„Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin
Sobald der Stress vorbei ist, da lang ich nämlich hin…“
Der Mai beginnt und wie jedes Jahr feiern Sibylle und ich im Wonnemonat Geburtstag.
Es gehört sich keinesfalls, dass man über das Alter von Damen spricht, ich werde das auch tunlichst vermeiden, dennoch kam mir als Headline für den Mai 2026 zufällig Udo Jürgens Gassenhauer aus dem Jahr 1977 in den Sinn.
Ob sich daraus etwas ableiten lässt? Das fragt ihr Sibylle einfach selbst 😉 …

„…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an,
mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran,
mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss,
mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss!“
Udo Jürgens besingt in dem bekannten Song, dass das Alter kein Hinderungsgrund ist, um das Leben zu genießen – im Gegenteil.
Dies wird untermauert durch Beispiele, welche ein Bild der Gratwanderung zwischen Vernunft und Unvernunft aufzeigen.
„Ich kauf mir ein Motorrad und einen Lederdress
Und fege durch die Gegend mit 110 PS…“
Während ich für so etwas ja superempfänglich bin, zeigt meine Frau da wenig Neigung – sie ist eine Jedi-Ritterin der Vernunft und Disziplin.
Diese Rollenverteilung ist in unserem Freundeskreis durchaus bekannt, so war es kein Wunder, dass mein 01. Mai mit einer Nachricht von Kristina begann – einfach so, schönen Monat, „καλό μήνα“!

Der Mai 2026 war für uns ein lebhafter, abwechslungsreicher Monat. Er war geprägt von viel Arbeit rund um ELOWYN, aber auch von dem Gefühl einer gewissen Entspannung, denn mein Patenschiff schwimmt wieder und wir sehen uns seither gut im Zeitplan.
Während des Mai kommen noch etliche Freunde an, es gibt also immer wieder gute Gründe zum geselligen Beisammensitzen.
Naja, zu guter Letzt haben wir ja auch wieder ein paar Erlebnisse gesammelt, nicht zuletzt durch den Kauf von „Smurfy“ – dazu später mehr…
Begleitet uns also auf eine Zeitreise durch den Mai 2026 auf Leros.
Den ersten Tag des Monats, welcher als „Tag der Arbeit“ den Status eines offiziellen Feiertags genießt, haben wir ganz entgegen seiner namentlichen Bedeutung, eher faulenzend verbracht.
Der 01.05. ist auch in Griechenland somit arbeitsfrei und man verbringt diesen mit Freunden und Familie.
Am zweiten Tag des Monats kehrt der Alltag jedoch zurück – für Gottfried und Gabi in Form des Krantermins für ihre HARMONY.
Sie waren früh am Morgen das erste Boot im Kran.

Wir waren früh auf den Beinen, denn wir hatten einen „Early Bird“ Termin – unser Freund Hans Peter kommt heute mit seiner Petra auf Leros an und wird unseren Zirkel komplettieren.
HP fährt wegen Merlin immer mit dem Auto und hat dieses wieder bis zur Dachoberkante vollgepackt. Auch für mich hat er allerhand Kleinigkeiten dabei.
Die LIBERTÉ Crew würde gegen 09.00 Uhr ankommen und auf unserem Plan steht ein gemeinsames Willkommensfrühstück.
Also fahren Sibylle und ich ins „La Palma Café“ und suchen uns schon einmal einen Platz – dann heißt es warten…



Ein wenig Geduld ist gefragt, die Fähre verspätet sich etwas und es wird kurz nach halb zehn bis unsere Freunde auf die Uferpromenade einbiegen – Sibylle und ich bilden ein würdiges Empfangskomitee!
Die Beiden steigen erschöpft von der langen Reise aus und es gibt erstmal ein großes Hallo.
Dann helfen zwei Tassen Kaffee und ein kräftiges Frühstück zurück ins Leben.




Wir sitzen erstmal eine Stunde, frühstücken und tauschen uns ein wenig aus. Es gibt viel zu erzählen und wir geben den beiden Neuankömmlingen erst einmal die wichtigen und neuesten Updates.
Dann aber werden wir alle langsam nervös – bei Sibylle und mir ruft die Pflicht, unsere Freunde wollen ihre LIBERTÉ beziehen und Hans Peter möchte so schnell es eben geht sein Auto leerräumen.
Die durch die Teilelieferung begünstigten Freunde werden herbeizitiert und jeder kann bzw. muss ausladen und abholen, was aus Deutschland bestellt wurde.
Gottfried seinen Anker und Alex seine Lithiumzellen…
Natürlich war auch ich an der Reihe – es gab ein paar Kleinigkeiten und ENDLICH den lang ersehnten Hydraulikzylinder – das Sorgenkind der letzten Wochen.
Natürlich packe ich sofort aus – und erlebe dabei einige Überraschungen.




Es beginnt eine kurze aber intensive Zeit der Nervosität und Aufregung – mehrere Telefonate mit Jörg in Bayern, Rücksprache mit seinem Hydrauliker und auch die Rückversicherung beim Hersteller.
Alles hilft nix, der Zylinder schaut befüllt aus und macht den Eindruck, als wäre er mit Gasdruck beaufschlagt.
Wenn ich ihn öffne fliegt er mir wohl um die Ohren – ich brauche eine Lösung…
Na wenistens scheinen die speziellen Motorkohlen von Ed gut zu passen. Ich muss mich die Tage mal über den elektrischen Motor des Genuafurlers von EDINA hermachen.

Während der Mittagspause sehe ich gelegentlich auf meinem Mobiltelefon die Social Media Aktivitäten meiner Freunde und Bekannten an.
Susanne ist mit ihrer ESPERANZA in Poros und trifft dort Ben. Sie war es, die den jungen Holländer vorgestellt hat und mit ihr haben wir uns zum ersten Mal an Bord von NESSAJA getroffen – wir konnten nicht ahnen, welchen Weg wir gemeinsam gehen würden.
Ich erinnere mich gerne an die beiden jungen Holländer zurück.

BIMM, mein Telefon vermeldet eine Nachricht von Jörg. Diesmal geht es nicht um den verfitzmaldeiten Hydraulikzylinder, sondern um ein Paket für INSPIRATION – dieses sei angekommen und man würde mich bitten, doch kurz nach dem Rechten zu sehen.
Ich sichere das Paket mit dem wertvollen Inhalt und bringe es sogleich auf die Bavaria der beiden Freunde. Verpackt ist eine ACU für den Autopiloten, denn Alex und ich haben versprochen, diese vor Toms Ankunft zu montieren.
Mal sehen wann sich das ausgeht…

Doch nanu, was ist das? Piepiepiepiepiep, irgendwas piepst und zwar in der Frequenz eines Alarmtones.
Der Quell des fiesen Tons ist rasch gefunden, das Display der Victron Anlage zeigt Fehler bei den Tankfüllständen.
Abermals rufe ich Jörg an, stimme mich mit ihm ab und schalte den Ton dann stumm.

Mir reicht es für heute – ich tanze schon wieder den ganzen Tag wie ein Derwisch durch die Marina ohne auch nur eine einzige Minute produktiv zu sein.
Da kommt etwas Abstand gerade recht – den kann ich während eines Besuchs bei Brigitte und Hans in Crithoni erlangen. Wir sind heute zu einem BBQ auf der Terrasse der beiden Freunde aus Österreich geladen.

Die Beiden sind uns sehr ans Herz gewachsen und wir verbringen gerne Zeit mit ihnen.
Wir haben durch die Häuser gemeinsame Themen und klönen sehr viel über Renovierungsoptionen.
Zudem kann ich mir bei Hans schon viel Autarkie abschauen, er stürmt mit großen Schritten voran.
Dass Hans zudem ein Gott am Gasgrill ist und seine liebe Brigitte ihm im zaubern von feinen Gerichten in nichts nachsteht, ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i.


Der neue Tag ist wolkenverhangen und fühlt sich eiskalt an – was ist denn hier los?
Ich erwarte 30°C und bekomme 13°? Da stimmt doch was nicht!
In dieser trüben Stimmung fahre ich mit dem Auto die 300m zu LUMARA, denn auch Dominik hat mir geschrieben, dass Pakete angekommen sein sollen.
Zudem hatte Hans Peter auch für ihn etwas im Kofferraum, so dass ich eine knappe Stunde damit verbringe die Bestellungen von Ellen und Dominik auf mein Ex-Schiff zu räumen.
Auch die beiden Schweizer sind für eine kurze Stipvisite in die Heimat geflogen.




Ein bisschen Produktivität möchte ich heute aber auch noch vorweisen können – so schnappen sich Sibylle und ich den Nassauger von ELOWYN und beginnen mit der Vorreinigung der Bilgen.
Leider sollte auch die Aktion eher nicht von Erfolg gekrönt sein. Irgendwie gibt es in regelmäßigen Abständen Phasen, welche eher „Murphys Law“ folgen als andere Wochen.

Leider klappt dieses Unterfangen nur gerade so – mitten unter der Arbeit versagt der Kärcher seinen Dienst!
Erst ein ohrenbetäubendes Quietschen, welches dann in ein Mahlgeräusch überging, gefolgtvon einem Duft nach Verschmortem.
Eine Mischung die jeden Handwerker die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, so auch mir!
Ich starte sofort mit dem Zerlegen des Patienten und hoffe, dass ich selber noch etwas tun kann.
Vielleicht ist ja nur ein Lager kaputt…

Mir reicht es für heute – es ist schon Spätnachmittag, im Schiff ist es frisch und ich beschließe nach Xirokampos zu fahren um Sibylle abzuholen.
Heute Abend gibt es Dinner im „SouVLakki“, ich freu´ mich drauf!



Wettertechnisch war der Einstand des Wonnemonats eine Nullnummer! Dies sollte sich zwar im Laufe des Monats bessern, dennoch blieb es wechselhaft, sogar Regen sollten wir spät im Monat noch haben.
Der Monat blieb somit weit hinter seinen Möglichkeiten und unseren Erwartungen.
Als ob das nicht reichen würde, begann der neue Tag – May the 4th – der „Star Wars Tag“, mit einem GAU! Mein persönliches Armageddon traf ein…

Der Rest reichte gerade für eine Tasse Kaffee, welche den Namen nicht verdiente. Eine dünne Plörre, durch die man den Boden der Tasse sehen konnte.
Inakzeptabel! Ich rufe meine Frau an, es liegt ein Notfall vor. Sie muss mich begleiten, für den Fall, dass ich unterkoffeiniert ins Koma falle.
Wir fahren gemeinsam nach Kamara um dort zum Gärtner zu fahren – doch zuerst gekt es zu „Mikes“, ich muss mich mit Männerkaffee vollpumpen.
Den Gärtner Valantis suche ich auf, weil Hans Peter nach einem Mulchmesser für meinen Stihl Freischneider verlangt hat – da er mir beim Garteln hilft, will ich diesen Wunsch gewähren.
Und siehe da, das kleine Gartencenter ist sehr gut gerüstet – es gibt jede Menge Stihl Geräte welche auf meiner Wunschliste einen Platz haben…

Der Besuch bei Vasilis war lange überfällig – ich will Bäume bestellen, richtige Bäume!
Das was er mir zeigt ist viel zu mickrig – mit einem Bild beschreibe ich ihm, welche Größe an Baum mir vorschwebt…

Der Inhaber zaudert kurz – ja, kann er bestellen, wird aber etwas dauern. Auf die Bilder und das Angebot warte ich zwar heute noch, aber zumindest ist die Kaufabsicht implementiert.
Ich frage also einen Orangenbaum, einen Feigenbaum und einen Granatapfelbaum an.
Dieser Besuch im Gartencenter ist schicksalshaft – erstens erkenne ich, dass ich zumindest für Gartengeräte nicht mit dem Auto zwischen Deutschland und Griechenland pendeln muss.
Es könnte eng werden für Klicker.
Zweitens sehe ich aus dem Augenwinkel einen Nass-/Trocken Industriesauger, welcher zudem im Angebot ist – dies schmälert die Überlebenschancen des Kärcher.
Diesem widme ich die nächsten zwei Stunden…






Und wie bereits angedeutet, fällt auch bezüglich unseres fahrbaren Untersatzes eine Grundsatzentscheidung.
Ich werde die geplanten Pendelfahrten ad acta legen und mir die Dinge für´s Haus entweder vor Ort kaufen oder in Athen beziehungsweise Deutschland bestellen.
Klicker hat nichts falsch gemacht und sich bewährt, deshalb wird er auch nicht als Arbeitsvehikel nach Weißrussland verkauft, sondern er darf in der Familie bleiben – allerdings muss oder darf er wieder in Deutschland Dienst tun.
Sibylles Honda wird als Bastlerfahrzeug verkauft, denn keiner in unserer Familie will den Honda reparieren. Meine Frau bekomt von mir den treuen A6 quattro für ihre Deutschlandfahrten und ich bin den Kostenfaktor los.
Ich bleibe bei meiner GS als Stammfahrzeug, gönne mir aber ein kleines, geschlossenes, viertüriges Allrad-Spaßmobil.
Mit diesen Kriterien sind alle Jeeps raus – ich finde aber auf der Plattform „car.gr“ einen Wagen, der mir schon länger im Kopf rumspukt…

Der Wagen hat alle Extras welche ich gerne möchte, ist ein Sondermodell „Climbing“ und hat erst 129tkm auf dem Tacho – er steht in Athen, also vereinbaren Sibylle und ich einen Besichtigungstermin.
Die Uhr für Klicker läuft von nun an rückwärts.
Kurzer Themenwechsel, bevor ich hier wieder einsteige – was machen eigentlich die Projekte an ELOWYN? Keine Neuigkeiten? DOCH!
Wir haben uns mit Nachdruck dem Streichen der Bilgen angenommen – jetzt, nachdem alle Rumpfdurchbrüche der Seeventile ersetzt sind, alles technisch soweit ok ist, war die Kosmetik an der Reihe.
Dies war ja der eigentliche Auslöser für das Mammutprojekt.
Und so sieht es aus wenn mal was wirklich gut klappt…

Für die Anstriche entscheiden wir uns für „Danboline“ von International. Die Farbe gaselt recht kräftig, deckt aber hervorragend und sorgt für ein seidig, glänzendes Finish mit einer gummiartigen, griffigen Oberflächenhaptik.
Ich fluche viel, muss mich auch sakrisch ärgern, aber das Ergebnis spricht für sich.




Das war der Grund für all die Arbeit und Mühe – diesen Aufwand kann man, wie so oft, nicht mehr erkennen.
Aber das Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wissen, dass das Ergebnis der Mühen wert ist.
Die Bilgen sehen wieder so aus, wie man es sich von einem Schiff dieser Güte erwartet.
Und der Fraktion der Zweifler sei ein letztes Mal gesagt „geht ned, gibt´s ned!“
Mit dieser Arbeit waren wir bis fast Mitte Mai beschäftigt, ich gebe am Zeitstrahl noch einmal kurze Einblicke in dieses Tun.
Doch nun zurück in die Echtzeit – wir haben also eine Fährfahrt nach Athen gebucht, den Abend der Abreise verbringen wir mit Gabi und Gotffried bei „Dimitris o Karaflas“.



Die Zeit rast und wir müssen irgendwann gegen 22.00 Uhr aufbrechen und nach Agia Marina zum Fähranleger verholen.
Wir parken Klicker für den Tag auf einem sicheren Parkplatz, wenn alles nach Plan läuft, dann sind wir morgen früh um 04.00 Uhr mit der gleichen Fähre zurück.
Wir müssen nicht lange warten, dann lässt die BLUESTAR 2 den Anker fallen und legt an – wir gehen als Fußgänger an Bord und beziehen unsere Kabine.



Sibylle möchte nicht mehr Fähre fahren ohne eine Kabine zu haben. Ich bin der Nutznießer, denn ich würde schon auf dem Sofa pennen, genieße aber sehr wohl den Komfort der eigenen Dusche und Toilette.
Wir hatten ja gerade einen Absacker zu uns genommen, so gehen wir heute ohne Umweg über die Bar ins Bett.
Als wir am nächsten Morgen aufwachen ist es schon hell. Unsere Kabine hat ein Fenster zum Bug hin, wir können das Athener Festland schon erkennen…


Sibylle und ich steigen aus und gehen zum vereinbarten Treffpunkt in das Café des Gate E1 im Hafen von Piräus – hier warten wir, wir sind etwas früh dran.
Es gibt einen zweiten Kaffee und ein Sandwich als Frühstück.
BIMM, ich erhalte eine Nachricht von Brigitte, sie weist augenzwinkernd darauf hin, dass beim Autokauf traditionell Suppe angeboten wird.
Ich nehme vorweg, dass mir nicht wirklich klar ist, ob Duolingo hier mit witzigen Halbwissen hantiert oder einfach nur Blödsinn verzapft – ich will auch vorweg nehmen, dass ich die Verkäufer einfach gefragt habe ob ich eine Suppe anbieten darf…
Ihre Gesichter waren unbezahlbar! Die Wahrheit ist wohl, dass Suppe nicht am Speiseplan griechischer Autoverkäufer steht.


Was dann passiert ist fast unmöglich kurz zu erzählen – zunächst erhalten wir eine Nachricht, dass wir in ein anderes Café kommen sollen – es sei gemütlicher und nur 700m weg.
Leider führte der Fußweg durch eine gesperrte Industriebrache und ich antwortete per WhatsApp, dass wir nicht zu dem Café laufen würden, ich sende meinen Standort und wir treffen uns.
Ein kurzer Blick auf das Auto verläuft positiv, wir vereinbaren also, dass ich die Probefahrt zum KEP, einem Bürgerbüro, mache.
Da das Auto tadellos läuft, lasse ich die Verkäufer wissen, dass ich den Wagen haben möchte.
Wir werden uns handelseinig und geben uns einen Handschlag.
Jetzt geht´s los – die Kaufabwicklung erfolgt in Griechenland in einem Bürgerbüro. Basis des Geschäfts ist kein Kaufvertrag sondern der Handschlag und die nun auszutauschenden Daten.
Bis hierhin kannte ich nur die Vornamen der Verkäufer, vom Auto kannte ich nur die Daten aus der Annonce.
Wir waren an diesem Tag zum Glück die ersten Kunden…

Ich gerate in dieser Sekunde in die Mühlen der griechischen Bürokratie – was bei uns in Deutschland etwa 15 Minuten dauert, setzt hier einen etwa zweistündigen Prozess in Gange, welcher zwischenzeitlich am Computer bearbeitet wird, meist aber aus handschriftlich auszufüllenden Dokumenten besteht.
Diese müssen in griechisch ausgefüllt werden, Stavroula musste viel schreiben an diesem Tag.
Ich war vorgewarnt, denn ich hatte mir bei Ioannis und Rena Tips eingeholt, daher wusste ich, dass alles scheinbar seine Richtigkeit hatte, ich hatte auch alle erforderlichen Unterlagen dabei.
Alle waren geduldig und sehr hilfsbereit.
Der Papierkram war erledigt, wir mussten uns vor dem Beamten noch einmal die Hand geben, dann wurde ich aufgefordert zu bezahlen.
Das klingt komisch, ich wusste aber, dass dies kommen würde, hatte daher keine Zweifel.
Die Ummeldegebühr zahlte ich von meinem griechischen Konto, den Beleg musste ich am Schalter abgeben.

Ich will den Kaufpreis für das Auto von meinem deutschen Konto bezahlen, dies sollte kein Problem sein, denn ich hatte bereits am Vortag meine Limits neu eingestellt.
„Ihre Überweisung wurde vom der Empfängerbank abgelehnt“
Was ist denn DAS für ein Scheiß!
Kennt ihr das Gefühl? Wenn ihr eine größere Summe per Online-Banking überweist und es kommt eine Fehlermeldung?
Das Adrenalin schießt ein, zudem dann, wenn Zeitdruck herrscht und etliche Augenpaare auf einen gerichtet sind.
Ich bleibe souverän und versuche es noch einmal – aber nun stolpere ich über einen Systemfehler der ING.
Mein Konto zeigt bei „Heute noch verfügbar“ ausreichend viel Geld an, führe ich die Überweisung aber aus, dann kommt die Meldung „Tageslimit überschritten“.
Die Fehlerüberweisung ist nicht gebucht, hängt aber im System – na super!
Eine nochmalige Anpassung des Limits würde erst nach vier Stunden valide – was tun???
Wir verlassen das KEP und fahren zur Bank der Verkäuferin. Ich bitte Sibylle während der Fahrt, dass sie Freunde von uns aktiviert, wir brauchen Hilfe.
Long story short – es gelingt uns mit Hilfe von Freunden das Auto zu bezahlen und zu übernehmen.
Wir fahren auf einen Kaffee in die „Alimos Marina“…


Nicht dass ihr denkt, dass es so schnell ging wie ich die Geschichte zu Ende gebracht habe – natürlich mussten wir nochmal ins KEP und die Zahlung belegen.
Wer nun denkt ich habe dann die Fahrzeugpapiere bekommen irrt sich, das dauert nämlich 3 bis 5…
Tage? Nein!
Dann Wochen? Nein!
Ach komm´ Monate??? Ja, genau, 3 bis 5 Monate bis ich meine Papiere bekomme. Abzuholen in genau dieser Außenstelle des KEP, es ist kein Postversand nach Leros möglich.
Naja, das Problem löse ich in 3 bis 5 Monaten, derweil habe ich eine amtlich beglaubigte Bescheinigung, welche die gleichen Rechte verleiht.
Jetzt erstmal eine Pause und ein kleiner Mittagssnack nebst einer Erfrischung.

Wir sind hierher gefahren, weil ich Minas von „Meltemi“ besuchen wollte.
Es lag mir am Herzen, einfach mal guten Tag zu sagen und mich persönlich für seine Hilfe zu bedanken.
Leider habe ich ihn nicht angetroffen, daher verholen Sibylle und ich in ein sehr nettes Strandlokal, welches wir vom letzten Besuch her kennen.
Dort gönnen wir uns noch ein Kaltgetränk und ein paar Meze.


Sonst hat alles geklappt? Nein, natürlich auch nicht – wo Licht ist, gibt es auch Schatten!
Ich wollte dieses Modell des Panda. Er ist noch nicht so elektronisch wie das aktuelle Modell, ich würde noch selber Reparaturen durchführen können.
Der Wagen ist aus zweiter Hand und ich habe bis 100tkm ein lückenloses Scheckheft und alle Wartungsunterlagen – das ist echt super.
Nicht so toll war, dass ohne zu übertreiben, schon 300m nachdem wir uns von den Verkäufern getrennt hatten, die Motorkontrolleuchte anging und der Wagen kein Gas mehr annahm.
Nach einer Schrecksekunde konnte ich den Fehler beheben, aber er kommt immer mal wieder.
Auch sonst gibt es ein paar sehr kleine Mängel – ich werde Smurfy die Pflege angedeihen lassen, welche er benötigt, aber erst im Juli, jetzt reicht es erstmal, wir müssen zurück nach Leros.

Sibylle und ich lösen noch ein Ticket für Smurfy, dann kann ich mich anstellen.
Sibylle reicht es, sie will sitzen und dem Trubel entfliehen – sie geht voraus, checkt unsere Kabine ein und reserviert uns einen guten Platz.
Ich schmore noch fast zwei Stunden in der Sonne, kann aber die Unterlagen von unserem Schlumpf schon vorsortieren und freue mich über den ein oder anderen Schatz.
Dann endlich heißt es boarden…




Auf der Rückfahrt gehen wir immer sehr früh ins Bett – zwei Bier, einen Ouzo und dann ab in die Falle, ich schätze so gegen 20.00 Uhr.
Das hat den smarten Vorteil, dass ich bei der Ankunft um 04.00 Uhr schon ausgeschlafen bin.
Ich kann sofort an den Computer und die Unterlagen scannen, Papiere sortieren und Wichtiges ablegen.
Bis Sibylle ausgeschlafen hat, habe ich den ereignisreichen Vortag bereits aufgearbeitet – einschließlich der Kaufpreisrückzahlung an unsere Freunde.
Sibylle war mit Smurfy nach Xirokampos gefahren, ich bin mit Klicker in die Marina gebrummelt – am Morgen schickt mir Sibylle dieses Bild.

Warum „Smurfy“? Nun, zunächst hat uns jeder auf die Farbe angesprochen – für mich war er nur blau, ich mag blau!
Alle anderen haben aber ein „Schlumpfauto“ in ihm gesehen – ok, ich gebe zu, er ist wirklich irgendwie schlumpfblau…
Schlumpf in Englisch -> Smurf. Dies zum einen.
Zum anderen wird „smurfy“ im Dictionary als „short and blue“ übersetzt, besser kann man das Auto wohl nicht beschreiben.
„Smurfing“ kann man auch aus dem Finanzwesen und dem Gaming-Bereich, damit hat unser Auto aber nix am Hut 😉 !
Im besten Fall könnte man in ihm ein „Mario Cart“ sehen 😉 …
Später am Vormittag komme ich zu Sibylle und hole sie ab, solange Klicker noch auf der Insel ist, wollen wir Smurfy nicht nutzen, auch im Hinblick auf sein Motorzipperlein.


Ich habe mich für einen Benziner entschieden und dafür einem schwarzen Fiat Panda Allrad aus Samos, mit 1.3JTD Motor und AHK das Nachsehen gegeben.
Erstens sind 129tkm gegen 257tkm eine Ansage, zweitens war es echt ein bisschen die Farbe und auch das Glasdach.
Der Hauptgrund aber war, dass Ioannis mich dringend darauf hingewisen hat, dass die griechische Regierung Maßnahmen gegen alte Diesel plant, er würde an Wert verlieren – das wollte ich nicht.
Smurfy hat jetzt den altbewährten 1.2 Liter „Fire Motor“, da kann man sich im Fall des Falles auch mal einen gebrauchten Ersatz gönnen.
Außerdem passt der 1.4er vom 100HP rein, aber das denke ich nicht einmal 😉 …
Ach, weil wir gerade bei Motoren und „dummen Ideen“ sind – Sibylle und ich hatten am Mittag einen Termin mit Sofia und Stavros…

Sofia hat ein recht günstiges 8m Kajüt-Motorboot in der FB Gruppe „Leros Yachting“ angeboten.
Für den Preis wollte ich mir den 260PS V8 Hammer mal ansehen, vielleicht ein kleines Projekt für mich???
Mal sehen was so zu machen wäre…




Bis hierhin war ich durchaus bereit mir weitere Gedanken zu machen – den richtigen Preis vorausgesetzt, kann man mit relativ geringen Investitionen zu einem flotten Weekender kommen, mit dem man die Badebuchten der Nachbarinseln unsicher machen kann.
Leider war der Innenraum echt desaströs und total verfault, es gab kein Holzbrett, welches man nicht hätte erneuern müssen.

Ich habe wirklich nicht sofort abgesagt und auch nicht unfreundlich sofort zum Preis geschwenkt.
Ich habe mir Bedenkzeit erbeten, habe ernsthaft recherchiert und dabei festgestellt, dass man 10 Jahre jüngere Boote in schönem, fahrbereiten Zustand für rund 10.000.- bis 15.000.- Euro bekommt.
Soviel will ich nicht ausgeben, es wäre aber zweifelhaft, ob man bei diesem Boot unter der magischen 10 bleiben kann.
Ich habe zwei Tage später abgesagt, bleibe aber an einem Weekender als Spaßboot dran – oder ich mach´ etwas ganz anderes, wer weiß das schon???
An diesem Abend lade ich Brigitte und Hans zum Burgeressen im „Remezzo“ ein, Hans schmeißt seinerseits eine Runde Eis in der kleinen Eisdiele in Agia Marina.
Eine durchaus gute Erfahrung, aber keine wirkliche Alternative zum Eisparadies von Giannis Repapis.

Der neue Tag beginnt spannend – heute geht es ans Eingemachte!
Ich muss und möchte endlich den Hydraulikzylinder montieren – es gilt zu handeln, denn wenn ich den Zylinder nicht montieren kann, dann muss schnellstmöglich ein Notfallplan in Kraft treten.
Ein Telefonat mit Jörg verschafft Klarheit – der Verschlussstopfen ist nur gegen Verschmutzung, der Zylinder ist nicht gasgefüllt.
Das ist gut und schlecht gleichzeitig, denn nun können wir die Verschraubung öffnen, aber wie um Gottes Willen, sollen wir nun mit den vorgegebenen 6 bar Stickstoff befüllen?
Was tun sprach Zeus – ich entscheide mich erst einmal für eine Tasse Kaffee!

Ich bemühe Google und erfrage die Unterschiede einer Stickstoff- und einer Luftbefüllung. Die Entscheidung liegt auf der Hand, eine Luftbefüllung wäre hier vertretbar…
Allerdings stellt sich auch dann die Frage, wie wir die Luft in den Zylinder bekommen.
Wir kaufen daher ein paar Kleinteile und ein Reifen-Füllgerät – daraus basteln wir eine Füllvorrichtung für den Zylinder.
Für den nötigen Luftdruck sorgt eine umgebaute, kleine Tauchflasche.


Das hat geklappt – unsere Idee funktioniert und wir können den Zylinder endlich einbauen.
Ich lege alles Werkzeug am Bug von ELOWYN parat und HP klettert in den engen Ankerkasten.
Ich lasse den Hydraulikzylinder in das Führungsrohr gleiten und mein saarländischer Freund schraubt ihn unten an – es sei erwähnt, dass wir dafür rund 80m Kette ins Wasser lassen mussten – ein echtes Stück Arbeit, denn diese war vom Ausbau noch übereinander geschlichtet und musste erst „entwirrt“ werden.



Soweit hat alles geklappt – bis hierhin brauchte ich Hans Peters Hilfe, ab jetzt käme ich alleine zurecht.
Da aber eine Hand die andere wäscht, hatten wir vereinbart, dass heute „Vordecktage“ ausgerufen sind.
Wir wechseln also den Schauplatz und verholen auf LIBERTÉ – hier galt es an gleicher Position die Ankerwinsch neu zu verkabeln.

Wir crimpen drei Kabel neu und setzen eine Verteilerdose, dann muss auch diese Arbeit erst einmal ruhen.
Für den finalen Verbau der Ankerwinde wäre morgen sicher ein guter Tag.
HP wird von seiner Frau zum Ordnungsdienst gerufen, es gilt noch etwas „klar Schiff“ zu machen.
Dies dient mir als Stichwort – auch ich sollte auf ELOWYN alles wieder an seinen Platz räumen, zudem könnte ich die Montage finalisieren, indem ich noch die obere Abdeckung des Decksausschnittes montiere.
Doch hier schlägt das Schicksal mal wieder unbarmherzig zu…

Das werftseitige Führungsrohr des Zugeisens war in einem definierten Winkel an einen zylindrischen Montagerahmen geschweißt worden.
Dabei entstand eine etwas dickere, hintere Kante. Da das Bauteil schräg eingeführt werden muss, stand diese Kante nun am Deck an, welches in der Folge bereits bei der Erstmontage durch die Polen etwas größer ausgeschnitten wurde.
Um den größeren Ausschnitt zu kaschieren, wurde großzügig mit Epoxi aufgefüllt…

Da das Führungsrohr nun abermals an der Epoxifüllung anstößt, bleiben mir nur zwei mögliche Lösungswege.
Einmal kann ich natürlich das Epoxi ausschleifen und nach der Montage der Führung wieder in gleicher Art und Weise auffüllen.
Dies würde funktionieren, es bleibt aber eine Notlösung – einmal Murks, immer Murks.
Wir entscheiden uns für Lösungsoption 2 – einen Neubau des Führungsrohrs.
Ich fahre noch am gleichen Abend zu Giorgos und bespreche mit ihm die Vorgaben für die Neuanfertigung.
Er verspricht mir eine Fertigstellung innerhalb einer Woche.
Am Folgetag holen Sibylle und ich Petra und Hans Peter in den frühen Morgenstunden ab.
Was wir sehen, verschlägt uns fast die Sprache…

Ein Skipper beschließt, dass er sein Großsegel an dem an Land stehenden Boot anschlägt.
Es ist noch nicht einmal ein außerordentlich windstiller Tag – trotzdem zieht der Amici sein Hauptsegel ins Top seines Mastes.
Das Tuch bläht sich, in dem Moment hören wir schon die schreienden und gestikulierenden Marinaarbeiter heranlaufen – wie kann man so ein Depp sein???
Keinen Gedanken daran verschwendet, welche Kräfte auf den Rumpf, die Stützen und das Rigg wirken, wenn sich das Boot nicht krängen kann.
Ein Wunder, dass nichts passiert ist!
Wir setzen unsere Fahrt fort, es geht hoch zum Haus nach Plaka – heute ist Gartenarbeit angesagt.


In Griechenland müssen bis zum 15.06. alle Wiesen und Felder abgemäht sein, um der Brandgefahr entgegen zu treten.
Generell sah unser Garten verwildert aus, wir haben daher beschlossen einen Tag Arbeit zu investieren.
Es hat uns sehr gefreut, dass sich sofort Freunde bereit erklärt haben, uns zu unterstützen und behilflich zu sein.
Die Freunde haben sich abgewechselt – zuerst haben HP und Petra tatkräftig unterstützt, später dann Alex und Antonia.
Mit den beiden jungen Helfern war es ein Klacks, auch die schweren Arbeiten fertig zu stellen.
Das A-Team wurde von Benno und Hilde abgelöst, welche tatkräftig beim Zusammenrechen des Schnittguts angepackt haben – so konnten wir am späten Nachmittag Vollzug melden…







Der Garten ist bei Weitem noch nicht schön, aber er ist fertig für den Sommer.
Den Schnitt lassen wir zwei Tage später abholen – wir können die Sommerkur für unseren Garten somit von der ToDo Liste nehmen.
Als ich am Abend etwas später als Sibylle nach Xirokampos komme, empfängt mich meine Frau total aufgelöst – „…stell´ Dir vor was die Maurer gemacht haben! Sie haben unsere Vogerl eingemauert!“
Dazu muss man erklären, dass die beiden Maurer im Winter ein Loch in die Wand geschlagen hatten, es sollte im Frühjahr mit den anderen Verputzarbeiten geschlossen werden – wie immer gab es jedoch Verzögerungen.
Dies hat ein turtelndes Piepmatzpaar dazu genutzt, sich eine komfortable Einraumwohnung einzurichten und darin – nomen est omen – rumzuvögeln.
Es kam wie es kommen musste – nach ein paar Tagen vernehmen wir heftiges Gezwitscher, die Piepmätze haben eine Familie gegründet.
Heute ist das Loch in der Wand geschlossen! Die Eltern fliegen die Wand mit Würmern im Schnabel an – doch da ist nichts mehr.
Auch Sibylle und ich glotzen auf eine glatte Wand.
Ich war so verdutzt, dass ich kein Foto mache – aber ihr könnt euch eine glatte, weiße Wand vorstellen.
Mir war klar, dass die kleinen Küken vermutlich unter Unmengen von Mörtel zugeschüttet sind und ihre Leichname in der schwarzen Gruft verwesen…
Trotzdem taten mir die Eltern leid, wie sie da zwitschernd vor der Wand auf den Dachbalken saßen.
„Hier muss jemand handeln – Superheroes don´t wear capes“!

Ich breche das Loch wieder auf – und starre in einen großen Hohlraum. Der griechische Handwerker verzichtet auf Mörtel, er stopft einen Styroporballen vor das Loch und spachtelt zu.
Kein Lebenszeichen, kein Piepsen, kein Flattern – vielleicht sind die Kleinen doch erstickt???




ICH HABE EINE VOGELFAMILIE GERETTET! Die dafür anfallenden Karmapunkte lasse ich meinem Konto gutschreiben und fühle mich für den Rest des Tages als Superheld – muss nur noch schnell die Welt retten…
Das anschließende Dinner mit Petra und Martin im „To Steki“ schien mir dem Anlass gerade angemessen.
Wie immer sitzen wir gemütlich und speisen sehr lecker bei Dimitris.







Das Essen lassen wir uns wieder als „Menü Surprise“ von unserem Gastgeber servieren.
Wir sind bei dieser Art zu essen noch nie enttäuscht worden.
Wir haben einen kurzweiligen, lustigen Abend und genießen die Gesellschaft unserer Freunde.
Die Laune war natürlich auch ein wenig geprägt von unserem Getränkekonsum…




Ja, so geht Leben – und dieses fängt bekanntlich mit 66 Jahren an!
Am nächsten Morgen finde ich mich in ELOWYNs Klo liegend wieder – nicht etwa, dass ich zuviel Alkohol getrunken hätte, nein, ich lag dort zum Arbeiten.
Ich wollte ENDLICH das leidliche Thema Bilgenanstrich fertig stellen und habe mir vorgenommen, heute mal richtig durchzuziehen.


Da Danboline durchaus kräftig gaselt und ich etwas Kopfschmerz merke, gönne ich mir eine Gasmaske der Extraklasse.
Ob diese Anschaffung eine Nullnummer war weiß ich noch nicht, denn mir läuft beim Arbeiten die Brille an und mir dünkt, dass das Kopfweh doch ein Überbleibsel des gestrigen Abends sein könnte.
Während ich die kopfüber die nächste Bilge inspiziere, bekommt das Wort „Hangover“ eine neue Bedeutung für mich…



Insgesamt werden Sibylle und ich drei Bilgen als akzeptabel durchwinken, sieben Kompartments streichen wir neu.
Die Arbeit rund um die Seeventile findet heute endlich ein Ende – diesen Tag habe ich lange herbeigesehnt!
Wir streichen noch die Bilge in der Tagestoilette und zu guter Letzt die im Wassermacherabteil – dann melden wir Vollzug.
Jetzt kann das Mobiliar komplettiert und Schränke eingeräumt werden – es kehrt eine gewisse Normalität an Bord von ELOWYN zurück.


Was einfach aussieht ist oft sehr herausfordernd. Ok, durch meine Statur habe ich zusätzliche Schwierigkeitsgrade, aber mit Werk- oder Putzzeug in das Enge Abteil des Wassermachers zu klettern – das fodert auch sportliche Mittsechzgerinnen.
Sibylle und ich werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn diese Arbeit endlich in den Geschichtsbüchern, alternativ hier in diesem Blog, niedergeschrieben steht – in der Vergangenheitsform!!!

Ende – ich brauche frische Luft! Da kommt ein Hilferuf von Alex gerade recht.
Er braucht eine helfende Hand beim Anschlagen des Besansegels und da unterstütze ich natürlich gerne.
Zum Abendessen geht es heute ins „SouVLakki“, dort sind wir immer mal wieder wenn es schnell gehen soll.


Am Folgemorgen beginnt unser Hochzeitstag – wir beschließen, dass wir uns einen freien Tag gönnen und einfach mal richtig faullenzen.
Das beginnt mit einem Frühstück im „La Palma Café“ in Lakki – es war Sibylles Wunsch dort zu sitzen und ein feudales Omelette zu genießen.
Für mich war erst einmal ein starker Kaffee fällig.

Von hier aus sind wir gleich weiter nach Agia Marina gefahren, denn heute kommen Ellen und Dominik zurück.
Wir haben versprochen, dass wir sie von der Fähre abholen und Sibylle und ich gönnen uns um die Mittagszeit herum eine weitere Kaffeespezialität.
Unser Käuferpaar freut sich auf ihre LUMARA und weiß natürlich nicht, dass sie mit uns gerade einen Kaffee zu unserem Hochzeitstag trinken – dies tut aber auch nichts zur Sache.


Wir bringen die Beiden zur Marina und ziehen dann abermals weiter. Zunächst haben wir ein paar Einkäufe zu erledigen, dann sagen wir bei einer spontanen Einladung von Brigitte und Hans zu – zum Kaffee natürlich!
Mein Kaffeedurscht wird dann aber gestillt sein – wir freuen uns, dass unsere Freunde auch nichts von unserem Jubiläum wissen, lüften das Geheimnis aber später bei einer Mozartkugel.
Wir bewundern die Zitrönchen aus denen langsam Zitronen werden und beratschlagen uns bezüglich des geplanten Freisitzes im Garten.


Ein wunderschöner, kurzweiliger Nachmittag geht zu Ende, ich bringe Sibylle nach Hause und wir machen uns frisch um heute zusammen im „Pirofani“ essen zu gehen.
Am Weg nach oben in die Wohnung stolpern wir fast über die faul herumliegende „Fluffy“. Sie genießt ihren Status als „Fast-Hauskatze“ und sucht stetig unsere Nähe.
Wir beschließen, zur Feier des Tages eine Ausfahrt mit Smurfy zu machen.




Wir haben einen schönen Abend – aber wir geben auch der Retroperspektive Raum.
In unserem Kielwasser liegen 24 Jahre, Höhen und Tiefen, erreichte Ziele und verpasste Chancen – alles in allem können wir ein positives Fazit ziehen.
Dennoch wissen wir Beide, dass der kommende Lebensabschnitt ein besonderer sein wird, ja sein muss.
Ein „letztes Aufbäumen“ vor dem Altwerden, die letzte Option Prioritäten zu setzen und Versäumtes nachzuholen – kurz, dem „Buch des Lebens“ noch ein paar Kapitel hinzuzufügen.
Wir haben verschiedene Ansätze und unterschiedliches Risikoempfinden – mit der Absage der lang geplanten Reise haben wir uns selbst den Boden unter den Füßen weggezogen.
Wir sind angehalten, diese Lücke zu schließen – „…mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“…
Mir schwant, dass diese Zeile, wie so häufig, auch als Metapher verstanden werden kann oder sogar soll.
Der Abend endet mit einer Heimfahrt unter Sternenhimmel – wir sind uns einig, wir machen das Beste aus dem Leben.
Ich schlafe heute nicht gut und wache mitten in der Nacht auf. Nach einiger Zeit merke ich, das wird nichts mehr – zumindest nicht in absehbarer Zeit…

Später, gegen 06.00 Uhr, gehe ich noch einmal ins Bett und kann auch noch einmal einschlafen – aber der Tag war verloren.
Sibylle und ich beschließen daher, dass wir einen weiteren entspannten Tag zulasssen, bevor wir morgen wieder voll durchstarten würden.
Der gestrige Faulenzertag hat uns gut getan, wir machen daher heute so weiter…
Die erste Fahrt führt ins Gartencenter – ich möchte das bestellte Stihl Mulchmesser für meinen Freischneider abholen.
Im Laden treffe ich Edith und sie fällt über mich her – nur verbal, nicht physisch!
„Schön dass ich Dich treffe, wir sollten schon lange mal einen Kaffee trinken, sag Deinem Schatz schöne Grüße, ich will Dir noch etwas geben, schau was ich hier habe…“ – es folgt eine kurze Atempause und der Griff in die Handtasche…

„…das wollte ich euch schon lange geben, wir haben uns ja nicht mehr gesehen, sag schöne Grüße an Sibylle, sie soll sich mal melden wegen einem Treffen, ein gemeinsamer Kaffee vielleicht…???“
Der Verkäufer erlöst mich und spricht mich auf meine drei angefragten Obstbäume an.
Ich vertiefe mich in ein Gespräch mit ihm und frage mich in Gedanken, warum Edith Fotos von ihr und uns in der Handtasche herumträgt – ist sie eine Stalkerin?
Immerhin schickt sie Sibylle seit Monaten jeden Tag ein Bild von ihrem Essen.
Ich verlasse die Szenerie und fahre zu „Repapis“, dort treffe ich mich mit Sibylle auf ein Eis.



Danach fahren wir noch auf einen Sprung zum Hundeshelter, denn ich habe auf der Social Media Seite des Shelters ein total süßes Hundemädchen gesehen.
Ich sage immer, wenn ein Hund mein Herz erobert ist es der richtige Zeitpunkt.
Diese kleine Hündin war supersüß, total schmusig und hat nichts falsch gemacht – trotzdem ist sie es nicht, die mich „geflasht“ hat.
Ich weiß genau – der Tag wird kommen…
Heute kocht Sibylle und ich fahre nach dem Essen auf ELOWYN um noch ein paar Blogzeilen zu schreiben.

Am kommenden Tag sind Segel-Aktionstage ausgerufen. Wir wollen auf ELOWYN die Genua anschlagen und das Groß von seinem Winterkleid befreien.
Danach sollen die Segel auf LIBERTÉ angeschlagen werden und zu guter Letzt würden wir noch das Groß auf ANAHITA setzen – soweit der Plan.
Da noch etwas Zeit war, haben Sibylle und ich unseren Smurfy verräumt. Er darf heute Morgen in seine Wohnstube einziehen.
Wir machen uns zeitig auf den Weg nach Plaka…


Ziel war es, den kleinen blauen Flitzer so zu parken, dass er genug Raum lässt um mit den Moppeds links vorbei zu den Motorradparkplätzen zu fahren – das gelingt.
Wir lassen es dabei, räumen noch ein Werkzeug zurück und fahren dann zurück in die Marina.
Die Freunde und Helfer treffen kurz nach uns ein, die Rackerei mit ELOWYNs weißen Tüchern beginnt – leider gab es mal wieder einen Dämpfer hinzunehmen, denn ganz weiß waren die Tücher nicht mehr…


Wir hatten über den Winter Schimmel in der Segellast – verdammt! Alle Segel sind mehr oder weniger betroffen.
Klar muss ich mir zum Vorwurf machen, nicht öfter einen Blick hineingeworfen zu haben, umgekehrt ist die Feuchtigkeit auch ganz schwer zu kontrollieren.
Da es alte Segel sind und wir zudem wissen, dass das UV-Licht der Sonne hier viel wieder gut macht, ist der Ärger bald verflogen.
Aber es ist auch eine ganz klare Warnung, dass neue Segel über den Winter einen definitiv trockenen Lagerplatz benötigen.
Egal, weiter im Thema – wir schlagen die Leinen an und ziehen den mächtigen Lappen nach oben.
Gemeinsam geht das recht flott und wir können bald Vollzug melden.


Die Kutterfock wird noch nicht montiert, denn ich habe ja noch an der Rollanlage zu arbeiten.
Ach ja, wie weit wird wohl Giorgos mit meinem Führungsrohr sein?
Als hätte er es geahnt, klingelt 5 Minuten später mein Telefon. Eine Nachricht vom Gott des Edelstahlschweißens – genau genommen ist es keine Nachricht, es ist nur ein Bild…

Da diese Sache keinen Aufschub duldet, fahren Sibylle und ich sofort nach Kamara um das Teil abzuholen.
Die Idee dahinter ist folgende – die Form und der Winkel von Rohr zum Deckel sind nur leicht vorgegeben und mit etwas „sanfter Gewalt“ noch anpassbar.
Meine Aufgabe ist nun, die Passform zu prüfen, gegebenenfalls diese leicht zu verändern und das Teil dann an Giorgos zurückzugeben um es final auf Festigkeit zu Schweißen.
So weit, so gut…

Natürlich war der Winkel durch das Altteil vorgegeben, aber dass er ihn beim Nachbau so exakt trifft, damit konnte man nicht rechnen.
Ich zeichne noch die Bohrlöcher für die Anschraubpunkte an, dann lege ich das Teil ins Auto.
Giorgos würde es heute Abend in Lakki abholen, fertig ist es dann die nächsten Tage.
Perfekt! Jetzt können wir uns den Segeln auf LIBERTÉ und ANAHITA widmen, auch hier klappt im Großen und Ganzen alles wie geplant.
Mit einem erfolgreichen Tag im Rücken, treffen wir uns heute Abend zum Dinner in einem neuen, kleinen Lokal in Lakki.



Wie schneidet das neue Lokal ab? Nun, geht hin und macht euch selber ein Bild – es ist nämlich ganz schwer zu sagen…
Die Mitarbeiter machen nichts verkehrt. Der Service stimmt, das Angebot und die Preise auch.
Wir bestellen Meze, einmal quer durch die Karte und schlemmen den Abend lang, alles schmeckt sehr gut.
Die Rechnung ist dann aber doch höher als erwartet – nicht, dass es zu teuer wäre, wir haben aber wegen der kleinen Meze einfach etwas mehr bestellt, das läppert sich dann zusammen.
Dies soll keine Beschwerde sein, für uns war es jedoch ein einschränkender Punkt.
Warum? Weil man in der Preisklasse 60-70€ pro Paar auf Leros eben durchaus die Wahl hat.
Es kommen dann Faktoren wie Ambiente und pfiffige Küche dazu und in einer solchen Betrachtung würden wir woanders hingehen.
Trotzdem soll gesagt sein, auch wenn das „Vivelo“ meine Top 5 nicht stürmt, so ist es auf jeden Fall eine Alternative und Bereicherung in Lakki.
Am Folgemorgen startet mein Tag recht früh – ein mir sehr bekanntes Boot ist „first boat in crane“ und ich möchte dem Launching von LUMARA in jedem Fall beiwohnen.




Ich freue mich von Herzen für die Beiden – sie haben das Boot sofort voll übernommen und auch gleich begonnen dem Schiff ihre eigene Handschrift aufzudrücken.
Ich finde das richtig und gut, die Anfangsphase ist die beste Zeit alle gewünschten Anpassungen vorzunehmen.
Dass bei den kleinen Umbauten und Verbesserungen auch nicht immer alles klappt ist derNormalfall, aber ich bemühe mich, das Tun von Ellen und Dominik zu unterstützen.
Ich möchte, dass die Beiden positiv in ihre Eignerschaft mit LUMARA starten.
Als ich freigestellt bin, fahre ich ersteinmal nach Lakki ins „La Palma Café“ um mir einen zweiten Kaffee und einen kleinen Snack zu gönnen.

Ich beobachte ein wenig das Gewusel in der Ankerbucht und kann mir mein Erstaunen nicht verkneifen als ich einen Italiener mit besonderer Flaggenführung sehe.
Ich gebe zu, ich erlaube mir bei meiner persönlichen Betrachtung des Segel- beziehungsweise des Yachtsports eine etwas konservative Einstellung.
Ich mag die Ansprüche des Navigatorischen, gepaart mit vielerlei Herausforderungen der Physik und Mechanik.
Dass über die Jahrhunderte eine Etikette gewachsen ist, welche man heute mit dem Begriff „Seemannschaft“ betitelt, finde ich schön.
Weniger schön finde ich Spacken, welche von ebendieser Seemannschaft keinerlei Ahnung haben…

Auch wenn die Riesenfahne eine bayrische ist, es gehört sich einfach nicht, einen solchen Lappen, 100x größer als die griechische Gastlandflagge, zu hissen.
Mein Puls geht zurück auf Normalniveau, als mich abermals eine Nachricht von meinem Freund Giorgos erreicht – er hat meine Vorstagführung fertig gebaut, ich könne diese abholen.
Ja, das lass´ ich mir doch nicht zweimal sagen!


Über das Wetter im Wonnemonat habe ich mich ja schon ausgelassen – heute war wieder so ein Tag, den keiner wirklich braucht.
Nicht etwa, dass wir Schlechtwetter hatten, der Mai bot nur einen Regentag, aber es war überraschend kalt.
Ok, es traf nicht nur uns, auch in der Schlierseer Heimat hat es noch einmal weit bis in die Täler geschneit – aber auch wir mussten heute noch einmal zur Jacke greifen.

Gabi und Gottfried hatten zu einem Umtrunk eingeladen, eine nette Geste und wir freuen uns auf die Eröffnung des Abends mit einem Feierabendbier.
Leider war es uns nicht vergönnt im T-Shirt beisammen zu sitzen, so hat Gottfried, man höre und staune, mir seine alte Fleecejacke geborgt.
Ich würde jetzt nicht soweit gehen zu behaupten, dass Gottfried und ich eine Konfektionsgröße tragen würden, aber die Jacke die ihm vier Nummer zu groß ist, war mir nur drei zu klein…
Sie war ausreichend groß um beide Arme hineinzustecken und dabei nicht gesprengt zu werden – sofern ich meine Schultern nicht bewege.
Immerhin, so konnte ich dem Erfrierungstod entrinnen und werde Gottfried dafür ewig dankbar sein 😉 !


Der Tag klingt unspektakulär aus und weil ich relativ früh ins Bett gehe, wache ich am kommenden Morgen sehr früh auf.
Ich überlege, womit ich mich beschäftigen könnte, während ich meinen Körper mit zwei Haferl Kaffee befülle.
Da fällt mir Volkers Sortimentskasten ein – ich hasse nichts mehr, als wenn ich Schrauben suchen muss.
Also mache ich mich über die Schraubenkiste auf ELOWYN her – eine Art therapeutische Fleißaufgabe, ich hoffe, es gibt ein Sternchen 😉 …


Als ich damit fertig bin, greife ich noch zur Stichsäge um in einen der Einlegeböden der Badezimmerschränke ein Loch zu sägen.
An dieser Stelle ist ein Seeventil montiert, man kann es durch die Form und die Türstellung an diesem Schrank nicht greifen – eine Fehlkonstruktion.
Hier muss für Abhilfe gesorgt werden, indem an richtiger Stelle eine Zugriffsluke gesetzt wird.

Weil es gerade so gut läuft, baue ich den Einlegeboden noch ein und den Schrank wieder zusammen.
Zu guter Letzt montiere ich die Türen und man sieht…
…nichts mehr! Das Drama meiner Arbeit – gut ist´s, wenn alles funktioniert und man nichts mehr von der Arbeit sieht.
Das gilt in 90% der Fälle und ist eine Krux.
Dieses Schicksal holt mich auch gleich ein, denn Sibylle kommt – es ist ja erst 09.00 Uhr – und fragt als erstes „was hast Du eigentlich bis jetzt gemacht?“
Ich schleiche bedröppelt von dannen und suche mir eine Arbeit, bei der man danach etwas sieht und alle staunen.

Zusammen mit meiner Frau finalisiere ich den hydraulischen Spanner des inneren Vorstags und beende damit eine lang andauernde Odyssee rund um dieses verfitzmaledeite Bauteil.
Jetzt können wir planen, wann wir die Fock anschlagen würden – und ich nehme es vorweg, der Spanner wird über Tage seine Spannung halten, der lang gesuchte Ölverlust an der Handhydraulik ist behoben!
Was für ein toller Tag! Es bleibt genug Zeit für Sibylle und mich, um den Nachmittag für Besorgungen zu nutzen.
Wir kaufen Kaffee in der Rösterei in Lakki…

Danach gönnen wir uns einen Espresso und ein Eis bei „Repapis“ – hier fällt mir heute eine der kleinen Figuren auf, welche für Kinder bereitgehalten werden.
Diese Figuren werden für Mottotorten genutzt oder auch mal verschenkt, wenn eines der Kinder seinen Geburtstag bei „Repapis“ feiert.
Ich blicke auf die Vitrine und komme ins Grübeln – ob ich die Geburtstagskarte ziehen soll und mir diese Figur erbetteln soll???

Sibylle bekommt ihre Schamesröte ob meiner Pläne und zieht argumentativ alle Register um meine Pläne zu vereiteln – so bleibt der Schlumpf auf dem Armaturenbrett des Panda nur eine Idee (vorerst 😉 )!
Hans Peter meldet sich per WhatsApp, denn er hat Lunte gerochen – wenn wir beim Einkaufen wären, dann „…könnt ihr doch sicher noch ein halbes Dutzend Kabelschuhe mitbringen? Ich hab´ doch keine gelben Quetscher mit 5mm Auge.“
Klar, können wir…

Den größten Brocken heben wir uns für zuletzt auf – die Rettungsinseln von MARLIN und ELOWYN sind aus Athen von der Wartung zurück.
Sebastian hält sie uns bei Sotiris vor und ich hole sie dort ab und bezahle den Service. Dann wuchten der kräftige Pole und ich die schweren Monstercontainer in Klickers Kofferraum.

Da diese Inseln, allen voran ELOWYNs, kaum bis nicht alleine zu handhaben sind, bitte ich Alex rasch mit anzupacken.
Der muskelbepackte Adonis hilft mir das Ding zu ELOWYN zu tragen, es auf die Badeplattform zu lupfen und letztlich in den Halter zu heben – diesmal bitte ohne Beschädigung des Lacks.
Alles gelingt bestens, die Rettungsinsel des weißen Riesen ist wieder an Ort und Stelle.

Für das Dinner an diesem Tag haben wir uns abermals ein neues Lokal vorgenommen.
Nach langer Umbauzeit hat das ehemalige „Kritikos“, welches gegenüber des Marinaeingangs liegt, die Neueröffnung für heute Abend angesetzt.
Das Lokal heißt jetzt „I avli tou Kritikou“, was frei übersetzt soviel bedeutet wie „Der Garten von Kreta“.
Wir waren neugierig und es hat sich schnell eine Gruppe von 11 Leuten aus der Marina gebildet, die als erste Gäste das Lokal besucht haben. Es verstand sich von selbst, dass Sibylle und ich mit von der Partie waren.

Es entwickelt sich an diesem Abend ein Schauspiel – Darsteller dieses Kammerspiels waren die genannten 11 Marinalieger.
Ausschlaggebend war die Frage, ob wir „griechisch“ oder „deutsch“ essen wollen.
Griechisch bedeutet, dass allerlei bestellt wird, in die Tischmitte gestellt wird und sich dann jeder bedient.
Schmeckt einem etwas sehr gut, nimmt man etwas mehr, schmeckt es weniger, dann nimmt man weniger zu Gunsten eines anderen.
Der Tisch wird vollgestellt, so dass jeder satt wird, auch mit Essern wie mir am Tisch.
Preislich geht dieser „Meze-Gedanke“ in der Regel immer auf, denn der eine isst etwas mehr, der andere trinkt mehr, der eine bestellt kostspieliger, der andere noch eine Nachspeise.
So zu essen ist bunt und vielseitig, die Rechnung wird geteilt, easypeasy.
Wir studieren die Karte…

Klar, dass sich ein „deutscher“ Block bildet. Ich mag dies nicht, ich mag das nicht, ich mag nur ein bisschen und habe überhaupt lieber meinen Teller vor mir.
Das ist zu akzeptieren, also bilden wir zwei Lager, ich setze mich auf die „griechische“ Seite – „…und was bestellen wir?“
„Naja, eins von dem und eins von dem und vielleicht noch einen Salat und ein Tzatziki und als Hauptspeise ein Hähnchen für alle – wenn wir dann noch Hunger haben, können wir nachbestellen…“
Wie bitte? DAS ist nicht griechisch Essen – das ist eine Diät mit 1/5 Broiler, wo bleibt da die bunte Vielfalt?
Ich merke, heute gibt es für mich keine Einigung – ich setze mich auf die „deutsche“ Seite und bestelle mir ein Schweine-Tomahawk Steak und einen Salat.

Das Tüpfelchen auf dem i war aber unsere Bezahlperformance an diesem Abend – elf Personen die verzweifelt versuchen eine griechische Rechnung auseinanderzuklabüsern und dabei jeweils „seinen“ Zahlbetrag zu ermitteln.
Es war fast peinlich und ich war froh, als endlich das Geld auf dem Tisch lag…
Ach ja, das Lokal! War gut! Klar, kleine Anfangsprobleme welche aber nachsehbar sind, dabei gutes Essen und ein wirklich bemühter Service.
Offen gesagt, ein neues Highlight ist es nicht – aber es ist eine sagenhafte Alternative um essen gehen zu können ohne nach Lakki fahren zu müssen.
Wir werden wiederkommen! Seither ist der Parkplatz übrigens jeden Tag rammelvoll, auch die Locals nehmen die Taverne gut an.
Am Folgemorgen „fängt das Leben an“ – für mich zunächst mit einer Aktion, bei der ich als „früher Vogel“ mal wieder den Wurm fange.

Ich treffe mich so früh mit HP um die Rettungsinsel von MARLIN zu verstauen. Wir wollen dies tun, bevor in der Marina reges Treiben herrscht.
Dass ich den Service für einen Freund mit begleitet habe, soll eine Ausnahme bleiben.
Dann aber – es ist der 19. Mai, das Geburtstagskind entert mit ihrem Breezy die Szene.
Ich gratuliere artig und folge dann dem Ruf zu einem Geburtstagsfrühstück ins „La Palma Café“.

Ich weiß nicht warum das immer mir passiert – plötzlich kommt Eleftheris um die Ecke und setzt mir eine Kappe auf.
Ich bekomme eine „La Palma“ Basecap und bin wohl ab jetzt offizieller Botschafter der kleinen Cafébar an der Waterfront in Lakki.
Ich nehme die Cap gerne an, ich habe bisher keine, weil ich kein Kappenmensch bin, aber man weiß nie, vielleicht leistet sie mal gute Dienste…

Sibylles Geburtstag hat also begonnen – und die, deren Leben gemäß des Udo Jürgens Songs und der Headline dieses Blogs, heute anfängt hat keinen wirklichen Plan.
Meine Frau geht das alles ganz pragmatisch an, „…ich check´ jetzt mal meine Nachrichten, schau ob die Kinder sich schon gemeldet haben, vielleicht gehen wir alle am Nachmittag auf ein Eis – feiern kannst ja Du dann!“
Sagte sie und vertiefte sich in ihr Telefon…

Tatsächlich wächst eine Einladung zum gemeinsamen Stelldichein einiger Freunde aus der Marina.
Sibylle lädt ins „Repapis“ zu Kaffee, Kuchen und mehr – greift zu und lasst es euch schmecken.
Es folgt das obligatorische „Happy Birthday“, die Mädels aus der Eisdiele kichern und freuen sich mit uns.
Sibylle nimmt dankend die Geschenke der Freunde entgegen, welche sich echt Gedanken gemacht haben und sich ins Zeug gelegt haben.



Nach dem Eismeeting sind wir gemeinsam nach Xirokampos gefahren um uns für das Dinner fertig zu machen.
Sibylle wollte in unser favorisiertes Lokal, das „Pirofani“ in Panteli gehen und den Geburtstag in kleiner Runde ausklingen lassen.
Sie hat Brigitte und Hans eingeladen und wir haben Sibylle zu viert gefeiert…







Den „Pausetag“ tags darauf hatten wir uns mehr als verdient. Es wurde kein klassischer Faulenzertag, aber eben auch kein intensiver Arbeitstag – wir haben uns mehr um Administratives gekümmert.
Ich musste schon lang einmal zur Bank um dort ein paar Angaben zu machen, sehr lästig in Griechenland.
Abermals war die Tatsache, dass ich keine griechische Telefonnummer habe, ein Stolperstein.
So habe ich mich heute auch gleich noch darum gekümmert – ab Juni werde ich eine 0030 Handynummer haben.
Zudem mussten Sibylle und ich einkaufen, für meinen morgigen Geburtstag ist eine kleine Grillfeier geplant.
Wir gehen also über den Sandplatz der Marina und beobachten Lustiges – oder ist es eher Verstörendes???
Seltsam mutet es auf jeden Fall an…

Alex ruft mich an – unter anderem kommen wir auf den Geburtstagsgriller zu sprechen.
Ich erwähne aus Spaß, dass ich die Tatsache 13 Gäste eingeladen zu haben, nicht als Omen für Unglück sehe, sondern mich eher an die die Geschichten rund um die „Wilde 13“ erinnert fühle.
Ein bisschen passt es – die Abenteuer auf der Insel mit zwei Bergen. Ob der deutlich jüngere Alex die Geschichte noch kennt?
Wie auch immer, in jedem Fall fühlt er sich von meiner Assoziation inspiriert, mal wieder die KI zu bemühen.
Ich bekomme fast einen Lachkrampf, sehr geil gemacht! Danke dafür…

Jetzt ist er also da – mein Geburtstag. Noch ein ganzes Stück davon entfernt, dass auch mein Lebensanfang besungen wird, das ist insofern gut, da ich ja dann bis dahin noch ein bisschen planen kann, was ich dann mit mir anfange.
Eine Idee habe ich schon, ich sammle weiter Ouzo „Plomari“ Fläschchen. Sibylle kann die Karafakis schon nicht mehr sehen, wir haben inzwischen einige davon.
Die Regel lautet – gesammelt werden nur die selbst getrunkenen! Leider haben wir die acht von unserem legendären „Herrenabend“ nicht mitgenommen.
Heute kommt eine dazu, denn als ich nach dem Frühstück im „Coffee Lab“, zusammen mit Sibylle auf ELOWYN zurück komme, hatten Gabi und Gottfried mir schon ein Fläschchen auf den Cockpittisch gestellt.

Sibylle und ich lassen uns treiben. Wir sandeln so ein bisschen rum, gehen am frühen Nachmittag mit der Crew der JASPER auf ein Eis ins „Repapis“ und sammeln uns dann zum Stelldichein in Xirokampos.
Sibylle hatte schon einiges vorbereitet, ich kann noch eine Weile unterstützen, bevor die ersten Gäste kommen.
Es gilt die Tische und Stühle zusammenzustellen und den Grill vorzubereiten – der Rest sollte ungezwungen wie von selbst laufen.


Die ersten Gäste kommen. Antonia und Alex kommen mit Alex´Mutter Hanna und ihrem Mann Jim.
Wir haben uns angefreundet und verstehen uns sehr gut. Sibylle hat Hanna bereits in Deutschland besucht und unternimmt auch auf der Insel viel mit den beiden.
Die „A-Team Family“ schenkt mir eine Flasche Tsipouro, eine Zierflasche, welche ich sehr gut kenne – ich war, offen gesagt, immer etwas zu knickerig um mir den edlen Tropfen zu kaufen.


Sehr witzig auch die Idee von Brigitte und Hans, sie bringen statt Weihrauch und Myrrhe ebenfalls einen edlen Tropfen – aber diesen gleich als Bausatz, welcher sofort komplettiert und kredenzt wird.
Hans ist Spezialist im Basteln von Aperol Spritz Mischgetränken – und zeigt gleich mal was er kann…

Ich hatte meine Partybox geholt und wir haben griechische Musik gespielt – es war nahe dran an einem typischen Familienfest der Locals, vielleicht waren wir noch etwas zu gesittet 😉 …
In jedem Fall war die Stimmung gut und entspannt, wir hatten alle zusammen Spaß und uns quer durch die Bank gut unterhalten.
Gerne will ich ein paar Impressionen teilen…







Die Wilde 13 schreit Hunger – also starten wir den Grill und legen das Grillgut parat – ich denke, dass alle satt werden.
Auf den Grill kommen allerlei Leckereien, diese werden von einer Auswahl an feinen Salaten begleitet.
So sollte jeder auf seine Kosten kommen.
Der Grill ist heiß – los geht´s!











Gegen 22.00 Uhr, die ersten waren schon gegangen, erlaube ich mir die Musikrichtung zu wechseln.
Ich habe eine Playlist mit Party-Rock der 80er – naja, die Lieder eben, die für Antonia und Alex Oldies sind, waren die Songs der Jugend für den Rest der Gesellschaft.
So klang der Abend durchaus stimmungsvoll und zu bester Stunde aus.
Die Gäste verabschieden sich, Sibylle und ich machen noch kurz die Terrasse klar, dann fahre ich zurück auf ELOWYN.
Dort komme ich exakt um 00.00 Uhr an – mein Geburtstag war vorüber, ich war ein Jahr älter geworden.
Sehen wir, was mein 60. Lebensjahr für Geschichten bereithalten wird…

Am neuen Morgen bin ich ziemlich früh fit. Ich hole Sibylle in Xirokampos ab und bevor wir den Südteil der Insel verlassen, räumen wir das Haus noch piccobello auf.
Ich bin Susanne abermals zu Dank verpflichtet, denn sie hat ausdrücklich gestattet, dass wir Freunde einladen dürfen – umso schöner wäre es, wenn sie hätte teilnehmen können.
Na, vielleicht klappt es ja zum 60. 😉 !
Dann führt unser Weg direkt zu unserer Katikia in Plaka, ich möchte die Lautsprecherbox wieder aufräumen und von Sibylle habe ich den Befehl erhalten, dass ich „…endlich mal diese Flaschen wegräumen soll!“
Da ihr Befehl mir Wunsch ist, packe ich auch diese in eine Box und karre sie in mein Häuschen.


Ein schöner Start in den Tag. Zumal wir es nicht eilig haben – denn um 10.30 Uhr sind wir für drei Stunden mit Tanja und Stefan verabredet.
Wir haben die Beiden in unserem ersten Jahr als Yachties und Liveaboards 2021 kennen gelernt und uns angefreundet.
Die Beiden waren damals die Crew der OREJA VELA, welche wegen eines Schadens verkauft wurde.
Stefan hatte damals meinen Scudo gekauft und in einer Nacht und Nebel Aktion nach Italien verbracht.
Wir schwelgen in alten Geschichten und versprechen uns, auch weiter in Kontakt zu bleiben.

Die beiden Hamburger machten eine Woche Urlaub in Ikaria und werden noch eine weitere in Rhodos folgen lassen.
Sie sind zurück im Arbeits- und Landleben, haben aber schon wieder neue Pläne.
Es waren schöne drei Stunden, die viel zu schnell vergangen sind. Ach ja, da war noch etwas – Stefan hat mir meinen Webasto Temperaturfühler für ELOWYN mitgebracht, ich nahm diesen freudig entgegen.
Nachdem die Zwei wieder auf der Fähre nach Rhodos waren, hatten Sibylle und ich richtig Lust, den lange vermissten Fühler einzubauen und das Schlafzimmer in Ordnung zu bringen.
Gedacht – gemacht!

Ich mache an diesem Tag noch drei der fünf Deckenverkleidungen, den Rest würde ich morgen fertig machen.
Jetzt reicht es erst einmal und ich verhole mich abermals nach Xirokampos, wo Sibylle bereits mit dem Dinner auf mich wartet.
Nach vier Tagen mit wenig Projektarbeit aber trotdem jeder Menge Trubel, schaden zwei, drei Stunden ohne Aufregung definitiv nicht…

Am nächsten Morgen wache ich auf und tapse in die Kombüse um meinen Kaffee zu brauen.
Mein Gehirn ist noch nicht aufnahmefähig, aber es empfängt Signale die nicht mit dem Sollwert in Einklang zu bringen sind.
Wieso kann ich im Bauch von ELOWYN, etwa mittschiffs, den Bug eines anderen Schiffes durch´s Fenster sehen – es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Ein Blick nach draußen sorgt für Klarheit – einerseits. Anderseits entstehen mehr Fragen als Antworten und ich denke auch, dass ich die Antworten gar nicht wissen will…
Nikolas, der Juniorchef, war für ein paar Tage nach Athen gereist. Plötzlich legt ein 9m Motorboot am Steg für 20m Yachten an und die Insassen gehen schnurstracks auf die große Motoryacht nebenan.
Zuerst erweckt es den Eindruck als sei es ein externes türkisches Mechanikerteam, welches sich hier Zugang verschafft hat.
Später hätte man den Eindruck gewinnen können, dass „Geschäfte“ gemacht wurden – ich habe nicht nachgefragt, vielleicht war es ja auch nur Familienbesuch…

Ich sortiere mich gerade noch, da kommen Ellen und Dominik zu mir an Bord.
Wir haben ein paar offene Punkte wegen LUMARA zu bequatschen, dann muss ich wieder ans Werk, ein paar Kleinigkeiten haben wir beim Segelsetzen nicht ganz korrekt ausgeführt.
Dominik bietet Hilfe an und die kann ich sehr gerne annehmen. Der junge Mann ist beweglich und kraxelt behände in die Takelage – ich würde da wieder hängen wie ein nasser Sack.
Mit Dominiks Hilfe sind meine paar Handgriffe rasch erledigt!


Einen noch, nur noch einen! Sibylle und beschwören uns gegenseitig, dass wir nur noch einen lässigen Tag folgen lassen wollen – danach geht der Ernst des Lebens wieder los.
Nun, das ist vertretbar, denn heute ist Sonntag. Wir starten in den Tag mit einer Verabredung mit Hanna und Jim im „Navarone“.
Hier wird immer noch Frühstücksbrunch angeboten und obwohl die Preise etwas angehoben wurden, ist das Preis-Leistungsverhältnis immer noch spitze.
Wir freuen uns seit Tagen auf diesen Termin…


Danach stelle ich die Eignerkabine auf ELOWYN fertig, ich montiere alle Deckenverkleidungen und eine Verkleidung für ein technisches Bauteil, diese muss zu guter Letzt noch mit Silikon verfugt werden.
Wieder ein wichtiger und umfangreicher Punkt von der Liste…
Da Sonntag war, fand abends der Seglerstammtisch im „SouVLakki“ statt. Wir waren schon fast fertig, als die Musik ausging und neben dem Happy Birthday Song aus dem Radio, die singende Chefin Anna um die Ecke kam – auf der Hand eine Torte balancierend.


Ich mag Anna und ihre Familie – alle zusammen sind sie so nett und offen. Meine bereits ausgesprochene Einladung zu einem Fest in meiner Katikia wird eingehalten – und wenn es das Letzte ist was ich mache.
Nicht genug mit der Torte – Anna hat für jeden von uns eine Tüte mit einem Geschenk.
Wir packen es aus und trauen unseren Augen kaum – ein „SouVLakki“ T-Shirt für jeden von uns.
Ich werde es aus naheliegenden Gründen kaum tragen können, doch freue ich mich ungemein und ziehe es auch für diesen Abend an.


Wenn ich Stolz schreibe, meine ich auch Stolz – nicht, weil wir gebrandete T-Shirts so lieben, sondern weil diese Shirts von Locals und von Herzen kommen. Das macht sie so besonders!
Da die Zeit wie im Flug vergeht, war es notwendig, mal wieder kurz nach EDINA zu sehen. Es wird vermutlich der letzte Routinebesuch gewesen sein, denn auch Ed hat sein Kommen bereits angekündigt.
Also schnappe ich mir den Schlüssel der eleganten CNB 60 und sehe nach dem Rechten.


Es ist immer das Gleiche, etwas lüften, Bilgenpumpen ein, Motor und Generator starten und laufen lassen und nach den Batterien sehen.
Natürlich ein kurzer Rundumblick ob auch sonst alles ok ist. Ed ist auf dem Laufenden, es gibt ein paar offene Punkte, aber seit dem letzten Besuch hat sich nichts getan.
Er kann also beruhigt kommen und seine To Do – Liste abarbeiten.
Ich erinnere mich an den Eletromotor des Genuafurlers, hier stehe ich noch im Wort.
Apropos To Do – Liste, die gibt es auch auf LUMARA, denn dort führt mich mein Weg als nächstes hin.

Ich habe es ja bereits erwähnt – Ellen und Dominik nehmen das Schiff schnell und sehr vollumfänglich in Besitz, ich bin wenig involviert.
Das freut und beeindruckt mich gleichermaßen. Trotzdem gibt es hin und wieder Momente, wo eine Antwort auf eine Frage einfach hilft um schneller voran zu kommen.
Deshalb und auch um zwei, drei kleinere Problemstellungen zu lösen, sehe ich in regelmäßigen Abständen vorbei.
LUMARA wird die Marina am 29.05. verlassen und erst im Oktober zurückkehren. Ich hoffe von Herzen, dass mein altes Schiff dem jungen Paar riesige Freude bereitet.
Während ich bei den Schweizern bin, sendet mir Sibylle Bilder vom Hundeshelter. Sie und Angelika haben sich heute auf den Weg gemacht um den Zamperln ein wenig Zuneigung angedeihen zu lassen.


Sibylle und ich treffen uns nach erledigter Vormittagsarbeit im Restaurant der Marina, um hier im „Skipper´s“ einen Café zu trinken.
Sibylle mag den Cappuccino hier recht gerne, während ihr der im „Repapis“ nicht gut schmeckt – hier entsteht ein Dilemma, denn ich hätte natürlich gerne eine Eisspezialität…
Solche Herausforderungen lösen meine Frau und ich aber meist sehr pragmatisch!


Ich entscheide mich am nächsten Morgen für eine Fleißarbeit – es gibt auf ELOWYN so etwas wie eine Schatztruhe.
Sie beinhaltet eine Menge teurer und wichtiger Ersatzteile, aber kaum jemand weiß genau über ihren Inhalt Bescheid.
Es macht also durchaus Sinn, sich der Thematik einmal vorsichtig anzunähern.
Ich entscheide an diesem Tag, das Staufach für Ersatzteile und Werkzeuge erst einmal völlig zu leeren, die bereits sortierten und erfassten Dinge wieder einzuräumen, denn dann würden „nur noch“ die Dinge übrig bleiben, welche ich einmal ansehen müsste und welche dann sortiert und verräumt werden müssen.
Ähhh, da habe ich mich wohl etwas verschätzt…

Als ob die eigenen Aufgaben nicht reichen würden, habe ich mich noch auf eine weitere Herausforderung eingelassen.
An INSPIRATION muss noch die ACU des Autopiloten ausgetauscht werden.
Das klingt einfach, ist es aber meist doch nicht. Alex erklärt sich bereit zu helfen, wir wollen das Boot für Jörg klar machen, bevor sein Co-Eigner am 04.06. ankommt, um auf der Bavaria zu urlauben.
Weil nix „einfach so“ funktioniert, müssen Alex und ich das Dinghy erst einmal von Wasser befreien…



So, die Neuteile sind sortiert, es sind Garmin Systembauteile. Die alte, neue Raymarine ACU kommt wieder raus, denn sie ist nicht 100% kompatibel.
Das haben wir geschafft – jetzt ist etwas Recherchearbeit notwendig, daher brechen wir an der Stelle ab, um später ab hier weiterzumachen.
Mal sehen, wann es zeitmäßig passt…
Der neue Tag wird als ELOWYN Tag ausgerufen, ich muss mich ranhalten und auch mal wieder ein paar Doings von meiner gleichnamigen Liste schaufeln.
So treffen wir uns um 09.00 Uhr, um zuerst die Fock anzuschlagen, was ziemlich schnell und unspektakulär erledigt ist und um danach den WILLI zu Wasser zu lassen.
In einem der letzten Berichte hatte ich geschrieben, dass der kleine Flitzer zwischenzeitlich auf Panagiotis´ Anhänger ruht.
So hatten wir heute ein leichtes Spiel ELOWYNs Schnulli zu slipen.


Nicht nur, dass der Slip uns die Arbeit brutal erleichterte, ich heimste mir auf die Art und Weise noch ein paar Lorbeeren im Rückwärtsfahren mit Hänger ein – nix verlernt…
Ich musste an diesem Tag ein paarmal sehr knapp rangieren – hat aber alles perfekt geklappt.
Sibylle hatte den Williams 325 Jet schon gereinigt, nun bauen wir zusammen die Cockpitkissen ein.
Ich bringe den überholten Motor zum Laufen und entscheide, dass wir eine neue Batterie bestellen.
Auch mit dem alten Akku und etwas Starthilfe kann ich eine Probefahrt durchführen.
Jetzt heißt es noch, den Tank mit 40 Liter Ultimate zu befüllen – dies gelingt auch, doch leider war einer der zwei Kanister undicht…


Nachdem der Tank voll ist und der Weber Turbomotor zuverlässig anspringt, kann ich endlich eine Probefahrt wagen.
Erst ein paar Meter warmfahren, dann darf es eine kurze Vollastfahrt sein.
Der kleine Flitzer macht Spaß – er ist ein typisches „Boy-Toy“!

Gemeinsam räumen wir den WILLI dann in seine Garage. Das klingt einfacher als es ist, denn das Mutterschiff muss drei Meter nach vorne gefahren werden.
Dann heißt es „Klappe auf, Tender rein“ – es ist immer wieder ein Spektakel, wenn ELOWYN den kleinen WILLI schluckt.
Ich werde zum Batteriewechsel noch einmal öffnen müssen und auch das Schlauchboot noch einmal zur Hälfte herausholen müssen, dann aber ist in diesem Bereich alles erledigt.
Wir fahren zufrieden Richtung „Stis Anna“, wo wir heute mit Brigitte und Hans zum Essen verabredet sind.
Zuvor machen wir aber einen Abstecher zu Giorgos, er schneidet mir zwei Delrinriegel ab, aus denen ich den Leiteranschlag bauen werde.


Am Folgetag bin ich auf Hans Peters LIBERTÉ verabredet, wir wollen endlich den Wassermacher in Gang bringen und Wasser produzieren.
Dafür galt es, ein paar Kleinigkeiten fertig zu stellen und das System zu spülen.
Wir mussten uns aufgrund eines Umbaus, einige Schritte erarbeiten, die Bedienungsanleitung hatte in diesen Punkten keine Relevanz mehr – aber im Großen und Ganzen ging die Arbeit gut von der Hand.


Wir haben ganze Arbeit geleistet – das Gerät produziert Wasser mit einem hervorragenden ppm-Wert von 277!
Auch die Leistung passt, nach drei Stunden haben wir 170 Liter Meerwasser entsalzt.
Was uns an diesem Tag nicht mehr gelingt, ist die Rückspülung des Geräts. Ein Magnetventil scheint defekt zu sein und wir beschließen, es durch einen manuellen Umschalthahn zu ersetzen.
Die Ersatzteile kaufen wir noch, dann ist Feierabend.
Wir vertagen uns auf auf einen weiteren, dann vermutlich letzten Termin.
Dann wollen wir das Projekt „Wassermacher LIBERTÉ“ final beenden, die Crew kann dann ohne Limit Wasser produzieren – sie werden es bald brauchen, denn am 01.06. startet die erste länger andauernde Reise, vermutlich zum Peloponnes, gell HP?!
HP und ich haben geschuftet wie die Beserker, wir haben gearbeitet bis die Fetzen flogen…

Doch auch Sibylle war in meiner Abwesenheit fleißig – sie hat Edelstahl poliert und dabei ein Erfolgserlebnis erzielt.
Zu verdanken hat sie dieses einer Polierpaste, welche Alex ihr zum Ausprobieren überlassen hat – „…die will ich!“, höre ich mein Weib sagen und wie ich ja bereits angedeutet hatte, wird jeder Wunsch, auch dieser, sofort in eine Bestellung umgewandelt.



Nur zwei Tage später erhalten wir von Volker die Bestätigung, dass die bestellte Dose angekommen ist und dass er sie mitbringen wird.
So ein amazon Prime Versand funktioniert wirklich prächtig!

Auch andere bekommen Waren zugesandt, wenn auch nicht immer direkt – als ich zu Sibylle zurück laufe, erreicht mich eine Nachricht von Tom.
Die für LUMARA bestellten Kleinteile seien angekommen, er bringt sie am 04.06. mit.

Ich freue mich echt sakrisch, als ich zu Sibylle zurückkomme – natürlich auch, weil ich sie wieder sehe, offen gesagt aber unmittelbar darüber, dass meine griechische Telefonkarte angekommen ist.
Natürlich sehe ich sofort nach, was in dem großen Kuvert alles drin ist – und fühle mich unmittelbar an die russischen Babuschka Matruschka Matrjoschka Puppen erinnert…




Ich freue mich und lege die Karte in mein griechisches Telefon ein – doch es funktioniert nicht.
Ich lerne, dass ich die Karte aktivieren muss, dies versuche ich mehrmals.
Doch leider bleibe ich immer dort hängen, wo ich meinen Namen eintragen müsste.
Diese Felder sind jedoch nicht anwählbar, ich komme nicht weiter.
Nach dem Abendessen verfalle ich in einen solchen Sog, dass ich bis 02.00 Uhr nachts versuche, meine SIM zu aktivieren – doch ich scheitere kläglich.

Da fällt mir eine Geschichte aus der Kategorie „mal wieder von Griechenland genervt“ ein, welche ich kurz einflechten möchte.
Ich habe vor einer Woche bei unserem Marinachandler die Serviceteile für die Motorinspektion von ELOWYN bestellt.
Ein großer Motor, teure Teile, aber letztlich ein ganz normaler Yanmar.
Wir haben besprochen, dass er die Teile in Ruhe heraussuchen kann und ich sie in einer Woche gesammelt abhole.
Das war heute! Und was hatte der Mann hinter dem Tresen gemacht? Nix! Er war überrascht, hat sich dunkel erinnert – aber weder an den Motor noch ans Schiff.
Ich war sauer – und habe mein Glück bei „Naval“ versucht. Leider ist „meine Maria“ im Moment außer Dienst und ich habe bei der netten aber neuen Mitarbeiterin Evi angefragt.
Sie holt siegessicher eine Tabelle aus der Schublade und sucht nach dem 4LHA-STP, doch er taucht nicht auf.
Ich solle Daten hinterlassen, man würde mich zurück rufen – dies ist bis heute Abend nicht passiert.
Ich hatte nicht gedacht, dass ein paar Filter so ein Problem aufrufen können – ich vermisse Maria schmerzlich!!!
Hoffentlich klappt der für heute geplante Einbau der ACU an Jörg und Toms INSPIRATION besser…

Alex und ich hatten ja alle Bauteile schon vorbereitet und auch fleißig recherchiert.
Wenn alle Rechercheergebnisse stimmen, dann sollte die Verkabelung zwar langwierig werden, aber keine Raketentechnik sein.
Wir messen die Polarität, legen los und sind nach rund zwei Stunden mit der Kabelklemmerei fertig.
Jetzt wird es ernst – wir legen die Hauptschalter um und sehen nach, was am Plotter passiert.
Und siehe da…



Geschafft! Die Raymarine ACU ist gegen eine von Garmin ausgetauscht, alle Autopilotfunktionen können am Plotter vollumfänglich abgebildet werden.
Unser Job ist getan.
Für die Kalibrierung in Fahrt zeichnet sich Tom verantwortlich, den finalen Einbau soll Jörg zu einem geeigneten Zeitpunkt vornehmen.
Wir legen die Bauteile nur zurück in die Kiste und legen auch die Kabel dort nur ab.
Die nahezu neuwertige Raymarina ACU 200 liegt im Schiff, wenn jemand von euch so etwas braucht – lasst es mich wissen!


Während Alex und ich die Navigationselektronik für unsere Freunde Jörg und Tom upgraden, ist Sibylle mit Hanna und Jim beim Wandern.
Die Drei haben sich vorgenommen, heute den Berggipfel zu besteigen auf dem die analoge Abhörstation aus dem zweiten Weltkrieg, der „Acoustic Mirror“, das Aerophon steht.
Auch die Drei scheinen Spaß zu haben, von unterwegs senden sie Bilder und auch die Geschichten die sie später bei einem Eis erzählen werden, klingen begeistert.

Alex und ich haben vor dem Treffen in der Eisdiele noch eine zweite Zusage zu erfüllen.
Martins STENELLA II wird gekrant, er und Petra sind aber gestern bereits abgereist.
Er hat uns daher gebeten, dem Kranen beizuwohnen und zu unterstützen, sofern nötig.
Tatsächlich war es gut, dass wir vor Ort waren, denn es gab kurze Irritationen rund um STENELLAs Liftkiel, diese konnten wir ausräumen.
Der Rest war daily business.


Hat alles gut geklappt – Alex und ich gönnen uns einen Freddo Espresso, dann zusammen mit dem Wanderteam ein Eis bei „Repapis“, gehen dann aber zurück an die Werkzeugfront.
Für mich steht heute das bereits erwähnte, vermutlich letzte Stelldichein auf LIBERTÉ an.
Hans Peter hatte viel vorgearbeitet, so hatten wir zusammen nur noch eine weitere Produktion von einem Kanister Wasser zu erledigen und dann den anschließenden Spülvorgang durchzuführen.
Da alles geklappt hat, kann ich LIBERTÉ nun von meiner Liste nehmen. Ich werde noch das Treffen begleiten, bei dem Giorgos den Geräteträger plant, dann brechen HP und seine Petra zu ihrer ersten längeren, gemeinsamen Reise auf.
Es zeichnet sich ab, ich brauche einen neuen Companion für mein Werken…
Noch eine gute Nachricht – ich erreiche mit Hilfe einer Griechin aus einem Telefonstore die Hotline von Cosmote und der nette Mann am Helpdesk verspricht mir, meine Karte freizuschalten.
Ich musste ein paar Angaben machen und Bilder von Dokumenten sowie eines von mir schicken – habe ich sofort erledigt!

Zum Dinner hatten wir uns sehr kurzfristig mit Alex, Hanna und Jim ins „neue Aloni“ in Xirokampos verabredet.
Man hört, dass Seniorchef Eleftheri an eine seiner Töchter übergeben hätte.
Das Lokal wurde deutlich aufgehübscht, das Ambiente aufgewertet und die Speisekarte überarbeitet.
Alles in Allem hat „Aloni“ gewonnen. Die moderaten Preiserhöhungen gehen in Ordnung, die Qualität war echt gut.
Wir haben gut gegessen und der Rechnungsbetrag hat uns nicht überrascht – ABER – es entsteht das gleiche Dilemma wie bei einigen anderen auch, man passt Qualität und Preis an, macht keinen Fehler, stellt sich aber auch näher an die führenden Lokale der Insel.


Diese Entwicklung ist eine riskante, denn der Unterschied besteht dann meist nur noch aus Nuancen, dem „gewissen Etwas“.
Hier haben andere die Nase vorn – ich nenne das „Serza“ und das von mir geschätzte „Pirofani“, sowie das mehrfach ausgezeichnete „Mylos“.
Sie alle haben das besondere Ambiente, pfiffige Ideen bei der Zubereitung der Speisen und einen hervorragenden Service.
Wenn man preislich näher an solche Tavernen rückt, dann ist man nicht mehr „die Taverne von nebenan“, die zu der man „mal schnell“ geht, man muss sich dann behaupten.
Ich drücke jedenfalls die Daumen für geschäftlichen Erfolg und wir kommen bestimmt wieder!
Als ich vor dem Schlafengehen noch einmal die Nachrichten und Stories der Freunde ansehe, fällt mir das Bild von Dominik auf – ohne dass wir es mitbekommen haben, hat LUMARA die Leros Marina Evros verlassen und ist nach vier Jahren wieder unter Segeln unterwegs.

Ich kann mich nur wiederholen – ich freue mich mit den Beiden und auch für meine alte NESSAJA, vielleicht ist ihr jetzt das Abenteuer vergönnt, welches ich ihr nie bieten konnte.
Am nächsten Morgen springt mein persönlicher Countdown auf Null. Ich packe nach langem Zaudern eines der beiden noch offenen Projekte auf ELOWYN an – ich setze die Druckwasseranlage instand.
Zunächst lege ich mir alle relevanten Teile zurecht und schaffe mir einen Arbeitsplatz.




Der Schraubenschlüssel im Bild und auch der blaue Spanngurt dienen nur dazu, den Behälter in der gewünschten Position zu fixieren.
Morgen wird der hochfeste Montagekleber ausvulkanisiert sein, dann kann ich diese Hilfsmittel entfernen und habe den Tank an optimaler Position – dann geht es mit der Pumpe weiter.
Während ich werkle, leistet mir meine Frau Gesellschaft, sie zieht dann aber von dannen um mit Brigitte etwas in Agia Marina „zu bummeln“.
Dies dient in erster Linie dem Zweck ein Geschenk für Hannas Geburtstag zu kaufen, wird aber sicher mit allerlei Tratsch verbunden sein.

Als ich mein heutiges Tagesziel erreicht hatte, rief ich Jürgen an. Jürgen ist ein Miteigner in der früheren Eignergemeinschaft von Tom und Jörg.
Er liegt mit der sagenumwobenen JOY in unserer Marina und hat Kummer mit seinem Rigg.
Ich wollte schon einmal locker vorbeischlendern, denn ich hatte das Schiff schon entdeckt, da wollte es der Zufall, dass Jürgen Kontakt mit mir aufnahm.
Bei seinem Problem konnte ich tatsächlich helfen – es handelte sich um einen klaren Fall… für Giorgos!


Jürgen war zufrieden, der Urlaub kann weitergehen. Wir verabreden uns spontan für das Abendessen, er kommt mit seiner Frau dazu, wenn wir uns heute Abend mit Hans Peter und Petra zum Essen treffen.
Doch bis dahin ist noch Zeit – und so beschließen meine Gattin und ich „etwas ganz Verrücktes“ zu machen!
Wir gehen zum Panteli Strand zum Baden – das erste Mal in 2026!!!
Ja, ich war schonmal im Meer – am 01.03. – aber bisher hatte ich weder Zeit noch Lust, mich in die Fluten zu stürzen.
Heute war es soweit!
Hanna, Jim und Alex waren auch da – und nachdem Hanna sehr heldinnenhaft vorgelegt hatte, konnten Jim und ich uns nicht lumpen lassen – kein Mimimimi am 30. Mai!







Die erste Stunde am Panteli Strand – ein kleines Bier, ein geteiltes Club-Sandwich.
Einmal gebadet und ein wenig auf´s Meer geglotzt…
Es fühlt sich anders an, gewohnt, nicht mehr außergewöhnlich. Wir sind jetzt Landlubber, Menschen, die auf Leros wohnen.
Der Unterschied ist, wir sind keine Yachties mehr, der Aufenthalt auf dieser Insel scheint endgültig und nicht mehr „zufällig“.
Mich nervt der Trubel, der Toast ist von schlechter Qualität und das Bier schal. Ich bin froh als wir wieder gehen.
Ich fahre mit Sibylle zurück und meine Gedanken kreisen – ich spüre, dass dies zum Problem wird.
Leider geht es nicht wirklich besser weiter – wir treffen uns zum verabredeten Abendessen und ich erfahre, dass Jürgen aus seiner ehemaligen Eignergemeinschaft eine Bavaria 430 Lagoon zum Verkauf anbietet.
Ich gebe leichtfertig ein Angebot ab, man wird sehen.
Auch im „Avli tou Kritkou“ klappt es heute nicht. Das Essen passt, aber der Service knickt ein.
Stammkunde werde ich hier nicht…
Ich bin froh, als ich ins Bett darf und freue mich auf mogen, auf den letzten Tag des Wonnemonats.
Der beginnt gleich mit einem Paukenschlag, wir treffen uns um 10.00 Uhr mit Alex, Hanna und Jim zum Brunch im „Navarone“ in Agia Marina.
Mein Arbeitstag beginnt daher schon gegen 07.00 Uhr…

Ich weiß, dass am heutigen Sonntag, zudem nach dem geplanten Brunch, nicht mehr viel passieren wird.
Da mir der Fortschritt bei der Druckwasseranlage aber wichtig ist, stehe ich früh auf, trinke meinen Kaffee und erledige noch ein paar Planungs- und Arbeitsschritte.
Ich kann einen Schlauch fix montieren, habe einige Teile gefunden, welche ich zum Verbau benötige und kann in der Folge einen Einkaufszettel für morgen schreiben.
Ich lege den idealen Platz für die Druckwasserpumpe fest und kann danach endlich an den bevorstehenden Gaumenschmaus denken.
Sibylle kommt an und wir setzen die Fahrt nach Agia Marina fort, wo wir uns mit den Freunden treffen.
Wir bestellen fünf mal den Sonntagsbrunch vom Buffet und Schlemmen was das Zeug hält…

Wir sitzen bis 12.00 Uhr, dann trennt sich unsere Runde. Sibylle und ich überlegen kurz ob wir zum Panteli Strand fahren sollen, entscheiden dann aber, dass wir Brigitte und Hans besuchen.
Die Beiden essen zu Mittag in der „Fischtaverne Gourna“. Wir setzen uns gerne auf einen Ouzo dazu, wollen aber aus nachvollziehbaren Gründen nichts essen – wir kommen ja gerade von einem Brunchbuffet.
Es ist auch ein Abschied auf Zeit, denn Brigitte fliegt morgen für zwei Wochen nach Österreich und wir werden uns exakt die Klinke in die Hand geben – einen Tag nach ihrer Rückkehr werden wir nach Deutschland fahren.
Auszeit – eine kurze Pause ist nötig. Ich bastle noch etwas an der Druckwasseranlage, Sibylle fährt nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.30 Uhr abhole.
Heute ist Stammtisch im „SouVLakki“!
Da Hans Peter und Petra aufgrund ihres geplanten Reisebeginns am Mittwoch wohl das letzte Mal teilnehmen werden, trifft sich der Stammtisch ein letzten Mal für längere Zeit in Stammbesetzung.
Klar, dass wir nach dem Essen noch einen Schlenker in das Eisparadies machen…

Wir klönen noch eine halbe Stunde, freuen uns, dass Dieter zurück ist und lassen den Abend dann langsam und unspektakulär ausklingen.
Exakt das Gegenteil machen Sonne und Mond am heutigen Abend – die Sonne versank hinter den Bergen von Lakki und schenkte uns eine „blaue Stunde“ in feinstem Licht.
Der Mond wollte dem Zentralgestirn nicht nachstehen und zeigte sich seinerseits als voller Blutmond.
Beides ein herrliches Spektakel, welches Sibylle und ich am Weg nach Xirokampos und auf dem Rücken unserer treuen GS genossen.


So endet unser Tag! Der Mai war ein, in der Gesamtbilanz schöner und erfolgreicher Monat, der mit vielen Höhen aufwarten konnte.
Vor uns liegt nun der Juni, dieser wird sicher nicht weniger abwechslungsreich.
Wir müssen ELOWYN „just in time“ fertig bekommen und haben auch sonst noch allerhand Kleinigkeiten vor der Brust.
Mitte des Monats kommen Volker und Kristina um mit ihrem Schiff Urlaub zu machen – natürlich freuen wir uns auf die Tage mit den Beiden, welche wir hier auf Leros verbringen werden, bevor sie die Leinen loswerfen.
Dann endlich Urlaub! Sibylle und ich fahren wieder nach Deutschland und besuchen Freunde und die Familie – sicher der Höhepunkt des kommenden Sommermonats Juni.
Wir freuen uns darauf, die Geschichten aus dem Leben, abermals mit euch teilen zu können – bleibt uns gewogen.
Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN
Mario