Oktober 2026 – Das ist mein Leben

Leider kann ich Hans Peters Wunsch nach Wolfgang Petrys Song „Wahnsinn – Warum schickst Du mich in die Hölle?“ nicht entsprechen!
Irgendwas wehrt sich in mir, den Gassenhauer vom, mit Freundschaftsbändchen behangenen, „Wolle“ in meinem Blog zu verewigen.

Aber HPs Titelauswahl lässt euch erahnen, dass nicht alle Ereignisse des vergangenen Monats eitel Sonnenschein waren – ich suchte daher recht lang nach einem handfesten Song, welcher den Weg in den Wahnsinn beschreibt.

Wiedermal helfen die „Böhsen Onkelz“ aus, deren 1991er Song „Das ist mein Leben“ unsere psychische und physische Achterbahnfahrt durch den zehnten Monat des Jahres ziemlich gut trifft.

„Das ist mein Leben, vielleicht soll es so sein
Eine Reise durch den Wahnsinn, durch Licht und Dunkelheit
Man muss wohl erst ganz unten sein, um oben zu besteh’n
Bis zum Hals in Scheiße steh’n, um wieder Land zu seh’n, um Land zu seh’n

Vom Himmel in die Hölle, von der Hölle ganz hinauf
Ein tiefer Fall nach unten und die Treppe wieder rauf
Egal, was man erwartet, man bekommt, was man verdient
Lieder, die das Leben schreibt, Schicksalsmelodien“

Theatralisch, übertrieben, zuviel des Guten? Da fragt mal Hans Peter…

Willkommen in der Welt des Wahnsinns – Hölle, Hölle, Hölle

Um Schattenseiten zu haben, muss die Sonne auch mal scheinen! Die ersten Tage des Monats waren noch geprägt vom Besuch unseres jüngeren Sohnes Stefan mit seiner Familie.

Wir haben die Zeit mit den Kindern und Kindeskindern sehr genossen, alles in allem waren es insgesamt auch rund vier Wochen – eine schöne Abwechslung.
Speziell ich habe versucht, jede freie Minute mit den Kleinen zu verbringen.

Anton liebt Rührei – das Treffen zum Frühstück im „Tzouma“ war also gesetzt

Leider trügt der Schein, genauer gesagt der Sonnenschein! Das Wetter wurde zum Oktoberthema, denn aus griechischer Sicht, fiel der vielzitierte „goldene Oktober“ schlichtweg aus.

Die Temperaturen fielen, viel zu früh wechseln wir alle nach und nach auf lange Kleidung und festes Schuhwerk.
Die Badesaison war schlagartig vorbei und ausgesprochen häufig war es grau, bewölkt und regnerisch.
Wettertechnisch hatten wir den schlechtesten Oktober seit wir auf Leros wohnen, ein Oktober, welcher sich anfühlte wie ein später November.

Dies war besonders für unsere Urlauber ein Desaster, nach den Erkältungskrankheiten war nun das Wetter der Spielverderber im Hinblick auf einen Badeurlaub.
Egal, wir versuchen das Beste daraus zu machen – und das beginnt mit einem fulminaten Frühstück!

Auch ich gönne mir in dieser Phase einen Kaffee und ein Kotopita zum Frühstück

Mein Tagesablauf während der ersten Woche war also geprägt vom Familienbesuch, streng genommen hatte ich ebenfalls „Urlaub“ oder zumindest arbeitsfrei.

Dies klappte nur bedingt, da Volker mir trotzdem eine zwar kurze, aber durchaus intensive „Emergency-List“ hiergelassen hatte.
Auch ELOWYN wird noch einmal in den Urlaub starten und da zwischen der Abreise unserer Kinder und der Ankunft der Crew nur ein Tag liegt, mussten enge Zeitfenster für die Kleinreparaturen genutzt werden.

Dies war zum Beispiel in der Zeit der Mittagsschläfchen der Enkel der Fall. Die Stunde reicht ziemlich exakt aus, um die Starterbatterien für den Motor und den Generator auf ihre Leistung unter Last zu prüfen.

Hankook schreibt alle relevanten Daten auf die Batterie – vorbildlich
Die Test gingen schnell von der Hand, die beiden Akkus waren noch in Ordnung

Der Grund, warum Volker diesen Punkt auf meine Liste gesetzt hatte, sollte sich im Verlauf des Monats noch aufdrängen.
In diesem Augenblick schien zunächst alles in Ordnung.

Ein weiteres Zeitfenster bot sich mir, teilweise auch durch Sibylle unterstützt, in der Phase zwischen Nachmittagsentertainment und Abendessen.

Da ich nur kurze Vorbereitungsphasen vor dem Dinner benötige, habe ich meist weitere ein bis zwei Stunden für kleine Handgriffe.
So mussten beispielsweise die Filter der Seewasser-Entsalzungsanlage gewechselt werden.

Immer wenn ich in das enge Kabuff hinabsteige, bin ich froh wenn Sibylle an Bord ist, sie kann mir von oben die notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel reichen – eine Unterstützung die Gold wert ist.

Hier unten ist es eng – mit Hilfe von oben geht es aber
Wir tauschen die Filter, welche diesmal nicht lang im Einsatz waren

Ich hatte im letzten Blog angedeutet, dass ich ein paar Worte über Antonias „Cathouse“ verlieren möchte.
Ich finde es höchst respektabel, dass die junge Frau neben ihren Stammprojekten, wie zum Beispiel ihr Fernstudium, ihrem Online-Job und den Bootsarbeiten, noch die Energie aufbringt, den kleinen, samtpfotigen Kreaturen zu helfen.

Inzwischen hat Antonia einen Verein gegründet und überlegt, die Pflege und Obhut der kleinen Stubentiger zu optimieren.
Sie kümmert sich um die zeitintensive medizinische Versorgung, das Füttern, die Tierarztbesuche und nicht zuletzt um das Aufpäppeln von Babykatzen.

Natürlich werden auch Spenden dankend angenommen – sei es natural, in Form von Futter und / oder Spielzeug, oder eben monetär.
Mehr vom „Cathouseproject“ sowie einen Link zu einer Spendenseite findet ihr auf der Webseite, etliche Bilder gibt es auf Instagram!

Auch für uns war der tägliche Besuch zum „Babykatzen streicheln“ ein Fixpunkt im Entertainmentkalender…

Am letzten Tag gab es auch von Amelie eine Futter- und Spielzeugspende

Für mich blieben nur ganz schmale Fenster um auch private Aufgaben anzugehen – so konnte ich quasi „im Vorbeifahren“ eine lang ausstehende Entscheidung treffen.

Ihr fragt euch, über was ich wohl jetzt wieder schwadroniere? Nun, die Entscheidung bezüglich des Kaufs eines „Monster-BBQ“ war noch offen und da ich in anderer Sache ohnehin zu Andreas Kritikos Hardwarestore musste, war es an der Zeit eine finale Entscheidung zu treffen.

Hopp oder Topp???

Bei Andreas wird verhandelt, geschachert – gekauft und bezahlt
Bereits eine Stunde später liefert mir der Kaufmann den Grill – den Gaumenfreuden in Plaka steht (fast) nichts mehr im Wege
Eine lange, dreifache Auszugsleiter bekomme ich in diesem Zug auch gleich geliefert

Über die Leiter kommen wir zum nächsten offenen Punkt aus dem vergangenen Monat – die Beantwortung der Frage, ob es mit einem zweiten „Pflegeschiff“ geklappt hat…

Kurz und bündig – ja. Ich hatte mich mit dem Eigner vor Ort abstimmen können, wir haben die dringlichsten Aufgaben und die meisten offenen Punkte besprochen und die Absprache mit einem Handschlag besiegelt.

Es geht aufgrund meiner Langfristplanung wohl erst im kommenden Monat oder gar erst zum 01.12. los, aber die Leiter war der erste Schritt.
Ich muss sicher und jederzeit in das aufgebockte Schiff kommen, eine eigene lange Leiter war daher ein Muss.
Da ich das Trum auch für´s Haus gebrauchen kann, habe ich diese zunächst auf eigene Rechnung gekauft.

Na, neugierig geworden? Mehr zum zweiten Pflegeschiff in einem der folgenden Monatsblogs…

Auch in Deutschland fand ein Drama ein zwischenzeitliches Ende!

Die zur Reparatur abgegebenen Heizungen sind wieder unter unserer Kontrolle – unrepariert

Der auf der Webseite von Webasto als zertifizierter Betrieb genannte Bosch Dienst in meiner alten Heimat hat auf ganzer Linie versagt.

Dies nicht nur auf der Zeitachse – ich hatte die Geräte im Juni abgegeben – nein, auch die Kommunikation und die Performance waren kläglich.
Dies gipfelte in unbeantworteten Mails und einer telefonischen Nichterreichbarkeit, so dass ich meinen besten Freund, welcher glücklicher Weise in der Nähe wohnt, mehrfach dorthin schicken konnte um sich ein Bild zu machen.

Hierbei ging es mir nicht alleine um die Frage ob an den Heizungen gearbeitet wird, sondern eher um das Gefühl, welches entsteht – ist die Situation noch unter Kontrolle?
Ich vertraue René und als er signalisiert, dass er nicht den Eindruck hat, dass ich die Geräte zeitnah bekomme, breche ich ab!

Ich bitte meinen Freund, die Heizungen einzupacken und den „Auftrag“ zurückzuziehen.
Ich war froh, dass wir die Geräte wieder hatten, aber drei Monate waren vergeudet – und hier wurde es inzwischen kalt.
Eine Lösung muss her – und zwar schnell!

Denken geht am besten bei einem Ouzo – und den gönnen wir uns heute als Aperitif im „Pirofani“ – wir warten auf Amelie und Stefan.

Sibylle und ich gönnen uns eine Karafaki, Amelie und Stefan bringen die Zwacken noch ins Bett
Dinner zu viert im Lieblingsrestaurant – die Kleinen sind nur 50m entfernt und werden per Handy überwacht

Am kommenden Morgen führt mich mein Weg zu Giorgos Firma „Boat & Parts nach Kamara.
An ELOWYNs Handhydraulik war ein Hebel gebrochen, diesen hatte ich dort abgegeben mit der Bitte, dass er mir einen neuen aus V4A fertigen möge.

Mein Testballon, ihn nicht unter Zeitdruck zu setzen, sondern mit Zielterminen zu arbeiten scheiterte kläglich – ich hatte angeboten „…no hurry my friend! Tomorrow is not necessary, I need at 03.10. just in time.“

Dieser Tag ist verstrichen, ich muss jetzt doch Druck machen und bekomme die zeitnahe Fertigstellung zugesichert.
Ich bin überzeugt, dass dies klappen wird, denn diesmal braucht der „Mastera“ auch etwas von mir…

Ersatzteile für einen Faryman Motor aus einem Fischer Panda Generator

Ich komme ins Spiel, weil die deutsche Firma „Baumo Motoren GmbH“ die Marke Faryman gekauft hat.
Giorgos bittet mich als Deutschen, in Deutschland die benötigten Teile anzufragen – später kommt noch ein Zylinder und der Kolben dazu.

Und siehe da, die Firma aus Kürten macht ein gutes Angebot, welches auch in Griechenland bestehen kann und wir werden die Teile zum Monatsende hin bestellen.

So bringe ich den Tag rum und am Nachhauseweg, kann ich erstmals am Abendhimmel erkennen, dass diverse Unwetterwarnungen und Regenmeldungen nicht völlig falsch liegen.
Es baut sich ein bedrohliches Szenario auf…

Nach Osten ist der Himmel pechschwarz
Die Wolkengrenze zieht sich Richtung Nordwesten
Etwas freundlicher ist es Richtung Westen, die Sonne schickt sich gerade zum Untergang an

Nach dem Dinner mit unseren Kindern nebst Enkeln möchte Sibylle nach Hause.
Da ihr Befehl mir stets Wunsch ist, bringe ich sie nach Xirokampos – und jetzt???
Für mich ist es noch viel zu früh um ins Bett zu gehen – also verabrede ich mich noch einmal mit Amelie und Stefan auf einen Cocktail, diesen wollen wir in der Bar des Hotel am Strand trinken, nachdem die Kinder eingeschlafen waren.

Das „Sorocos“ gehört zum Hotel, dort genehmigen wir uns einen Absacker

Am nächsten Morgen sitze ich vor meinem Laptop um ein paar Blogzeilen zu tippen.
Natürlich nutze ich diese Zeit auch, um Nachrichten zu lesen und allerlei administrative Dinge zu erledigen.

Da fällt mir auf, dass ich gestern während des Abendessens einen Screenshot erhalten habe, welchem ich bisher keine Beachtung geschenkt habe.
Es sieht wohl so aus, als ob neben den angesagten Regenfällen auch schwere Stürme kommen.
Das ist in zweierlei Hinsicht keine gute Nachricht, denn einerseits wollen wir ja noch schöne Tage mit der Familie verbringen, anderseits planen Freunde UND unsere Familie ihre Rückreisen – und bei diesen Wetteraussichten ist dies alles andere als sicher…

Ich schreibe ein wenig Blog, heute hat es niemand eilig vor die Türe zu kommen
Zum Regen soll jetzt auch noch Gewitter und Sturm kommen

Ich hole zunächst Sibylle in Xirokampos ab. Gegeben durch die Tatsache, dass Stefan seine Familie mit unserem Smurfy pilotiert, greife ich auf das Biest zurück – Crawler muss ran, um Sibylle und mich trocken über die Insel zu bringen.

Es wird nicht der einzige Einsatz für meinen Vielzweckkrabbler bleiben…

Danach treffen wir uns mit den Kindern zum Kaffee und zur Lagebesprechung im „Tzouma“ – was macht man an einem solchen Tag mit zwei Toddlern?
Die Planung macht sowohl Paula als auch mich sehr skeptisch 😉

Grau in grau – als ich Sibylle abhole ist schon erkennbar, dass das heute nix Gescheites wird
Der Opa und die kleine Paula bleiben skeptisch – was kann man heute nur tun???

Die Wahl fällt auf ein zweites Rührei für Anton, ein Kotopita für den Opa und eine Runde heißen Kaffee für alle.

An unserer Kleidung erkennt ihr ja schon die Sachlage – es war für Anfang Oktober echt frisch, ich war doppelt langärmelig unterwegs und mir war trotzdem nicht warm.

Das Entertainmentprogramm für den Nachmittag sieht einen Besuch des Hundeshelters vor. Wir wollen uns zwei Zamperl schnappen und mit ihnen eine kleine Gassirunde drehen.

Doch zuvor war ein Mittagsschläfchen angesagt, genug Zeit für mich und Sibylle zu Giorgos zu fahren, das gefertigte Ersatzteil abzuholen und es zu montieren.
So kann ich quasi „nebenbei“ Punkt für Punkt auf meiner „Emergency-List“ abhaken.

Ist echt schön geworden
Hier alt und neu nebeneinander
Passt perfekt

Die von Volker anvisierte „Übergangslösung“ wird später so gut gefallen, dass sie als Dauerlösung akzeptiert wird.
Ich sag´s ja, manchmal können Notlösungen auch die besseren Optionen sein.

Die Kleinen hätten keine Minute früher aufwachen dürfen. Denn just als ich die letzte Schraube befestigt hatte, kam auch schon der schlumpfblaue Panda in die Marina gefahren…

„Opa, wann fahren wir zu den Hunden?“ höre ich den Knirps fragen. „Jetzt natürlich!“

Mit dem Panda können wir die unbefestigten Straßen bis ganz nach oben fahren
Die Stray-Dogs sind neugierig und freuen sich als wir kommen

Wir schnappen uns, auf Sibylles Empfehlung, zwei der ruhigeren Hunde und drehen eine kleine Runde mit den Vierbeinern.
Das tut nicht nur den ansonsten eingesperrten Kreaturen gut, auch wir genießen die Bewegung, auch wenn es nur eine kleine Runde ist.

Danach geht es zurück nach Panteli an den Hotelstrand. Der erste Regen scheint durch, wir können gemeinsam auf einem Drink im „Tzouma“ beisammensitzen und der kleine Anton kann noch ein bisschen herumsausen bis ihm die Akkus ausgehen…

„Schau mal Opa, ich kann hupfen!“

Ok, dann hupf – 20x gehupft ist auch austoben

Das Dinner nehmen wir heute zusammen bei „Dimitris o´ Karaflas“ ein. Wir machen den Nachteil des schlechten Wetters zu unserem Vorteil, denn die Wolkendecke lässt nur wenig Abkühlung in den Abendstunden zu.

Wir können beim Glatzkopf daher noch draußen auf der Terrasse sitzen und so den fulminaten Blick Richtung Türkei genießen.
Die Luft ist zu dieser Jahreszeit wieder klarer.

Als wir um 18.00 Uhr zum Essen gehen dämmert es bereits, es wird wieder früher dunkel – all das sind klare Vorboten für den bevorstehenden Winter.
Leider dieses Jahr ohne die so liebreizende Übergangsphase.

Heute geht es zu Dimitris

Am Folgemorgen sieht das Wetter schon wieder besser aus. Wir wiederholen daher unser tägliches Ritual, uns am Pantelistrand im „Tzouma“ zum Frühstück zu treffen.

Diesmal gleitet unser Gespräch in Richtung unseres Hauses ab. Ich freue mich darüber, denn bisher hat mein Sohn kaum Interesse für meine Lerospläne gezeigt, diesmal fragt er interressiert nach.

Ich schlürfe an meinem Americano und erzähle ein wenig über unsere Ideen, vom Haus male ich verbal schöne Bilder…

Das „Tzouma“ ist morgens meist nur von ein paar alten Männern besucht – Touristen sind kaum noch da
Anton und ich – alte Männer und Touristen 😉

Heute kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel. Amelie liebt die KI und beschäftigt sich auch beruflich damit.
Während ich also blumig erzähle, diktiert sie fleißig die Ideen in ihr Telefon.

Ich muss zugeben, ich bin ja eher Skeptiker bezüglich der KI Anwendungen – nicht wegen solcher Gadgets wie wir sie heute verwenden, mehr wegen der Möglichkeiten und Konsequenzen, welche sich daraus entwickeln können und wohl auch werden.

Egal, heute kann die KI auch bei mir punkten, auch wenn ich die Fehler natürlich schnell finde.
Trotzdem gelingt es ihr sehr schnell, auf Basis einiger von Amelie gemachter Bilder und meiner Faselei, ein fesches Häuschen zu zaubern.

Es gibt nun also Zielbilder für unsere Katikia in Plaka…

Terrasse vorne
Terrasse hinten
Unsere Aussichtsplattform und Lounge Area im Garten

Hat was, oder? Wenn es nur schon so weit wäre – da wird sicher noch etwas Zeit vergehen.
Aber es ist schön, so motivierende Bilder vor sich zu haben – und es ist eine gute Vorlage für zu beauftragende Handwerker.

Soweit, so gut – doch nun steht die spannende Frage im Raum, welchen Punkt wir heute auf die Entertainmentliste setzen.
Da kann der Opa einen Joker aus der Tasche ziehen – „Ich weiß, wir besuchen heute die Motocross Fahrer von Leros, die Piste ist gleich in der Nähe unserer Katikia!“

Gedacht, gemacht – schon kurz nach dem Mittagsschläfchen der Kleinen treffen wir uns am MX-Track der Waghalsigen.

Die Jungs sammeln sich im Fahrerlager
Einige sind auf der Sandpiste unterwegs
Auch die Jüngsten mischen schon kräftig mit
Am Sprung trennt sich die Spreu vom Weizen
Manche springen 20 Meter weit
Einer kristallisiert sich als der Obermacker heraus – er war mit Abstand der schnellste
Faszinierend für Jung und Alt

Mein Freund Stavros war auch da. Er erkennt mich und ruft uns herüber ins Fahrerlager – das lassen wir uns nicht zweimal sagen!

Anton war begeistert von dem emsigen Treiben und den knatternden Kisten.
Stefan hatte es besonders die giftige Zweitakt-KTM angetan, der Fahrer der Waffe hatte allerhand zu tun, das Geschoss gebändigt zu bekommen.

Cooler Besuch! Auch Sibylle und ich waren das erste Mal dort, für mich war es sicher nicht der letzte Besuch bei den Jungs.

Dinner gibt es heute im „Pirofani“, es wird das Abschiedsessen für die Familie unseres Sohnes sein.
Bis dahin ist noch etwas Zeit, so kann sich jede Partei noch einmal eine Stunde durchatmen und eine Dusche gönnen.

Ich nicht! Kaum stand ich vor ELOWYN, sprach mich Nachbar Yo an und richtete mir einen schönen Gruß an Volker aus – er hätte eine Art „Verbesserungsvorschlag“, er sei der Meinung, dass man die Fender am weißen Riesen besser anbringen könnte.
So wie sie angebracht seien, KÖNNTE sich jemand beim Anlegen darin einhaken und etwas beschädigen.

Ah, ok! Ich bedanke mich und verweise darauf, dass Volker übermorgen ankäme und sich sicher über seinen Vorschlag freut!
Unsere Wege trennen sich und mich beschleicht ein Gefühl – mir hat der Konjunktiv missfallen…

Und siehe da!

Die sind aber eng beisammen – das war nicht immer so
Es KÖNNTE etwas beschädigt werden, wenn sich jemand einhängen WÜRDE
Könnte, könnte, Fahrradkette – warum sagt er nicht einfach, dass er etwas kaputt gemacht hat?

Tatsächlich traf uns eine Mitschuld – erstens hatte der durchaus freundliche Nachbar nicht Unrecht.
Die Befestigungsart der Fender auf ELOWYN birgt ein gewisses Risiko und ist der Fendergröße geschuldet.
Zweitens hat sich bei der Vorgängercrew wohl ein fehlerhafter Knoten eingeschlichen, welcher die Situation eher verschärft hat.

Volker und ich werden zwei Tage später beschließen, dass wir der Sache kein weiteres Wort widmen, ich werde den Schaden stillschweigend reparieren.
Unser Tip an Yo – wenn die Lücke zu eng ist, einfach die eigenen Fender einholen und erst nach dem Festmachen stecken.

Der fehlerhafte Knoten ist sehr eng und zieht der Reling die Haut ab – autschn

Etwas Zeit blieb noch bis zum Dinner. Ein Geistesblitz ereilt Sibylle und mich und wir verabreden uns spontan mit Brigitte und Hans auf einen Aperitif im „Mocal“ in Agia Marina.

Hier sitzen wir und klönen, bis die Zeit reif für einen Wechsel der Location ist.
Unsere Freunde verholen nach Hause, wir hingegen ziehen weiter nach Panteli in unsere Lieblingstaverne.

Das „Mocal“ ist eine tolle Adresse für unseren Aperitif

Wir speisen vorzüglich und lassen den Urlaub noch einmal Revue passieren.
Ein Urlaub mit Höhen aber auch etwas Pech – trotzdem war es eine schöne und intensive Zeit.
Noch ahnen wir nicht, dass der morgige Abreisetag noch zwei satte Überraschungen für uns parat hält.

Ich hoffe sehr, dass es „den Jungen“ gefallen hat, denn ich setze auf einen neuerlichen Besuch und eine Festigung des Urlaubsziels Leros.
Was gibt es schöneres, als Großeltern mit einem Haus in der griechischen Ägäis?
Ich wünsche mir, dass ich diese Idee ein wenig implantieren kann!

Der nächste Morgen, ich sitze gerade an meinem Rechner um meine Mails zu erledigen, beginnt mit einer positiven Überraschung!

Jörg von der INSPIRATION wird neben meinem Freund René zum Gamechanger

Abermals war es Jörg von der INSPIRATION, welcher mir final aus der Patsche half.
Er hat sich ins Auto gesetzt und die 30km Weg zu meinen Freund an den Schliersee auf sich genommen, um dort meine Heizungen abzuholen.

Zudem hat er sie „rasch verpackt“, dafür eine Holzkiste gezimmert und sie anschließend zur Spedition gebracht.
Ich bin sicher, dass auch Melanie nicht unerheblich beteiligt war – das nächste Abendessen in Bayern geht auf mich, versprochen und DANKE!

So darf ein Tag beginnen – und es ging so weiter…

Wir wollten noch einmal auf den Spielplatz, dass sich die Kinder noch einmal austoben können.
Anton kann noch etwas rennen und Paula kann ein wenig krabbeln oder schaukeln – dachten wir!

Doch Paula hatte andere Pläne – was ihr könnt kann ich schon lange…

In den letzten Urlaubsstunden macht Paula ihre ersten Schritte

Von den Stunden die nun folgen gibt es keine Bilder – sie waren stressig und herausfordernd.

Wir fahren mit dem gesamten Gepäck nach Agia Marina um im „Kroupia“ noch ein Giros zu essen und auf die Ankunft der Fähre um 13.45 Uhr zu warten.
Gegen 13.30 Uhr waren nur ein paar Leute mit Koffern hier, Sibylle schaut auf´s Handy um nachzusehen wo die Fähre gerade fährt.

Sie flüstert mir ins Ohr – „…komisch, eine steht in Rhodos, die andere ist zwischen Kos und Symi, da stimmt was nicht!“
Sie geht los und schaut am Kassenhäuschen nach dem Rechten, ich schreibe derweil an die dänischstämmige Fährverantwortliche und frage per Facebook Messenger was denn los sei.

Beide erhalten wir etwa gleichzeitig Aufklärung – die Fähre wurde wegen technischer Probleme von 13.45 Uhr auf 20.30 Uhr verschoben.
Angeblich wurden alle Fahrgäste verständigt, nun, ein paar eben nicht…

Die Stimmung am Hafen begann zu kippen. Ich möchte, dass meine Familie einsteigt und wir ins „Palma Café“ fahren – Lagebesprechung!
Wir tauschen noch mit einem jungen Mann aus Deutschland Telefonnummern, wenn wir etwas organisieren, dann rufen wir an.

Im „Palma Café“ gönnen wir uns einen Kaffee und beratschlagen. Sibylle checkt alternative Fährverbindungen, ich bin für die ultimative Lösung zuständig.
Und diese kristallisiert sich als die einzig gangbare heraus!

Gute Vernetzung ist alles – Thomas RIB bringt unsere Kinder nebst Enkel nach Kos

Es stellte sich heraus, dass keine alternative Fähre mit den Flügen der Kinder kompatibel ist.
Eines der RIB-Taxis würde also zum Joker werden – und am schnellsten hat Thomas-RIB reagiert!

Bereits eine Stunde nach geplanter Fährabfahrt saßen die Kinder und der junge Berliner im RIB und warfen die Leinen los.
Das Taxi konnte umbestellt werden und die Kosten wurden geteilt.

Thomas hat von meinem Anruf an, innerhalb 35 Minuten das RIB klar gemacht und einen Fahrer organisiert.
Ok, der Spaß kostet ein paar Taler, ist aber auch ein Abenteuer – und eine vollumfängliche Umbuchung der Reise wäre ungleich teurer gewesen.

Für uns bleibt nur der Abschied, der ging leider viel zu schnell…

Die Fahrgäste nehmen Platz
Das RIB legt ab und nimmt Fahrt auf – ob es für Stefan wirklich „ein Problem“ war???
Servus – kommt gut heim

Spätabends bekommen wir die Nachricht, dass alles gut geklappt hat und man gut zuhause angekommen sei.

Sibylle und ich sammeln uns – erstmal zu ELOWYN und die Fahrzeuge sortieren.
Es lohnt sich nicht den Schlumpf aufzuräumen, den wird Volker morgen übernehmen, denn die ELOWYN geht morgen noch einmal auf Törn.

Wir fahren weiter Motorrad, doch die Abholung der GS in der Marina war diesmal schwieriger als gedacht – und warum???
Weil Rücksicht gerade nicht so en vogue ist!

Leider abgesperrt – such´ es dir aus, doof oder rücksichtslos

Zu dieser Zeit waren in der Marina zwei Parkplätze ausgewiesen. ALLE haben ihre Wägen dort abgestellt, nur diese Dame nicht!

Nun ist der Streifen auf dem man NICHT parken soll etwa 25m lang – und wo perkt die Trulla? Exakt vor der Lücke, in der ich meine GS abgestellt hatte.

Ja, ich bekomme sie gerade so heraus – muss sie aber etwas „herumlupfen“. Das ist anstrengend bei 200kg Bike und auch unnötig.
Hätte die Peggy Bundy der Leros Marina nur 30cm weiter hinten geparkt, hätte ich wieder ein Drama inzsenieren dürfen – muss das sein?

Das blieb mir aber heute erspart – lassen wir den Tag also versöhnlich ausklingen. Morgen wird es abermals herausfordernd 😉 !

Es gilt, der ELOWYN Crew den roten Teppich auszurollen – nichts leichter als das!

Alles bereit – wir warten…
Der Flieger landet pünktlich und schon bald schließen wir unsere Freunde in die Arme
Wir verholen in die Marina und helfen der „Oktober-Crew“ beim Ausladen

An Bord von ELOWYN lernen wir Susi und Egon aus Südtirol kennen. Die Freunde des Eignerpaars sind Gäste, welche wir vorher nicht kannten, wir waren uns jedoch auf Anhieb sympathisch.

Dieser Eindruck hat sich im weiteren Verlauf des Abends vertieft, denn wir hatten die Gelegenheit beim ersten Crewdinner zu partizipieren – und wo sollte es anders hingehen als ins „Mylos“?

Für Sibylle und mich war es der erste Besuch in diesem Jahr und es würde, so stellte sich heraus, wohl auch der letzte bleiben, denn das Toplokal schließt bald seine Pforten zur Winterpause.

Umsomehr genießen wir die feilgebotenen Leckereien…

Das Motto wird zum Programm
Die Fischgerichte sind mal wieder ausgezeichnet
Man muss es aushalten, wenn einem das Essen anglotzt 😉
Jakobsmuscheln – ein Gedicht

Wir speisen fürstlich und genießen den Abend. Erst spät in der Nacht fahren wir zurück zu unseren Unterkünften – für die Neuankömmlinge wird es die erste Nacht auf dem leicht schwankenden Riesen, Sibylle wird von mir nach Xirokampos gebracht und verhole mich in mein Häuschen in Plaka.

Zufrieden schlafe ich ein und genieße die Erholung und Ruhe hier oben.
Ich schlafe prima und erst als die Sonne im Osten über den Horizont blinzelt, krabble ich aus dem Bett um meinen Tag zu beginnen.

Frühmorgens schaue ich von der vorderen Terrasse Richtung Türkei

Ich trinke eine Tasse Kaffee und fahre dann für die zweite Tasse nebst einem Kotopita ins „Zafeiris“ Café.
Dies hatte sich während der Anwesenheit der Kinder so etabliert, ich behalte diese nette Gewohnheit noch ein wenig bei.

Und wen treffe ich dort? Natürlich, Volker und Egon hatten die gleiche Idee und haben sich ihren Broteinkauf mit einem Espresso verschönt.

Für ein paar Sätze saßen wir beinander, dann trennten sich unsere Wege für den Vormittag – Servus, bis später…

Ich fahre mit der GS zu „Zafeiris“, doch Smurfy war schon da
Das Angebot in der Bäckerei ist aber auch verlockend

Die Besatzung der ELOWYN muss noch bunkern, bevor sie heute Mittag ins See stechen wollen, ich habe am Vormittag einen Besuch im KEP am Programm, zudem muss ich zusammen mit Sibylle die Hanse 400 JASPER VON RHEYDT unserer Freunde Angelika und Uli von ihrem Cockpitzelt befreien.

Zunächst also zum Bürgerbüro KEP – hier muss ich meine neue griechische Telefonnummer verifizieren lassen um auch sensible Themen per OTP (one time password) freigeben zu können.
Dieses Procedere ist für Steuer- und Finanzangelegenheiten unabdingbar.

Beim Besuch des Büros sehe ich eine der motorisierten Raritäten auf Leros, wir haben viele besondere Fahrzeuge hier…

Sehr besonders – eine uralte Honda

Von hier aus rufe ich Sibylle an – ich fahre jetzt in die Marina, lass´ uns dort treffen.

Wir verabreden uns gleich an JASPER und befreien sie von der schmutzigen und leicht beschädigten Plane.
Dies ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll – erstens sollten die kleinen Schäden umgehend repariert werden, bevor sie größer werden.
Zweitens ist ja noch das Interessentenpärchen aus Schwaben hier, auch sie sollen einen Eindruck von der blauen Hanse ohne der beigen Kappe bekommen.

Last not least wird Ende des Monats ein weiterer Interessent kommen, mit ihm ist eine Probefahrt unter Motor vereinbart – auch hierfür muss das Cockpitzelt entfernt werden.

Kein großer Eingriff, nach einer halben Stunde war alles erledigt – wir bringen die Plane sofort zu Segelmacher Sotiris

Gemeinsam schlendern Sibylle und ich an den B-Ponton um dort noch einmal die Freunde auf der ELOWYN zu treffen.

Es gibt einen letzten gemeinsamen Espresso, dann wird das Schiff klar gemacht zum Ablegen.
Ein kurzer Funkspruch, die Marineros kommen mit dem Schlauchboot und schon heißt es abermals „Leinen los“ für ELOWYN.

Es beginnt ein kurzer, zehntägiger Urlaub für Sibylle und mich – dachten wir…

Yassou ELOWYN, bis in zehn Tagen

Heute machen wir nichts mehr – wir lassen den Tag einfach faul ausklingen.

Zum Dinner sind wir mit einer Gruppe aus der Marina verabredet – das „Pirofani“ ist für viele von uns ein Favorit in Sachen Kulinarik, daher war es Ehrensache, dass wir der Taverne zum Saisonabschluss noch einmal die Aufwartung machen.

Es kamen neben Sibylle und mir die Crews der ANAHITA nebst Familie, die der BORN TO LIVE, Phillip von der AMAÉ und Ed von der EDINA.
Zusammen hatten wir einen netten und kurzweiligen Abend und ein herrliches Dinner.

Wir treffen uns zum Saisonfinale des „Pirofani“

Der Folgetag ist eine Art „Überbrückungstag“ bis zum ersten Großprojekt des Winters 2026/2027.

Er beginnt ganz normal mit einer Tasse Kaffee im „Zafeiris“, dann begebe ich mich in die Marina.
Ich bin gegen 10.00 Uhr mit Ewa und Steve auf ihrer TOP CAT verabredet. Es war wohl im Mai, als Steve mich auf dem Weg zur Toilette ansprach und mich, not very British, von der Seite anfuhr, „…wann ich denn mal Zeit hätte nach einem Motorproblem auf ihrem Kat zu sehen?“

Ich war genervt, zudem in Eile und habe freundlich aber bestimmt geantwortet, „…das ich, puuuuh, bis mindestens Anfang Oktober ausgelastet sei, er könne mich ja dann wieder ansprechen.“

DAS WAR EIN SPASS – eine Metapher!!!

Ihr ahnt was kommt – beide haben mich wieder abgefangen und mir erklärt, dass sie ja jetzt so lange gewartet hätten – ob ich nicht jetzt mal kurz…???

Ok, wer tatsächlich sooooo lange auf meine Meinung wartet soll dies nicht unnötig getan haben.
Ich finde mich also auf TOP CAT wieder.

Das Gewinde vom Temperaturfühler ist verhunzt, sie trauen sich nicht ran

Ich sehe das Problem. Ewa war zwischenzeitlich nicht untätig und hat tatsächlich alle Spezialwerkzeuge beschafft, aber niemand traut sich das Gewinde nachzuarbeiten.
Ein Versagen würde zu einer aufwändigen Reparatur führen.

Ich erkläre Ewa die Risiken – sie sieht mich mit Kulleraugen an und nickt.
Ok, dann halt – ich setze den Nachschneider an und ziehe vorsichtig durch.
Nach zwei Umdrehungen geht es leichter, dann kann ich das Schneideisen mit der Hand drehen – geschafft.

„Ob ich auch den neuen Fühler…“ – ja, klar das spielt jetzt auch keine Rolle mehr.
Ich drehe das Ding mit Teflonschnur rein, so war es verbaut, dann schließe ich die Arbeit ab.

Zwei Tage später gesteht Ewa mir, dass sie einen Dichtring vergessen hat – alles noch einmal bitte.
Aber zunächst darf ich ihr noch den Dichtring in Deutschland bestellen.
Die rote Linie ist erreicht – danach ist Schluss!

Sibylle holt mich ab – wir sollten bitte den alten Fiat Panda von Susanne vom Hafen abholen.

Wird sofort erledigt – schon ist die „flotte Kiste“ in unseren Händen

Susanne ist zusammen mit Tochter Sophie und den Enkelkindern heute Nacht abgereist.
Es ist ruhig im Haus, es wird langsam einsam in Xirokampos. Die Freundin fehlt Sibylle, sie verschwendet ernsthaft Gedanken daran, für den Winter auf ELOWYN zu kommen.

Aber bis dahin ist´s ja noch etwas hin.

Heute gehen wir zusammen noch eine Arbeit auf Martins STENELLA II an. Hier sind die Solarzellen irgendwie ohne Funktion oder schwach.
Zudem zeigen sich Spuren einer Delaminierung an der Deck- und Schutzlage der Module.
Martin reklamiert diese und ich soll sie nach Deutschland schicken.
Ok, dann nehmen wir sie erstmal runter – ist doch gleich erledigt, oder? Oder???

Hm, nix zu sehen – muss da die ganze Deckenverkleidung weg?
Nein, hier scheint ein Zugriff zu sein
Gut, für die hinteren Module habe ich die Zugriffsstelle gefunden, hier kann ich messen

War ein bisschen tricky, hat sich aber zu guter Letzt sauber lösen lassen.
Für heute reicht´s mir – ich lass´ das jetzt mal so liegen, für die vorderen Module such ich mir den Zugang ein Andermal.

Jetzt heißt es gedanklich umstellen, denn morgen früh um 10.00 Uhr starten Hans Peter und ich ein neues Projekt, eines das mich über Monate begleiten wird – die Deckssanierung an LUMARA, meiner Ex-NESSAJA.

Aus dem Kaufvertrag heraus resultiert eine Dienstleistungsvereinbarung, welches die Decksreparatur vorsieht.
Ich werde diesen Winter also das Projekt starten, welches auf meiner Projektliste unter „Refit – Teil 2“ geführt wurde.
Ich starte eine Arbeit, welche ich mir selber immer verweigert hatte.

Wir vermuteten, dass es schlimm kommen würde, doch es kam schlimmer – HP und ich waren auf unserem persönlichen „Highway to hell“.

Ich setze das Stemmeisen zum ersten Schlag an – die Latten heben sich… Und brechen!
Hm, hab´ ich mir einfacher vorgestellt
Es geht nur mit Hammerschlägen – zunächst Latte für Latte

Wir waren enttäuscht. Der Zustand des Decks war auf dem ersten Blick bemitleidenswert – wir dachten, dass es beim Ansetzen eines Stemmeisens sofort nachgeben würde und die Latten nur so davonfliegen.

Weit gefehlt! Hat sich der Deckel zunächst noch relativ gut vom Teakbelag befreien lassen, wurde es auf den Laufdecks immer schlimmer.
Es waren sicher noch 8-10mm Holz vorhanden, gut genug für eine Überholung – das Sandwich darunter muss aber instandgesetzt werden, insofern hilft kein Jammern.

HP und ich arbeiten uns warm. Zunächst machen wir Anfängerfehler, doch wir haben eine steile Lernkurve.
Wir arbeiten zunächst nah beinander um voneinander abzuschauen und uns auszutauschen, erst später haben wir uns Freiräume zugestanden.

Wir beginnen an der Problemstelle hinten links, langsam wird es eine Fieselarbeit
Hölzchen für Hölzchen, Spreißel für Spreißel klopfen wir uns wie zwei Spechte voran

Alex hat sich zum Helfen angekündigt, er würde dann „…gleich ein paar Latten für sein Deck mitnehmen“, als er aber erfahren hat, dass er sich stattdessen eher ein paar Zahnstocher für seine Küche abholen kann, hat er es vorgezogen lieber nicht teilzunhemen.

Wir haben uns im Vorfeld mit den Nachbarn abgestimmt, denn es war klar, dass wir Lärm machen würden – aber doch nicht so!
Woody Woodpecker und sein Spezi klopfen Hölzchen für Hölzchen vom Deck – wie kann man diesen Prozess optimieren???

Klopfen, schneiden, klopfen, schneiden

Die elektrischen Messer am Fein beziehungsweise dem Pendant von Stanley leisten ganze Arbeit, sie bringen uns voran.
Allerdings können sie nicht schneiden, solange das Brett noch vollständig ist.

Es muss also erst das massive Holz gebrochen werden, dann kann man die verklebten Spreißel mit dem Fein abschaben.

Das klingt relativ einfach, ist aber auf den Tag gesehen kräftezehrend und ermüdend.
Das Eichhörnchen nährt sich nur langsam und wir sind echt etwas frustriert.

Stück für Stück – und dazwischen hunderte Schrauben

Die französischen Werften haben in den 2000ern zusätzlich zur sehr üppigen Verklebung, eine Art Fixierungsschrauben gesetzt.
Diese wurden zu Hunderten in die Fugen gedreht und später mit der Fugenmasse abgedeckt.

Diese müssen wir zusätzlich herausdrehen – den ganzen Tag auf Knien. Klar, dass da die Konzentration mal nachlässt.
Ich hole mit dem Hammer aus, Hans Peter schaut in der Sekunde nach unten – doing!

Wenn´s bis zum Auge läuft, lassen wir es nähen

Genug für heute – wir haben an einem Tag nur etwa 2qm geschafft. Wenn wir so weitermachen, dann brauchen wir zehn Tage.
Das schaffen wir aber nicht, denn wir können heute kaum mehr unsere Arme heben.

Ein „Game-Changer“ muss her! Wir überlegen und Guido schaltet sich ein.
Es entsteht eine Art „Worker-Brainstorming“, an dem auch Nachbar Ciáran teilnimmt.
Guido und Ciáran erklären, dass sie morgen helfen werden, so könnten sie „…auch mal was zurückgeben!“

Wow, was für eine Geste! Respekt ihr Beiden!

Wir schnappen unsere traurige Ausbeute und vertagen uns auf morgen…

Das ist alles – welch trauriger Anblick

Sibylle kocht heute in Xirokampos und ich schlafe nach dem Duschen auf der Couch ein.
Ich brauche heute nix mehr – kaum bin ich zurück im Haus lege ich mich schlafen, es war noch nicht einmal 22.00 Uhr.

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Auto in den Ort – ich kann kaum die Arme ans Lenkrad halten, so arg schmerzen die Muskeln.
Trotzdem packe ich wieder an meinen beiden Baustellen an – zuerst, so habe ich mir vorgenommen, werde ich die Solarmodule an STENELLA II final messen um Martin die Daten mitzuteilen, ab 10.00 Uhr geht es auf LUMARA weiter.

Autschn – meine Arme tun so weh
Die Kabel für die hinteren Module sind relativ gut zugänglich
An die vorderen Beiden komme ich nur ran, nachdem ich die ganze Deckenverkleidung entfernt habe
Die neue Wanderer 40 wird vorübergehend zur Baustelle
Aber Martin bekommt seine Daten und kann den Gewährleistungsfall eröffnen

Leider waren die beiden vorderen Module nicht so gut zugänglich wie die hinteren.
Ich musste tatsächlich den ganzen vorderen Dachhimmel ausbauen um die Kabel zu erreichen.

Ich kann Martin die angeforderten Ergebnisse schicken, leider begleitet von der schlechten Nachricht, dass eine weitere Segelwoche im November eher kritisch zu sehen ist.
Es macht wenig Sinn, das alles wieder zusammenzubauen OHNE die neuen Module montiert zu haben.
Wenn man die Gesamtreparatur betrachtet, wird dies wohl ein beiläufiger Winterjob werden.

Auf LUMARA gibt es heute kaum Bilder – wir alle waren matt und haben nur wenig Fläche abgetragen.
Das Hauptaugenmerk gilt Guidos Idee, eine langsamlaufende Flex mit einer sehr groben 16er Schleifscheibe als eine Art Hobel einzusetzen und somit das Holz abzutragen, bis die Messer gut arbeiten können.

Macht fürchterlich Dreck

Wir verwerfen diese Idee – die Staub- und Schmutzentwicklung war selbst mit Staubsauger nicht in den Griff zu bekommen und als die Nachbarn eine Plane eingefordert haben, war es an der Zeit über andere Ideen nachzudenken.

Diesmal habe ich eine Option ins Spiel gebracht – diese sollte sich als Durchbruch herausstellen.
Glaubt es oder nicht – beim nächsten Mal kommt der große Bosch-Hammer zum Einsatz!

Die Rücken schmerzen und wir entscheiden, dass wir uns eine Belohnung verdient haben!

Endlich mal wieder – wir hatten lang kein Eis mehr

Just in diesem Moment erreicht mich eine Nachricht von Phillip. Wir hatten vor zwei Tagen mehr „nebenbei“ seinen Max-Prop um einen Zahn verstellt und er wollte heute nach dem Kranen eine Probefahrt machen.

Jetzt fährt das Boot rückwärts im Vorwärtsgang und vorwärts im Rückwärtsgang – uuups, da scheint uns ein Fehler unterlaufen zu sein!

Mein Vorschlag, dass er rückwärts nach Athen fahren soll wird abgeleht, so war es für mich Ehrensache, ihn bei einer Nachtschicht zu unterstützen.

AMAÉ war „last boat in crane“ und wir durften sie in den Gurten hängend reparieren.
Danach wurde sie zurück ins Wasser gehoben – naja, auch so bleibt das Leben schwungvoll, was würde man sonst um 19.30 Uhr machen???

AMAÉ wird kurz angehoben…
…so dass wir den Propeller noch einmal überprüfen können
Die Korrektur des Fehlers ist rasch erledigt
Das neu versplinten der gefühlt 100 Schrauben dauert dagegen etwas

Es reicht für heute – Sibylle sitzt schon mit Susanne, Markus und der kleinen Lilly im „Persiana“, die Familie ist von Lipsi aus zu einem Kurzbesuch auf Leros und es ist selbstredend, dass wir uns auf ein gemeinsames Abendessen treffen.

Ich sacke an diesem Abend todmüde ins Bett – ist es DAS was ich wollte? Ich muss meine Gesamtsituation noch einmal überdenken.
DAS IST MEIN LEBEN, VIELLEICHT SOLL ES SO SEIN…

Bevor ich ins Bett schlüpfe sehe ich noch meine Nachrichten durch, ach sieh einer an – Bibi und Markus sind wohl mit ihrer MOUSTIC in Levitha!
Und wen treffen sie dort???

Witzig – ich erhalten Bilder mit der Info über eine fast leere Bucht, das Schiff am Bild kenne ich aber genau

Auf dem Bild mit ELOWYN ist ZANAX zu sehen, ein Outremer 45 unter französischer Flagge, er ist in unserer Marina zuhause.
ZANAX sollte am Folgetag eine Hauptrolle im Tagesdrehbuch bekommen…

Dieser neue Tag beginnt zunächst entspannt wie immer – Sibylle schreibt mir, fragt was ich denn so mache und ob es Pläne für heute gibt.
Ich antworte, dass wir eventuell an LUMARAs Teakdeck weiterarbeiten können oder aber uns einen Tag Pause gönnen – die Knochen tun noch arg weh.

Als Nachweis was ich so mache, hänge ich ein Bild an – ich schreibe Mails und trinke noch meinen Kaffee…

Was soll ich denn machen, so früh am Morgen

BIMM, ein Foto kommt über WhatsApp zu mir. Wieder schickt ein Segelfreund ein Bild eines mir bekannten Schiffes – „…schau mal wer hier an der Boje liegt!“

ELOWYN steht unter Beobachtung, nun ja viele Freunde kennen sie eben vom Hörensagen oder vielleicht sogar, weil sie mir einmal eine helfende Hand geboten haben.

Ich ahne nicht, dass wenig später ein Anruf von Volker meinen Tagesablauf umwerfen und durcheinanderwürfeln würde.

Der Tag ist noch nicht wirklich angebrochen, noch liegt sie ruhig an der Boje

„Mario, der Motor springt nicht mehr an! Ich drehe am Zündschlüssel und es passiert nix, gar nix! Was soll ich tun?“

Wir wissen, dass der Magnetschalter des Anlasssers eine Macke hat, aber bisher hat er sich immer mit zwei, drei leichten Hammerschlägen wiederbeleben lassen.

Diese Versuche bleiben heute erfolglos, ich überlege schon, ob ich mit dem Taxi-RIB nach Levitha fahren soll.
Ich könnte den Anlasser überbrücken und bin fast sicher, dass das klappen würde.
Volker könnte das auch, doch leider ist der Anlasser bei dem großen Yanmar Motor total verbaut.
Dies ist auch der Grund, warum wir den bereits gekauften Magnetschalter zwischen den Urlauben noch nicht gewechselt haben – zu groß ist das Risiko einer Panne.

Während ich überlege, kommt ein weiterer Anruf – „ZANAX schleppt uns ab, wir kommen am frühen Nachmittag in der Marina an – bitte bereite alles zum Anlegen vor.“

Es folgt ein Bild von der großen ELOWYN am vergleichsweise kleinen Katamaran…

ZANAX schleppt ELOWYN fast 20nm

Zuerst sage ich alle Termine für heute ab – das Teak auf LUMARA darf einen Tag länger bleiben und auch die anderen Kleinarbeiten müssen warten.

Sibylle und ich suchen die Marineros auf, erklären die Situation und den Plan.
Alles klar? Ja! Ok, ELOWYN kann kommen.

Der Schleppverband nähert sich mit rund 6kn! dem Ziel und ist planmäßig in der Lakki Bucht.
Dort hängt sich ZANAX die Algro 68 an die Seite und bugsiert sie quasi direkt vor die Lücke.

Die Botte laufen ein, die Marineros besprechen schon die Sachlage mit den Skippern
Wir erwarten die Freunde am Steg – bereit für die Leinenannahme
Die Marineros bringen mir die Steuerbord Heckleine – den Rest machen wir von Hand

ELOWYN liegt am Steg – willkommen zurück! Ihr macht ja Sachen. Ich gehe sofort in den Motorraum, aber mit ein paar Handgriffen ist es nicht getan.

Ich greife also zur Werkzeugkiste und baue ein paar Anbauteile ab. So entsteht bedingter Zugang zum Anlasser und die Möglichkeit einen Teststart mit einer Überbrückung zu machen.

Und siehe da, der Motor springt an. Es ist belegt, der Anlasser ist noch intakt, der Magnetschalter ist unwiderruflich defekt!
Diesen gegen den neuen zu tauschen, würde bei drei Tagen Resturlaub und einer mehr als schlechten Wettervorhersage ein Ende des Urlaubs bedeuten.

Wir beratschlagen uns und beschließen, dass morgen eine Notlösung gebaut wird.
So kann die Crew noch einen Tag in einer Nachbarbucht verbringen, dann würde ELOWYN zurückkehren und in die Winterpause gehen – ich kann die Reparatur dann in aller Ruhe durchführen.

So machen wir es – ich kaufe die Ersatzteile und setze den Plan am nächsten Morgen um.

Mit einer Kabelbrücke und einem Taster ist der Motor zu starten

Auf ELOWYN gibt es ein weiteres Problem – eine Gürtelschnalle von Susi ist ins Klo gefallen – und zwar genau in das Klo, in welchem HP und ich den Häcksler gereinigt und repariert hatten.

Der Ausbau ist ein Drama, das neu Verfugen war eine Sklavenarbeit. Ich jammere laut – und mein Geheule findet Gehör.
Wir ziehen alle Register, um das verlorene Metallteil zu orten und zu bergen.
Das ist komplizierter als gedacht, aber die Mühe lohnt sich! Nach über einer Stunde kann Egon das Corpus Delicti herausfischen und spart so eine Menge Arbeit!

Auf der Kamera ist das Metallteil zu sehen – jetzt müssen wir es nur noch erwischen

Alles erledigt – ELOWYN läuft noch einmal aus und wir widmen uns für einen weiteren Tag den Nebenschauplätzen unseres Alltags.

Heute Mittag haben wir einen Besichtigungstermin auf LIPSOS – das Schiff gefällt mir, es steht zum Verkauf.
Ich will es nicht für den geforderten Preis kaufen, aber ich möchte mir ein Bild verschaffen und vielleicht ein Gegenangebot machen.

Wir kommen pünktlich, doch nanu, das Schiff steht wieder an Land – liegt ein Problem vor?

LIPSOS musste notgekrant werden – Wassereinbruch

Ok, möchten manche denken – das ist meine Stunde, jetzt sind die Türen offen für ein „unverschämtes Angebot“.

Doch das möchte ich nicht! Die Eigner hatten Pech und das Schiff einen Schaden, welchen ich nicht reparieren möchte.
Sibylle und ich bedanken uns herzlich und nehmen Abstand.

Wir ziehen weiter zu Martins STENELLA II, um dort noch zwei Messungen zu machen.
Der Nachbar fängt uns ab und weist uns darauf hin, dass nachts das Deckslicht brennen würde…

Nanu, es sind doch alle Schalter aus, wie kann das sein???

Stimmt, das Licht brennt – ich suche das richtige Kabel und trenne die Verbindung. Jetzt ist Schicht im Schacht, das Lamperl ist aus!

Ich trenne das Kabel…
…das Licht ist aus

Für mich setzt sich das ganze zu einem Bild zusammen – auch das Marina Office hatte mich Ende des letzten Hardstands darauf hingewisen, dass nachts ein Licht brennen würde.

Danach begann das Batteriedesaster, der Grund war schleierhaft für uns.
Jetzt zeigt sich, dass wohl doch ein Verbraucher Strom entnimmt, die Solarzellen können das nicht liefern, weil sie defekt sind.

Ich muss die Ursache für das unplanmäßige und unbeabsichtigte Einschalten der Decksbeleuchtung finden – dann dürfte das Problem lösbar sein.

Für heute reicht´s – was für ein turbulenter Tag! Sibylle kocht heute, ich freu´ mich auf´s Abendessen.
Morgen wird es stressig, es geht an LUMARAs Deck weiter…

Und ab jetzt geht die Post ab – der „Bosch-Hammer“ leistet ganze Arbeit!

Mit dem großen, schweren Gerät ist es ein Leichtes das massive Holz zu brechen und dann die dünnen Reste mit dem Messer abzutragen

Das schwere Gerät war der „Game-Changer“ den wir uns gewünscht haben.
Er bricht das massive Holz und lässt nur dünne Restholzbeläge stehen, diese können wir mit dem Messer am Multitool relativ leicht abtragen.

Dennoch sind es insgesamt 20qm Deck, auch mit dem Hammer braucht es seine Zeit, bis alle Flächen soweit aufgebrochen sind, dass man mit feinerem Werkzeug fortfahren kann.

Zudem hat diese Arbeitsweise ihren Preis – erstens geht die schwere Maschine mächtig auf die Arme, wir sind am Abend komplett erledigt.
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es sich um Schwerstarbeit handelt.

Zweitens birgt die schiere Kraft des elektrischen Meißels natürlich auch das Risiko für Kollateralschäden…

Einmal nicht aufgepasst, schon steckt das martialische Werkzeug im Deck…
…und es kostet Mühe, es dort wieder herauszubekommen
Beim Kaffee erzählen wir davon – der Blick sagt mehr als 1000 Worte

Wir arbeiten von morgens 10.00 Uhr bis zur Kaffeezeit um 13.00 Uhr. Dann noch einmal von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
Danach sind wir geschafft – wir stehen absolut groggy rum und wissen, was wir getan haben.

Kaffee gibt es bei Hans Peter an Bord von LIBERTÉ, Petra kümmert sich während der Arbeitsphase um unser leibliches Wohl und das Nachtanken mit dem schwarzen Lebenselixir.

Wie bereits erwähnt sind wir nach den Arbeitsstunden erledigt – wir müssen uns zwingen um 16.00 Uhr Schluss zu machen, denn das Sortieren der Knochen, das Durchstrecken von Rücken und Knie, dauert auch noch einmal eine gute Viertelstunde.

Zu guter Letzt müssen wir die Baustelle aufräumen, auch das kostet noch etwas Energie.
Gegen 16.30 Uhr verabschieden wir uns einander – nur ich bleibe noch etwas an Bord von LUMARA.

Regen ist angesagt, wir müssen das nackige, löchrige Deck gegen den angesagten schweren Regen schützen.
Zusammen mit Dominik hülle ich die nun teakfreien Stellen in attraktives, schwarzes Plastik.
Dies hatte bei einem Schauer vor zwei Nächten sehr gut geholfen und unser Kalkül war, dass dies auch diesmal klappen wird.

Tat es nicht!

NOCH lacht er…
…doch gegen das was kommen wird, ist die Plane nur ein kläglicher Schutz – Dominik steht eine harte Nacht bevor

Die Nacht war dem Weltuntergang gleich! Auf der Nachbarinsel Rhodos hat es Autos weggespült, ein Mensch kam zu Tode.

Leros blieb von solchem Unheil verschont, aber in dieser Nacht fand das Wasser seinen Weg durch jede Ritze.
Klar, dass Dominik gefordert war – er musste mit Eimern und Schüsseln gegen das eintretende Wasser kämpfen.

Hast Du mal kein Glück, kommt oft noch Pech dazu – so ging es auch dem jungen Mann in dieser Nacht.
Neben dem Kampf gegen die Wassermassen, musste er auch noch mit Hilfe seiner Nachbarn und mitten in der Nacht, sein Kuttersegel bergen, denn dieses wurde vom Sturm aufgewickelt und beschädigt.

Alles reparierbar – ärgerlich aber allemal!

Ich habe keine Probleme in meiner Katikia in Plaka, alles in Ordnung hier. Auch von ELOWYN bekomme ich keine Notfallmeldung, also kann auch dort nicht allzuviel passiert sein.
Ich hole Sibylle ab und sehe mich mit meinem Crawler bestens ausgestattet – was soll mit so einem Vehikel schon passieren?

Grau in grau auch in Xirokampos – ein trostloser Tag

Auch im Haus in Xirokampos gibt es keine Probleme durch den Regen und die Gewitterstürme zu beklagen.

Wie fies der Regen aber auch über Leros war, zeigt ein Blick in die Hafenbucht – das Wasser war schokoladenbraun von den ganzen Sedimenten, welche es von den Straßen gespült hatte.

Es ist wohl kaum notwendig zu erwähnen, wie dienlich das Wasser für die Natur war.
Man konnte die nächsten Tage förmlich zusehen, wie die Natur explodierte.

Trotzdem hinterlässt der Anblick der Schiffe in der braunen Brühe erstmal einen faden Eindruck…

Braunes Wasser, grauer Himmel – so ist es nirgends schön
Nein, die Wasserfarbe kommt nicht von unserem Teakdeckabbruch

Der zweite Törn der ELOWYN war etwas vom Pech verfolgt – der Urlaub klingt mit einer Schlechtwetterphase aus.

Der einzige Trost, morgen soll es etwas besser werden.

Sibylle und ich wollen im Haus nach dem Rechten sehen und nehmen uns dafür einen neuen Weg vor – eine Straße, die wir vorher noch nie gefahren waren.
Und wir kommen an eine Stelle, welche sich zu einer echten „Offroad-Härteprüfung“ entwickeln sollte – und das auf Leros!!!

Unter dem Gitter geht es drei Meter runter, unten fließen Wassermassen wie in einem Sturzbach ab

Das Bild verrät schon – ich habe es gemacht! Aber fragt nicht – ich bin auf der anderen Seite gestanden und habe echt abgewogen.

Mir sind die Geschichten der Offroader in der südamerikanischen oder afrikanischen Hügel- und Wüstenwelt eingefallen – Du fährst kilometerweit, dann kommst Du an einen reißenden Fluß über den nur zwei Bretter als eine Art „Brücke“ liegen.

Drüberfahren oder nicht???

Was man als Leser solcher Geschichten weglächelt, kann einem auf Leros schon einholen.
Ich male mir Horrorszenarien aus und erkenne, dass ich ja die Option habe, einfach rückwärts wieder die Straße zurück zu fahren.
Aber bin ich eine Memme oder ein Offroader – ich gebe Gas und überquere die Gefahrenstelle.

Das war ja einfach…

Ich hatte Zeit durchzuatmen bevor es zum Dinner ging. Inzwischen haben viele unserer Lieblingskneipen geschlossen, so haben wir uns heute für das „Psaropoulo“ von Apostolis in Panteli entschieden.
Es sollte Fisch geben, denn das Dinner war eine Einladung an die Crew der ZANAX für die geleisteten Abschleppdienste.

Wir haben drinnen solide gegessen, draußen hat es gegossen wie aus Eimern.
Ein schöner Abend, aber wirklich gute Stimmung wollte nicht aufkommen.

Dinner bei Apostolis
Es gibt viel Wissenswertes über Leros

Als das Essen ausgeklungen war, habe ich meine liebe Frau zurück nach Xirokampos gefahren.
Ich habe mich danach auf mein Bett gefreut, bevor ich jedoch ins Haus gegangen bin, habe ich noch etwas die Aussicht Richtung Türkei genossen – die Nacht war sehr klar und man konnte die Lichter am Horizont förmlich greifen.

Der Regen hatte aufgehört, die Bewölkung war dramatisch – plötzlich war die Stimmung umgeschlagen, es war besonders.
Ich bin zufrieden eingeschlafen, ich war todmüde und groggy.

Mondlicht, dunkle Wolken am Himmel und die Lichter der Türkei zum Greifen nahe

In dieser Nacht war die Crew der ELOWYN abgereist, es war ein plötzlicher und weitgehend überraschender Aufbruch.

Für die nächsten Tage war abermals Starkwind gemeldet, es schien infrage gestellt, ob der geplante Flieger am heutigen Tag fliegen würde.
Es wurde also auf eine Fähre umgebucht und das Ende des Urlaubs nach vorne gezogen.
Der Umweg über Kos schien gerechtfertigt, ab dort würden auch bei stärkeren Winden die Maschinen Richtung Athen gehen.

Beim Verabschieden lässt Tina mich wissen, dass sie gar nicht wissen wolle ob der Flieger nun doch gegangen wäre und somit die ganze Mühe und die Geldausgaben umsonst gewesen wären…

Dies kann ich akzeptieren, ich werde kein Wort darüber verlieren 😉 …

Mein letzter Morgen im Haus – ich bin früh aufgewacht

Eigentlich wollte ich langsam und Zug um Zug auf ELOWYN verholen, ich hatte keine Eile.
Nun bin ich aber echt relativ früh aufgewacht und hatte nichts besseres zu tun als zu packen – dem Umzug zu früher Stunde stand also nichts im Wege.

Diesmal nehme ich weniger Dinge mit auf ELOWYN. Alles was nicht überlebenswichtig ist bleibt im Haus, es ist zu meiner Drehscheibe geworden.

Die notwendigen Dinge passen in den Panda
Ich fahre los, als die Sonne gerade über den Horizont blinzelt

Irgendwie hätte ich es im Haus ausgehalten. Ich habe mich überraschend schnell an die neuen Abläufe gewöhnt und habe mich wohl gefühlt.
Das freut mich einerseits, es ist ein gutes Zeichen.
Anderseits birgt es die Gefahr, dass ich mich von dem Marinageschehen abnable und es anfängt mich zu langweilen.

Es tut also gut, dass ich den Winter über auf ELOWYN wohnen werde und auch Teil der Community sein werde.
Es sieht auch so aus, als ob Sibylle ab Dezember ebenfalls auf der großen Algro 68 leben würde, auch ihr fällt in Xirokampos langsam die Decke auf den Kopf.

Ein letzter großer Vorteil ist auch, dass ich näher an meinen Arbeitsprojekten bin und die Gestaltung des Tagesablaufs dadurch leichter für mich wird.

Last not least – die fehlende Dusche und Heizung im Haus wären ein großes Manko gewesen, da lebt es sich auf dem weißen Riesen deutlich komfortabler.

Ich parke in der Marina direkt am B-Ponton…

Die paar Meter kann ich mein Hab und Gut tragen
Auf ELOWYN stelle ich es nur ab, verräumt wird später

Ich setze mich kurz hin um meine Nachrichten zu checken, da erreicht mich eine wirklich positive Information.

Fa. Klepsch aus dem hohen Norden Deutschlands hat meine Heizungen gepackt und fertig für die Spedition gemacht.
Etwas später folgt die Information, dass die Geräte abgeholt wurden und nun auf dem Weg zu Renés „Haus Seegarten“ im oberbayrischen Schliersee sind.

Von dort aus muss ich sehen wie es weitergeht…

Die Heizungen sind wieder in der Holzkiste verpackt…
…und gehen auf die Reise nach Schliersee

An diesem Tag reift der Plan, noch einmal im Jahr 2026 nach Deutschland zu fahren.

Aus strategischen Gründen wäre es gut, wenn Crawler trotz oder wegen der Restaurierungspläne einen neuen TÜV hätte, diesen gilt es zu machen.
Dazu kommt, dass Ende Oktober der Maklervertrag bezüglich meiner Wohnung ausläuft, es gilt diese vom Vormieter zu übernehmen und das weitere Vorgehen zu planen.
Ich könnte dann STENELLAs Solarmodule mit nach Deutschland nehmen und die Heizungen und ein paar Ersatzteile nach Griechenland bringen.

Das klingt alles sehr plausibel und so legen Sibylle und ich nach einiger Recherche den 15.11. als Abreisetag in die alte Heimat fest.
Wir werden von Leros aus über Patras nach Venedig fahren und haben uns Kabinen gebucht.

Rund um diesen Fixtermin bauen wir nun alle anderen Termine auf Leros und in Deutschland auf.

Heute geht es weiter mit dem Abbruch des Teakdecks auf LUMARA…

Guido von der BORN TO LIVE hilft fleißig mit
Auch unser ehemaliger irischer Nachbar Ciarán greift takräftig mit an
Die Hauptunterstützung bekomme ich, wie immer, von HP

Gemeinsam hämmern wir, schlagen Holz vom glasfasrigen Untergrund. Wir plagen uns, haben aber auch jede Menge Spaß.

Inzwischen haben wir uns an die Arbeitsabläufe gewöhnt, so dass wir Meter und Fläche machen.
Die Eimer, in denen wir das Abbruchholz sammeln, füllen sich stetig und zwischenzeitlich müssen wir unter tags einmal leeren um weiterarbeiten zu können.

Es geht was, gemeinsam bekommen wir das hin – und der Fortschritt ist erkennbar!

Wir sammeln das Abbruchholz in großen Eimern
Diese leeren wir bei Bedarf in die, vor der Marina stehenden Abfallcontainer
Wir dichten die Schraubenlöcher mit roter Dichtmasse ab

Während wir so vor uns hinarbeiten, vertreibt sich Sibylle die Zeit mit anderen Dingen.
Mal sind es die Einkäufe die erledigt werden wollen, mal ist es der Wunsch etwas Leckeres für uns zu kochen, oder aber, sie geht etwas Spazieren oder Wandern.

Heute führt ihr Weg sie und Petra von der LIBERTÉ zum Hundeshelter, um dort mit ein paar der armen Zamperl Gassi zu gehen.

Die Vierbeiner freuen sich über jede Zuwendung

Am Spätnachmittag treffen wir uns dann meist auf ELOWYN um noch etwas zu trinken und den Tag Revue passieren zu lassen.

Das Getränk im Cockpit fällt jedoch heute aus, denn es fängt wieder an zu schütten.
Wir haben es gerade noch rechtzeitig geschafft das Werkzeug wegzuräumen und die Schraubenlöcher abzudichten – wir machen das in Rot, um sie später leichter wiederzufinden – dann kam auch schon der Wolkenbruch.

Auch Sibylle hat es gerade noch rechtzeitig in die Marina zurück geschafft und eilt den B-Steg zurück auf ELOWYN.

Grau, Regen – der Oktober ist kein schöner
Wir ziehen uns auf ELOWYN zurück, dort bleiben wir, bis der Regen nachlässt

Als wir später nach Xirokampos verholen wollen, nehmen wir uns vor, noch kurz beim Haus in Plaka nach dem Rechten zu sehen – aber auch hier scheint alles ok.

Dann endlich fahren wir zum Südende der Insel, kochen uns einen Tee und lassen den Tag bei einer heißen Hackfleisch-Lauch-Käse Suppe ausklingen.

Am Haus – trostlos, aber alles ok

Zu später Stunde fahre ich zurück in mein Zuhause und entscheide, dass ich heute den „Winter-Notfall“ auslöse.

Ich hole meine von Christine selbstgestrickten Socken aus dem Schrank und mache es mir mittels meines Heizgebläses mollig warm.

Dann wird es, zum ersten Mal in diesem Jahr, Zeit für eine Folge „Inspector Barnaby“ – im Oktober 2026, in Griechenland, verkehrte Welt!!!

Ich öffne mein Notfallpaket…
…und mache es mir gemütlich

Am neuen Tag kommt Hans Peter wieder zum Zug. Er und seine Gattin Petra sind bereits dabei, ihre LIBERTÉ für den Winter vorzubereiten und haben daher eine ganze Liste an Aufgaben zu erledigen.

Wir vereinbaren uns, dass Sibylle und ich zunächst beim Abschlagen der Segel helfen würden – er möge einfach Bescheid geben wann es passt.
Danach liegt ihm die Neubefüllung seiner Taucherflasche am Herzen, also schreiben wir uns die Flaschenbefüllung mittels ELOWYNs Tauchkompressor auf die Liste unserer Tagesaufgaben.

Nach der Mittagspause dann… – Teakdeck abbrechen an LUMARA, was sonst???

Um 10.00 geht es los – die Segel von LIBERTÈ werden winterfest verstaut
Dann wollen wir die Tauchflasche füllen, doch das läuft nicht pannenfrei

Der Taucher HP krabbelt gerade in das Flaschenkompartment des weißen Riesen, da ertönt ein ohrenbetäubendes Gepolter – weg war die Flasche.

Richtig gehört – mein Spezi aus dem Saarland hat seine Flasche abgelegt und die hat sich rollender Weise auf den Weg gemacht.
An ELOWYNs Heck hat sie sich, einem Lemming gleich, in die Fluten gestürzt.

HP stand am Ponton wie das Kaninchen vor der Schlange – „…da unten liegt sie!“
Nun, dann muss er halt noch einmal zu seinem Schiff laufen, sich umziehen und die Bottle aus 5m Tiefe bergen.
Das an sich, war keine Herausforderung und so konnten wir mit etwas Verzug die leere Flasche endlich füllen.

Irgendwie klappt es immer – für Pressluft ist wieder gesorgt

Während der Kaffeepause an Bord der LIBERTÉ werden erste Teilebestellungen an mich herangetragen.

Ich habe einen recht guten Kontakt zu einem Volvo-Penta Spezialisten und bestelle immer gesammelt.
Dies tut manchmal auch Not, denn diesmal hatten sowohl HP als auch Ewa besondere Kleinteilbestellungen in petto – jeder einen Dichtring!

Um mich nicht vollends zu blamieren, bestelle ich zwei pro Stück und komme somit auf eine Bestellsumme von 7,71€ inklusive Versand – na das ist ja noch vertretbar.

Ich brauche 1x 24a

Die Mittagspause nähert sich dem Ende und wir setzen ebenfalls zu einem Endspurt an.

Wir nehmen uns vor, dem Teakdeck heute den Garaus zu machen und solange zu rackern, bis der letzte Zahnstocher abgeschabt ist.

Wenn wir das schaffen wollen, dann haben wir keine Zeit zu verlieren – also, alle Mann ran an die Maschinen, es geht los…

Ich übernehme den Bug…
…und arbeite mich zielstrebig voran – das linke Laufdeck ist bereits clean
Das Heck haben wir letztes Mal schon final abgeräumt
Es bleibt das rechte Laufdeck – Hans Peter arbeitet sich von vorne heran…
Ciarán übernimmt den hinteren Teil

Wir hämmern wie die Beserker und rackern bis in den späten Nachmittag hinein.

Irgendwann war noch rund ein Meter abzuräumen – ich hatte meine Planbereiche bereits vom Altholz befreit und beginne nun langsam mit dem Aufräumen des Werkzeugs.
Ciarán winkt ab, er kann den Hammer nicht mehr heben. Auch mir geht es so, ich bin alle.

Hans Peter mobilisiert seine letzten Kräfte, räumt den letzten halben Meter ab und die Werkzeuge verstummen.
Unsere Arbeitsgruppe löst sich still auf, wir haben uns heute etwas zuviel zugemutet – ABER WIR SIND FERTIG!

HP geht auf sein Schiff und legt sich in die Sonne um die Muskeln auszuruhen.
Der Ire geht ebenfalls auf seine OLIVE um dort etwas zu essen.

Zurück bleiben Sibylle und ich, wir räumen das Werkzeug auf, machen etwas Ordnung und fahren dann nach Xirokampos, am Weg nehmen wir zwei Pakete mit, die an uns adressiert waren und für das Haus der Freunde bestimmt sind.

Wir legen die bestellten Sachen ab – der Versand an uns klappt (meist) gut

Ich gehe duschen – heiß duschen! Ich kann kaum gerade stehen. Der Rücken, die Arme, alles tut weh.

Sibylle hat Risotto gekocht, das schmeckt sehr lecker und tut gut. Ich widme mich dem Carbo-Loading wie in besten Zeiten und fahre dann zurück in die Marina.

Kaum habe ich mich auf mein Bett gelegt, fallen mir auch schon die Augendeckel zu, ich bin fix und fertig – bis morgen.

Es folgt ein Pausetag, wir sind alle erledigt und haben nur genug Körner für administrative Kleinarbeiten.
So bittet mich HP seine gelagerten Altbatterien auszumessen und ihm die Maße durchzugeben – er muss planen, wie er seinen Pick-Up staut.
Das ist kein Wunder, denn inzwischen hat sich einiges angesammelt – und Merlin und das Gepäck müssen ja auch noch mit…

Die Batterien sind 5mm zu hoch, da muss ein Trick her
Das muss alles rein…
…und das 🙂

Mein saarländischer Freund schickt, wie immer, drei Daumen hoch. Unser Arbeitseinsatz gestern ging leise zu Ende – ich weiß nicht, ob außer mir noch jemand die melancholische Stimmung eingefangen hat.

Der Abbruch des Teakdecks an LUMARA war das letzte gemeinsame Projekt auf unserer Liste.
Wir haben viel gerissen, Lithiumprojekte umgesetzt, Ventile erneuert, Saildrives abgedichtet und Motoren überholt.

Auf unserer „ewigen Liste der Grausamkeiten“ gibt es ein inoffizielles Ranking – Nummer eins bleibt unangefochten die Instandsetzung der Mooringwinsch an ELOWYN.
An Nummer zwei folgt aus meiner Sicht das Aufgarnieren seines Riggs und die Instandsetzung der Rollanlage, bei 40°C im Sand knieend.
Auf Platz drei liefern sich mein Teakdeck und sein Unterwasserschiff einKopf an Kopf Rennen…
Etwas später fällt uns auf, dass wir beide die Erneuerung der Seeventile an ELOWYN wahrscheinlich verdrängt haben 😉 …

Es klingt lustig – ist es aber vielleicht gar nicht! Wir haben vier jahre lang als Team perfekt zusammengearbeitet und sind durch viele Höhen und Tiefen.
Wir haben uns akzeptiert und ausgehalten – das will schon was heißen!

Unser letztes großes Projekt klang leise aus, es ist fast ein bisschen schade – lieber HP, danke für alles und ab jetzt schicke ich dich nicht mehr in die Hölle! Hölle, Hölle, Hölle!

Sibylle und ich sind heute zum „Apero rich“ bei unseren Freunden Esther und Giannis eingeladen. Die Runde wird wird von Brigitte komplettiert, auch sie freut sich wie wir auf das griechisch-schweizer Gastgeber-Paar, welches eine Mango- und Obstplantage auf Leros betreibt.

Wir kommen auf dem wunderschönen Anwesen an
Die „Mango Farm Leros“

Giannis nimmt uns auf die Seite und macht mit uns eine Führung durch seine Obstplantage.

Er ist ein echter Gärtner und Pflanzenliebhaber und -kenner. Ganz genau erklärt er uns die Feinheiten und Herausforderungen der einzelnen Pflanzen, deren Früchte er nach der Ernte auch beim örtlichen Fruchthändler verkauft.

Wir sind baff, als wir all die tropischen Früchte entdecken – in einem Garten auf Leros!

Mangobäume verschiedener Sorten…
…tragen teils gigantische Früchte
Papaya
Banane

Esther hat einstweilen den Tisch gerichtet und führt uns dann noch durch das Haus.
Wir sind das erste Mal bei den beiden zuhause zu Gast und staunen nicht schlecht über das Gebäude.
Die Beiden haben sich ein kleines Paradies geschafen.

Giannis hat noch ein großes Angel-Motorboot. Er hätte nächstes Jahr gerne Fahrstunden von mir und fragt nach meiner Hilfe, um das Ding wieder flott zu bekommen.
Nichts lieber als das!!!

Wir setzen uns zusammen und laben uns an den Köstlichkeiten – der Hammer!
So vergeht der Abend rasend schnell und wir fahren erst recht spät zurück nach Hause.

Apero rich – da brauchst kein Abendessen mehr
Ich komme erst spät in der Nacht in die Marina zurück

Habe ich nicht gerade erst geschrieben, dass wir öfters mal Pakete entgegennehmen und der Versand recht gut klappt?

Das ist soweit korrekt – der Versand hierher dauert rund zwei Wochen, manche Sendungen gehen schneller, so zum Beispiel SVB die wohl einen guten Rahmenvertrag haben.
Noch nie ist ein Paket verloren gegangen, nur einem Päckchen mussten wir mal hinterherlaufen, denn alles ohne Trackingnummer wird nicht zugestellt sondern ist postlagernd.

Diesmal gab es ein Paket welches nicht angekommen war – Amelie hatte Kinderartikel vorausgeschickt, welche sie im Urlaub nutzen wollte.
Da das Paket nicht ankam, wurde eine Verlustanzeige aufgegeben, welche zur Folge hatte, dass nachgeforscht wurde.

Und siehe da…

Mit fünf Wochen Verspätung kommen Windeln und Baby-Pflegeprodukte auf Leros an

Nun, ich werde das Paket wohl wieder nach Deutschland karren – bis Paula das nächste Mal zu Besuch kommt, braucht sie keine Windeln mehr sondern ein Töpfchen.

Sibylle und ich fahren das Paket ins Haus, als wir aus dem Nachbarhaus Gesang wahrnehmen – „Χρόνια πολλά, χρόνια πολλά“, man singt zum Geburtstag!
Wir stoppen kurz und rufen ebenfalls ein lautes „Happy Birthday“ durch das geöffnete Autofenster – und es dauert keine zehn Sekunden, bis Efdokia uns einen Teller voll kleiner Sauerreien hineinreicht.

Uns läuft das Wasser im Munde zusammen…

Lauter kleine deftige Gebäckstücke – jedes für sich ein Gedicht

Glaubt es oder nicht – wir wollten ohnehin gerade zu „Zafeiris“ auf ein Teilchen nebst Kaffeebegleitung, da traf es sich gut, dass wir nun bestausgestattet waren.

Nur leider hielten die kleinen Gebäckstücke die zehnminütige Fahrt zum Café unserer Wahl nicht durch – wir mampften unablässig und bis wir in Lakki ankamen, waren nur noch Brösel auf dem Teller.

Na egal, wir tranken unseren Kaffee somit danach und widmeten uns auch sonst nur noch ein paar lästigen Kleinarbeiten während dieses Nachmittags.

Am Abend waren wir bei Hans Peter und Petra auf LIBERTÈ zum Köfte essen eingeladen.
Es gab die Hackfleischröllchen aus der Pfanne, dazu HPs legendären, knoblauchgeschwängerten Karottensalat und Ofenkartoffeln.
Sehr lecker und mal was ganz anderes.

Nur nicht kleckern – LIBERTÈ trägt neue Salonkleider
HP brutzelt was das Zeug hält – seine Gattin drapiert die Kartoffelstücke

Wir sitzen noch eine ganze Weile beim Klönschnack und quasseln über Zukunftspläne und die Entwicklung im Yachtsektor im Allgemeinen.

Dann war Bettruhe angesagt, denn der morgige Tag sollte es noch einmal in sich haben.
Ich möchte den Decksabbruch auf LUMARA abschließen und muss dafür noch einmal mit dem Messer alle Sikalinien nach- und abschneiden.

Zu beginn des Tages erhalte ich aber eine gute Nachricht aus der alten Heimat.
René schickt mir ein Bild von den Heizungen, sie sind wohlbehalten bei ihm angekommen und warten, bis ich sie abhole.
Zudem schickt mein Freund ein Bild von zwei neuen Haflingern, welche er unter besonderen Umständen erhalten hat – er wolle mir die Geschichte bei einem Bier erzählen.

Ich antworte noch rasch, dann geht es an die Arbeit!

Die Heizungen sind am Schliersee
Neuzugänge in Renés Stall – ich bin gespannt auf die Geschichte dahinter

Auf meinem Ex-Schiff helfen heute die neuen Eigner mit und auch Hans von der BARCASO hat wohl soviel Mitleid, dass er für drei Stunden mit angreift.

Zusammen sind wir am Rackern, bekommen aber das ganze Deck soweit clean und abgedichtet, dass wir den Abbruch nun wirklich für beendet erklären können.
Der nächste Schritt wird die Prüfung des Decks und die Analyse der Beschädigungen sein, dann müssen die Materialien für die Reparatur bestellt werden.

Mit dem Multitool gehen wir das gesamte Deck (20qm) und alle Kanten (ca 45m) noch einmal ab
Da ist jede Hilfe willkommen

An diesem Tag wird ein Termin für ein gemeinsames „Helferessen“ im „SouVLakki“ festgelegt – es ist mir eine Ehre!

Mein Dank für die Unterstützung bei dieser Sauarbeit gilt HP, Guido, Ciarán und Hans, sowie dem Eignerpaar für die Geduld und den hohen Entspanntheitsgrad.

Am kommenden Morgen hole ich Sibylle in Xirokampos ab, wir haben an unserer Katikia ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und in der Küche ein paar Vorbereitungen für den Küchenabbruch zu machen.

Bei dieser Gelegenheit fällt uns auf, dass unsere zwei wilden Weinstöcke recht viele Trauben tragen und wir fragen uns, was wir damit machen werden – ob wir den Nachbarn anbieten sollen sie zu ernten?

Ich hole meine Frau in Xirokampos ab, inzwischen ist das Wetter so, dass sie nicht mehr jeden Tag Roller fahren mag
Ich pflücke zwei Bündel Trauben – was kann man damit tun???

Den Gedanken den Nachbarn zu fragen verwerfe ich, die Trauben sind optisch nicht durchgängig schön.
Ich möchte nicht in eine Falle tappen und mit guten Absichten am Ende doch jemand beleidigen.

Also wegwerfen? Oder den Vögeln überlassen?

Ich habe eine bessere Idee – wir sind heute Abend bei Brigitte und Hans zum Grillen eingeladen und ich werde Brigitte nach Optionen befragen…

Da das Wetter inzwischen wieder besser georden ist, beginnt Sibylle zu quengeln – wir sollten das Großsegel zum Trocknen aufhissen und es dann winterfest verpacken.
Die nächste Schlechtwetterfront stünde vor der Türe und was gemacht ist, ist gemacht.

Sie nervt! Aber sie hat Recht! Also mobilisiere ich meine Helfer und wir ziehen den riesigen, schweren Lappen nach oben.

Erst lassen wir es eine Stunde trocknen und laben uns an einem Kaffee…
…aber nach dem Müßiggang muss angepackt werden

Sibylle ist an der Winsch eingeteilt. Sie fiert das Großfall langsam auf und wir – das heißt Hans Peter, Markus, Bibi und ich, legen das Segel so gut es geht in Duchten in die Lazy Jacks.

Das klingt einfach, ist es aber nur bedingt. Hans Peter wird die Aufgabe zuteil, die Mastcars an der Weiche nach links und rechts zu verteilen, die baumlange Bibi und ihr turmhoher Markus greifen am doch recht hohen Baum nach den Segelfalten um sie in die richtige Richtung zu zerren und auch ich Zwerg (ich bin 1cm kleiner als Bibi) versuche durch das Tragen der Verantwortung zu unterstützen 😉 …

Wir bekommen es ganz gut hin und müssen dann, als letzten Schritt, die Abdeckung des Segelkleides noch montieren.
Dafür muss einer – Hans Peter – den Baum entlang kriechen und den Reißverschluss einfädeln, der Rest geht von der Seite aus.

Das geht ja einfach…

Für heute lassen wir es, das Tagwerk ist geschafft. Die Helfer gehen von Bord und wenden sich eigenen Aufgaben zu, ich blicke auf meine Sibylle und warte auf die imaginären Lorbeeren, welche ich mir durch die Befolgung ihres Befe… – äh, durch die Erfüllung ihres Wunsches unbedingt verdient habe.

Doch weit gefehlt! Sibylle ist nur bedingt zufrieden! „Ok, für heute kann man das lassen, aber morgen machen wir gleich die Winterpersenning drüber, gell?“

Ohje, da muss ich wohl das Helferteam noch einmal umgarnen…

Egal, das ist morgen – jetzt verholen wir erst einmal nach Crithoni, wo sich Brigitte und Hans einmal mehr als ein perfektes Gastgeberteam erweisen.

Nach den Maroni und dem Oktopussalat zur Vorspeise gibt es nun eine perfekte Grillage…
…nebst Salatbegleitung und Kartoffelwedges aus dem neuen Airfryer

Als Getränke wurden die altbewährten Alternativen Bier, Wein und Ouzo angeboten.
Zum Waschen der Kehle gab es auch Wasser mit und ohne Sprudel.

Heute jedoch wurde das Portfolio der Getränke um eine Alternative erweitert – heißen Tee.
Und ich wähle gerne eine Tasse heißen Tee, denn so schön es ist am Abend noch draußen zu sitzen, es ist inzwischen ziemlich zapfig!

Brrrr, der Mario friert! Ende Oktober 2026 in Griechenland

Neben allerlei kurzweiligen Themen, haben wir auch Gelegenheit über die Trauben zu sprechen.
Und natürlich bleibt Brigitte keine Idee schuldig – ihre Schwiegermama hat ebenfalls Trauben und bereitet damit allerlei Köstlichkeiten zu.

Sie würde mit der Dame in Österreich telefonieren und dann etwas daraus zaubern.

Bereits am nächsten Tag, wir sitzen gerade beim Frühstücksbrunch im „Navarone“ erreicht mich ein Bild von Brigitte, der Zaubertrank sei schon fertig!

Na wenn das nix ist – und die Farbe erst

Wir beschließen, dass wir die Trauben bei der Küchenaktion abernten würden, Brigitte würde sie dann in dieser Art und Weise verarbeiten.

Apropos Frühstück! Wir sind ein weiteres Mal in das wunderschön restaurierte Lokal am Hafen von Agia Marina gegangen, um dort den Sonntagsbrunch zu genießen.

Dies machen wir meist dann, wenn es einen Anlass dafür gibt – heute war es die Verabschiedung von Hanna und Jim.
Die beiden Passauer haben das Ende des Familiebesuchs bei der ANAHITA Crew vor Augen und es war uns ein Anliegen, noch einmal mit den Freunden beisammen zu sitzen.

Natürlich genießen wir auch die angebotenen Frühstücksleckereien – und das nicht zu knapp!

Das angebotene Frühstück ist sooooo lecker – es gibt alles, von salzig bis süß

Foodkoma! Ich falle in ein Foodkoma und mein Körper schreit nach einem Mittagsschläfchen!

Ich kann gerade noch die beiden Freunde verabschieden, dann möchte ich schlafen und meinen faulen Pelz zur Ruhe betten.
Nur habe ich da leider die Rechnung ohne meinen Drill Sergeant Sibylle gemacht – mein persönlicher Gunnery Sergeant Hartman 😉

„Nix ausruhen! Jetzt wird die Winterpersenning auf den Baum gemacht! Ruf gleich mal HP an! Jetzt!!!“

Ok, wer könnte da schon Nein sagen?

Das ganze Spiel wieder von vorne – diesmal müssen die Lazylines umgeknotet werden…
…das macht HP, während er das große Knäuel einmal ausrollt
Für den hinteren Teil müssen wir den Baum absenken
Den Teil am Mast machen wir als Letztes – nach rund einer Stunde sind wir fertig

Das hat alles in allem ganz gut geklappt und wir konnten nach einer Stunde Vollzug melden.

Der Regen kann nun kommen – und das tat er auch. Der morgige Tag würde ein verregneter sein, aber dafür haben wir schon einen guten Tagesplan.

Heute ist erst einmal Seglerstammtisch angesagt – wir alle würden uns heute noch einmal im „SouVLakki“ treffen.
Für HP würde es der Abschiedsstammtisch werden, er wird nächste Woche nach Hause aufbrechen.

Ja HP, er erkennt das Dilemma – Urlaubsfreuden und Lebensplan auf der einen Seite, gewohnte Strukturen und erfolgreiches Wirken auf der anderen.
Er wird loslassen, auch wenn er zwischenzeitlich versucht zu relativieren – und dadurch wird er die Flexibilität verlieren Projektblöcke zu planen.
Ich hoffe, dass er loslassen wird – er hat soviel Zeit und Geld in sein Boot gesteckt, er soll meinen Fehler nicht wiederholen.

Und das lang geplante Projekt für den Regentag? Das war tatsächlich so – wir, Sibylle, Brigitte, Hans und ich, haben für den Küchenabbruch den ersten Regentag nach ihrer Rückkehr vom letzten Segeltörn festgelegt – und der sollte nun heute sein.
Wir treffen uns also um 10.00 Uhr an unserer Katikia in Plaka.

Die ersten Trümmer fliegen schon…
…und werden vor dem Haus sauber gestapelt
Kurz nach Mittag sind wir fertig

Sinn der Aktion war, meine Spüle und Stein-Arbeitsplatte für den Bau einer Außenküche im Haus der österreichischen Freunde auszubauen.

Die Beiden haben dann gleich den ganzen Unterbauschrank zerlegt, während ich mich den Hängeschränken links gewidmet habe.
Sibylle hat die Trümmer gepackt und vor dem Haus gestapelt.

Der rechte Teil bleibt vorläufig noch stehen, dort lagern wir ein paar Werkzeuge und unsere Behältnisse für das Olivenöl.

Es war mir ein Anliegen, auch am Haus etwas voran zu kommen und in 2026 nochmals eine Fuhre Müll zur Entsorgung abholen zu lassen.
Dies wird in den nächsten Wochen geschehen, ich bin zufrieden.

Sibylle und Brigitte ernten zudem noch rund 4kg Trauben ab, aus denen Brigitte bereits am nächsten Tag etwas mehr als drei Liter Saft machen wird.

Wir teilen uns das Ergebnis – ein absolut reines Naturprodukt!

Zusammen gehen wir noch auf ein Gebäckteilchen und eine Tasse Kaffee zu „Zafeiris“, dann trennen sich unsere Wege.

Sibylle und ich ziehen uns auf ELOWYN zurück, denn wir haben noch etwas Zeit bis wir abends bei Felix und Georgette zum „Apero“ auf ALLEGRA eingeladen sind.

Was kannst bei dem Wetter schon machen – Sibylle lernt mit Duolingo und ich wurschtle etwas an ELOWYN herum.

„Mach die Jalousien auf!“ – Warum, ich will den Weltuntergang nicht sehen
Der Blick aus dem Niedergang ist trostlos
Es regnet in Strömen – fast schon sintflutartig
Da bleibt man am besten drin

Auf dem Weg zu ALLEGRA treffen wir Ellen und Dominik. Gott sei Dank haben die Beiden den Regen soweit im Griff.
Es tropft nicht so viel in LUMARA hinein, das Bisschen können sie auffangen.

Diese Nachricht freut mich, denn das Leben auf der Baustelle verlangt den Beiden einiges ab.
Es gilt, das immer für alle Parteien erträglich zu regeln.

Mit Felix und Georgette sitzen wir über drei Stunden nett beinander und plaudern über Gott und die Welt.
Auch die Beiden werden ihre Seglerlaufbahn beenden und sich umorientieren, es tut sich an allen Fronten etwas…

Wir genießen den Apero und verabschieden uns höflich gegen 21.00 Uhr – und jetzt?
Sibylle ist satt, ich habe Hunger – Apero ist schwierig für mich, er ist eine Art „Störgröße“ in meinem Tagesablauf.
So fahre ich meine Frau nach Xirokampos und esse dann Reste auf ELOWYN als Abendbrot…

Da wäre mir ein „Giro-Kotopoulo“ aber lieber

Am nächsten Morgen das tägliche Procedere – ich trinke meinen Kaffee, hole dann irgendwann Sibylle ab, wir machen eine Besorgungsrunde und arbeiten dann einen Punkt auf der To-Do Liste ab.

So weit so gut, das reicht an Engagement in dieser Zeit, sofern dabei keine Fehler unterlaufen.
Diesmal war ich der, dem die Narrenkappe gebührt – mir passiert ein Anfängerfehler!

JASPER hat einen Tagestank, ich bin informiert und stolpere nicht über die erste Hürde – in welchem Einlass ist das flüssige Gold einzufüllen???

Uli ist sich sicher – „…in den größeren Stutzen…“

Ich greife nach ELOWYNs Kanister und bemerke, dass der noch voll ist – macht nix, dann fülle ich eben den Diesel von ELOWYN in den Tank und betanke den Kanister danach wieder mit frischem Sprit.

Ich zirkle den Einfüllstutzen des Kanisters in die Einfüllöffnung und – kleckere ein wenig. Dann aber gluckert der Diesel in JASPERS Tank.
Ich denke so für mich, dass ich den Diesel rasch wegputzen muss, gluckgluckgluck.
Dabei nehme ich wahr, dass fast kein Diesel mehr zu sehen ist, gluckgluckgluck.
Nanu, seit wann verfliegt Diesel, gluckgluckgluck, wer sagt überhaupt, dass das Diesel ist???

Gluckgluckgluck, in diesem Augenblick war der Kanister leer und ich um die Einsicht reicher, dass ich soeben 20 Liter Benzin in den, zum Glück leeren, Tank gefüllt habe.
Was für eine Dummheit, wenn man einmal nicht konzentriert ist…

Nun, die Arbeit hatte ich – alles ausräumen, Tank freilegen, zum Glück hat dieser eine Wartungsöffnung an exakt der richtigen Stelle und dann 20 Liter mit einem Becherchen herausschaufeln – ich war mehr als eine Stunde beschäftigt, konnte aber Vollzug melden, kurz bevor wir zu einem Treffen nach Agia Marina mussten.

Ich spiele mit zwei Kindern die erste Partie Backgammon meines Lebens

Wir waren mit einer ganz besonderen österreichischen Familie zum Kaffee verabredet.
Wir kennen das Paar in unserem Alter schon seit Jahren vom Sehen, es gab zwischenzeitlich mal etwas Smalltalk aber nicht mehr.

Wir wissen, dass die Beiden ein Haus in Platanos haben und sind auf sie aufmerksam geworden, weil deren Sohn, welcher damals vielleicht vier Jahre alt war, von dem kleinen Mädchen immer „Onkel Hannes“ gerufen wurde.

Heute wissen wir, dass die beiden in zweiter Ehe verheiratet sind und deren erwachsene Kinder ebenfalls untereinander die Liebe gefunden und geheiratet haben.
Zur etwa selben Zeit kam bei den Eltern ein Nachzügler auf die Welt und die Jungen starteten in die Familienplanung – daraus ergeben sich lustige Konstellationen und alle wissen damit zu kokettieren.
Es war ein Nachmittag mit vielen neuen Geschichten und viel Spaß!

Ich hoffe, wir werden uns einmal wiedersehen – schon alleine deshalb, weil ich den Dreikäsehoch gerne zu einer Revanchepartie fordern würde.

Unser Abend klang anschließend mit Benno und Hilde im „La Nostra“ aus – neuerlich ein Abschiedsessen, es ist die Zeit des großen Aufbruchs.

Der Wetterbericht behält Recht

Ich wache vom Geprassel auf dem Kajütdach auf, so heftig war der Regenguss am Morgen.

Sehr schade, denn es war schlagartig klar – die für den heutigen Tag angesetzten Feierlichkeiten zum „Oxi-Day“ am 28.10. werden sprichwörtlich ins Wasser fallen.
Der Nationalfeiertag stand unter keinem guten Stern, es herrschte Weltuntergangsstimmung.

Ich kuschelte mich noch einmal in mein Bett und stand erst um 08.30 Uhr auf – heute ist der ideale Tag, um bei einer Tasse Kaffee den Blogbericht etwas voranzubringen.

Ich nehme mir zwei Stunden am Stück, das klappt selten

Erst am Mittag hole ich Sibylle ab – wir sind im „Coffee Lab“ mit Hanna und Jim verabredet um Lebewohl zu sagen.
Auch die Beiden reisen morgen früh ab – hier gibt es aber eine berechtigte Hoffnung, dass wir uns während unseres Deutschlandbesuches kurz treffen.

Vielleicht ist der Abschied so nur von kurzer Dauer…

Auf dem Weg ins Café sehen wir die geschmückten Straßen vor grauer Kulisse – es tut mir so leid für die Teilnehmer der Parade.
Monate der Vorbereitung werden durch Wetterkapriolen pulverisiert.

Es hätte so ein fröhlicher Tag werden sollen
Ein letztes Treffen mit Hanna und Jim

Der Regen lässt etwas nach, eine gute Chance zu vollenden, was gestern offen geblieben war.

Wir füllen 20 Liter DIESEL in JASPERs Tank und starten den Motor welcher sofort anspringt.

Ich war für einen weiteren Faux-Pas gewappnet, denn ich hatte vergessen, was Uli mir über das Motor-Seeventil erzählt hatte.
Sollte kein Kühlwasserstrahl kommen, dann würde ich den Motor sofort stoppen…

Natürlich hatte ich zuvor das vermeintlich richtige Seeventil lokalisiert, doch das war offen – zudem hatte Uli das irgendwie anders beschrieben…
Komisch! Aber die Fakten geben mir Recht, der Jockel springt an und das Kühlwasser schießt nur so aus dem Auspuff.

Alles bestens!

Kurze Zeit später ruft Uli an und erklärt mir, welches Ventil das vermeintlich richtige Seeventil ist.
Ich will offen zugeben, dass ich der Argumentation nicht folgen kann – das von ihm beschriebene ist wohl als „Seeventil Motor“ beschriftet, der Schlauch führt aber Richtung Generator.
Das Ventil ist geschlossen, trotzdem schießt Kühlwasser aus dem Auspuff.

Ich gehe die Schläuche der Seewasserkühlung nach und identifiziere einwandfrei das übliche Ventil am Fuß des Saildrive als das für die Motorkühlung verantwortliche.
Es ist offen, was den Seewasserfluß erklärt, es gibt zudem keine Abzweigung in der Schlauchführung, so dass ich ohne Ulis Aussage, meiner Behauptung sicher wäre.

Ein Thema, welches Uli und ich noch klären müssen – zur Sicherheit werden zur Probefahrt beide Ventile geöffnet – und das war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung um Irritationen zu vermeiden.

Warum? Dazu etwas später mehr…

Uli schwört, dass dieses Ventil den Seewasserkreislauf öffnet und schließt
Dieses Ventil bekommt meine Stimme

Heute klingt der Abend im „SouVLakki“ aus und ich ärgere mich, dass ich verabsäume ein Bild zu machen.

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich ein „Helferessen“ ausgerufen hatte und dies war für heute anberaumt.
Sibylle und ich hatten selbstredend die Gattinen auch mit eingeladen und außer Jill konnten alle teilnehmen.

Wir waren also eine illustere Truppe aus Bayern (Sibylle und ich), Österreich (Brigitte und Hans), dem Saarland (Petra und Hans Peter), Irland (Ciarán), sowie aus Deutschland (Ilona und Guido).
Der Abend war kurzweilig und durchsetzt mit einem Kauderwelsch aus verschiedenen Sprachen 😉 .

Ich hätte es gerne auf Zelluloid gebannt, denn wir werden 2026 nicht mehr in dieser Konstellation zusammensitzen.
Hans Peter und Petra werden morgen abreisen…

Ich habe heute Vormittag allerhand zu tun, ich kann nicht einfach auf einem Bein am Ufer stehen und dumm schauen, wie es dem Reiher an der Marinaeinfahrt zuteil wird.

Da steht er rum und beobachtet ein Fluserl

Spaß beiseite, mein Vormittag ist streng durchgetaktet, denn ich muss das Tepai für JASPER bezahlen, muss zum Elektriker und zu Andreas Hardwarestore um Material zu kaufen und auch ein Weg zur Bank bleibt mir nicht erspart.

Zudem sollte ich mich darum kümmern, dass auch meine Terrasse vor dem Winter noch einmal vom Müll befreit wird.

Ich starte also nach meiner Morgenbetankung mit frischem Kaffee in den Tag…

Meine Vorhaben kann ich nur zum Teil abschließen, ein bisschen Problemwälzerei ist in Griechenland immer dabei – die Post hat grad keinen Strom, die abzuholende Bankkarte für eine Freundin ist irgendwie nicht auffindbar und die bestellten Lampen kommen „avrio“.
Der Rest klappt aber, so kann ich nach meiner Rückkehr gleich zur Tat schreiten.

Ich muss checken wieviel Gas noch an Bord von ELOWYN ist…

Das Leergewicht der Flasche beträgt 3,7kg
Gefüllt wird sie mit 6kg Gas

Da ich aus Sicherheitsgründen die Kappe für das Flaschenventil mitsamt ihres Metallbügels mitwiege, schätze ich die volle Flasche auf rund 10,2kg.

Mittels einer Kofferwaage kann ich die Füllmenge ziemlich genau ermitteln…

Flasche 1 ist mit 10,3kg voll
Flasche 2 hat nur noch etwa 2,5kg Inhalt

Es ist genug Gas an Bord um über die Saison 2027 zu kommen, ich muss nicht handeln.

Dieser Check ist deshalb wichtig, da ELOWYN mit eigenen Alu-Gasflaschen ausgestattet ist und diese nicht getauscht werden, sondern befüllt werden sollen.
Die Tankstelle macht das nicht mehr so gerne und lehnt in vielen Fällen auch ab, ich bekomme die Flaschen gefüllt – aber auf mein Risiko bezüglich Verlust und mit einer Wartezeit von ungefähr sechs bis acht Wochen.

Sibylle und ich nehmen für die Zeit, während der wir an Bord sind und vielleicht auch mal kochen, eine der Aluflaschen raus und stellen eine 11kg Haushaltsflasche in den Schacht.
Die gehört mir und ich nutze sie sonst für meinen Grill – so ist mein Gasverbrauch von dem Crewgas abgekoppelt.

Heute Abend sind wir von Petra und Hans Peter zum Abschiedsdinner eingeladen.
Sibylle fährt vorher noch nach Xirokampos um sich frisch zu machen – schreibt aber sofort nach ihrer Ankunft „…DU MUSST KOMMEN!“

EINE SCHLANGE!!!

Die verdient den Namen Sch-lange

Ich verweigere die Tötung des Reptils und verweise darauf, dass Handschuhe aus Schlangenleder längst aus der Mode sind.

Sibylle nennt mich ein „Weichei“ und wird das sicher hochgiftige aber schon sehr tote Tier am nächsten Morgen mit einem Ast über den Zaun befördern.

Gute Nachrichten hingegen kommen von Brigitte – sie steht in ihrer Druidenküche und feilt am Zaubertrank.
Aus dem Traubensaft aus eigener Ernte muss doch mehr herauszuholen sein…

Und tatsächlich – der Gährungsprozess hat schon eingesetzt und wir werden bald selbstgemachten „Sauser“ oder „Sturm“ wie man in Österreich sagt, zu den Maroni genießen können.

Es brodelt und zischt

Ich hole Sibylle ab und gemeinsam lassen wir noch die LIBERTÉ Crew in Smurfy zusteigen.

Der Weg führt zu „Dimitris o´ Karaflas“. Wir möchten dort ein letztes gemeinsames Essen einnehmen, bevor unsere Freunde aus dem Saarland die Heimreise antreten.

Wir speisen ganz lecker in des Glatzkopfs Taverne

Es ist Zeit – wir bringen die Saarländer zurück zu ihrem, in der Marina geparkten und vollgepackten Pick-Up und verabschieden uns.

Bis zum nächsten Jahr, wir bleiben in Kontakt.

Dann trennen sich unsere Wege – HP entrinnt mit einem Tritt auf´s Gaspedal dem Vorhof zur Hölle, ich bringe Sibylle nach Hause und fahre zurück in die Marina, dicht gefolgt von einem Leihwagen.
Da im Moment kein Parkplatz ausgewiesen ist, parke ich nahe unseres Stegs und bin gerade dabei meine Sachen von der Rückbank zu nehmen.
Da passiert mich der kleine Leihwagen und beginnt ein recht unnötiges Einparkprocedere vor mir, obwohl rundum alles frei war.

Es kam wie es kommen musst – der geborgte Flitzer „rammt“ Smurfy und fügt ihm eine Schürfwunde zu.
Hm, ich frage mich gerade ob das jetzt echt war oder ob ich träume – und ich gestehe, dass ich schon ein wenig geschimpft habe.
Wie auch immer – ich lasse den fiesen Schädiger konsterniert zurück.

Dieser weiß aber gekonnt mit der Situation umzugehen – ich wusste zu welchem Schiff er gehört und hatte mich auch schon wieder beruhigt, der Schaden war ohnehin nie ein Thema…
Trotzdem war ich von seiner Nachricht angetan!

Herr Fischer duckt sich nicht weg, er stellt sich der Situation in einer sehr anerkennenswerten Weise

Ich bin der, welcher gerne über die stetig nachlassende Rücksichtnahme und die abnehmende Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung schwadroniert.

Ich mag alte Tugenden und Aufrichtigkeit – und Herr Fischer beweist beides! Chapeau!
Ich lese den Zettel und mache stande pede kehrt und gehe zu seinem Schiff zurück – mit dem Zettel wedelnd…

Wir bringen „das Thema“ mit zwei Sätzen aus der Welt und darüber hinaus ist mir der Frange dodal sümbadisch – der ein oder andere Klönschnack wird sich ergeben.

Nach langer Zeit treffen wir Alex einmal wieder auf einen Kaffee im „Skipper´s“ – eine Katze gesellt sich zu uns…

Mit der Pfotze hinter dem Ohr gerieben…
…und sich dann in der Sonne geräkelt – ein Katzenleben

Während sich die Mieze in der Sonne räkelt, schwatzen wir ein wenig mit dem Skipper der ANAHITA über Zukunftspläne.
Auch bei den Beiden tut sich einiges, es wird nicht langweilig.

Den Rest des Tages verbringe ich auf LUMARA, wo Ellen und Dominik die Heckkörbe abbauen und ich gleich das restliche Holz unter den Anschraubpunkten entferne.
Eine ganze Weile bin ich auch auf Ciaráns OLIVE, dort gibt es ein Motorproblem zu besprechen und einzugrenzen.
Wir diskutieren viel und kommen auch zu einem Punkt – ich denke, es ist eine Saildrivereparatur fällig.

Auch JASPER bekommt noch einmal einen Kontrollblick, bevor ich zu Sibylle fahre.
Sie hat heute ein Linsencurry gekocht und wir essen zusammen in Xirokampos zu Abend.

Morgen ist der letzte Tag des Monats – und es wird ein turbulenter werden.
Wir bekommen noch einmal Besuch von einem Interessentenpaar für JASPER – eine Probefahrt steht an.

Mittags sind wir in Agia Marina um die Beiden von der Fähre abzuholen
Nach einer kurzen Stipvisite zum Einchecken im „Bianco Hotel“ geht es sofort weiter in die Marina

Die Interessenten für JASPER reisen aus Berlin an und haben ebenfalls ein anstrengendes Wochenende vor sich.

Aufgrund beruflicher Verpflichtungen können die Beiden nur von heute Mittag bis morgen früh auf Leros verweilen.
Betrachtet man die Stunden bevor es dunkel wird, dann bleiben kaum mehr sechs Stunden um die Hanse 400 unserer Freunde anzusehen.

Der Haken daran – am gleichen Steg verkauft ein französisches Paar ein baugleiches Boot zu einem deutlich günstigeren Angebotspreis – auch das wollen „unsere“ Interessenten zumindest einmal in Augenschein nehmen.

Es galt also keine Zeit zu verlieren – wir geben den Marineros Bescheid und zirkeln JASPER nach ihrer mehrjährigen Pause aus der Lücke an D2.
Ich fühle mich ein wenig an den Tag erinnert, an dem wir Werners ALENA aus dem Dornröschenschlaf erweckt haben.

Wir lenken das agile Schiff unter Motor in die Lakki Bucht…

Die Hafenmanöver darf ich fahren
Der Marinero begleitet uns – das ist sinnvoll, wie wir eine Stunde später erleben werden
Keine Zeit verlieren – die Begutachtung beginnt, kann JASPER den kritischen Blicken standhalten?
Die Stimmung an Bord ist gut, fast ausgelassen
Viele kleine Details werden erfasst und bewertet, die Reaktion auf Steuerradbewegungen wird geprüft

Wir tuckern so dahin, die Stimmung ist ausgelassen – bis in wenigen Sekunden ein lautes Geräusch die illustere Fahrt beendet – 3 – 2 – 1 – BIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEP!

F*ck, was ist das? Wir erkennen schnell, dass der Temperaturalarm angeschlagen hat.
Ich gehe nach unten und prüfe das System – ok, soooo heiß ist es nicht, Kühlwasser fließt, alle Schläuche gleich warm, der Ausgleichsbehälter voll.
Vielleicht ein Fehlalarm durch den Temperaturgeber? Ich wackle am Kabelanschluss und der Ton verstummt.

Doch damit sollte es nicht erledigt sein – erst ploppt der Deckel vom Ausgleichsbehälter auf, ein Zeichen für Überdruck im System, dann platzt ein bereits etwas spröder Kühlwasserschlauch.
Ursache oder Wirkung? Wir können es nicht erklären, aber den Schlauch mit Bordmitteln reparieren.

Wir brechen die Fahrt ab und verholen in die Marina – mitten in der Einfahrt geht der Motor aus.
Sakis, der Marinero bleibt cool und schiebt uns zur Lücke, ich lenke JASPER längsseits davor – den Rest machen wir mit Leinenarbeit.

Na Prost Mahlzeit – Bibi reicht mir auf den Schreck und den Anleger erstmal einen Ouzo.

Ich war enttäuscht

Der Fehler ist noch unklar, aber sicher kann keiner etwas dafür. Die Idee, JASPER in ihr Element zu fahren und wohlbehalten zurückzubringen hat sich nicht erfüllt – ich bin enttäuscht!

Aber, wenn ich an Werners ALENA zurückdenke – an die denkwürdigste Probefahrt aller Zeiten – dann muss ich ebenfalls an Überhitzungsprobleme denken und auch an ein bis heute andauerndes Happy End.

Und siehe da, auch unsere Interessenten lassen sich nicht aus der Fassung bringen und beginnen anhand einer Checkliste mit einer Fragerunde – ich habe mich ein wenig gefühlt wie bei einer Befragung durch das CIA!
Diese dauerte noch einmal rund 1,5h, wir haben nahezu alle Systeme ausprobiert und JASPER hat sich wacker geschlagen – auch wenn sie ein paar kleine Mängel im Detail nicht verheimlichen konnte.

Sibylle und ich machen das Schiff klar für die Nacht, unsere Interessenten ziehen ein Häuschen weiter und sehen sich noch das Schwesterschiff an.

JASPER ist klar für die Nacht…
…und Sibylle und ich suchen auf ELOWYN Schutz vor dem aufziehenden Gewitter

Wir hatten Glück – das angesagte Schlechtwetter mit Regen und Gewitter kam tatsächlich, hat uns aber während der Besichtigung verschont.

Sibylle und ich haben auf ELOWYN gewartet, bis unsere Besucher den Startschuss zum gemeinsamen Dinner gegeben haben, um dann abermals zu „Dimitris o´ Karaflas“ zu gehen.
Wir haben sehr gut gegessen und einen netten Abend verbracht – natürlich haben wir den Tag Revue passieren lassen und auch über JASPER gesprochen, aber geprägt waren unsere Gespräche vom gegenseitigen Kennenlernen.

Der Abend endete früh, denn unser Besuch war erschöpft von dem langen Tag – das war eine schöne Fügung für uns, denn so konnten wir Rolands Geburtstag noch gemeinsam mit Ihm, Mireille, sowie Esther und Giannis ausklingen lassen.
Natürlich gab es wieder einmal Esthers fabelhafte Mango-Tiramisu – ein Gedicht!!!

Dieser Nachtisch ist die wahrhaftige Götterspeise

Ich bringe Sibylle gegen 23.00 Uhr nach Xirokampos. Auch für uns war der Tag anstrengend und zumindest für mich heißt es morgen früh „zeitig aufstehen“, denn es gilt, unseren Besuch zum Taxi-RIB zu bringen.

Abfahrt um 07.30 Uhr!

Trotzdem war ich nicht todmüde, ich gönne mir also eine Fahrt nach Plaka, um dort nachzusehen ob mit der Abholung unseres Sperrmülls alles geklappt hat…

Nur ein kurzer Stop vor dem Haus…
…Kontrollblick – und tatsächlich, alles ist weg

Jetzt reicht es auch mir – als ich auf dem Rückweg zur Marina bin, setzt abermals kräftiger Regen ein.

Ich parke Smurfy stegnah und sause zu ELOWYN um es mir dort bequem zu machen, meine Heizung einzuschalten und diesen Blog zu vollenden.

Regnerische Fotos sind die letzten Bilder – mit diesen verabschiede ich mich in den gefühlt ersten Wintermonat November.

ELOWYN liegt friedlich am Stegende
Der Regen prasselt auf die Sprayhoodscheiben
Die Marina schläft – der November schleicht sich ein

Was erwartet uns im November außer dem vielbesungenen „November Rain“?
Nun, zunächst vielleicht eine tendenzielle Vorentscheidung bezüglich des Verkaufs von JASPER.
Dann geht es mit Projektarbeiten an STENELLA, LUMARA und ELOWYN weiter, es ist allerhand zu tun.
Wir planen gerade unsere Olivenernte und ein paar schöne Treffen mit Freunden, bevor wir uns – sicher das Highlight des kommenden Monats – mit Crawler auf den Weg nach Deutschland machen.

Bleibt uns also gewogen, das Jahr 2026 nimmt noch einmal Fahrt auf!

Regnerische Grüße aus Hellas, von Bord der SY ELOWYN
Mario & Sibylle

September 2026 – Celebrate Youth

Bäääämmm – der sitzt! Rick Springfields Kracher ist 1985 veröffentlicht worden und somit mal wieder ein echtes Brett aus dem von mir so geschätzten Jahrzehnt.

Er passt auch ziemlich gut zum neunten Monat des Jahres, denn neben Susannes Tochter Sophie mit Familie, hat sich spontan auch Sibylles Tochter Franziska mit den Enkelchen Heidi und Fred für einen Besuch entschieden.

Es wird also turbulent zugehen in dem Haus in Xirokampos und ich bin gespannt, inwieweit Sibylles Nervenkostüm da mitmacht.

Länger geplant war dagegen der Besuch meines Sohnes Stefan – er bringt neben Schwiegertochter Amelie auch die Enkel Anton und Paula mit.
Für eine kurze Zeit der Überschneidung, dürfen wir uns also über den Besuch von drei jungen Familien mit insgesamt sechs noch nicht schulpflichtigen Zwacken freuen – na Prost Mahlzeit 😉 !

Dazu später mehr…

„I can see the older man
Sometimes in the older man
I still see the younger boy burning in his eye

And locked up here inside our spirit
Is the child that we are, hear it
Some of us will always fear it
And some will heed the cry

But everybody sees
In the younger one the hope
And everybody sees in the younger one the dream
„

So weit so gut – doch bevor die Anreise der Jugend anstand, waren etliche Punkte auf unserer „To-Do“ Liste abzuhaken.
Ich war machmal dem Wahnsinn nahe und böse Stimmen behaupteten, ich würde meinem „Alter Ego“ von Tag zu Tag ähnlicher.

Ich verstehe gar nicht was die meinen…

Wie es dazu kam, erkläre ich am besten, wenn ich am Monatsanfang zu erzählen beginne – wir schreiben also den 01. September 2026, ich wohne (noch) auf ELOWYN und Hans Peter und ich liegen in den Endzügen seines Lithiumprojektes.

Streng genommen sind die neuen Akkus bereits in Betrieb, hin und wieder müssen eben kleine Zusatzarbeiten verrichtet werden – das kann ab und an ausarten…

Der B2B Lader muss noch montiert und verkabelt werden – so langsam nähert sich die Finalisierung

Auch auf den anderen Schiffen treiben mich noch die Kleinigkeiten um. Ich zerbreche mir beispielsweise den Kopf über einen Ersatz für die Fernbedienung der Gangway an ELOWYN.

Dieses an sich recht billige Teil kostet vom Hersteller ein kleines Vermögen, welches wir uns gerne sparen wollen.
Ich mache mich also schlau über existierende Optionen – aber der Markt der programmierbaren Kleinfernbedienungen ist schier unüberschaubar.

Das Teil kostet vom Hersteller 450.-€! Den Nachfolger für 180.-€ hätten wir sofort bestellt, er ist aber nicht kompatibel

Kleiner Spoiler, hier werde ich bis zum Monatsende keine Lösung gefunden haben, es wird sich wohl als Winterprojekt etablieren.

Auf Bibi und Markus´ MOUSTIC steht der Verdacht im Raum, dass die Batterien nicht mehr top in Schuss sind.
Ich hole daher meinen Belastungstester und checke mit Markus alle Batterien auf Herz und Nieren.
Nach rund einer Stunde können wir grünes Licht geben – die Batterien sind in Ordnung, es steht kein Austausch an.

Das „Feierabendbier“ ist wohl verdient und schmeckt köstlich

Auf ELOWYN und LIBERTÉ klemmt es ein bisschen, denn uns fehlen Ersatzteile.
Die gute Nachricht – alles ist bestellt und wird geliefert! Ich erinnere, Sibylle verweilt noch in Deutschland und wird in zwei Tagen zurückkommen, die Taschen voller sehnsüchtig erwarteter Ersatzteile.

Bis dahin plätschert unser Tun so dahin, aber das tut auch mal gut – immer nur hohe Schlagzahl kostet Körner.

So gönne ich mir am Folgetag ein kleines „Fährtle“ mit meiner GS, sie war lange nicht mehr artgerecht unterwegs.
Ich brummle auch mit ihr die große Offroad-Runde entlang der „Baker-Street“ – die Runde welche ich zuletzt mit Crawler gefahren war.

Herrliche Aussicht Richtung Kalymnos und sogar bis Kos (am Horizont)
Eine schlichte Tafel erinnert an die Gräuel des WWII – hier der Erschießungsplatz der deutschen Wehrmacht

Als ich nach Lakki zurückkehre, fahre ich nicht entlang der Uferstraße sondern kürze quer durch den Ort ab.
Zufällig finde ich den ausgeschlachteten L300 Bus wieder, welcher zuletzt von meinem Radar verschwand.

So ein Glücksfall! Nun, vielleicht muss ich das erklären – an dem Wagen kann man fast nichts mehr gebrauchen, bis auf ein paar Bleche.
Diese sind, wie zum Beispiel die Radläufe, in einem bemerkenswert guten Zustand und ich überlege, ob es sich lohnt diese für Crawler herauszutrennen.

Dafür wäre dann aber eine Art „Lagerhalle“ nützlich – so reift langsam der Gedanke heran, nach so einem Objekt zur Miete zu suchen.

Die meisten Menschen sehen eine Schrottkarre – ich sehe wertvolle Reparaturbleche

Während ich auf Sibylle und die Teile warte, kann ich die Zeit nutzen und mich mit der Thematik „Lichtmaschine und LiFePo4 Akkus“ beschäftigen.

Ich sage offen, ich wollte das Thema umschiffen – auf ELOWYN ist alles maximal ausgelegt, ich konnte mir vorstellen, dass es leicht zu Problemen kommen könnte, wenn die neuen Akkus über längere Zeit die volle Leistung des Drehstromgenerators abverlangen.
Sehr leicht könnte es zu Überhitzungen nebst Folgeschäden kommen.

Um dies zu vermeiden, überlege ich mir ein Ladekonzept in dem der Drehstromgenerator nicht weiter für die Service-Batteriebank benötigt würde.
Der erste logische Schritt war also, diesen einfach abzuklemmen.

Das war schnell erledigt – brachte aber leider gar keinen Erfolg

Dummerweise kam ich mit diesem Schritt einem Fehler auf die Schliche, welcher schon ab Auslieferung existent sein musste.

Ich mache es kurz – Messungen haben ergeben, dass die Werft ein im Schaltplan existentes Ladegerät nicht verbaut haben und stattdessen die Batteriebank des Heckstrahlruders und die der Serviceverbraucher zusammengelegt haben.

Ich bin überzeugt, dass dies nicht absichtlich geschah, dennoch hat es mir auf die letzten Tage ein echtes Problem, eine Herausforderung beschert.
Ich musste jetzt nicht nur die Lichtmaschine schützen, sondern unbedingt die beiden unterschiedlichen Technologien der zusammengefügten Batteriebänke wieder trennen, ohne aber dabei die Akkus des Heckstrahlruders komplett von der Ladetechnologie zu nehmen.

Es musste schnell gehen, ohne dass Ersatzteile benötigt würden und zugleich Raum für eine Umgestaltung im Winter lassen – na toll!!!

Mit eingeschaltetem Ladegerät werden „Service“ und „Heckstrahlruder“ geladen – die Spannung ist identisch

Dieses Thema bereitet mir die nächsten Tage etwas Kopfzerbrechen. Ja, es gibt klare Lösungsansätze, welche aber immer an irgendeinem Grund scheiterten.

Bis ich mich zu einer Lösung durchringen konnte, sollten noch ein paar Tage vergehen.

Für heute reicht es erst einmal – ich bin heute mit Alex im „Gia Sena“ verabredet, wir essen zusammen, dann werde ich an Bord der MOUSTIC noch einen Drink mit Bibi und Markus genießen und auf die Ankunft von Sibylles Fähre warten.

Ich muss zuvor noch kurz zu unserem Haus und die GS gegen Smurfy tauschen, dann fahre ich runter nach Lakki. Als ich das Haus in Plaka verlasse, geht die Sonne gerade über der Gourna Bucht unter.

Der Sonnenuntergang beendet den Tag, die „blaue Stunde“ beginnt
Zu allem Überfluss war es die Spätfähre – Ankunft um 00.10 Uhr
Sibylle kommt mit „großem Gepäck“

Ich packe meine Gattin ein und bringe sie nach Xirokampos, wir waren beide erschöpft und vertagen uns auf den kommenden Morgen.

in letzter Sekunde übergibt mir Sibylle ein bereits geschnürtes Päckchen mit all den Ersatzteilen – sie war bestens vorbereitet.

Ich habe es mir am Folgemorgen nicht nehmen lassen, die Gunst der Stunde zu nutzen.
Während mein Kaffee noch durch den Filter ronn, hatte ich bereits das Display für die Tankanzeigen montiert – alles funktionierte bestens, ein Punkt weniger auf meiner Liste.

Die Tankanzeigen funktionieren wieder

Ich legte Hans Peters Teile auf die Seite und habe meinen Freund an Bord von LIBERTÉ verständigt – „…Teile sind da, kann weitergehen!“

Es dauerte nicht lang und die von ihm als Antwort obligatorischen „drei Daumen hoch“ trudelten herein.
Wenig später konnte ich die dringend benötigten Kleinteile für die Reparatur seines Windmessers und seines Wassertanks übergeben.

Dichtringe für den Tank und eine Platine für den Windmesser

Endlich konnte ich meinen Kaffee genießen – und das mache ich ab heute in bester Gesellschaft!
Endlich mit Profis arbeiten – Sibylle hat an mich gedacht und mir einen Edelhelfer für meine Installationsarbeiten mitgebracht, den wohl bekanntesten Installateur weltweit, wenn man von Joe Cocker einmal absieht 😉 …

Gemeinsam mit meinem „Alter Ego“ bearbeite ich ELOWYNs „To-Do“ Liste

Ich habe Sibylle auf 10.00 Uhr bestellt – meine Bitte, sie möchte die nächsten zwei Tage als „Tools-Handleress“ zur Verfügung stehen.
Ich würde dann im Tiefgeschoss von ELOWYN verschwinden und unter der Aufsicht von „Super Mario“ meine Installationsarbeit vollenden.

Zuvor war mir aber daran gelegen, Smurfy wieder in die Garage zu stellen – leider war dieses Tun von einer herben Enttäuschung gezeichnet…

Der Tausch des Gaspedal-Sensors hat nichts gebracht

Die Motorkontrolle leuchtet wieder auf, der Wagen nimmt ab und an kein Gas an.
Es wird sich später der gleiche Fehler wie zuvor auslesen lassen, OBWOHL der Sensor ausgetauscht wurde.

Tja, auch „On-Board-Diagnostic“ ist kein Allheilmittel!
Als ich beim Tausch des Pedals bemerkt hatte, dass selbiges schon einmal ausgetauscht wurde, hatte ich schon kein gutes Gefühl – leider hat sich dies bewahrheitet.

Ich werde tiefer in die Materie eintauchen müssen – aber nicht jetzt, es gibt andere Prioritäten.

Als ich mit der GS zurück in der Marina war, kam auch Sibylle auf ihrem Töff an – wir machten uns sofort an die Arbeit.

Ich war im Kabuff, Sibylle reicht mir das Werkzeug und „Super-Mario“ hat die Bauaufsicht
Der Ausbau des alten, durchgerosteten Ausgleichgefäßes war aufwändig, hat letztlich aber gut geklappt

Mit der Demonatge des Ausgleichsgefäßes war das Tagwerk geschafft. Ich muss morgen früh erst Ersatzteile kaufen, dann geht es weiter.

Für heute Abend waren wir mit Brigitte und Hans im „Navarone“ zum Sushi-Essen verabredet, doch leider stellte sich dieses Vorhaben als Griff ins Klo heraus.

Obwohl wir für den Sushi-Abend reserviert hatten, Brigitte war hierfür vor Ort, hatten wir keine Information erhalten, dass das Lokal just diese Woche, den Plan für die Mottoabende ändern würde.
Entgegen der Internetbekanntmachung finden Sushiabende jetzt nur am Samstag und nicht mehr Dienstag, Donnerstag und Sonntag statt.

Unser pünktliches Eintreffen war daher für die Katz´…

Sushi im „Navarone“ fällt aus

Wir beschließen, dass wir stattdessen ins „Metzes“ gehen würden, haben dies auch umgesetzt und dort solide wie immer gespeist.

Als Dankeschön für´s Blumengießen, waren wir die Gäste unserer österreichischen Freunde – dafür ein sakrisches Vergeltsgott.

Der Abend endet nach einer Karafaki Ouzo recht spät – und als ich Sibylle zurück nach Xirokampos gebracht hatte, bleibt mir noch der Moment, den Vollmond im Cockpit von ELOWYN genießen zu dürfen – dann war es Zeit für´s Bett.

Der Mond leuchtet das Cockpit von ELOWYN aus

Auch der neue Morgen startet recht früh. Ich fahre zeitig zu Andreas Kritikos´ Hardwarestore, um dort die fehlenden Installationsteile zu kaufen.

Den alten, durchlöcherten Ausgleichsbehälter nehme ich mit, um bei den Anschlussmaßen der Fittinge keine Fehler zu machen.

So war der Einkauf schnell erledigt, es ging ja auch nur um ein paar Kleinigkeiten.

Ich warte auf HP, er braucht auch Teile und schätzt meine Gesellschaft beim „shoppen“
Die passenden Anschlüsse sind schnell gefunden

Sibylle hatte aus Deutschland die hier so raren Halter für das neue 8 Liter Druckgefäß mitgebracht, diese habe ich bereits gestern montiert.

Nachdem meine Frau also in der Marina angekommen war, konnten wir die Aufgabe „Druckgefäß Wasserpumpe 2 gegen 8 Liter-Tank tauschen“ vollumfänglich finalisieren und diesen Punkt von der inzwischen erfreulich kurzen Liste nehmen.

Die Anpassung der Förderpumpe und die Neuinstallation des 8 Liter Druckgefäßes sind optisch ansprechend umgesetzt

Für mich war es an der Zeit, mich mit dem fiesesten Problem auseinanderzusetzen – der Falschbelegung der Ladeanschlüsse der Battriebank des Heckstrahlruders.

Gerade als ich in mich gehen wollte, kam Alex zu einer technischen Lagebesprechung.
An diesem Tag hätte ich mich fast für „Hier kommt Alex“ als Blogtitel entschieden – aber was nicht ist kann ja noch werden.

Die Unterbrechung war willkommen – wir fachsimpeln etwas über die Ladecharakteristik der LiFePo4Batterien und besprechen, wie ich dem jungen Mann aus Landshut bei der Lösung seines Boilerproblems helfen kann.
Wir werden die nächsten Tage einen Versuch starten.

Hier kommt Alex

Nach dem Drink gibt es kein Aufschieben mehr, ich muss mich den Ladegeräten widmen!

ELOWYNs Haupt-Ladegeräte sind zwei 24V Victron Skylla Kraftwerke. Eines davon ist für die Servicebatterien zuständig, das andere lädt die Batteriebank für die Hydraulikanlage.

Mein Verdacht war, dass hier etwas „zusammengelegt“ wurde, was elektrisch nicht verbunden werden sollte.
Meine Befürchtung bestätigt sich, als ich zuerst das eine Ladegerät öffne und dann zu Vergleichszwecken auch den Deckel des zweiten abschraube.

Am DC-Ausgang hängen auffällig viele Kabel – zuviele für meinen Geschmack
Zum Vergleich – hier ist alles „clean“, so soll das sein

Natürlich muss man mal Kabel verbinden und zusammenlegen. Das kann man technisch gesehen auch auf diesen Klemmen, auch wenn es etwas „unsauber“ ist, denn dafür verwendet man in der Elektroinstallation „positive (+) and negative (-) Busbars“, mit deutschen Worten – Sammelschienen.

Richtig falsch wird es aber, wenn ein Techniker versucht, an ein Ladegerät mit einem Ausgang zwei Batteriebänke anzuschließen.

Es entsteht eine Polverbindung am Pluspol und somit eine ungewollte Integration der einen Batteriebank in die andere.

Ich war mir nahezu sicher, dass dies hier geschehen war – hierzu noch einmal zur Erinnerung…

Heckstrahlruder und Verbraucher werden beide geladen, sie haben die gleiche Spannung

Das Testen ist relativ einfach – ich kann an den Kabeln am Diodenverteiler der Lichtmaschine messen, an denen am Ladegerät und last not least, zeigt mir das Display einen Ladestromeingang nebst der aktuellen Spannung, wenn ich das Batterieladegerät einschalte.

Da ich dies wechselweise machen kann, kann ich ziemlich gut filtern, was mein Tun gerade bewirkt.

Mit den Ladegeräten kann ich wechselweise die Ladesituation ändern und dann vergleichsweise messen

Aufgrund meiner Vermutung und der bisherigen Ergebnisse entscheide ich mich, dass es unbedingt ratsam erscheint, die Kabelanschlüsse am Ladegerät der Servicebatteriebank einmal zu trennen und separiert zu messen.

Und siehe da, tatsächlich wurde hier eine Polverbindung zur Batteriebank des Heckstrahlruders geschaffen, die falsch angeschlossenen Kabel waren rasch gefunden.

Nachdem die beiden Kabel vom System genommen waren, zeigte sich ein ganz anderes Bild
Die Spannung der drei Batteriebänke ist nun unterschiedlich, geladen wird nur die Servicebank – so soll das sein

Für heute reicht es mir – ich gebe dem Eignerpaar ein kurzes Update und verabschiede mich in den Feierabend.

Da sich mit mir auch mein Namensvetter am mitgesandten Foto zeigt, lässt sich Tina zu der Aussage verleiten, dass „…sie mich soooo gerne mal mit dem schwarzen Schnauzer des weltbekannten Vorbilds sehen würde!“

Dies kitzelt mir ein „…aber nur wenn ich eine rote Mütze bekomme…“ heraus.
Die Konversation endet daraufhin mit dem fast schon bedrohlich klingenden Satz „…kauf´ schonmal die Farbe!“

Was habe ich mir da wieder eingebrockt???

Genug geschafft für heute

Ich fahre nach Xirokampos und erzähle Sibylle davon. Die ist entsetzt und schimpft mich sicherheitshalber gleich mal richtig zusammen.

Ob ich des Wahnsinns fette Beute sei, fragt mich meine Frau – hmmm. Manchmal vielleicht, ich zucke mal nur mit den Schultern, das ist am wenigsten verfänglich.

Obwohl, heute kann ich mir etwas mehr erlauben, denn sie braucht mich, den starken Mann an ihrer Seite!
Ich muss nämlich die Deckel zur Zisterne öffnen, sie bekommt eine Trinkwasserlieferung.

Die kernige Wasserlieferantin bräuchte meine Hilfe sicher nicht, sie kann die Deckel bestimt mit einer Hand lupfen

Der Wasserdruck des Gemeidewassers ist traurig. Sibylle hat daher beschlossen, dass sie 8cbm Wasser, also 8.000 Liter kommen lassen würde und sich von nun ab bis auf Weiteres über das Hauswasserwerk versorgen würde.

Ein angenehmer Duschstrahl sei schließlich was Feines. Vergessen hat sie hingegen, dass die Gartenbewässerung ebenfalls am Hauswasser hängt und sie somit von nun an den Garten mit feinstem Trinkwasser gießt.

Kleiner Spoiler – nach nicht einmal zehn Tagen war die Zisterne leer! Die Augen von Sibylle hättet ihr sehen sollen – 800 Liter am Tag!
Seither kommt einem der Wasserdruck des Gemeindewassers wieder ausreichend gut vor 😉
Dennoch scheint mir, dass man die Bewässerungsanlage mal prüfen sollte…

Abends gönne ich mir erstmals meine geschätzten Seafood Spaghetti im „To Steki“ – und siehe da, sie waren überraschnd gut.
Das kann Dimitris Gattin also auch perfekt zaubern!

Waren vorzüglich – da fehlt zu denen im „Pirofani“ nur eine Nuance

Ok, zurück zum Kabeldrama – jetzt baumeln aus ELOWYNs Ladegerät also zwei Kabel ziellos heraus.
Das Problem ist gelöst, es entstehen dadurch aber zwei neue…

Zum einen muss ich natürlich irgendwie dafür sorgen, dass ich wieder eine Ladequelle für die abgeklemmte Batteriebank finde, zum anderen fehlt mir auf einem Kabel am Diodenverteiler der Lichtmaschine nun Spannung – das ist total unlogisch und kann laut Schaltplan eigentlich so auch nicht sein.

Ich ringe mich daher dazu durch, die gleiche Situation wie zuvor wieder herzustellen, nur eben diesmal nicht auf der Servicebank sondern auf der Hydraulikbank.
Ich mache bewusst den gleichen Fehler wie bei der Urinstallation, denn ich weiß, dass diese funktioniert hat.
Im Winter werde ich mich der Sache dann vollumfänglich widmen.

Nun sind die Kabelenden aber zu kurz – kein Problem, ich fahre einfach in meine Werkstatt und baue mir zwei Verlängerungen.
Nur leider passiert auch hier eine Panne…

Wo gehobelt wird fallen Späne

Der noch sehr warme Heißluftföhn touchiert mein neues, sündteures Bosch-Pro Akku Ladegerät und verewigt sich mit einem Brandzeichen im Gehäuse.
Funktional kein Problem, optisch schon! Ich ärgere mich, solcher Schwund geht immer zu 100% zu meinen Lasten.

Sei´s drum, ich habe die Kabel und kann die Verbindung herstellen. Das klappt überraschend gut und ist auch von Erfolg gekrönt.
Wenn es mir aus fachmännischer Sicht auch die Zehnägel aufdreht.

Die erdachte Lösung „funktioniert“…
…was man am Display umgehend nachvollziehen kann

Ich bin zunächst zufrieden, so können die Eigner die noch verbleibenden, geplanten Urlaube antreten.

Zu dieser Zeit war es heiß auf Leros – die Arbeiten im kleinen Technikraum, aufgeheizt durch die eigene Körperwärme und die Abwärme der Monsterlader, wird zum Saunabesuch.
Ich werde in meinem eigenen Schweiß gesotten.

Überall wo ich arbeite, tropft mir Wasser aus dem Kopf – das ist lästig
Der ganze Körper trieft, man kann sich nicht bewegen ohne Spuren zu hinterlassen

Da sowohl Sibylle als auch ich viel trinken, war es wieder einmal an der Zeit Getränke zu kaufen.
Wenn wir Beide Nachschub brauchen, dann lohnt es sich auf Smurfy zurückzugreifen.

Wir holen also unseren Flitzer und machen damit eine Einkaufsrunde um schwere sowie sperrige Waren zu besorgen – man denke dabei an Küchenrollen und Toilettenpapier, alles Dinge die mit dem Roller oder der GS schwer zu transportieren sind.

Die Ausfahrt tut dem Schlumpf gut

Für den Abend steht heute etwas Abwechslung auf dem Plan. Es ist wieder einmal Fischerfest in Panteli und wir haben zusammen mit Hans Peter und Petra beschlossen, dass wir uns dort etwas amüsieren und auch gleich am Fest zu Abend essen wollen.

Sibylle und ich sind etwas zu früh und wir beschließen daher, uns einen „perfekten“ Tisch zu sichern und einen Aperitif zu trinken.
Damit nehmen wir unseren Freunden aus dem Saarland nichts, denn beide trinken keinen Alkohol.

Unser Tisch ist perfekt – in der zweiten Reihe. Die Fischer bringen schon die Netze aus
Nur an diesem Tag wird in Ufernähe gefischt – für die Touristen und Schaulustigen
Es dauert nicht lange und das Spektakel beginnt

Wir sitzen wirklich perfekt – mittendrin kann man sagen, im Wortsinn!

Mit unserer Aperitfwahl hatten wir auch mehr als Glück! Im „Tzouma“ kann man den Ouzo mit Meze bestellen.
Die sind alles andere als umsonst, denn auch das gibt es andernorts, aber es sind die besten die wir bisher auf der Insel bekommen haben.

Wir genießen also unseren Ouzo nebst Mezebegleitung, während wir dem Treiben rund um das Fischerfest zusehen.

Perfekte Mezedes zum Ouzo
Irgendwann zieht die Menge das Netz nach rechts, sonst hätte man die Fische auf unseren Tisch gezogen

Jeder durfte mitmachen, jeder war eingeladen sich einzubringen. Die Einheimischen und die Touristen ziehen gemeinsam am Netz in der Hoffnung auf einen „guten Fang“!

Die gefangenen Fische werden dann verschenkt, wer immer denkt, dass er eine Handvoll gebrauchen kann, darf sich bedienen.

Meist sind es einheimische Kinder, die die größeren Fische nach Hause tragen um sie den Eltern für die Friteuse oder den Grill zu bringen.
Die sehr kleinen Fischlein werden aber auch als Köderfische verwendet.

Wir denken kurz darüber nach, dass dies für einen Tierschützer wohl nicht das geeignete Fest ist, fügen uns dann aber dem „andere Länder, andere Sitten“ Gedanken.

Das Netz wurd schwer, ein paar Kilo sind drin
Gleich haben die „Fischer“ es geschafft
Der Fang ist an Land, eine Traube bildet sich – jeder darf seine Meinung kundtun, großes Palaver
Naja, mal schnell so und 10 Meter vom Ufer – so schlecht ist der Fang nicht

Während die Sonne untergeht und Sibylle und ich immer noch unseren Ouzo genießen, verspäten sich die Freunde aus dem Saarland.

Wir schreiben ihnen Nachrichten, teilen mit wo wir warten und wundern uns, dass wir keine Antwort erhalten.

Erst später wird sich auflösen, dass Hans Peter und Petra außerhalb von LIBERTÉ keinen Datenempfang haben. Wir haben uns später noch am Fest getroffen, das gemeinsame Dinner ist leider ausgefallen.

Hier kommt Alex 😉 – zufällig erscheint der Kapitän der ANAHITA auf der Bildfläche und beschließt kurzerhand, die frei gebliebenen Plätze zu occupieren und mit uns zu speisen.
Dies muss aber warten, denn die Fischer starten eine zweite Runde – und was ein echter Seemann ist, bringt sich hier natürlich ein 😉 !

Wir genießen diese Phase des Tages – aber wo bleiben Hans Peter und Petra
Statt ihrer kommt Alex und hilft fleißig beim zweiten Durchgang
Die blaue Stunde beginnt, das Fischen wird eingestellt

Rund 100 Meter weiter, wurde in der Zwischenzeit der Festbereich aufgebaut. Die Musiker haben sich vorbereitet, der Grillwagen bietet seine Waren feil und die Besucher beginnen, zur typischen Island Musik zu tanzen – hopahopa.

Es gibt Souvlaki aus dem Grillwagen, diese muss man bezahlen.
Alternativ gibt es gegrillte Sardinen mit Brot, die werden am Fischerfest kostenlos angeboten.
Leider gibt es nur sehr wenige Sitzplätze, man futtert also aus der Hand.

Wir haben eine bessere Idee! Wir sitzen so perfekt und das „Tzouma“ bietet so leckere Burger an, dass wir entscheiden noch hier zu essen und erst anschließend dem Festbereich einen Besuch abzustatten.

Die Burger sind ein Gaumenschmaus

Als wäre es so abgesprochen gewesen, treffen wir im Festbereich auf unsere Saarländer. Auch Perta und HP haben schon gegessen, daher entscheiden wir, einfach noch eine Weile stehen zu bleiben und dem Treiben zuzusehen.

Es wird später Abend bis wir uns aufrappeln das Fest zu verlassen – es war mal wieder eine willkommene Abwechslung.

Es war ganz schön was los in Panteli

Am nächsten Tag muss ich auf Sibylle warten, sie hatte zugesagt bis 10.00 Uhr in der Marina zu sein, denn die beiden anstrengendsten Tage vor der Übergabe von ELOWYN stehen an – das Schiff muss für die Eigner gereinigt werden!

Das bedeutet Deck schrubben, Edelstahl polieren und innen komplett durchreinigen.
Wir haben uns vorgenommen, dass wir das heute wuppen, aber ich darf vorweg nehmen, dass sich diese Arbeit über zwei Tage gezogen hat.

Na egal, ich stärke mich erst einmal. Dafür gehe ich heute ins „Skipper´s“ und gönne mir einen Toast zum Kaffee.
Hmmm, ich mag ja die zwei Mädels, die das Café tagsüber schmeißen, aber dieser Toast hat seinen Namen nicht verdient – der schlechteste Toast aller Zeiten!

Sieht blaß aus die Weißbrotstulle….
…ein Blick ins Innere erhärtet den Verdacht – das geht besser

Während ich so vor mich hinsinniere wie gut ein echter Toast jetzt schmecken könnte, trudelt meine Gattin mit Smurfy ein.

Der kleine, blaue Flitzer ist noch im Einsatz, wir werden ihn heute auch nicht mehr in die Garage bringen, denn Tina und Volker bekommen den Wagen, solange sie auf Leros verweilen.

Knuffig – und mit 10 Metern Abstand echt top in Schuss

Es kann nicht bestritten werden, der Countdown läuft! In zwei Tagen ist die Bude voll, denn nicht nur das Eignerpaar gibt sich ein Stelldichein, auch die Gäste finden sich am gleichen Tag auf Leros ein.

Wir brauchen Smurfy auch aus einem weiteren Grund – ich verlasse heute meine temporäre Herberge und ziehe in mein Haus.
Richtig gehört! Ich habe mich nach langem Überlegen für die Lösung entschieden, während der Segelphasen von ELOWYN in meinem Haus zu wohnen.
Dies scheint mir, auch gegen alle Widrigkeiten, die aufrichtigste und logischste Lösung zu sein.
Wir fahren also meine Siebensachen ins Haus nach Plaka und ich richte mich häuslich ein.

Dann heißt es aber endlich – alle Mann an Deck um „klar Schiff“ zu machen…

Es sieht nur anders aus – wir helfen zusammen

Sibylle leidet, sie hat keinen Bock auf das Putzen und ich erkenne, dass ich eine andere Lösung für die Zukunft brauche.
Immer mehr gewinne ich den Eindruck, dass meine Gattin das Interesse am Bootsleben völlig verliert.

Die anderslautenden Worte höre ich wohl, die tagtäglichen Abläufe sprechen aber eine andere Sprache.
Am Horizont tut sich eine neue Herausforderung auf…

Wir lassen den Tag unspektakulär ausklingen, denn wir sind beide matt.
Ich schlafe dennoch nicht gut – obwohl ich mit „wechselnden Betten“ normaler Weise keine Probleme habe!
Mir war heiß, die Lichter und Geräusche waren ungewohnt – so war ich wach, als am nächsten Morgen die Sonne aufging und mich mit orangenem Licht in den Tag begleitete.

Die Sonne schickt sich an aufzugehen
Ich bestaune ihr Blinzeln über den Horizont bei einer Tasse Kaffee

Die zweite Tasse Kaffee gibt es im neuen Café der Bäckerei „Zafeiris“. Wir sind schon lange Kunden der kleinen Bäckerei, es gibt dort die nach unserer Dafürhaltung besten Mandelkekse.

Jetzt ist die Bäckerei umgezogen, nur drei Häuser weiter, um dort mit einem Café neu zu eröffnen.
Dieses Angebot schätzen wir – es gibt täglich frische Kotopita und einen günstigen Americano.
Frühstück für 4.-€, Herz was willst Du mehr?

Das Frühstück kann ich gemütlich genießen

Ich erinnere, es ist noch früh am Tag, trotzdem bin ich recht entspannt – denn der zweitwichtigste Punkt auf meiner Liste hat bereits einen Haken!

„Smurfy zur Wagenwäsche bringen“ stand dort in Großbuchstaben – und dies habe ich Punkt 08.00 Uhr erledigt.

Der Zufall wollte es, dass ich Benno von der CARPE DIEM mit nach Lakki genommen hatte – jetzt treffen wir uns beim Bäcker wieder und gehen zusammen gemütlich zu Fuß zurück in die Marina.

In dieser Minute glaube ich noch, dass ich Smurfy gegen 16.00 Uhr wieder abhole

Der Plan sah vor, dass wir heute in Ruhe fertig putzen, dann einen Kaffee trinken würden und uns frisch machen – irgendwann dazwischen, so gegen 16.00 Uhr, wollen wir den Panda 4×4 wieder von der Waschstraße abholen.
Um 18.30 Uhr würden wir Volker und Tina am Flughafen aufpicken, mit ihnen essen gehen, bis um 22.35 Uhr die Spätfähre mit den Gästen ankommt.

Soweit der Plan, aber die Realität sah natürlich ganz anders aus…

Sibylle und ich waren gerade mitten im Putzwahn, als mein Handy bimmelte.
Volker war dran und äußerte „…eine kleine Bitte…“ – die Gäste hätten nun doch den Mittagskatamaran erwischt, sie kämen bald in Leros an, ob wir sie „schnell“ holen könnten?
Äh – eigentlich nein, denn ich habe kein Auto und außerdem gelbe Gummihandschuhe an…

Aber wenn es pressiert, dann hexen Sibylle und ich eben – hexhex!!!

Um Punkt 12.35 Uhr kommen wir am Hafen an

Sibylle und ich sammeln uns, wir fahren sofort los, stellen die GS im Parkhaus des Supermarktes ab und holen Smurfy bei der Tankstelle um die Ecke ab – zum Glück war er schon fertig.

Mit dem glänzenden Fiat fahren wir nach Agia Marina und treffen pünktlich ein.
Der Besuch war gerade angekommen und so hatten wir Gelegenheit, den Nachmittagskaffee zusammen zu trinken – ein Lichtblick!

ELOWYN musste derweil warten…

Ok, so eine Pause war mehr als zu erwarten war – wie genießen den Kaffee

Wir haben es ein Weilchen ausgehalten, bevor wir zurück zum Schiff gefahren sind.

Sibylle und ich hatten unsere Arbeit noch abzuschließen, die Gäste wollten einchecken und anschließend einkaufen und auf einen Snack gehen.

Am Weg hatte ich noch die GS mitzunehmen – was mir Anlass gab, einmal wieder über das Ergebnis eines nicht-offziellen IQ Tests zu schmunzeln…

Nur kurz Nachdenken – nicht üblich

Umgekehrt ist es so, dass es niemand schert, wenn man die im Weg stehenden Fahrzeuge umsortiert.
Da im Wagen kein Schlüssel steckt, schnappe ich mir das Motorrad und räume es kurzerhand auf die Seite.

Nachdem ich meine GS befreit hatte, habe ich des Anderen Mopped natürlich wieder zurückgestellt – German attitude 😉

Als Sibylle und ich unsere Reinigungsarbeit abgeschlossen hatten und ELOWYN übergabefertig war, trennten sich unsere Wege.
Sibylle wollte sich frisch machen und mir war nach einem Eis.

Die Katze war zutraulich – eine Streicheleinheit war ihr gewiss
Ein verrückter Tag – selten war das Eis so verdient

Während ich meine Eiskreation mampfe, bimmelt mein Telefon. Giorgos schickt mir ein Bild – begleitet nur von einem Wort, READY!

Es sieht aus, als sei Hans Peters Geräteträger nach langem Warten endlich fertig geworden.
Dies bedeutet, dass wir in die Startlöcher kommen müssen, der Freund einen Liegeplatz am Stadtkai braucht und alle Vorbereitungen abgeschlossen sein sollten.

Ich leite das Bild an die Crew der LIBERTÉ weiter – und ich denke, dass die Beiden genau wissen was nun ansteht!
Das nächste Projekt hat soeben seinen Anfang genommen!

READY (fast) – Montage in zwei bis drei Tagen, genug Zeit zur Vorbereitung

Langsam wird es Zeit, sich an den Flughafen zu verholen, die kleine Turboprop-Maschine der „Olympic Airlines“ wird bald ankommen.

Genauso traf es ein – wir hatten kaum den Parkplatz erreicht, setzte der Inselhopser auch schon zur Landung an.

Großes HALLO, wir treffen die Freunde nach rund zwei Monaten wieder, die Freude ist riesengroß.

Leros Airport (LRS) – klein aber besonders 😉
Der Flieger landet auf der 900m kurzen Piste
Weinige Minuten später – zuerst der Skipper…
…und natürlich seine Capetaña

Perfekt – es hat also alles geklappt! Wir brummeln mit dem Fiat ohne Zeitverzug in die Marina, trinken ein „Check-In Bordbier“ und sammeln die wartenden Gäste auf – dann geht es unverzüglich ins „Pirofani“, wo ich schon einen Tisch reserviert hatte.

Es kam wie es kommen musste – natürlich war es Tina ein Anliegen ihr Mitbringsel sofort zu übergeben.
Von nun an stand ich im Wort 😉

Na mal schauen wie ich das hinbekomme – Sibylle wurde Angst und Bange

Das Dinner war vorzüglich, der Abend war supernett und wir alle zogen uns erst relativ spät in unsere Unterkünfte und Kojen zurück.

Morgen ist ein neuer Tag – ich weiß noch nicht genau, wie er sich entwickeln wird.

Ich habe deutlich besser geschlafen als letzte Nacht. Es liegt auf der Hand, dass ich in einem Haus welches fließendes Wasser nur über einen an einem Hauswasserwerk angeschlossenen Schlauch erhält und zudem nur ein fast abgebrochenes Badezimmer hat, dass ich also in diesem Haus nur sehr eingeschränkten Komfort genieße.

Aber egal, es ist mein Haus, ich sollte beginnen mich daran zu gewöhnen – die anstehende Sanierung wird dann für das Wohlfühlgefühl sorgen.

Der Tag beginnt also entspannt mit einer Tasse Kaffee auf meinem Hausbankerl am Mäuerchen.

Ich bin durchaus zufrieden

Der Rest des Tages ist dann rasch erzählt – ich verhole in die Marina und treffe mich dort mit Sibylle.
Wir gehen zu ELOWYN, auf der herrscht inzwischen reges Treiben. Die anstehende Reise wird vorbereitet, es wird eingekauft, sortiert und besprochen.

Zwischendrin gibt es einen zweiten Kaffee und Volker und ich versuchen in dem Trubel so etwas ähnliches wie eine geordnete Übergabe zu machen.

Es gibt einen „Light-Lunch“ an Bord, einen sehr leckeren Linsensalat, zu dem wir herzlich eingeladen sind.
Wir beobachten INSPIRATION beim Einlaufen und freuen uns, dass Jörg sich eine halbe Stunde nimmt, um seine fachmännische Meinung zum Thema Flexiteek Instandsetzung abzugeben.

Dann geht alles ganz schnell – eine kurze Verabschiedung, der Motor wird gestartet und das Kommando „Leinen los“ erfolgt.
ELOWYN verlässt den Hafen für einen zweiwöchigen Urlaubstörn – was auch für mich Urlaub bedeutet, dachte ich zumindest…

Servus, gute Reise – bis in zwei Wochen

Und jetzt? Sibylle und ich stehen etwas dumm rum, so etwa wie bestellt und nicht abgeholt.

Wir gehen kurz zu INSPIRATION sagen Hallo zum Rest der Crew und wir verabreden uns zum gemeinsamen Dinner bei Marietta.
Dann fahren Sibylle und ich nach Xirokampos, mir ist jetzt schon etwas langweilig.

Ich habe Smurfy zurück und packe ihn noch einmal mit Getränken voll

Es dürfte auf der Hand liegen, dass meine Langeweile nicht lange andauern wird – irgendwas passiert immer.

Sibylle und ich setzen uns erst einmal zusammen um die nächsten Tage zu besprechen.
Ein Urlaub steht zur Debatte, eventuell wollen wir auch am Haus etwas vorantreiben.
Ganz nebenbei lässt Sibylle mich erfahren, dass der angedachte Kurzurlaub von Tochter Franziska inzwischen auch schon Formen angenommen hat.

Meine Frage, warum wir über einen eigenen Urlaub oder Arbeiten am Haus sprechen, wenn sich die Tochter mit zwei Kleinkindern bereits in der Besuchsplanung befindet, bleibt unbeantwortet – naja, auch Sibylle hat eine Prioritätenliste.

Ich bin nachdenklich und überlege tatsächlich, ein paar Tage alleine mit Crawler durch Griechenland zu fahren.
Da jedoch alle Freunde die ich besuchen könnte, zur Zeit in ihren Heimatländern verweilen und zudem die Fährpassage mit Crawler durchaus ein paar Taler kostet, verwerfe ich diese Pläne wieder.

Stattdessen gebe ich Hans Peter grünes Licht für die letzten Schritte seines Energieprojektes – „Du kannst planen, ich habe Zeit!“

Ich freue mich auf das Essen mit Melanie, Jörg und Lukas – in Mariettas Taverne waren wir lange nicht mehr.

Bodenständig und gut – die Drehscheibe in Lakki

Auch der nächste Tag begann zunächst entspannt – bei einer Tasse Kaffee auf meinem Hausmäuerchen…

Bis Sibylles Anruf meine Ruhe schlagartig enden ließ – „…(süder, heul) ich habe kein Wasser mehr! Es kann doch nicht sein, dass ich 8.000 Liter in zehn Tagen verbraucht habe? Ich kann nicht auf Gemeindewasser umstellen!“

Ok, kein fleißendes Wasser zu haben ist für meine Frau ein Notfall mit höherer Priorität als ein Schlaganfall.
ICH reagiere daher sofort und fahre zu ihr um sie zu retten.

In wenigen Sekunden klingelt mein Telefon – die Ruhe wird abrupt enden

Ich öffne die Zisterne – tatsächlich, leer! Die 8.000 Liter sind weg, vermutlich nicht beim Duschen verbraucht sondern über eine nur halbwegs funktionierende Gartenbewässerung ins Erdreich versickert.

Zunächst versuchen wir, ein paar hundert Liter des Gemeindewassers über eine Bypass-Leitung in die Zisterne laufen zu lassen.
Das ist aber eine Ewigkeitsaufgabe, denn bis ein Kubikmeter durch die Leitungen strömt, kann ich vermutlich meinen Renteneintritt feiern.

Nach einer Viertelstunde geben wir auf, unsere Bemühungen zeigen kaum Erfolg.

Das Wasser läuft nur langsam, die Zisterne bleibt leer

Tatsächlich gibt es bei der Umstellung auf das Gemeindewasser dann noch ein weiteres kleines Problem, welches wir aber durch angestrengtes Nachdenken lösen können.

Irgendwann zur Mittagszeit hat Sibylle wieder Wasser und ist glücklich.
Na das war ja einfach…

Kann sich der Mensch so mit seinem Tun identifizieren, dass er sich auch optisch der Profession angleicht?
Es gibt ja Theorien, die genau so etwas besagen – ich muss in jedem Fall gestehen, dass mein intensiver Einsatz als Installateur mich irgendwie verändert hat!

Liebe Tina – Wort gehalten!!!

Passt es jetzt, wenn ich schreibe „Spaß beiseite“? Vermutlich ist genau das Gegenteil der Fall.

Nachdem ich den Wasserfluß in Sibylles Appartement wieder herstellen konnte war bei ihr erst einmal eine Teepause angesagt.
Dabei hat sie oft die überraschendsten Einfälle, die meist mit der Einleitung „Wir müssen…“ beginnen und in den meisten Fällen das Ende meines inneren Friedens bedeuten.

„Wir müssen mal wieder Haare schneiden…“ höre ich sie sagen – „…und rasieren sollten wir dich auch mal wieder.“

Nebenbei werden die Urlaubspläne der Tochter manifestiert

Ok, diesmal stimme ich ohne Widerspruch zu, denn es ist die Gelegenheit mein gegebenes Wort an Tina zu halten.

Sibylle schert mich wie ein Schaf, dann wird der Bart abrasiert – doch diesmal bleibt der Schnauzer stehen.
Ein bisschen Wimperntusche, welche wir extra zu diesem Zweck gekauft hatten, macht den Schnauzer zum Pornobalken und mich meinem Alter Ego ähnlicher.

Ich erfülle mit diesem Bild mein Versprechen!

WZBW

Als „Super Mario“ im Jahr 1992 auf der Bildfläche auftauchte, war ich schon zu alt, als dass mich das Thema und die Namensverflechtung tatsächlich tangiert hätten.

Natürlich gab es immer mal wieder Randkommentare, aber die waren kaum erwähnenswert.
Dass mich der kleine Nintendo-Installateur noch einmal so einholen würde, hätte ich nicht geahnt, aber sei´s drum – ein bisschen Spaß muss eben sein…

Ende der Vorstellung

Ich nehme die rote Mütze ab, rasiere mir nun auch den schwarzen Schnauzer weg und im Handumdrehen wird aus „Super Mario“ wieder die Normalversion.

Ich dachte, dass ich damit auch meinen temporären Installateurjob an den Nagel hängen kann, aber dem war nicht so.

Denn als hätte er es gewusst, meldet sich Alex mit der Bitte um Hilfe bei seinen Installationsarbeiten.
Na dann, nix wie hin zur ANAHITA!

Der Boiler muss aus dem Schacht und an Land gestellt werden – es scheint jedoch, als passe er nicht durch das dafür vorgesehene Loch.
Die Vorgabe war – nicht zerstörerisch arbeiten und keinen Mega-Aufwand generieren.

Mein großer Vorteil heute, war die Unbefangenheit mit der ich die Sache betrachte. Nicht mein Schiff, nicht mein Projekt – not my Monkey, not my Circus.
Ich grüble auch nicht schon drei Tage über einer Lösung, so wie es Alex beschieden war.

Es geht tatsächlich um Millimeter – und entgegen Alex´Meinung vertrete ich die Ansicht, dass man eine der Anschlagsleisten für die Türe zerstörungsfrei entfernen kann.
Hier finde ich Schrauben statt Nägel und nehme an, dass hier schon einmal jemand operiert hat – und siehe da…

Wir können den Boiler aus dem Motorraum entfernen
Er war wirklich „saugend“ montiert – beide Wände der Motorraumtüre kratzen an der Boilerisolation, aber es geht

Job erledigt – das ging ja einfach!
Rhetorisch könnte man jetzt die Frage in den Raum werfen, ob sonst noch jemand was braucht???

Naja – und wie immer würde sich auch heute jemand finden, der die Hand hebt und JA schreit.

Genau das ist passiert – Felix von der ALLEGRA wusste, dass ich zu Alex kommen würde. Da er der unmittelbare Nachbar des A-Team ist, war es ein Leichtes für ihn, mich abzufangen und um Unterstützung bei einer Motorfrage zu bitten.
Dieser Bitte komme ich gerne nach, es ging nur um eine Kleinigkeit.

Ich zeige ihn an seiner Einspritzpumpe die betreffende Einstellschraube, welche sein Drehzahlproblem wohl lösen wird und kann nach einem Kaffee und ein bisschen Klönschnack die Umsetzung der Lösung in seine Hände übergeben.

Am alten Jockel der ALLEGRA sind Reparaturen noch einfach

Die Verpflichtungen sind erst einmal erledigt, Sibylle und gewinnen etwas Zeit um ein paar Musestunden einzulegen.

Wir fahren an den Panteli Strand, gehen baden und gönnen uns einen Cappuccino und ein Galaktoboureko im „Sweet & Salty“ Café.

Endlich mal Fünfe gerade sein lassen, endlich mal ein paar Stunden Ruhe.

Wir genießen die Stunden am Strand

Auch unser jüngerer Sohn Stefan ist mit seiner Familie in den Reisevorbereitungen.

Der Urlaub der jungen Familie ist von langer Hand geplant, das Hotel ist gebucht und Smurfy ist ihnen für die Dauer des Urlaubs als Vehikel zugesagt.

Da es wichtig ist, dass für die Enkel Anton und Paula das reservierte Kinderbett, sowie der Hochstuhl auch wirklich parat liegen, haben Sibylle und ich den Auftrag dies noch einmal mit dem Hotel abzuklären.
Das können wir bei dieser Gelegenheit auch gleich erledigen.

Das Hotel ist perfekt, die Anlage wunderschön

Stefan und Amelie haben für sich ein Familienappartement im „Panteli Beach Hotel“ gebucht.
Wir werden ein Fazit ziehen, nachdem der Urlaub im Kielwasser liegt.

Sibylle und ich freuen uns auf den Besuch der Kinder – ich freue mich auch, dass Franziska sich alleine mit den Kleinen auf den Weg machen wird.
Ich hätte mir nur dringend gewünscht, dass sie ebenfalls ein Hotel gebucht hätte.
So ist die Entscheidung gefallen, dass sie mit im Haus in Xirokampos wohnen wird.

Das ist nachvollziehbar, allerdings wird zur gleichen Zeit Sophie mit Mann und Kindern im Familiendomizil Urlaub machen, so dass das Haus richtig voll ist.
Das kann gut funktionieren, kann aber auch Konfliktpotential bergen – in jedem Fall weiß ich, dass meine Frau für diese Woche für mich kaum ansprechbar sein wird.

Unsere Wege trennen sich, Sibylle fährt nach Xirokampos, ich verhole nach Plaka – wir machen uns frisch, denn heute Abend sind wir mit der Crew der INSPIRATION zum Dinner verabredet.
Da ich von Plaka aus direkt nach Alinda fahre, nehme ich den Weg über Gourna und erfreue mich am Sonnenuntergang.

Immer wieder gut für ein Bild
„Mal was Neues probieren“ – das Lokal in Alinda war gut, aber eben auch nichts Besonderes

Der Abend endet wie eigentlich die meisten, dennoch hatte er einen melancholischen Touch.
Melanie und Jörg verabschieden sich bis 2027 – sie machen den Anfang.
Wir wünschen uns schöne Weihnachten, einen guten Rutsch und frohe Ostern und drücken uns noch einmal.
Die Hoffnung, dass es vorzeitiges Wiedersehen in Deutschland geben könnte, heitert die Stimmung etwas auf – dann heißt es Abschied nehmen.

Am Folgemorgen bin ich nach dem Kaffee auf dem Weg nach Lakki.
Wie immer passiere ich dabei eine alte, leerstehende Lagerhalle.
Von diesen Lagerhallen gibt es etliche auf Leros und ich hatte auch vor zwei, drei Jahren schon einmal Anlauf genommen eine zu mieten.

Diesen Winter könnte ich auch wieder einen Platz brauchen – ich möchte Crawler für die Blech- und Lackierarbeiten abgarnieren und anschließend wieder zusammenbauen und die Campingausstattung optimieren.
Zudem möchte ich irgendwann den 100HP Panda nach Leros bringen und diesen hier sofort ausschlachten.
Auch dafür und für die anschließende Teileverwahrung brauche ich Platz.
Ich beschließe also, dieses Thema endlich anzupacken!

Sowas suche ich, ich mache ein Beispielbild

Mit dem Beispielbild setze ich eine Anzeige auf, welche ich in verschiedenen Leros-Social-Media-Gruppen platziere.

Ich bekomme Resonanz, aber das Richtige war bisher nicht dabei.

Von einem einheimischen Freund bekomme ich den Tip, dass ich den Bürgermeister fragen soll, die Gemeinde hätte vielleicht solche Flächen.

Nun, ich bin mit Bürgermeister Kontakis bekannt und über Facebook vernetzt, warum nicht einfach mal über den Messenger schreiben?
Ich vermute, dass er das auch nicht allzuoft hat, denn seine Neugierde war offensichtlich geweckt.
Ich bekam umgehend Antwort und einen Termin in seinem Büro.

Dort wartete, glaubt es oder nicht, ein Dolmetscher auf mich, der die Audienz beim Bürgermeister für mich übersetzt hat.
Man lies mich wissen, dass es leider keine Gemeindeflächen gibt, aber man böte mir an, eine Annonce in der örtlichen Zeitung zu schalten 😉 !

Ich nehme an, bedanke mich herzlich und freue mich, dass Herr Kontakis nun auch mein Gesicht zum Namen kennt.
Ich bleibe in jedem Fall an dem Thema dran.

Für einen zweiten Kaffee setze ich mich ins „Palma Café“, wo etwas später auch Sibylle sowie Hans Peter und Petra dazukommen – Lagebesprechung!!!

Was bringen die nächsten Tage

Es gibt einen parallelen Handlungsstrang – und zwar den Geräteträger von Hans Peters LIBERTÉ.

Dieser ist inzwischen nahezu fertig und HP war aufgefordert an den Stadtkai zur Montage zu verholen.
Dies hat der Skipper aus dem Saarland auch sofort umgesetzt, das Glück war ihm hold, er konnte sofort einen zentralen Liegeplatz erhaschen.

Leider hat Giorgos wohl nicht mit der, einer Atomuhr gleichen, Präzision des deutschen Captains gerechnet – wie auch immer ist eine „Wartesituation“ entstanden, die Nerven lagen inzwischen blank.
HP und ich waren in den vergangenen Tagen immer wieder bei Giorgos um den Fortschritt zu tracken und den Nachdruck aufrecht zu erhalten.

Das kling blöd, ich weiß. Ich weiß aber auch, dass Giorgos eine Menge Arbeit am Hut hat und es durchaus passieren kann, dass er erheblich in Verzug gerät.
Ich sehe meine Aufgabe daher eher als die eines Mediators zwischen dem siga-siga und avrio des Griechen und der deutschen Erwartungshaltung meines Freundes.

Die Lage war angespannt – das hat man auch beim sonntäglichen Stammisch im „SouVLakki“ gemerkt.
Ich hab´ mir mein Giros dennoch nicht verderben lassen.

Ein Dauerbrenner – könnte ich über eine lange Zeit täglich genießen

Das Versprechen war gegeben, am nächsten Morgen sollte es endlich losgehen.
Giorgos wollte kommen und den Geräteträger montieren, so dass HP und ich im Anschluss endlich die Umstellung und Aufrüstung seines Energiemanagements abschließen können.

Ich stehe also gleich nach dem Aufwachen auf, mache mir einen Kaffee und verhole mich anschließend ins „Palma Café“ um dort auf die Ankunft des „Mastera“ zu warten.

Der erste Kaffee in der Morgensonne auf meiner Hausbank…
…den zweiten schon im „Palma Café“ – bald würde das „Boat & Parts“ Team vorbeifahren

Natürlich hatte Giorgios auch heute sein „akademisches Viertel“ als Verspätung, aber das sei ihm zugestanden.

Wir waren froh, dass es endlich losgehen würde.

Wie wenn wir uns abgesprochen hätten, erschien auch Sibylle auf der Bildfläche, auch sie war neugierig, wie das Projekt anläuft.

Sibylle kommt um nach dem Sachstand zu sehen
Der Träger ist fertig, er wird am Hänger angeliefert

Eigentlich läuft die Umsetzung des Projektes an wie immer. Giorgos und seine Helfer stürmen das Schiff und reißen an, als gäbe es kein Morgen mehr.

Der alte Träger nebst Solarzellen wird abmontiert, es folgen sofort die Heckkörbe, welche in das neue System integriert werden sollen.

Dann erfolgt die erste Positionierung des neuen Trägers und man kann zum ersten Mal das Zielbild erkennen.

Das Team legt los – der alte Träger muss runter
Mit dem alten Geräteträger fliegen die Heckkörbe in hohem Bogen von Bord
Der neue Träger wird zum ersten Mal angepasst

Naja, leider muss ich sagen, dass auch hier alles ist wie immer – der neue Träger passt nicht!

Das war bei meinem Dach ebenso, die Lösung war dann nicht 100%ig. Man kann aber sagen, egal was passiert – es wird gut!
Hans Peter weiß das, trotzdem fühlt es sich anders an, eine Geschichte zu hören oder sie selbst zu erleben – als Hauptdarsteller!

Giorgos bleibt lässig, HP schwellen die Halsschlagadern an – welche Lösung wird sich finden???

Es geht nicht um Millimeter

Zugegeben, etwas zu schweißen nach einer vorher angefertigten rudimentären Skizze ist schwierig, aber das ist Giorgos´ tägliches Brot.

Da diese verhängnisvollen 10cm schon öfters gefehlt haben, ist von Messfehlern auszugehen.
Während ich das leise denke, setzt Hans Peter seinen „bösen Blick“ auf – jeder der ihn kennt, weiß was ich meine…

Während HP an Deck dagegen ankämpft, dass der Wahnsinn ihn vereinnahmt, droht mir selbiges am Navigationstisch von LIBERTÉ.
Ich hatte mich zwar entschieden anwesend zu sein, wollte den Werkern aber nicht zwischen den Füßen rumsitzen.
Daher habe ich mich der Verkabelung des zweiten Meßshunts der Bavaria 41H gekümmert.
Und das war aufwändiger als es zunächst aussah…

Pin1 zu Klemme5, ein Kabel zur Beleuchtung, Plus ist Minus und rot ist schwarz – ahhhhrgh

An Deck erfolgt die Kapitulation – die Quadratur des Kreises war nicht möglich und so nimmt Giorgos den kompletten Träger wieder mit.
Dieser muss umgeschweißt werden und er würde sich etwas ausdenken.

Klar, dass auch wir noch eine Weile diskutieren – und wir haben auch eine gute Idee.
Diese skizzieren wir und senden sie an den „Mastera“, welcher diese als gangbar akzeptiert und umsetzen wird.

Er meldet sich bei uns wenn er fertig ist, wahrscheinlich morgen, AVRIO!

So soll umgesetzt werden – die Idee wird akzeptiert

AVRIO – morgen! Ich hatte einmal gelesen, dass „avrio“ wörtlich übersetzt morgen bedeutet. In der Realität kann damit aber alles gemeint sein, nur nicht heute.

Das ist eine Regel die ich verinnerlicht habe – und sie sollte auch diesmal zutreffen.
Wir hören ein paar Tage nichts mehr von meinem Freund…

Nun denn, Hans Peter und Petra sitzen am Stadtkai in Warteposition, ich widme mich für ein paar Tage anderen Aufgaben und offenen Punkten.

So sucht zum Beispiel unsere Freundin Brigitte über die offizielle Gebrauchtbörse in Leros ein Küchen-Spülbecken.
So ein Zufall, dass ich eines habe – ich biete es ihr an und meine, dass es in Kombination mit der Stein-Arbeitsplatte eine gute Wahl für eine Außenküche ist.

Ich mache ein Bild und biete Brigitte das Spülbecken an

Ich entdecke zudem bei meinen Fahrten durch Lakki einen Fiat Panda 100HP – es dürfte der einzige auf Leros sein.
Das ist er aber wohl nicht mehr lange, denn bald kommt meiner dazu. Ich nehme mir vor, dass ich den Besitzer ansprechen werde, denn ich habe ja vor, meinen zu schlachten – vielleicht kann ich dem anderen 100HP-Piloten eine Freude mit dem ein oder anderen Ersatzteil machen.

Ist wohl der einzige auf der Insel

Eine weitere Erledigung welche ich auf meiner Liste habe, ist der etwaige Kauf eines Grills.
Wir haben wirklich manchmal Lust zu grillen, oft fehlt aber einfach die Infrastruktur.
Klar, zusammen haben wir alles für ein gelungenes BBQ, aber eben nicht an einem Ort – wenn man mal von Brigittes und Hans´ Domizil in Crithoni absieht.

Es war daher in der Diskussion, ob wir nicht in Plaka eine Grill-Destination einrichten wollen würden.
Dazu müsste man mit der Anschaffung des richtigen Grills beginnen – ich sehe mich also bei Andreas Kritikos´ Hardwarestore um.

„Der Gerät“ – ein BBQ der seinen Namen alle Ehre macht

Der Inhaber gesellt sich zu mir. Er habe nur noch zwei Grills, beide eher XXL Format.
Er würde mir einen verlockenden Winterpreis machen, sagt´s und tippt fleißig ud geheimnisvoll in einen Taschenrechner…

Die Zahl die er mir zeigt ist verlockend! Ich schwächle einen Moment, besinne mich aber dann und erbitte mir etwas Bedenkzeit.
Mal sehen, ob ich mich noch dazu durchringen kann.

Genug für heute! Wir sind mit Jasmin und Tim von der TAO 3 zum Dinner im „Pirofani“ verabredet.
Sibylle und ich sind zu früh dran und verholen uns daher auf einen Aperitif ins „Tzouma“ – dort warten wir auf unsere Freunde.

Ein Campari-Soda um den Abend einzuläuten
Das Essen im „Pirofani“ war lecker wie immer

Der Abend war interessant und kurzweilig. Man kann über Segelboote reden und doch ganz andere Inhalte besprechen – eine neue und sehr willkommene Abwechslung.

Ich deute dazu nur welt- und umweltpolitische Themen an und verweise auch auf die theoretische Mobilität und Flexibilität, die einem ein solches Lebensmodell verschafft.
Dass man alles mit einer philosophischen Prise würzen kann, macht die Diskussion nur noch pfiffiger…

Zu guter Letzt, meine „Besitz belastet“ Anschauung habe ich ja oftmals schon angedeutet.

Tim und Jasmin, Danke für den netten, abwechslungsreichen Abend!

Am nächsten Morgen holt uns die Realität ein, wir sind zu einem Videocall bezüglich des geplanten Verkaufs von JASPER verabredet.

Wir verholen auf die Hanse 400 von Ulli und Angelika und öffnen die Kuchenbude – über die Gangway verschaffen wir uns Zutritt

Wie so oft, dauert es ein wenig bis die endgültige Verbindung steht. Leider macht uns dann auch noch für ein paar Minuten das iPhone einen Strich durch die Rechnung, denn es schaltet sich wegen Überhitzung ab.

Glücklicher Weise sind die Interessenten am anderen Ende der Leitung entspannt und haben Geduld, so können wir nach einer kurzen Zeit des Wartens, das Telefonat auf Sibylles Telefon fortführen.

Wir zeigen das Schiff ausführlich, beantworten alle Fragen und führen die Interessenten virtuell durch das Boot.

Die Technik ist manchmal vertrackt – aber wir können uns helfen
Dürfen wir bitten einzutreten

Das Telefonat ist gut verlaufen und so ergab es sich, dass das Interessentenpaar aus dem Raum Berlin einen Flug gebucht hat und JASPER Anfang November ansehen wird.

Wir freuen uns darauf und fixieren den Termin in unserem Kalender.

Gegen Mittag haben wir die Hanse soweit wieder in den Winterschlaf versetzt, dass wir uns zu Hans Peter und Petra an den Stadtkai begeben können.

Ich erinnere, die Nachbesserung am Geräteträger läuft und Giorgos hat zugesagt, dass er heute zur Montage kommen würde.
Als der Nachmittag fast verstrichen war und es für Sibylle und mich an der Zeit war zu Hans und Brigitte nach Crithoni aufzubrechen, da habe ich mir einen Ruck gegeben und bin von Crithoni aus, weiter zu „Boat & Parts“ gefahren.

Ok, es wurde am Geräteträger gearbeitet – aber er war nicht fertig und Giorgos war zu einem „Notfalleinsatz“ abberufen worden.
Ich sende HP das Bild und teile mit, „…dass das heute nichts mehr wird!“

Fast fertig – aber eben nur fast! Ärgerlich für HP und Petra

Für uns begann der angenehme Teil des Tages und Abends – wir waren einmal wieder bei unseren österreichischen Freunden zum BBQ eingeladen und freuen uns so richtig.

Wir stehen tief in der Schuld der Beiden, denn wir werden jedesmal so richtig verwöhnt.
Von A wie Aperitif bis Z wie Zwiebel gegrillt, gibt es alles was das Herz begehrt.
Das besondere Augenmerk gilt den V wie Vorspeisen und dem F wie Filetsteak.

Die Vorspeisen sind der Hammer
Dann begibt sich der Meister an die Grillstation
Hans zaubert ein „Surf & Turf“ vom Feinsten
Keiner soll hungrig nach Hause gehen
Gesund? Natürlich!

Wieviel schöner kann man essen, als zusammen mit guten Freunden in geselliger Runde – an einem ganz besonderen Platz!

Die Aussicht im Haus der Freunde ist bezaubernd – ein Teil der Alinda Bucht blitzt hervor und die Burg, eines der Wahrzeichen von Leros, zeigt sich in voller Pracht.

Die Sonne geht unter – später wird das Castel beleuchtet sein

Wir starten gerade den Hauptgang, als Alex ein Bild einer Wettervorhersage schickt.

Es scheint sich ein „Medicane“ zusammenzubrauen, man sagt für den Ankunftstag unseres Sohnes nebst Familie, Windgeschwindigkeiten von bis zu 75kts voraus.

Wir sprechen eine Weile über ein solches Ereignis und hoffen, dass wir verschont bleiben.
In der Retroperspektive kann man sagen, dass sich der mediterrane Hurricane in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Zum Glück lag die Vorhersage falsch

Am nächsten Morgen bittet Sibylle mich, sie in Xirokampos abzuholen.

Der Zufall will es, dass ich miterleben darf, wie sich eines der zwei weidenden Pferde befreien kann und dann wie ein Derwisch über die Weide springt.
Dies sei dem Gaul gegönnt, nur leider springt Fury auch über über die Straße – und bevor aus ihm „Fury in the Slaughterhouse“ wird, beschließen Sibylle und ich, Hilfe zu rufen.

Wir haben Glück, dass beide Pferdl im Besitz des Bruders von Eleftheris sind.
Dieser ist der Wirt des „Aloni“ und wir kennen ihn persönlich und haben ihn daher auch angesprochen – der Hilferuf konnte somit direkt abgesetzt werden.

Der Schwarze dreht am Rad

Mit leichtem Verzug können wir unsere Fahrt nach Lakki fortsetzen und kommen dadurch exakt im richtigen Moment an.

Heute sollte der „Tag der Tage“ sein, der große Moment stand bevor. Giorgos war mit seinem Team und dem angepassten Gerätetrager an HPs LIBERTÉ angekommen und hatte sofort begonnen zu arbeiten.

Dieser Job sollte sich letztlich über den ganzen Tag ziehen, war dann aber von Erfolg gekrönt!

LIBERTÉ trägt jetzt einen Geräteträger für 780Wp Solar – ein Kraftwerk! Dazu gesellen sich integrierte Davits, ein Motorkran und vieles mehr.

Die Jungs packen an – auch Giorgos will das Projekt abgeschlossen haben
Auch wenn das nicht jeder Monteur mag – HP und ich sitzen den ganzen Tag dabei
Die Arbeit zieht sich, es sind 1001 Kleinigkeiten zu erledigen
Der Heckkorb wird am Schiff integriert
Auch wenn es nervt, wir können zwei-, dreimal helfend und rettend eingreifen
Zum frühen Abend hin ist das Projekt beendet

Nein, ich wollte auch nicht, dass mein Auftraggeber mir den ganzen Tag auf die Finger schaut…

Es muss aber auch gesagt werden, dass dies für uns alle hilfreich war, denn nicht immer ist die deutsche Arbeitslogik deckungsgleich mit der griechischen.
Ich empfehle dringend, bei solchen Großprojekten vor Ort zu sein, oder eine Art „Projektmanager“ als Kümmerer vor Ort in der Hinterhand zu haben – in den Kleinigkeiten steckt der Teufel.

Und Hans Peter? Freut er sich jetzt? Ja, aber ganz geheim, keiner soll es merken 😉 …

Sibylle war inzwischen nach Xirokampos gefahren, ich solle sie dort noch einmal abholen, gegebenenfalls würden wir dann ins „Aloni“ zum essen gehen – wir fragen HP und Petra, ob sie sich anschließen wollen.

Als ich zu Sibylles Wohnung gehe, begegnet mir ein „Untermieter“…

Feivel

Nein, vermutlich war es nicht „Feivel der Mauswanderer“, eher ein sehr putziger, kleiner Ratz.

Herr Ratz war ziemlich frech – er huschte vor mir über den Weg und hat auch auf mein Klatschen hin nicht beschleunigt.
Leider hat es ein paar Momente gedauert, bis mein Telefon im Fotomodus war, so konnte ich Herrn Ratz nur noch im Dickicht knipsen.

Ich erzähle Sibylle die Geschichte und blicke dabei über die Balkonbrüstung – nanu, das Schiff kenn´ ich doch…

STENELLA ist zurück

Ich schreibe Martin, dass ich weiß, wo sein Schiff wohnt und prompt erwidert er, dass er mit Crew im „Aloni“ sei. Man wäre mit dem Essen fertig und sei gerade zu Ouzo übergegangen.

Ja so ein Zufall, da steht einem Crewtreffen nichts mehr im Wege!

Das „Aloni“ ist inzwischen sehr einladend – wir kommen wieder gerne und öfter

Ein schöner Abend, begleitet von einer Reihe Karafaki mündet in ein „Finale furioso“ als die leicht angetüdelte Crew der STENELLA versucht, dass relativ kleine Beiboot zu entern.

Ich wusste nicht, ob es jetzt lustig oder eher bedauernswert wäre, wenn zumindest eine(r) der Protagonisten über Bord gehen würde – zumal Martin das Thema „langsam Gas geben“ völlig falsch interpretiert hatte – in jedem Fall hielt ich die Kamera bereit!

Einer geht noch rein…
Nein – STENELLA liegt in der anderen Richtung

Unter lautem Gelächter fährt das Dinghy in die dunkle Nacht – irgendwann verstummt der kleine Außenborder, man kann die vier aber noch Lachen hören – offensichtlich haben sie das sichere Mutterschiff trocken erreicht.

Sibylle und ich müssen ab jetzt keine Zeit mehr verbummeln, wir fahren direkt nach Lakki zum Fähranleger, heute Nacht kommt Tochter Franziska mit den Kindern Heidi und Fred, um noch einmal Sonne zu tanken und das Sommerjahr ausklingen zu lassen.

Sibylle und Tochter sowie die Enkelchen besteigen nach der Ankunft meinen Smurfy um damit nach Xirokampos zu fahren.
Ich ziehe mich nach Plaka in meinen Zufluchtsort zurück.

Franziska, Heidi und Fred kommen mit der Spätfaähre, es ist schon nach Mitternacht

Jetzt ist der erste Teil der Familie also da – unser Leben steht ab jetzt Kopf!

Der neue Tag beginnt für mich abermals bei einer Tasse Kaffee auf meinem Hausbankerl bei einem schönen Sonnenaufgang – doch nanu, was ist das???

WOLKEN? Hier? In meinem Griechenland? Im Sommer?

Ein schöner Sonnenaufgang läutet meinen Tag ein
Doch am anderen Ende des Horizonts wabern Wolkenschwaden

Ich will es vorwegnehmen – das Jahr 2026 zeigt uns einen unschönen September, welcher somit zum gesamten Wetterverlauf der vergangenen Monate passt.

Für die Jahreszeit, welche in Griechenland noch als sommerliche Spätsaison gilt und wir eigentlich mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp unter 30°C rechnen, zeigen sich erstaunlich oft graue Wolken, es tröpfelt ab und an und es ist abends empfindlich kalt.

Brrrr, das habe ich mir anders vorgestellt!

Heute erholt sich das Wetter aber und ich freue mich auf ein Frühstück auf der Terrasse von „Zafeiris“.

Kotopita und ein Americano – das mag ich sehr

Nachdem ich gefrühstückt hatte, war es an der Zeit in die Marina zu verholen.

Zum einen wollte ich ein aktuelles Bild von meinem Crawler, ich war ja immer noch auf der Suche nach einer Montagehalle und könnte so einem etwaigen Vermieter mein Projekt erklären.

Zum anderen war an Hans Peters Energieprojekt noch der Punkt „Solarmodule anschließen und in Betrieb nehmen“ offen.
Ich wollte dieses Mammutprojekt endlich abgeschlossen wissen und aus der Pflicht sein, somit hatten wir uns für heute verabredet.

Ich habe für Crawler einen sicheren und meist schattigen Parkplatz – mit dem Bild kann ich meine Absichten erklären
Auf LIBERTÈ verkabeln wir die Solarmodule

Mir war klar, dass Sibylle nun erst einmal mit Tochter Franziska und den Enkelchen beschäftigt sein wird.
Zudem ist mir bewusst, dass sie sich im Haus zerreißen wird, um alle Abläufe so geschmeidig wie möglich zu gestalten.

Ich kann mich daher bewusst zurücknehmen, sie wird sich melden, wenn etwas Relevantes ansteht.

Derweil crimpe ich auf LIBERTÉ Kabel für die Solarmodule, baue MC4 Stecker zusammen und nehme MPPT Laderegeler in Betrieb.

Zu guter Letzt wird alles gut klappen und wir vermelden relativ bald den finalen Abschluss des Gesamtprojektes.

Die Module werden mit Schaltern verkabelt
Die Anlage liefert auf Anhieb

Für die technisch Interessierten unter euch – die 312W sind Überschuss bei laufendem Wassermacher, welcher rund 200W zieht.
Insofern haben wir sofort nach dem Einschalten 520W aus einer Anlage mit 780Wp.

Das finde ich kein schlechtes Ergebnis! Ich lasse in diesem Moment das Werkzeug fallen, bin zufrieden und übergebe die Aufgabe des „Kabel hübsch verlegen“ an meinen saarländischen Freund.

Für mich war´s das – Schicht im Schacht!

Zumindest nach außen hin freue ich mich mehr als Hans Peter und lasse daher verlautbaren, dass ich mir jetzt zusammen mit meiner Gattin ein Eis gönnen werde.
Hier springt Petra in die Bresche und entscheidet kurzerhand, dass sie und ihr HP sich da dranhängen und die Götterspeise gar auf ihre Rechnung ginge!

Na, da gönne ich mir doch gleich drei Kugeln 😉 !

Zum Abschluss des Projekts gibt´s ein leckeres Eis

Da Sibylle danach wieder zurück nach Xirokampos mu… ähhh möchte, beschließe ich, kurz zu Giorgos zu fahren.

Er hat gute Arbeit geleistet, wenn auch dazwischen kleinen Pannen auftraten.
Ich finde es wichtig ein Feedback zu geben und den finalen Abschluss zu melden, um ihn aus der Verantwortung zu nehmen und gleichzeitig für ein positives Gesamtgefühl zu sorgen.

Da mir der junge Mann am Herzen liegt, habe ich als der beteiligte „Mittelsmann“ diese Aufgabe übernommen.

Kurze Info an HP, dann ist Feierabend

Leider habe ich bereits am ersten Abend Pech – es gibt vermutlich nur ein Essen an das ich nicht so gerne rangehe, ansonsten bin ich da einfach zu haben.

Paprika ist aber etwas, was ich nicht so gerne mag – der Gipfel der Geschmacklosigkeit ist dann erreicht, wenn man das schauderhafte Gemüse mit gutem Hackfleisch füllt und dieses dann im Gemüseuterus sotten lässt. Igitt!

Ihr ahnt was kommt – Sibylle meldet sich mit den freudigen Worten „…heute Abend essen im SouVLakki“!
Ich freue mich, aber noch bevor ich ein JA in fetten Buchstaben zurückschicken kann, folgt die Meldung „…Planänderung, es gibt gefüllte Paprika mit Reis!“

Ich muss brechen! Das ist so als würde man mich direkt ausladen. Sibylle hat gegen die beiden jungen Frauen leider nicht die Größe für mich einzutreten, so kommt es, dass ich am ersten Besuchstag der Tochter eben alleine im „SouVLakki“ sitze.
Alles hätte ich mitgemacht – aber gefüllte Paprika mit Reis sind ein Affront!

Am nächsten Morgen widme ich mich dem Blog. Ich beginne meist in der Monatsmitte zu schreiben, den Monat aufzuarbeiten, die Bilder noch einmal anzusehen.

Die Sonne kommt gerade hinter dem Horizont hoch, als ich meine Blogzeilen tippe

Ich lasse die erste Hälfte des Monats somit noch einmal Revue passieren, während die zweite Hälfte aktuell geschieht.

Das macht Spaß und hilft, die Geschehnisse nicht zu vergessen. Ich kann sie besser zeitlich einsortieren.
Dass so ein schöner Rückblick, ein persönliches Tagebuch entsteht, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Ich gehe an den Terrassenrand und fotografiere das Schauspiel ein weiteres Mal

Heute ist ein Badetag angesagt! Dass sich die Familie an den Panteli Strand begibt ist ohnehin ein Wunder, denn natürlich drängen sich die Strände von Xirokampos als Platz für den Tag auf.

Dort hat es aber hohes Seegras und Schwimmen ist aus meiner Sicht nicht wirklich schön.
Hier hat scheinbar auch Sibylle eine Einsicht und gemeinsam rappeln sich Mutter und Tochter nebst der Kindeskinder auf, um an den quirligen Touristenbeach nach Panteli zu fahren.

Hier gibt es alles – klares Wasser, feine Kiesstrände, leckere Drinks und kleine Snacks. So geht Urlaub!

Ich widme mich nun endlich auch mal den Enkelchen – Zeit ist´s geworden…

Gaaaaaaanz hoch!!!
Der kleine Fred ist der jüngste der neunköpfigen Enkelschar

Wir verbringen den ganzen Tag am Panteli Strand, trinken Kaffee und teilen uns Snacks.
Die Kinder bekommen auch einen Saft, kurz – wir haben einen Urlaubstag!

Dieser endet für mich gegen 16.30 Uhr, denn ich habe eine Verabredung mit einem Lerianer, welcher sich auf des Bürgermeisters Annonce gemeldet hatte.
Der Mann ist bereit mir eine alte, aufgegebene Halle zu vermieten.

Nicht schlecht

Die angebotene Halle erweist sich eigentlich als perfekt. Groß genug, ideale Lage und trocken.
Alleine der Preis ist etwas hoch, dies relativiert sich aber, denn der Mietzins ist mit Strom und Wasser.

Wir sind uns quasi einig, trotzdem verabschieden wir uns mit der üblichen Bitte um ein, zwei Tage Bedenkzeit, wir wollen nächste Woche wieder telefonieren.

Spannend! Ich treffe mich mit Sibylle auf ein Eis und erzähle ihr von meinem Glücksgriff.

Zwei Kugeln, drei Kugeln – geht schon, oder?

Wer Sibylle kennt weiß, dass sie ihre Begeisterung für meine Idee sehr gut verstecken kann.

Hans Peter und meine Frau würden sich bei einer Weltmeisterschaft im Wettbewerb „Begeisterung verbergen“ ein Kopf an Kopf Rennen liefern.

Vermutlich würde Sibylle heute gewinnen, denn während Hans Peter erste Funken von Freude über sein abgeschlossenes Projekt zeigt, kann meine Gattin mit der Frage „…was willst Du denn damit?“ den Sieg für sich verbuchen.

Meine Antworten „…den Crawler für die Restauration vorbereiten, den 100HP ausschlachten, ein Luftschloss bauen, ein Gewerbe eröffnen, Lagerflächen vermieten, oder so!!!“ – allesamt ohne Wirkung.
Ein verständnisloser Blick ist auf mich gerichtet und ich schäme mich meiner törichten Ideen, ich Dummerchen 😉 !

Tief in mir lacht der Belzebub – und was, wenn ich mir noch eine Drehbank kaufen würde???

Wir trennen uns ohne Kompromiss, ab geht´s ins Bett – die nächsten zwei Wochen werden kräftezehrend!
Mein Sohn mit Familie kommt – im Schlepptau der Duracell-Hase namens Anton.

Frühmorgens um 04.00 Uhr am Flughafen in München – eine Anstrengung für die ganze Familie

Ich bin relativ früh wach und gönne mir ein Frühstück im „La Palma“ Café. Ich möchte in Ruhe meine zwei Tassen starken Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen – wer weiß, wann es wieder etwas gibt?
Und vor allem – WAS???

Ich lasse es mir also gut gehen und genieße die Augenblicke für mich.

So kann man in den Tag starten

Sibylle und ich wollen uns treffen um die Familie abzuholen. Gleichzeitig braucht Franziska nun einen Leihwagen, denn Smurfy ist seit Monaten schon für meinen Sohn reserviert.

Wann wir uns wo treffen ist nicht fix ausgemacht – daher überrascht mich das BIMM auf meinem Telefon nicht.
„Wo bist Du?“

In der Marina! Crawler ist meine Drehscheibe und ein Aufbewahrungsort für meine täglichen Dinge

Als Antwort kommt – „…ich muss um 10.30 Uhr bei Rena sein!“ Ok, dann werde ich das auch schaffen, es bleiben ja noch ein paar Minuten.

Um 10.28 Uhr bimmelt mein Handy abermals – „Wo bist Du?

Während Villabajo noch Nachrichten tippt, ist Villarriba schon vor Ort

„Ich bin schon da!“ – ich hoffe mit dieser Antwort genüge zu tun und sehe meinen Schlumpf in diesem Augenblick schon um die Ecke biegen.

Nur etwas später sind die Autos getauscht – Franziska fährt mit dem geliehenen Hyunday nach Xirokampos und Sibylle fährt mit mir nach Agia Marina, den anderen Teil der Familie abholen.

Just in diesem Augenblick verlässt STENELLA den Stadtkai und verholt in die Marina – ich mache rasch ein Bild und schicke es an Martin.
Solche Fotos sorgen meist für einen Moment der Freude.

Wir wollen gerade losfahren, da kommt STENELLA um´s Eck
Dann aber – wir holen den Besuch in Agia Marina ab, Smurfy steht in erster Reihe

„Hunger, Durst, müde, ich muss bisln…“ – das Repertoire wurde voll ausgeschöpft, was ja auch kein Wunder war.

Es wurde beschlossen, erst einmal anzukommen und einen Drink zu nehmen, sowie den Kindern einen Happen zu essen angedeihen zu lassen.
Die kleine Paula musste gewickelt werden und Anton überlegte derweil, was er als nächstes anstellen kann.

„Willkommen auf Leros! Auf einen schönen Urlaub!“

Sie sind da! Ich freue mich…

Stefan bleibt auf Distanz – „…ichchch ´abe ´alswähhh“ krächzt er.
Ah, er hat also Halsweh – naja, ist sicher morgen vorbei.

Kleiner Spoiler – war es nicht!

Nach dem Willkommensdrink geht es erst einmal ins „Panteli Beach Hotel“ zum Check-in – angekommen.
Die Familie braucht eine Pause, wir werden uns in zwei Stunden am Strand treffen.

Sibylle und ich sind ab jetzt zwei Wochen lang im Dreieck Xirokampos-Panteli-Plaka am Pendeln.
Streng genommen muss die Marina als vierter Ort genannt werden, aber die fällt kaum ins Gewicht, sie ist unmittelbar am Weg.

Schön war, dass wir gleich am Nachmittag Gelegenheit hatten an den Strand zu gehen und die rare Zeit miteinander zu nutzen.
Es ist der erste Besuch von Stefan und Amelie als Familie, das letzte Mal waren sie im Juli 2021 zu einer Segelreise hier.

Spaß mit Enkelchen Anton

Der Dreikäsehoch hat seinen Freude beim Tollen durchs Wasser – zu diesem Zeitpunkt hat keiner von uns geahnt, dass die Freude zunächst getrübt werden würde.

Denn es trat ein, was zu befürchten war – die Bakterien in Stefans Hals haben sich auch ein wenig in Griechenland umgesehen und dabei Amelie und den kleinen Anton erwischt.

Uns blieb nur noch ein weiterer Tag, bevor die Urlaubsfreude erst einmal einen Dämpfer erhielt.

Das erste Abendessen gab es im „Tzouma“ am Panteli Strand und wir waren wirklich begeistert von der, für eine Strandbar guten Qualität der Speisen.

Für mich lag an diesem Abend noch eine Überraschung parat…

Ein Geschenk – ich weiß bis heute nicht von wem

Irgendjemand hat wohl von meinem Gesuch nach gebrauchten Spielsachen in der WhatsApp Gruppe gewusst und auch, dass ich zur Zeit im Haus schlafe.

In jedem Fall hat sich die Gönnerin oder der Gönner auf den Weg ins Spielzeuggeschäft gemacht und dort Kinder-Küchen- und Kochutensilien gekauft und diese bei mir vor der Haustüre abgestellt.

Ich VERMUTE, dass das Geschenk eher an Heidi adressiert war, da die Verpackungen tendenziell so aufgemacht sind, dass sie Mädchen triggern.
Da meine ersten beiden Nachfragen bei „Verdächtigen“ ins Leere laufen, bedanke ich mich über WhatsApp bei meinen Freunden – irgendwann werde ich das Rätsel vielleicht lösen…

Beim Morgenkaffee im „La Palma“

Auch am nächsten Morgen beschäftigt mich das Rätsel noch – die große Tüte im Gepäck, sitze ich im „Palma Café“ und zermartere mir den Kopf.

Ob Tina und Volker mir vor ihrer Heimreise eine Freude machen wollten und sich daran erfreuen, dass ich meine grauen Zellen anstrengen muss?
Wie auch immer, ich denke der Kreis der infrage kommenden Personen ist nicht soooo groß.
Schwierig wird es dadurch, dass sowohl griechische als auch deutsche Freunde auf solche Ideen kommen könnten.

Ich verhole ins „SouVLakki“, dort ist der nächste Termin anberaumt 😉

Ok, hier treffe ich mich gerne – zu jeder Tageszeit

Franziska möchte während der letzten Tage ihres Besuchs unbedingt noch einmal in den Girostempel in Lakki.

Da das Dinner abermals am Strand stattfinden soll, dort ist es mit den Kleinen am entspanntesten, hat Franzi für sich und Heidi den Besuch im Drehspießgrill einfach für heute Mittag eingefordert.

Nichts leichter als das – nebenbei eine gute Gelegenheit das Geschenk des großen Unbekannten an die Dreijährige zu übergeben.

Just in dem Augenblick als wir unseren „Light-Lunch“ auf den Tisch bekamen, läuft ELOWYN im Hafen ein und beendet ihren Urlaubstörn.

Ich nehme Platz, warte auf Sibylle, Franzi und Heidi und kann am Horizont an der Buchteinfahrt schon den Mast von ELOWYN sehen
Just als die weiße Algro 68 vor der Marinaeinfahrt steht, bekommen wir unsere Essen auf den Tisch

Diesmal haben wir uns nicht perfekt abgestimmt. Ich sende das Bild, muss den Antrag auf ein Empfangskomitee aber leider ablehnen – wir sehen uns später…

Nach dem Essen verholen wir nach Panteli an den Strand, etablieren eine große „Familienfestung“ und erfreuen die Strandnachbarn mit unseren quirligen Kindeskindern.
Die Halswehpatienten leiden leise, haben aber gemeinsam mit mir Spaß an der Beobachtung einer offensichtlich türkischen Touristin mit aufgespritzten Lippen und Möpsen.

Sie setzt sich in Szene und fotgrafiert ihren Cappuccino in der Hand und auch sich selbst mit Duckface vor der pittoresken Bucht.

Ob ich das auch mal versuche? In Ermangelung eines Cappuccino oder eines Champagnerglases, nehme ich einfach Antons neuen Ball.

Hm, jaaaa so in etwa…
…die Kinder fallen vom Glauben ab – Sibylle schämt sich mal wieder

Na wie auch immer – wir hatten Spaß. Natürlich entführt ein Opa der was auf sich halten will, die Enkel auch in die Eisdiele.

Ich war Versprechen schuldig, denn ich hatte sowohl Heidi als auch Anton glaubhaft versichern können, dass ihr Opa als Eisexperte weltweit anerkannt ist.

Da der Nahverkehr zu „Repapis“ umständlich erscheint, gönnen wir uns heute jeder eine Kugel im „Sorbet“ in Panteli.
Ich konnte mir die Einladung leisten, ich hatte ja NESSAJA verkauft – das Geld reichte gerade so…

Ich kam während des Genusses der kalten Köstlichkeit zu dem Schluss, dass ich mit Heidi noch sehr viel üben muss 😉

Ihr ahnt nicht, wie das Kind dazu von vorne ausschaut

Wir wiederholen unser Abendessen vom Vortag – das „Tzouma“ hat bei den jungen Eltern gepunktet, denn man isst hier sehr entspannt.

„Abendessen“ trifft es ja auch nicht exakt, denn die Kleinen haben um 17.30 Uhr Hunger. Es gibt das Dinner also spätestens um 18.00 Uhr.
Gegen 19.30 Uhr ist dann Zeit um ins Bett zu gehen, der Abend endet dann meist.

Sibylle zieht es dann zurück nach Xirokampos, ich hingegen komme gerade so im Abendgeschehen an und suche mir deher jeden Abend ein „Opfer“ welches mit mit mir noch ein Bier trinken DARF. 😉

Heute Abend bringt mich diese Taktik ein zweites Mal ins „SouVLakki“ denn es ist Sonntag – also Stammtischtag!

Ich warte – für heute hat sich die Crew der ELOWYN angekündigt

Ich treffe Brigitte und Judith an einem Tisch und sage kurz „Hallo“, an einem anderen Tisch sitzen Petra und Martin, auch hier reicht es für kurzen Smalltalk.

Im Lokal sitzen die Crews von der LIBERTÉ und HARMONY im Zug des Ventilators und widmen sich gerade ihren Grilltellern.
Ich setze mich kurz dazu, erkläre aber, dass ich mich in ein paar Minuten hier mit der ELOWYN Crew verabredet habe.

Wir alle schnacken etwas, dann trudelt eine WhatsApp Nachricht herein – „…wir sind im „Skipper´s“ gelandet, komm´ rasch rüber!“
Ah, ok, dann fahre ich halt die paar Meter in die Marina.

Während ich auf dem Motorrad den letzten Buchtzipfel umfahre, taucht die untergegangene Sonne die Bucht in ein bezauberndes Licht – ich liebe diese „blaue Stunde“!

Eine herrliche Stimmung

Großes HALLO im Marinarestaurant – ELOWYN hatte Crewwechsel und ich kenne auch die aktuellen Gäste meiner Freunde.

Man bittet mich an den Tisch, man gedenke noch einen kleinen Snack zu sich zu nehmen.
Ich setze mich gerne, beim Essen bin ich raus, trinke aber gerne ein Bier mit den Freunden und sage auch beim Ouzo als Absacker nicht Nein.

Ich lausche den Urlaubsgeschichten und freue mich mit zusammen mit der Crew über die offenbar sehr positiven Tage.

Leider hatte Volker auch zwei dringende Kleinarbeiten im Gepäck, welche unbedingt in den nächsten zwei Wochen erledigt werden müssten.
Naja, ich werde versuchen, dies während des Mittagsschlafs meiner Enkel umzusetzen.

Die anschließende Verabschiedung der Freunde war kurz, sie wussten, dass meine Priorität diesmal der Familie gilt.
Aber wir sehen uns ja in knapp drei Wochen wieder.

Neuer Morgen, neues Glück – naja, kann man das so sagen, wenn eines der Kinder mitsamt den Enkeln schon wieder abreisen muss?
Franziskas Heimreise steht bevor und wir sind um 11.00 Uhr im „Navarone“ verabredet um uns zu verabschieden.

Wir gönnen uns Leckereien zum Frühstück – mein „Bao Ban“ war fantastisch

Jeder genehmigt sich ein Frühstück aus dem besonderen Angebot dieses Restaurants und auch der Kaffeedurscht wird gelöscht.

So kann mein Tag gerne starten – aber auch Franziska und die Enkelchen Heidi und Fred können Stärkung gebrauchen.
Vor ihnen liegt die lange Heimreise nach München, mit dem unvermeidlichen Umsteigen im quirligen Kos.

Eine Herausforderung für eine alleinreisende Mama mit zwei Kleinkindern.
Ich nehme vorweg – alles klappt gut und auch Sibylle kann nach der „gut angekommen“ Nachricht wieder entspannen.

Doch jetzt geht es erst einmal los! Trubel bricht aus, Hupen tuten – ein untrügliches Zeichen, dass die Fähre ankommt und es Zeit für den Abschied ist.

Alles ging ganz schnell – die Familie ist zugestiegen, die Leinen werden losgeworfen
Schon hat der Katamaran abgelegt und fährt weiter Richtung Kos

Ich hatte den Eindruck, dass es Franziska gefallen hat! Sie möchte wiederkommen und das ist gut so!

Ich fand die Zeit ihres Besuches auch schön, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie sich ein schönes Hotel genommen hätte und wir den Tag noch besser hätten entzerren können.
Klar, Sibylle bekommt das immer irgendwie hin, aber auch ihr Nervenkostüm wird belastet.

Wenn unser Haus einmal fertig ist, wird sich genau diese Herausforderung quasi von selber lösen.

Wie auch immer, ich habe die Zeit mit den Dreien sehr genossen!

Und wie geht es Stefan und seiner Famile?
BREAKDOWN!!!

Drei Tage nach der Ankunft haben die Selbstheilungskräfte des Körpers aufgeben müssen und die Familie ruft nach medizinischer Unterstützung.

Ich bereite alles für den Arztbesuch der vierköpfigen Familie vor

Ok, dann müssen wir aktiv werden – ich fahre zum Arzt und kläre ab, wie die TATSÄCHLICHEN Öffnungszeiten einzuschätzen sind.
Also nicht die Zahlen und Buchstaben, welche nichtssagend auf der Türe kleben – sondern die Zeit, zu der die Familie behandelt werden kann.

An der Türe steht 18.15 Uhr, im Internet findet Amelie 17.30 Uhr – auf persönliche Nachfrage erklärt mir der freundliche Arzt, dass er „…not before 18.45 Uhr“ öffnet.

Ich setze Stefan für 19.00 Uhr in Bereitschaft und mich selbst ab 18.00 Uhr auf die Bank vor dem Haus – ich bin der erste Wartende.

Bis 18.30 Uhr füllt sich der „Wartebereich“ im Freien – ich rufe Stefan an, dass er jetzt losfahren kann.
Das Kalkül geht auf – die Familie muss nur 10 Minuten warten und kann dann, zusammen mit dem Arzt, die Praxis betreten.

Rund 20 Minuten später sind alle Untersucht – ein Blick in Stefans Hals hat dem Doktor ein anerkennendes „WOW“ entlockt und ihn zur Verschreibung einer Großpackung Antibiotika veranlasst.

Nein, Spaß beiseite – natürlich hat jedes Familienmitglied seine eigene Medizin bekommen.
Die Eltern bekämpfen die Mandelentzündungen mit Tabletten und Anton seine Ohrenentzündung mit einem Kindersaft.

Der Tag endet – Bettruhe ist angesagt. Die nächsten Tage werden im Schongang verlebt.

Ich habe etwas Luft, um am nächsten Morgen Administratives zu erledigen…

Mal wieder muss ich zur Bank – auch hier bin ich der erste Kunde

Durch das frühe zu Bett gehen, bin ich meist sehr früh wach. Ich habe diese Zeit genutzt, um mein neues, gebrauchtes iPhone zu installieren und die Daten zu übertragen.

Man sagt, dass dies ganz einfach geht – ja, vielleicht, aber wenn eines der Telefone schon ein sehr altes IOS geladen hat, dann geht es eben nicht mehr soooo easy.
Ich musste über den Computer übertragen und dabei sind aktive App-Anmeldungen beendet worden.

Das ist soweit kein großes Probelm, meldet man sich halt wieder an. Leider erkennen alle Apps von Banken, dass die Anmeldung auf einem neuen Gerät stattfindet.

Die ING zwingt mich im Verlauf der Neuanmeldung in ein Identifikationsverfahren mit dem elektrischen Ausweis, um dann zwei Tage später, die NFC Funktion zu sperren – erst ein Telefonat nach 31:26 Minuten in der Warteschleife, hilft mir aus der Falle.

Bei meiner griechischen Bank ist es ähnlich. Man hat bei der letzten Problemlösung vergessen meine OTP Sperre aufzuheben, also muss ich noch einmal hin.
„You should call the Helpdesk“ höre ich die Dame sagen – ja genau, einen griechischen Helpdesk anrufen…

Sie hilft und sieht dabei ein, dass ein Ausländer dieses Problem alleine nicht lösen kann.
Gemeinsam kommen wir zu einem Ergebnis – ich erhalte wieder OTP, kann diese Anwenden und somit auch diese Karte wieder aktivieren.

Ich bin überzeugt – diese Technikabhängigkeit wird uns eines Tages auf den Fuß fallen!

Ich brauche einen Kaffee und verhole dann auf ELOWYN…

Sibylle und ich fahren die Wäsche zum Waschsalon

Ich bin früh dran und treffen mich in der Marina mit Sibylle. Wir trinken zusammen einen Kaffee im „Skipper´s“ und beschließen dann, dass wir zuerst die Wäsche in den Waschsalon fahren würden.

Diese kann dann schonmal in Ruhe erledigt werden, während wir uns mit anderen Dingen befassen.
Eine gute Idee, welche wir auch sofort umsetzen.

Wenn wir schon unterwegs sind, dann möchte ich auch gleich noch den Umweg zu Giorgos´ „Boat & Parts“ machen.
Er sollte mir ein Kleinteil fertigen, es gilt einen gebrochenen Verstellhebel der Handhydraulik zu ersetzen.

Von Kamara aus, so unser Plan, würden wir dann nach Panteli fahren um dort im Krankenlager nach den Kindern zu sehen.

Anton liebt das Geräusch, wenn große Steine ins Wasser geschmissen werden

Meinem Sohn nebst Familie geht es den Umständen entsprechend gut – mit den Medikamenten hält man es aus.

Die einzige die fit ist, ist die kleine Paula. Sie ist gut zu haben, beschäftigt die kranken Eltern aber ohne Unterlass und ist immer hungrig – tststs, von wem sie das hat???
Schuldbewusst versuche ich zu unterstützen wo es geht!

Aber wie um Himmels willen beschäftigt man einen Dreijährigen, der nicht ins Wasser darf, obwohl das Meer zu seinen Füßen liegt?
Hm, Anton liebt es, Steine ins Meer zu werfen – er hat einen Riesenspaß an dem „Plopp“ welches vornehmlich große Steine erzeugen.

Aber in Panteli gibt es wenig große Steine – gut, wenn man dann einen Opa mit Superkräften hat.
Ein Eimer mit großen Steinen? Kein Problem!

Der Knirps wirft eine Stunde lang Steine ins tiefe Wasser, dort wo keine Schwimmer unterwegs sind.
Bei jedem „Plopp“ lacht er wie nur Dreijährige lachen können.
Irgendwie kriegen wir ihn schon beschäftigt!

Und damit er schnell wieder fit wird, gibt es außer den geliebten Chicken-Nuggets auch gaaaaanz viel Obst und Gemüse…

Zum Frühstück einen Teller Obst – das kann nicht schaden

Die Kleinen haben jeden Tag eine Stunde Mittagsruhe, diese weitet sich regelmäßig zu einem Mittagsschläfchen mit den Eltern aus.

Diese erweiterte Stunde haben Sibylle und ich dann zur freien Verfügung.
Meist investieren wir diese Zeit in die dringenden Kleinreparaturen rund um unser Patenschiff ELOWYN – hier ist die vordringlichste Arbeit, die Ursache für die temporäre Fehlfunktion des Bugstrahlruders zu lokalisieren und zumindest eine Notreparatur zu bewrkstelligen.

Ich mache mir daher ein Bild über die Gesamtsituation…

Die Mechanik des ausfahrbaren BSR ist solide, die Verkabelung allerdings zeigt Auflösungserscheinungen
Die frei baumelnden Stecker sind eine unschöne Lösung, das hätte die Werft besser lösen können
230V Kabel als Verlängerungen im 24V Bordnetz sind nicht den Normen entsprechend…

In der einen Verteilerdose wurde offensichtlich bereits hantiert – dies hatte Volker mir erzählt.
Auf der Reise war der Besuch eines Elektrikers notwendig, er hat Kabel neu verbunden, Schadstellen herausgetrennt und somit eine Notreparatur gemacht.
Die Ausführung ist hemdsärmelig aber der Sachlage und dem Zweck geschuldet und somit statthaft und akzeptabel.
Er hat zudem darauf aufmerksam gemacht, dass sein Tun nur temporär wäre und hier umfänglich erneuert werden müsste.

Ich finde im Wirkungsbereich des kurzfristig eingesetzten Elektrikers ein übersehenes, aber völlig durchoxidiertes Kabel

Dennoch kann ich unweit der notdürftig zusammengeflickten Leitungen eine weitere Schadstelle finden.
Diese war etwas versteckt und unter Isolierband verborgen – ich beschließe, dass ich als erstes versuchen werde, genau dieses Kabel instandzusetzen und dann einen Funktionstest zu machen – dieser Fehler drängt sich ja als Ursache förmlich auf.

Um im letzten Winkel gut arbeiten zu können, muss ich einen Schlauch der Deckswaschanlage entfernen.
Diese Anlage ist seit langem außer Betrieb und so passiert was passieren musste – die Pumpe fällt mir entgegen.

Ich baue das verfitzmaledeite Ding komplett aus und beschließe, dass ich die Pumpe prüfe und dann entweder repariere oder entsorge.

Der Schlauch welcher im Weg war, konnte ausgebaut werden – ebenso die Pumpe
Diese werde ich nach einer Prüfung entweder reparieren oder entsorgen – ein Ersatz ist vorerst nicht geplant

Die Zeit verflog, die Enkelchen sind wieder wach! Heute steht ein Besuch des Spieleparadies in Lakki am Programm.

Das war sehr lustig, denn wir waren die einzigen Gäste.
Eine junge Frau, welche als Aufsichtspersonal eingeteilt war, konnte sich somit vollumfänglich um Anton und Paula kümmern – die Eltern konnten in Ruhe einen Drink nehmen.

Das Spieleparadies bietet Hüpfburgen und noch viel mehr

Abendessen gab es anschließend im „SouVLakki“, dann haben wir uns getrennt und für den nächsten Tag verabschiedet.

Ich bin nach Plaka gefahren und exakt angekommen, als der letzte Schein der Sonne den Horizont noch erstrahlen ließ.
Danach brach die „blaue Stunde“ an – ich schicke ein Foto von „meinem Sonnenuntergang“ an die Familie…

Gute Nacht, bis morgen!

Aufgenommen aus meinem Garten – mit einem iPhone XS ohne Bildbearbeitung

An diesem Abend, es war noch sehr früh, setze ich mich an den Computer und schließe die Übertragungen meiner beiden Telefone ab.

Ich werde also ab heute meine Bilder mit einem iPhone 15 Pro Max machen.
Ich erlaube mir, die Bilder ab und an zu filtern, werde dies aber, so gut ich daran denke, in den Bildunterschriften angeben.

Auch der Start in den neuen Tag ist eine Blaupause der vergangenen. Ich wache früh auf, bringe meine Bleibe in Ordnung und erledige ein paar Kleinigkeiten am Computer.
Dann fällt die erste Entscheidung des Tages – den ersten Kaffee zu Hause vor dem Rechner oder doch im „La Palma“?

Heute entscheide ich mich für das Café an der Lakki Waterfront.
Ich packe meine Siebensachen für den Tag und tuckere mit meinem Mopped „downtown“.

Die Druckbetankung mit dem Bohnengebräu ist zwingend notwendig und ein Hochgenuss

Ich sitze und genieße, die Lebensgeister kehren zurück. Ich grüße hier und winke dort – das Café ist ein Treffpunkt am Morgen, Menschen kommen und gehen im Minutentakt.

Irgendwann trudelt eine Nachricht herein, es sind meist zuerst die Kinder die mich wissen lassen, dass die Zwacken genug Energie getankt haben und lautstark den Beginn ihres täglichen Entertainmentprogrammes einfordern – Zeit an den Strand zu gehen!

Sibylle meldet sich eigentlich immer erst etwas später „Wo bist Du?“ – und sehr häufig kann ich meiner Frau einfach mit einem Foto antworten…

Heute bin ich der Erste am Beach
Das „Tzouma“ hat sich als unser Treffpunkt durchgesetzt

Je nachdem, ob ich nun schneller von Lakki nach Panteli fahre, oder ob die junge Familie flotter das Strandequipment für die Kleinen gepackt hat, trifft eine Partei vor der anderen ein.

Ein Liegenpärchen und ein Tisch im „Tzouma“ wird reserviert, denn dieses Café hat sich gegen die anderen durchgesetzt.
Meine Familie fühlt sich dort sehr gut aufgehoben und bewirtet – es wird Frühstück bestellt.

Für mich bleibt es meistens beim zweiten Kaffee, ab und an gönne ich mir ein Spiegelei oder eine der leckeren Kotopita.

Heute darf es ein Ei sein

Es pendelt sich ein, dass wir den Vormittag am Strand verbringen, die Kinder etwas buddln können und wir Erwachsenen uns mit ihnen beschäftigen.
Wir machen ganz banal Urlaub und verbringen Zeit miteinander – das ist schön und tut uns als Familie gut.

Am Nachmittag gibt es dann meist einen „Programmpunkt“ – wir nehmen uns also etwas vor, um die Kinder zu beschäftigen und für Abwechslung zu sorgen.

Heute steht die Kurzwanderung zum Leuchturm auf dem Programm – sobald die Kurzen ausgeschlafen haben geht es los.

Ein schöner Weg zieht sich zum Leuchturm am Ende der Lakki Bucht
Von dort hat man einen super Weit- und Ausblick

Der schmale Weg zieht sich vorbei an Ziegenherden durch ein kleines Wäldchen und über Stock und Stein bis hin zur Landspitze am Buchtende von Lakki.

Von hier sieht man bis nach Kalymnos, Kos und Patmos – man erkennt die beeindruckende Weite der griechischen Ägäis.
Segelboote ziehen ihren Weg – es ist ein traumhafter Tag.

Dennoch, wir leiden etwas unter den Temperaturen. Tagsüber haben wir durchaus 24°C, das ist ok – aber abends wird es empfindlich kalt, auch das Meer hat abgekühlt und lädt in Kombination mit dem beständigen frischen Meltemi nicht zum Bade.

Das Wetter fühlt sich an wie sechs Wochen zu früh – und es sollte noch schlimmer kommen!

Doch zunächst hatte ich endlich die Gelegenheit, auf ELOWYN meine Notreparatur abzuschließen – wird es funktionieren?

Gekürzt, sauber abisoliert und vercrimpt – jetzt noch schrumpfen, dann kann ein Testlauf erfolgen
YES! Haut hin – das Bugstrahlruder tut wieder, die ordentliche Reparatur nebst Ersatz der Kabel mache ich im Winter

Ich vermelde Volker den Erfolg und streiche den Punkt von meiner Liste, dann ziehe ich ein Haus weiter.

Es hat sich ein Nebenhandlungsstrang entwickelt – ich habe ein zweites, großes Schiff zur Betreuung angenommen.
Ich werde dazu im nächsten Monat etwas mehr erzählen – diesmal nur soviel, dass ich mich um dieses Schiff der 60ft Klasse ebenso umfänglich kümmern werde wie um ELOWYN und ich dies auch vor der Marina offiziell mache.

Mit meinem Einsatz für dieses Schiff habe ich nun eine Art „Vollauslastung“ welche sowohl offiziell als auch bei der Marinaleitung angemeldet ist.
Ich bin auf der sicheren Seite und habe umgekehrt klar signalisiert bekommen, dass es meinerseits keine „Kleinarbeiten“ an anderen Eignerschiffen mehr geben dürfe.

Eine für mich sehr saubere und für die nächsten Monate oder Jahre sehr gut gangbare Lösung!

Ich statte diesem Schiff einen Besuch ab, denn der Eigner und ich hatten gestern versucht, die quasi „toten“ Batterien wieder zum Leben zu erwecken…

Soll 24V – Ist 2V! Da ist wohl nichts mehr zu machen
Selbst das Ladegerät steigt aus

Meine erste Aufgabe war also, dem inzwischen wieder nach Hause gereisten Eigner eine Hiobsbotschaft zu überbringen.

Das fängt ja gut an! Naja, jetzt nehme ich erstmal das Ladegerät aus dem System – nach der Abreise der Kinder verschaffe ich mir einen Überblick!

Der Tag endet mit einem Besuch am Gourna Strand, ein bisschen Herumtollen im Sand und dem Besuch der „Psarotaverna Gourna“ für das Abendessen.

Sand ist halt auch was Feines – zumindest für die Kinder
Als wir nach Hause aufbrechen, war die Sonne gerade untergegangen

Der folgende Tag bietet etwas Besonderes auf Leros – man gedenkt in jedem Jahr dem Untergang des Kriegsschiffes VASILISSA OLGA welches am 26.09.1943 in der Bucht von Lakki von den Deutschen versenkt wurde.

An sich kein freudiger Anlass, hat sich die kleine Feierlichkeit doch als feste Größe etabliert und wird auch von Touristen besucht.

Auch wir suchen uns einen Platz in erster Reihe und finden einen freien Tisch im „La Palma“ Café.

Die Riva von Lakki ist festlich geschmückt, leider erreicht das Wetter einen Tiefpunkt – es ist grau und bewölkt
Das Militär und die Kirche bilden einen Trauer- beziehungsweise Gedenkmarsch von der Kirche zum Denkmal

Man verliest die Namen eines jeden Soldaten, welcher an diesem unrühmlichen Tag seinen Tod gefunden hat – Böllerschüße werden abgefeuert.
Es gibt Kranzniederlegungen und eine kurze Andacht – auch die Blaskapelle spielt einen tragenden Marsch.

Dann endet die Feierlichkeit ohne weiteres Aufsehen…

Wir trinken unseres Kaffes aus und widmen uns den freudigeren Dingen des Lebens.
Zum einen finden an diesem Tag ebenfalls die griechischen, nationalen Meisterschaften im Mountainbike XC der Klassen U13 und U17 statt.
Die gibt der Insel vielerorts einen bunten Touch…

Leider ist der Start- / Zielbereich irgendwo im Nirgendwo, so dass wir zwar einmal vorbeisehen, aber nicht weiter als Zuschauer und Supporter in Erscheinung treten.

Hier geht es in einer Stunde los

Die Rennstrecke ist nicht weit von unserem Haus in Plaka entfernt, Sibylle und ich fahren also noch einmal rasch vorbei um unser „Marschgepäck“ für den Tag neu zu sortieren.

Es braucht einen langärmeligen Pullover, die Badehose darf zuhause bleiben.

Ich habe ja schon öfter mal über das fehlende, vernetzte Denken der Griechen schwadroniert – ich habe tatsächlich oft den Eindruck, dass lediglich der nächste Schritt durchdacht wird, niemals verschwendet man einen Gedanken an den übernächsten oder gar an Folgereaktionen.

Ich erhalte Gelegenheit, mich dieser Theorie wieder einmal hinzugeben!

Dies ist ein Garagentor, nur ein Dummkopf parkt davor

Ja ich weiß, es ist nur ein Radl, ich kann es einfach wegstellen. Das mache ich auch ohne mich weiter aufzuregen, dennoch halte ich die Frage für berechtigt – WARUM?

Egal, ich habe Gelegenheit, die etwa 14-jährige Besitzerin rund 10 Minuten später kennen zu lernen – ich frage sie ob sie ein Nachbarsmädchen ist und sie antwortet freundlich, „…dass sie nur hier sei um sich bei der Nachbarin ihre Nägel machen zu lassen…“

Sie lächelt und fährt von dannen – na was willst jetzt da sagen???

Es gab heute noch ein weiteres freudiges Ereignis – Amelie hat Geburtstag!
Wir verbringen den Tag am Strand, aber leider fährt uns das Wetter richtig quer. Es war schwer, eine richtig ausgelassene und fröhliche Geburtstagsstimmung aufkommen zu lassen.

Eine Hochzeit im Hotel – die Musiker spielen auf der Dachterrasse

Wir versuchen das Beste daraus zu machen, gehen mit den Kindern ein Eis im „Sorbet“ essen, buddln im Sand und gönnen uns leckere Snacks im „Tzouma“.

Ein kleines Highlight war, eine Hochzeitsgesellschaft im Hotel zu beobachten, die Musiker haben für eine ausgelassene Stimmung gesorgt.

Um Amelie den Tag doch noch zu einem besonderen werden zu lassen, bieten Sibylle und ich an, dass wir zum Babysitten kommen nachdem die Racker eingeschlafen sind.
So können sich die jungen Eltern ein erstes „Dinner for Two“ gönnen, während sie die Kleinen gut bewacht wissen.

Wie immer entsteht eine Lücke zwischen der Verabschiedung am Strand und dem Einstieg in die Abendplanung.
Während Sibylle sich in Xirokampos also warm anzieht, besuche ich HP am Stadtkai, erfrage die Gesamtsituation und überbrücke die Wartezeit auf meine Frau.

Auch mein Freund aus dem Saarland ist eher genervt vom Wetter und der Performance des Polsterers

Der Abend klappt gut, es gibt keinen Kummer – die Kleinen schlafen friedlich und Sibylle und ich müssen nur die Zeit irgendwie rumbringen.

Das gelingt leidlich und wir freuen uns über die Rückkehr der beiden Turteltäubchen, die den Abend offenbar sehr genossen haben.
So findet der Geburtstag meiner Schwiegertochter einen schönen Ausklang.

Während des Tages hat Sibylle mehrfach erwähnt, „…dass das Wetter morgen noch schlimmer würde! Es regnet den ganzen Tag!“

Ich hörte die Worte wohl, aber diesmal war es mein Gehirn, welches die Zusammenhänge nicht erfassen konnte – ich bin im September einfach die Sonne Griechenlands gewohnt!

Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Leider belehrt mich der Wettergott eines Besseren, ich realisiere es, als der Regen auf mein Dach prasselt!

Was ist denn DAS? Regen im September? Das hatte ich bisher noch NIE!

Plötzlich habe ich den Synapsenschluss – das Segel von ELOWYN! Es liegt noch am Vordeck und wird jetzt nass!

Was für ein Scheiß, ich habe diese Tatsache und den vermeintlich aufziehenden Regen nicht in eine Reihe gebracht und muss mich jetzt aber echt sputen, um in die Marina zu fahren und Schlimmeres zu verhindern.

Ein Kaltstart also! Ohne Kaffee haste ich die regennasse Strasse mit meiner GS hinab und begebe mich auf mein Patenschiff.
Alleine wuchte ich den schweren Sack in die Segellast und schließe die Klappe.

Ok, das Problem ist zunächst gelöst, aber das Segel muss noch einmal an Deck, um wieder vollständig trocknen zu können – das mache ich an einem anderen Tag!

Ich wuchte den schweren Gennaker in die Segellast
Der Rest darf nass werden, ich kann wieder von dannen ziehen und mich erst einmal sortieren

Ich beschließe zunächst, dass ich heute den Joker ziehe – ich parke mein Motorrad trocken unter einem Schiff in der Marina und aktiviere meinen Crawler.

Danach hole ich Sibylle in Xirokampos und gemeinsam verholen wir ins „La Palma“ Café um dort zu beratschlagen, wie wir den Tag mit den Zwacken verbringen.
Die Kleinen möchten bespaßt werden, aber Entertainment ist bei Regen auf Leros schwierig.
Leider hat das „Crescendo“ noch nicht geöffnet.

Na egal, uns wird etwas einfallen, jetzt erstmal einen Kaffee – oder auch zwei!

Crawler steht an der Riva in Lakki – das wird er heute noch einmal tun
Wir genießen einen Kaffee, kämpfen gegen den Kältetod und behirnen was wir tun

Die junge Familie ist ebenfalls ratlos – man habe noch nicht gefrühstückt und müsse dies jetzt erst einmal nachholen, man sei spät dran.

Idee! Ich reibe unter meiner Nase wie ehedem Wickie und habe eine gute Idee, wie man den Schrei nach Frühstück und etwas Zeitvertreib an einem Regentag gut kombinieren kann.

Wir gehen zum Brunch ins „Navarone“! Hier war uns wohl das Glück hold, denn wegen eines 10km Laufes auf Leros, an dem übrigens auch Hans Peter teilnahm, war Agia Marina zeitweise gesperrt und die Nachfrage nach Reservierungen ab 10.00 Uhr daher gering.

Wir bekommen einen Tisch – also auf nach Agia Marina!
Auch wir dürfen nicht in den Ort zum Parken, daher suchen wir uns einen Parkplatz am „Mylos“ und gehen die paar Meter.

Interessant was man hier auf den Strassen alles sieht…

Ein weiterer L300 Allrad – es gibt also zwei! Wir könnten einen Club gründen 😉
Die Kleinen sind mit Regencapes aus dem Chinaladen ausgestattet – so schaffen wir das
Ich trage am 27.09. die Kleidung, welche mich durch den letzten Winter gebracht hat

Das Brunchbuffet im „Navarone“ war gut wie immer. Ich hatte den Eindruck, dass auch Amelie und Stefan ein wenig genießen konnten.

Auch die Kleinen waren brav und haben fleißig gefuttert, so ist es uns gelungen, den Vormittag an diesem grauen Regentag gut rumzubringen.

Ich hatte am Rückweg zum Auto ein lustiges Erlebnis – eine Familie mit erwachsenem Sohn kommt mir entgegen, sie tuscheln…
Ich höre nur Satzfetzen, „…das isser doch, oder?“ „Ja, das isser!“

Der Mann kommt auf mich zu, streckt mir die Hand zum Gruß aus und die Familie stellt sich vor als „…Gäste auf Leros, wir kommen seit 30 Jahren hierher!“
„Außerdem sind wir treue Leser ihres Blogs!“

Mein Sohn dreht sich lächelnd ab und geht weiter, er fragt mich später ob ich Autogramme geben musste.
Sibylle schüttelt heute noch den Kopf, sie kann es nicht fassen, dass außer ihr und HP noch jemand meine Zeilen liest.

Ich freue mich – genau solche Begegnungen sind das Salz in der Suppe, vielleicht trifft man sich ja einmal wieder.
Es war jedenfalls eine Freude kurz mit euch gesprochen zu haben!!!

Zurück am Auto, wieder eine kleine Herausforderung…

Sieht nur breit genug aus – die Türen des L300 öffnen weit

Was viele nicht wissen, ich habe die gleichen Fähigkeiten wie einst Barbapapa.
Wer den nicht kennt muss googeln, ein paar Details findet man über die superflexible Figur aus den 70ern im Internet.

Ich lege also den Spiegel des Peugeot an und schlängle mich als wäre ich aus Wasser, durch den schmalen Türspalt.
Hinter dem Volant angekommen, entfalte ich mich wieder und wir können die Fahrt zurück in die Marina fortsetzen.

Die Kinder schlafen, Sibylle und ich erledigen ein paar Handgriffe auf ELOWYN und trinken einen Kaffee im „Skipper´s“.
Später treffen wir noch Martin und Petra von der STENELLA, es gilt die beiden zu verabschieden.
Es soll nur ein kurzer Abstecher nach Deutschland werden um das Heimweh und Sehnsüchte zu stillen – ich bin gespannt…

So verrinnt die Zeit recht rasch und bald schon kommt unsere Familie zu uns in die Marina.
Es steht eine Baustellenbesichtigung, ein kurzer Blick auf ELOWYN und das Streicheln der Babykatzen auf dem Programm.

Oh, ein Bagger, oh ein Radleder, oh ein Kran – der kleine Anton ist begeistert
Baby trifft Babykatze – ein Meeting

Ich hatte mich mit Antonia abgesprochen – es sei kein Problem die kleinen Kätzchen zu streicheln, sie seien sehr zutraulich und neugierig.

Man solle nur hektische Bewegungen vermeiden – dies haben die zwei Kleinen sehr gut hinbekommen.

Und tatsächlich, die Kleinen waren sehr umsichtig und wir waren fast eine Stunde am „Leros Cat House“ welches von Antinia aufopfernd betrieben wird!

Das gefällt Paula und dem Kätzchen
Anton fand es echt spannend die Katzen nicht nur zu sehen, sondern auch am Arm halten zu dürfen
Gaaaanz vorsichtig – klappt gut

Wir hatten keinerlei Sorgen wegen Krankheiten oder ähnlichem, alle Katzen hier waren beim Tierarzt, sind gesäubert und gegen Krankheiten geimpft.

Ich glaube es ist an der Zeit, einmal gesondert über Antonias Aktivitäten zu berichten, denn sie hat inzwischen, man höre und staune, einen Verein gegründet und kümmert sich quasi vollumfänglich um die Samtpfoten.

Der nächste Punkt auf unserer Entertainmentliste lautet „Burg besuchen“.
Zugegeben, das Kastell mag vielleicht nicht gerade ein Kinderparadies sein, aber wen man den Besuch der Burgruine mit einer Geschichte über Piraten und Burggeister ausschmückt, dann steigt der Interessegrad erheblich.
Wir fahren also mit acht angetrieben Rädern hoch zum Kastell von Leros.

Das Wetter hat aufgeklart, der Wind ist aber frisch
Der Ausblick von hier oben ist atemberaubend
Griechenland – trotz mancher Zweifel war unsere Entscheidung richtig
Wir blicken über die Windmühlen in Richtung Kalymnos
Der Andrang auf Panteli hat nachgelassen
Ein schöner Familienausflug

Heute Abend hätte die „Leros Classic Car Exhibition“ stattfinden sollen. Ich stelle Crawler pünktlich an den Straßenrand, wundere mich aber, dass sonst keiner der Klassiker zu sehen ist – nur drei alte Kübelwägen stehen herum.
Wir gehen dann ins „SouVLakki“ zum Essen, anschließend trennen sich unsere Wege.
Sibylle und ich gehen zurück zu unserem 35 Jahre alten L300, aber er steht immer noch verwaist herum – die Oldtimershow wurde ohne jegliche Information gestrichen.
Vermutlich hatte das schlechte Wetter den Liebhabern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich bringe Sibylle nach Xirokampos und tausche die Fahrzeuge in der Marina, dann verhole ich mich nach Plaka in mein Haus.
Hier tippe ich dann meist am Abend noch ein paar Blogzeilen um (fast) termingerecht veröffentlichen zu können.

Am nächsten Morgen grüßt abermals das Murmeltier – der Tag beginnt wie die anderen davor auch.
Ich bin meist schon wach, wenn das Signal der Kinder eintrifft, dass die Enkel nun wach sind und man an den Strand zum Frühstücken ginge.

Ich packe dann meine Siebensachen und brummle hinunter nach Panteli, um mit der Familie den zweiten Kaffee zu genießen.

Nix los um diese Zeit – absolute Ruhe

Während des Kaffees beschließen wir das Tagesprogramm, welches meist aus einem halben Strandtag und einem Programmpunkt besteht.

Heute wollen wir in die Eisdiele, das Kirchlein „Panagia Kavouradena“ besuchen und dann an den Strand in Xirokampos gehen.

Abrunden werden Sibylle und ich den Tag mit dem Abschiedsdinner für Gabi und Gottfried.
Die Beiden haben bereits Saisonende und wollen noch einmal mit uns essen gehen, bevor sie morgen nach Hause fliegen.
Wir suchen uns unseren Favoriten, das „Pirofani“ in Panteli als Ziel aus.

Wir fahren zu „Panagia Kavouradena“ in Xirokampos
Anton folgt der Oma – „…komm Anton, da unten wohnen Babykatzen!“
Das Kirchlein bezaubert

Amelie und Stefan genießen den Badetag mit uns. Die Kinder sind brav und haben Spaß am flach abfallenden Strand.

Beflügelt vom gelungenen Nachmittag wird beschlossen, dass man ein weiteres Dinner zu zweit genießen möchte.
Die Überwachung der Zwacken soll diesmal die Technik übernehmen – man würde mit zwei Mobiltelefonen ein Internet-Babyfon aufbauen und die schlafenden Kinder mittels Standleitung überwachen.

Gegeben durch die Nähe, das Lokal liegt keine Minute vom Hotel entfernt, scheint das Risiko überschaubar.

Es entsteht eine Situationskomik – wir mit G&G im Innebreich des Lokales, draußen auf der Terrasse die Kinder beim Dinner.

Der Abend wird perfekt für alle Beteiligten

Weil alles wirklich perfekt klappt wird beschlossen, dass auch wir Vier eine Art Abschlussessen hier genießen werden.

Was steht sonst noch an? Ach ja, die Entscheidung bezüglich des Grills ploppt noch einmal hoch, ich hatte dieses Thema etwas verdrängt.

Nun muss ich aber in den Hardwarestore, was mir das Thema zurück in den Sinn bringt.
Der eigentliche Grund für den Besuch war aber, dass ich mir eine mehrteilige, stabile Leiter kaufen will, um an dem zukünftig von mir betreuten Schiff sicher aufsteigen zu können.
Ich probiere verschiedene Modelle in der Marina aus.

Taugt die was?
Oder ist die besser?

Alle Leitern dieser Größe gehören der Marina – ich möchte aber für alle Fälle gewappnet sein und sowohl im Marinabreich als auch für den Einsatz im Haus eine eigene lange Leiter besitzen.

Ich würde diese am neuen Patenschiff ansperren und bei Bedarf ins Haus hochfahren.

Ich vergleiche daher mit den Modellen, welche im Hardwarestore angeboten werden.

Es gibt durchaus eine Auswahl – drei Modelle kommen in die engere Wahl

Ja, hier passiert es eben – ich „stolpere“ mal wieder in die Grillecke und mein Auge beißt sich an den zwei Modellen fest, welche noch zur Auswahl stehen.

Das eine hatte ich ja schon vorgestellt – mein heimlicher Favorit…

Für rund 200.-€ weniger gibt es aber noch dieses Modell, welches seinen Zweck sicher erfüllen würde.
Ich hadere noch ein wenig, sollte aber langsam sowohl zum Thema Leiter als auch beim BBQ zu einem Entschluss kommen.

Ich schwöre, ich entscheide in der ersten Oktoberwoche – ihr müsst euch noch etwas gedulden.

Auch der wäre nicht so schlecht

In der Mittagspause sitze ich auf ELOWYN und beschäftige mich gerade mit einem Problem in der Ladetechnik.
Ähnlich wie bei NESSAJA schwankt der Ladestrom in Richtung Lithiumbank, wenn mit dem Generator geladen wird.

Um mir ein Bild zu verschaffen, lasse ich den Generator laufen, werde aber sofort stutzig…

2330rpm ist zu wenig

Ich grüble gerade darüber, warum sich die Drehzahl des Generators bei unter 2400rpm einpendelt, obwohl die Solldrehzahl bei 2800rpm liegt.

Dies könnte durchaus die Ursache für das Problem sein.
Ich würde mich damit beschäftigen müssen und überlege gerade wie ich die Diagnostik angehen werde, als mit einem lauten BIMM aus meinem Telefon, ein Thema Fahrt aufnimmt, welches hochdynamisch wird.

Ich will nur soviel andeuten – wie ein Flaschengeist taucht auf einmal ein Interessent für JASPER auf.
Dies wird zur Herausforderung und hält mich Anfang Oktober ganz schön auf Trab – seid gespannt, wie sich das entwickelt!

Es bricht der letzte Tag des Monats an – wir treffen uns abermals in Panteli zum gemeinsamen Frühstück…

Wir sind zur Zeit fast täglich im „Tzouma“ – hier passt alles
Werde Mitglied im „Slow Morning Coffee Club“
So darf ein Tag beginnen
Ich liebe diese Jahreszeit – leider ist es etwas kühl

Am Nachmittag gehen wir zunächst auf den Spielplatz. Weil wir ohnehin schon an der Marina sind, darf Anton noch einmal Babykatzen streicheln und zum Abschluss noch eine Runde Roller mit Oma fahren.

Der Knirps hat Urlaub, er darf die Wochen mit Papa und Mama genießen.
Wir lesen ihm die Wünsche von den Augen ab und verwöhnen den Bengel.
Der scheint seinen Spaß zu haben…

Aus der Bahn, Kartoffelschmarrn

Den Nachmittag verbringen wir dann noch einmal ganz entspannt am Panteli Strand.
Amelie hat einen weiteren Strandnachmittag eingefordert, denn es ist abermals Schlechtwetter für die nächsten Tage angesagt.

Meine Schwiegertochter befürchtet, dass es wieder regnen könnte und wir vielleicht morgen mit dem Strandaufenthalt aussetzen müssen – deshalb wollen wir dies heute noch einmal genießen.

Das gelingt gut und wir verabschieden uns erst gegen 17.30 Uhr – gemeinsames Abendessen im „Tis Kakomoiras“ gegen 18.00 Uhr!

Dort lassen wir den September bei Meze und Wein gebührend ausklingen – Celebrate Youth!!!

HUNGER!!!

Vor uns liegt ein durchgetakteter Oktober – was erwartet Sibylle und mich?

Nun, zunächst ist die Familie noch bis zum 05.10. zu Besuch. Sofort anschließend kommen Tina und Volker für einen weiteren Urlaubstörn mit ELOWYN um danach die Saison zu beenden.

Ich habe ein paar Handgriffe an Martins STENELLA zu erledigen, muss auf meinem neuen Patenschiff die Arbeit aufnehmen und zwei Interessenten für JASPER professionell beraten und betreuen.

Herausfordernd wird für mich die Organisation der Heizungsreparatur in Deutschland, denn der Bosch-Dienst versagt auf ganzer Linie.

Ein dicker Brocken wird der Abbruch des Teakdecks auf LUMARA, zudem sollen Generator und Wassermacher ausgebaut werden.
Dies soll passieren bevor Hans Peter nach Hause reist, was am 28.10. der Fall sein wird.

Die schwierigste Frage dürfte aber sein, ob und wann ich noch einmal nach Deutschland fahre – ich muss endlich den Verkauf meiner Wohnung vorantreiben.

Ihr merkt schon – es steht ein „heißer Oktober“ bevor! Bleibt dran, es bleibt spannend!

Grüße aus meinem Haus in Plaka
Mario




August 2026 – With A Little Help From My Friends

Selten nur mag ich Coverversionen lieber als das Original – aber im Falle der August-Headline ist genau dies der Fall.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mit den Beatles nie richtig warm geworden bin, vielleicht daran, dass Joe Cockers Comeback genau in „meine Zeit“, die verrückten 80er Jahre fiel…

Unter Umständen ist es auch einfach nur der Geist von Woodstock, der ein wenig bei Cockers Performance mitschwingt.

Wie auch immer, keine andere Headline hätte die „Vibes“, die Stimmung des August 2026 besser beschreiben können – alles ging leichter von der Hand, „…with a little help from my friends!“

Alex und Hans Peter im Mast von ELOWYN

Meine „ToDo“ – Liste für den August war lang geworden und die Tatsache, dass die Servicebatterien an Bord von ELOWYN die Reise ins Nirvana angetreten haben, macht eine Planung auch nicht einfacher.

Es hilft alles nix, wenn wir meine Projekte UND die an Hans Peter gegebenen Zusagen, bezüglich einer Unterstützung bei seinen noch offenen Aufgaben, in Einklang bringen wollen, dann müssen mein saarländischer Freund und ich eine Art „Zeitpool“ schaffen und eine gute Planung voranstellen – dann könnte es klappen.

Die Zeitachse drängt ein wechselweises Arbeiten an LIBERTÉ und ELOWYN auf, die Priortät liegt dabei beim weißen Riesen, denn sie wird Anfang September noch einmal zu einem Urlaubstörn aufbrechen.
Diese zwei Wochen werden wir dann intensiv nutzen, um HPs Bavaria fertig zu stellen. Er kann dann mit seiner Pertra noch eine kleine Runde drehen, während Sibylle und ich Familienbesuch haben.

Dass dieser Plan belastbar wird, braucht es eine exakte Absprache – diese findet am 01.08. an Bord von ELOWYN statt.

Bei einem Kaffee stimmen wir die Details und die notwendigen Vorbereitungen ab

Uns ist klar, dass wir beide zwischenzeitlich auch bei Alex auf ANAHITA unterstützen dürfen, sind uns dafür aber auch der Hilfe des „A-Teams“ gewiss.

Für mich kommt hinzu, dass ich immer mal wieder auf LUMARA unterstütze und zusätzlich Kleinigkeiten „auf Zuruf“ abhandeln soll.
Das alles ist herausfordernd, aber es wird schon irgendwie klappen – in letzter Instanz auch „with a little help from my friends“!

Eine Sache schaffe ich heute gleich aus der Welt und setze einen Haken – allerdings basierend auf einer nicht eingehaltenen Zusage 😉 .

Ich hatte angekündigt, dass ich das Umstellen des Busses eines deutschen Seglers nicht mit in den August nehmen würde – doch der trickreiche Grieche hatte es einen weiteren Tag geschafft, mich ins Leere laufen zu lassen.
HEUTE NICHT – ich hole mir mit Nachdruck den Schlüssel und stelle den Bus zusammen mit Sibylle um.

Es ist ein Wunder, dass das Ding noch fährt (es geht um den rechts im Bild)
Ich finde einen guten Platz am Rand eines Uferbereiches

Am nächsten Tag wird mein griechischer Helfer den Bus acht Meter weiter links parken – was keinen weiteren Sinn hat, als mit der Kette zu rasseln.
Ist mir aber wurscht – ich lobe den Mann für seinen unermüdlichen Einsatz und weiß, dass er den Schlüssel nicht mehr lange in seiner Tasche haben wird.

Meine Sibylle ruft nach einem Kaffee und wir entscheiden uns, diesen in der kleinen Konditorei am Panteli Strand zu trinken.
Das war eine gute Entscheidung, denn sowohl der Kaffee als auch das Galaktoboureko waren hervorragend.

Im „Sweet & Salty Café“ sitzt man gut und speist sehr lecker

Wir gehen noch kurz baden und frischen uns ab, dann trennen sich unsere Wege bis zum Dinner, zu welchem wir heute eine Einladung bei Brigitte und Hans haben.

Bis dahin hat Sibylle noch Hausarbeiten in Xirokampos zu erledigen, ich dagegen bin mit Tom und Bernd auf ein Bier verabredet.
Die Beiden sind von ihrem Sommertörn zurück und möchten sich mit mir treffen, um ein wenig zu Quatschen und Erfahrungen auszutauschen.

Dieser Idee folge ich gerne – wir treffen uns im „Skipper´s“ und genießen Leros. Bei unserem Gespräch stellen wir fest, dass „unsere“ zweite Heimat wohl mehr und mehr an Attraktivität gewinnt.
Ob das nun wirklich ein Vorteil ist? Die Geister die ich rief…

Lustiges T-Shirt – wer drüber nachdenkt erkennt die Falle
Wir genießen unser Bier und zischen es weg
Ich muss noch mit auf INSPIRATION, man möchte mir ein Geschenk überreichen – es wird einen Ehrenplatz bekommen

Als ich rund zwei Stunden später mit Sibylle zu unseren österreichischen Freunden nach Crithoni fahre, kann man schon ziemlich gut erkennen welche Geister gerufen werden, wenn man kleine Ziele mit entsprechender Infrastruktur zu sehr hyped…

Diesen Ansturm meist türkischer Gastschiffe muss eine Insel wie Leros erst einmal verkraften können.
Taxis sind knapp, schlimmer noch, es gibt Engpässe bei der Wasserversorgung und beim Personal im Tourismusbereich.
Gleichwohl treibt man die Ansprüche der Gäste immer weiter nach oben – vor diesem Hintergrund sieht man sich als Ersatz für Mykonos und Paros gleich mit ganz anderen Augen.

Das Top-Lokal „Mylos“ hat in der Hochzeit Juli und August eine Vorlaufzeit für Reservierungen von fast sechs Wochen.
Ich finde, dass sich Leros keinen Gefallen tut…

Die Quantität nimmt zu…
…die Klientel treibt den Anspruch an Qualität nach oben

Bei Brigitte und Hans angekommen, genießen wir wieder die Ruhe der Wohnsiedlung in Crithoni.

Wir freuen uns auf ein fürstliche BBQ und auf den Abend mit den Freunden.
Klar, dass solche Abende etwas länger dauern und etwas feuchtfröhlicher werden, bevor sie dann mitten in der Nacht ausklingen und wir zufrieden und pappsatt in die Federn fallen.

Die beiden Österreicher übertreffen sich wieder selber

Am nächsten Morgen geht es für mich so richtig los. Ich stehe zeitig auf, koche mir erstmal einen Kaffee und werde dann, noch bevor Hans Peter kommt, das Inserat für die Hanse 400 unserer Freunde Angelika und Uli fertig machen.

JASPER VON RHEYDT soll verkauft werden – zwei Freunde der ersten Stunde geben den Segelsport auf und bieten deshalb ihr perfekt ausgestattetes und sehr gut gepflegtes Schiff an.
Ihr könnt JASPER auf meiner Webseite finden, ich darf die Freunde beim Verkauf unterstützen.
Um das Inserat vorzubereiten, muss ich Bilder sortieren, ein Exposé schreiben und die Daten dann auf der Verkaufsplattform einpflegen.

Erst die Vorbereitung am Computer
Dann auf dem Schiff ein paar fehlende Informationen sammeln und ein Verkaufsschild anbringen

Ich war gerade mit dieser administrativen Arbeit fertig geworden, als Hans Peter zu mir an Bord kam.

Wir haben uns heute auf ELOWYN zwei Arbeitspunkte vorgenommen.
Zum einen gibt es einen Wassereintritt an einer undichten Stelle am Auspuffschlauch.
Nach 13 Jahren wäre es wohl vetretbar, den kompletten Schlauch zu erneuern, da ich aber einige Punkte zu erledigen habe und der Schlauch aufwändig verlegt ist, habe ich mich für eine Teilreparatur entschieden.
Die vollumfängliche Erneuerung kann ich im Winter als Projekt nachziehen.

Der Platz ist sehr beengt…
…ich kann kaum das Foto machen, zum Arbeiten wäre es mir zu eng – ich passe nicht in die Lücke
Hans Peter faltet sich komplett in den engen Schacht
Nach einiger Mühe hatte der Freund den Kampf mit dem Widerborst gewonnen
Wir konnten die schadhafte Stelle abschneiden und den Schlauch wieder anbringen

Danach war eine Wasserpause angesagt – „Hydration-Break“ sagt man heute, glaube ich.

Der schweißtreibende Teil lag nämlich noch vor uns – ich habe entschieden, vier der sechs schadhaften AGM Batterien auszubauen und eine zeitlang mit einer Notbank aus zwei Batterien zu überbrücken.
Die vier defekten, bleischweren Dinger können von Bord, ich bringe sie zur Verwertung an die BP Tankstelle um Vivi eine Freude zu machen.
Geld nehme ich dafür nicht, zu oft hat sie mir schon geholfen…

Zunächst müssen die Trümmer aus ihrem Schacht gehoben und über die Treppe gewuchtet werden
Der nächste Schritt ist der vom Salon über die Niedergangstreppe ins Cockpit
Als letztes geht es über die Gangway nach unten – hier muss HP ran, ich reiche die Batterien an…
…er lässt sie hinabgleiten und stellt sie unten auf die Seite – ich bin mit Batterie zu schwer für die Brücke

Eine dieser Batterien wiegt rund 43kg, wenn man vier davon ein wenig spazierengetragen hat, dann weiß man in der Regel was man getan hat.

Daher gibt es nach diesem Job eine weitere Trinkpause und einen gemütlichen Ausklang.
Für heute reicht das erstmal, wir haben ganz schön was geschafft – war doch einfach, oder? Ja – with a little help from my friend!

Den Rest des Tages verbringe ich mit Sibylle, wir gehen baden und bereiten uns für den Abend vor.
Nach einem netten Dinner klingt der Tag unspektakulär aus.

Der nächste Morgen beginnt für mich entspannt, wenn auch sehr früh. Es ist zur Zeit sehr heiß, auch in der Nacht. Für meine Frau ist das schier unerträglich, für mich ist es eben nur warm…
Zugegeben, natürlich schwitze ich auch in der Nacht, aber ich kann eben schlafen – umso schöner ist es aber, wenn ich am „kühlen“ Morgen der Sonne beim Aufgehen zusehen kann.

Es ist ja allgemein bekannt – „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“

Ein „early bird morning“ – ich genieße es
Die perfekte Stimmung um mit einem „Cafe Americano“ in den Tag zu starten

Ich traue mich im Moment nicht, das Ladegerät über Nacht eingeschaltet zu lassen, zu groß ist das Risiko, dass die defekten Batterien weiter stark gasen – dies wäre gefährlich und giftig.

Gestern ist es mir tagsüber jedoch gelungen, die zwei als Notakku eingesetzten Batterien soweit aufzupäppeln, dass die Anzeige zumindest plausible Werte gezeigt hat und somit Anlass zur Hoffnung gab.

Der graue Bereich ist durch das alte Setup der Batteriebank – die Werte der „abgespeckten“ Verbraucherbatterie sind plausibel
66Ah haben aber für den Kühlschrank nicht gereicht

Die Kapazität von 66Ah war deutlich zuwenig, es hätten 220Ah sein sollen. Somit war es nachvollziehbar, wenn auch rechnerisch verwunderlich, dass der Kühlschrank die Batterie komplett leergesaugt hat – naja, das zeigt noch einmal deutlich, dass hier nichts mehr zu retten ist, zumal ich sehr schnell nach dem Einschalten des Ladegerätes abermals Schwefelgeruch wahrnehme.

Mein Thema mit Nummer 1 Priorität wird von nun an die Beschaffung von Ersatzakkus sein.
Nach Rücksprache mit Volker werden die sechs AGM Batterien welche mit einer 2R-3P Schaltung zu einer 24V / 660AH Bank zusammengeschlossen waren, durch zwei 24V / 320Ah Lithium-Eisen-Phosphat Akkus mit Smart Funktion ersetzt.

Diese bilden dann, parallel geschaltet, eine hochmoderne 640Ah LiFePo4 Bank, welche durch die neue Technologie nahezu 100% mehr Kapazität als vorher ermöglicht.
Der Umbau ist nur selten „Plug&Play“, wir hoffen, dass dies bei uns trotdem klappen wird, denn die 13 Jahre alte Ladetechnologie ist für Lithium-Eisen-Phosphat Batterien geeignet – sehr zu meiner Überraschung!

Das Problem welches aus meiner Sicht aber noch zuvor gelöst werden muss – wo bekomme ich gekühlte Getränke her???

Auch hier springt Hans Peter ein…

Er stellt mir seine Ersatz-Kühlbox aus dem Auto zur Verfügung
Ich spendiere meinerseits ein 230V Gerätekabel, welches mein Freund in Deutschland gelassen hatte…
…und schon kurze Zeit später war die Notkühlbox im Einsatz
Bei 35°C dürfen gekühlte Getränke für das Handwerkerteam nicht ausgehen

Den Rest des Tages verbringe ich mit Kleinigkeiten – ich fahre hoch ins Haus um meine GS temporär gegen Smurfy einzutauschen.

Das mache ich immer, wenn Transportfahrten anstehen oder zum Beispiel Getränke gekauft werden müssen.
Diesmal hat Sibylle ihr Recht eingefordert – sie braucht allerlei Getränke um auch in Xirokampos für Nachschub zu sorgen.

Da ich die Fahrt zu unserem Haus und meiner kleinen Werkstatt in Plaka angemeldet hatte, ist Alex auf den Zug aufgesprungen, denn er brauchte an seinem Roller einen Schnitt mit der Flex, um einen neuen Hauptständer montieren zu können.
Nichts leichter als das – tschengpeng, ab war der alte verrostete Halter…

Sibylle ruft an – ich hebe nicht ab. Sie schreibt „Wie lang dauert´s noch?“ Ich schicke als Antwort dieses Bild

Selbst meine Frau ist nicht davor gefeit – wenn nicht stetig Leute anrufen würden, dann würde Vieles so viel schneller gehen.

Ich habe inzwischen angefangen, anonyme oder unterdrückte Anrufe überhaupt nicht mehr anzunehmen.
Anrufe mit Nummer nehme ich nur ab, wenn der Anrufer in meiner Liste ist oder ich einen Anruf erwarte – ich kann das Gebimmel nicht mehr anders handhaben.
Ich bitte wirklich darum, mir einfach eine kurze Nachricht zu schreiben – ich melde mich sofort, wenn ich Zeit und saubere Hände habe und nicht gerade in einer Backskiste stecke.

Wie auch immer – als Alex und ich fertig waren, habe ich mit meiner Gattin ihren Getränkeeinkauf erledigt und ihr die schweren Wasserpackungen nach Xirokampos gebracht.

Mit Smurfy sind Transporte kein Problem

Bei Sibylle angekommen, werde ich erstmal überfallen. Ich rechne mit nix Bösem, da fordert meine Frau mich auf, auf Leichenschau zu gehen…

„Du musst schauen ob die Katze tot ist!“ höre ich sie fordern.
Ich will das nicht – ich bin da eigentlich hart im Nehmen und kann die Mieze sicher wegräumen.
Aber ich brauche für sowas „mentalen Anlauf“ – die Mieze im Vorbeigehen am Schwanz packen und sie über den Zaun werfen, das will ich nicht.

Sibylle überlegt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen…

Auch Sibylle kann, trotz Gummihandschuhe, den schon steifen Körper nicht packen

Mir geht es mehr um die Frage „Und dann???“ Wohin mit ihr? Wie?

Wenn meine drängelnde Gattin mir etwas mehr Zeit gegeben hätte, dann wäre mir sicher die Idee mit der Schaufel gekommen.
Hätten wir sie beerdigen sollen oder in die Mülltonne schmeißen?

Sibylle dauerte das zu lang. Die stocksteife Samtpfote muss weg, jetzt!
Für solche Ansagen bin ich nicht zu haben – ich streike.
Sibylle ruft Alex an, der übernimmt – und ich kann mich den angenehmeren Seiten des Lebens widmen!

Heute gibt´s noch einmal ein Bier mit Tom und Bernd im „Skipper´s“

Später am Abend hole ich Sibylle aber noch einmal zum Dinner ab. Heute sind wir mit Smurfy unterwegs, denn ich brauche ihn auch morgen noch einmal, dann wird er wieder in die Garage geräumt.

Heute darf er aber für eine Nacht neben Crawler verweilen – mein Fuhrpark in der Marina Evros geparkt.

Handelt es sich hierbei schon um ein „Offroad Treffen“, ein 4×4 Meeting???

Heute steht mir wieder so ein „Mischmaschtag“ bevor. Offen gesagt, ich kann das eigentlich nicht so gut leiden.
Ich mag lieber Projekte an denen ich tagelang dahinarbeiten kann, Arbeiten die auch mal den Geist fordern, die aber im Wesentlichen handwerkliches Können und Schaffen fordern.

Mein erster Job heute war auch handwerklich angehaucht – das geforderte Handwerk war „Nähen“…
Auf ELOWYN waren zwei Falle gerissen beziehungsweise beschädigt, eines davon wollte ich heute tauschen.

Ich nähe also das alte, beschädigte Fall an das neue, welches in den Mast gezogen werden muss.

Das neue Fall liegt bereit – es ist 64m lang, das offene Ende ist bereits mit dem alten Fall vernäht…
…mit dessen Hilfe wir die neue Leine in den Mast hochziehen und auch wieder nach unten holen

Diese Arbeit war in etwas mehr als einer Stunde erledigt. Ich hatte relativ früh am Morgen begonnen, um die kühle und schattige Zeit auszunutzen.
Bereits am späten Vormittag ist es an Deck unerträglich heiß.

Diese Arbeit war auch Teil der Vorarbeit um das zweite, wichtigere Fall zu ersetzen.
Das heute ersetzte Fall dient später als Arbeitsfall und wird die primäre Leine für den „Mastmann“ sein.

Danach fahre ich mit Hans Peter zum Haus und stelle Smurfy in der Garage ab.
Ich muss allerdings noch einen Handgriff machen, es gilt die Ursache für den stets wiederkehrenden Fehler beim Gasgeben zu finden und dann das benötigte Ersatzteil zu bestellen.
Melanie und Jörg würden es mir aus Deutschland mitbringen.

Ich hatte wohl einen Verdacht, diesen galt es aber zu bestätigen, dafür hatte ich mir in Deutschland ein OBD-2 Testgerät gekauft, mit welchem ich rasch eine „on-board-diagnosis“ durchführen wollte.

Ich verschaffe mir Zugang zur Anschlussdose des Wagens…
…der Tester zeigt mir dann den Fehler, welchen ich löschen kann

Meine Vermutung war richtig, es sieht aus als sei der Gaspedalsensor defekt.
Um fachgerecht reparieren zu können, werde ich heute Abend ein Gaspedal nebst angebautem Sensor ordern.

Weiter geht´s zu Giorgos – HP hat vor seinem Urlaub, ihr erinnert euch sicher, die Fertigung eines Geräteträgers angestoßen und bestellt.
Giorgos möchte nun die Solarmodule haben, um diese dann auch korrekt anpassen zu können.
Diese waren im Haus gelagert und wir transportieren sie nun mit HPs Ford Ranger nach Kamara.

Ernüchternd war zu sehen, dass das Rohmaterial wohl bereit lag, aber entgegen der Zusagen des Schweißergottes, noch kein Handgriff erledigt wurde.
Mir wird an diesem Tag bewusst, dass uns dieses Projekt noch eine Weile beschäftigen wird – Ärger nicht ausgeschlossen…

HP war ob der Sachlage leicht frustriert

Mir ist wohl klar, dass der Mechanikus aus Kamara in dieser Phase der Saison alle Hände voll zu tun hat, aber der Vorschlag HPs Geräteträger im August zu fertigen kam von ihm.

Hans Peter und Petra haben ihre Saison rund um diese Vorgabe aufgebaut und sitzen nun wartend in der Marina – wirklich fair ist das nicht und wir müssen nach einer Lösung suchen.

Naja, wenn ja auch sonst so viele Aufgaben auf den Mann am Schweißgerät warten…

Deutsche TÜV-Prüfer müssen jetzt sehr stark sein – „geht nicht“ gibt´s nicht!

Vor zwei, drei Jahren noch, wäre jetzt der Punkt gewesen, an dem es Zeit für ein nachmittägliches Feierabendbier gewesen wäre.
Ich wäre mit Sibylle an den Panteli Strand gefahren und wir hätten ein Bad im kühlen Meer genossen und uns dann an unserem Kaltgetränk gelabt.

Nix da, diese Zeit ist vorbei! Es ist pervers, der Mensch gewöhnt sich an alles, das Besondere verblasst, es wird zur Nebensache.
Zudem hat sich Leros in den letzten sechs Jahren verändert, der Tourismus im Allgemeinen und der nachbarschaftliche Zulauf der türkischen Besucher, haben starke Zuwachsraten generiert.
Die Preise sind gestiegen während im Gegenzug der grichische Entspanntheitsgrad etwas reduziert wirkt.

So ergibt es sich, dass Sibylle sich dem Haus in Xirokampos widmet, während ich auf LUMARA bei einer Diagnostik helfe.

Der Gaszug sorgt für kleinen Kummer, die Lösung ist rasch gefunden

Ellen und Dominik kümmern sich mit großer Hingabe und einer klaren Linie um LUMARA.
Meine Ex-NESSAJA sorgt für kleine Überraschungen, manchmal sind es auch die neuen Eigner, welche meine Vorstellung von prophylaktischer Erneuerung auf ein neues Level heben wollen.
Das alles ist klar nachvollziehbar und dem Fakt geschuldet, dass die Beiden einfach abweichende Vorstellungen und einen erweiterten Einsatzplan haben.

Dennoch muss ich jedes mal zusehen, wann und wie ich die Kurzbesuche an Bord von LUMARA intelligent unterbringe.
Heute hat es gut gepasst, wir legen uns gemeinsam auf einen Fehler fest und Dominik kann somit die Ersatzteile bestellen.

Ich bin froh, dass nun endlich Feierabend ist. Ich springe in der Marina noch einmal kurz ins Meer, mache mich anschließend frisch und hole Sibylle ab.
Heute sind wir mit Tom und Bernd bei „Dimitris o´ Karaflas“ verabredet – endlich mal wieder bei meinem Freund, dem Glatzkopf, wir waren lange nicht mehr dort.

Wir bekommen einen tollen Tisch
Das Essen ist lecker wie eh und jeh

Es war ein schöner Abend und wir saßen lang. Zum Abschluss noch ein Eis bei „Repapis“, dann ruft das Sandmännchen zur Rückkehr, denn es muss bis hierhin ohnehin schon Überstunden machen.

Ich fahre Sibylle zurück nach Xirokampos und genieße meine Rückfahrt durch die dunkle, laue Nacht.

Zurück am B-Ponton, an dessen äußerem Ende ELOWYN festgemacht ist, erlebe ich mein „blaues Wunder“ – im Wortsinn.

Ich weiß nicht, wer sich hat einfallen lassen, dass diese blaue Illumination des Meeres ein sinnvolles Gadget sein könnte.
Ich bestreite nicht, dass die Lichtspiele manchmal reizvoll aussehen und gönne jedem die vermeintliche Begeisterung.
Aber „sehen und gesehen werden“ könnte ja zumindest in einer Marina weit nach Mitternacht etwas abflauen – da muss man schon ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis haben, dass sich die Augen der Nachbarn auf einen richten.

Na sei es drum, des Menschen Wille ist sein Himmelreich…

Für mich ist es „Lichtsmog“, ich bevorzuge die beleuchtete Shilouette des Ortes, gepaart mit den Sternen am Himmel

Der Folgetag gehört vollumfänglich Hans Peter – den geplanten Anbau des Geräteträgers, kombiniert mit einem riesigen Solarfeld hatte ich schon erwähnt.

Klar, dass man das nicht „einfach so“ macht, sondern dass dies nur ein Teil eines Gesamtprojektes ist.

Und heute geht es an Bord von LIBERTÉ ans Eingemachte, wir fangen an Platz zu schaffen für 900Ah Lithium Akkus nebst einer neuen Lade-Infrastruktur.
Was hier in einem Satz geschrieben ist, wird uns die nächsten Wochen beschäftigen.

Das schreit nach einer Stärkung – und ich habe heute mal richtig Lust auf ein Frühstück! Das ist sehr selten und so gebe ich dem Verlangen nach – ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften.

Eier mit Bacon im „La Palma Café“

Im Fenster des Cafés ist ein Verkaufsangebot für ein Schiff ausgehängt, ich trete etwas näher heran und fotografiere den Zettel.

Ich kenne ENDLESS DAZE, sie war früher in unserer Marina stationiert. Der Angebotspreis von 59.000.-€ ist für eine Beneteau Oceanis 393 ein faires, wenn nicht günstiges Angebot.

Ich habe ohnehin den Eindruck, dass der Markt nachgibt. Schiffe welche ich seit Längerem beobachte, werden billiger oder zu Ladenhütern.
Man kann ohne Einschränkungen sagen, dass die Hochphase, welche wohl durch post-covid Erfahrungen getrieben war, nun endgültig zu Ende ist.
Ich will ein wenig spoilern, das wird sich bestimmt auch in unserem Leben bemerkbar machen…

Kein schlechtes Angebot

Naja, das sind Gedanken die heute keinen Raum haben – jetzt gilt es sich auf Hans Peters neue Anlage zu konzentrieren.

Ich fahre zurück in die Marina und entere LIBERTÉ, wo HP schon auf mich wartet.
Heute geht es los, wir gehen ans Eingemachte und operieren die Bavaria 41H am offenen Herzen.

Die alten Batterien kommen raus, wir müssen eine temporäre Notstromversorgung bauen um die Systeme am laufen zu halten

Die Stromversorgung des Schiffes stellen wir mit Hilfe der Starterbatterie sicher.
Dafür müssen „nur“ ein paar Kabel umgelegt und umgeklemmt werden, so dass die vitalen Systeme über die Umbauphase funktionieren.

Natürlich funktioniert auch hier nicht alles reibungslos, das war zu erwarten.
Manche Schaltungen sind, gelinde gesagt, fragwürdig und wir überlegen uns, was sich der Erbauer wohl dabei gedacht hat.

An anderer Stelle finden wir Vorschäden, welche ungeplante Arbeiten nach sich ziehen. So ist zum Beispiel der Boden des Batteriefaches morsch und es muss eine Lage Laminat aufgebracht werden und im Anschluss muss die Batteriebilge einen neuen Anstrich erhalten.

Dies gelingt innerhalb der nächsten zwei Arbeitstage und wir erkennen erste Erfolge – langsam nährt sich das Eichhörnchen.

Nach zwei Tagen sind erste Erfolge sichtbar – die alten Batterien sind von Bord, die neuen an Ort und Stelle, die Bilge ist repariert

Sibylle und ich wollen heute mal nicht „typisch griechisch“ essen – die Mezedes – Kultur hat als Hauptbestandteil die Vorgehensweise, viele kleine Gerichte zu bestellen, diese in die Mitte des Tisches zu stellen und alle Personen am Tisch greifen zu und teilen das Essen.

Aus meiner Sicht ist dies eine sehr schöne Art mit Freunden an einem Tisch zu sitzen und zu essen, wenn ich auch merke, dass sich viele Nordeuropäer damit plagen.

Heute dinnieren Sibylle und ich alleine, wir entscheiden daher nach Panteli ins „Tzouma“ zu fahren, kurz ins Meer zu springen und dann dort auch gleich zu Abend zu essen.

Ich bin überrascht – in dieser Preisklasse der beste Burger den ich bisher auf Leros hatte

Es war ein schöner Abend, wir saßen gemütlich am Meer, alles war zwanglos und entspannt.

Es war nicht allzu spät, als ich Sibylle nach Hause bringe, ich nutze die gewonnene Zeit dann immer an Bord von ELOWYN um Recherche zu betreiben und Bestellungen abzusetzen.

Apropos Bestellungen, es war ein langwieriger Prozess, bis wir die richtigen Batterien für ELOWYN gefunden hatten.
Die Vorgaben waren klar – LiFePo4, 24V, mindestens 300Ah, Lieferung nach Griechenland möglich.
Die Herausforderung waren die Maße, die beiden Akkugiganten sollten zusammen in EIN Batteriekompartement der Algro 68 passen, das andere sollte danach frei bleiben.

Am Ende reduzierten sich die Angebote der im Markt üblichen Verdächtigen nach und nach, so dass zum Schluss nur ein Anbieter übrig blieb – Humsienk.
Eine Firma, die kaum jemand kennen dürfte, die jedoch in der Retroperspektive einen Top-Service und eine echt ansprechende Batterie lieferte.

Zurück zum gegenwärtigen Geschehen, Sibylle und ich sitzen am Folgetag im Cockpit von ELOWYN, trinken einen Kaffee und planen den Tag als ein kleiner Hubschrauber über der Marina kreiste…

Mit Kreisen war es nicht getan…

Schnell haben wir bemerkt, dass der kleine Heli nicht nur kreiste um den Ausblick zu genießen.
Die Maschine reduzierte ihre Flughöhe und setzte, deutlich erkennbar, zur Landung in der Marina an.

Ok, das haben wir jetzt auch nicht alle Tage. Ihr könnt euch vorstellen, dass alles was Beine hat zusammenlief, um das Spektakel zu beobachten…

Der Heli setzt unter den Blicken der Neugierigen auf…
…zwei Mädchen und eine Frau steigen ein, dann geht es schon wieder weiter

Na und wer lässt hier seine Familie ausfliegen? Genau, der Mann, der des nächtens das Meer blau illuminiert – „wer ko´ der ko´“ wie wir in Bayern sagen.

Naja, auf jeden Fall reisen die Damen der Familie standesgemäß und alle anderen Yachties, egal wie groß und teuer ihre Schiffe sind, haben heute gesehen, dass es immer noch Luft nach oben gibt.

Der Heli fliegt wieder davon – zurück bleben die verduzten Armen

Als Sibylle und ich zurück auf ELOWYN gehen, kommen wir an LIPSOS vorbei, ein Boot welches ich schon lange beobachte – sie steht sich tot, solche Boote sind die wirklich interessanten in der Angebotspalette, aus Käufersicht…

Ich kenne das Preisgefüge von LIPSOS, sie ist nicht sehr kostspielig

Sibylle und ich wollen heute noch etwas tun. Wir waschen das Deck von ELOWYN und ich beschließe, mich der Problematik der kleinen Distanzringe an den Lukenverschlüssen zu widmen.

Diese sind übrigens ein Paradebeispiel für mein tägliches Tun – klar, ein Extremfall, welcher aber deutlich zeigt, wie komplex so eine Reparatur sein kann.

ELOWYN ist mit Lewmar Luken ausgestattet, das ist Standardware. Die Edelstahlgriffe sind schon nicht mehr Standard und sehr schwer im Internet zu finden.
Volker hat mir die Angabe gemacht, dass „…am Lukengriff so ein Ringerl gebrochen sei…“, dieses habe ich rasch gefunden, einen Reparatursatz für den Edelstahlgriff kann ich aber auch nach langer Recherche nicht finden.
Die Frage, ob die Ringe die gleichen wie die am Plastikgriff sind, bleibt zunächst offen…

Die Luke ist Standard, die Griffe nicht
Die Ringe altern, sie können brechen

Ich habe einen Lieferanten für Lewmar Teile und kontaktiere diesen. Er kann mir die Ersatzteilnummer nennen, auch Preis und Lieferzeit.

Auf Basis dessen recherchieren wir beide die Verfügbarkeit. Ein Händler in Schweden hat sie auf Lager, liefert aber nicht nach Deutschland oder Griechenland.
Bei den griechischen Händlern bekomme ich sie nicht, der Importeur in Athen müsste beim Hersteller ordern.

Ebenso mein Händler in Deutschland, dem ich dennoch den Auftrag gebe – Verpackungseinheit 50Stück, Lieferzeit 3-4, nicht Wochen, MONATE!

Meine Aufgabe jetzt – ein temporäres Ersatzteil für die Luke finden oder fertigen lassen.
Das alles für einen Artikel, welcher im Verkauf rund 60ct kostet und einen Materialwert von vielleicht 1ct hat.

Na egal, ich freue mich heute auf den Abschluss des Tages, wir gehen mal wieder ins „Tis Kakomoiras“…

Wir bekommen meinen „Stammtisch“, sitzen perfekt und genießen die Aussicht

Hier sind wir mit Esther und Giannis verabredet. Das schweizerisch-griechische Paar lebt im Sommer auf Leros und hat mit der Bootsszene nichts zu tun.

Das ist dazwischen sehr angenehm, denn wir haben vollkommen andere Themen als sonst und quatschen an diesem Abend über Gott und die Welt.

Ein wirklich schöner Ausklang für einen verrückten Tag, welcher am Ende nicht wirklich produktiv war.

Am nächsten Tag nimmt mich Sibylle in die Pflicht. Sie hat unseren Freunden Brigitte und Hans versprochen, dass wir während der Abwesenheit der Beiden ihre Pflanzen im und am Haus wässern würden.
Heute war es soweit, der erste Einsatz wurde heute fällig.

So fahren wir zusammen nach Crithoni und beginnen die von der Hitze gebeutelten Pflänzchen zu gießen.
Sibylle im oberen Garten und im Haus, ich im unteren Garten…

Wir nutzen das Wasser der Klimaanlagen und das Hauswasser – hm, wie war das doch gleich???
Die kleinen, jungen Pflänzchen vertragen viel Wasser an diesen heißen Tagen
Es sind einige davon – ich fülle die Wasserlöcher reichlich an
Sibylle gießt derweil mit dem Klimaanlagenwasser die Pflänzchen im Haus

Ihr fragt euch vielleicht schon geraume Zeit, mit was sich Sibylle die Zeit vertreibt, wenn ich an den Schiffen werkle.

Nun, sie trifft sich natürlich mit unseren Freunden, geht mal wandern oder spazieren – oft nimmt sie auch Merlin mit oder geht, da Petra ja jetzt ebenfalls hier ist, mit ihr und dem Crewterrier der LIBERTÉ eine Gassirunde.

Ab und an bietet sich die Gelegenheit bei einem Kulturevent teilzunehmen, wie zum Beispiel bei einer geführten „Kräutertour“ von „Caserma of Herbs„.

Sie kommt dann voller Eindrücke zurück und hat mir daher ein paar Bilder zur Verfügung gestellt, um sie mit euch zu teilen…

Die Tour wird in Englisch geführt
Man lernt viel über Leros im Allgemeinen
Die Geschichte von Leros war immer bewegt
Die Figuren dienen als Vogelscheuchen und schaffen eine spezielle Atmosphäre
Man sagt, dass Peter Schenk das beste Buch über Leros geschrieben hätte
Immer wieder bleibt das Auge an den Figuren hängen
Aschheim ist die Partnerstadt von Leros – Trivia: Ich habe von 1974 bis 1982 in Aschheim gewohnt – Zufälle gibt´s
Hm, wie muss man den jetzt deuten? Interpretieren wir lieber nicht zuviel hinein
Alles ist einfach aber liebevoll gestaltet
Oftmals gibt die Vegetation den Blick zum Meer frei
Sibylle lernt viel über Leros und genießt solche Ausflüge und Unternehmungen

Zugegeben, bei 35°C über die trockenen Felder und Wiesen von Leros zu laufen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Da die Zeit drückt, beschäftige ich mich gar nicht weiter mit Alternativen zu meiner „To-Do“ Liste, sondern ich bemühe mich redlich, diese Tag für Tag abzuarbeiten.

Hans Peter und ich fahren daher zusammen ins Haus, holen weitere Materialien und Zubehör aus seinem Einkauf und nehmen bei dieser Gelegenheit mein Werkzeug mit – dann geht es los…

Alles was wir zum Crimpen brauchen
Dann geht es mit den dicken Kabeln los…
Messen, zuschneiden, abisolieren, crimpen und Schrumpfschläuche anbringen – wir arbeiten Hand in Hand
Auf der 230V Seite gibt es auch einiges anzupassen und zu optimieren

Wir kommen gut voran und können so innerhalb von zwei Arbeitstagen die komplette 230V Seite optimieren, die Kabel anpassen und neu verlegen, einen neuen FI einbauen und alle Verbraucher richtig anschließen.
Die alten Lüsterklemmen und Billig-Verteilerdosen fliegen raus und werden durch Wago-Klemmen und Peba-Verteilerdosen ersetzt.

Zudem schaffen wir es, die Batterien parallel zusammen zu hängen und somit das Ausbalancieren der einzelnen Akkus zu starten.

Wir crimpen zudem lange Anschlusskabel um den neuen „Victron Multiplus II“ an die Notbatterie anzuschließen, denn auch diese will zwischenzeitlich geladen werden.

Heute haben sich Sibylle und ich ein feudales Dinner zu zweit verdient – wir haben uns einen Tisch im „Navarone“ zur Sushi-Night reserviert.
Weil wir etwas zu früh dran waren, eröffnen wir den Abend mit einem Aperitif im „Mocal“.

Der Campari-Soda hatte Wumms
Daher bestellen wir zum Sushi eine Guaven Limonade, passt sehr gut und schmeckt überraschend gut
Schon der Gruß aus der Küche war sehr lecker
Beide bestellten Salate ware richtig gut und sehr schön angerichtet – klare Empfehlung
Wir genossen die Sonnenuntergangsstimmung – dann wurden unsere bestellten Sushi serviert
Es wurden vier verschiedene Platten angeboten, wir haben jede einmal bestellt
Jaaaaa, irgendwo auf der Welt gibt es sicher bessere Sushilokale – aber für Leros ist die „Sushi-Night“ ein Highlight

Der Abend war schön er schreit nach einer Wiederholung, welche es wohl dann zusammen mit unseren Freunde aus Österreich geben wird.

Wir brechen spätabends auf, ich bringe Sibylle noch nach Xirokampos, dann fahre ich zufrieden zurück auf ELOWYN.

Dort gehe ich übrigens nicht sofort ins Bett – ich folge meinem täglichen Ritual, welches mich die nötige Bettschwere erreichen lässt.
Dazu gehört eine kalte Dusche an Deck des Schiffes und dann ein letztes Bier.
Habt im Sinn, dass es zu dieser Zeit abends um 23.00 Uhr gerne noch knapp 30°C hat – beim Duschen kühle ich mich runter, so kann ich perfekt einschlafen.

Dieses „Sommerritual“ am Abend hat nahzu den gleichen Wichtigkeitsstatus erreicht wie meine ganzjährige Tasse Kaffee am Morgen.
Bevorzugt zwei Tassen, aber ohne die „Initialtasse“ geht überhaupt nix…

Im Sommer gibt es den Starterkaffee im Cockpit – wenn die Luft noch frisch ist

Naja, und nach dem Kaffee, meist so gegen 10.00 Uhr, treffen sich Hans Peter und ich, um uns dem täglichen Wahnsinn hinzugeben.

Heute steht mal wieder ELOWYN am Programm, wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den wichtigen Punkt „Duschgelkörbchen an der Außendusche / Badeplattform anbringen“ zu finalisieren und abzuhaken.

Ich hatte das Körbchen schon entsprechend angepasst, unsere Aufgabe heute daher „nur“ zwei Löcher bohren.
Dumm nur, wenn dafür aus Platzgründen der WILLI raus muss…

Erst nachdem wir den WILLI aus der Garage geräumt hatten…
…war genug Platz um das Körbchen für Duschutensilien anzubringen
Das Ergebnis ist wie erhofft – kleiner Job, trotzdem insgesamt zwei Stunden investiert

Als dieser Job erledigt war, haben sich HP und ich eigenen Aufgaben gewidmet.

Er kümmert sich stetig um Vorbereitungsarbeiten rund um seine Elektroinstallation, so dass wir die gemeinsame Zeit auf LIBERTÉ möglichst optimiert nutzen können.
Ich hatte heute eine Verabredung mit einem Verkäufer eines kleinen Kompressors, auf dessen Verkaufsannonce ich mich als Interessent gemeldet hatte.

Dafür musste ich zuerst wieder die GS gegen den Fiat tauschen, denn ich vermutete, dass der kleine Luftpresser schon Platz in Smurfys Kofferraum finden würde.

Hat alles perfekt geklappt – ich bringe ihn gleich hoch ins Haus

In meiner Garage eine Panne! Ich wollte Platz für den Kompressor schaffen und hatte mir dafür überlegt, den Yamaha Außenborder in die hintere Ecke zu räumen.

Nachdem ich Hans Peters alte Segel ins Haus gebracht hatte und die Ecke frei war, konnte ich den 15PS Zweitakter, welchen ich mir „für später“ aufhebe, gut platzieren – allerdings wäre es ein Wunder gewesen, wenn hier alles reibungslos geklappt hätte…

Undicht! Ich ziehe eine Spur Getriebeöl durch die Garage
Offensichtlich ist ein Wellendichtring defekt – da muss Giorgos nochmal ran

Na egal, das ist jetzt nicht wichtig – ich habe die Sauerrei aufgewischt und den Kompressor an einen idealen Ort stellen können.
Somit habe ich jetzt stets Pressluft im Haus, das klingt banaler als es ist, Druckluft kann man bei technischen Arbeiten immer mal wieder gebrauchen.

Da ich Smurfy ja schon im Einsatz hatte, durfte er gleich noch bis morgen bleiben.
Die Lithiumbatterien für ELOWYN waren nämlich inzwischen angekommen und gestern wurde mir EINE davon per Spedition in die Marina gebracht.
Das Pakettracking zeigt mir an, dass die Zweite heute ankommen würde.
Da ich die Spedition ohnehin noch bezahlen muss, fahre ich in den Hafen von Lakki und hoffe, meine zweite Batterie gleich mitnehmen zu können.

Und siehe da…

Wenn das mal nicht…
Alles klappt wie am Schnürchen

Ich kann den zweiten Akku abfangen, bevor er in den LKW gepackt wird. Beim Chef bezahle ich die Transportkosten und bin somit entlastet.

Ich bin froh, dass die neuen Akkus endlich da sind, das Energiemanagement auf ELOWYN wird immer schwieriger, meine Notbatterie droht täglich in sich zusammenzubrechen.

Da man die Batterien aber nicht einfach austauschen kann – auch bei ELOWYN nicht – werden noch ein paar Tage ins Land gehen, bis der Umbau tatsächlich vollzogen ist.
Hoffen wir, dass die Notlösung noch so lange mitspielt!
Kleiner Spoiler – tut sie nicht!

Für heute werde ich nicht noch mehr tun. Unsere Freunde Melanie und Jörg nebst Filius Lukas und Bordhund Mira, sind heute Nacht mit dem Auto angekommen um ihren Jahresurlaub auf INSPIRATION zu verbringen.

Wir haben einander viel zu erzählen, helfen beim ein oder anderen Handgriff und verabreden uns zum Dinner im „To Steki“ in Alinda.

Wirt Dimitris ist ein „Petrolhead“ wie ich und liebt seine Enduro…

Dimitris XT nach der Restauration

Das Motorrad ist aus den 80ern, trifft also genau meine Zeit. Er hat es in den vergangenen Monaten aufwändig herrichten lassen.
Das Ergebnis zeigt mir, was auf Leros alles möglich ist, wenn man die richtigen Leute kennt.

Ich denke an meine Pläne mit Crawler und Smurfy und erzähle auch Dimitris davon. Ich hoffe auf seine Unterstützung wenn es irgendwann los geht.

Wir essen einmal wieder sehr lecker und beenden den Abend spät – die Freunde halten trotz der langen Anreise erstaunlich gut durch.
Da wir alle zusammen mit Jörgs VW-Bus gekommen waren, bietet er noch an, Sibylle nach Xirokampos zu fahren.
Das wäre nicht nötig gewesen, aber Sibylle nimmt dankend an.

Und genau das waren die entscheidenden Meter zuviel – denn am nächsten Morgen…

Ein Platten! Hans Peter meint, dass wir von Glück reden können, dass dieser nur unten auftritt, es könne schlimmer sein

Was für ein Scheiß – uns ist klar, dass man einen Reifen dieser Kategorie auf Leros nicht „im Vorbeigehen“ kaufen kann.
Bestellen wäre sicher möglich, aber der Wagen wird gebraucht.

Reparieren kann man so etwas auch – technisch gesehen – aber es ist nicht statthaft und würde somit in Deutschland rigoros abgelehnt werden.
Wir ahnen, dass es in Griechenland eine gewisse Chance auf eine Reparatur gibt, dann würde die Heimfahrt der Familie aber unter unter strengen Regeln und mit einem gewissen Restrisiko stattfinden.

Wir müssen die Sachlage behirnen – und das machen Bayern gerne bei einem traditionellen Frühstück…

Weißwurschtfrühstück an Bord der INSPIRATION

Wir finden die Lösung mit Hilfe von Vivi Mavroudis. Sie schickt einen Mitarbeiter mit einem Kompressor (ahaahhh!) und wir füllen den Reifen richtig prall an.

Das Kalkül – mit dieser Luftmenge sollte es möglich sein, bis zur Tankstelle der Familie Mavroudis zu fahren.
Der Plan geht auf, Jörg kommt sicher an und die Reparatur startet umgehend.

Bereits 20 Minuten später können wir zurück in die Marina fahren, der Schaden ist zunächst behoben, die finale Lösung wird in Deutschland stattfinden.

Hier trennen sich unsere Wege zunächst, heute Abend treffen wir uns aber noch einmal zu einem gemeinsamen, lang geplanten Dinner.

Fotosession! Sibylle und ich machen eine Momentaufnahme um Enkelchen Timo zum Geburtstag zu gratulieren.
Die Eltern müssen die Grüße an den Knirps ausrichten, das klappt am besten mit einem Foto.

Happy Birthday Timo

Ein komischer Tag – irgendwie war er schon vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat.

Sibylle bestimmt, dass wir noch einmal das Deck von ELOWYN abwaschen, dann läuten wir den verfrühten Feierabend ein, um uns für das geplante Dinner im „Pirofani“ frisch zu machen.

Melanie und Jörg waren während unseres Deutschlandaufenthaltes herzliche und großzügige Gastgeber.
Wir waren Geburtstagsgäste, haben uns darüber hinaus mehrfach getroffen und durften zu einem letzten Weißwurschtfrühstück ihre Gastfreundschaft genießen.
Zudem hatten wir ja noch die gemeinsame „Montagesession“ meines Solarmoduls auf Crawler´s Dach.

Es war mir ein sehr großes Anliegen, zumindest einen Teil davon zurückgeben zu können – die Einladung ins „Pirofani“ wurde daher schon in Deutschland fixiert. Heute war es soweit!

Ein einladendes und ansprechendes Lokal
Die Speisen waren lecker wie immer – jeder kam auf seine Kosten
Fisch, Fleisch, Salat – für jeden Geschmack etwas dabei

Ich bleibe dabei – von den Tavernen jenseits des „Mylos“, bleibt das „Pirofani“ meine erste Wahl.

Die weiteren Plätze meiner Top-Five belegen das „Serza“ in Merikia, Dimitris´ „To Steki“ in Alinda, Xristos´ Meze Lokal „Tis Kakomoiras“ in Vromolithos und in direkter Nachbarschaft „Dimitris o´ Karaflas“.

Das ist KEIN Ranking! Es kommt immer darauf an, auf was man gerade Appetit hat und mit wem man wie sitzen und dinnieren möchte.
Auch die Bereitschaft Geld auszugeben spielt dabei eine große Rolle.

Ja, ich weiß, die Liste scheint unvollständig, denn was ist zum Beispiel mit der „Ouzerie o´ Sotos“ in Drimonas oder dem „Navarone“ in Agia Marina?
Top-Adressen, ein wunderschönes Ambiente, gutes Essen, perfekter Service – aber wir nutzen zum Beispiel das „Navarone“ eher um den Motto-Nights zu folgen, weil WIR finden, dass es über die gesamte Bandbreite bessere Alternativen gibt.

Das „SouVLakki“? Ja, perfekt! Das von uns am häufigsten besuchte Lokal und die erste Adresse für Giros & Co.
Aber eben keine klassische Taverne.
Die kleine Taverne von Marietta? Natürlich! Eine tolle Adresse für jede Gelegenheit!

Last not least – dies spiegelt ja nur unsere Meinung wieder. Je nach Jahreszeit und Stimmung ändert sich auch unser Blickwinkel immer mal wieder.

Der neue Morgen startet entspannt…

Ich begrüße den Tag – oder ist es eher umgekehrt?

Ich kann bis etwa 09.00 Uhr rumwurschteln, dann bin ich mit dem A-Team in Xirokampos verabredet.

Alex befürchtet ein Motorproblem auf ANAHITA, denn er hat festgestellt, dass der Motor nicht in der Lage ist, mit seiner Abwärme das Brauchwasser im Boiler zu erhitzen.
In der Folge befürchtet er nun ein Kühlproblem, denn es hat auch etwas Kühlmittel gefehlt – dieser Thematik wollen wir auf den Grund gehen.

Der Freund holt mich mit dem Tender pünktlich am Steg ab und wir fahren auf die vor Anker liegende Delta 46.
Für die nächsten paar Stunden knien wir vor dem Motor und strecken unsere Oberkörper in den Motorraum.

Ein alter Ford-Lehman, aber scheinbar noch gut in Schuss
Zum Entlüften der Anlage halte ich den Stutzen mit dem Finger zu – ziemlich lange

Man sieht schon – voller körperlicher Einsatz! Was am Finger in wenigen Minuten verschwunden sein wird, holt mich morgen ein.

Ich habe von morgen an ziemliche Probleme in meiner rechten Flanke entlang des Rippenbogens.
Entweder war des stundenlange Liegen auf der Motorraumkante mit dem Druck meines Körpergewichtes einfach zuviel für meine Muskeln, oder ich habe in dieser Phase einfach etwas übertrieben mit Ouzo, Eiscreme und scharfen, fetthaltigem Essen.

In jedem Fall plagt mich von nun an ein latentes Ziehen unter meinen rechten Rippen – mal mehr, mal weniger, aber immer nervig bis schmerzhaft.
Ich probiere täglich neue Lösungsansätze und stelle mich nachts mit Ibuprofen ruhig.
Kein idealer Zustand – zumal die Option „körperlich schonen“ im Moment keine Alternative ist.

Doch heute ging es mir ja noch gut…

Am Heimweg belohne ich mich mit einem Eis

Der Abend klingt beim gemeinsamen Essen mit dem A-Team und der Crew der INSPIRATION aus.
Wir haben uns heute für das „Aloni“ in Xirokampos entschieden und lassen den Tisch reichlich anfüllen – wir essen griechisch, alles kommt in die Mitte, wir teilen untereinander.

Ja, solche Tafeln sind „gefährlich“ für mich – ich esse das Quäntchen zuviel, genehmige mir einen Ouzo mehr als vernünftig und immer stehen scharfe oder fetthaltige Leckereien auf dem Tisch, bei denen ich einfach nicht Nein sagen kann.

Auch dieses Abendessen könnte der Tropfen gewesen sein, welcher das Fass zum Überlaufen brachte, respektive meiner Leber oder meiner Gallenblase das Leben schwer macht.

Vielleicht war es auch eine Mischung aus beidem – ich gelobe jedenfalls Besserung! Morgen…

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind – der Atem des Aeolus steht bei uns derzeit unter emsiger Beobachtung…

Am Dienstag scheint wenig Wind zu sein

Der Wind ist in der Ägäis immer das Zünglein an der Waage – im Sommer wie im Winter macht er Temperaturen erträglich oder lässt sie unangenehm erscheinen.

Zuviel Wind ist nicht gut! Die Segler suchen Schutz, die Marina ist voll. Das ewige Gesäusel dröhnt irgendwann in den Ohren, nix bleibt dort liegen wo es soll.
Zuwenig Wind lässt die Temperaturen nach oben schnellen und sehr bald am Tag wird die Hitze unerträglich.
Ein bisschen Wind wäre schön, eine leichte, stetige Brise – leider gibt es diese nur sehr selten.

Wir warten derzeit auf eine Windpause, auf einen Tag mit nahezu Flaute. Warum das? Weil wir bei ELOWYN das noch auszutauschende Fall in den Mast ziehen wollen und dann die Genua setzen wollen.
Alles ist vorbereitet, der perfekte Tag scheint am kommenden Dienstag zu sein.
Die Helfer werden in Bereitschaft gesetzt…

Bis zum Dienstag können wir weiter an den parallel laufenden Lithium-Projekten auf ELOWYN und LIBERTÉ arbeiten.

Auf ELOWYN muss jetzt endlich der alte Batterie-Schrott raus…

Batterie Kompartement 1 ist leer, hier können jetzt die Kabel entfernt werden, das Solarfeld wird vorübergehend abgeklemmt
Das alles kann weg, die Kabel werden nicht mehr benötigt, aber an anderer Stelle wiederverwendet
Etwas schlechter zugänglich ist das Batterie Kompartement 2 – hier muss ich die komplette Treppe abbauen
Aber dann habe ich den vollen Zugriff und kann auch meine Notversorgung vom Bordnetz trennen

Möglich macht diese Aktion eine Einstellung an den 13 Jahre alten Victron „Skylla-i“ Ladegeräten.
Ich war schon überrascht, dass diese Geräte tatsächlich die neuen Lithium Batterien laden können, noch mehr freut es mich aber, dass sie eine permanente Stromzufuhr zur Verfügung stellen können.
Das Ladegerät stellt dann 24V Dauerstrom zur Verfügung und macht den Umweg über eine Batterie obsolet.

Das gibt mir nun die Möglichkeit die alten Batterien und deren Verkabelung restlos zu entfernen um den Platz für die neuen Akkus zu schaffen.

Da außer mir niemand an Bord ist, lasse ich das Ladegerät offen – ich muss es später noch an die neuen Batterien anpassen.

Alt aber oho – das „Skylla-i“ kann was

Ich bin für heute zufrieden und strecke meinen Kopf aus dem Niedergang – exakt in dem Moment als die INSPIRATION ausläuft.

Wir winken uns zu und wissen, dass wir uns heute Abend noch einmal im „Aloni“ treffen werden.
Dann werden sich unsere Wege für die Dauer des Urlaubs der Freunde trennen.

Für die INSPIRATION heißt es zunächst also „Kurs Südbucht Xirokampos“!

Der Marinero begleitet die Freunde bis zur Einfahrt
Viel Spaß und bis heute Abend

Für mich passt es bis hierhin. Ich gehe mit Sibylle auf einen Kaffee ins „Skipper´s“, dann fährt meine Frau zurück nach Xirokampos um so langsam ihre Reise nach Deutschland vorzubereiten.

Ich dagegen verhole mich auf Hans Peters LIBERTÉ um dort etwas Staub aufzuwirbeln – weiter geht´s mit dem LiFePo4 Projekt!

Heute beschäftigen wir uns noch einmal, dafür aber abschließend, mit der 230V Seite.
Für die perfekte Funktion, so war mir beim Grübeln eingefallen, könnte man die Kabel etwas anders klemmen.
Nachdem ich meine Idee mit HP besprochen hatte, diese für gut befunden war, machten wir uns umgehend ans Werk…

Die 230V Schaltung stellen wir heute komplett fertig

Immer nachdem wir das definierte Tagesziel auf LIBERTÈ erreicht haben, setzen sich HP, Petra und ich im Cockpit noch auf ein Glas Wasser zusammen.

Wir besprechen den Status Quo und legen das Ziel der nächsten Arbeitseinheit fest.
Gleichzeitig terminieren wir den nächsten Einsatz, so ist sicher gestellt, dass niemand überrumpelt wird.

Heute sind wir durchaus zufrieden. Die 230V Seite ist fertig und funktioniert – auf LIBERTÉ gibt es wieder Wechselstrom über den Landstromanschluss.
Der Multiplus ist voll einsatzklar, aber gleichstromseitig noch auf die Notbatterie geklemmt.
Die Batterien stehen an Ort und Stelle und sind miteinander verbunden.
Der nächste Schritt ist das Umklemmen – und just bei diesem Gedanken fällt mir eine kleine Hürde, naja, man könnte auch sagen ein Problem auf…

Die Einstellung des Batterietyps geht nur auf zwei Wege

Hans Peters Gerät ist ein „Multiplus II“ aktueller Bauart. Bei diesem Gerät kann der Batterietyp und die dafür voreingestellte Ladekurve nicht mehr mittels Dreh- oder DIP-Schalter eingestellt werden.

Da das Gerät selber nicht Bluetooth fähig ist, muss entweder über einen Victron „Cerbo“, welcher als zentrales Gehirn dient, oder über ein PC Programm eine Verbindung hergestellt werden.

Der Haken an der Sache – ein „Cerbo“ nebst Bildschirm kostet schnell mal 400.-€ und ist auf der Insel nicht verfügbar.
HP und Petra haben anderseits keinen Windows Computer auf dem sie die Software „Victron Configure“ laden könnten, zudem fehlt uns das Anschlusskabel, auch dies ist nicht auf der Insel erhältlich, kostet aber nur 60.-€.

Was tun sprach Zeus? Wir verordnen uns eine Nacht darüber zu schlafen und würden morgen entscheiden.

Ich gehe zurück auf ELOWYN und investiere noch eine halbe Stunde – zumindest der fehlende Windows Rechner und „VE-Configure“ sollen kein Hindernis für uns sein…

VE Configure ist schonmal geladen
Hier kann man den Battrietyp setzen

Jetzt muss ich aber los – ich möchte heute früher im „Aloni“ sein, denn ich war noch nicht Baden und habe mir vorgenommen, dies am Strand in Xirokampos nachzuholen.

Dann würde ich mit Sibylle ein Bier trinken und auf die Ankunft der anderen warten.
Die Crews der ANAHITA und die der INSPIRATION werden ja heute mit den Dinghys shutteln, denn beide Schiffe liegen hier an einer Boje.

Ich finde einen schönen Platz und gehe erst einmal Baden
Das Foto vom Bier schicke ich an Sibylle – ein klares Startsignal, sie hat nur ein paar Schritte zur Taverne

Gemeinsam erleben wir einen schönen Abend – dann aber heißt es Abschied nehmen.

Die INSPIRATION legt morgen zu einem vierwöchigen Törn in die Zentralägäis ab, die ANAHITA wird übermorgen in die Marina zurückkehren um einen sicheren Platz zu haben, denn es soll weiter an den anlägigen Projekten gearbeitet werden – zudem steht auch bei Antonia ein mehrwöchiger Deutschlandaufenthalt an.

Am nächsten Tag wechselt der Schauplatz des Geschehens, Inhalte und Protagonisten bleiben weitgehend die Gleichen.
Nachdem ich Sibylle meine Wäsche gebracht habe, denn sie wird „…das letzte Mal waschen…“, packe ich zusammen mit Hans Peter die neuen Lithium Akkus von ELOWYN an Ort und Stelle.

Was hier so schnell getippt ist, war durchaus aufwändig. Abermals muss ich die Treppe komplett abbauen um dann die gigantischen Akkus an ihren Platz zu heben.
Irgendwie bekommen wir es hin, zusätzlich kann ich einen neuen Haltegurt einbauen – geschafft!

Die Batterien stehen sicher

Hans Peter verabschiedet sich nach dieser Aktion, er hat auf seinem Schiff genug zu tun.
Ich will an diesem Tag noch etwas weiter kommen und crimpe mir die Verbindungskabel zwischen den beiden Batterien und die neuen Kabelschuhe für die Anschlusskabel der Versorgungsleitungen.

Danach kann ich die Treppe wieder komplettieren und „klar Schiff“ machen.
Im nächsten Schritt werde ich die Akkus anschließen und die Peripherie, das heißt das Ladegerät und den MPPT Solarregler auf die LiFePo4 Anforderungen umstellen.

Doch jetzt heißt es erst einmal sich auf morgen zu konzentrieren, denn morgen ist „der große Tag“, wir ziehen das neue Genuafall in den Mast.
Treffpunkt 09.00 Uhr auf ELOWYN!

Alle kommen pünktlich – es geht nach einer kurzen Besprechung sofort los…

Hans Peter ist der „Mastmann“, er geht ganz nach oben – immerhin 30 Meter
Dort oben darf er jetzt für etwa eine Stunde verweilen
Sibylle ist die „Frau an den Winschen“ – die Zentralhydraulik hat Power, Sibylle inzwischen die Erfahrung damit
Alex ist der zweite Mann im Mast – sein Arbeitsplatz ist etwa auf vier Metern Höhe
Auch er wird hochgewinscht und gesichert
Seine Aufgabe ist es, die Pilotleine aus dem Ausgangsslot zu fischen und dann beim Durchführen des Falls zu helfen

Was ist denn jetzt eigentlich so umständlich hier???

Nun, „normale“ Segelboote haben ein Fall für das Vorsegel, welches bei abgeschlagenem Segel vom Cockpit aus den Mast nach oben geht und entlang dem Vorstag wieder nach unten – es ist also ein paar Meter länger als die doppelte Mastlänge.

Das bedeutet bei großen Yachten, dass Leinen mit 70 Meter oder mehr in entsprechendem Durchmesser laufen – die sind aber dann so schwer und wuchtig, dass man sie nicht mehr handeln kann.

Daher verwendet man Falle, die nur so lang sind wie der Mast und an einem Schlitten eingehängt werden, sobald das Segel oben ist.
Um bis hierher zu kommen, werden dünnere, hochfeste „Hilfsfalle“ verwendet, welche jeweils an- und abgebunden werden.

In unserem Fall muss mit einer Pilotleine, welche wir von oben durch den Mast führen, ein Dyneema-Hilfsfall eingezogen werden.
Mit diesem ziehen wird dann das Genuafall MIT Segel nach oben ins Top.
Alles klar soweit? Nein? Macht nix…

Antonia, Petra und ich sind Deckshände – die Frauen führen die Sicherungsleinen ihrer Männer und ich trage die Verantwortung.
Einer muss ja…
Und klar, Fotos machen wir auch!

Los geht´s – alle Funktionen an ihrem Platz???
Hans Peter führt die Pilotleine in den Mast ein, Sibylle und ich führen knotenfrei nach – alles war perfekt vorbereitet
Nachdem Alex das Ende der Pilotleine gefasst hatte, war das Reservefall schnell durch den Mast gezogen – dann gab es eine Herausforderung
Das Auge des Falls ging nur äußerst schwer über die Rolle im Masttop – Manneskraft reichte nicht, die Winsch musste helfen
Die aber hatte genug Power um das Genuafall in die korrekte Position zu ziehen

Nachdem wir die akute Herausforderung bezüglich des eingespleißten Auges im Masttop haben lösen können, war es Zeit, dass wir Hans Peter erlösen und seinen Abstieg einleiten.
Der Freund kam sicher wieder an Deck an.

Das Problem war rasch erklärt – Volker hatte die Augen im Fall minimal größer spleißen lassen.
Genau dieser Millimeter hat das Auge oben klemmen lassen und ein wenig Nachdruck nötig gemacht.
Mit der Hand konnten wir die mächtige Leine weder durchdrücken noch durchziehen – die Winsch hat aber kurzen Prozess gemacht und dass Auge durch den oberen Slot gezogen.

Ich hatte schlimmste Befürchtungen bezüglich des Ausgangsslots – daher ist Alex noch einmal an seine Position.
Aber hier gab es keinerlei Probleme…

Job erfolgreich erledigt – dank der Head-Sets von LIBERTÈ
Welcome back on earth
Alex steigt noch einmal zum unteren Slot – aber hier klappt alles bestens
Jetzt können wir drei das neue Fall mit dem großen, unteren Auge an das Segel laschen

Das Fall darf leider nicht länger sein, es würde sonst zu lang für den Schlitten am Mast sein und ließe sich nicht mehr durchsetzen.

Alles ist etwas knapp, aber machbar. Irgendwie bekommen wir es hin, dass wir kurze später das Kommando „heiß auf die Genua“ geben können…

Noch führt sie mit der Hand mit – Sekunden später bedient sie wieder die Winsch
Fast geschafft – Alex muss nochmals zum Schlitten hoch
Uns stellt sich eine letzte Herausforderung

Ein letztes Mal müssen wir eine Lösung erdenken. Die Genua ist nun mit dem Fall nach oben gezogen worden – es ist mächtig Zug auf den Leinen, denn das Segel ist sehr schwer.

Auf der Winsch liegt noch das Hilfsfall, denn wie erklärt, reicht das Fall ja nur bis zum Schlitten wo es eingehängt werden muss.

Nun müssen wir das Hilfsfall entlasten um den Knoten zu öffnen, gleichwohl darf die Spannung am Fall nicht nachlassen.
Wir können dann den Schlitten einhängen und mit dem Hilfsfall den Schlitten ziehen und spannen.

Auch dieser letzte Schritt gelingt und so können wir gegen Mittag die Genua einrollen und Vollzug melden.
Geschafft – WITH A LITTLE HELP FROM MY FRIENDS, ohne die solche Arbeiten nicht möglich wären. Ich danke euch allen!

Wir trinken zusammen ein Kaltgetränk, dann löst sich die Arbeitsgemeinschaft auf.
Ich mache noch „klar Schiff“ auf ELOWYN und verräume das ganze Leinenwirrwarr.
Es vergeht einige Zeit bis alles wieder an Ort und Stelle ist und wieder Bordordnung herrscht.

Danach setze ich mich auf meine GS und fahre zu Giorgos…

Er schickt ein Bild – die Scheibe für LUMARA ist fertig

Ok, ich glaube es waren keine Worte notwendig – ihm war klar, dass er mich ganz blöd versetzt hat.
Mir ist klar, dass ich auf seine Hilfe angewiesen bin und er in dieser Phase des Jahres auch wichtigere Dinge zu tun hat.

Es war ein Kommunikationsproblem, ein Thema, welches die Griechen einfach nicht gut beherrschen.
Ich bin inzwischen viel besser im Verstehen von griechischen Codierungssätzen, aber immer noch weit davon entfernt zu erkennen, dass „tomorrow morning“ irgendwann in vier Tagen bedeuten kann.

Egal, ich hole das Ersatzteil und gönne mir am Heimweg ein Eis auf den gelungenen Tag!

Zwei Kugeln reichen

Heute Abend sind Sibylle und ich ins „Avli tou Kritikou“ eingeladen – also in den Garten Kretas.
Das ist das Lokal gegenüber der Marina. Es wird inzwischen sehr gut angenommen, das Essen ist gut.
Beim Service und der Karte ist noch Luft nach oben, aber wenn man es weiß, stellt dies kein Problem dar.

Einladende waren Hannah und Heiner von der DAMIANA und Sibylle und ich nehmen die Einladung gerne an.
Ich war so positiv überrascht vom Verlauf des Abends – ich wusste, dass Heiner ein Stimmungsmensch sein kann, war bei Hannah aber nicht sicher.
Umso mehr war ich begeistert, wie Hannah eine Geschichte nach der anderen herausfeuerte und ich konnte den Abend richtig genießen – das Bild wie sie mit einer Freundin in den 80er Jahren in einer Ente auf die Chalkidiki fährt 😉 …

Um auf der sicheren Seite zu bleiben, gönnen Sibylle und ich uns ein ganzes Hendl nebst Salatbegleitung.

Die Taverne ist bekannt für ihre Broiler – da kann man nix falsch machen

Ein letztes Mal im August fahre ich Sibylle abends nach Xirokampos.
Die Luft ist lau, ich genieße die Motorradfahrt.

Ich setze meine Frau ab und verabrede mich mit ihr für den nächsten Tag um 11.00 Uhr.
Es ist ihr Abreisetag, zudem wollen wir am Weg im Haus von Brigitte und Hans noch einmal die Pflanzen gießen.

Wir planen, einen gemeinsamen Kaffee in Agia Marina zu trinken, dann würden sich unsere Wege für diesen Monat trennen.
Sibylle muss sich um ein paar private Angelegenheiten kümmern und wird am 70. Geburtstag eines Freundes teilnehmen.

Mir bleibt die Teilnahme an der Hochzeitsfeier von griechischen Freunden hier vor Ort.

Am nächsten Morgen fahre ich zum Haus und tausche die GS gegen Smurfy, dann finde ich mich pünktlich in Xirokampos ein…

Mit dem blauen Flitzer fahre ich meine Gattin nebst Gepäck nach Agia Marina

Sowohl im Haus der Freunde als auch bei der Umsetzung des Kaffeeplans gab es keine Probleme.

Wir waren sehr gut im Zeitplan und hatten noch allerhand Zeit uns abzustimmen.
Dann hörte man das Tuten der Fähre in der Ferne und es war an der Zeit sich in den Hafenbereich zu begeben.
Sibylle muss sich anstellen und ich kann noch mit der Tasche mitrollern – dann heißt es Abschied nehmen.

Als ich ihr „gute Reise“ wünsche und sie zustimmend nickt, ahnt sie nicht, dass sie ihren Personalausweis nicht im Geldbeutel hat – das würde ihr ein paar Stressmomente bereiten.

Auf Wiedersehen, gute Reise – kalo Taxidi
Die Masse setzt sich in Bewegung- das Boarding ist in wenigen Minuten vorbei…
…und die DODEKANISOS EXPRESS legt ab und nimmt Kurs auf Kos

Was war passiert? Ich nehme vorweg, das wird sich bis zum Ende des Monats nicht klären.

Auf jeden Fall erzählt mir Sibylle, dass sie im Moment in dem sie beim Check-In zielsicher im Geldbeutel nach ihrem Ausweis greift, eben diesen nicht angewohnter Stelle findet.

Natürlich durchwühlt sie alles und sucht wie verrückt – aber die Suche bleibt erfolglos.
Nachdem das erste Adrenalin abgebaut war, haben tatsächlich die Behörden miteinander telefoniert und sich auf die Erstellung eines Ersatzdokumentes geeinigt.
Das mag unspektakulär klingen – aber dass dies innerhalb so kurzer Zeit in Griechenland umgesetzt wird, ist alles andere als selbstverständlich.

Inzwischen hat Sibylle einen neuen Personalausweis beantragt, sie reist mit ihrem Reisepass zurück, den Antonia ihr aus Griechenland mitgebracht hat.
Der alte Personalausweis bleibt verschwunden, eine Verlustanzeige musste gemacht werden – Sachen gibt´s!!!

Ich besinne mich auf meine „To-Do“ Liste und nehme mich des nächsten Punktes an…

Unsere „Emergency-Bilge Pump“ ist ohne Funktion – ich diagnostiziere den Fehler und recherchiere Ersatzteile

Es war eine große, an ein Wunder grenzende Überraschung für mich, dass das Team von „Naval“ in Lakki das Teil vorrätig hatte.

Ich bin somit gewappnet, diese Reparatur ohne weiteren Aufwand zu erledigen.

Auch ein Blick auf meinen Batteriemonitor macht mir Freude – die neuen LiFePo4 Akkus hingen über Nacht an dem leistungsoptmierten Ladegerät und haben einen Ladezylus durchlaufen.
Auf dem Monitor passt der Akkustand nun exakt, ich kann das Ladegerät abschalten und die neuen Energieträger erstmals unter Last entladen – sofort schalte ich den Cockpitkühlschrank dazu.

Mir fällt auf – die beiden AGM Bänke haben unterschiedliche Entladungslevel

Wieder etwas geschafft! Ich bin zufrieden und beschließe mir heute noch einmal einen der leckeren Burger am Panteli Strand zu gönnen.

Diese Idee wurde ausgelöst von einer Alarmmeldung unseres Freundes Hans, er hat die Verbindung zu seiner Solaranlage verloren und nun kein gutes Gefühl, wenn er in Österreich nicht Herr der Situation ist – zumal der Grund für den Steuerungsabbruch ja nicht bekannt ist.

Er bittet mich also, kurz in Crithoni nach dem Rechten zu sehen – und diesen Gefallen tu´ ich ihm gerne.
Es bietet sich dann förmlich an, am Rückweg in Panteli ins Meer zu springen und dann den Tag beim Dinner in erster Reihe zum Meer ausklingen zu lassen.

Jetzt geht´s los, noch einen kalten Schluck Wasser und ab nach Crithoni
Nach einem kurzen Telefonat war der Fehler gefunden – es war NICHT die Sicherung

Erstaunlich – die ausgeschalteten Sicherungen waren alle so gewollt.
Am Ende stellt sich heraus, dass sich lediglich der Router aufgehangen hatte.

Ein banaler Fehler mit großer Wirkung – sei´s drum, ich konnte das Gerät neu starten und bei unseren Freunden im fernen Österreich Freude auslösen.
Wenn es doch immer so einfach wäre.

Ich breche ab und fahre weiter zum Panteli Beach..

Ich werde auch diesmal nicht enttäuscht – raus aus dem Wasser und direkt an den Tisch
Weil der Tag so schön war gönne ich mir noch ein Betthupferl

Alleine bin ich immer früher dran. Klar, man quatscht nicht mit sich selbst über Gott und die Welt, kommt nicht vom Hundertsten ins Tausendste.

Ich bin also relativ zeitig auf ELOWYN zurück und kann gerade noch das Abendrot genießen.
Es war so schön, dass ich versuche, die Eindrücke auf Zelluloid zu bannen.

Dann noch eine kühle Dusche am Achterdeck und ich bin fertig für heute…

Die untergehende Sonne taucht die Szenerie in ein unwirkliches Licht
Ich mag dieses Leben und bin zufrieden

Zum Abschluss dieses Tages wage ich noch einen letzten Kontrollblick auf meine neuen Batterien.

Die von mir gewählten „Humsienk 24V / 320Ah smart“ haben eine integrierte Bluetooth Funktion, mit welcher man mit einem Smartphone und einer App die Batterieparameter prüfen kann.

Es wäre ein wichtiger Erfolg, wenn die Werte auf der App mit denen des Batteriemonitors synchronisiert sind.

Und wie sieht´s aus???

Gut schaut´s aus – alles bestens

An diesem Tag gehe ich wirklich zufrieden ins Bett – das Überraschungsprojekt „Batterien erneuern und MAL SCHNELL auf Lithium umbauen“ ist erfolgreich abgeschlossen.

Ich muss jetzt noch zwei Hölzer anbringen, welche die Batterien gegen Verrutschen sichern, aber das kann ich losgelöst betrachten.
Daher bekommt das Projekt einen fetten Haken!

Beflügelt von diesem positiven Erfolg nutze ich das „Workers High“ um am nächsten Morgen ein Thema vom Eis zu bringen, welches das Prädikat „Irrsinn des Monats“ verdient…

Mein Schriftwechsel mit der EnBW – dem Stromversorger aus Baden-Württemberg.

Man will einen handgeschrieben Brief von mir, per Post oder per Mail mit Bild
Niemals bierernst werden – ich wünsche mir, dass zumindest eine Person bei EnBW ein Schmunzeln auf den Lippen trägt

DREI MONATE mache ich jetzt mit der EnBW rum. Aus irgendeinem Grund habe ich keine Erstvertragsunterlagen bekommen. Mir fehlen daher ein sogenannter Telefon PIN und der „myEnBW-Key“.

Rufe ich bei der Hotline an komme ich ohne Telefon PIN nicht weiter, will ich meinen Online Zugang mit dem Vertragskonto verknüpfen, brauche ich einen „myEnBW-Key“.

Alle Versuche münden in den Lösungsvorschlag telefonisch die Hotline zu kontaktieren und den Telefon PIN bereitzuhalten.

Ich schreibe Mails – Antworten brauchen zwei Wochen und man schlägt mir vor, mein Konto im Internet zu verknüpfen – dafür müsste ich meine Telefonummer eintragen, dies sei per Telefonanruf möglich, ich soll meinen Telefon PIN bereit halten.

Ich erwidere – „ICH HABE KEINEN TELEFON PIN“! Die Antwort – dann nehmen sie bitte Kontakt mit unserer Hotline auf und halten sie den Telefon PIN bereit!
Ernsthaft – im Wortlaut…

Aaaahhhhhrgh…

Die Lösung liefert, wer hätte das gedacht, die Social Media Abteilung. Wenn man sich im Netz über eine Firma auslässt kommt sofort eine Reaktion – ein junger Mann nimmt Kontakt mit mir auf und sagt zu, eine Telefon PIN zu versenden.
Diese gibt Sibylle mir durch und ich erreiche nach über drei Monaten des Reitens gegen die Windmühlen eine reale junge Dame des Support Teams.

Nach fünf Minuten telefonieren und drei Mausklicks war mein Problem behoben – das war ja einfach. Die Lady und ich haben noch ein paar Späßchen gemacht, ich habe ihr gehuldigt wie es ihr gebührt und der Tag war gerettet.

Da habe ich gleich ausreichend Elan um ELOWYNs Solarmodule mit den neuen Batterien zu verbinden.
Ein kurzer Check und ich kann auch die Peripherieanpassung abhaken.

Die Batterien sind voll – trotzdem kann ich die Funktion prüfen
Am Monitor kommt nur wenig rein, aber die Funktion ist sichergestellt

Na so kann es weitergehen! Ich beschließe, den heutigen Tag zur Abarbeitung von Kleinigkeiten zu verwenden.

So liegt es mir schon lang am Herzen, das von Uli für seine JASPER erstellte Verkaufsschild anzupassen.
Es war mit mir abgestimmt, dass er meine Telefonnummer anbringt, aber eigentlich wäre es mir lieber, wenn nicht Jedermann meine Nummer speichern könnte – zumal ich bei unterdückten und mir unbekannten Nummern ohnehin meist nicht abhebe.

Ich ändere die Kontaktoption also auf eine unverfängliche Mailadresse…

Sieht banal aus, kostet mich aber alles in allem doch über eine Stunde

Danach habe ich Zeit, um auf LUMARA ein wenig mit Ellen und Dominik zu denken.
Gemeinsames Denkes führt schneller zum Ziel, etwaige Fehler werden rechtzeitig erkannt und eliminiert – so hoffen wir zumindest.

Die Beiden haben einen neuen Gas- und Schaltzug eingebaut und auch schon voreingestellt.
Ich soll nun beurteilen, ob die Einstellung so passt und ob es im Vergleich zu den Jahren davor relevante Abweichungen gibt.
Ich muss sagen, die Beiden haben ganze Arbeit geleistet – mein Anteil besteht nur daraus, kurz die Funktion zu besprechen und dem Testlauf beizuwohnen.
Alles andere war perfekt gelöst.

Schaltung und Gashebel auf LUMARA funktionieren wieder geschmeidig

Weil ich dann schonmal am F-Ponton war, habe ich gleich noch mit HP seine Plus und Minus Seite der Lithium Batterien verkabelt.

Das war zwar eine Frickelarbeit die kurzen Kabel zu crimpen, aber wir waren recht rasch fertig.
Eigentlich sind wir schon recht weit gekommen, das Umklemmen der Verbraucher von der Notbatterie auf die Lithiumakkus steht kurz bevor – zuvor muss aber HPs „Multiplus II“ noch an die Batterien angepasst werden.

Da ist Alex in die Bresche gesprungen – er hat das benötigte Kabel und auch die Software, welche ich ja ebenfalls geladen hatte.
Er würde die Umprogrammierung machen, könne allerdings nicht exakt sagen wann.
Ich erkenne an diesem Tag, dass ich so ein Interface brauche, will mich aber zu dem Zeitpunkt nicht einmischen.

Insofern war mit dem Crimpen einiger kleiner Kabel das heutige Tagwerk erledigt – der nächste Arbeitstag würde der spannende aber auch aufwändigste werden!

Heute nur Kleinigkeiten…

Für mich klingt der Tag entspannt aus – ich bin bei HP und Petra zum Frikadellenessen eingeladen.
Ich frage verdutzt nach – „Frika… was?“
Hans Peter kramt nach seinen Fremdsprachenkenntnissen und übersetzt „Flaischbflannzal“ – achso, man lädt mich zum Fleischpflanzerlessen! Ja da komm´ ich doch gerne!

Wir sitzen zusammen, genießen das Essen, trinken alkoholfrei und versuchen, nicht den ganzen Abend über Lithium und Victron zu lamentieren.
Das gelingt ganz gut und so klingt der Abend gepflegt aus.

Für den nächsten Tag haben wir uns nichts vorgenommen, denn der kommende Tag steht ganz im Zeichen meiner Einladung zu einer griechischen Hochzeit.

Ich muss ein Geschenk beschaffen und besorge zunächst eine Glückwunschkarte.
Dazu, so die Idee, lege ich einen Gutschein für ein „Candle Light Dinner“, diesen kaufe ich in meinem Lieblingsrestaurant „Pirofani“.
Ich weihe Stavros in den Plan ein und bin sicher, er wird dem Brautpaar einen schönen Abend machen.

Auf dem Weg zu Stavros zeigt sich die Bucht Vromolithos mal wieder ziemlich voll…

Nein, kein Kreuzfahrtschiff – Privatyacht

Der Wirt des „Pirofani“ erzählt mir später, dass die ziemlich große Motoryacht Freunden des ehemaligen Ministerpräsidenten von Griechenland gehört, er wäre zu Besuch gewesen.

Naja, langsam mausert sich Leros zum VIP-Spielplatz. Das hat Vor- aber auch Nachteile.
Ich denke immer öfter über einen Kurswechsel nach, mal sehen was das Leben für Überraschungen bringt.

Na egal, für heute bin ich zufrieden, ein schönes Hochzeitsgeschenk für meine griechischen Freunde zu haben.

Ich schreibe die Karte und bereite alles vor – die Hochzeit kann kommen

Da alles wie geschmiert geklappt hat, war noch ziemlich viel Tag übrig. Ich überlege mir, heute ein paar Stunden zu faullenzen, das habe ich echt lang nicht mehr gemacht.

Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, da kamen Ellen und Dominik zu mir ans Schiff.
Sie erzählen mir, dass Alex sich an der Hand verletzt hätte und sie gerne von meinem Angebot Hilfestellung zu leisten, Gebrauch machen würden.

Ja, da kann man nicht Nein sagen – „…with a little help from my friends…“ ist keine Einbahnstraße.

Und weil ich nicht in den Mast kann und Dominik kaum in den Mast will, trifft es auch Hans Peter – bei ihm ist es Nachbarschaftshilfe! 😉
Das Ziel ist klar definiert, das innere Vorstag für das Kuttersegel muss abgenommen werden – leider hat das neue Stag und die Rollanlage beim letzten Segeltörn Schaden genommen.

Wir packen alle auf LUMARA an
HP ist wieder als „Mastman“ im Einsatz
Gemeinsam lassen wir das Vorstag nebst Profil ab und legen es auf den Steg – einmal neu bitte

Jetzt aber – ein gemeinsamer Kaffee, dann muss ich los. Es heißt sich frisch zu machen und meinen „feinen Zwirn“ nebst Hochzeits-Flipflops anzulegen.

Ich wähle die schwarze Short und ein blaues Poloshirt – so kann man überall hingehen! Ok, nach meiner Definition…
Aber ich war sofort nach meiner Ankunft beruhigt – diesen Dresscode hatten sich mehrere Männer überlegt.

Bereits am Weg zur Hochzeitsfeier war eine ganz besondere Stimmung, der Sonnenuntergang tauchte die Insel wieder in ein faszinierendes Licht.

Als ich aufbreche versinkt die Sonne hinter den Hügeln von Lakki
Bereits auf der Anhöhe von Plaka, ganz nahe unserem Haus, kann man den Sonnenuntergang über der Bucht von Gourna sehen – mein Sunset

Witzig war, dass die Hochzeitsfeier in einem Privathaus stattfand, auf dessen Grundstück eine kleine Kapelle steht.

Ich kannte das Haus, denn Sibylle und ich waren seinerzeit interessiert daran, denn es stand, beziehungsweise steht zum Verkauf.
Wir haben Abstand genommen eben wegen diesem Kirchlein, denn man muss es zur freien Nutzung zur Verfügung stellen.

Heute ist eine Freundin von uns daran interessiert und hat meines Wissens nach bereits eine Kaufabsichtserklärung unterzeichnet.
Wie auch immer – hier findet heute die Hochzeit statt.

Ich teile ein paar Bilder um Impressionen zu vermitteln – bei solchen Veranstaltung gilt aber wie immer die Privatsphäre, daher ohne weitere Details…

Das Anwesen war die ideale Location
Die kleine Kapelle ließ einen ehrfürchtig zur Feierlichkeit eintreten
Kerzen für alle Anlässe – sicher auch für das Glück des Brautpaares
Das Kirchlein ist liebevoll renoviert
Ein paar Schritte weiter betritt man den „weltlichen Bereich“
Hier wird getanzt, gefeiert und gelacht…
…Party bis in die frühen Morgenstunden

Ich habe es genossen, wenn ich selbst auch nicht „auf Touren“ kam. Leider waren sehr wenig Stühle vor Ort, viele der Gäste haben die Feier als Stehparty angenommen, so auch ich.

Das hat natürlich erschwert, dass man sich eine passende Runde aussucht und sich dazusetzt.
Die Gespräche der anderen Gäste, welche von einem Grüppchen zum anderen gingen, waren aber meist auf Smalltalk beschränkt.

Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, man hat sich gegrüßt, zugeprostet, ein paar Sätze gesprochen und einen Drink zusammen genossen, dann haben sich die Grüppchen meist neu gemischt.

Nach etwas mehr als drei Stunden, es war schon kurz vor Mitternacht, habe ich mich entschieden nach Hause zu fahren.
Ich hatte Spaß, muss aber als Nichttänzer nicht bis morgens um 05.00 Uhr ums „Überleben“ kämpfen.

Ich fuhr zufrieden nach Hause und bin ziemlich schell ins Reich der Träume gerutscht…

Das war gut so, denn am nächsten Tag musste ich ausgeruht sein. Ich hatte eine Anfrage für eine Videokonferenz zum Thema „Dichtungstechnologie an Verbrennungsmotoren“ 😉 – das klingt wie ein schlechter Scherz aus dem Jahr 2019, war aber bierernst.

Kurz nach dem Kaffee wähle ich mich per Anemeldelink ein…
…ich musste etwas warten, aber dann ging es auch gleich los

Was war passiert? Braucht es den grauen Wolf um über Dichtung und Wahrheit zu faseln?
Nein, mitnichten, Spaß beiseite – bei der Vereinigung der Hochseesegler „Trans Ocean“ hat man sich erinnert, dass ich mich vor vielen Jahren einmal angeboten habe, ein technisches Online Seminar zum Thema „Schiffsdiesel auf Freizeitbooten“ zu halten.

Nun soll es so etwas Ähnliches geben, man hätte ein paar Fragen zum Thema Abdichten im Reparaturfall.
Klar, da helfe ich gerne – obwohl ziemlich schnell klar wurde, dass der Ansatz bezüglich des Tiefgangs eines solchen Seminars ein anderer war, konnten wir uns über ein paar relevante Themen austauschen.
Für mich war schön zu merken, dass ich vieles noch weiß – und auch das Gefühl, dass ich es nicht mehr wissen muss…

Als der Call zu Ende war, hatte ich Lust auf etwas Handwerkliches – zurück zu den Wurzeln, ich besinne mich auf Automechanik und widme mich meinem Smurfy.

Garage und Werkzeugkiste auf – und ran an die Buletten…
…das Gaspedal nebst Gaspedalpotentiometer / -sensor war defekt und musste ausgetauscht werden

Ich wurschtle also so vor mich hin und werde in meinem eigenen Schweiß gesotten – die stehende Luft in der offnenen Garage ist nahezu unerträglich.

Dennoch gelingt es mir, das Pedal zügig zu wechseln und den Fehlerspeicher abermals zu löschen.
Jetzt sollte an dieser Front Ruhe sein. Eine Testfahrt in den nächsten Tagen wird dies hoffentlich bekräftigen.

Und was macht Sibylle zu dieser Stund´? Sie wandert! Es scheint, als sei sie zum Urlauben nach Deutschland gefahren.

Der Schein trügt – dies ist die Kür, das Pflichtprogramm steht am Abend an

Zumindest haben sie und Christine einen wunderschönen Tag erwischt, dies sollte nicht an allen Tagen ihres Aufenthaltes so sein.

Hans Peter und ich bestellen fast täglich Kleinteile, all die wird Sibylle in einer Woche zu uns mitbringen.
Unsere Teilelogistik ist inzwischen sehr ausgereift.

Am Nachmittag bearbeite ich die ersten Anfragen zu JASPER, es sind durchaus ernsthafte Interessenten dabei, aber zu einem Besichtigungstermin lässt sich noch keiner der Fragesteller hinreißen.

Der Tag klingt beim Community-Stammtisch im „SouVLakki“ aus, ein schöner Sonntag.

Am nächsten Tag ziehe ich bei Hans Peter die letzten Kabel ein, welche wir ziehen können bevor nicht Alex den „Muliplus II“ umprgrammiert hat.
Und siehe da, als wenn wir ihn herbeigedacht hätten, kommt der „Captain Sparrow“ der Leros Marina ums Eck und schließt das ersehnte Interface an…

Ich mache ein Foto und – werde am nächsten Tag schon eines mein Eigen nennen, den nächsten Multi programmiere ich selber

Endlich! Die Haupteinstellungen sind gesetzt, wir können ab jetzt die Finalisierung andenken – und weil es keine Zeit zu verlieren gilt, verabreden Hans Peter und ich uns gleich für morgen.

Es geht um 09.00 Uhr los, nicht erst um 10.00 Uhr – ich will an einem Tag umgeklemmt haben, lieber haben wir eine Stunde früher Feierabend.

Dann muss ich los, ich muss einmal für Sibylle zum Blumengießen einspringen, dann kommen Brigitte und Hans auch schon zurück.
Ich setze mich auf mein Mopped und fahre schnurstracks nach Crithoni, die Zeit drängt…

Das Kondenswasser der Klimanalage wird genutzt
Ich gieße die Bäume…
…und die zarten Pflänzchen im oberen und unteren Garten
Nicht alle Bereiche liegen im Schatten – ein schweißtreibender Job

Warum war es ein Tun gegen die Uhr? Weil die Crew der LIBERTÉ und ich um 18.00 Uhr zu Marijke und Cees auf die LE CLAPOTIS eingeladen waren.

Ein, zweimal im Jahr lädt Marijke zu einem Umtrunk mit Nibbles und genau heute war es soweit.
Die Abende mit den Beiden sind phasenweise anstrengend, aber immer lustig, ich gehe gerne hin und genieße die Gastfreundschaft der beiden Niederländer sehr.

Ich bin pünktlich und es gibt ein großes Hallo – Marijke drückt mich an ihre Brust und knutscht mich. Ich schwör, das darf auf diese Art nur sie!
Dann setzen wir uns und der Klönschnack startet…

Wir waren uns einig, die Seglerwelt verändert sich…
HP war in Gedanken vielleicht bei seinen Lithiumbatterien???

Die Kleinigkeiten, die Marijke auf den Tisch stellt reichen eigentlich als Snack aus, man muss nicht mehr unbedingt zu Abend essen.

Ich entscheide mich für die Vernunft und gehe von LE CLAPOTIS direkt auf ELOWYN – ich gehe nicht über Los, ich bekomme weder ein Giros noch ein Eis, für heute war´s das!

Was ich zum Monatsende hin tatsächlich jeden Abend mache, ist ein paar Zeilen dieses Blogs zu schreiben.
Ich genieße die Ruhe am Abend und tippe so vor mich hin…

Ich sitze im Schiff, das dämmrige Notlicht reicht aus
Wenn mir zu warm wird, dann brause ich mich am Achterdeck kurz ab

Auf diese Art und Weise halte ich es bis Mitternacht, manchmal bis 01.00 Uhr durch, dann ruft das Bett.

Ausgeschlafen bin ich meist vor 08.00 Uhr – das passt heute genau, denn so reicht die Zeit für eine Tasse Kaffee, dann gehe ich zu Hans Peter und wir packen sofort an.

Ein Kabel vom Plus-Knotenpunkt der Schalttafel zur Plus-Busbar. Ein Kabel von der Minus-Sammelschiene am Bedienpaneel zum Minus-Busbar.
Dann noch ein paar Kleinarbeiten wie das aktuelle Solarfeld anschließen, den Batteriemonitor verkabeln und die Stromleitung in den Bugbereich anschließen – hier sind Wassermacher und Kühlbox verkabelt.

Ist das schon der „irre Blick“, sieht so Wahnsinn aus?

Was so banal klingt, kann einen ganz schön ärgern. Ich will es nicht herunterspielen, der Tag war fordernd – für meinen Freund aus dem Saarland UND für mich!

Irgendwann war es soweit – alles war verkabelt, der „große Moment“ war Vergangenheit und drei Monster Lithium Kraftwerke versorgen LIBERTÉ.
Die Umschaltung war erfolgreich verlaufen, wir konnten uns zurücklehnen.
Ein paar Setups noch, die App installieren und das LiFePo4 Programm als Standard festlegen.

Nachdem die Batterie-Parameter eingepflegt waren, war Schicht im Schacht – für heute ist Feierabend.

Klappe zu, Affe tot

Während ich auf ELOWYN sitze und mich etwas ausruhe, kommt eine Nachricht von Brigitte. Sie schreibt was von „so süß“…

Ich erkenne, sie beruft sich auf einen Facebook Post des Hunde-Shelters vom Vortag – ich hatte mir ein „Like“ erlaubt und Sibylle verlinkt.

Meine Frau hat darauf nie geantwortet und sie weiß warum – weil auch sie sich nicht gegen „so süß“ wehren kann…

Welpen im Dog-Shelter
Es kostet mich Energie nicht sofort hochzufahren – es bleibt eine Frage der Zeit

Ich bin sicher, dass ich, wäre das Haus schon fertig, keine Sekunde gezögert hätte – eine der kleinen Kreaturen wäre meine gewesen.

So bleibt es bei einem Austausch über Facebook…

Den Abend verbringe ich mit Alex, wir gehen auf ein schnelles Dinner ins „SouVLakki“ und lassen den Abend dann unspektakulär ausklingen.

Ich bin zuerst alleine – Alex kommt sofort nach, alles sehr spontan

Für den neuen Morgen habe ich mir vorgenommen, dass ich den Vormittag am Haus verbringe.

Hans Peter und ich haben uns einen Tag Pause verordnet, ich habe ein paar Kleinigkeiten für meine Projekte vorzubereiten und zudem muss oben am Haus wieder einmal nach dem Rechten gesehen werden.

Am Weg nach Plaka fahre ich bei „Naval“ vorbei und hole mir das bestellte Victron Interface.
Ja, ich selbst brauche das Teil im Moment nicht – aber ich bin überzeugt, dass es sowohl auf LIBERTÉ als auch auf ELOWYN zum Einsatz kommen wird.
Haben ist dann besser als brauchen…

Meins

In unserer Katikia angekommen, baue ich mir eine Art „Werkbank“ auf und hole mir die benötigten Werkzeuge aus der Garage.
Ich muss mir ein paar quadratische Holzplatten zuschneiden, da ich Montageplatten für diverse Gerätschaften an GfK-Bordwände kleben muss.

Auf diese „Trägerplatten“ können dann Pumpen, Filter oder elektronische Geräte geschraubt werden.

Zudem brauche ich zwei, drei stabile Distanzleisten um die Batterien auf ELOWYN gegen Verrutschen zu sichern.
Was für ein Glück, dass ich das Material hier oben lagernd habe.

Hier geht die Arbeit gut von der Hand

Als dies alles erledigt war und auch mein Arbeitsplatz soweit wieder aufgeräumt war, habe ich mich meinen Ouzofläschchen gewidmet.

Ich sammle immer noch, sehr zu Sibylles Verzweiflung, die Karafaki der Marke „Plomari“.
Wofür ich die brauche liegt auf der Hand – sie dienen als Olivenöl- und Limoncello-Fläschchen…

Die Challenge – ich hole mir die Dinger nicht in irgendwelchen Gaststätten, sondern es sind ausschließlich die, welche wir mit Freunden geleert haben.
Jedes Fläschchen hat seine eigene Geschichte…

Die Etiketten sind ab, ich muss noch den eingeweichten Kleber abschrubben
Dann kann ich die Dinger klarspülen und zum Trocknen aufstellen

Während die Fläschchen trocknen, gieße ich die Weinreben und Sibylles Kräuter.

Auch die Olivenbäume könnten ein wenig Wasser vertragen, aber wir sehen zur Zeit von Gartenpflege ab, da wir keine Regelmäßigkeit sicherstellen können.
Die alten Bäume vertragen die Hitze aber und geringe Einbußen bei der Ernte nehme ich vorerst in Kauf.

So, alles erledigt, ich fahre zurück nach Lakki – aber nicht einfach irgendwie, ich beschließe, dass ich Crawler etwas Auslauf gönne.

Ich musste meinen L300 wegfahren, weil in der Marina Boote bewegt wurden. Diese Situation nutze ich und bewege den kleinen Camper einmal wieder.
Weil ich alleine unterwegs bin, gönne ich ihm etwas „artgerechte“ Bewegung!

An der Westküste sind einsame, unzugängliche Strände
Der Versorgungsweg ist zunächst easy-peasy fahrbar
Zeigt später aber steile, ausgewaschene Stellen – der Ausblick ist immer spektakulär
Kann man nicht gut fotografieren – eine sehr steile Rampe mit losem Schotter (mein Freund René wird sich erinnern)
Oben angekommen entscheide ich – heute nicht bis hoch zum „Parabolic Acoustic Mirror“…
…sondern runter an den „Kokkina Strand“ für eine kurze Erfrischung

Eine schöne kleine Ausfahrt – und Crawler zeigt was er kann! Ich will kaum mehr erleben als das, was ich hier testen kann.
Ich bin aber überzeugt, dass mein Mitsubishi 4×4 sehr viel mehr kann – ich bin nach wie vor sehr zufrieden.

Ich runde den Vormittag mit einem Freddo Espresso im „Palma Café“ ab, dann heißt es zurück an die Arbeit, zurück in die Marina.

Zurück auf ELOWYN lege ich ersteinmal meine Werkstücke bereit.
Einen Teil davon werde ich gleich morgen für ein Projekt verbauen.

So, jetzt habe ich alles parat

Heute passiert nicht mehr viel, ich habe mir einen Tag „Kopfpause“ verordnet.

Das ideale Tun für heute ist die Reparatur der „Notfall-Bilgenpumpe“ auf ELOWYN.
Natürlich hat das Schiff ein ausgeklügeltes Bilgepumpensystem mit vier großen, elektrischen Pumpen und auch einer manuellen Pumpe als Erweiterung.
Trotzdem passiert es immer mal wieder, dass kleine, verschachtelte Kompartments nicht absolut leer gepumpt werden – dafür haben wir uns eine tragbare Pumpeneinrichtung gebaut.

Diese gilt es zu prüfen und instandzusetzen.

Ich baue mir eine 24V Prüfvorrichtung

Zunächst teste ich den Pumpenmotor und die Antriebsmechanik an einer Prüfklemme, welche ich mir mit Hilfe von Starterkabeln aufgebaut habe.

Hier scheint alles in Ordnung, mechanisch ist die Pumpe mängelfrei.

Dass an den Ventilen im Pumpenkopf etwas fehlerhaft ist, hat ja schon der „Drucktest“ mittels kräftigem Pusten ergeben – so hatte ich den Ersatz-Pumpenkopf ja schon beschafft.
Also setze ich die Pumpe mit den neuen Ersatzteilen zusammen und mache einen abschließenden Testlauf.

Das klappt alles ganz gut – aber mir rinnt der Schweiß

Der Testlauf war witzig – ich hatte mir gedacht, dass ich etwas Wasser in ein Küchenwaschbecken laufen lasse, um es dann mit der Pumpe in das andere zu pumpen.

Das klappt auch – zumindest theoretisch…

Denn der Pumpendruck ist jetzt wieder so stark, dass das Wasser so heftig in das zweite Becken spritzt, dass ich danach die ganze Küche putzen muss.
Na wenigstens funktioniert die Pumpe wieder…

Genug für heute! Ich freue mich auf den Abend, den ich zusammen mit Jörg und seiner Familie im „Tis Kakomoiras“ ausklingen lasse.

Auch den neuen Tag eröffne ich mit Pumpenreparaturen…

Ich baue die Druckwasserpumpe aus, um eine neue, akustisch entkoppelte Basis zu schaffen

Ein weiterer Punkt auf meiner Liste war „Druckwasserpumpe leiser machen“…

Ok, zugegeben – die neue Jabsco 40PSI hat mehr Dampf und ist auch lauter als die alte Johnson.
Ich hatte aber gehofft, dass dies im Schiffsalltag untergeht – tut es aber nicht, das Eignerpaar meldet einen Nachbaesserungswunsch an.

Ich habe mir etwas überlegt – ich werde eine zweite Basisplatte mit Entkoppelungselementen versehen und diese dann mit einem Dämmmaterial auf die alte Platte montieren.
Das sollte viel helfen!

Spoiler – tat es aber nicht…

Vier nicht gerade kleine Entkoppelungselemente reichen nicht aus – auch das dicke Dämmaterial hilft nicht (siehe Bild vorher)
Ist ganz gut geworden, erfüllt aber leider nicht die hoch gesteckten Erwartungen

Mein Konstrukt sieht abenteuerlich aus, ist aber trotzdem optisch ansprechend – leider zeigt sich bei einem Probelauf, dass die Wirkung den Aufwand nicht wert war.

Die Eigner und ich werden noch einmal darüber hirnen müssen, wie wir das ganze System schallisoliert aufbauen – res deliberanda est…

Den Nachmittag verbringe ich an Bord der LIBERTÈ – Endspurt!
Es gibt keine Bilder, die Stimmung war angespannt.
Hans Peter und ich räumen das Kompartement der Starterbatterie auf, kürzen Kabel, verlegen andere neu.
Wir machen letzte Anschlüsse und verbauen schon einmal die zukünftigen MPPT Solar-Laderegler.

Alles klappt, trotzdem war der Nachmittag intensiv und fordernd – wir beide merken, wir brauchen eine Pause!
Da trifft es sich gut, dass wir gegen 17.00 Uhr Vollzug melden können.

Der Lithium-Umbau auf der Bavaria 41H ist „fertig“ – zumindest bis zu dem Punkt, den wir als Ziel vorgegeben haben – auch Hans Peter dürfte heute beim Einschlafen leise „With a little help from my friends“ dahinsummen… 😉
Den Verbau des B2B-Laders werden wir zusammen mit dem Anschluss des neuen Solarfeldes erledigen, aber da muss Giorgos erst den neuen Geräteträger fertig machen.

Den Abend verbringe ich mit Alex und der Crew der INSPIRATION im „I Avli tou Kritikou“ gegenüber von unserer Marina.

Ich bin der erste am Tisch und bestelle mir ein Bier um die Wartezeit zu verkürzen…
Zum Wohl – auf zwei gelungene Lithium Projekte

Der Besuch im „I Avli tou Kritikou“, im Garten Kretas, war heute ein Reinfall.
Das Problem mit dem zwar freundlichen aber stets überforderten Service haben die Inhaber noch nicht im Griff.
Auch die Speisekarte ist immer noch ein Folder der Appetit auf das macht, was man gerne essen WÜRDE, bis der Ober kommt und erklärt was es heute gibt – diese Liste ist deutlich kürzer als die der Speisen die nicht im Angebot sind.

Wir dachten, wir tricksen das Tavernenteam heute aus – die Taverne war vor der Renovierung als „Giggerlwirt“ bekannt und hat dieses Merkmal auch mit durch die Transformation gebracht.
Die Spieße sind voll, die Broiler drehen sich und sehen knusprig aus – wir bestellen sechs halbe Giggerl und noch ein paar Kleinigkeiten dazu.

Leider haben wir, im wahrsten Sinne des Wortes, die Rechnung ohne den Wirt gemacht – der lässt nämlich den Ober bestellen, dass alle Hähnchen in den Straßenverkauf gehen, ein Halbes könnten wir haben.
Wir sind enttäuscht, sagen aber ja zu dem angebotenen Halben und ändern unsere Bestellung.

Wir entscheiden uns für Schweinesteak und Kontosouvli…

Das Schweinesteak ist gut, soweit alles noch akzeptabel

Dann aber kommt ein Auftritt des Obers der uns gewaltig stinkt – er tritt an den Tisch und erklärt uns, dass wir ja jetzt unsere Bestellung geändert hätten und daher das bestellte halbe Huhn wohl eher nicht mehr brauchen und somit auch nicht mehr bekommen, das sei inzwischen an andere Gäste ausgegeben worden.

DAS ist etwas, was gar nicht geht. Ich hab´ da echt viel Geduld und habe sowohl das Service- wie auch das Angebotsthema immer weggelächelt – die fußläufige Nähe der Taverne war ein Argument, warum soll man nicht etwas Geduld beweisen?

Aber so eine Nummer vergesse ich dem Betreiber nicht, ich persönlich werde das Lokal daher in Zukunft meiden und auch gerne erzählen warum.
Ich bin mobil und kann diese Mobilität auch meinen Freunden bei Bedarf auch auf Freunde ausweiten.
Ich bevorzuge Lokale in denen eine andere Willkommenskultur herrscht.

Am nächsten Morgen sieht die Welt schon besser aus – ich fahre mit HP zu Giorgos, wir bringen zudem mein Werkzeug zurück zum Haus und kaufen noch ein paar Ersatzteile für die anstehenden Reparaturen der nächsten Tage.

Ich bekomme Dichtringe (rot) in nahezu dem gleichen Maß wie die benötigten Nylonringe (weiß)

Ich hatte etwas Glück, denn ich konnte adäquaten, temporären Ersatz für die benötigen Nylon-Distanzringe finden.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich die weißen Ringe als 50er Pack bestellt habe, diese aber eine Lieferzeit von 3-4 Monaten haben.
Nun sind diese Ringe notwendig, um die Riegel der Luken exakt einzustellen.
Dies war mir heute mit dem Dichtring möglich, der ist so dick wie zwei weiße Ringe und hat mir eine perfekte, temporäre Lösung ermöglicht.

Ich war guter Dinge, so darf es weitergehen – die Eigner kommen ja schon in 10 Tagen um den zweiten Törn anzutreten, ich will noch ein paar Punkte von der Liste schaufeln!

So zum Beispiel die Anpassung zweier weiterer Wasserpumpen – diesmal im schlechter zugänglichen Kompartment des Wassermachers.
Ich krabble also in ELOWYNs Bauch um mir ein Bild zu machen…

Die Ansaugpumpe des Wassermachers funktioniert an dieser Stelle nicht ideal – sie soll an die rot markierte Stelle versetzt werden
Der Druckbehälter der Wasserpumpe für die Toilettenspülungen hat seine besten Tage hinter sich – er wird ersetzt
Der neue Druckspeicher soll 8 Liter Volumen statt des bisherigen Liters haben – der größere Tank wird hier Platz finden

Klar, dass die geplanten Anpassungen auch wieder ein Einkleben von Anschraubplatten notwendig machen.
Natürlich müssen dafür auch Ersatzteile recherchiert und bestellt werden – ich hoffe sie kommen noch rechtzeitig zu Sibylle.

Und natürlich müssen auch hier Schlauchwege und -längen angepasst werden.
Ich bin dennoch zuversichtlich, dass ich diese Arbeiten noch vollenden kann.
Dies wird mir, hoffentlich, ohne die vielzitierte Hilfe der Freunde gelingen – auf ELOWYN stehen ab heute nur noch Arbeiten für mich als „Einzelkämpfer“ an.

Wenn da nicht die obligatorische Reinigung vor der Übergabe wäre – hier bin ich der Helfer und meine Gattin hat das Zepter in der Hand!

Das Teamwork wird sich für den Rest des Monats auf Hans Peters LIBERTÉ beschränken.

Eine Pause tut not…

Ich war lang nicht mehr auf einen „Freddo Espresso“ im „Skipper´s“ – Sibylle fehlt
Heute gönne ich mir den kalten Genuss – ich bin alleine, lasse die Seele baumeln und die Gedanken fliegen

Ich muss noch einmal zum Haus fahren um das Akku-Ladegerät meiner Bosch-Maschinen auszuschalten.

Am Weg komme ich abermals an LIPSOS vorbei. Das Schiff, dessen Bild ich am Anfang dieses Berichts schon gepostet habe, ist eine Gordon 50 aus türkischer Produktion.
Das Schiff hat aus meiner Sicht einen nicht unerheblichen Reparaturstau und muss vollumfänglich refittet werden – ich würde es als Projektschiff einstufen.
Erfahrungsgemäß sehen das die Verkäufer immer etwas anders, Annäherung dauert meist – sie beginnt aber immer mit dem ersten Schritt.

Diesen Schritt unternehme ich heute! Ich fahre am Rückweg vom Haus zu „Repapis“ und verfasse ein Mail an die Eigner von LIPSOS…

Bei einem Eis lässt es sich gut denken

Will ich wieder ein Schiff kaufen? Darauf gibt es eine klare Antwort – JEIN!

Aus HEUTIGER Sicht genießt das Haus Priorität, ich werde das Haus sanieren und es besitzen.
Trotzdem habe ich immer wieder Gedanken rund um Schiffe, verschiedene Lösungen sind denkbar.
Es muss aber ein Projektschiff sein, mein Budget für diese Spinnerei ist begrenzt.
Damit dies gelingen kann, muss man die Fühler ausstrecken – irgendwann bietet sich dann vielleicht eine Gelegenheit.

LIPSOS könnte so eine Gelegenheit sein…

Das Mail ist raus, die Dinge werden ihren Lauf nehmen. Ich kann mich auf das Abendessen freuen, denn heute gehe ich zusammen mit Bibi und Markus von der MOUSTIC nach Alinda ins „To Steki“.
Die Beiden sind mir ans Herz gewachsen, mit ihnen verfliegt die Zeit – und sie lieben Dimtris Treffpunkt…

Es ist aber auch ein schöner Platz und eine authentische Taverne

Wir sitzen ewig und leeren die Humpen – erst als der Popo, malträtiert durch die typischen griechischen Stühle, keine Verlängerung mehr zulässt, geben wir auf und treten den Heimweg an.

Morgen sehen wir weiter…

Ich wache auf, es ist schon 10 Minuten nach 08.00 Uhr. Ich schlafe selten so lange, aber der Körper holt sich eben was er braucht.
Bei einer Tasse Kaffee schreibe ich diese Blogzeilen und überlege mir, was der Tag so bringt.

Zum Monatsende sehe ich immer zu, dass der Blog fertig wird

Ein Leben auf einer griechischen Insel unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland.
Eines haben jedoch beide Lebensformen gemeinsam, man muss sich ab und an mit dem Wahnsinn auseinandersetzen, welchen Behörden, Ämter und Institute einem bereiten.

Heute war es wieder einmal so weit – ich will „nur schnell“ meine Mobiltelefonnummer in meinem Bankaccount ändern.
An die persönlichen Einstellungen zu kommen ist ganz einfach, so wie man sich das erwartet.

Nach der Eingabe der neuen Nummer wird eine SMS an diese versandt, ich gebe die Ziffernfolge ein und denke, dass ich am Ziel bin…
Weit gefehlt!
Jetzt wird noch eine SMS an die hinterlegte Sicherheitstelefonnummer versandt um zu verifizieren, dass die Verifizierung soweit seine Richtigkeit hat.

Der Haken – der Versand der SMS an meine deutsche Telefonnumer dauert länger als die fünf Minuten die ich zur Eingabe Zeit habe.
Ich beantrage einen neuen Code.
Auf einmal prasseln die Nachrichten herein – ein Code, ich gebe diesen ein…
Falscher Code! Noch einer – falscher Code! Noch einer – ihr ahnt es, falscher Code…

War ja klar

Die Codes haben irgendwann nicht mehr zur Eingabeaufforderung gepasst, ich wurde gesperrt.
Nicht für fünf Minuten oder einen Tag – nein, gesperrt.
Ich soll eine Telefonnummer anrufen – leider war, wie eigentlich zu erwarten, Freitagnachmittag und somit habe ich die Lösung auf Montag zu vertagen.
Ein Bankbesuch steht an, aber ich mag meine Bankmitarbeiterin, ich werde ihr vielleicht eine Süßigkeit mitbringen 😉 .

Mein Tag läuft also unrund an und das sollte auch noch ein wenig so weitergehen, denn mein erster Arbeitsansatz war nicht von Erfolg gekrönt.

Ich habe die Erneuerung der Schrankscharniere auf meiner Liste und wollte beginnen, diese sukzessive auszutauschen.
Leider haben wir die Rechnung ohne die polnischen Werftarbeiter gemacht…

Die Scharniere warten auf den Verbau
Nicht alles was gleich aussieht ist tatsächlich gleich

Der Teufel steckt im Detail! Nicht nur, dass es die baugleichen Scharniere mit und ohne Feder gibt, nein, es gibt sie auch mit unterschiedlicher Kröpfung.

Natürlich wurden diese nicht sortenrein verwendet und somit haben wir weder die richtige Anzahl von Scharnieren noch alle notwendigen Sorten.
Der Job muss vertagt werden…

Ich will ein Erfolgserlebnis! Also öffne ich mir erneut das Kompartment hinter der Salonsitzgruppe und schaffe mir Zugang zu den Wasserpumpen des Wassermachers und der Toilettenspülung.
Ich will meine Montagebrettchen ankleben, um zu gewährleisten, dass der PU-Kleber aushärtet.
Da sollte ja nichts dazwischenkommen, oder???

Die Polster müssen weg, dann kann man den Zugang öffnen
Hier geht es runter – kein Problem, wenn man weiß wo man hintreten muss
Platz ist in der kleinsten Hütte – ich bereite meine Brettchen vor…
…und klebe sie an die zuvor festgelegten Montageorte

Hat alles bestens geklappt – jetzt geht es auch meinem Ego wieder gut. Ich frage mich also, wie der Tag weitergehen könnte, da trudelt eine WhatsApp Nachricht von Martin ein.

Er „bastelt“ an der Gasanlage seiner STENELLA II und bräuchte noch ein paar Ersatzteile, ob ich noch etwas von meinem Umbau an NESSAJA übrig hätte?

Nein, habe ich nicht! Aber ich habe ein gewisses Interesse an Gasanlagen und halte mich bei diesem Thema aus meiner beruflichen Vergangenheit heraus für zumindest fachkundig.
Ich sichere dem Freund zu, einfach mal vorbeizukommen und mal zu sehen ob ich helfen kann.

Ist das etwas „speziell Türkisches“???

Tatsächlich haben Martin und Freund Roland gute Arbeit geleistet – zwei Kleinigkeiten haben für ein Missverstehen gesorgt…

Erstens wurde eine Schottverschraubung nicht als das klassische Normteil erkannt – es wurde nach Lösungen gesucht, welche es nicht gibt.
Zweitens, der vielleicht gravierendere Punkt, der Kupfer-Schneidring wurde nicht vormontiert, dadurch entstand der Eindruck, etwas würde nicht passen.

Bei Kupfer-Kupfer Verschraubungen ist vormontieren nicht zwingend, aber empfohlen.
Wir fachsimpeln ein wenig, verifizieren meine Annahmen durch die technischen Informationen von Marktührer GOK und kommen zu guter Letzt zu dem Schluss, dass eine fachgerechte Montage ohne Kompromisse möglich ist – wenn man nur ein Werkzeug für die Vormontage hätte 😉 …

Hier komme ich ins Spiel!

DAS ist der Grund, warum ich mir so Sachen immer gleich kaufe
Ich presse Martin den Schneidring auf

Ich habe das Werkzeug noch von meiner Anlage und biete Martin an, seinen Schneidring am Rohrstutzen vorzupressen.

Danach ist die Montage des Schlauches ein Kinderspiel – die Dichtheit werden wir noch prüfen.

Das war ein Erfolgserlebnis – ich bin happy und genieße den Rest des Tages beim Baden am Strand und bei einem Kaffee im „Skipper´s“

Am Abend bin ich ohnehin noch einmal mit der Crew der STENELLA II verabredet, man wolle ins „Tis Kakomoiras“ und würde mich einladen.
Das freut mich außerordentlich, ich nehme dankend an und genieße diesen Abend so wie den gestrigen.

Natürlich machen wir auch Touristenbilder 😉
Ein Dinner in netter Runde
Wir gehen erst spät nach Hause

Wir laden uns den Tisch voll bis er sich biegt, haben zu fünft aber keine Probleme den leckeren Meze von Xristos Team Herr zu werden.

Wir quatschen über Gott und die Welt und genießen das Sein. Herrlich!
Erst spät lassen wir uns die Rechnung bringen und brechen auf.
Die Freunde fahren mit dem Taxi zurück in die Marina und ich gönne mir etwas, was mit Sibylle immer etwas schwierig ist – ich lasse den Abend noch etwas laufen…

Brigitte hatte mir geschrieben, dass in Drimonas Weinfest ist und gefragt, ob ich mitkommen wolle.
Nun, zusagen konnte ich nicht, denn ich war ja mit Martin und Crew verabredet – ich habe mein Kommen nach Drimonas also offen lassen müssen.
Da aber 22.30 Uhr in Griechenland noch keine Zeit zum Schlafengehen ist, habe ich kurzerhand entschieden, den Tag dort ausklingen zu lassen.

Hophopahopa – in Drimonas war richtig was los

Brigitte und Hans zu finden war nicht schwer. Wir begrüßen uns, trinken noch etwas zusammen und hören der Musik zu.

Das ist die Stimmung, welche ich so gerne mag. Hier in Drimonas war ein deutlicher Überschuss der Lerianer zu verzeichnen, es war kein typisches Touristenfest.
Ich liebe es, den Griechen beim Feiern zuzusehen!

Brigitte erinnert mich an mein Sushiessen – sie hätte es nicht vergessen und Sibylle käme doch bald wieder.
Ob wir nicht gleich etwas ausmachen sollen? Klar, jederzeit – so wird an diesem Abend der Plan geboren, am Tag nach Sibylles Rückkehr im „Navarone“ der „Sushi-Night“ eine Aufwartung zu machen.

Ich mag Sushi – und die Vorfreude darauf

Das mag ich! Ein neuer Plan und fünf Tage Vorfreude. Inzwischen war es Mitternacht geworden, wir lassen den Besuch des Weinfestes ausklingen und verabschieden uns.

Das war ein toller Tag – zwei weitere hat der August noch in petto, mal sehen was da noch so reinpasst!

Endspurt also – ich tanke ein Tässchen Kaffee und beschäftige mich administrativen Tätigkeiten.
Gerade als ich eine zweite Tasse Kaffee aufbrühen möchte, erreicht mich eine WhatsApp von Melanie – „…wir gehen gegen 11.00 Uhr zum Brunch ins Cafè, kommst Du mit?“

Warum eigentlich nicht? Ich sage zu und beschließe, dass ich mir heute einen Snack gönnen werde und meine zweite Tasse Kaffee eben dazu genießen werde.

Gerade noch am Wachwerden vor dem Computer…
,,,finde ich mich kurze Zeit später im „La Palma Café“ wieder

Die Crew der INSPIRATION hat heute keine Eile, denn Patrick und Andy checken heute aus und treten erst um 14.30 Uhr ihre Heimreise an.
Bis dahin will die Crew sich die Zeit hier im Café um die Ohren schlagen.

Da muss ich leider vorher abbrechen! Ich bleibe bis 13.00 Uhr dabei und merke, dass ich langsam in mein Mittagskoma abgleite.
Es fällt mir generell schwer, mich am Nachmittag noch neu zu motivieren, es wird also Zeit, dass ich in die Puschen komme.

Ich verabschiede mich und ziehe mich auf ELOWYN zurück, wo die gestern begonnene Arbeit auf mich wartet.

Heute setze ich die Pumpe des Wassermachers um

Der Job ist rasch erledigt, es gibt keine Komplikationen.
Dass ein Schlauch nach dem Umsetzen der Pumpe zu kurz ist, das hatte ich vorausgesehen – ich werde diesen morgen kaufen und die Arbeit danach finalisieren.

Danach setze ich mich an den Computer und recherchiere wegen ELOWYNs Lichtmaschinen Setup.
Der Gedanke lässt mich seit Tagen beim Einschlafen nicht los – eigentlich dürfte bei ELOWYN die Lichtmaschine nicht mit der Servicebatteriebank verbunden sein.
Der unersättliche Hunger der Lithiumakkus nach Ladestrom sollte also keine Gefahr darstellen – dachte ich…

Leider hat ELOWYN aber zwei Lichtmaschinen und meine Recherche zeigt, dass tatsächlich eine Verbindung über einen Diodenverteiler hergestellt wurde.
Diesen gilt es nun in dem großen Schiff zu finden.

Mit etwas Glück war das rasch erledigt

Hier kann ich nun, zumindest für die noch kommenden zwei Urlaube, die Lichtmaschine von der LiFePo4 Bank nehmen und so die Gefahr einer Überlastung ausschalten.

Wie wir an der Stelle weiter verfahren, dass bleibt mit Volker zu besprechen.
Eile ist an dieser Baustelle nicht geboten.

Anders bei HPs „Orion XS“. Wenn wir die Verkabelung des Batterie zu Batterie Laders noch fertigstellen wollen, bevor es in die „heiße Phase“ bei ELOWYN geht, dann müssen wir uns ranhalten.
Dafür will ich vorbereitet sein und lese mich auch hier etwas ins Thema ein…

Ich vertiefe mich in die Einbau- und Verkabelungsempfehlungen des Herstellers

Mir raucht der Kopf, aber ich sehe mich gewappnet.
Morgen steht eine Einkaufstour an, ich brauche Kleinteile für ELOWYN und es ist inzwischen auch klar, welche Teile wir benötigen um auf LIBERTÉ weiter zu kommen.

Ich sehe mich schon mit Hans Peter im Ford Ranger über die Insel brausen…
Ach ja, zur Bank und zum Steuerberater muss ich ja auch noch, da war ja noch die Sache mit der Telefonnummer.

Ich brauche eine Erfrischung und gehe mit der Crew der STENELLA II zum Baden an den Marinastrand.
Das mehr ist sehr erfrischend, ich mag das – aber gemessen daran, dass wir Ende August haben, sind die Wassertemperaturen fast schon erstaunlich kühl.

Dann lege ich mich ein wenig ins Cockpit, denn zum „Sonntagsstammtisch“ sind es noch zwei Stunden – ich habe endlich mal etwas Zeit zum relaxen.

Dann aber – um 19.30 Uhr trifft sich die Sommer-Community zum großen Stelldichein…

Heute war klar – es würden einge Segler teilnehmen, ich habe sicherheitshalber für 15 Personen reserviert
Am Ende waren 18 Personen gekommen – mehr als je zuvor

Wir hatten jede Menge Spaß – und obwohl ich unumwunden zugebe, dass mir kleinere Gruppen besser liegen, habe ich mich gefreut zu sehen, wie gut wir zueinander finden.

Wir hatten Spaß und auch die neuen Teilnehmer haben sehr schnell Anschluss gefunden.

Jeder bestellt sein Lieblingsgericht und wir essen letztlich einmal mehr sehr gut.

Giros Kotopoulo me Patates

Und wie klingt so ein Sonntagabend aus – genau, mit einem Besuch bei „Repapis“!
Auch dort waren wir immerhin noch mit 14 Personen einmarschiert und haben den Abend dann gemeinsam ausklingen lassen.

Ich gönne mir ein großes Eis – denn erstens klingen die Schmerzen in meiner rechter Flanke langsam ab, zweitens, so bilde ich mir zumindest ein, habe ich mir das redlich verdient.

Mit 14 Leuten an der großen Tafel…

Gegen 22.30 Uhr brechen wir auf und verabschieden uns auf morgen – ein neuer Tag wartet, der letzte im August (just bei diesem Satz fällt mir ein Lied ein – wer weiß es?) 😉

Ebendieser Tag begann ziemlich verrückt, um nicht zu sagen stressig. Ich stehe relativ früh auf und brühe mir eine Tasse Kaffee auf – dann geht es los…

Zuerst zum Sanitärgeschäft um abzuklären ob ich Halter für mein Expansionsgefäß bekommen – nein, das gibt es hier nicht, also bitte ich Sibylle in Deutschland noch einmal um einen Baumarktbesuch.
Danach zum Steuerberater, Handynummer ändern lassen – ist in drei Minuten erledigt.
Anschließend zur Bank, ebenfalls wegen der neuen Handynummer – ich warte eine Viertelstunde, das Problem ist in 48 Sekunden erledigt!

Soweit, so gut – ich schaue im Nautikshop „Naval“ vorbei und besorge für Martins STENELLA II einen Victron Bluetooth Dongle.
Den bringe ich vorbei, installiere ihn rasch und werte mit Martin und Roland die Daten des Solarfeldes aus.

Eigentlich würde ich jetzt zu Hans Peter gehen, wenn nicht Volker die Bestellnummern seiner Scharniere angemahnt hätte – auch er muss rechtzeitig bestellen.
Also rasch zu ELOWYN und „mal schnell“ die Nummern abfotografiert…

Und es kam wie es kommen musste!

Als ich bei dem ersten Schrank die linke Türe öffne, finde ich ein flaches Scharnier…
…beim Öffnen der rechten Türe zeigt sich dagegen ein gekröpftes Scharnier – was für ein Scheiß

Als ich dann beim Öffnen der Navigationstischklappe eine dritte Bauart finde, gebe ich Volker Bescheid – so macht das keinen Sinn!

Wenn wir nicht vollends im Nebel stochern wollen, dann müssen wir alle Scharniere ansehen, identifizieren und zählen.
Nur so können wir sicherstellen, dass wir die richtige Anzahl der jeweiligen Bauart kaufen.

Der Eigner stimmt zu und wir vertagen dieses Thema – jetzt kann ich zu Hans Peter gehen um die restlichen Einkäufe zu erledigen.
Dachte ich…

Denn jetzt bimmelt mein Telefon und ich muss mal wieder Crawler auf die Seite fahren.
In mir rumort es, aber ich weiß wohl, hier ist kein Parkplatz sondern eine Boatyard – also füge ich mich…

Mit einer Stunde Verspätung treten HP und ich den Einkaufsmarathon an – umso schöner war es, dass wir relativ rasch alle Teile für seine und meine Projekte beisammen hatten.

Ein neuer Ausgleichsbehälter, welcher bei der zweiten Druckwasserpumpe verbaut wird
Dazu den fehlenden unteren Schlauch für die Wassermacher-Förderpumpe – dieses Projekt finalisiere ich sofort

Es war mir wichtig, den Kessel heute schon zu kaufen, um das Risiko auszuschließen, dass keiner der Druckbehälter auf Leros lagernd ist.

Ich habe somit alle wichtigen Bauteile beisammen, um das letzte größere Projekt sofort nach Sibylles Ankunft zu starten.
Sibylle wird mir die noch fehlenden Halter für die Wandbefestigung mitbringen.

Das Projekt der tiefer gesetzten Förderpumpe für den Wassermacher kann ich dagegen sofort abschließen.
Hier musste ich nur einen zu kurzen Schlauch ersetzen – das Projekt bekommt einen dicken Haken.

Jetzt war der Druck etwas raus – der Stress war vorüber, alles hat gut geklappt.
Ich sehe nach, wann ich Sibylle eigentlich von der Fähre abholen muss – normaler Weise kommt die BlueStar aus Kos hier um 22.35 Uhr an – nicht so am kommenden Mittwoch!

F*ck – 00.10 Uhr! Was für eine unchristliche Zeit, was für ein langer Abend kommt da auf mich zu

Mir schwant, dass dies ein langer Abend wird – ich hoffe darauf, dass ich irgendwie eine nette Gesellschaft finde.
Ich hege aber Zweifel an der Erfüllung meines Wunsches, denn die meisten Freunde planen ein Ablegen zu einer spätsommerlichen Abschlusstour binnen der nächsten zwei Tage.

Naja, das bekommen wir auch noch hin…

Bibi meldet sich per WhatsApp – „…ob nicht zufällig mein Batterie-Belastungstester in unmittelbarer Nähe läge, man könnte nach dem Kranen einen Test gebrauchen.“

Tatsächlich hatte ich den Tester gestern geholt – ich bejahe also die Frage und verhole mich zu MOUSTIC, just in dem Moment als Giannis sie mit dem Kran abholt.

Der Kran nimmt die Beneteau Oceanis 393 in die Gurte
Bibi freut sich – oder ist es Aufregung

Giannis hebt das schöne Schiff ins Wasser und alles läuft wie geschmiert. Ich gehe nicht mit an Bord sondern laufe langsam zum Steg, um beim Annehmen der Leinen zu helfen.

Dort treffe ich Melanie und Jörg und wir beschließen, dass wir gemeinsam der Ankunft der Freunde beiwohnen wollen und diese gebührend feiern werden.
Wohl gemerkt – sie kommen aus der Krangasse – keine 100m entfernt!

Dennoch – auch die Crew der MOUSTIC verdient eine Ankunftszeremonie…

Wir machen Fotos und bejubeln die Hafeneinfahrt der Freunde
MOUSTIC wird an den frequentierten D-Ponton gelegt – der Weg für neue Bekanntschaften ist geebnet
Ein gutes Anlegemanöver ruft nach einem…
ANLEGEBIER

Bibi und Markus bitten sowohl mich als auch die Crew der INSPIRATION an Bord.
Es gäbe ein eiskaltes Anlegebier – wer kann dazu schon nein sagen???

Wir lassen mein Enkelchen Heidi hochleben, die hat heute nämlich ihren dritten Geburtstag, dann sitzen wir da und klönschnacken.
So schön kann Feierabend sein!

Nicht vergessen darf man aber Verabredungen und entsprechende Reservierungen!
Daher brechen wir um 19.15 Uhr auch auf, denn wir haben bereits um 20.00 Uhr im „Serza“ am Merikia Beach reserviert.

Wir schaffen es gerade noch pünktlich zur Taverne, die Stimmung am Strand ist herrlich.

Die Sonne versinkt – die „blaue Stunde“ beginnt

Melanie wollte ein für sie neues Lokal ausprobieren, die Wahl fiel auf´s „Serza“, welches für seine pfiffige Küche bekannt ist.

Mir fiel auf, dass das Servicepersonal komplett durchgewechselt hat – offen gesagt fand ich die alte Besetzung sympathischer – und auch leichte Schwächen in der A-Note gab es zu beklagen.
Ich gehe davon aus, dass es der Hochsaison geschuldet ist.

Alles in allem haben wir aber sehr gut gegessen und wir konzentrieren uns lieber auf die starken Seiten wie zum Beispiel das beste Sauerteigbrot der Insel, ein super leckeres Tarama und die phantastischen Bohnen.

Die Vorspeisen waren sehr gut
Auch die Hauptspeisen waren lecker – die Leber hätte 30 Sekunden länger braten dürfen…

Wir sitzen lang und reden viel – ich habe die Familie aus Tölz in mein Herz geschlossen, wir sind richtige Freunde geworden.

Ich erwähne das, weil es nach wie vor das Salz in der Suppe ist. Wir haben, die Familie ausgenommen, hier viel mehr soziale Kontakte als in der Heimat.
Die meisten sind schonmal über ein gemeinsames Interesse entstanden und es bilden sich richtige Freundschaften.
Auf diesem Grundgedanken stützt sich der Blogtitel und der Kreis kann sich schließen.

Kontinuität und Tiefgang gelingen nicht immer, manchmal bleibt es lockerer, hin und wieder trennen Abschiede die entstandenen Bande.
Interessant und bereichernd sind die Begegnungen allemal.

Wir fahren zufrieden nach Hause und so findet auch ein arbeitsreicher August ein harmonisches, ausgewogenes Ende.
Es ist schon fast Mitternacht, fast September, als ich ELOWYN erreiche…

Ich entere mein temporäres Zuhause…
…und genieße noch ein wenig die Lichter von Lakki und die Ruhe der Nacht

Wie geht es weiter? Was erwartet uns im August?

Nun, das Gespräch mit dem Eigner einer weiteren großen Yacht in der Marina ist noch offen – werde ich eine zweite Stelle als Bootsmann annehmen?

Sibylle kommt, genau genommen, am Donnerstag um 00.10 Uhr zurück 😉 – unser Lebensrythmus wird sich abermals ändern, wir müssen einen gemeinsamen Flow finden.
Vielleicht gönnen wir uns eine Woche Urlaub mit dem Motorrad.

ELOWYN läuft noch einmal aus – das bedeutet für mich, dass ich temporär in meinem Haus in Plaka schlafen werde.
Zudem kommt zum Ende des Monats unser Sohn Stefan mit Amelie und den Enkelchen Anton und Paula.

Wie passt Hans Peters Energieprojekt in meine Pläne – können wir die Mammutaufgabe finalisieren?

Es verspricht ein spannender, lebhafter und intensiver Monat zu werden.
Bleibt uns weiter gewogen…

Grüße von Bord der ELOWYN, Mario





Juli 2026 – Das geht raus an alle Spinner…

Der Song von Revolverheld aus dem Jahr 2010 heißt „Spinner“ – ich finde jedoch die volle Refrainzeile ansprechender und habe diese daher als Blog-Headline für den Juli verwendet.

„Spinner“ ist ein relativ neuer Song, der eigentlich gar nicht so in die bisherige Reihe passt.
Ihr werdet aber sehr schnell verstehen, warum ich den „Spinnern wie dir und mir“ eine Headline widme.

„Lass dein altes Leben hinter dir
Und geh durch diese neue Tür

Das geht raus an alle Spinner
Denn sie sind die Gewinner
Wir kennen keine Limits
Ab heute für immer
Das geht raus an alle Spinner
Weil alles ohne Sinn wär‘
Ohne Spinner wie dich und mich“

Und „Du spinnst…“ war noch das Harmloseste was ich mir nach dem Kauf meines neuen Vehikels anhören durfte 😉 !

Ich konnte nicht „NEIN“ sagen

Ich konnte unser Mobilitätsproblem gleich zweifach lösen – beide Lösungen lassen es durchaus zu, mich Spinner zu nennen.
In jedem Fall hat es Spaß gemacht und wird wohl eine Geschichte, die ich später meinen Enkeln erzählen kann.

Doch bis es soweit war, sollten noch ein paar Tage vergehen. Noch waren wir im Besitz von Sibylles rotem Honda Civic und verweilten ja am Bodensee bei meiner Tochter.

Der Honda war seit drei Monaten TÜV fällig und aus meinem Werkstattumfeld will ihn wirklich kein Monteur anfassen.
Die Reparatur in Griechenland hätte sich nur gelohnt, wenn Sibylle ihn weiterfahren wollte, aber selbst hier blieb meine Frau eine Entscheidung schuldig.

Doch all das werde ich die nächsten Tage entscheiden, jetzt sind wir erst einmal bei meinen drei Bodenssee-Enkeln und für heute steht ein Ausflug in einen Familien-Freizeitpark am Programm.

Das „Traumland“ nahe Reutlingen ist unser Ziel
Der Opa lädt zum Freizeitvergnügen und kündigt dafür seinen Bausparvertrag – es ist Wahnsinn was inzwischen an Eintritt aufgerufen wird

Diese Art Parks rufen inzwischen richtig hohe Eintrittsgelder auf. Denkt man darüber nach, dann kann man eine gewisse Rechtfertigung erkennen, dennoch belastet ein solcher Tag das Budget einer Familie sehr.

Gut, wenn es einen Opa gibt der es sich nicht nehmen lässt, hier eine Einladung auszusprechen.

Ein zweites Mal muss ich, nach dem Treffen mit einem früheren Arbeitskollegen, an meine Zeit bei Elring im Landkreis Reutlingen denken.
Hier bei der „Bärenhöhle“ waren wir einmal in einer Art Tagungsstätte zu einem Event mit Kunden – ich erlebe somit auch eine Reise in meine Vergangenheit.

Wir haben den Weg auf uns genommen, weil die Mädchen den Park lieben und Sibylle und ich von hier aus einen leichten Heimweg haben.

Der Park bietet allerhand
Na, wenn es mich da mal nicht trifft…
Zu Anfang die Märchenbuden für die Kleinen
Dann die ersten Karussells und Fahrgeschäfte – die Kleinen waren glücklich

Während wir vom Bodensee aus nach Reutlingen gefahren waren, spielten sich am See selbst wohl dramatisch-spannende Szenen ab.

Schwiegertochter Sonja schreibt uns aus Miesbach, dass sie hoffe, dass „…wir nicht in der Nähe von Friedrichshafen wären!“

Um ihre Sorge zu belegen, schickt sie gleich ein Bild aus den Medien mit.

Wow, eine Wasserhose über dem Bodensee

Wir geben Entwarnung, sind aber echt baff als wir das Bild sehen. Solche Wetterphänomene gibt es immer wieder auch auf deutschen Seen, aber in dieser Größe und mit dieser Wucht war es mir bisher nicht bekannt.

Ich bin auch fasziniert – ich würde so eine Wasserhose gerne einmal in natura sehen, gleichwohl ängstigen diese Naturgewalten auch.
Es ist ein Wunder und gleichzeitig das Wichtigste, dass bei Friedrichshafen wohl keine Menschen zu Schaden kamen.

Wir ließen uns den Spaß nicht verderben und widmeten uns weiter den Fahrgeschäften des Freizeitparks.

Die kleine, wilde Achterbahn fasziniert
Aus der Wasserrutsche sind die Kinder kaum herauszubekommen

Wir verleben einen schönen Tag. Es gibt noch ein Eis und eine Brotzeit, dann trennen sich unsere Wege.

Wir fahren von hier aus über Ulm und Augsburg auf der A8 Richtung München, die Kinder und Kindeskinder fahren über Land zurück an ihren Wohnort.

Ich freue mich, wenn die Fünf mich einmal auf Leros besuchen werden. Das würde ein Heimspiel für mich und sicher nicht weniger lustig.
Bis dahin wird es noch etwas dauern, ich hoffe der nächste Besuch ist nicht erst in einem Jahr.

Der Heimweg zieht sich und wir benötigen tatsächlich über drei Stunden vom Freizeitpark nach Erding.
Mit dem letzten Tropfen Sprit im Tank kommen wir an…

Die Treibstoffpreise sind horrend, da sind die 1.98 für den Liter E10 noch moderat

Gleich die erste Tankstelle nach der Autobahn bietet den Liter E10 für 1.97,9€ an – das ist zwar für meinen Geschmack echt zuviel, aber hier in der Region noch als moderat einzustufen.

Ich tanke voll und erlebe mein „blaues Aral-Wunder“…

Während des Tankvorgangs sehe ich mir den Preis auf der Zapfsäule aus dem Augenwinkel an – nanu, da steht doch eine 2 davor!

Was für eine Bauernfängerei

An der Kasse steht eine Dame vor mir welche sich ob des Preisunterschieds gerade mächtig beschwert.
Der junge Mann an der Kasse zuckt mit den Schultern, verweist auf die defekte Anzeigetafel und darauf, dass der Preis an der Zapfsäule bindend sei.

Ich verzichte auf die laute Beschwerde und überlege, ob es wohl Sinn macht eine Mail an den Konzern zu schreiben.
Ja, theoretisch schon! Praktisch reden wir in meinem Fall von 3.-€ Differenz, welche mir zu gering erscheint um sowohl Zeit als auch Nerven zu investieren.

Dafür schreibe ich es hier in meinem Blog – Leute, tankt nicht an der Aral in Garching-Hochbrück!

Wir erreichen Erding um 20.30 Uhr – und haben einen Bärenhunger. Sibylle schlägt den örtlichen Thai als Lokal der Wahl vor.
Und dieser Vorschlag war ein Volltreffer!!!

Zur Vorspeise gibt es Sommerrollen
Sibylle wählt ein Curry, ich bekomme etwas mit Hoi-Sin Soße (Nr. 97 😉 )

Diese Einkehr war bis heute die preiswerteste seit wir hier sind. Das Essen war phantastisch, die Preise mehr als moderat.
Ich schlage sofort vor, diese Wirtschaft noch einmal zu besuchen.

Ich setze Sibylle bei ihrer Tochter ab und trete dann den 80km langen Heimweg in mein Quartier am Schliersee an.
Ich liebe es, in der Nacht Auto zu fahren. Ich fahre über Land und lasse die Gedanken fliegen – wie würde ich meinen Audi ersetzen???

Naja, sehen wir was der morgige Tag bringt…

Und der begann mit einer Leckerei!

Kas-Leberkassemmel zum Frühstück – welch ein Start in den Tag

Die selbstauferlegte Regel lautet, dass ich niemals zur Metzgerei „Holnburger“ fahren würde um mir die bayrische Spezialität zu kaufen.

Sollte mich mein Weg aber an der Leberkasschmiede vorbeiführen, dann ist ein Kauf des Schmankerls eher zwingend als optional.

Da ich heute zu Sohn Florian fahre um Klicker an den neuen Besitzer zu übergeben, scheint mir ein Leberkasfrühstück ein guter Start zu sein.

Klicker muss abgemeldet werden
Zwei Wackelkandidaten auf einem Bild

Das Abmeldeprocedere auf der Zulassungsstelle geht sehr rasch. Ich habe nach dem Behördengang noch Zeit, denn ich bin erst um 10.00 Uhr mit dem rumänischen Abnehmer verabredet.

Ich ziehe mich ein wenig zurück um die Gedanken zu sammeln und den Blick schweifen zu lassen.
Gleich hinter unserem ehemaligen Haus zieht sich eine kleine Anhöhe hinauf, von hier hat mein einen herrlichen Blick über die Kreisstadt Miesbach.

Ich parke den roten Flitzer an einer Bank – auch seine Uhr tickt
Der Blick Richtung Miesbach ist herrlich

Wie erzähle ich kurz, was in der nächsten halben Stunde passiert???

Ich fahre zurück vor unsere ehemalige Garage und beginne die Unterlagen für Klicker vorzubereiten und den Kaufvertrag auszufüllen.
Da spricht mich ein junger Mann an, Brille mit Goldrand, goldene Halskette, goldene Uhr – vom Typ eher schleimig aber durchaus nett.
Er wüsste gerne, wem der schwarze Audi gehört.

Als ich mich als Besitzer zu erkennen gebe umgarnt er mich mit salbigen Worten und unseriösen Angeboten, von denen ich weiß, dass im Falle einer Zusage keines haltbar sein würde.
Ich verneine, der Wagen ist vergeben!
Als mehrere Versuche mir den Audi doch noch abzuschwatzen scheiterten, schwenkt er um, sieht die abgelaufene TÜV-Plakette des Honda und sagt…

„Dann kaufe ich den! Du brauchst den nicht mehr, der hat keinen TÜV, da bekommst Du einen Punkt!“

Ich kläre ihn auf, dass man bei vier Monaten noch keinen Punkt bekommt, der Wagen für 600.-€ verkauft werden soll, er ihn aber erst nach dem 20.07. haben könnte.
Er startet seine Verhandlungen – aber just in diesem Moment kommt der neue Eigner von Klicker, dem ich mich gleich zuwende.

Der steht mit mir alleine am Audi und sagt – „…ich nehme den Honda auch, schick´die Typen weg!“

Da ich den Mann über einen Freund kenne und er vertrauenswürdig ist und auch Manieren zeigt, handle ich genau so.
Ich schicke die Überraschungsgäste weg und verhandle mit dem empfohlenen Autohändler aus Rumänien.
Er zögert nicht, kauft den Honda für den Zielpreis und lässt mich noch vier Tage fahren.

Als ich Sibylle anrufe und ihr sage, dass wir in vier Tagen kein Auto mehr haben, fällt sie aus allen Wolken – „…und wie gedenkst Du das Problem zu lösen? Du spinnst total!“

Da haben wir es! Ich spinne! Ich verhole mich zum Nachdenken an den Schliersee…

Kaum etwas los – der See lädt zum Bade und zur Abkühlung des überhitzen Denkzentrums

Am nächsten Tag hole ich Sibylle zu mir an den See. Sie hat inzwischen die meisten meiner Bestellungen erhalten und ich könne die Pakete bei dieser Gelegenheit gleich mitnehmen.

Im Wesentlichen habe ich Ersatzteile für meinen Fiat Panda 4×4 Climbing auf Leros bestellt.
Der schlumpfblaue Offroader ist ein relativ feines Wägelchen und war, gemessen an deutschen Preisen, eher teuer.
In Griechenland sind Autos ohnehin teurer, aber Sibylle und ich haben entschieden, dass wir diese Investition machen.

So scheint es logisch, dass wir „Smurfy“ die Liebe angedeihen lassen, die er benötigt und bestellen dafür allerhand Teile, welche ich in meinem Zimmer sammle.

An der Wand und unter dem Tisch stapeln sich die Ersatzteile

Bei einem Besuch beim örtlichen Fiat Händler wird eine Idee geboren – die erste „Spinnerei“ des Monats.

Ein banaler Plastik-Handgriff für das Verdunkelungsrollo des Glas-Panoramadaches kostet 120.-€!
Manchmal wäre es gut, wenn man ein Schlachtfahrzeug hätte…

Ihr ahnt es – warum nicht einen billigen Panda kaufen und als Schlachtfahrzeug nach Leros bringen?
Bis ich ihn nach Griechenland fahre, könnte Sibylle ihn in Deutschland nutzen – das würde genau passen, denn ab März 2027 könnte sie den Wagen ihrer Schwiegertochter übernehmen.

Gedacht – gemacht! Wir sehen uns nach billigen Pandas um und werden in Bernau am Chiemsee fündig.

Wir kaufen das Wägelchen und nennen ihn HP

Wer genau hinschaut und sich etwas auskennt wird sofort entdecken, dass es nicht „irgendein“ Panda ist und dass der Name HP nicht von ungefähr kommt.

Es gibt einen echt raren und nur in 30.000 Einheiten gebauten Panda Typ 169, den sogenannten 100HP, wobei der Name Programm ist.
Das nur 975kg schwere Wägelchen hat einen 100 PS Saugmotor verpasst bekommen, welcher ihn zu einer Kanonenkugel macht.

Wer mich kennt weiß längst, dass die Suche nach einem 100HP kein Zufall war – und wer Lust hat bemüht mal Google nach „Fiat Panda 4×4 100HP“…

Der Motor passt ohne größere Umbauten auf das Allradgetriebe und verleiht dem 4×4 dann einen sportlichen Touch.
Ich kaufe mir quasi ein besonderes Modell als Teileträger für meinen kleinen Schlumpf 😉 !

Spinne ich? Naja, ein bisschen vielleicht…

Ich fahre Sibylle zurück und es reicht noch für einen Besuch beim Herrenausstatter meiner Wahl.

Ein Pflichttermin

Ich brauche nicht viel und so ist der Besuch im „Strauss Workwearstore“ auch schnell erledigt.
Ich bekomme alles was ich benötige und bin somit wieder eingekleidet.

Der Laden liegt, ein kleiner Umweg eingeschlossen, am Weg zu Sibylles Tocher, so kann ich den Besuch bei jedem Deutschlandaufenthalt gut einplanen.

Als ich Sibylle abgesetzt habe und zurück an den Schliersee fahre, muss ich das Thermometer des Honda fotografieren.
Es war brutal heiß während der letzten Wochen, aber nach einem kurzen Wettereinbruch und dem Ende der hochsommerlichen Temperaturen, haben sich bitterkalte Nächte eingeschlichen – im Juli!

Nachts am Schliersee – 13°C

Die nächtlichen Temperaturen klettern nur unwesentlich über die 10°C Marke und sorgen dafür, dass der See sehr rasch wieder abkühlt und erfrischend wird.

Das macht das rasche Eintauchen schwieriger, sorgt aber an den nun abermals folgenden heißen Tagen für die willkommene Abkühlung.

Ich habe am kommenden Tag einen Termin in München – ich sehe mir ein Fahrzeug an.
Es ist ein Wagen der mich reizt, den ich schon länger am Schirm habe und der in eine Kategorie meiner Suchkriterien passt – deshalb wird er mir als Ergebnis bei „mobile.de“ vorgeschlagen.

Ich konnte nicht an ihm vorbeigehen und musste zusagen – das Prädikat „Spinner“ wird mir ab nun wohl länger anhaften.

Tataaaaa – darf ich euch mein neues Auto vorstellen, er hat den Namen „Crawler“.

Über alle Zweifel erhaben – mein „Crawler“

Ich habe ein Faible für Off-Road Fahrzeuge, das dürfte bekannt sein. Ich mag Wohnmobile, weil sie Unabhängigkeit verleihen und ich ab und an transportieren muss.

Neben vielen anderen Optionen habe ich daher nach „Allrad Wohnmobilen“ gesucht.
Normaler Weise fallen die Mitsubishi L300 4×4 aus, weil sie inzwischen hoch gehandelt werden.
Dieser hier war gerade noch in meinem Preisrahmen.

Das Besondere – „Crawler“ ist ein Wohnmobil mit H-Zulassung, also ein anerkannter Oldtimer mit einem 2.5 Liter Turbodiesel und 87 PS.
Der Wagen ist Erstzulassung 1991, also 35 Jahre alt.
Die Allrad Technik stammt aus dem Mitsubishi Pajero, ein richtig geländegängiges Vehikel mit zuschaltbarem Allrad, Untersetzungen und Freilaufnaben.

Ich erkläre „Crawler“ zu meinem neuen Hobby – und damit ich auch als Spinner in euren Köpfen verhaftet bleibe, gebe ich noch eine Vision als Zielbild mit dazu.
Ich möchte, dass mein Bus in etwa zwei Jahren so ähnlich aussieht…

So ähnlich könnte er aussehen

In dieser Phase des Monats fallen die Würfel für meine Heimreise – ich werde mit Crawler bis Brindisi fahren und dann von Igoumenitsa nach Piräus.

Im Wagen werde ich das ganze Gepäck mitnehmen und die Pandateile transportieren.
Dafür möble ich den betagten Wagen, der an einigen Ecken etwas Zuwendung braucht, auf und bereite ihn für die Tour und meine Übernachtungen entsprechend vor.

Auf Leros wird er dann nach und nach seine Frischzellenkur bekommen.
Mein Freund und ich spinnen derweil hier am Schliersee weiter und schmieden Zukunftspläne in denen Crawler ans Nordkap und nach Afrika darf.
Ich gestehe auch ein, dass ich ihn, als Sibylle neulich die PanAmericana erwähnt hat, automatisch in meinem Kopf damit verknüpft habe.

Leute ich sag´s euch – spinnen macht Spaß! Und Hunger!
So freut es uns ganz besonders, dass wir eine Einladung von Kate bekamen, es sei eine „Schnitzerl-Session“ geplant!

Sollte reichen für drei Personen

Am nächsten Tag fahren wir die letzten Kilometer mit dem Honda.
Wir besuchen unsere Tochter und begutachten den Neubau der jungen Familie.

Der Umzug ist für Ende August anberaumt und es steht zur Debatte, dass Sibylle zu diesem Zeitpunkt schon wieder nach Deutschland fliegt um zu unterstützen.

Zu diesem Zweck könnte sie den Panda HP benutzen, der wäre dann zugelassen und muss für den Einsatz nur noch eine neue Antriebswelle bekommen – nach Griechenland soll er erst Anfang 2027 überführt werden.

Die Doppelhaushälfte ist fast fertig, einen Nachbarn gibt es noch nicht – dafür gibt es inzwischen ein Klo am Haus

Wir bringen den Honda nach Miesbach und Sibylle räumt ihn aus.
Ab jetzt fahren wir mit Crawler.

In dieser Phase des Monats bin ich fast jeden Tag damit beschäftigt, den Juni Blog fertig zu stellen.
Ich bin durch die Familienbesuche, die Autothematik und die vielen Pendelfahrten so in Verzug geraten, dass ich nahezu jede freie Minute zum Schreiben nutze.

Es nützt alles nichts, ich überziehe fast eine Woche und kann den Bericht des vergangenen Monats erst Ende der ersten Juli-Woche abschicken – das soll mir diesen Monat nicht passieren!

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Ich liebe Spaghetti Eis – eines hatte ich ja schon gehabt, als wir mit der kleinen Heidi beim Eisessen waren.

Heute sitze ich, wie so häufig während der letzten Tage, mit Rita und René beim Abendessen.
Rita hat Schinkennudeln gemacht, wir schwatzen über Gott und die Welt.
Just in diesem Moment bringt René ein Eis ins Spiel, er hätte Vanille im Haus…

Irgendwie fällt das Wort „Spaghetti-Eis“ und wir drei sind angefixt.
Leider haben wir nicht alle Zutaten im Haus und wir wollen nicht mehr zur Eisdiele fahren – wir müssen also improvisieren.

Klein aber fein – und (fast) stilgerecht

Sibylle schläft heute Nacht bei mir am Schliersee – das ist sinnvoll, denn für morgen steht ein lang geplanter Termin in unserem Kalender.

Unser Freund Jörg von der INSPIRATION hat, während des letzten Treffens in Leros schon, den heutigen Tag für sich bei uns reserviert.
Er hat Geburtstag und lädt uns ein – eine Einladung, der wir gerne Folge leisten.

Man feiert ganztägig und erwartet uns gegen Mittag.

Ok, dann! Sibylle und ich stehen auf, machen uns fertig und packen Badesachen ein.
Dann machen wir uns auf den Weg nach Bad Tölz – es ist nicht sehr weit, der Weg in die Nachbargemeinde beträgt nur etwa 35km.
Mit Crawler, nomen est omen, wird diese Strecke aber zur Weltreise – eine mittlere Reisegeschwindigkeit von 80km/h macht ihn zu einer „Entschleunigungsmaschine“ der man sich ergibt und zu genießen beginnt.

Zuerst aber gönnen wir uns ein Frühstück am Weg…

Ich entscheide mich für eine Schinken-Käsebreze und a Haferl Kaffee

Nach dem Frühstück kaufen wir noch das Geburtstagsgeschenk und machen uns dann auf die Fahrt.

Genussvoll brummeln wir durch´s Oberland und genießen die tolle Landschaft bei herrlichem Wetter.

Nach etwa einer knappen Stunde, kommen wir ziemlich pünktlich am Haus unserer Freunde an.
Es ist schön, wenn man sich als „Nachbarn“ in Leros trifft und kennenlernt und diese Freundschaft nach und nach wachsen lässt.
Wir freuen uns ganz sakrisch über diese Einladung!

Wir parken Crawler zentral in der großen Einfahrt
Nach dem großen HALLO und der Erstgratulation stoßen wir mit einer Perlbrause an – die Badesachen haben wir nicht zufällig dabei

Wir genießen einen tollen Tag mit Jörg, Melanie und deren Familie. Wir lernen neue Leute kennen und haben kurzweilige Stunden.

Ich muss nicht erwähnen, dass wir kulinarisch bestens versorgt wurden und ein BBQ vom Feinsten den Abend abgerundet hat?
Alles war perfekt organisiert und umgesetzt – vielen Dank, dass wir teilnehmen durften.

Aufgrund der Tatsache, dass ich mit drei Bierchen zwar wohl noch sprech- aber kaum mehr fahrtüchtig war – dies zumindest in den Augen der deutschen Exekutive – kam Sibylle spätabends in den Genuss ihrer ersten Kilometer am Volant von Crawler.
Ungewohnt, zögerlich zunächst, wird sie rasch warm mit dem Relikt aus längst vergangenen Tagen und chauffiert uns sicher nach Hause.

Wir fielen müde ins Bett, denn am nächsten Tag stand Verwaltungskram auf dem Plan.

Heute steht die Zulassung von Crawler auf dem Plan

Ich finde mich sehr früh morgens an der Zulassungsstelle ein um zwei Meldevorgänge abzuschließen.
Zum einen wird der rote Honda abgemeldet um gegen 10.00 Uhr an seinen neuen Besitzer übergeben zu werden.

Zum anderen wird heute mein kleiner Crawler auf mich angemeldet und verliert in diesem Zuge seine Münchener Stadtzulassung.
Ich erbitte mir ein Wunschkennzeichen und da L300 nicht mehr frei war, entscheide ich mich für IL300.
Das I ist nur ein Platzhalter, wer aber möchte kann IL als „Island Life“ oder „Island Leros“ interpretieren.

Man hat keinerlei Zicken gemacht wegen der Wohnmobil H-Zulassung, dies wertet den Crawler für mich richtig auf.

Der Oldtimer trägt sein neues Kennzeichen

Nachdem auf dem Amt alles bestens geklappt hat, bin ich zu unserem ehemaligen Haus gefahren und habe den Honda an den rumänischen Käufer übergeben.

Damit haben Sibylle und ich einmal unseren Fuhrpark durchgetauscht. Der Honda hatte seinen Dienst erfüllt und hätte auch noch funktioniert – leider wollte niemand den Civic Type-S reparieren oder fahren.

Anders bei Klicker – er war beliebt, jeder hat ihn sich geborgt und in der Werkstatt in der mein Sohn Serviceleiter ist, hätte man für ihn gesorgt.
Leider waren 385.000km schon sein Limit.
Das vor einem Jahr investierte Geld hat sich nur sehr bedingt gelohnt.

Ich hoffe, dass wir mit der neuen Auswahl an „g´spinnerten Kisten“ etwas mehr Glück haben.

Nach der Übergabe des Civic hole ich Sibylle in Erding ab, sie wird einige Tage in Miesbach verbringen.
Ihre erste Frage an mich – „…kannst Du mich zum Schuhgeschäft bringen? Ich brauche DRINGEND ein paar Schuhe!“

Sibylle ist in ihrem Element – die Kleiderecke des Schuhgeschäftes ist gut sortiert. Und was macht sie mit mir???
Ich werde im Spieleparadies abgegeben – na toll!

Rache ist süß – gleich nachdem ich den kurzen Einkaufsbummel hinter mich gebracht hatte, war ich am Zug.

Der sündteure Griff für das Sonnenrollo an meinem Panda 4×4 war bei Fiat eingetroffen und ich solle diesen bitte abholen.
Da der örtliche Fiat Händler nicht sehr weit entfernt war, hatte ich nun meinen Einkaufsrausch.
Sibylle wartete inzwischen gelangweilt im Auto – quid pro quo!

Ich erfahre mein Shoppinerlebnis bei Fiat

Für ein paar Stunden müssen sich nun unsere Wege trennen. Ich fahre Sibylle zu ihrem Sohn, sie hat versprochen, die Buben von der Schule abzuholen und den Nachmittag lang auf sie aufzupassen.

Ich hingegen bin um 17.00 Uhr in Bernau mit dem Verkäufer von HP (nicht dem aus dem Saarland, der aus Italien) verabredet.
Ich fahre mit René dorthin um den flotten Panda abzuholen.

Zum Abendessen waren wir mit Rita und René verabredet, Sibylle würde später mit dem Wagen der Schwiegertochter wieder zu uns stoßen.
Alles klar? Nein? Macht nix…

René und ich nehmen das große Wohnmobil um im Pannenfall abschleppen zu können
Die Übergabe des Panda 100HP klappt reibungslos

Der flotte Italiener sieht aus, als hätte man Klicker zu heiß gewaschen. Zudem trägt er das Nummernschild seines schwarzen Vorgängers.

Der kleine Flitzer hat einen gravierenden Mangel – er hat ein Geräusch an der vorderen, linken Antriebswelle. Es handelt sich um ein sehr lautes Klackern, welches ihm fast den Namen Klacker eingebracht hätte.
Letztlich ist die Wahl aber auf HP gefallen!

Ich brummle mit dem klackernden HP über den Landstraßenweg in Richtung Schliersee, gefolgt von René in seinem neuen Wohnmobil.
Er könnte mich im Falle einer Panne sofort an den Haken nehmen.

Es passiert aber nichts – im Gegenteil! HP fährt so prima, dass ich beschließe, gleich die Optionen für eine neue TÜV-Plakette ansehen zu lassen.
Wir fahren ihn direkt bis in die Werkstatt und übergeben ihn zur Reparatur der Antriebswelle und zum TÜV-Check.

Bereits eine Stunde später sitzen wir zu viert in einem neu eröffneten Thai-Restaurant in der Nähe des Tegernsees.
Wir haben Hunger und der Name des Lokals wird nach der Bestellung zum Programm.

Ohne Mampf kein Kampf – das Dinner ist mehr als verdient

Nachdem wir gut gespeist hatten, uns währenddessen gut unterhalten haben und dabei einen kurzweiligen und lustigen Abend zu viert hatten, war noch Platz für eine Nachspeise.

Sibylle winkt ab, sie wolle nichts mehr. Wir anderen finden auf der Karte des Restaurants auch nichts Erquickendes mehr.
„Wie wäre es mit der Eisdiele gleich am Autoparkplatz?“ fragt René – doch die war leider schon geschlossen.

Unsere Wege trennten sich hier. Sibylle fuhr wieder zu ihrem Sohn nach Miesbach, wir drei machten uns auf den Weg nach Schliersee.
Dabei passieren wir eine Eisdiele, sie war noch geöffnet!

Es brauchte keine Worte – René stoppte den Wagen, wir stiegen aus und ließen den Abend bei einer Kugel Eis in der Waffel ausklingen.

Auf der Theke stand ein Schild – meine Augen blieben daran hängen…

Ich muss an „Repapis“ und die freundlichen, herzlichen Griechen denken

Nein, wir wollen uns nicht setzen. Lieber schlendern wir 100m die Straße hinauf und wieder herunter.
Das Schlotzeis war ein leckerer Ausklang des Abends und ich wollte diesen nicht verderben – aber hier esse ich kein Eis mehr.

Nicht, dass ich den Gedanken des Eisdielenbetreibers nicht verstehen würde, aber es klingt eben mehr als unfreundlich und abweisend.
Ohnehin waren an diesem Abend, zu dieser Stunde kaum noch Tische belegt.

Auch den Folgetag verbringen Sibylle und ich weitgehend zusammen. Wir eröffnen mit einem leckeren Frühstück in „Marys Esszimmer“ um dann ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.
Wenn wir in Deutschland sind, gibt es ja immer eine Besorgungsliste von Dingen die man auf Leros nur schwer bekommt.

Wir gönnen uns heute ein Frühstück, so sind wir für den Einkaufsbummel gewappnet

Sibylle hat in Deutschland ja auch immer eine ganze Menge an Arztterminen im Kalender stehen.
Wenn ein solcher Tag ansteht, dann verleben wir den Tag meist getrennt voneinader oder unsere Wege trennen sich zumindest für ein paar Stunden.

Ich nutze die Zeit dann sinnvoll und widme mich meinen Aufgaben oder der Vorbereitung von Crawler für die anstehende Rückreise.
Ich wollte ihn etwas sauber machen, meine persönlichen Dinge aus dem Audi einräumen und ihm einen ersten technischen Check angedeihen lassen – immerhin hat er 2000km durch Italien und Griechenland vor der Brust.

Rita und René geben mir ein paar Dinge aus dem Ferienhaus, so dass ich mit Bettsachen und einer Basis-Geschirrausstattung aufwarten kann.
Im Großen und Ganzen scheine ich gewappnet.

Crawler wird gereinigt und vorbereitet, der erste Schwung an Transportgüter wird bereits verräumt

Ich plane gerade meine Rückreise, welche ich am 19.07. antreten möchte.
Die Termine sind zwar noch nicht in Stein gemeißelt, der 19. bietet sich jedoch an, weil wir die beiden Tage zuvor mit meinem Sohn und seiner Familie verbringen werden und dann unseren Aufenthalt im Landkreis Miesbach beim Sommerfest des älteren Sohnes ausklingen lassen würden.
Am Tag darauf, eben am 19., könnte ich frühmorgens aufbrechen und Sibylle würde zur Tochter nach Erding zurückkehren um von dort aus ihren Rückflug nach Griechenland vorzubereiten – dieser ist für den 20. geplant.

Meine Route plane ich in vier Etappen ohne Autobahn. Ich würde von Miesbach über Österreich und durch die südtiroler Dolomiten bis zum Gardasee fahren.
Ab hier dann durch Oberitalien bis an die Adriaküste bis etwa Rimini.
Die nächste Etappe würde mich entlang der Küste und parallel zur Autobahn bis in die Region des Gargano nach Apulien führen.
Am letzten Tag plane ich Brindisi zu erreichen, von wo aus mich eine Tagesfähre nach Igoumenitsa bringt.

1.400km in vier Etappen

Zur Not kann ich immer auf die Autobahn ausweichen und etwas Strecke machen, aber einen wirklich guten Schnitt kann ich mit dem betagten L300 auch dort nicht erwarten.

In Igoumenitsa komme ich um 22.00 Uhr an und werde versuchen mich zu versorgen und dann einen Stellplatz für die Nacht zu finden.

Von dort aus geht es, ebenfalls über Landstraßen, wie folgt nach Piräus…

In Griechenland böten sich mehrere Routen an – ich entscheide mich für diese

Auch den Weg durch Griechenland „zerlege“ ich in zwei Teilstücke. Ich kenne die Route entlang des Golfes von Korinth und werde wohl bis Glyfada fahren.
Dort bleibe ich eine Nacht und setze die Fahrt am nächsten Morgen fort um am Vormittag in Piräus zu sein.

Der Grund hierfür ist eine Nachricht des KEP in Piräus, welche mich dieser Tage erreicht hat.
Mein Fahrzeugschein für den Panda 4×4 ist fertig, ich könne ihn abholen.
Die Gelegenheit, dass ich Piräus durchfahre, will ich mir nicht entgehen lassen.

Es sieht so aus, als könne ich zwei sehr gut passende Fähren buchen. Die Kabinen sind zwar alle ausgebucht, aber das bekomme ich hin.
Von Italien nach Griechenland fahre ich tagsüber, von Piräus nach Leros werde ich mich auf einen Sessel falten und die Fahrt über mich ergehen lassen.

Klingt nach einem Plan! Darauf ein Eis…
(Ich merke an, dass sich ein Fehler bei der Planung eingeschlichen hat – es wird ein wenig anders kommen 😉 )

I love Spaghettieis
Auch Sibylle weiß was gut ist 😉

Wir waren mit Sohn Florians Schwiegereltern zum gemeinsamen Eis verabredet.
Natürlich waren Sonja und die Jungs mit von der Partie, denn Opa Charly hat anlässlich seines gestrigen Geburtstags zum Eisgelage eingeladen.

Allesamt haben wir unser Eis genossen, es war ein nettes Beisammensitzen, gepaart mit einer feinen Leckerei.

Als Sonjas Eltern später am Nachmittag heimgefahren waren, hatten auch Sibylle und ich nur noch eine kurze Aufenthaltszeit in unserem ehemaligen Garten.
Wir haben ein wenig mit den Jungs gespielt, die aber dann lieber mit den Nachbarskindern unterwegs waren.

So konnten wir guten Gewissens zu unserer nächsten Verabredung weiterziehen – wir treffen uns ein weiteres Mal mit Melanie, Jörg und Lukas.
Diesmal ist das weitläufig bekannte „Bräustüberl“ am Tegernsee das ausgewählte Ziel.

Wir kommen als erste an und suchen unseren reservierten Tisch

Die Familie erscheint stilsicher in Tracht und Sibylle und ich erkennen sofort, dass wir in Sachen Kleiderwahl am heutigen Tag unter „ferner liefen“ landen.

Aber die Klamotten tun der Sache keinen Abbruch, wir sitzen wieder nett beisammen und besprechen die Welt von A wie Aktien bis Z wie Zweityacht 😉 – eine breite Palette an bunten Themen…

Als wir zum Nachhauseweg aufbrechen, übergibt Jörg mir eine Batterie und eine Solarplatte für Crawler.
Die Batterie kann ich leicht verstauen, an der Solarplatte aber scheitert es – die ist wirklich riesig.
Das Nachmessen ergibt, dass sie gerade so AUF mein Dach passt – also verabreden wir uns kurzerhand für den kommenden Sonntag auf ein Weißwurstfrühstück mit anschließender Solarmodulmontage.
Ja wenn das so einfach ist…

Leichteres Spiel hatte ich mit dem Solarmodul für Hans Peter. Der Freund aus dem Saarland ist im Begriff sich seine Bordelektrik auf den neuesten Stand zu bringen und will auch seinen Solarertrag verbessern.
Ich habe versprochen, dass ich ein Gewährleistungsteil aus Deutschland mitbringe – das bin ich ihm schuldig, er hat schon viel für mich transportiert.

Das deutlich kleinere Modul passt leicht auf das Bett im Klappdach des L300

Inzwischen habe ich die ganzen gekauften Fiat Panda Teile in Crawler verstaut.

Enkel Otto beobachtet mich ob des bunten Treibens, in der Hand hält er ein seltsames Ding, das aussieht wie eine Mischung aus Stofftier und Fliegenpilz.
Auf die Frage, was das denn sei, verdreht der Knabe seine Augen und klärt mich auf – „…das ist ein Toad-Head, der Superpilz aus Mario Kart!“

Ich frage zurück – „…sag mal, weißt Du eigentlich von wem Super-Mario seinen Namen hat?“
Der Bengel schweigt, schaut mich an und ich merke, dass er etwas Ehrfurcht hat – ich schmunzle in mich hinein.
Mein Super-Mario T-Shirt tut das übrige…

Der „Super-Mario-Opa“ mit dem Pilzkopf (heute ohne Mütze)…
Und mein Alter Ego aus dem Jahre 1992 😉

Genug Quatsch geredet für heute. Sibylle bringt die Burschen ins Bett und ich verhole mich nach Schliersee um mit meinem Freund René noch ein Bier im „Seegarten“ zu trinken.

Wir sitzen zusammen und erzählen Geschichten von früher, ohne Reue, ohne Wehmut und vor allem ohne dem Touch einer Midlife-Krise.
Wir sind ausbalanciert und genießen das Leben, jeder auf seine Weise und doch schon seit 45 Jahren zusammen.
Aber wir attestieren uns auch eine gewisse „Jugend im Geiste“, wir sind offen für neue, „g´spinnerte“ Ideen.

Wir beginnen einmal wieder Pläne zu schmieden, bei denen ein Fahrrad, ein Mitsubishi L300 4×4 und das Nordkap eine Rolle spielen.

Der Tag klingt perfekt aus, das Szenario dazu bekommen wir kostenlos!

Die blaue Stunde am Schliersee beginnt

Den neuen Tag eröffne ich wie eigentlich jeden seit ich hier am Schliersee bin – ich gehe meist vor 07.00 Uhr zum Schwimmen und spüle mir die Nacht aus dem Gesicht.
Dann geht´s ab in die Kaffeeküche und ich braue mir einen Kaffee, der seinen Namen verdient und mich vollends ins Leben zurückholt.

Meistens gibt es eine zweite Tasse des Lebenselixiers, zusammen mit Rita und René, die inzwischen das Frühstück für ihre Gäste gerichtet haben.

Immer mal wieder mache ich mich nützlich und unterstütze, sei es mit Einkaufsfahrten, ein paar Stunden Kioskdienst, oder eben mit dem Aufklarieren des Frühstücksraums und der Reinigung der Frühstücksküche.

Von hier wird das Frühstück verwaltet, ich unterstütze an manchen Tagen

Es bricht inzwischen die letzte Woche in Deutschland an, die Termine stauen sich auf und es entsteht zum ersten Mal so etwas wie ein gewisser Zeit- und Termindruck, welchen ich aber nicht Streß nennen möchte.

Heute treffe ich mich mit Sibylle in Miesbach. Sie braucht auch etwas Abstand von der Familie und macht einen Spaziergang dorthin, ich fahre die paar Kilometer mit Crawler.
Zusammen haben wir ein paar Besorgungen im Ort zu machen.

Ich finde einen Parkplatz in gebührender Nachbarschaft…

Der VW-Bus wirkt direkt groß neben meinem Crawler – der aber dafür mehr kann 😉

Der Tag verplätschert und mit unseren Einkäufen haben wir auch wenig Glück. Die letzten Kleinigkeiten werden wir wohl bestellen müssen, für ausgedehnte Einkaufsfahrten fehlt uns die Zeit.

Wir fahren zurück zu unserem älteren Sohn und dessen Familie, denn Sibylle muss heute Kinder hüten um den Eltern einen Pärchenabend zu gönnen – für was Omas nicht alles gut sind.

Damit ihr nicht fad wird, bleibe ich noch ein paar Stunden, spiele etwas mit den Jungs und helfe beim Vertilgen von einem Kilo Schinkennudeln.
Dann wird es Zeit für mich und ich fahre zufrieden zurück nach Schliersee.

Morgen ist Sonntag – und da haben wir etwas ganz Spezielles vor…

Ein 430Wp Solarmodul in XXL Maßen wartet auf meinen Crawler

Wir sind ein weiteres Mal mit Melanie und Jörg verabredet. Pünktlich um 10.00 Uhr treffen wir in Bad Tölz ein und gönnen uns erst einmal ein zünftiges und stilechtes Weißwurschtfrühstück.

Danach, wir befinden uns eigentlich alle in einer Art „Food-Koma“, drängelt Sibylle auf den Beginn des Arbeitseinsatzes.
So ist sie halt…

Wir ergeben uns, fahren alle zusammen zum Firmensitz der Familie und nutzen Werkzeuge, Materialien und die heiligen Hallen um Crawler zum e-Automobil zu machen 😉

Mit der „Ameise“ erleichtern wir uns unser Tun
Jörg saust wie ein Derwisch, der ältere Sohn unterstützt und mir bleibt die Rolle als Helfershelfer
Die Löcher werden gebohrt und Schrauben als Stehbolzen gesetzt

Letztlich ist es wie bei Booten – alles dauert viel länger als geplant und geht dann doch nicht so einfach wie gedacht.

Das Fertigen der Distanzstücke war noch ein Klacks, aber leider war der Spalt zwischen Dach und Modul zu klein, als dass wir die riesige Platte hätten anschrauben können.
Wir mussten also Anschraubplatten fertigen, die ab jetzt aber ein einfaches Ab- und Anschrauben des Moduls ermöglichen.

Während wir werkeln, spielt Sibylle mit dem Hund der Familie. Natürlich passieren auch hier Pannen und so landet das Spielzeug des Vierbeiners plötzlich am Vordach.
Auch hier hilft die Werkstattausstattung und nicht zuletzt ein wenig auch unser griechisches Mindset…

Ohgottohgott, arbeiten wie in Hellas

Nach drei Stunden melden wir Vollzug und der kleine L300 hat nun ein riesiges Solarmodul am Dach – der hintere Dachbereich ist nahezu vollständig abgedeckt.

Für den kleinen Crawler ein Kraftwerk – mal sehen was ich daraus mache und was ich letztlich anhängen werde.
Ach, wenn nur bei einem meiner Freunde bald ein guter Wechselrichter übrig bliebe 😉

Von der Seite nicht aufdringlich und nicht zu hoch
Von oben exakt platziert – viel mehr geht nicht…

Zum Abschluss gibt es ein „Zielbier“, wie Jörg es nennt, dann trennen sich unsere Wege final.
Wir verabschieden uns von der Familie in der Gewissheit, dass wir uns am 13.08. also ziemlich genau in einem Monat, auf Leros wiedersehen werden.

Das feudale Dinner dort, geht dann aber vollumfänglich auf meine Kappe – ich habe euch vielmals zu danken!

Wir fahren zurück ins „Haus Seegarten“, dort sind wir mit Christine und Nader verabredet.
Wir treffen uns – man hätte es nicht besser planen können – am Parkplatz des Gästehauses und setzen uns im Garten zusammen.
Die Zeit reicht für ein Eis und einmal ausgiebig schwimmen, bevor wir uns für den Abend richten.
Wir haben bereits vor Monaten einen Tisch in den „Kaminstub´n“ reserviert.

Dorthin brechen wir um 18.20 Uhr auf, das Gasthaus ist nicht weit vom Schliersee entfernt.

Kaiserwetter für unseren Besuch der „Kaminstub´n“
Der Name ist Programm – gegrillt wird beste Qualität auf offenem Feuer in der Gaststube
Wir wählen gezielt einen Platz in der gemütlichen Stube und starten mit einer Runde dunklem Bier

Das Geschäftsmodell der „Kaminstub´n“ ist genial. Sie bieten als eine Art „Bayrisches Steakhaus“ allerlei Schmankerl vom Grill in bester Qualität.

Es gibt eine sehr kleine Speisekarte und als Vorspeise immer Salat in L, XL oder XXL – man muss keinen Salat nehmen, es empfiehlt sich aber dringlich.

Dann kommt die Wirtin mit einem riesigen Fleischbrett an den Tisch und bietet die Tagesoptionen an.
Es gibt langjährige Renner und stetig wechselnde „Specials“ wie zum Beispiel Flanksteaks oder riesige Tomahawk.

Man wählt, bekommt seinen Salat und der Chef tritt an den Grill und bringt das vorher gewählte Stück Fleisch auf den Punkt!

Der bunte Salat schmeckt superlecker, die Dressings sind die Wucht
Das heutige Angebot

Sibylle bedauert ein wenig, dass ihr Favorit, der Hirschspieß, an diesem Tag nicht im Angebot ist.
Ihre Entscheidung fällt dann auf den Rinderfilet Spieß.
Christine und Nader wählen das Lammfilet und ein Rinderfilet und ich gönne mir ein 800gr. T-Bone.

Es geht los, wir alle sind happy und haben einen sehr kurzweiligen und netten Abend.
Das Essen schmeckt wie immer phantastisch und wir bereuen keine Kalorie und letztlich auch keinen der zu investierenden Taler.

Dieses Lokal hat für mich den gleichen Rang wie das „Mylos“ auf Leros – one of the best, teuer, aber wert es ein, zweimal im Jahr zu besuchen.
Wie im „Mylos“ muss man auch die „Kaminstub´n“ wochenlang vorreservieren.

An Guad´n
Das T-Bone war ein echtes Männersteak 😉

Egal wie voll man ist, der Platz für ein Desert muss bleiben. Auch hier bietet der Gasthof nur eine kleine Auswahl, die aber hat es in sich.

Wir entscheiden uns IMMER für das Walnusseis mit hausgemachter Karamelsoße – ein Gedicht.
Dazu ein Espresso, dann ist meist Schicht im Schacht.

Auch dieser Abend klingt satt und zufrieden aus…

Jede Kalorie wert

Unser heutiger Plan sieht vor, dass Sibylle mit Mikeys Eltern nach Erding fährt.
Sie wird noch einmal eine Nacht bei unserer Tochter schlafen und die kleine Heidi besuchen.
Der morgige Tag bietet noch etwas Zeit für Mutter und Tochter, sowie für ein paar Momente mit dem kleinen Fred.

Am Nachmittag muss ich ohnehin in diese Gegend fahren und würde meine Gattin dann wieder abholen.
Wir haben eine Einladung im bayrischen Oberland und dann steht der Besuch von Tina und Volker in der Oberpfalz an.

Alles ist perfekt durchorganisiert – mal sehen ob alles klappt wie geplant.

Ich werde an der Stichstraße zum „Haus Seegarten“ an der Bundesstraße „ausgesetzt“ und laufe die paar Meter zu meinem Quartier am See entlang.
Dieser bietet mir abermals eine sehr spezielle Stimmung zur Verabschiedung dieses Sonntags.

Der Sonntag klingt gebührend aus – es beginnt unsere letzte Woche

Am Folgetag wenden sich die Vorzeichen und ich muss mich auf den Weg von Schliersee nach Erding machen.

Sibylle hat den Tag bei ihrer Tochter genossen und meine Aufgabe ist es nun, sie dort abzuholen.
Der für sie bestimmte Wagen ist leider noch nicht fertig, obwohl wir fast minütlich auf einen Anruf der Werkstatt warten.
Da wir heute Abend aber eine Einladung bei der Tochter von Rita und René haben, ist der erneute Weg ins bayrische Oberland unumgänglich.

Klar, wenn ich schon wiedermal in Erding bin, dann nutze ich die Wartezeit auf Sibylle für eine Spielrunde mit Enkelchen #9 – dem kleinen Fred.
Er soll sich ja an den Opa aus Hellas erinnern können…

Hier wächst eine neue Freundschaft

Sibylle und ich fahren ab in Richtung Schliersee, von hier würden wir gemeinsam mit René und Rita weiterfahren.
Glücklicher Weise fahren wir mit genügend Zeitreserve los, denn wir erleben ein kleines Malheur.

Im Laderaum von Crawler fährt eine Flasche unseres Olivenöls mit, diese brauchen wir als Gastgeschenk für unseren morgen anstehenden Besuch bei Tina und Volker in der Oberpfalz.
Leider klimpert diese immer so leicht an die ebenfalls verstaute Anhängerkupplung – und zerbricht.
Ein Liter feinstes, natives Olivenöl ergießt sich in den Wohnraum meines Crawler und lässt ihn herrlich duften.
Ärgerlich war es allemal – und ich musste auf der Landstraße stoppen um alles auszuladen und, gemeinsam mit Sibylle, die Sauerei in Schach zu halten.
Fotos hierzu bleibe ich, aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen, leider schuldig!

Kein Nachteil ohne Vorteil – als ich gerade mit ölverschmierten Händen, die Glassplitter haltend, am Straßenrand bei Aying stand, klingelte mein Telefon.
Die Werkstatt war am Apparat, HP unser Panda sei fertig, wir können ihn holen – und das machen wir im Vorbeifahren auch noch.

Ich war froh, als wir endlich am Grill von Tina und Patti standen…

Obwohl, ein Grill war es eigentlich nicht

Klar haben wir den Baufortschritt des Hauses der „Kinder“ angesehen, den neu angelegten Garten bestaunt und die Feuerschale mit einer Plancha eingeweiht.

Eine Plancha, eine Grill- oder „Feuerplatte“ kannte ich bisher nicht. Umso mehr hat mich der Output dieser besonderen Version des Grillens begeistert.

Tina und Patti bewirten uns nach allen Regeln der Kunst
Es wird gegrillt was das Zeug hält

Ich freue mich über diese Einladung – Christina und ihr Bruder Robin sind genauso alt wie meine Kinder und quasi miteinander groß geworden.
Ich bin Robins Taufpate und freue mich, zu beiden bis heute einen sehr guten Kontakt zu haben.
Die Einladung war mir wertvoll, Danke Tina, Danke Patrick.

Dass wir den Panda zurück haben freut nicht nur Sibylle, denn nun ist sie über die letzten Tage unseres Aufenthaltes unabhängig.
Mich freut, dass wir unsere heute anstehende Fahrt in die Oberpfalz nicht mit Crawler antreten müssen.

Sibylle schläft heute am Schliersee, ich wecke sie um kurz vor 06.00 Uhr – worüber sie sich übrigens sehr freut – um sie zum gemeinsamen Bade im See zu motivieren.
Das klappt überraschender Weise! Danach packen wir unsere Siebensachen und fahren erst einmal nach Miesbach zum Frühstücken…

Sibylle pilotiert heute das schwarze Projektil

Nach dem Frühstück geht es los – gemächlich und doch flott tuckern wir auf der Autobahn an Regensburg vorbei in den Landkreis Vohenstrauß bis wir das Domizil unserer Freunde erreicht haben.

Wir sind sehr gespannt wie sich das Anwesen seit unserem letzten Besuch entwickelt hat und noch mehr darauf, ob „Mamos“, der kleine schwarze Hund den wir aus Griechenland hierher gebracht haben, uns vielleicht wieder erkennt.

Mamos ist inzwischen ein schwarzer Riese der sein Zuhause bewacht. Er frißt uns nicht auf, ich werte das als positives Zeichen.
Im Augenwinkel nehme ich eine Feuerstelle mit Plancha wahr – seltsam, dies scheint ein Modetrend zu sein.
Für Leros ist es nix, die Brandgefahr wäre zu hoch.

Auch hier eine Feuerstelle mit Plancha an zentraler Stelle – sehr gute Idee eigentlich…
Es gibt zunächst Kaffee und Kuchen auf der Terrasse

Tina und Volker haben sich hier, der perfekte Ausgleich zu ELOWYN, ein Paradies geschaffen, welches landwirtschaftliche Züge trägt.
Die kleine, private Hofstelle wird als „Gnadenhof“ für geschundene Tiere geführt und ist ein Ruhepol in einer immer verrückteren Welt.

Wir genießen den Kaffee auf der Terrasse und haben einander viel zu erzählen, liegt der Urlaub der Beiden doch erst ein paar Tage im Kielwasser.
Klar war, dass mich mein Job hier einholen würde – die „Rückübergabe“ von ELOWYN war für diesen Termin geplant, die neue „ToDo – Liste“ war länger als erhofft.
Ich pflege die neuen Punkte in meine bestehende Liste ein und priorisiere neu – das Jahr 2026 scheint verplant…

Der Zufall will es, dass just in diesem Augenblick Bilder von Alex aus Leros eintreffen – ELOWYN geht es gut, alles ok!

Bald bin ich zurück – dann beginnt der Wahnsinn auf´s Neue

Zum Abendessen gehen wir in einen Landgasthof und essen gut bürgerlich – wir haben ein sehr leckeres Essen serviert bekommen und stellen fest, dass hier die Uhren noch ein wenig anders ticken als im touristischen Oberbayern.

Ich bekomme eine göttliche Käsecremesuppe, ein fantstisches Cordon Bleu und ENDLICH die lang ersehnten Apfelringerl…

Ein passendes Finale nach einem sehr leckeren Essen

Wir bleiben für eine Nacht bei Tina und Volker – ich schlafe gut, wache aber trotzdem sehr früh auf.

Ich starte meinen Rechner und beschäftige mich mit den neuen Aufgaben auf ELOWYN.
Es sind wieder ein paar „Kracher“ dabei und ich spüre, wie sich das Verhältnis langsam ändert.
Ich habe ELOWYN über Jahre als mein „Patenschiff“ wahrgenommen und konnte frei agieren und nach meinem Gusto walten um alle anfallenden Aufgaben abzuarbeiten.
Es ist aber nicht zu leugnen, dass Volker und ich andere Prioritäten haben – die Tage nachdem Update der Liste fordern mich mental mehr als ich das möchte.

Ich sitze am offenen Fenster, schaue der Sonne beim Aufgehen zu und lasse die Gedanken fliegen.

Es ist ungefähr 05.30 Uhr, die Sonne wird bald aufgehen
Da kommt sie ja – ich genieße die frische Luft

Da ich von Sibylle und Tina den Befehl erhalten habe, „….mich mit mir selbst zu beschäftigen und alle anderen ausschlafen zu lassen!“, lege ich mich nochmal ins Bett und döse – ich verfalle in einen angenehmen Halbschlaf.

Sibylle nimmt mich am Frühstückstisch hoch – „…na, wer hat heute so lang geschlafen? Tina und ich sind schon sooooo lang wach, wir waren schon beim Bäcker!“

Wenn sie wüsste…

Nach dem Früstück packen wir HP, verabschieden uns bis September und brummeln los in Richtung Landshut.
Die niederbayrische Hauptstadt ist rund eineinhalb Autostunden entfernt.

HP ist fertig für die Extrameile

Wir erreichen LA zu früh und kaufen bei Stahlgruber ein paar Autoteile und im Baumarkt noch Gartenartikel für Leros.

Nach einem Spaghettieis sind wir endlich „in time“ um unseren Besuch bei Alex´ Mutter anzutreten.
Hanna und ihr Mann Jim erwarten uns schon zu Kaffee und Kuchen, später wird gegrillt.

Sibylle und ich verstehen uns super mit den Beiden und wir sind froh, sie über Alex kennen gelernt zu haben.
Wir verbringen einen herrlichen, entspannten Nachmittag und natürlich überreicht mir Hanna in Alex´ Auftrag noch ein „paar Kleinigkeiten“ für den Transport nach Leros.

Bei den „Kleinigkeiten“ handelt es sich um ein Wakeboard an dem die riesigen Stiefel von Rübezahl festgespaxt sind und um einen Hipster-Elektroroller der etwa 100 Pfund wiegt.
Beide Teile haben die Eigenschaft größer zu werden, wenn ich sie in meinen Kleinbus staue…

Zurück in Schliersee starte ich die erste Packsession
Rübezahls Wakebord und Hipsters e-Scooter belegen meinen Schlafplatz – ich brauche eine Lösung

Meine Idee ist, das unhandliche Wakeboard an die Decke zu hängen und den Roller auf den Beifahrersitz zu stauen.
Dafür brauche ich noch ein paar Spanngurte, es führt also kein Weg an einer Einkaufsfahrt nach Miesbach vorbei.

Ich werde die Kreisstadt wohl ein letztes Mal zu Geschäftszeiten besuchen, also bietet es sich förmlich an, sich mit einer Kasleberkassemmel zu stärken.

Eine letzte Brotzeit bei „Holnburger“

Ich kaufe ein paar Kleinteile beim Auto-Teilehändler und die Spanngurte im Baumarkt.

Zudem nutze ich die Gelegenheit, um Mitbringsel für den letzten Enkelbesuch zu kaufen.

Dann beginnt der Endspurt…

Das scheint eine gute Wahl

Zurück in meinem Quartier, kann ich die hängende Montage des Wakeboards innen am Dach bewerkstelligen, den Roller packe ich am Abfahrttag auf den Beifahrersitz.

So sollte ich gewappnet sein. Morgen muss ich noch den Ölstand prüfen und mir eine kleine Dieselleckage an der Einspritzdüse ansehen, der Rest der Zeit in Deutschland ist dann für Sohn Stefan und seine Familie reserviert.

Die Vier sind zurück aus dem Urlaub und wir freuen uns aufeinander. Die kleine Paula hat Geburtstag und wird ein Jahr alt und der kleine Anton beschäftigt seine Eltern wie ein tanzender Derwisch – mal sehen, ob ich dem Duracell-Enkel gewachsen bin 😉 ???

Wir freuen uns auf jeden Fall auf morgen…

Am Folgetag mache ich mich auf, um Geburtstagsgeschenke einzupacken…

Natürlich muss ich auch einpacken – ich brauche eine Schere und Tesa

Zeitsprung! Um nicht wieder in Verzug zu geraten, habe ich gleich zu Beginn des Juli begonnen, immer wieder ein paar Blogzeilen zu schreiben.

Als ich mich auf den Weg nach Griechenland gemacht habe, musste ich aus nachvollziehbaren Gründen pausieren.
Heute aber, ich sitze gerade im Strandcafe eines Campingplatzes am Gargano in Apulien (I), habe ich wieder ein paar Stunden Zeit um das Erlebte in meinem persönlichen Tagebuch festzuhalten.

Das nennt man heute eben Blog und so erinnere ich mich zurück an den Tag, an dem wir zum 1. Geburtstag unserer Enkelin Paula eingeladen waren.
Es sollte eine kleine Familienfeier im engesten Rahmen werden, nur Amelies Geschwister und Eltern wären ebenfalls geladene Gäste.

Sibylle und ich haben unseren Aufenthalt extra wegen der Familienfeier verlängert, morgen würden wir uns noch einmal mit Stefans Familie treffen, dann steht die Verabschiedung an.

Wir treffen pünktlich bei Amelie und Stefan ein – ich darf den neuen Dienstwagen bewundern
Dann feiern wir den Geburtstag der kleinen Paula – es fehlt an nix
Happy Birthday kleine Paula – wir wünschen Dir nur das Beste

Es gibt Kaffee und Kuchen und anschließend wirft Stefan den „Weber-Grill de Luxe“ an.
Ich staune – der Grill macht den Eindruck als bräuchte man eine Art Führerschein dafür.
Nichtsdestotrotz gelingt es meinem Junior auch ohne die vermutete Lizenz, eine feine Grillage auf den Tisch zu zaubern.

Satt und zufrieden trennen sich am Abend die Wege von Sibylle und mir. Das Geburtstagskind und der zweijährige Bruder müssen ins Bett, Sibylle fährt nach Erding zu ihrer Tochter und ich freue mich auf mein Quartier am Schliersee.

Zusammen mit Rita und René, Sohn Robin und einem Freund der Familie sitzen wir bis spät in die Nacht zusammen.
Es bleibt eine Randnotiz, dass Rita noch eine Brotzeitplatte zaubert und wir dazu ein oder zwei Bierchen trinken.
Als die Sonne die „blaue Stunde“ anbrechen lässt, wird es uns zu kalt und wir verholen in unsere Betten.

A bayrische Brotzeit – dazu a Brezn, was willst mehr? Ich zwinge mir was rein, obwohl ich satt bin
Es wird frisch, als die Sonne untergeht – wir gehen ins Bett

Der nächste Morgen ist einer, der mit Weckergeläut beginnt. Wir sind um 08.45 Uhr bei Stefan verabredet, ich brauche mit Crawler etwas mehr als eine Stunde.

Plane ich noch mein Morgenritual mit Baden im See und einer Tasse Kaffee ein, dann muss ich um 06.30 Uhr aufstehen.

Das klappt gut, ich zaudere nicht und stürze mich in das kühle Nass um mir den Schlaf abzuspülen und frisch in den Tag zu starten.
Das wäre ohne einen starken Kaffee aber unmöglich!

Nach dem Kaffee breche ich auf und fahre zu Stefan

Vom Haus der jungen Familie brechen wir gemeinsam auf in Richtung Tierpark Hellabrunn!
Heute ist ein Familienbesuch im Zoo angesagt!

Hellabrunn in München ist ein schöner Zoo, auch ich gehe gerne von Zeit zu Zeit dorthin um mir die Tiere anzusehen.
Die Anlage ist schön und begeistert Jung und Alt, wenn ich auch nicht verschweigen möchte, dass es natürlich ein ganz anderes Erlebnis ist, die Tiere in freier Wildbahn sehen zu dürfen.
Trotz des Aspekts der „Gefangenschaft“ hoffe ich, dass es den Zootieren in Hellabrunn gut geht.

Die Familie meines Sohnes hat eine Jahreskarte, Sibylle und ich sind heute zu Gast – verdrehte Welt! Ich freue mich und danke artig!

Das Wetter ist herrlich, es ist erstaunlich wenig los
Der kleine Anton staunt über jedes Tier – ob er weiß, dass dem Opa die Giraffe schonmal vor´s Auto gelaufen ist? Ernsthaft!
Die Erdmännchen sind witzig anzusehen

Von allen Attraktionen hat der Tierpark am meisten Berechtigung die jeweiligen Eintrittsgelder aufzurufen.
Er ist vergleichsweise günstig, man kann sich sehr lange aufhalten und letztlich ist der Besuch in irgendeiner Art und Weise auch immer lehrreich.

Mich begeistern große und kleine Tiere – vom Erdmännchen bis zum Elefanten.
Anton ist ein Fan der großen Elefanten und der Unterwasserwelt – klar, dass wir nichts auslassen.

Farbenfrohe Vögel in der großen Voliere
Mehr oder minder unbeabsichtigt, ziehen einzelne Exemplare die Aufmerksamkeit auf sich
Im Aquarium sind die Haie die „Stars“

Auch Anton schaut sich am Arm des Papas die scheinbar schwerelos gleitenden Haie an, erschrickt aber, als kurz hinter einer Säule, einer der Meeresräuber direkt vor sein Gesicht schwimmt.

Wie alle Kinder hat er es mehr mit „Nemo & Dory“, auch die beiden Disney Stars haben ein eigenes Themenaqarium

„Findet Nemo“ – da isser!

Das Highlight für den Dreikäsehoch ist immer der Besuch des Elefantengeheges.
Der Knirps liebt die riesigen Dickhäuter und kann stundenlang auf die grauen Riesen starren.

Diesmal war auch für uns eine Besonderheit dabei, denn der stoßzahnbewährte Bulle lief entspannt durch die Anlage und ließ sich bereitwillig fotografieren.

Hier stehen wir eine ganze Zeit – was tut man nicht alles für die Kleinen
Spektakulär allemal – es ist kaum zu fassen, dass diese Tiere wegen der Stoßzähne fast ausgerottet wurden

Wir haben allerhand gesehen – ich will gestehen, dass ich dabei nicht nur die Geschöpfe hinter den Absperrungen meine, sondern natürlich auch die anderen Besucher des Tierparks.

Sibylle und ich sind so viele Menschen nicht mehr gewöhnt und uns fallen natürlich auch die „besonderen“ Typen hier in der Stadt auf.
Besonders in Auge stachen uns die Beiden, oder besser die Drei…

Der moderne Stadthund trägt Designer-Sonnenbrille

Spaß beiseite, es kann natürlich sein, dass das Zamperl einen Augenschaden hat und die Brille seinem Schutz dient – witzig anzusehen war es allemal.

Als Paula einschläft und auch Anton die Mittagsmüdigkeit überfällt, packen wir am Nachmittag zusammen um zu den jungen Eltern nach Hause zu fahren.
Nach Kaffee und Kuchen war Abschied angesagt – das nächste Mal sehen wir uns Ende September auf Leros!

Am Nachmittag gehen wir nach Hause und verabschieden uns von Stefans Familie

Sibylle und ich ziehen ein Haus weiter – Sohn Florian veranstaltet heute sein alljährliches Sommerfest, welches er für all seine Freunde anstatt jeglicher Geburtstagseinladungen veranstaltet.

Meine Frau und ich haben beschlossen, dass wir unser Abendessen und auch unseren Abschied dorthin verlegen würden.

Es gab ein großes Stelldichein – Franziska war noch einmal mit Familie da, auch Florians Familie war komplett, so konnten wir uns gebührend verabschieden und Lebwohl sagen.

Es waren viele Freunde versammelt, welche wir schon als 16-jährige kannten, ein insgesamt sehr schöner Abschied…

Bestimmt 40 Erwachsene und vermutlich ebensoviele Kinder brachten Leben in die Bude
Später wurde Gitarre gespielt – als die Feuerschale angezündet wurde, war ich schon aufgebrochen

Ich verabschiede mich von Sibylle, mein kleiner Bus ist weitgehend fertig gepackt. Wir werden uns in etwa einer Woche in Leros wiedersehen.

Dann steige ich in Crawler und fahre an den Schliersee, meine letzte Nacht in Deutschland liegt vor mir.

Ich treffen mich noch einmal mit Rita und René, wir klönschnacken ein wenig, müssen uns dann aber auch verabschieden – am nächsten Morgen werde ich schon nicht mehr vor Ort sein.
Meine geplante Abfahrtszeit ist 06.00 Uhr!

Zum Abschied statten die Beiden mich noch mit dem Nötigsten aus, man weiß ja nie…

So ausgerüstet kann nix mehr passieren – hoffentlich!

Der Wecker klingelt um 05.00 Uhr. Ich verzichte auf mein Bad im See, gehe duschen und packe mein Auto.
Nicht verzichten kann ich auf meinen Kaffee, der muss sein.

Als die Tasse geleert ist, steige ich in meinen Bus und starte den Motor, vor mir liegen etwas mehr als 1.350km, welche ich auf der Landstraße abfahren möchte.

Als erstes Ziel meiner rund 400km langen Etappen, habe ich mir den Gardasee ausgewählt – es geht los, just in time!

Als ich losfahre ist es eine Minute nach 06.00 Uhr
Hinter mir grollt es, doch ich lasse das aufziehende Gewitter zurück
Vor mir klart es auf – ich verlasse Schliersee-Neuhaus, bis zum nächsten Mal

Habe ich schon geschrieben, dass die Idee war die ganze Strecke auf Landstraßen zurückzulegen?
Ich wollte bewusst darauf verzichten, Kilometer auf der Autobahn abzuspulen – das ist nicht Crawlers Lebensraum, seine Wohlfühlgeschwindigkeit liegt bei rund 90-95km/h, das ist perfekt um auf Landstraßen Strecke zu machen, auf Autobahnen ist er ein Hindernis für moderne LKW.

Der erste Tag war ein Traum und alles verlief wie geplant – über Thiersee, Kufstein und Wörgl erreichte ich Innsbruck.
Von hier aus schraubte ich mich, wie früher, die alte Brennerstraße hinauf und genoß den Ausblick.
Den Umweg durch das Zentralmassiv der Dolomiten sparte ich mir, dennoch war die Strecke über Sterzing, Franzensfeste und Bozen ein Traum.
Bereits gegen 13.00 Uhr erreichte ich mein Ziel Riva del Garda.

Ich war entsetzt! Riva ist nicht mehr wie früher – der Ort wirkt künstlich, zu aufgeräumt, wie aus einem Prospekt, vorbei die Zeit des bunten MTB und Surfzentrums mit den coolen Typen aus aller Welt.
Ich erhasche einen der letzten, engen Plätze auf dem Wohnmobil-Stelplatz und fühle mich unwohl.

Ich entscheide – Flucht nach Arco…

Ich kenne den Campingplatz „Zoo“ schon lange – er bietet mir einen Platz auch für eine Nacht
Der „Standardplatz“ ist viel zu groß für Crawler

Ich bevorzuge Campingplätze, denn sie sind mit meinem Auto vergleichsweise günstig, bieten aber im Gegensatz zu den Stellplätzen alle Annehmlichkeiten die ich schätze.

Eine Dusche, eine Toilette und meist einen kleinen Laden oder ein Restaurant – mehr brauche ich nicht.
Man empfängt mich freundlich und ich checke für eine Nacht ein.

Als ich an meinem Platz stehe und etwas ausruhe, geht ein Bub mit seiner Mutter vorbei…
„Mama, schau mal das kleine Wohnmobil!“ Die Mutter erwiedert, „…ja, der ist wohl höhergelegt, sieht PUTZIG aus!“
Der Bub erkennt sofort den entscheidenden Unterschied – „Der Mann hat nicht so viel Zeug wie wir, nicht mal Stühle!“

Ich schmunzle in mich rein und beschließe zur Sarca zu gehen, das Camp liegt direkt am Gebirgsfluss.
Ich mag und genieße die Szenerie – hier ein paar Eindrücke…

Fast surreal
Die Ziegen sind Menschen gewohnt und auch ein bisschen frech
Wer braucht schon den Gardasee – ich bade in der Sarca, das erfrischt!

Derart ausgeruht und abgefrischt gönne ich mir ein kaltes Getränk und ein Toast.

Wie geht es weiter? Meine Idee war ja eine Pizza im „Al Fiume“ zu essen, eine meine Lieblingspizzerien seit Jahren.
Aber um dorthin zu kommen, brauche ich ein Vehikel.
Außerdem erkenne ich eine Lücke in meinem System – ich habe keinen Stromanschluss, muss aber mein Mobiltelefon laden.
Also tut der Kauf eines Stromkabels Not – auch das erledige ich sofort.

Ein doppelter Espresso bringt meinen Akku auf 100%
Mit dem Foto des Lemon-Soda grüße ich meinen Sohn – er weiß warum 😉
Ich kaufe ein Stromkabel und miete mir ein Fahrrad

Als ich Sibylle schreibe, dass ich mir ein Radl ausgeliehen habe mit dem ich jetzt nach Arco radeln werde, fragt sie mich allen Ernstes, ob ich mir schon ein e-Bike geliehen habe?
Sie mache sich Sorgen um mein Herz! Was fällt ihr ein? Das fragt sie MICH, einen Transalp-Finisher!

Ok, nicht zu Unrecht wie ich feststelle – meine Radlzeit ist nun auch schon mehr als 10 Jahre her und ein Überschuß an Kilos gepaart mit einem Mangel an Kondition, lassen mich Nahtoderfahrungen erleben!
Dazu kommt, dass mir bereits nach 423m der Popo weh tut und die Oberschenkel brennen – na super.

Und dann DAS!!!

Das „Al Fiume“ war geschlossen – was ist da los???

So ein Ärger – bei einer Runde durch Arco muss ich feststellen, dass es viele Pizzerien gibt, aber etliche vermitteln eher den Eindruck von Touristenlokalen.

Was tun? Ich beschließe ein Schlotzeis zu kaufen und mich zu besinnen. Die Idee die Eisverkäuferin nach besten Pizzeria in Town zu fragen, war ein Geistesblitz, denn sie empfiehlt mir eine dem „Al Fiume“ ebenbürtige Location.

Der große, gemischte Salat war gut und günstig
Die Pizza war aus meiner Sicht nahezu perfekt

Diese Erfahrung machte meinen ersten Reisetag rund, so soll es bitte weitergehen!

Ich radle zurück ins Camp und setze mich zu zwei jungen Gören, die auf dem Laptop das Finale der Fußball-WM ansehen.
Eine Halbzeit lang sehe ich zu und gönne mir ein Einschlafbier, dann hau´ ich mich auf´s Ohr.

Nach dem Bier geht´s in die Falle – das Wasser ist für die Nacht

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und bade in der Sarca, dann mache ich Crawler klar für Etappe 2.

Ich checke baldmöglichst aus und gönne mir noch einen ersten Caffé doppio, dann brummle ich los.
Als Ziel habe ich mir einen Campingplatz südlich von Ancona vorgenommen.
Amelie kennt den Platz, der Bestandteil eines Ressorts ist und einen gewissen Luxus bietet.
Das wollte ich mir gönnen, die Etappe sollte lang werden und heiß würde es obendrein.

Ich fahre vom Trentino nach Venetien und über Verona grob Richtung Ancona.
Die ersten hundert Kilometer waren noch wunderschön, dann wurde es aber fad – nach Verona ging es nur noch geradeaus, durch fades Gebiet welches nichts anbot, woran das Auge hängenbleiben könnte und wollte.

Der Tankstop wird zum Highlight!

Mir begegnen auffällig viele 4×4 mit Startnummern – unter anderem dieses Juwel

An der Tankstelle gönne ich mir einen zweiten Kaffee, das ist so kalkuliert, denn mein Tank reicht für etwas mehr als 400km, meine Etappen sollen etwas unter dieser Distanz liegen.

Somit kann ich am Folgetag immer noch rund 100km fahren bis ich zum Tanken anhalten muss.
Der zweite Kaffee ist dann ein willkommener Shot!

Der Fahrtag zieht sich durch die endlose Weite Oberitaliens, das Meer bekomme ich erst sehr spät zu sehen.
Meist sind die Straßen langweilig, selten habe ich das Vergnügen ein paar reizvolle Kilometer abspulen zu dürfen.

Ich erreiche das „Numana Blu Ressort“ gegen 17.00 Uhr, ich bin erschöpft…
Man bietet mir eine Nacht an, weist aber auf den Preis von 88.-€ hin – WAAAAS, 88.-€??? Man sieht mich mitleidig an, verweist auf das umfangreiche Angebot, nimmt aber auch mein Kopfschütteln ohne mit der Wimper zu zucken zur Kenntnis.

Und jetzt? Ich fahre einfach am Strand weiter und frage beim nächsten Campingplatz – und Volltreffer!
Man bietet mir eine Nacht für einen akzeptablen Preis an, der Platz hat alles was ich brauche.

Am „Bellamare“ hat man die Bodenhaftung nicht verloren
Mein Platz ist riesig und fesch
Ich mache mich mit dem Umfeld vertraut
Die Strandbar habe ich rasch gefunden…
…dem Bad im Meer steht nichts mehr entgegen
Bei einem „Campari-Spritzz“ (der Power hatte) fahre ich runter und beginne zu genießen

Mit diesem Etappenziel habe ich mehr Strecke gemacht als geplant. Ich werde diese morgen in einen Umweg investieren und mir eine Reise in meine Vergangenheit erlauben.
Das morgige Tagesziel wird Vieste am Gargano sein – für den Besuch dort habe ich verschiedene Ideen.

Aber jetzt heißt es erst einmal „Essen fassen“ – und im Land von Pizza und Pasta habe ich keine Hemmungen, mich ein weiteres Mal meinem Lieblingsgericht hinzugeben.

Muscheln und Salat als Vorspeise…
…danach eine Pizza die beim Thema bleibt – Frutti di mare (die aber nicht so gut war, wie die gestrige)

Ich bleibe lang sitzen und sehe mir die Menschen an – ich mache mir viele Gedanken.
Es ist nicht mehr so, dass man auf Campingplätzen fast schon mit aufdringlichem Nachdruck Anschluss findet.

Ilse und Heinrich sind inzwischen im Altenheim und Kevin und Chantal bugsieren ihren 8m Caravan mit einem „Mover“ und einer Fernbedienung auf den Platz.
Hilfe ist nicht mehr nötig – das früher gemeinsam getrunkene Willkommensbier weicht heute einem gespritzten Litchisaft im Familienkreis.
War früher alles besser? Nein, das wird nicht über meine Lippen kommen, aber vielleicht herzlicher???

Als Animateure zum in Italien beliebten „Balli di gruppo“ aufrufen, gehe ich ins Bett…

Love it or hate it – ich hasse es!

Ja, ich bediene ein wenig die vorherrschenden Klischees, aber glaubt mir, es ist schon was dran.

So auch an der These, dass Italien vielleicht die schlechtesten Straßen Europas hat.
Ich hatte das Vergnügen während dieser Reise alle italienischen Straßenkategorien auszuprobieren und kann ob der straffen Federung meines Mitsubishi L300 4×4 klar sagen, dass der Zustand der Straßen in „Bella Italia“ bemitleidenswert ist.

Dies durfte ich am nun folgenden dritten Reisetag vollumfänglich genießen.
Doch zunächst starte ich mit einem italienischen Frühstück in den Tag…

Caffé doppio e Brioche crema
Straßen können sie nicht – aber Brioche crema! Zum Niederknien

Leider hat mich am Gardasee ein Insekt gestochen oder gebissen. Als ich die krabbelnde Stelle an meinem Bein abrieb, hatte ich Blut an den Händen, ich konnte das Getier nicht mehr identifizieren.

Der Stich oder Biss sah harmlos aus, plagte mich aber fürchterlich. Er juckte wie der Teufel und das ganze Bein fühlte sich an, als wäre ein Gurt um den Unterschenkel gespannt.

Ich hatte Angst vor einm Zeckenbiss und schicke Sibylle ein Bild – „…habe ich Borreliose?“

Sieht harmlos aus, plagt mich aber fürchterlich

Meine Frau, ich hatte fast vergessen wie sie ist, meint lapidar – „…kein Ring drumrum – keine Borreliose. Du wirst es überleben! Vermutlich!“

Weil ich dessen nicht sicher bin, gönne ich mir beim Tankstopp neben dem zweiten Caffé nochmals eine kleine Leckerei. So dürfen gerne alle Tage beginnen.

Crawler muss nach dem Tanken warten – in Sichtweite
Eine Bar an einer Tankstelle – das Angebot war fantastisch
Diesmal etwas deftiges – eine Schniken-Käse Tasche zum doppelten Espresso

Was dann kommen sollte, ließ den Abenteurer in mir verstummen, den Reisenden ans Ziel wünschen…

Grund für meine Phase der Schwäche waren einerseits die beschriebenen italienischen Straßen, andererseits die Schwächen, die sowohl mein betagtes iPhone X als auch Google maps als mein Navigationssystem offenbarten.

Durch die Städtchen entlang der italienischen Adriaküste stand ich oft lang im Stau

Seit Ravenna schon, fahre ich entlang der italienischen Adriaküste. Ich durchquere Städtchen wie Cesenatico, Rimini und Cattolica.

Unterhalb Ancona sind die Namen weniger bekannt, die Städtchen ähneln sich aber – allen ist eines gemein, sie sind trubelig, voll und laut.
Das verwundert mich aber nicht – eher wie rücksichtsvoll die Italiener Auto fahren.
Manchmal so rücksichtsvoll, dass durch stetiges Stoppen und wieder Anfahren Kolonnen entstehen.
Dies alles auf Straßen, die mich auf die Knochen beuteln – Crawler ist den Straßen gewachsen, es wundert mich dennoch, dass er nicht auseinanderfällt.

Google will mich dauernd umleiten, übersieht aber die Durchfahrtshöhen vieler Bahnunterführungen – ich muss häufig wenden.
Zumal wird mein Telefon so heiß, dass es ab und an den Dienst quittiert.

Heute kann ich meinen 50er Landstraßenschnitt nicht halten. Nach fast drei Stunden habe ich nur etwas mehr als 80km zurückgelegt, vor mir liegen weitere 250km.
Ich gebe auf – bis hierhin habe ich dem Lockruf der parallel verlaufenden Autobahn widerstehen können, jetzt gebe ich nach.

Ich fahre auf „la Strade“, werde weiterhin durchgebeutelt, kann aber Strecke machen.
Gegen 16.00 Uhr verlasse ich die mautpflichtige Autobahn wieder und fahre Richtung Gargano / Apulien.
Mein Ziel ist der Campingplatz „Manacore International“ bei Vieste – ich werde endlich mit feinen und überraschend guten Straßen belohnt.

SO mag ich das

„Manacore International“ spielt eine große Rolle in meinem Leben, viele positive Gedanken sind verhaftet – so habe ich Anfang der 90er die ersten Urlaube alleine mit meinen Kindern sowie Ritas und Renés Familie dort verbracht. Auch mit Sibylle war ich einmal dort – allerdings waren wir zu dieser Zeit noch kein Paar. Ich habe auf dieser Reise beschlossen um sie zu werben…
Mich diesen Erinnerungen noch einmal hinzugeben war mein Ziel, ich nehme allerdings vorweg, dass diese „Reise in die Vergangenheit“ nicht funktioniert hat.

An der Rezeption des Campingplatzes meiner Wahl, den ich übrigens recht spät und abgekämpft erreicht habe, weist man mich das erste Mal auf dieser Reise ab, ausgerechnet hier…
Man stelle Plätze erst ab zwei Nächten zur Verfügung – alle Ideen meinerseits wurden abgelehnt, die einzige Option die mir angeboten wurde „…pay two nights and leave after one, but before 10am!“, habe ich sofort als schlechten Deal entlarvt.

Ich musste tatsächlich weiterziehen, habe aber auch hier, zwei Campingplätze weiter, eine gute Alternative gefunden.

Auf einem kleinen Platz bietet man mir einen beschatteten Stellplatz in zweiter Reihe zum Meer
Selbst auf den Plätzen der Kategorie „Basic“ ist Crawler mini – das gibt mir Raum
Ich habe nur wenige Meter zum Strand und zu einer Frischwasserdusche

Super, hier gefällt es mir. Ich reserviere mir einen Tisch im Lokal des Campingplatzes und man erklärt mir, dass es sein kann, dass ich innen sitzen muss, denn man erwartet schwere Gewitterstürme.

Ich konnte das nicht glauben, denn ich war doch gerade noch bei herrlichem Sonnenschein im Wasser und genieße jetzt mein Fahrbier zum Feierabend.
Wo sollen denn jetzt auf einmal Gewitter herkommen???

Naja, an der Adria ist das eben an der Tagesordnung – ein Gewitter kann schnell aufziehen und man muss gefasst sein, so auch jetzt und hier!

Die Böenwalze schiebt das Wasser vor sich her, der Strand wird überschwemmt
Es wird dunkelgrau, erste Tropfen fallen – ich trinke mein Bier aus und flitze zu Crawler, es gilt die Fenster zu schließen
Wenig später geht es los – es schüttet wie aus Eimern

Zuerst waren ein paar Hagelkörner dabei, dies war aber rasch vorbei. Der Regenduscher hielt sich aber bestimmt eine halbe Stunde, während der es stürmte und wie aus Kübeln goß.

Das Verwunderliche aber, bis zum Abendessen war alles wieder vorbei und auch die Temperatur hatte sich wieder gefangen.
Das Dinner konnte also auf der Terrasse des Campingplatzrestaurants stattfinden.

Und ratet mal was ich mir ausgesucht habe…

Hm, die Auswahl ist groß…
…wer die Wahl hat, hat die Qual
Bruschette als Vorspeise
Salat und eine feine Pizza als Hauptgang

Hab´ ich schon erwähnt, dass Pizza mein „all time favourite“ ist? Auch hier werde ich nicht enttäuscht.
Die Campingplatzlokale können auf ganzer Linie mithalten, ich habe immer gut gegessen ohne den Platz zu verlassen.

Für das Dinner ein paar Kilometer auf sich zu nehmen, ich habe das für hier erwogen.
Es gibt eine Hammeradresse in einer dieser alten, typischen Fischervorrichtungen, den „Trabucci“.
Das Lokal, welches ich von damals kenne gibt es noch, es heißt, nomen est omen, „Trabucco“.

Allerdings sind die Google Rezessionen inzwischen soooo schlecht und die Preise so abgehoben, dass ich die Idee verwerfe.
Neben dem Campingplatz „Manacore International“ also die zweite Enttäuschung…

Auch hier gehe ich ins Bett als „Balli di gruppo“ beginnt !

Ahhhrgh

Am nächsten Morgen weckt mich der Sonnenaufgang. Ich starte mein Ritual, ungestört von Fremden kann ich in aller Ruhe im Meer baden gehen, mich unter der Außendusche frisch machen und abbrausen und dann meinen Crawler für den Fahrtag vorbereiten.

Bisher schlägt er sich echt tapfer. Ich bemängle bisher nur eine Sache – die Sicherung, welche Radio und Uhr sowie die Innenbeleuchtung absichert, fällt immer häufiger, es scheint ein Kurzschluss vorzuliegen.

Der erste Tag war noch fehlerfrei, am zweiten Tag fiel die Sicherung abends.
Inzwischen ist es so, dass sie nicht mehr funktioniert, Radiohören fällt also aus.
Ich versuche heute, den Fehler zu finden und glaube die Ursache entdeckt zu haben, als ich ein angescheuertes Kabel sehe.

Die Sonne geht auf – früher Vogel fängt den Wurm
Ob ich jetzt wieder Radio hören kann – ich nehme vorweg, leider nein

Verfitzmaledeit, dieser Fehler war es nicht. Auch nicht die Leselampe, welche ich aufgrund Rost etwas später in Verdacht hatte, entpuppte sich nicht als der Ausfallgrund.
Ich werde ohne Radio in Griechenland ankommen – inzwischen habe ich den Radio selbst in Verdacht, oder eben dessen Anschluss, welchen ich aber nicht überprüfen kann.

Ich fahre nach dem Check out los und erreiche Vieste in weniger als einer Viertelstunde.
Ich kenne eine Tankstelle, dort fülle ich den Tank von Crawler.
Weil selber tanken rund 20ct billiger ist, entscheide ich den Service nicht in Anspruch zu nehmen.
Als ich meine Karte an den Bezahlautomat halte, werden 103,29€ vorgemerkt.

Ich erschrecke nicht, denn ich kenne dieses Procedere des autorisierten Betrags von einem Tankvorgang mit Sibylle von vor ein paar Tagen.
Ich fülle den Tank mit einem deutlich geringeren Gesamtbetrag…

Es werden fast 104.-€ belastet…
…obwohl ich nur 79,29€ tanke

Ich war ein paar Tage lang entspannt, aber als der zu hohe Umsatz nach drei Tagen immer noch stand, war ich überzeugt, dass ich Opfer eines Tankbetrugs geworden bin.

Mitnichten! Nach vier Tagen wurde der Umsatz tatsächlich gebucht und es kam nur der betankte Betrag zum Abzug.
Ich wollte nicht mehr daran glauben, war aber mehr als positiv überrascht.

Kommen wir zu einem weiteren Grund meiner Fahrt nach Vieste am Gargano – der weitbekannte Surfshop „No Work Team“ hatte es mir schon vor Jahren angetan.
Damals waren wir mit VW Bussen und Surfbrettern hier, die Bullis beklebt mit den Stickern der bekannten Spots – wie eben dem des NWT Vieste.

Damals trugen wir Klamotten vom NWT und träumten von einem Leben jenseits der Tretmühle…

Früher fand ich die Klamotten cool, es gab sie auch in meiner Größe.
Heute bin ich weder Surfer noch Träger cooler Kleidung, aber meine Hoffnung Crawler mit einem der riesigen Aufkleber des NWT zu verzieren war nachdrücklich, so nachdrücklich, dass ich extra eine Stunde wartete, bis der Kultladen seine Pforte öffnete.

Es traf sich dabei gut, dass ich ob der Tankverwirrung meinen zweiten Kaffee noch gar nicht getrunken hatte.

Auch hier ist das italienische Gedeck fantastisch

Der Besuch des Ladens war ernüchternd – kein klassischer Reinfall, aber ein klares Indiz dafür, dass „früher“ eben schon lang vorbei ist und man diesen Lauf der Zeit auch nicht aufhalten kann.

Statt eines coolen Surfers empfängt mich eine junge Frau, die sicher noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte, als ich das erste Mal in diesem Laden stand.
Sie erfasste schnell, dass keines der Kleidungsstücke in dem „Modegeschäft“ für mich passend wäre, setzte bei meiner Frage nach den großen Aufklebern, dem „No Work Team Vieste“ oder dem noch geileren „Ghetto Shark“ ein verständnisvolles Gesicht auf.

Sie heuchelte soviel Verständnis, dass ich sehr schnell merkte, dass sie keine Ahnung hat wovon ich spreche.
Egal, ich lasse mich mit zwei kleinen Aufklebern abwimmeln wie ein Schüler und klebe mir das Ding aber trotzdem auf´s Auto.

„No Work Team“ – nie war der Slogan mehr belastbar als heute!

Naja, besser als nix

Ich schrieb mit Sibylle, sie meinte während der Unterhaltung, „…dass Du noch nicht weg bist? Du musst doch weiter!“

Ich hatte heute die Zielanfahrt bis nahe Brindisi im Auge. In einer Stellplatzapp habe ich einen „besonderen“ Stellplatz gefunden, er sollte mein heutiges Ziel sein.
Da die Strecke etwas kürzer als sonst ist, wähne ich mich in trügerischer Sicherheit und beschreibe meiner Frau meinen theoretischen Zeitplan.

Wie der Name schon sagt – alles Theorie, denn zunächst führt mich Google auf eine gesperrte Straße, dann auf eine, die im Nirvana endet – ich muss die Hauptroute nehmen.
Letztlich schwächelt heute auch mein Crawler, denn er hat thermische Probleme – ich merke gerade noch rechtzeitig, dass die Nadel der Temperaturanzeige unaufhörlich nach oben klettert.

Ich muss handeln!

Ich muss das Auto am Straßenrand komplett ausladen…
…denn um Wasser aufzufüllen, muss ich die Beifahrersitzbank nach hinten klappen

Ich konnte mir helfen, sah aber einen Wasserverlust unbekannter Herkunft.
Ich werde der Sache auf den Grund gehen, gut wäre aber, wenn ich das an anderer Stelle tun könnte.

Ich gehe das Risiko und setze meine Fahrt fort – diese führt mich durch das Herz von Apulien, vorbei an Alberobello, dem Dorf der Trulli…

Hier war ich 2010

Ich sinniere und bin ein wenig traurig. Hier war ich mit Sibylle 2010 und habe mir als Andenken ein kleines Miniatur-Trullo gekauft.

Bei unserem Auszug und dem Beginn unserer „Weltreise“ habe ich alle Erinnerungen an früherer Reisen weggeschmissen – ein neues Leben sollte beginnen, ich wollte neue Eindrücke sammeln.

Der Rest ist Geschichte, heute schmerzt mich jeder Euro den ich ausgeben muss, um Dinge zu kaufen, welche ich 2021 weggeworfen habe.

Ich spule die letzten Kilometer ab und erreiche den Stellplatz, den manche Rezessionen in der App als „Paradies“ andere als „Hippie-Place“ bezeichnen.
Alle vergeben fünf Sterne, nur nicht die Italiener, weil die Gastgeberin offenbar nicht gut genug Italienisch spricht – nix wie hin!

Ich erreiche mein Ziel am Nachmittag
Die Platzsuche ist willkürlich – ich rücke niemand auf den Pelz
Einfach zu verstehen

Zunächst war niemand da, der sich um mich gekümmert hat. Ich sehe mich also etwas um, ich war nicht alleine hier und ich hatte das Gefühl, dass mein Handeln korrekt ist.

Jeder machte so sein Ding – in einer Jurte wohnten zwei junge Frauen die tagsüber auch bei Arbeiten an der Anlage halfen.

In einem VW Bus waren zwei Frauen aus Deutschland, die offenkundig auch schon länger hier waren.
Ob es eine Mutter mit Tochter oder einfach nur zwei Freundinnen waren, erschloss sich mir bis zum Schluss nicht.

Zudem war noch eine deutsche Alleinreisende hier, welche schon seit zwei Wochen hier Urlaub macht.

Zu guter Letzt wird sich am Spätnachmittag eine italienische Familie nebst Au-Pair im VW Camper direkt neben mich stellen und den bis dahin von Stille geprägten Ort mit Leben befüllen.

Übrigens – „Hippie Place“ trifft es ganz gut…

Eine Trenntoilette lädt zum Geschäft
Weniger Hartgesottene wählen das Badezimmer…
…in dem es an nichts fehlt – außer an einem Schlüssel
Ich werde der Außendusche den Vorzug geben
Ein Wegweiser verhindert das Irrgehen
Drei Jurten und ein Wohnwagen können gemietet werden
Auch ein „Pool“ steht zur Verfügung

Ich treffe auf die Gastgeberin – ich schwöre, alles was ich schreibe ist wahr und ohne Übertreibung…

Die Deutsche hat sich vor Jahren einen indisch klingenden Namen gegeben (wenn es nicht ihr echter ist – was noch mehr Aussagekraft hätte).
Nach eigenem Bekunden ist sie „etwas über 60“, hat sich aber sehr gut gehalten. Sie lebt an diesem Ort mit ihrem Mann, der aber noch in Deutschland arbeitet.
Sie begegnet mir in einem weißen, wallenden Gewand und heißt mich herzlich willkommen an diesem „Ort der Ruhe und des Friedens!“.

Sie erklärt mir kurz wie alles funktioniert und bringt mir sofort eine Zwiebel und frische Kräuter als ich ihr schildere, dass ich vor der Herausforderung der Essensbeschaffung stehe.

Auch der Wunsch nach einem kalten Bier wird erfüllt.

Ich treffe die Gastgeberin in der Außenküche, dem zentralen Treffpunkt
Mein Bus steht keine 50m entfernt – der Italiener ist mir inzwischen auf die Pelle gerückt
Hier bekomme ich alles was ich brauche
Ich fange sofort an, mir etwas zum Abendessen zuzubereiten
Heute mal keine Pizza – es gibt Penne
Ganz ehrlich – hat Spaß gemacht und geschmeckt

Ich esse gemütlich aber alleine, auch hier gibt es keine Begegnungen. Nicht, dass ich mir das unbedingt gewünscht hätte, aber ich habe irgendwie fest damit gerechnet, dass man auch mal mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt.

Ich hatte aber, ganz im Gegenteil, eher das Gefühl, als wäre die Privatsphäre gesucht.

Nun denn, ich spüle ab, räume mein Zeug auf und setze mich mit einem zweiten Bier hin bis die Sonne untergeht.
Dann lege ich mich ins Bett, stöpsle meine Ohren zu und glotze den Nachbarn noch etwas in ihren hell beleuchteten Bus…

Man hört die Grillen zirpen, wenn die italienische Familie mal kurz schweigt

Am nächsten Tag wache ich früh auf und starte langsam in den Tag, ich habe keine Eile.

Heute ist der Tag, an dem ich meine gebuchte Fähre nach Griechenland nehmen werde und Italien verlasse.
Die Grimaldi-Lines Fähre ist eine Verbindung, welche tagsüber die Orte Brindisi und Igoumenitsa verbindet.

Inzwischen gibt es eine Planänderung auf griechischer Seite, denn ich habe zufälliger Weise in Deutschland eine Nachricht bekommen, dass die Fahrzeugpapiere meines Smurfys im KEP in Piräus abzuholen wären.
„Welch ein Glück“ war mein erster Gedanke, der aber dann einer gewissen Ungläubigkeit wich, als ich realisierte, dass der einzige infrage kommende Tag zur Abholung des Dokuments ein Samstag war – hier war mir das Glück nicht hold.

Die Lösung bot der Verkäufer des Panda 4×4 – Andreas würde die Papiere holen, ich könne ihn am Freitag treffen.
Das erfordert, dass ich einen Teil der Strecke schon in der Nacht fahren muss, eine Übernachtung in Igoumenitsa kommt nicht infrage.

Doch jetzt erstmal auf die Fähre – was so einfach klingt, sollte sich für mich zu einer Stressituation auswachsen.

Stop and go an der Fähre und auch schon auf dem Weg dorthin

Mein Navi schickt mich quer durch Brindisi, das klappt außerordentlich gut, ist aber mit einigen Stops bis zur Fähre verbunden.

Da Crawler sich gestern so gut geschlagen hat, habe ich den Fehler gemacht das Kühlwasser nicht noch einmal zu prüfen.
Es kam was kommen musste – exakt am Fährparkplatz war der Zeiger wieder am roten Bereich und ich brauchte eine Lösung.

Zunächst habe ich mich eingecheckt, dann aber musste ich auf dem wuseligen und wenig einladenden Parkplatz mein komplettes Auto ausräumen und das Kühlwasser befüllen.
Zumindest bis ich die Fähre geboardet hätte, sollte ich jetzt safe sein.
Ich kam verschwitzt und relativ spät auf meinem Parkdeck an.

Hier steht mein Krabbler erstmal sicher
Ich stehe weit hinten, aber das Deck sollte sich noch füllen
Der Blick auf den Hafen von Brindisi hat was

Ich kenne das Schiff noch von der Überfahrt mit Klicker und Sibylle. Vergessen hatte ich jedoch, dass dieses Schiff keinerlei bequeme Sitzmöbel hat, der Plan für ein relativ gemütliches „Hinfletzen“ über ein paar Stunden musste daher ad acta gelegt werden.

Dummerweise hatte ich bewusst mein Laptop nicht mit an Bord genommen um es nicht stetig bewachen zu müssen.
Dabei wäre es in der gegebenen Situation die ideale Beschäftigung – Blog schreiben ohne Zeitdruck…
Naja, manchmal hast Du eben kein Glück, dumm ist, wenn dann noch Pech dazu kommt.

Erst einmal versorge ich mich mit dem Nötigsten…

Ein Kaffee der grauslig schmeckt und ein Wasser, welches rasch warm werden wird – ich leide still
Manche Situationen kannst Du nicht retten – „wie lang dauert´s noch???“
Nur noch neun Stunden – wir haben gerade abgelegt, das Fährdeck ist inzwischen voll geworden
Wie es sich wohl anfühlt hier mit der Segelyacht anzukommen – der Hafen von Brindisi ist schön
Auf den Protagonisten warten neun Stunden des Leidens und des Ausharrens

Was tun? Die Zeit vergeht nicht, die Uhr scheint rückwärts zu laufen, die planmäßigen neun Stunden werden nicht vergehen.

Ich laufe im Kreis und setze mich wieder. Dann laufe ich im Kreis um mich dann wieder zu setzen.
Das wiederholt sich bis zum Erbrechen – es gibt gepflegte Langeweile, zum Beispiel wenn man auf der Couch ein Fluserl beobachtet und es gibt grauenhaft langweilige Langeweile, dieser bin ich nun ausgesetzt.

Um diese Art der Folter zu bekämpfen setze ich mir ein Highlight – ich gehe etwas essen, das funktioniert bei mir eigentlich immer.
Nicht so hier und heute…

Köfte mit Stampf waren das Highlight – die Nudeln der Offenbarungseid der Küche

Verschiedene Social Media Gruppen die sich das Thema Fähren, im Besonderen die zwischen Italien und Griechenland auf die Fahne geschrieben haben betonen gebetsmühlenartig, dass eine „Fährfahrt eben keine Kreuzfahrt sei“ – das mag stimmen, aber wenn man die Reisedauer und das -angebot in Relation zum Preis setzt, dann wäre es vielleicht gut, wenn Nudeln zumindest warm wären.

Um Speisen warm zu servieren muss man nicht kochen können – man muss Lust am Job haben, dies ist vielfach nicht gegeben.

Ich mach´s kurz – mit Grimaldi fahre ich nicht mehr, zu groß die Lücke zu ANEK.

Wenigstens der Salat war einigermaßen ansprechend, wenn auch mit dem Dressing echt gegeizt wurde – als ich die Convinience-Food Verpackung geöffnet hatte, entfaltete sich die vitaminhaltige Speise wie ein Schachterlteufel und (über)füllte meinen Nudelteller.

Satt wird man auch von Salat – wenn der Haufen groß genug ist

Den totalen Tiefpunkt erreichte die Fahrt, als der mir schon bekannte Alleinunterhalter (es gibt schon Parallelen zu einer Kreuzfahrt 😉 )zum Microfon griff und schamlos alles raushaute was ihm einfiel.

Er, der keinen Respekt vor Klassikern wie „Wish you were here“ kennt, beendete seinen Auftritt mit einer Version von „Bohemian Rhapsody“ – ein Sakrileg!
Zu Poden mit dem Purchen…

„Gallileio…“ – nein, bis dahin ließ er es nicht kommen, nach den ersten zwei Minuten ließ er die Hymne ausklingen

Die Leute hörten stoisch zu – kein Wunder, man kann ja nicht weg. Jeder Reisende sucht sich seinen Platz und verteidigt diesen, Rochaden gibt es nur sehr selten.
Für den Alleinunterhalter sicher eine glückliche Fügung, zumindest wenn die Fähre gut besetzt ist.

Igoumenitsa ist nicht weit von Albanien entfernt. Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Reisende aus Albanien an Bord sind.
Großfamilien, deren Reiseverständnis deutlich von dem mittel- und nordeuropäischer Reisender abweicht.
Lagerstätten werden geschaffen, die Kühltasche wird geöffnet, man schläft überall – sofern dies beim Gesang des Alleinunterhalters möglich ist.

So vergeht die Zeit und mittlerweile haben wir Land in Sicht, denn wir haben die Meerenge zwischen Korfu und Albanien erreicht, die Sonne schickt sich an unterzugehen, wir fahren in die Nacht hinein.

Nicht mehr weit bis Igoumenitsa, aber es zieht sich
Crawler steht sicher, er hat noch ein paar Stunden Pause
Als die Sonne verschwindet verlaufen sich die Menschenmassen – Schatten ist nicht mehr wichtig
Das Zentralgestirn verinkt hinter der Shilouette von Korfu

Ohne „Balli di gruppo“ geht es in Italien nicht. Als die Sonne weg war, wurde das Oberdeck des Schiffes zur Freiluftdisco umfunktioniert.
Der Hubschrauberlandeplatz wurde zur Tanzfläche, die Musik erschallte laut aus den riesigen Lautsprechern.

Dumm nur, dass die Italiener die Rechnung ohne die Majorität der Albaner gemacht haben – die scheinen „Balli di gruppo“ genausowenig abzugewinnen wie ich und so bleibt es beim Hall der Musik – dem konnte man den positiven Nebeneffekt abgewinnen, dass der Alleinunterhalter einfach übertönt wurde.

Tanzen auf dem Hubschrauberlandeplatz – könnte mein neues Hobby werden

Es ist dunkle Nacht als wir Igoumenitsa vor dem Bug haben. Ich mag solche Nachtansteuerungen und bedauere, dies nicht viel häufiger mit dem Segelboot gemacht zu haben.

Ich genieße es zuzusehen, wie wir uns dem hell beleuchteten Hafen immer weiter nähern und gleiche die Realität mit der Karte ab.

Igoumenitsa liegt backbord voraus, der Kapitän wird gleich Ruder legen lassen
Die Realität dazu sieht so aus – der Effekt ist mit dem Auge betrachtet umso schöner
Im Westen liegt Korfu, nun achteraus, es ist noch Restlicht erkennbar

Es war Nacht, wir werden aufgerufen zu unseren Autos zu gehen und dann nach und nach die Fähre zu verlassen.
Das ganze Procedere dauert immer ein wenig, auch heute gibt es Verzögerungen.

Ich fahre um ziemlich genau 23.00 Uhr von Bord und befinde mich von jetzt an auf griechischem Boden.

Mein neuer Plan ist wie folgt – ich werde nicht in Igoumenitsa essen, die kalten Nudeln reichen für heute und den Berg Salat könnte ich im Notfall ja wiederkäuen.
Ich muss tanken, dann fahre ich in die Nacht hinein, so lange wie ich es eben durchhalte.
Natürlich habe ich ein Ziel im Hinterkopf – ich möchte es bis Preveza schaffen, dort kenne ich mich aus.

Leider schwächelt Crawler abermals – auf einer finsteren Mini-Landstraße wird er wieder heiß und verlangt nach einer neuen Ladung Kühlwasser.
Dies erfülle ich ihm in einem kleinen Ort unter einer Laterne am Bahnhof.

Gegen 02.00 Uhr erreiche ich tatsächlich Aktion bei Preveza, mir ist die Gegend bekannt und ich weiß wo ich meinen Camper abstellen kann.

Als ich am nächsten Morgen wach werde regnet es
Eine Gewitterfront zieht über Preveza

Mein Kalkül nach Preveza zu fahren ging voll auf. Ich treffe Sofia und Manolis auf etwas Small-Talk, kann mich abermals für die perfekte Arbeit an ELOWYN bedanken und erklären, warum ich hier unverhofft auftauche.

Man sichert mir freie Bewegung zu und so kann ich frühstücken, duschen und vor Allem eine Notreparatur an Crawler vornehmen.

Das Frühstück war perfekt – so gestärkt widme ich mich meinem Crawler

Die Ursache für den Kühlmittelverlust ist schnell gefunden – ein Kühlerschlauch war durchgescheuert.

Ich baue das Corpus Delicti aus und gehe zum Ship Chandler – hier wird mir perfekt geholfen.
Ich kann mit Dichtmittel und selbstverschweißenden Isolierband eine vorübergehende Dichtheit erreichen.
Dieses „heiße Thema“ habe ich für den Rest der Reise im Griff.

Nicht in den Griff bekomme ich die Sicherung für den Radio – bei einem letzten Versuch wage ich den Einsatz einer kräftigen 25A Sicherung, sehe aber nach wenigen Minuten noch einmal nach.
Der Sicherungsträger ist inzwischen so heiß, dass die Sicherung nur noch in Teilen herauszuziehen ist.
Ich breche an diesem Punkt ab, stecke keine neue Sicherung und werde mich des Themas auf Leros annehmen.

Hier haben Glück und Instinkt Schlimmeres verhindert
Hier war es wohl auch ein bisschen Know-How
Klar sehe ich aus wie Sau und schabe mir die Arme blutig – aber ich kann mich vor Ort waschen

Der Tag, welcher eigentlich schon in der vergangenen Nacht stressig begann, lief in dieser Art und Weise weiter.

Heute hatte ich neben der Abfahrt meiner Fähre, den einzigen Termin meiner Reise – ich wollte mich am Nachmittag mit Andreas treffen und hoffte, dass er einen Treffpunkt außerhalb Athens wählt.

Das hat leider nicht perfekt geklappt, ich muss weit in den Stadtbereich hineinfahren, zumindest bleibt mir der Innenstadtbereich erspart.

Als Ausgleich hierfür hat Google Maps heute einmal wieder „lustige Routen“ ausgespuckt – und ich schwöre, dass ich keine speziellen Settings habe, heute fahre ich sogar „mit Autobahn“.

Aufgrund einer Baustelle finde ich mich aber auf dieser Route wieder – und im Gegensatz zu einigen anderen ist Crawler hier in seinem Element!

Die offizielle Route führt mich mehr als 10km über Schotter

Zugegeben, der Weg von Preveza nach Athen ist mit einem Auto wie dem Allrad-Mitsubishi ein Zieher.

Man nähert sich mit 90km/h dem Ziel, das bedeutet bei knapp 400km rund 5h Fahrt.
Da sind Highlights wie die Passage der Rio-Brücke bei Patras eine willkommene Abwechslung…

Ich nähere mich der Brücke und beschließe den teuren Maut zu bezahlen
Die Anfahrt ist spektakulär
Die Durchfahrt noch mehr – die sich bewegenden „Drähte“ zaubern ein spezielles Bild
Auch hier eine Baustelle – mein Garfield begleitet meine Fahrt am Spiegel
Die Überfahrt ist schnell erledigt

Habt ihr auch so eine Art „Maskottchen“ im Auto? Ich war früher Garfield-Fan – die fette orange Katze war „der Philosoph unter den Philosophen“ und ich mochte den trockenen Humor.

Meine damalige Freundin hat mir die Katze geschenkt als ich mit 18 mein erstes Auto gekauft hatte – er möge mir Glück bringen.
Die Freundin ist längst Geschichte, der Garfield aber begleitet mich noch – inzwischen hat er in 41 Jahren weit mehr als 1 Million Kilometer mit mir abgespult – unfallfrei!
Mittlerweile könnte er „die Sache“ sein, welche ich am längsten besitze – ein Gedanke, der sich surreal anfühlt.

Ich erreiche den Treffpunkt in Athen und treffe Andreas an der Straße, die Zeit reicht für ein kurzes „Hallo“ und etwas Small-Talk, dann übergibt er mir mein Dokument und ich suche rasch das Weite, unsere Wege trennen sich hier.
Ich sehe zu, dass ich wieder aus Athen rauskomme…

Nix wie raus aus dem Moloch – Ziel ist Nea Peramos
Endlich habe ich mein begehrtes Dokument

In Nea Peramos empfiehlt meine Stellplatz-App einen Parkplatz an einer kleinen Marina, ganz in der Nähe von einigen Lokalen.
Es sei überraschend ruhig und man stehe sicher.

Seltsam wie Vorstellungen auseinadergehen und welches Fazit man daraus zieht.
Alles Geschriebene ist richtig, der Platz ist sauber, nicht verwahrlost und sieht sicher aus – aber irgendwie sieht alles lieblos aus, geschlossen, versperrt, nicht einladend.
Das Meer ist am kleinen Strand schmutzig – wo kann ich mich erfrischen, wo kann ich auf´s Klo?

Ich stelle meinen Bus ab und sammle mich bei einer Cola. Dann muss ich mal in mich gehen und mich fragen wie ich stehen will, denn es gilt nun, den gesamten morgigen Tag zu überbrücken.

Auf den ersten Blick schön…
…und doch packt es mich nicht – ich beschließe weiterzufahren

Für einen Moment entgleitet die Situation. Ich verlasse mich zu sehr auf Google maps und zu wenig auf mein Gehirn und meine Erfahrungswerte.

Ich war schon einmal einen Ort weiter um einen Tag zu überbrücken. Ich erinnere mich an eine Taverne, eine Strandbar und einen netten Parkplatz vor der Türe – wenn ich hier fragen würde, ob ich bleiben kann, wenn ich als Gast entsprechend konsumiere???

Leider kann ich mich nicht an den Namen der Taverne erinneren und bei meiner Google Suche fahre ich zudem in ein Gewitter, es fängt regnen an, der Tag findet ein langsames Ende – und ich habe noch keinen Platz!

Ich fahre dem Gewitter sehenden Auges entgegen

Ein kurzer Moment der Verzweiflung treibt mich auf einen Campingplatz – hier würde ich sicher unterkommen, aber er hat keine eigene Taverne.

Der Zufall hilft – ich fahre rechts ran und lege das zeitweise verführerisch-unnütze Telefon auf die Seite.
Nanu, hier war ich schonmal – ist der Strand nicht rechts???
Ich biege ab und finde tatsächlich per Zufall und Erinnerung den Ort, welchen ich im Sinn hatte und den ich gesucht hatte.

Es blieb keine Zeit mehr – hier bleibe ich! Eine goldrichtige Entscheidung.

Ich finde einen Sitzplatz mit Strom und kann mich auf der Fähre einchecken

Alles was ich im Sinn hatte klappt. Ich gehe kurz im Meer baden, finde einen Sitzplatz neben einer Steckdose und ich kann mich auf meiner Fähre einchecken.

Ich beschreibe den Witsleuten meinen Plan und bin herzlich willkommen.
Dann bestelle ich mir mein Abendessen – auch hier werde ich bestens bedient…

Der beste Salat der Reise – die Zitronensauce war ein Gedicht
Tagliatelle mit Meeresfrüchten gehen immer
Ihr müsst genau schauen – Crawler steht direkt neben der Taverne

Als zu später Stunde noch einmal Wind und Regen aufkommt, muss ich trotz langärmeligen Shirt nach innen in die Gaststube gehen.
Ich sitze in Griechenland und friere trotz langärmeliger Kleidung – verkehrte Welt!

In der Nacht benutze ich erstmalig meine Bettdecke, wenn auch nur ein Zipfelchen…

Ich war neben einer Gruppe Griechen der letzte Gast. Die Griechen waren mit dem Wirt verbandelt, hatten vielleicht etwas zu feiern.
Der Wirt bringt eine riesige Brasse an den Tisch und zerlegt sie säuberlich, dann setzt er sich zu den Gruppe.

Etwas später steht er abermals auf und bringt mir von dem Fisch – ich bin zurück in Griechenland und erfahre sofort wieder Filoxenia, die bekannte Gastfreundschaft.

Als ich nach einem Tsipouro ins Bett gehe ist es stockfinstere Nacht.

Die Lichter entlang der Küste sorgen für etwas Orientierung

Ich schlafe wie ein Stein und werde erst am nächsten Morgen wach, als ein Spaziergänger mit Hund die Autotüre neben mir zuschlägt.

Es ist 07.45 Uhr und das Café öffnet gegen 09.00 Uhr – ich habe etwas Zeit um im Meer baden zu gehen und mir den Schlaf aus dem Gesicht zu spülen.
Die restliche Zeit verbringe ich damit Crawler klar für die Fahrt zu machen – ich kontrolliere abermals das Kühlmittel, doch heute ist der Stand in Ordnung.

Ich klappe das Bett zurück und sortiere mein Gepäck neu. Ich werde nicht mehr im Auto nächtigen.
Das Entaden soll auf Leros schneller gehen, es gibt einen stressfreien Zeitplan, welcher ein Frühstück und das Waschen meiner Wäsche einschließt.

Das Wetter ist leider noch nicht perfekt, das sollte aber im Laufe des Tages noch werden – überhaupt, es lag ein perfekter „Übergangstag“ vor mir!

Noch bin ich alleine und die Wolken hängen tief – ich gehe baden
Dann mache ich auf Crawler Ordnung – das Wohnmobil hat seine Aufgabe erfüllt
Der Platz war perfekt für die Nacht und diesen Tag des Wartens

Langsam füllt sich alles mit Leben, die Betreiber der Bar kommen als erstes und machen das Geschäft und den Strand klar für die Gäste an diesem Samstag.

Ich gehöre ganztags dazu und ziehe mich dafür an einen Tisch am Rand zurück.
Hier habe ich eine Steckdose, kann mein Telefon laden und mein Laptop betreiben – den Tag vetreibe ich mir wie ein Urlauber, ich trinke Kaffeespezialitäten und genieße kleine Leckereien.

Dazwischen gibt es eine alkoholfreie Erfrischung und einen Snack – und natürlich gehe ich gehörig baden, das Meer hat die ideale Temperatur, der Strand ist feiner Kies, alles in allem ist es ein schöner und den Umständen entsprechend kurzweiliger Tag.

Da meine Fähre erst um 23.55 Uhr geht und ich daher erst um kurz vor 22.00 Uhr am Hafen sein muss, ist keine Eile geboten.
Ich reserviere mir einen Tisch im Lokal für 18.30 Uhr um hier zu Abend zu essen, gegen 20.30 Uhr werde ich Richtung Piräus aufbrechen.

Ein doppelter Espresso gibt die Energie für den Tag
Mittags darf es ein kleiner Snack sein
Zum Abschluss noch etwas Süsses

Vor dem Abendessen springe ich noch einmal in die einladenden Fluten. Ich erfrische mich und wasche mir den Schweiß des Tages vom Körper.
Glücklicher Weise gehöre ich zu den Menschen, die ein Bad im Salzwasser genießen und danach ausdrücklich keine Süßwasserdusche brauchen.

Der Ausspruch „Salz auf meiner Haut“ ist ein geflügeltes Wort zwischen Sibylle und mir – ich liebe das Gefühl und sie gibt auch nach fast 25 Jahren nicht auf mich aufzuklären, dass es in dem Buch gar nicht um „Salz auf der Haut“ geht.
Natürlich weiß ich das, aber die Parallele, dass es die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares ist, hat ja doch einen Link und gibt dem Satz seine Berechtingung, nichtwahr? 😉

Zurück zum Thema – ich bin abgefrischt, liebe es das „Salz auf meiner Haut“ zu spüren und widme mich meinem Abendessen.

Ein letztes Mal gehe ich Baden…
…dann verhole ich mich in die gastliche „Psarotaverna“

Ich will zugeben, dass ich nach dem Dinner „Hummeln im Hintern“ hatte. Meine Entspanntheit war etwas gewichen, ich wollte jetzt los und die letzte Etappe in Angriff nehmen.

Etwas zu früh mache ich mich auf die circa 60km lange Fahrt nach Piräus. Überraschender Weise war kaum etwas los auf den sonst so emsig überfüllten Straßen in und um Athen.
Ich war zügig am Ziel und konnte mich drei Stunden vor geplanter Abfahrt in die Reihe zum Boarding aufstellen.

Ich war überrascht, dass zum einen doch schon viele andere Autofahrer so früh hier waren, zum anderen darüber, dass die Fähre noch nicht am Kai war – offensichtlich hatte sie Verspätung.

Die Nacht bricht über den Hafen von Piräus herein – das ist übrigens NICHT unsere Fähre
…die steuert den Hafen nämlich erst um 21.50 Uhr an
In wenigen Minuten wird die BLUESTAR 2 ihre Leinen festmachen

Hm, um rund 22.00 Uhr ist unsere Fähre also hier angekommen. Es bleiben rechnerisch zwei Stunden, um das Schiff zu entladen, etwas klar Schiff zu machen und dann mit der Beladung zu beginnen.

Aufgrund des zweiten Fährschiffes welches im Bild vorher zu sehen war, konnten die Autos der Gäste auf der Dodekanesroute nicht so geparkt und sortiert werden wie gewohnt.
Sich trotzdem intelligent einzureihen um nachher ein schnelles Verladen zu gewährleisten, erfordert vernetztes Denken – und ihr wisst was jetzt kommt…

DIE MENSCHEN KÖNNEN ES NICHT MEHR!

Da es keine „wie stelle ich mich clever an der Fähre an“ App gibt und auch keine KI diesbezüglich eingesetzt werden kann, gibt es großes Chaos und ein richtiges Tohuwabohu.
Wenigstens behalten die Einweiser den Überblick, sie markieren die Autos richtig, können Drängler und Dummköpfe aber kaum bändigen.

Seinen korrekten Zielort hat Crawler schonmal angeheftet bekommen…
…und irgendwann haben auch wir es geschafft

Mir ist der Hintergrund der Drängelei schon klar – es geht um die besten Plätze im Schiff.
Besonders die Passagiere die eine Deckspassage gebucht haben, so wie ich auch, sind froh wenn sie einen bequemen Sessel erhaschen können.

Mir war´s wurscht – ich habe mich auf eine schlaflose Nacht eingestellt und war gewappnet das anzunehmen, was mir geboten würde.

Letztlich habe ich einen zwar breiten, aber dennoch nicht wirklich bequemen Sessel und ein Bartischchen bekommen.
Das Glück half mit, dass mein zweiter Sessel am Tisch ohne die übliche Blockade aus irgendwelchen Taschen oder Ähnlichem dennoch frei blieb, so hatte ich meinen Platz für mich und konnte nach etwas Schlaf suchen – mein neues Nackenhörnchen soll mir dabei helfen…

Irgendwie ging´s…

Ich war überrascht – anfangs war turbulentes Treiben, an Schlaf war nicht zu denken, aber später – nach dem Ablegen – kehrte sowas wie eine „Grundruhe“ ein und ich konnte tatsächlich etwas Schlummern.
Nicht wirklich ein erholsamer Tiefschlaf, aber zumindest besser als mit offenen Glotz´n auf die Uhr zu starren.

Die BLUESTAR 2 legte letztlich mit einer Stunde Verspätung, es war wohl gegen 00.45 Uhr, ab und konnte diese Stunde auch bis zur Ankunft in Leros nicht mehr aufholen.

Beim Aussteigen das gleiche Spiel – man wird aufgerufen zu den Fahrzeugen zu gehen – trotzdem kommen ein paar immer zu spät.
Andere verlieren die Geduld und fahren ein paar Meter nach vorne, wobei sie nicht realisieren, dass sie jetzt den Bereich blockieren, den man zum Wenden braucht.
Was passiert also – es gibt Stau auf der Fähre…

Zunächst sieht alles normal aus – am Rand der weißen Wand geht es in entgegengesetzter Richtung nach unten…
…Minuten später ist Stau – die PKWs blockieren sich, dann fahren halt die LKWs

Selbst mit dem kleinsten Auto kann man keine 180° Wende „auf dem Teller“ machen – trotzdem probieren es mindestens drei Fahrer.
Bis die dann durch hin und herrangieren das Wenden vollzogen haben dauert es – denn meist rücken die nachfolgenden Fahrzeuge gleich auf und machen das Wendemanöver unmöglich.

Mir geht durch den Kopf, dass ich niemals, ich wiederhole niemals, in eine Situation kommen will, in der irgendetwas evakuiert werden muss – ein Gebäude, ein Flugzeug oder ein Schiff…
Menschen sind nicht in der Lage gruppenorientiert vorausschauend zu handeln, sofoern sie nicht darauf trainiert sind.

Ich hoffe, die KI wird das irgendwann mal lösen…

Ihr merkt schon – ich war irgendwie schräg drauf, als meine kleine, individuelle Reise nach einer Woche mit meiner Ankunft auf Leros endete.

Willkommen daheim

Die ersten Stunden waren fürchterlich! Es waren Menschenmassen auf den Straßen unterwegs.
Als ich vor knapp fünf Wochen abgefahren war, war Tourismus zu spüren, aber es war moderat.
Heute war der helle Wahnsinn geboten – und mich beschleicht das sichere Gefühl, dass es jedes Jahr schlimmer wird.

Dies setzt sich dann so fort – Schleicher auf der Straße (das sage ich aus einem Auto heraus, dass Vmax 95km/h bietet) welche die Fahrt von A nach B mit einer Sighseeing-Tour verwechseln.
Radlfahrer die auf zweieinhalb Meter breiten „Hauptstraßen“ auch noch nebeneinander fahren geben sich ein Stelldichein mit türkischen Touristengruppen (erkennt man an den Frauen mit den aufgespritzten Körperteilen) die als solche eisschlotzend einen Schaufensterbummel machen – nur leider nicht auf der Flaniermeile, sondern auf der Ortsdurchfahrt von Agia Marina.

Ich komme bei unserem Frühstückslokal „Navarone“ an und will eigentlich schon wieder weg.
Der Anstand verlangt, dass ich meine Frau zumindest begrüße – selbiges gilt für Susanne und deren Schwester.

Es war Sonntag – Sibylle hat das Brunchbuffet im „Navarone“ reserviert
Ich stärke mich, komme etwas runter und beruhige mich erstmal

Es ist mein Ernst – auch das „Navarone“ war kaum wiederzuerkennen. Ich gönne den Wirten das Geschäft, frage mich aber ernsthaft, wieviel Tourismus Leros verkraften kann.
Die kleine Insel steht am Scheideweg – und wer sich jetzt fragt, ob es clever ist hier ein Haus zu kaufen, ja das frage ich mich auch! Es gibt in beide Richtungen Argumente, ich sitze es noch ein wenig aus, die Region in der unser Haus steht ist vom Tourismus kaum betroffen.

Apropos Haus – was macht meine kleine Katikia denn überhaupt? Steht noch ein Stein auf dem anderen?
Während sich Sibylle meiner Wäsche und ihrer mitgebrachten Einkäufe aus Deutschland widmet, lade ich Crawler am Haus aus und sortiere schonmal ein wenig vor…

Ich parke den L300 nach dem Ausladen am kleinen Kirchlein „Agiou Dimitiou“, einer privaten Kapelle
Die Güter für die Freunde sowie die Autoteile für Mitsubishi und Fiat Panda lagere ich im Haus

Das Wakeboard und den bleischweren Hipster e-Scooter von Alex habe ich schon in Xirokampos übergeben.
Das A-Team liegt dort mit ANAHITA vor Anker und so war es ein glücklicher Zufall, dass ich die zwei sperrigsten Sachen auch wirklich als Erstes ausräumen konnte.

Meine Laune war zu diesem Zeitpunkt noch nicht perfekt, der arme Alex musste das aushalten.
Leider haben dazu auch seine Informationen aus der Marina beigetragen – ich will, offen gesagt, gar nicht hin…

Hätte ich auch lassen sollen!!!

Servicebatterien fehlerhaft – der Ladezustand ist es definitiv nicht, Solar liefert

Ich stehe am Steg vor dem Schiff und kann schon den „faule Eier“ – Schwefelgeruch feststellen.
Sowas riecht natürlich niemand der hier vorbeigeht, aber was soll´s…

Ich schließe auf und ein Blick auf den Batteriemonitor sagt alles – ich bin ziemlich sicher, dass eine der Batterien einen Zellenschluss hat und die anderen ebenfalls, nomen est omen, in Mitleidenschaft gezogen hat.

Das löse ich morgen, oder übermorgen, jetzt lüfte ich erstmal, baue mein Bett und… RINGRING RINGRING RINGRING …gehe ans Telefon!
Volker ist dran mit der nächsten, absolut passenden Hiobsbotschaft – er hat mit der Marinachefin telefoniert, wo ich denn sei, ich müsse ELOWYN SOFORT umlegen!

Dagegen bin ich ja ein harmloser Spinner! Was soll das jetzt? Warum? Wohin? Naja, ganz sicher nicht mehr heute…

Das würde an sich reichen – aber zu allem Überfluss haben wohl die Marineros beim Ablegen eines Paketes einen Kratzer in den Lack gemacht – ich hoffe, der lässt sich wegpolieren!

Mit Spucke geht nix – ich setze auf einen Lackreiniger. Auch das wird auf morgen vertagt

Mir reicht´s – ich muss raus aus der Marina. Die erste Stunde war genug, überhaupt hatte es der Tag in sich.

Ich bin daher nur verhalten zuversichtlich, wenn ich an unseren reservierten Tisch beim „Pirofani“ denke.
Es ist Sonntag, die Bucht ist voller türkischer Schiffe und somit befürchte ich das Schlimmste als Sibylle und ich etwas vor der vereinbarten Zeit ankommen.

Wir fahren mit Crawler und parken direkt neben der Taverne…

Er macht sich gut im kleinen Fischerhafen von Panteli, finde ich
Wir bekommen einen tollen Tisch, die Stimmung ist tadellos
Das Lokal wird randvoll – aber das Team hat den Service im Griff
Zu viert hatten wir einen perfekten Abend

Tatsächlich war die Taverne zum Bersten voll, aber der Service hatte alles perfekt im Griff und wir haben vorzüglich gegessen.

Susanne und ihre Schwester waren mit uns zusammen ausgegangen und zu viert hatten wir einen kurzweiligen und für mich auch versöhnlichen Abend und Abschluss für meinen Ankunftstag – meinen ersten Tag auf Leros…

Ab Morgen würde alles besser werden – dachte ich zumindest.
Es fing alles ganz harmlos an…

Smurfy bekommt seinen Glücksbringer – danke Monika für den Schlumpf

Sibylle und ich fahren hoch zum Haus. Ich muss in der Garage ein paar unwichtige Arbeiten erledigen, so zum Beispiel den geschenkten Schlumpf auf Smurfys Armaturenbrett kleben – aber auch ein paar wichtige Dinge sind zu erledigen, meine GS wird wieder in Betrieb genommen und für Sibylle gilt es ein wichtiges Dokument zu drucken.

In der Zwischenzeit gießt Sibylle mit dem langen Schlauch die Olivenbäume im Garten.
Wir wollen nicht schuldhaft für eine schlechte Olivenernte einstehen müssen.

Kurios wird es danach allerdings, als ich in die Marina zurückkomme.
Man fängt mich am Auto ab und erklärt mir, dass man schon auf mich wartet, denn wir sollten ELOWYN jetzt sofort umhängen.
Ich werde fast ein wenig patzig, erkläre, dass ich immer noch alleine bin, zudem das Schiff noch verpackt ist und dies außerdem mit der Marinaleitung diskutiert werden müsse.

Wenig später klingelt mein Telefon, das Office ruft an fragt wo ich denn sei – man warte schon auf mich, denn ich solle ELOWYN jetzt sofort umhängen.
Ich werde fast ein wenig patzig, erkläre, dass ich immer noch alleine bin, zudem das Schiff noch verpackt ist und dies außerdem mit der Marinaleitung diskutiert werden müsse.

Ich komme mir vor wie ein Gefangener in einer Zeitschleife, dazu gesellen sich die Käufer meiner NESSAJA und erzählen mir von Defekten während des letzten Törns…
Hätte ich in diesem Moment gekonnt, ich wäre in meinen Crawler gestiegen und hätte das Weite gesucht.

Ein klein wenig habe ich das auch getan, ich brauchte einen Glücksmoment!

Sibylle und ich fahren einkaufen und wählen dazu den Weg „into the wild“
Ich lasse den L300 etwas über steilen Schotter kriechen
Die Mitsubishi Pajero Gene sind nicht zu leugnen – er kann was

Nach dem Einkaufen fährt Sibylle nach Xirokampos und ich stelle mich dem Thema rund um ELOWYN – was ist denn da eigentlich los?

Es folgt ein sehr langes und auch emotional, hitziges Telefonat mit der Marinaleitung. Ich erfahre, dass ein anderes Boot ELOWYNs Platz beansprucht und ältere Rechte geltend macht.
Dies ist für mich das schlechteste Argument von allen. Ich halte entgegen, dass ELOWYN mit Fendern über 6,5m breit ist und am B Steg schlicht und einfach nicht in die Lücken passt – Bootssicherheit geht vor.

Das Telefonat endet mit einem Remis, wir vertagen uns auf morgen. Ich habe inzwischen drei Altenativlösungen und bin gespannt, ob eine Gefallen findet.
Das wird noch ein richtiger Scheiß – vor allem muss ich den weißen Riesen jetzt ohne Not fahrfertig machen.

Und als ob das alles nicht genug wäre, ist da noch Sibylle, welche mir jetzt wieder stetig erklärt was geht und was nicht und was ich eigentlich alles „muss“.
„Du musst dich jetzt endlich rasieren und deine Matte geht auch gar nicht…“ höre ich sie sagen…

Warum eigentlich nicht
Weil halt

Es reißt nicht ab – ich will mich gerade mit Volker bezüglich eines Plan B abstimmen und ihm erklären was hier los ist.
Darum schreibe ich ihm sinngemäß, dass mein Telefon kaum still steht seit ich da bin.
Exakt in dem Moment klingelt das Telefon abermals, wieder ruft die Marina an um wegen der Liegeplatzthematik nachzufragen.

Die Nachricht war noch nicht verschickt, klingelt das Telefon wieder
Genauso geht es weiter

Ich konnte solche Tage des Bombardements nach dem Urlaub schon im Arbeitsleben nicht leiden.
Ich hoffte, dass ich dies jetzt ein Stück weit hinter mir gelassen habe – doch weit gefehlt.
Es gibt Tage, da scheint mir der Workload schlimmer als früher zu sein.

Bis zum Abendessen werde ich mit Themen konfrontiert welche nicht meine sind – ich werde, nein, ich muss hier künftig einen Riegel vorschieben, ich kann das nicht leisten.
Meine Stimmung beim Dinner war mies – da konnte das perfekte Giros im „SouVLakki“ auch nichts mehr retten…

Der neue Morgen begann unter anderen Vorzeichen – ich bekam das Signal, dass das Umlegen von ELOWYN nicht wichtig sei und ich auf dem momentanen Liegeplatz verbleiben könne und auch sonst normalisierte sich alles.
Ich habe ein weiteres Telefonat mit einem Eigner einer großen Yacht der 60ft+ Klasse und kann jetzt schon andeuten, dass ich vermutlich ab Herbst 2026 ausschließlich zwei Schiffe betreuen werde.
Alle anderen Services werde ich einstellen müssen und erkenne, dass dies wohl auch gut ist.

Sibylle kommt bei mir vorbei und sortiert mit mir den Tag – zuerst schauen wir uns ELOWYN einmal an…

Im Großen und Ganzen alles ok – aber das Vordeck ist ziemlich verschissen

Ich habe an diesem Tag noch ein paar private Dinge zu erledigen, muss zum Steuerberater und treffe mich mit Hans Peter zur Abstimmung der nächsten Wochen.

Auch er und seine Petra sind von ihrem Törn zurück – wir beide erkennen und müssen uns eingestehen, dass die Zeit der langen, gemeinsamen Arbeitssessions wohl vorbei ist.
Sehen wir also zu, dass wir die offenen Projekte noch sauber zu Ende bringen.

Ich muss noch einmal ins Haus um Unterlagen abzulegen, dann gönne ich mir eine Badepause.
Hierfür fahre ich an den Kokkina Strand, welcher etwas entfernt vom Schuss ist.
Meine Hoffnung war, dass dieser nicht ganz so überlaufen ist.

Mit Crawler kann ich den unwegsamen Schotterweg bis zum Strand fahren
Kaum was los – ich gehe direkt vom Auto aus baden

Das Meer war erfrischend, es hat richtig gut getan. Weil es gerade so schön war, habe ich mir einen Einkehrschwung in das Eisparadies „Repapis“ gegönnt – hier habe ich einen Mangel, ich war zu lange nicht mehr dort.

Ich treffe Berthold dort und wir beide verratschen uns über Offroad Themen.
Er mag meinen Crawler und war selber schon mit verschiedenen Fahrzeugen weltweit unterwegs.
Wir fachsimpeln und träumen und ich erkenne, dass mein kleines Auto ein Riesenpotential hat.

Ich bin nicht wenig überzeugt, dass der kaum 5m lange Krabbler das Zeug hat, einer 43ft Segelyacht den Rang in Sachen „das letzte große Abenteuer“ abzulaufen.

Von hier aus fahre ich in die Marina, dusche mich rasch ab und warte auf Sibylle.
Wir treffen uns hier, um gemeinsam mit Brigitte und Hans nach Alinda ins „Theikon“ zu fahren.

Am Strand von Alinda hat man die perfekte Sicht

„Theikon“ ist einer der großen Player in Sachen Restaurant auf Leros. Zur Familie gehört die Strandtaverne, mehrere Cafés, das „Navarone“ in Agia Marina und ein gewaltig großes Cateringunternehmen.

Sibylle und ich waren noch nie hier und wir folgen der Idee unserer Freunde.
Wir bestellen einen Tisch voll Meze und essen vorzüglich!

Alle ausgewählten Speisen waren super

Es gibt nix zu meckern, anmerken muss man jedoch, dass das Preisniveau sehr hoch war und nicht ganz mit dem Konzept der Taverne harmoniert.

Wir haben bei unserem Besuch im „Pirofani“ vor zwei Tagen zu viert rund 50.-€ weniger bezahlt und ich würde mein Lieblingslokal in Panteli fast ein Level höher einstufen.
Es bleibt also dabei – für Dinner dieser Art ist und bleibt das „Pirofani“ vorläufig die erste Wahl, gefolgt vom „Serza“ am Merikia Strand.

Nichtsdestotrotz genießen wir den Abend in vollen Zügen und ziehen uns das fast kitschige Ambiente gnadenlos rein.

Der Vollmond erleuchtet die Szenerie, die beleuchtete Burg thront über dem Gesamtbild…

Kitschiger geht´s kaum – oder doch?
Es geht – ein Alleinunterhalter spielt internationale Schnulzen! „Sag mir Quando, sag mir wann…“

Ein Alleinunterhalter singt was das Zeug hält – diesmal nicht die typische „Island-Music“, sondern eher so internationale Tanzmusik, so wie man sie aus Hotelbars kennt oder sie auf zweitklassigen Kreuzfahrten erwarten würde.

Es war alles dabei, was man in dieser Musikrichtung als „Gassenhauer“ bezeichnen kann, trotzdem fand ich den Mann ganz unterhaltsam und bei Weitem nicht so schlecht wie den Kollegen auf der Italienfähre.

Immerhin hat dieser Sänger Respekt vor den Liedern gehabt, welche den „heiligen Gral“ bilden.
Er zumindest, hat die Finger von „Bohemian Rhapsody“ gelassen 😉 !

Wirklich witzig aber war, dass er seine Gitarre nur als Mittel zum Zweck in der Hand hielt – es war deutlich zu sehen, dass er nicht spielte.

Wir hatten jedenfalls Spaß und gingen erst nach zwei Karafaki Ouzo und fast schon nach Mitternacht nach Hause.

Am nächsten Morgen war ich dennoch relativ früh fit und hatte zudem Lust auf ein ausgiebiges Frühstück.
Ich habe mir daher einen Besuch im „La Palma“ Café gegönnt.

So darf dazwischen auch ein Tag beginnen

Hans Peter kam vorbei und erkannte mein Auto am Straßenrand. Er setzte sich zu mir und wir begannen Pläne für den August zu schmieden.
Auf ELOWYN müssen zuerst die Batterien und die Fallen für die Genua ersetzt werden, bei ihm stehe ich im Wort, sein Lithium-Projekt während des August voranzutreiben oder gar fertig zu stellen.

Wir finden eine gute Basis und einigen uns auf einen arbeitsintensiven Hochsommermonat – aber das kennen wir ja schon von 2024.

Später gesellen sich Susanne und Sibylle zu uns und wir trinken noch einen zweiten Kaffee, bevor Sibylle und ich nach Alinda aufbrechen müssen.

Wir wollen dort ein Stockbett kaufen…

Wir kaufen das Bett und bringen es mit Crawler zum Haus
Dort lagern wir es erstmal nur ein

Ich habe auf einer Verkaufsplattform der Leros Community ein Gesuch bezüglich eines Bettes aufgegeben.
Offen gesagt wusste ich nicht genau was ich wollte, man solle einfach mal alles anbieten.

Der Hintergrund war, dass ich temporär und für wenig Geld eine Schlafstätte in unserem Haus schaffen möchte.
Ich will zur Not auf mein eigenes Quartier ausweichen können – auch wenn noch nicht alles fertig gestellt ist.

Es wurde überraschender Weise sehr viel angeboten, ich habe mich schlussendlich für ein Stockbett entschieden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses nach Fertigstellung des Hauses für die Enkel weiterverwenden könnte ist am höchsten…

Danach musste ich mich ELOWYNs Batterien widmen.

8.14V statt die zu erwartenden 13V – die Befürchtung wird zur traurigen Wahrheit
In meinen Belastungstester gebe ich den Batterietyp ein…
…wähle die Prüfmethodik…
…und den Zielwert…
…um dann ein ernüchterndes Ist-Ergebnis zu erhalten

Für den Servicebereich hat ELOWYN sechs Batterien die eine 24V Bank bauen.
An drei Batterien komme ich besser heran um die Messungen auszuführen, alle zeigen ein gleich schlechtes, ja vernichtendes Ergebnis.

Hier ist nichts mehr zu retten, ich verzichte daher darauf, die anderen drei, etwas unzugänglicheren Batterien auch noch zu überprüfen.
Es wird entschieden, dass die ganze Bank ersetzt wird.

Ich spreche mit Volker und wir beschließen kurzerhand, dass wir auf eine Lithium Bank umbauen, es sollen LiFePO4 Akkus zum Einsatz kommen.
Das bedeutet für mich, dass ich „mal schnell“ eine echte Beschaffungsherausforderung vor der Brust habe – gefolgt von einem ungeplanten „Prio 1“ Projekt!

Ich muss mich abkühlen, ich gehe baden…

Am Rückweg sehe ich den Aufkleber des „No Work Team“ traurig und läbbelig von Crawlers Heck hängen.

Nicht nur das „No Work Team“ ist nicht mehr das was es einmal war…

Ich reiße den faden Sticker vom Bus – ich werde etwas besseres finden.
Außerdem kann man das Schwächeln des „NWT“ Statements hier durchaus metaphorisch betrachten – denn auch für mich geht die arbeitsfreie Zeit nun langsam zu Ende.

Mit dieser Metapher im Sinn, gehe ich zurück auf ELOWYN und widme mich einem Finanzthema.
Seit ich aus Deutschland zurück bin, habe ich das Gefühl, dass ich mehr Geld gelassen habe als geplant.
Ok, die beiden Autos, aber das liegt auf der Hand. Trotzdem fehlt eine nicht unerhebliche Summe auf meinem Konto – ich will der Sache auf den Grund gehen.

Auf drei Schmierzetteln kann ich die Ausgaben ganz gut nachvollziehen

Wie gesagt – die Anschaffung der beiden Autos ist eine Sache, die Reise mit Crawler zurück nach Griechenland eine andere.

Trotzdem habe ich darüber hinaus noch eine erkleckliche Summe gebraucht, die ich so niemals geplant hatte.
Das heißt für mich, dass ich meine Deutschlandreise in Zukunft anders anpacken würde – so einen Betrag kann und will ich nicht noch einmal aufbringen.

Ich bin einigermaßen entsetzt und es braucht ein wenig, bis ich den Gedanken beim gemeinsamen Abendessen mit der Crew der MARLIN loslassen kann.

Wir treffen uns mit Annette und Achim am Auto, welches neben Alex´ Buggy parkt
Wir besuchen heute das „To Steki“ in Alinda und parken strandnah

Annette und Achim werden die Marina und Griechenland verlassen. Es heißt also mal wieder „Lebewohl“ zu sagen.

Den Abschied versüßen wir uns mit einem sehr guten Dinner bei Dimitris, der mal wieder alles richtig macht.
Wir essen gut und preiswert zudem sitzen wir bei ihm in „erster Reihe“.

Dass es die Vollmondnacht ist und wir den Erdtrabanten über der Burg haben aufgehen sehen, versüßt uns den bitteren Beigeschmack des Abends ein wenig.

Wir haben uns einen Tisch an der Waterfront reserviert
Der Mond schafft eine herrliche Szenerie am späten Abend

Wir gehen erst recht spät nach Hause, denn wir haben uns auch heute dem Ouzo hingegeben.
Es war ein geselliger, fröhlicher und unterhaltsamer Abend.

Wie auch immer die Reise der MARLIN verlaufen wird, wir wünschen den Beiden von Herzen alles Gute und hoffen, dass wir uns eines Tages einmal wiedersehen werden.

Am nächsten Morgen bin ich der „Crawler“ – ich krabble aus dem Bett und sortiere die Richtungen.
Als oben und unten definiert sind, sorgt ein starker Kaffee dafür, dass die letzten Nachwehen des Vorabends eliminiert werden.
Aber was ist das? Das heiße Gebräu schmerzt irgendwie in meinem Mundwinkel…

Na super – a Bepp´n! Was Du kennst „Beppe“ nicht – da frag mal Google 😉

Ich bin für so Dinger kaum anfällig, aber heute hat es mich erwischt. Jetzt muss ich mich während meiner ersten Tage auf Leros auch noch damit herumschlagen – bleibt mir denn nichts erspart?

Um hier ein wenig zu ketzern – ich habe wenig Draht zur Psychosomatik, aber das Internet weist ausdrücklich darauf hin, dass bei einem Lippenherpes eine starke Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang besteht.
Ja wenn das so ist – dann sollte ich mich hier nicht so stressen lassen und vielleicht gleich wieder meinen Crawler für eine Weiterreise wappnen.

Noch ist es nicht so weit – ich habe vor Ort profanere Aufgaben zu erledigen, ich muss ein Stockbett aufbauen!

Nach zwei Stunden steht das Ding, es ist überraschend bequem

Das geht, wie zu erwarten, eigentlich ganz schnell. Das Bett macht einen guten Eindruck und die Matratzen sind besser als erhofft.
Ich denke, es war ein guter Kauf – ich habe jetzt mein Notbett und später können vielleicht mal die Kindeskinder Platz darauf finden.

Nachdem dies erledigt war, habe ich mich zurück in die Marina verholt, auch hier warten noch zwei Kleinaufgaben, welche ich „auf Zuruf“ erhalten habe.

Zum einen gilt es Maß an einer deutsch beflaggten Gastyacht zu nehmen. Zu JOY bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, trotzdem will ich in diesem Fall helfen.
Inzwischen kristallisiert sich aber mehr und mehr heraus, dass ich all diese Kleinigkeiten ab kommender Saison nicht mehr durchführen kann – zu stark ist der Beobachtungsdruck durch die Marinaleitung.

Ich entere das mir unbekannte Schiff – das war diesmal einfach
Dann mache ich die angeforderten Bilder…
…und übermittle die benötigten Maße

Die zweite Aufgabe war im Vergleich fast schon geplant, hatte aber einen gewissen Schwierigkeitsgrad, da ein weiterer Helfer, ein Grieche, beteiligt war.

Ich wurde von einem deutschen Bootseigner gebeten, sein „mobiles Teilelager“ vom Marinagrund zu entfernen, er sei aufgefordert worden und müsse der Aufforderung wohl Folge leisten.
Nun hatte bereits ein Grieche versprochen dies zu tun – aber da war es eben wie es so gerne mit den Hellenen ist, „avrio“ bedeutet im Wortsinn „morgen“, in der Realität kann es alles bedeuten, nur eben „nicht heute“!

Auch heute klappt es nicht, den Transporter um die Ecke zu fahren. Der eine Reifen, welcher zu wenig Luftdruck hat, wird zum „no go“ eingestuft.
Und während er mir lang erklärt warum man mit dem Wabbelreifen keine 80m fahren kann, denke ich mir, dass ich den Wagen schon längst umgeparkt hätte.

Er kommt also mit einem Kompressor, den er mit gestikulierender Handbewegung anschließt, welcher aber ein Leck im Druckluftschlauch hat.
Leider hat der Hellene (noch) die Schlüsselgewalt und er vertröstet mich mit „avrio“.

Was ich ihm an diesem Tag vorenthalte – morgen, also avrio, werde ich den Schlüssel in den Händen halten und den Wagen wegfahren, komme was wolle.

Das Umparken des Transporters wird nicht zum Augustthema – versprochen

Bis zum verabredeten Treffen mit Sibylle war noch etwas Zeit und ich wollte Baden gehen.
Ich hatte ja schon die letzten Tage Lust zum kleinen Sandstrand „Kioura“ zu fahren.
Das ist ein wenig touristischer Strand ohne jegliche Infrastruktur, aber mit feinem Sand. Er ist bei Einheimischen sehr beliebt und es ist üblich, dass man mit dem Auto bis hinunter an den Strand fährt.

Allerdings ist dieses Kleinod am anderen Ende der Insel und ich habe vermieden nur zum Baden dorthin zu fahren – nicht so heute, denn ich wollte ohnehin kurz „Hallo“ bei Giorgos sagen.

Zwischenstop bei „Boat & Parts“

Ich trinke einen Freddo Espresso mit den Jungs vor Ort und weihe den Freund in meine Pläne mit Crawler ein.

Er nickt und ruft sofort den Mann an, welcher für die Instandsetzung seines Suzuki Samurai verantwortlich war.
Leider hat der Freund keine Zeit und wir vertagen auf ein Andermal, aber der erste Schritt ist gemacht…

Dann fahre ich zum kleinen Sandsträndchen und gönne mir ein erfrischendes Bad.

Von dort brummle ich zurück in die Marina, die Zeit reicht gerade noch für eine Süsswasserdusche, um mich mit Sibylle zu treffen und weiter ins „SouVLakki“ zu fahren.
Hier sind wir heute mit Jasmin und Tim verabredet, auch für die Beiden endet der Urlaub in den nächsten Tagen.

Weil Sibylle etwas zu früh in der Marina ankam, haben wir uns vor dem Dinner noch einen Aperitiv im „La Palma“ Café gegönnt.

So darf ein Tag ausklingen – ich mäandere zwischen Stresssituationen und ausklingendem Urlaubsfeeling
Das Dinner im „SouVLakki“ ist solide wie immer

Wir sitzen verhältnismäßig lange und haben einander viel zu erzählen.

Mir war sehr auffällig, dass ich in den letzten drei Tagen mit drei Seglern beziehungsweise Seglerpaaren länger zusammen saß.
ALLE fragten nach meinem L300 und nach meinen Plänen – und haben dann, nachdem ich meine neuen Ideen, vermeintlich die eines „Spinners“, preisgegeben hatte, von ihren Abenteuern mit Offroad Fahrzeugen erzählt.

Sowohl die Crew der MARLIN als auch die der TAO3 und last not least auch Berthold, mit dem ich mich eingehender Unterhalten habe, waren mit Offroadern weltweit unterwegs und haben ihre Fahrzeuge teilweise noch.

Siehe da! Es gibt also eine, unter Umständen nicht ganz repräsentative Tendenz, dass eine Offroad Wohnmobilreise entweder die „Spinner“ aus ihren Ecken lockt – ich wäre nicht allein!
Oder es ist so, dass 4×4 Touren vielleicht doch Mainstream sind, in etwa so, wie es das Blauwassersegeln in den letzten Jahren wurde.

Ich werde es herausfinden…

„Das geht raus an alle Spinner
Denn sie sind die Gewinner
Wir kennen keine Limits
Ab heute für immer
Das geht raus an alle Spinner
Weil alles ohne Sinn wär‘
Ohne Spinner wie dich und mich…“

Der letzte Tag des Monats bricht an, was gilt es heute noch zu schaffen?

Ich nehme es vorweg – es war ein langweiliger, wenig schöner Tag. Am Morgen hatte ich den Eindruck, dass meine Druckwasserpumpen langsam an Leistung verlieren.
Ich musste also die defekten Batterien zumindest etwas laden…

Ich öffne das Batteriekompartement, ich muss den Ladevorgang überwachen
Das Ladegerät „pumpt“ fast 60A Ladestrom in die angeschlagene Batteriebank
Immerhin gelingt es mir rund 8% nachzuladen – dann fängt es wieder stinken an

Diese 8% reichen, um auf ELOWYN die minimale Versorgung aufrecht zu erhalten. Für ein gekühltes Getränk reicht es leider nicht.

Mehr kann ich nicht laden, nach etwa einer halben Stunde fangen die Batterien wieder „gaseln“ an und stinken dabei erbärmlich.
Es reicht aber, um für weitere zwei, drei Tage meine Pumpen am Laufen zu halten.
Die neuen Batterien sind die Hauptaufgabe der nächsten Tage!

Danach treffe ich mich mit Sibylle in Xirokampos am Strand. Leider haben wir auch wir ab und an Themen zu besprechen die weniger angenehm sind.
Wir müssen uns irgendwann einmal einig werden, was nach dem Segeln kommt. Im Moment haben wir parallele Lebensmodelle aber keinen gemeinsamen Plan, das ist zuwenig.

Irgendwie werden wir das schon schaffen, ich bin da zuversichtlich…

Der einzige Lichtblick heute und letztlich auch ein schöner Abschluss des Monats Juli, war Petras und Hans Peters nachträgliche Einladung zu einem Geburtstagsessen.

Wir saßen nett zusammen und ließen den Tag bei einer Pizza und einem anschließenden Eis bei „Repapis“ ausklingen.

Auf einen schönen August

Der Ausblick auf den kommenden Monat ist durchwachsen – ich weiß jetzt schon nicht mehr, wo mir der Kopf steht, wenn ich meine „To Do“ Liste ansehe. Wie soll ich das schaffen?

Daher wird der Augustblog wohl ein „Bastlerblog“ werden, die Fans der Urlaubsthemen mögen mir verzeihen…

Sibylle fliegt schon wieder nach Deutschland, denn sie muss sich um Angelegenheiten rund um ihre Eigentumswohnung kümmern.
Ich werde die zweite Augusthälfte somit alleine wuppen müssen.

Ob das alles klappt und ob ich den Weg zurück in meinen „Inselalltag“ finde, wird sicher interessant mitzuerleben sein.

Ich wünsche euch einen schönen Monat, καλό μήνα…
Mario



Juni 2026 – Holiday

Der sechste Monat des Jahres 2026 war der erste richtige Sommermonat – ohne wenn und aber.
Weder wir in Griechenland, noch die Freunde und Familie in Deutschland, konnten über mangelnde Sonnenstunden klagen.

Da Sibylle und ich zur Monatsmitte für mehr als vier Wochen in die Heimat reisen, unsere Segelfreunde vermehrt zu ihren Urlaubstörns ablegen und zu guter Letzt auch ELOWYN ihre Leinen loswirft, lag nichts näher als eine Headline mit Bezug zu Urlaub und Ferien zu suchen.

Es ist also „Holiday“ geworden…

Gebt es zu – ihr habt Madonna im Kopf! Da liegt ihr aber weit daneben…
Ich bin kein Madonna Fan und hatte zuallererst einen längst vergessenen, gleichnamigen Song der „Scorpions“ aus dem Jahr 1979 im Sinn – vielleicht der erste Song, der mich realisieren ließ, dass es etwas anderes als die „Hitparade“ gab.

„Let me take you far away
You’d like a holiday
Let me take you far away
You’d like a holiday
Exchange the cold days for the sun
A good time and fun
Let me take you far away
You’d like a holiday“

Summer-Vibes im Juni – bis zu unserer Abreise gab es noch einiges zu tun

Eine wichtige Sache will ich gleich eingangs erwähnen – ich hatte ja ein leichtfertiges Angebot auf eine Bavaria 430 Lagoon abgegeben.
Der Gedanke war reizvoll, entsprach aber nicht exakt dem was ich eigentlich im Schilde führe.
Zudem steht eine Blauwasserfahrt mit ELOWYN im Raum, es war also zu früh für diesen durchaus reizvollen Gedanken die Bavaria zu kaufen.
Ich habe daher abgesagt.

Aber bereitet euch vor – an wilden Ideen hat hat es mir diesen Monat nicht gemangelt, dazu später mehr…

Der Monat begann zunächst so, wie der alte endete. Wir hatten viele ungelöste Kleinprojekte vor der Brust und begannen sukzessive diese abzuarbeiten.

Ich beschaffe Teile für Kleinprojekte – ein Ritt gegen Windmühlen

Zunächst muss ich zum Schreiner um eine Platte aus Bootsbausperrholz für meine Druckwasseranlage zusägen zu lassen.
Was einfach klingt, hat es in sich – der Schreiner ist schwer zu erwischen und immer gut ausgelastet, Aufgaben wie diese stören eigentlich nur seine Abläufe.
Es gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu, ihn gewogen zu halten.

Ähnlich bei Giorgos – er schneidet mir zwar bereitwillig die Delrinstücke zurecht, welche ich für den geänderten Anschlag der Leiter zur Badeplattform brauche, aber als ich ihn ansehe, das geschliffene und gebohrte Ursprungsteil in der Hand, da meint er nur trocken „…the rest you can do by your own!“

Da hat er Recht, aber ich muss dafür in meine Werkstatt – also setze ich meine Fahrt nach Plaka fort.

Klicker parke ich an exponierter Stelle…
…die paar Schritte zum Haus kann ich gehen

In der Werkstatt ist es ein Leichtes den Delrin Klotz zu schleifen und zu bohren, ein bisschen aufhübschen kann ich ihn auch gleich – somit steht der Vollendung dieser Arbeit während der kommenden Tage nichts mehr im Wege.

Weil ich gerade hier bin, räume ich ein wenig im Haus herum. Ein paar eingelagerte Ersatzteile von Hans Peter kommen in den Wohnraum und die Couch aus ebendiesem darf in das Schlafzimmer umziehen.
Hier richte ich mir eine Art „Hauptquartier“ ein, ich kann während der nächsten Monate nicht andauernd meine Siebensachen von A nach B fahren.

Sieht ganz aufgeräumt aus

Der eigentliche Plan war, eine Schlafstätte für Notfälle zu generieren. Dies scheitert am kläglichen Zustand der Schlafcouch – ein klares Zeichen dafür, auch dieses Möbel zu entsorgen.

Ob ich den Plan weiter verfolge und mir vielleicht übergangsweise ein Bett zulege weiß ich noch nicht.
Allzulange will ich mit der Renovierung ja auch nicht mehr warten.

Als die Arbeit gemacht war, habe ich alles wieder verschlossen, ein letzter Kontrollblick, dann kann ich zurück in den Ort fahren.

Alles ok am Haus – nächstes Ziel ist Xirokampos

Heute fahre ich nicht mehr auf ELOWYN, ich setze meine Fahrt gleich fort, um bei Sibylle etwas zu unterstützen.

Ich hatte unserer Freundin Susanne versprochen, dass ich ihren Fuhrpark einmal bewegen werde.
Dies wollte ich heute tun und als erstes nehme ich mir die Vespa PX200E vor – ein Relikt aus den 80ern und eine Hommage an meine Jugend.

Ich genieße den Ritt auf der kleinen, zierlichen Italienerin…

Läuft…
…gib´ Gummi

Sibylle und ich wurschteln noch etwas im Garten, ich versuche mehr schlecht als recht uralte Zeitschaltuhren wieder in Betrieb zu nehmen und zu programmieren.

Irgendwie bekommen wir die offenen Aufgaben auf unserer Checkliste erledigt und können uns irgendwann auf den gemütlichen Teil des Tages vorbereiten.
Hanna hat heute Geburtstag und wir sind eingeladen – darauf freuen wir uns schon geraume Zeit.

Wir treffen pünktlich zur verabredeten Zeit im „Stis Annas“ ein…

Ein kleines Geschenk für unsere Freundin…
…dann wird gefeiert

Alarmsignal auf LIBERTÉ – kurz vor der geplanten Abfahrt testet HP seinen Außenborder und stellt fest – „…nanu, der springt gar nicht an!“

Obwohl er alle Register rund um die Kraftstoffaufbereitung gezogen hatte, stelle ich fest, dass es „…wohl der Vergaser sein wird…“ und beharre auch auf meiner Meinung.

Widerwillig schraubt mein saarländischer Freund noch einmal den kleinen Vaporisateur vom Zylinder, um dann unter meiner Anleitung Düsen herauszuschrauben und fachgerecht zu reinigen.

„Verdammt nochmal – da muss doch…“
Wir geben uns größte Mühe

Die Geschichte ging aus, wie Geschichten immer ausgehen, wenn Zeitdruck eine Rolle spielt.

Mit Petras Abreisewunsch im Nacken und dem Ausblick auf ein paar Urlaubswochen, wird die Reparatur abgebrochen und kurzerhand ein neuer Außenborder bestellt – if money is not the issue 😉 !

Natürlich werden wir den alten Yamaha Zweitakter noch reparieren, er wird dann wohl verkauft werden.

Während ich auf LIBERTÉ zugange war, hat Alex auf meine Bitte hin einen Drohnenflug gemacht.
Ich brauchte ein paar Bilder von EDINAs Masttop…

Die Drohne kreist über EDINA
Freud und Leid liegen eng beisammen

Auf der Aufnahme ist der Grund für das gerissene Genuafall klar erkennbar – eine scharfe Kante am Profilvorstag (gelber Pfeil) hat die Leine wohl durchgescheuert.

Glück im Unglück ist, dass noch ein Zipferle des Falls heraushängt, so ist der Schaden insgesamt leicht zu reparieren.
Natürlich muss die Ursache mit beseitigt werden!

Weil Alex gerade am Joystick war, hat er gleich noch eine Luftaufnahme von ELOWYN an ihrem Liegeplatz gemacht.

ELOWYN ist das einzige Segelboot an Pontoon A

Apropos ELOWYN, auch auf meinem Patenschiff komme ich während dieser Tage recht gut voran.
Ich habe die Instandsetzung der Druckwasseranlage ja lang genug vor mir hergeschoben – umso schneller konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste nun abhaken.

Das ganze Setup wurde umgestaltet, mit den Brettchen vom Schreiner wurden neue Anschraubflächen für die Pumpe und den Druckbehälter geschaffen und letztlich wurde von Johnson auf Jabsco gewechselt.
Dazu habe ich nun einen 8 Liter Ausgleichsbehälter aus dem Haushaltsbereich, statt des teuren, kleinen 1 Liter Bootskessels verbaut.

Und? Läuft!

ELOWYN hat wieder Druckwasser an allen Zapfstellen

Nachdem nun endlich wieder fließend Wasser an Bord ist, kann der Kanister am Spülbecken ausziehen – mein letztes großes Projekt ist damit erledigt.

Ab jetzt stehen „nur noch“ kleinere Montagearbeiten auf der Liste.
Zeit genug für einen Kaffee und eine Süßspeise für Sibylle und mich…

Sibylle und ich nutzen immer öfter das „Skipper´s“ für unsere Kaffeepause

Die Zeit reicht noch, um den bereits vorgefertigten und etwas größer gebauten Anschlag für die Leiter der Badeplattform zu montieren.

Sibylle bedient mir den üppigen Heckeinstieg von ELOWYN, ich mache derweil die Montagearbeiten.
Das Anschrauben des kleinen Delrinriegels war nur eine kurze Angelegenheit, so dass wir recht rasch einen Probelauf machen konnten und dann Vollzug meldeten.

Die Leiter funktioniert wieder – perfekt

Warum die Eile? Nun, weil ich heute noch zwei Termine zu begleiten habe.

Mein Ex-Schiff, die LUMARA, liegt bereits seit heute Mittag in der Lakki Bucht vor Anker.
Gleiches hat nun auch Hans Peter mit seiner LIBERTÉ vor, denn beide Crews bekommen heute Besuch von Giorgos.

Dieser wird Maß nehmen, denn auf beide Schiffe wird im Winter ein Geräteträger für große Solarfelder montiert.
Ich begleite das Tun, um auf LIBERTÉ ein wenig mit technischem Englisch zu unterstützen und um auf LUMARA die Parteien miteinander bekannt zu machen.

Sibylle und ich haben versprochen, dass wir beim Ablegen der Saarländer zugegen sind, sie werden nach dem Treffen mit Giorgos eine mehrwöchige Reise antreten und wir werden einander länger nicht sehen.

Maschine läuft, der Marinero ist da – Leinen los
Da fährt sie dahin, auf Wiedersehen liebe Freunde

Ich verliere keine Zeit – Sibylle fährt nach Xirokampos um zwischenzeitlich im Haus zu verweilen, ich setze mich auf meine GS und fahre an den Dinghykai in Lakki.

Dort warten Ellen und Dominik bereits auf uns, Hans Peter kommt nach dem Ankern mit dem Dinghy dazu.
Nach dem obligatorischen Viertel erscheint auch Giorgos und so können wir endlich gemeinsam übersetzen.

Es ist erwähneswert, dass Giorgos den neuen Außenbordmotor von LIBERTÉs Schnulli hierher mitgebracht hatte und dieser „noch schnell“ in Betrieb genommen wurde.

HP, Merlin und Giorgos in einem Schlaucherl, ich fahre mit Ellen und Dominik

Zuerst fahren wir auf die Bavaria von Hans Peter und Petra. Es wird besprochen, vermessen und über Wünsche und Notwendigkeiten diskutiert.

Hans Peter bekommt zudem noch die Unterlagen für seinen neuen Motor – das ganze Procedere dauert etwa eine Stunde.
Dann ist alles besprochen, alle Ideen berücksichtigt und alle Herausforderungen diskutiert.

Kostenvoranschlag folgt – wir setzen über auf LUMARA, welche ich schon die ganze Zeit vor Anker betrachten durfte.
Ich bin zufrieden…

Giorgos plant, zeichnet und notiert
Ich betrachte derweil LUMARA am Anker
Nachdem HP uns zum Nachbarschiff geshuttelt hatte – ein Wechsel der Vorzeichen und der Perspektive
An Bord der Dufour wiederholt sich das Planungsprocedere

Erledigt, fertig! Dominik bringt Giorgos und mich zurück an Land, hier trennen sich unsere Wege.

Ich fahre noch einmal kurz zurück in die Marina um für Martin ein Foto seiner STENELLA zu machen, denn er wollte wissen, wie die Marinajungs das Dinghy gestaut haben.

Was soll ich sagen? Nicht gut, nicht schlecht – geht so!
Das ist halt das Thema, wenn man es perfekt haben will, dann muss man es selber machen.

Nicht abgedeckt, aber immerhin sicher und auf einem Karton

Jetzt reicht es aber – Feierabend! Ich lasse es gut sein und fahre ebenfalls nach Xirokampos, wo Sibylle schon mit dem Essen auf mich wartet.

Hanna und Jim, Alex´ Eltern, waren ja noch auf Leros und hatten signalisiert, dass sie gerne einmal bei unserem Haus vorbeisehen würden.
So ergab es sich, dass wir heute einen Abstecher nach Plaka machten und danach noch zu ihnen nach Platanos fuhren.

Auch wir waren neugierig, denn Hanna und Jim wohnten in einer Wohnung, die das A-Team angemietet hat.
Die junge Crew gönnt sich den Luxus eine Art „Base“ zu haben, in der Antonia lernen kann und stets ein Platz für Besuch zur Verfügung steht.

Die Wohnung ist schön – zudem wollte es der Zufall, dass Hanna noch Kuchen vom Geburtstag übrig hatte und mit welchem Getränk lässt sich Kuchen am besten genießen???

Bei Hanna gibt es ein Stückchen Kuchen und ein Frühschoppenbier

Es sollte ohnehin ein voller Tag mit den Freunden aus Landshut werden – nachdem wir gegenseitig unsere Quartiere inspiziert hatten und die Neugier befriedigt war, wurde ein Treffen am Strand anberaumt.

Erst ein bisschen Baden und danach im „Pirofani“ zu Abend essen, soweit der Plan…

Auf dem Weg zum Lieblingsstrand habe ich mit meiner GS einen „besonderen“ Tachostand erreicht – 50.000km sind allemal ein Foto wert!

Gleich passiert es…
…jetzt ist es soweit – auf viele weitere, unfallfreie Kilometer
Im „Pirofani“ klingt der Tag aus

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Sibylle und ich viele Kleinigkeiten auf unserer Liste hatten.

Der heutige Tag sollte ein Tag werden, den wir vollends für solche Themen verwenden würden.
Wir starten den Tag in Xirokampos, wo eine letzte Probefahrt mit Susannes Vespas anstand, dann musste die Garage so vorbereitet werden, dass wir den Fiat Panda unserer Freundin dort parken können.

Diesen gilt es von der Werkstatt abzuholen und wieder in seine Garage zu bringen.
Packen wir es also an…

Ok, die Vespas laufen – ich kann sie wieder ordentlich verräumen
Wir fahren nach Lakki und holen den Ur-Panda aus der Werkstatt
Sibylle folgt mir mit Klicker
Ich werde verfolgt! 😉
Die Vespas sind ordentlich verräumt – der Panda kann in der Garage geparkt werden

So weit, so gut! Sibylle bittet mich noch die defekte Lampe zu reparieren – „…was erledigt ist, ist erledigt!“
Da hat sie Recht, ich greife daher zum Werkzeug und vermute, dass die Lampe, deren Gehäuse im eingeschalteten Zustand unter Strom steht, wohl keine Gefahr darstellt wenn der Schalter auf „aus“ steht.

Weit gefehlt! Ich fasse beherzt an die Fassung (ob die wohl deshalb so heißt?) und mir stehen die Haare zu Berge.
Nach dem Stromschlag fühle ich mich zwar wach, fast wie aufgeladen, trotzdem brauche ich das kein zweites Mal.
Ich lege die Sicherung und mache mich ein weiteres Mal ans Werk.

U N G L A U B L I C H ! Ich reiße den ganzen Schrott raus und ersetze alles durch Neuteile

Die Reparatur dauerte nicht lange – ich war vorbereitet und hatte bereits alle Teile gekauft.
Der Fehler wurde gefunden und eliminiert, von dieser Lampe geht keine Gefahr mehr aus.
Allerdings schwant mir, dass es sich lohnen würde, allen Lampen am Grundstück einen Kontrollblick angedeihen zu lassen.

Diese Elektroinstallation hat es in sich…

Schon viel gemacht und doch war es erst Mittag! Meine Frau und ich verholen für einen kalten Drink nach Lakki in das „La Palma“ Café und treffen dort Nico, die mit ihrem Boot wieder hierher zurückgekommen ist.
Sie erzählt uns bei einem Getränk von Problemen mit ihrem Auto – klar, dass ich da in die Bresche springe…

Wir schleppen den Citroen auf einen schattigen Platz um ihn dort in Ruhe diagnostizieren und reparieren zu können

Weil immer noch genug Tag übrig war und mein Energielevel durchaus noch hoch genug für ein paar weitere Handgriffe war, verhole ich auf ELOWYN während Sibylle zurück zu ihrer Wohnung fährt.

Sibylle hatte vor zwei Tagen erkannt, dass die vordere Dusche auf unserem Patenschiff nicht abpumpt.
Die Membranpumpe für den Pumpensumpf war schnell als ursächlich identifiziert, zum Glück gibt es einen Reparatursatz, welchen ich gekauft habe und heute verbauen will.

Nach dem Einbau der neuen Membran funktionierte alles wieder bestens

Die letzten Stunden des Tages widme ich der neuen Werkzeug- und Ersatzteilordnung auf ELOWYN.

Aus der freiwilligen Sortierarbeit wurde letztlich doch eine Art „Projekt“, der Zeitdruck welcher zuletzt herrschte, wurde von meiner Gattin aufgebaut – „…Du musst jetzt endlich das Zeug wegräumen, es stört beim Saubermachen!“

Da mir ihr Befehl stets Wunsch ist, folge ich der Aufforderung und finalisiere heute das neue Ordnungssystem.

Alles sortiert, geordnet und beschriftet
Da mein Labeldrucker stets verspottet wird, muss mit Handschrift vorlieb genommen werden

Geschafft! Jetzt reicht es – ich fahre zum Essen zu Sibylle und wir lassen den Tag gemeinsam in Xirokampos ausklingen.

Wir sind gespannt auf morgen, denn es steht ein Bootsausflug auf dem Plan.
Wir werden die Leinen loswerfen und zur Nachbarinsel Kalymnos fahren – das Vehikel unserer Wahl ist diesmal ANAHITA.

Beim A-Team steht die Probefahrt an, Alex möchte seiner Mam natürlich auch einen schönen Ausflug auf eigenem Kiel bieten.
Wir wurden eingeladen zu partizipieren – als Freunde und Unterstützer im Falle eines Falles.

Wir treffen uns daher zeitig am nächsten Tag an Bord der Delta 46.

Sibylle und Hanna machen es sich im Cockpit bequem

Wir brauchen eine Weile um uns zu sortieren, aber gegen 11.00 Uhr war es soweit.
Jeder war auf seinem Platz eingeteilt und wusste was zu tun war, Antonia stand am Steuer um das Schiff aus der Lücke und letztlich aus der Boxengasse und zur Hafenausfahrt zu bugsieren.

Der Marinero kam und wir gaben das Zeichen, dass wir bereit zum Ablegen wären.

Die Muring fällt, die Heckleinen laufen an Bord und wir verlassen die Leros Marina Evros mit Ziel Emborio Bucht auf Kalymnos.

Antonia steuert ANAHITA in die Lakki Bucht, Alex scheint zufrieden
Wir verlassen die Bucht und legen Kurs Kalymnos Emborio an
Leider war zuwenig Wind, es wurde eine Motorfahrt mit der Option einen Gin-Tonic an Deck zu genießen
Der Autopilot verweigerte den Dienst – jeder durfte mal ans Ruder
Die Unschärfe ist beabsichtigt – Portraitmodus – der Gin-Tonic hat keine Schuld, oder???
Nach rund zwei Stunden Fahrt lag Emborio voraus

Die Blogleser der ersten Stunde wissen, dass ich zu Emborio ein spezielles, sehr positives Verhältnis habe.
Ich habe hierher mehrere Probefahrten gemacht, die letztlich zu sehr schönen Geschichten und Lebenslinien geführt haben.

Ich kehre jedes Jahr unter wechselnden Vorzeichen hierher zurück. Ich genieße das Essen bei „Captain Kostas“, die junge Chefin kennt mich und freut sich jedes Mal mich zu sehen.

So auch unser Plan für heute – wir lassen den Anker fallen und schwimmen an Land um bei Kostas einen „Light-Lunch“ zu uns zu nehmen.
Danach würden wir wieder nach Hause fahren.

„Klar zum Ankern, klar am Vordeck“

Der Anker fällt auf circa 8m Wassertiefe und wir fahren ihn sicher ein. Leider ziehen ein paar Wolken auf, aber die Temperaturen bleiben hochsommerlich warm.

So entscheiden Alex und ich an Land zu schwimmen, während Antonia das Dinghy klar macht und Hanna und Sibylle shuttelt.

Wir sammeln uns, Alex und ich legen unsere Klamotten an und dann besuchen wir „Captain Kostas“…

Es gibt noch keine Tische am Strand, wir nehmen auf der Terrasse Platz

Großes Hallo, die Gastgeber erkennen uns sofort wieder und lassen sich auf etwas Smalltalk ein.
Eigentlich wollten wir nur einen „Light-Lunch“ zu uns nehmen, aber irgendwie waren dann die Gelüste doch größer und wir bestellten von Allem etwas.

Letztlich hatten wir eine große Auswahl am Tisch, wir haben wie in Griechenland üblich, einfach alles untereinander geteilt.

Das Essen war sehr lecker, diese Taverne bleibt für mich ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Salat mit Käse und Scampi

Wir haben das Ambiente genossen und das A-Team war natürlich unheimlich stolz auf die erste Ausfahrt und die Tatsache, dass wir mit Blick auf ANAHITA gespeist haben.

Auch das Lokal selber ist besonders. Die Familie hat eine Schwammtauchergeschichte und zeigt dies auch allerorts.
Kalymnos ist bekannt als die Insel der Schwammtaucher und die Ware gibt es hier überall zu kaufen – man legt Wert darauf, dass es keine Chinaware ist.

Light-Lunch mit Blick auf ANAHITA
Aich im „Captain Kostas“ gibt es die Schwämme zu kaufen

Nach dem Essen haben wir den Rückweg angetreten und obwohl es schon später Nachmittag war, hat uns die Sonne ordentlich auf´s Haupt geschienen.

Glück hatten die, welche eine Kappe dabei hatten – leider war ich keiner der Glücksritter.
Aber in so einem Fall darf man halt nicht doof sein und muss Ideenreichtum beweisen.
Da war es ein willkommener Zufall, dass ein Winschenhäubchen wie angegossen auf meinen Dätzi passte.

Als wenn es so gehören würde

Wir kamen gerade noch rechtzeitig vor der „Sperrstunde“ in unserer Marina zurück.
ANAHITA wurde der gleiche Platz zugeteilt und weil wirklich überhaupt kein Wind war, hat Alex die „Königsvariante“ der Anlegemanöver probiert – mit Erfolg!

Er zirkelte den behäbigen Langkieler auf engstem Raum in die Lücke und die Leinen gingen über.
Die Muring noch fest, dann liegt der erste Ausflugstag der ANAHITA unter dem Kommando des A-Team im Kielwasser.
Darauf gibt es einen Anlegeschluck!

Ja wer hat denn da Hasenohren? Alex ist ganz schön frech…

An diesem Abend wollen wir im „Harris“ einen Drink nehmen, danach sind wir zum Essen im „Serza“ verabredet.

Eigentlich war dieser Besuch im „Serza“ als Einladung von Emanuel ausgesprochen.
Aber leider musste er abermals absagen – kein Thema, wir nutzen den Termin einfach um uns mit der Crew der EMOTION in dem feinen Lokal zu treffen.
Es war abermals ein Highlight – das „Serza“ hält sich auch 2026 ganz oben auf unserer persönlichen Liste.

Und wie war es im „Harris“ – nix war´s, wir wurden aufgrund einer „geschlossenen Gesellschaft“ abgewiesen.
Nicht mal die Reservierung für das Crewtreffen der ELOWYN konnten wir absetzen.
Naja, macht auch nix – wir erhaschen den tollen Blick und trinken unseren Ouzo eben im „Serza“.

Ein tolles Ambiente, aber leider war das „Harris“ privat besetzt – geschlossene Gesellschaft

Am Folgetag möchte ich wieder einmal ein paar Handgriffe auf meinem Patenschiff machen.

Die Hauptmaschine ist bei verschiedenen Aktionen ja schon gelaufen, hier sehe ich keinen Handlungsbedarf.
Anders der Generator – diesen starte ich heute zum Probelauf.
Es wird getestet ob das Kühlwassersystem funktioniert, der Ölstand wird geprüft und natürlich wird die Ausgangsleistung angesehen.

Hier scheint alles in Ordnung, ich kann das Aggregat wieder stoppen und an den Punkt „Testlauf Generator“ einen Haken machen.

Die Batterie des Generators ist geladen, die Funktion geprüft – an dieser Stelle ist nichts mehr zu tun

„Motorentage“ auch auf LUMARA! Ich schwöre, ich habe überhaupt nur bei drei Punkten Bauchweh, wenn ich an meine alte Dufour denke.

Zwei Punkte habe ich offen kommuniziert, sollte hier etwas auftreten müssen die neuen Eigner in die Bresche springen – LUMARA ist eben auch schon 27 Jahre alt.

Nicht offensiv kommuniziert habe ich, dass der Auspuffschlauch nicht mehr im Bestzustand war. Er war keineswegs kaputt, aber seine beste Zeit lag weit hinter ihm.
Da der Tausch sicher eine Scheißarbeit ist, war meine Hoffnung, dass er noch zwei, drei Jahre halten würde – wenn er dann das Zeitliche segnet, hätte ich keine Aktien darin.

Was geht als erstes auf LUMARA kaputt – der Auspuffschlauch! Der arme Dominik hat wirklich rackern und schuften müssen, ich konnte nur ein wenig helfen.
Dafür habe ich als Geste des guten Willens den Schlauch spendiert, so hatte er wenigstens keine Kosten…

7m neuer Schlauch mussten einmal quer durch´s Schiff, dafür musste im Bad ein „Fenster“ in der Dusche geschnitten werden 😮

Weil offensichtlich das Thema Motor an diesem Tag omnipräsent war, habe ich kurzerhand beschlossen, dass ich gleich noch mit dem Ölwechsel am Hauptmotor beginne.

Ich starte also den Jockel, lasse ihn ein paar Minuten laufen und warte bis das Öl Betriebstemperatur hat.
Dann stelle ich die Maschine ab, führe die Absaugsonde von Giorgos´ Ölwechselpumpe ein und starte das Gerät.

Leider funktioniert das nicht so gut wie geplant. Ich muss mehrere Sonden probieren und es dauert ewig, bis ich die 8 Liter Soll von den 10 Litern Istmenge absauge.
Dass der stehend eingebaute Filter beim Wechsel für eine Riesensauerei sorgt, erwähne ich nur beiläufig.

Glaubt mir, ich habe wirklich viele Ölwechsel in meinem Leben gemacht, es gibt durchdachte Motoren und weniger durchdachte – dieser gehört zu den letzteren.

Bis zum Abend ist die Arbeit erledigt – befüllt wird morgen

Ich lasse es für heute, Feierabend! Ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle und gönne mir ein Feierabendbier auf der Terrasse.

Sibylle kommt und meint, dass wir heute die 40°C Schallmauer durchbrochen haben.
Dies würde jedenfalls ihr Wetterbericht anzeigen!
Da lohnt sich ein Kontrollblick…

Das Feierabendbier ist wohlverdient
Da schlürfe ich mein Bierchen bei 40°C – ob das stimmt???
Dieser Wetterbericht scheint mir glaubwürdiger zu sein

Nein! Natürlich hat es keine 40°C – der Wetterbericht auf Sibylles Phone ist wohl KI-gestützt.
Die gleiche KI welche mich bei einem Motor mit Stirnrädern den Zahnriemen wechseln lassen wollte.

Mit offenen Augen sieht man die Fehler der KI häufig, spüren kann man sie selten so deutlich wie heute bei der Temperaturdifferenz.
In der Tat hatten wir wohl eher 25°C als 40°C – na komm´ wegen der 15°C, pfffft!

Am Abend sind Sibylle und ich zum Dinner mit Freunden verabredet. Am Weg dorthin sehen wir noch einmal nach, ob wir heute unsere Reservierung bei „Harris“ platzieren können.

Leider wird wieder nichts daraus…

Noch einmal fahren wir hoch zu den Mühlen – aber die Bar ist geschlossen
Ein Blick ins Internet beantwortet unsere Fragen und lässt die letzte Hoffnung platzen

Unser Wunschtermin fällt, wie sollte es anders sein, auf einen Montag.
Wir können also nicht reservieren und müssen uns eine Alternative ausdenken.

Der nächste Tag beginnt mit einem Schock! Ich befülle den Motor mit neuem Öl und will ihn kurz starten um den Ölstand korrekt zu messen.

Ich drehe am Schlüssel – und was passiert??? Nix! Gar nix!
Nicht mal ein Klicken, einfach nix.
Ja Sacklzement, was ist denn jetzt schon wieder?

Es dauert eine zeitlang, bis ich klar identifizieren kann, dass der Magnetschalter des Anlassers der Übeltäter ist.
Diese Reparatur werde ich vor dem Urlaubsbeginn des Eignerpaars nicht mehr hinbekommen.
Also besinne ich mich auf alte Werkstatttricks – ein paar Hammerschläge an die richtige Stelle…

Na, wer von euch findet den Magnetschalter und weiß, wo hinzuklopfen wäre?

Man sieht den Anlasser kaum – trotzdem kann ich dem Magnetschalter drei Schläge verpassen, während Sibylle den Schlüssel dreht.

Und was soll ich sagen? Der Jockel springt an! Der Fehler trat sporadisch auf, kam die nächsten Tage nicht mehr, ich habe trotzdem einen neuen Magnetschalter als Ersatzteil bestellt.

Ich stelle den Ölwechsel fertig und mache mich dann noch über die Filter her.
Auch das ist wieder eine Sauerei, macht aber wenigstens keinen Kummer. Alles klappt und ich kann auch die Motorinspektion von meiner Liste nehmen.

Der Filterwechsel ist eine Sauerei…
…war aber notwendig

Angelika und Uli von der JASPER wollen heute zum Fisch essen in die „Psarotaverna Gourna“, dort sind wir um 19.30 Uhr verabredet.

Bis dahin haben Sibylle und ich noch etwas Zeit, also gehen wir für einen Sundowner in die „Sunset Bar“ am Gourna Strand.
Diese liegt nur wenige Meter von der Taverne entfernt und wir können „just in time“ das Lokal wechseln.

Leider hatte ich während des Sundowners den Kopf nicht frei…

Während Sibylle und ich unser Getränk schlürfen, betreibe ich Recherche zum Anlasser von ELOWYN

Man sieht diesen Teil der Arbeit nicht. Wenn ich Projektarbeiten an ELOWYN zu erledigen habe, dann muss ich pro Projekt etwa drei bis vier Stunden Recherche dazu rechnen.

Fehlerbilder recherchieren, Informationen einholen, Schaltpläne und / oder technische Zeichnungen beziehungsweise Explosionszeichnungen studieren…
Last not least folgt die Ersatzteilrecherche und die Bestellung nebst Transportorganisation.

Für heute reicht es aber – Sibylle und ich ziehen weiter in die Taverne am Gourna Strand und genießen das Dinner mit den Freunden in entspannter Umgebung.

Unter der Woche sind nicht viele Gäste in der Taverne
Die Sonne versinkt im Meer und taucht den Starnd in warme Farben

Wir gehen in den Endspurt, bevor Tina und Volker ankommen und ihre ELOWYN übernehmen werden,

Sibylle und ich sind mit den Projektarbeiten weitgehend fertig und müssen „nur noch“ klar Schiff machen.
Das bedeutet, dass das große Schiff, welches jetzt ja fast ein Jahr an Land stand, innen komplett durchgereinigt werden muss.
Zudem muss außen das Edelstahl poliert werden und last not least das Deck zweimal geschrubbt werden.

Diese Reinigungsarbeiten machen wir, bis auf die finale Decksreinigung, über mehrere Tage verteilt.
So entstehen „no go areas“ und immer öfter höre ich Sibylle sagen „…da gehst Du mir nicht mehr rein!“

In der restlichen Zeit kümmere ich mich um die Dinge, die man gerne bis zuletzt aufschiebt, die aber doch gemacht werden müssen.

Wie immer starte ich den Tag mit einem Kaffee vor dem Rechner und checke die „To Do – Listen“.

Ohne Kaffee geht gar nix

Da wir das Boot nicht mehr mit Helfern betreten müssen beschließe ich, heute das empfindliche Niedergangsschott zu montieren.

Für den Winter hatte ich mir ein provisorisches Steckschott aus Holz gebaut, dieses bleibt jetzt als Ersatz an Bord.
Ab heute soll also das Originalteil seinen Dienst tun.

Es kam was kommen musste – beim Anziehen der Schrauben für die Verriegelung, ist die alte Kunststoff Unterlage gebrochen.
Kein Wunder, altes Plastik wird nunmal hart und es handelte sich um die Seite, welche noch nicht ersetzt wurde.

Also wie immer – Material besorgen, nach Plaka in meine kleine Werkstatt fahren und dort ein Ersatzteil anfertigen…

Ich fertige das Ersatzteil nach den Bruchstücken des Altteils

Das klappt ganz gut und so beschließe ich, mir ein Eis zum Frühstück zu gönnen.

Sibylle war in Lakki einkaufen und wir treffen uns in „Repapis“ Eismanufaktur auf eine Eisspezialität nebst einem zweiten Kaffee.

Danach gehen wir zusammen zurück in die Marina um unser Tagwerk zu finalisieren.

Schön, so kann man es aushalten – ja, den versteckten „Monk“ habt ihr natürlich entdeckt 😉
Die neue Unterlegplatte für die Schottverriegelung passt einwandfrei

Lang schon liegt mir Eds Antriebsmotor für die elektrische Genua am Herzen. Hier waren die Schleifkohlen zu ersetzen und eine Reinigung des Elektromotors durchzuführen.

Diesen Arbeitsschritt hatte ich bereits erledigt, so war es heute an der Zeit das Aggregat noch einmal zu prüfen, bevor ich es auf EDINA zurücklegen würde.

Dafür musste ich 24V anlegen, die stehen auf ELOWYN zur Verfügung und so konnte ich den Test erfolgreich durchführen.
Wobei erfolgreich relativ ist – zunächst gab es ein Rauchwölkchen und diesen typischen verschmorten Geruch – ich war sicher, dass der Motor doch einen größeren Schaden hat.

Bei den weiteren Testläufen lief er aber in beide Richtungen einwandfrei – ich lasse es auf einen Test ankommen und werde den Motor morgen zurück auf EDINA bringen.

Schweißtreibendes Rackern am Eletromotor

Ich freue mich auf den Abend, denn Hans hatte sehr spontan zu einem Griller in deren Haus in Crithoni geladen.

Brigitte musste für einige Tage nach Österreich reisen und er war sozusagen „Strohwitwer“ während dieser Tage.
Doch von Langeweile keine Spur – zwei Freunde verweilten mit ihren Booten auf Leros, für die Beiden wurde das BBQ ausgerufen – wir durften an dieser Stelle partizipieren – was wir sehr gerne wahrgenommen haben.

Wir fahren mit dem Mopped nach Crithoni
Hans steht bereits am Grill als wir ankommen
Wie immer kommt niemand zu kurz
Auch Sibylle greift beherzt zu – beim Salat, welchen es für die Männer in homöopathischer Dosis gab
Selbstverständlich rundet ein Ouzo das Mahl ab

Wir kommen erst spät nach Hause und gehen sofort schlafen. Morgen ist wieder ein Tag, an dem sich Kleinarbeiten aneinander reihen werden und wir müssen uns ranhalten um im Zeitplan zu bleiben.

Ja, wir sind a jour – aber irgendwie schiebt sich am Ende eben immer alles etwas zusammen.
Sibylle beginnt schon zu waschen und zu packen, denn unsere Fahrt nach Deutschland steht bald an.

Ich beginne langsam mit meinem Auszug vom Schiff, denn ich muss ELOWYN ja zur Übernahme durch das Eignerpaar geräumt haben.

Das alles schreibt sich leicht – kostet aber doch die ein oder andere Stunde.

PITSCH – ich stehe in etwas Nassem! Was ist das???

Wasser am Salonboden – und nicht wenig! Na toll, wenn der Tag schon so anfängt

Ich bin schon fast am Verzweifeln und verharre wohl für eine Sekunde in meinen Gedanken.

Lang genug um für eine schnelle Klärung der Ursache zu sorgen – denn meine kurze Denkpause reicht aus, um einen kleinen Piepmatz in Sicherheit zu wiegen…

So setzt er sein morgendliches Bad in aller Seelenruhe fort – während ich unter der Luke stehe.
Er lässt sich auch nicht beirren, als ich zum Foto greife – zu verlockend schien die Ansammlung von Morgentau in der Ablaufrinne der Luke.

Na dann, es sei ihm vergönnt – aufwischen kann ich später

Als Sibylle kommt, schicke ich sie in den Keller! Klingt schlimm, war es aber nicht.
Ich bitte sie natürlich, für mich ein Bild zu machen – denn es steht noch die Überprüfung eines Seeventils an, welchem ich aber von jeher vertraut habe.

Wir konnten das Ventil in der Segellast nicht final prüfen, denn alle Segel befanden sich in dem Stauraum.
Heute liegt nur der große Gennaker im Kompartement und eine schlanke Person kann sich in dem verbleibenden Raum soweit bücken um ein Foto zu machen.

Bei der Auswahl der „schlanken Person“ komme ich nicht in die Gruppe der Finalisten, so wird entschieden, dass Sibylle doch bitte dieses Kontrollfoto machen möchte – et voilá…

Alles perfekt – keine Nacharbeit auf der Innenseite nötig

Natürlich muss ich für diese Hilfestellung Fröhndienste leisten – nichts ist umsonst im Leben!

Meine Gattin, welche sich normalerweise am Vormittag um die Einkäufe kümmert, fordert heute meine Unterstützung an.
Es seien Getränke zu kaufen und da brauche sie die kräftige Unterstützung ihres Ehemannes.
Hm, natürlich rieche ich den Braten, aber sie weiß schon wie sie mich packen muss – wie könnte ich da ablehnen?

Also setzen wir uns in Klicker und fahren los um Wasser und Bier zu kaufen – und siehe da…

Echte 32°C am Vormittag – das erste Mal ein beständiger Dreier

Es hat fast einen Monat länger gedauert als letztes Jahr! Zum ersten Mal steht die 3 als erste Ziffer auf der Temperaturanzeige und von nun an nur noch sehr selten weichen.

Der Hochsommer kam schleppend und mit etwas Verspätung – aber ab nun dürfen wir uns an dauerhaften Sommertemperaturen erfreuen – des einen Freud´ des anderen Leid.

Sibylle vertröstet sich mit den „angenehmen“ Temperaturen die wir in Deutschland erwarten dürfen – dass dies ein fataler Trugschluss sein würde, konnte heute noch niemand ahnen.

Spoileralarm – dass die letzten Tage meines geliebten Klicker anbrachen, konnte zu diesem Zeitpunkt auch noch niemand ahnen.
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…

Nach unserer Rückkehr, hebe ich das Level der noch offenen Arbeiten auf ein neues Niveau!

Aus einer Sicherungsleine fertige ich neue Bändsel für ELOWYN

Eine der verwendeten Sicherungsleinen war in einem noch sehr guten Zustand, aber als klassische Arbeitsleine einfach unterdimensioniert.

So habe ich kurzerhand entschieden, dass ich daraus einige neue Bändsel fertigen würde.
Ich war zufrieden – mit meiner Arbeit und auch mit der Tatsache, dass dies ein klares Anzeichen dafür ist, dass die wichtigen Arbeiten wohl im Kielwasser liegen.

Die „neue Hitze“ macht sich deutlich bemerkbar – wir schwitzen mehr als sonst beim Arbeiten und so lehnt Sibylle auch nicht ab, als ich nach einem Feierabendbier auf der kühlen Terrasse des „La Palma“ Café´s rufe.

Geeistes Glas, schöner Ausblick – was will man mehr?

Zum Dinner haben wir uns noch einmal mit Strohwitwer Hans verabredet.

Wir wollten es nicht versäumen einmal die Ouzerie „O Sotos“ einzukehren.
Hans hatte das kleine aber durchaus gute Lokal in Drimonas noch nie besucht, wir haben daher beschlossen diese Lücke heute zu schließen.

Natürlich verabreden wir uns für eine Zeit, zu der wir noch etwas vom Sonnenuntergang über der Gourna Bucht haben würden.

Die Ouzerie ist als Fischlokal bekannt, scheint von außen tatsächlich eher wie eine kleine Ouzerie, kann aber vom Angebot der Speisen mit den anderen klassischen Tavernen mehr als mithalten.

Die Szenerie rund um die Ouzerie ist jedenfalls fantastisch und typisch griechisch.

Die kleine Ouzerie „O Sotos“
Nett dekoriert

Wir nehmen Platz und wer kommt ums Eck??? Aleko, Mariettas Cousin – wir kennen uns schon lange und wussten nicht, dass er nun hier arbeitet.

Es gibt ein kurzes Hallo und ein wenig Small-Talk. Wie geht es dem Haus, was sind eure Pläne?

Ich erzähle, dass meine NESSAJA verkauft ist und ich gelegentlich nach einem kleinen Boot Ausschau halte.
Da schnappt mich Aleko am Arm und zerrt mich hinter das Haus – er bietet mir zwei Boote zum Kauf an, ich könne überlegen…

Kaum haben wir Platz genommen…
…zerrt Aleko mich zu den Booten

Ich werde keines dieser Boote kaufen. Das ist nicht was ich suche. Aber die Situation zeigt mir – man muss nur warten können.

Es wird sich eine Gelegenheit bieten ein neues Boot zu haben – und ich werde merken, welches Schifferl das richtige zu sein scheint, es wird mich finden.

Ich gehe zurück an unseren Tisch, wir genießen unser Bier und stoßen auf das Leben an.
Die Sonne schmeichelt uns noch, es wird noch etwas dauern, bis sie am Horizont verschwindet.

Die Sonne taucht den alten, kleinen Hafen in ein weiches Licht
Zu dieser Jahreszeit geht sie hinter dem Berg unter – etwas früher im Jahr fällt sie direkt ins Meer
Die Speisen schmecken super und sind schön angerichtet – wir essen im letzten Sonnenlicht
Fotografiert ohne Filter oder Korrekturen – das Licht ändert sich, die Sonne taucht alles in ein warmes Orangerot
Minuten später beginnt die „blaue Stunde“ die wir außerordentlich genießen

Der Abend war wunderschön, wir haben herrlich gesessen und bestens gespeist.
Zusammen beschließen wir, dass wir nach Brigittes und unserer Rückkehr sicher noch einmal hierher zum Dinner kommen würden.

Dann lassen wir den Abend langsam ausklingen und fahren zurück zu unseren Quartieren.

Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Nervenkrieg – denn ich beschäftige mich mit der Telekom!
Was in Deutschland schon ein Wahnsinnsakt ist, kommt in Griechenland dem Versuch der Quadratur des Kreises gleich.

Mit dem Kauf meiner SIM habe ich die Büchse der Pandora geöffnet…

Nix klappt – kein Wunder, Cosmote ist eine Tochter der Telekom

Wer mich länger kennt weiß, dass ich auf Kriegsfuß mit der deutschen Telekom stehe.
Es war daher ein fast körperlicher Schmerz eine Cosmote SIM zu kaufen, als ich erfahren hatte, dass Comote eine Telekom Tochter ist.

Aber ich schätze Cosmote in Griechenland und habe mir einen Ruck gegeben, nachdem ich mehrfach darauf angesprochen wurde, mir „endlich eine griechische Telefonnummer zu holen“ und diese auch schon bei Bank- und Behördenbesuchen schmerzlich vermisst habe.

Ich stelle auch fest, dass die griechischen Handwerker lieber lokale Nummern anrufen und es ist auch so, dass hier noch viel mit SMS geht – auch das ist mit lokalen Nummern einfacher.

Ich mache es kurz – ich verbringe Stunden am Computer, kann das Problem der Online Freischaltung aber nicht lösen.
Da wir keinen Cosmote Shop auf Leros haben, vertage ich die Lösung auf unsere Heimfahrt.
Ich suche einen Shop in einer Großstadt auf!

Heute nehmen wir uns einen Tag frei…

Wir gehen an den Strand, chillen, baden und genießen das Leben
Wir entdecken die „Ammos Bar“ für uns – hier waren wir noch nicht
Die Snacks sind gut und preiswert, das Ambiente ist einladend

Natürlich kennen wir die „Ammos“ Bar schon lang – aber wir sind bisher nie dort eingekehrt.
Dabei stehen dort schöne Liegen am Strand, der Service ist freundlich und das Angebot gut und preiswert.

Zudem ist das Café vor dem Strandabschnitt, bei dem man am schönsten ins Wasser gehen kann – der Kies ist dort feiner als bei den gutbesuchten Nachbarn.

Wir freuen uns über diese Erkenntnis und wir beschließen hier öfter einzukehren.
Den Rest des Tages verbringen wir hier.

Wir ließen uns heute treiben und bemerkten dabei, dass wir dies kaum noch tun. Nach fünf Jahren ist unser neues Zuhause zur Gewohnheit geworden.
Umso mehr genießen wir den heutigen Tag und freuten uns dabei schon auf das Abendessen – denn heute waren wir von Ellen und Dominik auf ein uns sehr wohlbekanntes Schiff geladen…

Wir waren zu ersten mal als Gäste auf LUMARA, unserer alten NESSAJA.

Es wird gegrillt, die beiden hatten fleißig eingekauft
Das Geschirr kenne ich doch 😉 – wir speisen lecker bei der jungen schweizer Crew

Der kommende Tag begann wie alle anderen auch, er hatte aber die „Überraschung des Monats“ in petto – leider war es keine angenehme…

Nachdem der Eigner von EDINA sein Kommen für Mitte Juni angekündigt hat, also später als zunächst gedacht, habe ich beschlossen, noch einmal einen Kontrollgang zu machen.

Es ist der Tag bevor wir ELOWYN übergeben müssen und wir sind eigentlich in die Reinigungsarbeiten eingebunden – aber es ist ja nur eine kurze Stipvisite auf der blauen CNB60.

Ja und da habe ich mich mal wieder richtig getäuscht!

Als ich die Systeme starten will, geht gar nichts mehr! Gar nichts!
Die Ursache finde ich kurze Zeit später…

Es ist wieder Wasser im Schiff

Ich rufe sofort Alex an, denn er hat einen ppm-Tester mit dem wir meinen Verdacht bestätigen wollen – es handelt sich um Salzwasser.

Offen gesagt verspürt keiner von uns den Wunsch einen kräftigen Schluck der grauen Melasse zu sich zu nehmen, dennoch nippen wir vorsichtig an einem Glas mit dem wir abgeschöpft haben – schmeckt salzig…

Naja, was für uns eigentlich klar war, wurde durch den Tester bestätigt – Salzgehalt und Leitfähigkeit außerhalb des Messbereiches – es handelt sich um reines Meerwasser!

Ich rufe den Eigner an und gebe ein Alarmsignal, aber zunächst wird beschwichtigt.

Der Test ist eindeutig

Ich werde nachdrücklich und schicke Bilder – es geht hier um eine ganze Menge Wasser.

Klar, vermutlich sinkt das Boot nicht, aber um die Ursache zu finden, muss es sofort ausgepumpt werden und dann unter Beobachtung gestellt werden.
Ich habe nur noch heute ein paar Stunden Zeit, dann muss ich das Tun beenden.

Der Eigner stimmt zu, dass wir das Boot zunächst mit einer 18.000 l/h Tauchpumpe auspumpen.
Mit einem 1″ Schlauch läuft diese Pumpe rund 45 Minuten bis die Bilge weitgehend leer ist.
Wir sprechen also von mehreren 1.000 Litern Seewasser – diese haben starke Schäden ausgelöst.

Die Pumpe wird in die Bilge abgesenkt…
…und in die richtige Position gebracht – dann heißt es „Wasser marsch“
Der daumendicke Strahl läuft rund 45 Minuten ununterbrochen
Die Schäden sind weitreichend

Wir informieren den Eigner und geben den Rat, den geplanten Urlaub zumindest planungstechnisch anzupassen, denn nach unserer Einschätzung ist eine „schnelle Reparatur“ eher nicht möglich.

Ich nehme vorweg, dass Alex die Fehlersuche übernehmen wird, später ein schadhaftes Seeventil findet und das Schiff zum Zwecke der Reparatur abermals auf´s Trockendock geht.

Das war kurz vor knapp – zum Glück habe ich noch einmal nach dem Rechten gesehen.

Der Burger im „SouVLakki“ am heutigen Abend war mehr als verdient!

Wahnsinnsburger im „SouVLakki“

Ich bin Frühaufsteher und genieße die kühlen Stunden am Morgen. Meine Fahrt an den Panteli Strand mache ich inzwischen nicht mehr – wie gesagt, man gewöhnt sich an das was man täglich hat.

Vielleicht sollte ich darüber etwas mehr nachdenken, nichts ist selbstverständlich…

Anders sieht es mit meinem Kaffee aus, der muss einfach sein und nach den recht warmen Nächten zur Zeit, bin ich froh,diesen zu früher Stunde an frischer Luft genießen zu können.

Es ist vor 07.00 Uhr, die Luft ist noch frisch

Nachdem Sibylle zu mir in die Marina gekommen war, haben wir Klicker aus dem Schönheitssalon geholt.

Bei uns auf Leros gibt es keine Waschanlagen wie wir sie aus Deutschland kennen.
Wenn eine Wagenreinigung nötig ist, dann gibt man sein Auto an der Tankstelle zur Komplettreinigung und holt es ein paar Stunden später wieder ab.

Klicker muss die nächsten zwei Tage als Leihwagen für Tina und Volker dienen, er soll sich in bester Verfassung zeigen – und seine Beautykur hat Wunder gewirkt, er sieht (fast) aus wie ein Neuwagen…

Klicker glänzt wie ein Ei

Hans Peter und Petra hingegen setzen ihre Tour mit LIBERTÉ Richtung Norden fort.

Es gibt diesen „WhatsApp-Status“ in dem die Beiden fast parallel zueinander ihren Tag Revue passieren lassen – Sibylle und ich verfolgen die Geschichten fleißig und tauschen uns natürlich auch dazu aus.

Heute erreicht uns ein Bild, auf dem zu sehen ist, dass LIBERTÉ, HARMONY und CARPE DIEM auf Limnos zusammentreffen und dort quasi ein „Leros Marina Evros“ Meeting stattfindet.

Ich freue mich für die drei Crews

Sibylle hat mich in der Entscheidungsfindung rund um den Verkauf von NESSAJA oft gefragt, warum ich nicht einfach zustimmen kann unser Schiff zu behalten und Inselrunden durch die griechische Ägäis zu drehen…

Dieses Bild hilft mir sehr dabei, ihr meinen Standpunkt zu erklären – das ist genau das, was ich nicht will.

Griechische Inseln entdecke ich lieber mit dem Motorrad, das gibt mir einen größeren Radius und mehr Möglichkeiten.
Dieser Gedanke sollte im weiteren Verlauf des Monats noch eine wichtige Rolle spielen.

Ich verhole mich zurück zu „meinem Thema“, denn heute muss ich meine letzten Siebensachen von ELOWYN räumen. Ich ziehe final aus, das Schiff ist klar für die Urlaubswochen der Eigner.

ELOWYN ist fertig, sie wartet auf die Ankunft der Eigner
Ich nehme meine letzten Habseligkeiten von Bord

Ich werde für die letzten zwei Nächte bis zu unserer Abreise nach Deutschland bei Sibylle in Xirokampos schlafen.

Wer sich schon länger fragt, warum wir uns so ungewöhnlich aufteilen und nicht einfach an einem Platz nächtigen muss wissen, dass wir absolut ungleiche Schlafraumtemperaturen wünschen.
Wir Beide haben gelernt zu akzeptieren, dass es kaum einen Kompromiss geben wird.

Also richte ich mir auch in Susannes Haus eine Art „Notschlafplatz“ ein. Hier liege ich aber für die zwei Folgenächte sehr kommod.

Die Couch ist sehr stabil und groß genug, hier würde ich mein Lager aufbauen
Gedacht – gemacht

Zurück auf ELOWYN machen wir ein letztes Mal das Deck klar, dann räumen wir die Putzutensilien weg.

Das Schiff wartet nun auf die Ankunft von Tina und Volker, die nach mehr als einem Jahr zu ihrer ELOWYN zurückkehren um darauf Urlaub zu machen.

Heute Abend werden sie Leros erreichen, wir werden sie vom Flughafen abholen, ihnen Klicker übergeben und dann gemeinsam zu Abend essen – ab Morgen beginnt die straff geplante Übergabe des Schiffes.

Ein letztes Mal klarieren wir das Deck
Am Abend kommen die Eigner an – große Wiedersehensfreude

Der neue Morgen fühlt sich komisch an. Ich wache in einem mir fremden Bett auf, muss zusehen, wie ich an meinem Kaffee komme.

Die Situation ist komplett anders, ungewohnt…
Mehr Lebensraum, vielleicht etwas komfortabler, aber eben nicht mehr maritim, weniger „speziell“.
Sollte ich mich mich final entscheiden wieder in einem Haus zu leben, dann wird dies eine große, langandauernde Umstellung.

Glücklicher Weise finde ich alle Utensilien die ich zur Kaffeebereitung brauche, den Rest habe ich mitgebracht.

Ich koche mein Kaffeewasser auf Gas…
…und brühe dann frisch auf – ich habe mich vor Jahren für Filterkaffee als Favorit entschieden
Dann setze ich mich auf die Terrasse und genieße – den Ausblick, die Morgenluft und meinen Kaffee

Am Vormittag treffen wir uns mit unseren Freunden auf ELOWYN. Dieses ganze Brimborium ist nur deshalb erwähnenswert, weil auch Tina und Volker ziemlich tough geplant haben.

Ihre Gäste werden heute am frühen Nachmittag anreisen, wir müssen die Übergabe also bis dahin geschafft haben.

Es gilt das neue Kettenzählwerk noch zu testen und mit Volkers Wunschparametern zu programmieren, wir müssen den neuen w-Lan Router kurz besprechen und neue Kennwörter vergeben und darüber hinaus natürlich auch die erledigten Arbeiten und das neue Ordnungssystem kurz diskutieren.

Wir bekommen das aber hin und können nach der Ankunft der Gäste zum gemütlichen Teil übergehen.

Ich erledige noch kurz eine Sendungszustellung für LUMARA, denn Tina war so nett, ein Päckchen aus Deutschland mitzubringen.

Dominik und Ellen waren nicht an Bord – Zustellung erfolgt im Postfach 😉

Wir ziehen mit der nun kompletten Urlaubscrew der ELOWYN weiter – zunächst an den Panteli Strand, wo wir uns ein Erfrischungsgetränk für innen und ein Bad im Meer für die Abfrischung von außen gönnen.

Den Tag werden wir im „Mylos“ ausklingen lassen, ein von langer Hand geplanter Abend.
Leider hat es ja mit dem Besuch im „Harris“ nicht geklappt, aber so bleibt noch Luft nach oben.

Das „Mylos“ ist immer wieder ein Highlight, so auch heute. Es ist zurecht und immer noch das führende Lokal auf Leros – hier stimmt einfach alles.

Nomen est Omen – der Ausblick von unserem Tisch in die eine Richtung…
…und Richtung Kastell in die andere – natürlich macht auch Sibylle einige Bilder für´s Album
Mehr geht nicht!
Wir bekommen einen perfekten Tisch – ich habe vor sechs Wochen reserviert
Wenn das mal kein perfektes Motto ist
Alleine schon die Vorspeisen aus rohem Fisch sind ein Gedicht

Das gesamte Dinner war wieder einmal ein Highlight. Es gibt nichts was man auszusetzen hätte oder tadeln möchte.

Das „Mylos“ ist ein Lokal in dem man viel öfter einkehren möchte, dass es dennoch eine Besonderheit bleibt, ist dann doch dem, durchaus berechtigten, Preisniveau geschuldet.

Wir gönnen uns „Pavlova“ als Nachspeise, ein Desert für das es sich zu sündigen lohnt und verlassen den Speisetempel danach zufrieden, satt und müde – morgen wieder in alter Frische!

Am nächsten Morgen treffen wir uns alle auf ELOWYN – der Abschied naht, es ist zudem der Tag unserer Abreise nach Deutschland.
In dem Trubel der Vorbereitung lässt Volker es sich nicht nehmen, mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk zu machen.
Da ich sowieso meine GS in die Garage nach Plaka räumen muss, bringe ich mein Geschenk gleich an Ort und Stelle…

Ich mag meinen Schlumpf, meinen Smurfy…
Sibylle fragt, ob ich die Dinger tatsächlich ranmachen will – ja klar!

Wir räumen noch ein bisschen herum, bringen Dinge nach oben und holen andere Sachen ab.
Nicht vergessen, im Hintergrund laufen ja bereits die Vorbereitungen für unsere Abfahrt heute Nacht – auch wir müssen packen.

Es wird Zeit, dass auf ELOWYN die Leinen übergehen und die Freunde in ihren verdienten Urlaub starten.

Ich bin zufrieden – viel Arbeit liegt hinter mir, es erfüllt mich mit Freude und auch etwas Stolz, wenn ich die weiße Schönheit aus ihrer Box gleiten sehe.

Ok, ein bisschen freut mich auch, dass MEIN Urlaub beginnt – und zwar JETZT!!!

Alle Mann an ihre Positionen…
…Leinen los – ELOWYN legt ab zu einem dreiwöchigen Törn
Mein Patenschiff verlässt die Marina – ich habe Urlaub

Wie schon gesagt, muss noch einiges gepackt werden. Ich bin im Bereich Reisegepäck deutlich im Vorteil, weil ich IMMER mit kleinem Gepäck reise.

Sibylle ist da anders, das ein oder andere Jäckchen muss mit, ein Paar Schühchen pro etwaigem Anlass?
Die Segelertasche schwillt nach und nach an und ich denke im Stillen daran, dem Menschen der Koffer mit Rollen erfunden hat, posthum eine Medaille zu verleihen.

Ich widme mich den Aufgaben, welche wir mit nach Deutschland nehmen werden.
Dafür habe ich Zeit während Sibylle versucht ihre Reisetasche zu schließen, allerdings muss ich abermals nach Plaka fahren.

Drei Standheizungen, einen Satz Winterreifen und einen Gennaker – ich schlichte das Zeug in Klicker

Als ich die Ware gepackt hatte, habe ich noch Sibylles Breezy verstaut und mich dann nach Xirokampos verholt.

Nach dem Packen des Autos war noch Zeit für eine Dusche, dann hieß es die Türe hinter sich ins Schloss zu ziehen.
Wir sagen leise „Servus“ zu unserer Katikia in Plaka und zum Haus in Xirokampos – bis in viereinhalb Wochen.

Dann verholen wir nach Merikia ins „Serza“, dort hat uns Brigitte heute zum Dinner eingeladen – es ist unser Abschiedsdinner, gleichzeitig stoßen wir aber auf ihren Geburtstag in zwei Tagen an.
Gratulieren dürfen wir nicht, aber wir stoßen gemeinsam auf das Leben an – das darf man auch vorab.

Klicker steht fertig gepackt vor dem „Serza“ – bald schon muss er auf die Fähre
Wir stoßen gemeinsam mit Brigitte und Hans auf Brigittes Geburtstag an…
…und lassen uns den Tisch vollstellen mit all den Köstlichkeiten aus „Serzas“ Küche
Was haben wir geschlemmt – das Essen war ausgesprochen lecker

Gegen 22.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hafen in Lakki. Nach langer Renovierungszeit war dieser wieder frei für den Fährverkehr und wir waren froh, nicht im sommerlichen Trubel von Agia Marina anstehen zu müssen.

Pünktlich um 22.45 Uhr traf die Fähre ein und wir verabschieden uns nach Brigitte und Hans auch von Vroni und Holger, die extra noch einen Abendspaziergang zum Hafen gemacht hatten, um uns „lebwohl“ zu sagen.

Wir setzen uns in unseren treuen Audi und starten den Motor, sobald die Fähre festgemacht hat geht alles ruckzuck.

Die BLUESTAR II läuft in Lakki ein

Wir schlafen herrlich in unserer Außenkabine, durch deren Fenster das Mondlicht hereinstrahlen kann.
Auf den obligatorischen Ouzo verzichten wir diesmal, wir durften diesen Absacker schon nach dem Dinner genießen.

Am nächsten Morgen sind wir ausgeruht. Die Küste vor Athen ist schon in Sichtweite und wir gehen in den Salon um einen Kaffee zu trinken.

Als ich mein Handy starte, kommt ein Bild von Mireille – ein Schnappschuss von ihrer Begegnung mit ELOWYN…

SUNNY SIDE UP meets ELOWYN – ich schicke das Bild an Volker

„Big Brother is watching you!“ Ich schicke das Bild an Volker, nicht ohne einen zwinkernden Smiley.

Inzwischen hat die BLUESTAR II in Piräus angelegt und wir werden ausgespuckt.
Schnell sehen wir zu, dass wir das Weite suchen, zuvor müssen wir aber noch ein paar Liter tanken.
Den Rest füllen wir in Patras auf – der Diesel ist in griechischen Städten deutlich billiger als in Italien.

Vor uns liegen rund 300 Autobahnkilometer von Piräus nach Patras.

Dort angekommen, ist mein erster Weg der in den „Cosmote“ – Store. Dort treffen wir auf eine junge Dame, welche kundenorientiert, schnell und kompetent hilft.
Binnen weniger Minuten ist meine Cosmote SIM aktiviert und ich im Besitz einer griechischen Mobiltelefonnummer.
Kosten der Aktion? Keinen Cent!

Diesen Store habe ich aufgrund seiner guten Bewertungen ausgesucht – und genau so eine 5-Sterne Bewertung gebe ich jetzt ebenfalls ab.

Unscheinbar – aber hier wird erstklassiger Service geboten

Meine Gattin und ich verholen in ein Strandcafé, dort gönnen wir uns einen Snack und einen Cappuccino, dann erst ziehen wir weiter zum Hafen.

Das ist immer etwas ätzend, denn man sollte für den Check-In etwa zwei Stunden vor Abfahrt da sein, muss dann aber lang auf das Boarding warten.
In etwa ähnlich wie beim Fliegen – also stellen wir uns nach erfolgter Abfertigung in die Schlange.

Klicker verlässt Griechenland – was wir noch nicht ahnen, er wird nie mehr zurückkommen

Wir haben Glück – diesmal geht es relativ schnell und wir dürfen bald an Bord.

Da die PKW´s wohl ganz nach unten gefahren werden und es auf diesen Decks und auf den Laufwegen dorthin recht eng ist, wird Sibylle angewiesen als Fußgängerin zu boarden.
Wir würden uns in der Lounge wieder treffen…

Klicker steht im Untergeschoss in zweiter Reihe – wir würden zu den letzten gehören die die Fähre verlassen
Man muss einmal quer durch die Fähre laufen…
…und verwinkelten Gangwegen folgen – hier sollen wenige Personen herumlaufen

Ich gehe also den langen Weg zu den Aufenthaltsbereichen der Fähre und treffe dort meine Frau wieder.
Sie hat inzwischen an der Rezeption eingecheckt und uns einen netten Platz reserviert.

Wir trinken noch ein Bier zusammen und essen die obligatorischen „Fährspaghetti“ im Selbstbedienungsrestaurant, dann machen wir es uns in unserer Kabine gemütlich.
Auf solchen Überfahrten ist man immer etwas müde, es schadet nicht, sich auch mal etwas früher zurückzuziehen und auszustrecken.

Ich bin froh – mit Klicker hat alles geklappt. Ich hatte die „183-Tage Regel“ etwas überzogen und wollte keinesfalls ertappt und gestraft werden.
Dieser Kelch scheint an uns vorübergegangen zu sein.

Ein kleines Abendessen genehmigen wir uns noch…
…dann heißt es „ab in die Koje!“ Wir haben abermals eine Kabine mit Fenster – diesen Luxus gönnen wir uns

Abermals schlafen wir ganz gut. Sibylle klagt immer ein wenig wenn sie Bettenwechsel hat, ich dagegen kann mich hinlegen und schlafe meist perfekt.

Der Blick aus unserer Kabine ist schön, wir sehen die Sonne am Morgen aufgehen, Land ist jedoch noch keines in Sicht.

Naja, bis zum Zielhafen Bari sind es ja auch noch ein paar Meilen.

Aus unserem Fenster sehen wir über den Bug – die Sonne geht gerade auf

Wir kommen fast pünktlich in Italien an und wie erwartet, zieht es sich etwas hin, bis sich die Massen sortiert haben.
Das Entladen einer Fähre ist immer spannend, denn man muss mit dem Auto gehörig rangieren und nicht jeder Fahrer hat seinen Wagen oder gar sein Gespann so im Griff, um bei dem Geschrei cool zu bleiben.

Dann geht aber doch alles ganz schnell, wir erreichen die Autobahn und fahren los Richtung Heimat.

Meist kommen wir gut voran, Stau gibt es nur selten – in Italien ist es brutal heiß

Über die Ausgestaltung der Heimfahrt herrscht Uneinigkeit. Ich würde durchziehen und in die kühle Nacht hineinfahren.

Geplant ist eine Ankunft bei unserer Tochter in Erding, wir könnten zu jeder Tages- und Nachtzeit ankommen.
Das möchte Sibylle nicht. Sie will eine Nacht Pause einlegen und so suchen wir uns in Carpi, das liegt zwischen Modena und Verona, eine Unterkunft für eine Nacht.

Hier haben wir bei der Auswahl unserer Unterkunft richtig Glück. Sibylle hat inzwischen ein geübtes Auge für die attraktiven Übernachtungsangebote und sie findet eine Art Agritourismo in einem alten, renovierten Bauernhaus.
Dort kommen wir gegen 19.00 Uhr an…

Unser Zimmer ist richtig geschmackvoll hergerichtet
Das Bad ist auch sehr stilsicher renoviert – ich freue mich über die große Dusche mit Glaswand
Die Böden gefallen uns – wir denken an unser Haus

Zum Abendessen fahren wir noch einmal in die kleine Stadt, welche einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck auf uns macht.

Wir finden über Google-Maps eine Pizzeria, denn Pizza steht bei uns beiden heute auf der persönlichen Menüliste ganz oben, dazu ein großer Salat und der Tag wäre perfekt!

Ich würde das Lokal ja „Baci“ nennen, aber das tut der Qualität keinen Abbruch
Wir speisen super, den Salat hatten wir schon verputzt

Zurück in unserem Zimmer waren wir froh eine Klimaanlage zu haben, darauf hatten wir bei der Buchung gar nicht so geachtet.

Zum Spätnachmittag kletterte das Quecksilber in Carpi aber auf rekordverdächtige 37°C, wir waren dankbar, dass der elektrische Raumkühler gute Dienste leistete und konnten so auch sehr gut schlafen.

Ich wache am nächsten Morgen sehr früh auf und wecke Sibylle. Ausschlafen steht heute nicht am Programm, wir haben noch ein paar Kilometer abzuspulen.
So finden wir uns bereits um 06.00 Uhr wieder auf der „La Strade“ und tippen als nächstes Ziel „Miesbach“ in das Navigationssystem.

Zwischenstops gibt es zum Frühstück, zum Tanken und um eine Mautplakette zu kaufen.
Auch Miesbach ist „nur“ ein Zwischenstopp um einen Kaffee mit Schwiegertochter Sonja zu trinken und die Jungs von der Schule abzuholen – Überraschung!

Angekommen – wir warten vor dem Maibaum auf den Schulschluss der Jungs
Die einen essen Kuchen, meine Wahl fällt auf eine „Holnburger Kas-Lerkassemmel“ – der heilige Gral der Leberkaslover

Nach dem großen Hallo in Miesbach steigen wir noch einmal in das Auto um die letzten 80 Kilometer bis Erding abzuspulen.

In Erding herrscht ebenfalls fast unerträgliche Hitze, die sich noch dazu im Garten der Kinder staut.

Mikey und ich beschließen daher, mit der kleinen Heidi zum Abfrischen zum nahegelegenen Weiher zu fahren.
So darf ein Deutschlandbesuch starten…

Der Naturweiher lädt zur Abkühlung, auch hier hat es 34°C

Wir werden die erste Nacht bei den Kindern in Erding schlafen und uns dann neu sortieren.

Der Sommer hat auch Deutschland fest im Griff! Die ersten zehn Tage unseres Besuches werden wir stets über 30°C haben,
Das war erhofft, denn so glaubten wir, allerhand mit den Enkeln unternehmen zu können – ich nehme es vorweg, dieser Plan ging nicht ganz auf.

Naja, immerhin kann ich gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit Neu-Enkelchen Fred machen.
Ich hatte den sechs Monate alten Knirps bisher noch nicht kennen gelernt.
Er macht es mir einfach Freundschaft zu schließen…

Mini meets Maxi

Das Eis war gebrochen, die Kinder haben Spaß mit uns, müssen dann aber ins Bett, der erste Abend bricht an.

Mikey kocht asiatisch, Reis mit gebratenem Tofu, ein Gericht, welches von den Damen hochgelobt wird.
Mein Einwand, dass man doch noch ein gebratenes Guruguru obendrauf legen könnte, wurde einfach ignoriert.

Spaß beiseite – ein sehr leckeres Essen und endlich mal ein anderer Geschmack!

Reis mit gebratenem Tofu – klingt banal, war aber echt lecker

Der nächste Tag hält ebenfalls tropische Hitze für uns bereit – so ist es kein Wunder, dass sehr schnell der Entschluss gefällt wird abermals zum See zu fahren.
Wir baden erst im Weiher und ziehen dann weiter zum vorbeifließenden Bach, welcher endlich die ersehnte Abkühlung bringt.

Wir halten es eine Weile aus, dann ziehen wir noch einmal weiter zu Mikeys Eltern, denn dort ist für heute eine Leberkasorgie ausgerufen.
Christine hatte mir versprochen, dass sie nach unserer Ankunft dafür sorgen würde, dass mein Guster auf Leberkas für lange Zeit gestillt wäre…

Challenge accepted!

Ein echtes Spezi, dafür bleibt sogar das Bier stehen
Vielen Dank für die Einladung – „Leberkas – no limit!“
Auf den Tisch kommt eine Triologie
Mein „all time favorite“ – Kasleberkas

Für fünf Personen macht die Freundin drei Sorten Leberkas aus drei Kilo Brät. Zusätzlich kommt noch Käse und diverse andere Zutaten dazu – ich würde also das Gesamtvolumen auf vier Kilogramm schätzen.

Klar bleibt was übrig – aber mit sieben Scheiben erfülle ich fast mein Soll. Auch die anderen mampfen als gäbe es kein Morgen mehr. Es war soooo lecker!

Heute hätte ich mir nichts besseres vorstellen können
Auch der Kartoffelsalat war ein Gaumenschmaus

Die Beschreibungen der nächsten Tage sind etwas oberflächlicher. Es versteht sich, dass wir sehr viele private Momente mit der Familie und den langjährigen Freunden hatten.

Privaten Momenten haftet an, dass sie dies auch bleiben sollen – privat.

Es sei aber soviel verraten – Sibylle und ich müssen unsere getrennte, „seltsame“ Lebensweise auch hier beibehalten.
Meine Frau ist 102% familienorientiert und steht auch parat, wenn sie andere Pläne und Ideen hätte.
Ich kann das nicht in diesem Umfang liefern, ich brauche auch mal meine Stunde für mich, einfach abhängen ohne etwas „zu müssen“.
Zudem ist auch hier das bereits genannte Thema Schlaftemperatur omnipräsent, wir entscheiden – ich suche mir ein Quartier welches zu meiner Ideologie passt.

Hier springen meine Freunde Rita und René ein. Es gibt wider Erwarten ein Zimmer am Schliersee und René bucht mich kurzerhand für vier Wochen ein.

Um dem wochenendlichen Wahnsinn zu entrinnen, fahre ich sehr frühmorgens los und sidle an den Schliersee um – Sibylle und ich werden abwechselnd zwischen den Stadorten pendeln.
Was zwischen Lakki und Xirokampos funktioniert, muss doch zwischen Erding und Schliersee auch klappen.

Es ist knapp 05.30 Uhr als ich losfahre
Die Stimmung ist perfekt, die Luft frisch und kühl
Der Sonnenaufgang ist mein Zündfunke an diesem Morgen

Ich kaufe mir bei einem Bäcker der gerade eben geöffnet hatte mein Frühstück ein.

Mein Plan ist, nach meiner Ankunft am See schwimmen zu gehen, danach im Garten zu frühstücken und dann mein Zimmer zu beziehen.

Sieht gut aus, es scheint alles zu klappen – es ist schon Wahnsinn, welche Strecken wir in diesem Zuge zurückgelegt haben.
Mein treuer Klicker schlägt sich wacker – ich ahne nicht, dass sein Ende kurz bevor steht.

Von Bari über Miesbach und Erding zurück an den Schliersee – wieder liegen 1.500km hinter uns
Ich freue mich im Hochsommer in der alten Heimat zu sein
Noch liegt der See friedlich da – die Touristen kommen erst später
Im „Haus Seegarten“ (Zimmer unten rechts) werde ich die nächsten vier Wochen wohnen – direkt am Seeufer
Erstmal gehe ich baden und wecke so die Lebensgeister – das mache ich jetzt jeden Morgen und jeden Abend
Dann gönne ich mir mein Frühstück – mehr braucht´s ned

Schön langsam werden die Touristen und Pensionsgäste wach. Auch meine Freunde sind schon fleißig, sie müssen die Frühstückstische decken.

Ich kann mich einbringen, ich weiß was zu tun ist – ich bin nicht das erste Mal hier, viele der Abläufe sind mir vertraut.

Später checke ich in mein Zimmer ein und bin froh, ab heute mein Refugium zu haben.
Hier fühle ich mich wohl…

Ein schönes Motto
Hier habe ich alles was ich brauche

Ich beginne zu genießen – unsere Heimatregion ist auch sehr schön, zumal dann wenn der Wettergott einem hold ist.

Saftige Wiesen, Kühe, Glockengeläut und das Panorama der Alpen. Es ist ein herrliches Stück Erde.
Ich lasse meinen Blick schweifen und versuche mich satt zu sehen.

Nanu? Was ist das? Potztausend! Ein Kennzeichen mit der Buchstabenkombination RT-EK.
Diese Kombination ist in meinem Gehirn verhaftet, sie sticht in mein Auge – habe ich nicht selbst 20 Jahre lang diese Zusammenstellung auf meinem Auto geführt.

Naja, ElringKlinger im Landkreis Reutlingen ist ein sehr großer Arbeitgeber, die Wahrscheinlichkeit den Fahrer des Wagens zu kennen ist gering…

Wem der wohl gehört???

Pustekuchen! Als ich zrück ins Haus gehe und beim Eindecken der Frühstückstische helfe, steht ein Mann vor mir den ich seit 20 Jahren kenne und mit dem ich so manches Meeting durchlebt habe.

„Wir kennen uns“ sage ich und sehe ihn an. Wir sind beide etwas älter geworden und ich habe wohl etwas dickere Bäckchen.
Er erkennt mich nicht sofort, aber mit dem Stichwort EK klickt es – große Wiedersehensfreude!
Thorsten stellt mir seine Frau vor und wir werden die nächsten Tage das ein oder andere Bier zusammen trinken.

Das Erfreuliche – in unseren Gesprächen spielt Elring kaum eine Rolle. Es wird aber auch bewusst, wie die Zeit wirkt.
Mein damaliges Wirken ist vermutlich nur noch eine Randnotiz am Zeitstrahl – man kann die Vergänglichkeit förmlich fassen.

Umgekehrt merke ich auch, dass unser Lebensmodell nach wie vor Interesse und Staunen hervorruft. Ich spüre das erste Mal während meines Aufenthaltes hier, das Gefühl nicht tauschen zu wollen – dies wird sich mehrfach wiederholen.

René bittet mich zu helfen, er müsse seinen Bus an den Chiemsee bringen…

Brav folge ich mit meinem Klicker der beschaulichen Fahrt des 1979er VW-Busses T2

Der alte Typ 2 muss zu einem spezialisierten Motorenbauer an den Chiemsee um dort eine kleine Gewährleistungsarbeit erledigt zu bekommen.
Es ist für mich eine gemütliche Ausflugsfahrt – noch ahne ich nicht, welche Rolle das Thema Automobil in den nächsten Wochen spielen würde.

Zurück am „Seegarten“ bleibt noch etwas Zeit den Nachmittag zu genießen – inwieweit das möglich ist, hängt sehr vom Wochentag und dem Touristenansturm ab.

Heute ist Werktag, es ist nicht soviel los
Die Zeit reicht, um zusammenzusitzen und einen Cappuccino nebst Blechkuchenbegleitung zu genießen

Natürlich haben Sibylle und ich auch Besuche bei Freunden vereinbart. Wenn ein solcher ansteht, dann treffen wir uns und ziehen gemeinsam los.

So waren wir zum Beispiel wieder einmal bei langjährigen Nachbarn und Freunden aus Neuhaus zum Kaffee geladen.
Monika und Alan wohnen nur wenige Kilometer vom See entfernt und haben sich ein kleines Idyll geschaffen.
Wenn wir in Deutschland zu Besuch sind, dann treffen wir uns in regelmäßigen Abständen – klar, es gibt ja auch stets eine Menge zu erzählen.

Alles ist saftig grün, die Pflanzen zeigen ihre Pracht – ja, Regen hat auch seine Vorteile

Oft ist es auch so, dass wir uns mit Freunden an gezielt gewählten Treffpunkten verabreden.

Das Kloster Reutberg ist so ein gerne gewählter Treffpunkt, denn der Biergarten dort ist sowohl von der Lage und dem Panorama, wie auch von der Qualität der angebotenen Speisen ein Top-Ziel.

Dieses Mal haben wir uns mit einer Familie dort verabredet, welche die Blogleser sehr gut kennen – die Eigner der INSPIRATION sind ebenfalls aus dieser Region und es lag auf der Hand, dass wir unsere Leros-Freundschaft in der gemeinsamen Heimt um das Kapitel „Biergartenbesuch“ erweitern…

Wir bekommen einen perfekten Tisch – das Panorama ist herrlich
Ich freue mich auf das Treffen mit Melanie, Jörg und den Jungs
Wir haben einen perfekten Abend und genießen lang
Sibylle wählt Salat und Obatzd´n…
…ich komme am Krustenschweinsbraten nicht vorbei
Zum Desert gibt es noch a Dampfnudl

Was haben wir gut gegessen – und natürlich haben wir uns auch ein Bierchen gegönnt.
Das Kloster Reutberg braut erstklassige Biere von denen es mir das Dunkle besonders angetan hat.

Wir sitzen zu sammen und ratschen bis in die späte Nacht. Als wir angekommen waren, war der Biergarten gerammelt voll.
Langsam leerten sich die Tische bis nur noch wir in unserer Ecke saßen.
Um 22.30 Uhr gingen wir nach Hause und hinter uns wurden die Lichter des Biergartens gelöscht.
Wie schön das Zusammensitzen mit Freunden ist!

Was hat es denn nun mit der Mobilität auf sich? Ich habe ja schon mehrfach angedeutet, dass mich Autos und auch Motorräder während dieser Tage und Wochen beschäftigt haben.
Ich will anhand eines Beispiels erklären, welche unterschiedlichen Gedanken mich umtreiben…

Auf dem Weg zum Reutberg habe ich diesen Camper gesehen

Ich schiele mit einem Auge nach Campern. Ich will kaum mehr fliegen, möchte die Reisen nach Deutschland auf der Straße machen.
Ein Camper käme gelegen, weil ich dann an jedem Zielort für eine oder zwei Nächte bleiben könnte – den Weg zum Ziel machen oder so ähnlich.
Die lästige und auch teure Zimmersuche würde der Vergangenheit angehören.

Dummerweise halten sich Camper nach wie vor im Preis, ich würde sogar sagen, dass sie total überteuert sind.
Fahrzeuge wie der oben gezeigte, übersteigen mein Budget deutlich und ich möchte auch nicht ins Risiko gehen solange unsere Katikia nicht fertig gestellt ist.

Aber ich habe auch über andere Optionen nachgedacht – einer meiner ehemaligen Schulfreunde hier in der Region, ist seit vielen Jahren Yamaha Vertragshändler, ich statte ihm einen Besuch ab…

Ich fahre nach Putzbrunn zu „Motopoint“
Das Objekt meiner Begierde steht im Showroom
Gefällt mir – ich kann mir schöne Reisen vorstellen

Mein Schulfreund Franz, der Inhaber, berät mich und bietet eine Probefahrt an.

Ich sage zu und wir vereinbaren einen Termin für den kommenden Montag.
Ich freue mich darauf, denn mit der Teneré 700 gehe ich schon lange schwanger – mein Interesse ist so ausgeprägt, dass ich mir das Kennzeichen MB-YT7 reserviere.

Hintergrund für diese Option ist die Suche nach einem neuen Hobby. Das Segeln ist nicht mehr in der Form gegeben, wie ich es fast 20 Jahre gelebt habe – ich brauche etwas neues.
Ein Freund und ehemaliger Arbeitskollege hat mich mit europaweiten Off-Road Motorradfahrten entlang der TET-Routen angefixt, das könnte etwas für mich sein und dieses Motorrad wäre das geeignete Vehikel.

Eine ganze Zeit lang stehen die Zeichen auf den Kauf eines neuen Motorrades und meiner Heimfahrt mit ebendiesem.
Franz hat noch eine neue T7 auf Lager und bietet an, diese binnen zehn Tagen auf die Straße zu bringen.

All diese bisher beschriebenen Aktionen finden bei gnadenloser Hitze statt – in den ersten Tagen unseres Besuches in der alten Heimat hatten wir fast tropische Hitze.

Temperaturen um die 35°C waren an der Tagesordnung

Für mich am See war es leicht auszuhalten. Es wehte stets eine leichte Brise und wenn es einem zuviel wurde, dann lud der See zum Bade.

Sibylle hatte in Erding ein härteres Los. Zwar standen der Weiher und der Bach ebenfalls zur Abfrischung zur Verfügung, aber man musste eben stets mit Kind und Kegel dorthin fahren.
Im abgeschirmten Garten dagegen staute sich die Hitze.

Meine Frau hatte wieder etliche Arzttermine geplant und zu erledigen – an einem Tag war es gegeben, dass ich mit in die Marktgemeinde fuhr, in der Sibylles Facharzt ansässig ist.
Ich musste warten und vertrieb mir die Zeit zunächst im Baumarkt und dann mit einem fulminanten Frühstück…

Nomen est Omen – ich fühle mich verpflichtet! Anbei IMMER Brez´n, was sonst???
Ich konnte mich nicht entscheiden – ich konnte beim ersten Weißwurschtfrühstück nicht widerstehen

Nach ihrem Arztbesuch gönnt sich auch meine Gattin ein kleines und gesundes Früstück – ach, ich wünschte ich hätte ihre Disziplin.

Weil wir schon einmal im Landkreis waren, verweilte Sibylle für den Rest des Tages bei mir am Schliersee.
Sonja kam mit den Buben und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag.
Das alles traf sich sehr gut, denn heute würde Sibylle ohnehin bei ihrem Sohn in Miesbach statt in Erding übernachten, denn wir sind bei einer langjährigen Freundin von Sibylle und ihrem Mann zum Grillen eingeladen.

Da auch dieses Treffen in der Nachbargemeinde stattfindet, wäre jeder weitere Kilometer umsonst gewesen.

Wir sind bei Gudrun und Max zu Gast
Es ist so hochsommerlich heiß, dass wir beim Essen schwitzen
Der typisch südafrikanische BBQ-Grill heizt die Umgebung noch zusätzlich auf

Es wird schon dunkel als wir aufbrechen – ich fahre Sibylle zu ihrem Sohn, sein Haus liegt direkt am Weg und setze meine Fahrt dann an den Schliersse fort.

Dort kehrt gerade Ruhe nach dem Touristenansturm ein. Rita und René sitzen noch etwas im Garten und ich nehme bei den beiden Platz.

Gemeinsam sehen wir dem Tag zu, wie er langsam ausklingt. Das Szenario über dem See ist unbeschreiblich schön und wir drei beschließen, uns noch einmal beim Nachtbaden abzufrischen, bevor wir nach einem Betthupferl-Bier zur Nachtruhe übergehen.

Was für ein wunderschönes Panorama

Was passiert in Leros? Ganz offen gesagt, eigentlich wollte ich etwas Abstand gewinnen, ich war wirklich nicht neugierig.
Dies gelang nur sehr bedingt, denn sowohl das Marina Office, als auch einer der an EDINA arbeitenden Monteure haben mich mehrfach angerufen.

Natürlich hat auch Alex ab und an Updates geschickt – ich habe wirklich versucht, nicht in eine mehrschichtige, komplexe, technische Debatte einzusteigen.
Er schien alles im Griff zu haben, was sollte ich von Deutschland aus beitragen?

Zu guter Letzt hat natürlich auch Volker immer wieder technische Updates von Bord der ELOWYN gesendet.
Leider lief auch an Bord meines Patenschiffes nicht alles rund, zum Glück waren die von mir durchgeführten Arbeiten mängelfrei.

Das Genuafall ist gerissen
Volker und Tina gehen in die „Super-Mario“ Beach Bar und rufen mich an

Wenn man jemanden im Urlaub anruft, dann muss man zwangsläufig damit rechnen, dass der Anruf oder die anderweitig geartete Kontaktaufnahme ungelegen kommt.

Ich bemühe mich trotzdem, nie unhöflich zu sein, auch wenn ich gerade mit der Familie oder Freunden im Biergarten verweile.

Im Gegenteil, ich belege, dass ich quasi immer als „Super-Mario“ im Einsatz bin und rufe in diesem Zug das Tagesmotto aus…

Da ist was Wahres dran und darum….
…lass´ich mich beim genießen auch meist nicht stören

Es ist eine Wahnsinns-Geste von Rita und René mir für meinen Gesamtaufenthalt Quartier zu bieten.

Ich lebe hier so komfortabel und genieße von Zeit zu Zeit meine kleine Privatsphäre, dies ist kaum bezahlbar.

Es ist mir ein Anliegen, dass ich daher immer wieder zwischendrin helfe und unterstütze um Arbeitsspitzen zu kappen.

An einem Tag hat René mich gebeten, ihm die große Last des Metro-Wochenendeinkaufs für den zu erwartenden Kiosk-Ansturm abzunehmen.
Diesen Wunsch erfülle ich doch gerne.

So sitze ich wenig später in meinem Audi und fahre zum Großkampf in den Großmarkt…

Dort gibt es allerhand Köstlichkeiten…
…aber ich hatte einen anderen Auftrag

Am Nachhauseweg ärgere ich mich schwarz, dass ich die deutsche Benzinpreispolitik noch nicht vollumfänglich durchschaut hatte.

Vom Vor- zum Nachmittag schwankte der Preis um satte 30ct – das wollte ich nicht mitmachen und ich fuhr von einer Tankstelle zur nächsten – schimpfend wie ein Rohrspatz, da sich sich die Tankstellenbetreiber scheinbar einig waren.

So komme ich mit dem letzten Tropfen in Miesbach an der Tankstelle an und tanke nur für 20.-€ – den Rest fülle ich morgen früh für 30ct weniger auf – mit mir nicht!!!

Restreichweite 0km – es geht aber alles gut

Am nächsten Tag handelte ich so, wie ich es mir vorgenommen hatte.
Ich fuhr zur günstigen Tankstelle in Schliersee und füllte Klicker bis zum Stehkragen auf – ich wollte heute wieder nach Erding fahren um Sibylle und den Erdinger Flügel der Familie zu treffen, ich würde den Sprit brauchen.

Ich hatte jetzt für 120.-€ getankt und immerhin 4.50€ gespart – dies würde ich in Eiscreme oder Leberkassemmeln umsetzen.

Dass dies nicht so funktionieren würde wie erhofft und ich heute zu späterer Stund´ rund 100.-€ Diesel in den Wind schießen würde und dass, viel schlimmer noch, Klickers letzte Stunden anbrachen, das war mir im Moment noch nicht bewusst.

Bei der Familie in Erding hatten wir jedenfalls einen schönen Tag…

Touristenströme überall – ich hasse den deutschen Strassenverkehr
Ich verlasse die Autobahn und nutze Schleichwege – das gefällt mir (aber Ampeln hasse ich auch)
In Erding gehen wir mit Heidi ein Eis essen

Ich hatte Heidi ein großes Eis versprochen. Ich bin vermutlich der beste „Eis-Einladeopa“ der westlichen Hemisphäre.

Ich halte Wort und spendiere der Kleinen ihre Riesenkugel Schokoladeneis.
Ich selbst gönne mir ein Spaghettieis und streiche dieses „must have“ von meiner Liste.
Auch Sibylle schlägt zu und labt sich an einem Eisbecher.

Vor hier aus geht es zu den Schwiegerletern unserer Tochter. Nach der Leberkasorgie treffen wir uns heute ein zweites Mal, eine Grillsession ist ausgerufen.

Doch zunächst starten wir mit Kaffee und süßen Teilchen.

Das Leben ist schön…
Klein-Fred und ich sind inzwischen dicke Kumpels

Der Nachmittag verfliegt und es wird Zeit zum Essen. Am Grill brutzelt das Grillgut und wir alle genießen den Hochsommer.

Klicker hat nur noch drei Stunden zu leben.

Weil ich das nicht weiß, kann ich mein Dinner genießen, den Tag zufrieden ausklingen lassen und nach dem Essen schön langsam den Nachhauseweg antreten.

Das Essen schmeckt herrlich

Was um Gottes Willen ist passiert? Nun, ich fahre den großen A6 mit dem hubraumstarken Diesel auf Leros ja immer Kurzstrecke.

Ich habe also entschieden, ihm heute eine Autobahnfahrt zum „Freifahren“ zu gönnen.
Die Autobahn war frei, die Straße trocken, ich gebe also Gas.

Zum Glück war ich schon weit gekommen und hatte nur noch eine Ausfahrt weiter zu fahren, als bei 200km/h ein kurzes Rütteln durch den Wagen ging.
Es folgte ein „Klack“, gepaart mit einer großen, dunklen Rauchwolke, welche im Spiegel zu sehen war.

Ich nahm sofort das Gas weg, doch nur Sekundenbruchteile später wiederholte sich das Szenario.
In diesem Moment ging Klicker in den Notlauf, reduzierte automatisch Drehzahl und Tempo und lief wie ein alter Traktor.

Mir war sofort klar – das war das Aus für meinen treuen Gefährten!
Sein letztes Aufbäumen machte möglich, dass ich bis etwa 1km vor die Haustüre unseres Sohnes fuhr, dann machte mein Klicker schlapp und ging aus.

Unser Sohn hat mich abgeschleppt und René hat mich dann nach Schliersee zurückgeholt.
Klicker blieb in Miesbach zurück, wir würden uns verabschieden müssen.

Klicker wird abgestellt, ich fahre mit René im Wohnmobil nach Schliersee

Der Abschied ging schneller als gedacht. Ich rief Max an und fragte, ob er einen Abnehmer wüsste.

Ja, er habe einen Freund, ein Rumäne, der Autos nach Rumänien verkauft.
Ich solle doch bitte Fotos und Eckdaten schicken.
Dies mache ich sofort, kläre aber auch auf, dass ich ihn frühestens in drei Tagen weggebe, denn ich würde ihn vorher selbst abmelden.

Der Rumäne macht sich Gedanken und sagt mir am nächsten Tag die Abnahme zu

Trifft es sich nicht gut, dass ich exakt für heute die Probefahrt mit der Yamaha T7 vereinbart habe?

Ich brauche wieder ein Vehikel und ich würde mir sehr ensthafte Gedanken machen, mir dieses Motorrad zu kaufen – den Hintergrund habe ich ja schon beschrieben.

Ich fahre also abermals nach Putzbrunn zu Franz, diesmal in Begleitung von Sibylle und lasse mir die Enduro für die Testfahrt vorbereiten.

Fährt super – ganz anders als meine BMW

Ich erbitte mir noch einmal zwei Tage Bedenkzeit, ich würde meine Tochter am Bodensee besuchen und sofort nach meiner Rückkehr entscheiden.

Ich nehme es vorweg um dieses Thema nicht in den nächsten Blogbericht zu überführen – ich bin Anfang Juli abermals in Franz´ Geschäft spaziert und habe eine Zusage ausgesprochen.
Während des Gesprächs hat Franz beiläufig erwähnt, dass „…die eine die er noch auf Halde hatte inzwischen verkauft sei, die neuen T7 Rally aber schon unterwegs sind…“!

Ich unterbreche – „…stop, was hast Du gesagt? Unterwegs? Wie lange dauert es bis die auf der Straße ist?“
Er geht an den Computer und recherchiert – „…nun, ungefähr drei Wochen von heute, minimal 19 Tage, welche er aber nicht gerantieren könne!“

Das Schicksal entscheidet in dieser Sekunde – ich werde diesmal keine Yamaha Teneré kaufen und vermutlich nächstes mal auch nicht.
Diese kindliche Vorfreude funktioniert nur einmal, mein Traum vom nigelnagelneuen Motorrad ist soeben geplatzt!

Das Wetter des nächsten Tages passte dazu…

So kenne ich Neuhaus und Schliersee

Ich mache einen faulen Tag im Zimmer. Ich schreibe Blog, gerate aber sehr in Verzug – der Grund, warum ihr den Blogbericht mit fast einer Woche Verspätung erhaltet.

Zusätzlich habe ich allerhand Warensendungen erhalten. Meist Werkzeuge für mich und Ersatzteile für meinen Panda 4×4 in Leros.
Diese Ersatzteile sortiere ich, ich lege die Rechnungen ab und prüfe alles auf Vollständigkeit.

Zudem beginne ich zu überlegen, wie das Zeug wohl nach Griechenland kommt – das Versandvolumen ist nicht gering.

Inzwischen türmt sich ganz schön was auf

Just an diesem Abend, ich bin ja immer noch ohne Fahrzeug, also just heute, haben Rita und René einen Termin mit Freunden vereinbart.

Ich muss zusehen wie ich mich selbst versorge, leider hat mein Zimmer keine Kitchenette, mir bleibt also nur der Weg in ein Lokal.
Dies ist mangels Wagen und aufgrund des schlechten Wetters eher schwierig, so dass mir die nahegelegene Pizzeria als einzige Option bleibt.

Ich mache mich auf den Fußmarsch dorthin und kaufe mir ZWEI! Pizzen – Frustfressen offenbar!
Wie auch immer, alles klappt und ich muss nicht hungrig ins Bett.

Morgen ist ein neuer Tag!

Ich gönne mir einen Espresso, während ich auf die Pizza warte
Dann eile ich hastig zurück, um nicht kalt essen zu müssen
Haut aber alles gut hin – und die Pizza ist auch noch ganz gut

Es bricht der letzte Tag des Monats Juni an. Die Logistik zwischen Sibylle und mir ist sehr viel schwieriger geworden.

Bisher hatten wir beide ein Auto und waren in unseren Handlungen flexibel – solange Sprit im Tank war, konnten wir uns jederzeit treffen.

Nun müssen wir uns sehr gut abstimmen – dies war für diesen 30.06. noch relativ einfach, denn wir hatten schon lange vereinbart, dass wir heute und morgen an den Bodensee zu meiner Tochter fahren würden.

Sibylle holt mich also am Schliersee ab und wir fahren ausschließlich auf der Landstraße über Bad Tölz und das Allgäu in Richtung Bodensee.
Wie vereinbart, frühstücken wir in Miesbach und machen auch noch eine weitere Kaffeepause irgendwo im Allgäu.

Wir genießen die Fahrt – nichtsahnend, dass auch die Uhr des Honda tickt

Während wir mit dem Honda fahren überlege ich, ob es nicht eine Möglichkeit wäre, dass ich mit dem roten Flitzer nach Leros fahre, ihn dort reparieren und TÜV fertig machen lasse und ihn dann wieder zurück nach Deutschland bringe.

Zu diesem Zeitpunkt glauben wir auch noch, dass Sibylle den Skoda Fabia ihrer Schwiegertochter kaufen würde, sofoern der Junior einen Mamapreis anbieten würde.

Ich nehme vorweg, dass beide Ansätze scheitern und wir Anfang Juli ganz schön Autostress bekommen.

Doch jetzt ist erstmal Familienbesuch am Bodensee angesagt.
Wir holen meine Tochter Nina nebst Familie ab und fahren nach Überlingen an den See, wo wir zwei Stunden lang baden und die witzigen Spiegel des Spielplatzes bestaunen.

Nein, das ist nicht original – ich stehe vor einem Zerrspiegel

Wir haben Spaß, genießen die Zeit miteinander und gönnen uns ein Eis sowie abends eine Einkehr zum Abendessen.

Als die Kinder ins Bett müssen, verabschieden wir uns voneinander und freuen uns auf morgen, es steht ein weiterer gemeinsamer Tag bevor.

Der heutige Tag klingt herrlich am See aus, wir hatten unsägliches Wetterglück!

Es wird frisch in Überlingen, wir gehen zum Abendessen

Seht mir die Verspätung nach – ich hatte einfach nicht so viele Zeitfenster wie nötig, um den Blog pünktlich fertig zu stellen.

Ich hoffe, dass ich einen Spannungsbogen für den nächsten Blogbericht aufbauen kann, denn der Monatsanfang hatte es echt in sich.
Wir kaufen in der ersten Woche des Juli zwei unvernünftige Autos und setzen auf ein drittes, vernünftiges, an.

Weitere zwei Wochen Deutschland liegen vor uns – wird sich etwas mit meinem Wohnungsverkauf tun?
Sibylle fliegt am 20.07. nach Leros – doch wie reist der bootslose Skipper an???
Wird es beim Treffen mit den Eignern von ELOWYN schlechte Nachrichten geben?

Der Juli hat Potential für einen famosen Blogbericht – bleibt neugierig, bleibt dran!

Vielen Dank für die investierte Lesezeit und herzliche Grüße vom Schliersee
Mario


Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…