Leider kann ich Hans Peters Wunsch nach Wolfgang Petrys Song „Wahnsinn – Warum schickst Du mich in die Hölle?“ nicht entsprechen!
Irgendwas wehrt sich in mir, den Gassenhauer vom, mit Freundschaftsbändchen behangenen, „Wolle“ in meinem Blog zu verewigen.
Aber HPs Titelauswahl lässt euch erahnen, dass nicht alle Ereignisse des vergangenen Monats eitel Sonnenschein waren – ich suchte daher recht lang nach einem handfesten Song, welcher den Weg in den Wahnsinn beschreibt.
Wiedermal helfen die „Böhsen Onkelz“ aus, deren 1991er Song „Das ist mein Leben“ unsere psychische und physische Achterbahnfahrt durch den zehnten Monat des Jahres ziemlich gut trifft.
„Das ist mein Leben, vielleicht soll es so sein
Eine Reise durch den Wahnsinn, durch Licht und Dunkelheit
Man muss wohl erst ganz unten sein, um oben zu besteh’n
Bis zum Hals in Scheiße steh’n, um wieder Land zu seh’n, um Land zu seh’n
Vom Himmel in die Hölle, von der Hölle ganz hinauf
Ein tiefer Fall nach unten und die Treppe wieder rauf
Egal, was man erwartet, man bekommt, was man verdient
Lieder, die das Leben schreibt, Schicksalsmelodien“
Theatralisch, übertrieben, zuviel des Guten? Da fragt mal Hans Peter…

Um Schattenseiten zu haben, muss die Sonne auch mal scheinen! Die ersten Tage des Monats waren noch geprägt vom Besuch unseres jüngeren Sohnes Stefan mit seiner Familie.
Wir haben die Zeit mit den Kindern und Kindeskindern sehr genossen, alles in allem waren es insgesamt auch rund vier Wochen – eine schöne Abwechslung.
Speziell ich habe versucht, jede freie Minute mit den Kleinen zu verbringen.

Leider trügt der Schein, genauer gesagt der Sonnenschein! Das Wetter wurde zum Oktoberthema, denn aus griechischer Sicht, fiel der vielzitierte „goldene Oktober“ schlichtweg aus.
Die Temperaturen fielen, viel zu früh wechseln wir alle nach und nach auf lange Kleidung und festes Schuhwerk.
Die Badesaison war schlagartig vorbei und ausgesprochen häufig war es grau, bewölkt und regnerisch.
Wettertechnisch hatten wir den schlechtesten Oktober seit wir auf Leros wohnen, ein Oktober, welcher sich anfühlte wie ein später November.
Dies war besonders für unsere Urlauber ein Desaster, nach den Erkältungskrankheiten war nun das Wetter der Spielverderber im Hinblick auf einen Badeurlaub.
Egal, wir versuchen das Beste daraus zu machen – und das beginnt mit einem fulminaten Frühstück!

Mein Tagesablauf während der ersten Woche war also geprägt vom Familienbesuch, streng genommen hatte ich ebenfalls „Urlaub“ oder zumindest arbeitsfrei.
Dies klappte nur bedingt, da Volker mir trotzdem eine zwar kurze, aber durchaus intensive „Emergency-List“ hiergelassen hatte.
Auch ELOWYN wird noch einmal in den Urlaub starten und da zwischen der Abreise unserer Kinder und der Ankunft der Crew nur ein Tag liegt, mussten enge Zeitfenster für die Kleinreparaturen genutzt werden.
Dies war zum Beispiel in der Zeit der Mittagsschläfchen der Enkel der Fall. Die Stunde reicht ziemlich exakt aus, um die Starterbatterien für den Motor und den Generator auf ihre Leistung unter Last zu prüfen.


Der Grund, warum Volker diesen Punkt auf meine Liste gesetzt hatte, sollte sich im Verlauf des Monats noch aufdrängen.
In diesem Augenblick schien zunächst alles in Ordnung.
Ein weiteres Zeitfenster bot sich mir, teilweise auch durch Sibylle unterstützt, in der Phase zwischen Nachmittagsentertainment und Abendessen.
Da ich nur kurze Vorbereitungsphasen vor dem Dinner benötige, habe ich meist weitere ein bis zwei Stunden für kleine Handgriffe.
So mussten beispielsweise die Filter der Seewasser-Entsalzungsanlage gewechselt werden.
Immer wenn ich in das enge Kabuff hinabsteige, bin ich froh wenn Sibylle an Bord ist, sie kann mir von oben die notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel reichen – eine Unterstützung die Gold wert ist.


Ich hatte im letzten Blog angedeutet, dass ich ein paar Worte über Antonias „Cathouse“ verlieren möchte.
Ich finde es höchst respektabel, dass die junge Frau neben ihren Stammprojekten, wie zum Beispiel ihr Fernstudium, ihrem Online-Job und den Bootsarbeiten, noch die Energie aufbringt, den kleinen, samtpfotigen Kreaturen zu helfen.
Inzwischen hat Antonia einen Verein gegründet und überlegt, die Pflege und Obhut der kleinen Stubentiger zu optimieren.
Sie kümmert sich um die zeitintensive medizinische Versorgung, das Füttern, die Tierarztbesuche und nicht zuletzt um das Aufpäppeln von Babykatzen.
Natürlich werden auch Spenden dankend angenommen – sei es natural, in Form von Futter und / oder Spielzeug, oder eben monetär.
Mehr vom „Cathouseproject“ sowie einen Link zu einer Spendenseite findet ihr auf der Webseite, etliche Bilder gibt es auf Instagram!
Auch für uns war der tägliche Besuch zum „Babykatzen streicheln“ ein Fixpunkt im Entertainmentkalender…

Für mich blieben nur ganz schmale Fenster um auch private Aufgaben anzugehen – so konnte ich quasi „im Vorbeifahren“ eine lang ausstehende Entscheidung treffen.
Ihr fragt euch, über was ich wohl jetzt wieder schwadroniere? Nun, die Entscheidung bezüglich des Kaufs eines „Monster-BBQ“ war noch offen und da ich in anderer Sache ohnehin zu Andreas Kritikos Hardwarestore musste, war es an der Zeit eine finale Entscheidung zu treffen.
Hopp oder Topp???



Über die Leiter kommen wir zum nächsten offenen Punkt aus dem vergangenen Monat – die Beantwortung der Frage, ob es mit einem zweiten „Pflegeschiff“ geklappt hat…
Kurz und bündig – ja. Ich hatte mich mit dem Eigner vor Ort abstimmen können, wir haben die dringlichsten Aufgaben und die meisten offenen Punkte besprochen und die Absprache mit einem Handschlag besiegelt.
Es geht aufgrund meiner Langfristplanung wohl erst im kommenden Monat oder gar erst zum 01.12. los, aber die Leiter war der erste Schritt.
Ich muss sicher und jederzeit in das aufgebockte Schiff kommen, eine eigene lange Leiter war daher ein Muss.
Da ich das Trum auch für´s Haus gebrauchen kann, habe ich diese zunächst auf eigene Rechnung gekauft.
Na, neugierig geworden? Mehr zum zweiten Pflegeschiff in einem der folgenden Monatsblogs…
Auch in Deutschland fand ein Drama ein zwischenzeitliches Ende!

Der auf der Webseite von Webasto als zertifizierter Betrieb genannte Bosch Dienst in meiner alten Heimat hat auf ganzer Linie versagt.
Dies nicht nur auf der Zeitachse – ich hatte die Geräte im Juni abgegeben – nein, auch die Kommunikation und die Performance waren kläglich.
Dies gipfelte in unbeantworteten Mails und einer telefonischen Nichterreichbarkeit, so dass ich meinen besten Freund, welcher glücklicher Weise in der Nähe wohnt, mehrfach dorthin schicken konnte um sich ein Bild zu machen.
Hierbei ging es mir nicht alleine um die Frage ob an den Heizungen gearbeitet wird, sondern eher um das Gefühl, welches entsteht – ist die Situation noch unter Kontrolle?
Ich vertraue René und als er signalisiert, dass er nicht den Eindruck hat, dass ich die Geräte zeitnah bekomme, breche ich ab!
Ich bitte meinen Freund, die Heizungen einzupacken und den „Auftrag“ zurückzuziehen.
Ich war froh, dass wir die Geräte wieder hatten, aber drei Monate waren vergeudet – und hier wurde es inzwischen kalt.
Eine Lösung muss her – und zwar schnell!
Denken geht am besten bei einem Ouzo – und den gönnen wir uns heute als Aperitif im „Pirofani“ – wir warten auf Amelie und Stefan.


Am kommenden Morgen führt mich mein Weg zu Giorgos Firma „Boat & Parts nach Kamara.
An ELOWYNs Handhydraulik war ein Hebel gebrochen, diesen hatte ich dort abgegeben mit der Bitte, dass er mir einen neuen aus V4A fertigen möge.
Mein Testballon, ihn nicht unter Zeitdruck zu setzen, sondern mit Zielterminen zu arbeiten scheiterte kläglich – ich hatte angeboten „…no hurry my friend! Tomorrow is not necessary, I need at 03.10. just in time.“
Dieser Tag ist verstrichen, ich muss jetzt doch Druck machen und bekomme die zeitnahe Fertigstellung zugesichert.
Ich bin überzeugt, dass dies klappen wird, denn diesmal braucht der „Mastera“ auch etwas von mir…

Ich komme ins Spiel, weil die deutsche Firma „Baumo Motoren GmbH“ die Marke Faryman gekauft hat.
Giorgos bittet mich als Deutschen, in Deutschland die benötigten Teile anzufragen – später kommt noch ein Zylinder und der Kolben dazu.
Und siehe da, die Firma aus Kürten macht ein gutes Angebot, welches auch in Griechenland bestehen kann und wir werden die Teile zum Monatsende hin bestellen.
So bringe ich den Tag rum und am Nachhauseweg, kann ich erstmals am Abendhimmel erkennen, dass diverse Unwetterwarnungen und Regenmeldungen nicht völlig falsch liegen.
Es baut sich ein bedrohliches Szenario auf…



Nach dem Dinner mit unseren Kindern nebst Enkeln möchte Sibylle nach Hause.
Da ihr Befehl mir stets Wunsch ist, bringe ich sie nach Xirokampos – und jetzt???
Für mich ist es noch viel zu früh um ins Bett zu gehen – also verabrede ich mich noch einmal mit Amelie und Stefan auf einen Cocktail, diesen wollen wir in der Bar des Hotel am Strand trinken, nachdem die Kinder eingeschlafen waren.

Am nächsten Morgen sitze ich vor meinem Laptop um ein paar Blogzeilen zu tippen.
Natürlich nutze ich diese Zeit auch, um Nachrichten zu lesen und allerlei administrative Dinge zu erledigen.
Da fällt mir auf, dass ich gestern während des Abendessens einen Screenshot erhalten habe, welchem ich bisher keine Beachtung geschenkt habe.
Es sieht wohl so aus, als ob neben den angesagten Regenfällen auch schwere Stürme kommen.
Das ist in zweierlei Hinsicht keine gute Nachricht, denn einerseits wollen wir ja noch schöne Tage mit der Familie verbringen, anderseits planen Freunde UND unsere Familie ihre Rückreisen – und bei diesen Wetteraussichten ist dies alles andere als sicher…


Ich hole zunächst Sibylle in Xirokampos ab. Gegeben durch die Tatsache, dass Stefan seine Familie mit unserem Smurfy pilotiert, greife ich auf das Biest zurück – Crawler muss ran, um Sibylle und mich trocken über die Insel zu bringen.
Es wird nicht der einzige Einsatz für meinen Vielzweckkrabbler bleiben…
Danach treffen wir uns mit den Kindern zum Kaffee und zur Lagebesprechung im „Tzouma“ – was macht man an einem solchen Tag mit zwei Toddlern?
Die Planung macht sowohl Paula als auch mich sehr skeptisch 😉


Die Wahl fällt auf ein zweites Rührei für Anton, ein Kotopita für den Opa und eine Runde heißen Kaffee für alle.
An unserer Kleidung erkennt ihr ja schon die Sachlage – es war für Anfang Oktober echt frisch, ich war doppelt langärmelig unterwegs und mir war trotzdem nicht warm.
Das Entertainmentprogramm für den Nachmittag sieht einen Besuch des Hundeshelters vor. Wir wollen uns zwei Zamperl schnappen und mit ihnen eine kleine Gassirunde drehen.
Doch zuvor war ein Mittagsschläfchen angesagt, genug Zeit für mich und Sibylle zu Giorgos zu fahren, das gefertigte Ersatzteil abzuholen und es zu montieren.
So kann ich quasi „nebenbei“ Punkt für Punkt auf meiner „Emergency-List“ abhaken.



Die von Volker anvisierte „Übergangslösung“ wird später so gut gefallen, dass sie als Dauerlösung akzeptiert wird.
Ich sag´s ja, manchmal können Notlösungen auch die besseren Optionen sein.
Die Kleinen hätten keine Minute früher aufwachen dürfen. Denn just als ich die letzte Schraube befestigt hatte, kam auch schon der schlumpfblaue Panda in die Marina gefahren…
„Opa, wann fahren wir zu den Hunden?“ höre ich den Knirps fragen. „Jetzt natürlich!“


Wir schnappen uns, auf Sibylles Empfehlung, zwei der ruhigeren Hunde und drehen eine kleine Runde mit den Vierbeinern.
Das tut nicht nur den ansonsten eingesperrten Kreaturen gut, auch wir genießen die Bewegung, auch wenn es nur eine kleine Runde ist.
Danach geht es zurück nach Panteli an den Hotelstrand. Der erste Regen scheint durch, wir können gemeinsam auf einem Drink im „Tzouma“ beisammensitzen und der kleine Anton kann noch ein bisschen herumsausen bis ihm die Akkus ausgehen…
„Schau mal Opa, ich kann hupfen!“

Das Dinner nehmen wir heute zusammen bei „Dimitris o´ Karaflas“ ein. Wir machen den Nachteil des schlechten Wetters zu unserem Vorteil, denn die Wolkendecke lässt nur wenig Abkühlung in den Abendstunden zu.
Wir können beim Glatzkopf daher noch draußen auf der Terrasse sitzen und so den fulminaten Blick Richtung Türkei genießen.
Die Luft ist zu dieser Jahreszeit wieder klarer.
Als wir um 18.00 Uhr zum Essen gehen dämmert es bereits, es wird wieder früher dunkel – all das sind klare Vorboten für den bevorstehenden Winter.
Leider dieses Jahr ohne die so liebreizende Übergangsphase.

Am Folgemorgen sieht das Wetter schon wieder besser aus. Wir wiederholen daher unser tägliches Ritual, uns am Pantelistrand im „Tzouma“ zum Frühstück zu treffen.
Diesmal gleitet unser Gespräch in Richtung unseres Hauses ab. Ich freue mich darüber, denn bisher hat mein Sohn kaum Interesse für meine Lerospläne gezeigt, diesmal fragt er interressiert nach.
Ich schlürfe an meinem Americano und erzähle ein wenig über unsere Ideen, vom Haus male ich verbal schöne Bilder…


Heute kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel. Amelie liebt die KI und beschäftigt sich auch beruflich damit.
Während ich also blumig erzähle, diktiert sie fleißig die Ideen in ihr Telefon.
Ich muss zugeben, ich bin ja eher Skeptiker bezüglich der KI Anwendungen – nicht wegen solcher Gadgets wie wir sie heute verwenden, mehr wegen der Möglichkeiten und Konsequenzen, welche sich daraus entwickeln können und wohl auch werden.
Egal, heute kann die KI auch bei mir punkten, auch wenn ich die Fehler natürlich schnell finde.
Trotzdem gelingt es ihr sehr schnell, auf Basis einiger von Amelie gemachter Bilder und meiner Faselei, ein fesches Häuschen zu zaubern.
Es gibt nun also Zielbilder für unsere Katikia in Plaka…



Hat was, oder? Wenn es nur schon so weit wäre – da wird sicher noch etwas Zeit vergehen.
Aber es ist schön, so motivierende Bilder vor sich zu haben – und es ist eine gute Vorlage für zu beauftragende Handwerker.
Soweit, so gut – doch nun steht die spannende Frage im Raum, welchen Punkt wir heute auf die Entertainmentliste setzen.
Da kann der Opa einen Joker aus der Tasche ziehen – „Ich weiß, wir besuchen heute die Motocross Fahrer von Leros, die Piste ist gleich in der Nähe unserer Katikia!“
Gedacht, gemacht – schon kurz nach dem Mittagsschläfchen der Kleinen treffen wir uns am MX-Track der Waghalsigen.







Mein Freund Stavros war auch da. Er erkennt mich und ruft uns herüber ins Fahrerlager – das lassen wir uns nicht zweimal sagen!
Anton war begeistert von dem emsigen Treiben und den knatternden Kisten.
Stefan hatte es besonders die giftige Zweitakt-KTM angetan, der Fahrer der Waffe hatte allerhand zu tun, das Geschoss gebändigt zu bekommen.
Cooler Besuch! Auch Sibylle und ich waren das erste Mal dort, für mich war es sicher nicht der letzte Besuch bei den Jungs.
Dinner gibt es heute im „Pirofani“, es wird das Abschiedsessen für die Familie unseres Sohnes sein.
Bis dahin ist noch etwas Zeit, so kann sich jede Partei noch einmal eine Stunde durchatmen und eine Dusche gönnen.
Ich nicht! Kaum stand ich vor ELOWYN, sprach mich Nachbar Yo an und richtete mir einen schönen Gruß an Volker aus – er hätte eine Art „Verbesserungsvorschlag“, er sei der Meinung, dass man die Fender am weißen Riesen besser anbringen könnte.
So wie sie angebracht seien, KÖNNTE sich jemand beim Anlegen darin einhaken und etwas beschädigen.
Ah, ok! Ich bedanke mich und verweise darauf, dass Volker übermorgen ankäme und sich sicher über seinen Vorschlag freut!
Unsere Wege trennen sich und mich beschleicht ein Gefühl – mir hat der Konjunktiv missfallen…
Und siehe da!



Tatsächlich traf uns eine Mitschuld – erstens hatte der durchaus freundliche Nachbar nicht Unrecht.
Die Befestigungsart der Fender auf ELOWYN birgt ein gewisses Risiko und ist der Fendergröße geschuldet.
Zweitens hat sich bei der Vorgängercrew wohl ein fehlerhafter Knoten eingeschlichen, welcher die Situation eher verschärft hat.
Volker und ich werden zwei Tage später beschließen, dass wir der Sache kein weiteres Wort widmen, ich werde den Schaden stillschweigend reparieren.
Unser Tip an Yo – wenn die Lücke zu eng ist, einfach die eigenen Fender einholen und erst nach dem Festmachen stecken.

Etwas Zeit blieb noch bis zum Dinner. Ein Geistesblitz ereilt Sibylle und mich und wir verabreden uns spontan mit Brigitte und Hans auf einen Aperitif im „Mocal“ in Agia Marina.
Hier sitzen wir und klönen, bis die Zeit reif für einen Wechsel der Location ist.
Unsere Freunde verholen nach Hause, wir hingegen ziehen weiter nach Panteli in unsere Lieblingstaverne.

Wir speisen vorzüglich und lassen den Urlaub noch einmal Revue passieren.
Ein Urlaub mit Höhen aber auch etwas Pech – trotzdem war es eine schöne und intensive Zeit.
Noch ahnen wir nicht, dass der morgige Abreisetag noch zwei satte Überraschungen für uns parat hält.
Ich hoffe sehr, dass es „den Jungen“ gefallen hat, denn ich setze auf einen neuerlichen Besuch und eine Festigung des Urlaubsziels Leros.
Was gibt es schöneres, als Großeltern mit einem Haus in der griechischen Ägäis?
Ich wünsche mir, dass ich diese Idee ein wenig implantieren kann!
Der nächste Morgen, ich sitze gerade an meinem Rechner um meine Mails zu erledigen, beginnt mit einer positiven Überraschung!

Abermals war es Jörg von der INSPIRATION, welcher mir final aus der Patsche half.
Er hat sich ins Auto gesetzt und die 30km Weg zu meinen Freund an den Schliersee auf sich genommen, um dort meine Heizungen abzuholen.
Zudem hat er sie „rasch verpackt“, dafür eine Holzkiste gezimmert und sie anschließend zur Spedition gebracht.
Ich bin sicher, dass auch Melanie nicht unerheblich beteiligt war – das nächste Abendessen in Bayern geht auf mich, versprochen und DANKE!
So darf ein Tag beginnen – und es ging so weiter…
Wir wollten noch einmal auf den Spielplatz, dass sich die Kinder noch einmal austoben können.
Anton kann noch etwas rennen und Paula kann ein wenig krabbeln oder schaukeln – dachten wir!
Doch Paula hatte andere Pläne – was ihr könnt kann ich schon lange…

Von den Stunden die nun folgen gibt es keine Bilder – sie waren stressig und herausfordernd.
Wir fahren mit dem gesamten Gepäck nach Agia Marina um im „Kroupia“ noch ein Giros zu essen und auf die Ankunft der Fähre um 13.45 Uhr zu warten.
Gegen 13.30 Uhr waren nur ein paar Leute mit Koffern hier, Sibylle schaut auf´s Handy um nachzusehen wo die Fähre gerade fährt.
Sie flüstert mir ins Ohr – „…komisch, eine steht in Rhodos, die andere ist zwischen Kos und Symi, da stimmt was nicht!“
Sie geht los und schaut am Kassenhäuschen nach dem Rechten, ich schreibe derweil an die dänischstämmige Fährverantwortliche und frage per Facebook Messenger was denn los sei.
Beide erhalten wir etwa gleichzeitig Aufklärung – die Fähre wurde wegen technischer Probleme von 13.45 Uhr auf 20.30 Uhr verschoben.
Angeblich wurden alle Fahrgäste verständigt, nun, ein paar eben nicht…
Die Stimmung am Hafen begann zu kippen. Ich möchte, dass meine Familie einsteigt und wir ins „Palma Café“ fahren – Lagebesprechung!
Wir tauschen noch mit einem jungen Mann aus Deutschland Telefonnummern, wenn wir etwas organisieren, dann rufen wir an.
Im „Palma Café“ gönnen wir uns einen Kaffee und beratschlagen. Sibylle checkt alternative Fährverbindungen, ich bin für die ultimative Lösung zuständig.
Und diese kristallisiert sich als die einzig gangbare heraus!

Es stellte sich heraus, dass keine alternative Fähre mit den Flügen der Kinder kompatibel ist.
Eines der RIB-Taxis würde also zum Joker werden – und am schnellsten hat Thomas-RIB reagiert!
Bereits eine Stunde nach geplanter Fährabfahrt saßen die Kinder und der junge Berliner im RIB und warfen die Leinen los.
Das Taxi konnte umbestellt werden und die Kosten wurden geteilt.
Thomas hat von meinem Anruf an, innerhalb 35 Minuten das RIB klar gemacht und einen Fahrer organisiert.
Ok, der Spaß kostet ein paar Taler, ist aber auch ein Abenteuer – und eine vollumfängliche Umbuchung der Reise wäre ungleich teurer gewesen.
Für uns bleibt nur der Abschied, der ging leider viel zu schnell…



Spätabends bekommen wir die Nachricht, dass alles gut geklappt hat und man gut zuhause angekommen sei.
Sibylle und ich sammeln uns – erstmal zu ELOWYN und die Fahrzeuge sortieren.
Es lohnt sich nicht den Schlumpf aufzuräumen, den wird Volker morgen übernehmen, denn die ELOWYN geht morgen noch einmal auf Törn.
Wir fahren weiter Motorrad, doch die Abholung der GS in der Marina war diesmal schwieriger als gedacht – und warum???
Weil Rücksicht gerade nicht so en vogue ist!

Zu dieser Zeit waren in der Marina zwei Parkplätze ausgewiesen. ALLE haben ihre Wägen dort abgestellt, nur diese Dame nicht!
Nun ist der Streifen auf dem man NICHT parken soll etwa 25m lang – und wo perkt die Trulla? Exakt vor der Lücke, in der ich meine GS abgestellt hatte.
Ja, ich bekomme sie gerade so heraus – muss sie aber etwas „herumlupfen“. Das ist anstrengend bei 200kg Bike und auch unnötig.
Hätte die Peggy Bundy der Leros Marina nur 30cm weiter hinten geparkt, hätte ich wieder ein Drama inzsenieren dürfen – muss das sein?
Das blieb mir aber heute erspart – lassen wir den Tag also versöhnlich ausklingen. Morgen wird es abermals herausfordernd 😉 !
Es gilt, der ELOWYN Crew den roten Teppich auszurollen – nichts leichter als das!



An Bord von ELOWYN lernen wir Susi und Egon aus Südtirol kennen. Die Freunde des Eignerpaars sind Gäste, welche wir vorher nicht kannten, wir waren uns jedoch auf Anhieb sympathisch.
Dieser Eindruck hat sich im weiteren Verlauf des Abends vertieft, denn wir hatten die Gelegenheit beim ersten Crewdinner zu partizipieren – und wo sollte es anders hingehen als ins „Mylos“?
Für Sibylle und mich war es der erste Besuch in diesem Jahr und es würde, so stellte sich heraus, wohl auch der letzte bleiben, denn das Toplokal schließt bald seine Pforten zur Winterpause.
Umsomehr genießen wir die feilgebotenen Leckereien…




Wir speisen fürstlich und genießen den Abend. Erst spät in der Nacht fahren wir zurück zu unseren Unterkünften – für die Neuankömmlinge wird es die erste Nacht auf dem leicht schwankenden Riesen, Sibylle wird von mir nach Xirokampos gebracht und verhole mich in mein Häuschen in Plaka.
Zufrieden schlafe ich ein und genieße die Erholung und Ruhe hier oben.
Ich schlafe prima und erst als die Sonne im Osten über den Horizont blinzelt, krabble ich aus dem Bett um meinen Tag zu beginnen.

Ich trinke eine Tasse Kaffee und fahre dann für die zweite Tasse nebst einem Kotopita ins „Zafeiris“ Café.
Dies hatte sich während der Anwesenheit der Kinder so etabliert, ich behalte diese nette Gewohnheit noch ein wenig bei.
Und wen treffe ich dort? Natürlich, Volker und Egon hatten die gleiche Idee und haben sich ihren Broteinkauf mit einem Espresso verschönt.
Für ein paar Sätze saßen wir beinander, dann trennten sich unsere Wege für den Vormittag – Servus, bis später…


Die Besatzung der ELOWYN muss noch bunkern, bevor sie heute Mittag ins See stechen wollen, ich habe am Vormittag einen Besuch im KEP am Programm, zudem muss ich zusammen mit Sibylle die Hanse 400 JASPER VON RHEYDT unserer Freunde Angelika und Uli von ihrem Cockpitzelt befreien.
Zunächst also zum Bürgerbüro KEP – hier muss ich meine neue griechische Telefonnummer verifizieren lassen um auch sensible Themen per OTP (one time password) freigeben zu können.
Dieses Procedere ist für Steuer- und Finanzangelegenheiten unabdingbar.
Beim Besuch des Büros sehe ich eine der motorisierten Raritäten auf Leros, wir haben viele besondere Fahrzeuge hier…

Von hier aus rufe ich Sibylle an – ich fahre jetzt in die Marina, lass´ uns dort treffen.
Wir verabreden uns gleich an JASPER und befreien sie von der schmutzigen und leicht beschädigten Plane.
Dies ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll – erstens sollten die kleinen Schäden umgehend repariert werden, bevor sie größer werden.
Zweitens ist ja noch das Interessentenpärchen aus Schwaben hier, auch sie sollen einen Eindruck von der blauen Hanse ohne der beigen Kappe bekommen.
Last not least wird Ende des Monats ein weiterer Interessent kommen, mit ihm ist eine Probefahrt unter Motor vereinbart – auch hierfür muss das Cockpitzelt entfernt werden.

Gemeinsam schlendern Sibylle und ich an den B-Ponton um dort noch einmal die Freunde auf der ELOWYN zu treffen.
Es gibt einen letzten gemeinsamen Espresso, dann wird das Schiff klar gemacht zum Ablegen.
Ein kurzer Funkspruch, die Marineros kommen mit dem Schlauchboot und schon heißt es abermals „Leinen los“ für ELOWYN.
Es beginnt ein kurzer, zehntägiger Urlaub für Sibylle und mich – dachten wir…

Heute machen wir nichts mehr – wir lassen den Tag einfach faul ausklingen.
Zum Dinner sind wir mit einer Gruppe aus der Marina verabredet – das „Pirofani“ ist für viele von uns ein Favorit in Sachen Kulinarik, daher war es Ehrensache, dass wir der Taverne zum Saisonabschluss noch einmal die Aufwartung machen.
Es kamen neben Sibylle und mir die Crews der ANAHITA nebst Familie, die der BORN TO LIVE, Phillip von der AMAÉ und Ed von der EDINA.
Zusammen hatten wir einen netten und kurzweiligen Abend und ein herrliches Dinner.

Der Folgetag ist eine Art „Überbrückungstag“ bis zum ersten Großprojekt des Winters 2026/2027.
Er beginnt ganz normal mit einer Tasse Kaffee im „Zafeiris“, dann begebe ich mich in die Marina.
Ich bin gegen 10.00 Uhr mit Ewa und Steve auf ihrer TOP CAT verabredet. Es war wohl im Mai, als Steve mich auf dem Weg zur Toilette ansprach und mich, not very British, von der Seite anfuhr, „…wann ich denn mal Zeit hätte nach einem Motorproblem auf ihrem Kat zu sehen?“
Ich war genervt, zudem in Eile und habe freundlich aber bestimmt geantwortet, „…das ich, puuuuh, bis mindestens Anfang Oktober ausgelastet sei, er könne mich ja dann wieder ansprechen.“
DAS WAR EIN SPASS – eine Metapher!!!
Ihr ahnt was kommt – beide haben mich wieder abgefangen und mir erklärt, dass sie ja jetzt so lange gewartet hätten – ob ich nicht jetzt mal kurz…???
Ok, wer tatsächlich sooooo lange auf meine Meinung wartet soll dies nicht unnötig getan haben.
Ich finde mich also auf TOP CAT wieder.

Ich sehe das Problem. Ewa war zwischenzeitlich nicht untätig und hat tatsächlich alle Spezialwerkzeuge beschafft, aber niemand traut sich das Gewinde nachzuarbeiten.
Ein Versagen würde zu einer aufwändigen Reparatur führen.
Ich erkläre Ewa die Risiken – sie sieht mich mit Kulleraugen an und nickt.
Ok, dann halt – ich setze den Nachschneider an und ziehe vorsichtig durch.
Nach zwei Umdrehungen geht es leichter, dann kann ich das Schneideisen mit der Hand drehen – geschafft.
„Ob ich auch den neuen Fühler…“ – ja, klar das spielt jetzt auch keine Rolle mehr.
Ich drehe das Ding mit Teflonschnur rein, so war es verbaut, dann schließe ich die Arbeit ab.
Zwei Tage später gesteht Ewa mir, dass sie einen Dichtring vergessen hat – alles noch einmal bitte.
Aber zunächst darf ich ihr noch den Dichtring in Deutschland bestellen.
Die rote Linie ist erreicht – danach ist Schluss!
Sibylle holt mich ab – wir sollten bitte den alten Fiat Panda von Susanne vom Hafen abholen.

Susanne ist zusammen mit Tochter Sophie und den Enkelkindern heute Nacht abgereist.
Es ist ruhig im Haus, es wird langsam einsam in Xirokampos. Die Freundin fehlt Sibylle, sie verschwendet ernsthaft Gedanken daran, für den Winter auf ELOWYN zu kommen.
Aber bis dahin ist´s ja noch etwas hin.
Heute gehen wir zusammen noch eine Arbeit auf Martins STENELLA II an. Hier sind die Solarzellen irgendwie ohne Funktion oder schwach.
Zudem zeigen sich Spuren einer Delaminierung an der Deck- und Schutzlage der Module.
Martin reklamiert diese und ich soll sie nach Deutschland schicken.
Ok, dann nehmen wir sie erstmal runter – ist doch gleich erledigt, oder? Oder???



War ein bisschen tricky, hat sich aber zu guter Letzt sauber lösen lassen.
Für heute reicht´s mir – ich lass´ das jetzt mal so liegen, für die vorderen Module such ich mir den Zugang ein Andermal.
Jetzt heißt es gedanklich umstellen, denn morgen früh um 10.00 Uhr starten Hans Peter und ich ein neues Projekt, eines das mich über Monate begleiten wird – die Deckssanierung an LUMARA, meiner Ex-NESSAJA.
Aus dem Kaufvertrag heraus resultiert eine Dienstleistungsvereinbarung, welches die Decksreparatur vorsieht.
Ich werde diesen Winter also das Projekt starten, welches auf meiner Projektliste unter „Refit – Teil 2“ geführt wurde.
Ich starte eine Arbeit, welche ich mir selber immer verweigert hatte.
Wir vermuteten, dass es schlimm kommen würde, doch es kam schlimmer – HP und ich waren auf unserem persönlichen „Highway to hell“.



Wir waren enttäuscht. Der Zustand des Decks war auf dem ersten Blick bemitleidenswert – wir dachten, dass es beim Ansetzen eines Stemmeisens sofort nachgeben würde und die Latten nur so davonfliegen.
Weit gefehlt! Hat sich der Deckel zunächst noch relativ gut vom Teakbelag befreien lassen, wurde es auf den Laufdecks immer schlimmer.
Es waren sicher noch 8-10mm Holz vorhanden, gut genug für eine Überholung – das Sandwich darunter muss aber instandgesetzt werden, insofern hilft kein Jammern.
HP und ich arbeiten uns warm. Zunächst machen wir Anfängerfehler, doch wir haben eine steile Lernkurve.
Wir arbeiten zunächst nah beinander um voneinander abzuschauen und uns auszutauschen, erst später haben wir uns Freiräume zugestanden.


Alex hat sich zum Helfen angekündigt, er würde dann „…gleich ein paar Latten für sein Deck mitnehmen“, als er aber erfahren hat, dass er sich stattdessen eher ein paar Zahnstocher für seine Küche abholen kann, hat er es vorgezogen lieber nicht teilzunhemen.
Wir haben uns im Vorfeld mit den Nachbarn abgestimmt, denn es war klar, dass wir Lärm machen würden – aber doch nicht so!
Woody Woodpecker und sein Spezi klopfen Hölzchen für Hölzchen vom Deck – wie kann man diesen Prozess optimieren???

Die elektrischen Messer am Fein beziehungsweise dem Pendant von Stanley leisten ganze Arbeit, sie bringen uns voran.
Allerdings können sie nicht schneiden, solange das Brett noch vollständig ist.
Es muss also erst das massive Holz gebrochen werden, dann kann man die verklebten Spreißel mit dem Fein abschaben.
Das klingt relativ einfach, ist aber auf den Tag gesehen kräftezehrend und ermüdend.
Das Eichhörnchen nährt sich nur langsam und wir sind echt etwas frustriert.

Die französischen Werften haben in den 2000ern zusätzlich zur sehr üppigen Verklebung, eine Art Fixierungsschrauben gesetzt.
Diese wurden zu Hunderten in die Fugen gedreht und später mit der Fugenmasse abgedeckt.
Diese müssen wir zusätzlich herausdrehen – den ganzen Tag auf Knien. Klar, dass da die Konzentration mal nachlässt.
Ich hole mit dem Hammer aus, Hans Peter schaut in der Sekunde nach unten – doing!

Genug für heute – wir haben an einem Tag nur etwa 2qm geschafft. Wenn wir so weitermachen, dann brauchen wir zehn Tage.
Das schaffen wir aber nicht, denn wir können heute kaum mehr unsere Arme heben.
Ein „Game-Changer“ muss her! Wir überlegen und Guido schaltet sich ein.
Es entsteht eine Art „Worker-Brainstorming“, an dem auch Nachbar Ciáran teilnimmt.
Guido und Ciáran erklären, dass sie morgen helfen werden, so könnten sie „…auch mal was zurückgeben!“
Wow, was für eine Geste! Respekt ihr Beiden!
Wir schnappen unsere traurige Ausbeute und vertagen uns auf morgen…

Sibylle kocht heute in Xirokampos und ich schlafe nach dem Duschen auf der Couch ein.
Ich brauche heute nix mehr – kaum bin ich zurück im Haus lege ich mich schlafen, es war noch nicht einmal 22.00 Uhr.
Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Auto in den Ort – ich kann kaum die Arme ans Lenkrad halten, so arg schmerzen die Muskeln.
Trotzdem packe ich wieder an meinen beiden Baustellen an – zuerst, so habe ich mir vorgenommen, werde ich die Solarmodule an STENELLA II final messen um Martin die Daten mitzuteilen, ab 10.00 Uhr geht es auf LUMARA weiter.





Leider waren die beiden vorderen Module nicht so gut zugänglich wie die hinteren.
Ich musste tatsächlich den ganzen vorderen Dachhimmel ausbauen um die Kabel zu erreichen.
Ich kann Martin die angeforderten Ergebnisse schicken, leider begleitet von der schlechten Nachricht, dass eine weitere Segelwoche im November eher kritisch zu sehen ist.
Es macht wenig Sinn, das alles wieder zusammenzubauen OHNE die neuen Module montiert zu haben.
Wenn man die Gesamtreparatur betrachtet, wird dies wohl ein beiläufiger Winterjob werden.
Auf LUMARA gibt es heute kaum Bilder – wir alle waren matt und haben nur wenig Fläche abgetragen.
Das Hauptaugenmerk gilt Guidos Idee, eine langsamlaufende Flex mit einer sehr groben 16er Schleifscheibe als eine Art Hobel einzusetzen und somit das Holz abzutragen, bis die Messer gut arbeiten können.

Wir verwerfen diese Idee – die Staub- und Schmutzentwicklung war selbst mit Staubsauger nicht in den Griff zu bekommen und als die Nachbarn eine Plane eingefordert haben, war es an der Zeit über andere Ideen nachzudenken.
Diesmal habe ich eine Option ins Spiel gebracht – diese sollte sich als Durchbruch herausstellen.
Glaubt es oder nicht – beim nächsten Mal kommt der große Bosch-Hammer zum Einsatz!
Die Rücken schmerzen und wir entscheiden, dass wir uns eine Belohnung verdient haben!

Just in diesem Moment erreicht mich eine Nachricht von Phillip. Wir hatten vor zwei Tagen mehr „nebenbei“ seinen Max-Prop um einen Zahn verstellt und er wollte heute nach dem Kranen eine Probefahrt machen.
Jetzt fährt das Boot rückwärts im Vorwärtsgang und vorwärts im Rückwärtsgang – uuups, da scheint uns ein Fehler unterlaufen zu sein!
Mein Vorschlag, dass er rückwärts nach Athen fahren soll wird abgeleht, so war es für mich Ehrensache, ihn bei einer Nachtschicht zu unterstützen.
AMAÉ war „last boat in crane“ und wir durften sie in den Gurten hängend reparieren.
Danach wurde sie zurück ins Wasser gehoben – naja, auch so bleibt das Leben schwungvoll, was würde man sonst um 19.30 Uhr machen???




Es reicht für heute – Sibylle sitzt schon mit Susanne, Markus und der kleinen Lilly im „Persiana“, die Familie ist von Lipsi aus zu einem Kurzbesuch auf Leros und es ist selbstredend, dass wir uns auf ein gemeinsames Abendessen treffen.
Ich sacke an diesem Abend todmüde ins Bett – ist es DAS was ich wollte? Ich muss meine Gesamtsituation noch einmal überdenken.
DAS IST MEIN LEBEN, VIELLEICHT SOLL ES SO SEIN…
Bevor ich ins Bett schlüpfe sehe ich noch meine Nachrichten durch, ach sieh einer an – Bibi und Markus sind wohl mit ihrer MOUSTIC in Levitha!
Und wen treffen sie dort???

Auf dem Bild mit ELOWYN ist ZANAX zu sehen, ein Outremer 45 unter französischer Flagge, er ist in unserer Marina zuhause.
ZANAX sollte am Folgetag eine Hauptrolle im Tagesdrehbuch bekommen…
Dieser neue Tag beginnt zunächst entspannt wie immer – Sibylle schreibt mir, fragt was ich denn so mache und ob es Pläne für heute gibt.
Ich antworte, dass wir eventuell an LUMARAs Teakdeck weiterarbeiten können oder aber uns einen Tag Pause gönnen – die Knochen tun noch arg weh.
Als Nachweis was ich so mache, hänge ich ein Bild an – ich schreibe Mails und trinke noch meinen Kaffee…

BIMM, ein Foto kommt über WhatsApp zu mir. Wieder schickt ein Segelfreund ein Bild eines mir bekannten Schiffes – „…schau mal wer hier an der Boje liegt!“
ELOWYN steht unter Beobachtung, nun ja viele Freunde kennen sie eben vom Hörensagen oder vielleicht sogar, weil sie mir einmal eine helfende Hand geboten haben.
Ich ahne nicht, dass wenig später ein Anruf von Volker meinen Tagesablauf umwerfen und durcheinanderwürfeln würde.

„Mario, der Motor springt nicht mehr an! Ich drehe am Zündschlüssel und es passiert nix, gar nix! Was soll ich tun?“
Wir wissen, dass der Magnetschalter des Anlasssers eine Macke hat, aber bisher hat er sich immer mit zwei, drei leichten Hammerschlägen wiederbeleben lassen.
Diese Versuche bleiben heute erfolglos, ich überlege schon, ob ich mit dem Taxi-RIB nach Levitha fahren soll.
Ich könnte den Anlasser überbrücken und bin fast sicher, dass das klappen würde.
Volker könnte das auch, doch leider ist der Anlasser bei dem großen Yanmar Motor total verbaut.
Dies ist auch der Grund, warum wir den bereits gekauften Magnetschalter zwischen den Urlauben noch nicht gewechselt haben – zu groß ist das Risiko einer Panne.
Während ich überlege, kommt ein weiterer Anruf – „ZANAX schleppt uns ab, wir kommen am frühen Nachmittag in der Marina an – bitte bereite alles zum Anlegen vor.“
Es folgt ein Bild von der großen ELOWYN am vergleichsweise kleinen Katamaran…

Zuerst sage ich alle Termine für heute ab – das Teak auf LUMARA darf einen Tag länger bleiben und auch die anderen Kleinarbeiten müssen warten.
Sibylle und ich suchen die Marineros auf, erklären die Situation und den Plan.
Alles klar? Ja! Ok, ELOWYN kann kommen.
Der Schleppverband nähert sich mit rund 6kn! dem Ziel und ist planmäßig in der Lakki Bucht.
Dort hängt sich ZANAX die Algro 68 an die Seite und bugsiert sie quasi direkt vor die Lücke.



ELOWYN liegt am Steg – willkommen zurück! Ihr macht ja Sachen. Ich gehe sofort in den Motorraum, aber mit ein paar Handgriffen ist es nicht getan.
Ich greife also zur Werkzeugkiste und baue ein paar Anbauteile ab. So entsteht bedingter Zugang zum Anlasser und die Möglichkeit einen Teststart mit einer Überbrückung zu machen.
Und siehe da, der Motor springt an. Es ist belegt, der Anlasser ist noch intakt, der Magnetschalter ist unwiderruflich defekt!
Diesen gegen den neuen zu tauschen, würde bei drei Tagen Resturlaub und einer mehr als schlechten Wettervorhersage ein Ende des Urlaubs bedeuten.
Wir beratschlagen uns und beschließen, dass morgen eine Notlösung gebaut wird.
So kann die Crew noch einen Tag in einer Nachbarbucht verbringen, dann würde ELOWYN zurückkehren und in die Winterpause gehen – ich kann die Reparatur dann in aller Ruhe durchführen.
So machen wir es – ich kaufe die Ersatzteile und setze den Plan am nächsten Morgen um.

Auf ELOWYN gibt es ein weiteres Problem – eine Gürtelschnalle von Susi ist ins Klo gefallen – und zwar genau in das Klo, in welchem HP und ich den Häcksler gereinigt und repariert hatten.
Der Ausbau ist ein Drama, das neu Verfugen war eine Sklavenarbeit. Ich jammere laut – und mein Geheule findet Gehör.
Wir ziehen alle Register, um das verlorene Metallteil zu orten und zu bergen.
Das ist komplizierter als gedacht, aber die Mühe lohnt sich! Nach über einer Stunde kann Egon das Corpus Delicti herausfischen und spart so eine Menge Arbeit!

Alles erledigt – ELOWYN läuft noch einmal aus und wir widmen uns für einen weiteren Tag den Nebenschauplätzen unseres Alltags.
Heute Mittag haben wir einen Besichtigungstermin auf LIPSOS – das Schiff gefällt mir, es steht zum Verkauf.
Ich will es nicht für den geforderten Preis kaufen, aber ich möchte mir ein Bild verschaffen und vielleicht ein Gegenangebot machen.
Wir kommen pünktlich, doch nanu, das Schiff steht wieder an Land – liegt ein Problem vor?

Ok, möchten manche denken – das ist meine Stunde, jetzt sind die Türen offen für ein „unverschämtes Angebot“.
Doch das möchte ich nicht! Die Eigner hatten Pech und das Schiff einen Schaden, welchen ich nicht reparieren möchte.
Sibylle und ich bedanken uns herzlich und nehmen Abstand.
Wir ziehen weiter zu Martins STENELLA II, um dort noch zwei Messungen zu machen.
Der Nachbar fängt uns ab und weist uns darauf hin, dass nachts das Deckslicht brennen würde…
Nanu, es sind doch alle Schalter aus, wie kann das sein???
Stimmt, das Licht brennt – ich suche das richtige Kabel und trenne die Verbindung. Jetzt ist Schicht im Schacht, das Lamperl ist aus!


Für mich setzt sich das ganze zu einem Bild zusammen – auch das Marina Office hatte mich Ende des letzten Hardstands darauf hingewisen, dass nachts ein Licht brennen würde.
Danach begann das Batteriedesaster, der Grund war schleierhaft für uns.
Jetzt zeigt sich, dass wohl doch ein Verbraucher Strom entnimmt, die Solarzellen können das nicht liefern, weil sie defekt sind.
Ich muss die Ursache für das unplanmäßige und unbeabsichtigte Einschalten der Decksbeleuchtung finden – dann dürfte das Problem lösbar sein.
Für heute reicht´s – was für ein turbulenter Tag! Sibylle kocht heute, ich freu´ mich auf´s Abendessen.
Morgen wird es stressig, es geht an LUMARAs Deck weiter…
Und ab jetzt geht die Post ab – der „Bosch-Hammer“ leistet ganze Arbeit!

Das schwere Gerät war der „Game-Changer“ den wir uns gewünscht haben.
Er bricht das massive Holz und lässt nur dünne Restholzbeläge stehen, diese können wir mit dem Messer am Multitool relativ leicht abtragen.
Dennoch sind es insgesamt 20qm Deck, auch mit dem Hammer braucht es seine Zeit, bis alle Flächen soweit aufgebrochen sind, dass man mit feinerem Werkzeug fortfahren kann.
Zudem hat diese Arbeitsweise ihren Preis – erstens geht die schwere Maschine mächtig auf die Arme, wir sind am Abend komplett erledigt.
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es sich um Schwerstarbeit handelt.
Zweitens birgt die schiere Kraft des elektrischen Meißels natürlich auch das Risiko für Kollateralschäden…



Wir arbeiten von morgens 10.00 Uhr bis zur Kaffeezeit um 13.00 Uhr. Dann noch einmal von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
Danach sind wir geschafft – wir stehen absolut groggy rum und wissen, was wir getan haben.
Kaffee gibt es bei Hans Peter an Bord von LIBERTÉ, Petra kümmert sich während der Arbeitsphase um unser leibliches Wohl und das Nachtanken mit dem schwarzen Lebenselixir.
Wie bereits erwähnt sind wir nach den Arbeitsstunden erledigt – wir müssen uns zwingen um 16.00 Uhr Schluss zu machen, denn das Sortieren der Knochen, das Durchstrecken von Rücken und Knie, dauert auch noch einmal eine gute Viertelstunde.
Zu guter Letzt müssen wir die Baustelle aufräumen, auch das kostet noch etwas Energie.
Gegen 16.30 Uhr verabschieden wir uns einander – nur ich bleibe noch etwas an Bord von LUMARA.
Regen ist angesagt, wir müssen das nackige, löchrige Deck gegen den angesagten schweren Regen schützen.
Zusammen mit Dominik hülle ich die nun teakfreien Stellen in attraktives, schwarzes Plastik.
Dies hatte bei einem Schauer vor zwei Nächten sehr gut geholfen und unser Kalkül war, dass dies auch diesmal klappen wird.
Tat es nicht!


Die Nacht war dem Weltuntergang gleich! Auf der Nachbarinsel Rhodos hat es Autos weggespült, ein Mensch kam zu Tode.
Leros blieb von solchem Unheil verschont, aber in dieser Nacht fand das Wasser seinen Weg durch jede Ritze.
Klar, dass Dominik gefordert war – er musste mit Eimern und Schüsseln gegen das eintretende Wasser kämpfen.
Hast Du mal kein Glück, kommt oft noch Pech dazu – so ging es auch dem jungen Mann in dieser Nacht.
Neben dem Kampf gegen die Wassermassen, musste er auch noch mit Hilfe seiner Nachbarn und mitten in der Nacht, sein Kuttersegel bergen, denn dieses wurde vom Sturm aufgewickelt und beschädigt.
Alles reparierbar – ärgerlich aber allemal!
Ich habe keine Probleme in meiner Katikia in Plaka, alles in Ordnung hier. Auch von ELOWYN bekomme ich keine Notfallmeldung, also kann auch dort nicht allzuviel passiert sein.
Ich hole Sibylle ab und sehe mich mit meinem Crawler bestens ausgestattet – was soll mit so einem Vehikel schon passieren?

Auch im Haus in Xirokampos gibt es keine Probleme durch den Regen und die Gewitterstürme zu beklagen.
Wie fies der Regen aber auch über Leros war, zeigt ein Blick in die Hafenbucht – das Wasser war schokoladenbraun von den ganzen Sedimenten, welche es von den Straßen gespült hatte.
Es ist wohl kaum notwendig zu erwähnen, wie dienlich das Wasser für die Natur war.
Man konnte die nächsten Tage förmlich zusehen, wie die Natur explodierte.
Trotzdem hinterlässt der Anblick der Schiffe in der braunen Brühe erstmal einen faden Eindruck…


Der zweite Törn der ELOWYN war etwas vom Pech verfolgt – der Urlaub klingt mit einer Schlechtwetterphase aus.
Der einzige Trost, morgen soll es etwas besser werden.
Sibylle und ich wollen im Haus nach dem Rechten sehen und nehmen uns dafür einen neuen Weg vor – eine Straße, die wir vorher noch nie gefahren waren.
Und wir kommen an eine Stelle, welche sich zu einer echten „Offroad-Härteprüfung“ entwickeln sollte – und das auf Leros!!!

Das Bild verrät schon – ich habe es gemacht! Aber fragt nicht – ich bin auf der anderen Seite gestanden und habe echt abgewogen.
Mir sind die Geschichten der Offroader in der südamerikanischen oder afrikanischen Hügel- und Wüstenwelt eingefallen – Du fährst kilometerweit, dann kommst Du an einen reißenden Fluß über den nur zwei Bretter als eine Art „Brücke“ liegen.
Drüberfahren oder nicht???
Was man als Leser solcher Geschichten weglächelt, kann einem auf Leros schon einholen.
Ich male mir Horrorszenarien aus und erkenne, dass ich ja die Option habe, einfach rückwärts wieder die Straße zurück zu fahren.
Aber bin ich eine Memme oder ein Offroader – ich gebe Gas und überquere die Gefahrenstelle.
Das war ja einfach…
Ich hatte Zeit durchzuatmen bevor es zum Dinner ging. Inzwischen haben viele unserer Lieblingskneipen geschlossen, so haben wir uns heute für das „Psaropoulo“ von Apostolis in Panteli entschieden.
Es sollte Fisch geben, denn das Dinner war eine Einladung an die Crew der ZANAX für die geleisteten Abschleppdienste.
Wir haben drinnen solide gegessen, draußen hat es gegossen wie aus Eimern.
Ein schöner Abend, aber wirklich gute Stimmung wollte nicht aufkommen.


Als das Essen ausgeklungen war, habe ich meine liebe Frau zurück nach Xirokampos gefahren.
Ich habe mich danach auf mein Bett gefreut, bevor ich jedoch ins Haus gegangen bin, habe ich noch etwas die Aussicht Richtung Türkei genossen – die Nacht war sehr klar und man konnte die Lichter am Horizont förmlich greifen.
Der Regen hatte aufgehört, die Bewölkung war dramatisch – plötzlich war die Stimmung umgeschlagen, es war besonders.
Ich bin zufrieden eingeschlafen, ich war todmüde und groggy.

In dieser Nacht war die Crew der ELOWYN abgereist, es war ein plötzlicher und weitgehend überraschender Aufbruch.
Für die nächsten Tage war abermals Starkwind gemeldet, es schien infrage gestellt, ob der geplante Flieger am heutigen Tag fliegen würde.
Es wurde also auf eine Fähre umgebucht und das Ende des Urlaubs nach vorne gezogen.
Der Umweg über Kos schien gerechtfertigt, ab dort würden auch bei stärkeren Winden die Maschinen Richtung Athen gehen.
Beim Verabschieden lässt Tina mich wissen, dass sie gar nicht wissen wolle ob der Flieger nun doch gegangen wäre und somit die ganze Mühe und die Geldausgaben umsonst gewesen wären…
Dies kann ich akzeptieren, ich werde kein Wort darüber verlieren 😉 …

Eigentlich wollte ich langsam und Zug um Zug auf ELOWYN verholen, ich hatte keine Eile.
Nun bin ich aber echt relativ früh aufgewacht und hatte nichts besseres zu tun als zu packen – dem Umzug zu früher Stunde stand also nichts im Wege.
Diesmal nehme ich weniger Dinge mit auf ELOWYN. Alles was nicht überlebenswichtig ist bleibt im Haus, es ist zu meiner Drehscheibe geworden.


Irgendwie hätte ich es im Haus ausgehalten. Ich habe mich überraschend schnell an die neuen Abläufe gewöhnt und habe mich wohl gefühlt.
Das freut mich einerseits, es ist ein gutes Zeichen.
Anderseits birgt es die Gefahr, dass ich mich von dem Marinageschehen abnable und es anfängt mich zu langweilen.
Es tut also gut, dass ich den Winter über auf ELOWYN wohnen werde und auch Teil der Community sein werde.
Es sieht auch so aus, als ob Sibylle ab Dezember ebenfalls auf der großen Algro 68 leben würde, auch ihr fällt in Xirokampos langsam die Decke auf den Kopf.
Ein letzter großer Vorteil ist auch, dass ich näher an meinen Arbeitsprojekten bin und die Gestaltung des Tagesablaufs dadurch leichter für mich wird.
Last not least – die fehlende Dusche und Heizung im Haus wären ein großes Manko gewesen, da lebt es sich auf dem weißen Riesen deutlich komfortabler.
Ich parke in der Marina direkt am B-Ponton…


Ich setze mich kurz hin um meine Nachrichten zu checken, da erreicht mich eine wirklich positive Information.
Fa. Klepsch aus dem hohen Norden Deutschlands hat meine Heizungen gepackt und fertig für die Spedition gemacht.
Etwas später folgt die Information, dass die Geräte abgeholt wurden und nun auf dem Weg zu Renés „Haus Seegarten“ im oberbayrischen Schliersee sind.
Von dort aus muss ich sehen wie es weitergeht…


An diesem Tag reift der Plan, noch einmal im Jahr 2026 nach Deutschland zu fahren.
Aus strategischen Gründen wäre es gut, wenn Crawler trotz oder wegen der Restaurierungspläne einen neuen TÜV hätte, diesen gilt es zu machen.
Dazu kommt, dass Ende Oktober der Maklervertrag bezüglich meiner Wohnung ausläuft, es gilt diese vom Vormieter zu übernehmen und das weitere Vorgehen zu planen.
Ich könnte dann STENELLAs Solarmodule mit nach Deutschland nehmen und die Heizungen und ein paar Ersatzteile nach Griechenland bringen.
Das klingt alles sehr plausibel und so legen Sibylle und ich nach einiger Recherche den 15.11. als Abreisetag in die alte Heimat fest.
Wir werden von Leros aus über Patras nach Venedig fahren und haben uns Kabinen gebucht.
Rund um diesen Fixtermin bauen wir nun alle anderen Termine auf Leros und in Deutschland auf.
Heute geht es weiter mit dem Abbruch des Teakdecks auf LUMARA…



Gemeinsam hämmern wir, schlagen Holz vom glasfasrigen Untergrund. Wir plagen uns, haben aber auch jede Menge Spaß.
Inzwischen haben wir uns an die Arbeitsabläufe gewöhnt, so dass wir Meter und Fläche machen.
Die Eimer, in denen wir das Abbruchholz sammeln, füllen sich stetig und zwischenzeitlich müssen wir unter tags einmal leeren um weiterarbeiten zu können.
Es geht was, gemeinsam bekommen wir das hin – und der Fortschritt ist erkennbar!



Während wir so vor uns hinarbeiten, vertreibt sich Sibylle die Zeit mit anderen Dingen.
Mal sind es die Einkäufe die erledigt werden wollen, mal ist es der Wunsch etwas Leckeres für uns zu kochen, oder aber, sie geht etwas Spazieren oder Wandern.
Heute führt ihr Weg sie und Petra von der LIBERTÉ zum Hundeshelter, um dort mit ein paar der armen Zamperl Gassi zu gehen.

Am Spätnachmittag treffen wir uns dann meist auf ELOWYN um noch etwas zu trinken und den Tag Revue passieren zu lassen.
Das Getränk im Cockpit fällt jedoch heute aus, denn es fängt wieder an zu schütten.
Wir haben es gerade noch rechtzeitig geschafft das Werkzeug wegzuräumen und die Schraubenlöcher abzudichten – wir machen das in Rot, um sie später leichter wiederzufinden – dann kam auch schon der Wolkenbruch.
Auch Sibylle hat es gerade noch rechtzeitig in die Marina zurück geschafft und eilt den B-Steg zurück auf ELOWYN.


Als wir später nach Xirokampos verholen wollen, nehmen wir uns vor, noch kurz beim Haus in Plaka nach dem Rechten zu sehen – aber auch hier scheint alles ok.
Dann endlich fahren wir zum Südende der Insel, kochen uns einen Tee und lassen den Tag bei einer heißen Hackfleisch-Lauch-Käse Suppe ausklingen.

Zu später Stunde fahre ich zurück in mein Zuhause und entscheide, dass ich heute den „Winter-Notfall“ auslöse.
Ich hole meine von Christine selbstgestrickten Socken aus dem Schrank und mache es mir mittels meines Heizgebläses mollig warm.
Dann wird es, zum ersten Mal in diesem Jahr, Zeit für eine Folge „Inspector Barnaby“ – im Oktober 2026, in Griechenland, verkehrte Welt!!!


Am neuen Tag kommt Hans Peter wieder zum Zug. Er und seine Gattin Petra sind bereits dabei, ihre LIBERTÉ für den Winter vorzubereiten und haben daher eine ganze Liste an Aufgaben zu erledigen.
Wir vereinbaren uns, dass Sibylle und ich zunächst beim Abschlagen der Segel helfen würden – er möge einfach Bescheid geben wann es passt.
Danach liegt ihm die Neubefüllung seiner Taucherflasche am Herzen, also schreiben wir uns die Flaschenbefüllung mittels ELOWYNs Tauchkompressor auf die Liste unserer Tagesaufgaben.
Nach der Mittagspause dann… – Teakdeck abbrechen an LUMARA, was sonst???


Der Taucher HP krabbelt gerade in das Flaschenkompartment des weißen Riesen, da ertönt ein ohrenbetäubendes Gepolter – weg war die Flasche.
Richtig gehört – mein Spezi aus dem Saarland hat seine Flasche abgelegt und die hat sich rollender Weise auf den Weg gemacht.
An ELOWYNs Heck hat sie sich, einem Lemming gleich, in die Fluten gestürzt.
HP stand am Ponton wie das Kaninchen vor der Schlange – „…da unten liegt sie!“
Nun, dann muss er halt noch einmal zu seinem Schiff laufen, sich umziehen und die Bottle aus 5m Tiefe bergen.
Das an sich, war keine Herausforderung und so konnten wir mit etwas Verzug die leere Flasche endlich füllen.

Während der Kaffeepause an Bord der LIBERTÉ werden erste Teilebestellungen an mich herangetragen.
Ich habe einen recht guten Kontakt zu einem Volvo-Penta Spezialisten und bestelle immer gesammelt.
Dies tut manchmal auch Not, denn diesmal hatten sowohl HP als auch Ewa besondere Kleinteilbestellungen in petto – jeder einen Dichtring!
Um mich nicht vollends zu blamieren, bestelle ich zwei pro Stück und komme somit auf eine Bestellsumme von 7,71€ inklusive Versand – na das ist ja noch vertretbar.

Die Mittagspause nähert sich dem Ende und wir setzen ebenfalls zu einem Endspurt an.
Wir nehmen uns vor, dem Teakdeck heute den Garaus zu machen und solange zu rackern, bis der letzte Zahnstocher abgeschabt ist.
Wenn wir das schaffen wollen, dann haben wir keine Zeit zu verlieren – also, alle Mann ran an die Maschinen, es geht los…





Wir hämmern wie die Beserker und rackern bis in den späten Nachmittag hinein.
Irgendwann war noch rund ein Meter abzuräumen – ich hatte meine Planbereiche bereits vom Altholz befreit und beginne nun langsam mit dem Aufräumen des Werkzeugs.
Ciarán winkt ab, er kann den Hammer nicht mehr heben. Auch mir geht es so, ich bin alle.
Hans Peter mobilisiert seine letzten Kräfte, räumt den letzten halben Meter ab und die Werkzeuge verstummen.
Unsere Arbeitsgruppe löst sich still auf, wir haben uns heute etwas zuviel zugemutet – ABER WIR SIND FERTIG!
HP geht auf sein Schiff und legt sich in die Sonne um die Muskeln auszuruhen.
Der Ire geht ebenfalls auf seine OLIVE um dort etwas zu essen.
Zurück bleiben Sibylle und ich, wir räumen das Werkzeug auf, machen etwas Ordnung und fahren dann nach Xirokampos, am Weg nehmen wir zwei Pakete mit, die an uns adressiert waren und für das Haus der Freunde bestimmt sind.

Ich gehe duschen – heiß duschen! Ich kann kaum gerade stehen. Der Rücken, die Arme, alles tut weh.
Sibylle hat Risotto gekocht, das schmeckt sehr lecker und tut gut. Ich widme mich dem Carbo-Loading wie in besten Zeiten und fahre dann zurück in die Marina.
Kaum habe ich mich auf mein Bett gelegt, fallen mir auch schon die Augendeckel zu, ich bin fix und fertig – bis morgen.
Es folgt ein Pausetag, wir sind alle erledigt und haben nur genug Körner für administrative Kleinarbeiten.
So bittet mich HP seine gelagerten Altbatterien auszumessen und ihm die Maße durchzugeben – er muss planen, wie er seinen Pick-Up staut.
Das ist kein Wunder, denn inzwischen hat sich einiges angesammelt – und Merlin und das Gepäck müssen ja auch noch mit…



Mein saarländischer Freund schickt, wie immer, drei Daumen hoch. Unser Arbeitseinsatz gestern ging leise zu Ende – ich weiß nicht, ob außer mir noch jemand die melancholische Stimmung eingefangen hat.
Der Abbruch des Teakdecks an LUMARA war das letzte gemeinsame Projekt auf unserer Liste.
Wir haben viel gerissen, Lithiumprojekte umgesetzt, Ventile erneuert, Saildrives abgedichtet und Motoren überholt.
Auf unserer „ewigen Liste der Grausamkeiten“ gibt es ein inoffizielles Ranking – Nummer eins bleibt unangefochten die Instandsetzung der Mooringwinsch an ELOWYN.
An Nummer zwei folgt aus meiner Sicht das Aufgarnieren seines Riggs und die Instandsetzung der Rollanlage, bei 40°C im Sand knieend.
Auf Platz drei liefern sich mein Teakdeck und sein Unterwasserschiff einKopf an Kopf Rennen…
Etwas später fällt uns auf, dass wir beide die Erneuerung der Seeventile an ELOWYN wahrscheinlich verdrängt haben 😉 …
Es klingt lustig – ist es aber vielleicht gar nicht! Wir haben vier jahre lang als Team perfekt zusammengearbeitet und sind durch viele Höhen und Tiefen.
Wir haben uns akzeptiert und ausgehalten – das will schon was heißen!
Unser letztes großes Projekt klang leise aus, es ist fast ein bisschen schade – lieber HP, danke für alles und ab jetzt schicke ich dich nicht mehr in die Hölle! Hölle, Hölle, Hölle!
Sibylle und ich sind heute zum „Apero rich“ bei unseren Freunden Esther und Giannis eingeladen. Die Runde wird wird von Brigitte komplettiert, auch sie freut sich wie wir auf das griechisch-schweizer Gastgeber-Paar, welches eine Mango- und Obstplantage auf Leros betreibt.


Giannis nimmt uns auf die Seite und macht mit uns eine Führung durch seine Obstplantage.
Er ist ein echter Gärtner und Pflanzenliebhaber und -kenner. Ganz genau erklärt er uns die Feinheiten und Herausforderungen der einzelnen Pflanzen, deren Früchte er nach der Ernte auch beim örtlichen Fruchthändler verkauft.
Wir sind baff, als wir all die tropischen Früchte entdecken – in einem Garten auf Leros!




Esther hat einstweilen den Tisch gerichtet und führt uns dann noch durch das Haus.
Wir sind das erste Mal bei den beiden zuhause zu Gast und staunen nicht schlecht über das Gebäude.
Die Beiden haben sich ein kleines Paradies geschafen.
Giannis hat noch ein großes Angel-Motorboot. Er hätte nächstes Jahr gerne Fahrstunden von mir und fragt nach meiner Hilfe, um das Ding wieder flott zu bekommen.
Nichts lieber als das!!!
Wir setzen uns zusammen und laben uns an den Köstlichkeiten – der Hammer!
So vergeht der Abend rasend schnell und wir fahren erst recht spät zurück nach Hause.


Habe ich nicht gerade erst geschrieben, dass wir öfters mal Pakete entgegennehmen und der Versand recht gut klappt?
Das ist soweit korrekt – der Versand hierher dauert rund zwei Wochen, manche Sendungen gehen schneller, so zum Beispiel SVB die wohl einen guten Rahmenvertrag haben.
Noch nie ist ein Paket verloren gegangen, nur einem Päckchen mussten wir mal hinterherlaufen, denn alles ohne Trackingnummer wird nicht zugestellt sondern ist postlagernd.
Diesmal gab es ein Paket welches nicht angekommen war – Amelie hatte Kinderartikel vorausgeschickt, welche sie im Urlaub nutzen wollte.
Da das Paket nicht ankam, wurde eine Verlustanzeige aufgegeben, welche zur Folge hatte, dass nachgeforscht wurde.
Und siehe da…

Nun, ich werde das Paket wohl wieder nach Deutschland karren – bis Paula das nächste Mal zu Besuch kommt, braucht sie keine Windeln mehr sondern ein Töpfchen.
Sibylle und ich fahren das Paket ins Haus, als wir aus dem Nachbarhaus Gesang wahrnehmen – „Χρόνια πολλά, χρόνια πολλά“, man singt zum Geburtstag!
Wir stoppen kurz und rufen ebenfalls ein lautes „Happy Birthday“ durch das geöffnete Autofenster – und es dauert keine zehn Sekunden, bis Efdokia uns einen Teller voll kleiner Sauerreien hineinreicht.
Uns läuft das Wasser im Munde zusammen…

Glaubt es oder nicht – wir wollten ohnehin gerade zu „Zafeiris“ auf ein Teilchen nebst Kaffeebegleitung, da traf es sich gut, dass wir nun bestausgestattet waren.
Nur leider hielten die kleinen Gebäckstücke die zehnminütige Fahrt zum Café unserer Wahl nicht durch – wir mampften unablässig und bis wir in Lakki ankamen, waren nur noch Brösel auf dem Teller.
Na egal, wir tranken unseren Kaffee somit danach und widmeten uns auch sonst nur noch ein paar lästigen Kleinarbeiten während dieses Nachmittags.
Am Abend waren wir bei Hans Peter und Petra auf LIBERTÈ zum Köfte essen eingeladen.
Es gab die Hackfleischröllchen aus der Pfanne, dazu HPs legendären, knoblauchgeschwängerten Karottensalat und Ofenkartoffeln.
Sehr lecker und mal was ganz anderes.


Wir sitzen noch eine ganze Weile beim Klönschnack und quasseln über Zukunftspläne und die Entwicklung im Yachtsektor im Allgemeinen.
Dann war Bettruhe angesagt, denn der morgige Tag sollte es noch einmal in sich haben.
Ich möchte den Decksabbruch auf LUMARA abschließen und muss dafür noch einmal mit dem Messer alle Sikalinien nach- und abschneiden.
Zu beginn des Tages erhalte ich aber eine gute Nachricht aus der alten Heimat.
René schickt mir ein Bild von den Heizungen, sie sind wohlbehalten bei ihm angekommen und warten, bis ich sie abhole.
Zudem schickt mein Freund ein Bild von zwei neuen Haflingern, welche er unter besonderen Umständen erhalten hat – er wolle mir die Geschichte bei einem Bier erzählen.
Ich antworte noch rasch, dann geht es an die Arbeit!


Auf meinem Ex-Schiff helfen heute die neuen Eigner mit und auch Hans von der BARCASO hat wohl soviel Mitleid, dass er für drei Stunden mit angreift.
Zusammen sind wir am Rackern, bekommen aber das ganze Deck soweit clean und abgedichtet, dass wir den Abbruch nun wirklich für beendet erklären können.
Der nächste Schritt wird die Prüfung des Decks und die Analyse der Beschädigungen sein, dann müssen die Materialien für die Reparatur bestellt werden.


An diesem Tag wird ein Termin für ein gemeinsames „Helferessen“ im „SouVLakki“ festgelegt – es ist mir eine Ehre!
Mein Dank für die Unterstützung bei dieser Sauarbeit gilt HP, Guido, Ciarán und Hans, sowie dem Eignerpaar für die Geduld und den hohen Entspanntheitsgrad.
Am kommenden Morgen hole ich Sibylle in Xirokampos ab, wir haben an unserer Katikia ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und in der Küche ein paar Vorbereitungen für den Küchenabbruch zu machen.
Bei dieser Gelegenheit fällt uns auf, dass unsere zwei wilden Weinstöcke recht viele Trauben tragen und wir fragen uns, was wir damit machen werden – ob wir den Nachbarn anbieten sollen sie zu ernten?


Den Gedanken den Nachbarn zu fragen verwerfe ich, die Trauben sind optisch nicht durchgängig schön.
Ich möchte nicht in eine Falle tappen und mit guten Absichten am Ende doch jemand beleidigen.
Also wegwerfen? Oder den Vögeln überlassen?
Ich habe eine bessere Idee – wir sind heute Abend bei Brigitte und Hans zum Grillen eingeladen und ich werde Brigitte nach Optionen befragen…
Da das Wetter inzwischen wieder besser georden ist, beginnt Sibylle zu quengeln – wir sollten das Großsegel zum Trocknen aufhissen und es dann winterfest verpacken.
Die nächste Schlechtwetterfront stünde vor der Türe und was gemacht ist, ist gemacht.
Sie nervt! Aber sie hat Recht! Also mobilisiere ich meine Helfer und wir ziehen den riesigen, schweren Lappen nach oben.


Sibylle ist an der Winsch eingeteilt. Sie fiert das Großfall langsam auf und wir – das heißt Hans Peter, Markus, Bibi und ich, legen das Segel so gut es geht in Duchten in die Lazy Jacks.
Das klingt einfach, ist es aber nur bedingt. Hans Peter wird die Aufgabe zuteil, die Mastcars an der Weiche nach links und rechts zu verteilen, die baumlange Bibi und ihr turmhoher Markus greifen am doch recht hohen Baum nach den Segelfalten um sie in die richtige Richtung zu zerren und auch ich Zwerg (ich bin 1cm kleiner als Bibi) versuche durch das Tragen der Verantwortung zu unterstützen 😉 …
Wir bekommen es ganz gut hin und müssen dann, als letzten Schritt, die Abdeckung des Segelkleides noch montieren.
Dafür muss einer – Hans Peter – den Baum entlang kriechen und den Reißverschluss einfädeln, der Rest geht von der Seite aus.

Für heute lassen wir es, das Tagwerk ist geschafft. Die Helfer gehen von Bord und wenden sich eigenen Aufgaben zu, ich blicke auf meine Sibylle und warte auf die imaginären Lorbeeren, welche ich mir durch die Befolgung ihres Befe… – äh, durch die Erfüllung ihres Wunsches unbedingt verdient habe.
Doch weit gefehlt! Sibylle ist nur bedingt zufrieden! „Ok, für heute kann man das lassen, aber morgen machen wir gleich die Winterpersenning drüber, gell?“
Ohje, da muss ich wohl das Helferteam noch einmal umgarnen…
Egal, das ist morgen – jetzt verholen wir erst einmal nach Crithoni, wo sich Brigitte und Hans einmal mehr als ein perfektes Gastgeberteam erweisen.


Als Getränke wurden die altbewährten Alternativen Bier, Wein und Ouzo angeboten.
Zum Waschen der Kehle gab es auch Wasser mit und ohne Sprudel.
Heute jedoch wurde das Portfolio der Getränke um eine Alternative erweitert – heißen Tee.
Und ich wähle gerne eine Tasse heißen Tee, denn so schön es ist am Abend noch draußen zu sitzen, es ist inzwischen ziemlich zapfig!

Neben allerlei kurzweiligen Themen, haben wir auch Gelegenheit über die Trauben zu sprechen.
Und natürlich bleibt Brigitte keine Idee schuldig – ihre Schwiegermama hat ebenfalls Trauben und bereitet damit allerlei Köstlichkeiten zu.
Sie würde mit der Dame in Österreich telefonieren und dann etwas daraus zaubern.
Bereits am nächsten Tag, wir sitzen gerade beim Frühstücksbrunch im „Navarone“ erreicht mich ein Bild von Brigitte, der Zaubertrank sei schon fertig!

Wir beschließen, dass wir die Trauben bei der Küchenaktion abernten würden, Brigitte würde sie dann in dieser Art und Weise verarbeiten.
Apropos Frühstück! Wir sind ein weiteres Mal in das wunderschön restaurierte Lokal am Hafen von Agia Marina gegangen, um dort den Sonntagsbrunch zu genießen.
Dies machen wir meist dann, wenn es einen Anlass dafür gibt – heute war es die Verabschiedung von Hanna und Jim.
Die beiden Passauer haben das Ende des Familiebesuchs bei der ANAHITA Crew vor Augen und es war uns ein Anliegen, noch einmal mit den Freunden beisammen zu sitzen.
Natürlich genießen wir auch die angebotenen Frühstücksleckereien – und das nicht zu knapp!

Foodkoma! Ich falle in ein Foodkoma und mein Körper schreit nach einem Mittagsschläfchen!
Ich kann gerade noch die beiden Freunde verabschieden, dann möchte ich schlafen und meinen faulen Pelz zur Ruhe betten.
Nur habe ich da leider die Rechnung ohne meinen Drill Sergeant Sibylle gemacht – mein persönlicher Gunnery Sergeant Hartman 😉
„Nix ausruhen! Jetzt wird die Winterpersenning auf den Baum gemacht! Ruf gleich mal HP an! Jetzt!!!“
Ok, wer könnte da schon Nein sagen?




Das hat alles in allem ganz gut geklappt und wir konnten nach einer Stunde Vollzug melden.
Der Regen kann nun kommen – und das tat er auch. Der morgige Tag würde ein verregneter sein, aber dafür haben wir schon einen guten Tagesplan.
Heute ist erst einmal Seglerstammtisch angesagt – wir alle würden uns heute noch einmal im „SouVLakki“ treffen.
Für HP würde es der Abschiedsstammtisch werden, er wird nächste Woche nach Hause aufbrechen.
Ja HP, er erkennt das Dilemma – Urlaubsfreuden und Lebensplan auf der einen Seite, gewohnte Strukturen und erfolgreiches Wirken auf der anderen.
Er wird loslassen, auch wenn er zwischenzeitlich versucht zu relativieren – und dadurch wird er die Flexibilität verlieren Projektblöcke zu planen.
Ich hoffe, dass er loslassen wird – er hat soviel Zeit und Geld in sein Boot gesteckt, er soll meinen Fehler nicht wiederholen.
Und das lang geplante Projekt für den Regentag? Das war tatsächlich so – wir, Sibylle, Brigitte, Hans und ich, haben für den Küchenabbruch den ersten Regentag nach ihrer Rückkehr vom letzten Segeltörn festgelegt – und der sollte nun heute sein.
Wir treffen uns also um 10.00 Uhr an unserer Katikia in Plaka.



Sinn der Aktion war, meine Spüle und Stein-Arbeitsplatte für den Bau einer Außenküche im Haus der österreichischen Freunde auszubauen.
Die Beiden haben dann gleich den ganzen Unterbauschrank zerlegt, während ich mich den Hängeschränken links gewidmet habe.
Sibylle hat die Trümmer gepackt und vor dem Haus gestapelt.
Der rechte Teil bleibt vorläufig noch stehen, dort lagern wir ein paar Werkzeuge und unsere Behältnisse für das Olivenöl.
Es war mir ein Anliegen, auch am Haus etwas voran zu kommen und in 2026 nochmals eine Fuhre Müll zur Entsorgung abholen zu lassen.
Dies wird in den nächsten Wochen geschehen, ich bin zufrieden.
Sibylle und Brigitte ernten zudem noch rund 4kg Trauben ab, aus denen Brigitte bereits am nächsten Tag etwas mehr als drei Liter Saft machen wird.

Zusammen gehen wir noch auf ein Gebäckteilchen und eine Tasse Kaffee zu „Zafeiris“, dann trennen sich unsere Wege.
Sibylle und ich ziehen uns auf ELOWYN zurück, denn wir haben noch etwas Zeit bis wir abends bei Felix und Georgette zum „Apero“ auf ALLEGRA eingeladen sind.
Was kannst bei dem Wetter schon machen – Sibylle lernt mit Duolingo und ich wurschtle etwas an ELOWYN herum.




Auf dem Weg zu ALLEGRA treffen wir Ellen und Dominik. Gott sei Dank haben die Beiden den Regen soweit im Griff.
Es tropft nicht so viel in LUMARA hinein, das Bisschen können sie auffangen.
Diese Nachricht freut mich, denn das Leben auf der Baustelle verlangt den Beiden einiges ab.
Es gilt, das immer für alle Parteien erträglich zu regeln.
Mit Felix und Georgette sitzen wir über drei Stunden nett beinander und plaudern über Gott und die Welt.
Auch die Beiden werden ihre Seglerlaufbahn beenden und sich umorientieren, es tut sich an allen Fronten etwas…
Wir genießen den Apero und verabschieden uns höflich gegen 21.00 Uhr – und jetzt?
Sibylle ist satt, ich habe Hunger – Apero ist schwierig für mich, er ist eine Art „Störgröße“ in meinem Tagesablauf.
So fahre ich meine Frau nach Xirokampos und esse dann Reste auf ELOWYN als Abendbrot…

Am nächsten Morgen das tägliche Procedere – ich trinke meinen Kaffee, hole dann irgendwann Sibylle ab, wir machen eine Besorgungsrunde und arbeiten dann einen Punkt auf der To-Do Liste ab.
So weit so gut, das reicht an Engagement in dieser Zeit, sofern dabei keine Fehler unterlaufen.
Diesmal war ich der, dem die Narrenkappe gebührt – mir passiert ein Anfängerfehler!
JASPER hat einen Tagestank, ich bin informiert und stolpere nicht über die erste Hürde – in welchem Einlass ist das flüssige Gold einzufüllen???

Ich greife nach ELOWYNs Kanister und bemerke, dass der noch voll ist – macht nix, dann fülle ich eben den Diesel von ELOWYN in den Tank und betanke den Kanister danach wieder mit frischem Sprit.
Ich zirkle den Einfüllstutzen des Kanisters in die Einfüllöffnung und – kleckere ein wenig. Dann aber gluckert der Diesel in JASPERS Tank.
Ich denke so für mich, dass ich den Diesel rasch wegputzen muss, gluckgluckgluck.
Dabei nehme ich wahr, dass fast kein Diesel mehr zu sehen ist, gluckgluckgluck.
Nanu, seit wann verfliegt Diesel, gluckgluckgluck, wer sagt überhaupt, dass das Diesel ist???
Gluckgluckgluck, in diesem Augenblick war der Kanister leer und ich um die Einsicht reicher, dass ich soeben 20 Liter Benzin in den, zum Glück leeren, Tank gefüllt habe.
Was für eine Dummheit, wenn man einmal nicht konzentriert ist…
Nun, die Arbeit hatte ich – alles ausräumen, Tank freilegen, zum Glück hat dieser eine Wartungsöffnung an exakt der richtigen Stelle und dann 20 Liter mit einem Becherchen herausschaufeln – ich war mehr als eine Stunde beschäftigt, konnte aber Vollzug melden, kurz bevor wir zu einem Treffen nach Agia Marina mussten.

Wir waren mit einer ganz besonderen österreichischen Familie zum Kaffee verabredet.
Wir kennen das Paar in unserem Alter schon seit Jahren vom Sehen, es gab zwischenzeitlich mal etwas Smalltalk aber nicht mehr.
Wir wissen, dass die Beiden ein Haus in Platanos haben und sind auf sie aufmerksam geworden, weil deren Sohn, welcher damals vielleicht vier Jahre alt war, von dem kleinen Mädchen immer „Onkel Hannes“ gerufen wurde.
Heute wissen wir, dass die beiden in zweiter Ehe verheiratet sind und deren erwachsene Kinder ebenfalls untereinander die Liebe gefunden und geheiratet haben.
Zur etwa selben Zeit kam bei den Eltern ein Nachzügler auf die Welt und die Jungen starteten in die Familienplanung – daraus ergeben sich lustige Konstellationen und alle wissen damit zu kokettieren.
Es war ein Nachmittag mit vielen neuen Geschichten und viel Spaß!
Ich hoffe, wir werden uns einmal wiedersehen – schon alleine deshalb, weil ich den Dreikäsehoch gerne zu einer Revanchepartie fordern würde.
Unser Abend klang anschließend mit Benno und Hilde im „La Nostra“ aus – neuerlich ein Abschiedsessen, es ist die Zeit des großen Aufbruchs.

Ich wache vom Geprassel auf dem Kajütdach auf, so heftig war der Regenguss am Morgen.
Sehr schade, denn es war schlagartig klar – die für den heutigen Tag angesetzten Feierlichkeiten zum „Oxi-Day“ am 28.10. werden sprichwörtlich ins Wasser fallen.
Der Nationalfeiertag stand unter keinem guten Stern, es herrschte Weltuntergangsstimmung.
Ich kuschelte mich noch einmal in mein Bett und stand erst um 08.30 Uhr auf – heute ist der ideale Tag, um bei einer Tasse Kaffee den Blogbericht etwas voranzubringen.

Erst am Mittag hole ich Sibylle ab – wir sind im „Coffee Lab“ mit Hanna und Jim verabredet um Lebewohl zu sagen.
Auch die Beiden reisen morgen früh ab – hier gibt es aber eine berechtigte Hoffnung, dass wir uns während unseres Deutschlandbesuches kurz treffen.
Vielleicht ist der Abschied so nur von kurzer Dauer…
Auf dem Weg ins Café sehen wir die geschmückten Straßen vor grauer Kulisse – es tut mir so leid für die Teilnehmer der Parade.
Monate der Vorbereitung werden durch Wetterkapriolen pulverisiert.


Der Regen lässt etwas nach, eine gute Chance zu vollenden, was gestern offen geblieben war.
Wir füllen 20 Liter DIESEL in JASPERs Tank und starten den Motor welcher sofort anspringt.
Ich war für einen weiteren Faux-Pas gewappnet, denn ich hatte vergessen, was Uli mir über das Motor-Seeventil erzählt hatte.
Sollte kein Kühlwasserstrahl kommen, dann würde ich den Motor sofort stoppen…
Natürlich hatte ich zuvor das vermeintlich richtige Seeventil lokalisiert, doch das war offen – zudem hatte Uli das irgendwie anders beschrieben…
Komisch! Aber die Fakten geben mir Recht, der Jockel springt an und das Kühlwasser schießt nur so aus dem Auspuff.

Kurze Zeit später ruft Uli an und erklärt mir, welches Ventil das vermeintlich richtige Seeventil ist.
Ich will offen zugeben, dass ich der Argumentation nicht folgen kann – das von ihm beschriebene ist wohl als „Seeventil Motor“ beschriftet, der Schlauch führt aber Richtung Generator.
Das Ventil ist geschlossen, trotzdem schießt Kühlwasser aus dem Auspuff.
Ich gehe die Schläuche der Seewasserkühlung nach und identifiziere einwandfrei das übliche Ventil am Fuß des Saildrive als das für die Motorkühlung verantwortliche.
Es ist offen, was den Seewasserfluß erklärt, es gibt zudem keine Abzweigung in der Schlauchführung, so dass ich ohne Ulis Aussage, meiner Behauptung sicher wäre.
Ein Thema, welches Uli und ich noch klären müssen – zur Sicherheit werden zur Probefahrt beide Ventile geöffnet – und das war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung um Irritationen zu vermeiden.
Warum? Dazu etwas später mehr…


Heute klingt der Abend im „SouVLakki“ aus und ich ärgere mich, dass ich verabsäume ein Bild zu machen.
Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich ein „Helferessen“ ausgerufen hatte und dies war für heute anberaumt.
Sibylle und ich hatten selbstredend die Gattinen auch mit eingeladen und außer Jill konnten alle teilnehmen.
Wir waren also eine illustere Truppe aus Bayern (Sibylle und ich), Österreich (Brigitte und Hans), dem Saarland (Petra und Hans Peter), Irland (Ciarán), sowie aus Deutschland (Ilona und Guido).
Der Abend war kurzweilig und durchsetzt mit einem Kauderwelsch aus verschiedenen Sprachen 😉 .
Ich hätte es gerne auf Zelluloid gebannt, denn wir werden 2026 nicht mehr in dieser Konstellation zusammensitzen.
Hans Peter und Petra werden morgen abreisen…
Ich habe heute Vormittag allerhand zu tun, ich kann nicht einfach auf einem Bein am Ufer stehen und dumm schauen, wie es dem Reiher an der Marinaeinfahrt zuteil wird.

Spaß beiseite, mein Vormittag ist streng durchgetaktet, denn ich muss das Tepai für JASPER bezahlen, muss zum Elektriker und zu Andreas Hardwarestore um Material zu kaufen und auch ein Weg zur Bank bleibt mir nicht erspart.
Zudem sollte ich mich darum kümmern, dass auch meine Terrasse vor dem Winter noch einmal vom Müll befreit wird.
Ich starte also nach meiner Morgenbetankung mit frischem Kaffee in den Tag…
Meine Vorhaben kann ich nur zum Teil abschließen, ein bisschen Problemwälzerei ist in Griechenland immer dabei – die Post hat grad keinen Strom, die abzuholende Bankkarte für eine Freundin ist irgendwie nicht auffindbar und die bestellten Lampen kommen „avrio“.
Der Rest klappt aber, so kann ich nach meiner Rückkehr gleich zur Tat schreiten.
Ich muss checken wieviel Gas noch an Bord von ELOWYN ist…


Da ich aus Sicherheitsgründen die Kappe für das Flaschenventil mitsamt ihres Metallbügels mitwiege, schätze ich die volle Flasche auf rund 10,2kg.
Mittels einer Kofferwaage kann ich die Füllmenge ziemlich genau ermitteln…


Es ist genug Gas an Bord um über die Saison 2027 zu kommen, ich muss nicht handeln.
Dieser Check ist deshalb wichtig, da ELOWYN mit eigenen Alu-Gasflaschen ausgestattet ist und diese nicht getauscht werden, sondern befüllt werden sollen.
Die Tankstelle macht das nicht mehr so gerne und lehnt in vielen Fällen auch ab, ich bekomme die Flaschen gefüllt – aber auf mein Risiko bezüglich Verlust und mit einer Wartezeit von ungefähr sechs bis acht Wochen.
Sibylle und ich nehmen für die Zeit, während der wir an Bord sind und vielleicht auch mal kochen, eine der Aluflaschen raus und stellen eine 11kg Haushaltsflasche in den Schacht.
Die gehört mir und ich nutze sie sonst für meinen Grill – so ist mein Gasverbrauch von dem Crewgas abgekoppelt.
Heute Abend sind wir von Petra und Hans Peter zum Abschiedsdinner eingeladen.
Sibylle fährt vorher noch nach Xirokampos um sich frisch zu machen – schreibt aber sofort nach ihrer Ankunft „…DU MUSST KOMMEN!“
EINE SCHLANGE!!!

Ich verweigere die Tötung des Reptils und verweise darauf, dass Handschuhe aus Schlangenleder längst aus der Mode sind.
Sibylle nennt mich ein „Weichei“ und wird das sicher hochgiftige aber schon sehr tote Tier am nächsten Morgen mit einem Ast über den Zaun befördern.
Gute Nachrichten hingegen kommen von Brigitte – sie steht in ihrer Druidenküche und feilt am Zaubertrank.
Aus dem Traubensaft aus eigener Ernte muss doch mehr herauszuholen sein…
Und tatsächlich – der Gährungsprozess hat schon eingesetzt und wir werden bald selbstgemachten „Sauser“ oder „Sturm“ wie man in Österreich sagt, zu den Maroni genießen können.

Ich hole Sibylle ab und gemeinsam lassen wir noch die LIBERTÉ Crew in Smurfy zusteigen.
Der Weg führt zu „Dimitris o´ Karaflas“. Wir möchten dort ein letztes gemeinsames Essen einnehmen, bevor unsere Freunde aus dem Saarland die Heimreise antreten.

Es ist Zeit – wir bringen die Saarländer zurück zu ihrem, in der Marina geparkten und vollgepackten Pick-Up und verabschieden uns.
Bis zum nächsten Jahr, wir bleiben in Kontakt.
Dann trennen sich unsere Wege – HP entrinnt mit einem Tritt auf´s Gaspedal dem Vorhof zur Hölle, ich bringe Sibylle nach Hause und fahre zurück in die Marina, dicht gefolgt von einem Leihwagen.
Da im Moment kein Parkplatz ausgewiesen ist, parke ich nahe unseres Stegs und bin gerade dabei meine Sachen von der Rückbank zu nehmen.
Da passiert mich der kleine Leihwagen und beginnt ein recht unnötiges Einparkprocedere vor mir, obwohl rundum alles frei war.
Es kam wie es kommen musst – der geborgte Flitzer „rammt“ Smurfy und fügt ihm eine Schürfwunde zu.
Hm, ich frage mich gerade ob das jetzt echt war oder ob ich träume – und ich gestehe, dass ich schon ein wenig geschimpft habe.
Wie auch immer – ich lasse den fiesen Schädiger konsterniert zurück.
Dieser weiß aber gekonnt mit der Situation umzugehen – ich wusste zu welchem Schiff er gehört und hatte mich auch schon wieder beruhigt, der Schaden war ohnehin nie ein Thema…
Trotzdem war ich von seiner Nachricht angetan!

Ich bin der, welcher gerne über die stetig nachlassende Rücksichtnahme und die abnehmende Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung schwadroniert.
Ich mag alte Tugenden und Aufrichtigkeit – und Herr Fischer beweist beides! Chapeau!
Ich lese den Zettel und mache stande pede kehrt und gehe zu seinem Schiff zurück – mit dem Zettel wedelnd…
Wir bringen „das Thema“ mit zwei Sätzen aus der Welt und darüber hinaus ist mir der Frange dodal sümbadisch – der ein oder andere Klönschnack wird sich ergeben.
Nach langer Zeit treffen wir Alex einmal wieder auf einen Kaffee im „Skipper´s“ – eine Katze gesellt sich zu uns…


Während sich die Mieze in der Sonne räkelt, schwatzen wir ein wenig mit dem Skipper der ANAHITA über Zukunftspläne.
Auch bei den Beiden tut sich einiges, es wird nicht langweilig.
Den Rest des Tages verbringe ich auf LUMARA, wo Ellen und Dominik die Heckkörbe abbauen und ich gleich das restliche Holz unter den Anschraubpunkten entferne.
Eine ganze Weile bin ich auch auf Ciaráns OLIVE, dort gibt es ein Motorproblem zu besprechen und einzugrenzen.
Wir diskutieren viel und kommen auch zu einem Punkt – ich denke, es ist eine Saildrivereparatur fällig.
Auch JASPER bekommt noch einmal einen Kontrollblick, bevor ich zu Sibylle fahre.
Sie hat heute ein Linsencurry gekocht und wir essen zusammen in Xirokampos zu Abend.
Morgen ist der letzte Tag des Monats – und es wird ein turbulenter werden.
Wir bekommen noch einmal Besuch von einem Interessentenpaar für JASPER – eine Probefahrt steht an.


Die Interessenten für JASPER reisen aus Berlin an und haben ebenfalls ein anstrengendes Wochenende vor sich.
Aufgrund beruflicher Verpflichtungen können die Beiden nur von heute Mittag bis morgen früh auf Leros verweilen.
Betrachtet man die Stunden bevor es dunkel wird, dann bleiben kaum mehr sechs Stunden um die Hanse 400 unserer Freunde anzusehen.
Der Haken daran – am gleichen Steg verkauft ein französisches Paar ein baugleiches Boot zu einem deutlich günstigeren Angebotspreis – auch das wollen „unsere“ Interessenten zumindest einmal in Augenschein nehmen.
Es galt also keine Zeit zu verlieren – wir geben den Marineros Bescheid und zirkeln JASPER nach ihrer mehrjährigen Pause aus der Lücke an D2.
Ich fühle mich ein wenig an den Tag erinnert, an dem wir Werners ALENA aus dem Dornröschenschlaf erweckt haben.
Wir lenken das agile Schiff unter Motor in die Lakki Bucht…



Wir tuckern so dahin, die Stimmung ist ausgelassen – bis in wenigen Sekunden ein lautes Geräusch die illustere Fahrt beendet – 3 – 2 – 1 – BIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEP!
F*ck, was ist das? Wir erkennen schnell, dass der Temperaturalarm angeschlagen hat.
Ich gehe nach unten und prüfe das System – ok, soooo heiß ist es nicht, Kühlwasser fließt, alle Schläuche gleich warm, der Ausgleichsbehälter voll.
Vielleicht ein Fehlalarm durch den Temperaturgeber? Ich wackle am Kabelanschluss und der Ton verstummt.
Doch damit sollte es nicht erledigt sein – erst ploppt der Deckel vom Ausgleichsbehälter auf, ein Zeichen für Überdruck im System, dann platzt ein bereits etwas spröder Kühlwasserschlauch.
Ursache oder Wirkung? Wir können es nicht erklären, aber den Schlauch mit Bordmitteln reparieren.
Wir brechen die Fahrt ab und verholen in die Marina – mitten in der Einfahrt geht der Motor aus.
Sakis, der Marinero bleibt cool und schiebt uns zur Lücke, ich lenke JASPER längsseits davor – den Rest machen wir mit Leinenarbeit.
Na Prost Mahlzeit – Bibi reicht mir auf den Schreck und den Anleger erstmal einen Ouzo.

Der Fehler ist noch unklar, aber sicher kann keiner etwas dafür. Die Idee, JASPER in ihr Element zu fahren und wohlbehalten zurückzubringen hat sich nicht erfüllt – ich bin enttäuscht!
Aber, wenn ich an Werners ALENA zurückdenke – an die denkwürdigste Probefahrt aller Zeiten – dann muss ich ebenfalls an Überhitzungsprobleme denken und auch an ein bis heute andauerndes Happy End.
Und siehe da, auch unsere Interessenten lassen sich nicht aus der Fassung bringen und beginnen anhand einer Checkliste mit einer Fragerunde – ich habe mich ein wenig gefühlt wie bei einer Befragung durch das CIA!
Diese dauerte noch einmal rund 1,5h, wir haben nahezu alle Systeme ausprobiert und JASPER hat sich wacker geschlagen – auch wenn sie ein paar kleine Mängel im Detail nicht verheimlichen konnte.
Sibylle und ich machen das Schiff klar für die Nacht, unsere Interessenten ziehen ein Häuschen weiter und sehen sich noch das Schwesterschiff an.


Wir hatten Glück – das angesagte Schlechtwetter mit Regen und Gewitter kam tatsächlich, hat uns aber während der Besichtigung verschont.
Sibylle und ich haben auf ELOWYN gewartet, bis unsere Besucher den Startschuss zum gemeinsamen Dinner gegeben haben, um dann abermals zu „Dimitris o´ Karaflas“ zu gehen.
Wir haben sehr gut gegessen und einen netten Abend verbracht – natürlich haben wir den Tag Revue passieren lassen und auch über JASPER gesprochen, aber geprägt waren unsere Gespräche vom gegenseitigen Kennenlernen.
Der Abend endete früh, denn unser Besuch war erschöpft von dem langen Tag – das war eine schöne Fügung für uns, denn so konnten wir Rolands Geburtstag noch gemeinsam mit Ihm, Mireille, sowie Esther und Giannis ausklingen lassen.
Natürlich gab es wieder einmal Esthers fabelhafte Mango-Tiramisu – ein Gedicht!!!

Ich bringe Sibylle gegen 23.00 Uhr nach Xirokampos. Auch für uns war der Tag anstrengend und zumindest für mich heißt es morgen früh „zeitig aufstehen“, denn es gilt, unseren Besuch zum Taxi-RIB zu bringen.
Abfahrt um 07.30 Uhr!
Trotzdem war ich nicht todmüde, ich gönne mir also eine Fahrt nach Plaka, um dort nachzusehen ob mit der Abholung unseres Sperrmülls alles geklappt hat…


Jetzt reicht es auch mir – als ich auf dem Rückweg zur Marina bin, setzt abermals kräftiger Regen ein.
Ich parke Smurfy stegnah und sause zu ELOWYN um es mir dort bequem zu machen, meine Heizung einzuschalten und diesen Blog zu vollenden.
Regnerische Fotos sind die letzten Bilder – mit diesen verabschiede ich mich in den gefühlt ersten Wintermonat November.



Was erwartet uns im November außer dem vielbesungenen „November Rain“?
Nun, zunächst vielleicht eine tendenzielle Vorentscheidung bezüglich des Verkaufs von JASPER.
Dann geht es mit Projektarbeiten an STENELLA, LUMARA und ELOWYN weiter, es ist allerhand zu tun.
Wir planen gerade unsere Olivenernte und ein paar schöne Treffen mit Freunden, bevor wir uns – sicher das Highlight des kommenden Monats – mit Crawler auf den Weg nach Deutschland machen.
Bleibt uns also gewogen, das Jahr 2026 nimmt noch einmal Fahrt auf!
Regnerische Grüße aus Hellas, von Bord der SY ELOWYN
Mario & Sibylle