Juni 2024 – Is there anybody out there?

Wir machen Urlaub! Oder – nennen wir es besser, wir sorgen für Tapetenwechsel! Urlaub machen als Greek Resident, sorgt ab und an für unverständige Blicke und Kommentare wie „…ihr habt doch IMMER Urlaub!“

Tapetenwechsel tut also Not, der Blick über den Tellerrand hinaus wird angestrebt – wir haben daher vor einigen Wochen beschlossen, dass wir die ersten vierzehn Tage des Monats Juni nach Kreta fahren, um uns dort mit Nader und Christine zu treffen und mit ihnen entspannte Urlaubstage zu verleben.

Urlaub zur besten Reisezeit also – dachten wir…

Und da wären wir schon bei der Headline dieses Monats – diese bitte ich diesmal als Metapher zu sehen, denn sie entfernt sich ein wenig von der eigentlichen Tiefe des Songs von Pink Floyd auf dem „The Wall“ Album aus dem Jahre 1980 – ich möchte eher eine reziproke Relation herstellen, ihr werdet die Ironie bemerken.

„The Wall tells the story of Pink, an alienated young rock star who is retreating from society and isolating himself. At this point in the plot, the bitter and alienated Pink is attempting to reach anybody outside of his self-built wall. The repeated question „Is there anybody out there?“ suggests that no response is heard…“

Exakt gegenteilig erging es mir, dem der große Menschengruppen eher skeptisch betrachtet – ich war also in der vermeintlichen Vorsaison im Urlaub, hoffte auf einsame Strände und ruhige, entspannte Tage. Innerlich rief ich „…is there anybody out there?“ Die Antwort hallte mir zehntausendfach entgegen – JAAAAAAA! Der Urlaub wurde zum Trip an den Rand des Wahnsinns – doch beginnen wir von vorne…

01.06. um kurz vor 03.00 Uhr

Kurz vor dem Getöse des Weckers wache ich auf. Selbst drei Jahre nachdem ich das Berufsleben hinter mir gelassen habe, funktioniert die innere Uhr noch.

Sibylle und ich kämpfen uns aus den Federn und machen uns reiseklar. Das Motorrad ist schon gepackt, wir müssen nur noch den Rucksack einräumen und auf NESSAJA die Ventile schließen sowie die Schalter auf „0“ stellen – dann kann es los gehen. Auf zum Hafen!

Die Fähre ist schon in Sichtweite

Müde warten wir auf die Ankunft der BlueStar Fähre. Diesmal waren wir nicht zu früh am Anleger, der stählerne Zubringer war pünktlich, das ließ die Wartezeit auf ein erträgliches Minimum schrumpfen.

Pünktlich gegen 04.00 Uhr traf die BLUESTAR II ein und wir stiegen zu. Sibylle als Fußgängerin mit dem Ziel, uns einen guten Platz zu ergattern. Ich dagegen hatte die Aufgabe, die GS auf die Motorradabstellplätze zu pilotieren und mir dann den Weg durch die Katakomben der Autofähre zu bahnen.

Pünktlich trifft die Fähre nach Rhodos ein

Wir treffen uns dann meist im vorderen Salon. Sibylle sitzt schon, es drückt ihr die Augendeckel runter. Wir versuchen noch etwas zu dösen – an Schlaf ist kaum zu denken.

Wenig los – alle Reisenden versuchen, zumindest etwas auszuruhen

Unsere erste Station auf der Reise ist Rhodos. Dort würden wir einmal übernachten müssen, am nächsten Tag geht unsere Fähre am frühen Nachmittag – Ziel ist Heraklion auf Kreta.

Soweit der Plan, welcher auch aufgeht, bis wir auf Rhodos angekommen waren – dann überschlugen sich die Ereignisse.

Ich war in Jammerstimmung! Was war passiert? Nun, Sibylle hatte Wanderstöcke eingepackt und ich Dummerchen hatte diese beim ersten Mal packen zur „Aufsteigeseite“ des Moppeds heraussterzen lassen – dies führte zu einem Einstich in mein T-Shirt, natürlich eines der neuen!

Heul, süder – das gute Shirt
Ein Stich ins Herz – (fast) im Wortsinn

Sibylle schaltet auf Durchzug, sie ist keine gute Empfängerin für mein Geheule, zumindest noch nicht. Sie will einfach frühstücken! Wer Sibylle kennt weiß, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist, wenn sie Kohldampf hat – also füttere ich erstmal mein fleischgewordenes Tamagotchi.

Dafür besuchen wir das „Naval“ in der Rhodos Marina, das kennen wir, das ist gut!

Ein tolles Frühstück im „Naval“ – so soll der Urlaub starten
Das klappt gut – wir mampfen und freuen uns des Lebens (ich bejammere ab und an mein T-Shirt)

So, jetzt passt alles. Es kann ins Hotel eingecheckt werden. Sollte das Zimmer nicht fertig sein, dann dürften wir derweil am Pool verweilen. Das ist ein gutes Angebot – und so kommt es auch. Wir müssen etwas warten und legen uns für ein, zwei Stunden auf eine schattige Liege am Hotelpool.

So kann man es aushalten – ich schlummere ein wenig

Während ich also leidlich ein paar Minütchen Schlaf nachhole, sorgt mein momentanes Gefühlsleben für albtraumähnliche Schlafphasen. Als ich Sibylle schweißgebadet davon erzähle und nebenbei erwähne, dass im Nachbarhaus ein Schneider residiert, gibt sie auf – endlich!

Sie bringt mein T-Shirt zum Nadelartisten und lässt mich unbekleidet zurück. In diesem Moment erhalte ich ein Foto von Freund Marcus, er ist gerade in unserer Marina…

Unser Zuhause – verlassen für knapp zwei Wochen

Ich bedanke mich artig und gehe zum Abfrischen in den Pool – was kannst Du sonst machen, wenn Deine Kleidung in der Reparaturwerkstatt des Schneidermeisters ist? Sibylle erklärt mir, nachdem sie wieder hier war, dass der Mann an Nadel und Faden versprochen hat, dass er die Schadstelle „unsichtbar würde verschwinden lassen“ – ok, das klingt gut!

Nach exakt einer Stunde geht meine liebe Frau wieder nach nebenan, um das instandgesetzte, knapp 20.-€ teure Shirt abzuholen. Der tapfere Vertreter der Schneiderszunft hat Ideenreichtum bewiesen! Stolz erklärt er Sibylle, dass er früher in Dortmund eine Schneiderstube hatte und dass er, die Reparatur betreffend, eine tolle Idee hatte…

SUPER – wenn ich es nicht wüsste, ich würde den Schaden nicht mehr erkennen

Ahhhhrgh, mein Herz! Mich trifft der Hauptschlag! Aus einem 5mm Loch wird eine 50cm Naht. Mein T-Shirt sieht aus wie eine Reffgardine, weil es nämlich Stretchanteile hat und, da bin ich sicher, der Held an der Nähmaschine dieses wohl unter Zug genäht hat.

Seither trage ich eine, meine Problemzone eher betonende als kaschierende, Zier-Reffnaht nahe der Unterbrustweite – das ganze für lässige 12.-€. Ich spüre das erste Mal, dass ich nicht mehr auf Leros bin!

Na egal, ich werde es verschmerzen. Um mir etwas Gutes zu tun, gehe ich erstmal zum Friseur, auch der ist gleich neben dem Hotel.

Mr. Barberos – klingt vielversprechend

Ich komme sofort dran, was mich verwundert und auch hätte stutzig machen sollen. Man spricht mich griechisch an, ich erwidere die mir bekannten Begrüßungsformeln und wechsle dann auf Englisch, dies verrät – hier sitzt ein Tourist!

Ich kann meinen 3-6-9 Harrschnitt erklären und der Barbier beginnt sein Werk. Beide sind wir irritiert, als bei 9mm am Oberkopf nichts weggeht, na egal, mach halt einfach wie Du willst – sommerlich kurz bitte.

Das klappt ganz gut – ABER…

Beim Bezahlen merke ich, dass andere Regeln als auf Leros gelten. Ich berappe 38.-€ für den Haircut. Die gleiche Leistung bekomme ich auf Leros für 10.-€. In Zukunft lasse ich nur noch Sibylle an meinen Kopf – aus Schaden wird man klug.

Ich komme zurück an den Pool und eine blasse Sibylle schaut mich an – „…wir müssen sofort in die Stadt, ins Reisebüro, in den Hafen!“ Ich frage nicht lang, wir fahren einfach…

An der Stadtmauer parken wir, wo ist das nächste Reisebüro?

Ich fordere eine Erklärung von der paralysiert vor mir herlaufenden Frau – ich schlage ein Bierchen zur Abkühlung des Gemütes vor, sie möge mir doch bitte erläutern was passiert ist!

Vorschlag angenommen, wir setzen uns zum Bier in eine der Tavernen am zentralen Brunnen in Rhodos Old Town und bestellen ein kleines und ein großes Blondes – wir erwarten, wie allgemein üblich, ein 0,5er und ein 0,3er Glas.

Nicht so in Rhodos…

Stiefelsaufen in Rhodos – willkommen im touristischen Wahnsinn
ICH HASSE SOWAS!

Wir trinken jeder etwa die Hälfte der an sich leckeren Hopfen-Kaltschale, danach wird das Gebräu warm und lack. Ich strafe den menschenfangenden Gastwirt mit Missachtung und frage mich – wer kann sowas leiden? Welcher Tourist macht die Griechen glauben, dass sowas zum Urlaub gehört? Ich bin das erste Mal fassungslos.

Doch was war eigentlich mit Sibylle???

Sie hat, während ich beim Barbier war, unsere morgige Fährverbindung noch einmal gecheckt. Diese gibt es aber nicht mehr! Eine völlig andere Fähre geht nach Heraklion, aber um 07.00 Uhr statt um 14.00 Uhr und wir haben ja auch keine Tickets für diese Verbindung – was tun?

Wir checken den Schalter am Fährterminal – geschlossen! Wir finden ein Reisebüro und erhalten Aufklärung – es stimmt, die Fähre geht früher und braucht statt 10h rund 15h, aber unsere Tickets haben Gültigkeit! Zu 99% – wir sollen halt spätestens um 06.15 Uhr am Fährkai sein.

Na toll!

Wir sortieren uns und fügen uns dem Schicksal. Dann suchen wir ein Geschäft, in dem Sibylle vor drei Jahren mal Schuhe gekauft hat – Tina will die Gleichen. Tatsächlich finden wir die Stecknadel im Heuhaufen!

Da hängt der begehrte Schlappen – wir kaufen ein Paar

Der Rest des Abends verläuft versöhnlich, wir bekommen, trotz gescheiterter Reservierung, einen Tisch im „Mama Sofia“ und ich kann die von mir so geschätzten „Fisherman Spaghetti“ bestellen. Sibylle entscheidet sich für Muscheln – wir essen vorzüglich im Touristenmoloch Rhodos Old Town, danach suchen wir das Weite.

„Mama Sofia“ ist unser Tip – wenn man schon nach Rhodos Old Town muss
Die „Fisherman Spaghetti“ sind sensationell
Auch Sibylle war happy mit ihrem Muschel Saganaki
Das Umfeld der Taverne ist touristisch geprägt, zeigt aber schöne Details

Nach dem Dinner sind wir zurück ins Hotel. Wir waren müde und groggy, der Start in den Urlaub war zwar pannenfrei aber holprig. Zudem wussten wir nun, dass das gebuchte und bezahlte Hotelfrühstück ausfallen würde – ein weiterer „Early Bird Day“ steht uns ins Haus.

Am nächsten Tag sind wir, wie vorgeschlagen, um 06.15 Uhr am Fährhafen. Nicht zu früh wie sich zeigt, wir sind beileibe nicht die Einzigen.

Ich stelle mich am Fahrkartenschalter an, Sibylle kauft bei „Gregoris“ Sandwiches für die überlange Fährfahrt.

Dann geht es los…

Es waren keine neuen Tickets nötig
Mit den vorhandenen Fahrscheinen können wir einfahren und die GS parken
Statt auf der schönen CHIOS sind wir jetzt auf der PREVELIS, einer alten Möhre – statt um 14.00 Uhr legt sie um 07.00 Uhr ab

Sibylle hat uns wieder einen guten Platz erhascht. Wir sitzen in Fahrtrichtung an vorderster Front, können nach vorne aus dem Fenster sehen. Auch meine Vorgabe, eine Steckdose, war erfüllt – ich richtete mir ein kleines Büro ein, wollte ich doch meiner Schriftstellertätigkeit nachgehen und an meinem Maiblog schreiben. So würde ich die verhältnismäßig lange Fahrtdauer von 15h30min sinvoll nutzen!

Der Ausblick aus unserem Fenster – über das Vordeck
Ich sitze einigermaßen gut und feile am Blog für den vergangenen Monat

Die längere Reisedauer ergibt sich aus der Tatsache, dass diese Linie mehrere Zielorte anläuft. Es waren Inseln und Orte dabei, welche wir schon bereist hatten, darüber hinaus auch solche, die wir nicht kannten.

Sibylle nutzte die Hafenstops, um sich die Beine zu vertreten und ein paar Bilder zu machen. Ich habe zwischenzeitlich auf unsere Siebensachen aufgepasst – den Laptop möchte ich dann doch nicht unbewacht stehen lassen.

Die Fähre läuft folgende Zielorte an…

Hafen der Insel Chalki
Hafen Diafani auf Karpathos…
…überall emsiges Treiben – hier noch verhältnismäßig entspannt
Als nächstes der Haupthafen von Karpathos…
…Pigadia – hier waren wir vor zwei Jahren mit dem Motorrad
Nächster Stop war Kasos
Dann erreichen wir Kreta – zunächst legt die Fähre in Sitia an

So vergingen die Stunden. Als wir in Sitia ablegten und Kurs auf Heraklion auf Kreta setzten, begann die Sonne im Meer zu versinken. Wir hatten von unserem Platz aus den „perfekten Ausblick“ auf das Szenario – wenn dieser auch durch die verschmutzten, salzigen Scheiben etwas „getrübt“ war.

Großes Kino

Ich fand es fast schon witzig, wie auf einmal andere Fahrgäste an die vordere Fensterfront kamen, um einen Blick auf das Schauspiel zu erhaschen. Klar, Sonnenuntergänge wirken immer, aber durch diese Scheiben war die Wirkung eben gemindert – trotzdem herrschte phasenweise Gedränge an der Fensterfront. Wer macht das beste Selfie???

Die Asiatin ganz links mühte sich im weiteren Verlauf redlich…

Die „blaue Stunde“ beginnt, wir ruhen noch ein wenig aus. Dann naht endlich das Ende der langen Fahrt. Die Gäste, die in der Hauptstadt der größten griechischen Insel aussteigen wollen, werden gebeten sich fertig zu machen und zu ihren Fahrzeugen zu gehen.

Wenige Minuten später geht es ruck-zuck, wir starten den Boliden und fahren über die Rampe. Den Weg zum Hotel kennen wir. Ein Parkplatz für die GS bietet sich direkt vor dem „Marin“, wir checken ein.

Ein typisches Stadthotel, alles da was man braucht, um eine Nacht ohne gehobenen Anspruch zu verbringen. Trotzdem war das Zimmer den aufgerufenen Tarif nicht wert, denn die Dusche in unserem Zimmer war eine Frechheit! Dabei lag es ausdrücklich NICHT an meiner Statur, dass die Größe der Duschwanne sich zum Problem mauserte, auch Sibylle hatte echte Schwierigkeiten in der 60 x 50cm großen Dusche – ich kam nichtmal rein!

Wenn wir am Rückweg die gleiche Dusche im Zimmer haben gibt es ein Foto – eine Chance bekommt jeder…

Am Folgetag frühstücken wir relativ einfach, aber mit spektakulärem Blick – dann setzen wir die Fahrt nach Chania fort.

Kurze Pause zum Hintern entspannen

Sibylle wollte es, wie eigentlich immer, erstmal langsam angehen lassen. Ich musste langsam fahren, es sollten Pausen entlang der 150km langen Gesamtstrecke gemacht werden undsoweiter.

Da meiner Gattins Befehl mir stets auch Wunsch ist, habe ich all diese Anordnungen befolgt. Daraus ergab sich, dass wir kurz nach der Pause eine weitere Pause einlegten – die Hälfte der Strecke war geschafft, immerhin 75km, wir waren in Rethymnon – Bergfest!

Natürlich fahren wir zielgerichtet in die Marina
Rechts die SAIL AWAY von Gerd, links der graue Bug der TRINITÉ

Gerhard und Christiane kennen wir persönlich seit Mykonos 2017. Wir sind beide im MSF, einem Skipper Forum, engagiert und hatten damals die Gelegenheit für ein Treffen genutzt. Die Beiden haben ihre Homebase in Rethymnon und es lag auf der Hand, dass wir für einen Drink vorbeisehen.

MSF Forumstreffen in einer Strandbar in Rethymnon

Wir haben bei einem Freddo Cappuccino unsere Seelen gesalbt, denn Gerd ist Fußball Superfan von Borussia Dortmund und musste ein paar Tage vorher die Niederlage im CL Finale gegen Real Madrid verdauen, ich dagegen hatte noch die verkorkste Gesamtsaison der Bayern im Sinn – Schwamm drüber!

Ich gehe eine Runde ins Meer und frische mich ab, die Örtlichkeit bietet sich geradezu an. So kann ich auch die ausgefallene Dusche am Morgen kompensieren und als Randnotiz verbuchen.

Wir müssen weiter, wir wollen nach Chania!

Schnell noch einen Blick auf die TRINITÉ unseres Freundes Jörg geworfen, ein kurzes Bild nach Hannover geschickt…

Soweit alles ok – wir tauschen ein paar Nachrichten mit dem Freund

…dann heißt es wieder in der Sattel der GS zu steigen, wir setzen die Reise fort. Eigentlich wollte ich ja gemütlich entlang der „Old Road“ von Heraklion nach Chania fahren, leider war diese mir bekannte Strasse, aber nur im Osten, zwischen Agios Nikolaos und Heraklion, durchgängig erhalten geblieben als vor einigen Jahren die „New National Road“ gebaut wurde.

Der westliche Teil wurde auf mehreren Teilstücken ausgebaut und für die neue Straße verwendet. Es gibt somit keinen durchgängigen Weg außerhalb der neuen Schnellstraße – das war bitter, aber nichtmal meine „Calimoto“ App wusste eine bessere Alternative.

Nun denn, da müssen wir durch! Wir passieren eine Stunde später Chania und wundern uns, warum die Ausfahrt zu unserem Zielort nicht kommt. Pause – Neuorientierung!

Schon an Chania vorbei – etwas trinken, Route checken

Ah ok, wir sind fünf Kilometer zu weit gefahren. Dieses kurze Stück können wir aber entlang der Küstenstraße retour fahren. So erreichen wir bald schon unseren Zielort Agia Marina, ein Küsten-Touristenörtchen etwa 9km westlich von Chania.

Wir checken in unserer Pension ein, sind happy mit unseren Gastgebern und unserem Zimmer. Dann fahren wir sofort zum Hotel von Nader und Christine, hier wollen wir uns mit den Freunden aus Deutschland treffen.

Im „amalthia“ Hotel sind die Freunde untergebracht – das wird unsere Anlaufstation für die nächsten 10 Tage

Großes HALLO! Wir freuen uns, dass bis hierhin alles geklappt hat und einem gemeinsamen, erlebnisreichen Urlaub nichts mehr im Wege steht. Wir beschließen, diesen Auftakt erstmal bei einem Bierchen zu würdigen und verholen uns in die Strandbar des feinen Hotels.

Nice – der erste Eindruck passt schonmal
An der Strandbar gibt es alles, was das Herz begehrt
Wir trinken erstmal ein kühles Blondes – es gibt viel zu erzählen und zu planen

Das „amalthia“ sollte eine wichtige Rolle spielen. Es wurde während des Urlaubs zu unserer Drehscheibe, zum Treffpunkt – unser Platz für Musestunden und unser Zugang zum Meer. Das Hotel lag an einem feinsandigen, einladenden Strand.

Es sollte sich herausstellen, dass auch in solchen Hotels nicht alles was glänzt auch aus Gold ist, aber ein schöner Platz zum Verweilen war es allemal.

Ideal für Sibylle und mich, wir konnten die Vorteile aus beiden Welten bündeln – Strandbar, Sandstrand und Poolambiente wenn gewünscht, ansonsten Rückzug in unsere familiäre und stille Pension etwa 500m vom Strand entfernt.

Wir ziehen uns zum Spätnachmittag hin zurück in unsere Pension „El Greco“, der Seniorchef empfängt uns mit einem Raki und Gemüse aus seinem Garten. Wir setzen uns zu ihm und erzählen ein wenig. Von ihm erhalten wir den Tip ins „Roka“ zum Dinner zu gehen. Das setzen wir umgehend um!

Normal gehe ich nicht in Lokale mit „Foto-Speisekarten“
Aber die Empfehlung unseres Gastgebers war super – wir essen vorzüglich
Geschmortes Rindfleisch mit mediterranem Gemüse…
…dazu ein kretisches Bier – herrlich! Ein sehr schöner erster Abend

Spät kommen wir nach Hause. Der Junior des Hauses ist inzwischen zurück aus Chania. Er sitzt zusammen mit seinem Vater auf der Veranda. Bei den Beiden sitzen Klaus und Sonja aus dem Ruhrgebiet, ebenfalls ein deutsches Gästepaar. Wir sollen uns dazusetzen und noch einen Raki trinken, oder zwei, oder drei…

Es stellt sich heraus, dass die Gastgeberfamilie auch motorisierte Zweiräder hat, der Vater eine original Honda Dax, 43 Jahre alt, der Sohn eine 600er Bandit – das schafft Bindung! Ich werde angewiesen, meine GS nicht am Parkplatz sondern im Hof zu parken – ok, gerne…

Das Moto steht sicher – jetzt aber ins Bett, ich bin müde

Etwas später fallen wir wie gefällte Bäume ins Bett, wir sind groggy vom zweimaligen früh aufstehen und der Fahrt hierher. Jetzt erstmal ausschlafen, morgen ist ein neuer Tag!

Dieser beginnt früh, etwas zu früh – wir müssen die Nachtruhe noch optimieren, ganz toll war es noch nicht. Wir hatten ein paar Schnaken im Zimmer, welche uns ordentlich zerstochen haben. Zudem war die richtige Einstellung der Klimaanlage noch nicht gefunden. Beides bekamen wir aber in den Griff, die folgenden Nächte haben wir gut geschlafen.

Ich hole Semmeln, in der Nähe ist ein guter Bäcker…

Wir frühstücken einfach

Unsere Frühstücke fallen bescheiden aus, wir wollen hierfür nicht zuviel Geld verplempern. Es gibt die guten, frischen Bäckersemmeln mit etwas Käse und Salami, später kaufen wir einen Blütenhonig an einem Honigstand im Hinterland. Kaffee und Tee bereiten wir selber – das reicht uns, es ist stets ein guter Start in den Tag!

Für heute haben wir uns den Besuch der „Theriso-Schlucht“ vorgenommen. Ein verhältnismäßig kleiner Programmpunkt auf der Liste der Unternehmungen, welche Christine und Sibylle für uns zurechtgelegt hatten.

Es war ein „weicher Start“, denn diese Schlucht kann komplett mit einem Fahrzeug durchfahren werden. Sibylle entscheidet sich für den vollklimatisierten Fiat Panda, welcher als Vehikel von unseren Freunden angemietet wurde. Ich wähle, Ehrensache, die GS als den fahrbaren Untersatz für diesen Ausflug.

Die gut ausgebaute Straße zieht sich in die Schlucht
Ab und an stoppen wir und bewundern die Natur und die malerische Landschaft
Das kurvige Sträßchen schlängelt sich entlang dem Schluchtverlauf
Wir machen Pause und entdecken Ortschaften
Wir erfahren Interessantes zu Geschichte und Kultur
Finden aber auch nette Plätzchen zum Verweilen
Wir setzen die Fahrt durchs Hinterland fort

Es ist wie immer in solchen Urlaubsorten – kaum fährst Du einen Kilometer vom Strand weg in Richtung des Hinterlandes, hast Du weitgehend Ruhe. Die Touristen folgen den ausgetretenen Pfaden. Bis hierhin schöpfe ich noch keinen Verdacht – der Ruf „is there anybody out there?“ – er wäre heute ungehört verhallt.

Das sollte sich aber noch ändern…

Die Straße zieht sich nach oben auf ein kleines Plateau, sie wird serpentinenartiger.

Ich genieße die Fahrt, folge dem Panda und mache Bilder
Es bieten sich herrliche Ausblicke…
…und natürlich will jeder ein Foto machen – wir gründen eine WhatsApp Gruppe zum Tauschen der Bilder
Das freut mich, denn so gibt es auch mal Schnappschüsse von mir
Das Schild deutet auf eine kurvenreiche Straße hin – und auf eine schießfreudige Bevölkerung
Die Straße windet sich wieder nach unten, wo bleibt der Fiat?
Ah, da isser ja…
…und bis ich mich versehe ist er schon weg
Am nächsten Parkplatz treffen wir uns wieder
Dann geht es gemeinsam weiter
Schilder warnen weiter vor Gefahren – direkten und indirekten
Dann erreichen wir eine Ortschaft

Wir beschließen, dass wir in dem kleinen Örtchen eine Pause einlegen. Der weibliche Teil unserer Gruppe möchte das sakrale Bauwerk bestaunen und mehr darüber erfahren, der männliche Part ruft nach einem erfrischen Getränk – wir stoppen.

Wie geht es weiter? Wir beratschlagen

Leider war die Kirche geschlossen. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir gönnten uns eine eiskalte Cola, alternativ einen frischgepressten Orangensaft und berieten uns, wie wir die Fahrt fortsetzen wollten.

Die zuvor noch etwas verschlossen wirkende Bedienung taute auf und riet zu einem Besuch einer nahegelegenen Schlucht. Ah, ok – die stand gar nicht auf unserem Plan…

Jetzt muss der geneigte Leser wissen, dass Nader und ich die leidenschaftliche Abneigung gegen Wandern generell weitgehend teilen. Nader hat zudem noch ein kaputtes Knie, so müssen Wanderungen, auch wenn es nur Abstecher sind, eigentlich sehr detailliert geplant werden – eigentlich!

Darf ich vorstellen – unser „off-road Shuttle“ für Fußlahme

Wir nehmen uns also vor, dass wir die verpasste Schlucht zumindest mal ansehen wollen. Ich shuttle Nader zum Eingang, zum Glück ist mein Zweirad bayrischer Herstellung weitgehend off-road tauglich.

Wir erreichen den Eingang der Schlucht…

Die 300m sind die Strecke, die ich Nader zubringe
Am Eingang ist für mich Ende – ab hier ist es ein Track
Wie immer ist alles gut ausgeschildert

Ich beschließe, bei Nader zu bleiben und ihm etwas Gesellschaft zu leisten. Wir setzen uns in den Schatten. Die Damen eilen von dannen, denn sie haben sich vorgenommen, zumindest einen Teil der Schlucht anzusehen. In ein paar Minuten wollen sie zurück sein.

Da ziehen sie dahin…
…über einen schmalen, aber gut angelegten Pfad
Die ersten, beeindruckenden Felsformationen sind erreicht – der Bach führt kaum Wasser
Erinnerungsfoto – klar!

Nach etwa einer halben Stunde findet sich unsere kleine Gruppe wieder zusammen. Schön war´s, bestätigen die Damen. Ok, dann können wir jetzt weiter.

Als nächstes Ziel wird einer der beiden Süßwasserseen von Kreta ausgerufen. Wir wollen gerne baden und etwas trinken. Soweit der Plan…

Leider kam es anders, denn der See entpuppte sich als Naturreservat für alles was kreucht und fleucht – nicht nur, dass Baden vermutlich verboten war, es war auch nicht einladend.

Sehenswert war der Natursee allemal – er lag ohnehin am Weg
Überall Vogelgetier rund um den wirtlichen Lebensraum

Wir akzeptieren, dass es mit dem Badestopp und auch dem erfrischenden Getränk nichts wird. Doch so einfach wollen wir den Tag nicht ausklingen lassen. Ein Speiseeis wäre toll und nachdem wir am Heimweg ohnehin Chania streifen würden, könnten wir doch einen kleinen Abstecher machen.

Gesagt, getan. Sibylle und ich waren schon in Chania, aber nur für einen Tagesausflug vom Osten her kommend. Ich konnte mich aber noch an einen sehr günstig gelegenen Parkplatz erinnern. Das passt auch diesmal, wir finden eine Lücke für den Panda und parken auch das Moto sehr zentral.

Direkt an der Altstadtmauer – der Panda nur 50m entfernt

Sibylle und ich hatten Kreta schon dreimal bereist. Zweimal war Agios Nikolaos unsere Base, von dort aus haben wir den Osten umfänglich entdeckt und auch mal einen Tagesausflug nach Chania gemacht.

Einmal war Kamilari auf der Südseite unsere Base. Von dort aus haben wir die gesamte Mitte Kretas bereist und mit dem Motorrad entdeckt.

Diesmal haben wir uns entschieden, unsere Zelte im Westen, eben im Umfeld von Chania, aufzuschlagen. Wir wollen diesmal den gesamten Westen Kretas für uns entdecken. Chania ist die größte Stadt dieser Region.

Der Leuchtturm – die Eingangspforte zum alten venezianischen Hafen
Heute touristisch genutzt – wie alles hier
Wir finden eine Eisdiele…
…die überraschend gutes Eis anbot

Eine kleine Runde durch die Stadt haben wir uns angetan. Insgesamt war es aber zu heiß. Wir beschließen, dass wir noch etwas trinken, dann wollen wir zurück an den Strand. Nach Chania kommen wir andertags noch einmal, später, abends, wenn es nicht mehr so heiß ist.

Kutschfahrt durch Chania gefällig? Ich finde es pervers
Da widmen wir uns lieber lokalen Bierspezialitäten – dem bekannten „Mamos“ zum Beispiel…
…oder dem etwas weniger bekannten „Nymphi“ aus Thessaloniki – nice name 😉

Danach fahren wir zurück ins Hotel von Nader und Christine. Wir sind von den Beiden an der Rezeption vorgestellt worden und da der Bereich der Hotelbar und des Strandes ohnehin öffentlich sind, ist es kein Problem, dass wir stetig im Schlepptau sind.

Wir gehen zusammen eine Runde ins Meer – Abfrischung tut Not. Dann ziehen Sibylle und ich uns zurück um uns ausgehfein zu machen. Unsere Pensions-Mitbewohner Klaus und Sonja haben uns einen Tavernen Tip gegeben, den wollen wir heute ausprobieren, Nader und Christine sind informiert, wo diese kleine Taverne zu finden ist.

Das „Palirria“ versteckt sich – Zugang über ein schmales Gässchen
Schöner Blick, man sitzt schön…

Leider verwehrt uns der Wirt den Sechsertisch rechts. Er ist verwundert und überzeugt gleichzeitig – „…all tourists want to sit in the first row!“ Mag sein, wir aber nicht! Wir wollen den Schatten und einen größeren Tisch, weil wir ein Sammelsurium an Meze bestellen wollen.

Wir bekommen den Tisch nicht! Sibylle und Christine wählen einen anderen und wir freuen uns auf´s Essen – aber die Tischdiskussion hat dem Wirt Punkte gekostet.

Egal, ein Bier und ein Humpen Wein passen auf jeden Tisch
Das Essen war sehr gut – leider war der Tisch dann knapp, wir bekamen einen Stuhl hingestellt auf dem wir das Brot deponieren sollten
Eine wundervolle Abendstimmung…
…die von der untergehenden Sonne in ein besonderes Licht getaucht wurde
Ich genieße „Seafood Spaghetti“, die denen im „Mama Sofia“ auf Rhodos kaum nachstehen

Naja, unser Fazit – eine tolle Kneipe mit gutem Essen. Wir haben es hinbekommen, dass der Vierertisch gereicht hat, der Sechsertisch blieb diesen Abend leer, wie die meisten Sechsertische.

Wir sind nicht noch einmal ins „Palirria“ gegangen, der Wirt hat uns nicht erreicht, schade…

Wir haben an diesem Abend aber eine Idee für den Folgetag geboren, man könnte von einer „Schnapsidee“ im Wortsinn sprechen. Wir fahren nämlich nach Matala! Das ist streckentechnisch nicht ganz in der Nähe, um den ehemaligen Hippieort zu erreichen, müssen wir zunächst rund 75km nach Rethymnon fahren, dann einmal von Nord nach Süd die Insel überqueren – Gesamtstrecke rund 130km, aber unsere Freunde sind angefixt.

Wir brechen früh auf!

Ich darf hinten sitzen und lasse mich chauffieren
Der Panda ist ganz kommod, Platz für uns alle

Wir ratschen viel, die Strecke zieht sich. Unsere Route führt uns entlang kleiner Straßen durch teilweise unberührte Natur. Sibylle und ich kennen den Weg, wir sind ihn schon gefahren.

Die hohen Berge von Kreta zeigen noch Schneefelder…

Die höchsten Riesen sind immerhin über 2.000m hoch

Als wir den kleinen Ort Kamilari durchfahren, wissen wir – bald sind wir da. In Kamilari haben zwei Freunde von uns Häuser gekauft. Auch wir waren in dem kleinen, beschaulichen Nest, um ein Häuschen anzusehen. Leider hat dies damals nicht geklappt.

Da beide befreundete Paare zu Zeit nicht auf Kreta verweilen, kommt es nicht zu einem Abstecher. Wir fahren die letzten sechs Kilometer und erreichen bald die ehemalige Hochburg der Blumenkinder.

Alles ein bisschen bunter und eigenwilliger hier
Natürlich fotografieren wir das berühmte Motto von Matala auf der neu bemalten Mauer

Wir wollen Matala ansehen, Christine möchte die Höhlen besuchen und wir möchten etwas baden. Nader hat Hunger – was liegt also näher, als erstmal eine Art „Base“ zu etablieren.

Wir nehmen uns einen Tisch in einer der Touristentavernen und machen uns breit.

Wir erfrischen uns – innerlich und auch äußerlich

Um dem Wirt nicht unfair zu begegnen, wir hatten zunächst ja erklärt, dass wir nur etwas trinken wollen, bestellen wir uns ein paar „Glangerle“, so hat auch der Tavernenwirt etwas von unserer, nun längeren, Verweildauer.

War ganz gut

An diesem Tag habe ich das erste Mal gemerkt, dass Anfang Juni schon etwas mehr als Vorsaison auf Kreta ist. Es ist schwer zu beschreiben…

Es war nirgends wirklich zum Bersten voll oder gar überfüllt. Aber zwei Tatsachen machten zumindest mir etwas zu schaffen – erstens, ich habe mich an Leros gewöhnt. Alles auf Leros ist kleiner, langsamer, leiser – außer die Italiener vielleicht, aber das ist ein anderes Thema.

Zweitens, ich war schon in Rethymnon, in Chania und auch in Matala – im Spätherbst, Ende Oktober, Anfang November. Ich kenne den Strand von Matala fast menschenleer – und jetzt das…

Liege neben Liege, Handtuch neben Handtuch

Ich bin sicher, dass da im Juli oder August noch sehr viel mehr geht, aber ich merke, dass mich die vielen Menschen nerven. Zum ersten Mal geht mir eine Blog-Headline durch den Kopf – „You are not Alone“.

Ich melde mich freiwillig, unsere Siebensachen zu bewachen, während Sibylle mit Nader und Christine die ehemaligen Hippiehöhlen besichtigen will. Für Christine, die geschichtlich Interessierte, sind es natürlich vielmehr Grabkammern aus römischer Zeit. Ich sehe eher die kiffenden 68er dem Idealbild von freier Liebe anhängen.

Wie auch immer – ich war schon dort, ich darf baden und auf die Taschen aufpassen…

Christine, Sibylle und Nader am Felsen mit den markanten Höhlen
Die Besichtigung muss man sich hart erarbeiten
Dafür gibt es genug lauschige Plätzchen zum Ausruhen

Nach der Rückkehr der Entdecker, frischen wir alle uns noch einmal ab, dann packen wir zusammen, bezahlen unsere Zeche und machen uns auf den Heimweg. Nicht aber, ohne zuvor einmal die Gassen von Matala abgegangen zu sein. Man entdeckt so viele liebevolle Details.

Werbekäfer
Wandmalerei einer Taverne
Der berühmte Baum am Ortseingang
„Love & Peace“ überall

Wir fahren zurück und beschließen, dass wir heute in Rethymnon zu Abend essen wollen. Christine und Nader kennen diese Stadt noch nicht, sie liegt etwa auf halbem Weg. Es bleibt genug Zeit, um sich den aus unserer Sicht sehr hübschen Ort, einmal in Ruhe anzusehen. Danach könnten wir dort essen, bevor wir uns auf das letzte Stück des Heimweges machen.

Die erste Hälfte des Weges führt durch das kretische Hinterland – Natur pur, wir sind meist allein auf weiter Flur.

Imposante Felsformationen und wilde Macchia überall

In Rethymnon angekommen, wandelt sich das Blatt. Trubel, Hitze und Gedränge. Wir parken an der Marina und laufen in die Altstadt.

Natürlich bemühe ich mich, die Bilder der Sehenswürdigkeiten so zu machen, dass nicht immer Hinz und Kunz durchs Foto latschen. Das gelingt auch meist, daher müsst ihr mir einfach glauben – nach meinen Messkriterien war es für die Jahreszeit ziemlich voll.

Nichtsdestotrotz – Rethymnon ist sehr schön
Es gibt allerlei „besondere“ Gastronomie
Tolle Sehenswürdigkeiten wie den Rimondi Brunnen aus dem Jahr 1629…
Das Minarett der Neratze Moschee
Sibylle und Christine gönnen sich noch den Weg zur Burg

Dann reicht es uns, wir haben Hunger! Ich schreibe an Jörg, er ist ja ein Kulinariker und kennt sich in Rethymnon aus. Er antwortet sofort und empfiehlt das „Prima Plora“ als eines der besten griechischen Restaurants die er kennt. Super! Wir haben einen Insidertip…

Doch da hatte ich die Rechnung ohne die Wirtin gemacht, namentlich Sibylle, die sich im späteren Verlauf des Urlaubs selbst als „Spaßbremse“ charakterisieren wird. Sie ist diesmal die Bedenkenträgerin in Sachen Finanzhaushalt und unterstellt dem von Jörg empfohlenen Restaurant, ohne jegliches Hintergrundwissen, ein überteuerter Gourmettempel zu sein – abglehnt!

Die Google Suche führt uns ins „Nostos“ (4,9), wo wir sehr gut, aber auch dem Mainstream folgend, zu Abend essen.

Die gleichen Teller wie im „SouVLakki“ – aber da kommt das „Nostos“ nicht ran, tja

Erschöpft von dem langen Tag, treten wir die Heimfahrt an – und plötzlich, aus dem Nichts, ein Stau! Das darf doch nicht wahr sein, was ist denn hier passiert???

Nur ein Bus als Liegenbleiber in der Baustelle

Die Situation konnte zum Glück rasch bereinigt werden. Wenn man da Pech hat, kann man auch mal schnell eine oder zwei Stunden stehen. Dieses Schicksal blieb uns erspart, wir konnten die Fahrt fortsetzen und wurden von Nader vor der Haustüre unserer Pension abgesetzt. Wir schleichen die Treppe rauf und fallen ohne Brimborium ins Bett.

Am Folgetag war ein Ruhetag ausgerufen. Die Freunde wechselten das Zimmer, weil das ursprüngliche ein paar Mängel aufwies. Die Beiden hatten Glück und bekamen ein Upgrade auf eine Junior Suite. Ein gerne genommenes Bonbon.

Leider klappte nicht alles so reibungslos. Die gebuchte Halbpension verfiel ersatzlos, weil es die Küche des Hotels bis zuletzt nicht schaffte, Gerichte ohne Zwiebeln für Nader anzubieten. Dies Unbill sollte sich aber zu guter Letzt als Gewinn herausstellen, da wir sehr gute Lokale entdecken konnten und daher immer gut gegessen haben. Bei dieser Bewertung bleibt die finanzielle Betrachtung natürlich außen vor.

Sibylle und ich sitzen derweil in der Strandbar des Hotels, wir warten auf die Freunde und beobachten die Natur…

Ziemlich schwarz! Und groß!

Später sitzen wir zusammen, die Damen lesen, Nader tüftelt am iPad, wir gehen immer wieder ins Meer um zu schwimmen oder uns einfach nur abzufrischen – dazwischen gönnen wir uns ein Lieblingsgetränk.

Und was macht der Skipper? Der schreibt den Blogbericht für den vergangenen Monat Mai!

Hart, so ein Schriftstellerleben

Ich hatte optimale Bedingungen. Eine Steckdose und eine ebene, gepolsterte Auflagefläche für den maladen Ellbogen. Ich saß im Schatten und konnte den Bericht, den ich ja in der Fähre bereits begonnen hatte, an diesem Tag vollumfänglich fertig stellen – perfekt, ich habe mich gefreut!

Zum Dinner waren wir noch einmal im „Roka“, grundsolide und leckere kretische Küche gleich ums Eck.

Als Sibylle und ich das letzte Mal auf Kreta waren, wollte ich unbedingt zum „Balos-Beach“. Dies wurde, aufgrund der relativ weiten Anfahrt, damals abgelehnt. Diesmal stand der Strand für mich an zweiter Stelle meiner Wishlist, heute sollte es soweit sein!

Lasst euch überraschen! Nader und Christine waren am ersten Tag ihres Urlaubes, wir waren zu dem Zeitpunkt noch auf der Fähre, schonmal bis zur Mautstation des Nationalparks gefahren. Sie beschreiben die Anfahrt als schmale, staubige Schotterpiste – „…wir sollten mit dem Fiat fahren!“

Ich lächle und wähle – die GS 😉

Wir stoppen vor einem Supermarkt um Brot für morgen zu kaufen – nanu???
Morgen wird ein „Early Bird Day“ sein, der Bäcker würde geschlossen sein
Nader warnt – „…das ist erst der Anfang“! Ich lächle abermals und freue mich verschmitzt
Wir erreichen die Mautstraße – 9km Piste bis zum Parkplatz
Auch hier ein Naturreservat
Gleich geht es los…
…jetzt! Ich brummle los
Eine gut gesicherte, schmale, staubige Piste – Ziegen überall
Natürlich wissen nicht nur wir vom Balos Strand
Ich überhole die anderen Leihwägen und fahre voraus, weil es Spaß macht und…
…weil ich so Bilder vom dahinzuckelnden Fiat machen kann
Selbstverständlich wird auch aus dem Auto herausfotografiert
Dann wieder auf´s Mopped…
…und die Kolonne der weißen, schleichenden Maden von hinten aufgerollt

Ich habe mit der Enduro leichtes Spiel. Die Leihwägen fahren langsam. Pech für Nader war, dass ein anderer Wagen wirklich sehr langsam fuhr und so eine Kolonne hinter sich auffahren ließ. Diese zog sich wie eine Perlenkette über die staubige Piste nach oben.

Ich hatte derweil alle Zeit, die unglaublich beeindruckende Natur zu bestaunen. Ich habe Details beobachtet und meine Fotos gemacht. Danach habe ich die Kolonne einfach überholt und mich abermals neu positioniert – so zogen sich die 9km hin…

Ein weißes Kirchlein, das blaue Meer und dieses grün-grau der Landschaft – ich mag das
Für kleine Farbtupfer sorgen die rosa Blüten des Oleander
Ich werde mutiger, erklimme Felsen um neue Perspektiven zu erhalten
Was soll passieren? Hab´ ja nen Helm auf

Die Kilometer ziehen sich. Ich schätze, dass es fast eine halbe Stunde dauert, biss die Karawane den Parkplatz erreicht. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter, das wussten wir.

Aber was ist das? Ein gebührenpflichtiger Großparkplatz in der Wildnis?

Mit Trillerpfeifen werden die Fahrzeuglenker eingewiesen – der Parkplatz trennt versierte Fahrer von denen die sonst nur zu Lidl fahren

Während ich meine GS auf dem für Moppeds und Quads reservierten Teil abstelle, füllt sich der Parkplatz unaufhörlich. Klar, das hätte man schon ahnen können – aber bewusst wird es mir erst jetzt!

Ich glaube, dass meine GS das einzige private Fahrzeug weit und breit war

Das Foto vom Parkplatz zeigte den unteren, noch nicht ganz vollen Teil. Es gibt dazu noch einen oberen Abschnitt und einen Mittelteil – beide Sektionen waren bereits voll.

Oben – voll!
Mitte – voll!

Der untere Teil füllte sich rasend schnell an. Von dort aus ging eine Art Track, ein Pfad, durch die gute Stube der Ziegen. Man muss rund 600m gehen und dabei etwa 200hm abwärts überwinden.

Die Wege sind prima ausgeschildert
Wir wissen also – hier geht´s lang

„IS THERE ANYBODY OUT THERE?“ Jaaaaaaa, hunderte von Menschen haben sich auf den Weg in die Wildnis gemacht um den Traumstrand zu erleben. Jeglicher Hauch von Abenteuer verfliegt.

Ich habe meinen Blogtitel gefunden – und bin hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Baby am Bauch, fehlender Sonnenschutz für den Knaben und Klapperle an den Füßen – Herr lass´ Hirn regnen
So ganz ohne war der Pfad nicht, es gab keinerlei Schatten
Natur so weit das Auge reicht – hier gibt es, außer dem Parkplatz, weit und breit nichts

Und endlich kam das Objekt der Begierde in Sichtweite – wir erhaschen erste Blicke auf den „Balos Strand“, einer Art blauen Lagune, welche alleine durch ihr Farbenspiel begeistert.

Das „Balos Beach“ Panorama – sieht schon toll aus
Ich stehe am als „View Point“ gekennzeichneten Platz und staune, es gefällt mir
Natürlich gibt es auch das obligatorische Gruppenfoto

Wir verweilen etwas. An uns ziehen Horden von Menschen vorbei, viele mit bereits aufgeblasenen Gummitierchen um Hals oder Bauch. Wieviel schöner könnten solche Flecken sein, wenn der Mensch behutsamer vorgehen würde. Der Mensch, in seiner Art solche Besuche in der Natur ausleben zu wollen, konterkariert die Einzigartigkeit solcher Plätze. Manchmal würde defensives Verhalten einen Mehrwert bringen.

Na egal, ich werde das wohl nicht ändern…

Immer noch strömen die Massen am View Point vorbei Richtung Strand.

Eine Völkerwanderung am Traumstrand

Wir Vier beratschlagen uns – wollen wir die letzten 110hm nach unten gehen? Nader hat Sorge um sein Knie. Uns alle nerven die Menschenmassen, würde es unten wirklich zum besonderen Erlebnis, dort zu baden?

Mich beschäftigt etwas ganz anderes – der kommende Morgen! Warum hatten die Damen eigentlich Brot für morgen früh gekauft???

Die Antwort ist mein Punkt 1 auf der Wishlist – die Samaria Schlucht, die haben wir nämlich für morgen geplant! Doch dazu später mehr…

Ich habe Angst, dass ich meine Beine kaputt mache, ich will für morgen fit sein. So lassen wir es bei der beeindruckenden Aussicht und machen kehrt. Ein richtiger Entschluss wie sich herausstellt, denn der Strom der Besucher reißt nicht ab!

Querfeldein, über Stock und Stein – überall, einfach ÜBERALL
Die Ziegen ficht das nicht an – sie starren auf die bunten Touristenscharen…
…oder suchen sich ein schattiges Plätzchen

Zurück am Parkplatz, staunen wir nicht schlecht. Dieser war nun reichlich angefüllt, man könnte fast sagen, dass er voll war. Vor dem Kassenhäuschen bildete sich bereits eine Schlange. Wir waren froh, diese Stätte des Touristenwahnsinns, sei sie noch so schön, wieder verlassen zu können.

Ich hatte Tage später noch einmal überlegt, sehr früh mit dem Motorrad zu kommen und nach unten zu gehen um am „Balos-Beach“ zu schwimmen, den Gedanken dann aber verworfen…

Juni 2024 – Verkehrsinfarkt am Großparkplatz in der Wildnis
Die Fahrt nach unten war wieder ein Genuss

Eine witzige Randnotiz ergab sich bei einem Gespräch mit einem Fahrzeuglenker, der neben Nader zum Parken eingewiesen wurde. Er sei besorgt, erklärte uns der Belgier, weil „…es ihm vom Autovermieter ja untersagt sei, mit dem nicht geländetauglichen KIA hierher zu fahren“, er hätte beobachtet, wie die ganze Zeit ein Motorradfahrer mit griechischem Kennzeichen auf und ab gefahren sei und Autos fotografiert hätte. Er sei sich sicher, dass „…dies ein von den Vermietern beauftragter Ermittler gewesen sei!“

Ich schmunzle in mich rein und lasse den Mann in dem Glauben 😉

Wir kommen zurück zur Mautstation und sammeln uns dort. Es muss kurz besprochen werden, wie wir den Rest des Tages sinnvoll verbringen können.

Der off-road Staub haftet ihr an

Wir beschließen, uns erst einmal an einen gastlichen Ort zu verholen. Dafür bietet sich eine Bar an der Riva von Kissamos an.

Das setzen wir um und laben uns an Cappuccino und Kuchen, dann lässt Christine die Katze aus dem Sack – „…es gäbe hier noch eine frühbyzantinische Kirche…“ höre ich sie sagen. Nader und ich sind begeistert – uiii toll, frühbyzantinisch, oder? Das wollen wir auch sehen!

Wir setzen unsere Vehikel in Gang und fahren das Sträßchen, welches zum alten Kirchlein führt. Dort angekommen, staunen auch Nader und ich, wirklich beeindruckende Relikte aus einer Zeit die mehr als 1.400 Jahre zurück liegt.

Von außen ziemlich sicher restauriert….
…zeigen sich innen alte Bilder, Fresken und Mosaike…
…bei deren Anblick der Phantasie freien Lauf gelassen werden kann – was hier schon alles passiert ist
Auch das Bauwerk beeindruckt
Bilder, die die Zeit überdauert haben
Das Kirchlein wird auch genutzt, um christliche Bilder auszustellen

Nader und ich waren schneller mit der Besichtigung durch als unsere Frauen. Es lag also in der Natur der Dinge, dass wir uns griechisch verhielten, uns einen Platz im Schatten suchten und palaverten. Hätten wir so eine Holzperlenkette zum Spielen gehabt, wir wären als echte Hellenen durchgegangen.

„Sag mal, wann war eigentlich frühbyzantinisch???“
„Das ist lang her, verdammt lang her…“
Das unscheinbare Kirchlein ist einen Besuch wert, es hat uns sehr positiv überrascht

Es ist an der Zeit die Rückreise anzutreten. Nader bringt Sibylle vor die Haustüre, ich pilotiere mein bayrisches Zweirad ebenfalls zu unserer „El Greco“ Pension.

Das jüngste Bike ist das rechts

Dort parkiere ich es auf dem mir zugeteilten Parkplatz im Innenhof. Sibylle und ich wollen in unser Zimmer huschen, doch da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Manolis fängt uns ab und noch bevor ich „kalispera“ aussprechen kann, halte ich ein Glas Raki in der Hand. Na dann, Yammas, zum Wohl.

Wir müssen uns setzen und werden mit einer Gemüseplatte und Obst gefüttert. Dies nehmen wir gerne an, es ist uns eine Ehre. Wir plaudern ein bisschen, tauschen uns aus und erzählen einander. Dazu gibt es noch ein oder zwei Raki. Oder waren es drei? Ich erinnere mich nicht mehr!

Ist aber egal, denn heute müssen wir nicht mehr fahren. Unser Gastgeber empfiehlt eine weitere Taverne in fußläufiger Entfernung, das „Aletri“ ist, selbstverständlich in dieser Region, auch touristisch, hat aber das gewisse Etwas, den Twist!

Wir sitzen sehr schön in einem alten, renovierten Haus…
…und bekommen tolle Meze – darunter den besten Saganaki Käse den ich bisher gegessen habe
Auch das Tigania mit Speck, frischem Gemüse und Ei kannte ich so noch nicht
Und immer gibt es den frischen, köstlichen „Cretan Salad“

Wir stärken uns und freuen uns – über den, trotz aller Widrigkeiten, sehr gelungenen Tag, das gute Essen und natürlich auf morgen! Ich erinnere, für morgen haben wir uns die Samaria Schlucht vorgenommen.

Wikipedia gibt dazu interessante Informationen…

„Die Samaria-Schlucht (griechisch Φαράγγι της Σαμαριάς) im Südwesten der griechischen Insel Kreta ist mit 17 Kilometern Länge eine der längsten Schluchten Europas. Sie führt aus über 1200 m Höhe fast von der Mitte der Insel bis zum Libyschen Meer. An Länge wird die Samaria-Schlucht durch die Verdonschlucht in Frankreich mit über 20 Kilometern Länge und die Tara-Schlucht in Montenegro mit 78 Kilometern übertroffen.

Die Samaria-Schlucht ist einer der touristischen Höhepunkte Kretas; bis zu 4000 Menschen durchwandern sie während der sommerlichen Hochsaison täglich. Die Schlucht wird gesäumt von bis zu 600 m hohen senkrechten Felswänden, die an der engsten Stelle der Schlucht, an der sogenannten „eisernen Pforte“, einen Durchlass von lediglich drei bis vier Metern gewähren.“

Es wird ein „Early Bird Day“, wir stehen um 05.00 Uhr auf…

Von unserer Terrasse sehen wir die Sonne gerade aufgehen

…wir frühstücken ein bisschen, machen uns frisch und richten Brotzeit und Wasser für den Tag. Dann packen wir unsere Siebensachen zusammen und warten auf unseren Pick-Up Service. Nader und Christine wollen uns um 06.00 Uhr abholen.

Die Beiden sind, wie immer, sehr pünktlich

Jetzt heißt es, eine Stunde Auto zu fahren. Wir müssen uns ins Gebirge hochschrauben, auf immerhin 1.200m ü. NN. Wir fahren direkt in den Nationalpark „Lefka Ori“, der nach dem höchsten Berg Kretas benannt ist.

Pünktlich erreichen wir das Ziel, den Eingang zur Schlucht – wir sind die ersten und bislang einzigen Touristen dort, unser Kalkül scheint aufzugehen.

„National Park Samaria“
Noch war der Park geschlossen…
…während der Wartezeit konnten wir uns umfassend informieren
Offiziell 13,3km und 1.100hm – Gehzeit ca. 6:00h

Die Eckdaten sollten sich noch relativieren, aber ich war ohnehin mental gut vorbereitet. ICH wollte die Schlucht durchlaufen, schon lange! SOLCHE Unternehmungen reizen mich!

Zumal ist es ein zusätzlicher Ansporn, dass die Schluchtwanderung als die längste Schlucht-Hikingroute in Europa gilt. Das wollte ich schaffen!

Nun war ich nicht gerade trainiert zu diesem Zeitpunkt. Bergauf hätte ich das wohl aufgrund meiner fehlenden Ausdauer nicht geschafft. Bergab aber kann ich es mir zutrauen, wenn ich mich gut einteile – dabei geht es dann weniger um Kondition als um Muskelausdauer, besonders treppab müssen meine Oberschenkel und Wadeln Schwerstarbeit leisten.

Dass ich Muskelkater zu erwarten habe weiß ich, ich fühle mich relativ entspannt. Unser Plan war, zur Öffnung der Kasse loszulaufen, um den ersten, steilen Teil, mehr oder minder alleine für uns zu haben. Wir gingen von einem langsamen Marschtempo aus, es bestand Grund zur Annahme, dass Christine langsamer Gehen würde als ich – wir haben das alles im Vorfeld besprochen.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir die 6:00h schaffen. Nader geht nicht mit, aufgrund seines Knies ist er unser Bring- und Hol-Service. Wir genießen die Szenerie, bald wird aufgesperrt…

Die Berge bilden ein richtiges Massiv – die eine Wand der Schlucht
Ein Blick über das Geländer gibt einen ersten Eindruck
Das Gruppenbild ist obligatorisch

Wir gehen noch rasch rüber in das Café am Parkplatz und bezahlen brav unsere 50ct pro Person um den letzten „Angstbisler“ loszuwerden, dann öffnen die Kassen…

Wir kaufen unsere Tickets als Nummer 3, 4 und 5 am heutigen Tag
Die Tickets dienen beim Ausgang als Ausweis – aus Sicherheitsgründen
Dann beginnen wir mit dem ersten Teil, dem steilen, muskelfressenden Abstieg

Ich war vor ein paar Tagen froh, als Christine ein Höhenprofil der Schlucht gefunden hatte. Ich bin aus meiner MTB Zeit gewohnt, solche Profile zu lesen und für mich auszuwerten und einzuschätzen.

Hier für die Interessierten…

Für mich eine wichtige Orientierung

Die Strecke wird mit 13,3km angegeben, bis zum Ort sind es insgesamt 15,2km. Die Kilometer muss man zählen, der untere Balken gibt die angenommene Zeit an, so kann man die Pace für 6:00h einschätzen.

Der steile Teil ist nach ca. 4km und zwei Stunden, bzw. nach 7km und drei Stunden geschafft. Das Tempo sollten wir schaffen.

Irgendwann werden die Touristen aus den Bussen, welche gegen 10.00 Uhr an der Kasse erwartet werden, uns einholen – aber das wird uns egal sein, bis dahin sind wir im flachen Teil.

Eines noch, ich sehe im Profil auch die zwei „Schnapperer“, kurze aber meist qualvolle Anstiege, gut zu wissen, ich werde mich da drüberkämpfen ohne mich demotivieren zu lassen.

Los geht´s…

Die ersten Kurven und Treppen sind steil, wir müssen uns einlaufen
Der Untergrund ist lose, bietet aber dennoch guten Halt, wir kommen gut voran
Wir nehmen uns Zeit für Eindrücke und Fotos – wir wissen, dass das Zeit kostet
Die Schlucht ist ein beeindruckendes Naturschauspiel
Der vor uns gestartete Franzose ist wenig trittsicher und langsam – wir überholen
Christine ist schon im richtigen Tritt – wir sind jetzt die ersten Touristen, die heute die Schlucht durchlaufen. ALLEINE
Nicht, dass es wichtig wäre, aber die Franzosen bleiben achteraus
Käfighaltung? Keinesfalls! Die Stimmung ist gut!
Wir genießen die Blicke auf das beeindruckende Felsmassiv auf gegenüberliegender Seite
Der Weg zieht sich weiter steil bergab – mal stufig, mal eingeebnet, immer gut befestigt
Wir sind im Fluss – panta rhei
Es besteht Steinschlaggefahr – die Schutzmaßnahmen sind aber vorzüglich

Um 07.32 Uhr erreichen wir ein Schild – es zeigt KM1 an. Das bedeutet, dass wir ziemlich gut im Schnitt liegen, wir sind genau nach unserer eigenen Vorgabe gestartet und haben gut in „unseren Tritt“ gefunden.

So kann es weitergehen!

KM1 – nur noch 14 weitere
Statt Rucksack trägt Christine einen… – ja was eigentlich???

Ich persönlich wundere mich über Christines geliebten „All-In-Versorgungs-Bauchbeutel“. Ein sogenanntes „Wimmerl“ ist es nicht, dafür ist er zu groß. Ein „Wammerl“ ist er aber auch nicht, er ist abnehmbar. Er bleibt ein undefinierbarer Zwitter.

Ich erkenne die Vorteile beim Zugriff, kenne aber auch die Nachteile von zu großem Buggewicht und davon, seine Zehenspitzen nicht zu sehen. Wie auch immer, selbstgewählt werden Christine und ich zu Leidensgenossen während dieser Wanderung, es zerrt einiges an Gewicht im Frontbereich!

Mir geht es noch prima, Sibylle gesteht mir die Rolle des „Pacemakers“ zu. Wann immer ich bemerke, dass Christine etwas nachhängt, wird gewartet bis die Gruppe wieder beisammen ist.

Christine fürchtet das Verletzungsrisiko – sie ist sehr vorsichtig

Wir waren mit je 2 Liter Trinkwasser gut versorgt, glaubten wir. Die Wahrheit war, dass wir im unteren Bereich der Schlucht, dort wo die Bäume lichter wurden und gleichzeitig die Sonne schon höher stand, mehr Wasser brauchten als angenommen.

Dennoch brauchten wir nicht haushalten, denn ein Schild wies schon im Eingangsbereich der Schlucht darauf hin, dass sowohl Quell- wie auch Flusswasser im gesamten Bereich trinkbar wären.

Wir lernten schnell, Quellen kamen in regelmäßigen Abständen, wir konnten die Flaschen immer mit kaltem Wasser gefüllt halten und somit auch trinken wann uns danach war.

Kleine Quellen überall

Etwas später wurden wir das erste Mal eingeholt – aber nicht von anderen Wanderern, nein, von einem der Sanitäter, die mit Mauleseln und Lastpferden die Versorgung der Schlucht mit Sanitätsausrüstung sicher stellen und notfalls auch Verletzte transportieren könnten. In der Mitte der Schlucht gibt es einen angelegten Hubschrauber-Landeplatz.

So würde der Krankentransport funktionieren – wir werden ihn nicht benötigen
Um 08.04 Uhr erreichen wir KM2 – exakt im Schnitt

Wir fragen uns schon lange – warum gehen die Streckenangaben für die Schlucht im Internet so auseinander. Sie ist doch offiziell mit 15,2km ausgewiesen. Im Internet findet man dagegen Angaben von bis zu 25km?!

Christine meldet sich zu Wort – sie hätte auf ihrer GPS Uhr schon mehr als 2km, fast 3! Ok, das würde die Ungenauigkeiten erklären, vielleicht auch die verhältnismäßig langsame zu erwartende Durchschnittsgeschwindigkeit.

Aber was soll das jetzt helfen? Wir müssen uns nach dem richten was wir haben. Das Höhenprofil ist mit den Schildern abgeglichen – ich werde mich daran orientieren.

Ok, abgesichert ist abgesichert – Hauptsache es hält
Weiter geht es steil bergab, die Wege werden „natürlicher“ in ihrer Auslegung
Klar, dass es auch auf so einer Wanderung irgendwo „Stoanerne Manderl“ gibt
Die Wegweisung ist meist mit den gewohnten Farbmarkierungen, ab und an mit rudimentären Hinweisen
Die Steilwände lassen wir hinter uns, der Abstieg ist geschafft – ab jetzt folgen wir dem Lauf des Wassers
Wir erreichen den ersten offiziellen Rastplatz, noch führen wir das Feld an

Obwohl die Wanderung durch die Samaria Schlucht als hochalpin eingestuft werden darf, gibt es in regelmäßigen Abständen Quellen, Rastplätze und auch Toiletten. Alles war, zumindest im Juni und früh morgens, funktionell und hilfreich.

Die Gegend wird wirtlicher, die Landschaft freundlicher, auch den gröbsten Abstieg haben wir hinter uns. Jetzt heißt es etwas schneller zu werden und gleichwohl den Blick für das Schöne nicht verlieren.

Die ersten Höhenmeter sind weg – die Vegetation ändert sich
Auf den flachen Stücken kommen wir schneller voran, wir müssen aber mehrmals den Fluß queren
Den Bau eines Steinmännchens sparen wir uns diesmal
Hier ist der Weg gut einzuschätzen – die Damen bevorzugen Wanderstöcke
Am Eingang des alten Ortes Samaria queren wir die Brücke zur Raststation.

Wir erreichen den Ortseingang des alten Ortes Samaria. Dieser ist auch eine Art „Haupt-Raststation“. Hier stehen die Lastentiere, es gibt Ziegen. Auch eine kleine ärztliche Versorgungsstation ist hier zu finden.

Es ist etwas mehr als ein Drittel der Strecke und mehr als die Hälfte der Höhenmeter geschafft. Die mich begleitenden Frauen rufen nach einer längeren Pause nebst Brotzeit.

Der Ruf findet Gehör…

Es gibt nichts zu kaufen, man verzehrt mitgebrachte Brotzeit
Die Ziegen sind Menschen gewohnt, sie haben keine Angst…
…und zwar gar keine! Klaut der Frechdachs doch den Apfelbutz vom Tisch
ICH bekomme mein Foto – und ER nichts was ihm schaden könnte! Versprochen!
Bei den Nachbarn stellt er sich gleich ganz auf den Tisch – er scheint der Herr im Haus zu sein

Die Gefahr ist groß, dass man sich hier festsitzt, das können sich die langsamen Geher aber kaum erlauben. Wir müssen also weiter.

Inzwischen habt ihr gemerkt, dass wir eingeholt wurden. Zuerst kamen ein paar Sportler von hinten, darunter ein Paar, welches uns später noch einmal BEGEGNETE, als die Beiden wieder HOCHLIEFEN, der Wahnsinn. Dann kamen natürlich auch normale Wanderer die einfach schneller waren als wir. Bei einigen war klar, das sie einfach flott unterwegs sind, bei anderen drängte sich der Gedanke auf, wie das noch bis zum Ende der Schlucht gutgehen soll.

Ein paar Amerikaner waren mit einem weiblichen Guide so über dem gesunden Tempo, dass man befürchten muss, dass sie für den Rest des Urlaubs keinen Schritt mehr vor den anderen bekommen.

Apropos, wie geht es eigentlich uns. Nun, ich kann nur für mich sprechen, mir hat die Pause eher geschadet als gut getan. Mir taten die Beine weh, das Essen lag im Wanst, es dauerte lang, bis ich wieder im Lauf war.

Auch die Frauen fingen an zu klagen, doch das tat der insgesamt guten Stimmung keinen Abbruch.

Wir gehen lang am Unterlauf des Flusses – die Schlucht wird langsam enger
Schön ist es hier – ob da hinten schon der Ausgang ist?
Die Warnhinweise sind überall – ein paar Wanderer waren mit Kletterhelmen unterwegs
Imposant – die Wände der Schlucht ragen steil empor
Aha, auch den Wanderliebhabern gehen die Körner aus

Langsam zieht es sich, es wird warm. Erste „wie weit ist es noch“ Fragen werden laut. Jeder von uns hat sein Zipperlein zu tragen, wirklich fit ist niemand mehr.

Die Schlucht hat schon mehrmals ihr Ende vorgetäuscht, aber wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen. Erstens habe ich gelesen, dass es mehrere „Pforten“ gibt, zweitens sind die 13,3km eben noch nicht vorbei!

Zehn sind geschafft, noch drei liegen vor uns
Auch Christine muss mal sitzen – wir füllen die Flaschen im Fluss
Die letzten Kilometer gehen in der Sonne durch´s geröllartige Flussbett – das ist nur mäßig spassig
Dann aber ist es soweit – das MUSS sie sein…
…die berühmte „Eisene Pforte“, die das Ende der Samaria Schlucht darstellt
Logisch machen wir Bilder – die Touristenscharen nehmen Rücksicht, jeder darf mal
Dann verlassen wir die Schlucht an ihrem berühmten Ausgang

Ab hier lurren wir ein wenig. Ich rechne damit, dass Nader hinter einem Busch hervorspringt und uns begrüßt. Wir hatten locker vereinbart, dass er mit dem Auto vom Startort der Wanderung zum Zielort der Fähre fährt, welche die Wanderer zurück in die Zivilisation bringt.

Mit ebendieser Fähre wollte er dann zum Zielort der Wanderung fahren, denn dieser ist mit dem Auto nicht zu erreichen. Auch dieses Procedere macht die Durchwanderung der Schlucht aufwändig. Der Pauschaltourist bekommt das etwas aufbereitet serviert, ist dafür aber dem Strom der Massen ausgeliefert.

Aber Nader springt hinter keinem Busch hervor, wir gehen weiter…

Die Landschaft entlang des Flusses ist herrlich, kleine Gumpen überall
Wir legen noch etwa 2km entlang des Flusses zurück, queren ihn dabei mehrmals
Endlich erreichen wir das Ende der Wanderung – hier wartet auch Nader

Wir kommen ums Eck und erkennen das Kassenhäuschen, welches KM13,3 markiert und damit den offiziellen Ausgang und das Ende der Wanderung darstellt.

Hier wartet auch Nader, wir sehen ihm von Weitem und winken. Er macht unser „Finisher-Foto“, wir haben es geschafft, wir haben die Samaria Schlucht durchwandert.

Geschafft – wir sind stolz

Wir setzen uns zu Nader in den Schatten und erzählen ein wenig. Dabei vergleichen wir auch die finalen Daten. Wir sind offiziell bei KM13,3, Christines Uhr zeigt aber ein ganz anderes Bild…

Fast 20km auf der GPS Uhr

Ihr dürft glauben was ihr wollt – mir war es zu diesem Zeitpunkt auch egal, denn ganz am Ziel waren wir noch nicht.

Es galt noch rund zwei Kilometer bis in den Zielort zu laufen, dort würde um 17.30 Uhr die Fähre ablegen und uns zu unserem Auto bringen.

Doch die Frage lautet – zu Fuß gehen oder mit dem Minibus fahren, welcher ab hier angeboten wird? Es werden Stimmen für den Bus laut, vor allem, man höre und staune, von meiner Frau. ICH lehne ab! Ich komme nicht mit dem Bus an, ICH laufe!

Sibylle jammert. Der Rucksack schmerzt, ihre Füße auch. Meine Gefühlswelt, das gebe ich zu, ist gemischt – es tut auch mal ganz gut, drei Prozent mehr Restenergie oder auch Leidensfähigkeit als sie zu haben – um nicht als gemein zu gelten, nehme ich ihr den Rucksack ab. Meine Beine brennen, sie müssen die letzten zwei Kilometer mehr Kilos schleppen als Sibylle und Christine zusammen wiegen – inklusive Bauchbeutel!

Ruinen, hier gab es bessere Zeiten – und durch die Kriege auch schlechtere
Da vorne ist das Meer – da will ich rein
Ein Bier, ein Bier will ich auch! Nur noch ein paar Meter

Wir kommen an! Mein biologischer Restenergieanzeiger steht bei 0,47% – es wurde Zeit! Aber das Kalkül ging auf, ICH habe es geschafft, ich habe mir selbst bewiesen, dass ich mich richtig einschätze und mehr kann als andere mir zutrauen – aber jetzt reicht es erstmal.

Zuerst raus aus den Schuhen!

Meine „neuen“ Kastinger haben sich bewährt, sie dürfen jetzt als eingelaufen angesehen werden

Danach schaue ich auf mein Telefon und bemühe die „Health-App“. Mir ist klar, dass dies kein belastbares Auswertungsinstrument ist, aber zumindest näherungsweise kann man mal sehen, was man geleistet hat.

„Health“ zeigt 22,3km

Hm, das stimmt mich nachdenklich. Health und Christines GPS Uhr sind sich nahezu einig. Wir haben rund sechseinhalb Stunden für etwa 22km gebraucht – das ist ein 3km/h Schnitt im Gelände.

Das ist was wir erwartet hatten und ohnehin auch langsam genug – aber wenn man die unstrittige Zeit unter die 15,2km legt, dann ergibt sich ein knapper 2,5er Schnitt. Ich neige dazu, dass ich an die längere Strecke glaube – und werde das natürlich auch überall erzählen 😉

Spaß beiseite, es geht einzig und alleine darum, dass die Tour richtig eingeschätzt wird. Kein Wanderer soll sich verschätzen und in Gefahr bringen.

Jetzt ein kühles Getränk – Cola für den Brand oder gleich ein kühles Blondes?

Ich nehme Beides – Prost

Ah, ab jetzt beginnt der entspannte Teil des Tages – ich fühlte mich super. Die Beine zerrten und zogen ein wenig, ein Vorgeschmack auf das, was morgen kommen würde.

Wir gönnten uns ein Eis, einen Kaffee, Nader einen Saganaki Käse. Wir hatten immerhin drei Stunden zu warten. Die meiste Zeit verbrachten wir aber im Wasser. Der schwarze Strand war, aus meiner Sicht, einladend und das Wasser superklar.

Badefreuden, die erhitzten Leiber schrien nach Abkühlung

IS THERE ANYBODY OUT THERE?

Wenn ihr zufällig mal den Artikel von Wikipedia überflogen habt, dann wisst ihr, dass in Hochzeiten auch mal bis zu 4.000 Touristen AM TAG durch die Schlucht gehen. Heute waren es nur ein paar Hundert, aber alle sammeln sich in diesem kleinen Fährort.

Und alle beantworten meine Frage mit einem imaginären JAAAAAA!

Die Horde trifft sich pünktlich um 17.00 vor der Fähre und stürmt diese. Es gibt nur einen der Zubringer pro Tag, wer ihn nicht erwischt hat Pech. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn die zehnfache Anzahl an Touristen die Schiffe entern. Klar, es wird dann mehrere Fähren geben, aber jede einzelne wird voll gepropft sein.

Mit 15 Minuten Verspätung legen wir ab und fahren entlang der wunderschönen Südküste Kretas Richtung Westen.

Die Gebirge des Lefka Ori Nationalparks bleiben achteraus
Eine wunderschöne Wasserfarbe und zauberhafte kleine Buchten entlang der Küste

Nach knapp einer Stunde kommen wir im Zielort an. Die Massen verlassen das Schiff, die Busse stehen bereit – es ist der ganz normale Wahnsinn. Die meisten der Urlauber werden sich heute Abend mit einem bunten Bändchen Zugang zu ihrem „All-Inclusive“ Clubhotel verschaffen.

Menschen überall…
…und ich mittendrin – ich leide

Wir stellen uns auf die Seite, die Beine tun inzwischen sauber weh. Nader hat sich angeboten das Auto zu holen und hierher zu bringen. Das ist eine nette Geste!

Während der Freund den Wagen holt, spuckt der Stahlriese die letzten Wanderer aus seinem Schlund. Der Spuk ist in Minuten vorbei, die Masse verzieht sich in ihre Reisebusse.

Die letzten Wandersleut´ sind an Land, die Fähre legt gleich wieder ab
Bis Nader mit dem Fiat kommt, was nur zehn Minuten dauert, ist keine Menschenseele mehr zu sehen

Und nun? Es ist inzwischen fast 19.00 Uhr. Wir haben Hunger und müssen aber mindestens noch eine Stunde Fahrzeit in unseren Ferienort einplanen.

Wir schmieden einen Plan – wir gehen unterwegs in einer Hinterlandtaverne authentisch kretisch essen. Ohne das Shishi der Touristenlokale. Nader übernimmt die Aufgabe, ein entsprechendes Lokal auf halbem Weg, also in etwa 30 – 35km Entfernung, über Google zu suchen.

Das gelingt rasch! Es bietet sich das „Filosofos“ an, rund 30km vom Standort entfernt. Den Fakt, dass es am Meer liegt, teilt Nader in diesem Augenblick nicht mit uns – wir wären stutzig geworden.

Wir fahren und fahren, das Lokal kommt nicht! Auch nicht, als wir den Bergrücken, der Kreta in Nord und Süd trennt, längst überquert hatten. Auch nicht, als wir längst mehr als die Hälfte der Fahrzeit und Strecke hinter uns hatten.

Statt einfach das Ziel zu prüfen, verfingen wir uns in Argumentationsketten, weswegen sich erst sehr spät der Grund für den Faux-pas zeigte. Nader hatte einfach die Luftlinienstrecke zugrunde gelegt – diese bietet Google solange zum Vergleich an, bis eine Route gewählt wird.

Egal! Jetzt waren wir fast zuhause, das „Filosofos“ nur noch fünf Kilometer entfernt. Dann gehen wir eben trotzdem dorthin – leider!

Schlecht war es nicht – ordentlicher Durchschnitt würde ich sagen

Ok, wir haben nicht schlecht gegessen – aber gegen die anderen Tavernen die wir kennen gelernt haben und die ja durchaus auch in der Nähe gewesen wären, schneidet dieses Restaurant einfach schlechter ab.

Ich meine mir einzubilden, dass ich das schon vorab eine Ahnung hatte. Ich bestelle daher vorsorglich ein Bifteki, ein „Brot & Butter Gericht“, da kann man nichts falsch machen.

Wir essen, fahren heim und gehen ins Bett – die Luft war raus!

Der nächste Morgen! Ich klappe ein Augenlid nach oben und bin damit biotechnisch wach. Ich starte mein Gehirn und lasse es warmlaufen, dann gebe ich dem rechten Großzeh den Befehl zu wackeln, das funktioniert und ist ein erstes Indiz dafür, dass ich noch lebe.

Alle weiteren Bewegungen lassen diese Annahme nicht zu! Ich fühle Schmerzen überall, besonders das Abwinkeln der Beine ist eine Höllenqual. Ich überlege, ob es technisch möglich wäre, mich mit einem Gabelstapler über die Terrasse auf mein Motorrad heben zu lassen…

Gott sei Dank haben wir vorausschauend gedacht und für heute einen Badetag am berühmten „Elafonissi Beach“ geplant. Die Freunde holen uns ab, ich schleppe mich in den Fiat und falte mich auf den Fahrersitz – heute bin ich als Pilot der „sperrigen Kiste“ aus Italien eingeteilt.

Kleine Zubringersträßchen, heute bin ich Fahrer, Nader war gestern den ganzen Tag hinter dem Volant

Ich muss erst die geeignete Position hinter dem Volant finden. Ich muss den Sitz so einstellen, dass Nader hinter mir Platz findet, daraus ergibt sich, dass ich meinen Gasfuß immer etwas anziehen muss um ihn über das Pedal zu bringen.

Gleichzeitig versucht mein Vorderfuß stetig die Gummipantolette festzuhalten. Beide Bewegungen zusammen lassen mich leiden, mein Wadl fühlt sich an wie ein Molotow-Cocktail. Um die Pein zu lindern entledige ich mich meiner spärlichen Fußbekleidung und fahre barfuß. Der Großzeh gibt dabei Gas, das ist verboten, funktioniert aber wunderbar – manchmal heiligt der Zweck die Mittel.

Wir durchfahren kurvenreiche Passagen und Tunnels

Um uns die Fahrt angenehmer zu gestalten, legen wir Päuschen ein. Klassische Fotostops, gepaart mit der Chance das Knochengerüst etwas zu justieren. Genau das ist aber ein schmerzhaftes Unterfangen – ich bezahle den Preis für meine heldenhafte Wanderung am Vortag. Nun, wie ging das Zitat doch gleich wieder??? „Pain is temporary…“

Eine sagenhafte Straße mit tollen Ausblicken
Die Straße führt entlang einer Schlucht durch die Berge

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreichen wir die Zielregion. Wir sind im äußersten Südwesten von Kreta angelangt und freuen uns auf den Badestopp am gehypten Beach – wir lesen in Wikipedia…

„Der Strand Elafonissi, der in einem Naturschutzgebiet der Insel Kreta in Griechenland liegt, wurde 2014 unter die 25 beliebtesten Strände weltweit gewählt und das mit gutem Grund. Das seichte Wasser und der feine rosafarbene Sand machen den Strand besonders familienfreundlich. Der Sand besteht aus bunten Mikroorganismen und Korallenstückchen und lässt dadurch den Sand rosa erscheinen.

Besuchen Sie bei einem Tagesstrandausflug auch das blendendweiße Kloster Chrissoskalitissa, das auf einem Felsen über dem Meer thront.“

Unsere Erwartungshaltung war also hoch, drei Personen im flotten Fiat träumen von feinrosanem Sand – Moment, drei???

Ja, die vierte Person, Christine, stolpert über die Infor zum Kloster! Ein Umweg wird eingefordert! Ok, dann eben…

Die Damen stürmen das heilige Gemäuer.

Schön gell? Ja – bei 35°C

Nader und ich hingegen – wir opfern uns für gruppendienliche und verantwortungsvolle Aufgaben! Wir halten den Panda kühl und beaufsichtigen die Arbeit der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage.

Nachdem unsere Frauen zurück waren, sind wir die restlichen Kilometer bis zum Beach gefahren. Die immerwährende Frage „…ob da draußen denn jemand sei…“ konnte ich hier getrost für mich behalten. Man sah schon von Weitem, dass hier allerhand Touristen herbeiströmen

Irgendwas vergessen? Eimerchen & Schaufel, Sonnenschirm, Präservative und hölzerne Flaschenöffner in Dildoform – gibt´s hier alles

Wir berappen unsere 5.-€ Parkgebühr am Großparkplatz und latschen zum gelobten Strand. Die Eindrücke am Weg dorthin waren nice, der Strand wirkt optisch sehr einladend…

Rosa, klar…
Ein lagunenartiger Starnd – die schwarzen Pünktchen sind Badende – na toll
600m Fußmarsch – die Beine brennen
Von Weitem schöner als aus der Nähe – das wussten wir aber noch nicht

Nader mault. Er war der Meinung man könnte strandnah parken, sein Knie schmerzt. Meine Beine schmerzen auch, ich wackle wie einst „Herman Munster“ in seinen Filmen, mache aber gute Miene zum bösen Spiel – ein Chuck Norris weint eben nicht wenn er Schmerzen hat, es weint der Schmerz!

Wir erreichen über die sandigen Zuwege die touristische Zone. Es stehen erste Strandbars im Naturreservat, Getränke im Plastikbecher werden feilgeboten. Man zeigt was man hat…

Neueste Bikinimode, geschickt kombiniert – wer kann, der kann

Wir sind am Strand angekommen und sehen uns um. Als die Frauen das Kloster besichtigt hatten, habe ich die Zeit genutzt, um mich noch einmal auf das vorzubereiten, was uns erwarten würde. Entsprechend hoch lag die Messlatte…

Bild aus „Tripadvisor“

Ich renne an die Wasserkante – so ein Bild möchte ich auch machen! MEIN persönlicher Schnappschuss, ich will den Auslöser gedrückt haben, ich will es mit eigenen Augen gesehen haben!

Bild aus Marios iPhone – unbearbeitet

Das Lustige ist, dass man tatsächlich einen Rosaschimmer entdecken kann. Es handelt sich also nicht um Fake. Ich räume auch ein, dass zu anderen Tageszeiten das Licht gegebenfalls besser sein könnte.

ABER – als kleine Erinnerung an alle Photoshopper da draussen, ihr betrügt nicht nur die Menschen in eurem Umfeld, die eure Bilder ansehen, in erster Linie betrügt ihr euch selbst!

Daher – in diesem Blog sind alle Bilder aus meiner Kamera unbearbeitet und beschönigen nichts! Wenn ein bearbeitetes Bild von Freunden reinrutscht, dann weise ich darauf hin.

Ganz schön was los – ist das jetzt schon viel oder noch wenig
Ich empfinde es als viel
Hunderte von Menschen stehen bis zum Zwickel im Wasser – Pinkeltiefe

Wir gehen baden, das Wasser ist durch den Wind überraschend erfrischend. Man findet auch noch freie Stellen zum „im Wasser stehen“. Es ist voll, aber nicht überlaufen. Ich mag mir nicht ausmalen, was hier im August abgeht.

Schnell noch einen Schnappschuss für´s Album – dann nix wie weg hier!

Klar, schön war es allemal

Kommen die touristischen Regionen bei mir zu schlecht weg? Liegt es an mir und meinem Setup, dass ich von Menschen etwas Rücksicht und Zurückhaltung erwarte. Kann Tourismus nicht smart und verträglich sein?

Ich erkenne, ich bin nicht alleine – wenn ich auch in meinen Äußerungen etwas defensiver wäre…

Möwen kacken auf Faschisten und Touristen

Wir gehen die 600m zurück in den Touristenweiler und kaufen uns ein erfrischendes Getränk, es wird beratschlagt, wie es weitergehen soll. Wir wollen die Zeit sinnvoll nutzen, gleichwohl nehmen wir uns ein paar Augenblicke um die Details und den Ausblick zu genießen.

Wunderschöne Ausblicke, eine schöne Ecke
Freundliche Kakteen

Es ist an der Zeit, dass wir uns auf den Heimweg machen. Wir nehmen die gleiche Route und sind abermals begeistert von dem schmalen Sträßchen. Unser Zwischenziel heißt Kissamos, eine an sich unspektakuläre Kleinstadt im Nordwesten Kretas. Hier gibt es eine Eisdiele, hier wollen wir den Erlebnisteil des heutigen Tages ausklingen lassen.

Grün – die Tunneldurchfahrt wartet
Macht Spaß

Direkt am Weg gibt es den Ort Potamida mit seinen berühmten pyramidenförmigen Steinformationen. Klar, dass wir auch dorthin einen Abstecher machen.

Bei Weitem nicht so spektakulär, aber ich muss trotzdem an Kappadokien denken
Christine und Sibylle wählen eine andere Perspektive
Sieht toll aus – war den Schlenker wert
Das Gesamtgebiet ist eher überschaubar…
Zudem brennt die Sonne

Jetzt wird es aber Zeit – mein vom Muskelkater gepeinigter Körper ruft nach Innenraumkühlung. Ein Speiseeis muss her, die Eisdiele in Kissamos bietet sich förmlich an.

Wir erreichen das kleine, pulsierende Städchen und schlagen zu – vier Kugeln muss die überraschte Eis-Fachverkäuferin in mein Becherchen schaufeln, bevor ich Einhalt gebiete.

Ahhhh, ein Hochgenuss
Nicht nur mir schmeckt es – Stille am Tisch, wir laben uns an der fruchtigen Creme

Der Tag klingt aus, wir brummeln zurück ins „amalthia“ Hotel unserer Freunde und fahren uns selbst erstmal runter. Ein bisschen relaxen darf man schon – wie bereits erwähnt, war das „adult only“ Hotel welches Nader und Christine gebucht hatten, der ideale Ort dafür. Unsere Base…

Freddo Espresso scetto an der Strandbar – und natürlich gehörig schwimmen

Danach immer das gleiche Procedere. Wir überlegen uns die Taverne des Tages, jeder zieht sich in die Privatgemächer zurück um sich frisch zu machen und sich aufzuhübschen.

Danach treffen wir uns zum gemeinsamen Dinner. Entweder wir kommen runter zum Hotel oder wir werden abgeholt. Bei weiteren Fahrten mit dem Fiat, wenn wir in der Nähe speisen, dann auch mal zu Fuß.

Das Hotel ist nur 5 Gehminuten entfernt – und JA, es gibt einen „Blanc du Nil“ Shop im Ort 😉

Wir gehen abermals ins „Roca“. Ich habe heute echt keine Lust auf Meze und typisch griechisches Essen. Die Wahl fällt auf ein Allerweltsgericht – aber auch das können sie in der Familientaverne.

Wenn´s mal was anderes als Giros & Co. sein soll

Am darauffolgenden Tag wache ich früh auf. Ich kann nicht mehr einschlafen, weil mir meine Gräten noch mehr schmerzen als am Tag zuvor. Ich bringe mich in die Vertikale um ein Foto vom Sonnenaufgang zu machen – der Tag beginnt herrlich, aber ich fühle mich malad.

Von unserer Terrasse aus

Wie jeden Tag treffen wir uns im Hotel. Wir vereinbaren, dass heute ein Ruhetag eingelegt wird. Um den Tag nicht vollends verplätschern zu lassen, haben wir uns den Chania Bummel für den Spätnachmittag auf die Fahne geschrieben…

Wir gehen baden, trinken ein Bierchen, lassen uns die Sonne auf´s Wammerl scheinen – ein schöner Tag!

Um 15.30 brechen wir auf in die größte Stadt der Region. Eine Mischung aus Geschichte und Kultur, sowie Gaumenfreuden und Shopping ist angedacht. Ich gehe mit, denn der Besuch des Schifffahrtsmuseums interessiert mich.

Klingt vielversprechend

Der Plan war ausgeklügelt. Wir erreichen den Parkplatz um kurz vor vier, laufen zum Museum und kaufen Tickets. Von 16.00 Uhr an, bliebe uns eine Stunde um die Artefakte anzusehen.

Leider hatten unsere beiden Analogliebhaberinnen die Rechnung ohne den Zeitgeist gemacht. Dieser hat nämlich dafür gesorgt, dass die Informationen in Sibylles zehn Jahre alten Kretaführer nicht mehr gültig waren…

Ziel erreicht – jetzt nur noch die Karten kaufen…
…Satz mit X – war wohl nix

Super – was mir bleibt ist ein Blick durch die Absperrgitter auf den Innenhof des Bauwerks und beim Abmarsch der Blick zurück auf die vor dem Museum ausgestellten Stücke. Ich war enttäuscht.

Wäre bestimmt interessant gewesen
Es gab Einiges zu sehen
Sollte nicht sein

Kurz keimte eine Diskussion auf, in der Nader und ich die Sinnhaftigkeit von alten Reiseführern im Zeitalter des Internets in Frage stellten. Unsere Frauen hielten dagegen, dass das Internet auch nicht frei von Fehlern sei.

Das ist per se richtig, in diesem speziellen Fall aber, hätte das Internet uns nicht in die Irre, respektive vor die verschlossene Museumstüre geleitet.

Digital vs. Analog – 1:0

Was mache ich nun? Ich bin, offen gesagt, nur wegen des Museums mitgefahren. Ich hätte später nachkommen können – jetzt war ich aber hier, shoppen und Kirchen interessieren mich nicht so.

Ich weiß – ich verhole mich in eine der coolen Bars und trinke Cocktails bis der andere Teil unserer Gruppe mich wieder abholt. Ich google die „coolsten Bars“ und werde fündig. Wir verabreden uns, ich laufe los.

Am „Synagogi“, der coolen Bar meiner Wahl angekommen, stehe ich vor verschlossenen Pforten. War ja klar! Welche wirklich COOLE Bar hat nachmittags um vier schon offen???

Ich gebe mich geschlagen und mit der zweiten Liga zufrieden!

Ok, wenigstens das Thema passt
Ein Bierchen – der Cocktail des kleinen Mannes

Während ich da sitze und mein Dunkles schlürfe, kann ich die vorbeiziehenden Touristen beobachten. Ich komme zu dem Fazit, dass ich wohl ein für alle Mal verdorben bin – weder Großstadt noch Mainstreamurlaub kommen für mich jemals mehr in Frage. Mir ist das alles zuviel…

Bing, bing, bing – Bilder der umherschweifenden Freunde und meiner Gattin treffen ein. Schön! Aber tauschen möchte ich auch nicht.

Sibylle vertieft sich in die Geschichte der Gebäude
Das Gotteshaus mit Kirchturm UND Minarett wird bestaunt

Ich bin wieder zufrieden mit meinem Schicksal. Dass die Drei auch beim Eiseessen waren ohne mich mitzunehmen, bleibt eine Randnotiz – eins im Kopf!

Wir treffen uns wieder. Ich werde abgeholt und ausgelöst – man sei durstig, schallt es mir entgegen. Sich zu mir zu setzen wird abgelehnt, man wolle etwas Besseres suchen! Ja da bin ich gespannt…

Ok, gefunden! 😉

Es wird versucht, mir das vermeintlich Versäumte nahe zu tragen – „…wir haben auch eine gaaanz tolle Taverne gefunden und gleich einen Tisch reserviert!“

Ah, ok – na dann nix wie hin. Wir haben Hunger. Der reservierte Tisch ist frei, wir befinden uns im touristischen Zentrum von Chania. Das Lokal macht einen netten Eindruck, trotzdem bin ich skeptisch.

In alten Gemäuern
Für nettes Ambiente gesorgt
Gute Käsebällchen
Auch die anderen Meze waren top

Wir spachteln! Es schmeckt uns und ich bin gerade dabei meine Zweifel über Bord zu werfen. Ich fahre gerade mit dem Brot über meinen Vorspeisenteller um ihn frei zu machen für den Salat und die gemischten Aufstriche, welche noch reichlich am Tisch stehen – da höre ich eine Stimme hinter mir „…are you ready for main course?“

Äh nein, sind wir nicht, nicht mal annäherungsweise! Die Frage, so stelle ich rasch fest, war wohl eher rhetorisch gemeint, denn schon wird mir der Teller unter dem Brot in meiner Hand weggezogen und statt dessen meine Hauptspeise an diesen Platz gestellt.

Den anderen ging es genauso. Das Brot wurde abgetragen, der Salat und die Aufstriche blieben stehen. Das Ganze ging schnell, wir waren zu verdutzt um zu reagieren, außerdem hatten wir die Münder noch voll, zudem will man ja nicht unangenehm auffallen.

Wie kann ein Lokal seine durch gutes Essen erworbenen Pluspunkte auf so dumme Weise wieder verspielen? Mir reicht´s! Ich stochere mein Essen weg, die Meze lasse ich stehen – ich will weg hier!

Zu unserem Glück hätte uns gefehlt, dass uns die Taube auf den Teller geschissen hätte – ein Damoklesschwert!

Speisen im Hochrisikobereich

Am Fußweg zum Auto überlege ich, ob wir Alternativen gehabt hätten. Ich erkenne, eher nein! An einer Riva, wo es als positives Argument gilt, dass man nicht behelligt wird, was willst Du da erwarten???

Alle anderen „bothern“ – mit nervigen Menschenfängern vor den Lokalen

Der Abend war unvollendet, das haben alle gespürt. Wir haben uns deshalb auf einem Absacker an der hoteleigenen Strandbar verständigt. Das war gut so, denn an diesem Abend war Live-Music, das war ein versöhnlicher Ausklang.

Von „Country Roads“ bis „Hotel California“ – alle Gassenhauer waren dabei

Am nächsten Morgen beginnt unser letzter voller Urlaubstag auf Kreta. Ich habe mir einen Strand- und Pooltag erbeten, ich wollte mit diesem Blog anfangen um schon ein wenig Zeit für den kommenden Monatswechsel zu gewinnen.

Sibylle hingegen, wollte mit Christine und Nader noch einmal Klöster und eine Höhle besichtigen. Diese touristischen Ziele waren irgendwie um die Ecke.

Nach dem Aufstehen springe ich auf die GS und fahre in den Ort. Ich kaufe Semmeln, Sibylle richtet derweil das Frühstück. Die Schmerzen verflogen auch langsam, ich konnte wieder freihändig Treppen nach unten gehen.

Semmeln, Wurst und Käse gibt´s gleich um´s Eck

Direkt neben dem Supermarkt ist die Taverne „Aletri“. Sie stellte sich in der Zeit unseres Aufenthaltes als die beste heraus, hier wollten wir UNSER Abschiedsessen einnehmen. Ich nutze die Gelegenheit und reserviere gleich einen Tisch für den Abend.

Unscheinbar, aber eine tolle Taverne mit sehr netten Gastgebern
Wir werden später noch in die Geschichte eingelernt

Nach dem Frühstück treffen wir uns, wie eigentlich jeden Tag, an der Strandbar. Die unternehmungslustigen Drei packen ihre Sachen für die bevorstehenden Unternehmungen, ich dagegen richte mir mein Büro für den heutigen Tag ein.

Morgens ist noch nichts los
Bis zum Mittag habe ich einige Seiten dieses Blogberichtes geschrieben – Stärkung tut Not

Ich erhalte Bilder in unserer, eigens für diesen Zweck gegründeten, WhatsApp-Gruppe. Auch die anderen scheinen Spaß zu haben. Manchmal tut es gut, seinen Vorlieben nachzugehen.

Kreuzfahrttourismus – nicht immer ist meine Meinung gefragt, ich halte mich daher zurück
Kloster Nummer 1, es kann von innen besichtigt werden…
…wenn man sich züchtig kleidet. Nader entdeckt seine Vorliebe für rosa Röckchen
Danach wandern unsere zwei Berggemsen 200hm abwärts…
…um einen Monolith in einer Höhle zu bestaunen
Die Höhle gäbe noch mehr her – aber irgendwas hemmt den Entdeckungsdrang
Jetzt noch Kloster Nummer 2
Hier werden Weinverköstigungen angeboten

Mein Telefon schellt. Am anderen Ende der imaginären Leitung sind die drei Ausflügler – „…man wäre jetzt fertig und käme zurück. Wollen wir uns bei der Eisdiele treffen?“

Klar gerne! Wir gehen zum „Eis Queen“ Salon in Agia Marina und machen eine eher durchschnittliche Erfahrung was Qualität und Ambiente betrifft. Na egal, man kann eben nicht alles haben.

Umso besser dagegen unser Abendessen, welches wir, nach einem ausgiebigen Bad im Meer und zwei Bierchen, im „Aletri“ zu uns genommen haben.

Liebe zum Detail

Wir essen wieder vorzüglich und schließen das Dinner mit einer Süßigkeit und einem Raki auf´s Haus ab. Service und Qualität des „Essens mit Pfiff“ waren exzellent.

Wir bekamen von Wirt Andreas angeboten, etwas über die Familiengeschichte und die des Hauses zu erfahren. Die Taverne war früher das Elternhaus und schon das Haus der Großeltern. Andreas erzählt diese Geschichte gerne – wir nehmen dankend an.

Der Chef erklärt wie das Leben damals war
Viele Ecken des Hauses sind wie ein kleines Museum

Letzter Abend – fast geschafft! Wir wollen uns bei einem Absacker langsam an den Gedanken gewöhnen, uns morgen ade sagen zu müssen. Diesen Absacker gibt es – ihr ahnt es – ein letztes mal an der Bar des „almathia“.

Schönes Ambiente

An diesem Abend bekommt Christine einen Zeitungsbericht aus Deutschland in die Finger – eine Hitzewelle in Griechenland ist im Vormarsch! Wir hatten das schon gemerkt, aber der Höhepunkt soll morgen und übermorgen kommen. Na, mal sehen…

Kreta ist betroffen

Wir lassen den Urlaub noch einmal Revue passieren. Es hat alles gepasst, es war ein schöner Urlaub! Wir konnten umsetzen was wir geplant hatten und hatten tolle Erlebnisse. Mit Nader und Christine war es harmonisch und keinen Moment langweilig – das ist wertvoll.

Ja, mir war es vielleicht zu touristisch, aber das kann ich gut trennen. Ich ziehe eine mehr als positive Bilanz.

Kurz vor Mitternacht gehen wir ins Bett – morgen treten wir die Heimreise an!

Der nächste Morgen beginnt eigentlich wie immer. Wir frühstücken und machen uns strandfein – im Anschluss daran folgt aber eine generalstabsmäßige Abarbeitung der zur Abreise und dem damit verbundenen Checkout nötigen Punkte. Gegen 09.00 Uhr sind wir fertig, verabschieden uns von unseren Gastgebern und packen die Tasche auf´s Motorrad – Treffpunkt ist abermals das „amalthia“, das Hotel der Freunde aus Erding.

Am Hotelparkplatz finden wir einen Schattenplatz für die fertig gepackte GS

Wir haben uns folgenden Rückreiseplan zurecht gelegt – nachdem wir erst um 17.00 Uhr in Heraklion im Hotel ankommen möchten, sollte es ausreichend sein, wenn wir hier in Chania um 14.00 Uhr abfahren. Aufgrund der Hitzewelle hat es in den Nachmittagsstunden leicht 35°C oder mehr, wir wollen die Fahrt schnell hinter uns bringen.

Was lag also näher, als den Vormittag noch in der Strandbar der feinen Hotels zu verbringen?

Um 09.00 Uhr ist es am Pool noch ruhig – es ist noch Frühstückszeit
Auch am Strand ist noch nichts los – hier sind die Liegen noch nicht reserviert, im Gegensatz zum Pool
Ich will die Gunst der Stunde nutzen und erst einmal baden
Der Strand fällt flach ab, man muss weit laufen
Es täuscht – ich sitze! Man muss wirklich weit laufen
Die Kri-Kri Insel ist Schutzgebiet für die gleichnamig Ziege – betreten verboten

Ich mag diese Stimmung am Strand. Eine handvoll Menschen nur, die Luft noch frisch und angenehm, alles in ein noch gedämpftes Sonnenlicht getaucht. So genieße ich den Start in den Tag.

Ich will ehrlich sagen – so ein Hotelurlaub wie der unserer Freunde wäre nichts für mich. Aber gegeben durch die Tatsache, dass wir die Außenanlage quasi mitnutzen durften, war unser Urlaub doch etwas wertvoller und bequemer geworden.

Danke „amalthia“, Danke Nader & Christine…

Eine schöne Anlage

Die Freunde kommen vom Frühstück, wir sitzen zusammen und quatschen noch ein bisschen über die Pläne der nächsten Wochen. Wir trinken kalte, heute aber alkoholfreie Getränke und gönnen uns ein kleines Mittagessen – ich glaube, so funktioniert klassischer Urlaub.

Club Sandwich an der Hotelbar – dann geht es los

Kurz vor 14.00 Uhr – wir gehen noch einmal baden und erfrischen uns. Dann heißt es klarmachen zur Abfahrt.

Wir kraxeln auf das Moto und starten den Boliden – dann geht alles ganz schnell. Die Freunde gedrückt, Gang rein und los. Es sind vier Kilometer bis zur Schnellstraße, welche die Städte der Insel verbindet.

Uff, damit habe ich nicht gerechnet! Kaum waren wir von der Küste weg, wurde die Luft so heiß, dass man es kaum aushielt. Dies natürlich begünstigt, durch den aufgeheizten Straßenbelag und die Abwärme des Motors, der jetzt richtig zu rackern hatte.

Wir hatten phasenweise das Gefühl, dass es uns die Haut von den Unterschenkeln kocht – sehr unangenehme Stunden! Der Öltank der GS ist dort, wo man eigentlich den Tank vermuten würde – das ist nicht clever gelöst, denn die Bauteile in Bauchnähe werden durch das rund 100° C heiße Öl mehr als aufgeheizt. Ich musste mir ein T-Shirt unter das Wammerl legen, um zu vermeiden, dass mein Bauchfett auf der Tankoberseite gebraten wird.

Wir wollten es hinter uns bringen! Sibylle hat nicht gemault, als ich etwas schneller als sonst fuhr. Auch unsere Pause fiel kürzer aus – Tanken, Cappuccino, Wasser und weiter geht´s! Um Punkt 16.56 Uhr stehen wir vor dem Hotel – en minute…

Hotel „Marin“ in Heraklion – die Stadt war aufgeheizt

Wir checken ein und gehen ins Zimmer – unser erster Blick gilt der Dusche. Siehe da, das „Marin“ hat Wort gehalten, ich bekomme ein Zimmer, in dem ich in die Dusche passe. Das Zimmer war aber auch insgesamt größer und zum Meer hin gerichtet – ich vermute, dass man uns stillschweigend ein Upgrade hat zukommen lassen. Wie auch immer, es hat alles gepasst.

Großes Bad, Dusche in der Wanne – keine Klagen
Von unserem Balkon haben wir einen super Panoramablick

Wir gehen duschen und legen uns erstmal zum Runterkühlen auf´s Bett. Die Klimaanlage läuft und lässt uns wieder in den Bereich der „normalen“ Betriebstemperatur kommen. Wir warten, bis die Sonne hinter den Hochhäusern verschwindet – dann ziehen wir los um einmal durch die Stadt zu latschen und etwas zu essen.

Wir kennen Heraklion, finden aber immer wieder etwas Neues
Wir gönnen uns eine innere Abkühlung

Als wir auf ein Bierchen in einer Bar sitzen, melde ich mich kurz bei Roza. Wir haben sie auf Leros kennen gelernt, als sie noch Eisverkäuferin bei „Repapis“ war. Sie hatte uns über Facebook angeschrieben, als ich auf der Anreise einen Post aus Heraklion gemacht hatte – „…let me know when you are here the next time“

Roza lebt inzwischen auf Kreta und es war klar, dass wir uns melden. Mal sehen ob ein Treffen klappt…

Wir gehen derweil weiter um etwas zu essen. Unsere Wahl fällt auf ein Grilllokal, welches wir schon kennen, wir brauchen im Moment keine Meze mehr, davon hatten wir mehr als genug!

Das „Politia“ liegt zentral in Heraklions Fußgängerzone – ist aber durchaus empfehlenswert
Wir essen auf jeden Fall gut – und reichlich

Und tatsächlich – plötzlich kommt Roza um die Ecke und gesellt sich auf ein Bierchen zu uns. Klar, viel zu erzählen – was macht ihr hier? Was hat dich nach Kreta verschlagen? Wir erfahren viel über die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Griechenland.

Wir treffen Roza in Heraklion

Roza bleibt nur etwa eine halbe Stunde, sie muss weiter lässt sie uns wissen, denn sie war gerade am packen und will heute auch zeitig ins Bett – „…I go to Leros by ferry tonight! I visit my family and the ferry will depart at 04.00.“

Ja, wissen wir, wir nehmen die gleiche Fähre! So ein Zufall – na dann, bis nachher!

Sibylle schreit nach einem Eis. Wir kennen die Eisdiele hier, sie ist gleich um die Ecke.

Sehr gutes Eis hier – aber ich hatte keine Lust

Irgendwie war mir nicht nach Eis. Ich verzichte! Das lässt Sibylle vermuten, dass ich krank sei, dem ist aber nicht so. Ich wäre lieber auf einen Drink in die Bar der Marina gegangen, dies scheiterte aber am Veto meiner Gattin.

So schlotzt sie ihr Eis, ich harre aus – es dauert nicht mehr lang bis ich zu „Repapis“ darf! Wir gehen zurück zum Hotel.

Heraklion ist einen Besuch wert

Wir gehen früh schlafen. Ich maule nicht, denn ich weiß, dass es diesmal kein Problem ist, wenn ich dann früh wach bin – unser Wecker klingelt um 02.30 Uhr, wir wollen das Hotel um 03.15 Uhr verlassen!

Das klappt alles wie am Schnürchen – um 03.30 Uhr sind wir am Fährhafen und stellen uns in die Warteschlange. Sibylle checkt als Fußgängerin gleich ein.

Die GS in der Pole Position – Motorräder dürfen immer als erstes ein und ausfahren
Zuvor dürfen die Fußgänger einchecken – Sibylle geht immer schon vor um einen guten Platz zu finden
Irgendwann pilotiere ich unser Mopped in den Schlund des Zubringers

Die Aufgabe meiner Gattin besteht abermals darin, einen möglichst guten Platz zu ergattern. Kriterien hierfür sind zum Beispiel die Fensternähe, eine Steckdose oder auch eine Couch auf der man sich mal langmachen kann.

Diesmal hat sie Glück, sie ergattert eine Ecke in der es sich aushalten lässt!

Minuten nach meinem Eintreffen fallen ihr die Augen zu

Mit Sibylle ist um diese Uhrzeit nichts anzufangen. Das ist manchmal schwierig für mich, ich vergesse es auch manchmal, es überrascht mich aber nicht mehr.

Während meine Gattin also mit geschlossenen Glotzn auf der Couch lümmelt und nicht ansprechbar ist, kümmere ich mich um eine Verbindung zur Außenwelt – das klappt vorzüglich!

Ein 3.-€ Voucher gibt mir Internet – ich kann am Blog weiterschreiben, das sorgt für Kurzweil

So müssen wir jetzt die nächsten 10h rumbringen. Das geht leidlich gut, wir helfen uns mit kleinen Snacks und Cappuccino über die Runden, dösen ein wenig und schauen uns um – irgendwas passiert immer auf einer Fähre.

Ein guter Platz – das ewige Gemurmel aus dem Fernseher mal außen vor gelassen, da hilft Ohropax

Irgendwann versammeln sich an einem Nachbartisch vier Männer. Sie scheinen jeweils Vater und Sohn zu sein. Im späteren Verlauf trennen sie sich wieder, es macht den Eindruck, dass sie nicht als Vierergruppe unterwegs sind.

Vier Musiker am Nachbartisch

Die Vier packen ihre Instrumente aus und fangen an zu musizieren und zu singen. Einfach so, aus dem Nichts. Sie strahlen dabei eine solche Lebensfreude aus – das sind die Momente für die ich Griechenland liebe! Die Vier musizieren eine ganze Zeit lang und verkürzen so die gefühlte Reisedauer – ein toller Moment!

Kretische Musik auf der Fähre

Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt. Die Fähre aus Kreta trifft mit Verspätung in Rhodos ein, unser ursprünglicher Plan hier etwas zu essen scheitert also – wir kaufen daher bei „Gregoris“ im Hafen Sandwiches und wechseln von einer Fähre auf die andere – diese wird bereits in einer halben Stunde ablegen.

Das Procedere ist das gleiche, Sibylle reserviert einen Platz, ich komme etwas später nach…

Wieder haben wir einen guten Platz – erste Reihe

Die zweite Passage dauert dann „nur“ noch fünf Stunden. Wir treffen also etwa gegen 22.30 Uhr auf Leros ein. Das ist an sich eine vernünftige Zeit, da gibt es unangenehmere Ankunftszeiten.

Ich muss das Motorrad ausparken, diesmal geht Sibylle mit in die Garage. Wir stehen in erster Reihe und sehen zu, dass wir den trubligen Hafen rasch verlassen.

3-2-1 – der Countdown läuft

Ein paar Minuten später treffen wir in der Marina ein. Im „Skipper´s“ Restaurant herrscht noch emsiges Treiben, es ist Live-Music Abend. Uns ist aber eher nach schlafen – zugegeben, jetzt holt auch mich die Müdigkeit ein! Morgen ist auch noch ein Tag. Wir schnallen die Tasche ab, entern NESSAJA, öffnen die Ventile und aktivieren die Systeme – dann geht es ab ins Bett.

Wir BEIDE erwachen früh am nächsten Tag und gönnen uns eine Fahrt nach Panteli, um uns mit einem Sprung ins kühle Nass die Lebensgeister zurück zu holen – das haben wir lange nicht mehr gemeinsam gemacht.

Die Sonne kommt gerade über den Berg – ich liebe diese Stimmung und Ruhe
Leider sind wir nicht alleine – eine Frau sitzt und telefoniert, ihre Stimme hallt über´s Wasser

Schade! Ein Störenfried kann die herrliche Ruhe zerstören. Naja, da kann man wohl nichts machen, ich bleibe aber meiner Überzeugung treu, Mobiltelefone sind des Teufels Werkzeug – ungeachtet der Tatsache, dass ich selbst es nutze.

Sibylle und ich gehen auf einen Kaffee ins „Tzouma“…

Wir parken die GS direkt vor dem Kaffee
Ein erstes Tässchen zum Wachwerden
Es bleibt beim Kaffee, wir finden nichts Adäquates auf der Frühstückskarte

Zurück in der Marina, drängt sich die Antwort auf unsere Frage, wo wir heute frühstücken sollten, förmlich auf – während unserer Abwesenheit wurde ein neues Angebot vom „Skipper´s“ Team erdacht, das wollen wir probieren!

„Skippers Breakfast“ – klingt doch gut
Cappuccino dazu – passt schonmal…
…und auch das Frühstück ist nett hergerichtet und schmeckt

Geht in Ordnung! Der Cappuccino ist in unserem Marinalokal leider teuer. Wenn man das abzieht, dann geht der Gesamtpreis von 8,50€ in Ordnung. Mir war die Portion zu klein, ist aber für heute ok.

So gestärkt, starten wir in den Tag – Tag 1 nach unserer Rückkehr, wir sind wieder zu Hause – es gibt viel zu tun, es geht gleich mit einem Paukenschlag los!

ELOWYN wird gekrant! Für die Sommerpause kommt sie an Land. Wir sehen also gleich nach dem Frühstück, nach dem uns abermals anvertrauten Riesen.

Da liegt sie noch im Wasser

Kristina und Volker sind nur wenige Stunden vor unserer Ankunft nach Deutschland zurück geflogen – die EM ruft! Wir haben eine virtuelle Übergabe geplant, aber zunächst soll die Dicke an Land.

Ich darf sie so nennen, denn beim Kranen zeigt sich, ich nehme das vorweg, dass sie etwas übergewichtig ist – eine Leidensgenossin quasi.

Wir machen alles klar, unser Helferteam kommt an Bord, dann fahren wir das Schiff der Freunde in die Krangasse – kurze Zeit später kommt schon der große Kran um den blauen 68 Füsser aufzuheben.

In die kleine Box passen wir nicht – der Kran kommt zu uns

Nicht ganz klar war, wo die Gurte anzusetzen sind. Die Markierungen konnten nicht verwendet werden, da bei unserem Kran die Schlitten mit den Drahtseilen nicht verstellbar sind. Kranführer Giannis will einen Taucher, der ihm die optimale Gurtposition bestätigt.

Uli erklärt sich sofort bereit, diesen Job zu übernehmen – das ist eine Einladung ins „SouVLakki“ wert!

Tauchen im Kranbecken – eine spezielle Leidenschaft
Uli bringt die Gurt in die richtige Position

Wer nun meint, dass ich hier gut abgeschnitten habe, der irrt gewaltig. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe die Gurte zu sichern – mit Leinen aus dem Fundus der Kranfahrer, die waren nicht mehr alle top in Schuss.

Wieder dreckige Bratzen – na was soll´s

Trotzdem ging es relativ flott und auch ohne Probleme voran. Etwa 30 Minuten später hing ELOWYN mit aufgeholtem Kiel in den Gurten – wir durften das Schiff verlassen.

Sie hängt frei, wir verlassen das Schiff…
…dann wird sie angehoben
Der Kranfahrer fährt sie bis zum Reinigungsplatz zurück

Zum Kranen gehört immer auch eine Hochdruckreinigung des Unterwasserschiffes. Die dauert bei ELOWYN etwas länger, so gehe ich erstmal zurück auf NESSAJA, ich muss etwas runterkühlen. Es herrscht eine Bullenhitze am Sandplatz.

Leider war es auf unserem Schiff auch nicht wirklich kühler. Der frische Nordwind, der Meltemi, ließ uns im Stich, es rührte sich kaum ein Lüftchen. Die heiße Luft stand im Schiff.

Ich muss für Abhilfe sorgen…

Ich baue mir die Klimaanlage auf

Ich erinnere mich an meine Standklimaanlage, die wartete ja nach wie vor auf die Umsetzung meines „Projektes Airconditioning“. Ich habe ja vor, die Anlage auszuschlachten und mir vom Schreiner ein passgenaues Möbelstück fertigen zu lassen, um die günstige Haushaltsanlage in das Boot zu integrieren.

Bis das soweit ist, kann ich die Anlage ja noch „fliegend“ verwenden – gedacht, gemacht!

Wieviel Strom braucht die überhaupt?

465W, rund 35A ist noch akzeptabel – das könnte Solar sogar liefern, könnte

Am Nachmittag gehe ich zurück zu ELOWYN. Nicht nur, dass sie inzwischen vom leichten Bewuchs befreit ist, sie steht jetzt aufgepallt an ihrem Parkplatz für die nächsten zweieinhalb Monate.

Wir machen das Deck klar, räumen zunächstmal alles weg, was nicht der Sonne und dem Staub ausgesetzt sein soll. Auch den Kühlschrank räumen wir aus und bringen die restlichen Lebensmittel zu uns. Dann fallen die Schalter – ELOWYN hat Sommerpause.

Da steht sie – geparkt bis 29. August

Mit den Arbeiten beginne ich aber wohl erst im Juli, zuvor habe ich mich um ALENA zu kümmern, doch dazu später mehr.

Für heute ist erstmal Schluss. Wir gehen zusammen mit der Crew der JASPER in unser bevorzugtes Grillrestaurant – ich habe einen Glangerer nach meinem Lieblings-Girosteller!

ENDLICH!!!

Was dann kommt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen! Klar, dass wir uns noch eine zauberhafte Eisspezialität aus dem Speiseeisparadies gönnen – bei „Repapis“ freut man sich, uns wieder zu sehen.

Auch darauf habe ich mich gefreut – wieder daheim
Die Dame hinter dem Tresen schaufelt ordentlich – heute mal DREI Kugeln

Als wäre das nicht genug, gehen wir noch ein Haus weiter. Bei Marietta findet heute Karaoke statt. Offen gesagt, ich finde das albern und selten gut – das bewahrheitet sich auch heute!

Aber der Zweck heiligt die Mittel – es wird abermals für einen guten Zweck gesammelt, wieder soll der Hundeshelter in Leros profitieren. Also spenden wir bereitwillig, lauschen den Darbietungen der meist jungen Pseudo-Sängerinnen und schlürfen dazu einen Ouzo als Absacker.

Die Hütte war voll
Die Blondine sang um Klassen besser als alle anderen – DIE konnte es

Danach waren wir geschafft, es war fast Mitternacht, wir waren müde und sind zurück an Bord unserer NESSAJA. Jetzt ist erstmal Wochenende – aber am Montag geht es los! So richtig…

Klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen – war es aber nicht! Kann es aber auch nicht immer sein!

Ich war genervt, Sibylle und ich zanken, sie ist beleidigt – das kann passieren und nach einem Urlaub oder einer „besonderen“ Phase ist das Risiko größer. Wir müssen beide in unseren Trott zurück finden, wir haben unterschiedliche Herangehensweisen.

Sibylle versucht dann stets, mich vor ihren Karren der anstehenden Aufgaben zu spannen…

Ich dagegen brauche immer etwas Zeit um zu erkennen und zu akzeptieren, dass eine spannende, erlebnisreiche Phase zu Ende geht und jetzt der weniger facettenreiche Alltag gelebt werden muss.

Wir lösen das Problem, indem wir uns aus dem Weg gehen. Sibylle geht wandern oder zu den Hunden – ich an einen Strand, an dem Sibylle eher nicht zu finden ist.

Gehe ich mal nach Xirokampos – auch nicht schlecht

Weil ich dann auf mich selber achten muss, gönne ich mir einen Mittagssnack, wer weiß, was es abends zu essen gibt.

Griechischer Salat und Skordalia, waren ganz gut gemacht, dazu noch Kalamari

Naja, ihr könnt es euch vorstellen, wenn das Abendessen nicht gewährleistet ist, dann muss ich das Eis bei „Repapis“ noch mehr in Zweifel ziehen – also sichere ich mich auch an der Flanke ab.

Eis schmeckt alleine auch gut – ist aber langweiliger

Zum Glück dauern solche seltenen Phasen meist nicht lange an. Wir raufen uns irgendwie zusammen, häufig nach dem „Happy Wife – Happy Life“ Prinzip. Manchmal gebe ich aber auch einfach auf – zum Beispiel dann, wenn ich für Sibylle im Schlafzimmer angenehme 22°C herstelle und sie dann bei 35°C Außentemperatur „nur kurz lüften“ muss. So what…

Ich schlafe dann eben draußen im Cockpit, was jetzt mangels italienischer Störgrößen anstandslos möglich ist.

Morgens wache ich auf und gönne mir mal wieder eine Fahrt nach Panteli – ich möchte erfrischt und belebt in den Tag starten.

IS THERE ANYBODY OUT THERE? Nein, außer mir wird sicher niemand diese Idee haben…

Die Bucht von Vromolithos – mir kommen erste Zweifel
Auch Richtung Panteli ganz schön viele Schiffe

Hm, ganz schön was los. Warum nur? Google beantwortet meine Frage nach dem Grund, mit der Erklärung, dass exakt in dieser Woche das türkische Opferfest gefeiert wird.

Klar, die Osmanen wissen auch wo es schön ist und kommen in Massen herüber auf die angrenzenden Ägäisinseln. Ich hätte wohl nicht so provokant Fragen sollen – JA, außer mir waren noch etliche Andere unterwegs!

Aber ich hatte die Gunst der Stunde für mich! Es war noch sehr früh am Morgen, die Urlauber waren noch nicht am Strand – also nichts wie rein ins kühle Nass, der Strand ist mein…

Einladend – ich folge gerne…
…nehme Anlauf und tauche ab
Das Wasser ist noch herrlich frisch
Es spült den Schlaf aus den Augen, belebt und erfrischt
Wunderbar!

Danach gönne ich mir einen Cappuccino und mache mir Gedanken über mein Frühstück. Sibylle schläft noch tief und fest, ich werde wohl am Rückweg einen zweiten Kaffee trinken und mir eine Kotopita kaufen.

Es ist noch alles ruhig – der beste Cappuccino des Tages
That´s Life
Einen zweiten Kaffee und die Kotopita gibt es bei „Mikes“ in Lakki

Immer noch war es früh am Tag. Ich war noch nicht sicher, ob Sibylle schon ausgeschlafen hat. Weil es sich gerade angeboten hat, besuche ich Marietta und Shira im HUB.

Das HUB ist die reale Drehscheibe der Webseite „The Leros Way„, einer URL die ich ja schon mehrfach genannt habe. Diese Seite ist ein zentraler Link für Touristen aller Couleur, welche sich entschieden haben, Urlaubstage auf Leros zu verbringen. Die beiden hyperaktiven Damen haben die Webseite auf die Beine gestellt und füllen sie mit Leben.

Das HUB ist nun so etwas wie das Büro für diese Tourismusplattform, gleichwohl ein Treffpunkt für jung und alt aus allen Nationen, remote Workspace, oder auch Kursraum für Yoga oder etwa Sprachkurse.

Hier tut sich was
Der Wegweiser gibt die Richtung vor – für die nötige Schlagzahl sorgen die Powerfrauen selbst
Wir hatten noch etwas zu besprechen

Ich mag die beiden Frauen, so hat es sich ergeben, dass Sibylle und ich unterstützen wo wir können. Ich übersetze den Content ins Deutsche, denn es soll eines Tages eine deutsche Version geben. Sibylle hilft ab und an im Büro, wir dienen auch häufig als Schnittstelle zur Seglercommunity, zu den deutschsprachigen Interessenten, oder wenn mal wieder nach neuem Content gesucht wird.

Ich bleibe eine halbe Stunde, danach fahre ich auf NESSAJA und treffe Sibylle, die gerade frühstückt.

Ich habe etwas Zeit, das ist selten genug. Dies nutze ich sofort aus, um diesen Blogbericht etwas vorzuschreiben – das hilft zum Monatswechsel sehr, denn exakt dann stehen stressige Tage vor der Türe. Meine Ex-Käufer Gerald und Ulrike kommen, sie wollen ihr neues Schiff, die TARGUI, endlich in Besitz nehmen, sich dabei aber auch mit uns treffen.

Wichtiger für mich, am 26.06. kommt Karl, gefolgt von Rosi ein paar Tage später. Die Beiden wollen ihre ALENA übernehmen, ich bin noch für die Übergabe verantwortlich, dann gebe ich den Schlüssel ab und schließe das spannende Kapitel rund um die schöne Schwedin.

Als wäre das nicht genug, habe ich eine lange Arbeitsliste für ELOWYN und stehe bei Hans-Peter im Wort, auch an seiner LIBERTÉ einiges an Arbeitsumfang zu erledigen.

Deshalb – ich bin froh um jede Blogzeile, welche schon geschrieben ist, werde das noch ein paarmal in diesem Monat so machen…

Der Junibericht wächst schon im gleichnamigen Monat

Am Nachmittag holt mich aber die Unruhe ein, den ganzen Tag am Computer geht nicht! Ich habe noch einige kleine Aufgaben an ALENA abzuarbeiten, bevor ich die Hallberg-Rassy übergebe.

Es ist heiß draußen, so nehme ich mir vor, jeden Tag nur einen kleinen Punkt zu erledigen. Heute ist das Paddelrad vom Geschwindigkeitsgeber dran…

Fest! Da dreht sich nix mehr – ich baue den Geber aus, ich muss den Muschelkalk entfernen

Da ich keinen Entkalker habe, setze ich den Job „on hold“ und sehe nach ELOWYN. Ein paar Sachen müssen vom blauen Riesen geholt werden, ein paar Dinge haben wir beschafft und können diese verräumen, so zum Beispiel die Wäsche, die wir von der Laundry abgeholt haben.

Sibylle hat die Wäsche mit dem BREEZY geholt – die muss verräumt werden

Danach fahre ich zum Baumarkt, um mir den fehlenden Entkalker zu kaufen. Jetzt steht der finalen Reinigung und damit der Instandsetzung des Durchbruchgebers nichts mehr im Wege.

Andreas Kritikos – unser „OBI“
Der Geber kommt 24h in den Entkalker, wird dann geschmiert und wieder installiert

Früher Nachmittag – genug gerackert für heute! Mein T-Shirt ist schweißdurchtränkt. Sibylle und ich beschließen, wir gehen an den Lieblingsstrand zum Baden, vielleicht geht sich ein Eis aus.

Am Panteli-Beach angekommen, zeigt sich ein anderes Bild als am Morgen. Es war voll, per meiner Definition. Ich gebe zu, es geht voller, aber mir war es zuviel.

Wir sitzen ganz hinten, ich trinke ein Bier
Menschen überall – eng bestuhlt, man kommt kaum ins Wasser

Ich will nicht baden, ich will nur weg! Sibylle sieht es ein, frischt sich rasch ab und schlägt vor, dass wir noch ein Eis essen. Im „Sorbet“ war auffällig wenig los.

Salted Caramel & Black Chocolade Sorbet – die beste Kombi ever
Auch der Cappuccino war lecker

Wir wurden auf den Boden der Tatsachen zurück geholt – als es ans Bezahlen ging! Die Kugel Eis kostet 3,50€!!! Der eigentliche Wucher ist aber, dass es ein Saisonpreis ist – die Türken sind hier und der ohnehin schon relativ hohe Preis von 2,50€ wird um sage und schreibe 1.-€ angehoben!

Nicht mit uns! Wir boykottieren das „Sorbet“ bis die Preise wieder runtergehen. Wenn sie es denn tun…

Vielleicht streichen wir es auch von unserer Liste – sowas ärgert uns! Generell!

Wir müssen zurück – heute ist Tanzkurs. Ja, richtig gelesen! Griechischer Tanzkurs! Auch der wird vom HUB angeboten und Angelika und wir haben uns eingeschrieben. Wir wollen mittendrin sein, statt nur dabei

Der Kurs beginnt pünktlich um 19.00 Uhr – die Tanzlehrerin erklärt

Wer mich kennt weiß, dass mich das Überwindung kostet. Ich liebe Musik, auch die „Island Music“ der Ägäis hat es mir angetan. Ich liebe die Lebensfreude die die Griechen bei ihren Festen, den Panagias, ausstrahlen – ich will das auch können! Eat, drink and dance like a Greek!

Wir lernen zwei Tänze, den „Leriko“ und den „Sousta“

Neben einer mäßigen Rhythmusbegabung habe ich leider Tanzlegasthenie. Ich tanze wie Pooh der Bär. Wenn man das weiß, ist es nicht schlimm, man lässt es einfach. Wenn man jedoch mitmachen möchte, ist etwas Übung unerlässlich…

Wir tanzen „Sousta“
Hier unser „Leriko“

Der Abend vergeht wie im Flug – wir haben richtig Spaß in der Gruppe und bekommen es zu guter Letzt auch so hin, dass wir zumindest mal als Anfänger teilhaben können, wenn die Locals mal wieder gemeinsam tanzen.

Hunger! Uli trifft uns im „SouVLakki“ und der Abend klingt dort aus – wir haben viel zu erzählen.

Heute mal was anderes – ein halbes Hähnchen soll her
Ok, Challenge accepted

Der nächste Morgen beginnt für Sibylle und mich, unabhängig voneinander, eher untermittelprächtig.

Meine Gattin buk ein Brot und hat meinen Hinweis, dass „…es hier irgendwie verbrannt riecht“, nicht als eine Warnung in ihre Richtung gewertet. Sie hat ohnehin eine Feindschaft mit unserem ENO und schob den kokelnden Gestank auf „…irgendeinen Teigklecks, der auf dem Blech verbrennt!“

Hmmm, ganz so war es nicht!

Der Versuch, zu retten was zu retten ist

Ich dagegen habe mir vorgenommen, heute eine der vermeintlich kleinen, aber unangenehmen Aufgaben auf ALENA zu erledigen. Die tiefste Stelle der Bilge, dort wo all das Wasser zusammenläuft, ist etwas schmuddelig und auf meiner Liste steht, dass diese zu reinigen ist und drei Kielbolzen wieder ansehnlich gemacht werden sollen.

Ok, auf geht´s…

Hier läuft aller Schlatz aus den Katakomben eines Schiffes zusammen
Salzkristalle haben sich im Lauf der Jahre abgesetzt und müssen entfernt werden

Ich nehme es vorweg – es dauerte mal wieder länger als geplant! Wie immer eigentlich. Zuerst haben die neu gekauften Bürsten nicht in den gleichmarkigen Pseudo-Dremmel gepasst. Ich habe dann die Krusten und den Rost mit der Bürste am Akkuschrauber abgeschliffen – das hatte zur Folge, dass mir durch die unnatürliche Haltung und das schwere Akkuwerkzeug, fast der Arm weggeflogen wäre.

Die Stelle war natürlich perfekt zugänglich – klar!

Dann war es im Schiff fast unerträglich heiß, ich habe die tiefe Bilge nur auf dem Bauch liegend mit gestrecktem Arm ausputzen können. Ein mieses Geschäft – seither hat der Begriff „Kielschwein“ eine für mich neue, andere Bedeutung.

Wie auch immer – im „vorher – nachher“ Vergleich hat sich der Aufwand gelohnt, auch wenn ich letztlich zwei Tage beschäftigt war.

So kann sich die Bilge sehen lassen

Jetzt aber nix wie an den Strand. Aus zuvor beschriebenen Gründen, gehen Sibylle und ich diesmal gemeinsam nach Xirokampos. Es ist davon auszugehen, dass der dortige Strand weniger überlaufen ist – und siehe da, wir bekommen ein Liegenpärchen und können eine Weile relaxen.

Schön! Zwei Liegen im Schatten und glasklares Wasser

Am Heimweg dürstet es mich – meine trockene Kehle schreit nach einem Bier im gefrosteten Glas. Leider besinnt Sibylle sich ihrer Fähigkeit als Spaßbremse und gibt mir unmissverständlich zu verstehen – „ohne mich!“

Ok, dann eben alleine! Ich setzte Sibylle bei NESSAJA ab und mache noch einen Einkehrschwenker. SO wird es ein runder Tag!

Ein Bierchen bei Marietta – ich genieße es

Zurück in der Marina, komme ich an ELOWYN vorbei. Sie hat einen guten Platz, direkt am Betonkai und mit dem Bug nach vorne. Dieser ist eingerahmt zwischen Palmen.

Der Grund meiner Stipvisite war die Überlegung, wie und wo ich das Schiff ab Juli mit Strom versorge – Gott sei Dank hat ELOWYN einen Buganschluss und eine Versorgungssäule war direkt unter dem Bug! Eine Sorge weniger…

Für die Arbeiten im Juli steht sie ideal

Meine Frau möchte einmal wieder ins „To Steki“ zum Abendessen. Diesmal aber nicht, wie eigentlich bisher immer, um dort Meze zu essen. Diesmal hat sie ein Gericht im Sinn, welches sie als Hauptgericht essen möchte – Risotto mit Garnelen!

Für mich trifft sich das gut, denn ich habe in Facebook einen Post der Taverne gesehen, dass sie ein „Kalamari-Kokoretsi“ anbieten – das soll meine Wahl sein!

Wir machen uns also auf nach Alinda – doch was ist das???

Ein, wenn auch kleines, Kreuzfahrtschiff in der Bucht vor Agia Marina

Ich will vorsichtig formulieren – ich gönne jedem seine Art von Urlaub und kann die Vorteile einer Kreuzfahrt für den einzelnen Touristen auch erkennen. Ich will nicht bekehren und auch nicht mit Fingern zeigen, so bleiben alle umwelttechnischen Argumente außen vor.

ABER – nicht jeder klitzekleine Platz auf Gottes Erden ist auch geeignet ein Ziel für die Kreuzfahrttouristen zu sein – wer zur Saison schonmal auf Santorin oder in Dubrovnik war, der weiß was ich meine.

Die Relation von Nutzen und Schaden geht aus meiner Sicht zu Lasten der Zieldestinationen. Leros ist, dazu stehe ich, KEIN geeignetes Ziel für Kreuzfahrtschiffe aller Art. Es ist und bleibt hoffentlich ein Ziel für Individualtouristen.

Wir erreichen das Ende der Alinda Beachfront, auch hier tut sich was in touristischer Hinsicht…

Der Bau der kleinen „Marina“ schreitet voran

Dieses Projekt wird gerade dem Seglerforum in dem ich aktiv bin, heiß diskutiert. Es obliegt mir nicht, zu bewerten ob die Fördermittel der EU zugunsten des nautischen Tourismus, hier richtig eingesetzt sind oder nicht – aber man muss akzeptieren, dass Leros bereits ein nautischer Hot-Spot in der östlichen Ägäis ist und auch, dass Segeltouristen sehr wohl Individualurlauber sind – sie würden der Insel mehr Nutzen bringen als Kreuzfahrer.

Alles gut also? Leider nein! Wer die Pläne kennt weiß, dass die „Marina“ viel zu eng und klein geplant ist. Es werden letztlich eine handvoll Yachties Platz finden, alle anderen Plätze werden, wie so oft, von Fischerbötchen belegt sein. Ich traue mich wetten…

Egal – wir sind hungrig, bestellen unser Essen und genießen die vorzüglichen Gerichte mit Blick auf die beleuchtete Burg.

Kalamari Kokoretsi – gefüllt mit Skampis
Schönes Ambiente – direkt am Meer, Blick auf das Kastell, über die Bucht von Agia Marina

Der Abend klingt aus, das „To Steki“ beweist einmal mehr, dass es zurecht auf unserer Top-Five Liste overall ist. Eine wunderbare Gastgeberfamilie, ein super Essen, das alles unspektakulär und ohne Shishi – dafür aber zu günstigen Preisen.

Wir verlassen den gastlichen Platz – ab nach Hause!

Wir kommen wieder

Auf dem Heimweg fahren wir entlang der Vromolithos Bucht. Ich konzentriere mich auf´s Pilotieren der GS, meine Gedanken fliegen. Am Horizont flackern die Lichter der Türkei.

Plötzlich höre ich… – nein, so kann man das eigentlich nicht sagen, plötzlich meldet mein Gehirn in einer Schaltsekunde einen Impuls der als akustische Schwingung eingeordnet werden kann und sich etwa so anhört…

Düdeldideldideldi, opaopa, dideldi…

Wenige Sekunden später sitze ich, in Begleitung meiner verduzten Gattin, an einem Tisch im „Kakomoiras“. Das alles ging so schnell, dass Sibylle, als sie ihren Mund öffnete um ein spaßbremsendes Gegenargument auszusprechen, schon ein mit Ouzo gefülltes Glas ansetzte. DAS ist angewandte Überrumpelungstaktik!

Seine Fidel erkenne ich im Vorbeifahren

Wir haben Xristo, den Wirt der Meze-Taverne, natürlich gefragt, ob es ok sei nur etwas zu trinken. Klar, hatte er gemeint – dies aber sehr flexibel ausgelegt…

Meze zum Ouzo – und wir kamen vom Abendessen

Die jungen Leute tanzten und hatten Spaß. Wir waren wieder mittendrin, zufällig! Aber wir waren willkommen. Man winkt uns zu, man prostet uns zu, wir feiern mit, wenn auch als Außenstehende. Dies deshalb, weil es ein privates Fest war, die Lehrerinnen einer Schule feierten den Beginn der Sommerferien.

Hübsches Kollegium – wenn ich mich da an früher erinnere (Ausnahme: Frau Keller – aber die wird meinen Blog wohl nie lesen)

Gretchenfrage – haben wir auch das Tanzbein geschwungen? Nein, diesmal nicht – wie gesagt, eine eher offene „geschlossene Gesellschaft“. Hier war es an uns, sich defensiv zu verhalten und nur zu genießen. Aber das nächste Mal… 😉

Am nächsten Morgen komme ich an ALENA vorbei und stelle fest – es tut sich was! Arbeiten am Rumpf haben begonnen, diese werden sich über die kommenden zwei Tage hinziehen. Das neue Eignerpaar hat ihrerseits diese Arbeiten in Auftrag gegeben, ich muss hier nichts tracken, melde aber trotzdem den Beginn und Fortschritt nach Deutschland.

ALENAs Rumpf wird poliert
Das Unterwasserschiff bekommt neues Antifouling
Nach zwei Tagen ist sie fertig und zeigt sich von ihrer besten Seite – die neuen Eigner können kommen

Auch Karl und Rosi sind nicht untätig gewesen. Es liegt auf der Hand, dass das Beziehen des neuen Schiffes, die Inbesitznahme, ein toller Augenblick ist. Man möchte schalten und walten, alles sauber machen und so richten wie man selbst es möchte. Dazu gehört natürlich auch das Einrichten – mit meist eigenen und neuen Dingen.

Das war mir klar, so überrascht es mich nicht, als Karl nach der Postadresse fragt – „…er hätte da ein Paket zu senden.“

Eines????

Die Pakete sind inzwischen unterwegs – ok

Man merkt ihnen die Vorfreude an – und ich freue mich auf ein Wiedersehen und die Übergabe!

Heute, zwei Tage bevor Karl hier eintreffen wird, ist nur noch ein Punkt offen – es müssen zwei Seeventile getauscht werden. Dies ist mir vom Marinachef für morgen zugesagt – just in time 😉

Das mit dem roten Schlauch – Cockpitdrainage an Steuerbord…
…und backbord
Die Zugänglichkeit durch den Motorraum ist gut – diesen werde ich morgen, nach erledigter Arbeit, schließen

Hans-Peter kommt in Begleitung seiner Frau Petra und Terrier Merlin zurück in die Marina. Petra arbeitet noch und macht zweimal im Jahr Urlaub mit ihrem Göttergatten. Diesmal ein dreiwöchiger Törn in den südlichen Dodekanes – just während unseres Kreta-Aufenthaltes.

Wir freuen uns Petra noch einmal zu treffen und verabreden ein gemeinsames Dinner im „SouVLakki“ und anschließendem Besuch im Eispalast. Es würde gleichzeitig Petras Abschiedsessen sein, morgen fliegt sie schon nach Hause.

Klingt super! Sibylle und ich setzen aber noch einen drauf! Wir waren lange nicht mehr alleine im „Harris“, das wollen wir ändern – ein Aperitiv an einem der schönsten Plätze der Insel, danach die Freunde treffen! Perfekt!

Das „Harris“ – hat früher „View“ geheißen – nicht zu unrecht
Sehr schönes Ambiente – aber auch alles reserviert
Wir bekommen einen Platz und gönnen uns eine Kleinigkeit
Sibylle einen Cocktail, für mich einen Ouzo
Viel Liebe zum Detail

Wir vertreiben uns die Wartezeit und genießen unsere Nachos und die Drinks. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dann müssen wir los, wir sind mit den Freunden in Lakki verabredet – wir starten die GS und geben Gas, gerade als die untergehende Sonne die Umgebung in ein faszinierendes Licht taucht!

Die Serpentinen nach unten – im Hintergrund Kalymnos
Die Mühlen und das Kastell im Sonnenuntergang

Angekommen im „SouVLakki“, setzen wir uns an eine große Tafel, zusammen mit der Crew der LIBERTÉ und der JASPER. Es gilt, Petra ein würdiges Abschiedessen in bester Gesellschaft zu bieten – wir erzählen unsere Geschichten bis spätabends, dann wird es Zeit, den Abend im „Repapis“ ausklingen zu lassen.

Die Zeit verfliegt – bald ist es stockfinster
Hans-Peter gönnt sich drei Kügelchen…
…auch ich genehmige mir heute die Extrakugel 😉

Gähn – wie spät ist es? Ah, Zeit zum Aufstehen! Wir sind mit Hans-Peter und Petra zum gemeinsamen Frühstück verabredet. Danach würden wir direkt mit den Beiden nach Agia Marina fahren, um Petra dort zu verabschieden – sie würde mit „Dodekanisos Seaways“, dem Katamaran, nach Kos fahren und von dort aus den Heimflug antreten.

Frühstück gibt es bei Mariettas „μπακαλικο με τσιπουρο“ – wir sind aber nicht schlecht überrascht, als wir sehen, was dort im Nachbarladen während unserer Abwesenheit hochgezogen wurde…

Eine Kaffeekette, das „Coffee Lab“ hat dort eine Filiale eröffnet – alles blitzsauber und ziemlich cool

Wir setzen uns zu unserer griechischen Freundin in deren kleine Taverne und bestellen unser Frühstück. Wie nicht anders zu erwarten, klagt sie über den neuen Nachbarn, er würde ihr natürlich Umsatz nehmen, den hätte es nicht gebraucht.

Uns wird schlagartig klar – ungenierte Besuche dort, sollten wir uns zunächst verkneifen, obwohl es mich reizt, den Kaffee dort einmal zu probieren.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, unser Frühstück wird serviert…

Endlich mal wieder Rührei

Dann geht alles ziemlich rasch. Wir klönen ein bisschen, ratschen über Gott und die Welt und ehe wir uns versehen, ist es schon an der Zeit nach Agia Marina zu fahren.

Wir kommen rechtzeitig an – dann heißt es, von Petra Abschied zu nehmen. Bis zum Oktober…

Servus mach´s guad – komm´gut heim
Die Fähre kommt pünktlich…
…und die Freundin muss los – Zeit zum Einsteigen
Die Klappe schließt sich, Petra winkt uns noch zu…
…dann braust der Zubringer davon

Zur gleichen Zeit, das fanden wir ganz interessant, fuhr Shira mit einem Speedboat welches den VIP Shuttle Service nach Kos anbietet, die gleiche Strecke.

Der Preis ist natürlich ungleich höher, relativiert sich aber, wenn man die Fahrt durch drei bis vier Personen teilen kann. Die Fahrzeit hingegen beträgt statt der üblichen 90 Minuten, nur rund 25 Minuten – so kann man durch geschickte Planung, einen Teil der Individualkosten wieder einsparen, wenn man beispielsweise den Bus erwischt statt mit dem Taxi zu fahren, oder wenn man am gleichen Tag an- beziehungsweise abreisen kann und so eine Hotelübernachtung spart. Wir wollen uns das merken.

Shira schickt Grüße von ihrem Transfer

Im Hintergrund spielt sich eine verrückte Geschichte ab. Ihr erinnert euch an die EDINA, das Schiff, auf welchem wir über den Winter gegen den Wassereintritt gekämpft haben.

Hier scheint der Generator kaputt zu sein und bei einer ersten Diagnose wird dieser als „nicht der Reparatur wert“ eingeordnet und daher ein Ersatz für rund 20.000.-€ angeboten. Der Besitzer hat mich gebeten, eine Meinung abzugeben und ich habe, obwol ich ebenfalls pessimistisch orakelt habe, empfohlen, in jedem Fall den Kopf abzubauen um eine klare Diagnose zu machen.

Womit ich nicht gerechnet habe – der Eigner hat meinen Rat SOFORT befolgt und sich an die Kaimauer von Lakki verholt. Dort hat mein Freund Giorgos den Kopf zwischenzeitlich demontiert.

Wasser in den Brennräumen – es scheint aber reparabel

Die letzte Entscheidung ist in diesem Moment noch nicht gefallen, aber ich hoffe, dass ich ein paar Absätze später Vollzug melden kann. Wir gehen davon aus, dass repariert werden kann! Die Kosten würden sich dann vielleicht auf 1.000.-€ belaufen – ein Unterschied wie ich meine!

Ich bespreche das mit dem Eigner, mit dem wir uns inzwischen angefreundet haben und schaue dann, dass ich nach Hause komme. Sibylle wartet schon auf mich, wir haben heute abermals einen Kurs von „The-Leros-Way“ zu besuchen.

Offen gesagt, zugrunde liegen besondere Umstände – die Mindestteilnehmerzahl wurde nicht erreicht, Marietta wollte den Kurs aber auf keinen Fall kippen. So haben wir die Teilnahme am KOCHKURS zum halben Preis bekommen. Super! Wir packen Hans-Peter ein und füllen zu dritt die offenen Plätze.

Pünktlich um 18.00 Uhr treffen wir beim Haus von Mariettas Großeltern ein. In der alten, originalen Katikia finden alle Outdoor-Kurse statt.

Ein schönes Fleckchen Erde
Die alte Küche – hier werden, stilecht, die Vorbereitungen getroffen

Im Rezeptbuch steht, wie sollte es anders sein, eine originale griechische Moussaka, dazu ein frisch gebackenes Brot, Tzaziki und ein griechischer Salat.

Die Moussaka wird später im bereits angefeuerten Holzbackofen gebacken.

Im Ofen die glodernde Lut

Wir komplettieren die Basisgruppe, welche aus fünf Italienerinnen und einer Französin besteht. Die Französin spricht Deutsch und Englisch und hat uns sehr positiv mit der Tatsache überrascht, dass sie keine Hemmungen hat, diese Sprachen auch zu sprechen – sehr sympatisch!

Die Italienerinnen hatten leider nicht diese Fähigkeiten und daher eine Übersetzerin mitgebracht. Diese sprach ein hervorragendes Englisch, so dass eigentlich keine Sprachbarriere hätte entstehen müssen – eigentlich! Hätte!

Die illustere Kochtruppe

Nun war es leider so, dass Marietta auch Italienisch spricht – und so kam es wie es kommen musste. Statt Englisch war die Kurssprache auf einmal Italienisch, was es uns natürlich schwieriger machte zu folgen.

Da wir ja begünstigt waren, stand es uns nicht zu, hier ein Veto einzulegen. Wir haben uns stattdessen ein bisschen auf uns selbst konzentriert.

Man spricht Deutsh

Wir bekommen die Schalen für die Moussaka und die Zutaten werden auf den Tisch gestellt, Kartoffeln, Auberginen, Hackfleischsosse. Marietta erklärt, wie man dies schneidet und zubereitet.

Alles ist vorbereitet – jetzt geht es los

Wir legen die einzelnen Lage in unser Schälchen, jeder kann die Menge der einzelnen Zutaten im gewissen Rahmen variieren. Ich lege weniger Aubergine, dafür mehr Käse und Hackfleischsosse.

Dann kochen wir die Bechamelsosse, hier werden, anders als bei einer Lasagne, Eier und Käse beigemischt.

Marietta erklärt

Die fertige Sosse kommt on top, auch hier halte ich mich zurück – ich bin nicht so sehr der Bechamel Fan. Dann sind „unsere“ Moussaka fertig für den Ofen!

YES – markiert mit einem „M“ – Maximus 😉
Auch Sibylle trägt ihr nahezu leeres Schälchen zum Ofen
Stolz auf das Geschaffene – wird sofort verewigt

Während die Schalen im Ofen stehen und der Inhalt langsam beginnt vor sich hinzuköcheln, bereiten wir das Tzaziki. Auch hier war einiges schon vorbereitet, so dass sich unser Tun auf das Verrühren der Zutaten beschränkte.

EINE Zehe Knoblauch pro 200g Joghurt – ich entscheide mich für DREI

Weil noch etwas Zeit blieb, bis die Moussaka völlig durchgebacken war, haben für etwas Kurzweil gesorgt. Wie? Ganz klar – mit einer Runde „Leriko“!

Wie war das gleich? Wer genau hinsieht merkt, da fehlt doch einer
Schön – lustig! Hans-Peter hatte plötzlich „Rücken“ und hat sich selbst zum Fotografen ernannt

Mariettas Cousine rief zu Tisch, die Moussaka war fertig, jeder holte sein Schüsselchen aus dem Ofen. Ich war angetan, meine Creation sah gar nicht mal so schlecht aus.

Goldgelb, leicht resch – so muss Moussaka sein
Der griechische Salat passt hervorragend dazu

Die Gruppe isst miteinander, man quatscht noch viel. Ein sehr bunter, geselliger Abend. Ok, als Kochkurs bewertet, kann man, muss man aber nicht teilnehmen. Ich war schon auf solchen Veranstaltungen, die haben zwar das fünffache gekostet, aber auch mehr geboten.

Als Event und gemeinsames Koch- und Dinnererlebnis ist es den Besuch aber allemal wert!

Am Heimweg gönnen wir uns ein Eis als „Absacker“, dann geht es zurück in die Marina, es ist schon spät!

Der Vollmond über der Marina

Frühmorgens, ich schalte mein Telefon an, es schellt! Nachrichten von Martin treffen ein. Ihr erinnert euch an ihn, er ist der Besitzer der STENELLA II, welche bei uns in der Marina liegt.

Martin hat bei der Abreise ein paar Kleinigkeiten vergessen, braucht ein paar Bilder und möchte, dass ich ein paar Reparaturen für ihn bei der Marina einsteuere.

Ich will helfen. Ich bespreche mich mit ihm, schreibe alles zusammen und fange mit den Bildern an – der einfachste Part des Jobs wie es scheint!

Wie hat die Marina das Schiff aufgepallt?
Ist das Schwert oben oder unten und wie ist der Zustand des Antifouling?
Wie bekommen wir die Schadstellen am Antifouling repariert?
Und last not least…
…wie ist der Zustand der Opferanoden?

Ich sende die Bilder und beantworte die Fragen. Es entstehen daraus neue Fragen, welche ich abermals bündle und aus denen wir einen Arbeitsauftrag an die Marina ableiten – mal sehen, wie weit ich damit komme!

Diese Saison verläuft etwas anders als die anderen zuvor. Viele der befreundeten Segler sind auf größeren Runden unterwegs, die Marina ist relativ ruhig. Ich finde das erfreulich. Unser Freundeskreis hat sich damit allerdings auch auf ein Minimum reduziert, dennoch wird es nie langweilig.

Schade ist allerdings, dass dieses Jahr auch die beiden anderen „Dauercamper“ in der Marina, die Crew der JASPER, die Saison vorzeitig beenden. Ein Familienfest steht an, die Zeit danach soll mit Motorradtouren gefüllt werden. Die Abreise von Uli und Angelika steht kurz bevor, wir verabreden uns daher zum Dinner im – wie soll es anders sein – „SouVLakki“.

Doch was ist das???

Alarm! Das „SouVLakki“ ist geschlossen

Ich gebe sofort eine Warnung aus – der Grilltempel unserer Wahl scheidet als Ziel aus. Wir einigen uns zähneknirschend darauf, das benachbarte „Food House“, ebenfalls ein Grill, zu besuchen.

Doch zuvor nutzen Sibylle und ich die Gunst der Stunde – wir besuchen das „Coffee Lab“, das neue Café neben Mariettas kleiner Taverne.

Mal sehen was es da so gibt

Die Zeit ist deshalb günstig, weil es ein Sonntag ist. An diesem Tag hat Marietta geschlossen, unser Besuch beim Nachbarn grenzt also nicht an Hochverrat. Ansonsten gehört unser Herz (und unsere Talerchen) natürlich ihr 😉

Wir sehen uns um, nett eigentlich, dann bestellen wir…

Schön dekoriert – das Markenlabel ist omnipräsent
Sehr guter Cappucchino und ein feines Bougatza

„Coffee Lab“ ist eine griechische Café-Kette. Der Cappuccino ist super, das Bougatza auch. Eigentlich ist auch die Deko schön, aber trotzdem strahlt das ganze Ensemble so eine McDonalds Atmoshäre aus.

Wir vergeben ein „gut“, wissen aber auch, dass dieses Café keine langfristige Konkurrenz für Marietta sein wird. Zumindest nicht aus unserer Sicht.

Der Tag verdröselt – wir gehen die drei Schritte zum „La Palma“ Café um für den Abend einen Tisch zu reservieren, es ist Fußball EM und Deutschland spielt gegen die Schweiz. Wir haben uns mit den schweizer Freunden von der AEGEAN BLUE verabredet um das Match zusammen anzusehen.

Da die Gruppe mittlerweile auf 8 Personen aufgebohrt ist, scheint eine Reservierung angebracht.

Dann gehen wir zurück in die Marina, springen noch einmal ins Meer um uns abzufrischen. Recht rasch rückt unsere Verabredung zum Dinner näher, wir treffen uns mit Uli, Angelika und Hans-Peter im „Food House“.

Die beiden Giros-Grillhäuser sind unmittelbare Nachbarn

Ich kann nicht genau erklären warum, aber bei mir hat sich das „SouVLakki“ gegenüber dem „Food House“ durchgesetzt. Zugegeben, die Betreiber sind hier auch ausgesprochen nett, das Essen ist ebenfalls gut.

Dennoch geht der Service in unserem Lieblingsgrill etwas flotter, das Essen ist eine Nuance besser – wir bleiben dem „SouVLakki“ treu. Nichtsdestotrotz essen wir an diesem Abend durchaus gut!

Platz war noch reichlich
Meine Wahl war top – die Salate der anderen etwas mächtig mit Mayonnaise angereichert

Wir waren früh dran mit dem Essen, denn der weitere Verlauf des Abends war gut durchgetaktet – ein rasches Eis im rosafarbenen Eistempel, danach ging es schnurstracks ins „La Palma“, wo unsere 8er-Tafel noch freigehalten wurde. Wir kamen en minute, das Spiel war gerade dabei angestoßen zu werden…

Erste Reihe vor dem großen Bildschirm
Es scheint eine gute Stimmung in Deutschland zu sein
Aha, viele Namen kenne ich nicht mehr

Ich oute mich – ich bin kein Fußballfan! Es interessiert mich gar nicht! ABER – ich kann gut so tun als wäre ich einer, genau das haben wir gegenüber der eidgenössischen Fraktion so umgesetzt. Deutschland vor, noch ein Tor…

Ok, wäre fast schief gegangen. Das Spiel, der Verlauf, das Ergebnis – wie gesagt, ist mir eigentlich egal. Aber als den Schweizern der sicher geglaubte Sieg und damit auch das hämische Grinsen, in der Nachspielzeit „entrissen“ wurde – das war doch ein lustiger Moment 😉

Egal, ein 1:1 hat niemanden geschadet, das Ergebnis war versöhnlich und Grundlage für einen letzten, einen allerletzten Ouzo.

„Das war ein Foul, ganz sicher!“ – es wird gefachsimpelt

Am nächsten Morgen sind wir schon wach, als der Wecker zum Aufstehen mahnt. Wecker??? Ja, denn Sibylle geht jobben.

Waaaas? Warum das? Weil sie Marietta versprochen hat für eine Woche am Empfang im HUB auszuhelfen, da Shira für diese Zeit nach Italien reisen muss. Danach will meine Frau nur noch ein, zweimal die Woche unterstützen.

Wir frühstücken, dann macht Sibylle sich auf, um ihren ersten „Arbeitstag“ nach Rente anzutreten.

Nervös? Ich doch nicht!
Das HUB in Lakki, die Drehscheibe von „The-Leros-Way“

Ich begleite Sibylle, nur für den Fall, dass es irgendwelche Stolperfallen für sie gibt. Außerdem will sie mir das HUB, welches ich bisher nur von einem Kurzbesuch kenne, einmal kurz zeigen…

Motivationssprüche – wie früher 😉
Schöner Arbeitsplatz
Ok, passt alles – ich ziehe mich zurück

Ich brummle zurück in die Marina, ich muss heute unbedingt sehen, dass sich etwas auf ALENA tut! Die Seeventile müssen noch montiert werden und der neue Eigner ist schon im Anflug. Also habe ich meine treue GS schnurstracks zu dem mir zur Übergabe anvertrauten Schiff pilotiert…

Genau rechtzeitig – gerade geht es los

Potztausend! Ich komme just in dem Augenblick an, in dem Petros und Antonis die beauftragte Arbeit beginnen. Werner und ich haben uns entschieden, dass wir diesen Part vergeben, es geht hierbei mehr um gewährleistungsrechtliche Gründe.

Ich stimme mich mit den Monteuren ab, bin zufrieden und gehe zurück auf unser Schiff – dabei werfe ich einen Blick auf die Bucht, gerade kommt die BlueStar Fähre an. Ich mag das…

Der Zubringer holt Menschen ab und bringt neue Besucher auf die Insel

Zurück auf NESSAJA erlebe ich eine Überraschung, eine positive wie es scheint! Ich habe im März diesen Jahres Ersatzteile für meine Heizung bestellt – es war ein holpriger Weg bis hierhin, aber jetzt scheint sich alles zum Guten zu richten.

Ein Signal welches Hoffnung macht

Ich will es vorweg nehmen – es war nur ein Strohfeuer, bis zum Ende des Monats habe ich weder aktualisierte Rechnung noch die Teile. Ich habe jetzt eine Frist gesetzt, wenn es bis Anfang Juli nicht klappt, werde ich von meiner Bestellung zurücktreten und die Teile woanders kaufen. Der zunächst so emsige und bemühte Eberspächer Händler stellt sich als Luftnummer heraus.

Ein Thema welches ich in den Julibericht tragen muss…

Sibylle ruft an – ihr Job sei für heute beendet, sie habe eine „Naturalvergütung“ vereinbart. Ich soll rüberkommen, wir essen bei Marietta zu Mittag.

Lachsbruschetta für meine liebe Frau
Den Bohnensalat teilen wir uns
Ich entscheide mich für Spaghetti

Derart gestärkt beschließen wir, dass das Abendessen heute etwas kleiner ausfallen darf.

Ich bin gedankenverloren, ich habe die Fertigstellung von ALENA im Kopf, ich will, dass alles klappt und ich das Boot nebst Verantwortung pannenfrei übergeben kann. Wir fahren daher am Rückweg abermals bei der schönen, aber aufgebockten Schwedin vorbei – oha, dort hat sich mächtig was getan!

Ventile sind eingebaut
Auch von außen alles ok

Petros, der Mechaniker, informiert mich noch, dass er die Schläuche morgen anbringen würde, die Dichtmasse müsse noch etwas ausvulkanisieren. Ok, das verstehe ich – dennoch bitte um eine rasche Bearbeitung am Folgetag, der Eigner würde mittags da sein.

Der schlaksige Monteur schmunzelt, nickt und sichert mir die rechtzeitige Fertigstellung zu. Ich bin zufrieden, wenn auch mal wieder alles sehr knapp und mit heißer Nadel gestrickt ist.

Zurück auf NESSAJA ist mir fad…

Und was mach´ ich jetzt???

Sibylle liebt es wenn mir fad ist, es ist ein sicheres Mittel sie in den „Peitschenmodus“ zu versetzen. Allerdings nicht in den, welcher sich in einer schlüpfrigen Gedankenwelt aufdrängt, eher in den, in dem sie mir mit peitschender Stimme Arbeitsanordnungen erteilt.

Ich höre sie zischeln – „…mach endlich die Dinge die Du seit Tagen vor Dir herschiebst!“

Ok, da war noch was. Dinge die mir unangenehm erscheinen. Das jetzt bitte nicht bewerten, aber es gibt so Sachen, die passen irgendwie nicht „in den Kram“.

Martin hat mir neben der Bitte um die Bilder, noch eine Art „Checkliste“ geschickt. Dinge, die er vielleicht vergessen hat oder solche, bei denen er mal um einen Kontrollblick bittet. Doof ist nicht die Liste an sich, es ist mehr die Tatsache, dass Arbeiten auf Deck oder im geschlossenen Schiff bei 35°C eher minder angenehm sind.

Trotzdem rapple ich mich auf und folge dem Befehl meiner Frau, die mich begleitet. Will sie helfen oder mich antreiben, frage ich mich leise…

Punkt 1 auf der Liste – immer mal die Klospülung betätigen. Ok, das ist einfach – dachte ich…

Not nice…

Etwas Spülwasser war zurückgesickert und faulte in der Keramik vor sich hin – ja toll! Zum Glück hat die Spülung das meiste beseitigt, den Rest habe ich mit der Lokusbürste abgeschrubbt. Ich kann dem Eigner Vollzug melden.

So geht´s wieder

Punkt zwei – Batterien checken. Hier zumindest zeigt sich, dass STENELLA neu und durchdacht ist. Die Solarmodule laden die Batteriebank, der Akkustand ist im grünen Bereich.

13,63V – alles ok

Wir machen STENELLA fertig, klarieren das Deck und melden Martin, dass auf seinem Kutter alles ok ist. Er kann beruhigt schlafen und auch die Marina mit den restlichen Aufgaben betrauen.

Mein Telefon klingelt – ich erhalte WhatsApp Nachrichten von meinem Freund Giorgos. Er hatte zwischenzeitlich den Zylinderkopf des großen ONAN Cummins Generators der EDINA zerlegt und aufgrund des schlechten Zustandes entschieden, dass er den Motorblock auch noch ausbauen und überholen möchte.

OK, da ist schon echt viel Schlodder drin

Er hatte sich mit dem Eigner abgestimmt und kurzen Prozess gemacht. Zusammen mit seinem Onkel ist er mit dem Kranwagen angerückt und hat das Trum aus den Tiefen der CNB 60 geholt.

Natürlich hat der Virtuose an den Schraubenschlüsseln das Aggregat sofort zerlegt – es zeigte sich, die Entscheidung war gut!

Rost und Salzwassermelasse überall
Einen Teil der Bauteile kann man weiterverwenden

Giorgos hat die Ausfallursache gefunden, einen Kostenvoranschlag erstellt und, nach Zusage, die Teile bestellt.

Ok, die Gesamtreparatur wird nun etwas teurer, trotzdem kommt der Eigner mit etwa 20% der zunächst veranschlagten Summe für einen Komplettersatz aus – und bekommt einen komplett überholten Motor.

Anfang Juli soll der Einbau erfolgen – ich bin gespannt ob er das schafft. Wäre eine sensationelle Umsetzung. Ich werde berichten!

An diesem Abend waren wir von der Crew der ALLEGRA zum Dinner ins „To Steki“ nach Alinda geladen – es war ein sehr netter und schöner Abend!

Nächtlicher Blick über die Bucht von Alinda – man sieht Agia Marina und das Kastell

Am nächsten Morgen stehe ich um kurz nach 08.00Uhr auf der Matte – wie geht es ALENA? Was macht der Reparaturfortschritt? Ist sie fertig?

Hm, sehen kann ich nix…

Da steht sie und wartet auf ihren neuen Eigner

Ich klettere die Leiter hoch und werfe einen Blick in den Motorraum – ha, alles bestens! Petros war schon hier, offensichtlich wirklich ganz früh am Morgen und hat die Schläuche angebracht, sowie einen verdrückten Belüftungsschlauch abgeschnitten und in Position gebracht!

An die Arbeitsliste von ALENA kommt ein Haken!

Die Schläuche sind angebracht und fixiert
Auch der Belüftungsschlauch sieht wieder gut aus und hängt ordentlich in Position

Ich bin zufrieden! Es sieht alles gut aus, die Hallberg Rassy ist fertig zur Übergabe. Der neue Eigner, Karl, kann kommen!

Und das tut er auch – pünktlich wie die Maurer! Es hat sich aufgedrängt, sich erstmal bei einer Kaltschale zu begrüßen und das Ankommen zu feiern…

Zum Wohl, schön, dass Du da bist

Wir gönnen uns ein Nachmittagsbierchen im „Skipper´s“ und klönen ein Weilchen. Dann hält Karl es nicht mehr aus – wir gehen zu ALENA und er nimmt SEIN Schiff in Besitz!

Der Rest des Tages verlief unspektakulär. Wir haben viel besprochen, es galt, die von mir durchgeführten Arbeiten abzunehmen und einige Fragen zu beantworten. Natürlich konnte ich ein paar Dinge erklären. Karl hingegen hat sofort begonnen, eine Liste für den Baumarkt zu schreiben – ein langer Wasserschlauch, ein langes Landstromkabel und vieles mehr…

Den Rest des Tages verbrachten wir im Marinabüro. Ich habe alle offenen Posten für Werner bezahlt, Karl seinerseits die bereits in seiner Verantwortung gegebenen Aufträge – so konnten wir nach ein paar Stunden die Übergabe finalisieren.

Die Accounts des alten und des neuen Eigners waren getrennt, der alte Account von Werner wurde geschlossen, ich habe meinen Schlüsselsatz und die administrative Verantwortung übergeben.

Ich schließe den ersten Teil des Kapitels ALENA – es hat mir viel Spaß gemacht und mir viele denkwürdige Momente beschert. Werner ist mein Freund geworden, ich werde den Seebären hier vermissen!

Wir beschließen den Tag zusammen mit Karl und Hans-Peter im „SouVLakki“, natürlich gefolgt von einem Eis der Extraklasse – dann war es Zeit für die Nachtruhe – wir waren erschöpft!

Heute hat alles geklappt – aber es war ein fordernder Tag

Auch der Folgetag stand im Zeichen von Karls „to do Liste“ an ALENA. Er hatte sich die Reinigung des Decks vorgenommen, ein kleiner Schaden sollte durch die Marina ausgebessert werden. Zudem wollte er den Propeller polieren.

Viel zu tun – packen wir es an!

Aber halt! Zunächst galt es ja noch die Bootssteuer für ALENA zu bezahlen. Die Entrichtung des eTepai ist eine typisch griechische Bürokratiehürde – man kann es online erledigen, es ist aber, vor allem beim ersten Mal, ein wenig kompliziert.

Deshalb treffen sich Karl und ich zur gemeinsamen Datenerfassung im „Skipper´s“, bei einem Freddo Cappuccino geht das einfach besser.

Nach eineinhalb Stunden war der Bürokratiekram erledigt

Danach sind wir zusammen auf die Post nach Agia Marina gefahren um die Steuer gleich zu bezahlen – somit war es statthaft ALENA zu Wasser zu bringen und sie in griechischen Gewässern zu nutzen.

Danach war Shopping angesagt – zum Elektriker und 25m Kabel nebst Steckern gekauft…

Sibylle wartet derweil vor der Türe

…dann sofort zu Andreas Kritikos in den Baumarkt, unseren OBI, um dort den Wasserschlauch und diverse Schwämmchen und Mittelchen zu besorgen.

So gewappnet ging Karl ans Werk. Wir ließen den Mann schaffen und zogen uns zurück. Der Nachmittag war frei, wir gingen baden!

Ein zweites Mal tappen Sibylle und ich in die Touristenfalle – IS THERE ANYBODY OUT THERE? Yes, leider – und die Tavernen und Bars haben dummerweise auch den Servicegrad etwas angepasst – nach unten!

Zum zweiten Mal bekomme ich lackes Bier und die Chipsbegleitung fehlt – ich werde vor September nicht mehr dorthin gehen. Bestimmt! Glaube ich…

Nicht noch einmal

Am Abend verabreden wir uns wieder mit Neueigner Karl zum Dinner. Er möchte Fisch, das leuchtet ein. Wir empfehlen das „Pirofani“ in Panteli und freuen uns ebenfalls auf die leckeren Meze und ein paar Fischhäppchen.

Super Platz – herrlicher Hauswein

Der Wirt kennt mich, wir mögen uns. Trotzdem haben wir diesmal Pech. Nicht mit dem Essen, das war ausnahmslos gut, aber der Service hing diesmal hinter den Erwartungen zurück.

Zunächst kamen die Meze sehr schnell, ok, das kann man akzeptieren…

Zucchinichips

…dann aber kam die Hauptspeise von Karl mit den Vorspeisen. Das war ärgerlich, wir haben es aber damit abgetan, dass er eine Vorspeise als Hauptspeise bestellt hatte – das kann vom Service in die Küche schonmal verloren gehen.

Als dann aber meine Spaghetti auch aufgetragen wurden, als der Tisch noch voller Meze war, hat es mich doch geärgert.

Ihr habt ja gelesen, dass uns das auch in Chania passiert ist – vom „Pirofani“ habe ich das nicht erwartet.

Auch wenn das Essen super geschmeckt hat – es war irgendwie unschön…

Geschmacklich super – aber viel zu früh

Als wäre das nicht genug, hat man dann eine der Vorspeisen vergessen – naja, wenn ja auch die Hauptgerichte schon hier sind – und auch der zweite Wein hat es nicht zu uns an den Tisch geschafft.

Das Ärgerlichste aber war, dass Sibylles Essen, im Gegensatz zu allem anderen, sehr viel länger gebraucht hat. Die Arme musste ganz alleine essen, der Tisch war zwischenzeitlich abgeräumt.

Wir waren längst fertig als Sibylle ihr Essen bekam

Das war nix! Ich meine aber, dass der Wirt selber gemerkt hat, dass irgedwas schief lief. Sei es drum – das „Pirofani“ hat diesbezüglich Kredit, weil wir dort so oft lecker gegessen haben.

Es wird eine weitere Chance bekommen.

Wir verlassen das Fischlokal und gehen nach Hause

Für den nächsten Morgen hatten wir einen ausgeklügelten Plan – wir wollten am Sibylles letztem Arbeitstag, dem Freitag, die Annehmlichkeiten des HUB nutzen und dort gemeinsam unsere Steuererklärung machen.

Ich packe also ebenfalls meinen Rechner und alle notwendigen Unterlagen ein und verhole mich mit Sibylle an einen Schreibtisch in Mariettas Büro.

NATÜRLICH nutzt die clevere Griechin die Situation

Marietta kommt dazu, erfasst die Situation und nutzt diese sofort für einen Werbepost für ihre Remote-Arbeitsplätze, sehr geschickt!

Wir klopfen, ungeachtet dessen, weiter unsere Zahlen des Vorjahres in das Computerprogramm – nach drei Stunden war es geschafft! Wir senden die Daten online ab, eine Last fällt von unseren Schultern!

Abermals dürfen in Mariettas Bistro zum Mittagessen kommen. Auf diese Art sparen wir uns Einkäufe, ein indirektes Einkommen also – das ist für uns eine sehr adäquate Art der Entlohnung.

Ich bestelle ein Cola zum Essen und staune nicht schlecht als ich das Glas anhebe, um mich an der eiskalten Brause zu laben.

Das Glas geht nach oben, der Boden bleibt stehen – zum Glück war der Humpen noch nicht befüllt
Heute was Leichtes – Salat für mich, Gemüse für Sibylle
Schmeckt uns gut

Am Mittag habe ich einen wichtigen Termin, Vertragsgespräche mit der Marinaleitung. Um 14.00 Uhr hatte ich zu entscheiden, wie mein Vertrag für die Saison 2024/2025 ausgestaltet sein soll und welche Modalitäten zugrunde liegen.

Es war höchste Zeit, denn mein Vertrag ist bereits Ende Mai ausgelaufen. Ich war fast etwas aufgeregt, denn ich wusste nicht ob und inwieweit sich meine Beschäftigung für die Marina auswirken würde.

Nur soviel – es ist alles gut und doch ganz anders als erwartet. Ich habe das Gefühl, dass dieser Tag ein Puzzlestein für weiterführende Entscheidungen war. Wirklich happy war ich nicht, Möglichkeiten für klare Statements wurden vertan.

Am Abend treffen wir uns mit der Crew der CHILI zum vegetarisch, veganen Dinner im „Stis Anna“. Die Beiden sind von ihrer Segelreise mit Familie zurück gekommen, wir haben einander viel zu erzählen.

Sibylle borgt Ralf den Roller um damit nach Crithoni zu fahren, wir fahren mit der GS wie eine Entenmama voran.

Bei Anna sitzen wir direkt am Beach

Ina und Ralf waren angetan, dass es ein vegetarisches Lokal auf Leros gibt. Für mich war es mehr als ok, denn es gibt auch Gerichte mit Fisch, außerdem mag ich so Sachen wie Falafel oder Hummus auch.

Zudem hatten Sibylle und ich ja mittags eine Kleinigkeit gegessen, alles ok also. Und wirklich, wir haben sehr gut gegessen und hatten viel Spaß.

Mein Tellerchen aus verschiedenen Vorspeisen
Hinterher noch ein Risotto – ganz anders als erwartet

Weil es gar so schön war, haben wir beim abschließenden Eis festgelegt, dass wir diesen Abend wiederholen müssen – am besten gleich morgen!

So kam es, dass ich einen Tisch im „Pirofani“ reservierte, auch um zu erfühlen, ob die Pannen beim letzten Besuch einmalige Ausrutscher waren. Danach wollten wir in „Harris“ Bar in der ersten Mühle einen Absacker trinken.

Perfekt – wir freuen uns auf morgen und gehen zufrieden ins Bett!

Der neue Tag begann spannend, ALENA hat Krantermin, wir treffen uns um 09.00 Uhr an der Hallberg Rassy. Zu unserer Überraschung war Giannis sehr pünktlich. Der Wagen kam und lud die schöne Schwedin kurzerhand auf…

29.06. – ALENA geht wieder zu Wasser

Als ALENA auf dem Weg zum Kran ist, kommt uns ein händchenhaltendes Paar entgegen – schon von Weitem kann ich Gerald an seinem RingelT-Shirt erkennen.

Wir, die Eigner von NESSAJA, stellen die Ex-Käufer von ALENA, welches gleichzeitig die Ex-Käufer von NESSAJA sind, dem jetzigen Besitzer von ALENA vor – alles klar? Nein? Macht nix – wir müssen ohnehin dem Kran folgen…

Der Wagen bringt sie zum Kran
Mit diesem wird sie später in ihr Element zurück gehoben
Klar, dass Karl als Neueigner das alles filmt
3-2-1 – dann schwimmt sie wieder, wir dürfen zusteigen
Sind die neuen Ventile dicht? Motorventil offen? Wir bereiten alles vor – Hans-Peter hilft ebenfalls
Motor starten – alles klar? Ok! Dann wird sie vollends abgesenkt
Wir werfen die Leinen los…
…und Karl fährt die ersten Meter mit SEINEM Boot

Diese ersten Meter von der Krangasse bis zum Liegeplatz hatten es in sich. Wir hatten strammen Nordwestwind mit ca. 30kn. Zudem fährt die Rassy wirklich schlecht rückwärts und es waren die ersten Meter des Neueigners mit dem ihm nicht vertrauten Schiff.

Nachdem wir den künftigen Liegeplatz kannten, haben wir die Nachbarn informiert und vorgewarnt. Zudem wusste der Marinero Bescheid.

Umso verwunderlicher war es, als ein eigentlich zur Steg-Community gehörender Bootseigner, beim Anlagemanöver des Novizen vollends die Beherrschung verlor.

Der Gigant, ein Mann mit meiner Statur aber 20cm größer, wurde laut im Ton – nicht nur, als ALENA seinem Schiff wirklich nahe kam, das hätte ich verstanden, sondern auch, als die Gefahr gebannt war und er lauthals „gute Ratschläge“ nachschob.

Na prächtig – auf gute Nachbarschaft…

Wie auch immer, nach einer Minute der Aufregung und einem im Kern guten, aber ausbaufähigen Manöver, lag ALENA an ihrem Platz. Wir vertäuten sie sicher.

Alle Leinen über und belegen…

Ich half Karl noch kurz, den neu reparierten Kühlschrank in Betrieb zu nehmen, da man diese wassergekühlte Variante entlüften muss. Dann trennten sich unsere Wege.

Karl hatte es sich in den Kopf gesetzt, seine Rosi in Kos abzuholen. Also ging er auf die Fähre, um sie dort zu treffen und um morgen gemeinsam mit ihr zurück zu kommen.

Das war perfekt für uns, bescherte es uns doch einen freien Nachmittag – den wollten wir nutzen, um Susanne in ihrem Haus zu treffen. Sie war inzwischen mit Tochter und Enkelchen für den Sommerurlaub hier eingetroffen.

Mit Susannes Haus in Xirokampos verbinden wir UNSERE Geschichte auf Leros – hier hat alles begonnen

Wir hatten einen herrlichen Nachmittag – vertraut wie immer, entspannt und doch informativ und ergiebig. Als Sophie beiläufig erwähnt, dass „…sie das Gefühl hat, mich ihr halbes Leben zu kennen…“, weiß ich, dass dies rechnerisch nicht ganz stimmt. Aber der Satz erreicht mich an diesem Tag – die Woche im Mai 2011 sollte mein Leben in eine neue Richtung lenken. Nie hätte ich gedacht, dass diese kleine Ägäisinsel einmal mein Zuhause sein würde!

Spätnachmittags gehen wir zurück auf NESSAJA, packen unsere Badesachen und ziehen sofort weiter nach Panteli. Wir machen dies – man höre und staune – ohne zu duschen, uns einzuparfümieren, oder uns umzuziehen und aufzuhübschen.

Kurz – Sibylle springt über ihren Schatten.

Denn – wir sind zum Baden mit Ralf und Ina verabredet. Ein- oder zweimal ins kühle Nass gesprungen, einfach lufttrockenen lassen und dann mit zerzaustem Haar und feuchtem T-Shirt ins benachbarte Lokal gegangen.

DAS ist Leben wie ich es mag!!!

Abermals „Pirofani“ – diesmal mit Ralf und Ina, der Crew der CHILI

Ich mache es kurz – die „Pirofani“ Crew nutzt ihre Chance und macht alles 105% perfekt. Wir hatten einen herrlichen Abend in perfektem Ambiente und mit vorzüglichem Essen.

Geräucherte Auberginen mit Paprika und einer weißen Taramas-Creme
Pilze in Weißwein Sugo mit gegrilltem Manouri
Tuna Tartar

Dies und noch einige andere Gerichte gab es an diesem Abend – wir waren superhappy. Dies war nur der Einstieg, so sollte es weitergehen…

Wir waren eingetaktet – warum, kläre ich sofort auf. Als nächstes fuhren wir von Panteli aus nach oben zu den Windmühlen. Der Meltemi pfiff über uns hinweg, aber im „Harris“ saßen wir im Windschatten. Alles passte – die Sonne und der Dunst am Himmel ließen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen.

Nicht bearbeitet – die Mühlen von Leros im Sunset
Der Blick Richtung Türkei zeigt die Schaumkronen am Meer und lässt die Wucht des Meltemi erahnen
Wir haben einen Tisch in erster Reihe und genießen den Ausblick…
…und die sensationell guten Cocktails
Station zwei von drei – check

Gegen 21.45 Uhr mussten wir weiter! Es war schon dunkel geworden und wir bezahlten. Die CHILI Crew hat wieder Sibylles „Breezy“ als Vehikel, auch er hat die Steigung zu den Mühlen gut gemeistert, so werfen wir noch einen letzten Blick auf die nächtliche Bucht von Panteli, bevor wir die Serpentine nach unten fahren und den Rückweg nach Lakki antreten.

Blick von oben bei Nacht

Wir hatten, das habe ich noch nicht erwähnt, eine weitere Station an diesem Abend! Es war das Achelfinale der Fußball EM und Deutschland hatte gegen Dänemark anzutreten.

Ed von der EDINA hatte angeregt, doch wieder einen Tisch zu belegen und das gesellige Beisammensein vom letzten Mal zu wiederholen. Da sagen wir nicht Nein und kommen zusammen mit Ralf und Ina ins „La Palma“ Café, um die deutsche Mannschaft zu unterstützen.

Wir bestellen Ouzo und ein Bierchen, dazu gibt es Meze
Das Spiel beginnt

Es war kein tolles Spiel, begleitet von einer Menge Entscheidungen „am grünen Tisch“ – aber zu guter Letzt, glaube ich, hat Deutschland verdient gewonnen.

Kurz vor Abpfiff schickt mir Christa aus der Schweiz ein Bild von ihrem „Gelage“ am Nachmittag – auch die Schweizer haben sich zusammengefunden um ihr Team zu supporten. HOP SCHWYZ – hat geholfen! Die Eidgenossen warfen Italien aus dem Turnier!

Wie schade 😉 – arrivederci Italia…

Gratulation an die Schweizer!!!

Das Deutschlandspiel wurde Ende der ersten Halbzeit wegen eines Gewitters länger unterbrochen. Dies führte dazu, dass sich der Abend länger hinzog als geplant. Wir waren erst gegen 0.45 Uhr im Bett und haben daher auch relativ lange ausgeschlafen.

Macht aber nichts, denn heute ist Sonntag! Zudem ist der letzte Tag des Monats. Seit einer Woche schon werden die Tage wieder kürzer, hier ist Hochsommer. Das merke ich sehr ausgeprägt, denn ich bin mit dem Haareschneiden in Verzug, die Matte muss weg!

Wir frühstücken, dann ruft Sibylle zum Rapport. Ich packe das Handwerkszeug zusammen, dann verziehen wir uns an die Kaimauer um mir einen luftigen Sommerschnitt zu verpassen.

Setz´ Dich hin, dann geht´s los…
…ich will nicht! Nein!!! Aaahhhhrgh…

Der brummelnde Rasierer flitzt mir, geführt durch die flinke Hand meiner Gattin, über die sonnengegerbte Kopfhaut – weg mit der Wolle.

Und schon kurze Zeit später ist das Werk vollbracht. Ich springe ins Meer um mich von den juckenden Borsten zu befreien, dann dusche ich mit Süßwasser und gönne mir selbst noch eine Rasur.

Feddich – ich kann mich wieder sehen lassen, die Hitze des Sommers ficht mich nicht länger an!

Yesss – so ist´s wieder vier Wochen gut

Ich nutze den freien Sonntagvormittag um ein paar Blogzeilen zu tippen. Ich will baldmöglichst veröffentlichen, denn ich befürchte, dass ELOWYN und Hans-Peters LIBERTÉ mich während des Juli ganz schön in Beschlag nehmen werden.

Um kurz vor 14.00 Uhr mahnt Sibylle zur Unterbrechung des Schreibflusses, wir seien schließlich auf die EDINA geladen – Ed kredenzt selbstgemachtes Ceviche – dazu lassen wir uns nicht zweimal bitten…

Auf EDINA ist der Tisch schon gedeckt
Selber gemachte, superfrische und exorbitant leckere Ceviche – ein Gaumenschmaus

Ich mampfe, als gäbe es kein Morgen mehr – das Zeug ist superlecker! Das hat Ed echt super hinbekommen. Wir haben einen lustigen Nachmittag, der Tausendsassa erzählt abermals unglaubliche Geschichten und wir lauschen gebannt.

Die Tatsache, dass eine der Geschichten das Ceviche Rezept ist und Sibylle sich hinreißen lässt, in den Raum zu stellen, dies bald nachkochen zu wollen, lässt mein Herz höher schlagen.

NESSAJA wird in Zukunft das „Ceviche Schlaraffenland“ von Leros werden…

Auch Sibylle schmeckt es, sie fasst nach!

Wir schlemmen

Nach dem Essen gönnen wir uns ein Nachmittagsbierchen – ein Fehler wie sich herausstellt! Wir sacken in uns zusammen und eine unbesiegbare Müdigkeit überfällt uns.

Unserem Gastgeber fallen fast die Augen zu, wir verabschieden uns und überlassen den Mann seinem Schicksal – einem tiefen Mittagsschlaf!

Ich möchte die vereinnehmende und lähmende Müdigkeit loswerden – ich weiß auch schon wie…

Splish-Splash
Arschbombeeee

Auch Sibylle springt noch einmal zum Abfrischen ins kühle Nass – das Meer war nach dem Starkwind der letzten Tage deutlich kühler, richtig erfrischend geworden.

Wir schwimmen ein paar Züge

Dann rast die Zeit – wie eigentlich immer! Wir machen uns fertig, denn heute steht ein weiteres Abendessen mit Karl auf dem Programm. Diesmal sind wir komplett, denn auch Rosi ist inzwischen aus Kos angekommen und freut sich, dass sie bereits auf ALENA einchecken konnte.

Die Beiden waren den ganzen Nachmittag mit Saubermachen und Einräumen beschäftigt – klar, dass das erste Dinner ein besonderes sein sollte. Fisch sollte auf der Speisekarte stehen, wir gehen abermals, ein drittes Mal hintereinander, ins „Pirofani“…

Treffpunkt 20.00 Uhr im Lokal – um 19.57 Uhr klingelt mein Telefon – BIMM – Karl fragt wo wir uns eigentlich treffen.Ich antworte – „…im Lokal, wir sind schon da!“

Sibylle und ich kommen NIE zu spät

Um die Wartezeit zu vertreiben, bestellen wir uns schonmal einen Ouzo, das kann nie schaden.

Und weil es dem leckeren Anisgetränk nicht an einer Unterlage fehlen soll, genehmigen wir uns vorab einen Taramosalata als Überbrückungsgedeck – eine Schlotzerei mit leckerem Brot.

Ein Ouzo verkürzt die Wartezeit
Wir laben uns am weißen Taramosalata

Zu dem Fischrogenaufstrich gibt es eine Anekdote – ich habe mich in Deutschland an dem meist rosafarbenen Brei mal so überfressen, dass ich jahrelang keinen Taramosalata mehr ansehen konnte. Nur der Gedanke daran löste Brechreiz aus.

Es muss klar gesagt werden – die rosafarbene Industrieschmiere mit Fischaroma hat nichts, überhaupt nichts, mit einem echten Taramosalata zu tun. Besonders der weiße ist ein Gedicht mit einer völlig feineren und abweichenden Geschmacksnote – viel besser! I love it!

Karl und Rosi trudeln ein – wir bestellen und essen hervorragend. Auch der Service ist perfekt! Ein perfekter Abend also?

Nun, nicht ganz! Der schreiende und wichtigtuende Türke am Nachbartisch hatte sich zwar irgendwann beruhigt, vermutlich als seine weibliche Begleitung ihm körperliche Zuwendung auch ohne auffälliges Balzverhalten versprochen hatte – an der Flanke war alsbald Ruhe.

Auf der anderen Seite, leider in Luv, also in Windrichtung, hat sich ein Damentisch eingerichtet. Der Typ Frau, an denen nichts echt ist außer den Klunkern an Hals und Ohr. Zu dicke Lippen, zu pralle Boobies, zu lange Fingernägel…

Eine von ihnen packt eine lange und fette Zigarre aus und zündet diese ZUM ESSEN an. Sie pafft während sie futtert! Es hebt mich fast – alleine die Vorstellung, pfui Spinne!

Leider zieht der ganze Schmauch exakt zu mir und vergällt mir die Freude an meinen leckeren „Thalasso Linguine“, naja, manchmal hast Du eben kein Glück und oft kommt auch noch Pech dazu…

Die Lady mit der dicken Havanna zwischen den Schlauchbootlippen…
…verleiht meinen Linguine eine „Smoked Wood“ Note – nur Fußpilz ist schlimmer

Der Abend bekommt ein würdiges Ende, eines das zu ihm passt – ein lustig-kurioses gar.

Karl spricht, wie angekündigt, eine Einladung aus – sie soll im Namen seiner Frau und ihm für die Hilfe und Unterstützung beim Kauf von ALENA sein. Er wusste zu diesem Zeitpunkt aber schon, dass auch Werner mich gebeten hat, eine Einladung in seinem Namen auszusprechen – ich sollte später dran sein.

Der Erzschwabe Karl klappt die Rechnung auf und denkt kurz nach. Er erklärt den heutigen Tag kurzerhand zum Übergabetag und meint, „…dass Werner sich doch sicher freuen würde, die Einladung am Übergabetag zu übernehmen.“

Ich war kurz überrascht, fast perplex, aber ich kann Wortwechsel diesbezüglich nicht leiden – also nehme ich mein Telefon und bezahle die Rechnung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

Klar, 180.- mit Trinkgeld ist nicht McDonalds

Ich sehe es so, ALENA ist mit dem heutigen Tag final übergeben, ich schließe das Kapitel somit komplett ab. So schreibe ich es auch Werner in einer Mail. ALENA ist ein Part unserer Geschichte – ein würdiges Ende für einen Sommermonat.

Wie geht es weiter? Hier ein kurzer Ausblick…

Ich widme mich zunächst LIBERTÉ bis diese am 03.07. gekrant wird, dann werde ich abwechselnd an LIBERTÉ und ELOWYN arbeiten müssen – es gibt für beide Schiffe eine Projektliste.

Wir werden mit Gerald und Ulrike zum Essen gehen, mal sehen, was es da Neues gibt. Auch spannend dürfte sein, ob Giorgos seine eigene Zeitvorgabe einhalten kann und den Generator bis zum 03.07. einbaut.

An NESSAJA gibt es Kleinprojekte, werde ich Zeit finden?

Ganz wichtig – Sibylle hält es nicht aus ohne die Enkel. Sie wird Mitte des Monats nach Deutschland fliegen. Ich nehme zur Kenntnis, dass die Abstände kürzer werden – was sie natürlich leugnet 😉

Last not least – der Marinachef ist zurück am field, wir haben ihn heute mit seiner Familie im „Pirofani“ getroffen. Wir werden sprechen müssen und einen Zukunftsplan schmieden müssen…

All das und noch viel mehr dann im Blogbericht für den Juli 2024!

Vielen Dank für eure Geduld, eure Zeit und das überwältigend gute Feedback, welches ich von Zeit zu Zeit erhalte!

Gruß aus Hellas, Mario & Sibylle

Mai 2024 – Come as you are

„Was ziehe ich nur an…?“ Diese Frage hat uns Ende April beschäftigt. Diesmal war nicht nur meine Gattin Sibylle mit der Kleiderfrage konfrontiert, auch ich musste mir überlegen, welches Gewand der Taufe des jüngsten Enkelchens angemessen erscheint.

Ich frage während eines Telefonats meinen Sohn. Der Filius weiß um meinen dezimierten Kleiderschrank und um meine Abneigung gegen zwickenden Zwirn. Er antwortet – und das hat mich fast gerührt – „…ist doch egal, Hauptsache Du bist da – komm´ wie Du bist!“

COME AS YOU ARE! Da hatten wir sie, die Headline des Monats Mai! Der Song ist aus dem Jahr 1992 und gilt als die Hymne der Grunge Bewegung. Er gilt als ein Appell von Nirvana an die Gesellschaft, den Anderen so zu akzeptieren wie er ist. Dass er sich auch auf die Drogensucht von Curt Cobain bezieht, bleibt hier eine Randnotiz.

Ich soll also kommen wie ich bin – ok, damit wäre die Kleiderfrage, zumindest für mich, hinreichend beantwortet. Ich mache die Jeans und das Longsleeve, gepaart mit einem Sakko, salonfähig für den sakralen Akt.

Doch bis dahin sollten noch ein paar Tage vergehen…

Zunächst galt es, die von Eva an uns vergebene Katzenfürsorge zu erfüllen. Sibylle widmet sich dem Füttern der Kätzchen und sorgt dafür, dass die kranke Mieze ihre Tabletten bekommt.

Futter und Medizin für die armen Kreaturen

Später wird auch Sibylle die Pflegeaufgabe abtreten. Leider verstirbt das kleinste und anfälligste der Katzenbabys später – der Einsatz der Marinacommunity hat hier nicht gefruchtet.

Die SAGITTA mit Crew Mario und Eva an Bord, verweilt noch in der Südbucht von Leros. Wir wollen sie noch einmal besuchen und machen uns daher auf den Weg nach Xirokampos.

First row parking für die GS, die SAGITTA schon in Sicht

Wir schreiben die Freunde per WhatsApp an und schon kurze Zeit später holt uns Mario mit seinem Takacat ab. Das ist ein sehr spezielles Schlauchboot, einem Mini-Landungsboot mit flacher, offener Front ähnlich.

Der Alpenländler im Takacat

Wir Drei zwängen uns in das federleichte Gefährt, welches durch meinen Zustieg einen Belastungstest erfährt und balancieren uns aus. Wider Erwarten schafft es der Kapitän, uns pannen- und kenterungsfrei zum Mutterschiff zu manövrieren – dort steigen wir um und genießen ein Tässchen Kaffee nebst Kuchenbegleitung.

Noch einmal auf die SAGITTA

Jetzt aber! Final verabschieden wir uns von den österreichischen Freunden und fahren nach Lakki. Dort waren wir, aufgrund der knappen Zeit, auf einen schnellen Drink mit Heribert von der STARLIGHT III verabredet. Seine vorläufig letzte Stippvisite auf Leros war mit heißer Nadel gestrickt – wir freuen uns daher umso mehr, dass es noch für ein gemeinsames Bier reicht – er wisse noch nicht wie lange er bleibt und ob wir uns nach unserer Rückkehr noch einmal sehen würden. Na dann Prost mein Freund!

Das „La Palma“ serviert Meze zum Bier – gerne genommen

Dann heißt es packen und unsere Abreise vorbereiten – morgen geht es für uns „auf nach good ol´ Germany“!

Die Zeit hat etwas gedrängt, denn auch für unseren letzten Abend hatten wir schon eine Verabredung. Da das „SouVLakki“ geschlossen war, haben wir mit Roland und Mireille vereinbart, dass wir uns noch einmal im „Kroupia“ zusammensetzen. Während wir nach Deutschland reisen, wollen die beiden mit ihrer SUNNY SIDE UP die Nördlichen Sporaden erkunden – wir würden uns erst im August wieder sehen.

Das traf sich insofern gut, weil Sibylle ohnehin noch einmal in der Boutique in Agia Marina nach einer Hose für ihre Tochter sehen wollte. Wir packten also unsere Siebensachen fertig und fuhren dann, etwas verfrüht, in den Ort auf der anderen Inselseite.

Sibylle stöbert nach der gewünschten Buxe, wird aber nicht fündig
Eine kräftige Brise steht, das Meer in der Bucht ist kabbelig
Früher war das „Kroupia“ unsere No.1 der Grill-Tavernen – heute hat das „SouVLakki“ den Rang abgelaufen

Wir sitzen zusammen und palavern noch ein bisschen mit den schweizer-französischen Freunden. Wir tauschen Pläne aus und erzählen unsere Geschichten.

Spät abends trennen sich unsere Wege und Sibylle und ich fahren zurück in die Marina. Wir parkieren noch unsere Feuerstühle an einem geeigneten Platz und verpacken die GS – dann ist das Tagwerk geschafft! Wir sind gut vorbereitet, morgen früh geht es los…

Die Motos stehen sicher und sind nicht im Weg

Der Morgen der Abreise bricht an. Es geht diesmal entspannt von statten, denn am Vortag war ein Generalstreik in Griechenland. Die Fähre würde ankommen, aber nicht wie geplant am frühen Morgen, sondern erst am späten Vormittag.

Das ficht uns aber nicht an, unser Flug würde diesmal erst abends in Kos abgehen. Glück gehabt.

Am Morgen gehen wir dennoch relativ zeitig Richtung Fährhafen – wir wollen nichts falsch machen…

Auf Wiedersehen NESSAJA – auf bald
Die Nachbarn schlafen noch, wir gehen leise von dannen

Am Fährhafen erhalten wir die Info, dass unsere Fähre noch später eintreffen würde als erwartet. Zurück zum Boot macht keinen Sinn, also warten wir die zwei Stunden vor Ort und beobachten die Szenerie und die Menschen.

Ich fand, dass das Bild auf dem ein deutsches Frontex Boot unter dem „Hot-Spot“ der griechischen Insel vorbeifährt, eines ist, welches die Zeit sehr gut beschreibt – surreal und doch so normal.

Die UCKERMARK passiert den Hot-Spot am Berghang

Wir beobachten die Menschen und das emsige Treiben. Auf diese Art hatten wir Kurzweil und die Wartezeit auf die Fähre kam uns nicht so lange vor. Dann endlich näherte sich der stählerne Riese…

Diesmal mit der BLUESTAR I nach Kos
Emsiges Treiben – ein Be- und Entladen! Wir steigen zu

Die Fahrt von Leros nach Kos ist nur von kurzer Dauer. Bereits nach rund zwei Stunden hieß es „Passengers for Kos, prepare yourself for disembarking“ – wir packten unsere Siebensachen und verließen, wie soviele andere, den blauen Zubringer.

Habe ich erwähnt, dass dieser Tage das orthodoxe Osterfest gefeiert wurde? Nein? Dann hole ich dies hiermit nach! Das erklärt nämlich auch, warum viele Fahrgäste mit halben Tieren reisten. Das ist kein Witz sondern wörtlich zu nehmen…

Mutti macht Salat – sein Grillgut bringt jeder selber mit ;-0

Ich liebe das Fährefahren in Griechenland – hatte ich das schonmal erzählt?

Ok, wir waren auf Kos und würden planmäßig recht spät in München ankommen. Was liegt also näher, als sich auf der Insel des Hippokrates noch einmal ausgiebig zu stärken? Gottfried und Gabi von der HARMONY empfehlen uns eine Taverne die wir nicht kennen, „Mamas Kitchen“ oder so…

Gefunden! Ich sende das Bild an Gottfried
Ok, es heißt „Mom´s Kitchen“ – das kann passieren
Wir essen einfach, günstig und lecker

Ich sende Gottfried das Bild und bedanke mich höflich für den guten Tip. Der Freund meldet sich umgehend zurück und meint, dass dies aber „…nicht unser Mamas Kitchen sei!“ Egal, gut war´s trotzdem – aber wo hat sich der Fehler eingeschlichen?

Bei der Google Suche zeigt sich, dass es an dem von Gabi beschriebenen Ort eine Taverne mit dem Namen „Mummy´s Cooking“ gibt – ok, knapp daneben ist auch vorbei. Nächstes Mal wieder zu „Ali“, da kann beim Namen wenig schief gehen!

Unsere Zeit erlaubt es, dass wir mit dem öffentlichen Bus zum Flughafen fahren. Das kostet für uns beide 7,60€ statt der Taxifahrt für schlanke 40.-€. Auf dem Weg dorthin schlendern wir an einem Szene-Bekleidungsladen vorbei – ich überlege ob ich mir eines der Shirts kaufen soll. Ihr ahnt welches…

Soll ich???

Sibylle und die Größenbevorratung des Ladenbesitzers verhindern meine Absicht. Ich bedauere dies, vergesse den geplatzten Kauf aber rasch. Wenig später besteigen Sibylle und ich den Bus, meine geübte Dränglerin sichert einen guten Platz, ich verstaue unser Reisegepäck im Schlund des Transportmittels.

Eine Stunde Busfahrt bis zum Flughafen

Wir kommen rechtzeitig am Flughafen an. Das deutsche „rechtzeitig“ bedeutet in Griechenland „viel zu früh“. Dummerweise addiert sich zu der ohnehin langen Wartezeit auch noch eine Flugverspätung! Es gilt, sich abermals zwei Stunden um die Ohren zu schlagen.

Der Flug verspätet sich um 30 Minuten

Eine weitere Herausforderung war, die nun auf rund drei Stunden angewachsene Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Sibylle ergattert wieder einen sehr kommoden Sitzplatz am Rand der wartenden Menge. Wir haben ein kleines Zweierbänkchen mit Steckdose. Das passt, so können wir ein bisschen in den Sozialen Medien herumsehen, ohne unseren Akku zu leeren.

Sibylle liest – keiner plaudert mit mir. Mir ist langweilig!

Dann endlich war es so weit. Condor bittet zum Einsteigen und wir hatten einen Platz, an dem man zu Fuß zum Flieger läuft – stellt euch das mal in München vor!

Der Flug selbst war schön und unspektakulär – wir flogen in einen wunderschönen Sonnenuntergang und kamen die berechneten zweieinhalb Stunden später am Franz-Josef-Strauß Airport an.

Boarding – endlich…
Die paar Meter geht es zu Fuß zum Flieger
Sunset – hoch über den Wolken

Sehr lustig fanden wir, dass uns die Stewardess erklärte, dass dies der erste Flieger der Condor nach Kos war und wir uns somit auf dem ersten Rückflug befänden. Dies hatte zur Folge, dass nur rund 20 Fluggäste an Bord waren. Die Notausgangsplätze wurden uns angeboten wie Sauerbier und Sibylle UND ich griffen zu – ich saß also HINTER meiner Frau, auf meinem Emergency-Seat, in meiner eigenen Reihe! Sehr kommod…

Der Flugkapitän, ein Spaßvogel, begrüßte uns zu unserem „private flight“

Trotz der Verspätung landeten wir fast pünktlich im Erdinger Moos. Schwiegersohn Mikey holte uns vom Flughafen ab, denn es war geplant, dass wir die ersten beiden Nächte bei Sibylles Tochter Franziska und ihrer Familie verbringen würden.

Ein kurzes „Hallo“, eine halbe Stunde beisammensitzen und ein bayrisches Bier als Absacker – dann hieß es ab ins Bett, ab morgen beginnt ein straffer Zeitplan!

Am Folgetag wache ich, nach fast einem Jahr Abwesenheit, in Deutschland auf. In einem Haus, welches ich noch nicht kenne, denn Franziska war in der Zwischenzeit umgezogen – schön ist es hier…

Eine nette Doppelhaushälfte für die kleine Familie

Die drei sind aus Münchens Stadtmitte hinaus auf´s Land gezogen, in den Landkreis Erding, nur unweit vom Flughafen! Das hat auch für uns vielerlei positive Nebenwirkungen – erstens werden wir wohl meist die erste und letzte Nacht unserer Besuche bei Franzi und Mikey verbringen, so wird das Gute zum Nützlichen.

Zweitens ist ab jetzt klar, wo unser japanisches „Deutschlandauto“ seine Base haben soll. Nichts liegt näher, als den Civic in seinen Heimatlandkreis zurück zu bringen und ihn hier zu stationieren.

Unser Civic wohnt jetzt in Erding

Sibylle holt Semmeln für alle und wir frühstücken erstmal zusammen, herrlich! Semmeln und Brezen sind etwas, was ich in Hellas schmerzlich vermisse.

SO muss ein Brotkorb aussehen
RAUCH makes your day happy – weiß Sibylle schon lange 😉

Bei dieser Gelegenheit lerne ich die kleine Heidi kennen. Es zeigt sich rasch – das kleine Gör und ich haben uns lieb. Wir freunden uns an und ich bin stolz auf Enkelchen No.5, die süße Maus.

Du darfst Opa zu mir sagen

Was dann folgt, ist die Abarbeitung einer „To-Do“ Liste für Deutschland. Sibylle muss zum Arzt und zur Apotheke, darüber hinaus hat sie einen Termin beim Sanitäts-Fachgeschäft.

Ich dagegen brauche ein paar Sachen vom Drogeriemarkt und aus dem Schreibwarengeschäft. Dann ist es Zeit für Kaffee und Kuchen.

Am Nachmittag gehen wir einkaufen, denn für den Abend ist ein Griller anberaumt. Mikeys Eltern kommen dazu, wir haben viel zu besprechen, denn bereits im Juni werden wir uns mit ihnen auf Kreta zum Urlaub treffen.

Grillwurst, Käsekrainer – was für ein Gaumenschmaus!

Als Dessert gönnen wir uns etwas flüssiges – dies unter dem Motto „Hellas meets Bavaria“. Der Abend war herrlich! Spät gingen wir ins Bett und schliefen sofort ein. Das war gut so, denn morgen nach dem Frühstück schon geht es weiter Richtung Bodensee.

Plomari meets Lantenhammer

Meine Tochter Nina wohnt mit ihrer Familie am größten deutschen See. Sie erwartet im August ein Baby und ich wollte es auf keinen Fall versäumen, Sie und das ungeborene Enkelchen No.7 in den Arm zu nehmen. Ich habe mich auf die zwei Enkeltöchter gefreut, auch wir haben uns lange nicht gesehen.

Der Weg dorthin war mühselig für uns. Wir sind das Autofahren auf deutschen Autobahnen und die Verkehrsdichte hierzulande nicht mehr gewohnt – der alltägliche Wahnsinn.

Wir waren froh, als wir die Autobahn endlich verlassen durften. Auf unserem Weg fuhren wir direkt an Baindt vorbei – witzig – dorthin müssen wir als Nächstes, doch gemach, gemach, zuerst eine Pause, dann der Besuch bei der Familie…

Ok, dann wissen wir schonmal wo das ist
Wir machen Pause in einer Bäckerrei mit angeschlossenem Café
Sehr geschackvoll und intelligent eingerichtet und designed

Die Kilometer, die uns jetzt noch zu unserem Tagesziel fehlen, reiten wir auf einer Arschbacke ab. Gegen 14.00 Uhr sind wir am „Affenberg“ nahe Salem. Wir haben uns diese Attraktion als Tagesausflug für die Mädchen ausgesucht. Zum Glück war uns das Wetter hold, nicht selbstverständlich Anfang Mai in Deutschland!

Wir parken den Wagen und warten auf meine Tochter, die kommt wenig später.

Angekommen in Baden-Württemberg
Die Häuser der Anlage um den Affenberg sind auch ein Storchenparadies
Ich bin gespannt – hier war ich noch nie

Sowohl Sibylle als auch meine Tochter nebst ihrer zwei Mädchen, kennen die Freizeitanlage bei Salem. Da sich aber in den vergangenen Jahren viel geändert haben dürfte und auch Ronja und Helena herangewachsen sind, waren wir alle gespannt was es zu sehen geben würde.

Wir sahen uns den Infofilm an und wagten uns in das Gehege…

Der Infofilm war sehr kindgerecht – alles sehr nett aufgearbeitet
Die Affen waren hinter Absperrungen, die konnten sie aber leicht überwinden…
…was sie auch mit Freude machten

Die Primaten waren überall! Es war herrlich anzusehen, wie sich diese so menschlichen Kreaturen in ihrem sozialen Umfeld verhalten. Wir konnten beobachten und hatten auch die Gelegenheit bei einer Fütterung zuzusehen.

Es hat richtig Spaß gemacht – den Kleinen und den Großen 😉

Mittendrin statt nur dabei
Die Äffchen turnen durch die Baumkronen
Gespanntes Warten auf die Fütterung
Unterwegs mit Ronja, der Ältesten unserer Enkelkinder
So´n Opa ist was Feines!

Nach dem „großen Fressen“ setzen wir unseren Rundgang fort. Wir erhaschen noch den ein oder anderen lustigen Aus- und Einblick in das Affenleben hier in Salem, bevor wir den Affenbereich verlassen und den Rundgang durch die Parkanlage fortsetzen.

Wer beobachtet wen???
Nach dem Essen sollst Du ruh´n

Auch außerhalb des Affenbereiches gibt es viel zu sehen. Ich habe die Störche schon erwähnt, darüber hinaus gibt es Hirsche und Rehe sowie allerlei Getier, welches kreucht und fleucht.

Zusätzlich sind überall Spielplätze oder Erlebnisstationen aufgebaut. So wird der Besuch der Anlage recht kurzweilig und der scheinbar hohe Eintrittspreis relativiert sich.

Die Tiere zeigen keine Scheu
Sibylle muss mit ran – es galt, den Hindernisspfad zu meistern
Natürlich traf es auch mich – ich hinterfragte heimlich die Belastbarkeit von Holzbalken

An einer Erlebnisstation konnte man durch vorinstallierte „Fernrohre“ blicken. Auf Tafeln wurde beschrieben, was man im Visier hatte und gezeigt bekam. An einem dieser Fernrohre stand, dass man nun „eine ganz tolle Überraschung“ zu sehen bekäme – und ich vermute ihr ahnt es schon…

Am Ende des „Fernrohres“ war ein Spiegel verbaut

Bevor wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen würden, galt es noch den Papa der Mädchen abzuholen. Mein Schwiegersohn restauriert sehr alte Möbelantiquitäten und vertreibt diese weltweit ab Bauernhof.

Wir holen Alex direkt von der Arbeit
Wir nutzen die Gelegenheit und bestaunen die seltenen Stücke

Danach ziehen wir weiter nach Pfullendorf zum dortigen „Barfüsser“, eine Gaststättenkette, welche ich seit meiner Zeit in Reutlingen sehr mag. Wir gönnen uns ein gutes Bier aus der Hausbrauerei und dazu gepflegte Hausmannskost.

„Barfüsser“ Pfullendorf – schön, aber nicht so einladend wie der in Reutlingen
A dunkle Hoibe – lange vermisst! Da geht noch eine…
Kässpätzle mit Salat für Sibylle…
Kässpätzle mit Schnitzelbeilage für mich 😉

Nach dem Essen werden die Mädchen knatschig, sie sind müde. Wir verabschieden uns und vereinbaren, dass wir uns morgen nach dem Frühstück noch auf einen Kaffee sehen würden.

Unser Hotel war nur um die Ecke, auch Sibylle und ich waren erschöpft und gingen früh ins Bett – nicht jedoch, ohne noch einmal auf unserem Schiff, unserer NESSAJA, nach dem Rechten zu sehen. Das geht heute auch im nautischen Bereich smart und per Telefon. Es scheint alles in Ordnung zu sein…

Sieht alles gut aus

Am nächsten Morgen frühstücken wir im Hotel. Es regnet! Das Wetter war generell nicht sehr prickelnd während unseres Besuches. Es war meist kalt, immer wieder hatten wir Regen. Trotzdem war uns das Glück hold, denn immer wenn es darauf ankam, blieb es zumindest trocken. Manchmal hatten wir auch sonnige Stunden – Aprilwetter im Mai!

Das Früstück selbst schien ein wenig schmal auszufallen. Wir waren die einzigen Frühstücksgäste…

Unser „Private Buffet“

…dann aber kam die Chefin höchstpersönlich um die Ecke, sie offerierte Eierspezialitäten welche sie gleich selbst brut, es wurde eine Etagiere mit Köstlichkeiten aufgefahren. Excellent!!!

Es fehlte an nichts

Derart gestärkt konnte der Tag beginnen. Wir besuchten Nina und Familie noch einmal in deren Haus, die Kleinste wollte mir noch zeigen wie sie mit ihrem Kettcar herumsausen kann. Geduldig betrachtete ich die rasende Runde im strömenden Regen. Nachdem Sibylle und ich auch das Spieleparadies der beiden Mädchen bewundert hatten, nachdem wir noch eine Tasse Kaffee mit den Eltern getrunken haben, hieß es Abschied nehmen. Geplantes Wiedersehen – August 2025…

Wir setzen unsere Fahrt fort – es ging in die rund 50km entfernte und bereits zuvor erwähnte Ortschaft Baindt. Dort wohnt ein, dem geneigten Blogleser bekannter, Freund aus dem Leros Marina Dunstkreis – Werner, der Kapitän der ALENA! Oder besser – der Ex-Kapitän!

Freundlich begrüßt uns der Seebär

Wir haben uns verabredet, weil ich ALENA ja für ihn verkauft habe. Es galt, ein paar Papiere zu überbringen und ein paar letzte Details zur Übergabeabwicklung zu besprechen.

Wir wurden sehr herzlich empfangen und aufwendig bewirtet…

Kaffe und Kuchen, danach ein Nachmittagsbier
Ok, ein Kleines zum Anstoßen – ich muss noch fahren

Zum Abschied überreicht Werner ein Geschenk, ein besonderes Dankeschön, über das ich mich sehr freue. Er ist übrigens der Einzige, der von sich sagen kann, mir ein T-Shirt geschenkt zu haben, welches eher eine Nummer zu groß war 😉

Ich werde es in Ehren halten

Wir verabschieden uns, für uns geht es weiter nach Karlsruhe, um Sibylles Geschwister zu besuchen. Mich treiben die Gedanken um – natürlich werden Werner und ich in Kontakt bleiben, aber werden wir uns wiedersehen? Wir haben es uns fest vorgenommen, aber es wird nicht mehr automatisch passieren, wir müssen es forcieren, um zu verhindern, dass dies ein Abschied für immer war.

Pünktlich zum Abendessen treffen wir bei Sibylles Bruder ein. Wir dinieren gemeinsam und haben viel zu erzählen, bevor Sibylle und ich todmüde ins Bett sacken.

Am nächsten Morgen wachen wir in meiner Wohnung auf…

Schlafzimmer unter dem Giebel

Klingt komisch, ist aber so! Ich habe eine Wohnung im Haus von Sibylles Bruder. Diese hat er als Büroräume angemietet und lässt uns während unserer Besuche dort schlafen. Wir sind hier um ein paar Modalitäten diesbezüglich zu besprechen, dies bekommen wir schnell und familiär hin.

Ich sehe mich um – es gefällt mir hier. Ob ich dieses Objekt einmal verkaufe oder ob ich nicht versuchen sollte die Wohnung zu halten? Mal sehen was die Zukunft bringt.

Schön eigentlich – die Gauben nebst Giebel sind meins
Unverbaubarer Ortsrand (Wasserschutz) und ein Badeweiher gleich in der Nähe

Während ich noch in meinen Gedanken schwelge, holt mich Sibylle zurück in die Realität – „…auf jetzt! Wir wollen nach Spessart!“

Sie mahnt zum Aufbruch, weil wir mit ihrer Nichte in deren neuen Augenoptikergeschäft verabredet sind. Steffi hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – den wollen wir gebührend würdigen und sie in den neuen Geschäftsräumen besuchen.

Die „Brillen Heimat“ von Stefanie Gielen
Ich persönlich gratuliere zum Meisterbrief – sehr löblich!

Ich erfahre bei dieser Gelegenheit, dass es den Titel „Bachelor Professional“ gibt! Wikipedia mein dazu…

„…Gleichwertigkeit mit den akademischen Graden sowie die Praxisnähe zum Ausdruck bringen. Ausschließlich für die Absolventinnen und Absolventen einer Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk wurde durch § 51 Absatz 2 HWO eine allgemeine Rückwirkung für bereits erfolgreich absolvierte Meisterprüfungen eingeführt. Die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional in …“ darf auch von Personen, die ihre Meisterprüfung vor dem 1. Januar 2020 abgeschlossen haben, geführt werden. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) is wahlweise ein Tragen des alten Meisterabschlusses oder des neuen Bachelor Professional möglich.“

Gefällt mir! Mario Rauch – Bachelor Professional in Bootsbastelei

Wir genießen den Besuch bei Steffi und schauen uns neugierig um.

Ein Auswahl an Brillen und Sonnenbrillen…
…I make you an offer, you can´t refuse

Während ich noch überlege ob ich einen Kaufumsatz tätige, fährt mir Sibylle durch die Parade – „…denk nicht im Traum dran!“ höre ich sie sagen. Wie gemein!

Pssst jetzt, wir müssen uns benehmen. Erste Kundschaft verlangt nach der Optikermeisterin.

Eine Brille und erste Geldscheine wechseln den Besitzer

Ich ziehe meinen Hut, Sibylle und ich wünschen beste Geschäfte! Ich liebe Handwerk, es hat bekanntlich goldenen Boden.

Ein Buch liegt aus – ein tolles Werk
Moderne Gerätschaften überall
Wir genießen den Kaffee, den die Neu-Unternehmerin uns spendiert

Danach geht es zurück zu Sibylles Bruder. Leider gießt es wieder wie aus Kübeln, die Fahrt macht keinen Spaß.

Grau – Kalt – Nass

Sibylle muss „noch schnell“ in eine Apotheke, trifft dort aber eine frühere Ausbildungskollegin. Die zwei Frauen fallen sofort in „weißt Du noch“ Themen und ich wurde auf´s Wartegleis gestellt.

Da stand ich nun und mir war fad. Ich vertrieb mir die Langeweile und sah mich um – sieh nur, eine Waage! Ich betrat den fiesen Gewichtsmesser – nicht ahnend, dass dieser offensichtlich entweder manipuliert war oder es wurde eine Folge der versteckten Kamera gedreht…

Ok, ich war bekleidet – mit einer Bleiweste

Bilder aus meiner Jugendzeit kamen mir in den Sinn…

Ich beruhige mich – spreche mir selbst Trost zu. Es muss eine Erklärung geben! Zum Glück gibt es heute Abend Spargel statt Grillwurst!

Ja, richtig gehört! Sibylle träumt seit unserer Landung von „Spargel satt“ und Schwägerin Martina wird ihr diesen Wunsch erfüllen. Was zunächst nicht so ganz klar war, der Spargel würde in Pfannkuchen eingewickelt werden und mit allerlei „Leckereien“ garniert werden. Das freut mich! Gleichzeitig stelle ich für mich fest, dass die Waage sicherlich einen technischen Defekt hatte.

Ich brate die Pfannkuchen, das kann ich! Martina macht Spargel und Soßen, Heiko und Sibylle decken den Tisch…

Alles da – verschiedene Spargelbausätze lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen
Das Basismaterial und Namensgeber…
…wird eingewickelt in leckere Köstlichkeiten

Ein schöner Besuch in Karlsruhe neigt sich dem Ende entgegen. Wir werden am nächsten Morgen nach dem Frühstück aufbrechen.

Gesagt, getan – wir spulen die Kilometer in unserem schwachbrüstigen aber treuen Civic ab und erreichen bald den Stadtrand von München. Wir kommen dabei direkt bei meinem Herrenausstatter vorbei und weil wir dies im Vorfeld auch so geplant hatten, habe ich mich dort neu eingekleidet.

Die Couturiere des Labels „engelbert & strauss“ haben alles was mich kleidet und was ich benötige. Ich wähle die Stücke die mich bezaubern und kleide mich von Scheitel bis Sohle neu ein. Sehr zu meinem Leidwesen muss ich ein paar Banknoten aus meinem Börserl hergeben, bevor ich die begehrten Pretiosen in Besitz nehmen darf – zum Dank schenkt mir das Modehaus noch eine klassische Kopfbedeckung!

Glücklich fahren wir weiter – es gilt die Knaben Otto und Benno von der Kita bzw. dem Kindergarten abzuholen.

Ich bin zufrieden

Auf dem weiteren Weg passieren wir Aschheim, die Partnerstadt von Leros. Hier habe ich vor Jahren einmal gewohnt. Ob das Zufall oder Schicksal ist???

Aschheim – es sind oft Delegationen bei uns auf der Insel

Sibylle kauft noch Kuchen, den würden wir zusammen mit Schwiegertochter Sonja und den Bengeln verzehren. Sie fragt mich zuckersüß – „…was für einen Kuchen willst Du?“

Ich antworte wie in Trance und von fremden Mächten gesteuert – „LEBERKÄSSEMMEL“

Ich kann nichts dafür – ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften

Wir schnappen die Zwerge an ihren frühkindlichen Bildungsstätten auf und bringen sie nach Hause. Etwas später trifft die Mama ein und wir begrüßen uns alle herzlich! Gleich nach Kaffee und Kuchen ruft die großelterliche Pflicht und wir werden zu einer Runde „Das verrückte Labyrinth“ verpflichtet.

Gesellschaftsspiele spielen Sibylle und ich NUR und ausnahmslos NUR für die Enkel

Das Spiel zog sich! Es war schwierig für uns Spielebanausen, mit dem Sechsjährigen mitzuhalten. Während in mir der Ehrgeiz erwachte, sackte mein Weib in sich zusammen und machte einen Zug, beabsichtigt oder nicht, der den Knilch zum Gesamtsieger machte.

Wie ärgerlich! Ich habe gegen den Knirps verloren, der aufgrund seiner stolzgeschwellten Brust nun meine T-Shirts hätte tragen können – so nicht! Revanche!

Ein andermal – Sohn Florian kommt nach Hause, es ist Zeit für das Abendessen. Es gibt, wie bestellt, bayrische Brotzeit. Sibylle und ich schließen somit eine kulinarische Lücke.

Mehr brauche ich an diesem Abend nicht – und hätte gegen nichts getauscht

Danach verabschieden wir uns für heute. Wenn Sibylle und ich zusammen in Deutschland sind, schlafen wir nicht bei ihrem Sohn in Miesbach. Für sechs Personen wird unser altes Haus einfach zu eng.

Wir ziehen dann weiter ins „Haus Seegarten“, der Pension meines Freundes René, welche direkt am Schlierseeufer gelegen ist. René und Rita sind gerade in Urlaub und haben den Schlüssel bei Florian hinterlegt.

Wir fahren nach Schliersee und checken ein, beziehen unser Zimmer und fallen erschöpft ins Bett. Zum ersten Mal seit fast einem Jahr schaue ich Fernsehen und höre deutsche Nachrichten. Nach einer halben Stunde reicht es mir mit den Hiobsbotschaften – wir schlafen ein.

Am nächsten Morgen richte ich mir einen „Arbeitsplatz“ ein,,,

Ich erledige die Post und sortiere die Bilder
Der Blick aus dem Frühstücksraum ist ein Traum – das Wetter eher das Gegenteil

Während ich sitze und mich den administrativen Aufgaben widme, erreicht mich eine Botschaft aus Griechenland. Die WhatsApp Nachricht kommt von Ralf und Ina, der Crew der CHILI.

Ich hatte vor unserer Abfahrt so ziemlich alle Freunde gebeten, bei einem etwaigen Besuch der Emborio Bucht auf Kalymnos zwei Schwämme bei Tavernenwirt Kostas abzuholen.

Nicht irgendwelche Schwämme, nein, die Schwämme, die Karl und Rosi auf ihrer Probefahrt mit ALENA gekauft hatten – quasi als Glücksbringer. Leider bleiben die Schwämme liegen und ich hatte mich angeboten dafür zu sorgen, dass wir sie bekommen – heute war es soweit.

Original Naturschwämme aus Kalymnos – als Glücksbringer für ALENA

Meine „Kopfgeldjäger“ melden Vollzug und erzählen beiläufig, dass sie mit dem Radl in Emborio sind – der Rückweg nach Pothia führt einmal quer über die Insel! Mit einem Schwamm am Lenker.

Ich bitte um Entschuldigung für diese Mühe – die Beiden sind sich einig „Schwamm drüber“ 😉

Sponge-Bob war gestern – es leben Sponge-Ralf und Sponge-Ina

Für uns brachte der weitere Verlauf des Tages ein weiteres Highlight – wir treffen den jüngsten Enkel Anton nebst seinen Eltern. Ich freue mich darauf den Kleinen kennen zu lernen und auch darauf, meinen Sohn Stefan und seine Amelie nach so langer Zeit wieder in den Arm zu nehmen.

Mein Junior geht inzwischen voll in seiner väterlichen Rolle auf…

Derart gewappnet kann nichts mehr passieren

Wir hatten uns zu einem Spaziergang am Spitzingsee verabredet. Wenn es das Wetter erlaubt, wollen wir zur Albert-Link-Hütte gehen. Dies nicht ohne Eigennutz, denn dort gibt es den besten Kaiserschmarrn weit und breit.

Der Wettergott war gnädig. Er ließ uns trocken marschieren. Bei allen anderen Kriterien waren wir kompromissbereit.

Der Zwack wird aus der Familienkutsche geladen und in seinen Privatbuggy gepackt
Wir laufen los – noch schläft der Zwerg
Deutscher Sommer – der Spitzingsee im Trauergewand
Aufgrund des Wetters wählen wir den asphaltierten Weg

Wir quatschen viel, haben uns viel zu erzählen. Es gibt diese Momente, während derer ich denke, dass ich auch viel aufgebe für mein Lebensmodell. Auch ich vermisse die Kinder und Kindeskinder an manchen Tagen – aber ich weiß auch, dass sie ihr eigenes Leben führen und dass sie, im Falle wir würden in der Gegend wohnen, unser Ansinnen auf regelmäßige Treffen auch mal abweisen würden.

Da muss ich wohl durch – ich habe es mir so ausgesucht. Zwischendrin wacht der Kleine auf und mustert mich so gut er es halt kann. Ich stelle mich ihm als der Opa vor. Wir freunden uns an und er weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, dass das Schicksal ihn vermutlich auch einmal nach Hellas führen wird.

Während ich sinniere, erreichen wir die DAV Hütte…

VATERTAG! Im Innenraum alles voll…
Ok, wir uns auch – aber wo sollen wir sitzen?

Wir finden einen recht guten Platz auf der windgeschützten Terrasse der Hütte. Da es keinen Niederschlag gibt und der Windschutz für gerade noch akzeptable Temperaturen sorgt, beschließen wir zu bleiben und widmen uns der Auswahl der Speisenfolge – erst was Herzhaftes teilen, dann natürlich einen Kaiserschmarrn, ebenfalls teilen.

Die Wahl in der Kategorie „Herzhaft“ fällt auf „Schweizer Wurstsalat“…
…die in der Kategorie „Kaiserschmarrn“ auf den karamellisierten mit Rosinen und Zwetschgenröster

Wir wandern zurück zum Auto und fahren gemeinsam in unsere Herberge. Hier habe ich Gelegenheit, die noch frische Freundschaft mit Klein-Anton zu vertiefen. Ich schließe den kleinen, knuffigen Kerl in mein Herz.

Anton & Opa – das ist was

Die junge Familie verabschiedet sich bald, der Kleine quengelt und muss schlafen, man führe jetzt nach Hause. Das war für uns mehr als ok, wir sehen uns ja morgen noch einmal. Die Zeit, welche durch die Abfahrt der Jugend frei wurde, nutzen wir für einen Abstecher an den Tegernsee. Dort weilten bereits Franziska mit Familie und Schwiegereltern aufgrund einer, von uns losgelösten, Familienfeier.

Man sei frühzeitig angereist, ob wir nicht zusammen im „Maximilian“ essen wollten? Natürlich und ob wir wollen!

Nader und ich gönnen uns ein Dunkles
Krustenschweinsi – stand noch auf der „Offene Punkte“ Liste

Nachdem der Hunger der Erwachsenen gestillt war – wir hatten hervorragend gegessen – musste noch Baby Heidi gefüttert werden. In einem Anflug von Übermut schritten Sibylle und ich zur Tat!

Sibylle hält sie fest, ich füttere – so oder ähnlich lautete unser Plan 😉

Gut gezielt – wo landet das Flugzeug? Brrrrrrr

Am nächsten Morgen überschlagen sich die Ereignisse. Der Wettergott hat ein Einsehen, endlich und gerade zur rechten Zeit – zudem sind René und Rita vorzeitig aus dem Urlaub zurück gekommen.

Der Bulli der Beiden hatte einen Motorschaden und da das Ziel der Reise, das Bullitreffen im Schwarzwald, nicht mehr erreichbar schien, haben die Freunde beschlossen, mit dem ADAC Leihwagen die verfrühte Rückreise anzutreten.

Blick aus unserem Zimmer – guten Morgen Sonnenschein
Wir frühstücken zusammen – großes Wiedersehen

Schwierige Situation – des Einen Freud, des Anderen Leid! Die Freunde beklagen das abrupte Ende des Urlaubs und den Schaden am geliebten Oldtimer – wir dagegen freuen uns, dass die Beiden früher zurück sind und wir mehr Zeit für gemeinsame Momente haben.

Es wird sich einpendeln…

Sohn Stefan kommt noch einmal mit Familie an den Schliersee. Wir beschließen, den Tag ähnlich zu verbringen wie den davor – nur sollte diesmal das „Milchhäusl“ am anderen Ende des Schliersees unser Ziel sein. Dieses Etablissement ist bekannt für seine Germknödel, dafür müssen oder wollen wir den Schliersee umrunden.

Ziel erreicht – der Mühe Lohn

Am Rückweg kippt der kleine Anton weg. Irgendwas drückt ihn und auch sein neuer Freund OPA kann nicht helfen.

Der Knabe teilt seinen Unmut lautstark mit

Zurück im „Haus Seegarten“ müssen Stefan und Amelie gleich weiter. Es gilt, Amelies Oma am Chiemsee abzuholen, denn morgen schon steht Antons Taufe an.

Sibylle fährt für diesen Abend an den Tegernsee um für Franziska Baby Heidi zu sitten, ich verbringe den Abend mit Rita und René, ein schöner Abend mit vielen alten und neuen Geschichten.

Am nächsten Morgen kommen Franziska und Mikey mit der kleinen Prinzessin an den Schliersee. Die Heimfahrt vom Tegernsee nach Erding und dann wieder zurück lohnt nicht. Wir verbringen den Vormittag zusammen und machen uns dann fertig, um mittags Richtung Florian aufzubrechen. Zusammen fahren wir weiter an den Münchener Stadtrand – denn heute ist Antons großer Tag…

Der eigentliche Grund für unsere Anreise im Mai
Die Kirche in Oberhaching ist ein Bau aus den 70ern, von außen eher schlicht…
Hier trifft sich der engere Familienkreis
Die stolzen Jungväter

Das Procedere beginnt pünktlich. Der Pfarrer holt uns gesammelt ab, der Taufakt beginnt VOR der Kirche um die eigentliche Taufpredigt etwas aufzulockern – das gelingt durchaus gut…

Sibylle und ich kümmern uns um Benno
Der Papa bringt den Täufling in die Kirche

Die kirchliche Taufe war feierlich, ich stand der Feier eher neutral gegenüber. Nach etwa 45 Minuten war die Taufe vollzogen, die Gesellschaft verließ das Gotteshaus und verabredete sich zum weltlichen Teil der Feier – dieser fand im Biergarten vom „Roiderer“ statt!

Der Zufall wollte es, dass es an diesem Tag noch etwas zu feiern gab – den siebten Hochzeitstag von Sibylle und mir. Grund genug, darauf mit einem Gläschen Prosecco anzustoßen.

Die Feier während der Feier

Wir haben gut gegessen und die jungen Leute hatten Spaß. Die Kinder tobten am Spielplatz. Ein gelungener Tag fand einen gelungenen Ausklang. Wir verabschieden uns von Stefan, Amelie und Anton – es macht ein wenig traurig, auch wir werden uns erst in einigen Monaten wieder sehen.

Auch für mich, als bekennender Feier-Grinch, war es ein durchaus schöner Tag, wenn sich auch auf der Heimfahrt Entspannung breit machte. Die Stimmung war etwas melancholisch…

Sibylle bestimmt – „…Abendessen fällt heute aus!“ Ok, dann trink ich halt meinen Teil des geraubten Abendessens, dies zusammen mit René und Rita, mit denen wir nochmals auf unseren Hochzeitstag anstießen.

Auf die nächsten sieben Jahre

Für den Folgetag fordert Sibylle „Quality Time“ mit ihren Enkelsöhnen ein. Das kann man möglich machen! Abermals haben wir Wetterglück, also fädeln wir eine Bootsfahrt auf dem Schliersee ein.

Schwer bewaffnet mit Wasserkanonen ziehen wir in die Seeschlacht…
…doch zuerst müssen wir ein Schiff kapern
Kurs auf die Pirateninsel
Admiral Mario unter blau-weißer Flagge! Wer kennt den geschichtlichen Bezug zur Flagge Hellas´?
Dort sind die Feinde – Feuer frei

Das Boot ist wackelig! Jede Bewegung meinerseits wird in Krängung umgesetzt. Es dauerte eine Weile, bis den beiden kleinen Piraten Seebeine gewachsen sind.

Wisst ihr, dass die griechische Flagge blau-weiß ist, weil seinerzeit König Otto von Griechenland nebst dem Reinheitsgebot für Biere auch die Farben der bayrischen Flagge nach Hellas gebracht hat? Welch netter Link der Geschichte.

Blau-weiß überall…

Nach Ende unserer Eroberungsfahrt, müssen wir uns die Beine vetreten. Lange Seefahrten machen einfach etwas wackelig. Aber dies gelingt nicht nur mir recht schnell, auch die Leichtmatrosen machen eine gute Figur – jetzt noch schnell die Schwimmwesten abgeben, dann geht es ab auf den Spielplatz.

Erster Landgang seit einer Stunde – die kleinen Eroberer
Danach noch zwei Stunden am Spielplatz von Schliersee – ein herrlicher Ort für Kinder

Ein ganzer Nachmittag mit den Buben – Boot fahren, sandeln, am Seeufer pritscheln. Natürlich gab es ein Eis und Wiener mit Pommes. Auch Sibylle war zufrieden mit dem Tagesverlauf! Am späten Nachmittag brachten wir die beiden Racker, natürlich nach einer Einkehr bei McDonalds, nach Hause zurück.

Wir brauchten erstmal eine kurze Pause…

Nur eine halbe Stunde

Für den Abend waren wir mit René und Rita in der „Roten Wand“ verabredet. Das war lange geplant und wäre, unter anderen Umständen, die einzige Zeit mit den Freunden gewesen. Zu unserer Freude kam es anders – trotzdem wollten wir die Zeit mit dem Besuch einer unserer Lieblingswirtschaften abrunden – denn heute heißt es schon Abschied nehmen.

Der Landgasthof rüstet auf – alles renoviert und modernisiert
Wild – Rehrücken mit Spätzle – ein weiterer Punkt auf meiner OPL hat einen Haken
Auch das Dessert ein Gedicht

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns nach einem letzten gemeinsamen Frühstück. Wir bereiten uns langsam auf die Heimreise nach Griechenland vor, unsere letzte Station wird daher wieder bei Sibylles Tochter Franziska sein.

Sibylle hat in Erding ein paar Erledigungen zu machen, mit Mikeys Eltern sind wir zum Mittagessen verabredet.

Mir fallen Wahlplakate auf…

Da bin ich dabei

Sibylle klärt auf, dass ich lieber das Wahlprogramm lesen sollte! Sie nähme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an, dass es sich bei „Mehr EIS“ nicht um eine Forderung an „Repapis“ in Leros handelt – auch wenn es hier um die Europawahl geht.

Plopp – meine Frau zerstört in einem Halbsatz meinen Traum! Weniger Konflikte, mehr EIS – wer träumt nicht davon?

Wir kommen am vereinbarten Treffpunkt an – der Wirtschaft mit „Knödeln so groß wie Kindsköpfe“! Ich darf dieses Zitat von Christine an dieser Stelle verwenden! Klar, dass ich da hin muss.

Klug, da ist was Wahres dran
Heute geschlossen – Kreuzeder hat Ruhetag

Was für ein Desaster! Der beweihräucherte Gasthof hat heute Ruhetag und die Riesenknödel bleiben weiter ein Traum. Sibylle meint lapidar, dass sie keinen kindskopfgroßen Knödel bräuchte, den größten Kindskopf hätte sie ohnehin.

Wie meint sie das???

Wir ziehen weiter zum Gasthof Post, welcher als Alternative gehandelt wird. Dort essen wir gut, es gibt keine Klagen.

Kaspressknödelsuppe – I like it
Sibylle labt sich an Salat – die Gute, die Vernünftige

Wir verabschieden uns hier von Nader und Christine, auf bald, wir sehen uns Anfang Juni schon auf Kreta – bis dahin!

Hier verlinke ich kurz Vergangenheit mit Gegenwart – als ich diesen Satz schreibe, sitzen Sibylle und ich auf der Fähre nach Kreta, wir liegen gerade im Hafen von Sitia. Das beschriebene Wiedersehen steht kurz bevor – wenn ihr diese Zeilen lest, sind wir im Urlaub auf der größten griechischen Insel.

Wir fahren für diese Nacht noch einmal zu Franzis Familie und nehmen deren Gastfreundschaft in Anspruch. Wir parken unser Auto und packen unsere Koffer.

Als wir zu Grillen beginnen und den Sonnenschirm öffnen, startet eine Fledermaus aus dem Schirm – wir sind sauber erschrocken. Der Flattermann fliegt drei Runden durch den Garten, doch bevor ich sie richtig fotografieren kann, verkriecht sie sich im Dachspalt.

Da verkriecht sich der kleine Vampir

Mit dem gemeinsamen Griller klingt der Abend aus, wir alle gehen früh ins Bett. Die Eltern sind müde, weil Klein-Heidi Zähne bekommt, wir halten es für ratsam zeitig zu schlafen, weil wir um 04.00 Uhr am Flughafen sein müssen.

Ein „Early Bird Day“ beginnt!

04.00 Uhr, wir stehen auf der Straße und warten auf ein Taxi aber es kummt ned, kummt ned…

Kurz kommt unser Blut in Wallung. Das Taxi ist nicht zur vereinbarten Zeit da. Es kreiselt aber ein heller Wagen rund um die Häuserblöcke – diesen fange ich ab. Natürlich war es unser Taxifahrer, der hatte sich die Hausnummer falsch notiert und statt 1A 17 geschrieben. Da es diese Hausnummer nicht gibt, irrte er umher.

Egal, irgendwie hat es der Mann geschafft, uns rechtzeitig zum Flughafen zu bringen, wo wir die üblichen Procedere durchliefen.

Bald standen wir vor dem Gate und es wurde das Boarding ausgerufen.

Es geht los, zurück nach Hause
Die Sonne geht gerade auf als wir boarden

Der Flug war abermals entspannt, aber diesmal voll besetzt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen Urlaub auf Kos machen. Nach rund zweieinhalb Stunden landeten wir sicher und stiegen auf der zentralen Dodekanesinsel aus. Wir waren wieder zuhause – fast!

Bus? Überbewertet!

Sibylle war etwas missmutig. Sie hatte die perfekte Heimreise geplant, wir würden das Taxi besteigen, entspannt zum Fährhafen fahren und kurze Zeit später auf den Katamaran gehen, dieser würde uns gegen 13.00 Uhr in Agia Marina ausspucken. Genug Zeit bleibe übrig, um sich noch zu sortieren und das Urlaubsgepäck zu verräumen.

Hätte, hätte, Fahrradkette!

Freund Martin schickt seinen Live Standort

Martin und Petra sitzen im alten Hafen von Kos auf ihrer STENELLA und beklagen, dass Petra „Rücken“ hat. Sie kann weder Heben noch Ziehen, geschweige denn Drücken oder Bücken – keine guten Voraussetzungen um das Boot bei Starkwind gegenan nach Leros zu bringen.

Der Hilferuf erreichte uns vor zwei Tagen, ich sagte zu. Wir helfen, wir heuern als Crew an, wir bringen STENELLA in die Leros Marina Evros – gemeinsam!

Ich sende meinen Standort und unsere ETA, Martin soll das Schiff schonmal klar machen.

Wir kommen näher

Alles klappt! Der Taxifahrer bringt uns direkt ans Boot, Martin hat alles vorbereitet, sogar Sandwiches haben die Beiden gekauft. Wir sagen Hallo, besprechen uns kurz, dann legen wir ab – keine 30 Minuten nachdem wir in Kos-Stadt angekommen waren.

STENELLA verlässt den Hafen Mandraki
Zunächst entspanntes Segeln – mit Motorunterstützung gegenan
Später wurden die Wellen höher und der Kurs zunehmend ruppiger
Die Damen zogen sich ins Deckshaus zurück und beobachteten den Horizont

Die Stunden vergingen, mit jeder Stunde sackte Sibylles Laune etwas ein – aber wir waren voll in der Zeit. Nachdem wir alle uns etwas „eingeschaukelt“ hatten und auch unsere Idealpositionen gefunden waren, war es ein zwar forderndes, aber zu keiner Zeit gefährliches Segeln – und wir konnten eine Annäherung ans Ziel wahrnehmen…

Leros haben wir erreicht – nur noch um das Kap herum

Eine weitere Stunde später hatten wir die Bucht von Lakki erreicht. Wir haben uns per Funk angemeldet, die Helfer und Matrosen wussten Bescheid, dass wir kommen.

Kurs Marina – wir sind zurück

Ich fand es cool – zurück aus Deutschland und mit einer Segelyacht in der Marina ankommen. Das war stilecht!

Klar, dass wir den Tag gebührend ausklingen lassen und zusammen mit den Freunden aus der Marina die üblichen Lokalitäten besuchen. Morgen ist auch noch ein Tag, NESSAJA war schnell geentert, alles Weitere dann am Folgetag…

Wir hatten Hunger – ab ins „SouVLakki“
Der Tag klingt bei „Repapis“ aus – ich erinnere mich an das Wahlversprechen – MEHR EIS

Ein neuer Tag bricht an. Vor uns liegen exakt zehn Tage, von denen wir wissen, dass es stressige werden würden. Wir müssen ELOWYN urlaubsklar machen, bei ALENA den Motor reparieren und unsere Geburtstage gilt es auch zu meistern.

Vor diesem Hintergrund beschließen wir – heute klarieren wir NESSAJA, sagen erstmal zu allen Freunden „Hallo“ und sortieren uns neu. Ab morgen geht es los.

Das klingt nach einem Plan!

Als erstes räume ich das große Paket aus unserem Schiff. Die Crew der ELOWYN hat schon Sachen vorausgeschickt und an uns adressiert.

Platz schaffen, das Ding muss raus.

So ganz bleibt es dann doch nicht beim geplanten Vorgehen, denn ich habe schon vor dem Deutschlandaufenthalt mit Hans-Peter vereinbart, dass wir den Propellerpitch des blauen Riesen noch einmal anpassen.

Dies war für heute Mittag geplant und die Bedingungen waren perfekt. Naja, offen gesagt, geschadet hat es nicht – alles was erledigt ist, setzt uns die folgenden Tage nicht mehr unter Druck.

Wie schon beim ersten Mal – HP taucht, ich reiche das Operationsbesteck
Weg isser

Der Propeller musste abermals intensiv gereinigt werden, es war während der Standzeit im Winter einiges an Bewuchs dazu gekommen. Zudem klemmte der Ring und war an diesem Tag mit bloßen Händen nicht zu verstellen – wir mussten uns eine Art „Spannvorrichtung“ ausdenken um den Verstellring ziehen und drehen zu können und an einem der nächsten Tage den Taucheinsatz wiederholen. Bis dieser Beschluss getroffen war, zog sich unser Tun doch irgendwie über den ganzen Nachmittag. Ich war froh, dass wir es heute schon angegangen waren und den Job nicht bis auf die letzte Minute geschoben haben.

Das Werkzeugreichen und Sitzen in der Sonne lassen einen auch schwitzen. Zum Ausklang des Tages tu´ ich es dem Taucher gleich und tauche erstmal ab. Das Meer hat inzwischen einladende Temperaturen.

Abfrischung in der Marinabucht – herrlich

Zum Dinner waren wir heute mit der Crew der STARLIGHT III verabredet. Ihr erinnert euch – Heribert, mit dem wir vor unserem Abflug nur einen Drink genommen hatten, er war geblieben und hatte mit seiner Romina deren Rückkehr aus Malta nach Leros verabredet. Ziel war, uns noch einmal zu sehen, bevor sie Griechenland verlassen würden.

Ehrensache, dass wir zusagen! Der Kat der beiden liegt in der Bucht vor Anker.

Die blaue Stunde bricht an
Aperitif im „La Palma“ – Romina kommt schon…
Danach Burger und Bier im „Persiana“
Wir haben Freunde gefunden – doch heute heißt es endgültig Abschied nehmen
Auch mit den Beiden lassen wir den Abend bei „Repapis“ ausklingen

Wir verabschieden uns – es ist unklar, ob wir uns einmal wiedersehen werden. Diese Tatsache hinterlässt eine gewisse Melancholie, gehört aber zu unserem Lebensmodell. Wir lernen immer wieder tolle Menschen kennen, schließen häufig neue Freundschaften. Manche werden wachsen und von Dauer sein, bei anderen muss man loslassen können.

Wir hoffen Romina und Heribert einmal wieder zu treffen…

Der nächste Tag beginnt mit einer richtigen Plackerei!!!

Wir rufen „Segeltage“ aus, das Anschlagen der Segel auf der ELOWYN und der LIBERTÉ stehen auf dem Programm. Wir beginnen mit dem aufwändigeren Part und trommeln Helfer zusammen – Uli und Martin unterstützen Hans-Peter und mich.

Bootsmannstuhl einmal anders

Zu viert rackern wir wie die Beserker um die zwei riesigen Vorsegel der Algro 68 zu setzen und die Leinen dafür klar zu machen. Aber da viele Hände ja bekanntlich ein schnelles Ende bereiten, konnten wir gegen frühen Nachmittag Vollzug melden – geschafft! ELOWYN trug wieder ihre weißen Tücher, sie war segelklar.

Alle Schoten und Holer wieder an ihrem Platz

Da es die beste Zeit für einen Kaffee nebst Eisbegleitung war, sprach ich eine allgemeine Einladung für die Helferschar aus. Diese wurde freudig angenommen – wir gönnen uns also eine Stunde Auszeit bei „Repapis“, danach sind Uli und Martin entlassen.

Die Helfer greifen zu

Ich mache mit Hans-Peter auf dessen LIBERTÉ weiter, dort sind die NEUEN Segel anzuschlagen und zu begutachten. Mein saarländischer Freund war fast ein wenig aufgeregt – und das will was heißen!

Das Groß ist gesetzt – es passt perfekt! Fotos werden gemacht
Passt super – die Jungs von „Quantum Sails“ in Athen haben ganze Arbeit geleistet – für einen attraktiven Preis

Wir setzen noch die Genua, auch diese sitzt super und passt perfekt. Dann rollen wir die Segel ein, das Tagwerk für heute ist geschafft. Zusammen mit Hans-Peter und Merlin gehen wir in unseren Lieblingsgrill am großen Kreisverkehr. Für seinen Taucheinsatz bin ich eine Essenseinladung schuldig.

Sibylle bestellt eine Kleinigkeit und mampft schonmal…
…auch der Freund aus dem Saarland ist bestens versorgt – Kaliorexi

Ich sitze am Kopf des Tisches und merke – irgendwas stimmt nicht. Meine Tischnachbarn sitzen da mit ausgebeulten Backen und ich darbe noch. Was habe ich vor mir stehen???

Findet den Fehler

Nein, der Betreiber des „SouVLakki“ will mich nicht auf Diät setzen! Er brauchte nur etwas länger, meine Portion mit scharfem Messer von dem sich drehenden Spieß zu säbeln. Ein paar Minuten später bin auch ich bestens versorgt und wir drei futtern als gäbe es kein Morgen mehr – klar, wer arbeitet muss auch essen, insofern war das Dinner wohlverdient!

Am Folgetag wollte Hans-Peter endlich den Tauchjob abschließen. Wir hatten uns in der Zwischenzeit überlegt, wie er unter Wasser Zug auf den Verstellring bringen könnte, das wollten wir heute probieren und umsetzen.

Keine Sorge, der schaut immer so

Diesmal geht es schnell! Der Plan funktioniert und nachdem der Ring vorgespannt wurde, ließ er sich auch leicht ziehen und auf das richtige Maß verstellen – ok, da setzen wir jetzt erstmal einen Haken.

Warum das Ganze? ELOWYN kommt nicht in Schwung, sie schmeißt unter Last immer wieder Ruß auf´s Wasser.

Der Ruß ist beim Eindampfen in die Heckleinen immer noch da

Wir beschließen an diesem Tag, dass das Eindampfen unter Umständen kein guter Indikator für den Erfolg unseres Tun ist. Der Skipper der ELOWYN kennt sein Boot am besten, er hat den Pitch des Propellers als verantwortlich ausgemacht.

ICH würde mich im Verlauf dieses Monats noch ärgern müssen, dass ich aufgrund der Arbeitsvorgabe erst sehr spät begonnen habe, darüber nachzudenken, ob der Fehler nicht auch andere Ursachen haben könnte.

Ihr ahnt es bereits – hatte er! Doch dazu später mehr!

Ich musste das Boot wechseln, es war ein Paket für ALENA gekommen.

SVB sendet – 10 Tage Laufzeit ist super
Der Kühlschrankverdampfer ist da

Zur Mitte unseres Deutschlandaufenthaltes habe ich Panos aus unserer Chandlery angerufen und abgeklärt, ob er zwischenzeitlich dieses Ersatzteil hat bestellen können. Konnte er nicht! Das hat mich gewurmt – er hat mir erklärt wie kompliziert das sei und dass er auf seine Anfragen keine Antworten bekommt. Er hatte zwei Wochen Zeit, dann haben wir diese Deadline vereinbart – ich wusste schon als wir es ausgemacht hatten, dass ich das Ersatzteil selbst bestellen müsste.

Es war eine Sache von 5 Minuten Stöbern im Online Katalog und der anschließenden Bestellung – heute traf das Paket ein, ich konnte das GO für den Kühlschrankmonteur aus Lakki geben.

Zum Abendessen waren wir mit Gottfried und Gabi im „Metzes“, die Beiden wollen mit ihrer HARMONY bald auslaufen, wir wollten noch ein wenig quatschen.

Deko im „Metzes“ – ich mag den Laden

Während ich diese Zeilen so vor mich hintippe, fällt mir auf, dass ich keine Bilder von Angelika und Sibylle beim Putzen gemacht habe. Auf der einen Seite gehört sich das nicht, anderseits muss es natürlich Erwähnung finden! Die Beiden haben nämlich, während wir Jungs die Technik gemacht haben, den ganzen Dampfer auf Hochglanz gebracht – und das ist bei einem 21m Schiff kein Pappenstiel – ich kann Angelika dafür nicht genug danken!!!

Der neue Tag war einer, an dem ich Kleinkrams abarbeiten wollte. Ich brauchte eine „ELOWYN-Pause“. Also mache ich mich nach und nach daran, zuerst bei NESSAJA die abgebrochene Lenzpumpenabdeckung zu erneuern…

Passt auf´s µ – trotz Modellpflege! Ein Lob an Whale

…dann begebe ich mich auf die EDINA um ein letztes Mal die Bilge leer zu pumpen. Der Eigner würde am 26. Mai ankommen, ich werde die Verantwortung für die CNB 60 an diesem Tag abgeben.

Es sieht alles gut aus an Bord – zunächst!

Luftfeuchtigkeit 55% – keine Schimmelgefahr
Gemeinsam saugen wir das letzte, gesammelte Bilgenwasser auf
20 x 10 Liter – macht noch einmal 200 Liter die wir außenbords befördern

Alles gut soweit – ich lasse den Motor laufen und will den Generator starten. Doch potzblitz, was ist das nun wieder???

Der Stromerzeuger zeigt einen „Fault 45 – no Speed Sense“ – und springt nicht an. Ich kann dies nicht ad hoc beheben und informiere den Besitzer. Dieser Fehler wird mit übergeben und, ich greife etwas vor, war zum Monatsende noch nicht behoben.

Weiter geht es für mich auf der LIBERTÉ. Hans-Peter hat sich einen neuen Drucker gegönnt und mich gebeten, diesen zusammen mit ihm zu installieren. Da helfe ich doch gerne!

Der Drucker tut – auch an diese Aufgabe kommt ein Haken

Mein nächster Job führt mich in unsere Chandlery. Ich brauche für den Wassermacher der ELOWYN neue Filter. Das trifft sich gut, denn in meinem Wasserfilter für das Marinawasser sind die gleichen Einsätze verbaut und diese müssen dringend ausgetauscht werden.

Höchste Zeit!
Jetzt gibt es wieder sauberes Tankwasser auf NESSAJA

Ihr merkt schon, es wird nicht langweilig, es gibt immer etwas zu tun. So verfliegen die Stunden und letztlich die Tage. Auch an den Stegen herrscht emsiges Treiben. Die Segler kommen, die Segler gehen. Viele Freunde verabschieden sich zum Sommertörn oder gar in die Sommerpause.

So auch Martin und Petra von der STENELLA. Mit den Beiden gehen wir heute noch einmal zusammen zu „Dimitris o´ Karaflas“ – Martin spricht für unsere Crewdienste eine Einladung aus.

Bald werden die Freunde zum Heimataufenthalt abreisen
Bei Dimitris war es gut wie immer

Wir schreiben den 19. Mai, es ist Sibylles Geburtstag! Wir hatten vereinbart, dass wir an unseren Geburtstagen nur leichte Aufgaben auf ELOWYN verrichten und uns am Nachmittag freinehmen wollten, um den Ehrentag zu genießen.

So haben wir das nacheinander auch umgesetzt…

Hydrauliköl auf ELOWYN befüllen
Der Generator bekommt einen Testlauf

Gegen Mittag brechen wir ab und verholen auf NESSAJA, dort sortiert Sibylle erstmal die Glückwünsche, die sie bis dahin erreicht hatten.

Hochkonzentriert bei der Danksagung

Dann aber zogen wir uns zurück. Es war der Wunsch meiner Angetrauten, dass wir ein bisschen am Panteli Beach abhängen. Ein bisschen auf der Liege fletzen und lesen, ein bisschen schwimmen, ein gutes Eis – ein ruhiger aber schöner Geburtstagsnachmittag!

Liegenpärchen in erster Reihe
Wir fluten unsere aufgeheizten Leiber und schwimmen ein paar Züge
Einzige Alternative zu „Repapis“ in Sachen Speiseeis – das „Sorbet“ in Panteli

Um uns einen Cappuccino nebst Eisspezialität zu gönnen, gehen wir die paar Schritte über die Straße ins „Sorbet“. Dort gibt es, alternativ zu unserem Eispalast in Lakki, ein paar sehr gute Sorten – wie zum Beispiel „Black Choccolate Sorbet“ oder „Salted Caramel“ – und genau diese Kombination war unsere heutige Wahl…

Black Choccolate Sorbet & Salted Caramel – ich nehme eine zweite Runde 😉

Danach fahren wir zurück in die Marina. Sibylle will sich noch aufhübschen, denn heute Abend ist eine kleine Geburtstagsfeier im „To Steki“ angesetzt – nur zehn Gäste, aber immerhin.

Zurück im Schiff klagt die Gattin erstmal – zu ihrem Ehrentag hat auch die Sonne entschieden, dass sie ein paar Extrastrahlen schickt. Zum ersten Mal in 2024 haben wir über 30°C im Schlafgemach – nicht gut…

32° im Schlafzimmer – der Ruf nach Klimatisierung wird laut

Egal! Trotz des in Strömen fließenden Schweißes, schafft es die Protagonistin, sich in Schale zu schmeißen und dem Anlass entsprechend zu strahlen.

Das darf sie auch, denn das Essen bei Dimitris war ausgezeichnet und der Gastwirt hat sich auch eine kleine Überraschung ausgedacht…

Happy Birthday Capetaña
Natürlich wird alles fotodokumentarisch erfasst

Der erste Geburtstag liegt im Kielwasser, es war ein schöner Tag im kleinen Kreis. Sibylle ist am späten Abend erschöpft und fällt zufrieden ins Bett. Ich trinke noch ein Bier als Betthupferl und fahre den Kopf ein wenig runter – dann folge ich ihr nach…

Ein gelungener Geburtstag liegt achteraus

Der Folgetag steht ganz im Zeichen von ELOWYN – wir wollen an diesem Tag die Liste „Auswintern“ abgeschlossen haben und klotzen richtig ran. Tausend Kleinigkeiten sind zu tun, aber wir kommen gut voran.

Im Laufe dieses Tages hat auch Martin mit der STENELLA Krantermin. Wir bewundern das neue und sehr besondere Schiff noch einmal aus anderer Perspektive…

Die Wanderer 40P fährt in die Krangasse
Über den Sommer wird sie an Land stehen

Nach dem Kranen wird das auffällige, rote Schiff auf seinen Landplatz gestellt und die Crew verabschiedet sich von uns. Wenig später bringt das Taxi die Beiden nebst Hündchen Bonnie an die Fähre – Yassas, wir sehen uns im September wieder!

Wir kriegen den Rest des Tages gut rum und können am Abend Vollzug melden – technisch ist ELOWYN bis auf Kleinigkeiten fertig. Diese Kleinigkeiten gehe ich morgen an. Dann heißt es noch „final sauber machen“ – dann dürfen Volker und Tina ankommen…

Heute gibt es mal wieder Pizza – mir war so danach!

Love it
Dazu ein Salat, der besseren Bilanz wegen

Wie jedes Jahr steht am 21. Mai mein Geburtstag an. Heute ist es soweit! Auch für meinen Ehrentag, haben meine Gattin und ich die gleichen Spielregeln festgesetzt wie für den ihren.

Nach einem guten Frühstück verholen wir somit abermals auf den blauen Riesen. Ich habe mir für heute eine kleine Reparatur an der Überwachungselektronik aufgehoben – eine saubere Arbeit, die einen reibungslosen Ablauf verspricht.

Ich montiere das Tank- und Batteriedisplay – alles tut
Die Solarmodule klemme ich noch einmal um – reibungslos, aber schweißtreibend! Happy Birthday

Dann habe auch ich die Schnauze voll. Wir agieren ähnlich wie zwei Tage zuvor und schauen, dass wir schleunigst an den Lieblingsstrand nach Panteli verholen.

Yassou ELOWYN – für heute reicht´s!
Ab jetzt ist Geburtstag – carpe diem. Auf uns!
Wir genießen den Strand und die chill-out time am Strand
„Sweet up your life“ – das lass´ ich mir nicht zweimal sagen…
…und greife beherzt zu 😉

Und täglich grüßt das Murmeltier – „Groundhog Day“ auf Leros! Das könnte man meinen, denn auch mir war der Wettergott hold und hat das Zentralgestirn auf hohe Leistungsstufe gedreht – ich knacke die 30°C Marke auch bei der Außentemperatur!

31°C außen, der Hochsommer ist da – und wird auch nicht mehr weichen

Um den Tag nicht als eine Blaupause von Sibylles Ehrentag in die Geschichtsbücher zu schreiben, habe ich beschlossen, dem Tag eine völlig neue Richtung zu geben. Wir gehen NICHT ins „To Steki“. Meine, etwas kleinere Gesellschaft trifft sich, da war ich phantasielos, im „SouVLakki“ auf eine gepflegte Grillage.

Ok, wenig überraschend – aber mein Ort der Wahl
Anna, die Inhaberin weiß, dass ich Geburtstag habe – sie lässt sich nicht lumpen

So wird der Besuch in der Grilltaverne meiner Wahl, zum Unterscheidungskriterium zwischen den Tagesabläufen unserer Geburtstage. Das finde ich deshalb erwähnenswert, weil ich auch einen Kuchen als Präsent bekam – und zwar genau den gleichen wie Sibylle!

Als ob sich die Tavernenwirte mit „Repapis“ abgesprochen hätten – „…na da lassen wir den Unterschied mal nicht zu groß werden!“ Ich fand´s lustich…

Man beachte das Fragezeichen statt der üblichen Ziffern 😉 – Danke Anna und Nico

Zu guter Letzt packe ich noch meine Gaben zum Ehrentag aus. Sehr nett, dass sich alle Gedanken gemacht haben. Das hat mich sehr gefreut – nochmals „VIELEN DANK“!

Oh, ein Präsent – wie nett

Die Geburtstage liegen im Kielwasser, die Pflicht ruft wieder mit ganzer Vehemenz. Wir packen auf ELOWYN an und machen das riesige Schiff sauber. Angelika und Sibylle polieren das Edelstahl und schrubben das Deck, ich muss vom Schlauchboot aus den Rumpf shamponieren und abwaschen.

Beim Spülen des Ankerkastens fällt mir auf, dass sich Schlieren auf der Wasseroberfläche bilden…

Somewhere over the Rainbow

Hm, nicht nur, dass dies natürlich aus umwelttechnischer Sicht ein Gau ist, nein, es deutet auch auf eine Leckage in der hydraulischen Anlage hin. Das ist umso wichtiger zu wissen, da wir tatsächlich einen Hydraulikölverlust haben – das muss mich mir auf die Liste schreiben, dies muss unter Beobachtung gestellt werden.

Den ganzen Tag fummeln wir an der Optik der Luxusyacht hin – tatsächlich sind wir abends nahezu fertig. Morgen Abend würden unsere Freunde ankommen.

Wir machen Schluss für heute und beschließen, dass wir ELOWYN morgen das letzte Finish verpassen würden.

Heute verschlägt es uns mal wieder zu Marietta, dort waren wir lange nicht mehr zum Dinner.

Mal sehen, was es Neues gibt
Griechischer Salat geht immer

Ein schöner Abend. Marietta hat etwas Zeit, wir schnacken mal wieder, sie gibt mir die Kontaktdaten einer privaten Griechisch-Lehrerin. Ich nehme mir vor, dies nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub Mitte Juni anzugehen.

Auch über das Hub, der Verwaltungsstelle der „The-Leros-Way“ Webseite, können wir uns ein wenig austauschen. Ich mache ja nach wie vor die deutsche Übersetzung der noch inaktiven German-Version.

Inzwischen werden im Hub Sprachkurse, Kochkurse und vieles mehr angeboten. Es bietet Remote-Arbeitsplätze und ist ein Treffpunkt, eine Drehscheibe, auf der Insel.

Ein schöner Abend!

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf. Ich genieße die Ruhe und den Frieden in der Marina zur frühen Stunde.

Es weht eine leichte Brise – sie macht die Temperaturen erträglich

Heute Nacht kommen Tina und Volker an, um ELOWYN zu übernehmen und ein paar Wochen Urlaub zu verleben. Wir wollen den Freunden einen perfekten Einstieg in den Urlaub vorbereiten, somit läuft die Uhr von jetzt an rückwärts, noch 14h bis zur Ankunft.

Die Beiden wollen einen Leihwagen als Vehikel haben, diesen habe ich schon vor Wochen reserviert. Das mache ich mir jetzt zu Nutzen, denn meine GS muss in die Werkstatt um einen neuen Kettensatz zu erhalten.

Wir holen also den Leihwagen um auch unsere Mobilität sicher zu stellen, dann geben wir unsere treue BMW bei Loykas ab.

Wir nutzen den kleinen Flitzer zusammen
Die GS hat derweil Pause

Wir holen am Rückweg noch die Polster für den Willi bei Sortiris ab. Perfektes Timing! Dann geht es zurück auf das Mutterschiff um dort die Vorbereitungsarbeiten abzuschließen – noch 11h.

Alles in Allem kostet das aber auch den ganzen Tag!

Letztes Finish für den Boliden
Am späten Nachmittag sind wir fertig – fix und fertig

Wirklich perfekt war, dass die Marina meine Bitte bei ALENA den Kühlschrankverdampfer zu verbauen, solange das Schiff im Wasser liegt, umgehend umgesetzt hat. Dies ist wichtig, weil der Kompressor auf der Hallberg-Rassy wassergekühlt ist.

Es war etwas stressig, auch diese Arbeit heute noch zu beaufsichtigen, aber am Abend war alles abgeschlossen und der Kühlschrankmechaniker hatte ganze Arbeit geleistet – alles aufgeräumt, das Neuteil verbaut, der Kühlschrank lief und war kalt, das Altteil war noch an Bord – super!

Das Neuteil war einwandfrei verbaut und funktionierte
Der alte, undichte Verdampfer liegt noch an Bord – ich mache klar Schiff auf ALENA

Last not least holen wir noch ein Päckchen im Office ab, dies wäre auf der Post für uns hinterlegt gewesen, die Marina habe es für uns geholt. Nanu, wir erwarten doch gar nichts???

Wie schön – ein nachträgliches Geburtstagspaket

Was für eine Überraschung! Unsere Freundin Katherina schickt uns Geburtstagsgrüße aus der Heimat. Das freut uns ganz besonders, eine echte Überraschung – Danke Kate!

So vergeht der Tag wie im Flug! Bis wir uns versehen, bricht der Abend herein. Heute beschließen wir, dass wir uns einen Burger gönnen, es heißt nun, auf die Ankunft der Fähre zu warten – noch 3h.

Heute gibt es Burger im „SouVLakki“
Den Vollmond haben wir für Volker & Tina bestellt – jetzt heißt es warten
Um 22.30 Uhr kommt die Fähre mit den Freunden an Bord

Großes HALLO! Wir begrüßen die Beiden, packen sie ins Auto und fahren in die Marina. Ihre ELOWYN ist bezugsfertig, das Bier steht kalt. Wir gönnen uns ein Döschen des guten Gerstensaftes und stoßen auf wunderbare, gemeinsame Tage an! Schönen Urlaub euch Beiden.

Dann gingen wir zurück auf NESSAJA und fielen erleichtert ins Bett – geschafft, ELOWYN ist übergeben! Dass nicht alles reibungslos laufen würde, ahnen wir noch nicht… 😉

Der Folgetag verfliegt ohne große Ereignisse. Die Freunde sortieren sich, wir unterstützen dort, wo unsere Hilfe gefragt ist. Für den Abend steht die von Volker so geliebte „Mühlentour“ an – zuerst in „Harris Bar“, die in der ersten der fünf Windmühlen von Leros untergebracht ist.

Wir fahren auf den Bergrücken und blicken Richtung Türkei, es bläst ein kräftiger NW
Das „Harris“ in der ersten Windmühle – ein traumhafter Platz
Volker & Kristina starten entspannt in den Urlaub
Haris hat über den Winter renoviert, alles zeigt sich sehr geschmackvoll
Es gibt alte und neue Drinks auf der Karte – wir bestellen ein Ensemble
Pfiffig angerichtet – mit Sicherheit die schönste Bar von Leros, einer der „must have been“ places

Der zweite Teil der „Mühlentour“ führt hinab nach Agia Marina ins „Mylos“. Das mit Sicherheit beste Lokal der Insel ist ein inzwischen mehrfach ausgezeichneter Fischtempel. Ich habe das „Mylos“ hier ja mehrfach erwähnt – es ist ein Spitzenlokal mit gehobener aber nicht abgehobener Küche. Das Essen ist teurer, aber stets preiswert – man sitzt perfekt!

Wir erhaschen einen tollen Tisch…
…und laben uns an den Köstlichkeiten
Ein Tempel für Fischliebhaber

Der Abend endet spät. Wir sind satt, zufrieden und etwas angetüdelt. Im Licht des noch fast vollen Erdtrabenten fahren wir nach Hause. Dieser und das beleuchtete Kastell sorgen für die perfekte Szenerie für diesen Abend.

Agia Marina und das beleuchtete Kastell

Die ELOWYN läuft heute aus, soweit der Plan. Sibylle und ich würden dann dazu übergehen, unseren Urlaub auf Kreta vorzubereiten. Ich habe zudem noch eine Reparatur auf ALENA vorzunehmen, die hat nämlich am 29.05. Krantermin.

Volker möchte zuvor noch eine Probefahrt bezüglich der Pitcheinstellung machen, wir gehen davon aus, dass alles passt. Danach würde er uns am Steg absetzen und sofort wieder ablegen. Ok, klingt gut – Hans-Peter, Sibylle und ich steigen zu, wir werfen die Leinen los und fahren in die Bucht.

Was ist DAS jetzt??? Was soll das? ELOWYN tuckert wie eine alte Galeere. Sie qualmt und kommt nicht auf Drehzahl – obwohl wir in Sachen Pitch alles getan haben was die Lehrbücher vorgeben und der Logik entspricht – sie verhält sich atypisch. Wir beschließen, den Pitch noch einmal zu verändern – morgen…

Ich fahre jetzt erstmal zu Loykas und hole meine GS, die war inzwischen fertig,

Kette, Antriebsritzel, Kettenblatt und Ruckdämpfer – alles neu!
War auch dringend nötig!

Warum um Gottes Willen, erneuert der Kfz-Meister seine Kette nicht selbst? Naja, ich war mit den Schiffen gut beschäftigt und fast ein wenig unter Stress.

Dazu kommt, dass Loykas fast unverschämt günstig ist. Für den Einbau der angelieferten Teile hat er mir 30.-€ berechnet. Dafür lohnt es sich fast nicht, mein Werkzeug aus NESSAJA zu räumen.

Den Tag beenden wir mit den Freunden im „Metzes“, sie freuen sich, dass es ein aus ihrer Sicht neues Lokal auf Leros gibt, das möchten sie gerne kennen lernen.

Das „Metzes“ enttäuscht nicht…
…die Meze sind gut wie immer
Marinierte Anchovies

Am nächsten Morgen sitzen wir zusammen – wie geht es nun weiter?

Volker und Tina sehen es entspannt. Wir behirnen die Sache erstmal und beschließen, dass wir den Pitch noch einmal anpassen. Wir würden beim Propellerhersteller die richtige Einstellung abfragen. Es keimt die Frage auf, was zu tun wäre, wenn danach keine Besserung eintreten würde. Wir müssen uns eingestehen, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als den Motor mit auf die Liste der infrage kommenden Ursachen für das Problem zu setzen. Ich erinnere mich an die letzten Tage meines Berufslebens, als ich als Turboexperte für BTS im Einsatz war. Ich grüble still vor mich hin – ob vielleicht der Turbo…???

Egal, dazu später mehr. Jetzt muss ich in dem von mir geplanten Tagesablauf bleiben, sonst entgleitet mir meine To-Do Liste! Ich hatte Hans-Peter versprochen eine Fallklemme mit ihm zu montieren, danach würde er noch einmal tauchen.

Ab an den Mast Skipper
Meine Unterstützung ist mehr mentaler Art
Nach zwei Stunden ist es vollbracht

Hans-Peter packt danach abermals seine Tauchausrüstung. Zwischenzeitlich haben wir die richtige Pitcheinstellung erhalten – Soll ist 15°. Diesen Wert hatten wir schon probiert, es verdichtete sich somit die Annahme, dass der Fehler anderweitig zu suchen ist.

Unser Lieblingstaucher taucht was und stellt zurück auf Soll. Danach ist er von seinen Zusagen entlastet, er hat mir bei ELOWYN geholfen wie kein Anderer…

Da wir diesmal keine Probefahrt anstreben, gehen wir in den Freizeitmodus über. Sibylle und Tina wollen zu den Hunden, Volker und ich wollen unsere Frauen begleiten.

Der Hundeshelter von Leros – eine Heimat für rund 70 Zamperl
Sibylle hat ihre Berufung gefunden

Kristina und Volker sind angetan vom Tun der engagierten Lerianerin, die dies auf privater Basis aufgezogen hat und erst seit wenigen Monaten einen Verein hinter sich hat, der auch Spenden sammeln darf.

Die Drei werden noch mehrfach gemeinsam zu den Vierbeinern gehen.

Für mich gibt es an diesem Tag nur noch eine Aufgabe zu erfüllen, EDINA für die Übergabe vorbereiten. Dafür soll ich die große Tauchpumpe aus dem Innenraum nehmen, die Motorklappe schließen und den Schlüssel deponieren sowie ein Brett bereitlegen – ok, das mache ich gerne!

Gangway liegt parat
Schlüssel ist deponiert

Am Morgen des Folgetages wird die Verantwortung für EDINA nicht mehr bei mir liegen. Die CNB ist ein tolles Schiff, dennoch hat sie mich gefordert und mir Stunden geraubt. Ich konnte dem Eigner helfen, aber letztlich leider kein problemfreies Schiff übergeben, das hat mich persönlich geärgert.

Während ich noch vor mich hinbrummle, rufen Volker und Tina auf die ELOWYN zum Aperitif. Da kommen wir gerne, das rosa Tröpfchen bringt uns auf andere Gedanken!

Ein Gläschen Schampus schmeckt auch Sibylle und mir

Danach geht es ins „Pirofani“ zum Dinner. Dort habe ich heute für sechs Personen reserviert, denn Gerald und Ulrike sind da!

Ihr erinnert euch natürlich an die Beiden. Es handelt sich dabei um die vermeintlichen Käufer unserer NESSAJA. Ich hatte ihnen ja abgesagt, dabei aber nicht verabsäumt eine Empfehlung auszusprechen – und eben wegen diesem Schiff sind sie nun hier. Wir wollten uns zum Abendessen treffen und nachdem Volker und Tina noch hier verweilten, war es nur allzu selbstverständlich, dass wir zu sechst in die Taverne in Panteli gehen.

Das „Pirofani“ ist meine erste Adresse für Fisch – neben dem konkurenzlosen „Mylos“
Linguine Thalassa – ein Gedicht!

Wir unterhalten uns ganz gut, für mich etwas überraschend, da ja die Gründe für meine Absage, den Verkauf von NESSAJA betreffend, noch nicht ausgesprochen sind. Ich merke natürlich auch, dass die Beiden mit angezogener Handbremse sprechen, wenn es um ihre Kaufabsicht bezüglich der Oceanis 42CC TARGUI geht. Das ist normal, wie soll man Begeisterung zeigen, wenn man zwei Monate zuvor noch von etwas anderem total überzeugt war, naja, das Gerede von gestern – kennen wir ja alle. Ich war zwischenzeitlich etwas genervt von der Situation – aber Schwamm drüber…

Das Gespräch entwickelt sich in Richtung ELOWYNs Problem. Gerald prescht vor – „…es könnte der Turbolader sein!“ Da hat er Recht, dumm für mich, dass Volker exakt zu diesem Zeitpunkt auf das Thema aufspringt. MÖÖÖP – Chance verpasst, ab jetzt ist Gerald der „Erklärbär“ und der Turbo wird als Ausfallgrund akademisch durchleuchtet. Ich nicke und halte meine Klappe, viel hätte nicht gefehlt und ich hätte angemerkt, dass er halt einen einbauen soll. Sibylle wusste, was in mir vorging und sie bangte, aber ich war griechisch entspannt und schwieg eisern.

Es passiert was passieren musste – mir wurde die Executive zuteil, ein Procedere, welches ich in Zukunft verhindern werde. Am Folgetag finde ich mich also in ELOWYNs Motorraum wieder.

Platz ist in der kleinsten Hütte
Da ist das „Corpus delicti“ – ich demontiere den Luftfilter

Volker lässt den Motor laufen, das Turbinenrad bleibt stehen. Wir gehen auf Nenndrehzahl, das Turbinenrad steht immer noch. Im Stand teste ich die Freigängigkeit – keinen Millimeter lässt sich die Läuferwelle im Lagergehäuse drehen.

Nichts geht mehr – rien ne va plus

Wir diagnostizieren den Turbo als defekt. Ok, das ist das eine, aber welche Schritte sind nun zu tun um das Problem schnell zu beheben? Volker fängt sofort an zu recherchieren, wo bekommt man in Griechenland einen Lader für den großen Yanmar 4LHA?

Mehr noch stellt sich die Frage, wie die Beiden nun ihren Urlaub ausgestalten wollen, die Reparatur wird sich ein paar Tage ziehen.

Für mich war klar, das Trum muss raus – ich mache mich an den Ausbau!

Da isser
Mal wieder die Bratzen versaut – aber der Ausbau ist geschafft
Volker zählt derweil die Scheinchen in seinem Börserl, von ein paar davon wird er sich trennen müssen

Ich gehe auf NESSAJA um meine Pranken zu waschen. Auf dem Weg dorthin überblicke ich die Marinaeinfahrt und sehe gerade, wie die TARGUI von der Probefahrt zurückkehrt, diese sollte das Zünglein an der Waage werden.

TARGUI hat auf der Probefahrt überzeugt

Am Abend dieses Tages wird die Oceanis 42CC den Besitzer gewechselt haben. Das freut mich, weil ich den entscheidenden Tip geben konnte – ich frage mich, ob ich nicht eine Provision hätte aushandeln sollen. Ich merke aber auch, dass es mich wurmt, denn der Verkauf von NESSAJA hätte sich über fast ein Jahr ziehen sollen. Egal wie, ich hatte den richtigen Riecher…

Volker und ich beschließen, dass wir gemeinsam recherchieren müssen um den Turbo schnellstmöglich vor Ort zu haben. Wir verabreden uns auf der Terrasse des „Skipper´s“.

Wir setzen uns und beratschlagen – wir telefonieren und befragen das Internet

Yanmar Athen bietet einen Lader für schlappe 3.200.-€ an. Vielleicht hätte Volker zähneknirschend akzeptiert, aber die geforderte Lieferzeit von drei Tagen konnte nicht zugesagt werden, der Lader käme aus dem Europalager. Das war uns zu teuer und zu riskant.

Optionen aus dem Internet scheiterten an der Lieferzeit – griechische Inseln wurden immer mit einer Woche Versand gehandhabt. Expresssendungen wurden meist nicht angeboten.

Ich besann mich auf meine früheren Kontakte zu BTS und schrieb den Verkaufsleiter an – 10 Minuten später hatten wir den Lader zu einem Hauspreis bestellt. Lieferung nach Leros innert drei Tagen – Sensation!!!

Volker und ich waren zufrieden. Wir mussten noch die Dichtungen bestellen, hier erwies sich „Artemis Boatyard“ als zuverlässig und hilfsbereit.

Die Dichtungen? Habt ihr in drei Tagen! Das passt…

Weil noch soviel Tag übrig war und wir nicht mehr tun konnten, wechselten wir in den Urlaubsmodus. Wir riefen die Damen an, dass sie nachdem sie vom Hundeshelter zurückkommen würden, uns am Panteli Beach finden würden.

Wohlverdient – wir haben was geschafft. Jetzt heißt es warten

Den Abend läuteten wir in „Harris Bar“ ein. Ein Aperitif tat dem angeschlagenen Gemüt gut. Danach sollte es zu „Dimitris o´ Karaflas“ gehen – in die Taverne des Glatzkopfs.

Bar mit Blick auf Panteli – das „Harris“
Wunderbare Cocktails
Danach ziehen wir zu Dimitris
Auch hier ein betörender Ausblick über die Bucht von Vromolithos
Wir genießen unser Beisammensein
Heute bestellen wir fleischlastig…
…ein kleines Steak – Volker und ich teilen

Der Abend klingt schön aus, wir sind satt, trinken noch einen Ouzo, dann ziehen wir uns auf unsere Schiffe zurück.

Am Folgetag gehe ich morgens früh über unseren Steg am Außenkai und sehe nach langer Zeit einmal wieder unsere Barracudafamilie. Langsam und gemächlich ziehen die Jäger ihre Runde.

Unsere Marina-Barracudas

Wir sind auf ELOWYN verabredet – als wir im Cockpit saßen um uns für den Tag zu besprechen, wird ein Fischkutter gekrant. Das mächtige Trum bringt unseren großen Kran an die Belastungsgrenze. Das Berufsschiff muss Ballast ablassen, denn die Notabschaltung des Liftes hatte ausgelöst.

Großes Kino – und wir hatten Logenplätze.

180Tonnen – das ist eine Challenge, sogar für unseren großen Kran

Sibylle ist ungeduldig, das merkt man, wenn sie die Arme in die Hüften stemmt. Wir alle warten auf den Erhalt des Laders, können aber aufgrund des fehlenden Trackings nicht agieren. Wir setzen uns abermals im „Skipper´s“ auf einen Kaffee zusammen, es gilt, einen Sommerliegeplatzvertrag für ELOWYN auszubaldowern, ich muss den Krantermin für ALENA steuern.

Sibylle ist nicht so gut in der Disziplin „WARTEN“
Wir verholen ins „Skipper´s“ auf einen Kaffee
In der Marina blüht alles – Sommer allerorts

Ich rapple mich auf – ALENAs Krantermin ist heute Nachmittag. Ich werde versuchen, den Motor bis dahin zum Laufen gebracht zu haben. Wenn das gelingt wäre es super, wenn nicht, müssen wir sie ins Kranbecken schleppen.

Ich sammle meine Werkzeuge zusammen und lege los…

Material – alles da!
Der einzubauende Wärmetauscher – auch da!
Werkzeug, Licht – ebenfalls da!
Arbeitsplatzvorbereitung – check!

Da es Hans-Peter etwas fad war, half er mir beim Anreichen von Material und Werkzeug. Das war perfekt, denn so musste ich mich nicht jedes Mal aus der Hocke in die Höhe drücken – das sparte Zeit.

Nach relativ kurzer Zeit war der Wärmetauscher montiert und der Motor startklar – sollen wir es wagen? Würde alles dicht sein?

Alles dran – Flüssigkeiten sind aufgefüllt

Wir drehen am Schlüssel – der TMD22 startet sofort! Wir schauen misstrauisch, aber alles ist gut. Der Kühlwasseraustritt ist makellos, der Motor läuft einwandfrei.

Alles perfekt – der zweite große Punkt auf der Liste ist erledigt

Wir sind keine Minute zu früh fertig. Ich konnte gerade noch das Werkzeug verräumen, da höre ich Kranmann Giannis schon über mich sprechen. Als ich auf seiner Höhe war rief er mir schon entgegen – „…pame Mario, are you ready with ALENA? You are the next!“

Hans-Peter und ich parieren, wir legen die schöne Schwedin ab und zirkeln sie in die Krangasse – ein paar Minuten später schon hing sie in den Gurten.

ALENA in der Krangasse
Es geht aufwärts…
Mit dem Carello geht es zum temporären Standplatz für exakt einen Monat
Hier steht sie nun und wartet auf Rosi und Karl

Ich habe im Juni einige kleine Aufgaben an ALENA zu erledigen. Die Marina wird zudem zwei Seeventile verbauen. Ende Juni werden Rosi und Karl ihre Hallberg-Rassy dann übernehmen – zu meiner Entlastung.

Der Tag klingt aus, alles war mit heißer Nadel gestrickt, hat letztendlich aber perfekt geklappt. Wir haben heute einen Besuch bei Marietta geplant. Der Eigner der EDINA, der im Moment ja noch ohne seine Gattin vor Ort ist, wird später zu uns stoßen.

Das Essen ist, wie immer, sehr gut

Der Abend war super, er ist aber schwer zu beschreiben, wenn man gleichzeitig die Privatsphäre eines Menschen achten möchte und muss.

Ich versuche es so – der Eigner der CNB taut im Laufe des Abends immer mehr auf. Wir erfahren, dass er früher Regattasegler war, der sowohl beim berüchtigten Fastnet-Race 1979, als auch beim Admirals´s Cup 1983 teilgenommen hat. Er beschreibt die tragische Rettungsaktion vor dem berühmten Felsen, wie auch den Sieg beim begehrten Cup.

Als wäre das nicht genug, gibt er Einblicke in sein Berufsleben – es fallen Namen wie Bernie (Ecclestone), Flavio (Briattore) und Michi (Schumacher). Wir sprechen viel über PS und Sekunden.

Der Abend war ein Highlight des Monats – er ist nicht in Worte zu fassen. Lustig war bei der Gelegenheit auch, als wir feststellten, dass wir am gleichen Tag Geburtstag haben.

Ganz im Gegensatz dazu stand der Folgetag – es war eine nervenzerfetzende Aneinanderreihung von Stunden – der Turbolader soll heute ankommen – wir hatten endlich ein Tracking erhalten.

Ich helfe Volker beim Vertilgen seiner Wurstvorräte, er wolle nachher noch einmal einkaufen, schließlich würde man heute, nach Einbau des Laders, ablegen – dachte man…

Die Reste müssen weg – ich helfe

Am Nachmittag liegen unsere Nerven blank. Alle Lieferanten waren bereits in der Marina und wir fragten uns langsam, wann und wie das ersehnte Paket nun ankommen solle. Da erreicht uns eine ernüchternde Nachricht…

WAS-IST-DAS???

Wir hatten weder einen Wunsch geäußert, noch hatten wir irgendwen versäumt – im Gegenteil, wir waren ganztägig vor Ort!

Die Sendung sollte, laut Tracking, in Rhodos liegen. Wir hatten die Mittagsfähre abgepasst – ohne Erfolg. Dann kam die ernüchternde Nachricht.

Es war uns danach, das vereinbarte Dinner im „Mylos“ abzusagen. Es war als Anlass zum Feiern und zum Verabschieden gedacht. Jetzt würde es eine Art „Frustfressen“ werden – sollen wir das Edellokal dafür missbrauchen?

Wir entscheiden uns dafür, die Reservierung aufrecht zu erhalten und uns etwas Gutes zu tun.

Nomen est Omen – das „Mylos“
Liebe für das Detail
Wir lieben diesen Ort
Einladend
Verspielt aber nicht überladen

Das Essen braucht nicht noch einmal beschrieben werden – es war perfekt wie immer, wir haben uns diesmal auch an Neuigkeiten auf der Speisekarte gewagt. Alles, aber auch wirklich alles, war ein absoluter Gaumenschmaus.

Weißer Taramosalata in einer „Mousaka aus Rote Bete“
Der geliebte Algensalat
Gefüllter Bacalao

Wir schlemmen, genießen, klönschnacken und beschließen, dass der Turbolader und dessen Lieferkette, für den heutigen Abend ein „Thema non grata“ ist, das Wort das nicht genannt werden darf…

So vergeht der Abend uns die Stimmung ist wunderbar.

Die Sonne versinkt, die „blaue Stunde“ beginnt

Etwas getrübt wird die Freude und der Genuss durch meine Schleimbeutelentzündung, an der ich seit meinem letzten Blogeintrag laboriere. Ich hatte aus Unachtsamkeit meinen Unterarm auf einer Schrankkante aufgelegt, diese hat dann drei Tage lang in meinen Ellbogen gedrückt.

Seither habe ich einen ordentlichen Bömmel am Ellbogen – das Berufsrisiko des Schriftstellers. Das stetige Werkeln an den Booten ist der Genesung nicht unbedingt zuträglich. Ich leide…

Autschn
Fühlt sich an wie an Wassersack – ganz doof

Wie immer blicke ich beim Gehen in den Schrank in dem der Fisch aufbewahrt wird. Es fasziniert mich, welche Vielfalt von Edelfisch hier gelagert wird.

Drachenköpfe und kleine Thunas
Die großen Thunas

Am Heimweg machen wir noch eine Pause im „La Palma“. Es gibt einen Ouzo als Absacker, das war aber nicht der einzige Grund.

Wir haben gedacht, dass wir vielleicht unser sehnlichst erwartetes Paket an der Fähre sehen und abfangen können. So flitzen Volker und ich schnell an den Anleger als der stählerne Zubringer anlegt.

Wer findet EIN Paket?

Es war eigentlich klar, dass dieses Unterfangen aussichtslos war. Aber wir klammerten uns eben an jeden Strohhalm. Das Problem war, Sibylle und ich würden morgen Nacht in den Urlaub aufbrechen und Volker stünde mit seinem Problem alleine da.

Aber morgen ist auch noch ein Tag – der letzte des Monats Mai zwar, aber der, auf dem unsere Hoffnung ruht, ELOWYN seeklar zu machen.

Ich nehme das Zepter in die Hand und stehe um 07.30 Uhr auf. Um Punkt 08.00 Uhr stehe ich vor der Filiale von ACS und schildere den zwei Verladern mein Problem. Erst war man eher negativ, man könne ein einzelnes Paket in der Vielzahl der Säcke nicht finden.

Als ich eröffnete, dass es von TNT / Fedex kam, erhellte sich das Gesicht des Mitarbeiters. Ah, für die gäbe es nur einen Sack – sofort leerte der hilfsbereite Mann diesen Sack, auf dem nun meine ganze Hoffnung ruhte…

YEAH, JIPPIE, HEUREKA – da war es! Ich hatte es in den Händen – meinen Schatz!

Dieses Foto geht an Volker und Sibylle

Ich genehmige mir erstmal ein kleines Frühstück – denn dann heißt es: „Treffpunkt ELOWYN“

Noch zehn Minuten – dann geht es los

Wir treffen uns beim waidwunden, blauen Riesen um diesen zu neuem Power zu verhelfen. Volker packt den neuen Lader, ein IHI Originalteil übrigens, aus und bereitet alles vor.

Neu und Alt, dazu Frostschutz – alles da
Zwei Anschlussstutzen müssen ummontiert werden

Ich begebe mich in die Tiefen von ELOWYNs Bauch um dort abermals das Operationsbesteck zu schwingen. Eigentlich lief alles wie am Schnürchen…

Gleich isser wieder dran.

Eigentlich? Ja, denn zwei Punkte machten Kummer. Erstens, mein Ellbogen – das Gewerkel war schmerzhaft, es muss endlich enden, ich brauche Urlaub!

Ahrghn, ich muss mich zu allem Überfluss über links abstützen

Zweitens, das war temporär schlimmer – eine total verrostete Metalldichtung zwischen Turbo und Abgaskrümmer. Diese war so verrostet, dass ich sie nicht mehr als Dichtung identifiziert habe und erst beim vermeintlichen Abklopfen der „Rostablagerungen“ auffiel, dass hier noch eine Dichtung verbaut war, die wir aber nicht bestellt hatten.

Was tun wenn wir diese nicht bekommen? Wir schauderten – aber jetzt hatte Panos, der Verantwortliche für die Chandlery in der Marina, seinen großen Moment! Er hatte das seltene Kleinod tatsächlich auf Lager!

In dem Moment nicht mit Gold aufzuwiegen

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt – zwei Stunden später war der Einbau erledigt, der Probelauf war erfolgreich und ELOWYN klar zum Ablegen.

Wir verabschieden uns von Volker und Tina, wir wünschen wirklich wunderbare Urlaubstage nach diesem „speziellen“ Start.

Die ELOWYN legt ab

Schon kurze Zeit später meldet Volker, dass der Motor perfekt läuft und das Boot wieder ordentlich Speed macht.

Später gibt er noch positive Rückmeldung zum Willi, auch der „läuft besser als je zuvor…“

Boytoy – der Skipper mit dem wiedererstarkten WILLI

Sibylle und ich richten am Weg noch die Plane von Felix´ VW Bus, wir wollen helfen, dass der wertige Wagen keine Schäden davonträgt. Wir ziehen die vom Wind verwehte Plane wieder an Ort und Stelle und befestigen diese neu.

Der Wind hat die Knoten der Verschnürung gelöst
Sibylle und ich packen den Wagen wieder gehörig ein

Ich brauche erst einmal eine Abkühlung. Ein Bad im Meer bringt mich wieder auf normale Betriebstemperatur und ich besinne mich darauf, mit Sibylle zusammen unsere Urlaubsreise vorzubereiten. In wenigen Stunden würden wir schon auf der Fähre sein.

Nach dem Bad heißt es – packen!!!

Wir waren echt ein wenig unter Zeitdruck. Es war uns zum Beispiel wichtig, dass wir mit Hans-Peter und seiner, inzwischen angekommenen, Frau Petra noch einmal zum Essen gehen würden.

Die Beiden sollten den Ort wählen und einladen wen sie wollten. So kam es, dass wir in kleiner Runde mit den Crews der LIBERTÉ und der JASPER bei „To Steki“ zum Dinner saßen.

Endlich Ruhe im System

Auch Volker kann seine Pläne verwirklichen – er macht den ersten Stop im „Stigma“ auf Archangelos und sendet Grüße von Giorgos dem Tavernenwirt. Das von uns beworbene „Octopus Tigania“ hat er bekommen – der Tag findet also für uns alle ein versöhnliches Ende.

Volker und Giorgos grüße aus Archangelos
Octopus Tigania ist gesetzt – immer wenn wir im „Stigma“ sind

Unser Abend klingt im „Repapis“ aus – wir verabschieden uns von den Freunden, morgen früh werden wir schon auf der Fähre sein. Unser Urlaub beginnt in der Nacht zum 01.06.

Ein letztes Eis im Mai 2024

Zurück auf NESSAJA packen wir unsere Tasche fertig und ich schnalle diese auf die GS – wir sind fertig zum Aufbruch, dann legen wir uns schlafen, der Tag beginnt früh.

So endet unser Mai 2024. Ein turbulenter, bewegter und kurzweiliger Monat. Was erwatet uns im Juni? Hier ein kurzer Ausblick…

Wir werden also am 01.06. über Rhodos nach Kreta reisen. Dort treffen wir Nader und Christine, mit ihnen machen wir zwei Wochen lang Kretas Westen unsicher.

Ich habe mir vorgenommen, die Samaria Schlucht zu durchwandern, immerhin die längste Schlucht Europas.

Zurück auf Leros werden wir ALENA zur Übergabe fertig machen und dann an Rosi und Karl übergeben.

ELOWYN wird am Tag nach unserer Rückkehr gekrant, auch hier gibt es einiges zu erledigen.

Zu guter Letzt steht ein Gespräch mit dem Marinaeigner an – wie würde es mit meiner Beschäftigung weitergehen?

Ihr ahnt schon, es stehen turbulente Wochen bevor und wir hoffen, dass ihr uns gewogen bleibt. Danke für die investierte Zeit und das Interesse an unserem etwas anderen „blau-weißen Lebensmodell“!

Liebe Grüße aus Kreta

Mario & Sibylle, die Crew der NESSAJA

April 2024 – Man in the Mirror

Es ist ja guter Brauch geworden, dass ich den monatlichen Blogberichten Songtitel als Headline vergebe. Hierbei orientiere ich mich meist an den Songs der 80´ern, fast immer fällt mir die nächste Überschrift im Laufe des Monats irgendwie zu.

Nicht so im April 2024 – ich musste die Allwissende bemühen, also nicht Sibylle diesmal, sondern tatsächlich Google – denn hinter mir liegt ein richtungweisender Monat, einer mit einer maßgeblichen Entscheidung.

Mit dieser Vorgabe komme ich also an „Man in the Mirror“ von Michael Jackson aus dem Jahr 1988. Wäre ich von selbst nicht drauf gekommen, ich war nie ein Jackson Fan, obwohl er ja DER Künstler der 80´er war. Aber was er da in diesem Song niedergeschrieben hat, das trifft den Geist des vierten Monats des Jahres schon ganz gut…

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Schön, dass ihr wieder Zeit für das Lesen meines Blogberichtes investiert, seid gespannt was uns im April so alles widerfahren ist.

Der April begann wunderbar, der Frühsommer war da

Wo steige ich am besten ein? ALENA bietet sich an – die Käufer sind abgereist, vor uns allen liegt ein Berg von Aufgaben. Ich nehme es vorweg, alles klappt im Verlauf des April, der Hauptkaufvertrag wird geschlossen, die Übergabemodalitäten laufen an. Ich kümmere mich vor Ort um das Schiff – große und kleine „to do“ stehen auf meiner Liste.

So ist zum Beispiel ein Fender zu erneuern, dieser hat bereits am ersten Tag des neuen Monats den Geist aufgegeben.

Dem Luftikus ging die Puste aus
Doch Ersatz war rasch beschafft

Ich kommuniziere noch mit der Marinaleitung, ich brauche Krantermine für das Lifting und Launching, auch der Verkauf ist im Office anzuzeigen. Eine Bestandsaufnahme für die noch offenen Reparaturen würde ich später machen! Wir waren an diesem Tag ohnehin damit beschäftigt, den neugierigen Nachbarn zu erzählen wie es denn mit dem Verkauf der schönen Schwedin geklappt hätte. Interessante Gespräche ergaben sich und wir erfuhren auf diesem Weg, dass nicht wenige der ehemaligen Nachbarn an Steg D sich mit Verkaufsgedanken tragen.

So verging der Tag wie im Flug, wir nahmen uns Zeit für die Freunde, die wir während des Besuches der ALENA – Käufer etwas stiefmütterlich behandelt hatten.

Abends fanden wir uns im „SouVLakki“ wieder, wo der Tag einen sehr schönen Ausklang fand – natürlich durfte auch ein Besuch des rosafarbenen Eistempels nicht fehlen.

Wieder Zeit für eigene Belange – darauf ein Bier
Love it
Betthupferl

Der April sollte ein umtriebiger Monat werden. Natürlich waren wir gewappnet, wir wussten, dass ELOWYN und ALENA uns fordern würden.

Ich kann daher vorwegnehmen, dass ich an NESSAJA im vergangenen Monat abermals keine Arbeiten verrichten konnte. Ich habe es schlichtweg nicht geschafft. Sibylle wartet also immer noch auf ihren Außenwasseranschluss, die Pumpe des vorderen Duschsumpfes liegt immer noch originalverpackt im Bad und auch mein Eberspächer Partner in Deutschland ruht sich auf seinem lichten Moment im März aus – die Ersatzteile haben wir ebenfalls nicht erhalten! Nun, eilt ja alles nicht…

Dringender waren da schon die regelmäßigen Routinekontrollen auf Hans-Peters LIBERTÉ – hier sollte der Schimmel nicht noch einmal zuschlagen können, wir halten das Boot trocken.

Kleinste Wasseransammlungen aufgrund von Undichtigkeiten…
…werden sofort beseitigt

Eine einschneidende Veränderung für mich, sollte die Unterbrechung meiner Beschäftigung für die Marina sein. Ab 01.04. würde ich nicht mehr unterstützen, erst im Oktober oder gar November soll es weitergehen.

Wohin also mit meiner Werkzeugtasche??? Ich hab´ da eine Idee…

Findet Unterschlupf auf LIBERTÉ – kurzfristig

Was ich nicht zu hoffen gewagt habe – tatsächlich lässt man mich weitgehend in Ruhe. Nur einmal bittet der Inhaber der Marina noch um meine Hilfe – „…kannst Du schnell bei einem kleinen Boot prüfen warum die Ankerwinsch nicht geht?“

Ja, klar, kann ich…

Hätte ich nur nichts gesagt 😉

Der 01. April war vorbei – ist das euer Ernst???

Den Fehler hatte ich rasch gefunden, die Arbeit habe ich dann aber übergeben, es war eine größere Reparatur einzusteuern. Ich war frei, ich hatte Zeit für meine Aufgaben!

Das Telefon piept – Heribert von der STARLIGHT III meldet sich. Ich bin freudig überrascht, damit habe ich nicht gerechnet, wir hatten uns verabschiedet. Er erwarte einen Warenbrief, dieser läuft auf der Insel irr – ob ich den suchen könnte?

Einen Brief? Suchen? Ja klar, nichts leichter als das! Er gibt mir noch Anhaltspunkte und ich Depp sage zu, also auf geht´s – mein erstes Ziel im Fokus ist die „Moor & Dock“ Marina am anderen Ende der Insel.

Ok, und was sage ich nun???

Ich betrete das Büro „Hello, I´m Mario and i´m wondering whether you have a letter for my friend Heribert.“

Geh mal in Miesbach auf die Post und stelle so eine Frage – die lassen dich sofort abholen. Die Antwort hier – „Yes!“

Ich stehe verdutzt da und schaue belämmert. Die Dame gibt mir, dem Unbekannten, den Brief und wünscht einen schönen Tag. Ich fahre sofort zu Marietta, gönne mir einen Ouzo und gebe Heribert Bescheid – er bittet mich, das Ding auszupacken und auf Beschädigungen zu prüfen…

Ein Motherboard für einen alten Plotter – sieht gut aus, sehe ich mit einem Blick 😉

Derart positiv motiviert, gehen Sibylle und ich auf die ELOWYN, wir wollen heute noch etwas reißen. Wir nehmen uns vor, dass wir die Garage für die Rückkehr des WILLI vorbereiten.

Wie war das gleich wieder? Gangway hoch, Klappe auf, Leiter runter, Gangway raus? Oder doch anders??? Oh mann…

Mit offenem Schlund steht der blaue Riese da…
…nachdem wir ihm das „Reservedinghy“ aus dem Rachen gezogen haben

Ich kann mir nicht helfen, irgendwie sieht es doch auf den Bildern aus, als ob ELOWYN uns auslacht. Egal, wir leeren erstmal das Ersatzdinghy aus, das durfte nämlich über den Winter in der Garage wohnen, dabei hat sich ordentlich Plörre angesammelt.

Der Schlonz muss raus

Danach widmet Sibylle sich der Gummiwurst und reinigt mit allerlei Mittelchen, so dass das Zweitdinghy der ELOWYN wieder ansehnlich ist und uns mittlerweile als Fortbewegung innerhalb der Marina dient.

Ich dagegen nehme mir vor, das Projekt „Austausch und Adaptierung des Fallenstoppers“ heute abzuschließen.

Ok, da braucht´s zeitintensive Vorarbeit

Wie immer klappt es nicht so wie geplant! Es fehlt ein Werkzeug, die gekauften Schrauben passen auch nicht. Ich habe noch Hoffnung auf eine Lösung und will „nur schnell“ mit dem Dinghy zu NESSAJA um das Werkzeug zu holen…

AUA!!! Ich ramme mir am Steg einen Spreißel in die Handfläche, der sticht, es brennt. Autschn, ich muss mich operieren.

Hab´ ich dich…

Es hilft alles nix, die Schrauben passen nicht! Ich könnte nur murksen, das kommt nicht in Frage. Also muss Giorgos noch einmal ran – ich informiere meinen Freund und schicke ein Bild, wortlos…

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Der Tausendsassa antwortet lapidar – „…no problem, come tomorrow morning!“

Ok, dann mache ich das!

Aus diesem Grund beginnt der neue Tag auch ungewöhnlich tough. Aufstehen, Kaffee trinken, auf´s Mopped und los. In der Werkstatt des Meisters der Metallverarbeitung, bereite ich den Patienten auf dem OP Tisch vor…

Wir besprechen und tüfteln, dann geht es ans Werk

Der Meister selbst gibt sich nun die Ehre und bearbeitet die nigelnagelneue 400.-€ Klemme mit feinem Werkzeug! Mir stehen derweil die Schweißperlen auf der Stirn.

Das passiert wenn ein Hersteller das Lochbild ändert

Spaß beiseite – jede einzelne Schraube wurde auf Maß gemacht. Köpfchen kleiner drehen, ablängen, Schraublöcher aufbohren – irgendwann war es geschafft!

So soll es an den Mast – NACH dem Lackieren

Sibylle hatte heute einen Pflichttermin. Eine Schulklasse würde den Hundeshelter besuchen, alle freiwilligen Helfer waren vor Ort um die 35 jugendlichen Besucher in Schach zu halten.

Ich habe Sibylle versprochen, auch einmal vorbei zu sehen. Ich war neugierig, wie sich die Hunde bei soviel Trubel verhalten würden.

Ich mag ja Hunde, sehe das aber eher neutral, gaaaanz neutral!

Wie meint ihr das? SÜÜÜÜÜÜSS?

Völlig neutral betrachte ich einen der kleinen Welpen – ob ich vielleicht…??? Sibylle raunzt mich an… „…denk nicht mal dran!“

Obwohl, Platz hätte der ja auf NESSAJA.

Spike – ich nenne ihn Spike

Ich nehme Abstand von meiner Idee, mal sehen wie lange das noch anhält. Ich denke, dass so ein kleiner Begleiter durchaus Raum in unserem Leben hätte. Es wären lediglich die Besuche in Deutschland, welche wir dann anders organisieren müssten.

Egal, ich musste ohnehin zurück zu NESSAJA, die Adapterplatte für ELOWYNs Fallenstopper muss lackiert werden. Ich wähle den Weg durch den Wald…

Im Wald sieht man den MTB Trail

Das ist eine offizielle, geschotterte Fahrstraße, welche entlang der MTB Trails geht. Kurz nur, aber landschaftlich sehr schön. So erreiche ich die geteerte Küstenstraße in Höhe des Kriegsmuseums, die kurze X-Terrain Exkursion hat Spaß gemacht.

Jetzt aber ans Werk…

Fertig zur Montage – nur noch trocknen

Ich spraye den Aluprügel gewissenhaft an, das gelingt ganz gut. Nur an einer Stelle war ich zu ungeduldig und generiere einen kleinen Läufer, diesen wird man später aber nicht sehen. Ich hänge mein Werk an NESSAJAs Baum zum trocknen auf und schließe mein Tagwerk ab – es ist ein herrlicher Abend.

Ich genieße das Wetter und diese Phase in der Marina

Am nächsten Morgen starten Sibylle und ich mit einem kleinen Frühstück in den Tag. Ich überprüfe meine Lackierung und kann, nachdem alles passt, mein Tagesziel für heute festlegen – die Montage beider Fallenstopper an ELOWYN…

Fertig zur Montage…
…welche auch umgehend erfolgt

Für die peniblen Kritiker sei angemerkt, dass ich natürlich die „Oxidationsblume“ gesehen habe, aber nicht weiter nach außen schleifen wollte. Der Mast von ELOWYN soll kommenden Winter lackiert werden – eventuell wird dann an dieser Stelle auch umgearbeitet. In jedem Fall wird der Lack danach wieder gut aussehen – es war jedenfalls keine Option dem gigantischen Mast mit der Spraydose zu Leibe zu rücken.

Beide Klemmen mussten getauscht werden, weil Volker rechts und links ausgewechselt haben wollte – doch dazu später mehr. Denn jetzt klingelt erstmal mein Telefon.

Der Makler ruft an, JETZT hätte er das richtige Haus für uns. Wir sollen gleich nach Patelo oberhalb von Agia Marina kommen. Ok, also auf´s Mopped und nix wie hin…

Der Zufahrtsweg ist idyllisch angelegt

Wir finden das Haus auf Anhieb. Den Hügel auf dem es steht kennen wir, die private Stichstraße war nicht schwer zu finden. Idyllisch ist es hier – auf der gegenüberliegenden Wiese grasen die Kühe, dort hat man einen Blick auf einen Buchtausläufer von Crithoni.

Ich parke mein Motorrad an der Straße, dann sehen wir uns das Objekt an. Der Makler wird sicher gleich kommen…

Das ganze Grundstück ist eingezäunt, am Ende der Zufahrt der einzige Nachbar
Das Haus selbst hat eine gute Substanz
Der Blick ist der Hammer – die komplette Bucht von Agia Marina…
…einschließlich der Riva des liebreizenden Ortes – und natürlich die Burg

Der erste Eindruck ist sensationell! Inzwischen ist der Makler eingetroffen, wir bekommen unsere Fragen beantwortet und er sperrt uns auf. Das Haus selbst ist schon sanierungsbedürftig. Der erste Blick täuscht, auch dieses Objekt müsste man entkernen, aber die Substanz ist besser als bei dem Objekt in Lakki, welches wir im März besehen haben – ihr könnt euch erinnern…

Gästezimmer links, Bad mittig, Küche rechts
Wohn- / Esszimmer
Und wieder dieser Blick

Vom Schlafzimmer habe ich leider kein Bild gemacht, es hatte die gleiche Ausrichtung wie das Wohnzimmer und eine Terrassentüre, welche diesen „Killer-View“ auf das Meer freigab – ja, hier könnte ich mir vorstellen zu wohnen.

Wir gingen noch in den Garten. Hier gab es einen Brunnen, einen alten, großen Olivenbaum und eine Mini-Kapelle – alles in allem 1.200qm, genau richtig!

Der alte Brunnen
Das gesamte Areal

Ja, ich denke, dass der Makler erfasst hat was wir wollen. Ich darf den Schlüssel behalten (so ist eben Griechenland) um im Falle eines weiteren Besuches jederzeit Zugang zu haben. Ich solle den Schlüssel halt „die nächsten Tage“ mal vorbeibringen.

Der Makler fährt, Sibylle und ich stehen noch ein bisschen dumm rum. Eine neue Denksportaufgabe tut sich auf. Die Herausforderung wird sein, eine ordentliche Finanzierung zu planen, denn das Haus ist, Renovierungskosten mit eingerechnet, etwas über unserem Budget. Der Makler signalisiert – eine Teilung des Grundstückes JA, den Kaufpreis drücken, eher NEIN.

Gedankenschwanger fahren wir zurück zu ELOWYN – die zweite Klemme muss noch an den Mast…

Die alte VJ14, leider nicht mehr lieferbar, aber funktionell noch in Ordnung

Volker hatte bei einem Telefonat kurz angemerkt, ob ich denn die alte Klemme nicht ein bisschen saubermachen könnte bevor ich sie wieder montiere? Ja klar, ich mache ohnehin einen Service…

Danach war sie sauber – und geschmiert

Als ich Volker dieses Bild schickte, wurde klar, dass seine Vorstellung von „saubermachen“ und meine Idee eines Service nicht die gleichen waren. Vorsichtig fragt der Freund an, ob man, wenn man die Sache SO angeht, nicht die alte Klemme hätte retten können.

Ja, hätte man, wenn es Ersatzteile gibt – ich verspreche anzufragen und mich „irgendwann“ darum zu kümmern…

Ich finalisiere den Service am Fallenstopper XXL und montiere diesen. Fertig! Just in diesem Moment schellt mein Mobiltelefon, der Inhaber der Marina meldet sich aus Athen – ob es mir was ausmachen würde, meine Werkzeugtasche an den neuen Mitarbeiter abzugeben? Nein, macht es nicht, ich bringe dem neuen Kollegen umgehend mein Werkzeug…

Damit kann „der Neue“ durchstarten

Der Chef bedankt sich, er meint, dass ich mein griechisches Telefon behalten solle, das würde ich ja noch brauchen! Ok, kein Werkzeug, aber ein Telefon – wo führt das nur hin???

Der Tag hatte genug Überraschungen, das Haus wabert immer noch durch meinen Kopf. Ich nehme meine Sibylle und fahre mit ihr auf einen Ouzo ins „Palma Café“ – wir haben viel zu besprechen und wollen den Tag ausklingen lassen.

Hier sitzen wir gerne mal auf einen Ouzo

Zum Dinner sind wir im „Metzes“ verabredet. Es wird ein entspannter, geselliger Abend ohne weitere Highlights.

Das „Metzes“ hat sich in unsere Top 3 geschlichen

Es wird ernst für mich! Der April ist in vollem Gange, die ersten Tage sind verstrichen. Es wird eine Windpause geben, die Vorbereitungen an ELOWYN sind (fast) abgeschlossen.

Der Bolide muss an den Stadtkai um dort seine Solaranlage zu erhalten – ICH würde den Riesen dorthin steuern müssen und ihn dort vor Buganker anlegen müssen. Ja, ok – mach ich! MORGEN!

Heute schließen wir erstmal die Vorbereitungen ab…

Wieder öffnen wir den Schlund des Riesen…
…um die Garage zu reinigen und die Technik zu warten. Fertig für den Einzug des WILLI

Sibylle füllt derweil die Wassertanks auf. Das dauert Stunden und muss zwischenzeitlich kontrolliert werden – und siehe da, die Anzeige für die Wassertanks funktioniert nicht! Solche kleine, fiesen Überraschungen gibt es offensichtlich nicht nur auf alten Popelbooten, sondern auch auf den XXL-Luxusdampfern.

Ich mache mich sogleich an die Lösung des Problems.

„Nur schnell“ die Anzeige prüfen…
…oder gleich ausbauen und zerlegen???

Langer Rede kurzer Sinn – ich prüfe hier, ich prüfe da und bin rasch sicher, dass es am Display selber liegt. Volker räumt ein, dass hier schonmal ein Fehler vorlag und stellt einen Kontakt zu Philippi her. Wir machen nicht lang rum, es wird entschieden das Gerät zu Philippi nach Deutschland zu schicken. Ich packe ein Päckchen und sende das Display zur Überholung ins Schwabenland – Kostenpunkt für den Versand, lässige 33.-€! Hoffentlich klappt das noch rechtzeitig…

BIMM, eine Nachricht erreicht mich. Ein Seglerpaar, welches ich aus dem MSF kenne, kündigt per Messenger ihre Ankunft in der kommenden Nacht an und fragt, ob es mir möglich wäre „…eine elfsprossige, rote Holzleiter an ihr Schiff zu stellen?“

Ich überlege kurz wie ich mit solchen Anfragen umgehe, zumal mich genau dieser Mann letztes Jahr gerügt hatte, nachdem ich es gewagt habe, eine zwölfsprossige, rote Metallleiter zu nehmen 😉

Hm, zuerst schreibe ich ihm, dass der von ihm gewünschte Leitertyp vergriffen sei, ich könne nichts machen. In der Realität obsiegt aber der Engel in mir und ich organisiere eine der raren elfsprössigen Steighilfen…

Dein Wille geschehe…

Es bleibt hier unerwähnt, dass ein anderer Segler tags darauf wohl überrascht festgestellt hat, dass seine Leiter nun zwölf Sprossen hat und aus Metall ist – tja, kann passieren. Und jetzt mal ehrlich – wieviele von euch haben die Sprossen gezählt??? 😉

Es ist ein Tag später – Sibylle und Angelika sind die Vorhut, um am Stadtkai von Lakki schon Leinen zu befestigen und einen Platz frei zu halten. Leider liegen dort zwei Schiffe längsseits, diese rücksichtslosen Zeitgenossen besetzen so 5-6 Plätze. Genau dazwischen ist EINE Lücke in welche ELOWYN passen würde – diese gilt es zu verteidigen!

Zur selben Zeit rufe ich auf Kanal 10 den Marinero Giannis an, er gibt Assistance bei Hafenmanövern. An Bord der ELOWYN sind neben mir noch Uli, Eva und – wie sag´ ich´s nur – ein weiterer Mario, der „kleine Mario“ (Zitat seiner liebreizenden Gattin). Mehr zu Mario später, heute ist er der Mann am Anker, Uli und Eva nehmen die Heckleinen entgegen – so weit, so gut, fertig zum Ablegen!

Bug- und Heckstrahlruder piepsen um die Wette, alle Manöver gelingen prächtig. Wir legen mit relativ kräftigen Seitenwind fehlerfrei an, treffen die Lücke und machen sicher fest. Dass wir ein wenig schräg liegen bleibt ein Schönheitsfehler. Leider gibt es keine Bilder, jeder war mit sich selbst beschäftigt.

Wohl aber gibt es ein Bild von Uli an der TV-Radomantenne…

Danke für die Hilfe

…während nämlich Eva und Mario nach dem Anlegen abgemustert haben, haben sich Angelika und Uli sofort angeboten noch zu unterstützen und zu helfen – Uli konnte aufgrund seiner Körpergröße sehr viel leichter an die Antennenkuppel greifen als ich, Angelika widerrum ist gertenschlank und durfte mal wieder zum Kabellösen in die „letzte Ecke“ krabbeln – so haben wir gemeinsam recht rasch die TV-Antenne abbauen können, Giorgos kann kommen!

Da lag sie nun die Antenne – und der Längslieger hat sein Tun vermutlich jetzt schon bereut
War jederzeit safe – rechts von uns lag noch einer!

Rücksichtslos ist das Längsliegen schon alleine deshalb, weil zu dieser Jahreszeit sehr viele Skipper ihre Boote für Reparaturen an den Stadtkai legen wollen. Durch das Längsliegen nimmt an anderen Yachties Optionen und so manchem ortsansässigen Handwerksbetrieb das Geschäft.

Just in diesem Moment kommt unser Freund Martin mit seiner STENELLA an. Er überführt das neue Schiff aus der Türkei nach Griechenland, Ziel noch nicht festgelegt. Er hat einen Freund im Schlepptau und sich vor ein paar Tagen angemeldet – dumm nur, dass er jetzt wegen der Längsseitsdeppen keinen Platz findet! Ich biete ihm kurzerhand ein Päckchen mit ELOWYN an.

STENELLA kommt an – wir vereinbaren ein Päckchen per Funk

Der Freund überlegt kurz, sein Mitfahrer denkt noch nach ob er gerade veräppelt wird, schon wird umgesetzt. Die neue STENELLA dockt an an der großen ELOWYN an…

Spätestens jetzt bekommt der zweite Längslieger ein schlechtes Gewissen – er wird frühmorgens weg sein 😉

Martin fährt noch die gelbe „Q“ Flagge, er hat in Didim ausklariert und will bei uns einklarieren. Der Agent hat ihm bestätigt, dass dies so möglich sei.

Während sich der Freund um die Einklarierungsformalitäten kümmert, gehen Sibylle und ich erstmal ein Eis essen. Wir werden „Repapis“ untreu und probieren das Eis bei „Theikon“ – der Fußweg war kürzer und das Eis auch gut – aber trotzdem keine Konkurrenz für den rosanen Eistempel!

Auch lecker – aber ich bleibe „Repapis“ Fan

Als wir zu ELOWYN zurück kommen erkennen wir, dass irgendetwas nicht stimmt. Martin sitzt angespannt im Cockpit und telefoniert aufgeregt. Er will sein AIS abschalten und sucht beim Hersteller nach einer Lösung.

Jungfernfahrt mit Hindernissen

Noch bevor ich den Freund nach dem Grund seines Handelns frage, fallen mir die unglaublichen Maße von ELOWYN ins Auge. Martins STENELLA ist 40ft lang und auch recht breit, aber an der Flanke des blauen Riesen sieht sie aus wie ein Beiboot. Ich verdränge das Gedankenspiel und erfahre auf Nachfrage, dass die Port Police unseren Freund nicht einklarieren will, weil er aus einem Drittland kommt und Leros erst ab Mai „Port of Entry“ sei.

Ok, das ist jetzt blöd! Die Beamten weisen ihn an, sofort abzureisen. Unsere Einwände bezüglich Sicherheit lassen sie weitgehend kalt. Man werde später entscheiden, solange soll er sein AIS ausschalten. Wenn man ihn nicht sieht ist er nicht da – ich liebe die Griechen!!!

Der Abend verläuft wie wenn nichts gewesen wäre. Wir gehen mit Martin und Roland essen, er würde morgen sehr früh abreisen um in Kos einzuklarieren – sein Fehlverhalten in Leros bleibt ungesühnt!

Als wir am nächsten Morgen mit dem Klingeln des Weckers um 07.30 Uhr aufstehen, sind alle bereits weg. Die beiden Längslieger haben das Weite gesucht und auch Martin wollte es nicht auf Ärger ankommen lassen.

Giorgos trifft pünktlich ein – im Schlepptau, wie immer, Mr. Dimitris

Wir trinken eine Tasse Kaffee und freuen uns, dass Giorgos von „Boat & Parts“ pünktlich ist. Er trifft mit seinen Gerätschaften und dem Solarträger ein und verwandelt ELOWYN in eine Baustelle.

Giorgos, Mr. Dimitris und dessen Sohn Michalis
Das ganze Werkzeug muss erstmal an Bord.

Es erfolgt eine erste Lagebesprechung. Der schwere Träger muss an Bord und erst einmal an den bestehenden Pole getüddelt werden – es muss eine Ausgangssituation geschaffen werden…

Auf der linken Seite hängt er erstmal…
…rechts kann sofort angeschweißt werden – die Anschraubhöhe ist durch die Antenne gegeben
Dann wird das Mordstrum in die Waagrechte gebracht und auch die linke Seite geschweißt

Nachdem alle Halter an die bereits existierenden Rohre angepunktet sind, werden Löcher für die Kabel gebohrt. Dann wird der Träger wieder abgehoben und auf den Anhänger zurück gebracht.

Jetzt ist es für Giorgos an der Zeit, alle Nähte der Befestigungsflansche am Schiff durchzuschweißen. Diese werden anschließend gereinigt und poliert. Dann ist das Schiff sozusagen vorbereitet für die Montage des Solarträgers – dort müssen noch die riesigen Module verschraubt werden.

Große Platten – rund 2m x 1m

Es werden zwei Platten verbaut. Zusammen ergeben diese eine Solaranlage mit 960Wp für die 24V Anlage der ELOWYN. Das sollte, von Null kommend, eine spürbare Verbesserung des Energiehaushaltes mit sich bringen.

Der so präparierte Träger war jetzt sauschwer, es war eine Mühe diesen an Bord zu bringen!

Zwei Kumpels helfen mit – zusammen wuchten wir das Trum an Bord…
…wir wuchten es in Position und verschrauben es mit den vorher angeschweißten Haltern

Im Prinzip ging bis hierhin alles gut. Jetzt war die Arbeit so gut wie geschafft, wir mussten uns auf der Zielgeraden aber einer Herausforderung stellen – das Ding flexte. Es war, das mussten wir uns alle eingestehen, in zwei Richtungen zu wenig ausgesteift.

So telefonierte ich mit Volker um das OK für vier zusätzliche Streben einzuholen, Giorgos fuhr in die Werkstatt um diese anzufertigen und zu biegen und Michalis bekam die Aufgabe die bereits existierenden Schweißnähte weiter zu reinigen und zu polieren und danach die Kabel zu ziehen.

Ich gönnte mir einen Moment des Durchatmens – das sollte sich als Fehler herausstellen und sich rächen! Du musst Deine Augen überall haben, diesen Grundsatz habe ich für einen Moment vernachlässigt.

Doch der Reihe nach! Zunächst schweißte Giorgos die fehlenden Stützen und Streben ein.

Freunde geben einander Halt

Wir wackelten gemeinsam an der Konstruktion. Jetzt war es gut, alle waren zufrieden! Es war inzwischen später Nachmittag, ich war begeistert, dass Giorgos so früh fertig war, mehr noch, dass er überhaupt an einem Tag fertig wurde.

Giorgos dagegen war weniger happy. Er wollte mittags fertig sein und zog eilig von dannen, alles weitere würden wir im Büro regeln, ich übernehme die Arbeiten ab jetzt!

Der Bautrupp zog genauso schnell wie er gekommen war wieder ab – wir blieben alleine zurück.

Sieht gut aus, wir haben uns schnell daran gewöhnt

Während der zwei Nächte am Stadtkai, schliefen Sibylle und ich auf ELOWYN um Ankerwache zu halten und auf das Patenschiff aufzupassen. Morgen würden wir sie in den Hafen zurückfahren, doch vorher stand noch die Probefahrt unter Motor an – doch das ist morgen! Für heute endet ein erfolgreicher Tag, ich war sehr zufrieden!

Schöne Stimmung am Stadtkai

Der neue Morgen bricht an. Wir trommeln unsere Anlegehelfer zusammen. Da sind einmal Angelika und Uli von der JASPER und dann noch Eva und Mario von der SAGITTA. Das Wetter scheint super, ich rechne mit einer erfolgreichen Fahrt, denn wir haben den Propeller ja gewissenhaft angepasst.

Um den Freunden für ihre Hilfe eine Freude zu machen, plane ich eine Vollastfahrt nach Kalymnos / Emborio zum Dinner, danach zurück.

Doch die Probefahrt wird zum Desaster. Der Motor qualmt und raucht, die Drehzahl geht nicht über 2.000rpm. Irgendwas ist bei der Pitcheinstellung schief gelaufen, da müssen Hans-Peter und ich im Mai noch einmal ran!

Gemeinsam beschließen wir – das hat keinen Sinn! Wir brechen ab und drehen um. Etwa eine Stunde später liegen wir sicher an ELOWYNs Platz am A-Steg. Das Manöver war, dank meiner Crew, ein sehr gut gelungenes.

ELOWYN ist zurück – ab jetzt habe ich allerhand zu tun

Sibylle und ich machen „klar Schiff“, dann sortieren wir uns – was fangen wir mit dem restlichen Tag an? Während ich so sinniere, bimmelt mein Telefon. Mein früherer Kollege Florian sendet mir eine Nachricht, er sei gerade mit unserem Show-Car in Griechenland auf Road-Show und besucht Alex´ Familie und deren Motoreninstansetzerei „Rectifié Paschalidis“ in Serres.

Florian mit Familie Paschalidis in Serres

Das freut mich! Ich bin mit Alex befreundet und wir waren erst letztes Jahr mit dem Motorrad dort – ich bestelle schöne Grüße. Ich bin sicher, Florian hat eine gute Zeit, trotzdem möchte ich das nicht mehr, diese Zeit liegt achteraus!

Wieder klingelt das Telefon! Diesmal ist es das Marinaoffice, man weist mich auf ein Päckchen hin, welches für mich angekommen ist. Das kommt ja wie gerufen, denn der Inhalt ist maßgeblich, um die Solarinstallation auf ELOWYN voranzutreiben – es ist der neue Solarregler…

Der Einbau ist an mir

Wir verräumen die erhaltenen Ersatzteile auf ELOWYN und merken – realistisch betrachtet wird dies ein „fauler Tag“ bleiben, heute wird nichts mehr passieren.

Deswegen gibt es von uns auch keinerlei Gegenwehr, als wir am Rückweg zu NESSAJA vor Marcus´ DARKSYDE hängen bleiben – Stegtreffen mit Sundowner ist ausgerufen!

Thilo von der HOME OFFICE gesellt sich auch dazu

Dieser Event endet immer mit dem Versinken der Sonne hinter den Hügeln von Lakki. Dann wird es frisch und die wechselnden Teilnehmer ziehen sich zurück – so auch diesmal.

Am Weg zu unserem schwimmenden Zuhause sehen wir den Marina-Barracuda jagen. Viele Skipper halten unsere Erzählungen aus den Wintermonaten für Anglerlatein, aber ich schwöre es, in der Marina lebt eine Barracudafamilie – und der Paps ist nicht von schlechten Eltern, ich schätze ca. 1m lang.

Der Barracuda jagt

Die Familie wohnt in der Ecke in der wir NESSAJA jetzt hängen haben, irgendwann werde ich bessere Bilder liefern – kurze Tauchgänge zu meinem Propeller unterlasse ich lieber…

Zum Dinner waren wir mit besagtem Thilo von der HOME OFFICE und Volpert und Anja von der ALICJA verabredet. O´Karaflas, der Glatzkopf, hatte wieder geöffnet – klar, dass wir ihm umgehend unsere Aufwartung machen!

Volpert bahnt den Weg – wir haben Hunger
Der Ausblick ist Trumpf – schöner kann man nicht sitzen
Wir sind eine illustere Runde und haben viel Spaß
Last not least – das Essen war vorzüglich

So ein wunderschöner, unterhaltsamer und kurzweiliger Abend. Thilo und Anja waren in Hochform und haben nachdrücklich über regenerative Energien und deren teils ideologische Betrachtung debattiert. Hart in der Sache, aber nicht zu politisch, sehr schön…

Fehlt noch was zum perfekten Abend? Ja, klar…

Mein Tip – Black Chocolade and Mango, a bitter-sweet symphony

Ein schöner Abend endet, wir gehen zufrieden ins Bett. Die Nachtruhe tut gut, denn am nächsten Morgen haben wir „Einsatz“.

Ulrich ist der Skipper der SOLEIL BLEU, einer Amel 54. Er hat um Hilfe beim Kranen und dem folgenden Anlegemanöver gebeten. Klar, das machen wir gerne – so finden wir uns zeitig auf dem hochgelobten Blauwasserschiff wieder.

Line-handlerin Sibylle am Werk
Wir verlassen die Krangasse und fahren an ELOWYN vorbei

Irgendwie kennen wir Ulrich schon lange, wir waren mal als Männerunde zusammen beim Pizzaessen, aber in gemütlichem Rahmen ist noch nie etwas zusammengegangen. Das sollte sich ändern.

Unsere Hilfestellung und ein paar Informationen während der Wintermonate bringen uns eine Einladung beim „SouVLakki“ ein, bei der wir seine Frau Beate kennen lernen und uns einen Abend lang sehr nett unterhalten.

Zusätzlich dürfen wir das Schiff besehen. Chapeau, nicht nur ein toller Wurf von Amel, nein auch ein besonders schönes Exemplar – wirklich toll!

Ich möchte noch etwas umsetzen an diesem Tag, so ziehe ich mich auf ALENA zurück. Die Ursache für die Motorüberhitzung bei der Probefahrt ist noch nicht gefunden. Ich muss das Kühlmittel auffüllen und das System überprüfen.

Kühlmittel war schnell beschafft

Sicherheitshalber schließe ich den Boiler kurz, um zu vermeiden, dass das Kühlwasser des Motors über eine gegebenenfalls defekte Heizwendel in das Brauchwasser des Schiffes verschwindet.

Ich fülle den Kreislauf am Wärmetauscher nach Vorschrift auf…

Voll, passt – aber nur kurz

Schon beim Einfüllen kommt mir die Sache spanisch vor. Irgendwie wird der Behälter nicht voll. Läuft das Kühlmittel ab? Wohin nur?

Ich starte den Motor und sehe grüne Flüssigkeit aus dem Auspuff kommen. Meine erste Vermutung bestätigt sich, der Flüssigkeitsübertritt ist im Bereich des Wärmetauschers, doch wo?

Es hilft nichts, ich muss das System öffnen! Ich befolge dabei Giorgos´ Rat, zuerst den „Elbow“ abzuschrauben. Ich hatte ja das Röhrenpaket in Verdacht, doch Giorgos sieht den Wärmetauscher als Hauptverdächtigen – und er sollte Recht behalten!

Das Loch war deutlich zu sehen

Die Ursache war gefunden, mein Tagwerk war geschafft. Sibylle war schon mit der Crew der SAGITTA auf dem Weg nach Kamara, ich sollte nachkommen – wir hatten einen Termin zu einer Weinprobe in einem der Weingüter auf Leros vereinbart.

Super – aber zuerst packt mich die Lust baden zu gehen. Ich schwitze! Im Motorraum der ALENA war es warm. Also nix wie auf zum Panteli Beach und die Saison dort eröffnet!

Ich ging mich kurz abfrischen…
…und gönne mir einen Ouzo auf den gelungenen Tag

Mit etwas Verspätung folge ich Sibylle, Eva und Mario zum Weingut. Zum ersten Mal sah´ ich mir die Landschaft rund um Kamara jenseits der Straße an – schön ist es hier.

Das kleine Weingut macht einen sauberen und aufgeräumten Eindruck.

Der „Weinberg“ des Familienunternehmens
Wir saßen nett beisammen

Der Betreiber des Weingutes, ein älterer Herr, hat in einer Mischung aus Griechisch und Englisch ein wenig erklärt. Er reicht drei Weine aus eigener Herstellung, rot, rosé und weiß. Alle sind gut, wir diskutieren – ich bevorzuge rot, Sibylle eher rosé, die beiden Freunde aus Linz sind sich einig, der Weißwein ist der beste.

Ich mag den Roten

Die Frau des Alten hat in der Zwischenzeit ein paar Meze für uns gerichtet. Weinblätter, frittierte Zucchini, Oliven – um nur ein paar Dinge zu nennen. Wir waren begeistert, die „Glangerle“ waren soooo lecker, dass wir mit Lob nicht gespart haben.

Meze, frisch aus dem Garten, eigene Eier – superlecker

Im Verlauf des Gespräches ergibt sich, dass die Beiden uns eine Bewirtung anbieten, wenn wir eine größere Gruppe zusammentrommeln. Es würde dann auch für uns gekocht.

DAS wollen wir! Wir gehen ins Risiko, bestellen einen Tisch und Essen für 10 Personen und legen einen Termin fest – diese Gruppe bekommen wir schon zusammen.

Im Gehen nehmen wir noch wahr, wie reizend das kleine Anwesen ist. Eine sehr gute Erfahrung!

Ein herrlicher Platz

Abends gehen wir noch zusammen nach Alinda ins „To Steki“ zum Essen. Das war ein gelungener Tag, ein bisschen was geschafft, viel Genuss und mit Freunden unterwegs. So soll es sein!

Auf dem Weg zur Taverne treffen wir uns noch kurz mit Shira und Noam bei dem Haus das wir angeboten bekommen haben. Die Beiden haben Immobilien auf Leros und sind bewandert im Thema „Bauingenieurswesen“, sie wollen uns beim Denken unterstützen – das nehmen wir gerne an.

Deren Fazit – ich soll meinen Wunsch nach dem Gesamtgrundstück begraben und das Haus mit dem kleineren Grund für günstiges Geld kaufen. So wird es angeboten, mach das!

Ich denke nach, besonders auch darüber, dass es solche Lagen mit freistehenden Häusern und rund 500qm Grund, kaum mehr für attraktive Preise zu kaufen gibt.

Spät am Abend schreibe ich dem Makler und gebe ein unverbindliches Angebot ab…

Der große Olivenbaum und der Brunnen zu mir

Ich ziehe am Lageplan einen Strich, wohlwissend, dass dies etwas mehr als die angebotenen 400qm sein würden. Für dieses Objekt biete ich eine Summe, basierend auf der Berechnungsgrundlage des Verkäufers – und was passiert???

Er will nicht mehr teilen! Ich könnt´ im Strahl kotzen.

Ich bin frustriert, ALLE, wirklich alle Häuser zu denen ich meinen Segen gegeben hätte, waren nach meiner Interessebekundung entweder nicht mehr zu verkaufen oder exorbitant teurer – will das Schicksal mir etwas sagen?

Dieser frustrierende Gedanke wird sich bei mir festsetzen und zu einem späteren Zeitpunkt richtungweisend werden, aber das wusste ich noch nicht…

Der neue Tag gehört vollumfänglich der ELOWYN, ich habe viel zu tun. Ulrich bringt mir freundlicher Weise die beiden Tauchflaschen um die er sich gekümmert hatte. Beide sind abgenommen und haben wieder eine gültige technische Überprüfung. Sie finden sofort ihren Platz – ein weiterer Haken auf der Liste.

Tauchflaschen zur Inspektion – check!

Danach widme ich mich der Montage der TV Antenne – und musste mich ärgern! Ihr erinnert euch? Ich hatte angeschnitten, dass ich mir bei der Montage des Trägers eine Pause zum Durchatmen gegönnt hatte – jetzt muss ich leider feststellen, dass der gute Michalis die beiden Kabel für die Solarzellen, beim Verlegen rechtwinklig und auf Zug nach unten gespannt hat – so ein Scheiß.

Ich kann nur noch ein paar Millimeter retten, um eine Ummantelung zu setzen ist der Zugang jedoch zu eng. Ich vertage das auf später, Volker will noch eine Beleuchtung am Träger, dann werde ich auch hier noch einmal eingreifen.

Ansonsten hat bei der Antennenmontage alles geklappt…
…auch die Funktion ist gegeben

Michalis hat mir ein weiteres Ei gelegt. Er hatte ja zur Aufgabe bekommen die Schweißnähte zu reinigen und zu polieren bzw. zu versiegeln.

Da es ein warmer Tag war, tropfte von der Polierpaste etwas auf den ansonsten abgedeckten Boden, ein synthetisches Flexiteek – der emsige Polierer rubbelte die Kleckse weg, mit einer klaren Flüssigkeit aus einer nicht beschrifteten Flasche – ohne weitere Worte…

Was für eine Sch…

Ein bisschen Tag war noch übrig und ich so richtig in Schwung. Also habe ich noch den Solarregler an seinen Platz geschraubt und so den mechanischen Teil der Arbeit vollendet. Ab jetzt beginnt das Strippenziehen und Kabel anklemmen.

Der Solarregler findet einen guten Platz

Am Ende des Tages konnte sich ELOWYNs Rücken schon wieder zeigen, die Antenne war fertig montiert.

Passt genau wie geplant und berechnet

Zum Dinner sind wir mit Marcus´ Familie verabredet. Wir überlegen ob wir nach Xirokampos in „Trexantiri“ gehen sollen. Zur Feinabstimmung gehen wir an DARKSYDE vorbei und…

…bleiben abermals beim Sundowner-Stegtreffen hängen!

Super Stimmung – von Mensch…
…und Natur
Darauf stoßen wir an – Yammas

Irgendwie tranken wir an diesem Abend ein Gläschen mehr als sonst, es machte sich auf jeden Fall eine schleichende Beschwippstheit bemerkbar und wir beschlossen, heute nicht mehr auszurücken – gegessen wird zuhause!

Marcus bestellt Pizza und lädt auf die DARKSYDE, wir haben einen super netten Abend mit der dreiköpfigen Crew.

Pizza vom „La Nostra“ – kann sich sehen lassen

Ich liege wach im Bett, Sibylle schläft. Die Gedanken treiben mich um, die verpassten Hauskäufe regen mich auf. Es kommt dazu, dass Sibylle mir vor ein paar Tagen eingestanden hat, dass sie nicht dauerhaft auf dem blauen Riesen wohnen möchte – zu groß ist die Aufgabe, die Verantwortung. Sie leidet mehr als ich unter der Tatsache, dass dies nicht „unser Zuhause“ wäre.

Meine rhetorische Frage, ob sie denn wüsste was bleibt, wenn man kein Haus kauft und nicht auf die ELOWYN will, blieb unbeantortet – aber ihr Blick sagte mehr als 1000 Worte, sie wusste es!

Ich schlief ein.

Morgens um 05.00 Uhr wache ich auf, es dämmert. Ich kann nicht mehr einschlafen, weil mich die Gedanken wieder fesseln – da sehe ich das Wandtattoo, welches ich im Mai 2015 geklebt hatte…

Es ist MEIN Traum – ich muss handeln

Ich stehe auf, setze mich an meinen Rechner und schreibe ein Mail, welches unser Leben die nächsten paar Jahre in eine Richtung treiben und elementar beeinflussen wird. Ich sage meinem Käufer ab!

NESSAJA wird nicht verkauft, sie bleibt (vorerst) bei mir!

Nachdem Sibylle aufgewacht war, habe ich sie informiert. Sie war entspannt, erleichtert – die Würfel waren gefallen. Es kristallisiert sich heraus wie unser Leben die nächsten Jahre aussehen wird, das Modell gefällt mir.

Inzwischen denke ich, dass der Hauskauf nicht geklappt hat, weil ich aus tiefstem Herzen kein Haus auf Leros will. Es würde meinem Lebensmodell das Besondere nehmen…

Ich stürze mich wieder auf die Arbeit an ELOWYN, heute soll die andere Seite, die des Windgenerators, fertig werden.

Die Turbine braucht ein neues, längeres Kabel
Wir schaffen es, die Turbine auf den Pole zu bekommen

Der Anbau war aufwändiger als ich dachte. Das neue Kabel wollte nicht durch den Pole, weil Giorgos mir eine Verstärkung, damit aber auch eine Verengung eingebaut hatte – dennoch haben wir es geschafft. Am Abend war das Gehäuse montiert und die Baustelle weitgehend abgeschlossen, verkabeln werde ich dann eben morgen.

Es war ein warmer Sommertag, ich war verschwitzt und wollte schwimmen gehen. Das traf sich gut, denn wir waren zum Grillen am Marinastrand verabredet. Ich habe meinen Grill gepackt und bin einfach 15 Minuten vorher dorthin gegangen, genau das richtige Zeitfenster sich einmal richtig abzufrischen.

Frisch – aber herrlich

Dermaßen erfrischt konnte der Grillabend starten. Mario & Mario, packten ihre Cobb Grills auf die parat gelegte Terrasse am Meer und jeder brachte etwas mit – Grillgut nach persönlichem Gusto, Salate für alle – perfekt!

Gemeinsames Grillen – die Crews der CHILI, JASPER, SAGITTA und NESSAJA
Die beiden Gas-Cobb brutzelten um die Wette
Es gab Fleisch zum Abwinken – und auch Vegetarisches

Jeder erzählte seine Geschichten, jeder berichtete von seinen Reisen – Sibylle und ich erzählten, dass wir NESSAJA behalten würden. Alle waren erfreut, wirklich überrascht war jedoch keiner – komisch…

Zu später Stunde ließen wir den Tag bei einem Absacker am D-Steg ausklingen. Nachdem Marcus mit der DARKSYDE bereits Richtung Lipsi aufgebrochen war, wurde Uli zum DJ berufen – er erfüllte die Aufgabe mit Hingabe und Bravour! Von AC/DC über Pink Floyd bis Zappa war alles dabei 😉

Cheers

Und unser versetzter Käufer, wie hat er reagiert??? Ich muss sagen, überraschend gut! Erst kam nichts. Als er den Ernst der Lage erkannt hatte, vermutlich als die Anzahlung auf seinem Konto einging, hat er geschrieben. Er war zunächst enttäuscht, auch wütend, habe sich aber gefasst und sehe nach vorne – die Beiden möchten uns als Freunde nicht verlieren. Das können wir zurück geben…

Werden wir sie wieder treffen? Ja, das werden wir wohl! Sie nutzen die bereits gebuchten Flüge, um eine dringende Empfehlung meinerseits zu beherzigen und sich ein Schiff anzusehen, welches ich für die Beiden als die wesentlich bessere Occassion einschätze.

Ich hatte in wirklich freundschaftlicher Absicht den Link gleich mitgeschickt!

Die Beneteau kennen wir – ein sehr gutes Angebot

Bekannte von uns am D-Steg verkaufen das Schiff. Die Beneteau Oceanis 42CC entspricht aus meiner Sicht mehr den Anforderungen meiner Ex-Käufer. Sie ist ein sehr gepflegtes, optisch schöneres Schiff als meines – sie hat weniger technische Extras und ist somit weniger herausfordernd.

Ein feines und preislich sehr attraktives Angebot…
…für ein tolles und gepflegtes Schiff

Wie auch immer dieser Teil der Geschichte ausgeht – ich wünsche beiden Parteien, sowohl den Verkäufern, als auch den Käufern nur das Allerbeste.

Sollten meine Käufer von NESSAJA zu der Beneteau wechseln, sie wären sicher schnell in die Community integriert – ob es klappt wird sich im Mai entscheiden.

Naja, und wir bleiben auf unserer NESSAJA, ich werde die Pläne entsprechend anpassen. Das Deck wird 2024 nicht saniert, da muss ich noch etwas nachdenken wie ich das angehe, andere kleine Pläne habe ich schon – bleibt gespannt!

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Seit einigen Tagen hängt der Ersatztender der ELOWYN bei uns am Steg. Dies sollte heute eine Rolle spielen…

Der motorisierte Schnulli ist stets einsatzklar

Ich sitze im Salon, das Wetter ist nicht so herrlich. Plötzlich höre ich Geschrei – und ein Platschen!

Ich gehe hoch und sehe nach, ein Nachbarschiff legt ab, Geschrei kann als normal abgetan werden. Nicht normal ist hingegen, dass das Schlauchboot unseres Marinero herrenlos durchs Hafenbecken trieb.

Der Ableger war inzwischen fast aus seiner Lücke, er gab nun den Blick auf das ihm benachbarte Schiff frei – und da hing er wie ein nasser Sack! Giannis, unser fleißiger Marinero, hing wie ein armer Tropf an der Fußreling des eines Schiffes, quasi als „lebender Fender“, während das andere Schiff seelenruhig ablegte.

Was mich echt schockierte – der Ableger rammte noch den Anker des Nachbarn, machte aber weder hierzu noch aus Gründen der Hilfeleistung, irgendwelche Anstalten zu wenden, zurück zu setzen oder zumindest irgendwie zu helfen oder zu unterstützen – und sei es nur durch einen Funkspruch.

Ich handelte sofort, sprang ins Schlauchboot und sammelte den armen Kerl ein. Der sprang mit nasser Hose zu mir ins Boot und gemeinsam bargen wir sein Schubserboot.

Bedröppelt bedankte und verabschiedete er sich – sein Tag war gelaufen. Der Flüchtige wird diese Marina wohl nicht mehr betreten…

Ein paar Stunden später hatte sich die Laune gebessert, das Team rückte wieder aus.

Giannis – rechts im Bild – ist wieder gefasst

Natürlich hatte das ganze ein Nachspiel. Der Vorgang wurde für die Versicherung erfasst, das Mobiltelefon war kaputt. Ich musste eine Zeugenaussage machen, zusätzlich bat man mich, dass ich mein Telefon an Giannis gebe – natürlich ohne Karte, die solle ich bitte behalten! Ok, die ist ohnehin im alten iPhone – aber warum darf, ja soll ich die Karte behalten? Ich denke, da braut sich was zusammen.

Ich widme mich meinen Arbeiten an Elowyn, heute ist Kabelziehen angesagt, ich will auf der Windgeneratorseite fertig werden – also auf ans Werk.

Zuerst verlege ich Plus und Minus zum Laderegler ordentlich
Dann heißt es neue Kabel durch Leerrohre ziehen – und mit alten verbinden

Ich hatte bereits Verteilerdosen gesetzt, Leerrohre sind in dem Großen Schiff zum Glück vorhanden. Ich ziehe also neue Kabel dorthin, wo sie benötigt werden und verbinde sie in den Verteilerdosen mit den alten Anschlussknoten.

Die alten Kabelstücke nehme ich rigoros raus, es soll danach aufgeräumt aussehen.

A bissl was bleibt immer übrig

Während ich mit dem Strippenziehen beschäftigt bin, hilft Uli von der JASPER unserem bekannten Heiner seine DAMIANA zu kranen – man hilft sich immer irgendwie gegenseitig aus.

Ich habe einen Logenplatz zum Kran und kann das Treiben beobachten.

Gleich ditscht sie das Wasser

Als ich Werkzeug auf NESSAJA hole, kann ich auch in unserer Ecke ein Schauspiel erleben. Die beiden Betriebselektriker müssen ein Unterwasserrohr für die Kabel der Feuer-Warnanlage verlegen. Dazu brauchen sie die Hilfe des wieder ermutigten Matrosen Giannis.

Vor einem Tag baumelte er noch am blauen Schiff – jetzt wieder voll in Action

Es war erheiternd mit anzusehen, wie die Drei das zig Meter lange Kunststoffrohr erst an der Anhängerkupplung eines Autos durch die Marina zogen und jetzt dassselbe mit dem Schlaucherl, einmal von links nach rechts durch das Hafenbecken – ein riesen Akt, ein Procedere der Extraklasse.

Als ich zu ELOWYN zurück ging, traue ich meinen Augen kaum…

Hm, und jetzt???

Der kleine, weiße Wagen stand noch zwei Meter weiter vorne als ich die GS parkte. Jetzt ist mein Bike zugeparkt. Sind die Italiener zurück???

Nun, diesmal weiß ich nicht was ich davon halten soll. Ich weiß wem der Wagen gehört, der Mann liest meinen Blog und weiß natürlich, wie ich solche Aktionen liebe – ist es also Absicht? Will er mich aus der Reserve locken und etwas provozieren?

Oder, was ich nie überlegt hatte, kann es einfach sein, dass es Menschen gibt die tatsächlich weniger nach links und rechts sehen als ich? Ich muss das mal überdenken.

Jedenfalls nehme ich den kürzesten Weg – für eine BMW GS stellen solche Stützen kein Hindernis dar. Ich rumple einfach darüber weg, parke woanders und bewundere mich ob meiner Gelassenheit!

Verkabelung fertig

Zurück auf der ELOWYN mache ich die Verkabelung für den Windgenerator und damit die auf der Backbordseite des Schiffes fertig. Ich reinige die Kiste und kann diese schließen – da muss ich nicht mehr ran!

Jetzt noch die Flügel an die Maschine – und fertig ist auch die Montagearbeit.

Passt, der Windgenerator dreht frei
Fertig – Windgenerator und Antenne sind wieder an ihrem Platz

Ich schließe die Arbeiten genau rechtzeitig ab, denn morgen soll noch einmal ein wirklich kräftiger SE-Sturm kommen. Da wären Arbeiten am Windgenerator nicht möglich gewesen.

Da braut sich etwas zusammen

Zufrieden mit meinem Tagwerk schleiche ich am Rückweg am D-Steg vorbei. Ich verabsäume es nicht, den wirklich guten Espresso der CHILI Crew zu loben – ich hätte doch nicht ahnen können, dass Ralf und Ina mir gleich ein Tässchen anbieten würden… 😉

Dankend nehme ich an!

Wirklich gut…

Für den Abend sind wir mit unserem Freund Martin und seiner Frau Petra im „Metzes“ in Agia Marina verabredet. Ihr erinnert euch? Die STENELLA musste Lakki wegen der Auflagen der Port Police verlassen. Sie hatte inzwischen in Kos einklariert und Martin hat Crew gewechselt. Roland hatte abgemustert, statt seiner kam Petra an Bord.

Die Beiden lagen nun in Agia Marina an der Kaimauer, sollten aber später in die Leros Marina Evros verholen.

Ein schöner, einladender Platz
Wir kennen uns noch aus Kroatien (2012) – jetzt treffen wir uns auf Leros

Es war ein kurzweiliger Abend, es gab viel zu erzählen. Leider musste Martin im Gespräch einräumen, dass sein neues Boot ein Problem aufwarf – die Zerhackerpumpe der Bordtoilette arbeitete nicht mehr. Wir würden uns über die nächsten drei Tage stundenweise damit befassen müssen.

Doch darüber hinaus hatten wir heute andere Themen für unseren Klönschnack…

Für den Folgetag wurde vereinbart, dass Sibylle mit Petra und Martin die Insel ein wenig erkundet. Sie wollten sich Sehenswürdigkeiten ansehen.

Sibylle mit der Crew der STENELLA auf Entdeckungstour

Ich habe die Zeit genutzt um bei ALENA weiter zu kommen. ELOWYN hatte heute Pause, etwas Abstand zum Großprojekt tat mir auch gut! Ich verziehe mich also mit meinem Werkzeug auf die schöne Schwedin…

Die Seeventile der Cockpitentwässerung sind fest

Bei den beiden festoxidierten Seeventilen habe ich noch leichtes Spiel. Wir haben einen Ersatz aus Kunststoff vereinbart, es soll Ware von TruDesign zum Einsatz kommen. Ich musste also nur die Maße holen, die Teile benennen und diese bei unserem Panos in der Chandlery bestellen.

Die Ersatzteile waren vorrätig – an diesem Punkt ist ein Haken

Etwas mehr Mühe machte der Kühlschrankverdampfer. Auch dieser muss eigentlich nur ersetzt werden, soll aber maßlich etwa dem Alten entsprechen. Ich liefere also ein Bild und die Maße des Alten, mit der Bitte um Bestellung eines Ersatzverdampfers.

Der Verdampfer muss raus – er hat ein Leck

Diese Recherche macht Mühe und ist nicht ganz Panos´ Spielfeld. Ich warte bis heute und habe auch Bedenken, dass das reibungslos klappt. Daher mein Bemühen schon heute – wenn er bis Mai keine Bestellung absetzt, kaufe ich das Ersatzteil in Deutschland.

Last not least, mein Problemfall, der Wärmetauscher – was tun? Ich erinnere noch einmal…

Der Wärmetauscher hat ein Loch

Ich weiß, dass dieses Teil rar ist, ich weiß, dass dieses Teil teuer ist – ich gehe also vorsichtig und akribisch an die Recherche.

Zuerst stelle ich den genauen Motortyp fest. Dann suche ich selber im Volvo Penta Katalog, hier habe ich Zugriff, das entsprechende Ersatzteil und die dazugehörigen Dichtungen heraus.

Die gute Nachricht – das Teil ist in Deutschland verfügbar! Die schlechte Nachricht…

Kostet mehr als meine treue GS

Ich erhole mich noch von meiner Schnappatmung, informiere dann sogleich Werner. Das ist eine Herausforderung, die wir nicht am Schirm hatten. Ich beginne nach einem gebrauchten Ersatzteil zu suchen.

Dieses Gebrauchtteil finde ich in Rotterdam, aber auch hier ist das Preisniveau mit 2.990.-€ recht hoch.

Ich ziehe meinen letzten Trumpf und frage meinen Freund Giorgos ob er das Teil zuverlässig reparieren kann – er kann! Ich entschiede, dass ich die Montagearbeiten übernehme, das Teil wird instandgesetzt!

Gerade als ich die Investigation an ALENA abschließe, geben die drei Ausflügler Signal, dass sie zurück seien. Martin müsse jetzt noch seine Kakapumpe ordern, zudem suche er „vielleicht“ nach einem temporären Liegeplatzvertrag auf Leros – wir fahren daher zunächst zur „Artemis Boatyard“…

Hier wache ich

Die Zeichen stehen nicht so, dass ich unsere „Leros Marina Evros“ als ersten Anlaufpunkt empfehlen würde – das sollte sich noch ändern. Jetzt bekommen wir zunächst hier einen Preis, die stotternde Pumpe kann geordert werden.

Wir sehen uns etwas um…

Kleine Details – alte Sextanten…
…und alte Mopeds – so funktioniert Straßenverkehr auf Leros

Wir verlassen die Boatyard im Norden der Insel. Das Angebot war überraschend hochpreisig – zum ersten Mal kommt mir der Gedanke, dass unsere Marina mithalten könnte. Daher fahren wir in die Evros Marina und zeigen den beiden Gästen unsere Heimat – es gefällt ihnen auf Anhieb. Der Freund bittet im Office um ein Angebot…

Danach trennen sich unsere Wege, denn wir sind an diesem Abend mit der Crew der deutschen ALLEGRA auf ein Dinner verabredet. Wir treffen uns um 19.00 Uhr im „Fico d´ India“, einer Mini Trattoria, welche von einer Itaienerin betrieben wird.

Gabriella malt auch…
Geschmackvoll

Gabriellas Lokal ist eine „one-woman-show“! Von einer Küchenhilfe abgesehen, macht sie alles alleine. Das ist Vor- und Nachteil gleichermaßen. Alles wird frisch gekocht, in der Saison kann man aber schonmal zwei Stunden auf sein Essen warten.

Wir waren deshalb noch nie hier, die Speisen sind fein, hausgemacht, dürfen aber als hochpreisig bewertet werden. Wir sind gespannt…

Das Essen überzeugt uns! Die selbstgemachten, pfiffigen Nudelgerichte waren eine Wucht und die Salate frisch und phantasievoll angerichtet.

War wirklich klasse

Die Krux ist und bleibt – für „schnell mal Nudeln essen“ ist es uns zu teuer. Um ein Dinner mal richtig zu genießen, gibt es bessere Adressen auf Leros.

Die Powerfrau Gabriella wird sich vermutlich nicht in unserer persönlichen Top 5 Liste etablieren, eine sehr positive Erfahrung war es allemal! Und ja, wir hatten einen sehr kurzweiligen und netten Abend mit Thomas und Angelika, welche Leros wohl verlassen werden. Es war somit auch ein Abschied.

Der nächste Tag verplätschert ein wenig. Martin und ich haben uns vorgenommen, seinen Lokus final zu reparieren. Bevor ich nach Agia Marina fahre, muss ich zur Bank um Geld zu bunkern. Dort traf ich einen witzigen Zeitgenossen…

Das ist auch Griechenland 😉

Zurück auf NESSAJA, lege ich Sibylle das Bild vor und beantrage, mein Leben zukünftig auch nur in Shorts verbr…

Ich stoppe meinen Satz, denn der Blick meiner Gattin verheißt nichts Gutes und selbst mein Hinweis, dass dies doch „nur ein Spaß“ war, hilft mir nicht aus der Patsche. Sibylle lässt keinen Raum für Interpretationen!

Dann geht´s auf zur STENELLA. Als ich unseren Steg entlang schlendere, legt gerade die BLUESTAR 2 an – ein wirklicher Riese, der unser kleines Eiland mit dem Festland verbindet. Ich mag dieses Spektakel!

Die BLUESTAR 2 aus Piräus trifft ein

Ein weiteres Spektakel bietet sich mir in Agia Marina. Völlig untypisch fordert ein Fischer Martin auf, seinen Platz zu verlassen und zu verholen. Man wappnet sich für einen weiteren Sturm, er wolle Leinen spannen, STENELLA sei im Weg.

Da hilft keine Diskussion, so legt der Freund rasch ab um den Anker an anderer Stelle neu zu setzen. Doch leider verfängt sich dieser in einer Kette am Grund – da treibt das neue, stolze Schiff nun…

Wie kriegen wir das weg???

Es passierte was passieren musste – der Klassiker! Petra greift reflexartig zum Bootshaken und will die Kette erhaschen. Ich rufe – „Nein, nicht, Du bekommst den Haken nicht mehr frei!“ Offensichtlich versteht sie mich nicht, hält aber kurz inne ob meines Rufes.

In diesem Augenblick kommt Martin, nimmt ihr den Haken aus der Hand und hakt ihn in die Kette, hebt diese kurz an und macht seinen Anker frei – und jetzt???

Da steht mein Freund – den Haken in der Hand und daran hängt die schwere Kette. Die bekommt er jetzt nicht vom Haken und gefühlt wird sie immer schwerer. In 99% der Fälle gibt der Protagonist jetzt auf, lässt den Haken los und dieser versinkt im Meer.

Nicht so hier – heute gibt der teleskopierbare Haken auf, Martin hält das Griffstück wacker fest, der Hakenteil versinkt im Meer. Natürlich lache ich nicht, das verbietet sich, aber später, bei einem Bier, müssen wir das schon noch einmal thematisieren 😉

Merke – nie mit einem Haken nach der Kette haschen. Die Lösung ist eine Seilschlinge. Ein neuer Haken addiert sich zu Martins Einkaufliste.

Wir legen STENELLA final um, reparieren den Lokus und gehen dann zu „Dimitris o´ Karaflas“ zum Essen.

Der Ausblick besticht – wie immer
Sowohl der Fisch Souvlaki…
…als auch das Tuna-Steak überzeugen
Er kann es – der Glatzkopf

Zufrieden gehen wir nach Hause, allerdings weihen wir Petra und Martin am Weg etwas tiefer in die Geheimnisse der kleinen Insel ein – es wird Zeit, dass sie erfahren WIE ein Tag auf Leros ausklingt…

Willkommen im Schlaraffenland
Die Qual der Wahl

So endet dieser Tag – ein herrlicher Tag mit Freunden. Uns fällt auf, dass Petra immer mehr von Leros spricht. Martin scheint auch Gefallen gefunden zu haben, wo sich das wohl hin entwickelt?

Am nächsten Morgen greife ich früh an – mittags um 13.00 Uhr ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung für den Hundeshelter geplant, ich will bis dahin den Wärmetauscher von ALENA abmontiert haben – zumindest will ich es versuchen…

Der Motorraum ist bei HR generell gut zugänglich
Schrauben drehn´ Muttern drehn´, mit ölverschmierten Flossen in der Werkstatt stehn´ – wer kennt das noch? 😉

Beinhart! Mit flinken Fingern drallere ich Schrauben und Bolzen aus Werners MD22. Ich habe fast ein bisschen Spaß, ich merke, ich kann´s noch!

Nach relativ kurzer Zeit liegt das „corpus delicti“ auf den Bodenbretten des Schiffes – Wärmetauscher ausbauen, check!

Hier liegt das 5.000.-€ Teil
Der Rest sieht echt noch gut aus

Trotz meines persönlichen Erfolges muss ich einen Dämpfer hinnehmen – ich blude mal wieder. Konnte ich diesmal vermeiden, mir die Bratzen unmittelbar aufzuschlagen – gelingt es mir, mich beim Freudentanz in letzter Sekunde noch an dem am Boden liegenden Schadteil anzuschlagen.

Gott sei Dank habe ich nichts besudelt

Ich mache mich frisch, Sibylle trappelt schon mit den Fingerspitzen auf dem Tisch – dann ziehen wir sofort los zu Mariettas „Μπακάλικο με τσίπουρο“, dort findet die Veranstaltung statt. Es gibt eine reduzierte Speisekarte und man bittet um 4.-€ pro Person als Spende – klar, dass jeder etwas mehr gibt!

Und Eherensache für uns, hier dabei zu sein. Sibylle und Angelika engagieren sich sehr für den Shelter, wir haben einen Tisch reserviert und unsere Freunde gebeten, hier teilzunehmen.

Angelika von der JASPER und Ralf von der CHILI – Hundebabies? Süß? Ach was!
Die kleine Hundedame wurde von Ralu und John (rechts am Tisch) schon adoptiert – ihr geht´s gut

Wir bleiben nicht allzu lang, denn wir brauchen eine Pause. Ein paar Minuten auf NESSAJA abhängen, denn bald schon zieht nahezu die gleiche Truppe weiter – für heute Abend ist das Event am Weingut geplant.

Wir organisieren Fahrgemeinschaften – Treffpunkt ist das Weingut um 17.00 Uhr. Wir wollen den Sunset bei einem Gläschen Wein genießen und dann mit dem feudalen Mahl beginnen. Insgesamt haben wir 13 Personen zusammengetrommelt.

Hm, waren wir die „Wilde 13“? Bin ich Jim Knopf? Fragen über Fragen…

Zurück zur Ernsthaftigkeit – ich will den Wärmetauscher heute zu Giorgos bringen. Da seine Werkstatt direkt am Weg liegt und Mario und Eva mit dem Auto fahren, ist dies ein idealer Moment. Wir treffen uns also und ich verlade das teure Trum.

Aufgabe – sortieren sie die drei Dinge preislich

Der folgende Ablauf ist der gleiche wie immer. Wir fahren zu „Boat & Parts“, sind pünktlich vor Ort, stehen aber vor verschlossenen Türen…

Wir warten – das akademische Viertel ist im Werkstattbereich angekommen

Ein Viertelstunde zu spät taucht Giorgos dann auf, mit einem Frappé in der Hand und lächelt als wäre nie etwas gewesen.

NATÜRLICH habe ich schon probiert, einfach das deutsche Verhalten abzulegen und selber eine Viertelstunde später zu kommen – aber das hilft nichts, egal wann ich eintreffe, Giorgos kommt IMMER eine Viertelstunde zu spät.

Schwamm drüber – ich gebe den Wärmetauscher ab, bezahle den Solarträger von ELOWYN und folge den Freunden zum Weingut.

Dort sitzen die Anderen schon bei einem Gläschen am Tisch. Ich dagegen werde sofort vom Hausherrn abgefangen und, zusammen mit dem Mario von SAGITTA, in die Küche gebeten – man zeigt uns, was man den Tag über vorbereitet hat.

Ein Zicklein und ein Lamm, dieses gefüllt, zusammen 17kg
Gestartet wird mit Meze – Fava, Dolmades, griechischer Salat, Tzaziki

Jeder richtet sich sein Tellerchen, fasst nach – wir palavern, trinken den Wein und genießen den Abend. Die Runde taut auf, man lernt sich kennen, es wird gesellig.

Ich freue mich festzustellen, dass sich die Freunde auch untereinander gut verstehen und scheinbar jeder mit jedem gut kann. Es wird gelacht, die Themen sind vielfältig.

Die Vorspeisen sind schonmal fantastisch
Die Crews von sieben Booten teilen sich die Tafel

Inzwischen wurde der Hauptgang aufgetragen. Die Vegetarier unter uns (sie waren vorgewarnt) und die Person die den Verzehr von Jungtieren ablehnt, waren raus und labten sich weiter an den Meze.

Alle anderen hatten jetzt zu tun – denn es war schon ein Portiönchen, das der Weinbauer uns da zugeteilt hat! Ich musste automatisch an ein Wickingergelage denken…

An Fleisch mangelte es nicht…
Lamm, Zicklein nebst Ofenkartoffeln und der Reisfüllung

Das Zicklein und das Lämmchen waren aus eigener Haltung und wurden für uns geschlachtet. Die Kartoffeln und das vorbereitete Fleisch wurden den ganzen Tag in einem Holzofen geschmort – das schmeckte man, alles war vorzüglich!

Eine empfehlenswerte Adresse, ein schöner Abend.

Wir tranken unsere Humpen aus und bezahlten. Wir wollten zuhause sein, bevor wir ins Freßkoma fallen würden. Natürlich haben wir nicht aufgegessen, man hat uns die Reste aber eingepackt, es wurde kurzerhand beschlossen, dass wir uns morgen noch einmal treffen um diese zu verspeisen.

Zufrieden zogen wir von dannen…

Wir verlassen das kleine Weingut

Für den Folgetag war eine Wetterdepression angesagt. Es sollte noch einmal Regen kommen, ein paar bewölkte Tage waren gemeldet. Das ist nicht ungewöhnlich um diese Jahreszeit und ist auch selten langanhaltend – hier wird das Aprilwetter seinem Namen noch gerecht.

Die Vorhersage traf ein – graue Wolken am Morgen…
…begleitet von kurzen Regenschauern
Auch der Wind dreht nochmals auf – 44kts mit Peaks bis fast 60kts

Zum Nachmittag hin beruhigte sich die Situation ein wenig. Es zeigten sich blaue Flecken am Himmel und das Kranteam nahm seine Arbeit wieder auf.

Ich freute mich sehr als ich sah, dass die NANA im Kran hing. Dieses Schiff hatte ich als Werkstattauftrag begonnen und im Laufe der Monate November bis März daran gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Jeanneau und Scheiber, dem Hersteller der Steuerung des elektrischen Systems, gestaltete sich als schwierig. Ich hatte echt Sorgen, dass dieses Schiff nicht termingerecht fertig würde.

Nun scheint es, als ob sich für den Eigner alles zum Guten wendet.

NANAs Kielhydraulik funktioniert wieder

Obwohl der Wind nachließ, hatten wir eine Herausforderung darin, einen Platz für unser gemeinsames Resteessen zu finden. Die Schiffe waren allesamt zu klein für die Gruppe, unser erster Gedanke, die Mauer am Steg, scheiterte weil es dort zu zugig war.

Da das „Skipper´s“, das Restaurant der Marina, noch geschlossen war, verholten wir uns in eine windgeschützte Ecke der Terrasse.

Von hier hat man einen schönen Überblick
Jeder brachte etwas mit, Sibylle und Eva wärmten die Reste im Backofen
Das Wetter hatte sich erholt, der Felsen der Marina gab uns Windschutz

So klang dieser Tag unspektakulär aus. Die Runde hat sich relativ zeitig aufgelöst, denn es wurde recht schnell frisch nachdem die Sonne hinter den Hügeln von Lakki versunken war.

Am Folgetag musste wieder mal angepackt werden. Auf ELOWYN waren noch jede Menge Kabel zu ziehen. Die Solarmodule mussten untereinander und mit der Anlage verbunden werden, das Kabel vom Solarträger zum Regler musste gezogen werden und der Regler musste mit den Batterien verbunden werden.

Was hier so einfach klingt, war am Ende doch eine Menge Arbeit. Die Kabel mussten den Weg durch das Schiff finden und am Ende fachgerecht zusammengefügt werden. Mario von der SAGITTA ist gelernter Elektriker, bastelt ebenso gerne wie ich und er hatte Freude mir zu helfen. Manchmal konnte ich mir was abschauen, es hat Spaß gemacht zu zweit zu arbeiten.

Dort müssen die Kabel hin – zum Glück sind die Batterien in der Nähe des Technikraums
Die Verkabelung des Reglers ist uns gut gelungen

Eine kleine Problemstellung bereitete uns der Anschluss der Solarmodule und die korrekte Verbindung. Es war ein 10mm2 Kabel mit zwei 6mm2 Kabeln zu verbinden. Das war mit den klassischen MC4 Solarsteckern nicht gut zu bewerkstelligen, zudem brauchen die viel Platz.

Ich hätte gerne WAGO Klemmen in einer wasserdichten Verteilerdose gesetzt, das wäre mir sogar die Wartezeit wert gewesen, denn auf der Insel sind diese nicht in der 10mm2 Ausführung zu bekommen.

WAGO Leiterplattenklemme – hätte funktioniert

Nachdem ein Anruf und Austausch mit Gottfried von der HARMONY aber aufgrund der Liefersituation eher negativ war, wurde klar, dass die Idee, dass Gottfried die Dinger in drei Tagen mitbringen würde, eher zum Scheitern verurteilt war.

Was tun??? Mario bringt den Vorschlag, dass wir große Stoßverbinder verwenden könnten. Richtig cool wäre, wenn die 2 x 6mm2 Kabel in den 10mm2 Verbinder passen würden. Wir haben das Werkzeug und die Dinger können wir auf Leros kaufen – ist einen Versuch wert.

Funktioniert super!

Wir verbinden damit nun die Module mit der Anlage – dann ist es soweit. Der Schalter wird umgelegt – und…

…die Anlage liefert Strom – und nicht schlecht für einen bewölkten Tag!!!

Der erste Solarstrom fließt in ELOWYNs Batterien
Der Regler bekommt seinen neuen Namen – fertig!
So bekommen wir die Akkus immer voll

Der „kleine Mario“ (nochmal – der Unterscheidungsname stammt von seiner Frau) ist entlassen, er geht zurück auf seine SAGITTA. Ich spreche eine Eiseinladung bei „Repapis“ aus, als Dankeschön für die viele Hilfe. Wir würden uns in einer Stunde dort treffen.

Ich muss nämlich noch die Kabelkanäle am Solarträger befestigen und sicher verlegen. Das mache ich natürlich mit Kabelbindern, an manchen Stellen muss ich aber kleben. Diese Klebestellen noch schnell sichern, dann bin ich fertig für heute…

Morgen kommen die „Sicherungen“ weg – dann sieht es top aus

Erledigt! Tagwerk geschafft! Auf zur Eisdiele, der Eisgenuss ist wohlverdient – für die beiden werkelnden Marios und für deren Ehefrauen die dies geduldig ertragen 😉

Sehr zufrieden – ein guter Tag
Auch Sibylle scheint es zu schmecken – sie strahlt

Der Wind hat die letzten Tage ein wenig gedreht, immer noch Süd, aber mit Ost- statt Westkomponenten. Das Liegen in der Bucht von Agia Marina wird zunehmend unkomfortabler. So entschließt sich unser Freund Martin, seine STENELLA in die Leros Marina Evros zu verholen.

STENELLA kommt an und macht an unserem F-Ponton fest

Ich finde es lustig, dass die Beiden sich innerhalb wenigerTage in die kleine Dodekanes-Insel Leros verliebt haben und in diesem Zug einen Jahresvertrag in unserer Marina unterzeichnet haben.

So ergibt es sich, dass wir Martin und Petra noch ein paar Mal treffen werden. Das ganze rund 12 Jahre nachdem wir uns über das MSF kennen gelernt haben und uns zum ersten Mal in der Olive Island Marina in Kroatien getroffen hatten.

So klingt dieser Tag sehr geschmeidig aus – das Dinner gibt es heute mal wieder im „SouVLakki“, da waren wir lange nicht mehr.

Mixed Giros on a Plate – mein derzeitiger Favorit

Die Regenschauer der letzten Tage, gepaart mit dem Südwind, welcher Saharastaub über das Mare Nostrum trägt, haben für starke, staubig-sandige Verunreinigungen an den Schiffen gesorgt.

Wohin man auch schaut, alle sind am Schrubben. Auch ELOWYN hätte eine Reinigung nötig…

Wie jedes Jahr – alles sandig

…aber so einen 20m Pott schrubbt man nicht „einfach mal so“ ab. Das ist ein Mörder-Aufwand, welcher meist dadurch ad absurdum geführt wird, dass es erneut regnet, sobald man den Wasserschlauch verräumt hat – Geduld ist gefragt.

Ich sehe trotzdem nach dem Rechten und entferne die Fixierungen am Solarträger. Fertig – sieht gut aus und hält.

Ich erkläre das Projekt „Solarstrom für ELOWYN“ als abgeschlossen.

Kann sich sehen lassen – ich bin zufrieden

Da noch viel Tag übrig war, habe ich mir vorgenommen, mal wieder nach dem anderen blauen Boliden zu sehen – meinem Sorgenkind! EDINA hat ja immer noch das Problem einer Undichtigkeit, es muss sicher gestellt werden, dass der Schimmel nicht zurück kommt. Ich will heute nach dem Rechten sehen und mal gehörig lüften.

Die frische Luft im Innenraum tut gut
Luftfeuchte 53% – das sollte passen, das warme Frühjahr macht sich bemerkbar

Weil es gerade so gut passt, beschließe ich, die Aufgaben die ich tunusgemäß zum Monatsende erfülle, heute schon abzuarbeiten. Das trifft sich gut, weil wir ja Anfang Mai nach Deutschland fliegen würden und die Zeit zum Abflugtag hin meist knapper wird.

Natürlich hat die CNB auch heute wieder Negativüberraschungen für mich parat…

Starterbatterie 8V – was soll das?

Es stellt sich heraus, dass die Batterieanzeige spinnt. Der Motor springt einwandfrei an und läuft super. Alles scheint in Ordnung.

Das wiederum kann man vom Generator nicht behaupten…

Da hat es einen echten Fehler

Zunächst springt der Stromerzeuger fast nicht an, dann tut er dies und läuft ein paar Minuten fehlerfrei. Als ich ihn ausschalten will, geht dies nicht mehr – ich muss das Gehäuse öffnen und ihn an der Einspritzpumpe „abdrehen“.

Danach heißt es „rien ne va plus“ – nichts geht mehr. Er zeigt, wie schon vorher, die Fehlermeldung und quittiert den Dienst. Ich fotografiere alles und sende die Bilder an den Eigner.

Ich bin bedient – mir reicht es. Ich verräume das Werkzeug und freue mich auf das Abendessen. Die Crew der CHILI wird sich bald verabschieden und hat uns zum Dinner eingeladen. Wieder entscheiden wir uns für die Taverne des Glatzkopfes – ich reserviere bei „Dimitris o´ Karaflas“.

Der Name ist Programm

Diesmal haben wir Glück. Wir erzählen ja allen Freunden und Bekannten wie phänomenal der Blick bei Vollmond ist – dies ist exakt heute der Fall und wir bewundern den Erdtrabanten in voller Pracht.

Leider kann ein Foto den realen Eindruck selten wiedergeben

Der folgende Morgen beginnt turbulent – zunächst wache ich auf, weil NESSAJA an den Leinen zerrt. Das Knarzen ist auch mit Ohropax zu vernehmen. Es weckt mich nicht, verhindert aber das erneute Einschlafen.

Mein erster Blick gilt dem Windinstrument…

Noch einmal schafft es Aeolus uns mit 50kts zu bespaßen

Ich koche mir einen Kaffee und schalte mein Mobiltelefon ein. Was gibt es Neues? Bimm, bimm, bimm – die Nachrichten purzeln herein – sehr zu meiner Freude! Mein Freund Giorgos hat mit dem Wärmetauscher von ALENA begonnen und ist dabei, das 4.800.-€ Teil zu retten.

Die Schäden waren nicht unerheblich…
…konnten aber spurlos beseitigt werden

Ich war happy, das ist mal eine gute Nachricht – das hilft Geld zu sparen! Reparieren statt tauschen – das mag ich.

Ich besuche die Sanitäranlage der Marina, morgens ist es erfreulich ruhig und sauber. Da könnte man eine Taktik ableiten – mal sehen. Am Rückweg höre ich ein lautes Knallen, was ist das? Neugirig gehe ich zu den Stegen…

Rasches Eingreifen tat not

Wow, am Nachbarschiff der SAGITTA hat sich im Sturm der Nacht das Vorsegel halb ausgerollt. Es knallt bei jedem Windhauch. Der kleine Mario ist auch schon wach und sieht sich das Desaster an – wir beschließen, wir müssen eingreifen – SOFORT!

Gemeinsam bändigen wir das wildgewordene Tuch und können es in einer kurzen Windpause wieder ordentlich einrollen.

So muss das – jetzt passt es wieder

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Jetzt erstmal ein gutes Frühstück – ganz schön viel Rummel so früh am Morgen. Danach möchte Sibylle einkaufen, ich dagegen muss zu Sotiris, die Abdeckung für das Bedienpult von ELOWYN liegt noch bei ihm. Diese musste ich umarbeiten lassen, weil sie wegen der zwei zusätzlich eingeschweißten Stützen nicht mehr passte.

Wir machten uns also als kleine „Motorradgang“ auf den Weg…

Sibylle liebt ihren kleinen Breezy
Ohne den Fltzer ist das Leben nicht mehr vorstellbar – wer hätte das gedacht
Ab hier trennen sich unsere Wege für den Vormittag

Ich hole die Abdeckung und vereinbare mit Sotiris die Lieferung der riesigen Genua für in zwei Tagen. Das muss organisiert werden, weil das rund 200kg schwere Segel nur mit 3-4 Mann zu handeln ist.

Für heute jedoch bin ich mit der Abdeckung beschäftigt, die nun auf´s µ passt.

Sitzt und sieht wieder gut aus

Auch hier geht es nicht ohne kleine Fleißaufgabe für mich – obwohl ich erklärt habe warum wir die Umarbeitung machen, war die Lösung nicht völlig durchdacht.

Klar, die Ecken waren jetzt ausgeschnitten und angepasst, die Klappen mit Klettverschluss hielten die Abdeckung bombenfest – aber der Gummizug, der geflissentlich erneuert wurde, war trotzdem im Weg.

Das offene Eck funktioniert nicht mit durchgezogenem Gummi

Egal, ich schmunzle in mich hinein, ziehe mit dem Gummizug einen Draht halb ein und fädle den Gummi wieder zurück – natürlich außen um die Stange herum 😉

Das ein oder andere Steggespräch lässt den Tag verfliegen. Beim Nachhauseweg zeigt sich die Bucht von Lakki in einer besonderen Stimmung – der Himmel ist nicht blau, es ist eher diesig, dennoch ist es warm und angenehm. Ich mag solche Tage!

Es sieht diesig aus

Am Abend treffen wir uns mit den üblichen Verdächtigen im „SouVLakki“ um uns an einer Grillage zu laben. Wie immer hält unser Lieblingsgrill was er verspricht, wie immer lassen wir den Tag bei „Repapis“ ausklingen.

Chicken Souvlaki im Speckmantel
Mixed Giros on a Plate
Das Tor zum Himmel…
…zum Eishimmel

Heute ist der Tag der Heimkehr – der Heimkehr des verlorenen Sohnes! Der WILLI kommt zurück! Giorgos ruft mich an, dass er den kleinen aber brutalen Renner jetzt vorbeibringen würde. Wir vereinbaren einen Platz zur Übergabe, Mario begleitet mich um „zu helfen“.

Die Wahrheit ist, er will einmal den Williams Tender fahren – das will ich gerne zugestehen, er hat mir soviel geholfen, wir sind Freunde geworden.

Der WILLI ist zurück – wir haben wieder die Hoheit
Gemeinsam fahren wir ihn zu NESSAJA und binden ihn erstmal an
Der Trend geht zum Drittdinghy
Auch den reparierten Wärmetauscher hat Giorgos mitgebracht

Der Austro-Mario zieht sich zurück. Sibylle und ich haben erstmal zu tun. Wir müssen ELOWYN für die Aufnahme des kleinen Flitzers vorbereiten.

Um den Kran soweit ausfahren zu können, muss das Mutterschiff ca. zwei Meter nach vorne fahren. Da ELOWYN nicht mit der Hand zu ziehen ist, müssen Sibylle und ich ganz schön werkeln – aber dann ist es geschafft. Der blaue Riese liegt richtig, der Schlund ist offen, der WILLI kann zurück in den Uterus.

Dafür holen wir uns Uli und Angelika von der JASPER zur Hilfe…

Der Platz reicht aus – der Kran kann den WILLI aufnehmen

Ich bediene die Hydraulik, Uli managt das Tun auf der Badeplattform und die Damen machen die Arbeiten die dann zeitnah umgesetzt werden müssen – das Einhängen des Bügels (siehe Bild), den Stromanschluss, das Festhalten des Tenders undsoweiter.

Wieder an Ort und Stelle

Als der WILLI ordentlich verräumt war, haben wir Vier ELOWYN noch in die ursprüngliche Position verlegt und sie ordentlich vertäut.

Ich lade auf ein Eisdessert – und Uli nimmt schneller an als Angelika zaudern kann 😉

Schmeckt uns…

Sibylle und ich müssen danach nochmals ran. Wir machen sowohl den Tender als auch den Boden der Garage nochmals sauber, dann muss alles eingeklappt und eine Schiffsordnung hergestellt werden. Das war´s – Tagwerk geschafft!

Am Abend freuen wir uns über eine Einladung der AEGEAN BLUE Crew zu Pizza und Salat. Ich konnte Rinaldo über den Winter einen freundschaftlichen Gefallen tun, dennoch wollte der Eidgenosse es sich nicht nehmen lassen, eine Einladung dafür auszusprechen – ok, nehme ich gerne an…

Wir treffen uns vor dem „La Nostra“…
…und lassen es uns richtig gut gehen

Die Beiden sind ein Garant für gute Laune. Wir haben einen echt spaßigen Abend und ich verspreche, dass die Beiden einen eigenen Absatz mit Bild in meinem April-Blogbericht bekommen – weil sie blumig erzählt haben, dass sie andertags ihr Schiff streichen würden. Es wurde vereinbart dieses Tun auf Zelluloid zu bannen und als den „Arbeitseinsatz der AEGEAN BLUE Crew“ in den Weiten des Internets zu verewigen 😉

Et voilá – here we are! „sailingmoments – Enterprises“ proudly presents – Christa und Rinaldo in „A HARD DAY WORKING ON AEGEAN BLUE“

Yeah

An ELOWYN war die Luft ein bisschen raus, ich war matt, ich brauchte eine Pause. Ich setze mir als Ziel, dass ich die Genua, welche inzwischen am Vordeck liegt, noch angeschlagen bekomme. Alles Weitere würden Sibylle und ich nach unserer Rückkehr aus Deutschland wuppen.

Ich beschäftige mich am Folgetag also mit administrativen Dingen für Freunde. Gottfried bittet mich nachzusehen, ob schon irgend etwas an seinem Schiff erledigt wurde und ob die bestellte Ankerkette vor dem Bug liegt – beides negativ!!

Kein emsiges Treiben an HARMONY

Ich stelle ihm eine Leiter ans Schiff, die Sprossenzahl war diesmal nebensächlich und kläre ab, ob die Kette tatsächlich bestellt wurde – Panos bestätigt mir dies und deutet auf eine Palette vor dem Shop. Kurze Zeit später kommt auch der Arbeiter, der HARMONYs Bauch bearbeiten soll

Diesmal konnte ich also Entwarnung auf ganzer Front geben.

Die begehrte Kette liegt vor der Chandlery
Die Leiter steht und Roman hat schon den Schleifdress angezogen

Danach flitze ich noch einmal rasch auf ALENA, ich muss die Dokumente zusammensuchen die ich nach Deutschland mitbringen muss. Sibylle und ich werden Werner und Erna zuhause besuchen, wir wollen alles soweit vorbereiten, dass die Übergabe im Juni geschmeidig abläuft.

Ich lege den Wärmetauscher ab – Einbau Mitte / Ende Mai…
…und nehme alle Originalpapiere an mich um sie Werner zu überbringen

Danach hatte ich frei! Jawohl, richtig gehört – ich habe mir fast einen ganzen Tag frei genommen. Sibylle hatte nämlich mit Eva und Mario vereinbart, dass sie noch einmal eine Inseltour machen wollen.

Dabei soll es auch zu der ehemaligen Militärbastion der deutschen Besatzer gehen, welche heute als „Lost Place“ vor sich hingammelt. Es sei ein sehenswerter Platz! Im WWII waren dort die deutschen Truppen stationiert, darunter auch zwei Maler. Diese haben sich auf den Wänden verewigt, die Bilder seien noch deutlich zu erkennen – wer weiß wie lange noch…

Ich habe viel von diesem Platz gehört, war aber noch nie dort – dies sollte sich heute ändern. Mit meiner GS, immerhin einer kleinen Enduro, folge ich Sibylle und den Freunden.

Alleine die Anfahrt über die Schotterpiste war herrlich – im Hintergrund Kalymnos
Kurz vor dem Ziel hole ich die Gruppe ein – Ziegen sind hier überall
Direkt am „Lost Place“ kann ich parken
Ein Zeugnis düsterer Zeiten…
…dient heute als Schaf- und Ziegenstall
Die Malereien sind noch gut erkennbar
Verschiedene Künstler haben sich verewigt
Wir sehen uns neugierig um

Überall rennen hier oben die Schafe und die Ziegen rum. Darunter stattliche Böcke. Wegen der Tiere und der ausgewaschenen Wege ist es ratsam sehr umsichtig zu fahren.

Ziegen überall
Wunderbare Ausblicke entlang der ausgewaschenen Schotterpiste

Die Kehlen trocken, ein kleiner Hunger meldet sich zu Wort – was tun? Nun, es bietet sich ein Ausflug nach Agia Marina ins „Το Παραδοσιακο“. Wir lieben dieses Café und die dort feilgebotenen Köstlichkeiten.

Das „Café mitten auf der Straße“ – diese geht als Einbahn rund um das Haus herum
Wir haben ein schönes Plätzchen…
…und gönnen uns hochkalorisches Superfood zur Regeneration – hier Galaktoboureko mit einer Kugel dunkler Schokolade

Zurück in der Marina, gönne ich mir als der frischgebackene Experte für Williams Tender, einen Blick auf das Dinghy der BROADWAY, ELOWYNs Nachbar. Dieser hat mir sein Dinghy mit Motorschaden für 500.-€ angeboten.

Im Prinzip ein gutes Angebot, aber das der Tender eine PVC Version ist und zudem schon ziemlich verbraucht aussieht, werde ich den Gedanken nicht weiter verfolgen.

Nicht wenn man ihn nicht unbedingt will

Abends formieren sich „die zwei Marios“ mit ihren Weibern abermals – diesmal um das „Kakomoiras“ zu besuchen. Die beiden Österreicher wollen noch soviel wie möglich von Leros kennen lernen, bevor der temporäre Abschied naht.

Gut wie immer – Meze Dinner im „Kakomoiras“

Wir sitzen beisammen, essen gut und trinken miteinander. Wir haben einen schönen Abend und unterhalten uns gut. Im Verlauf der Gespräche, reden wir auch darüber wie wir uns kennen gelernt haben – auch hier waren die Sozialen Medien die Basis – und Mario lässt mich wissen, dass ICH, wenn man nach einer Dufour Classic 43 googelt, in den Einzelnachweisen bei Wikipedia auf Platz 1 stehe.

Ok, das muss ich erstmal verdauen…

Nicht schlecht für meinen kleinen Blog!

Am nächsten Morgen wache ich mit stolzgeschwellter Brust auf – MEIN-BLOG-IST-IN-WIKIPEDIA! Ich trommle mir mit den Fäusten auf den Brustkorb…

Solche Allüren lässt Sibylle nicht zu. Sie ist der Ansicht, dass ich zur anstehenden Taufe des mir noch unbekannten Enkelsohnes einen neuen Haarschnitt vertragen könnte.

Sie packt mich am Ohr und zerrt mich zum Haarschneideplatz – ich jammere!

Heul, süder…

Doch kurze Zeit später ist der Kummer vergessen, ich sehe sommerlich frisch aus und starte auch so in den Tag!

Kurz – so soll es sein

Dazu hatte ich allen Grund! Denn Mario und Eva hatten auf die SAGITTA zum verspäteten (aus deutsch-österreichischer Sicht) respektive verfrühtem (aus griechischer Sicht) Osterbrunch geladen.

Das griechische Osterfest würden wir nicht mehr gemeinsam feiern können, die SAGITTA wird dann auf Törn sein, Sibylle und ich werden in Deutschland verweilen – für uns wird 2024 also ein osterfreies Jahr.

Markus von der TARA hat unsere Runde komplettiert – wir haben köstlich gefrühstückt!

Mario, Eva, Mario, Markus und Sibylle
Was haben wir geschlemmt…
…der Tisch war aber auch reichlich gedeckt

Danach wollten wir alle den Tag noch etwas nutzen. Für mich war es Ehrensache Mario bei einer Fehlersuche beizustehen. Wir haben eine Lösung gefunden, konnten diese aber nicht umsetzen, weil das Ersatzteil bestellt werden müsste.

Ob Mario das am Abreisetag noch instandsetzt oder auf den kommenden Herbst verschiebt, das obliegt letztlich ihm alleine.

Der doppelte Mario – sorgt für Verwirrung (besonders wenn unsere Frauen rufen) 😉

Ich werde anschließend noch auf die TARGUI gebeten. Emil und Chantal haben eine technische Frage und möchten sich mit mir besprechen. Es geht nicht um eine Reparatur, daher wird für einen entspannten Rahmen gesorgt.

Café Corretto auf der TARGUI

Wir unterhielten uns über Dies & Das und natürlich über unseren gemeinsamen Kaufinteressenten. Emil freut sich, dass ich bestätige, dass die Beiden sehr zuverlässig und nett sind.

Im Laufe des Gespräches fragt Chantal wo ich denn herkäme – ich antworte erklärend und erzähle vom bayrischen See und dem Alpenrand. Mich haut es fast aus den Socken, als sie meinte – „…ich kenne nicht viel in Deutschland, nur den Schliersee. Ich war 1965 einige Zeit in Neuhaus!“

Ok, als ich sage, dass ich genau Neuhaus meinte, dass Sibylle und ich die längste Zeit exakt dort wohnten und wir während unseres Aufenthaltes in Deutschland auch dort wohnen würden – schauten wir uns an und konnten nicht glauben, was das Leben für Zufälle bereit hält.

Zeit, noch einen Schnaps zu trinken…

Von Bord der TARGUI ging ich nur wenige Meter an das Kopfende des D-Stegs, unserer ehemaligen Heimat. Wir waren von Ian und Nicola von der FIA (gälisch für „Wildness“) zum Umtrunk geladen worden. Die beiden Iren haben natürlich vorwiegend die angelsächsischen Skipper angesprochen, aber früher oder später mischte sich das gut durch.

Coole Truppe – ein schnelles Bier geht immer
Auch die Angelsachsen und Iren wissen wie man eine gesellige Runde auf die Beine stellt

Als ich zu NESSAJA zurück komme, traue ich meinen Augen kaum. Ein marinafremder Skipper kommt mit dem Dinghy in die Marina und macht an unserem Stegende fest. Er besucht französische Nachbarn – und wo baut sich die Gruppe Franzmänner auf??? Exakt – genau vor meiner Gangway!

Für mich stellt sich die Frage nach dem Warum. Wie so oft – warum? Das eigene Schiff drei Meter entfernt, stelle ich mich quasi in Nachbars Garten um dort laut zu parlieren…

Ça va? – Oui, ça va bien, Comme ci comme ça, je suis désolé de vous avoir fait attendere – aaaaahrgh, ich werde wahnsinnig!

Zum Glück war mir ohnehin gerade ein wenig nach Musik hören – ich löse die nette Runde mit Hilfe der „Böhsen Onkelz“ in erweiterter Zimmerlautstärke auf!

Musik mit Speeeed – der Franzmann zieht sich zurück (Gruß an Susanne)

Während der Frontmann der „Onkelz“ sein Liedgut zum Besten gibt, erinnert Facebook mich an mein früheres Leben – zwei Jahre hintereinander 2016 UND 2017 habe ich am exakt gleichen Tag Anti-Winter Posts von mir gegeben. Die plötzliche Rückkehr der weißen Pracht im April 2024 ist also kein wundersames Ereignis – ich sage es ja schon immer…

2016! …und 2017! …und 2024

Der Monat befindet sich im Endspurt, ich will noch etwas schaffen! Bevor ich die Vorsegel auf ELOWYN setzen könnte, müssen alle daran hängenden Leinen gewaschen werden – dies wird daher zum heutigen Tagwerk erklärt.

Ich sammle das Tauwerk, sicher weit über 100m, mit dem Lastendinghy ein…

So muss ich die Leinen nicht tragen…
…der Wasserweg ist nicht weit

Zurück an NESSAJAs Liegeplatz, wird unser unbenutzter und doch schon zwei Jahre alter 3D-Tender zum Waschzuber umfunktioniert. Das trifft sich gut, der hat den Winter in den Gummigebeinen und sollte ohnehin einmal sauber gemacht werden.

Erstmal einweichen…

Was hier so flott erzählt ist, zieht sich in der Realität ganz schön in die Länge. Ok, zugegeben, dazwischen ein wenig Smalltalk am D-Steg, ein Fachgespräch der „Mario-Connäktschn“, all das kostet auch Minuten – aber generell ist das Leinenwaschen für ELOWYN ein Tagwerk.

Weil wir das für uns so verstanden haben, läuten wir den Feierabend ein, verabreden uns mit der SAGITTA Crew zum „Abschiedsdinner“ und würden im „Persiana“ auch die Crew der NANA treffen – zusammen wollen wir Burger essen und uns ein Guinness genehmigen.

Guinness, Burger und coole 80th Musik – das „Persiana“

Der Eigner der NANA, Jens, wollte mich unbedingt kennen lernen und sich einen Abend lang mit mir, respektive uns, privat unterhalten.

Er ist Kunde der Marina, seine NANA galt über einige Wochen als „Problemschiff“ in unserer Werkstatt. Es gab viel Diskussionsbedarf. Hier konnte ich helfen, Sachse Jens und ich sprechen eben (fast) die selbe Sprache. Nachdem er jetzt mit seiner Crew in der Marina weilt, war dies eine gute Gelegenheit.

Herwig ist Crewmember der NANA, Österreicher wie unsere Freunde und ein aufgeweckter Typ. Es liegt für mich aber der Verdacht nahe, dass er schon ein wenig „vorgeglüht“ hatte – wie auch immer, der Abend wurde anstrengender je später er wurde. Irgendwann war mein Kopf voll und ich brauchte einen Break! Have a Break, have a…

…Speiseeis im Eispalast – der osterlich dekoriert ist

Zusammen mit Mario und Eva ließen wir den Tag bei „Repapis“ ausklingen. Schön war´s – morgen würden die Beiden die Leinen loswerfen, die Marina verlassen und auf Sommertörn gehen.

Es wird kein „Lebewohl“ sein, eher ein geschmeidiges „Auf Wiedersehen“, im Oktober, November kommen die neu gewonnenen Freunde zurück in die Leros Marina Evros.

Früh am nächsten Morgen geht es los für die SAGITTA…

Allzeit gute Fahrt

Wie die meisten Ableger, übertreibt es auch Mario nicht gleich am ersten Tag. Sie machen die Kurve bis nach Xirokampos und legen sich dort erstmal an eine der Bojen. Bis wir jedoch aus Deutschland zurück sind, wird die Dufour 38 Classic ihre Reise angetreten haben.

Diese Reise werden wir verfolgen – „noforeignland“ gibt uns die Möglichkeit.

Ah, da stecken sie also

Ich gehe zurück an mein heutiges Tagwerk, die Leinen von ELOWYN müssen getrocknet werden – doch wo? Der blaue Riese selbst ist noch nicht sauber, der Steg auch nicht…

Was tun???

NESSAJA muss herhalten! Doch reicht unser kleines Schifflein um die vielen Leinenmeter an der Reling zum Trocknen aufzuhängen?

Ein paar hundert Meter nach links…
…und den Rest nach rechts

Die Wartezeit bis die Leinen trocknen würden nutze ich, um Martin und Petra mit ihrer STENELLA einen Lagebericht bezüglich der Liegeplatzsituation am Stadtkai zu geben.

Ich weiß der Kai ist ziemlich voll, viele der Leros Segler liegen hier, um von den örtlichen Handwerkern ihre Schiffe repariert zu bekommen.

Ziemlich voll…

ZWEI Lücken sind noch frei! Eine davon steuert gerade Thomas mit seiner SIMPLY FREE an, ich helfe beim Anlegen und verabschiede mich – die Beiden treten ihren Sommertörn nach Nordgriechenland an.

Ich treffe Yo und Babis, ein kurzer Smalltalk geht immer. Auch Carola und Thomas sitzen geduldig auf Ihrer EMOTION und warten auf Giorgos, der noch eine Reparatur durchführen muss.

Die Beiden kennen wir aus dem MSF, wir waren erst gestern auf einen Kaffee zu Gast an Bord und haben uns die Dufour 485 angesehen – ein tolles Schiff. Ich habe bei dieser Gelegenheit auch einen Kauf abgeschlossen, den Thomas und ich vor Monaten im MSF vereinbart hatten…

Eine Scanstrut USB Steckdose für NESSAJAs Cockpit

Diese Steckdose könnte nützlich sein, treibt aber auch die Anzahl der Kleinprojekte auf unserem schwimmenden Zuhause in die Höhe. Im Mai werde ich nicht dazu kommen, aber ich gelobe – im Juni bekommt NESSAJA ein paar Manntage Zuwendung 😉

Dieser Kiste kann ich gleich noch einen Punkt hinzufügen. Ich muss den Deckel meiner Lenzpumpe im Cockpit ersetzen!

Bruch

Sibylle war so nett, mir eine Plastiktüte voller Katzenfutter ins Cockpit zu stellen. Zusammen mit dem anderen Krams, den meine Gattin dort stetig parkt, war dies leider des Guten zuviel – mein Versuch unser Niedergangssteckschott an den Hindernissen vorbeizuzirkeln misslang, mit dem schweren Schott hieb ich das Deckelchen entzwei – so ein Mist!

Mist deshalb, weil es Henderson nicht mehr gibt. Sie gingen in Whale auf – ich bezweifle, dass der Deckel einer neuen Whale auf eine alte Henderson Pumpe passt. Wenn ich nicht nur den Deckel umbauen könnte, dann wird dies ein Projekt…

Etwas missmutig erinnere ich mich an die, an der Reling hängenden Leinenmeter. Sie sind trocken, der Wind nimmt zu – ich muss diese abnehmen, bevor sie ins Wasser fallen.

Ein ganz schöner Haufen

Sibylle besorgt derweil alkoholfreies Bier (das gibt es) und Blubberwasser für unseren Freund Hans-Peter. Der wird während unserer Abweseheit ankommen und soll nicht Durst leiden.

Wir wissen, dass der Freund schon unterwegs ist, er hat seine Abreise bekannt gegeben und gefragt, ob er noch etwas mitbringen kann – DANKE dafür. Sibylle und ich freuen uns auf die beiden kessen Saarländer mit frischem Haarschnitt 😉

Hans-Peter und Merlin – bereits auf „der Bahn“

Während wir die Getränke auf die LIBERTÉ tragen, beobachten wir ein griechisch-komisches Beispiel an Arbeitstaktik.

Betonwürfel für die Muringketten müssen ins Wasser – wie löst man das? Man „schüttelt“ sie mit dem Gabelstapler von einer Palette! Laut platschend fallen die bleischweren Cuben ins Hafenbecken.

Die Palette gleich mit…
Blopp – Splash

Wir gehen duschen und freuen uns auf den Abend. Wir sind noch einmal mit Gabi und Gottfried verabredet. Die Beiden sind ja inzwischen angekommen, die HARMONY ist nahezu fertig um gekrant zu werden, es gab und gibt viel zu erzählen.

Am Ankunftsabend waren sie schon bei uns an Bord, um sich nicht umgehend selbst um Versorgung und / oder Mobilität kümmern zu müssen. Heute jedoch wurde uns eine Einladung zuteil, weil wir während des Winters ein wenig geholfen und unterstützt haben. Das nehmen wir gerne an, da inzwischen alle mobil sind, geht es nach Agia Marina ins „Metzes“.

Agia Marina im Licht der sinkenden Sonne
Ein schöner Ort – mit Blick auf die Burg
Das „Metzes“ versteckt sich in den Gassen des Ortes
Ihr wisst es ja – wir mögen dieses Lokal und die Betreiberfamilie

Wir haben viel zu diskutieren, es ist witzig und kurzweilig wie immer. Wir mampfen viel und genießen das gute Essen. Ein rundum gelungener Abend! Gottfried rief nach einer „Abrundung“ desselben und so führte unser Weg spät in der Nacht noch am Speiseeisparadies der Familie „Repapis“ vorbei.

Ja ich weiß, das wiederholt sich – aber es ist halt auch soooo gut!

Pretty in Pink

Morgen geht der April in seinen letzten Tag, Endspurt – der Wonnemonat wartet! Zufrieden sacken wir ins Bett…

Am Morgen des 30. April nehme ich mir vor, dass ich gleich nach dem Frühstück ein paar administrative Dinge erledigen würde.

Ich fahre zu unserer Chandlery um mich nach ALENAs Kühlschrankverdampfer zu erkundigen – keine Neuigkeiten! So einige ich mich mit Panos darauf, dass ich in der Mitte meines Deutschlandaufenthaltes diesbezüglich anrufe. Wenn er bis dahin einen Liefertermin hat, bestellt er, wenn nicht, dann bringe ich das Trum aus Deutschland mit – ich weiß heute schon, wie es ausgeht 😉

Danach messe ich die beschädigte Abdeckklappe meiner Bilgenpumpe aus.

Lochabstand und Außenmaße

Wenn das Glück mithilft, dann passt der Deckel der Whale 50 compact. Ich bestelle das Teil für lässige 54.-€ und versuche mich nicht aufzuregen. Dazu bestelle ich gleich die neue Klopumpe, auch diese kommt auf NESSAJAs Reparaturliste für Juni.

Last not least – Volker hatte auch noch eine „Kleinigkeit“! Er brauchte diese Tasche neu, die ist beim Hersteller vergriffen…

Nur schnell die Tasche

Das Problem für den Segelmacher war nicht das Schneidern der Tasche, die Herausforderung bestand darin, dass die Flanken und der Boden mit Plastikeinsätzen bewährt waren.

Woher solche Kunststoffplatten bekommen? Sotiris legt die Beschaffungsproblematik auf mich ab – da hat er aber die Rechnung ohne McGyver gemacht!

Reicht für alle Seiten

Ich kaufe einfach eine Kunststoffbox. Dieses Material ist leicht zuzuschneiden und die Größe reicht für alle Flächen der Tasche. Rasch noch einen Stoff ausgesucht – und schon liegt der Ball wieder im Spielfeld des Nadelartisten…

Bis in zwei Wochen!

Danach widme ich mich den Schlauchbooten. Mein Tender muss unbedingt mal wieder gereinigt werden…

Das Meer lebt – und der Boden meines RIB auch

Das war ein ganz schönes Geschrubbe, hat aber recht gut geklappt. Jetzt überlege ich, hier ein Hartantifouling zu streichen. Mal sehen was mir da einfällt.

Als mein Schnulli wieder schwimmt, kommt der Ersatztender der ELOWYN dran. Damit es ihm nicht genauso ergeht wie seinem grauen Bruder, will ich ihn für unsere Abwesenheit auf den Steg legen.

Gedacht – gemacht…

Gut angebunden – so liegt er gut

Passt! Das Schlachtfeld muss gereinigt werden, alles findet den Weg zurück in die Kisten und Sibylle und ich sind fertig.

Ich fahre noch zu „Moto Loukas“ und verschiebe meinen Termin für die GS. Ich wollte in meiner Abwesenheit die Antriebskette wechseln lassen, habe mich aber umentschieden und werde das machen lassen wenn ich wieder da bin. So müssen unsere Vehikel morgen nur sicher abgestellt und die GS abgedeckt werden.

Heute Abend gehen wir noch einmal mit Martin und Petra von der STENELLA essen, dann naht unsere Abreise.

Wir waren um 18.00 Uhr am Panteli Beach zu einem Aperitf verabredet, die Sonne erreichte den Strand noch…

Es ist einfach ein traumhafter Platz
Wir gönnen uns einen Ouzo und klönen eine Stunde

Drei halbwüchsige Gören baden. Sie gehen erst aus dem Wasser, als die Sonne hinter dem Hausdach verschwindet. Ich bin überzeugt, dass die Wassertemperatur nahe 20°C ist, die Badesaison startet, wenn wir aus Deutschland zurückkommen.

Wir leeren den Ouzo und gehen die paar Schritte in die Fischtaverne. Wir mögen das „Pirofani“, es ist beständig gut und das Ambiente stimmt.

Ein pittoreskes Umfeld
Ein einladendes Lokal – innen wie außen
Wir haben einen wunderbaren Platz

Das „Pirofani“ wartet mit einem neuen Team auf. Zwei junge Männer bedienen die Gäste an den Tischen, sie sind gewandt und sprechen gut Englisch. Es scheint, als hätte der Inhaber eine Lösung für das allgegenwärtige Personalproblem gefunden.

Der Chef selbst ist emsig und freundlich wie eh und jeh – wir sind gerne hier.

Es wird Zeit, die Meze und Hauptgerichte auszuwählen…

Was gibt die Karte her?
Pirofani Salat
Tagliatelle „Thalasso“

Wir speisen fürstlich, alles ist superlecker und sehr fein für das Auge drapiert. Es passt alles! Wir runden das Menü mit einem Espresso nebst Tzipouro-Begleitung ab. Jetzt ist der Tag perfekt.

So perfekt, dass wir auf den Besuch im „Repapis“ verzichten!

Wir verlassen das Lokal, die Stimmung ist zauberhaft. Wir genießen die Szenerie, während wir auf´s Taxi warten.

Panteli bei Nacht – Vorsaison

Martin lädt zu einem Absacker auf die STENELLA, welche in der Lakki-Marina liegt. Der Liegeplatzvertrag in unserer Heimatmarina läuft noch nicht. Wenn wir zurück kommen, wird die STENELLA bereits dort zuhause sein.

Wir klettern noch einmal auf das wunderschöne rote Schiff, um mit der Crew einen Gin-Tonic zu trinken…

Ein letzter Drink auf der STENELLA

Dann heißt es temporär Abschied nehmen – wir werden morgen allerhand zu tun haben, unsere Wege trennen sich bis Mitte Mai.

So also endet der Monat, der sprichwörtlich „nicht weiß was er will“. Ich wusste es in diesem Monat – unbeirrbar! Ich behalte NESSAJA, ich will und werde weiter auf ihr leben – bis auf Widerruf!

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Schauen wir kurz nach vorne in den Wonnemonat – was erwarten wir, was erwartet uns?

Wir fliegen gleich am Monatsanfang nach Deutschland um die Familie zu besuchen, es gilt zwei neue Enkelchen kennen zu lernen und die Taufe des einen zu zelebrieren.

Nach unserer Rückkehr ist Druck im Kessel – wir müssen ELOWYN zur Übergabe fertig machen. Tina und Volker kommen, um Urlaub zu machen. Dazwischen werden wir versuchen unsere Geburtstage gehörig aber im kleinen Rahmen zu feiern.

Bei ALENA muss ich den Motor reparieren und meine GS muss urlaubsklar gemacht werden.

Das klingt nach viel – ob wir das schaffen, erzählen wir im Maibericht 😉 Bleibt neugierig und folgt uns weiter.

Liebe Grüße von der NESSAJA Crew – Sibylle & Mario

Absacker auf STENELLA

März 2024 – The Eye of the Tiger

Ein Gassenhauer von Survivor aus dem Jahr 1982 wird Headline des Monats – und jeder, ich wette fast jeder, hat ein Bild vor Augen – das von Rocky Balboa…

Dies wäre mir fast ein bisschen zuviel Pathos für meinen bescheidenen Blog – doch diese eine Textzeile hat es mir angetan, sie trifft sehr gut die Gemütslage des Monats März 2024!

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Der Öltest treibt mich um – egal wie er ausgeht, er wird meine Zukunft beeinflussen. Bestätigt sich, dass Glykol im Öl ist, dann sage ich meinem Käufer ab und werde den Verkauf von NESSAJA auf unbestimmte Zeit verschieben. Ich habe bereits allen weiteren Interessenten abgesagt, der Mangel am Deck muss in jedem Fall behoben werden – uns stünde wohl noch eine geraume Zeit auf unserem schwimmenden Zuhause bevor – würde ich dann vielleicht auch an den Träumen der Vergangenheit festhalten?

Der März begann verhangen, entwickelte sich aber zu einem prächtigen Monat

Bei einem abweichenden Testergebnis würde ich wohl dort einsteigen, wo ich gegenüber meinem Kaufinteressenten um ein Einfrieren des Ist-Zustandes gebeten hatte. Das Verkaufsprocedere rund um NESSAJA liefe wieder an, der Gong zur zweiten Runde würde geläutet.

Obwohl meine „dreams of the past“ einst sehr facettenreich waren und beileibe nicht nur aus Segelreisen bestanden, müsste ich ein Stück weit loslassen. NESSAJA zu verkaufen, wäre für mich das Ende meines Engagements rund um das Fahrtensegeln – ich würde mich umorientieren.

Mein Bootsverkauf schien mir auf einmal sehr umständlich und kompliziert. Kam mir das in der Vergangenheit nicht immer so einfach vor? Liegt es an mir? An meinem Käufer? Ist das heutzutage immer so? Fragen über Fragen – ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich noch diesen Monat einen Bootsverkauf der Extraklasse erleben sollte…

Doch der Reihe nach!

Es hatte nachts geregnet, der Sandplatz der Marina war mal wieder aufgeweicht. Ich war auf dem Weg zu einem kleinen Katamaran, um für die Marina eine Reparatur zu erledigen – ich kam dabei an unseren Moppeds vorbei.

Sibylles geliehener Scooter hatte noch Pause, meine GS war augenscheinlich ok…
…bei genauerem Hinsehen erkennt man, wie Dreck und die Salzluft der Maschine zusetzen

Ich erkenne, dass ich auch für mein Motorrad einen Arbeitstag planen muss. Oder vielleicht gebe ich sie auch zu Loukas Zorzoy, der kann das! Das Material habe ich schon hier. Sobald der Sommer Einzug halten würde, lasse ich mein Bike herrichten – für unseren Urlaub auf Kreta muss die BMW wieder top in Schuss sein.

Ich grüble noch ein wenig über die beste Lösung nach, dann konzentriere ich mich auf meine Aufgaben auf dem kleinen Kat. Es war witzig, man musste für einen Teil der Reparatur in einen kleinen Schacht – ein Schacht der Größe, in dem mein Körper wohl kaum Platz finden würde, nicht mal so sehr wegen der Wampe, mehr wegen den Schultern…

Das Runde muss ins Eckige…

Ich kenne das Eignerpaar und wir suchen nach einer Lösung. Steve bietet sich an, er würde in den Schacht gehen – ich solle ihn anleiten. Ok, wenn er meint – gesagt, getan!

Das Schwarze an das Schwarze, das Rote an das Rote

Man denkt nicht, dass Crimpen so eine Herausforderung sein kann, aber wenn es jemand noch nie gemacht hat. Ich will es mal so beschreiben – wenn ich das Loch aufgeflext und dann wieder zulaminiert hätte, ich wäre schneller gewesen! Spaß hat es aber so mehr gemacht 😉

Der Rest des Tages dümpelt so dahin. Mein Highlight, das weiß ich jetzt schon, wird die Essenseinladung von Susanne und Marcus auf die DARKSYDE sein. Ich freue mich auf den Abend und bringe die Pflichten hinter mich.

Kurz bevor ich zu der befreundeten Familie schlendere, checke ich noch meine Vorräte – ist alles da, was ein Strohwitwer für den Tagesausklang braucht? Bier ist im Kühlschrank, check! Uns sonst???

Damit komme ich rum…

Ja, alles da! Also kurz unter die Dusche und dann von meinem Platz am Außensteg zur DARKSYDE geschlendert.

Marcus erwartet mich schon

Susanne hat gekocht – Gulasch und Nudeln. Das ist natürlich etwas, was ich im „SouVLakki“ nicht bekomme. Ich hatte das Vergnügen einer solchen Einladung ja schon einmal und kann mich noch sehr gut erinnern, wie gut das Gulasch schmeckt. Weil ich zudem für die Phase meines Alleinseins ja entschieden hatte, nur einmal am Tag zu essen, kam ich mit einem Bärenhunger! Aus diesem Grund und weil wir uns schon lange kennen, hielt ich es für fair, Susanne einfach mal zu fragen, ob sie „vielleicht ein paar Gramm mehr machen könne?“ Kann sie! 😉

Ah, ein Gaumenschmaus
Ich traue es mich gar nicht sagen – ich glaube, ich habe drei Teller gegessen

Es war ein herrlicher, kurzweiliger Abend. Ich mag es sehr, wenn sich aus Steg- oder Forumsbekanntschaften echte Freundschaften entwickeln. Das gelingt nicht immer, aber doch erfreulich oft. Hier ist es jedenfalls so, die drei sind mir wichtig!

Zufrieden und leicht angetrunken schlendere ich nach Hause. Wie immer gehe ich an dem Roller vorbei, den eine Vermietungsfirma vor Monaten vergessen hat.

Steht seit Monaten hier – Schlüssel steckt

Nachdem wir für Sibylle noch nicht fündig geworden sind, fasse ich mir diesmal ein Herz. Ich fotografiere die Kontaktdaten des Firmenaufklebers und schreibe ein eMail. Ich informiere, dass der Roller hier stünde und wenn man ihn nicht vermissen würde, dann hätte ich Interesse.

Die Reaktion war bemerkenswert – es gab nämlich KEINE! Das ist für Griechenland ungewöhnlich – normaler Weise würde eine sehr nette, dankbare Antwort kommen. Hier nicht! Nach zwei Tagen kam jemand, hat den Roller angekickt und ist weggefahren. Meine Mail wurde nie beantwortet…

Wir suchen also immer noch – zu diesem Zeitpunkt 😉

Wochenende – ein letztes Mal Wäsche waschen, danach würde ich auf die ELOWYN gehen und dort ein bisschen fleißig sein.

Ein freundlicherTag, eine leichte Brise – die Wäsche war rasch trocken

Auf der blauen Schönheit unserer Freunde aus der Oberpfalz, wollte ich einen Spülanschluss für die Klimaanlage einbauen. Ich mag das nicht, wenn man immer die Schläuche von den Fittingen nehmen muss. Zu groß ist die Gefahr, dass diese beschädigt werden.

Ich kaufe also alle Teile die ich benötigen würde und lege los.

Das sollte alles sein…

Meine These bestätigt sich – beim Abziehen des Schlauches sehe ich, dass es allerhöchste Zeit war. Die Prozedur hat in der Vergangenheit schon Schäden angerichtet.

Feucht und undicht als ich die erste Schlauchschelle entfernt habe
Nach Einbau des Anschlusses alles wieder dicht – funktioniert super!

Für die echten Techniker unter euch – ja, das Thema „Materialmix“ ist mir bekannt, leider bekomme ich die Teile mal wieder nicht in einer Qualität. Das ist ein Thema, welches man entweder mitnimmt und stetig beobachtet, oder man ersetzt die Teile später durch bestellte oder mitgebrachte, einheitliche Qualitätsausführungen.

Ein bisschen Tag war noch übrig, also ändere ich endlich die Position meines Tenders an der Backbordseite von NESSAJA. Ich denke schon lange, dass er in der Mitte besser hängen würde als vorne und ich habe auch bemerkt, dass die salzige Muringleine Scheuerränder am Schlauch hinterlassen hat.

Ein Fender hat dies behoben – jetzt liegt unser Schnulli sicher.

Dass ich das nicht schon früher so gemacht habe?!

Zum Abendessen habe ich mich abermals mit Marcus und Susanne verabredet. Sie wollen noch einmal ins „Gia Sena“ gehen, der einfachen aber authentischen Taverne in Lakki. Sie würden mit Lilly mit dem Auto kommen, ich fahre mit dem Mopped hin und warte auf sie.

Unscheinbar und einfach…
…aber gut und günstig – Griechischer Salat und Gigantes
Hähnchenroulade und Tigania Kotopoulo

Wir bestellen zusammen und alle Gerichte stehen in der Mitte. Wir essen, wie die Griechen es zu tun pflegen. Ich mag das! Am Ende wird die Rechnung geteilt oder jeder ist irgendwann mal dran. Irgendwie passt es immer. Es ist inzwischen amüsant zu beobachten, wieviele Menschen damit Probleme haben – meist aber ist es so, dass man, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, es nicht mehr anders möchte.

Marcus, Susanne und die kleine Lilly werden bald daraufhin Richtung Lipsi aufbrechen. Wir nehmen uns vor, uns häufig zu besuchen. Es gibt eine günstige und zeitlich optimale Fährverbindung.

Den darauffolgenden Sonntag widme ich den beiden „großen Dampfern“ die mir anvertraut wurden. Natürlich der Arbeitsliste an ELOWYN, darüber hinaus dem Kontrollblick auf EDINA. Hier habe ich die Situation soweit im Griff – bin aber froh, wenn ich nun bald die Verantwortung abgeben kann.

Feuchtigkeitswerte sind ok, aber laden die Batterien?
Ja, sieht gut aus

Wenn ich meinen Tag den beiden 60+-füssern widme, dann bleiben meist nicht mehr viele Stunden übrig – ich wurschtle häufig vor mich hin, bis die Sonne hinter den Hügeln von Lakki verschwindet.

Jeden Tag genieße ich die Stimmung

Danach husche ich unter die Dusche, auch das zu dieser Jahreszeit noch ein Vergnügen, weil die sanitären Einrichtungen meist sauber bleiben. Es ist schon ein bisschen was los in der Marina, aber insgesamt ist die Anzahl der Yachties noch überschaubar.

Danach geht es zum Abendessen – heute gibt es Pizza im „La Nostra“.

Ein Dinner für unter 20.-€ – das ist ok
Ich genieße es, mich um nichts kümmern zu müssen

Ich hatte ja letzten Monat schon von der Hallberg-Rassy 40 eines befreundeten Ehepaares erzählt, für die ich einen offiziellen Reparaturauftrag bekam. Hier ging es am Folgetag weiter – die Ankerwinsch war eingetroffen und ich wollte diese montieren. Leider ging dies auch hier nicht ohne Zusatzchallenges vonstatten.

Ich richte meinen Arbeitsplatz
Leider hat man auch hier das Nachfolgermodell in Form und Größe verändert – warum?
Schleifarbeiten waren nötig – wenigstens passt das Lochbild
Gestern gewaschen – heute versaut
Aber das Ergebnis überzeugt

Ich stehe mit dem Freund in täglichem Austausch, so ist er über den Arbeitsfortschritt informiert – ich meine zu merken, dass er den Service schätzt. Mit dieser Arbeit vergeht der Tag.

Abends bin ich abermals zu Gast auf einem anderen Schiff. Thomas und Paola haben zum Pastaessen auf die SIMPLY FREE eingeladen. Wir waren schon beim Nachtisch, als Sibylle ein Bild schickt und uns lange Zähne macht – bei ihr gibt es Schweinebraten!!!

An Schweinsi und a Hoibe Dunkles

Ich gebe zu, mit den Nudeln hätte ich das Battle vermutlich verloren, auch wenn diese echt lecker waren – aber ich konnte zumindest ein wenig mithalten, auch wir haben es uns gut gehen lassen und hatten einen sehr geselligen Abend.

Thomas, Paola und ich – zusammen mit Yo von der INDIGO BLUE
Wir waren ja schon beim „Dessert“

Draußen war es windig, das war vorhergesagt – keiner ahnte wie es sich entwickeln sollte…

Die Runde löste sich auf, wir zogen uns auf unsere Schiffe zurück und hauten uns auf´s Ohr. Der Ouzo zeigte Wirkung.

Am nächsten Morgen heulte der Wind im Rigg, es stimmte genau mit der Vorhersage überein.

25-30kts aus vornehmlich südlicher Richtung
30kts und auch mal stärkere Böen

Ungewöhnlich war, dass sich das Wetter verschlechterte und es zu regnen begann. Zudem hörte man Donnergrollen – aha, ein Gewitter!

Und dann ging es los…

Wirklich sintflutartiger Regen über etwa eine Stunde
63kts – im Peak 70kts!!!!

Ich war wach! Auch ohne Kaffee – trotzdem dürstete es mich nach dem koffeinhaltigen Gebräu. Aber wie machst Du Kaffee, wenn Du Schräglage im Hafen hast?

Sicherheit geht vor…

Da stelle ich die Filtereinrichtung lieber mal in die Spüle

Eine Stunde!! später war alles vorbei – ein wunderbarer Tag brach an, als wäre nie etwas gewesen. Von jetzt an sollte sich der März zu einem Frühsommermonat entwickeln (naja, fast).

Eine Stunde nach dem Gewitter
Ok, ein strammer Süd stand noch, aber der Himmel war blau

Ich ging zurück auf die Hallberg-Rassy der Freunde, um meine Arbeit an der Ankerwinsch durch die Montage des Motors zu vollenden – das war´s. Funktioniert alles, Problem behoben.

Der Ölfleck ist von der alten Winsch – Grund des Tausches

Danach ging ich auf ein weiteres Kundenboot – und als ich hier angekommen war, zeigte Zeus noch einmal sein Können. Ein weiterter Gewitterausläufer zog über Leros hinweg und brachte – HAGEL!

Ok, jetzt reicht´s aber…
…hielt nicht lang an
Zum Abend hin schon wieder Wetterberuhigung.

Inzwischen kamen mit jeder Fähre, mit jedem Flieger, neue Gäste der Marina an. Wir sind zwar noch weit weg von voll, aber langsam herrscht wieder etwas Betrieb. Der Run auf die Schiffe beginnt dieses Jahr früher als sonst.

Mit der BlueStar Fähre welche an diesem Abend ankommt, sollte auch Sibylle zurückkehren. Ich beobachte die Abfahrt der Fähre in Kos und weiß, dass Sibylle es an Bord geschafft hat. Heute Nacht kommt sie nach VIER Wochen Deutschland zurück auf die kleine Ägäisinsel Leros.

Gleich legt die Fähre in Kos ab

Natürlich warte ich auf sie und werde sie vom Hafen abholen. Dafür hat mir Thomas abermals sein Auto geliehen. Ich gehe etwas später als gewöhnlich ins „SouVLakki“ und beende eine lange Serie von Besuchen in meinem Lieblingsgrill.

Ein letzter Grillteller – zumindest für die nächsten Tage
Yammas – auf Sibylles Rückkehr! Mir fällt auf, ich muss zum Barbier

Nachts gegen 22.45 Uhr kommt der stählerne Riese, die BLUESTAR 2, in Lakki an. Sibylle steigt aus und hat, sehr zu meiner Überraschung, nichts gegen einen schnellen Ouzo im „Palma Café“ einzuwenden.

Die Fähre spuckt die Ankömmlinge auf die Insel

Danach fahren wir zu NESSAJA, stellen nur noch rasch das Gepäck ab und fallen todmüde ins Bett. Morgen ist auch noch ein Tag…

Bestimmt allerlei drin 😉 – auch für mich

Wir schlafen wie Steine, erst das Tageslicht holt uns langsam aus den Federn. Mein Tagesablauf ändert sich ab jetzt wieder – Sibylle führt das Regiment. Einmal im Salon umgedreht, die Arme in die Hüften und der Lieblingssatz, den ich so lange nicht mehr gehört habe – „Wir müssen heute…“

…aber nach dem Frühstück geht es SOFORT los!

Ich sitze derweil gemütlich in meiner Sitzecke und schlürfe meinen Kaffee. Sibylle hat mir die Pumpe für den Duschsumpf in NESSAJAs vorderem Bad mitgebracht, ich verräume diese und nehme es vorweg – diese Arbeit werde ich im März nicht erledigen. Ähnlich sieht es mit der Fertigstellung des Außenwasseranschlusses aus. Hier habe ich jetzt ebenfalls alle Teile, kann aber nur ein wenig daran basteln – die Finalisierung steht aus.

Danke Nader – das Telefon hilft mir sehr

Ich beschäftige mich aber sofort mit dem iPhone welches mir Sibylle mitgebracht hat. Mein altes Ersatztelefon war gebrochen, ich brauchte ein Telefon als Arbeitstelefon für meine griechische Karte. Nader konnte mir helfen und hat mir ein altes iPhone X überlassen – in so gutem Zustand, dass ich einen Moment überlegt habe es zu meinem Haupttelefon zu machen. Leider war der Speicher zu klein.

PIN? Welche PIN? Nader hat es nicht auf Werkseinstellungen gesetzt. Ich grüble und probiere – und yeah, ich kann die PIN erraten! Später sagt mir Sibylle, dass „…Nader ihr die PIN gesagt hat, habe ich völlig vergessen dir zu erzählen!“ Na toll…

Funktioniert bestens

Inzwischen war Sibylle mit dem Frühstück fertig. Wir zogen gemeinsam los und haben ein paar Schiffe besucht, auf denen ich zwar mit den Arbeiten fertig war, für Funktionstests jedoch eine helfende Hand brauchte. Ich hatte mir eine Art „Liste“ gemacht, Sibylle half mir jetzt, diese abzuarbeiten.

So hatte ich zum Beispiel eine Luke neu abdichten und einbauen müssen, konnte alleine aber keine Dichtheitsprüfung machen. Da war die Hilfe der guten Gattin gefragt und wertvoll.

Alles dicht

Trotz der Arbeitsliste, ließen wir es uns gut gehen und nahmen uns die Zeit für ein gemeinsames Eis. „Repapis“ hatte ja Betriebsruhe und just an dem Tag wiedereröffnet als Sibylle ankam. Ich hatte also ebenfalls eine Art Mangelerscheinung in Bezug auf Speiseeis – dies galt es zu ändern!

DAS ist Lebensqualität

Klar war auch, dass sich mein Essverhalten ändern würde, jetzt nachdem Sibylle zurück ist. Es wird wieder gekocht, Gemüse findet einen Platz auf dem Teller. Dies geht zu Lasten der Fleischportion – es gilt für uns Beide, wieder die richtige Balance zu finden.

Frisch gekocht – lecker! Das „SouVLakki“ wird mich vermissen

Nach dem Abendessen nehme ich mir sofort den Umbau des Trageriemens an Volkers Steiner-Fernglas vor. Ich musste bei der Bestellung den Fernglas Typ angeben, damit der Click Verschluss auch der richtige ist.

Leider ist auch Steiner nicht gefeit vor (unnötigen) Designänderungen – was mich das im letzten Monat aufgeregt hat! Ich muss also vom neuen Gurt die Clicker abmontieren und diese gegen die alten austauschen – zum Glück ging das Aufbiegen der Metallklammern relativ einfach und spurlos.

Die alten Gurtenden mit der Clickbefestigung sind montiert – sieht wieder gut aus

Was ich als Übertrag aus dem Vormonat noch schuldig bin – wie ging es mit meiner Heizung weiter? Nun, wir haben einen Lösungsansatz und inzwischen festgelegt, welche Teile dafür benötigt werden. Diese sind am Versandweg und werden hoffentlich im April ankommen. Den Umbau der Anlage und die Reparatur des Brenners nebst Kundendienst werde ich selbst vor Ort machen. Dies wird wahrscheinlich erst passieren wenn NESSAJA an Land steht. Bis dahin hält die Heizung hoffentlich durch – bis jetzt läuft sie gut und, nachdem ich sie zwei Grad höher gestellt hatte, auch relativ qualmfrei.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen – NESSAJA kam im März ein wenig zu kurz, sie macht uns aber auch kaum Kummer. Alles funktioniert, wir fühlen uns wohl auf ihr. Ich habe, das muss ich ehrlich sagen, ein wenig unterschätzt, wie sich das Arbeitsvolumen in der Marina zusammengeschoben hat – ich merke deutlich den Effekt, dass ich meine Pause von April bis Oktober angekündigt habe! „Kannst Du noch schnell…?“ höre ich fast jeden Tag.

Ein Thema bezüglich NESSAJAs Technik gab es aber – den neuen Öltest!

Diesmal mit NEUER Spritze und NEUEM Schlauch

Ich rapple mich recht rasch auf, ein weiteres Mal die notwendigen 50ml Öl aus meinem Volvo zu ziehen. Diesmal sorge ich auch dafür, dass die benötigten Daten richtig eingetragen werden, so dass keine unsinnigen Werte erfasst und noch unsinnigere Aussagen abgeleitet werden.

Ich mache alles versandfertig

Beim Test ist ein kostenloser Versand innerhalb Deutschlands dabei, doch wie kommt das Ding nach Germany? Ich mache ein Päckchen zurecht und bitte meinen Freund Gottfried von der HARMONY dies in München zu managen – er stimmt sofort zu.

Ich erwähne nur beiläufig, dass ein 500g Päckchen nach Deutschland für schlappe 33.-€ zu haben ist – egal, das war es mir wert, es muss für Klarheit gesorgt werden.

Der Versand dauerte rund fünf Tage, der Weiterversand mit UPS nochmals zwei. Der Test selbst wurde innert einem Werktag erledigt. So hatte ich – und da greife ich jetzt vor – nach etwa 10 Tagen mein Testergebnis in der Hand – NEGATIV! KEIN Glykol im Öl!

Was für ein Terz für Nix und wieder Nix – ich bin ein wenig stolz, dass mein Mechanikerwissen von Anfang an ausreichte, den ersten Test anzuzweifeln. Gleichwohl war ich genervt von dem Zirkus.

Für mich war´s klar – Theorie vs. Praxis 0:1

Was bedeutet das jetzt? Nun, ich melde mich etwas später bei meinem Käufer. Ich signalisiere, dass wir jetzt am letzten Sachstand anknüpfen können. Die Beiden haben sich gefreut, waren erleichtert, gleichwohl merke ich, dass der erste Hype um den Kauf abflacht – wir schreiben viel, haben aber durch die Konstellation wenig Handlungsspielraum. Ich bin gespannt wohin sich das entwickelt – wir haben ja noch über 100 Punkte einer Kontrolliste abzuarbeiten, darunter Bretter wie den Wassermacher, den Generator und das Unterwasserschiff – das kann dauern.

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Ok, es sind noch Dinge für die ELOWYN einzusteuern – wie läuft es eigentlich mit den Polstern für den WILLI?

Läuft

Sotiris hat mit der Arbeit begonnen und verspricht, dass er fristgerecht fertig ist. Das klingt gut. Wir fahren zurück in die Marina und gehen zu Hans-Peters LIBERTÉ, da uns der Freund aus dem Saarland gebeten hatte ein Maß abzunehmen – das tun wir gerne!

Auf den ersten Blick alles in Butter auf´m Kutter
Ok, ein Fender ist hochgeploppt, das korrigieren wir

Wir nehmen das Maß für die Beschriftung ab und wenn wir schon einmal hier sind, dann sehen wir auch innen schnell nach dem Rechten – und das war gut so!

Maß für die neue Beschriftung – hier war die Welt noch in Ordnung…
…wenige Sekunden später schon, war sie aus den Fugen geraten

Schon beim Öffnen des Steckschotts stieg uns der bekannte Muff von Schimmel in die Nase. Ein genauerer Blick ergab, dass ein paar Holz- und Stoffteile befallen waren.

Glücklicher Weise nur alte, relativ wertlose Dinge, die ich nach einem Telefonat mit Hans-Peter entsorgen durfte. Doch woher kam das???

Wasser im Schiff, Feuchtigkeit zu hoch – wie bei EDINA

Wir haben dem Freund Bericht erstattet, ihm angeboten am Folgetag das Problem zu beseitigen. Heute war keine Zeit mehr, wir waren verabredet. Ich lege also noch seinen Öltest ab, diesen hatte ich für ihn mitbestellt – er will es wissen! Dann schließen wir LIBERTÉ ab und gehen zurück auf NESSAJA…

Hoffentlich hat er mehr Glück damit als ich

Gegeneinladung! Paola und Thomas haben sich in Sibylles Abwesenheit rührend um mich gesorgt. Vielleicht war es auch nur Zufall, aber ich wurde auffällig oft zum Essen oder gegebenenfalls auch nur auf einen Drink geladen. Auch bei sonntäglichen Tavernenbesuchen wurde ich immer irgendwie berücksichtigt – sie haben an mich gedacht und darauf geachtet, dass es mir an nichts fehlt. Das hat mich sehr gefreut! Klar, dass ich mich, wir uns, dafür revanchieren!

Sibylle lädt also zum Lasagneessen an Bord von NESSAJA – ein riskantes Spiel, wenn man bedenkt, dass Paola Italienerin ist!

Wir haben uns auf die Beiden gefreut
Auch von Paola mit Prädikat versehen 😉
Beim „Dessert“ waren wir phantasielos – und zahlen mit gleicher Münze heim 😉

Am darauffolgenden Tag lösen wir unser Versprechen ein und retten LIBERTÉ davor, dass der Schimmelpilz sie zuwuchert – dafür muss als erstes das Wasser raus! Ich verschaffe mir also Zugang zur Lenzpumpe – dachte ich…

Der Sitz verdeckt die Klappe zur Pumpe – leider ist er verschlossen
Hans-Peter beteuert – „…einer davon muss es sein!“

Ich suche das mir fremde Schiff nach einem passenden Schlüssel zu der Klappe ab, welche mir den Zugang zur manuellen Lenzpumpe verwehrt. Ich merke, dass auch Bavaria relevante Bauteile an dumme Orte verbauen kann! Trotz der verzweifelten Versuche meines Freundes Hans-Peter am Telefon, mich bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu unterstützen – es findet sich kein passender Schlüssel.

Gott sei Dank habe ich einen Universalschlüssel!

Der erste Einsatz für meine Akkuflex – und schon hat HP ein neues Schloss auf seiner Einkaufsliste

Wir haben das gleiche Spiel – in verkürzter Form – nochmals mit dem Pumpenschwengel für die Lenzpumpe getrieben. Wo könnte dieser sein??? Um dies abzukürzen habe ich lieber rasch den von NESSAJA geholt…

Jetzt hieß es pumpen – viele Male…
…was da so rauskam! Sowohl Konsistenz wie auch der Geruch der Plörre waren ekelhaft

Nachdem der Dreck erst draußen war, war es ein Leichtes, für eine relativ saubere und vor allem trockene Bilge zu sorgen. Wir haben dann auch noch gefunden, woher das Wasser in der Bilge kam – es hatte sich in einem Unterschränkchen der Pantry gesammelt und ist schließlich ganz banal übergelaufen. Es waren richtig große Mengen, man unterschätzt, wieviel es hier im Winter regnen kann!

Auch diesen Küchenkasten haben wir trocken gelegt.

Bilge – wieder ok!
Ich putze den Kasten aus und lege ihn trocken
Auch hier etliche Liter

Die Ursache ist bekannt – Hans-Peter weiß, dass eine Relingstütze undicht ist und hat auch schon Abdichtungsversuche unternommen. Diese haben wohl nicht gefruchtet – dazu eben die falsche Einschätzung der Regenmenge. Das reicht aus, um für nicht unerhebliche Probleme zu sorgen. Wenn dann niemand nach dem Schiff schaut, kehrt man in eine Schimmelhöhle zurück!

Ein paar Teile müssen wir noch entsorgen – dann ist die Gefahr gebannt

Da ich jetzt um das Problem auf LIBERTÉ weiß, kann fast nix mehr passieren. Ich wiederhole die Prozedur noch zweimal, jeweils nach kräftigen Regenfällen. Ab April dürfte das Risiko drastisch reduziert sein. In jedem Fall lüften wir ab und an, um den Muff rauszubekommen, bevor die Freunde zurückkehren.

Nach dem Stress war eine Belohnung angesagt!

Sibylle und ich probieren Softeis – setzt sich aber nicht durch

Ich habe heute ohnehin etwas zu feiern – das Eis war also doppelt verdient. Wusstet ihr, dass es einen „Mario-Day“ gibt? Seht ihr, man lernt nie aus! Ich werde diesen in Zukunft anstelle des mir vorenthaltenen Namenstages feiern!

Wo dieser „Mario-Day“ seinen Ursprung hat? Na, könnt ihr euch das nicht denken?

Kein Witz – gibt´s wirklich

Der Tag klang ohne weiter erwähnenswerte Begebenheiten aus. Am folgenden Morgen wurde es jedoch spannend für mich – der Tankwagen kommt! Das ist insofern „aufregend“, weil damit auch die Verbrauchsmessung unserer Heizung einhergeht. Der Winter neigt sich dem Ende zu, der Kraftstoffstand ist niedrig, wir wollen wissen, was die Eberspächer bisher verbraucht hat!

Die Jungs von der BP füllen bestes Ultimate Diesel in meinen Tank

Hm, er hört nach 150 Liter auf. So wenig nur? Ich bitte, den Tank voll zu machen, doch er hatte nur 150 Liter im Auto – ich hätte doch gesagt „…so um die 150 Liter“. Ja, stimmt aber das kann doch heißen, dass es auch ein paar Liter mehr sind! Er nickt freundlich, kassiert und fährt von dannen – er hat nunmal nicht mehr mitgenommen.

Na super! Ich WILL vollmachen, ich will wissen, was meine Heizung verbraucht hat! Ich nehme also meinen 10 Liter Kanister und fahre zur Tankstelle, und nochmal, und nochmal…

Womit ich nicht gerechnet habe – ganze SECHS Mal fahre ich, bis der Tank voll ist. Die Heizung hat sich von Ende Oktober bis Mitte März 207 Liter gegönnt. Das liegt etwa auf Vorjahresniveau bei einer Heizdauer von etwa vier Stunden pro Tag. Unsere Heizkosten pro Jahr somit etwa 400.-€, wenn man das Nachtanken zum Ende der Heizsaison schon mitrechnet.

Der Tag ist freundlich – was steht heute an?

Sehr windig – aber sonnig und durchaus warm
Sibylle geht mit Romina spazieren und bringt ein Frühlingssträußchen mit

Ein Päckchen trifft für mich ein! Ich habe für die Hallberg-Rassy, an der ich die Ankerwinsch gewechselt habe, noch einen Fußschalter benötigt. Dieser ist ein HR Spezialteil, welches man aber noch in Schweden kaufen kann. Da solche Bestellungen über die Marina schwierig und langwierig sind, habe ich das Teil für den Freund auf eigene Kosten bestellt – wir würden abrechnen.

Ja, was soll ich sagen – das können die Männer aus Ellös! Perfekte Teileversorgung und Expressversand von SE nach GR innert vier Tagen – perfekt!

Die Werft mit dem perfekten Service

Ich nehme mir also vor, meinen Tag mit dem Einbau des Schalters auszugestalten. Das gelingt recht gut und schon kurze Zeit später ist das wertige Teil montiert. Der Funktionstest ist positiv – auch an diese Aufgabe kommt ein Haken!

Sieht schick aus – ist aber mit Gold aufzuwiegen

Der Preis? Der Gentleman schweigt – aber Faktor 10 zu „Normalbooten“ kommt der Sache nahe.

In guter Stimmung lassen wir den Abend zusammen mit Heribert und Romina im „Metzes“ ausklingen. Dem neuen Lokal in Agia Marina, welches sich in unsere Top-Five Liste geschlichen und dort etabliert hat.

Zuverlässig gut und eine nette Location

Am nächsten Tag gibt es wichtige Abstimmungen bei Giorgos zu machen. Der Geräteträger ist fast fertig, es muss entschieden werden, wie er an die existierenden Poles für die Random Antenne und den Windgenerator angebunden wird.

Der Träger wirkt jetzt schon mächtig!

Die Struktur ist festgelegt, ein paar Streben fehlen noch

Wir entscheiden uns für einen Schraubflansch, die jeweiligen Gegenstücke werden sowohl mit den Poles, als auch mit dem Träger verschweißt. Der Vorteil ist, dass man den Träger somit abmontieren kann, auch ist er leichter zu montieren, als wenn man versuchen würde ihn direkt anzuschweißen.

Der Nachteil – es ist etwas aufwändiger und die Schraubflansche fallen auf, obwohl das bei ELOWYN kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem macht es Sinn, die gesprochenen Worte noch mit einer Skizze abzusichern, dann sind wir uns einig.

Die Flansche lieber auf halber Höhe

Wir kommen gerade noch rechtzeitig zurück in die Marina, bevor uns ein kräftiger Regenguss heimsucht. Es prasselt auf unser Dach und die Tropfen ziehen den Meeresspiegel komplett flach – eine schöne Stimmung.

Es ist freundlich, obwohl es wie aus Kübeln gießt
Wir sitzen geschützt unter der Sprayhood, die ihrem Namen mehr als gerecht wird

Was machst jetzt mit so einem angebrochenen Nachmittag? Wir ziehen uns auf eine Art „Feierabendbier“ zu unseren Freunden auf die STARLIGHT III zurück. Auf dem Katamaran sitzt es sich einfach sehr gemütlich.

Klar, wir kommen gerne rüber

Romina und Heribert sind ein maltesisch-deutsches Paar, Romina ist die „Kommunikationsbeauftragte“ an Bord und hat mich letztes Jahr über die Seglerplattform „No foreign land“ kontaktiert. Wir haben die Beiden mögen und schätzen gelernt, es hat sich eine Freundschaft entwickelt.

Die Frauen gehen oft zusammen wandern, Heribert und ich arbeiten auf den Schiffen und tauschen uns gerne bei einem Glas Gerstensaft aus. Heribert ist Münchner, wir sind auf einer Wellenlänge.

Romina reicht Nüsslein zum Bier…

Die Gefahr des „Festsitzens“ droht

Als wir die paar Meter zurück zu NESSAJA gehen um zu Abend zu essen, geht die Sonne schon spektakulär hinter dem Berg der Lakkibucht unter. Ein schöner Spätnachmittag – ein Nachmittag mit einem Hauch von Wehmut. Die Freunde werden morgen die Marina verlassen.

Spektakuläre Szenenerie

So kam es, dass wir am nächsten Morgen Gewehr bei Fuß standen um beim Ablegemanöver der STARLIGHT III Leinenarbeit zu leisten. Ein letztes Winken – dann waren die Beiden ausgelaufen und hatten somit ihre Saison gestartet – obwohl, zunächst ging es ja nur um die Ecke nach Xirokampos, wir wollten noch einmal zusammen im „Trexantiri“ essen.

Ein „Lebewohl“ für die Freundin
Die Leinen gehen über…
…und weg sind sie

Sibylle und ich hatten weiter auf ELOWYN zu tun. Es waren heute nur Kleinigkeiten und Giorgos brauchte ein paar Maße. So war unser erster Weg der zum blauen Boliden…

Alles ok, auch der Kratzer wurde inzwischen beseitigt
Ich nehme das Maß und sende es an Giorgos

So waren wir rasch durch mit den Pflichtaufgaben und hatten ein bisschen Luft – was also tun? Wir erinnerten uns, dass das Rollerthema noch offen war. Sibylle würde den geliehenen Scooter bald zurückgeben müssen und wäre dann nicht mehr mobil. Sie hat außerdem Freude am Roller fahren gefunden.

Es hat sich nichts Neues aufgetan – also verabreden wir uns noch einmal mit Tasos, um den gebrauchten 50er anzusehen, den ich bereits an ihrem Abflugtag ausgeschlossen hatte – in der Not frisst der Teufel Fliegen.

Ein bisschen Zeit hatten wir noch, so fuhren wir am Weg bei Loukas vorbei, um dort auch das Angebot an neuen Flitzern anzusehen…

Ein „Motron Breezy 50“

Sibylle denkt 100% rational und defensiv. Für sie ist bereits der Gedanke einen neuen Roller zu kaufen ein Abenteuer und Wagnis. Mehr als das absolut Notwendige ist per se unnötig.

Ich sage, dass haben besser ist als brauchen und rate zum etwas teureren Piaggio 125er, der neben mehr Leistung auch etwas mehr Renommee besitzt, er ist der Scooter mit einem besseren Markenimage.

Piaggio Liberty 125 – die beliebteste Rollermarke

Weder Steuer noch Versicherung dürften ein Ausschlusskriterium sein. Der 125er ist zwar teurer im Unterhalt, aber nur marginal. Wir lernen, dass man zur Zulassung beider Varianten eine griechische AFM braucht, die persönliche Steuernummer. Fahren darf Sibylle den 125er auch, sie hat die Gnade der frühen Geburt und einen Autoführerschein vor April 1980.

Am Ende ist die Anschaffung um 1.000.-€ teurer…

Gedankenschwanger sehen wir uns bei Tasos den Gebrauchtroller an, die Elektrik der Armaturen spielt verrückt und Sibylle findet keinen Gefallen an dem Gefährt – ich fühle mich bestätigt, der ist nun aber tatsächlich erledigt. Eher unüberlegt bietet Tasos uns seine eigene Honda 125SH an, zwei Jahre alt, Topzustand und für 2.000.-€ – wir sagen sofort zu! Tasos muss plötzlich noch einmal überlegen.

Weil wir schon in Kamara sind, sehen wir gleich bei Giorgos vorbei.

Der Träger ist, bis auf die Adapterplatten, fertig

Auf dem Rückweg beschäftigt uns das Thema Roller. Wir stoppen im „La Palma“, kaufen uns einen Ouzo und diskutieren. Ich vertrete meine Meinung zum 125er, das darf ich jetzt, weil Sibylle ja auch bei Tasos´ Honda zugesagt hat bzw. hätte.

Sibylle selbst bejammert das Geld, welches der Piaggio kosten würde. Wir vertagen die Entscheidung, da wir ja sowieso warten wollen, ob Tasos seine Honda nun verkauft oder nicht.

So wird es relativ schnell Abend. Nichts wie ab nach Xirokampos, hier waren wir ja zum Dinner verabredet.

Das „Trexantiri“ ist ein nettes Fischlokal im Süden von Leros
Die STARLIGHT III Crew liegt vor Anker – wir kamen mit der GS
Erst Meze, dann Schwertfisch Filet mit Skordalia, dem Kartoffel-Knoblauch Pürree

Ein wunderschöner Abend liegt im Kielwasser. Wir verabschieden uns und jeder zieht sich in sein Zuhause zurück. Noch bleibt die STARLIGHT III in der Nähe, wir werden uns noch das ein oder andere Mal treffen – aber in wenigen Tagen schon heißt es Abschied nehmen. Es könnte ein Abschied für immer sein, einer der nahe geht – wir mögen Romina und Heribert.

Der kommende Tag vertreibt jegliche Art von Trübsal – wir machen einen Ausflug! Marcus von der DARKSYDE ist mit der Familie auf Lipsi und hat eine ideale Fährverbindung entdeckt. An einem Tag hin und wieder zurück! Das machen wir – ein Sonntagsausflug auf die Nachbarinsel!

Der Wecker klingelt früh…

Gähn – der kleine Zeiger nach der 6, der große nicht ganz auf der 6…
Frühstück – unterschiedliche Schwerpunkte

Wir verlassen NESSAJA und schleichen über den Steg. Wir wollen Cierán, unseren irischen Nachbarn, nicht wecken. Der Spruch mit dem frühen Vogel schießt uns in den Kopf, der kann uns heute mal! Nicht mal die Sonne ist aufgegangen…

Wir lassen NESSAJA zurück, der Tag wirkt noch grau
Leise und mit kleinem Gepäck gehen wir zu meinem Motorrad

Mit der GS fahren wir zum Fähranleger um unsere Tickets zu kaufen. Für rund 6.-€ pro Person bringt uns die kleine Fähre auf die Nachbarinsel. Das Motorrad muss diesmal hier bleiben, für Mobilität auf Lipsi ist gesorgt.

Wir sind mutterseelenalleine – Sibylle kauft die Tickets
Etwas später kommt der betagte Zubringer – eine Handvoll Leute steigen ein
Nach einer Stunde kommen wir in Lipsi an

Wir kommen um kurz nach 08.00 Uhr an und Marcus holt uns nebst Familie am Fährkai ab. Sie haben bereits den Roller von Marcus für mich parat gestellt. Sibylle reist mit Susanne und Lilly im Suzuki Samurai über die Insel, Marcus reitet seine alte Honda.

Zuerst gönnen wir uns ein tolles Frühstück in der unter Seglern bekannten Bäckerei von Lipsi – ein guter Start in den Tag. Dann beschließen wir, zunächst Marcus Baustelle anzusehen. Abermals fahren die Damen mit dem SJ, die kleine Lilly entscheidet diesmal aber, mit ihrem Papa Mopped fahren zu wollen – ich bin wieder mit der Piaggo Medley unterwegs, ein tolles Gefährt.

Lipsi mit dem Roller – immer dem Freund hinterher…
…der saust mit der kleinen Prinzessin voran

Wir gönnen unseren Frauen eine Verschnaufpause, die sie mit einer Flasche Prosecco am Vormittag nutzen, wie wir später erfahren. Wir selbst machen eine Inseltour, weniger zu touristischen Zwecken, mehr um einen Eindruck der Immobilienlage auf der kleinen Nachbarinsel zu bekommen.

Marcus´ Grundstück nahe des Hauses – hier kann man neben den Obst- und Olivenbäumen auch etwas anbauen

Wir unterhalten uns dabei über unseren Lebensabend – klingt komisch, ist aber so. Irgendwann machst du dir einfach Gedanken wie du alt werden willst, vor welcher Hausbank du sitzen willst. Marcus und ich sind uns einig, aus heutiger Sicht bieten diese kleinen Ägäisinseln auf denen wir uns bewegen eine einladende Lebensqualität.

Wir setzen unsere Fahrt fort, er zeigt mir Häuser die zum Verkauf stehen, wir quatschen. Ich erlangen einen weiteren, neuen Eindruck von Lipsi.

Natürlich fahren wir auch an den vielen kleinen, typisch griechischen Kapellen der Insel vorbei.

Von Kapellen wie dieser gibt es auf Lipsi Dutzende

Wir hatten so im Vorbeifahren viele Häuser gesehen. Die Luft war ein wenig raus, wir beschlossen zurück zu Susanne und Sibylle zu fahren. Inzwischen war es Mittag, Marcus hat zum BBQ geladen.

Ein letztes Mal ruft mir Marcus unterm Fahren zu – „…und das ist auch zu verkaufen, geht günstig her!“ QUIEEEEETSCH – ich bremse. Ein kurzes Hupen um meinem Freund mein Stoppen zu signalisieren. Der dreht um fragt was los sei…

Hier an der Straße stoppen wir (Kopf nach rechts)
Der Ausblick (Kopf nach links) – man sieht Arki und etwas weiter nach links bis Patmos

Ich sage zu ihm, dass dieses Haus das ist was ich suche. Wir steigen ab und schleichen über das offene Grundstück des leeren Hauses. Das Grundstück ist groß genug, das Haus selbst renovierungs- aber nicht sanierungsbedürftig, große Terrassen auf beiden Seiten. SO muss mein Haus aussehen, SO will ich wohnen, wenn ich nicht mehr auf einem Schiff lebe!

Die Terrasse zum Garten
Die Einfahrt und die vordere Terrasse

Aus seinem früheren Berufslebenheraus, hat Marcus eine Art entwickelt Dinge zu beschreiben, als ob du sie gleich kaufen kannst und auch solltest – ich weiß das und kann ihn einschätzen. Trotzdem hörte es sich an, als sei ich einen Handschlag vom Hauskauf entfernt.

Ich sage zu ihm – „…kümmere Dich drum – wenn ich es zu dem von Dir erwähnten Preis bekomme, dann kaufe ich es! Ich meine es ernst, ich kaufe es!“

Er greift zum Hörer und telefoniert ein wenig herum. Leider ist es dann doch nicht so klar wie erhofft. Die Besitzerin weiß gerade nicht ob sie wirklich verkauft, vielleicht nächstes Jahr, vielleicht für ein wenig mehr Geld. Das gleiche Spiel wie immer. Ich sage zu ihm, dass wir dranbleiben sollten, weiß aber, dass das Traumhaus in diesem Moment unter der Kategorie „eines von vielen“ abzulegen ist.

Immerhin – ich weiß jetzt, dass ich es noch kann – schnell entscheiden wenn mich etwas überzeugt! Eines Tages…

Am Rückweg fahren wir am Hafen vorbei.

Auch hier – typisch griechische Gelassenheit, man werkelt an den Booten

Wir sprechen noch über Optionen, sich auf der kleinen Insel ein wenig zu engagieren. Ich erfahre, dass für Motormechaniker, besonders im Bereich Außenbordmotoren, ein großer Bedarf besteht. Das klingt interessant.

Dann fahren wir zurück zum Haus, trinken mit den Damen noch ein Gläschen Sekt und Marcus startet den Weber, den er aus Deutschland mitgebracht hat.

Da kann unser kleiner Cobb nicht mithalten

Susanne hatte fleißig eingekauft, wir hatten alle einen Bärenhunger und Marcus und ich hatten viel zu erzählen – unter anderem, dass ich (fast) ein Haus gekauft habe. Sibylle bekommt kurz Schnappatmung, ein Gläschen Prosecco lässt sie aber wieder regelmäßig Luft holen.

Wir erzählen die ganze Geschichte – blumig, bebildert, gestikulierend. Währenddessen brutzelt das Grillgut auf der deutschen BBQ Station…

Sieht gut aus – dazu Salat, klar…

Nach dem Essen sind wir alle etwas müde. Das frühe Aufstehen, die Umtriebigkeit, sicher auch der volle Wanst, tun das ihre. Man nennt das Freßkoma, denke ich. Wir gönnen uns eine kurze Siesta,

Ich liege in der Sonne und träume von meinem Haus

Diese Pause tat gut und war mehr als nötig, denn jetzt kommt Lilly auf den Plan. Heute wird Fasching in Lipsi gefeiert und die Kleine fordert ihre Teilnahme ein.

So wird aus Lilly der Prinzessin im Handumdrehen eine Hexe mit Besen und Zauberstab. Wir üben noch allerhand Zaubersprüche, um das Kind, Verzeihung, die Hexe, auf ihren Einsatz vorzubereiten.

Und dann geht´s los! Ich liebe Fasching! Wer mich kennt weiß das! (Ich hoffe, man kann den Ironiemodus wahrnehmen)…

Tief Luft holen….
…trööööööööööööööt

Sibylle und ich machen jeden Klamauk mit. Die Kleine freut sich und albert mit den anderen Kindern herum. Auch für uns ist es irgendwie interessant, auch wenn wir aus tiefstem Herzen Faschingsmuffel sind. Wir bekommen so etwas vom Leben auf der deutlich kleineren Nachbarinsel mit – hier leben nur etwa 800 Menschen.

Karneval 2024 – sehr lustich
Wie lang dauert´s noch?

Wirklich sehr lustig fand ich die Idee einiger junger Paare aus Lipsi. Die etwa 18-20 Jahre alten jungen Frauen und Männer haben Rollen getauscht – die Mädels kamen als Kerls und ihre Macker als deren Weiber – HERRLICH! Die Leute haben sich auf die Schenkel geklopft – leider konnte ich kein Bild erhaschen.

Irgendwann setzte sich der „Umzug“ in Gang und marschierte durch den ganzen Ort.

Der Marktplatz als Feiermeile
Der Pulk zieht feiernd durch die Gassen von Lipsi Ort
Dann geht es wieder zurück Richtung Hafen

Am Hafen steigen wir aus. Wir setzen uns noch einmal ins Café um einen Nachmittagscappu zu trinken. Dazu, selbstverständlich, ein süßes Teilchen.

Wir quatschen noch viel, lassen den Tag noch einmal an uns vorbeiziehen – ein herrlicher Tag mit einigen wichtigen Erkenntnissen. Nahtlos gehen wir von Cappuccino zu Ouzo über. Dann war es soweit, der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die Uhr ruft gnadenlos zum Aufbruch.

Eine letzte Fahrt mit der Piaggio zum Fähranleger
Dort warten wir – bei einem wirklich allerletzten Ouzo – auf die Fähre
Die uns pünktlich nach Leros zurück bringt

Ein schöner Tag, ein anstrengender Tag – wer Sibylle kennt weiß, dass sie dazu neigt jetzt in sich zusammenzusacken. Die einkehrende Ruhe, die warme Heizluft in der Fähre, die Müdigkeit zerrt an einem…

„Halloooo Hasi! Nicht einschlafen…“

Ich labere auf meine Gattin ein und versuche sie so wach zu halten. Das Thema „Beinahe-Hauskauf“ ist dafür sehr gut geeignet.

Warum mache ich das? Warum lasse ich sie nicht einfach etwas pennen? Weil wir noch eine Verabredung haben! Ich will, nein, ich muss sie auf Drehzahl halten!

Heute ist St. Patrick´s Day – wir sind im Biertempel von Leros, dem „Persiana“, auf ein Guinness verabredet – mit der Crew der STARLIGHT III – Romina und Heribert kennt ihr ja schon.

Gleich sind wir da

Die Fähre spuckt uns aus und wir gehen die paar Schritte zu unserer GS. Ohne Pause fahren wir zum „Persiana“ um die Freunde dort zu treffen. Wir haben unsere Ankunftszeit per Kurznachricht mitgeteilt.

Sibylle jammert – „…aber nur noch eines“
Aus einem wurden zwei – dann war es genug (ich sehe schon alles etwas verschwommen)

Als wir zurück auf NESSAJA sind, war es gar nicht so spät, vielleicht 23.00 Uhr – aber wir waren geschafft! Klar, ein paar Bier, das viele Essen, die vielen Stunden und immer unter Strom. Wir haben nicht mehr viel geredet, auch ich nicht, sondern sind sofort und ohne Umweg über LOS ins Bett. Ein langer, aber toller Tag liegt hinter uns – und für morgen ist keine Pause in Sicht!

Denn heute ist in Griechenland „Clean Monday“!

Die Internetseite „sea-by-bus“ schreibt dazu wie folgt…

„Clean Monday“ (Kathara Deftera) wird von den griechischen orthodoxen Christen zu Beginn der 48-tägigen Fastenzeit vor Ostersonntag gefeiert. Er ist ein beweglicher Feiertag, der häufig mit dem Frühlingsanfang verbunden ist und eine lange Reinigungszeit des Körpers und des Geistes symbolisiert.

Der saubere Montag ist in Griechenland ein Feiertag und wird meistens mit Familie und Freunden im Freien gefeiert. Manche Leute essen in einer Strandtaverne, aber die meisten kochen lieber die Tagesspezialitäten zu Hause. Nach den Fastenregeln werden spezielle köstliche vegane Mahlzeiten vorbereitet. Zum typischen Sauberen Montags-Menü gehören Lagana, ein flaches, oval geformtes Brot, Taramosalata-Dip, Meeresfrüchte wie Krake, Tintenfisch, Garnelen und Muscheln, Fasolada, eine Bohnensuppe, Dolmaden, Oliven und die Süßspeise Halvas.

Griechen feiern diesen Tag am liebsten mit Outdoor-Aktivitäten und Picknicks. In ganz Griechenland finden Festivals mit Musik, Essen, Tanzen und bei schönem Wetter mit Drachenfliegen (HARTAETOS) statt.

Jung und Alt, Familien und Freunde gehen aufs Land oder an den Strand und versuchen, einen bunten Drachen steigen zu lassen. In der Vergangenheit waren die Drachen vom Vater oder vom Großvater der Familie gemacht. Auf diese Weise wurde die Kunst der Drachenherstellung von einer Generation zum anderen weitergegeben. Heute kaufen die meisten Leute einen Drachen, anstatt ihn selbst zu basteln.

Durch das Drachenfliegen wollen die Griechen mit Gott kommunizieren. Und je höher der Drachen fliegt, desto näher kommt die Person an Gott. Der Drachen trägt den menschlichen Geist und bringt ihn dem Schöpfer näher, und Christen glauben, dass ihre Seele neben Gottes Seele sein sollte.

Wir sind von Giorgos und seiner Familie eingeladen, es kommen mehrere Familien und Freunde – wir erleben einen tollen, typischen „Clean Monday“!

Drachensteigen mit Manolis, Giorgos´ Sohn – direkt am Flughafen, egal
Meeresfrüchte am Grill
Ein Picknick mit Freunden
Jede der Griechinnen bringt etwas mit
Später kommt noch ein Schwertfisch auf den Grill
Superlecker
Michalis frittiert – die Kinder freuen sich über die Pommes, die könnten nicht besser sein
Seeigel – first Try

DAS ist das Elixier, das ist einer der wichtigen Gründe warum ich hier bin. Ja, es gibt diese Momente auch in Deutschland, aber seltener. Ich liebe Land und Leute hier, wir haben echte Freundschaften geschlossen. Wenn ich jetzt noch Griechisch lerne…

Wir bleiben den ganzen Nachmittag um mit den Freunden ihren Feiertag zu verbringen. Erst als die Sonne hinter den Hügeln verschwindet, fahren wir zurück nach Lakki. Wir wollen uns bei „Repapis“ noch ein Eis gönnen.

Aber was ist das???

Die Eistruhe ist defekt – meine Welt zerbricht in 1000 Scherben

Gott sei Dank hat der Meister der Süßspeisen eine Lösung parat, er hat eine kleinere Nottruhe aufgebaut und bietet zumindest eine reduzierte Auswahl an.

Eine gute Gelegenheit, einmal andere Sorten auszuprobieren! Wir schlemmen unser Eis und lassen diesen herrlichen Tag langsam ausklingen.

Über Nacht regnet es. Der Platz wird wieder schlammig, das Regenwasser sucht sich sturzbachartig den Weg ins Meer.

Dauert erfreulicher Weise nie lang an – die letzten Regengüsse

Als das Wetter sich beruhigt hat, fahre ich mit dem Motorrad zu Giorgos in die Werkstatt. Ich muss ein neues Projekt von ELOWYN einsteuern, denn inzwischen hat Panos, unser Shopleiter, es geschafft mir einen speziellen, recht großen 16er Antal Fallenstopper zu beschaffen.

Das von der Werft verbaute Teil hat es vom Hersteller nicht mehr gegeben, wir müssen auf einen anderen Typ ausweichen. Auch hier holt mich eine Designänderung ein, obwohl der Body fast exakt gleich groß ist, hat Antal der neuen Version ein geändertes Lochbild verpasst.

Ich will den Mast nicht anbohren, also muss eine Adapterplatte aus Aluminium her.

Ich fahre zu „Boat & Parts“ – das Tor ist offen, der Chef ist nicht da
Vorne alt, hinten neu

Kurze Zeit nachdem ich meine Stopper auf die Werkbank gelegt hatte kam Giorgos angebraust, wir besprechen uns, er hat eine gute Idee und ich lasse das ganze Zeug bei ihm – sehen wir, was dabei herauskommt. Vertrauen gehört in Griechenland dazu…

Am Heimweg genieße ich den Ausblick und die Stimmung über der Gourna Bucht auf der Westseite der Insel.

Gourna ist nicht mein Lieblingsplatz, aber wenn die Sonne untergeht wird es toll

Als ich zu Hause ankomme, sehe ich auf mein Mobiltelefon, es hat mehrfach geklingelt. Mein Sohn! Nanu, was will er? Sonst ist er eher kontaktfaul…

Ah, er zeigt an, dass er ein weiteres Problem gelöst hat, welches uns im März plötzlich überfallen hat. Sibylle hat während ihres Deutschlandaufenthaltes leider erst am Abreisetag gemerkt, dass unser japanisches Deutschlandauto, der geschenkte Gaul, TÜV fällig war. Unser Freund Nader hat sich sofort angeboten das Problem zu lösen, ist aber mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Eine Nachfrage bei der Werkstatt ergab Reparaturkosten von rund 2.900.-€ – Totalschaden!

Schlechte Stimmung und lange Gesichter waren die Folge – es war an der Zeit, dass das A-Team übernimmt 😉

Ich texte meinen Sohn an und schreibe mit salbigen Worten mein Begehr und meine Vorstellung – fachgerecht aber so günstig wie möglich. Der junge Familienvater antwortet fast schon überschwänglich – „OK“!

Tata – TÜV neu, Problem gelöst

Unsere alte Rostbeule darf für kurze Zeit im Audi-Glaspalast wohnen, alle helfen zusammen um die rote Rübe von Erding nach München und zurück zu verbringen – ein paar Tage später ist es vollbracht und das begehrte Kleberle pappt auf dem Nummernschild. Kosten? Rund 5% des Angebotes von Honda – wer kann der kann! Danke Stefan!

Beim Abendessen unterhalten wir uns noch einmal über die Rollerthematik. Sibylle sagt nicht viel. Erst beim Einschlafen meint sie – „…ich habe mich entschieden, ich nehme den kleinen BREEZY 50!“

Ich widerspreche nicht, es klang, als sei sie sich ihrer Entscheidung sicher. Ich stehe aber tatsächlich noch einmal kurz auf und tippe einen Zweizeiler an „Moto Loykas“ – Sibylle will buy the small Breezy, you can prepare everything!

Schon am Morgen, kurz nach dem Aufstehen, fallen die Nachrichten über mich herein…

Ετοιμάζω τα πάντα – ich bereite alles vor
Η μπαταρία φορτίζεται ήδη – die Batterie lädt schon

Loukas ist ein richtig netter Typ, er scheint auch ein guter Mechaniker zu sein. Er spricht aber kein Wort Englisch. Die einfache Kommunikation geht mit rudimentären Austausch von einzelnen griechischen und englischen Worten – plus Gestik. Alles, was nach einem Satz verlangt, geht über Google Translate – das funktioniert aber super.

Μπορείτε να έρθετε ανά πάσα στιγμή, το σκούτερ είναι έτοιμο για παραλαβή – ihr könnt jederzeit kommen, der Roller ist fertig zur Abholung!

Na dann, nix wie hin!

Preisschild und Plastikfolie darf Sibylle selber runtermachen
Kaufvertrag und Zulassungsformalitäten werden unterzeichnet
Jetzt gehört er ihr – Sibylle hat sich einen neuen BREEZY 50 gekauft

Man könnte es fast schon ein Abenteuer nennen – die Verkaufsabwicklung für einen Roller ohne sich unterhalten zu können. Stellt euch das einfach bildlich vor, wie beide Parteien immer abwechselnd in dieses Telefon sprechen.

Es kam hinzu, dass Sibylle schnell über die Straße flitzen musste um die griechische Steuernummer vorzulegen und eine Versicherung zu erhalten. Das Kennzeichen gibt´s vom Rollershop.

Jetzt flitzt Sibylle also mit ihrem eigenen 50er über die Straßen von Leros – und spricht über Tuning! (Anmerkung – weil sie die steile Rampe zum Dog-Shelter nicht hochkommt 😉 ) Über einen 125er haben wir nie wieder gesprochen…

Dass uns dieser Tag durch die Finger rinnen würde war klar! Pfeif drauf! Zuerst gönnen wir uns ein Eis, zur Feier des Tages…

Es ist gerade Mittag, die Sonne ist noch nicht im Zenit
Aber es ist nie zu früh für eine Eisspezialität
Auf die neue „Easy-Riderin“ – allzeit gute Fahrt

Als wir zurück sind und über unseren Ponton schlendern, ruft der Nachbar uns heran, er bitte um kurze Unterstützung, er müsse in den Mast. Ok, ich kurble ihn hoch, Sibylle führt die Hilfsleine – geht rasch, wir helfen gerne.

Fehler entdeckt, Reparatur leider nicht sofort zu bewerkstelligen

Zurück auf NESSAJA nutze ich den Tag um wenigstens ein bisschen produktiv zu sein. Ich brauchte für ein Kundenschiff eine Base um einen Schalter anzuschrauben und hatte vor zwei Tagen diese kleinen Holzbrettchen geklebt. Auch NESSAJA hat eines bekommen – hier als Base für den Umschalthahn des Außenwasseranschlusses.

Ich besorge beim Baumarkt also die Befestigungsschellen und montiere genau diesen Umschalthahn auf die kleine Holzbasis. Sieht ganz gut aus und funktioniert super.

Außenwasser oder Tankwasser – hier kann künftig gewählt werden

Seltsam, wie es dem Menschen gelingt, sich nur durch solche Kleinigkeiten in den Status der Zufriedenheit zu versetzen – boah, was ICH heute alles geschafft habe! Zufrieden setzen wir uns an den Salontisch, essen was Gutes und lassen den Tag ausklingen!

Das ist gut so, denn für den nächsten Tag haben wir uns ein wenig mehr vorgenommen – wir müssen mal wieder bei ELOWYN ran…

Sibylle reinigt eine Vogel-Einflugschneise und verhindert den Nestbau im Großbaum
Ich demontiere derweil den Windgenerator – der muss höher gesetzt werden

Zunächst dachte ich ja, dass alle Kabel in Schächten in der Garage geführt werden, das hätte sich so angeboten und hätte auch eine sehr gute Zugänglichkeit geboten. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Wir öffnen das reizende Heck der Schönheit – alleine das ist mit viel Aufwand verbunden, um dann zu merken, dass es innen relativ clean ist! Keine Kabel, nix, nada, niente.

Keine Kabel – nanu, wo sind die denn???

Naja, offen gesagt, gefunden haben wir den Kabelstrang für den Windgenerator dann schnell – aber dort war der Zugriff leider etwas limitiert. Bei mir war es, das muss gesagt sein, nicht etwa der Bauch der im Weg war, nein die Schultern sind zu breit – vielfach wäre es gut, wenn Bootsmonteure keilförmig wären! Meine Frau ist auch nicht wirklich keilförmig, hat aber schmalere Schultern – sie kommt an die Kabel um die Kabelbinder im letzten Eck zu kappen.

Auch für Sibylle musste ich die Schlauchtrommel und den Schlauchhalter ausbauen

Die Bilder haben es ja schon verraten, gemeinsam ist es uns gelungen, den Luftikus abzuschrauben. Hier wird nun eine 60cm Stange eingesetzt, das Kabel wird um dieses Maß verlängert, um den Dreiflügler danach in atemberaubender Höhe wieder anzubringen – dann aber deutlich über dem neuen, noch zu montierenden, Solarträger. Soweit der Plan…

Arbeit vollbracht

Diese Arbeit zieht sich über den ganzen Tag. Wir unterbrechen nur für eine Kaffeepause, die wir, was für eine Überraschung, bei „Repapis“ verbringen. Klar, dass zum Kaffee auch ein schnelles Eis geht, dann geht es zurück zum Arbeitsplatz.

Nicht nur ICH dränge auf das leckere Eis 😉

Zum Feierabend gehen wir am Stadtkai von Lakki spazieren. Spazieren??? Ich??? Ja, aber nicht ganz ohne Grund. Wir wissen, dass unsere Freunde von der STARLIGHT III noch einmal für ein paar Tage nach Lakki kommen und hier am Stadtkai festmachen wollen. Es ist kräftiger Wind angesagt, sie wollen sicher liegen und auch den Zugang zu einer kleinen, lebendigen Stadt haben.

Schon läuft der Kat unter Segeln ein…

Die STARLIGHT III – im Hintergrund das Camp für die Refugees, Leros ist ein „Hot-Spot“
Anlegemanöver im kostenpflichtigen, aber geschützteren Teil – die sogenannte „Lakki Marina“ – gegenüber sieht man die Masten der „Leros Marina Evros“ – dort liegt NESSAJA

Einer freudigen Begrüßung folgt ein „Anlegeschluck“ auf der Kaimauer. Zufällig radeln Thomas und Paola auch vorbei, schon sind wir eine gesellige Runde. Sibylle und ich müssen weiter, bei uns wird heute an Bord gekocht, aber wir verabreden uns für einen Ouzo als Absacker – 21.00 Uhr im „Palma Café“…

Ouzo mit Meze

Dort sitzen wir dann, quatschen, genießen die Stimmung die der Vollmond zaubert. Es gibt ein Bierchen und einen Ouzo, der Wirt reicht gratis Meze dazu. Solche Abende sollten nie vergehen.

Vollmondstimmung über der Marina

Am nächsten Morgen wache ich auf und höre den Wind in den Takelagen heulen. Der Wetterbericht hatte Recht behalten, es weht ein kräftiger Süd. Gut, dass Heribert seine STARLIGHT III in Sicherheit gebracht hat, gut, dass der Windgenerator der ELOWYN schon demontiert ist.

Ich krabble aus dem Bett und sehe schon am Weg entlang unseres Außenpontons, der Wind leistet ganze Arbeit, das Meer ist selbst in der sehr geschützten Bucht noch recht aufgewühlt.

Die Gischt spritzt bis nach oben, der Spray erreicht sogar unser Boot
Das Wetter ist schön, die Temperaturen jenseits der 20°C Marke, aber der Wind pfeift

Sibylle und ich frühstücken, ich genieße meine zweite Tasse Kaffee, dann heißt es „klarmachen zum Abmarsch“ – heute ist Feiertag in Griechenland. Der griechische Independence Day ist einer der höchsten Feiertage, es sind Zeremonien allerorts geplant.

Wir sind mit Romina und Heribert verabredet, um der Parade in Agia Marina beizuwohnen.

In Agia Marina ist weniger Wind, der Ort ist gut gegen SW geschützt
Mit Romina und Heribert mischen wir uns unter das Volk

Alle waren auf den Beinen, die Cafés bis zum Anschlag gefüllt. Vereine, Schulklassen und auch das Militär bildeten Gruppen, die sich zur Parade trafen. Wir trafen viele Bekannte und schauten aufmerksam zu. Mittendrin statt nur dabei…

Die Paradeuniformen werden getragen…
…erst die Mädchen, dann die Jungs – erst die Kleinen, dann die Großen
Zuletzt das Militär, das Battailon ist mit dem Kriegsschiff gekommen – es wird geklotzt, nicht gekleckert

Wie stark der Wind wirklich war, merkte man auch hier – wenn auch indirekt. Es kommt sehr selten vor, dass die große BLUESTAR 2 hier statt in Lakki anlegt, man sagt, nur wenn es mehr als 8 Beaufort hat.

Hätte ich nie geglaubt – heute war es aber so

Am Heimweg trennen sich unsere Wege. Sibylle und ich haben noch eine Option, uns ein Haus anzusehen. Die Eckdaten sind vielversprechend – 2.600sqm innerhalb des Citylimits, also Bauland. Das Haus aber in einem Zustand, den man als schwer sanierungsbedürftig bezeichnen muss.

Trotzdem, es ist ein gutes Angebot, wir sehen es an, lassen es wirken und denken darüber nach.

Groß genug, zwei Wohneinheiten
Ein riesiger Garten mit sehr limitierten Meerblick

Wir sinnieren viel. Wie wichtig ist Meerblick, wenn der nächste Strand maximal fünf Minuten entfernt ist? Die Einheimischen verstehen es nicht! Eine Lage am Meer wird eher als Nachteil bewertet, die Salzluft frisst alles.

Trotzdem wissen die Griechen natürlich, dass horrende Preise für Meerblicke bezahlt werden – sie finden es gut! Für uns aber eine Gratwanderung.

Ein bisschen was tut sich, wir sind gerade wieder in einer „Hausphase“ 😉

In der Zeit um den Clean Monday wird als typische Spezialität Codfish, Kabeljau, gereicht. Es ist so wie Bacalao in Portugal. Hier gibt es ihn typischer Weise mit Roter Bete und Skordalia. Auch wir verabreden uns im „Stand By Now“ mit ein paar Freunden aus der Marina.

Love it – Bacalao mit Roter Bete und Skordalia – Μπακαλιάρος με παντζάρι και σκορδαλιά
Thomas und ich machen ein Bild und senden es an unsere Popi, wir gratulieren zum „Independence Day“
Da wollten die Damen nicht nachstehen – hier Romina mit Sibylle

So klingt ein herrlicher Tag aus. Wir essen mit den Freunden, trinken zusammen und erzählen uns Geschichten.

Keine Arbeit mehr in der Marina? Doch, recht viel sogar! Ich habe meine Pause sehr zeitig angekündigt. Ich würde Raum brauchen um ELOWYN klar zu machen und um Projekte zu vollenden. Ich muss das Deck meiner NESSAJA reparieren und mich um Formalitäten kümmern. Der Break ist klar als Pause definiert, es soll spätestens im November weitergehen, wir planen mein Engagement auszubauen.

Natürlich versucht die Marinaleitung einiges auf mich abzulegen, ich habe auch ein paar Jobs fertig zu stellen, die Zeit drängt.

Ich mache mich also zeitig auf die Socken…

Der Wind hat sich gelegt, eine sehr friedliche Stimmung

Für ein Kundenschiff brauche ich einen speziellen Stecker. Unser Shopleiter hatte irgendwie keine Lust auf so Kleinkram, also fahre ich über die Insel um diese zu beschaffen – natürlich im Dienste der Marina.

Und siehe da, ich finde eine sehr interessante Werkstatt die ich noch nicht kenne – mit Wachpapagei statt Wachhund. Die Stecker bekomme ich dort auch. Hier war ich nicht zum letzten Mal!

Komm´ mir nicht zu nahe
Hier geht´s zur Sache – Achtzylinder Reihendiesel zur Vollrevision – dahinter ein Fünfzylinder Deutz

Ich bin fleißig, vollende meine Projekte und habe jetzt nur noch Kleinigkeiten vor der Brust. Schade, es hat mir Spaß gemacht – mal sehen was noch kommt.

Bevor ich mich auf NESSAJA zurückziehe, mache ich noch die sagenumwobene, nahezu uneinnehmbare, volle Vollpersenning von ALICJA auf. Die Eigner kommen heute Nacht und wir wollen ihnen den Zugang erleichtern – zudem haben wir ihren Schlüssel, den müssen wir deponieren.

Sesam öffne Dich
Zugang zum Schiff gesichert

Zurück auf NESSAJA läuten Sibylle und ich das Abendprogramm ein. Sibylle hat gekocht, wir futtern zusammen und machen es uns dann gemütlich. Heute bestimmt ein Freund unser Fernsehprogramm – Werner, der Eigner von ALENA, hat mir geschrieben, dass er im TV zu sehen sei, man habe ihn bei einer Reportage über das Klinikum Agatharied eingebunden.

KLAR sehen wir das an! Nicht nur, dass es ein großer Zufall ist, dass unser schwäbischer Freund in exakt der Klinik operiert wird, die keine 5km von unserem ehemaligen Haus entfernt ist, nein, er wird auch noch gefilmt!

Klinik Agatharied im Landkreis Miesbach – Referenzklinik für den Einfluss von Architektur auf Genesung
Unserem Werner scheint es auf jeden Fall gut getan zu haben – vielleicht war es auch die Bergluft 😉

Apropos Werner und ALENA – der März nimmt in diesen Tagen Anlauf zu einem „finale furioso“, ich hätte das nie geglaubt! Aber Geduld, ein bisschen Zeit verging noch – bis zur Ankunft von Rosi und Karl!

Wir bereiten in diesen Tagen unsere Urlaubsreise auf die Insel Kreta vor. Der Plan steht, wir sind vom 01.06. bis zum 13.06. unterwegs und werden auf Kreta den Großraum Chania entdecken. Dafür haben wir jetzt unsere Fährtickets klar gemacht und auch alle Hotels gebucht – wir reisen mit der GS!

Kreta mit Christine und Nader – darauf freuen wir uns

Der Wind kam noch einmal zurück und hat seine Muskeln spielen lassen, es zog die Federn der Ruckdämpfer zusammen, NESSAJA krängte im Hafen, lag aber mehr als sicher.

Zug auf den Heckleinen
Auf einem Bild schlecht festzuhalten – Schräglage im Hafen

Wir haben noch einmal 35-40kts, danach war erstmal Ruhe. Windstille, die sich bis in den April hineinziehen sollte – aber diesen Tag mussten wir noch durchstehen.

Direkt von der Seite – das haben wir an unserem Platz selten, das ist die Ursache für die Krängung

Wir nutzen den Tag unterschiedlich. Sibylle macht ein wenig Schreibkram und muss noch zwei Hotels buchen. Ich fahre zu Giorgos und hole die Adapterplatte für die XXL Fallenstopper der ELOWYN ab. Super, so liegt die nächste Arbeit am blauen Boliden quasi auf der Hand.

Noch weiß lackieren, dann sieht es super aus…
…passend ist es allemal

Der Tag endet, wir treffen uns ein letztes mal mit der Crew der STARLIGHT III zum Dinner – Halbe-Hähnchen futtern bis zum Umfallen. Wir haben uns die Broiler bestellt, weil Romina und Heribert die Giggerl lieben und ich das „SouVLakki“ als Adresse für den Genuss derselben empfehlen kann.

Der Abend hat aber auch einen traurigen Anlass – die Freunde werden aufbrechen, eine Rückkehr steht nicht am Plan. Es kann sein, dass wir uns nicht mehr sehen, es heißt Abschied nehmen. Auch das gehört zu unserem Leben.

Sehr fein – wir haben den Abend genossen
Wir beenden den Tag mit einem Absacker auf STARLIGHT III

Wir schreiben den 29.03.2024 – der Tag an dem Rosi und Karl in unser Leben treten werden. Der Tag an dem der März Fahrt aufnimmt und vielleicht zur Benchmark des Jahres 2024 werden könnte…

Doch von Anfang an – ihr wisst, ALENA soll verkauft werden. Ich kümmere mich für Werner vor Ort um die Interessenten und das Schiff. So weit, so gut.

Kleiner Kunstgriff – das Bild ist schon ein Aprilbild 😉

Vor exakt einer Woche war ein weiterer Interessent da – ein Italiener, ein Durchschnittsinteressent. Er hatte alles angesehen, wusste aber, dass heute ein weiteres Paar kommen würde, seine Optionen den Preis zu verhandeln waren schlecht. Er pokerte und meinte, er würde sich nach dem Besuch der Deutschen melden, dann würde man sehen…

Ja, ok, sehen wir mal – er hatte die Rechnung ohne das bayrisch-schwäbische Duo gemacht!

Wir wollten uns auf einen Kaffee treffen, abtasten, sich kennen lernen – dann ging es ab in die Marina – wir besichtigen ALENA!

Wir haben uns sofort verstanden – und hatten viel Spaß

Die Beiden hatten nicht viel Erfahrung mit Bootsbesichtigungen, die Fragen waren aber gezielt und vorbereitet. Beide haben akurat sämtliche Schränke besehen und Systeme geprüft – nicht auf Herz und Nieren, aber so, dass man das Boot kennen lernen konnte, dass „ein Funke überspringen“ konnte – ein erster Eindruck XXL.

Für die Diskussion über das Unterwasserschiff einer HR39MkII haben wir uns kurzerhand das eines Schwesterschiffes angesehen um ein Verständnis zu generieren. Das von ALENA könnte man bei einer etwaigen Verkaufsabwicklung und Übergabe abnehmen.

Es werden erste Listen angelegt, wir geben Restaurantempfehlungen ab, dann trennen sich unsere Wege. Die Beiden müssen das Erfahrene erst einmal sacken lassen, Sibylle und ich brauchen eine Pause für den Kopf. Fragen beantworten ist anstrengend – wir gehen auf ein Eis!

Yeah, ein cooler Tag – besser als man erwarten durfte

Beim Eis besprechen Sibylle und ich, wie der Folgetag ablaufen könnte. Wir mögen die Beiden, wir möchten etwas bieten! Dabei erinnern wir uns an unsere eigene Probefahrt mit der ersten NESSAJA, das hat sehr gut gepasst – ich schlage Sibylle vor es gleichzutun, „…lass´ uns nach Kalymnos zu „Captain Kostas“ an die Boje gehen, zu Mittag essen und dann zurückfahren“!

Sibylle stimmt zu – es sollte die denkwürdigste Probefahrt meines Lebens werden!

Am nächsten Morgen verlässt ALENA um 11.00 Uhr die Marina – Kurs Kalymnos Emborio
Wir verlassen die Lakki Bucht unter Motor, alle Systeme werden geprüft
Die Stimmung an Bord ist sensationell, das Wasser ist wie Blei

Wir tuckern ein paar Meilen, verlassen die Lakki Bucht. Aeolus scheint uns nicht hold zu sein – kein Wind, kein Lufthauch. Wir nutzen die Motorstunden um die Systeme zu prüfen – Lenkung, check – Lichter, check – Navigation, check…

Rosi und Karl wechseln sich am Ruder ab, wir sind Crew

Es gibt viele allgemeine Fragen. Wie funktioniert Tepai? Was kostet ALENA Versicherung? Wie hoch sind die Gebühren für den Liegeplatz? Kann dieser übernommen werden?

Und wie heißen eigentlich all die Inseln hier???

Um die Stimmung hoch zu halten und das Bedauern ob des fehlenden Windes etwas abzufedern, sage ich – „…ich habe für eure Probefahrt etwas Wind und Delfine bestellt – das Deluxe Paket“!

Wir lachen, klopfen uns auf die Schenkel und freuen uns über diesen Witz. Zum Test ziehen wir die Segel, diese labbern in der Flaute.

Auf einmal ruft Karl – „…das Wasser kräuselt sich!“ Wie aus dem Nichts kommt aus völlig ungewöhnlicher Richtung etwas Wind auf – letztlich 15kts, es steht keine Welle. ALENA gleitet wie auf Schienen unter Vollzeug am Wind über das Wasser – Champagnersegeln!

Rosi meint lapidar – „…wenn jetzt die Delfine kommen, dann unterschreibe ich den Kaufvertrag!“ Ok, ja dann…

Zwei große Delfine kommen zur Fotosession an den Bug

Ich meine nur lapidar zu Sibylle – „…hol schonmal den Kuli…“ 😉

Etwas später erreichen wir die Bojen in der Emborio Bucht. Wir machen fest und rudern mit dem Dinghi an Land.

ALENA in der Emborio Bucht
Wir kehren bei „Captain Kostas“ ein…
…und gönnen uns einen Tisch voller Leckereien

Wir sitzen lang, wir genießen, wir palavern – wir freunden uns an! Die Beiden kaufen noch zwei Schwämme als Andenken, die wollen sie auf ALENA drappieren. Soso denke ich mir, ich hätte gerne Gedanken gelesen.

Unter Motor fahren wir zurück. Leider gibt es eine Panne, die aus dem 109%igen Tag einen 104%igen Tag macht – die Temperaturkontrolle des Motors piept und sorgt kurz für Tumult an Bord. Die Reparatur geht auf den Verkäufer, das kann ich zusichern!

Wir fahren in den Abend hinein

Wir bringen ALENA sicher in den Hafen, vertäuen sie gewissenhaft und trennen uns für heute. Sibylle und ich sind erschöpft, geschafft, ausgelaugt – und glücklich! Was für ein Tag!!!

Beim Einschlafen denken wir nach – was wäre, wenn der Motoralarm den Beiden die Freude genommen hat? Halten sie das Interesse aufrecht?

Und wie! Am nächsten Morgen treffen wir uns, besiegeln die Kaufabsicht und stoßen mit einer Pulle Prosecco auf den Kauf an.

Wir gratulieren zum Kauf!

Ich bin 100% sicher – Karl und Rosi haben alles richtig gemacht! Sie haben sich einen Traum erfüllt, ein gemeinsames Projekt. Sie haben exakte Vorstellungen, dabei die Bodenhaftung nicht verloren – sie wissen wie ALENA bereits im Frühsommer aussehen soll und werden dann schon erste Meilen mit ihr segeln. Res non verba – handeln, nicht reden!

SO geht Schiffskauf – nur wenn man zulässt, dass das Herz irgendwann das Kommando übernimmt (wovon ja eigentlich dringend abgeraten wird), nur dann kann die Freude riesig sein, nur dann hat man die Energie, die einem das Schiff auch einmal abverlangen wird. Ratio ist was für die Bankenwirtschaft – Schiffe, Autos und Motorräder kauft man emotional! Das ist meine aufrichtige Meinung, ich bin überzeugt, dass das der bessere Weg ist.

Wir werden auf jeden Fall unterstützen, dass Rosi und Karl den bestmöglichen Einstieg haben – in der Marina, in der Community, auf der Insel. Um die Übergabe und die Reparaturen werde ich mich bis dahin kümmern.

Und keiner kann sagen die Beiden wären nicht bestens vorbereitet gewesen – Erfolg hat, wer weiß was er oder sie will!

Wo kommt auf einmal die Hallberg-Rassy Kappe her?

Es ist Ostersonntag in christlich geprägten Ländern. Wir müssen unser Proseccogelage beenden, wir sind zum Lunch eingeladen.

Rasch packen wir die Genua wieder ein, legen das Schlauchboot auf´s Deck. Dann lassen wir die Beiden alleine auf ALENA zurück. Die ersten Stunden alleine an Bord – ich bin überzeugt, dass man sich daran immer erinnert.

Sibylle und ich fahren derweil ins gemietete Ferienhaus von Anja und Volpert, der Crew der ALICJA, wir sind zum Osterlunch geladen. Das Haus ist ein sehr geschmackvolles, fast schon luxuriöses Ferienhaus hoch in den Hügeln über Vromolithos.

Der Blick flasht uns – das was der Makler auf der Insel einen „Killer View“ nennt.

Wow! Vromolithos Bay, am Horizont, heute im Dunst, die Türkei
Auch vom Wohnzimmer aus ein Wahnsinnsblick
Liebevolle Details
Lunch with a view
Ein sehr netter Ostertisch…
…mit vielen liebevollen Kleinigkeiten

Wir stehen da und blicken auf´s offene Meer. Es wird uns beiden klar – wenn wir ein Haus kaufen, MUSS ein bisschen Meerblick vorhanden sein. Wir sind eben keine Lerians und empfinden in diesem Punkt anders – dem Meer wohnt ein Zauber inne, Meerblick wird als MUSS definiert. Ich sage dem Makler für das Haus in Lakki ab.

Anja und Volpert waren perfekte Gastgeber. Anja hat ein super drei Gänge Menü gezaubert, zudem gab es Kuchen und Eis zum Nachtisch. Ein perfekter Ostersonntag, den wir alle sehr genossen haben.

Auch von den Beiden heißt es Mitte April Abschied nehmen, sie werden für mindestens ein Jahr nach Sardinien gehen.

Wer denkt, dass der Feiertag so mir nichts dir nichts ausklingen würde, täuscht sich gewaltig! Noch einmal treffen wir uns mit Karl und Rosi. Wir sind abends im „El Greco“ auf ein Dinner eingeladen. Werner hat zur Feier des Tages die Einladung aus der Ferne ausgesprochen – wir nehmen sehr gerne an. Danke Werner!

Diesmal geht es aber nicht um das Essen, obwohl es ausgesprochen gut war – die Neueigner der schwedischen Schönheit wollten Nägel mit Köpfen machen! Da der Kaufpreis bereits mit Werner abgestimmt war, konnte ich als sein Vertreter unterzeichnen – wir schließen einen Vorvertrag! So schön und einfach kann es sein, sich einen Traum zu erfüllen.

Karl unterzeichnet…
…und mit Rosis Unterschrift ist es verbrieft

Die Hallberg-Rassy 39MkII ALENA meines Freundes Werner wechselt in den letzten Stunden des letzten Tages des Monats März den Besitzer – sie geht in neue Hände. Das bisherige Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wünschen allzeit gute Fahrt und die nötige Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Mit diesem Paukenschlag endet unser März 2024! Wir sacken erschöpft ins Bett und unsere neuen Freunde werden am Folgetag frühmorgens die Heimreise über Athen antreten.

Was erwartet uns im April? Hier ein Ausblick…

ELOWYN! Der blaue Riese wird uns fordern, sie bekommt Solar und muss saisonfertig gemacht werden. ALENA! Die administrativen Dinge in Griechenland übernehme ich. Wir brauchen Krantermine und die Reparaturen müssen eingesteuert werden.

Ob es klappt an NESSAJA den Außenwasseranschluss fertig zu machen? Ob ich die Ersatzteile für die Heizung erhalte? Wie entwickelt sich unser Verkauf und wie tief greift die Headline dieses Blogberichts?

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Es werden viele unserer Freunde eintreffen, wir freuen uns auf jeden Einzelnen. Sibylle findet neben dem Dog-Shelter ein weiteres Engagement.

Und wir sehen uns Häuser an – ob sich da was tut???

Bleibt neugierig, bleibt dran! Wir bedanken uns, wie eigentlich immer, bei jedem geneigten Leser und Follower unseres Blogs. Danke für die investierte Zeit, Danke für euer Interesse!

Herzliche Grüße von der sommerlichen Ägäisinsel Leros

Mario & Sibylle

Februar 2024 – Net gebor´n für die Welt

Wieder einmal schafft es ein STS Song, Headline des Monats zu werden. Dieses Lied der drei Barden aus Österreich ist weniger bekannt, hat aber einen sehr guten Text – wie immer aus dem Leben gegriffen. Den kompletten Text hänge ich, für die Interssierten, zum Schluss des Berichtes an.

Mich hat im Februar besonders diese eine Strophe verfolgt – ich musste doch noch meinen Fäkalientank reparieren…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Dieser Satz stimmt generell, trifft aber besonders bei Bootsreparaturen ziemlich häufig genau ins Schwarze. Blicken wir also zurück auf den Monat, den ich überwiegend alleine auf Leros verbrachte, weil Sibylle in Deutschland weilte…

Wie sooft zu dieser Jahreszeit wird die Buchtausfahrt von Lakki in einen spektakulären Sunset getaucht…

Für mich begann der Monat, mal wieder, mit einem „Kopfschüttelerlebnis“. An dem Fleck, an dem ich immer die Bilder der Buchteinfahrt von Lakki mache, ein Ort am Marinarand, dennoch direkt an einem Haupt-Durchgangsweg – eben an diesem Ort, stellt sich am hellichten Tag John der Kanadier hin und pisst an den Wegesrand.

In einer Schaltsekunde meines Gehirns passiert Folgendes gleichzeitig – ich denke, was wäre wenn das alle machen würden, ich lege mir die Worte zurecht, die der Situation gerecht werden, überlege die Lautstärke und den Tonfall meines Ausbruchs und frage mich, was da wohl bei der Erziehung schief gelaufen ist…

Der Ertappte schüttelt noch an seinem Gemächt und lächelt mir zu – und was mache ich??? Nichts! Ich bin sprachlos! Das passiert nicht oft, aber der ungehobelte Ex-Nachbar hat es geschafft. Zwei Tage später reist das Paar ab – mir wird er nicht fehlen.

Ich muss derzeit auf einem italienischen Schiff „Kabel aufräumen“! Das ist ein unschöner Auftrag – man macht stundenlang rum, das Ergebnis, welches sich sehen lassen kann, verschwindet dann aber hinter einer Klappe. Ich gebe mir Mühe – vermutlich bin ich der Richtige für solche Jobs…

Ich baue dem Amici eine Verteilerdose ein, beschrifte, sortiere seine NMEA2000 Anschlüsse neu

Später erfahre ich, dass der zunächst so emsige, überzeugte Amici beim Anblick der Rechnung Fotos sehen wollte – nun, so ist das eben, Qualität hat seinen Preis 😉

Die Arbeiten an diesem Schiff stagnieren nun, der Kunde möchte ein Nebelhorn mit einem „BEEEP“- tja, das muss er wohl selber beschaffen. Ich widme mich anderen Aufgaben.

Zum Beispiel der Gehirnertüchtigung rund um meinen Öltest – mein Käufer Gerald hat das erhaltene Ergebnis „Glykol im Öl“ inzwischen quantifizieren lassen. Ich halte das, nun exaktere, Auswertungsblatt in den Händen.

Rund 3g Glykol auf 1kg Öl

Ich kann mir unter der Menge nichts vorstellen und beginne zu rechnen. Das nervt mich – ich sitze hier und bin der Überzeugung, einen gesunden Motor zu haben, trotzdem rechne ich rum, wieviel nun 3g Glykol in der Praxis sind…

Also – auf meine 6 Liter Öl ist das rund ein Esslöffel!

Und nun? Der Käufer schlägt allen Ernstes vor, den Motor zu zerlegen! NEVER! Nur über meine Leiche! Dieser Motor wird zerlegt wenn er nicht mehr funktioniert und Anzeichen eines Schadens zeigt. ICH werde diesen Motor nicht zerlegen solange das Schiff mir gehört und denke nicht im Traum daran, dies aus Prophylaxegründen zu tun oder mich irgendwie geartet daran zu beteiligen.

So, oder zumindest fast so, teile ich das Gerald mit – und sende ebenso einen Vorschlag für die weitere Vorgehensweise…

ICH kaufe einen zweiten Öltest – das ist mittlerweile geschehen…

Das Paket kommt in Deutschland an – Sibylle bringt es mit

…der Test wird wiederholt und das Ergebnis wird dann ein Entscheidungskriterium – bestätigt sich die Erstanalyse, dann werde ich den Verkauf von NESSAJA ohne weitere Erklärungen und ohne Verhandlungen abbrechen. Zum Thema Motor habe ich mich klar positioniert und das diskutiere ich auch nicht mehr.

Sollte das Ergebnis anders ausfallen, dann geht der Prozess des Verkaufs weiter. Warum glaube ich das? Weil ich denke, dem Grund auf die Schliche gekommen zu sein – ich bin überzeut, dass die Pumpe, mit der ich die Probe entnommen habe, kontaminiert war. Mit ihr hatte ich ein paar Wochen zuvor Frostschutz aus einem Generator gepumpt.

Und ein Esslöffel auf 6 Liter Öl sind eben nur ein paar Tropfen auf die Testmenge von 50ml.

Ergebnis offen – NESSAJA ist verkauft, oder nun doch nicht? Es bleibt spannend, das Schicksal hat noch etwas mit uns vor!

Ich lenke mich ab und sehe nach Werners ALENA, auch bei ihr ist sicher zu stellen, ob die Starkwinde der letzten Tage keinen Schaden angerichtet haben. Und siehe da…

Einer der Fender war geplatzt

Keine große Sache! Ich suche in den Kisten der Schwedin nach brauchbaren Ersatz, finde einwen Ersatzfender und bringe diesen an – check! Darüber hinaus lade ich ALENAs Batterien noch über 24h auf und lüfte mal wieder richtig durch. Alles in Butter auf´m Kutter – die Hallberg-Rassy macht eine gute Figur für ihren potentiellen Käufer – es scheint einen neuen Interessenten zu geben!

Schön liegt sie da

Das letzte Wochenende bevor Sibylle nach Deutschland fliegt! Sie ist ein wenig im Reisefieber. Packstress und die Vorfreude auf Kinder und Enkelchen wechseln sich ab – wobei die Vorfreude überwiegt.

Sie wird vier Wochen weg sein – alles will gut geplant sein, Termine fixiert? Nix vergessen? Sie wirbelt herum wie ein Derwisch.

Gleichwohl hilft sie mir, auf den uns anvertrauten Schiffen der Freunde, nach dem Rechten zu sehen. Unser Sorgenkind dabei ist EDINA, sie bekommt von irgendwo her Frischwasser in nicht unerheblicher Menge – heute dachte ich, die Ursache gefunden zu haben…

Wenn der Abfluss mal verstopft ist…

Leider bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher – denn die Dichtung des Deckels war intakt, der Inhalt trocken. Ob der verstopfte Abfluss der Decksluke daher reicht um hunderte Liter Wasser in die Bilge zu lassen? EDINA wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen – weit mehr als geplant!

Ich ziehe weiter von einem Boliden zum nächsten – auf ELOWYN ist alles ok.

Ich selber brauche ein Bild von Volkers Fernglas – warum verrate ich euch später…

Tschengpeng – da isses

…der Freund höchstselbst, bittet hingegen um eine Aufnahme seiner Klampe(n) – die Messe „boot2024“ in Düsseldorf müsse nachbereitet werden und man wolle da etwas nachsehen.

Natürlich weiß ich, dass er präzise Dreiseiten-Aufnahmen erwartet – aber ich locke ihn erstmal mit einer anderen Perspektive aus der Reserve 😉

Die Klampe – ins rechte Licht gerückt, nice oder?

Die Sonne steht tief, wir gehen zurück auf NESSAJA, der Tag nimmt sein Ende, wir haben viel geschafft!

Auch mit der Sonne im Rücken, bietet sich ein herrliches Licht – beim Betreten unseres Zuhauses blicken wir stets über die Marina – schön!

Wunderschöne Stimmung – fast jeden Abend

Kurz vor ihrer Abreise schafft es meine Frau noch einmal, mir eine gewisse Fassungslosigkeit ins Gesicht zu zaubern. Ein Segelbekannter hat die brutale Aufgabe, die persönlichen Dinge seiner verstorbenen Frau aus dem Schiff zu räumen – dabei bietet er Sibylle Schuhe von ihr an. Sibylle, sonst wirklich etepetete in solchen Dingen, nimmt freudig an. Ich verstehe es bis heute nicht – aber ich muss auch nicht alles verstehen.

Es war jedenfalls schön zu sehen, wie dieser Mann sich von Sibylle die Auffangstation für Hunde hat zeigen lassen und dann tagtäglich im Hundeshelter ausgeholfen hat – die Tage hier, waren vermutlich etwas Ablenkung in dieser harten Phase.

Eine seltsame Stimmung machte sich breit, das wollten wir etwas abfedern. Wir wollten den Sonntag nutzen und haben einen kleinen Spaziergang nach Lakki gemacht, um uns dort ein Eis zu gönnen.

Der Blick auf die Marina von gegenüber – herrliches Wetter, aber keine Spur von meinem Schlapperl
Endlich mal wieder – das Eis war perfekt! Wie immer…
Auch Sibylle genießt die köstliche Leckerei von „Repapis“

Die noch verbleibende Zeit galt es zu nutzen. Das Wetter war herrlich und Sibylle würde bald abreisen – immerhin für einen ganzen Monat. Was wäre also noch sinnvoll zu tun???

Genau, ein Haarschnitt! So dauerte es nur eine kure Zeit, bis der kleine Trimmer über meinen Kopf flitzte und die Wolle nur so davonflog!

Das sollte bis nächsten Monat reichen

Kurz nachdem wir die Barber-Session beendet hatten, brach schon der Sunset an. Da wird es auch recht schnell frisch, so zogen wir uns in unser beheiztes Zuhause zurück.

Ein Spektakel – jeden Tag

Thema Heizen – das haut bis jetzt in diesem Winter recht gut hin. Im Moment läuft die Heizung morgens für zwei, drei Stunden und dann während des Abends – da kommen auch nochmal vier, fünf Stunden dazu. Ein Blick auf die Tankuhr verrät, dass wir bisher rund die Hälfte unserer 230 Liter verbraucht haben. Wir werden also, wie letztes Jahr, rund 200 Liter Diesel zum Heizen brauchen. Die Kosten hierfür kann jeder selbst rechnen, günstiges Heizöl bekommen wir leider nicht.

An diesem Abend, dem Abend vor Sibylles Abreise – finde ich in Facebook die Annonce eines griechischen Freundes…

Wäre das was für Sibylle?

Ich zeige Sibylle den angebotenen Scooter und bespreche mich mit ihr. Kurz darauf rufe ich Tasos an und vereinbare mit ihm eine Besichtigung am nächsten Tag. Er wohnt in der Nähe des Flughafens, ich kann den Roller ansehen, nachdem ich Sibylle zum Airport gebacht habe.

Wir gehen ins Bett – morgen heißt es früh aufstehen!

Gäääähn, wie spät ist es? Hat Morgenstund´ wirklich Gold im Mund? Mir egal – ich bevorzuge Kaffee! Sibylle zerrt den Reißverschluss der großen Tasche zu, ab ins Auto damit! Das Vehikel bekommen wir großzügiger Weise von Thomas von der SIMPLY FREE geborgt – auf geht´s zum Flughafen…

Die Uhr zeigt noch eine 7

Hier in Leros reicht es, wenn man 30 Minuten vor dem Start da ist. Das schaffen wir just in time – Sibylles Reise beginnt! Zuerst das Gepäck aufgeben…

Die Tasche ist nicht voll – aber sie wird es

…dann einchecken und der Gang durch die Sicherheitskontrolle. Ich warte derweil bis zum Boarding. Zu oft ist es schon passiert, dass wegen schlechter Windverhältnisse einzelne Passagiere aussortiert worden sind. Ich will sichergehen, dass mit dem Abflug meiner Frau alles klappt.

Ein letztes Winken – dann steigt sie ein

Nachdem Sibylle eingestiegen ist, mache ich mich auf die Socken. Es ist ein Arbeitstag für mich und ich möchte doch noch den Roller ansehen. Gedacht, gemacht – schon kurze Zeit später, finde ich mich am Hof von Tasos wieder. Da stand das Schmuckstück nun…

Sieht toll aus, oder???

Gekauft? Nein! Meine Frau vertraut mir in solchen Angelegenheiten und ich bin nicht mehr so ungeduldig wie früher, Der Roller war ok und man hätte ihn für den Preis auch nehmen können – aber eben nicht müssen.

Zwei verschiedene Brems- und Kupplungshebel, ein Wackelkontakt am Hauptkabelstrang der Armaturen, ein blindes Scheinwerferglas und ein paar Kratzer, ließen darauf schließen, dass der Scooter seine „nur“ 16.000km auf harte Art und Weise hinter sich bringen musste.

Der Hauptfehler aber war, dass konnte Tasos nicht wissen, dass der Roller komplett mit so einem „Glänzerspray“ eingesprüht war. Ich hasse das! Man konnte ihn kaum anfassen ohne klebrige Hände zu bekommen. Solche Sprays benutzt man um Dinge glänzen zu lassen, die ihre besten Zeiten hinter sich haben – ich will einen ehrlichen Scooter für meine Gattin! Ich, wir, sagen ab!

So beginnt mein erster Tag alleine eigentlich eher ernüchternd. Er bot auch sonst keine Highlights. Wider Erwarten renne ich an Abend eins nicht sofort ins „SouVLakki“ – das hat nämlich noch zu! Ich beschließe zu kochen und mache mir Cordon Bleu – so lässt sich der Abend genießen.

Männerabend – Cordon Bleu, Coke, ein paar Chips und Segler-YouTube

Nach dem Essen heißt es „Klar Schiff machen“ – ich räume die Kombüse auf, spüle Geschirr und trage den Müll noch zur Tonne.

Gleichzeitig bereue ich die Ausgestaltung des Abends, denn die Nacharbeit einschließlich Herd putzen, hat dreimal so lange gedauert wie das Essen. Zudem waren die Waren ja auch nicht kostenlos. Ich beschließe, dass ab jetzt nicht mehr gekocht wird – für eine Einzelperson ist das eine Zeitverschwendung und irrational!

Ich gehe ins Bett – ab morgen beginnt der zweite Teil des Monats. Mario allein zuhause…!

Wolken, aber tendenziell freundlich

Der neue Tag beginnt unspektakulär – es ist eine Arbeitswoche. Ich richte meine Siebensachen zusammen und sehe, welches Schiff ich heute auf meiner Liste habe. Meistens lege ich so um 09.00 Uhr los. Ich blicke zurück zu NESSAJA, ich mag diese Stimmung…

Es muss nicht immer Sonne sein

Es folgt ein Arbeitstag, der nicht beschrieben werden muss. Zum einen natürlich um die Privatsphäre der Bootseigner zu wahren – da bin ich eher sehr zurückhaltend, zum anderen deswegen, weil es meist so 0815 Arbeiten sind, die erledigt werden müssen. Hier eine Bilgenpumpe tauschen, dort ein Bugstrahlruder servicieren…

Nach getaner Arbeit komme ich zurück, sortiere mich, schreibe meine Arbeitsliste und dann ist Feierabend – duschen, mampfen, Video gucken. Alltag eben…

Heute muss ich leider feststellen, dass ich bei Sibylle eine Sockenbestellung aufgeben sollte – die Arbeit hinterlässt Spuren 😉

Vorwitzig lugt der große Onkel aus der Socke – aber ein bisschen gehen die noch…

Am Abend meldet sich Sibylle mit ersten Informationen. Wir besprechen die Post – für mich ein Highlight – ich habe ZWEI Briefe in einem halben Jahr bekommen!!! Ok, immer noch zwei zuviel, aber ein guter Stand wie ich finde.

Sibylle gibt mir auch immer Rückmeldung welche Päckchen schon da sind, so dass ich diese von meiner Trackingliste streichen kann – „…da ist noch eines von Steiner…“ höre ich sie sagen. Das ist gut, denn jetzt wisst ihr gleich, warum ich ein Foto des Fernglases gebraucht habe.

Der Halsgurt für das „Commander“ Fernglas

Mein Freund Volker wollte, dass ich beim Schneider nachfrage, ob man das Schwimmpolster seines verschlissenen Halsgurtes nicht irgendwie nähen lassen könnte. Ich würde das schon gerne tun, halte dieses Ansinnen aber für sinnlos – deshalb entscheide ich, dass ich meinem Freund diesen Tragegurt schenke, aus Freundschaft!

Ich nehme an, dass er den Blog nicht vertieft liest, ich sehe also keine Spoilergefahr 😉

Dann endlich Abendessen – heute auswärts, ich gehe ins „La Nostra“ und gönne mir eine Pizza.

16.-€ und kein Aufwand

Meist schaue ich dann noch ein bisschen Video – wenn Sibylle weg ist, dann habe ich nur die Wahl zwischen YouTube, wo ich meist Seglervideos wähle, oder eben den Mediatheken der Fernsehsender. Hier fällt meine Wahl dann meist auf Reisedokus wie „mare TV“ oder „Wunderschön“.

Heute noch eine Folge des, in meinen Augen, „Katastrophenblogs“ der AQUAREL – dazu als Betthupferl eine Dose Bier – dann geht es ab in die Falle.

Bei der AQUAREL geht viel schief

Ach, weil wir gerade bei der AQUAREL sind – die waren ja meine erste Informationsquelle bezüglich der Deckssarnierung. Bei diesem Thema bin ich einen Schritt weiter.

NESSAJA wird am 29.05. aus dem Wasser gekrant und an Land gestellt. Ich habe mir einen Platz erbeten, an dem ich laut und schmutzig arbeiten darf. Ich habe mittlerweile einen Kostenvoranschlag für das Material der Deckssarnierung und ich werde diese, völlig unabhängig vom Ausgang der Verkaufsaktivitäten, auch durchführen.

Es gibt also einen groben Zeitplan für 2024 – der sieht wie folgt aus. Ab 01.04. werde ich nicht mehr in der Marina aushelfen, hier gibt es einen Break. Der ganze April ist vollumfänglich für die ELOWYN geplant – ihr Dinghy muss an Bord genommen werden, der Solarträger wird montiert und ein Segel muss zur Reparatur. Dafür muss ich mit ihr die Marina verlassen.

Am 02.05. fliegen wir nach Deutschland. Ich habe ein paar Dinge zu klären, diese sind wichtig für das weitere Vorgehen – Fragen rund um meine Wohnung sind zu diskutieren, ich muss steuerliche Aspekte bezüglich der Beschäftigung in Griechenland besprechen, undsoweiter. Natürlich besuchen wir alle Kinder und Enkel, zudem ist die Taufe von Anton…

Ich freue mich darauf Anton und Heidi kennen zu lernen und auch die anderen Racker wieder zu treffen. Ein Besuch bei meiner Tochter am Bodensee ist ebenfalls auf der Agenda.

Nachdem wir dann auch Werner in Deutschland getroffen haben werden, so zumindest der Plan, geht es am 14.05. zurück nach Leros, wo wir ELOWYN urlaubsklar an Tina und Volker übergeben.

Ich bereite dann das Auswassern von NESSAJA und unseren Umzug vor, denn nach der Rückkehr der ELOWYN werden wir auf den blauen Riesen unserer Freunde ziehen – bis dahin wissen wir ja, ob unser Schiffsverkauf weiterläuft oder geplatzt ist.

Da sich das Urlaubsende der Freunde und der Krantermin unserer Wohnung überschneiden, machen wir aus der Not eine Tugend und gehen vom 01.06. bis 12.06. für zwei Wochen in Urlaub – und wo macht der Grieche Urlaub? Richtig! In Griechenland!

Wir werden uns mit Christine und Nader auf Kreta treffen und zusammen ein paar tolle Tage verbringen. Da freuen wir uns drauf! Es überrascht euch sicher nicht, dass wir diesen Trip mit der treuen GS antreten. Die Durchwanderung der „Samaria Schlucht“ steht auf dem Plan, eine Challenge für Nader und mich…

Ab Mitte Juni reiße ich dann NESSAJAs Deck auf – und bin heilfroh, dass Hans-Peter mir uneingeschränkte Hilfe angeboten hat. Im Gegenzug machen wir parallel dazu sein Rigg. Das Gesamtvolumen der Arbeiten ist auf etwa drei Monate angesetzt. Sibylle kümmert sich derweil um Terrier „Merlin“.

Ihr seht – 2024 ist durchgetaktet 😉 ! Ab Oktober, vielleicht November, möchte ich dann entschieden haben, ob und in welchem Umfang ich für die Marina arbeite. Wenn NESSAJAs Verkauf vollzogen wird, dann möchte ich diesen auch bis dahin abgeschlossen haben.

Zurück ins Hier und Heute. Ich hatte ja einen typischen Tag beschrieben. Ich habe Zeit und schaffe viel, entweder an ELOWYN oder für die Marina. Es läuft ganz gut. Diese Tage wiederholen sich ab nun, ihr könnt euch das vorstellen, ich beschreibe daher jetzt nur noch die Highlights oder auch die kleinen Nackenschläge des Schicksals.

So eine Abwechslung habe ich erfahren, als der Segelmacher auf die LIBERTÉ kam…

Ein Meister seines Fachs – und ein sehr netter Typ

Hans-Peter hat neue Segel bestellt. Alles in trockenen Tüchern. Leider gibt es für die Bavaria 41H mit Rollmast unterschiedliche Angaben über die Segelmaße. Der Profi hat also kurzerhand entschieden, einfach nachzumessen – gut wenn man jemand vor Ort hat!

Ich habe mit dem sehr sympathischen Kerl die Segel von LIBERTÉ abgeschlagen und alle relevanten Maße genommen. Das hat etwa 20 Minuten gedauert – wenn ich mal Segel brauche, weiß ich wo ich bestellen werde.

Der Sailmaker hat mir dann noch beim Aufklarieren geholfen, gleich danach war er wieder weg…

Ok, den Rest mache ich

Der Zufall wollte es, dass ich den Reparaturauftrag für die Hanse CHILI unserer Freunde aus Nürnberg bekommen habe. Da traf es sich gut, dass das lang ersehnte Ersatzteil, ein Ladegerät, endlich angekommen war.

Ich trage die Warensendung auf das Schiff und checke den Inhalt
Jawoll – der Charger! Ein Garantiefall

Da werde ich wohl bald anpacken – diese Aufgabe möchte ich weghaben!

Zurück auf NESSAJA, meldet Sibylle mir den Eingang unserer Crocs-Bestellung. Sie ist enttäuscht, denn die zwei Paar die sie bestellt hat passen nicht – obwohl sie die gleiche Größe und das gleiche Modell bestellt hat. Ich sorge mich – und messe nach!

So kann Sibylle vergleichen

Sibylle vergleicht und gibt Entwarnung. Es scheint, als wären meine Modelle unverändert. Ich freue mich auf den Erhalt, denn ich brauche wieder ein paar Flip-Flops! Was wäre ein Leben in Flip-Flops ohne den gleichnamigen Schuh.

Es wird somit auch klar – mein linkes Klapperl bleibt verschollen. Der Wind hat es von Deck geweht und die See hat es sich geholt. 😦

Besondere Stimmung in Lakki

Heute ist ein schöner Tag, ein besonderer! Nach einigen Wochen der Betriebsruhe, macht meine „Schmankerlecke“ wieder auf. Ab heute ist das „SouVLakki“, mein Grill für alle Tage, wieder geöffnet. Es ist nicht nur Ehrensache, dass ich auftauche, nein, ich freu´ mich richtig. Ab heute geht es essenstechnisch in die Normalität (der kommenden Wochen)…

(M)ein Ort der Einkehr

Ich freue mich, die bekannten Gesichter wieder zu sehen, gratuliere Anna noch einmal nachträglich zum Geburtstag, Nico drückt mich kurz, Handshake mit Stavros – aber dann geht es an die Bestellung. Alex, der Kellner, nimmt meinen Wunsch auf und nimmt auch wahr, dass ich anmelde, dass er sich diese Bestellung für die nächsten Tage abspeichern kann.

Ah, ein Labsal – diesen Teller widme ich Hans-Peter, hier werden wir im Sommer oft dinieren (wohlverdient)

Die nächsten Tage immer das gleiche Procedere – „…the same?“ „Yes“ „Ok“! Ich bekomme eine Coke und einen Girosteller Pork / Chicken Mix plus einer Extraportion Ketchup. Dazu einen mittleren Tzatziki extra.

Von dieser Bestellung weiche ich nur am Sonntag ab – dann gibt es einen Salat dazu. Einmal hatte ich auch einen Burger.

Immer das Gleiche? Jeden Tag? Nun, fast. Dazu kommen wir noch…

Heute weht eine steife Brise. Komisch, die Vorhersage hat nichts, aber wirklich gar nichts am Schirm!

Tiefblau – 5kts – NIX

Die Realität weicht, wie sooft, deutlich davon ab! Wir haben kräftigste Böen, waren über Stunden deutlich im Bereich Sturm bzw. schwerer Sturm und hatten in der Spitze mit 58kts sogar „orkanartigen Sturm“!

Das ist zwar weniger als die 66kts von vor ein paar Wochen, aber es reicht, um kräftig an den Festmachern zu zerren.

58kts – orkanartiger Sturm mit 11 Beaufort

Was soll ich sagen? Ich hatte Schräglage in der Marina, saß schief beim Fernsehen, die m&m sind über den Tisch gekullert – aber es war nie gefährlich. Der Platz F16, unser neuer Platz, ist den Elementen mehr ausgesetzt, insgesamt aber sicherer – und ruhiger!!!

Kurz zum Windgenerator – der ist ja von Anbeginn an ein Diskussionsthema, die treuen Blogleser wissen das. Er bleibt generell hinter den Erwartungen zurück, liefert aber stetig. Ich war dennoch am zweifeln, ob die theoretischen 420W Maximalleistung nicht etwas optimistisch kalkuliert sind.

Sibylle ist nicht da – ich teste also! Ja, was soll ich sagen? Der Silentwind erreicht seine Peakleistung und die automatische Sturmabschaltung funktioniert auch.

Das mittlere Feld ist das entscheidende

Dennoch, er läuft zu unregelmäßig und bei leichter Brise zu langsam – in der Summe kommt nicht recht was rüber. Seit Sibylle weg ist, läuft er wieder unaufhörlich. Ich werte also aus…

Noch nie zurückgesetzt

Da mir diese Gimmicks nicht wirklich wichtig sind, habe ich den Verlauf noch nie zurück gesetzt. Der Silentwind ist jetzt rund ein Jahr in Betrieb, in dieser Zeit hat er 11,3kWh erzeugt. Hier kostet die kWh teure 50ct, also hat er etwa 6.-€ erwirtschaftet. Ok, er könnte es vermutlich etwas besser, aber meine Kalkulation zugrunde gelegt, hat er sich in 383 Jahren amortisiert 😉

Ok, ich weiß, darauf kommt es nicht an – er erzeugt grüne Energie und kann das Zünglein an der Waage sein…

Neuer Tag – CHILI Tag!

Mit meiner Werkzeugtasche geht es an Bord
Nanu???

Warum messe ich in einem neuen Boot an den Halterungen herum??? Ich mache das, um auszuschließen, dass ich zu doof bin ein Ladegerät in seinen Halter zu hängen!

Ich baue also das alte, baugleiche Gerät aus und will das neue an dessen Platz hängen – nanu, geht nicht! Was ist da los? Ich messe nach – und erkenne, dass die Oberkante des Halters weniger als 7cm von der Decke des Schiffes entfernt ist.

Und wie sieht es am Gerät aus???

Exakt 9cm

Ohne die Schräge der Decke einzurechnen, muss der Halter mindestens 9cm Luft nach oben haben – er hat nur 7cm! Fazit – das Gerät war niemals korrekt in seinem Halter gehangen, sondern nur unten mit seinen Fixierungsschrauben befestigt.

Weil wir gerade dabei sind – 5mm Material am Gerät plus 20mm Holz, würden mich nach einer maximal 25mm langen Schraube greifen lassen – nicht so Hanse…

Zwei fette 30mm Schrauben

Nur so zum Verinnerlichen – wenn die Schrauben durchs Holz durch sind, dann kommt die Bordwand! Ich ändere also alles, die Position des Halters, die Befestigungsschrauben – war wohl nix mit „Plug & Play“? Naja, irgendwann wird es gut und das Ladegerät auf der „scharfen“ CHILI ist einsatzklar.

Passt wieder – so soll es sein
Alles wieder aufgeräumt – die Crew kann kommen

Kollateralschäden? Ja, immer! Ich merke leider erst spät, wie es warm wird an meinem Handgelenk – Gott sei dank habe ich nix versaut!

Ich blude… (bei Sibylle und mir ein „running Gag“) – passiert ständig

Gibt es Neuigkeiten von der Front der „blauen Boliden“? Ja, auch hier tut sich was.

Zunächst ELOWYN, mein Patenschiff. Ich bin stetig auf der mächtigen Algro am wurschteln. Mal sind es kleinere Arbeiten, mal Aufwändiges. Mal werkle ich selber, ein andermal bin ich „nur“ der Kümmerer, ein „Boatboy de Luxe“ – als solcher lade ich mal wieder die Batterien, um die Schönheit weiter „on high voltage“ zu haben…

Batterien voll – passt wieder für zwei, drei Wochen

Darüber hinaus – der Lackierer meldet Vollzug! Fangen wir mit dem sensationellen Part der Arbeit an – das ehemals verchromte Plastikgehäuse des Schalthebels wurde abgeschliffen und schwarz lackiert. Darüber hinaus bekam der Kapitän seine begehrte Carbonoptik mittels „Dip-Painting“. Sensation!!!

Geht nicht besser – 100 Punkte

Die Lenkräder? Schwer zu bewerten. Die Lackierung ist super geworden, alle Platzer des Klarlacks sind repariert und die Neulackierung ist fehlerfrei. Die Steuerräder glänzen wieder wie aus dem Ei gepellt.

Eigentlich tip-top, eigentlich…

Was gibt es also zu mäkeln? Nun, dort wo der Lack aufgeplatzt war, gab es vereinzelt Stellen, an denen das Fasergewebe auch leicht beschädigt war. Das HÄTTE man mittels eines Farbkleckses kosmetisch korrigieren können. Das hat der Meister seines Faches aber nicht gemacht, so ergibt es sich, dass an zwei, drei Stellen, die Faserrisse jetzt als helle Punkte zu erkennen sind – hier der größte dieser „Fehler“.

Hätte man schwarz machen können – das darüber ist eine Spiegelung

Nachdem also der Job für ELOWYN erledigt war, bin ich weitergezogen zum nächsten blauen „Big Boat“, der CNB60 auf die ich ein Auge werfen sollte.

Zum Wassereintritt auf EDINA ist alles gesagt, sie beschäftigt mich deutlich mehr als geplant, aber ich will helfen und möglichst viel Schaden abwenden. Weil wir die Ursache noch nicht kennen, halte ich die Augen offen – kann der verstopfte Wasserablauf die Ursache sein? Ich hatte es eingangs beschrieben…

Ich muss da ran – jetzt!

Sieht wieder gut aus

Mit meinem „Stocherdraht“, mit dem ich sonst Kabel ziehe, kann ich den Ablauf frei machen. Dann muss ich die Ablaufrinne und den Deckel reinigen. Alles in Allem eine Stunde Aufwand, aber dann sieht es wieder gut aus.

Dass das Schiff während dieser Zeit gelüftet wird, versteht sich von selbst. Inzwischen ist der Schimmel von einer Fachfirma beseitigt und ich lüfte jeden zweiten Tag um die Luftfeuchte im Schiff niedrig zu halten.

Unter 60% ist das Ziel – darüber kann zu Schimmel führen

Tagwerk fast geschafft! Mir wird bewusst, dass ich dieses Jahr noch nicht in NESSAJAs Cockpit gesessen bin, um dort die Sonnenstrahlen zu genießen. Darauf habe ich Lust!

Ich koche mir einen Kaffee und gönne mir ein Stück Schokolade.

Ah, ein Hochgenuss
Es ist warm und sonnig
Endlich – ein paar Minuten genießen, abschalten, relaxen

Übrigens Schokolade – das sind Ausnahmen! Ich habe mir, nicht nur aus pragmatischen Überlegungen heraus auferlegt, nur einmal am Tag zu essen. Das ist weniger aufwändig und kostet weniger Zeit. Das Abendessen wird zum Highlight – aber mehr als das, ich befinde mich automatisch in einer Phase des Intervallfastens.

Ausnahme – am Wochenende – etwas Süsses zum Kaffee oder ein Eis.

Kommen wir zum Blogtitel – ich rekapituliere kurz…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Auch NESSAJA verlangt nach dem Einsatz des Werkzeugs, die Reparatur des Ablaufstutzens unseres Schwarzwassertanks steht noch aus.

Zuerst ausbauen und den alten Rotz entfernen

Was ist daran jetzt so schwer? Ok, eigentlich nichts, theoretisch. Der Stutzen ärgert mich aber seit Tag 1 – kurz gefasst, die beiden großen 1 1/4 Zoll Gewinde passen nicht gut ineinander, vermutlich hat das des Tanks einen Spritzfehler den ich nicht bemerkt hatte. Das wäre kein Problem, man könnte es doch einfach mit SIKA verkleben. Stimmt, wenn nicht der Tank aus PE wäre!

Aus früheren Zeiten weiß ich, dass auf PE so gut wie nix anhaftet – kleben oder dichten scheidet aus. Die eigentlich professionelle Lösung mit einem O-Ring funktioniert hier nicht und PTFE Dichtschnüre versagen. Was tun sprach Zeus?

Nun, die Experten aus meinem Lieblingsforum raten zur althergebrachten Hanflösung. Hanf??? Wie um Himmels Willen hantiert man mit Hanf? Ich suche nach Lösungen…

Bitte Herr Rauch – etwas mehr Ernsthaftigkeit

Ich sammle mich, wickle den Hanf um das Gewinde, öle alles etwas ein und verbaue nach bestem Wissen und Gewissen. Es sieht gut aus – wie immer. Aber wird es auch dicht?

Ich weiß es nicht und lasse alles über Nacht stehen um den Hanf aufquellen zu lassen.

Ok, morgen sehen wir weiter

Was ich noch nicht ahnte, dieses Thema würde mich noch tagelang beschäftigen. Ich war aber für den heutigen Tag zufrieden und fand mich bald darauf im Foodtempel wieder – same procedure as every day…

Ist aber auch einfach gut – diesen Teller widme ich Benno (dem Segler, nicht dem Enkel)

Nach der Rückkehr auf NESSAJA gibt es einen Tsipouro und ein bisschen Internet. Ich kümmere mich um meine Seite, schreibe Mails mit Freunden, bestelle Teile und recherchiere wegen meiner Deckssanierung.

sailingmoments in Facebook – ob der Seitenname noch haltbar ist? Na, mal sehen

Am nächsten Tag teste ich die Verschraubung meines Kakatanks auf Dichtigkeit – und meine Aussagen bisher, lassen euch erahnen, dass das Ergebnis ein ernüchterndes war.

Es tropft – beim Fäkalientank gilt die „Null-Toleranz-Regel“

Die nächste Stufe in diesem Prozess ist eine eigene Idee – ich brauche zur Umsetzung eine Art „Anlaufscheibe“ für den 1 1/4 Zoll Bogen – diese zeichne ich auf und sende es als eine Art „Bestellung“ per WhatsApp an meinen Freund Giorgos.

So muss es aussehen

Dieser reagiert prompt! Er meint, heute sei mein Glückstag – er hätte sowas da, in FAST den gleichen Maßen…

Ok – FAST

Ist halt griechisch gedacht – so geht das aber immer, da musst Du richtig aufpassen. Bei den Solarzellen mussten wir klären, dass 2 x 204cm NICHT in einen 4m breiten Rahmen passen und hier musste ich ihm erklären, dass seine 55mm auch bei großzügiger Betrachtung nicht FAST 49mm sind.

Er stimmt zu und verspricht, bis in zwei, drei Tagen eine Scheibe in meinen Maßen zu fertigen.

Und sonst? Was mir auffällt, es spricht sich langsam rum, dass ich in der Marina bin und einen aktiven Part darstelle. Die Tatsache, dass ich für die Marina unterwegs bin, hat den Nachfragen keinen Abbruch getan. Es wird zunehmend schwerer, die privaten Ansinnen der Segler von den offiziellen Aufgaben zu trennen.

Vieles mache ich automatisch – so sehe ich zum Beispiel bei allen Freunden und Bekannten regelmäßig nach Festmachern und Fendern, in jedem Fall nach stürmischen Tagen und Nächten.

Oft sind es Kleinigkeiten, wie hier an der ALADIN, wo der Reißverschluss der Vollpersenning aufging und diese am Nachbarschiff am Antifouling wetzte…

Kann passieren
Ist auch schnell behoben

Da braucht´s nicht mehr als eine Leiter und ein Stück Schnur. Ich behebe das und sende den Freunden eine kurze Nachricht. Meist kann ich ein bisschen Freude bereiten, das macht mir Spaß.

Schwieriger wird es für mich, wenn ich als Kontrollorgan bezüglich von der Marina ausgeführter Arbeiten zum Einsatz kommen soll, das lehne ich generell ab. Wenn es um Arbeiten externer Werker geht und bereits bestehende Fotos noch einmal ins rechte Licht gerückt werden sollen ist das dagegen vertretbar – so wie auf der ALICJA…

Die Treppe – von allen Seiten fotografiert. Ist toll geworden
Das Brett am Schrank hat tatsächlich eine andere Farbe

Hier kann ich helfen Missverständnisse zu vermeiden. Was viele Segler, auch Freunde, oftmals nicht am Schirm haben ist, wie aufwändig es ist „mal schnell“ auf ein Schiff zu gehen. Man braucht Schlüssel, Leitern oder Gangways – und nicht selten versperrt eine Vollpersenning den einfachen Zutritt.

Nur ein Beispielbild – der Eigner weiß wieviel Aufwand es ist, sich Zugang zu verschaffen

Ich mache das sehr gerne, werde aber zusehen müssen, dass mich das nicht vereinnahmt. Sibylle und ich hatten schon Samstage an denen wir zu zweit und ganztags damit beschäftigt waren, in dieser Art und Weise auszuhelfen. Aber ich habe dazu schon eine Gedankenwelt – mal sehen wie sich mein Engagement in der Marina weiterentwickelt…

BIMM – mein Telefon giert nach Aufmerksamkeit. Sibylle meldet sich aus Deutschland. Sie ist mit Enkelchen Benno einen Spaziergang machen und schiebt den Bengel im Buggy zu den Highland-Rindern. Das mögen die Racker (also die Enkel)! Die Bilder versetzen mich kurz in die Vergangenheit…

Schöne Tiere, ein Biohof aus unserer damaligen Nachbarschaft
Benno Aug´in Aug´mit dem Zotteltier – er ist beeindruckt wie damals sein Bruder
Für Landwirtschaft werben – geht auch kreativ und ohne Traktorblockaden

Bei mir reicht es auch! Ich gönne mir seit Langem mal wieder ein leckeres Eis von „Repapis“ und fahre zu diesem Zweck mit meiner treuen GS nach Lakki.

Valentinstag-Deko im Eisparadies – der Tag der Verliebten steht vor der Türe
Ich lass´ es mir schmecken – mit oder ohne Valentinsbegleitung

Zum Abend hin zieht der Wind wieder an – Südwind! Ich mag den Wind aus Süd lieber, NESSAJA liegt ruhiger, es ist nicht so kalt. Doof nur, dass er immer Wolken, meist auch Regen, mitbringt – so auch diesmal. Dies brachte mir den einzigen richtig miesen Abend seit Sibylles Abreise ein.

Dabei hat alles noch harmlos begonnen – bis morgens um 05.00 Uhr war ein strammer SE angesagt, die Gefahr von örtlichen Gewittern war bekannt und vorhergesagt.

Ich war bei Heribert auf ein Feierabendbier eingeladen und wir haben uns ein bisschen verquatscht. Als ich STARLIGHT verlassen habe, war es schon Zeit um zum Abendessen zu fahren. Just in diesem Moment begann es zu tröpfeln.

Ich wollte abwarten bis der Schauer vorbei war, um dann nach Lakki zum Essen zu fahren. Derweil wollte ich mich mit meiner Schwarzwassertanklösung beschäftigen, denn Giorgos hat die benötigte Scheibe heute vorbeigebracht – das ist gut, denn bei diesem Wetter hätte ich nicht fahren können.

Ich tüftle aus, wie ich meine Idee umsetze

Sibylle macht mir derweil lange Zähne – ausgerechnet heute hat sie ihr kulinarisches Highlight, sie ist nämlich mit Mikeys Eltern, den Freunden die wir in Kreta besuchen werden, in den „Kaminstub´n“ – mein früheres Lieblingslokal im Landkreis.

Jaja, lasst es euch schmecken
Pfffft, mir doch egal

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch guter Hoffnung, dass ich etwas später gegenhalten könnte. Der Schauer würde sicher gleich vorbei sein.

Aber nichts da! Das Wetter war grausam, ein Gewitter nach dem anderen zog vorbei, die ganze Nacht ging das Spektakel – und es hat geregnet wie aus Eimern!

Gespenstische Szenerie

Das Wetter war so garstig, dass ich es nicht über´s Herz gebracht habe, den Pizzadienst kommen zu lassen. Das wäre ein Desaster geworden.

Ich habe mir Nudeln gekocht, eine Dose Thunfisch und ein Sugo drüber gekippt und habe gegessen, während es auf meinem Kajütdach geprasselt hat.

Danach hab´ ich mir einen Tsipouro gegönnt und eine Folge „Wunderschön“ geschaut – dann hieß es ab ins Bett, morgen kann es nur besser werden!

Ich mag die Folgen mit Tamina

Und es wurde besser – die Sonne strahlte wieder! Im Licht des neuen Tages sah die Welt doch schon wieder ganz anders aus – besser! Viel besser!

Die Fähre läuft nach Lakki ein

Was ich am Morgen dieses Tages noch nicht ahnte – wieviel Wasser in dieser einen Nacht, der Nacht mit den sturzbachartigen Regengüßen, den Weg in die Bilge von EDINA finden würde. Ich würde es bald herausfinden – das Wasserproblem war zurück!

Sibylle und ich lebten zu dieser Zeit in Parallelwelten. Sie ging ihren Terminen in Deutschland nach und nutzte die Zeit dazwischen für die Familie und um alte Freunde zu treffen. Wir haben uns dazwischen immer mal auf dem Laufenden gehalten, das geht ja per WhatsApp-Bild schnell und einfach – so waren gegenseitig bestellte Grüße immer gewährleistet…

Sibylle trifft Kate zum Frühstück beim „Dinzler“
Ich sende Grüße von Bord der STARLIGHT zurück

An diesem Tag war ich zu einem Geburtstagskuchen geladen. Romina hatte gebacken, der Anlaß war Heriberts Geburtstag. Da es ein wenig spät für Kaffee war, zumindest nach Rominas bekunden, haben Heribert und ich geschlußfolgert, dass es dann nicht zu früh für ein Bier sein kann.

Ein schöner und kurzweiliger Nachmittag!

Der endete erst, als es schon dämmerte und anders als zwei Tage zuvor, hielt der Himmel seine Schleusen diesmal geschlossen. Es war herrliches Wetter! Ich konnte also umgehend zum Dinner fahren – und naja, ihr wisst schon…

Abendessen für 13,50€ – kannst nicht meckern! Den Teller widme ich Roland und Mireille, bald wieder zusammen hier…

Neuer Tag, neues Glück! (Achtung, dieser Absatz ist nur eingefügt, um den Sprung vom Dinner zum Fäkalienthema nicht zu direkt ausfallen zu lassen)!

Ich mache also wieder die Kurve zur Headline, meinem Thema, welches sich wie ein roter Faden durch meinen Monat zog – die Reparatur meines Schwarzwassertanks. Noch war ich gedanklich mit der von STS beschriebenen Akribie dabei. Ich wollte die Reparatur professionell und nach meinem Wissensstand fachgerecht umsetzen. Dafür musste eine Lösung mit Gummidichtung her, bestenfalls könnte ich spezielle Kleber bestellen und / oder müsste die Oberflächen speziell vorbereiten – mir schien die Idee mit der Gummidichtung die einfachste zu sein.

Der kleine Schraubstock kommt zum Einsatz

Ich packe also meinen kleinen Schraubstock aus, spanne den TruDesign Bogen vorsichtig ein und klebe die angefertigte Scheibe mit SIKA an. Das soll erstmal ausvulkanisieren – ich muss sicher stellen, dass die Scheibe fest mit dem Bogen verbunden ist. Das dauert etwas, erst danach kommt Schritt 2.

Also gehe ich meiner Arbeit in der Marina nach – ich hole im Office die Schlüssel für die zu reparierenden Boote…

Gestelltes Bild – die Herzen warteten drin auf mich 😉

Heute war Valentinstag, ich wusste nicht, dass man hier auf der Insel diesem Tag eine solche Bedeutung beimisst. An mir zog er eigentlich vorüber – Sibylle war ja nicht da.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Damen im Office gemacht! Maria hat es nicht verabsäumt, auch mir zwei Herzen zuzuwerfen, bildlich gesprochen…

Wie nett – dankeschön

Das hat mich gefreut! Ich habe mich artig bedankt, bin vor die Türe, habe schnell die Bilder gemacht und dann – habe ich die Herzen vertilgt!

Ich habe vor vielen Jahren einmal festgelegt, dass geschenkte Schokolade keine Kalorien hat – Genuß ohne Reue!

Nach rund 24h ist die von mir angebrachte Dichtmasse sicher vollständig durchvulkanisiert. Ich kann am Folgetag also Schritt 2 meiner Idee umsetzen – ich baue mir eine Gummidichtung selber.

Keilförmige Gummidichtung – ob´s klappt?

Dafür brauchte ich die „Anlaufscheibe“ – die Idee war nämlich, einen Dichtkeil an den 90° Bogen anzuspritzen, diesen ausvulkanisieren zu lassen und so beim Eindrehen des Bogens dafür zu sorgen, dass dieser Dichtkeil die tropfende Verschraubung abdichtet.

Normaler Weise macht das ein fetter O-Ring, aber dafür müssen an beiden Bauteilen ausreichend große Gegendichtflächen angebracht sein – dies ist leider nicht der Fall, sonst wäre es einfach!

Klar war auch, dass ich, beim Hantieren mit SIKA, es irgendwie schaffe eine kleine Baustelle aufzumachen…

Gewindereinigung mit Zahnstocher

Egal wie, am Ende hatte ich einen sauberen Dichtkegel angespritzt und musste abermals 24h warten bis ich einen Einbauversuch wagen konnte.

Das war aber ok, denn die Dämmerung brach schneller herein als ich es im Gefühl hatte – und ich wollte doch noch Gottfrieds Paket am Shop holen und bei mir einlagern.

Schneller als erwartet brach der Abend herein
Die Chandlery war schon zu, aber man hatte das Paket für mich abgelegt

DAS mache ich nur in Ausnahmefällen!!! Gottfried hat sich lang vorher mit mir abgestimmt und ich hätte, je nach Paketgröße, Alternativen gehabt. Ich hasse es, wenn NESSAJA zum Lager wird. In diesem Fall ist die Paketgröße so, dass ich es gut verräumen kann und es gut liegt ohne zu stören – ich trage das Ding also auf mein Schiff…

Dann heißt es, sich ein bisschen zu sputen – duschen, dann ab ins „SouVLakki“ und ein gutes Abendessen bestellt…

Und täglich grüßt das Murmeltier
Überraschung! Gewidmet Susanne, Marcus und Lilly – wenn der Blog erscheint, waren wir hoffentlich schon hier…

Der neue Tag beginnt gut – ich bekomme den Reparaturauftrag für die ALLEGRA, eine Hallberg-Rassy 40. Wir haben das Besitzerpaar vor zwei, drei Jahren kennengelernt und uns locker angefreundet. Wir verstehen uns gut und haben ab und an Kontakt.

Ich mag es, offiziell Boote von Freunden reparieren zu dürfen – ich kann mich direkt austauschen, die Idee hinter dem Auftrag ist meist sonnenklar. Ich informiere also den Skipper und wir updaten uns gegenseitig.

Ich reiße an, baue den Motor des Bugstrahlruders aus und zerlege ihn zum Service – ein Mörderteil!

Angenehm arbeiten an der Werkbank – wenn es mal ausgebaut ist

Die Arbeiten an der ALLEGRA ziehen sich wohl über den ganzen Monat, ich freue mich, denn es ist eine Liste mit coolen Jobs. Nur die Dachluke macht mir Sorgen – da haben sich schon einige probiert – da liegen die Prädikate „Held“ und „Versager“ eng beisammen. Na, mal sehen…

Wochenende – die hausmännlichen Pflichten rufen. Ich wische Staub und entdecke, dass mein T-Shirt Stapel merklich geschrumpft ist – Zeit, eine Maschine Wäsche zu waschen.

Mix-40°-45´ – schnell und einfach, alles rein

Sibylle würde aufschreien – das weiße Schlafshirt, das hellblaue Handtuch, Unterhosen, T-Shirts und natürlich die Arbeitshose und der Allroundpulli – alles eine Maschine! Passt, nix passiert – waschen ist so einfach wie Essen zu bestellen…

Draußen ist herrliches Wetter – überhaupt war der Februar bis jetzt ein wunderschöner Monat. Sehr viel Sonne! Die Temperaturen variieren, es kommt sehr auf den Wind an – von T-Shirt Wetter bis zum Tragen der Mütze war alles dabei.

Auch heute ist ein windiger Tag, der Windgenerator surrt, ich traue mich nicht die Wäsche aufzuhängen, da ich sie nicht beaufsichtigen kann. Ich gönne mir eine Ladung trocknen im Miele Profigerät für schlappe 8.-€!

Schick, aber teuer

Eine Stunde später kann ich meine Wäsche schranktrocken holen – offener Punkt „Waschen“, check!

Die Wartezeit überbrücke ich mit einem Tässchen Kaffee und ein bisschen Facebook schmökern.

Der Kaffee ist fertig (wäre auch eine Headline wert)

Ich bereite mich auf meinen Arbeitseinsatz vor und ziehe die soeben gewaschenen Klamotten wieder an – nanu, die Socken haben gelitten! Wo zunächst nur der dicke Zeh hervorgelugt hatte, zeigen sich nun mehrere Lüftungsschächte…

Einmal geht noch – dann kommen sie in die Tonne

So gerüstet packe ich den Werkzeugkoffer aus und widme mich meiner Holdingtank Reparatur (es gibt so viele tolle Worte für einen Scheißetank).

Ich drehe also das von mir mit der keilförmigen Dichtung versehene Fitting, abermals in das Gewinde am verfitzmaledeiten PE-Tank. Zuvor lege ich, quasi als „Masterabdichtung“, auf die freien Gewindegänge des Stutzens „Loctite 55“ Gewindedichtband. Das Ergebnis sah toll aus, ich war zufrieden.

Es folgt immer der gleiche Test – ich pumpe in drei Schritten Wasser in den Tank…

Zuerst 25-30%

Ich habe jetzt ja schon viele Versuche gemacht, manche Lösungen haben sehr schnell bei rund 20% versagt, andere haben länger gehalten. Mein bester Versuch war ein Füllgrad von 80%, dennoch haben sich nach ein paar Minuten auch dann Tropfen gezeigt.

Wie schlägt sich meine Lösung? Professionell! Fachgerecht! Auf Basis all´ meines Wissens – die mit Akribie umgesetzte Lösung???

SIE VERSAGT! Ich bin echt sauer – und irgendwie mit meinem Latein am Ende. Und jetzt? Ich denke an STS…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Ich baue das Ding abermals aus und schmiere es dick mit SIKA ein – was habe ich zu verlieren???

In weiser Voraussicht ziehe ich Handschuhe an…
…fasse damit aber an den Türrahmen – ich kann Sauerei beim Kleben nicht vermeiden

Dann drehe ich das Ding wieder in den Tank – überall quillt der Batz raus! Den Überschuss streiche ich sauber glatt – ich bekomme eine recht ansehnliche Lösung hin.

Ok, jetzt halt so – eigentlich „reingemurkst“

Der Tag ist noch jung, gerade mal Mittag – aber mir reicht es für heute! Ich brauche Abstand, etwas frische Luft, den Kopf mal durchpusten…

Mein Schiff zwingt mich zum Pfuschen und ich kann mich nicht wehren, ich bin angepisst und habe Zweifel, dass diese Löung jetzt funktioniert. Was mache ich, wenn es nicht dicht wird? Ich verschiebe die Suche nach einer Antwort auf den nächsten Tag, denn jetzt muss die Dichtmasse abermals ausvulkanisieren – vor morgen kann ich nicht testen.

Ich schnappe mir die GS und brause eine Runde über die Insel…

Februar – im Spiegel das blaue Meer
Das sind die Genussmomente – das Leben ist geil

Am Rückweg mache ich einen Schlenker über Lakki. Ich muss ein bisschen was einkaufen und will mir ein Eis gönnen.

Heute mehr als verdient

Einkaufen ist übrigens immer gleich – ein bisschen was zum Knabbern, Cola, Bier und selten mal Kaffee, Filtertüten und Küchenrollen – mehr brauche ich nicht.

Um dem Klischee des alleine hausenden Mannes in seiner Höhle ein wenig den Nährboden zu entziehen, habe ich heute mal einen Überraschungstag eingebaut.

Das beginnt beim Einkauf – denn ich kaufe OBST & GEMÜSE!

Karotten & Äpfel vs. Schokoklicker & Chips -> 0:1

Das sollte heute noch doller kommen – wartet mal ab! Ich kann es aber vorweg nehmen, die gesunde Variante konnte sich auf die lange Bank nicht gegen das Knabberzeug durchsetzen. Irgendwie bin ich nicht der „Karotte und Litchischorle – Typ“ 😉

Ich fahre zurück auf NESSAJA und komme gerade heim, als die Sonne sich anschickt hinter dem Berg zu verschwinden. Ein schönes Bild – etwas schade, dass dies nicht mehr so wirkt, wenn erstmal das Marinabanner wieder an den Stangen hängt – ok, dann steht die Sonne auch höher, vielleicht passt es.

F16 – ein schöner Platz

Ich sitze noch nicht, da schickt Sibylle schon ein Bild. Sie hat den Öltest schon abgeholt und bereits in die Tasche gepackt. Auch die kleine Pumpe für unseren Duschsumpf ist angekommen. Super! Dann kann es ja nach Sibylles Rückkehr munter weitergehen…

Schon in der Tasche

Ehe ich mich verschaue, ist es Zeit um zu Abend zu essen – ich gehe also nochmal zu meinem Motorrad – auch dem hat die Ausfahrt heute gut getan – um damit nochmals nach Lakki zu fahren.

Neuer Parkplatz

Und wo geht´s hin??? Dreimal dürft ihr raten…

NEIN! Nicht ins „SouVLakki“ – heute ist der von mir ausgerufene „Tag der Pizza“, so liegt es auf der Hand, dass ich schnurstracks ins „La Nostra“ fahre und mir eine Pizza nebst Salatbegleitung gönne.

Abwechslung am Speiseplan

Keine Beschwerden – auch hier komme ich unter 20.-€ raus. Ich bin satt und zufrieden, der Abend darf ausklingen! Ich freue mich auf eine Fernsehsendung und meine Mohrrüben dazu 😉

Ist nicht das Gleiche – Schuster bleib´ bei Deinen Leisten

Neuer Tag – Trommelwirbel! Kakatank-Dichtheitsprüfung die achte. Ich pumpe also wieder in drei Stufen Wasser in den Tank. Erst 25% – dicht! Dann 50-60% – dicht…

100 x pumpen -> 25%
200 x pumpen -> 55%
Immer noch dicht

Ok, Finale – jetzt will ich es wissen! Ich pumpe weitere 100 x und erreiche damit 90% und mache den Tank somit fast voll. Auf den ersten Blick bleibt die „quick & dirty“ Lösung dicht. Ob das verlässlich ist, muss man über die Zeit prüfen…

90% – fast voll! Ach ja, Wassertemperatur stimmt nicht (Geber nicht eingebaut)
Der „Zewa-Test“ – das lass´ ich jetzt 24h so liegen

Ich lege also ein absolut trockenes und faltenfreies Zewa auf die Abtropfstelle und lasse das System ruhen – ich nehme mir vor, erst morgen danach zu sehen, 24h sollten aussagkräftig sein!

Ich habe etwas Zeit, um in die Ecke der „blauen Riesen“ zu gehen. Ich sehe nach ELOWYN und entdecke, dass die Marineros auch dort die Pilotleinen der Muringleinen erneuert haben. Was zunächst als aufmerksam und weitsichtig gewertet werden darf, bekommt beim genaueren Hinsehen eine „kleine Note“…

Der erste Blick
Wer findet den Fehler?

Die Muringleinen für die Schiffe am A-Ponton sind, aus Sibylles Sicht, unübertrieben armdick. Das alte Leinenpaket welches hier rumliegt, sind die alten Pilotleinen – 10mm Leinen um die fetten Hauptleinen hochzuziehen, das kostet Kraft!

Ersetzt wurden diese durch 5-6mm „Fäden“, mit denen man diese Kraft kaum aufbringen wird, zudem sind diese schwerer über den Bootshaken zu führen und gehen auch langsamer unter. Aus meiner Sicht ein Fehlgriff.

Mein persönlicher „zweiter Blick“ war aber schlimmer – ich ging über das Deck von ELOWYN…

Eine Riesenauerei – inakzeptabel!

Mir war klar, dass das der Muringrotz ist, den die beiden Marineroclowns da hinterlassen haben – warum waren die am Schiff und haben das nicht vom Schlauchboot aus gemacht? Ich habe ein Bild gemacht – am nächsten Tag, so nehme ich mir vor, werde ich sie darauf ansprechen. Ich will keine Welle machen, aber Schweigen wäre nicht die richtige Lösung.

Auf ELOWYN suche ich nach dem Seeventil der Klimaanlage. Es wäre gut, hier einen Spülanschluss zu haben, um nicht immer den Schlauch vom Fitting nehmen zu müssen – ich mache Fotos um mit Volker zu telefonieren und um mir Gedanken hierzu zu machen.

Da soll ein Spülanschluss ran – ich glaub´ ich weiß schon wie…

Dann gehe ich weiter, um auf EDINA zu lüften und nach dem Rechten zu sehen. Als ich über den B-Ponton schlendere sehe ich Seltsames…

Nur für starke Nerven – Voodoo in der Evros Marina???

Hm, ob hier ein böser Zauber auf Paola und Thomas gelegt wurde? Ich vermute eher nein. Es steht zu befürchten, dass Marinahund Electra eine Art „Gastgeschenk“ mitgebracht hat, wohnt und haust sie doch seit einiger Zeit auf SIMPLY FREE.

Electra kommt nicht mehr oft zu uns. Seit wir am Außensteg liegen, ist ihr der Weg zu aufwändig. Zudem muss man zugeben, dass Thomas und Paola ihr eine Zuwendung zukommen lassen, bei der wir mit unseren Leckerlis nicht mithalten können. Seither ist Electra umgezogen – tagsüber ist sie mit ihrem Herrchen, dem Elektriker Panagiotis unterwegs, nachts schlummert sie auf SIMPLY FREE.

Schon von Weitem erkenne ich, dass bei EDINA eine Feder der Ruckdämpfer gebrochen ist…

Keine Gefahr – aber kaputt

Was ich wenige Minuten später entdecken sollte war aber schlimmer – durch den heftigen Regentag vor einer Woche, war wieder eine große Menge Wasserim Schiff. Das Problem begann von vorne, wir hatten wieder 70% Luftfeuchte – Schimmelgefahr!

Ich beschloss an diesem Tag das Problem mit „großem Kaliber“ zu bekämpfen, eine 230V Tauchpumpe muss her, ich werde jeden zweiten Tag lüften!

Ich fahre sofort in Andreas Kritikos´ Baumarkt um mir das Pumpenangebot anzusehen, danach gehe ich etwas betrübt zurück auf meine NESSAJA – ich muss den Eigner von EDINA über die neue Sachlage informieren.

OK – es gibt eine große Auswahl
Dann geht es zurück auf NESSAJA – schön, wie sie da liegt
Wieder dahoam

Neuer Tag – Sonntag! Ich habe mir vorgenommen, dass dieser arbeitsfrei bleiben soll. Dazwischen brauche ich mal einen Tag Pause.

Aber eine Aufgabe erfülle ich – Dichtheitstest am Kakatank! Was soll ich sagen? Nach 24h bei 90% Füllmenge blieb das Zewa staubtrocken – das darf als aussagekräftig gewertet werden. Die Anlage scheint dicht! Ich muss an den STS Song denken…

Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Sibylle schickt mir derweil ein Bild vom Tegernsee – sie hat sich mit Gottfried und Gabi zum Wandern getroffen, danach geht es ins „Bräustüberl“. Sie scheinen schönes Wetter zu haben.

Tegernseer Höhenweg

Diesmal meint es das Schicksal gut mit mir! Ich muss nicht, wie beim letzten Mal, wegen eines Unwetters mit Spaghetti vorlieb nehmen – auch ich kann diesen Tag genießen.

Paola und Thomas haben mich gefragt, ob ich mit einer Clique Italienern mit nach Xirokampos in „Trechantiri“ kommen wolle, man würde dort Mittagessen. Romina und Heribert wären auch dabei…

Na klar komme ich mit!

Große Runde – diesmal zum Mittagessen
Viel zu Quatschen mit Heribert…
…und mit Romina und Thomas – achtet auf das Marmeladeglas

Romina und Paola machten den „Übergang“ zum italienischen Ende der Tafel – das passte gut. Ich höre in einer so lauten Runde ohnehin nicht so gut. So konnte ich mich ganz auf das Gespräch in unserer Ecke konzentrieren – wir haben dann einfach Deutsch als Sprache an dieser Flanke des Tisches gewählt.

Super leckeres Schwertfischsteak – das „Bräustüberl“ hat nicht gefehlt

Ein Stück von Glück war, dass Cetina, eine der Italienerinnen, ich kannte sie vom Sehen, heute Geburtstag hatte. Nicht nur, dass sie die Getränke auf ihre Rechnung nahm – nein, sie als Geburtstagskind hatte ein Tiramisu gemacht und für jeden ein selbstgemachtes Glas Marmelade dabei – es wurde eine sehr nette Runde, wir sind recht lang gesessen.

Das Geburtstagskind – und das Tiramisu
Ein Gaumenschmaus

Pappsatt – ich war pappsatt! Und es war superlecker! Aber leider bin ich ganz schlecht darin Pläne zu kippen. Und Thomas und ich hatten, vor dem Tiramisu, ausgemacht, dass wir noch zu „Repapis“ auf ein Eis und einen Espresso wollen.

Und da Thomas auch ein Mann des Wortes ist, ließen wir Taten folgen! Res, non verba!

Ein runder Tag – und ein runder Mario

Danach bin ich zurück auf mein Schiff, habe mich auf´s Canapé gehaut und ein bisschen „Wunderschön“ geguckt – es erübrigt sich zu erwähnen, dass das Abendessen heute ersatzlos gestrichen war.

DerTag klingt aus

Die neue Woche beginnt – ich weiß nicht, ob es mich freut, dass ich meine neue Akkuflex auf einem fremden Schiff einweihen darf – ich muss einen Wasserhahn einbauen und stelle fest, dass auch auf anderen Schiffen nix, aber auch wirklich nix, auf Anhieb klappt! Und ja, man braucht ab und an eine Flex um einen Wasserhahn EINzubauen…

Sehr oft trage ich MEIN Werkzeug auf andere Boote

Als ich das Werkzeug aufräume, sehe ich in der Bucht die Silhouette eines mir bekannten Schiffes. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ verrät, ich liege richtig, der GRASKARPFEN ist zurück!

Outremer 45 – GRASKARPFEN
Vor Anker in Lakki

Es dauert nicht lange und die Beiden melden sich bei mir. Ob wir nicht mal zusammen was trinken wollen? Oder auch mal zusammen was essen mögen? Ja, klar – gerne! Ich mag Silvia und Jürgen, wir kennen uns noch nicht lange, aber die Beiden haben eine Art die mir liegt. Ich quatsche gerne mit den Zweien…

Heute aber noch nicht – ich habe Hunger, ich gehe mal wieder in den Hauptort um, zumindest für mich, zur Routine zurück zu kehren.

Da das Leben ja wie eine Schachtel Pralinen ist, halte ich heute eine Überraschung für Alex, den Kellner des „SouVLakki“, bereit – ich bestelle etwas ganz anderes (auch ohne Speisekarte 😉 ) Der arme Kerl erschrickt förmlich…

Heute ist der von mir ausgerufene „Local Day of Giant Burgers“

Um Sibylle ein Bild schicken zu können, welches sie beschwichtigt und ihr keinen zynischen Kommentar entlockt, vielleicht auch um mein Gewissen zu beruhigen, gibt es eine Salatbegleitung für den einsamen Burger.

Karotten-Kraut-Salat mit Zitrone und Olivenöl

War super – aber es war eine Ausnahme. Nächstes Mal heißt es wieder „back to normal“…

Ich muss das Wasserdrama um die EDINA beenden, zumal der Schimmel von einem Profiteam entfernt wurde – es gilt zu verhindern, dass dieser wieder auftritt. Ich gehe also los und kaufe das Pumpenmonster und 10m Schlauch.

Damit sollte es klappen

Just als ich mit den Einkäufen bepackt durch die Marina tapse, klingelt mein Telefon. Mein Freund Marcus ist am anderen Ende der imaginären Leitung und bittet um einen Gefallen – er hätte die Info, dass ein Paket für ihn da sei, ob ich das auf die DARKSYDE räumen könnte?

Klar kann ich…

Sicher verräumt

Von Sibylle wusste ich, dass sie heute mit dem Bus nach Karlsruhe reist, um dort ihre Geschwister, Verwandtschaft und alte Freunde zu besuchen – sie nützt den langen Aufenthalt in Deutschland diesmal richtig aus.

Wir hatten vereinbart, dass sie sich kurz meldet wenn sie gut angekommen ist – und das tat sie! Sie grüßte von einem Spaziergang am Rhein, die Schwestern hatten sich viel zu erzählen (nehme ich zumindest an…).

Sibylle und Andrea – ich bestelle auch schöne Grüße

Unter der Woche kann ich meist nicht viel erwidern, es ist für Sibylle kaum interessant auf welchen Schiffen ich herumkrabbeln muss. Vielleicht interessiert es sie, dass ich heute Abend zu Gast am GRASKARPFEN bin – es gibt Hackbraten!

Ich gehe pünktlich zuhause los, um just in time bei meinen Gastgebern zu klopfen – der Weg ist ja nicht weit – der Outremer liegt am Nachbarsteg. Auf dem kurzen Fußweg genieße ich die Szenerie…

NESSAJA im Schein des Vollmondes

Offen gesagt, ich habe mich ein wenig geziert. Ich gebe offen zu, dass ich abends, nachdem ich den ganzen Tag nichts gegessen habe, ziemlich hungrig bin – und ich bin ja generell ein guter Esser…

Als Silvia mir also die Einladung geschickt hat, habe ich zunächst abgesagt – habe es aber ehrlich begründet. Worauf ich in sekundenschnelle eine entsetzte Antwort bekam – „…waaaas, wer soll dann den ganzen Hackbraten essen? Komm´ rüber, es reicht locker!“

Kurzerhand habe ich meine Meinung geändert und zugesagt – und sollte es nicht bereuen!

Gefüllt, mit Schinkenkruste – ein Gedicht

Da saßen wir nun, wir drei – tranken Dosenbier und mampften den vorzüglichen Hackbraten weg. Wir haben uns sehr gut unterhalten, es war ein kurzweiliger Abend – und weil es so schön war, gehen wir am Freitag nochmal zum Burgeressen. Danach würden die Beiden abreisen, sehr schade – aber ist ja nicht für immer. Jürgen kommt im April schon wieder…

Wieder zuhause, versuche ich einen Facetime-Call mit Sibylle, aber diesmal klappt es nicht. Ich bin überzeugt, dass es an Sibylles Telefon liegt – aber ohne Beweise brauche ich ihr gar nicht kommen. Also rufe ich mich selber an.

Meines funktioniert

Ob der erdrückenden Beweislast, knickt meine Gattin ein und ruft mich „normal“ an, also ohne Internet, die Art Anruf, bei der man sich das Telefon ans Ohr hält und ins andere Ende des Apparates spricht – die Art Anruf, die die Italiener nicht können.

Wir tauschen uns ein bisschen aus, dann heißt es für mich – ab in die Falle…

Am nächsten Morgen nehme ich wieder eine ganze Menge Werkzeug und Arbeitsmaterial von mir mit, um für die Marina zu arbeiten. Das ist suboptimal, aber es vereinfacht meine Organisation.

Langes Kabel, Dreiecksschleifer, Adapter

Auf dem Weg zum Kundenschiff komme ich an meinem alten Platz vorbei. Ich mache ein Bild, um allen drei Freunden die Nachricht zukommen lassen zu können, dass es ihren Schiffen gut geht. Sowohl die CALA LUNA als auch die CHILI und die JASPER liegen sicher.

NESSAJA und ALENA fehlen

Dann gehe ich weiter zur EDINA, ich bin jetzt sehr häufig dort, weil ich lüfte sooft ich kann. Zum Glück spielt das Wetter mit. Morgens alle Luken auf…

Hauptluken offen, auch der Niedergang bleibt tagsüber auf

…und abends mache ich alle Luken wieder zu – mindestens alle zwei Tage. Aber es macht Sinn! Die Luftfeuchtigkeit bleibt unter 60% und eine erneute Schimmelbildung wird verhindert – die ehemals befallenen Flächen sehen gut aus.

Luken wieder zu – alles fein

Ihr seht ja jetzt häufig Bilder der ELOWYN, hier gerade das Deck der EDINA, oftmals natürlich Reparaturfotos von NESSAJA – wer jetzt aber glaubt, dass dies die Standard-Arbeitsbedingungen sind, der täuscht sich gewaltig! In der Regel sind die Schiffe nicht für den Besuch eines Handwerkers vorbereitet, ganz oft kommt es vor, dass ich Arbeiten machen muss, an denen vorher schon andere gescheitert sind – Bastler halt – nur erzählt einem das selten jemand!

Um doch einmal einen Arbeitstag zu beschreiben – heute sieht mein Arbeitsumfeld so aus…

Steht seit zwei jahren – ich verschaffe mir Zugang

Die Ankerwinsch muss getauscht werden – ich verschaffe mir hinten Zugang zum Zelt, um im stockfinsteren Vorschiff zu arbeiten und dort den Elektromotor abzuschrauben – das ist leichter gesagt als getan, denn meine Lampe macht ja nur punktuelles Licht. Das Foto schmeichelt der Gesamtsituation.

Die Fotoapp des Telefons erfasst das Restlicht vom Salon – für das Auge stockdunkel

Nach vorne muss ich, um dort die Deckseinheit zu demontieren – das Teil, dass an der Kette zieht. Unter der Plane ist es so dreckig, dass ich nach Minuten aussehe wie eingezuckert. Ich muss an dem Abend meine Kleidung waschen, so staubig bin ich – ich fühle mich wie Linus von den Peanuts.

Kein leichtes Durchkommen für einen Bären wie mich

Die schweren Teile trage ich gar nicht erst quer durch´s mollig warme Zelt, sondern über eine zweite Leiter direkt auf´s Vordeck, bei dem ich zuerst die Vollplane entfernen musste – nur vorne versteht sich.

Bis ich arbeiten anfange, vergehen hier knapp zwei Stunden. Man kann auch die Winde nicht einfach auswechseln! Das Deck ist so uneben, dass ich es zunächst mit der Flex, dann mit dem Dreiecksschleifer einebenen muss – trotzdem passt es nicht einwandfrei.

Trotz der Versuche es einzuebnen

So ergibt es sich, dass ich eine NEUE Ankerwinsch zum Deck hin abdichten muss, um später Wassereintritte zu verhindern – das alles ist Mehrarbeit die niemand geplant hat, kleine Überraschungen.

Dichtschnur zum Deck, so könnte es klappen

Als ich innen den schweren Motor an die Decksmimik heben und anflanschen will, verstehe ich, warum die anderen in Teams arbeiten! Ich bekomme es hin, haue mir aber immer wieder die Pfoten an. Es ist wirklich stockfinster in dem verhangenen Schiff.

Ich besinne mich, was ich als erstes getan habe, als ich Werners ALENA in einer ähnlichen Verfassung aus der Versenkung geholt habe – ich habe sie nach vorne ins Licht gebracht, abgedeckt und sauber gemacht. Ich sage es offen und ehrlich, wenn ich der Chef wäre, ich würde mir das auf Heller und Pfennig bezahlen lassen – oder besser noch, dafür sogen, dass die Arbeitsbedinungen passen.

Der Arbeitstag endet – ich gehe zur Dusche und erfreue mich am Rückweg mal wieder an der einzigartigen Stimmung – kein Witz, es rutscht mir laut heraus „…alles wieder gut…“ – ich liebe es, hier zu leben!

Handybild – iPhoneX, nicht bearbeitet

Das Bier am Abend war wohlverdient, das Foto für Sibylle, weil ich meine klaffenden Fleischwunden präsentieren wollte und mich auskotzen musste.

Autschi

Ich fange mich schnell wieder! Erstens ist Freitag, das Wochenende ist da. Zweitens gehe ich heute mit Silvia und Jürgen ins „Persiana“ zum Burger Essen. Ich habe Glück – es gibt „Pulled Pork Burger“, den kenne ich schon, der ist super!

Für´s Foto allerdings, gibt es einen Salat und für die Seele ein großes Guinness, das gönne ich mir heute!

8.-€ – aber jeden Cent wert
Birne, Speck und Parmesan – darüber ein Erdbeerdressing

Vom Burger gibt es kein Bild, weil mir vor Schreck das Telefon aus der Hand fiel – Jürgen hat eine Einladung ausgesprochen, grundlos, einfach so!

Ich freue mich, ich nehme es an, ich werde mich revanchieren! Es war ein weiterer schöner Abend mit den Beiden.

Das Wochenende beginnt fantastisch, das Wetter ist ein Traum, wie schon seit Tagen!

T-Shirt Wetter

Was habe ich mir für den Samstag auf die Liste geschrieben? Nun, erst die ELOWYN – Batterien laden und Deck putzen. Dann will ich auf der EDINA die Pumpe installieren und das Wasser herauspumpen, natürlich werde ich währenddessen lüften. Ich möchte wieder einmal ein Eis und abends einen schönen Grillteller – packen wir es an…

Auf ELOWYN mache ich kurzen Prozess – Ladegeräte an, Eimer raus, Schrubber raus und mit Meerwasser vorreinigen. Dann mit fünf Eimern klarem Wasser nachspülen. Das sollte reichen! Am Abend nehme ich mein Patenschiff wieder vom Strom – alles in Butter auf´m Kutter.

Sieht wieder gut aus

Was haben die Marineros dazu gesagt? „Unvermeidbar wäre es gewesen, außerdem hätten sie keinen Eimer, ob ich einen hätte?“ – ich habe erklärt, dass ich es lieber selber sauber mache, habe aber auch gesagt, dass so etwas, bei einem anderen Eigner, sehr schnell zu einem Thema werden kann – ob´s was hilft? Ich habe Zweifel!

Dann bin ich weiter zu EDINA. Dort ging es nicht ganz so rasch. Ich musste die Pumpe zusammenbauen, entlüften, den richtigen Schlauchweg finden – aber dann ging es auf einmal recht gut!

Ich pumpe endlich die restlichen Liter Wasser nach draußen – es bleiben nur ein, zwei Zentimeter am Boden. Die bekommt die Pumpe nicht weggepumpt, aber das sollte kein ernsthaftes Problem sein.

Pumpe vorbereiten – da kommt sie rein
Der Schlauch wird nach draußen geführt

Die Anlage lass´ ich jetzt so im Schiff bestehen bis der Eigner zurückkommt. So kann ich nach jedem schweren Regen die Bilge auspumpen. Ich hoffe dabei auf das einsetzende Frühjahr – irgendwann kommt kein Regen mehr nach.

Jetzt zu „Repapis“! Ich hatte schon so lange kein Eis mehr und freue mich wie ein Schnitzel. Doch potzblitz, ich traue meinen Augen kaum – was ist das???

ZU, einfach ZU

Der Eistempel hat geschlossen! Ich war nicht informiert worden und trauere nun sehr. Ich brauche Alternativlösungen, doch was bietet sich an? Eine Leere macht sich in mir breit – zu bis 05.03.! MEIN Eispalast öffnet erst wenn Sibylle wieder da ist…

Ich finde eine Alternative – ich mache etwas, was ich 2024 noch nicht gemacht habe! Ich setze mich in meinem Cockpit in die Sonne und trinke ein Bier – in kurzer Hose.

Genussmomente

Um zu verdeutlichen, dass das kein erzwungener Augenblick war, hier ein Bild von unserem Thermometer – das glaubt dir ja sonst keiner. Wir haben den 24.02.2024!!!

Innen über 25°C, außen (in der Sonne) fast 30°C

Meine Nachbarn sitzen seit einer Woche in der Badehose bzw. im Bikini im Cockpit und bräunen sich. Hier ist Frühsommer – und von mir aus darf es so bleiben!

Nur abends wenn die Sonne versinkt, dann wird es noch frisch, klar um diese Jahreszeit. Aber wirklich kalt ist es auch nicht mehr. Ich fahre also wieder mit dem Motorrad nach Lakki…

Wenn das Wasser so kupferfarben glitzert
Wieder im Takt – am Samstag gönne ich mir „das volle Programm“

Zur Zeit ist bzw. war Vollmond – das ist natürlich von Haus aus schon ein Garant für stimmungsvolle Momente und Bilder. Gerade Lakki erscheint manchmal in einem ganz besonderen Licht, das ist schwer zu fotografieren.

Ich beobachte es immer wieder beim Heimfahren vom „SouVLakki“ und teile hier gerne ein Bild von der Webseite „The Leros Way“ – ein Traum!

Lakki during dusk – thank you my dear Marietta

Der Monat kommt langsam zu einem Ende. Ich sitze hier und schreibe diesen Tag auf, der Blog holt die Realität ein – das mache ich, um den Beitrag pünktlich zum Monatswechsel online stellen zu können.

Heute Morgen spreche ich also mit Sibylle per Videocall, in einer Woche wird sie schon zurückkommen. Sie war jetzt noch zwei Tage bei ihrer Tochter in München und wird die letzte Woche jetzt noch in Miesbach verbringen – sie sendet mir Grüße aus München, sie wäre gerade auf dem Weg zur U-Bahn.

Kaiserwetter, ein schönes Bild – ich war lange nicht mehr da

Ich gebe zu, ihr ist ein schönes Bild vom Münchner Marienplatz gelungen – aber meine erste Intuition war „das will ich nicht mehr“! Ich will keine Städte mehr, keine Menschenmassen, keinen Trubel.

Sibylle und ich beenden das Gespräch. Ich sinniere noch ein wenig. Ich bin auf dem Weg zu Paola und Thomas, man hat mich auf die SIMPLY FREE zum Pizzaessen eingeladen – Paola macht fantastische Pizza, ich liebe es!

Ich will nur noch schnell auf der EDINA die Luken aufmachen, die liegt ohnehin gleich nebenan – da passiert es!!!

Das Glas löst sich vom Rahmen

Nein, nicht wie man es aus der deutschen Autoglaswerbung kennt – kein „Kraaaaaks“, aber ein kurzer Schmatzer und das Glas löst sich vom Rahmen. Na toll! Klebt mir bei dem Schiff das Pech denn an den Fingern?

Ich bin grätzig, gebe meinen Gastgebern eine kurze Info, dass ich nochmals 10 Minuten brauche – denn morgen soll es regnen (ausgerechnet) und ich brauche eine Sofortlösung!

Ich verklebe die Luke, das sollte erstmal dicht sein

Ich habe Frust – das Schiff beschäftigt mich permanent. Ich kann das so nicht lassen, sie will gelüftet werden. Ich muss zumindest eine Notreparatur ansetzen – aber nicht heute! Ein neuer Fehler ist das übrigens nicht, ich sehe klares Badezimmersilikon an der Klebestelle – da hat schon mal jemand gepfuscht!

Jetzt geht es zum Pizzaessen…

Drei Sorten – Magherita, Prosciutto-Funghi und Salame Piccante
Love it

Die Pizza war ausgezeichet, ein Gedicht! Dazu einen Rotwein und gute Gespräche mit den Beiden. Ich mag Thomas und Paola und höre mir gerne die Geschichten aus dem Leben der zwei an, Thomas ist so einer der viel zu erzählen hat – young at heart.

Um 15.00 Uhr breche ich wieder auf – das Wetter ist so toll, dass ich ein mir selbst gegebenes Versprechen einhalten will – ich gehe heute baden!

Nur ein Katzensprung bis zum Marinastrand
Ein kurzes Bad – sehr frisch, aber nicht eisig

Sibylle würde mich ermahnen. Sie würde mich schelten, ob des Unfugs den ich da triebe. Aber ob es Unfug ist, das weiß ich ja noch gar nicht – frei nach Michel von Lönneberga…

War es nun Unfug?

Es war Unfug! Aber nicht in Sibylles Sinne, sie würde wohl eher meinen baldigen Erkältungstod als Folge meines törichten Handelns befürchten! Nein, ich hatte einfach mal wieder Pech…

Es muss ein Batzerl Schweröl oder Teer am Strand gewesen sein – ich habe es nicht, oder besser formuliert, viel zu spät gemerkt!

Klebt wie Affenscheiße
Dummerweise den neuen Schuh versaut

Ich wusste rasch, dass sowas von der Haut irgendwann weggeht. Richtig geärgert hat mich die klebrige Sauerrei in meinem neuen Lieblingscroc. Ob das jemals wieder sauber wird?

Ich greife zu drastischen Mitteln, von denen ich nicht weiß, ob sie den Kunststoff des Croc einfach wegätzen. Immerhin bekomme ich alles weg – vom Fuß und auch vom Schuh.

Morgen früh wird sich zeigen ob es gut war – wenn Fuß und Schuh noch da sind, dann war es Glück im Unglück…

Fazit – 10 Minuten baden, eine Stunde putzen. Ja, ich denke es war Unfug!

So kann man seinen freien Sonntag auch rumbringen! Die Sauerei-Nummer hat mein Glück an diesem Tag etwas geschmälert – vielleicht gut so, es wäre sonst kaum auszuhalten gewesen! Nun, ich hatte gut gespeist, die leckere Pizza wirkte noch nach, so fiel das Dinner heute aus und ich ging ohne schuldhaften Verzug zum Abendprogramm über.

Mal wieder was Neues von Franzi und Tobi – „Wir segeln“ – wir hatten die Beiden 2022 in Poros getroffen

Es gab mal wieder ein paar neue Segler „YouTube“ Episoden. Das war kurzweilig und ich habe bis nach 23.00 Uhr geschaut. Dennoch habe ich den Eindruck, dass bei allen, was die Filmerei betrifft, so ein wenig die Luft raus ist. Ich hatte da auch mal Versuche gestartet und einen YT-Kanal aufgesetzt – war mir viel zu aufwändig!

Am nächsten Morgen schlug das Wetter um, es kam eine Regenfront auf uns zu, welche für heftige Niederschläge sorgen sollte. Das war vorausgesagt und traf, wenn auch etwas später als gedacht, genauso auch ein.

Heute mal weniger einladend – der Regen kommt

Für mich traf es sich hervorragend, dass ich eine weniger aufwändige Arbeit bei unseren früheren Nachbarn am D-Ponton zu erledigen hatte – der große Vorteil, die Arbeit war INNEN!

Das war gut so, denn inzwischen goß es wie aus Kübeln…

Die Natur braucht´s – und die Menschen auf Leros auch…

Für mich ist das deshalb eine Herausforderung, weil ich rigoros alle Schlechtwetterkleidung weggegeben habe. Ich habe damals beschlossen, dass ich schlechtes Wetter einfach ignoriere – normaler Weise bleibe ich bei solchem Wetter einfach zuhause.

Das ist im Moment nicht zu 100% umzusetzen – so husche ich, so gut es eben geht, in den Regenpausen zum Office oder zur Chandlery. Das klappt meist, aber eben nicht immer – dann stelle ich mich unter…

Es gießt wieder – ich warte auf der Terrasse des geschlossenen „Skippers“

Als meine Arbeit auf der ISIS erledigt war, hatte mich das Eignerpaar noch auf einen Kaffee eingeladen und wir quatschten ein wenig – sehr nette Leute.

Danach habe ich beschlossen, meinen Arbeitstag zu beenden und mich meinem Blog zu widmen. An solchen Tagen hat es keinen Sinn. Ich schrieb also abermals ein paar Zeilen und freute mich auf´s Abendessen. Der Regen hatte zum Glück schon nachgelassen, so gab es keinen Grund, nicht zur ersten Adresse für Giros zu fahren…

Wieder „SouVLakki“ – nein, es wird mir nicht zuviel

Der Morgen des 27. Februar bricht an – wie immer gibt es erst einmal einen frisch gebrauten Kaffee. Ohne das schwarze Koffeingetränk geht bei mir gar nix! Das ist für mich, wie ein Schuß Startpilot für einen alten Deutz Schlepper.

Erstes Tun am Morgen – Kaffee aufbrühen

Sibylle und ich haben alles probiert – French-Press, Pads, Kaffeemaschine, alles…

Da ich teure Alukapseln und die dazugehörigen Maschinen weiterhin verweigere, ich sehe sie für einen Vieltrinker einfach als zu teuer an, haben wir das Aufbrühen von Kaffee als die für uns beste Lösung ausgemacht. Auch der Umweltgedanke wird bedient – den Strom für unseren Wasserkocher macht die Sonne.

Ich zelebriere und genieße den Duft – der Kaffee ist fertig…

Die Kaffeedose vom Dinzler – ein Relikt aus alten Tagen

Ich habe mich auf diesen Tag gefreut! Heute Nacht sind Susanne, Marcus und die kleine Lilly auf Leros angekommen. Die DARKSYDE ist nicht mehr verwaist, die Marina erhält neue Impulse. Ich mag die Drei einfach.

Ich begrüße die Freunde gleich morgens, wir quatschen ein wenig, dann ruft die Pflicht. Der Abend ist aber reserviert! Es gibt Dinner an Bord der DARKSYDE, das ist einfacher mit der Kleinen – um auch den Aufwand rund um´s Essen klein zu halten, werden wir uns etwas bestellen.

Super! Ich gehe duschen, einkaufen und ziehe mich dann noch etwas auf NESSAJA zurück, um 19.00 Uhr soll ich rüberkommen. Das reicht, um noch etwas zu relaxen. Heute war übrigens wieder bestes Wetter, es war eine tolle Stimmung in der Marina.

Den ganzen Tag war es warm und sonnig

Um Punkt 19.00 Uhr treffe ich bei den Freunden ein. Was kommt an diesem Abend auf den Tisch? Dreimal dürft ihr raten! Natürlich Giros – vom „SouVLakki“ 😉

Wir quatschen viel, lachen, sind ausgelassen. Der Abend verfliegt! Ich merke, dass mein mitgebrachtes Ketchup verschimmelt war, hoffentlich habe ich mich nicht vergiftet und zum Glück hatte ich es noch nicht angeboten! Wir trinken Bier, Wein und Ouzo – herrlich…

Als ich zufrieden nach Hause torkle, war es schon nach 22.00 Uhr – jetzt noch ein bisschen Video gucken, aber dann ab ins Bett!

Leider habe ich nicht so doll geschlafen – der letzte Ouzo war wohl schlecht! Oder ich hatte doch eine Schimmelvergiftung – wie auch immer, es war noch nicht hell als ich mich aufrappelte. An solchen Tagen nutze ich die Gunst der Stunde und fange den Wurm, so wie es der frühe Vogel sprichwörtlich zu tun pflegt.

Mit dem Blogbeitrag auf dem Laufenden

Dann starte ich doch meine Heizung – es ist eigentlich schon so, dass man es ohne aushalten könnte, aber mit ist eben gemütlicher. Was ich dann sehe, reißt mich aus dem Halbschlaf…

WAS ist DAS?

Die Heizung raucht sofort nach dem Einschalten – noch bevor der Brenner startet! Brennt mein Zuhause? Muss ich die Rettungsinsel in der Marina klarmachen? Was gilt es zu retten? Hatte ich die Eberspächer nicht gerade noch gelobt???

Ich sammle und beruhige mich – das war auch nicht so schwer, denn unmittelbar nachdem der Brenner ansprang, war der weiße Rauch verschwunden. Na da werde ich mich mal aufschlauen müssen…

Ich trinke meinen Kaffee und gehe „uff Orbeid“! 😉

Heute war es soweit, ich konnte mich nicht länger drücken, den ungeliebten Einbau der Luke nicht weiter vor mir herschieben. Ich gehe also auf die ALLEGRA der Freunde aus Münster und lege los!

Alles hergerichtet – kann losgehen

Als ich Sibylle davon erzähle, meint sie nur lapidar „…und ich bin nicht da um Dir Tücher zu reichen!“ Stimmt! Tücher! Ich fahre rasch in den Super markt und kaufe auf eigene Rechnung eine XXL Rolle Küchentücher und eine neue Packung Latexhandschuhe – dann geht es los!

Eigentlich bekomme ich das mit den Dichtmassen immer irgendwie hin. Meist schaut es sogar ganz gut aus und ist, viel wichtiger, letzten Endes sogar dicht. Das Problem ist lediglich, dass ich ein Talent habe, das Zeug nicht nur zu verarbeiten, sondern auch überall hinzuschmieren. Ich arbeite diesmal jedoch hochkonzentriert und am Ende des Tages ist die Luke verbaut.

Dichtheitsprüfung folgt!

Diesmal habe ich nichts verschmiert, geht doch! Leider ist meine frisch gewaschene Hose wieder richtig versaut, naja wenn man den ganzen Tag auf den Knien über ein Deck krabbelt.

Gestern noch sauber

In Ermangelung einer zweiten, muss ich zur Notlösung greifen und den Staub feucht abwischen. Das klappt recht gut – ich muss wohl am Wochenende noch ein weiteres Mal waschen.

Meine Arbeitsschuhe haben sich ein weiteres Opfer gesucht – ein zweites Paar Socken geht dahin – ich bestelle bei Sibylle eine Packung nach. Sie verspricht, mir welche aus Deutschland mitzubringen.

Hin – Löcher überall! Die Schuhe fressen Socken

Hätten wir kein Schaltjahr, wäre der Februar fast geschafft. So hängt noch ein weiterer Tag an diesem ohnehin recht kurzen Monat.

Heute Abend steht Abwechslung auf dem Programm und somit auch auf dem Speiseplan!

Sushi in Leros – was für eine Gelegenheit

In meinem Lieblingslokal gibt es Aktionstage an denen Sushi angeboten wird. Heute ist so einer! Ich liebe Sushi und asiatisches Essen im Allgemeinen und vermisse manchmal, dass es diese Option hier nicht gibt.

Nicht so heute…

Es war also klar, da muss ich hin! Spontan haben Heribert und Romina von der STARLIGHT auch zugesagt, mal sehen, was uns drei da heute erwartet.

Wir gönnen uns einen Leihwagen und brummeln um kurz vor 19.00 Uhr zum „Tis Kakomoiras“, dort ist es festlich dekoriert – stimmt, Fasching, wie toll…

Aber sie geben sich echt immer total Mühe – findet der Faschingsmuffel

Die deutsch-maltesische Delegation war mal wieder unter den ersten, wir nehmen also Platz und studieren die uns neue Aktionsspeisekarte – ein Mamos als Getränk ist gesetzt, Litchischorle stand nicht auf der Karte.

Ok, einmal alles in genau der Reihenfolge

Da Heribert und Romina auch keine Kostverächter sind, waren wir uns rasch einig – wir bestellen alles was irgendwie dem Gedanken von Sushi entspricht, in einer Menge deren Teiler drei sein muss. Dazu zwei Mal Ramen, eine sehr leckere Suppe, einmal Frühlingsrollen und zweimal Chicken süss-sauer. Soweit so gut…

Sehen wir mal was kommt?!

Ramen – die Suppe mit Nudeln und Hähnchenfleisch
Frühlingsrollen – klein und lecker
Hähnchen süss-sauer auf Basmatireis

Ja und jetzt? Was is´ nun mit den Sushi? Wir waren sehr gespannt – und dann hat er aufgetragen…

Die Platten waren nicht von schlechten Eltern!

Sushi Pralinés
Waren lecker – wir bestellen nach
Last not least – Nigiri

Ok – Fazit??? War gut! Mal was anders, im Großen und Ganzen waren die Sushi lecker und so, wie man es sich erwarten darf. Nicht die Qualität eines japanischen Restaurants, eher so wie beim „Running Sushi“. Die Griechen können nicht anders, als der Sache eine griechische Note zu geben – ich glaube, sie verstehen einfach nicht, dass es Essen gibt welches KEINEN Mayonese-Klecks braucht. Diese Note mussten wir akzeptieren, es gibt aber Schlimmeres – unterm Strich war es wirklich gut, es war ein netter Abend.

ABER! Der Preis war selbstbewusst kalkuliert – wir haben gut bestellt und viel gegessen, haben aber pro Person 45.-€ bezahlt. Das ist mein Drei-Tages-Budget im „SouVLakki“! Es war ok für mich, wir wollten das so und haben nicht vorher gerechnet – aber offen gesagt, ein zweites Mal wäre es mir das nicht wert. Ich bleibe dem Lokal treu, zum Sushi essen werde ich nicht mehr hingehen – für das Geld kann man auf Leros besser Fisch essen gehen.

Der letzte Tag des Monats bricht an – schon alleine deshalb ein besonderer, weil es ein 29. Februar ist, 2024 ist ein Schaltjahr. Was tun mit dem „geschenkten Tag“?

Nun, wenn einem gar nichts anderes einfällt, dann geht man eben arbeiten…

Fertig! Hoffentlich ist sie dicht

Ich mache die Luke an der HR40 unserer Freunde fertig, sieht ganz gut aus – aber darauf kommt es nicht an, dicht muss sie sein. Das teste ich, wenn Sibylle wieder da ist, dafür brauche ich Hilfe.

Ich hätte gleich weitermachen wollen, aber es kommt ein kurzfristiger Auftrag dazwischen – nur einen Fußschalter auf dem Katamaran von Ewa und Steve auswechseln. Ich finde es lustig, dass ich nun auch bei den Beiden etwas Offizielles zu tun habe. Ich sehe mir das an und verabrede mich mit Steve für 14.00 Uhr – ich käme nach der Mittagspause mit Werkzeug und Ersatzteilen…

Das Ersatzteil habe ich schon geholt, das Werkzeug nehme ich von mir…
Dafür sieht es dann bei mir wieder aus wie Sau

Warum mache ich das? Weil es schneller geht, als meine Tasche von einem anderen Schiff herunterzutragen – und dann doch noch etwas von mir holen zu müssen.

Ich opfere also 10 Minuten meiner Mittagspause um alles bereitzulegen und um pünktlich zu sein. Sieben Minuten vor dem Termin vernehme ich ein lautes BIMM – mein Telefon…

Ärgert mich trotzdem

Man sagt kurzerhand per Sprachnachricht ab, weil man „was anderes“ vorhätte. Es wurmt mich ein bisschen, ich verlege daher gleich auf morgen früh – hoffentlich klappt dann alles.

Ich muss auf dem Weg zurück zur ALLEGRA unserer Freunde aus Münster noch auf einem anderen Schiff etwas nachsehen. Ich stehe in der Sonne und blicke mich um – es ist schon Wahnsinn, was hier so rumsteht!

Auch das gibt es hier

Dann mache ich mich wieder an die Arbeit. Bis jetzt gehen die Jobs auf der HR40 der Freunde rasch von der Hand. Ich entwickle mich noch zum „Mr. Slowhand“ für schöne Schwedinnen.

Ich habe mir vorgenommen, den Motor des Bugstrahlruders wieder zusammenzubauen. Das Ding hat doppelt so viel PS wie der Roller mit dem Sibylle über die Insel flitzt.

A saubere Sach…
…naja, ned ganz 😉
Aber kurz vor Feierabend ist es geschafft

Ich räume mein Werkzeug auf und wasche mir die Hände, dann gehe ich zu NESSAJA um gemütlich ein Feierabendbier zu trinken. Doch nix da! Am Weg klingelt das Telefon, Volker ist dran – ich hebe ab.

Wir sprechen viel und lange über die ELOWYN und die Pläne der nächsten zwei Jahre. Er hat mich voll am Plan – und ich liebe seine Gedanken! Ich spüre, ich stehe am Scheideweg – ich muss mich entscheiden. Insgeheim merke ich, mein Herz schlägt für die blaue Schönheit…

Die nächsten zwei Stunden bringen mich dem Wahnsinn nahe – mein Telefon hört nicht auf zu klingeln. Da ich um 18.30 Uhr auf der STARLIGHT zum Abendessen geladen bin, verwerfe ich den Plan zu duschen und sprühe mir Deo unter die Achseln – das werde ich natürlich niemanden erzählen.

Kurz bevor ich gehe, schalte ich meine Heizung ein – das Problem ist nicht gelöst.

Habemus Papam

Ich bin frustriert! Es zeichnet sich ab, dass mit der Heizung etwas nicht stimmt. Mein Händler, ein Fachmann mit kleiner Firma aus dem hohen deutschen Norden, läuft servicetechnisch zur Höchstform auf und ist sich sicher, das belegt er mit Bildern anderer D5 Heizungen, dass an der Heizung die Wärmetauscherdichtung gebrochen ist.

Kurz – die Heizung muss raus und in den Service! DAS ist nun echt Mist, denn es steht zu befürchten, dass ich die ganze Salonecke zerlegen muss.

Naja, es hilft ja nix – in jedem Fall will er helfen, wir vertagen uns auf das Wochenende. Ich gehe zu Romina und Heribert, es gibt eine maltesische Suppe.

Sehr lecker – und was Warmes

Die Beiden verabschieden sich von mir, morgen geht es für eine Woche in die Türkei (ohne Schiff) um Istanbul und Kapadokien anzusehen – dafür wünsche ich viel Spaß.

Zeitig gehe ich nach Hause und stelle den Blog fertig. In weniger als einer Woche kommt Sibylle wieder. Ich freue mich auf sie, auch wenn die Tage bis heute gut taten und entspannt waren.

Was erwartet mich im März? Der vorläufig letzte Monat als Mechaniker für die Marina – es gibt den beschrieben Break bis Oktober. Ich möchte bei NESSAJA meinen Außenwasseranschluss fertigstellen und meine Duschsumpf-Pumpe reparieren, zudem braucht mein Motorrad unbedingt etwas Pflege. Außerdem werden wir verstärkt nach einem Roller für Sibylle suchen. Das Thema Standheizung muss geklärt werden und genießt eine gewisse Priorität! Darüber hinaus? Schau´n mer moi…

Ich bedanke mich, auch im Namen von Sibylle, bei allen Lesern des Blogs – ich freue mich über den regelmäßigen Zuspruch.

Euch allen herzliche Grüße von Bord der NESSAJA, aus der Leros Marina Evros

Mario

P.S.: Für STS Fans oder solche, die es noch werden wollen – wie versprochen, hier der Text von „Ned gebor´n für die Welt“

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…