März 2024 – The Eye of the Tiger

Ein Gassenhauer von Survivor aus dem Jahr 1982 wird Headline des Monats – und jeder, ich wette fast jeder, hat ein Bild vor Augen – das von Rocky Balboa…

Dies wäre mir fast ein bisschen zuviel Pathos für meinen bescheidenen Blog – doch diese eine Textzeile hat es mir angetan, sie trifft sehr gut die Gemütslage des Monats März 2024!

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Der Öltest treibt mich um – egal wie er ausgeht, er wird meine Zukunft beeinflussen. Bestätigt sich, dass Glykol im Öl ist, dann sage ich meinem Käufer ab und werde den Verkauf von NESSAJA auf unbestimmte Zeit verschieben. Ich habe bereits allen weiteren Interessenten abgesagt, der Mangel am Deck muss in jedem Fall behoben werden – uns stünde wohl noch eine geraume Zeit auf unserem schwimmenden Zuhause bevor – würde ich dann vielleicht auch an den Träumen der Vergangenheit festhalten?

Der März begann verhangen, entwickelte sich aber zu einem prächtigen Monat

Bei einem abweichenden Testergebnis würde ich wohl dort einsteigen, wo ich gegenüber meinem Kaufinteressenten um ein Einfrieren des Ist-Zustandes gebeten hatte. Das Verkaufsprocedere rund um NESSAJA liefe wieder an, der Gong zur zweiten Runde würde geläutet.

Obwohl meine „dreams of the past“ einst sehr facettenreich waren und beileibe nicht nur aus Segelreisen bestanden, müsste ich ein Stück weit loslassen. NESSAJA zu verkaufen, wäre für mich das Ende meines Engagements rund um das Fahrtensegeln – ich würde mich umorientieren.

Mein Bootsverkauf schien mir auf einmal sehr umständlich und kompliziert. Kam mir das in der Vergangenheit nicht immer so einfach vor? Liegt es an mir? An meinem Käufer? Ist das heutzutage immer so? Fragen über Fragen – ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich noch diesen Monat einen Bootsverkauf der Extraklasse erleben sollte…

Doch der Reihe nach!

Es hatte nachts geregnet, der Sandplatz der Marina war mal wieder aufgeweicht. Ich war auf dem Weg zu einem kleinen Katamaran, um für die Marina eine Reparatur zu erledigen – ich kam dabei an unseren Moppeds vorbei.

Sibylles geliehener Scooter hatte noch Pause, meine GS war augenscheinlich ok…
…bei genauerem Hinsehen erkennt man, wie Dreck und die Salzluft der Maschine zusetzen

Ich erkenne, dass ich auch für mein Motorrad einen Arbeitstag planen muss. Oder vielleicht gebe ich sie auch zu Loukas Zorzoy, der kann das! Das Material habe ich schon hier. Sobald der Sommer Einzug halten würde, lasse ich mein Bike herrichten – für unseren Urlaub auf Kreta muss die BMW wieder top in Schuss sein.

Ich grüble noch ein wenig über die beste Lösung nach, dann konzentriere ich mich auf meine Aufgaben auf dem kleinen Kat. Es war witzig, man musste für einen Teil der Reparatur in einen kleinen Schacht – ein Schacht der Größe, in dem mein Körper wohl kaum Platz finden würde, nicht mal so sehr wegen der Wampe, mehr wegen den Schultern…

Das Runde muss ins Eckige…

Ich kenne das Eignerpaar und wir suchen nach einer Lösung. Steve bietet sich an, er würde in den Schacht gehen – ich solle ihn anleiten. Ok, wenn er meint – gesagt, getan!

Das Schwarze an das Schwarze, das Rote an das Rote

Man denkt nicht, dass Crimpen so eine Herausforderung sein kann, aber wenn es jemand noch nie gemacht hat. Ich will es mal so beschreiben – wenn ich das Loch aufgeflext und dann wieder zulaminiert hätte, ich wäre schneller gewesen! Spaß hat es aber so mehr gemacht 😉

Der Rest des Tages dümpelt so dahin. Mein Highlight, das weiß ich jetzt schon, wird die Essenseinladung von Susanne und Marcus auf die DARKSYDE sein. Ich freue mich auf den Abend und bringe die Pflichten hinter mich.

Kurz bevor ich zu der befreundeten Familie schlendere, checke ich noch meine Vorräte – ist alles da, was ein Strohwitwer für den Tagesausklang braucht? Bier ist im Kühlschrank, check! Uns sonst???

Damit komme ich rum…

Ja, alles da! Also kurz unter die Dusche und dann von meinem Platz am Außensteg zur DARKSYDE geschlendert.

Marcus erwartet mich schon

Susanne hat gekocht – Gulasch und Nudeln. Das ist natürlich etwas, was ich im „SouVLakki“ nicht bekomme. Ich hatte das Vergnügen einer solchen Einladung ja schon einmal und kann mich noch sehr gut erinnern, wie gut das Gulasch schmeckt. Weil ich zudem für die Phase meines Alleinseins ja entschieden hatte, nur einmal am Tag zu essen, kam ich mit einem Bärenhunger! Aus diesem Grund und weil wir uns schon lange kennen, hielt ich es für fair, Susanne einfach mal zu fragen, ob sie „vielleicht ein paar Gramm mehr machen könne?“ Kann sie! 😉

Ah, ein Gaumenschmaus
Ich traue es mich gar nicht sagen – ich glaube, ich habe drei Teller gegessen

Es war ein herrlicher, kurzweiliger Abend. Ich mag es sehr, wenn sich aus Steg- oder Forumsbekanntschaften echte Freundschaften entwickeln. Das gelingt nicht immer, aber doch erfreulich oft. Hier ist es jedenfalls so, die drei sind mir wichtig!

Zufrieden und leicht angetrunken schlendere ich nach Hause. Wie immer gehe ich an dem Roller vorbei, den eine Vermietungsfirma vor Monaten vergessen hat.

Steht seit Monaten hier – Schlüssel steckt

Nachdem wir für Sibylle noch nicht fündig geworden sind, fasse ich mir diesmal ein Herz. Ich fotografiere die Kontaktdaten des Firmenaufklebers und schreibe ein eMail. Ich informiere, dass der Roller hier stünde und wenn man ihn nicht vermissen würde, dann hätte ich Interesse.

Die Reaktion war bemerkenswert – es gab nämlich KEINE! Das ist für Griechenland ungewöhnlich – normaler Weise würde eine sehr nette, dankbare Antwort kommen. Hier nicht! Nach zwei Tagen kam jemand, hat den Roller angekickt und ist weggefahren. Meine Mail wurde nie beantwortet…

Wir suchen also immer noch – zu diesem Zeitpunkt 😉

Wochenende – ein letztes Mal Wäsche waschen, danach würde ich auf die ELOWYN gehen und dort ein bisschen fleißig sein.

Ein freundlicherTag, eine leichte Brise – die Wäsche war rasch trocken

Auf der blauen Schönheit unserer Freunde aus der Oberpfalz, wollte ich einen Spülanschluss für die Klimaanlage einbauen. Ich mag das nicht, wenn man immer die Schläuche von den Fittingen nehmen muss. Zu groß ist die Gefahr, dass diese beschädigt werden.

Ich kaufe also alle Teile die ich benötigen würde und lege los.

Das sollte alles sein…

Meine These bestätigt sich – beim Abziehen des Schlauches sehe ich, dass es allerhöchste Zeit war. Die Prozedur hat in der Vergangenheit schon Schäden angerichtet.

Feucht und undicht als ich die erste Schlauchschelle entfernt habe
Nach Einbau des Anschlusses alles wieder dicht – funktioniert super!

Für die echten Techniker unter euch – ja, das Thema „Materialmix“ ist mir bekannt, leider bekomme ich die Teile mal wieder nicht in einer Qualität. Das ist ein Thema, welches man entweder mitnimmt und stetig beobachtet, oder man ersetzt die Teile später durch bestellte oder mitgebrachte, einheitliche Qualitätsausführungen.

Ein bisschen Tag war noch übrig, also ändere ich endlich die Position meines Tenders an der Backbordseite von NESSAJA. Ich denke schon lange, dass er in der Mitte besser hängen würde als vorne und ich habe auch bemerkt, dass die salzige Muringleine Scheuerränder am Schlauch hinterlassen hat.

Ein Fender hat dies behoben – jetzt liegt unser Schnulli sicher.

Dass ich das nicht schon früher so gemacht habe?!

Zum Abendessen habe ich mich abermals mit Marcus und Susanne verabredet. Sie wollen noch einmal ins „Gia Sena“ gehen, der einfachen aber authentischen Taverne in Lakki. Sie würden mit Lilly mit dem Auto kommen, ich fahre mit dem Mopped hin und warte auf sie.

Unscheinbar und einfach…
…aber gut und günstig – Griechischer Salat und Gigantes
Hähnchenroulade und Tigania Kotopoulo

Wir bestellen zusammen und alle Gerichte stehen in der Mitte. Wir essen, wie die Griechen es zu tun pflegen. Ich mag das! Am Ende wird die Rechnung geteilt oder jeder ist irgendwann mal dran. Irgendwie passt es immer. Es ist inzwischen amüsant zu beobachten, wieviele Menschen damit Probleme haben – meist aber ist es so, dass man, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, es nicht mehr anders möchte.

Marcus, Susanne und die kleine Lilly werden bald daraufhin Richtung Lipsi aufbrechen. Wir nehmen uns vor, uns häufig zu besuchen. Es gibt eine günstige und zeitlich optimale Fährverbindung.

Den darauffolgenden Sonntag widme ich den beiden „großen Dampfern“ die mir anvertraut wurden. Natürlich der Arbeitsliste an ELOWYN, darüber hinaus dem Kontrollblick auf EDINA. Hier habe ich die Situation soweit im Griff – bin aber froh, wenn ich nun bald die Verantwortung abgeben kann.

Feuchtigkeitswerte sind ok, aber laden die Batterien?
Ja, sieht gut aus

Wenn ich meinen Tag den beiden 60+-füssern widme, dann bleiben meist nicht mehr viele Stunden übrig – ich wurschtle häufig vor mich hin, bis die Sonne hinter den Hügeln von Lakki verschwindet.

Jeden Tag genieße ich die Stimmung

Danach husche ich unter die Dusche, auch das zu dieser Jahreszeit noch ein Vergnügen, weil die sanitären Einrichtungen meist sauber bleiben. Es ist schon ein bisschen was los in der Marina, aber insgesamt ist die Anzahl der Yachties noch überschaubar.

Danach geht es zum Abendessen – heute gibt es Pizza im „La Nostra“.

Ein Dinner für unter 20.-€ – das ist ok
Ich genieße es, mich um nichts kümmern zu müssen

Ich hatte ja letzten Monat schon von der Hallberg-Rassy 40 eines befreundeten Ehepaares erzählt, für die ich einen offiziellen Reparaturauftrag bekam. Hier ging es am Folgetag weiter – die Ankerwinsch war eingetroffen und ich wollte diese montieren. Leider ging dies auch hier nicht ohne Zusatzchallenges vonstatten.

Ich richte meinen Arbeitsplatz
Leider hat man auch hier das Nachfolgermodell in Form und Größe verändert – warum?
Schleifarbeiten waren nötig – wenigstens passt das Lochbild
Gestern gewaschen – heute versaut
Aber das Ergebnis überzeugt

Ich stehe mit dem Freund in täglichem Austausch, so ist er über den Arbeitsfortschritt informiert – ich meine zu merken, dass er den Service schätzt. Mit dieser Arbeit vergeht der Tag.

Abends bin ich abermals zu Gast auf einem anderen Schiff. Thomas und Paola haben zum Pastaessen auf die SIMPLY FREE eingeladen. Wir waren schon beim Nachtisch, als Sibylle ein Bild schickt und uns lange Zähne macht – bei ihr gibt es Schweinebraten!!!

An Schweinsi und a Hoibe Dunkles

Ich gebe zu, mit den Nudeln hätte ich das Battle vermutlich verloren, auch wenn diese echt lecker waren – aber ich konnte zumindest ein wenig mithalten, auch wir haben es uns gut gehen lassen und hatten einen sehr geselligen Abend.

Thomas, Paola und ich – zusammen mit Yo von der INDIGO BLUE
Wir waren ja schon beim „Dessert“

Draußen war es windig, das war vorhergesagt – keiner ahnte wie es sich entwickeln sollte…

Die Runde löste sich auf, wir zogen uns auf unsere Schiffe zurück und hauten uns auf´s Ohr. Der Ouzo zeigte Wirkung.

Am nächsten Morgen heulte der Wind im Rigg, es stimmte genau mit der Vorhersage überein.

25-30kts aus vornehmlich südlicher Richtung
30kts und auch mal stärkere Böen

Ungewöhnlich war, dass sich das Wetter verschlechterte und es zu regnen begann. Zudem hörte man Donnergrollen – aha, ein Gewitter!

Und dann ging es los…

Wirklich sintflutartiger Regen über etwa eine Stunde
63kts – im Peak 70kts!!!!

Ich war wach! Auch ohne Kaffee – trotzdem dürstete es mich nach dem koffeinhaltigen Gebräu. Aber wie machst Du Kaffee, wenn Du Schräglage im Hafen hast?

Sicherheit geht vor…

Da stelle ich die Filtereinrichtung lieber mal in die Spüle

Eine Stunde!! später war alles vorbei – ein wunderbarer Tag brach an, als wäre nie etwas gewesen. Von jetzt an sollte sich der März zu einem Frühsommermonat entwickeln (naja, fast).

Eine Stunde nach dem Gewitter
Ok, ein strammer Süd stand noch, aber der Himmel war blau

Ich ging zurück auf die Hallberg-Rassy der Freunde, um meine Arbeit an der Ankerwinsch durch die Montage des Motors zu vollenden – das war´s. Funktioniert alles, Problem behoben.

Der Ölfleck ist von der alten Winsch – Grund des Tausches

Danach ging ich auf ein weiteres Kundenboot – und als ich hier angekommen war, zeigte Zeus noch einmal sein Können. Ein weiterter Gewitterausläufer zog über Leros hinweg und brachte – HAGEL!

Ok, jetzt reicht´s aber…
…hielt nicht lang an
Zum Abend hin schon wieder Wetterberuhigung.

Inzwischen kamen mit jeder Fähre, mit jedem Flieger, neue Gäste der Marina an. Wir sind zwar noch weit weg von voll, aber langsam herrscht wieder etwas Betrieb. Der Run auf die Schiffe beginnt dieses Jahr früher als sonst.

Mit der BlueStar Fähre welche an diesem Abend ankommt, sollte auch Sibylle zurückkehren. Ich beobachte die Abfahrt der Fähre in Kos und weiß, dass Sibylle es an Bord geschafft hat. Heute Nacht kommt sie nach VIER Wochen Deutschland zurück auf die kleine Ägäisinsel Leros.

Gleich legt die Fähre in Kos ab

Natürlich warte ich auf sie und werde sie vom Hafen abholen. Dafür hat mir Thomas abermals sein Auto geliehen. Ich gehe etwas später als gewöhnlich ins „SouVLakki“ und beende eine lange Serie von Besuchen in meinem Lieblingsgrill.

Ein letzter Grillteller – zumindest für die nächsten Tage
Yammas – auf Sibylles Rückkehr! Mir fällt auf, ich muss zum Barbier

Nachts gegen 22.45 Uhr kommt der stählerne Riese, die BLUESTAR 2, in Lakki an. Sibylle steigt aus und hat, sehr zu meiner Überraschung, nichts gegen einen schnellen Ouzo im „Palma Café“ einzuwenden.

Die Fähre spuckt die Ankömmlinge auf die Insel

Danach fahren wir zu NESSAJA, stellen nur noch rasch das Gepäck ab und fallen todmüde ins Bett. Morgen ist auch noch ein Tag…

Bestimmt allerlei drin 😉 – auch für mich

Wir schlafen wie Steine, erst das Tageslicht holt uns langsam aus den Federn. Mein Tagesablauf ändert sich ab jetzt wieder – Sibylle führt das Regiment. Einmal im Salon umgedreht, die Arme in die Hüften und der Lieblingssatz, den ich so lange nicht mehr gehört habe – „Wir müssen heute…“

…aber nach dem Frühstück geht es SOFORT los!

Ich sitze derweil gemütlich in meiner Sitzecke und schlürfe meinen Kaffee. Sibylle hat mir die Pumpe für den Duschsumpf in NESSAJAs vorderem Bad mitgebracht, ich verräume diese und nehme es vorweg – diese Arbeit werde ich im März nicht erledigen. Ähnlich sieht es mit der Fertigstellung des Außenwasseranschlusses aus. Hier habe ich jetzt ebenfalls alle Teile, kann aber nur ein wenig daran basteln – die Finalisierung steht aus.

Danke Nader – das Telefon hilft mir sehr

Ich beschäftige mich aber sofort mit dem iPhone welches mir Sibylle mitgebracht hat. Mein altes Ersatztelefon war gebrochen, ich brauchte ein Telefon als Arbeitstelefon für meine griechische Karte. Nader konnte mir helfen und hat mir ein altes iPhone X überlassen – in so gutem Zustand, dass ich einen Moment überlegt habe es zu meinem Haupttelefon zu machen. Leider war der Speicher zu klein.

PIN? Welche PIN? Nader hat es nicht auf Werkseinstellungen gesetzt. Ich grüble und probiere – und yeah, ich kann die PIN erraten! Später sagt mir Sibylle, dass „…Nader ihr die PIN gesagt hat, habe ich völlig vergessen dir zu erzählen!“ Na toll…

Funktioniert bestens

Inzwischen war Sibylle mit dem Frühstück fertig. Wir zogen gemeinsam los und haben ein paar Schiffe besucht, auf denen ich zwar mit den Arbeiten fertig war, für Funktionstests jedoch eine helfende Hand brauchte. Ich hatte mir eine Art „Liste“ gemacht, Sibylle half mir jetzt, diese abzuarbeiten.

So hatte ich zum Beispiel eine Luke neu abdichten und einbauen müssen, konnte alleine aber keine Dichtheitsprüfung machen. Da war die Hilfe der guten Gattin gefragt und wertvoll.

Alles dicht

Trotz der Arbeitsliste, ließen wir es uns gut gehen und nahmen uns die Zeit für ein gemeinsames Eis. „Repapis“ hatte ja Betriebsruhe und just an dem Tag wiedereröffnet als Sibylle ankam. Ich hatte also ebenfalls eine Art Mangelerscheinung in Bezug auf Speiseeis – dies galt es zu ändern!

DAS ist Lebensqualität

Klar war auch, dass sich mein Essverhalten ändern würde, jetzt nachdem Sibylle zurück ist. Es wird wieder gekocht, Gemüse findet einen Platz auf dem Teller. Dies geht zu Lasten der Fleischportion – es gilt für uns Beide, wieder die richtige Balance zu finden.

Frisch gekocht – lecker! Das „SouVLakki“ wird mich vermissen

Nach dem Abendessen nehme ich mir sofort den Umbau des Trageriemens an Volkers Steiner-Fernglas vor. Ich musste bei der Bestellung den Fernglas Typ angeben, damit der Click Verschluss auch der richtige ist.

Leider ist auch Steiner nicht gefeit vor (unnötigen) Designänderungen – was mich das im letzten Monat aufgeregt hat! Ich muss also vom neuen Gurt die Clicker abmontieren und diese gegen die alten austauschen – zum Glück ging das Aufbiegen der Metallklammern relativ einfach und spurlos.

Die alten Gurtenden mit der Clickbefestigung sind montiert – sieht wieder gut aus

Was ich als Übertrag aus dem Vormonat noch schuldig bin – wie ging es mit meiner Heizung weiter? Nun, wir haben einen Lösungsansatz und inzwischen festgelegt, welche Teile dafür benötigt werden. Diese sind am Versandweg und werden hoffentlich im April ankommen. Den Umbau der Anlage und die Reparatur des Brenners nebst Kundendienst werde ich selbst vor Ort machen. Dies wird wahrscheinlich erst passieren wenn NESSAJA an Land steht. Bis dahin hält die Heizung hoffentlich durch – bis jetzt läuft sie gut und, nachdem ich sie zwei Grad höher gestellt hatte, auch relativ qualmfrei.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen – NESSAJA kam im März ein wenig zu kurz, sie macht uns aber auch kaum Kummer. Alles funktioniert, wir fühlen uns wohl auf ihr. Ich habe, das muss ich ehrlich sagen, ein wenig unterschätzt, wie sich das Arbeitsvolumen in der Marina zusammengeschoben hat – ich merke deutlich den Effekt, dass ich meine Pause von April bis Oktober angekündigt habe! „Kannst Du noch schnell…?“ höre ich fast jeden Tag.

Ein Thema bezüglich NESSAJAs Technik gab es aber – den neuen Öltest!

Diesmal mit NEUER Spritze und NEUEM Schlauch

Ich rapple mich recht rasch auf, ein weiteres Mal die notwendigen 50ml Öl aus meinem Volvo zu ziehen. Diesmal sorge ich auch dafür, dass die benötigten Daten richtig eingetragen werden, so dass keine unsinnigen Werte erfasst und noch unsinnigere Aussagen abgeleitet werden.

Ich mache alles versandfertig

Beim Test ist ein kostenloser Versand innerhalb Deutschlands dabei, doch wie kommt das Ding nach Germany? Ich mache ein Päckchen zurecht und bitte meinen Freund Gottfried von der HARMONY dies in München zu managen – er stimmt sofort zu.

Ich erwähne nur beiläufig, dass ein 500g Päckchen nach Deutschland für schlappe 33.-€ zu haben ist – egal, das war es mir wert, es muss für Klarheit gesorgt werden.

Der Versand dauerte rund fünf Tage, der Weiterversand mit UPS nochmals zwei. Der Test selbst wurde innert einem Werktag erledigt. So hatte ich – und da greife ich jetzt vor – nach etwa 10 Tagen mein Testergebnis in der Hand – NEGATIV! KEIN Glykol im Öl!

Was für ein Terz für Nix und wieder Nix – ich bin ein wenig stolz, dass mein Mechanikerwissen von Anfang an ausreichte, den ersten Test anzuzweifeln. Gleichwohl war ich genervt von dem Zirkus.

Für mich war´s klar – Theorie vs. Praxis 0:1

Was bedeutet das jetzt? Nun, ich melde mich etwas später bei meinem Käufer. Ich signalisiere, dass wir jetzt am letzten Sachstand anknüpfen können. Die Beiden haben sich gefreut, waren erleichtert, gleichwohl merke ich, dass der erste Hype um den Kauf abflacht – wir schreiben viel, haben aber durch die Konstellation wenig Handlungsspielraum. Ich bin gespannt wohin sich das entwickelt – wir haben ja noch über 100 Punkte einer Kontrolliste abzuarbeiten, darunter Bretter wie den Wassermacher, den Generator und das Unterwasserschiff – das kann dauern.

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Ok, es sind noch Dinge für die ELOWYN einzusteuern – wie läuft es eigentlich mit den Polstern für den WILLI?

Läuft

Sotiris hat mit der Arbeit begonnen und verspricht, dass er fristgerecht fertig ist. Das klingt gut. Wir fahren zurück in die Marina und gehen zu Hans-Peters LIBERTÉ, da uns der Freund aus dem Saarland gebeten hatte ein Maß abzunehmen – das tun wir gerne!

Auf den ersten Blick alles in Butter auf´m Kutter
Ok, ein Fender ist hochgeploppt, das korrigieren wir

Wir nehmen das Maß für die Beschriftung ab und wenn wir schon einmal hier sind, dann sehen wir auch innen schnell nach dem Rechten – und das war gut so!

Maß für die neue Beschriftung – hier war die Welt noch in Ordnung…
…wenige Sekunden später schon, war sie aus den Fugen geraten

Schon beim Öffnen des Steckschotts stieg uns der bekannte Muff von Schimmel in die Nase. Ein genauerer Blick ergab, dass ein paar Holz- und Stoffteile befallen waren.

Glücklicher Weise nur alte, relativ wertlose Dinge, die ich nach einem Telefonat mit Hans-Peter entsorgen durfte. Doch woher kam das???

Wasser im Schiff, Feuchtigkeit zu hoch – wie bei EDINA

Wir haben dem Freund Bericht erstattet, ihm angeboten am Folgetag das Problem zu beseitigen. Heute war keine Zeit mehr, wir waren verabredet. Ich lege also noch seinen Öltest ab, diesen hatte ich für ihn mitbestellt – er will es wissen! Dann schließen wir LIBERTÉ ab und gehen zurück auf NESSAJA…

Hoffentlich hat er mehr Glück damit als ich

Gegeneinladung! Paola und Thomas haben sich in Sibylles Abwesenheit rührend um mich gesorgt. Vielleicht war es auch nur Zufall, aber ich wurde auffällig oft zum Essen oder gegebenenfalls auch nur auf einen Drink geladen. Auch bei sonntäglichen Tavernenbesuchen wurde ich immer irgendwie berücksichtigt – sie haben an mich gedacht und darauf geachtet, dass es mir an nichts fehlt. Das hat mich sehr gefreut! Klar, dass ich mich, wir uns, dafür revanchieren!

Sibylle lädt also zum Lasagneessen an Bord von NESSAJA – ein riskantes Spiel, wenn man bedenkt, dass Paola Italienerin ist!

Wir haben uns auf die Beiden gefreut
Auch von Paola mit Prädikat versehen 😉
Beim „Dessert“ waren wir phantasielos – und zahlen mit gleicher Münze heim 😉

Am darauffolgenden Tag lösen wir unser Versprechen ein und retten LIBERTÉ davor, dass der Schimmelpilz sie zuwuchert – dafür muss als erstes das Wasser raus! Ich verschaffe mir also Zugang zur Lenzpumpe – dachte ich…

Der Sitz verdeckt die Klappe zur Pumpe – leider ist er verschlossen
Hans-Peter beteuert – „…einer davon muss es sein!“

Ich suche das mir fremde Schiff nach einem passenden Schlüssel zu der Klappe ab, welche mir den Zugang zur manuellen Lenzpumpe verwehrt. Ich merke, dass auch Bavaria relevante Bauteile an dumme Orte verbauen kann! Trotz der verzweifelten Versuche meines Freundes Hans-Peter am Telefon, mich bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu unterstützen – es findet sich kein passender Schlüssel.

Gott sei Dank habe ich einen Universalschlüssel!

Der erste Einsatz für meine Akkuflex – und schon hat HP ein neues Schloss auf seiner Einkaufsliste

Wir haben das gleiche Spiel – in verkürzter Form – nochmals mit dem Pumpenschwengel für die Lenzpumpe getrieben. Wo könnte dieser sein??? Um dies abzukürzen habe ich lieber rasch den von NESSAJA geholt…

Jetzt hieß es pumpen – viele Male…
…was da so rauskam! Sowohl Konsistenz wie auch der Geruch der Plörre waren ekelhaft

Nachdem der Dreck erst draußen war, war es ein Leichtes, für eine relativ saubere und vor allem trockene Bilge zu sorgen. Wir haben dann auch noch gefunden, woher das Wasser in der Bilge kam – es hatte sich in einem Unterschränkchen der Pantry gesammelt und ist schließlich ganz banal übergelaufen. Es waren richtig große Mengen, man unterschätzt, wieviel es hier im Winter regnen kann!

Auch diesen Küchenkasten haben wir trocken gelegt.

Bilge – wieder ok!
Ich putze den Kasten aus und lege ihn trocken
Auch hier etliche Liter

Die Ursache ist bekannt – Hans-Peter weiß, dass eine Relingstütze undicht ist und hat auch schon Abdichtungsversuche unternommen. Diese haben wohl nicht gefruchtet – dazu eben die falsche Einschätzung der Regenmenge. Das reicht aus, um für nicht unerhebliche Probleme zu sorgen. Wenn dann niemand nach dem Schiff schaut, kehrt man in eine Schimmelhöhle zurück!

Ein paar Teile müssen wir noch entsorgen – dann ist die Gefahr gebannt

Da ich jetzt um das Problem auf LIBERTÉ weiß, kann fast nix mehr passieren. Ich wiederhole die Prozedur noch zweimal, jeweils nach kräftigen Regenfällen. Ab April dürfte das Risiko drastisch reduziert sein. In jedem Fall lüften wir ab und an, um den Muff rauszubekommen, bevor die Freunde zurückkehren.

Nach dem Stress war eine Belohnung angesagt!

Sibylle und ich probieren Softeis – setzt sich aber nicht durch

Ich habe heute ohnehin etwas zu feiern – das Eis war also doppelt verdient. Wusstet ihr, dass es einen „Mario-Day“ gibt? Seht ihr, man lernt nie aus! Ich werde diesen in Zukunft anstelle des mir vorenthaltenen Namenstages feiern!

Wo dieser „Mario-Day“ seinen Ursprung hat? Na, könnt ihr euch das nicht denken?

Kein Witz – gibt´s wirklich

Der Tag klang ohne weiter erwähnenswerte Begebenheiten aus. Am folgenden Morgen wurde es jedoch spannend für mich – der Tankwagen kommt! Das ist insofern „aufregend“, weil damit auch die Verbrauchsmessung unserer Heizung einhergeht. Der Winter neigt sich dem Ende zu, der Kraftstoffstand ist niedrig, wir wollen wissen, was die Eberspächer bisher verbraucht hat!

Die Jungs von der BP füllen bestes Ultimate Diesel in meinen Tank

Hm, er hört nach 150 Liter auf. So wenig nur? Ich bitte, den Tank voll zu machen, doch er hatte nur 150 Liter im Auto – ich hätte doch gesagt „…so um die 150 Liter“. Ja, stimmt aber das kann doch heißen, dass es auch ein paar Liter mehr sind! Er nickt freundlich, kassiert und fährt von dannen – er hat nunmal nicht mehr mitgenommen.

Na super! Ich WILL vollmachen, ich will wissen, was meine Heizung verbraucht hat! Ich nehme also meinen 10 Liter Kanister und fahre zur Tankstelle, und nochmal, und nochmal…

Womit ich nicht gerechnet habe – ganze SECHS Mal fahre ich, bis der Tank voll ist. Die Heizung hat sich von Ende Oktober bis Mitte März 207 Liter gegönnt. Das liegt etwa auf Vorjahresniveau bei einer Heizdauer von etwa vier Stunden pro Tag. Unsere Heizkosten pro Jahr somit etwa 400.-€, wenn man das Nachtanken zum Ende der Heizsaison schon mitrechnet.

Der Tag ist freundlich – was steht heute an?

Sehr windig – aber sonnig und durchaus warm
Sibylle geht mit Romina spazieren und bringt ein Frühlingssträußchen mit

Ein Päckchen trifft für mich ein! Ich habe für die Hallberg-Rassy, an der ich die Ankerwinsch gewechselt habe, noch einen Fußschalter benötigt. Dieser ist ein HR Spezialteil, welches man aber noch in Schweden kaufen kann. Da solche Bestellungen über die Marina schwierig und langwierig sind, habe ich das Teil für den Freund auf eigene Kosten bestellt – wir würden abrechnen.

Ja, was soll ich sagen – das können die Männer aus Ellös! Perfekte Teileversorgung und Expressversand von SE nach GR innert vier Tagen – perfekt!

Die Werft mit dem perfekten Service

Ich nehme mir also vor, meinen Tag mit dem Einbau des Schalters auszugestalten. Das gelingt recht gut und schon kurze Zeit später ist das wertige Teil montiert. Der Funktionstest ist positiv – auch an diese Aufgabe kommt ein Haken!

Sieht schick aus – ist aber mit Gold aufzuwiegen

Der Preis? Der Gentleman schweigt – aber Faktor 10 zu „Normalbooten“ kommt der Sache nahe.

In guter Stimmung lassen wir den Abend zusammen mit Heribert und Romina im „Metzes“ ausklingen. Dem neuen Lokal in Agia Marina, welches sich in unsere Top-Five Liste geschlichen und dort etabliert hat.

Zuverlässig gut und eine nette Location

Am nächsten Tag gibt es wichtige Abstimmungen bei Giorgos zu machen. Der Geräteträger ist fast fertig, es muss entschieden werden, wie er an die existierenden Poles für die Random Antenne und den Windgenerator angebunden wird.

Der Träger wirkt jetzt schon mächtig!

Die Struktur ist festgelegt, ein paar Streben fehlen noch

Wir entscheiden uns für einen Schraubflansch, die jeweiligen Gegenstücke werden sowohl mit den Poles, als auch mit dem Träger verschweißt. Der Vorteil ist, dass man den Träger somit abmontieren kann, auch ist er leichter zu montieren, als wenn man versuchen würde ihn direkt anzuschweißen.

Der Nachteil – es ist etwas aufwändiger und die Schraubflansche fallen auf, obwohl das bei ELOWYN kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem macht es Sinn, die gesprochenen Worte noch mit einer Skizze abzusichern, dann sind wir uns einig.

Die Flansche lieber auf halber Höhe

Wir kommen gerade noch rechtzeitig zurück in die Marina, bevor uns ein kräftiger Regenguss heimsucht. Es prasselt auf unser Dach und die Tropfen ziehen den Meeresspiegel komplett flach – eine schöne Stimmung.

Es ist freundlich, obwohl es wie aus Kübeln gießt
Wir sitzen geschützt unter der Sprayhood, die ihrem Namen mehr als gerecht wird

Was machst jetzt mit so einem angebrochenen Nachmittag? Wir ziehen uns auf eine Art „Feierabendbier“ zu unseren Freunden auf die STARLIGHT III zurück. Auf dem Katamaran sitzt es sich einfach sehr gemütlich.

Klar, wir kommen gerne rüber

Romina und Heribert sind ein maltesisch-deutsches Paar, Romina ist die „Kommunikationsbeauftragte“ an Bord und hat mich letztes Jahr über die Seglerplattform „No foreign land“ kontaktiert. Wir haben die Beiden mögen und schätzen gelernt, es hat sich eine Freundschaft entwickelt.

Die Frauen gehen oft zusammen wandern, Heribert und ich arbeiten auf den Schiffen und tauschen uns gerne bei einem Glas Gerstensaft aus. Heribert ist Münchner, wir sind auf einer Wellenlänge.

Romina reicht Nüsslein zum Bier…

Die Gefahr des „Festsitzens“ droht

Als wir die paar Meter zurück zu NESSAJA gehen um zu Abend zu essen, geht die Sonne schon spektakulär hinter dem Berg der Lakkibucht unter. Ein schöner Spätnachmittag – ein Nachmittag mit einem Hauch von Wehmut. Die Freunde werden morgen die Marina verlassen.

Spektakuläre Szenenerie

So kam es, dass wir am nächsten Morgen Gewehr bei Fuß standen um beim Ablegemanöver der STARLIGHT III Leinenarbeit zu leisten. Ein letztes Winken – dann waren die Beiden ausgelaufen und hatten somit ihre Saison gestartet – obwohl, zunächst ging es ja nur um die Ecke nach Xirokampos, wir wollten noch einmal zusammen im „Trexantiri“ essen.

Ein „Lebewohl“ für die Freundin
Die Leinen gehen über…
…und weg sind sie

Sibylle und ich hatten weiter auf ELOWYN zu tun. Es waren heute nur Kleinigkeiten und Giorgos brauchte ein paar Maße. So war unser erster Weg der zum blauen Boliden…

Alles ok, auch der Kratzer wurde inzwischen beseitigt
Ich nehme das Maß und sende es an Giorgos

So waren wir rasch durch mit den Pflichtaufgaben und hatten ein bisschen Luft – was also tun? Wir erinnerten uns, dass das Rollerthema noch offen war. Sibylle würde den geliehenen Scooter bald zurückgeben müssen und wäre dann nicht mehr mobil. Sie hat außerdem Freude am Roller fahren gefunden.

Es hat sich nichts Neues aufgetan – also verabreden wir uns noch einmal mit Tasos, um den gebrauchten 50er anzusehen, den ich bereits an ihrem Abflugtag ausgeschlossen hatte – in der Not frisst der Teufel Fliegen.

Ein bisschen Zeit hatten wir noch, so fuhren wir am Weg bei Loukas vorbei, um dort auch das Angebot an neuen Flitzern anzusehen…

Ein „Motron Breezy 50“

Sibylle denkt 100% rational und defensiv. Für sie ist bereits der Gedanke einen neuen Roller zu kaufen ein Abenteuer und Wagnis. Mehr als das absolut Notwendige ist per se unnötig.

Ich sage, dass haben besser ist als brauchen und rate zum etwas teureren Piaggio 125er, der neben mehr Leistung auch etwas mehr Renommee besitzt, er ist der Scooter mit einem besseren Markenimage.

Piaggio Liberty 125 – die beliebteste Rollermarke

Weder Steuer noch Versicherung dürften ein Ausschlusskriterium sein. Der 125er ist zwar teurer im Unterhalt, aber nur marginal. Wir lernen, dass man zur Zulassung beider Varianten eine griechische AFM braucht, die persönliche Steuernummer. Fahren darf Sibylle den 125er auch, sie hat die Gnade der frühen Geburt und einen Autoführerschein vor April 1980.

Am Ende ist die Anschaffung um 1.000.-€ teurer…

Gedankenschwanger sehen wir uns bei Tasos den Gebrauchtroller an, die Elektrik der Armaturen spielt verrückt und Sibylle findet keinen Gefallen an dem Gefährt – ich fühle mich bestätigt, der ist nun aber tatsächlich erledigt. Eher unüberlegt bietet Tasos uns seine eigene Honda 125SH an, zwei Jahre alt, Topzustand und für 2.000.-€ – wir sagen sofort zu! Tasos muss plötzlich noch einmal überlegen.

Weil wir schon in Kamara sind, sehen wir gleich bei Giorgos vorbei.

Der Träger ist, bis auf die Adapterplatten, fertig

Auf dem Rückweg beschäftigt uns das Thema Roller. Wir stoppen im „La Palma“, kaufen uns einen Ouzo und diskutieren. Ich vertrete meine Meinung zum 125er, das darf ich jetzt, weil Sibylle ja auch bei Tasos´ Honda zugesagt hat bzw. hätte.

Sibylle selbst bejammert das Geld, welches der Piaggio kosten würde. Wir vertagen die Entscheidung, da wir ja sowieso warten wollen, ob Tasos seine Honda nun verkauft oder nicht.

So wird es relativ schnell Abend. Nichts wie ab nach Xirokampos, hier waren wir ja zum Dinner verabredet.

Das „Trexantiri“ ist ein nettes Fischlokal im Süden von Leros
Die STARLIGHT III Crew liegt vor Anker – wir kamen mit der GS
Erst Meze, dann Schwertfisch Filet mit Skordalia, dem Kartoffel-Knoblauch Pürree

Ein wunderschöner Abend liegt im Kielwasser. Wir verabschieden uns und jeder zieht sich in sein Zuhause zurück. Noch bleibt die STARLIGHT III in der Nähe, wir werden uns noch das ein oder andere Mal treffen – aber in wenigen Tagen schon heißt es Abschied nehmen. Es könnte ein Abschied für immer sein, einer der nahe geht – wir mögen Romina und Heribert.

Der kommende Tag vertreibt jegliche Art von Trübsal – wir machen einen Ausflug! Marcus von der DARKSYDE ist mit der Familie auf Lipsi und hat eine ideale Fährverbindung entdeckt. An einem Tag hin und wieder zurück! Das machen wir – ein Sonntagsausflug auf die Nachbarinsel!

Der Wecker klingelt früh…

Gähn – der kleine Zeiger nach der 6, der große nicht ganz auf der 6…
Frühstück – unterschiedliche Schwerpunkte

Wir verlassen NESSAJA und schleichen über den Steg. Wir wollen Cierán, unseren irischen Nachbarn, nicht wecken. Der Spruch mit dem frühen Vogel schießt uns in den Kopf, der kann uns heute mal! Nicht mal die Sonne ist aufgegangen…

Wir lassen NESSAJA zurück, der Tag wirkt noch grau
Leise und mit kleinem Gepäck gehen wir zu meinem Motorrad

Mit der GS fahren wir zum Fähranleger um unsere Tickets zu kaufen. Für rund 6.-€ pro Person bringt uns die kleine Fähre auf die Nachbarinsel. Das Motorrad muss diesmal hier bleiben, für Mobilität auf Lipsi ist gesorgt.

Wir sind mutterseelenalleine – Sibylle kauft die Tickets
Etwas später kommt der betagte Zubringer – eine Handvoll Leute steigen ein
Nach einer Stunde kommen wir in Lipsi an

Wir kommen um kurz nach 08.00 Uhr an und Marcus holt uns nebst Familie am Fährkai ab. Sie haben bereits den Roller von Marcus für mich parat gestellt. Sibylle reist mit Susanne und Lilly im Suzuki Samurai über die Insel, Marcus reitet seine alte Honda.

Zuerst gönnen wir uns ein tolles Frühstück in der unter Seglern bekannten Bäckerei von Lipsi – ein guter Start in den Tag. Dann beschließen wir, zunächst Marcus Baustelle anzusehen. Abermals fahren die Damen mit dem SJ, die kleine Lilly entscheidet diesmal aber, mit ihrem Papa Mopped fahren zu wollen – ich bin wieder mit der Piaggo Medley unterwegs, ein tolles Gefährt.

Lipsi mit dem Roller – immer dem Freund hinterher…
…der saust mit der kleinen Prinzessin voran

Wir gönnen unseren Frauen eine Verschnaufpause, die sie mit einer Flasche Prosecco am Vormittag nutzen, wie wir später erfahren. Wir selbst machen eine Inseltour, weniger zu touristischen Zwecken, mehr um einen Eindruck der Immobilienlage auf der kleinen Nachbarinsel zu bekommen.

Marcus´ Grundstück nahe des Hauses – hier kann man neben den Obst- und Olivenbäumen auch etwas anbauen

Wir unterhalten uns dabei über unseren Lebensabend – klingt komisch, ist aber so. Irgendwann machst du dir einfach Gedanken wie du alt werden willst, vor welcher Hausbank du sitzen willst. Marcus und ich sind uns einig, aus heutiger Sicht bieten diese kleinen Ägäisinseln auf denen wir uns bewegen eine einladende Lebensqualität.

Wir setzen unsere Fahrt fort, er zeigt mir Häuser die zum Verkauf stehen, wir quatschen. Ich erlangen einen weiteren, neuen Eindruck von Lipsi.

Natürlich fahren wir auch an den vielen kleinen, typisch griechischen Kapellen der Insel vorbei.

Von Kapellen wie dieser gibt es auf Lipsi Dutzende

Wir hatten so im Vorbeifahren viele Häuser gesehen. Die Luft war ein wenig raus, wir beschlossen zurück zu Susanne und Sibylle zu fahren. Inzwischen war es Mittag, Marcus hat zum BBQ geladen.

Ein letztes Mal ruft mir Marcus unterm Fahren zu – „…und das ist auch zu verkaufen, geht günstig her!“ QUIEEEEETSCH – ich bremse. Ein kurzes Hupen um meinem Freund mein Stoppen zu signalisieren. Der dreht um fragt was los sei…

Hier an der Straße stoppen wir (Kopf nach rechts)
Der Ausblick (Kopf nach links) – man sieht Arki und etwas weiter nach links bis Patmos

Ich sage zu ihm, dass dieses Haus das ist was ich suche. Wir steigen ab und schleichen über das offene Grundstück des leeren Hauses. Das Grundstück ist groß genug, das Haus selbst renovierungs- aber nicht sanierungsbedürftig, große Terrassen auf beiden Seiten. SO muss mein Haus aussehen, SO will ich wohnen, wenn ich nicht mehr auf einem Schiff lebe!

Die Terrasse zum Garten
Die Einfahrt und die vordere Terrasse

Aus seinem früheren Berufslebenheraus, hat Marcus eine Art entwickelt Dinge zu beschreiben, als ob du sie gleich kaufen kannst und auch solltest – ich weiß das und kann ihn einschätzen. Trotzdem hörte es sich an, als sei ich einen Handschlag vom Hauskauf entfernt.

Ich sage zu ihm – „…kümmere Dich drum – wenn ich es zu dem von Dir erwähnten Preis bekomme, dann kaufe ich es! Ich meine es ernst, ich kaufe es!“

Er greift zum Hörer und telefoniert ein wenig herum. Leider ist es dann doch nicht so klar wie erhofft. Die Besitzerin weiß gerade nicht ob sie wirklich verkauft, vielleicht nächstes Jahr, vielleicht für ein wenig mehr Geld. Das gleiche Spiel wie immer. Ich sage zu ihm, dass wir dranbleiben sollten, weiß aber, dass das Traumhaus in diesem Moment unter der Kategorie „eines von vielen“ abzulegen ist.

Immerhin – ich weiß jetzt, dass ich es noch kann – schnell entscheiden wenn mich etwas überzeugt! Eines Tages…

Am Rückweg fahren wir am Hafen vorbei.

Auch hier – typisch griechische Gelassenheit, man werkelt an den Booten

Wir sprechen noch über Optionen, sich auf der kleinen Insel ein wenig zu engagieren. Ich erfahre, dass für Motormechaniker, besonders im Bereich Außenbordmotoren, ein großer Bedarf besteht. Das klingt interessant.

Dann fahren wir zurück zum Haus, trinken mit den Damen noch ein Gläschen Sekt und Marcus startet den Weber, den er aus Deutschland mitgebracht hat.

Da kann unser kleiner Cobb nicht mithalten

Susanne hatte fleißig eingekauft, wir hatten alle einen Bärenhunger und Marcus und ich hatten viel zu erzählen – unter anderem, dass ich (fast) ein Haus gekauft habe. Sibylle bekommt kurz Schnappatmung, ein Gläschen Prosecco lässt sie aber wieder regelmäßig Luft holen.

Wir erzählen die ganze Geschichte – blumig, bebildert, gestikulierend. Währenddessen brutzelt das Grillgut auf der deutschen BBQ Station…

Sieht gut aus – dazu Salat, klar…

Nach dem Essen sind wir alle etwas müde. Das frühe Aufstehen, die Umtriebigkeit, sicher auch der volle Wanst, tun das ihre. Man nennt das Freßkoma, denke ich. Wir gönnen uns eine kurze Siesta,

Ich liege in der Sonne und träume von meinem Haus

Diese Pause tat gut und war mehr als nötig, denn jetzt kommt Lilly auf den Plan. Heute wird Fasching in Lipsi gefeiert und die Kleine fordert ihre Teilnahme ein.

So wird aus Lilly der Prinzessin im Handumdrehen eine Hexe mit Besen und Zauberstab. Wir üben noch allerhand Zaubersprüche, um das Kind, Verzeihung, die Hexe, auf ihren Einsatz vorzubereiten.

Und dann geht´s los! Ich liebe Fasching! Wer mich kennt weiß das! (Ich hoffe, man kann den Ironiemodus wahrnehmen)…

Tief Luft holen….
…trööööööööööööööt

Sibylle und ich machen jeden Klamauk mit. Die Kleine freut sich und albert mit den anderen Kindern herum. Auch für uns ist es irgendwie interessant, auch wenn wir aus tiefstem Herzen Faschingsmuffel sind. Wir bekommen so etwas vom Leben auf der deutlich kleineren Nachbarinsel mit – hier leben nur etwa 800 Menschen.

Karneval 2024 – sehr lustich
Wie lang dauert´s noch?

Wirklich sehr lustig fand ich die Idee einiger junger Paare aus Lipsi. Die etwa 18-20 Jahre alten jungen Frauen und Männer haben Rollen getauscht – die Mädels kamen als Kerls und ihre Macker als deren Weiber – HERRLICH! Die Leute haben sich auf die Schenkel geklopft – leider konnte ich kein Bild erhaschen.

Irgendwann setzte sich der „Umzug“ in Gang und marschierte durch den ganzen Ort.

Der Marktplatz als Feiermeile
Der Pulk zieht feiernd durch die Gassen von Lipsi Ort
Dann geht es wieder zurück Richtung Hafen

Am Hafen steigen wir aus. Wir setzen uns noch einmal ins Café um einen Nachmittagscappu zu trinken. Dazu, selbstverständlich, ein süßes Teilchen.

Wir quatschen noch viel, lassen den Tag noch einmal an uns vorbeiziehen – ein herrlicher Tag mit einigen wichtigen Erkenntnissen. Nahtlos gehen wir von Cappuccino zu Ouzo über. Dann war es soweit, der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die Uhr ruft gnadenlos zum Aufbruch.

Eine letzte Fahrt mit der Piaggio zum Fähranleger
Dort warten wir – bei einem wirklich allerletzten Ouzo – auf die Fähre
Die uns pünktlich nach Leros zurück bringt

Ein schöner Tag, ein anstrengender Tag – wer Sibylle kennt weiß, dass sie dazu neigt jetzt in sich zusammenzusacken. Die einkehrende Ruhe, die warme Heizluft in der Fähre, die Müdigkeit zerrt an einem…

„Halloooo Hasi! Nicht einschlafen…“

Ich labere auf meine Gattin ein und versuche sie so wach zu halten. Das Thema „Beinahe-Hauskauf“ ist dafür sehr gut geeignet.

Warum mache ich das? Warum lasse ich sie nicht einfach etwas pennen? Weil wir noch eine Verabredung haben! Ich will, nein, ich muss sie auf Drehzahl halten!

Heute ist St. Patrick´s Day – wir sind im Biertempel von Leros, dem „Persiana“, auf ein Guinness verabredet – mit der Crew der STARLIGHT III – Romina und Heribert kennt ihr ja schon.

Gleich sind wir da

Die Fähre spuckt uns aus und wir gehen die paar Schritte zu unserer GS. Ohne Pause fahren wir zum „Persiana“ um die Freunde dort zu treffen. Wir haben unsere Ankunftszeit per Kurznachricht mitgeteilt.

Sibylle jammert – „…aber nur noch eines“
Aus einem wurden zwei – dann war es genug (ich sehe schon alles etwas verschwommen)

Als wir zurück auf NESSAJA sind, war es gar nicht so spät, vielleicht 23.00 Uhr – aber wir waren geschafft! Klar, ein paar Bier, das viele Essen, die vielen Stunden und immer unter Strom. Wir haben nicht mehr viel geredet, auch ich nicht, sondern sind sofort und ohne Umweg über LOS ins Bett. Ein langer, aber toller Tag liegt hinter uns – und für morgen ist keine Pause in Sicht!

Denn heute ist in Griechenland „Clean Monday“!

Die Internetseite „sea-by-bus“ schreibt dazu wie folgt…

„Clean Monday“ (Kathara Deftera) wird von den griechischen orthodoxen Christen zu Beginn der 48-tägigen Fastenzeit vor Ostersonntag gefeiert. Er ist ein beweglicher Feiertag, der häufig mit dem Frühlingsanfang verbunden ist und eine lange Reinigungszeit des Körpers und des Geistes symbolisiert.

Der saubere Montag ist in Griechenland ein Feiertag und wird meistens mit Familie und Freunden im Freien gefeiert. Manche Leute essen in einer Strandtaverne, aber die meisten kochen lieber die Tagesspezialitäten zu Hause. Nach den Fastenregeln werden spezielle köstliche vegane Mahlzeiten vorbereitet. Zum typischen Sauberen Montags-Menü gehören Lagana, ein flaches, oval geformtes Brot, Taramosalata-Dip, Meeresfrüchte wie Krake, Tintenfisch, Garnelen und Muscheln, Fasolada, eine Bohnensuppe, Dolmaden, Oliven und die Süßspeise Halvas.

Griechen feiern diesen Tag am liebsten mit Outdoor-Aktivitäten und Picknicks. In ganz Griechenland finden Festivals mit Musik, Essen, Tanzen und bei schönem Wetter mit Drachenfliegen (HARTAETOS) statt.

Jung und Alt, Familien und Freunde gehen aufs Land oder an den Strand und versuchen, einen bunten Drachen steigen zu lassen. In der Vergangenheit waren die Drachen vom Vater oder vom Großvater der Familie gemacht. Auf diese Weise wurde die Kunst der Drachenherstellung von einer Generation zum anderen weitergegeben. Heute kaufen die meisten Leute einen Drachen, anstatt ihn selbst zu basteln.

Durch das Drachenfliegen wollen die Griechen mit Gott kommunizieren. Und je höher der Drachen fliegt, desto näher kommt die Person an Gott. Der Drachen trägt den menschlichen Geist und bringt ihn dem Schöpfer näher, und Christen glauben, dass ihre Seele neben Gottes Seele sein sollte.

Wir sind von Giorgos und seiner Familie eingeladen, es kommen mehrere Familien und Freunde – wir erleben einen tollen, typischen „Clean Monday“!

Drachensteigen mit Manolis, Giorgos´ Sohn – direkt am Flughafen, egal
Meeresfrüchte am Grill
Ein Picknick mit Freunden
Jede der Griechinnen bringt etwas mit
Später kommt noch ein Schwertfisch auf den Grill
Superlecker
Michalis frittiert – die Kinder freuen sich über die Pommes, die könnten nicht besser sein
Seeigel – first Try

DAS ist das Elixier, das ist einer der wichtigen Gründe warum ich hier bin. Ja, es gibt diese Momente auch in Deutschland, aber seltener. Ich liebe Land und Leute hier, wir haben echte Freundschaften geschlossen. Wenn ich jetzt noch Griechisch lerne…

Wir bleiben den ganzen Nachmittag um mit den Freunden ihren Feiertag zu verbringen. Erst als die Sonne hinter den Hügeln verschwindet, fahren wir zurück nach Lakki. Wir wollen uns bei „Repapis“ noch ein Eis gönnen.

Aber was ist das???

Die Eistruhe ist defekt – meine Welt zerbricht in 1000 Scherben

Gott sei Dank hat der Meister der Süßspeisen eine Lösung parat, er hat eine kleinere Nottruhe aufgebaut und bietet zumindest eine reduzierte Auswahl an.

Eine gute Gelegenheit, einmal andere Sorten auszuprobieren! Wir schlemmen unser Eis und lassen diesen herrlichen Tag langsam ausklingen.

Über Nacht regnet es. Der Platz wird wieder schlammig, das Regenwasser sucht sich sturzbachartig den Weg ins Meer.

Dauert erfreulicher Weise nie lang an – die letzten Regengüsse

Als das Wetter sich beruhigt hat, fahre ich mit dem Motorrad zu Giorgos in die Werkstatt. Ich muss ein neues Projekt von ELOWYN einsteuern, denn inzwischen hat Panos, unser Shopleiter, es geschafft mir einen speziellen, recht großen 16er Antal Fallenstopper zu beschaffen.

Das von der Werft verbaute Teil hat es vom Hersteller nicht mehr gegeben, wir müssen auf einen anderen Typ ausweichen. Auch hier holt mich eine Designänderung ein, obwohl der Body fast exakt gleich groß ist, hat Antal der neuen Version ein geändertes Lochbild verpasst.

Ich will den Mast nicht anbohren, also muss eine Adapterplatte aus Aluminium her.

Ich fahre zu „Boat & Parts“ – das Tor ist offen, der Chef ist nicht da
Vorne alt, hinten neu

Kurze Zeit nachdem ich meine Stopper auf die Werkbank gelegt hatte kam Giorgos angebraust, wir besprechen uns, er hat eine gute Idee und ich lasse das ganze Zeug bei ihm – sehen wir, was dabei herauskommt. Vertrauen gehört in Griechenland dazu…

Am Heimweg genieße ich den Ausblick und die Stimmung über der Gourna Bucht auf der Westseite der Insel.

Gourna ist nicht mein Lieblingsplatz, aber wenn die Sonne untergeht wird es toll

Als ich zu Hause ankomme, sehe ich auf mein Mobiltelefon, es hat mehrfach geklingelt. Mein Sohn! Nanu, was will er? Sonst ist er eher kontaktfaul…

Ah, er zeigt an, dass er ein weiteres Problem gelöst hat, welches uns im März plötzlich überfallen hat. Sibylle hat während ihres Deutschlandaufenthaltes leider erst am Abreisetag gemerkt, dass unser japanisches Deutschlandauto, der geschenkte Gaul, TÜV fällig war. Unser Freund Nader hat sich sofort angeboten das Problem zu lösen, ist aber mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Eine Nachfrage bei der Werkstatt ergab Reparaturkosten von rund 2.900.-€ – Totalschaden!

Schlechte Stimmung und lange Gesichter waren die Folge – es war an der Zeit, dass das A-Team übernimmt 😉

Ich texte meinen Sohn an und schreibe mit salbigen Worten mein Begehr und meine Vorstellung – fachgerecht aber so günstig wie möglich. Der junge Familienvater antwortet fast schon überschwänglich – „OK“!

Tata – TÜV neu, Problem gelöst

Unsere alte Rostbeule darf für kurze Zeit im Audi-Glaspalast wohnen, alle helfen zusammen um die rote Rübe von Erding nach München und zurück zu verbringen – ein paar Tage später ist es vollbracht und das begehrte Kleberle pappt auf dem Nummernschild. Kosten? Rund 5% des Angebotes von Honda – wer kann der kann! Danke Stefan!

Beim Abendessen unterhalten wir uns noch einmal über die Rollerthematik. Sibylle sagt nicht viel. Erst beim Einschlafen meint sie – „…ich habe mich entschieden, ich nehme den kleinen BREEZY 50!“

Ich widerspreche nicht, es klang, als sei sie sich ihrer Entscheidung sicher. Ich stehe aber tatsächlich noch einmal kurz auf und tippe einen Zweizeiler an „Moto Loykas“ – Sibylle will buy the small Breezy, you can prepare everything!

Schon am Morgen, kurz nach dem Aufstehen, fallen die Nachrichten über mich herein…

Ετοιμάζω τα πάντα – ich bereite alles vor
Η μπαταρία φορτίζεται ήδη – die Batterie lädt schon

Loukas ist ein richtig netter Typ, er scheint auch ein guter Mechaniker zu sein. Er spricht aber kein Wort Englisch. Die einfache Kommunikation geht mit rudimentären Austausch von einzelnen griechischen und englischen Worten – plus Gestik. Alles, was nach einem Satz verlangt, geht über Google Translate – das funktioniert aber super.

Μπορείτε να έρθετε ανά πάσα στιγμή, το σκούτερ είναι έτοιμο για παραλαβή – ihr könnt jederzeit kommen, der Roller ist fertig zur Abholung!

Na dann, nix wie hin!

Preisschild und Plastikfolie darf Sibylle selber runtermachen
Kaufvertrag und Zulassungsformalitäten werden unterzeichnet
Jetzt gehört er ihr – Sibylle hat sich einen neuen BREEZY 50 gekauft

Man könnte es fast schon ein Abenteuer nennen – die Verkaufsabwicklung für einen Roller ohne sich unterhalten zu können. Stellt euch das einfach bildlich vor, wie beide Parteien immer abwechselnd in dieses Telefon sprechen.

Es kam hinzu, dass Sibylle schnell über die Straße flitzen musste um die griechische Steuernummer vorzulegen und eine Versicherung zu erhalten. Das Kennzeichen gibt´s vom Rollershop.

Jetzt flitzt Sibylle also mit ihrem eigenen 50er über die Straßen von Leros – und spricht über Tuning! (Anmerkung – weil sie die steile Rampe zum Dog-Shelter nicht hochkommt 😉 ) Über einen 125er haben wir nie wieder gesprochen…

Dass uns dieser Tag durch die Finger rinnen würde war klar! Pfeif drauf! Zuerst gönnen wir uns ein Eis, zur Feier des Tages…

Es ist gerade Mittag, die Sonne ist noch nicht im Zenit
Aber es ist nie zu früh für eine Eisspezialität
Auf die neue „Easy-Riderin“ – allzeit gute Fahrt

Als wir zurück sind und über unseren Ponton schlendern, ruft der Nachbar uns heran, er bitte um kurze Unterstützung, er müsse in den Mast. Ok, ich kurble ihn hoch, Sibylle führt die Hilfsleine – geht rasch, wir helfen gerne.

Fehler entdeckt, Reparatur leider nicht sofort zu bewerkstelligen

Zurück auf NESSAJA nutze ich den Tag um wenigstens ein bisschen produktiv zu sein. Ich brauchte für ein Kundenschiff eine Base um einen Schalter anzuschrauben und hatte vor zwei Tagen diese kleinen Holzbrettchen geklebt. Auch NESSAJA hat eines bekommen – hier als Base für den Umschalthahn des Außenwasseranschlusses.

Ich besorge beim Baumarkt also die Befestigungsschellen und montiere genau diesen Umschalthahn auf die kleine Holzbasis. Sieht ganz gut aus und funktioniert super.

Außenwasser oder Tankwasser – hier kann künftig gewählt werden

Seltsam, wie es dem Menschen gelingt, sich nur durch solche Kleinigkeiten in den Status der Zufriedenheit zu versetzen – boah, was ICH heute alles geschafft habe! Zufrieden setzen wir uns an den Salontisch, essen was Gutes und lassen den Tag ausklingen!

Das ist gut so, denn für den nächsten Tag haben wir uns ein wenig mehr vorgenommen – wir müssen mal wieder bei ELOWYN ran…

Sibylle reinigt eine Vogel-Einflugschneise und verhindert den Nestbau im Großbaum
Ich demontiere derweil den Windgenerator – der muss höher gesetzt werden

Zunächst dachte ich ja, dass alle Kabel in Schächten in der Garage geführt werden, das hätte sich so angeboten und hätte auch eine sehr gute Zugänglichkeit geboten. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Wir öffnen das reizende Heck der Schönheit – alleine das ist mit viel Aufwand verbunden, um dann zu merken, dass es innen relativ clean ist! Keine Kabel, nix, nada, niente.

Keine Kabel – nanu, wo sind die denn???

Naja, offen gesagt, gefunden haben wir den Kabelstrang für den Windgenerator dann schnell – aber dort war der Zugriff leider etwas limitiert. Bei mir war es, das muss gesagt sein, nicht etwa der Bauch der im Weg war, nein die Schultern sind zu breit – vielfach wäre es gut, wenn Bootsmonteure keilförmig wären! Meine Frau ist auch nicht wirklich keilförmig, hat aber schmalere Schultern – sie kommt an die Kabel um die Kabelbinder im letzten Eck zu kappen.

Auch für Sibylle musste ich die Schlauchtrommel und den Schlauchhalter ausbauen

Die Bilder haben es ja schon verraten, gemeinsam ist es uns gelungen, den Luftikus abzuschrauben. Hier wird nun eine 60cm Stange eingesetzt, das Kabel wird um dieses Maß verlängert, um den Dreiflügler danach in atemberaubender Höhe wieder anzubringen – dann aber deutlich über dem neuen, noch zu montierenden, Solarträger. Soweit der Plan…

Arbeit vollbracht

Diese Arbeit zieht sich über den ganzen Tag. Wir unterbrechen nur für eine Kaffeepause, die wir, was für eine Überraschung, bei „Repapis“ verbringen. Klar, dass zum Kaffee auch ein schnelles Eis geht, dann geht es zurück zum Arbeitsplatz.

Nicht nur ICH dränge auf das leckere Eis 😉

Zum Feierabend gehen wir am Stadtkai von Lakki spazieren. Spazieren??? Ich??? Ja, aber nicht ganz ohne Grund. Wir wissen, dass unsere Freunde von der STARLIGHT III noch einmal für ein paar Tage nach Lakki kommen und hier am Stadtkai festmachen wollen. Es ist kräftiger Wind angesagt, sie wollen sicher liegen und auch den Zugang zu einer kleinen, lebendigen Stadt haben.

Schon läuft der Kat unter Segeln ein…

Die STARLIGHT III – im Hintergrund das Camp für die Refugees, Leros ist ein „Hot-Spot“
Anlegemanöver im kostenpflichtigen, aber geschützteren Teil – die sogenannte „Lakki Marina“ – gegenüber sieht man die Masten der „Leros Marina Evros“ – dort liegt NESSAJA

Einer freudigen Begrüßung folgt ein „Anlegeschluck“ auf der Kaimauer. Zufällig radeln Thomas und Paola auch vorbei, schon sind wir eine gesellige Runde. Sibylle und ich müssen weiter, bei uns wird heute an Bord gekocht, aber wir verabreden uns für einen Ouzo als Absacker – 21.00 Uhr im „Palma Café“…

Ouzo mit Meze

Dort sitzen wir dann, quatschen, genießen die Stimmung die der Vollmond zaubert. Es gibt ein Bierchen und einen Ouzo, der Wirt reicht gratis Meze dazu. Solche Abende sollten nie vergehen.

Vollmondstimmung über der Marina

Am nächsten Morgen wache ich auf und höre den Wind in den Takelagen heulen. Der Wetterbericht hatte Recht behalten, es weht ein kräftiger Süd. Gut, dass Heribert seine STARLIGHT III in Sicherheit gebracht hat, gut, dass der Windgenerator der ELOWYN schon demontiert ist.

Ich krabble aus dem Bett und sehe schon am Weg entlang unseres Außenpontons, der Wind leistet ganze Arbeit, das Meer ist selbst in der sehr geschützten Bucht noch recht aufgewühlt.

Die Gischt spritzt bis nach oben, der Spray erreicht sogar unser Boot
Das Wetter ist schön, die Temperaturen jenseits der 20°C Marke, aber der Wind pfeift

Sibylle und ich frühstücken, ich genieße meine zweite Tasse Kaffee, dann heißt es „klarmachen zum Abmarsch“ – heute ist Feiertag in Griechenland. Der griechische Independence Day ist einer der höchsten Feiertage, es sind Zeremonien allerorts geplant.

Wir sind mit Romina und Heribert verabredet, um der Parade in Agia Marina beizuwohnen.

In Agia Marina ist weniger Wind, der Ort ist gut gegen SW geschützt
Mit Romina und Heribert mischen wir uns unter das Volk

Alle waren auf den Beinen, die Cafés bis zum Anschlag gefüllt. Vereine, Schulklassen und auch das Militär bildeten Gruppen, die sich zur Parade trafen. Wir trafen viele Bekannte und schauten aufmerksam zu. Mittendrin statt nur dabei…

Die Paradeuniformen werden getragen…
…erst die Mädchen, dann die Jungs – erst die Kleinen, dann die Großen
Zuletzt das Militär, das Battailon ist mit dem Kriegsschiff gekommen – es wird geklotzt, nicht gekleckert

Wie stark der Wind wirklich war, merkte man auch hier – wenn auch indirekt. Es kommt sehr selten vor, dass die große BLUESTAR 2 hier statt in Lakki anlegt, man sagt, nur wenn es mehr als 8 Beaufort hat.

Hätte ich nie geglaubt – heute war es aber so

Am Heimweg trennen sich unsere Wege. Sibylle und ich haben noch eine Option, uns ein Haus anzusehen. Die Eckdaten sind vielversprechend – 2.600sqm innerhalb des Citylimits, also Bauland. Das Haus aber in einem Zustand, den man als schwer sanierungsbedürftig bezeichnen muss.

Trotzdem, es ist ein gutes Angebot, wir sehen es an, lassen es wirken und denken darüber nach.

Groß genug, zwei Wohneinheiten
Ein riesiger Garten mit sehr limitierten Meerblick

Wir sinnieren viel. Wie wichtig ist Meerblick, wenn der nächste Strand maximal fünf Minuten entfernt ist? Die Einheimischen verstehen es nicht! Eine Lage am Meer wird eher als Nachteil bewertet, die Salzluft frisst alles.

Trotzdem wissen die Griechen natürlich, dass horrende Preise für Meerblicke bezahlt werden – sie finden es gut! Für uns aber eine Gratwanderung.

Ein bisschen was tut sich, wir sind gerade wieder in einer „Hausphase“ 😉

In der Zeit um den Clean Monday wird als typische Spezialität Codfish, Kabeljau, gereicht. Es ist so wie Bacalao in Portugal. Hier gibt es ihn typischer Weise mit Roter Bete und Skordalia. Auch wir verabreden uns im „Stand By Now“ mit ein paar Freunden aus der Marina.

Love it – Bacalao mit Roter Bete und Skordalia – Μπακαλιάρος με παντζάρι και σκορδαλιά
Thomas und ich machen ein Bild und senden es an unsere Popi, wir gratulieren zum „Independence Day“
Da wollten die Damen nicht nachstehen – hier Romina mit Sibylle

So klingt ein herrlicher Tag aus. Wir essen mit den Freunden, trinken zusammen und erzählen uns Geschichten.

Keine Arbeit mehr in der Marina? Doch, recht viel sogar! Ich habe meine Pause sehr zeitig angekündigt. Ich würde Raum brauchen um ELOWYN klar zu machen und um Projekte zu vollenden. Ich muss das Deck meiner NESSAJA reparieren und mich um Formalitäten kümmern. Der Break ist klar als Pause definiert, es soll spätestens im November weitergehen, wir planen mein Engagement auszubauen.

Natürlich versucht die Marinaleitung einiges auf mich abzulegen, ich habe auch ein paar Jobs fertig zu stellen, die Zeit drängt.

Ich mache mich also zeitig auf die Socken…

Der Wind hat sich gelegt, eine sehr friedliche Stimmung

Für ein Kundenschiff brauche ich einen speziellen Stecker. Unser Shopleiter hatte irgendwie keine Lust auf so Kleinkram, also fahre ich über die Insel um diese zu beschaffen – natürlich im Dienste der Marina.

Und siehe da, ich finde eine sehr interessante Werkstatt die ich noch nicht kenne – mit Wachpapagei statt Wachhund. Die Stecker bekomme ich dort auch. Hier war ich nicht zum letzten Mal!

Komm´ mir nicht zu nahe
Hier geht´s zur Sache – Achtzylinder Reihendiesel zur Vollrevision – dahinter ein Fünfzylinder Deutz

Ich bin fleißig, vollende meine Projekte und habe jetzt nur noch Kleinigkeiten vor der Brust. Schade, es hat mir Spaß gemacht – mal sehen was noch kommt.

Bevor ich mich auf NESSAJA zurückziehe, mache ich noch die sagenumwobene, nahezu uneinnehmbare, volle Vollpersenning von ALICJA auf. Die Eigner kommen heute Nacht und wir wollen ihnen den Zugang erleichtern – zudem haben wir ihren Schlüssel, den müssen wir deponieren.

Sesam öffne Dich
Zugang zum Schiff gesichert

Zurück auf NESSAJA läuten Sibylle und ich das Abendprogramm ein. Sibylle hat gekocht, wir futtern zusammen und machen es uns dann gemütlich. Heute bestimmt ein Freund unser Fernsehprogramm – Werner, der Eigner von ALENA, hat mir geschrieben, dass er im TV zu sehen sei, man habe ihn bei einer Reportage über das Klinikum Agatharied eingebunden.

KLAR sehen wir das an! Nicht nur, dass es ein großer Zufall ist, dass unser schwäbischer Freund in exakt der Klinik operiert wird, die keine 5km von unserem ehemaligen Haus entfernt ist, nein, er wird auch noch gefilmt!

Klinik Agatharied im Landkreis Miesbach – Referenzklinik für den Einfluss von Architektur auf Genesung
Unserem Werner scheint es auf jeden Fall gut getan zu haben – vielleicht war es auch die Bergluft 😉

Apropos Werner und ALENA – der März nimmt in diesen Tagen Anlauf zu einem „finale furioso“, ich hätte das nie geglaubt! Aber Geduld, ein bisschen Zeit verging noch – bis zur Ankunft von Rosi und Karl!

Wir bereiten in diesen Tagen unsere Urlaubsreise auf die Insel Kreta vor. Der Plan steht, wir sind vom 01.06. bis zum 13.06. unterwegs und werden auf Kreta den Großraum Chania entdecken. Dafür haben wir jetzt unsere Fährtickets klar gemacht und auch alle Hotels gebucht – wir reisen mit der GS!

Kreta mit Christine und Nader – darauf freuen wir uns

Der Wind kam noch einmal zurück und hat seine Muskeln spielen lassen, es zog die Federn der Ruckdämpfer zusammen, NESSAJA krängte im Hafen, lag aber mehr als sicher.

Zug auf den Heckleinen
Auf einem Bild schlecht festzuhalten – Schräglage im Hafen

Wir haben noch einmal 35-40kts, danach war erstmal Ruhe. Windstille, die sich bis in den April hineinziehen sollte – aber diesen Tag mussten wir noch durchstehen.

Direkt von der Seite – das haben wir an unserem Platz selten, das ist die Ursache für die Krängung

Wir nutzen den Tag unterschiedlich. Sibylle macht ein wenig Schreibkram und muss noch zwei Hotels buchen. Ich fahre zu Giorgos und hole die Adapterplatte für die XXL Fallenstopper der ELOWYN ab. Super, so liegt die nächste Arbeit am blauen Boliden quasi auf der Hand.

Noch weiß lackieren, dann sieht es super aus…
…passend ist es allemal

Der Tag endet, wir treffen uns ein letztes mal mit der Crew der STARLIGHT III zum Dinner – Halbe-Hähnchen futtern bis zum Umfallen. Wir haben uns die Broiler bestellt, weil Romina und Heribert die Giggerl lieben und ich das „SouVLakki“ als Adresse für den Genuss derselben empfehlen kann.

Der Abend hat aber auch einen traurigen Anlass – die Freunde werden aufbrechen, eine Rückkehr steht nicht am Plan. Es kann sein, dass wir uns nicht mehr sehen, es heißt Abschied nehmen. Auch das gehört zu unserem Leben.

Sehr fein – wir haben den Abend genossen
Wir beenden den Tag mit einem Absacker auf STARLIGHT III

Wir schreiben den 29.03.2024 – der Tag an dem Rosi und Karl in unser Leben treten werden. Der Tag an dem der März Fahrt aufnimmt und vielleicht zur Benchmark des Jahres 2024 werden könnte…

Doch von Anfang an – ihr wisst, ALENA soll verkauft werden. Ich kümmere mich für Werner vor Ort um die Interessenten und das Schiff. So weit, so gut.

Kleiner Kunstgriff – das Bild ist schon ein Aprilbild 😉

Vor exakt einer Woche war ein weiterer Interessent da – ein Italiener, ein Durchschnittsinteressent. Er hatte alles angesehen, wusste aber, dass heute ein weiteres Paar kommen würde, seine Optionen den Preis zu verhandeln waren schlecht. Er pokerte und meinte, er würde sich nach dem Besuch der Deutschen melden, dann würde man sehen…

Ja, ok, sehen wir mal – er hatte die Rechnung ohne das bayrisch-schwäbische Duo gemacht!

Wir wollten uns auf einen Kaffee treffen, abtasten, sich kennen lernen – dann ging es ab in die Marina – wir besichtigen ALENA!

Wir haben uns sofort verstanden – und hatten viel Spaß

Die Beiden hatten nicht viel Erfahrung mit Bootsbesichtigungen, die Fragen waren aber gezielt und vorbereitet. Beide haben akurat sämtliche Schränke besehen und Systeme geprüft – nicht auf Herz und Nieren, aber so, dass man das Boot kennen lernen konnte, dass „ein Funke überspringen“ konnte – ein erster Eindruck XXL.

Für die Diskussion über das Unterwasserschiff einer HR39MkII haben wir uns kurzerhand das eines Schwesterschiffes angesehen um ein Verständnis zu generieren. Das von ALENA könnte man bei einer etwaigen Verkaufsabwicklung und Übergabe abnehmen.

Es werden erste Listen angelegt, wir geben Restaurantempfehlungen ab, dann trennen sich unsere Wege. Die Beiden müssen das Erfahrene erst einmal sacken lassen, Sibylle und ich brauchen eine Pause für den Kopf. Fragen beantworten ist anstrengend – wir gehen auf ein Eis!

Yeah, ein cooler Tag – besser als man erwarten durfte

Beim Eis besprechen Sibylle und ich, wie der Folgetag ablaufen könnte. Wir mögen die Beiden, wir möchten etwas bieten! Dabei erinnern wir uns an unsere eigene Probefahrt mit der ersten NESSAJA, das hat sehr gut gepasst – ich schlage Sibylle vor es gleichzutun, „…lass´ uns nach Kalymnos zu „Captain Kostas“ an die Boje gehen, zu Mittag essen und dann zurückfahren“!

Sibylle stimmt zu – es sollte die denkwürdigste Probefahrt meines Lebens werden!

Am nächsten Morgen verlässt ALENA um 11.00 Uhr die Marina – Kurs Kalymnos Emborio
Wir verlassen die Lakki Bucht unter Motor, alle Systeme werden geprüft
Die Stimmung an Bord ist sensationell, das Wasser ist wie Blei

Wir tuckern ein paar Meilen, verlassen die Lakki Bucht. Aeolus scheint uns nicht hold zu sein – kein Wind, kein Lufthauch. Wir nutzen die Motorstunden um die Systeme zu prüfen – Lenkung, check – Lichter, check – Navigation, check…

Rosi und Karl wechseln sich am Ruder ab, wir sind Crew

Es gibt viele allgemeine Fragen. Wie funktioniert Tepai? Was kostet ALENA Versicherung? Wie hoch sind die Gebühren für den Liegeplatz? Kann dieser übernommen werden?

Und wie heißen eigentlich all die Inseln hier???

Um die Stimmung hoch zu halten und das Bedauern ob des fehlenden Windes etwas abzufedern, sage ich – „…ich habe für eure Probefahrt etwas Wind und Delfine bestellt – das Deluxe Paket“!

Wir lachen, klopfen uns auf die Schenkel und freuen uns über diesen Witz. Zum Test ziehen wir die Segel, diese labbern in der Flaute.

Auf einmal ruft Karl – „…das Wasser kräuselt sich!“ Wie aus dem Nichts kommt aus völlig ungewöhnlicher Richtung etwas Wind auf – letztlich 15kts, es steht keine Welle. ALENA gleitet wie auf Schienen unter Vollzeug am Wind über das Wasser – Champagnersegeln!

Rosi meint lapidar – „…wenn jetzt die Delfine kommen, dann unterschreibe ich den Kaufvertrag!“ Ok, ja dann…

Zwei große Delfine kommen zur Fotosession an den Bug

Ich meine nur lapidar zu Sibylle – „…hol schonmal den Kuli…“ 😉

Etwas später erreichen wir die Bojen in der Emborio Bucht. Wir machen fest und rudern mit dem Dinghi an Land.

ALENA in der Emborio Bucht
Wir kehren bei „Captain Kostas“ ein…
…und gönnen uns einen Tisch voller Leckereien

Wir sitzen lang, wir genießen, wir palavern – wir freunden uns an! Die Beiden kaufen noch zwei Schwämme als Andenken, die wollen sie auf ALENA drappieren. Soso denke ich mir, ich hätte gerne Gedanken gelesen.

Unter Motor fahren wir zurück. Leider gibt es eine Panne, die aus dem 109%igen Tag einen 104%igen Tag macht – die Temperaturkontrolle des Motors piept und sorgt kurz für Tumult an Bord. Die Reparatur geht auf den Verkäufer, das kann ich zusichern!

Wir fahren in den Abend hinein

Wir bringen ALENA sicher in den Hafen, vertäuen sie gewissenhaft und trennen uns für heute. Sibylle und ich sind erschöpft, geschafft, ausgelaugt – und glücklich! Was für ein Tag!!!

Beim Einschlafen denken wir nach – was wäre, wenn der Motoralarm den Beiden die Freude genommen hat? Halten sie das Interesse aufrecht?

Und wie! Am nächsten Morgen treffen wir uns, besiegeln die Kaufabsicht und stoßen mit einer Pulle Prosecco auf den Kauf an.

Wir gratulieren zum Kauf!

Ich bin 100% sicher – Karl und Rosi haben alles richtig gemacht! Sie haben sich einen Traum erfüllt, ein gemeinsames Projekt. Sie haben exakte Vorstellungen, dabei die Bodenhaftung nicht verloren – sie wissen wie ALENA bereits im Frühsommer aussehen soll und werden dann schon erste Meilen mit ihr segeln. Res non verba – handeln, nicht reden!

SO geht Schiffskauf – nur wenn man zulässt, dass das Herz irgendwann das Kommando übernimmt (wovon ja eigentlich dringend abgeraten wird), nur dann kann die Freude riesig sein, nur dann hat man die Energie, die einem das Schiff auch einmal abverlangen wird. Ratio ist was für die Bankenwirtschaft – Schiffe, Autos und Motorräder kauft man emotional! Das ist meine aufrichtige Meinung, ich bin überzeugt, dass das der bessere Weg ist.

Wir werden auf jeden Fall unterstützen, dass Rosi und Karl den bestmöglichen Einstieg haben – in der Marina, in der Community, auf der Insel. Um die Übergabe und die Reparaturen werde ich mich bis dahin kümmern.

Und keiner kann sagen die Beiden wären nicht bestens vorbereitet gewesen – Erfolg hat, wer weiß was er oder sie will!

Wo kommt auf einmal die Hallberg-Rassy Kappe her?

Es ist Ostersonntag in christlich geprägten Ländern. Wir müssen unser Proseccogelage beenden, wir sind zum Lunch eingeladen.

Rasch packen wir die Genua wieder ein, legen das Schlauchboot auf´s Deck. Dann lassen wir die Beiden alleine auf ALENA zurück. Die ersten Stunden alleine an Bord – ich bin überzeugt, dass man sich daran immer erinnert.

Sibylle und ich fahren derweil ins gemietete Ferienhaus von Anja und Volpert, der Crew der ALICJA, wir sind zum Osterlunch geladen. Das Haus ist ein sehr geschmackvolles, fast schon luxuriöses Ferienhaus hoch in den Hügeln über Vromolithos.

Der Blick flasht uns – das was der Makler auf der Insel einen „Killer View“ nennt.

Wow! Vromolithos Bay, am Horizont, heute im Dunst, die Türkei
Auch vom Wohnzimmer aus ein Wahnsinnsblick
Liebevolle Details
Lunch with a view
Ein sehr netter Ostertisch…
…mit vielen liebevollen Kleinigkeiten

Wir stehen da und blicken auf´s offene Meer. Es wird uns beiden klar – wenn wir ein Haus kaufen, MUSS ein bisschen Meerblick vorhanden sein. Wir sind eben keine Lerians und empfinden in diesem Punkt anders – dem Meer wohnt ein Zauber inne, Meerblick wird als MUSS definiert. Ich sage dem Makler für das Haus in Lakki ab.

Anja und Volpert waren perfekte Gastgeber. Anja hat ein super drei Gänge Menü gezaubert, zudem gab es Kuchen und Eis zum Nachtisch. Ein perfekter Ostersonntag, den wir alle sehr genossen haben.

Auch von den Beiden heißt es Mitte April Abschied nehmen, sie werden für mindestens ein Jahr nach Sardinien gehen.

Wer denkt, dass der Feiertag so mir nichts dir nichts ausklingen würde, täuscht sich gewaltig! Noch einmal treffen wir uns mit Karl und Rosi. Wir sind abends im „El Greco“ auf ein Dinner eingeladen. Werner hat zur Feier des Tages die Einladung aus der Ferne ausgesprochen – wir nehmen sehr gerne an. Danke Werner!

Diesmal geht es aber nicht um das Essen, obwohl es ausgesprochen gut war – die Neueigner der schwedischen Schönheit wollten Nägel mit Köpfen machen! Da der Kaufpreis bereits mit Werner abgestimmt war, konnte ich als sein Vertreter unterzeichnen – wir schließen einen Vorvertrag! So schön und einfach kann es sein, sich einen Traum zu erfüllen.

Karl unterzeichnet…
…und mit Rosis Unterschrift ist es verbrieft

Die Hallberg-Rassy 39MkII ALENA meines Freundes Werner wechselt in den letzten Stunden des letzten Tages des Monats März den Besitzer – sie geht in neue Hände. Das bisherige Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wünschen allzeit gute Fahrt und die nötige Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Mit diesem Paukenschlag endet unser März 2024! Wir sacken erschöpft ins Bett und unsere neuen Freunde werden am Folgetag frühmorgens die Heimreise über Athen antreten.

Was erwartet uns im April? Hier ein Ausblick…

ELOWYN! Der blaue Riese wird uns fordern, sie bekommt Solar und muss saisonfertig gemacht werden. ALENA! Die administrativen Dinge in Griechenland übernehme ich. Wir brauchen Krantermine und die Reparaturen müssen eingesteuert werden.

Ob es klappt an NESSAJA den Außenwasseranschluss fertig zu machen? Ob ich die Ersatzteile für die Heizung erhalte? Wie entwickelt sich unser Verkauf und wie tief greift die Headline dieses Blogberichts?

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Es werden viele unserer Freunde eintreffen, wir freuen uns auf jeden Einzelnen. Sibylle findet neben dem Dog-Shelter ein weiteres Engagement.

Und wir sehen uns Häuser an – ob sich da was tut???

Bleibt neugierig, bleibt dran! Wir bedanken uns, wie eigentlich immer, bei jedem geneigten Leser und Follower unseres Blogs. Danke für die investierte Zeit, Danke für euer Interesse!

Herzliche Grüße von der sommerlichen Ägäisinsel Leros

Mario & Sibylle

Februar 2024 – Net gebor´n für die Welt

Wieder einmal schafft es ein STS Song, Headline des Monats zu werden. Dieses Lied der drei Barden aus Österreich ist weniger bekannt, hat aber einen sehr guten Text – wie immer aus dem Leben gegriffen. Den kompletten Text hänge ich, für die Interssierten, zum Schluss des Berichtes an.

Mich hat im Februar besonders diese eine Strophe verfolgt – ich musste doch noch meinen Fäkalientank reparieren…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Dieser Satz stimmt generell, trifft aber besonders bei Bootsreparaturen ziemlich häufig genau ins Schwarze. Blicken wir also zurück auf den Monat, den ich überwiegend alleine auf Leros verbrachte, weil Sibylle in Deutschland weilte…

Wie sooft zu dieser Jahreszeit wird die Buchtausfahrt von Lakki in einen spektakulären Sunset getaucht…

Für mich begann der Monat, mal wieder, mit einem „Kopfschüttelerlebnis“. An dem Fleck, an dem ich immer die Bilder der Buchteinfahrt von Lakki mache, ein Ort am Marinarand, dennoch direkt an einem Haupt-Durchgangsweg – eben an diesem Ort, stellt sich am hellichten Tag John der Kanadier hin und pisst an den Wegesrand.

In einer Schaltsekunde meines Gehirns passiert Folgendes gleichzeitig – ich denke, was wäre wenn das alle machen würden, ich lege mir die Worte zurecht, die der Situation gerecht werden, überlege die Lautstärke und den Tonfall meines Ausbruchs und frage mich, was da wohl bei der Erziehung schief gelaufen ist…

Der Ertappte schüttelt noch an seinem Gemächt und lächelt mir zu – und was mache ich??? Nichts! Ich bin sprachlos! Das passiert nicht oft, aber der ungehobelte Ex-Nachbar hat es geschafft. Zwei Tage später reist das Paar ab – mir wird er nicht fehlen.

Ich muss derzeit auf einem italienischen Schiff „Kabel aufräumen“! Das ist ein unschöner Auftrag – man macht stundenlang rum, das Ergebnis, welches sich sehen lassen kann, verschwindet dann aber hinter einer Klappe. Ich gebe mir Mühe – vermutlich bin ich der Richtige für solche Jobs…

Ich baue dem Amici eine Verteilerdose ein, beschrifte, sortiere seine NMEA2000 Anschlüsse neu

Später erfahre ich, dass der zunächst so emsige, überzeugte Amici beim Anblick der Rechnung Fotos sehen wollte – nun, so ist das eben, Qualität hat seinen Preis 😉

Die Arbeiten an diesem Schiff stagnieren nun, der Kunde möchte ein Nebelhorn mit einem „BEEEP“- tja, das muss er wohl selber beschaffen. Ich widme mich anderen Aufgaben.

Zum Beispiel der Gehirnertüchtigung rund um meinen Öltest – mein Käufer Gerald hat das erhaltene Ergebnis „Glykol im Öl“ inzwischen quantifizieren lassen. Ich halte das, nun exaktere, Auswertungsblatt in den Händen.

Rund 3g Glykol auf 1kg Öl

Ich kann mir unter der Menge nichts vorstellen und beginne zu rechnen. Das nervt mich – ich sitze hier und bin der Überzeugung, einen gesunden Motor zu haben, trotzdem rechne ich rum, wieviel nun 3g Glykol in der Praxis sind…

Also – auf meine 6 Liter Öl ist das rund ein Esslöffel!

Und nun? Der Käufer schlägt allen Ernstes vor, den Motor zu zerlegen! NEVER! Nur über meine Leiche! Dieser Motor wird zerlegt wenn er nicht mehr funktioniert und Anzeichen eines Schadens zeigt. ICH werde diesen Motor nicht zerlegen solange das Schiff mir gehört und denke nicht im Traum daran, dies aus Prophylaxegründen zu tun oder mich irgendwie geartet daran zu beteiligen.

So, oder zumindest fast so, teile ich das Gerald mit – und sende ebenso einen Vorschlag für die weitere Vorgehensweise…

ICH kaufe einen zweiten Öltest – das ist mittlerweile geschehen…

Das Paket kommt in Deutschland an – Sibylle bringt es mit

…der Test wird wiederholt und das Ergebnis wird dann ein Entscheidungskriterium – bestätigt sich die Erstanalyse, dann werde ich den Verkauf von NESSAJA ohne weitere Erklärungen und ohne Verhandlungen abbrechen. Zum Thema Motor habe ich mich klar positioniert und das diskutiere ich auch nicht mehr.

Sollte das Ergebnis anders ausfallen, dann geht der Prozess des Verkaufs weiter. Warum glaube ich das? Weil ich denke, dem Grund auf die Schliche gekommen zu sein – ich bin überzeut, dass die Pumpe, mit der ich die Probe entnommen habe, kontaminiert war. Mit ihr hatte ich ein paar Wochen zuvor Frostschutz aus einem Generator gepumpt.

Und ein Esslöffel auf 6 Liter Öl sind eben nur ein paar Tropfen auf die Testmenge von 50ml.

Ergebnis offen – NESSAJA ist verkauft, oder nun doch nicht? Es bleibt spannend, das Schicksal hat noch etwas mit uns vor!

Ich lenke mich ab und sehe nach Werners ALENA, auch bei ihr ist sicher zu stellen, ob die Starkwinde der letzten Tage keinen Schaden angerichtet haben. Und siehe da…

Einer der Fender war geplatzt

Keine große Sache! Ich suche in den Kisten der Schwedin nach brauchbaren Ersatz, finde einwen Ersatzfender und bringe diesen an – check! Darüber hinaus lade ich ALENAs Batterien noch über 24h auf und lüfte mal wieder richtig durch. Alles in Butter auf´m Kutter – die Hallberg-Rassy macht eine gute Figur für ihren potentiellen Käufer – es scheint einen neuen Interessenten zu geben!

Schön liegt sie da

Das letzte Wochenende bevor Sibylle nach Deutschland fliegt! Sie ist ein wenig im Reisefieber. Packstress und die Vorfreude auf Kinder und Enkelchen wechseln sich ab – wobei die Vorfreude überwiegt.

Sie wird vier Wochen weg sein – alles will gut geplant sein, Termine fixiert? Nix vergessen? Sie wirbelt herum wie ein Derwisch.

Gleichwohl hilft sie mir, auf den uns anvertrauten Schiffen der Freunde, nach dem Rechten zu sehen. Unser Sorgenkind dabei ist EDINA, sie bekommt von irgendwo her Frischwasser in nicht unerheblicher Menge – heute dachte ich, die Ursache gefunden zu haben…

Wenn der Abfluss mal verstopft ist…

Leider bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher – denn die Dichtung des Deckels war intakt, der Inhalt trocken. Ob der verstopfte Abfluss der Decksluke daher reicht um hunderte Liter Wasser in die Bilge zu lassen? EDINA wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen – weit mehr als geplant!

Ich ziehe weiter von einem Boliden zum nächsten – auf ELOWYN ist alles ok.

Ich selber brauche ein Bild von Volkers Fernglas – warum verrate ich euch später…

Tschengpeng – da isses

…der Freund höchstselbst, bittet hingegen um eine Aufnahme seiner Klampe(n) – die Messe „boot2024“ in Düsseldorf müsse nachbereitet werden und man wolle da etwas nachsehen.

Natürlich weiß ich, dass er präzise Dreiseiten-Aufnahmen erwartet – aber ich locke ihn erstmal mit einer anderen Perspektive aus der Reserve 😉

Die Klampe – ins rechte Licht gerückt, nice oder?

Die Sonne steht tief, wir gehen zurück auf NESSAJA, der Tag nimmt sein Ende, wir haben viel geschafft!

Auch mit der Sonne im Rücken, bietet sich ein herrliches Licht – beim Betreten unseres Zuhauses blicken wir stets über die Marina – schön!

Wunderschöne Stimmung – fast jeden Abend

Kurz vor ihrer Abreise schafft es meine Frau noch einmal, mir eine gewisse Fassungslosigkeit ins Gesicht zu zaubern. Ein Segelbekannter hat die brutale Aufgabe, die persönlichen Dinge seiner verstorbenen Frau aus dem Schiff zu räumen – dabei bietet er Sibylle Schuhe von ihr an. Sibylle, sonst wirklich etepetete in solchen Dingen, nimmt freudig an. Ich verstehe es bis heute nicht – aber ich muss auch nicht alles verstehen.

Es war jedenfalls schön zu sehen, wie dieser Mann sich von Sibylle die Auffangstation für Hunde hat zeigen lassen und dann tagtäglich im Hundeshelter ausgeholfen hat – die Tage hier, waren vermutlich etwas Ablenkung in dieser harten Phase.

Eine seltsame Stimmung machte sich breit, das wollten wir etwas abfedern. Wir wollten den Sonntag nutzen und haben einen kleinen Spaziergang nach Lakki gemacht, um uns dort ein Eis zu gönnen.

Der Blick auf die Marina von gegenüber – herrliches Wetter, aber keine Spur von meinem Schlapperl
Endlich mal wieder – das Eis war perfekt! Wie immer…
Auch Sibylle genießt die köstliche Leckerei von „Repapis“

Die noch verbleibende Zeit galt es zu nutzen. Das Wetter war herrlich und Sibylle würde bald abreisen – immerhin für einen ganzen Monat. Was wäre also noch sinnvoll zu tun???

Genau, ein Haarschnitt! So dauerte es nur eine kure Zeit, bis der kleine Trimmer über meinen Kopf flitzte und die Wolle nur so davonflog!

Das sollte bis nächsten Monat reichen

Kurz nachdem wir die Barber-Session beendet hatten, brach schon der Sunset an. Da wird es auch recht schnell frisch, so zogen wir uns in unser beheiztes Zuhause zurück.

Ein Spektakel – jeden Tag

Thema Heizen – das haut bis jetzt in diesem Winter recht gut hin. Im Moment läuft die Heizung morgens für zwei, drei Stunden und dann während des Abends – da kommen auch nochmal vier, fünf Stunden dazu. Ein Blick auf die Tankuhr verrät, dass wir bisher rund die Hälfte unserer 230 Liter verbraucht haben. Wir werden also, wie letztes Jahr, rund 200 Liter Diesel zum Heizen brauchen. Die Kosten hierfür kann jeder selbst rechnen, günstiges Heizöl bekommen wir leider nicht.

An diesem Abend, dem Abend vor Sibylles Abreise – finde ich in Facebook die Annonce eines griechischen Freundes…

Wäre das was für Sibylle?

Ich zeige Sibylle den angebotenen Scooter und bespreche mich mit ihr. Kurz darauf rufe ich Tasos an und vereinbare mit ihm eine Besichtigung am nächsten Tag. Er wohnt in der Nähe des Flughafens, ich kann den Roller ansehen, nachdem ich Sibylle zum Airport gebacht habe.

Wir gehen ins Bett – morgen heißt es früh aufstehen!

Gäääähn, wie spät ist es? Hat Morgenstund´ wirklich Gold im Mund? Mir egal – ich bevorzuge Kaffee! Sibylle zerrt den Reißverschluss der großen Tasche zu, ab ins Auto damit! Das Vehikel bekommen wir großzügiger Weise von Thomas von der SIMPLY FREE geborgt – auf geht´s zum Flughafen…

Die Uhr zeigt noch eine 7

Hier in Leros reicht es, wenn man 30 Minuten vor dem Start da ist. Das schaffen wir just in time – Sibylles Reise beginnt! Zuerst das Gepäck aufgeben…

Die Tasche ist nicht voll – aber sie wird es

…dann einchecken und der Gang durch die Sicherheitskontrolle. Ich warte derweil bis zum Boarding. Zu oft ist es schon passiert, dass wegen schlechter Windverhältnisse einzelne Passagiere aussortiert worden sind. Ich will sichergehen, dass mit dem Abflug meiner Frau alles klappt.

Ein letztes Winken – dann steigt sie ein

Nachdem Sibylle eingestiegen ist, mache ich mich auf die Socken. Es ist ein Arbeitstag für mich und ich möchte doch noch den Roller ansehen. Gedacht, gemacht – schon kurze Zeit später, finde ich mich am Hof von Tasos wieder. Da stand das Schmuckstück nun…

Sieht toll aus, oder???

Gekauft? Nein! Meine Frau vertraut mir in solchen Angelegenheiten und ich bin nicht mehr so ungeduldig wie früher, Der Roller war ok und man hätte ihn für den Preis auch nehmen können – aber eben nicht müssen.

Zwei verschiedene Brems- und Kupplungshebel, ein Wackelkontakt am Hauptkabelstrang der Armaturen, ein blindes Scheinwerferglas und ein paar Kratzer, ließen darauf schließen, dass der Scooter seine „nur“ 16.000km auf harte Art und Weise hinter sich bringen musste.

Der Hauptfehler aber war, dass konnte Tasos nicht wissen, dass der Roller komplett mit so einem „Glänzerspray“ eingesprüht war. Ich hasse das! Man konnte ihn kaum anfassen ohne klebrige Hände zu bekommen. Solche Sprays benutzt man um Dinge glänzen zu lassen, die ihre besten Zeiten hinter sich haben – ich will einen ehrlichen Scooter für meine Gattin! Ich, wir, sagen ab!

So beginnt mein erster Tag alleine eigentlich eher ernüchternd. Er bot auch sonst keine Highlights. Wider Erwarten renne ich an Abend eins nicht sofort ins „SouVLakki“ – das hat nämlich noch zu! Ich beschließe zu kochen und mache mir Cordon Bleu – so lässt sich der Abend genießen.

Männerabend – Cordon Bleu, Coke, ein paar Chips und Segler-YouTube

Nach dem Essen heißt es „Klar Schiff machen“ – ich räume die Kombüse auf, spüle Geschirr und trage den Müll noch zur Tonne.

Gleichzeitig bereue ich die Ausgestaltung des Abends, denn die Nacharbeit einschließlich Herd putzen, hat dreimal so lange gedauert wie das Essen. Zudem waren die Waren ja auch nicht kostenlos. Ich beschließe, dass ab jetzt nicht mehr gekocht wird – für eine Einzelperson ist das eine Zeitverschwendung und irrational!

Ich gehe ins Bett – ab morgen beginnt der zweite Teil des Monats. Mario allein zuhause…!

Wolken, aber tendenziell freundlich

Der neue Tag beginnt unspektakulär – es ist eine Arbeitswoche. Ich richte meine Siebensachen zusammen und sehe, welches Schiff ich heute auf meiner Liste habe. Meistens lege ich so um 09.00 Uhr los. Ich blicke zurück zu NESSAJA, ich mag diese Stimmung…

Es muss nicht immer Sonne sein

Es folgt ein Arbeitstag, der nicht beschrieben werden muss. Zum einen natürlich um die Privatsphäre der Bootseigner zu wahren – da bin ich eher sehr zurückhaltend, zum anderen deswegen, weil es meist so 0815 Arbeiten sind, die erledigt werden müssen. Hier eine Bilgenpumpe tauschen, dort ein Bugstrahlruder servicieren…

Nach getaner Arbeit komme ich zurück, sortiere mich, schreibe meine Arbeitsliste und dann ist Feierabend – duschen, mampfen, Video gucken. Alltag eben…

Heute muss ich leider feststellen, dass ich bei Sibylle eine Sockenbestellung aufgeben sollte – die Arbeit hinterlässt Spuren 😉

Vorwitzig lugt der große Onkel aus der Socke – aber ein bisschen gehen die noch…

Am Abend meldet sich Sibylle mit ersten Informationen. Wir besprechen die Post – für mich ein Highlight – ich habe ZWEI Briefe in einem halben Jahr bekommen!!! Ok, immer noch zwei zuviel, aber ein guter Stand wie ich finde.

Sibylle gibt mir auch immer Rückmeldung welche Päckchen schon da sind, so dass ich diese von meiner Trackingliste streichen kann – „…da ist noch eines von Steiner…“ höre ich sie sagen. Das ist gut, denn jetzt wisst ihr gleich, warum ich ein Foto des Fernglases gebraucht habe.

Der Halsgurt für das „Commander“ Fernglas

Mein Freund Volker wollte, dass ich beim Schneider nachfrage, ob man das Schwimmpolster seines verschlissenen Halsgurtes nicht irgendwie nähen lassen könnte. Ich würde das schon gerne tun, halte dieses Ansinnen aber für sinnlos – deshalb entscheide ich, dass ich meinem Freund diesen Tragegurt schenke, aus Freundschaft!

Ich nehme an, dass er den Blog nicht vertieft liest, ich sehe also keine Spoilergefahr 😉

Dann endlich Abendessen – heute auswärts, ich gehe ins „La Nostra“ und gönne mir eine Pizza.

16.-€ und kein Aufwand

Meist schaue ich dann noch ein bisschen Video – wenn Sibylle weg ist, dann habe ich nur die Wahl zwischen YouTube, wo ich meist Seglervideos wähle, oder eben den Mediatheken der Fernsehsender. Hier fällt meine Wahl dann meist auf Reisedokus wie „mare TV“ oder „Wunderschön“.

Heute noch eine Folge des, in meinen Augen, „Katastrophenblogs“ der AQUAREL – dazu als Betthupferl eine Dose Bier – dann geht es ab in die Falle.

Bei der AQUAREL geht viel schief

Ach, weil wir gerade bei der AQUAREL sind – die waren ja meine erste Informationsquelle bezüglich der Deckssarnierung. Bei diesem Thema bin ich einen Schritt weiter.

NESSAJA wird am 29.05. aus dem Wasser gekrant und an Land gestellt. Ich habe mir einen Platz erbeten, an dem ich laut und schmutzig arbeiten darf. Ich habe mittlerweile einen Kostenvoranschlag für das Material der Deckssarnierung und ich werde diese, völlig unabhängig vom Ausgang der Verkaufsaktivitäten, auch durchführen.

Es gibt also einen groben Zeitplan für 2024 – der sieht wie folgt aus. Ab 01.04. werde ich nicht mehr in der Marina aushelfen, hier gibt es einen Break. Der ganze April ist vollumfänglich für die ELOWYN geplant – ihr Dinghy muss an Bord genommen werden, der Solarträger wird montiert und ein Segel muss zur Reparatur. Dafür muss ich mit ihr die Marina verlassen.

Am 02.05. fliegen wir nach Deutschland. Ich habe ein paar Dinge zu klären, diese sind wichtig für das weitere Vorgehen – Fragen rund um meine Wohnung sind zu diskutieren, ich muss steuerliche Aspekte bezüglich der Beschäftigung in Griechenland besprechen, undsoweiter. Natürlich besuchen wir alle Kinder und Enkel, zudem ist die Taufe von Anton…

Ich freue mich darauf Anton und Heidi kennen zu lernen und auch die anderen Racker wieder zu treffen. Ein Besuch bei meiner Tochter am Bodensee ist ebenfalls auf der Agenda.

Nachdem wir dann auch Werner in Deutschland getroffen haben werden, so zumindest der Plan, geht es am 14.05. zurück nach Leros, wo wir ELOWYN urlaubsklar an Tina und Volker übergeben.

Ich bereite dann das Auswassern von NESSAJA und unseren Umzug vor, denn nach der Rückkehr der ELOWYN werden wir auf den blauen Riesen unserer Freunde ziehen – bis dahin wissen wir ja, ob unser Schiffsverkauf weiterläuft oder geplatzt ist.

Da sich das Urlaubsende der Freunde und der Krantermin unserer Wohnung überschneiden, machen wir aus der Not eine Tugend und gehen vom 01.06. bis 12.06. für zwei Wochen in Urlaub – und wo macht der Grieche Urlaub? Richtig! In Griechenland!

Wir werden uns mit Christine und Nader auf Kreta treffen und zusammen ein paar tolle Tage verbringen. Da freuen wir uns drauf! Es überrascht euch sicher nicht, dass wir diesen Trip mit der treuen GS antreten. Die Durchwanderung der „Samaria Schlucht“ steht auf dem Plan, eine Challenge für Nader und mich…

Ab Mitte Juni reiße ich dann NESSAJAs Deck auf – und bin heilfroh, dass Hans-Peter mir uneingeschränkte Hilfe angeboten hat. Im Gegenzug machen wir parallel dazu sein Rigg. Das Gesamtvolumen der Arbeiten ist auf etwa drei Monate angesetzt. Sibylle kümmert sich derweil um Terrier „Merlin“.

Ihr seht – 2024 ist durchgetaktet 😉 ! Ab Oktober, vielleicht November, möchte ich dann entschieden haben, ob und in welchem Umfang ich für die Marina arbeite. Wenn NESSAJAs Verkauf vollzogen wird, dann möchte ich diesen auch bis dahin abgeschlossen haben.

Zurück ins Hier und Heute. Ich hatte ja einen typischen Tag beschrieben. Ich habe Zeit und schaffe viel, entweder an ELOWYN oder für die Marina. Es läuft ganz gut. Diese Tage wiederholen sich ab nun, ihr könnt euch das vorstellen, ich beschreibe daher jetzt nur noch die Highlights oder auch die kleinen Nackenschläge des Schicksals.

So eine Abwechslung habe ich erfahren, als der Segelmacher auf die LIBERTÉ kam…

Ein Meister seines Fachs – und ein sehr netter Typ

Hans-Peter hat neue Segel bestellt. Alles in trockenen Tüchern. Leider gibt es für die Bavaria 41H mit Rollmast unterschiedliche Angaben über die Segelmaße. Der Profi hat also kurzerhand entschieden, einfach nachzumessen – gut wenn man jemand vor Ort hat!

Ich habe mit dem sehr sympathischen Kerl die Segel von LIBERTÉ abgeschlagen und alle relevanten Maße genommen. Das hat etwa 20 Minuten gedauert – wenn ich mal Segel brauche, weiß ich wo ich bestellen werde.

Der Sailmaker hat mir dann noch beim Aufklarieren geholfen, gleich danach war er wieder weg…

Ok, den Rest mache ich

Der Zufall wollte es, dass ich den Reparaturauftrag für die Hanse CHILI unserer Freunde aus Nürnberg bekommen habe. Da traf es sich gut, dass das lang ersehnte Ersatzteil, ein Ladegerät, endlich angekommen war.

Ich trage die Warensendung auf das Schiff und checke den Inhalt
Jawoll – der Charger! Ein Garantiefall

Da werde ich wohl bald anpacken – diese Aufgabe möchte ich weghaben!

Zurück auf NESSAJA, meldet Sibylle mir den Eingang unserer Crocs-Bestellung. Sie ist enttäuscht, denn die zwei Paar die sie bestellt hat passen nicht – obwohl sie die gleiche Größe und das gleiche Modell bestellt hat. Ich sorge mich – und messe nach!

So kann Sibylle vergleichen

Sibylle vergleicht und gibt Entwarnung. Es scheint, als wären meine Modelle unverändert. Ich freue mich auf den Erhalt, denn ich brauche wieder ein paar Flip-Flops! Was wäre ein Leben in Flip-Flops ohne den gleichnamigen Schuh.

Es wird somit auch klar – mein linkes Klapperl bleibt verschollen. Der Wind hat es von Deck geweht und die See hat es sich geholt. 😦

Besondere Stimmung in Lakki

Heute ist ein schöner Tag, ein besonderer! Nach einigen Wochen der Betriebsruhe, macht meine „Schmankerlecke“ wieder auf. Ab heute ist das „SouVLakki“, mein Grill für alle Tage, wieder geöffnet. Es ist nicht nur Ehrensache, dass ich auftauche, nein, ich freu´ mich richtig. Ab heute geht es essenstechnisch in die Normalität (der kommenden Wochen)…

(M)ein Ort der Einkehr

Ich freue mich, die bekannten Gesichter wieder zu sehen, gratuliere Anna noch einmal nachträglich zum Geburtstag, Nico drückt mich kurz, Handshake mit Stavros – aber dann geht es an die Bestellung. Alex, der Kellner, nimmt meinen Wunsch auf und nimmt auch wahr, dass ich anmelde, dass er sich diese Bestellung für die nächsten Tage abspeichern kann.

Ah, ein Labsal – diesen Teller widme ich Hans-Peter, hier werden wir im Sommer oft dinieren (wohlverdient)

Die nächsten Tage immer das gleiche Procedere – „…the same?“ „Yes“ „Ok“! Ich bekomme eine Coke und einen Girosteller Pork / Chicken Mix plus einer Extraportion Ketchup. Dazu einen mittleren Tzatziki extra.

Von dieser Bestellung weiche ich nur am Sonntag ab – dann gibt es einen Salat dazu. Einmal hatte ich auch einen Burger.

Immer das Gleiche? Jeden Tag? Nun, fast. Dazu kommen wir noch…

Heute weht eine steife Brise. Komisch, die Vorhersage hat nichts, aber wirklich gar nichts am Schirm!

Tiefblau – 5kts – NIX

Die Realität weicht, wie sooft, deutlich davon ab! Wir haben kräftigste Böen, waren über Stunden deutlich im Bereich Sturm bzw. schwerer Sturm und hatten in der Spitze mit 58kts sogar „orkanartigen Sturm“!

Das ist zwar weniger als die 66kts von vor ein paar Wochen, aber es reicht, um kräftig an den Festmachern zu zerren.

58kts – orkanartiger Sturm mit 11 Beaufort

Was soll ich sagen? Ich hatte Schräglage in der Marina, saß schief beim Fernsehen, die m&m sind über den Tisch gekullert – aber es war nie gefährlich. Der Platz F16, unser neuer Platz, ist den Elementen mehr ausgesetzt, insgesamt aber sicherer – und ruhiger!!!

Kurz zum Windgenerator – der ist ja von Anbeginn an ein Diskussionsthema, die treuen Blogleser wissen das. Er bleibt generell hinter den Erwartungen zurück, liefert aber stetig. Ich war dennoch am zweifeln, ob die theoretischen 420W Maximalleistung nicht etwas optimistisch kalkuliert sind.

Sibylle ist nicht da – ich teste also! Ja, was soll ich sagen? Der Silentwind erreicht seine Peakleistung und die automatische Sturmabschaltung funktioniert auch.

Das mittlere Feld ist das entscheidende

Dennoch, er läuft zu unregelmäßig und bei leichter Brise zu langsam – in der Summe kommt nicht recht was rüber. Seit Sibylle weg ist, läuft er wieder unaufhörlich. Ich werte also aus…

Noch nie zurückgesetzt

Da mir diese Gimmicks nicht wirklich wichtig sind, habe ich den Verlauf noch nie zurück gesetzt. Der Silentwind ist jetzt rund ein Jahr in Betrieb, in dieser Zeit hat er 11,3kWh erzeugt. Hier kostet die kWh teure 50ct, also hat er etwa 6.-€ erwirtschaftet. Ok, er könnte es vermutlich etwas besser, aber meine Kalkulation zugrunde gelegt, hat er sich in 383 Jahren amortisiert 😉

Ok, ich weiß, darauf kommt es nicht an – er erzeugt grüne Energie und kann das Zünglein an der Waage sein…

Neuer Tag – CHILI Tag!

Mit meiner Werkzeugtasche geht es an Bord
Nanu???

Warum messe ich in einem neuen Boot an den Halterungen herum??? Ich mache das, um auszuschließen, dass ich zu doof bin ein Ladegerät in seinen Halter zu hängen!

Ich baue also das alte, baugleiche Gerät aus und will das neue an dessen Platz hängen – nanu, geht nicht! Was ist da los? Ich messe nach – und erkenne, dass die Oberkante des Halters weniger als 7cm von der Decke des Schiffes entfernt ist.

Und wie sieht es am Gerät aus???

Exakt 9cm

Ohne die Schräge der Decke einzurechnen, muss der Halter mindestens 9cm Luft nach oben haben – er hat nur 7cm! Fazit – das Gerät war niemals korrekt in seinem Halter gehangen, sondern nur unten mit seinen Fixierungsschrauben befestigt.

Weil wir gerade dabei sind – 5mm Material am Gerät plus 20mm Holz, würden mich nach einer maximal 25mm langen Schraube greifen lassen – nicht so Hanse…

Zwei fette 30mm Schrauben

Nur so zum Verinnerlichen – wenn die Schrauben durchs Holz durch sind, dann kommt die Bordwand! Ich ändere also alles, die Position des Halters, die Befestigungsschrauben – war wohl nix mit „Plug & Play“? Naja, irgendwann wird es gut und das Ladegerät auf der „scharfen“ CHILI ist einsatzklar.

Passt wieder – so soll es sein
Alles wieder aufgeräumt – die Crew kann kommen

Kollateralschäden? Ja, immer! Ich merke leider erst spät, wie es warm wird an meinem Handgelenk – Gott sei dank habe ich nix versaut!

Ich blude… (bei Sibylle und mir ein „running Gag“) – passiert ständig

Gibt es Neuigkeiten von der Front der „blauen Boliden“? Ja, auch hier tut sich was.

Zunächst ELOWYN, mein Patenschiff. Ich bin stetig auf der mächtigen Algro am wurschteln. Mal sind es kleinere Arbeiten, mal Aufwändiges. Mal werkle ich selber, ein andermal bin ich „nur“ der Kümmerer, ein „Boatboy de Luxe“ – als solcher lade ich mal wieder die Batterien, um die Schönheit weiter „on high voltage“ zu haben…

Batterien voll – passt wieder für zwei, drei Wochen

Darüber hinaus – der Lackierer meldet Vollzug! Fangen wir mit dem sensationellen Part der Arbeit an – das ehemals verchromte Plastikgehäuse des Schalthebels wurde abgeschliffen und schwarz lackiert. Darüber hinaus bekam der Kapitän seine begehrte Carbonoptik mittels „Dip-Painting“. Sensation!!!

Geht nicht besser – 100 Punkte

Die Lenkräder? Schwer zu bewerten. Die Lackierung ist super geworden, alle Platzer des Klarlacks sind repariert und die Neulackierung ist fehlerfrei. Die Steuerräder glänzen wieder wie aus dem Ei gepellt.

Eigentlich tip-top, eigentlich…

Was gibt es also zu mäkeln? Nun, dort wo der Lack aufgeplatzt war, gab es vereinzelt Stellen, an denen das Fasergewebe auch leicht beschädigt war. Das HÄTTE man mittels eines Farbkleckses kosmetisch korrigieren können. Das hat der Meister seines Faches aber nicht gemacht, so ergibt es sich, dass an zwei, drei Stellen, die Faserrisse jetzt als helle Punkte zu erkennen sind – hier der größte dieser „Fehler“.

Hätte man schwarz machen können – das darüber ist eine Spiegelung

Nachdem also der Job für ELOWYN erledigt war, bin ich weitergezogen zum nächsten blauen „Big Boat“, der CNB60 auf die ich ein Auge werfen sollte.

Zum Wassereintritt auf EDINA ist alles gesagt, sie beschäftigt mich deutlich mehr als geplant, aber ich will helfen und möglichst viel Schaden abwenden. Weil wir die Ursache noch nicht kennen, halte ich die Augen offen – kann der verstopfte Wasserablauf die Ursache sein? Ich hatte es eingangs beschrieben…

Ich muss da ran – jetzt!

Sieht wieder gut aus

Mit meinem „Stocherdraht“, mit dem ich sonst Kabel ziehe, kann ich den Ablauf frei machen. Dann muss ich die Ablaufrinne und den Deckel reinigen. Alles in Allem eine Stunde Aufwand, aber dann sieht es wieder gut aus.

Dass das Schiff während dieser Zeit gelüftet wird, versteht sich von selbst. Inzwischen ist der Schimmel von einer Fachfirma beseitigt und ich lüfte jeden zweiten Tag um die Luftfeuchte im Schiff niedrig zu halten.

Unter 60% ist das Ziel – darüber kann zu Schimmel führen

Tagwerk fast geschafft! Mir wird bewusst, dass ich dieses Jahr noch nicht in NESSAJAs Cockpit gesessen bin, um dort die Sonnenstrahlen zu genießen. Darauf habe ich Lust!

Ich koche mir einen Kaffee und gönne mir ein Stück Schokolade.

Ah, ein Hochgenuss
Es ist warm und sonnig
Endlich – ein paar Minuten genießen, abschalten, relaxen

Übrigens Schokolade – das sind Ausnahmen! Ich habe mir, nicht nur aus pragmatischen Überlegungen heraus auferlegt, nur einmal am Tag zu essen. Das ist weniger aufwändig und kostet weniger Zeit. Das Abendessen wird zum Highlight – aber mehr als das, ich befinde mich automatisch in einer Phase des Intervallfastens.

Ausnahme – am Wochenende – etwas Süsses zum Kaffee oder ein Eis.

Kommen wir zum Blogtitel – ich rekapituliere kurz…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Auch NESSAJA verlangt nach dem Einsatz des Werkzeugs, die Reparatur des Ablaufstutzens unseres Schwarzwassertanks steht noch aus.

Zuerst ausbauen und den alten Rotz entfernen

Was ist daran jetzt so schwer? Ok, eigentlich nichts, theoretisch. Der Stutzen ärgert mich aber seit Tag 1 – kurz gefasst, die beiden großen 1 1/4 Zoll Gewinde passen nicht gut ineinander, vermutlich hat das des Tanks einen Spritzfehler den ich nicht bemerkt hatte. Das wäre kein Problem, man könnte es doch einfach mit SIKA verkleben. Stimmt, wenn nicht der Tank aus PE wäre!

Aus früheren Zeiten weiß ich, dass auf PE so gut wie nix anhaftet – kleben oder dichten scheidet aus. Die eigentlich professionelle Lösung mit einem O-Ring funktioniert hier nicht und PTFE Dichtschnüre versagen. Was tun sprach Zeus?

Nun, die Experten aus meinem Lieblingsforum raten zur althergebrachten Hanflösung. Hanf??? Wie um Himmels Willen hantiert man mit Hanf? Ich suche nach Lösungen…

Bitte Herr Rauch – etwas mehr Ernsthaftigkeit

Ich sammle mich, wickle den Hanf um das Gewinde, öle alles etwas ein und verbaue nach bestem Wissen und Gewissen. Es sieht gut aus – wie immer. Aber wird es auch dicht?

Ich weiß es nicht und lasse alles über Nacht stehen um den Hanf aufquellen zu lassen.

Ok, morgen sehen wir weiter

Was ich noch nicht ahnte, dieses Thema würde mich noch tagelang beschäftigen. Ich war aber für den heutigen Tag zufrieden und fand mich bald darauf im Foodtempel wieder – same procedure as every day…

Ist aber auch einfach gut – diesen Teller widme ich Benno (dem Segler, nicht dem Enkel)

Nach der Rückkehr auf NESSAJA gibt es einen Tsipouro und ein bisschen Internet. Ich kümmere mich um meine Seite, schreibe Mails mit Freunden, bestelle Teile und recherchiere wegen meiner Deckssanierung.

sailingmoments in Facebook – ob der Seitenname noch haltbar ist? Na, mal sehen

Am nächsten Tag teste ich die Verschraubung meines Kakatanks auf Dichtigkeit – und meine Aussagen bisher, lassen euch erahnen, dass das Ergebnis ein ernüchterndes war.

Es tropft – beim Fäkalientank gilt die „Null-Toleranz-Regel“

Die nächste Stufe in diesem Prozess ist eine eigene Idee – ich brauche zur Umsetzung eine Art „Anlaufscheibe“ für den 1 1/4 Zoll Bogen – diese zeichne ich auf und sende es als eine Art „Bestellung“ per WhatsApp an meinen Freund Giorgos.

So muss es aussehen

Dieser reagiert prompt! Er meint, heute sei mein Glückstag – er hätte sowas da, in FAST den gleichen Maßen…

Ok – FAST

Ist halt griechisch gedacht – so geht das aber immer, da musst Du richtig aufpassen. Bei den Solarzellen mussten wir klären, dass 2 x 204cm NICHT in einen 4m breiten Rahmen passen und hier musste ich ihm erklären, dass seine 55mm auch bei großzügiger Betrachtung nicht FAST 49mm sind.

Er stimmt zu und verspricht, bis in zwei, drei Tagen eine Scheibe in meinen Maßen zu fertigen.

Und sonst? Was mir auffällt, es spricht sich langsam rum, dass ich in der Marina bin und einen aktiven Part darstelle. Die Tatsache, dass ich für die Marina unterwegs bin, hat den Nachfragen keinen Abbruch getan. Es wird zunehmend schwerer, die privaten Ansinnen der Segler von den offiziellen Aufgaben zu trennen.

Vieles mache ich automatisch – so sehe ich zum Beispiel bei allen Freunden und Bekannten regelmäßig nach Festmachern und Fendern, in jedem Fall nach stürmischen Tagen und Nächten.

Oft sind es Kleinigkeiten, wie hier an der ALADIN, wo der Reißverschluss der Vollpersenning aufging und diese am Nachbarschiff am Antifouling wetzte…

Kann passieren
Ist auch schnell behoben

Da braucht´s nicht mehr als eine Leiter und ein Stück Schnur. Ich behebe das und sende den Freunden eine kurze Nachricht. Meist kann ich ein bisschen Freude bereiten, das macht mir Spaß.

Schwieriger wird es für mich, wenn ich als Kontrollorgan bezüglich von der Marina ausgeführter Arbeiten zum Einsatz kommen soll, das lehne ich generell ab. Wenn es um Arbeiten externer Werker geht und bereits bestehende Fotos noch einmal ins rechte Licht gerückt werden sollen ist das dagegen vertretbar – so wie auf der ALICJA…

Die Treppe – von allen Seiten fotografiert. Ist toll geworden
Das Brett am Schrank hat tatsächlich eine andere Farbe

Hier kann ich helfen Missverständnisse zu vermeiden. Was viele Segler, auch Freunde, oftmals nicht am Schirm haben ist, wie aufwändig es ist „mal schnell“ auf ein Schiff zu gehen. Man braucht Schlüssel, Leitern oder Gangways – und nicht selten versperrt eine Vollpersenning den einfachen Zutritt.

Nur ein Beispielbild – der Eigner weiß wieviel Aufwand es ist, sich Zugang zu verschaffen

Ich mache das sehr gerne, werde aber zusehen müssen, dass mich das nicht vereinnahmt. Sibylle und ich hatten schon Samstage an denen wir zu zweit und ganztags damit beschäftigt waren, in dieser Art und Weise auszuhelfen. Aber ich habe dazu schon eine Gedankenwelt – mal sehen wie sich mein Engagement in der Marina weiterentwickelt…

BIMM – mein Telefon giert nach Aufmerksamkeit. Sibylle meldet sich aus Deutschland. Sie ist mit Enkelchen Benno einen Spaziergang machen und schiebt den Bengel im Buggy zu den Highland-Rindern. Das mögen die Racker (also die Enkel)! Die Bilder versetzen mich kurz in die Vergangenheit…

Schöne Tiere, ein Biohof aus unserer damaligen Nachbarschaft
Benno Aug´in Aug´mit dem Zotteltier – er ist beeindruckt wie damals sein Bruder
Für Landwirtschaft werben – geht auch kreativ und ohne Traktorblockaden

Bei mir reicht es auch! Ich gönne mir seit Langem mal wieder ein leckeres Eis von „Repapis“ und fahre zu diesem Zweck mit meiner treuen GS nach Lakki.

Valentinstag-Deko im Eisparadies – der Tag der Verliebten steht vor der Türe
Ich lass´ es mir schmecken – mit oder ohne Valentinsbegleitung

Zum Abend hin zieht der Wind wieder an – Südwind! Ich mag den Wind aus Süd lieber, NESSAJA liegt ruhiger, es ist nicht so kalt. Doof nur, dass er immer Wolken, meist auch Regen, mitbringt – so auch diesmal. Dies brachte mir den einzigen richtig miesen Abend seit Sibylles Abreise ein.

Dabei hat alles noch harmlos begonnen – bis morgens um 05.00 Uhr war ein strammer SE angesagt, die Gefahr von örtlichen Gewittern war bekannt und vorhergesagt.

Ich war bei Heribert auf ein Feierabendbier eingeladen und wir haben uns ein bisschen verquatscht. Als ich STARLIGHT verlassen habe, war es schon Zeit um zum Abendessen zu fahren. Just in diesem Moment begann es zu tröpfeln.

Ich wollte abwarten bis der Schauer vorbei war, um dann nach Lakki zum Essen zu fahren. Derweil wollte ich mich mit meiner Schwarzwassertanklösung beschäftigen, denn Giorgos hat die benötigte Scheibe heute vorbeigebracht – das ist gut, denn bei diesem Wetter hätte ich nicht fahren können.

Ich tüftle aus, wie ich meine Idee umsetze

Sibylle macht mir derweil lange Zähne – ausgerechnet heute hat sie ihr kulinarisches Highlight, sie ist nämlich mit Mikeys Eltern, den Freunden die wir in Kreta besuchen werden, in den „Kaminstub´n“ – mein früheres Lieblingslokal im Landkreis.

Jaja, lasst es euch schmecken
Pfffft, mir doch egal

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch guter Hoffnung, dass ich etwas später gegenhalten könnte. Der Schauer würde sicher gleich vorbei sein.

Aber nichts da! Das Wetter war grausam, ein Gewitter nach dem anderen zog vorbei, die ganze Nacht ging das Spektakel – und es hat geregnet wie aus Eimern!

Gespenstische Szenerie

Das Wetter war so garstig, dass ich es nicht über´s Herz gebracht habe, den Pizzadienst kommen zu lassen. Das wäre ein Desaster geworden.

Ich habe mir Nudeln gekocht, eine Dose Thunfisch und ein Sugo drüber gekippt und habe gegessen, während es auf meinem Kajütdach geprasselt hat.

Danach hab´ ich mir einen Tsipouro gegönnt und eine Folge „Wunderschön“ geschaut – dann hieß es ab ins Bett, morgen kann es nur besser werden!

Ich mag die Folgen mit Tamina

Und es wurde besser – die Sonne strahlte wieder! Im Licht des neuen Tages sah die Welt doch schon wieder ganz anders aus – besser! Viel besser!

Die Fähre läuft nach Lakki ein

Was ich am Morgen dieses Tages noch nicht ahnte – wieviel Wasser in dieser einen Nacht, der Nacht mit den sturzbachartigen Regengüßen, den Weg in die Bilge von EDINA finden würde. Ich würde es bald herausfinden – das Wasserproblem war zurück!

Sibylle und ich lebten zu dieser Zeit in Parallelwelten. Sie ging ihren Terminen in Deutschland nach und nutzte die Zeit dazwischen für die Familie und um alte Freunde zu treffen. Wir haben uns dazwischen immer mal auf dem Laufenden gehalten, das geht ja per WhatsApp-Bild schnell und einfach – so waren gegenseitig bestellte Grüße immer gewährleistet…

Sibylle trifft Kate zum Frühstück beim „Dinzler“
Ich sende Grüße von Bord der STARLIGHT zurück

An diesem Tag war ich zu einem Geburtstagskuchen geladen. Romina hatte gebacken, der Anlaß war Heriberts Geburtstag. Da es ein wenig spät für Kaffee war, zumindest nach Rominas bekunden, haben Heribert und ich geschlußfolgert, dass es dann nicht zu früh für ein Bier sein kann.

Ein schöner und kurzweiliger Nachmittag!

Der endete erst, als es schon dämmerte und anders als zwei Tage zuvor, hielt der Himmel seine Schleusen diesmal geschlossen. Es war herrliches Wetter! Ich konnte also umgehend zum Dinner fahren – und naja, ihr wisst schon…

Abendessen für 13,50€ – kannst nicht meckern! Den Teller widme ich Roland und Mireille, bald wieder zusammen hier…

Neuer Tag, neues Glück! (Achtung, dieser Absatz ist nur eingefügt, um den Sprung vom Dinner zum Fäkalienthema nicht zu direkt ausfallen zu lassen)!

Ich mache also wieder die Kurve zur Headline, meinem Thema, welches sich wie ein roter Faden durch meinen Monat zog – die Reparatur meines Schwarzwassertanks. Noch war ich gedanklich mit der von STS beschriebenen Akribie dabei. Ich wollte die Reparatur professionell und nach meinem Wissensstand fachgerecht umsetzen. Dafür musste eine Lösung mit Gummidichtung her, bestenfalls könnte ich spezielle Kleber bestellen und / oder müsste die Oberflächen speziell vorbereiten – mir schien die Idee mit der Gummidichtung die einfachste zu sein.

Der kleine Schraubstock kommt zum Einsatz

Ich packe also meinen kleinen Schraubstock aus, spanne den TruDesign Bogen vorsichtig ein und klebe die angefertigte Scheibe mit SIKA an. Das soll erstmal ausvulkanisieren – ich muss sicher stellen, dass die Scheibe fest mit dem Bogen verbunden ist. Das dauert etwas, erst danach kommt Schritt 2.

Also gehe ich meiner Arbeit in der Marina nach – ich hole im Office die Schlüssel für die zu reparierenden Boote…

Gestelltes Bild – die Herzen warteten drin auf mich 😉

Heute war Valentinstag, ich wusste nicht, dass man hier auf der Insel diesem Tag eine solche Bedeutung beimisst. An mir zog er eigentlich vorüber – Sibylle war ja nicht da.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Damen im Office gemacht! Maria hat es nicht verabsäumt, auch mir zwei Herzen zuzuwerfen, bildlich gesprochen…

Wie nett – dankeschön

Das hat mich gefreut! Ich habe mich artig bedankt, bin vor die Türe, habe schnell die Bilder gemacht und dann – habe ich die Herzen vertilgt!

Ich habe vor vielen Jahren einmal festgelegt, dass geschenkte Schokolade keine Kalorien hat – Genuß ohne Reue!

Nach rund 24h ist die von mir angebrachte Dichtmasse sicher vollständig durchvulkanisiert. Ich kann am Folgetag also Schritt 2 meiner Idee umsetzen – ich baue mir eine Gummidichtung selber.

Keilförmige Gummidichtung – ob´s klappt?

Dafür brauchte ich die „Anlaufscheibe“ – die Idee war nämlich, einen Dichtkeil an den 90° Bogen anzuspritzen, diesen ausvulkanisieren zu lassen und so beim Eindrehen des Bogens dafür zu sorgen, dass dieser Dichtkeil die tropfende Verschraubung abdichtet.

Normaler Weise macht das ein fetter O-Ring, aber dafür müssen an beiden Bauteilen ausreichend große Gegendichtflächen angebracht sein – dies ist leider nicht der Fall, sonst wäre es einfach!

Klar war auch, dass ich, beim Hantieren mit SIKA, es irgendwie schaffe eine kleine Baustelle aufzumachen…

Gewindereinigung mit Zahnstocher

Egal wie, am Ende hatte ich einen sauberen Dichtkegel angespritzt und musste abermals 24h warten bis ich einen Einbauversuch wagen konnte.

Das war aber ok, denn die Dämmerung brach schneller herein als ich es im Gefühl hatte – und ich wollte doch noch Gottfrieds Paket am Shop holen und bei mir einlagern.

Schneller als erwartet brach der Abend herein
Die Chandlery war schon zu, aber man hatte das Paket für mich abgelegt

DAS mache ich nur in Ausnahmefällen!!! Gottfried hat sich lang vorher mit mir abgestimmt und ich hätte, je nach Paketgröße, Alternativen gehabt. Ich hasse es, wenn NESSAJA zum Lager wird. In diesem Fall ist die Paketgröße so, dass ich es gut verräumen kann und es gut liegt ohne zu stören – ich trage das Ding also auf mein Schiff…

Dann heißt es, sich ein bisschen zu sputen – duschen, dann ab ins „SouVLakki“ und ein gutes Abendessen bestellt…

Und täglich grüßt das Murmeltier
Überraschung! Gewidmet Susanne, Marcus und Lilly – wenn der Blog erscheint, waren wir hoffentlich schon hier…

Der neue Tag beginnt gut – ich bekomme den Reparaturauftrag für die ALLEGRA, eine Hallberg-Rassy 40. Wir haben das Besitzerpaar vor zwei, drei Jahren kennengelernt und uns locker angefreundet. Wir verstehen uns gut und haben ab und an Kontakt.

Ich mag es, offiziell Boote von Freunden reparieren zu dürfen – ich kann mich direkt austauschen, die Idee hinter dem Auftrag ist meist sonnenklar. Ich informiere also den Skipper und wir updaten uns gegenseitig.

Ich reiße an, baue den Motor des Bugstrahlruders aus und zerlege ihn zum Service – ein Mörderteil!

Angenehm arbeiten an der Werkbank – wenn es mal ausgebaut ist

Die Arbeiten an der ALLEGRA ziehen sich wohl über den ganzen Monat, ich freue mich, denn es ist eine Liste mit coolen Jobs. Nur die Dachluke macht mir Sorgen – da haben sich schon einige probiert – da liegen die Prädikate „Held“ und „Versager“ eng beisammen. Na, mal sehen…

Wochenende – die hausmännlichen Pflichten rufen. Ich wische Staub und entdecke, dass mein T-Shirt Stapel merklich geschrumpft ist – Zeit, eine Maschine Wäsche zu waschen.

Mix-40°-45´ – schnell und einfach, alles rein

Sibylle würde aufschreien – das weiße Schlafshirt, das hellblaue Handtuch, Unterhosen, T-Shirts und natürlich die Arbeitshose und der Allroundpulli – alles eine Maschine! Passt, nix passiert – waschen ist so einfach wie Essen zu bestellen…

Draußen ist herrliches Wetter – überhaupt war der Februar bis jetzt ein wunderschöner Monat. Sehr viel Sonne! Die Temperaturen variieren, es kommt sehr auf den Wind an – von T-Shirt Wetter bis zum Tragen der Mütze war alles dabei.

Auch heute ist ein windiger Tag, der Windgenerator surrt, ich traue mich nicht die Wäsche aufzuhängen, da ich sie nicht beaufsichtigen kann. Ich gönne mir eine Ladung trocknen im Miele Profigerät für schlappe 8.-€!

Schick, aber teuer

Eine Stunde später kann ich meine Wäsche schranktrocken holen – offener Punkt „Waschen“, check!

Die Wartezeit überbrücke ich mit einem Tässchen Kaffee und ein bisschen Facebook schmökern.

Der Kaffee ist fertig (wäre auch eine Headline wert)

Ich bereite mich auf meinen Arbeitseinsatz vor und ziehe die soeben gewaschenen Klamotten wieder an – nanu, die Socken haben gelitten! Wo zunächst nur der dicke Zeh hervorgelugt hatte, zeigen sich nun mehrere Lüftungsschächte…

Einmal geht noch – dann kommen sie in die Tonne

So gerüstet packe ich den Werkzeugkoffer aus und widme mich meiner Holdingtank Reparatur (es gibt so viele tolle Worte für einen Scheißetank).

Ich drehe also das von mir mit der keilförmigen Dichtung versehene Fitting, abermals in das Gewinde am verfitzmaledeiten PE-Tank. Zuvor lege ich, quasi als „Masterabdichtung“, auf die freien Gewindegänge des Stutzens „Loctite 55“ Gewindedichtband. Das Ergebnis sah toll aus, ich war zufrieden.

Es folgt immer der gleiche Test – ich pumpe in drei Schritten Wasser in den Tank…

Zuerst 25-30%

Ich habe jetzt ja schon viele Versuche gemacht, manche Lösungen haben sehr schnell bei rund 20% versagt, andere haben länger gehalten. Mein bester Versuch war ein Füllgrad von 80%, dennoch haben sich nach ein paar Minuten auch dann Tropfen gezeigt.

Wie schlägt sich meine Lösung? Professionell! Fachgerecht! Auf Basis all´ meines Wissens – die mit Akribie umgesetzte Lösung???

SIE VERSAGT! Ich bin echt sauer – und irgendwie mit meinem Latein am Ende. Und jetzt? Ich denke an STS…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Ich baue das Ding abermals aus und schmiere es dick mit SIKA ein – was habe ich zu verlieren???

In weiser Voraussicht ziehe ich Handschuhe an…
…fasse damit aber an den Türrahmen – ich kann Sauerei beim Kleben nicht vermeiden

Dann drehe ich das Ding wieder in den Tank – überall quillt der Batz raus! Den Überschuss streiche ich sauber glatt – ich bekomme eine recht ansehnliche Lösung hin.

Ok, jetzt halt so – eigentlich „reingemurkst“

Der Tag ist noch jung, gerade mal Mittag – aber mir reicht es für heute! Ich brauche Abstand, etwas frische Luft, den Kopf mal durchpusten…

Mein Schiff zwingt mich zum Pfuschen und ich kann mich nicht wehren, ich bin angepisst und habe Zweifel, dass diese Löung jetzt funktioniert. Was mache ich, wenn es nicht dicht wird? Ich verschiebe die Suche nach einer Antwort auf den nächsten Tag, denn jetzt muss die Dichtmasse abermals ausvulkanisieren – vor morgen kann ich nicht testen.

Ich schnappe mir die GS und brause eine Runde über die Insel…

Februar – im Spiegel das blaue Meer
Das sind die Genussmomente – das Leben ist geil

Am Rückweg mache ich einen Schlenker über Lakki. Ich muss ein bisschen was einkaufen und will mir ein Eis gönnen.

Heute mehr als verdient

Einkaufen ist übrigens immer gleich – ein bisschen was zum Knabbern, Cola, Bier und selten mal Kaffee, Filtertüten und Küchenrollen – mehr brauche ich nicht.

Um dem Klischee des alleine hausenden Mannes in seiner Höhle ein wenig den Nährboden zu entziehen, habe ich heute mal einen Überraschungstag eingebaut.

Das beginnt beim Einkauf – denn ich kaufe OBST & GEMÜSE!

Karotten & Äpfel vs. Schokoklicker & Chips -> 0:1

Das sollte heute noch doller kommen – wartet mal ab! Ich kann es aber vorweg nehmen, die gesunde Variante konnte sich auf die lange Bank nicht gegen das Knabberzeug durchsetzen. Irgendwie bin ich nicht der „Karotte und Litchischorle – Typ“ 😉

Ich fahre zurück auf NESSAJA und komme gerade heim, als die Sonne sich anschickt hinter dem Berg zu verschwinden. Ein schönes Bild – etwas schade, dass dies nicht mehr so wirkt, wenn erstmal das Marinabanner wieder an den Stangen hängt – ok, dann steht die Sonne auch höher, vielleicht passt es.

F16 – ein schöner Platz

Ich sitze noch nicht, da schickt Sibylle schon ein Bild. Sie hat den Öltest schon abgeholt und bereits in die Tasche gepackt. Auch die kleine Pumpe für unseren Duschsumpf ist angekommen. Super! Dann kann es ja nach Sibylles Rückkehr munter weitergehen…

Schon in der Tasche

Ehe ich mich verschaue, ist es Zeit um zu Abend zu essen – ich gehe also nochmal zu meinem Motorrad – auch dem hat die Ausfahrt heute gut getan – um damit nochmals nach Lakki zu fahren.

Neuer Parkplatz

Und wo geht´s hin??? Dreimal dürft ihr raten…

NEIN! Nicht ins „SouVLakki“ – heute ist der von mir ausgerufene „Tag der Pizza“, so liegt es auf der Hand, dass ich schnurstracks ins „La Nostra“ fahre und mir eine Pizza nebst Salatbegleitung gönne.

Abwechslung am Speiseplan

Keine Beschwerden – auch hier komme ich unter 20.-€ raus. Ich bin satt und zufrieden, der Abend darf ausklingen! Ich freue mich auf eine Fernsehsendung und meine Mohrrüben dazu 😉

Ist nicht das Gleiche – Schuster bleib´ bei Deinen Leisten

Neuer Tag – Trommelwirbel! Kakatank-Dichtheitsprüfung die achte. Ich pumpe also wieder in drei Stufen Wasser in den Tank. Erst 25% – dicht! Dann 50-60% – dicht…

100 x pumpen -> 25%
200 x pumpen -> 55%
Immer noch dicht

Ok, Finale – jetzt will ich es wissen! Ich pumpe weitere 100 x und erreiche damit 90% und mache den Tank somit fast voll. Auf den ersten Blick bleibt die „quick & dirty“ Lösung dicht. Ob das verlässlich ist, muss man über die Zeit prüfen…

90% – fast voll! Ach ja, Wassertemperatur stimmt nicht (Geber nicht eingebaut)
Der „Zewa-Test“ – das lass´ ich jetzt 24h so liegen

Ich lege also ein absolut trockenes und faltenfreies Zewa auf die Abtropfstelle und lasse das System ruhen – ich nehme mir vor, erst morgen danach zu sehen, 24h sollten aussagkräftig sein!

Ich habe etwas Zeit, um in die Ecke der „blauen Riesen“ zu gehen. Ich sehe nach ELOWYN und entdecke, dass die Marineros auch dort die Pilotleinen der Muringleinen erneuert haben. Was zunächst als aufmerksam und weitsichtig gewertet werden darf, bekommt beim genaueren Hinsehen eine „kleine Note“…

Der erste Blick
Wer findet den Fehler?

Die Muringleinen für die Schiffe am A-Ponton sind, aus Sibylles Sicht, unübertrieben armdick. Das alte Leinenpaket welches hier rumliegt, sind die alten Pilotleinen – 10mm Leinen um die fetten Hauptleinen hochzuziehen, das kostet Kraft!

Ersetzt wurden diese durch 5-6mm „Fäden“, mit denen man diese Kraft kaum aufbringen wird, zudem sind diese schwerer über den Bootshaken zu führen und gehen auch langsamer unter. Aus meiner Sicht ein Fehlgriff.

Mein persönlicher „zweiter Blick“ war aber schlimmer – ich ging über das Deck von ELOWYN…

Eine Riesenauerei – inakzeptabel!

Mir war klar, dass das der Muringrotz ist, den die beiden Marineroclowns da hinterlassen haben – warum waren die am Schiff und haben das nicht vom Schlauchboot aus gemacht? Ich habe ein Bild gemacht – am nächsten Tag, so nehme ich mir vor, werde ich sie darauf ansprechen. Ich will keine Welle machen, aber Schweigen wäre nicht die richtige Lösung.

Auf ELOWYN suche ich nach dem Seeventil der Klimaanlage. Es wäre gut, hier einen Spülanschluss zu haben, um nicht immer den Schlauch vom Fitting nehmen zu müssen – ich mache Fotos um mit Volker zu telefonieren und um mir Gedanken hierzu zu machen.

Da soll ein Spülanschluss ran – ich glaub´ ich weiß schon wie…

Dann gehe ich weiter, um auf EDINA zu lüften und nach dem Rechten zu sehen. Als ich über den B-Ponton schlendere sehe ich Seltsames…

Nur für starke Nerven – Voodoo in der Evros Marina???

Hm, ob hier ein böser Zauber auf Paola und Thomas gelegt wurde? Ich vermute eher nein. Es steht zu befürchten, dass Marinahund Electra eine Art „Gastgeschenk“ mitgebracht hat, wohnt und haust sie doch seit einiger Zeit auf SIMPLY FREE.

Electra kommt nicht mehr oft zu uns. Seit wir am Außensteg liegen, ist ihr der Weg zu aufwändig. Zudem muss man zugeben, dass Thomas und Paola ihr eine Zuwendung zukommen lassen, bei der wir mit unseren Leckerlis nicht mithalten können. Seither ist Electra umgezogen – tagsüber ist sie mit ihrem Herrchen, dem Elektriker Panagiotis unterwegs, nachts schlummert sie auf SIMPLY FREE.

Schon von Weitem erkenne ich, dass bei EDINA eine Feder der Ruckdämpfer gebrochen ist…

Keine Gefahr – aber kaputt

Was ich wenige Minuten später entdecken sollte war aber schlimmer – durch den heftigen Regentag vor einer Woche, war wieder eine große Menge Wasserim Schiff. Das Problem begann von vorne, wir hatten wieder 70% Luftfeuchte – Schimmelgefahr!

Ich beschloss an diesem Tag das Problem mit „großem Kaliber“ zu bekämpfen, eine 230V Tauchpumpe muss her, ich werde jeden zweiten Tag lüften!

Ich fahre sofort in Andreas Kritikos´ Baumarkt um mir das Pumpenangebot anzusehen, danach gehe ich etwas betrübt zurück auf meine NESSAJA – ich muss den Eigner von EDINA über die neue Sachlage informieren.

OK – es gibt eine große Auswahl
Dann geht es zurück auf NESSAJA – schön, wie sie da liegt
Wieder dahoam

Neuer Tag – Sonntag! Ich habe mir vorgenommen, dass dieser arbeitsfrei bleiben soll. Dazwischen brauche ich mal einen Tag Pause.

Aber eine Aufgabe erfülle ich – Dichtheitstest am Kakatank! Was soll ich sagen? Nach 24h bei 90% Füllmenge blieb das Zewa staubtrocken – das darf als aussagekräftig gewertet werden. Die Anlage scheint dicht! Ich muss an den STS Song denken…

Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Sibylle schickt mir derweil ein Bild vom Tegernsee – sie hat sich mit Gottfried und Gabi zum Wandern getroffen, danach geht es ins „Bräustüberl“. Sie scheinen schönes Wetter zu haben.

Tegernseer Höhenweg

Diesmal meint es das Schicksal gut mit mir! Ich muss nicht, wie beim letzten Mal, wegen eines Unwetters mit Spaghetti vorlieb nehmen – auch ich kann diesen Tag genießen.

Paola und Thomas haben mich gefragt, ob ich mit einer Clique Italienern mit nach Xirokampos in „Trechantiri“ kommen wolle, man würde dort Mittagessen. Romina und Heribert wären auch dabei…

Na klar komme ich mit!

Große Runde – diesmal zum Mittagessen
Viel zu Quatschen mit Heribert…
…und mit Romina und Thomas – achtet auf das Marmeladeglas

Romina und Paola machten den „Übergang“ zum italienischen Ende der Tafel – das passte gut. Ich höre in einer so lauten Runde ohnehin nicht so gut. So konnte ich mich ganz auf das Gespräch in unserer Ecke konzentrieren – wir haben dann einfach Deutsch als Sprache an dieser Flanke des Tisches gewählt.

Super leckeres Schwertfischsteak – das „Bräustüberl“ hat nicht gefehlt

Ein Stück von Glück war, dass Cetina, eine der Italienerinnen, ich kannte sie vom Sehen, heute Geburtstag hatte. Nicht nur, dass sie die Getränke auf ihre Rechnung nahm – nein, sie als Geburtstagskind hatte ein Tiramisu gemacht und für jeden ein selbstgemachtes Glas Marmelade dabei – es wurde eine sehr nette Runde, wir sind recht lang gesessen.

Das Geburtstagskind – und das Tiramisu
Ein Gaumenschmaus

Pappsatt – ich war pappsatt! Und es war superlecker! Aber leider bin ich ganz schlecht darin Pläne zu kippen. Und Thomas und ich hatten, vor dem Tiramisu, ausgemacht, dass wir noch zu „Repapis“ auf ein Eis und einen Espresso wollen.

Und da Thomas auch ein Mann des Wortes ist, ließen wir Taten folgen! Res, non verba!

Ein runder Tag – und ein runder Mario

Danach bin ich zurück auf mein Schiff, habe mich auf´s Canapé gehaut und ein bisschen „Wunderschön“ geguckt – es erübrigt sich zu erwähnen, dass das Abendessen heute ersatzlos gestrichen war.

DerTag klingt aus

Die neue Woche beginnt – ich weiß nicht, ob es mich freut, dass ich meine neue Akkuflex auf einem fremden Schiff einweihen darf – ich muss einen Wasserhahn einbauen und stelle fest, dass auch auf anderen Schiffen nix, aber auch wirklich nix, auf Anhieb klappt! Und ja, man braucht ab und an eine Flex um einen Wasserhahn EINzubauen…

Sehr oft trage ich MEIN Werkzeug auf andere Boote

Als ich das Werkzeug aufräume, sehe ich in der Bucht die Silhouette eines mir bekannten Schiffes. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ verrät, ich liege richtig, der GRASKARPFEN ist zurück!

Outremer 45 – GRASKARPFEN
Vor Anker in Lakki

Es dauert nicht lange und die Beiden melden sich bei mir. Ob wir nicht mal zusammen was trinken wollen? Oder auch mal zusammen was essen mögen? Ja, klar – gerne! Ich mag Silvia und Jürgen, wir kennen uns noch nicht lange, aber die Beiden haben eine Art die mir liegt. Ich quatsche gerne mit den Zweien…

Heute aber noch nicht – ich habe Hunger, ich gehe mal wieder in den Hauptort um, zumindest für mich, zur Routine zurück zu kehren.

Da das Leben ja wie eine Schachtel Pralinen ist, halte ich heute eine Überraschung für Alex, den Kellner des „SouVLakki“, bereit – ich bestelle etwas ganz anderes (auch ohne Speisekarte 😉 ) Der arme Kerl erschrickt förmlich…

Heute ist der von mir ausgerufene „Local Day of Giant Burgers“

Um Sibylle ein Bild schicken zu können, welches sie beschwichtigt und ihr keinen zynischen Kommentar entlockt, vielleicht auch um mein Gewissen zu beruhigen, gibt es eine Salatbegleitung für den einsamen Burger.

Karotten-Kraut-Salat mit Zitrone und Olivenöl

War super – aber es war eine Ausnahme. Nächstes Mal heißt es wieder „back to normal“…

Ich muss das Wasserdrama um die EDINA beenden, zumal der Schimmel von einem Profiteam entfernt wurde – es gilt zu verhindern, dass dieser wieder auftritt. Ich gehe also los und kaufe das Pumpenmonster und 10m Schlauch.

Damit sollte es klappen

Just als ich mit den Einkäufen bepackt durch die Marina tapse, klingelt mein Telefon. Mein Freund Marcus ist am anderen Ende der imaginären Leitung und bittet um einen Gefallen – er hätte die Info, dass ein Paket für ihn da sei, ob ich das auf die DARKSYDE räumen könnte?

Klar kann ich…

Sicher verräumt

Von Sibylle wusste ich, dass sie heute mit dem Bus nach Karlsruhe reist, um dort ihre Geschwister, Verwandtschaft und alte Freunde zu besuchen – sie nützt den langen Aufenthalt in Deutschland diesmal richtig aus.

Wir hatten vereinbart, dass sie sich kurz meldet wenn sie gut angekommen ist – und das tat sie! Sie grüßte von einem Spaziergang am Rhein, die Schwestern hatten sich viel zu erzählen (nehme ich zumindest an…).

Sibylle und Andrea – ich bestelle auch schöne Grüße

Unter der Woche kann ich meist nicht viel erwidern, es ist für Sibylle kaum interessant auf welchen Schiffen ich herumkrabbeln muss. Vielleicht interessiert es sie, dass ich heute Abend zu Gast am GRASKARPFEN bin – es gibt Hackbraten!

Ich gehe pünktlich zuhause los, um just in time bei meinen Gastgebern zu klopfen – der Weg ist ja nicht weit – der Outremer liegt am Nachbarsteg. Auf dem kurzen Fußweg genieße ich die Szenerie…

NESSAJA im Schein des Vollmondes

Offen gesagt, ich habe mich ein wenig geziert. Ich gebe offen zu, dass ich abends, nachdem ich den ganzen Tag nichts gegessen habe, ziemlich hungrig bin – und ich bin ja generell ein guter Esser…

Als Silvia mir also die Einladung geschickt hat, habe ich zunächst abgesagt – habe es aber ehrlich begründet. Worauf ich in sekundenschnelle eine entsetzte Antwort bekam – „…waaaas, wer soll dann den ganzen Hackbraten essen? Komm´ rüber, es reicht locker!“

Kurzerhand habe ich meine Meinung geändert und zugesagt – und sollte es nicht bereuen!

Gefüllt, mit Schinkenkruste – ein Gedicht

Da saßen wir nun, wir drei – tranken Dosenbier und mampften den vorzüglichen Hackbraten weg. Wir haben uns sehr gut unterhalten, es war ein kurzweiliger Abend – und weil es so schön war, gehen wir am Freitag nochmal zum Burgeressen. Danach würden die Beiden abreisen, sehr schade – aber ist ja nicht für immer. Jürgen kommt im April schon wieder…

Wieder zuhause, versuche ich einen Facetime-Call mit Sibylle, aber diesmal klappt es nicht. Ich bin überzeugt, dass es an Sibylles Telefon liegt – aber ohne Beweise brauche ich ihr gar nicht kommen. Also rufe ich mich selber an.

Meines funktioniert

Ob der erdrückenden Beweislast, knickt meine Gattin ein und ruft mich „normal“ an, also ohne Internet, die Art Anruf, bei der man sich das Telefon ans Ohr hält und ins andere Ende des Apparates spricht – die Art Anruf, die die Italiener nicht können.

Wir tauschen uns ein bisschen aus, dann heißt es für mich – ab in die Falle…

Am nächsten Morgen nehme ich wieder eine ganze Menge Werkzeug und Arbeitsmaterial von mir mit, um für die Marina zu arbeiten. Das ist suboptimal, aber es vereinfacht meine Organisation.

Langes Kabel, Dreiecksschleifer, Adapter

Auf dem Weg zum Kundenschiff komme ich an meinem alten Platz vorbei. Ich mache ein Bild, um allen drei Freunden die Nachricht zukommen lassen zu können, dass es ihren Schiffen gut geht. Sowohl die CALA LUNA als auch die CHILI und die JASPER liegen sicher.

NESSAJA und ALENA fehlen

Dann gehe ich weiter zur EDINA, ich bin jetzt sehr häufig dort, weil ich lüfte sooft ich kann. Zum Glück spielt das Wetter mit. Morgens alle Luken auf…

Hauptluken offen, auch der Niedergang bleibt tagsüber auf

…und abends mache ich alle Luken wieder zu – mindestens alle zwei Tage. Aber es macht Sinn! Die Luftfeuchtigkeit bleibt unter 60% und eine erneute Schimmelbildung wird verhindert – die ehemals befallenen Flächen sehen gut aus.

Luken wieder zu – alles fein

Ihr seht ja jetzt häufig Bilder der ELOWYN, hier gerade das Deck der EDINA, oftmals natürlich Reparaturfotos von NESSAJA – wer jetzt aber glaubt, dass dies die Standard-Arbeitsbedingungen sind, der täuscht sich gewaltig! In der Regel sind die Schiffe nicht für den Besuch eines Handwerkers vorbereitet, ganz oft kommt es vor, dass ich Arbeiten machen muss, an denen vorher schon andere gescheitert sind – Bastler halt – nur erzählt einem das selten jemand!

Um doch einmal einen Arbeitstag zu beschreiben – heute sieht mein Arbeitsumfeld so aus…

Steht seit zwei jahren – ich verschaffe mir Zugang

Die Ankerwinsch muss getauscht werden – ich verschaffe mir hinten Zugang zum Zelt, um im stockfinsteren Vorschiff zu arbeiten und dort den Elektromotor abzuschrauben – das ist leichter gesagt als getan, denn meine Lampe macht ja nur punktuelles Licht. Das Foto schmeichelt der Gesamtsituation.

Die Fotoapp des Telefons erfasst das Restlicht vom Salon – für das Auge stockdunkel

Nach vorne muss ich, um dort die Deckseinheit zu demontieren – das Teil, dass an der Kette zieht. Unter der Plane ist es so dreckig, dass ich nach Minuten aussehe wie eingezuckert. Ich muss an dem Abend meine Kleidung waschen, so staubig bin ich – ich fühle mich wie Linus von den Peanuts.

Kein leichtes Durchkommen für einen Bären wie mich

Die schweren Teile trage ich gar nicht erst quer durch´s mollig warme Zelt, sondern über eine zweite Leiter direkt auf´s Vordeck, bei dem ich zuerst die Vollplane entfernen musste – nur vorne versteht sich.

Bis ich arbeiten anfange, vergehen hier knapp zwei Stunden. Man kann auch die Winde nicht einfach auswechseln! Das Deck ist so uneben, dass ich es zunächst mit der Flex, dann mit dem Dreiecksschleifer einebenen muss – trotzdem passt es nicht einwandfrei.

Trotz der Versuche es einzuebnen

So ergibt es sich, dass ich eine NEUE Ankerwinsch zum Deck hin abdichten muss, um später Wassereintritte zu verhindern – das alles ist Mehrarbeit die niemand geplant hat, kleine Überraschungen.

Dichtschnur zum Deck, so könnte es klappen

Als ich innen den schweren Motor an die Decksmimik heben und anflanschen will, verstehe ich, warum die anderen in Teams arbeiten! Ich bekomme es hin, haue mir aber immer wieder die Pfoten an. Es ist wirklich stockfinster in dem verhangenen Schiff.

Ich besinne mich, was ich als erstes getan habe, als ich Werners ALENA in einer ähnlichen Verfassung aus der Versenkung geholt habe – ich habe sie nach vorne ins Licht gebracht, abgedeckt und sauber gemacht. Ich sage es offen und ehrlich, wenn ich der Chef wäre, ich würde mir das auf Heller und Pfennig bezahlen lassen – oder besser noch, dafür sogen, dass die Arbeitsbedinungen passen.

Der Arbeitstag endet – ich gehe zur Dusche und erfreue mich am Rückweg mal wieder an der einzigartigen Stimmung – kein Witz, es rutscht mir laut heraus „…alles wieder gut…“ – ich liebe es, hier zu leben!

Handybild – iPhoneX, nicht bearbeitet

Das Bier am Abend war wohlverdient, das Foto für Sibylle, weil ich meine klaffenden Fleischwunden präsentieren wollte und mich auskotzen musste.

Autschi

Ich fange mich schnell wieder! Erstens ist Freitag, das Wochenende ist da. Zweitens gehe ich heute mit Silvia und Jürgen ins „Persiana“ zum Burger Essen. Ich habe Glück – es gibt „Pulled Pork Burger“, den kenne ich schon, der ist super!

Für´s Foto allerdings, gibt es einen Salat und für die Seele ein großes Guinness, das gönne ich mir heute!

8.-€ – aber jeden Cent wert
Birne, Speck und Parmesan – darüber ein Erdbeerdressing

Vom Burger gibt es kein Bild, weil mir vor Schreck das Telefon aus der Hand fiel – Jürgen hat eine Einladung ausgesprochen, grundlos, einfach so!

Ich freue mich, ich nehme es an, ich werde mich revanchieren! Es war ein weiterer schöner Abend mit den Beiden.

Das Wochenende beginnt fantastisch, das Wetter ist ein Traum, wie schon seit Tagen!

T-Shirt Wetter

Was habe ich mir für den Samstag auf die Liste geschrieben? Nun, erst die ELOWYN – Batterien laden und Deck putzen. Dann will ich auf der EDINA die Pumpe installieren und das Wasser herauspumpen, natürlich werde ich währenddessen lüften. Ich möchte wieder einmal ein Eis und abends einen schönen Grillteller – packen wir es an…

Auf ELOWYN mache ich kurzen Prozess – Ladegeräte an, Eimer raus, Schrubber raus und mit Meerwasser vorreinigen. Dann mit fünf Eimern klarem Wasser nachspülen. Das sollte reichen! Am Abend nehme ich mein Patenschiff wieder vom Strom – alles in Butter auf´m Kutter.

Sieht wieder gut aus

Was haben die Marineros dazu gesagt? „Unvermeidbar wäre es gewesen, außerdem hätten sie keinen Eimer, ob ich einen hätte?“ – ich habe erklärt, dass ich es lieber selber sauber mache, habe aber auch gesagt, dass so etwas, bei einem anderen Eigner, sehr schnell zu einem Thema werden kann – ob´s was hilft? Ich habe Zweifel!

Dann bin ich weiter zu EDINA. Dort ging es nicht ganz so rasch. Ich musste die Pumpe zusammenbauen, entlüften, den richtigen Schlauchweg finden – aber dann ging es auf einmal recht gut!

Ich pumpe endlich die restlichen Liter Wasser nach draußen – es bleiben nur ein, zwei Zentimeter am Boden. Die bekommt die Pumpe nicht weggepumpt, aber das sollte kein ernsthaftes Problem sein.

Pumpe vorbereiten – da kommt sie rein
Der Schlauch wird nach draußen geführt

Die Anlage lass´ ich jetzt so im Schiff bestehen bis der Eigner zurückkommt. So kann ich nach jedem schweren Regen die Bilge auspumpen. Ich hoffe dabei auf das einsetzende Frühjahr – irgendwann kommt kein Regen mehr nach.

Jetzt zu „Repapis“! Ich hatte schon so lange kein Eis mehr und freue mich wie ein Schnitzel. Doch potzblitz, ich traue meinen Augen kaum – was ist das???

ZU, einfach ZU

Der Eistempel hat geschlossen! Ich war nicht informiert worden und trauere nun sehr. Ich brauche Alternativlösungen, doch was bietet sich an? Eine Leere macht sich in mir breit – zu bis 05.03.! MEIN Eispalast öffnet erst wenn Sibylle wieder da ist…

Ich finde eine Alternative – ich mache etwas, was ich 2024 noch nicht gemacht habe! Ich setze mich in meinem Cockpit in die Sonne und trinke ein Bier – in kurzer Hose.

Genussmomente

Um zu verdeutlichen, dass das kein erzwungener Augenblick war, hier ein Bild von unserem Thermometer – das glaubt dir ja sonst keiner. Wir haben den 24.02.2024!!!

Innen über 25°C, außen (in der Sonne) fast 30°C

Meine Nachbarn sitzen seit einer Woche in der Badehose bzw. im Bikini im Cockpit und bräunen sich. Hier ist Frühsommer – und von mir aus darf es so bleiben!

Nur abends wenn die Sonne versinkt, dann wird es noch frisch, klar um diese Jahreszeit. Aber wirklich kalt ist es auch nicht mehr. Ich fahre also wieder mit dem Motorrad nach Lakki…

Wenn das Wasser so kupferfarben glitzert
Wieder im Takt – am Samstag gönne ich mir „das volle Programm“

Zur Zeit ist bzw. war Vollmond – das ist natürlich von Haus aus schon ein Garant für stimmungsvolle Momente und Bilder. Gerade Lakki erscheint manchmal in einem ganz besonderen Licht, das ist schwer zu fotografieren.

Ich beobachte es immer wieder beim Heimfahren vom „SouVLakki“ und teile hier gerne ein Bild von der Webseite „The Leros Way“ – ein Traum!

Lakki during dusk – thank you my dear Marietta

Der Monat kommt langsam zu einem Ende. Ich sitze hier und schreibe diesen Tag auf, der Blog holt die Realität ein – das mache ich, um den Beitrag pünktlich zum Monatswechsel online stellen zu können.

Heute Morgen spreche ich also mit Sibylle per Videocall, in einer Woche wird sie schon zurückkommen. Sie war jetzt noch zwei Tage bei ihrer Tochter in München und wird die letzte Woche jetzt noch in Miesbach verbringen – sie sendet mir Grüße aus München, sie wäre gerade auf dem Weg zur U-Bahn.

Kaiserwetter, ein schönes Bild – ich war lange nicht mehr da

Ich gebe zu, ihr ist ein schönes Bild vom Münchner Marienplatz gelungen – aber meine erste Intuition war „das will ich nicht mehr“! Ich will keine Städte mehr, keine Menschenmassen, keinen Trubel.

Sibylle und ich beenden das Gespräch. Ich sinniere noch ein wenig. Ich bin auf dem Weg zu Paola und Thomas, man hat mich auf die SIMPLY FREE zum Pizzaessen eingeladen – Paola macht fantastische Pizza, ich liebe es!

Ich will nur noch schnell auf der EDINA die Luken aufmachen, die liegt ohnehin gleich nebenan – da passiert es!!!

Das Glas löst sich vom Rahmen

Nein, nicht wie man es aus der deutschen Autoglaswerbung kennt – kein „Kraaaaaks“, aber ein kurzer Schmatzer und das Glas löst sich vom Rahmen. Na toll! Klebt mir bei dem Schiff das Pech denn an den Fingern?

Ich bin grätzig, gebe meinen Gastgebern eine kurze Info, dass ich nochmals 10 Minuten brauche – denn morgen soll es regnen (ausgerechnet) und ich brauche eine Sofortlösung!

Ich verklebe die Luke, das sollte erstmal dicht sein

Ich habe Frust – das Schiff beschäftigt mich permanent. Ich kann das so nicht lassen, sie will gelüftet werden. Ich muss zumindest eine Notreparatur ansetzen – aber nicht heute! Ein neuer Fehler ist das übrigens nicht, ich sehe klares Badezimmersilikon an der Klebestelle – da hat schon mal jemand gepfuscht!

Jetzt geht es zum Pizzaessen…

Drei Sorten – Magherita, Prosciutto-Funghi und Salame Piccante
Love it

Die Pizza war ausgezeichet, ein Gedicht! Dazu einen Rotwein und gute Gespräche mit den Beiden. Ich mag Thomas und Paola und höre mir gerne die Geschichten aus dem Leben der zwei an, Thomas ist so einer der viel zu erzählen hat – young at heart.

Um 15.00 Uhr breche ich wieder auf – das Wetter ist so toll, dass ich ein mir selbst gegebenes Versprechen einhalten will – ich gehe heute baden!

Nur ein Katzensprung bis zum Marinastrand
Ein kurzes Bad – sehr frisch, aber nicht eisig

Sibylle würde mich ermahnen. Sie würde mich schelten, ob des Unfugs den ich da triebe. Aber ob es Unfug ist, das weiß ich ja noch gar nicht – frei nach Michel von Lönneberga…

War es nun Unfug?

Es war Unfug! Aber nicht in Sibylles Sinne, sie würde wohl eher meinen baldigen Erkältungstod als Folge meines törichten Handelns befürchten! Nein, ich hatte einfach mal wieder Pech…

Es muss ein Batzerl Schweröl oder Teer am Strand gewesen sein – ich habe es nicht, oder besser formuliert, viel zu spät gemerkt!

Klebt wie Affenscheiße
Dummerweise den neuen Schuh versaut

Ich wusste rasch, dass sowas von der Haut irgendwann weggeht. Richtig geärgert hat mich die klebrige Sauerrei in meinem neuen Lieblingscroc. Ob das jemals wieder sauber wird?

Ich greife zu drastischen Mitteln, von denen ich nicht weiß, ob sie den Kunststoff des Croc einfach wegätzen. Immerhin bekomme ich alles weg – vom Fuß und auch vom Schuh.

Morgen früh wird sich zeigen ob es gut war – wenn Fuß und Schuh noch da sind, dann war es Glück im Unglück…

Fazit – 10 Minuten baden, eine Stunde putzen. Ja, ich denke es war Unfug!

So kann man seinen freien Sonntag auch rumbringen! Die Sauerei-Nummer hat mein Glück an diesem Tag etwas geschmälert – vielleicht gut so, es wäre sonst kaum auszuhalten gewesen! Nun, ich hatte gut gespeist, die leckere Pizza wirkte noch nach, so fiel das Dinner heute aus und ich ging ohne schuldhaften Verzug zum Abendprogramm über.

Mal wieder was Neues von Franzi und Tobi – „Wir segeln“ – wir hatten die Beiden 2022 in Poros getroffen

Es gab mal wieder ein paar neue Segler „YouTube“ Episoden. Das war kurzweilig und ich habe bis nach 23.00 Uhr geschaut. Dennoch habe ich den Eindruck, dass bei allen, was die Filmerei betrifft, so ein wenig die Luft raus ist. Ich hatte da auch mal Versuche gestartet und einen YT-Kanal aufgesetzt – war mir viel zu aufwändig!

Am nächsten Morgen schlug das Wetter um, es kam eine Regenfront auf uns zu, welche für heftige Niederschläge sorgen sollte. Das war vorausgesagt und traf, wenn auch etwas später als gedacht, genauso auch ein.

Heute mal weniger einladend – der Regen kommt

Für mich traf es sich hervorragend, dass ich eine weniger aufwändige Arbeit bei unseren früheren Nachbarn am D-Ponton zu erledigen hatte – der große Vorteil, die Arbeit war INNEN!

Das war gut so, denn inzwischen goß es wie aus Kübeln…

Die Natur braucht´s – und die Menschen auf Leros auch…

Für mich ist das deshalb eine Herausforderung, weil ich rigoros alle Schlechtwetterkleidung weggegeben habe. Ich habe damals beschlossen, dass ich schlechtes Wetter einfach ignoriere – normaler Weise bleibe ich bei solchem Wetter einfach zuhause.

Das ist im Moment nicht zu 100% umzusetzen – so husche ich, so gut es eben geht, in den Regenpausen zum Office oder zur Chandlery. Das klappt meist, aber eben nicht immer – dann stelle ich mich unter…

Es gießt wieder – ich warte auf der Terrasse des geschlossenen „Skippers“

Als meine Arbeit auf der ISIS erledigt war, hatte mich das Eignerpaar noch auf einen Kaffee eingeladen und wir quatschten ein wenig – sehr nette Leute.

Danach habe ich beschlossen, meinen Arbeitstag zu beenden und mich meinem Blog zu widmen. An solchen Tagen hat es keinen Sinn. Ich schrieb also abermals ein paar Zeilen und freute mich auf´s Abendessen. Der Regen hatte zum Glück schon nachgelassen, so gab es keinen Grund, nicht zur ersten Adresse für Giros zu fahren…

Wieder „SouVLakki“ – nein, es wird mir nicht zuviel

Der Morgen des 27. Februar bricht an – wie immer gibt es erst einmal einen frisch gebrauten Kaffee. Ohne das schwarze Koffeingetränk geht bei mir gar nix! Das ist für mich, wie ein Schuß Startpilot für einen alten Deutz Schlepper.

Erstes Tun am Morgen – Kaffee aufbrühen

Sibylle und ich haben alles probiert – French-Press, Pads, Kaffeemaschine, alles…

Da ich teure Alukapseln und die dazugehörigen Maschinen weiterhin verweigere, ich sehe sie für einen Vieltrinker einfach als zu teuer an, haben wir das Aufbrühen von Kaffee als die für uns beste Lösung ausgemacht. Auch der Umweltgedanke wird bedient – den Strom für unseren Wasserkocher macht die Sonne.

Ich zelebriere und genieße den Duft – der Kaffee ist fertig…

Die Kaffeedose vom Dinzler – ein Relikt aus alten Tagen

Ich habe mich auf diesen Tag gefreut! Heute Nacht sind Susanne, Marcus und die kleine Lilly auf Leros angekommen. Die DARKSYDE ist nicht mehr verwaist, die Marina erhält neue Impulse. Ich mag die Drei einfach.

Ich begrüße die Freunde gleich morgens, wir quatschen ein wenig, dann ruft die Pflicht. Der Abend ist aber reserviert! Es gibt Dinner an Bord der DARKSYDE, das ist einfacher mit der Kleinen – um auch den Aufwand rund um´s Essen klein zu halten, werden wir uns etwas bestellen.

Super! Ich gehe duschen, einkaufen und ziehe mich dann noch etwas auf NESSAJA zurück, um 19.00 Uhr soll ich rüberkommen. Das reicht, um noch etwas zu relaxen. Heute war übrigens wieder bestes Wetter, es war eine tolle Stimmung in der Marina.

Den ganzen Tag war es warm und sonnig

Um Punkt 19.00 Uhr treffe ich bei den Freunden ein. Was kommt an diesem Abend auf den Tisch? Dreimal dürft ihr raten! Natürlich Giros – vom „SouVLakki“ 😉

Wir quatschen viel, lachen, sind ausgelassen. Der Abend verfliegt! Ich merke, dass mein mitgebrachtes Ketchup verschimmelt war, hoffentlich habe ich mich nicht vergiftet und zum Glück hatte ich es noch nicht angeboten! Wir trinken Bier, Wein und Ouzo – herrlich…

Als ich zufrieden nach Hause torkle, war es schon nach 22.00 Uhr – jetzt noch ein bisschen Video gucken, aber dann ab ins Bett!

Leider habe ich nicht so doll geschlafen – der letzte Ouzo war wohl schlecht! Oder ich hatte doch eine Schimmelvergiftung – wie auch immer, es war noch nicht hell als ich mich aufrappelte. An solchen Tagen nutze ich die Gunst der Stunde und fange den Wurm, so wie es der frühe Vogel sprichwörtlich zu tun pflegt.

Mit dem Blogbeitrag auf dem Laufenden

Dann starte ich doch meine Heizung – es ist eigentlich schon so, dass man es ohne aushalten könnte, aber mit ist eben gemütlicher. Was ich dann sehe, reißt mich aus dem Halbschlaf…

WAS ist DAS?

Die Heizung raucht sofort nach dem Einschalten – noch bevor der Brenner startet! Brennt mein Zuhause? Muss ich die Rettungsinsel in der Marina klarmachen? Was gilt es zu retten? Hatte ich die Eberspächer nicht gerade noch gelobt???

Ich sammle und beruhige mich – das war auch nicht so schwer, denn unmittelbar nachdem der Brenner ansprang, war der weiße Rauch verschwunden. Na da werde ich mich mal aufschlauen müssen…

Ich trinke meinen Kaffee und gehe „uff Orbeid“! 😉

Heute war es soweit, ich konnte mich nicht länger drücken, den ungeliebten Einbau der Luke nicht weiter vor mir herschieben. Ich gehe also auf die ALLEGRA der Freunde aus Münster und lege los!

Alles hergerichtet – kann losgehen

Als ich Sibylle davon erzähle, meint sie nur lapidar „…und ich bin nicht da um Dir Tücher zu reichen!“ Stimmt! Tücher! Ich fahre rasch in den Super markt und kaufe auf eigene Rechnung eine XXL Rolle Küchentücher und eine neue Packung Latexhandschuhe – dann geht es los!

Eigentlich bekomme ich das mit den Dichtmassen immer irgendwie hin. Meist schaut es sogar ganz gut aus und ist, viel wichtiger, letzten Endes sogar dicht. Das Problem ist lediglich, dass ich ein Talent habe, das Zeug nicht nur zu verarbeiten, sondern auch überall hinzuschmieren. Ich arbeite diesmal jedoch hochkonzentriert und am Ende des Tages ist die Luke verbaut.

Dichtheitsprüfung folgt!

Diesmal habe ich nichts verschmiert, geht doch! Leider ist meine frisch gewaschene Hose wieder richtig versaut, naja wenn man den ganzen Tag auf den Knien über ein Deck krabbelt.

Gestern noch sauber

In Ermangelung einer zweiten, muss ich zur Notlösung greifen und den Staub feucht abwischen. Das klappt recht gut – ich muss wohl am Wochenende noch ein weiteres Mal waschen.

Meine Arbeitsschuhe haben sich ein weiteres Opfer gesucht – ein zweites Paar Socken geht dahin – ich bestelle bei Sibylle eine Packung nach. Sie verspricht, mir welche aus Deutschland mitzubringen.

Hin – Löcher überall! Die Schuhe fressen Socken

Hätten wir kein Schaltjahr, wäre der Februar fast geschafft. So hängt noch ein weiterer Tag an diesem ohnehin recht kurzen Monat.

Heute Abend steht Abwechslung auf dem Programm und somit auch auf dem Speiseplan!

Sushi in Leros – was für eine Gelegenheit

In meinem Lieblingslokal gibt es Aktionstage an denen Sushi angeboten wird. Heute ist so einer! Ich liebe Sushi und asiatisches Essen im Allgemeinen und vermisse manchmal, dass es diese Option hier nicht gibt.

Nicht so heute…

Es war also klar, da muss ich hin! Spontan haben Heribert und Romina von der STARLIGHT auch zugesagt, mal sehen, was uns drei da heute erwartet.

Wir gönnen uns einen Leihwagen und brummeln um kurz vor 19.00 Uhr zum „Tis Kakomoiras“, dort ist es festlich dekoriert – stimmt, Fasching, wie toll…

Aber sie geben sich echt immer total Mühe – findet der Faschingsmuffel

Die deutsch-maltesische Delegation war mal wieder unter den ersten, wir nehmen also Platz und studieren die uns neue Aktionsspeisekarte – ein Mamos als Getränk ist gesetzt, Litchischorle stand nicht auf der Karte.

Ok, einmal alles in genau der Reihenfolge

Da Heribert und Romina auch keine Kostverächter sind, waren wir uns rasch einig – wir bestellen alles was irgendwie dem Gedanken von Sushi entspricht, in einer Menge deren Teiler drei sein muss. Dazu zwei Mal Ramen, eine sehr leckere Suppe, einmal Frühlingsrollen und zweimal Chicken süss-sauer. Soweit so gut…

Sehen wir mal was kommt?!

Ramen – die Suppe mit Nudeln und Hähnchenfleisch
Frühlingsrollen – klein und lecker
Hähnchen süss-sauer auf Basmatireis

Ja und jetzt? Was is´ nun mit den Sushi? Wir waren sehr gespannt – und dann hat er aufgetragen…

Die Platten waren nicht von schlechten Eltern!

Sushi Pralinés
Waren lecker – wir bestellen nach
Last not least – Nigiri

Ok – Fazit??? War gut! Mal was anders, im Großen und Ganzen waren die Sushi lecker und so, wie man es sich erwarten darf. Nicht die Qualität eines japanischen Restaurants, eher so wie beim „Running Sushi“. Die Griechen können nicht anders, als der Sache eine griechische Note zu geben – ich glaube, sie verstehen einfach nicht, dass es Essen gibt welches KEINEN Mayonese-Klecks braucht. Diese Note mussten wir akzeptieren, es gibt aber Schlimmeres – unterm Strich war es wirklich gut, es war ein netter Abend.

ABER! Der Preis war selbstbewusst kalkuliert – wir haben gut bestellt und viel gegessen, haben aber pro Person 45.-€ bezahlt. Das ist mein Drei-Tages-Budget im „SouVLakki“! Es war ok für mich, wir wollten das so und haben nicht vorher gerechnet – aber offen gesagt, ein zweites Mal wäre es mir das nicht wert. Ich bleibe dem Lokal treu, zum Sushi essen werde ich nicht mehr hingehen – für das Geld kann man auf Leros besser Fisch essen gehen.

Der letzte Tag des Monats bricht an – schon alleine deshalb ein besonderer, weil es ein 29. Februar ist, 2024 ist ein Schaltjahr. Was tun mit dem „geschenkten Tag“?

Nun, wenn einem gar nichts anderes einfällt, dann geht man eben arbeiten…

Fertig! Hoffentlich ist sie dicht

Ich mache die Luke an der HR40 unserer Freunde fertig, sieht ganz gut aus – aber darauf kommt es nicht an, dicht muss sie sein. Das teste ich, wenn Sibylle wieder da ist, dafür brauche ich Hilfe.

Ich hätte gleich weitermachen wollen, aber es kommt ein kurzfristiger Auftrag dazwischen – nur einen Fußschalter auf dem Katamaran von Ewa und Steve auswechseln. Ich finde es lustig, dass ich nun auch bei den Beiden etwas Offizielles zu tun habe. Ich sehe mir das an und verabrede mich mit Steve für 14.00 Uhr – ich käme nach der Mittagspause mit Werkzeug und Ersatzteilen…

Das Ersatzteil habe ich schon geholt, das Werkzeug nehme ich von mir…
Dafür sieht es dann bei mir wieder aus wie Sau

Warum mache ich das? Weil es schneller geht, als meine Tasche von einem anderen Schiff herunterzutragen – und dann doch noch etwas von mir holen zu müssen.

Ich opfere also 10 Minuten meiner Mittagspause um alles bereitzulegen und um pünktlich zu sein. Sieben Minuten vor dem Termin vernehme ich ein lautes BIMM – mein Telefon…

Ärgert mich trotzdem

Man sagt kurzerhand per Sprachnachricht ab, weil man „was anderes“ vorhätte. Es wurmt mich ein bisschen, ich verlege daher gleich auf morgen früh – hoffentlich klappt dann alles.

Ich muss auf dem Weg zurück zur ALLEGRA unserer Freunde aus Münster noch auf einem anderen Schiff etwas nachsehen. Ich stehe in der Sonne und blicke mich um – es ist schon Wahnsinn, was hier so rumsteht!

Auch das gibt es hier

Dann mache ich mich wieder an die Arbeit. Bis jetzt gehen die Jobs auf der HR40 der Freunde rasch von der Hand. Ich entwickle mich noch zum „Mr. Slowhand“ für schöne Schwedinnen.

Ich habe mir vorgenommen, den Motor des Bugstrahlruders wieder zusammenzubauen. Das Ding hat doppelt so viel PS wie der Roller mit dem Sibylle über die Insel flitzt.

A saubere Sach…
…naja, ned ganz 😉
Aber kurz vor Feierabend ist es geschafft

Ich räume mein Werkzeug auf und wasche mir die Hände, dann gehe ich zu NESSAJA um gemütlich ein Feierabendbier zu trinken. Doch nix da! Am Weg klingelt das Telefon, Volker ist dran – ich hebe ab.

Wir sprechen viel und lange über die ELOWYN und die Pläne der nächsten zwei Jahre. Er hat mich voll am Plan – und ich liebe seine Gedanken! Ich spüre, ich stehe am Scheideweg – ich muss mich entscheiden. Insgeheim merke ich, mein Herz schlägt für die blaue Schönheit…

Die nächsten zwei Stunden bringen mich dem Wahnsinn nahe – mein Telefon hört nicht auf zu klingeln. Da ich um 18.30 Uhr auf der STARLIGHT zum Abendessen geladen bin, verwerfe ich den Plan zu duschen und sprühe mir Deo unter die Achseln – das werde ich natürlich niemanden erzählen.

Kurz bevor ich gehe, schalte ich meine Heizung ein – das Problem ist nicht gelöst.

Habemus Papam

Ich bin frustriert! Es zeichnet sich ab, dass mit der Heizung etwas nicht stimmt. Mein Händler, ein Fachmann mit kleiner Firma aus dem hohen deutschen Norden, läuft servicetechnisch zur Höchstform auf und ist sich sicher, das belegt er mit Bildern anderer D5 Heizungen, dass an der Heizung die Wärmetauscherdichtung gebrochen ist.

Kurz – die Heizung muss raus und in den Service! DAS ist nun echt Mist, denn es steht zu befürchten, dass ich die ganze Salonecke zerlegen muss.

Naja, es hilft ja nix – in jedem Fall will er helfen, wir vertagen uns auf das Wochenende. Ich gehe zu Romina und Heribert, es gibt eine maltesische Suppe.

Sehr lecker – und was Warmes

Die Beiden verabschieden sich von mir, morgen geht es für eine Woche in die Türkei (ohne Schiff) um Istanbul und Kapadokien anzusehen – dafür wünsche ich viel Spaß.

Zeitig gehe ich nach Hause und stelle den Blog fertig. In weniger als einer Woche kommt Sibylle wieder. Ich freue mich auf sie, auch wenn die Tage bis heute gut taten und entspannt waren.

Was erwartet mich im März? Der vorläufig letzte Monat als Mechaniker für die Marina – es gibt den beschrieben Break bis Oktober. Ich möchte bei NESSAJA meinen Außenwasseranschluss fertigstellen und meine Duschsumpf-Pumpe reparieren, zudem braucht mein Motorrad unbedingt etwas Pflege. Außerdem werden wir verstärkt nach einem Roller für Sibylle suchen. Das Thema Standheizung muss geklärt werden und genießt eine gewisse Priorität! Darüber hinaus? Schau´n mer moi…

Ich bedanke mich, auch im Namen von Sibylle, bei allen Lesern des Blogs – ich freue mich über den regelmäßigen Zuspruch.

Euch allen herzliche Grüße von Bord der NESSAJA, aus der Leros Marina Evros

Mario

P.S.: Für STS Fans oder solche, die es noch werden wollen – wie versprochen, hier der Text von „Ned gebor´n für die Welt“

Januar 2024 – Lass´ uns Leben

Ich stehe dazu – ich liebe die 80er und fühle mich als ein Kind dieser Epoche – der Song von MMW aus dem Jahr 1983 wurde seinerzeit hymnenhaft rauf und runter gespielt und nun wird er die Headline meines ersten Blogberichts 2024 – und das nicht ohne Grund…

„Ja, ich lebe
Und ich lebe, immer mehr
Was soll’s, ich lebe, ja ich lebe
Das Leben ist gar nicht so schwer“

Zuviel des Guten? Nein, diesmal nicht! Mitte des Monats zeigt uns das Schicksal wie schnell und ohne Vorwarnung es doch zuschlagen kann!

Die Nachricht vom Tod unserer Freundin trifft uns wie ein Schlag

Ein Monat der turbulent begann, durchaus positiv geprägt war, bekam eine tragische Wendung. Wir haben die Nachricht bis heute noch nicht verwunden und sind tief traurig.

Einmal mehr werden wir ermahnt, dass wir die durch unsere Lebensumstellung „gewonnene“ Zeit nicht schludrig verplempern, sondern dass wir uns selbst verpflichtet sind, jede einzelne Minute zu nutzen und zu genießen…

Wettertechnisch begann der Januar schlecht – dunkle Wolken am Himmel, Regen! NESSAJA lag an ihrem neuen Platz am Außensteg F.

Da liegt NESSAJA nun, so habt ihr eine Vorstellung

Unser Besuch aus Baden-Württemberg ist noch da. Gerald und Ulrike holen uns heute ab, wir haben eine Inseltour vereinbart. Das geht auch bei Regen, zumal dieser nicht wirklich langanhaltend ist. Immer wieder Schauer zwar, aber um die Sehenswürdigkeiten von Leros abzutingeln reicht es allemal.

Wir fahren mit Geralds und Ulrikes Leihwagen
Zunächst nach Xirokampos im Süden der Insel…
…wo wir das Kirchlein „Panagia Kavouradena“ besuchen
Dann geht es weiter zur Burg, zentral im Osten gelegen
Wir genießen die Aussicht von der „Kapelle des Propheten Elias“…
…und müssen leider feststellen, dass die Burg geschlossen ist

Stammgäste unseres Blogs sind sicher gespannt – eine richtungweisende Information ist schließlich offen! Wie ging es mit den Kaufabsichten der Beiden für unsere NESSAJA aus???

Ich will euch nicht länger auf die Folter spannen – 2024 begann für uns mit einem Paukenschlag, NESSAJA ist verkauft!

Ok, um es korrekt zu formulieren – wir haben uns auf die Vertragsmodalitäten geeinigt, diese als Rahmenbedingungen fixiert und eine Absichtserklärung mit Anzahlung vereinbart. Diese Erklärung ist unterschrieben, die Anzahlung geflossen. Ich gehe also davon aus, dass Gerald und Ulrike unsere NESSAJA als neue Eigner übernehmen werden.

An den Kauf ist eine Bedingung gebunden. Wir haben zu meiner großen Überraschung festgestellt, dass das Sandwichdeck von NESSAJA vermutlich beschädigt ist. Dies geht zu meinen Lasten – nicht finanziell – ich muss es reparieren. Diese Reparatur wird einen Großteil des Sommers 2024 einnehmen, denn es ist eine Heidenarbeit die mir da bevorsteht – Hans-Peter hat angeboten zu helfen, wir wollen das zwischen Juni und Oktober wuppen.

Danach die Übergabe an die neuen Eigner, diese sind ihrerseits für einen neuen Decksbelag zuständig, ich bereite den Unterbau, die Decksstruktur, dafür vor.

Hoffentlich klappt das…

Für ein gutes Jahr 2024! Gesundheit, Glück und eine gelungene Umsetzung der Pläne

Die Kerze zünde ich in der berühmten Kirche „Agios Isidoros“ an – auf einem Inselchen in der Gourna Bucht im Westen von Leros gelegen.

Danach klappern wir noch den Norden ab, um dann erschöpft in die Marina zurück zu kehren. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir fast nur ein Thema hatten – das Geschäft rund um unser Zuhause…

Gerald möchte eine Ölprobe meines Motors um diese untersuchen zu lassen. Ich zapfe ihm den begehrten Tropfen ab, ich befürchte nichts.

Klar, bisschen Sauerei gibt´s immer

Auch wenn wir alleine waren, hatten Sibylle und ich viel zu bereden – wie geht es weiter? Wir bestellen eine Pizza und besprechen verschiedene Optionen. Diese rücken auf einmal in greifbare Nähe.

Lecker wie immer – Pizza vom „La Nostra“

Neuer Tag, neues Glück! Wir genießen den weiten Blick von unserem neuen Platz, wenn wir auch unsere Hälse recht strecken müssen. Es sei aber offen gesagt, kein Vorteil ohne Nachteil. Die Flagge auf dem Bild hier…

Neuer Platz – meist sehr angenehm

…hat der Wind, welcher hier außen doch deutlich kräftiger weht als an dem alten Platz im „Inneren“ des Hafenbeckens, diese Flagge also, hat eine Bö einfach „umgelegt“.

Der Halter des Flaggstocks war mit einer Niete verdrehsicher fixiert – diese hat es einfach abgeschert. Was soll´s, mussten wir so hinnehmen…

Ich beschließe etwas zu arbeiten. Ich will den Außenwasseranschluss den mir Gerald aus Deutschland mitgebracht hat montieren…

Gut geworden…
Da wird der Wasserschlauch mit Gardena-Kupplung angeschlossen

So einen Anschluss soll NESSAJA haben, um die divenhafte Wasserpumpe zukünftig vor schnellem Verschleiß zu schützen. Wenn das System eines Tages funktioniert, dann werde ich die Druckleitung des Marinawassers direkt hier anschließen und über einen Bypass das Pumpensystem umgehen. Dann haben wir permanenten Leitungsdruck in NESSAJA, das Auffüllen der 580Liter Wassertanks würde damit in der Marina obsolet.

Nach der Pflicht folgt die Kür…

Neues Jahr, neues Haar – meine Friseurmeisterin am Werk

Noch einmal nimmt mich mein Schiff in die Pflicht. Seit wir hier außen am Steg liegen, benutzen wir unsere tolle Dusche im Schiff – zumindest wenn das Wetter uns den, jetzt spürbar weiteren, Weg zur Duschanlage vergällt.

Letztes Mal wollten wir den Duschsumpf abpumpen – nichts ging mehr – rien ne va plus!

Wie so oft hieß es – Werkzeugkoffer auf, Schrauben drehn, Muttern drehn…

Alt fliegt raus, das Rückschlagventil klemmt
Neu zieht ein – danach geht es wieder

Heute Abend gehen wir zusammen mit Gerald und Ulrike essen – wir haben uns erst für 20.00 Uhr verabredet, denn gleich im Anschluss ans Dinner, werden wir unsere Gäste verabschieden. Die Beiden sind uns Freunde geworden, ich bin überzeugt, dass sie mit unserem Schiff glücklich werden können.

„Bin ich wehmütig?“ Diese Frage stelle ich mir selbst, als wir vor dem Abendessen ein wenig vor dem Computer sitzen.

Klar – es gab diese „besonderen Momente“

Ich kann es klar beantworten – NEIN! NESSAJA hat 2014 unsere alte Bavaria 390 Lagoon ersetzt. Die war lange Jahre mein Traumschiff, wurde dann aber kalt abgelöst, als ich NESSAJA fand.

Unsere Dufour, die Ex-OTARIE, war für mich immer und untrennbar mit meinem Traum einer Blauwasserfahrt verbunden. Am Tag als ich sie gekauft habe war klar – „…DAS wird mein Schiff für die große Reise!“

Die große Reise wird nicht stattfinden – der Traum ist geplatzt. Ich brauche NESSAJA nicht mehr. Sie ist für meine Zukunftspläne nicht mehr das richtige Mittel zum Zweck.

Emotionen? Ja, gerne! Aber nicht für ein Schiff…

Neue Gedanken! Wir gehen ins „El Greco“ zum Dinner und bringen danach unsere Freunde zur Fähre.

Auf Wiedersehen – bis zum Mai

Seither stehen wir in regelmäßigen Kontakt. Es gibt viel zu besprechen. So wie es aussieht, werden wir uns Ende Mai wieder treffen um die Probefahrt zu machen, das Unterwasserschiff zu besehen und erste Einweisungen zu machen.

Krantermin für NESSAJA ist am 29.05.2024 – danach wird sie zur Baustelle und wir ziehen aus. Wohin? Es gibt eine Antwort, doch immer mit der Ruhe 😉 !

Der Folgetag beginnt langsam, wir frühstücken und essen ein Stück Kuchen, welches vom Vortag übrig geblieben ist. Plötzlich zaudert Sibylle, sie beißt auf etwas Hartes…

Kali Chronia – gutes Jahr

…potztausend! Hat meine Gattin doch tatsächlich die „Glücksmünze“ im Kuchenstück gehabt. Das Einarbeiten dieser Münzen ist Brauch zur Silvesterzeit. Man sagt, wer die Münze im Kuchen hat, der hätte NOCH mehr Glück als man sich ohnehin schon wünscht – jetzt kann ja nix mehr schiefgehen.

Die Glückssträhne hat quasi schon begonnen, denn wider Erwarten bricht, trotz des kräftigen Zubeißens, kein Zahn aus dem Gebiss.

BING – eine Nachricht aus München! Freund Gottfried schickt eine etwa 45cm lange WhatsApp Nachricht. Wer Gottfried kennt weiß, dass ich nicht übertreibe. Der Inhalt kurz gefasst – ob ich beim örtlichen Hydraulikspezialisten einmal nach seinem Zylinder für den Autopiloten sehen könnte?

Ja klar, kann ich…

Fachbetrieb für feinste Hydraulikreparaturen – er kann es wirklich

Auch die Antwort kann ich kurz fassen – AVRIO! Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass Avrio wörtlich übersetzt „morgen“ heißt. Man sagt aber, dass es in der Praxis als „nicht heute“ ausgelegt wird – das ist ein gewaltiger Unterschied.

Ich fahre ab diesem Tag einmal in der Woche zum Fachbetrieb – den Zylinder habe ich bis heute nicht…

Darüber hinaus genießen wir das Leben!

Wir nutzen den Sonnentag…
…ich fahre ins „Tzouma“ nach Panteli
Sibylle geht spazieren…
…und kommt zu Fuß nach

Wir sitzen im Café und genießen diesen wunderbaren Tag. Ich kann zu dieser Zeit noch uneingeschränkt genießen, ich muss noch nicht arbeiten – in der Marina herrscht noch eine Art „Betriebsruhe“, ich habe mir ebenfalls ein paar freie Tage erbeten – heute ist einer davon.

Die Luft wird durch die Sonne erwärmt, das Meer glitzert. Ihr könnt es euch denken – ich kann abermals nicht wiederstehen!

Nicht so sehr kalt…
…vielleicht so 19°C???

Das Baden macht irgendwie hungrig. Sibylle lässt sich breitschlagen und teilt mit mir ein „Club Sandwich“ (zu meinen Gunsten) 😉 – danach gönnen wir uns seit langer Zeit mal wieder eine Eisspezialität bei „Repapis“.

Das „Club Sandwich“ ist echt gut
Das Eis steht in nichts nach

Wir waren lang am Strand. Kurz nach unserer Rückkehr zum Schiff dämmerte es schon.

Wir genossen das Abendrot und zogen uns zurück. Ein Videoabend war angesagt, das Thema fast schon obligatorisch.

Die Sonne geht unter, es wird frisch, wir gehen nach drinnen
Ach so geht das! Ich brauche Schnaps!

Wir beginnen uns aufzuschlauen und fangen an, nach Tips, Tricks und Informationen bezüglich unserer Sandwichdeck Sanierung zu suchen. Das Internet gibt Einiges her und mit der Crew der AQUAREL schließen wir uns sogar kurz um nützliches Wissen zu erfragen.

Heute weiß ich ungefähr was auf mich zukommt. Der Schnaps hat geholfen, dass mich die Angst vor der Reparatur nicht in den Wahnsinn trieb. Und dass Hans-Peter mir hilft, finde ich perfekt!!!

Inzwischen haben wir einen Zeitplan, der weit ins Jahr 2024 hineinreicht, ich würde sogar sagen, dass die grobe Zeitachse für das kommende Jahr steht. Die Heimatbesuche sind geplant, Zeit für ELOWYN und NESSAJA – und für etwas Urlaub bleibt auch noch Zeit.

So weit, so gut! Nicht gut ist nach wie vor das Wetter im Winter 2024. Wir haben entweder Südwinde die zwar angenehme Temperaturen bringen, aber auch Wolken und Regen im Schlepptau haben.

Oder wir haben Nordwinde, die oft blauen Himmel und klare Luft liefern, welche aber auch dafür sorgen, dass die Temperaturen in den einstelligen Bereich fallen. Während einer Starkwindphase aus SW lernen wir die Nachteile unseres Platzes kennen.

Krängung am Steg – Sibylle wird seekrank

Die Schiffe in diesem Bereich sind den Winden deutlich mehr ausgesetzt. Wir krängen uns im Hafen, die Festmacher knarzen ohrenbetäubend und die kleinen Wellen patschen gegen den Klangkörper des Schiffes. Sibylles Worte hallen mir im Ohr, „…dort weht immer ein Lüftchen“ – ja, stimmt, immer! Das darf sie jetzt bis Ende Mai genießen. Ich dagegen überlege noch, während ich mit Ohrenstöpsel am Computer sitze, ob mir diese Geräusche oder das Geschnatter der Amici erträglicher erscheinen.

Der Nachbar hat leider keine Springleinen am Heck gesetzt, es passierte was passieren musste!

Durch die Krängung unter meine Leine geschlüpft

Ich gehe also auf das Nachbarschiff, sichere seine Gangway, welche ins Wasser gefallen war und borge ihm eine meiner Leinen, welche ich als Heckspring setze. Das reicht aus, seitdem liegen wir beide recht perfekt. Die Krängung bleibt, aber beide Schiffe sind safe.

Die Heckleine hilft, die Gangway sichere ich noch

Den ganzen Januar durch, zerrt der Wind an den Festmachern in der Marina. Alle Schiffe sind davon betroffen. Wir sehen also immer wieder nach den Booten unserer Freunde – die üblichen Verdächtigen kennt ihr ja.

Bei Hans-Peters LIBERTÉ bin ich unglücklich…

Der neue Ruckdämpfer – ungesichert

Der Spezi aus dem Saarland hat sich neue, recht stabile Ruckdämpfer gegönnt – das passt. Aber ihr seht ja selbst, wie die Windkraft die Dinger zusammenzieht.

Der entsprechend dimensionierte Dämpfer der ELOWYN hatte ja gerade mal drei Wochen gehalten, ich war also gewarnt. So habe ich entschieden für Hans-Peter zwei Tampen zu organisieren und die Federn zu sichern – man weiß ja nie…

So passt es besser

Auch auf der CHILI sehen wir nach dem Rechten. Der Zufall wollte es, dass just an diesem Tag ein Paket für die Nürnberger Crew angeliefert wurde – eine gute Gelegenheit also, die Ware sicher auf dem Boot zu verstauen und die Freunde zu informieren.

Wie immer – es sieht nur so aus, ich schwör! Natürlich wuppe ICH die schweren Sachen 😉

Manchmal rufe ich aber auch offiziell um Hilfe. So etwa, als wir sehen, dass der Nachbar der SOLEIL BLEU sein Schiff nur sehr unzureichend abgefendert hat. Wenn von drei Fendern an einem 15m Schiff einer absackt, ein anderer platzt, dann ist es Zeit die Marineros zu informieren. Hier müssen gebrauchte „Leihfender“ platziert werden! Der Hafenmeister verspricht sofortige Hilfe.

Der Wind war so kräftig, dass es mir nachts meine (fast) neuen Crocs Flip-Flops von Bord geweht hat. Die sind nicht wirklich federleicht, auch die Windangriffsfläche ist nicht riesig – dennoch hat die Windkraft gereicht, um die Schlappen von Bord zu fegen. Ich war sauer, ich mochte die Dinger und billig waren sie auch nicht.

Ich laufe los und suche…

Die ganze Küste gegenüber der Marinabucht – das mache ich zwei, drei Mal
Da! Das ist doch… NEIN, leider ist meiner nicht dabei!
Oder hier! Fast wie im Schuhgeschäft – auch hier war mein Schlapperl nicht dabei!
TATA!!! Einen habe ich gefunden, den zweiten suche ich bis heute!

Der Abend endet, ich bin ein wenig angefressen – mein linker Flip-Flop bleibt bis heute verschwunden. Die neuen sind bestellt, Sibylle wird sie aus Deutschland mitbringen.

Im Januar haben wir stets viele Wolken

Auch der neue Tag beginnt verhalten. Gewitterwarnung, bewölkt und auch nicht wirklich warm. Wenn es einen Sonnentag gibt, dann ist es herrlich, aber meist schlägt das Wetter dann gleich wieder um. In den vergangenen Wintern war es eher umgekehrt – mehr sonnige, tendenziell warme Tage, selten mal ein durchwachsener, wolkiger, oder gar regnerischer Tag. Egal, wir müssen es nehmen wie es kommt.

Heute keine Ereignisse mehr
Dennoch ein freundlicher Tag

Sollte ich nicht arbeiten? Ja, sollte ich! Ich hatte am 08.01. die Arbeit wieder aufgenommen – zusammen mit dem gesamten Marinateam, dabei jedoch rasch den Eindruck bekommen, dass ich mehr „zwangsbeschäftigt“ wurde. Eine sinnvolle, zielorientierte Arbeit war jedenfalls nicht dabei. So habe ich mit der Marinaleitung vereinbart, dass ich den Januar auf Stundenbasis beende – das ist ohnehin besser, weil sonst meine Stundenzahl als Geringverdiener zu hoch würde. Die Frage wie ich als Vollzeitkraft agieren könnte, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

So habe ich Zeit für eigene Projekte – ich beschäftige mich eingehend mit ELOWYN.

Die Lenkräder müssen zum Lackierer – Giorgos holt mich ab und übersetzt für mich
Die neuen Verriegelungen für den Lukendeckel sind angepasst und werden verbaut
Wir haben sie gekürzt und einen auf Linksanschlag umgebaut – passt perfekt

Die gewonnene Zeit nutze ich auch gemeinsam mit Sibylle. Wir machen kleinere Spaziergänge, drehen oft unsere liebgewonnene Marinarunde. Es tut gut, die wenigen warmen Tage zu nutzen, die Sonnenstunden einzufangen und etwas frische Luft zu schnappen.

Das südliche Ende der Marina, vom Marinaberg aus gesehen
Der Blick über die Lakki Bucht – vom gleichen Platz aus

Natürlich sehen wir uns auch Schiffe an – die der Freunde und Bekannten ohnehin, auch alle anderen, die Neugierde treibt uns. Was lassen sich andere einfallen? Wo sind gute und wo schlechte Ansätze und Umsetzungen zu sehen?

Diese Neugierde treibt uns auch auf ein Schiff, welches am Marinarand steht. Ich muss dort etwas überprüfen, das gibt uns die Gelegenheit einmal einen Blick über das Objekt zu werfen…

Ok, Teakdeck, kein Rollsegel – aber GROß!

Das „Objekt“ stand lange Jahre zum Verkauf, ein Schiff welches mein Interesse geweckt hat. Könnte es NESSAJAs Nachfolgerin und unser neues Zuhause werden?

Zu diesem Zeitpunkt meine ich JA, Bekannte von uns kennen den Besitzer, ich nehme Kontakt auf. Ich darf es vorweg nehmen – mein Interesse wird abflauen, denn zum Monatsende hin finden wir eine Lösung, die mittelfristig die beste zu sein scheint.

Der Tag endet, der Mond geht auf und taucht die Szenerie in ein mystisches Licht.

Das Tagesende naht, die Sonne geht unter
Kalt – aber herrlich

Sibylle möchte heute nicht kochen, wir beschließen daher noch einmal in die relativ neue Taverne „Stand By“ zu gehen. Es handelt sich bei dieser Taverne um eine Kneipe in der sich die Locals treffen, ein gutes Zeichen. Es gibt einen offenen Kamin der für wohlige Wärme sorgt, das Essen ist einfach und gut.

Dennoch, die ungemütliche Atmosphäre sorgt dafür, dass diese Taverne zwar als Alternative in unseren Köpfen verhaftet bleibt, in unser Ranking wird sie es aber nicht schaffen.

Der Salat des Hauses

Wieder auf NESSAJA zurück, beschließen wir, dass wir solche Eskapaden in Zukunft nicht mehr machen. Sibylle kocht oft und gut – wenn wir essen gehen, muss es einen Mehrwert haben!

Sibylle sagt, dass sie jetzt noch unsere Freundin Gitti kontaktieren wolle. Es sei an der Zeit, den geplanten Besuch bei uns im Dodekanes zu finalisieren.

Die nächsten zwei Stunden ziehen uns den Boden unter den Füßen weg. Details wären hier fehl am Platz, nur soviel, in dieser Nacht verstirbt unsere Freundin – seither denken wir täglich an sie…

Der nächste Tag bricht an, ein sonniger Tag – wir sind wie ferngesteuert.

Nutze den Tag

Beim Frühstück sprechen wir viel – es hilft uns, die Unabwägbarkeit des Todes zu thematisieren. Ist Zeit nicht das wertvollste Gut? Sollten wir die Zeit die uns bleibt, nicht intensiv nutzen? Klar, aber der Alltag erschwert das – wir diskutieren vor diesem Hintegrund auch unsere Situation, es gelingt uns gut.

Ein andermal schweigen wir uns einfach an, ziehen uns zum Lesen oder zur Computerarbeit zurück und funktionieren einfach. Es sind wenig Leute hier, mit denen man die Gefühlswelt teilen könnte. Sibylle telefoniert häufig mit den Kindern.

Ich schreibe am Computer – strategische Betrachtungen, wie zuletzt 2020

Wir erfüllen nur die nötigsten Aufgaben und auch das nur reduziert. So müssen wir zum Beispiel den kleinen Scooter, welchen Sibylle sich ausgeliehen hat, beim Rollerexperten vorbeibringen – irgendwas stimmt nicht…

Loukas nimmt sich den kleinen Flitzer vor
Der Fehler ist schnell gefunden
Neuteile waren auf Lager, die Reparatur wurde sofort ausgeführt

Der winterliche Dreck der unbefestigten Straßen hatte durch den offenen Luftfilter für einen schlechten Motorlauf gesorgt, der Vergaser war in der Folge defekt. Alle Teile waren auf Lager, die Reparatur wurde sofort ausgeführt. Der Preis? 90.-€! Nicht der Rede wert!

Ein paar Tage später, lassen wir noch ein kleines Schutzblech und einen Benzinhahn verbauen – jetzt rennt der kleine Flitzer wieder…

Der Tag endet, unsere Köpfe sind leer…

Heute ist nichts mehr wie gestern – unsere Fröhlichkeit ist erstmal weg

Sibylle ruft abermals dazu auf, auswärts zu essen. Sie ist lustlos, war heute nicht einkaufen – die Wahl fällt auf Pizza, das geht immer. Ihr Gesicht verrät viel über die Gemütslage.

Das Essen gut, die Stimmung mehr als bedrückt

Zurück auf NESSAJA, hat sich Sibylle ihrem Buch gewidmet, ich habe mir die aktuell angebotenen Immobilien auf Leros mal wieder zu Gemüte geführt – jetzt wo wir unser Zuhause wohl verkauft haben, müssen wir eine neue Option wählen. Eine Immobilie rückt in greifbare Nähe!

Ist etwas Interessantes dabei?

Gedankenschwanger gehen wir ins Bett. Nicht alles kann und muss zu dieser Zeit diskutiert werden. Dennoch passiert im Hintergrund etwas Spannendes, wir bewegen uns gedanklich voran, unsere festgefahrenen Ideen werden durch die tragische Situation durcheinandergewirbelt und neu sortiert.

Am nächsten Morgen beschließen wir einen Tag „Auszeit“, ein Ausflug soll helfen. Frische Luft tut gut…

Über Merikia fahren wir Richtung Berge
Die Straße schraubt sich nach oben…
…bis zu einem grünen Hochplateau
Wir genießen die Landschaft…
…und besuchen das „Aerophon“

Das „Aerophon“ ist eine Sehenswürdigkeit von Leros. Eine akustische Schiffs- und Flugabwehr aus dem WW2 – sehr interessant! Ich war hier noch nie und wir beide haben es genossen, ein paar Minuten hier oben zu sein. Der Ausblick ist fantastisch!

Erklärung zum „Aerophon“, dem Parabolic Acoustic Mirror
Ohne Elektronik, nur durch Schallübertragung
Wir genießen das Panorama…
…und die Details

Sibylle weiß, wo sich ein uns bekanntes Paar aus England ein Grundstück gepachtet hat. Die Beiden haben schon vor vielen Jahren ihren Frieden gefunden, das Hamsterrad verlassen und leben seither auf einem kleinen Katamaran. Hier auf Leros haben sie ihren Platz gefunden, sich auf dem Grundstück eine Jurte aufgebaut und inzwischen eine Hütte gebaut – ganz hier in der Nähe!

Wir beschließen kurzerhand – wir besuchen Dennis und Sandra in der „Baker Street“! Gut, dass die GS geländetauglich ist…

Über die Schotterpisten von Leros…
…fahren wir zu Sandra & Dennis´ Baker Street

Es folgen ein paar Tage ohne erwähnenswerte Ereignisse. Wir telefonieren viel mit Freunden, auch wiederholt mit den Kindern. Wir lassen Alltag zu, sprechen viel und versuchen so, den viel zu frühen Verlust der Freundin einzuordnen.

Das gelingt uns relativ gut. Wir fragen uns gegenseitig häufig, ob wir noch daran denken, ja, tun wir! Verdrängen oder gar vergessen ist nicht Teil unserer Art mit solchen Themen umzugehen. Den Alltag wieder zulassen? Auf sich selbst achten? Ja, das scheint uns wichtig! Mit diesem Gedanken möchte ich dieses Kapitel im Blog, nicht in unseren Köpfen, schließen!

Ein neuer Morgen, unser Leben geht weiter…

Ruhe am Morgen – nur ein Fischer

NESSAJA hat wohl gemerkt, dass ihr Stündlein mit uns geschlagen hat. Sie verlangt nach Aufmerksamkeit! Wie macht sie das? Sie stinkt!

Habe ich den Käufern nicht erzählt, dass wir alles erneuert haben? Habe ich nicht Stein und Bein geschworen, dass NESSAJA nicht stinkt? Doch, habe ich! Und nicht nur deswegen gehe ich die Reparatur sofort an…

Die Ursache ist rasch gefunden…
…doch der erste Reparaturversuch scheitert

Glück im Unglück – der Übeltäter ist rasch gefunden. Eine Fittingverschraubung ist nicht mehr ganz dicht. Ok, das bekomme ich hin. Leider aber nicht auf die ersten drei Versuche – das Thema ist somit bis heute offen, scheint aber doch leicht lösbar. Wenn ich das nächste Mal Zeit habe gehe ich es an…

Als wäre das nicht genug, merkt Sibylle beim Putzen, dass die vordere Duschpumpe, also die zum Abpumpen des Pumpensumpfes nicht mehr geht. Das ist etwas, was wir normal nicht verwenden – auch hier also Glück im Unglück, auch hier muss ich für eine ordentliche Reparatur sorgen!

Alles gemessen – Strom ist da, die Pumpe ist kaputt

Wir fahren in den Ort und kaufen Ersatzteile. Um den Gram ob der Defekte besser verwinden zu können, gönne ich mir ein entsprechendes Trostpflaster – das funktioniert ganz gut!

Na wenn das nix ist

Auch die adäquate Pumpe kann ich erwerben, genau das gleiche Modell – super! So sollte einem schnellen Austausch nichts im Wege stehen!

Habe ich schonmal erzählt, dass Reparaturen an Booten NIEMALS schnell gehen? Schaut genau hin…

NEU vs. ALT – nix passt

Das gleiche Pumpenmodell – eine Rule 360 Tauchpumpe. Danke Rule, dass eure Pumpe jetzt etwas höher ist, oval statt rund und auch dafür, dass jetzt ein Rückschlagventil gleich mit am Anschluss ist und dieser somit fast doppelt so groß ist wie zuvor.

Ich mache es kurz – nix passt mehr! Noch schlimmer – es steht zu befürchten, dass die Pumpe gar nicht mehr in den Brunnen passt. Ein grober Umbau und Anpassungen werden die Folge sein.

Kann man Bauteile nicht einfach so lassen wie sie mal waren???

Grrr! Ich grummle. Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Na, wenigstens endet der Tag mal wieder so, wie wir es uns wünschen – mit einem Spektakel am Himmel…

Ein brutales Abendrot

Für beide Reparaturen an NESSAJA ist noch keine Lösung gefunden – vielleicht kann ich die Reparaturen während Sibylles Abwesenheit umsetzen, da habe ich mehr Ruhe und kann vor mich hinwurschteln.

Sibylle wird am 06.02. nach Deutschland fliegen und einen ganzen Monat bleiben. Man merkt, sie fliegt öfter und bleibt länger. Na mal sehen wo sich das hinentwickelt.

Sonst ist in den letzten Tagen nicht viel passiert. Ich lade DARKSYDE einmal im Monat auf, um für Marcus sicher zu stellen, dass seine Batterien während der Winterpause keinen Schaden erleiden. Das ist aber nichts anderes, als den Chip an die Säule halten – kein Act also!

DARKSYDE liegt sicher und gut vertäut
Die Batterien werden geladen

Dazwischen habe ich für die Marina einen Job, so muss ich zum Beispiel an einem Katamaran die Winschen warten. Das ist eine gute Aufgabe, man sitzt beim arbeiten, schnappt frische Luft und hat „den Überblick“ 😉

Winschenservice am Katamaran

Auch bei der ELOWYN geht´s voran, ein Besuch beim Lackierer zeigt, dass die Lenkräder bereits vorbereitet sind – einem neuen Klarlack sollte nichts im Wege stehen.

Die kleinen Macken müssen wir akzeptieren

Abends rufe ich Volker an, um ihm die gute Neuigkeit zu berichten. Zudem kann ich in Aussicht stellen, dass seine Schalthebelbox die erhoffte „Carbonoptik“ bekommt, weil ich in Leros einen „Dip-Painter“ aufgetan habe! Das hatte ich nicht zu hoffen gewagt – schaut euch das mal in Google an, der Wahnsinn was da geht…

Viel wichtiger aber – kurz vor Monatsende des Januar haben wir beschlossen und geklärt, dass Sibylle und ich in Zukunft auf ELOWYN wohnen werden. Der blaue Riese wird somit, aller Wahrscheinlichkeit nach, unser neues Zuhause. Im Gegenzug sind wir für das Schiff, die Repararturen und den Service, sowie für die Saisonvor- und -nachbereitung verantwortlich.

Für mich persönlich ist das die „Masterlösung“ – ich hoffe, ich liege richtig!

Details dazu teilen wir gerne mit euch, das muss aber noch etwas reifen, ein bisschen Geduld ist in dieser Sache also vonnöten.

Wir freuen uns, das ist ein guter Monatsausklang, ein versöhnlicher. Da trifft es sich gut, dass meine Lieblingsmusiker in meinem momentanen Lieblingslokal spielen – Sibylle und ich gehen da hin. Markus, der mit „k“, von der TARA begleitet uns…

Es geht los – wir bestellen feudal
Manolis, Flourios und ein Freund an der Bouzouki spielen auf

Das Monatsende naht, es könnte so schön sein. Leider wird mir der geschmeidige Monatsausklang von der CNB60 eines Bekannten vergällt. Wir sehen ab und an nach dem Schiff und haben diesmal schlechte Neuigkeiten – „Wasser im Schiff, Schimmel an der Decke!“

Wir müssen sofort reagieren und öffnen zunächst die Luken um zu lüften, dann pumpen wir 600 Liter Wasser aus dem Schiffsbauch – zum Glück Süßwasser, wie der Geschmackstest zeigt.

Die Pumpe läuft eine Stunde
Am Ende werden es rechnerisch 600 Liter die wir auspumpen
Wir lüften nun häufig und ganztags
Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 70% – das ist zuviel

Die ersten Recherchen ergeben – die Tanks sind voll, die Luken zwar undicht, aber für diese Wassermenge können die paar Tropfen über die Luken nicht verantwortlich sein.

Wir beschließen, das Schiff unter Beobachtung zu stellen. Unser Verdacht fällt schließlich auf die Dichtung des Mastfußes, eine Sache die man nicht sofort beheben kann. Eines aber ist klar, es muss umgehend eine Schimmelbehandlung erfolgen.

Wahrscheinlich war es Glück, dass wir nach dem Schiff gesehen haben, wenn das ein paar Monate so steht, na dann Prost Mahlzeit!

Das Bild zeigt die momentane Wetterlage – zunächst blauer Himmel, doch das ist nur die halbe Wahrheit! Ein eisiger Nordwind pfeift uns um die Nase, der Chillfaktor vermiest den optischen Eindruck, es ist klirrend kalt.

10°C ist nicht so sehr viel
Der Wind ist schuld

Dieser Wind ist es auch, der unsere Nachtruhe wieder empfindlich stört. Ich schlafe mit Ohrenstöpseln, aber dennoch, das Wellengeplätscher am Schiffsrumpf und das Geheule im Rigg sind nervtötend.

Fast bin ich versucht Reue zu zeigen und an D1 zurückzugehen. Abbitte leisten und lieber den Singsang der Azzurri hinnehmen? NEIN, soweit gehe ich nicht. Wir bleiben hier und stellen uns dem Konzert der Naturgewalten 😉

Kleinlaut werde ich, als ich merke, dass ich mitten in der Nacht nicht mehr einschlafen kann. Was soll´s, ich hasse nichts mehr als mit offenen Glotzen im Bett zu liegen und sich hin und her zu wälzen. Also aufgestanden, einen Kaffee aufgebrüht und in die Tasten gehaut! Der Blog muss fertig werden!

Ok, bissl früh vielleicht

So tippe ich Zeile für Zeile und merke, obwohl nicht viel Spannendes passiert ist, war es ein maßgeblicher Monat, einer, der die Geschicke in eine neue Richtung lenken wird.

Der Monat klingt aus. Ich lege heute nochmal einen Arbeitstag ein und begebe mich auf eine italienische Baltic am Steg D – auf zu den alten Nachbarn…

Eisiger Wind – nur mit Mütze zu ertragen

Da sitze ich dann über Stunden und ziehe Kabel, ich muss hinter dem Schaltpanel „aufräumen“, das kostet Zeit und Nerven.

Eine Ablenkung erfahre ich, als ein Freund aus früheren Tagen mir eine alte Mail von mir schickt – ob er sie aufheben soll fragt er. Nein, das muss er nicht, aber ich habe einen kurzen Moment der mich erheitert – 2001, ganze 23 Jahre her, ich war damals erst wenige Wochen beim neuen Arbeitgeber und mein Freund war bekannt für seine sehr speziellen Auftragsarbeiten an besonderen Fahrzeugen. Er hat mich hier kontaktiert, weil wir uns aus Rennsportzeiten bei meinem früheren Arbeitgeber kannten. Er erhoffte sich Hilfe.

Hier meine Zeilen an ihn…

Sehr spezielle Anfrage

Ich habe mir die paar Minuten genommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Danach habe ich noch ein paar Litzen gezogen – dann war Schluss für heute.

Wir waren auf dem GRASKARPFEN zu Kaffee und süssen Teilchen geladen. Ich habe die Einladung und das Gespräch mit den Beiden genossen. Ein kurzweiliger Nachmittag.

Wieder zuhause auf NESSAJA erreicht mich eine Mail von Gerald, unserem Käufer aus Baden-Württemberg. Das Ergebnis des Öltests sei eingetroffen. Alles sei gut, aber etwas Glykol sei im Öl zu finden, ob ich den Grund dafür kenne?

Hm, nein, kenne ich nicht. Da waren sie, die Geister die er rief – denn es stellt sich nun die Frage WAS TUN? Wie interpretiert man so ein Ergebnis? Tatsächlich kann ich dabei kaum helfen, ich weiß nur, dass ich mit diesem Motor die Welt umrundet hätte, daran zweifle ich nicht, alles andere ist aus meiner Sicht akademisch.

Der Monat ist zu Ende, der erste Monat des Jahres 2024 ist geschafft.

Vorschau! Sibylle fliegt für einen Monat nach Deutschland – wie ergeht es dem Skipper? Werden neue Informationen bezüglich der Deckssanierung gesammelt? Wann wird der Skipper wieder in die alte Heimat fliegen? Wie sehen die Urlaubspläne der NESSAJA Crew im Detail aus? Schafft es der Skipper die Duschpumpe und den Schwarzwassertank zu reparieren?

Last not least – welche Bedeutung hat der Öltest für den weiteren Verlauf des Schiffsverkaufs?

Ihr seht, die Themen gehen nicht aus. Die Antworten gibt es im Blogbericht des nächsten Monats.

Liebe Grüße von Leros, die NESSAJA Crew

Dezember 2023 – What´s Another Year

Ein weiteres Jahr liegt im Kielwasser – wenn ihr diese Zeilen lest, liegen sowohl das Weihnachtsfest als auch Silvester 2023 achteraus – der Start ins neue Jahr ist erfolgt!

Ich verfasse im Laufe des Monats Januar, wie jedes Jahr, einen Jahresrückblick mit den Highlights und durchleuchte dabei auch etwas die emotionale Seite der Erlebnisse und Entscheidungen, die wir im vergangenen Jahr durchleben durften. Diesen Rückblick findet ihr hier!

Dieser letzte Monatsbericht 2023 trägt die Headline eines Johnny Logan Songs aus 1980. Damals, als Teenager, konnte ich mit „What´s another Year“ wenig anfangen, offen gesagt, ich mochte diese Schnulze nicht. Heute, weit jenseits des 50ers, spielen Monate und Jahre eine weitaus gewichtigere Rolle, das Zeitkontingent schwindet. Wer mich etwas besser kennt weiß, dass ich die Zeit, neben der Gesundheit, als wertvollstes Gut bewerte.

Es ist also mehr als legitim zu fragen: „What´s another Year?“ Dies zu bewerten, hat uns im Monat Dezember 2023 mehrfach umgetrieben! (der Text bleibt diesmal außen vor – Liebeslied – hat mit meiner Fragestellung nix zu tun!)

Ein Kaffee vor meinem Abflug!

Der Monat begann mit der Umsetzung einer sehr spontanen Entscheidung meinerseits, welche nun ein paar Wochen zurückliegt. Ich hatte über einen Headhunter ein Jobangebot bekommen, welches mir wie auf den Leib geschneidert schien – „Technischer Trainer für Motorentechnik / Volvo Penta international“ – wow!

Diese Option wollte ich nicht verstreichen lassen. Zu einer ergebnisoffenen Betrachtung einer Ist-Situation, muss auch die Option eines negativen Ergebnisses gehören, quasi die Einsicht, dass ein Plan gescheitert ist. Wäre dies der Fall, muss auch eine Rückkehr nach Deutschland in Erwägung gezogen werden. Warum nicht dort etwas Geld verdienen, sich neu sortieren und zu gegebener Zeit einen neuen Anlauf wagen?

Ich habe mir also vor ein paar Wochen Flüge und Fährtickets gebucht…

Am 2. Dezember war es soweit – der Wecker klingelt zeitig und holt uns aus den Federn. Wir frühstücken, dann fährt Sibylle mich zum Flughafen. Ich drehe mich noch einmal zu NESSAJA um, ich hatte für Sibylle alles so vorbereitet, dass sie die vier Tage meiner Abwesenheit keinen Kummer mit dem Schiff haben sollte.

Alles in Butter auf´m Kutter…

Noch im Auto, bimmelt mein Telefon unaufhörlich – bimm, bimm, bimm! Das ist ungewöhnlich, ich sehe nach, was es so Wichtiges gibt…

René informiert mich als Erster

Mein Freund René, er will mich am Flughafen abholen, bei ihm werde ich die nächsten Tage übernachten, meldet als Erster, dass der Münchner Flughafen wegen heftiger Schneefälle gesperrt ist.

Ich kenne das Schneethema in München ja, frage daher meinen alpenländischen Freund, ob man dies so ernst nehmen müsse. Er antwortet, „…mei es schneit halt, das kennst Du ja! Alles normal hier!“

Eine Antwort, die er später revidieren musste!

Ich war eh grindig! Da fliege ich einmal kurzentschlossen nach Deutschland, mache mit allen Kindern was aus, habe alles bestens geplant – und dann sowas! Hier in Leros herrscht derweil noch bestes Wetter…

Ein Abschiedscappucchino bei bestem Wetter
Ganz gute Aussichten

…in München dagegen erwische ich exakt die zwei Tage der Schneekatastrophe! Das hat mich echt angekotzt – man möge mir hier den Ausdruck verzeihen, aber er trifft es ziemlich genau.

Das Dumme nur, ich wusste das ja noch gar nicht! Ich gehe zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass ich am Nachmittag in München landen kann und checke mich im Inselflieger von Leros nach Athen ein.

45 Minuten Flugzeit bis Athen

Ein kurzer, schöner, aber holpriger Flug über die Inselwelt der Ägäis, endet nach rund einer Dreiviertelstunde in Athen. Ich schalte mein Mobiltelefon ein – wieder höre ich BIMM, BIMM, BIMM. Abermals trudeln unzählige Nachrichten ein! Warum???

Ja super – Information zu spät

Ich falle vom Glauben ab! Kann es sein, dass sich alles gegen mich verschworen hat? Warum kommt diese Nachricht so spät? Zu spät?

Habe ich nicht noch am Vormittag gefragt, ob es Sinn macht überhaupt abzureisen? Jetzt sitze ich in Athen und schau´ doof…

Zunächst gilt mein entgeisterter Blick meiner Bordkarte – diese war innerhalb von Millisekunden wertlos geworden.

Ja, 2. Dezember, heute – MUC ist gesperrt! Wegen SCHNEE

Wider Erwarten ist meine erste, reflexartige Handlung nicht etwa mich zu sortieren – nein, ich reagiere wie ich es sooft auf meinen Dienstreisen gemacht habe und wie es offensichtlich noch im Hinterkopf verankert ist. Ich rufe Sibylle an und erkläre ihr die Situation, sie agiert ab jetzt als mein Backoffice und sammelt Informationen am Computer, die sie an mich weitergibt – fast wie eine Fernsteuerung! (früher gab es dafür extra Abteilungen 😉 ).

Während dies also im Hintergrund abläuft, stelle ich mich in die Schlange bei „Aegean Airlines“, um mich unterbringen und umbuchen zu lassen. Na gut, dann fliege ich halt morgen…

Es geht schleppend voran. Die ZWEI Mitarbeiter sind mit der Schlange überfordert. Ich stehe zwar recht weit vorne, bin aber nach einer Stunde nur zwei Plätze vorgerückt. Ich überschlage kurz – wenn das so weitergeht, stehe ich hier vier Stunden.

Sibylle erklärt mir am Telefon, dass es heute keine Option gibt nach Leros zurück zu kehren, weder per Flieger, noch per Fähre – sie hat keine Möglichkeit ausgelassen, alle Dodekanesinseln abgeklopft. In die andere Richtung gibt es ebenfalls keine sinnvolle Option, etwa nach Salzburg, Stuttgart oder Nürnberg – ich würde also bestenfalls morgen Mittag in München sein.

Es bliebe zwar genug Zeit für die Bewerbung, aber meine Termine mit den Kindern und Enkeln müsste ich anpassen, teilweise absagen. Ich bin sauer!

Obwohl genau DAS früher Teil meines Jobs und damit täglich Brot für mich war, überkam mich ein seltsames Gefühl. Früher ist vorbei! Jetzt bin ich nur mir selbst verpflichtet – ICH bestimme, ob ich das wieder möchte oder eben nicht! In dieser Sekunde beschließe ich, dass ich diese Art Zeit zu verbringen, sie zu verschwenden, nicht mehr akzeptiere – ich trete nach links aus der Warteschlange, gehe gemütlich nach draußen und setze mich auf eine Bank – JETZT erst sortiere ich mich und beginne zu überlegen…

Eine verfahrene Situation, welche auch viel Geld verschlungen hat, kann man oft nur zum Guten wenden, wenn man nachinvestiert. Ich seufze kurz und buche mir am Mobiltelefon einen Flug nach Kos. Dazu ein gutes Hotel für eine Nacht, morgen Früh fahre ich mit der Fähre zurück nach Hause – ja, nach Hause…

Einmal Athen und zurück innert 5 Stunden
Der Flieger fast leer – ich hatte einen guten Platz
Wunderschöne Ausblicke, die Sonne versinkt hinter Kreta

Von hier an klappt alles reibungslos! Ich lande pünktlich auf Kos und kann sehr rasch den Flughafen verlassen. Es zahlt sich abermals aus, dass ich nur mit Handgepäck unterwegs bin. So kann ich den Bus, der mich für kleine 3,60€ bis ins Stadtzentrum bringt, gerade noch erwischen. Super! die gesparten 40.-€ für´s Taxi werde ich für ein gehöriges Dinner umsetzen.

Ich laufe die paar hundert Meter zum Hotel, kaufe mir am Weg noch ein Fährticket für morgen, dann checke ich in dem Vier-Sterne Hotel ein.

Im Sommer eines der besten Touristenhotels in Kos…
…im Winter, stilvoll, aufgeräumt und gemütlich

Ich beziehe mein Zimmer und bin angetan. Ich habe ein großes, gemütliches Bett für mich alleine, habe ein Bad in dem ich aufrecht und heiß duschen kann, zudem einen Balkon, von dem aus ich das Meer rauschen höre.

Meins – gemütlich und bequem
Alles sauber, alles perfekt
Ich kann den Hafen und die türkische Küste sehen

Zunächst setze ich mich hin und schreibe eine Mail an Volvo Penta. Ich sage mein Bewerbungsgespräch ab. Seit heute bin ich gedanklich einen Schritt weiter, ich muss wohl akzeptieren, dass meine Karriere als Trainer heute unwiderruflich ein Ende gefunden hat. In ein paar Wochen wird dies eine Randnotiz in meinem „Buch des Lebens“ sein. Ich hatte in den vergangenen drei Jahren zwei „perfekte Angebote“ erhalten, beide habe ich abgelehnt, ein drittes Angebot dieser Qualität wird nicht kommen!

Dann schreibe ich eine WhatsApp an Sibylle. Ich bin gut angekommen, gehe jetzt essen. Wir sehen uns morgen. Ich freue mich auf sie, ich freue mich auf NESSAJA.

Zum Essen geht es in´s „O Alis“, dem empfehlenswerten Meze-Tempel in Kos-Stadt. Ich habe Hunger und gönne mir ein kleines, persönliches Menü nebst einem Bierchen.

Aus meiner Sicht die erste Adresse in Kos-Stadt für normales Essen
Zwei Meze und einen Salat…
…gefolgt von einem „Bekri Meze“ und einem „Lahmacun“

Ich esse und beobachte die Menschen um mich herum. Der Laden ist gut besucht, es ist Wochenende. Kos-Stadt im Winter, am frühen, dunklen Abend, ist eine andere Welt im Vergleich zum Sommer! Es gefällt mir!

Ich sitze trotzdem nicht allzu lang, ich bin alleine, die Zeit vergeht langsam. Ich mache mich also auf den Rückweg, das Hotel ist nur einen Steinwurf von der Taverne entfernt. Im Augenwinkel sehe ich ein Kennzeichen an einem Motorrad, welches als griechisches Wunschkennzeichen für Sibylle die erste Wahl wäre – Otto hätte seinen Spaß…

Die „rasende OMI“ – das würde passen

Zurück im Hotel, gönne ich mir noch einen Absacker an der Bar, es spielt Live-Musik, ich will noch nicht ins Bett! Der Abend fühlt sich gut an.

Ein Ouzo und ein paar Nüsslein
Live, jeden Samstag!
Die waren echt gut!

Ich war angetan! Das Duo spielte echt gute Musik. Immer irgendwo zwischen Swing und Jazz, manchmal Lounge, ein paar griechische Lieder, ein paar Coversongs. Ich habe eine ganze Zeit lang zugehört, irgendwann hat mich die Müdigkeit eingeholt und ich habe mich ins Zimmer zurückgezogen.

Dass das Hotel etwas hellhörig ist und im Zimmer neben mir eine Familie mit Kleinkind untergebracht war, ficht mich nicht an. Dank meiner Ohrenstöpsel war ich bald im Reich der Träume…

Neuer Tag, neues Glück! Nach dem Wachwerden stehe ich auf und ziehe den Vorhang zur Seite. Ich atme ein paar Züge frische Luft und lausche den Wellen, dann kuschle ich mich nochmal eine halbe Stunde in die Federn, ich habe noch etwas Zeit.

Der Tag bricht an, die Sonne taucht gleich am Horizont auf
Richtung Türkei ist es wolkig, aber der Tag verspricht freundlich zu werden

Ich stehe auf, dusche heiß und ausgiebig und genieße das Zimmer noch ein paar Momente. Nachdem der Rucksack gepackt ist, gehe ich erstmal frühstücken.

Abermals bietet das Hotel besten Service und sehr gute Qualität. Eine empfehlenswerte Adresse, wenn ich auch befürchte, dass dies im Sommer anders wirken mag.

Sehr gutes Frühstücksbuffet
Nettes Ambiente auch hier

Ich sitze also im Frühstücksbereich, einer Art Wintergarten, mit Blick auf´s Meer und genieße ein sehr gutes, vollumfängliches Frühstück. Ich sinniere ein wenig, denn der Plan war ein anderer – eigentlich wollte ich jetzt bei René und Rita im „Haus Seegarten“ sitzen und mit ihnen frühstücken – Geschichten austauschen bei Fleischsalat und Brez´n! Schade, wird nix!

Oder kann man da was machen???

Ich genieße das Angebot am Buffet
Auch meine Brez´n bekomme ich! Die Gesellschaft von Rita & René fehlt leider

Zeit zum Aufbruch! Ich konnte meinen Check-Out sehr knapp planen, denn ich hatte gestern schon bezahlt und auch mein Fährticket schon in der Tasche.

Der Fußweg zum Hafen war nicht weit, so habe ich das Hotel verlassen und bin gemütlich dorthin geschlendert. Abermals hatte ich den Eindruck, dass Kos im Winter eine bezaubernde Stimmung ausstrahlt – so ruhig, so authentisch. Kein Vergleich zum überdrehten Touristenmoloch im Sommer…

Wunderschön und menschenleer
Die Wolkendecke reißt langsam auf, es wird warm
Kaum am Hafen angekommen, kommt auch schon die Fähre

Ich musste nicht lange auf die Katamaranfähre nach Leros warten. Die paar Menschen, welche den Dodekanes in nördliche Richtung bereisten, stiegen zu, die Fähre wirft die Leinen wieder los und ich bin auf dem Weg nach Leros.

Die Fähre war fast leer, ich fletze mich in einen der schweren Kunstledersessel und sinnierte so vor mich hin, während am Bildschirm Werbeclips der Dodekanes Inseln gezeigt wurden – (m)ein kleines Paradies, mein Microkosmos.

In etwas mehr als einer Stunde würde ich zuhause sein

Zurück auf Leros ging alles recht schnell. Sibylle wollte mich abholen, hatte aber gleichzeitig eine Einladung der Locals zu einem Benefiz-Backwettbewerb der örtlichen Konditoren.

Wir haben beschlossen, dass ich mit dem Taxi zu NESSAJA fahre und wir uns dann bei „Repapis“ auf ein Willkommenseis treffen. Trotz Sibylles Rolle als Backoffice, gab es ja doch eine Menge zu erzählen – besonders die Gedanken meinen Sinneswandel betreffend, galt es auszutauschen.

Der Eissalon mit winterlicher, typisch verspielter, rosa Dekoration
Die Eisspezialitäten gut wie eh und je

Wir haben viel gequatscht und dabei beschlossen – heute lassen wir es uns gut gehen! Der unsinnige Reiseversuch hatte mich viel Geld gekostet, eine Einladung für Sibylle zu einem Dinner, war das Mindeste was ich ihr angedeihen lassen konnte und letztlich kam es auf die paar Groschen nicht mehr an.

So fanden wir uns nur ein paar Stunden später in unserem momentanen Lieblingsrestaurant, dem „Tis Kakomoiras“, wieder…

Neue Speisekarte – mal sehen…
Lecker wie immer
Gemütlich und schön dekoriert
Witzig…
…und der Jahreszeit angemessen

Da ich nicht, wie geplant, bis zum Mittwoch abwesend sein würde, hatte ich sofort die Marinaleitung verständigt, dass ich weiter an meinen geplanten Schiffen arbeiten würde.

Bereits am nächsten Morgen stand ich also „Gewehr bei Fuß“, um meinen offiziellen Aufgaben gerecht zu werden.

Ok, entspannter als Motorentrainings vor Publikum

In der Marina ist im Dezember so etwas wie Betriebsruhe. Das funktioniert hier aber, wen wundert´s, etwas anders als dies in Deutschland der Fall wäre.

Die Arbeiter sind angehalten, dass sie im Dezember ihren Urlaub abbauen. Leider hat nicht jeder gleich viel Urlaub oder es gibt einfach leicht unterschiedliche Prioritäten – auf jeden Fall sind seit Anfang des Monats FAST keine Werker mehr da – fast…

Trotzdem plätschert es noch so dahin – bis der Shop schließt! Keine Ersatzteile, keine Arbeit! Dann ist Schicht im Schacht.

Auch der Helfer des Elektrikers hatte weniger Urlaub als die Kollegen – er wurde kurzerhand mir zugeteilt!

Nicolas und ich machen Winschenservice

Diese Entscheidung soll mir das Leben erleichtern – tut es aber nicht! Der Bursche spricht fast kein Englisch, ich kann auf Griechisch nicht mehr als ihm einen „Guten Morgen“ zu wünschen.

Unser gemeinsamer Nenner ist Kaffeetrinken, das tun wir ausgiebig – und so klappt es am Ende doch, dass er mir ein paar Handgriffe abnehmen kann.

Mittags macht mir Sibylle immer eine Stulle, ein angenehmes Arbeitsleben. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, so habe ich zuletzt vor mehr als 25 Jahren an alten Autos geschraubt…

Brotzeit von Sibylle – ich werde verwöhnt

Zu diesem gedanklichen Zeitsprung passt auch das Arbeitstelefon, welches mir zugeteilt wurde. Ich habe so ein Modell lange nicht mehr gesehen oder in den Händen gehalten – kann mich aber sehr wohl an Nokia erinnern.

Viel wichtiger als das Telefonmodell war mir die griechische Telefonkarte welche darin steckt. Die ist nämlich sofort in mein altes iPhone7 „umgezogen“ und dient mir jetzt auch als griechische Kontaktnummer – nicht schlecht!

Oldtimer

Nach der Mittagspause geht es weiter, das Wetter ist inzwischen herrlich, es ist sonnig, es ist warm. In Deutschland, ich erinnere, herrscht gerade Schneechaos.

In diesen Minuten würde ich in einem Büro sitzen, vertieft in ein Bewerbungsgespräch. Bereue ich es? Nein, nicht wirklich – die Entscheidung kam von Herzen, der Kopf spielt manchmal Streiche. Zweifel werden kommen – aber ich werde sie mit Hilfe des hiesigen Lifestyles „wegwischen“ können.

Sonne, Kaffee, frische Luft – perfekt!

Der Abend dieses Tages ist gedrängt! Sofort nach Feierabend gehe ich in die Chandlery, ein Paket sei gekommen, ich solle es abholen. Gesagt, getan – ich wusste, dass die Solarmodule von Gottfried an mich adressiert waren. Er hatte mich gebeten, diese anzunehmen und für ihn zu verwahren.

Nicht zu groß, kann ich bei mir am Schiff verstauen…
…nicht ohne einen kurzen Check und entsprechender Rückmeldung an die Münchner Freunde

Als Randbemerkung sei auf die nackten Polster am Bett hingewiesen. Das sind NESSAJAs Cockpitpolster, deren Bezüge nicht nur gewaschen werden, sondern auch umgearbeitet und angepasst werden.

Auch an unserem Zuhause gehen die Arbeiten also weiter, zum Glück sind es nur Kleinigkeiten! DAS sollte jedoch nicht so bleiben – dazu später mehr…

Ich musste sofort weiter zu ELOWYN. Dort wollte ich mich mit dem Marinachef sowie einigen der Handwerker treffen. Es sollte eine Art Begutachtung zur Erstellung eines Kostenvoranschlages durchgeführt werden – die Beteiligten krochen also allesamt über den blauen Riesen und gaben ihr fachkundiges Urteil ab. Ergebnis – offen!

Wer macht was – und wie???

Während wir da so fachsimpeln, bekommt unser Patenschiff einen neuen Nachbarn und muss es sich gefallen lassen, in den Schatten gestellt zu werden.

Pah, mir doch egal – hat ja keinen Mast 😉

Eine 90ft Riva

Während am A-Ponton eine gewisse Aufregung ob des schwarzen Giganten zu spüren ist, lässt mich das Geschehen kalt. Völlig unbeteiligt nutze ich die Zeit und fummle den abgerissenen Ruckdämpfer aus der Festmacherleine. Sie muss wieder ohne das Hilfsmittel auskommen – einmal mehr bewahrheitet sich – „you get what you pay for“!

Optisch top, Qualität flop

Die Tage vergehen, der Alltag kehrt zurück. Sibylle hilft dreimal in der Woche im Dog-Shelter aus, in Facebook teilt sie einen Spendenaufruf der Institution. Wir beide freuen uns sehr, dass unsere Freundin Ulrike etwas spendet, der Betrag kommt sofort und direkt dem, inzwischen gegründeten, Verein zugute!

Auch ich möchte etwas tun und erinnere mich an die Geschichte, dass Sibylle und Kostas mit einem mehrfach geflickten Wasserschlauch arbeiten müssen, dies ginge mehr schlecht als recht.

Ich spende einen neuen Gardena Schlauch für die Hunde Auffangstation – der wird sofort angebracht.

Neu ersetzt alt

Eines Abends erreicht mich eine Nachricht der Lufthansa. Ich möchte kurz vorausschicken, dass ich inzwischen weiß, dass auch ein etwaiger Flug am Folgetag, auf den ich ja wohl umgebucht worden wäre, nicht stattgefunden hätte! Am 03.12.2023 war München immer noch halbtags gesperrt, am Nachmittag wurden nur wenige Flüge nachgeholt – Athen war nicht dabei!

Jetzt also eine neue Nachricht – mein Rückflug, wäre ebenfalls gecancelt worden! Diesmal wegen Eisregen! Ok, Sicherheit geht vor, das alles ist höhere Gewalt, niemand kann etwas dafür. Trotzdem, diese Flugbuchung stand unter einem schlechten Stern. Für den Fall, dass das Schicksal mir etwas hat sagen wollen – ich habe verstanden!

Ich wäre weder hin noch zurück gekommen – ein Desaster

Ganz ehrlich – ich hatte bis zu diesem Moment noch keine Sekunde eine Forderung nach Kulanz oder Rückerstattung am Schirm. Vom Gefühl her hätte ich vermutet, dass dazu auch kein vetretbarer Grund besteht.

Aber irgendwie war ich trotzdem sauer. Man zahlt viel Geld, es schneit und die Fluggesellschaft entschuldigt sich, Ende! Das kann doch auch nicht ganz richtig sein…

Ich stelle also einen offiziellen Antrag bei LH und Aegean Airlines auf Erstattung meiner ausgefallenen Flüge.

Zwei Tage später passierten zwei Dinge ziemlich zeitgleich – von Aegean Airlines erhalte ich das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben. Dies geschieht ohne weitere Mail, man hat es noch nicht einmal positiv für sich verwendet – kommentarlose Rückerstattung! Von LH erhalte ich eine wortreiche Ablehnung meines Ansinnens, mit einer Begründung die sachlich falsch war, denn man bezog sich auf meine Alternative ab München die man mir hätte anbieten können, dort war ich aber nie angekommen.

In meiner freundlichen Antwort habe ich auf diese Fehlinterpretation hingewiesen, habe klar gestellt, dass ich die Ablehnung aber akzeptiere, mich umsomehr über die Anerkennung von Aegean freue – drei Tage später hat auch LH das Geld wortlos auf mein Konto überwiesen.

Abschließend – ich freue mich über die Erstattungen, verstehe aber nicht, warum Gesellschaften dieser Größe, ein so schlechtes Problemmanagement zulassen! Warum nicht einen Fluggutschein? Gerne auch das Geld zurück, aber doch immer mit einem (automatisierten) freundlichen Begleitschreiben und einem Hinweis auf diesen, dann perfekten, Service. Na egal, das ist nicht meine Baustelle.

Ich habe bezüglich der Reisen nach Deutschland einen anderen, völlig neuen Ansatz – doch das ist Zukunftsmusik und wird wohl eines der Blogthemen 2024 werden.

BIMM, eine Nachricht reißt mich aus meinen Gedanken – Giorgos hat den Motor des „Willi“, ELOWYNs Tender, wieder zusammengebaut!

Fast komplett

Ok, aber fast ein bisschen voreilig! Wir hatten ausgemacht, dass ich beim Zusammenstecken dabei bin – ich hätte schon gerne gesehen, mit welchem Werkzeug er die Kolben in die Zylinder führt und wie exakt er die Pleuellager anzieht. Ich habe den Eindruck, dass er mich immer dann schlechter versteht, wenn er etwas nicht so gerne mag…

Egal, er ist mein Freund, ich verlasse mich auf ihn. Er hat Erfahrung und wird das handwerklich korrekt gemacht haben. Wenn nicht, merken wir es schnell! In jedem Fall ist er sehr aufmerksam und akkurat. Er weist darauf hin, dass der Motor etwas Farbe braucht, er wartet den Jetantrieb und er findet die eigentliche Ursache des ganzen Schadens.

Der äußerlich noch gute Ölkühler ist undicht

Der Ölkühler, der äußerlich noch gut aussieht und auch schon einmal gelötet wurde, zeigt beim Drucktest, dass er innen undicht ist. Es erfolgte eine Vermischung von Kühlwasser und Motoröl, was in der Folge zu Überhitzungsschäden an den Zylinderwänden führte.

Die gute Nachricht – er konnte in Athen ein Gebrauchtteil auftreiben. Die schlechte Nachricht – auch das ist mit Gold aufzuwiegen. Ich telefoniere mit Volker, er stimmt zu, wir bestellen das gebrauchte Ersatzteil!

Ich muss noch für eine Absprache ins Marinaoffice. Auch hier arbeitet man inzwischen mit reduzierter Besetzung, auch hier gibt es kurze Winteröffnungszeiten, auch hier ist weihnachtlich geschmückt!

Weihnachtdekoration im Office unserer Marina

In einem Büro entdecke ich auf einem Tischlein ein mir bekanntes Gesicht und traue meinen Augen kaum – schaut euch das mal an…

Gnirle unter Freunden

In der Ecke sind einige Kuscheltiere aufgebaut, die Mitarbeiterin erklärt mir, dass ihr Mann diese Fundstücke für sie sammelt und sie diese dort aufstellt. Inmitten dieses „Friedhofs der Kuscheltiere“ sitzt also der mir wohlbekannte Gnirle (könnt ihr mal von hinten her lesen) – das Elring Maskottchen.

Ich erhalte abermals einen Flashback in mein früheres Berufsleben, schmunzle und erzähle der Kollegin die Geschichte. Am Mobiltelefon kann ich ihr Fotos von mir mit Gnirle zeigen – Bilder aus vergangenen Tagen!

Schnell! Alarmton auf einer großen Motoryacht!

Vor ein paar Tagen hätte ich nicht geahnt, dass ich bald die große schwarz-silberne Yacht betreten würde – suchen musste ich sie nicht, ich wusste wo sie festgemacht ist…

Piep, piep, piep – irgendwas stimmt nicht

Den Schlüssel in der Hand begebe ich mich auf das Ungetüm – meine Aufgabe – „…schalte mal schnell das Piepsen ab und sehe nach dem Rechten!“

Ok, jetzt erstmal die Türe aufsperren, wie geht das gleich???

Ich klicke mich durch mir unbekannte Systeme und entdecke einen Alarm „Fire in Engine Room“ – aha. Jetzt keine Panik, erst verifizieren! Ich bahne mir den Weg und stehe auf einmal neben zwei MTU Motoren, jeder wohl mehr als 1000PS – sie brennen nicht! Offensichtlich ein Fehlalarm. Ich setze die Anlage zurück, quittiere die Meldung und gebe Entwarnung.

Ein bisschen aufgeregt verlasse ich das Boot, welches größer als unser damaliges Haus ist – und erheblich teurer!

Der Tag hat noch Stunden – diese wollen Sibylle und ich auf ELOWYN nutzen…

Wettertechnisch braut sich was zusammen – heute arbeiten wir drinnen

Sibylle hilft mir wo es geht! Heute war ihre Aufgabe, sich in eine enge Lücke zu quetschen um die Filter des Wassermachers auszubauen und diese trocken zu legen. Konserviert war die Anlage schon.

Es stand zu befürchten, dass ich nicht in die Lücke passen würde – also musste die tapfere Sibylle voran!

Den da???

Dumm nur, wenn die Handkraft der guten Gattin nicht ausreicht, um die Filter zu öffnen. Letztlich musste ich mich doch in die kleine Kammer quetschen – aber es zeigte sich einmal mehr, dass ich flexibler bin als man mir zutraut. Letztlich haben wir es hinbekommen, auch diesen Punkt auf unserer Liste mit einem Haken zu versehen.

Am Abend war die Eröffnung des Weihnachtsmarkts am Programm. Dort wollten wir mal vorbeisehen und das Einschalten der Weihnachtsbaumbeleuchtung nebst Feuerwerk bewundern.

Ziemlich was los – ganz Leros war auf den Beinen
Das Karussell handbetrieben – Lilly war noch skpetisch
Bunt, Lichter, Menschen, laut

Ich hatte ja schon erzählt, dass Weihnachten hier sehr gefeiert wird, aber weniger besinnlich als wir es zum Beispiel aus Deutschland kennen. Es ist bunter, lauter – mehr bling-bling, mehr amerikanisch – so auch das Motto dieses Jahr. DISNEY!

Man trifft bekannte Gesichter
Kitsch meets Klassik

Die Feierlichkeiten aber als Kitsch abzutun würde dem Ansinnen nicht gerecht. Es ist eben nur eine andere, weniger künstlerische Art der Umsetzung. Für uns ungewohnt, aber dennoch auch dem eigentlichen Sinn gewidmet.

Die Krippe am Weihnachstmarkt in Lakki

Wir haben das Treiben beobachtet, Freunde getroffen, ein bisschen geschnackt und uns zwei Glühwein gegönnt – dann war es soweit. Der Bürgermeister hält eine Ansprache, die Blaskapelle spielt klassische Weihnachtslieder, der Weihnachtsbaum wird beleuchtet!

Die Lichter sind „entzündet“ – die Weihnachtszeit offiziell eingeläutet…
…dies wird mit einem Feuerwerk gefeiert

Wir gehen mit Marcus´ Familie ins „SouVLakki“ zum Essen und dann zurück an Bord von NESSAJA. Da der Abend noch jung ist, zudem Deutschland eine Stunde zurück liegt, reicht es für Sibylle und mich, um noch einen kurzen Videocall mit den Enkelsöhnen zu machen, bevor diese ins Bett müssen.

Ach soooo ist die Weihnachtszeit in Griechenland

Am Folgetag ein weiterer, schwerer Abschied. Susanne, Marcus und Lilly fahren über Weihnachten nach Hause und kommen wohl erst im März zurück. Das ist schade, weil wir gerade in den letzten Tagen und Wochen viel Spaß miteinander hatten.

Wir gehen zusammen an den Panteli-Strand um dort einen letzten Ouzo zusammen zu trinken. Ich bin zerissen – einerseits ist es ein schöner Tag…

Mitte Dezember! Gute Stimmung

…anderseits gehen die Freunde heute für etwa zwei bis drei Monate nach Hause und hinterlassen eine Lücke!

Schlechte Stimmung

Am Abend essen wir zusammen Lasagne an Bord von NESSAJA, eine Entlastung für Susanne, gleichzeitig ein letztes Zusammensein um „auf Wiedersehen“ zu sagen.

Marcus gibt mir noch den Chip für DARKSYDE – natürlich lade ich sie einmal im Monat!

Kommt zu den anderen 😉

Dann ist es an der Zeit, die Freunde müssen früh raus, man verabschiedet sich, der Tag klingt melancholisch aus.

Es wird einsam in der Marina

Es passiert, was nicht hätte passieren dürfen! Ich habe eine Erkältung! Nicht nur einfach irgendeine Erkältung, nein, eine Männererkältung. Ich war lang nicht mehr erkältet und kannte das Gefühl kaum mehr – umso intensiver die Nahtoderfahrungen!

Sibylle versorgte mich mit Halswehtabletten und Lutschpastillen – ich litt leise…

Kopfweh? JA, auch…

Ich nehme das Gas etwas raus und bespreche mich mit dem Marinachef. Ich habe seit ein paar Tagen das Gefühl, als ob man mich „zwangsbeschäftigt“ – wie soll man arbeiten, wenn der ganze Betrieb ruht?

Schnell wurde klar, man war froh, dass ich das Thema aufgegriffen habe, so stand einer Freistellung bis 07.01.2024 nichts mehr im Wege – super! Jetzt hatte ich Zeit! Zeit um mich auszukurieren, um entspannt an ELOWYN zu wurschteln, Zeit für Weihnachtslieder nebst Tee und Gebäck, Zeit für mich…

Habe ich schonmal erwähnt, dass man vom Schicksal gebeutelt sein kann? Als hätte der Belzebub meine Gedanken lesen können, servierte er mir einen herben Rückschlag auf dem silbernen Tablett!

Sibylle dreht den Wasserhahn auf – es passiert… NICHTS!

Ich wusste sofort was das heißt – Defekt an der Wasserpumpe! Jetzt muss man wissen, dass ich diese Pumpe im Juli 2022 prophylaktisch ersetzt habe und dabei meine Gedanken laut ausgesprochen habe – „…diese Pumpe wird sicherheitshalber erneuert! Wenn die Waschmaschine erstmal verbaut ist, komme ich da nie mehr ran. Ich will die nie reparieren müssen!“

Hätte ich es nur nicht gesagt! Genau dieses Teil fällt als erstes der von mir verbauten Neuteile, innerhalb der Reklamationszeit, aus. Hilft nix, ich muss ran…

Ein dunkles Loch – man kann die Pumpe nichtmal sehen, von beiden Seiten nicht!
Ich hole die Luftpumpe aus den Tiefen, sicherheitshalber den Speicherdruck prüfen.
Die Treppe muss raus – da hilft kein Südern
Die Pumpe ist hinter dem Generator – links unten, in den Tiefen meines Motorraumes

Das letzte Bild zeigt das Ausmaß der Katastrophe – ich musste alles zerlegen um die Pumpe überhaupt erahnen zu können. Wenn ich mich jetzt auf den Generator lege, kann ich meinen Arm in die Tiefen des Motorraumes schieben – die Arbeit ist also einhändig und nach Gefühl auszuführen.

Leider geht es auch recht eng zu…

Das freut den Monteur

Ich hatte das Gefühl schon einmal beschrieben, wie es ist, seinen Arm in eine Lücke zu schieben, vorbei an abgeschnittenen Ratschbändern und den Enden von Holzschrauben, beziehungsweise irgendwelchen Klammern – man kann den Schmerz beim Herausziehen des Armes schon erahnen, während man noch den Weg in die Lücke sucht…

Ich fluche leise!

Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Ich bin echt mies beinander, Sibylle drängelt auf fließendes Wasser und ich muss exakt die Arbeit machen, die ich nie machen wollte. Das alles ein paar Tage vor Weihnachten – Adventszeit, staade Zeit? Pfeifendeckel!

Ich schaffe es, die Pumpe an einem Nachmittag auszubauen, den Verantwortlichen unseres Marinaladens aus dem Urlaub zu holen und eine Ersatzteilbestellung abzusetzen. Drei Tage Lieferzeit – solange muss die Baustelle ruhen und wir aus dem Kanister leben, na toll!

Ich belohne mich mit einem Eis – egal wie erkältet ich bin…

Danach geht´s besser

In den Folgetagen hatten wir echte Lichtblicke in unserem Alltag. Das Marinaoffice bittet uns nach oben, es wäre ein Paket für uns gekommen. Nanu, wir erwarten doch gar nichts…

Ha, was für eine Überraschung! Die Crew der CHILI hat an uns gedacht und als Dankeschön für das Umlegen vor dem Sturm, ein Fresspaket aus der fränkischen Heimat geschickt – begleitet von einer ganz lieben Postkarte…

Vielsagend – wir packen aus…
…und das Wasser läuft uns im Mund zusammen

Sibylle ändert kurzentschlossen den Speiseplan und setzt „Frängischa Bradwörschdla“ nebst Sauerkraut auf denselben – gleich für heute Abend!

Die Würstchen brutzeln in der Pfanne, das Kraut köchelt am Ofen – dann frisch auf den Teller. Was für ein Labsal, welch ein Gaumenschmaus!!!

Echt – ein Gedicht! Vom Nürnberger Top-Metzger
Das schmeckt

Um ein anderes Päckchen mussten wir uns selber kümmern – denn nur Pakete mit Trackingnummer werden in die Marina gebracht. Alles was als Brief oder Päckchen nach GR geschickt wird, muss an der Post abgeholt werden. Das gilt für Sendungen an unsere Marina.

Normaler Weise macht das die Marina in regelmäßigen Abständen, aber nicht im Winter. Zum Glück wussten wir, dass auch Angelika und Uli von der JASPER an uns gedacht hatten und, wie im Vorjahr, einen fantastischen Stollen nebst Grußkarte auf den Weg gebracht haben.

Im dritten Versuch waren wir erfolgreich!

Wir wussten was drin war – uns lief das Wasser im Munde zusammen

Einem guten Brauch folgend, revanchierten wir uns bei Paola und Thomas von der SIMPLY FREE mit einer Einladung zum Stollenessen nebst Kaffeebegleitung.

Thomas liebt Stollen, kann aber auf Leros keinen bekommen. Wir sollen ausdrücklich herzliche Grüße an die Schenkenden ausrichten – es war ein Genuss. Natürlich haben wir „Oma Helenes Butterstollen“ zu viert verdrückt – keine Reste, kein Krümel.

Generell ein dickes DANKESCHÖN an alle Gönner 😉

Ich bekomme eine WhatsApp aus Kamara. Giorgos sendet mir die Info, dass die Solarmodule für die ELOWYN da sind, auch der gebrauchte Ölkühler wäre eingetroffen. Super! Ich möchte die Teile kurz ansehen und fahre rüber zu „Boat & Parts“.

480Wp pro Platte, zwei riesige Platten – gibt knapp 1kW Solar bei 24V, das ist ein guter Anfang
Im Detail ist der gebrauchte Ölkühler schlechter als der alte – aber er ist dicht!

Passt alles, ich bin happy! Das bringt uns ein Stück voran. Der Ölkühler ist dicht, damit sollte der Instandsetzung des Willi nichts mehr im Wege stehen.

Noch mehr freue ich mich über die Solarmodule. Giorgos hat sich irgendwie geplagt, diese in Griechenland zu organisieren. Mal hatte er schwächere gefunden, mal welche, die den Platz nicht nutzen. Diese hier hatte ich am Schirm, es war nur schwer sie zu bekommen – ich habe sie schließlich bei einem Händler in Athen gefunden, Giorgos hat sie für uns bestellt – das Projekt kann beginnen!

Zurück in der Marina sehe ich sofort, dass sich unsere Vorleine wieder bei dem kleinen Motorboot verhakt hat.

Erst muss ich sie aushängen…
…dann das kleine Boot ein wenig umbinden

Alle zehn, vierzehn Tage das gleiche Spiel. Ich beobachte und binde das Boot so an, dass alles passt.

Dann kommt der Besitzer, ein zwar netter, aber etwas dumber Mann, pumpt das Wasser raus, raucht zwei Zigaretten, deren Kippen er ins Wasser schnippt und bindet das Boot dann grundlos um.

Dann hakt sich meine Leine wieder in seine Leiter – und das Spiel beginnt von vorne. An einem dieser Tage beschließe ich, meinen Platz hier aufzugeben und umzuziehen. Mein Wunschplatz ist frei – ich werde diesen Monat noch umlegen…

Mit den wenigen Bewohnern der Marina, unserer kleinen „Community“, beschließen wir, eine neue Taverne in Lakki auszuprobieren. Keiner von uns kennt das Lokal, wir verabreden uns zum Dinner an diesem Tag.

Das „Stand By“ – viele Locals dort, eine typische Taverne
Innen ein Holzofen, der gemütliche Wärme spendet

Wir haben gut gegessen, aber es war keine Offenbarung. Ein Lokal, welches eine gute Alternative bietet, ähnlich dem „Gia Sena“, das sich aber vermutlich nicht in unsere Top-Five Liste kämpfen wird.

Am Abend machen wir einen Videocall mit meiner Schwiegertochter und meinem Sohn. Amelie ist hochschwanger, wir flachsen darüber, ob das Kind vor oder nach Weihnachten kommen wird.

Nach dem Videocall schicken sie uns ein Bild – ich bin sicher, dass ich es hier veröffentlichen darf…

Amelie, Stefan – wir fiebern mit euch!

Um es vorweg zu nehmen, während ich diese Zeilen tippe – heute am 27.12.2023 – erreicht uns die Nachricht, dass unser sechstes Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat! Wir stoßen mit einem Tzipouro an und freuen uns mit den Dreien!

Zurück in den chronologischen Ablauf…

Wieder meldet sich das Office, wieder ein Paket für mich – diesmal weiß ich was drin ist! Die Wasserpumpe!

Ich hadere lang mit mir, ob ich bei der defekten Pumpe einen Eingriff machen soll, ein Risiko wie mir scheint – aber mein Mechanikerherz obsiegt! Der Chandler hat auch einen neuen Druckschalter schicken lassen, ich baue diesen ein und – die alte Pumpe tut!

Um das Gewährleistungsrisiko und die Kosten klein zu halten, zudem in der Hoffnung, dass ich den Schalter komplikationslos auf Gewährleistung ersetzt bekomme, verzichte ich auf den Einbau der neuen Pumpe und verbaue meine alte, jetzt wieder funktionierende, Fördereinheit erneut.

Und das war erst ein Scheiß, mein lieber Scholli…

Unser Salon sieht aus, als ob eine Granate eingeschlagen hätte
Ich suche abermals den besten Zugang oberhalb des Generators…
…und reiße mir abermals die Bratze auf

Das folgende Foto habe ich NICHT für den Blog gemacht! Es ist eines der Montagefotos – die waren notwendig, weil ich nicht an die Schrauben hingesehen habe. Also habe ich per Bild oder Video, den Schraubenzieher auf den Schraubenkopf geführt.

Die linke Seite vom Generatorschacht aus, die rechte Seite vom der Zugangsklappe des Hauptmotors aus…

Bissl daneben, noch einen Zentimeter weiter runter

Nach einem vollen Arbeitstag hatte ich die Pumpe wieder eingebaut und angeschlossen. Am Folgetag habe ich den Druckspeicher verbaut, den Vordruck eingestellt und das System wieder an die Druckeinheit angeschlossen.

Wir haben das System getestet, die Pumpe in Betrieb genommen und eine Dichtheitsprüfung gemacht. Bis heute ist alles ok und dicht – wir haben wieder fließendes Wasser auf NESSAJA.

Einen halben Tag Ausbau, einen Tag Einbau, einen halben Tag für den Druckspeicher und die Inbetriebnahme. Zum Kotzen, echt! Aber ich wusste es, ich wollte es nie machen müssen! Selber schuld, alles ein bisschen eng verbaut an dieser Stelle…

Der Sonnenuntergang und Sibylles freudiges Lächeln entschädigen mich. Die Waschmaschine läuft schon, ich bestaune das Abendrot.

Wahnsinn

Patricia spricht mich an. Sie war für drei Wochen zuhause, hat aber bereits vorher beschlossen gehabt, dass sie diesen Winter in der Marina verbringen will. Sie war überrascht, dass wir in ihrer Abwesenheit die Lücke neben ihr belegt haben – sie hat jetzt CHILI als Nachbarboot.

Patricia ist unglücklich – die Fender hätten in der Nacht gequietscht, sie hat kein Auge zugetan. Ich soll CHILI an einen anderen Platz legen!

Ich vermute, dass meine Absage an dieses Ansinnen so klar formuliert war, dass sie sofort eine Korrektur der Leinenführung und Fenderplatzierung als Alternative akzeptiert hat.

Womit sie nicht gerechnet hat – diesem Wunsch habe ich sofort entsprochen! Ich verstehe das, ich fordere das für mich selbst auch ein – wir hatten einen Nenner gefunden!

Ich opfere zwei meiner T-Shirts

Ich spanne also Festmacher nach, lege eine Vorleine zur Kaimauer und verschiebe die Fender. Die zwei Dicken die für den Erstkontakt zuständig sind, bekommen ein T-Shirt von mir verpasst – passt wie angegossen.

Weil ich gerade auf CHILI bin, reinige ich den Abfluss des Cockpits, hier ist das Wasser nicht mehr abgelaufen.

Der Bobbel hat absolut dicht gemacht

Ich gebe in Nürnberg Information, dass auf CHILI alles ok ist und sie jetzt etwas näher an JASPER liegt. Bei Patricia warte ich ab, ob sie die Veränderungen überhaupt bemerkt…

Hat sie! Und sie hat auf eine Art und Weise reagiert, die mich den Hut ziehen lässt – Chapeau!!!

Es ist die Geste – intelligent reagiert, gefällt mir sehr

Auch an anderen Schiffen, auf die wir regelmäßig ein Auge werfen, gab es ein paar Kleinigkeiten zu tun – da traf es sich sehr gut, dass ein weiteres Paket eintrudelte. Schwiegertochter Sonja hatte über Wochen Kleinigkeiten gepackt, persönliche Dinge, aber auch Ersatzteile für uns und andere.

Das Paket kam heute – just in Time!

Yeah, Sendung aus Miesbach – sehnlichst erwartet

Neben zwei Schlafshirts für mich und Maggi für´s Ei, waren so unwichtige Dinge wie Kopfhörerpolster oder Quetschverbinder in der Sendung.

Aber auch die wirklich wichtigen Teile, darunter Raritäten und Juwelen…

Zum Beispiel sechs Schlüsselrohlinge die ich auf Leros nicht finden konnte. Es war ein Riesenakt diese Rohlinge kaufen zu können, hat letztlich aber doch geklappt. Mein erster Weg führt also zum Schlüsseldienst, der mir drei Schlüssel nachmacht – die restlichen drei Rohlinge schenke ich dem Mann – Kosten für´s Schleifen – 3.-€!

Problem gelöst – check!

Problem Nummer 1 ist also gelöst – ich gehe zur CNB60 von Ed, hier habe ich nämlich beim Batteriecheck den Schlüssel abgebrochen – dummerweise den letzten! Wir hatten vor der Abreise der Eigner schon Schlüssel nachmachen lassen wollen, daher wusste ich eben, dass es keine Rohlinge gibt. Diese Herausforderung war nach dem Bruch des letzten Schlüssels eine große geworden, hier ist jetzt ein Haken dran!

Kommen wir zu den Juwelen, sprechen wir über die ELOWYN…

Zwei Solimar Lukenverriegelungen

Diese beiden Teile sehen bei der Schönheit in Bleu nicht mehr standesgemäß aus und wollen ersetzt sein – leider keine Standardware! Nach langer Recherche konnte ich die Teile finden und bestellen – und ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass man die Aluteile mit Gold aufwiegen musste.

Leider gab es im Laufe von 10 Jahren doch Anpassungen beim Hersteller, ein erster Einbauversuch zeigt, es muss nachgearbeitet werden – hier muss ich noch genauer recherchieren, aber ein erster Blick genügt…

links neu (lang), rechts alt (kurz) – verschiedene Ausführungen waren nicht im Katalog

Vom blauen Riesen gibt es auch erfreuliche Kund´! Es sollte etwas intelligentes erdacht werden, um die Sonneneinstrahlung auf den Salontisch während langer Standzeiten zu reduzieren. Permanente Lichteinstrahlung birgt das Risiko, dass Holzteile ausbleichen – das galt es zu vermeiden, ohne Löcher für Druckknöpfe oder ähnliches ins Gelcoat zu bohren.

Hier die Lösung…

Eine maßgefertigte Plexiabdeckung für das Schiebeluk…
…die perfekt passt und die Sonneneinstrahlung auf ein Minimum reduziert

Hier war der Weg von der Idee zum fertigen Teil ein eher kurzer, alles hat reibungslos geklappt. Das Teil lässt sich auf dem großen Boot leicht wegstauen und kann bei Bedarf einfach aufgelegt werden.

Noch einmal wechseln Sibylle und ich das Schiff. Auf dem Weg von ELOWYN zu ALENA, es war gerade ein Regenschauer durchgezogen, zeigte sich ein herrlicher Regenbogen – eine schöne Stimmung über der Marina.

Von unserem Steg D aus fotografiert

Gut, dass wir auf ALENA innen zu arbeiten hatten. In wenigen Tagen wird der Interessent zur Besichtigung kommen. Ich habe keinerlei Ambitionen ALENA besser dastehen lassen zu wollen als sie ist. Ihr großer Trumpf ist die ehrliche Ausstrahlung, der Käufer sieht exakt was er kauft!

Eines wollte ich aber noch geprüft haben, die Heizung! Ich wollte wissen ob die Heizung noch gut anspringt und läuft – und das tut sie!

Unsere Aufgabe – dasitzen und die Heizung erfühlen

Nachdem wir die Batterien noch einmal geladen hatten und der Heizung ein Weilchen beim Heizen zugehört haben, beenden wir unseren Einsatz für die Fremdboote und schließen den Werkzeugkasten!

Weihnachten steht vor der Türe, es gilt Vorbereitungen zu treffen.

Für den Heiligabend müssen die typisch griechischen Fleischgerichte für den Backofen bestellt werden. Dafür hat unser Premiummetzger extra eine Facebook-Veranstaltung erstellt „Xmas Table – Open House“. Wir sagen zu, staunen und bestellen…

Typische, griechische Leckereien nebst Fachberatung

Die Abholung der Ware solle übermorgen Vormittag, am 24.12.2023 erfolgen! Der Heiligabend rückt näher, die Verabredungen für die verschiedenen Weihnachtsfeiertage stehen, die Einkäufe sind getätigt – das Fest kann kommen!

HAAAALT – da hätte ich die Rechnung ohne meine NESSAJA gemacht! Auch sie hat noch ein Schmankerl auf Lager, eine Fleißaufgabe, die mich mindestens eine Woche lang jeden Abend beschäftigt hat – ich habe unzählige Mails mit dem perfekten und geduldigen Service von Garmin getauscht…

Probleme mit der Registrierung

Was war passiert? Ich hatte bereits im Sommer bemerkt, dass meine Geräte noch im Account des Erstbesitzers registriert waren. Ich hatte davon berichtet.

Dieser hatte mir bei einem Erstkontakt im Sommer, zwar Hilfe bei der Ummeldung der Geräte zugesagt, ich konnte ihn aber, aus welchem Grund auch immer, danach nicht mehr erreichen – was tun?

Ich habe Garmin kontaktiert, musste ein aufwändiges Nachweisprocedere durchlaufen, es war dann aber möglich, zunächst meine zwei Plotter auf meinen Account „umzuschreiben“.

Leider war das nicht ausreichend, weil die App nicht zwischen den Geräten unterscheidet. Ist auch nur ein Gerät im System, welches auf einen anderen Account gemeldet ist, dann kann man nicht synchronisieren, keine Updates machen und auch die Karte nicht mit neuen Daten füttern.

Fehlermeldung – obwohl die Plotter bereits umgeschrieben waren. Irritierend

Bei jeder Mail an den Service musste ich verstehen, umsetzen und neue Herausforderungen annehmen. Erst als wirklich alle Geräte umgeschrieben waren, alle Updates gemacht waren und auch die App neu aufgesetzt wurde – erst dann konnte ich Erfolg vermelden!!!

Mein Account ist Besitzer, mein Mobiltelefon ist verbunden und überall grüne Haken

Ich habe es leider versäumt, ein Foto zu machen als auch „Active Captain“ einen grünen Haken hatte – aber ich versichere, jetzt passt endlich alles! Ein weiterer Punkt auf der Liste erledigt – auch hier komme ich voran.

Das hat mich lange gequält, ich muss allerdings gestehen, dass ich auf allen Geräten einen Werksreset machen musste, ein bisschen Setuparbeit habe ich also noch – aber das kenne ich, das bekomme ich hin!

Der Morgen des 24.12.2023 – heute bleibt die Werkzeugkiste zu! Ich wache auf, schleiche in den Salon und starte unsere Heizung. Sie läuft, ich kuschle mich ins Bett und drehe mich nochmal um…

Pffffiiiiiiiiiiissssssss…. AUS!

Was war los, warum ist die Heizung aus? Das Display zeigt „Error“ – ich raufe mir imaginär die Haare und packe das Werkzeug aus. Zum Glück weiß ich, woran es liegt.

Rein in die Ecke, nur schnell…
…das Gitter wieder ausbauen

Unsere Heizluftansaugung ist im Innenraum in einer Ecke die von den Salonschränkchen gebildet wird. Der 90er Schlauch ist mit einem Lamellenvorsatz geschützt, das war mir immer zu wenig!

Wenn da mal eine Mutter reinfliegt oder ein anderer Fremdkörper – der haut mir die Heizung kaputt. Dies gilt es zu verhindern.

Ich experimentiere daher seit Anbeginn mit verschiedenen Gitterlösungen. Bewährt hat sich ein ganz feinmaschiges Mosquitonetz. Da gab es nur Fehlermeldungen, wenn zuviel Staub im Gitter hing – daher wusste ich auch um die Sensibilität des Luftmengenmessers der Heizung.

Dieses Netz wäre mir fast einmal in den Ansaugtrakt geraten, ich habe daher versucht auf Metall umzustellen. Geht nicht! Die Drahtstärke nimmt zuviel Durchsatz weg – die Heizung merkt das und setzt sofort einen Fehler!

Als Rat an alle, die sich mit einer Eberspächer Luftheizung beschäftigen – Eberspächer hat im Gegensatz zu Webasto sehr viel elektronisch geregelt, man kann kaum eingreifen. Ich habe meine Heizung stark ausgelegt, vielleicht etwas zu kräftig – wenn sie jetzt in Stufe 1 voll powert, dann merkt die Heizung jede minimale Veränderung im Luftdurchsatz und schaltet ab. Egal ob ich eine Düse schließe oder eben ein Gitter einbauen möchte.

Das nervt. Gut ist aber, dass auch der Service von Eberspächer sehr gut und zugänglich ist. Ich versuche nun, per Softwareeingriff, die Stufe 1 herunterzuregulieren oder abzuschalten – ich brauche sie nicht. An dem Probelm bleibe ich dran. Die Heizung funktioniert aber ohne Gitter tadellos…

Nach diesem etwas verkorksten Start in den Morgen des Heiligabends, frühstücken Sibylle und ich, wir machen „Klar Schiff“ und gehen dann zum Panteli Strand!

24.12.2023 – ein wunderbarer, warmer, sonniger Tag
Kaffee & Kuchen – die Sonne im Gesicht

In diesem Winter waren Sibylle und ich kaum hier. Zu häufig war das Wetter schlecht, oft war einfach keine Zeit – doch genau heute drängt sich der Besuch förmlich auf.

„Wir warten auf´s Christkind“ in einer sehr speziellen Form – die uns aber so gut gefiel, dass wir direkt von Kaffee & Kuchen zu Ouzo & Meze übergingen – nahtlos 😉

Greek Lifestyle
Meze zum Ouzo

Ich sah den Kindern beim Spielen im Wasser zu – ja, richtig gehört, die Kinder haben geplanscht! Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich der neckischen Stimme in meinem Unterbewusstsein nicht mehr standhalten konnte – ab ins kühle Nass, heute ist Weihnachtsschwimmen angesagt!

War gar nicht soooo kalt

Ich wärme mich noch ein wenig in der Sonne auf, dann fahren wir heim. Auf dem Weg zum Motorrad entdecken wir Skurriles…

Rudolf the Red Nose Rendeer – frei interpretiert

In der Marina huschen wir beide unter die heiße Dusche und machen uns fein für den Abend. Dann schmeißt Sibylle den Ofen an, der Tisch wird gedeckt und wir gehen zum gemütlichen Weihnachtsabend nebst Dinner über…

Ein guter Wein, ein feines Essen – was willst Du mehr?

Wir haben relativ früh gegessen, weil es heute noch einen Teil 2 des Heiligabend geben sollte – nämlich den gemeinsamen, den geselligen Teil…

Thomas und Paola von der SIMPLY FREE haben eine Handvoll Liveaboards eingeladen, um nach dem persönlichen Dinner noch ein bisschen beisammen zu sitzen, ein bisschen Alkohol zu trinken und süsse Sauerreien zu futtern. Diesem Ruf sind wir gerne gefolgt!

Italienische Weihnachtsstimmung auf der SIMPLY FREE
Auch hier war der Tisch weihnachtlich eingedeckt
Babis, Thomas, Paola, ich, Sibylle und Patricia – ein netter Abend

Wir saßen zusammen, tranken ein paar Gläschen und hatten echt Spaß – obwohl oder weil wir echt bunt zusammengewürfelt waren. Der Abend war kurzweilig und die Zeit bis Mitternacht verflog.

Je später der Abend wurde, desto lockerer nahmen wir die Dinge, zugegeben, der eigentliche Anlass des Festes war temporär in den Hintergrund gerutscht…

Schön war´s
Ja, lacht nur…

Die Feier klang aus – kurz vor dem Nachhausegehen drückt Paola jedem noch ein kleines Geschenk in die Hand, was für eine nette Idee und was für eine Geste. Es war ein toller Abend.

Zuhause packe ich mein Geschenk aus…

Uiiii, warme Socken! NATURAL – offensichtlich Schafswolle 😉
Oh Gott, für diese Socken musste ein niedliches Acrylic-Lämmchen sein Fell lassen

Scherz – natürlich weiß ich wo die Dinger herkommen, ich finde es aber trotzdem frech ein Schaf draufzudrucken und „natural“ zu schreiben! Egal, auf zur Anprobe…

Na, wenn das nix ist

Der Heiligabend endet, ich habe gut durchgehalten, mich wacker geschlagen. Jetzt aber darf ich, sogar mit Sibylles Erlaubnis, in meine eigentliche Rolle zurück…

Am Morgen des ersten Feiertages meldet sich mein Sohn noch einmal – er hätte ein Weihnachtsgeschenk für uns unter seinem Christbaum gefunden. Man würde das für uns aufbewahren, Sibylle könne es im Februar mitbringen…

So ein nettes Christkind

Am Format erkenne ich, dass das blondgelockte Christkind unter Umständen das gleiche Geschenk bringt, wie schon die zwei Jahre davor – das freut uns Beide ganz sakrisch, denn wir lieben dieses Geschenk und halten es sehr in Ehren!

Unser Kinderkalender

Wir machen im Verlauf der Weihnachtstage mit allen Kindern und Freunden Videochats oder Telefonate, tauschen uns aus und wünschen schöne Festtage – dem ein oder anderen wünschen wir bereits jetzt ein gutes neues Jahr, denn Silvester naht mit großen Schritten.

„Man hört sich wieder im nächsten Jahr…“ – sage ich mich mehr als einmal zum Abschluss eines Gespräches!

Der zweite Feiertag startet ohne Frühstück, denn Thomas und Paola haben für die Marinacommunity einen Tisch im „To Steki“ reserviert, es gibt ein Weihnachtsmenü – diesmal zum Lunch…

Dimitris übertrifft sich wieder selbst – wir lieben dieses Lokal
Schön renoviert, herrliches Ambiente – und beheizt
Zur bereits bekannten Gruppe, gesellen sich noch Noam und Shira, sowie Yo
Wir unterhalten uns gut – aber Sibylle drängt auf Nachtisch

Wir essen gut, lassen es uns gutgehen und genießen den Tag inmitten großer Gruppen Einheimischer, die an den umliegenden Tischen Platz genommen haben – wir sind mittendrin, das gefällt uns!

Nachtisch gibt es hier keinen, aber wir haben einen Plan 😉

Da strahlt sie…
…und kauft kräftig ein

Wir genießen diese Zeit wie schon letztes Jahr. Alles ist entspannt, es gibt hier keinen Streß rund um die Festtage.

Am zweiten Feiertag allerdings ist die Luft dann doch etwas raus. Sibylle und ich beschließen, dass wir noch einmal so einen herrlichen Tag am Panteli Strand einflechten wollen, mehr schreiben wir uns nicht auf die Liste.

Sibylle möchte dorthin walken, ich fahre mit dem Motorrad rüber und nehme sie mit zurück. Gesagt, getan…

Abermals ein herrlicher Tag mit besonderer Stimmung
Wir gönnen uns jeder einen Apple-Pie und einen Cappucchino

Am Abend gehen wir in kleiner Runde noch ins „Metzes“, dort lassen wir Weihnachten ausklingen. Es waren schöne Feiertage, es gibt kein Klagen – wir konnten fast so etwas wie eine „staade Zeit“ spüren.

Der Mittwoch hat es in sich! In Deutschland startet ein Paar zu einer spannenden Reise. Von Stuttgart über Frankfurt nach Athen, von dort nach Piräus und dann mit der Fähre nach Leros.

Die Beiden heißen Gerald und Ulrike, es sind die Interessenten für Werners ALENA. Ab morgen werden Gerald und ich ALENA besichtigen, inspizieren und auf Herz und Nieren prüfen – zu Werner gibt es dabei einen „heißen Draht“, er sitzt zuhause am Telefon und wartet auf unsere Videocalls.

Wir tracken die Reise der Beiden und erledigen parallel unsere täglichen Aufgaben.

Ich muss für ALENA das Tepai für die Probefahrt lösen, das geht schnell und problemlos. Für NESSAJA gibt es neue Interessenten, ich beantworte ein paar Fragen und schreibe Mails. Sibylle ist erst im Dog-Shelter, dann gehen wir zusammen einkaufen.

Ich kann zudem noch meine Bezüge für die Cockpitpolster abholen, jetzt ist auch dieser Punkt von der Liste der Arbeiten für die neue Saison zu streichen.

Polster stehen bereit – jetzt einteilig und mit neuen Klettverschlüssen

Zwischendrin erfahren wir immer den Status von Gerald und Ulrike – alles klappt! Sie verabschieden sich in den Abend mit der Positivmeldung von der Fähre…

Noch in Piräus – aber gleich geht es los

Just in dem Moment, als wir gerade einige WhatsApp Nachrichten austauschen, drängt sich eine von Schwiegertochter Amelie dazwischen, sofort gefolgt von einer Nachricht meines Sohnes – wir wussten im Bruchteil einer Sekunde was los war…

Anton war auf die Welt gekommen! Willkommen Enkelchen, wir freuen uns!!!

Ich genehmige mir ein Getränk und stoße mit Sibylle an.

Anton, auf Dich – und natürlich auf die junge Familie

Ein letztes Mal sehe ich nach der Fähre, ich habe den Beiden versprochen, sie um 03.35 Uhr mit dem Leihwagen abzuholen. Es interessiert mich ob alles klappt – sieht aber gut aus!

Noch ein paar Meilen bis Mykonos

Ein paar Zeilen des Blogs tippe ich noch, um nicht allzusehr in Verzug zu geraten – die kommenden Tage werden herausfordernd und busy.

Dann muss ich ins Bett, die Nacht wird kurz…

Um 01.15 Uhr sehe ich noch einmal auf die Uhr, dann bin ich wohl eingeschlafen. Die Gedanken haben mich beschäftigt – ein Interessent für NESSAJA hat einen Termin für einen etwaigen Besuch genannt, ein anderer hat ein Gebot abgegeben, welches über meinem Minimalpreis liegt – es wird spannend, das wühlt mich auf!

RING! RRRRRIIIIIING! AAAAHHHH – was ist los? Wo bin ich? Sibylle stupft mich an, murmelt was und dreht sich um. Ich realisiere, es ist 03.00 Uhr, ich muss raus und die Gäste abholen.

Ich fahre zum Hotel, übernehme den Leihwagen und brummle damit schnurstracks zum Hafen…

Der rote Flitzer – den haben Gerald und Ulrike für die nächste Woche

Ich blicke ein letztes Mal auf die „Marine Traffic App“, um zu sehen, wo sich die BLUESTAR 2 gerade befindet. Ich stelle fest, ich bin keine Minute zu früh, der Zubringer aus Piräus ist pünktlich.

Nur noch um die Ecke

Ein paar Minuten später, läuft der stählerne Riese im Hafen von Lakki ein. Jetzt wird es turbulent in der kleinen Stadt…

Nur noch ein paar Minuten

Wenige Minuten später steigen Gerald und Ulrike aus dem Bauch der Fähre. Wir erkennen uns auf Anhieb, begrüßen uns kurz und sehen dann aber schnell zu, dass wir das Weite suchen.

Ich möchte rasch am Hotel sein, um den Check-In für die beiden so kurz wie möglich ausfallen zu lassen. Wir sind die Ersten (oder Einzigen?) an der Rezeption, alles klappt – kurzer Abschied, „…schön, dass ihr da seid, bis morgen!“

Ich verlasse das Hotel und schwinge mich auf meine GS. Minuten später liege auch ich noch einmal in den Federn und kann tatsächlich noch etwas schlafen. Als ich aufwache ist es schon hell…

Ich schicke Gerald und Ulrike ein Bild – ALENA wartet

Sibylle und ich frühstücken, ein Kaffee bringt meine Lebensgeister zurück. Etwa eine Stunde später melden sich die Gäste und kommen kurz darauf in der Marina an.

Für mich wie Weihnachten…

Mein Schatz…

Gerald war so nett, mir eine ganze Menge Dinge mitzubringen. Sein Koffer war halbvoll mit Teilen und Gerätschaften für mich. Unter den feinen Sachen war auch eine Bosch Pro Akkuflex, ein begehrtes Teil, auf welches ich schon lange ein Auge geworfen hatte – yeah!

Wir gingen zu den Schiffen, hielten ein bisschen Smalltalk, um dann – endlich – ein Auge auf ALENA zu werfen!

So lange telefoniert, geschrieben, gefragt und geantwortet – jetzt ist es soweit…

Kaiserwetter für den ersten Eindruck

Da wir im Wetterbericht gesehen haben, dass das Wetter langsam aber stetig schlechter werden soll, zudem heute der einzige Tag mit „echtem Wind“ sein soll, wurde beschlossen, dass wir die Besichtigung der Hallberg-Rassy mit der Probefahrt beginnen würden.

Gerald und ich bereiteten das Schiff vor, das Tepai hatten wir ja schon beschafft. Nach etwa einer halben Stunde hieß es, „Maschine starten“!

Der Jockel tat was er soll, er lief tadellos. Wir funkten den Marinero an, dieser kam umgehend und begleitete uns aus der Box.

ALENA legt ab – am 28.12.2023

Wir verließen den Hafen, testeten die Lenkung, den Gas- und Schalthebel, den Motor unter verschiedenen Lastsituationen – so fuhren wir bis etwa in die Mitte der Lakki-Bucht.

Klar machen zum Setzen des Großsegels

Wir machen klar zum Setzen des Großsegels und ziehen dieses aus dem Mast. ALENA krängt leicht, wir haben hier etwa 15kn NW.

Jetzt können wir auf Kurs, der Wind reicht zum Segeln. Wir stoppen den Motor und setzen die Genua. Unter Vollzeug läuft ALENA wie auf Schienen durch die markante Ausfahrt der Lakki-Bucht.

Kaum haben wir das offene Meer erreicht, zeigt uns die Ägäis, dass sie mehr kann, als die geschützte Bucht mit einem Lufthauch zu umspielen. Der NW zieht an und erreicht bald über 20kn.

Wir haben zwei herrliche Segelstunden vor der Westküste von Leros.

25kts AWS, Vollzeug bei Halbwind

ALENA zeigt was sie kann! Sie segelt bei 25kts AWS unter Vollzeug. Hart an der Reffgrenze und trotzdem leicht handelbar. Dabei taucht sie weich in die manchmal bestimmt 1,5m hohen Wellen ein und lässt kaum Wasser überkommen – wir machen rund 7kn SOG.

Die Interessenten sind begeistert, ich glaube, dass ich das so übermitteln darf – man hat nur eine Chance für einen ersten Eindruck, den hat ALENA genutzt…

Geht gut – wir haben Spaß
Ich gebe mir Mühe alle Fragen zu beantworten

Nach etwa einer Stunde heißt es, „…klar zur Wende“ – und nach dem „Re“ legen wir Kurs zurück in die Lakki Bucht an.

Sibylle wollte nicht mit Segeln gehen, sie hat sich ein wenig in die Sonne gesetzt und gelesen. Unsere Ankunft hat sie am Merikia Strand erwartet und ein paar Bilder gemacht.

Zurück in der Lakki-Bucht
Wir bergen die Segel und machen die Fender klar

Kurze Zeit später liegt die Hafeneinfahrt vor uns. Ich funke Marinero George an und bitte ihn, uns beim Anlegen zu helfen. Ich erinnere mich noch gut, wie unwillig die schöne Schwedin in enge Parklücken fährt.

„George, we are coming in – Mooring-Assistance requested“

Wir fahren in die gleiche Gasse zurück, gehen aber geplant an den E-Steg. Erstens kann ich ALENA dort mit dem Bug nach Nord anlegen. Das ist wegen dem Radeffekt einfacher beim Rückwärtsfahren. Zweitens bleibt dadurch die Lücke rechts von NESSAJA frei!

George steht parat um uns zu bugsieren

Die freie Lücke neben unserem Schiff begehre ich übrigens nicht, um frei von Nachbarbooten zu sein, nein, ich möchte ebenfalls ablegen und den, nun vorhandenen, Manöverraum für mich nutzen – ich kann wegen dem kleinen Motorboot leichter aus meiner Lücke raus, wenn ich an steuerbord Platz habe.

Sibylle und ich wollen nach langen Diskussionen an den F-Ponton verholen. Sie bekommt ihre Nordseite, ich einen etwas abgeschiedeneren Platz und die Hoffnung auf etwas mehr Ruhe – egal, anderes Thema.

Kurze Zeit später liegt ALENA an ihrem neuen Platz. Die Leinen sind erstmal fest, das Schiff sporadisch aufklariert, alles Weitere morgen!

Schönes Schiff, cooler Platz

Die Sonne versinkt mal wieder spektakulär hinter den Felsen der Buchteinfahrt – dieses Schauspiel ist im Winter so viel imposanter als im Sommer! Wir sind jedes Mal auf´s Neue begeistert.

Heute rundet dieses Schauspiel einen hervorragenden Tag ab. Unsere Gäste sind happy und ahnen noch nicht, dass es heute noch eine Draufgabe geben würde…

ALENA im Sonnenuntergang
Sibylle lädt zum Sundowner an der Kaimauer…
…und wir machen die obligatorischen Erinnerungsfotos
Eines geht noch

Die Sonne ist weg, es wird kalt! Wir verabreden uns zum Abendessen – Treffpunkt 19.15 Uhr am Hotel – dann ins „Tis Kakomoiras“ zum Meze essen.

Die Gäste fahren zurück in ihre Herberge um sich frisch zu machen. Sibylle und ich gehen auf NESSAJA um uns zu sortieren. Ich bin glücklich über die mitgebrachten Sachen – es war eine Menge, die Gerald in seine Tasche gepackt hat!

Bosch Akkuflex, Würth Akkulampe, Außenwasseranschluss für NESSAJA und ein GOK Gasregler für ein Kundenschiff

Die Zeit verfliegt! Sibylle und ich gehen noch rasch duschen, dann heißt es schon wieder „auf zu neuen Taten“! Wir schwingen uns auf unsere GS und fahren zum Hotel des Besuchs, um die Beiden dort abzuholen – Ziel, die Lieblingstaverne in Vromolithos!

Das „Bianco Hotel“, das erste Haus am Platze

Dort angekommen, setzen wir uns an den reservierten Tisch und bestellen uns Wein und Meze. Wir stellen fest, dass neben uns eine riesige Tafel aufgebaut ist.

Was heute Abend hier passieren wird ahnen wir, als zwei Musiker hereinkommen und am Kopfende des Tisches ihre Musikanlage aufbauen…

Wir geraten mitten in einen griechischen Junggesellenabschied!

Je später der Abend, desto aufgedrehter die Stimmung

Die Stimmung die an diesem Abend im „Tis Kakomoiras“ war, kann ein Bild nicht einfangen – ich will versuchen, euch mittels eines kurzen Filmclips ein bisschen davon zu vermitteln…

Hopahopahopa – Party zum Junggesellenabschied

Die Jungs waren richtig gut und haben der Truppe richtig eingeheizt. Für uns wurde es lustig, als wir dem Bräutigam zugeprostet hatten und ihm Glück wünschten.

Die Hauptperson des Abends ließ sich nicht lumpen und hat uns eine Flasche Ouzo bringen lassen – von da an waren wir in den Trinkrunden der Jungs integriert – ein langer, feuchtfröhlicher und sehr lustiger Abend. Man kann es nicht besser bestellen!

So klang ein exorbitanter Tag für unseren Besuch aus – morgens um 03.40 Uhr angekommen, mittags um 13.00 Uhr die Ägäis besegelt, um 16.30 Uhr ein fulminater Sonnenuntergang nebst Sundowner! Als ob das nicht genug für Tag 1 wäre, Live-Musik und erste Integration beim Meze Dinner am Abend…

Spät nachts fuhren wir zurück ins Hotel und Sibylle und ich zurück auf NESSAJA – morgen würden wir uns nach dem Frühstück daran machen, die Checkliste bezüglich ALENA durchzugehen.

Der Tag beginnt – wir frühstücken leicht, der Kopf brummt ein wenig. Draußen strahlt die Sonne, abermals ein herrlicher Tag.

Gerald schreibt uns an, er würde den technischen Check der Hallberg-Rassy gerne um einen Tag verschieben. Heute sei es so schön, man wolle wandern und baden gehen – ob wir dabei sind? Ja, klar! Sibylle wandert mit den Beiden los, ich erledige eine Kleinigkeit auf Hans-Peters LIBERTÉ und komme dann mit dem Auto nach.

Leider zogen am Mittag Wolken auf…

Dennoch, es war ein warmer, fast sommerlicher Tag

Zuerst dachten wir, dass wir uns auf einen Cappucchino ins „Tzoumas“ setzen würden, doch dann hat Ulrike angemerkt, dass sie doch alles dabei hätten, um eine Art „Vesper“ zu machen.

So sind wir am kleinen Fischerhafen von Panteli vorbeigelaufen, um am kleinen Strand auf der anderen Seite, an einer verwaisten Sitzgruppe Platz zu nehmen.

Die kleinen bunten Boote sind fast alle im Hafen

Dort haben wir auf´s Meer geschaut und palavert. Wir haben Sandwiches gegessen und zwei Flaschen Bier getrunken – es gab viel zu erzählen, auch bootsfremde Themen gab es etliche. Man kann durchaus sagen, dass wir vier uns innerhalb zweier Tage angefreundet haben und die gemeinsamen Stunden genießen.

Als es uns kalt wurde, sind wir zurück nach Lakki gefahren. Gerald hat mir geholfen, die Genua von ALENA wieder winterfest einzupacken, Ulrike war mit Sibylle beim Einkaufen. Heute Abend gibt es Abendessen auf NESSAJA – Sibylle kocht!

Der Abend sollte eine ungeahnte Wende erfahren…

IHR AHNT SICHER WAS KOMMT…

Nach dem Essen ergreift Gerald das Wort. Er erklärt, dass er ein HR Fan sei, sich eingehend vorinformiert hatte, jedoch sein Schwärmen für den Typ 39 Mk2 nebst allerhand Erklärungen, bei Ulrike wohl nicht so ganz angekommen ist. Wie dem auch sei, sie wäre jedenfalls eher negativ überrascht gewesen, die Schwedin sei zwar schön, sie segelt auch herrlich – aber insgesamt wirkt sie ihr zu eng, sie hat nur ein Badezimmer und die Schlafstätten seien zu klein.

Klar, das hätte man vorher wissen können, aber manchmal braucht es eben den Blick in natura. Sie sieht sich in unserem Schiff um, geht durch die Pantry, zeigt auf das Inselbett, bestaunt die Gästekabine mit eigener Nasszelle – so ein Schiff wolle sie haben! Eines mit Waschmaschine! Unseres!

Ich bin verdutzt, Gerald ist überrascht, Sibylle beschleicht Panik…

Eine seltsame Stimmung kommt auf, wir beschließen, dass es Zeit ist ins Bett zu gehen. Der Abend war feuchtfröhlich und entwickelt sich in eine Richtung, in der man einen klaren Kopf behalten sollte.

Keine gute Grundlage um über Geschäfte zu sprechen

Der nächste Tag beginnt mit Schweigen. Sibylle und ich glotzen uns beim Frühstück an – mein Hase unterbricht die zermürbende Stille, es platzt aus ihr heraus, „…und was machen wir, wenn sie es wirklich kaufen wollen?“

Ich erwidere, dass wir NESSAJA ja anbieten würden und wenn sie echtes Interesse hätten, können sie das Schiff auch kaufen – da bin ich rational. Aber bis dahin wird noch viel passieren, da bin ich fast sicher.

In diesem Moment klingelt das Telefon, Gerald fragt, ob Sibylle mit zum Wandern geht. Natürlich tut sie das! Ich bin froh, so habe ich den Kopf frei. Ich informiere Werner über den Sachstand, die Wende der Ereignisse behalte ich aber noch für mich. Dann rufe ich ALENAS Annonce auf und schalte sie wieder auf Status „aktiv“, die zwei Monate „reserviert“ haben sicher den ein oder anderen Interessenten gekostet – ich will keine Zeit verlieren.

Dann gehe ich zu ALENA, klariere sie auf, packe das Dinghy wieder auf´s Deck und schicke sie in den Winterschlaf. Das war´s fürs Erste…

Sibylle kommt zurück, hilft mir noch ein bisschen, wir schweigen abermals. Ich räume noch ein bisschen in NESSAJA auf, eine alte Solarzelle nebst Regler ist immer wieder im Weg und muss raus. Diese mache ich den Fischern vor der Marina zum Geschenk.

Da lehnt sie – hoffentlich kann sie einer brauchen

Wir werden die neu gewonnenen Freunde heute nicht sehen. Ein bisschen Abstand tut gut, heute macht jeder sein Ding. Ich verräume noch mein neues Werkzeug auf unserem Schiff, dann ist Feierabend.

Am Abend haben wir noch einen Videocall mit René und Rita, das freut uns mächtig. Wir haben uns lang nicht gehört, es gibt viel zu erzählen. Ich überbringe die Nachricht, dass Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat.

Trotz der vielen netten Informationen und der lustigen Geschichten, die wir austauschen, ist die Stimmung unmittelbar nach dem Videotelefonat eher bedrückt. Werden Gerald und Ulrike ernsthaftes Interesse für unser Zuhause, für unsere NESSAJA, entwickeln???

Zur Stimmung passt perfekt, dass nacheinander vier Parteien für die morgige Silvesterrunde absagen. Ich muss die Reservierung von 12 Personen auf 4 dezimieren und mich beim Wirt entschuldigen – ich hoffe, er kann die Lücke noch füllen. Mir schwindet ein wenig die Vorfreude…

Sibylle und ich lassen den Abend auf kleiner Flamme ausklingen. Morgen ist Silvester, morgen endet das Jahr 2023.

Und der letzte Tag des Jahres beginnt unbefriedigend…

Immer muss ich Kohle essen

Sibylle bereitet zum Frühstück ein frisches Ei, einen belebenden Kaffee und für jeden ein Brikett. Das schmeckt ungefähr so wie es ausschaut. Um sie nicht zu brüskieren, bedecke ich die schwarze Kruste mit einer Scheibe Käse und kämpfe das Stück Kohle tapfer hinunter.

Mir ist nach Aktionismus – ich packe an! Ich will vor der Jahreswende noch etwas völlig Verrücktes tun!

Finde den Fehler

Es gibt ja genug Menschen in der Marina die glauben, dass wir nicht mehr auslaufen können. Das ist völlig falsch! Etwas nicht zu wollen und etwas nicht zu können sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel.

Ich „sprenge“ also NESSAJAs Ketten und wir legen ab. Zwei Tage nachdem ALENA den Platz an D aufgegeben hat, zieht auch NESSAJA davon – da wird sich der ein oder andere die Augen reiben, ob der verwaisten Plätze.

Zugegeben, weit war unsere Reise nicht. Zwei Hafenrunden bei denen Gerald mal steuern durfte, danach bugsiere ich NESSAJA an ihren neuen Liegeplatz – ganz am Ende des F-Ponton.

Endplatz! Kein Durchgangsverkehr

Diesen Platz hatten wir schon einmal kurz im Sommer. Er ist am Ende eines Steges, der nicht mit dem Hafenkai verbunden ist. Weniger Staub, mehr Durchlüftung, kein Durchgangsverkehr.

Aber am Wichtigsten für mich – endlich keine Mopeds und schwätzende, telefonierende Amici mehr vor meinem Schlafzimmerfenster.

Da liegt sie nun – NESSAJA – sie sieht gut aus! Sollen wir wirklich verkaufen?

Den Blick Richtung Sonne nach achtern, den zur Marinaausfahrt über den Bug – und genug Abstand zum Nachbarn
Die Backbordseite bleibt frei – keine Mauer mehr

Was hier wie eine kurze Aktion beschrieben wird, war schon etwas aufwändiger – es hat uns letztlich einen halben Tag beschäftigt, bis alles wieder an Ort und Stelle war.

Wir sind zu den Duschen gegangen, jetzt ein deutlich weiterer Weg, haben uns für den Silvesterabend vorbereitet und dann noch mit Tina und Volker einen Videocall gemacht – Happy New Year euch Beiden!

War sehr lustig!

Pünktlich um 20.00 Uhr holen uns Gerald und Ulrike mit dem Auto ab. Wir bestaunen noch einmal den beleuchteten Berg von Lakki und versuchen, wie schon so häufig, ein Bild davon zu machen – aber mit diesem Motiv ist die Handykamera des iPhone X doch irgendwie überfordert.

Sieht aus wie Schnee – ist aber „nur“ beleuchtet

Dann fahren wir auf die andere Inselseite, in die Taverne unserer Wahl. Die gleiche Location wie auch schon im vergangenen Jahr. Wir mögen Wirt Dimitris und seine Familie einfach – und sein Essen ist lecker!

Das „To Steki“ in Alinda

Als wir um etwa 20.30 Uhr dort ankamen, waren wir, wie so oft, die ersten Gäste. Wir empfanden das schon als recht spät, mussten jedoch abermals feststellen, dass sich das Lokal erst um 22.00 Uhr richtig gefüllt hat…

Noch alles leer – wir waren die Ersten

Das war uns egal! Wir haben mit einem ersten Glas Wein angestoßen, haben uns eine Kleinigkeit zu essen gegönnt und dann die restlichen Gänge über den Abend verteilt.

Es war ein netter aber unspektakulärer Abend. Man kann Silvester in Griechenland nicht mit dem aus Deutschland vergleichen – es ist vergleichsweise langweilig, man misst dem nicht viel Bedeutung zu.

Wir sind um Mitternacht nach draussen gegangen, haben auf´s Meer und die Festung geschaut und uns „Prosit Neujahr“ gewünscht. Ein Feuerwerk gab es nicht. Deshalb haben wir beschlossen, den Abend hier zu beenden und für einen Ouzo als Absacker die Location zu wechseln.

Ich wusste, dass Manolis Platis, mein Lieblingsmusiker, einen Auftritt im „Leon Limani“ hat. Diese Taverne ist die Hafenkneipe und eher eine bessere Spelunke – aber es ist immer was los!

Hier wurde getanzt, die Stimmung war prächtig

Wir haben der Musik gelauscht, den Tanzenden zugesehen und uns ein Fläschchen Ouzo geteilt. Von hier aus konnten wir vereinzelt Silvesterraketen sehen, welche über Lakki abgefeuert wurden – ein schöner Ausklang.

Um 01.30 Uhr waren wir groggy und müde. Wir haben uns ins Auto gesetzt und haben den Heimweg angetreten.

So klang das Jahr 2023 aus – wir sind in 2024 angekommen! Möge es ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr werden. Die geschenkten Glücksbringer mögen helfen…

Ein 9.-€ Marzipanschweinchen von der Kult-Konditorei „Sommer“ in Reutlingen – danke Ulrike

Ob das Jahr 2024 auch ein spannendes, ereignisreiches Jahr wird, dies hat man selber in der Hand. Wir hoffen darauf, dass wir ein unserem „Buch des Lebens“ ein neues Kapitel hinzufügen können – der Grundstein dafür ist gelegt, rund um NESSAJA ist im Moment viel offen…

Gerald und Ulrike interessieren sich stark für unser Schiff. Ein Interessent aus Australien hat einen Besichtigungstermin angeboten und einer aus Italien ein Kaufpreisangebot gemacht – es kommt Bewegung in die Sache!

Wie DAS ausgeht – das erfahrt ihr im ersten Monatsbericht des neuen Jahres 2024!

Liebe Grüße von Leros – senden Mario & Sibylle

Bucht von Alinda in der Silvesternacht – Quelle: http://www.the-leros-way.com

November 2023 – Wieder mal ´nen Tag verschenkt

Ein neuer Tag beginnt
Auf der Suche nach dem Sinn
Dem Sinn in meinem Leben
Doch ich kann ihn nicht finden

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele, meiner Seele, meiner

Wieder mal ’nen Tag verschenkt
Wieder mal ’nen Tag verschenkt

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele

Die „Böhsen Onkelz“ schaffen es ein zweites Mal die Headline eines Monatsberichtes zu liefern. Ich höre diese Art von Musik eher selten, staune dann aber oft, wie sehr die Texte (nicht alle!) auf den Punkt gebracht sind – dieser hier trifft zur Zeit besonders zu – ihr merkt, unsere Findungsphase, die einer Neuorientierung, spitzt sich zu…

NESSAJAs Platz – auch für den Winter

Hier sitze ich nun. Es ist der 25.11.2023 und ich beginne sehr zeitig meinen Blogbericht für diesen Monat zu schreiben. Draußen pfeift der Wind durch die Takelage und drückt unser Zuhause immer wieder gegen die Kaimauer – die Kraft von Aeolos Atem lässt unseren Rumpf immer wieder knirschen wenn er durch die anderen Schiffe an die Wand geschoben wird – trotz Fender rundum!

Es pfeift in den Toppen, alles knirscht und knarzt

Ich schicke voraus, der November hat die in ihn gesetzten Erwartungen in keinster Weise erfüllt. Wir haben auf einen smarten Übergang von mediterranem Sommer in den frühen Herbst gehofft – aber Nix da – die Temperaturen fielen, das schlechte Wetter kam und hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, bis heute gehalten.

Alles in Allem ein sehr durchwachsener Monat!

Und der begann besonders – nämlich mit meinem ersten „Arbeitstag“!

Giannis (John) erklärt mir wie es so läuft

Ja, richtig gelesen – ich habe mit der Marinaleitung vereinbart, dass ich ein wenig helfe die Spitzen der winterlichen Arbeitslast für die Werkstatt abzuflachen – oder einfacher – er hat zuviel Arbeit, ich ein bisschen freie Zeit. Ich unterstütze daher! Ob sich aus diesem Engagement eine bezahlte Stelle entwickeln kann, wird man sehen. Ich bin dabei, zu erfragen welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Es stellt sich ganz banal die Frage – wollte ich jemals klassisch Auswandern und im Ausland 9to5 arbeiten? Will ich meine Freiheiten und meinen Status „Zeitmillionär“ aufgeben? Will ich auf Leros dauerhaft sesshaft sein?

Ich lasse es langsam angehen und verzichte zunächst auf Lohn, meine Vorteile beschränken sich auf das Netzwerk und den Zugriff auf Maschinen und Werkzeug wenn ich an ELOWYN arbeite. Win-win…

So klingelt am 01.11. um 07.00 Uhr der Wecker und ich stehe das erste Mal seit fast drei Jahren auf, um in die Arbeit zu gehen. Vor dem Büro des Elektrikers werde ich schon erwartet.

Erst ein paar Minuten streicheln – Electra weiß was gefällt

Im Großen und Ganzen kenne ich mich aus und die Kleinigkeiten bekäme ich sicher hin, aber Giannis hat die Anweisung mich korrekt einzuweisen. So gehen wir zusammen zum ersten Schiff, begegnen dabei den „Kollegen“, welche sich ihrerseits zu den Schiffen ihrer heutigen Aufträge begeben…

Mario auf dem Weg zur Arbeit, trifft Mario auf dem Weg zur Arbeit

Giannis und ich klettern auf das erste der uns zugeteilten Schiffe und bauen Gasleitungen aus. Die Marina zeigt sich in einer für mich ungewohnten Art und Weise.

Blick durch den Mastenwald
Der Buchtausgang – von oben gesehen

Der Tag vergeht wie im Flug. Ich mache mir Notizen und gleiche die Strukturen der Arbeitswelt in Griechenland mit denen der deutschen Arbeitswelt ab. Die Unterschiede sind gravierend – ich erinnere mich an meine Zeit, als ich Abteilungsstrategien erarbeiten musste und Ideen entwickeln sollte.

Darf ich das? Ich sag mal so… Ja!

Wir gehen zur Belohnung ins „Tis Kakomoiras“ zum Dinner. Die Meze-Taverne ist neu renoviert und wir freuen uns, dass dieses Lokal wieder offen hat. Wir werden nicht enttäuscht.

Neue Karte, genauso lecker
Gemütliches Ambiente
Liebe für´s Detail
Das Essen frisch und lecker wie immer

Am nächsten Tag muss Giannis wieder seinem „Mastera“ helfen. Ich bin alleine unterwegs und das ist auch gut so. Ich beginne, alles Papier aus meinen Abläufen zu entfernen und „digitalisiere“ mich. Das ist besser für die Kommunikation, weil meine Texte mit „Copy & Paste“ leichter zu handeln und im Bedarfsfall auch einfach zu übersetzen sind, weiterhin spart es Zeit.

Ich baue ein AIS in eine 59ft Swan ein und nehme wahr, dass ich jeden Tag dazu lerne – eine steile Lernkurve, selbst für mich.

Mittagspause auf NESSAJA, die Arbeit bringe ich mit – Homeoffice sozusagen

Das vorhandene Antennenkabel des Schiffes passt nicht zum neuen AIS – was tun? Man palavert, beratschlagt sich. Man will Teile bestellen, Adapter, neue Kabel – alles richtige Optionen – aber hält das nicht auf? Könnte man sich nicht auf handwerkliche Fähigkeiten besinnen und den alten Stecker ans neue Kabel tüdeln? Natürlich fachmännisch korrekt, inclusive Lötung und Schrumpfschlauch!

Adapterkabel selbst gebaut – 1h Arbeit, aber es geht weiter
Die Bedienungsanleitung hilft mir – am Abend bin ich fertig

Ich muss einen Klettverschluss für eine Deckenverkleidung antackern. Dafür kraxle ich vom Schiff und gehe zum Segelmacher der Marina. Ich zeige ein Bild auf dem Handy und er gibt mir das benötigte Werkzeug – welches sich jedoch beim Einsatz als defekt herausstellt.

Ich grolle und fluche leise, rufe Sibylle an, sie fährt für mich zum örtlichen Baumarkt und kauft einen Top-Tacker. Ich stelle meine Reparatur fertig und habe einen Tacker – die Marina nicht!

In meinem Kopf schwirren die Gedanken, doch ich werde abgelenkt. Wir haben eine Einladung zu Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE, es gibt Glühwein und Maroni.

Wohlverdient und immer ein nettes Beisammensein

Auch Sibylle braucht noch meine Dienste – „…hol Wasser, ich koch´ derweil“ höre ich sie bestimmen.

Ich gehorche, setze mich auf´s Mopped und kaufe das lebensnotwendige Elixir bei Kritikos´ Supermarkt.

Noch nicht spät, vielleicht 17.30 Uhr, aber es dämmert schon

Stolz, einmal ein Sixpackträger zu sein, gehe ich mit dem Paket Wasserflaschen aus dem Laden – und staune, was man hier Seltsames sehen kann…

Prolokarre in Lakki

…am biederen KIA flackert ein Unterflur Lichtspiel in wechselnden Farben, zeitweilig blinkend wie eine Lichtorgel. Was in Deutschland bestenfalls für ein mitleidiges Lächeln gut wäre, sorgt hier für allgemeine Zustimmung und Bewunderung. Der Familienvater ist sichtlich stolz. Es sei ihm von Herzen vergönnt!

Nach dem Essen gibt es einen Videocall mit Gottfried und Gabi. Mit den Beiden ist das Quatschen über die Videoleitung ebenso lustig und kurzweilig wie der Smalltalk in der Realität.

Obwohl, wer Gottfried kennt weiß, dass er den SMALLtalk in neue Dimensionen heben kann. So endet auch unser heutiges Telefonat erst mit der Akkuwarnung 😉

Immer wieder schön mit euch zu quatschen

Der Folgetag gehört ELOWYN! Ich muss jetzt den Spagat schaffen zwischen meiner verpflichtenden Zusage, mich um den blauen Riesen zu kümmern, anderseits dem Engagement aus „Spaß an der Freud“ innerhalb der Marina – das klappt bisher aber gut.

Es ist mehr das Wetter, welches mir das Arbeiten auf ELOWYNs Deck erschwert – heute ist es windig, kalt und zeitweise regnerisch.

Das Ankerspill der Muringwisch muss runter

Einen ganzen Nachmittag investiere ich – erfolglos! Ich muss abbrechen, ich friere, es ist kalt, der Tag ist vorüber.

Trotz der Kälte gehen wir, nachdem wir im „SouVLakki“ zu Abend gegessen hatten, einer Macht der Gewohnheit folgend, in unsere Lieblingseisdiele „Repapis“.

Hier bereitet man sich auf die Vorweihnachtszeit vor, die Dekoration wurde bereits aufgebaut, später wird „nachgerüstet“.

„Repapis“ Weihnachtsbaum
Meeting mit dem Nussknacker
Praktisch – ob ich mal….???

Die Jobs in der Marina kann ich mir nicht aussuchen. Mal ist es eine coole Aufgabe, bei der ich was lernen kann und die leicht von der Hand geht. Andermal ist es auch etwas Unangenehmes, etwas Dreckiges, oder einfach ein Tun, für welches ich mich in enge Kisten zwängen muss…

Einbau einer Wifi-Fernbedienung für den Anker

Interessant ist, dass ich auf diesem Weg „die andere Seite“ kennen lernen darf. Wieviele Segler habe ich schon über die Werkstatt schimpfen hören – ich gebe zu, auch ich habe manchmal nicht mit kritischen Bemerkungen gespart. Bereits heute weiß ich, dass kein Job plan- oder berechenbar ist. Ich werde künftig etwas milder urteilen.

Anderseits, manche Punkte sind zu kritisieren – zum Beispiel Zeitverschwendung durch schlechte Organisation…

Mein Fitnessprotokoll eines Arbeitstages

In der Marina sind lange Fußwege zurückzulegen. Von einem Ende zum anderen, von einem Schiff zum anderen, zum Office, zum Marinastore, einen Kollegen suchen. Ich lege diese Wege zu Fuß zurück und komme täglich auf rund 10.000 Schritte (fast immer mehr als Sibylle 😉 ).

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ich täglich bis zu 10km laufe, dafür brauche ich, überschlagsweise, zwei Stunden. Das sind zwei unproduktive Stunden die, multipliziert mit der Anzahl der Vorarbeiter, eine Vollstelle ergeben.

Da gibt es Potential, ich bin (fast) soweit, eine Strategie schreiben zu WOLLEN!

Durch den Feierabend werde ich abgelenkt. Heute gibt es etwas zu tun. Zum einen habe ich ein Paket von SVB aus Deutschland erhalten – bei Werner´s ALENA, welche ich für ihn verkaufe, müssen am Kajütdach zwei neue Doradelüfter montiert werden…

Passt, das defekte Teil ist endlich ausgetauscht

…zum anderen brauche ich feste Schuhe. Am besten Arbeitsschuhe. Ich brauche etwas wetterfestes, sicheres, warmes – einen Schuh als täglichen Begleiter.

Mein letztes Paar nagelneuer Adidas Terrex GTX will ich nicht auf dem Schlammplatz der Marina opfern. Ich fahre also zum „OBI“ von Andreas Kritikos und kaufe ein paar leichte Arbeitsschuhe.

Ein „Leben in Flip-Flops“, ja das konnte ich mir vorstellen. Arbeiten mit dem trendigen Strandschuhwerk? Nein, das nicht!

Nicht die beste Qualität, aber auch nicht teuer

Ach ja, vielleicht muss ich das erklären. Der „Schlammplatz“ entsteht nach ausgiebigen Regenfällen. Die Marina hat eine befestigte Kaimauer, der Weg zum Office ist mit Steinplatten belegt und die Abfahrten vom Gelände auf die Mauer sowie die Krangassen sind betoniert – der Rest ist gewalzter Sand, Kies, loser Untergrund eben.

Im Sommer bretthart, nach einem Regenguss aber, zumindest an der Oberfläche, aufgeweicht. Vielfach mit festem Schuhwerk leicht zu begehen, an mancher Stelle versinkt man jedoch fast knöcheltief im Schlaatz. Diese „kritische Fläche“ ist riesig…

Die Mauer trennt Wasserliegeplätze von der Trockenfläche für die Boote an Land – nach einem Regen batziger Untergrund

Neuer Tag, wieder widme ich mich der ELOWYN. Ich konnte mir „schweres Gerät“ ausleihen und rücke dem widerspenstigen Spill der Muringwinsch mit Feuer und einem Zughammer auf die Pelle.

Gasbrenner und Zughammer – konnte ich ausleihen 😉

„Sorry my friend, do you have a….“ Verflixt, wie heißt der verfitzmaledeite Zughammer denn eigentlich auf Englisch? Ich weiß, offen gesagt, nicht mal wie der im Fachjargon in deutscher Sprache heißt.

Bei uns in Werkstattkreisen heißt er „Wichser“. So kennt den jeder Mechaniker. Aber geh´ mal in Griechenland nach einem Wichser fragen. Es kann sein, das Gespräch endet mit einer Maulschelle.

Ich beschließe, ein Foto zu speichern und mit Hilfe desselben nach dem begehrten Tool zu fragen – und so klappt das auch.

Der Deckel ist ab – doch im Schlund des Spills nur oxidierter Staub – was wohl darunter verborgen ist?
Und jetzt???

Ich kann den festoxidierten Deckel ausbauen, das moddrige Innenleben weitgehend reinigen und werde vor neue Aufgaben gestellt – zwei Schrauben raus, doch das Spill geht nicht ab. Ich muss mich weiter damit beschäftigen.

Während ich an ELOWYN baue, geht Sibylle einkaufen und plant das Abendessen. Dieser Plan wird aber gehörig durchkreuzt – wir haben nämlich eine neue Bekannschaft gemacht und beschließen – heute gehen wir zusammen essen.

Wohin mit den frisch gekauften, aber rasch verderblichen Geflügeldelikatessen? Ha! Wir besinnen uns unserer neuen Tiefkühltruhe und nehmen diese kurzerhand in Betrieb – das ist schon Luxus!

-10°C nach einer Stunde – Hühnerbrust gibt´s morgen

Wir leiten den Abend mit einem gemeinsamen „Sundowner“ am Steg ein – in dieser Phase des Monats willkommener Anlass die anderen Winterlieger zu treffen…

Gin-Tonic mit Ina und Ralf von der „Chili“

Wir mischen uns einen leckeren Gin-Tonic und genießen die Stimmung. Der Drink wird zu einem Sundowner der seinen Namen auch wirklich verdient – das namensgebende Zentralgestirn unseres planetarischen Systems versinkt spektakulär.

NESSAJA im Sunset
Ohne Filter, ohne Nachbearbeitung – iPhone X – sonst nix
Wir genießen, alle machen Bilder

Danach geht es aber ab ins „Persiana“, einem Pub, welcher internationale Bierspezialitäten und Burger anbietet – insgesamt einem amerikanischen Diner sehr ähnlich.

Schön dekoriert – Biere aus allen Ländern, diese aber nicht billig
Weil ich es so gerne mag – ich gönne mir ein Guinness für schlappe 8.-€
Begleitet von einem Special-Burger der seinen Namen verdient und den gleichen Betrag kostet

Mein nächster Marinaauftrag führt mich mitsamt meiner neuen Werkzeugtasche auf das Schiff eines deutschen Skippers. An der neuen Jeanneau sind einige Garantiearbeiten abzuwickeln.

Allzeit bereit

Ich erkenne und nutze einen Vorteil – die Muttersprache! Ich rufe den Kunden an und kläre im Detail ab, was genau bemängelt wird und welchen Reparaturpfad der Hersteller vorgibt.

Später mache ich das mit anderen Kunden noch weitere zweimal auf Englisch. Die Gesprächsnotizen verteile ich digital per Cloud und Link. Ich stelle fest, mein früherer Job und die technische Kommunikation auf Englisch sind ein hilfreiches Werkzeug – das könnte ich einbringen. Hmmm???

Von oben überblicke ich den Steg und sehe meine NESSAJA…

Dort liegt sie, daneben ALENA

Sibylle hat sich andere Prioritäten zurecht gelegt. Sie kümmert sich um unser Zuhause, kreiert Speisepläne und kauft ein. Was nach langweiligem Haushalt klingt, macht ihr aber Freude.

Darüber hinaus geht sie etwa dreimal die Woche zum „Dog-Shelter“, der Auffangstation für herrenlose Streuner. Diese Arbeit ist ehrenamtlich, es muss sich um die armen Kreaturen gekümmert werden.

Auch sie schlüpft in Arbeitskleidung und schwingt sich auf ihr Mopped um in die Hügel von Leros zu fahren…

Los geht´s – der Schlamm in der Marina ist erkennbar

Ihr Weg führt sie aus der Marina heraus, vorbei an der Lakki Bucht und dann hoch durch die Wälder, in die Hügellandschaft hinter dem Hauptort Lakki – klar, dass der Dog-Shelter nicht mitten im Ort gebaut wird.

Bei schönem Wetter eine Traum-Strecke…

Entlang der Bucht von Lakki in den Ort
Die Küste entlang bis es letztlich hoch in die „Berge“ geht
Oben angekommen, gibt es einen herrlichen Ausblick

Oben angekommen, wird meine Gattin schon sehnsüchtig erwartet. Über 60 Hunde leben in dem eingezäunten Areal, welches von einer Frau aus Leros privat betrieben wird. Sie ist auf Spenden angewiesen, klagt aber nicht – man kommt so rum.

Die Zamperl danken es…

Kleines Sonnenbad gefällig?
Oder lieber spielen

Der schwarz-weiße auf dem zweiten Bild heißt FIX – nicht nur, dass FIX auch eine griechische Biermarke ist und er somit sehr gut zu MAMOS passen würde, nein, er ist auch Sibylles Favorit – ob sich da mal nicht eine neue Geschichte anbahnt…

Für uns Beide jeweils ein Tagwerk – am Abend treffen wir uns dann mit den Freunden aus der Marina zum Sundowner am Steg und / oder gehen gemeinsam essen.

Die Crew der LIBERTÉ ist inzwischen abgereist, Patricia bleibt diesen Winter da

Und sonst? Nun, unsere Ausbeute an Geschichten die es wert sind erzählt zu werden, ist deutlich geringer geworden – wir sind in eine Art „Alltag“, eine Routine, gerutscht.

Hans-Peter und seine Petra genießen auf LIBERTÉ einen speziellen Urlaub über die ersten zwei Novemberwochen – nicht gerade die typische Urlaubszeit auf Leros – und bereiten ihr Schiff dann auf den Winter vor.

Leinen waschen und trockenen – meine macht er gleich mit! DANKE dafür!

Auch die CHILI wird winterfest gemacht und sicher vertäut. Zufrieden fahren die neu gewonnenen Freunde ab und sehen dem Winter in Deutschland entgegen. Man wünscht sich einen „guten Rutsch“ und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Für mich fühlt es sich anders an – jetzt komme ich auf die Headline zurück. Ich lebe Alltag! Der Wecker klingelt meist recht früh am Morgen – ich trinke Kaffee um in Schwung zu kommen…

Ich war einmal ein Zeitmillionär

…dann kümmere ich mich um meine Pflichten, ich gehe arbeiten! Entweder widme ich mich der mir anvertrauten ELOWYN oder ich helfe in der Marina aus.

Ich arbeite also im Paradies – ist das so?

Das Meer lädt noch zum Bade, das Wasser ist noch nicht zu kalt, man könnte noch baden – einladend ist es allemal!

An unserer Hafenmauer – glasklar

Wie oft bin ich im Sommer hier hineingesprungen, es war herrlich! Heute habe ich entweder keine Zeit weil ich beschäftigt bin und „noch schnell“ etwas fertig machen muss, oder ich habe schlicht und einfach keine Lust, weil ich ein paar Momente Ruhe am Tag genießen will.

Haltet euch fest – ähnlich geht es mir mit „Repapis“…

Inzwischen ist die Weihnachtsdeko fertig, das Büdchen steht

…ich meine, dass wir nur zwei oder dreimal im November im Schlaraffenland von Leros waren. Im Winter geht man eher tagsüber dorthin, abends ist es fast zu kalt. Tagsüber habe ich keine Zeit, abends friere ich – ich mag nicht mehr hin!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Wieder mal ´nen Tag verschenkt – verschenke ich Zeit? Oder sehe ich nur den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Sicher ist, ich wusste drei Jahre lang nicht welchen Tag wir haben – es war immer Samstag. Heute weiß ich genau, wenn es an einem Wochenende regnet – es nervt mich!!!

Ich war nach ca. einer Woche zurück in meinem alten Trott – diesen zu verlassen hat drei Jahre gedauert. Will ich das?

Gut, wenn einer zu Besuch kommt, der das Potential hat, diese Gedanken zu zerstreuen, Marcus reist mit Familie aus Lipsi an, DARKSYDE bleibt über den Winter in der Marina!

Ich bewundere seinen neuen Solarträger – Giorgos hat wieder ganze Arbeit geleistet.

Mit Plexiabdeckungen – so könnte es auch bei ELOWYN aussehen

Wir fachsimpeln und vertiefen unsere Gespräche. Wir trinken erst ein Bier, dann zwei – bis die Sonne untergeht!

Klönschnack an der Kaimauer – wie 2022, das vermisse ich
Zeit ist das wichtigste Gut, oder?
Wieder versinkt die Sonne spektakulär

Die Damen – Sibylle, Susanne und die kleine Lilly, waren spazieren und am Spielplatz. Zum Sonnenuntergang treffen wir uns wieder und beschließen ein gemeinsames Dinner. Die Familie möchte ins „SouVLakki“, einen guten Girosgrill gibt es auf Lipsi nicht.

So sei es…

Auch dort ist der Burger nicht von schlechten Eltern

Lilly erscheint mit einem weihnachtlichen Glitzergeweih und verweist auf ihre blinkenden „Hörnen“ – klar ist, das muss ich mal probieren!

Mario mit blinkenden Hörnen, Sibylle schämt sich derweil für mich

Tags darauf erledige ich einige der noch offenen Punkte, um ELOWYN final einzuwintern. Die Reparaturen teile ich mir dann über die „dunklen Monate“ ein.

Am Nachmittag habe ich etwas mit Giorgos zu besprechen, die Reparatur des Tenders der ELOWYN, des WILLI und der Bau des riesigen Solarfeldes muss abermals abgestimmt werden. Es gibt Probleme bei der Beschaffung der Solarmodule.

Marcus begleitet mich, er will seine Solaranlage anschließen, es gilt ein paar Kleinteile bauen zu lassen.

Der Meister an der Drehbank
Aus Stangen-Vollmaterial werden zwei Buchsen
Dann noch ein Blech, um den neuen Solarregler hitzesicher zu verbauen

Wir sind rund zwei Stunden in der von mir so geliebten Werkstatt. Giorgos bietet mir an, für ihn zu arbeiten. Er meint es ernst – wir hatten sooft darüber gescherzt, jetzt ist er zwei Wochen zu spät. Er ist enttäuscht, lässt es sich aber nicht offen anmerken.

Marcus und ich fahren zurück in die Marina, das Wetter ist mal wieder beschissen. Es stürmt und regnet, es ist kalt. In Deutschland schneit es – was ist das „kleinere Übel“?

50 shades of Grey

Obwohl es schon spät ist, machen Marcus und ich uns über die Solaranlage her. Im Kat ist alles gut zugänglich, die Arbeitszonen sind geräumig. Wir kommen gut voran, waren aber auch entsprechend gerüstet…

Ouzo und „der Gerät“ – so kann man arbeiten, so geht was!

Ich crimpe Marcus die Kabel und stelle fest, dass gründliche Arbeitsvorbereitung die halbe Miete ist. Keine Arbeit der letzten drei Wochen hat so gut geklappt. ELOWYN überrascht mich immer wieder mit speziellen Herausforderungen, die Aufträge der Marina sind oft nicht ausreichend organisiert.

Wir stellen die Anlage fertig, schalten sie ein und – sie liefert! In der Dämmerung liefert sie noch ab, erstaunlich! Morgen sehen wir mehr!

Am Folgetag weckt mich nicht der Wecker sondern Geschrei – ein Motor brummelt, der Marinero weist ein – „Captain, Bowthruster, BOWTHRUSTER!“

Ich traue meinen Augen kaum – neben CHILI war eine halbe, im besten Fall eine kleine Lücke frei. Der Marinero beschließet, warum wissen die Götter, hier eine relativ breite Oceanis reinzuquetschen! Es knirscht, es wird gezerrt, Fender bleiben einander hängen und werden gequetscht – SO! Drin! Passt!

Im Laufe der nächsten Stunden stellen wir fest, dass die Leute an Bord weder zugänglich, zumindest zunächst, noch hilfsbereit sind. Man liege jetzt hier und der „Harbour Master“ hätte gesagt „everything is safe“. Ok, aber was sagt der Skipper? Keine Antwort.

Der Marinero bekommt die Diskussion mit, bemerkt schon selbst, dass es zu eng ist, will aber sein Gesicht nicht verlieren. Er ändert kurzerhand die Leinenführung der Nachbarboote – danach passt nix mehr!

Diese Leinen sollen nach links außen ziehen – und nicht über den Rumpf schruppen

Jetzt wären drei Bootsbesitzer unglücklich, aber die sind ja nicht da. Der komische Neuankömmling ist noch zufriedener als zuvor, bei ihm entspannt sich schließlich die Situation, bei CHILI aber sind die Fender der Backbordseite gequetscht wie Flundern, die metallbewährte Scheuerleiste der Hallberg-Rassy nur 3-4cm vom Rumpf entfernt – trotz Fender und ohne Wind!

Was tun? Wir beschließen uns einzumischen und kontaktieren die Eigner. Wir beratschlagen, wie wir den gordischen Knoten auflösen können.

Während wir beim Frühstück sitzen, bekommen wir Besuch.

Electra lurrt – und spekuliert auf ein Leckerli

Am Nachmittag sind wir bei Ewa und Steve zum Geburtstag eingeladen. Das englisch-polnische Paar lädt wieder den englischen Teil der Segler-Community ein – und uns. Wie schon 2022 wird es eine lustige, aber auch anstrengende Feier.

Die Gastgeberin schneidet an
Erst Kaffee & Kuchen – später einen „Five o´clock Tea“

Wir gehen noch mit Marcus´ Familie ins „Metzes“, dem Lokal mit den bunten Regenschirmen in der Gasse – ihr erinnert euch sicher. Erst im Sommer 2023 eröffnet, ist es bereits in unserer „Top 3“ Liste etabliert. Falls ihr überlegt welche Lokale das im Moment sind – grübelt ein bisschen – bitte ich euch zu bedenken, dass das „Mylos“ als unangefochten außen vor bleibt.

Der nächste Morgen beginnt unspektakulär. Sibylle geht wieder zum Dog-Shelter und schickt mir ein Foto – Untertitel – „Auch das ist unser Leros“

Im ersten Moment ein Bild der schönen Bucht, zudem schönes Wetter – doch seht genau hin

Der Mensch kann es einfach nicht! Während die einen diskutieren, sämtliche Einwegverpackungen mit einem Pfand zu belegen, schmeißen die anderen das Zeug einfach ins Meer. Der Ocean wehrt sich und spuckt, die richtige Windlage vorausgesetzt, den Dreck einfach wieder an Land. Werden wir jemals zur Besinnung kommen?

Sibylle will mich scheinbar ärgern. Sie fährt die Bucht entlang und – BIMM – schickt mir ein weiteres Bild…

Die Marina von der Nordküste der Lakki Bucht aus gesehen

…ich mache mich gerade wieder an meine heutige Arbeit – BIMM – sie schickt mir ein drittes Bild. Na toll! Mich freut ja wenn es ihr Spaß macht, aber manchmal nerven die ständigen Bimmeltöne.

Verweile doch, oh Augenblick

Und ich? Was mache ich heute? Heute ist wieder Marinatag! Ich muss eines der Schiffe erklimmen und mir eine der Leitern holen – das gehört zur „Rüstzeit“, Leiter holen, Werkzeug holen und an Bord bringen, Teile holen – dann geht es los…

Ich stell sie hin, andere tragen sie weg

Thema Organisation – ich will ein Schiff verlassen, Leiter weg! Ich spreche den Einsammler der Leitern an und mahne an, dass ich die Leiter doch nutze, ich brauche sie noch!

Sein Kommentar – „…sein Chef habe das Einsammeln der Leitern angeordnet, also sammelt er die Leitern ein!“

Ihr fragt euch vielleicht wie ich vom Schiff runterkam – ich habe Sibylle angerufen, sie hat eine Leiter gebracht…

Das passiert heute nicht, dafür ein anderer Dauerbrenner – Wetterwechsel! Ich bringe die Leiter bei Sonnenschein zum Schiff, richte mir das Cockpit zu einer vollumfassenden Winschenwartung her – Reinigungsmittel, Pinsel, Fett. Herrlich! Ich zerlege eine Winsch, bin am Reinigen – und was passiert???

Genau!

Es gießt wie aus Kübeln – rechts auf der Bank mein Arbeitszeug

Meist ist der Spuk nach einer halben Stunde vorbei und die Arbeit geht weiter – im triefnassen Cockpit! Dabei ist es egal ob ich einen Marinaauftrag oder einen Punkt auf ELOWYNs Liste wegarbeite – das Wetter tratzt mich im elften Monat des Jahres 2023.

Ich habe diesen Blogbericht zeitig begonnen, dafür gibt es einen Grund, dazu später noch ein paar Zeilen.

Mit diesem Absatz holt der Bericht die Gegenwart (fast) ein – Sibylle und ich sehen den Wetterbericht auf „Windy“ an, nun, da scheint sich etwas zusammenzubrauen.

Für den 26.11. sind 45kts vorausgesagt

Ok, 45 Knoten, das sind 9 Bft. – damit ist nicht zu spaßen. Wir besprechen uns mit den Eignern der CHILI, das Boot muss aus der engen Lücke raus, jetzt!

Wir beratschlagen und fassen dann den einfachsten Entschluss – ich parke CHILI um, George, der Marinero, hilft mir dabei. Ich habe das Gefühl, dass er froh ist, dass sich die von ihm verursachte, verfahrene Situation so auflöst.

Ich fackle nicht lang, starte die Systeme und bringe CHILI an ihren neuen, vorher abgesprochenen, ausreichend großen Platz – wir vertäuen sie sicher!

Da liegt sie nun, bis heute sicher

Dem Skipper der an der Situation nicht ganz unschuldig war möchte ich sagen – „der Klügere gibt nach“ – er lässt sich nicht zum Helfen sehen als wir die nagelneue Hanse an seinen alten, klebrigen Fendern entlang, aus der Lücke herausfahren.

Ich sehe noch nach Werner´s ALENA und lege zwei Springleinen, mein letzter Blick gilt Hans-Peter´s LIBERTÉ – passt alles!

Auch bei LIBERTÉ alles ok

Der prophezeite Sturm kann kommen. Und er kam – UND WIE!

Zunächst begann alles harmlos. Der Wind frischte auf, 20kts, 25kts – im Mittel. Sibylle und ich bekommen eine Nachricht von Jürgen, ob wir nach dem GRASKARPFEN gesehen hätten? Nein, haben wir nicht. Machen wir aber noch.

Wir laufen los, checken die Outremer 45 des Freundes, alles ok. Dabei laufen wir an Martin´s BACK OF THE MOON vorbei. Die ist, wie schon letztes Jahr, üppig weihnachtlich geschmückt. Normal nicht meine Welt, aber hier finde ich es irgendwie witzig!

Der Preis für den aufwändigsten Weihnachtsschmuck geht an Martin

30kts, 35kts – als wir zu NESSAJA zurück kamen, hatte sie sich schon an die Betonwand geschmiegt. Das kennen wir, das liegt daran, dass westliche Windkomponenten den gesamten Ponton Richtung Mauer schieben – die Schiffe folgen, darauf sind wir eingestellt.

Drei dicke Kugelfender geben Sicherheit

Auch auf der Steuerbordseite tut sich was. Werner´s ALENA kommt näher als gewohnt. Sie wird von einer weiteren HR in unsere Richtung gedrückt. JETZT straft es sich, dass der Marinero die Leinenführung der Schiffe verändert hat – er wollte Platz schaffen, den es nicht gab. JETZT haben die Schiffe zuviel „Freiraum“. Der Wind kommt von vorne, sie fangen an „in der Lücke zu tanzen“.

ALENA dummst an NESSAJA – noch ohne Gefahr

40kts, 45kts – jetzt zeigt Aeolus was er kann, fasten your seatbelt, jetzt geht es los!

Ich kann nicht schlafen, bewache die Situation

50kts, 55kts – die Schiffe zerren, wir haben Krängung im Hafen. Eine Weinflasche fällt von der Anrichte. Ich sorge mich und sehe nach ALENA. Sie nimmt immer wieder Anlauf und rummst mir in die Steuerbordseite. Die Fender quietschen…

Ich traue meinen Augen kaum – nur noch EIN Fender zwischen ALENA und uns. Die anderen liegen an Deck. Die Scheuerkante der HR schiebt sie bei nachlassender Krängung nach oben. Zwischen den Rümpfen vielleicht noch 5cm.

Ich springe auf ALENA und drücke sie an NESSAJA mit den Füßen ab. Ich kann die Fender wieder in den Spalt bringen und sie neu justieren. Es regnet in Strömen, der Wind pfeift, ich friere.

Das Spektakel dauert vielleicht eine halbe Stunde, dann komme ich patschnass und frierend zurück in NESSAJA, die Gefahr scheint gebannt. Auch CHILI scheint sicher zu liegen.

Auf dem Bildschirm sehe ich den Windpeak – 66kts – Orkanstärke! An einem der sichersten Plätze in einer griechischen Marina.

Mehr kann ich nicht tun – ich gehe ins Bett, bin aber unruhig. Irgendwann schlafe ich ein…

Der Morgen danach – es ist immer noch windig, stürmisch, aber kein Vergleich! Ich ziehe mich an und gehe nach draußen. NESSAJA und ALENA sind unbeschädigt, der Einsatz hat sich gelohnt!

Wir frühstücken und drehen dann eine Marinarunde. Nicht alle hatten Glück.

Bei diesem Kat hat es alle Fender angehoben und herausgedrückt
Der Schaden ist erheblich

Auch unsere Freunde hat es erwischt – die einen hatten einen Batzen Glück, dass nicht mehr passiert ist. So Roland und Mireille von der SUNNY SIDE UP…

Fender rausgedrückt – Rumpfkontakt – aber zunächst keine sichtbaren Schäden…
…am Folgetag war der Nachbar weg – so ein Schelm – und der Schaden sichtbar, ich meine „Glück im Unglück!“

…den anderen war das Glück weniger hold. Gleiche Situation aber gravierend andere Folgen. So erging es Markus´ TARA. Wir haben ihm die Bilder für die Regulierung durch die Versicherung geschickt.

Pech – die Hunter hat eine Scheuerleiste die hervorsteht
Die Schürfwunden sind tief

Andere Freunde von uns hatten nur kleine Schäden zu beklagen. Wir konnten meist sofort Abhilfe schaffen. Auch die ELOWYN muss einen Verlust hinnehmen.

Sie zerrt noch an den Leinen – wie mag es in der Nacht gewesen sein
Die neue 13mm Feder – einfach ab – Qualitätstest / durchgefallen

Last not least – Hans-Peter´s LIBERTÉ. Sie hat einen Fender eingebüsst, liegt ansonsten aber sicher und ohne Schaden. Die Lücke durch den geplatzten Fender konnte ich sofort schließen – alles passt wieder. Ich schicke unserem Freund Bilder, er kann beruhigt sein.

Einfach geplatzt
Problem gelöst

Woran liegt es? Nun, die Lücken sind generell eng, der Druck auf die Fender groß. Viele Eigner hängen ihre Fender hoch, vergessen aber, dass die Schiffe krängen und sich dadurch auf einer Seite absenken.

Vermutlich ist es einfach Pech, das kann im Sturm passieren.

Dazu kommt, dass die Schwimmstege sich generell viel bewegen. Ich habe normaler Weise ca. 1m zur Mauer, der Schwimmsteg ist etwa genauso weit weg.

Bei Sturm sieht es so aus…

Nah an der Wand

Ein letzter Punkt sind die steigenden Wasserstände – das dürfte dem Kat zum Verhängnis geworden sein. Doch auch an den Schwimmstegen ist das nicht ohne Problem – die Muring wird dadurch kürzer, die Bewegung der Boote verändert sich.

Das alles sollte man am Schirm haben, wenn man sein Boot verlässt. Übrigens, die CHILI hat keinerlei Schäden – alles richtig gemacht….

Der Superskipper vom Dränglerboot hat mir heute morgen erklärt, dass er eine entspannte Nacht hatte. Na toll! So ein Knallkopf – hätten wir CHILI nicht umgeparkt, hätte er vermutlich morgen mit seiner Versicherung telefoniert – so eng liegen dumme Ignoranz und überhebliche Arroganz beisammen.

Freunde von uns sagen, die Beiden sind nett. Ich will das gerne glauben und entdecken, aber bis jetzt war davon nichts, aber auch gar nichts zu merken! Seemannschaft – Note 5 – setzen…

Auch die Marina hat Federn gelassen – der Orkan traf den Wellenbrecher mit voller Härte.

Die kleinen Steine hat es bis unter die Boote gespült…
…die großen auch
Gestern noch planer Weg – heute Geröllfeld
10-12m weit wurden die Steine auf den Weg gespült

Wir haben viele Starkwindphasen hier abgesessen – immer sicher! So einen Sturm, einen Orkan, brauche ich so schnell nicht mehr!

Morgen ist Montag, ich bearbeite wieder Marinaaufträge. Dann im Laufe der Woche die Liste der ELOWYN. Alltag. Alltag im Paradies!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Ich wollte nie Auswanderer sein, ich wollte nie meinen Lebensmittelpunkt auf eine griechische Insel verlegen. Ich wollte „irgendwann mal dort bleiben“ – gemeint war, solange man will, ohne Rückflugticket. Aber hier eine Existenz aufbauen?

Ein Zufall kommt zur Hilfe – mir wird eine Stelle als „Technischer Trainer international“ bei einem großen Motorenhersteller angeboten. Ich bin interessiert – gehört das Erklären des Scheiterns eines Planes nicht auch zur Optionsliste?

Ich erzähle es meinen Sohn – er ist verwundert und fragt nach dem Warum. Wir reden über Glück und das Glücklichsein und er erklärt mir den Zusammenhang zwischen Glück und Familie. Er versteht es jetzt, er wird bald Vater.

Sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Ich bin bereit einen hohen Preis zu zahlen – für ein ideales Paket. Das beinhaltet erleben, lernen, genießen, zehren, lieben, lachen und so vieles mehr. Ich möchte Reisen und mich treiben lassen!

Bekomme ich das nicht oder nur eingeschränkt, dann will ich keinen so hohen Preis zahlen. Dann greift auch bei mir die Sehnsucht nach Familie, nach alten Freunden und nach Heimat.

Ich habe am 04.12. ein Bewerbungsgespräch in der Nähe von München. Die Flüge sind gebucht! Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann breche ich ab und gehe in mein altes Leben zurück.

Noch kann ich überlegen…

Was brachte der November noch? Wie klang er aus?

Es gibt verhalten positive Neuigkeiten von ALENA – ihr wisst, dass sie zum Verkauf steht…

Hier ist es ähnlich wie bei NESSAJA – viel Nachfrage, interessierte Segler und Seglerinnen, aber echtes Interesse? Doch! Es hat einer der Interessenten Flüge gebucht, ALENA ist somit reserviert. Interessant ist, dass wir mit den Besuchern schon einen ergiebigen Schriftwechsel hatten – liegt auf der Hand – darüber hinaus aber auch das gewählte Besuchsdatum. Das Paar aus Schwaben kommt am 27.12. und bleibt über Silvester – wir haben also ein „Blind Date“ für den Jahreswechsel und freuen uns, das wird sicher spannend und lustig!

Das Wetter bleibt bis zum Monatsende wechselhaft. Wir haben sonnige Momente und nutzen diese – zum Beispiel für unseren Sundowner am Steg…

Wir senden Grüße an Susanne, Lilly und Nikolas

Dabei staunen wir über den Aktionismus der beiden Marineros die, zusammen mit einem externen Taucher, die Aufgabe haben, alte Kettenreste aus dem Hafenbecken zu entfernen.

Der Taucher hängt die Kette an – der Stapler hebt sie raus
Geschafft – nach einem halben Jahr wird der Kladderadatsch zum Schrott gebracht

Eingefleischte Blogleser erinnern sich an diese Geschichte, daran dass Marinero Giannis im Sommer an dieser Aufgabe gescheitert ist – doch gemeinsam schaffen sie es diesmal!

Auch dieser Sundowner verdient seinen Namen, abermals mache ich ein Bild von der Lakki Bucht. Wie immer ohne Filter oder Nachbearbeitung – im Winter sind die Sonnenuntergänge sehr schön anzusehen.

Die Farben sind eine Wucht – und in Natura noch viel schöner

Auch arbeitstechnisch schleppt sich der Monat dem Ende entgegen. Auf der ELOWYN stagniert es gerade ein bisschen. Für die Arbeiten an Deck ist es zu kalt und zu wechselhaft. Mit der Einwinterung bin ich fast fertig, also konzentriere ich mich auf Administratives – die Bestellung der Solarmodule wird zum Problemfall, ich muss die Recherche neu starten…

In der Marina gibt es auch noch einen Job für mich – zufälliger Weise am Schiff von einem Freund. Ich baue einen neuen Boiler ein…

Lieblingstool im Einsatz

…leider passt dieser nicht wie gewünscht und ich muss die Mulde in der er zum Liegen kommen soll, etwas „anpassen“. Ich bin fast überzeugt, dass die Freunde aus Detmold keine Blogleser sind, gut so, denn dieses Bild würden sie nicht mögen!

Platz ist in der kleinsten Lücke

Den Freunden zuliebe, lässt sich meine Gattin nicht zweimal bitten – sie überlässt mir das Mutterndreh´n und macht hinter mir sauber. Ich danke ihr – auch im Namen der, in diesem Fall anonymen, Crew!

Die Clementine der 2020er

So bekommen wir das bereits im ersten Anlauf gut hin. Ich bin überzeugt, dass die Capetaña der Bavaria nicht auf Anhieb in Ohnmacht fällt.

Auch den Einbau des AIS, welches mich ein paar Tage geärgert hat, kann ich erfolgreich abschließen. Wie gesagt, eine steile Lernkurve – oder wie Lothar sagen würde – „again what learned“.

AIS Daten am Plotter der Swan 59 – Beispielboot ist die allseits bekannte NESSAJA

Inzwischen ist es der 29.11. – ein Mittwoch. Der Wind vom Wochenende ist zurück. Nicht ganz so kräftig, wir müssen nicht in Alarmstimmung sein. Dennoch nervt es – das Wetter allgemein ist eher schlecht als wechselhaft, häufig regnet es. Zudem ist es relativ kühl, die Heizung läuft bereits jeden Tag ein, zwei Stunden. Draußen pfeift es, NESSAJA lehnt sich abwechselnd an die Mauer, dann rammt ALENA an ihre Flanke. Alles nicht gefährlich, aber die Fender quietschen und quatschen, die Festmacher knirchen und die Riggs der umliegenden Schiffe sorgen für den typischen Klang eines Hafens während einer Starkwindphase.

05.22 Uhr, der Wind weckt mich – ich trinke Kaffee

Der Winter auf Leros, in den letzten drei Jahren mochten wir diese Zeit. Alles ist ruhig, grün, die Insel bekommt ihren ureigenen Takt zurück und es blüht allerorts. Dieses Gefühl, dieser Genuss, bleibt uns wohl dieses Jahr vorenthalten – und das in einer Phase, in der ich mich ernsthaft damit beschäftige unser Sabbatical XXL abzukürzen. Wie wird das ausgehen?

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

In diesem Sinne – wir bedanken uns mal wieder für euer Interesse an uns, für eure Neugierde. Bleibt dran, es kann sein, dass der Monat Dezember ein Monat der Entscheidungen wird!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der Crew der NESSAJA – wir wünschen euch allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, ein gesegnetes Fest und einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedvolles, glückliches Jahr 2024!

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…