsten Wochen ein Teilrefit angedeihen zu lassen.
Am 09.02. kommt noch der zweite Eigner der Bavaria 39 Cruiser dazu – ich bin sicher, dass Tom und die beiden Brüder sicher Spaß an einem Fest mit den Locals haben.

Da auch Alex einer BBQ-Orgie nie abgeneigt ist, reserviere ich ohne Absprache einen Tisch für fünf Personen in der Kneipe, in die Sibylle niemals mit mir gehen würde.

Die Anreise der beiden Brüder aus Bad Tölz, unweit unserer früheren Heimat, klappte problemfrei und so gab es am Folgemorgen erst einmal ein großes HALLO und die Übergabe der mitgebrachten Ersatzteile…

Das Wichtigste zuerst – lukullische Grüße aus der Heimat – 2kg Leberkas nebst Händlmaier Sempf und a Glasl Leberwurscht
Für NESSAJA gab es die Ersatzteile für den Wassermacher…
…und für ELOWYN den neuen externen Temperaturfühler für die Heizung

Doch das war längst nicht alles! Jörg und Sven sind mit einem Werkstattwagen von Jörgs Firma angereist.

In dem VW Crafter war natürlich reichlich Platz und so habe ich die Chance genutzt, mir weitere Teile mitbringen zu lassen.
Das hilft, denn ich muss weder auf ELOWYN noch auf NESSAJA warten, um diverse Kleinigkeiten voranzutreiben.

Auf Leros nicht zu bekommen, war zum Beispiel die „blue-performance“ Abdeckung für meinen Außenborder – die hatte der Hagel perforiert.
Endlich hatte ich Ersatz!

Passt wie die Faust auf´s Auge – der Suzuki ist wieder geschützt

Damit nicht genug – ihr erinnert euch vielleicht an die Odyssey der Dichtungen für die Duschtüren auf ELOWYN.
Ich hatte gedankenlos die Ware in 250cm Länge bestellt, welche leider statt an Hans Peter an meine deutsche Adresse geliefert wurde.

Unser Sohn konnte das Packstück aufgrund der Länge nicht einfach weiterversenden.
So war es eine glückliche Fügung, dass Tom von der INSPIRATION bei uns zuhause vorbeigefahren ist und das lange Trum zu Jörg gebracht hat.

So konnte ich heute auch dieses verfitzmaledeite Packstück in Empfang nehmen!

Ich bringe die Teile für ELOWYN gleich dorthin – die Dichtungen sind schon lang…
…die Dimensionen werden erst im Vergleich so richtig bewusst

Last not least haben mir die Freunde auch noch einen Gefallen für Dritte getan. Ich war nämlich im Wort bezüglich eines Gefahrguttransports, konnte dieses Wort aber nicht halten, weil ich ja vermutlich meine Deutschlandreise verschieben werde.

Deshalb war ich sehr dankbar, dass mir die Beiden auch die Wassermacherchemikalien für die Crew der BORN TO LIVE mitgenommen haben.
So war uns allen geholfen – und eine Hand wäscht die andere…
Dies ist übrigens ein Credo, welches im Februar noch ein paarmal vollumfänglich unter Beweis gestellt wurde.

Auch Guido bekommt seine Chemie

Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass ich überlege erst später nach Deutschland zu fahren?

Eigentlich wollte ich ja Mitte Februar zu Sibylle fahren und mit ihr noch einmal alle Kinder besuchen.
Dann würden wir uns mit Hans Peter in Karlsruhe treffen um meine Wohnung zu renovieren und diese in diesem Zug verkaufsfertig zu machen – soweit der Plan…

Leider verzögert das Wetter seit Wochen meine Großprojekte. Ich hänge mit dem Rigg von NESSAJA nach und kann auch auf ELOWYN die Außenarbeiten nicht abschließen.
Ich bin wohl noch in der Zeit, aber ich kann nicht einfach drei oder vier Wochen alles liegen lassen.
Vermutlich reise ich später nach Deutschland. Wann, wird sich im Laufe des Monats zeigen.

Für heute reicht´s mir – ich ziehe mich auf NESSAJA zurück und wasche meine Wäsche.

Das Wetter passt perfekt, das muss ich ausnutzen

Der perfekte Tag dafür – die Freunde brauchen noch etwas Zeit sich zu sortieren, ich habe meine Teile alle verräumt und kann mich auf morgen vorbereiten.

So nutze ich den restlichen Tag für Hausarbeit und ein bisschen Planung.
Ich sehe mir die erworbenen Teile mal genauer an – ich hoffe, es passt alles…

Gleiche Uhr – trotzdem anders! Hoffentlich passen die Anschlüsse
Sieht aber aus, als sei genug Platz für das „Zipfele“

Das bisschen Zeit das ich habe, kommt mir sehr gelegen, denn der Zufall will es, dass sich ein Interessent für FESTINA LENTE von Johannes gemeldet hatte.

Ich hatte lange Mails mit dem Paar aus dem Schwäbischen ausgetauscht, bei den Vorbereitungen zur Anreise geholfen und sehe jetzt dem Besuch der Beiden sympatischen Schwaben entgegen.

Es steht eine Probefahrt mit dem Schwesterschiff von INSPIRATION zur Debatte – das ist an sich kein Problem, die Bavaria 39 Cruiser ist fahrklar.
Mein Nachbarschiff braucht lediglich eTEPAI, eine Sache um die ich mich kümmern kann.

Bei einem Telefonat gibt mir der Eigner alle Daten und beantrage in meinem Account das notwendige Permit.

All das „geht nebenher“ – verschlingt aber Stunden

Ich war froh, als endlich Feierabend war. Heute war ich zum Abschiedsessen mit Brigitte und Hans verabredet.,
Auch die Beiden werden noch einmal für einen Monat nach Österreich reisen, auch hier gilt es zum Abschied noch einmal leise „Servus“ zu sagen.

Damit der Trennungsschmerz etwas gelindert wird, haben wir uns auf einen Burger nebst Salatbegleitung im „Remezzo“ verabredet.

Schon der Salat hat es in sich
Die Burger sind zur Zeit „best in town“

Der kommende Morgen begann mit einem Paukenschlag! Ich stehe in Schlafshirt und Schlüpfer in NESSAJAs Pantry und bemühe mich im Halbschlaf meinen Kaffee zu überbrühen.

BIMM! Mein Telefon reißt mich aus meinem Tun – nanu, wer will zu dieser Zeit etwas von mir???
Es war Jörg! Sein Krantermin sei vorverlegt worden und ich hätte doch angeboten Linehandler zu sein – es geht in 10 Minuten los!

Waaaas? In 10 Minuten???
Ich springe in mein Gewand und haste zum Liegeplatz von INSPIRATION – ohne Kaffee!!!
Klar, mussten wir länger als 10 Minuten warten, aber dann hieß es „Leinen los“ und wir glitten aus der Box.

Unterwegs – vorbei an NESSAJA, wo mein Kaffee gerade kalt wird

Wir fahren – es fühlt sich ungewohnt an. Ich bin ja inzwischen in der Marina festgewachsen.
Das erste Ablegemanöver ist ungewohnt, für mich und für den Skipper, der die Bavaria aber gekonnt aus der Gasse lenkt.

Wir müssen etwa zwei Faden zurücklegen bis wir in der Krangasse wieder andocken.
Meine erste Fahrt 2026 – ob ich Jörg mein Meilenbüchlein zur Unterschrift vorlege? 😉

Obwohl die Fahrt nur zwei Minuten dauert, haben wir Spaß – ich freue mich auf die kommenden Wochen mit den Jungs…

Der Skipper – hochkonzentriert
Es kann nix passieren – wir haben ein Begleitfahrzeug
Dann machen wir in der Gasse fest und INSPIRATION wird in die Gurte genommen

Das Kranen ist immer ein Spektakel. Klar, das Boot verlässt sein gewohntes Element und hängt in den Schlaufen.

An Land steht es dann wie ein unbeweglicher Koloss und wird zur Immobilie.
Alle Eigner wohnen diesem, fast schon metamorphorischen Prozess, gespannt bei und filmen was das Zeug hält.

So auch die Crew der Bavaria – der Augenblick wird auf Zelluloid gebannt.

Die Sonne kommt gerade hinter dem Berg hoch, bei uns ist die Laune schon bestens
Das Schiff wird in die Höhe gehoben…
…und dann auf Landniveau gebracht und gereinigt – erste neugierige Blicke inspizieren das Unterwasserschiff
INSPIRATION wird nahe den Plätzen positioniert, an denen HP und ich refittet haben – ein guter Spot

Jörg parkt den Werkstattcrafter so, dass sich eine perfekte Werstattecke ergibt.
Der große Volkswagen dient als Häuschen und Kammer, gearbeitet wird auf mobilen Werkbänken nahe der geöffneten Türen.

Die Beiden legen recht rasch los, verkabeln ihr „Lager“ und sorgen für fließend Wasser.
Mein Job ist getan, ich verhole mich zurück auf NESSAJA, trinke erst mal meine zwei Tassen Kaffee und kümmere mich dann um den Service meines Top-Swivel.
Ich will alle Teile meiner Rollanlage fertig haben, um jederzeit startklar zu sein, sollte das Wetter die Montage der Anlage zulassen.

Das Zerlegen des oberen Wirbel geht rasch von der Hand, er muss nur gereinigt und geschmiert werden

Gegen Mittag habe ich eine Idee – wie wohl eine gemeinsame Brotzeit zur Mittagspause angenommen würde?
Ich hatte ja den Leberkas und es lag mir fern, die zwei Kilo alleine zu futtern.

Also gehe ich nochmals zum neuen Standplatz der INSPIRATION und biete an, dass ich gegen 13.00 Uhr zur gemeinsamen Mittagspause laden würde.
Die Idee wurde begeistert angenommen…

Ich staunte derweil nicht schlecht – während ich an meinem Topwirbel herumwienere, hat Sven ALLEINE fast ein Viertel Boot bis aufs Gelcoat abgehobelt!
Wobei „abgehobelt“ gar nicht flapsig gemeint ist – die beiden machen den Job, den wir bisher immer als Schleifarbeit verstanden haben, mit einer Lackfräse!
Das kostet Körner und macht richtig Radau, zeigt aber echt Wirkung.

ALLEINE – nach zwei Stunden!

Ich ziehe mich in meine Pantry zurück und bereite das Mittagessen vor. Das bayrische Labsal ist vorgebacken und muss nur im Backofen auf Temperatur gebracht werden.

Meine Sibylle gibt mir aus der Ferne Anweisungen wie dies am besten gelingt und ich handle, wie mir geheißen.

Wrapped – nur nix anbrennen lassen
13.00 Uhr – „Essen fassen!“

Das Flötzinger ist von Jörg gestiftet, so zauberten wir Mannsbilder eine ansehnliche Brotzeit auf den Tisch.

Es war schwer, sich danach wieder aufzurappeln und gegen das Freßkoma anzukämpfen – aber es gelang uns in beeindruckender Weise!

Ich klarierte die Küche und stellte dann die Reinigung und den Service an meinem Top-Swivel fertig…

Bis zum Spätnachmittag war das Teil serviciert und einbaufertig

Die beiden „Work-Freaks“ von der INPIRATION haben die Messlatte sogar noch einmal um ein Quäntchen höher gelegt und sägen gleich mal am ersten Arbeitstag die Löcher für den Tunnel des Bugstrahlruders.

Wenn ich mir überlege, wie lange wir uns bei ANAHITA dafür Kopf gemacht haben und wie lange die Marinamitarbeiter schließlich dafür brauchten – was für eine Benchmark!

Die Löcher sind drin – „…nur noch schnell anpassen!“
„…schnell saubermachen – die Schottwand muss raus, da laminieren wir dann schnell eine neue ein!“

Ganz ehrlich, die ersten Tage haben Jörg und Sven so eine Schlagzahl vorgegeben, dass nicht nur ich staunend daneben gestanden bin.

Ich komme später noch einmal darauf zurück, aber in unserer Marina kommt es nicht alle Tage vor, dass jemand den Bugtank ausbaut, den ganzen Stauraum unter dem Bett neu aufteilt und dann IM SCHIFF einen neuen, maßgefertigten Kunststofftank schweißt.
Die ersten Tage mit den Beiden waren mehr als beeindruckend!

Die ersten Abende übrigens auch 😉 …

Wir gingen alle zusammen essen und hatten richtig Spaß

Falls sich jemand fragt, wer da noch mit am Tisch sitzt – das ist die Herrencrew rund um Joachim.

Er, Fritz und Dirk haben Joachims Katamaran aus der Türkei nach Leros verlegt und den Februar für die Fahrt von Marmaris hierher genutzt.

Nein, ich habe meine Gesellschaft nicht angebiedert, unsere Zusammenkunft resultiert aus der Tatsache, dass die Seglerwelt eben doch irgendwie klein ist.
Joachim ist ein Segelfreund von Freunden die wir schon lange kennen und die uns gebeten hatten, ihn nach seiner Ankunft doch mit den nötigen Informationen zu versorgen.

Dem entsprach ich gerne, wir waren uns sympathisch, der Rest ist Geschichte…
Allerdings würden die drei bereits übermorgen abreisen, wir würden uns aber im Sommer wieder treffen.

Den neuen Tag begann ich abermals entspannt…

Ich verpacke ELOWYNs Hydraulikzylinder für den Transport nach Deutschland
So passt das, so kann Jörg den Zylinder mitnehmen und verschicken

Es war wieder einmal ein regnerischer Morgen und so nahm ich mir vor den Hydraulikzylinder von ELOWYN versandfertig zu machen.

Ich musste KG-Rohr beschaffen, dieses drei Meter lange Trum nach Plaka transportieren und dort zuschneiden.
Dann konnte ich den Zylinder sicher verpacken und das Frachtstück bereitlegen.

In Deutschland wird er zur Servicefirma verschickt und Hans Peter wird ihn im Mai zurück nach Griechnland bringen.
Die Logistik und deren Organisation ist wohl das meistunterschätzte Thema in Sachen Bootswartung!

Danach war ich abermals als Küchenchef gefragt – die Brotzeit am Vortag war so gut angekommen, dass es nach einer Wiederholung mit dem zweiten Kilo Laberkas schrie.

Der Tisch war gedeckt – nanu, für Fünf???
Das zweite Kilo und ein kläglicher Rest von gestern
Hm, lecker – frisch serviert
Kann losgehen – alle Gäste sind da

Ja, richtig gesehen – Hans und Brigitte sind noch da! Ihr Flug wurde abermals verschoben.

Sie kamen nicht weg von Leros – alle Flüge verschoben auf morgen!
Neues Spiel, neues Glück…

Egal, eine weitere Gelegenheit sich zu treffen und so habe ich die beiden Freunde aus Österreich kurzerhand zur Leberkasorgie eingeladen.

Weil die Beiden nicht mit leeren Händen kommen wollten, gab es einen Kübel eisgekühltes Bier zum Essen – im Wortsinn…

Mamos on the Rocks

Wir saßen diesmal länger beisammen als noch gestern. Erstens, weil wir einfach viel zu quasseln hatten.
Zweitens, weil der Tag einfach nicht zum Arbeiten einlud – draußen herrschte wieder schwerer Sturm!

Es war einfach nicht mehr feierlich – es kachelte was das Zeug hielt und man spürte an NESSAJAs Platz jeden Winddrücker im Rigg.

Wieder zwischen 60 und mehr als 70kts
Vor Zeugen und fotografiert – 85kts in der Marina

Zweifel kamen auf – ob mein Windmesser zuviel zeigt? Nun, ich kann nicht mehr sagen, als dass es eine neuwertige und hochwertige Anlage ist.
Woher sollte die Falschmessung rühren?

Ich nehme vorweg, dass NESSAJA ab der Monatsmitte auf einem anderen Platz stehen wird.
Tatsächlich zeigt meine Anlage dort weniger starke Peaks an – was aber beweist, dass sie nicht grundlegend zuviel misst.
Hier an der Ecke pfeifen die Böen eben recht kräftig um´s Eck.

Dies sollte den ganzen Monat mit nur kurzen Pausen so weitergehen – es folgen noch Bilder.
Auch andere Freunde waren übrigens von Fähr- und Flugplanänderungen betroffen, im Februar war auf nichts Verlass!

FESTINA LENTE – mein Nachbarschiff steht zum Verkauf

Ein neuer Handlungsstrang schleicht sich in meinen Alltag. Dies wird im Laufe des Monats noch ein paarmal passieren!

Das führt dazu, dass ich mich vor Arbeit kaum retten kann, fleißig bin und auch ganz schön was weggeschafft bekomme, meine Kernprojekte aber etwas ins Hintertreffen geraten.

Sibylle fehlt vor Ort, sie ist die, die mir normaler Weise den Rücken freihält.

Was war passiert? Ich hatte ja schon angedeutet, dass ein Interessent für FESTINA LENTE sein Kommen angekündigt hatte.
Die offenen Punkte waren soweit abgeklärt und auch etwaige Budgetfragen bereits besprochen, so dass nun ein Besuch beim Schiff folgen sollte.
In der Planung rutsche das Zeitfenster immer näher an das Jetzt – bis wir auf einmal im Kurzfristbereich angekommen waren!
„…Mario, wir kommen morgen, passt das?“

„Äh ja, klar, ich bin da!“ – und morgen ist inzwischen heute…

Die Beiden sind schon in Kos

Ich habe den Vormittag genutzt um auf FESTINA LENTE noch einmal nach dem Rechten zu sehen und den Niedergang zu öffnen um etwas frische Luft in das Schiff zu lassen.

Das Interessentenpaar hatte jeweils einen An- und einen Abreisetag geplant und wollte einen vollen Tag für die Schiffsbesichtigung in der Marina zur Verfügung haben.
Leider waren auch die Beiden vom gestrigen Sturm betroffen und sind nicht rechtzeitig auf Leros angekommen.
Eine Übernachtung in Kos war notwendig und dummerweise bleibt nun nur ein halber Tag für einen ersten Eindruck.

Ich werde mich redlich mühen, diesen so positiv wie möglich zu gestalten!

Ein bisschen Zeit bleibt noch bis zur Ankunft meines Besuches, was tun? Ich weiß! Ich fahr zum örtlichen Kurierdienst…

Ok, schon groß! Und schwer!

Witzig, genau wie beim letzten Mal, haben Brigitte und Hans auf ein dringendes Paket gewartet, welches aber nicht mehr vor ihrer Abreise angekommen ist.
Ich habe mich abermals bereit erklärt, dieses nach Ankunft abzuholen – und mehr als einmal haben wir gewitzelt, dass es wohl exakt nach der Abreise ankommen würde…

Ihr könnt es euch denken – die Beiden waren gerade am Flughafen in Athen angekommen, da bekam ich schon die Nachricht…
„Paket angekommen, liegt bei ACS mit der Abholnummer xyz“!

Also hole ich das Trum, fahre es in die Marina und lagere es vorübergehend in ELOWYNs Dinghygarage ein.

Jetzt wird es Zeit nach Agia Marina zu fahren, die Fähre wird bald ankommen, die Kaufinteressenten für FESTINA LENTE sind im Anmarsch!

Nur noch ein paar Meilen – auf nach Agia Marina
Pünktlich biegt die Fähre in die Bucht von Agia Marina ein…
…und öffnet ihre Klappen um die Reisenden aus- und einsteigen zu lassen

Man erkennt sich sofort! Ein kurzes Hallo, dann geht es sofort zum Auto und ab in die Marina.
Es gilt keine Zeit zu verlieren, ein Nachmittag ist reichlich kurz um sich einen Überblick über ein Segelboot zu verschaffen.

Ich zeige das Schiff, die Beiden fragen neugierig. Wir kriechen in alle Ecken und öffnen Luken und Klappen.
Der Motor wird getestet, das Getriebe und das Bugstrahlruder auch – für eine Probefahrt reicht die Zeit leider nicht.

Wir gehen ins Büro, besprechen auch dort noch einmal die Modalitäten einer etwaigen Vertragsübernahme.
So vergeht der Nachmittag wie im Flug, es wird Zeit die Beiden ins Hotel einzuchecken und sich zum Dinner zu verabreden.

Unsere Wahl fällt auf das „To Steki“ in Alinda. Ich gehe gerne dorthin – Edith aber auch! Und es hat mich voll erwischt!!!

Edith vereinnahmt mich – während des Essens

Treue Leserinnen und Leser werden sich an Edith erinnern – sie kam, sah und herzte… MICH! Während wir aßen und und uns angeregt über den Schiffsverkauf unterhielten.

Nun, es ist eben so eine Sache mit dem Feingefühl – letztlich haben wir das Besteck auf die Seite gelegt, uns dem Small Talk mit Edith zugewandt, welche dann auch gleich das gezeigte Bild an Sibylle geschickt hat.
Dann war aber gut und wir konnten uns wieder auf unsere Themen konzentrieren und uns dabei wieder dem leckeren Essen bei Dimitris widmen…

Frittierte Fische – sind ganz lecker, esse ich mit Sibylle nie

Der Tag neigte sich dem Ende zu und ich habe mich von den beiden Schwaben verabschiedet.
Es freut mich außerordentlich, dass sich mein Eindruck im Vorfeld bestätigt hat und die Beiden in Natura ebenso nett sind wie es ich vermutete.

Klar, im Rahmen der Diskussionen ist man auch mal geteilter Meinung, aber das muss man aushalten können.
Zufrieden trennen sich unsere Wege – es beginnt die Nacht, in der man nochmal drüber schlafen muss 😉 !

Am nächsten Morgen machen die Beiden Nägel mit Köpfen, aus den Kaufinteressenten sind über Nacht designierte Bootsbesitzer geworden.
Von hier ab übernimmt Johannes in Deutschland – und bereits Ende März treffe ich mich mit den Neueignern abermals auf Leros, dann zur finalen Übergabe.

Jetzt heißt es die Zwei an den Flughafen zu bringen, sie werden heute schon zurück fliegen.
Der Zufall will es, dass dies genau der Flieger ist, auf den Freundin Susanne wegen des vorgestrigen Sturms umgebucht wurde.
Ich verabschiede mich im „Abflugbereich“ von meinem Besuch, gehe drei Schritte in den „Ankunftsbereich“ und freue mich Susanne willkommen zu heißen.

Beide Flieger kommen gleichzeitig an
Susanne kommt an und wird für zwei Wochen bleiben – ich freu´ mich

Sibylle weiß natürlich, dass Susanne in diesem Moment ankommt und auch, dass ich das ein oder andere „Date“ mit ihr haben werde.

Sie sendet viele Grüße von der „Enkelfront“ und scheint sich in „ihrer Welt“ auch sehr wohl zu fühlen.
Die Racker haben die Oma voll vereinnahmt und sie hat alle Hände voll zu tun.

Trotzdem scheint es mir manchmal wie eine verdrehte Welt – egal, alle kümmern sich um ihr Ding und haben Kurzweil und Spaß, das ist die Hauptsache.

Grüße an Susanne – wir frühstücken Grad, die Lümmel nehmen mich in Beschlag

Ich bringe Susanne nach Xirokampos in ihr Haus und verabschiede mich dann. Sie muss erstmal ankommen.
Wir verabreden uns soweit, dass wir uns gegenseitig ein kurzes Signal geben, wenn eine(r) von uns auf einen Kaffee geht – so hätten wir immer mal Gelegenheit zusammenzusitzen und ein wenig zu Quatschen.

Wann wir zusammen auf ein Dinner gehen, lassen wir zunächst offen.

Zurück in der Marina, besuche ich noch Jörg und Sven auf ihrer Baustelle. Die Beiden haben es sich inzwischen schon recht gemütlich gemacht und sich professionell eingerichtet – es ist alles da was man braucht!

Auf der Schleichfahrt durch die Marina zeigt mein Thermometer im Auto, was das Gefühl schon längst vermittelt hatte – der stetige Sturm macht Pause, es ist ein Sommertag mitten im Winter!

Ein PE-Schweißgerät, allerlei Werkzeug und- das Wichtigste – eine Kaffeeküche!
Sonne und fast 22°C – perfekt

Ich helfe ein wenig bei den Brüdern und freue mich mit den Beiden über deren Fortschritt.

Viel zu schnell verfliegt der Tag und wir rufen den wohlverdienten Feierabend aus.
An einem Tag wie diesem, gibt es eigentlich nur eine angebrachte Art und Weise die blaue Stunde zu begrüßen…

Ein Feierabendbier auf der Hafenmauer bei Sonnenuntergang!
Und genau so machen wir es!!!

Easy Day – auf die Freundschaft
Das wäre doch fast ein „Flötzinger“ Werbebild
Weg ist unser Zentralgestirn – jetzt wird es schlagartig frisch

Wir beschließen zu duschen und gleich anschließend ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu gehen.

Während ich mich gerade für das gemeinsame Dinner zurechtmache, rasselt eine WhatsApp Nachricht meines Freundes René aus Schliersee rein.
Sibylle ist heute bei René und seiner Rita zu Besuch und offensichtlich wollen die Drei mir lange Zähne ob ihrer bayrischen Brotzeit machen.

Das würde sonst auch funktionieren, aber nachdem wir erst vor wenigen Tagen „Leberkäs“ satt hatten war die Wirkung nicht so vehement wie sonst 😉 …

Jaja, sieht gut aus, zugegeben – aber diesmal breche ich nicht gleich in Tränen aus
Nimm DAS dafür – und leide wie ich, Du Schuft

Meine Antwort ist ein Bild vom Drehspieß – das ist heute eine gute Alternative und wir können somit beim Dinner ebenfalls punkten.

Am neuen Morgen war ich recht hibbelig – mein Victron Ansprechpartner hilft mir, mein Setup ein bisschen upzudaten und wir sehen uns gemeinsam meine Spannungsschwankungen des Generators an.

Der Probelauf zeigte, dass alles gut funktioniert, aber die Ladeleistung des alten Generators an der neuen, elektronischen Anlage schwankt.

Um das einzugrenzen, muss ein letzter Generator-Probelauf gemacht werden. Ich kann nicht abwarten und starte das Prodecere noch während meines Morgenkaffees.

Die Anlage selber läuft einwandfrei
Die Firmware Updates laufen einwandfrei durch – den Quattro machen wir später zusammen
Vom Quattro abgekoppelt, liefert der Generator einwandfrei

Ich habe den Generator noch einmal von meiner Victron Anlage abgekoppelt getestet – alles läuft einwandfrei.

Die Victron Anlage habe mit neuen Firmware Updates bespielt, auch hier gibt es keine Fehler.

Das alles ist tröstlich, denn es zeigt, dass beide Systeme mängelfrei sind. So ist davon auszugehen, dass die schwankende Leistung ein Schnittstellenproblem ist, welches übrigens auch gerade im Victron Forum besprochen wird.
Ich hoffe, dass ich dies im Laufe des Monats lösen kann und gebe die Ergebnisse an meinen Victron Kontakt durch.

Weil ich gerade am Tisch sitze und noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken werden will, entscheide ich, die Messinstrumente des Wassermachers für den Einbau vorzubereiten.

Das unkaufbare Rotameter – dann überhole ich es eben…
Fertig – alte Fittinge werden durch neue ersetzt, alle Instrumente werden für den Einbau vorbereitet

Ich mache den Wassermacher kurzentschlossen zu meinem Tagwerk! Ich will den unbedingt einem weiteren Testlauf unterziehen, bevor NESSAJA an Land gestellt wird.
Außerdem gilt es, die Anlage zu konservieren, um für eine weitere Standzeit gewappnet zu sein.

Ich bereite mein Werkzeug vor, verschaffe mir Zugang zur Anlage und lege los – ich bin mal gespannt, wie weit ich heute komme.

Hier muss alles wieder zusammengebaut werden…
…dafür braucht es Platz und den entsprechenden Zugriff – es geht ohnehin recht eng zu
Egal wie, irgendwann ist es geschafft – sieht gut aus

Trotzdem verfliegt über solche Arbeiten der Tag – ich bin aber mit meinem Tagwerk zufrieden und beschließe, dass ich den Testlauf und auch den Konservierungsvorgang morgen durchführen werde.

Ein bisschen frische Luft tut nach dem Arbeitstag im Salon von NESSAJA gut.
Ich schlendere durch die Marina und sehe mal auf der Baustelle von Jörg und Sven nach, wie weit die Beiden inzwischen sind.

Bei den Brüdern herrscht eine hohe Schlagzahl und ich bin mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich das motivierend oder demoralisierend finden soll.

Klar ist das Bugstrahlruder fertig eingebaut – innen auch!!!
Jetzt wird alles klar – die Beiden sind mit bayrischen Wurschtschmankerl gedopt
Jörg schenkt mir den selbstgebauten Zirkel für den Bugstrahlrudertunnel – und einen Meterstab

Dankeschön! Ich freue mich über den selbstgebauten Zirkel, denn ich habe ja bei ANAHITA beobachten können, dass selbst die Marina den Umriss der Bohrung eher „schätzt“.

Ich bin nun in der Lage, genau anzuzeichnen wo der relevante Schnitt gemacht werden muss um ein perfektes Ergebnis zu bekommen.

Ich fahre sofort hoch in mein Haus, um das rare Werkzeug und den „Blindhammer Meterstab“ in meine Garage zu räumen.
Der Meterstab wird sich bei der Hausrenovierung etablieren!

Heute Abend gibt es ein weiteres Kennenlernen – ich bin in Alinda zum Dinner eingeladen, doch dazu später noch ein paar Worte.
In jedem Fall hat es sich gut getroffen, dass ich von Alinda aus nach Hause fuhr, denn es war so geplant, dass ich Alex´am Fährhafen in Agia Marina aufpicken könnte.
Der Skipper der ANAHITA kommt heute aus Deutschland zurück!

Der Parkplatz war voll – ich parke quer vor anderen Autos und sende Alex meinen Standort…
…ein Parkplatz wurde frei – ich kann den Freund am Anleger abholen

Ein großes Hallo zur Begrüßung! Ich mag Alex und freue mich, dass er wieder da ist.
Seine Frau Antonia wird leider erst Mitte März nachkommen, sie hat private Verpflichtungen – ich bedaure das, denn zusammen haben wir immer viel Spaß gehabt.
Aber ich bin sicher, wir bekommen das auch so hin!

Kurzer Gedankensprung zu meinem Dinner – Bibi und Markus haben mit mir Kontakt aufgenommen. Sie hatten sich für eine Gebrauchtyacht auf Leros entschieden und wollten mich treffen.
Solche „Blind Dates“ mag ich – und sage natürlich sofort zu.
So traf es sich, dass wir nach einem gemeinsamen Kaffee zum „Beschnuppern“ gleich dreimal zusammen beim Essen waren.
Wir hatten Kurzweil und Spaß und ich freue mich darauf, dass die Beiden schon im März zurückkommen und ihre Neuanschaffung MOUSTIC zu uns in die Evros Marina verholen werden.

Ich sacke zufrieden und müde ins Bett und überlege beim Einschlafen, wie ich das morgen mit dem Probelauf des Wassermachers angehe.

Nun, am besten steige ich dort ein, wo ich mit Guido zusammen abbrechen musste – zuerst nur die Niederdruckpumpe…
…dann das Hochdruckaggregat dazu – noch ohne den Druck nach oben zu drehen

Jetzt wird es spannend – ich drehe also, wie das letzte Mal vor etwa drei Wochen, den Druck langsam nach oben…

Die Anlage beginnt richtig Lärm zu machen und fängt an, das Meerwasser durch die Membranen zu pumpen.
Langsam zählt der ppm-Zähler für die Wasserqualität nach unten – 1562 – 1283 – 968 – 861 – 721…

Der Produktwasseralarm ist schon länger aus, die Qualitätsanzeige springt auf „grün“.
Ich entscheide, dass ich das Produktwasser einfach mal verkosten werde.

Ich produziere bewusst nicht in den Tank – daher muss ich relativ schnell die Eimer nacheinader ausleeren
Ich bin positiv überrascht – schmeckt nach nix und ist damit wirklich gut

Es ist wirklich beeindruckend – mein Testlauf dauert etwa eine halbe Stunde.
In dieser halben Stunde produziere ich die Nominalmenge von 45 Liter Trinkwasser, welches ich aber bewusst in einen Eimer statt in den Tank geleitet habe.

Dieses Mal ist das Wasser für den Gully, nächstes Mal kann ich bedenkenlos in den Tank produzieren.

Final erreiche ich eine Produktqualität von 557ppm, das kann als guter Wert betrachtet werden.
Meine Freude wurde etwas getrübt, weil irgendwann der Wert wieder anstieg.
Es sei aber gesagt, dass ich nach langer Standzeit, im Hafen und ohne Filterwechsel produziert habe – ich gehe davon aus, dass die Anlage einmal gereinigt werden muss, dafür braucht es aber Chemikalien die ich nicht habe.
Dieser Punkt kommt auf die Liste für den neuen Eigner.

Ein guter Wert unter den gegebenen Bedingungen

Jetzt gilt es die Anlage zu konservieren. Diese Chemikalie habe ich an Bord und ich meine fast, dass es mir die Nasenschleimhäute verätzt als ich die Dose öffne.

DIESES Zeug will ich nicht in einer Küchenschüssel haben. Ich baue mir daher ein Mischgefäß und mische mir eine Spülösung für den Kanister an.
Dann spüle und konserviere ich die Anlage nach Vorschrift und nehme diesen offenen Punkt von meiner Liste.

200g auf 20 Liter – was für ein Höllenpulver

Check! Jetzt heißt es nur noch das Boot zu klarieren. Dazu gehört auch die Beseitigung von Kollateralschäden.
So habe ich zum Beispiel eines der kleinen „Inselschiffchen“ abgebrochen, welche bei uns an Bord verklebt sind.

Das klebe ich „schnell noch“ an!
Und ich denke ihr ahnt schon was kommt…

Nicht mal einen Kleberpunkt kann man „mal schnell“ setzen. Natürlich weiß ich, dass ich nach längerer Pause, die SIKA Spritze erst freistechen muss und die Düse freigängig machen muss.
Aber wer rechnet denn damit, dass man den Stempel der Kartuschenpresse nicht mehr aus der Kartusche ziehen kann?

Nach langem Mühen entscheide ich mich zur Notoperation!

Unglaublich was es alles für Pannen gibt…
…am Ende führt nur ein Massaker zum Ziel

Am Nachmittag ist das Tagesziel erreicht – der Wassermacher ist geprüft und neu konserviert, das Boot klariert.

Ich beschließe den Tag damit, mal wieder ein Update an meine Käufer in die Schweiz zu schicken.
Ich sende die Bilder vom Wassermacher und auch vom Generatorlauf, erzähle kurz wie es mit dem Rigg vorangeht und auch, warum ich ausgerechnet bei diesem Punkt etwas in Verzug geraten bin.

Trotzdem hänge ich auch hiervon Bilder an, einfach um aufzuzeigen, dass schon was vorangegangen ist und ich immer noch optimistisch bin, das stehende Gut bis Mitte März ausgetauscht zu haben.

Die Bauteile des Furlers sind fertig serviciert und warten auf den Einbau
Das Profilvorstag liegt fertig am Ponton und ist bereits mit einem neuen Vorstagsdraht versehen
Aber leider wird der ganze Februar stürmisch und regnerisch sein – wir finden keinen passenden Tag um die Takelage zu entern

Da im Hintergrund die Vorbereitungen laufen, um meine Wohnung in Deutschland verkaufsfertig zu machen und ich hierbei ein paar Planänderungen zur Kenntnis nehmen muss, ich zudem in dieser Phase des Monats merke, wieviel Druck bezüglich NESSAJA und ELOWYN am Kessel ist, greife ich zum Hörer und rufe Sibylle an.

Wir beschließen an diesem Abend, dass sie festlegen muss, wann sie zurück nach Leros kommt und ich gleichzeitig meine Fahrt nach Deutschland bis mindestens in den April verschiebe.

Sibylle wird sich später auf den 24.02. als Rückkehrdatum festlegen, es sind also noch ein paar Tage hin – ich bleibe „left outside alone“!

Der neue Tag beginnt beschissen – irgendwie im übertragenen Sinn und doch recht wörtlich zu nehmen!

Ich spüle meinen Fäkalientank und bin dabei ziemlich entspannt – bis der Bilgenalarm anschlägt!
Mit einem ohrenbetäubenden Pfeifton, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Wasser in der Bilge – Alarm! Was war passiert?

Nicht gleich mit dem Finger auf mich zeigen! Natürlich sind unsere Tanks leer! Aber der Krantermin für NESSAJA ist fixiert und das Schiff wird an Land stehen.
Ich habe dann keine Option mehr, den Ablauf zu öffnen – auch nicht mit Spülwasser.

Ich möchte den Tank aber noch einmal mit Süsswasser spülen, denn ich muss den Tankgeber ausbauen und reinigen, dieser hängt nämlich – denke ich zumindest.

Nicht ganz klar ist mir jetzt allerdings, warum in irgendeiner Art und Weise beim Auffüllen mit Frischwasser, dieses in die Bilge gelangen kann.
Egal, erst einmal die Bilge auspumpen, das geht am effektivsten mit der manuellen Pumpe.

Die Pumpe kann was, die Bilge ist rasch wieder leer

Ab jetzt gilt es Ursachenforschung zu betreiben. Dies war nicht für heute geplant, eigentlich wollte ich den Tank nur spülen.

Aber in diesem Fall macht es Sinn, gleich nach dem Grund für das Leck zu suchen.
Ich öffne also die Zugriffsluke und staune nicht schlecht!!!

Die Blende ist rasch weggeschraubt, man kommt ganz gut an den Tank
Ich traue meinen Augen kaum, der Tank ist mehrfach gerissen
Das Thema duldet keinen Aufschub, ich nehme das Teil gleich raus
Der besudelte Tankgeber bleibt zurück – vorerst! Die Tragweite des Schadens ist mir noch nicht bewusst
Meine Co-Workerin Sibylle fehlt – mein Bewegungsradius ist stark eingeschränkt
Irgendwie schaffe ich es, das Trum nach draußen zu wuchten

Klingt es abwertend, wenn ich von Sibylle als meine Co-Workerin schreibe?
Das soll es keinesfalls! Dieser eine helfende Handgriff, um wie in diesem Beispiel, den Tank aus dem Raum zu wuchten bevor ich mich durch die Türe bewegen muss, oder das Anreichen eines Schraubenziehers wenn man endlich in einer beengten Arbeitsposition angelangt ist – all das sind Handgriffe die Gold wert sind.

Ja, Sibylle und ich sind, in vielerlei Hinsicht ein gewachsenes und eingespieltes Team.
Ich muss schmunzeln, als Thomas von der SIMPLY FREE exakt heute so ein „Spaßbildchen“ aus dem Internet teilt…

Na dann haben Sibylle und ich ja eine gute Grundlage

Apropos Essen und Hunger – es war schon spät am Abend und mir knurrt der Magen, ich habe einen Bärenhunger!

Eigentlich war es ein Wetter, bei dem man keinen Hund auf die Straße jagt, aber was muss das muss.
Ich haste zu meinem Klicker und bin froh, dass ich glücklicher Weise in diesem verregneten Winter ein Auto zur Verfügung habe und meine liebe GS trocken in der Garage steht.

Als ich die kurze Fahrt nach Lakki antrat, schüttete es wie aus Kübeln! Da der Grundsatz „kein Vorteil ohne Nachteil“ meist auch im Umkehrschluss gilt, darf ich mich bisher über milde Temperaturen freuen.
Wir sind nahezu immer zweistellig, die meisten Tage liegen bei rund 15°C oder mehr und dazwischen bekommen wir einen 20°C+ Tag geschenkt!

Es regnet, dass man denkt die Welt würde untergehen

Der folgende Tag sollte einer werden, an dem Freud und Leid, gute und schlechte Nachrichten, sich aneinander reihten.

Es sollte ein Tag werden, welcher für mich und Sibylle ein prägender würde – mehr für mich, ich erlaube mir daher, nur für mich zu sprechen.

Zunächst begann alles ganz harmlos und positiv. Brigitte meldet sich bei mir, sie hätte Nachricht von der Marina, dass es mit der Erneuerung ihrer Vorsegel-Rollanlage losgeht.
Man würde mich bitten, einfach mal vorbeizusehen – und das mache ich natürlich gerne!

Tatsächlich – an BARCASO wird schon fleißig gearbeitet, was für eine gute Nachricht

Wenn ich schon durch die Marina schlendere, dann sehe ich auch gleich an der Großbaustelle rund um die INSPIRATION vorbei.
Meine „Baustelleninspektion“ am frühen Vormittag hat sich zu einem netten Ritual entwickelt.
Wir geben uns gegenseitige Updates über den jeweiligen Sachstand unserer Arbeiten.

Jörg beschäftigt sich heute mit den Unterlegscheiben für die TruDesign-Seeventile, ich bejammere im Gegenzug den Schaden an meinem PE-Tank und heule über die schwierige Beschaffung.

Ich kann mit meiner großen Topfsäge auf der Profi-Baustelle aushelfen…
…im Gegenzug bekomme ich von Jörg die Anordnung – „…lass´ Deinen Tank mal liegen!“

Ich hatte ja schon angedeutet, dass Kunststoffschweißen ein Teil von Jörgs Profession ist, er hat ja für ein eigenes Projekt ein Kunststoff-Schweißgerät und das entsprechende Material dabei.

Ich solle den Tank mal liegen lassen, zum richtigen Zeitpunkt würden wir den Schaden analysieren und uns mit einer Lösung befassen!

Das klingt sehr gut! Es scheint, als hätte mein Tag einen Lauf, die zweite gute Nachricht heute!

Es steht einer der Höhepunkte des aktuellen Monats bevor! Die lang geplante Liegeplatz-Rochade von DONNA und NESSAJA ist für heute anberaumt.
Unsere Freunde Ben und Caetlin sind aufgeregt – nach Monaten des Arbeitens und der harten Zeit an Land, soll ihr Schiff heute wieder zurück in „sein Element“!

Ausgerechnet hierbei sollte es das Schicksal weniger gut mit uns meinen…

Giannis holt DONNA ab, die alte Jeanneau wird heute gelauncht

Ihr ahnt was kommt – DONNA zeigte im Kran eine Undichtigkeit. Es blieb nur eine Alternative – das Boot wird wieder angehoben und für eine weitere Woche auf die Seite gestellt.

Ich habe auf jegliches Foto verzichtet! Es war Caetlins Geburtstag, es hätte gefeiert werden sollen und alles bricht in sich zusammen.
Die Mühen der letzten Monate, das Rackern – der Lohn bleibt aus!

In diesem Moment kann keiner besser Nachfühlen als ich, wie Ben gefühlt haben mag.
Aber die Entscheidung ist alternativlos – keine Kompromisse!
Große Projekte bergen größere Risiken!

Als ob dies nicht schlechte Nachricht genug wäre, sendet Sibylle just in dem Augenblick als wir das Leck an DONNA analysieren, die nächste Hiobsbotschaft aus Deutschland.
Sie sei gerade bei unserem Sohn Stefan in der Arbeit…

Weil der Bub bei Audi schafft, darf Sibylle ihren ollen Honda Civic zum TÜV dorthin bringen
Da hilft auch die beste Vernetzung nix – die Hinterachse hat ein faustgroßes Loch

Der Junior zögert keine Sekunde, dem alten Wagen den Todesstoß zu versetzen – „…lohnt sich nicht!“ – war noch der netteste Teil seines Statements.
Ich weiß natürlich, dass er Recht hat und doch sträubt sich etwas in mir.

Ich weiß nämlich auch, dass er einfach keine Lust hat markenfremd aktiv zu werden – er ist ein VAG-Boy und etwas anderes als ein Gefährt aus der Volkswagen Gruppe kommt für ihn nicht in Frage.

Er versucht Sibylle einen schönen VW Polo schmackhaft zu machen – ein Wagen der für 5.000.-€ sicher preiswert ist.
Genau an der Stelle fehlt ihm aber das Verständnis für unsere Gesamtsituation – nicht wegen des Geldes alleine, es ist keine intelligente Entscheidung ein 5.000.-€ Auto für viermal vier Wochen im Jahr bereitzustellen!
Diesen Luxus KANN man sich gönnen, wenn der Wagen, wie der Honda, geschenkt war.
Wir werden sehen wie es weitergeht – vielleicht muss hier der Papa ran 😉 !

Der hat im Moment aber andere Aufgaben – es heißt sich neu zu sammeln und wieder zu konzentrieren…

Fertig zum Ablegen

Ich habe immer gesagt, dass NESSAJA innerhalb zwei Stunden fahrklar ist. Das haben nicht alle geglaubt, jedoch konnte ich heute den Beweis antreten.
Innerhalb der letzten zwei Tage habe ich immer wieder kleine Handgriffe gemacht um mein Schiff letztlich an Land zu bringen.

Es waren insgesamt wohl wirklich kaum mehr als die besagten zwei Stunden und heute ist es also so weit.
Nach zwei Jahren verlässt NESSAJA den Platz an F18 – und es scheint, dass sie in keinem denkbaren Fall hierher zurückkehren wird.

Deshalb ist das Entfernen der Ketten fast schon ein metaphorisches Tun – FREE NESSAJA, it´s high time to break the chains!

Nur noch die Luvleine hält das Schiff – alles andere bleibt vorerst am Steg zurück

Ich habe mir meine Kurzzeitcrew zusammengestellt. Alex ist an Bord und auch Sven unterstützt bei der Fahrt in die Krangasse.

Die Maschine läuft, ich funke die Marina an und bitte um die Unterstützung des Marineros.
Der Kran wartet, NESSAJA geht jetzt an Land, Ben hat meinen Wunschplatz heute morgen geräumt.

Wir fahren – das Wetter wirkt bedrohlich, aber es ist ein ruhiger, niederschlagsfreier Tag
Die Fahrt endet nach drei Minuten, wir fixieren mein Schiff in der Kranbox – angehoben wird sie nach der Mittagspause
Hier wurde sie im März 2022 ins Wasser gehoben – fast vier Jahre her
Sie zeigt keine offensichtlichen Schäden und keinen starken Bewuchs

Da ich mit dem Kranfahrer vereinbart hatte, dass er erst nach der Mittagspause anhebt und ich auch weiß, dass das Hochdruckreinigen und das Umladen auf das Carello einige Zeit in Anspruch nehmen, habe ich mich erstmal anderen Beschäftigungen zugewandt.

Nachdem Jörg mir seinen Bruder, die helfende rechte Hand, als Krancrew zur Verfügung gestellt hatte, war es mir ein Vergnügen nun selbst als Helfer dienen zu dürfen – beim Kunststoffschweißen!

Ich hatte es ja schon ein paarmal angedeutet, Jörg hatte alles Equipment mitgebracht, um den Serientank im Bug der Bavaria durch einen maßgeschneiderten Custom Wassertank zu ersetzen.
Grund hierfür ist der Platzbedarf für das Bugstrahlruder…

Alles da was wichtig ist 😉
Ich unterstütze und helfe – der Meister schweißt
Trotz des Bugstrahlers entsteht ein größerer Tank als zuvor – jede Lücke wird genutzt

Ich lerne, dass die Idee hinter der Fertigung die ist, alle Teile vorzubereiten und maßgenau zuzuschneiden.
Das wird wirklich sehr präzise gemacht – dafür werden die Teile zusammengeheftet und alle Stöße millimetergenau kontrolliert.

Im nächsten Arbeitsschritt wird der eigentlich fertige Tank an den Heftstellen wieder auseinadergenommen und die Einzelteile werden in die Kabine getragen.
An Ort und Stelle werden dies dann fix verschweißt und der Tank somit in seiner Einbauposition gefertigt.

Zur Fixierung muss er dann nur noch eingeschäumt werden – fertig!
Was ich hier so flott beschreibe, zeiht sich letztlich über drei Fertigungstage, dann aber gibt es ein perfektes Ergebnis.

Wie weit ist eigentlich mein Schiff? Ist es schon am kleinen Transportwagen?

Yesss, Giannis fährt NESSAJA zu ihrem Stellplatz
Am Ende der Marina geht es ziemlich eng zu
Ich bekomme den Liegeplatz von Ben und bin jetzt der neue Nachbar von ANAHITA
Alex schickt mir sofort ein Bild von meinem „Schlumpfboot“

Natürlich hat es auch mich erwischt – Roman hat beim Reinigen das ganze Restantifouling nach oben an Deck gespritzt.

Das ist aber kaum ein Problem, denn ich muss ohnehin das Deck abbrechen, eine finale Reinigung wird nötig sein.

Zurück bleibt mein leerer, verlassener Platz an F18 – meine restlichen Sachen werde ich wohl morgen einsammeln.

Meine Winterketten und mein Dinghy liegen noch hier – mach´ ich morgen

Warum dieser Platz? Nun, ich will NESSAJA an einem Platz stehen haben, an dem keine zweite Reihe aufgebaut wird.
Ich kann so jederzeit entscheiden, wann ich oder der neue Besitzer zurück ins Wasser wollen.

Zudem habe ich nur einen Nachbarn, bei den Arbeiten, welche anstehen ist etwas Abstand zu anderen Yachties angeraten – es wird laut und schmutzig!
Da hilft der Betonboden – auf diesem Platz steht man nicht im Dreck.

Vorteil drei – es ist ein schöner Platz, er ist luftig und man hat eine schöne Aussicht Richtung Bucht und Marina.
Wenn man monatelang arbeitet und sich die Arbeiten in den Sommer hineinziehen, sind beide Faktoren wichtig für das Wohlgefühl.

Ein feiner Platz – NESSAJA wird hier ein paar Monate stehen
Da schmeckt das Feierabendbier im Sommer besser

Hat es auch Nachteile? Ja, hat es – und die werde ich auch umgehend zu spüren bekommen!
Denn noch ist Winter, ein spezieller, sehr stürmischer Winter, welcher auch recht schnell seine Krallen ausfährt – und ich stehe jetzt auch in „erster Reihe“ zur dann recht aufgewühlten See!

Ein paar Stunden Schonfrist habe ich noch, bevor der angekündigte Sturm kommt.
Da freut es mich sehr, dass der letztlich doch recht erfolgreiche Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Bibi und Markus im „Tis Kakomoiras“ ausklingt.

Die Beiden werden sich morgen nach Hause verabschieden, es freut mich, dass ich am Abschiedsabend teilhaben darf.
Wir sitzen bis in die Puppen und schnacken was das Zeug hält – dann ist es Zeit für die Bettruhe…

Ich ahnte nicht, dass es meine letzte Nacht auf NESSAJA werden sollte – sicher für lange Zeit, vielleicht für immer!

Das „Tis Kakomoiras“ ist einladend und gemütlich wie immer – wir haben gut gegessen
Meze für alle – ist schon was Feines
Der nächste Morgen – der Sturm lässt die Gischt bis ins Cockpit spritzen

Es war nicht die Geräuschkulisse, nicht der Regen und letztlich auch nicht des stetige Vibrieren des Mastes – aufgewacht bin ich, als eine Breitseite Gischt an meine Bordwand spritzte.

Das war ein Geräusch, welches in meinem Kopf als „ungewöhnlich“ verarbeitet wurde – trotz Ohrenstöpsel!

Ich stehe also auf und erkenne schnell, dass der angesagte Sturm wohl kräftiger ist als gemeldet.
Verdammt, ich habe Klicker an die Mauer gestellt als ich gestern nach Hause kam, ich habe den Wetterbericht schlicht vergessen.

Ich springe also in meine Buxe und klettere die Leiter runter, während die Gischt mich nassspritzt.
Schnell das Auto wegfahren – und ich tat gut daran…

Klicker ist in Sicherheit – trotzdem ist schon alles salzig (das sollte mir noch zum Verhängnis werden)
Der Sturm wird schlimmer, Wellen steigen hoch bis in mein Cockpit
Maximale Böenstärke 47kts

Die Beobachtung meines Windmessers bringt eine neue Erkenntnis – die Windböen sind sicherlich kräftig, der Sturm scheint ähnlich kräftig wie der letzte.

Trotzdem klettert das Anemometer kaum höher als 50kts., was plausibel scheint und die ordentliche Funktion meines recht neuen und hochwertigen Windgebers bestätigt.

Das bedeutet in meinen Augen aber auch, dass am Stegende vom F-Ponton sehr wohl die von mir fotografierten Windgeschwindigkeiten von 70kts und mehr vorgeherrscht haben.
Klar, kurzzeitig nur, vielleicht verursacht durch Verstärkungen oder Verwirbelungen vom Berg her – aber der Winddruck ist in diesem Moment eben schon vorhanden.

Egal wie, ich entscheide, dass ich bei vorliegender Sachlage auf ELOWYN umziehe – heute! Jetzt!
Der Weg zur Toilette und Dusche ist näher, ELOWYN ist den Elementen nicht so ausgesetzt und ich kann Klicker direkt dort parken.
Zumal habe ich an meinem Patenschiff die größere Anzahl an Kleinprojekten zu machen, es schadet sicher nicht vor Ort zu sein.
Last not least möchte ich die Systeme auf NESSAJA keiner weiteren Nutzung unterziehen – für mich hat der Verkaufsprozess längst begonnen!

Nach meinem Umzug treffe ich mich mit Susanne in Lakki auf einen Kaffee, auch hier ist „Land unter“!

Das Wasser tritt über die Uferstraße
Lässt sich schwer fotografieren – war nicht so harmlos wie es aussieht

Ein paar Worte zu Susanne – ich rufe in Erinnerung, dass wir über sie den ersten Kontakt zu Leros hatten.
Dies geht zurück auf das Jahr 2011, in dem wir unsere Bavaria 390 Lagoon hier gekauft haben.

Seither hat uns ein stetiger, lockerer Kontakt verbunden, welcher sich zu einer echten, gewachsenen Freundschaft entwickelt hat.
Diese Susanne also, ist nun hier um den Baufortschritt an ihren Haus abzunehmen.
Heute treffe ich mich mit ihr auf einen Kaffee, denn sie macht mir ein Angebot welches mich tief berührt.
Sie und ihre Tochter haben im Familienrat beschlossen, dass Sibylle und ich das Haus bewohnen dürfen, bis wir uns neu orientieren konnten.

Es spiele dabei keine Rolle, ob dies drei, vier Monate dauern würde oder auch ein Jahr.
Wir hätten alle etwas davon und uns sei geholfen.
Da hat sie wohl Recht, meiner Sibylle bleibt so das Klettern auf aufgebockte Boote erspart.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen! Wir beschließen, dass wir das ein oder andere Abendessen zusammen einnehmen werden – ihre Tochter nennt es bei einem Telefonat „…eure verrückten Dates“ 😉
Ich nehme es vorweg, wir haben viel zu erzählen und zu lachen – ich bin froh, solche Menschen zu kennen!

Der Weg zum „Landlubber-Live“ ist somit gebahnt – aber noch ist es nicht soweit! Ich kehre nach dem Kaffee zu NESSAJA zurück und erkenne, dass sich die Situation nicht gebessert hat!

Die Gischt spritzt hoch und weit – schaut mal unter das Boot
Je nachdem wo die Welle bricht, schafft sie es bis ins Cockpit

Etwas weiter Richtung Marinastrand endet die neue Hafenmauer. Der Kai ist dort sicher eineinhalb Meter hoch, er kann aber heute keinen absoluten Schutz gegen die Brecher bieten.

Manche Wellen brechen so hart an der Kaimauer, dass das Wasser in die Marina strömt – das ist keine Gischt mehr, hier steigen die Wellen über die Mauer und fluten das Marinagelände in diesem Bereich.

Das Wasser fließt ungehindet in den Marinabereich
Hier bleibt es harmlos, Gottfrieds HARMONY steht sicher – die Schiffe dahinter sind komplett nass
Wobei es manchmal knapp für die Sunbeam 39 wird
Man kommt nicht mehr trockenen Fußes auf NESSAJA – ich bin froh, umgezogen zu sein
Der Abschnitt zwischen NESSAJA und dem F-Ponton ist regelrecht überflutet

Es ist keine Besserung in Sicht! Egal wen man auf Leros fragt – alle sprechen von einem Winter „…wie sie ihn noch nie erlebt haben!“

Ich glaube das gerne – es regnet überdurchschnittlich viel, eine Tatsache, der man ja noch gewisse Vorteile abringen könnte, aber dieser stetige Sturm…

Immer, immer, immer dieses Geheule, das Klappern diese stetige Geräuschkulisse im Ohr.
Dazu das Meer, welches über die Ufer kommt. In Lakki, in Alinda, in der Marina – die Gischt, die alles nass spritzt und alles mit einer Salzkruste überzieht.
Man ist wehrlos – und das führt zu kleinen und größeren Pannen!

Ich fahre mir eine Schramme ins Auto

Als ich an einem Abend mit Alex zu Giorgos fahren möchte, sehe ich im Rückspiegel und aus den hinteren Scheiben aufgrund der Salzkruste nichts mehr.

Statt wie sonst, die Tür einen Spalt zu öffnen, verlasse ich mich auf das Bisschen was ich im Spiegel zu erkennen glaube und setze zurück.
Ich will schließlich nicht, dass mich die Gischt durch den Türspalt hindurch einsalzt.

Krrrrchchchchch – und schon habe ich mir die Schramme eingefangen!
Selber schuld, ich hoffe Klicker verzeiht mir.
Ich gelobige, dass ich den Schaden im Frühjahr kosmetisch ausbessern werde.
Wettertechnisch macht es jetzt keinen Sinn, es steht keine Besserung ins Haus – im Gegenteil, es sieht aus, als ob es noch schlimmer würde.

Ok, in der Zenralägäis geht es richtig zur Sache

Alex und ich fahren anschließend ins „Leon Limani“, denn heute war der Abend, für den ich eine Tischreservierung habe – „Tis Kakomoiras meets Leon Limani“.
Eine Fleischorgie mit Live Musik – eine Mischung aus Faschingsfeier und Gelage kurz vor der Fastenzeit.

Wir bekommen einen eigentlich ganz guten Tisch am hinteren Rand des Raumes und als wir uns hinsetzten fiel uns auf, wie laut es eigentlich war – mir schwante Böses, ob DAS den Freunden gefällt???

Die Feier war in vollem Gange, es wurde musiziert und getanzt

Etwa eine Minute nachdem wir Platz genommen hatten, schlug Alex´ Uhr Alarm – wir seien in einem gefährlichen Umfeld, die Lautstärke gefährde unsere Gesundheit!

Man muss wissen, dass die Feiern der Einheimischen etwas anders sind als als wenn im Sommer alles voller Touristen ist.
Im Sommer ist alles etwas kontrollierter und gesitteter, heute aber lässt jede(r) die Sau raus.
Jeder darf singen, jeder der etwas Geigen kann, darf sich mal an der Fidel versuchen.
Es ist ehrlich, manchmal schräg und LAUT!!!

WARNUNG! Gefahr…

Inzwischen waren wir komplett – ach ja, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass beim INSPIRATION Team inzwischen auch Miteigner Tom angekommen war.

Wir waren also zu fünft, als es an die Essens- und Getränkebestellung ging. Wir schrien dem Ober unsere Bestellung entgegen und unterhielten uns, indem wir aufstanden und dem anderen ins Ohr geplärrt haben.
Bis hierhin war es zwar sehr lustig, aber noch kein wirklicher Bringer.

Grillfleisch zum Essen – wir hatten schon Spaß dabei, den Locals beim Feiern zuzusehen

Ich war mir noch nicht sicher, ob die Tatsache überwog, dass die Freunde sehr wohl wahrnahmen, dass wir mittendrin statt nur dabei waren, oder ob es doch missfiel, dass man sich nicht angenehm unterhalten konnte und alles sehr „hemdsärmelig“ war.

Es war meine Idee, ich habe es beworben, ich machte mir Gedanken…

Alex will manchmal früher nach Hause, daher biete ich ihm an – „Alex, wenn ich Dich heimfahren soll, sag´ einfach!“
Er entwortet ohne Zögern – „Neiiiin, neiiin, passt schon, ich bleib´ noch!“

Jörg möchte einen Ouzo, ich biete an, dass wir „…den gerne auch woanders trinken können. Dort wo wir Ruhe zum Quatschen haben.“
Er nur lapidar – „Warum, gibt´s hier keinen Ouzo?

Doch, gibt es! Unter diesen Umständen bestellen wir eine Flasche.
Während wir auf die Freundschaft und auf Tagen wie diesen trinken, geht draußen die Welt unter – der Himmel hat seine Schleusen geöffnet!

Ok, wer kann dazu schon NEIN sagen?
Und bei diesem Wetter geht man ohnehin nicht vor die Türe

Es passiert, was nur passieren kann wenn man sich darauf einlässt, wenn die Vernunft mal einen Moment Pause hat, wenn man sich dem Moment hingibt.

Es nimmt ein Abend seinen Lauf, der später das Prädikat „legendär“ bekommen wird und über den Stillschweigen vereinbart wird.
What ever happens on Leros, stays on Leros!

Nur soviel, irgendwie folgte der ersten Flasche eine zweite, dann eine dritte, gefolgt von einer vierten.
Weil wir zu fünft waren, bestellten wir eine fünfte Karafaki und dazu noch eine auf die Frauen…

Fünf Kerls – sechs Karafaki

Der Saal tobte, die Stimmung brodelte – ach komm, so jung kommen wir nicht mehr zam!

Wir bestellen Karafaki sieben und acht und haben Spaß wie schon lange nicht mehr.

Es gibt ein Wort, welches den Abend beschreibt – aber ziemt es sich für einen fast 60-jährigen so zu formulieren?
Ach komm, es war ein geiler Abend und wir haben es aus eigenen Antrieb ins Bett geschafft!

Der Start am nächsten Morgen war holprig – die einen hatten mehr, die anderen weniger mit den Nachwirkungen des Vortags zu kämpfen.
Aber hieß es nicht schon in unserer Jugend „…wer saufen kann, kann auch arbeiten…“?

Also ran ans Werk! Ich löse heute ein bereits 2025 gegebenes Versprechen ein.
Ich widme mich dem Ausbau des Saildrive an INSPIRATION – und heute habe ich Hilfe von Sven, welcher bald abreisen wird.
Aber den Ausbau des versteckten Antriebs wuppen wir gemeinsam – und es geht alles überraschend gut!

Wir schaffen uns Raum, um möglichst guten Zugriff zum Motor zu haben
Der Saildrive ist tief hinten eingebaut – bei diesem Schiff muss der Motor weit nach vorne
Am frühen Nachmittag liegt das Trum zu unseren Füßen…
…und der leichte Sven hievt ihn über die Leiter – ab auf die Werkbank zum zweiten Schritt

Ich sage es offen – ich war matt! Zwar gehörte ich zu denen, die an diesem Tag weniger zu leiden hatten, trotzdem war ich malad.

Ich nahm mir das Recht heraus, meine Hilfe am Schiff der Freunde für heute zu beenden, morgen ist auch noch ein Tag.
Ich will stattdessen lieber mal nachsehen, ob ich heute noch mein Dinghy mit den Winterketten, der langen Spring und den zwei großen Fendern an Land holen kann – ich mache mich also auf den Weg zum F-Ponton.

Noch bevor ich NESSAJAs alten Platz erreiche, sehe ich schon, dass auf RUKIPE Gefahr in Verzug ist.
Der stramme Wind hat es geschafft das Großsegel auszupacken – dies kann zu schweren und teuren Folgeschäden führen.
Diesmal handle ich ohne Rücksprache mit Emanuel, ich bereinige die Situation und informiere ihn hinterher.

Das Großsegel ist offen und schlägt im Wind
Ich entere RUKIPE und bringe die Situation in Ordnung

Nach dieser Aktion war es fast zu spät für mein eigentliches Vorhaben. Zudem hatte der Wind aufgefrischt und ich keine Lust, bei Starkwind im Hafenbecken herumzurudern.

Auch für diese Aktion wird sich ein besserer Zeitpunkt finden.
Als ich beim Zurückgehen an NESSAJA vorbeikam zeigte sich, dass diese Entscheidung goldrichtig war.
Der Starkwind hatte schon wieder soviel Fahrt aufgenommen, dass das Wasser schon wieder über die Mauer spritzte.

Jeden Tag! Es endet nicht…

Dieser Wind verhagelt meine Pläne – mein Vorstag liegt schon tage-, ja wochenlang auf dem Ponton und wartet auf den Einbau.

Aber sobald mal EIN windstiller Tag ist, machen alle Freunde die Jobs, welche sie selbst an windstillen Tagen machen müssen.
Es bleibt bisher kein Fenster, an dem wir uns für ein paar Stunden auf NESSAJA treffen können um am stehenden Gut weiter zu arbeiten.

Ich bin ein wenig frustriert und mir reicht´s für heute. Es ist Spätnachmittag, naja, vielleicht früher Abend – ich gehe sehr zeitig ins „La Nostra“ auf eine Pizza und mache es mir dann auf ELOWYN gemütlich um den Abend ausklingen zu lassen.

Ein bisschen Mediathek, dann schlafen – für Sibylle ist Halbzeit

Am nächsten Morgen war exakt so ein Tag wie ich ihn gerade noch beschrieben habe.
Sonnenschein, nahezu windstill, angenehm warm – Temperaturen an der 20°C Marke.

Nein, mit meinem Rigg kann es nicht weitergehen – Ben hat Druck wegen der Undichtigkeit beim Kranen, Alex muss heute ein Schleif- und Anstrichprojekt zu Ende bringen und so bleibt für mich ebenfalls nur die Option den frühsommerlichen Tag für andere Schönwetterprojekte zu nutzen.

Dazu gehört dringend eine Maschine Wäsche zu waschen! Das geht nun nicht mehr auf NESSAJA. Ich beiße also in den sauren Apfel und hole zwei Token für Waschmaschine und Trockner, zum Preis zweier Golddublonen.

Dann okkupiere ich den Waschsalon…

Den Gürtel noch in der Hand, führe ich meine einzige lange Hose der Wäsche zu

Ich musste unweigerlich an eine alte Levis Werbung denken – ok, der Typ aus dem Werbespot glänzte mit Six-Pack statt Barrel-Belly, aber sonst konnte man Parallelen erkennen.

Ich reiße mir also im Waschsalon die Buxe vom Leib und führe sie dem Kurzprogramm zu.
Ab jetzt heißt es warten – lange 59 Minuten. Ich husche im Schlüpfer über das Feld und verhole mich auf ELOWYN, welche gleich gegenüber steht.
Dort kann ich mir die Wartezeit sinnvoll vertreiben…

Computerwork während die Wäsche wäscht

Nach der knappen Stunde muss ich noch einmal im Höschen den Hauptpfad unserer Marina queren, dann ist es geschafft.

Die ganze Ladung kommt in den Trockner, nur meine Hose direkt wieder an den Leib.
Die Couturiere meiner Kleidermanufaktur, ihr müsst wissen ich trage ausschließlich Zwirn von „e&s couture“, haben sich bei der Hose für ein feines Material entschieden, welches fast trocken aus der Waschmaschine kommt.

Die Körperwärme erledigt innert weiterer 5 Minuten den Rest – ich war also wieder behost und kann entspannt in den Tag starten.

Nach einer weiteren Stunde hole ich den Rest – nur noch zwei Minuten warten

Naja, der weitere Verlauf des Tages lag auf der Hand – wollte ich nicht gestern noch mein Schlauchboot holen?

Es war klar, heute wird der Schnulli zum Mutterschiff überführt!
Ich kläre mit Alex, dass ich für fünf Minuten seine Hilfe brauche, dann verhole ich mich an den F-Ponton und sammle mein Hab und Gut ein.

Die lange Spring hängt noch am Wellenbrecher, ich muss die lange, nasse Leine bergen.
Die zwei Rundfender hängen noch am Steg, auch die gilt es in den Tender zu packen.
Zu guter Letzt noch die Ketten, dann kann meine Fahrt beginnen…

Ich rudere entlang dem F-Ponton von F18 zu F1
Heute war das Wetter perfekt dafür

An F1 holen Alex und ich das Dinghy aus dem Wasser. Ich brauche dann etwa eine Stunde um den ganzen Inhalt, alles Dinge welche ich jetzt nicht auf NESSAJA stauen will, in eine Holzkiste zu verstauen, welche Ben am Platz zurückgelassen hat.

Als der Schnulli leer war, kam Alex ein weiteres Mal zu Hilfe, um das, dem Werbeversprechen nach „ultraleichte“ Schlauchboot, zum finalen Lageplatz zu tragen.

Der Schnulli liegt auf zwei Paletten, alles ist klariert – ich bin zufrieden

Weil ich gerade bei NESSAJA war und auch das Aufentern heute mühe- und gefahrlos möglich war, sehe ich gleich nach dem Rechten.

Alles scheint ok, der Kühlschrank saust und somit kann ich einen gedanklichen Haken setzen.
Kühlschrank??? Warum das?

Nun, zum einen lagert Sibylles Medizin im Getränkekühlschrank, also muss dieser stets unter 8° gehalten werden.
Zum anderen haben wir im Lebensmittelkühlschrank eine Art „Bio-Hausfrauentamagotchi“, welches stets gefüttert werden will weil es sonst stirbt.

Diese Aufgabe wurde während Sibylles Abwesenheit verantwortungsvoll auf mich übertragen – ich füttere also auch noch Sibylles… SAUERTEIG! 😉

Wasser und Roggenmehl für den Sauerteig – ne Coke für mich

So, für heute reicht es! Wieder ein paar Kleinigkeiten geschafft, wieder ein Tag sinnvoll ausgefüllt.

Ich kann nicht klagen, mein Fortschritt all die kleinen Arbeitsschritte betreffend, ist vorzüglich. Ich bin voll im Plan.
ELOWYN werde ich fortsetzen wenn Sibylle wieder da ist, nur NESSAJAs Rigg ist derzeit zeitkritisch.
Ich hoffe wirklich auf eine moderate zweite Hälfte des Februar (was sich leider nicht erfüllen sollte).

Heute steht nur noch Duschen und ein „verrücktes Date“ mit Susanne auf dem Programm.
Wir haben uns für das „To Steki“ in Alinda entschieden, Susanne muss vorher aber noch zum Sanitärfachhandel von „Louloudias“.

Das trifft sich gut, ich gehe einfach mit und während die Freundin mit den Handwerkern über ihre Installationen diskutiert, hole ich mir ein paar Anregungen bezüglich meiner Hausanierung.

Schöner Laden, die haben echt feine Sachen

Susanne und ich essen vorzüglich bei unserem Freund Dimitris in Alinda.
Immer wenn wir zusammen essen gehen, ist Susanne die Fahrerin und chauffiert mich mit ihrem alten, klapprigen Panda über die Insel – wie schon 2011…

Viel zu erzählen, neue Themen, unbeschwert – der Abend verfliegt. Nachdem Susanne mich zurück in die Marina gebracht hatte, kann ich nicht gleich schlafen.
Ich erinnere mich an Sibylles TÜV Problem und surfe ein wenig im Internet um zu sehen, ob der „Grand Seigneur“ der zeitwertgerechten Reparatur helfen kann – und er kann!

Das teuerste Teil erscheint nicht mehr so kostspielig – geht doch

Ich werfe das Bild ins Rennen – bei Sibylle und bei meinem Sohn.
Wie es bei Stefan ausgeht weiß ich! Er wird markentreu bleiben und den Honda über den Jordan schicken wollen – er hat einfach keinen Bock, sich um den rostigen Japaner zu kümmern.

Sibylle muss sich positionieren! Ihre Meinung wird das Zünglein an der Waage sein – solange sie immer wieder wiederholt, wie wenig sie ein eigenes Auto in Deutschland braucht, umso weniger wichtig wird die aufwändige Reparatur…

Die Entscheidung wird auf den Sommer vertagt, wir entscheiden, wenn ich meinen Deutschlandbesuch antrete.

Ich gehe ins Bett, der kommende Tag wird ohnehin Scheiße…

Ich stecke den NMEA 2000 Tankgeber ab und lege ihn erstmal an die frische Luft

Was gibt es Schöneres, als gleich nach dem Morgenkaffee die Reparatur des Kakatanks in Angriff zu nehmen?

Offen gesagt, es ist weniger schlimm als es aussieht. Der Tank ist gespült und alles was jetzt noch so rumbaumelt und festklebt ist eher neutral – trotzdem haftet den Händen nach dem Hantieren mit den Schwarzwasserbauteilen immer so ein bestimmtes Odeur an.

Die nächsten zwei Tage werde ich beim Dinner meine Hände immer in der Känguru-Tasche meines Hoodie verbergen müssen.

Kein Witz – der SAE 5 Flansch war so stark durch Oxidation gequollen, dass die Kollateralschäden erheblich waren

Der Anschraubflansch für den Tankgeber entsprach der Norm SAE 5. Er war in den Tank eingegossen.

Leider hat der Tankhersteller die Edelstahl-Aluminium Thematik nicht ausreichend bedacht und wohl auch die Einwirkung des Spülmediums Salzwasser auf den Vorgang der galvanischen Kontaktkorrosion unterschätzt.

Jedenfalls hat es so viel Oxidmaterial aufgebaut – nach knapp vier Jahren – dass der Ring einfach „angeschwollen“ ist.
Dies hat gereicht, um das Edelstahlrohr des Tankgebers stark zu verformen.
Ich musste den festoxidierten Ring mit der Flex aufschneiden!

Alles gereinigt – aber das Schutzrohr ist oben erheblich verformt
Ich finde ein passendes rundes Stahlrohr um das Bauteil des Tankgebers auszurichten
Das hat überraschend gut geklappt
Das Schutzrohr konnte in ausreichend guter Form und Qualität wieder hergestellt werden…
…so konnte ich den fast 250.-€ teuren Tankgeber retten

Den Tankgeber konnte ich nach der Demontage des minderwertigen und ungeeigneten Anschraubflansches also retten.

Aber wie geht es weiter, was ist mit dem Tank? Kann Jörg mir wirklich helfen, oder muss ich bei Osculati einen neuen Tank bestellen und in Kauf nehmen, dass ich das gleiche Problem abermals miterwerbe?
In jedem Fall würde mich eine Tank-Ersatzlösung, ich habe auch eine V4A Neuanfertigung im Sinn, eine Menge Zeit kosten – vom Geld ganz zu schweigen!

Doch bevor wir die Situation analysieren können, mache ich eine Mittagspause.
Thomas und Paola haben einen Sonntagslunch ausgerufen und ein paar Bekannte eingeladen teilzuhaben.

Mich hat gefreut, dass die Beiden an mich denken, so habe ich zugesagt. Manchmal ist „socializing“ wichtiger als Projekte!

Wir treffen uns im „To Steki“ – ja, dort, wo ich gestern schon war 😉 …

Wir waren eine nette, gemischte Runde und hatten viel zu erzählen – wir hatten uns länger nicht getroffen

Wir sind gemütlich beisammen gesessen, haben zwei Stunden lang gegessen und uns nett unterhalten und dann die Runde aufgelöst – jeder wollte mit dem Nachmittag noch etwas anfangen.

Doch wie nach Hause kommen? Die Straße von Alinda ist direkt am Meer und heute war abermals Sturm – diesmal aber aus Südost!
Das bedeutet, dass die Wellen direkt in die Alinda Bucht laufen und über die Straße spritzen und brechen.
Dabei nehmen sie Steine und Kies mit, was zu kleinen Aufschüttungen auf der Straße führt.

Thomas und Asisa entscheiden sich für einen Umweg über Kamara.
Ich schmunzle, murmel sowas wie „…it´s a quattro!“ und nehme den direkten Weg was sich dann für eine Minute wie eine Rallye-Etappe anfühlte.

Zurück in der Marina konnte ich mich – den Geschmack von Scampirisotto noch auf der Zunge – wieder meinem Fäkaltank widmen.

Hier nochmal der verfitzmaledeite Ring – das Problem ist deutlich zu erkennen
Man erkennt das Einbauloch und die Schäden, die direkt von dort ausgehen
Aus meiner Sicht eine klare Sache

Und kann Jörg den Tank reparieren? Ja, kann er! Und so wie er halt ist, macht er kein Aufhebens darum.
Er nutzt die Zeit, in der ich beim Essen war und schweißt kurzerhand eine Reparaturplatte auf die Schadstelle.

Als ich zurück kam, war die Reparatur ausgeführt und der Tank lag zur weiteren Bearbeitung bereit.
Diese wird aber ein paar Tage warten müssen.

Die Schadstelle ist zu – ich kann die Anbauteile in der neuen Deckplatte montieren

Warum warten? Was ist jetzt schon wieder? Nun, jetzt bin ich wieder an der Reihe.
Die Bauteile des Saildrive sind soweit gereinigt und vorbereitet, dass es an die Reparatur und den anschließenden Einbau gehen kann.

Hier stehe ich im Wort und ich möchte das erledigt wissen.
Jörgs Bruder Sven hat Leros inzwischen verlassen, Tom und Jörg kümmern sich um das Unterwasserschiff von INSPIRATION, der Saildrive ist somit zu meinem Projekt geworden.

Jetzt erstmal ein leckeres Essen im „SouVLakki“, morgen geht es in alter Frische weiter!

Heute mal Salat und Pommes – ich hatte ja ausnahmsweise mittags schon was

Hm, ganz so geschmeidig wie ich mir den Start in den neuen Arbeitstag erwartet habe, klappt es natürlich wieder einmal nicht.

Zwei „Sidekicks“ kippen meinen Vormittag und damit fast schon meinen gesamten Arbeitsplan für den Tag – den hatte ich mir nämlich sehr knapp strukturiert.

Zum einen meldet sich mein Freund Alistair aus Wales. Er besitzt eines der seltenen Schwesterschiffe von NESSAJA, die Dufour 43CC MONEY PENNY.
Diese steht auch zum Verkauf und es hätte sich ein deutscher Interessent gemeldet. Es wäre doch eine gute Idee, wenn ich mir den Schlüssel holen und das Boot zeigen würde, ich kenne mich schließlich aus.
Hm, da hat er wohl Recht und nachdem der Besuch erst in drei Tagen geplant ist, sage ich zu.

Ich gehe zu MONEY PENNY und mache mir ein Bild von der Situation. Ok, die Plane muss weg, die hat die Winterstürme nicht überstanden – aber sonst sieht alles gut aus.

Ok, ich brauche den Schlüssel und eine Leiter

Ziemlich zeitgleich meldet sich Joachim bei mir, ihr erinnert euch vielleicht, er ist der Skipper der ANDROMEDA und ist mit zwei Freunden erst vor wenigen Tagen in der Leros Marina Evros angekommen.

Er schreibt mir, dass „…der Tracker auf ANDROMEDA eine Erschütterung gemeldet hätte und ich bitte nach dem Boot sehen soll!“

Ich schreibe Joachim ehrlich zurück, dass ich das so nicht erfüllen kann und will. Ich kann nicht nach jedem Trackersignal oder kritischen Wetterbericht losgesandt werden um Kontrollbesuche zu machen – ich kann nicht alleine gegen die Anzahl von Skipperfreunden antreten, es würde ein full-time Job werden.
Es gilt die Regel – ich gehe täglich durch die Marina und sehe im Laufe einer knappen Woche sicher alle Schiffe von befreundeten Eignern einmal.
Wenn was unklar scheint melde ich mich…

Naja, trotzdem kann ich in diesem Fall nicht „Nein“ sagen, Joachim ist neu in der Marina und das Sicherheitsgefühl muss erst reifen.

Alles klar auf ANDROMEDA – keine Ahnung was der Tracker da gemeldet hat

Bis die Fotos gemacht und alle Nachrichten ausgetauscht waren, war es Mittag geworden.

Jetzt aber ohne zeitlichen Verzug ab zu INSPIRATION und das Fremdprojekt Saildrive angepackt.
Ich richte mir einen passenden Arbeitsplatz, kann Jörgs Werkzeug nutzen und die Handvoll Spezialwerkzeug die nötig ist, hole ich mir aus meiner NESSAJA, welche kaum 20m entfernt aufgepallt ist.

Die Arbeit geht gut von der Hand und ich kann im Verlauf des Nachmittags Vollzug melden.
Der Saildrive ist fertig zusammengebaut, die kritische Manschette mit allen Anbauteilen ausgetauscht.

Klappt gut – ich bin bald danach fertig

Natürlich diskutieren wir während der Arbeit immer etwas miteinander, meist sind es eben technische Themen.

Heute haben wir ein wenig über die kleine, äußere Manschette gesprochen.
Klar, die innere ist technisch unantastbar, alle Arbeiten sind exakt nach Herstellervorschrift auszuführen.
Aber dieser unsägliche Gummilappen außen, der ist schon diskussionswürdig, denn die technische Ausführung ist zumindest fraglich.

Ich erzähle, dass manche Boote diese Manschette gar nicht haben und stattdessen das äußere Loch bis auf einen schmalen Spalt komplett zulaminiert ist.
Im Reparaturfall hat das Nachteile, aber im Alltag ist es die bessere und schönere Lösung!
Ich zeige Jörg eine XC45 welche gleich gegenüber steht und bei der das umgesetzt ist.

Der Handwerker ist angefixt – und macht sich sofort an die Arbeit!

Nach der Vorlage der Gummidichtung

Sehr geil – er baut kurzerhand eine Negativform und nimmt die Maße der Gummilippe ab.
Natürlich muss die GfK Platte später innen zurechtgeschnitten werden und auch in zwei Hälften geteilt werden, aber das Endergebnis ist perfekt!

Sollte ich jemals wieder ein Saildrive Boot haben – das wäre auch meine nächste Lösung!
Überhaupt – unser aller gemeinsames Werken ist gleichzeitig auch Erfahrungsaustausch und ein stetiger Lernprozess.
Ben zum Beispiel hat die TruDesign Rumpfdurchbrüche mit SIKA eingeklebt, den Übergang zum Rumpf aber mit Epoxidharz ausgeführt – ist noch sicherer und sieht toll aus.

Diese Lösung setzt Jörg sofort um und auch ich werde diesen Schritt das nächste Mal so lösen!

Mein Telefon sendet ein BIMM – ich bin abkömmlich und fahre rasch auf einen Kaffee nach Lakki. Susanne ist sauer und will sich auskotzen!

Ein Auto und eine flotte Kiste – German Engineering meets Italian Vabbé 😉

Der Zeitpunkt war passend – wir hatten an der Baustelle gerade beschlossen, dass wir den Saildrive erst morgen in das Schiff heben würden, so wäre dann ein ganzer Tag für die Montage übrig.

Ich sitze mit Susanne in der Sonne und sie erzählt, wie sie sich auf der Bank hat ärgern müssen.
Ich muss zuerst, noch in lustiger Stimmung, an Asterix´ „Haus das Verrückte macht“ denken, im Verlauf der Geschichte aber kippt meine Stimmung und mir fallen Verschwörungstheorien von zweien meiner Freunde ein – in Teilen sind wir nicht weit entfernt!

Griechenland nutzt heute schon ein digital, vernetztes System – alle Daten laufen über die Steuernummer zusammen, Informationen werden eingefordert und verknüpft.
Liefert man nicht fristgerecht, werden Institutionen wie Banken oder Stromanbieter als Druckmittel benutzt.
Susanne hat Geld am Konto, kann aber nicht ran, weil zwei Dokumente fehlen.

Leider ist die Dokumentenbeschaffung NICHT so einfach in Griechenland!
Da sind wir wieder bei Asterix. Ich höre aufmerksam zu, denn ich habe bereits heute das gleiche Problem vor der Brust.
Meine Herangehensweise ist die, dass ich versuche so wenig wie möglich von den Druckmitteln abhängig zu sein…

Diese Thematik könnte bei mir einmal zum Bruch mit Griechenland führen – DAS nervt mich gewaltig!!!

Ich nehme das Thema mit zum Abendessen und grüble vor mich hin – ich war und bin glücklich auf meinem Boot, hoffentlich bin ich am richtigen Weg.
Sibylle schickt ein Foto – sie war bei Freundin Kate zu Besuch – ich war „left outside alone!“

Inzwischen sind es viele Wochen im Jahr, während derer Sibylle in einer anderen Welt lebt

Am nächsten Morgen verschiebt Jörg den Einbau des Saildrive – das Wetter sei perfekt, sie müssen dieses Fenster nutzen um den Anstrich voranzutreiben.

„Lass´ uns den Saildrive morgen machen, da soll das Wetter schon wieder schlechter werden.“
Für mich ok, ich ändere meinen Plan ad hoc.

Ich war wirklich lange nicht mehr beim Haus, ich sollte nach dem Rechten sehen.
Also mache ich mich auf nach Plaka…

Von der Marina aus fahre ich knappe 10 Minuten
Von außen ist alles völlig ok

Auf den ersten Blick ist alles völlig ok. Ich fange meine Runde immer in der Garage an, oft habe ich etwas zu deponieren oder auch abzuholen.

Diesmal gibt es ein erstes Problem, die Garage öffnet sich nicht.
Ich habe eine Notentriegelung und kann sie von Hand öffnen, aber es muss ja einen Grund für den Ausfall geben.

Daher gehe ich heute als erstes in das Haus, sehe generell nach ob alles ok ist und suche dann nach der Ausfallursache bezüglich der elektrischen Toröffnung.
Lange muss ich nicht suchen, die Sicherung war gefallen – hoffentlich lässt sie sich wieder einschalten.

Main 2 war gefallen – ich zaudere, es wird schon einen Grund haben warum Kreuze und Ikonen im Sicherungskasten kleben…
…egal, die Schutzheiligen tun ihren Job – ich kann den Strom wieder einschalten

Ihr seht schon am Sicherungskasten – die mehrfach angesprochene Vollsanierung ist nicht diskutabel.
Wir haben Pläne, sind eigentlich startklar und sobald wir Klarheit über die zur Verfügung stehenden Geldmittel haben – sprich, sobald meine Wohnung in Deutschland verkauft ist – werden wir den Startschuss zur Entkernung geben.

Im Haus ist somit alles ok, ich schließe die Türen und gehe abermals zur Garage, das Tor sollte nun wieder tun!

Na also, geht doch
Der Wind schüttelt die Zitronen vom Baum – die Ernte steht der von 2025 weit nach
Der Garten selber ist ok, ein zweiter Schnitt hat noch Zeit
Ich genieße für einen Moment die Stille und die Aussicht

Alles in Ordnung rund um unsere kleine Katikia. Ich kann unbesorgt zurück in die Marina fahren.

Dort gehe ich unverzüglich ins Büro und hole mir den Schlüssel von MONEY PENNY – ich will heute Ordnung auf dem Schwesterschiff von NESSAJA schaffen.
Tatsächlich hat sich der Besucher aus Deutschland angekündigt, er wird die nächsten Tage vorbeisehen.

Mit dem Schlüssel in der Hand, mache ich mich auf den Weg zu Alistairs Dufour 43CC
Die von unten gemachten Beobachtungen bestätigen sich, die Plane ist zerfetzt, die muss runter
Auch der vordere Teil hat dem Sturm nicht standgehalten
Ich schneide beide Teile ab und werfe sie kurzerhand über Bord
Danach schaut das Deck aufgeräumt aus, so kann man es einem Interessenten zeigen
Auch der Cockpitbereich ist ansehnlich

Ich werfe einen kurzen Kontrollblick nach unten, alles sieht gut aus.
Es sind keine Zeichen für irgendwelche Probleme erkennbar, Alistair weiß was er tut, das Schiff ist ordentlich eingewintert.

Dieses Vertrauen wird sich später als Fehler herausstellen – aber dazu später mehr.
Für den Moment war es jedenfalls vollbracht. Ich verlasse MONEY PENNY wieder und kümmere mich um den Müllhaufen, den ich verursacht habe.

Nasse, gerissene Leinen und Bändsel, ein alter Eimer mit verrostetem Griff und ein Berg an Planenfetzen wollen entsorgt werden.

Ein ziemlicher Haufen

Hilft nix – ich fahre Klicker vor und lade den Müll ein um ihn zum Container zu fahren.

Geschafft, jetzt ist alles klar, der Interessent kann kommen.

Für mich war noch etwas Tag übrig und ich hatte einen Flow. Also habe ich mich entschieden noch ein Kleinprojekt an ELOWYN wegzuarbeiten.
Ich werde die Dichtgummis der Duschtüre in der Masterkabine erneuern.
Dafür muss ich das 2,5m lange Paketmonster auspacken und die Profildichtungs-Meterware in passende Stücke sägen.

Das Zuschneiden der Dichtungs-Meterware ging ganz gut
Die Dichtungen passten wie Arsch auf Eimer und der Einbau war relativ schnell erledigt

Diese Arbeit war wieder ein Paradebeispiel für die Relation Rechercheaufwand zu Arbeitsumfang.

Hier war die Recherche nach der passenden Profildichtung für die Glastüre wesentlich aufwändiger als der Montageaufwand.
Von der Beschaffung und vom Transport ganz zu schweigen.

Aber das gehört dazu und ist ein Teil der Arbeit, welcher mir auch eine Menge Spaß macht.

Für heute war das Tagwerk geschafft, ein sehr positiver Tag liegt im Kielwasser. Das Dinner im „SouVLakki“ war mehr als verdient!

Lecker, ich mag das

So, heute packen wir aber an. Der Einbau des Saildrive wurde jetzt aus unterschiedlichen Gründen mehrfach verschoben, heute gibt es keine Ausrede mehr.

Offen gesagt, das Zaudern liegt daran, dass dieser Montageschritt uns allen ein wenig auf den Magen drückt.
Man muss den Motor hinten mit einer DIY-Spanngurt Konstruktion anheben und ihn dann von Hand auf seinem Fundament bewegen.
Das ist kein Kinderspiel, denn ein D2-55 wiegt locker seine 260kg!

Zudem muss der Saildrive, welcher auch rund 40kg wiegt, in engem Raum durch einen schmalen Durchgang an seinen Platz gesteckt werden.

Danach müssen Motor und Saildrive sehr exakt von Hand zusammengeführt werden.
Damit das alles reibungslos klappt, braucht es eine gute Vorbereitung und viele Hände…

Ich knie vor dem Motor und bin für das Bewegen der Maschine verantwortlich
Alex ist unter dem Schiff und hebt den Saildrive etwas mit – er kann ihn beim Zusammenführen leicht drehen und kippen

An den Zugangsklappen links und rechts sind Jörg und Tom positioniert. Jörg als „das Viech“ (bayrisch für „der Kräftige“ oder „der Reißer“) an der größeren Klappe um den Antrieb hineinzuheben.
Tom an der linken, kleineren Klappe um Jörg zu unterstützen und das Zusammenführen zu dirigieren.

Auf geht´s – rein mit dem Ding!

Wir stecken den Saildrive an seinen Platz und positionieren ihn – erste Schrauben werden eingedreht
Auch von unten erkennt man den Fortschritt

Es hat gut geklappt! Nach etwa einer halben Stunde hatten wir den Saildrive an seinem Platz und Motor und Getriebe zusammengeführt.

Wir halfen einander rund eine weitere Stunde, dann waren alle relevanten, die Antriebseinheit haltenden, Schrauben an ihrem Platz und handfest angezogen.

Ich beschließe in diesem Moment, dass ich die Arbeit für heute hier beende, ich werde das Komplettieren an einem weiteren Arbeitstag vornehmen.

Ich hatte eine Verabredung mit Susanne und wollte vorher noch warm duschen.
Es war offensichtlich, dass das Wetter wieder Kapriolen machen würde – also war es an der Zeit, den privaten Teil des Tages zu beginnen.
Heute hatten wir viel geschafft.

Susanne und ich hatten uns auf einen Apero im „Retro“ verabredet, bevor wir weiter ins „Tis Kakomoiras“ gehen wollten.
Auf dem Weg nach Agia Marina sind wir über Lakki gefahren und bekamen hautnah mit, dass die Schlechtwetterfront bereits angekommen war.

Es regnet in Strömen, der Wind bläst aus SW und die Wellen überschwemmen den Kreisverkehr in Lakki
In Agia Marina war es ruhig, das „Retro“ war gemütlich

Wir gönnen uns einen Ouzo als Aperitif und ziehen dann ein Haus weiter zu Xristos Meze Taverne.

Wir haben einen sehr netten Abend, der recht spät ausklingt – wir sind die letzten Gäste als wir beim Kellner bezahlen.
Der hatte bereits seine Privatkleidung an und war froh, als er hinter uns zusperren durfte 😉 !

Der nächste Morgen zeigt sich von einer ganz anderen Seite! Mein Wecker klingelt früh und ich merke schon beim Wachwerden, es ist heute kälter!
Der Schein trügt nicht – denn als ich nach dem ersten Kaffee ins Auto steige sehe ich, dass wir nur 6,5°C haben – Brrrr!

Kalt – der Wind hat auf N gedreht, die Temperaturen fallen und das Wetter klart auf

Ich muss auf NESSAJA, um die Schlüssel für EDINA zu holen. Als ich mit dem Schlüsselbund in der Hand auf meinem Schiff stehe und auf die Buchtausfahrt von Lakki schaue, halte ich einen Moment inne.

Dort, wo gestern dunkle Wolken waren und Schaumkronen die See haben bedrohlich erscheinen lassen, findet man heute eine ruhige, azurblaue See und einen stahlblauen Himmel.

Der Nordwind lässt das Wetter stabil und schön werden – wenn auch zu Lasten der Temperaturen.

So friedlich und einladend

Was war geschehen? Warum musste ich der „frühe Vogel“ sein und vor Allem – wer oder was ist „der Wurm“?

EDINA – es geht um EDINA! An der schönen CNB 60 sollen ein ppar Arbeiten erledigt und der Unterwasseranstrich erneuert werden.
Dafür muss das Schiff aus dem Wasser und der anberaumte Krantermin war heute.
Die Ansage lautete – „…first boat in crane! Be ready at 08.15!“

Ok, ich klariere das Schiff und mache es klar zum Ablegen…

Ich sperre auf, packe die Lenkräder aus und stecke den Zündschlüssel ans Schloss
Ich nehme die zusätzlichen Festmacher gleich ab, den gebrochenen entsorge ich sofort und ohne Rücksprache

Natürlich hat es nicht geklappt mit dem frühen Termin. Ist mir eigentlich auch egal, aber ich hätte mir keinen Wecker stellen müssen.

Ganz verstehe ich diesen Teil der Missorganisation nicht, aber ich glaube, es hatte etwas mit der Verspätung eines Fischerbootes zu tun, dieses sollte nun doch vor EDINA gekrant werden, es würde vor der CNB platziert werden.

Ich vertreibe mir die Wartezeit mit einer Programminstallation. Brigitte hat sich auch einen Teil des Griechisch-Lernprogramms „Assimil“ gekauft.
Zusammen haben wir jetzt alle Teile und helfen uns aus. Ich bin gespannt ob das funktioniert.

Diesmal Deutsch – Griechisch, ich bin gespannt ob ich wieder reinkomme

Ich bedanke mich artig und wir schreiben etwas hin und her. Dabei erzählt Brigitte, dass das neue Vorstag von BARCASO wohl geliefert sei und bald montiert werden soll.

Ich verspreche sofort nach dem Schiff der Freunde zu sehen, ich will den beiden eine Freude machen.
Soviel Zeit war noch, ich mache umgehend ein Bild, weil ich den Moment des Einbaus genau erwische…

Das neue Vorstag an BARCASO wird installiert, der Kran ist noch da

Dann muss ich zurück zu EDINA, es geht nun doch weiter. Der Eigner hatte mich gestern Abend aufgefordert und bevollmächtigt die große Französin aus der Box in die Krangasse zu fahren.

Ich habe für dieses Mal abgelehnt, das ist mir zu kritisch und zu kurzfristig.
Ich kann mir diesen Service vorstellen, dann aber nach einer Einweisung durch den Eigner und verbunden mit einer schriftlichen Vollmacht gegenüber der Marina.
Das hat versicherungsrechtliche Gründe, außerdem brauche ich Zeit meine Linehandler zu rekrutieren.

So ergibt es sich, dass heute der „Marinaskipper“ Manolis am Ruder steht…

EDINA verlässt ihre Lücke…
…und wird gleich nach nebenan in die Krangasse bugsiert
Sie wird mittig fixiert
Der Kranführer will einen Taucher um die Gurte zu platzieren
Dann hebt er das Schiff leicht an
Ein letzter Kontrollblick, dann legt der Taucher eine Sicherungsleine an
EDINA wird angehoben und an Land gefahren – die großen Schiffe kommen nicht auf den Transportwagen…
…sondern werden nahe der Krangasse direkt aus den Kranschlaufen heraus aufgepallt

Geschafft! Das Auskranen von EDINA zu begleiten ist fast ein Tagwerk. So wie es im Moment mit der blauen Madame läuft glaube ich, dass sich hier eine zweite dauerhafte Schiffsbetreuung anbahnen könnte.

Nicht in dem Umfang wie auf ELOWYN, diese Fürsorge basiert auf einer langjährigen Freundschaft, aber schon auch eine Betreuung plus.
Mal sehen, ob der Eigner offen für Gespräche ist – in jedem Fall merke ich, dass die an mich übertragenen Aufgaben mehr und mehr werden.

Ich gehe zurück zu NESSAJA um die Schlüssel aufzuräumen und komme dabei noch einmal an BARCASO vorbei.
Hier sind die Arbeiten abgeschlossen, was unsere Freunde in Österreich freut!
Ich selber halte auf meinem Schiff noch einmal inne um den Tag Revue passieren zu lassen – ich bin zufrieden!

BARCASO ist fertig, das Thema Vorstag ist hier erledigt – bei mir ist es noch offen
Ich genieße den Augenblick und sende Sibylle dieses Bild als Antwort auf eine Nachricht von ihr

Sibylle sendet just in dem Moment eine Nachricht und lässt mich wissen, dass ich in Deutschland wohl abkotzen würde.

Es schneit andauernd und es wären riesige Schneemassen dazu gekommen.
Es war wirklich ein Zufall, dass ich das oben stehende Bild gerade aufgenommen hatte und ich habe es ihr als Antwort gesandt – wortlos.

Jeder ist seines Glückes Schmied – I´m left outside alone 😉

Der Abend klingt unspektakulär aus, denn ich weiß, dass am nächsten Morgen abermals der Wecker klingeln wird.
DONNA hat den zweiten Krantermin und die Stimmung ist angespannt – es war mir wichtig, mit den Freunden vor Ort zu sein.
Treffpunkt – 08.00 Uhr vor DONNA auf einen gemeinsamen Kaffee

Ben kocht Kaffee für alle, wir warten auf den Kran
Es geht recht pünktlich los, alle sind wirklich etwas angespannt
DONNA war nicht weit vom Kranbecken entfernt aufgestellt – Giannis nimmt die alte Jeanneau daher direkt in die Schlaufen
DONNA wird abgesenkt und die Crew betritt das Schiff – der Moment der Wahrheit

Ben nimmt sich Zeit um alle Durchbrüche im Rumpf noch einmal zu inspizieren.
Besonderes Augenmerk ist der zuletzt undichten Verbindung am Kielkasten gewidmet, aber auch hier scheint alles ok.
Nach langen 10 Minuten kommt der Daumen hoch – „…alles ok, ola kala!“
Das Schiff kann abgesenkt werden und die Gurte können entfernt werden.

Was zunächst nicht als Notwendigkeit geplant war, wurde heute doch vollzogen. Die Platz-Rochade von DONNA und NESSAJA.

Ich wollte Bens Platz aus den bereits genannten Gründen unbedingt haben, für Ben und Caetlin war es zweitrangig wo sie stehen werden.
Gewisse Kriterien hatten sie hinsichtlich ihrer noch offenen Arbeiten aber schon und so bot sich am heutigen Tag mein alter Platz als das Optimum an.

Ich laufe dorthin, um auf DONNA zu warten und bei der Leinenannahme zu helfen.

Der Himmel war noch dunkelgrau an diesem Morgen – was man von unserer Stimmung nicht behaupten kann
DONNA kommt ums Eck und macht sich fertig zum Anlegen
Die alte Jeanneau SO44 schwimmt wieder – ein Befreiungsschlag
Alle klar zum Anlegen – klar ist
Geschafft – was für ein Glücksmoment nach so langen Reparaturmonaten an Land

Die Leinen gingen über und ziemlich unspektakulär und rasch, hatten wir das Schiff befestigt.

In diesem Fall hatte ich alle Leinenarbeit am Heck übernommen, während Marinero Stelios beim Durchsetzen der Muring am Bug half.
Dafür hatte er sein Schlauchboot am Ponton befestigt und war auf DONNA gesprungen.
Aber so früh am Morgen, kann auch einem mit allen Wassern gewaschenen Fischer ein Fehler unterlaufen…

Des Marineros Dinghy treibt herrenlos und mit laufendem Motor zwischen den Pontons

Egal, wir fragen nicht – die Situation hatte durchaus eine gewisse Komik, war aber zu keinem Zeitpunkt tragisch oder gefährlich.

Der Grieche blieb entspannt, der Wind half etwas mit, so blieb es ihm zwar nicht erspart, dass er einmal von F nach G laufen musste – was durchaus ein paar Meter Umweg sind – dort konnte er aber sein Dinghy entern und davonbrausen.

Vermutlich wird er sich noch einen zweiten Kaffee gönnen…

Apropos Kaffee – auch wir hatten eine zweite Tasse nötig! Hier sprangen Caetlin und Ben in die Bresche.
Sie besorgten süße Teilchen und luden eine halbe Stunde später zu Kaffee und Teilchen als Dankeschön für die morgendliche Hilfe.

Kaffee kommt gleich…

Der erste Snack auf der schwimmenden DONNA, es fühlt sich gut an!

Danach trennen sich unsere Wege für heute, jeder widmet sich wieder seinen Projekten.

Für mich passt das gut, denn heute Mittag hat sich der Interessent für MONEY PENNY angemeldet.
Ich bin gut vorbereitet – das Schiff ist klariert (dachte ich), eine Leiter steht bereit und der Schlüssel ist in meiner Hosentasche.

Wolfgang ist pünktlich und gut vorbereitet. Er erzählt mir von mehreren Terminen und von Schiffen, die toll waren aber strukturelle Schäden hatten.
Wir gingen zur Besichtigung über, ich zeigte und erklärte die Dufour 453CC. Nein, MONEY PENNY hatte keine strukturellen Schäden, ein paar kleine Nickeligkeiten vielleicht, aber nichts Weltbewegendes…

Wir kommen zum Höhepunkt – ich zeige die beeindruckende Master-Cabin und das en-suite Bad der Eigner.
Selbstbewusst trete ich ein und… PLATSCH – stehe mit einer Socke knöcheltief im Wasser!!!

Ich Depp sappe blindlings in die Brühe – was war hier passiert???
Das Waschbecken ist randvoll

Es gibt nur eine Erklärung – die Fenster waren nicht so fest zugedreht wie ich es auf NESSAJA machen muss, wenn heftiger Regen in Verzug ist.

Ich vermute, dass Judith und Alistair sich auf ihre Abdeckplane verlassen haben, welche jedoch den vielen Winterstürmen kein Paroli bieten konnte.
Die schweren, teils sintflutartigen Regenfälle haben dann den Rest erledigt!
Es stank nicht, es war keine Sauerei, nur schmutziges Wasser…

Dennoch, bei einer Bootsbesichtigung ist das Nicht das, was man als Kaufargument wahrnimmt.

Wolfgang behielt die Fassung. Er brachte seine Besichtigung zu Ende und erklärte, dass er die Gedanken mit nach Hause nehmen wolle.
Er hätte „Berater“, ich bin mir fast sicher, dass es sich um die „Bootsprofis“ handelt und wolle sich mit denen besprechen.
Er würde sich wieder melden…

Als er gegangen war, habe ich mich an die Reinigung der Sauerei gemacht, das Wasser abgepumpt und so gut gewischt, wie es meine Möglichkeiten an Bord erlaubt haben.
Klar, die Fenster habe ich fest zugedreht!

Ich hole mir einen Eimer und einen Schwamm von ELOWYN, den Holzrost stelle ich ins Cockpit
Die „Shower Drain“ funktionierte und so konnte ich eine ordentliche Gesamtsituation herstellen

Ob wir jemals wieder von Wolfgang oder gar den „Bootsprofis“ hören werden?
Ich habe meine Zweifel, aber man weiß ja nie – in jedem Fall ist MONEY PENNY ein tolles Schiff für das Geld.
Ein neuer Eigner müsste sich lediglich der paar Kleinigkeiten annehmen.

Bis ich mich versehe ist es später Nachmittag und es wird spürbar kühler.
Ich gehe mit Tom und Jörg auf eine Pizza ins „La Nostra“, dann ist Abendprogramm angesagt – kurz, Saloncouch, gemütlich, Barnaby 😉 !

Am Folgemorgen überfällt mich Jörg – ich hätte doch mal angeboten, ein wenig Holz-Plattenware mit ihm zu besorgen.
Das wäre jetzt dringend und ob ich nicht mit ihm zum Holzhandel fahren könnte und dann die Platten gleich mit Klicker in die Marina karren könnte?

Klar, kann ich! Auf geht´s!

In Agia Marina angekommen, messen wir, vergleichen, rechnen – und kommen dann auf das Ergebnis, dass EINE große Platte doch besser ist, als zwei oder drei kleine.
Ok, wenn es weiter nix ist…

2,5m x 1,25m – das passt nicht mehr IN den Audi…
…wir besinnen uns auf „Greek Transport“ und lösen die Herausforderung pragmatisch

Jörg hatte seine Platte und konnte seinen Umbau der Bugkabine somit finalisieren.

Ich sah mich etwas um und beim Anblick von NESSAJA schoß mir das Adrenalin in den Körper.
Oh mein Gott! Es ist Samstag, ich habe meine Freitagsaufgabe vergessen! Sibylle wird mich einen Kopf kürzer machen, wenn ihr Sauerteig-Tamagotchi jetzt tot ist.

Ich eile auf mein Schiff und hole nach, was ich gestern verabsäumt hatte. Beim Füttern der hellbraunen Masse habe ich Zuspruch geleistet – „…nicht sterben bitte, es ist nur ein Tag! Bleib´ am Leben, kleiner Sauerteig!“

Ich hoffe es hilft!

Wird schon gutgehen

Weil der Tag ohnehin schon zerrissen ist, fahre ich zu Susanne um mir letzte Instruktionen für das Haus abzuholen.

Wir haben vereinbart, dass wir die Schlüsselübergabe im Haus erledigen und einen gemeinsamen Rundgang machen, bevor sie morgen abreisen würde.
Das passt jetzt ganz gut, ich mache mich daher auf den Weg nach Xirokampos.

Jedes Mal wenn ich am Haus der Freundin ankomme, lasse ich es einen Augenblick auf mich wirken.
Es ist ein traumhafter Platz! Trotzdem halte ich ein wenig an meiner jetzigen Konstellation fest – während Sibylle beschlossen hat, sofort nach ihrer Rückkehr ins Haus zu gehen.
Kein Tag länger in der Marina – ich erkenne die Zwickmühle in der wir stecken.

Ein Traumtag – an einem wundervollen Platz
Es ist einfach schön hier – da kann unsere Katikia nicht mithalten
Der Ausblick ist ein Traum

Susanne und ich erledigen die Hausführung und sehen uns die Baustelle noch einmal genau an. Dabei lasse ich mir erklären, dass ins Bad eine „Doppeldusche“ eingebaut wird – aha!
Der Erklärungsversuch der Freundin ist holprig und löst bei mir Kopfkino aus – die „Doppeldusche“ wird uns bis zu ihrer Abreise als eine Art „running Gag“ nicht mehr loslassen.
Ihr kennt das nicht – bemüht mal Google…

Wir beschließen bei dieser Gelegenheit, dass wir heute Abend noch einmal ins „To Steki“ zum Essen gehen.
Am Weg würden wir ihren Panda in der Werkstatt abgeben und ich würde heute fahren.

Dass ich sie morgen früh zum Flughafen bringe um sie zu verabschieden ist Ehrensache!

Ich fahre zurück in die Marina und klettere noch kurz auf EDINA. Ich muss mich um den Motor der elektrischen Rollanlage kümmern und brauche ein Foto der Einbausituation.
Das wollte ich noch erledigt wissen, bevor ich zum Abendprogramm übergehen kann.

Ich hole den Motor ab und nehme ihn an mich…

So sieht das aus – es gilt, ein Ersatzteil oder eine Reparaturoption zu finden

Es bleibt noch genug Zeit für meine e-Mails und eine kurze Pause, dann heißt es kultivieren und pünktlich an Mario Pantelidis´ Werkstatt zu sein.

Susanne wartet schon auf mich und wir fahren gemeinsam nach Alinda.
Im „To Steki“ bietet Wirt Dimitris abermals seine Spezialitäten an – ich liebe dieses Essen, hatte es aber während der letzten Wochen eher oft als selten.
Susanne ruft nach Fleisch! Das kenne ich in dieser Vehemenz eher nicht von Frauen, weder im Allgemeinen noch von Sibylle im Besonderen und so sage ich eher verduzt zu.

Dimitris erklärt uns, was er an Fleischgerichten anbieten kann – beim Wort „Grillplatte“ leuchten Susannes Augen und sie grätscht rein, „…ja, genau das! Ist das ok für Dich?“

Für mich? JA! Mich hat noch nie eine Frau gefragt ob ich eine klassische, griechische Grillplatte mit ihr teile!
Ein Hähnchenfilet, ok. Ein mageres Rindersteak, ja. Aber eine trockene, teils fettige, durchgegrillte Grillplatte???

Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und sage zu…

Schmeckt so wie es aussieht – ist aber ein Genuss zu einem Bier

Wir vertilgen den Fleischberg und versuchen zu verstehen, warum man beim Duschen zwei Brausen benötigt.
Vielleicht ist es ein Generationenthema, vielleicht fehlt uns die Fantasie, aber das Bild zu zweit nebeneinander unter zwei Duschköpfen zu stehen erschließt sich uns nicht.

Ich bringe Susanne zurück nach Xirokampos und verhole mich dann auf ELOWYN – ein schöner Tag!

Bevor irgendwelche Thesen aufgestellt werden – Sibylle und ich telefonieren fast jeden Tag.
Auch Susanne telefoniert in dieser Zeit fast täglich mit meiner Frau.
Sibylle erhält alle Updates und stimmt sich mit unserer Freundin bezüglich der Hausnutzung ab.
Susanne stellt sogar die steile These auf, dass Sibylle und ich ja die ersten Nutzer der geheimnisumwobenen Doppeldusche sein könnten und dann vielleicht eine Art „Erfahrungsbericht“ abgeben könnten.

Na ich weiß nicht, ich habe immer noch das Bild von einer Gemeinschaftsdusche im Sinn – zwei Duschköpfe sind mir einer zuviel 😉 …

Auch der nächste Morgen ruft das Thema „duschen“ sofort wieder in den Sinn. Es prasselt nämlich ganz gehörig auf ELOWYNs Kajütdach und einen Moment lang rühren sich bei mir Zweifel, ob Susannes Flieger bei so einem Wetter fliegen würde.

Es war aber auch trostlos!

Ein Blick über mein Patenschiff zeigt, dass heute ein Depri-Tag ist
Der komplette Bootsplatz ist schon wieder durchweicht…
…der Weg zum Lokus führt durch den Baz!

Ich schreibe eine WhatsApp an Susanne, die bereits auf gepackten Koffern sitzt.
Es gibt bisher keine Informationen von Olympic Airways über irgendeine Flugabsage, daher gehen wir von einer Abreise aus.

Ich trinke meinen Kaffee aus und mache mich dann auf den Weg nach Xirokampos um die Freundin abzuholen.

Tatsächlich klart es etwas auf und als wir am Flughafen ankommen, herrscht schon reges Treiben.
Auf Nachfrage bestätigt man uns die Durchführung des Fluges und so heißt es Abschied nehmen.
Ich drücke Susanne kurz, sie war eine Bereicherung während der letzten Tage.

Ich fahre zurück in die Marina und überlege, was man mit einem solchen trüben Tag anfangen kann.
Ich weiß! Ich suche den Fehler an EDINAs Motor für den elektrischen Furler…

Es geht recht rasch, bis ich meine den Fehler gefunden zu haben…
…ich baue die Schadteile gleich aus

Es dauert nicht so lange, dass ich einen potentiellen Fehler erkenne.
Die Schleifkohlen des Motors sind abgenutzt und, schlimmer noch, zwei von ihnen bleiben in ihrer Führung hängen.

So kann ein Motor nicht funktionieren.
Der Eigner und ich beschließen, dass wir ins Risiko gehen, neue Kohlen verbauen und dem Motor einen Service nebst Reinigung zukommen lassen.

Ein Funktionstest wird dann zeigen, ob unser Weg der richtige war.

Irgendwie passt das Wetter heute – ich habe heute Nachmittag einen Termin für eine WEG-Eigentürmerversammlung und man hat zugestimmt, diese per Video-Call abzuhalten.
Ich kann so partizipieren und freue mich darüber – das perfekte Vorhaben für einen grauen Regentag.

Ich habe mich auf der Plattform eingeloggt und mir einen Kaffee gekocht – von mir aus kann es losgehen

Ich bin volle zwei Stunden in dem Online Meeting gebunden, aber es war erfolgreich.
Ich darf hoffen, dass wir in verschiedenen Punkten eine Einigung erzielen, meine Wohnung dann verkauft wird und wir mit der Sanierung unserer Katikia beginnen können.

Ich glaube, dass 2026 ein sehr spannendes Jahr werden wird.

Bis zum Abend fängt sich das Wetter etwas und der Abendhimmel entschädigt mit einem herrlichen Sonnenuntergang vor spektakulärer Wolkenkulisse.

Jörg, Tom und ich treffen uns abschließend im „SouVLakki“, wir geben uns völlig unserer Fleischeslust hin!

Ich liebe solche Szenarien
Heute gibt es Broiler – lange nicht mehr gehabt

Auf meiner Liste der Tagesarbeiten für den Folgetag steht „nur noch schnell EDINA an den Landstrom anschließen“ – und ihr wisst, was das bedeutet! 😉

Offen gesagt, ganz so steht es nicht auf dem Plan, ich bin ja auch nicht völlig doof – aber „Strom EDINA“ kann in eine Aufgabe ausarten.
Vor allem dann, wenn sie abgeschrittene 60m von der Säule entfernt aufgepallt ist und mindestens fünf Meter hoch ist.

Keines der zur Verfügung stehenden Kabel ist auch nur annähernd ausreichend – also muss ich mich auf meinen Fundus besinnen…

Kein klassisches Landstromkabel – aber hilfreich

Die vor etlichen Jahren in der Not gekauften 64m billigstes PVC Kabel sind eigentlich völlig ungeeignet, haben im Ausnahmefall aber schon etliche Male geholfen – so auch heute…

Mit den zusätzlichen Metern gelingt es mir, der blauen Madame die überlebenswichtigen Elektronen und Neutronen zukommen zu lassen.

Die Verlegung der langen Strippe ist abenteuerlich und verlangt nach Absicherung – was tun???

Der halbe Weg – die Säule ist hinter dem Häuschen….
…hier die andere Hälfte – die baumelnde Schlinge muss abgesichert werden

Zur Absicherung wäre ein rot-weißes Flatterband recht – doch woher nehmen und nicht stehlen?

Ich weiß! War nicht vor ein paar Tagen am Marina Wellenbrecher eine Baustelle mit Flatterband?
Ich würde wetten, dass ich mich auf den hohen Entspanntheitsgrad der Griechen beim Thema Müllentsorgung verlassen kann und ich dort noch Reste finde.

Ich mache mich auf dem Weg zur aufgelassenen Baustelle und fotografiere bei der Gelegenheit DONNA auf NESSAJAs alten Platz – ein Zeichen!
Die Welt dreht sich weiter, die Dinge verändern sich – alles ist im Fluss.

Gestern noch unser Platz, heute fühlen sich Caetlin und Ben dort wohl

Das Flatterband? Ach ja, das habe ich tatsächlich dort gefunden, es lag einfach herum.
Ich habe mir die Reste eingesammelt und mir intakte 5m vorbereitet und mein Kabel damit abgesichert!

Das passt so – und wie geht es weiter???

Jetzt ist die Kabelschlaufe in 2,2m Höhe sicher – ich will nicht, dass ein Gabelstapler hängen bleibt
EDINA steht sicher, die Arbeiten können beginnen, die Batterien werden geladen

Ich war kaum fertig, da hatte sich die Frage nach dem „…und was kommt jetzt?“ schon erledigt.

Mein Telefon klingelt und ich lese am Display „Gottfried“!
Das überrascht mich nicht, waren wir doch für einen Phonecall verabredet, aber mir wird in diesem Moment bewusst, dass ich einen neuen Zeitplan brauche.

Telefonate mit Gottfried und Gabi sind sehr kurzweilig und daher auch sehr zeitintensiv.
Weil ich gerade am Feld war, habe ich mich in mein Auto gesetzt und lange und hingebungsvoll mit den Freunden aus München telefoniert.

Auch diesmal dauerte es lange – und beendet wurde das Gespräch durch mein Telefon!
Akku denkt ihr? Nein, schlimmer… 😉

Ich telefoniere mit G&G bis die Leitung glüht

Weil ich trotzdem zumindest einen Punkt von meiner realen To-Do Liste streichen will, befasse ich mich noch ein wenig mit meinem Schwarzwassertank.

Jörg hatte mir den ja bereits geschweißt, jetzt galt es, Befestigungsstellen für die Anschlussfittinge und den reparierten Tankgeber zu schaffen.

Dafür mussten wir ein paar Löcher bohren und für den Tankgeberflansch ein paar Gewindeeinsätze setzen.

Zu guter Letzt schneide ich neue Gummidichtungen, dann bin ich (fast) fertig!

Die Löcher und Gewindeinserts sind hier gut zu erkennen
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden

Ich schreibe deshalb „fast“, weil ich noch ein Fitting für den Entlüftungsschlauch setzen muss.

Die finale Entscheidung, ob ich mir ein neues, Kleineres kaufe und dieses an den noch vorhandenen Blindanschluss anbinde, oder ob ich das bestehende an irgendeiner frei zu wählende Stelle mit einer Mutter und einer Gummidichtung anschraube, ist bis heute noch nicht gefallen.

Diese Entscheidung wird auch noch etwas warten müssen, denn bald schon wird mich meine Prio1 Aufgabe einholen!
Doch davon weiß ich bis jetzt noch nichts…

Die Sonne geht unter, wir gehen ins „Gia Sena“ zum Abendessen

Heute ist per meiner Definition ein Tag Pause. Ich folge dem griechischen Lebensweg und die Griechen feiern heute „Clean Monday“ (Καθαρά Δευτέρα).
Dieser Tag markiert den Beginn der Fastenzeit und liegt 40 Tage vor dem Osterfest.

An diesem Tag wird gefeiert, gegrillt und gevöllert – aber bereits auf Fleisch verzichtet.
In der Regel gibt es Fisch und Meeresfrüchte vom Grill, dazu Salate und Gemüse aller Art.

Ich muss mich aufteilen, denn die Freunde aus der Marina verabreden sich für den Abend zum Dinner bei „Stis Anna“, davor werde ich einer Einladung von Giorgos folgen um bei ihm mit seiner Familie und Freunden zu feiern.

Ich brauche ein Mitbringsel! Hmmmm??? Naja, diesmal muss ich nicht so lange überlegen – ich gehe zu NESSAJA und bereite ein Fläschchen Olivenöl für Katerina vor.

Mein Öl macht mir immer mehr Freude

Als ich so über mein Deck husche, höre ich ein Brummeln aus Richtung ANAHITA – nanu, was ist das?

Ein zweiter Blick offenbart, dass Alex irgenwas im Ankerkasten schleifen muss.
Ok, für ihn ist ein Arbeitstag, er feiert erst abends mit uns.

Ich halte sein Tun für die Nachwelt fest, dann ziehe ich weiter und verlasse NESSAJA für heute.

Alex hängt früh am Vormittag schon in der Ankerkiste

Ich nehme mir vor, dass ich dusche und mir dann einen straffen Tagesplan für morgen mache.

Das klappt soweit, ich stimme mich hierfür noch mit Jörg und Tom ab, denn bei ihnen wollte ich unbedingt noch helfen den Motor in Betrieb zu nehmen, einen kurzen Funktionstest für die Einwasserung übermorgen machen und als Fleißaufgabe noch das Mastkabel von einem neuen Windmesser zu verlegen – soweit also der Plan!

Doch ihr kennt ja die Krux mit den Plänen – kaum eine Stunde nachdem ich mich mit der INSPIRATION Crew verabredet hatte, meldet sich Ben bei mir…

„It seems, tomorrow might be the best day to continue with your rigging, what about your plans?“

DAS war das Prio1 Signal! Der Startschuss, auf den ich seit Wochen warte!
Ich sage zu und kläre mit Tom und Jörg, dass ich zunächst an meinem Rigg arbeiten muss, es bleibe dann ja noch etwas Zeit bis zum Krantermin von INSPIRATION, wir würden die Arbeiten schon hinbekommen.

Zufrieden steige ich in Klicker um nach Kamara zu Giorgos zu fahren.

Wenn die Sonne scheint, ist der mediterrane Winter farbenfroh
Καθαρά Δευτέρα ist auch der Tag, an dem die Kinder typischerweise selbstgebaute Drachen steigen lassen – hier Giorgos Vater mit dem Enkel

Großes „HALLO“ – die meisten Gäste kenne ich von früheren Feiern und sie kennen umgekehrt mich.

Sie sprechen Griechisch mit mir und ich verstehe kaum 10%, aber es zeigt mir, dass sie mich als einen der Ihren wahrnehmen – zumindest im Ansatz.
Es liegt nun an mir, dies auszubauen und ich arbeite hart daran. Auch heute versuche ich, soweit ich das eben kann, einigermaßen verständliche Antwortsätze zu stammeln.

Es gibt frischen, sun-dryed Octopus…
…der chargenweise gegrillt wird – über Feuer, so muss das

Just in diesem Moment ruft Sibylle an – es ist laut, es wird gefeiert und getanzt, die fidellastige Inselmusik hüllt die Feier in betörende Klänge.

Vermutlich höre ich das Telefon zu spät, als ich abhebe ist Sibylle weg.
Ich will anständig sein und verhole mich nach draußen in eine ruhigere Ecke mit besserem Netz, dann rufe ich zurück…

Es bleibt beim Versuch

Vermutlich erinnert sich Sibylle daran, dass ich heute bei Giorgos bin und kann die Situation einschätzen.

Es ging wahrscheinlich ohnehin nur um eine Abstimmung bezüglich morgen, denn morgen ist nicht nur der große „Rigging-Day“ den Sibylle knapp verpasst – nein, morgen endet auch meine „left outside alone“ Phase.
Sibylle kommt gegen 23.00 Uhr mit der raren Nachmittagsfähre auf Leros an.

Ich kann das auch später mit ihr besprechen – jetzt wird gefeiert was das Zeug hält!
Wie immer gilt „what ever happened on Leros will stay on Leros“, so gibt es auch diesmal keine weiteren Bilder – private Scene 😉 !

Um 18.00 Uhr fahre ich zurück in die Marina um Ben, Caetlin und Alex abzuholen.
Die Sonne versüßt mir abermals den Übergang in den Abend – ein schöner Tag!

Sonnenuntergang über der Bucht von Gourna – ich halte extra für ein paar Fotos an
Ich bin pünktlich zur vereinbarten Zeit in der Marina und sammle die Freunde ein – wir fahren zu „Stis Anna“

Bei Anna angekommen, bin ich überrascht. Das Lokal war fast leer!
Das hatte ich echt ganz anders erwartet – nun, vielleicht hat sie ihre Wiedereröffnung zu Καθαρά Δευτέρα zu kurzfristig angekündigt.

Der Musiker spielte an einem anderen Tisch sitzend vor sich hin. Ich kenne den Mann aus verschiedenen Kneipenbesuchen, er spielt Gitarre und covert Folk- und Blues Songs.
Ich mag die Art wie Chris spielt, ist aber vielleicht nicht Jedermanns Sache.

Wie auch immer, wir nehmen Platz und es geht ans bestellen. Inzwischen hat sich auch Tom zu uns gesellt während Jörg heute eine Runde aussetzt.

Wir waren ziemlich alleine bei Anna
Eine Tageskarte speziell zu Καθαρά Δευτέρα – die Qual der Wahl

Alex schaut zu mir, unsere Blicke treffen sich. Wir haben seit seiner „Pasticio-Orgie“ eine Art running Gag, indem wir uns immer mal wieder vornehmen bei einer Bestellung zum Kellner zu sagen „…och, bringen sie einfach einmal ALLES!“

Heute wäre eine Gelegenheit – and we did it!

Als der Kellner kommt, ordert Alex mit cooler Stimme und als ob es das alltäglichste der Welt wäre, einmal die Speisekarte rauf und runter.
Der Kellner schaut ebenso verduzt wie Tom, der bis zu dieser Sekunde noch dachte wir machen Spaß!

Und dann ging es los – für unsere Vegetarierin am Tisch war es heute das Schlaraffenland!

Der Tisch war zum Biegen voll…
…alles war sehr lecker
Und im Eck der zweite belegte Tisch – „It´s all over now, Baby Blue“

Ein schöner Abend der sich noch ein Weilchen hinzieht – aber irgendwann wird es sehr plötzlich kalt.
Annas Verandazelt ist nicht ganz winddicht, die nächtliche Brise kriecht durch die Ritzen und kühlt uns aus.

Wir zahlen und beenden diesen „Clean Monday“, ab nach Hause, ab ins Bett – morgen wird ein anstrengender Tag!

Und dieser beginnt für mich mit dem Weckerklingeln um 06.30 Uhr – ich brauche eine Weile, bis ich auf Drehzahl komme und ohne meine zwei Tassen Kaffee geht gar nix.
Dann aber beginne ich, es war etwa 08.30 Uhr, mit der Vorbereitung für die Riggarbeit – zuerst komplettiere ich das Vorstag.

Ich lege das Profil bereit und montiere Trommel und Swivel

Dann beschäftige ich mich mit der größten Herausforderung, es müssen die alten Turnbuckles, die Wantenspanner, gangbar gemacht werden.

Mit Hitze und viel WD40 bekomme ich drei von vier in den Griff, einer wird uns aber fast den ganzen Nachmittag ärgern.

Gegen 09.30 Uhr kommen Ben, Caetlin und Alex dazu – wir beginnen mit der Hauptarbeit und damit, das Vorstag ins Masttop zu ziehen.

Das Vorstag geht nach oben, Ben steigt in den Mast
Während Ben das Profilvorstag im Top anschlägt und sichert…
…ist es meine Aufgabe, das untere Ende am Basisbeschlag am Bug zu befestigen

Nun war es notwendig die Krümmung des Mastes nach vorne herauszunehmen und ihn mit den Stagen korrekt und gerade zu trimmen.

Als wir das geschafft hatten, fingen Ben und Caetlin an, den Mast zu sichern.
Es wurden an allen Anschlagpunkten im Top und den beiden Salingspaaren Notschlaufen befestigt und Reserveleinen angeknotet, diese ließen wir zunächst nach unten hängen.

Alex und ich hatten derweil die Aufgabe, den einen widerspenstigen Spanner gangbar zu machen.
Dies misslang und wir haben beschlossen, dass wir ihm nach der Sicherung des Mastes zwei Längsschnitte verpassen.
Nur so war es möglich, Freigängigkeit zu erreichen.

Es half nichts, irgendwann mussten wir durchgreifen

Bis vor ein paar Minuten waren die Crewmitgleider der INSPIRATION noch entspannte Zuseher bei unserem Tun, dann bekamen sie eine Information, welche alles schlagartig änderte – ÄNDERUNG im Kranplan!

Krantermin INSPIRATION alt – morgen 14.00 Uhr. Krantermin INSPIRATION neu – HEUTE 12.00 Uhr!!!

Hektik kam auf, die Arbeiten bei denen ich helfen wollte, mussten ad hoc erledigt werden, alles nicht Notwendige wurde auf morgen vertragt.
Bis INSPIRATION so einigermaßen klar war, kam auch schon das Carello und holte die Bavaria samt Jörg und Tom ab…

INSPIRATION geht zu Wasser – ich nehme vorweg, alles klappt tadellos

Währenddessen kämpft Ben im Mast – er hatte den härtesten und auch verantwortungsvollsten Job von uns allen.

Ich vertraue dem jungen Holländer und bin dankbar für die Freundschaft zu Caetlin und Ben.
Sie beide haben mir viel geholfen und mich mit neuen Gedanken und Ideen inspiriert – die Blogleser werden die Umsetzung und Anwendung noch erleben dürfen.

Hier ein paar Impressionen von Bens Werken – er hat abgeliefert!

Die Salinge müssen später raus – alles muss gangbar gemacht werden
Befestigungsschlaufen werden gelegt um die Notwanten befestigen zu können
Ben ist fast ganztägig mehr als 20m über dem Boden
Das Oberwant ist weg, jetzt kommt die erste Saling raus
Alex fliegt Drohne und macht hunderte perfekte Aufnahmen und Filme
Bei dem jungen Niederländer sitzt jeder Handgriff
Manchmal zwickt und klemmt es ein wenig…
…aber das Bodenpersonal steuert die Leinenführung perfekt – die erste Saling ist ab

Nach etwa drei Stunden im Mast schlafen Ben die Beine ein und er fordert eine Pause ein.

Wir lassen den Freund nach unten und Alex holt Brotzeit für uns alle.
Diese genießen wir zusammen im Cockpit von NESSAJA – bei strahlendem Sonnenschein und perfektem Wetter.

Bis hierhin haben wir es geschafft, dass alle Wanten nebst der Salinge auf der Steuerbordseite ausgebaut waren.

So ein Segelschiff mit fehlenden Salingen auf einer Seite sieht komisch aus…

Die Wanten auf einer Seite sind entfernt, das Notrigg steht

Wir wollen den wunderbaren Tag nutzen und rappeln uns noch einmal auf.
Mit Hilfe von Hans Peters Milwaukee ziehen wir Ben noch einmal über alle Etagen bis nach ganz oben – nur Aufzug fahren ist schöner!

Das Ziel ist jetzt, das Rigg auf Beschädigungen zu prüfen und die Salinge wieder zurück an ihren Platz zu stecken.

Dabei ziehen wir eine 5mm Dyneema Leine ein, welche über die Salingsenden für eine finale Sicherheit sorgt – so hoffen wir zumindest…

An den Beschlägen sind keine Schäden zu erkennen
Ben steckt die Salinge wieder auf und fädelt die Dyneema Leine ein

Geschafft! Die Sonne steht schon tief, als wir den Feierabend ausrufen und mit einem Bier einläuten.

Ich bin echt zufrieden! Geschafft aber glücklich!
Endlich sind die Wanten ausgebaut und die Erneuerung meines stehenden Guts kann in die Finalisierungsphase gehen.

Das Schiff sieht aus wie nach einer Schlacht – das Aufräumen obliegt jetzt mir!
Die Helfer sind entlassen, aber nicht, ohne dass ich eine Einladung ins „SouVLakki“ ausgesprochen hätte.
Wir treffen uns wieder um 19.00 Uhr!

Das gemeinsame Bier zum Feierabend ist Ehrensache
Die Sonne steht tief, ich beginne das Schiff zu klarieren

Es war so viel aufzuräumen, wir haben fast aus allen Kästen Werkzeug benötigt.

Zum Aufflexen und gangbar machen des verfitzmaledeiten Spanners habe ich die ganze Batterie schweres Werkzeug auffahren müssen, Dreck ist überall.

Das WD40 hat natürlich nicht nur dorthin gespritzt wo es für weniger Reibung sorgen sollte, es war schlichtweg überall verteilt.
Etwas Reinigung tat Not!

Irgendwann kam ich zu einem Ende und hatte den Saustall weitgehend im Griff.
Die Sonne war am Untergehen, ich musste aber auch nur noch die alten Wanten auf einen Haufen legen – bis hierhin hatte ich sie einfach von Deck geworfen.

Die blaue Stunde beginnt, ich bin gerade fertig geworden
Noch schnell die alten Wanten klariert – dafür der ganze Aufwand…
…als ich die Baustelle verlassen habe, war es 18.40 Uhr und der Mond stand schon hoch

Ich ging noch rasch zu ELOWYN und zum Hände waschen, dann fuhr ich schon wieder an den F-Ponton und sammelte meine heutigen Helfer ein, um die ausgesprochene Einladung umzusetzen.

Auch Jörg und Tom konnten partizipieren, auch sie hatten einen erfolgreichen Tag.
Wir ließen uns die Geschichte vom pannenfreien Kranen erzählen und lieferten dafür unsere Story von Bens „Tag im Bootsmannstuhl“.

Der Abend verging, wir hatten Spaß – und doch war er zu kurz. Ich hatte nämlich noch einen Termin offen…
Sibylle kommt heute an und ich hole sie um 23.30 Uhr in Agia Marina ab.
Aber was tun bis dahin? Ich weiß! Ich mache ein Update am iPad…

Ich hatte schonmal so ein Bild gezeigt – 758 WhatsApp in etwa zwei Wochen

Wieder trifft mich fast der Schlag. Ich hatte zwei Wochen nicht synchronisiert – in diesem Fall tut das System dies automatisch in dem Moment, in dem sich die zwei Geräte koppeln.

Das iPad zieht sich alle WhatsApp, die ich die letzten rund zwei Wochen erhalten und geschrieben habe.
Ich schwöre – keine 10% sind wirklich familiäre Nachrichten.
Alles andere sind Nachrichten, die ich führe weil irgendwelche Bootsthemen zu diskutieren sind.

Ich hoffe das erklärt ein bisschen, warum ich manchmal nicht jede Nachricht sofort abhandeln kann oder will.

Ooops, die Fähre kommt schon Richtung Agia Marina, ich muss los!

Sibylle kommt gleich an – mit etwas Verspätung

Ich bekomme einen guten Parkplatz und kann Sibylle direkt am Anleger abholen.
Ich muss nur ein bisschen warten, dann kommt die BLUESTAR DELOS auch schon im Hafen an.

In der Nacht sehr beeindruckend

Die Fähre spuckt meine Sibylle aus und ich kann sie abfangen. Wir verholen sofort zum Auto und suchen das Weite.

Füreinen Willkommensouzo ist meine Frau zu müde, daher fahren wir sofort nach Xirokampos.
Wir haben uns für eine eigenartige Lebenssituation während der nächsten Wochen entschieden.

Sibylle möchte nicht über die Leiter auf ein Schiff, welches kein fließend Wasser und keine Toilette für´s kleine Geschäft hat.
Sie will eine Waschmaschine und ein kaltes Schalfgemach.

Wollte ich es kurz formulieren – ich will genau das Gegenteil.
Am liebsten bin ich am Schiff, bei allem Anderen mache ich Kompromisse, solange ich nur nachts nicht friere.

Wir entscheiden deshalb – bis auf Widerruf wird sie in Xirokampos unsere Base bilden und ich bleibe auf ELOWYN um näher am Geschehen zu sein.
Wir werden das schon schaukeln…

Ich bringe Sibylle zu ihrem Appartement und ziehe wieder ab – den entgangenen Ouzo bedauere ich, er ist sinnbildlich

Bis ich zurück auf ELOWYN bin, war es spät geworden. Jetzt ist Sibylle also zurück.
Es fühlt sich seltsam an – sie war zwischen November und heute zweimal vier Wochen weg.
Das ist eine lange Zeit und und ich war gezwungen mich während dieser Wochen umzustrukturieren.
Ich habe mein Schiff verlassen und prägende Wochen alleine verbracht – die neuen Strukturen sind meine und ich werde sie nicht wieder so ohne Weiteres aufgeben.

Ich freue mich natürlich auch riesig, dass sie wieder da ist. Das Vertraute kehrt zurück und ich bin tagsüber auch wieder ein Team statt der Einzelkämpfer.

Dieses Teamwork verlangt in der jetzigen Phase eine relativ hohe Schlagzahl und Sibylle wird in diesem Kontext am Folgetag auch gleich ins kalte Wasser geworfen.

Ein kurzes „Hallo“ für die anderen, dann geht es los…

Der alte Tank von Jörg und Tom steht zum Verkauf – ich lagere ihn im Haus ein
Sibylle inspiziert ihren Zitronenbaum, sammelt das Fallobst auf und pflückt ein paar schöne, reife Früchte

Nachdem wir einen kurzen Abstecher nach Plaka gemacht hatten, ging es sofort zurück in die Marina.

Wir hatten am Rückweg bei Maria im „Naval“ Store noch ein paar Ersatzteile gekauft und die galt es nun zu verbauen.

Zunächst waren da die beiden Fallenblöcke, welche altersbedingt der Last und dem Speed des Milwaukee zum Opfer gefallen sind.
Da merkt man, welche Power „der Gerät“ hat!

Da erkennt man das Desaster
Kaputt – ich kann aber unter Vorlage des alten Blocks zwei neue erwerben

Der Tausch der beiden Umlenkrollen ging rasch von der Hand. Sibylle motiviert mich dranzubleiben und noch weitere Kleinreparaturen anzupacken.

Als da zum Beispiel wäre, die Fertigstellung unseres Schwarzwassertanks.
An diesem fehlte noch ein Fitting für den Belüftungsschlauch, dieser Anschluss wurde der aufgescheißten Platte geopfert.

Es war noch ein freier Anschluss vorhanden, dieser hat aber ein 1/2 Zoll – 19mm Anschlussfitting erfordert – ein Teil, welches es von TruDesign gar nicht gibt.
Und was soll ich sagen – Maria hat es von einem anderen Hersteller auf Lager!

Also installiere ich diesen Anschluss an richtiger Stelle und kann somit das Projekt „Reparatur Kakatank“ von meiner Liste nehmen.

Während wir an Deck reparieren, schleicht Ben um meine NESSAJA…

Ben hat eine Flir Wärmebildkamera am Handy

Er schleicht mit seiner Flir rund ums Boot und macht Wäremebild-Aufnahmen.
Ein probates Mittel um klare Indizien für vorhandene Altschäden und beginnende Osmose zu finden – dies ist bei NESSAJA nicht der Fall.

Ich bin somit recht gut vorbereitet auf den Besuch des Gutachters, mal sehen ob er kann was wir können 😉 …

Ich leugne nicht, dass ich die Gutachter immer kritisch beäuge – es wird keinem Gutachter gelingen NESSAJA an einem Tag zu durchschauen.
In unserer Community haben wir alle Geräte um wirklich alle technischen Systeme an den Schiffen einzuschätzen.
Aber wer glaubt einer Gruppe rund um den Verkäufer, dass etwas ohne Mängel ist?
Daher gibt es den Gutachtertermin Mitte März – er soll Strukturelles einschätzen, das Thema bleibt die große Unbekannte vor dem Verkauf.

Ben schickt mir die Bilder, aber ich habe noch an Deck zu tun…

Ich bastle mir einen Befestigungspunkt für das Notrigg

Ich hatte bei Andreas noch ein paar Bastelteile beschafft, um mir am original Befestigungspunkt meiner Wanten einen ebensolchen für den Dyneema Part meines Notriggs zu basteln.

Das geht schnell und klappt prima, mit einem Spanngurt kann ich richtig Last auf die Powerleine bringen.

War´s das? Ich würde Feierabend machen – aber Sibylle schafft es tatsächlich, mich soweit zu motivieren, dass ich unser Dreiwegeventil für die Schwarzwasserumleitung noch serviciere.
Dieses hat in eine Richtung ein wenig geklemmt weil es durch Urinstein blockiert wurde.
Gott sei Dank lässt sich das TruDesign Teil zerlegen und reinigen, so war dieses Thema auch relativ rasch vom Tisch!

Jetzt war der Feierabend aber verdient! Wir gehen zusammen mit Tom und Jörg ins „Tis Kakomoiras“ um ein nettes Beisammensitzen für Sibylles Ankunft zu haben und auch, um noch einmal griechisch Meze zu essen bevor die INSPIRATION Crew morgen abreisen wird.

Wir haben wieder so richtig lecker gegessen

Den Folgetag können wir etwas langsamer angehen lassen.
Nachdem Sibylle mit ihrem Breezy in der Marina angekommen war, gingen wir erst einmal zu Tom und Jörg auf´s Schiff.

Es stand zur Debatte „noch schnell“ das Mastkabel für einen neuen Windgeber einzuziehen.
Ich konnte noch einmal unterstützen, indem ich half das definitiv richtige Kabel zu finden, es wurde dann aber schnell klar, dass bei Jörg nach drei Wochen „Highspeed-Boatwork“ die Luft etwas raus war.

Das Projekt „Windgeber im Mast tauschen“ wurde kurzerhand auf Ostern vertagt, denn dann würde Jörg bereits wieder mit seiner Familie vor Ort sein.

Sibylle und ich ziehen ein Häuschen weiter und widmen uns dem heute wichtigsten Projekt – ich will meine Wanten heute Nacht auf der Fähre nach Athen wissen, es gilt keine Zeit zu verlieren.
Also packen wir die vier massiven Stahlseile auf eine Halbpalette.

Gewickelt und gesichert sind die Wanten, jetzt noch für den Versand vorbereiten

Was mich noch ein bisschen zaudern lässt, ist die schlechte Antwortperformance der Rigging Company.
Aufgrund des schlechten Trackings von Speditionssendungen hier in Leros, man bekommt keinerlei Papiere, will ich eine Bestätigung, dass irgendwer die Sendung beim Spediteur abholen wird.

Diese mangelhafte Schnittstelle hat mich letztes Mal drei Wochen gekostet, das war nervig und hängt bis heute nach.

Es dauert lange bis ich eine Rückantwort erhalte, dann aber meldet sich mein Ansprechpartner und bestätigt schriftlich.
Ich fahre mit Sibylle zur Sedition und übergebe meine wertvolle Fracht!

Ab jetzt läuft´s – hoffentlich pannenfrei

Der Rest des Tages war eher administrativer Natur – der Eigner von EDINA betraut mich immer mehr mit Aufgaben die von der Winterbetreuung abweichen.

Neben der Reparatur des Elektromotors möchte ich mich bitte auch noch um eine Lösung für die Thematik der eingefangenen Leine an der Propellerwelle kümmern.

Ich gehe also zu EDINA, mache ein paar Bilder, schätze die Situation ein und melde es dem Eigner.
Er möchte einen „Rope Cutter“ installiert haben, ich möchte mich bitte darum kümmern.
Das zieht einen Schriftverkehr mit Eirini im Office nach sich – das ist jedoch kein Opfer für mich, denn ich mag die Kommunikation mit der jungen und recht toughen Lady.

Der Eigner bekommt die Info dass alles passt und wird auch über den Beginn seiner Lackarbeiten informiert.
So funktioniert Zufriedenheit… 😉

Das Thema mit der Leine ist lösbar – dazu ein Rope Cutter und eine neue Anode, dann passt es wieder
Nur ein schöner Rücken kann entzücken – EDINAs Heck wird lackiert

Als diese Punkte alle erledigt waren, hatten Sibylle und ich keine Lust mehr.
Wir fuhren beide nach Xirokampos und verweilten noch ein Weilchen bevor es an der Zeit war, zum Abschiedsdinner für Jörg und Tom aufzubrechen.

Die Beiden hatten sich das „SouVLakki“ für ihr finales Zusammensitzen mit uns ausgesucht, auch Alex ließ es sich nicht nehmen, sich noch einmal dazuzugesellen.

So saßen wir den Abend bis zur Fährankunft gemeinsam mit den Freunden ab und gönnten uns ein letztes gemeinsames Bierchen, dazu ein Ouzaki und die Welt war in Ordnung!

Um 22.15 Uhr hieß es „auf Wiedersehen“, was bei Jörg schon in vier Wochen der Fall sein wird.
Tom werden wir erst Anfang Juni wieder treffen, bis dahin also!

Wir sagen zum Abschied leise „Servus“…

Gegen 23.00 Uhr boarden unsere Freunde und machen sich auf Richtung Athen

Ich bringe Sibylle noch nach Xirokampos und fahre dann zurück in die Marina.

Die Gedanken sausen in meinem Kopf, so viele Projekte, aber durch den Versand der Wanten bin ich einen gehörigen Schritt weiter!

Ich gönne mir eine Folge „Inspektor Barnaby“ und ein Snickers für die Nerven, dann fallen mir die Augen zu und ich gönne mir eine Mütze Schlaf!

Als ich am nächsten Morgen wach werde, höre ich das Heulen des Windes in der Takelage.
Ich brühe mir eine Tasse Kaffee auf, dann schalte ich mein Telefon ein – keine Nachrichten!
Das ist ein gutes Zeichen, dann wird mein Mast wohl noch stehen…

Trotzdem – der erste Weg am Morgen führt mich zu NESSAJA, ich will mich vergewissern.

Sieht gut aus – Generalprobe bestanden, hoffen wir, dass die neuen Wanten schnell kommen

Ich muss Sibylle heute abholen. Das mache ich gerne, trotzdem geht es mir auf den Zeiger, denn ist ist Zeitverschwendung.

Der Alltag keht zurück und meine Effizienz steht dazu in reziproker Relation.

Als ich an EDINA vorbei komme sehe ich, dass das Lackierteam schon ganze Arbeit leistet.
Es ist gehörig was vorangegangen und auch die Mechaniker sind dran – der gestern bestellt Rope-Cutter ist schon am Arbeitsplatz und wird bald montiert.

Ich mache Bilder und schicke sie an den Eigner…

Antifouling ist gestrichen, das Heck grundiert, der Propeller wird gerade serviciert und…
…einen Rope-Cutter gibt es auch schon

Ich setze meine Fahrt fort und hole meine Gattin in Xirokampos ab.

Wir warten bis die Waschmaschine fertig ist, dann fahren wir einen Kaffee trinken.
Weil wir John dort treffen und uns etwas verratschen, ist bei der Suche nach den Schleifkohlen für EDINAs Furlermotor etwas Eile geboten.

Irgendwie verplätschert der Tag, oder zumindest droht er es zu tun.
Wir können nämlich nicht widerstehen einen Einkehrschwung bei Marietta zu machen, dort ist heute eine Art „Freitagslunch“ mit Live-Music.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und schauen kurz vorbei um zumindest Flagge zu zeigen.

Dort sehen wir am Mittag vorbei und gönnen uns einen Snack

Eine Stunde gönnen wir uns noch – wir essen Gavros und Käsebällchen und trinken etwas, dann wollen wir noch einmal los.

Sibylle packt noch ein paar Sachen und stellt mir diese ins Auto, ich nehme mir vor noch etwas produktiv zu sein.

Weil ich Sibylles Hilfe nicht benötige, fährt sie nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.40 Uhr wieder abholen werde.
Ich widme mich derweil meinem Fäkalientank – Ziel ist es, diesen Punkt heute zu finalisieren und von der Liste zu bringen.

Geschafft! Das ist vollumfänglich erledigt

Es ging letztlich schneller als gedacht! Ich kann den reparierten Tank einbauen und alle Anschlüsse wieder herstellen.

Einzig die Absaugöffnung bleibt ohne Decksverbindung, denn der Decksdurchlass muss versetzt werden.
Dies werde ich im Rahmen der Deckssanierung umsetzen und kann somit die Badezimmer Rückwand wieder montieren.

Weil noch ein paar Minuten bis Ladenschluss waren, bin ich noch schnell zu Panos gehastet um meinen bestellten Lack abzuholen.
Ich habe ja an ELOWYN einen Kratzer verursacht, den gilt es reparieren zu lassen.
Panos gratuliert mir zum Kauf des mit Gold aufzuwiegenden Lacks – finde ich ganz lustig (Ironiemodus) – mir ist speiübel… !

AWLcraft – ist mit Golddublonen zu bezahlen

Ich brauche jetzt noch einen Lackierertermin – aber das ist eine andere Baustelle.

Mein Arbeitstag endet, ich kann trotz des Müßiggangs einen Punkt von der Liste streichen – nicht so schlecht.

Ich fahre zu Sibylle und dusche dort, dann fahren wir beide noch einmal in die Marina um Anette und Joachim von der MARLIN abzuholen und mit ihnen im „To Steki“ zu Abend zu essen.

Wir haben einen lustigen und unterhaltsamen Abend, den wir bei einer Runde Ouzo ausklingen lassen.
Dann bringt „Chaffeurdienst Mario“ die Nachtschwärmer nach Hause bevor auch er den verdienten Feierabend genießen darf 😉 !

Als ich am nächsten Morgen mein Mobiltelefon einschalte, habe ich eine Nachricht von Carola und Thomas im Postfach.
Sie schreiben mir wie es ihnen geht und dass sie sich auf die kommende Saison freuen.
Weiter bitten sie um Unterstützung innerhalb unserer Community, denn sie wollen ihren Gennaker verkaufen.

Ein sehr schönes Segel – ich könnte schwach werden

Ich schreibe zurück, erzähle ebenfalls ein wenig und verspreche, mich zumindest umzuhören.
Ich werde den Gennaker im „Flohmarkt“ auf meiner Seite anbieten und zudem in der Facebook Gruppe „Leros Yachting“ einstellen – ich hoffe, es tut sich was.

Sibylle kommt an Bord, sie ist mit ihrem Breezy von Xirokampos in die Marina getuckert.
Wir beschließen, eine Einkaufs- und Besorgungsrunde zu drehen, dabei würden wir auch bei Giorgos vorbeisehen und nach den offenen Projekten fragen.

Großes Hallo bei „Boat & Parts“

Ich erfahre, dass es leider keine Fortschritte bezüglich meiner Projekte gibt, Giorgos gesteht offen ein, dass es für ihn so „Lückenfüller“ sind.
Ich müsse sagen, wenn etwas eilt.

Na gut, bis jetzt ist nichts akutes dabei, lassen wir es laufen.
Ich erinnere mich, dass Ben und Caetlin mich gebeten haben, mich nach einem Außenborder bis 10PS umzuhören.
Also frage ich auch meinen Freund, der ja anerkannter Motorenexperte ist.

Ja, er hätte da was – sprach´s und führte mich zu einem alten Yamaha Zweitakter.

Ein „Barn Find“ – ein verschüttetes Juwel

Ich staune nicht schlecht – ein etwas abgewirtschafteter 15PS Yamaha 2-T hängt traurig an einem platten Schlauchboot.

Ich weiß wohl, dass DONNAs Dinghy damit übermotorisiert ist und die Beiden den Motor vielleicht nicht wollen, aber als ich den Preis höre, fällt der Satz „I take it!“ automatisch aus meinem Mund.

Ich biete Ben und Caetlin eine Probefahrt mit dem Motor an – wenn sie ihn wollen, bekommen sie ihn zu meinem Spottpreis, wenn nicht ist es meiner!
Man sollte einfach einen Yamaha Two-Stroke in der Garage haben – der heilige Gral aller Dinghypiloten 😉 !

Nach einem Kaffee, gehen Sibylle und ich zurück zu unseren Baustellen – heute widmen wir uns FESTINA LENTE.
Der Windgenerator braucht eine neue Nabenkappe…

Wie kommen wir da hoch?

Die Turbine ist recht weit oben angebracht. Alex bietet seine Hilfe an, doch auch für den Sportler scheint der Stromerzeuger ohne Hilfsmittel unerreichbar.

Wir entscheiden, mit einer einfachen Leiter emporzusteigen und nach der beim Hagel zertrümmerten und in der Folge klappernden Nabenkappe zu greifen.

Das gelingt recht gut, wenn ich auch das wackelnde Edelstahlrohr etwas stützen musste…

Gemeinsam schaffen wir das
Der zerdepperte Deckel ist getauscht – check

Weil es gar so gut läuft beschließe ich, noch ein wenig weiterzuwerkeln.
Als nächstes möchte ich den abgebrochenen Griff einer der Fallenklemmen erneuern.

Das scheint ein Schwachpunkt zu sein, denn ein anderer Griff ist bereits ausgetauscht und SVB hat die Dinger en masse auf Lager und lässt sie sich mit 30.-€ auch vergolden.

Egal, der Zweck heiligt die Mittel und ich stehe bei Käufer und Verkäufer im Wort.

Exakt der mittlere Griff ist gebrochen – ich komme um einen Ausbau der Klemmenbatterie nicht herum
Das ist wohl aufwändig, lässt aber gut bewerkstelligen
Nach knappen zwei Stunden ist es erledigt und ich mache „klar Schiff“
Jetzt ist der Klemmenblock wieder ok und einsatzklar

Super! Ich bin zufrieden, denn ich habe auf FESTINA LENTE die Hälfte der von mir zugesagten Kleinreparaturen erledigt.

Es war eine persönliche Zusage dem Käuferpaar gegenüber, einfach weil ich möchte, dass sie nach der Übernahme des Schiffes gleich Freude haben.
Der Zufall will es, dass mich die Käufer heute anrufen, kurz bevor ich diese Bilder der erledigten Reparaturen schicken wollte.

Sie sitzen gerade beim Verkäufer bei Kaffee und Kuchen und machen den Vertrag – somit ist es besiegelt, FESTINA LENTE ist verkauft!

Für mich bleibt offen, den Fernbedienungsschalter für die Ankerwinsch instandzusetzen und ein neues Armaturenpanel nebst Tankuhr zu verbauen.

Mache ich gleich die nächsten Tage

Als „Zuckerl“ lege ich noch die alte, obere Carbon-Armaturentafel von INSPIRATION ins Schiff.

Diese kann für eine Neugestaltung und einen Umbau der Armaturen nebst dem Einbau eines anderen Plotters verwendet werden.
Ob der neue Besitzer diese Tafel braucht, wird sich zeigen.
Zum Wegwerfen ist sie allemal zu schade und zu teuer.

Vielleicht kann das teure Teil bei einer Neugestaltung der Armaturentafel eingesetzt werden

Mein Tagwerk war somit geschafft. Sibylle schnappt sich ihre Walkingstöcke und läuft zum Haus in den Süden der Insel, ich ziehe mich auf ELOWYN zurück um meine Mails zu schreiben und noch etwas nach den Schleifkohlen von EDINAs Furlermotor zu recherchieren.

Dann fahre auch ich nach Xirokampos um dort zu duschen und ein wenig mit Sibylle zu klönen.
Um 19.10 Uhr fahren wir ins „Tis Kakomoiras“ denn dort sind wir um halb Acht mit Marcus und seiner Familie verabredet.

Wir haben einen schönen Abend, den wir erst beenden, als die kleine Lilly am Tisch einschläft.
Ich bringe Sibylle noch zurück in Susannes Haus, dann ziehe ich mich in meine Gemächer zurück.

Klicker steht hinter ELOWYN, ich komme nach Hause

Left outside alone – ich sitze noch ein paar Stunden und schreibe den Blog während der Februar geht und der März Einzug hält.

Ich schlafe zufrieden ein, ich habe viel geschafft, habe aber die „großen Projekte“ noch vor der Brust.

Der März wird ein Schicksalsmonat – wird der Vertrag für NESSAJA unterschrieben?
Kann ich die Stellung auf ELOWYN halten oder drängt mich eine italienische Osterinvasion in die Wohnung in Xirokampos?

Allen voran die Frage, inwieweit ich den Fortschritt meiner Projekte vorantreiben kann – gelingt es mir, schnellstmöglich mein stehendes Gut vollumfänglich zu ersetzen?
Kann ich die Dichtheit der Seeventile an ELOWYN abschließend und belastbar prüfen?
Inwieweit beginnt der Abbruch des Teakdecks auf NESSAJA?

Zudem ist der März der erste aktive Monat der Segelsaison 2026 – wer wird kommen, wen werden wir verabschieden (müssen)?

Es wird wieder spannend – bleibt also dran…

Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN – auch im Namen von Sibylle
Mario























Januar 2026 – Mad World

„Happy New Year“!
„Καλή χρονιά“!

Wir wünschen uns ein gutes, friedvolles und vor allem gesundes neues Jahr…

Ich weiß, wenn ihr diese Zeilen lest, hat das neue Jahr 2026 den ersten Monat bereits im Kielwasser.
Die Wiederholung der zum Jahreswechsel allerorts ausgesprochenen Wünsche hat einen anderen Hintergrund – ich bin nachdenklich…

Ob es nun ein gutes neues neues Jahr wird, zeigt sich erst im Verlauf. Grundsätzlich bin ich Optimist, aber Zweifel sind angebracht.
Gesundheit ist – nach meiner bescheidenen Ansicht – das wichtigste Gut! Hier ist es eine Mischung aus eigenem Handeln und der Frage, ob es das Schicksal gut mit einem meint, oder ob man von selbigem hart gebeutelt wird. Es bleibt, das Beste zu hoffen…

Da sind wir beim kleinen Wort friedvoll und dem Bezug zur ersten Headline des Jahres 2026.

Ich kam in den fragwürdigen Genuss, während des Januar öfter Nachrichten aus aller Welt zu konsumieren als sonst – und was ich da höre, lese und sehe macht mir Angst.
Proteste im Iran, Amerika dreht in vielerlei Hinsicht am Rad und bezüglich des Krieges in der Ukraine sprechen Medien von „einer Kriegsgefahr für Deutschland“.

Es ist müßig weitere Missstände aufzuzählen – etwa bezüglich Menschenrechte, Umweltschutz oder der allgemeinen wirtschaftlichen Schieflage…
Es ist offensichtlich – und das meine ich völlig ohne Unterton – wir leben in einer MAD WORLD.

Der Wind bläst uns im Januar die Köpfe frei – und das war bitter nötig!

So hat sich der 82er Kracher von Tears for Fears in meinen Kopf geschlichen und dort festgesetzt.
Bei genauem Hinsehen zeigt sich dann aber, dass das Lied tatsächlich nicht die weltpolitische Situation anprangert, sondern eher auf den Sinn des Lebens zielt…

„Mad World“ handelt von kindlichem Leid, Einsamkeit, Unsichtbarkeit und der eintönigen, sich wiederholenden Natur des Lebens der meisten Menschen. Im Kern scheint das Leben sinnlos: Menschen gehen zur Arbeit, Kinder zur Schule, aber alles, was sie tun, erscheint letztendlich sinnlos.“

Auch das passt ja ganz gut – es liegt an uns, das Beste daraus zu machen, es ist unsere eigene Verantwortung, wir schreiben die Geschichten für das Buch unseres Lebens.

Warum eröffne ich so dramatisch, fast schon depressiv?
Weil mich zwei Todesnachrichten während des Januar anpackten und bis heute beschäftigen und nachdenklich machen…

Zum einen sind es die tödlichen Schüsse auf eine Frau in Amerika – das Verfolgen der Nachrichten rund um dieses Geschehen lässt einen fassungslos zurück.
Wenn man sich dann noch die Social Media Kommentare unter den Schlagzeilen antut, dann weiß man, dass der Verrohungsgrad der Menschen eine neue Dimension erreicht hat.

Zum anderen ist ein Bekannter aus unserer Marina verstorben.
Ein Mann, der sich wie ich auf Leros niedergelassen hatte, der an Schiffen interessiert war und sich, wie ich, um eines der großen Segelschiffe in der Marina gekümmert hat.
Wir waren nicht wirklich befreundet und doch packt mich sein plötzlicher Tod – er hat Familie, hatte Pläne und stirbt viel zu früh.

Wie hat es mein Freund Thomas in Worte gefasst, als er mich informiert hat?
„Wir werden älter, das Sterben gehört zum Leben – aber die Einschläge kommen näher…“
In dieser Stimmung setze ich mich an meinen Platz und beginne diesen Monatsbericht zu schreiben – bitte seht mir die lange, graue Einleitung daher nach.

Der Januar bot auch sehr viele Lichtblicke und schöne Momente

Generell war der Januar ein in jeglicher Hinsicht wechselhafter Monat – dafür verantwortlich war in erster Linie natürlich, wie sollte es anders sein, das Wetter.

Wir hatten mehrere schwere Stürme, heftigen Regen und Kälte – aber auch sonnige, freundliche Sonnentage, an denen wir im leichten Shirt im Café saßen oder uns ein Eis gegönnt haben.

Lasst euch mitnehmen auf eine Zeitreise durch den ersten Monat des Jahres 2026.

Dieser begann für uns fast so, wie der alte Monat und damit auch das alte Jahr endeten – im Haus von Brigitte und Hans, denn dort galt es „klar Schiff“ zu machen…

Wir treffen uns auf einen Kaffee, quatschen ein wenig und schmieden Pläne

Sibylle und ich drehen eine Runde über die Insel – wir räumen die Sachen, welche wir für die Silvesterfeier aus dem Haus geholt hatten, zurück an ihren Platz.

Wir fahren zu Brigitte und Hans um etwas beim Aufräumen zu helfen und um unser Geschirr vom gestrigen Abend einzusammeln.
Dabei zeigt sich, dass noch soviel Reste vom Silvesterschmaus übrig waren, dass unsere Freunde aus Österreich sich kurzerhand ermüßigt fühlen, uns alle noch einmal zum gemeinsamen Resteessen einzuladen.

Lustig, dass ausgerechnet die „junge Fraktion“ jammerte und einen Abend zuhause einforderte – vielleicht wollten sie auch nur nicht noch einen weiteren Abend mit den „Silver Surfer“ abhängen – wer weiß das schon?

Guido und Ilona sagten spontan zu, aber gegeben durch die Tatsache, dass wir auch nicht richtig ausgeschlafen waren, wurde ein „late lunch“ vereinbart – Treffen um 16.00 Uhr.

Sibylle und ich fuhren zurück auf NESSAJA…

Ein kräftiger Nordwest sogte für niedrige Temperaturen und einen unangenehmen Chill-Faktor
Der erste Tag des Jahres 2026 bescherte uns den ersten Tag mit einer durchlaufenden Heizung

Der kalte Wind aus NW sorgte dafür, dass die gefühlte Temperatur nahe der 0°C Marke rutschte.
Auch das Thermometer näherte sich diesem Wert – zum Glück sollte dieser Spuk nur wenige Tage dauern.
Dennoch ist dieser Start ins neue Jahr keiner nach meinem Geschmack.

Pünktlich um 16.00 Uhr trafen Ilona, Sibylle, Guido und ich bei unseren Gastgebern in Crithoni ein.
Wir verteilen die Aufgaben und jeder hilft, so dass wir innerhalb kürzester Zeit abermals ein ansehnliches Abendessen auf den Tisch zaubern.

Das Dinner entschädigte uns alle für das eisige Willkommen, welches der 1. Januar für uns bereithielt.

Der Tisch war gedeckt, es war noch allerhand vom Vorabend übrig
Auch warmes Gemüse gab es noch – Guido war der Erhitzungsbeauftragte

Wir saßen also in etwas dezimierter Runde abermals zusammen und hatten Spaß.

Zugegeben, die Luft war etwas raus, wir waren erschöpft von der langen Silvesternacht und auch die kalten Temperaturen machten uns tatsächlich zu schaffen.

Wir waren uns einig – zu spät lassen wir es heute nicht werden, aber das spätnachmittagliche Dinner würden wir uns noch schmecken lassen.
Hans ließ es sich nicht nehmen, sich ein weiteres Mal an den Grill zu stellen – dick eingepackt in seinen Norwergerpullover, welcher ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor dem Erfrierungstod rettete.

Ein schönes Stück Fleisch, dazu ein Meze- oder Salatteller und die Welt war für wenige Augenblicke in Ordnung.

Der Schein trügt, auf der Terrasse war es saukalt – ein Kühlergrill
Man konnte sich gar nicht vorstellen, dass man bei diesen Temperaturen grillen kann…
…wir wurden jedoch eines Besseren belehrt – das Fleisch war heiß
Die Meze rundeten das Menü ab, wir haben vorzüglich gegessen

Natürlich hatten wir auch Nachspeisen übrig, dazu gab es kleine Kaffeespezialitäten – eine runde Sache.

Kurz nach 18.30 Uhr hatten uns die letzten Lebensgeister verlassen.
Wir wollten nach Hause, zurück auf unsere warmen Schiffe, noch ein bisschen herumlümmeln und dann früh ins Bett gehen.

Wir brachen auf und machten uns zurück auf den Weg in die Marina – ein Blick auf das Thermometer zeigt, dass unser Gefühl nicht trügt.
Lediglich 5°C ist für eine griechische Insel zu wenig – aus meiner Sicht begrüßt uns 2026 unfreundlich!

01.01.2026 – Leros, griechische Ägäis -> 5°C! Letztes Jahr war ich am gleichen Tag im Meer baden

Der neue Tag wartet mit einer fiesen Überraschung auf – ich muss trotz oder gerade wegen des frühen Zeitpunktes im Jahr, meine Projekte vorantreiben.

Die höchste Priorität gestehe ich an diesem Tag meinem Rigg zu, ich hatte ja bereits am 14.12. das letzte Stag zur Repruduktion nach Athen geschickt – dies in der Hoffnung, dass ich das Ersatzteil noch im alten Jahr zurückerhalte.

Daraus wurde leider nichts, höchste Zeit also einmal nachzufassen…

Verschickt am 14.12. – am 02.01. noch keinerlei Fortschritt

Auch das ist Griechenland! Ich schicke mein Ersatzteil per Spedition weg, dies natürlich in der Hoffnung, dass alles klappt.

Tat es aber nicht! Am 02.01. hatte mein Ansprechpartner noch keinerlei Information, dass das erwartete und angekündigte Ersatzteil in Athen angekommen wäre.
Warum er nicht einfach mal bei der Spedition anruft oder mir Bescheid gibt, verkneife ich mir zu fragen – die Griechen sind sehr schnell beleidigt.

Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich hinzusetzen und eine Art Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu starten.
Ich schreibe Mails an die Spedition in Leros und Athen und nehme auch den Rigger noch einmal in Kopie…

Sibylle macht Duolingo, ich suche mein Frachtstück

Einen Versandbeleg? Nein! Nicht auf Leros – man gibt es ab und verlässt sich darauf, dass das versendete Gut auch ankommt. Das klappt in der Regel.

Ich nehme vorweg, niemand antwortet mir – das regt mich aber auch nicht auf, denn auch das ist irgendwie „normal“.
Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als zur Spedition zu fahren und dort nachzufragen…

„Yeeeees! I remember your sending, it´s in Athens!“ – ich frage nach, warum man den Empfänger nicht verständigt hätte – ich hätte doch schließlich vor 20 Tagen versandt.
„Ahhhh, we really had no time….!“ – hm, ok, was willst jetzt da noch antworten???

Ich gebe dem Rigger Bescheid und er versichert mir, dass er das Musterteil noch am gleichen Tag abholen würde.
Ok, das klingt gut – trotzdem habe ich in Sachen Rigginstandsetzung in diesem Augenblick drei Wochen verloren.

Der Tag war mir zwischen den Fingern zerronnen, Sibylle und ich laden Alex zum Dinner ein – es gibt „frängischa Brodwörschdla“!

Gerne teile ich das heimatliche Essen mit Alex

Alex war so kurz nach Silvester ja noch Strohwitwer und wir hatten inzwischen das zweite Fresspaket erhalten.
Ina und Ralf waren so nett und haben uns abermals einen Gourmetgruß aus ihrer Heimat geschickt.

Es war Ehrensache, dass wir diese willkommene Abwechslung mit dem Freund teilen.
Gemeinsam saßen wir im gemütlichen, warmen Salon von NESSAJA und mampften den Gaumenschmaus, während draußen der Sturm an den Festmachern zerrte.

Abermals 60+kts auf dem Anemometer – dieses Jahr haben wir viele schwere Stürme

Gemeinsam bejammern wir unsere Situation und den langsam aufkommenden Zeitdruck – was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dies sollte sich in mancherlei Hinsicht noch zuspitzen, denn obwohl uns viele Arbeiten gut von der Hand gehen würden, zeigte sich deutlich, dass an ANAHITA, DONNA, ELOWYN und NESSAJA noch etliche Arbeitspakete offen sind.

Der Abend klingt aus, Alex kämpft sich gegen den Sturm zurück zu ANAHITA und Sibylle und ich nehmen uns vor, dass wir morgen bei den Schiffen der Freunde nach dem Rechten sehen würden.

Der Folgetag war grau und wolkenverhangen – wir kommen auf unserer Marinarunde an einem Scooter vorbei, den unsere Freunde Rena und Ioannis vermietet haben.
Sibylle war das Vehikel schon lange aufgefallen, sie vermutet, dass der Roller „vergessen“ wurde…

Hm, mit den Helmen im Regen – das schaut wirklich nicht nach klassischer Vermietung aus

Wir hatten das ja schonmal und der damalige Vermieter hatte sich nicht einmal bedankt – ich hätte wohl weniger rasch reagiert, wenn das Fahrzeug nicht zum Fuhrpark unserer Freunde gehören würde.

Rena zaudert erst – „I think I have all my Scooters here, maybe Ioannis rented it out…“
Fünf Minuten später aber trudelte die Nachricht ein – „…in deed, it was my fault, I forgot to pick it up a few weeks ago, thank you for letting us know!!!“
Keine Ursache, dafür sind Freunde da, wir wollen aufmerksam sein.

Als wir an Pits WUQI vorbeikommen, sehen wir, dass eine der Sicherungsketten ins Wasser baumelt.

Ich mache ein Bild und informiere Pit
Dabei lasse ich ihn wissen, dass auch bei ihm der Verklicker kaputt ist

Weil ich gerade bei WUQI war, nehme ich gleich noch die Badeleiter mit.
Ich werde auch diesen Winter wieder ein paar Projekte bei Giorgos starten, es macht Sinn, dass ich die relevanten Teile bereits jetzt einsammle und in Klickers Kofferraum lagere.

Gesagt getan, die V4A Leiter muss geschweißt und poliert werden, ich verwahre sie solange, bis ich nach Kamara zu „Boat & Parts“ fahre.

Wie geht es mit den Ketten weiter? Mal sehen…
…die Problemstelle an der Leiter ist jedenfalls offensichtlich und kann repariert werden

Inzwischen ist Kaffeezeit und Sibylle möchte mal wieder is „Coffee Lab“ um einen Cappuccino zu schlürfen.

Ich erfülle ihr die Bitte gerne, wir setzen uns in das Café und gönnen uns eine Kaffeespezialität und eine Süßigkeit.
Wir besprechen, was wir uns heute noch vornehmen – welche Arbeit passt am besten in diesen angebrochenen Nachmittag?

Kurze Kaffeepause im „Coffee Lab“ in Lakki

Wir entscheiden, dass wir unsere Runde fortsetzen und nach KEONDA sehen.

Hier gibt es keine negativen Nachrichten, trotzdem waren wir gefordert, denn Eigner Mario hatte mich gebeten, die Segel von Bord zu nehmen und zum Segelmacher zu bringen.

Auch er hat, als er seine Bitte geäußert hatte, die Floskel „bei Gelegenheit“ oder auch „mal schnell“ verwendet.
Das klappt nicht!
KEONDA ist unter einer Vollplane und die Segel sind im Salon.
Ich brauche die Schlüssel, eine Leiter und muss mir Zugang unter die Plane verschaffen.
Dies gelingt jedoch wider Erwarten ganz gut und wir können nach einer akzeptablen Stunde Vollzug melden…

Beide Segel von KEONDA sind in Klicker – ich werde sie heute noch ausliefern

Meine Aufgabe ist es lediglich, die Segel zu Sotiris zu bringen – es geht hier um eine Garantiesache, nach der Übergabe übernimmt der Segelmacher.

In dieser Art vergingen die Tage – ich war ständig am herumwerken und kümmern, habe aber an meinen eigenen Projekten kaum etwas bewegt.

Dies war zum Teil damit zu begründen, dass ich meine ToDo-Listen angepasst habe.
Inzwischen spielen nicht mehr nur Niederschlagswahrscheinlichkeit und Temperatur eine Rolle, auch Sibylles erneute Reiseplanung für einen weiteren Deutschlandbesuch beeinflusst meine Prioritätenliste.

Es gibt Aufgaben, für die ich Sibylle als Helferin benötige, diese gilt es zu planen und vorzuziehen.
Außerdem müssen nun alle Ersatzteilbestellungen recherchiert und platziert werden, Sibylle kann Sendungen anstoßen und Kleinteile mitbringen.
Als ob dieser Impact nicht ausreichen würde, bietet auch Jörg von der INSPIRATION Transportoptionen für den 02.02. an – auch dieses Datum muss ich im Kopf behalten.

Daher war meine nächste Handlung auch der Beginn eines neuen Projektes auf ELOWYN, dieses war ursprünglich für März geplant…

Der Hydraulikzylinder für das Kutterstag ist undicht und muss ausgebaut werden – dafür muss die Rollanlage ausgehängt werden….
…dann „schlängle“ ich mich in den Ankerkasten, um die untere Befestigung des Zylinders abzuschlagen
Dies gelingt zum Teil sehr gut…
…auf der schlechter zugänglichen Seite komme ich aber nicht ran – ich brauche Hilfe! Aaaaaaalex!!!
Und schon ist er da – es gibt diese Handgriffe, da fehlt Hans Peter sehr. Zum Glück ist Alex immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist
Der untere Bolzen muss raus
Der Hydraulikschaluch muss abgeflanscht werden

Nach etwa zwei Stunden waren wir soweit, dass ich den Zylinder samt Schlauch ziehen konnte.

Es war an der Zeit! Wir verzeichnen an ELOWYN schon länger einen latenten Hydraulikölverlust und haben zudem bemerkt, dass die Vorstagspannung am Kutter alle paar Tage nachlässt.
Es wurde Zeit zu handeln und es galt, die perfekte Gelegenheit der langen Zeit an Land zu nutzen.

Endlich liegt das Corpus Delicti an Deck, bereit um für die Reparatur versandt zu werden…

Geschafft – jetzt heißt es wieder „klar Schiff“ zu machen
Der Zylinder wird zum Versand verpackt und in Deutschland beim Hersteller repariert

Diesen Zylinder wird Jörg für mich mit nach Deutschland nehmen und von dort aus an den Hersteller verschicken.

Nach erfolgter Reparatur, geht der Zylinder an Hans Peter, welcher ihn Anfang Mai mit nach Leros bringt.

All das gilt es von hier aus zu organisieren und zu tracken – Reparatur, Transport und Verpackung.
Recherche und Administration werden zur organisatorischen Meisterleistung – dieser Aufwand wird jedoch gerne vergessen!

Am Weg zurück zu NESSAJA erkenne ich, dass der stetige und kräftige Wind, abermals das Dinghy von Hans Peter abgedeckt hat.

Bisschen läbbelig, da muss man doch was machen
Feierabendarbeit

Ich fixiere die Plane diesmal und hoffe, dass sie nun den Windböen Paroli bieten kann.

Dann war das Feierabendbier mehr als verdient. Ich sacke erschöpft auf die Couch und freue mich, dass Sibylle mal wieder etwas Leckeres auf den Tisch zaubert.

Am Folgetag widmete ich mich den Befestigungsketten von Pits Wauquiez.
Ein neuer Schäkel sollte das Problem lösen – die Kette war nicht etwa gerissen, es war lediglich ein Schäkel lose geworden und abgefallen.

So, passt wieder – sollte die Feder brechen, kann nichts passieren
Finde den Fehler – ein Kontrollblick nach steuerbord zeigt, dass hier nicht zu Ende gedacht wurde 😉

Ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – vielleicht hatte der Leinenmann beim Anbringen der Ketten eine andere technische Auslegung der Federn im Kopf…

Bei diesem Modell der Ruckdämpfer ist es jedoch möglich, dass die Feder komplett auseinander gerissen wird – es fliegen einfach die Muttern vom Schraubteil.
Das ist vor einigen Jahren so bei ELOWYN passiert, daher weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man diesen Typ Federn nur hinter dem Befestigungsschäkel sichern kann.

Weil ich gerade dabei war, habe ich auch diesen Handgriff schnell erledigt.

Nicht perfekt – aber safe

Ich gebe Pit in der Heimat Bescheid – WUQI ist sicher und er kann sich beruhigt zurücklehnen.

Den Rest des Tages verbringe ich mit Hausaufgaben und der Auffrischung des Lerninhaltes der letzten Griechischstunde.
Diese liegt eine zeitlang zurück und ich fuchse mich wirklich zurück in den Stoff.

Um 17.45 Uhr breche ich auf, um auch in diesem Jahr wieder am Kurs teilzunehmen.

Die Box war gekauft – die Kekse darin aber typische Weihnachtskekse, selbstgebacken von Eirini
Das versüßt einem den Griechischunterricht

Ich nehme es vorweg – ich ahne an diesem Tag nicht, dass dies mein letzter Griechischkurs der Wintersaison 2026 gewesen sein wird.

Ich hatte Spaß, machte im Anschluss auch meine Hausaufgaben, musste dann aber den nächsten Kurs schwänzen – eine wichtige Arbeit war noch fertigzustellen, ich hatte keine Zeit für Vorbereitungen und keine Lust unvorbereitet zu gehen.

Beim Lernen für den Kurs nach der Monatsmitte, hat mich das Gefühl beschlichen, dass ich mehr Zeit dafür verwende, die Fragen in diesem verfitzmaledeiten Übungsheft zu verstehen, als dafür neue Vokabeln oder Grammatik zu lernen.
Das Buch liegt mir nicht, es raubt mir Effizienz – ich verliere den Spaß.

Nach einem Gespräch mit Eirini hänge ich mein Griechischbestreben für diesen Winter an den Nagel – nun, nicht komplett…
Ich habe ein neues Buch, ich traue mich mit den Handwerkern und Nachbarn zu stammeln und lerne täglich dazu – aber dem Pflichtprogramm mit dem Heft, welches für mich sieben Siegel hat, setze ich mich nicht weiter aus!

Es ist der 06.01.2026 – Epiphani

Am 06. Januar ist in Griechenland der „Epiphani“ Tag, es sind unterschiedliche Schreibweisen möglich.

Die religiöse Bedeutung kann sich der interessierte Leser und die geneigte Leserin in diversen Suchmaschinen zur Kenntnis rufen.
Weltlich passiert Folgendes – ein Priester spricht Gebete, die Gläubigen lassen eine weiße Taube fliegen und dann wird ein Kreuz ins Meer geworfen.

Der Pulk, eigentlich nur Männer, springt hinterher und jeder versucht, das Kreuz als erster zu erhaschen.
Der, dem dies gelingt, wird noch mehr Glück im Jahr erfahren, als alle anderen.
Das ganze ist feierlich und doch mit einem irdischen Touch. Alle haben gute Laune, alle grüßen sich, alle küssen das Kreuz.

Klar, dass wir da auch Flagge zeigen!

Der Priester führt den Zug an – später wird er sich zu uns gesellen und ein paar Worte mit „den Fremden“ wechseln
Die „Glücksritter“ warten schon – jeder hofft darauf, heute das notwendige Quäntchen Glück zu haben
Wie immer – zuerst ein Bluff, er zieht das schon fliegende Kreuz zurück
Tja – einer fällt immer darauf rein! Diesmal erwischt es den Jüngsten
Die geistlichen Verse werden gesprochen – die weiße Taube wird auf ihren Weg geschickt, die Welt könnte ihre Dienste gut gebrauchen
Dann holt der Priester aus – es wird ernst
Das Kreuz fliegt, die Muskeln der Männer spannen sich
Das Kreuz berührt das Wasser, die Furchtlosen springen ab
Es folgt eine Wasserschlacht…
…jeder will der Erste sein – doch nur einem wird dieses Glück zuteil
Alle küssen das heilige Relikt
Der Sieger triumphiert
Er bringt die Reliquie zurück an Land

Nun trägt der Sieger seine Trophäe durch die Menge, er eilt zunächst zu seiner Familie, auch die soll von der göttlichen Extraprise Glück partizipieren.
Alle küssen das Kreuz, manche ziehen danach wieder eine Maske über Mund und Nase.

Dann erhält der Pope das Kreuz zurück und die Menge löst sich auf.
Auch wir ziehen uns zurück auf einen Kaffee ins „Coffee-Lab“, dann gehen wir alle zurück zu unseren Schiffen.

Wir haben alle allerhand zu tun…

Sibylle und ich machen einen kleinen Umweg, ein „Fährtle“, wie meine Gattin zu sagen pflegt.
Das schlechte Wetter hat nicht viele Vorteile, außer vielleicht die abwechslungsreiche Stimmung, in die es die Insel hüllt.
Anders als im Sommer, wechselt Leros fast täglich seinen Charakter.

Das wollen wir uns heute ansehen, wir fahren zu einem Aussichtspunkt am Buchtende von Lakki.

Es sind landwirtschaftliche Zuwege – Ziegen überall
An einer der Höhlen parken wir – für was die wohl genutzt werden? Auf jeden Fall bleibt jede Menge Unrat zurück
Das Wetter fühlt sich wie rauhes Seewetter an – von der sonnenumschmeichelten Ägäisinsel keine Spur
Am Horizont Kalymnos, bis Kos reicht die Sicht heute nicht

Zurück am Schiff nehme ich mir vor, den Generator einem Probelauf zu unterziehen.

Dies möchte ich in drei Stufen machen – zuerst eine Stufe nur für den Motor.
Ich montiere als also alle Verkleidungsbretter ab, öffne die Seeventile und prüfe den Ölstand.
Dann starte ich das Aggregat und lasse es ohne elektrische Last laufen – die gelegte Sicherung trennt den Generatorteil von laufenden Motor.

Die Sicherung des Generatorteils ist gelegt
Der Motor läuft einwandfrei
Auch die Ladeleistung der Generatorlichtmaschine ist bestens

Ich kann nun die Drehzahl prüfen und feineinstellen – dann starte ich den zweiten Schritt.

Ich nehme den Generatorteil dazu und teste die Ladeleistung – auch hier erhalte ich sehr gute Ergebnisse, jedoch schwankt der Ladestrom ein wenig.
Darum werde ich mich aber später kümmern.

Warum das Ganze? Nun, zum Einen sind es Testläufe für den Verkauf und die anstehende Übergabe – alles soll beanstandungsfrei funktionieren.
Zum Anderen steht ein wichtigerer Probelauf an – die Wiederinbetriebnahme des Wassermachers! Dafür war im alten System immer der Generator notwendig, denn der Wassermacher hat einen sehr hohen Anlaufstrom.
Ich möchte den Wassermacher ohne Generator betreiben können – wenn er jedoch notwendig würde, dann muss er einwandfrei laufen.

Dieser dritte Schritt folgt morgen – für heute reicht es.
Wir treffen uns mit den anderen zum Dinner im „Gia Sena“…

Wie immer essen wir bodenständig und gut

Erwähnenswert ist, dass wir an diesem Abend die Idee auf den Weg bringen, am kommenden Wochenende zum Bowlen zu gehen.
Um dies zu manifestieren, reservieren wir gleich heute die Bahnen im Bowlingcenter gleich gegenüber.

Als ob dies nicht genug wäre, wird zudem beschlossen, dass wir noch eine Nachspeise in Form eines Eisbechers auf den Speiseplan setzen sollten.

Gedacht – gemacht! Wir treffen uns also ein weiteres Mal bei „Repapis“ dem designierten Eisparadies – hier waren wir lange nicht mehr.

Weihnachten ist vorbei, der Nikolaus kann den Rentierschlitten wieder aufräumen
Die Pause hat gut getan – mit etwas Abstand schmeckt das Eis noch besser

Wir nehmen die Eisspezialitäten mit an Bord, es ist zu kalt um das Eis im Freien zu genießen. Plätze im Eissalon bietet „Repapis“ leider nicht an.

Weil ich gerade bei Alex´ANAHITA vorbeischlendere, kann ich auch gleich sein Angebot bezüglich einer Tüte Chips annehmen.
Es ist noch etwas Abend übrig und Sibylle und ich wollen noch eine Folge „Inspector Barnaby“ gucken.

Da kann etwas zu Knabbern nicht schaden…

Da steh´ ich nun und warte – ich bin ein Schatten meiner selbst
Alex bringt Chips und Kekse – übriggeblieben von der Silvesterfeier

Ich bedanke mich artig, dann gehe ich zurück auf´s Schiff – ich bin dem Erfrierungstod nahe!

Das Wetter sollte diese Nacht umschlagen – die kalten, einstelligen Temperaturen würden ein Ende nehmen und das Quecksilber würde in neue Höhen schnellen.
Dies lässt der Wetterbericht vermuten – die Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

Heute Abend klirrend kalte 7°C – und morgen…???

Unfassbar morgens um halb elf auf Leros – 20°C

Das ging den ganzen Monat so weiter – sehr starke Temperaturschwankungen, jeweils abhängig von der Windrichtung.

Warme Südwinde welche aber auch Feuchtigkeit und Regenschauer mitbrachten, alternativ kalte Nordwinde, welche für einen arktischen Chillfaktor sorgten.
Sturmstärke konnten übrigens beide!

Heute, wie gesagt, 20°C als Sibylle und ich zum Einkaufen gefahren sind – als wir zurück waren, habe ich Guido informiert, dass wir mit dem Testlauf des Wassermachers beginnen können.

Als Guido zu uns an Bord kam, war der Wind schon wieder in vollem Gange – der Januar sollte ein unruhiger, windiger Monat werden.
Das Geheule und Geklapper der Takelagen ging uns so manches Mal auf den Zeiger und die unruhigen Nächte reihten sich aneinander.

Böen (58kts) und Mittelwind (40-45kts) lagen nicht so weit auseinander – das sorgt für Bewegung im Schiff

Sibylle jammerte nicht nur einmal über einsetzende Seekrankheit – am Steg im Hafen wohlgemerkt – hatte dies aber soweit im Griff, dass sie keine Medikamente nehmen musste.

Guido und mich ficht das heute nicht an, wir packen den Wassermacher an, er soll zu neuem Leben erweckt werden.

Die gute Nachricht, alles hat so funktioniert, wie ich mir das beim Neuanschluss der Bordelektrik gedacht hatte.
Mein Inverter kann den Anlaufstrom der Hochdruckpumpe ab und somit war ein Generatorlauf nicht nötig.

Der Wassermacher ist an – die Niederdruckpumpe läuft

Weil wir die kleine Pumpe nicht zu lange ohne Flüssigkeit laufen lassen wollten, haben wir gleich den Rückspülkanister angeschlossen, so konnten wir das System füllen und Trockenlaufphasen minimieren.

Der Hochdruckteil ist dazugeschalten, es wird aber noch kein Druck aufgebaut

Es wäre zu schön gewesen, wenn alles pannenfrei geklappt hätte – doch dies darf man bei Booten einfach nicht erwarten.

Nachdem wir die Anlage eine ganze Zeit im Leerlauf und ohne Druckaufbau laufen ließen, dabei natürlich die Dichtheit des Systems immer wieder geprüft hatten, war es an der Zeit, den Druck nach oben zu regulieren.

Und da passierte es – PENG, ZISCH, PFFFFT – kurz bevor der Enddruck von 55bar erreicht war, hat es das Druckmanometer zerrissen.
Dieses war vorher schon alt und unansehnlich, jetzt war es aber in die ewigen Jagdgründe eingegangen.

Ich musste den Testlauf abbrechen und habe sofort beschlossen, dass ich beide Manometer erneuern würde.
Die Anzeigeinstrumente für die Durchflussmengen würde ich dann gleich einer Reinigung und einem Service unterziehen.

So habe ich, das Werkzeug lag schließlich parat, die Teile gleich ausgebaut und mir vorgenommen, gleich heute mit der Recherche und der Bestellung zu beginnen.

Testabbruch – genug für heute! Der Wassermacher braucht erst ein paar Ersatzteile

Der Tag ging unglücklich weiter – Sibylle bestand darauf, dass ich mich von meinem liebgewonnen Arbeits-Longsleeve trenne!

Ihr Argument – es sei kaputt! Ich sehe das anders – es ist „getragen“, bequem und gehört zu mir wie mein Name an der Tür – ich weiß gar nicht was sie hat??? Ich ziehe mich in meinen Schmollwinkel zurück…

Am Abend war es weg – spurlos verschwunden! Ein Fall für Aktenzeichen XY

Als ob das nicht reichen würde, holte das Wetter zu einer weiteren Fiesimität aus – der peitschende Wind reicht offenbar nicht, es muss dazu auch noch in Strömen regnen.

Dinge die der Mensch nicht braucht – ich überlege einen Moment lang, ob ich mich nicht zum Winterschlaf zurückziehe und erst im Mai wieder aufstehe.

So ein Mist…

Der Regen klatscht an die Fenster und auf´s Dach – es ist ein grauer Tag
Dazu IMMER dieser Wind, IMMER dieses Geheul in der Takelage, IMMER das Gezerre an den Festmachern
Wahrer Windpeak – 65kts! Zum x-ten Mal in diesem Winter

Ich muss etwas aufräumen – überall liegen die Teile des Wassermachers herum, ich würde sie so schnell nicht wieder brauchen.

Es entstand eine ungute Situation – der Wassermacher mit Salzwasser geflutet, zerlegt und somit keine Möglichkeit zum Rückspülen und Konservieren.
Die Teile zu bestellen ist das eine, sie zu erhalten das andere. Wenn Sibylle aus Deutschland zurückkommt, werden von heute an sechs Wochen vergangen sein.
Zudem, so der Plan, wird NESSAJA dann schon an Land stehen und ich somit keine Option für einen Probelauf mehr haben.

Ich nehme es vorweg – Jörg von der INSPIRATION wird hier in die Bresche springen und mir einige Teile mitbringen.
Auf der Zeitschiene wird alles wieder so zurechtgerückt, dass es passt – hoffentlich kommt nichts Entscheidendes dazwischen.

Ich sortiere die Schrauben, denn bei DIY Lösungen muss auch ich mir eine Merkhilfe über die Wochen bauen – bei Motoren wäre dies obsolet…

Alle Schrauben sortiert und beschriftet…
…so bekomme ich es auch in ein paar Wochen wieder hin

Ich fertige Fotos von den Manometern und den Rotametern an – zum einen um die Ersatzteile zu bestellen, was bei den Manometern ziemlich leicht fällt, zum anderen, um eine Art „Steckbrief“ für die Rotameter anzufertigen, diese sind scheinbar schwer bis gar nicht zu bekommen.

Meine Hoffnung ruht hier auf meine Freunde, welche die „boot 2026“ in Düsseldorf besuchen.
Ich sende allen ein Bild und die technischen Daten zu – „…bitte kaufen wenn lieferbar und unter 50.-€!“
Schnitzeljagd für erwachsene Skipper und Skipperinnen.

Das Rotameter wird zur Challenge – zur Not kann ich es aber reinigen
Die Manometer sind dagegen einfach zu finden und zu bestellen

Wenn es nicht regnet sehen wir zu, dass wir ein bisschen frische Luft bekommen.
Wir fahren einkaufen, treffen die Freunde auf einen kurzen Klönschnack oder gehen einfach nur duschen.

Heute ist es brutal – der Sturm bläst mit den 60+kts Böen direkt aus West in die Lakki Bucht.
Es baut sich eine bemerkenswerte Welle auf, welche am Wellenbrecher auf ein stehendes Hinderniss trifft.
Diese Mauer macht ihrem Namen alle Ehre – die Welle bricht und Gischt spritzt bis zu uns ins Cockpit.
Durch die Bewässerungstunnel gluckert das Wasser, auch sonst ist die Geräuschkulisse bemerkenswert…

Durch den Bewässerungsschacht strömt das Wasser, die Welle bricht an der Außenmauer der Marina
Es gurgelt laut – direkt hinter unserem Schiff
Ich habe Klicker an anderer Stelle geparkt – ab und an steigen Wellen bis in DONNAs Cockpit. Die stehen AN LAND!
Nicht leicht zu fotografieren – Alex hat einen Film, der zeigt wie die Welle bis nach oben rollt (nicht nur die Spritzer)

Sibylle und ich fahren tanken – 50 Liter „ultimate Diesel“ für Klicker, dreimal 20 Liter für die Heizung an Bord.

Dieses Jahr tanke ich regelmäßig aus dem Kanister nach, ich möchte den „ultimate – Mittwoch“ nutzen!
An diesem Tag kostet der hochwertige biozidfreie Diesel das gleiche Geld wie die einfache Version.

Darüber hinaus füllen wir noch unseren Trinkwassertank, auch dafür muss ich dreimal zum Automaten fahren.

Das Trinkwasser am Automaten ist kostenfrei

Am Folgetag war wieder ein abrupter Wetterwechsel angesagt – die Sonne blinzelte durch und es war freundlich.
Man merkt sofort, dass dies gut für´s Gemüt ist.

Im Vorbeigehen sehe ich, dass der Sturm der letzten Nacht, das Befestigungsband an des Philosophen Jeanneau zerrissen hat – ein Bügel des Bimini war nach vorne gefallen, die anderen hingen ungesichert herum.

Es muss gehandelt werden – ich hole mir von Emanuel nochmal das OK seine RUKIPE betreten zu dürfen.
Wenn ich schon da bin, passe ich auch gleich noch die Position der beiden Heckfender an – er wird es mir beim nächsten Nordsturm danken!

Das Bimini hat sich losgerissen – Panzerband alleine hält nicht
Ich hole die nach vorne geklappte Stange zurück und sichere alles mit Bändsel, die Fender kommen nach innen und werden gesichert

Ein paar Tage später schon, sollte sich zeigen, dass die Fenderanpassung keinen Moment zu früh kam.
Der nächste Nordsturm stand schon in den Startlöchern.

Heute erhalte ich noch eine gute Nachricht, das neue Vorstag ist auf Leros.
Aufgrund der Rechnungsstellung wird das Paket aber an Giorgos Firma geschickt – zu dumm nur, dass Giorgos gerade im Moment mit Katerina in der Stadt der Liebe, in Paris, weilt.

Heute mache ich mir das laxe Verhalten der hiesigen Spediteure zum Nutzen.
Ich fahre zum Hafen, frage nach meinem Paket, welches an „Boat & Parts“ addressiert ist und hole es einfach ab.
Der Versender kennt mich, es gibt keinerlei Probleme – endlich ist das lang ersehnte Ersatzteil hier.

Endlich – jetzt könnte ich das Vorstag komplettieren und einbauen. Könnte! Theoretisch!

Leider habe ich Pech – das Thema Rigg ist auf der Zeitachse so verrutscht, dass zunächst das Wetter und dann die Terminpläne der anderen, einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Eile, der Nachdruck, alles umsonst. Ich muss völlig umplanen – zum ersten Mal stelle ich meine geplante Deutschlandfahrt im Februar in Frage.

Selten kommt ein Anruf mit dem Wortlaut „…kannst Du rasch…“ so gelegen wie in diesem Moment!
Ralf ist mit einem Notruf am Apparat, seine App lässt ihn zuhause vermuten, dass auf CHILI die Batterien zusammengebrochen sind – nichts geht mehr!

Wie bereits erklärt, helfe ich im Notfall gerne. Ich organisiere also den Schlüssel, trage mir eine Leiter zu CHILI und nehme mein Voltmeter mit an Bord.
Sehen wir mal, wie sich die Situation „live“ zeigt…

Ok, alles etwas verschmutzt, aber die Solarpanele sind intakt und sollten liefern
Die Restspannung reicht, um zumindest die Kontrollleuchten noch anzeigen zu lassen – das Philippi Display zeigt die Hintergrundbeleuchtung
Ralf meinte „neunkommairgendwas“, ich messe 11,36V – in jedem Fall stimmt etwas nicht

Es kommt mir komisch vor – klar war es zuletzt bewölkt, aber bei nahzu abgeschaltetem Bordstrom sollte Solar in der Lage sein, die Batteriespannung zu halten.

Seltsam, ich messe einen recht geringen Solar-Ladestrom, muss zusätzlich auch feststellen, dass der Hauptschalter noch an ist.

Nicht einleuchtend ist für mich auch, warum das Philippi Display die Hintergrundbeleuchtung einschaltet.

Na egal, sicher ist – die Batterien müssen geladen werden.
Ich verlasse CHILI und schicke Ralf die Bilder mit einer Handlungsempfehlung, ich bitte um seine Meinung und seinen „Marschbefehl“.

Beim Verlassen des Schiffes mache ich noch ein Bild vom Masttop – dreimal dürft ihr raten, was kaputt ist…

Auch CHILI braucht einen neuen Verklicker

Sibylle plant ihre Reise – sie hat inzwischen festgelegt, dass sie Leros am 24. Januar verlassen und wohl nicht vor 24. Februar zurückkommen wird.

Arztbesuche und verschiedene familiäre Verpflichtungen lassen die lange Aufenthaltsdauer entstehen, für mich ist es schade aber nachvollziehbar – ich habe so viele Projekte vor der Brust, ich werde versuchen, hier soviel wie möglich wegzuarbeiten.

Die Würfel sind gefallen, die Reise kann gebucht werden…

Kaffee, dazu ein Stück Galaktoboureko von Stratos – und natürlich die Reisebuchung am Mobiltelefon

Heute gibt es Resteküche von gestern zum Abendessen. Alex und ich wollten Sibylles Lasagne aufmampfen, vernichten, restlos vertilgen…

Aber Sibylle war so von der Größe ihrer Lasagne überzeugt, dass sie dem Irrglauben aufsaß wir würden das Häppchen nicht bezwingen.
Es tat uns fast leid, sie so in ihren Manifesten zu erschüttern, so dass wir schlußendlich defensiv aßen und somit für Sibylle selbst und auch für mich noch ein kläglicher Rest blieb.

Wir teilen fair – 3 für mich und 1 für sie 😉

Beim Salat bin ich sehr großzügig – die Köchin bekommt den Löwenanteil der köstlichen Pflanzenspeise, während ich mich aufopfere und von dem vermutlich ungesunden Teigwaren-Fleisch-Gelege den größeren Teil verspeise.

Meine Hoffnung war, dass ich am heutigen Abend noch eine Leckerei erhaschen würde – wir gehen nämlich aus!
Alle zusammen! Es ist Bowlingtag für unsere kleine Community…

Wir treffen uns um 20.00 Uhr im „Crescendo“!

Ist nicht weit – wir sind pünktlich da

Sibylle unterschätzt den Laden – „…da erwarte ich mir auf Leros nicht soviel. Bowlingschuhe haben die sicher nicht!“

Weit gefehlt sag´ ich da nur – auf die Pflicht zum Tragen der sexy Schuhmode wurden wir als allererstes hingewiesen.

Schneller als ich mich versehen konnte, steckten meine Hobbitfüße im schlanken Lederschuh.
Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Schuhe dieser Machart getragen habe – losgelöst vom Bowlingsport…

Hm, ich muss Kompromisse eingehen

Dann ging es los – wir hatten zwei Bahnen nebeneinander, bestellten uns herzhafte Hopfenkaltschalen und suchten fachmännisch nach der passenden Kugel für die Hand.

Mir ist klar, dass das Beklagen der perfekten Kugel immer ein wenig wie mimimi ausgelegt wird – trotzdem ist es wahr, ich fand die „perfekte“ Kugel bis zum Schluss nicht.
Entweder waren die Löcher zu klein oder der Daumen zu dick, aber immer wenn ich meinen Daumen aus dem Loch zog, machte die Kugel eine Kurve nach irgendwohin.

Ich konnte es beweisen, denn wenn ich meinen Daumen fest in die Kugel steckte, konnte ich sie nur am Daumen baumelnd hochheben – die anderen lachten, mein sportliches Dilemma war ihnen egal!

Wir hatten viel Spaß…

Vorsichtig gehen – damit ich keine Blasen am Fuß bekomme…
…gut zielen und vor allem, den Daumen nicht ganz ins Loch 😉
Und dann – STRIKE! (hier zusammen mit Alex)
Auch Sibylle und Hans nehmen Maß und versuchen abzuräumen…
…was ab und an auch gelingt
„Poser“ unter sich
Nach einem STRIKE gilt es, die Pose des Triumphators einzunehmen
Wenn man nicht an der Reihe war, war Klönschnack angesagt

Wir machten drei Spiele, dann war es genug für heute – jeder von uns spürte, dass wir Muskelgruppen herausgefordert haben, deren Existenz wir lange vergessen hatten.

Nun, wir sind eben auch keine 30 mehr – daher wissen wir auch genau was das bedeutet…
Die Strafe würde stande pede kommen – nämlich bereits morgen früh in Gestalt eines mächtigen Muskelkaters.

Wir waren uns ein Gruppenbild schuldig, dann räumten wir die Bahn für die nächste Gruppe.

Wir machen viel zusammen – der Spaßfaktor ist hoch

Eigentlich wollen wir noch nicht heim – ein Teil von unserer Gruppe reagiert schnell und greift zum Queue.
Eine Runde Billard geht immer – die anderen sitzen am Nebentisch, begleiten das Spiel um die schwarze Acht mit allerlei Kommentaren und schlürfen dabei an einem Ouzo.

So darf ein Abend ablaufen, es war so kurzweilig!

Caetlin ist am Zug
Kann Alex ihr das Wasser reichen?

Der Abend endet spät – zufrieden fahren wir nach zuhause und entern unsere Schiffe.

Wir sind dieses Jahr eine kleine, aber sehr feine Community. Ich schätze es, dass sowohl Alex als auch Ben und Caetlin fast durchgängig hier sind.

Es entstehen kaum Lücken, es gibt immer jemand mit dem man sich kurz unterhalten kann oder mit dem man auch etwas mehr Zeit füreinander aufwendet.
Wir helfen uns gegenseitig aus und unterstützen wo es geht.

Das genieße ich und ich schätze die Gesellschaft der Freunde. Schade, dass sich diese Runde im Frühjahr wieder auflösen wird.
Mir macht zudem Angst, dass wir uns selber ins Abseits stellen, sobald wir erst einmal ins Haus gezogen sind.
Ich bin gespannt, welche Rolle ELOWYN dann übernehmen wird.

Der nächste Morgen begann wettertechnisch grausam!
Der gemeldete Sturm kam wie vorhergesagt, auch die angekündigte „Regenwahrscheinlichkeit“ wurde schlagartig Realität – die Definition von „Schietwetter“!

Wir wussten was auf uns zukommen würde
Diesmal waren es nicht die Böen – diesmal war der Mittelwind über Stunden bei über 35kts….
…dies sorgte wieder für eine ordentliche Kabbelsee in der Lakki Bucht

Witzig war, dass exakt heute ein französisches Boot mit einer neuen Crew ablegte – auf Nachfrage bei deren Freude aus Belgien bekamen wir nur eine knappe Antwort…

„They leave for a Circumnavigation!“ – ah, sie brechen zur Weltumsegelung auf! Jetzt? Heute? Bei 9 Bft?

MAD WORLD!

Was war daran lustig? Nun, nach zwei, drei Stunden kamen sie zurück, legten sich wieder in die Marina, rammten dabei einen englischen Katamaran und verweilten noch ein wenig.
Ich nehme keine Pointe vorweg wenn ich verrate, dass sie auch am 25. Januar noch in der Lakki Marina liegen werden.

An solchen Tagen merken wir immer, wer zuhause stets den Wetterbericht von Leros am Schirm hat.
Diese Gewohnheit, gepaart mit einem schlechten Nervenkostüm, beschert uns dann immer den ein oder anderen Anruf – „…steht mein Schiff noch? Spritzt das Salz bis hoch ins Cockpit?“
Wir haben da so unsere Pappenheimer, erfüllen die Bitte mit einem Blick nach dem rechten aber in der Regel gerne – spätestens, wenn Sibylle mich mal wieder durch die Marina zerrt, weil „…ich mich bewegen müsse!“

Es sieht aus, als würde sich das Meer nicht trauen das Boot mit dem roten Unterwasserschiff nasszuspritzen 😉

Der Eigner freut sich über die Bilder nebst Entwarnung – obwohl, glücklich wird er mit seinem Platz wohl nicht mehr…
Trotzdem reichen die Informationen, um in Deutschland wieder Nachtruhe einkehren zu lassen.

Apropos Mad World – als ich diese Zeilen tippe ist es der 25. Januar, ich habe das Heute noch nicht eingeholt.
Es erreichen mich die Nachrichten, dass in Amerika abermals eine Privatperson durch die ICE Brigade erschossen wurde.
Ich habe bisher nur das Video gesehen und keine Hintergründe recherchiert – ohne politisch zu werden möchte ich sagen, dass mich solches Handeln fassunglos zurücklässt und ich die Wahl der Headline für diesen Monat nicht bereue…
Egal was Alex Pretti für ein Mensch ist, die „Festsetzung“ war eine Execution und nicht wenige im dummen Pöbel feiern ICE dafür und setzen dämliche Lachsmileys hinter Kommentare die oft noch dümmer sind.

MAD WORLD – ich wünsche mir das Beste für 2026, will aber zugeben, dass ich, global betrachtet, große Zweifel habe.
Immer öfter hege ich Gedanken, wofür es wohl gut war, dass unsere Reise gescheitert ist und wir auf Leros „hängen geblieben“ sind.

Zurück zum Bootleben, zurück zum Hier und Heute – da möchte ich mich CHILI widmen, mit Ralf habe ich mich inzischen abgestimmt.

Ich verbinde das Boot der Freunde mit dem Landstrom…
…was einfacher klingt als es letztlich ist
Die Batterien werden geladen

Es sieht gut aus für die Hanse 418 – die Batterien laden und ich bin zuversichtlich, dass sie sich erholen werden.

In zwei Tagen werde ich noch einmal vorbeisehen, vermutlich muss ich mir abermals eine Leiter suchen, dann das Schiff vom Strom nehmen und das System noch einmal checken.

Ist dann alles ok, sollte bei abgeschaltetem Hauptschalter bis zum Frühjahr nichts mehr schiefgehen.

Ich ziehe zusammen mit Sibylle weiter – unser nächstes Ziel ist ELOWYN. Diesmal widmen wir uns einer eigentlich unwichtigen Aufgabe, welche auf der Prioritätenliste aber doch nach oben gerutscht ist.
Ich möchte die Dichtungen der Duschtüre erneuern und muss diese bestellen, es gilt also, noch einmal genau Maß zu nehmen und auch die Bauform noch einmal festzuhalten.

Der pöse Purche geht zu Poden – immer auf den Knien arbeiten 😦

Die Bilder sind schnell gemacht und auch die Bestellung ist am Abend rasch ausgeführt.
Leider geht das 2.5m lange Paket an die Rechnungsadresse (meine) statt an die Empfängeradresse (Hans Peter) und umgekehrt.
Später wird sich Jörg von der INSPIRATION als der Retter in der Not erweisen – doch das ist eine andere Geschichte.

Um eine Ausgewogenheit herzustellen, richte ich ein besonderes Auge auf die Bavaria 39 Cruiser der Tölzer Freunde, so auch heute…

Und siehe da, tatsächlich steht eine kleine Aktion an – die schweren Stürme hatten soviel Kraft, dass sie Fender an Deck geblasen haben.
Dieses Manko habe ich umgehend korrigiert.

Den vorderen Fender hatte der Sturm nach oben geblasen…
…aber Sibylle und ich konnten die Situation rasch bereinigen

Ansonsten war alles in Butter auf der Yacht aus Giebelstadt – anders als bei einer der an Land stehenden Boote.

Hier war eine Halteleine des Großbaums gerissen und der Baum konnte so von links nach rechts schlagen.
Auf der linken Seite hat er bis ans Nachbarboot gereicht, hier musste rasch gehandelt werden.

In solchen Fällen gebe ich immer kurz im Office Bescheid und informiere – was die Marina dann daraus macht, obliegt deren Entscheidungshoheit.
In den allermeisten Fällen bekommen sie die Situation rasch in den Griff.

Am nächsten Tag ist der Baum von VASILISSA fixiert

Der Wind hat nicht spürbar nachgelassen – es war eine gute Entscheidung, dass ich Klicker bereits am Vortag an anderer Stelle geparkt habe.

Dort, wo ich den alten A6 sonst abstelle, spritzt die Gischt über die Hafenmauer und an Klickers Parkplatz hat sich eine Salzwasserlache gebildet.
Klar, der Quattro ist eine alte Kiste – aber mutwillig pökeln muss man ihn ja nicht gerade.

Klickers Parklücke ist überschwemmt – Paul hatte solche Geschehnisse nicht am Schirm, sein Bus ist in einer Salzkurste
Die Gischt spritzt meterhoch…
…und der Starkwind trägt die Spray bis an NESSAJAs Niedergang

Ich will offen sagen, die sintflutartigen Regenschauer alle paar Tage sind willkommen.
Sowohl NESSAJA als auch Klicker vertragen den Spülgang sehr gut, bisher war ein manuelles Waschen nicht nötig.

Ich kann mich wirklich nur wiederholen! In diesem Januar durchleben wir eine solche Vielzahl an Wetterkapriolen, dass es auf keine Kuhhaut geht.

Kaum waren wir zurück in unserem Schiff, legte der Wind auch sofort ein paar Windstärken zu – zum wiederholten Male in dieser Wintersaison, setzt er an, um die 60kts Marke zu durchbrechen!

61kts Peak, bei einem anhaltenden Wind über 40kts – da ist auch die Geräuschkulisse nicht zu unterschätzen

Der Himmel war ein grauer Einheitsbrei, der zu allem Überfluss auch noch seine Schleusen sperrangelweit geöffnet hat.

Es goß eine zeitlang wie aus Kübeln – da hält auch unsere Sprayhood nichts mehr ab.

Ein Tag zum Vergessen

Sibylle und ich haben es uns gemütlich gemacht. Ein Tässchen Tee, Kekse und ein bisschen fernsehen – mehr geht kaum bei diesem Wetter.

Wir freuen uns auf morgen früh, denn da werden wir uns für all die Unannehmlichkeiten belohnen – wir haben einen Termin…

Was steht an?
Wir gehen mal wieder zum Brunch ins „Navarone“!

Schön hergerichtet und schmackhaft wie immer
Wir genießen das ausgiebige Frühstück mit der Community

Hierzu muss ich nicht mehr viele Worte verlieren. Der vom „Navarone“ angebotene Sonntagsbrunch hat sich etabliert und wir wollen dies über die Winterperiode auch so beibehalten – einmal im Monat wollen wir uns diesen Gaumenschmaus gönnen.

Unsere Begleitung wechselt – einmal gibt sich die ANAHITA Crew die Ehre, ein Andermal die der BARCASO, ab und an gesellen sich Caetlin und Ben von der DONNA dazu.
Abgerundet wird die Gruppe von dem Skipperpaar der BORN TO LIVE.

Das weitere sonntägliche Tun verdient nicht einmal eine Erwähnung, ich kann mich immer ganz schwer aufraffen, wenn ich einmal ins Food-Koma gefallen bin.

Ist aber auch kein Wunder – in Anbetracht der für für morgen anberaumten Tagespläne.
Ich muss mir den Wecker stellen – und als ich NESSAJA verlasse dämmert es, nicht zuletzt mir…

Was macht der Protagonist so früh am Morgen???
Ich schleiche von Bord – Sibylle schläft noch tief und fest

Es war kein Spaß, als Hausnachbar Niko vor einigen Tagen gemeint hatte, dass er mit mir meine Olivenbäume schneiden würde.

„Wann…“ habe ich gefragt – und seine Antwort lautete „…επτά και μισώ“, sieben und einhalb also. Er will um halb acht loslegen, ok, aber da ist es doch schon dunkel.
Ich frage nach – er und sein Spezl lachen mich aus. Der Spezl kann etwas Englisch und erwidert – „…Mister, not in the evening, seven-thirty in the morning!“

Ok – und heute ist es also soweit! Ich fahre nach Plaka zum Haus und bin kurz vor halb acht vor Ort.
Es ist frisch, ein eisiger Nordwind pfeift mir am die Ohren – ich gebe meine Zurückhaltung auf und rette mich mit Hilfe meiner „Haum“, auch die natürlich, wie sollte es anders sein, von meinem Haus- und Hofschneider.

Es ist noch nichtmal richtig hell…
…und außerdem zapfig koid – nur mei Haum rettet mich vor einem Katarrh

Ich sehe mich um – aha, Niko ist noch nicht da! Hab´ ich´s mir doch gedacht.
Mich zur nachtschlafenden Zeit in die klirrende Kälte locken und selber noch friedlich schlummern.

Ich überlege, ob ich gleich wieder heimfahre oder ob ich ihm noch zehn Minuten geben soll.
Da höre ich seine kratzende Schreihalsstimme aus dem Nichts hallen.
Ich höre ihn wohl, aber meine verschlafenen Augen können ihn nirgends entdecken.
Ich stehe da wie ein Hundewelpen und frage mich ob ich halluziniere – da entdecke ich ihn plötzlich…

Er steht schon in einem Baum und schneidet Äste ab – was für ein Viech!
Ich spüre, ich bin inzwischen verweichlicht. Das kann so nicht weitergehen!

Da steht er im Baumwipfel und sägt
Wir haben ein schönes Stück Arbeit vor uns

Es kristallisiert sich heraus, dass die Arbeit am schnellsten von der Hand geht, wenn er die Äste schneidet und runterwirft – oder mir die großen Äste gleich in die Hand gibt.

Meine Aufgabe ist es, die einzelnen Gebinde auf Häufen zu schlichten.
Immer einen Haufen für zwei Bäume – und mit Haufen, meine ich Haufen – und nicht etwa Häufchen.

Dazwischen schreit er mich an und lacht – er ist so…
Etwa wenn er die „Ψαλίδι με μπαταρία“ fordert!
Mich beschleicht eine Erkenntnis – SO lernt man Griechisch!
Es handelt sich übrigens um eine „Schere mit Batterie“, eine elektrische Astschere.

Die kleinen Äste neben den Bäumen…
…die wirklich großen staple ich im Vorgarten – der ist noch mit Unkraut zugewuchert

Ja, die Gartenarbeit – ich will ganz offen sagen, dass ich kein Fan davon bin.
Ein Punkt, den Sibylle und ich auch immer wieder diskutieren. Mir macht es Spaß zu ernten – für meine Olivenbäume bin ich bereit zu rackern.

Auch der Zitronenbaum macht mir Freude, aber alles in allem habe ich keinen grünen Daumen.
Wenn sich jetzt eine oder einer von euch fragen sollte, warum ich mir dann ein Haus mit einem Nutzgarten kaufe – die Frage ist berechtigt und es gibt diese Tage an denen ich zweifle und die Antwort nicht geben könnte.

Der Zitronenbaum freut mich
Aber die damit verbundene Arbeit ist immens

Mit dem heutigen Schneiden der Bäume wird es nicht getan sein. Ich muss in Bälde das Unkraut sensen und dann für den Abtransport des ganzen Schnittguts sorgen.

Eigentlich habe ich im Moment wirklich Anderes zu tun, aber ich komme nicht aus, die Entscheidung ist getroffen, ich bin dem Haus verpflichtet.

Diese Gedanken im Kopf sind fast schon meditativ – die Zeit vergeht wie im Flug und ich ziehe, einem Muli gleich, einen Ast nach dem anderen durchs Gestrüpp.

Irgendwann erklärt Niko die Arbeit für beendet – ich hätte es fast nicht bemerkt.
Es war erst Mittag – der frühe Vogel hat den Wurm gefangen! Aber ich gebe zu, ich war auch matt.

Da kam mir etwas zanken mit Sibylle gerade recht…

Weg – der zweite Socken war weg!!!

Jeder kennt das ausgereizte Beispiel der mittig ausgequatschten Zahnpastatube, welches dem Hörensagen nach, bei manchen Ehepaaren zur Scheidung geführt haben soll.

Unsere Zahnpastatube sind Socken – meine Socken! Ich unterstelle, dass „es“ mit Sibylles Socken auch passiert, aber es wird eben nicht thematisiert.
Ich komme zurück und Sibylle schaut mich vorwurfsvoll an – ihr Kinn hebt sich so leicht in Richtung meiner Einzelsocke, welche sie provokant auf die Kühlbox drapiert hat.

„DU hast mir nur eine Socke gegeben, ich habe KEINE Ahnung, wo DU die andere hin hast!“
Mir zu erklären, dass unsere Waschmaschine „Socken fressen“ würde, versucht sie nicht…

Wer mich kennt weiß, ICH würde niemals, unter gar keinen Umständen, ein Sockenpärchen trennen. Für mich sind Sockenpärchen wie Ying und Yang.
Es bleibt mir nichts anderes übrig – ich MUSS mich wehren, es geht um die Ehre! MEINE Monk-Ehre! Wir kabbeln, auch das kommt auf 15qm vor – Sibylle will sich die offensichtliche Schuld nicht so einfach in die Schuhe schieben lassen.

Gedankensprung – ich ärgere mich, bleibe Beweise schuldig, habe aber Verdachtsmomente.
Ich gehe duschen und komme am Rückweg an Emanuels RUKIPE vorbei, ich erkenne, dass das Umhängen der Heckfender genau zur richtigen Zeit erfolgte – das hat mich gefreut, ich halte einen Augenblick inne…

Gott sei Dank die Fender umgebunden – der Nordwind kann RUKIPE an den Steg drücken

Und dann – ich traue meinen Augen kaum. Leider habe ich versäumt ein Bild zu machen…

Auf der anderen Seite des Pontons, hinterhalb von RUKIPE, vielleicht 30m von NESSAJA weg, treibt meine Socke im Wasser.
Sie ist nicht untergegangen, weil sich eine Art „Luftsack“ in der Spitze gebildet hat.
Dieser hat nach oben in die Luft geragt, der Schaft hing in die Tiefe.

In einer dramatischen Rettungsaktion gelang mir die komplizierte Bergung – ihr könnt euch gar nicht vorstellen, mit welcher Siegerpose ich NESSAJA betrat.
Ich war reingewaschen, rehabilitiert, der Beweis war erbracht! MEINE Socke wurde fahrlässig über Bord geworfen und sich selbst überlassen, schlimmer noch, MIR wurde der Sockenverlust zur Last gelegt.

Wieder vereint – die verlorene Socke ist wieder daheim, sie bekommt sicherheitshalber zwei Glupperl

Sibylle musste nachgeben – 1:0 für mich!

Vermutlich sitzen irgendwo jetzt wieder Frauenrechler:innen, welche sagen, dass Sibylle sich das nicht bieten lassen muss und dass man doch so nicht über sein Herzblatt spricht – ist mir schon so passiert…

Recht habt ihr – und deshalb lade ich sie jetzt auch auf ein Eis ein, weil wir uns nämlich mögen, wir haben oft ziemlich viel Spaß.
Nicht immer, also oft, machmal halt – ach egal…

Oft werden wir nicht mehr zu „Repapis“ gehen, bald ist Winterpause

Nach dem Eisessen ist schon ganz schön viel Tag verbraucht. Ich möchte aber noch gerne einen Punkt von meiner Liste nehmen.

CHILI hängt jetzt seit 48h am Landstrom und die Batterien sollten wieder ok sein.
Wenn sie es in zwei Tagen nicht schaffen sich zu derappeln, dann wird das auch danach nix mehr.
Natürlich ist die Leiter wieder weg! Im Sommer, wo die Leiter knapp sind, da stehen sie oft tagelang an ungenutzten Schiffen, jetzt im Winter, da weiß eigentlich jeder, dass dort wo eine Leiter steht gearbeitet wird – nix, weg ist sie!
Ich hole daher zum dritten Mal eine Leiter, hänge den Strom ab und sehe mir ein letztes Mal den Ist-Zustand an…

13,75V kurz nach dem Laden – das ist ok, ab hier kann Ralf wieder aus der Ferne überwachen
Diesmal nicht vergessen – Hauptschalter aus!

Am Folgetag habe ich keine Eile – es ist ein Tag zum Abschied nehmen, denn Ilona und Guido von der BORN TO LIVE haben ihren jährlichen Heimaturlaub geplant.

Sie werden für rund sechs Wochen nach Deutschland fahren, wie alle anderen auch die „boot 2026“ in Düsseldorf besuchen und dann Familie und Freunde treffen.

Wir haben uns angeboten, die Freunde zum Flughafen zu fahren, daher habe ich jetzt bis mittags so etwas wie „Freizeit“.
Diese nutze ich, um mich mal wieder im Büro sehen zu lassen. Inzwischen ist das Team wieder komplett und es gibt einen willkommenen Anlass, allen zusammen nochmal ein gutes neues Jahr zu wünschen – ich wurde informiert, dass ein großes Kuvert für mich angekommen sei.

Und ich weiß, was darin verpackt ist… 😉

Amelie hat unseren Familien Kalender geschickt – darauf freuen wir uns jedes Jahr

Ich bringe das Geschenk zu Sibylle und wir lassen es uns nicht nehmen, gleich einmal durchzublättern.

Wir mögen diese Zuwendung, welche sich als unser Weihnachtsgeschenk etabliert hat – es erinnert uns immer ein bisschen an die Familie und man hat nochmal die Begebenheiten des Vorjahres vor Augen.

Hängt gleich am angestammten Platz

Klar, dass wir den geschätzten Familienkalender gleich an Ort und Stelle hängen, er hat schließlich seit Jahren seinen angestammten Platz.
Wir freuen uns sakrisch und sagen noch mal ganz herzlich „DANKESCHÖN!“

Ich habe noch Zeit und heute ist Mittwoch…
Ihr erinnert euch – Mittwoch ist „ultimate-Tag“!
Also nutze ich die Zeit und fülle bei Klicker ein paar Liter nach und hole nochmal einen Kanister für NESSAJAs Heizung – sicher ist sicher.

Der Diesel für die Heizung darf nicht ausgehen

Während ich tanke, meldet sich mein Mobiltelefon mit einem lauten BIMM – eine WhatsApp Nachricht von Hans Peter.

Wir haben zur Zeit häufig Kontakt, denn auch er bereitet seine Einkaufsliste für die Bootsmesse im Rheinland vor.
Er braucht Teile für seinen Wassermacher, welchen wir noch fertig einbauen werden, sobald er wieder auf Leros weilt.

Aber mehr als das – er ist auch eine große Unterstützung für mich, denn er hat Transportmöglichkeiten für die Langfristplanung, also bis Anfang Mai, angeboten.

Das nutze ich natürlich aus – und just deshalb auch seine Nachricht. Der Werkzeugkoffer für´s Haus ist angekommen, alles komplett, schönes Teil 😉 !

Gedore „red“ – das Hausfrauenset des Markenanbieters, mal testen ob´s was taugt

Ich beginne langsam, mich auf den Umzug vorzubereiten – das klingt komisch, ist aber so.

Ein Blick in den Kalender zeigt nämlich, dass dies gar nicht mehr so lang hin ist – und nein, wir ziehen noch nicht ins Haus, bis es soweit ist, müssen wir wohl noch ein paarmal „über Los“ gehen und dabei auch Ortswechsel in Kauf nehmen.

„Träum´ nicht rum, hast Du eigentlich auf die Uhr geschaut? Muss ich dich eigentlich immer antreiben?“
Sibylle beendet mein Sinnieren auf die ihr typische, charmante Art und Weise.
Der Schreck fährt mir in die Glieder und das Adrenalin lässt mich hochschnellen – sie hat Recht! Es ist an der Zeit, wir sollten Ilona und Guido jetzt zum Airport bringen.

„Good Bye“ von der großen Runde – die Beiden sind diesmal auch Katzen-Flugpaten
Alex packt mir die miauenden Samtpfoten in den Quattro

Antonia hatte organisiert, dass sie Abnehmer für zwei der aufgepeppelten Babykatzen gefunden hat.

Diese werden nun ihre griechische Heimat Leros verlassen und von hiesigen Müllkatzen zu bayrischen Hauskatzen werden – Weißwurst statt Souvlaki, Mahlzeit statt Kaliorexi, Miau statt Μηαου…

Hoffentlich lernen die Miezen schneller Bayrisch als ich Griechisch! Na, wenigstens bleibt es bei weiß-blau!

Gute Reise Mieze, es wird ein schönes Leben

Wir bringen die BORN TO LIVE Crew nebst schnurrender Begleitung sicher zum Flughafen und verweilen, bis der Check-In erledigt ist und es klar scheint, dass alles klappt.

Dann verabschieden wir uns und fahren zurück in die Marina – „Tagwerk geschafft“ denke ich mir, habe dabei aber die Rechnung ohne meine liebe Gattin gemacht.

„Es ist noch früh am Nachmittag und es ist kein Wind, wolltest Du nicht das Großfall erneuern solange ich noch hier bin?“
Ich hasse es wenn sie Recht hat, aber sie HAT Recht!
Es gibt keine Ausrede – ich rapple mich auf und packe es an, es wäre ein weiterer Punkt den ich von der Liste nehmen könnte.

Um das Großfall zu tauschen, muss das Großsegel ausgerollt werden und dann aus der Mastnut gezogen werden.
Es liegt dann etwa eine Stunde an Deck, während dieser Zeit darf kein kräftiger Wind wehen.

Das Segel war lang nicht mehr an der frischen Luft – ist aber in ausgezeichnetem Zustand, alles funktioniert
Drei Leinen müssen bedient werden, es ist aus der statischen Lage heraus ein aufwändiges Tun

Als das Segel an Deck liegt, schlage ich das Fall ab und nähe das neue Fall an das Ende, welches ich ein wenig „präparieren“ muss, um zu vermeiden, dass die Verbindungsstelle zu dick wird.

Dann ziehen Sibylle und ich das neue Fall mit Hilfe des alten durch den Mast und alle Rollen sowie Klemmen.
Das ist nicht schwierig, muss aber konzentriert geschehen, denn es wäre ein Desaster, wenn die Verbindung irgendwo im Mast klemmen oder gar reißen würde.

Nach etwa einer Stunde ist das Werk vollbracht – damit sind jetzt alle Leinen die durch den Mast geführt sind erneuert.

Drei Fallen…
…Arbeitsfall und Dirk

Jetzt reicht es aber – für heute ist Feierabend! Wir lassen den Tag gemütlich an Bord ausklingen – wie fast jeden Tag im Winter zaubert Sibylle etwas Leckeres auf den Tisch, danach gehen wir in den „Relaxmodus“ und schauen entweder eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Sendung aus der „wunderschön-TV“ Reihe.

Den Folgetag vertreibe ich mir auf ELOWYN – ich muss noch das Rätsel der Heizungs-Fehlfunktion lösen und dann etwaige Ersatzteile bestellen.
Ich will ausdrücklich den Service von Webasto loben – hier hat man mir schnell und hochkompetent weitergeholfen.

Ich muss nur noch ein paar Prüfschritte an der Heizung durchführen, dann sollte ich Gewissheit haben…

Auch auf ELOWYN hat man nicht immer perfekten Zugang – heute schon

Recht schnell wird klar, dass ich ein Reset der Sperrung durchführen kann – das ist schonmal die beste Nachricht des Tages.
Die Fehlerauswertung bestätigt den Anfangsverdacht – der externe Temperaturfühler ist kaputt.

Ich rufe Volker an, er muss mir helfen den Fühler zu finden – eine Suche kann auf dem weißen Riesen Tage dauern.
Leider weiß er es auch nicht, erinnert mich aber daran, dass ich bei der Gelegenheit auch an den Temperaturfühler der Klimaanlage denken soll.
Der ist nämlich in der Cleopatra Marina abgerissen worden, als die Deckenverkleidung demontiert wurde – er ist auf der linken Seite oben am Schrank…

Aha, Temperaturfühler der Klimaanlage

Die Jungs in der Cleopatra Marina haben beim Refit einen tollen Job gemacht – aber es gab auch eine Handvoll kleiner Nickeligkeiten. Das passiert wenn gearbeitet wird, aber es muss geregelt werden.

Auch so ein abgerissener Fühler ersetzt sich nicht von alleine – es wurde jedoch alles zur Zufriedenheit geklärt.
Ob das Team der XXL-Marina in Preveza noch manchmal mit den Augen rollt wenn sie an uns denken?
Mir egal, ich denke eher daran, wie wir gemeinsam beim Abschiedsfest mit dem Team mit den Augen gerollt haben – aber aus einem anderen Grund 😉 …

BIMM – eine Nachricht von Thomas trudelt ein. „Repapis“ schließt morgen, es gibt Eis umsonst, die Eistruhe muss geleert werden!

Na da helfe ich doch gerne…

Sibylle und ich unterbrechen die Arbeit für ein letztes Eis vor der Winterpause – aber was ist das???
Ich sorge mich ein wenig, ob die Eismanufaktur ihr Sortiment erweitern möchte

Den Kauf der Plüschhandschellen lehnt Sibylle entrüstet ab – „…ob ich zuviel Phantasie“ hätte, werde ich gefragt.

Nein, habe ich nicht! Und das beweise ich auch gleich, denn ich habe einen Geistesblitz!
Was, wenn der abgerissene Fühler gar nicht der Klimaanlagenfühler ist? Was, wenn es mein dringend gesuchter Heizungsfühler ist?

Sibylle und ich messen nach, ich krabble abermals in die Tiefe des Wassermacherkabinetts, Sibylle hat die Aufgabe, auf Zuruf die beiden Kabelenden im Schlafzimmer zu verbinden – ich mache eine Widerstandsmessung.

Ok, fertig – „…JETZT ZUSAMMENHALTEN!“
Ja also, fuktioniert doch!

Mein Verdacht bestätigt sich – das Schadteil ist gefunden und noch am gleichen Abend bestelle ich das Teil in Deutschland.

Wenn es nur jeden Tag so perfekt laufen würde! Ob dies am heutigen Tag noch einmal gelingt?
Heute steht noch einmal das Haus auf der Arbeitsliste – das Unkraut schießt, so schnell kann man gar nicht schauen.

Ich bekomme die Aufgabe zugeteilt, mit dem aus Deutschland mitgebrachten „Stihl“ Freischneider „das Grobe“ zu schneiden, Sibylle würde mit einer mini Temu-Gartenschere die Feinheiten machen.

Offen gesagt, das hat nur halbgut geklappt…

„Lasst mich mal ran!“ – der Mann für´s Grobe
Ich lege das Zeug nur um und häcksle es noch etwas

Der Tank der Motorsense ist relativ klein. Nach ca. 50 Quadratmetern musste ich tanken.
Doch ich war bestens vorbereitet – bestes Zweitaktöl und BP-ultimate waren bereits zu einer hoch-zündwilligen Mischung für den kleinen, biestigen Motor zurechtgemacht.

Ich fülle den Tank auf und ziehe an der Startschnur des hochwertigen, deutschen Markenprodukts…

Mööööp – was für ein Scheiß

Ich muss an einen Ex-Arbeitskollegen denken, der jetzt bei „Stihl“ arbeitet – warum weiß ich nicht, er könnte mir jetzt auch nicht helfen, aber ich muss an ihn denken…
Sollte irgendein früherer Arbeitskollege oder eine Ex-Kollegin hier mitlesen – sagt Andreas einen schönen Gruß wenn ihr ihn mal seht…

Ich fasse mich. Hans und Brigitte sind auch gerade zugegen – und so ändert sich der geplante Arbeitsablauf ein wenig.

Brigitte und Sibylle kriechen auf Knien entlang der Grasnarbe und rupfen Unkraut an schlecht zugänglichen Stellen, Hans und ich schrauben den neuen Freischneider auf – das muss man doch reparieren können!

Können wir! Weiter geht´s…

Ich mähe fleißig weiter – und was macht Sibylle???
SELFIES!

Wir beschließen, dass wir eine Pause brauchen – wir haben etwas Hunger, wollen etwas Kaltes trinken und vielleicht noch einen Kaffee – außerdem haben wir Rücken.

Unser Beschluss fällt, wir fahren runter nach Lakki und setzen uns für eine Stunde ins „Palma Café“ – heute ist so ein schöner Tag, das nutzen wir aus.

Wir parken direkt vor dem Café – von unserem Tisch sehen wir die Marina
Wir gönnen uns ein Club-Sandwich…
…und beobachten den Schwimmkran, welcher die Betonblöcke für den Hafen transportiert

Danach gehen wir noch einmal zurück in unseren Garten. Die Knochen tun uns weh und der Rücken meldet sich, aber das letzte Stück wollen wir auch noch schaffen.

Wir sollten uns nicht beschweren, das Wetter ist uns hold und zudem arbeiten wir an einem wunderschönen Platz.
Die Aussicht belohnt uns für das Rackern und die Mühe.

Was für ein herrlicher Tag – auch so kann es im Januar auf Leros aussehen

Als wir am Vormittag Besuch von Hans und Brigitte hatten, haben wir kurzerhand ein gemeinsames Abendessen vereinbart.

Wir waren alle lang nicht mehr im „Tis Kakomoiras“ und hatten sogleich Lust verspürt, da mal wieder hinzugehen.
Daher wurde kurzerhand ein Tisch reserviert…

Was uns etwas gewundert hatte war, dass Alex nicht mitgefahren ist. Er hatte noch vor Kurzem über seine „Fleischeslust“ referiert und wir waren sicher, dass wir das Wort richtig interpretiert hatten – für alle anderen Varianten wären wir auch nicht zuständig.
Aber der Arme war aufgrund SEINER geplanten Deutschlandreise so unter Reparaturdruck an ANAHITA, dass er dieser Tage oft bis spät in die Nacht gearbeitet hat.

Nun, dann gehen wir „Alten“ eben alleine…

Endlich mal wieder Meze – war super

Szenenwechsel – Annette und Achim werden auch bald nach Leros kommen. Sie bieten mir den Transport von Kleinteilen an, teilen Termine mit und lassen mich wissen, dass auch sie vorher noch die „boot 2026“ besuchen würden.

Ich freue mich, dass die Beiden so früh im Jahr schon kommen, das lockert auf und hilft ein wenig gegen die wenigen Tage an denen ich so etwas wie einen „Winterblues“ habe.

Ich lasse die Beiden wissen, dass ich im Moment keinen Transportbedarf habe, denn Jörg von der INSPIRATION kommt ja fast drei Wochen vorher und ich stehe mit ihm seit Längerem in Kontakt – er wird mir einige wichtige Teile mitbringen.

Da heute sowieso „EDINA-Tag“ ist, sehe ich aber gerne im Gegenzug für das freundliche Angebot noch einmal nach MARLIN.

Heute ist ein freundlicher und frühlingshafter Tag – ich mache mich auf, in die Ecke der „Big Boats“
Komisch, diese Deckel sind nicht hagelresistent – da habe ich wohl Glück gehabt
Auch bei MARLIN hat es den Verklicker zerdeppert
Leider hat es hier auch die Scheiben der Sprayhood erwischt

Ich gebe den Freunden einen weiteren Status Quo Bericht und bestätige noch einmal die bereits vorab durchegebenen Kleinigkeiten.
So haben sie auf der Messe die Gelegenheit schon Ersatzteile zu beschaffen und hier Reparaturen einzusteuern.

Dann ziehe ich weiter zu EDINA, hier steht die monatliche Kontrolle an.

Von außen ist alles soweit ok
Ed hat Pech, bei ihm ist nicht nur der Verklicker, sondern auch das Schaufelrad vom Windgeber kaputt gegangen
Als ob das nicht reichen würde, hat es auch einige der Schutzhüllen erwischt – die für das Lenkrad…
…und die für die Schotwinschen – beidseitig

Ansonsten ist aber alles soweit ok – ich lüfte ein wenig und lasse alle Aggregate für eine zeitlang laufen.

Dann kann ich alles wieder verschließen. Ich sende die Bilder an den Eigner, verständige mich kurz mit ihm bezüglich der zu veranlassenden Reparaturen und kann EDINA dann wieder sich selbst überlassen – alles in Butter auf´m Kutter!

Das Heck wird diesen Winter noch lackiert – auch hier muss man immer am Ball bleiben, es soll keinen Reparaturstau geben

Sibylle gesellt sich zu mir und fordert einen Zeitslot. Auch sie hat noch eine Aufgabe auf dem Zettel, welche es zu erledigen gilt, bevor sie nach Deutschland abreist.

Unsere Freundin Susanne wird ebenfalls im Februar für zwei Wochen anreisen, um sich um die Renovierungsarbeiten am Haus zu kümmern.
Sie wird während dieser Zeit „neben der Baustelle“ im eigenen Gästebereich wohnen und hat sich von uns ein Gesamtbild erbeten.

Es wäre ihr eine sehr große Freude, wenn wir bei dieser Gelegenheit gleich noch „ein paar Kleinigkeiten“ aus der Gästewohnung in den Keller räumen würden.

Klarer Fall – machen wir gerne und sofort! Wir fahren nach Xirokampos…

Von außen alles ok, der Gärtner war schon da
Die Blume finde ich schön – ich glaube, ich fotografiere sie jedes Jahr
Ein herrlicher Platz – der erste Ausblick, den wir auf Leros genießen durften (2010)
Wir geben einen Überblick über die Baustelle und räumen die Gästewohnung leer

Nach zwei Stunden war das Gröbste geschafft. Wir melden der Freundin Vollzug, aber auch, dass sie wohl einiges vor sich hat – die Bauarbeiten sind im vollen Gange.

Nun, ich werde zu dieser Zeit da sein, ich werde es mitbekommen.

Meine Gattin bleibt selbstlos – „…es ist noch etwas Zeit und das Wetter ist so schön. Komm´, wir schneiden Deine Haare!“

Ok, fällig wäre der Haarschnitt schon bevor sie abhaut – packen wir es an.

Winterpelz – muss weichen

Wir trappeln zu unserem „Frisörstuhl“, ich nehme Platz und Sibylle startet das Gerät.
Gewissenhaft stellt sie den Haartrimmer auf die Länge für den Oberkopf ein, 9mm, ich muss es prüfen.

Nachdem ich zustimmend nicke und somit die Verantwortung an mich übergeben ist, schiebt sie den brummelnden Schnippler über mein Haupt.
Doch nanu, was ist das? Das verfitzmaledeite Trum blinkt orange, das verheißt nichts Gutes!

Akku! Ich lade immer, aber vermutlich war es schon zulange her.

Planänderung – wir müssen laden

Sibylle steht mit offenem Mund da – sie starrt mich an. Ich starre zurück.
Auf einmal lacht sie prustend los…

Ich ahne warum und frage mich, wo eigentlich die feministische Opposition ist, wenn man sie mal braucht.
Behandelt man so seinen Mann? Wer tritt für mich ein?

Ich lasse mir nichts anmerken und lebe eine Stunde mit der Schmach

Zum Glück ist mein Haartrimmer schnellladefähig. Nach rund einer Stunde wiederholen wir das Procedere und bringen das Malheur aus der Welt.

Ich bin wieder salonfähig, ich trage wieder einen Sommerschnitt, das geht auch im Winter.

Bis Sibylle zurückkommt, werden die Haare wieder soweit gewachsen sein, dass ich als Späthippie durchgehe, zumindest fast.

Eine Meeresbrise zieht durch mein Haar

Auch Brigitte und Hans haben eine „was ich noch alles machen will bevor ich wieder nach Hause fliege“ Liste.

Darauf sind unter anderem die Besuche verschiedener Tavernen zu finden. Eine davon ist das „Metzes“, dort waren wir auch länger nicht mehr.
Wir erinnern uns, dass es immer am Samstag Kontosouvli und Kokoretsi gibt, das wollen wir uns gönnen.

Zu unserer abermaligen Überraschung zieht Alex auch dieses mal zurück – dabei hätte ihm die „Fleischorgie“ sicher gefallen.

War echt lecker – schreit nach Wiederholung

Wir waren heute gar nicht so spät zurück auf NESSAJA, daher haben Sibylle und ich uns noch ein wenig TV Berieselung als Betthupferl gegönnt.

„Inspector Barnaby“ geht immer – diesmal jedoch fällt die Wahl auf eine Folge, die ich bereits angesehen hatte, als Sibylle letztes Mal in Deutschland weilte – ich wusste wer der Mörder war und legte eine Protestnote ein.

Diese wurde aber abgeschmettert, was bei mir zu einem völligen Versagen der „Wachhaltehormone“ führte und mich augenblicklich einschlafen ließ.

Och ne, oder – der Mörder ist der Gärtner
Ich falle in einen meditativen Prozess des Nachdenkens

Und auch hier noch einmal die Frage – wer schützt mich? Warum vernehme ich keinen Aufschrei?

Stelle man sich doch einmal vor, ich würde so ein Bild von Sibylle einstellen…

So eine ungerechte Welt – eine Mad World!

Zu dieser Zeit haben wir viele administrative Kleinigkeiten zu erledigen – Ersatzteilrecherche und -bestellungen, am Haus nach dem Rechten sehen und Reisevorbereitungen für Sibylle.

Am Sonntagmittag, wir kamen gerade von einer Spendenaktion des Hundeshelters, beschließen wir, eine Pause einzulegen und uns mal wieder einen „Urlaubsmoment“, einen Moment der Ruhe zu gönnen.
Wir wollen irgendwo in der Sonne sitzen und eine Kleinigkeit essen.

Meine Wahl fällt auf das „Trechantiri“ in Xirokampos.
Ich war, während Sibylles Deutschlandaufenthalte, ab und an mit Paola, Thomas und den Italienern dort und weiß, dass es dort zur Mittagszeit herrlich ist…

Es ist ein schöner Platz…
…für griechische Verhältnisse hübsch dekoriert
Wir genießen die Sonne – die Fischgerichte und die Meze sind einfach aber echt lecker

Den Sonntag lassen wir dann geruhsam ausklingen, denn morgen schon müssen wir beide nochmal richtig zupacken.

Sibylle hat nämlich alle Klischees erfüllt und sich beim Friseurbesuch „durchgetratscht“ – das führte zu dem äußerst glücklichen Umstand, dass sie einen Transporteur für unseren Astschnitt gefunden hat.

Mit ihm sind wir am Folgetag um 10.00 Uhr verabredet. Als wir das Schiff verlassen weht eine steife, kühle Nordbrise.
Ich versuche, die Krängung des Schiffes am Steg zu fotografieren, aber das funktioniert natürlich nicht so toll…

Kalter, eisiger Nordwind

Wir waren kaum am Haus angekommen, war der Lastwagen auch schon zu Stelle.
Natürlich huschte unsere Nachbarin Anna sofort aus der Türe um den jungen Mann auf sein Parkvergehen hinzuweisen.
Was mir aber auffiel war, dass dies heute in einem vernünftigen Ton geschah – mit dem Ergebnis, dass der LKW zum Beladen in der Einfahrt stehen bleiben durfte.

Das war ja schonmal ein Lichtblick!

Dann galt es zwei Stunden lang zu rackern…

Per Hand wurden die Äste zum LKW geschleppt…
…und dort über den Zaun auf die Ladefläche geschmissen

Es war unfassbar – ich hätte nie geglaubt, dass der komplette Schnitt mit einer Fuhre abtransportiert werden könnte.

Aber der Kleinunternehmer hat es hinbekommen, den Astschnitt so zu verdichten, dass es irgendwie geklappt hat.
Sibylle und ich bezahlen, dann fährt er ab und wird das Zeug irgendwo verklappen.

Der Garten ist wieder leer

Wir nutzen die Zeit und schneiden das Gras noch etwas nach – ich trimme mit dem Freischneider noch die Flächen, die letztes Mal zu kurz gekommen sind.

Dann sind wir fertig! Super, der Garten ist jetzt erstmal ok. Vielleicht komme ich dazu ihn vertikutieren zu lassen, im März sind zudem die Zitronen zu ernten.
Aber generell ist jetzt erstmal Ruhe bis zum April – da bekommt er dann seinen „Sommerschnitt“ und wird dann wieder sich selbst überlassen.

Uns bleibt nur noch ein Rundumblick und die Tür zu schließen.

Alles ok an unserer Katikia

Was dann passiert war erwähnenswert – ich gehe sehr bewusst noch einmal Annas Zufahrt ab und klaube auch noch jedes noch so kleine Fitzelchen auf.
Ich will mir diesbezüglich nichts nachsagen lassen! Und es dauert keine Minute – schon steht die Wächterin des heiligen Parkplatzgrals vor mir…

Und siehe da – sie war sehr freundlich und redet auf mich ein!
Zugegeben, ich verstehe kein Wort, aber ich verstehe wohl um welches Thema es geht – Parken und Nachbarschaft.
Ich bin hochkonzentriert und kratze alles an Griechisch zusammen, was ich bisher erlernt habe…

„Αν υπάρχει κάποιο πρόβλημα… τότε η Άννα και ο Μάριο θα μιλήσουν… Η Άννα και ο Μάριο… δεν έχουν κανένα πρόβλημα…“
(Wenn Problem… dann Anna und Mario sprechen… Anna und Mario… haben kein Problem… 😉 )

Es war fürchterlich und ich habe rasch erkannt, wo meine Lücken sind und auch, dass diese noch riesengroß sind.
ABER – ich denke sie hat es goutiert, dass ich mich zumindest bemüht habe, sie spürt meinen Integrationswillen.

Ihr Mann, Manolis, kommt dazu und wir tauschen uns aus so gut es geht – ich lerne, dass es mit mir gar nichts zu tun hat – es scheint einfach ein alter Nachbarschaftsstreit zu sein.
Das ist insofern gut, da ich nun entsprechend reagieren kann und die Spannungsfelder meiden oder zumindest nicht befeuern kann.
Umgekehrt drängt sich mir sofort die Frage auf- will ich das?

Na egal, Sibylle und ich fahren zurück in die Marina, ich will noch ein paar Maße auf INSPIRATION nehmen.

Der Tank kommt raus und wird verkauft – wenn jemand einen Segler kennt der sowas sucht…

Jörg hat mich gebeten, dass ich vor seiner Anreise noch Maße am Bugtank der Bavaria nehme.

Der Originaltank wird durch einen selbstgebauten ersetzt, um Platz für ein Bugstrahlruder zu schaffen.
Natürlich helfe ich hier, mit Jörg und dem Rest der Crew hat sich inzwischen eine sehr nette Freundschaft entwickelt.

Mangels Messwerkzeug und basierend auf einer gewissen Basisbequemlichkeit, wird das Navigationswerkzeug zum Maßnehmen missbraucht.

Ausreichend genau zum Vermessen der Schlauchanschlüsse

Der Tag klingt aus und wir überlegen uns, was wir uns morgen auf den Tagesplan schreiben.

Die Punkte, welche vor Sibylles Abreise zu erledigen sind, haben wir fast alle abgehakt, ich kann mich auch wieder den Kernaufgaben widmen.

Als hätte ich es in die Welt geschrien, dass ich gerade überlege wie ich den morgigen Tag anfülle, trudelt schon ein Sidekick herein.
Aus der Schweiz erreicht mich eine Bitte um Unterstützung – „…ob ich wohl mal schnell ein Cockpitzelt abbauen könnte und dies zum Segelmacher bringen würde!“

Na wenn es sonst nix ist…
Zum Glück scheint uns das Wetter hold, wir beschließen, dies nicht in die Länge zu ziehen, sondern gleich morgen umzusetzen.

Wir sind am blauen Rand – ein guter Zeitpunkt für solche Aufgaben
Ich entere das mir unbekannte Schiff und demontiere das demolierte Cockpitzelt…
…dieses war erheblich in Mitleidenschaft gezogen
Nach einer Stunde war es geschafft – das Zelt im Auto und Vollzugsmeldung an den Eigner

Warum das Ganze – nun, es geht in solchen Fällen immer um die Regulierung mit der Versicherung.

Die Eigner brauchen eine Menge aussagekräftiger Fotos, der Segelmacher macht einen Kostenvoranschlag und führt die Reparatur oder, wie in diesem Fall, die Neuanfertigung durch.

Ich bringe die beschädigte Kuchenbude auch umgehend zu Sotiris, dann bin ich entlastet.

Manche fragen ob mir das keine Schwierigkeiten mit der Marina einbringt – nein, denn die Anfragen bei denen ich überhaupt unterstütze, wurden vorher stets von der Marina abgelehnt.
In anderen Fällen frage ich nach.
So hat das bisher immer gut funktioniert – aber ich hatte ja auch schon erzählt, dass ich schon vorsprechen musste und die Boote benennen sollte, auf denen ich regelmäßig arbeite.
Das haben die schon am Schirm!

Eines davon – ohne Beschränkungen – ist ELOWYN! Für sie bin ich als Bootsmann im Office angemeldet und eingetragen.
Und da gehe ich als nächstes hin…

Es gilt, einen Schutz für Leine und Lack zu fertigen
Dafür biege ich mir eine Schablone um den Winkel zu haben
Dieses Teil bringe ich zu Giorgos, er fertigt eines aus poliertem V4A

Was mich an diesem Tag wirklich freut ist, dass es mit meiner IKEA online Bestellung geklappt hat.

Sibylle und ich gehen davon aus, dass wir noch öfter etwas brauchen werden und wollen den Lieferservice den IKEA anbietet auch hier nutzen.
Dabei geht es uns mehr um Accessoires als um Möbel – also mussten wir eine Testbestellung in Athen machen, was eignet sich da mehr als…

…Umzugskartons!!!

10 kleine Umzugskartons – bald sind es nur noch neun

Ich habe es mehrfach angedeutet – es wird ernst! Es gibt inzwischen einen zweiten, verbindlicheren Besuchstermin unserer Käufer, dieser wird Mitte März stattfinden.

Wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht zu größeren Problemen kommt, dann streben wir einen ersten Vertag an, dann wäre es manifestiert, dass NESSAJA in neue Hände kommt.

Für uns ist klar, dass wir sobald NESSAJA an Land steht – auch dieser Termin ist inzwischen auf den 10.02. fixiert, unser Schiff nicht mehr lange bewohnen können und wollen.
Wir müssen beginnen, erste Habseligkeiten zu packen und umzuziehen – vornehmlich zur Zwischenlagerung in unser Haus.

Die Monatsberichte für den Februar und März dürften mal wieder für etwas Spannung sorgen…

Für heute hat es sich aber mit Spannung – wir gehen zusammen mit der Crew der DONNA und mit Alex von der ANAHITA zum Dinner und dann auf einen Absacker nach Agia Marina.
Es ist der Abreisetag von Caetlin und Alex, die zufällig die gleiche Verbindung haben.

Wir dinnieren im „SouVLakki“ und gönnen uns noch eine Runde Ouzo – dann müssen wir los
Wir fahren alle zusammen nach Agia Marina und warten gemeinsam auf die Fähre…
…welche Alex und Caetlin nach Athen bringen wird

Die gemeinsame Reise war nicht ganz freiwillig!
Heute Morgen hatten wir Caetlin zum Flughafen gefahren, doch wegen eines für morgen angesagten Sturms, wurden bereits heute alle Flüge abgesagt – OBWOHL das Wetter eigentlich perfekt gewesen wäre.

Alex traf es indirekt – wachgeschreckt durch Caetlins Absage, hat er bei BlueStar nachgefragt, ob denn die Fährverbinungen für morgen sicher seien – es käme schließlich Sturm.
Und siehe da, auch die Fähren würden verschoben! So hat Alex um einen Tag vorgezogen und reist nun heute schon, zusammen mit Caetlin, mit der letzten Fähre für die nächsten drei Tage nach Athen – alles richtig gemacht!

Die BLUESTAR II kommt um die Ecke und sammelt unsere Freunde auf – Caetlin kommt in vier Tagen zurück und wird sich mit Sibylle am Flughafen „die Klinke in die Hand geben“.
Alex ist für etwa zwei bis drei Wochen weg und wird dann, nach dem obligatorischen Messebesuch und seiner Geburtstagsfeier, zusammen mit Antonia zurückkehren.

Der Riese legt noch immer in Agia Marina an…
Yassas Alex und Caetlin – bis bald

Es klappt alles – am nächsten Tag erhalten wir von Beiden die Information, dass sie gut und wohlbehalten in ihren Heimatländern angekommen sind.

Der Folgetag beginnt für mich und Sibylle entspannt. Sibylle hat Kehrwoche und reinigt NESSAJA nochmal komplett durch – dabei ist sie froh, wenn ich das Weite suche.

Das mache ich auch und kümmere mich derweilen um ein Paket, welches an Guido geht – ich habe ihm versprochen, es während seiner Abwesenheit anzunehmen.

Da wir die Meldung haben, dass die Warensendung eingetroffen ist, sammle ich diese mit Klicker ein und trage das Trum dann auf BORN TO LIVE.

Geht noch, sieht schwerer aus als es ist
Ich verstaue die Sendung für die Freunde an Bord ihres Schiffes

Apropos Guido und Ilona – ja die haben uns was eingebrockt! Es beginnt der Nebenhandlungsstrang unseres Kennenlernens von Edith!!!

Unabhängig voneinander haben sowohl Hans und Brigitte als auch Guido und Ilona von einer rüstigen älteren Dame, offenbar eine Deutsche, erzählt.
Die Dame heißt Edith, ist wohl jenseits der 70 und tritt gerne in Kontakt mit deutschsprachigen Menschen.
Sie lebt seit vier jahren auf Leros, hat ein Haus und, was zwar nicht verwerflich ist aber ihren Erinnerungswert steigert, einen 38-jährigen Mann – wir würden sie sicher kennen???!!!

Nein, tun wir nicht!

Es war Guido der Sibylle ihre Kontaktdaten gab und sie ermunterte, doch einmal Kontakt aufzunehmen – „…Edith ist supernett, unterhaltsam und erzählt gerne – UND VIIIIEL!“

Ja, und heute war es soweit – wir sind mit Edith verabredet und treffen uns unverfänglich vor dem „Palma Café“.

Der Tag nimmt eine Wendung – der zweite Satz nach „Hallo ich bin die Edith…“ (küss, küss) lautete „…ach komm´bei mir ist´s viel schöner, fahren wir in mein Haus! Ist viel gemütlicher und in fünf Minuten sind wir da!“

Ja, und da sitzen wir nun – Sibylle, ich und EDITH…

Was für ein lustiger Nachmittag

Was Edith verschwieg – sie fährt Auto wie eine Furie, beteuert dabei gebetsmühlenartig, dass sie „…eine rasante aber gute Autofahrerin ist…“ und doch brauchen wir deutlich über zehn Minuten bis wir ins ihrem Haus sind.

Der zweite Haken an der Sache, die Heizung ist kaputt! Es war schön, aber bei Weitem nicht so gemütlich wie gedacht. Wir kamen bei 14°C an und ein Heizlüfter schaffte es später uns gediegene 17°C an die Füße zu blasen.

Nach einer ausgedehnten und sehr privaten Hausführung einschließlich Speisekammer und Poolbar, tranken wir heißen Tee. Sibylles Zähne klapperten, aber die Geschichten der lebenslustigen Edith waren einfach zu nett um zu einem frühen Abbruch zu drängen.

Sie hat es schön hier oben, ein gut gewähltes Lebensmodell…

Blick auf die Bucht von Alinda

Ich war im Vorteil – die Zeit verging und ich hatte einen Termin bei Giorgos, welchen ich vorher schon kommuniziert hatte.

Irgendwann war es soweit, ich musste mich verabschieden – „Sibylle, kommst Du mit?“
Meine Frau will gerade nicken, da grätscht Edith dazwischen – „…ich kann sie fahren, ich bin eine flotte aber gute Autofahrerin!“

Ich lächle und überlasse meine Frau ihrem Schicksal. Sie kommt gut nach Hause und erhält von der neuen Freundin über Tage unzählige Bilder aus den 80er und 90er Jahren, Bilder von Frühstück und Mittagessen, begleitet von der Information, dass die Heizung wieder geht.

Wir werden Edith wiedertreffen, sie ist eine besondere und sehr lustige Person.

Ich verweile derweil bei Giorgos, ich ruhe mich im Werkstattleben ein bisschen aus…

Giorgos repariert mir ein Teil meiner Reffanlage, zudem besprechen wir ein paar Aufträge wie zum Beispiel die Winkel an ELOWYN

Dann muss ich dringend los, die Zeit drängt. Wir sind heute bei Brigitte und Hans zum Dinner in ihr Haus nach Crithoni geladen.

Wir sollen durchaus etwas früher kommen, wir könnten uns ja einen Aperitif gönnen.

Ich haste also von Giorgos in die Marina, hüpfe unter die Dusche und wechsle eines meiner Arbeitsshirts gegen ein anderes, frisches, aus.
Dann heißt es zurück in den Wagen und schon sind Sibylle und ich auf dem Weg zu den Freunden.

Ich zirkle Klicker um den engen Radius, den die Einfahrtskurve der Österreicher beschreibt, das geht immer gerade so – dann sind wir da…

Parken ist einfacher als bei uns – zumindest für Gäste
Man erwartet uns schon am „Happy Place“…
…und bewirtet uns fürstlich – nach den Vorspeisen gibt es noch ein Scampirisotto

Ganz ehrlich – wir stehen so in der Schuld der Beiden. Klar, es gleicht sich immer irgendwie aus, ich helfe beim Verandadach und jongliere ab und an Pakete, Hans hilft mir bei der Reparatur der Motorsense und Brigitte begleitet Sibylle ins Krankenhaus – aber die Gastfreundschaft der Beiden und die vielen schönen Stunden in ihrem „Happy Place“ können wir nicht kompensieren.

Wir wünschen uns sehr, dass wir das eines Tages mit feudalen Einladungen zum BBQ und zum Brotbacken wieder ausgleichen können.
Die Beiden sind uns echte Freunde geworden, wir schätzen die Gesellschaft der Beiden sehr.

Der Wetterbericht an diesem Abend verheißt nichts Gutes für die kommende Nacht und den nächsten Tag – wir sind vorbereitet!

Zum Abend hin geht es los…

Und es kam wie vorhergesagt – Sibylle und ich fuhren bereits im strömenden Regen nach Hause.

Es hat gegossen wie aus Eimern und als wir in der Marina ankamen, war bereits „Land unter“.
Die Frage die wir uns stellten – wie kommen wir einigermaßen trocken ans Schiff???

Keine Chance trockenen Fußes an Bord zu kommen

Ich fahre bis direkt vor den F-Ponton. Wir verharren im Wagen, wissen aber Beide, dass dies keiner der Regenschauer ist, welcher nach zehn Minuten endet.

Wir sehen uns an, dann steigt Sibylle aus. Sie hastet zu NESSAJA und schaut, dass sie schnell in die warme Koje kommt.
Ich muss Klicker wegfahren! Aufgrund der salzigen Gischt an seinem Parkplatz empfiehlt es sich, ihn heute Nacht zwischen den Schiffen zu parken – dadurch wird mein Nachhauseweg aber länger.

Ich habe Glück – für einen Moment lässt das Geprassel der dicken Tropfen auf dem Autodach nach.
Ich nutze die Gunst des Augenblicks und sause durch die finstere Nacht bis an unseren Platz, schnell noch über die Gangway gehuscht und schon ist es geschafft.

Die Bettruhe ist mehr als verdient, mit dem Regengeprassel in den Ohren schalfe ich ein.
Morgen muss ich mal sehen, ob der Regen Schaden angerichtet hat.

Dunkelgraue Regenwolken hängen tief – aber im Moment ist Regenpause
Reicht auch! Ich kann das Dinghy gerade noch anheben um es auszuleeren – das muss ich dieser Tage überdurchschnittlich oft machen
Das Wasser grünbraun, der Himmer milchig-grau und dunstverhangen – geht schöner

Ich zögere heute nicht, ich habe mir fest vorgenommen einen der Projektpunkte von meiner Liste wegzuarbeiten.

Aufgrund des Wetters sollte es dringend eine Arbeit IM Schiff sein – ich entscheide mich für ELOWYN.
Da habe ich den Punkt „Toilette einsilikonieren“, ein finaler Schritt, welcher nach der Pumpenreparatur im Sommer noch offen ist.

Ist dies erledigt, kann das Projekt „Steuerbordtoilette instansetzen“ von der Liste genommen werden.

Ich muss immer für Temperatur sorgen

Die Arbeit erledige ich in zwei Tagen, in zwei Schritten – erst die Seiten und hinten, dann unten.
So besteht keine Gefahr, dass man das Zeug selber wieder verschmiert.

Ich muss da ein wenig auf mich selbst achten, denn meine Ergebnisse werden meist gut, aber am Ende habe ich das Dichtmittel auch am ganzen Leib.
Jeder Trick dies zu vermeiden, ist willkommen!

Da zwischendrin noch etwas Zeit war und es zudem draußen eher warm war, habe ich Regenpausen genutzt, um mit der Ersatzteilrecherche für den offenen Steuerstand zu beginnen.

Das alte Kabel passt nicht an den neuen Plotter…
…ich muss mir einen Überblick verschaffen und Schnittstellen finden
Die Herausforderung – einen VGA Bildschirm an einen Mini-HDMI Ausgang anschließen

Die Fachkundigen unter euch mögen sich denken, „wo ist das Problem?“ – aber so einfach ist es nicht.

Der Bildschirm ist rund 8-10 Kabelmeter vom Plotter entfernt. Es darf als sicher gelten, dass irgendwo eine Schnittstelle ist.
Diese gilt es zu finden, besser zu erahnen, um von dort aus neu zu verlegen.
Sowohl für die Suche nach der Schnittstelle, als auch für die Neuverlegung, will ich nicht das halbe Boot zerlegen.

Wenn ich gerade bei dieser Arbeit bin, mache ich mir auch gleich Gedanken, wie und wo ich die Überwachungskamera anschließe – auch die hat eine andere Steckverbindung.

Habe ich schonmal erwähnt, dass den Ingenieuren für die Änderung solcher Kleinigkeiten höchtes Lob gebührt?
Das man Standards ändert leuchtet mir ein, aber dann MUSS man auch Adapter MITLIEFERN oder zumindest ein Chart machen, welches klar benennt, welcher Adapter notwendig ist.

So viel Zeitaufwand für eigentlich nix – es ist verfitzmaledeit.

Am Nachauseweg fällt mir ein deutsches Schiff auf…

Vermutlich eine ausgeprägte Osmose

Eine große, eigentlich sehr schöne Bavaria Cruiser, welche mir schon vor einigen Wochen ins Auge gestochen war.
Sie hatte richtig große Löcher am Rumpf und Ruder – eigentlich eine typische Osmosesituation, aber die Löcher waren wirklich riesig.

Ich kam damals zu dem Schluss, dass diese Narben schon nachträglich maschinell behandelt wurden.
Dies bestätigt sich ja nun scheinbar. Die Vermutung drängt sich auf, dass nach der Feststellung der Delaminierung, diese weiträumig und tief aufgeschliffen wurde und im Winter austrocknen sollten.
Jetzt, nach Monaten, kann der Schaden geschlossen werden.

Ich muss an SAGITTA denken – den kleinen Schaden haben wir letztes Jahr exakt so behoben.
Und mir fällt ein alter YACHT-Bericht ein, in dem beschrieben war, dass unsere holländischen Nachbarn seit Jahren so reparieren – es sei nur die „German Angst“, welche es dem deutschen Skipper notwendig erscheinen lässt, das ganze Unterwasserschiff abzuhobeln und großflächig überzulaminieren.
Ich würde im Falle eines Falles genau so reparieren wie es die Holländer und Griechen tun – ohne „German Angst“.

Ich biege auf den D-Ponton ab um nach INSPIRATION zu sehen und um ein Bild von NESSAJA zu machen…

Es ist warm, ich mag diese Stimmung – NESSAJA hat schon einen schönen Platz
Wir müssen uns langsam daran gewöhnen, dass wir hier vermutlich nicht mehr lange wohnen

Sibylles Abreise steht vor der Türe. Sie wird heute vielleicht die letzte Nacht auf NESSAJA schlafen – das ist bei ihr, glaube ich, noch nicht so richtig angekommen.

Sie hat es zwar mal erwähnt, aber der Gedanke ist in den Reisevorbereitungen irgendwie untergegangen.

Heute gibt es das Abschiedsdinner, dafür haben Brigitte und Hans das „Remezzo“ empfohlen.
Eigentlich eine unscheinbare Bar in Agia Marina, aber es soll dort phantastische Burger geben.
Das wollen wir ausprobieren – das letzte Dinner auf Leros für Sibylle, für lange vier Wochen oder mehr.

So oft daran vorbeigelaufen…
…unsere Freunde haben sich reingetraut und werden zu Trendsettern
Denn die Burger waren allesamt richtig lecker und zudem preiswert
Mahlzeit – da waren wir nicht das letzte Mal

Der Abend klingt bei einem Ouzo aus und wir verabschieden uns spät – wieder einmal bei kräftigem Regen.

Sibylle ist nicht beunruhigt, die Wetterprognose für ihren morgigen Abreisetag ist gut, wir hoffen, dass ihr Flieger ab Leros geht – der Flieger übrigens, mit dem Caetlin aus Holland zurück kommt.

Und tatsächlich – der neue Morgen ist zwar nicht sonnig, aber niederschlagsfrei und windstill.
Wir sind zu einem schnellen Kaffee ins Haus der Österreicher geladen, wir würden ja ohnehin durch Crithoni fahren.

Ok, das passt, wir bringen was Süßes mit – und just vor der Bäckerei feiert mein treuer Klicker eine vierfache Null – er hat einen Zehntausender rund gemacht.
Das ist deshalb erwähnenswert, weil es nicht der Erste ist…

Ich steh vor dem Bäcker und freue mich…
…gratuliere Klicker – weiter so! Die 400.000km bekommen wir hin, oder?
Danach ein kurzer Boxenstop in Crithoni – nur auf einen Kaffee
Diesmal parken wir unten und laufen die paar Meter hoch – der Garten sieht anders aus…

Bei Brigitte und Hans war auch Gartenpflege angesagt. Auch sie haben Bäume ausgeschnitten und den Garten etwas angelegt.

Zudem hat man sich ein paar Bäumchen und Pflanzen gegönnt – ich müsse unbedingt die Zitronen bestaunen!
Ich solle mir nichts denken, sie wären noch sehr klein – ich hörte die Worte und hatte ein Bild vor Augen, so wie ihr vielleicht jetzt auch…

Das Bild einer sehr kleinen Zitrone!

Ok, die ist echt klein

Ich lobe die „Früchte“ und biete aber trotzdem an mit Zitronen von unserem Baum weiter auszuhelfen, natürlich nur, bis beim Zitrus-Bonsai die erste Ernte der Citrönchen ansteht 😉 .

Wir trinken unseren Kaffee und ratschen noch ein bisschen, dann trudelt eine Nachricht von Caetlin ein – „…left Athens!“ und eine halbe Stunde später eine von Ben „…in ten minutes touch-down!“

Wir wissen, es ist an der Zeit zu gehen. Sibylle verabschiedet sich von den Freunden, ich fahre sie zum Airport und dort verabschieden auch wir uns.
Ich gebe meine Frau in die Obhut von „Aegean Airlines“ und nehme, nach einem kurzen HALLO, die junge Niederländerin Caetlin im Austausch mit zurück in die Marina.

Da war ich nun ich armer Tropf – Mario allein zuhaus, mal wieder!

Um mich abzulenken, beschäftige ich mit meinen Projekten…

Viele haben gesucht – keiner hat helfen können

Ich bekomme inzwischen Nachrichten von Freunden, welche mich direkt von der Bootsmesse oder unmittelbar danach kontaktieren.

Das oben gezeigte Rotameter kostet etwa 25.-€ – ich habe es zweimal bestellt, zweimal wurde mir wegen fehlerhaftem Lagerbestand abgesagt.
Auf der Messe war ebenfalls keines zu finden – es bleibt wohl dabei, dass ich das vorhandene Teil überholen muss.
Ich denke aber, dass dies möglich sein wird – man wird sehen…

Trotzdem ist es ärgerlich, man investiert eine Menge Zeit, macht fünf Teams aus Freunden auf der Messe scheu und wofür? Für nix!

Der Frust treibt mich ins „SouVLakki“ und ich habe den Verdacht, dass ich die nächsten Wochen öfter dort einkehren werde…

Basismahlzeit – wenn mir nix anderes einfällt, gibt es einmal „as always“ in meinem Lieblingsgrill

Ich sortiere mich neu – Sibylle ist weg und ich weiß, dass ich alleine effizienter bin.
Ich nehme mir vor, jeden Tag einen Punkt von meiner Liste nehmen zu können.

Um das einhalten zu können, muss ich meine Hauptprojekte weiter vorantreiben.
Bei NESSAJA bin ich mit der Erneuerung des stehenden Guts termingebunden – ich muss bis Mitte März fertig sein.
Leider ist mir das Wetter nicht hold – und ich nehme es vorweg, der Rigger später auch nicht.

Heute lege ich aber mal los…

Morgens richte ich mir alles an Arbeitsmaterial her was ich benötige
So ganz genau nehmen sie es nicht – wieder 16mm statt 14mm, diesmal aber ohne Konsequenzen
Die Profilteile hatte ich gestern aus dem Haus geholt – heute muss der Draht durchgezogen und alles wieder verschraubt werden
Das gelingt gut, alles klappt, ich bin am frühen Nachmittag fertig

Ich setze mich an den Rechner und schreibe an meinen Ansprechpartner bei der renomierten Rigging Firma, dass mein Vorstag fertig ist und darauf wartet eingebaut zu werden.

In diesem Zug würde ich den Mast sichern wollen um einseitig die Stagen auszubauen und diese anzuliefern.
Ich würde bei dieser Gelegenheit um die versprochenen Tips bitten, wie die Absicherung des Mastes zu erfolgen hätte.

Die Antwort überrascht mich – der Mann, der meinen Plänen zugestimmt hatte und selbst angeboten hatte, dass er mich anleiten würde, hinterfragt nun, warum ich den Mast nicht legen würde, erklärt mir, dass das alles sehr gefährlich und risikoreich sei und fragt, warum ich überhaupt auf Leros wäre.
Wäre ich näher an Athen wäre alles schon erledigt.

Hm, ich merke er schnappt ein, das ist bei Griechen gefährlich – ich antworte nicht, was ich gerne antworten würde, sondern halte den Ball flach und vertage das Gespräch, vielleicht hat er einen schlechten Tag.
Auf meine Frage, ob wir uns in Athen mal von Angesicht zu Angesicht unterhalten sollen, reagiert er nicht.

Ich lass´ es mal dabei, mal sehen wie es weitergeht…
Zur Ablenkung kümmere ich mich ein wenig um die Besuchspläne unseres jüngeren Sohnes samt Familie – die kommen nämlich im Spätsommer, die Flüge sind gebucht.

Ich sehe mal nach dem AirBnB welches sie sich ausgesucht haben.

Ich klicke die Webseite des Riggers weg und sehe mal auf AirBnB nach dem Haus

Ach, das ist ja gleich um´s Eck – auf dem Bild sieht man die Masten und sogar den von NESSAJA, das ist ja witzig!

Ich schlage vor, dorthin zu fahren und ein paar reale und unbearbeitete Fotos zu schicken.
Der Vorschlag wird angenommen und ich mache mich auf den Weg.

Es sind keine zwei Minuten mit dem Auto – und doch zum Gehen mit den beiden Kleinkindern zu weit. Ein Vorteil, der kein echter ist.

Ich parke direkt an der Starße, dann hat Sibylle in Deutschland eine Orientierung und kann es den Kindern erklären
Foto vom Auto aus – das Haus ist in der Bildmitte
Das generelle Umfeld ist schön, hier ist das Haus am rechten Bildrand
Die Aussicht ist auch schön, aber es gibt keinen direkten Strandzugang – auch zu Marina kann man nicht am Meer entlang

Die Kinder überlegen, dennoch kommt die Antwort schnell – das Haus ist preiswert, aber alles andere als günstig.
Man wolle nicht wählerisch klingen, aber für das viele Geld gibt es hier zuviele Kompromisse.

Zünglein an der Waage wird das Gewerbegrundstück hinter der Ferienunterkunft und der Baustellenverhau bei der Einfahrt.
Das sei nicht wirklich schön, das stelle man sich anders vor.

Ich habe eine Idee – eine Freundin von uns vermietet gelegentlich eine Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern in Merikia.
Ich frage an, bekomme ein generelles OK und fahre deshalb auch gleich dorthin um Bilder zu machen und den Kindern eine Alternative anzubieten.

Das weitläufige Grundstück liegt etwas außerhalb
Das Haus ist weit genug von der Straße weg
Es liegt direkt am Merikia Strand
Der ist zwar nicht mein Favorit, aber trotzdem ist er schön
Die „Lime Beach Bar“ ist fußläufig zu erreichen

Ich sende auch diese Bilder nach Deutschland – zusammen mit ein paar, welche ich letztes Jahr von innen gemacht hatte.
So haben unsere Kinder eine genaue Vorstellung.

Der Vorteil, dieses Objekt nimmt uns vorläufig niemand weg.
Eine schnelle Entscheidung ist nicht nötig und auch gar nicht möglich, denn die Freundin will sich noch Gedanken über den Preis machen.

Ich bin sicher, er würde akzeptabel sein, dennoch müssen wir abwarten – und das schafft Luft für weitere Gedanken!

Sibylle hatte mich aus Deutschland wissen lassen, dass sie es „total schade findet“, dass das „Panteli Beach Hotel“ ausgebucht ist.
DAS wäre doch ein perfekter Platz für einen Urlaub.

Da hat sie Recht und ich erinnere mich, dass ich die Töchter der Betreiberfamilie schon über Jahre kenne und ein gutes Verhältnis zu ihnen habe.
Ich schreibe die Ältere der beiden privat an, diese verweist mich an die jüngere Schwester – und die sagt zu mir „the easiest would be, you come over for a quick check!“

Gesagt – getan!

Ein trüber Tag – ich fahre an den Panteli Beach, auch hier alles grau
Das Hotel liegt optimal – direkt am Strand
Tatsächlich – ein Familienzimmer ist noch frei! Katerina sperrt für mich auf
Das Wohnzimmer ist groß…
…es ist alles da was eine kleine Familie im Urlaub braucht
Nur ein Schlafzimmer – wohin mit zwei Kinderbetten
Das Zimmer ist ebenerdig und im hinteren Bereich – gut

Ja, was soll ich sagen? Soll ich eine Empfehlung mitgeben?
Ganz sicher wäre ich mir selbst nicht…

Die Wohnung der Freundin wäre größer und böte mehr Ruhe. Das Hotel ist im touristischen Zentrum und bietet Griechenlandurlaub par Excellence.
Beides hat Vor- und Nachteile, zentraler ist man sicher in Panteli – ich kann auch nicht verleugnen, dass ich diesen Ort einfach mag…

Der Strand ist schön – bei blauem Himmel und 30°C
Es gibt die Strandbar und natürlich einen Steinwurf weit entfernt ,alle leckeren Tavernen über die ich so gerne schreibe
Eine Parkplatz für Klicker gibt es auch – wenn dieser auch etwa 100m weit entfernt ist

Ich kann bei Katerina eine temporäre Reservierung erreichen und gebe das alles so nach Deutschland weiter.

Sibylle wird sich am 01.02 mit der jungen Familie treffen und alles besprechen, dann wird entschieden und gebucht!
Ich meine aber schon heute, eine gewisse Tendenz in Richtung Hotel vernommen zu haben.

Ihr erfahrt es natürlich im Februarblog, für welche Unterkunft sich unsere Kinder nebst den Enkeln Anton und Paula entscheiden.
Für mich gilt von Mitte September 2026 bis Anfang Oktober daher „Arbeitssperre“, auch ich werde dann Urlaub auf Leros machen 😉 !

Am Rückweg sehe ich noch nach LIBERTÉ – Hans Peter hat mich von der Messe aus gebeten, die Maße seiner Winschen zu übermitteln, er wolle Ersatzteile bestellen.
Na wenn es sonst nix ist – gehext wird immer sofort, zum Zaubern brauche ich etwas Vorlauf.

Auf LIBERTÉ ist alles oke! Reimt sich – und was sich reimt ist gut. Ab und an muss ich die Dinghyabdeckung neu anbringen
Natürlich bekommt HP alle Details – der Bestellung der Serviceteile steht nichts mehr im Weg

Der Tag klingt im „SouVLakki“ aus, ich bin zufrieden.

Ich möchte heute die Rollanlage fertig zusammenbauen, deshalb widme ich mich der Refftrommel.
Ich habe gestern bemerkt, dass sie etwas schwergängig ist und es lag somit nahe, dass ich bei der Gelegenheit rasch einen Service durchführe.

STOP – was habe ich da gerade gedacht? Habt ihr den Fehler im Satz entdeckt? Ich habe „rasch“ gedacht! Ich habe das doch nicht wirklich gedacht…???

NICHTS geht RASCH! NICHTS!

Auf dem Salontisch – hahahahahahahahaha…

Es passiert mir selber immer wieder Mal – ich vergesse die oberste Regel.

Irgendwas passiert IMMER – und es dauert IMMER dreimal so lang wie erhofft.
Aufgrund meiner Vergesslichkeit an diesem Tag, starte ich beschwingt und gutgläubig die geplante Arbeit.
Ich richte das Teil und das Werkzeug an und bin mir sicher, dass ich das auf dem Küchentisch bewerkstelligen kann.

Ein anderer Arbeitsplatz hätte sich nicht angeboten, es war schwerer Sturm und Gewitter angesagt.

Ich lege los – erste Schraube…
Nanu, die geht aber schwer – mmpffff, mmpffff, gnnnn, Knack!
Ab! Nein, nicht die Schraube…

Geht ja gut los

Ich hatte verdrängt, dass meine Rollanlage auch schon 25 Jahre alt ist – Datum des letzten Service ist unbekannt.

Das Zusammenspiel von Aluminium und Edelstahl sorgt immer für Unbill, so auch heute.

Ein „running Gag“ der letzten Wochen schleicht sich ein – Alex würde jetzt wohl den Einsatz seines Heißluftföhns in Erwägung ziehen, er weiß aber ganz genau, für was ich mich entscheide…

Für die „grauer Wolf“ Variante eines Heißluftföhns!

Hilft ein bisschen – ein paar Teile bekomme ich ab
Den Edelstahlbügel habe ich noch abmontieren können – bei den Lagern war Schluss

Bei den Lagern musste ich passen – ich entscheide mich für zwei Dinge, die meiner Seele gut tun…

Erstens, ich kann Verantwortung teilen – ich rufe Giorgos an, ob er helfen kann und mir in seiner Werkstatt Zugriff auf verschiedene Werkzeuge und Maschinen gewähren kann.
Mit meinen Bordmitteln komme ich nicht weiter!

Zweitens, ich salbe meine geschundene Seele – mit einem gewaltigen und exorbitant leckeren Stück Galaktoboureko von Stratos.

Ich beruhige mich erstmal, dann sortiere ich mich neu

Während ich das süße Stück schlemme, fällt mir auf, dass NESSAJA ganz schön an ihren Festmachern zerrt.

Sie krängt sich mal wieder im Hafen und es interessiert mich, was für einen Windspeed wir haben.
Ich schalte die Anlage ein, dabei höre ich ein entferntes Grollen. Erste Blitze zucken am Himmel.

Der Wetterbericht hatte Recht, der Sturm kommt und das Gewitter ist ebenfalls im Anmarsch.

Ich hatte keine Vorstellung von dem, was jetzt kommen sollte…

Als das System gestartet ist, haben wir schon rund 45kts Wind, der Peak geht sofort auf 50kts – und das war der Anfang
Draußen war alles grau – starker Regen setzte ein

Ich hatte meinen Kaffee noch in der Tasse – schnell leerte ich den Kaffeebecher und stellte ihn in die Spüle.

In diesem Moment fiel meine Wasserflasche um, auch die lege ich in die Spüle.
Alles andere auf NESSAJA ist gesichert, wir sind erprobt sturmklar!
Logisch, auch bei uns fällt etwas um, aber eben IM Regal, oder die Klimaanlage auf Rädern rollt etwas, wird aber nach 10cm gebremst – es kann eigentlich nix passieren. Hoffe ich!

Denn es geht weiter!

Kurze Zeit später – 25kts Wind, der Peak ist schon auf 62kts gewandert. Zum x-ten Mal in diesem Winter
Der Regen wurde heftiger, das Gewitter kam näher

Mir war schon klar, dass da was kommt – wenn man auf dem Wasser lebt, bekommt man irgendwann ein Gefühl dafür.

Ich erinnere mich an den schwersten Sturm, den ich in dieser Marina erlebt und fotografiert habe – es war vor zwei Jahren auf diesem Platz, der Windpeak war damals 70kts!
Und wir kamen diesem Wert schon sehr nahe…

Momentan 31,4kts, Peak 68kts
…und es wurde noch dunkler – das wird noch mehr

Ich stelle jetzt mal ein paar Bilder in Reihe ein um zu vermitteln was jetzt kam.
Der ganze Spuk dauerte länger als letztes Mal – vielleicht eine Viertelstunde, vielleicht auch 20 Minuten.

Sinn der Bilderserie ist aufzuzeigen, dass ich immer nur Momentaufnahmen fotografieren kann – ja, es hat für ein paar Sekunden „nur“ 30 oder 35kts, dann aber für drei Minuten 70kts oder mehr.

Naja – und über den maximalen Windpeak braucht man keine weiteren Worte zu verlieren!

Hier gelingt es mir 70+kts als Windgeschwindigkeit zu fotorafieren – der Peak ist momentan gleich
Wind aktuell über 71kts – Peak liegt inzwischen bei 78kts! Neuer Rekord – aber nicht für lange
Auch wenn der Wind kurz nachlässt, er bleibt über 60kts – die Aufzeichnung zeigt die Frequenz der Böen
Wieder etwas später – der Standardwind verliert nichts von seiner Kraft
Der nächste Drücker – schaut euch die Zahlen genau an! Windspeed aktuell 76kts – neuer Peak 84kts!!!
Ab jetzt geht der Wind zurück, die Front ist durch – zum auf der Zunge zergehen lassen -> 84 Knoten in der Marina

Ich habe zwischendrin einen lauten Knall gehört – was war das?

Als der Regen vorbei war, ging ich kurz nach draußen um nach dem Rechten zu sehen.
Auf NESSAJA war scheinbar alles ok, mein Nachbarschiff, die zum Verkauf stehende FESTINA LENTE sieht auch gut aus…

Nein, Moment, was ist das? Auf dem Vordeck liegen zwei Gurte – auf dem Bild schlecht zu sehen, der Wind hat beide vorderen Gurtbänder für das Bimini mit einem lauten Knall abgerissen!

Zum Glück ist nichts passiert, das Bimini hat kaum Spielraum und kann nicht weg.
Ich muss in Bälde eine Sicherungsleine einbinden, die Gurte kann man aber reparieren lassen.

Nach den Schiffen der Freunde werde ich später schauen.

Was ich unbedingt heute noch checken will – unser Haus!

Obwohl unsere Katikia exponiert liegt, gab es keinerlei Schäden

Ich hatte die Hälfte des Weges nach Kamara schon gefahren, der Regen hat nachgelassen – es lag auf der Hand, dass ich gleich zu Giorgos weiterfahren würde.

Vielleicht erreichen wir ja etwas bezüglich des Furlers…

Auf dem Weg dorthin komme ich am Gourna Beach vorbei, dort war das Meer ordentlich aufgewühlt.
Leider kann man das in Bildern nicht so festhalten.

Die Ausläufer der Front ziehen noch so rum, das Schlimmste ist aber hoffentlich durch

Bei „Boat & Parts“ angekommen, legen Giorgos und ich gleich los.

Auch er greift zum Flammenwerfer und zu schwerem Geschütz, er hat zusätzlich große Abzieher – trotzdem kommen wir nur mit kleinen Schritten voran.
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – und wir wollen ja auch nichts kaputt machen.

Das verfitzmaledeite Unterteil will nicht weg – die Edelstahlbügel sind festoxidiert
Potztausend – dann eben anders! Wir verschaffen uns Zugang von oben und können die Anlage zerlegen

Die Kugellager sind offene Lager, das hatte ich mir anders vorgestellt.
Gut daran ist, dass man diese reinigen und wieder zusammenbauen kann – auch wenn dies aufwändiger ist.

So beenden wir die Arbeit, als alles zerlegt war und wir zum Wiederzusammenbau zwei neue Dichtringe benötigten.

Diese hatte Giorgos nicht auf Lager, ich solle sie morgen im Autozubehör beschaffen.
Ha, nichts leicher als das – dann bis morgen zum Zusammenbau! Dachte ich…

Für heute reicht´s, was für ein Tag – ich bin müde und erschöpft!
Jetzt eine Pizza und dann heim und ab auf die Couch.

Ich bin groggy
Aber ich genieße mein Dinner – wohlverdient

Bevor ich am Folgetag nach Lakki fahren kann um die Dichtringe zu kaufen, erreicht mich eine Bitte von den österreichischen Freunden.
Ein lang ersehntes, schweres und großes Paket sei angekommen – man habe sehr schnell messerscharf erkannt, dass der kleine Toyota damit überfordert sei und ob ich nicht helfen könnte.

Klar kann ich, dafür sind Freunde doch da.

Und wenn ich gleich bei Panos bin, kann ich dort auch nach den Radialwellenringen fragen – das passt!
Am Heimweg von Crithoni würde ich über Lakki fahren und die Ringe dort kaufen, irgendeiner hat sie schon…

Panos hat sich der Situation in der Marina angepasst – da kann man nix sagen! Dichtringe hat er nicht
Das Ding wiegt 148kg – wir haben es zu viert reingehoben und müssen es jetzt zu dritt rausheben – das geht auf´s Kreuz

Panos muss passen – er hat die Dichtringe nicht! Dafür hat er ein ganzes Regal voller Windex, er wird sie brauchen.
Ich vermute sogar, dass sie nicht reichen werden.
Egal, nicht mein Thema – Panos hilft uns das schwere Trum einzuladen und wir fahren von dannen.

In Crithoni fahre ich bis direkt vor die Haustüre – hoffentlich können wir das mit Umverpackung 148kg schwere Packstück aus dem Kofferraum wuchten.

Klappt aber alles! Ich helfe noch kurz auspacken und dabei, das Ding in den Flur zu stellen – dann bin ich entlassen.
Solltet ihr euch fragen, was da so schwer war und welche Projekte Hans gerade bedient – hier ein kleiner Spoiler…

Eine große Lithiumbatterie für das Haus-Solarsystem

Wie bei allen Projekten sind unsere Freunde einen Schritt voraus – so auch hier.
Ich bin gespannt, wir diskutieren gerade viel über verschiedene Ansätze.
Für mich eine gute Ausgangslage, ich kann mir sehr viel abschauen.

Ich fahre jetzt nach Lakki, zuerst zum KFZ-Teilehandel. Es kann ja nicht so schwer sein, dass ein alter Dichtungsfuchs zu so einem Ring kommt.

Beim Autozubehörhandel fühle ich mich sofort gut aufgehoben…

Der Mann führt Elring – alles wird gut, dachte ich

Er schüttelt ungläubig den Kopf…
Nein, dieses Maß hat er nicht. Auch ein Anruf bei seinem Lieferanten in Athen bringt keine Lösung.

Beim Gedanken an den Lieferanten, schießt mir mein Freund Harry Mavropoulos in den Kopf – er ist der Elring Importeur für Gesamt-South-Greece.
Ich fahre heim, suche mir den Ring selber raus und bestelle ihn bei Harry – ich lass´ mich hier doch nicht vorführen!

Leider werde ich gleich mein blaues Wunder erleben…

Ich lese mir die Maße ab und bestimme die Bauart und das Material
Dann suche ich auf der Elring Webseite den Ring nach Maßen – und bin überrascht, es gibt keinen 58x76x7

Hm, was nun? Wenn Elring den RWDR nicht anbietet, dann ist es kein gängiges KFZ-Teil.
Wo soll ich suchen – ich schreibe trotzdem an Harry, aber auch er handelt das Problem auf griechische Art, keine Lösung, keine Antwort!

Ich kann nicht leugnen, dass mich diese Art manchmal richtig nervt. Wir sind Freunde, er kann mir einfach absagen, wir haben zusammen Urlaub gemacht, nicht antworten ist keine Option.

Ich mache es kurz – ich versuche noch, bei Facnor Service Kits mit Lager zu bestellen, bekomme aber einhellig die Antwort, dass die nicht mehr lieferbar sind.
Giorgos übernimmt an dieser Stelle und wird es schaffen, zum Monatsende hin zwei von den raren Ringen zu beschaffen.

Die Komplettierung und Montage meiner Rollanlage wird ein Februar Projekt – hoffentlich geht es dann auch mit dem gesamten Rigg weiter.

Was schätzt ihr wieviele WhatsApp mich nach dem schweren Sturm erreicht haben?

Na, wer hat annähernd richtig geschätzt?

Ok, ich muss erklären, dass das Bild von meinem iPad ist, nachdem ich es zur Synchronisation eingeschaltet habe – das sind alle Nachrichten aus den verschiedenen Schriftwechseln.

Es reicht aber, um sich vorstellen zu können, wieviel Zeit das bindet und warum ich manchmal maule.
Nach dem Hagel waren es übrigens mehr…

Ich habe nach so einem Sturm mit solch extremen Windgeschwindigkeiten aber auch Verständnis -also weiche ich diesmal von der Regel “ solange ihr nichts hört ist alles ok“ ab und versende Nachrichten und Bilder an alle mit denen ich sonst ein Bier trinke – das bedeutet eine ausgiebige Marinarunde für mich.

Der Sturm hat EDINA nichts angetan, aber sie hat einen neuen Nachbarn…
…und seither hängt eine Muring unter dem Schiff

Die Muring unter EDINA ist für mich unerklärlich – aber auf einem Bild vom letzten Check kann man erkennen, dass sie noch NICHT da war.

Wie auch immer das passiert sein mag – ich will, dass die Muring da weggemacht wird.
Um keine Welle zu machen, kläre ich das im Office auf dem kleinen Dienstweg.

Hier muss ich die nächsten Tage nochmal nachsehen ob das umgesetzt wurde.

Alles ok auf KARO
Bei JASPER passt auch alles
INSPIRATION kommt bald an Land – heute ist alles ok
ALENA sieht unauffällig aus
Alles in Butter auf´m Kutter – STENELLA ist ok
CARPE DIEM – ein gutes Motto! Auch Benno bekommt mal wieder eine Nachricht
Und natürlich HARMONY – alles bestens

Es ist Absicht, dass ich hier mal ein paar Bilder einstelle und diese Revue passieren lasse.

Wirkt das langweilig auf euch, ein sich gebetsmühlenartig wiederholender Singsang?

Haltet euch vor Augen, dass dies nichtmal die Hälfte der Boote sind auf die ich ein Auge werfe.
Ich spreche damit keinen namentlich an, die vorgenannten Boote waren nur Beispiele – mit vielen bin ich ohnehin in Kontakt, von anderen höre ich sporadisch. Das ist alles ok und ich sehe immer und regelmäßig nach allen Booten von Bekannten und Freunden.
Das bekomme ich unter und die Marinarunden tun mir gut – was mich auffrisst, sind die Nachrichten, die geballt kommen, wenn die Skipper zuhause am Sofa sitzen und dem Wetterbericht folgen.

Daher – ich freue mich mit jedem von euch ein paar Zeilen zu schreiben oder zu sprechen.
Nur nach Stürmen gilt – wenn etwas kaputt ist melde ich mich…

Ach ja, auch ELOWYN hat den Sturm gut überstanden, allerdings fällt mir erst jetzt ein Schaden auf, welcher durch den Hagel verursacht wurde.

Alle Winschenhäubchen perforiert – kann aber zunächst so bleiben

Worüber ich mich sehr freue ist, dass etwas Bewegung in die Causa FESTINA LENTE kommt.
Tatsächlich rufen dieser Tage drei Interessenten an, so viele wie schon länger nicht mehr.
Ich führe dies auf einen Messeeffekt zurück.

Einer scheidet sofort aus – ich soll anrufen. Mach´ ich aber nicht, ich antworte per Mail und muss feststellen, dass die Mailadresse nicht funktioniert.
Ich vermute ein Scamming-Versuch.

Bei einem anderen Interessenten habe ich ein gutes Gefühl und ich hoffe, dass die Bavaria von Johannes eine Chance auf eine Besichtigung bekommt.
Sie ist ein echtes Schnäppchen für den Preis.

Genug für heute – ich gehe Abendessen und sorge für Abwechslung!
Ich entscheide mich für das „SouVLakki“, bestelle aber Kontosouvli statt Giros 😉 .

Sieht gleich aus – schmeckt aber total anders

Und wie geht es morgen weiter? Ich wollte mich meinen Großprojekten widmen und das mache ich auch.

Kleiner gedanklicher Schlenker – mich haben während der letzten drei Monate ein paar Lieferanten und Hersteller mächtig enttäuscht.
Es gibt auch die Lichtblicke wie „maritimo.at“, aber die Enttäuschungen hallen mehr nach.

Vielleicht werde ich dazu einmal einen gesonderten Beitrag schreiben…
Heute nur ein kleines Beispiel – ich bin ein totaler Fan von TruDesign Seeventilen und dem ganzen Warenkorb den TD sonst noch anbietet.

Da die Fragen die ich habe meist sehr spezifisch sind, frage ich gerne direkt beim Hersteller an.
Bisher habe ich immer perfekte Antworten bekommen, ein gewisser Geoff hat stets kompetent geholfen.
Diesmal ist meine Frage kritisch, denn das 1 1/4 Zoll Set hat meines Erachtens nach zuviel Spiel im Gewinde.
Überprüfungen mit anderen Neuteilen bestätigen das.

Geoff meldet sich, er müsse mit den Technikern sprechen – und ich höre nie wieder etwas von ihm. Schwaches Signal an den Kunden.

Heute, nach drei Wochen, entscheide ich selber und klebe das Teil ein…

Wird schon werden – ich darf nicht dran denken wenn nicht…

Ich habe mich entschieden, dass Gewinde des Fitting so zurechtzuschleifen, bis das Ventil in exakt der richtigen Position zum Anschlag kommt.
Diese Vorspannung nimmt das Spiel aus dem Gewinde – jetzt muss ich nur noch Sorge dafür tragen, dass genug Dichtmittel in den Gewindegängen ist.

Das scheint gut zu klappen und nachdem ich mir ohnehin vorgenommen habe, dass ich eine Dichtheitsprüfung machen werde, schleicht sich die Anspannung aus meinem Körper.
Die Seeventile sind wieder montiert, ein paar Prüfungen noch, die Schläuche anschließen, dann sollte es für den Launchingtermin zum 29.04. passen.

An diesem Abend treffe ich mich mit Brigitte und Hans im „Tis Kakomoiras“ – ein letztes mal, bevor es für die Beiden zurück Richtung Heimat geht.
Wir essen sehr gut, wenngleich auch temporär in einer „sehr speziellen“ Stimmung 😉 !

Stromausfall – im Dunkeln ist gut munkeln

Nachdem ich vom Essen zurück auf NESSAJA gekommen war, habe ich mir noch eine Folge „wunderschön“ gegönnt.
Das zweite Format, bei welchem ich zur Ruhe komme, meine Synapsen langsam abschalten und ich Bettschwere bekomme – ich mag Reisesendungen.

Nebenbei sehe ich mir den Wetterbericht an und muss erkennen, dass keine Linderung in Sicht ist.
Ich nehme es vorweg, der Monat Januar wird sich am 31.01. mit Sturmstärke verabschieden.

Mann, mann, mann – das könnte jetzt mal aufhören

Sibylle schickt am Folgemorgen ein Bild ihrer Situation – wirklich besser ist es im Erdinger Moos nicht!

Sie muss jetzt das Auto freiräumen und mit der eiskalten Karre die Kleine in die Kita bringen – ich fühle förmlich die eisige Klaue der klirrend kalten Luft im Auto.

Kann ich wählen? Ja! Ich wähle 17°C und Wind!

Keinesfalls besser bei Sibylle

Ich werde abermals zu einem Rettungseinsatz gerufen – ein Päckchen sei angekommen und ins Cockpit von BORN TO LIVE gelegt worden.

Da es sich um ein empfindliches Teil handelt, bittet Guido mich, dieses in die Kajüte zu verfrachten.

Klar, mach ich sofort – ich gehe zielstrebig zum Aluschiff der Beiden und betrete das Cockpit um nach dem Päckchen zu fassen und es sicher zu verwahren…

Nanu, wo soll es sein – nix zu sehen

Jetzt wird es aufwändig – ich schlapfe in den Marinastore und frage nach.
Katerina wählt die Nummer des Marinero und fragt ebenfalls nach.
Die Antwort – liegt im Schiff, gestern abgelegt.

Ich äußere Zweifel – das Schiff hat eine Türe die nicht jeder öffnen kann, es ist gesichert – und ich bezweifle, dass der Marinero den Zugang hat.
Widerwillig ruft Katerina ein zweites Mal an – ok, sei´s drum, dann geht er halt mit mir hin…

Besser, er GEHT nicht mit mir, ich FAHRE mit ihm! Zu zweit auf seiner kleinen Honda, sicher ein sehr witziges Bild.
Dann geht er zielstrebig auf BORN TO LIVE zu und… vorbei!
Er geht fast bis zu NESSAJA und macht erst bei B… TO … …. halt.

BACK TO THE MOON fängt mit B an und hat ähnlich viele Wörter und Buchstaben – was wir oft vergessen, nicht nur wir können in der Regel die griechischen Wörter nicht lesen, auch manche Griechen können unsere Wörter nicht lesen.
Kurz – er hat das Päckchen auf das falsche Schiff gelegt.
Wir haben das geklärt und Guido bekommt seine Warensendung!

Da isses – jetzt beim richtigen Besitzer

Ich kann mich endlich meinem Projektplan widmen – ich möchte klären, warum mein Generator leichte Ladestromschwankungen hat.
An sich nichts Dramatisches, ein kleiner Schönheitsfehler eben.

Um dies beurteilen zu können, muss ich klären, welches Kabel vom Generator zum Ladegerät führt.

Also, einmal alles aufgeschraubt und Zugang geschaffen…

Generatorseitig ging es rasch, ich hatte wegen der Wassermacherreparatur nicht alles wieder zusammengeschraubt
Am Ladegerät war die Sicht eingeschränkt – aber das lässt sich ja heute fotografieren
Es ist das graue Kabel, der Anschluss ist richtig ausgeführt

Ich lege mir eine Theorie zurecht und überlege welche Materialien ich zu einer vom Ladegerät abgekoppelten Messung benötige.

Diese werde ich morgen kaufen und mir ein Messkabel bauen, dann bin ich aussagekräftig und kann eine Lösung diskutieren.
Liegt es am Generator, am Ladegerät oder ist es ein Setupfehler?

Oder ist es am Ende sogar ein zu akzeptierender Fakt, welcher auftreten kann, wenn 25 Jahre alte Elektrik auf nagelneue high-end Elektronik trifft?

Ich muss es offen lassen – sehen wir was morgen bei der Messung herauskommt.
Der Wind hatte pünktlich eingesetzt und bläst mal wieder mit Böen bis zu 50kts. – dies hat zur Folge, dass die Uferpromenade von Lakki den dritten Tag in Folge überschwemmt wird.

Schon wieder setzt der Sturm aus WSW ein – aus dieser Richtung treibt er das Wasser in die Bucht…
…was zu Überschwemmungen auf der Uferstraße führt

Auch ich bin, wenn auch nur periphär, davon betroffen – als ich abends ins „SouVLakki“ gehe, parke ich zunächst vor Renas Autoverleih.

Da das Wasser aber bis zur Ladenzeile spritzt und ich Klicker davor verschonen möchte, steige ich noch einmal ein und suche mir einen Parkplatz ums Eck.
Die paar Schritte kann ich laufen, ist eh gesünder.

Ich hätte mir den heutigen Besuch im Lieblingsgrill nicht nehmen lassen. Anna hat heute einen runden Geburtstag und obwohl ich schon gratuliert hatte, hoffte ich, dass ich sie treffen würde um sie einmal zu herzen.
Ich mag sie und möchte, dass sie weiß, dass ich sie schätze – auch jenseits von Giros und Pommes.

Apropos Giros und Pommes – man kann es drehen wie man will, es schmeckt halt einfach gut…

Lecker – so mag ich das…
…zu Annas Geburtstag gibt es eine Nascherei

Als ich wieder zurück im Schiff war und bereits im Gemütlichkeitsmodus angekommen war, startete ein kurzer Chat in unserer Communitygruppe.

Caetlin beschwert sich über das Wetter…
Sibylle schickt ihr Bild, das von vorhin…
Ich schreibe, „Caetlin, Du kannst wählen“…
Sie antwortet, „I prefer to be on the warmest place, depending on the heater“…
Ich antworte mit Zahlen und Fakten!!!

Biosauna auf NESSAJA – wenn Sibylle nicht hier ist, heißt es bei mir „no limit“

Ben schaltet sich in den Chat ein, seine Antwort, „ach du meine Gute!“ – er antwortet auf Deutsch, das will was heißen 😉 !

Nun, erfrieren müssen wir alle nicht und wir sind ja auch alle dort, wo es uns hingezogen hat – dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Am neuen Morgen muss ich eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen – ich muss Sibylles Sauerteig füttern.
Verrückte Welt – Caetlin füttert Streunerkatzen, Sibylle den kleinen Fred und ich eben den Sauerteig.

Ich hoffe, die anderen machen es besser als ich, irgendwie kommen keine Bläschen, was habe ich nur falsch gemacht???

Generell funktioniert es ganz gut…
…aber als er Bläschen schmeißen soll, verweigert er die Mitarbeit

Draußen tost fürchterliches Wetter, ich verbringe den ganzen Tag im Schiff – ich will keinen Fuß vor die Türe setzen.

Ich mache den ganzen Tag Ersatzteilrecherche, habe viel Kommunikation zu machen, gerade auch wegen FESTINA LENTE und auch wegen meiner Wohnung in Deutschland.

Das kostet mich Stunden und der Tag verfliegt, was mich angesichts des Wetters aber nicht trauern lässt.

Mittags mache ich mir einen Snack, ich habe Hunger und es müssen Reste aus dem Kühlschrank gegessen werden – ich mache, man glaubt es kaum, Brotzeit!

Danach sind die Packerl leer und ich muss auf keine Verfallsdaten mehr achten

Ach ja, bezüglich meiner Wohnung kommt endlich was in Gang, das sind sehr gute Nachrichten.
Schön langsam gibt es eine rote Linie für 2026, wenn alles klappt, können wir noch heuer mit der Hausrenovierung beginnen.

So gut das klingt, es kommt trotzdem zu Verzögerungen und ich muss meine Reisepläne für Februar 2026 noch einmal überdenken.
Vielleicht muss ich die Fahrt nach Deutschland noch einmal verschieben – mal sehen wie sich die Sachlage entwickelt.

BIMM, eine Nachricht von Melanie trudelt ein – sie ist die weibliche Skipperin auf der INSPIRATION, ihr Mann Jörg wird morgen Richtung Leros aufbrechen und allerhand Waren im Kofferraum haben.

Darunter auch ein absoluter Gaumenschmeichler für mich…

Dafür feiere ich sie!!!
Gebt euch das – das wird eine Leberkasorgie

Durch Alex´ Ausfall, wir waren die Taktgeber für diese Order, wird es an mir liegen diesen leckeren Kaskas und das bayrische Original-Pendant dazu, mit der gehörigen Portion Ehrfurcht zu vertilgen.

Natürlich würde ich es gerne sehen, wenn sowohl das Lieferantenteam als auch die Fraktion aus Österreich mich dabei unterstützen.
Mal sehen was sich so ergibt…

Und was ist sonst noch drin im Wägelchen???

WAAAAAS??? Wollen die ausziehen? ich habe für den Verbau einer ähnlichen Menge Teile zwei Jahre gebraucht

Ich sehe aber auch, dass sich fünf Tragl Flötzinger auf den Weg machen, ich hoffe, dass ich Jörg, gegen den ein oder anderen Frondienst, a Hoibe abstauben kann! Sehr geil auf jeden Fall!

Trotz oder wegen dieser herrlichen lukullischen Aussichten, passiert heute etwas, was es in dieser Form lang nicht mehr gab.
Ich war zu faul zum Essen!
Bei dem Wetter war mir nicht danach zumute, das Schiff zu verlassen und mich alleine in eine kalte Taverne zu setzen.

Ich überwinde meine Abneigung gegen das Abspülen und zaubere mir einen Milchreis. Eine Seelenspeise, welche Sibylle mir stets verweigert – selbst ist der Mann, hex hex…

Das mag ich – ein „Soul Evening“ auf der Couch

Tu´ Dir was Gutes! Milchreis und eine Folge „wunderschön“, danach habe ich, glaubt es oder nicht, „Soul Legenden“ auf YouTube geschaut – fast bis drei Uhr morgens.

Diese Folge „wunderschön“ war besonders – erstens, weil Tamina einer Olivenölverkostung folgt und dort genau das beschrieben wird, was ich auch empfunden habe, als ich unser Öl das erste Mal probiert habe.
Wieder wird die Schärfe und Bitterheit als absolutes Qualitätsmerkmal gefeiert.

Zweitens beschreibt die Folge einen Besuch in der „besten Pizzeria der Welt“. Die befindet sich, sofern man der Geschichte glauben mag, in Neapel und war Schauplatz für den Filmdreh von „Eat, Pray & Love“.
Und jetzt ratet mal, wer da schon war – genau, der Mario mit seiner Sibylle.
Wir haben viel erlebt, es wäre schade, wenn diese Reise hier auf Leros ein ungeplantes Ende nehmen würde.

Ein Besuch in der besten Pizzeria der Welt

Finale! Der 31.01. bricht an. Ich möchte bitte für Roland ein paar Bilder von SUNNY SIDE UP machen, er braucht diese für die Versicherung.

Danach werde ich einkaufen, bevor ich mich dem Test meines Generators widme.

Also, los geht´s…

Auf dem Weg zu Rolands Schiff sehe ich, dass die Bordwand von Patricias Stahleimer zerkratzt und leicht verdengelt ist

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Ich bin drei Jahre Vollzeit auf diesem Platz gelegen und habe alle Stürme erlebt.
In einer Nacht bin ich zu Evelyn und Roland an den Katamaransteg gerannt, um mir einen dicken Fender auszuborgen – den dritten damals!

Als Patricia sich den Platz gesichert hat, habe ich ihr eindringlich geraten, die Bordwand mit drei großen Kugelfendern abzusichern – und was macht die beratungsresistente, störrische Frau?

Sie hängt vier alte, fast platte Fenderchen in die Lücke, welche bei lauen Sommerwinden so riesig wirkt.
Im Sturm drückt es die Schiffe an die Betonmauer, das schruppt den Lack runter – das haben schon mehrere teuer bezahlt.
Sorry, da kann und will ich nicht mehr helfen…

Ich erbarme mich

An der Treppe Richtung ELOWYN wirft das Schicksal mir einen alten Fender vor die Füße – ich erbarme mich und binde ihn noch zu den schon vorhandenen.

Immer noch zu wenig, aber besser als zuvor. Ob es bis zum Sommer reicht – wir werden sehen.

Dann kann ich endlich das Bild von Rolands Schiff machen, bisher hatte ich hierzu noch keine Rückmeldung gegeben.
Am Schiff war alles ok, den Verklicker und leider auch den Windmesser hat der Hagel kaputtgeschlagen.

Sorgen muss sich unser Freund aus der Schweiz keine machen

Mein Einkauf war schnell erledigt – eines möchte ich aber erwähnen. Ich werde wieder mehr local kaufen.

Ich habe heute mal wieder Kaffee vom örtlichen Röster gekauft. Die Packung fühlte sich sehr leicht an, deshalb habe ich nachgewogen.
Nicht aus Kontrollzwang, sondern einfach um den Preis zu verifizieren.

Und tatsächlich, es sind die bestellten 500g, das Ganze für runde 10.-€!
Das mag ein Winterpreis sein, aber er ist immerhin 3.-€ billiger als Jacobs Krönung im Supermarkt und schmeckt deutlich weniger sauer, dafür kräftiger, nussiger.

Danke Antonia, dass Du mir diesen Gedanken zurückgebracht hast!

In Zukunft wieder mein Stammgeschäft für frischen Kaffee

Nach dem Einkauf lege ich gleich los und widme mich meinem Generatorprojekt.

Die Idee ist, den Generator ohne die Victron Komponenten direkt an einen Verbraucher liefern zu lassen.

Dafür habe ich ein Testkabel gebastelt, welches ersatzweise und temporär an das abzuklemmende Kabel des Generators am Quattro angeklemmt wird.
Das Testkabel hat eine Steckdose an der ein Hochverbraucher angeschlossen wird.

An einer Messstelle, welche vom Außenmantel des Kabels befreit ist, kann ich an L den Strom messen.
Dieser kann beurteilt werden – schwankt er stark?

Erst das Messkabel vorbereiten – deutlich zu sehen die Anschlusskabel und die offen gelegte Messstelle
Ich muss meine Stromversorgung temporär ausschalten und das Generatorkabel vom Quattro abtrennen…
…daran klemme ich temporär mein Messkabel
Mit meinem Heizlüfter kann ich auf zwei Leistungsstufen messen
Die Ergebnisse sind eindeutig und können auf zwei Kommastellen gemessen werden, sie schwanken kaum!

Die gute Nachricht ist nun, dass meinem Geberator sicher nichts fehlt – er liefert und tut das im elektronikfreien Umfeld auch tadellos und ohne erwähneswerte Schwankungen.

Ich kann jetzt mit meinem Victron-Spezialisten abklären, wie man den Quattro so einstellen kann, dass er diese Einspeisung als quasi-linear annimmt und klaglos verarbeitet.
Das hat von jetzt an wieder weniger Eile, aber ich war dem Mann bei Victron eine Antwort schuldig – diese ist nun gegeben.

Als wenn das noch nicht genug Grund zur Freude wäre, schreibt mir mein Freund Giorgos eine gute Nachricht zum Abend hin.
Die Dichtringe sind da, am Montag machen wir den Furler fertig, so dass ich nächste Woche meine Rollanlage komplettieren kann.
So darf es weitergehen!

Die raren Ringe sind in Giorgos Händen

Ich bin zum Videocall mit Gottfried und Gabi verabredet – wir schwatzen über Gott und die Welt, wie auch im richtigen Leben mit den beiden verfliegt die Zeit geradezu.

Ich will es nicht zugeben, aber wir telefinieren ZWEI Stunden und es ist schon 20.30 Uhr als ich zum Abendessen aufbreche – das Monats-Abschlussessen gibt es im „La Nostra“, ich gönne mir eine „Pizza Mario“ und einen Salat.

Schmeckt super und ich bin preiswert satt

Der Rest des Abends gehört heute diesem Blog, es gilt die letzten Zeilen zu schreiben, um ihn morgen noch einmal zu schmökern und dann freizugeben.

Ich hoffe, ihr habt Spaß dabei gehabt, diesen Rückblick, mein persönliches Logbuch des Lebens zu lesen.

Ich kann nur beschwören – bleibt dran! Es folgen zwei spannende, richtungweisende Monate…

Nur noch ein paar Zeilen, dann bin ich fertig

Ausblick für den Februar – die Leberkasorgie steht an, Heimat erleben.
Freunde kommen zurück, die Einsamkeit endet.
Werde ich endlich mit NESSAJAs Rigg entscheidend vorankommen?
Kann ich den Testlauf des Wassermachers abschließen, bevor NESSAJA am 10.02. gekrant wird?

Auch an ELOWYN muss es weitergehen – gelingt mir die Dichtheitsprüfung der Seeventile und wird das Projekt abgeschlossen?

Eine Kernfrage wird beantwortet – wo werden Sibylle und ich wohnen, wenn NESSAJA an Land gestellt und zur Baustelle wird?
Wird es überhaupt mit Sibylles Rückreise klappen – und was ist mit meinen Reiseplänen?

Diese Liste ließe sich fortsetzen – der Februar wird es in sich haben, er wird Grundlage für einen spannenden, neuen Blogbericht!

In diesem Sinne, herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario

Dezember 2025 – It´s alright (Baby´s coming back)

Die letzte Headline des Jahres 2025 war bereits früh im Monat gefunden.
Am 05.12. schreibt mir Sibylle eine WhatsApp Nachricht, dass sie ihren gebuchten Flug am 14.12. wahrnehmen kann – Baby´s coming back!
Selten hat sich eine Headline so aufgedrängt wie der Eurythmics Kracher aus dem Jahr 1985.

Wenn ich an Annie Lennox denke, dann habe ich unweigerlich Kopfkino. Für den Fall, dass mein Freund René, den ihr ja kennen gelernt habt, diese Zeilen liest – der Gedanke aus dem Jahr 1984 ist ausschließlich für Dich!

Es ist also alles wieder gut, Sibylle kommt zurück und wir können – endlich – in die Planung für Weihnachten und den Jahreswechsel gehen.

Bis dahin ist allerdings allerhand passiert – lasst euch mitnehmen auf die Zeitreise durch den Dezember 2025 auf Leros.

Der 01.12.2025 – ich schlafe relativ lang

Ich wache relativ spät auf und erkenne sofort am Stand der Sonne, dass es höchste Zeit ist um aufzustehen und den Tag zu starten.

Hausmännliche Pflichten rufen den Strohwitwer auf den Plan – erneut muss ich eine Maschine Wäsche waschen.
Der Grund dafür ist nicht etwa, dass ich nicht genug Klamotten hätte, aber ich habe nur drei Arbeitsgarnituren.
Immer wenn ich die dritte anziehe, muss ich eine Kurzwäsche planen – so auch heute!

Der Dezember startet freundlich, ideales Waschwetter

Danach galt es, meine Montageteile aus der Garage in Plaka zu holen. Ich hatte ja im Novemberblog geschrieben, dass ich allerhand Ersatzteile bestellt hatte.

Ein paar davon sind bereits angekommen, es wurde also Zeit, die nächsten Schritte für meine aktuellen Großprojekte zu planen.

In meinem Kopf lege ich mir zurecht, dass es perfekt wäre, wenn ich vor Sibylles Rückkehr die drei gelieferten Stage bei NESSAJA montiert hätte und das Genuastag in diesem Zug abmontiert wäre.
Weiter wäre es super, wenn ich bezüglich der Ruderabdichtung bei ELOWYN weiterkäme und es vielleicht schaffen würde, die alten, undichten Ventilsets auszubauen.

Alles darüber hinaus wäre Fleißarbeit, aber da mach´ ich mir keine zu großen Hoffnungen.

Basierend auf dieser Überlegung, fahre ich nach Plaka und hole mir die Teile meiner Rollanlage für die Kutterfock.

Teile, Werkzeug und…. – VIER Europaletten

Alex begleitet mich – er hat den Auftrag bekommen, ein Katzenhaus zu bauen.
Nachdem das „A-Team“ zunächst etwas aus ein paar Brettern und einer Folie zusammengezimmert hatte, diese Folie im Wert von 40.-€ aber des Nächtens geklaut wurde, muss jetzt ein Massivhaus her!

Die Grundlage dafür sollen vier Europaletten bilden, welche Alex beim örtlichen Gemüsehändler erbettelt hat.
Klar, dass ich ihm den Lieferdienst anbiete – wir staunen beide, wieviel Platz in „Klicker“ ist, er erweist sich als echtes Muli.

Bis die Fuhre ausgeladen war, verging eine ganze Zeit, sodass letztlich nicht mehr viel Tag übrig blieb.

Wie immer am Montag bietet sich für das Abendessen das „Gia Sena“ an, die üblichen Verdächtigen haben an diesem Tag zu.
Dort sitze ich heute alleine, genieße dabei aber auch ein bisschen die Ruhe.

Wie immer gibt es einen Saganaki und eine Portion „Tigania Kotopoulo“

Wie mehrfach erwähnt, ist die kleine und urtypische Taverne nicht wirklich einladend.
Aber für günstige Hausmannskost ist sie für uns eine echte Alternative auf unserer Liste – im Winter!

Am nächsten Tag schon, abermals einer mit Kaiserwetter, lege ich an ELOWYN los.
Ich will sehen, was ich die nächsten zwei Tage schaffe, denn dann ist die erste richtige Sturmfront mit kräftigem Regen angesagt.

Es gilt also, bei Temperaturen knapp unter 20°C und unter stahlblauem Himmel noch ein paar Außenarbeiten abzuschließen.

Nichts mehr los – die Arbeiter treten nach und nach ihren Urlaub an, ab nächster Woche ist Betriebsruhe
Shaka – ich bin guter Dinge, heut´ wird was geschafft

Ich lege mir also Strom von ELOWYN nach unten und richte das Werkzeug her.

Auch hier hilft Hans Peter aus der Ferne – in weiser Voraussicht hatte er seinen „Fein Multimaster“ hier gelassen, ich würde ihn brauchen.
Wie Recht er doch hatte!

Ich habe zwar auch so ein Gerät, aber eben kein Original, welches doch spürbar besser ist und bei diesen diffizilen Arbeiten das „gewisse Etwas“ ausmacht.

Ich atme durch… – und setze den ersten Schnitt!

So sollte es klappen
Erst den Pilz abtrennen…
…dann mit der Klinge so weit wie möglich das überschüssige Dichtmaterial abschneiden

Nach den Schnitten wechsle ich die Klinge und scheide das Dichtmaterial so gut es eben geht weg.

Dies verhindert, dass der Gummi die Schleifscheibe des Exzenterschleifers zusetzt und ich allzuoft die Scheibe wechseln muss.

Der Exzenter wird später gebraucht, wenn es darum geht, die Ausbaustelle plan zu schleifen und das Loch im Rumpf für den Einbau des neuen Durchbruchs vorzubereiten.

Jetzt schneide ich erstmal alle defekten Rumpfdurchbrüche ab! Ich habe sie vorher nummeriert – von 1-9 – um keine Fehler zu machen.
Zwei Stück dürfen montiert bleiben, denn bei Zweien hatte ich das Ventil im Vorfeld schadlos abmontieren können.

Die restlichen Sieben fliegen ansatzlos raus!

Das war relativ rasch erledigt

Mein Telefon klingelt – Sophie ruft aus der Schweiz an, an ihrem Haus würde gebaut, es gäbe Verständigungsprobleme.
Ob ich nicht im Laufe des Tages vorbeifahren könnte und dies in ihrem Sinne klären könnte?

Klar, kann ich! Ich helfe der jungen Frau sehr gerne, ist sie doch von „Susannes Tochter“ zu einer Freundin geworden – ich schätze sie sehr.

Das Wetter war prächtig, ich war rasch voran gekommen – also gönne ich mir eine Pause!

Die Sonne steht noch nicht mal im Zenith – was für ein toller Tag

Ich fahre also nach Xirokampos, bespreche mich mit den Handwerkern, welche mich ohnehin kennen und kann Sophies Anliegen vermitteln.

Die Unklarheiten scheinen also aus dem Weg geräumt, ich finde, ich habe mir eine kleine Belohnung in der Mittagspause verdient!

Und die gibt´s wo? Na, wo wohl???

Heute ist das Eis mal nur Beilage – Galaktoboureko mit einer Kugel Baklava

Und jetzt? Es ist noch zu früh, um schon die Beine hochzulegen.
Das Schlechtwettergespenst sitzt mir im Nacken, ich will heute echt vorankommen.

Ich nehme mir also vor an ELOWYN weiterzuarbeiten und mache mich auf den Weg zurück in die Marina.
Im Einfahrtsbereich treffe ich Alex auf seiner „Katzenhausbaustelle“ – er scheint in großer Not, denn er winkt mich heran.

„All´ das teure Werkzeug liegt hier rum und ich muss kurz zum Baumarkt, kannst Du Wache schieben?“
Klar kann ich! Ich übernehme also die Überwachung der Baustelle in des Bauherren Abwesenheit und verabsäume es dabei auch nicht, einen kurzen Bericht an Sibylle zu schicken.

Es ist ein anerkennenswerter Wahnsinn, den das „A-Team“ da betreibt – aber die Beiden wissen eben, was Empathie ist und beschränken diese nicht nur auf den Menschen.

Ich parke und übernehme die Wache
Das Katzenhaus wird laminiert und bekommt Fenster – alles Schrottteile aus Schiffen

Wenn das Gebäude fertig ist, werde ich ein Bild nachreichen, denn die Details wie Fenster und Luken sind wirklich witzig!
Ich hoffe, dass man für so etwas nicht schon eine Baugenehmigung braucht.

Alex kehrt zurück und ich verabschiede mich. Auch meine Pflicht ruft, wir sehen uns ohnehin später wieder.

Ich muss gar nicht erst zu NESSAJA, ich habe zur Zeit wieder alle benötigten Werkzeuge im Kofferraum und kann nahtlos an die Arbeit vom Vormittag anknüpfen.
Das Schleifen der Schnittstellen, sowie das gleichzeitige Vorbereiten für die Neuinstallation stehen am Programm.

Fertig – so sieht es dann aus
Die dichten Thruhull Fittinge bleiben drin, die undichten fliegen raus

Naja, soweit waren wir ja schonmal. Vielleicht fällt es euch auf – die Löcher sind schon frei!

Auch das Überschleifen der Reparaturstelle ging mit dem großen Stanley „FatMax“ Exzenterschleifer so gut von der Hand, dass ich immer noch nicht willens war, die Baustelle zu beenden.

So habe ich innen noch die Schläuche gelöst und die abgeschnittenen Fragmente von außen nach innen durchgeschlagen.
Das hört sich martialisch an, ist aber die schnellste Möglichkeit die alten Sets auszubauen.

Nachdem ich keine Möglichkeit sah, die undichten Ventile von den eigentlich guten Durchbrüchen zu trennen, war dies der einzig vernünftige, weil schnellste Weg.

Jetzt war der Tag vorbei, ich räume die Baustelle auf und ziehe mich auf NESSAJA zurück.
Frisch machen und aufwärmen ist angesagt, dazu bleibt noch Zeit für eine Runde „Duolingo“ bevor ich zum Dinner gehe.

Fast 18.00 Uhr, da ist schon ziemlich dunkel – eine Vollmondnacht steht bevor
Duolingo gibt mir einen Jahresrückblick – ich war nicht faul

Beim genaueren Hinsehen zeigt der Rückblick der Lernapp aber auch auf, dass ich fast 60 Stunden gelernt habe.
Dies zwar verteilt auf 105 Tage, trotzdem sind das rund 35 Minuten am Tag.

Ok, um eine Sprache zu lernen muss man Zeit investieren – das rechtfertigt die lange Zeit am Mobiltelefon.
Dennoch ist dieser Gedanke „Stein des Anstoßes“ um über meine Mediennutzung nachzudenken.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, fahre ich ins „SouVLakki“…

Stammgericht im Stammlokal – ich muss gar nicht mehr bestellen

Ich komme heute später als sonst vom Essen zurück. Der arbeitsreiche Tag hat meinen Zeitplan um eine Stunde nach hinten geschoben.

Trotzdem fühlt es sich richtig gut an – ein intensiver Tag liegt im Kielwasser, das Projekt „Seeventile nacharbeiten“ ist soweit vorbereitet – hier heißt es jetzt, auf die Ersatzteile zu warten.

Als nächstes schreibe ich mir den Zusammenbau meiner Rollanlage auf den Plan, aber dazu wird es vor der Schlechtwetterfront nicht mehr kommen – wieder mal war ein „Sidekick“ die Ursache dafür, dass mein ganzer Plan durcheinander gewirbelt wird.
Doch eines nach dem anderen…

Heute komme ich nach Hause, bestaune noch einmal den Vollmond und sehe mir dann noch eine Folge „mare TV“ aus der Mediathek an, dann ist Schlafenszeit.

Die Stimmung des Nachthimmels ist mystisch-schön

Vor zwei Tagen hat mich eine Nachricht von Ewa erreicht, sie wollte ihren Motor zusammenbauen, hat es aber nicht gekonnt. Ich müsse helfen.

Wie ich schon geschrieben hatte, respektiere ich die Bemühungen der emsigen Frau um ihren Motor und versuche immer mit Rat zu unterstützen, aber daraus leitet sich nicht automatisch die Tat ab.
Zudem „muss“ ich gar nichts!
Ich übe mich also im „Nein sagen“ und weise das erstmal von mir.

Tags darauf meldet sie sich abermals und ich bilde mir ein, dass die Sprachnachricht den Tränen nah war – vielleicht hat sie mich auch ausgetrickst – aber ich konnte nicht anders, ich musste sie unterstützen.

Also finde ich mich pünktlich um 10.00 Uhr auf ihrem kleinen Kat ein und lege los.
Wir sind recht schnell und können nach rund drei Stunden Vollzug melden – der Jockel läuft wieder und ich habe mir echt geduldig Zeit genommen und ihr alle Handgriffe erklärt – sie WILL lernen und das finde ich echt toll!

Weil der Tag jung war, ließ ich mich zu einem Kaffee einladen und wir haben zum ersten Mal seit sehr langer Zeit ein sehr interessantes Gespräch abseits der Bootsthemen gehabt.
Sie hat an diesem Tag bei mir gepunktet!

Zum Abschied drückt sie mir noch ein Geschenk als „Dankeschön“ in die Hand. Nicht der Grund für mein Tun, gefreut habe ich mich allemal.

Ein Dankeschön von Ewa – ihr Motor läuft wieder, das Problem ist gefunden und behoben

Der Nachmittag verplätschert wie erwartet. Erst schreibe ich ein paarmal mit Ben hin und her, wir müssen noch die „Bezahlung“ für den neu-gebrauchten Einbausatz für ELOWYNs Loggegeber festlegen.

Die Regelung ist rasch gefunden und so fair, dass ich für den heutigen Abend eine Einladung zum Pizzaessen ausspreche.
Die Crew der DONNA nimmt an und somit haben wir heute Abend ein Date.

Kaum habe ich mich sortiert – BIMM – „…hast Du noch die TESA Power Strips die Du angeboten hattest? Ich bräuchte sie doch und würde sie holen!“
Alex ist ebenfalls am Werken und wir helfen uns gegenseitig aus, wann immer es geht.

Klar hab´ ich die Dinger noch, ich muss sie nur erst herauskramen. Also tauche ich ab in meine Werkzeugkisten und krame die klebrigen Schätze hervor.

Gefunden – oh ich Dummerchen – Stripes ohne „e“
Es gibt eine Auswahl

„Hy Alex, kannst gerne welche haben, wieviele brauchst denn?“ höre ich mich fragen.
Die Antwort kommt unverblümt – „…och, dann nehm´ ich sie ALLE!“

Ok! Dann halt…

Ich gehe mal davon aus, dass ich jetzt nicht akut einen TESA Power Strip brauche – ansonsten muss ich Sibylle in Deutschland zum Baumarkt schicken 😉 !

Weil der Freund aus Landshut grad zugegen war, frage ich auch ihn – „…ich geh´ heute Pizzaessen mit DONNA. Seid ihr dabei?“
Klar sind sie dabei – und tschengpeng sind wir eine sehr nette, illustere Runde. Treffen um 19.00 Uhr im „La Nostra“!

Pizza Mario XL – steht nicht auf der Karte, kannst Du aber so bestellen 😉

Die Pizza war gut wie immer und ich habe die Gesellschaft der Vier wirklich genossen.
Die beiden Crews sind so alt wie meine Kinder – teilweise spürbar jünger – und nehmen mich alten Sack trotzdem immer mit.
Ich habe sogar das Gefühl wir profitieren von der gegenseitigen Gesellschaft und Hilfe – ich genieße diese Community wirklich sehr, sie eröffnet völlig neue Perspektiven!

Die ersten Tage laufen also gut an, ich fühle mich wieder im Flow und schaffe was. Auch wenn „Baby´s Rückkehr“ aus der Headline natürlich der Leitgedanke ist – dies außen vor gelassen, lässt der heutige Tag das Resümee zu, dass alles gut ist – „It´s alright…“!

So kann es weitergehen – wenn nicht für heute Nacht das Eintreffen der Sturmfront angesagt wäre…

Es klopft an NESSAJAs Gangway. Der Marinero kommt und bringt ein Paket.
Zur Zeit sind einige Pakete für mich auf der Reise, ich tracke sie täglich.
Dieses habe ich erwartet, dabei aber nicht geahnt, dass es schon da ist – es kommt von Tina & Volker, man wünscht eine schöne Vorweihnachtszeit und schonmal ein frohes Fest.

Spannend – was da wohl drin ist
Äih, glasse! Orchinol Nörnbercher Lebbkuchn – ich freu´ mich und bringe das zum Ausdruck
Meine Süßigkeitenschublade wird zum Schrein

Ich verleihe meiner Freude Ausdruck und schreibe in unsere gemeinsame WhatsApp Gruppe, dass „…mein Dank unendlich ist und dass ich mir gleich einen der begehrten Taler zum Kaffee gönnen werde!“

Natürlich ist Sibylle auch Mitglied der Gruppe, liest meine Post und bedankt sich ebenfalls.

Derweil ist mein Kaffee fertig und ich labe mich an den fränkischen Spezialitäten.
Auch davon stelle ich nochmal ein Bild in die Gruppe – mit einer weiteren Dankesbekundung 😉 !

Das zeugt von Zurückhaltung – ich verwalte 2kg Lebkuchen!

Meine Frau, welche ja derzeit im Epizentrum der Weihnachtsmärkte sitzt und somit jederzeit Lebenkuchen im Überfluss kaufen kann – diese meine Gattin also, ist sich nicht zu schade, mich über Ländergrenzen hinweg zu ermahnen…

„Du isst die jetzt aber nicht alle auf!?“

Ha, ich sitze aber hier – mit all den tollen Köstlichkeiten! Ich bin der Hüter des Grals.
„Ich? Niemals!“ beschwöre ich…

🙂 – höchstens noch einen

Genug Spaß gehabt – jetzt ist Schluss mit lustig, ich muss noch was tun!

Daraus wird aber leider nix – denn während ich mir überlege, wie ich den heutigen Tag noch einmal sinnvoll ausfüllen könnte, legt der vorhergesagt Sturm auch schon los.

Er kommt in Begleitung eines Gewitters und einer richtig heftigen Regenfront – jetzt heißt es „Luken dicht“ und verbarrikadieren.
Heute ist kein Tag mehr, um Arbeiten im Freien zu verrichten.

Diese Größen sind relevant – die Böen erreichen wieder nahezu Orkanstärke

Der Wind kann was! Ich habe ja schon öfter Bilder von meiner Windanzeige geteilt – ich möchte diese kurz für die Nichtsegeler interpretieren.

Viele Anzeigen sind irrelevant. Einfach weil sie sehr ins Detail gehen, darüber hinaus aber auch, weil sie immer einen Abgleich des scheinbaren und wahren Windes machen.
Dies ist aber nur relevant, wenn man unterwegs ist.
Statisch im Hafen ist der wahre Wind messbar und relevant.

Meine Station zeigt immer die letzten 10 Minuten auf, das ist der Graph. Der Windpeak der letzten 10 Minuten wird außerdem geschrieben – erkennbar im unteren Kreis.
Es waren also Böen mit einer Windgeschwindigkeit von 64 Knoten (kts / kt) messbar.

Im oberen Kreis ist die aktuelle Windgeschwindigkeit zu lesen – immer in Knoten, dieser Wert ist nahezu zu verdoppeln um km/h zu erhalten.
Im Moment haben wir also knapp 20kts, das sind rund Bft5 oder 38km/h.

Die Windrichtungen sind aus sicherheitsrelevanter Betrachtung an meinem Platz eher untergeordnet wichtig.
Soweit der kurze Ausflug in diese Materie…

Dazu kommt der schon erwähnte, kräftige, prasselnde Regenguss!

Grau in grau – das Wasser kommt durch den Reißverschluss unserer Sprayhoodscheibe
Wasser überall – erfreulicherweise ist alles dicht

Bis auf die bekannte Problemstelle aufgrund unserer Undichtigkeit im Deck, sind alle weiteren Fenster und Luken dicht, ich muss mich nicht ärgern und auch nicht gegen Wassertropfen kämpfen.

Ich teile die Ist-Situation mit Sibylle und klage ihr mein Leid. Bei schlechtem Wetter ist es nirgends schön.
Umgekehrt weiß ich natürlich auch, dass die Insel das Wasser braucht.
Es tut der Natur gut und auch meine Olivenbäume und meine Zisterne freuen sich über frisches Regenwasser.

Der Regen hat diesmal einen langen Atem! Sonstkann man sich darauf verlassen, dass er nur ein, zwei Stunden anhält, heute aber geht es über Stunden.

Sibylle macht mir derweil eine lange Nase, denn heute hat sie das Wetterglück!
Es sei zwar kalt, aber immerhin schön und trocken. Die Familie würde nachher auf den Weihnachtsmarkt nach Abensberg fahren um dort, nahe der Hundertwasserhäuser, die Stimmung zu genießen.

Zudem gäbe es „Hirschburger“, die müsse man probieren!

BÄMM! Das sitzt! Da könnte ich glatt neidisch werden…

Der Weihnachtsmarkt in Abensberg
Hundertwasserhaus
Hirschburger – mit Knödl und Blaukraut

Zefix, jetzt hat sie mich. Der Hirschburger war der Trumpf der sticht.
Da kann ich nicht mithalten, ich gebe auf und sitze gelackmeiert da.

Hunger habe ich zudem auch – da trifft es sich gut, dass die Himmelsschleusen für einen Augenblick geschlossen sind und mir so die Möglichkeit gegeben ist, zum „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren.

Und ich merke schon beim Essen – diesmal bin ich zweiter Sieger und damit schon erster Verlierer.
Und das, obwohl ich statt dem Leibgericht diesmal einen Seniorenteller mit gefülltem Bifteki bestelle.

Naja, ist schon auch lecker – Hirschburger hin oder her

Nach dem Essen treibt mich die Neugierde um. Ich gehe die paar Schritte zum Kino und schau´ mir das Plakat im Aushang an.

Ein Gitarrist kommt und bringt den „Rembetiko“ nach Leros. „Gitarre & Gesang“ sagt das Plakat und ich habe Lust, mir das anzusehen.
Ich kenne den Rembetiko, aber was genau ist das eigentlich?
Hier hilft Wikipedia weiter…

„Rembetiko ist die „undergroundmusic“ Griechenlands; entstand in den 1920er Jahren als Musik der Flüchtlinge, der Gescheiterten und Gestrandeten der Gesellschaft vor allem in den Hafenstädten Athen, Piraeus und Thessaloniki – schwungvoll und provokativ wie der Tango, schwermütig und traurig wie der Fado.“

Würde ich echt gerne sehen

Weil ich grad da war, werfe ich noch einen Blick ins „Persiana“. Dies hat den Betreiber gewechselt und es interessiert mich, was angeboten wird.

Ich bin überrascht, denn eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Ok, es ist renoviert worden, man begrüßt mich herzlich, aber das Angebot ist in etwa gleich.
Die Preise sind etwas angehoben worden. Ich ahne fast, dass die kleine Taverne das bleibt, was sie für uns immer war – eine gerne genommene Alternative, die eine schmale Nische bedient.

Klar werden wir das mal probieren! Leider habe ich vergessen nachzusehen, ob es immer noch die Bierspezialitäten gibt – einmal im Jahr ein Pint Guinness war schon ein herrliches, wenn auch sehr teures Vergnügen.

Sieht aber einladend aus

Der nächste Regenguss droht, ich geh´ wieder heim und hau´ mich auf die Couch.

Ich mag es nach Hause zu kommen! Ich mag die paar Meter Fahrt durch die nächtliche, verlassene Marina und auch die paar Schritte über den Steg.

Ich freue mich, dass „mein“ Steg nicht verwaist ist und ich zwei Nachbarn habe.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die BORN TO LIVE weihnachtlich geschmückt ist, es ist einfach ein nettes, angenehmes Nachhausekommen.

Zumal, mag ich einfach diese Stimmung – Nacht, Wolkenberge und das alles ausgeleuchtet durch einen immer noch recht vollen Mond.

Nur noch ein paar Schritte

Tatsächlich geht es wieder los, der Regen prasselt auf´s Kajütdach, die Heizung läuft – es ist gemütlich bei mir, hyggelig eben – haben die Griechen auch ein Wort für hyggelig???

Heute eröffne ich die Fernsehsaison mit einer ersten Folge „Inspector Barnaby“. Für mich ein klares Zeichen, dass der Winter angekommen ist.
Einzig die kurze Hose ist jetzt noch eine Reminiszenz an die warmen Sommertage!

Haja, so kann man es schon aushalten

Kein Ende in Sicht – am nächsten Morgen werde ich von den Schiffsbewegungen aufgeweckt.
Dafür, dass ich in einem der sichersten Häfen der Ägäis liege, ist dies schon bemerkenswert – NESSAJA schaukelt ordentlich und zerrt an ihren Festmachern.

Ich bin unbesorgt, denn ich dämpfe im Winter mit vier kräftigen Federn ab und habe alle Festmacher in doppelter Ausführung – solange die Muring am Bug hält, bin ich sicher.

Wieder zwischen 50 und 60 Knoten – auch die Windrichtung schwankt

Es war noch recht früh. Ich mache mir einen Kaffee und sitze auf meinem Platz im Salon – mir ist fad.

Draußen ist es dunkel, der Wind pfeift durch die Takelagen der umliegenden Schiffe.
Trotzdem der Regen auf´s Dach prasselt, mache ich einen kurzen Kontrollblick und leere mein Dinghy aus, dann gehe ich zurück ins Warme, denn die Heizung habe ich bereits kurz nach dem Aufstehen gestartet.

Was tun? Ich kuschle mich noch einmal ins Bett – noch ein bisschen schlummern, nicht mehr.

Mich trifft fast der Schlag, als ich abermals aufwache und final aus dem Bett krieche…

So lang habe ich seit Jahren nicht mehr geschlafen

Die Tatsache, dass ich im Winter durchaus länger schlafen kann, lässt mich überlegen, ob Menschen – ich – es nicht den Bären gleichtun könnten und in einen Winterschlaf verfallen können.

Mir würde viel erspart bleiben und ich würde immer Ende März rank und schlank aufwachen.
Ok, es würden auch viele spannende Momente auf der Strecke bleiben…
Na lieber doch nicht!

Caetlin sendet ein Bild aus dem Cockpit der DONNA – „…the entrance of the Lakki-Bay disappeared!“
Wow! Das ist kein Nebel, das sind Wolken und Regen.

Süder – nicht schön

Wer jetzt denkt, dass der Wind seine Spitzen vom frühen Morgen nicht halten kann, dem sei erklärt, dass er dies sehr wohl kann!

Ich nehme vorweg, dass dieses Wettergeschehen rund drei Tage anhalten wird. Drei Tage Sturm, starker Regen mit nur kurzen Pausen, drei Tage an denen ich zur Untätigkeit verdammt bin.

Du kannst eigentlich den Fuß nicht vor die Türe setzen
Der Starkwind ist ausdauernd und peitscht den Regen ins Cockpit

Dies sind die richtigen Tage um sich um administrative Tätigkeiten zu kümmern.

Zum Tagwerk gehört es beispielsweise, dass ich meine Pakete tracke. Das ist deshalb wichtig, weil die Marina ja schon im „Ruhemodus“ ist. Viele der Angestellten sind schon im Urlaub, andere sind nur noch stundenweise da.

Trotzdem klappt die Informationskette, ich muss mich nur darum kümmern, dass ich die Sendungen abhole oder zumindest anwesend bin, wenn der Marinero ausliefert.

So kommt heute zum Beispiel das Paket von Jefa aus Dänemark, in der nächsten Schönwetterphase kann ich an ELOWYNs Ruder weiterarbeiten.

Der Versand aus Dänemark war der schnellste – aber auch der teuerste
Die Dichtmanschetten sind da – ich mache einen Haken auf meiner Liste und plane meine nächste Arbeitswoche

Einige Sendungen kann ich nicht überwachen, diese Option habe ich nur, wenn mir die Sendungsnummer bekannt ist.

Wer jetzt denkt, dass ich hier etwas überziehe irrt. Es kommt bei jedem dritten Paket vor, dass man nachlaufen muss.
Nicht falsch verstehen, die kommen alle an – man muss nur manchmal „etwas nachhelfen“.

Diemal trifft es Petra von der STENELLA, welche wohl ein Paket für uns gepackt hat.
Dieses ging zurück an sie, weil die Adresse ohne Hausnummer wohl irritiert hat.
Das wir hier weder Hausnummern noch Straßennamen haben, ist für einen deutschen Postbeamten schier nicht vorstellbar.
Um diese Denkweise zu bedienen, arbeiten wir mit „Fake-Straßennamen“ und der 1 als Hausnummer – dies hatte Petra nicht berücksichtigt, leider.

Mit Hausnummer kommt es dann sicher an 😉

Wenn ein Paket für mich in Deutschland ANKOMMT, dann bekomme ich von Sibylle immer Rückmeldung ob die Ware auch dem Lieferschein entspricht und ob alles ok ist.

Auch dann kann ich solche Sendungen aus meiner Trackingliste nehmen.

Bei der Reparatur von Booten, sollte die Beschaffung von Ersatzteilen nicht unterschätzt werden.
Recherche und Beschaffung sind Zeitfresser und obwohl Griechenland generell gut versorgt wird und auch Leros nicht von der Außenwelt abgeschnitten ist, kann es immer wieder passieren, dass man auf ein Ersatzteil zwei Wochen warten muss.

Daher ist eine gute Planung die halbe Miete…

Teile für ELOWYN – bringt Sibylle mit

So geht ein Tag auch rum – ich versuche tatsächlich diese Tage so zu legen, dass ich sie auf einen Schlechtwettertag lege.
Das klappt nicht immer, aber in dieser Phase des Jahres doch recht gut – so geht keine wertvolle Arbeitszeit verloren und ich kann die Schönwettertage für Arbeiten außen am Schiff nutzen.

Klar, es gibt auch arbeiten innen, die hebe ich mir aber ein wenig auf, denn die wirklich kalten Tage kommen ja auch noch.
Dies auch nochmals als kleine Erinnerung, was Arbeiten auf Zuruf verursachen – ich muss meist eine ganze Woche umplanen…

Aber ich hab´ einen gemütlichen Arbeitsplatz

Übrigens, zum Konzert ins Kino bin ich nicht – ich konnte zwar eine Regenpause nutzen um ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren, habe dann aber beschlossen, den Abend lieber gemütlich zuhause zu verbringen – Ann a hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht 😉 …

Die Chefin hat mich, ich war der einzige Gast an diesem Abend, so mit Süßigkeiten eingedeckt, dass ich faul und zufrieden nach Hause kam und keinerlei Lust hatte um 21.30 Uhr noch einmal wegzufahren.
Ich habe mich hingesetzt und ein wenig genascht und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Nach dem Dinner noch ein Dessert und eine Folge „Inspector Barnaby“

Ein bisschen tut es mir leid, dass ich mir das reizvolle Konzert habe durch die Lappen gehen lassen, ich hatte einfach an diesem Abend ein zu hohes Trägheitsmoment, das Wetter tat das Seine…

Aber es sollten sich im Laufe des Monats noch einige Gelegenheiten bieten eine Veranstaltung zu besuchen.
Im Dezember ist auf Leros richtig was los.

Mal schauen – einmal sollte es schon klappen, vielleicht wenn Sibylle zurück ist

Nikolaustag! Wie jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Nikolausmütze aufzusetzen und eine Runde zu schwimmen.

Klar – für´s Foto! Einfach um ein paar nette Grüße zu versenden. Aber leider hat der Wettergott kein Einsehen mit mir und lässt die Phase des Mistwetters noch über den Ehrentag des Santa andauern.

In Griechenland hat der Nikolaustag schon Präsenz – alle Nikos haben Namenstag, dieser ist hier ja hoch aufgehängt.
Und da geschätzt ein Drittel aller Griechen Nikos heißt, wird schon auch gefeiert.

ICH NICHT! Mich ärgert das Wetter – ich kündige als Santa und der Bart kommt ab!

Das Sauwetter vergällt mir das Nikolausschwimmen
Ein weiterer Tag der Untätigkeit droht
Ich kündige als Nikolaus!!! Der Bart kommt ab – Sibylle wird es freuen

Ich muss ein bisschen vor die Türe!

Brigitte und Hans haben mich gebeten, dass ich nach den heftigsten Regenfällen einmal nach ihrem Haus schauen möchte – das mache ich gerne!

Da ich bei der Gelegenheit gleich die eingelagerte Kaffeemaschine mit nach Crithoni nehmen möchte, sehe ich auf einen Sprung bei meiner alten Katikia in Plaka vorbei.

Auch hier eine gute Gelegenheit mal nach dem Rechten zu sehen – es ist aber alles ok!

Zuerst nach Plaka – Kaffeemaschine holen! Im Haus ist alles ok
Im Garten auch – aber ich werde bald freischneiden müssen
An solchen Tagen ist der Meerblick nur halbschön

Von hier aus geht es dann rüber nach Crithoni. Da ich diese Schleife fahre, nehme ich am Weg noch die Gelegenheit wahr, in Agia Marina beim „Navarone“ vorbeizufahren.

Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, ist telefonisch reservieren dort schwierig.
Da die Crew der ANAHITA und ich am Sonntag aber am Brunchbuffet teilnehmen möchten, habe ich mir auf die Liste geschrieben, dort im Vorbeifahren den benötigten Tisch zu reservieren.

Bei Hans und Brigitte ist alles ok – die Nachbarn feiern ein Fest und nutzen die Parkplätze
Im „Navarone“ reserviere ich den begehrten Tisch für kommenden Sonntag

Das Wetter ist so beschissen, dass ich heute alle Tabus breche – ich beschließe, dass heute gekocht wird.

Wenn ich zurückkomme, werde ich nicht noch einmal das warme Schiff verlassen.
Heute wird zuhause gekocht und gegessen – dafür muss ich aber noch einkaufen.

Weil ich gerade in Lakki war, habe ich mir auch noch die Großbaustelle am Hafen angesehen – ob die wirklich Ende März abgeschlossen sein wird???

Am Hafen ist alles aufgerissen – ein Großprojekt

Wieder zuhause mache ich mir es erstmal gemütlich!

Ich melde mich kurz bei Sibylle, denn unsere getrockneten Tomaten sehen nicht mehr vertrauenserweckend aus – doch sie gibt „grünes Licht“.
Ok, ich kann es wagen – ich habe keine hohe Lebensversicherung, es gibt keinen Grund mich zu vergiften, glaube ich…

Schon bessere Zeiten gesehen

Tatsächlich waren die Dinger aber noch ganz gut – und in Kombination mit ein paar gerösteten Pinienkernen und etwas Parmesan, waren sie eine Bereicherung für meinen Salat – pimp my food 😉

Völlig klar war, was es zum Salat geben würde. Ich liebe die Cordon Bleu von unserem Hähnchenmetzger.
Er hat drei verschiedene Sorten und es ist fast schon ein Dilemma, sich jedesmal auf´s Neue entscheiden zu müssen.

Hmmm, warum eigentlich entscheiden? Die sind heute ohnehin recht klein, außerdem ist niemand zugegen, der mich schimpfen könnte…
Ich greife zu und lass´ mir von jeder Sorte eines geben!

Dann geht es los…

Drei kleine Cordon Bleu – eines muss quasi als Beilage gewertet werden…
…und dazu ein gesunder Salat

Ja, war gut – hat echt geschmeckt und war mal was anderes.

ABER – und da kann ich nicht aus meiner Haut, die Rechnung sieht schlecht aus.

Unter dem Eindruck des Abspülens und des Aufräumens der Küche nach dem Essen, setze ich mich hin und zähle meine Quittungen zusammen.
Natürlich bereinige ich um Dinge die man mehrmals verwenden wird.

Ich komme auf 11,60€ – nicht berücksichtigt sind Zutaten, welche im Haus waren und auch nicht meine Getränke.
Nähme ich das kalkulatorisch dazu, käme ich auf rund 14-15.-€.

Da ist die Lücke zu meinen 16,20€ vom gestrigen „SouVLakki“ Besuch nicht mehr groß.
Wenn man jetzt weiterdenkt und die Arbeit nach dem Essen wertet, den Verbrauchsmaterialien Gas, Wasser und Strom auch noch ihren Wert gibt – dann kommt man, wie ich, unweigerlich zum Schluss, dass sich kochen für eine Person kaum rechnet.

Morgen gehe ich wieder essen! 😉
Als ich zu Bett gehe, regnet es immer noch wie aus Kübeln – zumindest heute alles richtig gemacht!

Leider kann man einen Wolkenbruch nicht so toll fotografieren

Der neue Morgen, es ist ein Sonntag, lässt zum ersten Mal erahnen, dass das Wetter vermutlich nicht zu einer zweiten Sintflut führen wird.

Wir können die Mobilmachung unserer Archen wieder auf ein Normalniveau herunterfahren und sorglos ins „Navarone“ fahren.
Ihr erinnert euch? Dort hatte ich für heute einen Tisch für das sonntägliche Brunchbuffet bestellt.

Antonia, Alex und ich entern also um Punkt 10.00 Uhr das Lokal – mit knurrenden Mägen.
Es war alles sehr schön angerichtet und hat vorzüglich gemundet – das Buffet ist etwas schmäler als man das von 1a Adressen kennt, aber mit rund 10.-€ pro Person ausgesprochen preiswert.

Es gibt alles was das Herz begehrt…
…ich eröffne mit einem deftigen Teller – der Kaffee geht extra

Alex war begeistert und wir beschließen sofort locker, dass wir vor Weihnachten noch einmal zusammen frühstücken gehen werden.

Dann aber zusammen mit Sibylle…

Der Sonntag war so ein Übergangstag – trocken, aber bewölkt und noch so eine trübe Sonntagsstimmung.
Ich hatte kaum Lust etwas zu tun und habe mir die Zeit etwas mit Griechisch lernen vertrieben.

Heute Abend ist zudem die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lakki. Ich möchte kurz rüberschauen und frage nochmals in unserer WhatsApp Gruppe, ob die anderen auch Lust haben.
Dafür ist es vielleicht hilfreich, wenn man den Facebook Post gleich übersetzt…

Wie sooft hilft mir Google Lens – ich mache einen Screenshot…
…und sende ihn den anderen – Treffen um 17.30 Uhr???

Alex liegt im Foodkoma, er sagt für die ANAHITA Crew ab. Sehr zu meiner Freude sagen Caetlin und Ben aber zu und so treffe ich mich am Spätnachmittag mit der DONNA Crew am Weihnachtsmarkt.

Beim Verlassen von NESSAJA zeigt sich schon wieder wie schön die Stimmung hier sein kann. Die nervigen drei Schlechtwettertage sind fast in Vergessenheit geraten.

Die Ruhe nach dem Sturm – der Tag neigt sich dem Ende zu…
…es heitert auf, die Sturmfronten lösen sich langsam auf

Wir Drei schlendern über den kleinen, sehr rudimentären und doch sehr fröhlichen und bunten Markt.
Wir klönen ein wenig, gönnen uns einen Glühwein und treffen den ein oder anderen.
Ein bisschen Smalltalk hier, ein wenig Blabla dort – so verfliegt der Abend wie im Nu.

Die Stimmung ist feierlich, auch wenn die Griechen eine gewisse Tendez zum Kitsch haben.
Wir genießen die entspannte Stunde inmitten der Locals.

Halb Leros war auf den Beinen…
…die Lichter am Baum wurden „angezündet“ – wir waren dabei

Nach etwas mehr als einer Stunde, die Höhepunkte waren inzwischen vorbei, haben wir unsere Runde aufgelöst.

Caetlin und Ben wollten zurück auf ihr Schiff und sich etwas kochen.
Mir war, nach dem exorbitanten Frühstück, nach einem kleinen Snack.
Ich ging der Einfachheit halber alleine ins „SouVLakki“…

Auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass wirklich jedes Geschäft für eine nette Dekoration gesorgt hat.
Die Lerianer lieben Weihnachten, aber ohne den ganzen Kommerz – eigentlich ganz schön.
Der Grinch in mir wird nicht geweckt – noch nicht 😉

Der „Beauty Treff“ hat sich gerüstet…
…und Nachbar „Naval“ steht nicht nach
Liebe zum Detail – alles blinkt

Ich gehe früh ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier – eine sehr ruhige Nacht.

Der nächste Morgen hält, was er uns allen versprochen hat! Sonne, stahlblauer Himmel und die Temperatur kratzt wieder an der 20°C Marke.

Jetzt einen Humpen Kaffee und dann geht es auf – heute setze ich eines der Großprojekte fort, diesmal an NESSAJA.
Ich treibe die Erneuerung meines stehenden Guts voran, heute montiere ich die Rollanlage meiner Kutterfock und mache diese fertig für die Montage am Mast.

Gedacht – gemacht!

Zuerst die Drähte auspacken und sortieren – ich benötige das „Inner Forestay“
Das Arbeitsmaterial kommt von vertrauten Herstellern – ob ich das noch kann???

Ich muss zehn Einzelprofile zu einem etwa 14 Meter langen Profilvorstag zusammenschrauben.
Jedes Profil bekommt eine innenliegende Kunststoffführung und es wird das neue Stag eingesetzt.
Alle Verbindungsstücke werden mit Schraubensicherung fixiert – der Hersteller? ELRING – what else?

Ich habe einen kurzen Flashback, fühle mich aber in dieser Rolle mehr als pudelwohl.

Die vielen Einzelteile wollen gereinigt und geschmiert werden – dann muss das Puzzle zusammengesetzt werden
Das Vorstagprofil schaffe ich bis zur Mittagspause…
…bis zum Nachmittag habe ich mein Tagwerk geschafft

Ich fixiere die komplette Einheit am Steg, denn die Montage im Mast wird wohl erst in ein paar Tagen stattfinden.

Es muss ein wind- und regenfreier Tag sein und zudem müssen Alex und / oder Ben Zeit für mich haben.
Damit die Beiden das ein wenig planen können, steuere ich meine Bitte um Hilfe offiziell ein.

Das klingt aufwändig und wenig freundschaftlich, ist es aber nicht! Mit kleinen Handgriffen helfen wir uns immer sofort, aber diese Arbeit wird insgesamt etwa einen halben Tag in Anspruch nehmen, das muss geplant sein!

Was ich für mich fordere, muss den anderen gegenüber selbstverständlich sein.

Ich räume meine Baustelle auf, entsorge übrige Teile und Verpackungsmaterial, dann mache ich mich für´s Dinner fertig.

Weil Montag ist, entscheide ich mich abermals für Marias „Gia Sena“.

Die Taverna ist klein…
…bitete aber handfeste Hausmannskost für kleine Preise an

Ein guter Tag – ich habe heute mein Tagwerk wieder geschafft, NESSAJA ist fertig für „Stage 2“ ihrer Riggreparatur.

Ich bin zufrieden – it´s alright!

Ich habe einen Lauf, daher schreibe ich mir als nächstes die Ruderreparatur von ELOWYN auf die „ToDo-Liste“.

Nach dem Frühstück breche ich zu einer Besorgungsfahrt auf – es weht ein eisiger, kräftiger Nordwind bei blauem Himmel.
Das Wetter lädt nicht zum arbeiten im Freien, dazu habe ich heute Griechischunterricht und muss noch Hausaufgaben machen und die letzte Stunde rekapitulieren.

Ich nehme mir also Zeit bei meiner Runde…
Zunächst ins HUB und meine Griechischstunden bis heute bezahlen – check!
Dann zu meinem Accountant wegen der E9 Erklärung für mein Haus. Er hatte es „vergessen“, wolle es aber sofort nachholen. Ich möge bitte am Freitag nochmals kommen – Griechenland eben.
Kurz in den Supermarkt, ich brauche Bier und Kaffee – in einem guten Haus, geht das Gute niemals aus.

Last not least, noch auf einen Sprung in den Baumarkt, ein bisschen Verbrauchsmaterial für die Ruderreparatur kaufen.
Geistesblitz!
Hätte ich einen Wagenheber, dann könnten wir die Ruder hydraulisch ablassen und anheben – das Geracker entfiele und ich bräuchte nicht für jeden Lupfer die Hilfe der anderen.

Hmmm, ob Andreas sowas hat???

Hatte er – jetzt hab´ ich ihn

Naja, ganz doof ist der Gedanke nicht – jetzt hilft mir das Ding bei Montagearbeiten und erleichtert den Job.
Später kann ich den Heber benutzen, um die Winterreifen auf „Klicker“ zu montieren – der Quattro bekommt winterfestes Schuhwerk, wenn ich im Januar nach Deutschland fahre.

Zwei Fliegen mit einer Klappe – für 59.-€! Nix falsch gemacht…

Als ich zurück am Schiff war, klopfte nach kaum 10 Minuten Ben an NESSAJA.
Er war so nett und hat mir, als er selber bei unserem Shop war, mein Paket mitgenommen und bringt es jetzt bis zu mir an Bord.
Ich wusste was drin war, die Sendung war angekündigt – aber auch ohne dieses Wissen war offensichtlich was im Paket enthalten ist.

Meine Fallen von „ropetec“ sind angekommen

Offen gesagt, ich wäre manchmal froh, wenn die Lieferanten nicht alle Pakete derart offensichtlich labeln würden.
Manchmal wäre weniger mehr – denn eine gewisse Diebstahlgefahr ist bei Warensendungen schon gegeben und wenn der Inhalt preisgegeben ist, dass steigt das Risiko.
Dies ist bei meinen, eigentlich günstigen Fallen im Wert von rund 900.-€ so, trifft aber noch viel mehr auf den Versand von Elektronikteilen zu.

Na egal, ich schwatze ein bisschen mit Ben, er hat wohl gerade Probleme mit den Ersatzteilen für einen Hydraulikzylinder, dann aber will ich meine Neuanschaffung schonmal begutachten…

Alles da – schöne handige Fallen

Passt perfekt, alles wie erwartet. Die Standardfallen von Gleistein machen einen angenehmen, handigen Eindruck und erscheinen preiswert.

Bei der Erneuerung des stehenden Guts werde ich auch alle Fallen im Mast erneuern – zu einem späteren Zeitpunkt…

Irgendwie war der Tag rum – ich setze mich auf meine vier Buchstaben und beschäftige mich einer Sprache die in einem Buch mit sieben Siegeln geschrieben ist.
Na irgendwie wird es schon – ich breche auf und fahre nach Lakki.

Ganz ehrlich – ich liebe diese Stunde im Winter

Die Zeit im Kurs vergeht wie im Flug. Ilona ist ja jetzt auch dabei, so hat es sich ergeben, dass sie und Guido sich am Dienstag nach dem Kurs immer mit mir im „SouVLakki“ treffen.
Da am Sonntag nicht mehr wirklich etwas zusammenging, haben auch Antonia und Alex auf Dienstag verlegt – unser neuer „Stammtischtermin“ war geboren.

Wir haben einen netten Abend zusammen, dann verholt jeder auf sein Schiff.
Ab morgen soll das Wetter wieder besser sein, ich mache einen Pakt mit mir selbst – morgen früh geht es los, ohne wenn und aber!

Der neue Tag – Sonne, blauer Himmel! Perfekt! Zwei Kaffee, rein in die Arbeitsklamotten und auf zu ELOWYN!

Der Wagenheber kommt zum Einsatz

Ich setze den neuen Wagenheber an und lifte das bleischwere Ruder nach oben – auf die Idee, dass dies eine Arbeit für zwei oder gar drei Leute sein könnte kam ich gar nicht.

Das erste Anheben ging sehr gut von der Hand und ich konnte die neue Manschette gut und rasch einfädeln.
Das Ersatzteil von Jefa passte wie die Faust auf´s Auge.

Manschette passt und der Ruderschaft schlüpft einwandfrei hinein
Die Herausforderung ist das obere Lager – hier muss man genau treffen

Obwohl die Lager sowohl unten als auch oben selbstjustierend sind, ist es eine Herausforderung, das obere Lager so zu treffen, dass sich der passgenaue Ruderschaft nicht verklemmt.

Der Schaft muss erst ein paar Zentimeter in die Hülse, bevor sich das Lager ausrichtet – vorher hat man nicht gewonnen.

Zugegeben, ich hatte ein paarmal gedacht, dass ich es geschafft hätte, musste dann aber doch wieder ein, zwei Zentimeter nach unten und durfte von Neuem beginnen.
Insgesamt bin ich bestimmt dreißig Mal die Leiter hoch und runter – immer um zu zielen, nachzujustieren und dann anzuheben.

Irgendwann war mir das Glück hold – etwas Gegendruck – und schwupps glitt der Schaft in die gefettete Buchse (wir sind immer noch bei Jefa Ruderlagern).
Ab jetzt konnte nichts mehr passieren – die drei Sicherungsschrauben setzen und schon hängt das Ruder.

Es fehlt nicht mehr viel – oben passt´s, jetzt hochdrücken, geschafft
Der Ruderschaft sitzt und ist fixiert

Jetzt beginnt der Zusammenbau, alle Schrauben etwas reinigen und mit mittelfester Schraubensicherung einsetzen.

Ich Brocken muss versuchen durch den Wartungsschacht zu arbeiten. Da hatte ich schon schlechter zugängliche Stellen, aber trotzdem kann ich die komplette Arbeit nur einhändig machen.

Das klappt aber recht gut – dennoch gibt es die ein oder andere kleine Panne.
Ihr kennt das? Wenn eine Schraube runterfällt, dann niemals dorthin, wo man sie einfach aufheben könnte – nein, sie fällt in das Eck, das man mit der Hand nicht erreichen kann!

Zur Orientierung suche ich mit dem Fotoapparat…

Ok, da liegt sie also

Ich kann die Schraube schon herausfischen – aber es kostet halt wieder eine halbe Stunde.

So vergeht der Tag, aber ich komme voran und erkenne am Nachmittag, dass ich dieses Tagwerk wohl schaffen könnte.

Nach weiteren 45 Minuten bin ich fertig. Alles zusammengebaut, alle Schrauben fest und gesichert – das ist die halbe Miete.
Da noch etwas Zeit bis zum Feierabend war, habe ich das Werkzeug von links nach rechts geräumt und schonmal die Scheibe vom Wartungsschacht entfernt.

Morgen geht´s dann auf dieser Seite weiter…

Für morgen ist alles vorbereitet

Wie es der Zufall will, erhalte ich just in dieser Sekunde eine Nachricht von Alex.
Er braucht Hilfe, er bekommt seinen Propeller nicht abgezogen – der gekaufte Abzieher reicht nicht aus.

Ich packe also meine Siebesachen und schau am Rückweg gleich bei ANAHITA vorbei.
Auch Ben von der DONNA war schon hier, gemeinsam mustern wir die Situation.

Der Abzieher hat nicht genug Power

Wir überlegen kurz, die beiden jungen Männer halten ihre Heißluftföns an die Nabe des Dreiflüglers – währenddessen schleicht der graue Wolf schon zu NESSAJA und holt den Gasbrenner.
Keine Lötlampe, einen mobilen Gasbrenner – und der kann was!

Ich heize kurz an – ein kurzer Hammerschlag und zack…
Der Propeller löst sich von der Welle.

Erledigt

Ich will das Thema nicht überreizen, aber manchmal habe ich Spaß am martialischen Handeln – Audi A6 3.0TDI statt Tesla, GS statt E-Scooter, Gasbrenner statt Heißluftfön!

Während Villabajo noch fönt, wird in Villariba schon ein Feierabendbier getrunken! Alex gibt eine Dose aus 😉

Dann heißt es ab nach Hause, schön heiß duschen und dann zum Dinner. Heute bietet der Menüplan Abwechslung – ich wähle das „La Nostra“ und gönne mir eine „Pizza Mario“ nebst Bierbegleitung.

Ein guter Tag – noch genug Zeit zum Kultivieren und um etwas zu lernen…
…dann gibt´s eine Pizza Mario (die hat sich etabliert 😉 )…
…und dann noch das Foto für Sibylle – „ja, ich esse Salat!“

War lecker! Ich nehme mir im Vorbeifahren ein Eis mit und mach´ es mir im Salon gemütlich.
Nachrichten schauen und danach ein oder zwei Folgen „Inspector Barnaby“.

Morgen geht es weiter auf ELOWYN, die kommenden zwei Tage sind für das Steuerbordruder reserviert.

Während ich am Frühstückstisch sitze und hoffe, dass der Kaffee den Weg in mein Blut rasch findet und die Synapsen anknipst, treffen schon drei Nachrichten ein…

Mixalis, der Garagentorlieferant, meldet sich und lässt mich wissen, dass mein Tor angekommen sei.
Er wolle den Einbau planen und mich fragen, wann ich denn Zeit hätte.
Sein Vorschlag – HEUTE!

Äh, nein! Das nenne ich nicht PLANEN, das nennt sich in meinem Vokabular ÜBERFALL!
Ich könnte meinen Plan anpassen und schlage alternativ Freitag, Samstag oder Montag vor.

Wir einigen uns auf Montag – mein Favorit! Ich bekomme also mein Garagentor noch vor Weihnachten – perfekt!

Jetzt aber keine weiteren Verzögerungen, weiter geht´s auf ELOWYN – Rudertage, Teil2!

Gleiche Situation – aber diesmal mit dem Erfahrungswert des bereits Erledigten

Das Spiel ist das gleiche – Ruder ablassen, Manschette tauschen und Lager reinigen – dann alles wieder zusammenbauen.

Basierend auf den Erfahrungswerten der bereits ersetzen linken Manschette, kann ich mir die Arbeit etwas erleichtern.
Ich weiß, dass der Keil für den Ruderarm in der Achse verbleiben kann, das war bei der anderen Seite ein Stück Mühe diesen herauszubekommen.

Ich weiß auch, dass es eigentlich reicht, wenn ich das Ruder nur soweit ablasse, dass über der Schaftoberkante ein schmaler Spalt entsteht über den ich die Maschetten tauschen kann.
Ich erhoffte mir so weniger Mühe beim Zusammenbau – leider hat das nur bedingt geklappt.

Ich lasse das Ruder nur ein paar Zentimeter ab – zwischen Achse und Lager entsteht ein etwa 1cm breiter Spalt…
…durch diesen kann ich die alte Manschette herausziehen – sie ist feucht
Kein Wunder – auch die rechte Manschette ist beschädigt
Am Unterwasserschiff habe ich genug Platz um den Bereich der im Lager sitzt zu reinigen

So weit, so gut! Ich habe also den Teil der Achse, welcher später im Lager sitzt, von Bewuchs und Verunreinigungen gereinigt, das Ganze leicht überschliffen und mit einem wasserfesten PTFE-Fett geschmiert.
Auch die oberen Lager habe ich greinigt und gefettet – alle Lager waren intakt, die sehr kostspielige Erneuerung kann vertagt werden.

Ich war siegessicher! Beim Hochdrücken des Ruders habe ich aufgrund des kleinen Spaltes das obere Lager sofort getroffen und konnte die Achse einpressen.
Plötzlich stockt es – nichts geht mehr! Ich senke wieder ab, das gleiche Spiel wie links bahnt sich an.
Diesmal leider mit mehr Stolpersteinen…

Ich mache wieder einige Versuche, bis mir bei einem das Ruder vom Wagenheber kippt und komplett bis zum Boden abrutscht.
Das war´s – ohne mechanische Hilfe kann ich das Ruder nicht anlupfen, ich kann es nicht mehr heben.

Ich brauche Hilfe und hole Alex – und weil Caetlin und Ben grad da waren, kamen sie gleich mit.
Was soll ich sagen? Selbst zu viert hat uns das rechte Ruder echt geplagt. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, um das Trum an Ort und Stelle zu heben.
Aber irgendwann war es vollbracht und der Schaft war in das Lager gerutscht – Fixierungsschrauben rein – und check!!!

Ruder hängt an Ort und Stelle und ist fixiert

DANKE EUCH! Ich erkenne, dass ich auf der linken Seite wohl Glück hatte, es alleine geschafft zu haben.
Wenn das Glück ausbleibt, dann brauchst Du Freunde – diese waren heute sofort an Ort und Stelle.
Zusammen schaffen wir das 😉 !

Der Ruderausschlag und die Freigängigkeit werden geprüft, einmal 90°links, einmal 90° rechts, alles geht leicht und ohne Widerstand oder Geräusche, perfekt!

Beim 90° Ausschlag kann ich oben auch gleich den Ruderarm montieren, da kommt man gut an die Schrauben.
Der Zusammenbau beginnt…

Am späten Nachmittag war es geschafft

Ich schaffe den Wechsel der Manschette an einem Tag, nur das neuerliche Verkleben der Scheiben für den Wartungsschacht bleibt offen, das mache ich in Ruhe morgen.

Ich räume meine Baustelle auf und bringe den Müll zur Tonne. Dort steht einer der Skipper und raucht.
Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, er steht vor dem Waschhaus, raucht nicht drinnen und man darf den Platz hier wohl auch als Raucherplatz begreifen, denn es sind Aschenbecher an der Wand angebracht.

Ich hege zwar den Verdacht, dass diese Aschenbecher dem Zweck dienen, dass Raucher nicht mit dem Glimmstengel auf den Topf gehen – wer schonmal die Geruchsmelasse von Kaka und Zigarettenqualm gerochen hat, weiß was ich meine – aber sei´s drum, wenn er halt lieber hier steht zum Qualmen statt dies zuhause zu tun…
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Wie immer gibt es ein kleines ABER…

Als ich fünf Minuten später zum Händewaschen gehe, schwelt es aus dem Aschenbecher und immer wieder kommen kleine Flammen und Rauchschwaden aus dem Behälter.

Ja toll…
…wird schlimmer – was tun?

Ich überlege wirklich einen Moment, ob es sinnvoll wäre, die Marina zu informieren.

Ich entscheide dies nicht zu tun, denn es ist nichts wirklich Brennbares im Umfeld und der Kasten wird es überleben.
Außerdem meine ich, dass Zigarettenkippen ohnehin nicht „richtig“ brennen.
Einer der Arbeiter kommt hinzu, er hat gerade einen Freddo in der Hand.
Er leert diesen und wir schütten einen Becher Wasser in die Box.

Problem pragmatisch gelöst – der glimmende Stengel zeigt aber auf, dass eine nicht komplett ausgedrückte Zigarette Unheil anrichten kann. Es wäre klug, danach zu handeln.
Und nein, es ist mir nicht zu blöd, immer mal wieder dieses Tun anzumahnen, welches umgangssprachlich „denken“ genannt wird. In solchen Fällen hilft KI nicht.

Na egal, für mich ist Feierabend, ich gehe zurück auf NESSAJA und faullenze ein wenig.
Heute Abend ist wieder „SouVLakki“ Tag, aber zur Abwechslung kommen Bifteki auf den Teller.
Obwohl ich früher fahre, ist es schon fast dunkel.

18.00 Uhr, ich mache mich auf den Weg zum Essen
Heute gibt´s Bifteki – auch keine wirklich kleine Portion
Ein guter Tag – it´s alright – darauf ein Mamos

An diesem Bild sieht man schon, was für die Tage nach Sibylles Ankunft recht weit oben auf der „ToDo-Liste“ steht und es ist NICHT Bier trinken!

Neben der Organisation rund um den Garagentoreinbau MÜSSEN meine Haare mal wieder geschnitten werden.
Ich bin jetzt knapp unter meiner früheren Alltagslänge, habe aber nach der Umstellung auf den „Greek-Style“ sowohl Haargel als auch Haarbürste weggeschmissen.

Ich sehe aus wie ein Hobbit – die Haare müssen alsbald weg!

Neuer Tag, neues Glück.
Heute habe ich eine erfreulich kurze Aufgabenliste – beim Kaffee ein paar Nachrichten verschicken, dann das Arbeitsmaterial für das Verkleben der Plexischeiben herrichten und ab zu ELOWYN.

Kann losgehen

Mir fällt auf, dass alle drei Scheiben kleine Sprünge an den Schraubenlöchern haben.
Das ist kein Problem und funktional nicht wichtig – aber es zeigt, wie sehr das Schiff doch arbeitet wenn es unter Segeln beansprucht wird.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dies nicht bei der Montage passiert ist. Es macht wohl Sinn, dies zumindest im Auge zu behalten.

Ich mache mich an die Arbeit und klebe eine Scheibe nach der anderen ein, alles geht wie erwartet problemlos und ich kann nach rund einer Stunde Vollzug melden.

Beide Scheiben wieder drin – alle Sichtfenster gereinigt

Fertig! Der Punkt „Abdichtung Ruderschaft beidseitig“ kann von meiner Liste genommen werden.

Ich klariere ELOWYN, denn ich möchte hier zunächst kurz pausieren. Das nächste Projekt sind die Rumpfdurchbrüche, diese bringt Sibylle mit.

Jetzt geht es an NESSAJA weiter, der Wind macht eine Pause und ich habe Ben und Alex gefragt, ob sie mir morgen helfen wollen die angelieferten Stagen zu montieren.

Ein letzter Kontrollblick zu ELOWYN, alles sieht gut aus – ich ziehe zufrieden ab.

Ruder wieder dran, frei hängend, alles aufgeräumt – check!

Heute mache ich mir einen netten Nachmittag – vielleicht mal wieder ein Eis und einen Espresso bei Sonnenschein???

Soweit die Idee – aber ihr wisst ja, obwohl ich es lange nicht mehr erwähnt habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist…

Denn erstens kommt es meist anders und zweitens als man denkt!

Manchmal hat das Schicksal andere Pläne

Ben schreibt in unsere Gruppe, dass er HEUTE schon Zeit hätte mit meinem Rigg zu beginnen – wie könnte ich da Nein sagen?

Diese Arbeit ist mir sehr wichtig, denn ich will „Stage 2“ noch anstoßen, bevor alle Firmen aufgrund der Feiertage schließen.
Minimumziel ist also, das Genua-Vorstag noch nach Athen zum Rigger zu schicken.

Für diese Arbeiten muss das Wetter passen – kein Regen, kein zu kräftiger Wind, nicht zu kalt.
Zudem müssen entweder Ben oder Alex, besser beide, Zeit haben.

Bens Angebot ist also eines von der Sorte, die man gar nicht ablehnen KANN!

Ohne weitere Worte – Quelle Internet

Also sage ich sofort zu – und habe somit heute Nachmittag schon was vor!

Meinen Nachmittagskaffee nehme ich mit an Deck und bereite schonmal alles vor.
Werkzeug, Winschkurbeln? Alles da! Auch „der Gerät“, Hans Peters Milwaukee, darf wieder ran.
Dieses Mal entscheidet sich auch Ben für die bequeme Art der Mastbegehung – die Aufzugfahrt!

Schaffen wir es alleine? Nein, eine weitere Person wäre schon hilfreich.
Ich würde Alex fragen und laufe rasch zu ANAHITA.
Als ich erkläre um was es geht, kommen auch Caetlin und Guido sofort zum Unterstützen mit.
In solchen Augenblicken bekommt man zurück, was man bereit war zu geben!

Wir waren viele Hände…

Es geht los! Ich ziehe Ben mit Hilfe des Milwaukee bis zum Anschalgpunkt des Babystay – dieses zu montieren ist rasch erledigt.
Während er schraubt, haben Alex und ich Pause.

Alex bereitet auch sein Telefon vor, um ein paar Bilder zu machen – das freut mich
Ich bleibe auf der Hut und empfange Bens Anweisungen

Ein bisschen Zeit sich umzusehen hat man immer – dabei fällt mir etwas ganz Eigenartiges auf.

Ich sehe neben unserem Boot etwas im Meer treiben. Zunächst denke ich an eine Plastiktüte oder ein Stück Folie.
Doch je genauer ich hinsehe, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass es sich um irgendein Lebewesen handelt.
Irgendeine Qualle oder ein anderer Organismus.

Ich bin überfragt – aber das Ding ist groß, bestimmt 70cm.
Naja, dann gibt es jetzt eben neben großen Barracudas und Feuerfischen auch undefinierbare Tiefseequallen in unserer Marina.

Meine Neugierde ist zu groß – ich befrage die künstiche Intelligenz

Während ich diese Zeilen tippe, wird meine Neugierde so groß, dass ich mit Hilfe von Google Lens herausfinden will, was Alex und ich da gespottet haben.

Siehe da – die KI klärt auf…

„Die Feuerwalze (Pyrosoma) ist eine Gattung pelagischer Meerestiere, die als riesige, biolumineszierende Röhren oder Glocken aus Tausenden von Einzelorganismen bestehen und im Meer schwimmen, oft in wärmeren Gewässern, wobei ihr Leuchten und ihre Größe (bis zu 10 Meter!) sie zu einem Meeresrätsel machen. Sie bewegen sich durch Wasserfluss, filtern Plankton und spielen eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf, wenn sie absinken“

Ok, man lernt nie aus – und warum schwimmt DAS neben meinem Schiff – und ist ES gefährlich???

Egal – Ben holt uns zurück ins Hier und Jetzt, er will ganz nach oben gezogen werden.
Ich könne derweil das Babystay an Deck anschlagen und vorspannen.

Ich tue wie mir geheißen
Währenddessen hängt Ben das Achterstag ein

Ich kann sofort zum Achterstag gehen, auch das ist oben schon fest und wartet darauf, dass wir es unten fixieren.

Das haut leider nicht hin! Irgendwas ist ja immer! Die Experten aus Athen haben leider einen Minifehler eingebaut und ein 16mm Toggle montiert.
Es war aber ein 14mm Toggle am alten Stag – das klingt zunächst nicht nach einem Problem, eher nach Sicherheitsgewinn, aber der neue Bolzen passt nicht mehr durch´s Loch.

Da ein 16,5er Bohrer auch nicht überall rumliegt, muss ich das auf morgen vertagen.
Jetzt hängt Ben im Mast, jetzt muss es an Deck weitergehen!

Als nächstes hängen wir das innere Vorstag der Kutterfock ein – dafür ziehen wir sie vom Ponton aus hoch.
Ben befestigt sie oben, Alex und ich machen die Decksarbeit.

Wir führen und unterstützen das Profilverstag während Ben das Stag im Top befestigt
Nachdem Ben grünes Licht gibt, kann ich es unten am Decksbeschlag einhängen und vorspannen

Der nächste Schritt ist die Herausforderung des Tages – nachdem die kleine, innere Rollanlage montiert war und der Mast somit von vorne zusätzlich verspannt ist, kann die große Rollanlage der Genua abmontiert werden.

Das gleiche Spiel, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ben löst den Bolzen im Top, ich liege an Deck um den Bolzen an der Rollrefftrommel herauszunehmen.

Guido war der Mann am Arbeitsfall, Alex für das Herumreichen von Werkzeugen und Materialien zuständig.
Caetlin hat im Cockpit beide Fallen bedient und Ben je nach Bedarf etwas nach oben oder unten gefahren.

Dengdengdeng – plopp! Ihr versteht wohl genau was ich meine

Eine zweite kleine Panne – es ist nicht so, dass alle Stagen lose baumeln, wenn einmal der Zug aus dem Rigg ist.
Auf einem 17 Meter langen Stahlseil ist alleine durch das Gewicht ein ordentlicher Zug.

Klar dürfte auch sein, dass Bolzen nach 25 Jahren nicht einfach mit den Fingern herauszuziehen sind.
Ein paar leichte Hammerschläge tun Not!

Dabei fliegt der Sicherungsbolzen an der Rollrefftrommel unkontrolliert aus seinem Loch und an Deck.
Gaaaaanz langsam fängt er an zu kullern – ich habe die Rollanlage in der einen Hand, in der anderen einen Hammer.

Alex hält das Profil und kann mit der anderen Hand nicht einfach über mich drüber langen.
Was passiert? Kullerkullerkuller – plopp! Weg isser, der verfitzmaledeite Bolzen. Kurze Stille, dann müssen Alex und ich herzhaft Lachen ob der skurillen Situation.

Manchmal hilft nur Humor

Vier Augen glotzen auf einen Bolzen, der in Zeitlupe über Deck kullert und ins Wasser fällt, things happen…

Wir müssen uns wieder konzentrieren, es ist keine Zeit dem Bolzen nachzutrauern!
Naja, ich hab´ noch welche und ordere zusätzlich beim Rigger noch einen neuen dazu – der Verlust ist verschmerzbar.

Egal, jetzt lassen wir das große Vorstag kommen – wir seilen es ab und führen es auf den Ponton.

Passt – es baumelt am Arbeitsfall und kann auf den Steg geführt werden
Der Genuafurler ist abgeschlagen, der Bug ist frei
Wir seilen die große Anlage ab und bringen sie auf den Steg

Hat besser geklappt als erwartet! WIE wir es machen war uns klar – der Weg würde der geleiche wie bei der kleinen Anlage sein.

Gegeben durch die Tatsache, dass das große Profil steifer ist, ging das Abseilen der etwas längeren und schwereren Anlage eigentlich einfacher als bei der kleineren.
Hier war uns das Glück wirklich hold!

Am Licht erkennt ihr – wir haben es gerade so geschafft! Wir lassen Ben nach rund zwei Stunden ab, oben am Mast ist alles safe und schon zu 100% sicher und fixiert. Alle Splinte sind an Ort und Stelle, alles ist gesichert.
An Deck werden noch keine Splinte gesetzt, hier erfolgt noch Einstellarbeit.

Geschafft! Unglaublich! Darauf ein Bier!
Ich spreche eine Einladung zu Pizza und Bier aus – um 19.00 Uhr im „La Nostra“.
Dann verlassen die Freunde NESSAJA und mache erstmal „klar Schiff“.

Das innere Vorstag und das Babystag halten jetzt den Mast – zusätzlich spanne ich die Fallen ab
Bei Nordwind alle Sicherungsleinen nach vorne

Ich bin erst nach 18.00 Uhr komplett fertig. Es geht noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle, dann treffen wir uns schon bei „Klicker“ um mit ihm gemeinsam zur Pizzeria zu fahren.

Ein toller und in so vielerlei Hinsicht gelungener Tag findet sein Finale in einem gemeinsamen Dinner – das Leben ist schön, it´s alright!

Mitte Dezember auf Leros

Gääääähn, ich bin irgendwie wach, aber noch lange nicht ausgeschlafen. Trotzdem stehe ich auf und versuche mit einem Humpen Kaffee meine Lebensgeister zu wecken.

Die fehlenden zwei Stunden Schlaf werde ich heute den ganzen Tag über spüren.

Am Plan steht das zerlegen meines Vorstags, ich will unbedingt noch vor Weihnachten den alten Draht verschicken.
Zuvor will ich aber das Befestigungsloch für den Bolzen des Achterstags aufbohren – ich will die Arbeiten von gestern vollumfänglich erledigt wissen.

Also fahre sofort nach Ladenöffnung zu unserem örtlichen Hardwarestore und kaufe einen 16mm Bohrer für Edelstahl, kann ja kein so großes Problem sein…

War es auch nicht!

Toll, dass er sowas da hat – was kostet ein Kobaltbohrer in 16mm für 13er Bohrfutter???
Ein bisschen geschluckt habe ich schon

Hilft nix – es ist die schnellste und unkomplizierteste Art das Problem zu lösen – also habe ich das teuere Ding gekauft.

Weil ich gerade dort war, nahm ich gleich noch große Beilagscheiben und Sicherungssplinte mit, dann hatte ich alles was nötig war, um die Reparatur fachgerecht zu beenden.

Weil ich grad mit dem Auto unterwegs war, habe ich gleich im Haus nach dem Rechten gesehen, meine Stromrechnung abgeholt und ein paar Bedienungsanleitungen verräumt.

Alles ok in Plaka, ich halte mich nicht lang auf…

Nur ein kurzer Kontrollblick – passt alles
Es ist ein herrlicher Tag, wir haben morgens um 09.00 Uhr schon 17°C

Ich fahre zurück in die Marina und erledige das erste Arbeitspaket des Tages.
Gestern waren wir unter Zeitdruck, wir haben daher an Deck die Befestigungsbolzen nur gesetzt, nicht aber ordentlich gesichert.

Ich gehe also alle Befestingungspunkte durch, prüfe den Bolzen auf Sitz und montiere mit Anlaufscheibe und Sicherungssplint.
Jetzt sind die Arbeiten an Deck abgeschlossen, nur die Spanner zum Einstellen des Riggs bleiben noch ungesichert.

Offen ist bis hierhin noch die Anpassung des Beschlags für das Achterstag, hier muss das 14er Loch auf 16mm aufgebohrt werden.
Der teure Bohrer kommt zum Einsatz!

Der Bohrer ist jeden Cent wert

Nicht immer kann man auf Leros Qualität kaufen – bei den Bohrern hatte ich bisher aber immer Glück.
So auch heute! Das 16mm Monster beißt sich durch das Edelstahl und weitet das bestehende Loch als wäre es nichts.
Nach wenigen Minuten habe ich mein passendes Bolzenloch und kann das Achterstag komplettieren.

Danach habe ich einen Termin bei Giorgos` „Boat & Parts“ in Kamara. Eigentlich hat Alex den Termin, aber ich begleite ihn, um den Kontakt herzustellen.
Sein Propeller muss repariert werden und dafür nach Athen versandt werden.
Giorgos hat dafür eine Adresse.

Als wir zurückkommen sind Eirini und Mixalis von der Marina an unserem Steg – irgendwas stimmt nicht.
Das Wasser in der Marina ist generell trüb grün statt blau, in der Ecke, rund um unseren F-Ponton ist das Hafenbecken eher braun.

Wie, braun? Na, Kakabraun halt…

Nicht appetitlich

Die Diskussion keimt auf, ob es sich um die Hinterlassenschaften aus einem geöffneten Holdingtank handeln könnte.

Ich glaube das nicht, denn das Zeug stinkt nicht und sinkt auch nicht ab. Alle drei Männer können nichts riechen, Eirini bleibt aber ihrer Aussage treu, dass es nach „Shitty“ riecht.
Spielen ihr die Gedanken einen Streich?

Um das Ausmaß der Verunreinigung zu überblicken, startet Alex die Drohne und macht Luftaufnahmen.

Vor NESSAJAs Bug (ganz rechts) ist das Wasser grün – dahinter schon nicht mehr
Die Haupt“wolke“ ist um den Katamaran zu sehen, dieser ist aber unbewohnt

Uns wird aufgrund des Ausmaßes der Verunreinigung schnell klar, dass es sich nicht um einen abgelassenen Tank handeln kann.

Jeder von uns hat Tankvolumen zwischen 50 und 100 Liter – und jeder von uns weiß, wie es aussieht, wenn man den Tank öffnet.
Das sind vielleicht 10% dessen was hier zu sehen ist.

Also entweder hat jemand einen Kubikmeter Fäkalien eingeleitet, oder es ist ganz einfach etwas anderes.
Am Abend war der Spuk verschwunden.
Von der Marina laufen hier keine Leitungen, hier war kein Verdachtsmoment auf einen Rohrbruch – und ob der LKW der Grubenentleerungsfirma vor der Marinaeinfahrt damit in Verbindung gebracht werden kann, das bleibt ein Geheimnis…

Ich mache eine kurze Kaffeepause und überlege, womit ich die zweite Tageshälte rumbringen möchte.
Eigentlich stand das Vorstag am Plan, aber irgendwie fühle ich mich matt, müde, abgekämpft – ich habe keine Lust diese Arbeit heute zu beginnen.

Da fällt mir etwas weniger Herausforderndes ein – ich könnte ja mal versuchsweise EINE der neuen Fallen einziehen.
Eine tanzt aus der Reihe – 10mm statt 12mm, hinten im Mast statt vorne, namentlich kein Fall sondern die Dirk.
Mit der fange ich an, ich mache Nadel und Faden einsatzklar.

Schwere Nadeln habe ich, als „Faden“ dient eine hochfeste, dünne Angelschnur.

Wofür das? Nun, ich ziehe mit der alten Dirk die neue Leine nach oben, dann durch den Mast, anschließend durch die Rollen und Klemmen.
Um eine stabile, aber flexible Verbindung zu schaffen, werden die Leinen „Stoß an Stoß“ zusammengenäht und einmal mit Isolierband fixiert.

Klappt hervorragend – mit kleinen Hindernissen…

Zunächst muss ich die 47 Meter lange Leine einmal komplett ausrollen, so dass sie schön liegt und keine Kinken bildet.
Dann – und das ist wirklich wahr, bläst der Wind die baumelnde Leine zweimal exakt zum Windgenerator, welcher sich das Ende zielsicher holt.

Beim zweiten Mal war es kritischer

Nachdem ich die Turbine befreit und vorübergehend gestoppt hatte, stand einer erfolgreichen Installation aber nichts mehr im Wege, die Leine ließ sich einfach und pannenfrei einziehen.

Jetzt bin ich hinter dem Mast quasi fertig! Achterstag montiert, Dirk erneuert – im nächsten Schritt vorne, dann die Seiten.

Aber bis hierhin bin ich vollauf zufrieden – it´s alright!

Sieht gut aus – bin gespannt auf das spätere Endergebnis

Das reicht mir für heute. Ich hänge echt ein bisschen in den Seilen und will mich ausruhen.

Ein bisschen Duolingo lernen und etwas auf der Couch lümmeln, vorher vielleicht noch heiß duschen.
Aber vorher heißt es, das Deck zu klarieren – die alten Fallen hebe ich vorläufig auf, die werden später gebraucht, um den Mast seitlich zu fixieren.

Nur noch a bissl zamräumen

Ich setze alle ideen in die Tat um – auf einmal überkommt mich ein Bärenhunger, mir war ganz flau im Magen.
Nun, ich hatte heute ja auch noch nichts gegessen.

Wie gerne hätte ich mal wieder Nudeln – wie ein hungriger Wolf durchstöbere ich unsere Küchenschränke…
Und siehe da, Nudeln und ein Ricotta-Pesto, das kommt wie gerufen.

Ich zögere keine Sekunde ob des Spülens und befeuere meinen Herd. Die Nudeln müssen jetzt sein, ohne wenn und aber.

Nudeln machen glücklich – sagt man

Eigentlich war es unvernünftig, denn ich hatte schon mit Alex verabredet, dass wir heute etwas aus dem „Gia Sena“ holen.

Antonia wird dort nicht recht fündig, er möchte sie aber nicht alleine zuhause lassen.
Mir ist´s wurscht, außerdem stelle ich mir zuhause essen auch gemütlicher vor, als in der Taverne.

Egal, ich hatte Nudel-Heißhunger und bis zu unserem Food-Transport ist es ja noch knapp zwei Stunden hin.

Das spätere Essen war übrigens gut wie immer, ich muss aber sagen, dass „Take away Food“ nicht halb so gemütlich ist wie erwartet – irgendwie fühlt es sich kommisch an…

Nur halbschön

Klar, ich könnt das Essen auch auf einen Teller „verklappen“ – aber ganz ehrlich, wäre das dann schöner???

Der Wille war durchaus da, der Teller steht ja noch auf der Bank, aber zum Einsatz kam er nicht.

Da siegt der Pragmatiker in mir – von den Nudeln habe ich den Topf und einen Löffel zu spülen, vom Dinner eine Gabel, dazu bin ich noch bereit, mehr aber nicht!

Ich freue mich – und das sage ich mit allem gebührenden Respekt vor der Arbeit – ich freue mich, wenn Sibylle wieder für uns kocht.

Sonntag! Der Tag des Herrn – heute kommt Sibylle zurück!
It´s alright, Baby´s coming back!

Kein Grund für mich zu rasten, ich will beginnen die Genua-Rollanlage zu zerlegen – mal sehen wie weit ich komme.
Nach dem Kaffee bereite ich meinen „Arbeitsplatz“ am Ponton vor…

Hm, sehr viel Werkzeug wird nicht benötigt

Ich habe tatsächlich mit den Facnor Furlern keine große Erfahrung. Der, den wir letztes Jahr instandgesetzt hatten, war einer von Seldén.
Was mich tatsächlich überrascht ist, dass die Anlagen technisch völlig unterschiedlich aufgebaut sind.

Ich weiß wohl, um kleine Schwachstellen der Facnor, aber die Montagefreundlichkeit ist ungleich größer.
Ich erhoffe mir daher keine wirklich großen Probleme – die Herausforderung die bleibt, ist die Dimension des Teils.

Die Anlage ist rund 17 Meter lang, ich muss mich also am ganzen Steg ausbreiten.
Dummerweise muss ich die ganze Arbeit im knien verrichten, das spüre ich fürchertlich im Rücken – ich bin eben keine 30 mehr.

Packen wir es an…

Die Anlage hat einen Spanner, das Vorstag muss nicht millimetergenau gefertigt werden

Der Spanner hat nicht nur den Vorteil der Einstellbarkeit – er erspart mir auch die fummelige und aus meiner Sicht aufwändige Montage des „Sta-Lock“ Terminals.

Bei meiner Facnor kann man das Stag ausbauen ohne es abzuschneiden oder ohne ein Terminal abzubauen! I like it!

Das Stag war noch ok, aber man sieht ihm das Alter an. Insofern bin ich mit der für den Verkauf geforderten Zusatzarbeit inzwischen im Reinen.
Es war sicher nicht komplett für die Katz´!

Ich muss rund 40 der kleinen M5 Kreuzschlitzschrauben aufmachen – ein bisschen Ärger gibt´s da immer

Die Arbeit war im Prinzip eher einfach. Dennoch konnte ich nicht hoffen, dass bei 40 kleinen Schrauben, welche seit 25 Jahren montiert sind, nicht zumindest eine Probleme bereiten würde.

So kam es auch – zwei der kleinen Teufelchen plagten mich ein wenig, eine konnte ich schadlos ausbohren, eine zweite ist letztlich abgerissen.
Dies aber an einer Stelle, die man leicht handeln kann.
Ich werde den Schraubenstummel die nächsten Tage bei Giorgos in der Werkstatt ausbohren.

Verflixt und zugenäht – hätte auch klappen können

Etwas Zeit haben mich auch diese kleinen Plastik-Führungsteile im Aluminiumprofil gekostet.
Ich musste erst eine Möglichkeit erdenken, wie ich diese aus dem Rohr bekomme – das hat dann irgendwann sehr gut funktioniert, aber zwei haben sich etwas betteln lassen.

Dies blieb ohne Konsequenz, hat aber summa summarum wohl knapp eine Stunde gekostet.
Trotzdem kam ich rasch voran und hatte zur Mittagszeit, also nach knapp drei Stunden, schon über die Hälfte der Anlage zerlegt.

Acht Zweimeterstücke insgesamt, vier sind noch verschraubt…
…mein Arbeitsplatz rückt immer nach – das Werkzeug ist auf NESSAJAs Deck in greifbarer Nähe

Nach weiteren knappen zwei Stunden war es geschafft! Ok, fünf Stunden ist keine Rekordzeit, aber unter den gegebenen Umständen, mit Werkzeugsuche und dem Aufräumen der Teile ins Auto, ist es eine akzeptable Zeit.

Und weil ich gerade so „in full swing“ war, habe ich beschlossen, die Teile umgehend hoch nach Plaka zu fahren.
Das Zeug ist sperrig und ich will Platz im Auto haben – in der Garage liegen die Teile gut, hier habe ich genug Stauraum.

Da bleiben die Teile, bis ich das neue Stag erhalten habe – ich rechne nicht vor Weihnachten damit

Wow, trotz der relativ langen Arbeitszeit – ich hatte früh begonnen – war noch Tag übrig.

Ich besinne mich darauf, dass es Sonntag ist, das Thermometer in „Klicker“ zeigt 18°C und die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel.
Ich denke an ein Eis. Ein Eis und einen doppelten Espresso – bei „Repapis“ in der Sonne…

Am Rückweg komme ich am „La Palma“ Café vorbei und meine Gedanken überschlagen sich.
Mein Kopf sagt immer noch EIS, aber mein Herz gehört heute dem Gedanken an einen Ouzo mit Meze in der Sonne.

Es ist 14.30 Uhr und ich habe noch nicht gefrühstückt – es wird also Zeit 😉 !

Ich „pflücke den Augenblick“ – carpe diem

Eine halbe Stunde sitze ich da, in mich gekehrt und genieße „meine Insel“ im Winter. Diese herrliche Ruhe.

Just in diesem Augenblick setzt sich ein Paar an den Tisch neben mich – alle Tische frei, der neben mir wird besetzt – Murphy´s Law.

Als ob das nicht reicht, gesellt sich ein zweites Paar dazu und es startet ein lautstarkes Palaver in nichtgriechischer Sprache – eine der Damen wurde immer mit „Alora“ angesprochen…
Es wird gestikuliert, diskutiert und gepafft – alles statthaft, es nervt mich aber trotzdem.
Ich hielt es bis zu diesem Moment eher wie Loriot – „…ich wollte einfach nur hier sitzen!“, da ich meinen Ouzo aber schon geleert hatte, zog ich es vor zu gehen.

Mein Kopf meldet sich nochmals zu Wort und fragt, ob denn das Herz jetzt zufrieden sei. Ich bejahe und mein Kopf übernimmt wieder die Herrschaft.
Warum immer entscheiden? Warum ODER wenn doch UND auch eine Option wäre.
Sibylle trinkt keinen Alkohol mehr, das rechtfertigt den Ouzo umso mehr, aber was, wenn sie auch kein Eis mehr isst?

Der Kopf gewinnt, ich gehe noch zu „Repapis“ und schlemme dort ein Eis – in der Sonne, alleine, in Ruhe!

Ein letztes Mal muss ich noch ran, das alte Stag muss versandfertig verpackt und adressiert werden, dies erledige ich noch, bevor die Sonne untergeht.

Fertig – kommt morgen in die Spedition

Geschafft – jetzt kommt der gemütliche Teil! Ich gehe heiß duschen und hau mich anschließend auf die Couch.
Die Duolingo App ermahnt mich zu lernen, ich soll nicht faul sein.
Na gut, dann halt, investiere ich eine Stunde in meine rudimentären Griechischkenntnisse.

Dann heißt es Warten – „Wir warten auf´s Christkind“ in einer Early-Bird Edition!
Nur, dass das Christkind heute Sibylle heißt – die Fähre kommt um 22.35 Uhr in Agia Marina an, es bietet sich an dort zu essen.
Ich denke, ich werde mal wieder ins „Retro“ gehen…

Der Abend zieht sich wie Kaugummi, ich will nicht vor 20.30 Uhr dort sein, denn sonst müsste ich zu lange warten.
Endlich war es soweit. Ich fuhr auf den öffentlichen Parkplatz von Agia Marina und erwische um 20.49 Uhr den letzten Platz – klar, es war Sonntag.

Dafür ist der Platz gut – ich parke fahrbereit um Rangieren im Tumult zu vermeiden

Schnurstracks gehe ich ins „Retro“, dort waren wir vor ein paar Wochen mit Brigitte und Hans, ein sehr positiver erster Eindruck.

Auch heute ist das Lokal einladend, durch die Fenster sieht man, dass der Laden gut besucht ist.

Ich trete ein und suche mir einen Platz.
Die Dame an der Bar und ein junger Mann, ganz offensichtlich der „Servatoros“ nehmen mich wahr und grüßen freundlich.

Schön, aber leider habe ich diesmal Pech

Da sitz´ ich nun – der Kellner saust herum, legt Holz im Kamin nach. Unsere Blicke treffen sich, ich nicke freundlich.

Er huscht von dannen, nun offensichtlich hat er noch zu tun. Das Spiel wiederholt sich zweimal, ich sitze nach rund 15 Minuten immer noch unbeachtet da – in einer Stunde kommt Sibylle.

Mein Übermaß an Zeit, welches ich am frühen Abend noch hatte, wird auf einmal knapp.
Selbst wenn der junge Kellner jetzt noch käme, würde die Küche es schaffen mein Essen zeitnah auf den Tisch zu bringen?

In diesem Augenblick kommen fünf junge Mädchen in das Lokal und setzen sich an den Nebentisch.
Keine zwei Minuten später kommt der Bursche der gerne Kellner wäre mit Wasser an deren Tisch, bringt Speisekarten und zeigt sich von seiner charmanten Seite.

Ich bin genervt. Dass ich wahrscheinlich mehr konsumiere als die fünf Mädels zusammen, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen – auch seine Beweggründe verstehe ich, was aber am Ende bleibt ist ein gehörig Maß an Unprofessionalität.
Dafür will ich nicht bezahlen, ich gehe.

Das „Navarone“ ist gleich nebenan, es ist einladend

Ich mache jetzt vermutlich einen Fehler – statt der Facebook-Werbung von heute zu folgen und im „Metzes“ ein Kokoretsi zu essen, lasse ich mich verleiten, den kürzesten Weg zu nehmen.

Liegt ja auch nahe, das „Navarone“ ist gut, ich mag das Restaurant und man sitzt gemütlich.
Leider war auch hier ein Kellnerlehrling, der zudem kein Wort Englisch sprach. Der Restaurantchef stand hinter ihm und übersetzte für mich.
Ich bekam heute keine Speisekarte, sondern der junge Mann musste mir die Gerichte vorsagen – nur verstand ich kaum.
Beim dritten Gericht verstehe ich „Burger“!
Ich falle ihm ins Wort und bestelle einen Burger und Käsebällchen.
Ich hatte keine Lust auf Speisekarte aufgesagt zu bekommen.

Der Burger war gut – aber ich wollte eignetlich was anderes

Ok, das Essen, auch der Burger, waren echt gut.
Thema Bier – ich bestelle ein Alfa bei dem Mann, der mich behandelt als kennen wir uns seit Jahren.
Hat er nicht – gut dann ein Mythos, hat er auch nicht.
Fix? Mamos? Nein, leider heute nicht – er hätte Heineken, Stella Artois und Peroni.
Ich frage ihn, ob ich kein griechisches Bier in Griechenland bekomme, er verneint.
Ok, dann eine Cola!

Das kränkt ihn – er überlegt und kommt dann mit dem lokalen Lerosbier „Raven“. Das ist zwar cool, aber nicht mein Geschmack – ich nehme es trotzdem, er war so bemüht.

Inzwischen tickt die Uhr – ich esse und sehe nebenher immer wieder auf meine „Marine Traffic“-App.
Diese zeigt mir wo die Fähre gerade ist.

Ok, die Fähre kommt, ich muss bezahlen

Als die Fähre Leros zur Hälfte hinter sich gelassen hat, bezahle ich meine Zeche und gehe.

Das „Navarone“ ist gleich am Hafen, ich muss also nicht gehen, um den Platz zu erreichen, an dem sich die Abholer drängen.

Inzwischen ist Chaos, ich gehe etwas auf die Seite und stelle mich zwischen parkende Autos.
Dort sehe ich sehr nette Kleinigkeiten – auf die Idee musst erstmal kommen…

Der Hund freut sich an Regentagen – sehr witzige Idee

Die Fähre ist im Anflug, sie kommt in wenigen Minuten um die Ecke.
Das Warten hat ein Ende – Sibylle macht sich sicher schon bereit zum Ausstieg, in wenigen Minuten wird sie sich mit dem Strom der Passagiere aus dem Bauch des blauen Riesen drängen.

Das kleine, beschauliche Agia Marina wird dann für etwa eine halbe Stunde zum Zentrum des Wahnsinns.
Ein Drängen und Schieben, Gehupe und ein Stimmengewirr – wohl dem, der schleunigst das Weite suchen kann.

Jetzt kommt die BLUESTAR 2 um die Ecke und biegt in die Hafenbucht ein…

Die App zeigt das Schiff in Echtzeit…
…der Abgleich mit der Realität bestätigt das

Es kam wie ich es vorausgesehen hatte – doch Sibylle war bei den Ersten und wir haben uns nur kurz begrüßt, wir eilen rasch zum Auto.

Schnell die große Tasche verstauen, Motor an und ab durch die Mitte!
DAS darf man übrigens nicht so wörtlich nehmen – Fußgänger überall, Autos scheren aus Lücken ohne rundum zu schauen und natürlich auch ohne Blinker.

Ist man erstmal aus Agia Marina draußen, dann hat man es geschafft.
Wir fahren ohne Zwischenstop in die Marina, zu NESSAJA und verholen uns nach drinnen.
Ein frischer Wind pfeift uns um die Ohren – Willkommen zurück auf Leros, im Dezember 2025…

Auf dem Schiff ist es warm, Sibylle ist seit zwei Minuten hier und schon mault sie, dass sie es kühler will.
Wir packen die Tasche aus – sie verräumt ihr Zeug und ich sortiere schonmal die mitgebrachten Ersatzteile vor.
Sieht so aus, als könnten die geplanten Arbeiten beginnen 😉 !

Alle wichtigen Sachen sind da

Ich bekomme Geschenke! Meine Frau schenkt mir ein Motto-T-Shirt – „…weil es so gut passt! Ich musste es kaufen!“

Freundin Christine hat erfahren, dass man auch bei 18°C frieren kann und strickt dem entgegen – zum T-Shirt gesellen sich farblich passende Wollsocken.

Was würde ich nur ohne die Frauen machen???

Dem ist nichts hinzuzufügen

Ein Bier geht noch, dann legen wir uns schlafen. Morgen müssen wir Beide früh raus – ich habe einen Termin mit Mixalis, dem Garagentormann, ich soll „zwischen 09.00 Uhr und 09.30 Uhr“ am Haus sein.

Der Plan ist, mein neues Garagentor zu montieren. Inwieweit ich involviert sein werde, wie lange dies dauert oder was überhaupt passiert – das wissen zu diesem Zeitpunkt nur die Götter.

Sibylle wird mich begleiten, denn sie möchte ihren „Breezy“ abholen um schnellstmöglich eigene Mobilität zu haben.
Da wir nichts zum Frühstücken im Haus haben, wollen wir uns vorher noch bei „Mikes“ an einem Sandwich und einem Kaffee laben.

08.57 Uhr – ich parke am Haus, öffne die Garage und montiere die Batterie in Sibylles Scooter.
Sie bleibt noch bis knapp 09.30 Uhr, dann fährt sie einkaufen – ab heute wird wieder gekocht im Hause NESSAJA!

Es ist kurz vor 10.00 Uhr, ich tippe gerade eine Nachricht an Mixalis, dass ich jetzt zurück ans Schiff fahre, da klingelt das Telefon…

Er sei gleich da!

Der Monteur ist gut vorbereitet, alles an Bord des Kleinlasters

Der Chef kommt mit einem Mitarbeiter, jeder Handgriff sitzt. Alle Werkzeuge sind gut sortiert und griffbereit – die gestellten Fragen auf den Punkt.

Ich erkenne – ich werde nach der Abstimmung nicht mehr gebraucht.
Ich soll bis zum Nachmittag einen Stecker beschaffen, alles andere würde das Montageteam erledigen.

Ok, klingt gut – ich steige in „Klicker“ und fahre zurück in die Marina.

Das letzte Stündchen des alten Tors hat geschlagen – das Material für das neue Tor findet schon den Weg

In Lakki bin ich am Schiff beschäftigt. Ich muss Unterlagen scannen, Teile verräumen und mich ein wenig mit Sibylle abstimmen.

Zusammen gehen wir Getränke kaufen und erledigen ein, zwei organisatorische Fahrten.
Auf dem Weg kann ich mein gestern verpacktes Vorstag bei der Spedition abgeben, es wird vor Weihnachten in Athen sein, ich habe es erstmal aus dem Kopf!

Im Vorbeifahren kaufe ich den mir angeschafften Stecker, diesen bringe ich gegen Mittag hoch zum Haus.
Leider sehe ich Mixalis nicht – denn er ist IN der Garage! Ein erster Erfolg ist erkennbar, nach kaum zwei Stunden.

Ich reiche den Stecker durch den Spalt, dann verkrümle ich mich wieder.

Sieht schon vielversprechend aus

Um 13.30 Uhr klingelt mein Telefon – Mixalis ist dran, das Tor sei fertig installiert und betriebsbereit.
Ich könne vorbeikommen um die Arbeit abzunehmen.

Wow, das ging schnell – ich war gespannt.
Aber was soll ich sagen? Das Tor, die scheinbare Qualität, die Montagequalität und die Funktion waren absolut einwandfrei – ich war begeistert.

Ich bringe meine Freude zum Ausdruck und lass´ mir kurz die Funktion des elektrischen Antriebs erklären.
Auch die manuelle Notfallbedienung bekomme ich rasch erklärt, dann fahren die Handwerker zurück zu ihrer Werkstatt.

Ich freue mich noch eine Weile über mein neues Garagentor, dann verschließe ich die Garage und das Haus und fahre wieder nach unten in die Marina.

Echt gut geworden

Ich musste heute handwerklich nicht viel tun, dennoch ist das Tagwerk geschafft und ein wichtiger Punkt auf meiner Liste erledigt.

Ich bin heute früh aufgewacht, ich bin müde, ich bin geschafft. Ich ziehe mich auf mein Sofa zurück und lass´ den Tag ausklingen.
Dabei kommt es mir zugute, dass Sibylle kocht und uns ein sehr leckeres Curry kredenzt.

Ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt…

Nun, wie immer beginnt er mit einem kräftigen Kaffee um mich zu reanimieren.
Während ich am Frühstückstisch auf die Lebensgeister warte, huscht meine Gattin schon mit dem Fotoapparat um mich herum – zu groß ihre Freude, dass das mitgebrachte T-Shirt passt.
Ich trage es mit Stolz – und um Sibylle diese Freude zu machen…

Aber jetzt will ich erst in Ruhe meinen Kaffee trinken

Während des Frühstücks fragt mich Sibylle nach den Paketen, welche an uns unterwegs sind – „…trackst Du die auch?“

„Jaaaaa, natürlich! Und ich bin überzeugt, dass sie heute oder morgen ankommen!“

Glaubt es oder nicht, in diesem Moment trudelt eine WhatsApp von Eirini ein, meine Pakete seien angekommen und ob ich diese, es seien immerhin vier Stück, nicht im Office abholen könnte?

Klar kann ich – und mach ich auch sofort…

In diesem Fall helfe ich mir mit dem Aufzug

Alles da! Das freut mich sehr, damit endet meine stetige Paketverfolgung auf einen Schlag!
Ich nehme den Aufzug um nicht viermal die Treppe gehen zu müssen.

Zwei Pakete kommen von SVB – die Sammelbestellung für ELOWYN, ANAHITA und DONNA, ein Paket ist von Sibylle an uns, Dinge die nicht mehr in die Tasche gepasst haben.

Und ein Paket ist ein Weihnachtsgeschenk von Petra und Martin von der STENELLA – ein Freßkorb ohne Korb! Der Wahnsinn!
Die Beiden haben eine ganze Ladung feinster Leckereien aus deren Heimatbundesland Hessen und darüber hinaus zusammengestellt.
Ganz herzlichen Dank dafür – wir werden es genießen!

Hüftgold und andere kalorienhaltige Verführungen

Der Freß(korb) von Petra und Martin belegt in den bisherigen „December Food Charts“ den ehrbaren Rang 2.

Uneinholbar auf Platz 1 – und ich nehme an, dass dies auch bis zum Jahreswechsel so bleiben wird, ist Sibylles Mitbringsel.
Diesmal hat sie sich weichschlagen lassen und ihre bisher ablehnende Haltung gekippt.
Daher findet eine „All-Time-High“ Leckerei aus unserer alten Heimat auf den Tisch…

Original Miesbacher Holnburger Kasleberkas
Zusammen mit Tegernseer Kartoffelsalat und griechischem Brot – von unserer Nachbarin Efdokia – ein Trio der Völkerverständigung

Sibylle und ich lassen es uns nicht nehmen, eine Gegeneinladung an Alex und Antonia auszusprechen.
War es doch Alex, der seinen Leberkas brüderlich mit mir geteilt hat.
Wenn Du einmal Deinen Leberkas oder Deine Wildschweinsalami miteinder geteilt hast – Freunde für´s Leben!

In Sibylles Karton war noch eine interessante Gabe für mich – ein neues Griechischbuch!

Dieses „Assimil“ Buch wurde mir von Dirk, unserem Immobilienmakler, empfohlen.
Und tatsächlich baut es ganz anders auf – könnte sehr gut zu mir passen.
Ich bin gespannt – auf jeden Fall ist es zwischendrin eine Erleichterung mal Deutsch – Griechisch lernen zu können, anstatt immer über die Drittsprache Englisch zu gehen.

Bin gespannt ob es mich vorwärts bringt

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Buch hilft. Heute wird das nichts mehr, denn ich muss bald schon los.

Heute ist Dienstag und wir haben wieder Griechisch Kurs im HUB.
Ich muss noch meine Hausaufgaben machen, den Stoff der letzten Stunde nochmal durchpauken, dann geht es schon los.

Die Stunde war ok. Ich habe noch große Lücken und erkenne schmerzlich, dass ich mehr Zeit investieren müsste.
Zeit, die ich im Moment nicht habe. Trotzdem lass´ ich mir den Spaß am Lernen nicht verderben.

Zudem ist der Dienstag ja jetzt unser neuer „SouVLakki“ Stammtisch-Tag.
So auch heute – kaum kommen Ilona und ich aus dem Kurs, treffen wir uns schon mit Guido und Sibylle, sowie der ANAHITA Crew im Drehspießtempel.

Guido wählt heute den XXL Burger – nicht von schlechten Eltern!
Ich mach´ es wie der Schuster, ich bleib´ bei meinen Leisten – beiläufig überlege ich mir, ob ich neben der „Pizza Mario“ auch eine „Marios Platte“ etablieren könnte.
Hätte was – „Apollo Teller“, „Zeus Platte“ und „Marios Platte“…
Ich muss mal mit Anna reden 😉

Der „Special Burger“ – ein Kaventsmann
„Marios Platte“ – as always? Yes, as always…

Dazu ein Mamos, dann passt es – ein guter Tag! Aber auch ein bisschen ein fauler Tag!

Dem wird morgen nicht so sein – morgen geht es mal wieder richtig los – morgen bereite ich die Rumpfdurchbrüche an ELOWYN zum Einbau vor.

Und dem war nicht nur Gerede – ich bin schon recht früh beim weißen Riesen erschienen und habe „Klicker“ als mobile Werkstatt mitgebracht.
Es gab viel zu messen, jeder Durchbruch bekam seine Nummer, seine spezifischen Maße und wurde dann zurechtgeschnitten.

Fertig zum Einkleben

Das klappt alles recht gut und geht schnell von der Hand. Am frühen Nachmittag bin ich fertig und vereinbare mit Sibylle, dass wir morgen die Durchbrüche einkleben werden.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn zum Wochenende hin, soll es kälter werden und auch einzelne Schauer drohen.

Ein paar Schritte sollte ich noch finalisieren, dann ist alles safe und ich kann beruhigt in die Weihnachtspause.

Da fällt mir ein, weil der Tag noch ein paar Stunden hat, könnte ich die rechte Armaturentafel noch vom Lackierer holen.
Diese sei fertig und warte auf Abholung – der Preis war mal wieder spottbillig, die Qualität der Arbeit gut.

Der Fehler ist behoben – und ich habe weiteres Material welches es wieder zu verbauen gilt.

Super – neuer Klarlack für die Carbontafel

So kann es weitergehen!

Zuhause ist Alltag eingekehrt. Immer wenn mein Tagwerk geschafft ist, versuche ich etwas zur Ruhe zu kommen.
Zur Zeit plagt mich mein Rücken, ich muss sehen, dass sich das wieder gibt, denn ich leide leise.

Sibylle kocht uns was Gutes, wir lernen mit Duolingo und gucken am Abend ein wenig Mediathek – heute den Jahresrückblick mit Markus Lanz.
Vieles ist passiert, was ich nicht mitbekommen habe. Ich sage es offen, diese Sendung lässt mich mit einem beklemmenden Gefühl zurück und ich erkenne einmal mehr, dass ich in einem anderen Zeit-Raum Kontinuum zuhause bin.

Morgen klebe ich die Rumpfdurchbrüche wieder ein, dann ist der gröbste Schritt getan, ab dann könnte ich bei Schlechtwetter auch innen weiterwerkeln.

Gesagt, getan – der nächste Tag startet für Sibylle und mich planmäßig am nächsten Vormittag…

Die Katzenfraktion ist schon auf den Beinen

Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, drehen meine Frau und ich noch eine Runde durch den Ort.

An der Marinaausfahrt treffen wir die „Katzenfraktion“ unter der Leitung von Antonia.
Die junge Frau sorgt und kümmert sich rührend um die kleinen Samtpfoten – sie hat das Herz am rechten Fleck, denn so wird sicher gestellt, dass die Maunzer gut über den Winter kommen.

In diesem Rahmen, nimmt der Neubau des Katzenhotels auch Formen an.
Ein Trend, der einst von Eva mit dem Bau eines kleinen, provisorischen Katzenkasterl begonnen hat, kommt langsam in einen Bereich, für den man eine Baugenehmigung braucht.

An alles wird gedacht – auch an die Anbringung von Fenstern…

Alte Bootsfenster gehen in ihren letzten Lebenszyklus
Die Miezen freut es, sie werden in Zukunft nahezu prunkvoll wohnen

Sibylle und ich müssen weiter – kurz zum Haus und etwas aus der Garage holen, dann zum Gemüsehändler und zum Hähnchenmetzger.

Ich begleite meine Frau und unterstütze, so gehen ihre Einäufe schneller von der Hand.
Das ist zweckdienlich, denn für den Rest des Tages brauche ich ihre Hilfe beim Einbau der Rumpfdurchbrüche an ELOWYN.

Noch kurz in den Hardwarestore von Andreas Kritikos und etwas Arbeitsmaterial beschafft, dann kann es losgehen.

Die Arbeit ist leicht erklärt – ich bringe zunächst den SIKA Primer 209D am Rumpf und an den Bauteilen an.
Nach einer kurzen Ablüftzeit kommt als nächstes SIKA 291i als Kleb- und Dichtstoff an die Kontaktflächen des Durchbruchs.
Jetzt setze ich das jeweils gestern für die Bohrung vorbereitete Skin Fitting ein und drücke es an.
Sibylle setzt währenddessen von innen die Mutter an und schraubt diese handfest an.

Meine letzte Aufgabe ist nun, die überschüssige Dichtmasse außen sauber abzutragen und für einen schönen Übergang zu sorgen – dann ist der Arbeitsschritt erledigt.

Wir kommen gut voran…

Die Nummerierung und die Maße sind noch lesbar, werden später aber überstrichen
Die undichten Sets werden ersetzt (hier schwarz), die fehlerfreien verbleiben im Schiff (hier grau)
Die Skin Fittinge sind nummeriert, die Rumpfdicke ist für die Berechnung notiert und es gibt eine Top-Markierung um jegliche Verdrehung sofort zu erkennen

Es müssen, das hatte ich erwähnt, neun Sets komplett erneuert werden. Die übrigen 16 haben fehlerfrei funktioniert und verbleiben im Schiff.

Von diesen neun, konnte ich bei ersten Überlegungen wie ich die Reparatur umsetzen würde, bei zweien den eigentlich guten Rumpfdurchbruch retten.
Es müssen also sieben neue Durchbrüche gesetzt werden.

Dazu kommt, dass Volker kurzentschlossen darum gebeten hat, einen neuen Loggegeber einzubauen.
Die Vorgehensweise hier ist die gleiche, es addiert sich also ein achter Durchbruch dazu.

Insgesamt brauchen Sibylle und ich etwas mehr als zwei Stunden, dann war das Tagwerk erledigt.
Die Klebestellen müssen heute trocknen, dafür bekommen sie 24 Stunden Zeit.
Morgen geht es an gleicher Stelle weiter.

Die restliche Zeit des Tages verbringen wir zuhause – oft quatschen wir noch ein paar Takte bei ANAHITA oder DONNA, wir lernen mit unseren Apps die fremden Sprachen und irgendwann startet Sibylle mit dem Kochen.
Zuhause zu essen ist mir ein Genuss, die offenen Tavernen sind irgendwie allesamt nicht wirklich gemütlich.

Tags darauf – das gleiche Spiel am Patenschiff! Ich habe ein wenig Zeitdruck mit ELOWYNs Ventilen.

Heute werden zwei Ventile nebst Fittingen gesetzt

Der Zeitdruck entsteht durch das Wetter!
Ich hatte ja lang die zwei Ventile für die Luken- und Decksentwässerung im Rumpf belassen – zwar waren diese von außen abgeschnitten, aber das Fragment war stehen geblieben, so dass die Funktion sicher gestellt war.

Seit gestern ist dies nicht mehr so. Um die neuen Durchbrüche zu setzen, musste ich natürlich auch die letzten beiden Ventilfragmente ausbauen, die Entwässerungsschläuche baumeln nun frei im Innenraum des Schiffes und sollten VOR dem nächsten Regen wieder angeschlossen sein.

Unser Ziel ist es daher, heute diese beiden Ventile nebst den Schlauchfittingen zu montieren.
Vorher müssen wir jedoch bei allen neuen Durchbrüchen die Schraubmuttern auf ihr Soll-Drehmoment von 15Nm anziehen.

Heute habe ich den Job, innen an den Ventilen zu schrauben, Sibylle hält von außen dagegen oder reicht mir Werkzeug, wenn ich in die engen Kammern und Löcher schlüpfen muss.

Manchmal ist es anstrengend…
…aber ich schlängle mich hinein

Ok, auch das schaffen wir in überschaubarer Zeit, auch hier müssen die neu installierten Teile und Klebestellen erst einmal durchvulkanisieren.

Daraus folgt abermals, dass es an dieser Baustelle erst morgen wieder weitergeht.

Das kommt aber wie gerufen, denn heute haben wir ein Date. Wir treffen uns mit Giorgos und Katerina zum Dinner.
Darauf freuen wir uns sakrisch, denn die Beiden liegen uns echt am Herzen. Wir mögen die junge Familie und es tut uns allen gut, wenn wir die Gelegenheit schaffen, einmal außerhalb von Reparaturen und Werkstattszenarien ohne Zeitdruck zusammen zu sitzen.

Es ist mir eine Ehre einzuladen – Katerina darf die Location wählen und sie entscheidet auf das „Persiana“ welches den Besitzer gewechselt hat.

Das trifft sich gut, dort wollte ich unbedingt mal hin, um deren Burgerspezialitäten auszuprobieren.

Katerina entscheidet sich für den „Angus Beef“
Giorgos und ich entscheiden uns für den Klassiker

Das „Persiana“ hängt die Messlatte etwas höher. Die Karte bleibt zwar im Wesentlichen gleich, aber die Qualität ist etwas höher angesetzt.
Die Burger waren ausnahmslos sehr gut, aber auch hochpreisiger.

Der Biertempel hat ausgedient – man hat neu renoviert und ist jetzt eher eine Weinbar.
Der neue Chef empfängt mit Blazer und Einstecktuch.
Eigentlich war alles toll – aber es ist kein Essen für alle Tage, dafür ist es zu teuer.

Ob sich das Konzept im over-all Vergleich behaupten kann, bleibt abzuwarten.
Eine Bereicherung ist es allemal und ich wünsche viel Erfolg.

Wir sitzen lang zusammen und es ist ein geselliger und sehr netter Abend.
Wir kommen erst spät nach Hause und sacken dann sofort ins Bett – wir wissen, morgen geht es gleich kulinarisch weiter…

Treffen am „Navarone“ – „Sibylle setz´ Dich mal hin!“ „Ahhh, der Sessel ist nass!“
Alex merkt es rechtzeitig, Guido weicht der Gefahr aus

Vor Tagen haben wir mit den Crews der ANAHITA und der BORN TO LIVE vereinbart, dass wir vor Weihnachten noch einmal am Sonntagsbrunch im „Navarone“ teilnehmen wollen.

Dafür ist heute die letzte Gelegenheit, denn das Christfest nähert sich unaufhaltsam – in wenigen Tagen schon ist Heiligabend!

So haben wir uns für den heutigen Sonntag einen Tisch reserviert und starten mit einem Highlight – am Frühstücksbuffet des exclusiven Restaurants…

Es ist einfach schön dort
Das Buffet ist lecker und öffnet um 10.00 Uhr
Alles schmeckt super – sowohl die deftigen Sachen…
…als auch die angebotenen süßen Leckereien

Wir laben uns an den Köstlichkeiten und gönnen uns ALLE ein zweites Tellerchen.
Manche auch drei oder gar vier! Und ich will hier mal ganz klar zum Ausdruck bringen, dass nicht ich die meisten Tellerchen gefuttert habe.
Das spielt aber keine Rolle – denn wir haben es genossen!

Allerdings – und das ist der Nachteil vom Frühstücksbrunch, waren wir danach direkt in ein Food-Koma verfallen.
Der Arbeitsantritt war echt schwer, ich war den ganzen Tag vollgefressen und flügellahm.

Trotzdem rapple ich mich auf – heute ist der letzte Tag vor dem gemeldeten Regen, ich MUSS die Entwässerungsschläuche auf ELOWYN anschließen.
Dafür heißt es mit prallem Ranzen noch einmal in das Wassermacher-Kompartment schlüpfen – ächz…

So, erledigt – das war´s

Erledigt – ich schließe die zwei wichtigen Abläufe an und stelle somit sicher, dass der weiße Schwan nicht geflutet wird.

Der Regen kann kommen!

Weil noch ein wenig Tag übrig ist, ich wegen meiner Rückenschmerzen etwas Bewegung und frische Luft haben möchte, beschließen Sibylle und ich kurzerhand, dass wir heute unsere Marinarunde drehen und nach den Schiffen der Freunde sehen.

Generell sind augenscheinlich alle in Ordnung, bei dreien haben wir etwas mehr zu tun…

Zunächst steht der monatliche Check auf EDINA an. Auf der CNB60 sehen wir nach dem Rechten und lassen alle Systeme einmal laufen.

Sie braucht viel Strom – die 20.-€ sind schon wieder weg
Zunächst egal – denn ich lasse den Generator eine Stunde laufen, dabei laden auch die Batterien
An Deck alles ok – EDINA ist safe
Auch die Hauptmaschine soll etwas laufen

Es trifft sich gut, dass die Nachbarn Thomas und Paola gerade in die Stadt gefahren sind.
So belästige ich niemand mit den laufenden Motoren und kann diese Situation auch richtig ausnutzen.

Unter diesen Gegebenheiten, überlassen wir EDINA sich selbst – die Motoren laufen, die Luken sind zum Lüften geöffnet.

Wir ziehen derweil ein Haus weiter…

Heute habe ich Zeit – auf ELOWYN lief es die letzten Tage gut, ich kann die gewonnene Zeit also anderweitig investieren.
Dies kommt heute Martins STENELLA zugute, mal sehen, ob an Bord des kleinen Kutters alles ok ist.

Nun, nicht ganz!

Das Schlauchboot ist buglastig, es sammelt sich Wasser im Boot
Ich ändere die Aufhängung und lenze den Schnulli

Irgendwas ist immer! Ich kann mir nicht erklären wie und warum das Beiboot nach vorne sacken konnte.
Wie auch immer – die paar Liter Wasser sind recht schnell zu schwer für die Davits und müssen dringend gelenzt werden.

Ich ändere also die Aufhängung und lasse das Wasser ablaufen.
Bei der Gelegenheit fische ich ein Leinenbündel aus dem Wasser, welches nicht länger an der Reling hängen wollte.

Liebe Freunde – nehmt die Warnungen ernst! Schöne Leinenbündel an der Reling, hübsche Festmacherschnecken – alles Mumpitz!
Stürme mit 60+ Knoten räumen das alles ab – das Zeug gehört vorzugsweise hemdsärmlig, aber sicher verstaut!
Schön kann, sicher muss! Knoten müssen von Beginn an FEST zugeknallt werden, alles andere geht auf.

Da Martin sich Sorgen um seine Festmacherchen macht, gilt auch ihnen noch ein Kontrollblick.

Noch gut

Am gleichen Steg liegt INSPIRATION – Sibylle und ich haben uns mit den neuen Eigner angefreundet und schätzen die Vier sehr.

Aus der Ferne hat Tom ein Dilemma erkannt – die Bilgepumpe hängt bei der Bavaria am Hauptschalter.
Legt man diesen um, ist das Schiff zwar gewollt stromlos, die Bilgenpumpe aber außer Betrieb.

Dies kann man ändern, das wird auch umgesetzt, aber JETZT ist die Situation für die Neueigner eben unbefriedigend.
Klar ist das alles akademisch – die Frage, ob die serienmäßige Bilgenpumpe ein Schiff retten kann, wenn zum Beispiel ein Seeventil bricht, könnte leidlich diskutiert werden.

Ist aber egal – für INSPIRATION braucht es jetzt eine Lösung! Hier erkläre ich mich bereit, das Schiff in meine monatliche Runde einzubeziehen.
Ich mache einen Kontrollblick in die Bilge und sehe auch zwischendrin immer wieder nach dem Schiff der Freunde.

Offen gesagt – im Falle eines Ventilbruchs gehört auch bei einer Routinekontrolle ein Stück von Glück dazu, will man das Schiff im richtigen Moment retten.
Aber das nur hypothetisch…

An Deck alles ok
Ich bemerke die neuen Steckschotte und das neue Schiebeluk – diese klemmen aber etwas. Vorsicht ist geboten
Die Batterien sind randvoll
Die Bilge gibt keinen Anlass zur Sorge

Auf INSPIRATION ist alles ok, kein Anlass zur Sorge! Ich verlasse die Bavaria wieder und mache alle Luken dicht.

Unser letzter Weg führt uns zurück zu EDINA. Dort kann ich die Maschinen stoppen, ebenfalls alle Luken dicht machen und dem Eigner Vollzug melden.
Auch er kann ruhig schlafen, seinem Schiff geht es gut. Morgen werde ich noch ein paar Euro Strom auf die Säule laden lassen, dann sollte für die nächsten Wochen alles passen.

Auch an Martin und Tom geht eine WhatsApp mit einem Statusbericht raus. Die Schifferl sind ok, macht euch keine Gedanken.
Ich nehme an, dass man sich über ein paar Bilder freut.

Ich denke zurück – ich habe ein 25 Jahren meiner Eignerschaft zweimal ein Bild meines Schiffes bekommen.
Einmal in Agios Nikolaos auf Kreta, als ich einen Schaden zu beklagen hatte.
Ein Andermal vor zwei, drei Jahren – als Hans Peter mir während eines Deutschlandaufenthaltes ein Foto geschickt hat.
All die Jahre vorher, sind meine Schiffe monatelang sich selbst überlassen worden – ich hatte niemals Probleme.

Stellvertretend für die „staade Fraktion“ will ich informieren, dass Sibylle und ich selbstverständlich auch nach JASPER, KARO, INFINITY oder etwa CARPE DIEM sehen, um nur ein paar zu nennen.
Es gilt, solange ihr nichts von uns hört, ist mit euren Schiffen augenscheinlich alles ok.

Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser. Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und gönnen uns eine heiße Suppe – das richtige Essen nach der Völlerei vom Morgen.
Dann genehmigen wir uns Nuhrs Jahresrückblick 2025 und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Tag als der Regen kam…

Der Wetterbericht hatte Recht
Ein schwerer, grauer Wolkenbrei über der Lakki-Bucht
Ich kann aber einzelne Tage wie diesen gut leiden

Wir haben alles richtig gemacht! Die Zielsetzungen bezüglich der vor Weihnachten fertig zu stellenden Arbeiten sind erreicht, die dringenden Arbeiten wie die Wasserabläufe von ELOWYN gerade noch rechtzeitig erledigt.

Ich kann mir erlauben, mir bis nach Weihnachten „frei“ zu nehmen. Da kommt ein Regentag gerade Recht.
Ein paar administrative Arbeiten sind zu erledigen, die typischen Jahresabschlussdinge eben.
Zudem lag mir daran, Weihnachtswünsche online zu stellen.
Sibylle macht derweil Termine für diverse Videocalls mit der Familie aus.

Wir nutzen solche Tage aber auch, um uns mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen.
So auch heute – Noam und Shira haben mal wieder Zeit und wir haben uns lange nicht gesehen.
Also verabreden wir uns in Agia Marina im „Mocal“, ein schönes, modernes Café.

Einladend und sehr serviceorientiert
Meist auch gut von den Locals besucht

Wir stellen abermals fest, dass wir viel zu selten die netten und oftmals ganz coolen Cafés der Locals nutzen – das muss sich ändern.

Wir sind die ersten Gäste die drinnen sitzen, später füllt sich der Raum. Der Wintergarten ist gut gefüllt, dort zieht es uns aufgrund der Raucher aber auch gar nicht hin.

Ich gönne mir einen Espresso Macchiato und freue mich über die zwei Stunden, die wir hier entspannt sitzen und über Gott und die Welt reden.

Anschließend ziehen Sibylle und ich weiter – zwei Tage vor Weihnachten, da laufen die Tage hier nicht anders ab als in Deutschland.
Wir klappern so ziemlich alle Lebensmittelgeschäfte ab, kaufen tütenweise Leckereien und bereiten uns so auf die Festtage vor.

Am Nachmittag kristallisiert sich langsam ein Plan für die kommenden Tage heraus – am „Heiligabend“, dem 24.12. werden wir wohl eine F-Ponton Glühweinparty geben und so den weihnachtlichen Einstieg finden.

Danach sind wir recht kurzfristig und umso erfreulicher, zum gemeinsamen Weihnachtsdinner an Bord der BORN TO LIVE geladen.
Wir nehmen unsere Töpfe mit, Ilona kocht noch weitere Köstlichkeiten und so verspricht der Abend ein festlich, ansprechender zu werden.

Last not least haben Thomas und Paola von der SIMPLY FREE einen X-mas Lunch für die Community am 25.12. geplant.
Wir treffen uns im „To Steki“, wo Dimitris ein Weihnachtsmenü für uns zaubern wird.

Ich freue mich darauf – fast ein wenig untypisch…
Der „Grinch“ wird altersmilde – ein Wort, dass Lisa Fitz „doof und unerotisch“ findet, aber ich kann nicht leugnen, dass ich, seit wir hier sind, gelassener mit dem Weihnachtstrubel umgehe.

Weihnachten kann kommen – ich bin entspannt

Der Rest des Tages vergeht gemütlich, Sibylle kocht und wir lassen den Abend bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Der Tag vor Weihnachten ist bei uns wie man es sich erwarten würde – alles steht im Zeichen der Vorbereitungen für die Festtage. Wir versenden unsere Weihnachtswünsche und brechen dann zu einer Gewalttour auf – einkaufen ist angesagt.

Im Vorbeifahren winkt uns Alex zu. Er sitzt schon beim Angeln und fragt, ob wir die Muräne schon gesehen hätten.

Welche Muräne??? Na die da!

Äh nein! DIE haben wir noch nicht gesehen

Aha, nach Barracuda, Feuerfisch und Feuerwalze jetzt auch noch eine Muräne – ist ja toll!
Ich lege in dieser Sekunde meine Pläne für ein „Weihnachtsschwimmen“ ad acta, ist eh viel zu frisch – man(n) will ja keinen Katarrh.

Dann aber, genug gequatscht, Sibylle drängt zum Einkauf. Viel zu tun, viel vorzubereiten, die Zeit drängt!
Der Gedanke an die „staade Zeit“ drängt sich mir in dem Kopf, ich klage jedoch nicht, denn hier auf Leros ist tatsächlich alles etwas ruhiger, auch der verhasste Großeinkauf für die Feiertage.

Die Regale voll, die Gänge leer

Weil wir ohnehin die große Runde drehen, fahren wir auch gleich noch am Haus vorbei.
Den Nachbarn kurz „καλά Χριστούγεννα“ gewünscht und meine JBL Partybox aus dem Haus geholt – die könnte uns bei der geplanten Glühweinparty nützliche Dienste leisten.

Wenn wir schon gerade da sind, werfen wir noch kurz einen Blick rundum – alles scheint ok zu sein.
Es drängt sich auf, dass der Rasen gemäht werden muss – das wird wohl eine meiner ersten Amtshandlungen 2026.

Im Garten gehts noch, aber vor der Terrasse wuchert das Unkraut
Haus und Garage sind ok

Ok? Naja fast…

Gut ist, dass ich mich zur Zeit über fast nix aufrege – aber dazwischen falle ich echt vom Glauben ab.

Unser direkter Nachbar, der, dessen Frau uns immer Gebäck schenkt und der seinen Anhänger zum Feststellen immer in unsere Garagenwand rammt – dieser Nachbar also hat eine Wand gezogen und diese verputzt.

So weit, so gut. Beim Aufräumen der Baustelle werden natürlich auch die Putzkübel ausgespült, man hat dann so eine Plörre im Eimer.
Die schütten die Griechen einfach in die Landschaft – aber nicht irgendwo hin, nein, an eine Grundstücksmauer…

Nicht an die eigene natürlich, in diesem Fall lieber an MEINE!

Konsequenter Weise hätte er die ganze Wand anmalen dürfen

Mich nervt nicht, dass ich die Sauerei habe, ich muss ohnehin alles neu machen. Mich nervt, dass ich genau weiß, dass er den Eimer auch dahin geschüttet hätte, wenn ich zwei Tage vorher neu verputzt hätte.

Der Mehrheit der Inselgriechen fehlt es an einer Gedankenkette – die Frage „…was passiert, wenn ich das jetzt so mache?“ bleibt meist offen und endet in einem Überraschungseffekt.

Eben wie mit dem Anhänger an meiner Garagenwand – 1001 kleine Löcher machen doch eigentlich nix, oder???

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich damit umgehen werde…

Wir fahren zurück ins Dorf und bringen unsere Einkäufe zu Ende. Als wir alles auf NESSAJA getragen und verstaut hatten, meldete sich mein Rücken.
Ich habe mich wohl übernommen! Ich beschließe, mir eine kurze Pause zu gönnen und währenddessen Alex´ Fakirmatte zu probieren.

Diese sei extra gegen Rückenschmerzen entwickelt und habe ihm sehr geholfen…

Na dann!

Sieht auf den ersten Blick harmlos aus…
…auf dem zweiten Blick wird das fiese Folterinstrument entlarvt
HARTplastik – da gibt nix nach

Ich bin misstrauisch! Ich rechne mein Gewicht im Vergleich zu Alex´ hoch und meine, mich an eine Physikstunde zu erinnern, wo sich solche Berechnungen niemals linear sondern immer „zum Quadrat“ gesteigert haben.

Ich sorge mich ernsthaft, dass die rein optisch schon fiese Matte meinen Rücken an tausend Stellen pierct und ich dann aussehe wie meine Garagenwand nach Manolis´ Anhänger impact.

Ich wage es trotzdem und siehe da – es hilft! Zumindest bilde ich es mir ein – oder der Schmerz durch die Stacheln überlagert einfach die Rückenschmerzen.

Die Frage, ob die Matte tatsächlich gegen Rückenschmerzen hilft oder tatsächlich so ein „50 shades of Grey“ Utensil ist und Alex mich nur verarscht, beschäftigt mich bis heute…

So gut erholt rapple ich mich auf und schleppe mich in die letzte Griechischstunde des Jahres 2025 – heute versucht Eirini uns die Artikel beizubringen.
Ich meine, so etwas wie Verzweiflung in ihrem Gesicht zu erkennen… 😉

Eirini hat sich ihren Urlaub mehr als verdient

So! Geschafft, jetzt kann Weihnachten kommen, die Pflichten sind erledigt.
Alle Einkäufe erledigt, die Arbeiten weitgehend abgehakt und die letzte fordernde Griechischlesson liegt auch im Kielwasser.

Ich warte auf´s Christkind.

Dieses kommt in Form von Sibylle und erklärt mir, dass sie beim Einkaufen „…das Frühstück für den 24.12. völlig vergessen hätte und ich, wenn ich will, schnell nochmal einkaufen fahren könne!“

NEIN! Will ich nicht! Wenn das Christkind nicht mit mir frühstücken will dann eben nicht!
Ich trinke meine zwei Tassen Kaffee – dann mache ich das, was ich eigentlich jeden Tag mache.
Ich gehe auf meine Baustelle um keine Zeit zu verschenken – ich gehe zu ELOWYN.

24.12.2025 – 09.30 Uhr, was macht ihr so???
ICH gehe auf ELOWYN – Merry Christmas

Der Grinch in mir setzt sich durch. Was für ein Elend – kein gescheites Frühstück, Sibylle geht sofort in den „wir müssen“ Modus und hängt dazwischen am Handy.

Duolingo Score und Textnachrichten erfordern Aufmerksamkeit und Zeit.
Ich dagegen setze mich auf ELOWYN an die Navigation und mache mir Weihnachtsmusik an.

Zuerst klebe ich eine Distanzleiste an ein Niedergangsschott, dann passe ich Seeventile an und klebe als Vorbereitung schon einmal Fittinge ein.
Alles in allem eine ruhige und einfache Arbeit – der Heizlüfter brummelt und der Musikplayer spielt „Driving home for Christmas“ – vor zwei Tagen ist Chris Rea gestorben – der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Um Punkt 11.00 Uhr kommt Sibylle zu mir, ein Telefoncall mit meinem Sohn ist vereinbart.
Wir unterhalten uns kurz, winken Enkelchen Anton zu und wünschen der jungen Familie ein frohes Fest.

Sibylle muss sich anschließend wieder dem Kochwahnsinn widmen, ich bleibe alleine auf meiner Baustelle zurück – und weil es so schön ist, ernsthaft, nutze ich das wunderbare Wetter um außen noch ein paar „Farbtupfer“ zu setzen.

Ich eröffne die Lackiererei

Der Anstrich der kleinen Rumpfflächen, welche für den Einbau der Rumpfdurchlässe geschliffen wurden, erfolgt mit Epoxi-Primer.
Dieser ist eine gewisse Zeit wasserlöslich und benötigt daher eine Wetterperiode ohne Regen und eine Mindesttemperatur von 10°C.

Diese Bedingungen sind heute zunächst erfüllt und so entscheide ich, diesen Vormittag für den Erstanstrich zu nutzen.
Dies ist im Großen und Ganzen auch recht schnell erledigt…

Geschafft, die erste Schutzschicht ist drauf

Perfekt! Anstrich geschafft! Ich nehme es vorweg – der gemeldete Regen wird kommen, aber ich habe Glück und meine Epoxi-Kleckse sind bis dahin soweit angetrocknet, dass keine Beeinträchtigung entsteht.

Jetzt habe ich zwölf Tage Zeit um einen zweiten Anstrich aufzubringen, das sollte machbar sein, bevor die Temperaturen fallen.

Ist dies erledigt, dann kann Antifouling aufgetragen werden – das bedeutet, dass die wesentlichen Arbeiten am Unterwasserschiff von ELOWYN weitgehend abgeschlossen sind.

Es ist schon nach 13.00 Uhr, als ich meine Baustelle schließe und meinen „Klicker“ zurück an seinem Parkplatz fahre.
Für mich geht es gleich weiter – denn um 14.00 Uhr haben wir eine Art Stegparty ausgerufen, ein „Glühweinmeeting“!

Es gilt, ein paar Dinge vorzubereiten…

Ich lege Strom, sorge für X-mas Pop und Sibylle bringt 6 Liter selbst angesetzten Glühwein
Es ist soweit, die Freunde können kommen

Um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken, haben wir diese Zusammenkunft beschlossen.

Diesmal war es kein klassisches Treffen der gesamten Community, wir haben uns eher auf den F-Ponton beschränkt und dazu noch die Crew der SIMPLY FREE geladen.

Etwas später kam zufällig noch Panagiotis dazu, in dieser Konstallation hatten wir zwei richtig fröhliche, unterhaltsame Stunden.

Antonia und Ilona hatten Plätzchen gebacken, es war richtig nett…

Panagiotis, Electra, Thomas, Paola, ich, Antonia, Alex, Ilona, Guido, Ben und Sibylle

Leider konnte Caetlin nicht mit dabei sein, sie war noch auf Familienbesuch in den Niederlanden und wird erst heute Nacht zurückkommen.

Keinen Moment zu früh traf der angesagte Regen ein – die Gruppe löste sich rasch auf, wir zogen uns in unsere Schiffe zurück.

Dort war uns ein kurzer Moment der Pause und des Innehaltens vergönnt, danach ging es an die Vorbereitungen für das gemeinsame Weihnachtsdinner mit Ilona und Guido an Bord der BORN TO LIVE.

Man konnte zusehen wie die Regenfront heranzog

Wie bereits erwähnt, hatten wir ja für unser Abendessen schon eingekauft, als Ilona uns die Einladung überbrachte.
So wurde kurzerhand beschlossen, dass Sibylle kochen würde wie geplant, Ilona und Guido würden dazu das Gemüse und ein Dessert zubreiten.

Da wurde die kleine Kombüse von NESSAJA auf einmal zur Sterneküche für XXL Portionen.

Die fertig zubereiteten Gerichte haben wir dann zur vereinbarten Zeit auf die BORN TO LIVE getragen um sie dort dann zu arrangieren und anzurichten.

Geflügel-Rollbraten und Knödel
Weihnachtliche Stimmung auf der BORN TO LIVE

Als Apperitiv wurde zunächst ein Portwein gereicht – nicht irgendeiner, es handelte sich um einen edlen Tropfen aus einer Portweinverkostung aus der namensgebenden Stadt an der portugiesischen Atlantikküste.

Die Beiden hatten die Flasche noch in der Bilge um sie für einen besonderen Anlass aufzuheben – dieser war heute gegeben.

Danach hat sich Guido selbst zum Küchenchef ernannt und das Anrichten des Weihnachtsmenüs übernommen.

Chef im Ring

In den kleinen Küchen unserer Schiffe kann eigentlich immer nur eine Person kochen und hantieren.

Das trifft sich gut für den Rest der Gruppe, die dürfen einstweilen dem edlen Tropfen frönen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn Zusatzaufgaben anstehen, dann werden diese direkt an den zuständigen Beauftragten übergeben und am Tisch verrichtet.
Ich war auserkoren, der Bratennetzaufschneideverantwortliche zu sein und machte mich umgehend an die verantwortungsvolle Aufgabe.

Gleich heißt es „Essen fassen“

Wir haben uns eine tolle Speisenfolge ausgedacht – eröffnet haben wir mit einer Maronensuppe, gefolgt von einem Geflügelrollbraten an Zitronensoße mit bayrischen Semmelknödeln und einer Karottengemüsebegleitung.

Zum Nachtisch gab es eine Quarkcreme auf einem Bett aus in Whiskey getränkten Löffelbisquit mit Himbeeren und Mandelsplitter on top.

Na, klingt das gut? Ich bin der Meinung, dass dies für Kombüsenküche ein top Speiseplan ist!

BORN TO LIVE und NESSAJA wünschen Frohe Weihnachten
Das Dessert war ein Gedicht – aber wie immer viel zu viel

Offen gesagt, hatten wir von allem zuviel gekocht. Das passiert ja gerne einmal.
Leider konnten wir alle Vier nicht wirklich wiederstehen und mampften dieses berühmte Quäntchen über dem Limit.

Als wir mit unserem Weihnachtsdinner durch waren, spannten die Wänste und wir suchten unser Heil in einem Verdauungsschnäpschen.
Sibylle predigte, wie eigentlich immer, dass dies ein Ammenmärchen sei, ihr Ruf verhallte jedoch ungehört.

Und so zauberte Guido eine Flasche „Killepitsch“ aus seiner Bordbar. Ein Höllengebräu, welches mir etwas später den Garaus machen sollte… 😉

Nach vier von diesen kleinen Gläschen war ich erledigt

Die Uhr schlug gerade Richtung Mitternacht, da musste ich zum Aufbruch mahnen.
Ich war echt angedüdelt und wollte in mein Bett. Jedoch musste ich zunächst auf die schmale Planke um auf den Steg zu gelangen, dann galt es noch auf eben diesem Steg die beschwerlichen 50m bis nach Hause zu schaffen.

Alles ging gut – ich ging nicht mehr über „Los“, sondern habe mich einfach umfallen lassen und bin eingeschlaf…

Der neue Morgen, der erste Weihnachtsfeiertag! Das Frühstück war nur vermeintlich besser – das weichgekochte Ei war hart wie ein Stein.
Ich bin beim Essen nicht sehr wählerisch, aber hartgekochte Eier stehen ungefähr auf dem selben Rang wie Stierhoden.
Ich verschmähe also das Ei, was fast zu Verstimmungen bei Sibylle geführt hätte.

Der Himmel über Leros war dunkelgrau, es war klar – gleich würde es regnen.
Und genau DAS war die Untertreibung des Jahres!!!

Ein Hagelschauer sucht die Marina heim, welcher es echt in sich hatte – man dachte für fünf Minuten, dass die Welt untergehen würde.

Es fing harmlos an – aber der Lärm war ohrenbetäubend
Die Eiskörner, manche so groß wie Tischtennisbälle, hämmerten auf die Luken ein

Als der Spuk vorbei war, galt es einen Kontrollblick über NESSAJA zu werfen. Der Lärm der einschlagenden Eiskugeln ließ wirklich Schlimmstes befürchten.

Sorgen machen wir uns eigentlich nur um die Luken und vor allem die Solarmodule.
Der Rest sollte den Körnern standhalten können.

Als ich an Deck kam, lagen noch überall Nester der kleinen, weißen Geschosse.

Es war nicht wenig – für einen Moment war die Fläche geschlossen
Glaubt ihr nicht? Hier ein Bild von Guidos Badeplattform
Das Häubchen von unserem Außenborder hat es zerfetzt

Auf NESSAJA war nichts kaputt, auch Alex und Ben geben Entwarnung. Leider hatte Guido das Pech, dass es ihm seine Starlink Antenne zerschlagen hat.

Mir schießen Klicker und vor allem ELOWYN in den Kopf!
Ich werde wohl heute Nachmittag eine Marinarunde gehen und nach allen Schiffen von Freunden sehen.
Diesmal wird es wohl Zeit ein Signal zu geben – seit heute Morgen trudeln schon permanent Anfragen rein.

Die Marina bietet, wie eigentlich immer nach Stürmen, ein eher trostloses Bild.

Bei uns ist das Eis weg, aber das Wasser aufgewühlt braun
An anderer Stelle treiben noch die Einfelder auf der Wasseroberfläche
Auf FESTINA LENTE, unserem Nachbarschiff, scheint alles heil geblieben zu sein
Dort hinten parkt Klicker – ob er sehr gelitten hat???

Ich werde mal nach Klicker sehen, er hatte zwar schon einen Hagelschaden, aber es wäre trotzdem schade, wenn es den Boliden kaputtgehämmert hätte.

Heute Nacht hatte ihn Ben ausgeliehen um Caetlin von der Fähre abzuholen.
Alles hat geklappt, für eine kurze Phase ist unser kleines Community-Chapter wieder komplett.
Am 27.12. wird Antonia für „einige Wochen“ nach Deutschland reisen, am 15.01. gehen dann Guido und Ilona bis etwa Anfang März in die Heimat.
Na, und vermutlich ahnt ihr es schon – auch Sibylle wird Ende Januar noch einmal zu ihrer Tochter fahren.

Warum das schon wieder? Nun, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass am 20.12. der kleine Fred das Licht der Welt erblickt hat – unser Enkel #9.
Sibylle lässt es sich nicht nehmen, zeitig ihre Aufwartung zu machen.

Es scheint, als begänne das neue Jahr turbulent – aber noch ist es ja nicht soweit.

Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass auch NESSAJA ein paar kleine Blessuren abbekommen hat…

Der alte Rettungskragen hat ausgedient – der war ohnehin hinüber
Schade – mein „blue-performance“ Outboardcover war alt aber noch gut. Das muss ich ersetzen

Sibylle und ich gehen den Steg entlang und werfen dabei einen Blick auf Hans Peters LIBERTÉ – hier scheint alles ok, nur das Beiboot ist aufgedeckt.
Es scheint, als hätten die Befestigungen der Abdeckung nicht standgehalten.

Das hat Zeit bis morgen…

Im Großen und Ganzen alles ok

In diesem Moment habe ich noch nicht in die Masten geschaut – meine Blicke galten den Fenstern und Luken.
Später werde ich feststellen, dass bei fast allen Booten die Verklicker im Mast zerstört waren – leider auch bei unserer NESSAJA, auch hier werde ich für Ersatz sorgen müssen.

Und was ist nun mit Klicker? Nun, den hat es ganz schön erwischt! Die rechte Wagenseite musste dem Unwetter Paroli bieten und wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Waren die alten Hagelschäden noch eher Minidellen, welche man nur im Gegenlicht gesehen hatte, so zeigen sich nun kleine Beulen an der rechten Seite – von hinten bis vorne 😦

Lässt sich nicht gut fotografieren – aber Klicker hat gelitten, schade drum

Später werden viele fragen, ob ich nicht eine Teilkasko hätte. Nein, habe ich nicht!
Das ist nicht so meine Mentalität, schon gar nicht, wenn es um ein 2.000.-€ Auto mit 380.000km geht.
Zudem wurde Klicker schon einmal mit Hagel abgerechnet, hier wäre wohl nichts mehr zu machen.

Ich wiederhole mich – es ist schade, aber ich ärgere mich nicht. Ein Grund mehr, nie wieder ein hochwertiges Auto zu fahren.
Unseren Freund Thomas erwischt es schlimmer, sein neuwertiger Fiat bekommt auch seine Packung Dellen, hier ist es mehr als ärgerlich.

Hans Peters Frau Petra hatte zum Unwetter geschrieben, dass sie uns ein schönes Weihnachtswetter gewünscht hätte.
Bei ihnen sei es zwar sehr kalt, aber das Wetter generell sei schön.

Ich antwortete, dass ich fast überzeugt bin, dass wir in einer Stunde auch wieder Sonnenschein haben – und ich sollte Recht behalten!

Eine Stunde nach dem Unwetter – freundliches Wetter für den Rest des Tages

Sibylle und ich verbrachten den Vormittag des 25.12. damit, die Schiffe der Freunde auf Schäden abzuchecken.

Bei unserer Runde fiel uns allerlei Skurilles auf – so hatte der Hagel zum Beispiel genug Kraft um auf einem Schiff den kleinen Container der „Jon-Buoy“ Rettungsboje aufzuschlagen, welche in der Folge ausgelöst hatte.

Wir fotografieren das und melden es dem Office, vielleicht kann man das System retten

Natürlich galt unser erster Kontrollblick dem mir anvertrauten weißen Riesen – ich war echt besorgt, dass es auf ELOWYN Bruch gegeben haben könnte.

Wir sehen also nach dem Rechten und gehen die Leiter hoch an Deck. Auf dem ersten Blick alles ok, alle Fenster und Luken heil – und dennoch trauten wir unseren Augen kaum…

Ein mit Eisschnee bedecktes Laufdeck
Das waren richtige Mengen
Ich mache einen ersten Kontrollblick in den Mast – ein Fähnchen am Verklicker ist weg

Dieses Verklickerthema wird uns von nun an begleiten. Wir kontrollieren bei allen Schiffen den Verklicker, ein vergleichsweise günstiges Ersatzteil, außerdem noch die elektronische Windfahne, welche eher kostspielig wäre.

Zum Glück sind die Windfahnen bei fast allen Buddyboats heil geblieben – anders die Verklicker.
Hier hat der Hagel für ein „Leros Verklicker Massacree“ gesorgt. Ich habe einige Bilder gemacht und die Freunde im Laufe des Abends verständigt.

Ansonsten war auf ELOWYN alles ok. Im Cockpit und auch im Schiff gab es keine Beanstandungen – das war eine gute Nachricht.

Hagelkörner auch hier, aber keine Beschädigungen

Wir verlassen unser Patenschiff und ziehen weiter. Wir gehen als nächstes an den D-Ponton, dort haben die meisten unserer Freunde ihre Schiffe liegen.

Gleich am Anfang der Pier, stellen wir fest, dass bei JASPER der Deckel des Windgenerators und eine Seitenscheibe der Kuchenbude daran glauben mussten.
Keine immensen Schäden, aber dennoch gut für den Eigner zu wissen, es können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Das Loch in der Scheibe werden wird notdürftig flicken, die Abdeckung bringt Uli mit

Als nächstes sehen wir bei INSPIRATION vorbei. Auch hier gilt mein Blick den Luken, Fenstern und dem Masttop – auch hier wiederholt sich die Story.

Die Fenster und Luken sind ok, das ist das Wichtigste. Im Masttop ist der Verklicker beschädigt und im Cockpit hat es die Abdeckung der Steuersäule kaputt gemacht.

Hier reicht dem Eigner eine Information, denn die Eignergemeinschaft wird im Februar für ein paar Refitarbeiten eintreffen, dann können diese kleinen Schäden gleich mit repariert werden.

Die Abdeckung der Steuersäule hat ihre Lebensgeister ausgehaucht
Dem Verklicker fehlt ebenfalls ein Fähnchen

Übrigens habe ich natürlich bei allen Booten nach den Solarfeldern geschaut.

Weder bei NESSAJA, noch bei ELOWYN oder den Schiffen der Freunden, hat es Schäden an den Sonnenkollektoren gegeben.
Das war per se eine sehr gute Nachricht!

Sibylle und ich ziehen weiter, als nächstes sehen wir nach Martins STENELLA – sie wird zu meinem Sorgenkind des Tages.

Bereits beim ersten Hinsehen zeigt sich ein sehr großer Wassersack am Bimini, das Gestänge ist bereits verbogen.
Es muss eingeschritten werden – ich verschaffe mir Zugang zum Schiff.

Man sieht mit einem Blick – hier stimmt etwas nicht
Von Deck aus wird der Schaden deutlicher

Ich steige über und fliege fast der Länge nach hin – wie bei allen Schiffen ist auch Martins Kutter ziemlich vereist, die projektilartigen Eiskugeln liegen zentimeterhoch am Laufdeck.

Leider ist der Belag darunter recht rutschig, ich kann mich gerade noch abfangen…

Fast hätte es mich gewaffelt
Ich erkämpfe mir den Weg in die Kuchenbude
Von hier aus kann ich den riesigen Wassersack entleeren

Bei dem kleinen, schnuckeligen Kutter hat es eine Scheibe der Sprayhood zerlegt – ich bin überzeugt, dass es keine gute Idee war, das Cockpitzelt stehen zu lassen und unterrichte Martin entsprechend.

Wir beschließen ad hoc, dass ich die Kuchenbude während der nächsten Tage abbaue.

Es muss eine neue Scheibe eingebaut werden
Überall tropft es – ich komme nicht ungeschoren davon

Die „Aktion Sorgenkind“ ist rasch beendet, ansonsten ist auf STENELLA alles ok. Die Schäden sind nicht gravierend, aber es besteht der größte und auch ein akuter Handlungsbedarf.

Hier müssen Sibylle und ich umgehend ran – aber nicht mehr heute!

Ach ja, einen kleinen Schaden gab es auch hier noch – und ihr könnt erraten was…

Bei Martin hat es alle Fähnchen abgefetzt

Last not least sehen wir im Vorbeigehen bei ALENA nach dem Rechten. Hier sieht alles gut aus – außer dem Verklicker, klar oder???

Als ich das an Rosi melde, erfahren wir, dass sie auf dem Weg hierher ist und bereits morgen ankommen wird.

Na das sind ja gute Neuigkeiten! Das wird ein sehr nettes Wiedersehen.

Auf ALENA ist alles top…
…bis auf – genau, den Verklicker!

Am Nachhauseweg kommt auf einmal Sibylle zwischen den Schiffen hervor – „…was ist das? Habe ich unter Bennos CARPE DIEM gefunden!“

Ich erkenne das zerborstene Teil auf Anhieb – wie auch Uli ist Benno der Nabenabdeckung seines Windgenerators verlustig gegangen.
Nun, vielleicht können die Beiden ja eine Sammelbestellung starten…

Man sieht schon, da ist nix mehr zu retten

Nun müssen wir uns aber sputen – ich werde die kleinen Schäden an die Eigner durchgeben, aber erst am Nachmittag.

Jetzt müssen wir los, wir haben eine Verabredung zum Festtagsdinner im „To Steki“ – Thomas und Paola haben einen Tisch für die Marinabewohner reserviert und wir schließen uns gerne an.

Bezüglich der Boote der Freunde war der heutige Vormittag ein Schnelldurchlauf, ich befürchte, ich werde da nochmal ran müssen.

Ilona und Guido warten schon vor dem verbeulten Klicker, gemeinsam fahren wir nach Alinda.

Wir essen hervorragend und sitzen lang zusammen

Dimitris hat wieder hervorragend gekocht – bei ihm schmeckt es uns immer.
Wir schlemmen was das Zeug hält und haben einander dabei viel zu erzählen – neue Bekanntschaften werden geknüpft oder gefestigt.

So ist es kein Wunder, dass die Zeit vergeht wie im Flug. Es war schon nach 16.00 Uhr als wir wieder zurück in die Marina fuhren.

Die Sonne schickte sich bereits an unterzugehen, es war ein spektakuläres Finale eines aufregenden Tages.

Die Marina im Sonnenuntergang
Wir ziehen uns zurück in unsere Schiffe

Apropos Sonnenuntergang – vor ein paar Tagen war ja Wintersonnwend. Das ist per se jetzt nicht so wichtig, aber das Gefühl ist ob der länger werdenden Tage schon anders – es geht „rauswärts“, das Gröbste scheint geschafft.

Bezüglich der Tageszeiten mag das stimmen, doch unsere Erfahrung sagt, dass dies bei Wetter und Temperaturen nicht zutreffen muss.
Ich befürchte, dass „der Winter auf Leros“ erst noch kommt.
Müsste ich einen Tip abgeben, ich würde auf Februar tippen, letztes Jahr war es erst im März so weit.

Der nächste Morgen beginnt mit einem entspannten Frühstück. Das Wetter ist fein, wir erwarten Temperaturen um die 16°C, es ist kein Regen gemeldet.
Obwohl es der zweite Weihnachtsfeiertag ist, hole ich mir das ok von Sibylle, an ELOWYN arbeiten zu dürfen.

„Kein Problem“ höre ich sie sagen „dann gehe ich wandern!“ – schwupp und weg war sie.
Von unterwegs schickt sie einige Impressionen.

Blick über die Vromolithos Bucht auf das Kastell und die Windmühlen
Sibylle begegnet zwei Eseln
Leros blüht im Dezember

Als Sibylle zurückkehrt, war ich gerade fertig mit dem zweiten und letzten Epoxi-Primer Anstrich an ELOWYNs Rumpfdurchbrüchen.

Die beigen Flecken haben nun alle Zeit zu trocknen, ich plane nicht, das Antifouling vor März zu streichen.
Die Arbeiten am Unterwasserschiff sind aus meiner Sicht abgeschlossen, der Zeitdruck weicht von meinen Schultern.
Ab jetzt kann ich meine Arbeiten an meinem Patenschiff frei planen, im Innenraum bin ich unabhängig.

Da es gerade Mittag geworden war, beschließen Sibylle und ich noch etwas an den Booten der Freunde zu tun.
Es waren am gestrigen Nachmittag noch einige Fragen und Bitten aufgetaucht, diese wollten wir gleich heute erfüllen.

Ich fackle nicht lang – eine zweite „Aktion Sorgenkind“ und STENELLAs Kuchenbude ist abgebaut

Wir gehen zuerst zu STENELLA. Der Grund hierfür war unsere Hoffnung, dass die Kuchenbude inzwischen trocken sein sollte und wir diese sofort abbauen und verpacken können.

Das hat nur fast geklappt, denn das Dach war noch etwas feucht. Wir mussten dieses zum Trocknen auslegen.

Die anderen Teile hatten locker Platz in der Backskiste. Dort haben wir selbige locker verstaut.

Platz ohne Ende

Inzwischen war Rosi von der ALENA tatsächlich angekommen. Wir begrüßten uns herzlich und die stolze HR Besitzerin kam gleich für einen Klönschnack zu uns ans Heck.

Das war fein, so ließ sich die Wartezeit gut überbrücken.

Wir quasseln ein bisschen mit Rosi, es gibt viel zu erzählen

Obwohl die Sonne mit aller winterlichen Kraft auf das feuchte Zelttuch scheint, dauert das Trocknen des Bimini länger als erwartet.

Sibylle und ich beschließen eine Kaffeepause einzulegen, welche auf dem Heimweg spontan in eine „Glühweinpause“ umgewidmet wird.

Wir fotografieren STENELLA um dem Skipper ein Bild zukommen zu lassen – „…einpacken werden wir später, aber die Kuchenbude ist gerettet! Abbau erledigt!“

Zurück kommt eine kurze Antwort – „Daumen hoch – ich rufe später mal an!“

Da müssen wir später noch aufräumen, aber die Arbeit ist gemacht

Auf NESSAJA trinken wir Beide zwei Becherchen Glühwein und essen Christstollen dazu.
Das macht beschwingt und gutgelaunt 😉 – so würde die Arbeit sicher besser von der Hand gehen.

Was machen wir noch? Ich neige zum Faullenzen und möchte nur noch auf STENELLA zusammenpacken und dann mit Martin telefonieren.

Sibylle plädiert dafür, heute schon so viel wie möglich wegzurackern.
„wir könnten Hans Peters Dinghy einpacken und das Loch in Ulis Scheibe kleben!“

Happy wife, happy life! Ich folge ihren Ideen – also auf zu LIBERTÉ und den nackigen Schnulli wieder ordentlich eingepackt!
Das gelingt recht flott – bald schon können wir Vollzug melden und senden dem Freund im Saarland ein Bild.

Das Beiboot von LIBERTÉ ist wieder ordentlich geschützt

Weil wir am Weg zu Ulis JASPER auch noch an Bennos Schiff vorbeikommen, sehen wir auch dort vollumfänglich nach dem Rechten.

Es wird doch nicht mehr als die Nabenabdeckung des Windgenerators kaputt gegangen sein?

Es zeigt sich – nein, alles andere ist in bester Ordnung. Ach, doch – eine Sache…
Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass auch auf der CARPE DIEM die Windex vom Hagel zerschossen wurde???

An Deck von Bennos Dampfer ist alles ok
Hier fehlt die Kappe – das waren die Trümmer die Sibylle fand
Und auch hier hat es die Windex zerlegt

Auf dem Weg von CARPE DIEM zum D-Ponton finden wir einige Windex Teile.
Ich bin sicher, dass wir bei entsprechender Suche einen ganzen Haufen zusammentragen hätten können – aber es reicht auch so…

Überall liegen diese Reste

Ein zweites Mal an diesem Tag gehe ich auf STENELLA – ich mache das Deck klar, verpacke das letzte Teil der vielteiligen Kuchenbude und schicke mich gerade an, das kleine rote Schnuckelschiff zu verlassen.

Da erreicht mich eine Nachricht von Martin, mit ihm hatte ich ein Telefonat für 16.00 Uhr vereinbart.
„Bin früher zuhause, sollen wir jetzt telefonieren?“
Ich antworte kurz – „Ja, klar, bin ohnehin gerade an Bord von STENELLA!“

Das Telefon klingelt umgehend…

Wir schnacken ein Weilchen, auch über die unglückliche Kuchenbude, sind uns aber gemeinsam einig, dass das Problem nun gelöst ist.
„Weil ich gerade da wäre…“ bittet Martin mich um ein Foto seines Motors, er mache gerade einen Online Motorkurs, zudem um einen kurzen Kontrollblick auf die Batteriespannung.
Beidem leiste ich umgehend Folge…

Batteriespannung 13,8V
Und ein Bild von seinem Motor

Ich schmunzle in mich hinein – ein Online Motorkurs also. Na wenn das nix ist.
Und repariert wird mit virtuellem Werkzeug? Die Ersatzteile aus KI Beständen?
Nein, da habe ich Zweifel – es gibt wenig Dinge die analoger und hemdsärmeliger sind, als die Reparatur und Wartung eines alten Dieselmotors.

Es wäre gut, wenn Martin jemand kennen würde, der ihm das mal „in natura“ zeigen könnte – ich muss mal nachdenken…
Ach, da fällt mir doch schon jemand ein 😉

2016 bei ABC in München – ich war damals Kursleiter für Motorenkurse für Fahrtensegler, es galt Beruf und Hobby zu verbinden

Lieber Martin – wenn Du wirklich in die Motorentechnologie abtauchen willst, dann lass´ ich mir etwas für dich einfallen! Versprochen… 😉

Fertig, an der roten Wanderer 40 habe ich alles erledigt was zu erledigen war. Ich bin überzeugt, dass sie jetzt nach Stürmen oder schweren Regenschauern, keine Probleme mehr machen wird.

Eigentlich reicht es für heute, aber eine Aufgabe steht noch an – das Kleben der eingerissenen Seitenscheibe an JASPER.
Dies ist allerdings eine schnell zu erledigende Aufgabe.

Sibylle geht über die Planke und öffnet sich den Weg in das Cockpit, ich dagegen gehe an Deck und verklebe von außen.
Mit „einem Streifen Klebeband“, wie Uli meinte, war es nicht getan – aber ein paar Lagen Panzerband sollten bis zum Frühjahr reichen.

Ich drücke von außen an…
…Sibylle verklebt und verpresst von innen
So passt das

Das war´s – Feierabend! Ich versuche noch kurz, an ALENA bei der Inbetriebnahme der Gasanlage zu helfen, dies scheitert aber an einem Ersatzteil.

Rosi schaut mich traurig an – kein Kaffee, kein Tee? Was für ein erbärmliches Dasein!
Dem kann Abhilfe geschaffen werden – wir laden sie zu uns ein, ich trinke mit ihr einen weiteren Humpen Glühwein und wir laben uns an Stollen.

Nebenbei mache ich ihr eine Thermoskanne Tee und eine Frenchpress Kaffee. Sie leiht sich unser Induktionskochfeld und sollte somit versorgt sein bis morgen.
Morgen kommt Karl an und kann mit ihr das fehlende Ersatzteil beschaffen und die Anlage in Betrieb nehmen – Tag gerettet.

Sibylle und ich lassen den Abend nach dem Essen, es gibt Reste von Heiligabend, bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Am nächsten Morgen machen wir sehr zeitig eine Besorgungsfahrt – und trauen unseren Augen kaum!

Das Katzenhotel ist fertig – und es ist fantastisch geworden

Antonia und Alex haben ihr Katzenhaus fertig gestellt. Man sieht beim ersten Anblick, dass sie eine Menge Zeit und Mühe investiert haben, um „Schrott wieder flott“ zu machen.

In jedem Fall ist es ein toller Unterschlupf für die Maunzer geworden, gerade rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit.

Wir hatten nicht viel Zeit für unsere Einkäufe, denn mittags waren wir als Taxi gebucht.
Wir würden unsere Freunde Brigitte und Hans am Flughafen abholen und bei dieser Gelegenheit Antonia gleich mit zum Airport nehmen.
Sie fliegt heute ab und wird für einige Wochen zuhause verweilen.

Pünktlich kommen wir am kleinen Leros Airport an, es ist ganz schön was los. Aus Athen haben wir die Nachricht, dass sich der Flieger wegen des Windes verspäten wird.
Unsere Freunde aus Österreich halten uns stets auf dem Laufenden.

Der Parkplatz ist fast voll…
…aber ich finde ein Plätzchen für „Klicker“

Es kam wie es kommen musste – wegen des starken Windes wurde der Flug letztlich abgesagt und auf den Folgetag verschoben.
Die Freunde werden in Athen in einem Hotel untergebracht, Antonia nehmen wir kurzerhand wieder mit nach Hause.

Weil es gerade passt, machen wir für den Abend ein gemeinsames Dinner mit dem A-Team im „Gia Sena“ aus.

Beim Gedanken an Essen fällt mir Silvester ein. Heute hat das „Navarone“ sein Silvestermenü online gestellt.
Bei uns bleibt ein fader Beigeschmack, es ist relativ teuer und es gibt keine Optionen für Vegetarier, was für Caetlin und Ben ein Ausschlusskriterium ist.

Ok, zugegeben, es liest sich lecker

Da wir so etwas schon geahnt hatten, zudem wussten, dass das „To Steki“ bereits ausgebucht war, hatte ich vor zwei Tagen auf Verdacht einen Tisch für zehn Personen im „Metzes“ reserviert – ich war heilfroh!

Glaubt es oder nicht, just in diesem Moment trifft eine Nachricht auf meinem Mobiltelefon ein – „Sorry Mario, we are overbooked. You can have the table, but you have to leave at 21.00!“

Ne, das wollen wir nicht! Um 21.00 Uhr wollten wir kommen, nicht gehen. Stamatis und ich schreiben ein paarmal hin und her – vorwurfsfrei, respektvoll, freundschaftlich.
Dennoch war klar, dieses Angebot würde ich nicht annehmen – ich storniere meine Reservierung.

Und jetzt???
Wir rufen unsere F-Ponton Community zu einem „Beratungsbier“ unter die ANAHITA zusammen.

Es zeigt sich, es gibt kaum Alternativen – ich wage kaum, einen Geistesblitz auszusprechen…
„Was wäre, wenn wir alles was wir brauchen zum Haus hochfahren und dort feiern bis zum Abwinken?“

Begeisterung! So machen wir es! Eine Idee war geboren.
Diese werden wir morgen noch mit Brigitte und Hans abstimmen, die beiden werden wir nämlich morgen WIRKLICH vom Airport abholen.

Es ist kalt am Morgen, zum ersten Mal sehen wir einstellige Tagestemperaturen

Der Wecker war gestellt, Sibylle und ich trinken gerade unseren Tee beziehungsweise Kaffee und warten dabei auf das Signal aus Athen.

Dieses kommt mit 20 Minuten Verspätung, dafür gepaart mit der berechneten Flugzeit von nur 40 Minuten statt der obligatorischen Stunde.

Wir setzen Antonia in Bereitschaft – „…Abfahrt in 10 Minuten, wir treffen uns am Auto!“
Dann beladen wir Klicker ein zweites Mal – Antonia hat die Kätzchen Feivel und Aria im Handgepäck, dazu ihr Reisegepäck.

Auch Klickers Thermometer zeigt unverholen den einstelligen Temperaturwert – igitt

Kurz vor der Abfahrt überreichen Antonia und Alex und noch ein kleines Geschenk.
Das ehrt und beschämt uns gleichermaßen, stehen wir doch mit leeren Händen da.
Trotzdem, als wir es nach unserer Rückkehr öffnen und die Karte lesen, sind wir sehr gerührt – DANKE ihr Beiden!

Da bleibt uns nurmehr ein dickes DANKESCHÖN auszusprechen

Diesmal klappt alles! Wir bringen Antonia just in time zum Flughafen, bleiben noch bei ihr, bis alles eingecheckt ist.
Wir hätten unterstützen können, für den Fall, dass irgendetwas mit den Katzen nicht geklappt hätte.

Dies war nicht nötig und so haben wir und herzlich verabschiedet, als die junge Frau den Sicherheitsbereich betrat – auf Wiedersehen im März…

Dann nix wie los, wir gehen die 20 Meter bis in den Ankunftsbereich und sehen auch schon Brigitte und Hans über das Rollfeld laufen.
Man sieht ihnen die Vorfreude richtig an.

Willkommen zurück
Wir freuen uns, dass die Freunde zurück sind

Erst einmal ein großes Hallo, dann gilt es das Gepäck der beiden in den Audi zu laden.
Am Weg zu deren Haus, weihen wir die Freunde in die neuen Silvesterpläne ein.

„Super…“ höre ich Brigitte sagen, „…voi klass´ aber dann machen wir die Party doch gleich bei uns im Haus!“

Ok, völlig neuer Aspekt! Unser Haus in Plaka wäre eine coole Location gewesen – ein unbewohntes Haus nur für die Party zu nutzen hätte etwas Besonderes gehabt. Eine „Vereinnahmung“ jenseits des Üblichen.

Umgekehrt ist bei den beiden Österreichern natürlich alles an Infrastruktur und Ausstattung vorhanden und gegeben.
Das Fest wäre besser und einfacher zu organisieren und vielleicht auch komfortabler.

„Wenn es euch wirklich nix ausmacht???“
In diesem Moment legen wir fest, dass unsere Silvesterparty in Crithoni stattfinden wird.
Die „glorreichen Sieben“ vom F-Ponton werden zusammen mit der Crew der BARCASO das Jahr 2026 entsprechend begrüßen.

Wir setzen die Beiden zunächst einmal zuhause ab, vereinbaren uns für eine erste Besprechung nebst Vorstellungsrunde am Nachmittag und Sibylle und ich laden die Freunde zum Dinner an Bord der NESSAJA ein.

Dann gehen Sibylle und ich erstmal frühstücken.

Bei „Mikes“ gibt es ein Tiropita und einen Cappuccino

Heute wird zuhause gekocht. Da wir jetzt noch Gäste haben, müssen wir ein wenig aufstocken und somit einkaufen gehen.

Auf Leros ist es so, dass wenn nach Weihnachten ein Wochenende kommt, die Läden am Sonntag stundenweise offen haben.

Wir können also in den Supermarkt gehen und unsere Einkäufe noch einmal etwas pimpen, dann sollten wir für heute abend safe sein.

Weihnachten ist vorüber, wir sehen dem Jahreswechsel entgegen – auch das Haus in dem der Nikolaus die Wünsche der Kinder annimmt ist zwischenzeitlich verwaist.

Der Nikolaus ist wieder nach Hause gereist, die Weihnachtszeit ist vorüber

Als wir auf NESSAJA zurückkehrten, wäre ja eigentlich schon fast Kaffeezeit.
Bevor wir uns aber gemütlich an den Tisch setzen konnten, hatten wir noch eine Kleinigkeit auf unserer Liste – wir waren heute mit Eva und Mario von der SAGITTA zum Videocall verabredet.

Nachdem die Beiden Leros verlassen hatten, haben wir regelmäßig telefoniert um unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Beim nächsten Besuch in der alten Heimat, wollen wir uns in Österreich treffen.

Es gab viel zu erzählen…

Fast eine Stunde haben wir palavert

Jetzt aber – eine Tasse Kaffee und etwas Süßes bescheren uns neue Lebensgeister.

Weil wirklich noch viel Tag übrig war, habe ich mir fest vorgenommen, dass ich noch ein bisschen was schaffen möchte.
Meine Idee ist, dass ich auf ELOWYN die restlichen Ventile einklebe um endlich einen Haken an diesem Thema zu haben.

Sibylle hilft mir zu Anfang, hat sich dann aber die Reparatur unserer Insektengitter auf die Fahne geschrieben.
Diese sind durch den Hagel zwar nicht beschädigt wurden, aber das Netz hat deutlich gelitten – es wird Zeit für Ersatz.

Inventur der übrigen Teile – Altteile…
…und Neuteile

Zunächst halte ich alle übrigen Teile fotografisch fest und biete sie in unserer DIY Gruppe an.
Wir helfen uns gegenseitig mit Rat und Tat, sowie mit übrigen Teilen und angebrochenen Montagematerial.
Das ist eine sehr hilfreiche und Geld sparende Organistion.

Dann prepariere ich meinen Arbeitsplatz, richte alles her und starte mit dem Einkleben der noch ausstehenden Ventile.

Die hier liegenden Teile müssen noch verklebt werden

Diese Arbeit wird mich heute und auch noch den morgigen Tag beschäftigen, denn aufgrund der Trockenzeiten können nicht alle Teile in einem Arbeitsschritt montiert werden.

Zudem ist es mehr Arbeit als man denkt – erst ein Trockeneinbau, dabei wird die Umdrehungszahl und die finale Stellung des Hebels festgestellt und notiert.

Dann muss der Primer aufgetragen werden und nach dessen Ablüftzeit erfolgt die finale Verklebung mit SIKA 291i – danach gibt es nichts mehr zu rütteln.

Dieser Schritt muss sitzen, es ist der, bei dem mit den gebrauchten Ventilen eine falsche Entscheidung im Klebeprozess zum Desaster geführt hatte.

Zielbild – das Komplettset ist final verklebt, der Hebel in der festgelegten Position

Damit nicht genug – das Problem beim letzten Mal, war ja zuwenig Kleber für das ausgeleierte Gewinde.
Dies soll nicht noch einmal passieren, daher bin ich mit dem Dichtkleber eher großzügig.

So ist es normal, dass Überschüsse beim Verschrauben aus dem Gewinde gedrückt werden.
Es gehört also zum sorgfältigen Einbau, dass außen herausquellender Kleber ordentlich abgeputzt wird und dabei der Gewindeausgang auch nochmal abgedichtet wird.

Leider wird aber Kleber auch nach innen gedrückt. Ich muss also vor dem Anvulkanisieren nach unten und muss Kleberüberschuss aus den Rumpfdurchbrüchen pulen.

Blick von außen nach innen – das muss alles raus

Immer wenn ich unten über den Sandplatz der Marina gehe, fallen mir die Fähnchen der durch den Hagel zerstörten Verklicker auf.

Ich sammle diese Fähnchen um später an NESSAJA und ELOWYN den Verklicker reparieren zu können und um Freunden gegebenenfalls diesbezüglich aushelfen zu können.

Inzwischen habe ich acht Stück
Es ist aber auch viel Bruch dabei – ab in die Tonne

Leider konnte ich das Ventilprojekt am zweiten Tag nicht ganz abschließen – ein Ventil macht Kummer!

Das 1 1/4 Zoll Set des Generators hat merklich mehr Spiel im Gewinde als alle anderen Größen – so viel, dass ich nicht ohne Absicherung verkleben möchte.

Ich probiere also neben meinen Neuteilen, baugleiche Neuteile aus Alex´ Ersatzteilkiste aus – das gleiche Dilemma.
Ich entscheide, dass ich dieses eine Ventil zurückstelle und eine Mail an TruDesign schreibe.
Ich werde die Antwort abwarten und dann erst dieses eine, letzte Ventil montieren.

Die gesparten Minuten verwende ich, um den Einbau der FRITZ!Box zu starten.
Es wird, wie auf NESSAJA, eine vom Typ 6820LTE zum Einsatz kommen, welche mit einer Cosmote Prepaid Datenkarte laufen soll.

Die Wahl fiel seinerzeit auf diese FRITZ!Box, weil sie zum einen kompakt ist, zum anderen direkt mit 12V betrieben werden kann.
Dafür wird einfach der Trafo abgeschnitten und das Kabel an die Bordelektrik angeschlossen.

Ich breche den Trafo auf – welches ist +, welches –

Fertigstellen werde ich diese Arbeit an einem anderen Tag, heute möchte ich den Einbau nur vorbereiten.

Das ist eine Aufgabe für einen Regentag – und die sollen kommen! Es ist also ratsam, erst alle Arbeiten an Deck oder am Rumpf abzuschließen.

Bei ELOWYN ist dies soweit geschehen, daher beschließe ich diesen Arbeitsplatz zu verlassen und noch eine Stunde auf meinem Schiff zu werkeln.
Als ich im Cockpit von ELOWYN stand, bot der Himmel eine beeindruckende Szenerie – der Regen wird kommen, aber wann???

Ich liebe dieses Farbenspiel

Im Cockpit von NESSAJA steht immer noch der große Karton von „ropetec“.
Ich hatte bisher nur geschafft, dass ich die Dirk einziehe. Seither steht der Monsterkarton eigentlich mehr im Weg – dies wollte ich vor dem nächsten großen Regen noch erledigt wissen.

Also nehme ich mir vor, dass ich heute noch ein Fall auswechseln werde – und das schaffe ich auch!
Bis zum Sonnenuntergang habe ich das Arbeitsfall getauscht – für heute ist das Tagwerk erledigt!

Das alte Fall verwahre ich
Heute verschont uns der Regen

Zur Zeit essen wir eigentlich immer zuhause. Sibylle kocht uns jeden Tag etwas Leckeres und wir schlemmen gemeinsam.

Das selbstgekochte Essen ist meist gesünder und in jedem Fall günstiger als die Einkehr in den Tavernen.

Heute gibt es Spaghetti Bolognese und ich freue mich richtig. Dementsprechend haue ich rein, denn das einfache italienische Gericht gab es lange nicht mehr.

Danach ist Medienzeit angesagt, ein bisschen Facebook, danach eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Reihe „wunderschön“.
Sibylle ist noch auf Facebook, da schlägt sie Alarm, „…ach Du Scheiß, der Metzger schreibt, dass die Annahme für Bestellungen für Silvester abgeschlossen sei!“

Wir beschließen, dass wir unserer Fleischbestellung am kommenden morgen die allerhöchste Priorität 2 verleihen!
Priorität 1 ist dauerreserviert – für den Morgenkaffee! An dem wird nicht gerüttelt.

Edelmetzger „Hatzigrigoriou“ ist die erste Adresse unserer Einkaufsfahrt

Es klappt! Wir haben zwar schon eine größere Bestellung für ein BBQ mit 9 Teilnehmern, ok eigentlich 7, aber wir möchten eher normale Fleischstücke haben.

Das sei kein Problem, man nimmt unsere Bestellung an und lässt uns wissen, dass zum 31.12. alles fertig gepackt sein würde.

Perfekt, das Wichtigste ist unter Dach und Fach, ab jetzt können wir ganz gemütlich unsere Einkaufsrunde fahren.

Zurück in der Marina fällt uns auf, dass auch an Emanuels RUKIPE der Deckel vom Windgenerator abgeschlagen ist,
Ich mache ein Bild und informiere den Nachbarn.

Auch hier nur ein geringer Schaden, aber der Eigner soll es wissen

Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine zwei Fallen für die Vorsegel einzuziehen.

Dies gelingt problemfrei, sowohl das Fockfall als auch das Genuafall sind jetzt im Mast montiert und können bei nächster Gelegenheit eingesetzt werden.

Die alten Fallen werden zunächst noch gesammelt, ich werde sie brauchen, um im letzten Schritt der Erneuerung des stehenden Guts den Mast ausreichend abzuspannen und zu sichern.
Nicht zuletzt deshalb sollte dieser Schritt daher zeitnah finalisiert werden, jetzt kann ein Haken ran.

Fock- und Genuafall sind ersetzt – das Großfall steht noch aus
Die alten Fallen werden nach der Erneuerung des stehenden Guts entsorgt

Etwas mehr Arbeit wird das Großfall machen. Um dies zu ersetzen, muss das Großsegel gezogen werden und für einen kurzen Moment abgeschlagen werden.

Das kann nur geschehen, wenn es windstill ist und auch nur, wenn der Großbaum nicht mehr auf dem Cockpitdach aufliegt.
Dies wollen wir nicht erzwingen, deshalb findet das noch verbleibende Fall seinen Platz im Schiff, der riesige Karton kann endlich entsorgt werden.

Sibylle war währenddessen wieder mit den Insektengittern beschäftigt, auch sie kommt gut voran…

Das neue Gitter wird zugeschnitten und fixiert
Dann kann es vernäht werden

Diese Arbeit ist zeitraubend und wird sich noch über die nächsten Tage hinziehen – aber der Anfang ist gemacht, der Rest ergibt sich.

Auch der Wind wird uns in das neue Jahr begleiten. Das Wetter ist freundlich, aber wechselhaft.
Es gibt kleine, kurze Schauer, dazu weht beständig ein kräftiger Wind. Die Temperaturen sind windabhängig – bläst er aus Süd, hat es durchaus 15°C oder auch mal mehr, pfeift es aus Nord, dann fällt das Quecksilber unter die magische 10°C Marke.

Zusammen mit dem Wind ergibt sich ein sehr unguter Chill-Faktor, mir klappern regelmäßig die Zähne – es ist Winter auf Leros.

Spitzen mit knapp 50kts, der Mittelwind pendelt so um die 30kts.

Der Wind meint es wirklich nicht gut mit mir. Nach dem Hagel, welcher meine eigentliche Außenborder-Abdeckung zerschossen hat, hatte ich umgehend meine Winter-Ersatzabdeckung montiert.

Durch Aeolus´ Atem aber, wurde auch diese innert einer Nacht in die ewigen Jagdgründe befördert.
Zugegeben, sie war schon alt und sicher auch durch UV-Bestrahlung beansprucht – aber dass sie dem Wind keinerlei Paroli bieten würde, damit habe ich nicht gerechnet!

Ein Neukauf bleibt mir nicht erspart

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen! Sibylle und ich machen uns auf die Socken, um die restlichen Besorgungen zu erledigen.

Zunächst holen wir unsere Fleischbestellung beim Metzger ab, diese wollen wir umgehend zu Brigitte und Hans bringen, um das Grillgut dort kühl zu lagern.

So, das hätten wir – der Anfang ist gemacht

Weil einer der möglichen Wege nach Crithoni direkt an unserem Haus vorbeiführt, liegt es auf der Hand, dass wir die JBL Partybox auch gleich mitnehmen und diese im Haus der Freunde abliefern.

Ich glotze, wie eigentlich immer, fassungslos auf meine Garagenwand. Diese sieht aus wie nach einem Beschuss mit einer abgesägten Schrotflinte.
Auch heute gesellen sich neue Löcher dazu, eines davon hat eher die Optik eines 9mm Geschosses.

Wie erkläre ich das dem Nachbarn

Ich lächle darüber – noch! Ich gebe offen zu, dass ich bei so etwas eine kurze Lunte habe und das überhaupt nur wegstecken kann, weil ich schon seit fünf Jahren auf dieser Insel lebe.

Das griechische „siga-siga“ hat schon abgefärbt, dies schadet in manchen Situationen nicht.

Aber – ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wüsste, dass so eine Kleinigkeit zum Zünglein an der Waage werden könnte.
Was liegt also näher als einen Plan-B zu erdenken? Ein „was-wäre-wenn-Szenario“ für den Fall, dass mir meine Nachbarn so auf den Sack gehen, dass sich mein ohnehin vorhandener Wunsch durchsetzt, auf einem Segelboot zu leben?

Nun, dann könnte man sich doch mal umsehen 😉 – ich spoilere mal – der Blog bleibt spannend, ich hätte da was im Auge (der Name stünde schon fest)!
Hab´ ich das jetzt wirklich geschrieben? Ach, ich Dummerchen, das hätte doch geheim bleiben sollen! Interpretiert da nicht zuviel rein, alles nur Tagträumereien…

Zurück auf den richtigen, den durch Sibylle vorgegebenen, Kurs komme ich, als wir bei Brigitte und Hans ankommen – es gibt einen Kaffee aus der neuen Maschine.

Liebevolle Details heißen Besucher willkommen
Sehr einladend – hier feiern wir ins neue Jahr hinein
Der Kaffee aus der preisgünstigen Phillips Maschine ist außerordentlich gut – ich überlege, auch so ein Gerät zu kaufen

Mit den Freunden stimmen wir die Details für den heutigen Abend ab. Es scheint sinnvoll, dass ich um 17.00 Uhr noch einmal mit einer Fuhre Lebensmittel vorbeikomme.

Alle Gäste können die von ihnen zubereiteten Gerichte bis dahin fertig stellen, dann würde ich sie zum Haus fahren.
Brigitte und Hans bekämen Zeit für Vorbereitungen und ich hätte den Audi leer, um alle Marinafreunde auf einmal zum Haus zu fahren – immerhin sind wir zu siebt.

So machen wir das!

Sibylle ruft zum Aufbruch, sie hätte jetzt allerhand zu tun und ich hätte schließlich auch angekündigt, dass ich noch ein bisschen was von meiner Liste abarbeiten wolle…

Da hat sie Recht und aus diesem Grund finde ich mich kaum eine halbe Stunde später, am Navigationsplatz von ELOWYN wieder.
Der Einbau der FRITZ!Box hat es mir angetan.

Außerdem gilt es, die Batterie des WILLI zu laden…

Zuerst die Batterie, das ist schnell erledigt – kann so bis nächstes Jahr stehen bleiben 😉

Der Router ist an sich keine besondere Herausforderung. Da ich ihn aber direkt mit 12V vom Bordnetz betreiben will gilt es, zunächst die Polarität der jeweiligen Anschlusspaare herauszufinden.

Dies messe ich mir mit dem Multimeter schnell aus…

Die Anzeige gibt einen positiven Wert – also stimmt es so. Braun ist +, blau ist – (ich lasse mich darüber nicht aus)

Auch beim Router scheint die Sache klar, denn ein Kabel ist nicht isoliert. Dennoch schadet es nicht, eine kurze Kontrollmessung zu machen.

Es ist besser die Polung zu verifizieren, als im Nachhinein den Geruch von verschmorten Platinen in der Nase zu haben und den Verlust des Routers besüdern zu müssen.

Auch hier bewahrheitet sich meine Vermutung

Jetzt kann ich das Kabel ordentlich vercrimpen und anschließen. Das klappt vorzüglich und bald schon läuft das kleine AVM Gerät.

Ich stecke vorübergehend die griechische Datenkarte von Nessaja ein und mache über mein iPad das Setup.

Alles in allem hat das Anschließen und Konfigurieren bis hierhin eine knappe Stunde gedauert – verzögert durch die Tatsache, dass ich einmal zu NESSAJA laufen musste, um Werkzeug zu holen.

Nun galt es nur noch, das Kabel ordentlich zu verlegen und einen Platz für das kleine Gerät zu finden – und schon hat ELOWYN ihr eigenes WiFi Netzwerk.

Konfiguration abgeschlossen – läuft
Passt ganz gut, so darf es bleiben

Mein Tagwerk war geschafft – ich habe die knappen zwei Stunden Bastelarbeit geschätzt, denn schön langsam werden wir uns in den Partymodus begeben.

Das neue Jahr nähert sich mit großen Schritten, es wird Zeit, den weißen Riesen zu verschließen und das Reparaturjahr 2025 zu einem Ende zu führen.

Dann werde ich zu NESSAJA zurück gehen…

Auf ELOWYN alles ok – ein letzter Blick durch den Mastenwald

Als ich über unseren F-Ponton schlendere, werfe ich noch einen Blick auf Emanuels RUKIPE.
Ich hatte, zugegeben ohne genauen Kontrollblick, schon informiert, dass er damit rechnen müsse, dass auch sein Verklicker etwas abbekommen hat.

Heute aber erkenne ich, dass nicht nur die günstige Windex beschädigt ist, sondern auch der vergleichsweise teure Raymarine Windmesser einer Schaufel am Windrad verlustig gegangen ist.
Hier ist die Herausforderung groß – denn ich erkenne das System sofort, ein alter ST50 Windgeber wie auch ich ihn hatte!
Das Ersatzteil gibt es noch, es kostet kein Vermögen. Es bleibt aber zu hoffen, dass keine anderen Kollateralschäden auftauchen – eine Reparatur ist in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht vertretbar.
Hier kommen schnell Kosten von 500.-€ und mehr auf den Skipper zu.

Ich werde an diesem Tag zum Hiob und sende Neujahrswünsche und das entsprechende Bild.

Reparaturbedarf im Masttop

Jetzt aber – noch zwei Stunden Galgenfrist! Ich ruhe mich noch ein wenig aus und mache es mir auf Alex´ Fakirmatte gemütlich.
Ob ich leicht masochistische Ansätze habe? 50 shades of Rauchi?
Nicht auszudenken…

Ein bisschen Masochismus war auch im Spiel, als wir Caetlin und Ben zwei gemütliche Reiseplätze in Klickers Kofferraum angeboten haben.

Ich konnte es kaum fassen, wie der riesige Kofferaum des Boliden schrumpfte, während sich das junge Paar aus den Niederlanden auf die extra bereitgestellten Klappsitze faltete.

Ja – der Deckel muss noch zugemacht werden! Und passt bitte auf die „Oliebollen“ auf
Sieben Erwachsene im A6 – Greek Public Transport 😉

Wir kommen an im Haus der Freunde – großes Hallo und erst einmal umsehen.
Klar, dass alle sofort einen Blick von der großen Terrasse auf die Burg wagen.
Das Kastell ist eines der Wahrzeichen von Leros und nachts schön beleuchtet – wir sind uns alle einig, DAS wäre der richtige Platz für ein Feuerwerk.

Dunkle Nacht, die Terrasse mit einem Partylicht erhellt…
…der nahezu volle Mond sorgt für zusätzliche Stimmung
Über Allem thront das beleuchtete Kastell

Es ist zapfig kalt! Man hält es immer nur kurz draußen aus, dann ist wieder eine kurze Aufwärmphase im Wohn- und Essbereich angesagt.

Ben bekommt die Aufgabe als „Spotify DJ“ zu agieren. Er fragt, was wir denn wünschen – 70er, 80er oder gar 9…??? Er konnte kaum ausreden – die Antwort kam pfeilschnell und wie aus einem Munde – 80er!!!

Für Caetlin, Jahrgang 1994 und dem kaum älteren Ben, beide sind deutlich jünger als unsere Kinder, ist die gewählte Musik in die Kategorie Oldies einzuordnen.
Dennoch lässt er sich nicht lumpen und schon erschallt Musik aus der coolsten Zeit meines Lebens aus der JBL Box.
Es war wie eine Zeitreise durch eine längst vergangene Epoche der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins!

Es ist einer dieser Tage, an denen ich aber auch merke, dass hier und heute Menschen zusammentreffen, deren Lebenslinien sich schneiden. Geschichten werden geschrieben, Freundschaften entstehen.
Neun Personen aus drei Ländern feiern zusammen, sprechen ein Mischmasch an dialektgefärbten Deutsch, Englisch und Holländisch – ich liebe solche Begegnungen.

Wir beginnen langsam das Buffet zu richten und auf der Terrasse werden die Grills in Betrieb genommen.

Die Salatbar
Das Grillgut liegt schon bereit
Wenig später wird gegrillt was das Zeug hält – ein Grill für Fleisch…
…und einer für den Fisch

Während das Dinner in der Vorbereitung ist, bietet Hans allerlei bunte Getränke an.
Der Gin-Tonic setzt sich als Opener durch, danach gönnen wir Männer uns ein Bier, die Damen entscheiden sich mehrheitlich für Wein.

Immer wieder zwischendurch, gehen wir abwechselnd nach drinnen um uns aufzuwärmen.
Die Temperatur zu dieser Stunde war wohl kaum höher als 8°C.

Hans mixt Gin-Tonic
Wir stehen zusammen und schnacken – ein Grog wäre auch was feines gewesen
Dann wärmen sich Sibylle und Caetlin auf – wie lang dauert´s noch?

Kurze Zeit später war es soweit – das Grillgut war fertig, Hans bereitet eine gigantische Fleischplatte.
Die Steaks werden geschnitten, alles wird geteilt, jeder greift zu.

Es wird zu Tische gerufen, es geht los – einen guten Appetit, καλή όρεξη!

Wir haben Spaß in unserer Runde
Das Tomahawk und das Flank werden tranchiert…
…so kann jeder nach Herzenslust zugreifen
Das Fleisch kommt auf eine große Platte in die Mitte des Tisches
Die von Alex gefangene Brasse zerlegen wir direkt am Tisch

Jeder greift zu – große Salatteller machen die Runde, als Beilage, Vorspeise oder Hauptgericht.
Wir gestalten unser Essen zwanglos, jeder nimmt sich soviel er möchte und wählt selbst, was am besten schmeckt.

Caetlin hat zwei frische Sauerteigbrote gebacken, Sibylle ein Kilo Tzatziki und Brigitte noch einen göttlichen Dip.

Ein sehr gutes, dem Anlass entsprechendes Dinner.

Ich fange mit einem Vorspeisenteller an

Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass wir nach dem Essen noch Platz im Magen hätten, war natürlich auch für Nachspeisen und Knabbereien gesorgt!

Ilona hat gleich wieder eine ganze Reine von ihrer Quark-Mascarpone Creme gemacht.
Ben hatte die in den Niederlanden typischen Oliebollen frittiert und als Tüpfelchen auf dem i war auch alles vorhanden, was man für ein Knabberbuffet benötigt.

Nach dem Essen gibt es „Ilonas Frucht-Tiramisu“…
…und auch die Oliebollen sind schon zum Aufwärmen im Ofen

Ich will etwas spoilern – das Knabberbuffet blieb am heutigen Abend ohne Beachtung.
Als wir durch unsere verschiedenen Gänge durch waren, war jeder von uns so vollgemampft, dass Chips & Co. keinen Platz mehr hatten.

Ging unangetastet zurück

Außerdem warteten wir gebannt auf den Countdown! 10-9-8… Hans verbindet die Partybox mit seinem Handy… 7-6-5… er startet gerade noch rechtzeitig klassische Musik und dreht ein wenig auf.

Es war besonders – eine klirrend kalte Nacht auf der Ägäisinsel Leros, aus der Box hallt der „Donauwalzer“ und pünktlich um 00.00 Uhr läuft die BLUESTAR II in Agia Marina ein und lässt ihr Horn ertönen…

4-3-2-1-PROSIT NEUJAHR – καλή χρονιά !

Es ist soweit – 2026 ist da, wir prosten uns zu, umarmen uns und wünschen uns alle nur das Beste
Wider Erwarten startet auf einmal ein kleines Feuerwerk
Es ist nicht wirklich beeindruckend und nicht das Größte…
…dennoch passt es zur Situation und wir freuen uns

Wir wissen, dass auf Leros kaum Feuerwerke gezündet werden. Auch diese unsägliche Ballerei schon Stunden vor dem Jahreswechsel findet hier nicht statt.

Wir haben eigentlich in keinester Weise mit einem Feuerwerk gerechnet – umso mehr haben wir uns gefreut, dass aus der Richtung des „Crithoni Hotel“ zumindest ein kleines Raketenstakkato abgefeuert wurde.

Willkommen 2026 – ich wünsche mir ein gesundes und friedvolles neues Jahr

Nach dem Anstoßen war es soweit – der niederländischen Tradition folgend, wurden die Oliebollen gereicht.

Natürlich hat jeder zugegriffen – und dies, obwohl die Bäuche oft schon spannten.
Aber diese besondere Leckerei wollte sich niemand entgehen lassen!

Jeder nimmt sich einen…
…ich erwische den Größten – Zufall! Ehrlich!

Ich greife in den Topf und erwische einen Kaventsmann der fetttriefenden Kugeln, die den Namen „Bolle“ schon zurecht tragen.

Ich beiße ab, die Dinger schmecken ähnlich wie bayrische „Auszog´ne“ – und sie fallen auch ähnlich mächtig in die Magengrube.

Ich kämpfe gegen den mächtigen Klops und es droht ein Sieg der Teigspeise – letzten Endes werde ich dem Ding aber Herr und schlotze mir den Puderzucker von den Fingerkuppen.

Im gleichen Augenblick erkenne ich – ich werde heute Nacht wohl schlecht schlafen, der Oliebolle war zuviel, vielleicht platze ich.

Wir stehen noch eine Weile beisammen

Bis kurz vor 02.00 Uhr halten wir durch, dann quittieren wir. Eine ganze Weile haben wir noch beisammengesessen und geklönt – es war ein herrlicher Abend.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern Brigitte und Hans, dann ziehen wir von dannen.
Das ganze Zeug verbleibt noch hier, wir kommen morgen und holen alles ab.

Gute Nacht, es war schön mit euch!!!

Am Heimweg falten sich die jungen Männer in das Heck meines Automobils. Caetlin hatte Sorge, dass es ihr schlecht werden könnte mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Kaum Verkehr auf den Straßen, wir waren nach 10 Minuten in der Marina und haben uns dort mit einem kurzen „Gute Nacht“ verabschiedet.

Es war kalt, wir waren müde und jeder wollte rasch zurück auf sein Schiff.
Auf NESSAJA ging Sibylle sofort ins Bett.
Ich saß noch eine Stunde und dachte nach – was für ein Jahr!

War 2025 ein gutes Jahr, würde ich es als eher schlecht einstufen? Ich werde dazu, wie immer, zum Ende des Januar einen Jahresbericht schreiben, den ihr euch bitte selber zu Gemüte führt.
Bei neuen Seiten gibt es nämlich keine Infomails.

Ich fahre runter und werde müde, es wird Zeit in die Falle zu gehen.
Ich wünsche euch ein tolles Jahr 2026 und hoffe, dass ihr auch in Zukunft immer wieder mal reinschaut.

Ein kurzer Ausblick auf den Januar…
Erste Termine für Q1 werden fixiert, fast alle Freunde fahren zu Besuchen in ihre Heimat – ich bleibe alleine zurück.
Ich werde alles daran setzen, dass ich die Projekte an ELOWYN und NESSAJA vorantreibe.
Auch am Haus gibt es ein paar Kleinigkeiten zu tun!

Bleibt dran, ich freue mich auf neue Geschichten aus dem Buch des Lebens

Mario & Sibylle – von Bord der NESSAJA























Weihnachten / Silvester 2025 – Last Christmas

😉 – ich konnte nicht anders!

Auch dieses Jahr grüßen Sibylle und ich ganz herzlich von Bord der NESSAJA und senden Weihnachts- und Silvestergrüße an unsere Freunde und Follower.

Ich konnte mir den Weihnachtsknaller von Wham aus dem Jahr 1983 nicht verkneifen – wohl einer der meist gehassten und gleichwohl geliebten Weihnachts-Popsongs aller Zeiten.

„Das wirklich Besondere an dem Lied ist, daß WHAM als erste Popband die Existenz von Weihnachten einfach hinnahmen.
Sie überhöhten es nicht, indem sie versuchten, den Geist des guten, alten Fests der Prä-Rock-’n’-Roll-Ära wiederzubeleben – aber sie bekämpften es auch nicht. […]
Vollends zeitlos wird der Hit durch das englische Wort „last“. Es geht ja gar nicht um das Jahr 1983, es geht immer um das vorige Jahr – diesmal also um 2024.
Eine solche perpetuum-mobile-hafte Selbsterneuerung schaffen nur die wirklich großen Klassiker.

Quelle: Wikipedia – Sebastian Hammelehle

Wie auch immer – Sibylle und ich wünschen euch ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest und einen fulminanten Start ins neue Jahr.

Für 2026 wünschen wir uns und euch Gesundheit, ein respektvolles Miteinander und Zufriedenheit in allen Lebenslagen.

Mario & Sibylle / SY NESSAJA

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…