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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Februar 2024 – Net gebor´n für die Welt

Wieder einmal schafft es ein STS Song, Headline des Monats zu werden. Dieses Lied der drei Barden aus Österreich ist weniger bekannt, hat aber einen sehr guten Text – wie immer aus dem Leben gegriffen. Den kompletten Text hänge ich, für die Interssierten, zum Schluss des Berichtes an.

Mich hat im Februar besonders diese eine Strophe verfolgt – ich musste doch noch meinen Fäkalientank reparieren…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Dieser Satz stimmt generell, trifft aber besonders bei Bootsreparaturen ziemlich häufig genau ins Schwarze. Blicken wir also zurück auf den Monat, den ich überwiegend alleine auf Leros verbrachte, weil Sibylle in Deutschland weilte…

Wie sooft zu dieser Jahreszeit wird die Buchtausfahrt von Lakki in einen spektakulären Sunset getaucht…

Für mich begann der Monat, mal wieder, mit einem „Kopfschüttelerlebnis“. An dem Fleck, an dem ich immer die Bilder der Buchteinfahrt von Lakki mache, ein Ort am Marinarand, dennoch direkt an einem Haupt-Durchgangsweg – eben an diesem Ort, stellt sich am hellichten Tag John der Kanadier hin und pisst an den Wegesrand.

In einer Schaltsekunde meines Gehirns passiert Folgendes gleichzeitig – ich denke, was wäre wenn das alle machen würden, ich lege mir die Worte zurecht, die der Situation gerecht werden, überlege die Lautstärke und den Tonfall meines Ausbruchs und frage mich, was da wohl bei der Erziehung schief gelaufen ist…

Der Ertappte schüttelt noch an seinem Gemächt und lächelt mir zu – und was mache ich??? Nichts! Ich bin sprachlos! Das passiert nicht oft, aber der ungehobelte Ex-Nachbar hat es geschafft. Zwei Tage später reist das Paar ab – mir wird er nicht fehlen.

Ich muss derzeit auf einem italienischen Schiff „Kabel aufräumen“! Das ist ein unschöner Auftrag – man macht stundenlang rum, das Ergebnis, welches sich sehen lassen kann, verschwindet dann aber hinter einer Klappe. Ich gebe mir Mühe – vermutlich bin ich der Richtige für solche Jobs…

Ich baue dem Amici eine Verteilerdose ein, beschrifte, sortiere seine NMEA2000 Anschlüsse neu

Später erfahre ich, dass der zunächst so emsige, überzeugte Amici beim Anblick der Rechnung Fotos sehen wollte – nun, so ist das eben, Qualität hat seinen Preis 😉

Die Arbeiten an diesem Schiff stagnieren nun, der Kunde möchte ein Nebelhorn mit einem „BEEEP“- tja, das muss er wohl selber beschaffen. Ich widme mich anderen Aufgaben.

Zum Beispiel der Gehirnertüchtigung rund um meinen Öltest – mein Käufer Gerald hat das erhaltene Ergebnis „Glykol im Öl“ inzwischen quantifizieren lassen. Ich halte das, nun exaktere, Auswertungsblatt in den Händen.

Rund 3g Glykol auf 1kg Öl

Ich kann mir unter der Menge nichts vorstellen und beginne zu rechnen. Das nervt mich – ich sitze hier und bin der Überzeugung, einen gesunden Motor zu haben, trotzdem rechne ich rum, wieviel nun 3g Glykol in der Praxis sind…

Also – auf meine 6 Liter Öl ist das rund ein Esslöffel!

Und nun? Der Käufer schlägt allen Ernstes vor, den Motor zu zerlegen! NEVER! Nur über meine Leiche! Dieser Motor wird zerlegt wenn er nicht mehr funktioniert und Anzeichen eines Schadens zeigt. ICH werde diesen Motor nicht zerlegen solange das Schiff mir gehört und denke nicht im Traum daran, dies aus Prophylaxegründen zu tun oder mich irgendwie geartet daran zu beteiligen.

So, oder zumindest fast so, teile ich das Gerald mit – und sende ebenso einen Vorschlag für die weitere Vorgehensweise…

ICH kaufe einen zweiten Öltest – das ist mittlerweile geschehen…

Das Paket kommt in Deutschland an – Sibylle bringt es mit

…der Test wird wiederholt und das Ergebnis wird dann ein Entscheidungskriterium – bestätigt sich die Erstanalyse, dann werde ich den Verkauf von NESSAJA ohne weitere Erklärungen und ohne Verhandlungen abbrechen. Zum Thema Motor habe ich mich klar positioniert und das diskutiere ich auch nicht mehr.

Sollte das Ergebnis anders ausfallen, dann geht der Prozess des Verkaufs weiter. Warum glaube ich das? Weil ich denke, dem Grund auf die Schliche gekommen zu sein – ich bin überzeut, dass die Pumpe, mit der ich die Probe entnommen habe, kontaminiert war. Mit ihr hatte ich ein paar Wochen zuvor Frostschutz aus einem Generator gepumpt.

Und ein Esslöffel auf 6 Liter Öl sind eben nur ein paar Tropfen auf die Testmenge von 50ml.

Ergebnis offen – NESSAJA ist verkauft, oder nun doch nicht? Es bleibt spannend, das Schicksal hat noch etwas mit uns vor!

Ich lenke mich ab und sehe nach Werners ALENA, auch bei ihr ist sicher zu stellen, ob die Starkwinde der letzten Tage keinen Schaden angerichtet haben. Und siehe da…

Einer der Fender war geplatzt

Keine große Sache! Ich suche in den Kisten der Schwedin nach brauchbaren Ersatz, finde einwen Ersatzfender und bringe diesen an – check! Darüber hinaus lade ich ALENAs Batterien noch über 24h auf und lüfte mal wieder richtig durch. Alles in Butter auf´m Kutter – die Hallberg-Rassy macht eine gute Figur für ihren potentiellen Käufer – es scheint einen neuen Interessenten zu geben!

Schön liegt sie da

Das letzte Wochenende bevor Sibylle nach Deutschland fliegt! Sie ist ein wenig im Reisefieber. Packstress und die Vorfreude auf Kinder und Enkelchen wechseln sich ab – wobei die Vorfreude überwiegt.

Sie wird vier Wochen weg sein – alles will gut geplant sein, Termine fixiert? Nix vergessen? Sie wirbelt herum wie ein Derwisch.

Gleichwohl hilft sie mir, auf den uns anvertrauten Schiffen der Freunde, nach dem Rechten zu sehen. Unser Sorgenkind dabei ist EDINA, sie bekommt von irgendwo her Frischwasser in nicht unerheblicher Menge – heute dachte ich, die Ursache gefunden zu haben…

Wenn der Abfluss mal verstopft ist…

Leider bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher – denn die Dichtung des Deckels war intakt, der Inhalt trocken. Ob der verstopfte Abfluss der Decksluke daher reicht um hunderte Liter Wasser in die Bilge zu lassen? EDINA wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen – weit mehr als geplant!

Ich ziehe weiter von einem Boliden zum nächsten – auf ELOWYN ist alles ok.

Ich selber brauche ein Bild von Volkers Fernglas – warum verrate ich euch später…

Tschengpeng – da isses

…der Freund höchstselbst, bittet hingegen um eine Aufnahme seiner Klampe(n) – die Messe „boot2024“ in Düsseldorf müsse nachbereitet werden und man wolle da etwas nachsehen.

Natürlich weiß ich, dass er präzise Dreiseiten-Aufnahmen erwartet – aber ich locke ihn erstmal mit einer anderen Perspektive aus der Reserve 😉

Die Klampe – ins rechte Licht gerückt, nice oder?

Die Sonne steht tief, wir gehen zurück auf NESSAJA, der Tag nimmt sein Ende, wir haben viel geschafft!

Auch mit der Sonne im Rücken, bietet sich ein herrliches Licht – beim Betreten unseres Zuhauses blicken wir stets über die Marina – schön!

Wunderschöne Stimmung – fast jeden Abend

Kurz vor ihrer Abreise schafft es meine Frau noch einmal, mir eine gewisse Fassungslosigkeit ins Gesicht zu zaubern. Ein Segelbekannter hat die brutale Aufgabe, die persönlichen Dinge seiner verstorbenen Frau aus dem Schiff zu räumen – dabei bietet er Sibylle Schuhe von ihr an. Sibylle, sonst wirklich etepetete in solchen Dingen, nimmt freudig an. Ich verstehe es bis heute nicht – aber ich muss auch nicht alles verstehen.

Es war jedenfalls schön zu sehen, wie dieser Mann sich von Sibylle die Auffangstation für Hunde hat zeigen lassen und dann tagtäglich im Hundeshelter ausgeholfen hat – die Tage hier, waren vermutlich etwas Ablenkung in dieser harten Phase.

Eine seltsame Stimmung machte sich breit, das wollten wir etwas abfedern. Wir wollten den Sonntag nutzen und haben einen kleinen Spaziergang nach Lakki gemacht, um uns dort ein Eis zu gönnen.

Der Blick auf die Marina von gegenüber – herrliches Wetter, aber keine Spur von meinem Schlapperl
Endlich mal wieder – das Eis war perfekt! Wie immer…
Auch Sibylle genießt die köstliche Leckerei von „Repapis“

Die noch verbleibende Zeit galt es zu nutzen. Das Wetter war herrlich und Sibylle würde bald abreisen – immerhin für einen ganzen Monat. Was wäre also noch sinnvoll zu tun???

Genau, ein Haarschnitt! So dauerte es nur eine kure Zeit, bis der kleine Trimmer über meinen Kopf flitzte und die Wolle nur so davonflog!

Das sollte bis nächsten Monat reichen

Kurz nachdem wir die Barber-Session beendet hatten, brach schon der Sunset an. Da wird es auch recht schnell frisch, so zogen wir uns in unser beheiztes Zuhause zurück.

Ein Spektakel – jeden Tag

Thema Heizen – das haut bis jetzt in diesem Winter recht gut hin. Im Moment läuft die Heizung morgens für zwei, drei Stunden und dann während des Abends – da kommen auch nochmal vier, fünf Stunden dazu. Ein Blick auf die Tankuhr verrät, dass wir bisher rund die Hälfte unserer 230 Liter verbraucht haben. Wir werden also, wie letztes Jahr, rund 200 Liter Diesel zum Heizen brauchen. Die Kosten hierfür kann jeder selbst rechnen, günstiges Heizöl bekommen wir leider nicht.

An diesem Abend, dem Abend vor Sibylles Abreise – finde ich in Facebook die Annonce eines griechischen Freundes…

Wäre das was für Sibylle?

Ich zeige Sibylle den angebotenen Scooter und bespreche mich mit ihr. Kurz darauf rufe ich Tasos an und vereinbare mit ihm eine Besichtigung am nächsten Tag. Er wohnt in der Nähe des Flughafens, ich kann den Roller ansehen, nachdem ich Sibylle zum Airport gebacht habe.

Wir gehen ins Bett – morgen heißt es früh aufstehen!

Gäääähn, wie spät ist es? Hat Morgenstund´ wirklich Gold im Mund? Mir egal – ich bevorzuge Kaffee! Sibylle zerrt den Reißverschluss der großen Tasche zu, ab ins Auto damit! Das Vehikel bekommen wir großzügiger Weise von Thomas von der SIMPLY FREE geborgt – auf geht´s zum Flughafen…

Die Uhr zeigt noch eine 7

Hier in Leros reicht es, wenn man 30 Minuten vor dem Start da ist. Das schaffen wir just in time – Sibylles Reise beginnt! Zuerst das Gepäck aufgeben…

Die Tasche ist nicht voll – aber sie wird es

…dann einchecken und der Gang durch die Sicherheitskontrolle. Ich warte derweil bis zum Boarding. Zu oft ist es schon passiert, dass wegen schlechter Windverhältnisse einzelne Passagiere aussortiert worden sind. Ich will sichergehen, dass mit dem Abflug meiner Frau alles klappt.

Ein letztes Winken – dann steigt sie ein

Nachdem Sibylle eingestiegen ist, mache ich mich auf die Socken. Es ist ein Arbeitstag für mich und ich möchte doch noch den Roller ansehen. Gedacht, gemacht – schon kurze Zeit später, finde ich mich am Hof von Tasos wieder. Da stand das Schmuckstück nun…

Sieht toll aus, oder???

Gekauft? Nein! Meine Frau vertraut mir in solchen Angelegenheiten und ich bin nicht mehr so ungeduldig wie früher, Der Roller war ok und man hätte ihn für den Preis auch nehmen können – aber eben nicht müssen.

Zwei verschiedene Brems- und Kupplungshebel, ein Wackelkontakt am Hauptkabelstrang der Armaturen, ein blindes Scheinwerferglas und ein paar Kratzer, ließen darauf schließen, dass der Scooter seine „nur“ 16.000km auf harte Art und Weise hinter sich bringen musste.

Der Hauptfehler aber war, dass konnte Tasos nicht wissen, dass der Roller komplett mit so einem „Glänzerspray“ eingesprüht war. Ich hasse das! Man konnte ihn kaum anfassen ohne klebrige Hände zu bekommen. Solche Sprays benutzt man um Dinge glänzen zu lassen, die ihre besten Zeiten hinter sich haben – ich will einen ehrlichen Scooter für meine Gattin! Ich, wir, sagen ab!

So beginnt mein erster Tag alleine eigentlich eher ernüchternd. Er bot auch sonst keine Highlights. Wider Erwarten renne ich an Abend eins nicht sofort ins „SouVLakki“ – das hat nämlich noch zu! Ich beschließe zu kochen und mache mir Cordon Bleu – so lässt sich der Abend genießen.

Männerabend – Cordon Bleu, Coke, ein paar Chips und Segler-YouTube

Nach dem Essen heißt es „Klar Schiff machen“ – ich räume die Kombüse auf, spüle Geschirr und trage den Müll noch zur Tonne.

Gleichzeitig bereue ich die Ausgestaltung des Abends, denn die Nacharbeit einschließlich Herd putzen, hat dreimal so lange gedauert wie das Essen. Zudem waren die Waren ja auch nicht kostenlos. Ich beschließe, dass ab jetzt nicht mehr gekocht wird – für eine Einzelperson ist das eine Zeitverschwendung und irrational!

Ich gehe ins Bett – ab morgen beginnt der zweite Teil des Monats. Mario allein zuhause…!

Wolken, aber tendenziell freundlich

Der neue Tag beginnt unspektakulär – es ist eine Arbeitswoche. Ich richte meine Siebensachen zusammen und sehe, welches Schiff ich heute auf meiner Liste habe. Meistens lege ich so um 09.00 Uhr los. Ich blicke zurück zu NESSAJA, ich mag diese Stimmung…

Es muss nicht immer Sonne sein

Es folgt ein Arbeitstag, der nicht beschrieben werden muss. Zum einen natürlich um die Privatsphäre der Bootseigner zu wahren – da bin ich eher sehr zurückhaltend, zum anderen deswegen, weil es meist so 0815 Arbeiten sind, die erledigt werden müssen. Hier eine Bilgenpumpe tauschen, dort ein Bugstrahlruder servicieren…

Nach getaner Arbeit komme ich zurück, sortiere mich, schreibe meine Arbeitsliste und dann ist Feierabend – duschen, mampfen, Video gucken. Alltag eben…

Heute muss ich leider feststellen, dass ich bei Sibylle eine Sockenbestellung aufgeben sollte – die Arbeit hinterlässt Spuren 😉

Vorwitzig lugt der große Onkel aus der Socke – aber ein bisschen gehen die noch…

Am Abend meldet sich Sibylle mit ersten Informationen. Wir besprechen die Post – für mich ein Highlight – ich habe ZWEI Briefe in einem halben Jahr bekommen!!! Ok, immer noch zwei zuviel, aber ein guter Stand wie ich finde.

Sibylle gibt mir auch immer Rückmeldung welche Päckchen schon da sind, so dass ich diese von meiner Trackingliste streichen kann – „…da ist noch eines von Steiner…“ höre ich sie sagen. Das ist gut, denn jetzt wisst ihr gleich, warum ich ein Foto des Fernglases gebraucht habe.

Der Halsgurt für das „Commander“ Fernglas

Mein Freund Volker wollte, dass ich beim Schneider nachfrage, ob man das Schwimmpolster seines verschlissenen Halsgurtes nicht irgendwie nähen lassen könnte. Ich würde das schon gerne tun, halte dieses Ansinnen aber für sinnlos – deshalb entscheide ich, dass ich meinem Freund diesen Tragegurt schenke, aus Freundschaft!

Ich nehme an, dass er den Blog nicht vertieft liest, ich sehe also keine Spoilergefahr 😉

Dann endlich Abendessen – heute auswärts, ich gehe ins „La Nostra“ und gönne mir eine Pizza.

16.-€ und kein Aufwand

Meist schaue ich dann noch ein bisschen Video – wenn Sibylle weg ist, dann habe ich nur die Wahl zwischen YouTube, wo ich meist Seglervideos wähle, oder eben den Mediatheken der Fernsehsender. Hier fällt meine Wahl dann meist auf Reisedokus wie „mare TV“ oder „Wunderschön“.

Heute noch eine Folge des, in meinen Augen, „Katastrophenblogs“ der AQUAREL – dazu als Betthupferl eine Dose Bier – dann geht es ab in die Falle.

Bei der AQUAREL geht viel schief

Ach, weil wir gerade bei der AQUAREL sind – die waren ja meine erste Informationsquelle bezüglich der Deckssarnierung. Bei diesem Thema bin ich einen Schritt weiter.

NESSAJA wird am 29.05. aus dem Wasser gekrant und an Land gestellt. Ich habe mir einen Platz erbeten, an dem ich laut und schmutzig arbeiten darf. Ich habe mittlerweile einen Kostenvoranschlag für das Material der Deckssarnierung und ich werde diese, völlig unabhängig vom Ausgang der Verkaufsaktivitäten, auch durchführen.

Es gibt also einen groben Zeitplan für 2024 – der sieht wie folgt aus. Ab 01.04. werde ich nicht mehr in der Marina aushelfen, hier gibt es einen Break. Der ganze April ist vollumfänglich für die ELOWYN geplant – ihr Dinghy muss an Bord genommen werden, der Solarträger wird montiert und ein Segel muss zur Reparatur. Dafür muss ich mit ihr die Marina verlassen.

Am 02.05. fliegen wir nach Deutschland. Ich habe ein paar Dinge zu klären, diese sind wichtig für das weitere Vorgehen – Fragen rund um meine Wohnung sind zu diskutieren, ich muss steuerliche Aspekte bezüglich der Beschäftigung in Griechenland besprechen, undsoweiter. Natürlich besuchen wir alle Kinder und Enkel, zudem ist die Taufe von Anton…

Ich freue mich darauf Anton und Heidi kennen zu lernen und auch die anderen Racker wieder zu treffen. Ein Besuch bei meiner Tochter am Bodensee ist ebenfalls auf der Agenda.

Nachdem wir dann auch Werner in Deutschland getroffen haben werden, so zumindest der Plan, geht es am 14.05. zurück nach Leros, wo wir ELOWYN urlaubsklar an Tina und Volker übergeben.

Ich bereite dann das Auswassern von NESSAJA und unseren Umzug vor, denn nach der Rückkehr der ELOWYN werden wir auf den blauen Riesen unserer Freunde ziehen – bis dahin wissen wir ja, ob unser Schiffsverkauf weiterläuft oder geplatzt ist.

Da sich das Urlaubsende der Freunde und der Krantermin unserer Wohnung überschneiden, machen wir aus der Not eine Tugend und gehen vom 01.06. bis 12.06. für zwei Wochen in Urlaub – und wo macht der Grieche Urlaub? Richtig! In Griechenland!

Wir werden uns mit Christine und Nader auf Kreta treffen und zusammen ein paar tolle Tage verbringen. Da freuen wir uns drauf! Es überrascht euch sicher nicht, dass wir diesen Trip mit der treuen GS antreten. Die Durchwanderung der „Samaria Schlucht“ steht auf dem Plan, eine Challenge für Nader und mich…

Ab Mitte Juni reiße ich dann NESSAJAs Deck auf – und bin heilfroh, dass Hans-Peter mir uneingeschränkte Hilfe angeboten hat. Im Gegenzug machen wir parallel dazu sein Rigg. Das Gesamtvolumen der Arbeiten ist auf etwa drei Monate angesetzt. Sibylle kümmert sich derweil um Terrier „Merlin“.

Ihr seht – 2024 ist durchgetaktet 😉 ! Ab Oktober, vielleicht November, möchte ich dann entschieden haben, ob und in welchem Umfang ich für die Marina arbeite. Wenn NESSAJAs Verkauf vollzogen wird, dann möchte ich diesen auch bis dahin abgeschlossen haben.

Zurück ins Hier und Heute. Ich hatte ja einen typischen Tag beschrieben. Ich habe Zeit und schaffe viel, entweder an ELOWYN oder für die Marina. Es läuft ganz gut. Diese Tage wiederholen sich ab nun, ihr könnt euch das vorstellen, ich beschreibe daher jetzt nur noch die Highlights oder auch die kleinen Nackenschläge des Schicksals.

So eine Abwechslung habe ich erfahren, als der Segelmacher auf die LIBERTÉ kam…

Ein Meister seines Fachs – und ein sehr netter Typ

Hans-Peter hat neue Segel bestellt. Alles in trockenen Tüchern. Leider gibt es für die Bavaria 41H mit Rollmast unterschiedliche Angaben über die Segelmaße. Der Profi hat also kurzerhand entschieden, einfach nachzumessen – gut wenn man jemand vor Ort hat!

Ich habe mit dem sehr sympathischen Kerl die Segel von LIBERTÉ abgeschlagen und alle relevanten Maße genommen. Das hat etwa 20 Minuten gedauert – wenn ich mal Segel brauche, weiß ich wo ich bestellen werde.

Der Sailmaker hat mir dann noch beim Aufklarieren geholfen, gleich danach war er wieder weg…

Ok, den Rest mache ich

Der Zufall wollte es, dass ich den Reparaturauftrag für die Hanse CHILI unserer Freunde aus Nürnberg bekommen habe. Da traf es sich gut, dass das lang ersehnte Ersatzteil, ein Ladegerät, endlich angekommen war.

Ich trage die Warensendung auf das Schiff und checke den Inhalt
Jawoll – der Charger! Ein Garantiefall

Da werde ich wohl bald anpacken – diese Aufgabe möchte ich weghaben!

Zurück auf NESSAJA, meldet Sibylle mir den Eingang unserer Crocs-Bestellung. Sie ist enttäuscht, denn die zwei Paar die sie bestellt hat passen nicht – obwohl sie die gleiche Größe und das gleiche Modell bestellt hat. Ich sorge mich – und messe nach!

So kann Sibylle vergleichen

Sibylle vergleicht und gibt Entwarnung. Es scheint, als wären meine Modelle unverändert. Ich freue mich auf den Erhalt, denn ich brauche wieder ein paar Flip-Flops! Was wäre ein Leben in Flip-Flops ohne den gleichnamigen Schuh.

Es wird somit auch klar – mein linkes Klapperl bleibt verschollen. Der Wind hat es von Deck geweht und die See hat es sich geholt. 😦

Besondere Stimmung in Lakki

Heute ist ein schöner Tag, ein besonderer! Nach einigen Wochen der Betriebsruhe, macht meine „Schmankerlecke“ wieder auf. Ab heute ist das „SouVLakki“, mein Grill für alle Tage, wieder geöffnet. Es ist nicht nur Ehrensache, dass ich auftauche, nein, ich freu´ mich richtig. Ab heute geht es essenstechnisch in die Normalität (der kommenden Wochen)…

(M)ein Ort der Einkehr

Ich freue mich, die bekannten Gesichter wieder zu sehen, gratuliere Anna noch einmal nachträglich zum Geburtstag, Nico drückt mich kurz, Handshake mit Stavros – aber dann geht es an die Bestellung. Alex, der Kellner, nimmt meinen Wunsch auf und nimmt auch wahr, dass ich anmelde, dass er sich diese Bestellung für die nächsten Tage abspeichern kann.

Ah, ein Labsal – diesen Teller widme ich Hans-Peter, hier werden wir im Sommer oft dinieren (wohlverdient)

Die nächsten Tage immer das gleiche Procedere – „…the same?“ „Yes“ „Ok“! Ich bekomme eine Coke und einen Girosteller Pork / Chicken Mix plus einer Extraportion Ketchup. Dazu einen mittleren Tzatziki extra.

Von dieser Bestellung weiche ich nur am Sonntag ab – dann gibt es einen Salat dazu. Einmal hatte ich auch einen Burger.

Immer das Gleiche? Jeden Tag? Nun, fast. Dazu kommen wir noch…

Heute weht eine steife Brise. Komisch, die Vorhersage hat nichts, aber wirklich gar nichts am Schirm!

Tiefblau – 5kts – NIX

Die Realität weicht, wie sooft, deutlich davon ab! Wir haben kräftigste Böen, waren über Stunden deutlich im Bereich Sturm bzw. schwerer Sturm und hatten in der Spitze mit 58kts sogar „orkanartigen Sturm“!

Das ist zwar weniger als die 66kts von vor ein paar Wochen, aber es reicht, um kräftig an den Festmachern zu zerren.

58kts – orkanartiger Sturm mit 11 Beaufort

Was soll ich sagen? Ich hatte Schräglage in der Marina, saß schief beim Fernsehen, die m&m sind über den Tisch gekullert – aber es war nie gefährlich. Der Platz F16, unser neuer Platz, ist den Elementen mehr ausgesetzt, insgesamt aber sicherer – und ruhiger!!!

Kurz zum Windgenerator – der ist ja von Anbeginn an ein Diskussionsthema, die treuen Blogleser wissen das. Er bleibt generell hinter den Erwartungen zurück, liefert aber stetig. Ich war dennoch am zweifeln, ob die theoretischen 420W Maximalleistung nicht etwas optimistisch kalkuliert sind.

Sibylle ist nicht da – ich teste also! Ja, was soll ich sagen? Der Silentwind erreicht seine Peakleistung und die automatische Sturmabschaltung funktioniert auch.

Das mittlere Feld ist das entscheidende

Dennoch, er läuft zu unregelmäßig und bei leichter Brise zu langsam – in der Summe kommt nicht recht was rüber. Seit Sibylle weg ist, läuft er wieder unaufhörlich. Ich werte also aus…

Noch nie zurückgesetzt

Da mir diese Gimmicks nicht wirklich wichtig sind, habe ich den Verlauf noch nie zurück gesetzt. Der Silentwind ist jetzt rund ein Jahr in Betrieb, in dieser Zeit hat er 11,3kWh erzeugt. Hier kostet die kWh teure 50ct, also hat er etwa 6.-€ erwirtschaftet. Ok, er könnte es vermutlich etwas besser, aber meine Kalkulation zugrunde gelegt, hat er sich in 383 Jahren amortisiert 😉

Ok, ich weiß, darauf kommt es nicht an – er erzeugt grüne Energie und kann das Zünglein an der Waage sein…

Neuer Tag – CHILI Tag!

Mit meiner Werkzeugtasche geht es an Bord
Nanu???

Warum messe ich in einem neuen Boot an den Halterungen herum??? Ich mache das, um auszuschließen, dass ich zu doof bin ein Ladegerät in seinen Halter zu hängen!

Ich baue also das alte, baugleiche Gerät aus und will das neue an dessen Platz hängen – nanu, geht nicht! Was ist da los? Ich messe nach – und erkenne, dass die Oberkante des Halters weniger als 7cm von der Decke des Schiffes entfernt ist.

Und wie sieht es am Gerät aus???

Exakt 9cm

Ohne die Schräge der Decke einzurechnen, muss der Halter mindestens 9cm Luft nach oben haben – er hat nur 7cm! Fazit – das Gerät war niemals korrekt in seinem Halter gehangen, sondern nur unten mit seinen Fixierungsschrauben befestigt.

Weil wir gerade dabei sind – 5mm Material am Gerät plus 20mm Holz, würden mich nach einer maximal 25mm langen Schraube greifen lassen – nicht so Hanse…

Zwei fette 30mm Schrauben

Nur so zum Verinnerlichen – wenn die Schrauben durchs Holz durch sind, dann kommt die Bordwand! Ich ändere also alles, die Position des Halters, die Befestigungsschrauben – war wohl nix mit „Plug & Play“? Naja, irgendwann wird es gut und das Ladegerät auf der „scharfen“ CHILI ist einsatzklar.

Passt wieder – so soll es sein
Alles wieder aufgeräumt – die Crew kann kommen

Kollateralschäden? Ja, immer! Ich merke leider erst spät, wie es warm wird an meinem Handgelenk – Gott sei dank habe ich nix versaut!

Ich blude… (bei Sibylle und mir ein „running Gag“) – passiert ständig

Gibt es Neuigkeiten von der Front der „blauen Boliden“? Ja, auch hier tut sich was.

Zunächst ELOWYN, mein Patenschiff. Ich bin stetig auf der mächtigen Algro am wurschteln. Mal sind es kleinere Arbeiten, mal Aufwändiges. Mal werkle ich selber, ein andermal bin ich „nur“ der Kümmerer, ein „Boatboy de Luxe“ – als solcher lade ich mal wieder die Batterien, um die Schönheit weiter „on high voltage“ zu haben…

Batterien voll – passt wieder für zwei, drei Wochen

Darüber hinaus – der Lackierer meldet Vollzug! Fangen wir mit dem sensationellen Part der Arbeit an – das ehemals verchromte Plastikgehäuse des Schalthebels wurde abgeschliffen und schwarz lackiert. Darüber hinaus bekam der Kapitän seine begehrte Carbonoptik mittels „Dip-Painting“. Sensation!!!

Geht nicht besser – 100 Punkte

Die Lenkräder? Schwer zu bewerten. Die Lackierung ist super geworden, alle Platzer des Klarlacks sind repariert und die Neulackierung ist fehlerfrei. Die Steuerräder glänzen wieder wie aus dem Ei gepellt.

Eigentlich tip-top, eigentlich…

Was gibt es also zu mäkeln? Nun, dort wo der Lack aufgeplatzt war, gab es vereinzelt Stellen, an denen das Fasergewebe auch leicht beschädigt war. Das HÄTTE man mittels eines Farbkleckses kosmetisch korrigieren können. Das hat der Meister seines Faches aber nicht gemacht, so ergibt es sich, dass an zwei, drei Stellen, die Faserrisse jetzt als helle Punkte zu erkennen sind – hier der größte dieser „Fehler“.

Hätte man schwarz machen können – das darüber ist eine Spiegelung

Nachdem also der Job für ELOWYN erledigt war, bin ich weitergezogen zum nächsten blauen „Big Boat“, der CNB60 auf die ich ein Auge werfen sollte.

Zum Wassereintritt auf EDINA ist alles gesagt, sie beschäftigt mich deutlich mehr als geplant, aber ich will helfen und möglichst viel Schaden abwenden. Weil wir die Ursache noch nicht kennen, halte ich die Augen offen – kann der verstopfte Wasserablauf die Ursache sein? Ich hatte es eingangs beschrieben…

Ich muss da ran – jetzt!

Sieht wieder gut aus

Mit meinem „Stocherdraht“, mit dem ich sonst Kabel ziehe, kann ich den Ablauf frei machen. Dann muss ich die Ablaufrinne und den Deckel reinigen. Alles in Allem eine Stunde Aufwand, aber dann sieht es wieder gut aus.

Dass das Schiff während dieser Zeit gelüftet wird, versteht sich von selbst. Inzwischen ist der Schimmel von einer Fachfirma beseitigt und ich lüfte jeden zweiten Tag um die Luftfeuchte im Schiff niedrig zu halten.

Unter 60% ist das Ziel – darüber kann zu Schimmel führen

Tagwerk fast geschafft! Mir wird bewusst, dass ich dieses Jahr noch nicht in NESSAJAs Cockpit gesessen bin, um dort die Sonnenstrahlen zu genießen. Darauf habe ich Lust!

Ich koche mir einen Kaffee und gönne mir ein Stück Schokolade.

Ah, ein Hochgenuss
Es ist warm und sonnig
Endlich – ein paar Minuten genießen, abschalten, relaxen

Übrigens Schokolade – das sind Ausnahmen! Ich habe mir, nicht nur aus pragmatischen Überlegungen heraus auferlegt, nur einmal am Tag zu essen. Das ist weniger aufwändig und kostet weniger Zeit. Das Abendessen wird zum Highlight – aber mehr als das, ich befinde mich automatisch in einer Phase des Intervallfastens.

Ausnahme – am Wochenende – etwas Süsses zum Kaffee oder ein Eis.

Kommen wir zum Blogtitel – ich rekapituliere kurz…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Auch NESSAJA verlangt nach dem Einsatz des Werkzeugs, die Reparatur des Ablaufstutzens unseres Schwarzwassertanks steht noch aus.

Zuerst ausbauen und den alten Rotz entfernen

Was ist daran jetzt so schwer? Ok, eigentlich nichts, theoretisch. Der Stutzen ärgert mich aber seit Tag 1 – kurz gefasst, die beiden großen 1 1/4 Zoll Gewinde passen nicht gut ineinander, vermutlich hat das des Tanks einen Spritzfehler den ich nicht bemerkt hatte. Das wäre kein Problem, man könnte es doch einfach mit SIKA verkleben. Stimmt, wenn nicht der Tank aus PE wäre!

Aus früheren Zeiten weiß ich, dass auf PE so gut wie nix anhaftet – kleben oder dichten scheidet aus. Die eigentlich professionelle Lösung mit einem O-Ring funktioniert hier nicht und PTFE Dichtschnüre versagen. Was tun sprach Zeus?

Nun, die Experten aus meinem Lieblingsforum raten zur althergebrachten Hanflösung. Hanf??? Wie um Himmels Willen hantiert man mit Hanf? Ich suche nach Lösungen…

Bitte Herr Rauch – etwas mehr Ernsthaftigkeit

Ich sammle mich, wickle den Hanf um das Gewinde, öle alles etwas ein und verbaue nach bestem Wissen und Gewissen. Es sieht gut aus – wie immer. Aber wird es auch dicht?

Ich weiß es nicht und lasse alles über Nacht stehen um den Hanf aufquellen zu lassen.

Ok, morgen sehen wir weiter

Was ich noch nicht ahnte, dieses Thema würde mich noch tagelang beschäftigen. Ich war aber für den heutigen Tag zufrieden und fand mich bald darauf im Foodtempel wieder – same procedure as every day…

Ist aber auch einfach gut – diesen Teller widme ich Benno (dem Segler, nicht dem Enkel)

Nach der Rückkehr auf NESSAJA gibt es einen Tsipouro und ein bisschen Internet. Ich kümmere mich um meine Seite, schreibe Mails mit Freunden, bestelle Teile und recherchiere wegen meiner Deckssanierung.

sailingmoments in Facebook – ob der Seitenname noch haltbar ist? Na, mal sehen

Am nächsten Tag teste ich die Verschraubung meines Kakatanks auf Dichtigkeit – und meine Aussagen bisher, lassen euch erahnen, dass das Ergebnis ein ernüchterndes war.

Es tropft – beim Fäkalientank gilt die „Null-Toleranz-Regel“

Die nächste Stufe in diesem Prozess ist eine eigene Idee – ich brauche zur Umsetzung eine Art „Anlaufscheibe“ für den 1 1/4 Zoll Bogen – diese zeichne ich auf und sende es als eine Art „Bestellung“ per WhatsApp an meinen Freund Giorgos.

So muss es aussehen

Dieser reagiert prompt! Er meint, heute sei mein Glückstag – er hätte sowas da, in FAST den gleichen Maßen…

Ok – FAST

Ist halt griechisch gedacht – so geht das aber immer, da musst Du richtig aufpassen. Bei den Solarzellen mussten wir klären, dass 2 x 204cm NICHT in einen 4m breiten Rahmen passen und hier musste ich ihm erklären, dass seine 55mm auch bei großzügiger Betrachtung nicht FAST 49mm sind.

Er stimmt zu und verspricht, bis in zwei, drei Tagen eine Scheibe in meinen Maßen zu fertigen.

Und sonst? Was mir auffällt, es spricht sich langsam rum, dass ich in der Marina bin und einen aktiven Part darstelle. Die Tatsache, dass ich für die Marina unterwegs bin, hat den Nachfragen keinen Abbruch getan. Es wird zunehmend schwerer, die privaten Ansinnen der Segler von den offiziellen Aufgaben zu trennen.

Vieles mache ich automatisch – so sehe ich zum Beispiel bei allen Freunden und Bekannten regelmäßig nach Festmachern und Fendern, in jedem Fall nach stürmischen Tagen und Nächten.

Oft sind es Kleinigkeiten, wie hier an der ALADIN, wo der Reißverschluss der Vollpersenning aufging und diese am Nachbarschiff am Antifouling wetzte…

Kann passieren
Ist auch schnell behoben

Da braucht´s nicht mehr als eine Leiter und ein Stück Schnur. Ich behebe das und sende den Freunden eine kurze Nachricht. Meist kann ich ein bisschen Freude bereiten, das macht mir Spaß.

Schwieriger wird es für mich, wenn ich als Kontrollorgan bezüglich von der Marina ausgeführter Arbeiten zum Einsatz kommen soll, das lehne ich generell ab. Wenn es um Arbeiten externer Werker geht und bereits bestehende Fotos noch einmal ins rechte Licht gerückt werden sollen ist das dagegen vertretbar – so wie auf der ALICJA…

Die Treppe – von allen Seiten fotografiert. Ist toll geworden
Das Brett am Schrank hat tatsächlich eine andere Farbe

Hier kann ich helfen Missverständnisse zu vermeiden. Was viele Segler, auch Freunde, oftmals nicht am Schirm haben ist, wie aufwändig es ist „mal schnell“ auf ein Schiff zu gehen. Man braucht Schlüssel, Leitern oder Gangways – und nicht selten versperrt eine Vollpersenning den einfachen Zutritt.

Nur ein Beispielbild – der Eigner weiß wieviel Aufwand es ist, sich Zugang zu verschaffen

Ich mache das sehr gerne, werde aber zusehen müssen, dass mich das nicht vereinnahmt. Sibylle und ich hatten schon Samstage an denen wir zu zweit und ganztags damit beschäftigt waren, in dieser Art und Weise auszuhelfen. Aber ich habe dazu schon eine Gedankenwelt – mal sehen wie sich mein Engagement in der Marina weiterentwickelt…

BIMM – mein Telefon giert nach Aufmerksamkeit. Sibylle meldet sich aus Deutschland. Sie ist mit Enkelchen Benno einen Spaziergang machen und schiebt den Bengel im Buggy zu den Highland-Rindern. Das mögen die Racker (also die Enkel)! Die Bilder versetzen mich kurz in die Vergangenheit…

Schöne Tiere, ein Biohof aus unserer damaligen Nachbarschaft
Benno Aug´in Aug´mit dem Zotteltier – er ist beeindruckt wie damals sein Bruder
Für Landwirtschaft werben – geht auch kreativ und ohne Traktorblockaden

Bei mir reicht es auch! Ich gönne mir seit Langem mal wieder ein leckeres Eis von „Repapis“ und fahre zu diesem Zweck mit meiner treuen GS nach Lakki.

Valentinstag-Deko im Eisparadies – der Tag der Verliebten steht vor der Türe
Ich lass´ es mir schmecken – mit oder ohne Valentinsbegleitung

Zum Abend hin zieht der Wind wieder an – Südwind! Ich mag den Wind aus Süd lieber, NESSAJA liegt ruhiger, es ist nicht so kalt. Doof nur, dass er immer Wolken, meist auch Regen, mitbringt – so auch diesmal. Dies brachte mir den einzigen richtig miesen Abend seit Sibylles Abreise ein.

Dabei hat alles noch harmlos begonnen – bis morgens um 05.00 Uhr war ein strammer SE angesagt, die Gefahr von örtlichen Gewittern war bekannt und vorhergesagt.

Ich war bei Heribert auf ein Feierabendbier eingeladen und wir haben uns ein bisschen verquatscht. Als ich STARLIGHT verlassen habe, war es schon Zeit um zum Abendessen zu fahren. Just in diesem Moment begann es zu tröpfeln.

Ich wollte abwarten bis der Schauer vorbei war, um dann nach Lakki zum Essen zu fahren. Derweil wollte ich mich mit meiner Schwarzwassertanklösung beschäftigen, denn Giorgos hat die benötigte Scheibe heute vorbeigebracht – das ist gut, denn bei diesem Wetter hätte ich nicht fahren können.

Ich tüftle aus, wie ich meine Idee umsetze

Sibylle macht mir derweil lange Zähne – ausgerechnet heute hat sie ihr kulinarisches Highlight, sie ist nämlich mit Mikeys Eltern, den Freunden die wir in Kreta besuchen werden, in den „Kaminstub´n“ – mein früheres Lieblingslokal im Landkreis.

Jaja, lasst es euch schmecken
Pfffft, mir doch egal

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch guter Hoffnung, dass ich etwas später gegenhalten könnte. Der Schauer würde sicher gleich vorbei sein.

Aber nichts da! Das Wetter war grausam, ein Gewitter nach dem anderen zog vorbei, die ganze Nacht ging das Spektakel – und es hat geregnet wie aus Eimern!

Gespenstische Szenerie

Das Wetter war so garstig, dass ich es nicht über´s Herz gebracht habe, den Pizzadienst kommen zu lassen. Das wäre ein Desaster geworden.

Ich habe mir Nudeln gekocht, eine Dose Thunfisch und ein Sugo drüber gekippt und habe gegessen, während es auf meinem Kajütdach geprasselt hat.

Danach hab´ ich mir einen Tsipouro gegönnt und eine Folge „Wunderschön“ geschaut – dann hieß es ab ins Bett, morgen kann es nur besser werden!

Ich mag die Folgen mit Tamina

Und es wurde besser – die Sonne strahlte wieder! Im Licht des neuen Tages sah die Welt doch schon wieder ganz anders aus – besser! Viel besser!

Die Fähre läuft nach Lakki ein

Was ich am Morgen dieses Tages noch nicht ahnte – wieviel Wasser in dieser einen Nacht, der Nacht mit den sturzbachartigen Regengüßen, den Weg in die Bilge von EDINA finden würde. Ich würde es bald herausfinden – das Wasserproblem war zurück!

Sibylle und ich lebten zu dieser Zeit in Parallelwelten. Sie ging ihren Terminen in Deutschland nach und nutzte die Zeit dazwischen für die Familie und um alte Freunde zu treffen. Wir haben uns dazwischen immer mal auf dem Laufenden gehalten, das geht ja per WhatsApp-Bild schnell und einfach – so waren gegenseitig bestellte Grüße immer gewährleistet…

Sibylle trifft Kate zum Frühstück beim „Dinzler“
Ich sende Grüße von Bord der STARLIGHT zurück

An diesem Tag war ich zu einem Geburtstagskuchen geladen. Romina hatte gebacken, der Anlaß war Heriberts Geburtstag. Da es ein wenig spät für Kaffee war, zumindest nach Rominas bekunden, haben Heribert und ich geschlußfolgert, dass es dann nicht zu früh für ein Bier sein kann.

Ein schöner und kurzweiliger Nachmittag!

Der endete erst, als es schon dämmerte und anders als zwei Tage zuvor, hielt der Himmel seine Schleusen diesmal geschlossen. Es war herrliches Wetter! Ich konnte also umgehend zum Dinner fahren – und naja, ihr wisst schon…

Abendessen für 13,50€ – kannst nicht meckern! Den Teller widme ich Roland und Mireille, bald wieder zusammen hier…

Neuer Tag, neues Glück! (Achtung, dieser Absatz ist nur eingefügt, um den Sprung vom Dinner zum Fäkalienthema nicht zu direkt ausfallen zu lassen)!

Ich mache also wieder die Kurve zur Headline, meinem Thema, welches sich wie ein roter Faden durch meinen Monat zog – die Reparatur meines Schwarzwassertanks. Noch war ich gedanklich mit der von STS beschriebenen Akribie dabei. Ich wollte die Reparatur professionell und nach meinem Wissensstand fachgerecht umsetzen. Dafür musste eine Lösung mit Gummidichtung her, bestenfalls könnte ich spezielle Kleber bestellen und / oder müsste die Oberflächen speziell vorbereiten – mir schien die Idee mit der Gummidichtung die einfachste zu sein.

Der kleine Schraubstock kommt zum Einsatz

Ich packe also meinen kleinen Schraubstock aus, spanne den TruDesign Bogen vorsichtig ein und klebe die angefertigte Scheibe mit SIKA an. Das soll erstmal ausvulkanisieren – ich muss sicher stellen, dass die Scheibe fest mit dem Bogen verbunden ist. Das dauert etwas, erst danach kommt Schritt 2.

Also gehe ich meiner Arbeit in der Marina nach – ich hole im Office die Schlüssel für die zu reparierenden Boote…

Gestelltes Bild – die Herzen warteten drin auf mich 😉

Heute war Valentinstag, ich wusste nicht, dass man hier auf der Insel diesem Tag eine solche Bedeutung beimisst. An mir zog er eigentlich vorüber – Sibylle war ja nicht da.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Damen im Office gemacht! Maria hat es nicht verabsäumt, auch mir zwei Herzen zuzuwerfen, bildlich gesprochen…

Wie nett – dankeschön

Das hat mich gefreut! Ich habe mich artig bedankt, bin vor die Türe, habe schnell die Bilder gemacht und dann – habe ich die Herzen vertilgt!

Ich habe vor vielen Jahren einmal festgelegt, dass geschenkte Schokolade keine Kalorien hat – Genuß ohne Reue!

Nach rund 24h ist die von mir angebrachte Dichtmasse sicher vollständig durchvulkanisiert. Ich kann am Folgetag also Schritt 2 meiner Idee umsetzen – ich baue mir eine Gummidichtung selber.

Keilförmige Gummidichtung – ob´s klappt?

Dafür brauchte ich die „Anlaufscheibe“ – die Idee war nämlich, einen Dichtkeil an den 90° Bogen anzuspritzen, diesen ausvulkanisieren zu lassen und so beim Eindrehen des Bogens dafür zu sorgen, dass dieser Dichtkeil die tropfende Verschraubung abdichtet.

Normaler Weise macht das ein fetter O-Ring, aber dafür müssen an beiden Bauteilen ausreichend große Gegendichtflächen angebracht sein – dies ist leider nicht der Fall, sonst wäre es einfach!

Klar war auch, dass ich, beim Hantieren mit SIKA, es irgendwie schaffe eine kleine Baustelle aufzumachen…

Gewindereinigung mit Zahnstocher

Egal wie, am Ende hatte ich einen sauberen Dichtkegel angespritzt und musste abermals 24h warten bis ich einen Einbauversuch wagen konnte.

Das war aber ok, denn die Dämmerung brach schneller herein als ich es im Gefühl hatte – und ich wollte doch noch Gottfrieds Paket am Shop holen und bei mir einlagern.

Schneller als erwartet brach der Abend herein
Die Chandlery war schon zu, aber man hatte das Paket für mich abgelegt

DAS mache ich nur in Ausnahmefällen!!! Gottfried hat sich lang vorher mit mir abgestimmt und ich hätte, je nach Paketgröße, Alternativen gehabt. Ich hasse es, wenn NESSAJA zum Lager wird. In diesem Fall ist die Paketgröße so, dass ich es gut verräumen kann und es gut liegt ohne zu stören – ich trage das Ding also auf mein Schiff…

Dann heißt es, sich ein bisschen zu sputen – duschen, dann ab ins „SouVLakki“ und ein gutes Abendessen bestellt…

Und täglich grüßt das Murmeltier
Überraschung! Gewidmet Susanne, Marcus und Lilly – wenn der Blog erscheint, waren wir hoffentlich schon hier…

Der neue Tag beginnt gut – ich bekomme den Reparaturauftrag für die ALLEGRA, eine Hallberg-Rassy 40. Wir haben das Besitzerpaar vor zwei, drei Jahren kennengelernt und uns locker angefreundet. Wir verstehen uns gut und haben ab und an Kontakt.

Ich mag es, offiziell Boote von Freunden reparieren zu dürfen – ich kann mich direkt austauschen, die Idee hinter dem Auftrag ist meist sonnenklar. Ich informiere also den Skipper und wir updaten uns gegenseitig.

Ich reiße an, baue den Motor des Bugstrahlruders aus und zerlege ihn zum Service – ein Mörderteil!

Angenehm arbeiten an der Werkbank – wenn es mal ausgebaut ist

Die Arbeiten an der ALLEGRA ziehen sich wohl über den ganzen Monat, ich freue mich, denn es ist eine Liste mit coolen Jobs. Nur die Dachluke macht mir Sorgen – da haben sich schon einige probiert – da liegen die Prädikate „Held“ und „Versager“ eng beisammen. Na, mal sehen…

Wochenende – die hausmännlichen Pflichten rufen. Ich wische Staub und entdecke, dass mein T-Shirt Stapel merklich geschrumpft ist – Zeit, eine Maschine Wäsche zu waschen.

Mix-40°-45´ – schnell und einfach, alles rein

Sibylle würde aufschreien – das weiße Schlafshirt, das hellblaue Handtuch, Unterhosen, T-Shirts und natürlich die Arbeitshose und der Allroundpulli – alles eine Maschine! Passt, nix passiert – waschen ist so einfach wie Essen zu bestellen…

Draußen ist herrliches Wetter – überhaupt war der Februar bis jetzt ein wunderschöner Monat. Sehr viel Sonne! Die Temperaturen variieren, es kommt sehr auf den Wind an – von T-Shirt Wetter bis zum Tragen der Mütze war alles dabei.

Auch heute ist ein windiger Tag, der Windgenerator surrt, ich traue mich nicht die Wäsche aufzuhängen, da ich sie nicht beaufsichtigen kann. Ich gönne mir eine Ladung trocknen im Miele Profigerät für schlappe 8.-€!

Schick, aber teuer

Eine Stunde später kann ich meine Wäsche schranktrocken holen – offener Punkt „Waschen“, check!

Die Wartezeit überbrücke ich mit einem Tässchen Kaffee und ein bisschen Facebook schmökern.

Der Kaffee ist fertig (wäre auch eine Headline wert)

Ich bereite mich auf meinen Arbeitseinsatz vor und ziehe die soeben gewaschenen Klamotten wieder an – nanu, die Socken haben gelitten! Wo zunächst nur der dicke Zeh hervorgelugt hatte, zeigen sich nun mehrere Lüftungsschächte…

Einmal geht noch – dann kommen sie in die Tonne

So gerüstet packe ich den Werkzeugkoffer aus und widme mich meiner Holdingtank Reparatur (es gibt so viele tolle Worte für einen Scheißetank).

Ich drehe also das von mir mit der keilförmigen Dichtung versehene Fitting, abermals in das Gewinde am verfitzmaledeiten PE-Tank. Zuvor lege ich, quasi als „Masterabdichtung“, auf die freien Gewindegänge des Stutzens „Loctite 55“ Gewindedichtband. Das Ergebnis sah toll aus, ich war zufrieden.

Es folgt immer der gleiche Test – ich pumpe in drei Schritten Wasser in den Tank…

Zuerst 25-30%

Ich habe jetzt ja schon viele Versuche gemacht, manche Lösungen haben sehr schnell bei rund 20% versagt, andere haben länger gehalten. Mein bester Versuch war ein Füllgrad von 80%, dennoch haben sich nach ein paar Minuten auch dann Tropfen gezeigt.

Wie schlägt sich meine Lösung? Professionell! Fachgerecht! Auf Basis all´ meines Wissens – die mit Akribie umgesetzte Lösung???

SIE VERSAGT! Ich bin echt sauer – und irgendwie mit meinem Latein am Ende. Und jetzt? Ich denke an STS…

Mit Akribie machst du dann Sachen, die oft falsch verstanden werd’n
Wo deine Idee und das Ergebnis differier’n
Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Ich baue das Ding abermals aus und schmiere es dick mit SIKA ein – was habe ich zu verlieren???

In weiser Voraussicht ziehe ich Handschuhe an…
…fasse damit aber an den Türrahmen – ich kann Sauerei beim Kleben nicht vermeiden

Dann drehe ich das Ding wieder in den Tank – überall quillt der Batz raus! Den Überschuss streiche ich sauber glatt – ich bekomme eine recht ansehnliche Lösung hin.

Ok, jetzt halt so – eigentlich „reingemurkst“

Der Tag ist noch jung, gerade mal Mittag – aber mir reicht es für heute! Ich brauche Abstand, etwas frische Luft, den Kopf mal durchpusten…

Mein Schiff zwingt mich zum Pfuschen und ich kann mich nicht wehren, ich bin angepisst und habe Zweifel, dass diese Löung jetzt funktioniert. Was mache ich, wenn es nicht dicht wird? Ich verschiebe die Suche nach einer Antwort auf den nächsten Tag, denn jetzt muss die Dichtmasse abermals ausvulkanisieren – vor morgen kann ich nicht testen.

Ich schnappe mir die GS und brause eine Runde über die Insel…

Februar – im Spiegel das blaue Meer
Das sind die Genussmomente – das Leben ist geil

Am Rückweg mache ich einen Schlenker über Lakki. Ich muss ein bisschen was einkaufen und will mir ein Eis gönnen.

Heute mehr als verdient

Einkaufen ist übrigens immer gleich – ein bisschen was zum Knabbern, Cola, Bier und selten mal Kaffee, Filtertüten und Küchenrollen – mehr brauche ich nicht.

Um dem Klischee des alleine hausenden Mannes in seiner Höhle ein wenig den Nährboden zu entziehen, habe ich heute mal einen Überraschungstag eingebaut.

Das beginnt beim Einkauf – denn ich kaufe OBST & GEMÜSE!

Karotten & Äpfel vs. Schokoklicker & Chips -> 0:1

Das sollte heute noch doller kommen – wartet mal ab! Ich kann es aber vorweg nehmen, die gesunde Variante konnte sich auf die lange Bank nicht gegen das Knabberzeug durchsetzen. Irgendwie bin ich nicht der „Karotte und Litchischorle – Typ“ 😉

Ich fahre zurück auf NESSAJA und komme gerade heim, als die Sonne sich anschickt hinter dem Berg zu verschwinden. Ein schönes Bild – etwas schade, dass dies nicht mehr so wirkt, wenn erstmal das Marinabanner wieder an den Stangen hängt – ok, dann steht die Sonne auch höher, vielleicht passt es.

F16 – ein schöner Platz

Ich sitze noch nicht, da schickt Sibylle schon ein Bild. Sie hat den Öltest schon abgeholt und bereits in die Tasche gepackt. Auch die kleine Pumpe für unseren Duschsumpf ist angekommen. Super! Dann kann es ja nach Sibylles Rückkehr munter weitergehen…

Schon in der Tasche

Ehe ich mich verschaue, ist es Zeit um zu Abend zu essen – ich gehe also nochmal zu meinem Motorrad – auch dem hat die Ausfahrt heute gut getan – um damit nochmals nach Lakki zu fahren.

Neuer Parkplatz

Und wo geht´s hin??? Dreimal dürft ihr raten…

NEIN! Nicht ins „SouVLakki“ – heute ist der von mir ausgerufene „Tag der Pizza“, so liegt es auf der Hand, dass ich schnurstracks ins „La Nostra“ fahre und mir eine Pizza nebst Salatbegleitung gönne.

Abwechslung am Speiseplan

Keine Beschwerden – auch hier komme ich unter 20.-€ raus. Ich bin satt und zufrieden, der Abend darf ausklingen! Ich freue mich auf eine Fernsehsendung und meine Mohrrüben dazu 😉

Ist nicht das Gleiche – Schuster bleib´ bei Deinen Leisten

Neuer Tag – Trommelwirbel! Kakatank-Dichtheitsprüfung die achte. Ich pumpe also wieder in drei Stufen Wasser in den Tank. Erst 25% – dicht! Dann 50-60% – dicht…

100 x pumpen -> 25%
200 x pumpen -> 55%
Immer noch dicht

Ok, Finale – jetzt will ich es wissen! Ich pumpe weitere 100 x und erreiche damit 90% und mache den Tank somit fast voll. Auf den ersten Blick bleibt die „quick & dirty“ Lösung dicht. Ob das verlässlich ist, muss man über die Zeit prüfen…

90% – fast voll! Ach ja, Wassertemperatur stimmt nicht (Geber nicht eingebaut)
Der „Zewa-Test“ – das lass´ ich jetzt 24h so liegen

Ich lege also ein absolut trockenes und faltenfreies Zewa auf die Abtropfstelle und lasse das System ruhen – ich nehme mir vor, erst morgen danach zu sehen, 24h sollten aussagkräftig sein!

Ich habe etwas Zeit, um in die Ecke der „blauen Riesen“ zu gehen. Ich sehe nach ELOWYN und entdecke, dass die Marineros auch dort die Pilotleinen der Muringleinen erneuert haben. Was zunächst als aufmerksam und weitsichtig gewertet werden darf, bekommt beim genaueren Hinsehen eine „kleine Note“…

Der erste Blick
Wer findet den Fehler?

Die Muringleinen für die Schiffe am A-Ponton sind, aus Sibylles Sicht, unübertrieben armdick. Das alte Leinenpaket welches hier rumliegt, sind die alten Pilotleinen – 10mm Leinen um die fetten Hauptleinen hochzuziehen, das kostet Kraft!

Ersetzt wurden diese durch 5-6mm „Fäden“, mit denen man diese Kraft kaum aufbringen wird, zudem sind diese schwerer über den Bootshaken zu führen und gehen auch langsamer unter. Aus meiner Sicht ein Fehlgriff.

Mein persönlicher „zweiter Blick“ war aber schlimmer – ich ging über das Deck von ELOWYN…

Eine Riesenauerei – inakzeptabel!

Mir war klar, dass das der Muringrotz ist, den die beiden Marineroclowns da hinterlassen haben – warum waren die am Schiff und haben das nicht vom Schlauchboot aus gemacht? Ich habe ein Bild gemacht – am nächsten Tag, so nehme ich mir vor, werde ich sie darauf ansprechen. Ich will keine Welle machen, aber Schweigen wäre nicht die richtige Lösung.

Auf ELOWYN suche ich nach dem Seeventil der Klimaanlage. Es wäre gut, hier einen Spülanschluss zu haben, um nicht immer den Schlauch vom Fitting nehmen zu müssen – ich mache Fotos um mit Volker zu telefonieren und um mir Gedanken hierzu zu machen.

Da soll ein Spülanschluss ran – ich glaub´ ich weiß schon wie…

Dann gehe ich weiter, um auf EDINA zu lüften und nach dem Rechten zu sehen. Als ich über den B-Ponton schlendere sehe ich Seltsames…

Nur für starke Nerven – Voodoo in der Evros Marina???

Hm, ob hier ein böser Zauber auf Paola und Thomas gelegt wurde? Ich vermute eher nein. Es steht zu befürchten, dass Marinahund Electra eine Art „Gastgeschenk“ mitgebracht hat, wohnt und haust sie doch seit einiger Zeit auf SIMPLY FREE.

Electra kommt nicht mehr oft zu uns. Seit wir am Außensteg liegen, ist ihr der Weg zu aufwändig. Zudem muss man zugeben, dass Thomas und Paola ihr eine Zuwendung zukommen lassen, bei der wir mit unseren Leckerlis nicht mithalten können. Seither ist Electra umgezogen – tagsüber ist sie mit ihrem Herrchen, dem Elektriker Panagiotis unterwegs, nachts schlummert sie auf SIMPLY FREE.

Schon von Weitem erkenne ich, dass bei EDINA eine Feder der Ruckdämpfer gebrochen ist…

Keine Gefahr – aber kaputt

Was ich wenige Minuten später entdecken sollte war aber schlimmer – durch den heftigen Regentag vor einer Woche, war wieder eine große Menge Wasserim Schiff. Das Problem begann von vorne, wir hatten wieder 70% Luftfeuchte – Schimmelgefahr!

Ich beschloss an diesem Tag das Problem mit „großem Kaliber“ zu bekämpfen, eine 230V Tauchpumpe muss her, ich werde jeden zweiten Tag lüften!

Ich fahre sofort in Andreas Kritikos´ Baumarkt um mir das Pumpenangebot anzusehen, danach gehe ich etwas betrübt zurück auf meine NESSAJA – ich muss den Eigner von EDINA über die neue Sachlage informieren.

OK – es gibt eine große Auswahl
Dann geht es zurück auf NESSAJA – schön, wie sie da liegt
Wieder dahoam

Neuer Tag – Sonntag! Ich habe mir vorgenommen, dass dieser arbeitsfrei bleiben soll. Dazwischen brauche ich mal einen Tag Pause.

Aber eine Aufgabe erfülle ich – Dichtheitstest am Kakatank! Was soll ich sagen? Nach 24h bei 90% Füllmenge blieb das Zewa staubtrocken – das darf als aussagekräftig gewertet werden. Die Anlage scheint dicht! Ich muss an den STS Song denken…

Und zu all’m Überdruss hat dann genau die G’schicht Erfolg
Dann fällt dir schwer, Realität zu akzeptier’n…

Sibylle schickt mir derweil ein Bild vom Tegernsee – sie hat sich mit Gottfried und Gabi zum Wandern getroffen, danach geht es ins „Bräustüberl“. Sie scheinen schönes Wetter zu haben.

Tegernseer Höhenweg

Diesmal meint es das Schicksal gut mit mir! Ich muss nicht, wie beim letzten Mal, wegen eines Unwetters mit Spaghetti vorlieb nehmen – auch ich kann diesen Tag genießen.

Paola und Thomas haben mich gefragt, ob ich mit einer Clique Italienern mit nach Xirokampos in „Trechantiri“ kommen wolle, man würde dort Mittagessen. Romina und Heribert wären auch dabei…

Na klar komme ich mit!

Große Runde – diesmal zum Mittagessen
Viel zu Quatschen mit Heribert…
…und mit Romina und Thomas – achtet auf das Marmeladeglas

Romina und Paola machten den „Übergang“ zum italienischen Ende der Tafel – das passte gut. Ich höre in einer so lauten Runde ohnehin nicht so gut. So konnte ich mich ganz auf das Gespräch in unserer Ecke konzentrieren – wir haben dann einfach Deutsch als Sprache an dieser Flanke des Tisches gewählt.

Super leckeres Schwertfischsteak – das „Bräustüberl“ hat nicht gefehlt

Ein Stück von Glück war, dass Cetina, eine der Italienerinnen, ich kannte sie vom Sehen, heute Geburtstag hatte. Nicht nur, dass sie die Getränke auf ihre Rechnung nahm – nein, sie als Geburtstagskind hatte ein Tiramisu gemacht und für jeden ein selbstgemachtes Glas Marmelade dabei – es wurde eine sehr nette Runde, wir sind recht lang gesessen.

Das Geburtstagskind – und das Tiramisu
Ein Gaumenschmaus

Pappsatt – ich war pappsatt! Und es war superlecker! Aber leider bin ich ganz schlecht darin Pläne zu kippen. Und Thomas und ich hatten, vor dem Tiramisu, ausgemacht, dass wir noch zu „Repapis“ auf ein Eis und einen Espresso wollen.

Und da Thomas auch ein Mann des Wortes ist, ließen wir Taten folgen! Res, non verba!

Ein runder Tag – und ein runder Mario

Danach bin ich zurück auf mein Schiff, habe mich auf´s Canapé gehaut und ein bisschen „Wunderschön“ geguckt – es erübrigt sich zu erwähnen, dass das Abendessen heute ersatzlos gestrichen war.

DerTag klingt aus

Die neue Woche beginnt – ich weiß nicht, ob es mich freut, dass ich meine neue Akkuflex auf einem fremden Schiff einweihen darf – ich muss einen Wasserhahn einbauen und stelle fest, dass auch auf anderen Schiffen nix, aber auch wirklich nix, auf Anhieb klappt! Und ja, man braucht ab und an eine Flex um einen Wasserhahn EINzubauen…

Sehr oft trage ich MEIN Werkzeug auf andere Boote

Als ich das Werkzeug aufräume, sehe ich in der Bucht die Silhouette eines mir bekannten Schiffes. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ verrät, ich liege richtig, der GRASKARPFEN ist zurück!

Outremer 45 – GRASKARPFEN
Vor Anker in Lakki

Es dauert nicht lange und die Beiden melden sich bei mir. Ob wir nicht mal zusammen was trinken wollen? Oder auch mal zusammen was essen mögen? Ja, klar – gerne! Ich mag Silvia und Jürgen, wir kennen uns noch nicht lange, aber die Beiden haben eine Art die mir liegt. Ich quatsche gerne mit den Zweien…

Heute aber noch nicht – ich habe Hunger, ich gehe mal wieder in den Hauptort um, zumindest für mich, zur Routine zurück zu kehren.

Da das Leben ja wie eine Schachtel Pralinen ist, halte ich heute eine Überraschung für Alex, den Kellner des „SouVLakki“, bereit – ich bestelle etwas ganz anderes (auch ohne Speisekarte 😉 ) Der arme Kerl erschrickt förmlich…

Heute ist der von mir ausgerufene „Local Day of Giant Burgers“

Um Sibylle ein Bild schicken zu können, welches sie beschwichtigt und ihr keinen zynischen Kommentar entlockt, vielleicht auch um mein Gewissen zu beruhigen, gibt es eine Salatbegleitung für den einsamen Burger.

Karotten-Kraut-Salat mit Zitrone und Olivenöl

War super – aber es war eine Ausnahme. Nächstes Mal heißt es wieder „back to normal“…

Ich muss das Wasserdrama um die EDINA beenden, zumal der Schimmel von einem Profiteam entfernt wurde – es gilt zu verhindern, dass dieser wieder auftritt. Ich gehe also los und kaufe das Pumpenmonster und 10m Schlauch.

Damit sollte es klappen

Just als ich mit den Einkäufen bepackt durch die Marina tapse, klingelt mein Telefon. Mein Freund Marcus ist am anderen Ende der imaginären Leitung und bittet um einen Gefallen – er hätte die Info, dass ein Paket für ihn da sei, ob ich das auf die DARKSYDE räumen könnte?

Klar kann ich…

Sicher verräumt

Von Sibylle wusste ich, dass sie heute mit dem Bus nach Karlsruhe reist, um dort ihre Geschwister, Verwandtschaft und alte Freunde zu besuchen – sie nützt den langen Aufenthalt in Deutschland diesmal richtig aus.

Wir hatten vereinbart, dass sie sich kurz meldet wenn sie gut angekommen ist – und das tat sie! Sie grüßte von einem Spaziergang am Rhein, die Schwestern hatten sich viel zu erzählen (nehme ich zumindest an…).

Sibylle und Andrea – ich bestelle auch schöne Grüße

Unter der Woche kann ich meist nicht viel erwidern, es ist für Sibylle kaum interessant auf welchen Schiffen ich herumkrabbeln muss. Vielleicht interessiert es sie, dass ich heute Abend zu Gast am GRASKARPFEN bin – es gibt Hackbraten!

Ich gehe pünktlich zuhause los, um just in time bei meinen Gastgebern zu klopfen – der Weg ist ja nicht weit – der Outremer liegt am Nachbarsteg. Auf dem kurzen Fußweg genieße ich die Szenerie…

NESSAJA im Schein des Vollmondes

Offen gesagt, ich habe mich ein wenig geziert. Ich gebe offen zu, dass ich abends, nachdem ich den ganzen Tag nichts gegessen habe, ziemlich hungrig bin – und ich bin ja generell ein guter Esser…

Als Silvia mir also die Einladung geschickt hat, habe ich zunächst abgesagt – habe es aber ehrlich begründet. Worauf ich in sekundenschnelle eine entsetzte Antwort bekam – „…waaaas, wer soll dann den ganzen Hackbraten essen? Komm´ rüber, es reicht locker!“

Kurzerhand habe ich meine Meinung geändert und zugesagt – und sollte es nicht bereuen!

Gefüllt, mit Schinkenkruste – ein Gedicht

Da saßen wir nun, wir drei – tranken Dosenbier und mampften den vorzüglichen Hackbraten weg. Wir haben uns sehr gut unterhalten, es war ein kurzweiliger Abend – und weil es so schön war, gehen wir am Freitag nochmal zum Burgeressen. Danach würden die Beiden abreisen, sehr schade – aber ist ja nicht für immer. Jürgen kommt im April schon wieder…

Wieder zuhause, versuche ich einen Facetime-Call mit Sibylle, aber diesmal klappt es nicht. Ich bin überzeugt, dass es an Sibylles Telefon liegt – aber ohne Beweise brauche ich ihr gar nicht kommen. Also rufe ich mich selber an.

Meines funktioniert

Ob der erdrückenden Beweislast, knickt meine Gattin ein und ruft mich „normal“ an, also ohne Internet, die Art Anruf, bei der man sich das Telefon ans Ohr hält und ins andere Ende des Apparates spricht – die Art Anruf, die die Italiener nicht können.

Wir tauschen uns ein bisschen aus, dann heißt es für mich – ab in die Falle…

Am nächsten Morgen nehme ich wieder eine ganze Menge Werkzeug und Arbeitsmaterial von mir mit, um für die Marina zu arbeiten. Das ist suboptimal, aber es vereinfacht meine Organisation.

Langes Kabel, Dreiecksschleifer, Adapter

Auf dem Weg zum Kundenschiff komme ich an meinem alten Platz vorbei. Ich mache ein Bild, um allen drei Freunden die Nachricht zukommen lassen zu können, dass es ihren Schiffen gut geht. Sowohl die CALA LUNA als auch die CHILI und die JASPER liegen sicher.

NESSAJA und ALENA fehlen

Dann gehe ich weiter zur EDINA, ich bin jetzt sehr häufig dort, weil ich lüfte sooft ich kann. Zum Glück spielt das Wetter mit. Morgens alle Luken auf…

Hauptluken offen, auch der Niedergang bleibt tagsüber auf

…und abends mache ich alle Luken wieder zu – mindestens alle zwei Tage. Aber es macht Sinn! Die Luftfeuchtigkeit bleibt unter 60% und eine erneute Schimmelbildung wird verhindert – die ehemals befallenen Flächen sehen gut aus.

Luken wieder zu – alles fein

Ihr seht ja jetzt häufig Bilder der ELOWYN, hier gerade das Deck der EDINA, oftmals natürlich Reparaturfotos von NESSAJA – wer jetzt aber glaubt, dass dies die Standard-Arbeitsbedingungen sind, der täuscht sich gewaltig! In der Regel sind die Schiffe nicht für den Besuch eines Handwerkers vorbereitet, ganz oft kommt es vor, dass ich Arbeiten machen muss, an denen vorher schon andere gescheitert sind – Bastler halt – nur erzählt einem das selten jemand!

Um doch einmal einen Arbeitstag zu beschreiben – heute sieht mein Arbeitsumfeld so aus…

Steht seit zwei jahren – ich verschaffe mir Zugang

Die Ankerwinsch muss getauscht werden – ich verschaffe mir hinten Zugang zum Zelt, um im stockfinsteren Vorschiff zu arbeiten und dort den Elektromotor abzuschrauben – das ist leichter gesagt als getan, denn meine Lampe macht ja nur punktuelles Licht. Das Foto schmeichelt der Gesamtsituation.

Die Fotoapp des Telefons erfasst das Restlicht vom Salon – für das Auge stockdunkel

Nach vorne muss ich, um dort die Deckseinheit zu demontieren – das Teil, dass an der Kette zieht. Unter der Plane ist es so dreckig, dass ich nach Minuten aussehe wie eingezuckert. Ich muss an dem Abend meine Kleidung waschen, so staubig bin ich – ich fühle mich wie Linus von den Peanuts.

Kein leichtes Durchkommen für einen Bären wie mich

Die schweren Teile trage ich gar nicht erst quer durch´s mollig warme Zelt, sondern über eine zweite Leiter direkt auf´s Vordeck, bei dem ich zuerst die Vollplane entfernen musste – nur vorne versteht sich.

Bis ich arbeiten anfange, vergehen hier knapp zwei Stunden. Man kann auch die Winde nicht einfach auswechseln! Das Deck ist so uneben, dass ich es zunächst mit der Flex, dann mit dem Dreiecksschleifer einebenen muss – trotzdem passt es nicht einwandfrei.

Trotz der Versuche es einzuebnen

So ergibt es sich, dass ich eine NEUE Ankerwinsch zum Deck hin abdichten muss, um später Wassereintritte zu verhindern – das alles ist Mehrarbeit die niemand geplant hat, kleine Überraschungen.

Dichtschnur zum Deck, so könnte es klappen

Als ich innen den schweren Motor an die Decksmimik heben und anflanschen will, verstehe ich, warum die anderen in Teams arbeiten! Ich bekomme es hin, haue mir aber immer wieder die Pfoten an. Es ist wirklich stockfinster in dem verhangenen Schiff.

Ich besinne mich, was ich als erstes getan habe, als ich Werners ALENA in einer ähnlichen Verfassung aus der Versenkung geholt habe – ich habe sie nach vorne ins Licht gebracht, abgedeckt und sauber gemacht. Ich sage es offen und ehrlich, wenn ich der Chef wäre, ich würde mir das auf Heller und Pfennig bezahlen lassen – oder besser noch, dafür sogen, dass die Arbeitsbedinungen passen.

Der Arbeitstag endet – ich gehe zur Dusche und erfreue mich am Rückweg mal wieder an der einzigartigen Stimmung – kein Witz, es rutscht mir laut heraus „…alles wieder gut…“ – ich liebe es, hier zu leben!

Handybild – iPhoneX, nicht bearbeitet

Das Bier am Abend war wohlverdient, das Foto für Sibylle, weil ich meine klaffenden Fleischwunden präsentieren wollte und mich auskotzen musste.

Autschi

Ich fange mich schnell wieder! Erstens ist Freitag, das Wochenende ist da. Zweitens gehe ich heute mit Silvia und Jürgen ins „Persiana“ zum Burger Essen. Ich habe Glück – es gibt „Pulled Pork Burger“, den kenne ich schon, der ist super!

Für´s Foto allerdings, gibt es einen Salat und für die Seele ein großes Guinness, das gönne ich mir heute!

8.-€ – aber jeden Cent wert
Birne, Speck und Parmesan – darüber ein Erdbeerdressing

Vom Burger gibt es kein Bild, weil mir vor Schreck das Telefon aus der Hand fiel – Jürgen hat eine Einladung ausgesprochen, grundlos, einfach so!

Ich freue mich, ich nehme es an, ich werde mich revanchieren! Es war ein weiterer schöner Abend mit den Beiden.

Das Wochenende beginnt fantastisch, das Wetter ist ein Traum, wie schon seit Tagen!

T-Shirt Wetter

Was habe ich mir für den Samstag auf die Liste geschrieben? Nun, erst die ELOWYN – Batterien laden und Deck putzen. Dann will ich auf der EDINA die Pumpe installieren und das Wasser herauspumpen, natürlich werde ich währenddessen lüften. Ich möchte wieder einmal ein Eis und abends einen schönen Grillteller – packen wir es an…

Auf ELOWYN mache ich kurzen Prozess – Ladegeräte an, Eimer raus, Schrubber raus und mit Meerwasser vorreinigen. Dann mit fünf Eimern klarem Wasser nachspülen. Das sollte reichen! Am Abend nehme ich mein Patenschiff wieder vom Strom – alles in Butter auf´m Kutter.

Sieht wieder gut aus

Was haben die Marineros dazu gesagt? „Unvermeidbar wäre es gewesen, außerdem hätten sie keinen Eimer, ob ich einen hätte?“ – ich habe erklärt, dass ich es lieber selber sauber mache, habe aber auch gesagt, dass so etwas, bei einem anderen Eigner, sehr schnell zu einem Thema werden kann – ob´s was hilft? Ich habe Zweifel!

Dann bin ich weiter zu EDINA. Dort ging es nicht ganz so rasch. Ich musste die Pumpe zusammenbauen, entlüften, den richtigen Schlauchweg finden – aber dann ging es auf einmal recht gut!

Ich pumpe endlich die restlichen Liter Wasser nach draußen – es bleiben nur ein, zwei Zentimeter am Boden. Die bekommt die Pumpe nicht weggepumpt, aber das sollte kein ernsthaftes Problem sein.

Pumpe vorbereiten – da kommt sie rein
Der Schlauch wird nach draußen geführt

Die Anlage lass´ ich jetzt so im Schiff bestehen bis der Eigner zurückkommt. So kann ich nach jedem schweren Regen die Bilge auspumpen. Ich hoffe dabei auf das einsetzende Frühjahr – irgendwann kommt kein Regen mehr nach.

Jetzt zu „Repapis“! Ich hatte schon so lange kein Eis mehr und freue mich wie ein Schnitzel. Doch potzblitz, ich traue meinen Augen kaum – was ist das???

ZU, einfach ZU

Der Eistempel hat geschlossen! Ich war nicht informiert worden und trauere nun sehr. Ich brauche Alternativlösungen, doch was bietet sich an? Eine Leere macht sich in mir breit – zu bis 05.03.! MEIN Eispalast öffnet erst wenn Sibylle wieder da ist…

Ich finde eine Alternative – ich mache etwas, was ich 2024 noch nicht gemacht habe! Ich setze mich in meinem Cockpit in die Sonne und trinke ein Bier – in kurzer Hose.

Genussmomente

Um zu verdeutlichen, dass das kein erzwungener Augenblick war, hier ein Bild von unserem Thermometer – das glaubt dir ja sonst keiner. Wir haben den 24.02.2024!!!

Innen über 25°C, außen (in der Sonne) fast 30°C

Meine Nachbarn sitzen seit einer Woche in der Badehose bzw. im Bikini im Cockpit und bräunen sich. Hier ist Frühsommer – und von mir aus darf es so bleiben!

Nur abends wenn die Sonne versinkt, dann wird es noch frisch, klar um diese Jahreszeit. Aber wirklich kalt ist es auch nicht mehr. Ich fahre also wieder mit dem Motorrad nach Lakki…

Wenn das Wasser so kupferfarben glitzert
Wieder im Takt – am Samstag gönne ich mir „das volle Programm“

Zur Zeit ist bzw. war Vollmond – das ist natürlich von Haus aus schon ein Garant für stimmungsvolle Momente und Bilder. Gerade Lakki erscheint manchmal in einem ganz besonderen Licht, das ist schwer zu fotografieren.

Ich beobachte es immer wieder beim Heimfahren vom „SouVLakki“ und teile hier gerne ein Bild von der Webseite „The Leros Way“ – ein Traum!

Lakki during dusk – thank you my dear Marietta

Der Monat kommt langsam zu einem Ende. Ich sitze hier und schreibe diesen Tag auf, der Blog holt die Realität ein – das mache ich, um den Beitrag pünktlich zum Monatswechsel online stellen zu können.

Heute Morgen spreche ich also mit Sibylle per Videocall, in einer Woche wird sie schon zurückkommen. Sie war jetzt noch zwei Tage bei ihrer Tochter in München und wird die letzte Woche jetzt noch in Miesbach verbringen – sie sendet mir Grüße aus München, sie wäre gerade auf dem Weg zur U-Bahn.

Kaiserwetter, ein schönes Bild – ich war lange nicht mehr da

Ich gebe zu, ihr ist ein schönes Bild vom Münchner Marienplatz gelungen – aber meine erste Intuition war „das will ich nicht mehr“! Ich will keine Städte mehr, keine Menschenmassen, keinen Trubel.

Sibylle und ich beenden das Gespräch. Ich sinniere noch ein wenig. Ich bin auf dem Weg zu Paola und Thomas, man hat mich auf die SIMPLY FREE zum Pizzaessen eingeladen – Paola macht fantastische Pizza, ich liebe es!

Ich will nur noch schnell auf der EDINA die Luken aufmachen, die liegt ohnehin gleich nebenan – da passiert es!!!

Das Glas löst sich vom Rahmen

Nein, nicht wie man es aus der deutschen Autoglaswerbung kennt – kein „Kraaaaaks“, aber ein kurzer Schmatzer und das Glas löst sich vom Rahmen. Na toll! Klebt mir bei dem Schiff das Pech denn an den Fingern?

Ich bin grätzig, gebe meinen Gastgebern eine kurze Info, dass ich nochmals 10 Minuten brauche – denn morgen soll es regnen (ausgerechnet) und ich brauche eine Sofortlösung!

Ich verklebe die Luke, das sollte erstmal dicht sein

Ich habe Frust – das Schiff beschäftigt mich permanent. Ich kann das so nicht lassen, sie will gelüftet werden. Ich muss zumindest eine Notreparatur ansetzen – aber nicht heute! Ein neuer Fehler ist das übrigens nicht, ich sehe klares Badezimmersilikon an der Klebestelle – da hat schon mal jemand gepfuscht!

Jetzt geht es zum Pizzaessen…

Drei Sorten – Magherita, Prosciutto-Funghi und Salame Piccante
Love it

Die Pizza war ausgezeichet, ein Gedicht! Dazu einen Rotwein und gute Gespräche mit den Beiden. Ich mag Thomas und Paola und höre mir gerne die Geschichten aus dem Leben der zwei an, Thomas ist so einer der viel zu erzählen hat – young at heart.

Um 15.00 Uhr breche ich wieder auf – das Wetter ist so toll, dass ich ein mir selbst gegebenes Versprechen einhalten will – ich gehe heute baden!

Nur ein Katzensprung bis zum Marinastrand
Ein kurzes Bad – sehr frisch, aber nicht eisig

Sibylle würde mich ermahnen. Sie würde mich schelten, ob des Unfugs den ich da triebe. Aber ob es Unfug ist, das weiß ich ja noch gar nicht – frei nach Michel von Lönneberga…

War es nun Unfug?

Es war Unfug! Aber nicht in Sibylles Sinne, sie würde wohl eher meinen baldigen Erkältungstod als Folge meines törichten Handelns befürchten! Nein, ich hatte einfach mal wieder Pech…

Es muss ein Batzerl Schweröl oder Teer am Strand gewesen sein – ich habe es nicht, oder besser formuliert, viel zu spät gemerkt!

Klebt wie Affenscheiße
Dummerweise den neuen Schuh versaut

Ich wusste rasch, dass sowas von der Haut irgendwann weggeht. Richtig geärgert hat mich die klebrige Sauerrei in meinem neuen Lieblingscroc. Ob das jemals wieder sauber wird?

Ich greife zu drastischen Mitteln, von denen ich nicht weiß, ob sie den Kunststoff des Croc einfach wegätzen. Immerhin bekomme ich alles weg – vom Fuß und auch vom Schuh.

Morgen früh wird sich zeigen ob es gut war – wenn Fuß und Schuh noch da sind, dann war es Glück im Unglück…

Fazit – 10 Minuten baden, eine Stunde putzen. Ja, ich denke es war Unfug!

So kann man seinen freien Sonntag auch rumbringen! Die Sauerei-Nummer hat mein Glück an diesem Tag etwas geschmälert – vielleicht gut so, es wäre sonst kaum auszuhalten gewesen! Nun, ich hatte gut gespeist, die leckere Pizza wirkte noch nach, so fiel das Dinner heute aus und ich ging ohne schuldhaften Verzug zum Abendprogramm über.

Mal wieder was Neues von Franzi und Tobi – „Wir segeln“ – wir hatten die Beiden 2022 in Poros getroffen

Es gab mal wieder ein paar neue Segler „YouTube“ Episoden. Das war kurzweilig und ich habe bis nach 23.00 Uhr geschaut. Dennoch habe ich den Eindruck, dass bei allen, was die Filmerei betrifft, so ein wenig die Luft raus ist. Ich hatte da auch mal Versuche gestartet und einen YT-Kanal aufgesetzt – war mir viel zu aufwändig!

Am nächsten Morgen schlug das Wetter um, es kam eine Regenfront auf uns zu, welche für heftige Niederschläge sorgen sollte. Das war vorausgesagt und traf, wenn auch etwas später als gedacht, genauso auch ein.

Heute mal weniger einladend – der Regen kommt

Für mich traf es sich hervorragend, dass ich eine weniger aufwändige Arbeit bei unseren früheren Nachbarn am D-Ponton zu erledigen hatte – der große Vorteil, die Arbeit war INNEN!

Das war gut so, denn inzwischen goß es wie aus Kübeln…

Die Natur braucht´s – und die Menschen auf Leros auch…

Für mich ist das deshalb eine Herausforderung, weil ich rigoros alle Schlechtwetterkleidung weggegeben habe. Ich habe damals beschlossen, dass ich schlechtes Wetter einfach ignoriere – normaler Weise bleibe ich bei solchem Wetter einfach zuhause.

Das ist im Moment nicht zu 100% umzusetzen – so husche ich, so gut es eben geht, in den Regenpausen zum Office oder zur Chandlery. Das klappt meist, aber eben nicht immer – dann stelle ich mich unter…

Es gießt wieder – ich warte auf der Terrasse des geschlossenen „Skippers“

Als meine Arbeit auf der ISIS erledigt war, hatte mich das Eignerpaar noch auf einen Kaffee eingeladen und wir quatschten ein wenig – sehr nette Leute.

Danach habe ich beschlossen, meinen Arbeitstag zu beenden und mich meinem Blog zu widmen. An solchen Tagen hat es keinen Sinn. Ich schrieb also abermals ein paar Zeilen und freute mich auf´s Abendessen. Der Regen hatte zum Glück schon nachgelassen, so gab es keinen Grund, nicht zur ersten Adresse für Giros zu fahren…

Wieder „SouVLakki“ – nein, es wird mir nicht zuviel

Der Morgen des 27. Februar bricht an – wie immer gibt es erst einmal einen frisch gebrauten Kaffee. Ohne das schwarze Koffeingetränk geht bei mir gar nix! Das ist für mich, wie ein Schuß Startpilot für einen alten Deutz Schlepper.

Erstes Tun am Morgen – Kaffee aufbrühen

Sibylle und ich haben alles probiert – French-Press, Pads, Kaffeemaschine, alles…

Da ich teure Alukapseln und die dazugehörigen Maschinen weiterhin verweigere, ich sehe sie für einen Vieltrinker einfach als zu teuer an, haben wir das Aufbrühen von Kaffee als die für uns beste Lösung ausgemacht. Auch der Umweltgedanke wird bedient – den Strom für unseren Wasserkocher macht die Sonne.

Ich zelebriere und genieße den Duft – der Kaffee ist fertig…

Die Kaffeedose vom Dinzler – ein Relikt aus alten Tagen

Ich habe mich auf diesen Tag gefreut! Heute Nacht sind Susanne, Marcus und die kleine Lilly auf Leros angekommen. Die DARKSYDE ist nicht mehr verwaist, die Marina erhält neue Impulse. Ich mag die Drei einfach.

Ich begrüße die Freunde gleich morgens, wir quatschen ein wenig, dann ruft die Pflicht. Der Abend ist aber reserviert! Es gibt Dinner an Bord der DARKSYDE, das ist einfacher mit der Kleinen – um auch den Aufwand rund um´s Essen klein zu halten, werden wir uns etwas bestellen.

Super! Ich gehe duschen, einkaufen und ziehe mich dann noch etwas auf NESSAJA zurück, um 19.00 Uhr soll ich rüberkommen. Das reicht, um noch etwas zu relaxen. Heute war übrigens wieder bestes Wetter, es war eine tolle Stimmung in der Marina.

Den ganzen Tag war es warm und sonnig

Um Punkt 19.00 Uhr treffe ich bei den Freunden ein. Was kommt an diesem Abend auf den Tisch? Dreimal dürft ihr raten! Natürlich Giros – vom „SouVLakki“ 😉

Wir quatschen viel, lachen, sind ausgelassen. Der Abend verfliegt! Ich merke, dass mein mitgebrachtes Ketchup verschimmelt war, hoffentlich habe ich mich nicht vergiftet und zum Glück hatte ich es noch nicht angeboten! Wir trinken Bier, Wein und Ouzo – herrlich…

Als ich zufrieden nach Hause torkle, war es schon nach 22.00 Uhr – jetzt noch ein bisschen Video gucken, aber dann ab ins Bett!

Leider habe ich nicht so doll geschlafen – der letzte Ouzo war wohl schlecht! Oder ich hatte doch eine Schimmelvergiftung – wie auch immer, es war noch nicht hell als ich mich aufrappelte. An solchen Tagen nutze ich die Gunst der Stunde und fange den Wurm, so wie es der frühe Vogel sprichwörtlich zu tun pflegt.

Mit dem Blogbeitrag auf dem Laufenden

Dann starte ich doch meine Heizung – es ist eigentlich schon so, dass man es ohne aushalten könnte, aber mit ist eben gemütlicher. Was ich dann sehe, reißt mich aus dem Halbschlaf…

WAS ist DAS?

Die Heizung raucht sofort nach dem Einschalten – noch bevor der Brenner startet! Brennt mein Zuhause? Muss ich die Rettungsinsel in der Marina klarmachen? Was gilt es zu retten? Hatte ich die Eberspächer nicht gerade noch gelobt???

Ich sammle und beruhige mich – das war auch nicht so schwer, denn unmittelbar nachdem der Brenner ansprang, war der weiße Rauch verschwunden. Na da werde ich mich mal aufschlauen müssen…

Ich trinke meinen Kaffee und gehe „uff Orbeid“! 😉

Heute war es soweit, ich konnte mich nicht länger drücken, den ungeliebten Einbau der Luke nicht weiter vor mir herschieben. Ich gehe also auf die ALLEGRA der Freunde aus Münster und lege los!

Alles hergerichtet – kann losgehen

Als ich Sibylle davon erzähle, meint sie nur lapidar „…und ich bin nicht da um Dir Tücher zu reichen!“ Stimmt! Tücher! Ich fahre rasch in den Super markt und kaufe auf eigene Rechnung eine XXL Rolle Küchentücher und eine neue Packung Latexhandschuhe – dann geht es los!

Eigentlich bekomme ich das mit den Dichtmassen immer irgendwie hin. Meist schaut es sogar ganz gut aus und ist, viel wichtiger, letzten Endes sogar dicht. Das Problem ist lediglich, dass ich ein Talent habe, das Zeug nicht nur zu verarbeiten, sondern auch überall hinzuschmieren. Ich arbeite diesmal jedoch hochkonzentriert und am Ende des Tages ist die Luke verbaut.

Dichtheitsprüfung folgt!

Diesmal habe ich nichts verschmiert, geht doch! Leider ist meine frisch gewaschene Hose wieder richtig versaut, naja wenn man den ganzen Tag auf den Knien über ein Deck krabbelt.

Gestern noch sauber

In Ermangelung einer zweiten, muss ich zur Notlösung greifen und den Staub feucht abwischen. Das klappt recht gut – ich muss wohl am Wochenende noch ein weiteres Mal waschen.

Meine Arbeitsschuhe haben sich ein weiteres Opfer gesucht – ein zweites Paar Socken geht dahin – ich bestelle bei Sibylle eine Packung nach. Sie verspricht, mir welche aus Deutschland mitzubringen.

Hin – Löcher überall! Die Schuhe fressen Socken

Hätten wir kein Schaltjahr, wäre der Februar fast geschafft. So hängt noch ein weiterer Tag an diesem ohnehin recht kurzen Monat.

Heute Abend steht Abwechslung auf dem Programm und somit auch auf dem Speiseplan!

Sushi in Leros – was für eine Gelegenheit

In meinem Lieblingslokal gibt es Aktionstage an denen Sushi angeboten wird. Heute ist so einer! Ich liebe Sushi und asiatisches Essen im Allgemeinen und vermisse manchmal, dass es diese Option hier nicht gibt.

Nicht so heute…

Es war also klar, da muss ich hin! Spontan haben Heribert und Romina von der STARLIGHT auch zugesagt, mal sehen, was uns drei da heute erwartet.

Wir gönnen uns einen Leihwagen und brummeln um kurz vor 19.00 Uhr zum „Tis Kakomoiras“, dort ist es festlich dekoriert – stimmt, Fasching, wie toll…

Aber sie geben sich echt immer total Mühe – findet der Faschingsmuffel

Die deutsch-maltesische Delegation war mal wieder unter den ersten, wir nehmen also Platz und studieren die uns neue Aktionsspeisekarte – ein Mamos als Getränk ist gesetzt, Litchischorle stand nicht auf der Karte.

Ok, einmal alles in genau der Reihenfolge

Da Heribert und Romina auch keine Kostverächter sind, waren wir uns rasch einig – wir bestellen alles was irgendwie dem Gedanken von Sushi entspricht, in einer Menge deren Teiler drei sein muss. Dazu zwei Mal Ramen, eine sehr leckere Suppe, einmal Frühlingsrollen und zweimal Chicken süss-sauer. Soweit so gut…

Sehen wir mal was kommt?!

Ramen – die Suppe mit Nudeln und Hähnchenfleisch
Frühlingsrollen – klein und lecker
Hähnchen süss-sauer auf Basmatireis

Ja und jetzt? Was is´ nun mit den Sushi? Wir waren sehr gespannt – und dann hat er aufgetragen…

Die Platten waren nicht von schlechten Eltern!

Sushi Pralinés
Waren lecker – wir bestellen nach
Last not least – Nigiri

Ok – Fazit??? War gut! Mal was anders, im Großen und Ganzen waren die Sushi lecker und so, wie man es sich erwarten darf. Nicht die Qualität eines japanischen Restaurants, eher so wie beim „Running Sushi“. Die Griechen können nicht anders, als der Sache eine griechische Note zu geben – ich glaube, sie verstehen einfach nicht, dass es Essen gibt welches KEINEN Mayonese-Klecks braucht. Diese Note mussten wir akzeptieren, es gibt aber Schlimmeres – unterm Strich war es wirklich gut, es war ein netter Abend.

ABER! Der Preis war selbstbewusst kalkuliert – wir haben gut bestellt und viel gegessen, haben aber pro Person 45.-€ bezahlt. Das ist mein Drei-Tages-Budget im „SouVLakki“! Es war ok für mich, wir wollten das so und haben nicht vorher gerechnet – aber offen gesagt, ein zweites Mal wäre es mir das nicht wert. Ich bleibe dem Lokal treu, zum Sushi essen werde ich nicht mehr hingehen – für das Geld kann man auf Leros besser Fisch essen gehen.

Der letzte Tag des Monats bricht an – schon alleine deshalb ein besonderer, weil es ein 29. Februar ist, 2024 ist ein Schaltjahr. Was tun mit dem „geschenkten Tag“?

Nun, wenn einem gar nichts anderes einfällt, dann geht man eben arbeiten…

Fertig! Hoffentlich ist sie dicht

Ich mache die Luke an der HR40 unserer Freunde fertig, sieht ganz gut aus – aber darauf kommt es nicht an, dicht muss sie sein. Das teste ich, wenn Sibylle wieder da ist, dafür brauche ich Hilfe.

Ich hätte gleich weitermachen wollen, aber es kommt ein kurzfristiger Auftrag dazwischen – nur einen Fußschalter auf dem Katamaran von Ewa und Steve auswechseln. Ich finde es lustig, dass ich nun auch bei den Beiden etwas Offizielles zu tun habe. Ich sehe mir das an und verabrede mich mit Steve für 14.00 Uhr – ich käme nach der Mittagspause mit Werkzeug und Ersatzteilen…

Das Ersatzteil habe ich schon geholt, das Werkzeug nehme ich von mir…
Dafür sieht es dann bei mir wieder aus wie Sau

Warum mache ich das? Weil es schneller geht, als meine Tasche von einem anderen Schiff herunterzutragen – und dann doch noch etwas von mir holen zu müssen.

Ich opfere also 10 Minuten meiner Mittagspause um alles bereitzulegen und um pünktlich zu sein. Sieben Minuten vor dem Termin vernehme ich ein lautes BIMM – mein Telefon…

Ärgert mich trotzdem

Man sagt kurzerhand per Sprachnachricht ab, weil man „was anderes“ vorhätte. Es wurmt mich ein bisschen, ich verlege daher gleich auf morgen früh – hoffentlich klappt dann alles.

Ich muss auf dem Weg zurück zur ALLEGRA unserer Freunde aus Münster noch auf einem anderen Schiff etwas nachsehen. Ich stehe in der Sonne und blicke mich um – es ist schon Wahnsinn, was hier so rumsteht!

Auch das gibt es hier

Dann mache ich mich wieder an die Arbeit. Bis jetzt gehen die Jobs auf der HR40 der Freunde rasch von der Hand. Ich entwickle mich noch zum „Mr. Slowhand“ für schöne Schwedinnen.

Ich habe mir vorgenommen, den Motor des Bugstrahlruders wieder zusammenzubauen. Das Ding hat doppelt so viel PS wie der Roller mit dem Sibylle über die Insel flitzt.

A saubere Sach…
…naja, ned ganz 😉
Aber kurz vor Feierabend ist es geschafft

Ich räume mein Werkzeug auf und wasche mir die Hände, dann gehe ich zu NESSAJA um gemütlich ein Feierabendbier zu trinken. Doch nix da! Am Weg klingelt das Telefon, Volker ist dran – ich hebe ab.

Wir sprechen viel und lange über die ELOWYN und die Pläne der nächsten zwei Jahre. Er hat mich voll am Plan – und ich liebe seine Gedanken! Ich spüre, ich stehe am Scheideweg – ich muss mich entscheiden. Insgeheim merke ich, mein Herz schlägt für die blaue Schönheit…

Die nächsten zwei Stunden bringen mich dem Wahnsinn nahe – mein Telefon hört nicht auf zu klingeln. Da ich um 18.30 Uhr auf der STARLIGHT zum Abendessen geladen bin, verwerfe ich den Plan zu duschen und sprühe mir Deo unter die Achseln – das werde ich natürlich niemanden erzählen.

Kurz bevor ich gehe, schalte ich meine Heizung ein – das Problem ist nicht gelöst.

Habemus Papam

Ich bin frustriert! Es zeichnet sich ab, dass mit der Heizung etwas nicht stimmt. Mein Händler, ein Fachmann mit kleiner Firma aus dem hohen deutschen Norden, läuft servicetechnisch zur Höchstform auf und ist sich sicher, das belegt er mit Bildern anderer D5 Heizungen, dass an der Heizung die Wärmetauscherdichtung gebrochen ist.

Kurz – die Heizung muss raus und in den Service! DAS ist nun echt Mist, denn es steht zu befürchten, dass ich die ganze Salonecke zerlegen muss.

Naja, es hilft ja nix – in jedem Fall will er helfen, wir vertagen uns auf das Wochenende. Ich gehe zu Romina und Heribert, es gibt eine maltesische Suppe.

Sehr lecker – und was Warmes

Die Beiden verabschieden sich von mir, morgen geht es für eine Woche in die Türkei (ohne Schiff) um Istanbul und Kapadokien anzusehen – dafür wünsche ich viel Spaß.

Zeitig gehe ich nach Hause und stelle den Blog fertig. In weniger als einer Woche kommt Sibylle wieder. Ich freue mich auf sie, auch wenn die Tage bis heute gut taten und entspannt waren.

Was erwartet mich im März? Der vorläufig letzte Monat als Mechaniker für die Marina – es gibt den beschrieben Break bis Oktober. Ich möchte bei NESSAJA meinen Außenwasseranschluss fertigstellen und meine Duschsumpf-Pumpe reparieren, zudem braucht mein Motorrad unbedingt etwas Pflege. Außerdem werden wir verstärkt nach einem Roller für Sibylle suchen. Das Thema Standheizung muss geklärt werden und genießt eine gewisse Priorität! Darüber hinaus? Schau´n mer moi…

Ich bedanke mich, auch im Namen von Sibylle, bei allen Lesern des Blogs – ich freue mich über den regelmäßigen Zuspruch.

Euch allen herzliche Grüße von Bord der NESSAJA, aus der Leros Marina Evros

Mario

P.S.: Für STS Fans oder solche, die es noch werden wollen – wie versprochen, hier der Text von „Ned gebor´n für die Welt“

Januar 2024 – Lass´ uns Leben

Ich stehe dazu – ich liebe die 80er und fühle mich als ein Kind dieser Epoche – der Song von MMW aus dem Jahr 1983 wurde seinerzeit hymnenhaft rauf und runter gespielt und nun wird er die Headline meines ersten Blogberichts 2024 – und das nicht ohne Grund…

„Ja, ich lebe
Und ich lebe, immer mehr
Was soll’s, ich lebe, ja ich lebe
Das Leben ist gar nicht so schwer“

Zuviel des Guten? Nein, diesmal nicht! Mitte des Monats zeigt uns das Schicksal wie schnell und ohne Vorwarnung es doch zuschlagen kann!

Die Nachricht vom Tod unserer Freundin trifft uns wie ein Schlag

Ein Monat der turbulent begann, durchaus positiv geprägt war, bekam eine tragische Wendung. Wir haben die Nachricht bis heute noch nicht verwunden und sind tief traurig.

Einmal mehr werden wir ermahnt, dass wir die durch unsere Lebensumstellung „gewonnene“ Zeit nicht schludrig verplempern, sondern dass wir uns selbst verpflichtet sind, jede einzelne Minute zu nutzen und zu genießen…

Wettertechnisch begann der Januar schlecht – dunkle Wolken am Himmel, Regen! NESSAJA lag an ihrem neuen Platz am Außensteg F.

Da liegt NESSAJA nun, so habt ihr eine Vorstellung

Unser Besuch aus Baden-Württemberg ist noch da. Gerald und Ulrike holen uns heute ab, wir haben eine Inseltour vereinbart. Das geht auch bei Regen, zumal dieser nicht wirklich langanhaltend ist. Immer wieder Schauer zwar, aber um die Sehenswürdigkeiten von Leros abzutingeln reicht es allemal.

Wir fahren mit Geralds und Ulrikes Leihwagen
Zunächst nach Xirokampos im Süden der Insel…
…wo wir das Kirchlein „Panagia Kavouradena“ besuchen
Dann geht es weiter zur Burg, zentral im Osten gelegen
Wir genießen die Aussicht von der „Kapelle des Propheten Elias“…
…und müssen leider feststellen, dass die Burg geschlossen ist

Stammgäste unseres Blogs sind sicher gespannt – eine richtungweisende Information ist schließlich offen! Wie ging es mit den Kaufabsichten der Beiden für unsere NESSAJA aus???

Ich will euch nicht länger auf die Folter spannen – 2024 begann für uns mit einem Paukenschlag, NESSAJA ist verkauft!

Ok, um es korrekt zu formulieren – wir haben uns auf die Vertragsmodalitäten geeinigt, diese als Rahmenbedingungen fixiert und eine Absichtserklärung mit Anzahlung vereinbart. Diese Erklärung ist unterschrieben, die Anzahlung geflossen. Ich gehe also davon aus, dass Gerald und Ulrike unsere NESSAJA als neue Eigner übernehmen werden.

An den Kauf ist eine Bedingung gebunden. Wir haben zu meiner großen Überraschung festgestellt, dass das Sandwichdeck von NESSAJA vermutlich beschädigt ist. Dies geht zu meinen Lasten – nicht finanziell – ich muss es reparieren. Diese Reparatur wird einen Großteil des Sommers 2024 einnehmen, denn es ist eine Heidenarbeit die mir da bevorsteht – Hans-Peter hat angeboten zu helfen, wir wollen das zwischen Juni und Oktober wuppen.

Danach die Übergabe an die neuen Eigner, diese sind ihrerseits für einen neuen Decksbelag zuständig, ich bereite den Unterbau, die Decksstruktur, dafür vor.

Hoffentlich klappt das…

Für ein gutes Jahr 2024! Gesundheit, Glück und eine gelungene Umsetzung der Pläne

Die Kerze zünde ich in der berühmten Kirche „Agios Isidoros“ an – auf einem Inselchen in der Gourna Bucht im Westen von Leros gelegen.

Danach klappern wir noch den Norden ab, um dann erschöpft in die Marina zurück zu kehren. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir fast nur ein Thema hatten – das Geschäft rund um unser Zuhause…

Gerald möchte eine Ölprobe meines Motors um diese untersuchen zu lassen. Ich zapfe ihm den begehrten Tropfen ab, ich befürchte nichts.

Klar, bisschen Sauerei gibt´s immer

Auch wenn wir alleine waren, hatten Sibylle und ich viel zu bereden – wie geht es weiter? Wir bestellen eine Pizza und besprechen verschiedene Optionen. Diese rücken auf einmal in greifbare Nähe.

Lecker wie immer – Pizza vom „La Nostra“

Neuer Tag, neues Glück! Wir genießen den weiten Blick von unserem neuen Platz, wenn wir auch unsere Hälse recht strecken müssen. Es sei aber offen gesagt, kein Vorteil ohne Nachteil. Die Flagge auf dem Bild hier…

Neuer Platz – meist sehr angenehm

…hat der Wind, welcher hier außen doch deutlich kräftiger weht als an dem alten Platz im „Inneren“ des Hafenbeckens, diese Flagge also, hat eine Bö einfach „umgelegt“.

Der Halter des Flaggstocks war mit einer Niete verdrehsicher fixiert – diese hat es einfach abgeschert. Was soll´s, mussten wir so hinnehmen…

Ich beschließe etwas zu arbeiten. Ich will den Außenwasseranschluss den mir Gerald aus Deutschland mitgebracht hat montieren…

Gut geworden…
Da wird der Wasserschlauch mit Gardena-Kupplung angeschlossen

So einen Anschluss soll NESSAJA haben, um die divenhafte Wasserpumpe zukünftig vor schnellem Verschleiß zu schützen. Wenn das System eines Tages funktioniert, dann werde ich die Druckleitung des Marinawassers direkt hier anschließen und über einen Bypass das Pumpensystem umgehen. Dann haben wir permanenten Leitungsdruck in NESSAJA, das Auffüllen der 580Liter Wassertanks würde damit in der Marina obsolet.

Nach der Pflicht folgt die Kür…

Neues Jahr, neues Haar – meine Friseurmeisterin am Werk

Noch einmal nimmt mich mein Schiff in die Pflicht. Seit wir hier außen am Steg liegen, benutzen wir unsere tolle Dusche im Schiff – zumindest wenn das Wetter uns den, jetzt spürbar weiteren, Weg zur Duschanlage vergällt.

Letztes Mal wollten wir den Duschsumpf abpumpen – nichts ging mehr – rien ne va plus!

Wie so oft hieß es – Werkzeugkoffer auf, Schrauben drehn, Muttern drehn…

Alt fliegt raus, das Rückschlagventil klemmt
Neu zieht ein – danach geht es wieder

Heute Abend gehen wir zusammen mit Gerald und Ulrike essen – wir haben uns erst für 20.00 Uhr verabredet, denn gleich im Anschluss ans Dinner, werden wir unsere Gäste verabschieden. Die Beiden sind uns Freunde geworden, ich bin überzeugt, dass sie mit unserem Schiff glücklich werden können.

„Bin ich wehmütig?“ Diese Frage stelle ich mir selbst, als wir vor dem Abendessen ein wenig vor dem Computer sitzen.

Klar – es gab diese „besonderen Momente“

Ich kann es klar beantworten – NEIN! NESSAJA hat 2014 unsere alte Bavaria 390 Lagoon ersetzt. Die war lange Jahre mein Traumschiff, wurde dann aber kalt abgelöst, als ich NESSAJA fand.

Unsere Dufour, die Ex-OTARIE, war für mich immer und untrennbar mit meinem Traum einer Blauwasserfahrt verbunden. Am Tag als ich sie gekauft habe war klar – „…DAS wird mein Schiff für die große Reise!“

Die große Reise wird nicht stattfinden – der Traum ist geplatzt. Ich brauche NESSAJA nicht mehr. Sie ist für meine Zukunftspläne nicht mehr das richtige Mittel zum Zweck.

Emotionen? Ja, gerne! Aber nicht für ein Schiff…

Neue Gedanken! Wir gehen ins „El Greco“ zum Dinner und bringen danach unsere Freunde zur Fähre.

Auf Wiedersehen – bis zum Mai

Seither stehen wir in regelmäßigen Kontakt. Es gibt viel zu besprechen. So wie es aussieht, werden wir uns Ende Mai wieder treffen um die Probefahrt zu machen, das Unterwasserschiff zu besehen und erste Einweisungen zu machen.

Krantermin für NESSAJA ist am 29.05.2024 – danach wird sie zur Baustelle und wir ziehen aus. Wohin? Es gibt eine Antwort, doch immer mit der Ruhe 😉 !

Der Folgetag beginnt langsam, wir frühstücken und essen ein Stück Kuchen, welches vom Vortag übrig geblieben ist. Plötzlich zaudert Sibylle, sie beißt auf etwas Hartes…

Kali Chronia – gutes Jahr

…potztausend! Hat meine Gattin doch tatsächlich die „Glücksmünze“ im Kuchenstück gehabt. Das Einarbeiten dieser Münzen ist Brauch zur Silvesterzeit. Man sagt, wer die Münze im Kuchen hat, der hätte NOCH mehr Glück als man sich ohnehin schon wünscht – jetzt kann ja nix mehr schiefgehen.

Die Glückssträhne hat quasi schon begonnen, denn wider Erwarten bricht, trotz des kräftigen Zubeißens, kein Zahn aus dem Gebiss.

BING – eine Nachricht aus München! Freund Gottfried schickt eine etwa 45cm lange WhatsApp Nachricht. Wer Gottfried kennt weiß, dass ich nicht übertreibe. Der Inhalt kurz gefasst – ob ich beim örtlichen Hydraulikspezialisten einmal nach seinem Zylinder für den Autopiloten sehen könnte?

Ja klar, kann ich…

Fachbetrieb für feinste Hydraulikreparaturen – er kann es wirklich

Auch die Antwort kann ich kurz fassen – AVRIO! Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass Avrio wörtlich übersetzt „morgen“ heißt. Man sagt aber, dass es in der Praxis als „nicht heute“ ausgelegt wird – das ist ein gewaltiger Unterschied.

Ich fahre ab diesem Tag einmal in der Woche zum Fachbetrieb – den Zylinder habe ich bis heute nicht…

Darüber hinaus genießen wir das Leben!

Wir nutzen den Sonnentag…
…ich fahre ins „Tzouma“ nach Panteli
Sibylle geht spazieren…
…und kommt zu Fuß nach

Wir sitzen im Café und genießen diesen wunderbaren Tag. Ich kann zu dieser Zeit noch uneingeschränkt genießen, ich muss noch nicht arbeiten – in der Marina herrscht noch eine Art „Betriebsruhe“, ich habe mir ebenfalls ein paar freie Tage erbeten – heute ist einer davon.

Die Luft wird durch die Sonne erwärmt, das Meer glitzert. Ihr könnt es euch denken – ich kann abermals nicht wiederstehen!

Nicht so sehr kalt…
…vielleicht so 19°C???

Das Baden macht irgendwie hungrig. Sibylle lässt sich breitschlagen und teilt mit mir ein „Club Sandwich“ (zu meinen Gunsten) 😉 – danach gönnen wir uns seit langer Zeit mal wieder eine Eisspezialität bei „Repapis“.

Das „Club Sandwich“ ist echt gut
Das Eis steht in nichts nach

Wir waren lang am Strand. Kurz nach unserer Rückkehr zum Schiff dämmerte es schon.

Wir genossen das Abendrot und zogen uns zurück. Ein Videoabend war angesagt, das Thema fast schon obligatorisch.

Die Sonne geht unter, es wird frisch, wir gehen nach drinnen
Ach so geht das! Ich brauche Schnaps!

Wir beginnen uns aufzuschlauen und fangen an, nach Tips, Tricks und Informationen bezüglich unserer Sandwichdeck Sanierung zu suchen. Das Internet gibt Einiges her und mit der Crew der AQUAREL schließen wir uns sogar kurz um nützliches Wissen zu erfragen.

Heute weiß ich ungefähr was auf mich zukommt. Der Schnaps hat geholfen, dass mich die Angst vor der Reparatur nicht in den Wahnsinn trieb. Und dass Hans-Peter mir hilft, finde ich perfekt!!!

Inzwischen haben wir einen Zeitplan, der weit ins Jahr 2024 hineinreicht, ich würde sogar sagen, dass die grobe Zeitachse für das kommende Jahr steht. Die Heimatbesuche sind geplant, Zeit für ELOWYN und NESSAJA – und für etwas Urlaub bleibt auch noch Zeit.

So weit, so gut! Nicht gut ist nach wie vor das Wetter im Winter 2024. Wir haben entweder Südwinde die zwar angenehme Temperaturen bringen, aber auch Wolken und Regen im Schlepptau haben.

Oder wir haben Nordwinde, die oft blauen Himmel und klare Luft liefern, welche aber auch dafür sorgen, dass die Temperaturen in den einstelligen Bereich fallen. Während einer Starkwindphase aus SW lernen wir die Nachteile unseres Platzes kennen.

Krängung am Steg – Sibylle wird seekrank

Die Schiffe in diesem Bereich sind den Winden deutlich mehr ausgesetzt. Wir krängen uns im Hafen, die Festmacher knarzen ohrenbetäubend und die kleinen Wellen patschen gegen den Klangkörper des Schiffes. Sibylles Worte hallen mir im Ohr, „…dort weht immer ein Lüftchen“ – ja, stimmt, immer! Das darf sie jetzt bis Ende Mai genießen. Ich dagegen überlege noch, während ich mit Ohrenstöpsel am Computer sitze, ob mir diese Geräusche oder das Geschnatter der Amici erträglicher erscheinen.

Der Nachbar hat leider keine Springleinen am Heck gesetzt, es passierte was passieren musste!

Durch die Krängung unter meine Leine geschlüpft

Ich gehe also auf das Nachbarschiff, sichere seine Gangway, welche ins Wasser gefallen war und borge ihm eine meiner Leinen, welche ich als Heckspring setze. Das reicht aus, seitdem liegen wir beide recht perfekt. Die Krängung bleibt, aber beide Schiffe sind safe.

Die Heckleine hilft, die Gangway sichere ich noch

Den ganzen Januar durch, zerrt der Wind an den Festmachern in der Marina. Alle Schiffe sind davon betroffen. Wir sehen also immer wieder nach den Booten unserer Freunde – die üblichen Verdächtigen kennt ihr ja.

Bei Hans-Peters LIBERTÉ bin ich unglücklich…

Der neue Ruckdämpfer – ungesichert

Der Spezi aus dem Saarland hat sich neue, recht stabile Ruckdämpfer gegönnt – das passt. Aber ihr seht ja selbst, wie die Windkraft die Dinger zusammenzieht.

Der entsprechend dimensionierte Dämpfer der ELOWYN hatte ja gerade mal drei Wochen gehalten, ich war also gewarnt. So habe ich entschieden für Hans-Peter zwei Tampen zu organisieren und die Federn zu sichern – man weiß ja nie…

So passt es besser

Auch auf der CHILI sehen wir nach dem Rechten. Der Zufall wollte es, dass just an diesem Tag ein Paket für die Nürnberger Crew angeliefert wurde – eine gute Gelegenheit also, die Ware sicher auf dem Boot zu verstauen und die Freunde zu informieren.

Wie immer – es sieht nur so aus, ich schwör! Natürlich wuppe ICH die schweren Sachen 😉

Manchmal rufe ich aber auch offiziell um Hilfe. So etwa, als wir sehen, dass der Nachbar der SOLEIL BLEU sein Schiff nur sehr unzureichend abgefendert hat. Wenn von drei Fendern an einem 15m Schiff einer absackt, ein anderer platzt, dann ist es Zeit die Marineros zu informieren. Hier müssen gebrauchte „Leihfender“ platziert werden! Der Hafenmeister verspricht sofortige Hilfe.

Der Wind war so kräftig, dass es mir nachts meine (fast) neuen Crocs Flip-Flops von Bord geweht hat. Die sind nicht wirklich federleicht, auch die Windangriffsfläche ist nicht riesig – dennoch hat die Windkraft gereicht, um die Schlappen von Bord zu fegen. Ich war sauer, ich mochte die Dinger und billig waren sie auch nicht.

Ich laufe los und suche…

Die ganze Küste gegenüber der Marinabucht – das mache ich zwei, drei Mal
Da! Das ist doch… NEIN, leider ist meiner nicht dabei!
Oder hier! Fast wie im Schuhgeschäft – auch hier war mein Schlapperl nicht dabei!
TATA!!! Einen habe ich gefunden, den zweiten suche ich bis heute!

Der Abend endet, ich bin ein wenig angefressen – mein linker Flip-Flop bleibt bis heute verschwunden. Die neuen sind bestellt, Sibylle wird sie aus Deutschland mitbringen.

Im Januar haben wir stets viele Wolken

Auch der neue Tag beginnt verhalten. Gewitterwarnung, bewölkt und auch nicht wirklich warm. Wenn es einen Sonnentag gibt, dann ist es herrlich, aber meist schlägt das Wetter dann gleich wieder um. In den vergangenen Wintern war es eher umgekehrt – mehr sonnige, tendenziell warme Tage, selten mal ein durchwachsener, wolkiger, oder gar regnerischer Tag. Egal, wir müssen es nehmen wie es kommt.

Heute keine Ereignisse mehr
Dennoch ein freundlicher Tag

Sollte ich nicht arbeiten? Ja, sollte ich! Ich hatte am 08.01. die Arbeit wieder aufgenommen – zusammen mit dem gesamten Marinateam, dabei jedoch rasch den Eindruck bekommen, dass ich mehr „zwangsbeschäftigt“ wurde. Eine sinnvolle, zielorientierte Arbeit war jedenfalls nicht dabei. So habe ich mit der Marinaleitung vereinbart, dass ich den Januar auf Stundenbasis beende – das ist ohnehin besser, weil sonst meine Stundenzahl als Geringverdiener zu hoch würde. Die Frage wie ich als Vollzeitkraft agieren könnte, ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

So habe ich Zeit für eigene Projekte – ich beschäftige mich eingehend mit ELOWYN.

Die Lenkräder müssen zum Lackierer – Giorgos holt mich ab und übersetzt für mich
Die neuen Verriegelungen für den Lukendeckel sind angepasst und werden verbaut
Wir haben sie gekürzt und einen auf Linksanschlag umgebaut – passt perfekt

Die gewonnene Zeit nutze ich auch gemeinsam mit Sibylle. Wir machen kleinere Spaziergänge, drehen oft unsere liebgewonnene Marinarunde. Es tut gut, die wenigen warmen Tage zu nutzen, die Sonnenstunden einzufangen und etwas frische Luft zu schnappen.

Das südliche Ende der Marina, vom Marinaberg aus gesehen
Der Blick über die Lakki Bucht – vom gleichen Platz aus

Natürlich sehen wir uns auch Schiffe an – die der Freunde und Bekannten ohnehin, auch alle anderen, die Neugierde treibt uns. Was lassen sich andere einfallen? Wo sind gute und wo schlechte Ansätze und Umsetzungen zu sehen?

Diese Neugierde treibt uns auch auf ein Schiff, welches am Marinarand steht. Ich muss dort etwas überprüfen, das gibt uns die Gelegenheit einmal einen Blick über das Objekt zu werfen…

Ok, Teakdeck, kein Rollsegel – aber GROß!

Das „Objekt“ stand lange Jahre zum Verkauf, ein Schiff welches mein Interesse geweckt hat. Könnte es NESSAJAs Nachfolgerin und unser neues Zuhause werden?

Zu diesem Zeitpunkt meine ich JA, Bekannte von uns kennen den Besitzer, ich nehme Kontakt auf. Ich darf es vorweg nehmen – mein Interesse wird abflauen, denn zum Monatsende hin finden wir eine Lösung, die mittelfristig die beste zu sein scheint.

Der Tag endet, der Mond geht auf und taucht die Szenerie in ein mystisches Licht.

Das Tagesende naht, die Sonne geht unter
Kalt – aber herrlich

Sibylle möchte heute nicht kochen, wir beschließen daher noch einmal in die relativ neue Taverne „Stand By“ zu gehen. Es handelt sich bei dieser Taverne um eine Kneipe in der sich die Locals treffen, ein gutes Zeichen. Es gibt einen offenen Kamin der für wohlige Wärme sorgt, das Essen ist einfach und gut.

Dennoch, die ungemütliche Atmosphäre sorgt dafür, dass diese Taverne zwar als Alternative in unseren Köpfen verhaftet bleibt, in unser Ranking wird sie es aber nicht schaffen.

Der Salat des Hauses

Wieder auf NESSAJA zurück, beschließen wir, dass wir solche Eskapaden in Zukunft nicht mehr machen. Sibylle kocht oft und gut – wenn wir essen gehen, muss es einen Mehrwert haben!

Sibylle sagt, dass sie jetzt noch unsere Freundin Gitti kontaktieren wolle. Es sei an der Zeit, den geplanten Besuch bei uns im Dodekanes zu finalisieren.

Die nächsten zwei Stunden ziehen uns den Boden unter den Füßen weg. Details wären hier fehl am Platz, nur soviel, in dieser Nacht verstirbt unsere Freundin – seither denken wir täglich an sie…

Der nächste Tag bricht an, ein sonniger Tag – wir sind wie ferngesteuert.

Nutze den Tag

Beim Frühstück sprechen wir viel – es hilft uns, die Unabwägbarkeit des Todes zu thematisieren. Ist Zeit nicht das wertvollste Gut? Sollten wir die Zeit die uns bleibt, nicht intensiv nutzen? Klar, aber der Alltag erschwert das – wir diskutieren vor diesem Hintegrund auch unsere Situation, es gelingt uns gut.

Ein andermal schweigen wir uns einfach an, ziehen uns zum Lesen oder zur Computerarbeit zurück und funktionieren einfach. Es sind wenig Leute hier, mit denen man die Gefühlswelt teilen könnte. Sibylle telefoniert häufig mit den Kindern.

Ich schreibe am Computer – strategische Betrachtungen, wie zuletzt 2020

Wir erfüllen nur die nötigsten Aufgaben und auch das nur reduziert. So müssen wir zum Beispiel den kleinen Scooter, welchen Sibylle sich ausgeliehen hat, beim Rollerexperten vorbeibringen – irgendwas stimmt nicht…

Loukas nimmt sich den kleinen Flitzer vor
Der Fehler ist schnell gefunden
Neuteile waren auf Lager, die Reparatur wurde sofort ausgeführt

Der winterliche Dreck der unbefestigten Straßen hatte durch den offenen Luftfilter für einen schlechten Motorlauf gesorgt, der Vergaser war in der Folge defekt. Alle Teile waren auf Lager, die Reparatur wurde sofort ausgeführt. Der Preis? 90.-€! Nicht der Rede wert!

Ein paar Tage später, lassen wir noch ein kleines Schutzblech und einen Benzinhahn verbauen – jetzt rennt der kleine Flitzer wieder…

Der Tag endet, unsere Köpfe sind leer…

Heute ist nichts mehr wie gestern – unsere Fröhlichkeit ist erstmal weg

Sibylle ruft abermals dazu auf, auswärts zu essen. Sie ist lustlos, war heute nicht einkaufen – die Wahl fällt auf Pizza, das geht immer. Ihr Gesicht verrät viel über die Gemütslage.

Das Essen gut, die Stimmung mehr als bedrückt

Zurück auf NESSAJA, hat sich Sibylle ihrem Buch gewidmet, ich habe mir die aktuell angebotenen Immobilien auf Leros mal wieder zu Gemüte geführt – jetzt wo wir unser Zuhause wohl verkauft haben, müssen wir eine neue Option wählen. Eine Immobilie rückt in greifbare Nähe!

Ist etwas Interessantes dabei?

Gedankenschwanger gehen wir ins Bett. Nicht alles kann und muss zu dieser Zeit diskutiert werden. Dennoch passiert im Hintergrund etwas Spannendes, wir bewegen uns gedanklich voran, unsere festgefahrenen Ideen werden durch die tragische Situation durcheinandergewirbelt und neu sortiert.

Am nächsten Morgen beschließen wir einen Tag „Auszeit“, ein Ausflug soll helfen. Frische Luft tut gut…

Über Merikia fahren wir Richtung Berge
Die Straße schraubt sich nach oben…
…bis zu einem grünen Hochplateau
Wir genießen die Landschaft…
…und besuchen das „Aerophon“

Das „Aerophon“ ist eine Sehenswürdigkeit von Leros. Eine akustische Schiffs- und Flugabwehr aus dem WW2 – sehr interessant! Ich war hier noch nie und wir beide haben es genossen, ein paar Minuten hier oben zu sein. Der Ausblick ist fantastisch!

Erklärung zum „Aerophon“, dem Parabolic Acoustic Mirror
Ohne Elektronik, nur durch Schallübertragung
Wir genießen das Panorama…
…und die Details

Sibylle weiß, wo sich ein uns bekanntes Paar aus England ein Grundstück gepachtet hat. Die Beiden haben schon vor vielen Jahren ihren Frieden gefunden, das Hamsterrad verlassen und leben seither auf einem kleinen Katamaran. Hier auf Leros haben sie ihren Platz gefunden, sich auf dem Grundstück eine Jurte aufgebaut und inzwischen eine Hütte gebaut – ganz hier in der Nähe!

Wir beschließen kurzerhand – wir besuchen Dennis und Sandra in der „Baker Street“! Gut, dass die GS geländetauglich ist…

Über die Schotterpisten von Leros…
…fahren wir zu Sandra & Dennis´ Baker Street

Es folgen ein paar Tage ohne erwähnenswerte Ereignisse. Wir telefonieren viel mit Freunden, auch wiederholt mit den Kindern. Wir lassen Alltag zu, sprechen viel und versuchen so, den viel zu frühen Verlust der Freundin einzuordnen.

Das gelingt uns relativ gut. Wir fragen uns gegenseitig häufig, ob wir noch daran denken, ja, tun wir! Verdrängen oder gar vergessen ist nicht Teil unserer Art mit solchen Themen umzugehen. Den Alltag wieder zulassen? Auf sich selbst achten? Ja, das scheint uns wichtig! Mit diesem Gedanken möchte ich dieses Kapitel im Blog, nicht in unseren Köpfen, schließen!

Ein neuer Morgen, unser Leben geht weiter…

Ruhe am Morgen – nur ein Fischer

NESSAJA hat wohl gemerkt, dass ihr Stündlein mit uns geschlagen hat. Sie verlangt nach Aufmerksamkeit! Wie macht sie das? Sie stinkt!

Habe ich den Käufern nicht erzählt, dass wir alles erneuert haben? Habe ich nicht Stein und Bein geschworen, dass NESSAJA nicht stinkt? Doch, habe ich! Und nicht nur deswegen gehe ich die Reparatur sofort an…

Die Ursache ist rasch gefunden…
…doch der erste Reparaturversuch scheitert

Glück im Unglück – der Übeltäter ist rasch gefunden. Eine Fittingverschraubung ist nicht mehr ganz dicht. Ok, das bekomme ich hin. Leider aber nicht auf die ersten drei Versuche – das Thema ist somit bis heute offen, scheint aber doch leicht lösbar. Wenn ich das nächste Mal Zeit habe gehe ich es an…

Als wäre das nicht genug, merkt Sibylle beim Putzen, dass die vordere Duschpumpe, also die zum Abpumpen des Pumpensumpfes nicht mehr geht. Das ist etwas, was wir normal nicht verwenden – auch hier also Glück im Unglück, auch hier muss ich für eine ordentliche Reparatur sorgen!

Alles gemessen – Strom ist da, die Pumpe ist kaputt

Wir fahren in den Ort und kaufen Ersatzteile. Um den Gram ob der Defekte besser verwinden zu können, gönne ich mir ein entsprechendes Trostpflaster – das funktioniert ganz gut!

Na wenn das nix ist

Auch die adäquate Pumpe kann ich erwerben, genau das gleiche Modell – super! So sollte einem schnellen Austausch nichts im Wege stehen!

Habe ich schonmal erzählt, dass Reparaturen an Booten NIEMALS schnell gehen? Schaut genau hin…

NEU vs. ALT – nix passt

Das gleiche Pumpenmodell – eine Rule 360 Tauchpumpe. Danke Rule, dass eure Pumpe jetzt etwas höher ist, oval statt rund und auch dafür, dass jetzt ein Rückschlagventil gleich mit am Anschluss ist und dieser somit fast doppelt so groß ist wie zuvor.

Ich mache es kurz – nix passt mehr! Noch schlimmer – es steht zu befürchten, dass die Pumpe gar nicht mehr in den Brunnen passt. Ein grober Umbau und Anpassungen werden die Folge sein.

Kann man Bauteile nicht einfach so lassen wie sie mal waren???

Grrr! Ich grummle. Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Na, wenigstens endet der Tag mal wieder so, wie wir es uns wünschen – mit einem Spektakel am Himmel…

Ein brutales Abendrot

Für beide Reparaturen an NESSAJA ist noch keine Lösung gefunden – vielleicht kann ich die Reparaturen während Sibylles Abwesenheit umsetzen, da habe ich mehr Ruhe und kann vor mich hinwurschteln.

Sibylle wird am 06.02. nach Deutschland fliegen und einen ganzen Monat bleiben. Man merkt, sie fliegt öfter und bleibt länger. Na mal sehen wo sich das hinentwickelt.

Sonst ist in den letzten Tagen nicht viel passiert. Ich lade DARKSYDE einmal im Monat auf, um für Marcus sicher zu stellen, dass seine Batterien während der Winterpause keinen Schaden erleiden. Das ist aber nichts anderes, als den Chip an die Säule halten – kein Act also!

DARKSYDE liegt sicher und gut vertäut
Die Batterien werden geladen

Dazwischen habe ich für die Marina einen Job, so muss ich zum Beispiel an einem Katamaran die Winschen warten. Das ist eine gute Aufgabe, man sitzt beim arbeiten, schnappt frische Luft und hat „den Überblick“ 😉

Winschenservice am Katamaran

Auch bei der ELOWYN geht´s voran, ein Besuch beim Lackierer zeigt, dass die Lenkräder bereits vorbereitet sind – einem neuen Klarlack sollte nichts im Wege stehen.

Die kleinen Macken müssen wir akzeptieren

Abends rufe ich Volker an, um ihm die gute Neuigkeit zu berichten. Zudem kann ich in Aussicht stellen, dass seine Schalthebelbox die erhoffte „Carbonoptik“ bekommt, weil ich in Leros einen „Dip-Painter“ aufgetan habe! Das hatte ich nicht zu hoffen gewagt – schaut euch das mal in Google an, der Wahnsinn was da geht…

Viel wichtiger aber – kurz vor Monatsende des Januar haben wir beschlossen und geklärt, dass Sibylle und ich in Zukunft auf ELOWYN wohnen werden. Der blaue Riese wird somit, aller Wahrscheinlichkeit nach, unser neues Zuhause. Im Gegenzug sind wir für das Schiff, die Repararturen und den Service, sowie für die Saisonvor- und -nachbereitung verantwortlich.

Für mich persönlich ist das die „Masterlösung“ – ich hoffe, ich liege richtig!

Details dazu teilen wir gerne mit euch, das muss aber noch etwas reifen, ein bisschen Geduld ist in dieser Sache also vonnöten.

Wir freuen uns, das ist ein guter Monatsausklang, ein versöhnlicher. Da trifft es sich gut, dass meine Lieblingsmusiker in meinem momentanen Lieblingslokal spielen – Sibylle und ich gehen da hin. Markus, der mit „k“, von der TARA begleitet uns…

Es geht los – wir bestellen feudal
Manolis, Flourios und ein Freund an der Bouzouki spielen auf

Das Monatsende naht, es könnte so schön sein. Leider wird mir der geschmeidige Monatsausklang von der CNB60 eines Bekannten vergällt. Wir sehen ab und an nach dem Schiff und haben diesmal schlechte Neuigkeiten – „Wasser im Schiff, Schimmel an der Decke!“

Wir müssen sofort reagieren und öffnen zunächst die Luken um zu lüften, dann pumpen wir 600 Liter Wasser aus dem Schiffsbauch – zum Glück Süßwasser, wie der Geschmackstest zeigt.

Die Pumpe läuft eine Stunde
Am Ende werden es rechnerisch 600 Liter die wir auspumpen
Wir lüften nun häufig und ganztags
Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 70% – das ist zuviel

Die ersten Recherchen ergeben – die Tanks sind voll, die Luken zwar undicht, aber für diese Wassermenge können die paar Tropfen über die Luken nicht verantwortlich sein.

Wir beschließen, das Schiff unter Beobachtung zu stellen. Unser Verdacht fällt schließlich auf die Dichtung des Mastfußes, eine Sache die man nicht sofort beheben kann. Eines aber ist klar, es muss umgehend eine Schimmelbehandlung erfolgen.

Wahrscheinlich war es Glück, dass wir nach dem Schiff gesehen haben, wenn das ein paar Monate so steht, na dann Prost Mahlzeit!

Das Bild zeigt die momentane Wetterlage – zunächst blauer Himmel, doch das ist nur die halbe Wahrheit! Ein eisiger Nordwind pfeift uns um die Nase, der Chillfaktor vermiest den optischen Eindruck, es ist klirrend kalt.

10°C ist nicht so sehr viel
Der Wind ist schuld

Dieser Wind ist es auch, der unsere Nachtruhe wieder empfindlich stört. Ich schlafe mit Ohrenstöpseln, aber dennoch, das Wellengeplätscher am Schiffsrumpf und das Geheule im Rigg sind nervtötend.

Fast bin ich versucht Reue zu zeigen und an D1 zurückzugehen. Abbitte leisten und lieber den Singsang der Azzurri hinnehmen? NEIN, soweit gehe ich nicht. Wir bleiben hier und stellen uns dem Konzert der Naturgewalten 😉

Kleinlaut werde ich, als ich merke, dass ich mitten in der Nacht nicht mehr einschlafen kann. Was soll´s, ich hasse nichts mehr als mit offenen Glotzen im Bett zu liegen und sich hin und her zu wälzen. Also aufgestanden, einen Kaffee aufgebrüht und in die Tasten gehaut! Der Blog muss fertig werden!

Ok, bissl früh vielleicht

So tippe ich Zeile für Zeile und merke, obwohl nicht viel Spannendes passiert ist, war es ein maßgeblicher Monat, einer, der die Geschicke in eine neue Richtung lenken wird.

Der Monat klingt aus. Ich lege heute nochmal einen Arbeitstag ein und begebe mich auf eine italienische Baltic am Steg D – auf zu den alten Nachbarn…

Eisiger Wind – nur mit Mütze zu ertragen

Da sitze ich dann über Stunden und ziehe Kabel, ich muss hinter dem Schaltpanel „aufräumen“, das kostet Zeit und Nerven.

Eine Ablenkung erfahre ich, als ein Freund aus früheren Tagen mir eine alte Mail von mir schickt – ob er sie aufheben soll fragt er. Nein, das muss er nicht, aber ich habe einen kurzen Moment der mich erheitert – 2001, ganze 23 Jahre her, ich war damals erst wenige Wochen beim neuen Arbeitgeber und mein Freund war bekannt für seine sehr speziellen Auftragsarbeiten an besonderen Fahrzeugen. Er hat mich hier kontaktiert, weil wir uns aus Rennsportzeiten bei meinem früheren Arbeitgeber kannten. Er erhoffte sich Hilfe.

Hier meine Zeilen an ihn…

Sehr spezielle Anfrage

Ich habe mir die paar Minuten genommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Danach habe ich noch ein paar Litzen gezogen – dann war Schluss für heute.

Wir waren auf dem GRASKARPFEN zu Kaffee und süssen Teilchen geladen. Ich habe die Einladung und das Gespräch mit den Beiden genossen. Ein kurzweiliger Nachmittag.

Wieder zuhause auf NESSAJA erreicht mich eine Mail von Gerald, unserem Käufer aus Baden-Württemberg. Das Ergebnis des Öltests sei eingetroffen. Alles sei gut, aber etwas Glykol sei im Öl zu finden, ob ich den Grund dafür kenne?

Hm, nein, kenne ich nicht. Da waren sie, die Geister die er rief – denn es stellt sich nun die Frage WAS TUN? Wie interpretiert man so ein Ergebnis? Tatsächlich kann ich dabei kaum helfen, ich weiß nur, dass ich mit diesem Motor die Welt umrundet hätte, daran zweifle ich nicht, alles andere ist aus meiner Sicht akademisch.

Der Monat ist zu Ende, der erste Monat des Jahres 2024 ist geschafft.

Vorschau! Sibylle fliegt für einen Monat nach Deutschland – wie ergeht es dem Skipper? Werden neue Informationen bezüglich der Deckssanierung gesammelt? Wann wird der Skipper wieder in die alte Heimat fliegen? Wie sehen die Urlaubspläne der NESSAJA Crew im Detail aus? Schafft es der Skipper die Duschpumpe und den Schwarzwassertank zu reparieren?

Last not least – welche Bedeutung hat der Öltest für den weiteren Verlauf des Schiffsverkaufs?

Ihr seht, die Themen gehen nicht aus. Die Antworten gibt es im Blogbericht des nächsten Monats.

Liebe Grüße von Leros, die NESSAJA Crew

Dezember 2023 – What´s Another Year

Ein weiteres Jahr liegt im Kielwasser – wenn ihr diese Zeilen lest, liegen sowohl das Weihnachtsfest als auch Silvester 2023 achteraus – der Start ins neue Jahr ist erfolgt!

Ich verfasse im Laufe des Monats Januar, wie jedes Jahr, einen Jahresrückblick mit den Highlights und durchleuchte dabei auch etwas die emotionale Seite der Erlebnisse und Entscheidungen, die wir im vergangenen Jahr durchleben durften. Diesen Rückblick findet ihr hier!

Dieser letzte Monatsbericht 2023 trägt die Headline eines Johnny Logan Songs aus 1980. Damals, als Teenager, konnte ich mit „What´s another Year“ wenig anfangen, offen gesagt, ich mochte diese Schnulze nicht. Heute, weit jenseits des 50ers, spielen Monate und Jahre eine weitaus gewichtigere Rolle, das Zeitkontingent schwindet. Wer mich etwas besser kennt weiß, dass ich die Zeit, neben der Gesundheit, als wertvollstes Gut bewerte.

Es ist also mehr als legitim zu fragen: „What´s another Year?“ Dies zu bewerten, hat uns im Monat Dezember 2023 mehrfach umgetrieben! (der Text bleibt diesmal außen vor – Liebeslied – hat mit meiner Fragestellung nix zu tun!)

Ein Kaffee vor meinem Abflug!

Der Monat begann mit der Umsetzung einer sehr spontanen Entscheidung meinerseits, welche nun ein paar Wochen zurückliegt. Ich hatte über einen Headhunter ein Jobangebot bekommen, welches mir wie auf den Leib geschneidert schien – „Technischer Trainer für Motorentechnik / Volvo Penta international“ – wow!

Diese Option wollte ich nicht verstreichen lassen. Zu einer ergebnisoffenen Betrachtung einer Ist-Situation, muss auch die Option eines negativen Ergebnisses gehören, quasi die Einsicht, dass ein Plan gescheitert ist. Wäre dies der Fall, muss auch eine Rückkehr nach Deutschland in Erwägung gezogen werden. Warum nicht dort etwas Geld verdienen, sich neu sortieren und zu gegebener Zeit einen neuen Anlauf wagen?

Ich habe mir also vor ein paar Wochen Flüge und Fährtickets gebucht…

Am 2. Dezember war es soweit – der Wecker klingelt zeitig und holt uns aus den Federn. Wir frühstücken, dann fährt Sibylle mich zum Flughafen. Ich drehe mich noch einmal zu NESSAJA um, ich hatte für Sibylle alles so vorbereitet, dass sie die vier Tage meiner Abwesenheit keinen Kummer mit dem Schiff haben sollte.

Alles in Butter auf´m Kutter…

Noch im Auto, bimmelt mein Telefon unaufhörlich – bimm, bimm, bimm! Das ist ungewöhnlich, ich sehe nach, was es so Wichtiges gibt…

René informiert mich als Erster

Mein Freund René, er will mich am Flughafen abholen, bei ihm werde ich die nächsten Tage übernachten, meldet als Erster, dass der Münchner Flughafen wegen heftiger Schneefälle gesperrt ist.

Ich kenne das Schneethema in München ja, frage daher meinen alpenländischen Freund, ob man dies so ernst nehmen müsse. Er antwortet, „…mei es schneit halt, das kennst Du ja! Alles normal hier!“

Eine Antwort, die er später revidieren musste!

Ich war eh grindig! Da fliege ich einmal kurzentschlossen nach Deutschland, mache mit allen Kindern was aus, habe alles bestens geplant – und dann sowas! Hier in Leros herrscht derweil noch bestes Wetter…

Ein Abschiedscappucchino bei bestem Wetter
Ganz gute Aussichten

…in München dagegen erwische ich exakt die zwei Tage der Schneekatastrophe! Das hat mich echt angekotzt – man möge mir hier den Ausdruck verzeihen, aber er trifft es ziemlich genau.

Das Dumme nur, ich wusste das ja noch gar nicht! Ich gehe zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass ich am Nachmittag in München landen kann und checke mich im Inselflieger von Leros nach Athen ein.

45 Minuten Flugzeit bis Athen

Ein kurzer, schöner, aber holpriger Flug über die Inselwelt der Ägäis, endet nach rund einer Dreiviertelstunde in Athen. Ich schalte mein Mobiltelefon ein – wieder höre ich BIMM, BIMM, BIMM. Abermals trudeln unzählige Nachrichten ein! Warum???

Ja super – Information zu spät

Ich falle vom Glauben ab! Kann es sein, dass sich alles gegen mich verschworen hat? Warum kommt diese Nachricht so spät? Zu spät?

Habe ich nicht noch am Vormittag gefragt, ob es Sinn macht überhaupt abzureisen? Jetzt sitze ich in Athen und schau´ doof…

Zunächst gilt mein entgeisterter Blick meiner Bordkarte – diese war innerhalb von Millisekunden wertlos geworden.

Ja, 2. Dezember, heute – MUC ist gesperrt! Wegen SCHNEE

Wider Erwarten ist meine erste, reflexartige Handlung nicht etwa mich zu sortieren – nein, ich reagiere wie ich es sooft auf meinen Dienstreisen gemacht habe und wie es offensichtlich noch im Hinterkopf verankert ist. Ich rufe Sibylle an und erkläre ihr die Situation, sie agiert ab jetzt als mein Backoffice und sammelt Informationen am Computer, die sie an mich weitergibt – fast wie eine Fernsteuerung! (früher gab es dafür extra Abteilungen 😉 ).

Während dies also im Hintergrund abläuft, stelle ich mich in die Schlange bei „Aegean Airlines“, um mich unterbringen und umbuchen zu lassen. Na gut, dann fliege ich halt morgen…

Es geht schleppend voran. Die ZWEI Mitarbeiter sind mit der Schlange überfordert. Ich stehe zwar recht weit vorne, bin aber nach einer Stunde nur zwei Plätze vorgerückt. Ich überschlage kurz – wenn das so weitergeht, stehe ich hier vier Stunden.

Sibylle erklärt mir am Telefon, dass es heute keine Option gibt nach Leros zurück zu kehren, weder per Flieger, noch per Fähre – sie hat keine Möglichkeit ausgelassen, alle Dodekanesinseln abgeklopft. In die andere Richtung gibt es ebenfalls keine sinnvolle Option, etwa nach Salzburg, Stuttgart oder Nürnberg – ich würde also bestenfalls morgen Mittag in München sein.

Es bliebe zwar genug Zeit für die Bewerbung, aber meine Termine mit den Kindern und Enkeln müsste ich anpassen, teilweise absagen. Ich bin sauer!

Obwohl genau DAS früher Teil meines Jobs und damit täglich Brot für mich war, überkam mich ein seltsames Gefühl. Früher ist vorbei! Jetzt bin ich nur mir selbst verpflichtet – ICH bestimme, ob ich das wieder möchte oder eben nicht! In dieser Sekunde beschließe ich, dass ich diese Art Zeit zu verbringen, sie zu verschwenden, nicht mehr akzeptiere – ich trete nach links aus der Warteschlange, gehe gemütlich nach draußen und setze mich auf eine Bank – JETZT erst sortiere ich mich und beginne zu überlegen…

Eine verfahrene Situation, welche auch viel Geld verschlungen hat, kann man oft nur zum Guten wenden, wenn man nachinvestiert. Ich seufze kurz und buche mir am Mobiltelefon einen Flug nach Kos. Dazu ein gutes Hotel für eine Nacht, morgen Früh fahre ich mit der Fähre zurück nach Hause – ja, nach Hause…

Einmal Athen und zurück innert 5 Stunden
Der Flieger fast leer – ich hatte einen guten Platz
Wunderschöne Ausblicke, die Sonne versinkt hinter Kreta

Von hier an klappt alles reibungslos! Ich lande pünktlich auf Kos und kann sehr rasch den Flughafen verlassen. Es zahlt sich abermals aus, dass ich nur mit Handgepäck unterwegs bin. So kann ich den Bus, der mich für kleine 3,60€ bis ins Stadtzentrum bringt, gerade noch erwischen. Super! die gesparten 40.-€ für´s Taxi werde ich für ein gehöriges Dinner umsetzen.

Ich laufe die paar hundert Meter zum Hotel, kaufe mir am Weg noch ein Fährticket für morgen, dann checke ich in dem Vier-Sterne Hotel ein.

Im Sommer eines der besten Touristenhotels in Kos…
…im Winter, stilvoll, aufgeräumt und gemütlich

Ich beziehe mein Zimmer und bin angetan. Ich habe ein großes, gemütliches Bett für mich alleine, habe ein Bad in dem ich aufrecht und heiß duschen kann, zudem einen Balkon, von dem aus ich das Meer rauschen höre.

Meins – gemütlich und bequem
Alles sauber, alles perfekt
Ich kann den Hafen und die türkische Küste sehen

Zunächst setze ich mich hin und schreibe eine Mail an Volvo Penta. Ich sage mein Bewerbungsgespräch ab. Seit heute bin ich gedanklich einen Schritt weiter, ich muss wohl akzeptieren, dass meine Karriere als Trainer heute unwiderruflich ein Ende gefunden hat. In ein paar Wochen wird dies eine Randnotiz in meinem „Buch des Lebens“ sein. Ich hatte in den vergangenen drei Jahren zwei „perfekte Angebote“ erhalten, beide habe ich abgelehnt, ein drittes Angebot dieser Qualität wird nicht kommen!

Dann schreibe ich eine WhatsApp an Sibylle. Ich bin gut angekommen, gehe jetzt essen. Wir sehen uns morgen. Ich freue mich auf sie, ich freue mich auf NESSAJA.

Zum Essen geht es in´s „O Alis“, dem empfehlenswerten Meze-Tempel in Kos-Stadt. Ich habe Hunger und gönne mir ein kleines, persönliches Menü nebst einem Bierchen.

Aus meiner Sicht die erste Adresse in Kos-Stadt für normales Essen
Zwei Meze und einen Salat…
…gefolgt von einem „Bekri Meze“ und einem „Lahmacun“

Ich esse und beobachte die Menschen um mich herum. Der Laden ist gut besucht, es ist Wochenende. Kos-Stadt im Winter, am frühen, dunklen Abend, ist eine andere Welt im Vergleich zum Sommer! Es gefällt mir!

Ich sitze trotzdem nicht allzu lang, ich bin alleine, die Zeit vergeht langsam. Ich mache mich also auf den Rückweg, das Hotel ist nur einen Steinwurf von der Taverne entfernt. Im Augenwinkel sehe ich ein Kennzeichen an einem Motorrad, welches als griechisches Wunschkennzeichen für Sibylle die erste Wahl wäre – Otto hätte seinen Spaß…

Die „rasende OMI“ – das würde passen

Zurück im Hotel, gönne ich mir noch einen Absacker an der Bar, es spielt Live-Musik, ich will noch nicht ins Bett! Der Abend fühlt sich gut an.

Ein Ouzo und ein paar Nüsslein
Live, jeden Samstag!
Die waren echt gut!

Ich war angetan! Das Duo spielte echt gute Musik. Immer irgendwo zwischen Swing und Jazz, manchmal Lounge, ein paar griechische Lieder, ein paar Coversongs. Ich habe eine ganze Zeit lang zugehört, irgendwann hat mich die Müdigkeit eingeholt und ich habe mich ins Zimmer zurückgezogen.

Dass das Hotel etwas hellhörig ist und im Zimmer neben mir eine Familie mit Kleinkind untergebracht war, ficht mich nicht an. Dank meiner Ohrenstöpsel war ich bald im Reich der Träume…

Neuer Tag, neues Glück! Nach dem Wachwerden stehe ich auf und ziehe den Vorhang zur Seite. Ich atme ein paar Züge frische Luft und lausche den Wellen, dann kuschle ich mich nochmal eine halbe Stunde in die Federn, ich habe noch etwas Zeit.

Der Tag bricht an, die Sonne taucht gleich am Horizont auf
Richtung Türkei ist es wolkig, aber der Tag verspricht freundlich zu werden

Ich stehe auf, dusche heiß und ausgiebig und genieße das Zimmer noch ein paar Momente. Nachdem der Rucksack gepackt ist, gehe ich erstmal frühstücken.

Abermals bietet das Hotel besten Service und sehr gute Qualität. Eine empfehlenswerte Adresse, wenn ich auch befürchte, dass dies im Sommer anders wirken mag.

Sehr gutes Frühstücksbuffet
Nettes Ambiente auch hier

Ich sitze also im Frühstücksbereich, einer Art Wintergarten, mit Blick auf´s Meer und genieße ein sehr gutes, vollumfängliches Frühstück. Ich sinniere ein wenig, denn der Plan war ein anderer – eigentlich wollte ich jetzt bei René und Rita im „Haus Seegarten“ sitzen und mit ihnen frühstücken – Geschichten austauschen bei Fleischsalat und Brez´n! Schade, wird nix!

Oder kann man da was machen???

Ich genieße das Angebot am Buffet
Auch meine Brez´n bekomme ich! Die Gesellschaft von Rita & René fehlt leider

Zeit zum Aufbruch! Ich konnte meinen Check-Out sehr knapp planen, denn ich hatte gestern schon bezahlt und auch mein Fährticket schon in der Tasche.

Der Fußweg zum Hafen war nicht weit, so habe ich das Hotel verlassen und bin gemütlich dorthin geschlendert. Abermals hatte ich den Eindruck, dass Kos im Winter eine bezaubernde Stimmung ausstrahlt – so ruhig, so authentisch. Kein Vergleich zum überdrehten Touristenmoloch im Sommer…

Wunderschön und menschenleer
Die Wolkendecke reißt langsam auf, es wird warm
Kaum am Hafen angekommen, kommt auch schon die Fähre

Ich musste nicht lange auf die Katamaranfähre nach Leros warten. Die paar Menschen, welche den Dodekanes in nördliche Richtung bereisten, stiegen zu, die Fähre wirft die Leinen wieder los und ich bin auf dem Weg nach Leros.

Die Fähre war fast leer, ich fletze mich in einen der schweren Kunstledersessel und sinnierte so vor mich hin, während am Bildschirm Werbeclips der Dodekanes Inseln gezeigt wurden – (m)ein kleines Paradies, mein Microkosmos.

In etwas mehr als einer Stunde würde ich zuhause sein

Zurück auf Leros ging alles recht schnell. Sibylle wollte mich abholen, hatte aber gleichzeitig eine Einladung der Locals zu einem Benefiz-Backwettbewerb der örtlichen Konditoren.

Wir haben beschlossen, dass ich mit dem Taxi zu NESSAJA fahre und wir uns dann bei „Repapis“ auf ein Willkommenseis treffen. Trotz Sibylles Rolle als Backoffice, gab es ja doch eine Menge zu erzählen – besonders die Gedanken meinen Sinneswandel betreffend, galt es auszutauschen.

Der Eissalon mit winterlicher, typisch verspielter, rosa Dekoration
Die Eisspezialitäten gut wie eh und je

Wir haben viel gequatscht und dabei beschlossen – heute lassen wir es uns gut gehen! Der unsinnige Reiseversuch hatte mich viel Geld gekostet, eine Einladung für Sibylle zu einem Dinner, war das Mindeste was ich ihr angedeihen lassen konnte und letztlich kam es auf die paar Groschen nicht mehr an.

So fanden wir uns nur ein paar Stunden später in unserem momentanen Lieblingsrestaurant, dem „Tis Kakomoiras“, wieder…

Neue Speisekarte – mal sehen…
Lecker wie immer
Gemütlich und schön dekoriert
Witzig…
…und der Jahreszeit angemessen

Da ich nicht, wie geplant, bis zum Mittwoch abwesend sein würde, hatte ich sofort die Marinaleitung verständigt, dass ich weiter an meinen geplanten Schiffen arbeiten würde.

Bereits am nächsten Morgen stand ich also „Gewehr bei Fuß“, um meinen offiziellen Aufgaben gerecht zu werden.

Ok, entspannter als Motorentrainings vor Publikum

In der Marina ist im Dezember so etwas wie Betriebsruhe. Das funktioniert hier aber, wen wundert´s, etwas anders als dies in Deutschland der Fall wäre.

Die Arbeiter sind angehalten, dass sie im Dezember ihren Urlaub abbauen. Leider hat nicht jeder gleich viel Urlaub oder es gibt einfach leicht unterschiedliche Prioritäten – auf jeden Fall sind seit Anfang des Monats FAST keine Werker mehr da – fast…

Trotzdem plätschert es noch so dahin – bis der Shop schließt! Keine Ersatzteile, keine Arbeit! Dann ist Schicht im Schacht.

Auch der Helfer des Elektrikers hatte weniger Urlaub als die Kollegen – er wurde kurzerhand mir zugeteilt!

Nicolas und ich machen Winschenservice

Diese Entscheidung soll mir das Leben erleichtern – tut es aber nicht! Der Bursche spricht fast kein Englisch, ich kann auf Griechisch nicht mehr als ihm einen „Guten Morgen“ zu wünschen.

Unser gemeinsamer Nenner ist Kaffeetrinken, das tun wir ausgiebig – und so klappt es am Ende doch, dass er mir ein paar Handgriffe abnehmen kann.

Mittags macht mir Sibylle immer eine Stulle, ein angenehmes Arbeitsleben. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, so habe ich zuletzt vor mehr als 25 Jahren an alten Autos geschraubt…

Brotzeit von Sibylle – ich werde verwöhnt

Zu diesem gedanklichen Zeitsprung passt auch das Arbeitstelefon, welches mir zugeteilt wurde. Ich habe so ein Modell lange nicht mehr gesehen oder in den Händen gehalten – kann mich aber sehr wohl an Nokia erinnern.

Viel wichtiger als das Telefonmodell war mir die griechische Telefonkarte welche darin steckt. Die ist nämlich sofort in mein altes iPhone7 „umgezogen“ und dient mir jetzt auch als griechische Kontaktnummer – nicht schlecht!

Oldtimer

Nach der Mittagspause geht es weiter, das Wetter ist inzwischen herrlich, es ist sonnig, es ist warm. In Deutschland, ich erinnere, herrscht gerade Schneechaos.

In diesen Minuten würde ich in einem Büro sitzen, vertieft in ein Bewerbungsgespräch. Bereue ich es? Nein, nicht wirklich – die Entscheidung kam von Herzen, der Kopf spielt manchmal Streiche. Zweifel werden kommen – aber ich werde sie mit Hilfe des hiesigen Lifestyles „wegwischen“ können.

Sonne, Kaffee, frische Luft – perfekt!

Der Abend dieses Tages ist gedrängt! Sofort nach Feierabend gehe ich in die Chandlery, ein Paket sei gekommen, ich solle es abholen. Gesagt, getan – ich wusste, dass die Solarmodule von Gottfried an mich adressiert waren. Er hatte mich gebeten, diese anzunehmen und für ihn zu verwahren.

Nicht zu groß, kann ich bei mir am Schiff verstauen…
…nicht ohne einen kurzen Check und entsprechender Rückmeldung an die Münchner Freunde

Als Randbemerkung sei auf die nackten Polster am Bett hingewiesen. Das sind NESSAJAs Cockpitpolster, deren Bezüge nicht nur gewaschen werden, sondern auch umgearbeitet und angepasst werden.

Auch an unserem Zuhause gehen die Arbeiten also weiter, zum Glück sind es nur Kleinigkeiten! DAS sollte jedoch nicht so bleiben – dazu später mehr…

Ich musste sofort weiter zu ELOWYN. Dort wollte ich mich mit dem Marinachef sowie einigen der Handwerker treffen. Es sollte eine Art Begutachtung zur Erstellung eines Kostenvoranschlages durchgeführt werden – die Beteiligten krochen also allesamt über den blauen Riesen und gaben ihr fachkundiges Urteil ab. Ergebnis – offen!

Wer macht was – und wie???

Während wir da so fachsimpeln, bekommt unser Patenschiff einen neuen Nachbarn und muss es sich gefallen lassen, in den Schatten gestellt zu werden.

Pah, mir doch egal – hat ja keinen Mast 😉

Eine 90ft Riva

Während am A-Ponton eine gewisse Aufregung ob des schwarzen Giganten zu spüren ist, lässt mich das Geschehen kalt. Völlig unbeteiligt nutze ich die Zeit und fummle den abgerissenen Ruckdämpfer aus der Festmacherleine. Sie muss wieder ohne das Hilfsmittel auskommen – einmal mehr bewahrheitet sich – „you get what you pay for“!

Optisch top, Qualität flop

Die Tage vergehen, der Alltag kehrt zurück. Sibylle hilft dreimal in der Woche im Dog-Shelter aus, in Facebook teilt sie einen Spendenaufruf der Institution. Wir beide freuen uns sehr, dass unsere Freundin Ulrike etwas spendet, der Betrag kommt sofort und direkt dem, inzwischen gegründeten, Verein zugute!

Auch ich möchte etwas tun und erinnere mich an die Geschichte, dass Sibylle und Kostas mit einem mehrfach geflickten Wasserschlauch arbeiten müssen, dies ginge mehr schlecht als recht.

Ich spende einen neuen Gardena Schlauch für die Hunde Auffangstation – der wird sofort angebracht.

Neu ersetzt alt

Eines Abends erreicht mich eine Nachricht der Lufthansa. Ich möchte kurz vorausschicken, dass ich inzwischen weiß, dass auch ein etwaiger Flug am Folgetag, auf den ich ja wohl umgebucht worden wäre, nicht stattgefunden hätte! Am 03.12.2023 war München immer noch halbtags gesperrt, am Nachmittag wurden nur wenige Flüge nachgeholt – Athen war nicht dabei!

Jetzt also eine neue Nachricht – mein Rückflug, wäre ebenfalls gecancelt worden! Diesmal wegen Eisregen! Ok, Sicherheit geht vor, das alles ist höhere Gewalt, niemand kann etwas dafür. Trotzdem, diese Flugbuchung stand unter einem schlechten Stern. Für den Fall, dass das Schicksal mir etwas hat sagen wollen – ich habe verstanden!

Ich wäre weder hin noch zurück gekommen – ein Desaster

Ganz ehrlich – ich hatte bis zu diesem Moment noch keine Sekunde eine Forderung nach Kulanz oder Rückerstattung am Schirm. Vom Gefühl her hätte ich vermutet, dass dazu auch kein vetretbarer Grund besteht.

Aber irgendwie war ich trotzdem sauer. Man zahlt viel Geld, es schneit und die Fluggesellschaft entschuldigt sich, Ende! Das kann doch auch nicht ganz richtig sein…

Ich stelle also einen offiziellen Antrag bei LH und Aegean Airlines auf Erstattung meiner ausgefallenen Flüge.

Zwei Tage später passierten zwei Dinge ziemlich zeitgleich – von Aegean Airlines erhalte ich das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben. Dies geschieht ohne weitere Mail, man hat es noch nicht einmal positiv für sich verwendet – kommentarlose Rückerstattung! Von LH erhalte ich eine wortreiche Ablehnung meines Ansinnens, mit einer Begründung die sachlich falsch war, denn man bezog sich auf meine Alternative ab München die man mir hätte anbieten können, dort war ich aber nie angekommen.

In meiner freundlichen Antwort habe ich auf diese Fehlinterpretation hingewiesen, habe klar gestellt, dass ich die Ablehnung aber akzeptiere, mich umsomehr über die Anerkennung von Aegean freue – drei Tage später hat auch LH das Geld wortlos auf mein Konto überwiesen.

Abschließend – ich freue mich über die Erstattungen, verstehe aber nicht, warum Gesellschaften dieser Größe, ein so schlechtes Problemmanagement zulassen! Warum nicht einen Fluggutschein? Gerne auch das Geld zurück, aber doch immer mit einem (automatisierten) freundlichen Begleitschreiben und einem Hinweis auf diesen, dann perfekten, Service. Na egal, das ist nicht meine Baustelle.

Ich habe bezüglich der Reisen nach Deutschland einen anderen, völlig neuen Ansatz – doch das ist Zukunftsmusik und wird wohl eines der Blogthemen 2024 werden.

BIMM, eine Nachricht reißt mich aus meinen Gedanken – Giorgos hat den Motor des „Willi“, ELOWYNs Tender, wieder zusammengebaut!

Fast komplett

Ok, aber fast ein bisschen voreilig! Wir hatten ausgemacht, dass ich beim Zusammenstecken dabei bin – ich hätte schon gerne gesehen, mit welchem Werkzeug er die Kolben in die Zylinder führt und wie exakt er die Pleuellager anzieht. Ich habe den Eindruck, dass er mich immer dann schlechter versteht, wenn er etwas nicht so gerne mag…

Egal, er ist mein Freund, ich verlasse mich auf ihn. Er hat Erfahrung und wird das handwerklich korrekt gemacht haben. Wenn nicht, merken wir es schnell! In jedem Fall ist er sehr aufmerksam und akkurat. Er weist darauf hin, dass der Motor etwas Farbe braucht, er wartet den Jetantrieb und er findet die eigentliche Ursache des ganzen Schadens.

Der äußerlich noch gute Ölkühler ist undicht

Der Ölkühler, der äußerlich noch gut aussieht und auch schon einmal gelötet wurde, zeigt beim Drucktest, dass er innen undicht ist. Es erfolgte eine Vermischung von Kühlwasser und Motoröl, was in der Folge zu Überhitzungsschäden an den Zylinderwänden führte.

Die gute Nachricht – er konnte in Athen ein Gebrauchtteil auftreiben. Die schlechte Nachricht – auch das ist mit Gold aufzuwiegen. Ich telefoniere mit Volker, er stimmt zu, wir bestellen das gebrauchte Ersatzteil!

Ich muss noch für eine Absprache ins Marinaoffice. Auch hier arbeitet man inzwischen mit reduzierter Besetzung, auch hier gibt es kurze Winteröffnungszeiten, auch hier ist weihnachtlich geschmückt!

Weihnachtdekoration im Office unserer Marina

In einem Büro entdecke ich auf einem Tischlein ein mir bekanntes Gesicht und traue meinen Augen kaum – schaut euch das mal an…

Gnirle unter Freunden

In der Ecke sind einige Kuscheltiere aufgebaut, die Mitarbeiterin erklärt mir, dass ihr Mann diese Fundstücke für sie sammelt und sie diese dort aufstellt. Inmitten dieses „Friedhofs der Kuscheltiere“ sitzt also der mir wohlbekannte Gnirle (könnt ihr mal von hinten her lesen) – das Elring Maskottchen.

Ich erhalte abermals einen Flashback in mein früheres Berufsleben, schmunzle und erzähle der Kollegin die Geschichte. Am Mobiltelefon kann ich ihr Fotos von mir mit Gnirle zeigen – Bilder aus vergangenen Tagen!

Schnell! Alarmton auf einer großen Motoryacht!

Vor ein paar Tagen hätte ich nicht geahnt, dass ich bald die große schwarz-silberne Yacht betreten würde – suchen musste ich sie nicht, ich wusste wo sie festgemacht ist…

Piep, piep, piep – irgendwas stimmt nicht

Den Schlüssel in der Hand begebe ich mich auf das Ungetüm – meine Aufgabe – „…schalte mal schnell das Piepsen ab und sehe nach dem Rechten!“

Ok, jetzt erstmal die Türe aufsperren, wie geht das gleich???

Ich klicke mich durch mir unbekannte Systeme und entdecke einen Alarm „Fire in Engine Room“ – aha. Jetzt keine Panik, erst verifizieren! Ich bahne mir den Weg und stehe auf einmal neben zwei MTU Motoren, jeder wohl mehr als 1000PS – sie brennen nicht! Offensichtlich ein Fehlalarm. Ich setze die Anlage zurück, quittiere die Meldung und gebe Entwarnung.

Ein bisschen aufgeregt verlasse ich das Boot, welches größer als unser damaliges Haus ist – und erheblich teurer!

Der Tag hat noch Stunden – diese wollen Sibylle und ich auf ELOWYN nutzen…

Wettertechnisch braut sich was zusammen – heute arbeiten wir drinnen

Sibylle hilft mir wo es geht! Heute war ihre Aufgabe, sich in eine enge Lücke zu quetschen um die Filter des Wassermachers auszubauen und diese trocken zu legen. Konserviert war die Anlage schon.

Es stand zu befürchten, dass ich nicht in die Lücke passen würde – also musste die tapfere Sibylle voran!

Den da???

Dumm nur, wenn die Handkraft der guten Gattin nicht ausreicht, um die Filter zu öffnen. Letztlich musste ich mich doch in die kleine Kammer quetschen – aber es zeigte sich einmal mehr, dass ich flexibler bin als man mir zutraut. Letztlich haben wir es hinbekommen, auch diesen Punkt auf unserer Liste mit einem Haken zu versehen.

Am Abend war die Eröffnung des Weihnachtsmarkts am Programm. Dort wollten wir mal vorbeisehen und das Einschalten der Weihnachtsbaumbeleuchtung nebst Feuerwerk bewundern.

Ziemlich was los – ganz Leros war auf den Beinen
Das Karussell handbetrieben – Lilly war noch skpetisch
Bunt, Lichter, Menschen, laut

Ich hatte ja schon erzählt, dass Weihnachten hier sehr gefeiert wird, aber weniger besinnlich als wir es zum Beispiel aus Deutschland kennen. Es ist bunter, lauter – mehr bling-bling, mehr amerikanisch – so auch das Motto dieses Jahr. DISNEY!

Man trifft bekannte Gesichter
Kitsch meets Klassik

Die Feierlichkeiten aber als Kitsch abzutun würde dem Ansinnen nicht gerecht. Es ist eben nur eine andere, weniger künstlerische Art der Umsetzung. Für uns ungewohnt, aber dennoch auch dem eigentlichen Sinn gewidmet.

Die Krippe am Weihnachstmarkt in Lakki

Wir haben das Treiben beobachtet, Freunde getroffen, ein bisschen geschnackt und uns zwei Glühwein gegönnt – dann war es soweit. Der Bürgermeister hält eine Ansprache, die Blaskapelle spielt klassische Weihnachtslieder, der Weihnachtsbaum wird beleuchtet!

Die Lichter sind „entzündet“ – die Weihnachtszeit offiziell eingeläutet…
…dies wird mit einem Feuerwerk gefeiert

Wir gehen mit Marcus´ Familie ins „SouVLakki“ zum Essen und dann zurück an Bord von NESSAJA. Da der Abend noch jung ist, zudem Deutschland eine Stunde zurück liegt, reicht es für Sibylle und mich, um noch einen kurzen Videocall mit den Enkelsöhnen zu machen, bevor diese ins Bett müssen.

Ach soooo ist die Weihnachtszeit in Griechenland

Am Folgetag ein weiterer, schwerer Abschied. Susanne, Marcus und Lilly fahren über Weihnachten nach Hause und kommen wohl erst im März zurück. Das ist schade, weil wir gerade in den letzten Tagen und Wochen viel Spaß miteinander hatten.

Wir gehen zusammen an den Panteli-Strand um dort einen letzten Ouzo zusammen zu trinken. Ich bin zerissen – einerseits ist es ein schöner Tag…

Mitte Dezember! Gute Stimmung

…anderseits gehen die Freunde heute für etwa zwei bis drei Monate nach Hause und hinterlassen eine Lücke!

Schlechte Stimmung

Am Abend essen wir zusammen Lasagne an Bord von NESSAJA, eine Entlastung für Susanne, gleichzeitig ein letztes Zusammensein um „auf Wiedersehen“ zu sagen.

Marcus gibt mir noch den Chip für DARKSYDE – natürlich lade ich sie einmal im Monat!

Kommt zu den anderen 😉

Dann ist es an der Zeit, die Freunde müssen früh raus, man verabschiedet sich, der Tag klingt melancholisch aus.

Es wird einsam in der Marina

Es passiert, was nicht hätte passieren dürfen! Ich habe eine Erkältung! Nicht nur einfach irgendeine Erkältung, nein, eine Männererkältung. Ich war lang nicht mehr erkältet und kannte das Gefühl kaum mehr – umso intensiver die Nahtoderfahrungen!

Sibylle versorgte mich mit Halswehtabletten und Lutschpastillen – ich litt leise…

Kopfweh? JA, auch…

Ich nehme das Gas etwas raus und bespreche mich mit dem Marinachef. Ich habe seit ein paar Tagen das Gefühl, als ob man mich „zwangsbeschäftigt“ – wie soll man arbeiten, wenn der ganze Betrieb ruht?

Schnell wurde klar, man war froh, dass ich das Thema aufgegriffen habe, so stand einer Freistellung bis 07.01.2024 nichts mehr im Wege – super! Jetzt hatte ich Zeit! Zeit um mich auszukurieren, um entspannt an ELOWYN zu wurschteln, Zeit für Weihnachtslieder nebst Tee und Gebäck, Zeit für mich…

Habe ich schonmal erwähnt, dass man vom Schicksal gebeutelt sein kann? Als hätte der Belzebub meine Gedanken lesen können, servierte er mir einen herben Rückschlag auf dem silbernen Tablett!

Sibylle dreht den Wasserhahn auf – es passiert… NICHTS!

Ich wusste sofort was das heißt – Defekt an der Wasserpumpe! Jetzt muss man wissen, dass ich diese Pumpe im Juli 2022 prophylaktisch ersetzt habe und dabei meine Gedanken laut ausgesprochen habe – „…diese Pumpe wird sicherheitshalber erneuert! Wenn die Waschmaschine erstmal verbaut ist, komme ich da nie mehr ran. Ich will die nie reparieren müssen!“

Hätte ich es nur nicht gesagt! Genau dieses Teil fällt als erstes der von mir verbauten Neuteile, innerhalb der Reklamationszeit, aus. Hilft nix, ich muss ran…

Ein dunkles Loch – man kann die Pumpe nichtmal sehen, von beiden Seiten nicht!
Ich hole die Luftpumpe aus den Tiefen, sicherheitshalber den Speicherdruck prüfen.
Die Treppe muss raus – da hilft kein Südern
Die Pumpe ist hinter dem Generator – links unten, in den Tiefen meines Motorraumes

Das letzte Bild zeigt das Ausmaß der Katastrophe – ich musste alles zerlegen um die Pumpe überhaupt erahnen zu können. Wenn ich mich jetzt auf den Generator lege, kann ich meinen Arm in die Tiefen des Motorraumes schieben – die Arbeit ist also einhändig und nach Gefühl auszuführen.

Leider geht es auch recht eng zu…

Das freut den Monteur

Ich hatte das Gefühl schon einmal beschrieben, wie es ist, seinen Arm in eine Lücke zu schieben, vorbei an abgeschnittenen Ratschbändern und den Enden von Holzschrauben, beziehungsweise irgendwelchen Klammern – man kann den Schmerz beim Herausziehen des Armes schon erahnen, während man noch den Weg in die Lücke sucht…

Ich fluche leise!

Hat sich denn alles gegen mich verschworen? Ich bin echt mies beinander, Sibylle drängelt auf fließendes Wasser und ich muss exakt die Arbeit machen, die ich nie machen wollte. Das alles ein paar Tage vor Weihnachten – Adventszeit, staade Zeit? Pfeifendeckel!

Ich schaffe es, die Pumpe an einem Nachmittag auszubauen, den Verantwortlichen unseres Marinaladens aus dem Urlaub zu holen und eine Ersatzteilbestellung abzusetzen. Drei Tage Lieferzeit – solange muss die Baustelle ruhen und wir aus dem Kanister leben, na toll!

Ich belohne mich mit einem Eis – egal wie erkältet ich bin…

Danach geht´s besser

In den Folgetagen hatten wir echte Lichtblicke in unserem Alltag. Das Marinaoffice bittet uns nach oben, es wäre ein Paket für uns gekommen. Nanu, wir erwarten doch gar nichts…

Ha, was für eine Überraschung! Die Crew der CHILI hat an uns gedacht und als Dankeschön für das Umlegen vor dem Sturm, ein Fresspaket aus der fränkischen Heimat geschickt – begleitet von einer ganz lieben Postkarte…

Vielsagend – wir packen aus…
…und das Wasser läuft uns im Mund zusammen

Sibylle ändert kurzentschlossen den Speiseplan und setzt „Frängischa Bradwörschdla“ nebst Sauerkraut auf denselben – gleich für heute Abend!

Die Würstchen brutzeln in der Pfanne, das Kraut köchelt am Ofen – dann frisch auf den Teller. Was für ein Labsal, welch ein Gaumenschmaus!!!

Echt – ein Gedicht! Vom Nürnberger Top-Metzger
Das schmeckt

Um ein anderes Päckchen mussten wir uns selber kümmern – denn nur Pakete mit Trackingnummer werden in die Marina gebracht. Alles was als Brief oder Päckchen nach GR geschickt wird, muss an der Post abgeholt werden. Das gilt für Sendungen an unsere Marina.

Normaler Weise macht das die Marina in regelmäßigen Abständen, aber nicht im Winter. Zum Glück wussten wir, dass auch Angelika und Uli von der JASPER an uns gedacht hatten und, wie im Vorjahr, einen fantastischen Stollen nebst Grußkarte auf den Weg gebracht haben.

Im dritten Versuch waren wir erfolgreich!

Wir wussten was drin war – uns lief das Wasser im Munde zusammen

Einem guten Brauch folgend, revanchierten wir uns bei Paola und Thomas von der SIMPLY FREE mit einer Einladung zum Stollenessen nebst Kaffeebegleitung.

Thomas liebt Stollen, kann aber auf Leros keinen bekommen. Wir sollen ausdrücklich herzliche Grüße an die Schenkenden ausrichten – es war ein Genuss. Natürlich haben wir „Oma Helenes Butterstollen“ zu viert verdrückt – keine Reste, kein Krümel.

Generell ein dickes DANKESCHÖN an alle Gönner 😉

Ich bekomme eine WhatsApp aus Kamara. Giorgos sendet mir die Info, dass die Solarmodule für die ELOWYN da sind, auch der gebrauchte Ölkühler wäre eingetroffen. Super! Ich möchte die Teile kurz ansehen und fahre rüber zu „Boat & Parts“.

480Wp pro Platte, zwei riesige Platten – gibt knapp 1kW Solar bei 24V, das ist ein guter Anfang
Im Detail ist der gebrauchte Ölkühler schlechter als der alte – aber er ist dicht!

Passt alles, ich bin happy! Das bringt uns ein Stück voran. Der Ölkühler ist dicht, damit sollte der Instandsetzung des Willi nichts mehr im Wege stehen.

Noch mehr freue ich mich über die Solarmodule. Giorgos hat sich irgendwie geplagt, diese in Griechenland zu organisieren. Mal hatte er schwächere gefunden, mal welche, die den Platz nicht nutzen. Diese hier hatte ich am Schirm, es war nur schwer sie zu bekommen – ich habe sie schließlich bei einem Händler in Athen gefunden, Giorgos hat sie für uns bestellt – das Projekt kann beginnen!

Zurück in der Marina sehe ich sofort, dass sich unsere Vorleine wieder bei dem kleinen Motorboot verhakt hat.

Erst muss ich sie aushängen…
…dann das kleine Boot ein wenig umbinden

Alle zehn, vierzehn Tage das gleiche Spiel. Ich beobachte und binde das Boot so an, dass alles passt.

Dann kommt der Besitzer, ein zwar netter, aber etwas dumber Mann, pumpt das Wasser raus, raucht zwei Zigaretten, deren Kippen er ins Wasser schnippt und bindet das Boot dann grundlos um.

Dann hakt sich meine Leine wieder in seine Leiter – und das Spiel beginnt von vorne. An einem dieser Tage beschließe ich, meinen Platz hier aufzugeben und umzuziehen. Mein Wunschplatz ist frei – ich werde diesen Monat noch umlegen…

Mit den wenigen Bewohnern der Marina, unserer kleinen „Community“, beschließen wir, eine neue Taverne in Lakki auszuprobieren. Keiner von uns kennt das Lokal, wir verabreden uns zum Dinner an diesem Tag.

Das „Stand By“ – viele Locals dort, eine typische Taverne
Innen ein Holzofen, der gemütliche Wärme spendet

Wir haben gut gegessen, aber es war keine Offenbarung. Ein Lokal, welches eine gute Alternative bietet, ähnlich dem „Gia Sena“, das sich aber vermutlich nicht in unsere Top-Five Liste kämpfen wird.

Am Abend machen wir einen Videocall mit meiner Schwiegertochter und meinem Sohn. Amelie ist hochschwanger, wir flachsen darüber, ob das Kind vor oder nach Weihnachten kommen wird.

Nach dem Videocall schicken sie uns ein Bild – ich bin sicher, dass ich es hier veröffentlichen darf…

Amelie, Stefan – wir fiebern mit euch!

Um es vorweg zu nehmen, während ich diese Zeilen tippe – heute am 27.12.2023 – erreicht uns die Nachricht, dass unser sechstes Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat! Wir stoßen mit einem Tzipouro an und freuen uns mit den Dreien!

Zurück in den chronologischen Ablauf…

Wieder meldet sich das Office, wieder ein Paket für mich – diesmal weiß ich was drin ist! Die Wasserpumpe!

Ich hadere lang mit mir, ob ich bei der defekten Pumpe einen Eingriff machen soll, ein Risiko wie mir scheint – aber mein Mechanikerherz obsiegt! Der Chandler hat auch einen neuen Druckschalter schicken lassen, ich baue diesen ein und – die alte Pumpe tut!

Um das Gewährleistungsrisiko und die Kosten klein zu halten, zudem in der Hoffnung, dass ich den Schalter komplikationslos auf Gewährleistung ersetzt bekomme, verzichte ich auf den Einbau der neuen Pumpe und verbaue meine alte, jetzt wieder funktionierende, Fördereinheit erneut.

Und das war erst ein Scheiß, mein lieber Scholli…

Unser Salon sieht aus, als ob eine Granate eingeschlagen hätte
Ich suche abermals den besten Zugang oberhalb des Generators…
…und reiße mir abermals die Bratze auf

Das folgende Foto habe ich NICHT für den Blog gemacht! Es ist eines der Montagefotos – die waren notwendig, weil ich nicht an die Schrauben hingesehen habe. Also habe ich per Bild oder Video, den Schraubenzieher auf den Schraubenkopf geführt.

Die linke Seite vom Generatorschacht aus, die rechte Seite vom der Zugangsklappe des Hauptmotors aus…

Bissl daneben, noch einen Zentimeter weiter runter

Nach einem vollen Arbeitstag hatte ich die Pumpe wieder eingebaut und angeschlossen. Am Folgetag habe ich den Druckspeicher verbaut, den Vordruck eingestellt und das System wieder an die Druckeinheit angeschlossen.

Wir haben das System getestet, die Pumpe in Betrieb genommen und eine Dichtheitsprüfung gemacht. Bis heute ist alles ok und dicht – wir haben wieder fließendes Wasser auf NESSAJA.

Einen halben Tag Ausbau, einen Tag Einbau, einen halben Tag für den Druckspeicher und die Inbetriebnahme. Zum Kotzen, echt! Aber ich wusste es, ich wollte es nie machen müssen! Selber schuld, alles ein bisschen eng verbaut an dieser Stelle…

Der Sonnenuntergang und Sibylles freudiges Lächeln entschädigen mich. Die Waschmaschine läuft schon, ich bestaune das Abendrot.

Wahnsinn

Patricia spricht mich an. Sie war für drei Wochen zuhause, hat aber bereits vorher beschlossen gehabt, dass sie diesen Winter in der Marina verbringen will. Sie war überrascht, dass wir in ihrer Abwesenheit die Lücke neben ihr belegt haben – sie hat jetzt CHILI als Nachbarboot.

Patricia ist unglücklich – die Fender hätten in der Nacht gequietscht, sie hat kein Auge zugetan. Ich soll CHILI an einen anderen Platz legen!

Ich vermute, dass meine Absage an dieses Ansinnen so klar formuliert war, dass sie sofort eine Korrektur der Leinenführung und Fenderplatzierung als Alternative akzeptiert hat.

Womit sie nicht gerechnet hat – diesem Wunsch habe ich sofort entsprochen! Ich verstehe das, ich fordere das für mich selbst auch ein – wir hatten einen Nenner gefunden!

Ich opfere zwei meiner T-Shirts

Ich spanne also Festmacher nach, lege eine Vorleine zur Kaimauer und verschiebe die Fender. Die zwei Dicken die für den Erstkontakt zuständig sind, bekommen ein T-Shirt von mir verpasst – passt wie angegossen.

Weil ich gerade auf CHILI bin, reinige ich den Abfluss des Cockpits, hier ist das Wasser nicht mehr abgelaufen.

Der Bobbel hat absolut dicht gemacht

Ich gebe in Nürnberg Information, dass auf CHILI alles ok ist und sie jetzt etwas näher an JASPER liegt. Bei Patricia warte ich ab, ob sie die Veränderungen überhaupt bemerkt…

Hat sie! Und sie hat auf eine Art und Weise reagiert, die mich den Hut ziehen lässt – Chapeau!!!

Es ist die Geste – intelligent reagiert, gefällt mir sehr

Auch an anderen Schiffen, auf die wir regelmäßig ein Auge werfen, gab es ein paar Kleinigkeiten zu tun – da traf es sich sehr gut, dass ein weiteres Paket eintrudelte. Schwiegertochter Sonja hatte über Wochen Kleinigkeiten gepackt, persönliche Dinge, aber auch Ersatzteile für uns und andere.

Das Paket kam heute – just in Time!

Yeah, Sendung aus Miesbach – sehnlichst erwartet

Neben zwei Schlafshirts für mich und Maggi für´s Ei, waren so unwichtige Dinge wie Kopfhörerpolster oder Quetschverbinder in der Sendung.

Aber auch die wirklich wichtigen Teile, darunter Raritäten und Juwelen…

Zum Beispiel sechs Schlüsselrohlinge die ich auf Leros nicht finden konnte. Es war ein Riesenakt diese Rohlinge kaufen zu können, hat letztlich aber doch geklappt. Mein erster Weg führt also zum Schlüsseldienst, der mir drei Schlüssel nachmacht – die restlichen drei Rohlinge schenke ich dem Mann – Kosten für´s Schleifen – 3.-€!

Problem gelöst – check!

Problem Nummer 1 ist also gelöst – ich gehe zur CNB60 von Ed, hier habe ich nämlich beim Batteriecheck den Schlüssel abgebrochen – dummerweise den letzten! Wir hatten vor der Abreise der Eigner schon Schlüssel nachmachen lassen wollen, daher wusste ich eben, dass es keine Rohlinge gibt. Diese Herausforderung war nach dem Bruch des letzten Schlüssels eine große geworden, hier ist jetzt ein Haken dran!

Kommen wir zu den Juwelen, sprechen wir über die ELOWYN…

Zwei Solimar Lukenverriegelungen

Diese beiden Teile sehen bei der Schönheit in Bleu nicht mehr standesgemäß aus und wollen ersetzt sein – leider keine Standardware! Nach langer Recherche konnte ich die Teile finden und bestellen – und ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass man die Aluteile mit Gold aufwiegen musste.

Leider gab es im Laufe von 10 Jahren doch Anpassungen beim Hersteller, ein erster Einbauversuch zeigt, es muss nachgearbeitet werden – hier muss ich noch genauer recherchieren, aber ein erster Blick genügt…

links neu (lang), rechts alt (kurz) – verschiedene Ausführungen waren nicht im Katalog

Vom blauen Riesen gibt es auch erfreuliche Kund´! Es sollte etwas intelligentes erdacht werden, um die Sonneneinstrahlung auf den Salontisch während langer Standzeiten zu reduzieren. Permanente Lichteinstrahlung birgt das Risiko, dass Holzteile ausbleichen – das galt es zu vermeiden, ohne Löcher für Druckknöpfe oder ähnliches ins Gelcoat zu bohren.

Hier die Lösung…

Eine maßgefertigte Plexiabdeckung für das Schiebeluk…
…die perfekt passt und die Sonneneinstrahlung auf ein Minimum reduziert

Hier war der Weg von der Idee zum fertigen Teil ein eher kurzer, alles hat reibungslos geklappt. Das Teil lässt sich auf dem großen Boot leicht wegstauen und kann bei Bedarf einfach aufgelegt werden.

Noch einmal wechseln Sibylle und ich das Schiff. Auf dem Weg von ELOWYN zu ALENA, es war gerade ein Regenschauer durchgezogen, zeigte sich ein herrlicher Regenbogen – eine schöne Stimmung über der Marina.

Von unserem Steg D aus fotografiert

Gut, dass wir auf ALENA innen zu arbeiten hatten. In wenigen Tagen wird der Interessent zur Besichtigung kommen. Ich habe keinerlei Ambitionen ALENA besser dastehen lassen zu wollen als sie ist. Ihr großer Trumpf ist die ehrliche Ausstrahlung, der Käufer sieht exakt was er kauft!

Eines wollte ich aber noch geprüft haben, die Heizung! Ich wollte wissen ob die Heizung noch gut anspringt und läuft – und das tut sie!

Unsere Aufgabe – dasitzen und die Heizung erfühlen

Nachdem wir die Batterien noch einmal geladen hatten und der Heizung ein Weilchen beim Heizen zugehört haben, beenden wir unseren Einsatz für die Fremdboote und schließen den Werkzeugkasten!

Weihnachten steht vor der Türe, es gilt Vorbereitungen zu treffen.

Für den Heiligabend müssen die typisch griechischen Fleischgerichte für den Backofen bestellt werden. Dafür hat unser Premiummetzger extra eine Facebook-Veranstaltung erstellt „Xmas Table – Open House“. Wir sagen zu, staunen und bestellen…

Typische, griechische Leckereien nebst Fachberatung

Die Abholung der Ware solle übermorgen Vormittag, am 24.12.2023 erfolgen! Der Heiligabend rückt näher, die Verabredungen für die verschiedenen Weihnachtsfeiertage stehen, die Einkäufe sind getätigt – das Fest kann kommen!

HAAAALT – da hätte ich die Rechnung ohne meine NESSAJA gemacht! Auch sie hat noch ein Schmankerl auf Lager, eine Fleißaufgabe, die mich mindestens eine Woche lang jeden Abend beschäftigt hat – ich habe unzählige Mails mit dem perfekten und geduldigen Service von Garmin getauscht…

Probleme mit der Registrierung

Was war passiert? Ich hatte bereits im Sommer bemerkt, dass meine Geräte noch im Account des Erstbesitzers registriert waren. Ich hatte davon berichtet.

Dieser hatte mir bei einem Erstkontakt im Sommer, zwar Hilfe bei der Ummeldung der Geräte zugesagt, ich konnte ihn aber, aus welchem Grund auch immer, danach nicht mehr erreichen – was tun?

Ich habe Garmin kontaktiert, musste ein aufwändiges Nachweisprocedere durchlaufen, es war dann aber möglich, zunächst meine zwei Plotter auf meinen Account „umzuschreiben“.

Leider war das nicht ausreichend, weil die App nicht zwischen den Geräten unterscheidet. Ist auch nur ein Gerät im System, welches auf einen anderen Account gemeldet ist, dann kann man nicht synchronisieren, keine Updates machen und auch die Karte nicht mit neuen Daten füttern.

Fehlermeldung – obwohl die Plotter bereits umgeschrieben waren. Irritierend

Bei jeder Mail an den Service musste ich verstehen, umsetzen und neue Herausforderungen annehmen. Erst als wirklich alle Geräte umgeschrieben waren, alle Updates gemacht waren und auch die App neu aufgesetzt wurde – erst dann konnte ich Erfolg vermelden!!!

Mein Account ist Besitzer, mein Mobiltelefon ist verbunden und überall grüne Haken

Ich habe es leider versäumt, ein Foto zu machen als auch „Active Captain“ einen grünen Haken hatte – aber ich versichere, jetzt passt endlich alles! Ein weiterer Punkt auf der Liste erledigt – auch hier komme ich voran.

Das hat mich lange gequält, ich muss allerdings gestehen, dass ich auf allen Geräten einen Werksreset machen musste, ein bisschen Setuparbeit habe ich also noch – aber das kenne ich, das bekomme ich hin!

Der Morgen des 24.12.2023 – heute bleibt die Werkzeugkiste zu! Ich wache auf, schleiche in den Salon und starte unsere Heizung. Sie läuft, ich kuschle mich ins Bett und drehe mich nochmal um…

Pffffiiiiiiiiiiissssssss…. AUS!

Was war los, warum ist die Heizung aus? Das Display zeigt „Error“ – ich raufe mir imaginär die Haare und packe das Werkzeug aus. Zum Glück weiß ich, woran es liegt.

Rein in die Ecke, nur schnell…
…das Gitter wieder ausbauen

Unsere Heizluftansaugung ist im Innenraum in einer Ecke die von den Salonschränkchen gebildet wird. Der 90er Schlauch ist mit einem Lamellenvorsatz geschützt, das war mir immer zu wenig!

Wenn da mal eine Mutter reinfliegt oder ein anderer Fremdkörper – der haut mir die Heizung kaputt. Dies gilt es zu verhindern.

Ich experimentiere daher seit Anbeginn mit verschiedenen Gitterlösungen. Bewährt hat sich ein ganz feinmaschiges Mosquitonetz. Da gab es nur Fehlermeldungen, wenn zuviel Staub im Gitter hing – daher wusste ich auch um die Sensibilität des Luftmengenmessers der Heizung.

Dieses Netz wäre mir fast einmal in den Ansaugtrakt geraten, ich habe daher versucht auf Metall umzustellen. Geht nicht! Die Drahtstärke nimmt zuviel Durchsatz weg – die Heizung merkt das und setzt sofort einen Fehler!

Als Rat an alle, die sich mit einer Eberspächer Luftheizung beschäftigen – Eberspächer hat im Gegensatz zu Webasto sehr viel elektronisch geregelt, man kann kaum eingreifen. Ich habe meine Heizung stark ausgelegt, vielleicht etwas zu kräftig – wenn sie jetzt in Stufe 1 voll powert, dann merkt die Heizung jede minimale Veränderung im Luftdurchsatz und schaltet ab. Egal ob ich eine Düse schließe oder eben ein Gitter einbauen möchte.

Das nervt. Gut ist aber, dass auch der Service von Eberspächer sehr gut und zugänglich ist. Ich versuche nun, per Softwareeingriff, die Stufe 1 herunterzuregulieren oder abzuschalten – ich brauche sie nicht. An dem Probelm bleibe ich dran. Die Heizung funktioniert aber ohne Gitter tadellos…

Nach diesem etwas verkorksten Start in den Morgen des Heiligabends, frühstücken Sibylle und ich, wir machen „Klar Schiff“ und gehen dann zum Panteli Strand!

24.12.2023 – ein wunderbarer, warmer, sonniger Tag
Kaffee & Kuchen – die Sonne im Gesicht

In diesem Winter waren Sibylle und ich kaum hier. Zu häufig war das Wetter schlecht, oft war einfach keine Zeit – doch genau heute drängt sich der Besuch förmlich auf.

„Wir warten auf´s Christkind“ in einer sehr speziellen Form – die uns aber so gut gefiel, dass wir direkt von Kaffee & Kuchen zu Ouzo & Meze übergingen – nahtlos 😉

Greek Lifestyle
Meze zum Ouzo

Ich sah den Kindern beim Spielen im Wasser zu – ja, richtig gehört, die Kinder haben geplanscht! Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich der neckischen Stimme in meinem Unterbewusstsein nicht mehr standhalten konnte – ab ins kühle Nass, heute ist Weihnachtsschwimmen angesagt!

War gar nicht soooo kalt

Ich wärme mich noch ein wenig in der Sonne auf, dann fahren wir heim. Auf dem Weg zum Motorrad entdecken wir Skurriles…

Rudolf the Red Nose Rendeer – frei interpretiert

In der Marina huschen wir beide unter die heiße Dusche und machen uns fein für den Abend. Dann schmeißt Sibylle den Ofen an, der Tisch wird gedeckt und wir gehen zum gemütlichen Weihnachtsabend nebst Dinner über…

Ein guter Wein, ein feines Essen – was willst Du mehr?

Wir haben relativ früh gegessen, weil es heute noch einen Teil 2 des Heiligabend geben sollte – nämlich den gemeinsamen, den geselligen Teil…

Thomas und Paola von der SIMPLY FREE haben eine Handvoll Liveaboards eingeladen, um nach dem persönlichen Dinner noch ein bisschen beisammen zu sitzen, ein bisschen Alkohol zu trinken und süsse Sauerreien zu futtern. Diesem Ruf sind wir gerne gefolgt!

Italienische Weihnachtsstimmung auf der SIMPLY FREE
Auch hier war der Tisch weihnachtlich eingedeckt
Babis, Thomas, Paola, ich, Sibylle und Patricia – ein netter Abend

Wir saßen zusammen, tranken ein paar Gläschen und hatten echt Spaß – obwohl oder weil wir echt bunt zusammengewürfelt waren. Der Abend war kurzweilig und die Zeit bis Mitternacht verflog.

Je später der Abend wurde, desto lockerer nahmen wir die Dinge, zugegeben, der eigentliche Anlass des Festes war temporär in den Hintergrund gerutscht…

Schön war´s
Ja, lacht nur…

Die Feier klang aus – kurz vor dem Nachhausegehen drückt Paola jedem noch ein kleines Geschenk in die Hand, was für eine nette Idee und was für eine Geste. Es war ein toller Abend.

Zuhause packe ich mein Geschenk aus…

Uiiii, warme Socken! NATURAL – offensichtlich Schafswolle 😉
Oh Gott, für diese Socken musste ein niedliches Acrylic-Lämmchen sein Fell lassen

Scherz – natürlich weiß ich wo die Dinger herkommen, ich finde es aber trotzdem frech ein Schaf draufzudrucken und „natural“ zu schreiben! Egal, auf zur Anprobe…

Na, wenn das nix ist

Der Heiligabend endet, ich habe gut durchgehalten, mich wacker geschlagen. Jetzt aber darf ich, sogar mit Sibylles Erlaubnis, in meine eigentliche Rolle zurück…

Am Morgen des ersten Feiertages meldet sich mein Sohn noch einmal – er hätte ein Weihnachtsgeschenk für uns unter seinem Christbaum gefunden. Man würde das für uns aufbewahren, Sibylle könne es im Februar mitbringen…

So ein nettes Christkind

Am Format erkenne ich, dass das blondgelockte Christkind unter Umständen das gleiche Geschenk bringt, wie schon die zwei Jahre davor – das freut uns Beide ganz sakrisch, denn wir lieben dieses Geschenk und halten es sehr in Ehren!

Unser Kinderkalender

Wir machen im Verlauf der Weihnachtstage mit allen Kindern und Freunden Videochats oder Telefonate, tauschen uns aus und wünschen schöne Festtage – dem ein oder anderen wünschen wir bereits jetzt ein gutes neues Jahr, denn Silvester naht mit großen Schritten.

„Man hört sich wieder im nächsten Jahr…“ – sage ich mich mehr als einmal zum Abschluss eines Gespräches!

Der zweite Feiertag startet ohne Frühstück, denn Thomas und Paola haben für die Marinacommunity einen Tisch im „To Steki“ reserviert, es gibt ein Weihnachtsmenü – diesmal zum Lunch…

Dimitris übertrifft sich wieder selbst – wir lieben dieses Lokal
Schön renoviert, herrliches Ambiente – und beheizt
Zur bereits bekannten Gruppe, gesellen sich noch Noam und Shira, sowie Yo
Wir unterhalten uns gut – aber Sibylle drängt auf Nachtisch

Wir essen gut, lassen es uns gutgehen und genießen den Tag inmitten großer Gruppen Einheimischer, die an den umliegenden Tischen Platz genommen haben – wir sind mittendrin, das gefällt uns!

Nachtisch gibt es hier keinen, aber wir haben einen Plan 😉

Da strahlt sie…
…und kauft kräftig ein

Wir genießen diese Zeit wie schon letztes Jahr. Alles ist entspannt, es gibt hier keinen Streß rund um die Festtage.

Am zweiten Feiertag allerdings ist die Luft dann doch etwas raus. Sibylle und ich beschließen, dass wir noch einmal so einen herrlichen Tag am Panteli Strand einflechten wollen, mehr schreiben wir uns nicht auf die Liste.

Sibylle möchte dorthin walken, ich fahre mit dem Motorrad rüber und nehme sie mit zurück. Gesagt, getan…

Abermals ein herrlicher Tag mit besonderer Stimmung
Wir gönnen uns jeder einen Apple-Pie und einen Cappucchino

Am Abend gehen wir in kleiner Runde noch ins „Metzes“, dort lassen wir Weihnachten ausklingen. Es waren schöne Feiertage, es gibt kein Klagen – wir konnten fast so etwas wie eine „staade Zeit“ spüren.

Der Mittwoch hat es in sich! In Deutschland startet ein Paar zu einer spannenden Reise. Von Stuttgart über Frankfurt nach Athen, von dort nach Piräus und dann mit der Fähre nach Leros.

Die Beiden heißen Gerald und Ulrike, es sind die Interessenten für Werners ALENA. Ab morgen werden Gerald und ich ALENA besichtigen, inspizieren und auf Herz und Nieren prüfen – zu Werner gibt es dabei einen „heißen Draht“, er sitzt zuhause am Telefon und wartet auf unsere Videocalls.

Wir tracken die Reise der Beiden und erledigen parallel unsere täglichen Aufgaben.

Ich muss für ALENA das Tepai für die Probefahrt lösen, das geht schnell und problemlos. Für NESSAJA gibt es neue Interessenten, ich beantworte ein paar Fragen und schreibe Mails. Sibylle ist erst im Dog-Shelter, dann gehen wir zusammen einkaufen.

Ich kann zudem noch meine Bezüge für die Cockpitpolster abholen, jetzt ist auch dieser Punkt von der Liste der Arbeiten für die neue Saison zu streichen.

Polster stehen bereit – jetzt einteilig und mit neuen Klettverschlüssen

Zwischendrin erfahren wir immer den Status von Gerald und Ulrike – alles klappt! Sie verabschieden sich in den Abend mit der Positivmeldung von der Fähre…

Noch in Piräus – aber gleich geht es los

Just in dem Moment, als wir gerade einige WhatsApp Nachrichten austauschen, drängt sich eine von Schwiegertochter Amelie dazwischen, sofort gefolgt von einer Nachricht meines Sohnes – wir wussten im Bruchteil einer Sekunde was los war…

Anton war auf die Welt gekommen! Willkommen Enkelchen, wir freuen uns!!!

Ich genehmige mir ein Getränk und stoße mit Sibylle an.

Anton, auf Dich – und natürlich auf die junge Familie

Ein letztes Mal sehe ich nach der Fähre, ich habe den Beiden versprochen, sie um 03.35 Uhr mit dem Leihwagen abzuholen. Es interessiert mich ob alles klappt – sieht aber gut aus!

Noch ein paar Meilen bis Mykonos

Ein paar Zeilen des Blogs tippe ich noch, um nicht allzusehr in Verzug zu geraten – die kommenden Tage werden herausfordernd und busy.

Dann muss ich ins Bett, die Nacht wird kurz…

Um 01.15 Uhr sehe ich noch einmal auf die Uhr, dann bin ich wohl eingeschlafen. Die Gedanken haben mich beschäftigt – ein Interessent für NESSAJA hat einen Termin für einen etwaigen Besuch genannt, ein anderer hat ein Gebot abgegeben, welches über meinem Minimalpreis liegt – es wird spannend, das wühlt mich auf!

RING! RRRRRIIIIIING! AAAAHHHH – was ist los? Wo bin ich? Sibylle stupft mich an, murmelt was und dreht sich um. Ich realisiere, es ist 03.00 Uhr, ich muss raus und die Gäste abholen.

Ich fahre zum Hotel, übernehme den Leihwagen und brummle damit schnurstracks zum Hafen…

Der rote Flitzer – den haben Gerald und Ulrike für die nächste Woche

Ich blicke ein letztes Mal auf die „Marine Traffic App“, um zu sehen, wo sich die BLUESTAR 2 gerade befindet. Ich stelle fest, ich bin keine Minute zu früh, der Zubringer aus Piräus ist pünktlich.

Nur noch um die Ecke

Ein paar Minuten später, läuft der stählerne Riese im Hafen von Lakki ein. Jetzt wird es turbulent in der kleinen Stadt…

Nur noch ein paar Minuten

Wenige Minuten später steigen Gerald und Ulrike aus dem Bauch der Fähre. Wir erkennen uns auf Anhieb, begrüßen uns kurz und sehen dann aber schnell zu, dass wir das Weite suchen.

Ich möchte rasch am Hotel sein, um den Check-In für die beiden so kurz wie möglich ausfallen zu lassen. Wir sind die Ersten (oder Einzigen?) an der Rezeption, alles klappt – kurzer Abschied, „…schön, dass ihr da seid, bis morgen!“

Ich verlasse das Hotel und schwinge mich auf meine GS. Minuten später liege auch ich noch einmal in den Federn und kann tatsächlich noch etwas schlafen. Als ich aufwache ist es schon hell…

Ich schicke Gerald und Ulrike ein Bild – ALENA wartet

Sibylle und ich frühstücken, ein Kaffee bringt meine Lebensgeister zurück. Etwa eine Stunde später melden sich die Gäste und kommen kurz darauf in der Marina an.

Für mich wie Weihnachten…

Mein Schatz…

Gerald war so nett, mir eine ganze Menge Dinge mitzubringen. Sein Koffer war halbvoll mit Teilen und Gerätschaften für mich. Unter den feinen Sachen war auch eine Bosch Pro Akkuflex, ein begehrtes Teil, auf welches ich schon lange ein Auge geworfen hatte – yeah!

Wir gingen zu den Schiffen, hielten ein bisschen Smalltalk, um dann – endlich – ein Auge auf ALENA zu werfen!

So lange telefoniert, geschrieben, gefragt und geantwortet – jetzt ist es soweit…

Kaiserwetter für den ersten Eindruck

Da wir im Wetterbericht gesehen haben, dass das Wetter langsam aber stetig schlechter werden soll, zudem heute der einzige Tag mit „echtem Wind“ sein soll, wurde beschlossen, dass wir die Besichtigung der Hallberg-Rassy mit der Probefahrt beginnen würden.

Gerald und ich bereiteten das Schiff vor, das Tepai hatten wir ja schon beschafft. Nach etwa einer halben Stunde hieß es, „Maschine starten“!

Der Jockel tat was er soll, er lief tadellos. Wir funkten den Marinero an, dieser kam umgehend und begleitete uns aus der Box.

ALENA legt ab – am 28.12.2023

Wir verließen den Hafen, testeten die Lenkung, den Gas- und Schalthebel, den Motor unter verschiedenen Lastsituationen – so fuhren wir bis etwa in die Mitte der Lakki-Bucht.

Klar machen zum Setzen des Großsegels

Wir machen klar zum Setzen des Großsegels und ziehen dieses aus dem Mast. ALENA krängt leicht, wir haben hier etwa 15kn NW.

Jetzt können wir auf Kurs, der Wind reicht zum Segeln. Wir stoppen den Motor und setzen die Genua. Unter Vollzeug läuft ALENA wie auf Schienen durch die markante Ausfahrt der Lakki-Bucht.

Kaum haben wir das offene Meer erreicht, zeigt uns die Ägäis, dass sie mehr kann, als die geschützte Bucht mit einem Lufthauch zu umspielen. Der NW zieht an und erreicht bald über 20kn.

Wir haben zwei herrliche Segelstunden vor der Westküste von Leros.

25kts AWS, Vollzeug bei Halbwind

ALENA zeigt was sie kann! Sie segelt bei 25kts AWS unter Vollzeug. Hart an der Reffgrenze und trotzdem leicht handelbar. Dabei taucht sie weich in die manchmal bestimmt 1,5m hohen Wellen ein und lässt kaum Wasser überkommen – wir machen rund 7kn SOG.

Die Interessenten sind begeistert, ich glaube, dass ich das so übermitteln darf – man hat nur eine Chance für einen ersten Eindruck, den hat ALENA genutzt…

Geht gut – wir haben Spaß
Ich gebe mir Mühe alle Fragen zu beantworten

Nach etwa einer Stunde heißt es, „…klar zur Wende“ – und nach dem „Re“ legen wir Kurs zurück in die Lakki Bucht an.

Sibylle wollte nicht mit Segeln gehen, sie hat sich ein wenig in die Sonne gesetzt und gelesen. Unsere Ankunft hat sie am Merikia Strand erwartet und ein paar Bilder gemacht.

Zurück in der Lakki-Bucht
Wir bergen die Segel und machen die Fender klar

Kurze Zeit später liegt die Hafeneinfahrt vor uns. Ich funke Marinero George an und bitte ihn, uns beim Anlegen zu helfen. Ich erinnere mich noch gut, wie unwillig die schöne Schwedin in enge Parklücken fährt.

„George, we are coming in – Mooring-Assistance requested“

Wir fahren in die gleiche Gasse zurück, gehen aber geplant an den E-Steg. Erstens kann ich ALENA dort mit dem Bug nach Nord anlegen. Das ist wegen dem Radeffekt einfacher beim Rückwärtsfahren. Zweitens bleibt dadurch die Lücke rechts von NESSAJA frei!

George steht parat um uns zu bugsieren

Die freie Lücke neben unserem Schiff begehre ich übrigens nicht, um frei von Nachbarbooten zu sein, nein, ich möchte ebenfalls ablegen und den, nun vorhandenen, Manöverraum für mich nutzen – ich kann wegen dem kleinen Motorboot leichter aus meiner Lücke raus, wenn ich an steuerbord Platz habe.

Sibylle und ich wollen nach langen Diskussionen an den F-Ponton verholen. Sie bekommt ihre Nordseite, ich einen etwas abgeschiedeneren Platz und die Hoffnung auf etwas mehr Ruhe – egal, anderes Thema.

Kurze Zeit später liegt ALENA an ihrem neuen Platz. Die Leinen sind erstmal fest, das Schiff sporadisch aufklariert, alles Weitere morgen!

Schönes Schiff, cooler Platz

Die Sonne versinkt mal wieder spektakulär hinter den Felsen der Buchteinfahrt – dieses Schauspiel ist im Winter so viel imposanter als im Sommer! Wir sind jedes Mal auf´s Neue begeistert.

Heute rundet dieses Schauspiel einen hervorragenden Tag ab. Unsere Gäste sind happy und ahnen noch nicht, dass es heute noch eine Draufgabe geben würde…

ALENA im Sonnenuntergang
Sibylle lädt zum Sundowner an der Kaimauer…
…und wir machen die obligatorischen Erinnerungsfotos
Eines geht noch

Die Sonne ist weg, es wird kalt! Wir verabreden uns zum Abendessen – Treffpunkt 19.15 Uhr am Hotel – dann ins „Tis Kakomoiras“ zum Meze essen.

Die Gäste fahren zurück in ihre Herberge um sich frisch zu machen. Sibylle und ich gehen auf NESSAJA um uns zu sortieren. Ich bin glücklich über die mitgebrachten Sachen – es war eine Menge, die Gerald in seine Tasche gepackt hat!

Bosch Akkuflex, Würth Akkulampe, Außenwasseranschluss für NESSAJA und ein GOK Gasregler für ein Kundenschiff

Die Zeit verfliegt! Sibylle und ich gehen noch rasch duschen, dann heißt es schon wieder „auf zu neuen Taten“! Wir schwingen uns auf unsere GS und fahren zum Hotel des Besuchs, um die Beiden dort abzuholen – Ziel, die Lieblingstaverne in Vromolithos!

Das „Bianco Hotel“, das erste Haus am Platze

Dort angekommen, setzen wir uns an den reservierten Tisch und bestellen uns Wein und Meze. Wir stellen fest, dass neben uns eine riesige Tafel aufgebaut ist.

Was heute Abend hier passieren wird ahnen wir, als zwei Musiker hereinkommen und am Kopfende des Tisches ihre Musikanlage aufbauen…

Wir geraten mitten in einen griechischen Junggesellenabschied!

Je später der Abend, desto aufgedrehter die Stimmung

Die Stimmung die an diesem Abend im „Tis Kakomoiras“ war, kann ein Bild nicht einfangen – ich will versuchen, euch mittels eines kurzen Filmclips ein bisschen davon zu vermitteln…

Hopahopahopa – Party zum Junggesellenabschied

Die Jungs waren richtig gut und haben der Truppe richtig eingeheizt. Für uns wurde es lustig, als wir dem Bräutigam zugeprostet hatten und ihm Glück wünschten.

Die Hauptperson des Abends ließ sich nicht lumpen und hat uns eine Flasche Ouzo bringen lassen – von da an waren wir in den Trinkrunden der Jungs integriert – ein langer, feuchtfröhlicher und sehr lustiger Abend. Man kann es nicht besser bestellen!

So klang ein exorbitanter Tag für unseren Besuch aus – morgens um 03.40 Uhr angekommen, mittags um 13.00 Uhr die Ägäis besegelt, um 16.30 Uhr ein fulminater Sonnenuntergang nebst Sundowner! Als ob das nicht genug für Tag 1 wäre, Live-Musik und erste Integration beim Meze Dinner am Abend…

Spät nachts fuhren wir zurück ins Hotel und Sibylle und ich zurück auf NESSAJA – morgen würden wir uns nach dem Frühstück daran machen, die Checkliste bezüglich ALENA durchzugehen.

Der Tag beginnt – wir frühstücken leicht, der Kopf brummt ein wenig. Draußen strahlt die Sonne, abermals ein herrlicher Tag.

Gerald schreibt uns an, er würde den technischen Check der Hallberg-Rassy gerne um einen Tag verschieben. Heute sei es so schön, man wolle wandern und baden gehen – ob wir dabei sind? Ja, klar! Sibylle wandert mit den Beiden los, ich erledige eine Kleinigkeit auf Hans-Peters LIBERTÉ und komme dann mit dem Auto nach.

Leider zogen am Mittag Wolken auf…

Dennoch, es war ein warmer, fast sommerlicher Tag

Zuerst dachten wir, dass wir uns auf einen Cappucchino ins „Tzoumas“ setzen würden, doch dann hat Ulrike angemerkt, dass sie doch alles dabei hätten, um eine Art „Vesper“ zu machen.

So sind wir am kleinen Fischerhafen von Panteli vorbeigelaufen, um am kleinen Strand auf der anderen Seite, an einer verwaisten Sitzgruppe Platz zu nehmen.

Die kleinen bunten Boote sind fast alle im Hafen

Dort haben wir auf´s Meer geschaut und palavert. Wir haben Sandwiches gegessen und zwei Flaschen Bier getrunken – es gab viel zu erzählen, auch bootsfremde Themen gab es etliche. Man kann durchaus sagen, dass wir vier uns innerhalb zweier Tage angefreundet haben und die gemeinsamen Stunden genießen.

Als es uns kalt wurde, sind wir zurück nach Lakki gefahren. Gerald hat mir geholfen, die Genua von ALENA wieder winterfest einzupacken, Ulrike war mit Sibylle beim Einkaufen. Heute Abend gibt es Abendessen auf NESSAJA – Sibylle kocht!

Der Abend sollte eine ungeahnte Wende erfahren…

IHR AHNT SICHER WAS KOMMT…

Nach dem Essen ergreift Gerald das Wort. Er erklärt, dass er ein HR Fan sei, sich eingehend vorinformiert hatte, jedoch sein Schwärmen für den Typ 39 Mk2 nebst allerhand Erklärungen, bei Ulrike wohl nicht so ganz angekommen ist. Wie dem auch sei, sie wäre jedenfalls eher negativ überrascht gewesen, die Schwedin sei zwar schön, sie segelt auch herrlich – aber insgesamt wirkt sie ihr zu eng, sie hat nur ein Badezimmer und die Schlafstätten seien zu klein.

Klar, das hätte man vorher wissen können, aber manchmal braucht es eben den Blick in natura. Sie sieht sich in unserem Schiff um, geht durch die Pantry, zeigt auf das Inselbett, bestaunt die Gästekabine mit eigener Nasszelle – so ein Schiff wolle sie haben! Eines mit Waschmaschine! Unseres!

Ich bin verdutzt, Gerald ist überrascht, Sibylle beschleicht Panik…

Eine seltsame Stimmung kommt auf, wir beschließen, dass es Zeit ist ins Bett zu gehen. Der Abend war feuchtfröhlich und entwickelt sich in eine Richtung, in der man einen klaren Kopf behalten sollte.

Keine gute Grundlage um über Geschäfte zu sprechen

Der nächste Tag beginnt mit Schweigen. Sibylle und ich glotzen uns beim Frühstück an – mein Hase unterbricht die zermürbende Stille, es platzt aus ihr heraus, „…und was machen wir, wenn sie es wirklich kaufen wollen?“

Ich erwidere, dass wir NESSAJA ja anbieten würden und wenn sie echtes Interesse hätten, können sie das Schiff auch kaufen – da bin ich rational. Aber bis dahin wird noch viel passieren, da bin ich fast sicher.

In diesem Moment klingelt das Telefon, Gerald fragt, ob Sibylle mit zum Wandern geht. Natürlich tut sie das! Ich bin froh, so habe ich den Kopf frei. Ich informiere Werner über den Sachstand, die Wende der Ereignisse behalte ich aber noch für mich. Dann rufe ich ALENAS Annonce auf und schalte sie wieder auf Status „aktiv“, die zwei Monate „reserviert“ haben sicher den ein oder anderen Interessenten gekostet – ich will keine Zeit verlieren.

Dann gehe ich zu ALENA, klariere sie auf, packe das Dinghy wieder auf´s Deck und schicke sie in den Winterschlaf. Das war´s fürs Erste…

Sibylle kommt zurück, hilft mir noch ein bisschen, wir schweigen abermals. Ich räume noch ein bisschen in NESSAJA auf, eine alte Solarzelle nebst Regler ist immer wieder im Weg und muss raus. Diese mache ich den Fischern vor der Marina zum Geschenk.

Da lehnt sie – hoffentlich kann sie einer brauchen

Wir werden die neu gewonnenen Freunde heute nicht sehen. Ein bisschen Abstand tut gut, heute macht jeder sein Ding. Ich verräume noch mein neues Werkzeug auf unserem Schiff, dann ist Feierabend.

Am Abend haben wir noch einen Videocall mit René und Rita, das freut uns mächtig. Wir haben uns lang nicht gehört, es gibt viel zu erzählen. Ich überbringe die Nachricht, dass Enkelchen Anton das Licht der Welt erblickt hat.

Trotz der vielen netten Informationen und der lustigen Geschichten, die wir austauschen, ist die Stimmung unmittelbar nach dem Videotelefonat eher bedrückt. Werden Gerald und Ulrike ernsthaftes Interesse für unser Zuhause, für unsere NESSAJA, entwickeln???

Zur Stimmung passt perfekt, dass nacheinander vier Parteien für die morgige Silvesterrunde absagen. Ich muss die Reservierung von 12 Personen auf 4 dezimieren und mich beim Wirt entschuldigen – ich hoffe, er kann die Lücke noch füllen. Mir schwindet ein wenig die Vorfreude…

Sibylle und ich lassen den Abend auf kleiner Flamme ausklingen. Morgen ist Silvester, morgen endet das Jahr 2023.

Und der letzte Tag des Jahres beginnt unbefriedigend…

Immer muss ich Kohle essen

Sibylle bereitet zum Frühstück ein frisches Ei, einen belebenden Kaffee und für jeden ein Brikett. Das schmeckt ungefähr so wie es ausschaut. Um sie nicht zu brüskieren, bedecke ich die schwarze Kruste mit einer Scheibe Käse und kämpfe das Stück Kohle tapfer hinunter.

Mir ist nach Aktionismus – ich packe an! Ich will vor der Jahreswende noch etwas völlig Verrücktes tun!

Finde den Fehler

Es gibt ja genug Menschen in der Marina die glauben, dass wir nicht mehr auslaufen können. Das ist völlig falsch! Etwas nicht zu wollen und etwas nicht zu können sind zwei unterschiedliche Paar Stiefel.

Ich „sprenge“ also NESSAJAs Ketten und wir legen ab. Zwei Tage nachdem ALENA den Platz an D aufgegeben hat, zieht auch NESSAJA davon – da wird sich der ein oder andere die Augen reiben, ob der verwaisten Plätze.

Zugegeben, weit war unsere Reise nicht. Zwei Hafenrunden bei denen Gerald mal steuern durfte, danach bugsiere ich NESSAJA an ihren neuen Liegeplatz – ganz am Ende des F-Ponton.

Endplatz! Kein Durchgangsverkehr

Diesen Platz hatten wir schon einmal kurz im Sommer. Er ist am Ende eines Steges, der nicht mit dem Hafenkai verbunden ist. Weniger Staub, mehr Durchlüftung, kein Durchgangsverkehr.

Aber am Wichtigsten für mich – endlich keine Mopeds und schwätzende, telefonierende Amici mehr vor meinem Schlafzimmerfenster.

Da liegt sie nun – NESSAJA – sie sieht gut aus! Sollen wir wirklich verkaufen?

Den Blick Richtung Sonne nach achtern, den zur Marinaausfahrt über den Bug – und genug Abstand zum Nachbarn
Die Backbordseite bleibt frei – keine Mauer mehr

Was hier wie eine kurze Aktion beschrieben wird, war schon etwas aufwändiger – es hat uns letztlich einen halben Tag beschäftigt, bis alles wieder an Ort und Stelle war.

Wir sind zu den Duschen gegangen, jetzt ein deutlich weiterer Weg, haben uns für den Silvesterabend vorbereitet und dann noch mit Tina und Volker einen Videocall gemacht – Happy New Year euch Beiden!

War sehr lustig!

Pünktlich um 20.00 Uhr holen uns Gerald und Ulrike mit dem Auto ab. Wir bestaunen noch einmal den beleuchteten Berg von Lakki und versuchen, wie schon so häufig, ein Bild davon zu machen – aber mit diesem Motiv ist die Handykamera des iPhone X doch irgendwie überfordert.

Sieht aus wie Schnee – ist aber „nur“ beleuchtet

Dann fahren wir auf die andere Inselseite, in die Taverne unserer Wahl. Die gleiche Location wie auch schon im vergangenen Jahr. Wir mögen Wirt Dimitris und seine Familie einfach – und sein Essen ist lecker!

Das „To Steki“ in Alinda

Als wir um etwa 20.30 Uhr dort ankamen, waren wir, wie so oft, die ersten Gäste. Wir empfanden das schon als recht spät, mussten jedoch abermals feststellen, dass sich das Lokal erst um 22.00 Uhr richtig gefüllt hat…

Noch alles leer – wir waren die Ersten

Das war uns egal! Wir haben mit einem ersten Glas Wein angestoßen, haben uns eine Kleinigkeit zu essen gegönnt und dann die restlichen Gänge über den Abend verteilt.

Es war ein netter aber unspektakulärer Abend. Man kann Silvester in Griechenland nicht mit dem aus Deutschland vergleichen – es ist vergleichsweise langweilig, man misst dem nicht viel Bedeutung zu.

Wir sind um Mitternacht nach draussen gegangen, haben auf´s Meer und die Festung geschaut und uns „Prosit Neujahr“ gewünscht. Ein Feuerwerk gab es nicht. Deshalb haben wir beschlossen, den Abend hier zu beenden und für einen Ouzo als Absacker die Location zu wechseln.

Ich wusste, dass Manolis Platis, mein Lieblingsmusiker, einen Auftritt im „Leon Limani“ hat. Diese Taverne ist die Hafenkneipe und eher eine bessere Spelunke – aber es ist immer was los!

Hier wurde getanzt, die Stimmung war prächtig

Wir haben der Musik gelauscht, den Tanzenden zugesehen und uns ein Fläschchen Ouzo geteilt. Von hier aus konnten wir vereinzelt Silvesterraketen sehen, welche über Lakki abgefeuert wurden – ein schöner Ausklang.

Um 01.30 Uhr waren wir groggy und müde. Wir haben uns ins Auto gesetzt und haben den Heimweg angetreten.

So klang das Jahr 2023 aus – wir sind in 2024 angekommen! Möge es ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr werden. Die geschenkten Glücksbringer mögen helfen…

Ein 9.-€ Marzipanschweinchen von der Kult-Konditorei „Sommer“ in Reutlingen – danke Ulrike

Ob das Jahr 2024 auch ein spannendes, ereignisreiches Jahr wird, dies hat man selber in der Hand. Wir hoffen darauf, dass wir ein unserem „Buch des Lebens“ ein neues Kapitel hinzufügen können – der Grundstein dafür ist gelegt, rund um NESSAJA ist im Moment viel offen…

Gerald und Ulrike interessieren sich stark für unser Schiff. Ein Interessent aus Australien hat einen Besichtigungstermin angeboten und einer aus Italien ein Kaufpreisangebot gemacht – es kommt Bewegung in die Sache!

Wie DAS ausgeht – das erfahrt ihr im ersten Monatsbericht des neuen Jahres 2024!

Liebe Grüße von Leros – senden Mario & Sibylle

Bucht von Alinda in der Silvesternacht – Quelle: http://www.the-leros-way.com

November 2023 – Wieder mal ´nen Tag verschenkt

Ein neuer Tag beginnt
Auf der Suche nach dem Sinn
Dem Sinn in meinem Leben
Doch ich kann ihn nicht finden

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele, meiner Seele, meiner

Wieder mal ’nen Tag verschenkt
Wieder mal ’nen Tag verschenkt

Die Tage vergehen, nichts passiert
Nichts ist geschehen und es rebelliert
In den Falten meines Hirns
In den Ecken meiner Seele

Die „Böhsen Onkelz“ schaffen es ein zweites Mal die Headline eines Monatsberichtes zu liefern. Ich höre diese Art von Musik eher selten, staune dann aber oft, wie sehr die Texte (nicht alle!) auf den Punkt gebracht sind – dieser hier trifft zur Zeit besonders zu – ihr merkt, unsere Findungsphase, die einer Neuorientierung, spitzt sich zu…

NESSAJAs Platz – auch für den Winter

Hier sitze ich nun. Es ist der 25.11.2023 und ich beginne sehr zeitig meinen Blogbericht für diesen Monat zu schreiben. Draußen pfeift der Wind durch die Takelage und drückt unser Zuhause immer wieder gegen die Kaimauer – die Kraft von Aeolos Atem lässt unseren Rumpf immer wieder knirschen wenn er durch die anderen Schiffe an die Wand geschoben wird – trotz Fender rundum!

Es pfeift in den Toppen, alles knirscht und knarzt

Ich schicke voraus, der November hat die in ihn gesetzten Erwartungen in keinster Weise erfüllt. Wir haben auf einen smarten Übergang von mediterranem Sommer in den frühen Herbst gehofft – aber Nix da – die Temperaturen fielen, das schlechte Wetter kam und hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, bis heute gehalten.

Alles in Allem ein sehr durchwachsener Monat!

Und der begann besonders – nämlich mit meinem ersten „Arbeitstag“!

Giannis (John) erklärt mir wie es so läuft

Ja, richtig gelesen – ich habe mit der Marinaleitung vereinbart, dass ich ein wenig helfe die Spitzen der winterlichen Arbeitslast für die Werkstatt abzuflachen – oder einfacher – er hat zuviel Arbeit, ich ein bisschen freie Zeit. Ich unterstütze daher! Ob sich aus diesem Engagement eine bezahlte Stelle entwickeln kann, wird man sehen. Ich bin dabei, zu erfragen welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Es stellt sich ganz banal die Frage – wollte ich jemals klassisch Auswandern und im Ausland 9to5 arbeiten? Will ich meine Freiheiten und meinen Status „Zeitmillionär“ aufgeben? Will ich auf Leros dauerhaft sesshaft sein?

Ich lasse es langsam angehen und verzichte zunächst auf Lohn, meine Vorteile beschränken sich auf das Netzwerk und den Zugriff auf Maschinen und Werkzeug wenn ich an ELOWYN arbeite. Win-win…

So klingelt am 01.11. um 07.00 Uhr der Wecker und ich stehe das erste Mal seit fast drei Jahren auf, um in die Arbeit zu gehen. Vor dem Büro des Elektrikers werde ich schon erwartet.

Erst ein paar Minuten streicheln – Electra weiß was gefällt

Im Großen und Ganzen kenne ich mich aus und die Kleinigkeiten bekäme ich sicher hin, aber Giannis hat die Anweisung mich korrekt einzuweisen. So gehen wir zusammen zum ersten Schiff, begegnen dabei den „Kollegen“, welche sich ihrerseits zu den Schiffen ihrer heutigen Aufträge begeben…

Mario auf dem Weg zur Arbeit, trifft Mario auf dem Weg zur Arbeit

Giannis und ich klettern auf das erste der uns zugeteilten Schiffe und bauen Gasleitungen aus. Die Marina zeigt sich in einer für mich ungewohnten Art und Weise.

Blick durch den Mastenwald
Der Buchtausgang – von oben gesehen

Der Tag vergeht wie im Flug. Ich mache mir Notizen und gleiche die Strukturen der Arbeitswelt in Griechenland mit denen der deutschen Arbeitswelt ab. Die Unterschiede sind gravierend – ich erinnere mich an meine Zeit, als ich Abteilungsstrategien erarbeiten musste und Ideen entwickeln sollte.

Darf ich das? Ich sag mal so… Ja!

Wir gehen zur Belohnung ins „Tis Kakomoiras“ zum Dinner. Die Meze-Taverne ist neu renoviert und wir freuen uns, dass dieses Lokal wieder offen hat. Wir werden nicht enttäuscht.

Neue Karte, genauso lecker
Gemütliches Ambiente
Liebe für´s Detail
Das Essen frisch und lecker wie immer

Am nächsten Tag muss Giannis wieder seinem „Mastera“ helfen. Ich bin alleine unterwegs und das ist auch gut so. Ich beginne, alles Papier aus meinen Abläufen zu entfernen und „digitalisiere“ mich. Das ist besser für die Kommunikation, weil meine Texte mit „Copy & Paste“ leichter zu handeln und im Bedarfsfall auch einfach zu übersetzen sind, weiterhin spart es Zeit.

Ich baue ein AIS in eine 59ft Swan ein und nehme wahr, dass ich jeden Tag dazu lerne – eine steile Lernkurve, selbst für mich.

Mittagspause auf NESSAJA, die Arbeit bringe ich mit – Homeoffice sozusagen

Das vorhandene Antennenkabel des Schiffes passt nicht zum neuen AIS – was tun? Man palavert, beratschlagt sich. Man will Teile bestellen, Adapter, neue Kabel – alles richtige Optionen – aber hält das nicht auf? Könnte man sich nicht auf handwerkliche Fähigkeiten besinnen und den alten Stecker ans neue Kabel tüdeln? Natürlich fachmännisch korrekt, inclusive Lötung und Schrumpfschlauch!

Adapterkabel selbst gebaut – 1h Arbeit, aber es geht weiter
Die Bedienungsanleitung hilft mir – am Abend bin ich fertig

Ich muss einen Klettverschluss für eine Deckenverkleidung antackern. Dafür kraxle ich vom Schiff und gehe zum Segelmacher der Marina. Ich zeige ein Bild auf dem Handy und er gibt mir das benötigte Werkzeug – welches sich jedoch beim Einsatz als defekt herausstellt.

Ich grolle und fluche leise, rufe Sibylle an, sie fährt für mich zum örtlichen Baumarkt und kauft einen Top-Tacker. Ich stelle meine Reparatur fertig und habe einen Tacker – die Marina nicht!

In meinem Kopf schwirren die Gedanken, doch ich werde abgelenkt. Wir haben eine Einladung zu Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE, es gibt Glühwein und Maroni.

Wohlverdient und immer ein nettes Beisammensein

Auch Sibylle braucht noch meine Dienste – „…hol Wasser, ich koch´ derweil“ höre ich sie bestimmen.

Ich gehorche, setze mich auf´s Mopped und kaufe das lebensnotwendige Elixir bei Kritikos´ Supermarkt.

Noch nicht spät, vielleicht 17.30 Uhr, aber es dämmert schon

Stolz, einmal ein Sixpackträger zu sein, gehe ich mit dem Paket Wasserflaschen aus dem Laden – und staune, was man hier Seltsames sehen kann…

Prolokarre in Lakki

…am biederen KIA flackert ein Unterflur Lichtspiel in wechselnden Farben, zeitweilig blinkend wie eine Lichtorgel. Was in Deutschland bestenfalls für ein mitleidiges Lächeln gut wäre, sorgt hier für allgemeine Zustimmung und Bewunderung. Der Familienvater ist sichtlich stolz. Es sei ihm von Herzen vergönnt!

Nach dem Essen gibt es einen Videocall mit Gottfried und Gabi. Mit den Beiden ist das Quatschen über die Videoleitung ebenso lustig und kurzweilig wie der Smalltalk in der Realität.

Obwohl, wer Gottfried kennt weiß, dass er den SMALLtalk in neue Dimensionen heben kann. So endet auch unser heutiges Telefonat erst mit der Akkuwarnung 😉

Immer wieder schön mit euch zu quatschen

Der Folgetag gehört ELOWYN! Ich muss jetzt den Spagat schaffen zwischen meiner verpflichtenden Zusage, mich um den blauen Riesen zu kümmern, anderseits dem Engagement aus „Spaß an der Freud“ innerhalb der Marina – das klappt bisher aber gut.

Es ist mehr das Wetter, welches mir das Arbeiten auf ELOWYNs Deck erschwert – heute ist es windig, kalt und zeitweise regnerisch.

Das Ankerspill der Muringwisch muss runter

Einen ganzen Nachmittag investiere ich – erfolglos! Ich muss abbrechen, ich friere, es ist kalt, der Tag ist vorüber.

Trotz der Kälte gehen wir, nachdem wir im „SouVLakki“ zu Abend gegessen hatten, einer Macht der Gewohnheit folgend, in unsere Lieblingseisdiele „Repapis“.

Hier bereitet man sich auf die Vorweihnachtszeit vor, die Dekoration wurde bereits aufgebaut, später wird „nachgerüstet“.

„Repapis“ Weihnachtsbaum
Meeting mit dem Nussknacker
Praktisch – ob ich mal….???

Die Jobs in der Marina kann ich mir nicht aussuchen. Mal ist es eine coole Aufgabe, bei der ich was lernen kann und die leicht von der Hand geht. Andermal ist es auch etwas Unangenehmes, etwas Dreckiges, oder einfach ein Tun, für welches ich mich in enge Kisten zwängen muss…

Einbau einer Wifi-Fernbedienung für den Anker

Interessant ist, dass ich auf diesem Weg „die andere Seite“ kennen lernen darf. Wieviele Segler habe ich schon über die Werkstatt schimpfen hören – ich gebe zu, auch ich habe manchmal nicht mit kritischen Bemerkungen gespart. Bereits heute weiß ich, dass kein Job plan- oder berechenbar ist. Ich werde künftig etwas milder urteilen.

Anderseits, manche Punkte sind zu kritisieren – zum Beispiel Zeitverschwendung durch schlechte Organisation…

Mein Fitnessprotokoll eines Arbeitstages

In der Marina sind lange Fußwege zurückzulegen. Von einem Ende zum anderen, von einem Schiff zum anderen, zum Office, zum Marinastore, einen Kollegen suchen. Ich lege diese Wege zu Fuß zurück und komme täglich auf rund 10.000 Schritte (fast immer mehr als Sibylle 😉 ).

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ich täglich bis zu 10km laufe, dafür brauche ich, überschlagsweise, zwei Stunden. Das sind zwei unproduktive Stunden die, multipliziert mit der Anzahl der Vorarbeiter, eine Vollstelle ergeben.

Da gibt es Potential, ich bin (fast) soweit, eine Strategie schreiben zu WOLLEN!

Durch den Feierabend werde ich abgelenkt. Heute gibt es etwas zu tun. Zum einen habe ich ein Paket von SVB aus Deutschland erhalten – bei Werner´s ALENA, welche ich für ihn verkaufe, müssen am Kajütdach zwei neue Doradelüfter montiert werden…

Passt, das defekte Teil ist endlich ausgetauscht

…zum anderen brauche ich feste Schuhe. Am besten Arbeitsschuhe. Ich brauche etwas wetterfestes, sicheres, warmes – einen Schuh als täglichen Begleiter.

Mein letztes Paar nagelneuer Adidas Terrex GTX will ich nicht auf dem Schlammplatz der Marina opfern. Ich fahre also zum „OBI“ von Andreas Kritikos und kaufe ein paar leichte Arbeitsschuhe.

Ein „Leben in Flip-Flops“, ja das konnte ich mir vorstellen. Arbeiten mit dem trendigen Strandschuhwerk? Nein, das nicht!

Nicht die beste Qualität, aber auch nicht teuer

Ach ja, vielleicht muss ich das erklären. Der „Schlammplatz“ entsteht nach ausgiebigen Regenfällen. Die Marina hat eine befestigte Kaimauer, der Weg zum Office ist mit Steinplatten belegt und die Abfahrten vom Gelände auf die Mauer sowie die Krangassen sind betoniert – der Rest ist gewalzter Sand, Kies, loser Untergrund eben.

Im Sommer bretthart, nach einem Regenguss aber, zumindest an der Oberfläche, aufgeweicht. Vielfach mit festem Schuhwerk leicht zu begehen, an mancher Stelle versinkt man jedoch fast knöcheltief im Schlaatz. Diese „kritische Fläche“ ist riesig…

Die Mauer trennt Wasserliegeplätze von der Trockenfläche für die Boote an Land – nach einem Regen batziger Untergrund

Neuer Tag, wieder widme ich mich der ELOWYN. Ich konnte mir „schweres Gerät“ ausleihen und rücke dem widerspenstigen Spill der Muringwinsch mit Feuer und einem Zughammer auf die Pelle.

Gasbrenner und Zughammer – konnte ich ausleihen 😉

„Sorry my friend, do you have a….“ Verflixt, wie heißt der verfitzmaledeite Zughammer denn eigentlich auf Englisch? Ich weiß, offen gesagt, nicht mal wie der im Fachjargon in deutscher Sprache heißt.

Bei uns in Werkstattkreisen heißt er „Wichser“. So kennt den jeder Mechaniker. Aber geh´ mal in Griechenland nach einem Wichser fragen. Es kann sein, das Gespräch endet mit einer Maulschelle.

Ich beschließe, ein Foto zu speichern und mit Hilfe desselben nach dem begehrten Tool zu fragen – und so klappt das auch.

Der Deckel ist ab – doch im Schlund des Spills nur oxidierter Staub – was wohl darunter verborgen ist?
Und jetzt???

Ich kann den festoxidierten Deckel ausbauen, das moddrige Innenleben weitgehend reinigen und werde vor neue Aufgaben gestellt – zwei Schrauben raus, doch das Spill geht nicht ab. Ich muss mich weiter damit beschäftigen.

Während ich an ELOWYN baue, geht Sibylle einkaufen und plant das Abendessen. Dieser Plan wird aber gehörig durchkreuzt – wir haben nämlich eine neue Bekannschaft gemacht und beschließen – heute gehen wir zusammen essen.

Wohin mit den frisch gekauften, aber rasch verderblichen Geflügeldelikatessen? Ha! Wir besinnen uns unserer neuen Tiefkühltruhe und nehmen diese kurzerhand in Betrieb – das ist schon Luxus!

-10°C nach einer Stunde – Hühnerbrust gibt´s morgen

Wir leiten den Abend mit einem gemeinsamen „Sundowner“ am Steg ein – in dieser Phase des Monats willkommener Anlass die anderen Winterlieger zu treffen…

Gin-Tonic mit Ina und Ralf von der „Chili“

Wir mischen uns einen leckeren Gin-Tonic und genießen die Stimmung. Der Drink wird zu einem Sundowner der seinen Namen auch wirklich verdient – das namensgebende Zentralgestirn unseres planetarischen Systems versinkt spektakulär.

NESSAJA im Sunset
Ohne Filter, ohne Nachbearbeitung – iPhone X – sonst nix
Wir genießen, alle machen Bilder

Danach geht es aber ab ins „Persiana“, einem Pub, welcher internationale Bierspezialitäten und Burger anbietet – insgesamt einem amerikanischen Diner sehr ähnlich.

Schön dekoriert – Biere aus allen Ländern, diese aber nicht billig
Weil ich es so gerne mag – ich gönne mir ein Guinness für schlappe 8.-€
Begleitet von einem Special-Burger der seinen Namen verdient und den gleichen Betrag kostet

Mein nächster Marinaauftrag führt mich mitsamt meiner neuen Werkzeugtasche auf das Schiff eines deutschen Skippers. An der neuen Jeanneau sind einige Garantiearbeiten abzuwickeln.

Allzeit bereit

Ich erkenne und nutze einen Vorteil – die Muttersprache! Ich rufe den Kunden an und kläre im Detail ab, was genau bemängelt wird und welchen Reparaturpfad der Hersteller vorgibt.

Später mache ich das mit anderen Kunden noch weitere zweimal auf Englisch. Die Gesprächsnotizen verteile ich digital per Cloud und Link. Ich stelle fest, mein früherer Job und die technische Kommunikation auf Englisch sind ein hilfreiches Werkzeug – das könnte ich einbringen. Hmmm???

Von oben überblicke ich den Steg und sehe meine NESSAJA…

Dort liegt sie, daneben ALENA

Sibylle hat sich andere Prioritäten zurecht gelegt. Sie kümmert sich um unser Zuhause, kreiert Speisepläne und kauft ein. Was nach langweiligem Haushalt klingt, macht ihr aber Freude.

Darüber hinaus geht sie etwa dreimal die Woche zum „Dog-Shelter“, der Auffangstation für herrenlose Streuner. Diese Arbeit ist ehrenamtlich, es muss sich um die armen Kreaturen gekümmert werden.

Auch sie schlüpft in Arbeitskleidung und schwingt sich auf ihr Mopped um in die Hügel von Leros zu fahren…

Los geht´s – der Schlamm in der Marina ist erkennbar

Ihr Weg führt sie aus der Marina heraus, vorbei an der Lakki Bucht und dann hoch durch die Wälder, in die Hügellandschaft hinter dem Hauptort Lakki – klar, dass der Dog-Shelter nicht mitten im Ort gebaut wird.

Bei schönem Wetter eine Traum-Strecke…

Entlang der Bucht von Lakki in den Ort
Die Küste entlang bis es letztlich hoch in die „Berge“ geht
Oben angekommen, gibt es einen herrlichen Ausblick

Oben angekommen, wird meine Gattin schon sehnsüchtig erwartet. Über 60 Hunde leben in dem eingezäunten Areal, welches von einer Frau aus Leros privat betrieben wird. Sie ist auf Spenden angewiesen, klagt aber nicht – man kommt so rum.

Die Zamperl danken es…

Kleines Sonnenbad gefällig?
Oder lieber spielen

Der schwarz-weiße auf dem zweiten Bild heißt FIX – nicht nur, dass FIX auch eine griechische Biermarke ist und er somit sehr gut zu MAMOS passen würde, nein, er ist auch Sibylles Favorit – ob sich da mal nicht eine neue Geschichte anbahnt…

Für uns Beide jeweils ein Tagwerk – am Abend treffen wir uns dann mit den Freunden aus der Marina zum Sundowner am Steg und / oder gehen gemeinsam essen.

Die Crew der LIBERTÉ ist inzwischen abgereist, Patricia bleibt diesen Winter da

Und sonst? Nun, unsere Ausbeute an Geschichten die es wert sind erzählt zu werden, ist deutlich geringer geworden – wir sind in eine Art „Alltag“, eine Routine, gerutscht.

Hans-Peter und seine Petra genießen auf LIBERTÉ einen speziellen Urlaub über die ersten zwei Novemberwochen – nicht gerade die typische Urlaubszeit auf Leros – und bereiten ihr Schiff dann auf den Winter vor.

Leinen waschen und trockenen – meine macht er gleich mit! DANKE dafür!

Auch die CHILI wird winterfest gemacht und sicher vertäut. Zufrieden fahren die neu gewonnenen Freunde ab und sehen dem Winter in Deutschland entgegen. Man wünscht sich einen „guten Rutsch“ und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Für mich fühlt es sich anders an – jetzt komme ich auf die Headline zurück. Ich lebe Alltag! Der Wecker klingelt meist recht früh am Morgen – ich trinke Kaffee um in Schwung zu kommen…

Ich war einmal ein Zeitmillionär

…dann kümmere ich mich um meine Pflichten, ich gehe arbeiten! Entweder widme ich mich der mir anvertrauten ELOWYN oder ich helfe in der Marina aus.

Ich arbeite also im Paradies – ist das so?

Das Meer lädt noch zum Bade, das Wasser ist noch nicht zu kalt, man könnte noch baden – einladend ist es allemal!

An unserer Hafenmauer – glasklar

Wie oft bin ich im Sommer hier hineingesprungen, es war herrlich! Heute habe ich entweder keine Zeit weil ich beschäftigt bin und „noch schnell“ etwas fertig machen muss, oder ich habe schlicht und einfach keine Lust, weil ich ein paar Momente Ruhe am Tag genießen will.

Haltet euch fest – ähnlich geht es mir mit „Repapis“…

Inzwischen ist die Weihnachtsdeko fertig, das Büdchen steht

…ich meine, dass wir nur zwei oder dreimal im November im Schlaraffenland von Leros waren. Im Winter geht man eher tagsüber dorthin, abends ist es fast zu kalt. Tagsüber habe ich keine Zeit, abends friere ich – ich mag nicht mehr hin!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Wieder mal ´nen Tag verschenkt – verschenke ich Zeit? Oder sehe ich nur den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Sicher ist, ich wusste drei Jahre lang nicht welchen Tag wir haben – es war immer Samstag. Heute weiß ich genau, wenn es an einem Wochenende regnet – es nervt mich!!!

Ich war nach ca. einer Woche zurück in meinem alten Trott – diesen zu verlassen hat drei Jahre gedauert. Will ich das?

Gut, wenn einer zu Besuch kommt, der das Potential hat, diese Gedanken zu zerstreuen, Marcus reist mit Familie aus Lipsi an, DARKSYDE bleibt über den Winter in der Marina!

Ich bewundere seinen neuen Solarträger – Giorgos hat wieder ganze Arbeit geleistet.

Mit Plexiabdeckungen – so könnte es auch bei ELOWYN aussehen

Wir fachsimpeln und vertiefen unsere Gespräche. Wir trinken erst ein Bier, dann zwei – bis die Sonne untergeht!

Klönschnack an der Kaimauer – wie 2022, das vermisse ich
Zeit ist das wichtigste Gut, oder?
Wieder versinkt die Sonne spektakulär

Die Damen – Sibylle, Susanne und die kleine Lilly, waren spazieren und am Spielplatz. Zum Sonnenuntergang treffen wir uns wieder und beschließen ein gemeinsames Dinner. Die Familie möchte ins „SouVLakki“, einen guten Girosgrill gibt es auf Lipsi nicht.

So sei es…

Auch dort ist der Burger nicht von schlechten Eltern

Lilly erscheint mit einem weihnachtlichen Glitzergeweih und verweist auf ihre blinkenden „Hörnen“ – klar ist, das muss ich mal probieren!

Mario mit blinkenden Hörnen, Sibylle schämt sich derweil für mich

Tags darauf erledige ich einige der noch offenen Punkte, um ELOWYN final einzuwintern. Die Reparaturen teile ich mir dann über die „dunklen Monate“ ein.

Am Nachmittag habe ich etwas mit Giorgos zu besprechen, die Reparatur des Tenders der ELOWYN, des WILLI und der Bau des riesigen Solarfeldes muss abermals abgestimmt werden. Es gibt Probleme bei der Beschaffung der Solarmodule.

Marcus begleitet mich, er will seine Solaranlage anschließen, es gilt ein paar Kleinteile bauen zu lassen.

Der Meister an der Drehbank
Aus Stangen-Vollmaterial werden zwei Buchsen
Dann noch ein Blech, um den neuen Solarregler hitzesicher zu verbauen

Wir sind rund zwei Stunden in der von mir so geliebten Werkstatt. Giorgos bietet mir an, für ihn zu arbeiten. Er meint es ernst – wir hatten sooft darüber gescherzt, jetzt ist er zwei Wochen zu spät. Er ist enttäuscht, lässt es sich aber nicht offen anmerken.

Marcus und ich fahren zurück in die Marina, das Wetter ist mal wieder beschissen. Es stürmt und regnet, es ist kalt. In Deutschland schneit es – was ist das „kleinere Übel“?

50 shades of Grey

Obwohl es schon spät ist, machen Marcus und ich uns über die Solaranlage her. Im Kat ist alles gut zugänglich, die Arbeitszonen sind geräumig. Wir kommen gut voran, waren aber auch entsprechend gerüstet…

Ouzo und „der Gerät“ – so kann man arbeiten, so geht was!

Ich crimpe Marcus die Kabel und stelle fest, dass gründliche Arbeitsvorbereitung die halbe Miete ist. Keine Arbeit der letzten drei Wochen hat so gut geklappt. ELOWYN überrascht mich immer wieder mit speziellen Herausforderungen, die Aufträge der Marina sind oft nicht ausreichend organisiert.

Wir stellen die Anlage fertig, schalten sie ein und – sie liefert! In der Dämmerung liefert sie noch ab, erstaunlich! Morgen sehen wir mehr!

Am Folgetag weckt mich nicht der Wecker sondern Geschrei – ein Motor brummelt, der Marinero weist ein – „Captain, Bowthruster, BOWTHRUSTER!“

Ich traue meinen Augen kaum – neben CHILI war eine halbe, im besten Fall eine kleine Lücke frei. Der Marinero beschließet, warum wissen die Götter, hier eine relativ breite Oceanis reinzuquetschen! Es knirscht, es wird gezerrt, Fender bleiben einander hängen und werden gequetscht – SO! Drin! Passt!

Im Laufe der nächsten Stunden stellen wir fest, dass die Leute an Bord weder zugänglich, zumindest zunächst, noch hilfsbereit sind. Man liege jetzt hier und der „Harbour Master“ hätte gesagt „everything is safe“. Ok, aber was sagt der Skipper? Keine Antwort.

Der Marinero bekommt die Diskussion mit, bemerkt schon selbst, dass es zu eng ist, will aber sein Gesicht nicht verlieren. Er ändert kurzerhand die Leinenführung der Nachbarboote – danach passt nix mehr!

Diese Leinen sollen nach links außen ziehen – und nicht über den Rumpf schruppen

Jetzt wären drei Bootsbesitzer unglücklich, aber die sind ja nicht da. Der komische Neuankömmling ist noch zufriedener als zuvor, bei ihm entspannt sich schließlich die Situation, bei CHILI aber sind die Fender der Backbordseite gequetscht wie Flundern, die metallbewährte Scheuerleiste der Hallberg-Rassy nur 3-4cm vom Rumpf entfernt – trotz Fender und ohne Wind!

Was tun? Wir beschließen uns einzumischen und kontaktieren die Eigner. Wir beratschlagen, wie wir den gordischen Knoten auflösen können.

Während wir beim Frühstück sitzen, bekommen wir Besuch.

Electra lurrt – und spekuliert auf ein Leckerli

Am Nachmittag sind wir bei Ewa und Steve zum Geburtstag eingeladen. Das englisch-polnische Paar lädt wieder den englischen Teil der Segler-Community ein – und uns. Wie schon 2022 wird es eine lustige, aber auch anstrengende Feier.

Die Gastgeberin schneidet an
Erst Kaffee & Kuchen – später einen „Five o´clock Tea“

Wir gehen noch mit Marcus´ Familie ins „Metzes“, dem Lokal mit den bunten Regenschirmen in der Gasse – ihr erinnert euch sicher. Erst im Sommer 2023 eröffnet, ist es bereits in unserer „Top 3“ Liste etabliert. Falls ihr überlegt welche Lokale das im Moment sind – grübelt ein bisschen – bitte ich euch zu bedenken, dass das „Mylos“ als unangefochten außen vor bleibt.

Der nächste Morgen beginnt unspektakulär. Sibylle geht wieder zum Dog-Shelter und schickt mir ein Foto – Untertitel – „Auch das ist unser Leros“

Im ersten Moment ein Bild der schönen Bucht, zudem schönes Wetter – doch seht genau hin

Der Mensch kann es einfach nicht! Während die einen diskutieren, sämtliche Einwegverpackungen mit einem Pfand zu belegen, schmeißen die anderen das Zeug einfach ins Meer. Der Ocean wehrt sich und spuckt, die richtige Windlage vorausgesetzt, den Dreck einfach wieder an Land. Werden wir jemals zur Besinnung kommen?

Sibylle will mich scheinbar ärgern. Sie fährt die Bucht entlang und – BIMM – schickt mir ein weiteres Bild…

Die Marina von der Nordküste der Lakki Bucht aus gesehen

…ich mache mich gerade wieder an meine heutige Arbeit – BIMM – sie schickt mir ein drittes Bild. Na toll! Mich freut ja wenn es ihr Spaß macht, aber manchmal nerven die ständigen Bimmeltöne.

Verweile doch, oh Augenblick

Und ich? Was mache ich heute? Heute ist wieder Marinatag! Ich muss eines der Schiffe erklimmen und mir eine der Leitern holen – das gehört zur „Rüstzeit“, Leiter holen, Werkzeug holen und an Bord bringen, Teile holen – dann geht es los…

Ich stell sie hin, andere tragen sie weg

Thema Organisation – ich will ein Schiff verlassen, Leiter weg! Ich spreche den Einsammler der Leitern an und mahne an, dass ich die Leiter doch nutze, ich brauche sie noch!

Sein Kommentar – „…sein Chef habe das Einsammeln der Leitern angeordnet, also sammelt er die Leitern ein!“

Ihr fragt euch vielleicht wie ich vom Schiff runterkam – ich habe Sibylle angerufen, sie hat eine Leiter gebracht…

Das passiert heute nicht, dafür ein anderer Dauerbrenner – Wetterwechsel! Ich bringe die Leiter bei Sonnenschein zum Schiff, richte mir das Cockpit zu einer vollumfassenden Winschenwartung her – Reinigungsmittel, Pinsel, Fett. Herrlich! Ich zerlege eine Winsch, bin am Reinigen – und was passiert???

Genau!

Es gießt wie aus Kübeln – rechts auf der Bank mein Arbeitszeug

Meist ist der Spuk nach einer halben Stunde vorbei und die Arbeit geht weiter – im triefnassen Cockpit! Dabei ist es egal ob ich einen Marinaauftrag oder einen Punkt auf ELOWYNs Liste wegarbeite – das Wetter tratzt mich im elften Monat des Jahres 2023.

Ich habe diesen Blogbericht zeitig begonnen, dafür gibt es einen Grund, dazu später noch ein paar Zeilen.

Mit diesem Absatz holt der Bericht die Gegenwart (fast) ein – Sibylle und ich sehen den Wetterbericht auf „Windy“ an, nun, da scheint sich etwas zusammenzubrauen.

Für den 26.11. sind 45kts vorausgesagt

Ok, 45 Knoten, das sind 9 Bft. – damit ist nicht zu spaßen. Wir besprechen uns mit den Eignern der CHILI, das Boot muss aus der engen Lücke raus, jetzt!

Wir beratschlagen und fassen dann den einfachsten Entschluss – ich parke CHILI um, George, der Marinero, hilft mir dabei. Ich habe das Gefühl, dass er froh ist, dass sich die von ihm verursachte, verfahrene Situation so auflöst.

Ich fackle nicht lang, starte die Systeme und bringe CHILI an ihren neuen, vorher abgesprochenen, ausreichend großen Platz – wir vertäuen sie sicher!

Da liegt sie nun, bis heute sicher

Dem Skipper der an der Situation nicht ganz unschuldig war möchte ich sagen – „der Klügere gibt nach“ – er lässt sich nicht zum Helfen sehen als wir die nagelneue Hanse an seinen alten, klebrigen Fendern entlang, aus der Lücke herausfahren.

Ich sehe noch nach Werner´s ALENA und lege zwei Springleinen, mein letzter Blick gilt Hans-Peter´s LIBERTÉ – passt alles!

Auch bei LIBERTÉ alles ok

Der prophezeite Sturm kann kommen. Und er kam – UND WIE!

Zunächst begann alles harmlos. Der Wind frischte auf, 20kts, 25kts – im Mittel. Sibylle und ich bekommen eine Nachricht von Jürgen, ob wir nach dem GRASKARPFEN gesehen hätten? Nein, haben wir nicht. Machen wir aber noch.

Wir laufen los, checken die Outremer 45 des Freundes, alles ok. Dabei laufen wir an Martin´s BACK OF THE MOON vorbei. Die ist, wie schon letztes Jahr, üppig weihnachtlich geschmückt. Normal nicht meine Welt, aber hier finde ich es irgendwie witzig!

Der Preis für den aufwändigsten Weihnachtsschmuck geht an Martin

30kts, 35kts – als wir zu NESSAJA zurück kamen, hatte sie sich schon an die Betonwand geschmiegt. Das kennen wir, das liegt daran, dass westliche Windkomponenten den gesamten Ponton Richtung Mauer schieben – die Schiffe folgen, darauf sind wir eingestellt.

Drei dicke Kugelfender geben Sicherheit

Auch auf der Steuerbordseite tut sich was. Werner´s ALENA kommt näher als gewohnt. Sie wird von einer weiteren HR in unsere Richtung gedrückt. JETZT straft es sich, dass der Marinero die Leinenführung der Schiffe verändert hat – er wollte Platz schaffen, den es nicht gab. JETZT haben die Schiffe zuviel „Freiraum“. Der Wind kommt von vorne, sie fangen an „in der Lücke zu tanzen“.

ALENA dummst an NESSAJA – noch ohne Gefahr

40kts, 45kts – jetzt zeigt Aeolus was er kann, fasten your seatbelt, jetzt geht es los!

Ich kann nicht schlafen, bewache die Situation

50kts, 55kts – die Schiffe zerren, wir haben Krängung im Hafen. Eine Weinflasche fällt von der Anrichte. Ich sorge mich und sehe nach ALENA. Sie nimmt immer wieder Anlauf und rummst mir in die Steuerbordseite. Die Fender quietschen…

Ich traue meinen Augen kaum – nur noch EIN Fender zwischen ALENA und uns. Die anderen liegen an Deck. Die Scheuerkante der HR schiebt sie bei nachlassender Krängung nach oben. Zwischen den Rümpfen vielleicht noch 5cm.

Ich springe auf ALENA und drücke sie an NESSAJA mit den Füßen ab. Ich kann die Fender wieder in den Spalt bringen und sie neu justieren. Es regnet in Strömen, der Wind pfeift, ich friere.

Das Spektakel dauert vielleicht eine halbe Stunde, dann komme ich patschnass und frierend zurück in NESSAJA, die Gefahr scheint gebannt. Auch CHILI scheint sicher zu liegen.

Auf dem Bildschirm sehe ich den Windpeak – 66kts – Orkanstärke! An einem der sichersten Plätze in einer griechischen Marina.

Mehr kann ich nicht tun – ich gehe ins Bett, bin aber unruhig. Irgendwann schlafe ich ein…

Der Morgen danach – es ist immer noch windig, stürmisch, aber kein Vergleich! Ich ziehe mich an und gehe nach draußen. NESSAJA und ALENA sind unbeschädigt, der Einsatz hat sich gelohnt!

Wir frühstücken und drehen dann eine Marinarunde. Nicht alle hatten Glück.

Bei diesem Kat hat es alle Fender angehoben und herausgedrückt
Der Schaden ist erheblich

Auch unsere Freunde hat es erwischt – die einen hatten einen Batzen Glück, dass nicht mehr passiert ist. So Roland und Mireille von der SUNNY SIDE UP…

Fender rausgedrückt – Rumpfkontakt – aber zunächst keine sichtbaren Schäden…
…am Folgetag war der Nachbar weg – so ein Schelm – und der Schaden sichtbar, ich meine „Glück im Unglück!“

…den anderen war das Glück weniger hold. Gleiche Situation aber gravierend andere Folgen. So erging es Markus´ TARA. Wir haben ihm die Bilder für die Regulierung durch die Versicherung geschickt.

Pech – die Hunter hat eine Scheuerleiste die hervorsteht
Die Schürfwunden sind tief

Andere Freunde von uns hatten nur kleine Schäden zu beklagen. Wir konnten meist sofort Abhilfe schaffen. Auch die ELOWYN muss einen Verlust hinnehmen.

Sie zerrt noch an den Leinen – wie mag es in der Nacht gewesen sein
Die neue 13mm Feder – einfach ab – Qualitätstest / durchgefallen

Last not least – Hans-Peter´s LIBERTÉ. Sie hat einen Fender eingebüsst, liegt ansonsten aber sicher und ohne Schaden. Die Lücke durch den geplatzten Fender konnte ich sofort schließen – alles passt wieder. Ich schicke unserem Freund Bilder, er kann beruhigt sein.

Einfach geplatzt
Problem gelöst

Woran liegt es? Nun, die Lücken sind generell eng, der Druck auf die Fender groß. Viele Eigner hängen ihre Fender hoch, vergessen aber, dass die Schiffe krängen und sich dadurch auf einer Seite absenken.

Vermutlich ist es einfach Pech, das kann im Sturm passieren.

Dazu kommt, dass die Schwimmstege sich generell viel bewegen. Ich habe normaler Weise ca. 1m zur Mauer, der Schwimmsteg ist etwa genauso weit weg.

Bei Sturm sieht es so aus…

Nah an der Wand

Ein letzter Punkt sind die steigenden Wasserstände – das dürfte dem Kat zum Verhängnis geworden sein. Doch auch an den Schwimmstegen ist das nicht ohne Problem – die Muring wird dadurch kürzer, die Bewegung der Boote verändert sich.

Das alles sollte man am Schirm haben, wenn man sein Boot verlässt. Übrigens, die CHILI hat keinerlei Schäden – alles richtig gemacht….

Der Superskipper vom Dränglerboot hat mir heute morgen erklärt, dass er eine entspannte Nacht hatte. Na toll! So ein Knallkopf – hätten wir CHILI nicht umgeparkt, hätte er vermutlich morgen mit seiner Versicherung telefoniert – so eng liegen dumme Ignoranz und überhebliche Arroganz beisammen.

Freunde von uns sagen, die Beiden sind nett. Ich will das gerne glauben und entdecken, aber bis jetzt war davon nichts, aber auch gar nichts zu merken! Seemannschaft – Note 5 – setzen…

Auch die Marina hat Federn gelassen – der Orkan traf den Wellenbrecher mit voller Härte.

Die kleinen Steine hat es bis unter die Boote gespült…
…die großen auch
Gestern noch planer Weg – heute Geröllfeld
10-12m weit wurden die Steine auf den Weg gespült

Wir haben viele Starkwindphasen hier abgesessen – immer sicher! So einen Sturm, einen Orkan, brauche ich so schnell nicht mehr!

Morgen ist Montag, ich bearbeite wieder Marinaaufträge. Dann im Laufe der Woche die Liste der ELOWYN. Alltag. Alltag im Paradies!

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

Ich wollte nie Auswanderer sein, ich wollte nie meinen Lebensmittelpunkt auf eine griechische Insel verlegen. Ich wollte „irgendwann mal dort bleiben“ – gemeint war, solange man will, ohne Rückflugticket. Aber hier eine Existenz aufbauen?

Ein Zufall kommt zur Hilfe – mir wird eine Stelle als „Technischer Trainer international“ bei einem großen Motorenhersteller angeboten. Ich bin interessiert – gehört das Erklären des Scheiterns eines Planes nicht auch zur Optionsliste?

Ich erzähle es meinen Sohn – er ist verwundert und fragt nach dem Warum. Wir reden über Glück und das Glücklichsein und er erklärt mir den Zusammenhang zwischen Glück und Familie. Er versteht es jetzt, er wird bald Vater.

Sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Ich bin bereit einen hohen Preis zu zahlen – für ein ideales Paket. Das beinhaltet erleben, lernen, genießen, zehren, lieben, lachen und so vieles mehr. Ich möchte Reisen und mich treiben lassen!

Bekomme ich das nicht oder nur eingeschränkt, dann will ich keinen so hohen Preis zahlen. Dann greift auch bei mir die Sehnsucht nach Familie, nach alten Freunden und nach Heimat.

Ich habe am 04.12. ein Bewerbungsgespräch in der Nähe von München. Die Flüge sind gebucht! Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann breche ich ab und gehe in mein altes Leben zurück.

Noch kann ich überlegen…

Was brachte der November noch? Wie klang er aus?

Es gibt verhalten positive Neuigkeiten von ALENA – ihr wisst, dass sie zum Verkauf steht…

Hier ist es ähnlich wie bei NESSAJA – viel Nachfrage, interessierte Segler und Seglerinnen, aber echtes Interesse? Doch! Es hat einer der Interessenten Flüge gebucht, ALENA ist somit reserviert. Interessant ist, dass wir mit den Besuchern schon einen ergiebigen Schriftwechsel hatten – liegt auf der Hand – darüber hinaus aber auch das gewählte Besuchsdatum. Das Paar aus Schwaben kommt am 27.12. und bleibt über Silvester – wir haben also ein „Blind Date“ für den Jahreswechsel und freuen uns, das wird sicher spannend und lustig!

Das Wetter bleibt bis zum Monatsende wechselhaft. Wir haben sonnige Momente und nutzen diese – zum Beispiel für unseren Sundowner am Steg…

Wir senden Grüße an Susanne, Lilly und Nikolas

Dabei staunen wir über den Aktionismus der beiden Marineros die, zusammen mit einem externen Taucher, die Aufgabe haben, alte Kettenreste aus dem Hafenbecken zu entfernen.

Der Taucher hängt die Kette an – der Stapler hebt sie raus
Geschafft – nach einem halben Jahr wird der Kladderadatsch zum Schrott gebracht

Eingefleischte Blogleser erinnern sich an diese Geschichte, daran dass Marinero Giannis im Sommer an dieser Aufgabe gescheitert ist – doch gemeinsam schaffen sie es diesmal!

Auch dieser Sundowner verdient seinen Namen, abermals mache ich ein Bild von der Lakki Bucht. Wie immer ohne Filter oder Nachbearbeitung – im Winter sind die Sonnenuntergänge sehr schön anzusehen.

Die Farben sind eine Wucht – und in Natura noch viel schöner

Auch arbeitstechnisch schleppt sich der Monat dem Ende entgegen. Auf der ELOWYN stagniert es gerade ein bisschen. Für die Arbeiten an Deck ist es zu kalt und zu wechselhaft. Mit der Einwinterung bin ich fast fertig, also konzentriere ich mich auf Administratives – die Bestellung der Solarmodule wird zum Problemfall, ich muss die Recherche neu starten…

In der Marina gibt es auch noch einen Job für mich – zufälliger Weise am Schiff von einem Freund. Ich baue einen neuen Boiler ein…

Lieblingstool im Einsatz

…leider passt dieser nicht wie gewünscht und ich muss die Mulde in der er zum Liegen kommen soll, etwas „anpassen“. Ich bin fast überzeugt, dass die Freunde aus Detmold keine Blogleser sind, gut so, denn dieses Bild würden sie nicht mögen!

Platz ist in der kleinsten Lücke

Den Freunden zuliebe, lässt sich meine Gattin nicht zweimal bitten – sie überlässt mir das Mutterndreh´n und macht hinter mir sauber. Ich danke ihr – auch im Namen der, in diesem Fall anonymen, Crew!

Die Clementine der 2020er

So bekommen wir das bereits im ersten Anlauf gut hin. Ich bin überzeugt, dass die Capetaña der Bavaria nicht auf Anhieb in Ohnmacht fällt.

Auch den Einbau des AIS, welches mich ein paar Tage geärgert hat, kann ich erfolgreich abschließen. Wie gesagt, eine steile Lernkurve – oder wie Lothar sagen würde – „again what learned“.

AIS Daten am Plotter der Swan 59 – Beispielboot ist die allseits bekannte NESSAJA

Inzwischen ist es der 29.11. – ein Mittwoch. Der Wind vom Wochenende ist zurück. Nicht ganz so kräftig, wir müssen nicht in Alarmstimmung sein. Dennoch nervt es – das Wetter allgemein ist eher schlecht als wechselhaft, häufig regnet es. Zudem ist es relativ kühl, die Heizung läuft bereits jeden Tag ein, zwei Stunden. Draußen pfeift es, NESSAJA lehnt sich abwechselnd an die Mauer, dann rammt ALENA an ihre Flanke. Alles nicht gefährlich, aber die Fender quietschen und quatschen, die Festmacher knirchen und die Riggs der umliegenden Schiffe sorgen für den typischen Klang eines Hafens während einer Starkwindphase.

05.22 Uhr, der Wind weckt mich – ich trinke Kaffee

Der Winter auf Leros, in den letzten drei Jahren mochten wir diese Zeit. Alles ist ruhig, grün, die Insel bekommt ihren ureigenen Takt zurück und es blüht allerorts. Dieses Gefühl, dieser Genuss, bleibt uns wohl dieses Jahr vorenthalten – und das in einer Phase, in der ich mich ernsthaft damit beschäftige unser Sabbatical XXL abzukürzen. Wie wird das ausgehen?

War’s das schon? Kann das alles ein?
Was kommt danach? Wann ist’s vorbei?
Wer kennt die Antwort auf diese Fragen?

In diesem Sinne – wir bedanken uns mal wieder für euer Interesse an uns, für eure Neugierde. Bleibt dran, es kann sein, dass der Monat Dezember ein Monat der Entscheidungen wird!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der Crew der NESSAJA – wir wünschen euch allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, ein gesegnetes Fest und einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedvolles, glückliches Jahr 2024!

Oktober 2023 – Go Your Own Way

Es ist bereits Monate her, als einer unserer Marinafreunde, ein Segler aus meiner früheren beruflichen Heimat, ein Typ den ich durchaus gut leiden kann (und ich hoffe, er mich auch) – es ist also schon eine Weile her, dass dieser Freund Sibylle vor einem Geschäft kurz ansprach und dabei meinte „…go your own way!“

Während meine Gattin und ich noch darüber nachdachten, wie und vor allem WEN er gemeint haben könnte, war mir rasch klar – der 1976er Hit von Fleetwood Mac wird eines Tages die Headline in meinem Blog.

Heute ist es soweit!

Nicht nur, dass ich, einige Jahre später, durchaus ein bekennender Stevie Nicks Fan war (sie ist ja auch eine besondere Frau in der Musikszene dieser Zeit – in jeder Hinsicht), nein, auch weil der Titel selbst und der des Albums auf dem er 1977 veröffentlicht wurde – „Rumours“ – sehr gut zum Monat Oktober passen.

Der zehnte Monat des Jahres 2023 war einer der geprägt war von Gerüchten und Gossip – „Radio Ponton“ hatte Hochkonjunktur!

Das Ganze begann gleich am Morgen des 01.10. – die Crew eines deutschen Schiffes, auch die Beiden kennen wir zwischenzeitlich schon eine ganze Weile, kommt an unser Schiff und informiert uns leise aber bestimmt, „…dass wir mal nach der ELOWYN sehen sollten“. Die hätte wieder einen „Rempler“ bekommen und man hätte nicht den Eindruck, dass hier offen informiert würde.

Sibylle und ich trinken unseren Kaffee fertig und gehen zu dem, uns anvertrauten, blauen Riesen – ja, die Beiden hatten Recht, wieder ein Einparkrempler…

Sah schlimmer aus als es war

Hier muss ich eine Lanze für unsere „Informanten“ brechen – sie taten das einzig Richtige. Sie Informierten über einen Schaden und nannten Ross und Reiter. Was zunächst wie petzen klingt, ist nichts anderes als Unterstüzung bei der Identifizierung eines Unfallflüchtigen der einen Unbekannten mit einem vermeintlich großen Schaden zurück lässt – einem fiesen Charakter eben.

Ich bleibe ruhig, stelle den Fiesling nicht sofort zur Rede, sondern schnappe mir den Marinero und fahre mit ihm im Schlauchboot zur ELOWYN. Wir besehen das Malheur und stellen fest – nur ausgekreidetes Gelcoat welches sich abgeschrappert hat!

Ich fummle den weißen Striemen mit dem Daumen weg, nix mehr zu sehen – Glück gehabt.

Seht mir die etwas längere Einleitung bitte nach, ich will schildern was ich mit Rumours und Gossip meine, ihr sollt verstehen wie so eine Marina tickt, diesem Geist können sich nur Wenige entziehen…

Kurze Zeit später werde ich von unbeteiligten Dritten angesprochen, sie hätten wohl gehört, dass an der ELOWYN ja ein weiterer „großer Schaden“ vorläge und ob ich mir den Verursacher „…denn schon zur Brust genommen hätte?“

Nein, habe ich nicht, habe ich auch nicht vor – das Thema ist die Zeit nicht wert, ich will meine Ruhe und mich nicht noch mehr ärgern! Unverständnis schwappt mir entgegen.

So eine Marina ist wie ein Schrebergartenverein. Man ratscht und tratscht. Mal bist Du in die Gesprächsrunde integriert, mal bist Du Gegenstand der Gespräche – hier und auch in Deutschland – Sibylle und ich wissen das, wir spielen das Spiel gerne mit, oft haben wir Spaß daran, selten nervt es. „Radio Ponton“ hat eine große Bandbreite!

Was das alles mit „Go Yor Own Way“ zu tun hat? Darauf kommen wir zurück…

Zunächst ging es im Oktober nämlich eher in gewohnter Manier weiter.

Wir zerlegen die Steuersäule der LIBERTÉ

Hans-Peter hat ein defektes Zündschloss und dafür Ersatz aus Deutschland besorgt. Ein befreundeter Segler hat das Teil der Begierde mitgebracht und wir packen den Job an – erstmal alles zerlegen, Bestandsaufnahme, Reparaturtaktik zurechtlegen…

Hier ist das Corpus Delicti – bei Volvo mit Gold aufzuwiegen

Wir prüfen noch einmal alles durch, stellen dabei fest, dass das Universal-Ersatzteil nicht exakt passt und wohl auch nicht einfach passend zu machen ist. Zudem fallen uns andere Kleinigkeiten auf, diese sollten wir in diesem Zug reparieren.

Wir stellen eine Einkaufsliste zusammen und überlegen uns, das teuere und anfällige Volvo Panel komplett zu entfernen und alle notwendigen Bauteile direkt in die Bavaria Tafel zu installieren. So können wir mit Universalteilen arbeiten und sparen uns den teuren Volvo Firlefanz.

Einzig einen Halter müssen wir uns aus V4A anfertigen lassen, dies geben wir bei Giorgos in Auftrag…

Gut, weiter geht´s ein paar Tage später – der Tag war sinnvoll verbracht, das Dinner wohlverdient. Ich erinnere, Sibylle war noch in Deutschland um Neu-Enkelchen Heidi willkommen zu heißen und bei der Kleinen als die „Griechenland-Oma“ vorstellig zu werden.

Da sind wir schon fast ein bisschen bei der Headline – Sie geht „ihren Weg“, ich blieb alleine zurück… 😉

Gemeinsames Dinner der „Strohwitwer“ – es geht schlimmer!
Momentan mein Favorit – hat Benno etabliert – DANKE dafür

Den kommenden Tag will ich nutzen um eigene Projekte mal wieder voranzutreiben – ich stehe zeitig auf, trinke meinen Kaffee und freue mich, dass es hier noch echter Sommer ist.

Anfang Oktober noch rund 30°C – das tägliche Bad im Meer ist gesetzt

Oben auf meiner Liste steht die Anpassung der Fensterdurchlässe für den Abluftschlauch der Klimaanlage. Die Dinger, welche ja für ein Wohnraumfenster entwickelt wurden, müssen erheblich angepasst werden.

Ich packe also mal wieder mein Werkzeug aus und rücke den Plastikteilen zu Leibe
Etwas später sind die Durchlässe angepasst

Ich brauche nicht lange um die Plastikbauteile zurechtzusägen. So angepasst, passen die Blenden vor unser Schlafzimmerfenster und ermöglichen es mir den Abluftschlauch fest zu montieren.

Inzwischen habe ich mir aber zwei Lösungen zur Integration der Klimaanlage erdacht. Ob ich diese umsetze, wird wohl daran festgemacht, ob wir NESSAJA verkaufen oder nicht.

Übrigens, auch hier gibt es Neuigkeiten. Der Interessent, der im Oktober kommen wollte hat abgesagt. Er hatte sich inzwischen ein anderes Schiff am Bodensee gekauft – ich bin nicht enttäuscht, denn ein vermeintlicher Käufer, der NESSAJA durch ein Segelboot am Bodensee ersetzen kann, wäre vermutlich nicht der Richtige gewesen. Ich selbst bin überzeugt – nur ein Interessent der ein Schiff zum darauf Leben oder für die große Fahrt sucht, kann der „Richtige“ für unsere NESSAJA sein – alle anderen werden mehr oder minder attraktive Alternativen finden.

Es gibt für NESSAJA nun noch drei weitere Interessenten, welche eine Besichtigung Ende November oder Dezember in Aussicht gestellt haben – mal sehen…

Giorgos schreibt mir, dass die Motorenteile für den Tender der ELOWYN aus Athen zurück seien, ob ich mal schauen wolle??? Ja, klar…

Wir begutachten die Arbeit des Spezialisten aus Athen – der Motorblock
Motorblock und Zylinderkopf – Schaden beseitigt, gute Arbeit

Obwohl ich die Arbeit lieber von meinem Freund Alex aus Serres hätte durchführen lassen, muss ich eingestehen, dass der Instandsetzer in Athen augenscheinlich gute Arbeit geleistet hat. Der Schaden war beseitigt, die Oberflächen präzise bearbeitet – der Motor des „Willi“ kann wieder komplettiert werden.

Zufrieden fahre ich zurück nach Hause. Heute bin ich dran, die Runde der „Strohwitwer“ zu versorgen und zu beköstigen. Am Weg kaufe ich ein.

Tischlein deck Dich
Auf NESSAJA gibt´s heute Pizza – frei Haustüre

Hans-Peter, Werner und ich laben uns an den Teigfladen aus der örtlichen Pizzeria, welche auch einen Lieferdienst in die Marina anbietet. Ein toller Service, den auch Sibylle und ich im Winter gerne mal nutzen.

Am nächsten Morgen gönne ich mir was. Ich bin normalerweise nicht so der Frühstücker, mir reicht zunächst mein Kaffee. Heute aber entscheide ich, der Resteküche ein Spiegelei abzuringen.

Kaffee gab´s schon nach dem Aufstehen, wenn Sibylle nicht da ist geht auch mal ein Coke am Vormittag – my own way 😉

Dann geht´s aber los – ich sehe auf der ELOWYN nach dem Fortschritt der Ausbesserungsarbeiten des ersten, tatsächlichen Schadens…

Ok, zumindest der Laminatschaden ist behoben, Lack muss noch

…ich entdecke dabei, dass sich der Marinaerpel wieder recht gemütlich auf den Muringleinen der größeren Schiffe niederlässt.

Kein Wunder, fängt doch eine der italienischen Skipperfrauen an, den quakenden Zeitgenossen mit Brotkrumen zu füttern!! Währenddessen erklärt sie mir, dass sie an meiner Stelle etwas Obacht geben würde, der Erpel hielte sich die ganze Zeit an unserem Deck auf.

Von mir verscheucht – aber nur bis zur Warteposition

Mehr als Kopfschütteln fällt mir nicht ein, hier den Zusammenhang zwischen füttern und stetiger Wiederkehr des Watschlers nicht erkennen zu wollen grenzt schon an Dummheit!

Das ganze Vordeck von ELOWYN ist verschissen! Es wird uns ein paar Tage später Stunden kosten, dieses zu schrubben. Leider werden wir auch erst dann die Brotkrumen AUF ELOWYN finden, welche die feine Dame aus Italien auf unser Schiff geworfen hat um ihr eigenes vor dem kackenden Quaker zu schützen.

Ich könnte im Strahl kotzen! Hätte ich es gemerkt während die Amici noch hier waren, ich hätte alles zuammengebrüllt was am Steg gewesen wäre und hätte dieses fiese Fehlverhalten auch offiziell eingesteuert, das geht gar nicht!

Inzwischen habe ich mich wieder beruhigt…

Ich wasche noch zwei Ladungen Wäsche und hänge zum Trocknen auf – das muss auch mal sein…

Erst die 60° Ladung…
…wieder strahlend rein und herrlich duftend
Dann noch die 40° Alltagsladung – direkt vom Mann in die Maschine, auf die Leine, an den Mann. Ich trage derweil Badehose

So geht auch dieser Tag rum. Ich freue mich über einen Anruf der CALYPSO Crew. Sepp und Michaela sind aus der Oberpfalz, wir haben uns in unserer Marina kennen gelernt. Obwohl die Beiden zwischenzeitlich zu einer der beiden Boatyards im Norden der Insel gewechselt sind, rufen sie immer mal an, wenn sie auf Leros sind. Wir haben uns für heute Abend zum Essen verabredet – Treffpunkt „Dimitris o´ Karaflas“, ich war lang nicht mehr dort.

Der Blick von der Terrasse in die dunkle Vromolithos Bucht – es sind noch etliche Segler unterwegs
Ich gönne mir „White Spaghetti with Prawns“ – gut wie eh und je

So klingt der Tag herrlich aus, wir quatschen viel, die Themen sind andere, es ist kurzweilig. Zufrieden fahre ich nach Hause und sacke müde ins Bett.

Am Folgetag fahre ich mit Hans-Peter zu Giorgos, sein Halter für das neue Armaturenbrett ist fertig, wir können ihn abholen.

Immer Cappuccino, heute ausnahmsweise mal mit Tyropita zum Frühstück

Während der Meister am Schweißgerät noch die letzten Winkelchen am Halter festbruzzelt und ein paar Löcher nach unseren Vorgaben bohrt, fällt uns ein, dass wir bei der Gelegenheit die Sitzpolster des Willi ausbauen und diese zum Polsterer bringen könnten.

Gedacht – gemacht!

Da steht der Willi, gut verpackt und wartet auf Fertigstellung
Des Willi Polster – muss neu

Wir geben die neu zu beziehende Sitzausstattung des Gummiflitzers bei Sotiris dem Segelmacher und Polsterer ab. Gleich danach geht es zurück zur Marina, wir wollen die Zeit nutzen um das Projekt „Armaturenbrett“ an HP´s LIBERTÉ umzusetzen und fertigzustellen, die nötigen Teile dafür haben wir jetzt ja!

Hier das alte Teil, welches wir ausschlachten
Das Bavaria Board wird individuell gebohrt und zurechtgefeilt
Mit durchaus zufriedenstellendem Ergebnis

Der Halter, den Giorgos gefertigt hat, wird von hinten vor die vier Löcher geklebt und muss antrockenen – dann können wir das Steuergerät der Kontrolllämpchen anbringen.

Während der Montagekleber vulkanisiert, kommt Werner zu einem Schwätzchen vorbei, eine willkommene Ablenkung!

Willkommen Werner! Sind Bierdosen in der Tüte???

Nachdem der Freund uns wieder verlassen hat, war es an der Zeit unser Werk zu komplettieren – ich finde, es kann sich sehen lassen! Sieht gut aus und war durch die Verwendung von Standardteilen deutlich billiger als eine Reparatur mit Volvo Teilen. Wir haben diverse Kabel, Schalter und Warnpiepser erneuert. Das neue Zündschloss hat Verwendung gefunden und der Drehzahlmesser funktioniert wieder.

Gute Lösung, alles passt

Go your own way – meiner führt mich zunächst auf NESSAJA. Ich wasche die Hände, gieße mir einen Liter Wasser in die trockene Kehle und widme mich meinen Nachrichten.

Sibylle schickt mir immer mal wieder Updates, wir telefonieren fast jeden Tag. Ich sehe meine Frau glücklich.

Drei Generationen – Sibylle ist glücklich

Natürlich weiß ich, dass Sibylle oft nur SAGT, dass sie „so ungefähr zwei, dreimal im Jahr nach Deutschland will“. Es hat sich, aus verschienden Gründen so eingependelt, dass sie die Familie viermal im Jahr besucht. Ich weiß, dass es solche Gründe immer geben wird und ich weiß auch, dass es künftig eher fünfmal als dreimal sein werden – so what?

Sie geht ihren Weg! Wir haben unseren Plan einer Blauwasserfahrt gekippt, um „näher an der alten Heimat zu sein“. Sie besucht die Familie so oft sie das braucht und sie das arrangieren kann und will. Mit oder ohne mich.

Die Phasen der zeitweiligen räumlichen Trennung tun uns aber durchaus gut. Ich kann mich mal mit den anderen Männern dem ganzen „Technikgequatsche“ hemmungslos hingeben, auch mal am Mittag zwei Dosen Bier trinken und mein T-Shirt NOCH einen Tag länger tragen. Wenn Sibylle zurück kommt, dann herrscht wieder Zucht und Ordnung.

Go your own way. WER war gemeint? SIE, weil damals noch nicht klar war, inwieweit wir unsere Pläne anpassen und ändern? Ob Sibylle sich nicht doch noch auf eine Blauwasserreise einlässt, ich sie gar machohaft dazu zwingen würde?

War ICH gemeint? Der, dessen Lebenstraum einen empfindlichen Dämpfer bekommen hat, der sein Schiff in eineinhalb Jahren Arbeit und mit großen Investitionen vorbereitet hat und kurz vor dem Ziel seine Felle davonschwimmen sieht? Muss ICH meinen eigenen Weg gehen weil ich unter der Fuchtel des bösen Weibes stehe?

Oder war es eine WIR Empfehlung? Gab es wieder mal Steggeschwätz in die Richtung „…die Beiden wissen nicht was sie wollen“ und der Freund wollte uns animieren, einfach weiter unsere gemeinsam beschlossenen Ziele zu verfolgen?

Ich weiß es bis heute nicht!

Na egal, ich muss mich wieder meinen „Projekten“ widmen. Eines davon ist, mich darum zu kümmern, dass auch die ELOWYN zukünftig ein wenig Sonnenenergie erhaschen wird.

Die vorhandene, grobe Zeichnung von Giorgos dient zur Planung des benötigten Materials und zur Bestimmung der Maße, welche die Solarmodule haben dürfen. Um eine gewisse Vorstellung des Projektes zu bekommen und dies auch Volker vorzustellen, versuche ich eine Skizze anzufertigen.

So soll es werden – wir geben grünes Licht

Ich hatte Besuch in der Nacht! Nicht, was ihr vielleicht denkt – und doch war es ein Besuch aus Liebe, ich hatte nicht geträumt, die hinterlassenen Spuren waren verräterisch…

Paw Patrol

Der Tag verging unspektakulär. Für den Abend hatte ich mich mit Gottfried und Gabi auf einen weiteren Besuch bei Dimitris verabredet, auch die Beiden würden bald abreisen und waren dabei, ihre HARMONY winterfest zu machen. Zusammen genossen wir den noch lauen Abend bei bester Stimmung auf der Terrasse mit Aussicht.

Dinner beim „Glatzkopf“ – o´ Karaflas
Lauer Spätsommerabend und der nächtliche Blick auf die Bucht von Vromolithos

Am nächsten Morgen höre ich das bekannte Geräusch meines Telefones – BING – Sibylle schickt ein Foto. Sie und Freundin Kate sitzen beim Frühstück im von uns früher so geliebten Restaurant der „Dinzler Kaffeerösterei“ – herrlich!

Die Genießerinnen

Ich dagegen erfreue mich zwar an meiner ersten Tasse Kaffee, kann aber ansonsten nicht mithalten. Natürlich gönne ich den Beiden ihren Genuss, ein wenig neidisch bin ich aber schon… 😉

Ich dagegen…

Als Sibylle wieder zuhause war, rief sie mich an, „…stell Dir vor, der hat mich richtig angegangen…“

Was für eine (gespielte) Entrüstung gesorgt hat, war ein kleiner Seitenhieb eines Freundes aus Schliersee, am Tag davor. Es passiert uns ja öfter mal, dass Freunde sich für das WIE und WARUM unserer gravierenden Planänderungen interessieren – unser Spezi aus der alten Heimat konnte sich aber an diesem Tag ein wenig provokantes Sticheln nicht verkneifen, „…er versteht es überhaupt nicht, warum der Mario seinen Lebenstraum über den Haufen wirft, wegen solcher Lappalien…“

Komisch – mich fragt nie einer, direkt schon zweimal nicht, ich hätte die Antwort parat gehabt!

Was viele vergessen, mein Lebenstraum war nie um die Welt zu segeln. Nichtmal das Segeln als solches war mein Traum. Mein Traum war es, „irgendwann dort zu bleiben“, ein etwas entspannteres Leben in mediterranem Umfeld zu leben. Weit weg vom Winter. Diesen Traum lebe ich, zusammen mit meiner Frau und wir schneiden im Vergleich nicht so schlecht dabei ab.

Richtig ist, den Plan einer Blauwasser-Segelreise zu entfernten Zielen, den Plan Abenteuer zu ER-LEBEN, den musste ich anpassen. Nun, wer weiß was noch kommt!

Genug damit, ich will das nicht mehr erklären. Viele die unser Modell anzweifeln, hätten genug damit zu tun, ihr eigenes Leben zu sortieren…

PLOPP – ich erwache aus meinen Gedanken! Was anfangen mit dem herrlichen Tag heute???

Die Frage wird von dritter Seite beantwortet – Marinero Giorgos kommt um die Ecke und regt an, dass wir an diesem herrlichen Tag ELOWYN vom Interims-Liegeplatz an Steg B zu ihrem Winterplatz an A überführen – „OK!“ höre ich mich sagen…

Schluck, habe ich das echt gesagt??? JETZT muss ich den blauen Riesen durch den Hafen bewegen, mein erstes Anlegemanöver steht bevor…

Viele Routen ist ELOWYN gefahren, die härteste steht jetzt bevor – die 100m mit mir am Steuer

…Motor läuft! Absprachen mit meiner Deckshand Hans-Peter sind getroffen, der Marinero weiß, was er zu tun hat. Ich lege den Gang ein, die Schraube dreht sich, der Riese setzt sich in Fahrt!

Meine Aussage, dass man sich auch relativ schnell an 68ft. gewöhnt, ziehe ich in dieser Sekunde zurück!

Spaß beiseite – alles klappt wie am Schnürchen. Ich setze vor dem neuen Liegeplatz zur Rückwärtsfahrt an, muss einmal korrigieren, treffe dann aber exakt den anvisierten Platz.

Stolz schicke ich ein „Beweisfoto“ nach Deutschland zu Sibylle – wer hat´s umgeparkt? ICH war´s 😉

Hier liegt sie nun, endlich können wir sie winterfest machen und „abräumen“

Weil´s grad so schön war, überlegen Hans-Peter und ich, für eine Stunde mit der LIBERTÉ auszulaufen und in der Bucht Kreise zu fahren. Für die Nicht-Segler unter euch, wir haben kein Kraut geraucht, solche Aktionen stehen an, wenn Navigationsinstrumente kalibriert werden müssen.

Eine Person ist nötig um die Instrumente zu beobachten und zu bedienen, die andere überwacht den Schiffsverkehr im näheren Umfeld – denn das Schiff fährt wirklich willkürlich und vor Allem selbsttätig Kreise…

Wir verlassen den Hafen…
…kommen aber nach einer Stunde zurück, Giorgos nimmt uns in Empfang, Merlin freut sich

Wir waren (fast) erfolgreich. Nur eine Aufgabe meldete einen Fehler. Da müssen wir wohl nochmals ran, die Funktion konnten wir aber herstellen. So kann HP nach Ankunft seiner Gattin zumindest ein paar Segeltage genießen, repariert und nachgebessert wird im Anschluss.

Der Tag ist noch jung, ich möchte mal wieder richtig baden gehen und ein Weilchen auf einer Strandliege relaxen. Mein Lieblingsstrand Panteli scheint mir der richtige Ort zu sein!

Eine glückliche Entscheidung…

Nanu, ein Hochzeitsauto?
Die Gesellschaft auf der Dachterrasse des „Panteli Beach Hotels“ – es fidelt mein Lieblingsgeiger
Ich genieße Bad, Bier und Beilagen während 50m von mir entfernt Live Musik gespielt wird – sensationell

Am Rückweg freue ich mich noch einmal, dass die ELOWYN endlich umgeparkt ist. Sie hat einen idealen Platz für den Winter und liegt sicher. Ich habe diesen Gedanken endlich aus dem Kopf und kann weiter am Schiff werkeln.

Perfekter Platz

Abends esse ich mit Hans-Peter und wir klönschnacken ein wenig. Der Freund zieht sich irgendwann in sein Schiff zurück, ich lasse den Tag noch etwas sacken.

Dann – auf einmal, Getöse, Hupen, FEUERWERK!

Logenplatz
Es war richtig schön

Was war geschehen? Eine Hochzeit???

Weit gefehlt – Leros hat gewählt und es kommt ein neuer Bürgermeister. Er ist ein Hoffnungsträger und obwohl der Wahlausgang denkbar knapp war, wird er doch als Heilsbringer gefeiert – die GANZE Nacht!

Ich konnte mich, zum Glück, mit Ohrenstöpsel ins Land der Träume retten und wurde auch nur einmal wach. Andere Marinabewohner hatten mehr Pech – und eine schlaflose Nacht.

Ich wache auf und fühle mich noch etwas gerädert – ein exorbitantes Frühstück muss her! Hier kann meine Lieblingsmarietta helfen…

Dazu einen starken Kaffee, dann kann der Tag beginnen

Zurück am Schiff, erinnere ich mich daran, dass mein Loggegeber noch in seinem Rumpfdurchbruch steckt. Sicher wohnen dort jetzt schon ganze Mikrokolonien von Kleinst-Meeresbewohnern. Dies möchte ich unterbinden und baue das Messinstrument daher aus.

Raus isser, der Blindstopfen im zweiten Versuch dicht
Einweichen in feinstem Obstessig sorgt für die gewünschte Entfernung der kalkigen Kulturen und Lebewesen

Der Erfolg versetzt mich in einen Freudentaumel – ich beschließe kurzerhand, dass für heute genug gearbeitet ist und wiederhole den wunderschönen Badetag am Panteli Strand.

Schaut euch das Wasser an – der Strand fast menschenleer, genauso mag ich das

Am Heimweg noch ein Einkaufsstop, ich benötige Dinge, die in einem Männerhaushalt nicht fehlen dürfen – Bier, Chips und ein paar Dosen Coke!

Dabei fallen mir merkwürdige Sachen auf…

Cooler Helm, Herr Kollege

Als ich durch den Ort fahre, werde ich schmerzlich erinnert, dass HEUTE eine harte Phase in meinem Leben beginnt. „Repapis“ ist GESCHLOSSEN!

Die Fenster verhängt, das spezielle „Freudenhaus“ hat die Pforten – vorübergehend – geschlossen

Meine Lieblingseisdiele, der Ort, der Freude spendet – der Ort der täglichen Einkehr, meine einzige Routine – einfach ZU! 10Tage!

Wie soll ich das aushalten?

Um mich abzulenken, schreibe ich eine Mail, eine an einen unbekannten Empfänger…

Who the fuck is Pete

Auf dem Bildschirm meines Plotters taucht ein gewisser Pete auf. Er ist, computertechnisch gesehen, Besitzer meines „Active Captain“ Bereiches auf meinen Plottern. Eine Nachfrage bei Garmin ergab, dass ich zwar Zugriff habe, aber Besitzer kann ich nur werden, wenn der vorherige die Plotter aus seinem Account löscht.

Ich schreibe Pete an – und er antwortet! Wir klären ab um was es geht, er hat gottseidank die Zugangsdaten noch, weiß aber nicht, was zu tun ist. Ich werde mich wohl um eine Verfahrensanweisung kümmern müssen – aber immerhin, ich bin der Lösung einen Schritt näher.

Irgendwie ein komischer Tag – nix wirklich gemacht und doch viel erledigt. Das mag ich. Ich genieße es noch einmal auf dem großen Bett einzuschlafen – morgen kommt Sibylle aus Deutschland zurück und ich muss die Matratze wieder teilen.

Der Folgetag beginnt mit einem – temporären – Abschied! Hans-Peter hat einen Freund zu Besuch, Peter, mit diesem wirft er die Leinen los um ein paar Tage Urlaub zu genießen.

Leinen Los heißt es für die zwei Peter

Während ich so darüber sinniere, dass das Saarland und Griechenland wohl beide eine Vorliebe für „one fits all“ Vornamen haben, legt HP ab. Hier in Hellas heißen die Männer Giannis, Giannis oder Giannis, während die Frauen Gianna heißen. Im Saarland, soweit mein Kenntnisstand, heißen sie entweder Hans-Peter, Peter oder eben Petra 😉

Während ich also überlege, ob ich den beiden Peter meinen zweiten Vornamen verrate – Peter – legen die Beiden ab um eine kleine Runde durch die umliegende Inselwelt zu drehen. Yassou und kalo taxidi!

Weg sind sie – auf bald

Ich gehe zurück zum Schiff und staune – an Deck stapeln sich die Lebensmittel. Wieder hat ein Seglerpaar seine Saison beendet und, wissend um unseren Liveaboard Status, die restlichen, noch guten Lebensmittel bei uns abgegeben. Das ist ok und unter Seglern üblich, wir verbrauchen die Dinge die wir mögen. Senf haben wir inzwischen aber wirklich genug – soviel, dass ich nun wirklich überall meinen Senf dazugeben kann.

Ein Dankeschön an die Crew der LE CLAPOTIS – Cees und Marijke fahren bald heim

Den Tag verbummle ich ein bisschen. Ich freue mich über eine Einladung an Bord der INFINITY, ich soll, zusammen mit anderen Freunden der Steggemeinschaft, zum Sundowner kommen.

Es ist eine kombinierte Abschieds- und nachträgliche Geburtstagsfeier von Dieter. Er und Heike werden auch in ein paar Tagen aufbrechen, sie laden zu einem letzten geselligen Beisammensein.

INFINITY – NESSAJA – LE CLAPOTIS – HARMONY – ALENA

Wir sitzen zusammen, haben Spaß, tauschen Seglergeschichten aus und genießen einen der letzten lauen Abende. Es wird dunkel, die Zeit verfliegt.

Ich muss mich verabschieden bevor die Runde sich auflöst. Ich gehe noch ins „SouVLakki“ auf ein Dinner und fahre direkt von dort aus mit Hans-Peters Pick-Up zum Hafen. Ich möchte Sibylle nebst schwerem Reisegepäck abholen.

Na, von hier aus wohl noch 30-40 Minuten
Abholer parken am Rand
Ein Bild von einem Schatten 😉

Das Warten war diesmal stressig. Es wurden wieder ein paar Flüchtlinge aus dem Lager ans Festland verbracht. Für diese paar geht die Reise weiter – eine Reise in eine ungewisse Zukunft.

Viele andere sind hier missgünstig und wollen nicht mehr länger warten. Sie ziehen in größeren Mengen ebenfalls zum Hafen um, illegal, zu versuchen auf die Fähre zu kommen.

Polizeipräsenz überall, man kontrolliert und sucht alles ab – soviel man hört, gelingt keinem der Ungeduldigen die illegale Weiterreise. Die Situation ist bedrückend, ich bin froh, als die Fähre endlich kommt.

Endlich da

Ich nehme meine Gattin in Empfang, wir begrüßen uns nur kurz und suchen dann das Weite. Erst im „La Palma“ setzen wir uns nieder und tauschen uns in Ruhe aus. Wir trinken einen Ouzo als Absacker und fallen dann, zurück auf NESSAJA, todmüde ins Bett.

Sibylle ist zurück! Der Neue Tag bricht an, wir frühstücken. Ich sehe mir die Kleinteile an, welche Sibylle mir mitbringt und fange sofort an, diese zu verbauen – auf unserem Schiff und auf ELOWYN.

Dichtringe in Sondermaßen – auf Leros nicht zu bekommen

Die Zeit mäandert so vor sich hin, die Tage vergehen, die Stunden verwischen sich. Wir kehren mittags bei Marietta ein und genießen herrlich gebackenen Bacalao – Kabeljau!

Nationalgericht in Spanien und Portugal, auch bei uns in Deutschland nicht unbekannt, bei den Engländern als der bekannte Fisch mit den Chips auf der Karte und hier in Griechenland eben mit der beliebten Kartoffel-Knoblauchpaste Skordalia gereicht. Ich liebe es (von Zeit zu Zeit…)!

Bakaliaros mit Skordalia – Μπακαλιάρος με σκορδαλιά

Freund Markus hat sich angekündigt, er kommt mit dem Schiff vorbei, hat aber kein Fahrzeug. Ob ich ihm wohl zwei Kanister Motoröl besorgen könnte – Lieferung frei Haus in die Marina? Klar! Kann ich!

Das begehrte Schmiermittel – kein Problem mit meinem Muli

Bevor wir das erste Mal nach Sibylles Ankunft zu Abend essen, haben wir noch etwas Zeit. Diese nutzen wir zu einer Fahrt über die Insel um bei Giorgos ein paar Details zur Solarplanung auf der ELOWYN einzusteuern. Es gilt zudem, eine erste Anzahlung zu machen. Wir sind also pünktlich in Kamara, der Chef allerdings lässt, wie eigentlich üblich, die obligatorischen 15 Minuten auf sich warten…

Ich mache ein Foto und erinnere an unseren Termin 😉

Wir sind da – und wo bist Du???

Am Heimweg taucht das Abendrot die Bucht von Lakki in ein wuderschönes Licht. Wir genießen die Stimmung ein wenig und gehen dann zum Dinner.

Abendrot – Schönwetterbot´

Sibylle ist nachdenklich! Sie erklärt mir auf Nachfrage, dass ihr eine Unstimmigkeit mit unseren hiesigen Freunden im Magen liegt. Es liegt zwar schon eine Weile zurück, aber damals war eine Einladung zum Abendessen irgendwie anders gelaufen als geplant – zwei Parteien blieben konsterniert zurück.

Wir wissen heute, es wäre besser für uns vier gewesen, das gleich am nächsten Tag bei einem Ouzo zu besprechen und aus der Welt zu räumen – diese einfache Lösung hatten wir verpasst.

Soweit so gut – doch leider wurde diese Begebenheit zudem noch Thema bei „Radio Ponton“ – der Sprecher war diesmal jedoch bekannt.

Ich habe Sibylle an diesem Abend versprochen, dass wir eine Lösung finden werden – ich kontaktiere unsere Freundin, wir verabreden uns…

Das beruhigt – Sibylle wacht daher am nächsten Morgen mit guter Laune auf. Sie trifft Freundinnen und tauscht sich aus – Bilder der Kindeskinder werden getauscht, mein Enkel, dein Enkel!

Omatreffen auf NESSAJA – darf ich das schreiben?

Langsam gilt es auch, sich von Werner und Erna zu verabschieden. Wir Vier wissen, dass es der letzte Abschied auf Leros sein könnte. Die Beiden bieten ihre ALENA zum Verkauf an – siehe hier – ich werde dabei unterstützen. Wenn es gelingt die schöne Schwedin zu veräußern, dann werden unsere Freunde wohl nicht so bald zurückkehren.

Wir verabreden uns in Agia Marina auf eine süße Köstlichkeit – hier tauschen wir auch Details zum geplanten Verkaufsprocedere aus.

Was für ein Genuss – warmer Schokokuchen mit Salted Caramel
Das freut nicht nur mich, da lacht auch der Salzbuckel

Sibylle wird nervös und rutscht am Stuhl hin und her – was war geschehen?

Nun, sie hat heute Fahrstunde! Ich habe jetzt wirklich lange an sie hingeredet, um sie zu überzeugen, dass ein wenig mehr unabhängige Mobilität ihr guttun würde. Sie wollte aber nicht gleich einen gebrauchten 50ccm Roller kaufen – so traf es sich gut, dass unsere Freunde Mireille und Roland angeboten haben, Sibylle ihren kleinen Roller zu leihen, solange sie den im Winter nicht selbst benötigen.

Heute ist Einweisung in Theorie…

Hier hupt es…

…UND Praxis!!!

Aufgemerkt – rechts musst Du drehen
Angespannt – aber es gefällt ihr
Ok, Prüfung bestanden – es kann losgehen

Ich greife vorweg – inzwischen liebt Sibylle es, mit dem kleinen Flitzer herumzufahren. Es gibt ihr die Freiheiten „mal schnell“ eine Fahrt über die Insel zu machen.

Sie wäre nicht meine Frau, wenn sie sich nicht auch gleich Herausforderungen stellen würde! Sibylle hilft ja freiwillig in der Auffangstation für streunende Hunde. Das Anwesen liegt außerhalb in den Hügeln der Insel, ist aber über eine Asphaltstraße relativ gut zu erreichen. Nur die letzten 200m sind Schotterwege.

Eines Tages ruft sie an – der Roller springt nicht an! Ich setze mich auf die GS und fahre hin – Strasse gesperrt, es sind Bauarbeiten. Bei ihr angekommen, starte ich den Motor und erkläre, dass ein Rückweg nur über den nicht asphaltierten, grobschottrigen Waldweg möglich sei.

So kam es, dass meine Gattin, einer Endurofahrerin gleich, mit einem Miniroller, mir folgend, diesen Track bewältigt hat – ich versuchte, zurück auf der Strasse, ihre stolzgeschwellte Brust und ihr Grinsen fotodokumentarisch festzuhalten 😉

Da fährt sie…
…überholt und brummelt voraus – schwieriges Gelände gemeistert

Wir trinken einen Ouzo im „La Palma“, klatschen uns ab – gut gemacht! Dann fahren wir in die Marina um an der ELOWYN ein Teil zu demontieren – dieses muss neu bestellt werden, eine Quelle für das inzwischen beim Hersteller ausgelaufene Teil (oder adäquaten Ersatz) muss recherchiert werden.

Ein Fallenstopper der besonderen Art – erst demontieren…
…dann eine Zeichnung der Base anfertigen – der Ersatz muss das gleiche Lochbild haben

Sollte jemand von euch eine Quelle für alte Antal VJ (14) Fallenstopper wissen – die Information ist gerne genommen.

Ein guter Tag! Wir gehen essen und genießen das Abendrot, welches ja bekanntlich auf gutes Wetter hindeutet.

Ein schöner Tag klingt aus

Der Tag war erfolgreich – wir haben uns am Nachmittag mit unseren Freunden getroffen um die Unstimmigkeit aufzulösen – das war wichtig und längst überfällig.

In einer guten Freundschaft, muss es möglich sein auch mal offen zu diskutieren und Befindlichkeiten auszutauschen. Das ist uns gelungen, wir waren zufrieden – das direkte Gespräch ist durch nix zu ersetzen!

Der nächste Tag beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang! Hans-Peter schickt ein Bild und kündigt sein Kommen an. Er fragt nach freien Plätzen an Ponton D.

Morgenrot – Schlechtwetterbot´, na hoffentlich nicht

Ich melde dem Freund die Liegeplatzsituation und freue mich erstmal auf ein „besonderes“ Frühstück. Sibylle hat in Deutschland von lieben Freunden die kurz vorher in Südtirol waren, ein Abschiedsgeschenk bekommen…

Ein „Freßpaket-Spezial“, welches wir uns am heutigen Tag gönnen!

Räucherschinken, Kaminwurzn, Kren und Schüttelbrot – für mich eine Explosion der Geschmacksknospen
Was für eine willkommene Abwechslung

Am Nachmittag kommt LIBERTÉ mit dem „Doppelten Peter“ an Bord zurück in die Marina. Der Saarländer bugsiert seine Bavaria gekonnt in die große, aber aufgrund des davorliegenden Katamarans, schwer anzusteuernde Lücke. Der Marinero hat vorher die Nachbarn, also auch uns, auf die Nachbarboote verteilt – jeder hält Fender bereit.

Klappt gut – Sekunden später gibt es den Anlegeschluck

Man begrüßt sich und Sibylle macht sich mit dem Besuchspeter bekannt. Wir verabreden uns für einen der nächsten Tage auf ein gemeinsames Abendessen.

Heute aber sind wir erstmal mit Rinaldo und Christa zum Dinner im „La Nostra“ verabredet. Wir haben ein geselliges und lustiges Dinner, anschließend gönnen wir uns ein Eis – auch dieser Abend ist eine Verabschiedung auf Zeit, auch die Crew der AEGEAN BLUE fliegt bald nach Hause.

Adieu ihr Beiden, bis zum nächsten Jahr

Neuer Tag, neues Glück! Ich wache auf und schalte mein Mobiltelefon ein. Facebook erinnert mich an eine Begebenheit von vor acht Jahren – wir haben damals den Urlaub beendet und sind vom weiten Blau in das milchige Grau gereist – zurück nach Deutschland, zurück in den Alltagsstress.

Irgendwann…

Ich sinniere – irgendwann ist heute. Aber bin ich glücklich? Generell ja, aber ich gebe zu, dass meine Erwartungshaltung anders war. Die große Planänderung hat alles über den Haufen geworfen, ich habe MEINEN neuen Weg noch nicht gefunden. Go your own way – ja, ein Wegweiser wäre schön.

Aber das wird…

Um auf andere Gedanken zu kommen, gehen Sibylle und ich auf die ELOWYN. Heute ist ein herrlicher Tag, Großreinemachen ist angesagt.

Ok, wo fangen wir an…
…erstmal Flaggenparade, Sibylle schwingt schon den Schrubber

Das riesige Schiff zu schrubben ist eine Heidenarbeit. Ich bin gottfroh, dass meine liebe Frau mir dabei hilft. Sie hat wohl wieder einen Wunsch gut!

Ich habe, auch da sind wir wieder beim Thema, über das Communitygetuschel erfahren, dass es Nachbarn gibt welche mich für einen Macho halten – das ist falsch! Richtig wäre, dass ich (meist) weiß was ich will und das auch äußern kann – man darf mich offensiv nennen, sich gerne auch andere Synonyme dafür ausdenken. Man darf das übrigens auch direkt mit mir besprechen…

Aber Macho??? Nein!

Es sieht nur so aus!!! Auch ich arbeite! SCHWER!

Mit schweren Armen beenden wir nach ein paar Stunden den Knochenjob. Wir beschließen gemeinsam, wir haben uns ein Eis verdient!

Fast geschafft, nur noch aufräumen

Schnurstracks geht es zu „Repapis“, der ja, das habt ihr schon registriert, seine Pforten wieder geöffnet hat.

Jetzt herbstlich dekoriert
Mich interessiert nur Eines
Endlich! Yummie

Der Abend verspricht ein besonderer zu werden – Susanne und Thomas haben uns zum Dinner eingeladen. Darauf freuen wir uns wirklich sehr, wir sind gespannt…

…und die Beiden haben sich selber übertroffen!

Wunderschöne Tafel in der „Casa Susan“
Die selbstgeschriebe Karte für das Event
Ja, was willst da noch sagen?

DANKE! Es war ein Fest! Mehr muss man nicht dazu sagen…

Auch Susanne und Thomas sind inzwischen nach Hause zurückgekehrt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in 2024!

So vergehen die Tage, wir wurschteln so vor uns hin, halten Smalltalk am Steg – wir senden News an Radio Ponton und empfangen auch. Wir genießen das Leben und nehmen uns und andere nicht so sehr ernst.

Eines Morgens, wir frühstücken gerade, höre ich das bekannte BIMM aus meinem Handtelefon. Freund Marcus sendet kurz und unmissverständlich – „Panteli zum Mittagessen, danach baden. 12.00 Uhr, ok?“

Ich sehe Sibylle an. Ganz Softie, frage ich um ihre Meinung. „Schatz, hast Du Lust mit Marcus nebst Familie zu dinieren und anschließend baden zu gehen?“ Sie sieht mich verduzt an, schüttelt ohne ein Wort den Kopf! Wie man es macht ist es verkehrt. Ich tippe „Logisch“ und zwei Emojis mit Bierkrügen ins Mobile 😉

Nach dem Dinner bei „Apostolis Psarapolou“ geht´s los…

Wir kraxeln zu der Familie in den Gummiflitzer…
…und werfen die Leinen los Richtung Badebucht

So ein großes RIB macht Sinn. Ist zwischen den Inseln wie ein Auto. Man fährt schnell mal von Lipsi nach Leros oder Kalymnos zum Dinner. Oder um Freunde zu besuchen. Oder Beides!

Wenn wir auf Leros bleiben, dann will ich auch sowas!

Zwei Buchten weiter – der Traumstrand! Nur vom Wasser aus zugänglich
Sandy Beaches and Caribbean Feeling on Leros
Ja! Genau meines!

Meine Gattin genießt die Badefreuden und schwimmt richtig lang, das Wasser hatte noch einladende Badetemperaturen. Ein alles in allem perfekter Ausflug!

Sibylle schwimmt…
…dann ein bisschen posen für´s Fotoalbum
Und zu guter Letzt noch ein bisschen mit Lili planschen

Ich nutze die Zeit um ein bisschen mit Marcus zu quasseln. Über das wie und wo auf der Welt – man könnte sagen, wir haben philosophiert. Ein bisschen was geht immer, wir wollen dabei sein.

Wir tauschen Infos aus, wir updaten uns – es bahnt sich was an…

Der Rahmen für solche Gespräche könnte schlechter sein!

Auch Marcus und ich genießen den wirklich relaxten Nachmittag

Freundschaften müssen sich entwickeln! Soviel ist mir klar. Ich bin froh, dass wir mehrere richtige Freunde in unserem Umfeld haben, freundschaftliche Beziehungen die gewachsen sind und teilweise schon jahrelang zurückreichen, teilweise bis 2011 – so schlecht ist das nicht.

Die junge Familie gehört dazu! Wir trennen uns nach dem Badenachmittag in Panteli und beschließen, dass wir uns über den Winter regelmäßig gegenseitig besuchen werden.

Für den Abend sind wir im „El Grecco“ verabredet. Das war Hans-Peters Vorschlag, er möchte sich, zusammen mit uns, von seinem Freund Peter verabschieden – der wird heute Nacht auf die Fähre Richtung Piräus einchecken.

Wir finden uns zu verabredeter Zeit vor dem Treffpunkt ein.

„El Grecco“ – ohne Zweifel

Die Peters sind nicht da! Wir sind zusammen mit Hans-Peter losgefahren. Auf einmal waren die Scheinwerfer des Pick-Ups aus meinem Rückspiegel verschwunden – was war passiert?

Sibylle und ich überlegen…

Hm, HP hat immer von der Hähnchenbrust geschwärmt, wann war er denn bei „El Grecco“? Und gibt es hier Hähnchenbrust? Es fällt uns wie Schuppen von den Augen – er meint wohl das „Gia Sena“???

Ich schreibe ihm – „…wo bist Du?“ Er antwortet sofort „…stehe vor´m El Grecco“! Ich erwidere …“nein! ICH stehe vor´m El Grecco, DU bist nicht hier…“

Seltsamer Wortwechsel – Sibylle und ich beschließen, wir fahren auf Verdacht zum „Gia Sena“ – und siehe da…

Egal – so groß ist Leros ja nicht!

Inzwischen haben Sibylle und ich ein weiteres Lokal für uns entdeckt. In Agia Marina hat eine Meze Taverne eröffnet, das „Metzes“. Sehr fein hergerichtet, sehr gutes, preiswertes Essen und auch im Winter geöffnet – hier werden wir öfter auftauchen!

Das „Metzes“ in einer Gasse in Agia Marina
Gefällt uns!
Neu renoviert, geschmackvoll dekoriert
Krautsalat nach Art des Hauses und Tunasalat
Käsebällchen und Boujourdi
Stir-Fry Chicken
Eine üppige Tafel – Greek Style eben

An anderer Stelle hatten wir ein Negativerlebnis. Ausgerechnet in meinem Geheimfavoriten „Tis Kakomoiras“ ist uns etwas wirklich peinliches passiert.

Wir waren beim Essen, hatten zusammen 110.-€ Rechnung und haben das Geld zwischen den Beteiligten eingesammelt. Ich selbst habe gesehen, dass ein Freund die Banknoten mit der Quittung in solch ein Mäppchen gesteckt hat. Wir haben das Mäppchen nebst Trinkgeld am Tisch liegen gelassen und uns verabschiedet.

Zwei Tage später viele Kontaktversuche im Messenger – der Chef des Ladens will mich kontaktieren. Was war geschehen???

Ihr könnte es euch denken – das Geld war weg!

Inzwischen habe ich das mit Christos, dem Chef geklärt – aber es bleibt ein Mysterium. Irgendwer muss das Geld genommen haben, das hätte ich auf „unserer“ Insel nicht erwartet.

Weitere Neuigkeiten bahnen sich an…

Anna Karanikolas Sprachschule

Ich habe mich bei der Sprachschule von Anna Karanikola zum Griechischkurs angemeldet. Die Sprache scheint immer wichtiger zu werden.

Leider hat das bis zum Monatsende nicht geklappt – denn wer denkt, dass die Griechen einfach einen Kurs in der Landessprache aus dem Boden stampfen – der irrt sich gewaltig!

Ein Amerikaner will auch teilnehmen, man schlägt den Mittwoch Vormittag vor. Da kann ich nicht. Na wie auch immer, bis jetzt ist noch nichts zusammengegangen. Das wird ein Thema für den November!

Ebenfalls für den November kauft sich meine Frau neue Hausschuhe…

Nice

…ich staune fast ein bisschen als ich die Pantinen auf dem Einkaufsband sehe. Ich bemerke kurz, dass meine Hausschuhe aus Australien kommen, der Filz aus der Wolle der dortigen Coolalee Schafe gewalkt wird und die Sohle aus recycelten Autoreifen stammt – doch das ficht meine Gattin nicht an. Sie kauft die Billigschlappen und ich gebe nach – ich habe beim googeln des Begriffes „Macho“ gelernt, dass Frauen heute auf sogenannte „Alpha-Softies“ stehen. Ob das für meine Sibylle auch gilt weiß ich nicht – aber ich will „Alpha-Softie“ sein, „Alpha-Softies“ freuen sich, wenn ihre Partnerinnen warmes Hausschuhwerk kaufen – diesen Weg will ich beschreiten. Go your own way…

Bereits am nächsten Morgen ist es vorbei mit der Selbstbestimmung – der Freund aus Lipsi ruft abermals an und bittet um einen Gefallen. Marcus ist ein feiner Kerl, habe ich ja schon geschrieben – ich helfe gerne, fahre zum „Baumarkt“ und kaufe die 16mm V4A Gewindestangen, welche es auf der kleinen Nachbarinsel nicht gibt.

Das Objekt der Begierde – und Mario

Hier in Griechenland funktioniert das so, dass man Waren zwischen den kleinen Inseln einfach auf die Fähre schmeißt. Natürlich muss das Transportgut ordentlich verpackt und ausreichend adressiert sein – die Definition von ausreichend ist aber auch fernab des deutschen Standards.

Das kommt an!

Sibylle und ich nutzen die Aufgabe zu einem „Fährtle“ auf die andere Inselseite, nach Agia Marina, immerhin 5km.

Wir gehen zur Fähre, rufen laut, gestikulieren wild – das habe ich schon gelernt. Ein dicker Bootsmann mit Zigarette im Mundwinkel sieht mich gelangweilt an. Ein Zucken seines Augenwinkels verrät mir, dass ich das gut in jene Ecke stellen soll. Ich schreie „Efcharisto“, das heißt Danke, klopfe mir dabei auf die Brust – kommt von Herzen.

Er brummelt „Parakalo“ – bitte. Ein deutliches Zeichen, er mag mich 😉 Wir gehen einen Kaffee trinken und informieren den Freund, dass seine Fracht geliefert wird. Das Procedere wird sich in Lipsi wiederholen, die Ware kommt an.

Frachtverkehr mit der Fähre

Am Weg nach Hause fällt uns auf, dass der Weihnachtsladen wieder geöffnet hat. Während Deutschland sich darüber Gedanken macht, wann zum ersten Mal „Last Christmas“ von Wham im Radio laufen wird, zieht der Weihnachtsmann auf der Insel Leros in der Ägäis bereits ein…

Hohoho

Den Nachmittag nutzen wir sinnvoll, glauben wir, denn Hans-Peter springt ins Tauchgewand und steigt hinab in die Tiefe. Nun, nicht bis zum Meeresgrund (der auch nur 4,5m weit unter der der Wasserlinie liegt) sondern nur bis zum Propeller der ELOWYN.

Ein Taucher der nix taucht… ach lassen wir das 😉

Hier ist unsere Absicht, den Pitch des Props um zwei Grad anzupassen. Der Motor kommt nicht auf Drehzahl. Das klappt aber nur theoretisch, denn trotz intensiver Vorbereitung und des Studierens der technischen Unterlagen, gelingt es uns nicht, den Verstellring zu bewegen.

Unter Wasser fühlt sich eben alles ein bisschen anders an…

Dennoch, der Mann war fleißig, die Einladung zum Dinner im bevorzugten Girosgrill war mehr als verdient! Als „Zuckerl“ gab´s eine Tauchflaschenfüllung obendrauf – na wenn das nix ist.

Auf den guten Tag
Das Essen gut wie immer

Nun, was jetzt???

Am nächsten Morgen traue ich mich kaum zu fragen, wie wir in der Sache weitermachen. Mein Lieblingstaucher aus dem Saarland hatte nach der halben Stunde mit den kraftzehrenden Versuchen, den Einstellring zu bewegen, richtig gefroren.

Aber HP selbst bietet an – „…wenn Du ein Werkzeug baust, mit dem ich mehr Kraft einleiten kann, dann gehe ich heute nochmal rein!“

Gesagt, getan!

Ich baue das Werkzeug – langer Hebel, gut zu fassen, mit Fingerschutz und Kontermuttern
Währenddessen macht sich der Held des A-Ponton noch einmal bereit

Was soll ich sagen? Es hat geklappt! ELOWYN dreht jetzt rund 600 Umdrehungen höher. Dafür raucht und rußt sie stark. Ich hoffe, dass ihr nichts Ernsthaftes fehlt, dass nicht irgendein Fehler an der Motorperipherie vorliegt.

Aber das klären wir bei einer Probefahrt im April…

HP packt das Tauchequipment zusammen und just in dieser Minute kommt ein neuer Nachbar (größer als UNSER blauer Riese – MIST!) aber dafür mit kürzerem Mast (HA!) – egal, auf jeden Fall auch ein schönes Schiff.

Blauer Riesen Meeting am A-Ponton

Der Tag klingt aus, Abendessen gibt es heute zu Hause. Sibylle kocht wieder regelmäßig! Das geht jetzt wieder gut, denn es gelingt jetzt wieder, die warme Abluft des Kochens aus dem Schiff zu entfernen.

Wir genießen die Abende…

Sonnenuntergang in der Marina

Nach dem Essen aber, da sollten wir uns etwas gönnen! Immerhin haben wir ja wieder ordentlich was geschafft. Solche Gelegenheiten gehören gefeiert oder zumindest sollte man sich derart gelungene Tage versüßen…

Halloween naht – wir besuchen die geliebte Eismanufaktur

Am nächsten Morgen stehe ich recht bald auf. Ich sehe auf unser Batteriemanagement – huch, nur noch 17% Restkapazität. Ich sollte den Landstrom einschalten!

Schalter um – NIX GEHT!

Was denkt der deutsch erzogene Lemming? Oh mein Gott, sicher ist BEI MIR ein Fehler! Ich reiße in aller Herrgottsfrühe den Werkzeugkoffer raus und zerlege meinen Landstromeingang…

Null, niente, nada, nix – kein Landstrom im Wohnhome
Dort, wo die Kaffeetasse stehen sollte, türmt sich Werkzeug und Messgerät
Morgenstund hat Gold im Mund – ich könnt´ im Strahl kotzen

Ich traue der Sache nicht. Ich muss nachsehen. Vielleicht stimmt ja doch irgendetwas mit der Säule nicht. Ich schlüpfe ins Gewand und gehe auf den noch ruhenden Steg. Ein Kontrollblick zeigt keine Auffälligkeiten.

Wir haben noch Geld drauf

Ich teste das Wasser. Gestern war der Wassermann, der Klempner da. Wasser funktioniert – also MUSS mit dem Strom auch alles ok sein, oder???

Diesmal tappe ich nicht in die Falle – ich habe den Wassermann als Energieklau in Verdacht. Was wenn er, bei einem ungeschickten Handgriff, ein Kabel innen in der Säule „abgezogen“ hat? Unwahrscheinlich? Ich stecke meinen Stecker um – und siehe da – ES GEHT!

Andere Steckdose – Strom wieder da

Ich bin fassungslos und froh zugleich – bevor ich mich richtig aufregen kann, beschließe ich, lieber meine erste Tasse Kaffee zu trinken…

Ahhhhh, das schwarze Gold tropft durch den Filter, es riecht herrlich! Nur noch einen Tropfen Milch und der Tag kann beginnen. Vielleicht wird es ja JETZT ein guter Tag?!

Was ist DAS? Quark in meinem Kaffee?

Das darf nicht wahr sein! Ich drohe zu explodieren, höre aber eine Stimme aus dem Off „…wer wird denn gleich in die Luft gehen?“ Ich besinne mich und koche eine neue Einheit des schwarzen Gebräus. Angereichert mit ein paar Tropen frischer Milch wird daraus – endlich – der erhoffte Start in den Tag!

Jetzt! Endlich! Alles gut!

Monatsendspurt – Hans-Peter und ich wollen, bevor seine Gattin Petra kommt um ihren wertvollen Urlaub auf LIBERTÉ zu verbringen, die letzte offene Tätigkeit für den Monat 10/2023 anpacken – die Fertigstellung seiner Steuersäule, sprich, die Erneuerung der Armaturentafel.

Hochwertige Instrumente dürfen bleiben, die neue Tafel wartet auf Einbau – der defekte Kompass fliegt raus
Auch das alte Clipper Instrument fliegt raus – Ausschnitte für den neuen Ankerschalter und die USB Dose müssen gebohrt werden
Dort, wo man mit Bohren nicht ans Ziel kommt, greift der Meister zur Feile
Klappt wie am Schnürchen – Tagwerk erfolgreich erledigt

Die Arbeit geht gut von der Hand, wir haben diesmal wirklich keinen Kummer – es macht fast Spaß. Der Schalter für den Anker wird in Gold aufgewogen, dafür ist der neu zu bestellende Kompass vergleichsweise günstig. Wir sind zufrieden!

Abends gehen wir ins „Tis Kakomoiras“ zum Essen – auf dem Weg dorthin zeigt sich der Vollmond zum Schauspiel – schön, wie er über der Vromolithos Bucht erstrahlt!

Einfach ein toller Anblick

Wir speisen gut und entscheiden abermals, auch heute noch einmal ins Eisparadies einzukehren – wir lieben es einfach den Tag hier abzuschließen. Es ist inzwischen fast „guter Brauch“, für den ich übrigens nicht alleine stehe.

Herbstlich dekoriert – morgen ist Halloween
Der Vollmond geleitet uns bis zu NESSAJA, er leuchtet die Marina fast mystisch aus

Neuer Tag, alter Monat! Heute ist Halloween!

Auch heute wollen wir etwas schaffen – ELOWYN muss an die Kette! Nein, sie hat nix angestellt – im Winter bekommen viele Boote Kettenvorlauf und starke Ruckdämpfer an die Festmacher um den Winterstürmen zu trotzen. Das soll heute passieren, weil ich dann endlich den Motor aus dem Rennen nehmen kann – Propeller ist eingestellt, Ketten wären dann dran, der Jockel würde nicht mehr gebraucht werden und kann eingewintert werden.

Auf zur Tat!

Ketten und Schwerlastfedern als Ruckdämpfer – einer muss neu

Eine Feder gilt es zu erneuern. Volker rät, davon abzusehen – die würden rund 800.-€ kosten – ok, ich hake in Leros nach und finde optisch fast gleiche mit 11er Feder für 85.-€! Nun, sollen sie zeigen was sie können!

Die Gumminudel konnte jedenfalls nix – die hat es beim ersten Wintersturm zerfetzt!

Nur noch Reste – kann ich nicht leiden, die müssen weg!
Leichter gesagt als getan – eine Stunde dauert der Widerspenstigen Zähmung

Als ELOWYN somit sicher wie in Abrahams Schoss lag, blieb noch genug Tag für einen kurzen Strandaufenthalt übrig – Sibylle und ich lassen den Tag relaxed ausklingen!

31.10. – ein Traum-Badetag am Panteli Strand

Zum Abschluss des Monatsberichtes möchte ich noch einmal die Kurve zu „Radio Ponton“ machen. Sibylle und ich bringen uns ein, wir freuen uns über Bekanntschaften und tauschen uns gerne aus – wir erzählen und hören zu.

Oft erzählt man aus dem Leben, manchmal auch Details. Das ist ok und, ähnlich wie der Blog, auch kein Geheimnis. Sehr selten erzählt man Menschen auch Privates, Dinge die nicht für dritte Ohrenpaare bestimmt sind. Wir setzen dann bei diesem Gegenüber oft die Intelligenz voraus, dass er / sie das auch ohne große Erklärung so versteht, weil es sich aus der Thematik ergibt.

Leider hat das, zumindest einmal, nicht geklappt – meine Sibylle ist dem Klatsch und Tratsch zum Opfer gefallen, dummerweise auch noch gespickt mit einer unfeinen Bewertung.

Uns wäre es lieber gewesen, dass ein Dialog entstanden wäre – unterschiedliche Betrachtungen sind möglich, müssen dann aber Grundlage für einen Austausch sein – hintenrum geht gar nicht!

Zum Glück ein Thema, dass sie nur wenigen Menschen erzählt hat – wir werden herausfinden wer es war, wir werden die Zähne zeigen…

So sieht´s aus…

Ihr merkt, ich war emotional etwas angepackt im Oktober. Ich merke, dass mich unsere Plananpassung und damit die Änderung unserer Lebensplanung mehr beschäftigt, als ich das eingestehen möchte.

ICH muss noch Anpassungen vornehmen, es läuft noch nicht so wie ich mir das vorgestellt habe – ich bin noch nicht auf „meinem Weg“ angekommen!

SIBYLLE gibt mehr Zufriedenheit vor, soll ich ihr bedingungslos glauben? Ist sie auf „ihrem Weg“ angekommen, auf dem Weg den es zu gehen gilt?

Wir wissen das nocht nicht, wir erkennen jedoch beide – go your own way – und das tun wir! Zusammen!

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“

Warum die Verspätung beim Blogbericht? Ich hatte nur sehr eingeschränkt Zeit – warum??? Dazu mehr im Novemberblog!

In diesem Sinne, einen schönen Spätherbst, Frühwinter – egal wo ihr auch seid. Bleibt uns gewogen, auf diesem Kanal.

Herzliche Grüße von Leros – Mario & Sibylle