August 2026 – With A Little Help From My Friends

Selten nur mag ich Coverversionen lieber als das Original – aber im Falle der August-Headline ist genau dies der Fall.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mit den Beatles nie richtig warm geworden bin, vielleicht daran, dass Joe Cockers Comeback genau in „meine Zeit“, die verrückten 80er Jahre fiel…

Unter Umständen ist es auch einfach nur der Geist von Woodstock, der ein wenig bei Cockers Performance mitschwingt.

Wie auch immer, keine andere Headline hätte die „Vibes“, die Stimmung des August 2026 besser beschreiben können – alles ging leichter von der Hand, „…with a little help from my friends!“

Alex und Hans Peter im Mast von ELOWYN

Meine „ToDo“ – Liste für den August war lang geworden und die Tatsache, dass die Servicebatterien an Bord von ELOWYN die Reise ins Nirvana angetreten haben, macht eine Planung auch nicht einfacher.

Es hilft alles nix, wenn wir meine Projekte UND die an Hans Peter gegebenen Zusagen, bezüglich einer Unterstützung bei seinen noch offenen Aufgaben, in Einklang bringen wollen, dann müssen mein saarländischer Freund und ich eine Art „Zeitpool“ schaffen und eine gute Planung voranstellen – dann könnte es klappen.

Die Zeitachse drängt ein wechselweises Arbeiten an LIBERTÉ und ELOWYN auf, die Priortät liegt dabei beim weißen Riesen, denn sie wird Anfang September noch einmal zu einem Urlaubstörn aufbrechen.
Diese zwei Wochen werden wir dann intensiv nutzen, um HPs Bavaria fertig zu stellen. Er kann dann mit seiner Pertra noch eine kleine Runde drehen, während Sibylle und ich Familienbesuch haben.

Dass dieser Plan belastbar wird, braucht es eine exakte Absprache – diese findet am 01.08. an Bord von ELOWYN statt.

Bei einem Kaffee stimmen wir die Details und die notwendigen Vorbereitungen ab

Uns ist klar, dass wir beide zwischenzeitlich auch bei Alex auf ANAHITA unterstützen dürfen, sind uns dafür aber auch der Hilfe des „A-Teams“ gewiss.

Für mich kommt hinzu, dass ich immer mal wieder auf LUMARA unterstütze und zusätzlich Kleinigkeiten „auf Zuruf“ abhandeln soll.
Das alles ist herausfordernd, aber es wird schon irgendwie klappen – in letzter Instanz auch „with a little help from my friends“!

Eine Sache schaffe ich heute gleich aus der Welt und setze einen Haken – allerdings basierend auf einer nicht eingehaltenen Zusage 😉 .

Ich hatte angekündigt, dass ich das Umstellen des Busses eines deutschen Seglers nicht mit in den August nehmen würde – doch der trickreiche Grieche hatte es einen weiteren Tag geschafft, mich ins Leere laufen zu lassen.
HEUTE NICHT – ich hole mir mit Nachdruck den Schlüssel und stelle den Bus zusammen mit Sibylle um.

Es ist ein Wunder, dass das Ding noch fährt (es geht um den rechts im Bild)
Ich finde einen guten Platz am Rand eines Uferbereiches

Am nächsten Tag wird mein griechischer Helfer den Bus acht Meter weiter links parken – was keinen weiteren Sinn hat, als mit der Kette zu rasseln.
Ist mir aber wurscht – ich lobe den Mann für seinen unermüdlichen Einsatz und weiß, dass er den Schlüssel nicht mehr lange in seiner Tasche haben wird.

Meine Sibylle ruft nach einem Kaffee und wir entscheiden uns, diesen in der kleinen Konditorei am Panteli Strand zu trinken.
Das war eine gute Entscheidung, denn sowohl der Kaffee als auch das Galaktoboureko waren hervorragend.

Im „Sweet & Salty Café“ sitzt man gut und speist sehr lecker

Wir gehen noch kurz baden und frischen uns ab, dann trennen sich unsere Wege bis zum Dinner, zu welchem wir heute eine Einladung bei Brigitte und Hans haben.

Bis dahin hat Sibylle noch Hausarbeiten in Xirokampos zu erledigen, ich dagegen bin mit Tom und Bernd auf ein Bier verabredet.
Die Beiden sind von ihrem Sommertörn zurück und möchten sich mit mir treffen, um ein wenig zu Quatschen und Erfahrungen auszutauschen.

Dieser Idee folge ich gerne – wir treffen uns im „Skipper´s“ und genießen Leros. Bei unserem Gespräch stellen wir fest, dass „unsere“ zweite Heimat wohl mehr und mehr an Attraktivität gewinnt.
Ob das nun wirklich ein Vorteil ist? Die Geister die ich rief…

Lustiges T-Shirt – wer drüber nachdenkt erkennt die Falle
Wir genießen unser Bier und zischen es weg
Ich muss noch mit auf INSPIRATION, man möchte mir ein Geschenk überreichen – es wird einen Ehrenplatz bekommen

Als ich rund zwei Stunden später mit Sibylle zu unseren österreichischen Freunden nach Crithoni fahre, kann man schon ziemlich gut erkennen welche Geister gerufen werden, wenn man kleine Ziele mit entsprechender Infrastruktur zu sehr hyped…

Diesen Ansturm meist türkischer Gastschiffe muss eine Insel wie Leros erst einmal verkraften können.
Taxis sind knapp, schlimmer noch, es gibt Engpässe bei der Wasserversorgung und beim Personal im Tourismusbereich.
Gleichwohl treibt man die Ansprüche der Gäste immer weiter nach oben – vor diesem Hintergrund sieht man sich als Ersatz für Mykonos und Paros gleich mit ganz anderen Augen.

Das Top-Lokal „Mylos“ hat in der Hochzeit Juli und August eine Vorlaufzeit für Reservierungen von fast sechs Wochen.
Ich finde, dass sich Leros keinen Gefallen tut…

Die Quantität nimmt zu…
…die Klientel treibt den Anspruch an Qualität nach oben

Bei Brigitte und Hans angekommen, genießen wir wieder die Ruhe der Wohnsiedlung in Crithoni.

Wir freuen uns auf ein fürstliche BBQ und auf den Abend mit den Freunden.
Klar, dass solche Abende etwas länger dauern und etwas feuchtfröhlicher werden, bevor sie dann mitten in der Nacht ausklingen und wir zufrieden und pappsatt in die Federn fallen.

Die beiden Österreicher übertreffen sich wieder selber

Am nächsten Morgen geht es für mich so richtig los. Ich stehe zeitig auf, koche mir erstmal einen Kaffee und werde dann, noch bevor Hans Peter kommt, das Inserat für die Hanse 400 unserer Freunde Angelika und Uli fertig machen.

JASPER VON RHEYDT soll verkauft werden – zwei Freunde der ersten Stunde geben den Segelsport auf und bieten deshalb ihr perfekt ausgestattetes und sehr gut gepflegtes Schiff an.
Ihr könnt JASPER auf meiner Webseite finden, ich darf die Freunde beim Verkauf unterstützen.
Um das Inserat vorzubereiten, muss ich Bilder sortieren, ein Exposé schreiben und die Daten dann auf der Verkaufsplattform einpflegen.

Erst die Vorbereitung am Computer
Dann auf dem Schiff ein paar fehlende Informationen sammeln und ein Verkaufsschild anbringen

Ich war gerade mit dieser administrativen Arbeit fertig geworden, als Hans Peter zu mir an Bord kam.

Wir haben uns heute auf ELOWYN zwei Arbeitspunkte vorgenommen.
Zum einen gibt es einen Wassereintritt an einer undichten Stelle am Auspuffschlauch.
Nach 13 Jahren wäre es wohl vetretbar, den kompletten Schlauch zu erneuern, da ich aber einige Punkte zu erledigen habe und der Schlauch aufwändig verlegt ist, habe ich mich für eine Teilreparatur entschieden.
Die vollumfängliche Erneuerung kann ich im Winter als Projekt nachziehen.

Der Platz ist sehr beengt…
…ich kann kaum das Foto machen, zum Arbeiten wäre es mir zu eng – ich passe nicht in die Lücke
Hans Peter faltet sich komplett in den engen Schacht
Nach einiger Mühe hatte der Freund den Kampf mit dem Widerborst gewonnen
Wir konnten die schadhafte Stelle abschneiden und den Schlauch wieder anbringen

Danach war eine Wasserpause angesagt – „Hydration-Break“ sagt man heute, glaube ich.

Der schweißtreibende Teil lag nämlich noch vor uns – ich habe entschieden, vier der sechs schadhaften AGM Batterien auszubauen und eine zeitlang mit einer Notbank aus zwei Batterien zu überbrücken.
Die vier defekten, bleischweren Dinger können von Bord, ich bringe sie zur Verwertung an die BP Tankstelle um Vivi eine Freude zu machen.
Geld nehme ich dafür nicht, zu oft hat sie mir schon geholfen…

Zunächst müssen die Trümmer aus ihrem Schacht gehoben und über die Treppe gewuchtet werden
Der nächste Schritt ist der vom Salon über die Niedergangstreppe ins Cockpit
Als letztes geht es über die Gangway nach unten – hier muss HP ran, ich reiche die Batterien an…
…er lässt sie hinabgleiten und stellt sie unten auf die Seite – ich bin mit Batterie zu schwer für die Brücke

Eine dieser Batterien wiegt rund 43kg, wenn man vier davon ein wenig spazierengetragen hat, dann weiß man in der Regel was man getan hat.

Daher gibt es nach diesem Job eine weitere Trinkpause und einen gemütlichen Ausklang.
Für heute reicht das erstmal, wir haben ganz schön was geschafft – war doch einfach, oder? Ja – with a little help from my friend!

Den Rest des Tages verbringe ich mit Sibylle, wir gehen baden und bereiten uns für den Abend vor.
Nach einem netten Dinner klingt der Tag unspektakulär aus.

Der nächste Morgen beginnt für mich entspannt, wenn auch sehr früh. Es ist zur Zeit sehr heiß, auch in der Nacht. Für meine Frau ist das schier unerträglich, für mich ist es eben nur warm…
Zugegeben, natürlich schwitze ich auch in der Nacht, aber ich kann eben schlafen – umso schöner ist es aber, wenn ich am „kühlen“ Morgen der Sonne beim Aufgehen zusehen kann.

Es ist ja allgemein bekannt – „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“

Ein „early bird morning“ – ich genieße es
Die perfekte Stimmung um mit einem „Cafe Americano“ in den Tag zu starten

Ich traue mich im Moment nicht, das Ladegerät über Nacht eingeschaltet zu lassen, zu groß ist das Risiko, dass die defekten Batterien weiter stark gasen – dies wäre gefährlich und giftig.

Gestern ist es mir tagsüber jedoch gelungen, die zwei als Notakku eingesetzten Batterien soweit aufzupäppeln, dass die Anzeige zumindest plausible Werte gezeigt hat und somit Anlass zur Hoffnung gab.

Der graue Bereich ist durch das alte Setup der Batteriebank – die Werte der „abgespeckten“ Verbraucherbatterie sind plausibel
66Ah haben aber für den Kühlschrank nicht gereicht

Die Kapazität von 66Ah war deutlich zuwenig, es hätten 220Ah sein sollen. Somit war es nachvollziehbar, wenn auch rechnerisch verwunderlich, dass der Kühlschrank die Batterie komplett leergesaugt hat – naja, das zeigt noch einmal deutlich, dass hier nichts mehr zu retten ist, zumal ich sehr schnell nach dem Einschalten des Ladegerätes abermals Schwefelgeruch wahrnehme.

Mein Thema mit Nummer 1 Priorität wird von nun an die Beschaffung von Ersatzakkus sein.
Nach Rücksprache mit Volker werden die sechs AGM Batterien welche mit einer 2R-3P Schaltung zu einer 24V / 660AH Bank zusammengeschlossen waren, durch zwei 24V / 320Ah Lithium-Eisen-Phosphat Akkus mit Smart Funktion ersetzt.

Diese bilden dann, parallel geschaltet, eine hochmoderne 640Ah LiFePo4 Bank, welche durch die neue Technologie nahezu 100% mehr Kapazität als vorher ermöglicht.
Der Umbau ist nur selten „Plug&Play“, wir hoffen, dass dies bei uns trotdem klappen wird, denn die 13 Jahre alte Ladetechnologie ist für Lithium-Eisen-Phosphat Batterien geeignet – sehr zu meiner Überraschung!

Das Problem welches aus meiner Sicht aber noch zuvor gelöst werden muss – wo bekomme ich gekühlte Getränke her???

Auch hier springt Hans Peter ein…

Er stellt mir seine Ersatz-Kühlbox aus dem Auto zur Verfügung
Ich spendiere meinerseits ein 230V Gerätekabel, welches mein Freund in Deutschland gelassen hatte…
…und schon kurze Zeit später war die Notkühlbox im Einsatz
Bei 35°C dürfen gekühlte Getränke für das Handwerkerteam nicht ausgehen

Den Rest des Tages verbringe ich mit Kleinigkeiten – ich fahre hoch ins Haus um meine GS temporär gegen Smurfy einzutauschen.

Das mache ich immer, wenn Transportfahrten anstehen oder zum Beispiel Getränke gekauft werden müssen.
Diesmal hat Sibylle ihr Recht eingefordert – sie braucht allerlei Getränke um auch in Xirokampos für Nachschub zu sorgen.

Da ich die Fahrt zu unserem Haus und meiner kleinen Werkstatt in Plaka angemeldet hatte, ist Alex auf den Zug aufgesprungen, denn er brauchte an seinem Roller einen Schnitt mit der Flex, um einen neuen Hauptständer montieren zu können.
Nichts leichter als das – tschengpeng, ab war der alte verrostete Halter…

Sibylle ruft an – ich hebe nicht ab. Sie schreibt „Wie lang dauert´s noch?“ Ich schicke als Antwort dieses Bild

Selbst meine Frau ist nicht davor gefeit – wenn nicht stetig Leute anrufen würden, dann würde Vieles so viel schneller gehen.

Ich habe inzwischen angefangen, anonyme oder unterdrückte Anrufe überhaupt nicht mehr anzunehmen.
Anrufe mit Nummer nehme ich nur ab, wenn der Anrufer in meiner Liste ist oder ich einen Anruf erwarte – ich kann das Gebimmel nicht mehr anders handhaben.
Ich bitte wirklich darum, mir einfach eine kurze Nachricht zu schreiben – ich melde mich sofort, wenn ich Zeit und saubere Hände habe und nicht gerade in einer Backskiste stecke.

Wie auch immer – als Alex und ich fertig waren, habe ich mit meiner Gattin ihren Getränkeeinkauf erledigt und ihr die schweren Wasserpackungen nach Xirokampos gebracht.

Mit Smurfy sind Transporte kein Problem

Bei Sibylle angekommen, werde ich erstmal überfallen. Ich rechne mit nix Bösem, da fordert meine Frau mich auf, auf Leichenschau zu gehen…

„Du musst schauen ob die Katze tot ist!“ höre ich sie fordern.
Ich will das nicht – ich bin da eigentlich hart im Nehmen und kann die Mieze sicher wegräumen.
Aber ich brauche für sowas „mentalen Anlauf“ – die Mieze im Vorbeigehen am Schwanz packen und sie über den Zaun werfen, das will ich nicht.

Sibylle überlegt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen…

Auch Sibylle kann, trotz Gummihandschuhe, den schon steifen Körper nicht packen

Mir geht es mehr um die Frage „Und dann???“ Wohin mit ihr? Wie?

Wenn meine drängelnde Gattin mir etwas mehr Zeit gegeben hätte, dann wäre mir sicher die Idee mit der Schaufel gekommen.
Hätten wir sie beerdigen sollen oder in die Mülltonne schmeißen?

Sibylle dauerte das zu lang. Die stocksteife Samtpfote muss weg, jetzt!
Für solche Ansagen bin ich nicht zu haben – ich streike.
Sibylle ruft Alex an, der übernimmt – und ich kann mich den angenehmeren Seiten des Lebens widmen!

Heute gibt´s noch einmal ein Bier mit Tom und Bernd im „Skipper´s“

Später am Abend hole ich Sibylle aber noch einmal zum Dinner ab. Heute sind wir mit Smurfy unterwegs, denn ich brauche ihn auch morgen noch einmal, dann wird er wieder in die Garage geräumt.

Heute darf er aber für eine Nacht neben Crawler verweilen – mein Fuhrpark in der Marina Evros geparkt.

Handelt es sich hierbei schon um ein „Offroad Treffen“, ein 4×4 Meeting???

Heute steht mir wieder so ein „Mischmaschtag“ bevor. Offen gesagt, ich kann das eigentlich nicht so gut leiden.
Ich mag lieber Projekte an denen ich tagelang dahinarbeiten kann, Arbeiten die auch mal den Geist fordern, die aber im Wesentlichen handwerkliches Können und Schaffen fordern.

Mein erster Job heute war auch handwerklich angehaucht – das geforderte Handwerk war „Nähen“…
Auf ELOWYN waren zwei Falle gerissen beziehungsweise beschädigt, eines davon wollte ich heute tauschen.

Ich nähe also das alte, beschädigte Fall an das neue, welches in den Mast gezogen werden muss.

Das neue Fall liegt bereit – es ist 64m lang, das offene Ende ist bereits mit dem alten Fall vernäht…
…mit dessen Hilfe wir die neue Leine in den Mast hochziehen und auch wieder nach unten holen

Diese Arbeit war in etwas mehr als einer Stunde erledigt. Ich hatte relativ früh am Morgen begonnen, um die kühle und schattige Zeit auszunutzen.
Bereits am späten Vormittag ist es an Deck unerträglich heiß.

Diese Arbeit war auch Teil der Vorarbeit um das zweite, wichtigere Fall zu ersetzen.
Das heute ersetzte Fall dient später als Arbeitsfall und wird die primäre Leine für den „Mastmann“ sein.

Danach fahre ich mit Hans Peter zum Haus und stelle Smurfy in der Garage ab.
Ich muss allerdings noch einen Handgriff machen, es gilt die Ursache für den stets wiederkehrenden Fehler beim Gasgeben zu finden und dann das benötigte Ersatzteil zu bestellen.
Melanie und Jörg würden es mir aus Deutschland mitbringen.

Ich hatte wohl einen Verdacht, diesen galt es aber zu bestätigen, dafür hatte ich mir in Deutschland ein OBD-2 Testgerät gekauft, mit welchem ich rasch eine „on-board-diagnosis“ durchführen wollte.

Ich verschaffe mir Zugang zur Anschlussdose des Wagens…
…der Tester zeigt mir dann den Fehler, welchen ich löschen kann

Meine Vermutung war richtig, es sieht aus als sei der Gaspedalsensor defekt.
Um fachgerecht reparieren zu können, werde ich heute Abend ein Gaspedal nebst angebautem Sensor ordern.

Weiter geht´s zu Giorgos – HP hat vor seinem Urlaub, ihr erinnert euch sicher, die Fertigung eines Geräteträgers angestoßen und bestellt.
Giorgos möchte nun die Solarmodule haben, um diese dann auch korrekt anpassen zu können.
Diese waren im Haus gelagert und wir transportieren sie nun mit HPs Ford Ranger nach Kamara.

Ernüchternd war zu sehen, dass das Rohmaterial wohl bereit lag, aber entgegen der Zusagen des Schweißergottes, noch kein Handgriff erledigt wurde.
Mir wird an diesem Tag bewusst, dass uns dieses Projekt noch eine Weile beschäftigen wird – Ärger nicht ausgeschlossen…

HP war ob der Sachlage leicht frustriert

Mir ist wohl klar, dass der Mechanikus aus Kamara in dieser Phase der Saison alle Hände voll zu tun hat, aber der Vorschlag HPs Geräteträger im August zu fertigen kam von ihm.

Hans Peter und Petra haben ihre Saison rund um diese Vorgabe aufgebaut und sitzen nun wartend in der Marina – wirklich fair ist das nicht und wir müssen nach einer Lösung suchen.

Naja, wenn ja auch sonst so viele Aufgaben auf den Mann am Schweißgerät warten…

Deutsche TÜV-Prüfer müssen jetzt sehr stark sein – „geht nicht“ gibt´s nicht!

Vor zwei, drei Jahren noch, wäre jetzt der Punkt gewesen, an dem es Zeit für ein nachmittägliches Feierabendbier gewesen wäre.
Ich wäre mit Sibylle an den Panteli Strand gefahren und wir hätten ein Bad im kühlen Meer genossen und uns dann an unserem Kaltgetränk gelabt.

Nix da, diese Zeit ist vorbei! Es ist pervers, der Mensch gewöhnt sich an alles, das Besondere verblasst, es wird zur Nebensache.
Zudem hat sich Leros in den letzten sechs Jahren verändert, der Tourismus im Allgemeinen und der nachbarschaftliche Zulauf der türkischen Besucher, haben starke Zuwachsraten generiert.
Die Preise sind gestiegen während im Gegenzug der grichische Entspanntheitsgrad etwas reduziert wirkt.

So ergibt es sich, dass Sibylle sich dem Haus in Xirokampos widmet, während ich auf LUMARA bei einer Diagnostik helfe.

Der Gaszug sorgt für kleinen Kummer, die Lösung ist rasch gefunden

Ellen und Dominik kümmern sich mit großer Hingabe und einer klaren Linie um LUMARA.
Meine Ex-NESSAJA sorgt für kleine Überraschungen, manchmal sind es auch die neuen Eigner, welche meine Vorstellung von prophylaktischer Erneuerung auf ein neues Level heben wollen.
Das alles ist klar nachvollziehbar und dem Fakt geschuldet, dass die Beiden einfach abweichende Vorstellungen und einen erweiterten Einsatzplan haben.

Dennoch muss ich jedes mal zusehen, wann und wie ich die Kurzbesuche an Bord von LUMARA intelligent unterbringe.
Heute hat es gut gepasst, wir legen uns gemeinsam auf einen Fehler fest und Dominik kann somit die Ersatzteile bestellen.

Ich bin froh, dass nun endlich Feierabend ist. Ich springe in der Marina noch einmal kurz ins Meer, mache mich anschließend frisch und hole Sibylle ab.
Heute sind wir mit Tom und Bernd bei „Dimitris o´ Karaflas“ verabredet – endlich mal wieder bei meinem Freund, dem Glatzkopf, wir waren lange nicht mehr dort.

Wir bekommen einen tollen Tisch
Das Essen ist lecker wie eh und jeh

Es war ein schöner Abend und wir saßen lang. Zum Abschluss noch ein Eis bei „Repapis“, dann ruft das Sandmännchen zur Rückkehr, denn es muss bis hierhin ohnehin schon Überstunden machen.

Ich fahre Sibylle zurück nach Xirokampos und genieße meine Rückfahrt durch die dunkle, laue Nacht.

Zurück am B-Ponton, an dessen äußerem Ende ELOWYN festgemacht ist, erlebe ich mein „blaues Wunder“ – im Wortsinn.

Ich weiß nicht, wer sich hat einfallen lassen, dass diese blaue Illumination des Meeres ein sinnvolles Gadget sein könnte.
Ich bestreite nicht, dass die Lichtspiele manchmal reizvoll aussehen und gönne jedem die vermeintliche Begeisterung.
Aber „sehen und gesehen werden“ könnte ja zumindest in einer Marina weit nach Mitternacht etwas abflauen – da muss man schon ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis haben, dass sich die Augen der Nachbarn auf einen richten.

Na sei es drum, des Menschen Wille ist sein Himmelreich…

Für mich ist es „Lichtsmog“, ich bevorzuge die beleuchtete Shilouette des Ortes, gepaart mit den Sternen am Himmel

Der Folgetag gehört vollumfänglich Hans Peter – den geplanten Anbau des Geräteträgers, kombiniert mit einem riesigen Solarfeld hatte ich schon erwähnt.

Klar, dass man das nicht „einfach so“ macht, sondern dass dies nur ein Teil eines Gesamtprojektes ist.

Und heute geht es an Bord von LIBERTÉ ans Eingemachte, wir fangen an Platz zu schaffen für 900Ah Lithium Akkus nebst einer neuen Lade-Infrastruktur.
Was hier in einem Satz geschrieben ist, wird uns die nächsten Wochen beschäftigen.

Das schreit nach einer Stärkung – und ich habe heute mal richtig Lust auf ein Frühstück! Das ist sehr selten und so gebe ich dem Verlangen nach – ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften.

Eier mit Bacon im „La Palma Café“

Im Fenster des Cafés ist ein Verkaufsangebot für ein Schiff ausgehängt, ich trete etwas näher heran und fotografiere den Zettel.

Ich kenne ENDLESS DAZE, sie war früher in unserer Marina stationiert. Der Angebotspreis von 59.000.-€ ist für eine Beneteau Oceanis 393 ein faires, wenn nicht günstiges Angebot.

Ich habe ohnehin den Eindruck, dass der Markt nachgibt. Schiffe welche ich seit Längerem beobachte, werden billiger oder zu Ladenhütern.
Man kann ohne Einschränkungen sagen, dass die Hochphase, welche wohl durch post-covid Erfahrungen getrieben war, nun endgültig zu Ende ist.
Ich will ein wenig spoilern, das wird sich bestimmt auch in unserem Leben bemerkbar machen…

Kein schlechtes Angebot

Naja, das sind Gedanken die heute keinen Raum haben – jetzt gilt es sich auf Hans Peters neue Anlage zu konzentrieren.

Ich fahre zurück in die Marina und entere LIBERTÉ, wo HP schon auf mich wartet.
Heute geht es los, wir gehen ans Eingemachte und operieren die Bavaria 41H am offenen Herzen.

Die alten Batterien kommen raus, wir müssen eine temporäre Notstromversorgung bauen um die Systeme am laufen zu halten

Die Stromversorgung des Schiffes stellen wir mit Hilfe der Starterbatterie sicher.
Dafür müssen „nur“ ein paar Kabel umgelegt und umgeklemmt werden, so dass die vitalen Systeme über die Umbauphase funktionieren.

Natürlich funktioniert auch hier nicht alles reibungslos, das war zu erwarten.
Manche Schaltungen sind, gelinde gesagt, fragwürdig und wir überlegen uns, was sich der Erbauer wohl dabei gedacht hat.

An anderer Stelle finden wir Vorschäden, welche ungeplante Arbeiten nach sich ziehen. So ist zum Beispiel der Boden des Batteriefaches morsch und es muss eine Lage Laminat aufgebracht werden und im Anschluss muss die Batteriebilge einen neuen Anstrich erhalten.

Dies gelingt innerhalb der nächsten zwei Arbeitstage und wir erkennen erste Erfolge – langsam nährt sich das Eichhörnchen.

Nach zwei Tagen sind erste Erfolge sichtbar – die alten Batterien sind von Bord, die neuen an Ort und Stelle, die Bilge ist repariert

Sibylle und ich wollen heute mal nicht „typisch griechisch“ essen – die Mezedes – Kultur hat als Hauptbestandteil die Vorgehensweise, viele kleine Gerichte zu bestellen, diese in die Mitte des Tisches zu stellen und alle Personen am Tisch greifen zu und teilen das Essen.

Aus meiner Sicht ist dies eine sehr schöne Art mit Freunden an einem Tisch zu sitzen und zu essen, wenn ich auch merke, dass sich viele Nordeuropäer damit plagen.

Heute dinnieren Sibylle und ich alleine, wir entscheiden daher nach Panteli ins „Tzouma“ zu fahren, kurz ins Meer zu springen und dann dort auch gleich zu Abend zu essen.

Ich bin überrascht – in dieser Preisklasse der beste Burger den ich bisher auf Leros hatte

Es war ein schöner Abend, wir saßen gemütlich am Meer, alles war zwanglos und entspannt.

Es war nicht allzu spät, als ich Sibylle nach Hause bringe, ich nutze die gewonnene Zeit dann immer an Bord von ELOWYN um Recherche zu betreiben und Bestellungen abzusetzen.

Apropos Bestellungen, es war ein langwieriger Prozess, bis wir die richtigen Batterien für ELOWYN gefunden hatten.
Die Vorgaben waren klar – LiFePo4, 24V, mindestens 300Ah, Lieferung nach Griechenland möglich.
Die Herausforderung waren die Maße, die beiden Akkugiganten sollten zusammen in EIN Batteriekompartement der Algro 68 passen, das andere sollte danach frei bleiben.

Am Ende reduzierten sich die Angebote der im Markt üblichen Verdächtigen nach und nach, so dass zum Schluss nur ein Anbieter übrig blieb – Humsienk.
Eine Firma, die kaum jemand kennen dürfte, die jedoch in der Retroperspektive einen Top-Service und eine echt ansprechende Batterie lieferte.

Zurück zum gegenwärtigen Geschehen, Sibylle und ich sitzen am Folgetag im Cockpit von ELOWYN, trinken einen Kaffee und planen den Tag als ein kleiner Hubschrauber über der Marina kreiste…

Mit Kreisen war es nicht getan…

Schnell haben wir bemerkt, dass der kleine Heli nicht nur kreiste um den Ausblick zu genießen.
Die Maschine reduzierte ihre Flughöhe und setzte, deutlich erkennbar, zur Landung in der Marina an.

Ok, das haben wir jetzt auch nicht alle Tage. Ihr könnt euch vorstellen, dass alles was Beine hat zusammenlief, um das Spektakel zu beobachten…

Der Heli setzt unter den Blicken der Neugierigen auf…
…zwei Mädchen und eine Frau steigen ein, dann geht es schon wieder weiter

Na und wer lässt hier seine Familie ausfliegen? Genau, der Mann, der des nächtens das Meer blau illuminiert – „wer ko´ der ko´“ wie wir in Bayern sagen.

Naja, auf jeden Fall reisen die Damen der Familie standesgemäß und alle anderen Yachties, egal wie groß und teuer ihre Schiffe sind, haben heute gesehen, dass es immer noch Luft nach oben gibt.

Der Heli fliegt wieder davon – zurück bleben die verduzten Armen

Als Sibylle und ich zurück auf ELOWYN gehen, kommen wir an LIPSOS vorbei, ein Boot welches ich schon lange beobachte – sie steht sich tot, solche Boote sind die wirklich interessanten in der Angebotspalette, aus Käufersicht…

Ich kenne das Preisgefüge von LIPSOS, sie ist nicht sehr kostspielig

Sibylle und ich wollen heute noch etwas tun. Wir waschen das Deck von ELOWYN und ich beschließe, mich der Problematik der kleinen Distanzringe an den Lukenverschlüssen zu widmen.

Diese sind übrigens ein Paradebeispiel für mein tägliches Tun – klar, ein Extremfall, welcher aber deutlich zeigt, wie komplex so eine Reparatur sein kann.

ELOWYN ist mit Lewmar Luken ausgestattet, das ist Standardware. Die Edelstahlgriffe sind schon nicht mehr Standard und sehr schwer im Internet zu finden.
Volker hat mir die Angabe gemacht, dass „…am Lukengriff so ein Ringerl gebrochen sei…“, dieses habe ich rasch gefunden, einen Reparatursatz für den Edelstahlgriff kann ich aber auch nach langer Recherche nicht finden.
Die Frage, ob die Ringe die gleichen wie die am Plastikgriff sind, bleibt zunächst offen…

Die Luke ist Standard, die Griffe nicht
Die Ringe altern, sie können brechen

Ich habe einen Lieferanten für Lewmar Teile und kontaktiere diesen. Er kann mir die Ersatzteilnummer nennen, auch Preis und Lieferzeit.

Auf Basis dessen recherchieren wir beide die Verfügbarkeit. Ein Händler in Schweden hat sie auf Lager, liefert aber nicht nach Deutschland oder Griechenland.
Bei den griechischen Händlern bekomme ich sie nicht, der Importeur in Athen müsste beim Hersteller ordern.

Ebenso mein Händler in Deutschland, dem ich dennoch den Auftrag gebe – Verpackungseinheit 50Stück, Lieferzeit 3-4, nicht Wochen, MONATE!

Meine Aufgabe jetzt – ein temporäres Ersatzteil für die Luke finden oder fertigen lassen.
Das alles für einen Artikel, welcher im Verkauf rund 60ct kostet und einen Materialwert von vielleicht 1ct hat.

Na egal, ich freue mich heute auf den Abschluss des Tages, wir gehen mal wieder ins „Tis Kakomoiras“…

Wir bekommen meinen „Stammtisch“, sitzen perfekt und genießen die Aussicht

Hier sind wir mit Esther und Giannis verabredet. Das schweizerisch-griechische Paar lebt im Sommer auf Leros und hat mit der Bootsszene nichts zu tun.

Das ist dazwischen sehr angenehm, denn wir haben vollkommen andere Themen als sonst und quatschen an diesem Abend über Gott und die Welt.

Ein wirklich schöner Ausklang für einen verrückten Tag, welcher am Ende nicht wirklich produktiv war.

Am nächsten Tag nimmt mich Sibylle in die Pflicht. Sie hat unseren Freunden Brigitte und Hans versprochen, dass wir während der Abwesenheit der Beiden ihre Pflanzen im und am Haus wässern würden.
Heute war es soweit, der erste Einsatz wurde heute fällig.

So fahren wir zusammen nach Crithoni und beginnen die von der Hitze gebeutelten Pflänzchen zu gießen.
Sibylle im oberen Garten und im Haus, ich im unteren Garten…

Wir nutzen das Wasser der Klimaanlagen und das Hauswasser – hm, wie war das doch gleich???
Die kleinen, jungen Pflänzchen vertragen viel Wasser an diesen heißen Tagen
Es sind einige davon – ich fülle die Wasserlöcher reichlich an
Sibylle gießt derweil mit dem Klimaanlagenwasser die Pflänzchen im Haus

Ihr fragt euch vielleicht schon geraume Zeit, mit was sich Sibylle die Zeit vertreibt, wenn ich an den Schiffen werkle.

Nun, sie trifft sich natürlich mit unseren Freunden, geht mal wandern oder spazieren – oft nimmt sie auch Merlin mit oder geht, da Petra ja jetzt ebenfalls hier ist, mit ihr und dem Crewterrier der LIBERTÉ eine Gassirunde.

Ab und an bietet sich die Gelegenheit bei einem Kulturevent teilzunehmen, wie zum Beispiel bei einer geführten „Kräutertour“ von „Caserma of Herbs„.

Sie kommt dann voller Eindrücke zurück und hat mir daher ein paar Bilder zur Verfügung gestellt, um sie mit euch zu teilen…

Die Tour wird in Englisch geführt
Man lernt viel über Leros im Allgemeinen
Die Geschichte von Leros war immer bewegt
Die Figuren dienen als Vogelscheuchen und schaffen eine spezielle Atmosphäre
Man sagt, dass Peter Schenk das beste Buch über Leros geschrieben hätte
Immer wieder bleibt das Auge an den Figuren hängen
Aschheim ist die Partnerstadt von Leros – Trivia: Ich habe von 1974 bis 1982 in Aschheim gewohnt – Zufälle gibt´s
Hm, wie muss man den jetzt deuten? Interpretieren wir lieber nicht zuviel hinein
Alles ist einfach aber liebevoll gestaltet
Oftmals gibt die Vegetation den Blick zum Meer frei
Sibylle lernt viel über Leros und genießt solche Ausflüge und Unternehmungen

Zugegeben, bei 35°C über die trockenen Felder und Wiesen von Leros zu laufen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Da die Zeit drückt, beschäftige ich mich gar nicht weiter mit Alternativen zu meiner „To-Do“ Liste, sondern ich bemühe mich redlich, diese Tag für Tag abzuarbeiten.

Hans Peter und ich fahren daher zusammen ins Haus, holen weitere Materialien und Zubehör aus seinem Einkauf und nehmen bei dieser Gelegenheit mein Werkzeug mit – dann geht es los…

Alles was wir zum Crimpen brauchen
Dann geht es mit den dicken Kabeln los…
Messen, zuschneiden, abisolieren, crimpen und Schrumpfschläuche anbringen – wir arbeiten Hand in Hand
Auf der 230V Seite gibt es auch einiges anzupassen und zu optimieren

Wir kommen gut voran und können so innerhalb von zwei Arbeitstagen die komplette 230V Seite optimieren, die Kabel anpassen und neu verlegen, einen neuen FI einbauen und alle Verbraucher richtig anschließen.
Die alten Lüsterklemmen und Billig-Verteilerdosen fliegen raus und werden durch Wago-Klemmen und Peba-Verteilerdosen ersetzt.

Zudem schaffen wir es, die Batterien parallel zusammen zu hängen und somit das Ausbalancieren der einzelnen Akkus zu starten.

Wir crimpen zudem lange Anschlusskabel um den neuen „Victron Multiplus II“ an die Notbatterie anzuschließen, denn auch diese will zwischenzeitlich geladen werden.

Heute haben sich Sibylle und ich ein feudales Dinner zu zweit verdient – wir haben uns einen Tisch im „Navarone“ zur Sushi-Night reserviert.
Weil wir etwas zu früh dran waren, eröffnen wir den Abend mit einem Aperitif im „Mocal“.

Der Campari-Soda hatte Wumms
Daher bestellen wir zum Sushi eine Guaven Limonade, passt sehr gut und schmeckt überraschend gut
Schon der Gruß aus der Küche war sehr lecker
Beide bestellten Salate ware richtig gut und sehr schön angerichtet – klare Empfehlung
Wir genossen die Sonnenuntergangsstimmung – dann wurden unsere bestellten Sushi serviert
Es wurden vier verschiedene Platten angeboten, wir haben jede einmal bestellt
Jaaaaa, irgendwo auf der Welt gibt es sicher bessere Sushilokale – aber für Leros ist die „Sushi-Night“ ein Highlight

Der Abend war schön er schreit nach einer Wiederholung, welche es wohl dann zusammen mit unseren Freunde aus Österreich geben wird.

Wir brechen spätabends auf, ich bringe Sibylle noch nach Xirokampos, dann fahre ich zufrieden zurück auf ELOWYN.

Dort gehe ich übrigens nicht sofort ins Bett – ich folge meinem täglichen Ritual, welches mich die nötige Bettschwere erreichen lässt.
Dazu gehört eine kalte Dusche an Deck des Schiffes und dann ein letztes Bier.
Habt im Sinn, dass es zu dieser Zeit abends um 23.00 Uhr gerne noch knapp 30°C hat – beim Duschen kühle ich mich runter, so kann ich perfekt einschlafen.

Dieses „Sommerritual“ am Abend hat nahzu den gleichen Wichtigkeitsstatus erreicht wie meine ganzjährige Tasse Kaffee am Morgen.
Bevorzugt zwei Tassen, aber ohne die „Initialtasse“ geht überhaupt nix…

Im Sommer gibt es den Starterkaffee im Cockpit – wenn die Luft noch frisch ist

Naja, und nach dem Kaffee, meist so gegen 10.00 Uhr, treffen sich Hans Peter und ich, um uns dem täglichen Wahnsinn hinzugeben.

Heute steht mal wieder ELOWYN am Programm, wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den wichtigen Punkt „Duschgelkörbchen an der Außendusche / Badeplattform anbringen“ zu finalisieren und abzuhaken.

Ich hatte das Körbchen schon entsprechend angepasst, unsere Aufgabe heute daher „nur“ zwei Löcher bohren.
Dumm nur, wenn dafür aus Platzgründen der WILLI raus muss…

Erst nachdem wir den WILLI aus der Garage geräumt hatten…
…war genug Platz um das Körbchen für Duschutensilien anzubringen
Das Ergebnis ist wie erhofft – kleiner Job, trotzdem insgesamt zwei Stunden investiert

Als dieser Job erledigt war, haben sich HP und ich eigenen Aufgaben gewidmet.

Er kümmert sich stetig um Vorbereitungsarbeiten rund um seine Elektroinstallation, so dass wir die gemeinsame Zeit auf LIBERTÉ möglichst optimiert nutzen können.
Ich hatte heute eine Verabredung mit einem Verkäufer eines kleinen Kompressors, auf dessen Verkaufsannonce ich mich als Interessent gemeldet hatte.

Dafür musste ich zuerst wieder die GS gegen den Fiat tauschen, denn ich vermutete, dass der kleine Luftpresser schon Platz in Smurfys Kofferraum finden würde.

Hat alles perfekt geklappt – ich bringe ihn gleich hoch ins Haus

In meiner Garage eine Panne! Ich wollte Platz für den Kompressor schaffen und hatte mir dafür überlegt, den Yamaha Außenborder in die hintere Ecke zu räumen.

Nachdem ich Hans Peters alte Segel ins Haus gebracht hatte und die Ecke frei war, konnte ich den 15PS Zweitakter, welchen ich mir „für später“ aufhebe, gut platzieren – allerdings wäre es ein Wunder gewesen, wenn hier alles reibungslos geklappt hätte…

Undicht! Ich ziehe eine Spur Getriebeöl durch die Garage
Offensichtlich ist ein Wellendichtring defekt – da muss Giorgos nochmal ran

Na egal, das ist jetzt nicht wichtig – ich habe die Sauerrei aufgewischt und den Kompressor an einen idealen Ort stellen können.
Somit habe ich jetzt stets Pressluft im Haus, das klingt banaler als es ist, Druckluft kann man bei technischen Arbeiten immer mal wieder gebrauchen.

Da ich Smurfy ja schon im Einsatz hatte, durfte er gleich noch bis morgen bleiben.
Die Lithiumbatterien für ELOWYN waren nämlich inzwischen angekommen und gestern wurde mir EINE davon per Spedition in die Marina gebracht.
Das Pakettracking zeigt mir an, dass die Zweite heute ankommen würde.
Da ich die Spedition ohnehin noch bezahlen muss, fahre ich in den Hafen von Lakki und hoffe, meine zweite Batterie gleich mitnehmen zu können.

Und siehe da…

Wenn das mal nicht…
Alles klappt wie am Schnürchen

Ich kann den zweiten Akku abfangen, bevor er in den LKW gepackt wird. Beim Chef bezahle ich die Transportkosten und bin somit entlastet.

Ich bin froh, dass die neuen Akkus endlich da sind, das Energiemanagement auf ELOWYN wird immer schwieriger, meine Notbatterie droht täglich in sich zusammenzubrechen.

Da man die Batterien aber nicht einfach austauschen kann – auch bei ELOWYN nicht – werden noch ein paar Tage ins Land gehen, bis der Umbau tatsächlich vollzogen ist.
Hoffen wir, dass die Notlösung noch so lange mitspielt!
Kleiner Spoiler – tut sie nicht!

Für heute werde ich nicht noch mehr tun. Unsere Freunde Melanie und Jörg nebst Filius Lukas und Bordhund Mira, sind heute Nacht mit dem Auto angekommen um ihren Jahresurlaub auf INSPIRATION zu verbringen.

Wir haben einander viel zu erzählen, helfen beim ein oder anderen Handgriff und verabreden uns zum Dinner im „To Steki“ in Alinda.

Wirt Dimitris ist ein „Petrolhead“ wie ich und liebt seine Enduro…

Dimitris XT nach der Restauration

Das Motorrad ist aus den 80ern, trifft also genau meine Zeit. Er hat es in den vergangenen Monaten aufwändig herrichten lassen.
Das Ergebnis zeigt mir, was auf Leros alles möglich ist, wenn man die richtigen Leute kennt.

Ich denke an meine Pläne mit Crawler und Smurfy und erzähle auch Dimitris davon. Ich hoffe auf seine Unterstützung wenn es irgendwann los geht.

Wir essen einmal wieder sehr lecker und beenden den Abend spät – die Freunde halten trotz der langen Anreise erstaunlich gut durch.
Da wir alle zusammen mit Jörgs VW-Bus gekommen waren, bietet er noch an, Sibylle nach Xirokampos zu fahren.
Das wäre nicht nötig gewesen, aber Sibylle nimmt dankend an.

Und genau das waren die entscheidenden Meter zuviel – denn am nächsten Morgen…

Ein Platten! Hans Peter meint, dass wir von Glück reden können, dass dieser nur unten auftritt, es könne schlimmer sein

Was für ein Scheiß – uns ist klar, dass man einen Reifen dieser Kategorie auf Leros nicht „im Vorbeigehen“ kaufen kann.
Bestellen wäre sicher möglich, aber der Wagen wird gebraucht.

Reparieren kann man so etwas auch – technisch gesehen – aber es ist nicht statthaft und würde somit in Deutschland rigoros abgelehnt werden.
Wir ahnen, dass es in Griechenland eine gewisse Chance auf eine Reparatur gibt, dann würde die Heimfahrt der Familie aber unter unter strengen Regeln und mit einem gewissen Restrisiko stattfinden.

Wir müssen die Sachlage behirnen – und das machen Bayern gerne bei einem traditionellen Frühstück…

Weißwurschtfrühstück an Bord der INSPIRATION

Wir finden die Lösung mit Hilfe von Vivi Mavroudis. Sie schickt einen Mitarbeiter mit einem Kompressor (ahaahhh!) und wir füllen den Reifen richtig prall an.

Das Kalkül – mit dieser Luftmenge sollte es möglich sein, bis zur Tankstelle der Familie Mavroudis zu fahren.
Der Plan geht auf, Jörg kommt sicher an und die Reparatur startet umgehend.

Bereits 20 Minuten später können wir zurück in die Marina fahren, der Schaden ist zunächst behoben, die finale Lösung wird in Deutschland stattfinden.

Hier trennen sich unsere Wege zunächst, heute Abend treffen wir uns aber noch einmal zu einem gemeinsamen, lang geplanten Dinner.

Fotosession! Sibylle und ich machen eine Momentaufnahme um Enkelchen Timo zum Geburtstag zu gratulieren.
Die Eltern müssen die Grüße an den Knirps ausrichten, das klappt am besten mit einem Foto.

Happy Birthday Timo

Ein komischer Tag – irgendwie war er schon vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat.

Sibylle bestimmt, dass wir noch einmal das Deck von ELOWYN abwaschen, dann läuten wir den verfrühten Feierabend ein, um uns für das geplante Dinner im „Pirofani“ frisch zu machen.

Melanie und Jörg waren während unseres Deutschlandaufenthaltes herzliche und großzügige Gastgeber.
Wir waren Geburtstagsgäste, haben uns darüber hinaus mehrfach getroffen und durften zu einem letzten Weißwurschtfrühstück ihre Gastfreundschaft genießen.
Zudem hatten wir ja noch die gemeinsame „Montagesession“ meines Solarmoduls auf Crawler´s Dach.

Es war mir ein sehr großes Anliegen, zumindest einen Teil davon zurückgeben zu können – die Einladung ins „Pirofani“ wurde daher schon in Deutschland fixiert. Heute war es soweit!

Ein einladendes und ansprechendes Lokal
Die Speisen waren lecker wie immer – jeder kam auf seine Kosten
Fisch, Fleisch, Salat – für jeden Geschmack etwas dabei

Ich bleibe dabei – von den Tavernen jenseits des „Mylos“, bleibt das „Pirofani“ meine erste Wahl.

Die weiteren Plätze meiner Top-Five belegen das „Serza“ in Merikia, Dimitris´ „To Steki“ in Alinda, Xristos´ Meze Lokal „Tis Kakomoiras“ in Vromolithos und in direkter Nachbarschaft „Dimitris o´ Karaflas“.

Das ist KEIN Ranking! Es kommt immer darauf an, auf was man gerade Appetit hat und mit wem man wie sitzen und dinnieren möchte.
Auch die Bereitschaft Geld auszugeben spielt dabei eine große Rolle.

Ja, ich weiß, die Liste scheint unvollständig, denn was ist zum Beispiel mit der „Ouzerie o´ Sotos“ in Drimonas oder dem „Navarone“ in Agia Marina?
Top-Adressen, ein wunderschönes Ambiente, gutes Essen, perfekter Service – aber wir nutzen zum Beispiel das „Navarone“ eher um den Motto-Nights zu folgen, weil WIR finden, dass es über die gesamte Bandbreite bessere Alternativen gibt.

Das „SouVLakki“? Ja, perfekt! Das von uns am häufigsten besuchte Lokal und die erste Adresse für Giros & Co.
Aber eben keine klassische Taverne.
Die kleine Taverne von Marietta? Natürlich! Eine tolle Adresse für jede Gelegenheit!

Last not least – dies spiegelt ja nur unsere Meinung wieder. Je nach Jahreszeit und Stimmung ändert sich auch unser Blickwinkel immer mal wieder.

Der neue Morgen startet entspannt…

Ich begrüße den Tag – oder ist es eher umgekehrt?

Ich kann bis etwa 09.00 Uhr rumwurschteln, dann bin ich mit dem A-Team in Xirokampos verabredet.

Alex befürchtet ein Motorproblem auf ANAHITA, denn er hat festgestellt, dass der Motor nicht in der Lage ist, mit seiner Abwärme das Brauchwasser im Boiler zu erhitzen.
In der Folge befürchtet er nun ein Kühlproblem, denn es hat auch etwas Kühlmittel gefehlt – dieser Thematik wollen wir auf den Grund gehen.

Der Freund holt mich mit dem Tender pünktlich am Steg ab und wir fahren auf die vor Anker liegende Delta 46.
Für die nächsten paar Stunden knien wir vor dem Motor und strecken unsere Oberkörper in den Motorraum.

Ein alter Ford-Lehman, aber scheinbar noch gut in Schuss
Zum Entlüften der Anlage halte ich den Stutzen mit dem Finger zu – ziemlich lange

Man sieht schon – voller körperlicher Einsatz! Was am Finger in wenigen Minuten verschwunden sein wird, holt mich morgen ein.

Ich habe von morgen an ziemliche Probleme in meiner rechten Flanke entlang des Rippenbogens.
Entweder war des stundenlange Liegen auf der Motorraumkante mit dem Druck meines Körpergewichtes einfach zuviel für meine Muskeln, oder ich habe in dieser Phase einfach etwas übertrieben mit Ouzo, Eiscreme und scharfen, fetthaltigem Essen.

In jedem Fall plagt mich von nun an ein latentes Ziehen unter meinen rechten Rippen – mal mehr, mal weniger, aber immer nervig bis schmerzhaft.
Ich probiere täglich neue Lösungsansätze und stelle mich nachts mit Ibuprofen ruhig.
Kein idealer Zustand – zumal die Option „körperlich schonen“ im Moment keine Alternative ist.

Doch heute ging es mir ja noch gut…

Am Heimweg belohne ich mich mit einem Eis

Der Abend klingt beim gemeinsamen Essen mit dem A-Team und der Crew der INSPIRATION aus.
Wir haben uns heute für das „Aloni“ in Xirokampos entschieden und lassen den Tisch reichlich anfüllen – wir essen griechisch, alles kommt in die Mitte, wir teilen untereinander.

Ja, solche Tafeln sind „gefährlich“ für mich – ich esse das Quäntchen zuviel, genehmige mir einen Ouzo mehr als vernünftig und immer stehen scharfe oder fetthaltige Leckereien auf dem Tisch, bei denen ich einfach nicht Nein sagen kann.

Auch dieses Abendessen könnte der Tropfen gewesen sein, welcher das Fass zum Überlaufen brachte, respektive meiner Leber oder meiner Gallenblase das Leben schwer macht.

Vielleicht war es auch eine Mischung aus beidem – ich gelobe jedenfalls Besserung! Morgen…

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind – der Atem des Aeolus steht bei uns derzeit unter emsiger Beobachtung…

Am Dienstag scheint wenig Wind zu sein

Der Wind ist in der Ägäis immer das Zünglein an der Waage – im Sommer wie im Winter macht er Temperaturen erträglich oder lässt sie unangenehm erscheinen.

Zuviel Wind ist nicht gut! Die Segler suchen Schutz, die Marina ist voll. Das ewige Gesäusel dröhnt irgendwann in den Ohren, nix bleibt dort liegen wo es soll.
Zuwenig Wind lässt die Temperaturen nach oben schnellen und sehr bald am Tag wird die Hitze unerträglich.
Ein bisschen Wind wäre schön, eine leichte, stetige Brise – leider gibt es diese nur sehr selten.

Wir warten derzeit auf eine Windpause, auf einen Tag mit nahezu Flaute. Warum das? Weil wir bei ELOWYN das noch auszutauschende Fall in den Mast ziehen wollen und dann die Genua setzen wollen.
Alles ist vorbereitet, der perfekte Tag scheint am kommenden Dienstag zu sein.
Die Helfer werden in Bereitschaft gesetzt…

Bis zum Dienstag können wir weiter an den parallel laufenden Lithium-Projekten auf ELOWYN und LIBERTÉ arbeiten.

Auf ELOWYN muss jetzt endlich der alte Batterie-Schrott raus…

Batterie Kompartement 1 ist leer, hier können jetzt die Kabel entfernt werden, das Solarfeld wird vorübergehend abgeklemmt
Das alles kann weg, die Kabel werden nicht mehr benötigt, aber an anderer Stelle wiederverwendet
Etwas schlechter zugänglich ist das Batterie Kompartement 2 – hier muss ich die komplette Treppe abbauen
Aber dann habe ich den vollen Zugriff und kann auch meine Notversorgung vom Bordnetz trennen

Möglich macht diese Aktion eine Einstellung an den 13 Jahre alten Victron „Skylla-i“ Ladegeräten.
Ich war schon überrascht, dass diese Geräte tatsächlich die neuen Lithium Batterien laden können, noch mehr freut es mich aber, dass sie eine permanente Stromzufuhr zur Verfügung stellen können.
Das Ladegerät stellt dann 24V Dauerstrom zur Verfügung und macht den Umweg über eine Batterie obsolet.

Das gibt mir nun die Möglichkeit die alten Batterien und deren Verkabelung restlos zu entfernen um den Platz für die neuen Akkus zu schaffen.

Da außer mir niemand an Bord ist, lasse ich das Ladegerät offen – ich muss es später noch an die neuen Batterien anpassen.

Alt aber oho – das „Skylla-i“ kann was

Ich bin für heute zufrieden und strecke meinen Kopf aus dem Niedergang – exakt in dem Moment als die INSPIRATION ausläuft.

Wir winken uns zu und wissen, dass wir uns heute Abend noch einmal im „Aloni“ treffen werden.
Dann werden sich unsere Wege für die Dauer des Urlaubs der Freunde trennen.

Für die INSPIRATION heißt es zunächst also „Kurs Südbucht Xirokampos“!

Der Marinero begleitet die Freunde bis zur Einfahrt
Viel Spaß und bis heute Abend

Für mich passt es bis hierhin. Ich gehe mit Sibylle auf einen Kaffee ins „Skipper´s“, dann fährt meine Frau zurück nach Xirokampos um so langsam ihre Reise nach Deutschland vorzubereiten.

Ich dagegen verhole mich auf Hans Peters LIBERTÉ um dort etwas Staub aufzuwirbeln – weiter geht´s mit dem LiFePo4 Projekt!

Heute beschäftigen wir uns noch einmal, dafür aber abschließend, mit der 230V Seite.
Für die perfekte Funktion, so war mir beim Grübeln eingefallen, könnte man die Kabel etwas anders klemmen.
Nachdem ich meine Idee mit HP besprochen hatte, diese für gut befunden war, machten wir uns umgehend ans Werk…

Die 230V Schaltung stellen wir heute komplett fertig

Immer nachdem wir das definierte Tagesziel auf LIBERTÈ erreicht haben, setzen sich HP, Petra und ich im Cockpit noch auf ein Glas Wasser zusammen.

Wir besprechen den Status Quo und legen das Ziel der nächsten Arbeitseinheit fest.
Gleichzeitig terminieren wir den nächsten Einsatz, so ist sicher gestellt, dass niemand überrumpelt wird.

Heute sind wir durchaus zufrieden. Die 230V Seite ist fertig und funktioniert – auf LIBERTÉ gibt es wieder Wechselstrom über den Landstromanschluss.
Der Multiplus ist voll einsatzklar, aber gleichstromseitig noch auf die Notbatterie geklemmt.
Die Batterien stehen an Ort und Stelle und sind miteinander verbunden.
Der nächste Schritt ist das Umklemmen – und just bei diesem Gedanken fällt mir eine kleine Hürde, naja, man könnte auch sagen ein Problem auf…

Die Einstellung des Batterietyps geht nur auf zwei Wege

Hans Peters Gerät ist ein „Multiplus II“ aktueller Bauart. Bei diesem Gerät kann der Batterietyp und die dafür voreingestellte Ladekurve nicht mehr mittels Dreh- oder DIP-Schalter eingestellt werden.

Da das Gerät selber nicht Bluetooth fähig ist, muss entweder über einen Victron „Cerbo“, welcher als zentrales Gehirn dient, oder über ein PC Programm eine Verbindung hergestellt werden.

Der Haken an der Sache – ein „Cerbo“ nebst Bildschirm kostet schnell mal 400.-€ und ist auf der Insel nicht verfügbar.
HP und Petra haben anderseits keinen Windows Computer auf dem sie die Software „Victron Configure“ laden könnten, zudem fehlt uns das Anschlusskabel, auch dies ist nicht auf der Insel erhältlich, kostet aber nur 60.-€.

Was tun sprach Zeus? Wir verordnen uns eine Nacht darüber zu schlafen und würden morgen entscheiden.

Ich gehe zurück auf ELOWYN und investiere noch eine halbe Stunde – zumindest der fehlende Windows Rechner und „VE-Configure“ sollen kein Hindernis für uns sein…

VE Configure ist schonmal geladen
Hier kann man den Battrietyp setzen

Jetzt muss ich aber los – ich möchte heute früher im „Aloni“ sein, denn ich war noch nicht Baden und habe mir vorgenommen, dies am Strand in Xirokampos nachzuholen.

Dann würde ich mit Sibylle ein Bier trinken und auf die Ankunft der anderen warten.
Die Crews der ANAHITA und die der INSPIRATION werden ja heute mit den Dinghys shutteln, denn beide Schiffe liegen hier an einer Boje.

Ich finde einen schönen Platz und gehe erst einmal Baden
Das Foto vom Bier schicke ich an Sibylle – ein klares Startsignal, sie hat nur ein paar Schritte zur Taverne

Gemeinsam erleben wir einen schönen Abend – dann aber heißt es Abschied nehmen.

Die INSPIRATION legt morgen zu einem vierwöchigen Törn in die Zentralägäis ab, die ANAHITA wird übermorgen in die Marina zurückkehren um einen sicheren Platz zu haben, denn es soll weiter an den anlägigen Projekten gearbeitet werden – zudem steht auch bei Antonia ein mehrwöchiger Deutschlandaufenthalt an.

Am nächsten Tag wechselt der Schauplatz des Geschehens, Inhalte und Protagonisten bleiben weitgehend die Gleichen.
Nachdem ich Sibylle meine Wäsche gebracht habe, denn sie wird „…das letzte Mal waschen…“, packe ich zusammen mit Hans Peter die neuen Lithium Akkus von ELOWYN an Ort und Stelle.

Was hier so schnell getippt ist, war durchaus aufwändig. Abermals muss ich die Treppe komplett abbauen um dann die gigantischen Akkus an ihren Platz zu heben.
Irgendwie bekommen wir es hin, zusätzlich kann ich einen neuen Haltegurt einbauen – geschafft!

Die Batterien stehen sicher

Hans Peter verabschiedet sich nach dieser Aktion, er hat auf seinem Schiff genug zu tun.
Ich will an diesem Tag noch etwas weiter kommen und crimpe mir die Verbindungskabel zwischen den beiden Batterien und die neuen Kabelschuhe für die Anschlusskabel der Versorgungsleitungen.

Danach kann ich die Treppe wieder komplettieren und „klar Schiff“ machen.
Im nächsten Schritt werde ich die Akkus anschließen und die Peripherie, das heißt das Ladegerät und den MPPT Solarregler auf die LiFePo4 Anforderungen umstellen.

Doch jetzt heißt es erst einmal sich auf morgen zu konzentrieren, denn morgen ist „der große Tag“, wir ziehen das neue Genuafall in den Mast.
Treffpunkt 09.00 Uhr auf ELOWYN!

Alle kommen pünktlich – es geht nach einer kurzen Besprechung sofort los…

Hans Peter ist der „Mastmann“, er geht ganz nach oben – immerhin 30 Meter
Dort oben darf er jetzt für etwa eine Stunde verweilen
Sibylle ist die „Frau an den Winschen“ – die Zentralhydraulik hat Power, Sibylle inzwischen die Erfahrung damit
Alex ist der zweite Mann im Mast – sein Arbeitsplatz ist etwa auf vier Metern Höhe
Auch er wird hochgewinscht und gesichert
Seine Aufgabe ist es, die Pilotleine aus dem Ausgangsslot zu fischen und dann beim Durchführen des Falls zu helfen

Was ist denn jetzt eigentlich so umständlich hier???

Nun, „normale“ Segelboote haben ein Fall für das Vorsegel, welches bei abgeschlagenem Segel vom Cockpit aus den Mast nach oben geht und entlang dem Vorstag wieder nach unten – es ist also ein paar Meter länger als die doppelte Mastlänge.

Das bedeutet bei großen Yachten, dass Leinen mit 70 Meter oder mehr in entsprechendem Durchmesser laufen – die sind aber dann so schwer und wuchtig, dass man sie nicht mehr handeln kann.

Daher verwendet man Falle, die nur so lang sind wie der Mast und an einem Schlitten eingehängt werden, sobald das Segel oben ist.
Um bis hierher zu kommen, werden dünnere, hochfeste „Hilfsfalle“ verwendet, welche jeweils an- und abgebunden werden.

In unserem Fall muss mit einer Pilotleine, welche wir von oben durch den Mast führen, ein Dyneema-Hilfsfall eingezogen werden.
Mit diesem ziehen wird dann das Genuafall MIT Segel nach oben ins Top.
Alles klar soweit? Nein? Macht nix…

Antonia, Petra und ich sind Deckshände – die Frauen führen die Sicherungsleinen ihrer Männer und ich trage die Verantwortung.
Einer muss ja…
Und klar, Fotos machen wir auch!

Los geht´s – alle Funktionen an ihrem Platz???
Hans Peter führt die Pilotleine in den Mast ein, Sibylle und ich führen knotenfrei nach – alles war perfekt vorbereitet
Nachdem Alex das Ende der Pilotleine gefasst hatte, war das Reservefall schnell durch den Mast gezogen – dann gab es eine Herausforderung
Das Auge des Falls ging nur äußerst schwer über die Rolle im Masttop – Manneskraft reichte nicht, die Winsch musste helfen
Die aber hatte genug Power um das Genuafall in die korrekte Position zu ziehen

Nachdem wir die akute Herausforderung bezüglich des eingespleißten Auges im Masttop haben lösen können, war es Zeit, dass wir Hans Peter erlösen und seinen Abstieg einleiten.
Der Freund kam sicher wieder an Deck an.

Das Problem war rasch erklärt – Volker hatte die Augen im Fall minimal größer spleißen lassen.
Genau dieser Millimeter hat das Auge oben klemmen lassen und ein wenig Nachdruck nötig gemacht.
Mit der Hand konnten wir die mächtige Leine weder durchdrücken noch durchziehen – die Winsch hat aber kurzen Prozess gemacht und dass Auge durch den oberen Slot gezogen.

Ich hatte schlimmste Befürchtungen bezüglich des Ausgangsslots – daher ist Alex noch einmal an seine Position.
Aber hier gab es keinerlei Probleme…

Job erfolgreich erledigt – dank der Head-Sets von LIBERTÈ
Welcome back on earth
Alex steigt noch einmal zum unteren Slot – aber hier klappt alles bestens
Jetzt können wir drei das neue Fall mit dem großen, unteren Auge an das Segel laschen

Das Fall darf leider nicht länger sein, es würde sonst zu lang für den Schlitten am Mast sein und ließe sich nicht mehr durchsetzen.

Alles ist etwas knapp, aber machbar. Irgendwie bekommen wir es hin, dass wir kurze später das Kommando „heiß auf die Genua“ geben können…

Noch führt sie mit der Hand mit – Sekunden später bedient sie wieder die Winsch
Fast geschafft – Alex muss nochmals zum Schlitten hoch
Uns stellt sich eine letzte Herausforderung

Ein letztes Mal müssen wir eine Lösung erdenken. Die Genua ist nun mit dem Fall nach oben gezogen worden – es ist mächtig Zug auf den Leinen, denn das Segel ist sehr schwer.

Auf der Winsch liegt noch das Hilfsfall, denn wie erklärt, reicht das Fall ja nur bis zum Schlitten wo es eingehängt werden muss.

Nun müssen wir das Hilfsfall entlasten um den Knoten zu öffnen, gleichwohl darf die Spannung am Fall nicht nachlassen.
Wir können dann den Schlitten einhängen und mit dem Hilfsfall den Schlitten ziehen und spannen.

Auch dieser letzte Schritt gelingt und so können wir gegen Mittag die Genua einrollen und Vollzug melden.
Geschafft – WITH A LITTLE HELP FROM MY FRIENDS, ohne die solche Arbeiten nicht möglich wären. Ich danke euch allen!

Wir trinken zusammen ein Kaltgetränk, dann löst sich die Arbeitsgemeinschaft auf.
Ich mache noch „klar Schiff“ auf ELOWYN und verräume das ganze Leinenwirrwarr.
Es vergeht einige Zeit bis alles wieder an Ort und Stelle ist und wieder Bordordnung herrscht.

Danach setze ich mich auf meine GS und fahre zu Giorgos…

Er schickt ein Bild – die Scheibe für LUMARA ist fertig

Ok, ich glaube es waren keine Worte notwendig – ihm war klar, dass er mich ganz blöd versetzt hat.
Mir ist klar, dass ich auf seine Hilfe angewiesen bin und er in dieser Phase des Jahres auch wichtigere Dinge zu tun hat.

Es war ein Kommunikationsproblem, ein Thema, welches die Griechen einfach nicht gut beherrschen.
Ich bin inzwischen viel besser im Verstehen von griechischen Codierungssätzen, aber immer noch weit davon entfernt zu erkennen, dass „tomorrow morning“ irgendwann in vier Tagen bedeuten kann.

Egal, ich hole das Ersatzteil und gönne mir am Heimweg ein Eis auf den gelungenen Tag!

Zwei Kugeln reichen

Heute Abend sind Sibylle und ich ins „Avli tou Kritikou“ eingeladen – also in den Garten Kretas.
Das ist das Lokal gegenüber der Marina. Es wird inzwischen sehr gut angenommen, das Essen ist gut.
Beim Service und der Karte ist noch Luft nach oben, aber wenn man es weiß, stellt dies kein Problem dar.

Einladende waren Hannah und Heiner von der DAMIANA und Sibylle und ich nehmen die Einladung gerne an.
Ich war so positiv überrascht vom Verlauf des Abends – ich wusste, dass Heiner ein Stimmungsmensch sein kann, war bei Hannah aber nicht sicher.
Umso mehr war ich begeistert, wie Hannah eine Geschichte nach der anderen herausfeuerte und ich konnte den Abend richtig genießen – das Bild wie sie mit einer Freundin in den 80er Jahren in einer Ente auf die Chalkidiki fährt 😉 …

Um auf der sicheren Seite zu bleiben, gönnen Sibylle und ich uns ein ganzes Hendl nebst Salatbegleitung.

Die Taverne ist bekannt für ihre Broiler – da kann man nix falsch machen

Ein letztes Mal im August fahre ich Sibylle abends nach Xirokampos.
Die Luft ist lau, ich genieße die Motorradfahrt.

Ich setze meine Frau ab und verabrede mich mit ihr für den nächsten Tag um 11.00 Uhr.
Es ist ihr Abreisetag, zudem wollen wir am Weg im Haus von Brigitte und Hans noch einmal die Pflanzen gießen.

Wir planen, einen gemeinsamen Kaffee in Agia Marina zu trinken, dann würden sich unsere Wege für diesen Monat trennen.
Sibylle muss sich um ein paar private Angelegenheiten kümmern und wird am 70. Geburtstag eines Freundes teilnehmen.

Mir bleibt die Teilnahme an der Hochzeitsfeier von griechischen Freunden hier vor Ort.

Am nächsten Morgen fahre ich zum Haus und tausche die GS gegen Smurfy, dann finde ich mich pünktlich in Xirokampos ein…

Mit dem blauen Flitzer fahre ich meine Gattin nebst Gepäck nach Agia Marina

Sowohl im Haus der Freunde als auch bei der Umsetzung des Kaffeeplans gab es keine Probleme.

Wir waren sehr gut im Zeitplan und hatten noch allerhand Zeit uns abzustimmen.
Dann hörte man das Tuten der Fähre in der Ferne und es war an der Zeit sich in den Hafenbereich zu begeben.
Sibylle muss sich anstellen und ich kann noch mit der Tasche mitrollern – dann heißt es Abschied nehmen.

Als ich ihr „gute Reise“ wünsche und sie zustimmend nickt, ahnt sie nicht, dass sie ihren Personalausweis nicht im Geldbeutel hat – das würde ihr ein paar Stressmomente bereiten.

Auf Wiedersehen, gute Reise – kalo Taxidi
Die Masse setzt sich in Bewegung- das Boarding ist in wenigen Minuten vorbei…
…und die DODEKANISOS EXPRESS legt ab und nimmt Kurs auf Kos

Was war passiert? Ich nehme vorweg, das wird sich bis zum Ende des Monats nicht klären.

Auf jeden Fall erzählt mir Sibylle, dass sie im Moment in dem sie beim Check-In zielsicher im Geldbeutel nach ihrem Ausweis greift, eben diesen nicht angewohnter Stelle findet.

Natürlich durchwühlt sie alles und sucht wie verrückt – aber die Suche bleibt erfolglos.
Nachdem das erste Adrenalin abgebaut war, haben tatsächlich die Behörden miteinander telefoniert und sich auf die Erstellung eines Ersatzdokumentes geeinigt.
Das mag unspektakulär klingen – aber dass dies innerhalb so kurzer Zeit in Griechenland umgesetzt wird, ist alles andere als selbstverständlich.

Inzwischen hat Sibylle einen neuen Personalausweis beantragt, sie reist mit ihrem Reisepass zurück, den Antonia ihr aus Griechenland mitgebracht hat.
Der alte Personalausweis bleibt verschwunden, eine Verlustanzeige musste gemacht werden – Sachen gibt´s!!!

Ich besinne mich auf meine „To-Do“ Liste und nehme mich des nächsten Punktes an…

Unsere „Emergency-Bilge Pump“ ist ohne Funktion – ich diagnostiziere den Fehler und recherchiere Ersatzteile

Es war eine große, an ein Wunder grenzende Überraschung für mich, dass das Team von „Naval“ in Lakki das Teil vorrätig hatte.

Ich bin somit gewappnet, diese Reparatur ohne weiteren Aufwand zu erledigen.

Auch ein Blick auf meinen Batteriemonitor macht mir Freude – die neuen LiFePo4 Akkus hingen über Nacht an dem leistungsoptmierten Ladegerät und haben einen Ladezylus durchlaufen.
Auf dem Monitor passt der Akkustand nun exakt, ich kann das Ladegerät abschalten und die neuen Energieträger erstmals unter Last entladen – sofort schalte ich den Cockpitkühlschrank dazu.

Mir fällt auf – die beiden AGM Bänke haben unterschiedliche Entladungslevel

Wieder etwas geschafft! Ich bin zufrieden und beschließe mir heute noch einmal einen der leckeren Burger am Panteli Strand zu gönnen.

Diese Idee wurde ausgelöst von einer Alarmmeldung unseres Freundes Hans, er hat die Verbindung zu seiner Solaranlage verloren und nun kein gutes Gefühl, wenn er in Österreich nicht Herr der Situation ist – zumal der Grund für den Steuerungsabbruch ja nicht bekannt ist.

Er bittet mich also, kurz in Crithoni nach dem Rechten zu sehen – und diesen Gefallen tu´ ich ihm gerne.
Es bietet sich dann förmlich an, am Rückweg in Panteli ins Meer zu springen und dann den Tag beim Dinner in erster Reihe zum Meer ausklingen zu lassen.

Jetzt geht´s los, noch einen kalten Schluck Wasser und ab nach Crithoni
Nach einem kurzen Telefonat war der Fehler gefunden – es war NICHT die Sicherung

Erstaunlich – die ausgeschalteten Sicherungen waren alle so gewollt.
Am Ende stellt sich heraus, dass sich lediglich der Router aufgehangen hatte.

Ein banaler Fehler mit großer Wirkung – sei´s drum, ich konnte das Gerät neu starten und bei unseren Freunden im fernen Österreich Freude auslösen.
Wenn es doch immer so einfach wäre.

Ich breche ab und fahre weiter zum Panteli Beach..

Ich werde auch diesmal nicht enttäuscht – raus aus dem Wasser und direkt an den Tisch
Weil der Tag so schön war gönne ich mir noch ein Betthupferl

Alleine bin ich immer früher dran. Klar, man quatscht nicht mit sich selbst über Gott und die Welt, kommt nicht vom Hundertsten ins Tausendste.

Ich bin also relativ zeitig auf ELOWYN zurück und kann gerade noch das Abendrot genießen.
Es war so schön, dass ich versuche, die Eindrücke auf Zelluloid zu bannen.

Dann noch eine kühle Dusche am Achterdeck und ich bin fertig für heute…

Die untergehende Sonne taucht die Szenerie in ein unwirkliches Licht
Ich mag dieses Leben und bin zufrieden

Zum Abschluss dieses Tages wage ich noch einen letzten Kontrollblick auf meine neuen Batterien.

Die von mir gewählten „Humsienk 24V / 320Ah smart“ haben eine integrierte Bluetooth Funktion, mit welcher man mit einem Smartphone und einer App die Batterieparameter prüfen kann.

Es wäre ein wichtiger Erfolg, wenn die Werte auf der App mit denen des Batteriemonitors synchronisiert sind.

Und wie sieht´s aus???

Gut schaut´s aus – alles bestens

An diesem Tag gehe ich wirklich zufrieden ins Bett – das Überraschungsprojekt „Batterien erneuern und MAL SCHNELL auf Lithium umbauen“ ist erfolgreich abgeschlossen.

Ich muss jetzt noch zwei Hölzer anbringen, welche die Batterien gegen Verrutschen sichern, aber das kann ich losgelöst betrachten.
Daher bekommt das Projekt einen fetten Haken!

Beflügelt von diesem positiven Erfolg nutze ich das „Workers High“ um am nächsten Morgen ein Thema vom Eis zu bringen, welches das Prädikat „Irrsinn des Monats“ verdient…

Mein Schriftwechsel mit der EnBW – dem Stromversorger aus Baden-Württemberg.

Man will einen handgeschrieben Brief von mir, per Post oder per Mail mit Bild
Niemals bierernst werden – ich wünsche mir, dass zumindest eine Person bei EnBW ein Schmunzeln auf den Lippen trägt

DREI MONATE mache ich jetzt mit der EnBW rum. Aus irgendeinem Grund habe ich keine Erstvertragsunterlagen bekommen. Mir fehlen daher ein sogenannter Telefon PIN und der „myEnBW-Key“.

Rufe ich bei der Hotline an komme ich ohne Telefon PIN nicht weiter, will ich meinen Online Zugang mit dem Vertragskonto verknüpfen, brauche ich einen „myEnBW-Key“.

Alle Versuche münden in den Lösungsvorschlag telefonisch die Hotline zu kontaktieren und den Telefon PIN bereitzuhalten.

Ich schreibe Mails – Antworten brauchen zwei Wochen und man schlägt mir vor, mein Konto im Internet zu verknüpfen – dafür müsste ich meine Telefonummer eintragen, dies sei per Telefonanruf möglich, ich soll meinen Telefon PIN bereit halten.

Ich erwidere – „ICH HABE KEINEN TELEFON PIN“! Die Antwort – dann nehmen sie bitte Kontakt mit unserer Hotline auf und halten sie den Telefon PIN bereit!
Ernsthaft – im Wortlaut…

Aaaahhhhhrgh…

Die Lösung liefert, wer hätte das gedacht, die Social Media Abteilung. Wenn man sich im Netz über eine Firma auslässt kommt sofort eine Reaktion – ein junger Mann nimmt Kontakt mit mir auf und sagt zu, eine Telefon PIN zu versenden.
Diese gibt Sibylle mir durch und ich erreiche nach über drei Monaten des Reitens gegen die Windmühlen eine reale junge Dame des Support Teams.

Nach fünf Minuten telefonieren und drei Mausklicks war mein Problem behoben – das war ja einfach. Die Lady und ich haben noch ein paar Späßchen gemacht, ich habe ihr gehuldigt wie es ihr gebührt und der Tag war gerettet.

Da habe ich gleich ausreichend Elan um ELOWYNs Solarmodule mit den neuen Batterien zu verbinden.
Ein kurzer Check und ich kann auch die Peripherieanpassung abhaken.

Die Batterien sind voll – trotzdem kann ich die Funktion prüfen
Am Monitor kommt nur wenig rein, aber die Funktion ist sichergestellt

Na so kann es weitergehen! Ich beschließe, den heutigen Tag zur Abarbeitung von Kleinigkeiten zu verwenden.

So liegt es mir schon lang am Herzen, das von Uli für seine JASPER erstellte Verkaufsschild anzupassen.
Es war mit mir abgestimmt, dass er meine Telefonnummer anbringt, aber eigentlich wäre es mir lieber, wenn nicht Jedermann meine Nummer speichern könnte – zumal ich bei unterdückten und mir unbekannten Nummern ohnehin meist nicht abhebe.

Ich ändere die Kontaktoption also auf eine unverfängliche Mailadresse…

Sieht banal aus, kostet mich aber alles in allem doch über eine Stunde

Danach habe ich Zeit, um auf LUMARA ein wenig mit Ellen und Dominik zu denken.
Gemeinsames Denkes führt schneller zum Ziel, etwaige Fehler werden rechtzeitig erkannt und eliminiert – so hoffen wir zumindest.

Die Beiden haben einen neuen Gas- und Schaltzug eingebaut und auch schon voreingestellt.
Ich soll nun beurteilen, ob die Einstellung so passt und ob es im Vergleich zu den Jahren davor relevante Abweichungen gibt.
Ich muss sagen, die Beiden haben ganze Arbeit geleistet – mein Anteil besteht nur daraus, kurz die Funktion zu besprechen und dem Testlauf beizuwohnen.
Alles andere war perfekt gelöst.

Schaltung und Gashebel auf LUMARA funktionieren wieder geschmeidig

Weil ich dann schonmal am F-Ponton war, habe ich gleich noch mit HP seine Plus und Minus Seite der Lithium Batterien verkabelt.

Das war zwar eine Frickelarbeit die kurzen Kabel zu crimpen, aber wir waren recht rasch fertig.
Eigentlich sind wir schon recht weit gekommen, das Umklemmen der Verbraucher von der Notbatterie auf die Lithiumakkus steht kurz bevor – zuvor muss aber HPs „Multiplus II“ noch an die Batterien angepasst werden.

Da ist Alex in die Bresche gesprungen – er hat das benötigte Kabel und auch die Software, welche ich ja ebenfalls geladen hatte.
Er würde die Umprogrammierung machen, könne allerdings nicht exakt sagen wann.
Ich erkenne an diesem Tag, dass ich so ein Interface brauche, will mich aber zu dem Zeitpunkt nicht einmischen.

Insofern war mit dem Crimpen einiger kleiner Kabel das heutige Tagwerk erledigt – der nächste Arbeitstag würde der spannende aber auch aufwändigste werden!

Heute nur Kleinigkeiten…

Für mich klingt der Tag entspannt aus – ich bin bei HP und Petra zum Frikadellenessen eingeladen.
Ich frage verdutzt nach – „Frika… was?“
Hans Peter kramt nach seinen Fremdsprachenkenntnissen und übersetzt „Flaischbflannzal“ – achso, man lädt mich zum Fleischpflanzerlessen! Ja da komm´ ich doch gerne!

Wir sitzen zusammen, genießen das Essen, trinken alkoholfrei und versuchen, nicht den ganzen Abend über Lithium und Victron zu lamentieren.
Das gelingt ganz gut und so klingt der Abend gepflegt aus.

Für den nächsten Tag haben wir uns nichts vorgenommen, denn der kommende Tag steht ganz im Zeichen meiner Einladung zu einer griechischen Hochzeit.

Ich muss ein Geschenk beschaffen und besorge zunächst eine Glückwunschkarte.
Dazu, so die Idee, lege ich einen Gutschein für ein „Candle Light Dinner“, diesen kaufe ich in meinem Lieblingsrestaurant „Pirofani“.
Ich weihe Stavros in den Plan ein und bin sicher, er wird dem Brautpaar einen schönen Abend machen.

Auf dem Weg zu Stavros zeigt sich die Bucht Vromolithos mal wieder ziemlich voll…

Nein, kein Kreuzfahrtschiff – Privatyacht

Der Wirt des „Pirofani“ erzählt mir später, dass die ziemlich große Motoryacht Freunden des ehemaligen Ministerpräsidenten von Griechenland gehört, er wäre zu Besuch gewesen.

Naja, langsam mausert sich Leros zum VIP-Spielplatz. Das hat Vor- aber auch Nachteile.
Ich denke immer öfter über einen Kurswechsel nach, mal sehen was das Leben für Überraschungen bringt.

Na egal, für heute bin ich zufrieden, ein schönes Hochzeitsgeschenk für meine griechischen Freunde zu haben.

Ich schreibe die Karte und bereite alles vor – die Hochzeit kann kommen

Da alles wie geschmiert geklappt hat, war noch ziemlich viel Tag übrig. Ich überlege mir, heute ein paar Stunden zu faullenzen, das habe ich echt lang nicht mehr gemacht.

Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, da kamen Ellen und Dominik zu mir ans Schiff.
Sie erzählen mir, dass Alex sich an der Hand verletzt hätte und sie gerne von meinem Angebot Hilfestellung zu leisten, Gebrauch machen würden.

Ja, da kann man nicht Nein sagen – „…with a little help from my friends…“ ist keine Einbahnstraße.

Und weil ich nicht in den Mast kann und Dominik kaum in den Mast will, trifft es auch Hans Peter – bei ihm ist es Nachbarschaftshilfe! 😉
Das Ziel ist klar definiert, das innere Vorstag für das Kuttersegel muss abgenommen werden – leider hat das neue Stag und die Rollanlage beim letzten Segeltörn Schaden genommen.

Wir packen alle auf LUMARA an
HP ist wieder als „Mastman“ im Einsatz
Gemeinsam lassen wir das Vorstag nebst Profil ab und legen es auf den Steg – einmal neu bitte

Jetzt aber – ein gemeinsamer Kaffee, dann muss ich los. Es heißt sich frisch zu machen und meinen „feinen Zwirn“ nebst Hochzeits-Flipflops anzulegen.

Ich wähle die schwarze Short und ein blaues Poloshirt – so kann man überall hingehen! Ok, nach meiner Definition…
Aber ich war sofort nach meiner Ankunft beruhigt – diesen Dresscode hatten sich mehrere Männer überlegt.

Bereits am Weg zur Hochzeitsfeier war eine ganz besondere Stimmung, der Sonnenuntergang tauchte die Insel wieder in ein faszinierendes Licht.

Als ich aufbreche versinkt die Sonne hinter den Hügeln von Lakki
Bereits auf der Anhöhe von Plaka, ganz nahe unserem Haus, kann man den Sonnenuntergang über der Bucht von Gourna sehen – mein Sunset

Witzig war, dass die Hochzeitsfeier in einem Privathaus stattfand, auf dessen Grundstück eine kleine Kapelle steht.

Ich kannte das Haus, denn Sibylle und ich waren seinerzeit interessiert daran, denn es stand, beziehungsweise steht zum Verkauf.
Wir haben Abstand genommen eben wegen diesem Kirchlein, denn man muss es zur freien Nutzung zur Verfügung stellen.

Heute ist eine Freundin von uns daran interessiert und hat meines Wissens nach bereits eine Kaufabsichtserklärung unterzeichnet.
Wie auch immer – hier findet heute die Hochzeit statt.

Ich teile ein paar Bilder um Impressionen zu vermitteln – bei solchen Veranstaltung gilt aber wie immer die Privatsphäre, daher ohne weitere Details…

Das Anwesen war die ideale Location
Die kleine Kapelle ließ einen ehrfürchtig zur Feierlichkeit eintreten
Kerzen für alle Anlässe – sicher auch für das Glück des Brautpaares
Das Kirchlein ist liebevoll renoviert
Ein paar Schritte weiter betritt man den „weltlichen Bereich“
Hier wird getanzt, gefeiert und gelacht…
…Party bis in die frühen Morgenstunden

Ich habe es genossen, wenn ich selbst auch nicht „auf Touren“ kam. Leider waren sehr wenig Stühle vor Ort, viele der Gäste haben die Feier als Stehparty angenommen, so auch ich.

Das hat natürlich erschwert, dass man sich eine passende Runde aussucht und sich dazusetzt.
Die Gespräche der anderen Gäste, welche von einem Grüppchen zum anderen gingen, waren aber meist auf Smalltalk beschränkt.

Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, man hat sich gegrüßt, zugeprostet, ein paar Sätze gesprochen und einen Drink zusammen genossen, dann haben sich die Grüppchen meist neu gemischt.

Nach etwas mehr als drei Stunden, es war schon kurz vor Mitternacht, habe ich mich entschieden nach Hause zu fahren.
Ich hatte Spaß, muss aber als Nichttänzer nicht bis morgens um 05.00 Uhr ums „Überleben“ kämpfen.

Ich fuhr zufrieden nach Hause und bin ziemlich schell ins Reich der Träume gerutscht…

Das war gut so, denn am nächsten Tag musste ich ausgeruht sein. Ich hatte eine Anfrage für eine Videokonferenz zum Thema „Dichtungstechnologie an Verbrennungsmotoren“ 😉 – das klingt wie ein schlechter Scherz aus dem Jahr 2019, war aber bierernst.

Kurz nach dem Kaffee wähle ich mich per Anemeldelink ein…
…ich musste etwas warten, aber dann ging es auch gleich los

Was war passiert? Braucht es den grauen Wolf um über Dichtung und Wahrheit zu faseln?
Nein, mitnichten, Spaß beiseite – bei der Vereinigung der Hochseesegler „Trans Ocean“ hat man sich erinnert, dass ich mich vor vielen Jahren einmal angeboten habe, ein technisches Online Seminar zum Thema „Schiffsdiesel auf Freizeitbooten“ zu halten.

Nun soll es so etwas Ähnliches geben, man hätte ein paar Fragen zum Thema Abdichten im Reparaturfall.
Klar, da helfe ich gerne – obwohl ziemlich schnell klar wurde, dass der Ansatz bezüglich des Tiefgangs eines solchen Seminars ein anderer war, konnten wir uns über ein paar relevante Themen austauschen.
Für mich war schön zu merken, dass ich vieles noch weiß – und auch das Gefühl, dass ich es nicht mehr wissen muss…

Als der Call zu Ende war, hatte ich Lust auf etwas Handwerkliches – zurück zu den Wurzeln, ich besinne mich auf Automechanik und widme mich meinem Smurfy.

Garage und Werkzeugkiste auf – und ran an die Buletten…
…das Gaspedal nebst Gaspedalpotentiometer / -sensor war defekt und musste ausgetauscht werden

Ich wurschtle also so vor mich hin und werde in meinem eigenen Schweiß gesotten – die stehende Luft in der offnenen Garage ist nahezu unerträglich.

Dennoch gelingt es mir, das Pedal zügig zu wechseln und den Fehlerspeicher abermals zu löschen.
Jetzt sollte an dieser Front Ruhe sein. Eine Testfahrt in den nächsten Tagen wird dies hoffentlich bekräftigen.

Und was macht Sibylle zu dieser Stund´? Sie wandert! Es scheint, als sei sie zum Urlauben nach Deutschland gefahren.

Der Schein trügt – dies ist die Kür, das Pflichtprogramm steht am Abend an

Zumindest haben sie und Christine einen wunderschönen Tag erwischt, dies sollte nicht an allen Tagen ihres Aufenthaltes so sein.

Hans Peter und ich bestellen fast täglich Kleinteile, all die wird Sibylle in einer Woche zu uns mitbringen.
Unsere Teilelogistik ist inzwischen sehr ausgereift.

Am Nachmittag bearbeite ich die ersten Anfragen zu JASPER, es sind durchaus ernsthafte Interessenten dabei, aber zu einem Besichtigungstermin lässt sich noch keiner der Fragesteller hinreißen.

Der Tag klingt beim Community-Stammtisch im „SouVLakki“ aus, ein schöner Sonntag.

Am nächsten Tag ziehe ich bei Hans Peter die letzten Kabel ein, welche wir ziehen können bevor nicht Alex den „Muliplus II“ umprgrammiert hat.
Und siehe da, als wenn wir ihn herbeigedacht hätten, kommt der „Captain Sparrow“ der Leros Marina ums Eck und schließt das ersehnte Interface an…

Ich mache ein Foto und – werde am nächsten Tag schon eines mein Eigen nennen, den nächsten Multi programmiere ich selber

Endlich! Die Haupteinstellungen sind gesetzt, wir können ab jetzt die Finalisierung andenken – und weil es keine Zeit zu verlieren gilt, verabreden Hans Peter und ich uns gleich für morgen.

Es geht um 09.00 Uhr los, nicht erst um 10.00 Uhr – ich will an einem Tag umgeklemmt haben, lieber haben wir eine Stunde früher Feierabend.

Dann muss ich los, ich muss einmal für Sibylle zum Blumengießen einspringen, dann kommen Brigitte und Hans auch schon zurück.
Ich setze mich auf mein Mopped und fahre schnurstracks nach Crithoni, die Zeit drängt…

Das Kondenswasser der Klimanalage wird genutzt
Ich gieße die Bäume…
…und die zarten Pflänzchen im oberen und unteren Garten
Nicht alle Bereiche liegen im Schatten – ein schweißtreibender Job

Warum war es ein Tun gegen die Uhr? Weil die Crew der LIBERTÉ und ich um 18.00 Uhr zu Marijke und Cees auf die LE CLAPOTIS eingeladen waren.

Ein, zweimal im Jahr lädt Marijke zu einem Umtrunk mit Nibbles und genau heute war es soweit.
Die Abende mit den Beiden sind phasenweise anstrengend, aber immer lustig, ich gehe gerne hin und genieße die Gastfreundschaft der beiden Niederländer sehr.

Ich bin pünktlich und es gibt ein großes Hallo – Marijke drückt mich an ihre Brust und knutscht mich. Ich schwör, das darf auf diese Art nur sie!
Dann setzen wir uns und der Klönschnack startet…

Wir waren uns einig, die Seglerwelt verändert sich…
HP war in Gedanken vielleicht bei seinen Lithiumbatterien???

Die Kleinigkeiten, die Marijke auf den Tisch stellt reichen eigentlich als Snack aus, man muss nicht mehr unbedingt zu Abend essen.

Ich entscheide mich für die Vernunft und gehe von LE CLAPOTIS direkt auf ELOWYN – ich gehe nicht über Los, ich bekomme weder ein Giros noch ein Eis, für heute war´s das!

Was ich zum Monatsende hin tatsächlich jeden Abend mache, ist ein paar Zeilen dieses Blogs zu schreiben.
Ich genieße die Ruhe am Abend und tippe so vor mich hin…

Ich sitze im Schiff, das dämmrige Notlicht reicht aus
Wenn mir zu warm wird, dann brause ich mich am Achterdeck kurz ab

Auf diese Art und Weise halte ich es bis Mitternacht, manchmal bis 01.00 Uhr durch, dann ruft das Bett.

Ausgeschlafen bin ich meist vor 08.00 Uhr – das passt heute genau, denn so reicht die Zeit für eine Tasse Kaffee, dann gehe ich zu Hans Peter und wir packen sofort an.

Ein Kabel vom Plus-Knotenpunkt der Schalttafel zur Plus-Busbar. Ein Kabel von der Minus-Sammelschiene am Bedienpaneel zum Minus-Busbar.
Dann noch ein paar Kleinarbeiten wie das aktuelle Solarfeld anschließen, den Batteriemonitor verkabeln und die Stromleitung in den Bugbereich anschließen – hier sind Wassermacher und Kühlbox verkabelt.

Ist das schon der „irre Blick“, sieht so Wahnsinn aus?

Was so banal klingt, kann einen ganz schön ärgern. Ich will es nicht herunterspielen, der Tag war fordernd – für meinen Freund aus dem Saarland UND für mich!

Irgendwann war es soweit – alles war verkabelt, der „große Moment“ war Vergangenheit und drei Monster Lithium Kraftwerke versorgen LIBERTÉ.
Die Umschaltung war erfolgreich verlaufen, wir konnten uns zurücklehnen.
Ein paar Setups noch, die App installieren und das LiFePo4 Programm als Standard festlegen.

Nachdem die Batterie-Parameter eingepflegt waren, war Schicht im Schacht – für heute ist Feierabend.

Klappe zu, Affe tot

Während ich auf ELOWYN sitze und mich etwas ausruhe, kommt eine Nachricht von Brigitte. Sie schreibt was von „so süß“…

Ich erkenne, sie beruft sich auf einen Facebook Post des Hunde-Shelters vom Vortag – ich hatte mir ein „Like“ erlaubt und Sibylle verlinkt.

Meine Frau hat darauf nie geantwortet und sie weiß warum – weil auch sie sich nicht gegen „so süß“ wehren kann…

Welpen im Dog-Shelter
Es kostet mich Energie nicht sofort hochzufahren – es bleibt eine Frage der Zeit

Ich bin sicher, dass ich, wäre das Haus schon fertig, keine Sekunde gezögert hätte – eine der kleinen Kreaturen wäre meine gewesen.

So bleibt es bei einem Austausch über Facebook…

Den Abend verbringe ich mit Alex, wir gehen auf ein schnelles Dinner ins „SouVLakki“ und lassen den Abend dann unspektakulär ausklingen.

Ich bin zuerst alleine – Alex kommt sofort nach, alles sehr spontan

Für den neuen Morgen habe ich mir vorgenommen, dass ich den Vormittag am Haus verbringe.

Hans Peter und ich haben uns einen Tag Pause verordnet, ich habe ein paar Kleinigkeiten für meine Projekte vorzubereiten und zudem muss oben am Haus wieder einmal nach dem Rechten gesehen werden.

Am Weg nach Plaka fahre ich bei „Naval“ vorbei und hole mir das bestellte Victron Interface.
Ja, ich selbst brauche das Teil im Moment nicht – aber ich bin überzeugt, dass es sowohl auf LIBERTÉ als auch auf ELOWYN zum Einsatz kommen wird.
Haben ist dann besser als brauchen…

Meins

In unserer Katikia angekommen, baue ich mir eine Art „Werkbank“ auf und hole mir die benötigten Werkzeuge aus der Garage.
Ich muss mir ein paar quadratische Holzplatten zuschneiden, da ich Montageplatten für diverse Gerätschaften an GfK-Bordwände kleben muss.

Auf diese „Trägerplatten“ können dann Pumpen, Filter oder elektronische Geräte geschraubt werden.

Zudem brauche ich zwei, drei stabile Distanzleisten um die Batterien auf ELOWYN gegen Verrutschen zu sichern.
Was für ein Glück, dass ich das Material hier oben lagernd habe.

Hier geht die Arbeit gut von der Hand

Als dies alles erledigt war und auch mein Arbeitsplatz soweit wieder aufgeräumt war, habe ich mich meinen Ouzofläschchen gewidmet.

Ich sammle immer noch, sehr zu Sibylles Verzweiflung, die Karafaki der Marke „Plomari“.
Wofür ich die brauche liegt auf der Hand – sie dienen als Olivenöl- und Limoncello-Fläschchen…

Die Challenge – ich hole mir die Dinger nicht in irgendwelchen Gaststätten, sondern es sind ausschließlich die, welche wir mit Freunden geleert haben.
Jedes Fläschchen hat seine eigene Geschichte…

Die Etiketten sind ab, ich muss noch den eingeweichten Kleber abschrubben
Dann kann ich die Dinger klarspülen und zum Trocknen aufstellen

Während die Fläschchen trocknen, gieße ich die Weinreben und Sibylles Kräuter.

Auch die Olivenbäume könnten ein wenig Wasser vertragen, aber wir sehen zur Zeit von Gartenpflege ab, da wir keine Regelmäßigkeit sicherstellen können.
Die alten Bäume vertragen die Hitze aber und geringe Einbußen bei der Ernte nehme ich vorerst in Kauf.

So, alles erledigt, ich fahre zurück nach Lakki – aber nicht einfach irgendwie, ich beschließe, dass ich Crawler etwas Auslauf gönne.

Ich musste meinen L300 wegfahren, weil in der Marina Boote bewegt wurden. Diese Situation nutze ich und bewege den kleinen Camper einmal wieder.
Weil ich alleine unterwegs bin, gönne ich ihm etwas „artgerechte“ Bewegung!

An der Westküste sind einsame, unzugängliche Strände
Der Versorgungsweg ist zunächst easy-peasy fahrbar
Zeigt später aber steile, ausgewaschene Stellen – der Ausblick ist immer spektakulär
Kann man nicht gut fotografieren – eine sehr steile Rampe mit losem Schotter (mein Freund René wird sich erinnern)
Oben angekommen entscheide ich – heute nicht bis hoch zum „Parabolic Acoustic Mirror“…
…sondern runter an den „Kokkina Strand“ für eine kurze Erfrischung

Eine schöne kleine Ausfahrt – und Crawler zeigt was er kann! Ich will kaum mehr erleben als das, was ich hier testen kann.
Ich bin aber überzeugt, dass mein Mitsubishi 4×4 sehr viel mehr kann – ich bin nach wie vor sehr zufrieden.

Ich runde den Vormittag mit einem Freddo Espresso im „Palma Café“ ab, dann heißt es zurück an die Arbeit, zurück in die Marina.

Zurück auf ELOWYN lege ich ersteinmal meine Werkstücke bereit.
Einen Teil davon werde ich gleich morgen für ein Projekt verbauen.

So, jetzt habe ich alles parat

Heute passiert nicht mehr viel, ich habe mir einen Tag „Kopfpause“ verordnet.

Das ideale Tun für heute ist die Reparatur der „Notfall-Bilgenpumpe“ auf ELOWYN.
Natürlich hat das Schiff ein ausgeklügeltes Bilgepumpensystem mit vier großen, elektrischen Pumpen und auch einer manuellen Pumpe als Erweiterung.
Trotzdem passiert es immer mal wieder, dass kleine, verschachtelte Kompartments nicht absolut leer gepumpt werden – dafür haben wir uns eine tragbare Pumpeneinrichtung gebaut.

Diese gilt es zu prüfen und instandzusetzen.

Ich baue mir eine 24V Prüfvorrichtung

Zunächst teste ich den Pumpenmotor und die Antriebsmechanik an einer Prüfklemme, welche ich mir mit Hilfe von Starterkabeln aufgebaut habe.

Hier scheint alles in Ordnung, mechanisch ist die Pumpe mängelfrei.

Dass an den Ventilen im Pumpenkopf etwas fehlerhaft ist, hat ja schon der „Drucktest“ mittels kräftigem Pusten ergeben – so hatte ich den Ersatz-Pumpenkopf ja schon beschafft.
Also setze ich die Pumpe mit den neuen Ersatzteilen zusammen und mache einen abschließenden Testlauf.

Das klappt alles ganz gut – aber mir rinnt der Schweiß

Der Testlauf war witzig – ich hatte mir gedacht, dass ich etwas Wasser in ein Küchenwaschbecken laufen lasse, um es dann mit der Pumpe in das andere zu pumpen.

Das klappt auch – zumindest theoretisch…

Denn der Pumpendruck ist jetzt wieder so stark, dass das Wasser so heftig in das zweite Becken spritzt, dass ich danach die ganze Küche putzen muss.
Na wenigstens funktioniert die Pumpe wieder…

Genug für heute! Ich freue mich auf den Abend, den ich zusammen mit Jörg und seiner Familie im „Tis Kakomoiras“ ausklingen lasse.

Auch den neuen Tag eröffne ich mit Pumpenreparaturen…

Ich baue die Druckwasserpumpe aus, um eine neue, akustisch entkoppelte Basis zu schaffen

Ein weiterer Punkt auf meiner Liste war „Druckwasserpumpe leiser machen“…

Ok, zugegeben – die neue Jabsco 40PSI hat mehr Dampf und ist auch lauter als die alte Johnson.
Ich hatte aber gehofft, dass dies im Schiffsalltag untergeht – tut es aber nicht, das Eignerpaar meldet einen Nachbaesserungswunsch an.

Ich habe mir etwas überlegt – ich werde eine zweite Basisplatte mit Entkoppelungselementen versehen und diese dann mit einem Dämmmaterial auf die alte Platte montieren.
Das sollte viel helfen!

Spoiler – tat es aber nicht…

Vier nicht gerade kleine Entkoppelungselemente reichen nicht aus – auch das dicke Dämmaterial hilft nicht (siehe Bild vorher)
Ist ganz gut geworden, erfüllt aber leider nicht die hoch gesteckten Erwartungen

Mein Konstrukt sieht abenteuerlich aus, ist aber trotzdem optisch ansprechend – leider zeigt sich bei einem Probelauf, dass die Wirkung den Aufwand nicht wert war.

Die Eigner und ich werden noch einmal darüber hirnen müssen, wie wir das ganze System schallisoliert aufbauen – res deliberanda est…

Den Nachmittag verbringe ich an Bord der LIBERTÈ – Endspurt!
Es gibt keine Bilder, die Stimmung war angespannt.
Hans Peter und ich räumen das Kompartement der Starterbatterie auf, kürzen Kabel, verlegen andere neu.
Wir machen letzte Anschlüsse und verbauen schon einmal die zukünftigen MPPT Solar-Laderegler.

Alles klappt, trotzdem war der Nachmittag intensiv und fordernd – wir beide merken, wir brauchen eine Pause!
Da trifft es sich gut, dass wir gegen 17.00 Uhr Vollzug melden können.

Der Lithium-Umbau auf der Bavaria 41H ist „fertig“ – zumindest bis zu dem Punkt, den wir als Ziel vorgegeben haben – auch Hans Peter dürfte heute beim Einschlafen leise „With a little help from my friends“ dahinsummen… 😉
Den Verbau des B2B-Laders werden wir zusammen mit dem Anschluss des neuen Solarfeldes erledigen, aber da muss Giorgos erst den neuen Geräteträger fertig machen.

Den Abend verbringe ich mit Alex und der Crew der INSPIRATION im „I Avli tou Kritikou“ gegenüber von unserer Marina.

Ich bin der erste am Tisch und bestelle mir ein Bier um die Wartezeit zu verkürzen…
Zum Wohl – auf zwei gelungene Lithium Projekte

Der Besuch im „I Avli tou Kritikou“, im Garten Kretas, war heute ein Reinfall.
Das Problem mit dem zwar freundlichen aber stets überforderten Service haben die Inhaber noch nicht im Griff.
Auch die Speisekarte ist immer noch ein Folder der Appetit auf das macht, was man gerne essen WÜRDE, bis der Ober kommt und erklärt was es heute gibt – diese Liste ist deutlich kürzer als die der Speisen die nicht im Angebot sind.

Wir dachten, wir tricksen das Tavernenteam heute aus – die Taverne war vor der Renovierung als „Giggerlwirt“ bekannt und hat dieses Merkmal auch mit durch die Transformation gebracht.
Die Spieße sind voll, die Broiler drehen sich und sehen knusprig aus – wir bestellen sechs halbe Giggerl und noch ein paar Kleinigkeiten dazu.

Leider haben wir, im wahrsten Sinne des Wortes, die Rechnung ohne den Wirt gemacht – der lässt nämlich den Ober bestellen, dass alle Hähnchen in den Straßenverkauf gehen, ein Halbes könnten wir haben.
Wir sind enttäuscht, sagen aber ja zu dem angebotenen Halben und ändern unsere Bestellung.

Wir entscheiden uns für Schweinesteak und Kontosouvli…

Das Schweinesteak ist gut, soweit alles noch akzeptabel

Dann aber kommt ein Auftritt des Obers der uns gewaltig stinkt – er tritt an den Tisch und erklärt uns, dass wir ja jetzt unsere Bestellung geändert hätten und daher das bestellte halbe Huhn wohl eher nicht mehr brauchen und somit auch nicht mehr bekommen, das sei inzwischen an andere Gäste ausgegeben worden.

DAS ist etwas, was gar nicht geht. Ich hab´ da echt viel Geduld und habe sowohl das Service- wie auch das Angebotsthema immer weggelächelt – die fußläufige Nähe der Taverne war ein Argument, warum soll man nicht etwas Geduld beweisen?

Aber so eine Nummer vergesse ich dem Betreiber nicht, ich persönlich werde das Lokal daher in Zukunft meiden und auch gerne erzählen warum.
Ich bin mobil und kann diese Mobilität auch meinen Freunden bei Bedarf auch auf Freunde ausweiten.
Ich bevorzuge Lokale in denen eine andere Willkommenskultur herrscht.

Am nächsten Morgen sieht die Welt schon besser aus – ich fahre mit HP zu Giorgos, wir bringen zudem mein Werkzeug zurück zum Haus und kaufen noch ein paar Ersatzteile für die anstehenden Reparaturen der nächsten Tage.

Ich bekomme Dichtringe (rot) in nahezu dem gleichen Maß wie die benötigten Nylonringe (weiß)

Ich hatte etwas Glück, denn ich konnte adäquaten, temporären Ersatz für die benötigen Nylon-Distanzringe finden.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich die weißen Ringe als 50er Pack bestellt habe, diese aber eine Lieferzeit von 3-4 Monaten haben.
Nun sind diese Ringe notwendig, um die Riegel der Luken exakt einzustellen.
Dies war mir heute mit dem Dichtring möglich, der ist so dick wie zwei weiße Ringe und hat mir eine perfekte, temporäre Lösung ermöglicht.

Ich war guter Dinge, so darf es weitergehen – die Eigner kommen ja schon in 10 Tagen um den zweiten Törn anzutreten, ich will noch ein paar Punkte von der Liste schaufeln!

So zum Beispiel die Anpassung zweier weiterer Wasserpumpen – diesmal im schlechter zugänglichen Kompartment des Wassermachers.
Ich krabble also in ELOWYNs Bauch um mir ein Bild zu machen…

Die Ansaugpumpe des Wassermachers funktioniert an dieser Stelle nicht ideal – sie soll an die rot markierte Stelle versetzt werden
Der Druckbehälter der Wasserpumpe für die Toilettenspülungen hat seine besten Tage hinter sich – er wird ersetzt
Der neue Druckspeicher soll 8 Liter Volumen statt des bisherigen Liters haben – der größere Tank wird hier Platz finden

Klar, dass die geplanten Anpassungen auch wieder ein Einkleben von Anschraubplatten notwendig machen.
Natürlich müssen dafür auch Ersatzteile recherchiert und bestellt werden – ich hoffe sie kommen noch rechtzeitig zu Sibylle.

Und natürlich müssen auch hier Schlauchwege und -längen angepasst werden.
Ich bin dennoch zuversichtlich, dass ich diese Arbeiten noch vollenden kann.
Dies wird mir, hoffentlich, ohne die vielzitierte Hilfe der Freunde gelingen – auf ELOWYN stehen ab heute nur noch Arbeiten für mich als „Einzelkämpfer“ an.

Wenn da nicht die obligatorische Reinigung vor der Übergabe wäre – hier bin ich der Helfer und meine Gattin hat das Zepter in der Hand!

Das Teamwork wird sich für den Rest des Monats auf Hans Peters LIBERTÉ beschränken.

Eine Pause tut not…

Ich war lang nicht mehr auf einen „Freddo Espresso“ im „Skipper´s“ – Sibylle fehlt
Heute gönne ich mir den kalten Genuss – ich bin alleine, lasse die Seele baumeln und die Gedanken fliegen

Ich muss noch einmal zum Haus fahren um das Akku-Ladegerät meiner Bosch-Maschinen auszuschalten.

Am Weg komme ich abermals an LIPSOS vorbei. Das Schiff, dessen Bild ich am Anfang dieses Berichts schon gepostet habe, ist eine Gordon 50 aus türkischer Produktion.
Das Schiff hat aus meiner Sicht einen nicht unerheblichen Reparaturstau und muss vollumfänglich refittet werden – ich würde es als Projektschiff einstufen.
Erfahrungsgemäß sehen das die Verkäufer immer etwas anders, Annäherung dauert meist – sie beginnt aber immer mit dem ersten Schritt.

Diesen Schritt unternehme ich heute! Ich fahre am Rückweg vom Haus zu „Repapis“ und verfasse ein Mail an die Eigner von LIPSOS…

Bei einem Eis lässt es sich gut denken

Will ich wieder ein Schiff kaufen? Darauf gibt es eine klare Antwort – JEIN!

Aus HEUTIGER Sicht genießt das Haus Priorität, ich werde das Haus sanieren und es besitzen.
Trotzdem habe ich immer wieder Gedanken rund um Schiffe, verschiedene Lösungen sind denkbar.
Es muss aber ein Projektschiff sein, mein Budget für diese Spinnerei ist begrenzt.
Damit dies gelingen kann, muss man die Fühler ausstrecken – irgendwann bietet sich dann vielleicht eine Gelegenheit.

LIPSOS könnte so eine Gelegenheit sein…

Das Mail ist raus, die Dinge werden ihren Lauf nehmen. Ich kann mich auf das Abendessen freuen, denn heute gehe ich zusammen mit Bibi und Markus von der MOUSTIC nach Alinda ins „To Steki“.
Die Beiden sind mir ans Herz gewachsen, mit ihnen verfliegt die Zeit – und sie lieben Dimtris Treffpunkt…

Es ist aber auch ein schöner Platz und eine authentische Taverne

Wir sitzen ewig und leeren die Humpen – erst als der Popo, malträtiert durch die typischen griechischen Stühle, keine Verlängerung mehr zulässt, geben wir auf und treten den Heimweg an.

Morgen sehen wir weiter…

Ich wache auf, es ist schon 10 Minuten nach 08.00 Uhr. Ich schlafe selten so lange, aber der Körper holt sich eben was er braucht.
Bei einer Tasse Kaffee schreibe ich diese Blogzeilen und überlege mir, was der Tag so bringt.

Zum Monatsende sehe ich immer zu, dass der Blog fertig wird

Ein Leben auf einer griechischen Insel unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland.
Eines haben jedoch beide Lebensformen gemeinsam, man muss sich ab und an mit dem Wahnsinn auseinandersetzen, welchen Behörden, Ämter und Institute einem bereiten.

Heute war es wieder einmal so weit – ich will „nur schnell“ meine Mobiltelefonnummer in meinem Bankaccount ändern.
An die persönlichen Einstellungen zu kommen ist ganz einfach, so wie man sich das erwartet.

Nach der Eingabe der neuen Nummer wird eine SMS an diese versandt, ich gebe die Ziffernfolge ein und denke, dass ich am Ziel bin…
Weit gefehlt!
Jetzt wird noch eine SMS an die hinterlegte Sicherheitstelefonnummer versandt um zu verifizieren, dass die Verifizierung soweit seine Richtigkeit hat.

Der Haken – der Versand der SMS an meine deutsche Telefonnumer dauert länger als die fünf Minuten die ich zur Eingabe Zeit habe.
Ich beantrage einen neuen Code.
Auf einmal prasseln die Nachrichten herein – ein Code, ich gebe diesen ein…
Falscher Code! Noch einer – falscher Code! Noch einer – ihr ahnt es, falscher Code…

War ja klar

Die Codes haben irgendwann nicht mehr zur Eingabeaufforderung gepasst, ich wurde gesperrt.
Nicht für fünf Minuten oder einen Tag – nein, gesperrt.
Ich soll eine Telefonnummer anrufen – leider war, wie eigentlich zu erwarten, Freitagnachmittag und somit habe ich die Lösung auf Montag zu vertagen.
Ein Bankbesuch steht an, aber ich mag meine Bankmitarbeiterin, ich werde ihr vielleicht eine Süßigkeit mitbringen 😉 .

Mein Tag läuft also unrund an und das sollte auch noch ein wenig so weitergehen, denn mein erster Arbeitsansatz war nicht von Erfolg gekrönt.

Ich habe die Erneuerung der Schrankscharniere auf meiner Liste und wollte beginnen, diese sukzessive auszutauschen.
Leider haben wir die Rechnung ohne die polnischen Werftarbeiter gemacht…

Die Scharniere warten auf den Verbau
Nicht alles was gleich aussieht ist tatsächlich gleich

Der Teufel steckt im Detail! Nicht nur, dass es die baugleichen Scharniere mit und ohne Feder gibt, nein, es gibt sie auch mit unterschiedlicher Kröpfung.

Natürlich wurden diese nicht sortenrein verwendet und somit haben wir weder die richtige Anzahl von Scharnieren noch alle notwendigen Sorten.
Der Job muss vertagt werden…

Ich will ein Erfolgserlebnis! Also öffne ich mir erneut das Kompartment hinter der Salonsitzgruppe und schaffe mir Zugang zu den Wasserpumpen des Wassermachers und der Toilettenspülung.
Ich will meine Montagebrettchen ankleben, um zu gewährleisten, dass der PU-Kleber aushärtet.
Da sollte ja nichts dazwischenkommen, oder???

Die Polster müssen weg, dann kann man den Zugang öffnen
Hier geht es runter – kein Problem, wenn man weiß wo man hintreten muss
Platz ist in der kleinsten Hütte – ich bereite meine Brettchen vor…
…und klebe sie an die zuvor festgelegten Montageorte

Hat alles bestens geklappt – jetzt geht es auch meinem Ego wieder gut. Ich frage mich also, wie der Tag weitergehen könnte, da trudelt eine WhatsApp Nachricht von Martin ein.

Er „bastelt“ an der Gasanlage seiner STENELLA II und bräuchte noch ein paar Ersatzteile, ob ich noch etwas von meinem Umbau an NESSAJA übrig hätte?

Nein, habe ich nicht! Aber ich habe ein gewisses Interesse an Gasanlagen und halte mich bei diesem Thema aus meiner beruflichen Vergangenheit heraus für zumindest fachkundig.
Ich sichere dem Freund zu, einfach mal vorbeizukommen und mal zu sehen ob ich helfen kann.

Ist das etwas „speziell Türkisches“???

Tatsächlich haben Martin und Freund Roland gute Arbeit geleistet – zwei Kleinigkeiten haben für ein Missverstehen gesorgt…

Erstens wurde eine Schottverschraubung nicht als das klassische Normteil erkannt – es wurde nach Lösungen gesucht, welche es nicht gibt.
Zweitens, der vielleicht gravierendere Punkt, der Kupfer-Schneidring wurde nicht vormontiert, dadurch entstand der Eindruck, etwas würde nicht passen.

Bei Kupfer-Kupfer Verschraubungen ist vormontieren nicht zwingend, aber empfohlen.
Wir fachsimpeln ein wenig, verifizieren meine Annahmen durch die technischen Informationen von Marktührer GOK und kommen zu guter Letzt zu dem Schluss, dass eine fachgerechte Montage ohne Kompromisse möglich ist – wenn man nur ein Werkzeug für die Vormontage hätte 😉 …

Hier komme ich ins Spiel!

DAS ist der Grund, warum ich mir so Sachen immer gleich kaufe
Ich presse Martin den Schneidring auf

Ich habe das Werkzeug noch von meiner Anlage und biete Martin an, seinen Schneidring am Rohrstutzen vorzupressen.

Danach ist die Montage des Schlauches ein Kinderspiel – die Dichtheit werden wir noch prüfen.

Das war ein Erfolgserlebnis – ich bin happy und genieße den Rest des Tages beim Baden am Strand und bei einem Kaffee im „Skipper´s“

Am Abend bin ich ohnehin noch einmal mit der Crew der STENELLA II verabredet, man wolle ins „Tis Kakomoiras“ und würde mich einladen.
Das freut mich außerordentlich, ich nehme dankend an und genieße diesen Abend so wie den gestrigen.

Natürlich machen wir auch Touristenbilder 😉
Ein Dinner in netter Runde
Wir gehen erst spät nach Hause

Wir laden uns den Tisch voll bis er sich biegt, haben zu fünft aber keine Probleme den leckeren Meze von Xristos Team Herr zu werden.

Wir quatschen über Gott und die Welt und genießen das Sein. Herrlich!
Erst spät lassen wir uns die Rechnung bringen und brechen auf.
Die Freunde fahren mit dem Taxi zurück in die Marina und ich gönne mir etwas, was mit Sibylle immer etwas schwierig ist – ich lasse den Abend noch etwas laufen…

Brigitte hatte mir geschrieben, dass in Drimonas Weinfest ist und gefragt, ob ich mitkommen wolle.
Nun, zusagen konnte ich nicht, denn ich war ja mit Martin und Crew verabredet – ich habe mein Kommen nach Drimonas also offen lassen müssen.
Da aber 22.30 Uhr in Griechenland noch keine Zeit zum Schlafengehen ist, habe ich kurzerhand entschieden, den Tag dort ausklingen zu lassen.

Hophopahopa – in Drimonas war richtig was los

Brigitte und Hans zu finden war nicht schwer. Wir begrüßen uns, trinken noch etwas zusammen und hören der Musik zu.

Das ist die Stimmung, welche ich so gerne mag. Hier in Drimonas war ein deutlicher Überschuss der Lerianer zu verzeichnen, es war kein typisches Touristenfest.
Ich liebe es, den Griechen beim Feiern zuzusehen!

Brigitte erinnert mich an mein Sushiessen – sie hätte es nicht vergessen und Sibylle käme doch bald wieder.
Ob wir nicht gleich etwas ausmachen sollen? Klar, jederzeit – so wird an diesem Abend der Plan geboren, am Tag nach Sibylles Rückkehr im „Navarone“ der „Sushi-Night“ eine Aufwartung zu machen.

Ich mag Sushi – und die Vorfreude darauf

Das mag ich! Ein neuer Plan und fünf Tage Vorfreude. Inzwischen war es Mitternacht geworden, wir lassen den Besuch des Weinfestes ausklingen und verabschieden uns.

Das war ein toller Tag – zwei weitere hat der August noch in petto, mal sehen was da noch so reinpasst!

Endspurt also – ich tanke ein Tässchen Kaffee und beschäftige mich administrativen Tätigkeiten.
Gerade als ich eine zweite Tasse Kaffee aufbrühen möchte, erreicht mich eine WhatsApp von Melanie – „…wir gehen gegen 11.00 Uhr zum Brunch ins Cafè, kommst Du mit?“

Warum eigentlich nicht? Ich sage zu und beschließe, dass ich mir heute einen Snack gönnen werde und meine zweite Tasse Kaffee eben dazu genießen werde.

Gerade noch am Wachwerden vor dem Computer…
,,,finde ich mich kurze Zeit später im „La Palma Café“ wieder

Die Crew der INSPIRATION hat heute keine Eile, denn Patrick und Andy checken heute aus und treten erst um 14.30 Uhr ihre Heimreise an.
Bis dahin will die Crew sich die Zeit hier im Café um die Ohren schlagen.

Da muss ich leider vorher abbrechen! Ich bleibe bis 13.00 Uhr dabei und merke, dass ich langsam in mein Mittagskoma abgleite.
Es fällt mir generell schwer, mich am Nachmittag noch neu zu motivieren, es wird also Zeit, dass ich in die Puschen komme.

Ich verabschiede mich und ziehe mich auf ELOWYN zurück, wo die gestern begonnene Arbeit auf mich wartet.

Heute setze ich die Pumpe des Wassermachers um

Der Job ist rasch erledigt, es gibt keine Komplikationen.
Dass ein Schlauch nach dem Umsetzen der Pumpe zu kurz ist, das hatte ich vorausgesehen – ich werde diesen morgen kaufen und die Arbeit danach finalisieren.

Danach setze ich mich an den Computer und recherchiere wegen ELOWYNs Lichtmaschinen Setup.
Der Gedanke lässt mich seit Tagen beim Einschlafen nicht los – eigentlich dürfte bei ELOWYN die Lichtmaschine nicht mit der Servicebatteriebank verbunden sein.
Der unersättliche Hunger der Lithiumakkus nach Ladestrom sollte also keine Gefahr darstellen – dachte ich…

Leider hat ELOWYN aber zwei Lichtmaschinen und meine Recherche zeigt, dass tatsächlich eine Verbindung über einen Diodenverteiler hergestellt wurde.
Diesen gilt es nun in dem großen Schiff zu finden.

Mit etwas Glück war das rasch erledigt

Hier kann ich nun, zumindest für die noch kommenden zwei Urlaube, die Lichtmaschine von der LiFePo4 Bank nehmen und so die Gefahr einer Überlastung ausschalten.

Wie wir an der Stelle weiter verfahren, dass bleibt mit Volker zu besprechen.
Eile ist an dieser Baustelle nicht geboten.

Anders bei HPs „Orion XS“. Wenn wir die Verkabelung des Batterie zu Batterie Laders noch fertigstellen wollen, bevor es in die „heiße Phase“ bei ELOWYN geht, dann müssen wir uns ranhalten.
Dafür will ich vorbereitet sein und lese mich auch hier etwas ins Thema ein…

Ich vertiefe mich in die Einbau- und Verkabelungsempfehlungen des Herstellers

Mir raucht der Kopf, aber ich sehe mich gewappnet.
Morgen steht eine Einkaufstour an, ich brauche Kleinteile für ELOWYN und es ist inzwischen auch klar, welche Teile wir benötigen um auf LIBERTÉ weiter zu kommen.

Ich sehe mich schon mit Hans Peter im Ford Ranger über die Insel brausen…
Ach ja, zur Bank und zum Steuerberater muss ich ja auch noch, da war ja noch die Sache mit der Telefonnummer.

Ich brauche eine Erfrischung und gehe mit der Crew der STENELLA II zum Baden an den Marinastrand.
Das mehr ist sehr erfrischend, ich mag das – aber gemessen daran, dass wir Ende August haben, sind die Wassertemperaturen fast schon erstaunlich kühl.

Dann lege ich mich ein wenig ins Cockpit, denn zum „Sonntagsstammtisch“ sind es noch zwei Stunden – ich habe endlich mal etwas Zeit zum relaxen.

Dann aber – um 19.30 Uhr trifft sich die Sommer-Community zum großen Stelldichein…

Heute war klar – es würden einge Segler teilnehmen, ich habe sicherheitshalber für 15 Personen reserviert
Am Ende waren 18 Personen gekommen – mehr als je zuvor

Wir hatten jede Menge Spaß – und obwohl ich unumwunden zugebe, dass mir kleinere Gruppen besser liegen, habe ich mich gefreut zu sehen, wie gut wir zueinander finden.

Wir hatten Spaß und auch die neuen Teilnehmer haben sehr schnell Anschluss gefunden.

Jeder bestellt sein Lieblingsgericht und wir essen letztlich einmal mehr sehr gut.

Giros Kotopoulo me Patates

Und wie klingt so ein Sonntagabend aus – genau, mit einem Besuch bei „Repapis“!
Auch dort waren wir immerhin noch mit 14 Personen einmarschiert und haben den Abend dann gemeinsam ausklingen lassen.

Ich gönne mir ein großes Eis – denn erstens klingen die Schmerzen in meiner rechter Flanke langsam ab, zweitens, so bilde ich mir zumindest ein, habe ich mir das redlich verdient.

Mit 14 Leuten an der großen Tafel…

Gegen 22.30 Uhr brechen wir auf und verabschieden uns auf morgen – ein neuer Tag wartet, der letzte im August (just bei diesem Satz fällt mir ein Lied ein – wer weiß es?) 😉

Ebendieser Tag begann ziemlich verrückt, um nicht zu sagen stressig. Ich stehe relativ früh auf und brühe mir eine Tasse Kaffee auf – dann geht es los…

Zuerst zum Sanitärgeschäft um abzuklären ob ich Halter für mein Expansionsgefäß bekommen – nein, das gibt es hier nicht, also bitte ich Sibylle in Deutschland noch einmal um einen Baumarktbesuch.
Danach zum Steuerberater, Handynummer ändern lassen – ist in drei Minuten erledigt.
Anschließend zur Bank, ebenfalls wegen der neuen Handynummer – ich warte eine Viertelstunde, das Problem ist in 48 Sekunden erledigt!

Soweit, so gut – ich schaue im Nautikshop „Naval“ vorbei und besorge für Martins STENELLA II einen Victron Bluetooth Dongle.
Den bringe ich vorbei, installiere ihn rasch und werte mit Martin und Roland die Daten des Solarfeldes aus.

Eigentlich würde ich jetzt zu Hans Peter gehen, wenn nicht Volker die Bestellnummern seiner Scharniere angemahnt hätte – auch er muss rechtzeitig bestellen.
Also rasch zu ELOWYN und „mal schnell“ die Nummern abfotografiert…

Und es kam wie es kommen musste!

Als ich bei dem ersten Schrank die linke Türe öffne, finde ich ein flaches Scharnier…
…beim Öffnen der rechten Türe zeigt sich dagegen ein gekröpftes Scharnier – was für ein Scheiß

Als ich dann beim Öffnen der Navigationstischklappe eine dritte Bauart finde, gebe ich Volker Bescheid – so macht das keinen Sinn!

Wenn wir nicht vollends im Nebel stochern wollen, dann müssen wir alle Scharniere ansehen, identifizieren und zählen.
Nur so können wir sicherstellen, dass wir die richtige Anzahl der jeweiligen Bauart kaufen.

Der Eigner stimmt zu und wir vertagen dieses Thema – jetzt kann ich zu Hans Peter gehen um die restlichen Einkäufe zu erledigen.
Dachte ich…

Denn jetzt bimmelt mein Telefon und ich muss mal wieder Crawler auf die Seite fahren.
In mir rumort es, aber ich weiß wohl, hier ist kein Parkplatz sondern eine Boatyard – also füge ich mich…

Mit einer Stunde Verspätung treten HP und ich den Einkaufsmarathon an – umso schöner war es, dass wir relativ rasch alle Teile für seine und meine Projekte beisammen hatten.

Ein neuer Ausgleichsbehälter, welcher bei der zweiten Druckwasserpumpe verbaut wird
Dazu den fehlenden unteren Schlauch für die Wassermacher-Förderpumpe – dieses Projekt finalisiere ich sofort

Es war mir wichtig, den Kessel heute schon zu kaufen, um das Risiko auszuschließen, dass keiner der Druckbehälter auf Leros lagernd ist.

Ich habe somit alle wichtigen Bauteile beisammen, um das letzte größere Projekt sofort nach Sibylles Ankunft zu starten.
Sibylle wird mir die noch fehlenden Halter für die Wandbefestigung mitbringen.

Das Projekt der tiefer gesetzten Förderpumpe für den Wassermacher kann ich dagegen sofort abschließen.
Hier musste ich nur einen zu kurzen Schlauch ersetzen – das Projekt bekommt einen dicken Haken.

Jetzt war der Druck etwas raus – der Stress war vorüber, alles hat gut geklappt.
Ich sehe nach, wann ich Sibylle eigentlich von der Fähre abholen muss – normaler Weise kommt die BlueStar aus Kos hier um 22.35 Uhr an – nicht so am kommenden Mittwoch!

F*ck – 00.10 Uhr! Was für eine unchristliche Zeit, was für ein langer Abend kommt da auf mich zu

Mir schwant, dass dies ein langer Abend wird – ich hoffe darauf, dass ich irgendwie eine nette Gesellschaft finde.
Ich hege aber Zweifel an der Erfüllung meines Wunsches, denn die meisten Freunde planen ein Ablegen zu einer spätsommerlichen Abschlusstour binnen der nächsten zwei Tage.

Naja, das bekommen wir auch noch hin…

Bibi meldet sich per WhatsApp – „…ob nicht zufällig mein Batterie-Belastungstester in unmittelbarer Nähe läge, man könnte nach dem Kranen einen Test gebrauchen.“

Tatsächlich hatte ich den Tester gestern geholt – ich bejahe also die Frage und verhole mich zu MOUSTIC, just in dem Moment als Giannis sie mit dem Kran abholt.

Der Kran nimmt die Beneteau Oceanis 393 in die Gurte
Bibi freut sich – oder ist es Aufregung

Giannis hebt das schöne Schiff ins Wasser und alles läuft wie geschmiert. Ich gehe nicht mit an Bord sondern laufe langsam zum Steg, um beim Annehmen der Leinen zu helfen.

Dort treffe ich Melanie und Jörg und wir beschließen, dass wir gemeinsam der Ankunft der Freunde beiwohnen wollen und diese gebührend feiern werden.
Wohl gemerkt – sie kommen aus der Krangasse – keine 100m entfernt!

Dennoch – auch die Crew der MOUSTIC verdient eine Ankunftszeremonie…

Wir machen Fotos und bejubeln die Hafeneinfahrt der Freunde
MOUSTIC wird an den frequentierten D-Ponton gelegt – der Weg für neue Bekanntschaften ist geebnet
Ein gutes Anlegemanöver ruft nach einem…
ANLEGEBIER

Bibi und Markus bitten sowohl mich als auch die Crew der INSPIRATION an Bord.
Es gäbe ein eiskaltes Anlegebier – wer kann dazu schon nein sagen???

Wir lassen mein Enkelchen Heidi hochleben, die hat heute nämlich ihren dritten Geburtstag, dann sitzen wir da und klönschnacken.
So schön kann Feierabend sein!

Nicht vergessen darf man aber Verabredungen und entsprechende Reservierungen!
Daher brechen wir um 19.15 Uhr auch auf, denn wir haben bereits um 20.00 Uhr im „Serza“ am Merikia Beach reserviert.

Wir schaffen es gerade noch pünktlich zur Taverne, die Stimmung am Strand ist herrlich.

Die Sonne versinkt – die „blaue Stunde“ beginnt

Melanie wollte ein für sie neues Lokal ausprobieren, die Wahl fiel auf´s „Serza“, welches für seine pfiffige Küche bekannt ist.

Mir fiel auf, dass das Servicepersonal komplett durchgewechselt hat – offen gesagt fand ich die alte Besetzung sympathischer – und auch leichte Schwächen in der A-Note gab es zu beklagen.
Ich gehe davon aus, dass es der Hochsaison geschuldet ist.

Alles in allem haben wir aber sehr gut gegessen und wir konzentrieren uns lieber auf die starken Seiten wie zum Beispiel das beste Sauerteigbrot der Insel, ein super leckeres Tarama und die phantastischen Bohnen.

Die Vorspeisen waren sehr gut
Auch die Hauptspeisen waren lecker – die Leber hätte 30 Sekunden länger braten dürfen…

Wir sitzen lang und reden viel – ich habe die Familie aus Tölz in mein Herz geschlossen, wir sind richtige Freunde geworden.

Ich erwähne das, weil es nach wie vor das Salz in der Suppe ist. Wir haben, die Familie ausgenommen, hier viel mehr soziale Kontakte als in der Heimat.
Die meisten sind schonmal über ein gemeinsames Interesse entstanden und es bilden sich richtige Freundschaften.
Auf diesem Grundgedanken stützt sich der Blogtitel und der Kreis kann sich schließen.

Kontinuität und Tiefgang gelingen nicht immer, manchmal bleibt es lockerer, hin und wieder trennen Abschiede die entstandenen Bande.
Interessant und bereichernd sind die Begegnungen allemal.

Wir fahren zufrieden nach Hause und so findet auch ein arbeitsreicher August ein harmonisches, ausgewogenes Ende.
Es ist schon fast Mitternacht, fast September, als ich ELOWYN erreiche…

Ich entere mein temporäres Zuhause…
…und genieße noch ein wenig die Lichter von Lakki und die Ruhe der Nacht

Wie geht es weiter? Was erwartet uns im August?

Nun, das Gespräch mit dem Eigner einer weiteren großen Yacht in der Marina ist noch offen – werde ich eine zweite Stelle als Bootsmann annehmen?

Sibylle kommt, genau genommen, am Donnerstag um 00.10 Uhr zurück 😉 – unser Lebensrythmus wird sich abermals ändern, wir müssen einen gemeinsamen Flow finden.
Vielleicht gönnen wir uns eine Woche Urlaub mit dem Motorrad.

ELOWYN läuft noch einmal aus – das bedeutet für mich, dass ich temporär in meinem Haus in Plaka schlafen werde.
Zudem kommt zum Ende des Monats unser Sohn Stefan mit Amelie und den Enkelchen Anton und Paula.

Wie passt Hans Peters Energieprojekt in meine Pläne – können wir die Mammutaufgabe finalisieren?

Es verspricht ein spannender, lebhafter und intensiver Monat zu werden.
Bleibt uns weiter gewogen…

Grüße von Bord der ELOWYN, Mario





Juli 2026 – Das geht raus an alle Spinner…

Der Song von Revolverheld aus dem Jahr 2010 heißt „Spinner“ – ich finde jedoch die volle Refrainzeile ansprechender und habe diese daher als Blog-Headline für den Juli verwendet.

„Spinner“ ist ein relativ neuer Song, der eigentlich gar nicht so in die bisherige Reihe passt.
Ihr werdet aber sehr schnell verstehen, warum ich den „Spinnern wie dir und mir“ eine Headline widme.

„Lass dein altes Leben hinter dir
Und geh durch diese neue Tür

Das geht raus an alle Spinner
Denn sie sind die Gewinner
Wir kennen keine Limits
Ab heute für immer
Das geht raus an alle Spinner
Weil alles ohne Sinn wär‘
Ohne Spinner wie dich und mich“

Und „Du spinnst…“ war noch das Harmloseste was ich mir nach dem Kauf meines neuen Vehikels anhören durfte 😉 !

Ich konnte nicht „NEIN“ sagen

Ich konnte unser Mobilitätsproblem gleich zweifach lösen – beide Lösungen lassen es durchaus zu, mich Spinner zu nennen.
In jedem Fall hat es Spaß gemacht und wird wohl eine Geschichte, die ich später meinen Enkeln erzählen kann.

Doch bis es soweit war, sollten noch ein paar Tage vergehen. Noch waren wir im Besitz von Sibylles rotem Honda Civic und verweilten ja am Bodensee bei meiner Tochter.

Der Honda war seit drei Monaten TÜV fällig und aus meinem Werkstattumfeld will ihn wirklich kein Monteur anfassen.
Die Reparatur in Griechenland hätte sich nur gelohnt, wenn Sibylle ihn weiterfahren wollte, aber selbst hier blieb meine Frau eine Entscheidung schuldig.

Doch all das werde ich die nächsten Tage entscheiden, jetzt sind wir erst einmal bei meinen drei Bodenssee-Enkeln und für heute steht ein Ausflug in einen Familien-Freizeitpark am Programm.

Das „Traumland“ nahe Reutlingen ist unser Ziel
Der Opa lädt zum Freizeitvergnügen und kündigt dafür seinen Bausparvertrag – es ist Wahnsinn was inzwischen an Eintritt aufgerufen wird

Diese Art Parks rufen inzwischen richtig hohe Eintrittsgelder auf. Denkt man darüber nach, dann kann man eine gewisse Rechtfertigung erkennen, dennoch belastet ein solcher Tag das Budget einer Familie sehr.

Gut, wenn es einen Opa gibt der es sich nicht nehmen lässt, hier eine Einladung auszusprechen.

Ein zweites Mal muss ich, nach dem Treffen mit einem früheren Arbeitskollegen, an meine Zeit bei Elring im Landkreis Reutlingen denken.
Hier bei der „Bärenhöhle“ waren wir einmal in einer Art Tagungsstätte zu einem Event mit Kunden – ich erlebe somit auch eine Reise in meine Vergangenheit.

Wir haben den Weg auf uns genommen, weil die Mädchen den Park lieben und Sibylle und ich von hier aus einen leichten Heimweg haben.

Der Park bietet allerhand
Na, wenn es mich da mal nicht trifft…
Zu Anfang die Märchenbuden für die Kleinen
Dann die ersten Karussells und Fahrgeschäfte – die Kleinen waren glücklich

Während wir vom Bodensee aus nach Reutlingen gefahren waren, spielten sich am See selbst wohl dramatisch-spannende Szenen ab.

Schwiegertochter Sonja schreibt uns aus Miesbach, dass sie hoffe, dass „…wir nicht in der Nähe von Friedrichshafen wären!“

Um ihre Sorge zu belegen, schickt sie gleich ein Bild aus den Medien mit.

Wow, eine Wasserhose über dem Bodensee

Wir geben Entwarnung, sind aber echt baff als wir das Bild sehen. Solche Wetterphänomene gibt es immer wieder auch auf deutschen Seen, aber in dieser Größe und mit dieser Wucht war es mir bisher nicht bekannt.

Ich bin auch fasziniert – ich würde so eine Wasserhose gerne einmal in natura sehen, gleichwohl ängstigen diese Naturgewalten auch.
Es ist ein Wunder und gleichzeitig das Wichtigste, dass bei Friedrichshafen wohl keine Menschen zu Schaden kamen.

Wir ließen uns den Spaß nicht verderben und widmeten uns weiter den Fahrgeschäften des Freizeitparks.

Die kleine, wilde Achterbahn fasziniert
Aus der Wasserrutsche sind die Kinder kaum herauszubekommen

Wir verleben einen schönen Tag. Es gibt noch ein Eis und eine Brotzeit, dann trennen sich unsere Wege.

Wir fahren von hier aus über Ulm und Augsburg auf der A8 Richtung München, die Kinder und Kindeskinder fahren über Land zurück an ihren Wohnort.

Ich freue mich, wenn die Fünf mich einmal auf Leros besuchen werden. Das würde ein Heimspiel für mich und sicher nicht weniger lustig.
Bis dahin wird es noch etwas dauern, ich hoffe der nächste Besuch ist nicht erst in einem Jahr.

Der Heimweg zieht sich und wir benötigen tatsächlich über drei Stunden vom Freizeitpark nach Erding.
Mit dem letzten Tropfen Sprit im Tank kommen wir an…

Die Treibstoffpreise sind horrend, da sind die 1.98 für den Liter E10 noch moderat

Gleich die erste Tankstelle nach der Autobahn bietet den Liter E10 für 1.97,9€ an – das ist zwar für meinen Geschmack echt zuviel, aber hier in der Region noch als moderat einzustufen.

Ich tanke voll und erlebe mein „blaues Aral-Wunder“…

Während des Tankvorgangs sehe ich mir den Preis auf der Zapfsäule aus dem Augenwinkel an – nanu, da steht doch eine 2 davor!

Was für eine Bauernfängerei

An der Kasse steht eine Dame vor mir welche sich ob des Preisunterschieds gerade mächtig beschwert.
Der junge Mann an der Kasse zuckt mit den Schultern, verweist auf die defekte Anzeigetafel und darauf, dass der Preis an der Zapfsäule bindend sei.

Ich verzichte auf die laute Beschwerde und überlege, ob es wohl Sinn macht eine Mail an den Konzern zu schreiben.
Ja, theoretisch schon! Praktisch reden wir in meinem Fall von 3.-€ Differenz, welche mir zu gering erscheint um sowohl Zeit als auch Nerven zu investieren.

Dafür schreibe ich es hier in meinem Blog – Leute, tankt nicht an der Aral in Garching-Hochbrück!

Wir erreichen Erding um 20.30 Uhr – und haben einen Bärenhunger. Sibylle schlägt den örtlichen Thai als Lokal der Wahl vor.
Und dieser Vorschlag war ein Volltreffer!!!

Zur Vorspeise gibt es Sommerrollen
Sibylle wählt ein Curry, ich bekomme etwas mit Hoi-Sin Soße (Nr. 97 😉 )

Diese Einkehr war bis heute die preiswerteste seit wir hier sind. Das Essen war phantastisch, die Preise mehr als moderat.
Ich schlage sofort vor, diese Wirtschaft noch einmal zu besuchen.

Ich setze Sibylle bei ihrer Tochter ab und trete dann den 80km langen Heimweg in mein Quartier am Schliersee an.
Ich liebe es, in der Nacht Auto zu fahren. Ich fahre über Land und lasse die Gedanken fliegen – wie würde ich meinen Audi ersetzen???

Naja, sehen wir was der morgige Tag bringt…

Und der begann mit einer Leckerei!

Kas-Leberkassemmel zum Frühstück – welch ein Start in den Tag

Die selbstauferlegte Regel lautet, dass ich niemals zur Metzgerei „Holnburger“ fahren würde um mir die bayrische Spezialität zu kaufen.

Sollte mich mein Weg aber an der Leberkasschmiede vorbeiführen, dann ist ein Kauf des Schmankerls eher zwingend als optional.

Da ich heute zu Sohn Florian fahre um Klicker an den neuen Besitzer zu übergeben, scheint mir ein Leberkasfrühstück ein guter Start zu sein.

Klicker muss abgemeldet werden
Zwei Wackelkandidaten auf einem Bild

Das Abmeldeprocedere auf der Zulassungsstelle geht sehr rasch. Ich habe nach dem Behördengang noch Zeit, denn ich bin erst um 10.00 Uhr mit dem rumänischen Abnehmer verabredet.

Ich ziehe mich ein wenig zurück um die Gedanken zu sammeln und den Blick schweifen zu lassen.
Gleich hinter unserem ehemaligen Haus zieht sich eine kleine Anhöhe hinauf, von hier hat mein einen herrlichen Blick über die Kreisstadt Miesbach.

Ich parke den roten Flitzer an einer Bank – auch seine Uhr tickt
Der Blick Richtung Miesbach ist herrlich

Wie erzähle ich kurz, was in der nächsten halben Stunde passiert???

Ich fahre zurück vor unsere ehemalige Garage und beginne die Unterlagen für Klicker vorzubereiten und den Kaufvertrag auszufüllen.
Da spricht mich ein junger Mann an, Brille mit Goldrand, goldene Halskette, goldene Uhr – vom Typ eher schleimig aber durchaus nett.
Er wüsste gerne, wem der schwarze Audi gehört.

Als ich mich als Besitzer zu erkennen gebe umgarnt er mich mit salbigen Worten und unseriösen Angeboten, von denen ich weiß, dass im Falle einer Zusage keines haltbar sein würde.
Ich verneine, der Wagen ist vergeben!
Als mehrere Versuche mir den Audi doch noch abzuschwatzen scheiterten, schwenkt er um, sieht die abgelaufene TÜV-Plakette des Honda und sagt…

„Dann kaufe ich den! Du brauchst den nicht mehr, der hat keinen TÜV, da bekommst Du einen Punkt!“

Ich kläre ihn auf, dass man bei vier Monaten noch keinen Punkt bekommt, der Wagen für 600.-€ verkauft werden soll, er ihn aber erst nach dem 20.07. haben könnte.
Er startet seine Verhandlungen – aber just in diesem Moment kommt der neue Eigner von Klicker, dem ich mich gleich zuwende.

Der steht mit mir alleine am Audi und sagt – „…ich nehme den Honda auch, schick´die Typen weg!“

Da ich den Mann über einen Freund kenne und er vertrauenswürdig ist und auch Manieren zeigt, handle ich genau so.
Ich schicke die Überraschungsgäste weg und verhandle mit dem empfohlenen Autohändler aus Rumänien.
Er zögert nicht, kauft den Honda für den Zielpreis und lässt mich noch vier Tage fahren.

Als ich Sibylle anrufe und ihr sage, dass wir in vier Tagen kein Auto mehr haben, fällt sie aus allen Wolken – „…und wie gedenkst Du das Problem zu lösen? Du spinnst total!“

Da haben wir es! Ich spinne! Ich verhole mich zum Nachdenken an den Schliersee…

Kaum etwas los – der See lädt zum Bade und zur Abkühlung des überhitzen Denkzentrums

Am nächsten Tag hole ich Sibylle zu mir an den See. Sie hat inzwischen die meisten meiner Bestellungen erhalten und ich könne die Pakete bei dieser Gelegenheit gleich mitnehmen.

Im Wesentlichen habe ich Ersatzteile für meinen Fiat Panda 4×4 Climbing auf Leros bestellt.
Der schlumpfblaue Offroader ist ein relativ feines Wägelchen und war, gemessen an deutschen Preisen, eher teuer.
In Griechenland sind Autos ohnehin teurer, aber Sibylle und ich haben entschieden, dass wir diese Investition machen.

So scheint es logisch, dass wir „Smurfy“ die Liebe angedeihen lassen, die er benötigt und bestellen dafür allerhand Teile, welche ich in meinem Zimmer sammle.

An der Wand und unter dem Tisch stapeln sich die Ersatzteile

Bei einem Besuch beim örtlichen Fiat Händler wird eine Idee geboren – die erste „Spinnerei“ des Monats.

Ein banaler Plastik-Handgriff für das Verdunkelungsrollo des Glas-Panoramadaches kostet 120.-€!
Manchmal wäre es gut, wenn man ein Schlachtfahrzeug hätte…

Ihr ahnt es – warum nicht einen billigen Panda kaufen und als Schlachtfahrzeug nach Leros bringen?
Bis ich ihn nach Griechenland fahre, könnte Sibylle ihn in Deutschland nutzen – das würde genau passen, denn ab März 2027 könnte sie den Wagen ihrer Schwiegertochter übernehmen.

Gedacht – gemacht! Wir sehen uns nach billigen Pandas um und werden in Bernau am Chiemsee fündig.

Wir kaufen das Wägelchen und nennen ihn HP

Wer genau hinschaut und sich etwas auskennt wird sofort entdecken, dass es nicht „irgendein“ Panda ist und dass der Name HP nicht von ungefähr kommt.

Es gibt einen echt raren und nur in 30.000 Einheiten gebauten Panda Typ 169, den sogenannten 100HP, wobei der Name Programm ist.
Das nur 975kg schwere Wägelchen hat einen 100 PS Saugmotor verpasst bekommen, welcher ihn zu einer Kanonenkugel macht.

Wer mich kennt weiß längst, dass die Suche nach einem 100HP kein Zufall war – und wer Lust hat bemüht mal Google nach „Fiat Panda 4×4 100HP“…

Der Motor passt ohne größere Umbauten auf das Allradgetriebe und verleiht dem 4×4 dann einen sportlichen Touch.
Ich kaufe mir quasi ein besonderes Modell als Teileträger für meinen kleinen Schlumpf 😉 !

Spinne ich? Naja, ein bisschen vielleicht…

Ich fahre Sibylle zurück und es reicht noch für einen Besuch beim Herrenausstatter meiner Wahl.

Ein Pflichttermin

Ich brauche nicht viel und so ist der Besuch im „Strauss Workwearstore“ auch schnell erledigt.
Ich bekomme alles was ich benötige und bin somit wieder eingekleidet.

Der Laden liegt, ein kleiner Umweg eingeschlossen, am Weg zu Sibylles Tocher, so kann ich den Besuch bei jedem Deutschlandaufenthalt gut einplanen.

Als ich Sibylle abgesetzt habe und zurück an den Schliersee fahre, muss ich das Thermometer des Honda fotografieren.
Es war brutal heiß während der letzten Wochen, aber nach einem kurzen Wettereinbruch und dem Ende der hochsommerlichen Temperaturen, haben sich bitterkalte Nächte eingeschlichen – im Juli!

Nachts am Schliersee – 13°C

Die nächtlichen Temperaturen klettern nur unwesentlich über die 10°C Marke und sorgen dafür, dass der See sehr rasch wieder abkühlt und erfrischend wird.

Das macht das rasche Eintauchen schwieriger, sorgt aber an den nun abermals folgenden heißen Tagen für die willkommene Abkühlung.

Ich habe am kommenden Tag einen Termin in München – ich sehe mir ein Fahrzeug an.
Es ist ein Wagen der mich reizt, den ich schon länger am Schirm habe und der in eine Kategorie meiner Suchkriterien passt – deshalb wird er mir als Ergebnis bei „mobile.de“ vorgeschlagen.

Ich konnte nicht an ihm vorbeigehen und musste zusagen – das Prädikat „Spinner“ wird mir ab nun wohl länger anhaften.

Tataaaaa – darf ich euch mein neues Auto vorstellen, er hat den Namen „Crawler“.

Über alle Zweifel erhaben – mein „Crawler“

Ich habe ein Faible für Off-Road Fahrzeuge, das dürfte bekannt sein. Ich mag Wohnmobile, weil sie Unabhängigkeit verleihen und ich ab und an transportieren muss.

Neben vielen anderen Optionen habe ich daher nach „Allrad Wohnmobilen“ gesucht.
Normaler Weise fallen die Mitsubishi L300 4×4 aus, weil sie inzwischen hoch gehandelt werden.
Dieser hier war gerade noch in meinem Preisrahmen.

Das Besondere – „Crawler“ ist ein Wohnmobil mit H-Zulassung, also ein anerkannter Oldtimer mit einem 2.5 Liter Turbodiesel und 87 PS.
Der Wagen ist Erstzulassung 1991, also 35 Jahre alt.
Die Allrad Technik stammt aus dem Mitsubishi Pajero, ein richtig geländegängiges Vehikel mit zuschaltbarem Allrad, Untersetzungen und Freilaufnaben.

Ich erkläre „Crawler“ zu meinem neuen Hobby – und damit ich auch als Spinner in euren Köpfen verhaftet bleibe, gebe ich noch eine Vision als Zielbild mit dazu.
Ich möchte, dass mein Bus in etwa zwei Jahren so ähnlich aussieht…

So ähnlich könnte er aussehen

In dieser Phase des Monats fallen die Würfel für meine Heimreise – ich werde mit Crawler bis Brindisi fahren und dann von Igoumenitsa nach Piräus.

Im Wagen werde ich das ganze Gepäck mitnehmen und die Pandateile transportieren.
Dafür möble ich den betagten Wagen, der an einigen Ecken etwas Zuwendung braucht, auf und bereite ihn für die Tour und meine Übernachtungen entsprechend vor.

Auf Leros wird er dann nach und nach seine Frischzellenkur bekommen.
Mein Freund und ich spinnen derweil hier am Schliersee weiter und schmieden Zukunftspläne in denen Crawler ans Nordkap und nach Afrika darf.
Ich gestehe auch ein, dass ich ihn, als Sibylle neulich die PanAmericana erwähnt hat, automatisch in meinem Kopf damit verknüpft habe.

Leute ich sag´s euch – spinnen macht Spaß! Und Hunger!
So freut es uns ganz besonders, dass wir eine Einladung von Kate bekamen, es sei eine „Schnitzerl-Session“ geplant!

Sollte reichen für drei Personen

Am nächsten Tag fahren wir die letzten Kilometer mit dem Honda.
Wir besuchen unsere Tochter und begutachten den Neubau der jungen Familie.

Der Umzug ist für Ende August anberaumt und es steht zur Debatte, dass Sibylle zu diesem Zeitpunkt schon wieder nach Deutschland fliegt um zu unterstützen.

Zu diesem Zweck könnte sie den Panda HP benutzen, der wäre dann zugelassen und muss für den Einsatz nur noch eine neue Antriebswelle bekommen – nach Griechenland soll er erst Anfang 2027 überführt werden.

Die Doppelhaushälfte ist fast fertig, einen Nachbarn gibt es noch nicht – dafür gibt es inzwischen ein Klo am Haus

Wir bringen den Honda nach Miesbach und Sibylle räumt ihn aus.
Ab jetzt fahren wir mit Crawler.

In dieser Phase des Monats bin ich fast jeden Tag damit beschäftigt, den Juni Blog fertig zu stellen.
Ich bin durch die Familienbesuche, die Autothematik und die vielen Pendelfahrten so in Verzug geraten, dass ich nahezu jede freie Minute zum Schreiben nutze.

Es nützt alles nichts, ich überziehe fast eine Woche und kann den Bericht des vergangenen Monats erst Ende der ersten Juli-Woche abschicken – das soll mir diesen Monat nicht passieren!

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Ich liebe Spaghetti Eis – eines hatte ich ja schon gehabt, als wir mit der kleinen Heidi beim Eisessen waren.

Heute sitze ich, wie so häufig während der letzten Tage, mit Rita und René beim Abendessen.
Rita hat Schinkennudeln gemacht, wir schwatzen über Gott und die Welt.
Just in diesem Moment bringt René ein Eis ins Spiel, er hätte Vanille im Haus…

Irgendwie fällt das Wort „Spaghetti-Eis“ und wir drei sind angefixt.
Leider haben wir nicht alle Zutaten im Haus und wir wollen nicht mehr zur Eisdiele fahren – wir müssen also improvisieren.

Klein aber fein – und (fast) stilgerecht

Sibylle schläft heute Nacht bei mir am Schliersee – das ist sinnvoll, denn für morgen steht ein lang geplanter Termin in unserem Kalender.

Unser Freund Jörg von der INSPIRATION hat, während des letzten Treffens in Leros schon, den heutigen Tag für sich bei uns reserviert.
Er hat Geburtstag und lädt uns ein – eine Einladung, der wir gerne Folge leisten.

Man feiert ganztägig und erwartet uns gegen Mittag.

Ok, dann! Sibylle und ich stehen auf, machen uns fertig und packen Badesachen ein.
Dann machen wir uns auf den Weg nach Bad Tölz – es ist nicht sehr weit, der Weg in die Nachbargemeinde beträgt nur etwa 35km.
Mit Crawler, nomen est omen, wird diese Strecke aber zur Weltreise – eine mittlere Reisegeschwindigkeit von 80km/h macht ihn zu einer „Entschleunigungsmaschine“ der man sich ergibt und zu genießen beginnt.

Zuerst aber gönnen wir uns ein Frühstück am Weg…

Ich entscheide mich für eine Schinken-Käsebreze und a Haferl Kaffee

Nach dem Frühstück kaufen wir noch das Geburtstagsgeschenk und machen uns dann auf die Fahrt.

Genussvoll brummeln wir durch´s Oberland und genießen die tolle Landschaft bei herrlichem Wetter.

Nach etwa einer knappen Stunde, kommen wir ziemlich pünktlich am Haus unserer Freunde an.
Es ist schön, wenn man sich als „Nachbarn“ in Leros trifft und kennenlernt und diese Freundschaft nach und nach wachsen lässt.
Wir freuen uns ganz sakrisch über diese Einladung!

Wir parken Crawler zentral in der großen Einfahrt
Nach dem großen HALLO und der Erstgratulation stoßen wir mit einer Perlbrause an – die Badesachen haben wir nicht zufällig dabei

Wir genießen einen tollen Tag mit Jörg, Melanie und deren Familie. Wir lernen neue Leute kennen und haben kurzweilige Stunden.

Ich muss nicht erwähnen, dass wir kulinarisch bestens versorgt wurden und ein BBQ vom Feinsten den Abend abgerundet hat?
Alles war perfekt organisiert und umgesetzt – vielen Dank, dass wir teilnehmen durften.

Aufgrund der Tatsache, dass ich mit drei Bierchen zwar wohl noch sprech- aber kaum mehr fahrtüchtig war – dies zumindest in den Augen der deutschen Exekutive – kam Sibylle spätabends in den Genuss ihrer ersten Kilometer am Volant von Crawler.
Ungewohnt, zögerlich zunächst, wird sie rasch warm mit dem Relikt aus längst vergangenen Tagen und chauffiert uns sicher nach Hause.

Wir fielen müde ins Bett, denn am nächsten Tag stand Verwaltungskram auf dem Plan.

Heute steht die Zulassung von Crawler auf dem Plan

Ich finde mich sehr früh morgens an der Zulassungsstelle ein um zwei Meldevorgänge abzuschließen.
Zum einen wird der rote Honda abgemeldet um gegen 10.00 Uhr an seinen neuen Besitzer übergeben zu werden.

Zum anderen wird heute mein kleiner Crawler auf mich angemeldet und verliert in diesem Zuge seine Münchener Stadtzulassung.
Ich erbitte mir ein Wunschkennzeichen und da L300 nicht mehr frei war, entscheide ich mich für IL300.
Das I ist nur ein Platzhalter, wer aber möchte kann IL als „Island Life“ oder „Island Leros“ interpretieren.

Man hat keinerlei Zicken gemacht wegen der Wohnmobil H-Zulassung, dies wertet den Crawler für mich richtig auf.

Der Oldtimer trägt sein neues Kennzeichen

Nachdem auf dem Amt alles bestens geklappt hat, bin ich zu unserem ehemaligen Haus gefahren und habe den Honda an den rumänischen Käufer übergeben.

Damit haben Sibylle und ich einmal unseren Fuhrpark durchgetauscht. Der Honda hatte seinen Dienst erfüllt und hätte auch noch funktioniert – leider wollte niemand den Civic Type-S reparieren oder fahren.

Anders bei Klicker – er war beliebt, jeder hat ihn sich geborgt und in der Werkstatt in der mein Sohn Serviceleiter ist, hätte man für ihn gesorgt.
Leider waren 385.000km schon sein Limit.
Das vor einem Jahr investierte Geld hat sich nur sehr bedingt gelohnt.

Ich hoffe, dass wir mit der neuen Auswahl an „g´spinnerten Kisten“ etwas mehr Glück haben.

Nach der Übergabe des Civic hole ich Sibylle in Erding ab, sie wird einige Tage in Miesbach verbringen.
Ihre erste Frage an mich – „…kannst Du mich zum Schuhgeschäft bringen? Ich brauche DRINGEND ein paar Schuhe!“

Sibylle ist in ihrem Element – die Kleiderecke des Schuhgeschäftes ist gut sortiert. Und was macht sie mit mir???
Ich werde im Spieleparadies abgegeben – na toll!

Rache ist süß – gleich nachdem ich den kurzen Einkaufsbummel hinter mich gebracht hatte, war ich am Zug.

Der sündteure Griff für das Sonnenrollo an meinem Panda 4×4 war bei Fiat eingetroffen und ich solle diesen bitte abholen.
Da der örtliche Fiat Händler nicht sehr weit entfernt war, hatte ich nun meinen Einkaufsrausch.
Sibylle wartete inzwischen gelangweilt im Auto – quid pro quo!

Ich erfahre mein Shoppinerlebnis bei Fiat

Für ein paar Stunden müssen sich nun unsere Wege trennen. Ich fahre Sibylle zu ihrem Sohn, sie hat versprochen, die Buben von der Schule abzuholen und den Nachmittag lang auf sie aufzupassen.

Ich hingegen bin um 17.00 Uhr in Bernau mit dem Verkäufer von HP (nicht dem aus dem Saarland, der aus Italien) verabredet.
Ich fahre mit René dorthin um den flotten Panda abzuholen.

Zum Abendessen waren wir mit Rita und René verabredet, Sibylle würde später mit dem Wagen der Schwiegertochter wieder zu uns stoßen.
Alles klar? Nein? Macht nix…

René und ich nehmen das große Wohnmobil um im Pannenfall abschleppen zu können
Die Übergabe des Panda 100HP klappt reibungslos

Der flotte Italiener sieht aus, als hätte man Klicker zu heiß gewaschen. Zudem trägt er das Nummernschild seines schwarzen Vorgängers.

Der kleine Flitzer hat einen gravierenden Mangel – er hat ein Geräusch an der vorderen, linken Antriebswelle. Es handelt sich um ein sehr lautes Klackern, welches ihm fast den Namen Klacker eingebracht hätte.
Letztlich ist die Wahl aber auf HP gefallen!

Ich brummle mit dem klackernden HP über den Landstraßenweg in Richtung Schliersee, gefolgt von René in seinem neuen Wohnmobil.
Er könnte mich im Falle einer Panne sofort an den Haken nehmen.

Es passiert aber nichts – im Gegenteil! HP fährt so prima, dass ich beschließe, gleich die Optionen für eine neue TÜV-Plakette ansehen zu lassen.
Wir fahren ihn direkt bis in die Werkstatt und übergeben ihn zur Reparatur der Antriebswelle und zum TÜV-Check.

Bereits eine Stunde später sitzen wir zu viert in einem neu eröffneten Thai-Restaurant in der Nähe des Tegernsees.
Wir haben Hunger und der Name des Lokals wird nach der Bestellung zum Programm.

Ohne Mampf kein Kampf – das Dinner ist mehr als verdient

Nachdem wir gut gespeist hatten, uns währenddessen gut unterhalten haben und dabei einen kurzweiligen und lustigen Abend zu viert hatten, war noch Platz für eine Nachspeise.

Sibylle winkt ab, sie wolle nichts mehr. Wir anderen finden auf der Karte des Restaurants auch nichts Erquickendes mehr.
„Wie wäre es mit der Eisdiele gleich am Autoparkplatz?“ fragt René – doch die war leider schon geschlossen.

Unsere Wege trennten sich hier. Sibylle fuhr wieder zu ihrem Sohn nach Miesbach, wir drei machten uns auf den Weg nach Schliersee.
Dabei passieren wir eine Eisdiele, sie war noch geöffnet!

Es brauchte keine Worte – René stoppte den Wagen, wir stiegen aus und ließen den Abend bei einer Kugel Eis in der Waffel ausklingen.

Auf der Theke stand ein Schild – meine Augen blieben daran hängen…

Ich muss an „Repapis“ und die freundlichen, herzlichen Griechen denken

Nein, wir wollen uns nicht setzen. Lieber schlendern wir 100m die Straße hinauf und wieder herunter.
Das Schlotzeis war ein leckerer Ausklang des Abends und ich wollte diesen nicht verderben – aber hier esse ich kein Eis mehr.

Nicht, dass ich den Gedanken des Eisdielenbetreibers nicht verstehen würde, aber es klingt eben mehr als unfreundlich und abweisend.
Ohnehin waren an diesem Abend, zu dieser Stunde kaum noch Tische belegt.

Auch den Folgetag verbringen Sibylle und ich weitgehend zusammen. Wir eröffnen mit einem leckeren Frühstück in „Marys Esszimmer“ um dann ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.
Wenn wir in Deutschland sind, gibt es ja immer eine Besorgungsliste von Dingen die man auf Leros nur schwer bekommt.

Wir gönnen uns heute ein Frühstück, so sind wir für den Einkaufsbummel gewappnet

Sibylle hat in Deutschland ja auch immer eine ganze Menge an Arztterminen im Kalender stehen.
Wenn ein solcher Tag ansteht, dann verleben wir den Tag meist getrennt voneinader oder unsere Wege trennen sich zumindest für ein paar Stunden.

Ich nutze die Zeit dann sinnvoll und widme mich meinen Aufgaben oder der Vorbereitung von Crawler für die anstehende Rückreise.
Ich wollte ihn etwas sauber machen, meine persönlichen Dinge aus dem Audi einräumen und ihm einen ersten technischen Check angedeihen lassen – immerhin hat er 2000km durch Italien und Griechenland vor der Brust.

Rita und René geben mir ein paar Dinge aus dem Ferienhaus, so dass ich mit Bettsachen und einer Basis-Geschirrausstattung aufwarten kann.
Im Großen und Ganzen scheine ich gewappnet.

Crawler wird gereinigt und vorbereitet, der erste Schwung an Transportgüter wird bereits verräumt

Ich plane gerade meine Rückreise, welche ich am 19.07. antreten möchte.
Die Termine sind zwar noch nicht in Stein gemeißelt, der 19. bietet sich jedoch an, weil wir die beiden Tage zuvor mit meinem Sohn und seiner Familie verbringen werden und dann unseren Aufenthalt im Landkreis Miesbach beim Sommerfest des älteren Sohnes ausklingen lassen würden.
Am Tag darauf, eben am 19., könnte ich frühmorgens aufbrechen und Sibylle würde zur Tochter nach Erding zurückkehren um von dort aus ihren Rückflug nach Griechenland vorzubereiten – dieser ist für den 20. geplant.

Meine Route plane ich in vier Etappen ohne Autobahn. Ich würde von Miesbach über Österreich und durch die südtiroler Dolomiten bis zum Gardasee fahren.
Ab hier dann durch Oberitalien bis an die Adriaküste bis etwa Rimini.
Die nächste Etappe würde mich entlang der Küste und parallel zur Autobahn bis in die Region des Gargano nach Apulien führen.
Am letzten Tag plane ich Brindisi zu erreichen, von wo aus mich eine Tagesfähre nach Igoumenitsa bringt.

1.400km in vier Etappen

Zur Not kann ich immer auf die Autobahn ausweichen und etwas Strecke machen, aber einen wirklich guten Schnitt kann ich mit dem betagten L300 auch dort nicht erwarten.

In Igoumenitsa komme ich um 22.00 Uhr an und werde versuchen mich zu versorgen und dann einen Stellplatz für die Nacht zu finden.

Von dort aus geht es, ebenfalls über Landstraßen, wie folgt nach Piräus…

In Griechenland böten sich mehrere Routen an – ich entscheide mich für diese

Auch den Weg durch Griechenland „zerlege“ ich in zwei Teilstücke. Ich kenne die Route entlang des Golfes von Korinth und werde wohl bis Glyfada fahren.
Dort bleibe ich eine Nacht und setze die Fahrt am nächsten Morgen fort um am Vormittag in Piräus zu sein.

Der Grund hierfür ist eine Nachricht des KEP in Piräus, welche mich dieser Tage erreicht hat.
Mein Fahrzeugschein für den Panda 4×4 ist fertig, ich könne ihn abholen.
Die Gelegenheit, dass ich Piräus durchfahre, will ich mir nicht entgehen lassen.

Es sieht so aus, als könne ich zwei sehr gut passende Fähren buchen. Die Kabinen sind zwar alle ausgebucht, aber das bekomme ich hin.
Von Italien nach Griechenland fahre ich tagsüber, von Piräus nach Leros werde ich mich auf einen Sessel falten und die Fahrt über mich ergehen lassen.

Klingt nach einem Plan! Darauf ein Eis…
(Ich merke an, dass sich ein Fehler bei der Planung eingeschlichen hat – es wird ein wenig anders kommen 😉 )

I love Spaghettieis
Auch Sibylle weiß was gut ist 😉

Wir waren mit Sohn Florians Schwiegereltern zum gemeinsamen Eis verabredet.
Natürlich waren Sonja und die Jungs mit von der Partie, denn Opa Charly hat anlässlich seines gestrigen Geburtstags zum Eisgelage eingeladen.

Allesamt haben wir unser Eis genossen, es war ein nettes Beisammensitzen, gepaart mit einer feinen Leckerei.

Als Sonjas Eltern später am Nachmittag heimgefahren waren, hatten auch Sibylle und ich nur noch eine kurze Aufenthaltszeit in unserem ehemaligen Garten.
Wir haben ein wenig mit den Jungs gespielt, die aber dann lieber mit den Nachbarskindern unterwegs waren.

So konnten wir guten Gewissens zu unserer nächsten Verabredung weiterziehen – wir treffen uns ein weiteres Mal mit Melanie, Jörg und Lukas.
Diesmal ist das weitläufig bekannte „Bräustüberl“ am Tegernsee das ausgewählte Ziel.

Wir kommen als erste an und suchen unseren reservierten Tisch

Die Familie erscheint stilsicher in Tracht und Sibylle und ich erkennen sofort, dass wir in Sachen Kleiderwahl am heutigen Tag unter „ferner liefen“ landen.

Aber die Klamotten tun der Sache keinen Abbruch, wir sitzen wieder nett beisammen und besprechen die Welt von A wie Aktien bis Z wie Zweityacht 😉 – eine breite Palette an bunten Themen…

Als wir zum Nachhauseweg aufbrechen, übergibt Jörg mir eine Batterie und eine Solarplatte für Crawler.
Die Batterie kann ich leicht verstauen, an der Solarplatte aber scheitert es – die ist wirklich riesig.
Das Nachmessen ergibt, dass sie gerade so AUF mein Dach passt – also verabreden wir uns kurzerhand für den kommenden Sonntag auf ein Weißwurstfrühstück mit anschließender Solarmodulmontage.
Ja wenn das so einfach ist…

Leichteres Spiel hatte ich mit dem Solarmodul für Hans Peter. Der Freund aus dem Saarland ist im Begriff sich seine Bordelektrik auf den neuesten Stand zu bringen und will auch seinen Solarertrag verbessern.
Ich habe versprochen, dass ich ein Gewährleistungsteil aus Deutschland mitbringe – das bin ich ihm schuldig, er hat schon viel für mich transportiert.

Das deutlich kleinere Modul passt leicht auf das Bett im Klappdach des L300

Inzwischen habe ich die ganzen gekauften Fiat Panda Teile in Crawler verstaut.

Enkel Otto beobachtet mich ob des bunten Treibens, in der Hand hält er ein seltsames Ding, das aussieht wie eine Mischung aus Stofftier und Fliegenpilz.
Auf die Frage, was das denn sei, verdreht der Knabe seine Augen und klärt mich auf – „…das ist ein Toad-Head, der Superpilz aus Mario Kart!“

Ich frage zurück – „…sag mal, weißt Du eigentlich von wem Super-Mario seinen Namen hat?“
Der Bengel schweigt, schaut mich an und ich merke, dass er etwas Ehrfurcht hat – ich schmunzle in mich hinein.
Mein Super-Mario T-Shirt tut das übrige…

Der „Super-Mario-Opa“ mit dem Pilzkopf (heute ohne Mütze)…
Und mein Alter Ego aus dem Jahre 1992 😉

Genug Quatsch geredet für heute. Sibylle bringt die Burschen ins Bett und ich verhole mich nach Schliersee um mit meinem Freund René noch ein Bier im „Seegarten“ zu trinken.

Wir sitzen zusammen und erzählen Geschichten von früher, ohne Reue, ohne Wehmut und vor allem ohne dem Touch einer Midlife-Krise.
Wir sind ausbalanciert und genießen das Leben, jeder auf seine Weise und doch schon seit 45 Jahren zusammen.
Aber wir attestieren uns auch eine gewisse „Jugend im Geiste“, wir sind offen für neue, „g´spinnerte“ Ideen.

Wir beginnen einmal wieder Pläne zu schmieden, bei denen ein Fahrrad, ein Mitsubishi L300 4×4 und das Nordkap eine Rolle spielen.

Der Tag klingt perfekt aus, das Szenario dazu bekommen wir kostenlos!

Die blaue Stunde am Schliersee beginnt

Den neuen Tag eröffne ich wie eigentlich jeden seit ich hier am Schliersee bin – ich gehe meist vor 07.00 Uhr zum Schwimmen und spüle mir die Nacht aus dem Gesicht.
Dann geht´s ab in die Kaffeeküche und ich braue mir einen Kaffee, der seinen Namen verdient und mich vollends ins Leben zurückholt.

Meistens gibt es eine zweite Tasse des Lebenselixiers, zusammen mit Rita und René, die inzwischen das Frühstück für ihre Gäste gerichtet haben.

Immer mal wieder mache ich mich nützlich und unterstütze, sei es mit Einkaufsfahrten, ein paar Stunden Kioskdienst, oder eben mit dem Aufklarieren des Frühstücksraums und der Reinigung der Frühstücksküche.

Von hier wird das Frühstück verwaltet, ich unterstütze an manchen Tagen

Es bricht inzwischen die letzte Woche in Deutschland an, die Termine stauen sich auf und es entsteht zum ersten Mal so etwas wie ein gewisser Zeit- und Termindruck, welchen ich aber nicht Streß nennen möchte.

Heute treffe ich mich mit Sibylle in Miesbach. Sie braucht auch etwas Abstand von der Familie und macht einen Spaziergang dorthin, ich fahre die paar Kilometer mit Crawler.
Zusammen haben wir ein paar Besorgungen im Ort zu machen.

Ich finde einen Parkplatz in gebührender Nachbarschaft…

Der VW-Bus wirkt direkt groß neben meinem Crawler – der aber dafür mehr kann 😉

Der Tag verplätschert und mit unseren Einkäufen haben wir auch wenig Glück. Die letzten Kleinigkeiten werden wir wohl bestellen müssen, für ausgedehnte Einkaufsfahrten fehlt uns die Zeit.

Wir fahren zurück zu unserem älteren Sohn und dessen Familie, denn Sibylle muss heute Kinder hüten um den Eltern einen Pärchenabend zu gönnen – für was Omas nicht alles gut sind.

Damit ihr nicht fad wird, bleibe ich noch ein paar Stunden, spiele etwas mit den Jungs und helfe beim Vertilgen von einem Kilo Schinkennudeln.
Dann wird es Zeit für mich und ich fahre zufrieden zurück nach Schliersee.

Morgen ist Sonntag – und da haben wir etwas ganz Spezielles vor…

Ein 430Wp Solarmodul in XXL Maßen wartet auf meinen Crawler

Wir sind ein weiteres Mal mit Melanie und Jörg verabredet. Pünktlich um 10.00 Uhr treffen wir in Bad Tölz ein und gönnen uns erst einmal ein zünftiges und stilechtes Weißwurschtfrühstück.

Danach, wir befinden uns eigentlich alle in einer Art „Food-Koma“, drängelt Sibylle auf den Beginn des Arbeitseinsatzes.
So ist sie halt…

Wir ergeben uns, fahren alle zusammen zum Firmensitz der Familie und nutzen Werkzeuge, Materialien und die heiligen Hallen um Crawler zum e-Automobil zu machen 😉

Mit der „Ameise“ erleichtern wir uns unser Tun
Jörg saust wie ein Derwisch, der ältere Sohn unterstützt und mir bleibt die Rolle als Helfershelfer
Die Löcher werden gebohrt und Schrauben als Stehbolzen gesetzt

Letztlich ist es wie bei Booten – alles dauert viel länger als geplant und geht dann doch nicht so einfach wie gedacht.

Das Fertigen der Distanzstücke war noch ein Klacks, aber leider war der Spalt zwischen Dach und Modul zu klein, als dass wir die riesige Platte hätten anschrauben können.
Wir mussten also Anschraubplatten fertigen, die ab jetzt aber ein einfaches Ab- und Anschrauben des Moduls ermöglichen.

Während wir werkeln, spielt Sibylle mit dem Hund der Familie. Natürlich passieren auch hier Pannen und so landet das Spielzeug des Vierbeiners plötzlich am Vordach.
Auch hier hilft die Werkstattausstattung und nicht zuletzt ein wenig auch unser griechisches Mindset…

Ohgottohgott, arbeiten wie in Hellas

Nach drei Stunden melden wir Vollzug und der kleine L300 hat nun ein riesiges Solarmodul am Dach – der hintere Dachbereich ist nahezu vollständig abgedeckt.

Für den kleinen Crawler ein Kraftwerk – mal sehen was ich daraus mache und was ich letztlich anhängen werde.
Ach, wenn nur bei einem meiner Freunde bald ein guter Wechselrichter übrig bliebe 😉

Von der Seite nicht aufdringlich und nicht zu hoch
Von oben exakt platziert – viel mehr geht nicht…

Zum Abschluss gibt es ein „Zielbier“, wie Jörg es nennt, dann trennen sich unsere Wege final.
Wir verabschieden uns von der Familie in der Gewissheit, dass wir uns am 13.08. also ziemlich genau in einem Monat, auf Leros wiedersehen werden.

Das feudale Dinner dort, geht dann aber vollumfänglich auf meine Kappe – ich habe euch vielmals zu danken!

Wir fahren zurück ins „Haus Seegarten“, dort sind wir mit Christine und Nader verabredet.
Wir treffen uns – man hätte es nicht besser planen können – am Parkplatz des Gästehauses und setzen uns im Garten zusammen.
Die Zeit reicht für ein Eis und einmal ausgiebig schwimmen, bevor wir uns für den Abend richten.
Wir haben bereits vor Monaten einen Tisch in den „Kaminstub´n“ reserviert.

Dorthin brechen wir um 18.20 Uhr auf, das Gasthaus ist nicht weit vom Schliersee entfernt.

Kaiserwetter für unseren Besuch der „Kaminstub´n“
Der Name ist Programm – gegrillt wird beste Qualität auf offenem Feuer in der Gaststube
Wir wählen gezielt einen Platz in der gemütlichen Stube und starten mit einer Runde dunklem Bier

Das Geschäftsmodell der „Kaminstub´n“ ist genial. Sie bieten als eine Art „Bayrisches Steakhaus“ allerlei Schmankerl vom Grill in bester Qualität.

Es gibt eine sehr kleine Speisekarte und als Vorspeise immer Salat in L, XL oder XXL – man muss keinen Salat nehmen, es empfiehlt sich aber dringlich.

Dann kommt die Wirtin mit einem riesigen Fleischbrett an den Tisch und bietet die Tagesoptionen an.
Es gibt langjährige Renner und stetig wechselnde „Specials“ wie zum Beispiel Flanksteaks oder riesige Tomahawk.

Man wählt, bekommt seinen Salat und der Chef tritt an den Grill und bringt das vorher gewählte Stück Fleisch auf den Punkt!

Der bunte Salat schmeckt superlecker, die Dressings sind die Wucht
Das heutige Angebot

Sibylle bedauert ein wenig, dass ihr Favorit, der Hirschspieß, an diesem Tag nicht im Angebot ist.
Ihre Entscheidung fällt dann auf den Rinderfilet Spieß.
Christine und Nader wählen das Lammfilet und ein Rinderfilet und ich gönne mir ein 800gr. T-Bone.

Es geht los, wir alle sind happy und haben einen sehr kurzweiligen und netten Abend.
Das Essen schmeckt wie immer phantastisch und wir bereuen keine Kalorie und letztlich auch keinen der zu investierenden Taler.

Dieses Lokal hat für mich den gleichen Rang wie das „Mylos“ auf Leros – one of the best, teuer, aber wert es ein, zweimal im Jahr zu besuchen.
Wie im „Mylos“ muss man auch die „Kaminstub´n“ wochenlang vorreservieren.

An Guad´n
Das T-Bone war ein echtes Männersteak 😉

Egal wie voll man ist, der Platz für ein Desert muss bleiben. Auch hier bietet der Gasthof nur eine kleine Auswahl, die aber hat es in sich.

Wir entscheiden uns IMMER für das Walnusseis mit hausgemachter Karamelsoße – ein Gedicht.
Dazu ein Espresso, dann ist meist Schicht im Schacht.

Auch dieser Abend klingt satt und zufrieden aus…

Jede Kalorie wert

Unser heutiger Plan sieht vor, dass Sibylle mit Mikeys Eltern nach Erding fährt.
Sie wird noch einmal eine Nacht bei unserer Tochter schlafen und die kleine Heidi besuchen.
Der morgige Tag bietet noch etwas Zeit für Mutter und Tochter, sowie für ein paar Momente mit dem kleinen Fred.

Am Nachmittag muss ich ohnehin in diese Gegend fahren und würde meine Gattin dann wieder abholen.
Wir haben eine Einladung im bayrischen Oberland und dann steht der Besuch von Tina und Volker in der Oberpfalz an.

Alles ist perfekt durchorganisiert – mal sehen ob alles klappt wie geplant.

Ich werde an der Stichstraße zum „Haus Seegarten“ an der Bundesstraße „ausgesetzt“ und laufe die paar Meter zu meinem Quartier am See entlang.
Dieser bietet mir abermals eine sehr spezielle Stimmung zur Verabschiedung dieses Sonntags.

Der Sonntag klingt gebührend aus – es beginnt unsere letzte Woche

Am Folgetag wenden sich die Vorzeichen und ich muss mich auf den Weg von Schliersee nach Erding machen.

Sibylle hat den Tag bei ihrer Tochter genossen und meine Aufgabe ist es nun, sie dort abzuholen.
Der für sie bestimmte Wagen ist leider noch nicht fertig, obwohl wir fast minütlich auf einen Anruf der Werkstatt warten.
Da wir heute Abend aber eine Einladung bei der Tochter von Rita und René haben, ist der erneute Weg ins bayrische Oberland unumgänglich.

Klar, wenn ich schon wiedermal in Erding bin, dann nutze ich die Wartezeit auf Sibylle für eine Spielrunde mit Enkelchen #9 – dem kleinen Fred.
Er soll sich ja an den Opa aus Hellas erinnern können…

Hier wächst eine neue Freundschaft

Sibylle und ich fahren ab in Richtung Schliersee, von hier würden wir gemeinsam mit René und Rita weiterfahren.
Glücklicher Weise fahren wir mit genügend Zeitreserve los, denn wir erleben ein kleines Malheur.

Im Laderaum von Crawler fährt eine Flasche unseres Olivenöls mit, diese brauchen wir als Gastgeschenk für unseren morgen anstehenden Besuch bei Tina und Volker in der Oberpfalz.
Leider klimpert diese immer so leicht an die ebenfalls verstaute Anhängerkupplung – und zerbricht.
Ein Liter feinstes, natives Olivenöl ergießt sich in den Wohnraum meines Crawler und lässt ihn herrlich duften.
Ärgerlich war es allemal – und ich musste auf der Landstraße stoppen um alles auszuladen und, gemeinsam mit Sibylle, die Sauerei in Schach zu halten.
Fotos hierzu bleibe ich, aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen, leider schuldig!

Kein Nachteil ohne Vorteil – als ich gerade mit ölverschmierten Händen, die Glassplitter haltend, am Straßenrand bei Aying stand, klingelte mein Telefon.
Die Werkstatt war am Apparat, HP unser Panda sei fertig, wir können ihn holen – und das machen wir im Vorbeifahren auch noch.

Ich war froh, als wir endlich am Grill von Tina und Patti standen…

Obwohl, ein Grill war es eigentlich nicht

Klar haben wir den Baufortschritt des Hauses der „Kinder“ angesehen, den neu angelegten Garten bestaunt und die Feuerschale mit einer Plancha eingeweiht.

Eine Plancha, eine Grill- oder „Feuerplatte“ kannte ich bisher nicht. Umso mehr hat mich der Output dieser besonderen Version des Grillens begeistert.

Tina und Patti bewirten uns nach allen Regeln der Kunst
Es wird gegrillt was das Zeug hält

Ich freue mich über diese Einladung – Christina und ihr Bruder Robin sind genauso alt wie meine Kinder und quasi miteinander groß geworden.
Ich bin Robins Taufpate und freue mich, zu beiden bis heute einen sehr guten Kontakt zu haben.
Die Einladung war mir wertvoll, Danke Tina, Danke Patrick.

Dass wir den Panda zurück haben freut nicht nur Sibylle, denn nun ist sie über die letzten Tage unseres Aufenthaltes unabhängig.
Mich freut, dass wir unsere heute anstehende Fahrt in die Oberpfalz nicht mit Crawler antreten müssen.

Sibylle schläft heute am Schliersee, ich wecke sie um kurz vor 06.00 Uhr – worüber sie sich übrigens sehr freut – um sie zum gemeinsamen Bade im See zu motivieren.
Das klappt überraschender Weise! Danach packen wir unsere Siebensachen und fahren erst einmal nach Miesbach zum Frühstücken…

Sibylle pilotiert heute das schwarze Projektil

Nach dem Frühstück geht es los – gemächlich und doch flott tuckern wir auf der Autobahn an Regensburg vorbei in den Landkreis Vohenstrauß bis wir das Domizil unserer Freunde erreicht haben.

Wir sind sehr gespannt wie sich das Anwesen seit unserem letzten Besuch entwickelt hat und noch mehr darauf, ob „Mamos“, der kleine schwarze Hund den wir aus Griechenland hierher gebracht haben, uns vielleicht wieder erkennt.

Mamos ist inzwischen ein schwarzer Riese der sein Zuhause bewacht. Er frißt uns nicht auf, ich werte das als positives Zeichen.
Im Augenwinkel nehme ich eine Feuerstelle mit Plancha wahr – seltsam, dies scheint ein Modetrend zu sein.
Für Leros ist es nix, die Brandgefahr wäre zu hoch.

Auch hier eine Feuerstelle mit Plancha an zentraler Stelle – sehr gute Idee eigentlich…
Es gibt zunächst Kaffee und Kuchen auf der Terrasse

Tina und Volker haben sich hier, der perfekte Ausgleich zu ELOWYN, ein Paradies geschaffen, welches landwirtschaftliche Züge trägt.
Die kleine, private Hofstelle wird als „Gnadenhof“ für geschundene Tiere geführt und ist ein Ruhepol in einer immer verrückteren Welt.

Wir genießen den Kaffee auf der Terrasse und haben einander viel zu erzählen, liegt der Urlaub der Beiden doch erst ein paar Tage im Kielwasser.
Klar war, dass mich mein Job hier einholen würde – die „Rückübergabe“ von ELOWYN war für diesen Termin geplant, die neue „ToDo – Liste“ war länger als erhofft.
Ich pflege die neuen Punkte in meine bestehende Liste ein und priorisiere neu – das Jahr 2026 scheint verplant…

Der Zufall will es, dass just in diesem Augenblick Bilder von Alex aus Leros eintreffen – ELOWYN geht es gut, alles ok!

Bald bin ich zurück – dann beginnt der Wahnsinn auf´s Neue

Zum Abendessen gehen wir in einen Landgasthof und essen gut bürgerlich – wir haben ein sehr leckeres Essen serviert bekommen und stellen fest, dass hier die Uhren noch ein wenig anders ticken als im touristischen Oberbayern.

Ich bekomme eine göttliche Käsecremesuppe, ein fantstisches Cordon Bleu und ENDLICH die lang ersehnten Apfelringerl…

Ein passendes Finale nach einem sehr leckeren Essen

Wir bleiben für eine Nacht bei Tina und Volker – ich schlafe gut, wache aber trotzdem sehr früh auf.

Ich starte meinen Rechner und beschäftige mich mit den neuen Aufgaben auf ELOWYN.
Es sind wieder ein paar „Kracher“ dabei und ich spüre, wie sich das Verhältnis langsam ändert.
Ich habe ELOWYN über Jahre als mein „Patenschiff“ wahrgenommen und konnte frei agieren und nach meinem Gusto walten um alle anfallenden Aufgaben abzuarbeiten.
Es ist aber nicht zu leugnen, dass Volker und ich andere Prioritäten haben – die Tage nachdem Update der Liste fordern mich mental mehr als ich das möchte.

Ich sitze am offenen Fenster, schaue der Sonne beim Aufgehen zu und lasse die Gedanken fliegen.

Es ist ungefähr 05.30 Uhr, die Sonne wird bald aufgehen
Da kommt sie ja – ich genieße die frische Luft

Da ich von Sibylle und Tina den Befehl erhalten habe, „….mich mit mir selbst zu beschäftigen und alle anderen ausschlafen zu lassen!“, lege ich mich nochmal ins Bett und döse – ich verfalle in einen angenehmen Halbschlaf.

Sibylle nimmt mich am Frühstückstisch hoch – „…na, wer hat heute so lang geschlafen? Tina und ich sind schon sooooo lang wach, wir waren schon beim Bäcker!“

Wenn sie wüsste…

Nach dem Früstück packen wir HP, verabschieden uns bis September und brummeln los in Richtung Landshut.
Die niederbayrische Hauptstadt ist rund eineinhalb Autostunden entfernt.

HP ist fertig für die Extrameile

Wir erreichen LA zu früh und kaufen bei Stahlgruber ein paar Autoteile und im Baumarkt noch Gartenartikel für Leros.

Nach einem Spaghettieis sind wir endlich „in time“ um unseren Besuch bei Alex´ Mutter anzutreten.
Hanna und ihr Mann Jim erwarten uns schon zu Kaffee und Kuchen, später wird gegrillt.

Sibylle und ich verstehen uns super mit den Beiden und wir sind froh, sie über Alex kennen gelernt zu haben.
Wir verbringen einen herrlichen, entspannten Nachmittag und natürlich überreicht mir Hanna in Alex´ Auftrag noch ein „paar Kleinigkeiten“ für den Transport nach Leros.

Bei den „Kleinigkeiten“ handelt es sich um ein Wakeboard an dem die riesigen Stiefel von Rübezahl festgespaxt sind und um einen Hipster-Elektroroller der etwa 100 Pfund wiegt.
Beide Teile haben die Eigenschaft größer zu werden, wenn ich sie in meinen Kleinbus staue…

Zurück in Schliersee starte ich die erste Packsession
Rübezahls Wakebord und Hipsters e-Scooter belegen meinen Schlafplatz – ich brauche eine Lösung

Meine Idee ist, das unhandliche Wakeboard an die Decke zu hängen und den Roller auf den Beifahrersitz zu stauen.
Dafür brauche ich noch ein paar Spanngurte, es führt also kein Weg an einer Einkaufsfahrt nach Miesbach vorbei.

Ich werde die Kreisstadt wohl ein letztes Mal zu Geschäftszeiten besuchen, also bietet es sich förmlich an, sich mit einer Kasleberkassemmel zu stärken.

Eine letzte Brotzeit bei „Holnburger“

Ich kaufe ein paar Kleinteile beim Auto-Teilehändler und die Spanngurte im Baumarkt.

Zudem nutze ich die Gelegenheit, um Mitbringsel für den letzten Enkelbesuch zu kaufen.

Dann beginnt der Endspurt…

Das scheint eine gute Wahl

Zurück in meinem Quartier, kann ich die hängende Montage des Wakeboards innen am Dach bewerkstelligen, den Roller packe ich am Abfahrttag auf den Beifahrersitz.

So sollte ich gewappnet sein. Morgen muss ich noch den Ölstand prüfen und mir eine kleine Dieselleckage an der Einspritzdüse ansehen, der Rest der Zeit in Deutschland ist dann für Sohn Stefan und seine Familie reserviert.

Die Vier sind zurück aus dem Urlaub und wir freuen uns aufeinander. Die kleine Paula hat Geburtstag und wird ein Jahr alt und der kleine Anton beschäftigt seine Eltern wie ein tanzender Derwisch – mal sehen, ob ich dem Duracell-Enkel gewachsen bin 😉 ???

Wir freuen uns auf jeden Fall auf morgen…

Am Folgetag mache ich mich auf, um Geburtstagsgeschenke einzupacken…

Natürlich muss ich auch einpacken – ich brauche eine Schere und Tesa

Zeitsprung! Um nicht wieder in Verzug zu geraten, habe ich gleich zu Beginn des Juli begonnen, immer wieder ein paar Blogzeilen zu schreiben.

Als ich mich auf den Weg nach Griechenland gemacht habe, musste ich aus nachvollziehbaren Gründen pausieren.
Heute aber, ich sitze gerade im Strandcafe eines Campingplatzes am Gargano in Apulien (I), habe ich wieder ein paar Stunden Zeit um das Erlebte in meinem persönlichen Tagebuch festzuhalten.

Das nennt man heute eben Blog und so erinnere ich mich zurück an den Tag, an dem wir zum 1. Geburtstag unserer Enkelin Paula eingeladen waren.
Es sollte eine kleine Familienfeier im engesten Rahmen werden, nur Amelies Geschwister und Eltern wären ebenfalls geladene Gäste.

Sibylle und ich haben unseren Aufenthalt extra wegen der Familienfeier verlängert, morgen würden wir uns noch einmal mit Stefans Familie treffen, dann steht die Verabschiedung an.

Wir treffen pünktlich bei Amelie und Stefan ein – ich darf den neuen Dienstwagen bewundern
Dann feiern wir den Geburtstag der kleinen Paula – es fehlt an nix
Happy Birthday kleine Paula – wir wünschen Dir nur das Beste

Es gibt Kaffee und Kuchen und anschließend wirft Stefan den „Weber-Grill de Luxe“ an.
Ich staune – der Grill macht den Eindruck als bräuchte man eine Art Führerschein dafür.
Nichtsdestotrotz gelingt es meinem Junior auch ohne die vermutete Lizenz, eine feine Grillage auf den Tisch zu zaubern.

Satt und zufrieden trennen sich am Abend die Wege von Sibylle und mir. Das Geburtstagskind und der zweijährige Bruder müssen ins Bett, Sibylle fährt nach Erding zu ihrer Tochter und ich freue mich auf mein Quartier am Schliersee.

Zusammen mit Rita und René, Sohn Robin und einem Freund der Familie sitzen wir bis spät in die Nacht zusammen.
Es bleibt eine Randnotiz, dass Rita noch eine Brotzeitplatte zaubert und wir dazu ein oder zwei Bierchen trinken.
Als die Sonne die „blaue Stunde“ anbrechen lässt, wird es uns zu kalt und wir verholen in unsere Betten.

A bayrische Brotzeit – dazu a Brezn, was willst mehr? Ich zwinge mir was rein, obwohl ich satt bin
Es wird frisch, als die Sonne untergeht – wir gehen ins Bett

Der nächste Morgen ist einer, der mit Weckergeläut beginnt. Wir sind um 08.45 Uhr bei Stefan verabredet, ich brauche mit Crawler etwas mehr als eine Stunde.

Plane ich noch mein Morgenritual mit Baden im See und einer Tasse Kaffee ein, dann muss ich um 06.30 Uhr aufstehen.

Das klappt gut, ich zaudere nicht und stürze mich in das kühle Nass um mir den Schlaf abzuspülen und frisch in den Tag zu starten.
Das wäre ohne einen starken Kaffee aber unmöglich!

Nach dem Kaffee breche ich auf und fahre zu Stefan

Vom Haus der jungen Familie brechen wir gemeinsam auf in Richtung Tierpark Hellabrunn!
Heute ist ein Familienbesuch im Zoo angesagt!

Hellabrunn in München ist ein schöner Zoo, auch ich gehe gerne von Zeit zu Zeit dorthin um mir die Tiere anzusehen.
Die Anlage ist schön und begeistert Jung und Alt, wenn ich auch nicht verschweigen möchte, dass es natürlich ein ganz anderes Erlebnis ist, die Tiere in freier Wildbahn sehen zu dürfen.
Trotz des Aspekts der „Gefangenschaft“ hoffe ich, dass es den Zootieren in Hellabrunn gut geht.

Die Familie meines Sohnes hat eine Jahreskarte, Sibylle und ich sind heute zu Gast – verdrehte Welt! Ich freue mich und danke artig!

Das Wetter ist herrlich, es ist erstaunlich wenig los
Der kleine Anton staunt über jedes Tier – ob er weiß, dass dem Opa die Giraffe schonmal vor´s Auto gelaufen ist? Ernsthaft!
Die Erdmännchen sind witzig anzusehen

Von allen Attraktionen hat der Tierpark am meisten Berechtigung die jeweiligen Eintrittsgelder aufzurufen.
Er ist vergleichsweise günstig, man kann sich sehr lange aufhalten und letztlich ist der Besuch in irgendeiner Art und Weise auch immer lehrreich.

Mich begeistern große und kleine Tiere – vom Erdmännchen bis zum Elefanten.
Anton ist ein Fan der großen Elefanten und der Unterwasserwelt – klar, dass wir nichts auslassen.

Farbenfrohe Vögel in der großen Voliere
Mehr oder minder unbeabsichtigt, ziehen einzelne Exemplare die Aufmerksamkeit auf sich
Im Aquarium sind die Haie die „Stars“

Auch Anton schaut sich am Arm des Papas die scheinbar schwerelos gleitenden Haie an, erschrickt aber, als kurz hinter einer Säule, einer der Meeresräuber direkt vor sein Gesicht schwimmt.

Wie alle Kinder hat er es mehr mit „Nemo & Dory“, auch die beiden Disney Stars haben ein eigenes Themenaqarium

„Findet Nemo“ – da isser!

Das Highlight für den Dreikäsehoch ist immer der Besuch des Elefantengeheges.
Der Knirps liebt die riesigen Dickhäuter und kann stundenlang auf die grauen Riesen starren.

Diesmal war auch für uns eine Besonderheit dabei, denn der stoßzahnbewährte Bulle lief entspannt durch die Anlage und ließ sich bereitwillig fotografieren.

Hier stehen wir eine ganze Zeit – was tut man nicht alles für die Kleinen
Spektakulär allemal – es ist kaum zu fassen, dass diese Tiere wegen der Stoßzähne fast ausgerottet wurden

Wir haben allerhand gesehen – ich will gestehen, dass ich dabei nicht nur die Geschöpfe hinter den Absperrungen meine, sondern natürlich auch die anderen Besucher des Tierparks.

Sibylle und ich sind so viele Menschen nicht mehr gewöhnt und uns fallen natürlich auch die „besonderen“ Typen hier in der Stadt auf.
Besonders in Auge stachen uns die Beiden, oder besser die Drei…

Der moderne Stadthund trägt Designer-Sonnenbrille

Spaß beiseite, es kann natürlich sein, dass das Zamperl einen Augenschaden hat und die Brille seinem Schutz dient – witzig anzusehen war es allemal.

Als Paula einschläft und auch Anton die Mittagsmüdigkeit überfällt, packen wir am Nachmittag zusammen um zu den jungen Eltern nach Hause zu fahren.
Nach Kaffee und Kuchen war Abschied angesagt – das nächste Mal sehen wir uns Ende September auf Leros!

Am Nachmittag gehen wir nach Hause und verabschieden uns von Stefans Familie

Sibylle und ich ziehen ein Haus weiter – Sohn Florian veranstaltet heute sein alljährliches Sommerfest, welches er für all seine Freunde anstatt jeglicher Geburtstagseinladungen veranstaltet.

Meine Frau und ich haben beschlossen, dass wir unser Abendessen und auch unseren Abschied dorthin verlegen würden.

Es gab ein großes Stelldichein – Franziska war noch einmal mit Familie da, auch Florians Familie war komplett, so konnten wir uns gebührend verabschieden und Lebwohl sagen.

Es waren viele Freunde versammelt, welche wir schon als 16-jährige kannten, ein insgesamt sehr schöner Abschied…

Bestimmt 40 Erwachsene und vermutlich ebensoviele Kinder brachten Leben in die Bude
Später wurde Gitarre gespielt – als die Feuerschale angezündet wurde, war ich schon aufgebrochen

Ich verabschiede mich von Sibylle, mein kleiner Bus ist weitgehend fertig gepackt. Wir werden uns in etwa einer Woche in Leros wiedersehen.

Dann steige ich in Crawler und fahre an den Schliersee, meine letzte Nacht in Deutschland liegt vor mir.

Ich treffen mich noch einmal mit Rita und René, wir klönschnacken ein wenig, müssen uns dann aber auch verabschieden – am nächsten Morgen werde ich schon nicht mehr vor Ort sein.
Meine geplante Abfahrtszeit ist 06.00 Uhr!

Zum Abschied statten die Beiden mich noch mit dem Nötigsten aus, man weiß ja nie…

So ausgerüstet kann nix mehr passieren – hoffentlich!

Der Wecker klingelt um 05.00 Uhr. Ich verzichte auf mein Bad im See, gehe duschen und packe mein Auto.
Nicht verzichten kann ich auf meinen Kaffee, der muss sein.

Als die Tasse geleert ist, steige ich in meinen Bus und starte den Motor, vor mir liegen etwas mehr als 1.350km, welche ich auf der Landstraße abfahren möchte.

Als erstes Ziel meiner rund 400km langen Etappen, habe ich mir den Gardasee ausgewählt – es geht los, just in time!

Als ich losfahre ist es eine Minute nach 06.00 Uhr
Hinter mir grollt es, doch ich lasse das aufziehende Gewitter zurück
Vor mir klart es auf – ich verlasse Schliersee-Neuhaus, bis zum nächsten Mal

Habe ich schon geschrieben, dass die Idee war die ganze Strecke auf Landstraßen zurückzulegen?
Ich wollte bewusst darauf verzichten, Kilometer auf der Autobahn abzuspulen – das ist nicht Crawlers Lebensraum, seine Wohlfühlgeschwindigkeit liegt bei rund 90-95km/h, das ist perfekt um auf Landstraßen Strecke zu machen, auf Autobahnen ist er ein Hindernis für moderne LKW.

Der erste Tag war ein Traum und alles verlief wie geplant – über Thiersee, Kufstein und Wörgl erreichte ich Innsbruck.
Von hier aus schraubte ich mich, wie früher, die alte Brennerstraße hinauf und genoß den Ausblick.
Den Umweg durch das Zentralmassiv der Dolomiten sparte ich mir, dennoch war die Strecke über Sterzing, Franzensfeste und Bozen ein Traum.
Bereits gegen 13.00 Uhr erreichte ich mein Ziel Riva del Garda.

Ich war entsetzt! Riva ist nicht mehr wie früher – der Ort wirkt künstlich, zu aufgeräumt, wie aus einem Prospekt, vorbei die Zeit des bunten MTB und Surfzentrums mit den coolen Typen aus aller Welt.
Ich erhasche einen der letzten, engen Plätze auf dem Wohnmobil-Stelplatz und fühle mich unwohl.

Ich entscheide – Flucht nach Arco…

Ich kenne den Campingplatz „Zoo“ schon lange – er bietet mir einen Platz auch für eine Nacht
Der „Standardplatz“ ist viel zu groß für Crawler

Ich bevorzuge Campingplätze, denn sie sind mit meinem Auto vergleichsweise günstig, bieten aber im Gegensatz zu den Stellplätzen alle Annehmlichkeiten die ich schätze.

Eine Dusche, eine Toilette und meist einen kleinen Laden oder ein Restaurant – mehr brauche ich nicht.
Man empfängt mich freundlich und ich checke für eine Nacht ein.

Als ich an meinem Platz stehe und etwas ausruhe, geht ein Bub mit seiner Mutter vorbei…
„Mama, schau mal das kleine Wohnmobil!“ Die Mutter erwiedert, „…ja, der ist wohl höhergelegt, sieht PUTZIG aus!“
Der Bub erkennt sofort den entscheidenden Unterschied – „Der Mann hat nicht so viel Zeug wie wir, nicht mal Stühle!“

Ich schmunzle in mich rein und beschließe zur Sarca zu gehen, das Camp liegt direkt am Gebirgsfluss.
Ich mag und genieße die Szenerie – hier ein paar Eindrücke…

Fast surreal
Die Ziegen sind Menschen gewohnt und auch ein bisschen frech
Wer braucht schon den Gardasee – ich bade in der Sarca, das erfrischt!

Derart ausgeruht und abgefrischt gönne ich mir ein kaltes Getränk und ein Toast.

Wie geht es weiter? Meine Idee war ja eine Pizza im „Al Fiume“ zu essen, eine meine Lieblingspizzerien seit Jahren.
Aber um dorthin zu kommen, brauche ich ein Vehikel.
Außerdem erkenne ich eine Lücke in meinem System – ich habe keinen Stromanschluss, muss aber mein Mobiltelefon laden.
Also tut der Kauf eines Stromkabels Not – auch das erledige ich sofort.

Ein doppelter Espresso bringt meinen Akku auf 100%
Mit dem Foto des Lemon-Soda grüße ich meinen Sohn – er weiß warum 😉
Ich kaufe ein Stromkabel und miete mir ein Fahrrad

Als ich Sibylle schreibe, dass ich mir ein Radl ausgeliehen habe mit dem ich jetzt nach Arco radeln werde, fragt sie mich allen Ernstes, ob ich mir schon ein e-Bike geliehen habe?
Sie mache sich Sorgen um mein Herz! Was fällt ihr ein? Das fragt sie MICH, einen Transalp-Finisher!

Ok, nicht zu Unrecht wie ich feststelle – meine Radlzeit ist nun auch schon mehr als 10 Jahre her und ein Überschuß an Kilos gepaart mit einem Mangel an Kondition, lassen mich Nahtoderfahrungen erleben!
Dazu kommt, dass mir bereits nach 423m der Popo weh tut und die Oberschenkel brennen – na super.

Und dann DAS!!!

Das „Al Fiume“ war geschlossen – was ist da los???

So ein Ärger – bei einer Runde durch Arco muss ich feststellen, dass es viele Pizzerien gibt, aber etliche vermitteln eher den Eindruck von Touristenlokalen.

Was tun? Ich beschließe ein Schlotzeis zu kaufen und mich zu besinnen. Die Idee die Eisverkäuferin nach besten Pizzeria in Town zu fragen, war ein Geistesblitz, denn sie empfiehlt mir eine dem „Al Fiume“ ebenbürtige Location.

Der große, gemischte Salat war gut und günstig
Die Pizza war aus meiner Sicht nahezu perfekt

Diese Erfahrung machte meinen ersten Reisetag rund, so soll es bitte weitergehen!

Ich radle zurück ins Camp und setze mich zu zwei jungen Gören, die auf dem Laptop das Finale der Fußball-WM ansehen.
Eine Halbzeit lang sehe ich zu und gönne mir ein Einschlafbier, dann hau´ ich mich auf´s Ohr.

Nach dem Bier geht´s in die Falle – das Wasser ist für die Nacht

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und bade in der Sarca, dann mache ich Crawler klar für Etappe 2.

Ich checke baldmöglichst aus und gönne mir noch einen ersten Caffé doppio, dann brummle ich los.
Als Ziel habe ich mir einen Campingplatz südlich von Ancona vorgenommen.
Amelie kennt den Platz, der Bestandteil eines Ressorts ist und einen gewissen Luxus bietet.
Das wollte ich mir gönnen, die Etappe sollte lang werden und heiß würde es obendrein.

Ich fahre vom Trentino nach Venetien und über Verona grob Richtung Ancona.
Die ersten hundert Kilometer waren noch wunderschön, dann wurde es aber fad – nach Verona ging es nur noch geradeaus, durch fades Gebiet welches nichts anbot, woran das Auge hängenbleiben könnte und wollte.

Der Tankstop wird zum Highlight!

Mir begegnen auffällig viele 4×4 mit Startnummern – unter anderem dieses Juwel

An der Tankstelle gönne ich mir einen zweiten Kaffee, das ist so kalkuliert, denn mein Tank reicht für etwas mehr als 400km, meine Etappen sollen etwas unter dieser Distanz liegen.

Somit kann ich am Folgetag immer noch rund 100km fahren bis ich zum Tanken anhalten muss.
Der zweite Kaffee ist dann ein willkommener Shot!

Der Fahrtag zieht sich durch die endlose Weite Oberitaliens, das Meer bekomme ich erst sehr spät zu sehen.
Meist sind die Straßen langweilig, selten habe ich das Vergnügen ein paar reizvolle Kilometer abspulen zu dürfen.

Ich erreiche das „Numana Blu Ressort“ gegen 17.00 Uhr, ich bin erschöpft…
Man bietet mir eine Nacht an, weist aber auf den Preis von 88.-€ hin – WAAAAS, 88.-€??? Man sieht mich mitleidig an, verweist auf das umfangreiche Angebot, nimmt aber auch mein Kopfschütteln ohne mit der Wimper zu zucken zur Kenntnis.

Und jetzt? Ich fahre einfach am Strand weiter und frage beim nächsten Campingplatz – und Volltreffer!
Man bietet mir eine Nacht für einen akzeptablen Preis an, der Platz hat alles was ich brauche.

Am „Bellamare“ hat man die Bodenhaftung nicht verloren
Mein Platz ist riesig und fesch
Ich mache mich mit dem Umfeld vertraut
Die Strandbar habe ich rasch gefunden…
…dem Bad im Meer steht nichts mehr entgegen
Bei einem „Campari-Spritzz“ (der Power hatte) fahre ich runter und beginne zu genießen

Mit diesem Etappenziel habe ich mehr Strecke gemacht als geplant. Ich werde diese morgen in einen Umweg investieren und mir eine Reise in meine Vergangenheit erlauben.
Das morgige Tagesziel wird Vieste am Gargano sein – für den Besuch dort habe ich verschiedene Ideen.

Aber jetzt heißt es erst einmal „Essen fassen“ – und im Land von Pizza und Pasta habe ich keine Hemmungen, mich ein weiteres Mal meinem Lieblingsgericht hinzugeben.

Muscheln und Salat als Vorspeise…
…danach eine Pizza die beim Thema bleibt – Frutti di mare (die aber nicht so gut war, wie die gestrige)

Ich bleibe lang sitzen und sehe mir die Menschen an – ich mache mir viele Gedanken.
Es ist nicht mehr so, dass man auf Campingplätzen fast schon mit aufdringlichem Nachdruck Anschluss findet.

Ilse und Heinrich sind inzwischen im Altenheim und Kevin und Chantal bugsieren ihren 8m Caravan mit einem „Mover“ und einer Fernbedienung auf den Platz.
Hilfe ist nicht mehr nötig – das früher gemeinsam getrunkene Willkommensbier weicht heute einem gespritzten Litchisaft im Familienkreis.
War früher alles besser? Nein, das wird nicht über meine Lippen kommen, aber vielleicht herzlicher???

Als Animateure zum in Italien beliebten „Balli di gruppo“ aufrufen, gehe ich ins Bett…

Love it or hate it – ich hasse es!

Ja, ich bediene ein wenig die vorherrschenden Klischees, aber glaubt mir, es ist schon was dran.

So auch an der These, dass Italien vielleicht die schlechtesten Straßen Europas hat.
Ich hatte das Vergnügen während dieser Reise alle italienischen Straßenkategorien auszuprobieren und kann ob der straffen Federung meines Mitsubishi L300 4×4 klar sagen, dass der Zustand der Straßen in „Bella Italia“ bemitleidenswert ist.

Dies durfte ich am nun folgenden dritten Reisetag vollumfänglich genießen.
Doch zunächst starte ich mit einem italienischen Frühstück in den Tag…

Caffé doppio e Brioche crema
Straßen können sie nicht – aber Brioche crema! Zum Niederknien

Leider hat mich am Gardasee ein Insekt gestochen oder gebissen. Als ich die krabbelnde Stelle an meinem Bein abrieb, hatte ich Blut an den Händen, ich konnte das Getier nicht mehr identifizieren.

Der Stich oder Biss sah harmlos aus, plagte mich aber fürchterlich. Er juckte wie der Teufel und das ganze Bein fühlte sich an, als wäre ein Gurt um den Unterschenkel gespannt.

Ich hatte Angst vor einm Zeckenbiss und schicke Sibylle ein Bild – „…habe ich Borreliose?“

Sieht harmlos aus, plagt mich aber fürchterlich

Meine Frau, ich hatte fast vergessen wie sie ist, meint lapidar – „…kein Ring drumrum – keine Borreliose. Du wirst es überleben! Vermutlich!“

Weil ich dessen nicht sicher bin, gönne ich mir beim Tankstopp neben dem zweiten Caffé nochmals eine kleine Leckerei. So dürfen gerne alle Tage beginnen.

Crawler muss nach dem Tanken warten – in Sichtweite
Eine Bar an einer Tankstelle – das Angebot war fantastisch
Diesmal etwas deftiges – eine Schniken-Käse Tasche zum doppelten Espresso

Was dann kommen sollte, ließ den Abenteurer in mir verstummen, den Reisenden ans Ziel wünschen…

Grund für meine Phase der Schwäche waren einerseits die beschriebenen italienischen Straßen, andererseits die Schwächen, die sowohl mein betagtes iPhone X als auch Google maps als mein Navigationssystem offenbarten.

Durch die Städtchen entlang der italienischen Adriaküste stand ich oft lang im Stau

Seit Ravenna schon, fahre ich entlang der italienischen Adriaküste. Ich durchquere Städtchen wie Cesenatico, Rimini und Cattolica.

Unterhalb Ancona sind die Namen weniger bekannt, die Städtchen ähneln sich aber – allen ist eines gemein, sie sind trubelig, voll und laut.
Das verwundert mich aber nicht – eher wie rücksichtsvoll die Italiener Auto fahren.
Manchmal so rücksichtsvoll, dass durch stetiges Stoppen und wieder Anfahren Kolonnen entstehen.
Dies alles auf Straßen, die mich auf die Knochen beuteln – Crawler ist den Straßen gewachsen, es wundert mich dennoch, dass er nicht auseinanderfällt.

Google will mich dauernd umleiten, übersieht aber die Durchfahrtshöhen vieler Bahnunterführungen – ich muss häufig wenden.
Zumal wird mein Telefon so heiß, dass es ab und an den Dienst quittiert.

Heute kann ich meinen 50er Landstraßenschnitt nicht halten. Nach fast drei Stunden habe ich nur etwas mehr als 80km zurückgelegt, vor mir liegen weitere 250km.
Ich gebe auf – bis hierhin habe ich dem Lockruf der parallel verlaufenden Autobahn widerstehen können, jetzt gebe ich nach.

Ich fahre auf „la Strade“, werde weiterhin durchgebeutelt, kann aber Strecke machen.
Gegen 16.00 Uhr verlasse ich die mautpflichtige Autobahn wieder und fahre Richtung Gargano / Apulien.
Mein Ziel ist der Campingplatz „Manacore International“ bei Vieste – ich werde endlich mit feinen und überraschend guten Straßen belohnt.

SO mag ich das

„Manacore International“ spielt eine große Rolle in meinem Leben, viele positive Gedanken sind verhaftet – so habe ich Anfang der 90er die ersten Urlaube alleine mit meinen Kindern sowie Ritas und Renés Familie dort verbracht. Auch mit Sibylle war ich einmal dort – allerdings waren wir zu dieser Zeit noch kein Paar. Ich habe auf dieser Reise beschlossen um sie zu werben…
Mich diesen Erinnerungen noch einmal hinzugeben war mein Ziel, ich nehme allerdings vorweg, dass diese „Reise in die Vergangenheit“ nicht funktioniert hat.

An der Rezeption des Campingplatzes meiner Wahl, den ich übrigens recht spät und abgekämpft erreicht habe, weist man mich das erste Mal auf dieser Reise ab, ausgerechnet hier…
Man stelle Plätze erst ab zwei Nächten zur Verfügung – alle Ideen meinerseits wurden abgelehnt, die einzige Option die mir angeboten wurde „…pay two nights and leave after one, but before 10am!“, habe ich sofort als schlechten Deal entlarvt.

Ich musste tatsächlich weiterziehen, habe aber auch hier, zwei Campingplätze weiter, eine gute Alternative gefunden.

Auf einem kleinen Platz bietet man mir einen beschatteten Stellplatz in zweiter Reihe zum Meer
Selbst auf den Plätzen der Kategorie „Basic“ ist Crawler mini – das gibt mir Raum
Ich habe nur wenige Meter zum Strand und zu einer Frischwasserdusche

Super, hier gefällt es mir. Ich reserviere mir einen Tisch im Lokal des Campingplatzes und man erklärt mir, dass es sein kann, dass ich innen sitzen muss, denn man erwartet schwere Gewitterstürme.

Ich konnte das nicht glauben, denn ich war doch gerade noch bei herrlichem Sonnenschein im Wasser und genieße jetzt mein Fahrbier zum Feierabend.
Wo sollen denn jetzt auf einmal Gewitter herkommen???

Naja, an der Adria ist das eben an der Tagesordnung – ein Gewitter kann schnell aufziehen und man muss gefasst sein, so auch jetzt und hier!

Die Böenwalze schiebt das Wasser vor sich her, der Strand wird überschwemmt
Es wird dunkelgrau, erste Tropfen fallen – ich trinke mein Bier aus und flitze zu Crawler, es gilt die Fenster zu schließen
Wenig später geht es los – es schüttet wie aus Eimern

Zuerst waren ein paar Hagelkörner dabei, dies war aber rasch vorbei. Der Regenduscher hielt sich aber bestimmt eine halbe Stunde, während der es stürmte und wie aus Kübeln goß.

Das Verwunderliche aber, bis zum Abendessen war alles wieder vorbei und auch die Temperatur hatte sich wieder gefangen.
Das Dinner konnte also auf der Terrasse des Campingplatzrestaurants stattfinden.

Und ratet mal was ich mir ausgesucht habe…

Hm, die Auswahl ist groß…
…wer die Wahl hat, hat die Qual
Bruschette als Vorspeise
Salat und eine feine Pizza als Hauptgang

Hab´ ich schon erwähnt, dass Pizza mein „all time favourite“ ist? Auch hier werde ich nicht enttäuscht.
Die Campingplatzlokale können auf ganzer Linie mithalten, ich habe immer gut gegessen ohne den Platz zu verlassen.

Für das Dinner ein paar Kilometer auf sich zu nehmen, ich habe das für hier erwogen.
Es gibt eine Hammeradresse in einer dieser alten, typischen Fischervorrichtungen, den „Trabucci“.
Das Lokal, welches ich von damals kenne gibt es noch, es heißt, nomen est omen, „Trabucco“.

Allerdings sind die Google Rezessionen inzwischen soooo schlecht und die Preise so abgehoben, dass ich die Idee verwerfe.
Neben dem Campingplatz „Manacore International“ also die zweite Enttäuschung…

Auch hier gehe ich ins Bett als „Balli di gruppo“ beginnt !

Ahhhrgh

Am nächsten Morgen weckt mich der Sonnenaufgang. Ich starte mein Ritual, ungestört von Fremden kann ich in aller Ruhe im Meer baden gehen, mich unter der Außendusche frisch machen und abbrausen und dann meinen Crawler für den Fahrtag vorbereiten.

Bisher schlägt er sich echt tapfer. Ich bemängle bisher nur eine Sache – die Sicherung, welche Radio und Uhr sowie die Innenbeleuchtung absichert, fällt immer häufiger, es scheint ein Kurzschluss vorzuliegen.

Der erste Tag war noch fehlerfrei, am zweiten Tag fiel die Sicherung abends.
Inzwischen ist es so, dass sie nicht mehr funktioniert, Radiohören fällt also aus.
Ich versuche heute, den Fehler zu finden und glaube die Ursache entdeckt zu haben, als ich ein angescheuertes Kabel sehe.

Die Sonne geht auf – früher Vogel fängt den Wurm
Ob ich jetzt wieder Radio hören kann – ich nehme vorweg, leider nein

Verfitzmaledeit, dieser Fehler war es nicht. Auch nicht die Leselampe, welche ich aufgrund Rost etwas später in Verdacht hatte, entpuppte sich nicht als der Ausfallgrund.
Ich werde ohne Radio in Griechenland ankommen – inzwischen habe ich den Radio selbst in Verdacht, oder eben dessen Anschluss, welchen ich aber nicht überprüfen kann.

Ich fahre nach dem Check out los und erreiche Vieste in weniger als einer Viertelstunde.
Ich kenne eine Tankstelle, dort fülle ich den Tank von Crawler.
Weil selber tanken rund 20ct billiger ist, entscheide ich den Service nicht in Anspruch zu nehmen.
Als ich meine Karte an den Bezahlautomat halte, werden 103,29€ vorgemerkt.

Ich erschrecke nicht, denn ich kenne dieses Procedere des autorisierten Betrags von einem Tankvorgang mit Sibylle von vor ein paar Tagen.
Ich fülle den Tank mit einem deutlich geringeren Gesamtbetrag…

Es werden fast 104.-€ belastet…
…obwohl ich nur 79,29€ tanke

Ich war ein paar Tage lang entspannt, aber als der zu hohe Umsatz nach drei Tagen immer noch stand, war ich überzeugt, dass ich Opfer eines Tankbetrugs geworden bin.

Mitnichten! Nach vier Tagen wurde der Umsatz tatsächlich gebucht und es kam nur der betankte Betrag zum Abzug.
Ich wollte nicht mehr daran glauben, war aber mehr als positiv überrascht.

Kommen wir zu einem weiteren Grund meiner Fahrt nach Vieste am Gargano – der weitbekannte Surfshop „No Work Team“ hatte es mir schon vor Jahren angetan.
Damals waren wir mit VW Bussen und Surfbrettern hier, die Bullis beklebt mit den Stickern der bekannten Spots – wie eben dem des NWT Vieste.

Damals trugen wir Klamotten vom NWT und träumten von einem Leben jenseits der Tretmühle…

Früher fand ich die Klamotten cool, es gab sie auch in meiner Größe.
Heute bin ich weder Surfer noch Träger cooler Kleidung, aber meine Hoffnung Crawler mit einem der riesigen Aufkleber des NWT zu verzieren war nachdrücklich, so nachdrücklich, dass ich extra eine Stunde wartete, bis der Kultladen seine Pforte öffnete.

Es traf sich dabei gut, dass ich ob der Tankverwirrung meinen zweiten Kaffee noch gar nicht getrunken hatte.

Auch hier ist das italienische Gedeck fantastisch

Der Besuch des Ladens war ernüchternd – kein klassischer Reinfall, aber ein klares Indiz dafür, dass „früher“ eben schon lang vorbei ist und man diesen Lauf der Zeit auch nicht aufhalten kann.

Statt eines coolen Surfers empfängt mich eine junge Frau, die sicher noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte, als ich das erste Mal in diesem Laden stand.
Sie erfasste schnell, dass keines der Kleidungsstücke in dem „Modegeschäft“ für mich passend wäre, setzte bei meiner Frage nach den großen Aufklebern, dem „No Work Team Vieste“ oder dem noch geileren „Ghetto Shark“ ein verständnisvolles Gesicht auf.

Sie heuchelte soviel Verständnis, dass ich sehr schnell merkte, dass sie keine Ahnung hat wovon ich spreche.
Egal, ich lasse mich mit zwei kleinen Aufklebern abwimmeln wie ein Schüler und klebe mir das Ding aber trotzdem auf´s Auto.

„No Work Team“ – nie war der Slogan mehr belastbar als heute!

Naja, besser als nix

Ich schrieb mit Sibylle, sie meinte während der Unterhaltung, „…dass Du noch nicht weg bist? Du musst doch weiter!“

Ich hatte heute die Zielanfahrt bis nahe Brindisi im Auge. In einer Stellplatzapp habe ich einen „besonderen“ Stellplatz gefunden, er sollte mein heutiges Ziel sein.
Da die Strecke etwas kürzer als sonst ist, wähne ich mich in trügerischer Sicherheit und beschreibe meiner Frau meinen theoretischen Zeitplan.

Wie der Name schon sagt – alles Theorie, denn zunächst führt mich Google auf eine gesperrte Straße, dann auf eine, die im Nirvana endet – ich muss die Hauptroute nehmen.
Letztlich schwächelt heute auch mein Crawler, denn er hat thermische Probleme – ich merke gerade noch rechtzeitig, dass die Nadel der Temperaturanzeige unaufhörlich nach oben klettert.

Ich muss handeln!

Ich muss das Auto am Straßenrand komplett ausladen…
…denn um Wasser aufzufüllen, muss ich die Beifahrersitzbank nach hinten klappen

Ich konnte mir helfen, sah aber einen Wasserverlust unbekannter Herkunft.
Ich werde der Sache auf den Grund gehen, gut wäre aber, wenn ich das an anderer Stelle tun könnte.

Ich gehe das Risiko und setze meine Fahrt fort – diese führt mich durch das Herz von Apulien, vorbei an Alberobello, dem Dorf der Trulli…

Hier war ich 2010

Ich sinniere und bin ein wenig traurig. Hier war ich mit Sibylle 2010 und habe mir als Andenken ein kleines Miniatur-Trullo gekauft.

Bei unserem Auszug und dem Beginn unserer „Weltreise“ habe ich alle Erinnerungen an früherer Reisen weggeschmissen – ein neues Leben sollte beginnen, ich wollte neue Eindrücke sammeln.

Der Rest ist Geschichte, heute schmerzt mich jeder Euro den ich ausgeben muss, um Dinge zu kaufen, welche ich 2021 weggeworfen habe.

Ich spule die letzten Kilometer ab und erreiche den Stellplatz, den manche Rezessionen in der App als „Paradies“ andere als „Hippie-Place“ bezeichnen.
Alle vergeben fünf Sterne, nur nicht die Italiener, weil die Gastgeberin offenbar nicht gut genug Italienisch spricht – nix wie hin!

Ich erreiche mein Ziel am Nachmittag
Die Platzsuche ist willkürlich – ich rücke niemand auf den Pelz
Einfach zu verstehen

Zunächst war niemand da, der sich um mich gekümmert hat. Ich sehe mich also etwas um, ich war nicht alleine hier und ich hatte das Gefühl, dass mein Handeln korrekt ist.

Jeder machte so sein Ding – in einer Jurte wohnten zwei junge Frauen die tagsüber auch bei Arbeiten an der Anlage halfen.

In einem VW Bus waren zwei Frauen aus Deutschland, die offenkundig auch schon länger hier waren.
Ob es eine Mutter mit Tochter oder einfach nur zwei Freundinnen waren, erschloss sich mir bis zum Schluss nicht.

Zudem war noch eine deutsche Alleinreisende hier, welche schon seit zwei Wochen hier Urlaub macht.

Zu guter Letzt wird sich am Spätnachmittag eine italienische Familie nebst Au-Pair im VW Camper direkt neben mich stellen und den bis dahin von Stille geprägten Ort mit Leben befüllen.

Übrigens – „Hippie Place“ trifft es ganz gut…

Eine Trenntoilette lädt zum Geschäft
Weniger Hartgesottene wählen das Badezimmer…
…in dem es an nichts fehlt – außer an einem Schlüssel
Ich werde der Außendusche den Vorzug geben
Ein Wegweiser verhindert das Irrgehen
Drei Jurten und ein Wohnwagen können gemietet werden
Auch ein „Pool“ steht zur Verfügung

Ich treffe auf die Gastgeberin – ich schwöre, alles was ich schreibe ist wahr und ohne Übertreibung…

Die Deutsche hat sich vor Jahren einen indisch klingenden Namen gegeben (wenn es nicht ihr echter ist – was noch mehr Aussagekraft hätte).
Nach eigenem Bekunden ist sie „etwas über 60“, hat sich aber sehr gut gehalten. Sie lebt an diesem Ort mit ihrem Mann, der aber noch in Deutschland arbeitet.
Sie begegnet mir in einem weißen, wallenden Gewand und heißt mich herzlich willkommen an diesem „Ort der Ruhe und des Friedens!“.

Sie erklärt mir kurz wie alles funktioniert und bringt mir sofort eine Zwiebel und frische Kräuter als ich ihr schildere, dass ich vor der Herausforderung der Essensbeschaffung stehe.

Auch der Wunsch nach einem kalten Bier wird erfüllt.

Ich treffe die Gastgeberin in der Außenküche, dem zentralen Treffpunkt
Mein Bus steht keine 50m entfernt – der Italiener ist mir inzwischen auf die Pelle gerückt
Hier bekomme ich alles was ich brauche
Ich fange sofort an, mir etwas zum Abendessen zuzubereiten
Heute mal keine Pizza – es gibt Penne
Ganz ehrlich – hat Spaß gemacht und geschmeckt

Ich esse gemütlich aber alleine, auch hier gibt es keine Begegnungen. Nicht, dass ich mir das unbedingt gewünscht hätte, aber ich habe irgendwie fest damit gerechnet, dass man auch mal mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt.

Ich hatte aber, ganz im Gegenteil, eher das Gefühl, als wäre die Privatsphäre gesucht.

Nun denn, ich spüle ab, räume mein Zeug auf und setze mich mit einem zweiten Bier hin bis die Sonne untergeht.
Dann lege ich mich ins Bett, stöpsle meine Ohren zu und glotze den Nachbarn noch etwas in ihren hell beleuchteten Bus…

Man hört die Grillen zirpen, wenn die italienische Familie mal kurz schweigt

Am nächsten Tag wache ich früh auf und starte langsam in den Tag, ich habe keine Eile.

Heute ist der Tag, an dem ich meine gebuchte Fähre nach Griechenland nehmen werde und Italien verlasse.
Die Grimaldi-Lines Fähre ist eine Verbindung, welche tagsüber die Orte Brindisi und Igoumenitsa verbindet.

Inzwischen gibt es eine Planänderung auf griechischer Seite, denn ich habe zufälliger Weise in Deutschland eine Nachricht bekommen, dass die Fahrzeugpapiere meines Smurfys im KEP in Piräus abzuholen wären.
„Welch ein Glück“ war mein erster Gedanke, der aber dann einer gewissen Ungläubigkeit wich, als ich realisierte, dass der einzige infrage kommende Tag zur Abholung des Dokuments ein Samstag war – hier war mir das Glück nicht hold.

Die Lösung bot der Verkäufer des Panda 4×4 – Andreas würde die Papiere holen, ich könne ihn am Freitag treffen.
Das erfordert, dass ich einen Teil der Strecke schon in der Nacht fahren muss, eine Übernachtung in Igoumenitsa kommt nicht infrage.

Doch jetzt erstmal auf die Fähre – was so einfach klingt, sollte sich für mich zu einer Stressituation auswachsen.

Stop and go an der Fähre und auch schon auf dem Weg dorthin

Mein Navi schickt mich quer durch Brindisi, das klappt außerordentlich gut, ist aber mit einigen Stops bis zur Fähre verbunden.

Da Crawler sich gestern so gut geschlagen hat, habe ich den Fehler gemacht das Kühlwasser nicht noch einmal zu prüfen.
Es kam was kommen musste – exakt am Fährparkplatz war der Zeiger wieder am roten Bereich und ich brauchte eine Lösung.

Zunächst habe ich mich eingecheckt, dann aber musste ich auf dem wuseligen und wenig einladenden Parkplatz mein komplettes Auto ausräumen und das Kühlwasser befüllen.
Zumindest bis ich die Fähre geboardet hätte, sollte ich jetzt safe sein.
Ich kam verschwitzt und relativ spät auf meinem Parkdeck an.

Hier steht mein Krabbler erstmal sicher
Ich stehe weit hinten, aber das Deck sollte sich noch füllen
Der Blick auf den Hafen von Brindisi hat was

Ich kenne das Schiff noch von der Überfahrt mit Klicker und Sibylle. Vergessen hatte ich jedoch, dass dieses Schiff keinerlei bequeme Sitzmöbel hat, der Plan für ein relativ gemütliches „Hinfletzen“ über ein paar Stunden musste daher ad acta gelegt werden.

Dummerweise hatte ich bewusst mein Laptop nicht mit an Bord genommen um es nicht stetig bewachen zu müssen.
Dabei wäre es in der gegebenen Situation die ideale Beschäftigung – Blog schreiben ohne Zeitdruck…
Naja, manchmal hast Du eben kein Glück, dumm ist, wenn dann noch Pech dazu kommt.

Erst einmal versorge ich mich mit dem Nötigsten…

Ein Kaffee der grauslig schmeckt und ein Wasser, welches rasch warm werden wird – ich leide still
Manche Situationen kannst Du nicht retten – „wie lang dauert´s noch???“
Nur noch neun Stunden – wir haben gerade abgelegt, das Fährdeck ist inzwischen voll geworden
Wie es sich wohl anfühlt hier mit der Segelyacht anzukommen – der Hafen von Brindisi ist schön
Auf den Protagonisten warten neun Stunden des Leidens und des Ausharrens

Was tun? Die Zeit vergeht nicht, die Uhr scheint rückwärts zu laufen, die planmäßigen neun Stunden werden nicht vergehen.

Ich laufe im Kreis und setze mich wieder. Dann laufe ich im Kreis um mich dann wieder zu setzen.
Das wiederholt sich bis zum Erbrechen – es gibt gepflegte Langeweile, zum Beispiel wenn man auf der Couch ein Fluserl beobachtet und es gibt grauenhaft langweilige Langeweile, dieser bin ich nun ausgesetzt.

Um diese Art der Folter zu bekämpfen setze ich mir ein Highlight – ich gehe etwas essen, das funktioniert bei mir eigentlich immer.
Nicht so hier und heute…

Köfte mit Stampf waren das Highlight – die Nudeln der Offenbarungseid der Küche

Verschiedene Social Media Gruppen die sich das Thema Fähren, im Besonderen die zwischen Italien und Griechenland auf die Fahne geschrieben haben betonen gebetsmühlenartig, dass eine „Fährfahrt eben keine Kreuzfahrt sei“ – das mag stimmen, aber wenn man die Reisedauer und das -angebot in Relation zum Preis setzt, dann wäre es vielleicht gut, wenn Nudeln zumindest warm wären.

Um Speisen warm zu servieren muss man nicht kochen können – man muss Lust am Job haben, dies ist vielfach nicht gegeben.

Ich mach´s kurz – mit Grimaldi fahre ich nicht mehr, zu groß die Lücke zu ANEK.

Wenigstens der Salat war einigermaßen ansprechend, wenn auch mit dem Dressing echt gegeizt wurde – als ich die Convinience-Food Verpackung geöffnet hatte, entfaltete sich die vitaminhaltige Speise wie ein Schachterlteufel und (über)füllte meinen Nudelteller.

Satt wird man auch von Salat – wenn der Haufen groß genug ist

Den totalen Tiefpunkt erreichte die Fahrt, als der mir schon bekannte Alleinunterhalter (es gibt schon Parallelen zu einer Kreuzfahrt 😉 )zum Microfon griff und schamlos alles raushaute was ihm einfiel.

Er, der keinen Respekt vor Klassikern wie „Wish you were here“ kennt, beendete seinen Auftritt mit einer Version von „Bohemian Rhapsody“ – ein Sakrileg!
Zu Poden mit dem Purchen…

„Gallileio…“ – nein, bis dahin ließ er es nicht kommen, nach den ersten zwei Minuten ließ er die Hymne ausklingen

Die Leute hörten stoisch zu – kein Wunder, man kann ja nicht weg. Jeder Reisende sucht sich seinen Platz und verteidigt diesen, Rochaden gibt es nur sehr selten.
Für den Alleinunterhalter sicher eine glückliche Fügung, zumindest wenn die Fähre gut besetzt ist.

Igoumenitsa ist nicht weit von Albanien entfernt. Es liegt in der Natur der Sache, dass viele Reisende aus Albanien an Bord sind.
Großfamilien, deren Reiseverständnis deutlich von dem mittel- und nordeuropäischer Reisender abweicht.
Lagerstätten werden geschaffen, die Kühltasche wird geöffnet, man schläft überall – sofern dies beim Gesang des Alleinunterhalters möglich ist.

So vergeht die Zeit und mittlerweile haben wir Land in Sicht, denn wir haben die Meerenge zwischen Korfu und Albanien erreicht, die Sonne schickt sich an unterzugehen, wir fahren in die Nacht hinein.

Nicht mehr weit bis Igoumenitsa, aber es zieht sich
Crawler steht sicher, er hat noch ein paar Stunden Pause
Als die Sonne verschwindet verlaufen sich die Menschenmassen – Schatten ist nicht mehr wichtig
Das Zentralgestirn verinkt hinter der Shilouette von Korfu

Ohne „Balli di gruppo“ geht es in Italien nicht. Als die Sonne weg war, wurde das Oberdeck des Schiffes zur Freiluftdisco umfunktioniert.
Der Hubschrauberlandeplatz wurde zur Tanzfläche, die Musik erschallte laut aus den riesigen Lautsprechern.

Dumm nur, dass die Italiener die Rechnung ohne die Majorität der Albaner gemacht haben – die scheinen „Balli di gruppo“ genausowenig abzugewinnen wie ich und so bleibt es beim Hall der Musik – dem konnte man den positiven Nebeneffekt abgewinnen, dass der Alleinunterhalter einfach übertönt wurde.

Tanzen auf dem Hubschrauberlandeplatz – könnte mein neues Hobby werden

Es ist dunkle Nacht als wir Igoumenitsa vor dem Bug haben. Ich mag solche Nachtansteuerungen und bedauere, dies nicht viel häufiger mit dem Segelboot gemacht zu haben.

Ich genieße es zuzusehen, wie wir uns dem hell beleuchteten Hafen immer weiter nähern und gleiche die Realität mit der Karte ab.

Igoumenitsa liegt backbord voraus, der Kapitän wird gleich Ruder legen lassen
Die Realität dazu sieht so aus – der Effekt ist mit dem Auge betrachtet umso schöner
Im Westen liegt Korfu, nun achteraus, es ist noch Restlicht erkennbar

Es war Nacht, wir werden aufgerufen zu unseren Autos zu gehen und dann nach und nach die Fähre zu verlassen.
Das ganze Procedere dauert immer ein wenig, auch heute gibt es Verzögerungen.

Ich fahre um ziemlich genau 23.00 Uhr von Bord und befinde mich von jetzt an auf griechischem Boden.

Mein neuer Plan ist wie folgt – ich werde nicht in Igoumenitsa essen, die kalten Nudeln reichen für heute und den Berg Salat könnte ich im Notfall ja wiederkäuen.
Ich muss tanken, dann fahre ich in die Nacht hinein, so lange wie ich es eben durchhalte.
Natürlich habe ich ein Ziel im Hinterkopf – ich möchte es bis Preveza schaffen, dort kenne ich mich aus.

Leider schwächelt Crawler abermals – auf einer finsteren Mini-Landstraße wird er wieder heiß und verlangt nach einer neuen Ladung Kühlwasser.
Dies erfülle ich ihm in einem kleinen Ort unter einer Laterne am Bahnhof.

Gegen 02.00 Uhr erreiche ich tatsächlich Aktion bei Preveza, mir ist die Gegend bekannt und ich weiß wo ich meinen Camper abstellen kann.

Als ich am nächsten Morgen wach werde regnet es
Eine Gewitterfront zieht über Preveza

Mein Kalkül nach Preveza zu fahren ging voll auf. Ich treffe Sofia und Manolis auf etwas Small-Talk, kann mich abermals für die perfekte Arbeit an ELOWYN bedanken und erklären, warum ich hier unverhofft auftauche.

Man sichert mir freie Bewegung zu und so kann ich frühstücken, duschen und vor Allem eine Notreparatur an Crawler vornehmen.

Das Frühstück war perfekt – so gestärkt widme ich mich meinem Crawler

Die Ursache für den Kühlmittelverlust ist schnell gefunden – ein Kühlerschlauch war durchgescheuert.

Ich baue das Corpus Delicti aus und gehe zum Ship Chandler – hier wird mir perfekt geholfen.
Ich kann mit Dichtmittel und selbstverschweißenden Isolierband eine vorübergehende Dichtheit erreichen.
Dieses „heiße Thema“ habe ich für den Rest der Reise im Griff.

Nicht in den Griff bekomme ich die Sicherung für den Radio – bei einem letzten Versuch wage ich den Einsatz einer kräftigen 25A Sicherung, sehe aber nach wenigen Minuten noch einmal nach.
Der Sicherungsträger ist inzwischen so heiß, dass die Sicherung nur noch in Teilen herauszuziehen ist.
Ich breche an diesem Punkt ab, stecke keine neue Sicherung und werde mich des Themas auf Leros annehmen.

Hier haben Glück und Instinkt Schlimmeres verhindert
Hier war es wohl auch ein bisschen Know-How
Klar sehe ich aus wie Sau und schabe mir die Arme blutig – aber ich kann mich vor Ort waschen

Der Tag, welcher eigentlich schon in der vergangenen Nacht stressig begann, lief in dieser Art und Weise weiter.

Heute hatte ich neben der Abfahrt meiner Fähre, den einzigen Termin meiner Reise – ich wollte mich am Nachmittag mit Andreas treffen und hoffte, dass er einen Treffpunkt außerhalb Athens wählt.

Das hat leider nicht perfekt geklappt, ich muss weit in den Stadtbereich hineinfahren, zumindest bleibt mir der Innenstadtbereich erspart.

Als Ausgleich hierfür hat Google Maps heute einmal wieder „lustige Routen“ ausgespuckt – und ich schwöre, dass ich keine speziellen Settings habe, heute fahre ich sogar „mit Autobahn“.

Aufgrund einer Baustelle finde ich mich aber auf dieser Route wieder – und im Gegensatz zu einigen anderen ist Crawler hier in seinem Element!

Die offizielle Route führt mich mehr als 10km über Schotter

Zugegeben, der Weg von Preveza nach Athen ist mit einem Auto wie dem Allrad-Mitsubishi ein Zieher.

Man nähert sich mit 90km/h dem Ziel, das bedeutet bei knapp 400km rund 5h Fahrt.
Da sind Highlights wie die Passage der Rio-Brücke bei Patras eine willkommene Abwechslung…

Ich nähere mich der Brücke und beschließe den teuren Maut zu bezahlen
Die Anfahrt ist spektakulär
Die Durchfahrt noch mehr – die sich bewegenden „Drähte“ zaubern ein spezielles Bild
Auch hier eine Baustelle – mein Garfield begleitet meine Fahrt am Spiegel
Die Überfahrt ist schnell erledigt

Habt ihr auch so eine Art „Maskottchen“ im Auto? Ich war früher Garfield-Fan – die fette orange Katze war „der Philosoph unter den Philosophen“ und ich mochte den trockenen Humor.

Meine damalige Freundin hat mir die Katze geschenkt als ich mit 18 mein erstes Auto gekauft hatte – er möge mir Glück bringen.
Die Freundin ist längst Geschichte, der Garfield aber begleitet mich noch – inzwischen hat er in 41 Jahren weit mehr als 1 Million Kilometer mit mir abgespult – unfallfrei!
Mittlerweile könnte er „die Sache“ sein, welche ich am längsten besitze – ein Gedanke, der sich surreal anfühlt.

Ich erreiche den Treffpunkt in Athen und treffe Andreas an der Straße, die Zeit reicht für ein kurzes „Hallo“ und etwas Small-Talk, dann übergibt er mir mein Dokument und ich suche rasch das Weite, unsere Wege trennen sich hier.
Ich sehe zu, dass ich wieder aus Athen rauskomme…

Nix wie raus aus dem Moloch – Ziel ist Nea Peramos
Endlich habe ich mein begehrtes Dokument

In Nea Peramos empfiehlt meine Stellplatz-App einen Parkplatz an einer kleinen Marina, ganz in der Nähe von einigen Lokalen.
Es sei überraschend ruhig und man stehe sicher.

Seltsam wie Vorstellungen auseinadergehen und welches Fazit man daraus zieht.
Alles Geschriebene ist richtig, der Platz ist sauber, nicht verwahrlost und sieht sicher aus – aber irgendwie sieht alles lieblos aus, geschlossen, versperrt, nicht einladend.
Das Meer ist am kleinen Strand schmutzig – wo kann ich mich erfrischen, wo kann ich auf´s Klo?

Ich stelle meinen Bus ab und sammle mich bei einer Cola. Dann muss ich mal in mich gehen und mich fragen wie ich stehen will, denn es gilt nun, den gesamten morgigen Tag zu überbrücken.

Auf den ersten Blick schön…
…und doch packt es mich nicht – ich beschließe weiterzufahren

Für einen Moment entgleitet die Situation. Ich verlasse mich zu sehr auf Google maps und zu wenig auf mein Gehirn und meine Erfahrungswerte.

Ich war schon einmal einen Ort weiter um einen Tag zu überbrücken. Ich erinnere mich an eine Taverne, eine Strandbar und einen netten Parkplatz vor der Türe – wenn ich hier fragen würde, ob ich bleiben kann, wenn ich als Gast entsprechend konsumiere???

Leider kann ich mich nicht an den Namen der Taverne erinneren und bei meiner Google Suche fahre ich zudem in ein Gewitter, es fängt regnen an, der Tag findet ein langsames Ende – und ich habe noch keinen Platz!

Ich fahre dem Gewitter sehenden Auges entgegen

Ein kurzer Moment der Verzweiflung treibt mich auf einen Campingplatz – hier würde ich sicher unterkommen, aber er hat keine eigene Taverne.

Der Zufall hilft – ich fahre rechts ran und lege das zeitweise verführerisch-unnütze Telefon auf die Seite.
Nanu, hier war ich schonmal – ist der Strand nicht rechts???
Ich biege ab und finde tatsächlich per Zufall und Erinnerung den Ort, welchen ich im Sinn hatte und den ich gesucht hatte.

Es blieb keine Zeit mehr – hier bleibe ich! Eine goldrichtige Entscheidung.

Ich finde einen Sitzplatz mit Strom und kann mich auf der Fähre einchecken

Alles was ich im Sinn hatte klappt. Ich gehe kurz im Meer baden, finde einen Sitzplatz neben einer Steckdose und ich kann mich auf meiner Fähre einchecken.

Ich beschreibe den Witsleuten meinen Plan und bin herzlich willkommen.
Dann bestelle ich mir mein Abendessen – auch hier werde ich bestens bedient…

Der beste Salat der Reise – die Zitronensauce war ein Gedicht
Tagliatelle mit Meeresfrüchten gehen immer
Ihr müsst genau schauen – Crawler steht direkt neben der Taverne

Als zu später Stunde noch einmal Wind und Regen aufkommt, muss ich trotz langärmeligen Shirt nach innen in die Gaststube gehen.
Ich sitze in Griechenland und friere trotz langärmeliger Kleidung – verkehrte Welt!

In der Nacht benutze ich erstmalig meine Bettdecke, wenn auch nur ein Zipfelchen…

Ich war neben einer Gruppe Griechen der letzte Gast. Die Griechen waren mit dem Wirt verbandelt, hatten vielleicht etwas zu feiern.
Der Wirt bringt eine riesige Brasse an den Tisch und zerlegt sie säuberlich, dann setzt er sich zu den Gruppe.

Etwas später steht er abermals auf und bringt mir von dem Fisch – ich bin zurück in Griechenland und erfahre sofort wieder Filoxenia, die bekannte Gastfreundschaft.

Als ich nach einem Tsipouro ins Bett gehe ist es stockfinstere Nacht.

Die Lichter entlang der Küste sorgen für etwas Orientierung

Ich schlafe wie ein Stein und werde erst am nächsten Morgen wach, als ein Spaziergänger mit Hund die Autotüre neben mir zuschlägt.

Es ist 07.45 Uhr und das Café öffnet gegen 09.00 Uhr – ich habe etwas Zeit um im Meer baden zu gehen und mir den Schlaf aus dem Gesicht zu spülen.
Die restliche Zeit verbringe ich damit Crawler klar für die Fahrt zu machen – ich kontrolliere abermals das Kühlmittel, doch heute ist der Stand in Ordnung.

Ich klappe das Bett zurück und sortiere mein Gepäck neu. Ich werde nicht mehr im Auto nächtigen.
Das Entaden soll auf Leros schneller gehen, es gibt einen stressfreien Zeitplan, welcher ein Frühstück und das Waschen meiner Wäsche einschließt.

Das Wetter ist leider noch nicht perfekt, das sollte aber im Laufe des Tages noch werden – überhaupt, es lag ein perfekter „Übergangstag“ vor mir!

Noch bin ich alleine und die Wolken hängen tief – ich gehe baden
Dann mache ich auf Crawler Ordnung – das Wohnmobil hat seine Aufgabe erfüllt
Der Platz war perfekt für die Nacht und diesen Tag des Wartens

Langsam füllt sich alles mit Leben, die Betreiber der Bar kommen als erstes und machen das Geschäft und den Strand klar für die Gäste an diesem Samstag.

Ich gehöre ganztags dazu und ziehe mich dafür an einen Tisch am Rand zurück.
Hier habe ich eine Steckdose, kann mein Telefon laden und mein Laptop betreiben – den Tag vetreibe ich mir wie ein Urlauber, ich trinke Kaffeespezialitäten und genieße kleine Leckereien.

Dazwischen gibt es eine alkoholfreie Erfrischung und einen Snack – und natürlich gehe ich gehörig baden, das Meer hat die ideale Temperatur, der Strand ist feiner Kies, alles in allem ist es ein schöner und den Umständen entsprechend kurzweiliger Tag.

Da meine Fähre erst um 23.55 Uhr geht und ich daher erst um kurz vor 22.00 Uhr am Hafen sein muss, ist keine Eile geboten.
Ich reserviere mir einen Tisch im Lokal für 18.30 Uhr um hier zu Abend zu essen, gegen 20.30 Uhr werde ich Richtung Piräus aufbrechen.

Ein doppelter Espresso gibt die Energie für den Tag
Mittags darf es ein kleiner Snack sein
Zum Abschluss noch etwas Süsses

Vor dem Abendessen springe ich noch einmal in die einladenden Fluten. Ich erfrische mich und wasche mir den Schweiß des Tages vom Körper.
Glücklicher Weise gehöre ich zu den Menschen, die ein Bad im Salzwasser genießen und danach ausdrücklich keine Süßwasserdusche brauchen.

Der Ausspruch „Salz auf meiner Haut“ ist ein geflügeltes Wort zwischen Sibylle und mir – ich liebe das Gefühl und sie gibt auch nach fast 25 Jahren nicht auf mich aufzuklären, dass es in dem Buch gar nicht um „Salz auf der Haut“ geht.
Natürlich weiß ich das, aber die Parallele, dass es die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares ist, hat ja doch einen Link und gibt dem Satz seine Berechtingung, nichtwahr? 😉

Zurück zum Thema – ich bin abgefrischt, liebe es das „Salz auf meiner Haut“ zu spüren und widme mich meinem Abendessen.

Ein letztes Mal gehe ich Baden…
…dann verhole ich mich in die gastliche „Psarotaverna“

Ich will zugeben, dass ich nach dem Dinner „Hummeln im Hintern“ hatte. Meine Entspanntheit war etwas gewichen, ich wollte jetzt los und die letzte Etappe in Angriff nehmen.

Etwas zu früh mache ich mich auf die circa 60km lange Fahrt nach Piräus. Überraschender Weise war kaum etwas los auf den sonst so emsig überfüllten Straßen in und um Athen.
Ich war zügig am Ziel und konnte mich drei Stunden vor geplanter Abfahrt in die Reihe zum Boarding aufstellen.

Ich war überrascht, dass zum einen doch schon viele andere Autofahrer so früh hier waren, zum anderen darüber, dass die Fähre noch nicht am Kai war – offensichtlich hatte sie Verspätung.

Die Nacht bricht über den Hafen von Piräus herein – das ist übrigens NICHT unsere Fähre
…die steuert den Hafen nämlich erst um 21.50 Uhr an
In wenigen Minuten wird die BLUESTAR 2 ihre Leinen festmachen

Hm, um rund 22.00 Uhr ist unsere Fähre also hier angekommen. Es bleiben rechnerisch zwei Stunden, um das Schiff zu entladen, etwas klar Schiff zu machen und dann mit der Beladung zu beginnen.

Aufgrund des zweiten Fährschiffes welches im Bild vorher zu sehen war, konnten die Autos der Gäste auf der Dodekanesroute nicht so geparkt und sortiert werden wie gewohnt.
Sich trotzdem intelligent einzureihen um nachher ein schnelles Verladen zu gewährleisten, erfordert vernetztes Denken – und ihr wisst was jetzt kommt…

DIE MENSCHEN KÖNNEN ES NICHT MEHR!

Da es keine „wie stelle ich mich clever an der Fähre an“ App gibt und auch keine KI diesbezüglich eingesetzt werden kann, gibt es großes Chaos und ein richtiges Tohuwabohu.
Wenigstens behalten die Einweiser den Überblick, sie markieren die Autos richtig, können Drängler und Dummköpfe aber kaum bändigen.

Seinen korrekten Zielort hat Crawler schonmal angeheftet bekommen…
…und irgendwann haben auch wir es geschafft

Mir ist der Hintergrund der Drängelei schon klar – es geht um die besten Plätze im Schiff.
Besonders die Passagiere die eine Deckspassage gebucht haben, so wie ich auch, sind froh wenn sie einen bequemen Sessel erhaschen können.

Mir war´s wurscht – ich habe mich auf eine schlaflose Nacht eingestellt und war gewappnet das anzunehmen, was mir geboten würde.

Letztlich habe ich einen zwar breiten, aber dennoch nicht wirklich bequemen Sessel und ein Bartischchen bekommen.
Das Glück half mit, dass mein zweiter Sessel am Tisch ohne die übliche Blockade aus irgendwelchen Taschen oder Ähnlichem dennoch frei blieb, so hatte ich meinen Platz für mich und konnte nach etwas Schlaf suchen – mein neues Nackenhörnchen soll mir dabei helfen…

Irgendwie ging´s…

Ich war überrascht – anfangs war turbulentes Treiben, an Schlaf war nicht zu denken, aber später – nach dem Ablegen – kehrte sowas wie eine „Grundruhe“ ein und ich konnte tatsächlich etwas Schlummern.
Nicht wirklich ein erholsamer Tiefschlaf, aber zumindest besser als mit offenen Glotz´n auf die Uhr zu starren.

Die BLUESTAR 2 legte letztlich mit einer Stunde Verspätung, es war wohl gegen 00.45 Uhr, ab und konnte diese Stunde auch bis zur Ankunft in Leros nicht mehr aufholen.

Beim Aussteigen das gleiche Spiel – man wird aufgerufen zu den Fahrzeugen zu gehen – trotzdem kommen ein paar immer zu spät.
Andere verlieren die Geduld und fahren ein paar Meter nach vorne, wobei sie nicht realisieren, dass sie jetzt den Bereich blockieren, den man zum Wenden braucht.
Was passiert also – es gibt Stau auf der Fähre…

Zunächst sieht alles normal aus – am Rand der weißen Wand geht es in entgegengesetzter Richtung nach unten…
…Minuten später ist Stau – die PKWs blockieren sich, dann fahren halt die LKWs

Selbst mit dem kleinsten Auto kann man keine 180° Wende „auf dem Teller“ machen – trotzdem probieren es mindestens drei Fahrer.
Bis die dann durch hin und herrangieren das Wenden vollzogen haben dauert es – denn meist rücken die nachfolgenden Fahrzeuge gleich auf und machen das Wendemanöver unmöglich.

Mir geht durch den Kopf, dass ich niemals, ich wiederhole niemals, in eine Situation kommen will, in der irgendetwas evakuiert werden muss – ein Gebäude, ein Flugzeug oder ein Schiff…
Menschen sind nicht in der Lage gruppenorientiert vorausschauend zu handeln, sofoern sie nicht darauf trainiert sind.

Ich hoffe, die KI wird das irgendwann mal lösen…

Ihr merkt schon – ich war irgendwie schräg drauf, als meine kleine, individuelle Reise nach einer Woche mit meiner Ankunft auf Leros endete.

Willkommen daheim

Die ersten Stunden waren fürchterlich! Es waren Menschenmassen auf den Straßen unterwegs.
Als ich vor knapp fünf Wochen abgefahren war, war Tourismus zu spüren, aber es war moderat.
Heute war der helle Wahnsinn geboten – und mich beschleicht das sichere Gefühl, dass es jedes Jahr schlimmer wird.

Dies setzt sich dann so fort – Schleicher auf der Straße (das sage ich aus einem Auto heraus, dass Vmax 95km/h bietet) welche die Fahrt von A nach B mit einer Sighseeing-Tour verwechseln.
Radlfahrer die auf zweieinhalb Meter breiten „Hauptstraßen“ auch noch nebeneinander fahren geben sich ein Stelldichein mit türkischen Touristengruppen (erkennt man an den Frauen mit den aufgespritzten Körperteilen) die als solche eisschlotzend einen Schaufensterbummel machen – nur leider nicht auf der Flaniermeile, sondern auf der Ortsdurchfahrt von Agia Marina.

Ich komme bei unserem Frühstückslokal „Navarone“ an und will eigentlich schon wieder weg.
Der Anstand verlangt, dass ich meine Frau zumindest begrüße – selbiges gilt für Susanne und deren Schwester.

Es war Sonntag – Sibylle hat das Brunchbuffet im „Navarone“ reserviert
Ich stärke mich, komme etwas runter und beruhige mich erstmal

Es ist mein Ernst – auch das „Navarone“ war kaum wiederzuerkennen. Ich gönne den Wirten das Geschäft, frage mich aber ernsthaft, wieviel Tourismus Leros verkraften kann.
Die kleine Insel steht am Scheideweg – und wer sich jetzt fragt, ob es clever ist hier ein Haus zu kaufen, ja das frage ich mich auch! Es gibt in beide Richtungen Argumente, ich sitze es noch ein wenig aus, die Region in der unser Haus steht ist vom Tourismus kaum betroffen.

Apropos Haus – was macht meine kleine Katikia denn überhaupt? Steht noch ein Stein auf dem anderen?
Während sich Sibylle meiner Wäsche und ihrer mitgebrachten Einkäufe aus Deutschland widmet, lade ich Crawler am Haus aus und sortiere schonmal ein wenig vor…

Ich parke den L300 nach dem Ausladen am kleinen Kirchlein „Agiou Dimitiou“, einer privaten Kapelle
Die Güter für die Freunde sowie die Autoteile für Mitsubishi und Fiat Panda lagere ich im Haus

Das Wakeboard und den bleischweren Hipster e-Scooter von Alex habe ich schon in Xirokampos übergeben.
Das A-Team liegt dort mit ANAHITA vor Anker und so war es ein glücklicher Zufall, dass ich die zwei sperrigsten Sachen auch wirklich als Erstes ausräumen konnte.

Meine Laune war zu diesem Zeitpunkt noch nicht perfekt, der arme Alex musste das aushalten.
Leider haben dazu auch seine Informationen aus der Marina beigetragen – ich will, offen gesagt, gar nicht hin…

Hätte ich auch lassen sollen!!!

Servicebatterien fehlerhaft – der Ladezustand ist es definitiv nicht, Solar liefert

Ich stehe am Steg vor dem Schiff und kann schon den „faule Eier“ – Schwefelgeruch feststellen.
Sowas riecht natürlich niemand der hier vorbeigeht, aber was soll´s…

Ich schließe auf und ein Blick auf den Batteriemonitor sagt alles – ich bin ziemlich sicher, dass eine der Batterien einen Zellenschluss hat und die anderen ebenfalls, nomen est omen, in Mitleidenschaft gezogen hat.

Das löse ich morgen, oder übermorgen, jetzt lüfte ich erstmal, baue mein Bett und… RINGRING RINGRING RINGRING …gehe ans Telefon!
Volker ist dran mit der nächsten, absolut passenden Hiobsbotschaft – er hat mit der Marinachefin telefoniert, wo ich denn sei, ich müsse ELOWYN SOFORT umlegen!

Dagegen bin ich ja ein harmloser Spinner! Was soll das jetzt? Warum? Wohin? Naja, ganz sicher nicht mehr heute…

Das würde an sich reichen – aber zu allem Überfluss haben wohl die Marineros beim Ablegen eines Paketes einen Kratzer in den Lack gemacht – ich hoffe, der lässt sich wegpolieren!

Mit Spucke geht nix – ich setze auf einen Lackreiniger. Auch das wird auf morgen vertagt

Mir reicht´s – ich muss raus aus der Marina. Die erste Stunde war genug, überhaupt hatte es der Tag in sich.

Ich bin daher nur verhalten zuversichtlich, wenn ich an unseren reservierten Tisch beim „Pirofani“ denke.
Es ist Sonntag, die Bucht ist voller türkischer Schiffe und somit befürchte ich das Schlimmste als Sibylle und ich etwas vor der vereinbarten Zeit ankommen.

Wir fahren mit Crawler und parken direkt neben der Taverne…

Er macht sich gut im kleinen Fischerhafen von Panteli, finde ich
Wir bekommen einen tollen Tisch, die Stimmung ist tadellos
Das Lokal wird randvoll – aber das Team hat den Service im Griff
Zu viert hatten wir einen perfekten Abend

Tatsächlich war die Taverne zum Bersten voll, aber der Service hatte alles perfekt im Griff und wir haben vorzüglich gegessen.

Susanne und ihre Schwester waren mit uns zusammen ausgegangen und zu viert hatten wir einen kurzweiligen und für mich auch versöhnlichen Abend und Abschluss für meinen Ankunftstag – meinen ersten Tag auf Leros…

Ab Morgen würde alles besser werden – dachte ich zumindest.
Es fing alles ganz harmlos an…

Smurfy bekommt seinen Glücksbringer – danke Monika für den Schlumpf

Sibylle und ich fahren hoch zum Haus. Ich muss in der Garage ein paar unwichtige Arbeiten erledigen, so zum Beispiel den geschenkten Schlumpf auf Smurfys Armaturenbrett kleben – aber auch ein paar wichtige Dinge sind zu erledigen, meine GS wird wieder in Betrieb genommen und für Sibylle gilt es ein wichtiges Dokument zu drucken.

In der Zwischenzeit gießt Sibylle mit dem langen Schlauch die Olivenbäume im Garten.
Wir wollen nicht schuldhaft für eine schlechte Olivenernte einstehen müssen.

Kurios wird es danach allerdings, als ich in die Marina zurückkomme.
Man fängt mich am Auto ab und erklärt mir, dass man schon auf mich wartet, denn wir sollten ELOWYN jetzt sofort umhängen.
Ich werde fast ein wenig patzig, erkläre, dass ich immer noch alleine bin, zudem das Schiff noch verpackt ist und dies außerdem mit der Marinaleitung diskutiert werden müsse.

Wenig später klingelt mein Telefon, das Office ruft an fragt wo ich denn sei – man warte schon auf mich, denn ich solle ELOWYN jetzt sofort umhängen.
Ich werde fast ein wenig patzig, erkläre, dass ich immer noch alleine bin, zudem das Schiff noch verpackt ist und dies außerdem mit der Marinaleitung diskutiert werden müsse.

Ich komme mir vor wie ein Gefangener in einer Zeitschleife, dazu gesellen sich die Käufer meiner NESSAJA und erzählen mir von Defekten während des letzten Törns…
Hätte ich in diesem Moment gekonnt, ich wäre in meinen Crawler gestiegen und hätte das Weite gesucht.

Ein klein wenig habe ich das auch getan, ich brauchte einen Glücksmoment!

Sibylle und ich fahren einkaufen und wählen dazu den Weg „into the wild“
Ich lasse den L300 etwas über steilen Schotter kriechen
Die Mitsubishi Pajero Gene sind nicht zu leugnen – er kann was

Nach dem Einkaufen fährt Sibylle nach Xirokampos und ich stelle mich dem Thema rund um ELOWYN – was ist denn da eigentlich los?

Es folgt ein sehr langes und auch emotional, hitziges Telefonat mit der Marinaleitung. Ich erfahre, dass ein anderes Boot ELOWYNs Platz beansprucht und ältere Rechte geltend macht.
Dies ist für mich das schlechteste Argument von allen. Ich halte entgegen, dass ELOWYN mit Fendern über 6,5m breit ist und am B Steg schlicht und einfach nicht in die Lücken passt – Bootssicherheit geht vor.

Das Telefonat endet mit einem Remis, wir vertagen uns auf morgen. Ich habe inzwischen drei Altenativlösungen und bin gespannt, ob eine Gefallen findet.
Das wird noch ein richtiger Scheiß – vor allem muss ich den weißen Riesen jetzt ohne Not fahrfertig machen.

Und als ob das alles nicht genug wäre, ist da noch Sibylle, welche mir jetzt wieder stetig erklärt was geht und was nicht und was ich eigentlich alles „muss“.
„Du musst dich jetzt endlich rasieren und deine Matte geht auch gar nicht…“ höre ich sie sagen…

Warum eigentlich nicht
Weil halt

Es reißt nicht ab – ich will mich gerade mit Volker bezüglich eines Plan B abstimmen und ihm erklären was hier los ist.
Darum schreibe ich ihm sinngemäß, dass mein Telefon kaum still steht seit ich da bin.
Exakt in dem Moment klingelt das Telefon abermals, wieder ruft die Marina an um wegen der Liegeplatzthematik nachzufragen.

Die Nachricht war noch nicht verschickt, klingelt das Telefon wieder
Genauso geht es weiter

Ich konnte solche Tage des Bombardements nach dem Urlaub schon im Arbeitsleben nicht leiden.
Ich hoffte, dass ich dies jetzt ein Stück weit hinter mir gelassen habe – doch weit gefehlt.
Es gibt Tage, da scheint mir der Workload schlimmer als früher zu sein.

Bis zum Abendessen werde ich mit Themen konfrontiert welche nicht meine sind – ich werde, nein, ich muss hier künftig einen Riegel vorschieben, ich kann das nicht leisten.
Meine Stimmung beim Dinner war mies – da konnte das perfekte Giros im „SouVLakki“ auch nichts mehr retten…

Der neue Morgen begann unter anderen Vorzeichen – ich bekam das Signal, dass das Umlegen von ELOWYN nicht wichtig sei und ich auf dem momentanen Liegeplatz verbleiben könne und auch sonst normalisierte sich alles.
Ich habe ein weiteres Telefonat mit einem Eigner einer großen Yacht der 60ft+ Klasse und kann jetzt schon andeuten, dass ich vermutlich ab Herbst 2026 ausschließlich zwei Schiffe betreuen werde.
Alle anderen Services werde ich einstellen müssen und erkenne, dass dies wohl auch gut ist.

Sibylle kommt bei mir vorbei und sortiert mit mir den Tag – zuerst schauen wir uns ELOWYN einmal an…

Im Großen und Ganzen alles ok – aber das Vordeck ist ziemlich verschissen

Ich habe an diesem Tag noch ein paar private Dinge zu erledigen, muss zum Steuerberater und treffe mich mit Hans Peter zur Abstimmung der nächsten Wochen.

Auch er und seine Petra sind von ihrem Törn zurück – wir beide erkennen und müssen uns eingestehen, dass die Zeit der langen, gemeinsamen Arbeitssessions wohl vorbei ist.
Sehen wir also zu, dass wir die offenen Projekte noch sauber zu Ende bringen.

Ich muss noch einmal ins Haus um Unterlagen abzulegen, dann gönne ich mir eine Badepause.
Hierfür fahre ich an den Kokkina Strand, welcher etwas entfernt vom Schuss ist.
Meine Hoffnung war, dass dieser nicht ganz so überlaufen ist.

Mit Crawler kann ich den unwegsamen Schotterweg bis zum Strand fahren
Kaum was los – ich gehe direkt vom Auto aus baden

Das Meer war erfrischend, es hat richtig gut getan. Weil es gerade so schön war, habe ich mir einen Einkehrschwung in das Eisparadies „Repapis“ gegönnt – hier habe ich einen Mangel, ich war zu lange nicht mehr dort.

Ich treffe Berthold dort und wir beide verratschen uns über Offroad Themen.
Er mag meinen Crawler und war selber schon mit verschiedenen Fahrzeugen weltweit unterwegs.
Wir fachsimpeln und träumen und ich erkenne, dass mein kleines Auto ein Riesenpotential hat.

Ich bin nicht wenig überzeugt, dass der kaum 5m lange Krabbler das Zeug hat, einer 43ft Segelyacht den Rang in Sachen „das letzte große Abenteuer“ abzulaufen.

Von hier aus fahre ich in die Marina, dusche mich rasch ab und warte auf Sibylle.
Wir treffen uns hier, um gemeinsam mit Brigitte und Hans nach Alinda ins „Theikon“ zu fahren.

Am Strand von Alinda hat man die perfekte Sicht

„Theikon“ ist einer der großen Player in Sachen Restaurant auf Leros. Zur Familie gehört die Strandtaverne, mehrere Cafés, das „Navarone“ in Agia Marina und ein gewaltig großes Cateringunternehmen.

Sibylle und ich waren noch nie hier und wir folgen der Idee unserer Freunde.
Wir bestellen einen Tisch voll Meze und essen vorzüglich!

Alle ausgewählten Speisen waren super

Es gibt nix zu meckern, anmerken muss man jedoch, dass das Preisniveau sehr hoch war und nicht ganz mit dem Konzept der Taverne harmoniert.

Wir haben bei unserem Besuch im „Pirofani“ vor zwei Tagen zu viert rund 50.-€ weniger bezahlt und ich würde mein Lieblingslokal in Panteli fast ein Level höher einstufen.
Es bleibt also dabei – für Dinner dieser Art ist und bleibt das „Pirofani“ vorläufig die erste Wahl, gefolgt vom „Serza“ am Merikia Strand.

Nichtsdestotrotz genießen wir den Abend in vollen Zügen und ziehen uns das fast kitschige Ambiente gnadenlos rein.

Der Vollmond erleuchtet die Szenerie, die beleuchtete Burg thront über dem Gesamtbild…

Kitschiger geht´s kaum – oder doch?
Es geht – ein Alleinunterhalter spielt internationale Schnulzen! „Sag mir Quando, sag mir wann…“

Ein Alleinunterhalter singt was das Zeug hält – diesmal nicht die typische „Island-Music“, sondern eher so internationale Tanzmusik, so wie man sie aus Hotelbars kennt oder sie auf zweitklassigen Kreuzfahrten erwarten würde.

Es war alles dabei, was man in dieser Musikrichtung als „Gassenhauer“ bezeichnen kann, trotzdem fand ich den Mann ganz unterhaltsam und bei Weitem nicht so schlecht wie den Kollegen auf der Italienfähre.

Immerhin hat dieser Sänger Respekt vor den Liedern gehabt, welche den „heiligen Gral“ bilden.
Er zumindest, hat die Finger von „Bohemian Rhapsody“ gelassen 😉 !

Wirklich witzig aber war, dass er seine Gitarre nur als Mittel zum Zweck in der Hand hielt – es war deutlich zu sehen, dass er nicht spielte.

Wir hatten jedenfalls Spaß und gingen erst nach zwei Karafaki Ouzo und fast schon nach Mitternacht nach Hause.

Am nächsten Morgen war ich dennoch relativ früh fit und hatte zudem Lust auf ein ausgiebiges Frühstück.
Ich habe mir daher einen Besuch im „La Palma“ Café gegönnt.

So darf dazwischen auch ein Tag beginnen

Hans Peter kam vorbei und erkannte mein Auto am Straßenrand. Er setzte sich zu mir und wir begannen Pläne für den August zu schmieden.
Auf ELOWYN müssen zuerst die Batterien und die Fallen für die Genua ersetzt werden, bei ihm stehe ich im Wort, sein Lithium-Projekt während des August voranzutreiben oder gar fertig zu stellen.

Wir finden eine gute Basis und einigen uns auf einen arbeitsintensiven Hochsommermonat – aber das kennen wir ja schon von 2024.

Später gesellen sich Susanne und Sibylle zu uns und wir trinken noch einen zweiten Kaffee, bevor Sibylle und ich nach Alinda aufbrechen müssen.

Wir wollen dort ein Stockbett kaufen…

Wir kaufen das Bett und bringen es mit Crawler zum Haus
Dort lagern wir es erstmal nur ein

Ich habe auf einer Verkaufsplattform der Leros Community ein Gesuch bezüglich eines Bettes aufgegeben.
Offen gesagt wusste ich nicht genau was ich wollte, man solle einfach mal alles anbieten.

Der Hintergrund war, dass ich temporär und für wenig Geld eine Schlafstätte in unserem Haus schaffen möchte.
Ich will zur Not auf mein eigenes Quartier ausweichen können – auch wenn noch nicht alles fertig gestellt ist.

Es wurde überraschender Weise sehr viel angeboten, ich habe mich schlussendlich für ein Stockbett entschieden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses nach Fertigstellung des Hauses für die Enkel weiterverwenden könnte ist am höchsten…

Danach musste ich mich ELOWYNs Batterien widmen.

8.14V statt die zu erwartenden 13V – die Befürchtung wird zur traurigen Wahrheit
In meinen Belastungstester gebe ich den Batterietyp ein…
…wähle die Prüfmethodik…
…und den Zielwert…
…um dann ein ernüchterndes Ist-Ergebnis zu erhalten

Für den Servicebereich hat ELOWYN sechs Batterien die eine 24V Bank bauen.
An drei Batterien komme ich besser heran um die Messungen auszuführen, alle zeigen ein gleich schlechtes, ja vernichtendes Ergebnis.

Hier ist nichts mehr zu retten, ich verzichte daher darauf, die anderen drei, etwas unzugänglicheren Batterien auch noch zu überprüfen.
Es wird entschieden, dass die ganze Bank ersetzt wird.

Ich spreche mit Volker und wir beschließen kurzerhand, dass wir auf eine Lithium Bank umbauen, es sollen LiFePO4 Akkus zum Einsatz kommen.
Das bedeutet für mich, dass ich „mal schnell“ eine echte Beschaffungsherausforderung vor der Brust habe – gefolgt von einem ungeplanten „Prio 1“ Projekt!

Ich muss mich abkühlen, ich gehe baden…

Am Rückweg sehe ich den Aufkleber des „No Work Team“ traurig und läbbelig von Crawlers Heck hängen.

Nicht nur das „No Work Team“ ist nicht mehr das was es einmal war…

Ich reiße den faden Sticker vom Bus – ich werde etwas besseres finden.
Außerdem kann man das Schwächeln des „NWT“ Statements hier durchaus metaphorisch betrachten – denn auch für mich geht die arbeitsfreie Zeit nun langsam zu Ende.

Mit dieser Metapher im Sinn, gehe ich zurück auf ELOWYN und widme mich einem Finanzthema.
Seit ich aus Deutschland zurück bin, habe ich das Gefühl, dass ich mehr Geld gelassen habe als geplant.
Ok, die beiden Autos, aber das liegt auf der Hand. Trotzdem fehlt eine nicht unerhebliche Summe auf meinem Konto – ich will der Sache auf den Grund gehen.

Auf drei Schmierzetteln kann ich die Ausgaben ganz gut nachvollziehen

Wie gesagt – die Anschaffung der beiden Autos ist eine Sache, die Reise mit Crawler zurück nach Griechenland eine andere.

Trotzdem habe ich darüber hinaus noch eine erkleckliche Summe gebraucht, die ich so niemals geplant hatte.
Das heißt für mich, dass ich meine Deutschlandreise in Zukunft anders anpacken würde – so einen Betrag kann und will ich nicht noch einmal aufbringen.

Ich bin einigermaßen entsetzt und es braucht ein wenig, bis ich den Gedanken beim gemeinsamen Abendessen mit der Crew der MARLIN loslassen kann.

Wir treffen uns mit Annette und Achim am Auto, welches neben Alex´ Buggy parkt
Wir besuchen heute das „To Steki“ in Alinda und parken strandnah

Annette und Achim werden die Marina und Griechenland verlassen. Es heißt also mal wieder „Lebewohl“ zu sagen.

Den Abschied versüßen wir uns mit einem sehr guten Dinner bei Dimitris, der mal wieder alles richtig macht.
Wir essen gut und preiswert zudem sitzen wir bei ihm in „erster Reihe“.

Dass es die Vollmondnacht ist und wir den Erdtrabanten über der Burg haben aufgehen sehen, versüßt uns den bitteren Beigeschmack des Abends ein wenig.

Wir haben uns einen Tisch an der Waterfront reserviert
Der Mond schafft eine herrliche Szenerie am späten Abend

Wir gehen erst recht spät nach Hause, denn wir haben uns auch heute dem Ouzo hingegeben.
Es war ein geselliger, fröhlicher und unterhaltsamer Abend.

Wie auch immer die Reise der MARLIN verlaufen wird, wir wünschen den Beiden von Herzen alles Gute und hoffen, dass wir uns eines Tages einmal wiedersehen werden.

Am nächsten Morgen bin ich der „Crawler“ – ich krabble aus dem Bett und sortiere die Richtungen.
Als oben und unten definiert sind, sorgt ein starker Kaffee dafür, dass die letzten Nachwehen des Vorabends eliminiert werden.
Aber was ist das? Das heiße Gebräu schmerzt irgendwie in meinem Mundwinkel…

Na super – a Bepp´n! Was Du kennst „Beppe“ nicht – da frag mal Google 😉

Ich bin für so Dinger kaum anfällig, aber heute hat es mich erwischt. Jetzt muss ich mich während meiner ersten Tage auf Leros auch noch damit herumschlagen – bleibt mir denn nichts erspart?

Um hier ein wenig zu ketzern – ich habe wenig Draht zur Psychosomatik, aber das Internet weist ausdrücklich darauf hin, dass bei einem Lippenherpes eine starke Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang besteht.
Ja wenn das so ist – dann sollte ich mich hier nicht so stressen lassen und vielleicht gleich wieder meinen Crawler für eine Weiterreise wappnen.

Noch ist es nicht so weit – ich habe vor Ort profanere Aufgaben zu erledigen, ich muss ein Stockbett aufbauen!

Nach zwei Stunden steht das Ding, es ist überraschend bequem

Das geht, wie zu erwarten, eigentlich ganz schnell. Das Bett macht einen guten Eindruck und die Matratzen sind besser als erhofft.
Ich denke, es war ein guter Kauf – ich habe jetzt mein Notbett und später können vielleicht mal die Kindeskinder Platz darauf finden.

Nachdem dies erledigt war, habe ich mich zurück in die Marina verholt, auch hier warten noch zwei Kleinaufgaben, welche ich „auf Zuruf“ erhalten habe.

Zum einen gilt es Maß an einer deutsch beflaggten Gastyacht zu nehmen. Zu JOY bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, trotzdem will ich in diesem Fall helfen.
Inzwischen kristallisiert sich aber mehr und mehr heraus, dass ich all diese Kleinigkeiten ab kommender Saison nicht mehr durchführen kann – zu stark ist der Beobachtungsdruck durch die Marinaleitung.

Ich entere das mir unbekannte Schiff – das war diesmal einfach
Dann mache ich die angeforderten Bilder…
…und übermittle die benötigten Maße

Die zweite Aufgabe war im Vergleich fast schon geplant, hatte aber einen gewissen Schwierigkeitsgrad, da ein weiterer Helfer, ein Grieche, beteiligt war.

Ich wurde von einem deutschen Bootseigner gebeten, sein „mobiles Teilelager“ vom Marinagrund zu entfernen, er sei aufgefordert worden und müsse der Aufforderung wohl Folge leisten.
Nun hatte bereits ein Grieche versprochen dies zu tun – aber da war es eben wie es so gerne mit den Hellenen ist, „avrio“ bedeutet im Wortsinn „morgen“, in der Realität kann es alles bedeuten, nur eben „nicht heute“!

Auch heute klappt es nicht, den Transporter um die Ecke zu fahren. Der eine Reifen, welcher zu wenig Luftdruck hat, wird zum „no go“ eingestuft.
Und während er mir lang erklärt warum man mit dem Wabbelreifen keine 80m fahren kann, denke ich mir, dass ich den Wagen schon längst umgeparkt hätte.

Er kommt also mit einem Kompressor, den er mit gestikulierender Handbewegung anschließt, welcher aber ein Leck im Druckluftschlauch hat.
Leider hat der Hellene (noch) die Schlüsselgewalt und er vertröstet mich mit „avrio“.

Was ich ihm an diesem Tag vorenthalte – morgen, also avrio, werde ich den Schlüssel in den Händen halten und den Wagen wegfahren, komme was wolle.

Das Umparken des Transporters wird nicht zum Augustthema – versprochen

Bis zum verabredeten Treffen mit Sibylle war noch etwas Zeit und ich wollte Baden gehen.
Ich hatte ja schon die letzten Tage Lust zum kleinen Sandstrand „Kioura“ zu fahren.
Das ist ein wenig touristischer Strand ohne jegliche Infrastruktur, aber mit feinem Sand. Er ist bei Einheimischen sehr beliebt und es ist üblich, dass man mit dem Auto bis hinunter an den Strand fährt.

Allerdings ist dieses Kleinod am anderen Ende der Insel und ich habe vermieden nur zum Baden dorthin zu fahren – nicht so heute, denn ich wollte ohnehin kurz „Hallo“ bei Giorgos sagen.

Zwischenstop bei „Boat & Parts“

Ich trinke einen Freddo Espresso mit den Jungs vor Ort und weihe den Freund in meine Pläne mit Crawler ein.

Er nickt und ruft sofort den Mann an, welcher für die Instandsetzung seines Suzuki Samurai verantwortlich war.
Leider hat der Freund keine Zeit und wir vertagen auf ein Andermal, aber der erste Schritt ist gemacht…

Dann fahre ich zum kleinen Sandsträndchen und gönne mir ein erfrischendes Bad.

Von dort brummle ich zurück in die Marina, die Zeit reicht gerade noch für eine Süsswasserdusche, um mich mit Sibylle zu treffen und weiter ins „SouVLakki“ zu fahren.
Hier sind wir heute mit Jasmin und Tim verabredet, auch für die Beiden endet der Urlaub in den nächsten Tagen.

Weil Sibylle etwas zu früh in der Marina ankam, haben wir uns vor dem Dinner noch einen Aperitiv im „La Palma“ Café gegönnt.

So darf ein Tag ausklingen – ich mäandere zwischen Stresssituationen und ausklingendem Urlaubsfeeling
Das Dinner im „SouVLakki“ ist solide wie immer

Wir sitzen verhältnismäßig lange und haben einander viel zu erzählen.

Mir war sehr auffällig, dass ich in den letzten drei Tagen mit drei Seglern beziehungsweise Seglerpaaren länger zusammen saß.
ALLE fragten nach meinem L300 und nach meinen Plänen – und haben dann, nachdem ich meine neuen Ideen, vermeintlich die eines „Spinners“, preisgegeben hatte, von ihren Abenteuern mit Offroad Fahrzeugen erzählt.

Sowohl die Crew der MARLIN als auch die der TAO3 und last not least auch Berthold, mit dem ich mich eingehender Unterhalten habe, waren mit Offroadern weltweit unterwegs und haben ihre Fahrzeuge teilweise noch.

Siehe da! Es gibt also eine, unter Umständen nicht ganz repräsentative Tendenz, dass eine Offroad Wohnmobilreise entweder die „Spinner“ aus ihren Ecken lockt – ich wäre nicht allein!
Oder es ist so, dass 4×4 Touren vielleicht doch Mainstream sind, in etwa so, wie es das Blauwassersegeln in den letzten Jahren wurde.

Ich werde es herausfinden…

„Das geht raus an alle Spinner
Denn sie sind die Gewinner
Wir kennen keine Limits
Ab heute für immer
Das geht raus an alle Spinner
Weil alles ohne Sinn wär‘
Ohne Spinner wie dich und mich…“

Der letzte Tag des Monats bricht an, was gilt es heute noch zu schaffen?

Ich nehme es vorweg – es war ein langweiliger, wenig schöner Tag. Am Morgen hatte ich den Eindruck, dass meine Druckwasserpumpen langsam an Leistung verlieren.
Ich musste also die defekten Batterien zumindest etwas laden…

Ich öffne das Batteriekompartement, ich muss den Ladevorgang überwachen
Das Ladegerät „pumpt“ fast 60A Ladestrom in die angeschlagene Batteriebank
Immerhin gelingt es mir rund 8% nachzuladen – dann fängt es wieder stinken an

Diese 8% reichen, um auf ELOWYN die minimale Versorgung aufrecht zu erhalten. Für ein gekühltes Getränk reicht es leider nicht.

Mehr kann ich nicht laden, nach etwa einer halben Stunde fangen die Batterien wieder „gaseln“ an und stinken dabei erbärmlich.
Es reicht aber, um für weitere zwei, drei Tage meine Pumpen am Laufen zu halten.
Die neuen Batterien sind die Hauptaufgabe der nächsten Tage!

Danach treffe ich mich mit Sibylle in Xirokampos am Strand. Leider haben wir auch wir ab und an Themen zu besprechen die weniger angenehm sind.
Wir müssen uns irgendwann einmal einig werden, was nach dem Segeln kommt. Im Moment haben wir parallele Lebensmodelle aber keinen gemeinsamen Plan, das ist zuwenig.

Irgendwie werden wir das schon schaffen, ich bin da zuversichtlich…

Der einzige Lichtblick heute und letztlich auch ein schöner Abschluss des Monats Juli, war Petras und Hans Peters nachträgliche Einladung zu einem Geburtstagsessen.

Wir saßen nett zusammen und ließen den Tag bei einer Pizza und einem anschließenden Eis bei „Repapis“ ausklingen.

Auf einen schönen August

Der Ausblick auf den kommenden Monat ist durchwachsen – ich weiß jetzt schon nicht mehr, wo mir der Kopf steht, wenn ich meine „To Do“ Liste ansehe. Wie soll ich das schaffen?

Daher wird der Augustblog wohl ein „Bastlerblog“ werden, die Fans der Urlaubsthemen mögen mir verzeihen…

Sibylle fliegt schon wieder nach Deutschland, denn sie muss sich um Angelegenheiten rund um ihre Eigentumswohnung kümmern.
Ich werde die zweite Augusthälfte somit alleine wuppen müssen.

Ob das alles klappt und ob ich den Weg zurück in meinen „Inselalltag“ finde, wird sicher interessant mitzuerleben sein.

Ich wünsche euch einen schönen Monat, καλό μήνα…
Mario



Juni 2026 – Holiday

Der sechste Monat des Jahres 2026 war der erste richtige Sommermonat – ohne wenn und aber.
Weder wir in Griechenland, noch die Freunde und Familie in Deutschland, konnten über mangelnde Sonnenstunden klagen.

Da Sibylle und ich zur Monatsmitte für mehr als vier Wochen in die Heimat reisen, unsere Segelfreunde vermehrt zu ihren Urlaubstörns ablegen und zu guter Letzt auch ELOWYN ihre Leinen loswirft, lag nichts näher als eine Headline mit Bezug zu Urlaub und Ferien zu suchen.

Es ist also „Holiday“ geworden…

Gebt es zu – ihr habt Madonna im Kopf! Da liegt ihr aber weit daneben…
Ich bin kein Madonna Fan und hatte zuallererst einen längst vergessenen, gleichnamigen Song der „Scorpions“ aus dem Jahr 1979 im Sinn – vielleicht der erste Song, der mich realisieren ließ, dass es etwas anderes als die „Hitparade“ gab.

„Let me take you far away
You’d like a holiday
Let me take you far away
You’d like a holiday
Exchange the cold days for the sun
A good time and fun
Let me take you far away
You’d like a holiday“

Summer-Vibes im Juni – bis zu unserer Abreise gab es noch einiges zu tun

Eine wichtige Sache will ich gleich eingangs erwähnen – ich hatte ja ein leichtfertiges Angebot auf eine Bavaria 430 Lagoon abgegeben.
Der Gedanke war reizvoll, entsprach aber nicht exakt dem was ich eigentlich im Schilde führe.
Zudem steht eine Blauwasserfahrt mit ELOWYN im Raum, es war also zu früh für diesen durchaus reizvollen Gedanken die Bavaria zu kaufen.
Ich habe daher abgesagt.

Aber bereitet euch vor – an wilden Ideen hat hat es mir diesen Monat nicht gemangelt, dazu später mehr…

Der Monat begann zunächst so, wie der alte endete. Wir hatten viele ungelöste Kleinprojekte vor der Brust und begannen sukzessive diese abzuarbeiten.

Ich beschaffe Teile für Kleinprojekte – ein Ritt gegen Windmühlen

Zunächst muss ich zum Schreiner um eine Platte aus Bootsbausperrholz für meine Druckwasseranlage zusägen zu lassen.
Was einfach klingt, hat es in sich – der Schreiner ist schwer zu erwischen und immer gut ausgelastet, Aufgaben wie diese stören eigentlich nur seine Abläufe.
Es gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu, ihn gewogen zu halten.

Ähnlich bei Giorgos – er schneidet mir zwar bereitwillig die Delrinstücke zurecht, welche ich für den geänderten Anschlag der Leiter zur Badeplattform brauche, aber als ich ihn ansehe, das geschliffene und gebohrte Ursprungsteil in der Hand, da meint er nur trocken „…the rest you can do by your own!“

Da hat er Recht, aber ich muss dafür in meine Werkstatt – also setze ich meine Fahrt nach Plaka fort.

Klicker parke ich an exponierter Stelle…
…die paar Schritte zum Haus kann ich gehen

In der Werkstatt ist es ein Leichtes den Delrin Klotz zu schleifen und zu bohren, ein bisschen aufhübschen kann ich ihn auch gleich – somit steht der Vollendung dieser Arbeit während der kommenden Tage nichts mehr im Wege.

Weil ich gerade hier bin, räume ich ein wenig im Haus herum. Ein paar eingelagerte Ersatzteile von Hans Peter kommen in den Wohnraum und die Couch aus ebendiesem darf in das Schlafzimmer umziehen.
Hier richte ich mir eine Art „Hauptquartier“ ein, ich kann während der nächsten Monate nicht andauernd meine Siebensachen von A nach B fahren.

Sieht ganz aufgeräumt aus

Der eigentliche Plan war, eine Schlafstätte für Notfälle zu generieren. Dies scheitert am kläglichen Zustand der Schlafcouch – ein klares Zeichen dafür, auch dieses Möbel zu entsorgen.

Ob ich den Plan weiter verfolge und mir vielleicht übergangsweise ein Bett zulege weiß ich noch nicht.
Allzulange will ich mit der Renovierung ja auch nicht mehr warten.

Als die Arbeit gemacht war, habe ich alles wieder verschlossen, ein letzter Kontrollblick, dann kann ich zurück in den Ort fahren.

Alles ok am Haus – nächstes Ziel ist Xirokampos

Heute fahre ich nicht mehr auf ELOWYN, ich setze meine Fahrt gleich fort, um bei Sibylle etwas zu unterstützen.

Ich hatte unserer Freundin Susanne versprochen, dass ich ihren Fuhrpark einmal bewegen werde.
Dies wollte ich heute tun und als erstes nehme ich mir die Vespa PX200E vor – ein Relikt aus den 80ern und eine Hommage an meine Jugend.

Ich genieße den Ritt auf der kleinen, zierlichen Italienerin…

Läuft…
…gib´ Gummi

Sibylle und ich wurschteln noch etwas im Garten, ich versuche mehr schlecht als recht uralte Zeitschaltuhren wieder in Betrieb zu nehmen und zu programmieren.

Irgendwie bekommen wir die offenen Aufgaben auf unserer Checkliste erledigt und können uns irgendwann auf den gemütlichen Teil des Tages vorbereiten.
Hanna hat heute Geburtstag und wir sind eingeladen – darauf freuen wir uns schon geraume Zeit.

Wir treffen pünktlich zur verabredeten Zeit im „Stis Annas“ ein…

Ein kleines Geschenk für unsere Freundin…
…dann wird gefeiert

Alarmsignal auf LIBERTÉ – kurz vor der geplanten Abfahrt testet HP seinen Außenborder und stellt fest – „…nanu, der springt gar nicht an!“

Obwohl er alle Register rund um die Kraftstoffaufbereitung gezogen hatte, stelle ich fest, dass es „…wohl der Vergaser sein wird…“ und beharre auch auf meiner Meinung.

Widerwillig schraubt mein saarländischer Freund noch einmal den kleinen Vaporisateur vom Zylinder, um dann unter meiner Anleitung Düsen herauszuschrauben und fachgerecht zu reinigen.

„Verdammt nochmal – da muss doch…“
Wir geben uns größte Mühe

Die Geschichte ging aus, wie Geschichten immer ausgehen, wenn Zeitdruck eine Rolle spielt.

Mit Petras Abreisewunsch im Nacken und dem Ausblick auf ein paar Urlaubswochen, wird die Reparatur abgebrochen und kurzerhand ein neuer Außenborder bestellt – if money is not the issue 😉 !

Natürlich werden wir den alten Yamaha Zweitakter noch reparieren, er wird dann wohl verkauft werden.

Während ich auf LIBERTÉ zugange war, hat Alex auf meine Bitte hin einen Drohnenflug gemacht.
Ich brauchte ein paar Bilder von EDINAs Masttop…

Die Drohne kreist über EDINA
Freud und Leid liegen eng beisammen

Auf der Aufnahme ist der Grund für das gerissene Genuafall klar erkennbar – eine scharfe Kante am Profilvorstag (gelber Pfeil) hat die Leine wohl durchgescheuert.

Glück im Unglück ist, dass noch ein Zipferle des Falls heraushängt, so ist der Schaden insgesamt leicht zu reparieren.
Natürlich muss die Ursache mit beseitigt werden!

Weil Alex gerade am Joystick war, hat er gleich noch eine Luftaufnahme von ELOWYN an ihrem Liegeplatz gemacht.

ELOWYN ist das einzige Segelboot an Pontoon A

Apropos ELOWYN, auch auf meinem Patenschiff komme ich während dieser Tage recht gut voran.
Ich habe die Instandsetzung der Druckwasseranlage ja lang genug vor mir hergeschoben – umso schneller konnte ich diesen Punkt auf meiner Liste nun abhaken.

Das ganze Setup wurde umgestaltet, mit den Brettchen vom Schreiner wurden neue Anschraubflächen für die Pumpe und den Druckbehälter geschaffen und letztlich wurde von Johnson auf Jabsco gewechselt.
Dazu habe ich nun einen 8 Liter Ausgleichsbehälter aus dem Haushaltsbereich, statt des teuren, kleinen 1 Liter Bootskessels verbaut.

Und? Läuft!

ELOWYN hat wieder Druckwasser an allen Zapfstellen

Nachdem nun endlich wieder fließend Wasser an Bord ist, kann der Kanister am Spülbecken ausziehen – mein letztes großes Projekt ist damit erledigt.

Ab jetzt stehen „nur noch“ kleinere Montagearbeiten auf der Liste.
Zeit genug für einen Kaffee und eine Süßspeise für Sibylle und mich…

Sibylle und ich nutzen immer öfter das „Skipper´s“ für unsere Kaffeepause

Die Zeit reicht noch, um den bereits vorgefertigten und etwas größer gebauten Anschlag für die Leiter der Badeplattform zu montieren.

Sibylle bedient mir den üppigen Heckeinstieg von ELOWYN, ich mache derweil die Montagearbeiten.
Das Anschrauben des kleinen Delrinriegels war nur eine kurze Angelegenheit, so dass wir recht rasch einen Probelauf machen konnten und dann Vollzug meldeten.

Die Leiter funktioniert wieder – perfekt

Warum die Eile? Nun, weil ich heute noch zwei Termine zu begleiten habe.

Mein Ex-Schiff, die LUMARA, liegt bereits seit heute Mittag in der Lakki Bucht vor Anker.
Gleiches hat nun auch Hans Peter mit seiner LIBERTÉ vor, denn beide Crews bekommen heute Besuch von Giorgos.

Dieser wird Maß nehmen, denn auf beide Schiffe wird im Winter ein Geräteträger für große Solarfelder montiert.
Ich begleite das Tun, um auf LIBERTÉ ein wenig mit technischem Englisch zu unterstützen und um auf LUMARA die Parteien miteinander bekannt zu machen.

Sibylle und ich haben versprochen, dass wir beim Ablegen der Saarländer zugegen sind, sie werden nach dem Treffen mit Giorgos eine mehrwöchige Reise antreten und wir werden einander länger nicht sehen.

Maschine läuft, der Marinero ist da – Leinen los
Da fährt sie dahin, auf Wiedersehen liebe Freunde

Ich verliere keine Zeit – Sibylle fährt nach Xirokampos um zwischenzeitlich im Haus zu verweilen, ich setze mich auf meine GS und fahre an den Dinghykai in Lakki.

Dort warten Ellen und Dominik bereits auf uns, Hans Peter kommt nach dem Ankern mit dem Dinghy dazu.
Nach dem obligatorischen Viertel erscheint auch Giorgos und so können wir endlich gemeinsam übersetzen.

Es ist erwähneswert, dass Giorgos den neuen Außenbordmotor von LIBERTÉs Schnulli hierher mitgebracht hatte und dieser „noch schnell“ in Betrieb genommen wurde.

HP, Merlin und Giorgos in einem Schlaucherl, ich fahre mit Ellen und Dominik

Zuerst fahren wir auf die Bavaria von Hans Peter und Petra. Es wird besprochen, vermessen und über Wünsche und Notwendigkeiten diskutiert.

Hans Peter bekommt zudem noch die Unterlagen für seinen neuen Motor – das ganze Procedere dauert etwa eine Stunde.
Dann ist alles besprochen, alle Ideen berücksichtigt und alle Herausforderungen diskutiert.

Kostenvoranschlag folgt – wir setzen über auf LUMARA, welche ich schon die ganze Zeit vor Anker betrachten durfte.
Ich bin zufrieden…

Giorgos plant, zeichnet und notiert
Ich betrachte derweil LUMARA am Anker
Nachdem HP uns zum Nachbarschiff geshuttelt hatte – ein Wechsel der Vorzeichen und der Perspektive
An Bord der Dufour wiederholt sich das Planungsprocedere

Erledigt, fertig! Dominik bringt Giorgos und mich zurück an Land, hier trennen sich unsere Wege.

Ich fahre noch einmal kurz zurück in die Marina um für Martin ein Foto seiner STENELLA zu machen, denn er wollte wissen, wie die Marinajungs das Dinghy gestaut haben.

Was soll ich sagen? Nicht gut, nicht schlecht – geht so!
Das ist halt das Thema, wenn man es perfekt haben will, dann muss man es selber machen.

Nicht abgedeckt, aber immerhin sicher und auf einem Karton

Jetzt reicht es aber – Feierabend! Ich lasse es gut sein und fahre ebenfalls nach Xirokampos, wo Sibylle schon mit dem Essen auf mich wartet.

Hanna und Jim, Alex´ Eltern, waren ja noch auf Leros und hatten signalisiert, dass sie gerne einmal bei unserem Haus vorbeisehen würden.
So ergab es sich, dass wir heute einen Abstecher nach Plaka machten und danach noch zu ihnen nach Platanos fuhren.

Auch wir waren neugierig, denn Hanna und Jim wohnten in einer Wohnung, die das A-Team angemietet hat.
Die junge Crew gönnt sich den Luxus eine Art „Base“ zu haben, in der Antonia lernen kann und stets ein Platz für Besuch zur Verfügung steht.

Die Wohnung ist schön – zudem wollte es der Zufall, dass Hanna noch Kuchen vom Geburtstag übrig hatte und mit welchem Getränk lässt sich Kuchen am besten genießen???

Bei Hanna gibt es ein Stückchen Kuchen und ein Frühschoppenbier

Es sollte ohnehin ein voller Tag mit den Freunden aus Landshut werden – nachdem wir gegenseitig unsere Quartiere inspiziert hatten und die Neugier befriedigt war, wurde ein Treffen am Strand anberaumt.

Erst ein bisschen Baden und danach im „Pirofani“ zu Abend essen, soweit der Plan…

Auf dem Weg zum Lieblingsstrand habe ich mit meiner GS einen „besonderen“ Tachostand erreicht – 50.000km sind allemal ein Foto wert!

Gleich passiert es…
…jetzt ist es soweit – auf viele weitere, unfallfreie Kilometer
Im „Pirofani“ klingt der Tag aus

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Sibylle und ich viele Kleinigkeiten auf unserer Liste hatten.

Der heutige Tag sollte ein Tag werden, den wir vollends für solche Themen verwenden würden.
Wir starten den Tag in Xirokampos, wo eine letzte Probefahrt mit Susannes Vespas anstand, dann musste die Garage so vorbereitet werden, dass wir den Fiat Panda unserer Freundin dort parken können.

Diesen gilt es von der Werkstatt abzuholen und wieder in seine Garage zu bringen.
Packen wir es also an…

Ok, die Vespas laufen – ich kann sie wieder ordentlich verräumen
Wir fahren nach Lakki und holen den Ur-Panda aus der Werkstatt
Sibylle folgt mir mit Klicker
Ich werde verfolgt! 😉
Die Vespas sind ordentlich verräumt – der Panda kann in der Garage geparkt werden

So weit, so gut! Sibylle bittet mich noch die defekte Lampe zu reparieren – „…was erledigt ist, ist erledigt!“
Da hat sie Recht, ich greife daher zum Werkzeug und vermute, dass die Lampe, deren Gehäuse im eingeschalteten Zustand unter Strom steht, wohl keine Gefahr darstellt wenn der Schalter auf „aus“ steht.

Weit gefehlt! Ich fasse beherzt an die Fassung (ob die wohl deshalb so heißt?) und mir stehen die Haare zu Berge.
Nach dem Stromschlag fühle ich mich zwar wach, fast wie aufgeladen, trotzdem brauche ich das kein zweites Mal.
Ich lege die Sicherung und mache mich ein weiteres Mal ans Werk.

U N G L A U B L I C H ! Ich reiße den ganzen Schrott raus und ersetze alles durch Neuteile

Die Reparatur dauerte nicht lange – ich war vorbereitet und hatte bereits alle Teile gekauft.
Der Fehler wurde gefunden und eliminiert, von dieser Lampe geht keine Gefahr mehr aus.
Allerdings schwant mir, dass es sich lohnen würde, allen Lampen am Grundstück einen Kontrollblick angedeihen zu lassen.

Diese Elektroinstallation hat es in sich…

Schon viel gemacht und doch war es erst Mittag! Meine Frau und ich verholen für einen kalten Drink nach Lakki in das „La Palma“ Café und treffen dort Nico, die mit ihrem Boot wieder hierher zurückgekommen ist.
Sie erzählt uns bei einem Getränk von Problemen mit ihrem Auto – klar, dass ich da in die Bresche springe…

Wir schleppen den Citroen auf einen schattigen Platz um ihn dort in Ruhe diagnostizieren und reparieren zu können

Weil immer noch genug Tag übrig war und mein Energielevel durchaus noch hoch genug für ein paar weitere Handgriffe war, verhole ich auf ELOWYN während Sibylle zurück zu ihrer Wohnung fährt.

Sibylle hatte vor zwei Tagen erkannt, dass die vordere Dusche auf unserem Patenschiff nicht abpumpt.
Die Membranpumpe für den Pumpensumpf war schnell als ursächlich identifiziert, zum Glück gibt es einen Reparatursatz, welchen ich gekauft habe und heute verbauen will.

Nach dem Einbau der neuen Membran funktionierte alles wieder bestens

Die letzten Stunden des Tages widme ich der neuen Werkzeug- und Ersatzteilordnung auf ELOWYN.

Aus der freiwilligen Sortierarbeit wurde letztlich doch eine Art „Projekt“, der Zeitdruck welcher zuletzt herrschte, wurde von meiner Gattin aufgebaut – „…Du musst jetzt endlich das Zeug wegräumen, es stört beim Saubermachen!“

Da mir ihr Befehl stets Wunsch ist, folge ich der Aufforderung und finalisiere heute das neue Ordnungssystem.

Alles sortiert, geordnet und beschriftet
Da mein Labeldrucker stets verspottet wird, muss mit Handschrift vorlieb genommen werden

Geschafft! Jetzt reicht es – ich fahre zum Essen zu Sibylle und wir lassen den Tag gemeinsam in Xirokampos ausklingen.

Wir sind gespannt auf morgen, denn es steht ein Bootsausflug auf dem Plan.
Wir werden die Leinen loswerfen und zur Nachbarinsel Kalymnos fahren – das Vehikel unserer Wahl ist diesmal ANAHITA.

Beim A-Team steht die Probefahrt an, Alex möchte seiner Mam natürlich auch einen schönen Ausflug auf eigenem Kiel bieten.
Wir wurden eingeladen zu partizipieren – als Freunde und Unterstützer im Falle eines Falles.

Wir treffen uns daher zeitig am nächsten Tag an Bord der Delta 46.

Sibylle und Hanna machen es sich im Cockpit bequem

Wir brauchen eine Weile um uns zu sortieren, aber gegen 11.00 Uhr war es soweit.
Jeder war auf seinem Platz eingeteilt und wusste was zu tun war, Antonia stand am Steuer um das Schiff aus der Lücke und letztlich aus der Boxengasse und zur Hafenausfahrt zu bugsieren.

Der Marinero kam und wir gaben das Zeichen, dass wir bereit zum Ablegen wären.

Die Muring fällt, die Heckleinen laufen an Bord und wir verlassen die Leros Marina Evros mit Ziel Emborio Bucht auf Kalymnos.

Antonia steuert ANAHITA in die Lakki Bucht, Alex scheint zufrieden
Wir verlassen die Bucht und legen Kurs Kalymnos Emborio an
Leider war zuwenig Wind, es wurde eine Motorfahrt mit der Option einen Gin-Tonic an Deck zu genießen
Der Autopilot verweigerte den Dienst – jeder durfte mal ans Ruder
Die Unschärfe ist beabsichtigt – Portraitmodus – der Gin-Tonic hat keine Schuld, oder???
Nach rund zwei Stunden Fahrt lag Emborio voraus

Die Blogleser der ersten Stunde wissen, dass ich zu Emborio ein spezielles, sehr positives Verhältnis habe.
Ich habe hierher mehrere Probefahrten gemacht, die letztlich zu sehr schönen Geschichten und Lebenslinien geführt haben.

Ich kehre jedes Jahr unter wechselnden Vorzeichen hierher zurück. Ich genieße das Essen bei „Captain Kostas“, die junge Chefin kennt mich und freut sich jedes Mal mich zu sehen.

So auch unser Plan für heute – wir lassen den Anker fallen und schwimmen an Land um bei Kostas einen „Light-Lunch“ zu uns zu nehmen.
Danach würden wir wieder nach Hause fahren.

„Klar zum Ankern, klar am Vordeck“

Der Anker fällt auf circa 8m Wassertiefe und wir fahren ihn sicher ein. Leider ziehen ein paar Wolken auf, aber die Temperaturen bleiben hochsommerlich warm.

So entscheiden Alex und ich an Land zu schwimmen, während Antonia das Dinghy klar macht und Hanna und Sibylle shuttelt.

Wir sammeln uns, Alex und ich legen unsere Klamotten an und dann besuchen wir „Captain Kostas“…

Es gibt noch keine Tische am Strand, wir nehmen auf der Terrasse Platz

Großes Hallo, die Gastgeber erkennen uns sofort wieder und lassen sich auf etwas Smalltalk ein.
Eigentlich wollten wir nur einen „Light-Lunch“ zu uns nehmen, aber irgendwie waren dann die Gelüste doch größer und wir bestellten von Allem etwas.

Letztlich hatten wir eine große Auswahl am Tisch, wir haben wie in Griechenland üblich, einfach alles untereinander geteilt.

Das Essen war sehr lecker, diese Taverne bleibt für mich ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Salat mit Käse und Scampi

Wir haben das Ambiente genossen und das A-Team war natürlich unheimlich stolz auf die erste Ausfahrt und die Tatsache, dass wir mit Blick auf ANAHITA gespeist haben.

Auch das Lokal selber ist besonders. Die Familie hat eine Schwammtauchergeschichte und zeigt dies auch allerorts.
Kalymnos ist bekannt als die Insel der Schwammtaucher und die Ware gibt es hier überall zu kaufen – man legt Wert darauf, dass es keine Chinaware ist.

Light-Lunch mit Blick auf ANAHITA
Aich im „Captain Kostas“ gibt es die Schwämme zu kaufen

Nach dem Essen haben wir den Rückweg angetreten und obwohl es schon später Nachmittag war, hat uns die Sonne ordentlich auf´s Haupt geschienen.

Glück hatten die, welche eine Kappe dabei hatten – leider war ich keiner der Glücksritter.
Aber in so einem Fall darf man halt nicht doof sein und muss Ideenreichtum beweisen.
Da war es ein willkommener Zufall, dass ein Winschenhäubchen wie angegossen auf meinen Dätzi passte.

Als wenn es so gehören würde

Wir kamen gerade noch rechtzeitig vor der „Sperrstunde“ in unserer Marina zurück.
ANAHITA wurde der gleiche Platz zugeteilt und weil wirklich überhaupt kein Wind war, hat Alex die „Königsvariante“ der Anlegemanöver probiert – mit Erfolg!

Er zirkelte den behäbigen Langkieler auf engstem Raum in die Lücke und die Leinen gingen über.
Die Muring noch fest, dann liegt der erste Ausflugstag der ANAHITA unter dem Kommando des A-Team im Kielwasser.
Darauf gibt es einen Anlegeschluck!

Ja wer hat denn da Hasenohren? Alex ist ganz schön frech…

An diesem Abend wollen wir im „Harris“ einen Drink nehmen, danach sind wir zum Essen im „Serza“ verabredet.

Eigentlich war dieser Besuch im „Serza“ als Einladung von Emanuel ausgesprochen.
Aber leider musste er abermals absagen – kein Thema, wir nutzen den Termin einfach um uns mit der Crew der EMOTION in dem feinen Lokal zu treffen.
Es war abermals ein Highlight – das „Serza“ hält sich auch 2026 ganz oben auf unserer persönlichen Liste.

Und wie war es im „Harris“ – nix war´s, wir wurden aufgrund einer „geschlossenen Gesellschaft“ abgewiesen.
Nicht mal die Reservierung für das Crewtreffen der ELOWYN konnten wir absetzen.
Naja, macht auch nix – wir erhaschen den tollen Blick und trinken unseren Ouzo eben im „Serza“.

Ein tolles Ambiente, aber leider war das „Harris“ privat besetzt – geschlossene Gesellschaft

Am Folgetag möchte ich wieder einmal ein paar Handgriffe auf meinem Patenschiff machen.

Die Hauptmaschine ist bei verschiedenen Aktionen ja schon gelaufen, hier sehe ich keinen Handlungsbedarf.
Anders der Generator – diesen starte ich heute zum Probelauf.
Es wird getestet ob das Kühlwassersystem funktioniert, der Ölstand wird geprüft und natürlich wird die Ausgangsleistung angesehen.

Hier scheint alles in Ordnung, ich kann das Aggregat wieder stoppen und an den Punkt „Testlauf Generator“ einen Haken machen.

Die Batterie des Generators ist geladen, die Funktion geprüft – an dieser Stelle ist nichts mehr zu tun

„Motorentage“ auch auf LUMARA! Ich schwöre, ich habe überhaupt nur bei drei Punkten Bauchweh, wenn ich an meine alte Dufour denke.

Zwei Punkte habe ich offen kommuniziert, sollte hier etwas auftreten müssen die neuen Eigner in die Bresche springen – LUMARA ist eben auch schon 27 Jahre alt.

Nicht offensiv kommuniziert habe ich, dass der Auspuffschlauch nicht mehr im Bestzustand war. Er war keineswegs kaputt, aber seine beste Zeit lag weit hinter ihm.
Da der Tausch sicher eine Scheißarbeit ist, war meine Hoffnung, dass er noch zwei, drei Jahre halten würde – wenn er dann das Zeitliche segnet, hätte ich keine Aktien darin.

Was geht als erstes auf LUMARA kaputt – der Auspuffschlauch! Der arme Dominik hat wirklich rackern und schuften müssen, ich konnte nur ein wenig helfen.
Dafür habe ich als Geste des guten Willens den Schlauch spendiert, so hatte er wenigstens keine Kosten…

7m neuer Schlauch mussten einmal quer durch´s Schiff, dafür musste im Bad ein „Fenster“ in der Dusche geschnitten werden 😮

Weil offensichtlich das Thema Motor an diesem Tag omnipräsent war, habe ich kurzerhand beschlossen, dass ich gleich noch mit dem Ölwechsel am Hauptmotor beginne.

Ich starte also den Jockel, lasse ihn ein paar Minuten laufen und warte bis das Öl Betriebstemperatur hat.
Dann stelle ich die Maschine ab, führe die Absaugsonde von Giorgos´ Ölwechselpumpe ein und starte das Gerät.

Leider funktioniert das nicht so gut wie geplant. Ich muss mehrere Sonden probieren und es dauert ewig, bis ich die 8 Liter Soll von den 10 Litern Istmenge absauge.
Dass der stehend eingebaute Filter beim Wechsel für eine Riesensauerei sorgt, erwähne ich nur beiläufig.

Glaubt mir, ich habe wirklich viele Ölwechsel in meinem Leben gemacht, es gibt durchdachte Motoren und weniger durchdachte – dieser gehört zu den letzteren.

Bis zum Abend ist die Arbeit erledigt – befüllt wird morgen

Ich lasse es für heute, Feierabend! Ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle und gönne mir ein Feierabendbier auf der Terrasse.

Sibylle kommt und meint, dass wir heute die 40°C Schallmauer durchbrochen haben.
Dies würde jedenfalls ihr Wetterbericht anzeigen!
Da lohnt sich ein Kontrollblick…

Das Feierabendbier ist wohlverdient
Da schlürfe ich mein Bierchen bei 40°C – ob das stimmt???
Dieser Wetterbericht scheint mir glaubwürdiger zu sein

Nein! Natürlich hat es keine 40°C – der Wetterbericht auf Sibylles Phone ist wohl KI-gestützt.
Die gleiche KI welche mich bei einem Motor mit Stirnrädern den Zahnriemen wechseln lassen wollte.

Mit offenen Augen sieht man die Fehler der KI häufig, spüren kann man sie selten so deutlich wie heute bei der Temperaturdifferenz.
In der Tat hatten wir wohl eher 25°C als 40°C – na komm´ wegen der 15°C, pfffft!

Am Abend sind Sibylle und ich zum Dinner mit Freunden verabredet. Am Weg dorthin sehen wir noch einmal nach, ob wir heute unsere Reservierung bei „Harris“ platzieren können.

Leider wird wieder nichts daraus…

Noch einmal fahren wir hoch zu den Mühlen – aber die Bar ist geschlossen
Ein Blick ins Internet beantwortet unsere Fragen und lässt die letzte Hoffnung platzen

Unser Wunschtermin fällt, wie sollte es anders sein, auf einen Montag.
Wir können also nicht reservieren und müssen uns eine Alternative ausdenken.

Der nächste Tag beginnt mit einem Schock! Ich befülle den Motor mit neuem Öl und will ihn kurz starten um den Ölstand korrekt zu messen.

Ich drehe am Schlüssel – und was passiert??? Nix! Gar nix!
Nicht mal ein Klicken, einfach nix.
Ja Sacklzement, was ist denn jetzt schon wieder?

Es dauert eine zeitlang, bis ich klar identifizieren kann, dass der Magnetschalter des Anlassers der Übeltäter ist.
Diese Reparatur werde ich vor dem Urlaubsbeginn des Eignerpaars nicht mehr hinbekommen.
Also besinne ich mich auf alte Werkstatttricks – ein paar Hammerschläge an die richtige Stelle…

Na, wer von euch findet den Magnetschalter und weiß, wo hinzuklopfen wäre?

Man sieht den Anlasser kaum – trotzdem kann ich dem Magnetschalter drei Schläge verpassen, während Sibylle den Schlüssel dreht.

Und was soll ich sagen? Der Jockel springt an! Der Fehler trat sporadisch auf, kam die nächsten Tage nicht mehr, ich habe trotzdem einen neuen Magnetschalter als Ersatzteil bestellt.

Ich stelle den Ölwechsel fertig und mache mich dann noch über die Filter her.
Auch das ist wieder eine Sauerei, macht aber wenigstens keinen Kummer. Alles klappt und ich kann auch die Motorinspektion von meiner Liste nehmen.

Der Filterwechsel ist eine Sauerei…
…war aber notwendig

Angelika und Uli von der JASPER wollen heute zum Fisch essen in die „Psarotaverna Gourna“, dort sind wir um 19.30 Uhr verabredet.

Bis dahin haben Sibylle und ich noch etwas Zeit, also gehen wir für einen Sundowner in die „Sunset Bar“ am Gourna Strand.
Diese liegt nur wenige Meter von der Taverne entfernt und wir können „just in time“ das Lokal wechseln.

Leider hatte ich während des Sundowners den Kopf nicht frei…

Während Sibylle und ich unser Getränk schlürfen, betreibe ich Recherche zum Anlasser von ELOWYN

Man sieht diesen Teil der Arbeit nicht. Wenn ich Projektarbeiten an ELOWYN zu erledigen habe, dann muss ich pro Projekt etwa drei bis vier Stunden Recherche dazu rechnen.

Fehlerbilder recherchieren, Informationen einholen, Schaltpläne und / oder technische Zeichnungen beziehungsweise Explosionszeichnungen studieren…
Last not least folgt die Ersatzteilrecherche und die Bestellung nebst Transportorganisation.

Für heute reicht es aber – Sibylle und ich ziehen weiter in die Taverne am Gourna Strand und genießen das Dinner mit den Freunden in entspannter Umgebung.

Unter der Woche sind nicht viele Gäste in der Taverne
Die Sonne versinkt im Meer und taucht den Starnd in warme Farben

Wir gehen in den Endspurt, bevor Tina und Volker ankommen und ihre ELOWYN übernehmen werden,

Sibylle und ich sind mit den Projektarbeiten weitgehend fertig und müssen „nur noch“ klar Schiff machen.
Das bedeutet, dass das große Schiff, welches jetzt ja fast ein Jahr an Land stand, innen komplett durchgereinigt werden muss.
Zudem muss außen das Edelstahl poliert werden und last not least das Deck zweimal geschrubbt werden.

Diese Reinigungsarbeiten machen wir, bis auf die finale Decksreinigung, über mehrere Tage verteilt.
So entstehen „no go areas“ und immer öfter höre ich Sibylle sagen „…da gehst Du mir nicht mehr rein!“

In der restlichen Zeit kümmere ich mich um die Dinge, die man gerne bis zuletzt aufschiebt, die aber doch gemacht werden müssen.

Wie immer starte ich den Tag mit einem Kaffee vor dem Rechner und checke die „To Do – Listen“.

Ohne Kaffee geht gar nix

Da wir das Boot nicht mehr mit Helfern betreten müssen beschließe ich, heute das empfindliche Niedergangsschott zu montieren.

Für den Winter hatte ich mir ein provisorisches Steckschott aus Holz gebaut, dieses bleibt jetzt als Ersatz an Bord.
Ab heute soll also das Originalteil seinen Dienst tun.

Es kam was kommen musste – beim Anziehen der Schrauben für die Verriegelung, ist die alte Kunststoff Unterlage gebrochen.
Kein Wunder, altes Plastik wird nunmal hart und es handelte sich um die Seite, welche noch nicht ersetzt wurde.

Also wie immer – Material besorgen, nach Plaka in meine kleine Werkstatt fahren und dort ein Ersatzteil anfertigen…

Ich fertige das Ersatzteil nach den Bruchstücken des Altteils

Das klappt ganz gut und so beschließe ich, mir ein Eis zum Frühstück zu gönnen.

Sibylle war in Lakki einkaufen und wir treffen uns in „Repapis“ Eismanufaktur auf eine Eisspezialität nebst einem zweiten Kaffee.

Danach gehen wir zusammen zurück in die Marina um unser Tagwerk zu finalisieren.

Schön, so kann man es aushalten – ja, den versteckten „Monk“ habt ihr natürlich entdeckt 😉
Die neue Unterlegplatte für die Schottverriegelung passt einwandfrei

Lang schon liegt mir Eds Antriebsmotor für die elektrische Genua am Herzen. Hier waren die Schleifkohlen zu ersetzen und eine Reinigung des Elektromotors durchzuführen.

Diesen Arbeitsschritt hatte ich bereits erledigt, so war es heute an der Zeit das Aggregat noch einmal zu prüfen, bevor ich es auf EDINA zurücklegen würde.

Dafür musste ich 24V anlegen, die stehen auf ELOWYN zur Verfügung und so konnte ich den Test erfolgreich durchführen.
Wobei erfolgreich relativ ist – zunächst gab es ein Rauchwölkchen und diesen typischen verschmorten Geruch – ich war sicher, dass der Motor doch einen größeren Schaden hat.

Bei den weiteren Testläufen lief er aber in beide Richtungen einwandfrei – ich lasse es auf einen Test ankommen und werde den Motor morgen zurück auf EDINA bringen.

Schweißtreibendes Rackern am Eletromotor

Ich freue mich auf den Abend, denn Hans hatte sehr spontan zu einem Griller in deren Haus in Crithoni geladen.

Brigitte musste für einige Tage nach Österreich reisen und er war sozusagen „Strohwitwer“ während dieser Tage.
Doch von Langeweile keine Spur – zwei Freunde verweilten mit ihren Booten auf Leros, für die Beiden wurde das BBQ ausgerufen – wir durften an dieser Stelle partizipieren – was wir sehr gerne wahrgenommen haben.

Wir fahren mit dem Mopped nach Crithoni
Hans steht bereits am Grill als wir ankommen
Wie immer kommt niemand zu kurz
Auch Sibylle greift beherzt zu – beim Salat, welchen es für die Männer in homöopathischer Dosis gab
Selbstverständlich rundet ein Ouzo das Mahl ab

Wir kommen erst spät nach Hause und gehen sofort schlafen. Morgen ist wieder ein Tag, an dem sich Kleinarbeiten aneinander reihen werden und wir müssen uns ranhalten um im Zeitplan zu bleiben.

Ja, wir sind a jour – aber irgendwie schiebt sich am Ende eben immer alles etwas zusammen.
Sibylle beginnt schon zu waschen und zu packen, denn unsere Fahrt nach Deutschland steht bald an.

Ich beginne langsam mit meinem Auszug vom Schiff, denn ich muss ELOWYN ja zur Übernahme durch das Eignerpaar geräumt haben.

Das alles schreibt sich leicht – kostet aber doch die ein oder andere Stunde.

PITSCH – ich stehe in etwas Nassem! Was ist das???

Wasser am Salonboden – und nicht wenig! Na toll, wenn der Tag schon so anfängt

Ich bin schon fast am Verzweifeln und verharre wohl für eine Sekunde in meinen Gedanken.

Lang genug um für eine schnelle Klärung der Ursache zu sorgen – denn meine kurze Denkpause reicht aus, um einen kleinen Piepmatz in Sicherheit zu wiegen…

So setzt er sein morgendliches Bad in aller Seelenruhe fort – während ich unter der Luke stehe.
Er lässt sich auch nicht beirren, als ich zum Foto greife – zu verlockend schien die Ansammlung von Morgentau in der Ablaufrinne der Luke.

Na dann, es sei ihm vergönnt – aufwischen kann ich später

Als Sibylle kommt, schicke ich sie in den Keller! Klingt schlimm, war es aber nicht.
Ich bitte sie natürlich, für mich ein Bild zu machen – denn es steht noch die Überprüfung eines Seeventils an, welchem ich aber von jeher vertraut habe.

Wir konnten das Ventil in der Segellast nicht final prüfen, denn alle Segel befanden sich in dem Stauraum.
Heute liegt nur der große Gennaker im Kompartement und eine schlanke Person kann sich in dem verbleibenden Raum soweit bücken um ein Foto zu machen.

Bei der Auswahl der „schlanken Person“ komme ich nicht in die Gruppe der Finalisten, so wird entschieden, dass Sibylle doch bitte dieses Kontrollfoto machen möchte – et voilá…

Alles perfekt – keine Nacharbeit auf der Innenseite nötig

Natürlich muss ich für diese Hilfestellung Fröhndienste leisten – nichts ist umsonst im Leben!

Meine Gattin, welche sich normalerweise am Vormittag um die Einkäufe kümmert, fordert heute meine Unterstützung an.
Es seien Getränke zu kaufen und da brauche sie die kräftige Unterstützung ihres Ehemannes.
Hm, natürlich rieche ich den Braten, aber sie weiß schon wie sie mich packen muss – wie könnte ich da ablehnen?

Also setzen wir uns in Klicker und fahren los um Wasser und Bier zu kaufen – und siehe da…

Echte 32°C am Vormittag – das erste Mal ein beständiger Dreier

Es hat fast einen Monat länger gedauert als letztes Jahr! Zum ersten Mal steht die 3 als erste Ziffer auf der Temperaturanzeige und von nun an nur noch sehr selten weichen.

Der Hochsommer kam schleppend und mit etwas Verspätung – aber ab nun dürfen wir uns an dauerhaften Sommertemperaturen erfreuen – des einen Freud´ des anderen Leid.

Sibylle vertröstet sich mit den „angenehmen“ Temperaturen die wir in Deutschland erwarten dürfen – dass dies ein fataler Trugschluss sein würde, konnte heute noch niemand ahnen.

Spoileralarm – dass die letzten Tage meines geliebten Klicker anbrachen, konnte zu diesem Zeitpunkt auch noch niemand ahnen.
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…

Nach unserer Rückkehr, hebe ich das Level der noch offenen Arbeiten auf ein neues Niveau!

Aus einer Sicherungsleine fertige ich neue Bändsel für ELOWYN

Eine der verwendeten Sicherungsleinen war in einem noch sehr guten Zustand, aber als klassische Arbeitsleine einfach unterdimensioniert.

So habe ich kurzerhand entschieden, dass ich daraus einige neue Bändsel fertigen würde.
Ich war zufrieden – mit meiner Arbeit und auch mit der Tatsache, dass dies ein klares Anzeichen dafür ist, dass die wichtigen Arbeiten wohl im Kielwasser liegen.

Die „neue Hitze“ macht sich deutlich bemerkbar – wir schwitzen mehr als sonst beim Arbeiten und so lehnt Sibylle auch nicht ab, als ich nach einem Feierabendbier auf der kühlen Terrasse des „La Palma“ Café´s rufe.

Geeistes Glas, schöner Ausblick – was will man mehr?

Zum Dinner haben wir uns noch einmal mit Strohwitwer Hans verabredet.

Wir wollten es nicht versäumen einmal die Ouzerie „O Sotos“ einzukehren.
Hans hatte das kleine aber durchaus gute Lokal in Drimonas noch nie besucht, wir haben daher beschlossen diese Lücke heute zu schließen.

Natürlich verabreden wir uns für eine Zeit, zu der wir noch etwas vom Sonnenuntergang über der Gourna Bucht haben würden.

Die Ouzerie ist als Fischlokal bekannt, scheint von außen tatsächlich eher wie eine kleine Ouzerie, kann aber vom Angebot der Speisen mit den anderen klassischen Tavernen mehr als mithalten.

Die Szenerie rund um die Ouzerie ist jedenfalls fantastisch und typisch griechisch.

Die kleine Ouzerie „O Sotos“
Nett dekoriert

Wir nehmen Platz und wer kommt ums Eck??? Aleko, Mariettas Cousin – wir kennen uns schon lange und wussten nicht, dass er nun hier arbeitet.

Es gibt ein kurzes Hallo und ein wenig Small-Talk. Wie geht es dem Haus, was sind eure Pläne?

Ich erzähle, dass meine NESSAJA verkauft ist und ich gelegentlich nach einem kleinen Boot Ausschau halte.
Da schnappt mich Aleko am Arm und zerrt mich hinter das Haus – er bietet mir zwei Boote zum Kauf an, ich könne überlegen…

Kaum haben wir Platz genommen…
…zerrt Aleko mich zu den Booten

Ich werde keines dieser Boote kaufen. Das ist nicht was ich suche. Aber die Situation zeigt mir – man muss nur warten können.

Es wird sich eine Gelegenheit bieten ein neues Boot zu haben – und ich werde merken, welches Schifferl das richtige zu sein scheint, es wird mich finden.

Ich gehe zurück an unseren Tisch, wir genießen unser Bier und stoßen auf das Leben an.
Die Sonne schmeichelt uns noch, es wird noch etwas dauern, bis sie am Horizont verschwindet.

Die Sonne taucht den alten, kleinen Hafen in ein weiches Licht
Zu dieser Jahreszeit geht sie hinter dem Berg unter – etwas früher im Jahr fällt sie direkt ins Meer
Die Speisen schmecken super und sind schön angerichtet – wir essen im letzten Sonnenlicht
Fotografiert ohne Filter oder Korrekturen – das Licht ändert sich, die Sonne taucht alles in ein warmes Orangerot
Minuten später beginnt die „blaue Stunde“ die wir außerordentlich genießen

Der Abend war wunderschön, wir haben herrlich gesessen und bestens gespeist.
Zusammen beschließen wir, dass wir nach Brigittes und unserer Rückkehr sicher noch einmal hierher zum Dinner kommen würden.

Dann lassen wir den Abend langsam ausklingen und fahren zurück zu unseren Quartieren.

Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Nervenkrieg – denn ich beschäftige mich mit der Telekom!
Was in Deutschland schon ein Wahnsinnsakt ist, kommt in Griechenland dem Versuch der Quadratur des Kreises gleich.

Mit dem Kauf meiner SIM habe ich die Büchse der Pandora geöffnet…

Nix klappt – kein Wunder, Cosmote ist eine Tochter der Telekom

Wer mich länger kennt weiß, dass ich auf Kriegsfuß mit der deutschen Telekom stehe.
Es war daher ein fast körperlicher Schmerz eine Cosmote SIM zu kaufen, als ich erfahren hatte, dass Comote eine Telekom Tochter ist.

Aber ich schätze Cosmote in Griechenland und habe mir einen Ruck gegeben, nachdem ich mehrfach darauf angesprochen wurde, mir „endlich eine griechische Telefonnummer zu holen“ und diese auch schon bei Bank- und Behördenbesuchen schmerzlich vermisst habe.

Ich stelle auch fest, dass die griechischen Handwerker lieber lokale Nummern anrufen und es ist auch so, dass hier noch viel mit SMS geht – auch das ist mit lokalen Nummern einfacher.

Ich mache es kurz – ich verbringe Stunden am Computer, kann das Problem der Online Freischaltung aber nicht lösen.
Da wir keinen Cosmote Shop auf Leros haben, vertage ich die Lösung auf unsere Heimfahrt.
Ich suche einen Shop in einer Großstadt auf!

Heute nehmen wir uns einen Tag frei…

Wir gehen an den Strand, chillen, baden und genießen das Leben
Wir entdecken die „Ammos Bar“ für uns – hier waren wir noch nicht
Die Snacks sind gut und preiswert, das Ambiente ist einladend

Natürlich kennen wir die „Ammos“ Bar schon lang – aber wir sind bisher nie dort eingekehrt.
Dabei stehen dort schöne Liegen am Strand, der Service ist freundlich und das Angebot gut und preiswert.

Zudem ist das Café vor dem Strandabschnitt, bei dem man am schönsten ins Wasser gehen kann – der Kies ist dort feiner als bei den gutbesuchten Nachbarn.

Wir freuen uns über diese Erkenntnis und wir beschließen hier öfter einzukehren.
Den Rest des Tages verbringen wir hier.

Wir ließen uns heute treiben und bemerkten dabei, dass wir dies kaum noch tun. Nach fünf Jahren ist unser neues Zuhause zur Gewohnheit geworden.
Umso mehr genießen wir den heutigen Tag und freuten uns dabei schon auf das Abendessen – denn heute waren wir von Ellen und Dominik auf ein uns sehr wohlbekanntes Schiff geladen…

Wir waren zu ersten mal als Gäste auf LUMARA, unserer alten NESSAJA.

Es wird gegrillt, die beiden hatten fleißig eingekauft
Das Geschirr kenne ich doch 😉 – wir speisen lecker bei der jungen schweizer Crew

Der kommende Tag begann wie alle anderen auch, er hatte aber die „Überraschung des Monats“ in petto – leider war es keine angenehme…

Nachdem der Eigner von EDINA sein Kommen für Mitte Juni angekündigt hat, also später als zunächst gedacht, habe ich beschlossen, noch einmal einen Kontrollgang zu machen.

Es ist der Tag bevor wir ELOWYN übergeben müssen und wir sind eigentlich in die Reinigungsarbeiten eingebunden – aber es ist ja nur eine kurze Stipvisite auf der blauen CNB60.

Ja und da habe ich mich mal wieder richtig getäuscht!

Als ich die Systeme starten will, geht gar nichts mehr! Gar nichts!
Die Ursache finde ich kurze Zeit später…

Es ist wieder Wasser im Schiff

Ich rufe sofort Alex an, denn er hat einen ppm-Tester mit dem wir meinen Verdacht bestätigen wollen – es handelt sich um Salzwasser.

Offen gesagt verspürt keiner von uns den Wunsch einen kräftigen Schluck der grauen Melasse zu sich zu nehmen, dennoch nippen wir vorsichtig an einem Glas mit dem wir abgeschöpft haben – schmeckt salzig…

Naja, was für uns eigentlich klar war, wurde durch den Tester bestätigt – Salzgehalt und Leitfähigkeit außerhalb des Messbereiches – es handelt sich um reines Meerwasser!

Ich rufe den Eigner an und gebe ein Alarmsignal, aber zunächst wird beschwichtigt.

Der Test ist eindeutig

Ich werde nachdrücklich und schicke Bilder – es geht hier um eine ganze Menge Wasser.

Klar, vermutlich sinkt das Boot nicht, aber um die Ursache zu finden, muss es sofort ausgepumpt werden und dann unter Beobachtung gestellt werden.
Ich habe nur noch heute ein paar Stunden Zeit, dann muss ich das Tun beenden.

Der Eigner stimmt zu, dass wir das Boot zunächst mit einer 18.000 l/h Tauchpumpe auspumpen.
Mit einem 1″ Schlauch läuft diese Pumpe rund 45 Minuten bis die Bilge weitgehend leer ist.
Wir sprechen also von mehreren 1.000 Litern Seewasser – diese haben starke Schäden ausgelöst.

Die Pumpe wird in die Bilge abgesenkt…
…und in die richtige Position gebracht – dann heißt es „Wasser marsch“
Der daumendicke Strahl läuft rund 45 Minuten ununterbrochen
Die Schäden sind weitreichend

Wir informieren den Eigner und geben den Rat, den geplanten Urlaub zumindest planungstechnisch anzupassen, denn nach unserer Einschätzung ist eine „schnelle Reparatur“ eher nicht möglich.

Ich nehme vorweg, dass Alex die Fehlersuche übernehmen wird, später ein schadhaftes Seeventil findet und das Schiff zum Zwecke der Reparatur abermals auf´s Trockendock geht.

Das war kurz vor knapp – zum Glück habe ich noch einmal nach dem Rechten gesehen.

Der Burger im „SouVLakki“ am heutigen Abend war mehr als verdient!

Wahnsinnsburger im „SouVLakki“

Ich bin Frühaufsteher und genieße die kühlen Stunden am Morgen. Meine Fahrt an den Panteli Strand mache ich inzwischen nicht mehr – wie gesagt, man gewöhnt sich an das was man täglich hat.

Vielleicht sollte ich darüber etwas mehr nachdenken, nichts ist selbstverständlich…

Anders sieht es mit meinem Kaffee aus, der muss einfach sein und nach den recht warmen Nächten zur Zeit, bin ich froh,diesen zu früher Stunde an frischer Luft genießen zu können.

Es ist vor 07.00 Uhr, die Luft ist noch frisch

Nachdem Sibylle zu mir in die Marina gekommen war, haben wir Klicker aus dem Schönheitssalon geholt.

Bei uns auf Leros gibt es keine Waschanlagen wie wir sie aus Deutschland kennen.
Wenn eine Wagenreinigung nötig ist, dann gibt man sein Auto an der Tankstelle zur Komplettreinigung und holt es ein paar Stunden später wieder ab.

Klicker muss die nächsten zwei Tage als Leihwagen für Tina und Volker dienen, er soll sich in bester Verfassung zeigen – und seine Beautykur hat Wunder gewirkt, er sieht (fast) aus wie ein Neuwagen…

Klicker glänzt wie ein Ei

Hans Peter und Petra hingegen setzen ihre Tour mit LIBERTÉ Richtung Norden fort.

Es gibt diesen „WhatsApp-Status“ in dem die Beiden fast parallel zueinander ihren Tag Revue passieren lassen – Sibylle und ich verfolgen die Geschichten fleißig und tauschen uns natürlich auch dazu aus.

Heute erreicht uns ein Bild, auf dem zu sehen ist, dass LIBERTÉ, HARMONY und CARPE DIEM auf Limnos zusammentreffen und dort quasi ein „Leros Marina Evros“ Meeting stattfindet.

Ich freue mich für die drei Crews

Sibylle hat mich in der Entscheidungsfindung rund um den Verkauf von NESSAJA oft gefragt, warum ich nicht einfach zustimmen kann unser Schiff zu behalten und Inselrunden durch die griechische Ägäis zu drehen…

Dieses Bild hilft mir sehr dabei, ihr meinen Standpunkt zu erklären – das ist genau das, was ich nicht will.

Griechische Inseln entdecke ich lieber mit dem Motorrad, das gibt mir einen größeren Radius und mehr Möglichkeiten.
Dieser Gedanke sollte im weiteren Verlauf des Monats noch eine wichtige Rolle spielen.

Ich verhole mich zurück zu „meinem Thema“, denn heute muss ich meine letzten Siebensachen von ELOWYN räumen. Ich ziehe final aus, das Schiff ist klar für die Urlaubswochen der Eigner.

ELOWYN ist fertig, sie wartet auf die Ankunft der Eigner
Ich nehme meine letzten Habseligkeiten von Bord

Ich werde für die letzten zwei Nächte bis zu unserer Abreise nach Deutschland bei Sibylle in Xirokampos schlafen.

Wer sich schon länger fragt, warum wir uns so ungewöhnlich aufteilen und nicht einfach an einem Platz nächtigen muss wissen, dass wir absolut ungleiche Schlafraumtemperaturen wünschen.
Wir Beide haben gelernt zu akzeptieren, dass es kaum einen Kompromiss geben wird.

Also richte ich mir auch in Susannes Haus eine Art „Notschlafplatz“ ein. Hier liege ich aber für die zwei Folgenächte sehr kommod.

Die Couch ist sehr stabil und groß genug, hier würde ich mein Lager aufbauen
Gedacht – gemacht

Zurück auf ELOWYN machen wir ein letztes Mal das Deck klar, dann räumen wir die Putzutensilien weg.

Das Schiff wartet nun auf die Ankunft von Tina und Volker, die nach mehr als einem Jahr zu ihrer ELOWYN zurückkehren um darauf Urlaub zu machen.

Heute Abend werden sie Leros erreichen, wir werden sie vom Flughafen abholen, ihnen Klicker übergeben und dann gemeinsam zu Abend essen – ab Morgen beginnt die straff geplante Übergabe des Schiffes.

Ein letztes Mal klarieren wir das Deck
Am Abend kommen die Eigner an – große Wiedersehensfreude

Der neue Morgen fühlt sich komisch an. Ich wache in einem mir fremden Bett auf, muss zusehen, wie ich an meinem Kaffee komme.

Die Situation ist komplett anders, ungewohnt…
Mehr Lebensraum, vielleicht etwas komfortabler, aber eben nicht mehr maritim, weniger „speziell“.
Sollte ich mich mich final entscheiden wieder in einem Haus zu leben, dann wird dies eine große, langandauernde Umstellung.

Glücklicher Weise finde ich alle Utensilien die ich zur Kaffeebereitung brauche, den Rest habe ich mitgebracht.

Ich koche mein Kaffeewasser auf Gas…
…und brühe dann frisch auf – ich habe mich vor Jahren für Filterkaffee als Favorit entschieden
Dann setze ich mich auf die Terrasse und genieße – den Ausblick, die Morgenluft und meinen Kaffee

Am Vormittag treffen wir uns mit unseren Freunden auf ELOWYN. Dieses ganze Brimborium ist nur deshalb erwähnenswert, weil auch Tina und Volker ziemlich tough geplant haben.

Ihre Gäste werden heute am frühen Nachmittag anreisen, wir müssen die Übergabe also bis dahin geschafft haben.

Es gilt das neue Kettenzählwerk noch zu testen und mit Volkers Wunschparametern zu programmieren, wir müssen den neuen w-Lan Router kurz besprechen und neue Kennwörter vergeben und darüber hinaus natürlich auch die erledigten Arbeiten und das neue Ordnungssystem kurz diskutieren.

Wir bekommen das aber hin und können nach der Ankunft der Gäste zum gemütlichen Teil übergehen.

Ich erledige noch kurz eine Sendungszustellung für LUMARA, denn Tina war so nett, ein Päckchen aus Deutschland mitzubringen.

Dominik und Ellen waren nicht an Bord – Zustellung erfolgt im Postfach 😉

Wir ziehen mit der nun kompletten Urlaubscrew der ELOWYN weiter – zunächst an den Panteli Strand, wo wir uns ein Erfrischungsgetränk für innen und ein Bad im Meer für die Abfrischung von außen gönnen.

Den Tag werden wir im „Mylos“ ausklingen lassen, ein von langer Hand geplanter Abend.
Leider hat es ja mit dem Besuch im „Harris“ nicht geklappt, aber so bleibt noch Luft nach oben.

Das „Mylos“ ist immer wieder ein Highlight, so auch heute. Es ist zurecht und immer noch das führende Lokal auf Leros – hier stimmt einfach alles.

Nomen est Omen – der Ausblick von unserem Tisch in die eine Richtung…
…und Richtung Kastell in die andere – natürlich macht auch Sibylle einige Bilder für´s Album
Mehr geht nicht!
Wir bekommen einen perfekten Tisch – ich habe vor sechs Wochen reserviert
Wenn das mal kein perfektes Motto ist
Alleine schon die Vorspeisen aus rohem Fisch sind ein Gedicht

Das gesamte Dinner war wieder einmal ein Highlight. Es gibt nichts was man auszusetzen hätte oder tadeln möchte.

Das „Mylos“ ist ein Lokal in dem man viel öfter einkehren möchte, dass es dennoch eine Besonderheit bleibt, ist dann doch dem, durchaus berechtigten, Preisniveau geschuldet.

Wir gönnen uns „Pavlova“ als Nachspeise, ein Desert für das es sich zu sündigen lohnt und verlassen den Speisetempel danach zufrieden, satt und müde – morgen wieder in alter Frische!

Am nächsten Morgen treffen wir uns alle auf ELOWYN – der Abschied naht, es ist zudem der Tag unserer Abreise nach Deutschland.
In dem Trubel der Vorbereitung lässt Volker es sich nicht nehmen, mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk zu machen.
Da ich sowieso meine GS in die Garage nach Plaka räumen muss, bringe ich mein Geschenk gleich an Ort und Stelle…

Ich mag meinen Schlumpf, meinen Smurfy…
Sibylle fragt, ob ich die Dinger tatsächlich ranmachen will – ja klar!

Wir räumen noch ein bisschen herum, bringen Dinge nach oben und holen andere Sachen ab.
Nicht vergessen, im Hintergrund laufen ja bereits die Vorbereitungen für unsere Abfahrt heute Nacht – auch wir müssen packen.

Es wird Zeit, dass auf ELOWYN die Leinen übergehen und die Freunde in ihren verdienten Urlaub starten.

Ich bin zufrieden – viel Arbeit liegt hinter mir, es erfüllt mich mit Freude und auch etwas Stolz, wenn ich die weiße Schönheit aus ihrer Box gleiten sehe.

Ok, ein bisschen freut mich auch, dass MEIN Urlaub beginnt – und zwar JETZT!!!

Alle Mann an ihre Positionen…
…Leinen los – ELOWYN legt ab zu einem dreiwöchigen Törn
Mein Patenschiff verlässt die Marina – ich habe Urlaub

Wie schon gesagt, muss noch einiges gepackt werden. Ich bin im Bereich Reisegepäck deutlich im Vorteil, weil ich IMMER mit kleinem Gepäck reise.

Sibylle ist da anders, das ein oder andere Jäckchen muss mit, ein Paar Schühchen pro etwaigem Anlass?
Die Segelertasche schwillt nach und nach an und ich denke im Stillen daran, dem Menschen der Koffer mit Rollen erfunden hat, posthum eine Medaille zu verleihen.

Ich widme mich den Aufgaben, welche wir mit nach Deutschland nehmen werden.
Dafür habe ich Zeit während Sibylle versucht ihre Reisetasche zu schließen, allerdings muss ich abermals nach Plaka fahren.

Drei Standheizungen, einen Satz Winterreifen und einen Gennaker – ich schlichte das Zeug in Klicker

Als ich die Ware gepackt hatte, habe ich noch Sibylles Breezy verstaut und mich dann nach Xirokampos verholt.

Nach dem Packen des Autos war noch Zeit für eine Dusche, dann hieß es die Türe hinter sich ins Schloss zu ziehen.
Wir sagen leise „Servus“ zu unserer Katikia in Plaka und zum Haus in Xirokampos – bis in viereinhalb Wochen.

Dann verholen wir nach Merikia ins „Serza“, dort hat uns Brigitte heute zum Dinner eingeladen – es ist unser Abschiedsdinner, gleichzeitig stoßen wir aber auf ihren Geburtstag in zwei Tagen an.
Gratulieren dürfen wir nicht, aber wir stoßen gemeinsam auf das Leben an – das darf man auch vorab.

Klicker steht fertig gepackt vor dem „Serza“ – bald schon muss er auf die Fähre
Wir stoßen gemeinsam mit Brigitte und Hans auf Brigittes Geburtstag an…
…und lassen uns den Tisch vollstellen mit all den Köstlichkeiten aus „Serzas“ Küche
Was haben wir geschlemmt – das Essen war ausgesprochen lecker

Gegen 22.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hafen in Lakki. Nach langer Renovierungszeit war dieser wieder frei für den Fährverkehr und wir waren froh, nicht im sommerlichen Trubel von Agia Marina anstehen zu müssen.

Pünktlich um 22.45 Uhr traf die Fähre ein und wir verabschieden uns nach Brigitte und Hans auch von Vroni und Holger, die extra noch einen Abendspaziergang zum Hafen gemacht hatten, um uns „lebwohl“ zu sagen.

Wir setzen uns in unseren treuen Audi und starten den Motor, sobald die Fähre festgemacht hat geht alles ruckzuck.

Die BLUESTAR II läuft in Lakki ein

Wir schlafen herrlich in unserer Außenkabine, durch deren Fenster das Mondlicht hereinstrahlen kann.
Auf den obligatorischen Ouzo verzichten wir diesmal, wir durften diesen Absacker schon nach dem Dinner genießen.

Am nächsten Morgen sind wir ausgeruht. Die Küste vor Athen ist schon in Sichtweite und wir gehen in den Salon um einen Kaffee zu trinken.

Als ich mein Handy starte, kommt ein Bild von Mireille – ein Schnappschuss von ihrer Begegnung mit ELOWYN…

SUNNY SIDE UP meets ELOWYN – ich schicke das Bild an Volker

„Big Brother is watching you!“ Ich schicke das Bild an Volker, nicht ohne einen zwinkernden Smiley.

Inzwischen hat die BLUESTAR II in Piräus angelegt und wir werden ausgespuckt.
Schnell sehen wir zu, dass wir das Weite suchen, zuvor müssen wir aber noch ein paar Liter tanken.
Den Rest füllen wir in Patras auf – der Diesel ist in griechischen Städten deutlich billiger als in Italien.

Vor uns liegen rund 300 Autobahnkilometer von Piräus nach Patras.

Dort angekommen, ist mein erster Weg der in den „Cosmote“ – Store. Dort treffen wir auf eine junge Dame, welche kundenorientiert, schnell und kompetent hilft.
Binnen weniger Minuten ist meine Cosmote SIM aktiviert und ich im Besitz einer griechischen Mobiltelefonnummer.
Kosten der Aktion? Keinen Cent!

Diesen Store habe ich aufgrund seiner guten Bewertungen ausgesucht – und genau so eine 5-Sterne Bewertung gebe ich jetzt ebenfalls ab.

Unscheinbar – aber hier wird erstklassiger Service geboten

Meine Gattin und ich verholen in ein Strandcafé, dort gönnen wir uns einen Snack und einen Cappuccino, dann erst ziehen wir weiter zum Hafen.

Das ist immer etwas ätzend, denn man sollte für den Check-In etwa zwei Stunden vor Abfahrt da sein, muss dann aber lang auf das Boarding warten.
In etwa ähnlich wie beim Fliegen – also stellen wir uns nach erfolgter Abfertigung in die Schlange.

Klicker verlässt Griechenland – was wir noch nicht ahnen, er wird nie mehr zurückkommen

Wir haben Glück – diesmal geht es relativ schnell und wir dürfen bald an Bord.

Da die PKW´s wohl ganz nach unten gefahren werden und es auf diesen Decks und auf den Laufwegen dorthin recht eng ist, wird Sibylle angewiesen als Fußgängerin zu boarden.
Wir würden uns in der Lounge wieder treffen…

Klicker steht im Untergeschoss in zweiter Reihe – wir würden zu den letzten gehören die die Fähre verlassen
Man muss einmal quer durch die Fähre laufen…
…und verwinkelten Gangwegen folgen – hier sollen wenige Personen herumlaufen

Ich gehe also den langen Weg zu den Aufenthaltsbereichen der Fähre und treffe dort meine Frau wieder.
Sie hat inzwischen an der Rezeption eingecheckt und uns einen netten Platz reserviert.

Wir trinken noch ein Bier zusammen und essen die obligatorischen „Fährspaghetti“ im Selbstbedienungsrestaurant, dann machen wir es uns in unserer Kabine gemütlich.
Auf solchen Überfahrten ist man immer etwas müde, es schadet nicht, sich auch mal etwas früher zurückzuziehen und auszustrecken.

Ich bin froh – mit Klicker hat alles geklappt. Ich hatte die „183-Tage Regel“ etwas überzogen und wollte keinesfalls ertappt und gestraft werden.
Dieser Kelch scheint an uns vorübergegangen zu sein.

Ein kleines Abendessen genehmigen wir uns noch…
…dann heißt es „ab in die Koje!“ Wir haben abermals eine Kabine mit Fenster – diesen Luxus gönnen wir uns

Abermals schlafen wir ganz gut. Sibylle klagt immer ein wenig wenn sie Bettenwechsel hat, ich dagegen kann mich hinlegen und schlafe meist perfekt.

Der Blick aus unserer Kabine ist schön, wir sehen die Sonne am Morgen aufgehen, Land ist jedoch noch keines in Sicht.

Naja, bis zum Zielhafen Bari sind es ja auch noch ein paar Meilen.

Aus unserem Fenster sehen wir über den Bug – die Sonne geht gerade auf

Wir kommen fast pünktlich in Italien an und wie erwartet, zieht es sich etwas hin, bis sich die Massen sortiert haben.
Das Entladen einer Fähre ist immer spannend, denn man muss mit dem Auto gehörig rangieren und nicht jeder Fahrer hat seinen Wagen oder gar sein Gespann so im Griff, um bei dem Geschrei cool zu bleiben.

Dann geht aber doch alles ganz schnell, wir erreichen die Autobahn und fahren los Richtung Heimat.

Meist kommen wir gut voran, Stau gibt es nur selten – in Italien ist es brutal heiß

Über die Ausgestaltung der Heimfahrt herrscht Uneinigkeit. Ich würde durchziehen und in die kühle Nacht hineinfahren.

Geplant ist eine Ankunft bei unserer Tochter in Erding, wir könnten zu jeder Tages- und Nachtzeit ankommen.
Das möchte Sibylle nicht. Sie will eine Nacht Pause einlegen und so suchen wir uns in Carpi, das liegt zwischen Modena und Verona, eine Unterkunft für eine Nacht.

Hier haben wir bei der Auswahl unserer Unterkunft richtig Glück. Sibylle hat inzwischen ein geübtes Auge für die attraktiven Übernachtungsangebote und sie findet eine Art Agritourismo in einem alten, renovierten Bauernhaus.
Dort kommen wir gegen 19.00 Uhr an…

Unser Zimmer ist richtig geschmackvoll hergerichtet
Das Bad ist auch sehr stilsicher renoviert – ich freue mich über die große Dusche mit Glaswand
Die Böden gefallen uns – wir denken an unser Haus

Zum Abendessen fahren wir noch einmal in die kleine Stadt, welche einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck auf uns macht.

Wir finden über Google-Maps eine Pizzeria, denn Pizza steht bei uns beiden heute auf der persönlichen Menüliste ganz oben, dazu ein großer Salat und der Tag wäre perfekt!

Ich würde das Lokal ja „Baci“ nennen, aber das tut der Qualität keinen Abbruch
Wir speisen super, den Salat hatten wir schon verputzt

Zurück in unserem Zimmer waren wir froh eine Klimaanlage zu haben, darauf hatten wir bei der Buchung gar nicht so geachtet.

Zum Spätnachmittag kletterte das Quecksilber in Carpi aber auf rekordverdächtige 37°C, wir waren dankbar, dass der elektrische Raumkühler gute Dienste leistete und konnten so auch sehr gut schlafen.

Ich wache am nächsten Morgen sehr früh auf und wecke Sibylle. Ausschlafen steht heute nicht am Programm, wir haben noch ein paar Kilometer abzuspulen.
So finden wir uns bereits um 06.00 Uhr wieder auf der „La Strade“ und tippen als nächstes Ziel „Miesbach“ in das Navigationssystem.

Zwischenstops gibt es zum Frühstück, zum Tanken und um eine Mautplakette zu kaufen.
Auch Miesbach ist „nur“ ein Zwischenstopp um einen Kaffee mit Schwiegertochter Sonja zu trinken und die Jungs von der Schule abzuholen – Überraschung!

Angekommen – wir warten vor dem Maibaum auf den Schulschluss der Jungs
Die einen essen Kuchen, meine Wahl fällt auf eine „Holnburger Kas-Lerkassemmel“ – der heilige Gral der Leberkaslover

Nach dem großen Hallo in Miesbach steigen wir noch einmal in das Auto um die letzten 80 Kilometer bis Erding abzuspulen.

In Erding herrscht ebenfalls fast unerträgliche Hitze, die sich noch dazu im Garten der Kinder staut.

Mikey und ich beschließen daher, mit der kleinen Heidi zum Abfrischen zum nahegelegenen Weiher zu fahren.
So darf ein Deutschlandbesuch starten…

Der Naturweiher lädt zur Abkühlung, auch hier hat es 34°C

Wir werden die erste Nacht bei den Kindern in Erding schlafen und uns dann neu sortieren.

Der Sommer hat auch Deutschland fest im Griff! Die ersten zehn Tage unseres Besuches werden wir stets über 30°C haben,
Das war erhofft, denn so glaubten wir, allerhand mit den Enkeln unternehmen zu können – ich nehme es vorweg, dieser Plan ging nicht ganz auf.

Naja, immerhin kann ich gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit Neu-Enkelchen Fred machen.
Ich hatte den sechs Monate alten Knirps bisher noch nicht kennen gelernt.
Er macht es mir einfach Freundschaft zu schließen…

Mini meets Maxi

Das Eis war gebrochen, die Kinder haben Spaß mit uns, müssen dann aber ins Bett, der erste Abend bricht an.

Mikey kocht asiatisch, Reis mit gebratenem Tofu, ein Gericht, welches von den Damen hochgelobt wird.
Mein Einwand, dass man doch noch ein gebratenes Guruguru obendrauf legen könnte, wurde einfach ignoriert.

Spaß beiseite – ein sehr leckeres Essen und endlich mal ein anderer Geschmack!

Reis mit gebratenem Tofu – klingt banal, war aber echt lecker

Der nächste Tag hält ebenfalls tropische Hitze für uns bereit – so ist es kein Wunder, dass sehr schnell der Entschluss gefällt wird abermals zum See zu fahren.
Wir baden erst im Weiher und ziehen dann weiter zum vorbeifließenden Bach, welcher endlich die ersehnte Abkühlung bringt.

Wir halten es eine Weile aus, dann ziehen wir noch einmal weiter zu Mikeys Eltern, denn dort ist für heute eine Leberkasorgie ausgerufen.
Christine hatte mir versprochen, dass sie nach unserer Ankunft dafür sorgen würde, dass mein Guster auf Leberkas für lange Zeit gestillt wäre…

Challenge accepted!

Ein echtes Spezi, dafür bleibt sogar das Bier stehen
Vielen Dank für die Einladung – „Leberkas – no limit!“
Auf den Tisch kommt eine Triologie
Mein „all time favorite“ – Kasleberkas

Für fünf Personen macht die Freundin drei Sorten Leberkas aus drei Kilo Brät. Zusätzlich kommt noch Käse und diverse andere Zutaten dazu – ich würde also das Gesamtvolumen auf vier Kilogramm schätzen.

Klar bleibt was übrig – aber mit sieben Scheiben erfülle ich fast mein Soll. Auch die anderen mampfen als gäbe es kein Morgen mehr. Es war soooo lecker!

Heute hätte ich mir nichts besseres vorstellen können
Auch der Kartoffelsalat war ein Gaumenschmaus

Die Beschreibungen der nächsten Tage sind etwas oberflächlicher. Es versteht sich, dass wir sehr viele private Momente mit der Familie und den langjährigen Freunden hatten.

Privaten Momenten haftet an, dass sie dies auch bleiben sollen – privat.

Es sei aber soviel verraten – Sibylle und ich müssen unsere getrennte, „seltsame“ Lebensweise auch hier beibehalten.
Meine Frau ist 102% familienorientiert und steht auch parat, wenn sie andere Pläne und Ideen hätte.
Ich kann das nicht in diesem Umfang liefern, ich brauche auch mal meine Stunde für mich, einfach abhängen ohne etwas „zu müssen“.
Zudem ist auch hier das bereits genannte Thema Schlaftemperatur omnipräsent, wir entscheiden – ich suche mir ein Quartier welches zu meiner Ideologie passt.

Hier springen meine Freunde Rita und René ein. Es gibt wider Erwarten ein Zimmer am Schliersee und René bucht mich kurzerhand für vier Wochen ein.

Um dem wochenendlichen Wahnsinn zu entrinnen, fahre ich sehr frühmorgens los und sidle an den Schliersee um – Sibylle und ich werden abwechselnd zwischen den Stadorten pendeln.
Was zwischen Lakki und Xirokampos funktioniert, muss doch zwischen Erding und Schliersee auch klappen.

Es ist knapp 05.30 Uhr als ich losfahre
Die Stimmung ist perfekt, die Luft frisch und kühl
Der Sonnenaufgang ist mein Zündfunke an diesem Morgen

Ich kaufe mir bei einem Bäcker der gerade eben geöffnet hatte mein Frühstück ein.

Mein Plan ist, nach meiner Ankunft am See schwimmen zu gehen, danach im Garten zu frühstücken und dann mein Zimmer zu beziehen.

Sieht gut aus, es scheint alles zu klappen – es ist schon Wahnsinn, welche Strecken wir in diesem Zuge zurückgelegt haben.
Mein treuer Klicker schlägt sich wacker – ich ahne nicht, dass sein Ende kurz bevor steht.

Von Bari über Miesbach und Erding zurück an den Schliersee – wieder liegen 1.500km hinter uns
Ich freue mich im Hochsommer in der alten Heimat zu sein
Noch liegt der See friedlich da – die Touristen kommen erst später
Im „Haus Seegarten“ (Zimmer unten rechts) werde ich die nächsten vier Wochen wohnen – direkt am Seeufer
Erstmal gehe ich baden und wecke so die Lebensgeister – das mache ich jetzt jeden Morgen und jeden Abend
Dann gönne ich mir mein Frühstück – mehr braucht´s ned

Schön langsam werden die Touristen und Pensionsgäste wach. Auch meine Freunde sind schon fleißig, sie müssen die Frühstückstische decken.

Ich kann mich einbringen, ich weiß was zu tun ist – ich bin nicht das erste Mal hier, viele der Abläufe sind mir vertraut.

Später checke ich in mein Zimmer ein und bin froh, ab heute mein Refugium zu haben.
Hier fühle ich mich wohl…

Ein schönes Motto
Hier habe ich alles was ich brauche

Ich beginne zu genießen – unsere Heimatregion ist auch sehr schön, zumal dann wenn der Wettergott einem hold ist.

Saftige Wiesen, Kühe, Glockengeläut und das Panorama der Alpen. Es ist ein herrliches Stück Erde.
Ich lasse meinen Blick schweifen und versuche mich satt zu sehen.

Nanu? Was ist das? Potztausend! Ein Kennzeichen mit der Buchstabenkombination RT-EK.
Diese Kombination ist in meinem Gehirn verhaftet, sie sticht in mein Auge – habe ich nicht selbst 20 Jahre lang diese Zusammenstellung auf meinem Auto geführt.

Naja, ElringKlinger im Landkreis Reutlingen ist ein sehr großer Arbeitgeber, die Wahrscheinlichkeit den Fahrer des Wagens zu kennen ist gering…

Wem der wohl gehört???

Pustekuchen! Als ich zrück ins Haus gehe und beim Eindecken der Frühstückstische helfe, steht ein Mann vor mir den ich seit 20 Jahren kenne und mit dem ich so manches Meeting durchlebt habe.

„Wir kennen uns“ sage ich und sehe ihn an. Wir sind beide etwas älter geworden und ich habe wohl etwas dickere Bäckchen.
Er erkennt mich nicht sofort, aber mit dem Stichwort EK klickt es – große Wiedersehensfreude!
Thorsten stellt mir seine Frau vor und wir werden die nächsten Tage das ein oder andere Bier zusammen trinken.

Das Erfreuliche – in unseren Gesprächen spielt Elring kaum eine Rolle. Es wird aber auch bewusst, wie die Zeit wirkt.
Mein damaliges Wirken ist vermutlich nur noch eine Randnotiz am Zeitstrahl – man kann die Vergänglichkeit förmlich fassen.

Umgekehrt merke ich auch, dass unser Lebensmodell nach wie vor Interesse und Staunen hervorruft. Ich spüre das erste Mal während meines Aufenthaltes hier, das Gefühl nicht tauschen zu wollen – dies wird sich mehrfach wiederholen.

René bittet mich zu helfen, er müsse seinen Bus an den Chiemsee bringen…

Brav folge ich mit meinem Klicker der beschaulichen Fahrt des 1979er VW-Busses T2

Der alte Typ 2 muss zu einem spezialisierten Motorenbauer an den Chiemsee um dort eine kleine Gewährleistungsarbeit erledigt zu bekommen.
Es ist für mich eine gemütliche Ausflugsfahrt – noch ahne ich nicht, welche Rolle das Thema Automobil in den nächsten Wochen spielen würde.

Zurück am „Seegarten“ bleibt noch etwas Zeit den Nachmittag zu genießen – inwieweit das möglich ist, hängt sehr vom Wochentag und dem Touristenansturm ab.

Heute ist Werktag, es ist nicht soviel los
Die Zeit reicht, um zusammenzusitzen und einen Cappuccino nebst Blechkuchenbegleitung zu genießen

Natürlich haben Sibylle und ich auch Besuche bei Freunden vereinbart. Wenn ein solcher ansteht, dann treffen wir uns und ziehen gemeinsam los.

So waren wir zum Beispiel wieder einmal bei langjährigen Nachbarn und Freunden aus Neuhaus zum Kaffee geladen.
Monika und Alan wohnen nur wenige Kilometer vom See entfernt und haben sich ein kleines Idyll geschaffen.
Wenn wir in Deutschland zu Besuch sind, dann treffen wir uns in regelmäßigen Abständen – klar, es gibt ja auch stets eine Menge zu erzählen.

Alles ist saftig grün, die Pflanzen zeigen ihre Pracht – ja, Regen hat auch seine Vorteile

Oft ist es auch so, dass wir uns mit Freunden an gezielt gewählten Treffpunkten verabreden.

Das Kloster Reutberg ist so ein gerne gewählter Treffpunkt, denn der Biergarten dort ist sowohl von der Lage und dem Panorama, wie auch von der Qualität der angebotenen Speisen ein Top-Ziel.

Dieses Mal haben wir uns mit einer Familie dort verabredet, welche die Blogleser sehr gut kennen – die Eigner der INSPIRATION sind ebenfalls aus dieser Region und es lag auf der Hand, dass wir unsere Leros-Freundschaft in der gemeinsamen Heimt um das Kapitel „Biergartenbesuch“ erweitern…

Wir bekommen einen perfekten Tisch – das Panorama ist herrlich
Ich freue mich auf das Treffen mit Melanie, Jörg und den Jungs
Wir haben einen perfekten Abend und genießen lang
Sibylle wählt Salat und Obatzd´n…
…ich komme am Krustenschweinsbraten nicht vorbei
Zum Desert gibt es noch a Dampfnudl

Was haben wir gut gegessen – und natürlich haben wir uns auch ein Bierchen gegönnt.
Das Kloster Reutberg braut erstklassige Biere von denen es mir das Dunkle besonders angetan hat.

Wir sitzen zu sammen und ratschen bis in die späte Nacht. Als wir angekommen waren, war der Biergarten gerammelt voll.
Langsam leerten sich die Tische bis nur noch wir in unserer Ecke saßen.
Um 22.30 Uhr gingen wir nach Hause und hinter uns wurden die Lichter des Biergartens gelöscht.
Wie schön das Zusammensitzen mit Freunden ist!

Was hat es denn nun mit der Mobilität auf sich? Ich habe ja schon mehrfach angedeutet, dass mich Autos und auch Motorräder während dieser Tage und Wochen beschäftigt haben.
Ich will anhand eines Beispiels erklären, welche unterschiedlichen Gedanken mich umtreiben…

Auf dem Weg zum Reutberg habe ich diesen Camper gesehen

Ich schiele mit einem Auge nach Campern. Ich will kaum mehr fliegen, möchte die Reisen nach Deutschland auf der Straße machen.
Ein Camper käme gelegen, weil ich dann an jedem Zielort für eine oder zwei Nächte bleiben könnte – den Weg zum Ziel machen oder so ähnlich.
Die lästige und auch teure Zimmersuche würde der Vergangenheit angehören.

Dummerweise halten sich Camper nach wie vor im Preis, ich würde sogar sagen, dass sie total überteuert sind.
Fahrzeuge wie der oben gezeigte, übersteigen mein Budget deutlich und ich möchte auch nicht ins Risiko gehen solange unsere Katikia nicht fertig gestellt ist.

Aber ich habe auch über andere Optionen nachgedacht – einer meiner ehemaligen Schulfreunde hier in der Region, ist seit vielen Jahren Yamaha Vertragshändler, ich statte ihm einen Besuch ab…

Ich fahre nach Putzbrunn zu „Motopoint“
Das Objekt meiner Begierde steht im Showroom
Gefällt mir – ich kann mir schöne Reisen vorstellen

Mein Schulfreund Franz, der Inhaber, berät mich und bietet eine Probefahrt an.

Ich sage zu und wir vereinbaren einen Termin für den kommenden Montag.
Ich freue mich darauf, denn mit der Teneré 700 gehe ich schon lange schwanger – mein Interesse ist so ausgeprägt, dass ich mir das Kennzeichen MB-YT7 reserviere.

Hintergrund für diese Option ist die Suche nach einem neuen Hobby. Das Segeln ist nicht mehr in der Form gegeben, wie ich es fast 20 Jahre gelebt habe – ich brauche etwas neues.
Ein Freund und ehemaliger Arbeitskollege hat mich mit europaweiten Off-Road Motorradfahrten entlang der TET-Routen angefixt, das könnte etwas für mich sein und dieses Motorrad wäre das geeignete Vehikel.

Eine ganze Zeit lang stehen die Zeichen auf den Kauf eines neuen Motorrades und meiner Heimfahrt mit ebendiesem.
Franz hat noch eine neue T7 auf Lager und bietet an, diese binnen zehn Tagen auf die Straße zu bringen.

All diese bisher beschriebenen Aktionen finden bei gnadenloser Hitze statt – in den ersten Tagen unseres Besuches in der alten Heimat hatten wir fast tropische Hitze.

Temperaturen um die 35°C waren an der Tagesordnung

Für mich am See war es leicht auszuhalten. Es wehte stets eine leichte Brise und wenn es einem zuviel wurde, dann lud der See zum Bade.

Sibylle hatte in Erding ein härteres Los. Zwar standen der Weiher und der Bach ebenfalls zur Abfrischung zur Verfügung, aber man musste eben stets mit Kind und Kegel dorthin fahren.
Im abgeschirmten Garten dagegen staute sich die Hitze.

Meine Frau hatte wieder etliche Arzttermine geplant und zu erledigen – an einem Tag war es gegeben, dass ich mit in die Marktgemeinde fuhr, in der Sibylles Facharzt ansässig ist.
Ich musste warten und vertrieb mir die Zeit zunächst im Baumarkt und dann mit einem fulminanten Frühstück…

Nomen est Omen – ich fühle mich verpflichtet! Anbei IMMER Brez´n, was sonst???
Ich konnte mich nicht entscheiden – ich konnte beim ersten Weißwurschtfrühstück nicht widerstehen

Nach ihrem Arztbesuch gönnt sich auch meine Gattin ein kleines und gesundes Früstück – ach, ich wünschte ich hätte ihre Disziplin.

Weil wir schon einmal im Landkreis waren, verweilte Sibylle für den Rest des Tages bei mir am Schliersee.
Sonja kam mit den Buben und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag.
Das alles traf sich sehr gut, denn heute würde Sibylle ohnehin bei ihrem Sohn in Miesbach statt in Erding übernachten, denn wir sind bei einer langjährigen Freundin von Sibylle und ihrem Mann zum Grillen eingeladen.

Da auch dieses Treffen in der Nachbargemeinde stattfindet, wäre jeder weitere Kilometer umsonst gewesen.

Wir sind bei Gudrun und Max zu Gast
Es ist so hochsommerlich heiß, dass wir beim Essen schwitzen
Der typisch südafrikanische BBQ-Grill heizt die Umgebung noch zusätzlich auf

Es wird schon dunkel als wir aufbrechen – ich fahre Sibylle zu ihrem Sohn, sein Haus liegt direkt am Weg und setze meine Fahrt dann an den Schliersse fort.

Dort kehrt gerade Ruhe nach dem Touristenansturm ein. Rita und René sitzen noch etwas im Garten und ich nehme bei den beiden Platz.

Gemeinsam sehen wir dem Tag zu, wie er langsam ausklingt. Das Szenario über dem See ist unbeschreiblich schön und wir drei beschließen, uns noch einmal beim Nachtbaden abzufrischen, bevor wir nach einem Betthupferl-Bier zur Nachtruhe übergehen.

Was für ein wunderschönes Panorama

Was passiert in Leros? Ganz offen gesagt, eigentlich wollte ich etwas Abstand gewinnen, ich war wirklich nicht neugierig.
Dies gelang nur sehr bedingt, denn sowohl das Marina Office, als auch einer der an EDINA arbeitenden Monteure haben mich mehrfach angerufen.

Natürlich hat auch Alex ab und an Updates geschickt – ich habe wirklich versucht, nicht in eine mehrschichtige, komplexe, technische Debatte einzusteigen.
Er schien alles im Griff zu haben, was sollte ich von Deutschland aus beitragen?

Zu guter Letzt hat natürlich auch Volker immer wieder technische Updates von Bord der ELOWYN gesendet.
Leider lief auch an Bord meines Patenschiffes nicht alles rund, zum Glück waren die von mir durchgeführten Arbeiten mängelfrei.

Das Genuafall ist gerissen
Volker und Tina gehen in die „Super-Mario“ Beach Bar und rufen mich an

Wenn man jemanden im Urlaub anruft, dann muss man zwangsläufig damit rechnen, dass der Anruf oder die anderweitig geartete Kontaktaufnahme ungelegen kommt.

Ich bemühe mich trotzdem, nie unhöflich zu sein, auch wenn ich gerade mit der Familie oder Freunden im Biergarten verweile.

Im Gegenteil, ich belege, dass ich quasi immer als „Super-Mario“ im Einsatz bin und rufe in diesem Zug das Tagesmotto aus…

Da ist was Wahres dran und darum….
…lass´ich mich beim genießen auch meist nicht stören

Es ist eine Wahnsinns-Geste von Rita und René mir für meinen Gesamtaufenthalt Quartier zu bieten.

Ich lebe hier so komfortabel und genieße von Zeit zu Zeit meine kleine Privatsphäre, dies ist kaum bezahlbar.

Es ist mir ein Anliegen, dass ich daher immer wieder zwischendrin helfe und unterstütze um Arbeitsspitzen zu kappen.

An einem Tag hat René mich gebeten, ihm die große Last des Metro-Wochenendeinkaufs für den zu erwartenden Kiosk-Ansturm abzunehmen.
Diesen Wunsch erfülle ich doch gerne.

So sitze ich wenig später in meinem Audi und fahre zum Großkampf in den Großmarkt…

Dort gibt es allerhand Köstlichkeiten…
…aber ich hatte einen anderen Auftrag

Am Nachhauseweg ärgere ich mich schwarz, dass ich die deutsche Benzinpreispolitik noch nicht vollumfänglich durchschaut hatte.

Vom Vor- zum Nachmittag schwankte der Preis um satte 30ct – das wollte ich nicht mitmachen und ich fuhr von einer Tankstelle zur nächsten – schimpfend wie ein Rohrspatz, da sich sich die Tankstellenbetreiber scheinbar einig waren.

So komme ich mit dem letzten Tropfen in Miesbach an der Tankstelle an und tanke nur für 20.-€ – den Rest fülle ich morgen früh für 30ct weniger auf – mit mir nicht!!!

Restreichweite 0km – es geht aber alles gut

Am nächsten Tag handelte ich so, wie ich es mir vorgenommen hatte.
Ich fuhr zur günstigen Tankstelle in Schliersee und füllte Klicker bis zum Stehkragen auf – ich wollte heute wieder nach Erding fahren um Sibylle und den Erdinger Flügel der Familie zu treffen, ich würde den Sprit brauchen.

Ich hatte jetzt für 120.-€ getankt und immerhin 4.50€ gespart – dies würde ich in Eiscreme oder Leberkassemmeln umsetzen.

Dass dies nicht so funktionieren würde wie erhofft und ich heute zu späterer Stund´ rund 100.-€ Diesel in den Wind schießen würde und dass, viel schlimmer noch, Klickers letzte Stunden anbrachen, das war mir im Moment noch nicht bewusst.

Bei der Familie in Erding hatten wir jedenfalls einen schönen Tag…

Touristenströme überall – ich hasse den deutschen Strassenverkehr
Ich verlasse die Autobahn und nutze Schleichwege – das gefällt mir (aber Ampeln hasse ich auch)
In Erding gehen wir mit Heidi ein Eis essen

Ich hatte Heidi ein großes Eis versprochen. Ich bin vermutlich der beste „Eis-Einladeopa“ der westlichen Hemisphäre.

Ich halte Wort und spendiere der Kleinen ihre Riesenkugel Schokoladeneis.
Ich selbst gönne mir ein Spaghettieis und streiche dieses „must have“ von meiner Liste.
Auch Sibylle schlägt zu und labt sich an einem Eisbecher.

Vor hier aus geht es zu den Schwiegerletern unserer Tochter. Nach der Leberkasorgie treffen wir uns heute ein zweites Mal, eine Grillsession ist ausgerufen.

Doch zunächst starten wir mit Kaffee und süßen Teilchen.

Das Leben ist schön…
Klein-Fred und ich sind inzwischen dicke Kumpels

Der Nachmittag verfliegt und es wird Zeit zum Essen. Am Grill brutzelt das Grillgut und wir alle genießen den Hochsommer.

Klicker hat nur noch drei Stunden zu leben.

Weil ich das nicht weiß, kann ich mein Dinner genießen, den Tag zufrieden ausklingen lassen und nach dem Essen schön langsam den Nachhauseweg antreten.

Das Essen schmeckt herrlich

Was um Gottes Willen ist passiert? Nun, ich fahre den großen A6 mit dem hubraumstarken Diesel auf Leros ja immer Kurzstrecke.

Ich habe also entschieden, ihm heute eine Autobahnfahrt zum „Freifahren“ zu gönnen.
Die Autobahn war frei, die Straße trocken, ich gebe also Gas.

Zum Glück war ich schon weit gekommen und hatte nur noch eine Ausfahrt weiter zu fahren, als bei 200km/h ein kurzes Rütteln durch den Wagen ging.
Es folgte ein „Klack“, gepaart mit einer großen, dunklen Rauchwolke, welche im Spiegel zu sehen war.

Ich nahm sofort das Gas weg, doch nur Sekundenbruchteile später wiederholte sich das Szenario.
In diesem Moment ging Klicker in den Notlauf, reduzierte automatisch Drehzahl und Tempo und lief wie ein alter Traktor.

Mir war sofort klar – das war das Aus für meinen treuen Gefährten!
Sein letztes Aufbäumen machte möglich, dass ich bis etwa 1km vor die Haustüre unseres Sohnes fuhr, dann machte mein Klicker schlapp und ging aus.

Unser Sohn hat mich abgeschleppt und René hat mich dann nach Schliersee zurückgeholt.
Klicker blieb in Miesbach zurück, wir würden uns verabschieden müssen.

Klicker wird abgestellt, ich fahre mit René im Wohnmobil nach Schliersee

Der Abschied ging schneller als gedacht. Ich rief Max an und fragte, ob er einen Abnehmer wüsste.

Ja, er habe einen Freund, ein Rumäne, der Autos nach Rumänien verkauft.
Ich solle doch bitte Fotos und Eckdaten schicken.
Dies mache ich sofort, kläre aber auch auf, dass ich ihn frühestens in drei Tagen weggebe, denn ich würde ihn vorher selbst abmelden.

Der Rumäne macht sich Gedanken und sagt mir am nächsten Tag die Abnahme zu

Trifft es sich nicht gut, dass ich exakt für heute die Probefahrt mit der Yamaha T7 vereinbart habe?

Ich brauche wieder ein Vehikel und ich würde mir sehr ensthafte Gedanken machen, mir dieses Motorrad zu kaufen – den Hintergrund habe ich ja schon beschrieben.

Ich fahre also abermals nach Putzbrunn zu Franz, diesmal in Begleitung von Sibylle und lasse mir die Enduro für die Testfahrt vorbereiten.

Fährt super – ganz anders als meine BMW

Ich erbitte mir noch einmal zwei Tage Bedenkzeit, ich würde meine Tochter am Bodensee besuchen und sofort nach meiner Rückkehr entscheiden.

Ich nehme es vorweg um dieses Thema nicht in den nächsten Blogbericht zu überführen – ich bin Anfang Juli abermals in Franz´ Geschäft spaziert und habe eine Zusage ausgesprochen.
Während des Gesprächs hat Franz beiläufig erwähnt, dass „…die eine die er noch auf Halde hatte inzwischen verkauft sei, die neuen T7 Rally aber schon unterwegs sind…“!

Ich unterbreche – „…stop, was hast Du gesagt? Unterwegs? Wie lange dauert es bis die auf der Straße ist?“
Er geht an den Computer und recherchiert – „…nun, ungefähr drei Wochen von heute, minimal 19 Tage, welche er aber nicht gerantieren könne!“

Das Schicksal entscheidet in dieser Sekunde – ich werde diesmal keine Yamaha Teneré kaufen und vermutlich nächstes mal auch nicht.
Diese kindliche Vorfreude funktioniert nur einmal, mein Traum vom nigelnagelneuen Motorrad ist soeben geplatzt!

Das Wetter des nächsten Tages passte dazu…

So kenne ich Neuhaus und Schliersee

Ich mache einen faulen Tag im Zimmer. Ich schreibe Blog, gerate aber sehr in Verzug – der Grund, warum ihr den Blogbericht mit fast einer Woche Verspätung erhaltet.

Zusätzlich habe ich allerhand Warensendungen erhalten. Meist Werkzeuge für mich und Ersatzteile für meinen Panda 4×4 in Leros.
Diese Ersatzteile sortiere ich, ich lege die Rechnungen ab und prüfe alles auf Vollständigkeit.

Zudem beginne ich zu überlegen, wie das Zeug wohl nach Griechenland kommt – das Versandvolumen ist nicht gering.

Inzwischen türmt sich ganz schön was auf

Just an diesem Abend, ich bin ja immer noch ohne Fahrzeug, also just heute, haben Rita und René einen Termin mit Freunden vereinbart.

Ich muss zusehen wie ich mich selbst versorge, leider hat mein Zimmer keine Kitchenette, mir bleibt also nur der Weg in ein Lokal.
Dies ist mangels Wagen und aufgrund des schlechten Wetters eher schwierig, so dass mir die nahegelegene Pizzeria als einzige Option bleibt.

Ich mache mich auf den Fußmarsch dorthin und kaufe mir ZWEI! Pizzen – Frustfressen offenbar!
Wie auch immer, alles klappt und ich muss nicht hungrig ins Bett.

Morgen ist ein neuer Tag!

Ich gönne mir einen Espresso, während ich auf die Pizza warte
Dann eile ich hastig zurück, um nicht kalt essen zu müssen
Haut aber alles gut hin – und die Pizza ist auch noch ganz gut

Es bricht der letzte Tag des Monats Juni an. Die Logistik zwischen Sibylle und mir ist sehr viel schwieriger geworden.

Bisher hatten wir beide ein Auto und waren in unseren Handlungen flexibel – solange Sprit im Tank war, konnten wir uns jederzeit treffen.

Nun müssen wir uns sehr gut abstimmen – dies war für diesen 30.06. noch relativ einfach, denn wir hatten schon lange vereinbart, dass wir heute und morgen an den Bodensee zu meiner Tochter fahren würden.

Sibylle holt mich also am Schliersee ab und wir fahren ausschließlich auf der Landstraße über Bad Tölz und das Allgäu in Richtung Bodensee.
Wie vereinbart, frühstücken wir in Miesbach und machen auch noch eine weitere Kaffeepause irgendwo im Allgäu.

Wir genießen die Fahrt – nichtsahnend, dass auch die Uhr des Honda tickt

Während wir mit dem Honda fahren überlege ich, ob es nicht eine Möglichkeit wäre, dass ich mit dem roten Flitzer nach Leros fahre, ihn dort reparieren und TÜV fertig machen lasse und ihn dann wieder zurück nach Deutschland bringe.

Zu diesem Zeitpunkt glauben wir auch noch, dass Sibylle den Skoda Fabia ihrer Schwiegertochter kaufen würde, sofoern der Junior einen Mamapreis anbieten würde.

Ich nehme vorweg, dass beide Ansätze scheitern und wir Anfang Juli ganz schön Autostress bekommen.

Doch jetzt ist erstmal Familienbesuch am Bodensee angesagt.
Wir holen meine Tochter Nina nebst Familie ab und fahren nach Überlingen an den See, wo wir zwei Stunden lang baden und die witzigen Spiegel des Spielplatzes bestaunen.

Nein, das ist nicht original – ich stehe vor einem Zerrspiegel

Wir haben Spaß, genießen die Zeit miteinander und gönnen uns ein Eis sowie abends eine Einkehr zum Abendessen.

Als die Kinder ins Bett müssen, verabschieden wir uns voneinander und freuen uns auf morgen, es steht ein weiterer gemeinsamer Tag bevor.

Der heutige Tag klingt herrlich am See aus, wir hatten unsägliches Wetterglück!

Es wird frisch in Überlingen, wir gehen zum Abendessen

Seht mir die Verspätung nach – ich hatte einfach nicht so viele Zeitfenster wie nötig, um den Blog pünktlich fertig zu stellen.

Ich hoffe, dass ich einen Spannungsbogen für den nächsten Blogbericht aufbauen kann, denn der Monatsanfang hatte es echt in sich.
Wir kaufen in der ersten Woche des Juli zwei unvernünftige Autos und setzen auf ein drittes, vernünftiges, an.

Weitere zwei Wochen Deutschland liegen vor uns – wird sich etwas mit meinem Wohnungsverkauf tun?
Sibylle fliegt am 20.07. nach Leros – doch wie reist der bootslose Skipper an???
Wird es beim Treffen mit den Eignern von ELOWYN schlechte Nachrichten geben?

Der Juli hat Potential für einen famosen Blogbericht – bleibt neugierig, bleibt dran!

Vielen Dank für die investierte Lesezeit und herzliche Grüße vom Schliersee
Mario


Mai 2026 – Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…

„Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin
Sobald der Stress vorbei ist, da lang ich nämlich hin…“

Der Mai beginnt und wie jedes Jahr feiern Sibylle und ich im Wonnemonat Geburtstag.
Es gehört sich keinesfalls, dass man über das Alter von Damen spricht, ich werde das auch tunlichst vermeiden, dennoch kam mir als Headline für den Mai 2026 zufällig Udo Jürgens Gassenhauer aus dem Jahr 1977 in den Sinn.

Ob sich daraus etwas ableiten lässt? Das fragt ihr Sibylle einfach selbst 😉 …

„…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an,
mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran,
mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss,
mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss!“

Udo Jürgens besingt in dem bekannten Song, dass das Alter kein Hinderungsgrund ist, um das Leben zu genießen – im Gegenteil.
Dies wird untermauert durch Beispiele, welche ein Bild der Gratwanderung zwischen Vernunft und Unvernunft aufzeigen.

„Ich kauf mir ein Motorrad und einen Lederdress
Und fege durch die Gegend mit 110 PS…“

Während ich für so etwas ja superempfänglich bin, zeigt meine Frau da wenig Neigung – sie ist eine Jedi-Ritterin der Vernunft und Disziplin.
Diese Rollenverteilung ist in unserem Freundeskreis durchaus bekannt, so war es kein Wunder, dass mein 01. Mai mit einer Nachricht von Kristina begann – einfach so, schönen Monat, „καλό μήνα“!

„Ist das was Religiöses???“

Der Mai 2026 war für uns ein lebhafter, abwechslungsreicher Monat. Er war geprägt von viel Arbeit rund um ELOWYN, aber auch von dem Gefühl einer gewissen Entspannung, denn mein Patenschiff schwimmt wieder und wir sehen uns seither gut im Zeitplan.

Während des Mai kommen noch etliche Freunde an, es gibt also immer wieder gute Gründe zum geselligen Beisammensitzen.

Naja, zu guter Letzt haben wir ja auch wieder ein paar Erlebnisse gesammelt, nicht zuletzt durch den Kauf von „Smurfy“ – dazu später mehr…
Begleitet uns also auf eine Zeitreise durch den Mai 2026 auf Leros.

Den ersten Tag des Monats, welcher als „Tag der Arbeit“ den Status eines offiziellen Feiertags genießt, haben wir ganz entgegen seiner namentlichen Bedeutung, eher faulenzend verbracht.
Der 01.05. ist auch in Griechenland somit arbeitsfrei und man verbringt diesen mit Freunden und Familie.

Am zweiten Tag des Monats kehrt der Alltag jedoch zurück – für Gottfried und Gabi in Form des Krantermins für ihre HARMONY.
Sie waren früh am Morgen das erste Boot im Kran.

Es ist kurz nach 08.00 Uhr, das Carello steht schon unter HARMONY

Wir waren früh auf den Beinen, denn wir hatten einen „Early Bird“ Termin – unser Freund Hans Peter kommt heute mit seiner Petra auf Leros an und wird unseren Zirkel komplettieren.

HP fährt wegen Merlin immer mit dem Auto und hat dieses wieder bis zur Dachoberkante vollgepackt. Auch für mich hat er allerhand Kleinigkeiten dabei.

Die LIBERTÉ Crew würde gegen 09.00 Uhr ankommen und auf unserem Plan steht ein gemeinsames Willkommensfrühstück.
Also fahren Sibylle und ich ins „La Palma Café“ und suchen uns schon einmal einen Platz – dann heißt es warten…

Um kurz nach 09.00 Uhr ist die SUPERFAST XI am Nordzipfel von Leros
Wir parken mit Klicker direkt vor dem Café der Wahl…
…und Sibylle besetzt schon einmal unsere reservierten Plätze

Ein wenig Geduld ist gefragt, die Fähre verspätet sich etwas und es wird kurz nach halb zehn bis unsere Freunde auf die Uferpromenade einbiegen – Sibylle und ich bilden ein würdiges Empfangskomitee!

Die Beiden steigen erschöpft von der langen Reise aus und es gibt erstmal ein großes Hallo.
Dann helfen zwei Tassen Kaffee und ein kräftiges Frühstück zurück ins Leben.

HP und Petra erreichen Lakki
Gut gelaunt und doch ziemlich erschöpft
Kaffee und ein kräftiges Frühstück bewirken Wunder
Auch Merlin ist noch ziemlich bedröppelt von der langen Anreise

Wir sitzen erstmal eine Stunde, frühstücken und tauschen uns ein wenig aus. Es gibt viel zu erzählen und wir geben den beiden Neuankömmlingen erst einmal die wichtigen und neuesten Updates.

Dann aber werden wir alle langsam nervös – bei Sibylle und mir ruft die Pflicht, unsere Freunde wollen ihre LIBERTÉ beziehen und Hans Peter möchte so schnell es eben geht sein Auto leerräumen.

Die durch die Teilelieferung begünstigten Freunde werden herbeizitiert und jeder kann bzw. muss ausladen und abholen, was aus Deutschland bestellt wurde.
Gottfried seinen Anker und Alex seine Lithiumzellen…

Natürlich war auch ich an der Reihe – es gab ein paar Kleinigkeiten und ENDLICH den lang ersehnten Hydraulikzylinder – das Sorgenkind der letzten Wochen.
Natürlich packe ich sofort aus – und erlebe dabei einige Überraschungen.

Das begehrte Stück ist in meinen Händen – Zeit wird´s
Nervennahrung? Für mich? Kann ich gut gebrauchen…
Neugierig packe ich den Zylinder aus – etwas kurz sieht er aus…
Ohje, verschlossen – er scheint also unter Zug zu stehen. Doch wie soll ich den jetzt einbauen???

Es beginnt eine kurze aber intensive Zeit der Nervosität und Aufregung – mehrere Telefonate mit Jörg in Bayern, Rücksprache mit seinem Hydrauliker und auch die Rückversicherung beim Hersteller.

Alles hilft nix, der Zylinder schaut befüllt aus und macht den Eindruck, als wäre er mit Gasdruck beaufschlagt.
Wenn ich ihn öffne fliegt er mir wohl um die Ohren – ich brauche eine Lösung…

Na wenistens scheinen die speziellen Motorkohlen von Ed gut zu passen. Ich muss mich die Tage mal über den elektrischen Motor des Genuafurlers von EDINA hermachen.

Diese Farbe – könnte die Speziallegierung Gold sein? Der Preis von 104.-€ deutet daruf hin

Während der Mittagspause sehe ich gelegentlich auf meinem Mobiltelefon die Social Media Aktivitäten meiner Freunde und Bekannten an.

Susanne ist mit ihrer ESPERANZA in Poros und trifft dort Ben. Sie war es, die den jungen Holländer vorgestellt hat und mit ihr haben wir uns zum ersten Mal an Bord von NESSAJA getroffen – wir konnten nicht ahnen, welchen Weg wir gemeinsam gehen würden.
Ich erinnere mich gerne an die beiden jungen Holländer zurück.

Die DONNA liegt vor Poros – ich hoffe, wir sehen Ben und Caetlin einmal wieder

BIMM, mein Telefon vermeldet eine Nachricht von Jörg. Diesmal geht es nicht um den verfitzmaldeiten Hydraulikzylinder, sondern um ein Paket für INSPIRATION – dieses sei angekommen und man würde mich bitten, doch kurz nach dem Rechten zu sehen.

Ich sichere das Paket mit dem wertvollen Inhalt und bringe es sogleich auf die Bavaria der beiden Freunde. Verpackt ist eine ACU für den Autopiloten, denn Alex und ich haben versprochen, diese vor Toms Ankunft zu montieren.
Mal sehen wann sich das ausgeht…

Zumindest das Material ist schon an Bord

Doch nanu, was ist das? Piepiepiepiepiep, irgendwas piepst und zwar in der Frequenz eines Alarmtones.
Der Quell des fiesen Tons ist rasch gefunden, das Display der Victron Anlage zeigt Fehler bei den Tankfüllständen.

Abermals rufe ich Jörg an, stimme mich mit ihm ab und schalte den Ton dann stumm.

Die Alarme müssen anders programmiert werden

Mir reicht es für heute – ich tanze schon wieder den ganzen Tag wie ein Derwisch durch die Marina ohne auch nur eine einzige Minute produktiv zu sein.

Da kommt etwas Abstand gerade recht – den kann ich während eines Besuchs bei Brigitte und Hans in Crithoni erlangen. Wir sind heute zu einem BBQ auf der Terrasse der beiden Freunde aus Österreich geladen.

Wir besuchen Brigitte und Hans – hier bin ich gerne

Die Beiden sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir verbringen gerne Zeit mit ihnen.
Wir haben durch die Häuser gemeinsame Themen und klönen sehr viel über Renovierungsoptionen.
Zudem kann ich mir bei Hans schon viel Autarkie abschauen, er stürmt mit großen Schritten voran.

Dass Hans zudem ein Gott am Gasgrill ist und seine liebe Brigitte ihm im zaubern von feinen Gerichten in nichts nachsteht, ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i.

Hans bereitet wieder eine leckere Grillage
Ein Mann tut was ein Mann tun muss

Der neue Tag ist wolkenverhangen und fühlt sich eiskalt an – was ist denn hier los?
Ich erwarte 30°C und bekomme 13°? Da stimmt doch was nicht!

In dieser trüben Stimmung fahre ich mit dem Auto die 300m zu LUMARA, denn auch Dominik hat mir geschrieben, dass Pakete angekommen sein sollen.
Zudem hatte Hans Peter auch für ihn etwas im Kofferraum, so dass ich eine knappe Stunde damit verbringe die Bestellungen von Ellen und Dominik auf mein Ex-Schiff zu räumen.
Auch die beiden Schweizer sind für eine kurze Stipvisite in die Heimat geflogen.

Der Tag begann wenig einladend
Ich bringe zuerst die Sachen an Bord, welche HP mitgebracht hatte…
…dann sammle´ ich die Pakete ein und staple sie ordentlich an Bord
Da ist auch ganz schön was zusammengekommen 😉

Ein bisschen Produktivität möchte ich heute aber auch noch vorweisen können – so schnappen sich Sibylle und ich den Nassauger von ELOWYN und beginnen mit der Vorreinigung der Bilgen.

Leider sollte auch die Aktion eher nicht von Erfolg gekrönt sein. Irgendwie gibt es in regelmäßigen Abständen Phasen, welche eher „Murphys Law“ folgen als andere Wochen.

Die paar Tropfen Wasser, welche über die Mastmanschette eindringen konnten müssen raus…

Leider klappt dieses Unterfangen nur gerade so – mitten unter der Arbeit versagt der Kärcher seinen Dienst!
Erst ein ohrenbetäubendes Quietschen, welches dann in ein Mahlgeräusch überging, gefolgtvon einem Duft nach Verschmortem.

Eine Mischung die jeden Handwerker die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, so auch mir!
Ich starte sofort mit dem Zerlegen des Patienten und hoffe, dass ich selber noch etwas tun kann.
Vielleicht ist ja nur ein Lager kaputt…

Ich komme nicht weiter, mir fehlt das Werkzeug, welches im Haus gelagert ist

Mir reicht es für heute – es ist schon Spätnachmittag, im Schiff ist es frisch und ich beschließe nach Xirokampos zu fahren um Sibylle abzuholen.

Heute Abend gibt es Dinner im „SouVLakki“, ich freu´ mich drauf!

03.05. um knapp 18.00 Uhr – es hat 11,5°C! Für mich viel zu kalt
Der Ausblick von Sibylles Terrasse ist auch nicht tröstlich – Nebel wie in Schottland
In Ermangelung eines Grog, gibt es eben wieder ein Bierchen zum Feierabend

Wettertechnisch war der Einstand des Wonnemonats eine Nullnummer! Dies sollte sich zwar im Laufe des Monats bessern, dennoch blieb es wechselhaft, sogar Regen sollten wir spät im Monat noch haben.

Der Monat blieb somit weit hinter seinen Möglichkeiten und unseren Erwartungen.

Als ob das nicht reichen würde, begann der neue Tag – May the 4th – der „Star Wars Tag“, mit einem GAU! Mein persönliches Armageddon traf ein…

Der Kaffee war leer

Der Rest reichte gerade für eine Tasse Kaffee, welche den Namen nicht verdiente. Eine dünne Plörre, durch die man den Boden der Tasse sehen konnte.

Inakzeptabel! Ich rufe meine Frau an, es liegt ein Notfall vor. Sie muss mich begleiten, für den Fall, dass ich unterkoffeiniert ins Koma falle.
Wir fahren gemeinsam nach Kamara um dort zum Gärtner zu fahren – doch zuerst gekt es zu „Mikes“, ich muss mich mit Männerkaffee vollpumpen.

Den Gärtner Valantis suche ich auf, weil Hans Peter nach einem Mulchmesser für meinen Stihl Freischneider verlangt hat – da er mir beim Garteln hilft, will ich diesen Wunsch gewähren.
Und siehe da, das kleine Gartencenter ist sehr gut gerüstet – es gibt jede Menge Stihl Geräte welche auf meiner Wunschliste einen Platz haben…

Die Akku-Astschere zum Beispiel…

Der Besuch bei Vasilis war lange überfällig – ich will Bäume bestellen, richtige Bäume!
Das was er mir zeigt ist viel zu mickrig – mit einem Bild beschreibe ich ihm, welche Größe an Baum mir vorschwebt…

So groß ungefähr – geht das?

Der Inhaber zaudert kurz – ja, kann er bestellen, wird aber etwas dauern. Auf die Bilder und das Angebot warte ich zwar heute noch, aber zumindest ist die Kaufabsicht implementiert.

Ich frage also einen Orangenbaum, einen Feigenbaum und einen Granatapfelbaum an.

Dieser Besuch im Gartencenter ist schicksalshaft – erstens erkenne ich, dass ich zumindest für Gartengeräte nicht mit dem Auto zwischen Deutschland und Griechenland pendeln muss.
Es könnte eng werden für Klicker.

Zweitens sehe ich aus dem Augenwinkel einen Nass-/Trocken Industriesauger, welcher zudem im Angebot ist – dies schmälert die Überlebenschancen des Kärcher.
Diesem widme ich die nächsten zwei Stunden…

Ich kann das Gerät zerlegen und will mir mal die Lagerung ansehen
Zurück auf ELOWYN öffne ich den Motor – diese Seite sieht ganz gut aus…
…doch lagerseitig ist er verrostet
Das Lager läuft rauh und hakelig
Ich gehe kurz in mich – dann fällt der Entschluss…
…der alte Kärcher geht in die ewigen Jagdgründe

Und wie bereits angedeutet, fällt auch bezüglich unseres fahrbaren Untersatzes eine Grundsatzentscheidung.

Ich werde die geplanten Pendelfahrten ad acta legen und mir die Dinge für´s Haus entweder vor Ort kaufen oder in Athen beziehungsweise Deutschland bestellen.

Klicker hat nichts falsch gemacht und sich bewährt, deshalb wird er auch nicht als Arbeitsvehikel nach Weißrussland verkauft, sondern er darf in der Familie bleiben – allerdings muss oder darf er wieder in Deutschland Dienst tun.

Sibylles Honda wird als Bastlerfahrzeug verkauft, denn keiner in unserer Familie will den Honda reparieren. Meine Frau bekomt von mir den treuen A6 quattro für ihre Deutschlandfahrten und ich bin den Kostenfaktor los.

Ich bleibe bei meiner GS als Stammfahrzeug, gönne mir aber ein kleines, geschlossenes, viertüriges Allrad-Spaßmobil.
Mit diesen Kriterien sind alle Jeeps raus – ich finde aber auf der Plattform „car.gr“ einen Wagen, der mir schon länger im Kopf rumspukt…

Originalfoto der Annonce – Fiat Panda Climbing 1.2 4×4, in schlumpfblau mit großem Glasschiebedach

Der Wagen hat alle Extras welche ich gerne möchte, ist ein Sondermodell „Climbing“ und hat erst 129tkm auf dem Tacho – er steht in Athen, also vereinbaren Sibylle und ich einen Besichtigungstermin.

Die Uhr für Klicker läuft von nun an rückwärts.

Kurzer Themenwechsel, bevor ich hier wieder einsteige – was machen eigentlich die Projekte an ELOWYN? Keine Neuigkeiten? DOCH!

Wir haben uns mit Nachdruck dem Streichen der Bilgen angenommen – jetzt, nachdem alle Rumpfdurchbrüche der Seeventile ersetzt sind, alles technisch soweit ok ist, war die Kosmetik an der Reihe.
Dies war ja der eigentliche Auslöser für das Mammutprojekt.

Und so sieht es aus wenn mal was wirklich gut klappt…

Wir streichen die betroffenen Bilgenbereiche mit einer speziellen Bilgenfarbe

Für die Anstriche entscheiden wir uns für „Danboline“ von International. Die Farbe gaselt recht kräftig, deckt aber hervorragend und sorgt für ein seidig, glänzendes Finish mit einer gummiartigen, griffigen Oberflächenhaptik.

Ich fluche viel, muss mich auch sakrisch ärgern, aber das Ergebnis spricht für sich.

Die Farbe ist ein hervorragendes Produkt
Vorher – Rostspuren von den alten, minderwertigen Edelstahl-Rumpfdurchbrüchen
Zwischenstand – wir reinigen und überschleifen so gut wir können und so gut die Stellen erreichbar sind
Nachher – den Rest erledigt der Anstrich mit „Danboline“, jetzt werden die Sichtbilgen dem weißen Schwan wieder gerecht

Das war der Grund für all die Arbeit und Mühe – diesen Aufwand kann man, wie so oft, nicht mehr erkennen.

Aber das Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wissen, dass das Ergebnis der Mühen wert ist.
Die Bilgen sehen wieder so aus, wie man es sich von einem Schiff dieser Güte erwartet.
Und der Fraktion der Zweifler sei ein letztes Mal gesagt „geht ned, gibt´s ned!“

Mit dieser Arbeit waren wir bis fast Mitte Mai beschäftigt, ich gebe am Zeitstrahl noch einmal kurze Einblicke in dieses Tun.
Doch nun zurück in die Echtzeit – wir haben also eine Fährfahrt nach Athen gebucht, den Abend der Abreise verbringen wir mit Gabi und Gotffried bei „Dimitris o Karaflas“.

Mein Freund der Glatzkopf hat wieder geöffnet…
…Ehrensache, dass wir unsere Aufwartung machen um ein „Dinner with View“ zu genießen
Wir teilen Vorspeisen, für mich gibt es als Hauptgericht „Fisherman Linguine“

Die Zeit rast und wir müssen irgendwann gegen 22.00 Uhr aufbrechen und nach Agia Marina zum Fähranleger verholen.

Wir parken Klicker für den Tag auf einem sicheren Parkplatz, wenn alles nach Plan läuft, dann sind wir morgen früh um 04.00 Uhr mit der gleichen Fähre zurück.

Wir müssen nicht lange warten, dann lässt die BLUESTAR 2 den Anker fallen und legt an – wir gehen als Fußgänger an Bord und beziehen unsere Kabine.

Die Fahrt dauert etwas mehr als neun Stunden
In wenigen Minuten dürfen wir an Bord
Auf der Hinfahrt freut sich Sibylle über ein Upgrade auf eine „DeLuxe Kabine“

Sibylle möchte nicht mehr Fähre fahren ohne eine Kabine zu haben. Ich bin der Nutznießer, denn ich würde schon auf dem Sofa pennen, genieße aber sehr wohl den Komfort der eigenen Dusche und Toilette.

Wir hatten ja gerade einen Absacker zu uns genommen, so gehen wir heute ohne Umweg über die Bar ins Bett.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen ist es schon hell. Unsere Kabine hat ein Fenster zum Bug hin, wir können das Athener Festland schon erkennen…

Es verspricht ein spannender und gleichwohl anstrengender Tag zu werden – ich habe noch nie ein Auto in Griechenland gekauft
Ein erster Kaffee-Shot soll uns auf die Beine bringen

Sibylle und ich steigen aus und gehen zum vereinbarten Treffpunkt in das Café des Gate E1 im Hafen von Piräus – hier warten wir, wir sind etwas früh dran.
Es gibt einen zweiten Kaffee und ein Sandwich als Frühstück.

BIMM, ich erhalte eine Nachricht von Brigitte, sie weist augenzwinkernd darauf hin, dass beim Autokauf traditionell Suppe angeboten wird.
Ich nehme vorweg, dass mir nicht wirklich klar ist, ob Duolingo hier mit witzigen Halbwissen hantiert oder einfach nur Blödsinn verzapft – ich will auch vorweg nehmen, dass ich die Verkäufer einfach gefragt habe ob ich eine Suppe anbieten darf…

Ihre Gesichter waren unbezahlbar! Die Wahrheit ist wohl, dass Suppe nicht am Speiseplan griechischer Autoverkäufer steht.

Papperlapapp – nur Mumpitz
Wir warten am Café

Was dann passiert ist fast unmöglich kurz zu erzählen – zunächst erhalten wir eine Nachricht, dass wir in ein anderes Café kommen sollen – es sei gemütlicher und nur 700m weg.

Leider führte der Fußweg durch eine gesperrte Industriebrache und ich antwortete per WhatsApp, dass wir nicht zu dem Café laufen würden, ich sende meinen Standort und wir treffen uns.

Ein kurzer Blick auf das Auto verläuft positiv, wir vereinbaren also, dass ich die Probefahrt zum KEP, einem Bürgerbüro, mache.
Da das Auto tadellos läuft, lasse ich die Verkäufer wissen, dass ich den Wagen haben möchte.
Wir werden uns handelseinig und geben uns einen Handschlag.

Jetzt geht´s los – die Kaufabwicklung erfolgt in Griechenland in einem Bürgerbüro. Basis des Geschäfts ist kein Kaufvertrag sondern der Handschlag und die nun auszutauschenden Daten.
Bis hierhin kannte ich nur die Vornamen der Verkäufer, vom Auto kannte ich nur die Daten aus der Annonce.

Wir waren an diesem Tag zum Glück die ersten Kunden…

Stavroula, Andreas und ich im KEP in Piräus

Ich gerate in dieser Sekunde in die Mühlen der griechischen Bürokratie – was bei uns in Deutschland etwa 15 Minuten dauert, setzt hier einen etwa zweistündigen Prozess in Gange, welcher zwischenzeitlich am Computer bearbeitet wird, meist aber aus handschriftlich auszufüllenden Dokumenten besteht.

Diese müssen in griechisch ausgefüllt werden, Stavroula musste viel schreiben an diesem Tag.

Ich war vorgewarnt, denn ich hatte mir bei Ioannis und Rena Tips eingeholt, daher wusste ich, dass alles scheinbar seine Richtigkeit hatte, ich hatte auch alle erforderlichen Unterlagen dabei.
Alle waren geduldig und sehr hilfsbereit.

Der Papierkram war erledigt, wir mussten uns vor dem Beamten noch einmal die Hand geben, dann wurde ich aufgefordert zu bezahlen.
Das klingt komisch, ich wusste aber, dass dies kommen würde, hatte daher keine Zweifel.
Die Ummeldegebühr zahlte ich von meinem griechischen Konto, den Beleg musste ich am Schalter abgeben.

Bisher geht alles gut – wenn der Prozess auch mehr als zäh ist, man glaubt das kaum

Ich will den Kaufpreis für das Auto von meinem deutschen Konto bezahlen, dies sollte kein Problem sein, denn ich hatte bereits am Vortag meine Limits neu eingestellt.

„Ihre Überweisung wurde vom der Empfängerbank abgelehnt“
Was ist denn DAS für ein Scheiß!

Kennt ihr das Gefühl? Wenn ihr eine größere Summe per Online-Banking überweist und es kommt eine Fehlermeldung?
Das Adrenalin schießt ein, zudem dann, wenn Zeitdruck herrscht und etliche Augenpaare auf einen gerichtet sind.

Ich bleibe souverän und versuche es noch einmal – aber nun stolpere ich über einen Systemfehler der ING.
Mein Konto zeigt bei „Heute noch verfügbar“ ausreichend viel Geld an, führe ich die Überweisung aber aus, dann kommt die Meldung „Tageslimit überschritten“.
Die Fehlerüberweisung ist nicht gebucht, hängt aber im System – na super!
Eine nochmalige Anpassung des Limits würde erst nach vier Stunden valide – was tun???

Wir verlassen das KEP und fahren zur Bank der Verkäuferin. Ich bitte Sibylle während der Fahrt, dass sie Freunde von uns aktiviert, wir brauchen Hilfe.

Long story short – es gelingt uns mit Hilfe von Freunden das Auto zu bezahlen und zu übernehmen.
Wir fahren auf einen Kaffee in die „Alimos Marina“…

Unser neuer griechischer Flitzer bekommt den Namen „Smurfy“
Ich mag die Farbe – ein echt fröhliches, fetziges kleines Auto

Nicht dass ihr denkt, dass es so schnell ging wie ich die Geschichte zu Ende gebracht habe – natürlich mussten wir nochmal ins KEP und die Zahlung belegen.

Wer nun denkt ich habe dann die Fahrzeugpapiere bekommen irrt sich, das dauert nämlich 3 bis 5…

Tage? Nein!
Dann Wochen? Nein!
Ach komm´ Monate??? Ja, genau, 3 bis 5 Monate bis ich meine Papiere bekomme. Abzuholen in genau dieser Außenstelle des KEP, es ist kein Postversand nach Leros möglich.

Naja, das Problem löse ich in 3 bis 5 Monaten, derweil habe ich eine amtlich beglaubigte Bescheinigung, welche die gleichen Rechte verleiht.
Jetzt erstmal eine Pause und ein kleiner Mittagssnack nebst einer Erfrischung.

Zuerst Kaffee und ein Club-Sandwich in der „Alimos Marina“

Wir sind hierher gefahren, weil ich Minas von „Meltemi“ besuchen wollte.
Es lag mir am Herzen, einfach mal guten Tag zu sagen und mich persönlich für seine Hilfe zu bedanken.

Leider habe ich ihn nicht angetroffen, daher verholen Sibylle und ich in ein sehr nettes Strandlokal, welches wir vom letzten Besuch her kennen.
Dort gönnen wir uns noch ein Kaltgetränk und ein paar Meze.

Viele Nachrichten am Telefon…
…aber es war ein perfekter Platz um adminstrative Aufgaben zu erledigen

Sonst hat alles geklappt? Nein, natürlich auch nicht – wo Licht ist, gibt es auch Schatten!

Ich wollte dieses Modell des Panda. Er ist noch nicht so elektronisch wie das aktuelle Modell, ich würde noch selber Reparaturen durchführen können.
Der Wagen ist aus zweiter Hand und ich habe bis 100tkm ein lückenloses Scheckheft und alle Wartungsunterlagen – das ist echt super.

Nicht so toll war, dass ohne zu übertreiben, schon 300m nachdem wir uns von den Verkäufern getrennt hatten, die Motorkontrolleuchte anging und der Wagen kein Gas mehr annahm.
Nach einer Schrecksekunde konnte ich den Fehler beheben, aber er kommt immer mal wieder.
Auch sonst gibt es ein paar sehr kleine Mängel – ich werde Smurfy die Pflege angedeihen lassen, welche er benötigt, aber erst im Juli, jetzt reicht es erstmal, wir müssen zurück nach Leros.

Ich reihe mich in die Schlange nach Leros ein

Sibylle und ich lösen noch ein Ticket für Smurfy, dann kann ich mich anstellen.
Sibylle reicht es, sie will sitzen und dem Trubel entfliehen – sie geht voraus, checkt unsere Kabine ein und reserviert uns einen guten Platz.

Ich schmore noch fast zwei Stunden in der Sonne, kann aber die Unterlagen von unserem Schlumpf schon vorsortieren und freue mich über den ein oder anderen Schatz.

Dann endlich heißt es boarden…

Ich stehe ziemlich weit unten
Meine Frau finde ich in der Lounge
Dort gönnen wir uns ein Bierchen und Chips, der Tag war anstrengend, aber es hat alles geklappt
Abermals haben wir eine Kabine mit Fenster, diesmal aber ohne Upgrade

Auf der Rückfahrt gehen wir immer sehr früh ins Bett – zwei Bier, einen Ouzo und dann ab in die Falle, ich schätze so gegen 20.00 Uhr.

Das hat den smarten Vorteil, dass ich bei der Ankunft um 04.00 Uhr schon ausgeschlafen bin.
Ich kann sofort an den Computer und die Unterlagen scannen, Papiere sortieren und Wichtiges ablegen.

Bis Sibylle ausgeschlafen hat, habe ich den ereignisreichen Vortag bereits aufgearbeitet – einschließlich der Kaufpreisrückzahlung an unsere Freunde.

Sibylle war mit Smurfy nach Xirokampos gefahren, ich bin mit Klicker in die Marina gebrummelt – am Morgen schickt mir Sibylle dieses Bild.

Ich habe ihn heute schon in mein Herz geschlossen

Warum „Smurfy“? Nun, zunächst hat uns jeder auf die Farbe angesprochen – für mich war er nur blau, ich mag blau!

Alle anderen haben aber ein „Schlumpfauto“ in ihm gesehen – ok, ich gebe zu, er ist wirklich irgendwie schlumpfblau…

Schlumpf in Englisch -> Smurf. Dies zum einen.
Zum anderen wird „smurfy“ im Dictionary als „short and blue“ übersetzt, besser kann man das Auto wohl nicht beschreiben.
„Smurfing“ kann man auch aus dem Finanzwesen und dem Gaming-Bereich, damit hat unser Auto aber nix am Hut 😉 !
Im besten Fall könnte man in ihm ein „Mario Cart“ sehen 😉 …

Später am Vormittag komme ich zu Sibylle und hole sie ab, solange Klicker noch auf der Insel ist, wollen wir Smurfy nicht nutzen, auch im Hinblick auf sein Motorzipperlein.

Zweimal Allrad – zwei völlig unterschiedliche Welten
Ein kurzer Ausflug mit unserem Neuerwerb, der Tank will gefüllt werden – mit 30 Liter Benzin

Ich habe mich für einen Benziner entschieden und dafür einem schwarzen Fiat Panda Allrad aus Samos, mit 1.3JTD Motor und AHK das Nachsehen gegeben.
Erstens sind 129tkm gegen 257tkm eine Ansage, zweitens war es echt ein bisschen die Farbe und auch das Glasdach.

Der Hauptgrund aber war, dass Ioannis mich dringend darauf hingewisen hat, dass die griechische Regierung Maßnahmen gegen alte Diesel plant, er würde an Wert verlieren – das wollte ich nicht.

Smurfy hat jetzt den altbewährten 1.2 Liter „Fire Motor“, da kann man sich im Fall des Falles auch mal einen gebrauchten Ersatz gönnen.
Außerdem passt der 1.4er vom 100HP rein, aber das denke ich nicht einmal 😉 …

Ach, weil wir gerade bei Motoren und „dummen Ideen“ sind – Sibylle und ich hatten am Mittag einen Termin mit Sofia und Stavros…

Da steht es – nur mal gucken

Sofia hat ein recht günstiges 8m Kajüt-Motorboot in der FB Gruppe „Leros Yachting“ angeboten.

Für den Preis wollte ich mir den 260PS V8 Hammer mal ansehen, vielleicht ein kleines Projekt für mich???

Mal sehen was so zu machen wäre…

Mit Hänger – ok, auf den ersten Blick gar nicht soooo schlecht
Steht seit drei Jahren – angeblich
Der Motor macht einen super Eindruck und ist ein paar Euro wert – er steht aber bis zur Ölwanne im Wasser
Kann man aufmöbeln, ist aber viel Arbeit

Bis hierhin war ich durchaus bereit mir weitere Gedanken zu machen – den richtigen Preis vorausgesetzt, kann man mit relativ geringen Investitionen zu einem flotten Weekender kommen, mit dem man die Badebuchten der Nachbarinseln unsicher machen kann.

Leider war der Innenraum echt desaströs und total verfault, es gab kein Holzbrett, welches man nicht hätte erneuern müssen.

In der Kabine stand 3cm hoch das Wasser

Ich habe wirklich nicht sofort abgesagt und auch nicht unfreundlich sofort zum Preis geschwenkt.

Ich habe mir Bedenkzeit erbeten, habe ernsthaft recherchiert und dabei festgestellt, dass man 10 Jahre jüngere Boote in schönem, fahrbereiten Zustand für rund 10.000.- bis 15.000.- Euro bekommt.
Soviel will ich nicht ausgeben, es wäre aber zweifelhaft, ob man bei diesem Boot unter der magischen 10 bleiben kann.

Ich habe zwei Tage später abgesagt, bleibe aber an einem Weekender als Spaßboot dran – oder ich mach´ etwas ganz anderes, wer weiß das schon???

An diesem Abend lade ich Brigitte und Hans zum Burgeressen im „Remezzo“ ein, Hans schmeißt seinerseits eine Runde Eis in der kleinen Eisdiele in Agia Marina.
Eine durchaus gute Erfahrung, aber keine wirkliche Alternative zum Eisparadies von Giannis Repapis.

Gut aber keine echte Konkurrenz für Repapis

Der neue Tag beginnt spannend – heute geht es ans Eingemachte!

Ich muss und möchte endlich den Hydraulikzylinder montieren – es gilt zu handeln, denn wenn ich den Zylinder nicht montieren kann, dann muss schnellstmöglich ein Notfallplan in Kraft treten.

Ein Telefonat mit Jörg verschafft Klarheit – der Verschlussstopfen ist nur gegen Verschmutzung, der Zylinder ist nicht gasgefüllt.
Das ist gut und schlecht gleichzeitig, denn nun können wir die Verschraubung öffnen, aber wie um Gottes Willen, sollen wir nun mit den vorgegebenen 6 bar Stickstoff befüllen?

Was tun sprach Zeus – ich entscheide mich erst einmal für eine Tasse Kaffee!

Kaffee wirkt bei mir wie Zaubertrank

Ich bemühe Google und erfrage die Unterschiede einer Stickstoff- und einer Luftbefüllung. Die Entscheidung liegt auf der Hand, eine Luftbefüllung wäre hier vertretbar…

Allerdings stellt sich auch dann die Frage, wie wir die Luft in den Zylinder bekommen.
Wir kaufen daher ein paar Kleinteile und ein Reifen-Füllgerät – daraus basteln wir eine Füllvorrichtung für den Zylinder.
Für den nötigen Luftdruck sorgt eine umgebaute, kleine Tauchflasche.

Irgendwie frickeln wir das schon zusammen
Funktioniert tatsächlich – so bekommen wir den Zylinder einbauklar

Das hat geklappt – unsere Idee funktioniert und wir können den Zylinder endlich einbauen.

Ich lege alles Werkzeug am Bug von ELOWYN parat und HP klettert in den engen Ankerkasten.
Ich lasse den Hydraulikzylinder in das Führungsrohr gleiten und mein saarländischer Freund schraubt ihn unten an – es sei erwähnt, dass wir dafür rund 80m Kette ins Wasser lassen mussten – ein echtes Stück Arbeit, denn diese war vom Ausbau noch übereinander geschlichtet und musste erst „entwirrt“ werden.

Wir legen alles Werkzeug parat und bauen die Einheit zusammen
Dann führe ich die Hydraulikeinheit ein und positioniere sie…
…Hans Peter baut unten am Montagepunkt alles zusammen

Soweit hat alles geklappt – bis hierhin brauchte ich Hans Peters Hilfe, ab jetzt käme ich alleine zurecht.

Da aber eine Hand die andere wäscht, hatten wir vereinbart, dass heute „Vordecktage“ ausgerufen sind.
Wir wechseln also den Schauplatz und verholen auf LIBERTÉ – hier galt es an gleicher Position die Ankerwinsch neu zu verkabeln.

Auch auf HPs Bavaria geht die Arbeit gut von der Hand

Wir crimpen drei Kabel neu und setzen eine Verteilerdose, dann muss auch diese Arbeit erst einmal ruhen.
Für den finalen Verbau der Ankerwinde wäre morgen sicher ein guter Tag.

HP wird von seiner Frau zum Ordnungsdienst gerufen, es gilt noch etwas „klar Schiff“ zu machen.
Dies dient mir als Stichwort – auch ich sollte auf ELOWYN alles wieder an seinen Platz räumen, zudem könnte ich die Montage finalisieren, indem ich noch die obere Abdeckung des Decksausschnittes montiere.

Doch hier schlägt das Schicksal mal wieder unbarmherzig zu…

Das von der polnischen Werft gebaute Führungsrohr

Das werftseitige Führungsrohr des Zugeisens war in einem definierten Winkel an einen zylindrischen Montagerahmen geschweißt worden.

Dabei entstand eine etwas dickere, hintere Kante. Da das Bauteil schräg eingeführt werden muss, stand diese Kante nun am Deck an, welches in der Folge bereits bei der Erstmontage durch die Polen etwas größer ausgeschnitten wurde.

Um den größeren Ausschnitt zu kaschieren, wurde großzügig mit Epoxi aufgefüllt…

Diese Epoxifüllung ist nun abermals im Weg

Da das Führungsrohr nun abermals an der Epoxifüllung anstößt, bleiben mir nur zwei mögliche Lösungswege.

Einmal kann ich natürlich das Epoxi ausschleifen und nach der Montage der Führung wieder in gleicher Art und Weise auffüllen.
Dies würde funktionieren, es bleibt aber eine Notlösung – einmal Murks, immer Murks.

Wir entscheiden uns für Lösungsoption 2 – einen Neubau des Führungsrohrs.
Ich fahre noch am gleichen Abend zu Giorgos und bespreche mit ihm die Vorgaben für die Neuanfertigung.
Er verspricht mir eine Fertigstellung innerhalb einer Woche.

Am Folgetag holen Sibylle und ich Petra und Hans Peter in den frühen Morgenstunden ab.
Was wir sehen, verschlägt uns fast die Sprache…

Für den Amici gelten die Regeln der Physik nicht

Ein Skipper beschließt, dass er sein Großsegel an dem an Land stehenden Boot anschlägt.
Es ist noch nicht einmal ein außerordentlich windstiller Tag – trotzdem zieht der Amici sein Hauptsegel ins Top seines Mastes.

Das Tuch bläht sich, in dem Moment hören wir schon die schreienden und gestikulierenden Marinaarbeiter heranlaufen – wie kann man so ein Depp sein???
Keinen Gedanken daran verschwendet, welche Kräfte auf den Rumpf, die Stützen und das Rigg wirken, wenn sich das Boot nicht krängen kann.

Ein Wunder, dass nichts passiert ist!

Wir setzen unsere Fahrt fort, es geht hoch zum Haus nach Plaka – heute ist Gartenarbeit angesagt.

Unser Garten schaut aus wie ein Urwald
Leider müssen auch die Wildblumen weg

In Griechenland müssen bis zum 15.06. alle Wiesen und Felder abgemäht sein, um der Brandgefahr entgegen zu treten.

Generell sah unser Garten verwildert aus, wir haben daher beschlossen einen Tag Arbeit zu investieren.

Es hat uns sehr gefreut, dass sich sofort Freunde bereit erklärt haben, uns zu unterstützen und behilflich zu sein.
Die Freunde haben sich abgewechselt – zuerst haben HP und Petra tatkräftig unterstützt, später dann Alex und Antonia.
Mit den beiden jungen Helfern war es ein Klacks, auch die schweren Arbeiten fertig zu stellen.

Das A-Team wurde von Benno und Hilde abgelöst, welche tatkräftig beim Zusammenrechen des Schnittguts angepackt haben – so konnten wir am späten Nachmittag Vollzug melden…

HP greift zur Motorsense – er muss seinen Worten Taten folgen lassen…
„Das Bisschen hab´ ich in einer Stunde geschnitten!“ – Hat er nicht… 😉
Körpermasse gegen Wurzelpower – Körpermasse siegt! Ich bin zum Ausreissen des Unkrauts abbestellt
Sibylle und Petra jäten die Beete
Nachdem Alex mit dem Spaten umgejätet hat, sind erste Erfolge zu sehen
Hilde und Sibylle rechen den Schnitt auf Häufen…
Benno und ich sammeln alles zusammen

Der Garten ist bei Weitem noch nicht schön, aber er ist fertig für den Sommer.
Den Schnitt lassen wir zwei Tage später abholen – wir können die Sommerkur für unseren Garten somit von der ToDo Liste nehmen.

Als ich am Abend etwas später als Sibylle nach Xirokampos komme, empfängt mich meine Frau total aufgelöst – „…stell´ Dir vor was die Maurer gemacht haben! Sie haben unsere Vogerl eingemauert!“

Dazu muss man erklären, dass die beiden Maurer im Winter ein Loch in die Wand geschlagen hatten, es sollte im Frühjahr mit den anderen Verputzarbeiten geschlossen werden – wie immer gab es jedoch Verzögerungen.

Dies hat ein turtelndes Piepmatzpaar dazu genutzt, sich eine komfortable Einraumwohnung einzurichten und darin – nomen est omen – rumzuvögeln.
Es kam wie es kommen musste – nach ein paar Tagen vernehmen wir heftiges Gezwitscher, die Piepmätze haben eine Familie gegründet.

Heute ist das Loch in der Wand geschlossen! Die Eltern fliegen die Wand mit Würmern im Schnabel an – doch da ist nichts mehr.
Auch Sibylle und ich glotzen auf eine glatte Wand.
Ich war so verdutzt, dass ich kein Foto mache – aber ihr könnt euch eine glatte, weiße Wand vorstellen.

Mir war klar, dass die kleinen Küken vermutlich unter Unmengen von Mörtel zugeschüttet sind und ihre Leichname in der schwarzen Gruft verwesen…
Trotzdem taten mir die Eltern leid, wie sie da zwitschernd vor der Wand auf den Dachbalken saßen.

„Hier muss jemand handeln – Superheroes don´t wear capes“!

Ich stemme das Loch kurzerhand wieder auf

Ich breche das Loch wieder auf – und starre in einen großen Hohlraum. Der griechische Handwerker verzichtet auf Mörtel, er stopft einen Styroporballen vor das Loch und spachtelt zu.

Kein Lebenszeichen, kein Piepsen, kein Flattern – vielleicht sind die Kleinen doch erstickt???

Ich entferne mich und beobachte die Situation…
Die Vogelmama nähert sich vorsichtig – nanu, das Loch ist wieder offen
Als der Vogelpapa in der Bude nach dem Rechten sieht geht es los – ein Gezwitscher als gäbe es kein Morgen mehr…
Ab jetzt füttern die Eltern in Doppelschichten

ICH HABE EINE VOGELFAMILIE GERETTET! Die dafür anfallenden Karmapunkte lasse ich meinem Konto gutschreiben und fühle mich für den Rest des Tages als Superheld – muss nur noch schnell die Welt retten…

Das anschließende Dinner mit Petra und Martin im „To Steki“ schien mir dem Anlass gerade angemessen.

Wie immer sitzen wir gemütlich und speisen sehr lecker bei Dimitris.

Klicker parkt „first row“
Die Sonne senkt sich hinter die Berge von Alinda
Wir sitzen innen – es ist abends noch frisch und wir genießen das Ambiente
Petra macht Bilder – dieses für die „Foodporn“ Kategorie…
Ist aber auch ein Gedicht – hier die berühmten „Popi“
Feta Kadaifi
Florinis

Das Essen lassen wir uns wieder als „Menü Surprise“ von unserem Gastgeber servieren.
Wir sind bei dieser Art zu essen noch nie enttäuscht worden.

Wir haben einen kurzweiligen, lustigen Abend und genießen die Gesellschaft unserer Freunde.
Die Laune war natürlich auch ein wenig geprägt von unserem Getränkekonsum…

Griechischer Wein, ist so wie das Blut der Erde, schenk nochmal ein…
So geht genießen…
Wir sind Sklaven unserer Leidenschaften
Ein Ouzo rundet das Ganze ab

Ja, so geht Leben – und dieses fängt bekanntlich mit 66 Jahren an!

Am nächsten Morgen finde ich mich in ELOWYNs Klo liegend wieder – nicht etwa, dass ich zuviel Alkohol getrunken hätte, nein, ich lag dort zum Arbeiten.

Ich wollte ENDLICH das leidliche Thema Bilgenanstrich fertig stellen und habe mir vorgenommen, heute mal richtig durchzuziehen.

Ich streiche die Bilgen des Eignerbads
Mit durchaus zufriedenstellendem Ergebnis

Da Danboline durchaus kräftig gaselt und ich etwas Kopfschmerz merke, gönne ich mir eine Gasmaske der Extraklasse.

Ob diese Anschaffung eine Nullnummer war weiß ich noch nicht, denn mir läuft beim Arbeiten die Brille an und mir dünkt, dass das Kopfweh doch ein Überbleibsel des gestrigen Abends sein könnte.

Während ich die kopfüber die nächste Bilge inspiziere, bekommt das Wort „Hangover“ eine neue Bedeutung für mich…

Mit der Gasmarie hänge ich mich kopfüber in die Bilge der Klimaanlage
Ich befinde diese aber für gut – hier muss ich nicht streichen…
Auch die tiefe Bilge für das Spülbecken der Küche kann abgesegnet werden

Insgesamt werden Sibylle und ich drei Bilgen als akzeptabel durchwinken, sieben Kompartments streichen wir neu.

Die Arbeit rund um die Seeventile findet heute endlich ein Ende – diesen Tag habe ich lange herbeigesehnt!

Wir streichen noch die Bilge in der Tagestoilette und zu guter Letzt die im Wassermacherabteil – dann melden wir Vollzug.
Jetzt kann das Mobiliar komplettiert und Schränke eingeräumt werden – es kehrt eine gewisse Normalität an Bord von ELOWYN zurück.

Die Bilge in der Toilette war leicht zu streichen…
Die im Wassermacherkompartment eher eine Herausforderung

Was einfach aussieht ist oft sehr herausfordernd. Ok, durch meine Statur habe ich zusätzliche Schwierigkeitsgrade, aber mit Werk- oder Putzzeug in das Enge Abteil des Wassermachers zu klettern – das fodert auch sportliche Mittsechzgerinnen.

Sibylle und ich werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn diese Arbeit endlich in den Geschichtsbüchern, alternativ hier in diesem Blog, niedergeschrieben steht – in der Vergangenheitsform!!!

Ja, gar nicht mal so leicht – gell meine kleine Grazie 😉

Ende – ich brauche frische Luft! Da kommt ein Hilferuf von Alex gerade recht.
Er braucht eine helfende Hand beim Anschlagen des Besansegels und da unterstütze ich natürlich gerne.

Zum Abendessen geht es heute ins „SouVLakki“, dort sind wir immer mal wieder wenn es schnell gehen soll.

Erst noch eine gute Stunde an ANAHITAs Besan…
…dann ist Stammtisch im „SouVLakki“ – immer wieder gerne

Am Folgemorgen beginnt unser Hochzeitstag – wir beschließen, dass wir uns einen freien Tag gönnen und einfach mal richtig faullenzen.

Das beginnt mit einem Frühstück im „La Palma Café“ in Lakki – es war Sibylles Wunsch dort zu sitzen und ein feudales Omelette zu genießen.
Für mich war erst einmal ein starker Kaffee fällig.

Wir frühstücken gemütlich

Von hier aus sind wir gleich weiter nach Agia Marina gefahren, denn heute kommen Ellen und Dominik zurück.
Wir haben versprochen, dass wir sie von der Fähre abholen und Sibylle und ich gönnen uns um die Mittagszeit herum eine weitere Kaffeespezialität.

Unser Käuferpaar freut sich auf ihre LUMARA und weiß natürlich nicht, dass sie mit uns gerade einen Kaffee zu unserem Hochzeitstag trinken – dies tut aber auch nichts zur Sache.

Ich bestelle mir einen Freddo Espresso sketo…
…den ich eiskalt geniße, während Sibylle Ellen und Dominik zuwinkt – sie sollen sich doch kurz zu uns gesellen

Wir bringen die Beiden zur Marina und ziehen dann abermals weiter. Zunächst haben wir ein paar Einkäufe zu erledigen, dann sagen wir bei einer spontanen Einladung von Brigitte und Hans zu – zum Kaffee natürlich!

Mein Kaffeedurscht wird dann aber gestillt sein – wir freuen uns, dass unsere Freunde auch nichts von unserem Jubiläum wissen, lüften das Geheimnis aber später bei einer Mozartkugel.
Wir bewundern die Zitrönchen aus denen langsam Zitronen werden und beratschlagen uns bezüglich des geplanten Freisitzes im Garten.

Ja, kann man Zitrone nennen 😉 – wo ist der Caipirinha???
Der Prototyp des Freisitzes ist gewagt, aber Hans´ Intensionen sind erkennbar

Ein wunderschöner, kurzweiliger Nachmittag geht zu Ende, ich bringe Sibylle nach Hause und wir machen uns frisch um heute zusammen im „Pirofani“ essen zu gehen.

Am Weg nach oben in die Wohnung stolpern wir fast über die faul herumliegende „Fluffy“. Sie genießt ihren Status als „Fast-Hauskatze“ und sucht stetig unsere Nähe.

Wir beschließen, zur Feier des Tages eine Ausfahrt mit Smurfy zu machen.

Ich bringe Sibylle nach Xirokampos, Smurfy steht noch hier geparkt
Fluffy liegt faul vor der Wohnungstüre
Mit unserem Panda 4×4 fahren wir nach Panteli
Dort genießen wir im „Pirofani“ unseren Hochzeitstag

Wir haben einen schönen Abend – aber wir geben auch der Retroperspektive Raum.
In unserem Kielwasser liegen 24 Jahre, Höhen und Tiefen, erreichte Ziele und verpasste Chancen – alles in allem können wir ein positives Fazit ziehen.

Dennoch wissen wir Beide, dass der kommende Lebensabschnitt ein besonderer sein wird, ja sein muss.
Ein „letztes Aufbäumen“ vor dem Altwerden, die letzte Option Prioritäten zu setzen und Versäumtes nachzuholen – kurz, dem „Buch des Lebens“ noch ein paar Kapitel hinzuzufügen.

Wir haben verschiedene Ansätze und unterschiedliches Risikoempfinden – mit der Absage der lang geplanten Reise haben wir uns selbst den Boden unter den Füßen weggezogen.
Wir sind angehalten, diese Lücke zu schließen – „…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“…
Mir schwant, dass diese Zeile, wie so häufig, auch als Metapher verstanden werden kann oder sogar soll.

Der Abend endet mit einer Heimfahrt unter Sternenhimmel – wir sind uns einig, wir machen das Beste aus dem Leben.

Ich schlafe heute nicht gut und wache mitten in der Nacht auf. Nach einiger Zeit merke ich, das wird nichts mehr – zumindest nicht in absehbarer Zeit…

Ich stehe auf, brühe mir einen Kaffee auf und beginne, diesen Blogbericht zu tippen

Später, gegen 06.00 Uhr, gehe ich noch einmal ins Bett und kann auch noch einmal einschlafen – aber der Tag war verloren.

Sibylle und ich beschließen daher, dass wir einen weiteren entspannten Tag zulasssen, bevor wir morgen wieder voll durchstarten würden.
Der gestrige Faulenzertag hat uns gut getan, wir machen daher heute so weiter…

Die erste Fahrt führt ins Gartencenter – ich möchte das bestellte Stihl Mulchmesser für meinen Freischneider abholen.
Im Laden treffe ich Edith und sie fällt über mich her – nur verbal, nicht physisch!

„Schön dass ich Dich treffe, wir sollten schon lange mal einen Kaffee trinken, sag Deinem Schatz schöne Grüße, ich will Dir noch etwas geben, schau was ich hier habe…“ – es folgt eine kurze Atempause und der Griff in die Handtasche…

Edith hat ein Bild von uns Dreien in der Tasche

„…das wollte ich euch schon lange geben, wir haben uns ja nicht mehr gesehen, sag schöne Grüße an Sibylle, sie soll sich mal melden wegen einem Treffen, ein gemeinsamer Kaffee vielleicht…???“

Der Verkäufer erlöst mich und spricht mich auf meine drei angefragten Obstbäume an.
Ich vertiefe mich in ein Gespräch mit ihm und frage mich in Gedanken, warum Edith Fotos von ihr und uns in der Handtasche herumträgt – ist sie eine Stalkerin?
Immerhin schickt sie Sibylle seit Monaten jeden Tag ein Bild von ihrem Essen.

Ich verlasse die Szenerie und fahre zu „Repapis“, dort treffe ich mich mit Sibylle auf ein Eis.

Zur Zeit sind wir wieder häufiger hier
Es schmeckt aber auch super
Wir genießen unseren Nachmittag

Danach fahren wir noch auf einen Sprung zum Hundeshelter, denn ich habe auf der Social Media Seite des Shelters ein total süßes Hundemädchen gesehen.
Ich sage immer, wenn ein Hund mein Herz erobert ist es der richtige Zeitpunkt.

Diese kleine Hündin war supersüß, total schmusig und hat nichts falsch gemacht – trotzdem ist sie es nicht, die mich „geflasht“ hat.
Ich weiß genau – der Tag wird kommen…

Heute kocht Sibylle und ich fahre nach dem Essen auf ELOWYN um noch ein paar Blogzeilen zu schreiben.

Schön langsam wird es Zeit, ich hänge nach

Am kommenden Tag sind Segel-Aktionstage ausgerufen. Wir wollen auf ELOWYN die Genua anschlagen und das Groß von seinem Winterkleid befreien.
Danach sollen die Segel auf LIBERTÉ angeschlagen werden und zu guter Letzt würden wir noch das Groß auf ANAHITA setzen – soweit der Plan.

Da noch etwas Zeit war, haben Sibylle und ich unseren Smurfy verräumt. Er darf heute Morgen in seine Wohnstube einziehen.
Wir machen uns zeitig auf den Weg nach Plaka…

Hm, selbst mit dem kleinen Auto ist es eng
Aber wenn man die Ideallinie mal kennt – passt es wie Arsch auf Eimer

Ziel war es, den kleinen blauen Flitzer so zu parken, dass er genug Raum lässt um mit den Moppeds links vorbei zu den Motorradparkplätzen zu fahren – das gelingt.

Wir lassen es dabei, räumen noch ein Werkzeug zurück und fahren dann zurück in die Marina.
Die Freunde und Helfer treffen kurz nach uns ein, die Rackerei mit ELOWYNs weißen Tüchern beginnt – leider gab es mal wieder einen Dämpfer hinzunehmen, denn ganz weiß waren die Tücher nicht mehr…

Mit dem Arbeitsfall und der Hydraulikwinsch ziehen wir den schweren Segelsack an Deck
Leider hat der Schimmelteufel zugeschlagen

Wir hatten über den Winter Schimmel in der Segellast – verdammt! Alle Segel sind mehr oder weniger betroffen.
Klar muss ich mir zum Vorwurf machen, nicht öfter einen Blick hineingeworfen zu haben, umgekehrt ist die Feuchtigkeit auch ganz schwer zu kontrollieren.

Da es alte Segel sind und wir zudem wissen, dass das UV-Licht der Sonne hier viel wieder gut macht, ist der Ärger bald verflogen.
Aber es ist auch eine ganz klare Warnung, dass neue Segel über den Winter einen definitiv trockenen Lagerplatz benötigen.

Egal, weiter im Thema – wir schlagen die Leinen an und ziehen den mächtigen Lappen nach oben.
Gemeinsam geht das recht flott und wir können bald Vollzug melden.

Jede(r) weiß was zu tun ist
Am Mittag ist das Tagesziel erreicht

Die Kutterfock wird noch nicht montiert, denn ich habe ja noch an der Rollanlage zu arbeiten.
Ach ja, wie weit wird wohl Giorgos mit meinem Führungsrohr sein?

Als hätte er es geahnt, klingelt 5 Minuten später mein Telefon. Eine Nachricht vom Gott des Edelstahlschweißens – genau genommen ist es keine Nachricht, es ist nur ein Bild…

Erster Entwurf – ich bin aufgefordert anzupassen

Da diese Sache keinen Aufschub duldet, fahren Sibylle und ich sofort nach Kamara um das Teil abzuholen.

Die Idee dahinter ist folgende – die Form und der Winkel von Rohr zum Deckel sind nur leicht vorgegeben und mit etwas „sanfter Gewalt“ noch anpassbar.
Meine Aufgabe ist nun, die Passform zu prüfen, gegebenenfalls diese leicht zu verändern und das Teil dann an Giorgos zurückzugeben um es final auf Festigkeit zu Schweißen.

So weit, so gut…

Passt auf Anhieb – kein Nacharbeiten nötig

Natürlich war der Winkel durch das Altteil vorgegeben, aber dass er ihn beim Nachbau so exakt trifft, damit konnte man nicht rechnen.

Ich zeichne noch die Bohrlöcher für die Anschraubpunkte an, dann lege ich das Teil ins Auto.
Giorgos würde es heute Abend in Lakki abholen, fertig ist es dann die nächsten Tage.

Perfekt! Jetzt können wir uns den Segeln auf LIBERTÉ und ANAHITA widmen, auch hier klappt im Großen und Ganzen alles wie geplant.

Mit einem erfolgreichen Tag im Rücken, treffen wir uns heute Abend zum Dinner in einem neuen, kleinen Lokal in Lakki.

Das „Vivelo“ ist in den früheren Räumen von Gabriellas „Al Fico d´India“
Die Karte ist vielversprechend
Das Essen ist gut, uns schmeckt es und wir werden gut bewirtet

Wie schneidet das neue Lokal ab? Nun, geht hin und macht euch selber ein Bild – es ist nämlich ganz schwer zu sagen…

Die Mitarbeiter machen nichts verkehrt. Der Service stimmt, das Angebot und die Preise auch.
Wir bestellen Meze, einmal quer durch die Karte und schlemmen den Abend lang, alles schmeckt sehr gut.

Die Rechnung ist dann aber doch höher als erwartet – nicht, dass es zu teuer wäre, wir haben aber wegen der kleinen Meze einfach etwas mehr bestellt, das läppert sich dann zusammen.
Dies soll keine Beschwerde sein, für uns war es jedoch ein einschränkender Punkt.
Warum? Weil man in der Preisklasse 60-70€ pro Paar auf Leros eben durchaus die Wahl hat.
Es kommen dann Faktoren wie Ambiente und pfiffige Küche dazu und in einer solchen Betrachtung würden wir woanders hingehen.

Trotzdem soll gesagt sein, auch wenn das „Vivelo“ meine Top 5 nicht stürmt, so ist es auf jeden Fall eine Alternative und Bereicherung in Lakki.

Am Folgemorgen startet mein Tag recht früh – ein mir sehr bekanntes Boot ist „first boat in crane“ und ich möchte dem Launching von LUMARA in jedem Fall beiwohnen.

LUMARA geht für ihre neuen Besitzer ins Wasser – die Spannung steigt
Ich wünsche LUMARA ein schönes Leben 3.0 – nachdem sie als OTARIE und NESSAJA für viele intensive Momente gesorgt hat
Ellen manövriert das Schiff sauber in die Lücke neben Hans Peter – Dominik klärt mit mir ein paar Punkte an Deck
Die beiden Neueigner machen einen glücklichen Eindruck

Ich freue mich von Herzen für die Beiden – sie haben das Boot sofort voll übernommen und auch gleich begonnen dem Schiff ihre eigene Handschrift aufzudrücken.
Ich finde das richtig und gut, die Anfangsphase ist die beste Zeit alle gewünschten Anpassungen vorzunehmen.

Dass bei den kleinen Umbauten und Verbesserungen auch nicht immer alles klappt ist derNormalfall, aber ich bemühe mich, das Tun von Ellen und Dominik zu unterstützen.
Ich möchte, dass die Beiden positiv in ihre Eignerschaft mit LUMARA starten.

Als ich freigestellt bin, fahre ich ersteinmal nach Lakki ins „La Palma Café“ um mir einen zweiten Kaffee und einen kleinen Snack zu gönnen.

Es ist fast Mittag, was mache ich mit dem angefangenen Tag

Ich beobachte ein wenig das Gewusel in der Ankerbucht und kann mir mein Erstaunen nicht verkneifen als ich einen Italiener mit besonderer Flaggenführung sehe.

Ich gebe zu, ich erlaube mir bei meiner persönlichen Betrachtung des Segel- beziehungsweise des Yachtsports eine etwas konservative Einstellung.
Ich mag die Ansprüche des Navigatorischen, gepaart mit vielerlei Herausforderungen der Physik und Mechanik.
Dass über die Jahrhunderte eine Etikette gewachsen ist, welche man heute mit dem Begriff „Seemannschaft“ betitelt, finde ich schön.

Weniger schön finde ich Spacken, welche von ebendieser Seemannschaft keinerlei Ahnung haben…

Flaggengebräuche? Setzen, Note 6

Auch wenn die Riesenfahne eine bayrische ist, es gehört sich einfach nicht, einen solchen Lappen, 100x größer als die griechische Gastlandflagge, zu hissen.

Mein Puls geht zurück auf Normalniveau, als mich abermals eine Nachricht von meinem Freund Giorgos erreicht – er hat meine Vorstagführung fertig gebaut, ich könne diese abholen.

Ja, das lass´ ich mir doch nicht zweimal sagen!

Ist perfekt geworden
Wird gut aussehen – hoffentlich bekomme ich es gut eingebaut

Über das Wetter im Wonnemonat habe ich mich ja schon ausgelassen – heute war wieder so ein Tag, den keiner wirklich braucht.

Nicht etwa, dass wir Schlechtwetter hatten, der Mai bot nur einen Regentag, aber es war überraschend kalt.
Ok, es traf nicht nur uns, auch in der Schlierseer Heimat hat es noch einmal weit bis in die Täler geschneit – aber auch wir mussten heute noch einmal zur Jacke greifen.

Frierend saßen Sibylle und ich auf HARMONY

Gabi und Gottfried hatten zu einem Umtrunk eingeladen, eine nette Geste und wir freuen uns auf die Eröffnung des Abends mit einem Feierabendbier.

Leider war es uns nicht vergönnt im T-Shirt beisammen zu sitzen, so hat Gottfried, man höre und staune, mir seine alte Fleecejacke geborgt.
Ich würde jetzt nicht soweit gehen zu behaupten, dass Gottfried und ich eine Konfektionsgröße tragen würden, aber die Jacke die ihm vier Nummer zu groß ist, war mir nur drei zu klein…

Sie war ausreichend groß um beide Arme hineinzustecken und dabei nicht gesprengt zu werden – sofern ich meine Schultern nicht bewege.
Immerhin, so konnte ich dem Erfrierungstod entrinnen und werde Gottfried dafür ewig dankbar sein 😉 !

Gabi reicht Getränke und Fingerfood – abermals vermisse ich einen steifen Grog (führe ich im Winter 2027 ein)
Auch die anderen Gäste waren, für griechische Verhältnisse, dick eingemummelt

Der Tag klingt unspektakulär aus und weil ich relativ früh ins Bett gehe, wache ich am kommenden Morgen sehr früh auf.

Ich überlege, womit ich mich beschäftigen könnte, während ich meinen Körper mit zwei Haferl Kaffee befülle.
Da fällt mir Volkers Sortimentskasten ein – ich hasse nichts mehr, als wenn ich Schrauben suchen muss.

Also mache ich mich über die Schraubenkiste auf ELOWYN her – eine Art therapeutische Fleißaufgabe, ich hoffe, es gibt ein Sternchen 😉 …

Maschinenschrauben und Blechschrauben werden getrennt, ebenso Rund- und Senkkopf
Ich sortiere nach Größe und Antrieb, Schlitzschrauben werden entsorgt

Als ich damit fertig bin, greife ich noch zur Stichsäge um in einen der Einlegeböden der Badezimmerschränke ein Loch zu sägen.

An dieser Stelle ist ein Seeventil montiert, man kann es durch die Form und die Türstellung an diesem Schrank nicht greifen – eine Fehlkonstruktion.
Hier muss für Abhilfe gesorgt werden, indem an richtiger Stelle eine Zugriffsluke gesetzt wird.

So, dieses Problem ist endlich behoben

Weil es gerade so gut läuft, baue ich den Einlegeboden noch ein und den Schrank wieder zusammen.
Zu guter Letzt montiere ich die Türen und man sieht…

…nichts mehr! Das Drama meiner Arbeit – gut ist´s, wenn alles funktioniert und man nichts mehr von der Arbeit sieht.
Das gilt in 90% der Fälle und ist eine Krux.

Dieses Schicksal holt mich auch gleich ein, denn Sibylle kommt – es ist ja erst 09.00 Uhr – und fragt als erstes „was hast Du eigentlich bis jetzt gemacht?“
Ich schleiche bedröppelt von dannen und suche mir eine Arbeit, bei der man danach etwas sieht und alle staunen.

Passt perfekt und sieht top aus – größere Schrauben bringe ich aus Deutschland mit

Zusammen mit meiner Frau finalisiere ich den hydraulischen Spanner des inneren Vorstags und beende damit eine lang andauernde Odyssee rund um dieses verfitzmaledeite Bauteil.

Jetzt können wir planen, wann wir die Fock anschlagen würden – und ich nehme es vorweg, der Spanner wird über Tage seine Spannung halten, der lang gesuchte Ölverlust an der Handhydraulik ist behoben!

Was für ein toller Tag! Es bleibt genug Zeit für Sibylle und mich, um den Nachmittag für Besorgungen zu nutzen.

Wir kaufen Kaffee in der Rösterei in Lakki…

Ja, auch einen Kaffeeröster haben wir auf der Insel

Danach gönnen wir uns einen Espresso und ein Eis bei „Repapis“ – hier fällt mir heute eine der kleinen Figuren auf, welche für Kinder bereitgehalten werden.

Diese Figuren werden für Mottotorten genutzt oder auch mal verschenkt, wenn eines der Kinder seinen Geburtstag bei „Repapis“ feiert.

Ich blicke auf die Vitrine und komme ins Grübeln – ob ich die Geburtstagskarte ziehen soll und mir diese Figur erbetteln soll???

Wie würde sich der Schlumpf auf Smurfys Armaturenbrett machen?

Sibylle bekommt ihre Schamesröte ob meiner Pläne und zieht argumentativ alle Register um meine Pläne zu vereiteln – so bleibt der Schlumpf auf dem Armaturenbrett des Panda nur eine Idee (vorerst 😉 )!

Hans Peter meldet sich per WhatsApp, denn er hat Lunte gerochen – wenn wir beim Einkaufen wären, dann „…könnt ihr doch sicher noch ein halbes Dutzend Kabelschuhe mitbringen? Ich hab´ doch keine gelben Quetscher mit 5mm Auge.“

Klar, können wir…

Auch die benötigten Kabelschuhe für den Wassermacher von HP bringen wir mit

Den größten Brocken heben wir uns für zuletzt auf – die Rettungsinseln von MARLIN und ELOWYN sind aus Athen von der Wartung zurück.

Sebastian hält sie uns bei Sotiris vor und ich hole sie dort ab und bezahle den Service. Dann wuchten der kräftige Pole und ich die schweren Monstercontainer in Klickers Kofferraum.

Ausladen kann ich sie gerade noch alleine

Da diese Inseln, allen voran ELOWYNs, kaum bis nicht alleine zu handhaben sind, bitte ich Alex rasch mit anzupacken.

Der muskelbepackte Adonis hilft mir das Ding zu ELOWYN zu tragen, es auf die Badeplattform zu lupfen und letztlich in den Halter zu heben – diesmal bitte ohne Beschädigung des Lacks.

Alles gelingt bestens, die Rettungsinsel des weißen Riesen ist wieder an Ort und Stelle.

Bis hierhin haben wir es geschafft – wie geht´s weiter

Für das Dinner an diesem Tag haben wir uns abermals ein neues Lokal vorgenommen.
Nach langer Umbauzeit hat das ehemalige „Kritikos“, welches gegenüber des Marinaeingangs liegt, die Neueröffnung für heute Abend angesetzt.

Das Lokal heißt jetzt „I avli tou Kritikou“, was frei übersetzt soviel bedeutet wie „Der Garten von Kreta“.
Wir waren neugierig und es hat sich schnell eine Gruppe von 11 Leuten aus der Marina gebildet, die als erste Gäste das Lokal besucht haben. Es verstand sich von selbst, dass Sibylle und ich mit von der Partie waren.

Neu renoviert, mit Spielplatz und schönen Sitzbereichen – eine Bar wird dazukommen

Es entwickelt sich an diesem Abend ein Schauspiel – Darsteller dieses Kammerspiels waren die genannten 11 Marinalieger.

Ausschlaggebend war die Frage, ob wir „griechisch“ oder „deutsch“ essen wollen.
Griechisch bedeutet, dass allerlei bestellt wird, in die Tischmitte gestellt wird und sich dann jeder bedient.

Schmeckt einem etwas sehr gut, nimmt man etwas mehr, schmeckt es weniger, dann nimmt man weniger zu Gunsten eines anderen.
Der Tisch wird vollgestellt, so dass jeder satt wird, auch mit Essern wie mir am Tisch.
Preislich geht dieser „Meze-Gedanke“ in der Regel immer auf, denn der eine isst etwas mehr, der andere trinkt mehr, der eine bestellt kostspieliger, der andere noch eine Nachspeise.
So zu essen ist bunt und vielseitig, die Rechnung wird geteilt, easypeasy.

Wir studieren die Karte…

Es ist für jeden was dabei, tendenziell aber fleischlastig

Klar, dass sich ein „deutscher“ Block bildet. Ich mag dies nicht, ich mag das nicht, ich mag nur ein bisschen und habe überhaupt lieber meinen Teller vor mir.

Das ist zu akzeptieren, also bilden wir zwei Lager, ich setze mich auf die „griechische“ Seite – „…und was bestellen wir?“
„Naja, eins von dem und eins von dem und vielleicht noch einen Salat und ein Tzatziki und als Hauptspeise ein Hähnchen für alle – wenn wir dann noch Hunger haben, können wir nachbestellen…“

Wie bitte? DAS ist nicht griechisch Essen – das ist eine Diät mit 1/5 Broiler, wo bleibt da die bunte Vielfalt?
Ich merke, heute gibt es für mich keine Einigung – ich setze mich auf die „deutsche“ Seite und bestelle mir ein Schweine-Tomahawk Steak und einen Salat.

Das Steak war super – und eine Riesenportion

Das Tüpfelchen auf dem i war aber unsere Bezahlperformance an diesem Abend – elf Personen die verzweifelt versuchen eine griechische Rechnung auseinanderzuklabüsern und dabei jeweils „seinen“ Zahlbetrag zu ermitteln.
Es war fast peinlich und ich war froh, als endlich das Geld auf dem Tisch lag…

Ach ja, das Lokal! War gut! Klar, kleine Anfangsprobleme welche aber nachsehbar sind, dabei gutes Essen und ein wirklich bemühter Service.
Offen gesagt, ein neues Highlight ist es nicht – aber es ist eine sagenhafte Alternative um essen gehen zu können ohne nach Lakki fahren zu müssen.
Wir werden wiederkommen! Seither ist der Parkplatz übrigens jeden Tag rammelvoll, auch die Locals nehmen die Taverne gut an.

Am Folgemorgen „fängt das Leben an“ – für mich zunächst mit einer Aktion, bei der ich als „früher Vogel“ mal wieder den Wurm fange.

Hans Peter und ich treffen uns um 07.30 Uhr an MARLIN um die Rettungsinsel zu verstauen

Ich treffe mich so früh mit HP um die Rettungsinsel von MARLIN zu verstauen. Wir wollen dies tun, bevor in der Marina reges Treiben herrscht.
Dass ich den Service für einen Freund mit begleitet habe, soll eine Ausnahme bleiben.

Dann aber – es ist der 19. Mai, das Geburtstagskind entert mit ihrem Breezy die Szene.
Ich gratuliere artig und folge dann dem Ruf zu einem Geburtstagsfrühstück ins „La Palma Café“.

So fängt Sibylles Tag an – ist das schon der besungene Beginn des Lebens? Sibylles Leben 3.0?

Ich weiß nicht warum das immer mir passiert – plötzlich kommt Eleftheris um die Ecke und setzt mir eine Kappe auf.
Ich bekomme eine „La Palma“ Basecap und bin wohl ab jetzt offizieller Botschafter der kleinen Cafébar an der Waterfront in Lakki.

Ich nehme die Cap gerne an, ich habe bisher keine, weil ich kein Kappenmensch bin, aber man weiß nie, vielleicht leistet sie mal gute Dienste…

Dankeschön, jetzt hab´ ich auch eine Cap

Sibylles Geburtstag hat also begonnen – und die, deren Leben gemäß des Udo Jürgens Songs und der Headline dieses Blogs, heute anfängt hat keinen wirklichen Plan.

Meine Frau geht das alles ganz pragmatisch an, „…ich check´ jetzt mal meine Nachrichten, schau ob die Kinder sich schon gemeldet haben, vielleicht gehen wir alle am Nachmittag auf ein Eis – feiern kannst ja Du dann!“

Sagte sie und vertiefte sich in ihr Telefon…

Schau´ mal die Kinder haben schon gratuliert…

Tatsächlich wächst eine Einladung zum gemeinsamen Stelldichein einiger Freunde aus der Marina.
Sibylle lädt ins „Repapis“ zu Kaffee, Kuchen und mehr – greift zu und lasst es euch schmecken.

Es folgt das obligatorische „Happy Birthday“, die Mädels aus der Eisdiele kichern und freuen sich mit uns.
Sibylle nimmt dankend die Geschenke der Freunde entgegen, welche sich echt Gedanken gemacht haben und sich ins Zeug gelegt haben.

Sibylles „Eis-Party“ in relativ großer Runde
Kleine Geschenke die es in sich haben und große Freude auslösen
Meine Frau hat Spaß und genießt ihren Ehrentag

Nach dem Eismeeting sind wir gemeinsam nach Xirokampos gefahren um uns für das Dinner fertig zu machen.

Sibylle wollte in unser favorisiertes Lokal, das „Pirofani“ in Panteli gehen und den Geburtstag in kleiner Runde ausklingen lassen.
Sie hat Brigitte und Hans eingeladen und wir haben Sibylle zu viert gefeiert…

Ein schöner Ausklang
Es gab allerlei Leckeres – hier Taramasalata
Einen Pirofani Salat
Und als Nachspeise auch hier einen kleinen Kuchen
Happy Birthday liebe Sibylle
Auf das nächste Lebensjahr…
…auf DAS Leben, welches ja heute wohl erst beginnt!

Den „Pausetag“ tags darauf hatten wir uns mehr als verdient. Es wurde kein klassischer Faulenzertag, aber eben auch kein intensiver Arbeitstag – wir haben uns mehr um Administratives gekümmert.

Ich musste schon lang einmal zur Bank um dort ein paar Angaben zu machen, sehr lästig in Griechenland.
Abermals war die Tatsache, dass ich keine griechische Telefonnummer habe, ein Stolperstein.
So habe ich mich heute auch gleich noch darum gekümmert – ab Juni werde ich eine 0030 Handynummer haben.
Zudem mussten Sibylle und ich einkaufen, für meinen morgigen Geburtstag ist eine kleine Grillfeier geplant.

Wir gehen also über den Sandplatz der Marina und beobachten Lustiges – oder ist es eher Verstörendes???
Seltsam mutet es auf jeden Fall an…

Die Autos die den Bauarbeiten im Weg stehen, werden mit dem Stapler umhergefahren

Alex ruft mich an – unter anderem kommen wir auf den Geburtstagsgriller zu sprechen.
Ich erwähne aus Spaß, dass ich die Tatsache 13 Gäste eingeladen zu haben, nicht als Omen für Unglück sehe, sondern mich eher an die die Geschichten rund um die „Wilde 13“ erinnert fühle.

Ein bisschen passt es – die Abenteuer auf der Insel mit zwei Bergen. Ob der deutlich jüngere Alex die Geschichte noch kennt?
Wie auch immer, in jedem Fall fühlt er sich von meiner Assoziation inspiriert, mal wieder die KI zu bemühen.
Ich bekomme fast einen Lachkrampf, sehr geil gemacht! Danke dafür…

Der Olivenbaron und die wilde 13 – sehr lustig

Jetzt ist er also da – mein Geburtstag. Noch ein ganzes Stück davon entfernt, dass auch mein Lebensanfang besungen wird, das ist insofern gut, da ich ja dann bis dahin noch ein bisschen planen kann, was ich dann mit mir anfange.

Eine Idee habe ich schon, ich sammle weiter Ouzo „Plomari“ Fläschchen. Sibylle kann die Karafakis schon nicht mehr sehen, wir haben inzwischen einige davon.
Die Regel lautet – gesammelt werden nur die selbst getrunkenen! Leider haben wir die acht von unserem legendären „Herrenabend“ nicht mitgenommen.

Heute kommt eine dazu, denn als ich nach dem Frühstück im „Coffee Lab“, zusammen mit Sibylle auf ELOWYN zurück komme, hatten Gabi und Gottfried mir schon ein Fläschchen auf den Cockpittisch gestellt.

Das ist aber sehr aufmerksam, danke euch Beiden

Sibylle und ich lassen uns treiben. Wir sandeln so ein bisschen rum, gehen am frühen Nachmittag mit der Crew der JASPER auf ein Eis ins „Repapis“ und sammeln uns dann zum Stelldichein in Xirokampos.

Sibylle hatte schon einiges vorbereitet, ich kann noch eine Weile unterstützen, bevor die ersten Gäste kommen.
Es gilt die Tische und Stühle zusammenzustellen und den Grill vorzubereiten – der Rest sollte ungezwungen wie von selbst laufen.

Sibylles Blumen sorgen für zusätzliche Gemütlichkeit
Ich habe ein traumhaftes Wetter, es ist ein richtiger Sommertag

Die ersten Gäste kommen. Antonia und Alex kommen mit Alex´Mutter Hanna und ihrem Mann Jim.
Wir haben uns angefreundet und verstehen uns sehr gut. Sibylle hat Hanna bereits in Deutschland besucht und unternimmt auch auf der Insel viel mit den beiden.

Die „A-Team Family“ schenkt mir eine Flasche Tsipouro, eine Zierflasche, welche ich sehr gut kenne – ich war, offen gesagt, immer etwas zu knickerig um mir den edlen Tropfen zu kaufen.

Ich freue mich darauf die Flasche zu einem besonderen Anlass zu öffnen
Petra und Martin lassen die Plomari Sammlung wachsen und laden zum Dinner ins „Pirofani“

Sehr witzig auch die Idee von Brigitte und Hans, sie bringen statt Weihrauch und Myrrhe ebenfalls einen edlen Tropfen – aber diesen gleich als Bausatz, welcher sofort komplettiert und kredenzt wird.

Hans ist Spezialist im Basteln von Aperol Spritz Mischgetränken – und zeigt gleich mal was er kann…

So kann man ein Geburtstagsfest starten

Ich hatte meine Partybox geholt und wir haben griechische Musik gespielt – es war nahe dran an einem typischen Familienfest der Locals, vielleicht waren wir noch etwas zu gesittet 😉 …

In jedem Fall war die Stimmung gut und entspannt, wir hatten alle zusammen Spaß und uns quer durch die Bank gut unterhalten.

Gerne will ich ein paar Impressionen teilen…

So sieht ein entspannter Skipper aus
Die Freunde mischen sich bunt, die meisten kennen sich
Natürlich ist auch Merlin mit von der Partie
Der Terrier will gut Freund sein – mit jedem der vermeintlich etwas zu Fressen in den Händen hält
Wir trinken unseren Aperitif und quatschen uns warm – das Wetter lädt zum Essen auf der Terrasse
Am Geburtstag darf man auch etwas sinnieren – what´s another year
Die Sonne senkt sich Richtung Bergrücken, es ist Zeit, den Grill zu starten

Die Wilde 13 schreit Hunger – also starten wir den Grill und legen das Grillgut parat – ich denke, dass alle satt werden.

Auf den Grill kommen allerlei Leckereien, diese werden von einer Auswahl an feinen Salaten begleitet.
So sollte jeder auf seine Kosten kommen.

Der Grill ist heiß – los geht´s!

Verschiedene Souvlas und hiesige Würste, welche mit Parmesan gefüllt sind
Ich lege die erste Charge auf – jetzt ist etwas Geduld gefragt
Sieht doch schon ganz gut aus – „Essen fassen!“
Ich schneide alles in handliche Portionen, das Brett kommt dann in die Tischmitte – griechisch eben
Na komm´ das kann sich durchaus sehen lassen
Sibylles Salate werden durch ein paar vegane Varianten von Antonia ergänzt – wir schlagen zu
Auch an der Vitaminfront läuft einem das Wasser im Munde zusammen
Wir finden an einer großen Tafel Platz…
…und genießen das gemeinsame Geburtstagsessen
Auch die Co-Gastgeberin genießt – letztlich ist es ja auch ihre Feier
Die Sonne verschwindet, die blaue Stunde beginnt

Gegen 22.00 Uhr, die ersten waren schon gegangen, erlaube ich mir die Musikrichtung zu wechseln.
Ich habe eine Playlist mit Party-Rock der 80er – naja, die Lieder eben, die für Antonia und Alex Oldies sind, waren die Songs der Jugend für den Rest der Gesellschaft.
So klang der Abend durchaus stimmungsvoll und zu bester Stunde aus.

Die Gäste verabschieden sich, Sibylle und ich machen noch kurz die Terrasse klar, dann fahre ich zurück auf ELOWYN.

Dort komme ich exakt um 00.00 Uhr an – mein Geburtstag war vorüber, ich war ein Jahr älter geworden.
Sehen wir, was mein 60. Lebensjahr für Geschichten bereithalten wird…

Wir schicken uns noch Bilder, dann wird es Zeit für eine Mütze voll Schlaf

Am neuen Morgen bin ich ziemlich früh fit. Ich hole Sibylle in Xirokampos ab und bevor wir den Südteil der Insel verlassen, räumen wir das Haus noch piccobello auf.
Ich bin Susanne abermals zu Dank verpflichtet, denn sie hat ausdrücklich gestattet, dass wir Freunde einladen dürfen – umso schöner wäre es, wenn sie hätte teilnehmen können.
Na, vielleicht klappt es ja zum 60. 😉 !

Dann führt unser Weg direkt zu unserer Katikia in Plaka, ich möchte die Lautsprecherbox wieder aufräumen und von Sibylle habe ich den Befehl erhalten, dass ich „…endlich mal diese Flaschen wegräumen soll!“

Da ihr Befehl mir Wunsch ist, packe ich auch diese in eine Box und karre sie in mein Häuschen.

Kurzzeitparken in Nachbars Einfahrt – „eat, dance and park like a Greek“
Der erste Teil meiner Fläschchen findet ein neues Zuhause

Ein schöner Start in den Tag. Zumal wir es nicht eilig haben – denn um 10.30 Uhr sind wir für drei Stunden mit Tanja und Stefan verabredet.

Wir haben die Beiden in unserem ersten Jahr als Yachties und Liveaboards 2021 kennen gelernt und uns angefreundet.
Die Beiden waren damals die Crew der OREJA VELA, welche wegen eines Schadens verkauft wurde.
Stefan hatte damals meinen Scudo gekauft und in einer Nacht und Nebel Aktion nach Italien verbracht.

Wir schwelgen in alten Geschichten und versprechen uns, auch weiter in Kontakt zu bleiben.

Großes Hallo mit Tanja und Stefan

Die beiden Hamburger machten eine Woche Urlaub in Ikaria und werden noch eine weitere in Rhodos folgen lassen.
Sie sind zurück im Arbeits- und Landleben, haben aber schon wieder neue Pläne.

Es waren schöne drei Stunden, die viel zu schnell vergangen sind. Ach ja, da war noch etwas – Stefan hat mir meinen Webasto Temperaturfühler für ELOWYN mitgebracht, ich nahm diesen freudig entgegen.

Nachdem die Zwei wieder auf der Fähre nach Rhodos waren, hatten Sibylle und ich richtig Lust, den lange vermissten Fühler einzubauen und das Schlafzimmer in Ordnung zu bringen.

Gedacht – gemacht!

Der Fühler ist wieder dran, die fiese Deckenverkleidung montiert

Ich mache an diesem Tag noch drei der fünf Deckenverkleidungen, den Rest würde ich morgen fertig machen.

Jetzt reicht es erst einmal und ich verhole mich abermals nach Xirokampos, wo Sibylle bereits mit dem Dinner auf mich wartet.

Nach vier Tagen mit wenig Projektarbeit aber trotdem jeder Menge Trubel, schaden zwei, drei Stunden ohne Aufregung definitiv nicht…

Generell ist das Haus der Freundin ein Ort der Ruhe

Am nächsten Morgen wache ich auf und tapse in die Kombüse um meinen Kaffee zu brauen.
Mein Gehirn ist noch nicht aufnahmefähig, aber es empfängt Signale die nicht mit dem Sollwert in Einklang zu bringen sind.

Wieso kann ich im Bauch von ELOWYN, etwa mittschiffs, den Bug eines anderen Schiffes durch´s Fenster sehen – es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Hä??? Wos is´n dös?

Ein Blick nach draußen sorgt für Klarheit – einerseits. Anderseits entstehen mehr Fragen als Antworten und ich denke auch, dass ich die Antworten gar nicht wissen will…

Nikolas, der Juniorchef, war für ein paar Tage nach Athen gereist. Plötzlich legt ein 9m Motorboot am Steg für 20m Yachten an und die Insassen gehen schnurstracks auf die große Motoryacht nebenan.

Zuerst erweckt es den Eindruck als sei es ein externes türkisches Mechanikerteam, welches sich hier Zugang verschafft hat.
Später hätte man den Eindruck gewinnen können, dass „Geschäfte“ gemacht wurden – ich habe nicht nachgefragt, vielleicht war es ja auch nur Familienbesuch…

Am nächsten Morgen um 07.30 Uhr sind sie weggefahren wie sie gekommen sind – lautlos

Ich sortiere mich gerade noch, da kommen Ellen und Dominik zu mir an Bord.
Wir haben ein paar offene Punkte wegen LUMARA zu bequatschen, dann muss ich wieder ans Werk, ein paar Kleinigkeiten haben wir beim Segelsetzen nicht ganz korrekt ausgeführt.

Dominik bietet Hilfe an und die kann ich sehr gerne annehmen. Der junge Mann ist beweglich und kraxelt behände in die Takelage – ich würde da wieder hängen wie ein nasser Sack.
Mit Dominiks Hilfe sind meine paar Handgriffe rasch erledigt!

Das Großfall ist falsch geführt
Gemeinsam können wir es rasch korrigieren

Einen noch, nur noch einen! Sibylle und beschwören uns gegenseitig, dass wir nur noch einen lässigen Tag folgen lassen wollen – danach geht der Ernst des Lebens wieder los.

Nun, das ist vertretbar, denn heute ist Sonntag. Wir starten in den Tag mit einer Verabredung mit Hanna und Jim im „Navarone“.

Hier wird immer noch Frühstücksbrunch angeboten und obwohl die Preise etwas angehoben wurden, ist das Preis-Leistungsverhältnis immer noch spitze.
Wir freuen uns seit Tagen auf diesen Termin…

Den Damen schmeckts
Mir auch – ich gönne mir einige dieser Tellerchen

Danach stelle ich die Eignerkabine auf ELOWYN fertig, ich montiere alle Deckenverkleidungen und eine Verkleidung für ein technisches Bauteil, diese muss zu guter Letzt noch mit Silikon verfugt werden.

Wieder ein wichtiger und umfangreicher Punkt von der Liste…

Da Sonntag war, fand abends der Seglerstammtisch im „SouVLakki“ statt. Wir waren schon fast fertig, als die Musik ausging und neben dem Happy Birthday Song aus dem Radio, die singende Chefin Anna um die Ecke kam – auf der Hand eine Torte balancierend.

Anna schenkt uns eine Torte
Was für eine liebe Geste

Ich mag Anna und ihre Familie – alle zusammen sind sie so nett und offen. Meine bereits ausgesprochene Einladung zu einem Fest in meiner Katikia wird eingehalten – und wenn es das Letzte ist was ich mache.

Nicht genug mit der Torte – Anna hat für jeden von uns eine Tüte mit einem Geschenk.
Wir packen es aus und trauen unseren Augen kaum – ein „SouVLakki“ T-Shirt für jeden von uns.

Ich werde es aus naheliegenden Gründen kaum tragen können, doch freue ich mich ungemein und ziehe es auch für diesen Abend an.

Shaka – member of „SouVLakki“ Team
Auch Sibylle trägt es mit Stolz

Wenn ich Stolz schreibe, meine ich auch Stolz – nicht, weil wir gebrandete T-Shirts so lieben, sondern weil diese Shirts von Locals und von Herzen kommen. Das macht sie so besonders!

Da die Zeit wie im Flug vergeht, war es notwendig, mal wieder kurz nach EDINA zu sehen. Es wird vermutlich der letzte Routinebesuch gewesen sein, denn auch Ed hat sein Kommen bereits angekündigt.

Also schnappe ich mir den Schlüssel der eleganten CNB 60 und sehe nach dem Rechten.

Im Großen und Ganzen alles ok
Der Generator läuft, auch hier alles ok

Es ist immer das Gleiche, etwas lüften, Bilgenpumpen ein, Motor und Generator starten und laufen lassen und nach den Batterien sehen.

Natürlich ein kurzer Rundumblick ob auch sonst alles ok ist. Ed ist auf dem Laufenden, es gibt ein paar offene Punkte, aber seit dem letzten Besuch hat sich nichts getan.
Er kann also beruhigt kommen und seine To Do – Liste abarbeiten.

Ich erinnere mich an den Eletromotor des Genuafurlers, hier stehe ich noch im Wort.

Apropos To Do – Liste, die gibt es auch auf LUMARA, denn dort führt mich mein Weg als nächstes hin.

An Vielem ist schon ein Haken dran

Ich habe es ja bereits erwähnt – Ellen und Dominik nehmen das Schiff schnell und sehr vollumfänglich in Besitz, ich bin wenig involviert.

Das freut und beeindruckt mich gleichermaßen. Trotzdem gibt es hin und wieder Momente, wo eine Antwort auf eine Frage einfach hilft um schneller voran zu kommen.
Deshalb und auch um zwei, drei kleinere Problemstellungen zu lösen, sehe ich in regelmäßigen Abständen vorbei.

LUMARA wird die Marina am 29.05. verlassen und erst im Oktober zurückkehren. Ich hoffe von Herzen, dass mein altes Schiff dem jungen Paar riesige Freude bereitet.

Während ich bei den Schweizern bin, sendet mir Sibylle Bilder vom Hundeshelter. Sie und Angelika haben sich heute auf den Weg gemacht um den Zamperln ein wenig Zuneigung angedeihen zu lassen.

Zuerst bei einer ausgiebigen Gassirunde
Später noch mit ein paar Streicheleinheiten

Sibylle und ich treffen uns nach erledigter Vormittagsarbeit im Restaurant der Marina, um hier im „Skipper´s“ einen Café zu trinken.

Sibylle mag den Cappuccino hier recht gerne, während ihr der im „Repapis“ nicht gut schmeckt – hier entsteht ein Dilemma, denn ich hätte natürlich gerne eine Eisspezialität…

Solche Herausforderungen lösen meine Frau und ich aber meist sehr pragmatisch!

Zuerst eine Kaffeespezialität im „Skipper´s“ – hier sitzt man auch schön
Später ein Gaumenschmaus aus der Eismanufaktur – so kommt jeder auf seine Kosten

Ich entscheide mich am nächsten Morgen für eine Fleißarbeit – es gibt auf ELOWYN so etwas wie eine Schatztruhe.

Sie beinhaltet eine Menge teurer und wichtiger Ersatzteile, aber kaum jemand weiß genau über ihren Inhalt Bescheid.
Es macht also durchaus Sinn, sich der Thematik einmal vorsichtig anzunähern.

Ich entscheide an diesem Tag, das Staufach für Ersatzteile und Werkzeuge erst einmal völlig zu leeren, die bereits sortierten und erfassten Dinge wieder einzuräumen, denn dann würden „nur noch“ die Dinge übrig bleiben, welche ich einmal ansehen müsste und welche dann sortiert und verräumt werden müssen.

Ähhh, da habe ich mich wohl etwas verschätzt…

Na, das Bisschen bekommen wir auch noch hin

Als ob die eigenen Aufgaben nicht reichen würden, habe ich mich noch auf eine weitere Herausforderung eingelassen.

An INSPIRATION muss noch die ACU des Autopiloten ausgetauscht werden.
Das klingt einfach, ist es aber meist doch nicht. Alex erklärt sich bereit zu helfen, wir wollen das Boot für Jörg klar machen, bevor sein Co-Eigner am 04.06. ankommt, um auf der Bavaria zu urlauben.

Weil nix „einfach so“ funktioniert, müssen Alex und ich das Dinghy erst einmal von Wasser befreien…

Erst mal das Wasser aus dem Schlauchboot – es hat einen Sack zum Gummiboden gebildet
„Nur die ACU“ – streng genommen ist es schon ein bisschen mehr
Wir suchen und finden das Altteil und bauen das ersteinmal aus

So, die Neuteile sind sortiert, es sind Garmin Systembauteile. Die alte, neue Raymarine ACU kommt wieder raus, denn sie ist nicht 100% kompatibel.

Das haben wir geschafft – jetzt ist etwas Recherchearbeit notwendig, daher brechen wir an der Stelle ab, um später ab hier weiterzumachen.
Mal sehen, wann es zeitmäßig passt…

Der neue Tag wird als ELOWYN Tag ausgerufen, ich muss mich ranhalten und auch mal wieder ein paar Doings von meiner gleichnamigen Liste schaufeln.

So treffen wir uns um 09.00 Uhr, um zuerst die Fock anzuschlagen, was ziemlich schnell und unspektakulär erledigt ist und um danach den WILLI zu Wasser zu lassen.

In einem der letzten Berichte hatte ich geschrieben, dass der kleine Flitzer zwischenzeitlich auf Panagiotis´ Anhänger ruht.
So hatten wir heute ein leichtes Spiel ELOWYNs Schnulli zu slipen.

Weiter wollte ich mit dem geliehenen Hänger nicht ins Salzwasser fahren
Alex und ich konnten ihn hinten anheben und dann ins Wasser rutschen lassen

Nicht nur, dass der Slip uns die Arbeit brutal erleichterte, ich heimste mir auf die Art und Weise noch ein paar Lorbeeren im Rückwärtsfahren mit Hänger ein – nix verlernt…

Ich musste an diesem Tag ein paarmal sehr knapp rangieren – hat aber alles perfekt geklappt.

Sibylle hatte den Williams 325 Jet schon gereinigt, nun bauen wir zusammen die Cockpitkissen ein.
Ich bringe den überholten Motor zum Laufen und entscheide, dass wir eine neue Batterie bestellen.
Auch mit dem alten Akku und etwas Starthilfe kann ich eine Probefahrt durchführen.

Jetzt heißt es noch, den Tank mit 40 Liter Ultimate zu befüllen – dies gelingt auch, doch leider war einer der zwei Kanister undicht…

Nanu, wo kommt der Fleck her
Der ganze Kanister ist feucht, er hat einen feinen Riss

Nachdem der Tank voll ist und der Weber Turbomotor zuverlässig anspringt, kann ich endlich eine Probefahrt wagen.

Erst ein paar Meter warmfahren, dann darf es eine kurze Vollastfahrt sein.
Der kleine Flitzer macht Spaß – er ist ein typisches „Boy-Toy“!

In der Bucht gilt es langsam zu fahren

Gemeinsam räumen wir den WILLI dann in seine Garage. Das klingt einfacher als es ist, denn das Mutterschiff muss drei Meter nach vorne gefahren werden.

Dann heißt es „Klappe auf, Tender rein“ – es ist immer wieder ein Spektakel, wenn ELOWYN den kleinen WILLI schluckt.

Ich werde zum Batteriewechsel noch einmal öffnen müssen und auch das Schlauchboot noch einmal zur Hälfte herausholen müssen, dann aber ist in diesem Bereich alles erledigt.

Wir fahren zufrieden Richtung „Stis Anna“, wo wir heute mit Brigitte und Hans zum Essen verabredet sind.
Zuvor machen wir aber einen Abstecher zu Giorgos, er schneidet mir zwei Delrinriegel ab, aus denen ich den Leiteranschlag bauen werde.

Das Material habe ich schonmal, bauen kann ich Dinger nächste Woche
Dann endlich gab es was zu essen – wir waren ganz schön hungrig nach diesem Tag

Am Folgetag bin ich auf Hans Peters LIBERTÉ verabredet, wir wollen endlich den Wassermacher in Gang bringen und Wasser produzieren.

Dafür galt es, ein paar Kleinigkeiten fertig zu stellen und das System zu spülen.
Wir mussten uns aufgrund eines Umbaus, einige Schritte erarbeiten, die Bedienungsanleitung hatte in diesen Punkten keine Relevanz mehr – aber im Großen und Ganzen ging die Arbeit gut von der Hand.

Wir prüfen ein paar Anschlüsse und nehmen eine Wiederinbetriebnahme samt Spülung der Einheit vor
Nach rund zwei Arbeitsstunden gab es einen ersten Testschluck

Wir haben ganze Arbeit geleistet – das Gerät produziert Wasser mit einem hervorragenden ppm-Wert von 277!
Auch die Leistung passt, nach drei Stunden haben wir 170 Liter Meerwasser entsalzt.

Was uns an diesem Tag nicht mehr gelingt, ist die Rückspülung des Geräts. Ein Magnetventil scheint defekt zu sein und wir beschließen, es durch einen manuellen Umschalthahn zu ersetzen.
Die Ersatzteile kaufen wir noch, dann ist Feierabend.
Wir vertagen uns auf auf einen weiteren, dann vermutlich letzten Termin.

Dann wollen wir das Projekt „Wassermacher LIBERTÉ“ final beenden, die Crew kann dann ohne Limit Wasser produzieren – sie werden es bald brauchen, denn am 01.06. startet die erste länger andauernde Reise, vermutlich zum Peloponnes, gell HP?!

HP und ich haben geschuftet wie die Beserker, wir haben gearbeitet bis die Fetzen flogen…

Ich besüdere meine Arbeitshose, trenne mich aber sofort von ihr

Doch auch Sibylle war in meiner Abwesenheit fleißig – sie hat Edelstahl poliert und dabei ein Erfolgserlebnis erzielt.

Zu verdanken hat sie dieses einer Polierpaste, welche Alex ihr zum Ausprobieren überlassen hat – „…die will ich!“, höre ich mein Weib sagen und wie ich ja bereits angedeutet hatte, wird jeder Wunsch, auch dieser, sofort in eine Bestellung umgewandelt.

Sibylle poliert Edelstahl
Vorher…
Nachher – der Erfolg gibt ihr Recht

Nur zwei Tage später erhalten wir von Volker die Bestätigung, dass die bestellte Dose angekommen ist und dass er sie mitbringen wird.

So ein amazon Prime Versand funktioniert wirklich prächtig!

Wir kaufen das Wundermittel

Auch andere bekommen Waren zugesandt, wenn auch nicht immer direkt – als ich zu Sibylle zurück laufe, erreicht mich eine Nachricht von Tom.
Die für LUMARA bestellten Kleinteile seien angekommen, er bringt sie am 04.06. mit.

Die Kunststoff-Fittinge liegen bei Tom, das defekte Magnetventil wird Kristina am 14.06. mitbringen

Ich freue mich echt sakrisch, als ich zu Sibylle zurückkomme – natürlich auch, weil ich sie wieder sehe, offen gesagt aber unmittelbar darüber, dass meine griechische Telefonkarte angekommen ist.

Natürlich sehe ich sofort nach, was in dem großen Kuvert alles drin ist – und fühle mich unmittelbar an die russischen Babuschka Matruschka Matrjoschka Puppen erinnert…

Ich erhalte ein großes, braunes Versandkuvert per Express-Courier
Im großen, braunen Versandkuvert steckt ein mittelgroßes weißes
Im mittelgroßen, weißen Kuvert steckt eine mittelgroßes Papp-Kartenkuvert
Im mittelgroßen Papp-Kartenkuvert steckt ein kleines Papp-Kartenkuvert

Ich freue mich und lege die Karte in mein griechisches Telefon ein – doch es funktioniert nicht.

Ich lerne, dass ich die Karte aktivieren muss, dies versuche ich mehrmals.
Doch leider bleibe ich immer dort hängen, wo ich meinen Namen eintragen müsste.
Diese Felder sind jedoch nicht anwählbar, ich komme nicht weiter.

Nach dem Abendessen verfalle ich in einen solchen Sog, dass ich bis 02.00 Uhr nachts versuche, meine SIM zu aktivieren – doch ich scheitere kläglich.

Ich kann meinen Namen nicht eintragen – auch am nächsten Morgen nicht

Da fällt mir eine Geschichte aus der Kategorie „mal wieder von Griechenland genervt“ ein, welche ich kurz einflechten möchte.

Ich habe vor einer Woche bei unserem Marinachandler die Serviceteile für die Motorinspektion von ELOWYN bestellt.
Ein großer Motor, teure Teile, aber letztlich ein ganz normaler Yanmar.
Wir haben besprochen, dass er die Teile in Ruhe heraussuchen kann und ich sie in einer Woche gesammelt abhole.

Das war heute! Und was hatte der Mann hinter dem Tresen gemacht? Nix! Er war überrascht, hat sich dunkel erinnert – aber weder an den Motor noch ans Schiff.

Ich war sauer – und habe mein Glück bei „Naval“ versucht. Leider ist „meine Maria“ im Moment außer Dienst und ich habe bei der netten aber neuen Mitarbeiterin Evi angefragt.
Sie holt siegessicher eine Tabelle aus der Schublade und sucht nach dem 4LHA-STP, doch er taucht nicht auf.
Ich solle Daten hinterlassen, man würde mich zurück rufen – dies ist bis heute Abend nicht passiert.

Ich hatte nicht gedacht, dass ein paar Filter so ein Problem aufrufen können – ich vermisse Maria schmerzlich!!!

Hoffentlich klappt der für heute geplante Einbau der ACU an Jörg und Toms INSPIRATION besser…

Ein paar Kabel müssen geklemmt werden

Alex und ich hatten ja alle Bauteile schon vorbereitet und auch fleißig recherchiert.

Wenn alle Rechercheergebnisse stimmen, dann sollte die Verkabelung zwar langwierig werden, aber keine Raketentechnik sein.

Wir messen die Polarität, legen los und sind nach rund zwei Stunden mit der Kabelklemmerei fertig.
Jetzt wird es ernst – wir legen die Hauptschalter um und sehen nach, was am Plotter passiert.

Und siehe da…

Der Autopilot und die Ruderlage sind sofort da
Wir führen die Hafenkalibrierung durch
Zu guter Letzt legen wir den Autopiloten als Favorit an

Geschafft! Die Raymarine ACU ist gegen eine von Garmin ausgetauscht, alle Autopilotfunktionen können am Plotter vollumfänglich abgebildet werden.

Unser Job ist getan.
Für die Kalibrierung in Fahrt zeichnet sich Tom verantwortlich, den finalen Einbau soll Jörg zu einem geeigneten Zeitpunkt vornehmen.

Wir legen die Bauteile nur zurück in die Kiste und legen auch die Kabel dort nur ab.

Die nahezu neuwertige Raymarina ACU 200 liegt im Schiff, wenn jemand von euch so etwas braucht – lasst es mich wissen!

Den finalen Verbau soll Jörg vornehmen
Die fast neuwertige Raymarine ACU 200 wird zu verkaufen sein

Während Alex und ich die Navigationselektronik für unsere Freunde Jörg und Tom upgraden, ist Sibylle mit Hanna und Jim beim Wandern.

Die Drei haben sich vorgenommen, heute den Berggipfel zu besteigen auf dem die analoge Abhörstation aus dem zweiten Weltkrieg, der „Acoustic Mirror“, das Aerophon steht.

Auch die Drei scheinen Spaß zu haben, von unterwegs senden sie Bilder und auch die Geschichten die sie später bei einem Eis erzählen werden, klingen begeistert.

Sibylle, Hanna und Jim sind beim Wandern

Alex und ich haben vor dem Treffen in der Eisdiele noch eine zweite Zusage zu erfüllen.

Martins STENELLA II wird gekrant, er und Petra sind aber gestern bereits abgereist.
Er hat uns daher gebeten, dem Kranen beizuwohnen und zu unterstützen, sofern nötig.

Tatsächlich war es gut, dass wir vor Ort waren, denn es gab kurze Irritationen rund um STENELLAs Liftkiel, diese konnten wir ausräumen.
Der Rest war daily business.

Wie war das gleich wieder mit dem Kiel – der muss nämlich nach oben
„Ein bisschen Waschen bitte“…

Hat alles gut geklappt – Alex und ich gönnen uns einen Freddo Espresso, dann zusammen mit dem Wanderteam ein Eis bei „Repapis“, gehen dann aber zurück an die Werkzeugfront.

Für mich steht heute das bereits erwähnte, vermutlich letzte Stelldichein auf LIBERTÉ an.
Hans Peter hatte viel vorgearbeitet, so hatten wir zusammen nur noch eine weitere Produktion von einem Kanister Wasser zu erledigen und dann den anschließenden Spülvorgang durchzuführen.

Da alles geklappt hat, kann ich LIBERTÉ nun von meiner Liste nehmen. Ich werde noch das Treffen begleiten, bei dem Giorgos den Geräteträger plant, dann brechen HP und seine Petra zu ihrer ersten längeren, gemeinsamen Reise auf.
Es zeichnet sich ab, ich brauche einen neuen Companion für mein Werken…

Noch eine gute Nachricht – ich erreiche mit Hilfe einer Griechin aus einem Telefonstore die Hotline von Cosmote und der nette Mann am Helpdesk verspricht mir, meine Karte freizuschalten.
Ich musste ein paar Angaben machen und Bilder von Dokumenten sowie eines von mir schicken – habe ich sofort erledigt!

Guter Service – hoffentlich klappt es, ich bin aber vorsichtig optimistisch

Zum Dinner hatten wir uns sehr kurzfristig mit Alex, Hanna und Jim ins „neue Aloni“ in Xirokampos verabredet.

Man hört, dass Seniorchef Eleftheri an eine seiner Töchter übergeben hätte.
Das Lokal wurde deutlich aufgehübscht, das Ambiente aufgewertet und die Speisekarte überarbeitet.

Alles in Allem hat „Aloni“ gewonnen. Die moderaten Preiserhöhungen gehen in Ordnung, die Qualität war echt gut.
Wir haben gut gegessen und der Rechnungsbetrag hat uns nicht überrascht – ABER – es entsteht das gleiche Dilemma wie bei einigen anderen auch, man passt Qualität und Preis an, macht keinen Fehler, stellt sich aber auch näher an die führenden Lokale der Insel.

Aus meiner Sicht eine einfache Entscheidung – „Aloni“
Gutes Essen in bester Gesellschaft – was will man mehr, das ist der Schlüssel zum Glück

Diese Entwicklung ist eine riskante, denn der Unterschied besteht dann meist nur noch aus Nuancen, dem „gewissen Etwas“.

Hier haben andere die Nase vorn – ich nenne das „Serza“ und das von mir geschätzte „Pirofani“, sowie das mehrfach ausgezeichnete „Mylos“.
Sie alle haben das besondere Ambiente, pfiffige Ideen bei der Zubereitung der Speisen und einen hervorragenden Service.

Wenn man preislich näher an solche Tavernen rückt, dann ist man nicht mehr „die Taverne von nebenan“, die zu der man „mal schnell“ geht, man muss sich dann behaupten.

Ich drücke jedenfalls die Daumen für geschäftlichen Erfolg und wir kommen bestimmt wieder!

Als ich vor dem Schlafengehen noch einmal die Nachrichten und Stories der Freunde ansehe, fällt mir das Bild von Dominik auf – ohne dass wir es mitbekommen haben, hat LUMARA die Leros Marina Evros verlassen und ist nach vier Jahren wieder unter Segeln unterwegs.

LUMARA segelt wieder

Ich kann mich nur wiederholen – ich freue mich mit den Beiden und auch für meine alte NESSAJA, vielleicht ist ihr jetzt das Abenteuer vergönnt, welches ich ihr nie bieten konnte.

Am nächsten Morgen springt mein persönlicher Countdown auf Null. Ich packe nach langem Zaudern eines der beiden noch offenen Projekte auf ELOWYN an – ich setze die Druckwasseranlage instand.

Zunächst lege ich mir alle relevanten Teile zurecht und schaffe mir einen Arbeitsplatz.

Ich brauche eine Trägerplatte für den Drucktank
Bevor ich loslegen kann, muss ich einen Satz Bohrer kaufen – es gab keine auf dem Schiff
Dann geht es ruck-zuck – ich fertige mir eine Trägerplatte, welche jetzt an die Montageposition geklebt wird
Ein neuer, gut zugänglicher Platz im Technikraum – hier klebe ich den Druckbehälter an

Der Schraubenschlüssel im Bild und auch der blaue Spanngurt dienen nur dazu, den Behälter in der gewünschten Position zu fixieren.

Morgen wird der hochfeste Montagekleber ausvulkanisiert sein, dann kann ich diese Hilfsmittel entfernen und habe den Tank an optimaler Position – dann geht es mit der Pumpe weiter.

Während ich werkle, leistet mir meine Frau Gesellschaft, sie zieht dann aber von dannen um mit Brigitte etwas in Agia Marina „zu bummeln“.
Dies dient in erster Linie dem Zweck ein Geschenk für Hannas Geburtstag zu kaufen, wird aber sicher mit allerlei Tratsch verbunden sein.

Nur noch eine Lektion Duolingo, dann muss ich los…

Als ich mein heutiges Tagesziel erreicht hatte, rief ich Jürgen an. Jürgen ist ein Miteigner in der früheren Eignergemeinschaft von Tom und Jörg.
Er liegt mit der sagenumwobenen JOY in unserer Marina und hat Kummer mit seinem Rigg.

Ich wollte schon einmal locker vorbeischlendern, denn ich hatte das Schiff schon entdeckt, da wollte es der Zufall, dass Jürgen Kontakt mit mir aufnahm.

Bei seinem Problem konnte ich tatsächlich helfen – es handelte sich um einen klaren Fall… für Giorgos!

Wir besuchen den Meister in seiner Werkstatt…
…um ein Edelstahl Rüsteisen schweißen zu lassen

Jürgen war zufrieden, der Urlaub kann weitergehen. Wir verabreden uns spontan für das Abendessen, er kommt mit seiner Frau dazu, wenn wir uns heute Abend mit Hans Peter und Petra zum Essen treffen.

Doch bis dahin ist noch Zeit – und so beschließen meine Gattin und ich „etwas ganz Verrücktes“ zu machen!
Wir gehen zum Panteli Strand zum Baden – das erste Mal in 2026!!!

Ja, ich war schonmal im Meer – am 01.03. – aber bisher hatte ich weder Zeit noch Lust, mich in die Fluten zu stürzen.

Heute war es soweit!

Hanna, Jim und Alex waren auch da – und nachdem Hanna sehr heldinnenhaft vorgelegt hatte, konnten Jim und ich uns nicht lumpen lassen – kein Mimimimi am 30. Mai!

Äh, wie kalt ist es genau…
…na egal – Mario ist schon drin
Vilariba oder Vilabajo? Schwimmst Du schon oder zauderst Du noch?
Jim wagt es – gemeinsam drehen wir eine Runde
Ok, es ist schon noch erfrischend, aber jetzt kann man drin baden
Sibylle verneint – kein Badezeug dabei (und viel zu kalt)
Obwohl ihr die Zähne klappern, macht sie gute Miene

Die erste Stunde am Panteli Strand – ein kleines Bier, ein geteiltes Club-Sandwich.
Einmal gebadet und ein wenig auf´s Meer geglotzt…

Es fühlt sich anders an, gewohnt, nicht mehr außergewöhnlich. Wir sind jetzt Landlubber, Menschen, die auf Leros wohnen.
Der Unterschied ist, wir sind keine Yachties mehr, der Aufenthalt auf dieser Insel scheint endgültig und nicht mehr „zufällig“.

Mich nervt der Trubel, der Toast ist von schlechter Qualität und das Bier schal. Ich bin froh als wir wieder gehen.
Ich fahre mit Sibylle zurück und meine Gedanken kreisen – ich spüre, dass dies zum Problem wird.

Leider geht es nicht wirklich besser weiter – wir treffen uns zum verabredeten Abendessen und ich erfahre, dass Jürgen aus seiner ehemaligen Eignergemeinschaft eine Bavaria 430 Lagoon zum Verkauf anbietet.
Ich gebe leichtfertig ein Angebot ab, man wird sehen.

Auch im „Avli tou Kritkou“ klappt es heute nicht. Das Essen passt, aber der Service knickt ein.
Stammkunde werde ich hier nicht…

Ich bin froh, als ich ins Bett darf und freue mich auf mogen, auf den letzten Tag des Wonnemonats.
Der beginnt gleich mit einem Paukenschlag, wir treffen uns um 10.00 Uhr mit Alex, Hanna und Jim zum Brunch im „Navarone“ in Agia Marina.

Mein Arbeitstag beginnt daher schon gegen 07.00 Uhr…

Ich bin früh wach und treibe das Druckwasserprojekt voran

Ich weiß, dass am heutigen Sonntag, zudem nach dem geplanten Brunch, nicht mehr viel passieren wird.
Da mir der Fortschritt bei der Druckwasseranlage aber wichtig ist, stehe ich früh auf, trinke meinen Kaffee und erledige noch ein paar Planungs- und Arbeitsschritte.

Ich kann einen Schlauch fix montieren, habe einige Teile gefunden, welche ich zum Verbau benötige und kann in der Folge einen Einkaufszettel für morgen schreiben.

Ich lege den idealen Platz für die Druckwasserpumpe fest und kann danach endlich an den bevorstehenden Gaumenschmaus denken.

Sibylle kommt an und wir setzen die Fahrt nach Agia Marina fort, wo wir uns mit den Freunden treffen.

Wir bestellen fünf mal den Sonntagsbrunch vom Buffet und Schlemmen was das Zeug hält…

Echt lecker, alles frisch, kein Convenience Food

Wir sitzen bis 12.00 Uhr, dann trennt sich unsere Runde. Sibylle und ich überlegen kurz ob wir zum Panteli Strand fahren sollen, entscheiden dann aber, dass wir Brigitte und Hans besuchen.

Die Beiden essen zu Mittag in der „Fischtaverne Gourna“. Wir setzen uns gerne auf einen Ouzo dazu, wollen aber aus nachvollziehbaren Gründen nichts essen – wir kommen ja gerade von einem Brunchbuffet.

Es ist auch ein Abschied auf Zeit, denn Brigitte fliegt morgen für zwei Wochen nach Österreich und wir werden uns exakt die Klinke in die Hand geben – einen Tag nach ihrer Rückkehr werden wir nach Deutschland fahren.

Auszeit – eine kurze Pause ist nötig. Ich bastle noch etwas an der Druckwasseranlage, Sibylle fährt nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.30 Uhr abhole.
Heute ist Stammtisch im „SouVLakki“!

Da Hans Peter und Petra aufgrund ihres geplanten Reisebeginns am Mittwoch wohl das letzte Mal teilnehmen werden, trifft sich der Stammtisch ein letzten Mal für längere Zeit in Stammbesetzung.
Klar, dass wir nach dem Essen noch einen Schlenker in das Eisparadies machen…

Der Monat endet bei „Repapis“

Wir klönen noch eine halbe Stunde, freuen uns, dass Dieter zurück ist und lassen den Abend dann langsam und unspektakulär ausklingen.

Exakt das Gegenteil machen Sonne und Mond am heutigen Abend – die Sonne versank hinter den Bergen von Lakki und schenkte uns eine „blaue Stunde“ in feinstem Licht.

Der Mond wollte dem Zentralgestirn nicht nachstehen und zeigte sich seinerseits als voller Blutmond.
Beides ein herrliches Spektakel, welches Sibylle und ich am Weg nach Xirokampos und auf dem Rücken unserer treuen GS genossen.

Die „blaue Stunde“ neigt sich dem Ende zu…
…der Vollmond hat seinen Auftritt – und zeigt sich in tiefen Blutorange

So endet unser Tag! Der Mai war ein, in der Gesamtbilanz schöner und erfolgreicher Monat, der mit vielen Höhen aufwarten konnte.

Vor uns liegt nun der Juni, dieser wird sicher nicht weniger abwechslungsreich.
Wir müssen ELOWYN „just in time“ fertig bekommen und haben auch sonst noch allerhand Kleinigkeiten vor der Brust.
Mitte des Monats kommen Volker und Kristina um mit ihrem Schiff Urlaub zu machen – natürlich freuen wir uns auf die Tage mit den Beiden, welche wir hier auf Leros verbringen werden, bevor sie die Leinen loswerfen.

Dann endlich Urlaub! Sibylle und ich fahren wieder nach Deutschland und besuchen Freunde und die Familie – sicher der Höhepunkt des kommenden Sommermonats Juni.

Wir freuen uns darauf, die Geschichten aus dem Leben, abermals mit euch teilen zu können – bleibt uns gewogen.

Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN
Mario


April 2026 – I´m Going Slightly Mad…

Der vierte Monat des Jahres sollte abermals ein richtungweisender werden – ob es ein süßer und guter Monat oder aber ein vernichtend, bitterer wird, weiß ich noch nicht als ich diese Zeilen tippe.

So manches Mal war ich nah dran den Verstand zu verlieren – da kommt mir der 1991er Queen Song „I´m going slightly mad“ gerade gelegen!

„Der Song fängt ein Gefühl von Entfremdung und der Bewältigung psychischer Belastungen durch Humor ein.
Zusammenfassend drückt der Satz eine humorvolle, aber verzweifelte Anerkennung dafür aus, dass die Situation aus dem Ruder läuft und man das Gefühl hat, den Verstand zu verlieren.“

Eingekerkert und dem Wahnsinn nahe

Es braucht viel um den Skipper aus der Ruhe zu bringen – aber der April bot ein Stakkato von desaströsen Ereignissen, dicht gefolgt von wunderbaren Momenten, kein Wunder wenn man langsam droht in den Wahnsinn zu verfallen.

Neugierig? Dann folgt mir auf meiner Zeitreise durch den April 2026.

Die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen, ich gebe den Befehl, ein Auge aufzuklappen. Dies gelingt! Beflügelt von diesem kleinen Erfolg, steuere ich mein zweites Auge an und öffne auch dieses – ich werde wach!

Es ist der 01.April, ein Tag an dem sich die Menschen an kleinen, lustigen Falschaussagen belustigen.
Meine Ohren melden mir Regengeprassel auf dem Kabinendach – es muss sich um einen dieser „Aprilscherze“ handeln – doch weit gefehlt!

Ein erster Gang zu den Sanitäranlagen bestätigt meine Sinnesinformationen…

Sehr viel trüber ist kaum möglich

Mir egal! Ich starte den Tag erstmal mit einer Tasse Kaffee und einen Blick in die Medienlandschaft – was gibt es Neues auf der Welt?

Obwohl – will ich das überhaupt wissen? Alleine die Informationen bezüglich des Weltgeschehens reichen ja eigentlich aus, um dem aktuellen Blogtitel vollumfänglich genüge zu tun.

Ich gönne mir erstmal einen starken Kaffee – und starre dabei auf das „Tabac“ Eau de Toilette

Meine Augen bleiben an der Verpackung einer Flasche „Tabac“ Eau de Toilette hängen.

Der Fakt, dass ich gestern in den Besitz dieses Duftwässerchens gekommen bin, erschließt sich meinem Gehirn um diese Stunde noch nicht.
Ihr erinnert euch an FESTINA LENTE? Es ist nicht unwichtig für euch zu wissen, dass Meltem und Suat, die neuen Eigner, zur Zeit in der Marina sind und das Schiff in Besitz nehmen.
Dazu gehört auch die Umbenennung, die Bavaria 39 Cruiser der Beiden heißt jetzt YUVA, was soviel wie „Nest“ bedeutet.

Ein zweites Boot wird umbenannt – die wohlbekannte Dufour 43CC NESSAJA heißt nun LUMARA – beide Boote werde ich im weiteren Verlauf meiner Blogberichte mit dem neuen Namen benennen.
FESTINA LENTE und meine NESSAJA sind somit Geschichte.

Entschuldigt den gedanklichen Schlenker – Suat schenkt mir also als Dankeschön die Flasche „Tabac“ – was will er damit sagen?
Mir egal, ich werte es als eine überaus freundliche Geste und werde mich immer wenn wir mit den Beiden unterwegs sind, ordentlich einparfümieren 😉 !

Noch niemand an Bord der INSPIRATION

Ich gehe ein paar Schritte durch die Marina und sehe nach den Booten der Freunde.

Meine Idee, der Crew der INSPIRATION einen guten Morgen zu wünschen, konnte ich nicht in die Tat umsetzen – die Vier waren offensichtlich noch im Hotel.
Bald schon werden die Restarbeiten abgeschlossen sein und die Familie kann das Schiff beziehen – der Urlaub steht bevor…

Wenn ich schon am D-Steg bin, dann sehe ich auch gleich nach Martins STENELLA II, aber auch auf dem kleinen, roten Kutter scheint alles ok.
Der Sturm hat offensichtlich keine Schäden hinterlassen.

Alles ok, aber es soll ja noch weiter stürmen…

Auf den Booten der Bekannten und Freunde scheint alles heil zu sein. Das ist eine gute Nachricht, denn so kann ich zum heutigen Tagesgeschehen übergehen – wir haben eine große Leberkasparty geplant.

Diese soll am frühen Nachmittag im Haus in Xirokampos stattfinden und wir haben außer der Crew der INSPIRATION, welche den Leberkas aus der bayrischen Heimat mitgebracht hatte, noch die Crew der ANAHITA eingeladen.

Ausgemacht war, dass Sibylle die Vorbereitung zur Bewirtung trifft, ich würde dabei helfen. Zudem steuern wir Getränke bei.
Antonia hatte sich bereit erklärt Brezn zu backen und Melanie macht Kartoffelsalat.

Ich fahre daher sofort in den Süden der Insel um meiner Frau ein wenig Arbeit während der Vorbereitung abzunehmen.

Dramatische Stimmung – Südsturm

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, fahre ich zurück in die Marina und hole das A-Team ab.
Normaler Weise ist dies nicht nötig, aber bei diesem Wetter war es einfach die beste Entscheidung.

Wir hatten bewusst für diesen Tag geplant, der Wetterbericht sagt diese Depression seit Tagen voraus.
Erst gibt es die Leberkasorgie, dann würden wir zum Bowlen gehen.
Besser kann man so einen grauen Tag nicht verbringen.

Am Liegeplatz der ANAHITA

Zurück in Xirokampos, versammeln wir uns zu acht um Susannes große Tafel. Wir wissen gar nicht, wie wir uns für ihre Großzügigkeit und ihr Vertrauen bedanken sollen – hatte sie doch gestattet, dass wir auch mit Freunden zusammensitzen dürfen.

Der Leberkas ist fertig, Sibylle schneidet Scheiben, die gar nicht erst in den Verdacht geraten mit Carpaccio verwechselt zu werden und trägt anschließend auf…

2kg Leberkas – angereist im Handgepäck
“ Wann gibt es endlich was?“
Jetzt! Endlich!
Antonias Brezn und Brot
Kartoffelsalat von Melanie
Und wos sogst jetzt? Bayrische Schmankerl auf einer kleinen, griechischen Ägäisinsel

Wir schlemmen was das Zeug hält und schlagen uns die Wänste voll. Das schmeckt aber auch sauguad!

Dazu a gepflegte Hoibe – was für ein Gaumenschmaus!
Wir vergessen fast die Zeit und schon bald hieß es „Zeit zum Aufbrechen“ – wir hatten die Bowlingbahn für 18.00 Uhr reserviert.

Die INSPIRATION Crew wollte noch einen kurzen Schlenker über die Marina machen und so ergab es sich, dass wir den aufziehenden Saharasturm aus mehreren Perspektiven wahrnehmen konnten.

Wir haben oft Sandregen hier und die typische, durch den feinen Sand getrübte Luft – aber so extrem kannten wir dieses Phänomen noch nicht.

Südsturm – die Wellen rollen in die Bucht und die Luft ist sandgeschwängert
In der sonst ruhigen und friedlichen Bucht „kochte“ das Wasser
Zur stürmischen See gesellte sich der immer spektakulärer gefärbte Himmel
In der Marina ein ähnliches Bild
SO hatte ich die Lakki Bucht noch nie fotografiert

Wir schauten, dass wir weiterkommen – und das war gut so.
Denn kaum waren wir am „Crescendo-Bowling“ angekommen, begann es heftig zu regnen.

Wir verzogen uns in die Spielearena und verbrachten den Abend dort – erst spät in der Nacht haben wir unsere Bowling-, beziehungsweise Billardsession beendet.

Und wir hatten Spaß, alle…

Gerade als wir in Vromolithos ankamen, begann es zu schütten
Innen war es einladend, wir genehmigen uns erstmal ein Bier
Los geht´s – so war auch der Moses unter uns, der 14-jährige Lukas, beschäftigt
Auch Sibylle schwingt die Kugel…
…reicht es für einen Strike
Zu vorgerückter Stund´ wechseln wir an den Billardtisch

Spät in der Nacht bringe ich erst Antonia und Alex zu ihrer ANAHITA, dann steht für mich noch eine Extrafahrt nach Xirokampos auf dem Programm, da Sibylle ja in Susannes Haus nächtigt.

Ich ziehe es vor auf ELOWYN zu schlafen und fahre daher in die Marina zurück – nicht, ohne vorher noch ein wenig das Wetterleuchten nach dem Gewitterdurchzug zu bestaunen.

Gleich blitzt es wieder…
…der Himmel hell erleuchtet, in der Ferne ein Grummeln – ich liebe dieses Szenario

Es war ein langer Tag – zurück in der Marina krabble ich in mein Bett und schlafe sofort ein.

Der neue Tag weckt mich zunächst mit ein paar freundlichen Sonnenstrahlen durch den Lichtspalt meines Rollos.
Dies sollte leider nicht so bleiben, dennoch hat es mir in diesem Moment das Aufstehen erleichtert.

Ein Blick durch die Niedergangsluke zeigt dann das Ausmaß des gestrigen Sandregens – das ganze Schiff war versaut, überall diese hellbraune Regenschlotze, was für eine Sauerrei!

Das fängt ja gut an…

Ich stecke noch nicht in meiner Buxe, klingelt schon mein Telefon – das kann ich ganz gut leiden.
Auf dem Display aber eine Nummer, bei der ich durchaus Willens bin abzuheben – Eirini aus dem Marinaoffice verlangt mich zu sprechen.

„Mario, the Marinero gave information, that one rope on EDINA broke! Please have a look!“

Ok, inzwischen ruft man also mich an, wenn an EDINA etwas nicht stimmt – ich habe den Eindruck, ich bin da in etwas hineingerutscht…
Anderseits ehrt es mich auch, dass man mir diesen Raum lässt, ich mache mich also sofort auf die Socken – und siehe da…

Der kräftige Südsturm hat das schwere Schiff aufgeschaukelt, das reicht um auch solche Festmacher zu zerstören

Ich sehe Handlungsbedarf, kann aber mit Bordmitteln helfen.
Da ich ohnehin zum Haus hochfahren muss beschließe ich, dass ich die übrige Kette samt Ruckdämpfer erst einmal dort zwischenlagere.

Ich werde die Teile nach Rücksprache mit dem Eigner zurückgeben, natürlich müssen wir auch über einen Satz neue Festmacher sprechen.

Leider wollte das Wetter nicht stabil sein – ein kräftiger Regenschauer zog vorbei und ergoss sich über die Insel.
Der Regen war so heftig, dass ich zunächst vor dem Haus im Auto sitzen geblieben bin – ich konnte und wollte nicht aussteigen…

Regen kann man nicht so gut fotografieren – aber ich habe auch einen Film gemacht…
…es hat geschüttet wie aus Eimern
EDINAs Festmacherkette findet einen temporären Platz

Ich wollte ohnehin eine Kleinarbeit für EDINA im Haus erledigen – für den Motor des elektrischen Furler galt es neue Anschlusskabel zu crimpen.

Ich hatte schon einen Satz gefertigt, es zeigte sich aber, dass der gewählte Kabelquerschnitt von 16mm2 einfach zu üppig ist.
So war ich gefordert, noch einen zweiten Satz in 10mm2 zu bauen – dies ging aber schnell von der Hand.

Gecrimpt war schnell, jetzt noch der Schrumpfschlauch

Heute holt mich „der kleine Hunger“ ein und glücklicher Weise kann ich meine liebe Frau überzeugen, dass auch ihr ein zweites Frühstück nicht schadet.

Wir treffen uns also im „Coffee Lab“ und gönnen uns ein koffeinhaltiges Heißgetränk an einem „Club-Sandwich Kanapee“ 😉

Wie geht es heute weiter – wir besprechen unseren Tag

Richtig viel Lust etwas zu reißen hat keiner von uns Beiden – also beschließen wir, dass wir noch Hans Peters Sprayhood vom Segelmacher holen werden.

Bis diese an Bord von LIBERTÉ liegt und der Freund verständigt ist, vergeht immer eine Weile.
Zudem will HP immer sofort bezahlen, auch das muss dann kurz geregelt und „verbucht“ werden – das reicht dann auch für heute.

Morgen soll das Wetter ohnehin besser werden, morgen ist ein neuer Tag.

Hans Peters Sprayhood war fertig – wir bezahlen und laden das reparierte Teil in Klickers Kofferraum
Dann fahren wir in die Marina und deponieren es auf LIBERTÉ – der Freund hat ganz schön was zu räumen nach seiner Ankunft

Apropos Wetter – man merkt, dass auch hier das Frühjahr einzieht. Der April hatte wahrlich keinen schönen Start, aber im Verlauf des Monats stabilisierte sich das Wetter und wir hatten einige wirklich angenehme Frühsommertage – also bildlich gesprochen solche, an denen man im T-Shirt in der Eisdiele sitzt.

Natürlich gab es auch die Tage an denen ein frischer Wind die Temperaturen eher unter 20°C hielt und auch der ein oder andere Regenschauer fand noch den Weg nach Leros.
Trotzdem war erkennbar, dass der regnerische Winter weichen musste.

Sibylle und ich ließen den Tag ruhig und früh ausklingen – denn für morgen haben wir uns einen der ganz dicken Brocken vorgenommen – wir beginnen mit der Dichtheitsprüfung an ELOWYNs Seeventilen!

Und das müsst ihr euch etwa SO vorstellen…

Jedes einzelne Ventil wird einem Drucktest unterzogen

Warum mache ich das? Nun, das ist eine längere Geschichte bei der ich inzwischen der Verfahrensanweisung von TruDesign widersprechen würde.
Beim Verkleben, so wird geschrieben, ist es statthaft, das Klebemittel nur einseitig aufzutragen – da habe ich inzwischen eine klar andere Ansicht.

Ich kann ganz klar sagen, dass alle beidseitig verklebten Ventile dicht sind und waren.
Von den kritischen Ventilen wurden alle einseitig verklebt, nach einer festgestellten Undichtigkeit und dem Austausch wurde wieder beidseitig verklebt – immer mit positivem Ergebnis.

Zunächst dachte ich noch, dass das etwas größere Gewindespiel bei den gebrauchten Ventilen ursächlich gewesen sei, aber nachdem ein neuer Satz ein ebenso großes Spiel hatte, nehme ich diese Mutmaßung zurück.

Ich rufe in Erinnerung – wir hatten neun undichte Ventile, alle sind inzwischen erneuert.
Sechzehn weitere waren visuell dicht – ich habe mich aber dennoch entschieden, dass ich alle 25 Ventile noch einmal einem Drucktest unterziehe, möglichst mit einer vergleichbaren Methodik.

Und das war gut so!!!

Ich konnte noch weitere Undichtigkeiten finden

An jedes Ventil wurde ein Prüfschlauch adaptiert, in den ich eine grün gefärbte Prüfflüssigkeit füllen konnte.
Daran habe ich meinen Ventiladapter angeschraubt um die Wassersäule mit einem Prüfdruck von 20PSI (1,5 bar) zu beaufschlagen.

Das ist reichlich viel, ich weiß, aber dicht ist dicht – und ich will ein gutes Gefühl haben.
Zudem ist meine Luftpumpe bei kleineren Drücken eher ungenau.
Das Ventil wurde von außen verschlossen, diesen Verschluss hat Sibylle von außen überwacht, während ich innen überprüft habe.

Uns siehe da – nach den ersten vier Ventilen welche wir als dicht getestet und markiert hatten, mussten wir heute ein erstes undichtes Ventil hinnehmen!
Es sollte leider nicht das letzte bleiben.

Ich brauche Ablenkung! Gott sei Dank habe ich einen Termin und kann die Arbeit auf ELOWYN entschuldigt ruhen lassen!
YUVA wird gekrant und Suat und Meltem haben mich um Leinenassistenz gebeten – da helfe ich doch gerne…

Das geht ja gut los – „wir warten auf den Marinero“ mal anders interpretiert

Ich gewinne den Eindruck, dass unsere neuen Freunde mit türkischen Wurzeln immer dann, wenn sie das Wort „warten“ hören, einen türkischen Kaffee begehren.

So auch jetzt – ich lasse die Beiden nach unserem Funkspruch wissen, dass wir jetzt ein paar Minuten auf den Marinero WARTEN müssen.
Sofort bittet Suat seine Frau, eine Tasse Kaffee zu brauen um die Wartezeit zu überbrücken.

Meltem serviert Kaffee mit Halva und einem Keks – und ihr ahnt natürlich was kommt, just in dem Moment als der schwarze Genuss serviert wird, tuckert der Marinero mit seinem Schlauchboot heran.

Wir entscheiden – wir werden den edlen Tropfen nicht verkommen lassen, wir fahren stilecht in den Kran!!!

Meltem wirft die Muring los – Suat lenkt YUVA, wir alle schlürfen unseren Mokka
Für die paar Faden Strecke benötigt man keine drei Minuten
Langsam steuert Skipper Suat YUVA in die Krangasse
Während die Gurte angelegt werden, können wir unseren Nachmittagskaffee beenden
Dann müssen wir das Schiff verlassen

Ich freue mich, dass die Beiden so viel Freude an ihrer YUVA haben und ich Teil der Geschichte sein durfte.
YUVA ist nach INSPIRATION die zweite Bavaria 39 Cruiser an deren Verkauf ich beteiligt sein durfte, was lag also näher, als die beiden Neueignerpaare einander vorzustellen?

Für heute Abend verabreden wir uns zum gemeinsamen Dinner im „To Steki“ in Alinda.

Ach bevor ich es vergesse – den Blick unseres Kranführers Giannis als er uns mit dem Kaffeegedeck am Tisch in den Kran fahren sah, diesen Blick kann man mit Worten nicht beschreiben.
Das ist ihm vorher vermutlich auch noch nicht oft passiert – aber nachsagen lassen wir uns nichts, das Manöver war tadellos.

Sibylle und ich verabschieden uns, wir fahren nach Xirokampos um uns für den Abend frisch zu machen.
Dort werden wir schon von unserer Adoptivkatze Fluffy erwartet.

Der Blick gilt Sibylle – „Füttere mich!“

Wie immer fahren wir dann ein weiteres Mal Richtung Inselzentrum, heute wie bereits erwähnt, bis nach Alinda.

Wir haben bei Dimitris einen Tisch reserviert und freuen uns auf eine Vielfalt Meze.
Zusammen mit Meltem und Suat sowie Melanie und Jörg mit deren Familie, haben wir einen netten und kurzweiligen Abend.

Klicker auf seinem Logenparkplatz mit Meerblick
Wir mögen das „To Steki“ und sind häufig dort
Heute abermals in netter und unterhaltsamer Begleitung

Es lag auf der Hand, dass es nach dem Bier noch einen Ouzo als Absacker gab.
So ergab es sich, dass wir eher spät nach Hause und ins Bett kamen – Nachtruhe tat jedoch Not, denn am nächsten Morgen schon, war wieder ein Ventile-Prüftag anberaumt.

Alle Aufmerksamkeit und Konzentration würde erforderlich sein.

Heute prüfen wir die Ventile von Motor und Generator
Wieder mische ich mir eine gehörige Menge Prüfflüssigkeit

Bis heute Nachmittag sollten wir 9 von 25 Ventilen geprüft haben. Die Tatsache, dass wir ein Ventil als undicht haben identifizieren können zeigt, dass das Prüfsystem funktioniert.

Da ich bei diesem einen Ventil Glück hatte und es beschädigungsfrei abschrauben und im Anschluss gleich wieder korrekt verkleben und etwas später testen konnte, kann ich diese bereits getesteten Einheiten alle als „dicht & geprüft“ markieren.
Ich schraube alle Schlauchanschlüsse an und markiere die Einheit mit einem grünen Isolierband.

Bei den Borddurchlässen von Motor und Generator kann ich die Schmutzsiebe gleich wieder montieren, so habe ich auch diese Aufgabe aus dem Sinn.

Genug für heute – es ist das deutsche Osterwochenende, sehen wir mal, was die anderen so treiben…

Das Ende von NESSAJA wird besiegelt – am Heck Ellen…
…und am Bug Dominik

Wir kommen gerade rechtzeitig um miterleben zu können, wie Ellen und Dominik ihr Schiff „umwidmen“ – an diesem Tag wird aus NESSAJA LUMARA.

Es sind nur ein paar Schaberbewegungen, schon ist von „meinem“ Schiff und Zuhause nur noch ein einseitiger Schriftzug übrig.

Am Spätnachmittag wird LUMARA ihren alten Namen abgelegt haben

Sibylle und ich ziehen nochmal ein Haus weiter – wir sind am Nachmittag bei Brigitte und Hans zu Kaffee und Kuchen geladen.
Es gilt, dem deutsch-österreichischen Osterfest zumindest einen kurzen Moment zu widmen.

„Unser“ Osterfest wird erst in einer Woche gefeiert – wir folgen in Griechenland dem griechisch-orthodoxen Kalender.

Bei den Freunden aus Österreich begutachten wir die neuen Fenster, tauschen uns aus und fachsimpeln – dann aber wird es Zeit für ein paar Köstlichkeiten auf der Terrasse der Beiden.

Es gibt Leckereien aus Griechenland und Österreich
Auf der Terrasse der Beiden schmeckt der Kaffee doppelt gut

Zurück in der Marina, setzt sich Sibylle auf ihren Breezy und tuckert Richtung Xirokampos davon.

Ich gehe auf ELOWYN und sortiere mich – was steht morgen an? Welche Arbeiten genießen Priorität?
Das mache ich täglich, bevor auch ich in den Süden der Insel fahre.
BIMM! Mein Telefon meldet eine Nachricht.
Melanie meldet sich und bittet mich, kurz nach meinem Auto sehen – sie hätte eine Kreatur weghoppeln sehen, sie vermute, es könnte sich um den Osterhasen gehandelt haben 😉

Ich eile zu meinem Wagen – und tatsächlich…

Na Gott sei Dank hat Melanie den Osterhasen beobachten können – ich bedanke mich sehr

Es ist an der Zeit – ich fahre nach Xirokampos zu Sibylle.
Sie hat gekocht und wir essen heute in ihrer Wohnung.

Sie erzählt mir, dass sie die erste Charge unserer Limoncelloproduktion fertig gestellt hätte.
Perfekt! Das Gebräu sieht super aus und ein Testschluck bestätigt diesen ersten Eindruck.

Allerdings muss ich sagen, dass der Limoncello meiner Frau mächtig Wumms hat, der hat sicher mehr als die angestrebten 25% Alkohol!

Unsere ersten fünf Flaschen – die sind schon verplant und vergeben

Ich fahre spät nach Hause und haue mich nach einer Folge „Inspector Barnaby“ auf´s Ohr.
Morgen wird abermals ein anstrengender und wichtiger Arbeitstag.

Heute Morgen drehen wir den üblichen Arbeitsablauf um – heute machen wir zuerst ein paar Kleinigkeiten und starten dann, nach der Mittagspause, voll durch.

Ich weiß, dass die erneute Ausbesserung des Antifouling am Plan stehen wird. Wir wollen aber nicht abermals über 500.-€ für eine Dose des grauen Anstrichs bezahlen – also bitte ich bei unserem Malermeister der Marina um einen grauen Rest.

Ich habe Glück und bekomme einen halben Eimer geschenkt.

Der Farbton weicht etwas ab – aber das tolerieren wir

Danach fahre ich mit Alex hoch zum Haus um eine alte Ersatz-Ankerwinde auszuschlachten.
Bei Alex´ Winde ist ein Ersatzteil kaputt und ich freue mich, dass ich aushelfen kann.
Das passende Teil von meiner Winde ist in deutlich besserem Zustand und wird noch einige Jahre gute Dienste verrichten.

Zusammen bauen wir das Ersatzteil ein, dann kann ich mich wieder meinen Projekten widmen.

Zusammen setzen wir die alte Lofrans Tigres wieder zusammen

Wobei „Projekte“ zunächst nicht ganz richtig ist – Sibylle mahnt eine Kaffeepause an, denn „…nach 13.30 Uhr trinke ich keinen Kaffee mehr!“

Nun, wenn sie so nett fragt, wer könnte da schon Nein sagen? Zumal dann, wenn es in Giannis Repapis´ Eismanufaktur geht…

Ein neu designtes Schild weist den Weg
Boys-Leckerei meets Girlie-Nascherei 😉

So gestärkt fahren wir zurück in die Marina und widmen uns unserem heutigen Tagespensum – wir prüfen drei weitere Ventile auf Dichtigkeit.

Ich möchte einmal Stellung beziehen – einer meiner ärgsten Blog-Kritiker, ein frustierter Provokateur vor dem Herrn, der selbsternannte Reich-Ranicki der Blogliteratur, hat mich einmal aus der Reserve locken wollen und gefragt, „…warum wir es nicht gleich jemand machen lassen der es kann?“

Nun, meine Antwort lautet – weil die, die es hätten können sollen, schwer versagt haben.
Wir versuchen das umzusetzen, was unmöglich scheint – das ist oft mit heißer Nadel gestrickt, oft gelingt es, manchmal eben nicht.
Held oder armer Narr entscheidet sich oft erst nach Abschluss der Arbeit.

Bezüglich der Ventile haben wir nachgeholt, was eine Werft in Italien versaut hat und wir haben ELOWYN von einem langen Leid befreit – JETZT ist alles wieder gruppenrein und perfekt aufgebaut, es muss nur noch dicht sein und die Spuren der alten, jämmerlichen Arbeit müssen beseitigt werden, dann passt es wieder.

An der Klimaanlage prüfe ich die Filtervorrichtung mit
Auch dieses Ventil ist dicht

Zu meinem Arbeitsumfang gehört es, dass ich auch eine gute Zugänglichkeit von drei versteckten Ventilen sicherstelle.

Das Ziel ist einfach formuliert, die Seeventille sollen nach der Reparatur nachvollziehbar und fachgerecht instandgesetzt sein und sicherheitstechnisch einwandfrei funktionieren.

Die heutige Prüfung verläuft sehr gut, alle getesteten Ventile sind dicht und werden grün markiert.

Der Tag ist gut gelaufen – dazu passt es, dass Giorgos mir eine Nachricht schickt und mir mitteilt, dass meine Edelstahl-Kantenschutzbleche fertig sind.
Perfekt, die werde ich morgen gleich abholen – zufrieden fahre ich nach Xirokampos.

Schön geworden – was das ist, zeige ich euch gleich

Am nächsten Tag widme ich mich einigen Vorbereitungsarbeiten.

Der nächste Ventiltest wird der sein, der die vier Ventile im Wassermacherraum umfasst.
Dieses Kabuff ist eng und ich beschließe, dass ich die Standheizung, welche ohnehin zum Service muss, zuerst ausbauen werde, bevor ich mich an die Arbeit rund um meine Testreihe mache.

Ich schlängle mich in das enge Loch – Sibylle reicht mir die Werkzeuge an
Zum Glück ist die Heizung gut zugänglich – ich baue sie aus
Kurz nach Mittag ist es vollbracht, die Webasto liegt auf dem Tisch

Den Rest des Tages lasse ich gemütlich angehen – die Ventile in dem engen Raum prüfe ich morgen Vormittag.

Heute fahre ich erst einmal zu Giorgos um die Kantenschutzbleche zu holen, dann besuche ich noch den Lackierer im Ort um den Schalthebel abzuholen.
Zu guter Letzt sehe ich in der Lakki Marina einmal nach, ob Bibi und Markus mit ihrer MOUSTIC schon angekommen sind.

Klingt nach einem Plan – los geht´s!

Die blaue MOUSTIC liegt im Hafen – da müssen wir bei Gelegenheit einen Besuch abstatten
Von pickligem Chrom zu perfekter Carbon-Illusion – Dip-Paint ist ein Hexenwerk
Last not least – die Kantenschutzbleche von Giorgos

Natürlich sehe ich sofort nach Rückkehr in die Marina einmal nach, ob die nach meiner Schablone gefertigten Schutzbleche passen.

Und das tun sie – es sieht perfekt aus und ich bin sicher, dass sie ihre ureigene Aufgabe, den Schutz der achterlichen Kante des Oberdecks hinter der Klüse, perfekt erfüllen werden.

Die Leine wird künftig am Lack keinen Schaden mehr anrichten können.

Die werde ich schon bald anbauen

Da in dieser Minute die Hanse 418 unserer Freunde Ina und Ralf im Kran hängt, wohnen wir dem Schauspiel noch ein wenig bei.
Ich werde gebeten, dass ich vielleicht als dritter Mann das Manöver begleiten könnte, ein Anlegeschluck als Feierabendbier wäre mir gewiss – wer könnte dazu schon Nein sagen?

Also besteige ich CHILI zusammen mit dem Eignerpaar und finde mich schon Minuten später mit einer Dose „Mamos“ in der Hand an deren Cockpittisch wieder.

CHILI kommt ins Wasser
Ich helfe beim Anlegemanöver – meine Heuer ist eine Dose „Mamos“

Ich hatte gerade den ersten kräftigen Schluck meines Feierabendbiers die Kehle hinabrinnen lassen, da kam eine Nachricht vom Office – es sei ein Paket für mich angekommen.

Nanu, ich erwarte doch gar nichts. Was könnte das sein, wer schickt mir etwas???

Egal, ich antworte, dass ich noch mein Feierabendbier fertig trinken werde, dann würde ich noch auf einen Sprung nach oben kommen.
Als ich nach oben gehe, fährt Sibylle schon voraus in den Süden der Insel.

Ein Großbrief von Johannes, dem Ex-Eigner der heutigen YUVA

Das ist ja spannend, was mag da wohl drin sein???

Ich fahre ebenfalls nach Xirokampos, Sibylle wartet mit dem Essen auf mich.
Noch bevor wir uns an den Tisch setzen, packe ich die Sendung aus – ein Bild, offensichtlich ein eigenes Werk und ein handgeschriebener Brief erreichen mich.

Ich bin gerührt! Johannes´ Zeilen drücken Dank für meine Unterstützung beim Verkauf seiner FESTINA LENTE aus.
Er beschreibt seine Gedanken und erreicht damit meine – es sind diese Momente, die mein Tun hier so wertvoll machen!

Als ich Sibylle die Zeilen vorgelesen hatte, schreib ich noch eine Antwort an Johannes – das Bild wird einen Ehrenplatz in meiner Katikia bekommen.
Vielleicht werden wir uns wiedersehen, vielleicht aber auch nicht – das Bild wird mich an die Begegnungen mit dem Philosophen erinnern…

Das Geschenk freut mich überaus – so etwas ist heute selten

„I´m going slightly mad…“ – wie kommt der Monat zu seinem Titel???

Nun, zum einen solltet ihr im Sinn haben, dass der April ein „finale furioso“ haben wird – so oder so…

ANAHITA wird am 27.04. als letztes Schiff zu Wasser gelassen, nach einer Standzeit von mehr als einem Jahr!
Dann, am 29.04. folgt ELOWYN – auch diesem Datum fiebere ich entgegen.

Zum anderen prüfe ich seit Tagen Seeventile auf Dichtigkeit – bis heute mit gutem bis sehr gutem Erfolg.
Nur ein Ventil war undicht, dieses konnte ich mit etwas Glück sofort fachgerecht reparieren – es ist inzwischen ebenfalls als dicht getestet.

Diese Erfolgsbilanz sollte heute in sich zusammenfallen – doch das wusste ich noch nicht…

Heute sollten, wie schon angekündigt, die Ventile in dem engen Wassermacherraum getestet werden.
Um nicht allzu häufig hinein und heraus krabbeln zu müssen und auch, um meine Gattin nicht jedes Mal über die zwei Leitern schicken zu müssen, verschließe ich alle vier Ventile auf einmal – Stöpsel hatte ich genügend vorbereitet.

Alle vier Ventile verschlossen
Ich bereite alles vor, was ich brauchen würde

Da es sich um 1 1/4″, 1″ und 3/4″ Ventile handelte, musste ich auch fast alle Prüfadapter vorbereiten.
Erst dann stieg ich in das Kämmerchen, Sibylle reichte mir von oben das Werkzeug an.

Ich prüfe zuerst das große Ventil des Generator-Auslass, hier war alles in Ordnung, es war keine Undichtigkeit festzustellen.

Im Anschluss mache ich den Drucktest an den beiden 1 Zoll Ventilen, welche für die Abläufe der Luken- und Decksentwässerung verbaut sind.
Auch hier war alles im grünen Bereich.
An allen schließe ich die Schläuche an und markiere sie mit einem grünen Isolierband.

Zu guter Letzt unterziehe ich das 3/4 Zoll Ventil des Wassermacher-Zulaufs dem Test – und es kam wie es kommen musste, ich stelle eine Undichtigkeit fest.

Anfangs kaum zu sehen – erst mit höherem Prüfdruck bildete sich ein Tropfen

Es wäre mir zunächst fast nicht aufgefallen – es war keine klassische Undichtigkeit, es fiel kein Tropfen.

Da ich aber schlecht hinsehen konnte, wischte ich einmal mit dem Finger entlang und hatte das Gefühl feuchte Finger zu haben.

Erst jetzt machte ich einen Taschentuch-Test, welcher letztlich die Gewissheit brachte – dieses Ventil war nicht dicht!

Da gibt es nichts zu diskutieren

Ich war enttäuscht – um sicher zu gehen, schraube ich den Prüfdruck etwas nach oben, jetzt kann ich einen Tropfen erkennen und ihn fotografieren.

Es ist zum Kotzen – ich werde wahnsinnig. Ich kann jedem, der mit TruDesign arbeitet nur ganz klar empfehlen, die Bauteile beidseitig mit Montagedichtmittel einzustreichen – einseitig funktioniert nicht!

Ich brauche erstmal eine Pause, ein Eis scheint wohlverdient – Sibylle und ich besprechen die Sachlage.

Ich gönne mir zwei große Frustkugeln

Meine Frau und ich beschließen, das Schicksal herauszufordern! Ich habe alle klar erkennbaren Undichtigkeiten professionell beseitigt – hier aber würde ich einen Kompromiss eingehen müssen.

Das Ventil lässt sich nicht abschrauben, das Glück ist mir kein zweites Mal hold.
Es austauschen zu wollen, hätte bedeutet, dass ich auch den Durchbruch erneuern muss.
Ich beschließe, aufgrund der geringen Tropfmenge, die Undichtigkeit von außen abzudichten und in zwei Tagen noch einmal nachzuprüfen.

Mein Pakt mit dem Schicksal war wie folgt – sollte ich ein weiteres klar undichtes Ventil finden, bei dem ich den Durchbruch austauschen muss, dann würde ich auch dieses mit auswechseln.

Gleich nach der Rückkehr in die Marina lege ich los – aber vorher muss Sibylle noch in die Apotheke…

In der Apotheke probiere ich Lesebrillen…
…I´m going slightly mad

Sibylle mahnt zur Vernunft – „…kannst Du dich nicht einmal benehmen?“

Räumütig lege ich die schicken Brillen zurück in die Auslage und folge meiner Frau zum Ausgang.

Zurück auf ELOWYN werde ich sofort wieder in meine Kiste verbannt – Sibylle meint, dass sie bei mir einen leicht wahnsinnigen Blick feststellen kann, wäre ja auch kein Wunder!

Aaaaahhhrrgh…

Ich schlüpfe in die geliebten blauen Handschuhe und lasse mir das schwarze SIKA 291i reichen – dann geht es los.

Ich dichte den unteren, vakanten Rand zusätzlich ein und staune über mich selbst, es wird eine sehr gute, homogene Abdichtung.
Ob sie funktioniert hätte bleibt offen – ich nehme vorweg, es wird nie zu einem Test kommen.

Dieses Ventil markiere ich mit rotem Isolierband, dann reicht es mir für heute.

Ich gehe zum D-Ponton, Uli und Angelika haben mich gebeten, dass ich eine Planke an ihre JASPER legen möchte, sie kämen heute Nacht an.

Klar, mach´ ich doch gerne!

Et voilá – und schon ist die Planke parat

Ich gehe noch kurz zu Dominik und Ellen um eine erste Q&A Session mit den Beiden abzuhalten.
Wir haben uns geeinigt, dass sie relevante Fragen sammeln und wir dann immer mal wieder zusammensitzen um die Technik von LUMARA zu besprechen.

Als ich zurück zu ELOWYN gehe wird es schon dunkel, da fällt mir ein fahles Licht an Bord der MARLIN auf – nanu, Annette und Achim wollten doch erst im Sommer wiederkommen…

There´s a light…

Ich schreibe den Beiden eine kurze Nachricht und schicke das Bild mit – hier stimmt etwas nicht, was ist zu tun?

Die Antwort kommt postwendend – man sei sich nicht bewusst irgendwelche Schalter angelassen zu haben, dies dürfe nicht sein.
Man würde mich bevollmächtigen, die Schlüssel abzuholen und das Boot entern zu dürfen.
Ob ich mich wohl darum kümmern würde? Klar! Genau darum geht es doch – ein „Notfall“ tritt auf, ich bin vor Ort, ich helfe gerne.

Das hat jetzt aber Zeit bis morgen, heute kann ich ohnehin nichts mehr erreichen.

Es wundert mich eigentlich selbst, dass ich noch ruhig schlafen kann, aber tatsächlich falle ich jeden Tag, zwar spät in der Nacht, aber zufrieden und rasch, in einen tiefen Schlaf.
Nur am Morgen, da schreit mein Körper nach einer Tasse Kaffee und mein Gehirn sagt – „…leg´ los! Es ist keine Zeit mehr zu verlieren.“

So setze ich auch heute Morgen wieder drei Stöpsel, noch bevor Sibylle auf der Bildfläche erscheint.

Heute ist das Backbord-Gästebad an der Reihe
Ich bereite alles vor, es kann losgehen

Meine Gattin möfelt mit ihrem Breezy heran. Sie richtet sich ein, holt sich die anliegende Arbeitsanweisung – und dann geht es los.

Wir prüfen zwei 1″ Ventile nacheinander. Bei keinem ist eine Undichtigkeit zu verzeichnen.
Auch hier die gleiche Vorgehensweise wie schon bei den anderen zuvor – ich schließe die Schläuche an und markiere die beiden mängelfreien Ventile mit einem grünen Band.

In diesem Schrank ist weiterhin das komplizierteste Ventil von allen untergebracht.
Es ist das 1 1/2″ Ventil für den Toiletten Ausgang, welches zweimal umgelenkt werden musste.
Alleine einen Prüfschlauch anzuschließen ist eine Herausforderung – es ist einfach zu wenig Platz, es geht sofort um´s Eck!

Ich bastle mir also einen „speziellen“ Prüfadapter…

Vorgeformt – so sollte ich um´s Eck kommen
Passt drauf – die Prüfvorrichtung ist schwer, ich muss sie abhängen
Fertig – jetzt kann ich prüfen

Sibylle geht an ihren Platz unter dem Schiff, sie sagt mir von dort aus die Abtropfmenge an – ich muss diese in ein Verhältnis zum Druckaufbau und -abfall bringen, der äußere Verschluss ist nie absolut dicht.

Es kam wie es kommen musste und ihr ahntet es vielleicht schon…

Das Ventilgebilde war gleich an zwei Stellen undicht – warum haben wir das beim ersten Einwassern nicht bemerkt?
Nun, ich bin sicher, dass es am höheren Prüfdruck liegt, aber undicht ist undicht – und hier ist es so eindeutig, dass ich nicht lange fackle…

Ich schneide das Gebilde mit Hans Peters „Fein Multimaster“ heraus

Wie ihr am Bild sehen könnt, ist am einzeln herumliegenden Anschlussflansch ein kleiner Schnitt zu sehen.
Mir war das Glück hold, ich konnte nach diesem Schnitt das Anschlussteil aufspreizen und abschrauben, ohne dabei die Rumpfdurchführung zu beschädigen.

Ich fahre sofort zum örtlichen Bootsbedarf um die notwendigen Teile zu bestellen – doch siehe da, alle benötigten Neuteile waren auf Lager, auch der relativ seltene Anschlusswinkel…

So sprach nichts dagegen, diesen Winkel heute noch fachgerecht zu verkleben, um bereits morgen das neue Ventil einsetzen zu können.
Ich hatte noch einmal Glück, das Schicksal des am Vortag als kritisch markierten Ventils bleibt noch offen.

Wenn einen so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen großen Burger wert!

Wir gehen mit Melanie, Jörg und deren Familie ins „Remezzo“ – die Burger sind lecker und XXL…
…die Wampe nach Verzehr aber auch!

Am folgenden Tag hole ich erst einmal MARLINs Schlüssel im Office. Es wird Zeit, dass ich die Lichter ausblase, die Batterien drohen sonst in die ewigen Jagdgründe einzugehen.

Natürlich muss ich auch eine Leiter organisieren und das Boot erkraxeln, aber was tut man nicht alles um zu helfen? 😉

Ich entere die schnittige Aluyacht, welche meinem Traumschiff sehr nahe kommt
Tatsächlich, nicht nur eine, drei Lampen waren an
Der Letzte macht das Licht aus – das war heute ich

Dann habe ich am gestern als undicht getesteten Ventilsatz, auf den neuen Anschlusswinkel den neuen Kugelhahn geklebt, dieser hat nun abermals 24h Zeit zum durchvulkanisieren.

Es war etwa 11.00 Uhr, als ich an diesem Vormittag zu Sibylle nach Xirokampos gefahren bin – heute bin ich zur Haushaltshilfe verbannt, denn es ist ein besonderer Tag.

Während der letzten zwei Wochen waren Melanie und Jörg mit Sohn und Melanies Mutter an Bord der INSPIRATION um Urlaubsstunden zu genießen.
Wir haben uns echt angefreundet und einige Abende zusammen verbracht.
Heute galt es, unsere Freunde zu verabschieden, dafür haben Sibylle und ich ein Grillfest organisiert.

Sommer und Blumenpracht in Xirokampos
Ich baue die Grills auf, aus meiner Partybox schallt griechische Musik
Die mich liebende Fluffy bremst meine schnellen Schritte
Jeder bringt einen kleinen Salat mit…
Eine Idee, die Sibylle urtypisch interpretiert – mit der Zubereitung von 3kg „Mediterranen Tortellinisalat“

Unsere Idee war, dass wir die Infrastruktur und die Getränke bereitstellen.
Wir haben Freunde eingeladen, alle waren aufgefordert ihr Grillgut selber mitzubringen und ihrerseits etwas für die Gemeinschaft mitzubringen.

Abgestimmt und organisiert haben wir uns über eine WhatsApp Gruppe, so war sicher gestellt, dass es nicht acht Schüsseln Tortellinisalat gab.

Unsere Idee hat gefruchtet, unser kleines Beilagenbuffet war bunt und üppig!

Viele Salate, Tzatziki, Trauben, selbstgebackenes Brot – es fehlte an nichts, auch die Vegetarier und Veganer wurden berücksichtigt
Fluffy versucht sich im Betteln, doch das wird nichts

Die Gäste kommen alle zum Startzeitpunkt – wir hatten bewusst einen „variablen“ Beginn ausgerufen und „ab 15.00 Uhr“ geschrieben.
Es schien jedoch, dass alle Gäste wirklich Vorfreude hatten und sich auf ein paar Sonnenstunden auf der Terrasse freuten.

Ich will gerne ein paar Impressionen von unserer mehr als gelungenen Grillparty teilen.
Wir waren eine sehr nette, gesellige Truppe von 19! Seglern, die Alterspanne reichte von Mitte 20 bis Anfang 70.
Nicht alle kannten sich zuvor, für manche war es der Erstkontakt zu diesem Teil der Sommercommunity.

Legt man diese bunte Gästeliste zugrunde, muss die Party als voller Erfolg gewertet werden – alle haben sich mit allen unterhalten, es gab´ keine Grüppchenbildung und es wurden neue Bekanntschaften und Kontakte geknüpft.

Ich habe es genossen…

Es geht los – Yammas (για μας – für uns / auf uns)
klar, oft waren es Bootsthemen die besprochen wurden…
…was nicht jeden interessiert
Nach dem typisch schweizerischen Aperó wurde der Grill befeuert
Auch die „fleischfreie Zone“ wird auf Betriebstemperatur gebracht
Man gibt sich der Fleischeslust hin – und lässt wohlüberlegt eine Ecke im Magen frei…
…für gegrillte Banane und Kuchen zum Dessert
Wir sitzen bis spät in die Nacht beisammen

Die Abende sind bei Weitem nicht mehr so kalt wie noch vor zwei Wochen.
Wir haben es lange ausgehalten und auch unseren Ouzo und Tzipouro im Freien genossen.
Es war eine sternenklare Nacht und eine wunderschöne Atmosphäre.

Dies wurde durch die Tatsache befeuert, dass es der Samstag vor dem orthodoxen Osterfest war.
Wir hatten vereinbart, dass wir bis 22.00 Uhr ausharren würden, dann wäre es schön, nach Lakki zu fahren und der „Ankunft des Lichts“ beizuwohnen.

Nicht alle wollten mit, aber eine kleine Gruppe von uns fand auf einen letzten Absacker zu den Feierlichkeiten zusammen.

Der Anlegekai in Lakki ist geschmückt – die Honorationen finden sich ein
Als das Boot mit dem originalen Osterlicht aus Kalymnos die Lakki Bucht quert, wird ein Feuerwerk gestartet
Das Osterlicht wurde in Jerusalem angezündet und wird nun von Insel zu Insel gefahren
Jede Menge Locals waren auf den Beinen, das Osterfest ist das höchste kirchliche Fest
Das Osterlicht ist angekommen, der Priester kam aus der Kirche und nimmt es für das Gotteshaus entgegen

Als der Priester das Licht auf Leros entgegen genommen hatte, war es jedem Bürger möglich, seine hauseigene Osterkerze daran zu entzünden.

Danach trug die kirchliche Delegation das Licht zurück in die Kirche, wo der Gottesdienst fortgesetzt wurde.
Dieser wurde zuvor schon per Lautsprecher am Platz übertragen – dies sorgte für eine feierliche, sakrale Stimmung.

Schön war´s, aber leider hat der Tag nun sein Ende gefunden. Wir verabschieden uns von der INSPIRATION Crew – bis zum Sommer – und treten dann gesammelt den Nachhauseweg an.

Morgen ist Ostersonntag – morgen wird gefeiert!!!

Naja, nicht sofort – nach meinem Morgenkaffee klebe ich zuerst das Anschlussfitting des erneuerten Ventils ein, diese Baustelle ist somit abgeschlossen.
Dann fahre ich nach Xirokampos, um mit Sibylle die Spuren des Vortags restlos zu beseitigen.

Erst danach folgen wir der Einladung von Katerina und Giorgos Karpathakis zu deren Familien-Osterfeier.

Als wir ankommen ist die Feier in vollem Gange – die Frauen des Hauses tanzen Zeibekiko, Teller werden zerdeppert
Am Grillspieß drehen sich typischerweise Kaziki, Kontosouvli und Kokoretsi
Das Grillgut ölen? Kein Thema – die Griechen wissen sich zu helfen

Großes HALLO! Wir überreichen eine Flasche selbstgemachten Limoncello als Gastgeschenk, dann nehmen wir Platz.

Kaum berühren unsere Pobacken die Sitzgelegenheit, werden wir mit Essen vollgestopft und vier Hände bieten uns Schnaps, Bier, Wasser und Brot gleichzeitig an.

Hinter unserem Rücken werden Teller zerdeppert und die Frauen tanzen tragende, melancholische Ausdruckstänze, den berühmten Zeibekiko, welcher jahrzehntelang nur den Männern vorbehalten war.

Der Rest des Gelages ist wie immer privat – es war eine großartige Sause mit unseren griechischen Freunden.

Wir gehen am frühen Abend nach Hause – ich fahre Sibylle nach Xirokampos und kehre gleich anschließend auf ELOWYN zurück.
Heute brauche ich nix mehr – ich schalte meinen Heizlüfter ein, kuschle mich auf´s Sofa um etwas Fernseh zu schau…. chrrrrr, chrrrrr…

Die Wärme beamt mich sofort ins Reich der Träume

Am nächsten Morgen grüßt abermals das vielzitierte Murmeltier – wieder ein Ventile-Prüftag auf ELOWYN!

Doch der heutige Tag hat es in sich, er ist der, welcher mich vollends in den Wahnsinn treibt – I´m going slightly mad wird zur Realität.

Ich prüfe zwei Ventile, welche eine Sonderrolle inne haben. Es sind die Beiden, welche mit einem sogenannten „Load Collar“ montiert wurden. Einer Art „Kragen“, der das Ventil stabiler macht, gleichzeitig aber schwerer prüfbar, denn man kann erst sehr spät erkennen, wenn Tropfen fallen.

Die Prüfung auf der Steuerbordseite verläuft ohne Ausfall, ich bin glücklich – doch dieses Glück sollte nur von kurzer Dauer sein.
Denn relativ schnell kullert am unteren Rand des linken Load Collar ein Wassertropfen heraus, dann ein zweiter und ein dritter.

Ich breche ab! Dieses Ventil ist offenkundig undicht, es muss repariert werden – und abermals hoffe ich auf mein Glück.
Doch nix da! Nichts rührt sich, also entscheide ich mich dafür, das Ventil abzuschneiden.

Dieser Schaft trennt nun himmelhoch jauchzend von zu Tode betrübt

Ich setze den „Fein“ Multimaster an und schneide ganz vorsichtig. Ich habe mehrmals Schnitte gesetzt, bei denen es mir gelang, das Außenteil zu spreizen ohne das Gewinde des Innenteils zu beschädigen.

Zwei fast schon chirurgisch geführte Schnitte folgen – Operation gelungen, Patient tot!

Aufgrund der Tatsache, dass ich wegen des Load Collar blind sägen musste, habe ich zwar das defekte Teil abschneiden können.
Das Gewinde des Durchbruchs war jedoch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.

Load Collar (links) und das Ventil-Unterteil (rechts) konnte ich aufschneiden…
Doch leider bleibt der Durchbruch nicht schadlos

Was für ein Scheiß!!! Ich drehe am Rad! Es ist echt zum Mäusemelken, das passiert am letzten Ventil.
Eine Sekunde überlege ich, ob SIKA nicht den feinen Schnitt im Gewinde schließt – dann aber schlägt die Vernunft zu.

Genug! Die Würfel sind gefallen. Dieser Durchbruch und der als kritisch rot markierte von vor ein paar Tagen werden herausgeschnitten und neu gesetzt.

Das Glück ist mir insofern hold, als dass ich noch zwei lange Durchbrüche in dieser Größe vorrätig habe.
Ich setze sofort den Fein an und schneide den Rotz raus – mir reicht es echt langsam…

Für heute reicht´s, morgen geht es an dieser Stelle weiter

Feierabend! Mir reicht es für heute. Trotzdem habe ich keine schlechte Laune.
ich muss jetzt noch zwei Ventile neu machen, bin gut in der Zeit und hoffe dann, dass diese neu gesetzten Ventile den Dichtheitstest klaglos meistern werden.

Ein Lichtstreif am Horizont – wenn alles klappt, kann ich das Thema Ventile in drei Tagen mit einem Haken versehen.

Heute gehe ich zu einer Stegfeier der englischsprachigen Community, ein bisschen unter die Leute gehen schadet sicher nicht.
Danach klingt der Abend in Xirokampos aus.

Die Engländer sind im Moment die größte Gruppe

Der Wecker holt mich am nächsten Morgen aus dem Schlaf – ich will heute echt voran kommen.
Um überhaupt anfangen zu können, muss ich aber im Haus einige Werkzeuge holen, von denen ich geglaubt hatte, sie nicht mehr zu brauchen.

Am Haus angekommen wird mir klar, warum Anna so bissig die Flächen gegen parkende Autos verteidigt…

Morgens um 08.00 Uhr – Touristen parken wie die Deppen

Der eine fährt nicht vor bis zum Baum und macht mit seinem Heck die Straße zu meiner Garage hin sehr eng.
Der andere stellt sich lieber gleich in des Nachbarn Einfahrt.

Warum stehen die da? Ich kann nur mutmaßen – die Straße führt zum ausgeschilderten Kloster und wird wenig später zur Schotterstraße.
Das traut sich nicht jeder zu, also parken sie hier – nicht nur, dass sie den Anwohnern den Parkraum kappen, sie versperren auch Zufahrten und Rettungswege.

Ich vermute, dass ich mit Anna sympathisieren werde und mit ihr eine Art Volksfront gegen die touristischen Assiparker gründen werde – wartet nur, wenn wir erst eure Karren mit Schafscheißebomben befeuern 😉

Ich wünsche mir die kupplungsschleifende Omma mit dem kleinen, gelben Auto herbei, heute wären ihre Rammkünste gefragt – aber immer wenn man sie braucht…

Egal, ich sammle mein Werkzeug ein und finde meine Fassung wieder. Jetzt brauche ich noch die neuen Ventile, die ich bei meiner Maria kaufen möchte.
Doch „Naval“ hat noch nicht offen – also genehmige ich mir einen Kaffee und warte…

Die Eingangstüre vom „Naval“ Shop immer im Blick

Kurz nach 09.00 Uhr habe ich alles beisammen und kann loslegen. Sibylle ist noch nicht da – immer muss ich warten.
Wenn Gott mir an der Himmelspforte noch einen letzten Wunsch vor dem Eintritt gewährt, ich würde mir die Wartezeit auf Sibylle als Restlebenszeit wünschen – ein paar Zusatzjährchen wären mir sicher.

Der Arbeitsablauf ist der gleiche wie zuvor, erst alles berechnen, dann den Durchbruch sägen und das Loch für die Rumpfdurchführung vorbereiten.

Dann wird das Thruhull eingeklebt – den Rand noch etwas einebnen und aufhübschen, feddich.

Erst die Sollänge des Thruhull berechnen
Dann die Peripherie schleifen und primern
Die zugeschnittene Durchführung wird mit reichlich SIKA 291i eingeklebt
Von innen handfest verschraubt, von außen schön eingeebnet – fertig, passt

Das war es für heute – jetzt muss die Dichtmasse 24h anziehen und durchvulkanisieren.
Morgen um die selbe Zeit kann ich die Mutter mit 15Nm festziehen und dann das Ventil kleben.

Diesen Arbeitsablauf wiederhole ich bei dem kleinen Ventil für den Wassermacher, dann ist mein Tagwerk für heute vollumfänglich erledigt.

Ich verhole zu Alex, er hat mich um Hilfe beim Einbau seines Ruders gebeten.

Zuerst noch einmal die Propellermuttern auf korrekten Anzug prüfen, später kommt man schlecht ran
Das Ruder ist in korrekter Position, wir montieren den Schuh, silikonieren die Fugen und bringen Opferanoden an

Die Arbeit geht gut von der Hand und bis auf wenige Kleinigkeiten schaffen wir es, das Ruder nebst allen Anbauteilen im unteren Bereich zu komplettieren.

Das freut uns, so nehmen wir uns vor, gleich morgen Nachmittag mit dem Zusammenbau der oberen Ruderlagerung und -abdichtung weiterzumachen.
Das macht mir etwas Kopfzerbrechen, denn der Ausbau hatte etwas von einem Gemetzel, aber wenn es nur halb so gut läuft wie heute, hätten wir einen Erfolg zu verbuchen.

In jedem Fall machen wir uns schon einmal Gedanken, wie dieses Lager funktioniert…

Eine besondere Technologie, anders als bei unseren Booten

Während wir sinnieren, rumpelt es am Nachbarschiff – der LUMARA. Der Gabelstapler kommt und liefert die lang ersehnte Palette mit persönlichem Gut an Ellen und Dominik.

JETZT können sie IHR neues Schiff endgültig beziehen und einräumen.
Die Laune ist gut, wir quatschen alle ein wenig, bevor wir in den wohlverdienten Feierabend gleiten.

Der Hausstand von Ellen ud Dominik wird geliefert – endlich

Der neue Tag fängt schon beschissen an – hoffentlich ist das kein schlechtes Omen.
Als ich meinen Kaffee aufbrühe, habe ich auf einmal eine Riesensauerei auf der Arbeitsplatte, meine Tasse tropft…

Aber sie tropft nicht irgendwo, sie tropft am Boden – es tropft einfach unten aus meiner Tasse heraus, sie ist UNDICHT!

Ein Wort welches nachhallt! Undichte Dinge haben auf ELOWYN keinen Bestandsschutz und fliegen ohne Warnung raus!
So an diesem Morgen auch meine Kaffeetasse…

Sauerei auf der Arbeitsplatte und im Waschbecken – meine Tasse tropft
Es tropft am Boden heraus

Die Ursache für das Unbill ist mir schnell klar. Ich hatte am Vortag mal wieder die Tassen und die Kaffeekanne ordentlich gespült und dabei die Tasse an den Beckenrand geditscht.

Von außen war auf Anhieb nichts sichtbar – aber heute, heute erkennt man bei sehr genauem Hinsehen einen Haarriß von oben bis unten, hier sickert mein edles Lebenselixir heraus.
Dem muss Einhalt geboten werden…

Ich fülle die noch verbliebene Menge in eine der Tassen aus ELOWYNs Geschirrset

Heute waren drei Tassen Kaffee zum Tagesstart fällig – aber dann bin ich sofort zur Tat geschritten um eine weitere Undichtigkeit auf dem weißen Riesen zu bekämpfen.

Ich klebe die beiden noch vakanten Ventile ein, die Klebestellen dürfen bis morgen vulkanisieren, dann folgen die Anschlussfittinge für die Schläuche.

Diesmal werde ich nach dem finalen Zusammenbau weitere 48h warten bevor ich meine letzten zwei Dichtigkeitsprüfungen mache – und ich nehme es vorweg, diesmal klappt alles.

Mitte der Woche schließe ich meine Dichtheitsprüfung der Ventile ab und habe alle 25 Seeventile mit einer nachvollziehbaren Prüfmethodik geprüft.
Ich bin zuversichtlich, dass wir diesmal erfolgreich kranen.

Fertigstellung und Prüfung in ein paar Tagen

Auf den Fotos kann man immer wieder gut diese „Rotznasen“ erkennen – dies sind Rostläufer der alten V4A Durchbrüche.
Dies war für uns die Initialzündung den Austausch gegen TruDesign Kunststoffbauteile umzusetzen.

Die Beseitigung dieser Spuren erfolgt in einem späteren Arbeitsschritt.

In der Zwischenzeit waren einige Kleinarbeiten zu machen. Ich arbeitete konsequent die Liste der zu erledigenden Aufgaben ab.
Darüber vergingen die Arbeitstage und es stellte sich eine gewisse Zufriedenheit ein.

Wir konnten Haken an folgende Aufgaben machen…

Montage der Kantenschutzbleche unterhalb der Heckklüsen
Oben fortlaufend mit der Decksverfugung schwarz verklebt
Unten zum Rumpf weiß verfugt
Montage des Airmar 810 Gebers – das Antifouling war zuvor gestrichen worden
Entrosten des Auspuffausgangs…
…und der Rumpfdurchlässe, welche oberhalb der Wasserlinie liegen

Wie bereits geschrieben, wird ELOWYN am 29.04. gekrant und Sibylle und ich sind, bis auf wenige Kleinigkeiten in der Vorbereitung, weitgehend fertig zum Einwassern.

Die ANAHITA des A-Team wird aber bereits am 27.04. zu Wasser gelassen und Alex und Antonia heben noch alle Hände voll zu tun.
So schaufle ich mir meist einen halben Tag frei, um den beiden Youngstern zu helfen.

Ich wünsche mir nichts mehr für die Beiden, als dass der „große Tag“ perfekt und stressfrei verläuft.

Das größte Projekt war zu diesem Zeitpunkt die Montage der oberen Ruderanbauteile.
Es musste die Dichtpackung, die Lagerung und der Quadrant montiert werden.

Die Teile für die Dichtpackung waren alle vorbereitet
Wir haben diese nach bestem Wissen und Gewissen zusammengebaut
Die Monatage auf das bereits gesteckte Ruder war tricky aber erfolgreich
Hoffentlich wird die neue Dichtpackung recht schnell dicht

Nach Feierabend bin ich jeden Tag nach Xirokampos gefahren. Mal, um Sibylle abzuholen, ein Andermal haben wir zusammen dort gegessen.

Insgesamt hat Sibylle während des April noch relativ oft gekocht, obwohl natürlich die Nachfrage unserer jeweils neu angekommenen Freunde, nach einem gemeinsamen Dinner zur ersten Begrüßung, schon deutlich anstieg.

Heute gibt es wieder Abendessen in Xirokampos, Sibylle hat gekocht

Am nächsten Morgen statte ich Hans Peters LIBERTÉ einen Besuch ab. Ich sehe ein letztes Mal nach dem Rechten, bevor unsere Freunde aus dem Saarland anreisen werden.

Bei dieser Gelegenheit lege ich dem mir anvertrauten „Fein-Multimaster“ zurück auf das Schiff des Freundes.
Es gehört sich, dass sein Werkzeug bei seiner Ankunft komplett ist.

Auf LIBERTÉ ist alles im Lot – sie wartet auf ihr Eignerpaar
Der „Fein“ geht mit bestem Dank zurück

Zurück auf ELOWYN, bleibt mein Blick hängen – irgendetwas stimmt nicht!

Was kann es nur sein? Findet ihr den Fehler???

Die Schalter stehen asynchron – ich korrigiere den Fehler

Ich merke, dass es mir gut geht! Nicht, dass ich diese kleine Nickeligkeit nicht schon vorher bemerkt hätte, aber ich hatte nie die Zeit und Muse dies zu ändern – ich war einfach auf die Seeventile fokussiert.

Diesbezüglich bin ich befreit – zumindest fühlt es sich so an. Wirkliche Freiheit werde ich erst spüren, wenn ELOWYN schwimmt.

Naja, zumindest habe ich wieder Zeit und Lust mich solcher Banalitäten zu widmen.

Weit weniger banal war, dass Alex und Antonia auch die Dichtigkeit ihrer Seeventile prüfen wollten.
Also stelle ich meine Prüfvorrichtung zur Verfügung, unterstütze und helfe.
Gemeinsam prüfen wir das Setup an ANAHITA.

An Bord der Delta 46 übernimmt Alex die Montagearbeiten an unzugänglichen Stellen
Antonia prüft, ich unterstütze wechselweise beide – als Prüfmedium verwenden wir jahrelang abgelaufenen Orangensaft

Das Ergebnis? Gut! Keines der neu eingeschraubten Ventile zeigt eine Undichtigkeit – was diese Baustelle betrifft, können die Beiden ruhig schlafen.

Einmal mehr bewahrheitet sich, dass das doppelseitige Verkleben der Garant für Dichtheit ist.
Alex hatte, gewarnt durch mein Malheur, alle seine Ventile von beiden Seiten mit SIKA eingestrichen und verklebt.

Wir hatten einen guten Lauf! Derart beflügelt gehe ich zurück auf ELOWYN und starte ein Projekt auf einem Nebenschauplatz.
Ich baue, quasi im „Vorbeigehen“, die zweite Standheizung aus.
Auch diese soll zum Service nach Deutschland.

Auch Heizung Nummer 2 liegt zum Service bereit

Heute Abend gehen wir mit neuen Freunden aus. Wir hatten ja im Februar Joachim und seine Männercrew auf dem Katamaran ANDROMEDA kennen gelernt.

Dies war kein Zufall, Joachim ist seit Jahren mit unseren Freunden auf Kreta befreundet und wurde von Ulrike und Jörg an uns verwiesen.

Diesmal ist Joachim mit seiner Frau Karin hier, beide möchten sich mit uns auf ein Dinner im „Pirofani“ zusammensetzen.
Diesem Wunsch leisten wir gerne Folge.

Die Sonne steht tief und sorgt für eine tolle, typisch griechische Stimmung
Wir wählen aus dem reichhaltigen Angebot
Wie immer, werden wir nicht enttäuscht – der „Pirofani Salat“ ist spitze
Ich liebe die weiße Tarama des Hauses
„Sardines Tigania“ runden unsere Vorspeisen ab
Ach ja, Muscheln hatten wir auch noch

Was soll ich sagen? Wir haben super gegessen und Stavros hat mit seiner „Pirofani“ Crew bewisen, dass er nicht umsonst die Liste unserer Lieblingslokale overall anführt.

Dass das „Mylos“ außer Konkurrenz läuft, werde ich dabei nicht müde zu erwähnen – wir freuen uns darauf auch diese Tatsache einem Faktencheck zu unterziehen.

Ein paar Tage später werden wir mit Carola und Thomas von der EMOTION ein weiteres Mal hier einkehren.
Unser Fazit wird das gleiche sein, ein super Gesamtpaket, bei dem man keine Reue zeigen muss.

Den nächsten Morgen beginne ich entspannt – ich gehe auf Melanies WhatsApp Bitte einmal zu INSPIRATION um nach dem Rechten zu sehen…

Alles gut – aber ein Fender hängt oben…
…dem kann Abhilfe geschaffen werden, auch die Backskisten prüfen wir auf Verschluss

Apropos Jörg und Melanie – I´m going slightly mad!

Die Beiden, besser gesagt ein mir unbekannter Freund der Beiden, machen meinen persönlichen Weg in den Wahnsinn zur Autobahn – meine persönliche „Highway to Hell“.

Was war passiert???

Jörg hatte ELOWYNs Hydraulikzylinder mit nach Deutschland genommen – meine Bitte war, diesen zu Reckmann zum Service zu schicken.
Hans Peter würde dann den reparierten Zylinder wieder mit nach Griechenland bringen.
Dies passierte so im Februar.

Jörg will mir eine Freude machen und fragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, den Zylinder von einem Freund, seines Zeichens Hydrauliker, überholen zu lassen – ich sage zu…

Inzwischen schreiben wir nach Mitte April und der Zylinder ist noch nicht fertig – Zeit bis zu HPs Abfahrt, noch fünf Tage!
Ich telefoniere mit Jörg, wir diskutieren den Sachstand und Alternativen.
Der Spaß war vorbei, sein Hydrauliker steht kurz davor ELOWYN stillzulegen.
Klar kann Jörg nichts dafür, klar ist es ihm arg und er wird inzwischen bereuen, den Zylinder nicht einfach abgeschickt zu haben.
Aber er ist jetzt nunmal der Mann vor Ort, ich brauche jetzt seine Hilfe.
Ich nehme vorweg, bis zum Monatsende wird die Spannung diesbezüglich nicht nachlassen…

Ich brauche Ablenkung und sortiere die Signalmittel.

Das gehört rein – möglichst nich abgelaufen
Das ist drin – alles abgelaufen

Ich wusste um die Tatsache, dass die Signalmittel abgelaufen waren.
Das Sortieren diente dem Zweck, den tatsächlichen Bestand zu prüfen und eine Bestellliste zu schreiben.

Diese gebe ich danach beim Shop meines Vertrauens ab und ordere somit die neuen Signalmittel.

Danach verhole ich noch einmal zu Alex und helfe dabei, einen Probelauf des alten Ford Lehman durchzuführen.
Dafür müssen wir einen Wasserzulauf legen…
Als dieser sicher liegt, startet Antonia den Motor, ich überwache den Lauf und das Kühlwasser, während Alex die Funktion des Getriebes und der Wellenanlage checkt.

Wir müssen eine Mutter am Propeller nachziehen, können ansonsten aber einen Haken an dieses „To Do“ setzen.

Ich helfe den Motor zu starten

Weil diese Arbeit an Bord der ANAHITA schnell von statten ging, habe ich mir noch einen Punkt auf unserem Patenschiff vorgenommen.

Die Befestigung eines Köchers für eine Winschkurbel am Mast ist an sich keine große Sache.
Wenn man dafür aber keine Löcher bohren darf, wird die Aufgabe schon anspruchsvoller.

Ich hatte mir mehrmals den Kopf zerbrochen, war also nicht unvorbereitet – heute wollte ich meine Gedanken in die Tat umsetzen.

Dieser Köcher soll an den Mast
Ich verwerfe die Lösung mit Plastikschrauben und flexe stattdessen runde Rändelschrauben, passend zur Mastnut zurecht
Das Teil passt in die Mastnut und verklemmt sich beim Verdrehen
Den Köcher etwas anpassen – et voilá

Ich fahre zusammen mit Sibylle nach Xirokampos – wir machen uns nur rasch frisch, dann müssen wir schon wieder zurück nach Lakki.

Heute haben wir uns mit Antonia und Alex im „SouVLakki“ verabredet. Es soll mal wieder Giros satt geben, darauf haben wir uns alle gefreut.

Als wir das Haus in der Südbucht verlassen fällt uns auf, dass mal wieder Schafe und Ziegen im Garten weiden.
Sollen wir sie vertreiben? Oder nutzen wir sie noch etwas als Rasenmäher?
Wir entscheiden uns für Letzteres und brechen auf…

Glockengebimmel wie auf einer Alm
Heute hat auch Sibylle Hunger- sie bestellt sich die größtmögliche Portion die die Küche anbietet

Wir genießen noch eine Karafaki Ouzo und das Wirtepaar Anna und Niko lässt uns noch eine zweite auf´s Haus dazustellen.

Dadurch wird der Abend länger und es ist spät, als ich Sibylle in „ihr Zuhause“ zurückbringe.
Ich warte noch, bis sie oben in der Wohnung ist und bemerke dabei, wie lau der heutige Abend ist.
Es ist vermutlich der erste Abend, der den Ausdruck „lau“ verdient.
Ich genieße den Augenblick.

Das Licht geht an, Sibylle ist oben
Der Mond ist nicht voll, aber hell. Sterne stehen am Firmament, die Wolken sorgen für eine besondere Dramaturgie
Ein schöner Moment, ich genieße ihn – dann fahre ich heim

Weniger Genuss bereitet mir die Aufgabe, welche ich mir für den nächsten Tag auf meinen Zettel geschrieben habe.

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, so sagt ein altes Sprichwort – dies bedeutet im übertragenen Sinne, dass bei handwerklicher Arbeit auch einmal etwas kaputt gehen kann.

Dies unterschreibe ich voll und so ist auch niemand erzürnt, dass dem Fachmann der „Cleopatra Marina“ bei der Demontage der Deckenverkleidung ein Temperaturfühler der Heizung abgerissen ist.
Man hat sich preislich geeinigt, was jedoch damals niemand absehen konnte war, WIE VIEL Aufwand uns tatsächlich bevorstehen würde.

Ich suche also den Verlauf des abgerissenen Kabels…

Hierfür muss auch ich noch einmal die Deckenverkleidung demontieren – zunächst nur eine, aber ich ahnte nicht, was noch auf mich zukommen sollte
Ich konnte das beschädigte Kabel isolieren, bis es in einer Ritze verschwand

Ab hier war „schnell mal nachsehen“ nicht mehr möglich. Ich konnte nur vermuten, wohin das Kabel abbiegen würde, der Verlegeweg war nur zu erahnen.

Die nächste Verkleidung die ich abmontieren würde, zöge einen erheblichen Arbeitsaufwand nach sich.

Ich entschied mich also zu raten und dann die übernächsten oder über-übernächsten, einfacher zu öffnenden Klappen oder Deckel zu öffnen – immer in der Hoffnung ein ähnliches Kabel zu finden um meine Messungen ansetzen zu können.

Wohin biegt das Kabel ab???
Geht es unter dem Badezimmerboden in Richtung Heizung?
Hm, am Kabelausgang kann ich nichts finden
Außer dem Kabel im schwarzen Kabelschacht geht nichts nach vorne – da ist „mein Kabel“ nicht durchgeführt

Ok, der Hauptkabelschacht der im Badezimmer von der Decke nach unten in die Kabelkanäle führt, fällt als Verdächtiger aus – hier kann ich „mein Kabel“ nicht finden.

Es wäre denkbar, dass im Motorraum ein Kabelschacht nach unten geführt wird, also sehe ich mich auch im Motorkompartment noch einmal um – doch hier ist es ziemlich aufgeräumt und clean, hier führt keinerlei Kabel in irgendeine Richtung.

Fehlanzeige – ich muss mich noch anderweitig umsehen…

Nein, durch den Motorraum sind keine Kabelschächte geführt

Ich überlege – das Standardkabel für Webasto Temperaturfühler ist 5m lang. Diese Ausführung ist in jedem Fall zu kurz.

Ich habe von Webasto erfahren, dass es eine 20m lange Ausführung gibt. Basierend auf dieser Annahme kommt mir die Vermutung, oder besser die Befürchtung auf, dass die Polen beim Bau von ELOWYN das Standheizungskabel einmal quer durch´s Schiff gelegt haben um nicht den kurzen, direkten Weg zu gehen, sondern den langen, welcher dann aber durch den Hauptkabelschacht des Schiffes geht.
Wäre zwar Wahnsinn, aber durchaus konsequent…

Dies zu prüfen vertage ich – heute besuche ich erst einmal Pit auf seiner WUQI.
Er ist gerade am Sprung, bittet mich aber auf einen Espresso, welchen er mit viel Liebe zubereitet.

War echt ein leckeres Tröpfchen

Pit war vor zwei Tagen angekommen. Leider hat er nichts durchklingen lassen, daher waren wir uns gestern eher zufällig begegnet.
Das ist eigentlich schade, auch dass er plant, Leros schon wieder zu verlassen.
Ich dachte, er möchte eine Art „großes Refit“ starten, aber irgendwie zieht es ihn zurück in die Adria.

Wir quatschen über dies und das, ich übergebe ihm die im Winter reparierte Badeleiter, dann trennen sich unsere Wege wieder, jeder hat seine Arbeiten zu verrichten.

Ich packe heute noch ein zweites Projekt an, bei dem ich erst ein wenig Hirnschmalz verschwenden muss…

Dieser Magnetschalter dient als Endabschaltung für die Heckklappe

ELOWYN hat zwei Endabschalter für die Heckklappe. Einen für „zu“, dieser schaltet auch die Funktion der Leiter an und aus.
Dazu einen weiteren für die Stellung „auf“, dieser aktiviert den Davit für das Dinghy.

Wir möchten, dass der Schalter nicht nur am Endanschlag den Davit freigibt, denn bei Wellengang soll die Klappe nicht ganz abgesenkt werden.
Der Davit muss auch funktionieren, wenn die Klappe noch 5-10° nach oben geneigt ist.

Ich überlege mir eine Lösung mit einem metallischen Bogensegment, um aus dem Öffnungspunkt einen Öffnungsbereich zu machen – etwa so…

So könnte das klappen, Giorgos könnte so etwas schweißen

Das ist schonmal eine gute Idee. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz.

Es wäre einfach, die Schaltung der Klappe manuell zu gestalten, indem man den Magnetschalter durch einen manuellen Switch ersetzt.

Auch das ist eine zu durchdenkende Option, es fragt sich dann allerdings, warum der Magnetschalter vier Kabel hat, wenn nur zwei nötig sind?

Ich bin gut vorangekommen, für heute lass´ ich es sein – da muss ich nochmal ran wenn ich den Kopf ein wenig frei habe.

An diesem Abend esse ich in Xirokampos und komme früh nach Hause, ich will noch ein paar administrative Dinge erledigen.

Ich bin zur „blauen Stunde“ auf ELOWYN zurück
Der heutige Abend dient der Reiseplanung für den Sommer

Ich spiele ein paar Fähren nach Deutschland durch. Sibylle und ich haben unsere BLUESTAR Tickets schon gebucht, wissen also unseren Deutschlandtermin schon genau.

Jetzt gilt es festzulegen, wie wir vom griechischen Festland aus, nach Italien kommen oder ob wir gar über Land fahren.
Alles ist noch offen, aber ich stelle fest, dass alle Wege teuerer geworden sind.

Klicker ist hart am Limit seiner Existenzberechtigung. Wenn die Preisentwicklung so weitergeht, dann kann er seine Kosten nicht „reinfahren“ und wird wohl abgestoßen werden.
Das ist ein Gedanke, welcher mich beschäftigt.

Ablenkung kommt per WhatsApp auf den Computerbildschirm, es ist inzwischen spät geworden…

Freundin Christine macht ihre Drohung wahr – nicht nur, dass auch sie blaue Gummihanschuhe trägt…
…außer der Vorliebe für azurfarbene Latexkleidung teilen wir auch noch die Liebe zu bayrischem Leberkas
Die Freundin macht mir sauber lange Zähne

Sibylle und ich hatten anlässlich ihres Geburtstags am Morgen mit ihr telefoniert und sie hatte da schon angemerkt, dass sie „…selbstverständlich Leberkasbilder senden würde!“

DANKE Christine, dafür ist Dir ein Platz im Blog sicher! Und vor meinem lebenslangen Groll schützt Dich nur Dein Versprechen, mir selbiges Labsal feilzubieten, wenn wir euch besuchen kommen – ich freue mich auf euch!

Während ich einschlafe, sabbere ich auf mein Kopfkissen und träume von saftigen Leberkaskasscheiben, hmmmm, lecker…

Am nächsten Morgen reißt mich ein kräftiger Kaffee aus meinem anhaltenden Halbschlaf, die Zahnräder in meinem Gehirn fangen sich langsam an zu drehen.

Yes, so muss das – ein guter Kafffeee hat 3f und 3e

Die gute Funktion meiner Denkzentrale ist heute Morgen auch wichtig, denn ich führe Telefonate mit dem Makler und den anderen Parteien der Eigentümergeminschaft des Hauses in dem sich meine Wohnung befindet – alles ist kompliziert, weil es „Family-Business“ ist, mehr muss man dazu nicht sagen.

Es kommt Schwung in die Sache und es sieht so aus, wie wenn es nun endlich klappen würde, dass meine Wohnung als Bestandteil eines Mehrfamilienhaus-Pakets am 01.05. auf den Markt kommt.

Warum schreibe ich das? Weil dies der entscheidende Baustein dafür wird, wann wir mit der Kernsanierung unserer Katikia beginnen.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir im Spätherbst 2026 beim örtlichen Bauunternehmer sitzen und es früh in 2027 logeht.
Das Ziel, meinen 60. im Rahmen einer „House-Warming Party“ zu feiern ist noch haltbar.

Mein Kopf brummt, aber die administrativen Hauptaufgaben sind nun erledigt – zur Ablenkung gehe ich „shoppen“… 😉

Ich schlendere ein wenig durch den „Leros Milwaukee Flagship Store“

Spaß beiseite, Alex braucht Teile, ich begleite ihn zum „Naval“ Hardware Store und bewundere im Vorbeigehen die sehr gut sortierte „Milwaukee“ Ecke.

Mit unseren Teilen fahren wir zurück in die Marina und schließen Alex´ Bugstrahlruder temporär an – mit fliegenden Kabeln zwar, aber technisch einwandfrei.

Danach montiere ich mit Sibylle das Bimini und die Sprayhood auf ELOWYN.
Wenn wir schon dabei sind, montieren wir auch gleich die Lenkräder – so sieht das Cockpit gleich viel gemütlicher aus.

Es bleibt noch Zeit für eine Marinarunde, da treffen wir Ellen und Dominik an der uns sehr gut bekannten LUMARA, welche inzwischen auch offiziell so heißt.

LUMARA trägt ihren neuen Namen, den dritten, mit Stolz – wir wünschen allzeit „fair winds“
Wir teilen die Freude der Beiden von Herzen

Die Beiden haben inzwischen etliche der offenen Punkte meiner Liste umgesetzt und sind fleißig dabei, LUMARA auf den Segelsommer vorzubereiten.

Sie erzählen uns, dass sie die kommenden Tage noch einmal in die Schweiz fahren würden, dann aber am 10.05. zurück nach Leros kämen.
Nach dem Krantermin von LUMARA am 16.05. machen wir eine Art „Sea Trial“ um das Schiff auch im Wasser zu übergeben, dann gehen sie auf Sommertörn.

Das alles klingt nach einem sehr ausgereiften Plan und wir freuen uns – unsere Dufour hat die richtigen Menschen als neue Eigner gefunden!

Nach unserer Marinarunde machen Sibylle und ich Feierabend – morgen ist auch noch ein Tag…

Ein Tag, der für Sibylle mit einem Schreckmoment beginnt 😉 – ich höre sie von Xirokampos bis in die Marina kreischen!

Tarantula ist bei Sibylle eingezogen

Sehr früh am Tag kommt meine Gattin mit dem Breezy zu mir in die Marina, ich meine auch zu erkennen, dass sie etwas schneller ist, als sie um die Ecke kommt.

Komisch, Tarantula scheint eine Art „Turbo Effekt“ auszulösen. Ich spende Trost und verspreche, wenn nötig, am Abend regulierend einzugreifen.
Die kurz vorgeschlagene friedliche Wohngemeinschaft mit Fluffy und Tarantula lehnt sie kategorisch ab.

Na dann, wenn sie schon so früh da ist, begeben wir uns gleich ans Werk – ich muss noch das verfitzmaledeite Kabel suchen.
Und das macht es einen auch wirklich nicht leicht – heute verfolge ich die „einmal kreuz und quer durch´s Schiff“ Theorie und fange im Hauptkabelkanal zum Suchen an.

Mal schnell zwischen „den paar Käbelchen“ gesucht – und siehe da…
Ich finde ein verdächtiges Kabel – eine weiße und eine blanke Leitung
Die andere Seite, die des Temperaturfühlers – mit einer weißen und einer braunen Leitung

Was zunächst nicht zusammengehörig scheint, zeigt sich bei der Widerstandmessung als gesichert verbunden.

Ich messe einmal, zusammen mit Sibylles Hilfe ein zweites Mal – das Ergebnis ist eindeutig – die beiden unterschiedlichen Kabel sind eines, es muss eine Schnittstelle geben.

Die Theorie, dass die Werft den Hauptkabelkanal als Weg zur Heizung verwendet hat, erhärtet sich in diesem Moment, hier werde ich dranbleiben, auch wenn dies maximalen Aufwand bedeutet.

„Tu Gutes und rede drüber“ – ich teile daher mein Ergebnis und meine Schlussfolgerungen mit dem Eigner, dabei genieße ich meinen Moment…

Das Kabel ist identifiziert- wer hat´s gefunden???

Da komme ich noch einmal auf die bereits einmal in diesem Blog gestellte Frage – warum nicht gleich von einem Fachmann machen lassen?

Die Antwort – darum!

Es wird sich im Laufe der weiteren Reparatur noch zeigen, dass andere „Fachleute“, ich weiß nicht wo und welche, das Leitungskabel des Temperaturfühlers der Standheizung zweimal getrennt und verlängert hatten – mit unterschiedlichen Kabeln.

Das ist der perfekte Murks, denn die Temperaturmessung bei diesen Heizungen erfolgt per Widerstandsmessung und es nicht statthaft, die Fühlerkabel zu flicken oder verschiedene Kabel zu verwenden.
Dies verändert die streng vorgegebenen Ohmwerte bis hin zur Fehlfunktion der Heizung.

Morgen geht´s weiter, aber für heute reicht´s – ab nach Xirokampos.

Im Süden der Insel angekommen, wasche ich erstmal die Scheiben des Audi – man hat nichts mehr gesehen

Sibylle und ich waschen noch rasch Klickers Fenster, damit man wieder ein wenig dem bunten Treiben des Straßenverkehrs folgen kann. Teilhabe ist die beste Integration…
Auch Alex wird sich morgen über die Rundumsicht freuen, denn er leiht sich Klicker aus, um damit Antonias Eltern am Fährhafen abzuholen – diese werden für eine Woche zu Besuch kommen.

Wir duschen noch rasch und speziell ich muss mir noch eine Ausgehvariante meiner favorisierten T-Shirts überstreifen, dann fahren wir nach Panteli, wo wir uns mit Carola und Thomas im Pirofani treffen.

Am nächsten Morgen starte ich meinen Tag mit einem Telefonat mit Jörg – ich schlürfe meinen Kaffee und frage nach dem Sachstand bezüglich meinses Hydraulikzylinders.
Wie zu erwarten gab es nichts Neues, es wird auf eine Entscheidung in letzter Minute hinauslaufen.

ich brauche erstmal frische Luft und drehe mit Sibylle eine Marinarunde…

Es ist schön zu sehen, dass bei Antonia und Alex kleine Zeitfenster für „nice to have“ Aufgaben bleiben

Wir laufen einmal rundrum, quatschen hier ein paar Sätze und dort ein wenig, dann kehren wir zu ELOWYN zurück.

Sie steht inzwischen nicht mehr mit den markanten, gelben Tupfen des Primers da.
Wie bereits angedeutet, konnte ich von Stelios eine halbe Dose graues Antifouling ergattern und diese verstreichen.
Die Farbe passt nicht perfekt, aber bis zum nächsten Anstrich ist es akzeptabel.

ELOWYN ist inzwischen fast fertig für ihren Launchingtermin.

Passt – wir akzeptieren „50 shades of grey“ – die restlichen Arbeiten erledigen wir im Wasser

Ich werde heute weiter an meinen zwei „Fleißaufgaben“ arbeiten, obwohl gesagt sein muss, dass diese Aufgaben durchaus auf der Arbeitsliste auftauchen.

Ich hätte sie normal nicht so getrieben, aber was erledigt ist, ist erledigt.
Also gehen Sibylle und ich ans Werk und folgen weiter dem Verlauf des Kabels für den Heizungs-Temperaturfühler.

Das Kabel habe ich inzwischen identifiziert – aber wo ist es verlegt? Und vor allem, wie???

Um dies zu sagen, müssen drei von vier Deckenverkleidungen und eine Verkleidung für das Lenkgestänge abgebaut werden
Ich finde das Kabel und die bereits angesprochene, gepfuschte Flickstelle

Das Kabelende mit dem Stecker für die Heizung zeigt abermals andere Kabelfarben.
Ich kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass noch ein weiteres Mal geflickt wurde.
Ein bisschen Kopfschütteln ist erlaubt – das machen wir jetzt wieder perfekt, so wie man es von einem Schiff dieser Güte erwarten darf.

Um das Kabel später ordentlich weiterführen zu können, muss es in den Technikraum gezogen werden, dafür muss noch eine weitere Deckenverkleidung im Gang abmontiert werden.

Hier geht es einmal um die Ecke und dann in den Raum links

Mein Plan ist, das neue Kabel welches mir ein Freund aus Hamburg im Mai mitbringt, inclusive Fühler final zu verlegen – und zwar genau bis hierhin.

Hier hängen schon die Kabelrollen vom Tochterbildschirm und der Kamera, ich würde auch das Heizungskabel hier abhängen.

In einer Kabelzieh-Session, würde ich dann alle relevanten Kabel für weitere Projekte einziehen.
Eine Woche nur Kabelziehen, das ist ein herrlicher Ausblick für den kommenden Winter.

Pause – Antonia bringt mir einen Kaffee mit, Sibylle und ich gönnen uns ein Viertelstündchen im Cockpit…

Ein „Freddo“ am Vormittag
Sibylle schmökert

Nach dem Koffeinschub hibbele ich herum wie der Duracell-Hase. Ich will, nein, ich muss noch etwas werkeln und schaffen.

Also nehme ich mir die nächste vermeintliche „Kleinaufgabe“ vor, nämlich den induktiven Schalter des Davits von ELOWYN.

Man muss wissen, dass der Arm an dem der Kran für das Dinghy hängt „Davit“ heißt. Dieser ist ausfahrbar und wird bei geschlossener Heckklappe automatisch ausgeschaltet.
Dies hat seit jeher nur leidlich funktioniert und soll nun durch einen manuellen Schalter ersetzt werden.

Handwerklich ist dies leicht umzusetzen, aber es muss zunächst geklärt werden, welche Kabel für welche Steuerbefehle zuständig sind – also begebe ich mich mit dem Messwerkzeug in die Dinghygarage…

Ich meine die Lösung gefunden zu haben und crimpe mir zwei Stecker an…
…so kann ich mit einer Stecksicherung (links) den alten Schalter (rechts) überbrücken und ersetzen
Ein erster Testlauf zeigt – die Lösung scheint zu funktionieren

Sibylle hat keine Lust mehr zu lesen und gesellt sich zu mir. Sie bestaunt mein Schaffen und lobt mich von der Arbeit weg – „…das hast Du toll gemacht! Du hast Dir ein Eis verdient!“

Na wenn das so ist! Da sage ich nicht Nein! Mir ist letztendlich egal wie ich zu meinem Eislabsal komme 😉

So kommt es, dass sich meine Gattin und ich nur wenige Minuten später in der rosanen Eismanufaktur in Lakki einfinden – gönnen können!

ZWEI Kugeln und eine süße Kleinigkeit, welche wir aber wie Susi und Strolch teilen

Ich maule ein wenig – so gerne ich mich von meinem Schaffen losreißen ließ, so gerne würde ich den Test auch abgeschlossen haben.

Sibylle ist einsichtig und verspricht, dass sie mir für einen letzten Test noch einmal die Plattform betätigt, dann würde sie für heute nach Xirokampos fahren.

Das klingt nach einem guten Plan…

Für den finalen Test muss die Leiter weg und die Plattform leicht nach oben gebracht werden

Erfolgreich! Auch mit leicht nach oben geklappter Badeplattform funktioniert der Davit noch.
Das ist das Ergebnis welches mir wichtig war – ich bin nun sicher, die richtige Lösung gefunden zu haben und kann in einem weiteren Arbeitsschritt die ganze Sache verfeinern und einen Schalter einbauen.

Doch das ist ein Job für einen weiteren Arbeitstag, für heute reicht es. Sibylle fährt in ihre Wohnung und ich kümmere mich noch ein wenig um den Schriftverkehr der bezüglich meiner Wohnung in Deutschland zu führen ist.

Ich freue mich, dass es wohl klappt, dass der Verkauf derselben wohl ab 01.05. beginnen wird.

Dann fahre auch ich nach Xirokampos und hole Sibylle ab, denn wir sind mit Freunden zum Essen verabredet.

Der neue Morgen treibt mich ins Spielwarengeschäft…

Gibt es Wimmelbücher von Griechenland???

Was war geschehen? Warum treibe ich mich in der Bücherecke des kleinen Ladens umher?

Ich hatte heute Morgen einen Videocall – auf dem Display der Name meines Sohnes.
Ich hebe ab – Überraschung – und es glotzt mich ein riesiges Auge an! Das Gesicht, welches viel zu nah an der Kamera ist, gehört meinem Enkel Anton.
Der Zweijährige redet auf mich ein, ich verstehe kaum etwas, aber ich unterhalte mich fröhlich mit ihm, er scheint happy.

Mutter und Vater übersetzen zwischenzeitlich und ich erfahre, dass der Knirps Wimmelbücher liebt, es in Deutschland aber keine mit einem Bezug zu Griechenland gibt…

Den Rest könnt ihr euch denken. Tatsächlich gibt es griechische Wimmelbücher, aber leider nicht zum Thema Urlaub – und Hühner auf dem Bauernhof sehen in Griechenland und in Deutschland (fast) gleich aus.

Sibylle und ich setzen unsere Fahrt fort – vom Spielwarengeschäft geht es Richtung Plaka zu unserer Katikia.

Die Blumen blühen – und mit ihnen das Unkraut

Mit einem Blick ist erkennbar, dass „Gartenpflege“ einer der Kernpunkte für den Mai werden muss.
Entweder wir machen eine DIY-Aktion oder ich lasse noch einmal den Gärtner kommen – mal sehen.

Der Grund warum wir hier hoch gefahren sind ist aber ein anderer – ich hole heute mein Motorrad in die Marina und werde in Bälde auf´s Zweirad umsteigen.

Im Konvoi fahren Sibylle, an Klickers Volant, sowie ich in meiner Funktion als „Easy Rider“ zurück nach Lakki.
Ich mache noch einen kurzen Schlenker beim Elektriker vorbei um den Schalter für ELOWYN zu kaufen, dann treffen wir uns an Bord des weißen Riesen.

Es ist noch Zeit um die Arbeit an der Heckklappe zu finalisieren – und das setze ich auch um!

Ganz gut geworden – mal sehen, wie sich die Lösung bewährt

Vielleicht fragt ihr euch, was uns drängt? Warum sind wir in der Zeit limitiert?

Heute ist einer der beiden „großen Tage“ für unser „Schrauber Syndikat“, es ist der 27.04.2026 – heute, nach fast 15 Monaten harter Arbeit am Trockendock, wird ANAHITA, die Delta 46 des A-Team, gekrant!

Und natürlich sind wir mit von der Partie…

Es geht los…
LUMARA wird alleine zurückbleiben
Die Tage des gemeinsamen Arbeitens scheinen schon so lange zurückzuliegen
Das „A-Team“ ist angespannt, dabei aber fokusiert – jetzt muss alles klappen
Giannis ist Chef im Ring – er und Roman pflegen eine Hassliebe, sind aber ein gutes Team
Zwischendrin bekommt LUMARA ein Paket zugestellt – typisch griechisch

Es trifft sich sehr gut, dass das Paket für Ellen und Dominik jut in diesem Moment zugestellt wird.
Ich hatte versprochen, dass ich Pakete in das Schiff räumen würde, dies wollte ich gleich umsetzen.

Das Kranteam war noch damit beschäftigt ANAHITA am Carello zu platzieren, ich hatte also etwas Zeit.

Ich schnappe mir die Sendung, welche im Cockpit abgelegt wurde…
…und deponiere sie im Schiff, so kann nichts passieren

Gerade als ich LUMARA verlasse, geht es weiter. Nach fast 15 Monaten an diesem Platz wird ANAHITA jetzt wieder zurück in ihr Element geführt.

Das Refit des Unterwasserschiffs ist abgeschlossen, es wurde neben einer vollumfänglichen Unterwasserschiffsanierung mit Coppercoat alles angefasst und erneuert, was an dem Schiff unter der Wasserlinie zu finden war – zudem wurde ein Bugstrahlruder montiert.

Es gab also genug Stellen auf Dichtigkeit zu prüfen – wir alle drücken die Daumen, dass alles klappt.

Das Carello fährt los, die Fahrt beginnt
ANAHITA ist neu gebrandet und verlässt ihre Lücke…
…welche verwaist zurückbleibt – ein ungewohnter Anblick
Natürlich sind alle am Fotografieren, die Drohne wird gelenkt – es entstehen tolle Aufnahmen
Dann aber wird es ernst – alle Helfer auf ihre zugeteilten Plätze
DER Moment in dem das Schiff wieder ihr Element berührt
Jetzt geht es los – die Crew steigt zu, alle sind eingewiesen – die Prüfung beginnt
Alex und ich kümmern uns um die Einstellung der neuen Ruderabdichtung

Während Alex und ich die neue Ruderabdichtung feinjustieren und so das eintretende Wasser (normal) langsam in den Griff bekommen, sieht Antonia mit ihren Eltern nach den Ventilen.

Es kommt einen wie eine Ewigkeit vor, aber tatsächlich dauert diese Hochkonzentrationsphase vielleicht 10 Minuten.

Dann die erlösende Meldung – „ALLES DICHT!“

Der zweite Teil beginnt – die ganze Crew wechselt den Platz. Alle Mann an Deck – wobei „Mann“ in diesem Fall mehr als falsch ist, denn Antonia hat das Ruder.
Ihr Vater und sie gehen alle Punkte durch, Motor starten, Bugstrahlruder checken…

Währenddessen bereiten die anderen das Schiff vor – Leinen, Fender, alles muss passen. Dann gibt Alex das Kommando das Schiff abzusenken und frei schwimmen zu lassen.
Die Gurte werden entfernt – ANAHITA schwimmt!

Alles klar am Steuerstand?

Die Marineros werden eingewiesen, denn wir rechnen damit, dass der Langkieler schlecht rückwärts fahren wird.

Aus diesem Grund steht eine vielleicht fünfminütige Testfahrt bezüglich der Manövereigenschaften am Plan, die Marineros werden uns begleiten.

„Klar zum Ablegen?“ „Klar ist!“ „Ok, dann LEINEN LOS!“

ANAHITA verlässt die Krangasse
Manövertest und Rückwärtsfahrt
Wir wussten, dass sie nicht schön rückwärts läuft – es muss korrigiert werden
Antonia zeigt Nerven wie Drahtseile und fährt den behäbigen Kahn bis an den Steg
Anlegemanöver – unser Landteam übernimmt die Leinen
Geschafft – es hat alles geklappt! Wenn das kein Grund zum Feiern ist???

Es knallen die Korken – ANAHITA hat ihre zweite Jungfernfahrt erfolgreich gemeistert und liegt sicher am C-Steg in unserer Marina.

Das Leben des A-Team wird sich ab nun ändern. Fast alles wird besser, nur Alex wird sich umorganisieren müssen – die Zeit der großen Freiluftwerkstatt hat heute ihr Ende gefunden.

Mal sehen, wie die Beiden das umsetzen – jetzt ist erst einmal Urlaub ausgerufen…

Natürlich gibt es ein gemeinsames Dinner, man lädt ins „SouVLakki“ – das Thema des Abend war gesetzt, das Ende der 15-monatigen Zeit „on the hard“!

„SouVLakki“ at it´s best – we love it

Ich blicke nach vorne – in zwei Tagen wird ELOWYN gekrant, ich hoffe, dass wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben können.

Am nächsten Morgen fahre ich mit Sibylle ins Krankenhaus. Sie hat Bauchschmerzen und will abklären lassen, ob es nicht der Blinddarm sein könnte.
Ich soll mitkommen. Ich merke es ist ihr ernst, ich kann mich nicht herauswinden – also komme ich in den Genuß, fast fünf Stunden im Krankenhaus in Lakki verweilen zu dürfen – I´m going slightly mad!

Zwischendrin checke ich das Wetter für morgen…

Das ist ok, hoffentlich wird es nicht mehr

Die gute Nachricht ist, dass bei Sibylle nichts gefunden wird. Sie darf das Krankenhaus wieder verlassen, es gibt Entwarnung!

Ich will ganz deutlich sagen, dass wir nicht fünf Stunden Wartezeit totzuschlagen hatten.
Sibylle kam sofort dran und wurde vollumfänglich untersucht und von Abteilung zu Abteilung gereicht – die Behandlung ist vorbildlich und ich würde es auf eine Diskussion ankommen lassen, wenn die Behauptung im Raum stünde, dass es in Deutschland besser ist.
Einzig die Sprachbarriere ist nicht wegzudiskutieren.

Ich will, ich muss noch etwas tun. Die Vorbereitungen sind zwar weitgehend abgeschlossen, aber der WILLI muss noch auf die Seite, das wäre mir morgen zu stressig.

Also fahren wir in die Marina und suchen eine Option den Tender zu verräumen – und da war uns das Glück und das Netzwerk ein wenig hold, wir finden eine high-end luxury Lösung!

Ein Mitarbeiter leiht uns seinen Anhänger, wir verladen den WILLI
Für ein paar Tage kann ich den Flitzer unter einem Katamaran abstellen – hier sollte er sicher stehen

Den Rest des Tages versandeln wir – Pause tut Not, es wird Zeit, dass der Krantermin endlich vorbei ist.

Während des ellenlangen Krankenhausbesuchs hatte ich eine Nachricht von Katerina erhalten. Sie lässt mich wissen, dass die bestellten Signalmittel angekommen seien.
Sibylle musste gerade zum Ultraschall, so hatte ich kurz Zeit um Katerina zu besuchen, meine Dokumente vorzulegen und die explosive Ware abzuholen.

Heute gilt es, das Fass mit den verschiedenen Notsignalen neu zu befüllen.

Ich sortiere alt und neu
Natürlich bekommt auch das Fass ein neues Label

Ich muss mir noch Gedanken machen, wie und wo die alten Raketen entsorgt werden.
Letztlich ist das ganz schön viel Aufwand rund um die Beschaffung und das Handling dieser Signalmittel.

Bevor sich jemand echauffiert – ich bin natürlich im Besitz sämtlicher Berechtigungen diese Dinger zu kaufen und auch zu transportieren.

Während ich so vor mich hinsinniere muss ich schmunzeln. Kristina hatte mich bei einer Stipvisite auf NESSAJA einmal „hochgenommen“ weil sie gesehen hat, dass ich verschiedene Labels geprintet und angebracht hatte.
Ich lege ihre damalige Belustigung HEUTE als Begeisterung aus und printe ihr, weil sie das so gerne mag, gleich noch ein paar kleine Labels – wenn ich das Ding schon in der Hand habe…

Liebe Kristina – der ist für Dich 😉
Der ist nicht für David, sondern für Volker – weil ich sicher bin, ihr seid begeistert 😉

Ich habe schon ein paarmal geschrieben, dass ich ein „Leben ohne Ballast“ sehr genieße, Redewendungen wie „Besitz belastet“ oder ähnlich, treffen bei mir voll ins Schwarze.

Von Zeit zu Zeit habe ich daher so Anwandlungen, dass ich Dinge die ihren Zenit überschritten haben, von einer Sekunde auf die andere entsorge – heute trifft es meine treuen Arbeitsschuhe.

Das Wetter verspricht, dass es bald in die Flip-Flop Phase übergeht, das altgediente Schuhwerk muss weg.
Noch ahnen sie nichts von ihrem Schicksal, sie stehen da und warten auf ihren nächsten Einsatz – eine Minute später liegen sie in der Tonne.
Das Leben ist hart…

Der Nachfolger lauert schon im Hintergrund

Während ich diese Kleinigkeiten erledige, Sibylle war schon nach Xirokampos gefahren, kommt Alex vorbei und leiht sich rasch den Audi.
Das darf er, der quattro ist hier um ihn zu nutzen.

Just in dem Augenblick als ich meine Kleinarbeiten abschließe, kommt er von seiner Besorgungsfahrt zurück und gibt mir den Schlüssel zurück.
Wir quatschen noch ein paar Minuten, dann trennen sich unsere Wege für heute, denn wir sind mit Brigitte und Hans im „To Steki“ verabredet.
Alex will mit der Familie das Champions League Halbfinale des FC Bayern ansehen.

Ich fahre los und verlasse gerade die Marina, da fällt mir eine nicht unerhebliche Veränderung bei den Anzeigeinstrumenten meines Klicker auf…

Ok, DAS ist aber jetzt echt eine Überraschung – DANKE

Das Auto ist randvoll! Als Dankeschön für gelegentliches Ausborgen des Wagens hat der junge Mann den Boliden bis zum Stehkragen befüllt – dies wäre nicht notwendig gewesen, aber ich freue mich trotzdem, oder gerade deshalb, sehr über diese Geste.

Ich schreibe ihm sofort eine Nachricht, unser Dank gebührt der Crew der ANAHITA!

Doch mein Tag, der zwar schleppend begann aber in der Gesamtbetrachtung doch ganz gut war, bekommt noch sein „Happy End“.
Am frühen Abend erhalte ich ein Bild von Melanie, der Capetaña der INSPIRATION, ein Bild welches mehr als 1000 Worte sagt und für absolute Entspannung meinerseits sorgt!

Hans Peter und Jörg treffen sich an einer Autobehnraststätte am Irschenberg – die Übergabe meines Hydraulikzylinders

Jörgs Freund, der örtliche Hydrauliker, hat es wirklich in letzter Minute geschafft das fehlende Ersatzteil zu bekommen und den Zylinder zu komplettieren.

Die geplante Übergabe hat geklappt, Hans Peter hat das wichtige Ersatzteil übernommen und ist, wenn ihr diese Zeilen lest, schon in Griechenland.
Er wird am 02.05. hier auf Leros ankommen, dann ist das „Schrauber Syndikat“ wieder komplett.

Muss denn immer alles auf die letzte Minute gehen – I´m going slightly mad!!!

Das Motto gilt – es steht der „Tag der Tage“ bevor, mein persönliches Highlight des Monats, welches sehr leicht zu meinem persönlichen Waterloo werden könnte.

Morgen wird ELOWYN gelaunched, sie kommt zurück ins Wasser – die Stunde der Wahrheit naht!

Doch jetzt geht es erst einmal ab ins „To Steki“, wir freuen uns auf das Treffen mit unseren Freunden aus Österreich und Dimitris´ leckeres Essen.

Es war wie immer supergut

Wir hatten Brigitte und Hans vorgewarnt, dass wir gegen 22.00 Uhr die Uhr beobachten müssen und dann den Abend auch abrupt beenden werden müssen.

Wir hatten nämlich Gabi und Gottfried von der HARMONY versprochen, dass wir sie heute am Fährhafen abholen würden.
Die Beiden reisen heute an, um ihren Sommer auf ihrem Schiff zu verbringen, wir freuen uns, kennen wir uns doch inzwischen seit Ewigkeiten.

Schön langsam müssen wir bezahlen, die SUPERFAST IX nähert sich Agia Marina
Das riesige Schiff erreicht den Hafen pünktlich

Es klappt alles wie am Schnürchen – wir empfangen die Beiden kurz und schmerzlos und schauen, dass wir hurtig zum Auto kommen, um nicht in das Verkehrschaos zu geraten.

Dies gelingt vortrefflich und am Hotel der Beiden holen wir die herzliche Variante der Begrüßung nach.
Schön, dass ihr da seid – wir müssen jetzt aber los, wir sind müde und morgen ist ein aufregender Tag für uns.

Dieser beginnt zunächst ganz entspannt, ein Kaffee, eine Marinarunde, ein bisschen Blabla mit den Freunden.
Dann aber bekommt das Momentum eine gewisse Dynamik, denn Giannis winkt uns zu und der Motor des großen Krans läuft an.

Es ist so weit, es geht los – I´m going slightly mad!!!

Der Moment der Wahrheit naht

Weit weniger angespannt wirkte unser Kranführer Giannis – obwohl ich weiß, dass auch er mit sehr viel Vorbereitung an das Kranen der größeren Yachten herangeht.

Wie auch immer, er schafft es besser als ich cool zu wirken und fährt seinen „Goliath-Kran“ an ELOWYN heran.
Nur noch wenige Minuten, dann wissen wir, was Sache ist.

Ich gebe euch eine Bilderserie mit den erklärenden Untertexten, so habt ihr einen Eindruck, was innerhalb der nächsten Stunde passiert ist…

Der Große Kran kann auf dem Teller drehen, jedes Rad ist einzeln lenkbar. Er kann 160 Tonnen heben, ELOWYN hat 44
Trotz der Wendigkeit ist der Koloss behäbig, er braucht viel Manöverraum – Helfer Roman ist als Einweiser unerlässlich
Der Kran wird so exakt wie möglich, mittig über dem Schiff platziert
Wenn die vermutete, finale Position erreicht ist, werden die schweren Hebegurte abgesenkt – für ELOWYN reichen zwei Gurtpaare
Die Gurte werden positioniert, mit Schlitten können leichte Anpassungen vorgenommen werden
Gerade im Bereich des Propellers muss sehr genau gearbeitet werden
Wenn der Kranführer die Position gefunden hat, zieht er die Gurte nach oben
Irgendwann ist es so weit, das Boot wird zunächst millimeterweise angehoben
Wenn alles passt, werden die Stützen abgesenkt, das Boot schwebt frei und die Fahrt zum Kranbecken kann beginnen
Es bleibt meist nicht viel Platz zwischen den abgestellten Autos und den anderen Booten
Die Fahrt dauert nur 5 Minuten, es sind gerade mal 100m – die großen Boote werden direkt mit dem Kran geholt
Am Kranplatz wird das Schiff gedreht, so dass der Bug voraus zeigt, man kann nur in eine Richtung aus dem Kran fahren
Das Schiff wird über das Kranbecken manövriert, das ist Präzisionsarbeit – ELOWYN wird im großen Becken abgelassen
Alex hat die Drohne fliegen lassen – jetzt findet sich die Mannschaft zusammen, das Wassern steht kurz bevor

Meine Crew habe ich schon vor ein paar Tagen rekrutiert. Alle Helfer sind instruiert, jede Person weiß, was sie nach dem Besteigen des Schiffes zu tun hat.

Ich habe vor zwei Tagen ANAHITA zusammen mit Antonia und Alex zu Wasser gebracht. Ich weiß, dass die Beiden super zuverlässig in Sachen Ventil-Dichtheitsprüfung sind.
Das A-Team geht mit mir unter Deck, wir prüfen die Dichtheit des Schiffes, jeder hat „seine“ Ventile zugewiesen bekommen.

Brigitte und Hans sind versierte und erfahrene Segler, ich vertraue ihnen das Kommando an, sobald ich unter Deck bin.
Die Beiden bereiten an Deck alles vor, nehmen die Festmacher vom Kranfahrer an und befolgen seine Anweisungen.

Wenn alle Ventile dicht sind, übernehme ich das Ruder, das A-Team die Muring am Bug und die Freunde aus Österreich kümmern sich um die Heckleinen.

Sibylle ist mein „Landteam“. Zusammen mit Antonias Eltern kümmert sie sich darum, dass die dünnen Pilotleinen fern von unserem Propeller bleiben und die Heckleinen auf die richtigen Poller gehen.

Es kann losgehen…

Zunächst geht es über das kleine Kranbecken
Über dem großen Becken wird das Schiff genau justiert
Nach 8 Monaten touchiert ELOWYN wieder „ihr“ Element
Sobald eine Eckke in der richtigen Höhe ist, bekommen wir die Befugnis das Boot zu betreten
Jeder geht sofort auf seinen Platz, Giannis lässt das Boot weiter ab
Brigitte und Hans belegen die Festmacher in der Krangasse – wir sind unter Deck

Während Gottfried von Land aus dieses Bild macht, kontrollieren das A-Team und ich unter Deck 24 Seeventile und den neuen Borddurchlass der Logge.

Meine Ventile scheinen dicht! Ich sehe überall zweimal nach, aber nirgends zeigt sich eine Undichtigkeit.

Als ich in den Salon gehe, treffe ich dort Antonia und Alex, auch sie bestätigen die Dichtheit ihrer Kontrollpunkte.
Ich will gerade mit der Küche weitermachen, als Antonia anmerkt, dass sie und Alex die „übrigen“ in Küche und Salon schon gecheckt haben – alles dicht!

Ich bin langsam entspannt! Wir gehen zusammen alle Ventile noch ein letztes Mal durch…
Motorraum und Bad achtern, dicht. Klimaanlage, Technikraum und Gästetoilette, dicht.
Gästebad an Steuerbord und Lenzventil rechts, dicht. Das gleiche Setup an Backbord, ebenfalls dicht.
Antonia war im engen Wassermacherraum, sie bestätigt abermals die Dichtheit der vier gerüften Ventile.

Zusammen wiederholen wir – Küche, zwei Kühlschränke und das Lenzventil unter der Kommode…

Alles dicht!!! Ich entlaste die Beiden und gebe das Schiff frei – „…wir können ein GO geben!“

Wir treffen uns an Deck und freuen uns kurz – das war der Moment den wir so herbeigesehnt hatten
Giannis senkt die Gurte ab – ELOWYN schwimmt bald frei
Wir machen uns fertig zum Ablegen, die Fender raus, jeder an seine Leine
„Leinen los“ – wir legen ab
Ich muss nur aus der Krangasse heraus, dann kann ich sofort das Anlegemanöver einleiten
Kein Wind, zudem hat ELOWYN alle Helferlein – es war heute kein Hexenwerk
Nach ein paar Minuten waren alle Leinen belegt und die Muringleinen gespannt – Zeit für einen Anlegeschluck
Vor mir nur das Meer – das Leben fühlt sich sofort anders an
Der Anlegeschluck hat einen besonderen Geschmack! Ich habe mir diesen Augenblick genauso vorgestellt, er war perfekt!

Wir saßen noch eine Weile zusammen, aber irgendwann hat die Vernunft zum Aufbruch gerufen.

ELOWYN war heute zwar „last boat in crane“, aber aufgrund eines ausgefallenen Termins doch recht früh drangewesen.

Wir lagen um 15.00 Uhr am Steg und gegen 16.15 Uhr wollten die Freunde noch ein wenig an den eigenen Booten arbeiten.
Sibylle fuhr nach Xirokampos und ich machte „klar Schiff“ – mir war´s recht, es hat perfekt gepasst!

Ich bin glücklich! Volker und ich haben TruDesign Ventile in Räume gequetscht bei denen zwei Fachbetriebe abgewunken haben.
Wir sind Risiko gegangen und das Schicksal hat uns aus einem nichtigen Grund eine Maulschelle verpasst.
Das Projekt MUSSTE gelingen, meine Fallhöhe und der damit verbundene Druck waren zuletzt recht hoch – ich dachte manchmal, dass ich bald wahnsinnig würde…

I´m going slightly mad!

Dies konnte gerade noch verhindert werden, durch Analytik und eine klare Fehlerdefinition, einer Portion „Know-How“, meinem Freund Hans Peter der in Lücken kriechen kann wie Kriechöl und zu guter Letzt dem erforderlichen Quäntchen Glück.

Den Kritikern und Zweiflern sei gesagt – wer zuletzt lacht, lacht am besten 😉
Darauf trinke ich einen! Dies zusammen mit meinem Helferteam, das Eignerpaar der ELOWYN lässt ein Crewessen im „Tis Kakomoiras“ springen.

Yammas – auf Tage wie diesen
Mein Dank gilt euch – mit euch zu arbeiten macht Spaß, ihr habt mich viel unterstützt!
Sehe ich doppelt? Nein! Heute geht es uns gut…

Ihr könnt es euch vorstellen – ich habe in dieser Nacht perfekt geschlafen. Ein leichtes Schaukeln, absolute Ruhe, ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.

Es scheint, als fände der April ein sehr positives Ende, es scheint, als hat mein finales Abgleiten in den Wahnsinn verhindert werden können.

Der letzte Tag des Monats gehört EDINA – ich brauche einen Tag Pause von meinem Patenschiff.
Auf Eds CNB60 will ich helfen ein kleines, aber akutes Problem zu lösen…

Obwohl die rassige Französin nicht zu feucht ist…
…zeigt sich ein leichter Anflug von Schimmel an der Decke der schnittigen Yacht

Da Eds Partnerin noch eine Menge Kleider in den Schränken hütet, bekommt sie eine gewisse Sorge um die guten Stücke.
Wer weiß, dass der Begriff Lebensgefährtin sich vermutlich von Lebensgefahr ableitet kann verstehen, dass Ed keine Mühe scheut, den schwarzen Pelz loszuwerden, bevor er Schaden anrichten kann.

Ich werde mittels einer nachdrücklich geäußerten Bitte aufgefordert, diese Problematik zu bekämpfen – als Waffe stehe mir ein Ozongerät zur Verfügung.

Hat auch nicht jeder – ein Ozongerät

Der Tausendsassa überrascht mich immer wieder. Wenn man befürchtet, dass ihm die Ideen ausgehen könnten, dann zaubert er eine Lösung aus der Hosentasche.

Ein Ozongerät hat nun wirklich nicht jeder – wir jetzt schon! Es eröffnen sich neue Möglichkeiten.

Ich gehe also an Bord und starte das Höllengerät – ob ich eine Gefahrenzulage erwarten darf??? 😉
Insgesamt läuft es 4 mal 1 Stunde, ich gehe immer an Bord und ziehe die Zeituhr neu auf.

Da trifft es sich gut, dass Antonia und Alex uns heute zur großen Leberkas-Session geladen haben…

Antonias Eltern haben eine Ladung aus Bayern mitgebracht
Die Capetaña bruzzelt einen Stapel Spiegeleier
So hat jeder von uns einen kleinen Mittagssnack

Irgendwie klappt es immer – Leberkasorgien mitten in der griechischen Inselwelt der Ägäis.
Der Monat endet kulinarisch so, wie er an Tag 1 begonnen hatte!

Wenn also irgendjemand nach Leros anreist und uns eine Freude machen will – Leberkas und Händlmaier Senf sind DER Bringer.
Wer das schafft, wird in unsere immaginäre „Hall of Fame“ aufgenommen.

Jörg hatte es mit den sechs Trägern „Flötzinger Bier“ natürlich bis ans Limit getrieben, aber auch Alex steht kaum nach…

Bei Weißbier bin ich raus – ich bleibe bei einem griechischen Mythos

Bier zum Mittagessen – wer mich kennt weiß, der Tag war verloren, zumindest als Arbeitstag.

Ich kann mich aufraffen, dass ich die Ozonbehandlung von EDINA bis zum bitteren Ende begleite, meine Gattin war zwischenzeitlich so nett und hat die betroffene Stelle gereinigt.

Die Situation sollte bereinigt sein und es droht keine unmittelbare Gefahr mehr.

An Nachmittag holen wir mit Gabi und Gottfried noch deren Koffer aus dem Hotel und werden dafür mit einem großen Eis bei „Repapis“ belohnt.
Spaß beiseite, wir vier nutzen die Gelegenheit uns einfach mal eine Stunde in Ruhe hinzusetzen und uns zu unterhalten.
Gabi ist mir eine sehr gute Ratgeberin in Immobiliensachen, sie berät mich auch heute ein wenig…

Dann fährt Sibylle nach Xirokampos und ich schaue mir ELOWYN mal genauer an…

ELOWYN hängt nach rechts

Ich merke beim Gehen im Schiff, dass ELOWYN nach rechts hängt. Ich sehe in den Bilgen nach, erkenne aber, dass alles trocken ist.

Es kann nur an unterschiedlichen Befüllungsgraden der Diesel- oder Wassertanks liegen, hierzu beratschlage ich mich kurz mit dem Eigner.

Das werde ich morgen lösen – jetzt geht es ab ins „Pirofani“, wo wir mit dem A-Team und Antonias Eltern verabredet sind.

Das Lokal in Panteli ist einladend
Der Schwerpunkt der Küche ist Fisch
Wir nehmen Platz

Zum ersten Mal in dieser Saison sitzen wir draußen um unser Dinner zu genießen, ich trage das erste Mal meine Flip-Flops. Der Frühsommer setzt sich langsam durch…
Es wird ein wunderschöner Abend, welcher zugleich der Abschiedabend für Antonias Eltern sein wird.

Die Beiden fahren morgen wieder zurück nach Hause, umso mehr ehrt es uns, dass wir an diesem Familienabend teilhaben dürfen.

Auch für die Capetaña der ANAHITA ist es ein besonderer Abend, das merkt man ihr an und sie setzt auch ein Zeichen – der Abend geht auf sie!

Wir können das annnehmen und sagen ein herzliches „Vergelt´s Gott“, drohen aber heute schon mit Revanche!

In jedem Fall essen wir, wie immer, phänomenal! Wir alle sind begeistert von den Speisen – hier nur zwei Beispiele…

Marinated Anchovies
Smoked Mackerel

Wir genießen – das Umfeld, die Stimmung, die Gesellschaft und das leckere Essen, zu dem es ein Bier oder ein Glas Wein gibt.

Abgerundet wird das Dinner mit einer Karafaki Ouzo und einem kleinen Dessert, dann geht es ab nach Hause.
Der Abend endet und mit ihr klingt der Monat April aus.

Wunderschöne Stimmung – einen Tag vor Vollmond

Was erwartet Sibylle und mich im Mai, auf welche Highlights dürft ihr euch als Blogleser freuen?

Hans Peter und Petra kommen mit Merlin am 02. Mai an – im Kofferraum jede Menge Ersatzteile, wir starten also neue Projekte.
LUMARA geht ins Wasser und wird nach sehr langer Zeit wieder ablegen. Ich begleite die ersten Schritte der neuen Eigner im Rahmen einer finalen Übergabe.

Jenseits der Bootsaufgaben braucht unsere Katikia etwas Pflege und eine starke Hand – dieser Aufgabe müssen wir uns stellen und etwas Zeit investieren.

Last not least – wie jedes Jahr im Mai, werden Sibylle und ich unsere Geburtstage im Wonnemonat feiern.

Bleibt gespannt – es wird sicher wieder einiges zu erzählen geben.

Mit herzlichen Grüßen von Bord der ELOWYN
Mario & Sibylle




Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…