Dezember 2023 – What´s Another Year

Ein weiteres Jahr liegt im Kielwasser – wenn ihr diese Zeilen lest, liegen sowohl das Weihnachtsfest als auch Silvester 2023 achteraus – der Start ins neue Jahr ist erfolgt!

Ich verfasse im Laufe des Monats Januar, wie jedes Jahr, einen Jahresrückblick mit den Highlights und durchleuchte dabei auch etwas die emotionale Seite der Erlebnisse und Entscheidungen, die wir im vergangenen Jahr durchleben durften. Diesen Rückblick findet ihr hier!

Dieser letzte Monatsbericht 2023 trägt die Headline eines Johnny Logan Songs aus 1980. Damals, als Teenager, konnte ich mit „What´s another Year“ wenig anfangen, offen gesagt, ich mochte diese Schnulze nicht. Heute, weit jenseits des 50ers, spielen Monate und Jahre eine weitaus gewichtigere Rolle, das Zeitkontingent schwindet. Wer mich etwas besser kennt weiß, dass ich die Zeit, neben der Gesundheit, als wertvollstes Gut bewerte.

Es ist also mehr als legitim zu fragen: „What´s another Year?“ Dies zu bewerten, hat uns im Monat Dezember 2023 mehrfach umgetrieben! (der Text bleibt diesmal außen vor – Liebeslied – hat mit meiner Fragestellung nix zu tun!)

Ein Kaffee vor meinem Abflug!

Der Monat begann mit der Umsetzung einer sehr spontanen Entscheidung meinerseits, welche nun ein paar Wochen zurückliegt. Ich hatte über einen Headhunter ein Jobangebot bekommen, welches mir wie auf den Leib geschneidert schien – „Technischer Trainer für Motorentechnik / Volvo Penta international“ – wow!

Diese Option wollte ich nicht verstreichen lassen. Zu einer ergebnisoffenen Betrachtung einer Ist-Situation, muss auch die Option eines negativen Ergebnisses gehören, quasi die Einsicht, dass ein Plan gescheitert ist. Wäre dies der Fall, muss auch eine Rückkehr nach Deutschland in Erwägung gezogen werden. Warum nicht dort etwas Geld verdienen, sich neu sortieren und zu gegebener Zeit einen neuen Anlauf wagen?

Ich habe mir also vor ein paar Wochen Flüge und Fährtickets gebucht…

Am 2. Dezember war es soweit – der Wecker klingelt zeitig und holt uns aus den Federn. Wir frühstücken, dann fährt Sibylle mich zum Flughafen. Ich drehe mich noch einmal zu NESSAJA um, ich hatte für Sibylle alles so vorbereitet, dass sie die vier Tage meiner Abwesenheit keinen Kummer mit dem Schiff haben sollte.

Alles in Butter auf´m Kutter…

Noch im Auto, bimmelt mein Telefon unaufhörlich – bimm, bimm, bimm! Das ist ungewöhnlich, ich sehe nach, was es so Wichtiges gibt…

René informiert mich als Erster

Mein Freund René, er will mich am Flughafen abholen, bei ihm werde ich die nächsten Tage übernachten, meldet als Erster, dass der Münchner Flughafen wegen heftiger Schneefälle gesperrt ist.

Ich kenne das Schneethema in München ja, frage daher meinen alpenländischen Freund, ob man dies so ernst nehmen müsse. Er antwortet, „…mei es schneit halt, das kennst Du ja! Alles normal hier!“

Eine Antwort, die er später revidieren musste!

Ich war eh grindig! Da fliege ich einmal kurzentschlossen nach Deutschland, mache mit allen Kindern was aus, habe alles bestens geplant – und dann sowas! Hier in Leros herrscht derweil noch bestes Wetter…

Ein Abschiedscappucchino bei bestem Wetter
Ganz gute Aussichten

…in München dagegen erwische ich exakt die zwei Tage der Schneekatastrophe! Das hat mich echt angekotzt – man möge mir hier den Ausdruck verzeihen, aber er trifft es ziemlich genau.

Das Dumme nur, ich wusste das ja noch gar nicht! Ich gehe zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass ich am Nachmittag in München landen kann und checke mich im Inselflieger von Leros nach Athen ein.

45 Minuten Flugzeit bis Athen

Ein kurzer, schöner, aber holpriger Flug über die Inselwelt der Ägäis, endet nach rund einer Dreiviertelstunde in Athen. Ich schalte mein Mobiltelefon ein – wieder höre ich BIMM, BIMM, BIMM. Abermals trudeln unzählige Nachrichten ein! Warum???

Ja super – Information zu spät

Ich falle vom Glauben ab! Kann es sein, dass sich alles gegen mich verschworen hat? Warum kommt diese Nachricht so spät? Zu spät?

Habe ich nicht noch am Vormittag gefragt, ob es Sinn macht überhaupt abzureisen? Jetzt sitze ich in Athen und schau´ doof…

Zunächst gilt mein entgeisterter Blick meiner Bordkarte – diese war innerhalb von Millisekunden wertlos geworden.

Ja, 2. Dezember, heute – MUC ist gesperrt! Wegen SCHNEE

Wider Erwarten ist meine erste, reflexartige Handlung nicht etwa mich zu sortieren – nein, ich reagiere wie ich es sooft auf meinen Dienstreisen gemacht habe und wie es offensichtlich noch im Hinterkopf verankert ist. Ich rufe Sibylle an und erkläre ihr die Situation, sie agiert ab jetzt als mein Backoffice und sammelt Informationen am Computer, die sie an mich weitergibt – fast wie eine Fernsteuerung! (früher gab es dafür extra Abteilungen 😉 ).

Während dies also im Hintergrund abläuft, stelle ich mich in die Schlange bei „Aegean Airlines“, um mich unterbringen und umbuchen zu lassen. Na gut, dann fliege ich halt morgen…

Es geht schleppend voran. Die ZWEI Mitarbeiter sind mit der Schlange überfordert. Ich stehe zwar recht weit vorne, bin aber nach einer Stunde nur zwei Plätze vorgerückt. Ich überschlage kurz – wenn das so weitergeht, stehe ich hier vier Stunden.

Sibylle erklärt mir am Telefon, dass es heute keine Option gibt nach Leros zurück zu kehren, weder per Flieger, noch per Fähre – sie hat keine Möglichkeit ausgelassen, alle Dodekanesinseln abgeklopft. In die andere Richtung gibt es ebenfalls keine sinnvolle Option, etwa nach Salzburg, Stuttgart oder Nürnberg – ich würde also bestenfalls morgen Mittag in München sein.

Es bliebe zwar genug Zeit für die Bewerbung, aber meine Termine mit den Kindern und Enkeln müsste ich anpassen, teilweise absagen. Ich bin sauer!

Obwohl genau DAS früher Teil meines Jobs und damit täglich Brot für mich war, überkam mich ein seltsames Gefühl. Früher ist vorbei! Jetzt bin ich nur mir selbst verpflichtet – ICH bestimme, ob ich das wieder möchte oder eben nicht! In dieser Sekunde beschließe ich, dass ich diese Art Zeit zu verbringen, sie zu verschwenden, nicht mehr akzeptiere – ich trete nach links aus der Warteschlange, gehe gemütlich nach draußen und setze mich auf eine Bank – JETZT erst sortiere ich mich und beginne zu überlegen…

Eine verfahrene Situation, welche auch viel Geld verschlungen hat, kann man oft nur zum Guten wenden, wenn man nachinvestiert. Ich seufze kurz und buche mir am Mobiltelefon einen Flug nach Kos. Dazu ein gutes Hotel für eine Nacht, morgen Früh fahre ich mit der Fähre zurück nach Hause – ja, nach Hause…

Einmal Athen und zurück innert 5 Stunden
Der Flieger fast leer – ich hatte einen guten Platz
Wunderschöne Ausblicke, die Sonne versinkt hinter Kreta

Von hier an klappt alles reibungslos! Ich lande pünktlich auf Kos und kann sehr rasch den Flughafen verlassen. Es zahlt sich abermals aus, dass ich nur mit Handgepäck unterwegs bin. So kann ich den Bus, der mich für kleine 3,60€ bis ins Stadtzentrum bringt, gerade noch erwischen. Super! die gesparten 40.-€ für´s Taxi werde ich für ein gehöriges Dinner umsetzen.

Ich laufe die paar hundert Meter zum Hotel, kaufe mir am Weg noch ein Fährticket für morgen, dann checke ich in dem Vier-Sterne Hotel ein.

Im Sommer eines der besten Touristenhotels in Kos…
…im Winter, stilvoll, aufgeräumt und gemütlich

Ich beziehe mein Zimmer und bin angetan. Ich habe ein großes, gemütliches Bett für mich alleine, habe ein Bad in dem ich aufrecht und heiß duschen kann, zudem einen Balkon, von dem aus ich das Meer rauschen höre.

Meins – gemütlich und bequem
Alles sauber, alles perfekt
Ich kann den Hafen und die türkische Küste sehen

Zunächst setze ich mich hin und schreibe eine Mail an Volvo Penta. Ich sage mein Bewerbungsgespräch ab. Seit heute bin ich gedanklich einen Schritt weiter, ich muss wohl akzeptieren, dass meine Karriere als Trainer heute unwiderruflich ein Ende gefunden hat. In ein paar Wochen wird dies eine Randnotiz in meinem „Buch des Lebens“ sein. Ich hatte in den vergangenen drei Jahren zwei „perfekte Angebote“ erhalten, beide habe ich abgelehnt, ein drittes Angebot dieser Qualität wird nicht kommen!

Dann schreibe ich eine WhatsApp an Sibylle. Ich bin gut angekommen, gehe jetzt essen. Wir sehen uns morgen. Ich freue mich auf sie, ich freue mich auf NESSAJA.

Zum Essen geht es in´s „O Alis“, dem empfehlenswerten Meze-Tempel in Kos-Stadt. Ich habe Hunger und gönne mir ein kleines, persönliches Menü nebst einem Bierchen.

Aus meiner Sicht die erste Adresse in Kos-Stadt für normales Essen
Zwei Meze und einen Salat…
…gefolgt von einem „Bekri Meze“ und einem „Lahmacun“

Ich esse und beobachte die Menschen um mich herum. Der Laden ist gut besucht, es ist Wochenende. Kos-Stadt im Winter, am frühen, dunklen Abend, ist eine andere Welt im Vergleich zum Sommer! Es gefällt mir!

Ich sitze trotzdem nicht allzu lang, ich bin alleine, die Zeit vergeht langsam. Ich mache mich also auf den Rückweg, das Hotel ist nur einen Steinwurf von der Taverne entfernt. Im Augenwinkel sehe ich ein Kennzeichen an einem Motorrad, welches als griechisches Wunschkennzeichen für Sibylle die erste Wahl wäre – Otto hätte seinen Spaß…

Die „rasende OMI“ – das würde passen

Zurück im Hotel, gönne ich mir noch einen Absacker an der Bar, es spielt Live-Musik, ich will noch nicht ins Bett! Der Abend fühlt sich gut an.

Ein Ouzo und ein paar Nüsslein
Live, jeden Samstag!
Die waren echt gut!

Ich war angetan! Das Duo spielte echt gute Musik. Immer irgendwo zwischen Swing und Jazz, manchmal Lounge, ein paar griechische Lieder, ein paar Coversongs. Ich habe eine ganze Zeit lang zugehört, irgendwann hat mich die Müdigkeit eingeholt und ich habe mich ins Zimmer zurückgezogen.

Dass das Hotel etwas hellhörig ist und im Zimmer neben mir eine Familie mit Kleinkind untergebracht war, ficht mich nicht an. Dank meiner Ohrenstöpsel war ich bald im Reich der Träume…

Neuer Tag, neues Glück! Nach dem Wachwerden stehe ich auf und ziehe den Vorhang zur Seite. Ich atme ein paar Züge frische Luft und lausche den Wellen, dann kuschle ich mich nochmal eine halbe Stunde in die Federn, ich habe noch etwas Zeit.

Der Tag bricht an, die Sonne taucht gleich am Horizont auf
Richtung Türkei ist es wolkig, aber der Tag verspricht freundlich zu werden

Ich stehe auf, dusche heiß und ausgiebig und genieße das Zimmer noch ein paar Momente. Nachdem der Rucksack gepackt ist, gehe ich erstmal frühstücken.

Abermals bietet das Hotel besten Service und sehr gute Qualität. Eine empfehlenswerte Adresse, wenn ich auch befürchte, dass dies im Sommer anders wirken mag.

Sehr gutes Frühstücksbuffet
Nettes Ambiente auch hier

Ich sitze also im Frühstücksbereich, einer Art Wintergarten, mit Blick auf´s Meer und genieße ein sehr gutes, vollumfängliches Frühstück. Ich sinniere ein wenig, denn der Plan war ein anderer – eigentlich wollte ich jetzt bei René und Rita im „Haus Seegarten“ sitzen und mit ihnen frühstücken – Geschichten austauschen bei Fleischsalat und Brez´n! Schade, wird nix!

Oder kann man da was machen???

Ich genieße das Angebot am Buffet
Auch meine Brez´n bekomme ich! Die Gesellschaft von Rita & René fehlt leider

Zeit zum Aufbruch! Ich konnte meinen Check-Out sehr knapp planen, denn ich hatte gestern schon bezahlt und auch mein Fährticket schon in der Tasche.

Der Fußweg zum Hafen war nicht weit, so habe ich das Hotel verlassen und bin gemütlich dorthin geschlendert. Abermals hatte ich den Eindruck, dass Kos im Winter eine bezaubernde Stimmung ausstrahlt – so ruhig, so authentisch. Kein Vergleich zum überdrehten Touristenmoloch im Sommer…

Wunderschön und menschenleer
Die Wolkendecke reißt langsam auf, es wird warm
Kaum am Hafen angekommen, kommt auch schon die Fähre

Ich musste nicht lange auf die Katamaranfähre nach Leros warten. Die paar Menschen, welche den Dodekanes in nördliche Richtung bereisten, stiegen zu, die Fähre wirft die Leinen wieder los und ich bin auf dem Weg nach Leros.

Die Fähre war fast leer, ich fletze mich in einen der schweren Kunstledersessel und sinnierte so vor mich hin, während am Bildschirm Werbeclips der Dodekanes Inseln gezeigt wurden – (m)ein kleines Paradies, mein Microkosmos.

In etwas mehr als einer Stunde würde ich zuhause sein

Zurück auf Leros ging alles recht schnell. Sibylle wollte mich abholen, hatte aber gleichzeitig eine Einladung der Locals zu einem Benefiz-Backwettbewerb der örtlichen Konditoren.

Wir haben beschlossen, dass ich mit dem Taxi zu NESSAJA fahre und wir uns dann bei „Repapis“ auf ein Willkommenseis treffen. Trotz Sibylles Rolle als Backoffice, gab es ja doch eine Menge zu erzählen – besonders die Gedanken meinen Sinneswandel betreffend, galt es auszutauschen.

Der Eissalon mit winterlicher, typisch verspielter, rosa Dekoration
Die Eisspezialitäten gut wie eh und je

Wir haben viel gequatscht und dabei beschlossen – heute lassen wir es uns gut gehen! Der unsinnige Reiseversuch hatte mich viel Geld gekostet, eine Einladung für Sibylle zu einem Dinner, war das Mindeste was ich ihr angedeihen lassen konnte und letztlich kam es auf die paar Groschen nicht mehr an.

So fanden wir uns nur ein paar Stunden später in unserem momentanen Lieblingsrestaurant, dem „Tis Kakomoiras“, wieder…

Neue Speisekarte – mal sehen…
Lecker wie immer
Gemütlich und schön dekoriert
Witzig…
…und der Jahreszeit angemessen

Da ich nicht, wie geplant, bis zum Mittwoch abwesend sein würde, hatte ich sofort die Marinaleitung verständigt, dass ich weiter an meinen geplanten Schiffen arbeiten würde.

Bereits am nächsten Morgen stand ich also „Gewehr bei Fuß“, um meinen offiziellen Aufgaben gerecht zu werden.

Ok, entspannter als Motorentrainings vor Publikum

In der Marina ist im Dezember so etwas wie Betriebsruhe. Das funktioniert hier aber, wen wundert´s, etwas anders als dies in Deutschland der Fall wäre.

Die Arbeiter sind angehalten, dass sie im Dezember ihren Urlaub abbauen. Leider hat nicht jeder gleich viel Urlaub oder es gibt einfach leicht unterschiedliche Prioritäten – auf jeden Fall sind seit Anfang des Monats FAST keine Werker mehr da – fast…

Trotzdem plätschert es noch so dahin – bis der Shop schließt! Keine Ersatzteile, keine Arbeit! Dann ist Schicht im Schacht.

Auch der Helfer des Elektrikers hatte weniger Urlaub als die Kollegen – er wurde kurzerhand mir zugeteilt!

Nicolas und ich machen Winschenservice

Diese Entscheidung soll mir das Leben erleichtern – tut es aber nicht! Der Bursche spricht fast kein Englisch, ich kann auf Griechisch nicht mehr als ihm einen „Guten Morgen“ zu wünschen.

Unser gemeinsamer Nenner ist Kaffeetrinken, das tun wir ausgiebig – und so klappt es am Ende doch, dass er mir ein paar Handgriffe abnehmen kann.

Mittags macht mir Sibylle immer eine Stulle, ein angenehmes Arbeitsleben. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, so habe ich zuletzt vor mehr als 25 Jahren an alten Autos geschraubt…

Brotzeit von Sibylle – ich werde verwöhnt

Zu diesem gedanklichen Zeitsprung passt auch das Arbeitstelefon, welches mir zugeteilt wurde. Ich habe so ein Modell lange nicht mehr gesehen oder in den Händen gehalten – kann mich aber sehr wohl an Nokia erinnern.

Viel wichtiger als das Telefonmodell war mir die griechische Telefonkarte welche darin steckt. Die ist nämlich sofort in mein altes iPhone7 „umgezogen“ und dient mir jetzt auch als griechische Kontaktnummer – nicht schlecht!

Oldtimer

Nach der Mittagspause geht es weiter, das Wetter ist inzwischen herrlich, es ist sonnig, es ist warm. In Deutschland, ich erinnere, herrscht gerade Schneechaos.

In diesen Minuten würde ich in einem Büro sitzen, vertieft in ein Bewerbungsgespräch. Bereue ich es? Nein, nicht wirklich – die Entscheidung kam von Herzen, der Kopf spielt manchmal Streiche. Zweifel werden kommen – aber ich werde sie mit Hilfe des hiesigen Lifestyles „wegwischen“ können.

Sonne, Kaffee, frische Luft – perfekt!

Der Abend dieses Tages ist gedrängt! Sofort nach Feierabend gehe ich in die Chandlery, ein Paket sei gekommen, ich solle es abholen. Gesagt, getan – ich wusste, dass die Solarmodule von Gottfried an mich adressiert waren. Er hatte mich gebeten, diese anzunehmen und für ihn zu verwahren.

Nicht zu groß, kann ich bei mir am Schiff verstauen…
…nicht ohne einen kurzen Check und entsprechender Rückmeldung an die Münchner Freunde

Als Randbemerkung sei auf die nackten Polster am Bett hingewiesen. Das sind NESSAJAs Cockpitpolster, deren Bezüge nicht nur gewaschen werden, sondern auch umgearbeitet und angepasst werden.

Auch an unserem Zuhause gehen die Arbeiten also weiter, zum Glück sind es nur Kleinigkeiten! DAS sollte jedoch nicht so bleiben – dazu später mehr…

Ich musste sofort weiter zu ELOWYN. Dort wollte ich mich mit dem Marinachef sowie einigen der Handwerker treffen. Es sollte eine Art Begutachtung zur Erstellung eines Kostenvoranschlages durchgeführt werden – die Beteiligten krochen also allesamt über den blauen Riesen und gaben ihr fachkundiges Urteil ab. Ergebnis – offen!

Wer macht was – und wie???

Während wir da so fachsimpeln, bekommt unser Patenschiff einen neuen Nachbarn und muss es sich gefallen lassen, in den Schatten gestellt zu werden.

Pah, mir doch egal – hat ja keinen Mast 😉

Eine 90ft Riva

Während am A-Ponton eine gewisse Aufregung ob des schwarzen Giganten zu spüren ist, lässt mich das Geschehen kalt. Völlig unbeteiligt nutze ich die Zeit und fummle den abgerissenen Ruckdämpfer aus der Festmacherleine. Sie muss wieder ohne das Hilfsmittel auskommen – einmal mehr bewahrheitet sich – „you get what you pay for“!

Optisch top, Qualität flop

Die Tage vergehen, der Alltag kehrt zurück. Sibylle hilft dreimal in der Woche im Dog-Shelter aus, in Facebook teilt sie einen Spendenaufruf der Institution. Wir beide freuen uns sehr, dass unsere Freundin Ulrike etwas spendet, der Betrag kommt sofort und direkt dem, inzwischen gegründeten, Verein zugute!

Auch ich möchte etwas tun und erinnere mich an die Geschichte, dass Sibylle und Kostas mit einem mehrfach geflickten Wasserschlauch arbeiten müssen, dies ginge mehr schlecht als recht.

Ich spende einen neuen Gardena Schlauch für die Hunde Auffangstation – der wird sofort angebracht.

Neu ersetzt alt

Eines Abends erreicht mich eine Nachricht der Lufthansa. Ich möchte kurz vorausschicken, dass ich inzwischen weiß, dass auch ein etwaiger Flug am Folgetag, auf den ich ja wohl umgebucht worden wäre, nicht stattgefunden hätte! Am 03.12.2023 war München immer noch halbtags gesperrt, am Nachmittag wurden nur wenige Flüge nachgeholt – Athen war nicht dabei!

Jetzt also eine neue Nachricht – mein Rückflug, wäre ebenfalls gecancelt worden! Diesmal wegen Eisregen! Ok, Sicherheit geht vor, das alles ist höhere Gewalt, niemand kann etwas dafür. Trotzdem, diese Flugbuchung stand unter einem schlechten Stern. Für den Fall, dass das Schicksal mir etwas hat sagen wollen – ich habe verstanden!

Ich wäre weder hin noch zurück gekommen – ein Desaster

Ganz ehrlich – ich hatte bis zu diesem Moment noch keine Sekunde eine Forderung nach Kulanz oder Rückerstattung am Schirm. Vom Gefühl her hätte ich vermutet, dass dazu auch kein vetretbarer Grund besteht.

Aber irgendwie war ich trotzdem sauer. Man zahlt viel Geld, es schneit und die Fluggesellschaft entschuldigt sich, Ende! Das kann doch auch nicht ganz richtig sein…

Ich stelle also einen offiziellen Antrag bei LH und Aegean Airlines auf Erstattung meiner ausgefallenen Flüge.

Zwei Tage später passierten zwei Dinge ziemlich zeitgleich – von Aegean Airlines erhalte ich das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben. Dies geschieht ohne weitere Mail, man hat es noch nicht einmal positiv für sich verwendet – kommentarlose Rückerstattung! Von LH erhalte ich eine wortreiche Ablehnung meines Ansinnens, mit einer Begründung die sachlich falsch war, denn man bezog sich auf meine Alternative ab München die man mir hätte anbieten können, dort war ich aber nie angekommen.

In meiner freundlichen Antwort habe ich auf diese Fehlinterpretation hingewiesen, habe klar gestellt, dass ich die Ablehnung aber akzeptiere, mich umsomehr über die Anerkennung von Aegean freue – drei Tage später hat auch LH das Geld wortlos auf mein Konto überwiesen.

Abschließend – ich freue mich über die Erstattungen, verstehe aber nicht, warum Gesellschaften dieser Größe, ein so schlechtes Problemmanagement zulassen! Warum nicht einen Fluggutschein? Gerne auch das Geld zurück, aber doch immer mit einem (automatisierten) freundlichen Begleitschreiben und einem Hinweis auf diesen, dann perfekten, Service. Na egal, das ist nicht meine Baustelle.

Ich habe bezüglich der Reisen nach Deutschland einen anderen, völlig neuen Ansatz – doch das ist Zukunftsmusik und wird wohl eines der Blogthemen 2024 werden.

BIMM, eine Nachricht reißt mich aus meinen Gedanken – Giorgos hat den Motor des „Willi“, ELOWYNs Tender, wieder zusammengebaut!

Fast komplett

Ok, aber fast ein bisschen voreilig! Wir hatten ausgemacht, dass ich beim Zusammenstecken dabei bin – ich hätte schon gerne gesehen, mit welchem Werkzeug er die Kolben in die Zylinder führt und wie exakt er die Pleuellager anzieht. Ich habe den Eindruck, dass er mich immer dann schlechter versteht, wenn er etwas nicht so gerne mag…

Egal, er ist mein Freund, ich verlasse mich auf ihn. Er hat Erfahrung und wird das handwerklich korrekt gemacht haben. Wenn nicht, merken wir es schnell! In jedem Fall ist er sehr aufmerksam und akkurat. Er weist darauf hin, dass der Motor etwas Farbe braucht, er wartet den Jetantrieb und er findet die eigentliche Ursache des ganzen Schadens.

Der äußerlich noch gute Ölkühler ist undicht

Der Ölkühler, der äußerlich noch gut aussieht und auch schon einmal gelötet wurde, zeigt beim Drucktest, dass er innen undicht ist. Es erfolgte eine Vermischung von Kühlwasser und Motoröl, was in der Folge zu Überhitzungsschäden an den Zylinderwänden führte.

Die gute Nachricht – er konnte in Athen ein Gebrauchtteil auftreiben. Die schlechte Nachricht – auch das ist mit Gold aufzuwiegen. Ich telefoniere mit Volker, er stimmt zu, wir bestellen das gebrauchte Ersatzteil!

Ich muss noch für eine Absprache ins Marinaoffice. Auch hier arbeitet man inzwischen mit reduzierter Besetzung, auch hier gibt es kurze Winteröffnungszeiten, auch hier ist weihnachtlich geschmückt!

Weihnachtdekoration im Office unserer Marina

In einem Büro entdecke ich auf einem Tischlein ein mir bekanntes Gesicht und traue meinen Augen kaum – schaut euch das mal an…

Gnirle unter Freunden

In der Ecke sind einige Kuscheltiere aufgebaut, die Mitarbeiterin erklärt mir, dass ihr Mann diese Fundstücke für sie sammelt und sie diese dort aufstellt. Inmitten dieses „Friedhofs der Kuscheltiere“ sitzt also der mir wohlbekannte Gnirle (könnt ihr mal von hinten her lesen) – das Elring Maskottchen.

Ich erhalte abermals einen Flashback in mein früheres Berufsleben, schmunzle und erzähle der Kollegin die Geschichte. Am Mobiltelefon kann ich ihr Fotos von mir mit Gnirle zeigen – Bilder aus vergangenen Tagen!

Schnell! Alarmton auf einer großen Motoryacht!

Vor ein paar Tagen hätte ich nicht geahnt, dass ich bald die große schwarz-silberne Yacht betreten würde – suchen musste ich sie nicht, ich wusste wo sie festgemacht ist…

Piep, piep, piep – irgendwas stimmt nicht

Den Schlüssel in der Hand begebe ich mich auf das Ungetüm – meine Aufgabe – „…schalte mal schnell das Piepsen ab und sehe nach dem Rechten!“

Ok, jetzt erstmal die Türe aufsperren, wie geht das gleich???

Ich klicke mich durch mir unbekannte Systeme und entdecke einen Alarm „Fire in Engine Room“ – aha. Jetzt keine Panik, erst verifizieren! Ich bahne mir den Weg und stehe auf einmal neben zwei MTU Motoren, jeder wohl mehr als 1000PS – sie brennen nicht! Offensichtlich ein Fehlalarm. Ich setze die Anlage zurück, quittiere die Meldung und gebe Entwarnung.

Ein bisschen aufgeregt verlasse ich das Boot, welches größer als unser damaliges Haus ist – und erheblich teurer!

Der Tag hat noch Stunden – diese wollen Sibylle und ich auf ELOWYN nutzen…

Wettertechnisch braut sich was zusammen – heute arbeiten wir drinnen

Sibylle hilft mir wo es geht! Heute war ihre Aufgabe, sich in eine enge Lücke zu quetschen um die Filter des Wassermachers auszubauen und diese trocken zu legen. Konserviert war die Anlage schon.

Es stand zu befürchten, dass ich nicht in die Lücke passen würde – also musste die tapfere Sibylle voran!

Den da???

Dumm nur, wenn die Handkraft der guten Gattin nicht ausreicht, um die Filter zu öffnen. Letztlich musste ich mich doch in die kleine Kammer quetschen – aber es zeigte sich einmal mehr, dass ich flexibler bin als man mir zutraut. Letztlich haben wir es hinbekommen, auch diesen Punkt auf unserer Liste mit einem Haken zu versehen.

Am Abend war die Eröffnung des Weihnachtsmarkts am Programm. Dort wollten wir mal vorbeisehen und das Einschalten der Weihnachtsbaumbeleuchtung nebst Feuerwerk bewundern.

Ziemlich was los – ganz Leros war auf den Beinen
Das Karussell handbetrieben – Lilly war noch skpetisch
Bunt, Lichter, Menschen, laut

Ich hatte ja schon erzählt, dass Weihnachten hier sehr gefeiert wird, aber weniger besinnlich als wir es zum Beispiel aus Deutschland kennen. Es ist bunter, lauter – mehr bling-bling, mehr amerikanisch – so auch das Motto dieses Jahr. DISNEY!

Man trifft bekannte Gesichter
Kitsch meets Klassik

Die Feierlichkeiten aber als Kitsch abzutun würde dem Ansinnen nicht gerecht. Es ist eben nur eine andere, weniger künstlerische Art der Umsetzung. Für uns ungewohnt, aber dennoch auch dem eigentlichen Sinn gewidmet.

Die Krippe am Weihnachstmarkt in Lakki

Wir haben das Treiben beobachtet, Freunde getroffen, ein bisschen geschnackt und uns zwei Glühwein gegönnt – dann war es soweit. Der Bürgermeister hält eine Ansprache, die Blaskapelle spielt klassische Weihnachtslieder, der Weihnachtsbaum wird beleuchtet!

Die Lichter sind „entzündet“ – die Weihnachtszeit offiziell eingeläutet…
…dies wird mit einem Feuerwerk gefeiert

Wir gehen mit Marcus´ Familie ins „SouVLakki“ zum Essen und dann zurück an Bord von NESSAJA. Da der Abend noch jung ist, zudem Deutschland eine Stunde zurück liegt, reicht es für Sibylle und mich, um noch einen kurzen Videocall mit den Enkelsöhnen zu machen, bevor diese ins Bett müssen.

Ach soooo ist die Weihnachtszeit in Griechenland

Am Folgetag ein weiterer, schwerer Abschied. Susanne, Marcus und Lilly fahren über Weihnachten nach Hause und kommen wohl erst im März zurück. Das ist schade, weil wir gerade in den letzten Tagen und Wochen viel Spaß miteinander hatten.

Wir gehen zusammen an den Panteli-Strand um dort einen letzten Ouzo zusammen zu trinken. Ich bin zerissen – einerseits ist es ein schöner Tag…

Mitte Dezember! Gute Stimmung

…anderseits gehen die Freunde heute für etwa zwei bis drei Monate nach Hause und hinterlassen eine Lücke!

Schlechte Stimmung

Am Abend essen wir zusammen Lasagne an Bord von NESSAJA, eine Entlastung für Susanne, gleichzeitig ein letztes Zusammensein um „auf Wiedersehen“ zu sagen.

Marcus gibt mir noch den Chip für DARKSYDE – natürlich lade ich sie einmal im Monat!

Kommt zu den anderen 😉

Dann ist es an der Zeit, die Freunde müssen früh raus, man verabschiedet sich, der Tag klingt melancholisch aus.

Es wird einsam in der Marina

Es passiert, was nicht hätte passieren dürfen! Ich habe eine Erkältung! Nicht nur einfach irgendeine Erkältung, nein, eine Männererkältung. Ich war lang nicht mehr erkältet und kannte das Gefühl kaum mehr – umso intensiver die Nahtoderfahrungen!

Sibylle versorgte mich mit Halswehtabletten und Lutschpastillen – ich litt leise…

Kopfweh? JA, auch…

Ich nehme das Gas etwas raus und bespreche mich mit dem Marinachef. Ich habe seit ein paar Tagen das Gefühl, als ob man mich „zwangsbeschäftigt“ – wie soll man arbeiten, wenn der ganze Betrieb ruht?

Schnell wurde klar, man war froh, dass ich das Thema aufgegriffen habe, so stand einer Freistellung bis 07.01.2024 nichts mehr im Wege – super! Jetzt hatte ich Zeit! Zeit um mich auszukurieren, um entspannt an ELOWYN zu wurschteln, Zeit für Weihnachtslieder nebst Tee und Gebäck, Zeit für mich…

Habe ich schonmal erwähnt, dass man vom Schicksal gebeutelt sein kann? Als hätte der Belzebub meine Gedanken lesen können, servierte er mir einen herben Rückschlag auf dem silbernen Tablett!

Sibylle dreht den Wasserhahn auf – es passiert… NICHTS!

Ich wusste sofort was das heißt – Defekt an der Wasserpumpe! Jetzt muss man wissen, dass ich diese Pumpe im Juli 2022 prophylaktisch ersetzt habe und dabei meine Gedanken laut ausgesprochen habe – „…diese Pumpe wird sicherheitshalber erneuert! Wenn die Waschmaschine erstmal verbaut ist, komme ich da nie mehr ran. Ich will die nie reparieren müssen!“

Hätte ich es nur nicht gesagt! Genau dieses Teil fällt als erstes der von mir verbauten Neuteile, innerhalb der Reklamationszeit, aus. Hilft nix, ich muss ran…

Ein dunkles Loch – man kann die Pumpe nichtmal sehen, von beiden Seiten nicht!
Ich hole die Luftpumpe aus den Tiefen, sicherheitshalber den Speicherdruck prüfen.
Die Treppe muss raus – da hilft kein Südern
Die Pumpe ist hinter dem Generator – links unten, in den Tiefen meines Motorraumes

Das letzte Bild zeigt das Ausmaß der Katastrophe – ich musste alles zerlegen um die Pumpe überhaupt erahnen zu können. Wenn ich mich jetzt auf den Generator lege, kann ich meinen Arm in die Tiefen des Motorraumes schieben – die Arbeit ist also einhändig und nach Gefühl auszuführen.

Leider geht es auch recht eng zu…

Das freut den Monteur

Ich hatte das Gefühl schon einmal beschrieben, wie es ist, seinen Arm in eine Lücke zu schieben, vorbei an abgeschnittenen Ratschbändern und den Enden von Holzschrauben, beziehungsweise irgendwelchen Klammern – man kann den Schmerz beim Herausziehen des Armes schon erahnen, während man noch den Weg in die Lücke sucht…

Ich fluche leise!

Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Ich bin echt mies beinander, Sibylle drängelt auf fließendes Wasser und ich muss exakt die Arbeit machen, die ich nie machen wollte. Das alles ein paar Tage vor Weihnachten – Adventszeit, staade Zeit? Pfeifendeckel!

Ich schaffe es, die Pumpe an einem Nachmittag auszubauen, den Verantwortlichen unseres Marinaladens aus dem Urlaub zu holen und eine Ersatzteilbestellung abzusetzen. Drei Tage Lieferzeit – solange muss die Baustelle ruhen und wir aus dem Kanister leben, na toll!

Ich belohne mich mit einem Eis – egal wie erkältet ich bin…

Danach geht´s besser

In den Folgetagen hatten wir echte Lichtblicke in unserem Alltag. Das Marinaoffice bittet uns nach oben, es wäre ein Paket für uns gekommen. Nanu, wir erwarten doch gar nichts…

Ha, was für eine Überraschung! Die Crew der CHILI hat an uns gedacht und als Dankeschön für das Umlegen vor dem Sturm, ein Fresspaket aus der fränkischen Heimat geschickt – begleitet von einer ganz lieben Postkarte…

Vielsagend – wir packen aus…
…und das Wasser läuft uns im Mund zusammen

Sibylle ändert kurzentschlossen den Speiseplan und setzt „Frängischa Bradwörschdla“ nebst Sauerkraut auf denselben – gleich für heute Abend!

Die Würstchen brutzeln in der Pfanne, das Kraut köchelt am Ofen – dann frisch auf den Teller. Was für ein Labsal, welch ein Gaumenschmaus!!!

Echt – ein Gedicht! Vom Nürnberger Top-Metzger
Das schmeckt

Um ein anderes Päckchen mussten wir uns selber kümmern – denn nur Pakete mit Trackingnummer werden in die Marina gebracht. Alles was als Brief oder Päckchen nach GR geschickt wird, muss an der Post abgeholt werden. Das gilt für Sendungen an unsere Marina.

Normaler Weise macht das die Marina in regelmäßigen Abständen, aber nicht im Winter. Zum Glück wussten wir, dass auch Angelika und Uli von der JASPER an uns gedacht hatten und, wie im Vorjahr, einen fantastischen Stollen nebst Grußkarte auf den Weg gebracht haben.

Im dritten Versuch waren wir erfolgreich!

Wir wussten was drin war – uns lief das Wasser im Munde zusammen

Einem guten Brauch folgend, revanchierten wir uns bei Paola und Thomas von der SIMPLY FREE mit einer Einladung zum Stollenessen nebst Kaffeebegleitung.

Thomas liebt Stollen, kann aber auf Leros keinen bekommen. Wir sollen ausdrücklich herzliche Grüße an die Schenkenden ausrichten – es war ein Genuss. Natürlich haben wir „Oma Helenes Butterstollen“ zu viert verdrückt – keine Reste, kein Krümel.

Generell ein dickes DANKESCHÖN an alle Gönner 😉

Ich bekomme eine WhatsApp aus Kamara. Giorgos sendet mir die Info, dass die Solarmodule für die ELOWYN da sind, auch der gebrauchte Ölkühler wäre eingetroffen. Super! Ich möchte die Teile kurz ansehen und fahre rüber zu „Boat & Parts“.

480Wp pro Platte, zwei riesige Platten – gibt knapp 1kW Solar bei 24V, das ist ein guter Anfang
Im Detail ist der gebrauchte Ölkühler schlechter als der alte – aber er ist dicht!

Passt alles, ich bin happy! Das bringt uns ein Stück voran. Der Ölkühler ist dicht, damit sollte der Instandsetzung des Willi nichts mehr im Wege stehen.

Noch mehr freue ich mich über die Solarmodule. Giorgos hat sich irgendwie geplagt, diese in Griechenland zu organisieren. Mal hatte er schwächere gefunden, mal welche, die den Platz nicht nutzen. Diese hier hatte ich am Schirm, es war nur schwer sie zu bekommen – ich habe sie schließlich bei einem Händler in Athen gefunden, Giorgos hat sie für uns bestellt – das Projekt kann beginnen!

Zurück in der Marina sehe ich sofort, dass sich unsere Vorleine wieder bei dem kleinen Motorboot verhakt hat.

Erst muss ich sie aushängen…
…dann das kleine Boot ein wenig umbinden

Alle zehn, vierzehn Tage das gleiche Spiel. Ich beobachte und binde das Boot so an, dass alles passt.

Dann kommt der Besitzer, ein zwar netter, aber etwas dumber Mann, pumpt das Wasser raus, raucht zwei Zigaretten, deren Kippen er ins Wasser schnippt und bindet das Boot dann grundlos um.

Dann hakt sich meine Leine wieder in seine Leiter – und das Spiel beginnt von vorne. An einem dieser Tage beschließe ich, meinen Platz hier aufzugeben und umzuziehen. Mein Wunschplatz ist frei – ich werde diesen Monat noch umlegen…

Mit den wenigen Bewohnern der Marina, unserer kleinen „Community“, beschließen wir, eine neue Taverne in Lakki auszuprobieren. Keiner von uns kennt das Lokal, wir verabreden uns zum Dinner an diesem Tag.

Das „Stand By“ – viele Locals dort, eine typische Taverne
Innen ein Holzofen, der gemütliche Wärme spendet

Wir haben gut gegessen, aber es war keine Offenbarung. Ein Lokal, welches eine gute Alternative bietet, ähnlich dem „Gia Sena“, das sich aber vermutlich nicht in unsere Top-Five Liste kämpfen wird.

Am Abend machen wir einen Videocall mit meiner Schwiegertochter und meinem Sohn. Amelie ist hochschwanger, wir flachsen darüber, ob das Kind vor oder nach Weihnachten kommen wird.

Nach dem Videocall schicken sie uns ein Bild – ich bin sicher, dass ich es hier veröffentlichen darf…

Amelie, Stefan – wir fiebern mit euch!

Um es vorweg zu nehmen, während ich diese Zeilen tippe – heute am 27.12.2023 – erreicht uns die Nachricht, dass unser sechstes Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat! Wir stoßen mit einem Tzipouro an und freuen uns mit den Dreien!

Zurück in den chronologischen Ablauf…

Wieder meldet sich das Office, wieder ein Paket für mich – diesmal weiß ich was drin ist! Die Wasserpumpe!

Ich hadere lang mit mir, ob ich bei der defekten Pumpe einen Eingriff machen soll, ein Risiko wie mir scheint – aber mein Mechanikerherz obsiegt! Der Chandler hat auch einen neuen Druckschalter schicken lassen, ich baue diesen ein und – die alte Pumpe tut!

Um das Gewährleistungsrisiko und die Kosten klein zu halten, zudem in der Hoffnung, dass ich den Schalter komplikationslos auf Gewährleistung ersetzt bekomme, verzichte ich auf den Einbau der neuen Pumpe und verbaue meine alte, jetzt wieder funktionierende, Fördereinheit erneut.

Und das war erst ein Scheiß, mein lieber Scholli…

Unser Salon sieht aus, als ob eine Granate eingeschlagen hätte
Ich suche abermals den besten Zugang oberhalb des Generators…
…und reiße mir abermals die Bratze auf

Das folgende Foto habe ich NICHT für den Blog gemacht! Es ist eines der Montagefotos – die waren notwendig, weil ich nicht an die Schrauben hingesehen habe. Also habe ich per Bild oder Video, den Schraubenzieher auf den Schraubenkopf geführt.

Die linke Seite vom Generatorschacht aus, die rechte Seite vom der Zugangsklappe des Hauptmotors aus…

Bissl daneben, noch einen Zentimeter weiter runter

Nach einem vollen Arbeitstag hatte ich die Pumpe wieder eingebaut und angeschlossen. Am Folgetag habe ich den Druckspeicher verbaut, den Vordruck eingestellt und das System wieder an die Druckeinheit angeschlossen.

Wir haben das System getestet, die Pumpe in Betrieb genommen und eine Dichtheitsprüfung gemacht. Bis heute ist alles ok und dicht – wir haben wieder fließendes Wasser auf NESSAJA.

Einen halben Tag Ausbau, einen Tag Einbau, einen halben Tag für den Druckspeicher und die Inbetriebnahme. Zum Kotzen, echt! Aber ich wusste es, ich wollte es nie machen müssen! Selber schuld, alles ein bisschen eng verbaut an dieser Stelle…

Der Sonnenuntergang und Sibylles freudiges Lächeln entschädigen mich. Die Waschmaschine läuft schon, ich bestaune das Abendrot.

Wahnsinn

Patricia spricht mich an. Sie war für drei Wochen zuhause, hat aber bereits vorher beschlossen gehabt, dass sie diesen Winter in der Marina verbringen will. Sie war überrascht, dass wir in ihrer Abwesenheit die Lücke neben ihr belegt haben – sie hat jetzt CHILI als Nachbarboot.

Patricia ist unglücklich – die Fender hätten in der Nacht gequietscht, sie hat kein Auge zugetan. Ich soll CHILI an einen anderen Platz legen!

Ich vermute, dass meine Absage an dieses Ansinnen so klar formuliert war, dass sie sofort eine Korrektur der Leinenführung und Fenderplatzierung als Alternative akzeptiert hat.

Womit sie nicht gerechnet hat – diesem Wunsch habe ich sofort entsprochen! Ich verstehe das, ich fordere das für mich selbst auch ein – wir hatten einen Nenner gefunden!

Ich opfere zwei meiner T-Shirts

Ich spanne also Festmacher nach, lege eine Vorleine zur Kaimauer und verschiebe die Fender. Die zwei Dicken die für den Erstkontakt zuständig sind, bekommen ein T-Shirt von mir verpasst – passt wie angegossen.

Weil ich gerade auf CHILI bin, reinige ich den Abfluss des Cockpits, hier ist das Wasser nicht mehr abgelaufen.

Der Bobbel hat absolut dicht gemacht

Ich gebe in Nürnberg Information, dass auf CHILI alles ok ist und sie jetzt etwas näher an JASPER liegt. Bei Patricia warte ich ab, ob sie die Veränderungen überhaupt bemerkt…

Hat sie! Und sie hat auf eine Art und Weise reagiert, die mich den Hut ziehen lässt – Chapeau!!!

Es ist die Geste – intelligent reagiert, gefällt mir sehr

Auch an anderen Schiffen, auf die wir regelmäßig ein Auge werfen, gab es ein paar Kleinigkeiten zu tun – da traf es sich sehr gut, dass ein weiteres Paket eintrudelte. Schwiegertochter Sonja hatte über Wochen Kleinigkeiten gepackt, persönliche Dinge, aber auch Ersatzteile für uns und andere.

Das Paket kam heute – just in Time!

Yeah, Sendung aus Miesbach – sehnlichst erwartet

Neben zwei Schlafshirts für mich und Maggi für´s Ei, waren so unwichtige Dinge wie Kopfhörerpolster oder Quetschverbinder in der Sendung.

Aber auch die wirklich wichtigen Teile, darunter Raritäten und Juwelen…

Zum Beispiel sechs Schlüsselrohlinge die ich auf Leros nicht finden konnte. Es war ein Riesenakt diese Rohlinge kaufen zu können, hat letztlich aber doch geklappt. Mein erster Weg führt also zum Schlüsseldienst, der mir drei Schlüssel nachmacht – die restlichen drei Rohlinge schenke ich dem Mann – Kosten für´s Schleifen – 3.-€!

Problem gelöst – check!

Problem Nummer 1 ist also gelöst – ich gehe zur CNB60 von Ed, hier habe ich nämlich beim Batteriecheck den Schlüssel abgebrochen – dummerweise den letzten! Wir hatten vor der Abreise der Eigner schon Schlüssel nachmachen lassen wollen, daher wusste ich eben, dass es keine Rohlinge gibt. Diese Herausforderung war nach dem Bruch des letzten Schlüssels eine große geworden, hier ist jetzt ein Haken dran!

Kommen wir zu den Juwelen, sprechen wir über die ELOWYN…

Zwei Solimar Lukenverriegelungen

Diese beiden Teile sehen bei der Schönheit in Bleu nicht mehr standesgemäß aus und wollen ersetzt sein – leider keine Standardware! Nach langer Recherche konnte ich die Teile finden und bestellen – und ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass man die Aluteile mit Gold aufwiegen musste.

Leider gab es im Laufe von 10 Jahren doch Anpassungen beim Hersteller, ein erster Einbauversuch zeigt, es muss nachgearbeitet werden – hier muss ich noch genauer recherchieren, aber ein erster Blick genügt…

links neu (lang), rechts alt (kurz) – verschiedene Ausführungen waren nicht im Katalog

Vom blauen Riesen gibt es auch erfreuliche Kund´! Es sollte etwas intelligentes erdacht werden, um die Sonneneinstrahlung auf den Salontisch während langer Standzeiten zu reduzieren. Permanente Lichteinstrahlung birgt das Risiko, dass Holzteile ausbleichen – das galt es zu vermeiden, ohne Löcher für Druckknöpfe oder ähnliches ins Gelcoat zu bohren.

Hier die Lösung…

Eine maßgefertigte Plexiabdeckung für das Schiebeluk…
…die perfekt passt und die Sonneneinstrahlung auf ein Minimum reduziert

Hier war der Weg von der Idee zum fertigen Teil ein eher kurzer, alles hat reibungslos geklappt. Das Teil lässt sich auf dem großen Boot leicht wegstauen und kann bei Bedarf einfach aufgelegt werden.

Noch einmal wechseln Sibylle und ich das Schiff. Auf dem Weg von ELOWYN zu ALENA, es war gerade ein Regenschauer durchgezogen, zeigte sich ein herrlicher Regenbogen – eine schöne Stimmung über der Marina.

Von unserem Steg D aus fotografiert

Gut, dass wir auf ALENA innen zu arbeiten hatten. In wenigen Tagen wird der Interessent zur Besichtigung kommen. Ich habe keinerlei Ambitionen ALENA besser dastehen lassen zu wollen als sie ist. Ihr großer Trumpf ist die ehrliche Ausstrahlung, der Käufer sieht exakt was er kauft!

Eines wollte ich aber noch geprüft haben, die Heizung! Ich wollte wissen ob die Heizung noch gut anspringt und läuft – und das tut sie!

Unsere Aufgabe – dasitzen und die Heizung erfühlen

Nachdem wir die Batterien noch einmal geladen hatten und der Heizung ein Weilchen beim Heizen zugehört haben, beenden wir unseren Einsatz für die Fremdboote und schließen den Werkzeugkasten!

Weihnachten steht vor der Türe, es gilt Vorbereitungen zu treffen.

Für den Heiligabend müssen die typisch griechischen Fleischgerichte für den Backofen bestellt werden. Dafür hat unser Premiummetzger extra eine Facebook-Veranstaltung erstellt „Xmas Table – Open House“. Wir sagen zu, staunen und bestellen…

Typische, griechische Leckereien nebst Fachberatung

Die Abholung der Ware solle übermorgen Vormittag, am 24.12.2023 erfolgen! Der Heiligabend rückt näher, die Verabredungen für die verschiedenen Weihnachtsfeiertage stehen, die Einkäufe sind getätigt – das Fest kann kommen!

HAAAALT – da hätte ich die Rechnung ohne meine NESSAJA gemacht! Auch sie hat noch ein Schmankerl auf Lager, eine Fleißaufgabe, die mich mindestens eine Woche lang jeden Abend beschäftigt hat – ich habe unzählige Mails mit dem perfekten und geduldigen Service von Garmin getauscht…

Probleme mit der Registrierung

Was war passiert? Ich hatte bereits im Sommer bemerkt, dass meine Geräte noch im Account des Erstbesitzers registriert waren. Ich hatte davon berichtet.

Dieser hatte mir bei einem Erstkontakt im Sommer, zwar Hilfe bei der Ummeldung der Geräte zugesagt, ich konnte ihn aber, aus welchem Grund auch immer, danach nicht mehr erreichen – was tun?

Ich habe Garmin kontaktiert, musste ein aufwändiges Nachweisprocedere durchlaufen, es war dann aber möglich, zunächst meine zwei Plotter auf meinen Account „umzuschreiben“.

Leider war das nicht ausreichend, weil die App nicht zwischen den Geräten unterscheidet. Ist auch nur ein Gerät im System, welches auf einen anderen Account gemeldet ist, dann kann man nicht synchronisieren, keine Updates machen und auch die Karte nicht mit neuen Daten füttern.

Fehlermeldung – obwohl die Plotter bereits umgeschrieben waren. Irritierend

Bei jeder Mail an den Service musste ich verstehen, umsetzen und neue Herausforderungen annehmen. Erst als wirklich alle Geräte umgeschrieben waren, alle Updates gemacht waren und auch die App neu aufgesetzt wurde – erst dann konnte ich Erfolg vermelden!!!

Mein Account ist Besitzer, mein Mobiltelefon ist verbunden und überall grüne Haken

Ich habe es leider versäumt, ein Foto zu machen als auch „Active Captain“ einen grünen Haken hatte – aber ich versichere, jetzt passt endlich alles! Ein weiterer Punkt auf der Liste erledigt – auch hier komme ich voran.

Das hat mich lange gequält, ich muss allerdings gestehen, dass ich auf allen Geräten einen Werksreset machen musste, ein bisschen Setuparbeit habe ich also noch – aber das kenne ich, das bekomme ich hin!

Der Morgen des 24.12.2023 – heute bleibt die Werkzeugkiste zu! Ich wache auf, schleiche in den Salon und starte unsere Heizung. Sie läuft, ich kuschle mich ins Bett und drehe mich nochmal um…

Pffffiiiiiiiiiiissssssss…. AUS!

Was war los, warum ist die Heizung aus? Das Display zeigt „Error“ – ich raufe mir imaginär die Haare und packe das Werkzeug aus. Zum Glück weiß ich, woran es liegt.

Rein in die Ecke, nur schnell…
…das Gitter wieder ausbauen

Unsere Heizluftansaugung ist im Innenraum in einer Ecke die von den Salonschränkchen gebildet wird. Der 90er Schlauch ist mit einem Lamellenvorsatz geschützt, das war mir immer zu wenig!

Wenn da mal eine Mutter reinfliegt oder ein anderer Fremdkörper – der haut mir die Heizung kaputt. Dies gilt es zu verhindern.

Ich experimentiere daher seit Anbeginn mit verschiedenen Gitterlösungen. Bewährt hat sich ein ganz feinmaschiges Mosquitonetz. Da gab es nur Fehlermeldungen, wenn zuviel Staub im Gitter hing – daher wusste ich auch um die Sensibilität des Luftmengenmessers der Heizung.

Dieses Netz wäre mir fast einmal in den Ansaugtrakt geraten, ich habe daher versucht auf Metall umzustellen. Geht nicht! Die Drahtstärke nimmt zuviel Durchsatz weg – die Heizung merkt das und setzt sofort einen Fehler!

Als Rat an alle, die sich mit einer Eberspächer Luftheizung beschäftigen – Eberspächer hat im Gegensatz zu Webasto sehr viel elektronisch geregelt, man kann kaum eingreifen. Ich habe meine Heizung stark ausgelegt, vielleicht etwas zu kräftig – wenn sie jetzt in Stufe 1 voll powert, dann merkt die Heizung jede minimale Veränderung im Luftdurchsatz und schaltet ab. Egal ob ich eine Düse schließe oder eben ein Gitter einbauen möchte.

Das nervt. Gut ist aber, dass auch der Service von Eberspächer sehr gut und zugänglich ist. Ich versuche nun, per Softwareeingriff, die Stufe 1 herunterzuregulieren oder abzuschalten – ich brauche sie nicht. An dem Probelm bleibe ich dran. Die Heizung funktioniert aber ohne Gitter tadellos…

Nach diesem etwas verkorksten Start in den Morgen des Heiligabends, frühstücken Sibylle und ich, wir machen „Klar Schiff“ und gehen dann zum Panteli Strand!

24.12.2023 – ein wunderbarer, warmer, sonniger Tag
Kaffee & Kuchen – die Sonne im Gesicht

In diesem Winter waren Sibylle und ich kaum hier. Zu häufig war das Wetter schlecht, oft war einfach keine Zeit – doch genau heute drängt sich der Besuch förmlich auf.

„Wir warten auf´s Christkind“ in einer sehr speziellen Form – die uns aber so gut gefiel, dass wir direkt von Kaffee & Kuchen zu Ouzo & Meze übergingen – nahtlos 😉

Greek Lifestyle
Meze zum Ouzo

Ich sah den Kindern beim Spielen im Wasser zu – ja, richtig gehört, die Kinder haben geplanscht! Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich der neckischen Stimme in meinem Unterbewusstsein nicht mehr standhalten konnte – ab ins kühle Nass, heute ist Weihnachtsschwimmen angesagt!

War gar nicht soooo kalt

Ich wärme mich noch ein wenig in der Sonne auf, dann fahren wir heim. Auf dem Weg zum Motorrad entdecken wir Skurriles…

Rudolf the Red Nose Rendeer – frei interpretiert

In der Marina huschen wir beide unter die heiße Dusche und machen uns fein für den Abend. Dann schmeißt Sibylle den Ofen an, der Tisch wird gedeckt und wir gehen zum gemütlichen Weihnachtsabend nebst Dinner über…

Ein guter Wein, ein feines Essen – was willst Du mehr?

Wir haben relativ früh gegessen, weil es heute noch einen Teil 2 des Heiligabend geben sollte – nämlich den gemeinsamen, den geselligen Teil…

Thomas und Paola von der SIMPLY FREE haben eine Handvoll Liveaboards eingeladen, um nach dem persönlichen Dinner noch ein bisschen beisammen zu sitzen, ein bisschen Alkohol zu trinken und süsse Sauerreien zu futtern. Diesem Ruf sind wir gerne gefolgt!

Italienische Weihnachtsstimmung auf der SIMPLY FREE
Auch hier war der Tisch weihnachtlich eingedeckt
Babis, Thomas, Paola, ich, Sibylle und Patricia – ein netter Abend

Wir saßen zusammen, tranken ein paar Gläschen und hatten echt Spaß – obwohl oder weil wir echt bunt zusammengewürfelt waren. Der Abend war kurzweilig und die Zeit bis Mitternacht verflog.

Je später der Abend wurde, desto lockerer nahmen wir die Dinge, zugegeben, der eigentliche Anlass des Festes war temporär in den Hintergrund gerutscht…

Schön war´s
Ja, lacht nur…

Die Feier klang aus – kurz vor dem Nachhausegehen drückt Paola jedem noch ein kleines Geschenk in die Hand, was für eine nette Idee und was für eine Geste. Es war ein toller Abend.

Zuhause packe ich mein Geschenk aus…

Uiiii, warme Socken! NATURAL – offensichtlich Schafswolle 😉
Oh Gott, für diese Socken musste ein niedliches Acrylic-Lämmchen sein Fell lassen

Scherz – natürlich weiß ich wo die Dinger herkommen, ich finde es aber trotzdem frech ein Schaf draufzudrucken und „natural“ zu schreiben! Egal, auf zur Anprobe…

Na, wenn das nix ist

Der Heiligabend endet, ich habe gut durchgehalten, mich wacker geschlagen. Jetzt aber darf ich, sogar mit Sibylles Erlaubnis, in meine eigentliche Rolle zurück…

Am Morgen des ersten Feiertages meldet sich mein Sohn noch einmal – er hätte ein Weihnachtsgeschenk für uns unter seinem Christbaum gefunden. Man würde das für uns aufbewahren, Sibylle könne es im Februar mitbringen…

So ein nettes Christkind

Am Format erkenne ich, dass das blondgelockte Christkind unter Umständen das gleiche Geschenk bringt, wie schon die zwei Jahre davor – das freut uns Beide ganz sakrisch, denn wir lieben dieses Geschenk und halten es sehr in Ehren!

Unser Kinderkalender

Wir machen im Verlauf der Weihnachtstage mit allen Kindern und Freunden Videochats oder Telefonate, tauschen uns aus und wünschen schöne Festtage – dem ein oder anderen wünschen wir bereits jetzt ein gutes neues Jahr, denn Silvester naht mit großen Schritten.

„Man hört sich wieder im nächsten Jahr…“ – sage ich mich mehr als einmal zum Abschluss eines Gespräches!

Der zweite Feiertag startet ohne Frühstück, denn Thomas und Paola haben für die Marinacommunity einen Tisch im „To Steki“ reserviert, es gibt ein Weihnachtsmenü – diesmal zum Lunch…

Dimitris übertrifft sich wieder selbst – wir lieben dieses Lokal
Schön renoviert, herrliches Ambiente – und beheizt
Zur bereits bekannten Gruppe, gesellen sich noch Noam und Shira, sowie Yo
Wir unterhalten uns gut – aber Sibylle drängt auf Nachtisch

Wir essen gut, lassen es uns gutgehen und genießen den Tag inmitten großer Gruppen Einheimischer, die an den umliegenden Tischen Platz genommen haben – wir sind mittendrin, das gefällt uns!

Nachtisch gibt es hier keinen, aber wir haben einen Plan 😉

Da strahlt sie…
…und kauft kräftig ein

Wir genießen diese Zeit wie schon letztes Jahr. Alles ist entspannt, es gibt hier keinen Streß rund um die Festtage.

Am zweiten Feiertag allerdings ist die Luft dann doch etwas raus. Sibylle und ich beschließen, dass wir noch einmal so einen herrlichen Tag am Panteli Strand einflechten wollen, mehr schreiben wir uns nicht auf die Liste.

Sibylle möchte dorthin walken, ich fahre mit dem Motorrad rüber und nehme sie mit zurück. Gesagt, getan…

Abermals ein herrlicher Tag mit besonderer Stimmung
Wir gönnen uns jeder einen Apple-Pie und einen Cappucchino

Am Abend gehen wir in kleiner Runde noch ins „Metzes“, dort lassen wir Weihnachten ausklingen. Es waren schöne Feiertage, es gibt kein Klagen – wir konnten fast so etwas wie eine „staade Zeit“ spüren.

Der Mittwoch hat es in sich! In Deutschland startet ein Paar zu einer spannenden Reise. Von Stuttgart über Frankfurt nach Athen, von dort nach Piräus und dann mit der Fähre nach Leros.

Die Beiden heißen Gerald und Ulrike, es sind die Interessenten für Werners ALENA. Ab morgen werden Gerald und ich ALENA besichtigen, inspizieren und auf Herz und Nieren prüfen – zu Werner gibt es dabei einen „heißen Draht“, er sitzt zuhause am Telefon und wartet auf unsere Videocalls.

Wir tracken die Reise der Beiden und erledigen parallel unsere täglichen Aufgaben.

Ich muss für ALENA das Tepai für die Probefahrt lösen, das geht schnell und problemlos. Für NESSAJA gibt es neue Interessenten, ich beantworte ein paar Fragen und schreibe Mails. Sibylle ist erst im Dog-Shelter, dann gehen wir zusammen einkaufen.

Ich kann zudem noch meine Bezüge für die Cockpitpolster abholen, jetzt ist auch dieser Punkt von der Liste der Arbeiten für die neue Saison zu streichen.

Polster stehen bereit – jetzt einteilig und mit neuen Klettverschlüssen

Zwischendrin erfahren wir immer den Status von Gerald und Ulrike – alles klappt! Sie verabschieden sich in den Abend mit der Positivmeldung von der Fähre…

Noch in Piräus – aber gleich geht es los

Just in dem Moment, als wir gerade einige WhatsApp Nachrichten austauschen, drängt sich eine von Schwiegertochter Amelie dazwischen, sofort gefolgt von einer Nachricht meines Sohnes – wir wussten im Bruchteil einer Sekunde was los war…

Anton war auf die Welt gekommen! Willkommen Enkelchen, wir freuen uns!!!

Ich genehmige mir ein Getränk und stoße mit Sibylle an.

Anton, auf Dich – und natürlich auf die junge Familie

Ein letztes Mal sehe ich nach der Fähre, ich habe den Beiden versprochen, sie um 03.35 Uhr mit dem Leihwagen abzuholen. Es interessiert mich ob alles klappt – sieht aber gut aus!

Noch ein paar Meilen bis Mykonos

Ein paar Zeilen des Blogs tippe ich noch, um nicht allzusehr in Verzug zu geraten – die kommenden Tage werden herausfordernd und busy.

Dann muss ich ins Bett, die Nacht wird kurz…

Um 01.15 Uhr sehe ich noch einmal auf die Uhr, dann bin ich wohl eingeschlafen. Die Gedanken haben mich beschäftigt – ein Interessent für NESSAJA hat einen Termin für einen etwaigen Besuch genannt, ein anderer hat ein Gebot abgegeben, welches über meinem Minimalpreis liegt – es wird spannend, das wühlt mich auf!

RING! RRRRRIIIIIING! AAAAHHHH – was ist los? Wo bin ich? Sibylle stupft mich an, murmelt was und dreht sich um. Ich realisiere, es ist 03.00 Uhr, ich muss raus und die Gäste abholen.

Ich fahre zum Hotel, übernehme den Leihwagen und brummle damit schnurstracks zum Hafen…

Der rote Flitzer – den haben Gerald und Ulrike für die nächste Woche

Ich blicke ein letztes Mal auf die „Marine Traffic App“, um zu sehen, wo sich die BLUESTAR 2 gerade befindet. Ich stelle fest, ich bin keine Minute zu früh, der Zubringer aus Piräus ist pünktlich.

Nur noch um die Ecke

Ein paar Minuten später, läuft der stählerne Riese im Hafen von Lakki ein. Jetzt wird es turbulent in der kleinen Stadt…

Nur noch ein paar Minuten

Wenige Minuten später steigen Gerald und Ulrike aus dem Bauch der Fähre. Wir erkennen uns auf Anhieb, begrüßen uns kurz und sehen dann aber schnell zu, dass wir das Weite suchen.

Ich möchte rasch am Hotel sein, um den Check-In für die beiden so kurz wie möglich ausfallen zu lassen. Wir sind die Ersten (oder Einzigen?) an der Rezeption, alles klappt – kurzer Abschied, „…schön, dass ihr da seid, bis morgen!“

Ich verlasse das Hotel und schwinge mich auf meine GS. Minuten später liege auch ich noch einmal in den Federn und kann tatsächlich noch etwas schlafen. Als ich aufwache ist es schon hell…

Ich schicke Gerald und Ulrike ein Bild – ALENA wartet

Sibylle und ich frühstücken, ein Kaffee bringt meine Lebensgeister zurück. Etwa eine Stunde später melden sich die Gäste und kommen kurz darauf in der Marina an.

Für mich wie Weihnachten…

Mein Schatz…

Gerald war so nett, mir eine ganze Menge Dinge mitzubringen. Sein Koffer war halbvoll mit Teilen und Gerätschaften für mich. Unter den feinen Sachen war auch eine Bosch Pro Akkuflex, ein begehrtes Teil, auf welches ich schon lange ein Auge geworfen hatte – yeah!

Wir gingen zu den Schiffen, hielten ein bisschen Smalltalk, um dann – endlich – ein Auge auf ALENA zu werfen!

So lange telefoniert, geschrieben, gefragt und geantwortet – jetzt ist es soweit…

Kaiserwetter für den ersten Eindruck

Da wir im Wetterbericht gesehen haben, dass das Wetter langsam aber stetig schlechter werden soll, zudem heute der einzige Tag mit „echtem Wind“ sein soll, wurde beschlossen, dass wir die Besichtigung der Hallberg-Rassy mit der Probefahrt beginnen würden.

Gerald und ich bereiteten das Schiff vor, das Tepai hatten wir ja schon beschafft. Nach etwa einer halben Stunde hieß es, „Maschine starten“!

Der Jockel tat was er soll, er lief tadellos. Wir funkten den Marinero an, dieser kam umgehend und begleitete uns aus der Box.

ALENA legt ab – am 28.12.2023

Wir verließen den Hafen, testeten die Lenkung, den Gas- und Schalthebel, den Motor unter verschiedenen Lastsituationen – so fuhren wir bis etwa in die Mitte der Lakki-Bucht.

Klar machen zum Setzen des Großsegels

Wir machen klar zum Setzen des Großsegels und ziehen dieses aus dem Mast. ALENA krängt leicht, wir haben hier etwa 15kn NW.

Jetzt können wir auf Kurs, der Wind reicht zum Segeln. Wir stoppen den Motor und setzen die Genua. Unter Vollzeug läuft ALENA wie auf Schienen durch die markante Ausfahrt der Lakki-Bucht.

Kaum haben wir das offene Meer erreicht, zeigt uns die Ägäis, dass sie mehr kann, als die geschützte Bucht mit einem Lufthauch zu umspielen. Der NW zieht an und erreicht bald über 20kn.

Wir haben zwei herrliche Segelstunden vor der Westküste von Leros.

25kts AWS, Vollzeug bei Halbwind

ALENA zeigt was sie kann! Sie segelt bei 25kts AWS unter Vollzeug. Hart an der Reffgrenze und trotzdem leicht handelbar. Dabei taucht sie weich in die manchmal bestimmt 1,5m hohen Wellen ein und lässt kaum Wasser überkommen – wir machen rund 7kn SOG.

Die Interessenten sind begeistert, ich glaube, dass ich das so übermitteln darf – man hat nur eine Chance für einen ersten Eindruck, den hat ALENA genutzt…

Geht gut – wir haben Spaß
Ich gebe mir Mühe alle Fragen zu beantworten

Nach etwa einer Stunde heißt es, „…klar zur Wende“ – und nach dem „Re“ legen wir Kurs zurück in die Lakki Bucht an.

Sibylle wollte nicht mit Segeln gehen, sie hat sich ein wenig in die Sonne gesetzt und gelesen. Unsere Ankunft hat sie am Merikia Strand erwartet und ein paar Bilder gemacht.

Zurück in der Lakki-Bucht
Wir bergen die Segel und machen die Fender klar

Kurze Zeit später liegt die Hafeneinfahrt vor uns. Ich funke Marinero George an und bitte ihn, uns beim Anlegen zu helfen. Ich erinnere mich noch gut, wie unwillig die schöne Schwedin in enge Parklücken fährt.

„George, we are coming in – Mooring-Assistance requested“

Wir fahren in die gleiche Gasse zurück, gehen aber geplant an den E-Steg. Erstens kann ich ALENA dort mit dem Bug nach Nord anlegen. Das ist wegen dem Radeffekt einfacher beim Rückwärtsfahren. Zweitens bleibt dadurch die Lücke rechts von NESSAJA frei!

George steht parat um uns zu bugsieren

Die freie Lücke neben unserem Schiff begehre ich übrigens nicht, um frei von Nachbarbooten zu sein, nein, ich möchte ebenfalls ablegen und den, nun vorhandenen, Manöverraum für mich nutzen – ich kann wegen dem kleinen Motorboot leichter aus meiner Lücke raus, wenn ich an steuerbord Platz habe.

Sibylle und ich wollen nach langen Diskussionen an den F-Ponton verholen. Sie bekommt ihre Nordseite, ich einen etwas abgeschiedeneren Platz und die Hoffnung auf etwas mehr Ruhe – egal, anderes Thema.

Kurze Zeit später liegt ALENA an ihrem neuen Platz. Die Leinen sind erstmal fest, das Schiff sporadisch aufklariert, alles Weitere morgen!

Schönes Schiff, cooler Platz

Die Sonne versinkt mal wieder spektakulär hinter den Felsen der Buchteinfahrt – dieses Schauspiel ist im Winter so viel imposanter als im Sommer! Wir sind jedes Mal auf´s Neue begeistert.

Heute rundet dieses Schauspiel einen hervorragenden Tag ab. Unsere Gäste sind happy und ahnen noch nicht, dass es heute noch eine Draufgabe geben würde…

ALENA im Sonnenuntergang
Sibylle lädt zum Sundowner an der Kaimauer…
…und wir machen die obligatorischen Erinnerungsfotos
Eines geht noch

Die Sonne ist weg, es wird kalt! Wir verabreden uns zum Abendessen – Treffpunkt 19.15 Uhr am Hotel – dann ins „Tis Kakomoiras“ zum Meze essen.

Die Gäste fahren zurück in ihre Herberge um sich frisch zu machen. Sibylle und ich gehen auf NESSAJA um uns zu sortieren. Ich bin glücklich über die mitgebrachten Sachen – es war eine Menge, die Gerald in seine Tasche gepackt hat!

Bosch Akkuflex, Würth Akkulampe, Außenwasseranschluss für NESSAJA und ein GOK Gasregler für ein Kundenschiff

Die Zeit verfliegt! Sibylle und ich gehen noch rasch duschen, dann heißt es schon wieder „auf zu neuen Taten“! Wir schwingen uns auf unsere GS und fahren zum Hotel des Besuchs, um die Beiden dort abzuholen – Ziel, die Lieblingstaverne in Vromolithos!

Das „Bianco Hotel“, das erste Haus am Platze

Dort angekommen, setzen wir uns an den reservierten Tisch und bestellen uns Wein und Meze. Wir stellen fest, dass neben uns eine riesige Tafel aufgebaut ist.

Was heute Abend hier passieren wird ahnen wir, als zwei Musiker hereinkommen und am Kopfende des Tisches ihre Musikanlage aufbauen…

Wir geraten mitten in einen griechischen Junggesellenabschied!

Je später der Abend, desto aufgedrehter die Stimmung

Die Stimmung die an diesem Abend im „Tis Kakomoiras“ war, kann ein Bild nicht einfangen – ich will versuchen, euch mittels eines kurzen Filmclips ein bisschen davon zu vermitteln…

Hopahopahopa – Party zum Junggesellenabschied

Die Jungs waren richtig gut und haben der Truppe richtig eingeheizt. Für uns wurde es lustig, als wir dem Bräutigam zugeprostet hatten und ihm Glück wünschten.

Die Hauptperson des Abends ließ sich nicht lumpen und hat uns eine Flasche Ouzo bringen lassen – von da an waren wir in den Trinkrunden der Jungs integriert – ein langer, feuchtfröhlicher und sehr lustiger Abend. Man kann es nicht besser bestellen!

So klang ein exorbitanter Tag für unseren Besuch aus – morgens um 03.40 Uhr angekommen, mittags um 13.00 Uhr die Ägäis besegelt, um 16.30 Uhr ein fulminater Sonnenuntergang nebst Sundowner! Als ob das nicht genug für Tag 1 wäre, Live-Musik und erste Integration beim Meze Dinner am Abend…

Spät nachts fuhren wir zurück ins Hotel und Sibylle und ich zurück auf NESSAJA – morgen würden wir uns nach dem Frühstück daran machen, die Checkliste bezüglich ALENA durchzugehen.

Der Tag beginnt – wir frühstücken leicht, der Kopf brummt ein wenig. Draußen strahlt die Sonne, abermals ein herrlicher Tag.

Gerald schreibt uns an, er würde den technischen Check der Hallberg-Rassy gerne um einen Tag verschieben. Heute sei es so schön, man wolle wandern und baden gehen – ob wir dabei sind? Ja, klar! Sibylle wandert mit den Beiden los, ich erledige eine Kleinigkeit auf Hans-Peters LIBERTÉ und komme dann mit dem Auto nach.

Leider zogen am Mittag Wolken auf…

Dennoch, es war ein warmer, fast sommerlicher Tag

Zuerst dachten wir, dass wir uns auf einen Cappucchino ins „Tzoumas“ setzen würden, doch dann hat Ulrike angemerkt, dass sie doch alles dabei hätten, um eine Art „Vesper“ zu machen.

So sind wir am kleinen Fischerhafen von Panteli vorbeigelaufen, um am kleinen Strand auf der anderen Seite, an einer verwaisten Sitzgruppe Platz zu nehmen.

Die kleinen bunten Boote sind fast alle im Hafen

Dort haben wir auf´s Meer geschaut und palavert. Wir haben Sandwiches gegessen und zwei Flaschen Bier getrunken – es gab viel zu erzählen, auch bootsfremde Themen gab es etliche. Man kann durchaus sagen, dass wir vier uns innerhalb zweier Tage angefreundet haben und die gemeinsamen Stunden genießen.

Als es uns kalt wurde, sind wir zurück nach Lakki gefahren. Gerald hat mir geholfen, die Genua von ALENA wieder winterfest einzupacken, Ulrike war mit Sibylle beim Einkaufen. Heute Abend gibt es Abendessen auf NESSAJA – Sibylle kocht!

Der Abend sollte eine ungeahnte Wende erfahren…

IHR AHNT SICHER WAS KOMMT…

Nach dem Essen ergreift Gerald das Wort. Er erklärt, dass er ein HR Fan sei, sich eingehend vorinformiert hatte, jedoch sein Schwärmen für den Typ 39 Mk2 nebst allerhand Erklärungen, bei Ulrike wohl nicht so ganz angekommen ist. Wie dem auch sei, sie wäre jedenfalls eher negativ überrascht gewesen, die Schwedin sei zwar schön, sie segelt auch herrlich – aber insgesamt wirkt sie ihr zu eng, sie hat nur ein Badezimmer und die Schlafstätten seien zu klein.

Klar, das hätte man vorher wissen können, aber manchmal braucht es eben den Blick in natura. Sie sieht sich in unserem Schiff um, geht durch die Pantry, zeigt auf das Inselbett, bestaunt die Gästekabine mit eigener Nasszelle – so ein Schiff wolle sie haben! Eines mit Waschmaschine! Unseres!

Ich bin verdutzt, Gerald ist überrascht, Sibylle beschleicht Panik…

Eine seltsame Stimmung kommt auf, wir beschließen, dass es Zeit ist ins Bett zu gehen. Der Abend war feuchtfröhlich und entwickelt sich in eine Richtung, in der man einen klaren Kopf behalten sollte.

Keine gute Grundlage um über Geschäfte zu sprechen

Der nächste Tag beginnt mit Schweigen. Sibylle und ich glotzen uns beim Frühstück an – mein Hase unterbricht die zermürbende Stille, es platzt aus ihr heraus, „…und was machen wir, wenn sie es wirklich kaufen wollen?“

Ich erwidere, dass wir NESSAJA ja anbieten würden und wenn sie echtes Interesse hätten, können sie das Schiff auch kaufen – da bin ich rational. Aber bis dahin wird noch viel passieren, da bin ich fast sicher.

In diesem Moment klingelt das Telefon, Gerald fragt, ob Sibylle mit zum Wandern geht. Natürlich tut sie das! Ich bin froh, so habe ich den Kopf frei. Ich informiere Werner über den Sachstand, die Wende der Ereignisse behalte ich aber noch für mich. Dann rufe ich ALENAS Annonce auf und schalte sie wieder auf Status „aktiv“, die zwei Monate „reserviert“ haben sicher den ein oder anderen Interessenten gekostet – ich will keine Zeit verlieren.

Dann gehe ich zu ALENA, klariere sie auf, packe das Dinghy wieder auf´s Deck und schicke sie in den Winterschlaf. Das war´s fürs Erste…

Sibylle kommt zurück, hilft mir noch ein bisschen, wir schweigen abermals. Ich räume noch ein bisschen in NESSAJA auf, eine alte Solarzelle nebst Regler ist immer wieder im Weg und muss raus. Diese mache ich den Fischern vor der Marina zum Geschenk.

Da lehnt sie – hoffentlich kann sie einer brauchen

Wir werden die neu gewonnenen Freunde heute nicht sehen. Ein bisschen Abstand tut gut, heute macht jeder sein Ding. Ich verräume noch mein neues Werkzeug auf unserem Schiff, dann ist Feierabend.

Am Abend haben wir noch einen Videocall mit René und Rita, das freut uns mächtig. Wir haben uns lang nicht gehört, es gibt viel zu erzählen. Ich überbringe die Nachricht, dass Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat.

Trotz der vielen netten Informationen und der lustigen Geschichten, die wir austauschen, ist die Stimmung unmittelbar nach dem Videotelefonat eher bedrückt. Werden Gerald und Ulrike ernsthaftes Interesse für unser Zuhause, für unsere NESSAJA, entwickeln???

Zur Stimmung passt perfekt, dass nacheinander vier Parteien für die morgige Silvesterrunde absagen. Ich muss die Reservierung von 12 Personen auf 4 dezimieren und mich beim Wirt entschuldigen – ich hoffe, er kann die Lücke noch füllen. Mir schwindet ein wenig die Vorfreude…

Sibylle und ich lassen den Abend auf kleiner Flamme ausklingen. Morgen ist Silvester, morgen endet das Jahr 2023.

Und der letzte Tag des Jahres beginnt unbefriedigend…

Immer muss ich Kohle essen

Sibylle bereitet zum Frühstück ein frisches Ei, einen belebenden Kaffee und für jeden ein Brikett. Das schmeckt ungefähr so wie es ausschaut. Um sie nicht zu brüskieren, bedecke ich die schwarze Kruste mit einer Scheibe Käse und kämpfe das Stück Kohle tapfer hinunter.

Mir ist nach Aktionismus – ich packe an! Ich will vor der Jahreswende noch etwas völlig Verrücktes tun!

Finde den Fehler

Es gibt ja genug Menschen in der Marina die glauben, dass wir nicht mehr auslaufen können. Das ist völlig falsch! Etwas nicht zu wollen und etwas nicht zu können sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel.

Ich „sprenge“ also NESSAJAs Ketten und wir legen ab. Zwei Tage nachdem ALENA den Platz an D aufgegeben hat, zieht auch NESSAJA davon – da wird sich der ein oder andere die Augen reiben, ob der verwaisten Plätze.

Zugegeben, weit war unsere Reise nicht. Zwei Hafenrunden bei denen Gerald mal steuern durfte, danach bugsiere ich NESSAJA an ihren neuen Liegeplatz – ganz am Ende des F-Ponton.

Endplatz! Kein Durchgangsverkehr

Diesen Platz hatten wir schon einmal kurz im Sommer. Er ist am Ende eines Steges, der nicht mit dem Hafenkai verbunden ist. Weniger Staub, mehr Durchlüftung, kein Durchgangsverkehr.

Aber am Wichtigsten für mich – endlich keine Mopeds und schwätzende, telefonierende Amici mehr vor meinem Schlafzimmerfenster.

Da liegt sie nun – NESSAJA – sie sieht gut aus! Sollen wir wirklich verkaufen?

Den Blick Richtung Sonne nach achtern, den zur Marinaausfahrt über den Bug – und genug Abstand zum Nachbarn
Die Backbordseite bleibt frei – keine Mauer mehr

Was hier wie eine kurze Aktion beschrieben wird, war schon etwas aufwändiger – es hat uns letztlich einen halben Tag beschäftigt, bis alles wieder an Ort und Stelle war.

Wir sind zu den Duschen gegangen, jetzt ein deutlich weiterer Weg, haben uns für den Silvesterabend vorbereitet und dann noch mit Tina und Volker einen Videocall gemacht – Happy New Year euch Beiden!

War sehr lustig!

Pünktlich um 20.00 Uhr holen uns Gerald und Ulrike mit dem Auto ab. Wir bestaunen noch einmal den beleuchteten Berg von Lakki und versuchen, wie schon so häufig, ein Bild davon zu machen – aber mit diesem Motiv ist die Handykamera des iPhone X doch irgendwie überfordert.

Sieht aus wie Schnee – ist aber „nur“ beleuchtet

Dann fahren wir auf die andere Inselseite, in die Taverne unserer Wahl. Die gleiche Location wie auch schon im vergangenen Jahr. Wir mögen Wirt Dimitris und seine Familie einfach – und sein Essen ist lecker!

Das „To Steki“ in Alinda

Als wir um etwa 20.30 Uhr dort ankamen, waren wir, wie so oft, die ersten Gäste. Wir empfanden das schon als recht spät, mussten jedoch abermals feststellen, dass sich das Lokal erst um 22.00 Uhr richtig gefüllt hat…

Noch alles leer – wir waren die Ersten

Das war uns egal! Wir haben mit einem ersten Glas Wein angestoßen, haben uns eine Kleinigkeit zu essen gegönnt und dann die restlichen Gänge über den Abend verteilt.

Es war ein netter aber unspektakulärer Abend. Man kann Silvester in Griechenland nicht mit dem aus Deutschland vergleichen – es ist vergleichsweise langweilig, man misst dem nicht viel Bedeutung zu.

Wir sind um Mitternacht nach draussen gegangen, haben auf´s Meer und die Festung geschaut und uns „Prosit Neujahr“ gewünscht. Ein Feuerwerk gab es nicht. Deshalb haben wir beschlossen, den Abend hier zu beenden und für einen Ouzo als Absacker die Location zu wechseln.

Ich wusste, dass Manolis Platis, mein Lieblingsmusiker, einen Auftritt im „Leon Limani“ hat. Diese Taverne ist die Hafenkneipe und eher eine bessere Spelunke – aber es ist immer was los!

Hier wurde getanzt, die Stimmung war prächtig

Wir haben der Musik gelauscht, den Tanzenden zugesehen und uns ein Fläschchen Ouzo geteilt. Von hier aus konnten wir vereinzelt Silvesterraketen sehen, welche über Lakki abgefeuert wurden – ein schöner Ausklang.

Um 01.30 Uhr waren wir groggy und müde. Wir haben uns ins Auto gesetzt und haben den Heimweg angetreten.

So klang das Jahr 2023 aus – wir sind in 2024 angekommen! Möge es ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr werden. Die geschenkten Glücksbringer mögen helfen…

Ein 9.-€ Marzipanschweinchen von der Kult-Konditorei „Sommer“ in Reutlingen – danke Ulrike

Ob das Jahr 2024 auch ein spannendes, ereignisreiches Jahr wird, dies hat man selber in der Hand. Wir hoffen darauf, dass wir ein unserem „Buch des Lebens“ ein neues Kapitel hinzufügen können – der Grundstein dafür ist gelegt, rund um NESSAJA ist im Moment viel offen…

Gerald und Ulrike interessieren sich stark für unser Schiff. Ein Interessent aus Australien hat einen Besichtigungstermin angeboten und einer aus Italien ein Kaufpreisangebot gemacht – es kommt Bewegung in die Sache!

Wie DAS ausgeht – das erfahrt ihr im ersten Monatsbericht des neuen Jahres 2024!

Liebe Grüße von Leros – senden Mario & Sibylle

Bucht von Alinda in der Silvesternacht – Quelle: http://www.the-leros-way.com

November 2023 – Wieder mal ´nen Tag verschenkt

Ein neuer Tag beginnt
Auf der Suche nach dem Sinn
Dem Sinn in meinem Leben
Doch ich kann ihn nicht finden

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele, meiner Seele, meiner

Wieder mal ’nen Tag verschenkt
Wieder mal ’nen Tag verschenkt

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele

Die „Böhsen Onkelz“ schaffen es ein zweites Mal die Headline eines Monatsberichtes zu liefern. Ich höre diese Art von Musik eher selten, staune dann aber oft, wie sehr die Texte (nicht alle!) auf den Punkt gebracht sind – dieser hier trifft zur Zeit besonders zu – ihr merkt, unsere Findungsphase, die einer Neuorientierung, spitzt sich zu…

NESSAJAs Platz – auch für den Winter

Hier sitze ich nun. Es ist der 25.11.2023 und ich beginne sehr zeitig meinen Blogbericht für diesen Monat zu schreiben. Draußen pfeift der Wind durch die Takelage und drückt unser Zuhause immer wieder gegen die Kaimauer – die Kraft von Aeolos Atem lässt unseren Rumpf immer wieder knirschen wenn er durch die anderen Schiffe an die Wand geschoben wird – trotz Fender rundum!

Es pfeift in den Toppen, alles knirscht und knarzt

Ich schicke voraus, der November hat die in ihn gesetzten Erwartungen in keinster Weise erfüllt. Wir haben auf einen smarten Übergang von mediterranem Sommer in den frühen Herbst gehofft – aber Nix da – die Temperaturen fielen, das schlechte Wetter kam und hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, bis heute gehalten.

Alles in Allem ein sehr durchwachsener Monat!

Und der begann besonders – nämlich mit meinem ersten „Arbeitstag“!

Giannis (John) erklärt mir wie es so läuft

Ja, richtig gelesen – ich habe mit der Marinaleitung vereinbart, dass ich ein wenig helfe die Spitzen der winterlichen Arbeitslast für die Werkstatt abzuflachen – oder einfacher – er hat zuviel Arbeit, ich ein bisschen freie Zeit. Ich unterstütze daher! Ob sich aus diesem Engagement eine bezahlte Stelle entwickeln kann, wird man sehen. Ich bin dabei, zu erfragen welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Es stellt sich ganz banal die Frage – wollte ich jemals klassisch Auswandern und im Ausland 9to5 arbeiten? Will ich meine Freiheiten und meinen Status „Zeitmillionär“ aufgeben? Will ich auf Leros dauerhaft sesshaft sein?

Ich lasse es langsam angehen und verzichte zunächst auf Lohn, meine Vorteile beschränken sich auf das Netzwerk und den Zugriff auf Maschinen und Werkzeug wenn ich an ELOWYN arbeite. Win-win…

So klingelt am 01.11. um 07.00 Uhr der Wecker und ich stehe das erste Mal seit fast drei Jahren auf, um in die Arbeit zu gehen. Vor dem Büro des Elektrikers werde ich schon erwartet.

Erst ein paar Minuten streicheln – Electra weiß was gefällt

Im Großen und Ganzen kenne ich mich aus und die Kleinigkeiten bekäme ich sicher hin, aber Giannis hat die Anweisung mich korrekt einzuweisen. So gehen wir zusammen zum ersten Schiff, begegnen dabei den „Kollegen“, welche sich ihrerseits zu den Schiffen ihrer heutigen Aufträge begeben…

Mario auf dem Weg zur Arbeit, trifft Mario auf dem Weg zur Arbeit

Giannis und ich klettern auf das erste der uns zugeteilten Schiffe und bauen Gasleitungen aus. Die Marina zeigt sich in einer für mich ungewohnten Art und Weise.

Blick durch den Mastenwald
Der Buchtausgang – von oben gesehen

Der Tag vergeht wie im Flug. Ich mache mir Notizen und gleiche die Strukturen der Arbeitswelt in Griechenland mit denen der deutschen Arbeitswelt ab. Die Unterschiede sind gravierend – ich erinnere mich an meine Zeit, als ich Abteilungsstrategien erarbeiten musste und Ideen entwickeln sollte.

Darf ich das? Ich sag mal so… Ja!

Wir gehen zur Belohnung ins „Tis Kakomoiras“ zum Dinner. Die Meze-Taverne ist neu renoviert und wir freuen uns, dass dieses Lokal wieder offen hat. Wir werden nicht enttäuscht.

Neue Karte, genauso lecker
Gemütliches Ambiente
Liebe für´s Detail
Das Essen frisch und lecker wie immer

Am nächsten Tag muss Giannis wieder seinem „Mastera“ helfen. Ich bin alleine unterwegs und das ist auch gut so. Ich beginne, alles Papier aus meinen Abläufen zu entfernen und „digitalisiere“ mich. Das ist besser für die Kommunikation, weil meine Texte mit „Copy & Paste“ leichter zu handeln und im Bedarfsfall auch einfach zu übersetzen sind, weiterhin spart es Zeit.

Ich baue ein AIS in eine 59ft Swan ein und nehme wahr, dass ich jeden Tag dazu lerne – eine steile Lernkurve, selbst für mich.

Mittagspause auf NESSAJA, die Arbeit bringe ich mit – Homeoffice sozusagen

Das vorhandene Antennenkabel des Schiffes passt nicht zum neuen AIS – was tun? Man palavert, beratschlagt sich. Man will Teile bestellen, Adapter, neue Kabel – alles richtige Optionen – aber hält das nicht auf? Könnte man sich nicht auf handwerkliche Fähigkeiten besinnen und den alten Stecker ans neue Kabel tüdeln? Natürlich fachmännisch korrekt, inclusive Lötung und Schrumpfschlauch!

Adapterkabel selbst gebaut – 1h Arbeit, aber es geht weiter
Die Bedienungsanleitung hilft mir – am Abend bin ich fertig

Ich muss einen Klettverschluss für eine Deckenverkleidung antackern. Dafür kraxle ich vom Schiff und gehe zum Segelmacher der Marina. Ich zeige ein Bild auf dem Handy und er gibt mir das benötigte Werkzeug – welches sich jedoch beim Einsatz als defekt herausstellt.

Ich grolle und fluche leise, rufe Sibylle an, sie fährt für mich zum örtlichen Baumarkt und kauft einen Top-Tacker. Ich stelle meine Reparatur fertig und habe einen Tacker – die Marina nicht!

In meinem Kopf schwirren die Gedanken, doch ich werde abgelenkt. Wir haben eine Einladung zu Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE, es gibt Glühwein und Maroni.

Wohlverdient und immer ein nettes Beisammensein

Auch Sibylle braucht noch meine Dienste – „…hol Wasser, ich koch´ derweil“ höre ich sie bestimmen.

Ich gehorche, setze mich auf´s Mopped und kaufe das lebensnotwendige Elixir bei Kritikos´ Supermarkt.

Noch nicht spät, vielleicht 17.30 Uhr, aber es dämmert schon

Stolz, einmal ein Sixpackträger zu sein, gehe ich mit dem Paket Wasserflaschen aus dem Laden – und staune, was man hier Seltsames sehen kann…

Prolokarre in Lakki

…am biederen KIA flackert ein Unterflur Lichtspiel in wechselnden Farben, zeitweilig blinkend wie eine Lichtorgel. Was in Deutschland bestenfalls für ein mitleidiges Lächeln gut wäre, sorgt hier für allgemeine Zustimmung und Bewunderung. Der Familienvater ist sichtlich stolz. Es sei ihm von Herzen vergönnt!

Nach dem Essen gibt es einen Videocall mit Gottfried und Gabi. Mit den Beiden ist das Quatschen über die Videoleitung ebenso lustig und kurzweilig wie der Smalltalk in der Realität.

Obwohl, wer Gottfried kennt weiß, dass er den SMALLtalk in neue Dimensionen heben kann. So endet auch unser heutiges Telefonat erst mit der Akkuwarnung 😉

Immer wieder schön mit euch zu quatschen

Der Folgetag gehört ELOWYN! Ich muss jetzt den Spagat schaffen zwischen meiner verpflichtenden Zusage, mich um den blauen Riesen zu kümmern, anderseits dem Engagement aus „Spaß an der Freud“ innerhalb der Marina – das klappt bisher aber gut.

Es ist mehr das Wetter, welches mir das Arbeiten auf ELOWYNs Deck erschwert – heute ist es windig, kalt und zeitweise regnerisch.

Das Ankerspill der Muringwisch muss runter

Einen ganzen Nachmittag investiere ich – erfolglos! Ich muss abbrechen, ich friere, es ist kalt, der Tag ist vorüber.

Trotz der Kälte gehen wir, nachdem wir im „SouVLakki“ zu Abend gegessen hatten, einer Macht der Gewohnheit folgend, in unsere Lieblingseisdiele „Repapis“.

Hier bereitet man sich auf die Vorweihnachtszeit vor, die Dekoration wurde bereits aufgebaut, später wird „nachgerüstet“.

„Repapis“ Weihnachtsbaum
Meeting mit dem Nussknacker
Praktisch – ob ich mal….???

Die Jobs in der Marina kann ich mir nicht aussuchen. Mal ist es eine coole Aufgabe, bei der ich was lernen kann und die leicht von der Hand geht. Andermal ist es auch etwas Unangenehmes, etwas Dreckiges, oder einfach ein Tun, für welches ich mich in enge Kisten zwängen muss…

Einbau einer Wifi-Fernbedienung für den Anker

Interessant ist, dass ich auf diesem Weg „die andere Seite“ kennen lernen darf. Wieviele Segler habe ich schon über die Werkstatt schimpfen hören – ich gebe zu, auch ich habe manchmal nicht mit kritischen Bemerkungen gespart. Bereits heute weiß ich, dass kein Job plan- oder berechenbar ist. Ich werde künftig etwas milder urteilen.

Anderseits, manche Punkte sind zu kritisieren – zum Beispiel Zeitverschwendung durch schlechte Organisation…

Mein Fitnessprotokoll eines Arbeitstages

In der Marina sind lange Fußwege zurückzulegen. Von einem Ende zum anderen, von einem Schiff zum anderen, zum Office, zum Marinastore, einen Kollegen suchen. Ich lege diese Wege zu Fuß zurück und komme täglich auf rund 10.000 Schritte (fast immer mehr als Sibylle 😉 ).

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ich täglich bis zu 10km laufe, dafür brauche ich, überschlagsweise, zwei Stunden. Das sind zwei unproduktive Stunden die, multipliziert mit der Anzahl der Vorarbeiter, eine Vollstelle ergeben.

Da gibt es Potential, ich bin (fast) soweit, eine Strategie schreiben zu WOLLEN!

Durch den Feierabend werde ich abgelenkt. Heute gibt es etwas zu tun. Zum einen habe ich ein Paket von SVB aus Deutschland erhalten – bei Werner´s ALENA, welche ich für ihn verkaufe, müssen am Kajütdach zwei neue Doradelüfter montiert werden…

Passt, das defekte Teil ist endlich ausgetauscht

…zum anderen brauche ich feste Schuhe. Am besten Arbeitsschuhe. Ich brauche etwas wetterfestes, sicheres, warmes – einen Schuh als täglichen Begleiter.

Mein letztes Paar nagelneuer Adidas Terrex GTX will ich nicht auf dem Schlammplatz der Marina opfern. Ich fahre also zum „OBI“ von Andreas Kritikos und kaufe ein paar leichte Arbeitsschuhe.

Ein „Leben in Flip-Flops“, ja das konnte ich mir vorstellen. Arbeiten mit dem trendigen Strandschuhwerk? Nein, das nicht!

Nicht die beste Qualität, aber auch nicht teuer

Ach ja, vielleicht muss ich das erklären. Der „Schlammplatz“ entsteht nach ausgiebigen Regenfällen. Die Marina hat eine befestigte Kaimauer, der Weg zum Office ist mit Steinplatten belegt und die Abfahrten vom Gelände auf die Mauer sowie die Krangassen sind betoniert – der Rest ist gewalzter Sand, Kies, loser Untergrund eben.

Im Sommer bretthart, nach einem Regenguss aber, zumindest an der Oberfläche, aufgeweicht. Vielfach mit festem Schuhwerk leicht zu begehen, an mancher Stelle versinkt man jedoch fast knöcheltief im Schlaatz. Diese „kritische Fläche“ ist riesig…

Die Mauer trennt Wasserliegeplätze von der Trockenfläche für die Boote an Land – nach einem Regen batziger Untergrund

Neuer Tag, wieder widme ich mich der ELOWYN. Ich konnte mir „schweres Gerät“ ausleihen und rücke dem widerspenstigen Spill der Muringwinsch mit Feuer und einem Zughammer auf die Pelle.

Gasbrenner und Zughammer – konnte ich ausleihen 😉

„Sorry my friend, do you have a….“ Verflixt, wie heißt der verfitzmaledeite Zughammer denn eigentlich auf Englisch? Ich weiß, offen gesagt, nicht mal wie der im Fachjargon in deutscher Sprache heißt.

Bei uns in Werkstattkreisen heißt er „Wichser“. So kennt den jeder Mechaniker. Aber geh´ mal in Griechenland nach einem Wichser fragen. Es kann sein, das Gespräch endet mit einer Maulschelle.

Ich beschließe, ein Foto zu speichern und mit Hilfe desselben nach dem begehrten Tool zu fragen – und so klappt das auch.

Der Deckel ist ab – doch im Schlund des Spills nur oxidierter Staub – was wohl darunter verborgen ist?
Und jetzt???

Ich kann den festoxidierten Deckel ausbauen, das moddrige Innenleben weitgehend reinigen und werde vor neue Aufgaben gestellt – zwei Schrauben raus, doch das Spill geht nicht ab. Ich muss mich weiter damit beschäftigen.

Während ich an ELOWYN baue, geht Sibylle einkaufen und plant das Abendessen. Dieser Plan wird aber gehörig durchkreuzt – wir haben nämlich eine neue Bekannschaft gemacht und beschließen – heute gehen wir zusammen essen.

Wohin mit den frisch gekauften, aber rasch verderblichen Geflügeldelikatessen? Ha! Wir besinnen uns unserer neuen Tiefkühltruhe und nehmen diese kurzerhand in Betrieb – das ist schon Luxus!

-10°C nach einer Stunde – Hühnerbrust gibt´s morgen

Wir leiten den Abend mit einem gemeinsamen „Sundowner“ am Steg ein – in dieser Phase des Monats willkommener Anlass die anderen Winterlieger zu treffen…

Gin-Tonic mit Ina und Ralf von der „Chili“

Wir mischen uns einen leckeren Gin-Tonic und genießen die Stimmung. Der Drink wird zu einem Sundowner der seinen Namen auch wirklich verdient – das namensgebende Zentralgestirn unseres planetarischen Systems versinkt spektakulär.

NESSAJA im Sunset
Ohne Filter, ohne Nachbearbeitung – iPhone X – sonst nix
Wir genießen, alle machen Bilder

Danach geht es aber ab ins „Persiana“, einem Pub, welcher internationale Bierspezialitäten und Burger anbietet – insgesamt einem amerikanischen Diner sehr ähnlich.

Schön dekoriert – Biere aus allen Ländern, diese aber nicht billig
Weil ich es so gerne mag – ich gönne mir ein Guinness für schlappe 8.-€
Begleitet von einem Special-Burger der seinen Namen verdient und den gleichen Betrag kostet

Mein nächster Marinaauftrag führt mich mitsamt meiner neuen Werkzeugtasche auf das Schiff eines deutschen Skippers. An der neuen Jeanneau sind einige Garantiearbeiten abzuwickeln.

Allzeit bereit

Ich erkenne und nutze einen Vorteil – die Muttersprache! Ich rufe den Kunden an und kläre im Detail ab, was genau bemängelt wird und welchen Reparaturpfad der Hersteller vorgibt.

Später mache ich das mit anderen Kunden noch weitere zweimal auf Englisch. Die Gesprächsnotizen verteile ich digital per Cloud und Link. Ich stelle fest, mein früherer Job und die technische Kommunikation auf Englisch sind ein hilfreiches Werkzeug – das könnte ich einbringen. Hmmm???

Von oben überblicke ich den Steg und sehe meine NESSAJA…

Dort liegt sie, daneben ALENA

Sibylle hat sich andere Prioritäten zurecht gelegt. Sie kümmert sich um unser Zuhause, kreiert Speisepläne und kauft ein. Was nach langweiligem Haushalt klingt, macht ihr aber Freude.

Darüber hinaus geht sie etwa dreimal die Woche zum „Dog-Shelter“, der Auffangstation für herrenlose Streuner. Diese Arbeit ist ehrenamtlich, es muss sich um die armen Kreaturen gekümmert werden.

Auch sie schlüpft in Arbeitskleidung und schwingt sich auf ihr Mopped um in die Hügel von Leros zu fahren…

Los geht´s – der Schlamm in der Marina ist erkennbar

Ihr Weg führt sie aus der Marina heraus, vorbei an der Lakki Bucht und dann hoch durch die Wälder, in die Hügellandschaft hinter dem Hauptort Lakki – klar, dass der Dog-Shelter nicht mitten im Ort gebaut wird.

Bei schönem Wetter eine Traum-Strecke…

Entlang der Bucht von Lakki in den Ort
Die Küste entlang bis es letztlich hoch in die „Berge“ geht
Oben angekommen, gibt es einen herrlichen Ausblick

Oben angekommen, wird meine Gattin schon sehnsüchtig erwartet. Über 60 Hunde leben in dem eingezäunten Areal, welches von einer Frau aus Leros privat betrieben wird. Sie ist auf Spenden angewiesen, klagt aber nicht – man kommt so rum.

Die Zamperl danken es…

Kleines Sonnenbad gefällig?
Oder lieber spielen

Der schwarz-weiße auf dem zweiten Bild heißt FIX – nicht nur, dass FIX auch eine griechische Biermarke ist und er somit sehr gut zu MAMOS passen würde, nein, er ist auch Sibylles Favorit – ob sich da mal nicht eine neue Geschichte anbahnt…

Für uns Beide jeweils ein Tagwerk – am Abend treffen wir uns dann mit den Freunden aus der Marina zum Sundowner am Steg und / oder gehen gemeinsam essen.

Die Crew der LIBERTÉ ist inzwischen abgereist, Patricia bleibt diesen Winter da

Und sonst? Nun, unsere Ausbeute an Geschichten die es wert sind erzählt zu werden, ist deutlich geringer geworden – wir sind in eine Art „Alltag“, eine Routine, gerutscht.

Hans-Peter und seine Petra genießen auf LIBERTÉ einen speziellen Urlaub über die ersten zwei Novemberwochen – nicht gerade die typische Urlaubszeit auf Leros – und bereiten ihr Schiff dann auf den Winter vor.

Leinen waschen und trockenen – meine macht er gleich mit! DANKE dafür!

Auch die CHILI wird winterfest gemacht und sicher vertäut. Zufrieden fahren die neu gewonnenen Freunde ab und sehen dem Winter in Deutschland entgegen. Man wünscht sich einen „guten Rutsch“ und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Für mich fühlt es sich anders an – jetzt komme ich auf die Headline zurück. Ich lebe Alltag! Der Wecker klingelt meist recht früh am Morgen – ich trinke Kaffee um in Schwung zu kommen…

Ich war einmal ein Zeitmillionär

…dann kümmere ich mich um meine Pflichten, ich gehe arbeiten! Entweder widme ich mich der mir anvertrauten ELOWYN oder ich helfe in der Marina aus.

Ich arbeite also im Paradies – ist das so?

Das Meer lädt noch zum Bade, das Wasser ist noch nicht zu kalt, man könnte noch baden – einladend ist es allemal!

An unserer Hafenmauer – glasklar

Wie oft bin ich im Sommer hier hineingesprungen, es war herrlich! Heute habe ich entweder keine Zeit weil ich beschäftigt bin und „noch schnell“ etwas fertig machen muss, oder ich habe schlicht und einfach keine Lust, weil ich ein paar Momente Ruhe am Tag genießen will.

Haltet euch fest – ähnlich geht es mir mit „Repapis“…

Inzwischen ist die Weihnachtsdeko fertig, das Büdchen steht

…ich meine, dass wir nur zwei oder dreimal im November im Schlaraffenland von Leros waren. Im Winter geht man eher tagsüber dorthin, abends ist es fast zu kalt. Tagsüber habe ich keine Zeit, abends friere ich – ich mag nicht mehr hin!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Wieder mal ´nen Tag verschenkt – verschenke ich Zeit? Oder sehe ich nur den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Sicher ist, ich wusste drei Jahre lang nicht welchen Tag wir haben – es war immer Samstag. Heute weiß ich genau, wenn es an einem Wochenende regnet – es nervt mich!!!

Ich war nach ca. einer Woche zurück in meinem alten Trott – diesen zu verlassen hat drei Jahre gedauert. Will ich das?

Gut, wenn einer zu Besuch kommt, der das Potential hat, diese Gedanken zu zerstreuen, Marcus reist mit Familie aus Lipsi an, DARKSYDE bleibt über den Winter in der Marina!

Ich bewundere seinen neuen Solarträger – Giorgos hat wieder ganze Arbeit geleistet.

Mit Plexiabdeckungen – so könnte es auch bei ELOWYN aussehen

Wir fachsimpeln und vertiefen unsere Gespräche. Wir trinken erst ein Bier, dann zwei – bis die Sonne untergeht!

Klönschnack an der Kaimauer – wie 2022, das vermisse ich
Zeit ist das wichtigste Gut, oder?
Wieder versinkt die Sonne spektakulär

Die Damen – Sibylle, Susanne und die kleine Lilly, waren spazieren und am Spielplatz. Zum Sonnenuntergang treffen wir uns wieder und beschließen ein gemeinsames Dinner. Die Familie möchte ins „SouVLakki“, einen guten Girosgrill gibt es auf Lipsi nicht.

So sei es…

Auch dort ist der Burger nicht von schlechten Eltern

Lilly erscheint mit einem weihnachtlichen Glitzergeweih und verweist auf ihre blinkenden „Hörnen“ – klar ist, das muss ich mal probieren!

Mario mit blinkenden Hörnen, Sibylle schämt sich derweil für mich

Tags darauf erledige ich einige der noch offenen Punkte, um ELOWYN final einzuwintern. Die Reparaturen teile ich mir dann über die „dunklen Monate“ ein.

Am Nachmittag habe ich etwas mit Giorgos zu besprechen, die Reparatur des Tenders der ELOWYN, des WILLI und der Bau des riesigen Solarfeldes muss abermals abgestimmt werden. Es gibt Probleme bei der Beschaffung der Solarmodule.

Marcus begleitet mich, er will seine Solaranlage anschließen, es gilt ein paar Kleinteile bauen zu lassen.

Der Meister an der Drehbank
Aus Stangen-Vollmaterial werden zwei Buchsen
Dann noch ein Blech, um den neuen Solarregler hitzesicher zu verbauen

Wir sind rund zwei Stunden in der von mir so geliebten Werkstatt. Giorgos bietet mir an, für ihn zu arbeiten. Er meint es ernst – wir hatten sooft darüber gescherzt, jetzt ist er zwei Wochen zu spät. Er ist enttäuscht, lässt es sich aber nicht offen anmerken.

Marcus und ich fahren zurück in die Marina, das Wetter ist mal wieder beschissen. Es stürmt und regnet, es ist kalt. In Deutschland schneit es – was ist das „kleinere Übel“?

50 shades of Grey

Obwohl es schon spät ist, machen Marcus und ich uns über die Solaranlage her. Im Kat ist alles gut zugänglich, die Arbeitszonen sind geräumig. Wir kommen gut voran, waren aber auch entsprechend gerüstet…

Ouzo und „der Gerät“ – so kann man arbeiten, so geht was!

Ich crimpe Marcus die Kabel und stelle fest, dass gründliche Arbeitsvorbereitung die halbe Miete ist. Keine Arbeit der letzten drei Wochen hat so gut geklappt. ELOWYN überrascht mich immer wieder mit speziellen Herausforderungen, die Aufträge der Marina sind oft nicht ausreichend organisiert.

Wir stellen die Anlage fertig, schalten sie ein und – sie liefert! In der Dämmerung liefert sie noch ab, erstaunlich! Morgen sehen wir mehr!

Am Folgetag weckt mich nicht der Wecker sondern Geschrei – ein Motor brummelt, der Marinero weist ein – „Captain, Bowthruster, BOWTHRUSTER!“

Ich traue meinen Augen kaum – neben CHILI war eine halbe, im besten Fall eine kleine Lücke frei. Der Marinero beschließet, warum wissen die Götter, hier eine relativ breite Oceanis reinzuquetschen! Es knirscht, es wird gezerrt, Fender bleiben einander hängen und werden gequetscht – SO! Drin! Passt!

Im Laufe der nächsten Stunden stellen wir fest, dass die Leute an Bord weder zugänglich, zumindest zunächst, noch hilfsbereit sind. Man liege jetzt hier und der „Harbour Master“ hätte gesagt „everything is safe“. Ok, aber was sagt der Skipper? Keine Antwort.

Der Marinero bekommt die Diskussion mit, bemerkt schon selbst, dass es zu eng ist, will aber sein Gesicht nicht verlieren. Er ändert kurzerhand die Leinenführung der Nachbarboote – danach passt nix mehr!

Diese Leinen sollen nach links außen ziehen – und nicht über den Rumpf schruppen

Jetzt wären drei Bootsbesitzer unglücklich, aber die sind ja nicht da. Der komische Neuankömmling ist noch zufriedener als zuvor, bei ihm entspannt sich schließlich die Situation, bei CHILI aber sind die Fender der Backbordseite gequetscht wie Flundern, die metallbewährte Scheuerleiste der Hallberg-Rassy nur 3-4cm vom Rumpf entfernt – trotz Fender und ohne Wind!

Was tun? Wir beschließen uns einzumischen und kontaktieren die Eigner. Wir beratschlagen, wie wir den gordischen Knoten auflösen können.

Während wir beim Frühstück sitzen, bekommen wir Besuch.

Electra lurrt – und spekuliert auf ein Leckerli

Am Nachmittag sind wir bei Ewa und Steve zum Geburtstag eingeladen. Das englisch-polnische Paar lädt wieder den englischen Teil der Segler-Community ein – und uns. Wie schon 2022 wird es eine lustige, aber auch anstrengende Feier.

Die Gastgeberin schneidet an
Erst Kaffee & Kuchen – später einen „Five o´clock Tea“

Wir gehen noch mit Marcus´ Familie ins „Metzes“, dem Lokal mit den bunten Regenschirmen in der Gasse – ihr erinnert euch sicher. Erst im Sommer 2023 eröffnet, ist es bereits in unserer „Top 3“ Liste etabliert. Falls ihr überlegt welche Lokale das im Moment sind – grübelt ein bisschen – bitte ich euch zu bedenken, dass das „Mylos“ als unangefochten außen vor bleibt.

Der nächste Morgen beginnt unspektakulär. Sibylle geht wieder zum Dog-Shelter und schickt mir ein Foto – Untertitel – „Auch das ist unser Leros“

Im ersten Moment ein Bild der schönen Bucht, zudem schönes Wetter – doch seht genau hin

Der Mensch kann es einfach nicht! Während die einen diskutieren, sämtliche Einwegverpackungen mit einem Pfand zu belegen, schmeißen die anderen das Zeug einfach ins Meer. Der Ocean wehrt sich und spuckt, die richtige Windlage vorausgesetzt, den Dreck einfach wieder an Land. Werden wir jemals zur Besinnung kommen?

Sibylle will mich scheinbar ärgern. Sie fährt die Bucht entlang und – BIMM – schickt mir ein weiteres Bild…

Die Marina von der Nordküste der Lakki Bucht aus gesehen

…ich mache mich gerade wieder an meine heutige Arbeit – BIMM – sie schickt mir ein drittes Bild. Na toll! Mich freut ja wenn es ihr Spaß macht, aber manchmal nerven die ständigen Bimmeltöne.

Verweile doch, oh Augenblick

Und ich? Was mache ich heute? Heute ist wieder Marinatag! Ich muss eines der Schiffe erklimmen und mir eine der Leitern holen – das gehört zur „Rüstzeit“, Leiter holen, Werkzeug holen und an Bord bringen, Teile holen – dann geht es los…

Ich stell sie hin, andere tragen sie weg

Thema Organisation – ich will ein Schiff verlassen, Leiter weg! Ich spreche den Einsammler der Leitern an und mahne an, dass ich die Leiter doch nutze, ich brauche sie noch!

Sein Kommentar – „…sein Chef habe das Einsammeln der Leitern angeordnet, also sammelt er die Leitern ein!“

Ihr fragt euch vielleicht wie ich vom Schiff runterkam – ich habe Sibylle angerufen, sie hat eine Leiter gebracht…

Das passiert heute nicht, dafür ein anderer Dauerbrenner – Wetterwechsel! Ich bringe die Leiter bei Sonnenschein zum Schiff, richte mir das Cockpit zu einer vollumfassenden Winschenwartung her – Reinigungsmittel, Pinsel, Fett. Herrlich! Ich zerlege eine Winsch, bin am Reinigen – und was passiert???

Genau!

Es gießt wie aus Kübeln – rechts auf der Bank mein Arbeitszeug

Meist ist der Spuk nach einer halben Stunde vorbei und die Arbeit geht weiter – im triefnassen Cockpit! Dabei ist es egal ob ich einen Marinaauftrag oder einen Punkt auf ELOWYNs Liste wegarbeite – das Wetter tratzt mich im elften Monat des Jahres 2023.

Ich habe diesen Blogbericht zeitig begonnen, dafür gibt es einen Grund, dazu später noch ein paar Zeilen.

Mit diesem Absatz holt der Bericht die Gegenwart (fast) ein – Sibylle und ich sehen den Wetterbericht auf „Windy“ an, nun, da scheint sich etwas zusammenzubrauen.

Für den 26.11. sind 45kts vorausgesagt

Ok, 45 Knoten, das sind 9 Bft. – damit ist nicht zu spaßen. Wir besprechen uns mit den Eignern der CHILI, das Boot muss aus der engen Lücke raus, jetzt!

Wir beratschlagen und fassen dann den einfachsten Entschluss – ich parke CHILI um, George, der Marinero, hilft mir dabei. Ich habe das Gefühl, dass er froh ist, dass sich die von ihm verursachte, verfahrene Situation so auflöst.

Ich fackle nicht lang, starte die Systeme und bringe CHILI an ihren neuen, vorher abgesprochenen, ausreichend großen Platz – wir vertäuen sie sicher!

Da liegt sie nun, bis heute sicher

Dem Skipper der an der Situation nicht ganz unschuldig war möchte ich sagen – „der Klügere gibt nach“ – er lässt sich nicht zum Helfen sehen als wir die nagelneue Hanse an seinen alten, klebrigen Fendern entlang, aus der Lücke herausfahren.

Ich sehe noch nach Werner´s ALENA und lege zwei Springleinen, mein letzter Blick gilt Hans-Peter´s LIBERTÉ – passt alles!

Auch bei LIBERTÉ alles ok

Der prophezeite Sturm kann kommen. Und er kam – UND WIE!

Zunächst begann alles harmlos. Der Wind frischte auf, 20kts, 25kts – im Mittel. Sibylle und ich bekommen eine Nachricht von Jürgen, ob wir nach dem GRASKARPFEN gesehen hätten? Nein, haben wir nicht. Machen wir aber noch.

Wir laufen los, checken die Outremer 45 des Freundes, alles ok. Dabei laufen wir an Martin´s BACK OF THE MOON vorbei. Die ist, wie schon letztes Jahr, üppig weihnachtlich geschmückt. Normal nicht meine Welt, aber hier finde ich es irgendwie witzig!

Der Preis für den aufwändigsten Weihnachtsschmuck geht an Martin

30kts, 35kts – als wir zu NESSAJA zurück kamen, hatte sie sich schon an die Betonwand geschmiegt. Das kennen wir, das liegt daran, dass westliche Windkomponenten den gesamten Ponton Richtung Mauer schieben – die Schiffe folgen, darauf sind wir eingestellt.

Drei dicke Kugelfender geben Sicherheit

Auch auf der Steuerbordseite tut sich was. Werner´s ALENA kommt näher als gewohnt. Sie wird von einer weiteren HR in unsere Richtung gedrückt. JETZT straft es sich, dass der Marinero die Leinenführung der Schiffe verändert hat – er wollte Platz schaffen, den es nicht gab. JETZT haben die Schiffe zuviel „Freiraum“. Der Wind kommt von vorne, sie fangen an „in der Lücke zu tanzen“.

ALENA dummst an NESSAJA – noch ohne Gefahr

40kts, 45kts – jetzt zeigt Aeolus was er kann, fasten your seatbelt, jetzt geht es los!

Ich kann nicht schlafen, bewache die Situation

50kts, 55kts – die Schiffe zerren, wir haben Krängung im Hafen. Eine Weinflasche fällt von der Anrichte. Ich sorge mich und sehe nach ALENA. Sie nimmt immer wieder Anlauf und rummst mir in die Steuerbordseite. Die Fender quietschen…

Ich traue meinen Augen kaum – nur noch EIN Fender zwischen ALENA und uns. Die anderen liegen an Deck. Die Scheuerkante der HR schiebt sie bei nachlassender Krängung nach oben. Zwischen den Rümpfen vielleicht noch 5cm.

Ich springe auf ALENA und drücke sie an NESSAJA mit den Füßen ab. Ich kann die Fender wieder in den Spalt bringen und sie neu justieren. Es regnet in Strömen, der Wind pfeift, ich friere.

Das Spektakel dauert vielleicht eine halbe Stunde, dann komme ich patschnass und frierend zurück in NESSAJA, die Gefahr scheint gebannt. Auch CHILI scheint sicher zu liegen.

Auf dem Bildschirm sehe ich den Windpeak – 66kts – Orkanstärke! An einem der sichersten Plätze in einer griechischen Marina.

Mehr kann ich nicht tun – ich gehe ins Bett, bin aber unruhig. Irgendwann schlafe ich ein…

Der Morgen danach – es ist immer noch windig, stürmisch, aber kein Vergleich! Ich ziehe mich an und gehe nach draußen. NESSAJA und ALENA sind unbeschädigt, der Einsatz hat sich gelohnt!

Wir frühstücken und drehen dann eine Marinarunde. Nicht alle hatten Glück.

Bei diesem Kat hat es alle Fender angehoben und herausgedrückt
Der Schaden ist erheblich

Auch unsere Freunde hat es erwischt – die einen hatten einen Batzen Glück, dass nicht mehr passiert ist. So Roland und Mireille von der SUNNY SIDE UP…

Fender rausgedrückt – Rumpfkontakt – aber zunächst keine sichtbaren Schäden…
…am Folgetag war der Nachbar weg – so ein Schelm – und der Schaden sichtbar, ich meine „Glück im Unglück!“

…den anderen war das Glück weniger hold. Gleiche Situation aber gravierend andere Folgen. So erging es Markus´ TARA. Wir haben ihm die Bilder für die Regulierung durch die Versicherung geschickt.

Pech – die Hunter hat eine Scheuerleiste die hervorsteht
Die Schürfwunden sind tief

Andere Freunde von uns hatten nur kleine Schäden zu beklagen. Wir konnten meist sofort Abhilfe schaffen. Auch die ELOWYN muss einen Verlust hinnehmen.

Sie zerrt noch an den Leinen – wie mag es in der Nacht gewesen sein
Die neue 13mm Feder – einfach ab – Qualitätstest / durchgefallen

Last not least – Hans-Peter´s LIBERTÉ. Sie hat einen Fender eingebüsst, liegt ansonsten aber sicher und ohne Schaden. Die Lücke durch den geplatzten Fender konnte ich sofort schließen – alles passt wieder. Ich schicke unserem Freund Bilder, er kann beruhigt sein.

Einfach geplatzt
Problem gelöst

Woran liegt es? Nun, die Lücken sind generell eng, der Druck auf die Fender groß. Viele Eigner hängen ihre Fender hoch, vergessen aber, dass die Schiffe krängen und sich dadurch auf einer Seite absenken.

Vermutlich ist es einfach Pech, das kann im Sturm passieren.

Dazu kommt, dass die Schwimmstege sich generell viel bewegen. Ich habe normaler Weise ca. 1m zur Mauer, der Schwimmsteg ist etwa genauso weit weg.

Bei Sturm sieht es so aus…

Nah an der Wand

Ein letzter Punkt sind die steigenden Wasserstände – das dürfte dem Kat zum Verhängnis geworden sein. Doch auch an den Schwimmstegen ist das nicht ohne Problem – die Muring wird dadurch kürzer, die Bewegung der Boote verändert sich.

Das alles sollte man am Schirm haben, wenn man sein Boot verlässt. Übrigens, die CHILI hat keinerlei Schäden – alles richtig gemacht….

Der Superskipper vom Dränglerboot hat mir heute morgen erklärt, dass er eine entspannte Nacht hatte. Na toll! So ein Knallkopf – hätten wir CHILI nicht umgeparkt, hätte er vermutlich morgen mit seiner Versicherung telefoniert – so eng liegen dumme Ignoranz und überhebliche Arroganz beisammen.

Freunde von uns sagen, die Beiden sind nett. Ich will das gerne glauben und entdecken, aber bis jetzt war davon nichts, aber auch gar nichts zu merken! Seemannschaft – Note 5 – setzen…

Auch die Marina hat Federn gelassen – der Orkan traf den Wellenbrecher mit voller Härte.

Die kleinen Steine hat es bis unter die Boote gespült…
…die großen auch
Gestern noch planer Weg – heute Geröllfeld
10-12m weit wurden die Steine auf den Weg gespült

Wir haben viele Starkwindphasen hier abgesessen – immer sicher! So einen Sturm, einen Orkan, brauche ich so schnell nicht mehr!

Morgen ist Montag, ich bearbeite wieder Marinaaufträge. Dann im Laufe der Woche die Liste der ELOWYN. Alltag. Alltag im Paradies!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Ich wollte nie Auswanderer sein, ich wollte nie meinen Lebensmittelpunkt auf eine griechische Insel verlegen. Ich wollte „irgendwann mal dort bleiben“ – gemeint war, solange man will, ohne Rückflugticket. Aber hier eine Existenz aufbauen?

Ein Zufall kommt zur Hilfe – mir wird eine Stelle als „Technischer Trainer international“ bei einem großen Motorenhersteller angeboten. Ich bin interessiert – gehört das Erklären des Scheiterns eines Planes nicht auch zur Optionsliste?

Ich erzähle es meinen Sohn – er ist verwundert und fragt nach dem Warum. Wir reden über Glück und das Glücklichsein und er erklärt mir den Zusammenhang zwischen Glück und Familie. Er versteht es jetzt, er wird bald Vater.

Sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Ich bin bereit einen hohen Preis zu zahlen – für ein ideales Paket. Das beinhaltet erleben, lernen, genießen, zehren, lieben, lachen und so vieles mehr. Ich möchte Reisen und mich treiben lassen!

Bekomme ich das nicht oder nur eingeschränkt, dann will ich keinen so hohen Preis zahlen. Dann greift auch bei mir die Sehnsucht nach Familie, nach alten Freunden und nach Heimat.

Ich habe am 04.12. ein Bewerbungsgespräch in der Nähe von München. Die Flüge sind gebucht! Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann breche ich ab und gehe in mein altes Leben zurück.

Noch kann ich überlegen…

Was brachte der November noch? Wie klang er aus?

Es gibt verhalten positive Neuigkeiten von ALENA – ihr wisst, dass sie zum Verkauf steht…

Hier ist es ähnlich wie bei NESSAJA – viel Nachfrage, interessierte Segler und Seglerinnen, aber echtes Interesse? Doch! Es hat einer der Interessenten Flüge gebucht, ALENA ist somit reserviert. Interessant ist, dass wir mit den Besuchern schon einen ergiebigen Schriftwechsel hatten – liegt auf der Hand – darüber hinaus aber auch das gewählte Besuchsdatum. Das Paar aus Schwaben kommt am 27.12. und bleibt über Silvester – wir haben also ein „Blind Date“ für den Jahreswechsel und freuen uns, das wird sicher spannend und lustig!

Das Wetter bleibt bis zum Monatsende wechselhaft. Wir haben sonnige Momente und nutzen diese – zum Beispiel für unseren Sundowner am Steg…

Wir senden Grüße an Susanne, Lilly und Nikolas

Dabei staunen wir über den Aktionismus der beiden Marineros die, zusammen mit einem externen Taucher, die Aufgabe haben, alte Kettenreste aus dem Hafenbecken zu entfernen.

Der Taucher hängt die Kette an – der Stapler hebt sie raus
Geschafft – nach einem halben Jahr wird der Kladderadatsch zum Schrott gebracht

Eingefleischte Blogleser erinnern sich an diese Geschichte, daran dass Marinero Giannis im Sommer an dieser Aufgabe gescheitert ist – doch gemeinsam schaffen sie es diesmal!

Auch dieser Sundowner verdient seinen Namen, abermals mache ich ein Bild von der Lakki Bucht. Wie immer ohne Filter oder Nachbearbeitung – im Winter sind die Sonnenuntergänge sehr schön anzusehen.

Die Farben sind eine Wucht – und in Natura noch viel schöner

Auch arbeitstechnisch schleppt sich der Monat dem Ende entgegen. Auf der ELOWYN stagniert es gerade ein bisschen. Für die Arbeiten an Deck ist es zu kalt und zu wechselhaft. Mit der Einwinterung bin ich fast fertig, also konzentriere ich mich auf Administratives – die Bestellung der Solarmodule wird zum Problemfall, ich muss die Recherche neu starten…

In der Marina gibt es auch noch einen Job für mich – zufälliger Weise am Schiff von einem Freund. Ich baue einen neuen Boiler ein…

Lieblingstool im Einsatz

…leider passt dieser nicht wie gewünscht und ich muss die Mulde in der er zum Liegen kommen soll, etwas „anpassen“. Ich bin fast überzeugt, dass die Freunde aus Detmold keine Blogleser sind, gut so, denn dieses Bild würden sie nicht mögen!

Platz ist in der kleinsten Lücke

Den Freunden zuliebe, lässt sich meine Gattin nicht zweimal bitten – sie überlässt mir das Mutterndreh´n und macht hinter mir sauber. Ich danke ihr – auch im Namen der, in diesem Fall anonymen, Crew!

Die Clementine der 2020er

So bekommen wir das bereits im ersten Anlauf gut hin. Ich bin überzeugt, dass die Capetaña der Bavaria nicht auf Anhieb in Ohnmacht fällt.

Auch den Einbau des AIS, welches mich ein paar Tage geärgert hat, kann ich erfolgreich abschließen. Wie gesagt, eine steile Lernkurve – oder wie Lothar sagen würde – „again what learned“.

AIS Daten am Plotter der Swan 59 – Beispielboot ist die allseits bekannte NESSAJA

Inzwischen ist es der 29.11. – ein Mittwoch. Der Wind vom Wochenende ist zurück. Nicht ganz so kräftig, wir müssen nicht in Alarmstimmung sein. Dennoch nervt es – das Wetter allgemein ist eher schlecht als wechselhaft, häufig regnet es. Zudem ist es relativ kühl, die Heizung läuft bereits jeden Tag ein, zwei Stunden. Draußen pfeift es, NESSAJA lehnt sich abwechselnd an die Mauer, dann rammt ALENA an ihre Flanke. Alles nicht gefährlich, aber die Fender quietschen und quatschen, die Festmacher knirchen und die Riggs der umliegenden Schiffe sorgen für den typischen Klang eines Hafens während einer Starkwindphase.

05.22 Uhr, der Wind weckt mich – ich trinke Kaffee

Der Winter auf Leros, in den letzten drei Jahren mochten wir diese Zeit. Alles ist ruhig, grün, die Insel bekommt ihren ureigenen Takt zurück und es blüht allerorts. Dieses Gefühl, dieser Genuss, bleibt uns wohl dieses Jahr vorenthalten – und das in einer Phase, in der ich mich ernsthaft damit beschäftige unser Sabbatical XXL abzukürzen. Wie wird das ausgehen?

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

In diesem Sinne – wir bedanken uns mal wieder für euer Interesse an uns, für eure Neugierde. Bleibt dran, es kann sein, dass der Monat Dezember ein Monat der Entscheidungen wird!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der Crew der NESSAJA – wir wünschen euch allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, ein gesegnetes Fest und einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedvolles, glückliches Jahr 2024!

Oktober 2023 – Go Your Own Way

Es ist bereits Monate her, als einer unserer Marinafreunde, ein Segler aus meiner früheren beruflichen Heimat, ein Typ den ich durchaus gut leiden kann (und ich hoffe, er mich auch) – es ist also schon eine Weile her, dass dieser Freund Sibylle vor einem Geschäft kurz ansprach und dabei meinte „…go your own way!“

Während meine Gattin und ich noch darüber nachdachten, wie und vor allem WEN er gemeint haben könnte, war mir rasch klar – der 1976er Hit von Fleetwood Mac wird eines Tages die Headline in meinem Blog.

Heute ist es soweit!

Nicht nur, dass ich, einige Jahre später, durchaus ein bekennender Stevie Nicks Fan war (sie ist ja auch eine besondere Frau in der Musikszene dieser Zeit – in jeder Hinsicht), nein, auch weil der Titel selbst und der des Albums auf dem er 1977 veröffentlicht wurde – „Rumours“ – sehr gut zum Monat Oktober passen.

Der zehnte Monat des Jahres 2023 war einer der geprägt war von Gerüchten und Gossip – „Radio Ponton“ hatte Hochkonjunktur!

Das Ganze begann gleich am Morgen des 01.10. – die Crew eines deutschen Schiffes, auch die Beiden kennen wir zwischenzeitlich schon eine ganze Weile, kommt an unser Schiff und informiert uns leise aber bestimmt, „…dass wir mal nach der ELOWYN sehen sollten“. Die hätte wieder einen „Rempler“ bekommen und man hätte nicht den Eindruck, dass hier offen informiert würde.

Sibylle und ich trinken unseren Kaffee fertig und gehen zu dem, uns anvertrauten, blauen Riesen – ja, die Beiden hatten Recht, wieder ein Einparkrempler…

Sah schlimmer aus als es war

Hier muss ich eine Lanze für unsere „Informanten“ brechen – sie taten das einzig Richtige. Sie Informierten über einen Schaden und nannten Ross und Reiter. Was zunächst wie petzen klingt, ist nichts anderes als Unterstüzung bei der Identifizierung eines Unfallflüchtigen der einen Unbekannten mit einem vermeintlich großen Schaden zurück lässt – einem fiesen Charakter eben.

Ich bleibe ruhig, stelle den Fiesling nicht sofort zur Rede, sondern schnappe mir den Marinero und fahre mit ihm im Schlauchboot zur ELOWYN. Wir besehen das Malheur und stellen fest – nur ausgekreidetes Gelcoat welches sich abgeschrappert hat!

Ich fummle den weißen Striemen mit dem Daumen weg, nix mehr zu sehen – Glück gehabt.

Seht mir die etwas längere Einleitung bitte nach, ich will schildern was ich mit Rumours und Gossip meine, ihr sollt verstehen wie so eine Marina tickt, diesem Geist können sich nur Wenige entziehen…

Kurze Zeit später werde ich von unbeteiligten Dritten angesprochen, sie hätten wohl gehört, dass an der ELOWYN ja ein weiterer „großer Schaden“ vorläge und ob ich mir den Verursacher „…denn schon zur Brust genommen hätte?“

Nein, habe ich nicht, habe ich auch nicht vor – das Thema ist die Zeit nicht wert, ich will meine Ruhe und mich nicht noch mehr ärgern! Unverständnis schwappt mir entgegen.

So eine Marina ist wie ein Schrebergartenverein. Man ratscht und tratscht. Mal bist Du in die Gesprächsrunde integriert, mal bist Du Gegenstand der Gespräche – hier und auch in Deutschland – Sibylle und ich wissen das, wir spielen das Spiel gerne mit, oft haben wir Spaß daran, selten nervt es. „Radio Ponton“ hat eine große Bandbreite!

Was das alles mit „Go Yor Own Way“ zu tun hat? Darauf kommen wir zurück…

Zunächst ging es im Oktober nämlich eher in gewohnter Manier weiter.

Wir zerlegen die Steuersäule der LIBERTÉ

Hans-Peter hat ein defektes Zündschloss und dafür Ersatz aus Deutschland besorgt. Ein befreundeter Segler hat das Teil der Begierde mitgebracht und wir packen den Job an – erstmal alles zerlegen, Bestandsaufnahme, Reparaturtaktik zurechtlegen…

Hier ist das Corpus Delicti – bei Volvo mit Gold aufzuwiegen

Wir prüfen noch einmal alles durch, stellen dabei fest, dass das Universal-Ersatzteil nicht exakt passt und wohl auch nicht einfach passend zu machen ist. Zudem fallen uns andere Kleinigkeiten auf, diese sollten wir in diesem Zug reparieren.

Wir stellen eine Einkaufsliste zusammen und überlegen uns, das teuere und anfällige Volvo Panel komplett zu entfernen und alle notwendigen Bauteile direkt in die Bavaria Tafel zu installieren. So können wir mit Universalteilen arbeiten und sparen uns den teuren Volvo Firlefanz.

Einzig einen Halter müssen wir uns aus V4A anfertigen lassen, dies geben wir bei Giorgos in Auftrag…

Gut, weiter geht´s ein paar Tage später – der Tag war sinnvoll verbracht, das Dinner wohlverdient. Ich erinnere, Sibylle war noch in Deutschland um Neu-Enkelchen Heidi willkommen zu heißen und bei der Kleinen als die „Griechenland-Oma“ vorstellig zu werden.

Da sind wir schon fast ein bisschen bei der Headline – Sie geht „ihren Weg“, ich blieb alleine zurück… 😉

Gemeinsames Dinner der „Strohwitwer“ – es geht schlimmer!
Momentan mein Favorit – hat Benno etabliert – DANKE dafür

Den kommenden Tag will ich nutzen um eigene Projekte mal wieder voranzutreiben – ich stehe zeitig auf, trinke meinen Kaffee und freue mich, dass es hier noch echter Sommer ist.

Anfang Oktober noch rund 30°C – das tägliche Bad im Meer ist gesetzt

Oben auf meiner Liste steht die Anpassung der Fensterdurchlässe für den Abluftschlauch der Klimaanlage. Die Dinger, welche ja für ein Wohnraumfenster entwickelt wurden, müssen erheblich angepasst werden.

Ich packe also mal wieder mein Werkzeug aus und rücke den Plastikteilen zu Leibe
Etwas später sind die Durchlässe angepasst

Ich brauche nicht lange um die Plastikbauteile zurechtzusägen. So angepasst, passen die Blenden vor unser Schlafzimmerfenster und ermöglichen es mir den Abluftschlauch fest zu montieren.

Inzwischen habe ich mir aber zwei Lösungen zur Integration der Klimaanlage erdacht. Ob ich diese umsetze, wird wohl daran festgemacht, ob wir NESSAJA verkaufen oder nicht.

Übrigens, auch hier gibt es Neuigkeiten. Der Interessent, der im Oktober kommen wollte hat abgesagt. Er hatte sich inzwischen ein anderes Schiff am Bodensee gekauft – ich bin nicht enttäuscht, denn ein vermeintlicher Käufer, der NESSAJA durch ein Segelboot am Bodensee ersetzen kann, wäre vermutlich nicht der Richtige gewesen. Ich selbst bin überzeugt – nur ein Interessent der ein Schiff zum darauf Leben oder für die große Fahrt sucht, kann der „Richtige“ für unsere NESSAJA sein – alle anderen werden mehr oder minder attraktive Alternativen finden.

Es gibt für NESSAJA nun noch drei weitere Interessenten, welche eine Besichtigung Ende November oder Dezember in Aussicht gestellt haben – mal sehen…

Giorgos schreibt mir, dass die Motorenteile für den Tender der ELOWYN aus Athen zurück seien, ob ich mal schauen wolle??? Ja, klar…

Wir begutachten die Arbeit des Spezialisten aus Athen – der Motorblock
Motorblock und Zylinderkopf – Schaden beseitigt, gute Arbeit

Obwohl ich die Arbeit lieber von meinem Freund Alex aus Serres hätte durchführen lassen, muss ich eingestehen, dass der Instandsetzer in Athen augenscheinlich gute Arbeit geleistet hat. Der Schaden war beseitigt, die Oberflächen präzise bearbeitet – der Motor des „Willi“ kann wieder komplettiert werden.

Zufrieden fahre ich zurück nach Hause. Heute bin ich dran, die Runde der „Strohwitwer“ zu versorgen und zu beköstigen. Am Weg kaufe ich ein.

Tischlein deck Dich
Auf NESSAJA gibt´s heute Pizza – frei Haustüre

Hans-Peter, Werner und ich laben uns an den Teigfladen aus der örtlichen Pizzeria, welche auch einen Lieferdienst in die Marina anbietet. Ein toller Service, den auch Sibylle und ich im Winter gerne mal nutzen.

Am nächsten Morgen gönne ich mir was. Ich bin normalerweise nicht so der Frühstücker, mir reicht zunächst mein Kaffee. Heute aber entscheide ich, der Resteküche ein Spiegelei abzuringen.

Kaffee gab´s schon nach dem Aufstehen, wenn Sibylle nicht da ist geht auch mal ein Coke am Vormittag – my own way 😉

Dann geht´s aber los – ich sehe auf der ELOWYN nach dem Fortschritt der Ausbesserungsarbeiten des ersten, tatsächlichen Schadens…

Ok, zumindest der Laminatschaden ist behoben, Lack muss noch

…ich entdecke dabei, dass sich der Marinaerpel wieder recht gemütlich auf den Muringleinen der größeren Schiffe niederlässt.

Kein Wunder, fängt doch eine der italienischen Skipperfrauen an, den quakenden Zeitgenossen mit Brotkrumen zu füttern!! Währenddessen erklärt sie mir, dass sie an meiner Stelle etwas Obacht geben würde, der Erpel hielte sich die ganze Zeit an unserem Deck auf.

Von mir verscheucht – aber nur bis zur Warteposition

Mehr als Kopfschütteln fällt mir nicht ein, hier den Zusammenhang zwischen füttern und stetiger Wiederkehr des Watschlers nicht erkennen zu wollen grenzt schon an Dummheit!

Das ganze Vordeck von ELOWYN ist verschissen! Es wird uns ein paar Tage später Stunden kosten, dieses zu schrubben. Leider werden wir auch erst dann die Brotkrumen AUF ELOWYN finden, welche die feine Dame aus Italien auf unser Schiff geworfen hat um ihr eigenes vor dem kackenden Quaker zu schützen.

Ich könnte im Strahl kotzen! Hätte ich es gemerkt während die Amici noch hier waren, ich hätte alles zuammengebrüllt was am Steg gewesen wäre und hätte dieses fiese Fehlverhalten auch offiziell eingesteuert, das geht gar nicht!

Inzwischen habe ich mich wieder beruhigt…

Ich wasche noch zwei Ladungen Wäsche und hänge zum Trocknen auf – das muss auch mal sein…

Erst die 60° Ladung…
…wieder strahlend rein und herrlich duftend
Dann noch die 40° Alltagsladung – direkt vom Mann in die Maschine, auf die Leine, an den Mann. Ich trage derweil Badehose

So geht auch dieser Tag rum. Ich freue mich über einen Anruf der CALYPSO Crew. Sepp und Michaela sind aus der Oberpfalz, wir haben uns in unserer Marina kennen gelernt. Obwohl die Beiden zwischenzeitlich zu einer der beiden Boatyards im Norden der Insel gewechselt sind, rufen sie immer mal an, wenn sie auf Leros sind. Wir haben uns für heute Abend zum Essen verabredet – Treffpunkt „Dimitris o´ Karaflas“, ich war lang nicht mehr dort.

Der Blick von der Terrasse in die dunkle Vromolithos Bucht – es sind noch etliche Segler unterwegs
Ich gönne mir „White Spaghetti with Prawns“ – gut wie eh und je

So klingt der Tag herrlich aus, wir quatschen viel, die Themen sind andere, es ist kurzweilig. Zufrieden fahre ich nach Hause und sacke müde ins Bett.

Am Folgetag fahre ich mit Hans-Peter zu Giorgos, sein Halter für das neue Armaturenbrett ist fertig, wir können ihn abholen.

Immer Cappuccino, heute ausnahmsweise mal mit Tyropita zum Frühstück

Während der Meister am Schweißgerät noch die letzten Winkelchen am Halter festbruzzelt und ein paar Löcher nach unseren Vorgaben bohrt, fällt uns ein, dass wir bei der Gelegenheit die Sitzpolster des Willi ausbauen und diese zum Polsterer bringen könnten.

Gedacht – gemacht!

Da steht der Willi, gut verpackt und wartet auf Fertigstellung
Des Willi Polster – muss neu

Wir geben die neu zu beziehende Sitzausstattung des Gummiflitzers bei Sotiris dem Segelmacher und Polsterer ab. Gleich danach geht es zurück zur Marina, wir wollen die Zeit nutzen um das Projekt „Armaturenbrett“ an HP´s LIBERTÉ umzusetzen und fertigzustellen, die nötigen Teile dafür haben wir jetzt ja!

Hier das alte Teil, welches wir ausschlachten
Das Bavaria Board wird individuell gebohrt und zurechtgefeilt
Mit durchaus zufriedenstellendem Ergebnis

Der Halter, den Giorgos gefertigt hat, wird von hinten vor die vier Löcher geklebt und muss antrockenen – dann können wir das Steuergerät der Kontrolllämpchen anbringen.

Während der Montagekleber vulkanisiert, kommt Werner zu einem Schwätzchen vorbei, eine willkommene Ablenkung!

Willkommen Werner! Sind Bierdosen in der Tüte???

Nachdem der Freund uns wieder verlassen hat, war es an der Zeit unser Werk zu komplettieren – ich finde, es kann sich sehen lassen! Sieht gut aus und war durch die Verwendung von Standardteilen deutlich billiger als eine Reparatur mit Volvo Teilen. Wir haben diverse Kabel, Schalter und Warnpiepser erneuert. Das neue Zündschloss hat Verwendung gefunden und der Drehzahlmesser funktioniert wieder.

Gute Lösung, alles passt

Go your own way – meiner führt mich zunächst auf NESSAJA. Ich wasche die Hände, gieße mir einen Liter Wasser in die trockene Kehle und widme mich meinen Nachrichten.

Sibylle schickt mir immer mal wieder Updates, wir telefonieren fast jeden Tag. Ich sehe meine Frau glücklich.

Drei Generationen – Sibylle ist glücklich

Natürlich weiß ich, dass Sibylle oft nur SAGT, dass sie „so ungefähr zwei, dreimal im Jahr nach Deutschland will“. Es hat sich, aus verschienden Gründen so eingependelt, dass sie die Familie viermal im Jahr besucht. Ich weiß, dass es solche Gründe immer geben wird und ich weiß auch, dass es künftig eher fünfmal als dreimal sein werden – so what?

Sie geht ihren Weg! Wir haben unseren Plan einer Blauwasserfahrt gekippt, um „näher an der alten Heimat zu sein“. Sie besucht die Familie so oft sie das braucht und sie das arrangieren kann und will. Mit oder ohne mich.

Die Phasen der zeitweiligen räumlichen Trennung tun uns aber durchaus gut. Ich kann mich mal mit den anderen Männern dem ganzen „Technikgequatsche“ hemmungslos hingeben, auch mal am Mittag zwei Dosen Bier trinken und mein T-Shirt NOCH einen Tag länger tragen. Wenn Sibylle zurück kommt, dann herrscht wieder Zucht und Ordnung.

Go your own way. WER war gemeint? SIE, weil damals noch nicht klar war, inwieweit wir unsere Pläne anpassen und ändern? Ob Sibylle sich nicht doch noch auf eine Blauwasserreise einlässt, ich sie gar machohaft dazu zwingen würde?

War ICH gemeint? Der, dessen Lebenstraum einen empfindlichen Dämpfer bekommen hat, der sein Schiff in eineinhalb Jahren Arbeit und mit großen Investitionen vorbereitet hat und kurz vor dem Ziel seine Felle davonschwimmen sieht? Muss ICH meinen eigenen Weg gehen weil ich unter der Fuchtel des bösen Weibes stehe?

Oder war es eine WIR Empfehlung? Gab es wieder mal Steggeschwätz in die Richtung „…die Beiden wissen nicht was sie wollen“ und der Freund wollte uns animieren, einfach weiter unsere gemeinsam beschlossenen Ziele zu verfolgen?

Ich weiß es bis heute nicht!

Na egal, ich muss mich wieder meinen „Projekten“ widmen. Eines davon ist, mich darum zu kümmern, dass auch die ELOWYN zukünftig ein wenig Sonnenenergie erhaschen wird.

Die vorhandene, grobe Zeichnung von Giorgos dient zur Planung des benötigten Materials und zur Bestimmung der Maße, welche die Solarmodule haben dürfen. Um eine gewisse Vorstellung des Projektes zu bekommen und dies auch Volker vorzustellen, versuche ich eine Skizze anzufertigen.

So soll es werden – wir geben grünes Licht

Ich hatte Besuch in der Nacht! Nicht, was ihr vielleicht denkt – und doch war es ein Besuch aus Liebe, ich hatte nicht geträumt, die hinterlassenen Spuren waren verräterisch…

Paw Patrol

Der Tag verging unspektakulär. Für den Abend hatte ich mich mit Gottfried und Gabi auf einen weiteren Besuch bei Dimitris verabredet, auch die Beiden würden bald abreisen und waren dabei, ihre HARMONY winterfest zu machen. Zusammen genossen wir den noch lauen Abend bei bester Stimmung auf der Terrasse mit Aussicht.

Dinner beim „Glatzkopf“ – o´ Karaflas
Lauer Spätsommerabend und der nächtliche Blick auf die Bucht von Vromolithos

Am nächsten Morgen höre ich das bekannte Geräusch meines Telefones – BING – Sibylle schickt ein Foto. Sie und Freundin Kate sitzen beim Frühstück im von uns früher so geliebten Restaurant der „Dinzler Kaffeerösterei“ – herrlich!

Die Genießerinnen

Ich dagegen erfreue mich zwar an meiner ersten Tasse Kaffee, kann aber ansonsten nicht mithalten. Natürlich gönne ich den Beiden ihren Genuss, ein wenig neidisch bin ich aber schon… 😉

Ich dagegen…

Als Sibylle wieder zuhause war, rief sie mich an, „…stell Dir vor, der hat mich richtig angegangen…“

Was für eine (gespielte) Entrüstung gesorgt hat, war ein kleiner Seitenhieb eines Freundes aus Schliersee, am Tag davor. Es passiert uns ja öfter mal, dass Freunde sich für das WIE und WARUM unserer gravierenden Planänderungen interessieren – unser Spezi aus der alten Heimat konnte sich aber an diesem Tag ein wenig provokantes Sticheln nicht verkneifen, „…er versteht es überhaupt nicht, warum der Mario seinen Lebenstraum über den Haufen wirft, wegen solcher Lappalien…“

Komisch – mich fragt nie einer, direkt schon zweimal nicht, ich hätte die Antwort parat gehabt!

Was viele vergessen, mein Lebenstraum war nie um die Welt zu segeln. Nichtmal das Segeln als solches war mein Traum. Mein Traum war es, „irgendwann dort zu bleiben“, ein etwas entspannteres Leben in mediterranem Umfeld zu leben. Weit weg vom Winter. Diesen Traum lebe ich, zusammen mit meiner Frau und wir schneiden im Vergleich nicht so schlecht dabei ab.

Richtig ist, den Plan einer Blauwasser-Segelreise zu entfernten Zielen, den Plan Abenteuer zu ER-LEBEN, den musste ich anpassen. Nun, wer weiß was noch kommt!

Genug damit, ich will das nicht mehr erklären. Viele die unser Modell anzweifeln, hätten genug damit zu tun, ihr eigenes Leben zu sortieren…

PLOPP – ich erwache aus meinen Gedanken! Was anfangen mit dem herrlichen Tag heute???

Die Frage wird von dritter Seite beantwortet – Marinero Giorgos kommt um die Ecke und regt an, dass wir an diesem herrlichen Tag ELOWYN vom Interims-Liegeplatz an Steg B zu ihrem Winterplatz an A überführen – „OK!“ höre ich mich sagen…

Schluck, habe ich das echt gesagt??? JETZT muss ich den blauen Riesen durch den Hafen bewegen, mein erstes Anlegemanöver steht bevor…

Viele Routen ist ELOWYN gefahren, die härteste steht jetzt bevor – die 100m mit mir am Steuer

…Motor läuft! Absprachen mit meiner Deckshand Hans-Peter sind getroffen, der Marinero weiß, was er zu tun hat. Ich lege den Gang ein, die Schraube dreht sich, der Riese setzt sich in Fahrt!

Meine Aussage, dass man sich auch relativ schnell an 68ft. gewöhnt, ziehe ich in dieser Sekunde zurück!

Spaß beiseite – alles klappt wie am Schnürchen. Ich setze vor dem neuen Liegeplatz zur Rückwärtsfahrt an, muss einmal korrigieren, treffe dann aber exakt den anvisierten Platz.

Stolz schicke ich ein „Beweisfoto“ nach Deutschland zu Sibylle – wer hat´s umgeparkt? ICH war´s 😉

Hier liegt sie nun, endlich können wir sie winterfest machen und „abräumen“

Weil´s grad so schön war, überlegen Hans-Peter und ich, für eine Stunde mit der LIBERTÉ auszulaufen und in der Bucht Kreise zu fahren. Für die Nicht-Segler unter euch, wir haben kein Kraut geraucht, solche Aktionen stehen an, wenn Navigationsinstrumente kalibriert werden müssen.

Eine Person ist nötig um die Instrumente zu beobachten und zu bedienen, die andere überwacht den Schiffsverkehr im näheren Umfeld – denn das Schiff fährt wirklich willkürlich und vor Allem selbsttätig Kreise…

Wir verlassen den Hafen…
…kommen aber nach einer Stunde zurück, Giorgos nimmt uns in Empfang, Merlin freut sich

Wir waren (fast) erfolgreich. Nur eine Aufgabe meldete einen Fehler. Da müssen wir wohl nochmals ran, die Funktion konnten wir aber herstellen. So kann HP nach Ankunft seiner Gattin zumindest ein paar Segeltage genießen, repariert und nachgebessert wird im Anschluss.

Der Tag ist noch jung, ich möchte mal wieder richtig baden gehen und ein Weilchen auf einer Strandliege relaxen. Mein Lieblingsstrand Panteli scheint mir der richtige Ort zu sein!

Eine glückliche Entscheidung…

Nanu, ein Hochzeitsauto?
Die Gesellschaft auf der Dachterrasse des „Panteli Beach Hotels“ – es fidelt mein Lieblingsgeiger
Ich genieße Bad, Bier und Beilagen während 50m von mir entfernt Live Musik gespielt wird – sensationell

Am Rückweg freue ich mich noch einmal, dass die ELOWYN endlich umgeparkt ist. Sie hat einen idealen Platz für den Winter und liegt sicher. Ich habe diesen Gedanken endlich aus dem Kopf und kann weiter am Schiff werkeln.

Perfekter Platz

Abends esse ich mit Hans-Peter und wir klönschnacken ein wenig. Der Freund zieht sich irgendwann in sein Schiff zurück, ich lasse den Tag noch etwas sacken.

Dann – auf einmal, Getöse, Hupen, FEUERWERK!

Logenplatz
Es war richtig schön

Was war geschehen? Eine Hochzeit???

Weit gefehlt – Leros hat gewählt und es kommt ein neuer Bürgermeister. Er ist ein Hoffnungsträger und obwohl der Wahlausgang denkbar knapp war, wird er doch als Heilsbringer gefeiert – die GANZE Nacht!

Ich konnte mich, zum Glück, mit Ohrenstöpsel ins Land der Träume retten und wurde auch nur einmal wach. Andere Marinabewohner hatten mehr Pech – und eine schlaflose Nacht.

Ich wache auf und fühle mich noch etwas gerädert – ein exorbitantes Frühstück muss her! Hier kann meine Lieblingsmarietta helfen…

Dazu einen starken Kaffee, dann kann der Tag beginnen

Zurück am Schiff, erinnere ich mich daran, dass mein Loggegeber noch in seinem Rumpfdurchbruch steckt. Sicher wohnen dort jetzt schon ganze Mikrokolonien von Kleinst-Meeresbewohnern. Dies möchte ich unterbinden und baue das Messinstrument daher aus.

Raus isser, der Blindstopfen im zweiten Versuch dicht
Einweichen in feinstem Obstessig sorgt für die gewünschte Entfernung der kalkigen Kulturen und Lebewesen

Der Erfolg versetzt mich in einen Freudentaumel – ich beschließe kurzerhand, dass für heute genug gearbeitet ist und wiederhole den wunderschönen Badetag am Panteli Strand.

Schaut euch das Wasser an – der Strand fast menschenleer, genauso mag ich das

Am Heimweg noch ein Einkaufsstop, ich benötige Dinge, die in einem Männerhaushalt nicht fehlen dürfen – Bier, Chips und ein paar Dosen Coke!

Dabei fallen mir merkwürdige Sachen auf…

Cooler Helm, Herr Kollege

Als ich durch den Ort fahre, werde ich schmerzlich erinnert, dass HEUTE eine harte Phase in meinem Leben beginnt. „Repapis“ ist GESCHLOSSEN!

Die Fenster verhängt, das spezielle „Freudenhaus“ hat die Pforten – vorübergehend – geschlossen

Meine Lieblingseisdiele, der Ort, der Freude spendet – der Ort der täglichen Einkehr, meine einzige Routine – einfach ZU! 10Tage!

Wie soll ich das aushalten?

Um mich abzulenken, schreibe ich eine Mail, eine an einen unbekannten Empfänger…

Who the fuck is Pete

Auf dem Bildschirm meines Plotters taucht ein gewisser Pete auf. Er ist, computertechnisch gesehen, Besitzer meines „Active Captain“ Bereiches auf meinen Plottern. Eine Nachfrage bei Garmin ergab, dass ich zwar Zugriff habe, aber Besitzer kann ich nur werden, wenn der vorherige die Plotter aus seinem Account löscht.

Ich schreibe Pete an – und er antwortet! Wir klären ab um was es geht, er hat gottseidank die Zugangsdaten noch, weiß aber nicht, was zu tun ist. Ich werde mich wohl um eine Verfahrensanweisung kümmern müssen – aber immerhin, ich bin der Lösung einen Schritt näher.

Irgendwie ein komischer Tag – nix wirklich gemacht und doch viel erledigt. Das mag ich. Ich genieße es noch einmal auf dem großen Bett einzuschlafen – morgen kommt Sibylle aus Deutschland zurück und ich muss die Matratze wieder teilen.

Der Folgetag beginnt mit einem – temporären – Abschied! Hans-Peter hat einen Freund zu Besuch, Peter, mit diesem wirft er die Leinen los um ein paar Tage Urlaub zu genießen.

Leinen Los heißt es für die zwei Peter

Während ich so darüber sinniere, dass das Saarland und Griechenland wohl beide eine Vorliebe für „one fits all“ Vornamen haben, legt HP ab. Hier in Hellas heißen die Männer Giannis, Giannis oder Giannis, während die Frauen Gianna heißen. Im Saarland, soweit mein Kenntnisstand, heißen sie entweder Hans-Peter, Peter oder eben Petra 😉

Während ich also überlege, ob ich den beiden Peter meinen zweiten Vornamen verrate – Peter – legen die Beiden ab um eine kleine Runde durch die umliegende Inselwelt zu drehen. Yassou und kalo taxidi!

Weg sind sie – auf bald

Ich gehe zurück zum Schiff und staune – an Deck stapeln sich die Lebensmittel. Wieder hat ein Seglerpaar seine Saison beendet und, wissend um unseren Liveaboard Status, die restlichen, noch guten Lebensmittel bei uns abgegeben. Das ist ok und unter Seglern üblich, wir verbrauchen die Dinge die wir mögen. Senf haben wir inzwischen aber wirklich genug – soviel, dass ich nun wirklich überall meinen Senf dazugeben kann.

Ein Dankeschön an die Crew der LE CLAPOTIS – Cees und Marijke fahren bald heim

Den Tag verbummle ich ein bisschen. Ich freue mich über eine Einladung an Bord der INFINITY, ich soll, zusammen mit anderen Freunden der Steggemeinschaft, zum Sundowner kommen.

Es ist eine kombinierte Abschieds- und nachträgliche Geburtstagsfeier von Dieter. Er und Heike werden auch in ein paar Tagen aufbrechen, sie laden zu einem letzten geselligen Beisammensein.

INFINITY – NESSAJA – LE CLAPOTIS – HARMONY – ALENA

Wir sitzen zusammen, haben Spaß, tauschen Seglergeschichten aus und genießen einen der letzten lauen Abende. Es wird dunkel, die Zeit verfliegt.

Ich muss mich verabschieden bevor die Runde sich auflöst. Ich gehe noch ins „SouVLakki“ auf ein Dinner und fahre direkt von dort aus mit Hans-Peters Pick-Up zum Hafen. Ich möchte Sibylle nebst schwerem Reisegepäck abholen.

Na, von hier aus wohl noch 30-40 Minuten
Abholer parken am Rand
Ein Bild von einem Schatten 😉

Das Warten war diesmal stressig. Es wurden wieder ein paar Flüchtlinge aus dem Lager ans Festland verbracht. Für diese paar geht die Reise weiter – eine Reise in eine ungewisse Zukunft.

Viele andere sind hier missgünstig und wollen nicht mehr länger warten. Sie ziehen in größeren Mengen ebenfalls zum Hafen um, illegal, zu versuchen auf die Fähre zu kommen.

Polizeipräsenz überall, man kontrolliert und sucht alles ab – soviel man hört, gelingt keinem der Ungeduldigen die illegale Weiterreise. Die Situation ist bedrückend, ich bin froh, als die Fähre endlich kommt.

Endlich da

Ich nehme meine Gattin in Empfang, wir begrüßen uns nur kurz und suchen dann das Weite. Erst im „La Palma“ setzen wir uns nieder und tauschen uns in Ruhe aus. Wir trinken einen Ouzo als Absacker und fallen dann, zurück auf NESSAJA, todmüde ins Bett.

Sibylle ist zurück! Der Neue Tag bricht an, wir frühstücken. Ich sehe mir die Kleinteile an, welche Sibylle mir mitbringt und fange sofort an, diese zu verbauen – auf unserem Schiff und auf ELOWYN.

Dichtringe in Sondermaßen – auf Leros nicht zu bekommen

Die Zeit mäandert so vor sich hin, die Tage vergehen, die Stunden verwischen sich. Wir kehren mittags bei Marietta ein und genießen herrlich gebackenen Bacalao – Kabeljau!

Nationalgericht in Spanien und Portugal, auch bei uns in Deutschland nicht unbekannt, bei den Engländern als der bekannte Fisch mit den Chips auf der Karte und hier in Griechenland eben mit der beliebten Kartoffel-Knoblauchpaste Skordalia gereicht. Ich liebe es (von Zeit zu Zeit…)!

Bakaliaros mit Skordalia – Μπακαλιάρος με σκορδαλιά

Freund Markus hat sich angekündigt, er kommt mit dem Schiff vorbei, hat aber kein Fahrzeug. Ob ich ihm wohl zwei Kanister Motoröl besorgen könnte – Lieferung frei Haus in die Marina? Klar! Kann ich!

Das begehrte Schmiermittel – kein Problem mit meinem Muli

Bevor wir das erste Mal nach Sibylles Ankunft zu Abend essen, haben wir noch etwas Zeit. Diese nutzen wir zu einer Fahrt über die Insel um bei Giorgos ein paar Details zur Solarplanung auf der ELOWYN einzusteuern. Es gilt zudem, eine erste Anzahlung zu machen. Wir sind also pünktlich in Kamara, der Chef allerdings lässt, wie eigentlich üblich, die obligatorischen 15 Minuten auf sich warten…

Ich mache ein Foto und erinnere an unseren Termin 😉

Wir sind da – und wo bist Du???

Am Heimweg taucht das Abendrot die Bucht von Lakki in ein wuderschönes Licht. Wir genießen die Stimmung ein wenig und gehen dann zum Dinner.

Abendrot – Schönwetterbot´

Sibylle ist nachdenklich! Sie erklärt mir auf Nachfrage, dass ihr eine Unstimmigkeit mit unseren hiesigen Freunden im Magen liegt. Es liegt zwar schon eine Weile zurück, aber damals war eine Einladung zum Abendessen irgendwie anders gelaufen als geplant – zwei Parteien blieben konsterniert zurück.

Wir wissen heute, es wäre besser für uns vier gewesen, das gleich am nächsten Tag bei einem Ouzo zu besprechen und aus der Welt zu räumen – diese einfache Lösung hatten wir verpasst.

Soweit so gut – doch leider wurde diese Begebenheit zudem noch Thema bei „Radio Ponton“ – der Sprecher war diesmal jedoch bekannt.

Ich habe Sibylle an diesem Abend versprochen, dass wir eine Lösung finden werden – ich kontaktiere unsere Freundin, wir verabreden uns…

Das beruhigt – Sibylle wacht daher am nächsten Morgen mit guter Laune auf. Sie trifft Freundinnen und tauscht sich aus – Bilder der Kindeskinder werden getauscht, mein Enkel, dein Enkel!

Omatreffen auf NESSAJA – darf ich das schreiben?

Langsam gilt es auch, sich von Werner und Erna zu verabschieden. Wir Vier wissen, dass es der letzte Abschied auf Leros sein könnte. Die Beiden bieten ihre ALENA zum Verkauf an – siehe hier – ich werde dabei unterstützen. Wenn es gelingt die schöne Schwedin zu veräußern, dann werden unsere Freunde wohl nicht so bald zurückkehren.

Wir verabreden uns in Agia Marina auf eine süße Köstlichkeit – hier tauschen wir auch Details zum geplanten Verkaufsprocedere aus.

Was für ein Genuss – warmer Schokokuchen mit Salted Caramel
Das freut nicht nur mich, da lacht auch der Salzbuckel

Sibylle wird nervös und rutscht am Stuhl hin und her – was war geschehen?

Nun, sie hat heute Fahrstunde! Ich habe jetzt wirklich lange an sie hingeredet, um sie zu überzeugen, dass ein wenig mehr unabhängige Mobilität ihr guttun würde. Sie wollte aber nicht gleich einen gebrauchten 50ccm Roller kaufen – so traf es sich gut, dass unsere Freunde Mireille und Roland angeboten haben, Sibylle ihren kleinen Roller zu leihen, solange sie den im Winter nicht selbst benötigen.

Heute ist Einweisung in Theorie…

Hier hupt es…

…UND Praxis!!!

Aufgemerkt – rechts musst Du drehen
Angespannt – aber es gefällt ihr
Ok, Prüfung bestanden – es kann losgehen

Ich greife vorweg – inzwischen liebt Sibylle es, mit dem kleinen Flitzer herumzufahren. Es gibt ihr die Freiheiten „mal schnell“ eine Fahrt über die Insel zu machen.

Sie wäre nicht meine Frau, wenn sie sich nicht auch gleich Herausforderungen stellen würde! Sibylle hilft ja freiwillig in der Auffangstation für streunende Hunde. Das Anwesen liegt außerhalb in den Hügeln der Insel, ist aber über eine Asphaltstraße relativ gut zu erreichen. Nur die letzten 200m sind Schotterwege.

Eines Tages ruft sie an – der Roller springt nicht an! Ich setze mich auf die GS und fahre hin – Strasse gesperrt, es sind Bauarbeiten. Bei ihr angekommen, starte ich den Motor und erkläre, dass ein Rückweg nur über den nicht asphaltierten, grobschottrigen Waldweg möglich sei.

So kam es, dass meine Gattin, einer Endurofahrerin gleich, mit einem Miniroller, mir folgend, diesen Track bewältigt hat – ich versuchte, zurück auf der Strasse, ihre stolzgeschwellte Brust und ihr Grinsen fotodokumentarisch festzuhalten 😉

Da fährt sie…
…überholt und brummelt voraus – schwieriges Gelände gemeistert

Wir trinken einen Ouzo im „La Palma“, klatschen uns ab – gut gemacht! Dann fahren wir in die Marina um an der ELOWYN ein Teil zu demontieren – dieses muss neu bestellt werden, eine Quelle für das inzwischen beim Hersteller ausgelaufene Teil (oder adäquaten Ersatz) muss recherchiert werden.

Ein Fallenstopper der besonderen Art – erst demontieren…
…dann eine Zeichnung der Base anfertigen – der Ersatz muss das gleiche Lochbild haben

Sollte jemand von euch eine Quelle für alte Antal VJ (14) Fallenstopper wissen – die Information ist gerne genommen.

Ein guter Tag! Wir gehen essen und genießen das Abendrot, welches ja bekanntlich auf gutes Wetter hindeutet.

Ein schöner Tag klingt aus

Der Tag war erfolgreich – wir haben uns am Nachmittag mit unseren Freunden getroffen um die Unstimmigkeit aufzulösen – das war wichtig und längst überfällig.

In einer guten Freundschaft, muss es möglich sein auch mal offen zu diskutieren und Befindlichkeiten auszutauschen. Das ist uns gelungen, wir waren zufrieden – das direkte Gespräch ist durch nix zu ersetzen!

Der nächste Tag beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang! Hans-Peter schickt ein Bild und kündigt sein Kommen an. Er fragt nach freien Plätzen an Ponton D.

Morgenrot – Schlechtwetterbot´, na hoffentlich nicht

Ich melde dem Freund die Liegeplatzsituation und freue mich erstmal auf ein „besonderes“ Frühstück. Sibylle hat in Deutschland von lieben Freunden die kurz vorher in Südtirol waren, ein Abschiedsgeschenk bekommen…

Ein „Freßpaket-Spezial“, welches wir uns am heutigen Tag gönnen!

Räucherschinken, Kaminwurzn, Kren und Schüttelbrot – für mich eine Explosion der Geschmacksknospen
Was für eine willkommene Abwechslung

Am Nachmittag kommt LIBERTÉ mit dem „Doppelten Peter“ an Bord zurück in die Marina. Der Saarländer bugsiert seine Bavaria gekonnt in die große, aber aufgrund des davorliegenden Katamarans, schwer anzusteuernde Lücke. Der Marinero hat vorher die Nachbarn, also auch uns, auf die Nachbarboote verteilt – jeder hält Fender bereit.

Klappt gut – Sekunden später gibt es den Anlegeschluck

Man begrüßt sich und Sibylle macht sich mit dem Besuchspeter bekannt. Wir verabreden uns für einen der nächsten Tage auf ein gemeinsames Abendessen.

Heute aber sind wir erstmal mit Rinaldo und Christa zum Dinner im „La Nostra“ verabredet. Wir haben ein geselliges und lustiges Dinner, anschließend gönnen wir uns ein Eis – auch dieser Abend ist eine Verabschiedung auf Zeit, auch die Crew der AEGEAN BLUE fliegt bald nach Hause.

Adieu ihr Beiden, bis zum nächsten Jahr

Neuer Tag, neues Glück! Ich wache auf und schalte mein Mobiltelefon ein. Facebook erinnert mich an eine Begebenheit von vor acht Jahren – wir haben damals den Urlaub beendet und sind vom weiten Blau in das milchige Grau gereist – zurück nach Deutschland, zurück in den Alltagsstress.

Irgendwann…

Ich sinniere – irgendwann ist heute. Aber bin ich glücklich? Generell ja, aber ich gebe zu, dass meine Erwartungshaltung anders war. Die große Planänderung hat alles über den Haufen geworfen, ich habe MEINEN neuen Weg noch nicht gefunden. Go your own way – ja, ein Wegweiser wäre schön.

Aber das wird…

Um auf andere Gedanken zu kommen, gehen Sibylle und ich auf die ELOWYN. Heute ist ein herrlicher Tag, Großreinemachen ist angesagt.

Ok, wo fangen wir an…
…erstmal Flaggenparade, Sibylle schwingt schon den Schrubber

Das riesige Schiff zu schrubben ist eine Heidenarbeit. Ich bin gottfroh, dass meine liebe Frau mir dabei hilft. Sie hat wohl wieder einen Wunsch gut!

Ich habe, auch da sind wir wieder beim Thema, über das Communitygetuschel erfahren, dass es Nachbarn gibt welche mich für einen Macho halten – das ist falsch! Richtig wäre, dass ich (meist) weiß was ich will und das auch äußern kann – man darf mich offensiv nennen, sich gerne auch andere Synonyme dafür ausdenken. Man darf das übrigens auch direkt mit mir besprechen…

Aber Macho??? Nein!

Es sieht nur so aus!!! Auch ich arbeite! SCHWER!

Mit schweren Armen beenden wir nach ein paar Stunden den Knochenjob. Wir beschließen gemeinsam, wir haben uns ein Eis verdient!

Fast geschafft, nur noch aufräumen

Schnurstracks geht es zu „Repapis“, der ja, das habt ihr schon registriert, seine Pforten wieder geöffnet hat.

Jetzt herbstlich dekoriert
Mich interessiert nur Eines
Endlich! Yummie

Der Abend verspricht ein besonderer zu werden – Susanne und Thomas haben uns zum Dinner eingeladen. Darauf freuen wir uns wirklich sehr, wir sind gespannt…

…und die Beiden haben sich selber übertroffen!

Wunderschöne Tafel in der „Casa Susan“
Die selbstgeschriebe Karte für das Event
Ja, was willst da noch sagen?

DANKE! Es war ein Fest! Mehr muss man nicht dazu sagen…

Auch Susanne und Thomas sind inzwischen nach Hause zurückgekehrt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in 2024!

So vergehen die Tage, wir wurschteln so vor uns hin, halten Smalltalk am Steg – wir senden News an Radio Ponton und empfangen auch. Wir genießen das Leben und nehmen uns und andere nicht so sehr ernst.

Eines Morgens, wir frühstücken gerade, höre ich das bekannte BIMM aus meinem Handtelefon. Freund Marcus sendet kurz und unmissverständlich – „Panteli zum Mittagessen, danach baden. 12.00 Uhr, ok?“

Ich sehe Sibylle an. Ganz Softie, frage ich um ihre Meinung. „Schatz, hast Du Lust mit Marcus nebst Familie zu dinieren und anschließend baden zu gehen?“ Sie sieht mich verduzt an, schüttelt ohne ein Wort den Kopf! Wie man es macht ist es verkehrt. Ich tippe „Logisch“ und zwei Emojis mit Bierkrügen ins Mobile 😉

Nach dem Dinner bei „Apostolis Psarapolou“ geht´s los…

Wir kraxeln zu der Familie in den Gummiflitzer…
…und werfen die Leinen los Richtung Badebucht

So ein großes RIB macht Sinn. Ist zwischen den Inseln wie ein Auto. Man fährt schnell mal von Lipsi nach Leros oder Kalymnos zum Dinner. Oder um Freunde zu besuchen. Oder Beides!

Wenn wir auf Leros bleiben, dann will ich auch sowas!

Zwei Buchten weiter – der Traumstrand! Nur vom Wasser aus zugänglich
Sandy Beaches and Caribbean Feeling on Leros
Ja! Genau meines!

Meine Gattin genießt die Badefreuden und schwimmt richtig lang, das Wasser hatte noch einladende Badetemperaturen. Ein alles in allem perfekter Ausflug!

Sibylle schwimmt…
…dann ein bisschen posen für´s Fotoalbum
Und zu guter Letzt noch ein bisschen mit Lili planschen

Ich nutze die Zeit um ein bisschen mit Marcus zu quasseln. Über das wie und wo auf der Welt – man könnte sagen, wir haben philosophiert. Ein bisschen was geht immer, wir wollen dabei sein.

Wir tauschen Infos aus, wir updaten uns – es bahnt sich was an…

Der Rahmen für solche Gespräche könnte schlechter sein!

Auch Marcus und ich genießen den wirklich relaxten Nachmittag

Freundschaften müssen sich entwickeln! Soviel ist mir klar. Ich bin froh, dass wir mehrere richtige Freunde in unserem Umfeld haben, freundschaftliche Beziehungen die gewachsen sind und teilweise schon jahrelang zurückreichen, teilweise bis 2011 – so schlecht ist das nicht.

Die junge Familie gehört dazu! Wir trennen uns nach dem Badenachmittag in Panteli und beschließen, dass wir uns über den Winter regelmäßig gegenseitig besuchen werden.

Für den Abend sind wir im „El Grecco“ verabredet. Das war Hans-Peters Vorschlag, er möchte sich, zusammen mit uns, von seinem Freund Peter verabschieden – der wird heute Nacht auf die Fähre Richtung Piräus einchecken.

Wir finden uns zu verabredeter Zeit vor dem Treffpunkt ein.

„El Grecco“ – ohne Zweifel

Die Peters sind nicht da! Wir sind zusammen mit Hans-Peter losgefahren. Auf einmal waren die Scheinwerfer des Pick-Ups aus meinem Rückspiegel verschwunden – was war passiert?

Sibylle und ich überlegen…

Hm, HP hat immer von der Hähnchenbrust geschwärmt, wann war er denn bei „El Grecco“? Und gibt es hier Hähnchenbrust? Es fällt uns wie Schuppen von den Augen – er meint wohl das „Gia Sena“???

Ich schreibe ihm – „…wo bist Du?“ Er antwortet sofort „…stehe vor´m El Grecco“! Ich erwidere …“nein! ICH stehe vor´m El Grecco, DU bist nicht hier…“

Seltsamer Wortwechsel – Sibylle und ich beschließen, wir fahren auf Verdacht zum „Gia Sena“ – und siehe da…

Egal – so groß ist Leros ja nicht!

Inzwischen haben Sibylle und ich ein weiteres Lokal für uns entdeckt. In Agia Marina hat eine Meze Taverne eröffnet, das „Metzes“. Sehr fein hergerichtet, sehr gutes, preiswertes Essen und auch im Winter geöffnet – hier werden wir öfter auftauchen!

Das „Metzes“ in einer Gasse in Agia Marina
Gefällt uns!
Neu renoviert, geschmackvoll dekoriert
Krautsalat nach Art des Hauses und Tunasalat
Käsebällchen und Boujourdi
Stir-Fry Chicken
Eine üppige Tafel – Greek Style eben

An anderer Stelle hatten wir ein Negativerlebnis. Ausgerechnet in meinem Geheimfavoriten „Tis Kakomoiras“ ist uns etwas wirklich peinliches passiert.

Wir waren beim Essen, hatten zusammen 110.-€ Rechnung und haben das Geld zwischen den Beteiligten eingesammelt. Ich selbst habe gesehen, dass ein Freund die Banknoten mit der Quittung in solch ein Mäppchen gesteckt hat. Wir haben das Mäppchen nebst Trinkgeld am Tisch liegen gelassen und uns verabschiedet.

Zwei Tage später viele Kontaktversuche im Messenger – der Chef des Ladens will mich kontaktieren. Was war geschehen???

Ihr könnte es euch denken – das Geld war weg!

Inzwischen habe ich das mit Christos, dem Chef geklärt – aber es bleibt ein Mysterium. Irgendwer muss das Geld genommen haben, das hätte ich auf „unserer“ Insel nicht erwartet.

Weitere Neuigkeiten bahnen sich an…

Anna Karanikolas Sprachschule

Ich habe mich bei der Sprachschule von Anna Karanikola zum Griechischkurs angemeldet. Die Sprache scheint immer wichtiger zu werden.

Leider hat das bis zum Monatsende nicht geklappt – denn wer denkt, dass die Griechen einfach einen Kurs in der Landessprache aus dem Boden stampfen – der irrt sich gewaltig!

Ein Amerikaner will auch teilnehmen, man schlägt den Mittwoch Vormittag vor. Da kann ich nicht. Na wie auch immer, bis jetzt ist noch nichts zusammengegangen. Das wird ein Thema für den November!

Ebenfalls für den November kauft sich meine Frau neue Hausschuhe…

Nice

…ich staune fast ein bisschen als ich die Pantinen auf dem Einkaufsband sehe. Ich bemerke kurz, dass meine Hausschuhe aus Australien kommen, der Filz aus der Wolle der dortigen Coolalee Schafe gewalkt wird und die Sohle aus recycelten Autoreifen stammt – doch das ficht meine Gattin nicht an. Sie kauft die Billigschlappen und ich gebe nach – ich habe beim googeln des Begriffes „Macho“ gelernt, dass Frauen heute auf sogenannte „Alpha-Softies“ stehen. Ob das für meine Sibylle auch gilt weiß ich nicht – aber ich will „Alpha-Softie“ sein, „Alpha-Softies“ freuen sich, wenn ihre Partnerinnen warmes Hausschuhwerk kaufen – diesen Weg will ich beschreiten. Go your own way…

Bereits am nächsten Morgen ist es vorbei mit der Selbstbestimmung – der Freund aus Lipsi ruft abermals an und bittet um einen Gefallen. Marcus ist ein feiner Kerl, habe ich ja schon geschrieben – ich helfe gerne, fahre zum „Baumarkt“ und kaufe die 16mm V4A Gewindestangen, welche es auf der kleinen Nachbarinsel nicht gibt.

Das Objekt der Begierde – und Mario

Hier in Griechenland funktioniert das so, dass man Waren zwischen den kleinen Inseln einfach auf die Fähre schmeißt. Natürlich muss das Transportgut ordentlich verpackt und ausreichend adressiert sein – die Definition von ausreichend ist aber auch fernab des deutschen Standards.

Das kommt an!

Sibylle und ich nutzen die Aufgabe zu einem „Fährtle“ auf die andere Inselseite, nach Agia Marina, immerhin 5km.

Wir gehen zur Fähre, rufen laut, gestikulieren wild – das habe ich schon gelernt. Ein dicker Bootsmann mit Zigarette im Mundwinkel sieht mich gelangweilt an. Ein Zucken seines Augenwinkels verrät mir, dass ich das gut in jene Ecke stellen soll. Ich schreie „Efcharisto“, das heißt Danke, klopfe mir dabei auf die Brust – kommt von Herzen.

Er brummelt „Parakalo“ – bitte. Ein deutliches Zeichen, er mag mich 😉 Wir gehen einen Kaffee trinken und informieren den Freund, dass seine Fracht geliefert wird. Das Procedere wird sich in Lipsi wiederholen, die Ware kommt an.

Frachtverkehr mit der Fähre

Am Weg nach Hause fällt uns auf, dass der Weihnachtsladen wieder geöffnet hat. Während Deutschland sich darüber Gedanken macht, wann zum ersten Mal „Last Christmas“ von Wham im Radio laufen wird, zieht der Weihnachtsmann auf der Insel Leros in der Ägäis bereits ein…

Hohoho

Den Nachmittag nutzen wir sinnvoll, glauben wir, denn Hans-Peter springt ins Tauchgewand und steigt hinab in die Tiefe. Nun, nicht bis zum Meeresgrund (der auch nur 4,5m weit unter der der Wasserlinie liegt) sondern nur bis zum Propeller der ELOWYN.

Ein Taucher der nix taucht… ach lassen wir das 😉

Hier ist unsere Absicht, den Pitch des Props um zwei Grad anzupassen. Der Motor kommt nicht auf Drehzahl. Das klappt aber nur theoretisch, denn trotz intensiver Vorbereitung und des Studierens der technischen Unterlagen, gelingt es uns nicht, den Verstellring zu bewegen.

Unter Wasser fühlt sich eben alles ein bisschen anders an…

Dennoch, der Mann war fleißig, die Einladung zum Dinner im bevorzugten Girosgrill war mehr als verdient! Als „Zuckerl“ gab´s eine Tauchflaschenfüllung obendrauf – na wenn das nix ist.

Auf den guten Tag
Das Essen gut wie immer

Nun, was jetzt???

Am nächsten Morgen traue ich mich kaum zu fragen, wie wir in der Sache weitermachen. Mein Lieblingstaucher aus dem Saarland hatte nach der halben Stunde mit den kraftzehrenden Versuchen, den Einstellring zu bewegen, richtig gefroren.

Aber HP selbst bietet an – „…wenn Du ein Werkzeug baust, mit dem ich mehr Kraft einleiten kann, dann gehe ich heute nochmal rein!“

Gesagt, getan!

Ich baue das Werkzeug – langer Hebel, gut zu fassen, mit Fingerschutz und Kontermuttern
Währenddessen macht sich der Held des A-Ponton noch einmal bereit

Was soll ich sagen? Es hat geklappt! ELOWYN dreht jetzt rund 600 Umdrehungen höher. Dafür raucht und rußt sie stark. Ich hoffe, dass ihr nichts Ernsthaftes fehlt, dass nicht irgendein Fehler an der Motorperipherie vorliegt.

Aber das klären wir bei einer Probefahrt im April…

HP packt das Tauchequipment zusammen und just in dieser Minute kommt ein neuer Nachbar (größer als UNSER blauer Riese – MIST!) aber dafür mit kürzerem Mast (HA!) – egal, auf jeden Fall auch ein schönes Schiff.

Blauer Riesen Meeting am A-Ponton

Der Tag klingt aus, Abendessen gibt es heute zu Hause. Sibylle kocht wieder regelmäßig! Das geht jetzt wieder gut, denn es gelingt jetzt wieder, die warme Abluft des Kochens aus dem Schiff zu entfernen.

Wir genießen die Abende…

Sonnenuntergang in der Marina

Nach dem Essen aber, da sollten wir uns etwas gönnen! Immerhin haben wir ja wieder ordentlich was geschafft. Solche Gelegenheiten gehören gefeiert oder zumindest sollte man sich derart gelungene Tage versüßen…

Halloween naht – wir besuchen die geliebte Eismanufaktur

Am nächsten Morgen stehe ich recht bald auf. Ich sehe auf unser Batteriemanagement – huch, nur noch 17% Restkapazität. Ich sollte den Landstrom einschalten!

Schalter um – NIX GEHT!

Was denkt der deutsch erzogene Lemming? Oh mein Gott, sicher ist BEI MIR ein Fehler! Ich reiße in aller Herrgottsfrühe den Werkzeugkoffer raus und zerlege meinen Landstromeingang…

Null, niente, nada, nix – kein Landstrom im Wohnhome
Dort, wo die Kaffeetasse stehen sollte, türmt sich Werkzeug und Messgerät
Morgenstund hat Gold im Mund – ich könnt´ im Strahl kotzen

Ich traue der Sache nicht. Ich muss nachsehen. Vielleicht stimmt ja doch irgendetwas mit der Säule nicht. Ich schlüpfe ins Gewand und gehe auf den noch ruhenden Steg. Ein Kontrollblick zeigt keine Auffälligkeiten.

Wir haben noch Geld drauf

Ich teste das Wasser. Gestern war der Wassermann, der Klempner da. Wasser funktioniert – also MUSS mit dem Strom auch alles ok sein, oder???

Diesmal tappe ich nicht in die Falle – ich habe den Wassermann als Energieklau in Verdacht. Was wenn er, bei einem ungeschickten Handgriff, ein Kabel innen in der Säule „abgezogen“ hat? Unwahrscheinlich? Ich stecke meinen Stecker um – und siehe da – ES GEHT!

Andere Steckdose – Strom wieder da

Ich bin fassungslos und froh zugleich – bevor ich mich richtig aufregen kann, beschließe ich, lieber meine erste Tasse Kaffee zu trinken…

Ahhhhh, das schwarze Gold tropft durch den Filter, es riecht herrlich! Nur noch einen Tropfen Milch und der Tag kann beginnen. Vielleicht wird es ja JETZT ein guter Tag?!

Was ist DAS? Quark in meinem Kaffee?

Das darf nicht wahr sein! Ich drohe zu explodieren, höre aber eine Stimme aus dem Off „…wer wird denn gleich in die Luft gehen?“ Ich besinne mich und koche eine neue Einheit des schwarzen Gebräus. Angereichert mit ein paar Tropen frischer Milch wird daraus – endlich – der erhoffte Start in den Tag!

Jetzt! Endlich! Alles gut!

Monatsendspurt – Hans-Peter und ich wollen, bevor seine Gattin Petra kommt um ihren wertvollen Urlaub auf LIBERTÉ zu verbringen, die letzte offene Tätigkeit für den Monat 10/2023 anpacken – die Fertigstellung seiner Steuersäule, sprich, die Erneuerung der Armaturentafel.

Hochwertige Instrumente dürfen bleiben, die neue Tafel wartet auf Einbau – der defekte Kompass fliegt raus
Auch das alte Clipper Instrument fliegt raus – Ausschnitte für den neuen Ankerschalter und die USB Dose müssen gebohrt werden
Dort, wo man mit Bohren nicht ans Ziel kommt, greift der Meister zur Feile
Klappt wie am Schnürchen – Tagwerk erfolgreich erledigt

Die Arbeit geht gut von der Hand, wir haben diesmal wirklich keinen Kummer – es macht fast Spaß. Der Schalter für den Anker wird in Gold aufgewogen, dafür ist der neu zu bestellende Kompass vergleichsweise günstig. Wir sind zufrieden!

Abends gehen wir ins „Tis Kakomoiras“ zum Essen – auf dem Weg dorthin zeigt sich der Vollmond zum Schauspiel – schön, wie er über der Vromolithos Bucht erstrahlt!

Einfach ein toller Anblick

Wir speisen gut und entscheiden abermals, auch heute noch einmal ins Eisparadies einzukehren – wir lieben es einfach den Tag hier abzuschließen. Es ist inzwischen fast „guter Brauch“, für den ich übrigens nicht alleine stehe.

Herbstlich dekoriert – morgen ist Halloween
Der Vollmond geleitet uns bis zu NESSAJA, er leuchtet die Marina fast mystisch aus

Neuer Tag, alter Monat! Heute ist Halloween!

Auch heute wollen wir etwas schaffen – ELOWYN muss an die Kette! Nein, sie hat nix angestellt – im Winter bekommen viele Boote Kettenvorlauf und starke Ruckdämpfer an die Festmacher um den Winterstürmen zu trotzen. Das soll heute passieren, weil ich dann endlich den Motor aus dem Rennen nehmen kann – Propeller ist eingestellt, Ketten wären dann dran, der Jockel würde nicht mehr gebraucht werden und kann eingewintert werden.

Auf zur Tat!

Ketten und Schwerlastfedern als Ruckdämpfer – einer muss neu

Eine Feder gilt es zu erneuern. Volker rät, davon abzusehen – die würden rund 800.-€ kosten – ok, ich hake in Leros nach und finde optisch fast gleiche mit 11er Feder für 85.-€! Nun, sollen sie zeigen was sie können!

Die Gumminudel konnte jedenfalls nix – die hat es beim ersten Wintersturm zerfetzt!

Nur noch Reste – kann ich nicht leiden, die müssen weg!
Leichter gesagt als getan – eine Stunde dauert der Widerspenstigen Zähmung

Als ELOWYN somit sicher wie in Abrahams Schoss lag, blieb noch genug Tag für einen kurzen Strandaufenthalt übrig – Sibylle und ich lassen den Tag relaxed ausklingen!

31.10. – ein Traum-Badetag am Panteli Strand

Zum Abschluss des Monatsberichtes möchte ich noch einmal die Kurve zu „Radio Ponton“ machen. Sibylle und ich bringen uns ein, wir freuen uns über Bekanntschaften und tauschen uns gerne aus – wir erzählen und hören zu.

Oft erzählt man aus dem Leben, manchmal auch Details. Das ist ok und, ähnlich wie der Blog, auch kein Geheimnis. Sehr selten erzählt man Menschen auch Privates, Dinge die nicht für dritte Ohrenpaare bestimmt sind. Wir setzen dann bei diesem Gegenüber oft die Intelligenz voraus, dass er / sie das auch ohne große Erklärung so versteht, weil es sich aus der Thematik ergibt.

Leider hat das, zumindest einmal, nicht geklappt – meine Sibylle ist dem Klatsch und Tratsch zum Opfer gefallen, dummerweise auch noch gespickt mit einer unfeinen Bewertung.

Uns wäre es lieber gewesen, dass ein Dialog entstanden wäre – unterschiedliche Betrachtungen sind möglich, müssen dann aber Grundlage für einen Austausch sein – hintenrum geht gar nicht!

Zum Glück ein Thema, dass sie nur wenigen Menschen erzählt hat – wir werden herausfinden wer es war, wir werden die Zähne zeigen…

So sieht´s aus…

Ihr merkt, ich war emotional etwas angepackt im Oktober. Ich merke, dass mich unsere Plananpassung und damit die Änderung unserer Lebensplanung mehr beschäftigt, als ich das eingestehen möchte.

ICH muss noch Anpassungen vornehmen, es läuft noch nicht so wie ich mir das vorgestellt habe – ich bin noch nicht auf „meinem Weg“ angekommen!

SIBYLLE gibt mehr Zufriedenheit vor, soll ich ihr bedingungslos glauben? Ist sie auf „ihrem Weg“ angekommen, auf dem Weg den es zu gehen gilt?

Wir wissen das nocht nicht, wir erkennen jedoch beide – go your own way – und das tun wir! Zusammen!

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“

Warum die Verspätung beim Blogbericht? Ich hatte nur sehr eingeschränkt Zeit – warum??? Dazu mehr im Novemberblog!

In diesem Sinne, einen schönen Spätherbst, Frühwinter – egal wo ihr auch seid. Bleibt uns gewogen, auf diesem Kanal.

Herzliche Grüße von Leros – Mario & Sibylle

September 2023 – Don´t give up

Der Septemberbericht bietet sich förmlich an, um einen meiner „all time favourite“ Songs als Headline unterzubringen.

Geschrieben von Peter Gabriel und veröffentlicht im Jahr 1986, ist es ein Lied, welches genau in meine „Sturm und Drang Phase“ fällt.

„…I was taught to fight, taught to win
I never thought I could fail

Don’t give up
‚Cause you have friends
Don’t give up
You’re not beaten yet
Don’t give up
I know you can make it good…“

FREUNDE – das Schlüsselwort des Monats September! Unsere Freunde und die Community halfen uns, bewusst oder unbewusst, unsere Gedanken zu sortieren und zu priorisieren. Danke dafür…

Der erste Schritt war klar, wir können nicht nur darüber reden, was möglich wäre wenn wir NESSAJA verkaufen – wir müssen es versuchen!

NESSAJA ist im Angebot

Ich fasse mir also ein Herz und inseriere meine treue NESSAJA. Platz für Neues schaffen sagt man dazu – ich sehe das aber emotionslos. Bis heute habe ich eine Handvoll Interessenten – zwei davon beabsichtigen im Oktober zu kommen. Nächsten Monat wissen wir hierzu also mehr!

Darüber hinaus gibt es durchaus Neuigkeiten, ich will diese gerne teilen – und verspreche obendrein, dass dieser Monatsbericht für meine Verhältnisse kurz und knackig wird 😉

Der August hatte mit der Ankunft unserer Freunde Kristina und Volker nebst deren Gäste bei einem gemeinsamen Abendessen im „Pirofani“ einen wunderbaren Ausklang gefunden. Für die Vier war klar, dass sie die ELOWYN an den folgenden zwei Tagen reiseklar machen würden, dann sollte es für knapp zwei Wochen rund um die Dodekanesinseln gehen.

Doch diese Rechnung ging leider nicht ganz auf!

Ich höre kurz nach dem Frühstück den Hilferuf am Steg – „…hast Du Zeit, kannst Du mal schauen? Der Boiler tut nicht mehr, es haut immer die Sicherung raus!“

Der Heizstab – in der Mitte des Boilers montiert

Ja, auch die ELOWYN kommt in die Jahre, auch sie hat ihre Zipperlein. Nachdem rasch klar wird, dass die Werkstatt der Marina nicht ad-hoc helfen kann, mache ich mich auf den Weg zum blauen Riesen und bahne mir durch eifriges Schrauben den Weg zum kurzschlussbehafteten Heizstab.

Unter dem Navitisch – nicht so super zugänglich
Aber die Ursache war klar

Nikolas, unser Marinachef, half durch die Leihgabe eines Spezialwerkzeuges – Ehrensache, dass wir die benötigten Neuteile in der Marina beschafften. Zum Glück war Ersatz auf Lager!

Meister Schurich am Werk – was man nicht alles macht

Ich konnte so, sehr rasch und unkompliziert, helfen – ich habe mich gefreut, hat meine Unterstützung doch dazu beigetragen, dass der Urlaub der Freunde ohne Verzug beginnen kann.

Dass dies im Verlauf des Monats noch eine Rolle spielen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Volker bedankt sich mit einer Einladung zu einer persönlichen „Mühlentour“ – zuerst zu „Harris“ Bar in der ersten Mühle…

Es ist September, die Sonne steht schon tief
Ein paar Wolken sind auch am Himmel
Landschaft, Ausblick, Musik, Drinks – das „Harris“ ist ein perfekter Ort

Danach geht es zum Dinner ins „Mylos“ – natürlich verabsäume ich es nicht, auch diesmal ein paar Bilder zu posten. Ich liebe diese Taverne, sie ist das führende Lokal auf Leros!

Was gibt es heute in der Karte
Schön, dass ihr da seid
Herrliches Ambiente
Tuna Sashimi – wir haben nachbestellt, ein Gaumenschmaus
Scampi Tartar
Hier habe ich den Namen vergessen – ein neues Gericht, ähnlich Cevice
Tuna Tartar – darf nicht fehlen

Diese Nacht war nahe am Vollmond, dieser zauberte zusammen mit dem beleuchteten Kastell und der Kapelle am gleichen Berg, eine atemberaubende Stimmung. Das Bild kann leider die Realität nicht wiedergeben – fast das ganze Lokal hat zwischenzeitlich Fotos gemacht.

Wir genehmigen uns noch einen Absacker auf dem Schiff der Freunde und gehen dann zufrieden ins Bett – morgen wird noch einmal ein durchgetakteter Tag!

Der begann mit einem Kaffee und einem kleinen Frühstück an Bord der ELOWYN. Es mussten noch die, bei der Hafenpolizei hinterlegten, Papiere geholt werden, dann konnte die Crew die Leinen loswerfen – der erste Weg führte aber nur an den Stadtkai von Lakki…

Kaum weg – schon wieder da

Der Grund dafür war banal, es musste seitens des Segelmachers eine Messung vorgenommen werden, Volker und Tina hingegen hatten im Shop des tapferen Schneiders noch einen Polsterstoff und ein Schaummaterial für die Sitzfläche auszusuchen – dafür ist eine Sitzprobe unumgänglich.

Nimm Platz, Holde
Probegesessen und für gut befunden

Soviel Engagement verlangt einen letzten Koffeinschub! Wir setzen uns zu einem letzten Café Freddo zusammen , dann kommt der Moment des Abschieds…

Cappucchino Freddo – Nationalgetränk neben Frappé
Dann heißt es „auf Wiedersehen“ – bis in zwei Wochen

Vor dem Ablegen hat Volker noch eine Einladung ausgesprochen. Wir können doch am Schluss des Urlaubs noch ein paar Tage mitsegeln, außerdem hätte man mit uns „etwas zu besprechen“.

Hm, ok, gerne – ich war neugierig…

Am Weg in die Marina merke ich, dass unsere treue GS irgendwie „schwammig“ fährt – ein Kontrollblick lässt uns einen Schauer über den Rücken laufen…

Der Hinterreifen war völlig erledigt

Puh, das ist nochmal gut gegangen – waren wir doch vor einer Woche noch auf großer Tour. Wir nehmen es als Zeichen, fahren zur befreundeten Mavroudis Familie und bestellen bei Vivi einen Satz neuer Reifen. In drei Tagen würden sie eintreffen! Das passt also – auf den Schreck ein Eis!!!

Eis des Monats – Caramel und Orange-Chocolade

Wir verbummeln den Nachmittag, begleitet durch die Vorfreude auf den Abend – Hans-Peter hat nämlich uns und die Crew der JASPER zu selbstgemachten Rouladen eingeladen. Es gäbe Kartoffeln dazu. Getränke und einen Salat möchten wir doch bitte mitbringen. Nichts einfacher als das – DANKE für die Einladung!

Gemütliches Stelldichein an Bord der LIBERTÉ
Wie immer dabei – Merlin
Salatbegleitung zur Roulade
Hans-Peter und Merlin, die Gastgeber an diesem Abend

Wir aßen vorzüglich und hatten einen geselligen Abend, der bei einem spontanen Ouzo an Bord der JASPER ausklang. Sibylle und ich hatten es ja nicht weit heim – geschätzte drei Meter – aber wir sind ins Bett gefallen wie gefällte Bäume. Ein schöner Tag!

Die nächsten Tage lassen sich nicht in Tagebuchfom darstellen – zu wenig ist passiert. Alltag kehrte ein. Freunde kommen, Freunde gehen, stetiger Wechsel. Wir gehen oft ins „SouVLakki“ zum Essen, natürlich gibt es fast täglich die Glückshormone freisetzende Süssigkeit in Form eines „Repapis“ Eisbechers.

Dennoch möchte ich einen kurzen Überblick über die Geschehnisse des vergangenen Monats geben – das Wort „Highlights“ vermeide ich bewusst – wir lebten die nächsten rund 10 Tage einfach unseren Alltag!

Wir konnten an Festivitäten teilnehmen…

Manolis, mein Lieblingsfidler beim „Panagia“, dem Namenstag der Heiligen Maria
Ein großes Fest mit Speis und Trank, Musik und Tanz

Wir freuten uns über den Anruf von Vivi – unsere Reifen sind angekommen, Maximos würde diese sofort montieren – also nix wie hin!

Mit Maximos`Familie haben wir Weihnachten gefeiert
Auch fast wie Weihnachten – die begehrten neuen Pneus
Eine Stunde später – check

Wir trotzten heißen, schwülen Wetterphasen – mit stetigem Schwimmen an unserer Marinamauer, welche jetzt mit „neuen“ Leitern ausgestattet ist. Darüber hinaus mussten uns Starkwindphasen stellen!

Gale Warning – die Marina füllte sich mit Schutzsuchenden

Gerade in solchen Phasen blieb Zeit, etwas über die zukünftigen Projekte nachzudenken und dabei etwas in sich zu gehen. Sibylles profanen Einwand ich würde einfach nur schlafen, weise ich empört zurück!

Stunden der Meditation auf NESSAJA – Gedanken werden sortiert

Würde ich einen Grund für diese tiefe innere Ruhe suchen, vielleicht käme ich zu dem Schluss, dass es an dem Mittagsbier liegen könnte, zu dem uns König Erwin geladen hatte – es wurde der Einfachheit halber gleich am Steg geschlürft.

Wenn König Erwin zum Umtrunk lädt

Ein weiterer Grund für mein Sinnieren könnte sein, dass ich immer noch auf der Suche nach einer Antwort bin. Einer Antwort auf die Frage, warum es mir nicht möglich war, in drei Shops auf der Insel ein Marine PU-Dichtmittel zu bekommen, welches nicht abgelaufen ist – das Thema Qualität ist immer noch omnipräsent, ich hatte es ja schon mehrfach beschrieben.

Super! 3M verspricht Qualität
NICHT super – 2022 abgelaufen, es war das Neueste, welches zu bekommen war

Na egal, pünktlich zum Abendessen war ich wieder auf Touren und konnte, wie die anderen auch, das Feuerwerk zum Anlass einer Hochzeit bestaunen. Immer wieder schön anzusehen.

Feuerwerk über Lakki

Es gab, wie eigentlich immer, Reparaturen an unterschiedlichen Schiffen zu erledigen. Mal konnte ich tatkräftig unterstützen – wie zum Beispiel bei Hans-Peters Kühlmittelwechsel an der LIBERTÉ…

Bei NESSAJA schon erledigt – jetzt ist auch HP safe

…ein andermal war eher mein Rat gefragt – so konnte ich Felix bei vielen Reparaturansätzen an seiner ALLEGRA mit meiner Meinung unterstützen. Leider hatte die ALLEGRA einen arbeitsintensiven Monat – hoffentlich können die Beiden im Oktober noch ein wenig die Segelfreuden genießen…

Manchen Themen von Felix stand ich sehr nahe – ohne, dass er es wusste 😉

Wie viele hundert Mal habe ich diese Frage beantwortet???

Die einen Freunde huschen kurz nach dem Starkwind aus dem Hafen um sich zu verabschieden – so zum Beispiel Erwin und Brigitte mit ihrer QUO VADIS. Die Österreicher verlassen den Dodekanes Richtung Peleponnes und ich vermute, dass es ein Abschied für immer sein könnte. Na, wer weiß…

Andere Freunde kommen kurz vor dem Sturm zurück in die Marina um eine „Auszeit“ zu nehmen und etwas Schutz zu finden. Dabei werden dann natürlich auch Reparaturen vorgenommen. So bei Gottfried und Gabi, die an ihrer HARMONY die Frischwassertanks schweißen lassen müssen und an einem Problem mit dem Autopiloten arbeiten.

Wer die Beiden kennt – die gute Laune lassen sie sich nicht verderben. Schön, dass ihr wieder da seid!

Großes HALLO und Umtrunk auf der HARMONY
Außer uns waren noch Cees und Marijke von der LE CLAPOTIS zugegen
Ein Häppchen zum Bier? Wie könnte ich da Nein sagen???

Während wir durch die Marina schlendern, schauen wir uns andere Boote an. Welche Lösungen wurden dort umgesetzt, was gibt es hier noch zu tun? Man sieht Intelligentes, genial Einfaches, manchmal Ungeschicktes – und auch Skurriles!

DIY Sunshade

Zwischenzeitlich genießen wir die Kultur! Angelika merkt an, dass sie den „Bellini Tower“ besuchen möchte. Sowohl die JASPER Crew als auch wir sind lange genug auf der Insel, haben dieses Haus, welches zu einem Museum umgebaut wurde, aber noch nicht besucht – dies sollte sich heute ändern!

Bellini Tower – ein sehr schönes Gebäude…
…direkt am Strand von Alinda, es wird als Museum genutzt
Zeitgeschichte
Medizin füher
Unvermeidlich auf Leros – WW2 Erinnerungen

Da Uli und Angelika das Eis bei „Repapis“ genauso mögen wie wir, schließen wir unseren Nachmittagsausflug in der Eisdiele ab…

Für mich das Highlight des Tages – eines jeden Tages

Last not least – zur Beschreibung unseres Alltags gehört natürlich die Tatsache, dass wir ab und an einkaufen gehen müssen. Dies ist im Sommer tatsächlich reduziert, da Sibylle nicht so oft kocht. Wir sind häufig mit Freunden in den günstigen Lokalen, das ist kaum teurer als selbst zu kochen – das wird sich aber im Winter wieder ändern.

Wenn wir einkaufen, geht es meist um frische Sachen, deshalb sind wir häufig bei unserem Obst- und Gemüsehändler – ein feiner Laden, gut und günstig!

Unser Quell der Vitamine und der gesunden Kost

Wechseln wir dasThema – ihr wisst, dass wir uns mit einem Hauskauf auf Leros beschäftigen. Sollten wir NESSAJA verkaufen, dann wird das eine ernsthafte Alternative für uns.

Diese Tatsache war Anlaß genug, einmal mehr unsere Suche nach einem geeigneten Objekt zu intensivieren. Diesmal mit einem anderen Makler. Mal sehen ob sich etwas tut.

Und tatsächlich, ein Objekt hat es uns angetan – seht mal hier…

Alles was grau ist…

Dieses Objekt hoch am Hang in Platanos, mit Blick über Platanos und Panteli, hat eine gute Lage, genug Grundstück, einen akzeptablen Ausblick, sieht nicht schlecht aus und ist zudem noch preiswert.

Zum ersten Mal seit Langem überlegen wir, einen Schritt weiter zu gehen. Wir gehen mit dem Makler hin, stellen hundert Fragen. Wir gehen mit der Crew der JASPER hin und hören deren Meinung – wir haben echtes Interesse.

Ich nehme es vorweg – zum Ende des Monats haben wir abgesagt. Sowohl Volker, mit dem wir das Haus besehen haben, als auch unser Freund Marcus, der das Haus kennt, arbeiteten in der Baubranche und haben erhebliche Mägel entdeckt – beide raten ab. Wir sind enttäuscht, aber nicht traurig…

…denn wir haben schon was anderes gefunden!

Killer View, top Lage

Es gibt ein weiteres Haus welches (fast) unserem Ideal entspricht. Leider ist es etwas über Budget – mal sehen was sich da machen lässt. Hierzu wird es frühestens im Blogbericht des Oktobers Neuigkeiten geben – seid gespannt!

Eine Anekdote am Rande – während wir ein drittes Haus ansehen, welches letztlich aber nicht in die engere Wahl kommt, kommen Nachbarn aus den angrenzenden Gärten und betrachten uns neugierig – was machen die Fremden hier??? Wir geben uns zu erkennen und offenbaren den Grund unseres Besuches – dann schlägt die Stimmung um! Gelächter, Winken, eine Frau kommt mit dem Schlüssel und zeigt das Haus von innen. Sie zwinkert – sie hätte selber ein Haus zu verkaufen, wir sollen mitkommen…

Sibylle zaudert

…wir müssen auf die Terrasse der wildfremden Frau und uns setzen, wir sprechen mit ihr über den Google-Translator am Handy. Sie bringt uns mit dem Auto zu zwei Häusern und zeigt uns diese, aber erst nachdem wir mit Kaffee und Kuchen eingedeckt waren – DAS IST GRIECHENLAND, das ist Leros!!!

Die Häuser kommen zwar nicht infrage, aber wir sollen nochmal zum Kaffee kommen! Ok, machen wir…

Wir haben neue Gedanken im Kopf – wir müssen uns besprechen und gönnen uns ein Eis! Nein, nicht bei „Repapis“ – zur Abwechslung für uns und für euch mal im „To Paradosiako“ – die zartschmelzende Köstlichkeit ordern wir nebst einer Kuchenbegleitung…

Warmer Schokokuchen mit Salted Caramel – zum Niederknien

Das Thema Haus ruht im Moment, es beschäftigt uns aber gedanklich! Es ist definitiv eine der zu favorisierenden Optionen, nachdem wir NESSAJA verkauft hätten. Sicher sind wir uns nicht, speziell ich gäbe die Unabhängigkeit und Flexibilität des Bootslebens nur ungerne auf. Hier haben Herz und Hirn noch ein Gefecht auszutragen – aber sicher dürfte sein, dieses Thema verfolgen wir weiter. Ein Haus mit einem großen RIB im Hafen und einem größeren Motorrad in der Garage – das wäre ein gutes Setup.

Informativ sei erwähnt, dass die Option „PanAmericana mit dem ExMo“ zwar noch durchdacht wird, die Anfangsbegeisterung aber ein wenig abgeflaut ist – zu weit sind die Enkel weg, zu klein der Lebensraum im Wohnmobil über den Zeitraum von zwei, drei Jahren. Bleibt aber im Hinterkopf!

Ja, so ist er, unser Alltag – es geht uns gut, wir haben keinen Grund zu klagen. Die Lust nach Abenteuern weicht ein wenig der Freude am süßen Leben auf einer kleinen griechischen Insel – wie sich das wohl noch entwickeln wird???

So sind die Tage verflogen, die ELOWYN hat ihre Rückkehr angekündigt! Man habe die Gäste in Samos planmäßig zur Heimreise abgesetzt, jetzt wolle man uns abholen – ist ein Platz am A-Steg der Marina frei?

Ponton A – von der Straße aus fotografiert

Äh, leider nein! Habt ihr euch angekündigt? Nicht? Ja dann…

Leider kommt es in letzter Zeit öfter vor, dass die Marina überbelegt ist – Jahresplatzinhaber müssen ihre Rückkehr zwingend anmelden! Trotzdem ist es lästig, wenn man keinen geeigneten Platz bekommt oder irgendwo an den Rand gezwickt wird. Volker und Tina fackeln nicht lange – es ist ihnen egal, es wird einfach in der Bucht geankert…

Stolz liegt sie da – die ELOWYN vor Lakki

Am nächsten Morgen geht alles ganz schnell – wir kaufen Brot und packen unsere Siebensachen, Volker kommt nur kurz an die Außenmole der Marina, wir steigen über und los geht die Fahrt!

An Bord der ELOWYN – Lakki und die Marina bleiben achteraus

Wir haben uns nicht viel vorgenommen. An Tag 1 wollen wir einen langen Schlag Richtung Patmos segeln um dann die kleine Nachbarinsel Lipsi direkt anzulegen. Dort wollen wir im „Manolis´ Tastes“ dinieren – soweit der Plan!

Ein schöner Platz – klar zum Ankern!

Wir liegen am frühen Nachmittag sicher am Ankerplatz gleich neben dem Hauptort der Insel. Wir gehen natürlich schwimmen, freuen uns danach auf eine Brotzeit und einen Anlegeschluck. Dieser bekommt eine besondere Gewichtung, weil an diesem Tag die Münchner „Wies´n“ – das Oktoberfest – eröffnet wird. Wir sehen uns den Anstich des ersten Faßes im Fernseher an und kurz darauf heißt es auch bei uns „O´zapft is!“

Rückblicke und Live Schaltungen wechseln sich ab – die Eröffnung der „Wies´n“ im TV
Ein Grund mehr für ein Ankerbier

Es ertönt ein nicht überhörbares BIMM auf meinem Handtelefon – unser Ankommen und das gesellige Treiben blieben nicht unbemerkt – Big Brother is watching you – das gilt immer und im Besonderen hier auf Lipsi. Ich erhalte ein Bild…

Fernglas und Teleobjektiv sind auf uns gerichtet

Spaß beiseite – wir hatten unseren Freund Marcus informiert, dass wir Kurs Lipsi gesetzt haben. Marcus wohnt mit seiner Familie auf Lipsi, es war klar, dass wir zumindest Bescheid geben, dass wir hier sind. So hat er uns natürlich von seiner Terrasse aus beobachtet und den Schnappschuss gesendet.

Wir verabreden uns in der Ouzeri auf einen „griechischen Aperitiv“ und etwas Smalltalk…

Diese Ouzeri???
Nein! Die Andere!!!

Das „Asprakis“ ist eine Institution auf Lipsi – eine Woche vorher war Pierce Brosnan hier – ich aber muss gestehen, dass ich hier noch nie eingekehrt war. Es gefällt uns auf Anhieb und es wird nicht unser letzter Besuch gewesen sein.

Welcher Ouzo darf es sein?

Wir stellen unsere Freunde einander vor – ELOWYN meets DARKSYDE auf Lipsi. Man beschnuppert sich und findet rasch ein gemeinsames Thema – Immobilien auf griechischen Inseln. Die beiden Skipper haben einen gemeinsamen beruflichen Background und tauschen rege Meinungen aus – ich horche, lerne und profitiere (hoffentlich) durch diese Erweiterung meines Laienwissens rund um die kleinen weiß-blauen Häuschen 😉

Über unseren Aperitiv stellt sich das Abendrot ein – Zeit für´s Dinner

Das Essen bei Manolis war sehr gut wie immer, obwohl man auch hier ein wenig die lange Saison zu spüren bekam – der Service war nicht mehr auf Zack, aber das ficht uns nicht an, wir haben ja Zeit!

Rücktransport zur ELOWYN – vorgerückte Stunde, zwei, vielleicht drei Bier im Bauch, hoher Spaßfaktor

Ich schlafe sehr gut in der mir zugeteilten Kabine – obwohl in dieser Nacht der Wind sauber gepfiffen hat. Wir hatten mehr als 30kn am Ankerplatz, das reicht aus um auch das Trum von einem Schiff etwas zu krängen. Ich wache früh auf und genieße es, den Tag anbrechen zu sehen…

Die Sonne kommt hoch, die Luft erwärmt sich schnell

Die anderen schlafen noch, ich checke meine Mails, lese ein bisschen die News um nicht ganz uninformiert durch das Weltgeschehen zu tapsen – dann komme ich auf alberne Ideen…

Wenn hier schon so eine nette Kapitänsmütze rumliegt

Kristinas Ruf reißt mich aus meiner Fotosession – „…wer mag einen Kaffee?“ Sie hatte das zweite E des magischen Wortes noch nicht ausklingen lassen, höre ich das Wort JA aus meinem Mund fallen. So saß ich Minuten später im Cockpit des stolzen Riesen und labte mich an der koffeinhaltigen Köstlichkeit!

Coffee with a view – WHAT ELSE?
Die Lebensgeister wohnen mir wieder inne

Am Vortag hatten wir vereinbart, dass wir am Morgen noch einmal in den Ort gehen wollten. Brot kaufen, im Café frühstücken, sich noch einmal mit Susanne, Lilly und Marcus treffen. Die beiden Skipper wollten noch Marcus´ Bauprojekt ansehen.

Wir zaudern etwas, denn mit dem Ersatztender der ELOWYN, der Williams ist ja noch bei Giorgos zur Reparatur, müssen wir zweimal im Krabbeltempo in den Ort fahren.

Ob uns Marcus nicht mit seinem großen Dinghy abholen könnte? Ein Anruf genügt…

Shuttleservice vom Feinsten
Klar, da geht was

Wir machen unsere Erledigungen, verabschieden uns gehörig – dann bringt uns der Freund zurück zur ELOWYN und verschwindet so rasch wie er gekommen war…

Weg isser – Yassou, wir sehen uns bald wieder

Unser zweiter Reisetag führt uns schon wieder Richtung Leros. Wieder machen wir einen langen Schlag um etwas zu segeln, Volker übergibt mir für die Manöver das Kommando über sein Baby – ich ahne bereits warum…

Wunderbare Segelbedingungen
Delfine vor´m Bug
Sibylle im Genießermodus
Halbwind, fast 9kn FdW

Als Ziel des heutigen Tages war das „Stigma“ auf Archangelos ausgerufen. Wir lieben alle Vier das sagenhafte „Octopus Tigania“ von Evropi – da es nicht immer auf der Karte steht, bestelle ich es immer vor, so auch heute…

Ich fahre das Ankermanöver unter den strengen Augen des Kapitäns, der aus Autoritätsgründen auf das Tragen seiner gehäkelten Kapitänsmütze verzichtet. Alles passt, der Käpt´n nickt stumm aber zustimmend, wir haben das Ziel erreicht.

Das „Stigma“ – der Tisch ist reserviert
Wir liegen sicher und perfekt

Volker und ich setzen uns auf die Badeplattform – es gibt etwas zu besprechen. Wir schnappen uns einen gehörigen Vorrat „Mythos“ und beginnen Pläne zu diskutieren…

„Kannst Du Dir vorstellen…???“

Sicher ahnt ihr was kommt – wir Beide wissen längst, dass ich eigentlich jedes Mal bevor die ELOWYN ausläuft und nachdem sie zurückkommt meinen Teil beitrage um diese Phase für die Freunde geschmeidig zu gestalten. Im Winter sehe ich nach ihr und kümmere mich um ordentliche Belüftung und zwischenzeitliches Laden der Batterien. Ich konnte schon viele Reparaturen und Handgriffe erledigen.

Volker erklärt mir, dass er und seine Frau in Zukunft ihre Urlaube anders gestalten wollen, die langen Aufenthalte würden wegfallen, lieber häufige, kurze Auszeiten. Er wolle zudem weniger Urlaubszeit in das Schiff investieren – er bräuchte einen „Kümmerer“.

Wir denken uns also ein Modell aus, wie ich als „Bootsmann+“ die vollumfängliche Organisation rund um den blauen Riesen übernehmen kann und finden nach einigem Hin und Her eine optimale, auf unsere Freundschaft gestützte Lösung! Ich will nicht zu weit vorgreifen, denn wir sind zunächst in Phase 1 einer ausbaufähigen Idee.

Nur soviel, diese Option hat unserer momentanen Situation als Liveaboards in der Leros Marina Evros neuen Sinn und Antrieb gegeben – wir haben eine gute Basis für zukunftsorientiertes und besonnenes Handeln geschaffen. Alles kann, nix muss…

Ein Grund, darauf anzustoßen und einen „Bauchplatscher-Contest“ auszurufen!

Brennt – ELOWYN ist höher als NESSAJA

Wir duschen uns und machen uns landfein. Als die Sonne hinter dem Inselrücken verschwindet, setzen wir über…

Mit unserem Schiff liegen wir meist weiter innen 😉
Ein schöner Anblick
Perspektivenwechsel

Wir futtern wie bei Muttern und essen uns einmal quer durch die kleine Karte der urigen Taverne. Das Tigania war wieder vorzüglich und wir haben den Abend so richtig genossen – irgendwann waren wir die letzten Gäste…

In solchen Situationen passieren die Dinge, die Du für Geld nicht kaufen kannst! Ich kenne Giorgos und Evropi schon etliche Jahre, wir haben uns gern und verstehen uns gut. An diesem Abend sitzen sie mit Freunden an ihrem „Stammtisch“ in ihrer kleinen Taverne.

„Ela Mario…“ höre ich ihn rufen. Die Gruppe ruft uns an ihren Tisch, es kommt die klar verständliche Aufforderung zum gemeinsamen Tzipouro – ja, was soll ich sagen???

Ein sehr feuchtfröhlicher Abend

Wir leeren ein paar Flaschen, sehen aber zu, dass wir Herr unserer Sinne bleiben. Das gelingt (fast) und so kann ich zu später Stunde, gemeinsam mit den Freunden, sicher und aus eigenem Antrieb die ELOWYN erreichen. Trotzdem muss ich eingestehen, etwas beschwippst war ich wohl.

Es erübrigt sich zu erklären, warum ich geschlafen habe wie ein Stein.

Der nächste Morgen – Tina bereitet ein Frühstück „de Luxe“, alles muss weg, der Urlaub der Beiden endet bald. Sibylle erkundigt sich nach Neu-Enkelchen Heidi, sie würde bald zu Besuch kommen.

Wie konnte die Welt früher funktionieren

Wir segeln gemütlich zur Einfahrt der Lakki Bucht, der Plan sieht vor, hier noch einmal zu ankern um zwei externen Arbeitern den Zugang zum Schiff zu ermöglichen.

Alles klappt vorzüglich und unspektakulär. Der Segelmacher Sotiris kommt noch einmal um ein Maß abzunehmen, bevor er das neue, wasserdichte Segelkleid fertigstellt. Danach sind wir mit Giorgos verabredet, ELOWYN soll auch einen Solarträger erhalten, auch er muss Maße abnehmen und sich ein Bild verschaffen.

Volker shuttelt Giorgos an den Ankerplatz – alle waren pünktlich

Danach ging´s in die Marina – trotz Voranmeldung war noch kein Mooringplatz an Ponton A frei. So wurde der Riese auf zwei Plätze des Ponton B gequetscht – später muss sie umgelegt werden, ratet mal wer das machen muss!

Übung schadet nicht – 68ft fühlen sich schon anders an als 43ft
Einfahrt in die Marina

Für mich beginnen zwei knackig, positiv stressige Tage – Volker weist mich in alle anfallenden Arbeiten ein, welche nötig sind um ELOWYN einzuwintern. Im Großen und Ganzen weiß ich das, aber kleine Unterschiede im Detail gibt es doch – ich muss mir viel merken.

Zudem gibt es auch hier eine „To-Do Liste“, diese nehme ich entgegen und werde mir die Punkte mal ansehen. Diese Details können wir dann per Videocall oder Messenger klären.

Ok, letzter Tag, da liegt es auf der Hand, dass wir noch einmal eine „Mühlentour“ starten – der Abschied naht! Auf zu „Harris“…

Sibylle und ich kommen als erstes an – wir genießen den Ausblick
Die Sonne verschwindet gerade hinter den Hügeln von Leros
Eine schöne Stimmung
Fotoexperimente
Spaß mit den Freunden

Dann stande pede ins „Mylos“, auch hier wiederholen sich die Ereignisse – wir speisen abermals köstlich. Ein würdiges „Grande Finale“ der Segelsaison 2023 von Kristina und Volker.

Das „Mylos“ – der Name ist Programm
Das Essen wie immer ein Gedicht

Der neue Tag bietet unseren Freunden ein neues, unbekanntes Gefühl – noch nie haben sie ihr Schiff so zurückgelassen – unfertig, nichts verräumt, nichts abgeschaltet – einfach aussteigen und weg! Das ist bequem und genau das gesteckte Ziel, trotzdem kann ich Nachfühlen, dass es sich komisch anfühlt. Ich übernehme die Verantwortung, die Freunde verlassen Leros…

Ich sag zum Abschied leise Servus
Minuten später sind sie weg

Sibylle und ich fahren zurück in die Marina. Der erste Weg führt uns zu dem uns nun vollumfänglich anvertrauten Schiff, welches immer noch „am falschen Platz“, also am B-Ponton liegt.

Wir sperren den Boliden ab, tragen erste Lebensmittel zu uns an Bord. Dabei kommen wir immer wieder an Thomas´ SIMPLY FREE vorbei. Wie wenn wir telepathisch verbunden wären, höre ich das vertraute BIMM von meinem Telefon – Thomas fragt, ob ich mal die Bilgenpumpe betätigen könne und mal nach dem Rechten sähe – klar, mach ich!

Das Augenlid hängt runter – ich befestige es…

Ja, da sitzen wir nun – den Schlüssel der ELOWYN nebst zwei langer Listen in der Hand. Ich setze mich erstmal und tippe das Ganze in eine Excel Liste – sortiert nach Arbeitsblöcken und Priorität. Die Zeit nehme ich mir…

Für den Abend sind wir verabredet. Auch unsere Nachbarn von der JASPER gehen dieses Jahr früher als gewohnt nach Deutschland zurück. Sie sind mit den Motorrädern hier, wollen das gute Wetter nutzen und eine ordentliche Tour als Nachhauseweg umsetzen. Am Abend soll es ins „SouVLakki“ gehen – Abschiedsdinner!

Ordentlich bepackt – die Fähre kommt um Mitternacht
Burger im Girospalast – eine gute Alternative
Große Runde – der D-Ponton sagt „auf Wiedersehen Angelika und Uli“

Neuer Tag – nach dem Aufwachen nehme ich mein Smartphone mit den neu erstellten Arbeitslisten und gehe diese auf der ELOWYN durch. Es ist wichtig zu definieren, für welche Arbeiten Teile benötigt werden, Material welches ich auf Leros nicht oder nur schwer in der gewünschten Qualität bekomme.

Ich fertige also eine Art „Einkaufsliste“ an…

So vorbereitet kann es losgehen

Inzwischen haben viele der Freunde und Bekannten mitbekommen, dass Sibylle am 25.09. nach Deutschland geht. Ihre Rückkehr wird sich mit der Abreise einiger Crews überschneiden, wir werden daher in dieser Phase des Monats häufiger zu Abschiedsfeiern eingeladen – so auch auf der LE CLAPOTIS von Cees und Marijke.

Ein letztes Treffen 2023 – mit Sibylle
Ouzo und Nibbles – passt gut

Als wir an Bord zurückkommen, steht eine gute Flasche Tzipouro an Bord von NESSAJA – ein Dankeschön der ALLEGRA Crew. Auch von ihnen hatten wir uns verabschiedet, sie wollten die Segelsaison ausklingen lassen. Leider sollte dies anders kommen, wegen einiger kleinerer Defekte kamen sie bald schon in die Marina zurück.

Ein guter Tropfen

Der neue Tag sorgt für Aktionismus – ich übernehme die Entscheidungshoheit. Um dies auch tatsächlich umzusetzen, muss Sibylle außerplanmäßig zum Geldautomaten… 😉

Wir brauchen Talerchen

Was war passiert? Trotz einiger nicht geplanter Restaurantbesuche konnten wir gut haushalten, doch heute war eine Aufstockung angesagt – ich habe den Kauf des wohl umstrittensten Ausrüstungsgegenstandes beschlossen. Eine Klimaanlage kommt ins Haus – oder besser gesagt, an Bord von NESSAJA!

Einfach mal aufgestellt – was ergibt der Probelauf?
Fast 10°C Reduzuierung in etwa 2h – das ist ok

Auf dieses Angebot bin ich schon Ende Juli angesprungen, damals hat mir jemand die Anlage vor der Nase weggeschnappt – so schien es zumindest.

Der Verkäufer hat mich jedoch abermals kontaktiert, das neuwertige Gerät sei noch zu haben, der Interessent sei abgesprungen. Sibylle zweifelte ebenfalls – zu groß, wohin damit, der dicke Abluftschlauch, rhabarberrhabarberrhabarber…

Ich kenne das ja schon – dann aber am ersten heißen Tag jammern! Und wir hatten, beziehungsweise haben immer noch heiße Tage – jetzt ist für Abhilfe gesorgt, sie wird es mir danken (eines Tages – vielleicht)!

Ich kaufe das Ding also für vertretbare 160.-€ und bringe es mit Hans-Peters Hilfe auf unser Schiff. Der erste Testlauf unter nicht optimalen Bedingungen zeigte, dass ich innerhalb vier Stunden in der Lage bin unsere Kabine von fast 35°C auf letztlich erreichte 20°C runterzukühlen – das war fast ein bisschen kalt.

Ich bin zufrieden und werde mir, gesetz dem Fall NESSAJA verkauft sich nicht, eine vernünftige Einbaulösung einfallen lassen.

Den Tag ließen wir bei Marietta ausklingen…

Einfach nur Meze
Manchmal brauchst einfach Glück – die Beiden spielten ein paar geile Blues Nummern
Spät am Abend gehen wir ins Bett – morgen wird ein spannender Tag

Der Folgetag steht schon lange dick markiert bei uns im Kalender – es ist der Tag von Marcus´ Geburtstagsfeier! Der Freund aus Lipsi hatte zwar den 50er Durchlauf schon im Kielwasser, hatte aber entschieden an just diesem Samstag nachzufeiern, die Party sollte auf seiner Heimatinsel stattfinden.

Abermals besinnen wir uns auf das bewährte Konzept – wir lassen NESSAJA stehen und fahren mit Fähre und Motorrad auf die Nachbarinsel. Weniger Aufwand bei voller Flexibilität – ich realisiere, aus mir wird kein Kurzstreckensegler mehr.

Sibylle ist schon fast drin, ich muss warten – Fahrzeuge als letztes
Der Matrose übernimmt das fachgerechte Parken und Verzurren
Wir sitzen bereits auf unseren klimatisierten Plätzen
Nicht mehr viel los in diese Richtung
Nach etwas mehr als 15 Minuten Fahrt heißt es – fertig machen zum Aussteigen

Wir kommen pünktlich auf Lipsi an und fahren zum Yachtanleger um dort in unser Hotel „Calypso“ einzuchecken. Das Zimmer war groß, sauber und günstig – ideal für eine Nacht – was will man mehr?

40.-€ für eine Nacht, das passt
Auch das Bad war ok, die Dusche groß genug

Wir vermelden Freund Marcus unsere Ankunft und verabreden uns bei ihm am Haus. Dann fahren wir gemeinsam auf die andere Inselseite – dort hat Marcus eine komplette Terrasse einer Taverne in einer sehr feinen Bucht für sich reserviert – das Flair ist fast karibisch…

Ein cooler Platz um zu feiern

Für unser Mopped findet sich ein lauschiges Plätzchen im Schatten, das Gepäck verblieb im Hotel – an Badesachen hatten wir natürlich gedacht!

Da steht sie gut

Wir setzen uns oben im Lokal mit Marcus´ Eltern an einen Tisch. So eine Konstellation birgt Risiken, kennen wir die Leute doch nicht und es gilt, rasch ein geeignetes Thema für Small Talk zu finden. Was soll ich sagen – nach einer kurzen „Warm-Up Phase“ hatten wir einen sehr netten, kurzweiligen Nachmittag. Hat uns sehr gefallen.

Nach und nach trudelte die Geburtstagsgesellschaft ein…

Ein internationales Stelldichein vor spektakulärer Kulisse
Der Lunch startete mit leckeren Meze

Es fand sich eine illustere Truppe aus ca. 35 Personen ein – Griechen, Belgier, Australier, Schotten undsoweiter undsofort. Zum Lunch gab es zunächst eine gemischte Meze-Platte, dann gebackene Kalamari, gefolgt von einem Grillteller nebst Pommes – alles wurde auf Platten in die Tischmitte gestellt, jeder greift nach Gusto zu. Es war für jeden etwas dabei. Klar, dass auch der Kaffee- und Kuchengelust gestillt wurde.

Es war ein richtig lustiger Nachmittag! Der Wirt tat das Seine und hat, nachdem er die Gesellschaft alterstechnisch eingeordnet hatte, die Hits der 80er aufgelegt – irgendwann ging richtig die Post ab!

Ouzo gab es nicht, dafür Tzipouro – und den nicht zu knapp! In Ermangelung einer, dem Anlaß angemessenen, adäquaten Bar, haben Marcus und ich beschlossen eine Poolbar selbst zu bauen…

Dafür braucht es einen geeigneten Tresen – in unserem Fall ein Einhorn-Schwimmbrett von Lillys Freundinnen…

Perfekt – und was braucht´s noch???
Nun, Tzipouro, Eiswürfel, Gläser und gute Laune – Yammas!
Das geht raus an alle Spinner (Revolverheld – 2010)

Ihr merkt schon, wir hatten richtig Spaß! Es war ein wunderschöner Tag. Dieser klang mit dem Sunset zunächst aus – die Griechen verabschieden sich, etwas später dann auch wir. Im Gehen verabreden wir mit Marcus einen Absacker bei ihm auf der Terrasse – er würde sich melden.

Wir fahren zunächst ins Hotel und machen uns frisch…

Blick auf den Yachtanleger

Der Abend hatte es dann noch in sich. Nach dem Absacker bei Marcus haben wir beschlossen, noch einmal den Anleger auf und ab zu gehen. Hier trafen wir nicht nur die Besatzung der ALLEGRA, sondern in direkter Nachbarschaft auch die CALYPSO aus Steinberg in der Oberpfalz.

Während die Damen der Crew schon fast schliefen und nur noch zu einem kurzen Hallo in der Lage waren, haben wir die Männer der Urlaubscrew in der eingangs erwähnten Ouzeri getroffen – selbstverständlich konnten wir zu einer Einschlafhalben nicht Nein sagen…

Der Morgen danach war schwer – alles! Aufstehen, schwer. Kopf, schwer. Beine, Arme, alles schwer! Erst ein Kaffee brachte Abhilfe. Nach einem finalen Treffen mit Marcus und seiner Familie packten wir unsere GS und fuhren zur Fähre…

GS vor dem „Calypso“ auf Lipsi
Die gleiche Procedur wie schon auf dem Hinweg

Zurück auf Leros begann eine kurze Phase der Hektik. Sibylle hatte drei Stunden Zeit um ihr Gepäck umzupacken und sich für die Abreise nach Deutschland vorzubereiten. Geld? Check! Kreditkarte? Check! Ausweise? Check! Ok, kann losgehen…

So fanden wir uns am Mittag des 25.09. abermals am Fährhafen ein, hier waren wir vor zweieinhalb Stunden aus Lipsi angekommen.

Abschied ist ein scharfes Schwert

Wir treffen Anja und Volpert von der ALICJA, die mit der gleichen Fähre nach Kos gehen, auch sie fliegen, wenn auch mit anderem Ziel, nach Deutschland.

Aufbruchsstimmung

Der „Wasserbus“, der die Dodekanesinseln miteinander verbindet kommt diesmal planmäßig.

Da kommt sie – jetzt geht es ruck-zuck
Die Massen strömen in den, mit laufenden Motoren wartenden, Katamaran
Weg isser – meine Frau geht bis Mitte Oktober nach Deutschland

Ich fahre zurück zu NESSAJA, ein Interessent hat sich angemeldet. Einer der weniger interessant wirkenden, ein Israeli aus unserer Marina – er wolle zunächst „nur einmal schauen“. Ok, auch kein Problem! Ich zeige ihm das Schiff, er stellt Fragen – wir tauschen Konatktdaten, er würde sich melden. Das klingt vernünftig, ist mir in dieser Sekunde aber, offen gesagt, einfach wurscht!

Da steht die Klimaanlage nun – mal sehen wo ich sie final unterbringe

Den Abend verbringe ich weitgehend alleine. Ich muss alles erstmal sacken lassen, mich sortieren und mir einen Plan für die nächsten Tage zurechtlegen. Ich gehe, was sonst, ins „SouVLakki“ zum Abendessen und gönne mir anschließend ein Speiseeis – hier gesellt sich Hans-Peter dazu.

Gerade das Segelkleid von Sotiris geholt…
…setzt sich der „Lonesome Rider“ zum Dinner – wohlverdient
Ein herrlicher Ausklang – trotz Sibylles Abwesenheit nur zwei Kugeln

Meine Idee für die nächsten Tage war, zuerst ELOWYN regenfest zu machen. Es waren Gewitter für das kommende Wochenende angesagt, ich wollte auf jeden Fall vermeiden, dass die Segel noch einmal nass werden.

Hans-Peter bietet an, mir beim Bergen der schweren Lappen zu helfen – das ist ein Wort! Wir vereinbaren, dass wir die nächsten Tage Synergien nutzen und zusammen kochen oder zum Essen gehen – das vereinfacht Vieles.

Gesagt – getan…

Am Folgetag rackern wir bis zum Mittag im Schweiße unseres Angesichts
Bekommen den 10m langen Baum aber ordentlich und wasserdicht verpackt

Obwohl das neue Segelkleid nicht perfekt sitzt, hier muss 2024 nachgearbeitet werden, bekommen wir alles so hin, dass es ordentlich ist und passt. Wir sind zufrieden mit uns und gönnen uns erst einmal eine Hopfenkaltschale auf der Terrasse des „Skipper´s“.

Hat´s in sich

Ich erhalte eine Lehre – kein Bier vor vier! Das hat seinen Grund! Ich gehe nach dem Bierchen auf´s Schiff um etwas zu pausieren – in der Mittagshitze ist es nicht so nice zu schuften. Später wollen wir noch die Fock herunternehmen…

Mein Telefon klingelt! WARUM, WIESO, WO BIN ICH?

Ich liege auf meinem Bett und habe fest geschlafen – das 0,3er Bier hat mich umgehauen. Die WhatsApp von HP ist als Frage formuliert – „…geht heute noch was?“ Es ist 17.10 Uhr!

Klar! A bißl was geht immer…

Die Kutterfock der ELOWYN liegt darnieder – geschafft

Wir rappeln uns also auf und bergen noch die Kutterfock die etwa so groß ist wie unsere 140% Genuas. Dennoch bekommen wir das Trum ordentlich gefaltet und verpackt – das Tagwerk ist geschafft.

Ehrensache, dass der fleißige Helfer eine Einladung zur Riesenpizza erhält. Stegnachbar Ulrich schließt sich der „Strohwitwertruppe“ an.

Ein netter Abend mit kurzweiligen Gesprächen

Manchmal brauchst Glück – Ulrich erzählt, dass er morgen seine Tauchflaschen zum PADI Tauchcenter bringen würde. Auf meiner Liste von Volker gibt es den Punkt „Tauchflaschen warten lassen“ – ich erkenne auch hier Synergie Effekte. Auf Nachfrage bietet der Schwabe an, mir meine Flaschen mitzunehmen…

Perfekt! Auch heute klingt der Tag bei einem Eis aus – normal nicht der Rede wert, ich weiß, aber wenn es doch so ein nettes Bild vom schmachtenden Merlin gibt!

Krieg ich was??? Darf ich den Becher ausschlotzen?

Der nächste Morgen beginnt schmerzhaft. Ich habe einen Pickel am Schienbein. Eklig – normal kein Thema für den Blog – aber hier ging es, meiner Einschätzung nach, um Leben und Tod! Denn leider habe ich punktieren wollen und wohl falsch gezielt. Ich hatte auf einmal einen riesigen Eumel unter der Haut und dachte zunächst, ich würde an einer Sepsis sterben.

Autschn

Ich informiere Sibylle und Hans-Peter über mein bevorstehendes Ableben. Die Reaktionen der Beiden waren unterschiedlich – Sibylle schimpft mich erstmal zam, weil ich „…wieder dran rumgefuhrwerkt habe“, Hans-Peter meint lapidar, „…nimm´ eine Salbe, Du wirst nicht sterben!“ – und reicht mir wortlos die Tube.

Nun, er sollte Recht behalten, ich bin auf dem Weg der Besserung. Gequält hat mich das Ding allemal – nämlich bei der Sklavenarbeit schlechthin, dem Bergen der großen Genua.

Das Tuch, das lässig 200kg wiegt, ist kaum zu bändigen, wir brauchen einen dritten Mann! Zusammen mit Benno von der CARPE DIEM rollen wir das riesige weiße Tuch aus und öffnen das Genuafall – schon rauscht das Monster auf´s Deck.

Auch hier stellen wir einen kleinen Schaden fest, welcher im Winter repariert werden muss – der Punkt addiert sich zur Liste.

Keder gebrochen, da brauchts es ein paar Stiche
Letztlich obsiegen wir und bändigen auch Vorsegel Nummer 2
Nur noch verstauen

Wir leeren die Segellast und machen sauber. Wir reinigen die Bilge, wischen kurz aus und verstauen anschließend die riesigen Segelsäcke. Oben auf kommt der 220qm Gennaker, der soll verkauft werden und muss zugänglich sein. Eingeräumt werden die bleischweren Säcke mit dem Fockfall und den Hydraulikwischen – schnell „mit der Hand reinheben“ funktioniert hier nicht!

Ulrich schaut vorbei und erinnert an die Tauchflaschen – ja, stimmt, fast vergessen! Ich räume die beiden Druckbehälter aus ihrer Staukiste und stelle sie für den Transport parat, wieder ein Punkt weniger auf der Liste. Hier schonmal ein herzliches DANKESCHÖN für die Unterstützung!

Schon alt – hoffentlich geht noch was

So neigt sich der Monat dem Ende zu. In dieser letzten Phase des August ist hier auf Leros richtig was los, es wird der 80. Jahrestag der „Schlacht um Leros“ gefeiert, letztlich der Tag der Befreiung von der deutschen Besatzung.

Ich verstehe das Ansinnen solcher Feiern, bin dabei auch der Meinung, dass man manche Dinge nicht in Vergessenheit geraten lassen soll. Dennoch bin ich kein Fan von solchen Paraden, zumal dann, wenn nicht nur Einheimische feiern, sondern auch Angehörige dritter Nationen Bilder ihrer verstorbenen Uropas durch´s Dorf tragen.

Wie auch immer, ich toleriere hier jede Meinung, nehme aber aufgrund meiner eigenen nicht an solchen Paraden teil – die Bilder hat mir Marietta geschickt…

Die Marine salutiert
Schüsse als Ehrensalve

Während dieses Endspurts des neunten Monats des Jahres 2023, holt mich ein weiteres großes ELOWYN Projekt ein. Ihr erinnert euch, Giorgos war zum Messen der Solarplanung auf dem Schiff – jetzt wolle er das Projekt besprechen, er habe sich erste Gedanken gemacht…

Ja, so könnte es klappen – nur größer müssen sie sein

Ich fahre also zum Gespräch nach Kamara und stelle rasch fest, dass er den Träger super geplant hat, aber die Solarmodule viel zu mickrig ausgelegt sind. Ich recherchiere also selbst und erkenne schnell, dass wir statt seiner veranschlagten 68cm rund 103cm brauchen würden – das müssen wir hinbekommen – ich informiere meinen Freund…

Das Maß muss untergebracht werden

Wenn wir es laut meiner Maßgabe hinbekommen, dann würden wir 900Wp draufpacken können, das wäre für den ersten Step ausreichend. Ich muss also noch einmal nachmessen – der Ball liegt in meinem Spielfeld!

Den Abend beenden Hans-Peter und ich bei einem sehr preiswerten Dinner im „Gia Sena“ – eine echt unterschätzte Adresse. Super Service, sehr gutes Essen, große Portionen – nur auf´s „fancy“ Ambiente muss man verzichten. Wer das kann, ist hier gut aufgehoben.

Gefüllte Hähnchenroulade auf Spaghetti (plus 1/2 Griechischer Salat, plus 1 Bier) 13.-€

Der letzte Tag bricht an. Was wird der September noch für mich parat halten? Wenn alles geklappt hat, dann ist heute Nacht mein Freund Werner mit dem Wohnmobil angekommen – ich muss mal sehen ob der einem Omnibus gleiche Riese irgendwo geparkt steht…

Gut angekommen

Da scheint also alles geklappt zu haben. Das freut mich! Im späteren Verlauf des Tages werde ich mit Werner bei Marietta eine Art Brunch einnehmen – wir haben viel zu besprechen, ich will mich schließlich um den Verkauf seiner ALENA kümmern. Ich freue mich jedenfalls, dass der Haudegen wieder zurück ist.

Den Rest des Tages schreibe ich an meinem Blog – ich tippe Buchstaben zu Wörtern bis die Uhr zum Aufbruch mahnt! Hans-Peter und ich haben einen Termin bei der Crew der SUNNY SIDE UP, Roland und Mireille, wir sind in deren Haus zum Grillen eingeladen.

Um kurz vor 19.00 Uhr besteigen wir Hans-Peters Pick-Up und fahren nach Vromolithos. Auf dem Weg dorthin schlagen wir einen Haken zur Spirituosenhandlung von Stratos, eine Flasche Rosé soll unser Gastgeschenk sein.

Los geht´s

Während ich also den Wein kaufe, sehe ich einen Wagen mit Blaulicht an Hans-Peters Wagen parken. Ich traue meinen Augen kaum, die zwei Polizisten machen eine mustergültige Verkehrskontrolle!

Fahrzeugpapiere? Ja, hier bitte! Versicherungsnachweis? Haben wir nicht! Verduzt schaut der Beamte – wie haben wir nicht? Bis zuletzt bleibt ungeklärt, was er sehen wollte, die „Grüne Karte“ ist in GR nicht vorgeschrieben und einen Zettel wie er in GR üblich ist, gibt es in Deutschland nicht. Aus dieser Pattsituation resultiert die unvermeidliche Frage – „…wie lange ist der Wagen in Griechenland?“

Nun, aus heutiger Sicht kann mein saarländischer Freund wahrheitsgemäß antworten ohne in Bedrängnis zu geraten – das könnte anders ausgehen.

Eine Verkehrskontrolle auf Leros, spooky…

Wir werden mit einer Verwarnung entlassen und dürfen fahren. Pünktlich treffen wir bei Mireille und Roland ein, auch deren Nachbar Claude ist zu Gast.

Der Ausblick – wie immer ein Traum
Ich genieße das – die Weichen stehen auf Haus
Merlin durfte auch mit

Roland heizte den Grill an und legte ordentlich auf – das Gegrillte war vorzüglich und wir alle mampften als gäbe es kein Morgen mehr. Das war eine sehr nette Einladung, Danke dafür!

Ouzo zum Aperitiv, dazu Knabbereien
Erste Runde – Hähnchenkeulen

Zur zweiten Runde wurden saftige und auf den Punkt gegrillte Rindersteaks kredenzt. Dazu gab es Mireilles hausgemachten Kartoffelsalat – so einfach und doch so lecker!

Das Menü wurde durch einen Pflaumenkuchen und eine Tasse Kaffee abgerundet.

Rolands Pflaumenkuchen

Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten – Segeln, Häuser auf Leros, Urlaube mit dem Motorrad – ich habe von unseren Erfahrungen und Erlebnissen berichtet, die anderen von den Ihren. Es war ein spannender und kurzweiliger Austausch – der Abend verging wie im Flug!

Diskussionen bis nach Mitternacht

Zwischendrin ruft Sibylle an – sie bestellt schöne Grüße an alle und erzählt von den ersten Tagen ihres Besuches in Deutschland. Sie ist glücklich die Enkel und Kinder wieder zu sehen, natürlich wurde die kleine Heidi willkommen geheißen und durfte sich an die „Oma aus Griechenland“ gewöhnen.

Yassou Heidi, willkommen auf dieser Welt

Nun sitze ich wieder hier – ich sitze in meinem Zuhause, meinem Segelboot NESSAJA und tippe die letzten Zeilen des Blogberichts 09/2023.

Das Bild von Sibylle macht mich glücklich. Es zeigt, dass es mehr gibt als nur um die Welt zu segeln. Ich weiß, dass auch für mich die Zeit kommt, in der die Nähe zu den Enkeln und unseren Kindern wieder eine größere Rolle spielen wird. Bis es soweit ist, möchte ich aber noch (er)leben und die sprichwörtliche Freiheit, die besondere Form von Zwanglosigkeit und des ungebunden Seins genießen.

Der Grundstein dafür ist durch die Übernahme der Verantwortung für die ELOWYN, während der Abwesenheit der Eigner, gelegt – ich habe eine Aufgabe genau nach meinem Gusto. Ob wir nun in einem Haus wohnen oder auf NESSAJA bleiben werden ist ungewiss, aber irgendwo in dieser Schnittmenge wird sich eine Lösung finden.

Ausblick auf Oktober – Sibylle kommt am 12.10. zurück. Bis dahin gilt es die Projektarbeiten an ELOWYN voranzutreiben und die Listen abzuarbeiten. Mit Werner muss ich die Modalitäten für den Verkauf seiner Hallberg Rassy festlegen.

Spannend wird wohl, ob die Interessenten für NESSAJA am Ball bleiben. Vielleicht verkauft sich unser Schiff schon im kommenden Monat. Ich bin sicher, dass wir nach Sibylles Rückkehr auch weiter am Thema Haus hirnen werden – vielleicht tut sich auch an dieser Front schon etwas – turbulente Zeiten in jedem Fall.

„Repapis“ schließt vom 10.10. bis zum 18.10. – ich werde an einer Überlebenstaktik arbeiten müssen – sicher wird mir aber für die Fans der Eisbilder eine Lösung einfallen… 😉 – stay tuned!

Danke für´s Lesen und euer Interesse – es grüßt herzlich die Crew der NESSAJA

Mario & Sibylle

NESSAJA for sale – Es gibt kein´ Weg zurück

International Information – following description of NESSAJA is in German language – if you want to find the official „boat24“ advert with automatically translation – click here!

Es ist soweit – der Titel des Wolfsheim Songs aus 2003 ist Programm. Wir haben uns dazu durchgerungen, unsere NESSAJA anzubieten und hoffen, dass wir einen sympathischen Käufer finden, der unsere Idee fortführen wird.

Das Schiff hat besseres verdient, als in der Marina als Appartement zu dienen.

Dufour 43CC – ein Blauwasserschiff

NESSAJA ist eine Dufour 43CC, das Kürzel CC weist auf die rare Centercockpitversion hin. Das Schiff wurde 1999 zu Wasser gelassen, ich bin der dritte Besitzer, wobei mein Verkäufer das Boot nur wenige Monate besaß. Sibylle und ich nennen NESSAJA seit 10/2014 unser Eigen, wir haben sie seither stetig gepflegt und verbessert.

Alle Upgrades um darauf zu leben

Das Schiff ist 12,86m lang und hat eine auffällig große Breite von 4,30m – dies gibt im Innenraum ein herrliches Raumgefühl. Für eine 43 Fuß Yacht wirkt die Dufour CC sowohl innen wie auch außen recht groß. Der Tiefgang beträgt 1,90m.

Das Nominalgewicht dieses Schiffes liegt laut Prospekt bei etwa 8,5 Tonnen, dies dürfte für die „Grand Large“ Version mit Bleikiel schon damals eine optimistische Einschätzung gewesen sein. Wir gehen heute von einem Gesamtgewicht (reiseklar) von etwa 12 Tonnen aus.

Das ideale Langfahrtschiff

Weitere technische Details findet der geneigte Interessent hier!

Wir haben uns NESSAJA im Jahr 2014 gekauft, um sie für eine „große Blauwasserfahrt“ zu präparieren. Von 2014 bis 2021 haben wir sie zweimal im Jahr für Urlaube genutzt und nebenbei stetig verbessert und aufgewertet.

Welche Arbeiten erledigt wurden und was dabei alles, zum Teil mehrfach, erneuert wurde könnt ihr in dieser Zusammenfassung nachlesen.

Sicher und vollumfänglich ausgestattet

NESSAJA hat ihren Liegeplatz in der Leros Marina Evros auf der griechischen Insel Leros. Leros ist eine Insel des Dodekanes, einer Inselgruppe im Osten der Ägäis, gegenüber der türkischen Küste.

Die Marina ist sehr sicher, es sind alle Geschäfte und Gewerke auf der Insel zu finden. Die Marina selbst bietet zahlreiche Services an.

Wir waren die ganze Zeit hier und über all die Jahre sehr zufrieden. Der Liegeplatz kann bei Bedarf und nach Absprache mit der Marinaleitung übernommen werden.

NESSAJAs Liegeplatz

Über die Jahre ist so natürlich einiges an Ausrüstung zusammen gekommen – soviel, dass ich behaupten möchte, dass NESSAJA der perfekte Blauwassercruiser in dieser Preisklasse ist und es, bezüglich der Ausstattung, durchaus mit den „Großen“ aus Skandinavien aufnehmen kann…

Wie ich zu dieser Aussage komme? Das könnt Ihr hier mal überfliegen!

Alles drin – alles dran! Das Boot ist reiseklar

Ich erwähne nur die „dicken Brocken“ – LiFePo4 (600Ah), Ladegerät / Inverter (120A / 3000W), Solar (600Wp), Windgenerator, Kutter, Davits, Waschmaschine, Generator 6,5kV, Watermaker 90ltr./h, Eberspächer 5kW, Navigation Garmin komplett (2 x 12´´ Plotter), Gefrierbox und so vieles mehr – ihr habt es ja in der Liste gesehen.

Macht eine gute Figur

Nun läge ja der Verdacht nahe, dass viele der Dinge auch schon in die Jahre gekommen sind – dies ist aber nicht so! Ich habe im Februar 2022 angefangen unsere Wünsche und Vorstellungen an unser WOHNSCHIFF langsam umzusetzen. In der Zeit bis 05/2023 habe ich NESSAJA einem großen Refit unterzogen für das ich 50.000.-€ alleine an MATERIAL investiert habe – natürlich habe ich alle Rechnungen.

Was genau gemacht wurde, habe ich in kurzen Projektbeschreibungen erfasst – lest das bitte hier nach.

Ein schöner Rücken…
Alles hochwertig, alles stabil

Im April 2022 waren die Arbeiten am Unterwasserschiff abgeschlossen. Es wurde alles erledigt was anfiel. Dabei wurden zum Beispiel ALLE Rumpfdurchbrüche und Seeventile durch TruDesign Ware ersetzt! Natürlich wurde die Manschette des Saildrive ersetzt (innen und außen). Nach etlichen Kleinarbeiten wurde poliert und Antifouling gestrichen bevor das Schiff wieder an seinen Liegeplatz verbracht wurde.

Das Unterwasserschiff im April 2022
Alle Details beachtet
Hat sich 2023 bewährt

Das wichtigste Projekt war uns die Energieversorgung – alles sollte modern und auf aktuellem Stand sein, kein Herstellermix sollte verwendet werden und es war wichtig, dass alle Komponenten gut miteinander kommunizieren würden.

Zudem wollten wir das Schiff weitgehend autark aufstellen.

4 x 150Wp Solar, modernste Technologie, zwei Kreise (links und rechts)
Mit hochwertigen Teilen fachgerecht verbaut
Unterstützt durch einen 420W Windgenerator

Alle Systeme sind smart über das Mobiltelefon auslesbar und teilweise über das Smartphone oder das Internet fernsteuerbar. Die Systeme sind aufeinander abgestimmt, gruppenrein und kommunizieren perfekt miteinander. Die Überwachung ist somit einfach.

Windgenerator über das Smartphone
Energiehaushalt über ein Victron Display

Auf der Versorgungsseite, das heißt zwischen Landstromanschluss und Verteilertafel, wurden alle Kabel weitgehend neu gemacht und individuell angepasst.

Ich habe mich für eine Victron Komplettlösung entschieden, welche platzsparend im Technikkompartement verbaut wurde.

Auf engstem Raum – alles da

Der Generator oder der Landstromanschluss versorgen das Herzstück der Anlage, den Quattro 12V/120A/3000W, mit Strom, um die Batterien zu laden und über diese dann – als 230V oder 12V Spannung – an die Verbraucher zu geben. Stehen keine 230V zur Verfügung, werden die 12V der drei Victron LiFePo4 (je 200Ah) in 230V Wechselspannung konvertiert. Die 3000W Spitzenleistung des Inverters stellen sicher, dass jedes 230V Gerät auch ohne Wechselstromeingang betrieben werden kann.

Der Landstrom ist abschaltbar ausgelegt.

Landstromabschaltung

Auch die Kabel und sicherheitsrelevanten Schaltungen wurden erneuert, um wirklich sicher zu sein, dass alles wie gewünscht funktioniert.

FI und Leitungsschutz – neu

Um sicher zu gehen, dass auch später jederzeit ein Eingriff oder eine Reparatur möglich ist, wurde jede Änderung im Schaltplan vermerkt.

Es bleibt anzumerken, dass für das Schiff jegliche Literatur vorhanden ist. In Papierform oder digital – vom Werkstatthandbuch für den Motor bis hin zur Bedienungsanleitung des Radios.

Schalttafel mit 230V und 12V Seite – alles funktioniert

Zu diesem Zeitpunkt macht es Sinn, auf die komplett neue Navigationsanlage hinzuweisen. Diese ist eigentlich für ein Boot dieser Größe etwas am „oberen Rand“ ausgelegt – ich habe sie als drei Jahre altes System von der Gunfleet eines Freundes kaufen können.

Da die Anlage (fast) komplett war, musste ich nur ein paar Teile, wie zum Beispiel den elektrohydraulischen Linearantrieb, zukaufen um NESSAJA navigatinosseitig auf aktuellem Stand der Technik zu haben – vom Windmesser im Masttop bis hin zum Airmar Geber in der Bilge, vom zweiten 12 Zoll Plotter am Steuerstand, bis hin zu den Einzelinstrumenten im Navpod am Niedergang.

Plotter im Navigationsmodus
Plotter im (einstellbaren) Hafenmodus – Tankanzeige und Wassertemperatur
Plotter als Windinstrument

Der angesprochene Navpod wurde aufwändig und mit individuell gefertigten Haltern und Kabelkanälen an seinen Platz montiert.

Navpod von Scanstrut nebst den Anzeigeinstrumenten
Navpod am Niedergang
Plotter an der Steuersäule

Die meisten Edelstahlarbeiten wurden als Individualarbeiten beauftragt und geben dem Boot ein Alleinstellungsmerkmal – hier ist allen voran das Hardtop als Träger für die Solarmodule zu nennen. Neben den erwähnten Haltern für den Navpod aber auch die aufwändige Anpassung der Steuersäule und der Pole für den Windgenerator nebst Kran für den Außenbordmotor.

Um das Bild von außen zu vervollständigen, hier noch ein paar Details und Informationen…

Vordeck
Centercockpit
Auspuff der Eberspächer Dieselheizung 5kW
Trompete und Mastbeschlag für den Carbon Spinnakerbaum – zum Ausbaumen der Genua
Neue Sprayhood aus Sunbrella
Sieht wieder schön aus

Um abends bequem in die Taverne tuckern zu können, haben wir uns ein neues Dinghy in die Davits gehängt – die Entscheidung fiel auf einen „3-D Tender 270UL“, ein sehr leichtes Hypalon RIB mit Aluboden, welches von einem Suzuki DF6 angetrieben wird. Dieser war kürzlich erst beim Service.

Der neue Shuttle zur Taverne

Werfen wir einen Blick nach innen – auch hier wurde sehr viel angepasst und umgebaut. Zuerst muss die Sitzgruppe genannt werden. Diese wurde verkleinert um Raum für die „Technikecke“ zu schaffen.

Die neue Technikecke
Platz für die Waschmaschine und die Heizung
Idealer Platz für den Bildschirm
Gemütliches Ambiente

Aus dem Hocker in der Vorschiffskabine wurde ein zusätzlicher Stuhl für den Salon, so wird der Raum optimal ausgenutzt.

Salonsitzgruppe – ausreichend Platz für sechs Personen
Platz hervorragend genutzt
Für gemütliche Runden

Der frei gewordene Platz in der Vorschiffskabine wurde geräumt, um dort einer 12V/230V Kühl-/Gefriertruhe Platz zu machen. Diese wurde zu einem Bänkchen umfunktioniert, um den Gesamtcharakter der Vorschiffskabine beizubehalten.

Kühltruhe dient gleichzeitig als Hocker

Hier noch ein paar abschließende Bilder, welche einen Rundumblick im Salon zeigen – so bekommt der Interessent einen vollumfänglichen Eindruck.

Salonbereich gesamt
Salonbereich mit Niedergang
Salon mit Technikecke
Blick zum Navitisch
Blick in die Pantry
Pantry

Im Salon unter der Niedergangstreppe ist die „Hausinstallation“ zu finden. Hier wird der Wassermacher und der Generator bedient und auch die Elektrik und die Heizung überwacht und gesteuert.

Bedienelemete für die Hausanlagen
Heizung sorgt für wohlige Wärme im Winter

Um es nach Einbruch der Dunkelheit gemütlich zu haben, ist sowohl im Salon als auch in der Master-Cabin eine Ambientebeleuchtung verbaut. Diese sorgt für eine angenehme Atmosphäre nach einem langen Segeltag.

Ambientebeleuchtung Masterkabine

NESSAJA ist eine zwei Kabinen Version – ideal für ein Paar auf langer Fahrt, für die kleine Familie oder zwei Paare.

Hier einige Eindrücke der Kabinen – beide sind angenehm groß und bieten genug Lebensraum. Beide haben ein en-suite Bad mit Dusche, in der Masterkabine ist die Dusche räumlich getrennt!

Inselbett Masterkabine achtern
Andere Perspektive
Mobiliar und Schränke backbord – zu sehen auch ein Wasserschaden an der Seitenverkleidung (Erklärung später)
Dusche Masterkabine – Grohe
Groß und mit Vorhang abtrennbar
Badezimmer Masterkabine – beheizt

Im achterlichen Bad der Masterkabine wurden alle Armaturen auf Grohe – Haushaltsware umgebaut. Hier duscht man fast wie daheim.

Auch die Vorschiffskabine ist üppig. Auf NESSAJA haben die Gäste genug Raum und Privatsphäre – hier einige Eindrücke.

Blick durch die Kabinentüre
Gästebett
Schränke und Kästchen bieten ausreichend Stauraum

Auch das Bad in der Gästekabine ist nicht von schlechten Eltern!

Duschbad – Nasszelle
Eigene Toilette für die Gästekabine

Ein tolles Boot – gibt es gar nichts zu beanstanden?

Doch! Hier folgt ein offenes Wort…

NESSAJA ist 24 Jahre alt – an so einem Boot gibt es immer etwas zu arbeiten. Ich habe auf technischer Seite und im Wohnbereich ordentlich vorgelegt, hier dürfte ein paar Jahre Ruhe sein.

Darüber hinaus habe ich mir die offenen Punkte in Projekte gegliedert, welche ich priorisiere und dann angehe und abarbeite. Hier könnt ihr meine „offene Punkte Liste“ sehen.

Dazu sind zwei Dinge wichtig zu wissen – das Deck zu überarbeiten ist wichtig! Ich habe Kostenvoranschläge für eine Überarbeitung des Teakdecks (6.500.-€), einen Ersatz mit Flexiteek (12.000.-€) und hätte in Erwägung gezogen, es abzubrechen und mit AWL-Grip zu streichen. Das soll nun der neue Eigner entscheiden. Die Umsetzung soll zeitnah erfolgen, es gibt Wassereintritte an ein paar Stellen – wir bekämpfen das, es muss aber für Abhilfe gesorgt werden.

Das Rigg wurde überprüft – es besteht kein Handlungsbedarf. NESSAJA segelt gut! In der Vorbereitung für eine Weltumsegelung wäre es meiner Meinung nach empfehlenswert, das stehende und laufende Gut zu tauschen. Ebenso wäre es sinnvoll unter solchen Vorgaben über einen Satz neuer Segel nachzudenken.

Der Motor ist ein Volvo Penta MD22 mit 60PS und Stand September 3.953h, er läuft einwandfrei und wurde vollumfänglich gewartet, einschließlich Zahnriemen.

Es fehlt eine letzte Information – der Angebotspreis!

NESSAJA wird für 139.500.-€ angeboten

„Immer vorwärts Schritt um Schritt
Es geht kein Weg zurück
Was jetzt ist wird nie mehr ungeschehen
Die Zeit läuft uns davon
Was getan ist ist getan
Und was jetzt ist wird nie mehr so geschehen“

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…