Juni 2023 – Friends will be Friends

Eigentlich kann ich nahtlos an den deutlich verspäteten Maiblog anknüpfen, die Wartezeit war diesmal nicht allzu lang. Und genauso mach´ ich das auch – lasst euch also von mir gedanklich zurückbringen an den Beginn unseres ersten Törns seit mehr als einem Jahr – der 31. Mai klang bei einer Vollmondnacht in der Ankerbucht von Archangelos aus, an Bord unsere Freundin Katharina. Für sie war es der wohlverdiente Pfingsturlaub…

Überhaupt, hier sei ein kurzer Schlenker zur Headline des Monats erlaubt. Der Queen-Song aus dem Jahr 1986 ist eine Hommage an die Freundschaft generell und passt somit wie die berühmte Faust auf´s Auge, war der Juni 2023 doch ein Monat der bei uns vollumfänglich im Zeichen der Freundschaft stand. Wir hatten stetig Besuch, mal auf dem Schiff, mal auf Leros, andermal waren wir die, welche Freunde besucht haben – oder die Freunde waren eben irgendwie da.

Wiedersehen auf der ELOWYN

Uns freut das, denn wir wissen den Wert von Freundschaften zu schätzen und pflegen diese gerne. Die hierfür nötige Zeit und Mühe investieren wir gerne.

Der Juniblog sei hiermit unseren Freunden gewidmet, auf Leros, in der alten Heimat Miesbach oder sonstwo auf dieser Welt…

Wir setzten also unsere Reise fort, mit Anbruch des 01.06.2023 warfen wir die Leinen in Archangelos los, das Tagesziel hieß Lipsi. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal kurz – das Wetter war zu dieser Zeit durchaus schön, aber eben durchwachsen. Es war kaum Wind, so war unser Plan, Richtung Norden zu fahren bis der, zu dieser Zeit übliche, Nordwind einsetzen würde und uns dann unter Segel zurück in den Süden bringen würde.

Kalo mina – guten Monat! Der Juni bricht an – Archangelos

Zur Überfahrt selbst gibt es nicht viel zu sagen, von Archangelos nach Lipsi sind es nur etwa 10nm, man braucht rund zwei Stunden. So liegen wir recht bald am Tag, sicher im kleinen Haupthafen von Lipsi-Stadt und nehmen uns vor, den Tag hier gebührend zu genießen.

Den Außenplatz – haben wir uns so gewünscht
Dinghy an die Außenseite – perfekt!

In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern, waren zu dieser Zeit Pfingstferien. Das spürt man im Dodekanes recht ausgeprägt, denn es gibt hier mit Kos eine große Charterbase. Auch die Eigner nutzten den Monatsbeginn, zahlten ihre Bootssteuer TEPAI und legten ab – das führt dazu, dass die meist kleinen, beschaulichen Häfen relativ früh voll sind. Azyklisches Verhalten schafft Freiräume…

Auch die Kaimauer von Lipsi war am frühen Nachmittag fast voll!

NESSAJAs Außenplatz, frei vom Trubel

Wir bummelten etwas durch den verschlafenen Ort und holten uns einige Eindrücke. Uns fiel auf, dass Lipsi etwas lieblicher ist als zum Beispiel die große Schwester Leros. Viele kleine Details lassen das Auge schweifen – ein Ort zum „Runterkommen“, ein Ort um die Seele baumeln zu lassen.

Octopus vor der Ouzerie, hier wird am Abend gegrillt
Am Rand die etwas größeren Kaliber

Wir gehen weiter und schnappen noch etliche weitere Impressionen auf – seht selbst…

Bunte Restaurants
Einladender, sauberer Dorfplatz
Verschlafene Dorfidylle – Griechenland par excellence
Fischerbötchen – hier mal nicht im typischen Blau
Nette, bunte Cafés und Snackbars – hier tobt nächsten Monat das Leben

Lipsi hat auch einen wunderschönen Stadtstrand. Hier in der Gegend der Dodekanesinseln gibt es sehr häufig feinkiesige Strände mit kristallklarem Wasser – mein persönlicher Favorit. Anders hier in Lipsi! Der Stadtstrand ist ein feinsandiger, flach abfallender Strand – ideal für Kinder oder eben einen nachmittäglichen Badestopp!

Foto – und per WhatsApp nach Hause (da war es sehr kalt in Deutschland)
Dann aber ab ins erfrischende Nass

Da unser Freund Marcus gerade dabei ist, sich auf Lipsi zu etablieren und hier auch ein Haus für seine Familie bauen möchte, waren wir mit Tips des Insiders gut ausgestattet. Deshalb gingen wir diesmal auch nicht zu „Manolis Tastes“ zum Essen, sondern probierten das etwas weniger gehypte „Kalipso“ einmal aus. Natürlich haben wir bei der Reservierung des Tisches nicht vergessen zu erwähnen, dass wir „als Freunde von Marcus, auf dessen Empfehlung kommen“.

Kann ja nicht schaden! Wir waren nämlich hungrig…

Ein schöner Tisch für uns – wie bestellt
Tuna Tartar – mal anders, aber sehr lecker
Seafood Spaghetti, auch prima

Mein Fazit – netter, witziger Service, sehr gutes Essen – aber BESSER als „Manolis Tastes“ war es nicht, da müsste man lügen. Mal sehen, es gibt immer einen zweiten Versuch.

Nette Anekdote, der Junior des Hauses ist gleichzeitig auch der Kassierer der Hafengebühr. Er empfiehlt das Restaurant der Eltern nicht direkt, aber auch kaum verklausuliert. Uns hat er beim Anlegeschluck gestört, als er zum Kassieren kam!!! Ein „gefährlicher“ Faux-Pas wie ich ihm erkläre, doch der gewitzte Bursche reagiert prächtig – „wenn wir doch ohnehin in das Restaurant der Eltern kämen, er würde einen WIEDERGUTMACHUNGS-GIN spendieren“! Clever! Und er hielt Wort! Der Aperitiv war also gesichert – eine win-win Situation 😉 !

Für den Folgetag waren Regenschauer angesagt – ab Mittag sollte sich das Wetter deutlich verschlechtern. Unser Plan war daher, frühmorgens abzulegen und nach Patmos in den Stadthafen zu fahren. Patmos sollte der Wendepunkt unserer Reise werden, der Meltemi, der beständige Nord- oder Nordwestwind würde bald einsetzen…

Fast windstill, bewölkt

Auch der Weg von Lipsi nach Patmos ist nicht weit, es war kaum Wind, so tuckerten wir die paar Meilen ab. Es war frisch aber erträglich, der Himmel war verhangen, die Regenschauer kündigten sich in Form von dunklen Wolkenpaketen an – wir hielten schnurstracks auf Patmos – Scala zu, das Ziel stets vor Augen…

Rechts von der Insel geht´s rein

Der Plan war, dass ich mich mit dem Schiff und dem Logbuch befasse, während die Damen mit dem Taxi zum Kloster fahren wollten – der Rückweg war als Wanderung angedacht. Ok, guter Plan – die Öffnungszeiten des Klosters waren zu prüfen und es musste in Erfahrung gebracht werden, ob nicht etwa ein Bus zur rechten Zeit zum Kloster führe.

Zwischen den Inseln haben wir immer Internet

Katharina kümmert sich also um diese Kerninformationen, während ich das Schiff in die Hafenbucht steuere. Das Kloster und die Ortsteile Scala und Chora zeigen sich, wir freuen uns – auch darüber, es trocken bis hierher geschafft zu haben. Sibylle und ich beginnen das Schiff zum Anlegen vorzubereiten.

Einfahrt in die Hafenbucht von Patmos

Der Hafen von Patmos ist per se sicher, jedoch ist er quer zur vorherrschenden Windrichtung gebaut worden. Man legt römisch-katholisch an, das bedeutet mit dem Heck zur Pier, unter Verwendung des eigenen Ankers. Wir entschieden, wie immer in diesem Hafen, relativ viel Kette zu stecken und legen etwas mehr als die Hälfte unserer 100m ins Wasser.

NESSAJA an der Stadtpier von Patmos

Wer von euch ab und zu NESSAJAs Position verfolgt (Button auch auf der Startseite), konnte dies auch auf den entsprechenden Anzeigen sehen – siehe zum Beispiel auch bei Marine Traffic.

So sieht das dann aus

Wir waren kaum angekommen, hat es angefangen zu regnen. Zuerst nur ein paar Tropfen, dann wie aus Eimern. Dennoch haben es sich meine beiden Crewmitgliederinnen nicht nehmen lassen ihre Wanderung anzutreten, was am Ende auch zu positiven Erlebnissen führte.

Regen im Hafen, fast ein bisschen trostlos
Wandern geht immer – Blick vom Kloster

Nach dem Motto – es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, schnappten sich Kate und Sibylle die Regenschirme und eine leichte Jacke, ließen sich nach oben in die Chora chauffieren und besichtigten das Kloster. Dies ist ja generell schon beeindruckend, weil das Kloster von Patmos ein sehr schönes seiner Art ist. Danach traten sie den Rückweg per pedes an, nicht ohne vorher ein Heißgetränk zu genießen.

Grüße an mich – aus der Oberstadt

Der Tag gab nicht mehr viel her. Es blieb grau und wolkenverhangen, der Regen ließ aber nach. Wir haben daher beschlossen, uns ein wenig die Beine zu vertreten und einmal durch die Gassen des Ortes zu schlendern.

Coole Bars
Nette Boutiquen und Läden
Patmos putzt sich heraus

Offen gesagt, Patmos ist nett, zündet bei mir aber nicht. Wir waren schon oft hier, denken, dass das Kloster echt sehenswert ist, darüber hinaus bietet Patmos aber nicht sehr viel mehr als besseren Standard-Tourismus. Deutlich individueller als Kos, aber weit entfernt von, beispielsweise, Paros – nur meine Meinung.

Da wir, als weiteres Beispiel, noch kein überzeugendes Restaurant in Patmos gefunden haben, entschieden wir kurzerhand an Bord zu kochen.

Zurück auf NESSAJA
Chicken in Metaxa Soße – YUMMIE
Anschließend noch ein bisschen Internet und quatschen – dann „Gute Nacht“

Der nächste Tag brachte den erwünschten Nordwind. Dieser sorgt für Vor- und Nachteile gleichermaßen. Als Vorteile liegen auf der Hand – Segelwind Richtung Süden und eine „Bereinigung“ der wechselhaften Wettersituation, denn der Meltemi bringt meist klare Luft und blauen Himmel.

Nachteil – der Windchill und die kühlen Luftmassen sorgen für eine generelle Abkühlung, es wird ein paar Grad kälter.

Am nächsten Morgen geht es früh „Anker auf“, wir richten den Bug Richtung Süd und segeln, mit warmer Kleidung bewährt, Richtung Levitha, unserem nächsten Ziel.

Der Meltemi schiebt – kalte Luftmassen umwabern uns

Von Patmos nach Levitha sind es etwas mehr als 20 nm, wir rechnen mit einer Fahrtzeit von etwa 4-5h. Die frühe Abreise ist der Tatsache geschuldet, dass Levitha, die Ziegeninsel, längst kein Geheimtip mehr ist und zudem auf der Route vom Dodekanes in die zentrale Ägäis auf etwa halbem Weg liegt. Wir rechneten damit, dass heute einige Segler dorthin aufbrechen werden.

Da früher Vogel bekanntlich den begehrten Wurm fängt, haben wir die weißen Tücher gesetzt und uns vom stetigen Norder Richtung Ziel treiben lassen.

14-20kn scheinbarer Wind – 7,8kn Fahrt

Unsere alte, dicke Dame zeigt was sie kann, NESSAJA hat es nicht verlernt! Bei böigem und etwas vorlicher als erwartet einfallenden Wind, läuft sie unter Groß und Genua, beides im ersten Reff, auch mal über 8kn. Das ist ein guter Wert!

Speed >8kn, nicht schlecht

Ich war zufrieden. Nicht nur, weil unser Boot so gut lief, nein, auch weil sich bisher alle Systeme bewährt hatten. Der Autopilot lief inzwischen, die Navigation funktionierte. Die Energielieferanten Sonne und Wind sorgten, zusammen mit unserer obligatorischen Motorstunde, für stets volle Batterien. Die Energiemenge war, dank der moderenen Lithiumtechnologie, immer ausreichend, selbst unter dauernder Nutzung des Inverters, zum Beispiel um Kaffeewasser zu kochen – mit dem 2000W Schnellkocher!

Auch unser, nach Schätzungen kalkuliertes, Hardtop zeigte sich allen bisherigen Bedingungen gewachsen und lässt sich als eine Bereicherung bezeichnen! Ich war happy…

Mit dieser Laune liefen wir in der engen und sehr gut geschützten Bucht von Levitha ein.

Nur noch um´s Eck

Es war der 03.06. – meine Tochter hatte Geburtstag! Ich hatte dummerweise morgens vergessen eine Nachricht abzusetzen. Das ist deshalb ärgerlich, weil auf dem Kleinod Levitha kein Internet und kein Telefonnetz gegeben ist.

Das ist einer der Gründe, der diese Insel zu einem „Geheimtip“ hat werden lassen – ich finde das normaler Weise auch sehr toll, heute aber muss ich zu einem Plan B greifen.

Sibylle und ich bereiten die nachträgliche Gratulation vor, welche am morgigen Tag eintreffen würde. Nina soll nicht denken, dass wir sie vergessen hätten…

Teil 4 von 4 – eine Nachricht auf Zetteln, ins Mail gestellt, wird gesendet sobald Empfang gegeben ist

Da der kräftige Wind und die flotte Gangart von NESSAJA eine frühe Ankunft beschert hatten, gab es viel Extrazeit für die Crew. Wir konnten baden, faulenzen, lesen – ein herrlicher Tag!

Irgendwann rief der Hunger. Jetzt muss man wissen, dass Levitha eine weitere Besonderheit bietet, die Insel wird nur von einer Familie bewohnt. Dieser Bauer hält Ziegen, fischt und baut Gemüse an. Daraus zaubert er einfachste Gerichte, die er in seinem Hof serviert. Ein „must see place“. Wir treten also den Weg dorthin an – und der hat es in sich…

Zuerst mit dem Beiboot übersetzen – Schuhe nicht vergessen (Flip-Flops sind semi-geeignet)
Am Dinghydock geht es an Land
Nun steht ein Stück Fußweg bevor – auf einem Ziegenpfad
Super Ausblick auf die Schiffe
NESSAJA (2 v.l.) neben der LAZY LADY (2 v.r.) – ebenfalls aus der Evros Marina
Panorama über die Bucht

…denn ist man erstmal an Land und hat festen Boden unter den Füßen, dann setzt sich der Weg zum Bauernhof im Inselinneren auf einer Art Ziegenpfad fort. Man wägt sich in Sicherheit, weil die ersten Meter mit Steinen „gepflastert“ sind – aber dann wird es mehr und mehr holprig. Im Vorteil ist der, der den Weg kennt und an eine Lampe für den Rückweg gedacht hat.

NESSAJA – und unser Abendessen
Der Ziegenbock kennt sein Hausrecht
Stoanane Mandl und Natur pur…
…entlang des Pfades zur Hofstelle
Nach etwa 15 Minuten erreicht – der Bauernhof

Während und nach dem Essen fällt uns auf, dass immer wieder Menschen nach hinten um den Hof gehen. Die Toilette liegt am Weg, aber daran gehen fast alle vorbei…

Was gibt es da zu sehen? Wir prüfen das…

Ah, ein schöner Ausblick

Was auf dem ersten Blick wie ein schöner Ausblick kurz vor der „blauen Stunde“ aussieht, entpuppt sich als „Ausblick Plus“, als der Nabel zur Welt – es ist der einzige Ort der Insel an dem man Internetempfang hat!

Die Geißel hat uns wieder, diesmal mit dem positiven Nebeneffekt, dass meine Geburtstagswünsche an die Tochter rausgehen.

Wir gehen in finsterer Nacht, jedoch beleutet durch den immer noch sehr vollen Mond, zurück zum Schiff und setzen über. Die Stimmung ist überwältigend. Ich sitze noch eine ganze Weile im Cockpit und lasse meine Gedanken fliegen…

Kurz nach Vollmond – ich sitze noch eine ganze Weile und genieße

Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen, dass wir abermals Kalymnos anlaufen. Das Ziel sollte diesmal aber die Inselhauptstadt Pothia sein. Wir verlassen Levitha nach dem Frühstück und legen die Südwestspitze von Kalymnos direkt an.

Raumer Wind – heute nur mit Genua

Während wir gemütlich dahinsegeln, sinnieren wir über die Tage die noch kommen und was Kate noch in ihren Urlaub packen möchte. Es klingt heraus – Badefreuden werden höher bewertet als Einkaufsgässchen, zudem werden wir morgen und übermorgen an einer Kaimauer liegen. Wir ändern also den Plan, neues Ziel ist die Bucht Emborio auf Kalymnos. Wir waren da in der ersten Nacht, es war herrlich, wir wiederholen! Neuer Kurs NULL-SECHS-EINS liegt an.

Kurs ist gesetzt, wir können Emborio direkt anlaufen

Rechts am Bildschirm seht ihr das AIS Signal der LAZY LADY, die Freunde aus der Leros Marina sind nach uns gestartet, hatten Emborio von Anfang an angepeilt und wir waren jetzt kurz vor ihnen – ein Match-Race entwickelt sich…

Eines das wir nicht gewinnen konnten! Die Jeanneau 54DS ist schneller, Gerd ein erfahrener Segler, der holt uns die Wurst vom Teller…

Trotz kräftiger Brise kann ich der 54er kein Paroli bieten

…und zwar (fast) sprichwörtlich! Denn als wir in der Bucht ankamen, war nur noch EINE Boje frei – zum Glück – aber die attraktive „first-row“ Boje die wir letztes Mal hatten, die hat sich die LAZY LADY geschnappt.

Egal, wir binden uns in der zugigen Außenreihe fest, liegen zwar im böigen Wind aber dennoch sehr sicher. Es wird der obligatorische Anlegeschluck kredenzt.

Anlegeschluck plus – immer öfter denke ich an eine Wortschöpfung von Christine – „Superhaps“

Gerne folgen wir dem Brauch, die Taverne des Bojenanbieters zu besuchen. Wir finden uns daher ein paar Stunden später abermals bei „Captain Kostas“ Taverna ein – wir mögen diesen Platz…

Empfehlenswerte Adresse
Abermals essen wir sehr gut

Der Abend vergeht wie im Flug und wir kehren in stockfinsterer Nacht auf NESSAJA zurück. Ich hatte aufgrund der Außenlage unserer Boje meine App für den Ankeralarm gestartet – diese lief zuverlässig.

So sieht es in der Nacht am Navitisch aus

Ich wollte auch hier noch ein wenig in die Nacht starren, den inzwischen aufgegangenen Mond anheulen (bildlich gesprochen), aber der Wind war so kräftig, dass ich es nicht lange ausgehalten habe.

Auf dem Meer sieht man die Kräuselung des Wassers

An der Boje schlafe ich, trotz der Tatsache, dass ich die Außenboje aufgrund der Wassertiefe nicht abtauchen kann, recht ruhig. Ein Grund dafür ist die erwähnte Ankerapp, diese zeichnet die Bewegungskurve des Schiffes auf, bei Überschreiten eines zu wählenden Alarmringes löst diese aus und gibt einen nervenzerfetzenden Ton von sich. Das funktioniert gut…

Bewegungsprofil über Nacht

An einer Boje stecke ich den Bewegungsradius eng, man kann sich ja nur sehr eingeschränkt bewegen – sofern alles in Ordnung ist. Am Anker muss der Bewegungsradius größer sein, in Abhängigkeit der gesteckten Kettenlänge. Diese App, die ja auch Sicherheit spendet, sendet auch Nachrichten ans Handy, den Bildschirm kann man spiegeln. Ein sehr gutes Tool!

Ich stoppe die Aufzeichnung, schalte das Ankerlicht aus und koche einen Kaffee, den ich genüßlich nach dem ersten Bad im Meer trinke. Langsam wird meine Crew wach.

Das Frühstück wird gerichtet…
…das Wetter gecheckt

Während Sibylle (ich schon auch) das Wetter sehr gerne über die modernen Apps abgreift, nehme ich mir zusätzlich täglich die Zeit auch das weniger moderne Navtex zu bemühen.

Neuzeit trifft Steinzeit – mein Navtex, rechts über dem Funkgerät

Dafür habe ich (fast) schon gestritten. In einer Welt, die sich scheinbar zu 100% auf´s Internet verlässt, haben solche Gerätschaften offensichtlich keinen Platz mehr. Ich gebe zu, die modernen Apps sind bedienerfreundlich und auch optisch besser aufbereitet – aber die Funktechnologie lässt eben zu, Wetterberichte zu empfangen, auch wenn man kein Netz hat. Zudem, mein Eindruck, sind die 12h Vorhersagen genauer.

Samos Sea N5 soon NW5-6, no gale wind forces

Derart vorbereitet treten wir heute eine längere Fahrt an. Wir gehen von Kalymnos / Emborio an der Westseite von Kos vorbei und ziehen dann Richtung Südost nach Nisyros. Wir wollen heute Nachmittag im Hafen Paloi auf der bekannten und berühmten Vulkaninsel festmachen.

Leinen los!

Sibylle steuert uns durch die Durchfahrt, ich mache die Kursberechnungen
Den Großen recht nahe

Die Überfahrt gestaltete sich wechselhaft. Der Wind kam zwar wie vorhergesagt, wurde aber durch lokale und topografische Effekte sowohl in Stärke, wie auch in Richtung beeinflusst. Wir konnten ein paar Meilen segeln, andermal mussten wir motoren um im Zeitplan zu bleiben – zugegeben, es zog sich ein bisschen.

Aber am Nachmittag waren wir da, angekommen im kleinen Hafen von Paloi, es gab noch reichlich Platz. Ich warf den Anker, Sibylle fuhr das Manöver. NESSAJA war mal wieder in Nisyros – wir mögen diese Insel!

NOCH alles frei – nicht mehr lange
Paloi, ein hübsches Dorf
Ein paar mehr sind es schon – aber immer noch Platz
Nach und nach laufen die Schiffe in den gut geschützten Hafen ein
Typisch griechisch
Die andere Seite, inzwischen fast voll

Wir sehen bei unserer Lieblings-Autovermietung „Petastra“ von Stavros und Nikki vorbei. Beide erkennen uns, nach mehr als zwei Jahren, auf Anhieb wieder und freuen sich, uns wieder zu sehen. Die Freude wird überschwänglich, als wir erzählen, dass wir inzwischen in Griechenland leben und unsere Lebenssituation erklären. Wir palavern ein bisschen, trinken ein Bier, dann muss Stavros arbeiten – wir reservieren noch schnell ein Auto für morgen, dann gehen wir zurück zum Schiff.

Ich schreibe Logbuch, Sibylle geht joggen – und sendet Bilder von Begegnungen…

SAU-ber – als die Muttersau kam, zog Sibylle ab. Sicher ist sicher

Wir haben uns entschieden, dass wir zwei Nächte in Paloi bleiben. Die Insel ist es wert besichtigt zu werden, sie bietet Besonderes. Dies wollten wir Katharina als Urlaubsendspurt bieten.

Am nächsten Morgen ging es also relativ früh, nach einem kleinen Frühstück, los – wir marschieren die paar Meter Richtung Autoverleih. Sibylle hat ein besonderes Auto reserviert – sagt sie – na mal sehen…

Dream Team im Dune Buggy

Hoppa, so kenne ich meine Gattin ja gar nicht. Die, die aus wirtschaftlichen Gründen immer zu Hyundai I10 greifen würde, aus Sicherheitsüberlegungen aber eher zu Mercedes G-Modell tendieren würde – diese Frau also, mietet einen Beach Buggy bei dem die Sicherheitsgurte leider nicht funktionieren. Ich freue mich, was ein Spaß!

Wir verlassen Paloi und fotografieren vom Bergrücken aus noch einmal den Hafen, in dem NESSAJA sicher vertäut liegt.

NESSAJA (2 v.r.)

Dann setzen wir unsere Fahrt fort. Ziel ist natürlich der bekannte Vulkankrater, welcher nach meiner Meinung, dem bekannteren Pendant von Santorin, den Rang abläuft.

Reiseführer empfehlen die Besichtigung des Kraters in den frühen Morgenstunden. Der Hitze wegen und auch, weil die Ausflugsschiffe aus Kos erst ab 10.30 Uhr Touristen mit Bussen ankarren – wenn dies eintritt, wollen wir schon bei einer köstlichen Kaltschale in Nikia sitzen.

Gesagt, getan…

Gurte – pah!
Mehr braucht ein Auto nicht
Auf coolen, gut ausgebauten Straßen Richtung Vulkankrater

Am Vulkankrater angekommen, starteten wir die obligatorische Fotoserie. Die Kasse war noch geschlossen, wir nehmen an, dass die paar Mark Eintritt für uns, niemand vom Tavernenhocker reißen – interessant wird es wohl erst, wenn die Busladung ausgekippt wird.

Hier unsere Impressionen…

Nebenkrater – auch nicht wenig imposant
Auch für uns ein Erinnerungsfoto
Überblick von der Aussichtsplattform
Betreten auf eigene Gefahr – hmmm…
…ja dann!
Der frühe Vogel fä… – aber das wisst ihr ja schon
Alleine im Krater- nur wir drei und unsere Schatten
Eine unwirtliche Landschaft, mondartig…
…aus den Löchern zischt, faucht und raucht es. Es stinkt nach Schwefel
Im Hintergrund – die rauchenden Schlunde des Vulkans
Der Weg zurück – die Sonne schon warm

Wie immer war der Besuch des Kraters ein Highlight – das ist wirklich der Hammer. So nahe kommt man der Natur selten, zudem in so ausgefallener Art und Weise.

Wir knipsen ein letztes Erinnerungsfoto…

Der Buggy in fast artgerechter Umgebung

…und fahren dann in den Inselort Nikia. Dort hat Dietmar, ein Freund von uns den wir auf Leros kennen gelernt haben, ein Haus gekauft. Ein spannendes, über 100 Jahre altes Objekt.

Wir wollen die Mosaike und den berühmten kleinen Dorfplatz ansehen, dann wollen wir mal schauen, ob wir Dietmars Haus finden und ihm einen Besuch abstatten können.

Dorfplatz in Nikia – die berühmten Mosaike
Mühevolle Kleinarbeit
Sibylle entdeckt…

Wir bestellen einen der berühmten Schokoladekuchen, dazu frisch gepressten Orangensaft und Cappuccino – des einen Freud, des anderen Leid…

Massives Teil!!!
Genuss meets Verdruss – mir war der Schokobeton zu massiv

So geschah an diesem Tag etwas, was nur sehr selten geschieht – ein Stück Essen, ein Kuchen gar, wandert von meinem Teller auf den einer anderen Person. Ich trete freiwillig und ohne Zwang, einen halben Schokokuchen an Kate ab!

Ich bin satt, ich mag kein Blatt

Wir bezahlen und machen uns auf in das enge Gassengeflecht des Ortes. Wir versuchen, anhand einer kurzfristig abgegebenen Beschreibung, das Häuschen zu finden. Dies gelingt uns leider nicht auf Anhieb – aber auf unserer Suche begegnen wir einem wunderbaren Stilleben.

Liebevolle Häuser hier…
…dort, das was davon übrig blieb

Wir finden das Haus nicht! Ich rufe Dietmar an und höre während des Telefonats seine Realstimme. MARIO, höre ich ihn rufen – und da sind wir…

Wunderschön – ich fange sofort an zu träumen
My way – Spaß beiseite, wir analysieren welche Inseln von der Terrasse aus zu sehen sind
Die Küche – schaut den Boden an!!!!
Das Wohnzimmer, echt schön

Dietmar macht uns einen frischen Saft, es gibt Wasser – wir reden viel über das Haus. Ich kenne den Preis, es war günstiger als ein etwaiger Verkauf von NESSAJA erzielen würde. Wie lebt man hier? Wie geht es Dir? Bereust Du? Dietmar beantwortet geduldig meine Fragen.

Ich fange an zu grübeln, das Haus gefällt mir. Dietmar hat ein kleines Boot im Hafen von Paloi, er fährt damit fischen. Sein Leben ist anders als meines, ist es besser???

„Wir müssen…“ – ich kenne diese Worte! Sibylle reißt mich aus meinen Träumen, hat diesmal aber Recht. Wir müssen weiter. Wir bedanken und verabschieden uns – nächstes Ziel, die Kirche auf der Anhöhe – ein Super-View, ein must see!

Wieviel mehr Griechenland wollt ihr noch???
Nikia, ein wunderschönes, aber sehr kleines Dorf
Der Blick schweift in die Ferne, wir tauschen erste Gedanken
Links Nikia, rechts der Krater – spektakulär
Rundumblick Tilos, Datcha Halbinsel, Kos

Wir fahren zurück, unser nächstes Ziel ist der Inselort Emborios. Auf dem Weg hierhin gibt es eine uralte natürliche Sauna – klar, dass wir auch dort einen kurzen Stop einlegen.

Eine kleine gemauerte Sauna, mehr als 60° warm
Klar, dass ich mich hineinzwänge…
…ich bin aber auch froh, dass ich wieder raus kann – da fühlen sich 30° auf einmal frisch an

Wir sehen uns Emborios kurz an, die Damen gehen bis zur Burgruine, ich trinke eine Coke. Auch die Mädels bestellen sich nach dem Abstecher zu den verfallenen Gemäuern ein Erfrischungsgetränk. Viel mehr gibt der Ort nicht her, er steht im Schatten von Nikia – kein Vergleich.

Wir fahren weiter in die Hauptstadt der Insel, nach Mandraki. Wir blödeln rum und kommen auf unsinnige Ideen – wir suchen ein perfektes Fotomotiv und die Scheinwerfer des Buggy drängen sich auf…

Helden in Chrom

Viel lustiger schien uns aber im Rückblick der Schnappschuss den Kate währenddessen gemacht hat – eine „making of“ Aufnahme sozusagen. Da wirken die „Helden in Chrom“ schon weniger cool 😉 …

Making of…

Na egal, wir beschließen den Hauptort zu erkunden und uns ein Speiseeis zu gönnen. Auch hier in Mandraki gibt es eine Eisdiele die einen sehr guten Ruf genießt.

Sibylle packt unsere Habseligkeiten in den Kofferraum, der jedoch seinen Namen nicht verdient…

Kofferräumchen – abschließen? Nicht in Griechenland!

Dann laufen wir die paar Meter vom Parkplatz in den Ort. Wir waren das letzte Mal 2021 mit Franziska und Mikey hier. Wir kennen uns also aus, der Ort ist nicht so groß, dass man ihn nicht überblicken könnte. Dennoch stellen wir fest, auch hier hat sich etwas getan, durchaus im positiven Sinne…

Wir schlendern die Riva entlang
Betrachten die netten (und aufgemöbelten) Graffiti

Wir gehen zunächst schnurstracks auf den Eissalon zu, keine Umwege! Es ist warm und wir freuen uns auf die Erfrischung, welche wir am Meer genießen wollen.

Die Eisdiele selbst hat auch zwei, drei ganz nette Sitzplätze – die wir allerdings noch NIE frei gesehen haben. Wir haben uns daher keinen Illusionen hingegeben – wir kaufen unser Eis und setzen uns irgendwo auf eine Mauer ans Meer…

Das „Mikro Café“ in Mandraki
Sweet Tomato gefällig? Oder doch lieber Cannabis?

Die kleine Eismanufaktur, welche auch in Reiseführern genannt wird, bietet Eissorten „mit Pfiff“ an. Es gibt ein paar die haben nur Phantasienamen wie „Vulcano“ oder „Blue Lava“, andere haben auch kreative Inhalte, wie zum Beispiel „Sweet Tomato“ oder eben „Cannabis“.

Ich wollte zwei Kugeln Cannabis um die totale Entspannung zu erreichen, doch Sibylle meinte besorgt „…Du musst noch fahren…“ – da hat sie natürlich Recht! Insgeheim war mir klar, 4.-€ für eine Kugel „Spezialeis“ war meine Frau nicht bereit zu zahlen!

Ich wähle die vorgenannten Nisyros-Sondereditionen „Vulcano“ und „Blue Lava“, Eiscreme mit Kirsch und Blaubeergeschmack – war gut!

Ein guter Platz zum Eisverzehr

Katharina hat sich für „Sweet Tomato“ entschieden – war irgendwie lecker – aber auch keine Offenbarung. Ich denke an „Salted Caramel“ in Panteli (das ist aber ein anderes Thema) und löffle meine Speiseeisspezialität – ein schöner Tag!

Eis mit Aussicht

Danach setzen wir unsere Runde fort. Wir tanken den Buggy und die Damen entscheiden, dass unser nächstes Ziel eine alte Kastelruine und ein Kirchlein auf der Westseite der Insel ist. Ich freue mich…

Woher die Freude wegen einem alten, kleinen Kirchlein? Nun, ich hatte vorgeschlagen die komplette Runde um den Vulkankrater zu fahren, dabei geht es auch ein Stück über Schotterpisten – das wurde abgelehnt! Nun schlagen die Damen exakt den Weg vor den ich fahren wollte – nur anders formuliert. Es klingt eben anders wenn man sagt „…komm, wir nehmen diese Straße zur Ruine und dem alten Kirchlein. Danach fahren wir diese Route zurück.“ als wenn man es kurz und bündig so formuliert „…komm wir fahren die geile Schotterpiste offroad rund um den Vulkankrater!“ Mir war´s wurscht, wie gesagt, ich freue mich spitzbübisch…

Zunächst über kleine Asphaltsträßchen zur Burgruine
Sibylle liebt alte Gemäuer
Die Gassen erzählen Geschichten
Die Natur sorgt für bunte Farbtupfer
Die Straße wird schmaler, ist aber noch betoniert
Wir besuchen das älteste Kirchlein der Insel
…um dann das letzte Stück auf der Offroadpiste zurück zum Ausgangspunkt zu fahren – eine schöne Runde

Hier vollenden wir unsere Runde auf Nisyros. Wir haben die bekanntesten Sehenswürdigkeiten angesehen und hatten bisher schon einen herrlichen Tag. Jetzt war es aber Zeit ins kühle Nass zu springen um sich gehörig abzufrischen – wir waren ein wenig verschwitzt, die Hitze hat uns zugesetzt.

Da traf es sich gut, dass auch einer der Strände der Insel als Highlight propagiert wurde. Diesen setzten wir auf unsere Liste und fuhren auf direktem Weg dorthin.

Auf der Küstenstrße zum Traumstrand
Kleine, liebevolle Details
Der Sandstrand aus feinem, schwarzen Vulkansand

Sibylle und ich erinnern uns! Hier waren wir schon. Ich merke an, dass ich meine mich zu erinnern, dass der eigentliche Traumstrand hinter einer Klippe liegt und man die letzten Meter über einen Track zurücklegen muss.

Kate hat „ihren“ Traumstrand bereits definiert – der auf dem unsere Füße standen – und war schon in die Baderobe geschlüpft und lehnte meine Excursionsidee kurzerhand ab. Sibylle zweifelte an meiner Erinnerung, schlich mit mir aber noch ein Stück den Track hoch um dort um die Ecke zu lurren – und siehe da…

DAS isser

Wir geben uns zufrieden – auf die im Reiseführer hingewiesene „Dünenlandschaft aus feinstem, schwarzen Vulkansand“ verzichten wir. Wir erinnern uns dunkel an unsere Badefreuden von vor zwei Jahren und gehen zurück zu Katharina, um uns zusammen mit ihr an IHREM Traumstrand zu erfrischen! Ein perfektes Finale für einen tollen Tag!

Diesmal gibt es keine Berichte zu unseren lukullischen Erfahrungen – den ersten Abend haben wir bei Stavros Mutter in der Taverne gegessen, solide und typisch griechisch, aber offen gesagt kein Highlight. Heute essen wir, wie eigentlich immer, bei „Aphrodite“ – etwas besser, mit sehr gutem Service. Auch hier ein sehr gutes Dinner aber ohne erwähnenswerte Highlights.

Der nächste Tag beginnt entspannt. Wir frühstücken und bereiten NESSAJA vor zum Ablegen. Heute führt uns unser Weg nach Kefalos auf Kos. Es wird der letzte Urlaubstag für Katharina, sie wird morgen abreisen. Kefalos liegt günstig zum Flughafen, ein guter Ort um den Urlaub der Freundin ausklingen zu lassen.

Wir haben nahezu keinen Wind und motoren daher die paar Meilen Richtung des Touristenortes auf Kos…

Nur zwei Stunden zu fahren

In der kommenden Woche erwarten wir Freunde in der Leros Marina. Sie sind auf dem Weg von Kreta nach Leros und kommen zwangsläufig auch hier in dieser Gegend vorbei. Deshalb hatten wir die TRINITÉ auch seit einigen Tagen auf dem Schirm.

Es hätte sein können, dass wir das Schiff der Freunde heute treffen, als wir in Paloi ablegten, war die TRINITÉ noch in Kefalos vor Anker. Jedoch…

Da fährt sie dahin

Nein, natürlich können wir auf diese Entfernung Schiffe auch nicht eindeutig identifizieren – aber modernste Technik hilft auch hier…

Identifikation eindeutig – ich kenne die MMSI von TRINITÉ

Na dann, wir melden uns bei den vorbeisegelnden Freunden und lassen wissen, dass wir uns auf das Treffen in Leros freuen – noch ein paar Tage!

Wir kommen inzwischen in Kefalos an und werfen den Anker an idealer Stelle. Sandgrund, ca. 5m tief – perfekt. Meine Erinnerungen an Kefalos sind eher schlecht, bin ich doch vor etlichen Jahren im Sturm meines Dinghys hier verlustig gegangen.

Heute machen wir das besser! Der Anker sitzt, wir dampfen ihn ein, ich mache Ankerpeilungen – alles nach Lehrbuch! Als ob das nicht genug wäre, tauche ich mein Grundeisen anschließend auch noch ab…

Darum hat unser Anker einen gelben Bügel! Sitzt perfekt!

Die Entfernung zum Schiff sind rund 40m, auch das sollte bei der gegebenen Wassertiefe mehr als gut sein. Ich mag es, mein Schiff so am Anker zu sehen und mache ein paar Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive.

Anker hier – NESSAJA dort
Unser schwimmendes Zuhause
Gute Gelegenheit um das Unterwasserschiff einmal zu checken
Genug geschwommen – passt alles, der Skipper geht zurück an Bord
Das Wasser immer noch frisch, aber auch für längeres Schwimmen geeignet

Auch die Damen wagen den Sprung ins erfrischende Nass, wir baden alle ausgiebig und haben richtig Spaß. Sibylle hat kurz zuvor noch ein Brot vorbereitet, welches im Ofen buk, während wir uns den Badefreuden hingaben – für das leibliche Wohl ist vorausschauend gesorgt.

Frisches Brot – selbstgebacken

Der späte Nachmittag bot noch etwas Schauspiel für uns Ankerlieger. Einerseits die Paraglider, welche sich von den örtlichen Anbietern an Fallschirmen durch die Bucht ziehen ließen, anderseits die große Motoryacht, deren Erscheinen schon die Blicke auf sich zog – und später erst, als die Crew die „Wasserspielzeuge“ für die Gäste ausgepackt hatte.

First Row – wir beobachten die Paraglider und das Treiben rund um die Motoryacht

Etwas später, zur Dinnertime, haben wir mit dem Dinghy übergesetzt und uns einen Überblick verschafft. Das Abendessen wollten wir im „Cavos“ einnehmen, eine Standardtaverne, der aber sehr gutes, authentisches Essen bescheinigt wird.

Danach wollten wir durch den Ort bummeln, um zur „besten Eisdiele Kos´ zu gehen, einem Ort der etliche Sorten Eiscreme in einem netten Ambiente bietet“ – doch das war eine andere Geschichte…

Wir setzen über und finden im Hafenbecken einen sicheren Platz für Schnulli – diesmal festgebunden
Das „Cavos“ gleich über die Straße, der Ortsteil heißt Kanari
Nettes Panorama – auf den ersten Blick nicht schlecht
NESSAJA direkt vor Augen
Das „Cavos“ – ohne die Google Rezessionen sicher nicht unsere erste Wahl
Gesessen sind wir schön, der Service war gut
Ein paar Meze – wie immer
Fried Symi-Shrimps für mich
Sehr gute Seafood Spaghetti für Sibylle – sie war begeistert

Kurz – wir essen gut und günstig – die Google Rezessionen waren korrekt. Das Lokal wird es nicht auf unsere Bestenliste schaffen, ist aber eine empfehlenswerte Adresse in Kefalos.

Wir gehen durch den Ort und stellen fest, dass hier Freud´ und Leid eng beinander liegen. Der Ort hat seine besten Zeiten hinter sich und es scheint, als hätte er sich auf Billigtourismus für Touristen aus England eingeschossen. Kefalos ist vom Businesssterben betroffen – überall leere Tavernen, Geschäfte und Bauruinen.

Einladend geht anders…

Auch das ist Kefalos

Ich war frustriert. Ich weiß inzwischen, dass ich, dass wir von Leros und den umliegenden kleinen Eilanden verwöhnt sind. Toristeninseln wie Kos erschlagen uns eher – ich war ein wenig missmutig und das sollte sich noch steigern.

Wir dackeln also durch einen halbverfallenen Ort, entlang einer Verkehrsader, vorbei an bunten Bars mit oberkörperfreien, tätowierten Angelsachsen, deren Hautfarbe sich zwischen hellweiß und puterrot einordnen lässt. Zum Trost stelle ich mir das fantastischste Eis vor, welches meiner Phantasie entspringen kann…

Dass dies schiefgehen musste war klar! Der Eissalon war ein neonlichtdurchfluteter Raum ohne jeglichen Charme. Ein ahnungsloser Eisverkäufer machte kreisrunde Minikügelchen, welche eher an Tischtennisbällchen als an Speiseeisträume erinnerten. Die Sortenauswahl eher Fürst Pückler statt fürstlich – die Damen kauften, ich boykottierte! Aber nicht im Zorn – ich dachte an „Repapis“ in Leros und freute mich auf ein Rieseneis nach unserer Rückkehr.

Fotos gibt es leider keine…

Zurück am Schiff prüfe ich die Ankerapp, die wie immer zur Kontrolle mitläuft. Es scheint alles ok zu sein.

Auch am nächsten Morgen – alles ok

Der Wecker holt uns aus den Federn – lieber etwas Sicherheitszeit einbauen. Katharinas Taschen sind gepackt, die Morgenstimmung hebt sich über die Bucht…

Sonnenaufgang in Kefalos

Wir gehen ein letztes Mal zusammen schwimmen, frühstücken gemeinsam, dann heißt es Abschied nehmen. Ich packe Kates Tasche ins Dinghy, Sibylle drückt die Freundin zum Abschied, dann übernehme ich das Shutteln an den Strand.

Das Gepäck muss mit
Ein letztes Winken
Dann setzen wir über

Katharina wird vom Taxi abgeholt. Als der Fahrer per Anruf bestätigt und wir eine gewisse Sicherheit haben, dass alles klappen wird, verabschiede auch ich mich von Katharina – wir werden wieder zusammen reisen, mal schaun, wann es wieder klappt.

Ich fahre sofort zurück zu NESSAJA, wo Sibylle schon alles zum „Anker auf“ vorbereitet hat. Wir nehmen das Dinghy in die Davits, beobachten wie Kate ins Taxi steigt und holen das Grundeisen hoch – NESSAJA ist wieder in Fahrt!

Bewölkt, frischer Wind, angesagte Regenschauer – und viele Meilen vor der Brust

Es war für heute ein sehr durchwachsener Regentag angesagt. Westlich von Kos war laut Wetterbericht eine Windkante mit kräftigen Böen die dann eher von vorne gekommen wären. Unser Kalkül war also, daher auch die morgendliche Eile, den längeren Weg an der Nordostecke von Kos vorbei zu nehmen.

Im Zweifel würden wir die ersten Meilen segeln können, sollte der Wind wirklich wie vorhergesagt kommen, sind wir hinter den Inseln Kos und Kalymnos geschützt für unseren langen Weg…

…nach LEROS – immerhin über 50nm, also eine kalkulierte Fahrtzeit von etwas mehr als 10h!

Bei trüben Wetter entlang der Hotelburgen auf der Südseite von Kos

Ich nehme es vorweg, weder Wind noch Wellen kamen so unangenehm wie vorhergesagt. Das hatte den Vorteil einer weitgehend angenehmen Fahrt, gepaart mit dem Nachteil des stetigen motorens – tucktucktuck – was kannst da machen???

Die Antwort – lesen

Durch den gewählten Weg war das Wasser recht flach, wir kamen gut voran und umschifften dabei das Sperrgebiet im Osten von Kos, das Flach im Nordosten und letztlich die Ausbuchtung der türkischen Seegrenze (mache ich immer) – wir waren gut in der Zeit und verwarfen den Notfallplan, einen Zwischenstop in der Bojenbucht Palionisos auf Kalymnos einzulegen.

Unterwegs hatten wir Thilo und seine HOME OFFICE auf dem Schirm. Er hatte die letzten Urlaubstage mit Familie vor der Brust und war auf dem Rückweg aus der Zentralägäis. Per WhatsApp verabredeten wir uns zu einem Treffen in der Bucht von Xirokampos im Süden von Leros.

Noch eine Nacht Bucht vor der Rückkehr in die Marina – und doch schon der Heimat nah – zudem lernen wir Thilos Frau kennen und können ihm seinen Autoschlüssel zurückgeben. Nur Vorteile also…

Gegen 18.30 Uhr kamen wir zufrieden, aber auch etwas erschöpft an.

NESSAJA in der Bucht von Xirokampos
Fotografiert aus Thilos Cockpit

Thilo war schon da und begrüßt uns mit einer Einladung zum Sundowner an Bord der HOME OFFICE. Die nehmen wir gerne an! Wir lernen neben seiner Frau Ela noch den Sohn nebst Freundin kennen und beschließen kurzerhand, zusammen im „Aloni“ zu Abend zu essen.

Wir setzen über ins „Aloni“
Von dort blicken wir auf unsere Schiffe HOME OFFICE (re.) und NESSAJA (2 v.r.)

Das Essen im „Aloni“ war wie immer solide und gut – aber auch er schafft es zur Zeit nicht in unsere imaginäre Bestenliste auf Leros. Zufrieden fahren wir in dunkler Nacht zurück an Bord unserer Schiffe – was für ein Tag!

Am nächsten Morgen checke ich die Ankerapp – und seht selbst, ein deutlicher Unterschied zu den Bildern der letzten Male. Die umlaufenden und unsteten Winde in Xirokampos verlangen Aufmerksamkeit, es muss immer auf genügend Raum geachtet werden.

NESSAJA fuhr am Anker spazieren – aber in ihrem erlaubten Bewegungsradius

Ich bin vor Sibylle wach und beobachte die Sonne, wie sie über den Bergrücken der Bucht steigt – ich liebe diese Stimmung! Vollkommen wird sie, wenn ich zuvor im Meer gebadet habe und dann ein Tässchen Kaffee schlürfen kann.

Die Sonne kommt über den Berg – Blick auf Susannes Haus
Die Fischer laufen aus – mit gehörig Nationalstolz
Auf der HOME OFFICE ist´s noch ruhig

Wir frühstücken und gehen ein zweites Mal baden. Dann ist es Zeit in die Bucht von Lakki, sozusagen vor den Toren der Marina, zu verholen. Dieses Vorgehen hat zwei Gründe – erstens, wir wollen die ELOWYN dort treffen. Wichtiger aber, wir können die neue Sprayhood von NESSAJA anpassen und abholen, bevor wir in die Marina zurückkehren.

Wir fahren also nur kurz um´s Eck und suchen uns einen passenden Ankerplatz. Das Grundeisen fällt und wir liegen gut – und sicher.

Sperrgebiet beachten

In der Ankerbucht von Lakki übersehen immer wieder Skipper das Sperrgebiet. Dies dient als Wenderaum für die große BLUESTAR Fähre – da willst nicht im Weg sein, wenn der Riese seinen Bug auf dich richtet und laut hupt…

Wir kontrollieren das und sind safe – somit heißt es warten! Auf Sotiris den Segelmacher und auf Volker und Tina mit ihrer ELOWYN.

Die kommt prompt!

Ist das wirklich die ELOWYN???

Ich habe das Schiff der Freunde schon bei der Einfahrt in die Bucht erkannt – eine unverwechselbare Shilouette und ein paar spezielle Charakteristika machen die Algro 68 unverwechselbar. Sibylle verlässt sich weniger auf mich als auf die Datenquelle „Marine Traffic“…

Hmmm, ja schon, es ist die ELOWYN
Sag´ ich doch!
😉 spätestens jetzt glaubt es auch Sibylle – welcome back ELOWYN, welcome on Leros

Wir fahren mit dem Dinghy an Land und treffen die Freunde aus der Oberpfalz nach langer Zeit wieder. Die Freude ist groß, es kommt zu dem Bild, welches ich als Opener für diesen Bericht verwendet habe. Wir haben viel zu erzählen, genehmigen uns einen gemeinsamen Anlegeschluck in Form einer gut gekühlten Halben! Herrlich!!

Auch Volker hat einen Termin mit Sotiris, das wusste ich und ich habe versucht, den Segelmacher beide Termine in Folge erledigen zu lassen. Das gelang! Kurz nachdem er auf der blauen Schönheit fertig Maß genommen hatte, ließ er sich von mir am Kai abholen und montierte NESSAJAs neue Mütze…

Sieht gut aus – endlich wieder Durchblick
Macht richtig was her

Wir relaxen noch ein wenig und verabreden uns für den Abend mit Tina und Volker um bei Marietta gemeinsam zu Abend zu essen.

Marietta ist jedem Blogleser geläufig. Seit wir hier in Leros sind, ist sie eine Drehscheibe und Quell der Informationen für uns. Sie ist unbestritten meine Lieblingsmarietta – ich freue mich auf´s Dinner!

Marietta und Takis – noch entspannt. Der Ansturm kommt noch
Thelo trapezi parakalo – wir reservieren auf griechisch!

Wir bestellen einen Tisch auf griechisch, zufällig kommt Volker und holt Eiswürfel – vor dem Abendessen sind wir nämlich ein weiteres Mal auf die ELOWYN geladen – zum Aperitiv!

Wir blicken auf unser Schiff in die Bucht und sind zufrieden. Gemütlich schlendern wir zu dem blauen Riesen, welcher seinen Platz am Stadtkai gefunden hat.

NESSAJA in der Lakki Bucht

Wir quatschen mit den Freunden über Dies und Das und auch über die Pläne der nächsten Tage. ELOWYN wird für einige Wochen in der Leros Marina geparkt, es gibt etliches zu tun – ich könne helfen.

Man wolle aber auch die führenden Kneipen, Bars und Eisdielen besuchen – auch hier könne ich helfen.

Puh, ich spüre förmlich die Last auf meinen Schultern, erkläre aber, dass wir morgen früh NESSAJA in die Marina verholen und dann die kommenden Tage für den Besuch der ELOWYN und den der TRINITÉ geplant hätten…

Zeit für´s Dinner!

Marietta ist stolz – inzwischen gibt es eine sehr persönliche Speisekarte

Wir essen lecker und trinken viel – ein herrlicher Abend in herrlicher Athmosphäre. Hinter uns liegen 14 Tage Törn, 250nm mit einer lieben Freundin – der Törn, der Urlaub, war erfolgreich und trotz wiedriger Wetterkapriolen wunderschön. Unsere NESSAJA hat uns nicht enttäuscht – alle Systeme funktionieren super! Ich komme zurück und die ToDo Liste ist KÜRZER als vorher!

Dennoch – nach Leros zurückkommen ist nach Hause kommen!

Zufrieden schlendern wir zu unserem Schnulli und tuckern zurück zu NESSAJA.

Heim – ab ins Bett

Am nächsten Morgen überschlagen sich die Ereignisse. Wir hatten gerade gefrühstückt, als uns eine Message von der ELOWYN erreicht. Tina hätte noch keine Lust auf Marina, man wolle noch eine Nacht in einer Bucht verbringen – die Wahl sei auf Xirokampos gefallen – „…wollt ihr mit?“

Ähh, sehr kurzfristig – aber ein reizvoller Gedanke! Wir sagen spontan zu.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – wir machen NESSAJA fertig zum Anlegen, funken die Marina an und laufen ein. Wir bekommen den Platz neben unseren langjährigen Freunden Uli und Angelika auf ihrer JASPER. Das traf sich gut, denn die beiden hatten in unserer Abwesenheit Kinderschwimmwesten angenommen, welche über eine Leros-Facebookgruppe zu verschenken angeboten waren. Die kleinen Westen wechselten also das Schiff…

Von 2 – 12 – die Enkel können kommen

Es bleibt eine Randnotiz, dass wir später eine vierte Weste in Size 0 – also eine Miniweste – noch dazu bekamen. Wir sind bestens gerüstet für die ersten Besuche der Enkel.

Wir bedanken uns bei Angelika und Uli, die freuen sich, dass wir wieder da sind. Die Freude dauerte nur einen Wimpernschlag, denn wir begrüßten und verabschiedeten uns gleichzeitig – der Rucksack wurde gepackt – wir marschierten in den Stadthafen und ließen NESSAJA in der Marina zurück.

Für knapp zwei Tage heuern wir auf ELOWYN an…

Drei Stunden nach dem Aufwachen – NESSAJA ist in der Marina, wir auf ELOWYN. Wir laufen aus…

Unser Plan war, einfach einen Tag in der Xirokampos Bucht abhängen, baden, gut essen, relaxen, genießen – Volker zirkelt den Boliden Richtung Ausfahrt der Lakki Bucht, der Weg in die Südbucht von Leros ist ja kein weiter…

Blinker rechts und ab durch die Mitte

Wirklich cool war, dass wir bei passender Windrichtung bis kurz vor Xirokampos segeln konnten. Es ist schon immer wieder beeindruckend welche Kräfte wirken, wenn die Tücher auf dem 68-Füsser gesetzt sind.

Als wir den Anker haben fallen lassen und uns vom festen Sitz des Grundeisens überzeugt hatten, war es gerade Zeit für ein Tässchen Kaffee geworden. Es traf sich gut, dass Volker dies beim morgendlichen Einkauf bedacht hatte und zum Koffeingebräu auch noch süsse Teilchen anbieten konnte – ein gelungener Auftakt!

Nicht schlecht – Kaffeekränzchen an Bord der ELOWYN
Uns gefällt es!

Volker klappt die Badeplattform herunter, es öffnet sich eine Terrasse zur See hin. Die Dusche wird vorbereitet, das Meer ruft zum Bade – und diesem Ruf folgen wir alle. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass zwei Runden um ELOWYN auch eine größere sportliche Aktivität darstellen als zwei Runden um unsere NESSAJA.

Terrasse zum Meer

Nach dem Baden war genug Zeit zum Chillen, Lesen oder für ein bisschen Internet. Perfekte Stimmung also auf dem blauen Schwan!

Randbemerkung – ich darf nicht spoilern, aber es sei erwähnt, dass mich just in diesem Augenblick eine sehr erfreuliche und bewegende Nachricht erreicht – dazu mehr im Julibericht…

Ein sehr cooler Tag

Wir waren also in bester Laune – und als ob dieser Moment noch ein kitschiges Sahnehäubchen bedurft hätte, kamen in exakt diesem Augenblick Delfine in die Bucht – dorthin, wo wir vor Minuten noch schwammen…

10m von ELOWYN
Kreisen 2x ums Schiff und ziehen wieder ab

Wenige Augenblicke später fährt Thilo mit seiner HOME OFFICE ab. Er hat seine Familie am Fährhafen abgesetzt und bringt sein Schiff nun in die Marina um von dort aus bereits morgen mit dem Auto den Heimweg anzutreten – ihn werden wir erst ein ein paar Monaten wieder sehen. Wir winken zum Abschied…

Die HOME OFFICE verlässt Xirokampos

Als hätte er gehört, dass in Xirokampos ein Platz frei geworden ist, lenkt wenige Minuten später der Skipper der TRINITÉ sein Schiff um das Kap am südlichen Eingang der Bucht – hier waren wir mit Ulrike und Jörg verabredet, hier sollte es endlich mit einem Wiedersehen klappen.

Um den Zusammenhang zu verstehen, muss man wissen, dass die beiden Capetañas der ELOWYN und der TRINITÉ Schwestern sind und wir über diesen Link mit beiden Paaren befreundet sind. Ich habe Volker bei meiner Ausbildung zum SSS kennen gelernt, Sibylle war zusammen mit Ulrike auf Praxistörn für den SKS.

TRINITÉ läuft ein und belegt die Lücke der HOME OFFICE

Großes HALLO und große Wiedersehensfreude – wir sitzen zusammen, trinken etwas und tauschen die wichtigsten Informationen aus. Der ausgedehnte Klönschnack findet dann beim gemeinsamen Dinner statt – Volker lädt zu einem besonderen Nudelgericht dessen Name mir leider entfallen ist – egal – mit Auberginen und raffiniert gewürzt…

Wir haben uns die Wänste vollgeschlagen, die Finger geschleckt und den Wein genossen. Dann sind wir alle zufrieden (und leicht angedüdelt) in die Kojen gefallen.

Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit dem frühmorgendlichen Bad im Meer und einer ersten Tasse Kaffee. Tina teilt diese Leidenschaft mit mir, so war der Start in den Tag sozusagen unumstößlich gesetzt und quasi „in Stein gemeißelt“.

Der daraufhin folgende Freestyle-Teil des Starts in den Tag war aber auch nicht von schlechten Eltern – es wurde nämlich ein fürstliches Frühstück gezaubert.

Rührei mit Zwiebelchen und Speck – wie fein
Wenn ein Tag so beginnt

Ok, jetzt aber genug des Müßiggangs, die ELOWYN muss in die Marina, Volker und Tina haben eine ToDo-Liste abzuarbeiten, bevor es für eine Stippvisite nach Deutschland geht.

Wir gehen Anker auf und passieren die TRINITÉ, deren Crew würde ebenfalls in die Leros Marina einlaufen – aber erst morgen.

Yassou, bis morgen

Unter Motor tuckern wir die paar Meilen Richtung Lakki und planen schon die Vorgehensweise nach dem Anlegen. Volkers Dinghy muckt, ich könne helfen, eine fachgerechte Reparatur einzusteuern. Ok, hab´ ich im Sinn, was noch? „Noch ein paar Kleinigkeiten…“ – ok, auch das bekommen wir hin!

Jeder sein Steuerrad, wie praktisch 😉

Während wir also so dahinsinnieren, frage ich mich, ob ich Werner mit seiner ALENA noch in der Marina antreffen werde. Und als ob er es gehört hätte, biegt der Haudegen mit der feinen Hallberg-Rassy ums Eck – ich erkenne das mir vertraute Boot sofort…

Wir fahren nah ran, es dauert einen Augenblick bis Werner erkennt WER ihm da was zurufen will – dann können wir im Vorbeifahren seiner Tochter nebst Sohn zum Abschied winken, sie werden vom Skipper nach Kos gebracht. Werner und Erna werden wir nach deren Rückkehr wieder treffen.

Wir wünschen „Gute Fahrt“ und die Rassy zieht dahin…

ALENA mit Kurs Kos, sie bleibt achteraus

Wir laufen in die Lakki Bucht ein. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es sich für mich jedes Mal wie eine Heimkehr anfühlt, wenn wir die Masten der Marina vor dem Bug haben – das ist auf ELOWYN nicht anders.

Nur noch wenige Minuten bis zum Anlegen

Wir sprechen während des Einlaufens aber auch über das riesige Flüchtlingscamp direkt an der Hafeneinfahrt – es ist den Einheimischen ein Dorn im Auge, nicht etwa wegen der Flüchtlinge, mehr wegen der exponierten Lage der Einrichtung. Allen Unkenrufen zum Trotz, ist der Hot-Spot Leros aber ein anerkannt gutes Beispiel für den Umgang mit den Geflohenen – das neue Camp ist dennoch strittig.

Ein großes, auffälliges Containerdorf

Der Skipper der ELOWYN ruft zum Vorbereiten des Schiffes – die Arbeiten die auf dem blauen Riesen zu verrichten sind, gleichen irgendwie denen, die auf NESSAJA zu erledigen sind, man hantiert aber mit anderen Dimensionen…

Nur noch schnell die Fender ranhängen

Wir bringen den Boliden sicher an seinen Platz am A-Ponton, dort wo die „Big-Ships“ festgemacht sind. Nach dem Anlegeschluck schießt mir ein Gedanke in den Kopf, welcher sich dort manifestiert – das ausgefallene Eis in der Möchtegern-Eisdiele in Kefalos.

Es gibt nur einen Weg, sich aus dieser Gedankenfalle zu befreien…

„Repapis“ Eissalon in Lakki
SO!!! geht Eis – da sollte sich der Eisclown aus Kos mal ein Beispiel nehmen

Volker geht es ähnlich – auch bei ihm manifestiert sich ein Gedanke welchen er nicht mehr los wird. Auch hier ist der Lösungsansatz der gleiche – Befreiung durch Konfrontation!

Bei ihm ging es um „Harris Bar“ in der ersten Mühle über Panteli. Volker vertritt die Meinung, dass es eine gute Idee wäre, hier einen Cocktail zu genießen – wer könnte da widersprechen???

Dann gehen wir da eben auch noch hin…
…und freuen uns über freie Platzwahl
Ein feiner Blick – früher „View“ (nomen est omen) – heute das „Harris“
Mein „Hawaiian Blue“ – einer meiner zwei Favoriten

Nach dem Drink gehen wir auf ein gemeinsames Dinner ins „Kakomoiras“ und sacken anschließend erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen schlüpfe ich hastig aus den Federn und frühstücke rasch. TRINITÉ hat sich angemeldet, sie hat den ersten Krantermin des Tages – wir wollten als Helfer für den Fall der Fälle zur Verfügung stehen.

Ich werfe einen Blick auf unsere bewährte NESSAJA und gehe dann zu Krangasse.

NESSAJA neben JASPER
TRINITÉ kommt schon an…
Ulrike zirkelt die Moody 47 in die enge Krangasse
Kurzer Prozess – schon ist das Schiff aus dem Wasser. Jörg macht Bestandsaufnahme

Jörg und Ulrike haben ihr Schiff in die Marina gebracht, um hier einige Wartungsarbeiten erledigen zu lassen. So soll zum Beispiel das Unterwasserschiff neu mit Antifouling gestrichen werden, auch zwei elektrische Probleme sollen gelöst werden – zu diesem Zweck haben sich die Beiden mit Hund Phonaso ein kleines Häuschen gemietet, um in Ruhe die Insel zu entdecken und den Arbeitsfortschritt zu überwachen.

Ich nehme es vorweg, das alles hat wie geplant geklappt, die Beiden konnten TRINITÉ nach der geplanten Woche wieder zu Wasser bringen.

Nicht wegen des Krantermins war heute ein besonderer Tag – nein, es war der Hochzeitstag von Tina und Volker. Das feiern wir normaler Weise nicht zusammen, es gibt aber eine Ausnahme – wenn es sich um einen speziellen Hochzeitstag handelt…

Ob der griechische Ministerpräsident deswegen nach Leros kam???

Der Autokorso des Ministerpräsidenten
Der Bürgermeister mit Kyriakos Mitsotakis – leider nur der Hinterkopf

Volker war sich sicher – ja, das sei wegen ihm. Er nahm es zur Kenntnis und bedankte sich auch bei den „Winkkindern“ mit einem Kopfnicken, als diese an unserem Café die Strasse überquerten.

Die „Winkkinder“ für den Ministerpr… – ähhh, für Volker

Spaß beiseite – es waren gerade Wahlen in Griechenland und es wurde für jede Stimme gekämpft. So hat es Herrn Mitsotakis nach Leros verschlagen – ein Highlight!

Eine Frage bleibt offen – ist er beliebt oder verhasst? Ich konnte das, durch vorsichtiges Nachfragen, nicht herausfinden. Die einen lieben ihn, die anderen verachten ihn – und verleihen dieser Verachtung Ausdruck, indem sie Knoblauchzöpfe vor die Haustüre hängen. Glaubt ihr nicht???

Auch eine Art Ablehnung zu zeigen

Wir gehen zurück in die Leros Marina. Sowohl Volker als auch ich haben ein paar Dinge zu erledigen. Das wollten wir abgehakt wissen, bevor wir uns zum „offiziellen Programm“ anlässlich des Ehrentages der Freunde treffen würden.

Auf meinem Weg zum Office fällt mir auf, dass die Bauarbeiten rund um die neue Auffahrt abgeschlossen sind! Ist schön geworden…

Früher Sand, heute gepflastert inclusive geschmackvollem Mosaik
An der Anlage wird stets gearbeitet – die Marina ist gut in Schuß

Ich erledige meinen Krimskrams und freue mich über ein paar Minuten zum Durchatmen, bevor Volkers Ruf zur „Mühlentour“ erschallt.

„Mühlentour“? Ja, erst zu Haris Karpathakis´ Bar in der Windmühle, dann ins „Mylos“, dem gefeierten Fischtempel.

Los geht´s…

Das Séparée des „Harris“ – heute für uns reserviert
Etwas abseits der Bar
Herrlich – „Strawberry Smash“, mein zweiter Favorit

Nachdem der Abend im „Harris“ hochkarätig begann, konnte es nur eine logische Fortsetzung geben. Ein Dinner im „Mylos“ – aber das hatte ich ja schon verraten.

Wir setzten also unseren Weg fort und fuhren gesammelt zum feinen Fischlokal. Hier muss ich keine Worte mehr verlieren – die Bilder sprechen wie immer für sich. Lasst euch mitnehmen, ich möchte unsere Eindrücke teilen…

Der Name ist Programm – direkt am Meer, direkt an der alten Mühle in Agia Marina
Das „Mylos“ bietet ein herrliches, authentisches Ambiente…
…und geschmackvolle, kleine Details
Ein gebührender Rahmen um zu feiern
Vorfreude – es wird gewählt
Kleine Tartes – eine frittierte Jakobsmuschel auf Tunapaste, wief abgeschmeckt und dargeboten
Tuna-Tartar
Eine 3kg Brasse
Nochmal – Vorfreude

Ein Dinner welches keine Wünsche offen ließ – es war wirklich eine Wucht.

So saßen wir und sprachen über Gott und die Welt. Ein lustiger, geselliger Abend unter Freunden. Über unsere semi-philosophischen Einlassungen und Exkurse brach die Nacht herein. Auch hier kann das „Mylos“ punkten – mit einem atemberaubenden Blick auf das beleuchtete Agia Marina nebst Kastell und Kapelle.

Agia Marina, Kastell, Kapelle – ein wunderbar ausgeleuchtetes Ensemble

Zeit für einen Nachtisch! Hier haben wir NICHT auf die köstlichen Desserts der Taverne zurück gegriffen – wir haben selber etwas vorbereitet!

Schon im Urlaub hatten Ulrike und Sibylle beschlossen, eine „25 Years“ Silberhochzeitstorte bei „Repapis“ in Auftrag zu geben. Ich konnte das per Messenger beauftragen und die Abholung erfolgte heute morgen. Das „Mylos“ Team war so freundlich uns den Kuchen zu kühlen – bis jetzt!

Mit Kerze und Sternwerfer – alles Gute
Die Beiden haben sich richtig gefreut – und hatten Spaß

So endet dieser besondere Tag. Die Crews ziehen sich zurück, Sibylle und ich fallen todmüde ins Bett – das mag etwas durch den sehr leckeren Wein gefördert worden sein. Wie auch immer, morgen ist ein neuer Tag – gute Nacht…

Ebendieser neue Tag bricht an – entspannt! Wir, mehr eigentlich ich, haben unsere Zeit für die Freunde blockiert. Doch Volker ist erstmal nicht arbeitswillig – ihn zieht es an den Strand. Na da kann Abhilfe geschaffen werden!

Keine Chance sich zu verlaufen
Ein paar Stunden „easy going“ – muss auch sein

Wir hocken uns auf einen „Freddo“ an den Panteli Beach, genießen das lockere Leben und tauschen uns aus. Irgendwann aber überkommt es uns – wir müssen was tun! JETZT!

Wir hatten Giorgos am Nachmittag zu einer Seitenbucht der Marina bestellt. Der Tausendsassa hat zugestimmt, die Reparatur des Williams Tender anzugehen. Ich würde in Volkers Abwesenheit der Ansprechpartner sein, gegebenenfalls helfen und bei der Ersatzteilsuche unterstützen.

Um pünktlich zu sein, mussten wir jetzt lospaddeln, wir wollten den Tender zur rudimentären Slipstelle bringen.

Ein Williams Tet-Tender – 400kg schwer! Ohne uns!
2 MS ersetzen 98 PS

Nach rund zehn Minuten kamen wir am verabredeten Ort an – „just in time“ – half uns aber nix, da der griechische Mechanikus eben immer die obligatorischen 15 Minuten zu spät kommt.

Letztlich egal, das Transportteam kommt irgendwann und nimmt den waidwunden Flitzer auf den Hänger um ihn ins Dinghykrankenhaus zu bringen – ob´s klappt erfahrt ihr in einem der kommenden Berichte.

V-Victory – freu´ Dich nicht zu früh
Ein letzter Kontrollblick…
…dann fährt er dahin

Ok, das hat schonmal geklappt – puh, hartes Stück Arbeit! Das Abendessen scheint mehr als verdient.

Heute wollen wir Neues wagen. Unser Marinarestaurant hieß seit Anbeginn „Skipper´s“ – früher eine begehrte und frequentierte Adresse für die Marinakunden, denn es gab gutes Frühstück, Bier, Kaffee, kleine Snacks und leckere, preiswerte Küche am Abend.

Dies hatte sich seit zwei, drei Jahren geändert. Man wollte das „Skipper´s“ in eine andere Liga katapultieren, hat die Speisekarte entsprechend angepasst und die Preise gleich mit. Um diesen Schritt zu manifestieren wurde das Lokal in „Arka“ umgetauft.

Das ging aber gründlich in die Hose – die Gäste blieben aus, das angesprochene Klientel war nicht in ausreichender Anzahl und über die ganze Saison zugegen.

Heute heißt das Lokal wieder „Skipper´s“, Mariettas Cousin hat es gepachtet und will zu guter, gehobener Standardküche zurückkehren – nicht billig, aber preiswert – so das Credo.

Wir verabreden also einen Aperitiv im Mietshaus von Ulrike und Jörg um danach ins „Skipper´s“ weiter zu ziehen.

Traumhafter Ausblick von der Terrasse des Ferienhauses
Ein Aperitiv und Knabbereien werden kredenzt – schön hier
Darf in keinem Blog fehlen der eine breite Masse ansprechen will – Bilder von Babykätzchen (gleich nebenan)

Ich hatte den Tisch für den Abend reserviert. man brachte uns zum Platz, der Service war sehr gut, mit einer gewissen Tendenz zur Überschwänglichkeit.

Alles sehr stimmig

Der Chef selbst erzählte von seinem Antrieb und seinen Wurzeln, er wies gerne auf Maxime hin, die wir nun erleben würden. Er gab´ auch Empfehlungen ab…

„You will get the best Steak of your life…“, „…a wine you never had before, you will feel the taste in your dreams!“

Ok, mir fällt auch was dazu ein – „res non verba“ – Taten statt Worte, lass´ mal sehen was Du kannst!

Alles sehr stilsicher – Meze und Wein ein Gedicht

Irgendwie war es schon top – der Chef ließ sich nicht lumpen und seinen Worten auch Taten folgen. Sowohl Wein, wie auch Meze hielten was sie versprachen.

Dann das Hauptgericht! Wir haben uns mehrheitlich für das Filtesteak in verschiedenen Zubereitungsarten entschieden. Wir hatten von den Steaks nur allerpositivstes Feedback erhalten, Freunde hatten es schon probiert – also los…

Filetsteak – sehr gut und mit 30.-€ relativ preiswert

Dann aber passierte etwas Merkwürdiges, der Chef ging, mit einem schwarzen Gummihandschuh ausstaffiert, reihum und hat jedem das erste Stück des Steaks abgesäbelt und in den Mund gesteckt.

Wir waren, glaube ich, alle etwas konsterniert, Sibylle stand die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben!

Seltsam???

Ich würde mich niemals selber als einen Restaurantkenner bezeichnen, zumal dann nicht, wenn es um Haute Cuisine geht – aber ich bin schon etwas in der Welt herumgekommen, war auch in guten bis sehr guten Restaurants essen – kann aber nicht bestätigen, dass dieses Gebaren einen gehobenen Standard entspricht oder dort gar Usus ist.

Sibylle sieht mich an – sie kennt meine Gedanken. Ich hasse sowas! Ich wäre in der Lage die Stimmung zu sprengen, Sibylles Augen mahnen mich, genau dies nicht zu tun! So lasse auch ich die Prozedur über mich ergehen. Ich habe den Geschmack von Gummihandschuhen im Mund und wünschte, diese würden nach Erdbeeren schmecken. Ich habe gehört, dass es möglich ist, Latex nach Erdbeere schmecken zu lassen…

Sibylle hat am nächsten Tag ein Ekzem am Mund, sicher Zufall, aber aufgrund dessen, sprechen wir noch lange über unsere „Steakverköstigung“.

Alles in Allem war es aber ein sehr gutes Dinner, unser Stammlokal wird das „Skipper´s“ aber nicht – zuviel Brimborium!

Hier noch ein paar Eindrücke…

Schoko-Mousse mit Beeren
Kleine Crepes mit „White Parfait“ und Beeren
Baklava nach Art des Hauses
Tsipouro mit Cranberries

Der Folgetag war geprägt vom Abschied der Freunde, Volker und Tina fliegen heute ab Leros Richtung Deutschland, um zuhause nach dem Rechten zu sehen. Wir treffen uns wieder, Anfang September in der Evros Marina – bis dahin gute Zeit.

Wir treffen uns nach dem Frühstück in Dimitras Café „Luigi“, von dort aus fahren wir gemeinsam zum Flughafen.

Ein letzter gemeinsamer Cappu

Den Leihwagen der Beiden übernehmen wir, uum ihn zum Autoverleih zurück zu bringen. Rena, die Vermieterin, kennt uns schon lange, das Procedere ist kein Problem.

Am Flughafen warten wir, bis die beiden eingecheckt haben und der kleine Flieger gelandet ist – jetzt sollte nichts mehr schiefgehen. Ein Drücker zum Abschied, dann sind die Freunde weg.

Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und atmen erstmal durch. So schön es ist Freunde zu begrüßen, es strengt auch an. Wir genießen ein wenig die Ruhe!

Es klopft – Werner steht an der Gangway und überreicht ein Eis. Der Gute…

Von Werner bekomme ich DREI Kugeln

Das Eis war eine Geste, die gibt es bei Werner ohne Gegenleistung – dennoch ist erwähneswert, dass ich ein paar Stunden, besser gesagt eineinhalb Tage, auf ALENA gewerkelt habe.

Werner hatte es angekündigt als wir alle noch unterwegs waren. Der Enkel hat wohl ein Soft-Taschentuch allerhöchster, ja namensgebender, Qualität eng gefaltet und als Knödel in die Toilette geworfen – ein Fehler!

Es gibt unter den Seglern ja allerhand Toilettengeschichten, denn die Pumpklos verhalten sich divenhaft – ich bin weniger streng, Werner ist strenger! Der Enkel hat gegen die eherne Regel verstoßen – in die Keramik kommt nur was vorher durch den Leib ging…

Dieser Knödel hing nun in einer Leitungskurve und verstopfte diese wie ein Betonklotz – ich hatte schwerstes Stochergerät parat, aber nix half. Nur mit stundenlangem Fitzelchenpulen und schließlich einer Minispirale wurden wir dem Tempo Herr – was eine Scheiße! Man verzeihe mir den Ausdruck, aber nirgends passt er besser als hier…

Nach einer ausgiebigen Dusche verräume ich mein Werkzeug. Die Toilette geht wieder, ich freue mich auf eine Einladung zum Dinner, welche uns, seitens unserer Freundin Susanne, anlässlich unserer Geburtstage ausgesprochen wurde.

Traumgrundstück in Xirokampos

Es erwartet uns ein Vier-Gänge Menü aus der Hand der kochaffinen Deutsch-Schweizerin. Das ist immer ein Hochgenuss, wir freuen uns auf den Abend mit guten Gesprächen, wir hatten uns lange nicht mehr im kleinen Kreis getroffen. Zudem würden Susanne und Thomas in wenigen Tagen abreisen.

Es sollte ein sehr schöner Abend werden, wenn auch mit anderem Verlauf als geplant. Zwei weitere Paare, Nachbarn und die griechischen Freunde Stella und Tasos, waren geladen und so ergab sich eine illustere und gesellige Runde.

Stella brachte, wie immer, Essen zuhauf mit – der Tisch war also reichlich angefüllt. Die Sprache des Abends – Englisch! Alle ein wenig holprig, manche schwer zu verstehen, sehr zu Sibylles Freude 😉

Diesmal auf der Südterrasse
Reichlich wie immer

Wir verabschieden uns nachdem das Mahl weitgehend verzehrt war. Es war spät geworden und wir alle waren etwas müde. Der griechische Wein zeigte ebenfalls Wirkung. So drücken wir Thomas und Susanne, wir werden uns wohl im Herbst noch einmal auf Leros wiedersehen.

Ich hatte Vorfreude auf den Folgetag – erstens, Marcus mit Familie kommt mit der DARKSYDE zurück in die Marina. Das verspricht Kurzweil und Abwechslung.

Da kommen sie – gleich mal HALLO sagen

Zweitens – wir haben eine weitere Einladung. Werner und seine Erna geben sich die Ehre. Ich solle wählen, er könne sich an ein riesiges Steak erinnern – ob das nichts wäre? Den Grund für die Einladung würden wir erfahren…

Ich konnte mich ebenfalls an das Steak erinnern, es war letztes Jahr bei unserem glatzköpfigen Freund, bei Dimitris „o´ Karaflas“.

Sibylle und Erna bestaunen die Vorspeisen
Sibylle wählt „Stuffed Calamari“ als Hauptgang
Werner und ich teilen das 1,2kg Tomahawk Steak
Medium mit Hagelsalz – sehr fein
DAS mag ich – ehrlicher als im „Skipper´s“

Ja was ist denn nun der Grund, wie kommen wir zu der Ehre?

Werner setzt zu einem Toast an und erklärt, dass er und Erna am heutigen Tag 55 Jahre verheiratet sind, sie wollen das zusammen mit uns feiern. Das berührt und ehrt uns wirklich – wir stoßen darauf an!

Darüber hinaus, setzt der Salzbuckel seine Rede fort, bedanke er sich für die Hilfe, die ich ihm rund um seine ALENA habe angedeihen lassen. Das freut mich ebenso, der allergrößte Teil davon war Ehrensache, nicht der Rede wert…

ALENAs Skipper fährt fort – er und seine Frau haben beschlossen, sich von der geliebten HR39 zu trennen, ich möchte mich bitte um den Verkauf kümmern. Ich schaue verduzt, stelle aber keine Fragen – ich weiß, was Werner bewegt, kenne ein wenig seine Gründe, der Entschluss ist wohl überlegt – ich sage zu, Details ein Andermal!

Wenn also einer von euch einen potentiellen Käufer für eine HR39 aus dem Jahr 1995 kennt, lasst es mich wissen.

Der Abend klingt ein wenig sentimental aus, wir ziehen uns zu später Stunde in unsere Schiffe zurück.

Am nächsten Morgen, ich sitze gerade am Internet, wir haben bereits gefrühstückt, Sibylle ist beim Einkaufen – es schreit und pocht an der Gangway…

DONGDONGDONG, NESSAJA, MARIO! Can I come on board? Es rumpelt – ich höre wieder ein Schreien „…no need to answer – I am on board!“ Ich gehe hoch, höre wieder ein Rumpeln und kann gerade noch George, unserem neuen, sehr emsigen Marinero nachwinken – er hat ein Paket gebracht.

Nach zwei Monaten Rückstand endlich da

Ah, SVB, endlich da! Ich kenne den Inhalt, es ist das Programmiertool für meinen Tankgeber, welcher werksseitig falsch programmiert war. SVB hat mir angeboten, dieses Tool leihweise zu schicken, ich könne das Problem damit eigenhändig lösen, dann soll ich es zurücksenden – das klingt gut!

Den Nachmittag verbringen wir bei Marcus – etwas Vernünftiges kommt dabei aber nicht raus…

So einen Hut und eine Brille will ich auch! Gibt´s die auch in rosarot???
Brille – passt schonmal
Ist das jetzt dieses COOL???
Wir wechseln den Look
Der Pate – „…I will make you an offer…“

Wir trinken Tsipouro und Bier und sind in alberner Laune – ist eigentlich immer so, wenn die junge Familie da ist. Das geht so bis in die frühen Abendstunden.

Zum Abendessen ziehen wir uns auf NESSAJA zurück. Wir sind immer noch satt von der Völlerei der Vortage. Sibylle entscheidet, einen Salat zu machen – ich stimme zu.

Reicht aus – und ist superlecker

Am Folgetag stellen wir den Wecker. Marcus fährt an die Kaimauer nach Lakki um Giorgos dort zu treffen. Ein Solarträger muss angepasst werden. Da wir auch diesmal mit Giorgos´ planmäßiger Unpünktlichkeit rechnen, sage ich zu, Anlegehilfe zu geben und auch sonst mit anzupacken.

Giorgos kommt, das Trum am Anhänger. Helfer treffen, wie aus dem Nichts, ebenfalls an der Kaimauer ein. Mein Job ist es eine der Edelstahlstützen zu fixieren. Dies verleitet Marcus zu der Aussage, dass ich mein Geld als Pole-Tänzer verdienen könnte…

Ich versuche zu zeigen was ich kann!

Uhhh, yeah
Dieses Bild mache ich nur öffentlich, um nicht erpressbar zu sein

Gemeinsam kommen wir zu dem Schluß, dass meine Fähigkeiten diesbezüglich unzureichend sind und ich lieber der Mechanik treu bleibe. Ich halte die Stange weiter fest – mit weniger Hingabe!

Danach widme ich mich einem offenen Punkt auf meiner eigenen Liste – ich will „Setup Tankgeber – Schwarzwassertank anpassen“ heute abgehakt wissen.

Programmiertool, Stromversorgung für selbiges, Licht und Bedienungsanleitung – es kann losgehen
Tool an das Kabel des Tankgebers angeschlossen – Setup Procedere durchführen
OC – bedeutet OK! So steht es in der Anleitung
Der Praxistest zeigt – alles bestens

Mein Tankgeber zeigt nun an was er soll – nicht mehr Diesel in Tank 6 sondern Schwarzwasser in Tank 1. Die 30% sind eingepumptes Wasser, ich wollte die Funktionsprüfung auch gleich erledigt wissen. Seither tut der teure Geber was er soll.

Das Tool werde ich, wie vereinbart, bei unserem Deutschlandbesuch an SVB zurückschicken. Super Service!!!

Ich bin gerade fertig, schellt mein Telefon. Marcus ist am Apparat, er wolle sich bedanken und käme mit dem Schlauchboot in die Marina – an der Hand hätte er seine Tochter und einen Karton voller Süssigkeiten. Ich soll doch bitte Kaffee kochen! Ok, wenn er das sagt…

„Repapis“ Sweets, nicht von schlechten Eltern
Und wieder nur Blödsinn im Kopf – ok, wir müssen auch eine Vierjährige bespaßen

Nach der Kaffeepause zieht der Freund wieder ab. Er wird mit seinem Katamaran nach Lipsi fahren. Die Nachbarinsel ist sein Refugium, er hat dort seine Homebase. Wir treffen uns regelmäßig in Leros, weil DARKSYDE dort stationiert ist.

Wir verabreden uns locker auf einen Besuch in Lipsi. Wenn wir hier mit unseren Erledigungen fertig wären, würden wir gegebenenfalls noch auf ein paar Tage „Urlaub“ in die Ankerbucht Katsadia vor dem berühmt-berüchtigten „Dilaila“ festmachen. Mal sehen ob´s klappt…

Sibylle mahnt, „…wenn wir mit unseren Erledigungen fertig werden wollen, müssen wir JETZT etwas tun!“

Ok, verstanden, ich erkläre mich bereit die Reinung der Bilge mit ihr anzugehen.

Kühltruhe nochmals weg, alle Bretter raus – erst vorne, dann in der Mitte
…hier sieht man warum

Grund für den Aufwand war unser defekter Reservekanister. Ich hatte einen Olivenölkanister zum zweiten Ersatzkanister umfunktioniert. Er ist der einzige Kanister, der aus Platzgründen im Innenraum des Schiffes mitfahren darf.

Ausgerechnet dieser Kanister hatte für Unbill gesorgt – er hatte durch einseitiges Stehen eine Verformung mit einem Mini-Knick und einer Undichtigkeit. So gingen zwei, drei Liter Diesel verloren und verteilten sich in der Bilge.

Das Problem hatten wir rasch gelöst, aber die Reste in den Bilgen schwappten beim Segeln hin und her – erst heute hatten wir Zeit für eine porentiefe Reinigung. Aber nun kann ich auch diesen Punkt von der Liste nehmen!

Zur Belohnung gibt es abends mal wieder „SouVLakki“…

Heute bleibt die Küche kalt…
…denn Chicken Giros schmeckt auch Sibylle
Ist aber auch was Feines

Weil wir gerade so einen guten Lauf haben, gehe ich am nächsten Vormittag einen neuen Punkt auf meiner Liste an. Sibylle hat moniert, dass das Gasgeben im Rückwärtsgang schwerer als gewohnt geht.

Ich sehe mir das am Gasseil und Gashebel an der Einspritzpumpe an, alles ok – hm, dann muss ich mal in die Schaltkulisse schauen. Denn eines muss ich eingestehen, ich hätte es vielleicht nicht so dramatisiert, aber gemerkt habe ich es auch.

Schaltkulisse freigelegt, kein eindeutiger Fehler erkennbar

Ich schraube also das Gehäuse auf und prüfe alles, es ist kein Fehler erkennbar, die Schaltkulisse an sich, ist ein in sich geschlossenes Bauteil. Pro forma bestelle ich einen Gaszug – das kommt auf die Liste für den Winter.

Jörg ruft an. An sich ist die TRINITÉ absprungbereit, um als nächstes Ziel Kurs Astipalaia anzulegen. Sie warten auf das richtige Windfenster und auf den Kühlschrankmonteur, der eine Nachbesserung vornehmen soll.

Er erklärt mir, dass seine Duschpumpe kaputt sei und er exakt dieses Modell suche – SCHNELL! Puh, ob das klappt? Ich verspreche, dass ich mich umsehen werde, die einschlägigen Geschäfte sind mir bekannt.

Und tatsächlich – schon zwei Stunden später kann ich Entwarnung geben…

Das Objekt der Begierde

Wir verabreden uns zum Abschiedsdinner im „Pirofani“ am Panteli Strand, dort würde ich ihm auch die Pumpe übergeben können.

Wir fahren etwas früher hin, so bleibt genug Zeit um vor dem Dinner noch einmal zur Abfrischung ins Meer zu springen – ähhh, Sibylle, hast Du meine Badehose dabei???

Hat sie!

Raus aus dem Wasser, einmal schütteln und die paar Schritte zum Lokal. Schon kommen Ulrike und Jörg mit dem Dinghy angetuckert. Die Pumpe geht von meinen Händen in seine.

Wir setzen uns, ganz nahe am Wasser und genießen das Ambiente und das gute Essen.

Mal sehen, was nehmen wir denn heute?
Tzaziki – immer
Garlic Pita – auch immer
Marinated Anchovis – sehr lecker
Tuna Tartar mit Mango und Avocado – ein Gedicht
Dazu ein „Herrengedeck – Greek Style“ – Mamos und Babatzim Ouzo

Wir essen abermals sehr lecker und das „Pirofani“ kann seinen Platz in unserer Bestenliste leicht verteidigen – es ist, im Moment, ungefährdet unter den Top3.

Es gibt viel zu schnacken, ein Haus in Griechenland ist nur eines der vielen Themen. Es wird rasch späte Nacht, Zeit sich zu verabschieden. Wir werden die Beiden so rasch nicht wiedersehen, ich ziehe unseren geplanten Kreta-Besuch im Herbst in Zweifel. Egal, auf bald, irgendwo, irgendwann.

Am nächsten Tag setzen die Freunde die Segel und richten den Bug Richtung Astipalaia.

Ich gehe am nächsten Tag mal wieder schwimmen – frühmorgens um die Gunst der frühen Stunde zu nutzen. „Early Bird Day“, sozusagen…

Die Sonne kommt über den Bergrücken, es ist etwa 07.30 Uhr
Ich erfrische mich – die Lebensgeister kommen zurück
Den Rest macht Kaffee

Ich verweile einen Augenblick und genieße die Ruhe. In der Marina erwarten wir die Rückkehr liebgewonnener Freunde – bei Hans-Peter war in unserer Abwesenheit seine Frau Petra angekommen und sie haben sofort die Leinen bei ihrer LIBERTÉ losgeworfen – Ziel war Poros auf der anderen Seite der Ägäis.

Die Reise hatte einen Zweck, Hans-Peter wollte sich ein Schiff ansehen, welches ein Schnäppchen zu sein scheint. Ich wurde zwischenzeitlich immer per WhatsApp über den Sachstand informiert. Wusste daher, dass die besichtigte Bavaria 42 Ocean durchaus eine gute Occassion zu sein scheint, wusste aber auch, dass irgendwo aus Richtung Antriebsstrang Geräusche zu vernehmen sind, das wollten wir uns heute ansehen.

Der Cappuccino war alle, also auf in den Kampf Torero…

Zurück in der Marina, begrüßen Sibylle und ich die Rückkehrer. Wir erzählen uns das Erlebte und tauschen erste Fakten aus. Eine Information – Merlin hat die Schnauze voll, er war vielleicht seekrank…

Der Schnauzer hat die Schnauze voll – 😉 – man möchte es glauben

Wir verratschen uns und die Stunden verfliegen. Wir beschließen zusammen zu dinnieren und werden auf die LIBERTÉ zum Gulasch eingeladen. Sibylle bringt den bereits gekauften Salat mit, der soll nicht verderben.

Die Identifikation des mysteriösen Heulens verschieben wir auf den Folgetag, da packen wir aber gleich am Vormittag an! Versprochen!

Hilft nix – der Taucher muss wieder ins Wasser

Frei nach dem Grundsatz – „ein Taucher der nix taucht, taucht nix“ – gibt Hans-Peter alles und wir finden die Ursache rasch.

Mit einem Dreiflügler mit geringer Steigung, daraus folgt große Kraft, ist das Geräusch deutlich vernehmbar. Mit einem steileren Pendant ist das Heulen deutlich leiser. Wohingegen mit dem Zweiflügler das Geräusch nicht zu hören ist – seltsam…

Montiert wird der größere, steilere
Die Damen und Merlin überwachen unser Tun

Da die zweiflüglige Schubschraube nicht mehr im besten Zustand war, entscheiden wir uns für den guten Kompromiss – der steilere Dreiflügler wird montiert, das Problem war gelöst. Die allgemeine Sichtkontrolle ergab keine Auffälligkeiten. Gegen Mittag war das Thema erledigt, der Nachmittag stand für uns alle zur freien Verfügung.

Sibylle entscheidet sich für… WANDERN. Ich hingegen für Freundschaftsleistungen – Volker hatte zwischenzeitlich den Versand seines „Reservedinghys“ mit Spedition von Lavrion nach Leros veranlasst – „…kannst Du das schnell abholen und auf ELOWYN deponieren?“ lese ich in der WhatsApp Nachricht. Klar kann ich, schnell…

Aber wie ohne Auto? Ich mach´s griechisch!

Ich lade die Ware bei der Spedition auf´s Mopped
Und bringe es in der Marina zu ELOWYN
Dort wuchte ich es alleine an Deck – der schwierigste Teil des Unterfangens…
…und verstaue es in der Segellast

Beflügelt durch meinen Erfolg, setze ich meine Transporttätigkeit fort. Mein Außenborder muss für Wartungsarbeiten, welche ich nicht selbst durchführen kann, zu Antonis, dem anerkannten Außenborderspezialisten in Lakki.

Ich nehme den 6PS Suzuki also von Bord, auch das schaffe ich alleine, um ihn dann, wieder mit dem Mopped, zu Antonis zu bringen.

Das Mopped als Transportvehikel
Vor Antonis´ Werkstatt

Warum das so gut klappte? Weil niemand da war, der mir gesagt hat, dass es nicht geht…

In eigener Sache! Sibylle hat mich ermahnt, dass man MOPPED mit einem P schreibt – MOPED wäre richtig. Da ich „Werner“ Fan der ersten Stunde bin, weiß ich sicher wie man Mopped schreibt, nämlich mit zwei P – ich bin doch kein Depp (auch mit zwei P – witzig 😉 )

Die Internetseite „Happy Biker“ erklärt hierzu…

Wenn ein Motorradfahrer von einem Mopped spricht meint er meistens ein Motorrad.
Ein Moped ist ein kleines Motorrad mit Pedalen. Der Hubraum beträgt max. 50 ccm und die zulässige Höchstgeschwindigkeit 45 km/h

Daraus folgt -> meine GS ist ein Mopped – alles klar?

Am Abend hatten wir uns mit der „D-Steg Gang“ zum Dinner und vorherigen Besuch des „Harris“ verabredet. Auch dorthin fuhren Sibylle und ich mit dem MOPPED.

Petras erster Besuch in der Bar mit der tollen Aussicht

Wir alle wollten am Abschiedsdinner von Petra teilnehmen, denn Hans-Peters Gattin würde morgen abreisen. Klar, dass wir uns alle noch einmal zusammensetzen!

Zuerst in großer Runde im „Harris“…
…wo wir an großer Tafel saßen…
…und den herrlichen Blick genossen haben

Danach haben wir uns für das „Tis Kakomoiras“ entschieden – unserem derzeitigen Favoriten unserer Leros-Bestenliste. Der Restaurantname bedeutet übrigens „Der Pechvogel“ und bezieht sich auf eine griechische Fernsehserie.

Der Schein trügt – der Parkplatz des „Kakomoiras“ ist direkt neben Dimitris Hinweistafel…
…das kleinere Lokal in direkter Nachbarschaft
Der Ecktisch auf der Terrasse war für uns reserviert
Hoch über Vromolithos – wir genießen unsere Meze

So klingt dieser Tag aus, alle verabschieden sich von Petra, wir etwas zurückhaltender, anschließend verholen wir uns in unsere Kojen.

Warum unsere Zurückhaltung? Nun, wir wussten, dass es nicht nicht der finale Abschied ist. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass wir von Hans-Peter eine Einladung zum Frühstück bei Marietta geschenkt bekommen haben. Wir hatten damals schon gesagt, dass wir das zusammen mit ihm und seiner Frau genießen möchten – und dieses Frühstück haben wir für morgen, für Petras Abreisetag, festgesetzt.

Wir waren für 09.00 Uhr bei Marietta verabredet, das gab mir genug Zeit, um meinen persönlichen Tagesablauf wie gewohnt zu starten. Sibylle wollte nicht mit – „…da kann ich dann nicht duschen, vielleicht wird es auch zu knapp…“ – na dann eben nicht. Wir würden uns dort treffen, sie käme zu Fuß.

Nach dem Baden die obligatorische Tasse Kaffee
Ich war zufrieden

Jetzt aber nix wie zurück nach Lakki! Die Zeit war tatsächlich knapper bemessen als sonst. Ich fahre also schnurstracks zu Mariettas Laden und parke meine GS neben den anderen Zweirädern, eine Parklogik oder gar Parkplätze gibt es nicht. Ist schon jemand da???

Viel war noch nicht los

Nein! Trotz der knappen Zeit war ich der Erste. Ich nehme mir die Zeit und sehe mich ein bisschen um. Mein Blick schweift über die Bucht, ich begrüße Marietta, Takis und Maria und nehme Platz – neugierig blättere ich durch die Speisekarte – aber ich weiß ohnehin schon was ich will…

Die Ankerlieger in Lakki, gegenüber das Flüchtlingscamp und der Marine Stützpunkt
Hmm, ob ich mal was anders…???

Die Anderen treffen ein, wir studieren das Frühstücksangebot und jeder sucht sich seine „Favorites“ aus – ich bleibe bei meiner „all time best“ Auswahl – ein frisch gepresster Orangensaft, dazu ein Rührei mit Käse und Speck. Meist gilt es dann etwas zu warten bis der heißgeliebte Chicken-Pie fertig ist. Den gibt es als Grand-Finale. Zum Abschluss ein Espresso macchiato – I LOVE IT!

Gemeinsam genießen wir unser Frühstück und unsere Auswahl…

YES – so darf der Tag beginnen

Wir nehmen uns Zeit – die aber trotzdem recht rasch verfliegt! Irgendwann ist es soweit, wir müssen los und Petra an den Fährhafen nach Agia Marina bringen – Sibylle und ich beschließen, die Beiden zu begleiten. Als Winkpersonal sozusagen!

Die Fähre kommt, die Reisenden warten schon
Auch Petra muss boarden und sich von HP und Merlin verabschieden
Wie immer geht alles sehr schnell – von Petra noch nix zu sehen
Jetzt aber, da ist sie – unser Einsatz – wir winken ihr zum Abschied nach. Bis Oktober!!!

Hatte ich nicht gerade noch die fehlende Parklogik erwähnt? Ich drehe mich um, gehe die zehn Schritte zu meinem MoPPed und siehe da…

Zugeparkt! Ein Motorrad ist zugeparkt!

Wenn sich zur fehlenden Parklogik auch noch fehlende Parkintelligenz gesellt, dann kann es passieren, dass Du erst ein oder zwei Roller wegschieben musst, bevor Du Dein Bike bewegen kannst. Wenn man Pech hat schiebt man auch mal ein Auto quer über den Parkplatz! Es muss aber auch gesagt sein – absperren ist hier ein Fremdwort, das Rumschieben von Vehikeln also easy.

Wir fahren zurück in die Marina – und was sehen meine Augen? Ein von mir zeitweise mitbetreutes Schiff steht waidwund auf dem Trockenen…

Oooops, sicher kein Verschleiß – Grundberührung am Kiel

RISE´N SHINE steht aufgepallt an Land und trägt eine offensichtliche Wunde – was war passiert. Eine WhatsApp an Ray sorgt für einen ersten Eindruck – der bemitleidenswerte Miteigner Ivan, hat in einer traumhaften Bucht, ein in der Seekarte ausgewiesenes Flach übersehen – oder die erweiterten Möglichkeiten des Kats falsch eingeschätzt.

Es kam zur Grundberührung mit den sichtbaren Folgen. Das ist eine sehr ungute Situation, weil in Griechenland neben dem eigentlichen Schaden zusätzlich eine gesetzliche Regelung greift. Das Schiff wird aus dem Wasser genommen, gilt als seeuntüchtig und darf erst wieder ins Wasser, wenn die Seetüchtigkeit bescheinigt ist.

Das kann die Marina machen – aber nur wenn der Eigner einer von der Marina vorgegebenen Reparaturweise zustimmt. Das sorgt manchmal für Unstimmigkeiten – ich bin gespannt wie es hier ausgeht.

Teuer wird es allemal – ist aber vermutlich ein Versicherungsschaden. Schlimmer ist, dass der Kat jetzt wohl mal eine Weile ausfällt – mitten in der Saison. Die anderen Eigner wird es freuen, die Flüge sind sicher schon gebucht…

Werner klopft an – sein Giros-Appetit sei im „Tis Kakomoiras“ nicht gestillt worden – ob wir mit ins „SouVLakki“ gehen?

Ja, klar…

Die einfachste Art zu essen – und rechnerisch der beste Weg
Sibylle bestellt „Covered Pita“ – mein Kalkül, dass ich helfen muss, geht leider nicht auf – sie mampft es weg!

Wir verabschieden uns mal locker von Erna und Werner. Sie würden am 28.06. für eine Stipvisite nach Deutschland fliegen und erst Mitte September zurück kommen. Wir dagegen wollen die Lücke bis zu unserer Deutschlandreise noch mit einem „kleinen Ausflug“ füllen und für rund eine Woche nach Lipsi gehen und Marcus´ Familie dort besuchen – es kann sein, dass wir uns einige Wochen nicht mehr sehen.

Obwohl wir ins Auge faßten, uns in einer Bucht in Lipsi noch einmal zu treffen und den „echten Abschied“ somit vertagten, sollte es so kommen wie befürchtet – während ich diese Zeilen tippe, reisen Erna und Werner zurück nach Deutschland – auf bald!

Wir dagegen, legen am Folgetag recht früh ab – um 08.30 Uhr werfen wir die Leinen los und legen Kurs Lipsi an. Marcus hat mir von einer freien Boje erzählt, unmittelbar vor der DARKSYDE – die will ich haben!

Zwei Stunden später fährt uns das Empfangskomitee vor der Buchteinfahrt entgegen – Ehre, wem Ehre gebührt!

Marcus und Lilly begrüßen uns gebührend
Unser Begleitfahrzeug zur Festmacherboje

Kurze Zeit später fassen wir die Boje, welche zur Taverne „Dilaila“ in der Katsadia Bucht gehört. Wir waren schon zwei- oder dreimal hier, aber das „Dilaila“ war jedesmal geschlossen – das sollte diesmal anders sein, wir würden uns einen Eindruck verschaffen.

Da liegen wir nun – geplant sind 6 Tage

Der sogenannte „erste Eindruck“ war schonmal sehr positiv. Vor allem Sibylle war begeistert, entsprach der Platz doch genau ihren Vorgaben und Wünschen. Sie mag die Marina nicht so wie ich, sie will, dass „…der Wind durchzieht, nicht jeder ins Cockpit glotzt…“ und so fort.

Sie liegt nicht falsch, das alles ist hier gegeben, zudem kann man jederzeit vom Boot ins Wasser springen.

Hier wollen wir probieren, wie es uns taugt einfach mal eine Woche irgendwo abzuhängen, keinen Plan zu haben, nicht weiter zu müssen. Kurz, das wovon alle schwärmen – wir hatten das nämlich so noch nicht!

Unser Blick Richtung Strand und „Dilaila“
Pole Position – das Ankerfeld hinter uns
Nach vorne nur ein Dauerlieger
Marcus nennt es „Paradise Island“ – das gilt es zu verifizieren

Als wir in Leros ausgelaufen sind, haben wir hinter uns noch den Funkspruch der LE CLAPOTIS gehört. Wir wussten daher, dass die Holländer Marijke und Cees auch auslaufen werden – kannten deren Ziel aber nicht.

Am Nachmittag klopft es an die Bordwand HAALOOU – Cees war mit dem Schlauchboot gekommen. Sie lägen in einem anderen Buchtzipfel und würden uns gerne zu einem Ouzo mit anschließendem BBQ einladen – wie könnten wir da NEIN sagen???

Cees holt uns um 18.00 Uhr ab, wir haben ja unseren Außenborder nicht dabei.

Punkt 18.00 Uhr – Cees übernimmt das Shutteln
NESSAJA vor dem „Dilaila“
Marijke wartet schon auf der LE CLAPOTIS
Nur noch ein paar Meter
LE CLAPOTIS, eine Bavaria 38 unter Niederländischer Flagge
Cees und Sibylle

Es war wie eigentlich immer – ungeplante, spontane Dinge sind irgendwie am coolsten. Wir hatten keine Ahnung, dass die beiden Niederländer richtige Grillfans sind und der Relingsgrill auf ihrer Bavaria ein Holzkohlegrill ist.

Nicht nur, dass aus dem „kleinen Ouzo“ ein Gelage mit allerlei Knabbereien und viel Seemannsgarn wurde…

Zum Wohl – Yammas – Prost – Onderkant boven
DANACH wird gegrillt!

…nein, auch als die Gastgeberin anfing das „bisschen zuviel gekaufte“ Grillgut aus dem Kühlschrank zu räumen und Cees seine Holzkohle in den Grill rumpeln ließ, wurde klar, dass dies ein Abend für die Bücher werden würde.

Die Flammen züngeln am Holzkohle Grill
Der Grillmeister in seinem Element
Lecker und reichlich

Irgendwann wurde es ruhiger, die Geschichten waren erzählt und Cees bot den Shuttleservice zu NESSAJA an. Wir nahmen dankend an – es war ein herrlicher Abend und sehr leckeres Essen – Heel erg bedankt!!!

Offen gesagt, wir waren froh, dass die Niederländer so früh zu Aperitiv und BBQ luden, wir hätten sonst einen Terminkonflikt bekommen. Es stand nämlich eine Verabredung mit Susanne, Marcus und Lilly auf dem Programm – erst kurz in den Ort um ein bisschen was vom „Folklorefest“ zu erhaschen, dann auf einen Cocktail ins „Dilaila“.

Wir erfahren in dieser Sekunde, dass heute „Partysamstag“ ist – DJ in da house und Club-Music bis morgens um 05.00 Uhr – ok, da trink ich zwei Ouzo mehr! Und wo liegen eigenlich meine Ohropax???

Egal, wir setzen über, es ist schon dunkel…

Die Nacht bricht über Katsadia herein

Für die Fahrt in den Ort leiht Marcus mir seinen Roller, er selber hat auf Lipsi so ein typisches MoPed in so einem antiquierten Look – man nennt die Dinger „Pelicano“ – wegen des überdimensionalen vorderen Schutzbleches…

Im Ort ist die Feier noch voll im Gange!

Traditionelle Kleidung, ein paar Worte an die Besucher
Welche später, wie immer eigentlich, mit den Einheimischen tanzen

Marcus trifft hier jemanden, dort jemanden, klar, er ist hier gut vernetzt. Wir nehmen uns 5 Minuten Auszeit und gehen ein paar Schritte bis zur Kaimauer – eigentlich wollte ich nachsehen ob Werner hier ist – doch wir finden ein anderes, mir bekanntes Boot…

Achims YASSOU, leider niemand an Bord

Nur Blog Enthusiasten werden sich erinnern, dass dieses Schiff 2017 in Ios neben uns lag. Auch damals haben wir uns verpasst und nicht persönlich kennen gelernt. Achim ist auch in dem Forum in dem ich aktiv bin. Es macht immer Spaß, Menschen aus der digitalen, virtuellen Welt in der Realität zu treffen.

Ich schreibe ihm am Folgetag, wir versuchen uns in ein paar Tagen in Leros zu treffen.

Es wird etwas später als gedacht, wir fahren zurück zum „Dilaila“ – dort ist alles ruhig!

23.30 Uhr – noch nix los

Sibylle lässt sich zu einem „…die Party fällt heute scheinbar aus…“ hinreißen, dies sollte sich als absoluter Trugschluss herausstellen – wir waren nur die Ersten – um 23.30 Uhr!

Wir gehen an die Bar, eine Runde Mojito geht über den Tresen…

Der Mojito ist lecker, die jungen Menschen trudeln langsam ein

Inzwischen ist es nach Mitternacht. Sibylle und ich waren am 31.12. des letzten Jahres zum letzten Mal so lang wach. JETZT strömen die Massen in das angesagte und überaus coole Strandlokal. Die Mädels rausgeputzt, die Jungs auf Freiersfüßen – die Balz beginnt!

Zeit für uns zu gehen…

Marcus hatte nicht zuviel versprochen! WUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMER DONGDODODONGDONGDODODONGDONGDODODONG UFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZ – der DJ leistete ganze Arbeit. Obwohl diese Club-Music nicht so mein Ding ist, konnte ich, im Cockpit liegend und den Sternenhimmel betrachtend, ganz gut zuhören – der Weg über das Meer hat den Schall ein wenig verfliegen lassen – ich sacke um 02.30 Uhr ins Bett, Sibylle schläft schon.

Ich drücke meine Ohrenstöpsel rein – auch die halten was sie versprechen! Chrrrrzzzz…

Der nächste Morgen war hart. Ich springe ins Meer, die Lebensgeister kehren zurück. Im Cockpit genieße ich in Ruhe den ersten Kaffee.

Der Tag bricht an

Für die Folgetage sind höhere Windstärken angesagt – ich hatte die Boje abgetaucht und war von der Haltbarkeit und Sicherheit überzeugt. Dennoch macht eine Sicherungsleine Sinn, zumal dann, wenn man so lange liegt.

Marcus hat eine relativ dünne, aber stabile Leine, meine Festmacher haben nicht durch den engen Bügel am Bojenstein gepasst – der Freund bietet an, die Leine für mich einzufädeln. Ich selbst war dreimal unten, bräuchte aber, um die Leine durchzuführen, mein Tauchblei. Sibylle schmunzelt – ich weiß nicht warum…

Eine Art Meeting
Das Lange muss durch´s Dünne

Nach ein paar Minuten war die Sache erledigt und wir doppelt gesichert – gut für´s Bauchgefühl!

Zeit für Sibylle ihr SUP zu Wasser zu lassen. Wir fahren es ja schon zwei Monate spazieren. Um die Relation „steht im Weg vs. ausgiebig genutzt“, ein wenig in Richtung NUTZUNG zu verschieben, ist heute der geeignete Zeitpunkt.

Da suppt die Gattin auch schon

Während Sibylle so durch die Bucht suppt, stellt sie fest, dass ein schlieriger Film auf der Wasseroberfläche ist. Man sieht es auch deutlich, alles schillert bunt.

Dies wird auch bis zum Abend so bleiben. Als wir nämlich später an den Strand fuhren um zum Dinner ins „Dilaila“ zu gehen, waren diese schillernden Spuren immer noch da und auch deutlich zu sehen…

Irgendein Ölfilm

Es war leichtes Öl, Diesel oder Benzin oder etwas ähnliches. Am Folgetag hatte der Wind die Spuren verwischt. Ich war nachdenklich – ich kannte die Ursache nicht, kann und will nicht mit Fingern zeigen. Aber eines wird klar, SO wird der Mensch es schon irgendwie schaffen – anderseits, würde ich mich jetzt auf den Strand kleben, es wäre niemanden geholfen.

Ein erster Ansatz wäre es, wenn man Achtlosigkeit bekämpfen würde – die eigene und die der anderen!

Ich will mich auf andere Gedanken bringen…

Bunte „Fähnchen“ an der Decke des „Dilaila“

Das „Dilaila“ hilft dabei! Es ist eine wirklich coole Bar mit einem tollen Ambiente und sehr vielen kleinen aber feinen Details.

Da hat doch mal einer den falschen Urlaub gebucht
Eine WAAGE – selbst hier! Neben dem Handy die zweite Geißel der Menschheit
In einer Ecke ein kleiner „Art-Shop“
Den Sibylle natürlich sofort entdeckt

Über die vielen Kleinigkeiten an denen das Auge hängen bleiben kann, streift mein Blick zur Aussicht. Ich liebe es, wenn ich NESSAJA von einer Bar aus beim Schwojen zusehen kann. Ich könnte da wirklich dutzende Bilder machen…

Vorne – eine riesige, alte Ankerwinde! Hinten – NESSAJA
Hier rudern wir mit dem Dinghy an den Strand
Schön, oder?

So, genug in Gedanken geschwelgt und sich der Aura des „Dilaila“ hingegeben – ich habe Hunger! mal sehen was die Küche der Taverne hergibt. Man verspricht regionale Produkte aus biologischem Anbau, eine raffinierte Zubereitung und den „besonderen Pfiff“.

Ich bin gespannt…

Die Speisekarte – man muss sie LESEN

Ich weiß nicht ob es Zufall oder Absicht ist – aber die Speisen haben alle irgendwelche Phantasienamen. Das ist clever, denn man kann sich nix drunter vorstellen. Man LIEST also wirklich die Karte, denn die Namen erzeugen auch Neugierde.

Unsere Wahl fällt auf zwei Feta-Meze, einem Salat und eine Hauptspeise, welche wir uns teilen – und ich muss sagen, die Küche hält was sie verspricht!!!

Hier werden wir öfter herkommen, hier werden wir öfter essen.

Der kommende Tag beginnt wie immer – ein morgendliches Bad, ein kleines Frühstück für Sibylle, ein Kaffee für mich. Danach aber geht es los – für heute ist ein Inselausflug geplant.

Wir setzen über, Marcus leiht mir abermals den Roller und schon geht es los…

Naturbelassene Küste – im Hintergrund Marathi und Arki
Schöne Strände, einsame Küstenstraßen
Strände wie in der Karibik? Ja, nah dran…

Wir machen eine Pause am Karibikstrand, dort gibt es eine kleine Taverne, wir gönnen uns einen Snack zum Mittagessen und sinnieren über Lipsi.

Die Insel ist smarter als Leros, aufgeräumter, kritisch betrachtet könnte man sagen sie ist schöner. Marcus will hier bauen, wir haben das sehr schöne Grundstück besichtigt.

Wäre ein Haus auf Lipsi eine Alternative? Ich denke nein, denn erstens ist Lipsi teurer, zweitens ist die kleinere Insel mit nur 10% der Einwohnerzahl Leros´ im Winter eine Herausforderung. Mir persönlich sind auch zuviele Touristen hier, im Individualsegment ist Lipsi längst kein Geheimtip mehr.

Wir setzen unsere Runde fort, meine Gedanken fliegen…

Wir verlassen die Taverne am Karibikstrand
Fahren eine steile Bergstraße zu einem kleinen Steinstrand
Sibylle zieht die Füße dem MoPed vor
Wir entdecken befestigte Wanderwege und schöne Tracks
Kirchlein überall
Und diese einladenden Strände überall

Die Runde um die Insel führt uns zurück in den Hauptort. Lipsi brennt sich als eine Perle der Ägäis in unser Gehirn. Es ist ein wunderschönes Eiland und wir hatten viel noch nicht gekannt. Wir haben jetzt einen wesentlich umfänglicheren Eindruck!

Im Hauptort gehen wir einen Cappuccino trinken – hier wird deutlich erkennbar, wie ZEIT auf Lipsi eingeordnet wird, wie sie gewichtet wird.

Zeitgedanke – anders interpretiert

Wir gehen noch zur Bäckerei um ein Brot zu kaufen – dieser Laden genießt bei Seglern einen weitreichenden und sehr guten Ruf. Manche kommen extra hierher um süße Teilchen zu essen und ihren Nachmittagskaffee zu trinken.

Die bekannte Bäckerei in Lipsi -Ort

Offen gesagt, mich hat diese Bäckerei nie so richtig erreicht. Sie ist einladend, aber ich finde es gibt bessere Läden. Na egal, da soll jeder so denken wie er will, wir jedenfalls kaufen im Vorbeifahren unser Brot und kehren dann in die Ankerbucht Katsadia zurück.

Die Bucht von oben – NESSAJA liegt sicher

Wir besuchen abermals das „Dilaila“ um auch zum Ausdruck zu bringen, dass wir die kostenlose Boje schätzen. Heute gibt es nur ein Bier und einen Octopussalat, wir hatten ja schon unseren kleinen Lunch am Karibikstrand.

Ich ziehe ein Zwischenfazit – der angesagte, kräftige Meltemi ist gekommen, das Liegen in der Bucht ist sicher, aber nicht so „gemütlich“ wie Sibylle sich das ausgemalt hat. Trotz der Boje muss man auf der Hut sein, denn die Mehrzahl der überwiegend türkischen Skipper ankert wild drauf los – frei von jeglicher Ahnung.

Wir besuchen das „Dilaila“ täglich, auf einen Drink, ein Bier, einen Snack oder auch zum Dinner – es ist ein herrlicher Ort und das Ambiente sorgt für ein, zwei besondere Stunden täglich.

Ich schreibe meinen Blog „voraus“ und der Rückblick holt in dieser Sekunde die Gegenwart ein, das bedeutet, dass ich diese Zeile in der Sekunde schreibe in der sie passiert – Echtzeit also! Die fehlenden zwei Tage des Monats Juni müssen erst noch stattfinden, sie sind Zukunft. Warum schreibe ich das? Mir wäre es ohne den Blog wahrscheinlich phasenweise langweilig – ob ein tagelanges Liegen in einer Bucht wirklich „mein Ding“ ist, ist noch nicht final entschieden!

Ich will kurz erklären, warum ich mir ein „Jammern auf höchstem Niveau“ zeitweise zugestehe…

Die Superyachten machen auch vor Lipsi nicht halt – 25.000.-€ am Tag! Schnäppchen!
Gerade angekommen – das Spielzeug wird ausgepackt
Die ersten Trottel sausen in Gleitfahrt durchs Ankerfeld – wo die Segler, auch Kinder, schwimmen

Klare Worte – ich gönne jedem Alles! Neid ist mir, zumindest was materielle Dinge betrifft, völlig fremd. Ich schwöre, mit den meisten von diesen Menschen möchte ich nicht tauschen, weil ich glaube, tatsächlich „freier“, ohne die Zwänge von außen, zu leben.

Aber die dekadente Zurschaustellung von Reichtum, gepaart mit einer „me first“ Mentalität und einer Prise Dummheit, regt mich eben auf – da stehe ich dazu und bin auch zu Grundsatzdiskussionen bereit.

Inzwischen trifft der „Tender“ der Superyacht ein…

Ein „Pendeldinghy“ im Minutentakt
2 x 225PS und drei Mann Besatzung müssen hin und her fahren
Klar, dass man die 150m nicht langsam fahren kann – 20m vom Strand

Ein Jetski mit einer Dreijährigen am Lenker fährt an uns vorbei, Diskretion und Privatsphäre werden missachtet – der stolze Papa lächelt. Ich lächle milde zurück, ich hoffe, er fühlt was ich denke.

Das Ankerfeld füllt sich langsam – bitte beachtet die Yacht „Friendship“ die etwa in Bildmitte zu sehen ist.

FRIENDSHIP – liegt super zwischen Marcus´ Kat und der Superyacht

Die türkische Yacht hat einen guten Platz und liegt sicher. Ich weiß nicht, was den Skipper geritten hat, als er plötzlich „Anker auf“ geht und direkt neben uns sein Grundeisen wieder versenkt. Hirnlos mäandert er neben uns rum…

Kommt nahe

Die Besatzung sieht ratlos zu mir rüber. Sie sind irritiert, dass sie an meinem Bug keine Kette sehen – ich will schreien „Mann, das liegt daran, dass es ab hier Strandbereich ist, zu flach und zu wenig Schwojraum“ – unterlasse das aber.

Der türkische Skipper erhält von mir kein zustimmendes Lächeln, ich glotze nur und strahle Fassungslosigkeit aus – er kommt näher.

Geht wieder „Anker auf“ – war wohl nix

Irgendwann wird es dem Türken zu unwohl und er geht wieder – war einfach zu nah. Schön, wenn er es wenigstens merkt.

Es ist übrigens eine Unart der Türken entweder gleich mit Fendern ins Ankerfeld einzulaufen, oder diese sofort nachdem der Anker gefasst hat, an die Bordwand zu hängen. Geht´s noch? Sobald ich im Ankerfeld Fender brauche ist doch was verkehrt – so zumindest meine Auffassung!

FRIENDSHIP räumt das Feld, ich wähne mich in Sicherheit – aber denkste! Die italienische (wer sonst) Yacht ABRAXAS kam, sah und ankerte – genau dort, wo es dem Türken zu eng war. Das sollte seinen Grund haben!

Die Italiener waren nett, ich auch – entgegen meiner Überzeugung. Meinen wirklich freundlich vorgetragenen Hinweis, dass ich an einer Muring liege und er, sollte der Wind sich drehen, was er die letzten Tage IMMER tat, vermutlich in meinen Kreis kommt, quittiert der smarte Skipper mit einem Lächeln. Der Skipper bedankt sich und ignoriert den Rat.

Wir essen im „Dilaila“ und genießen die Mondnacht.

Das Ankerfeld ausgeleuchtet, die DARKSYDE illuminiert das Wasser

Am nächsten Morgen stehe ich auf – und sollte Recht behalten haben…

Zentimeter zwischen meinem Anker und seinem Heckkorb

Mir egal, ich bleibe zur Abwechslung mal entspannt und springe mit einer Arschbombe ins Wasser. Die wiederum, reißt die im Cockpit schlafende italienische Schönheit auf dem Schmuseschiff aus den Träumen.

Auch sie scheint überrascht, ja mehr erschrocken, über meine NESSAJA die in ihr Cockpit und in ihre müden Augen lugt. Hastig weckt sie ihren Skipper, der rasch ein paar Meter Kette einholt – Situation bereinigt…

Besser – zunächst

Der gestern so nette Amici winkt müde herüber, ich lächle und winke zurück. Er reibt sich den Schlaf aus den Augen. Man beratschlagt auf der ABRAXAS und geht dann „Anker auf“ – tja, hätte ein so schöner Morgen sein können…

Wie gesagt, mir geht es nicht um die Sache, mir geht es um den Umgang der Menschen untereinander und mit gewissen Situationen. Vorausschau und Umsicht, Rücksichtnahme und Fairplay sind Fremdwörter geworden.

Auch Sibylle ist inzwischen wach, wir checken NESSAJAs Systeme. Alles ok, wir könnten noch bleiben. Wir haben 190 von 520 Liter Wasser verbraucht, aber einen Wassermacher an Bord. Wir haben nach 6 Tagen noch 67% Energie, haben aber einen Generator. Der limitierende Faktor wäre der Fäkalientank, hier sind wir bei 80%, hier müssten wir bald auf See gehen um dort zu entleeren.

Noch 67% nach 6 Tagen, das ist bei unserem Setup sehr gut
Schwarzwasser nahezu zu 80% gefüllt, das ist maximal für weitere 2 Tage gut

Mir reicht´s, mir ist langweilig, der Trubel und die Rücksichtslosigkeit der Mitmenschen nervt mich. Ich will zurück in die Marina, dort kann ich mich beschäftigen, ich kann mich zurückziehen – und es gibt das bessere Eis!

Wir werfen unsere Leine los und fahren die rund 15nm nach Leros, in die Lakki Bucht, zurück. Es war eine ereignislose, monotone Rückfahrt unter Motor – wir schweigen. Uns wird klar, Sibylle und ich haben unterschiedliche Vorstellungen vom Leben am Anker – das müssen wir klären. Aber nicht heute…

Wir kommen an, der Marinero hat uns UNSEREN Platz D1 freigehalten, denn er weiß, dass wir NESSAJA für die Fahrt nach Deutschland zurück lassen würden. Hier, in dieser Ecke, liegt sie wie in Abrahams Schoß und ist unter den wachsamen Augen von Angelika und Uli.

Der Anlegeschluck wird durch ein „Anlegeeis“ ersetzt, die GS wird mobilisiert. Ich bin zuhause!

Mit dem MoPPed zu „Repapis“
DAS mag Sibylle schon auch
Schlaraffenland

Meine Lieblingseisverkäuferin ist da, obwohl, eigentlich sind alle meine Lieblingseisverkäuferinnen, sie sieht in meinen Augen die Gier nach der High-End Eissorte „Parfait White“, gepaart mit Erdbeersorbet und Mongosorbet – ahhhh, wie wunderbar – sie schaufelt die geliebte Masse in mein Becherchen, ich gönne mir DREI Kugeln – Sibylle zahlt ohne zu schimpfen!

Jaaaa, DAS mag ich
Jetzt mal ehrlich…

Auf meinen Wunsch hin, fällt das Abendessen aus – ich möchte nachdem die Sonne hinter dem Hügel vor Panteli verschwunden ist, zum Lieblingsstrand fahren, um dort zu Baden und ein Bier zu trinken – oder auch zwei!

Wir packen also unsere Siebensachen und tuckern mit der treuen GS zum Panteli-Beach. NESSAJA bleibt zurück, ich liebe es, wie sie da so liegt…

NESSAJA zurück an D1

Der Vollständigkeit halber muss ich erwähnen, dass in der Türkei Bayram ist. Da ziehen die Nachbarn natürlich in Scharen rüber. Das haben wir in Lipsi zu spüren bekommen und das sieht man auch auf Leros.

Ok, mehr als sonst…
…aber NOCH überschaubar

Wir nehmen uns einen Tisch am Strand und gehen erst einmal schwimmen und frischen uns richtig ab. Danach erst bestellen wir unser Bier – es gilt zu verhindern, dass der kostbare Tropfen warm wird, während wir noch im Wasser sind.

Während wir auf unsere Bestellung warten, sehe ich einen nostalgischen, blau-weißen Fischerkahn an einem, wie ein Bügeleisen geformten Motorboot vorbeifahren – es prallen Welten aufeinander. Was mag der Fischer wohl denken? Der, der vielleicht 500.-€ im Monat verdient, aber glücklicher sein mag ohne es zu wissen.

Oder weiß er es???

Was mag er über geschätzt 16-jährige Jünglinge denken, die, einem Diener gleich, stehend am Steuerstand, die übermotorisierten Zubringer-RIBs in Gleitfahrt durch den Schwimmerbereich lenken? Die Bilder sind grotesk…

Die Bestellung kommt, ich komme auf andere Gedanken. Wir haben das zweite Bier durch „Ouzo mit Meze“ ersetzt, wir genießen unsere Getränke, die laue Luft und den erfrischenden Wind – so lässt es sich aushalten.

Ahhh, könnt ihr euch vorstellen, wie das die Kehle runterfließt
Heute reicht das als Abendessen – ich bin zufrieden

Wir fahren zurück in die Marina, sehen im Vorbeifahren, dass auch die ELOWYN sicher liegt. Morgen werde ich mal nach ihr sehen und die Batterien laden. Morgen! Für heute reicht es…

ELOWYN liegt locker an A

Wir schlafen, wider Erwarten, sehr gut und es ist nicht zu heiß. Sibylle hat ihren vermeintlich größten Trumpf den ganzen Vortag ausgespielt – natürlich ist es in der Marina nicht so schön zugig wie vor Anker – aber es hat eben andere Vorteile.

Unser Ventilator macht den Rest…

Ich wache auf, es ist 06.45 Uhr. Ich entscheide – heute ist der richtige Tag um ihn mit einem morgendlichen Bad im Meer zu eröffnen. Mit dem Bike tuckere ich also an den Ort, an dem der gestrige Tag ausklang.

Menschenleer – Stille – I love it
Ich gönne mir mein Bad, als die Sonne gerade über den Berg kommt

Heute gibt es keinen Kaffee, es ist noch zu früh. Vor 07.30 Uhr gibt es auch hier nix. Ich fahre zurück zu NESSAJA um dort, zusammen mit meiner Frau, den Tag willkommen zu heißen – ok, einen kleinen Vorsprung habe ich schon 😉

Noch im Schatten – angenehm

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. NESSAJA hat klebrige Ablagerungen von einem der dicken Kugelfender am Rumpf. Die Fender haben inzwischen neue „Fendersocken“ bekommen um das zu verhindern – die Spuren muss ich aber wegmachen. Bei der Gelegenheit wasche ich das Dinghy.

Ich gehe zu Panos und hole Ersatzteile, danach kann ich ein Rücklaufventil an der vorderen Toilette ersetzen – alles nur Randnotizen, nicht der Rede wert.

Aber auch hier – Unachtsamkeit überall – ich merke das, als ich zum Laden gehe. Es wird gebaut, eine Fläche wird planiert, es ist abgesperrt und ein Arbeiter spritzt gerade mit Wasser auf. Ich denke mir, dass ich als Fußgänger da NICHT durchlatschen muss und weiche aus, gehe hinter der Absperrung.

In diesem Moment überholt mich ein Leihwagen rechts und fährt voll durch den frischen Sand – egal – macht´s der Grieche halt nochmal, kost hier doch nix!

Ich erinnere mich an Spontisprüche aus meiner Schulzeit und wünsche dem Rowdy „drei Tage Durchfall und kein Klopapier!“

Ich habe es gerade zu Ende gedacht, läuft dieser Zeitgenosse vor mir…

Ähh Sie, da hängt noch was…

Irgendwie ist´s schon wieder zu heiß, hier drehen alle am Rad!

Um mich einzunorden, gehe ich zur ELOWYN und komme meinen Pflichten nach. Strom ist auf der Säule, alle relevanten Schalter an – und schon tut sich was.

Da ziehen die Charger an

Auch sonst ist auf dem blauen Riesen alles ok. Ich vermelde es meinem Freund Volker, so kann auch er beruhigt ins Wochenende gehen.

Der Tag heute und somit auch der Monat Juni sollen mal ganz anders ausklingen – Sibylle und Angelika haben ein Beach-BBQ initiiert. Wir haben ja einen kleinen, wilden, aber sehr aufgeräumten Marinastrand – hier wollen wir, nachdem die Sonne hinter den Hügeln Leros´ versunken ist, einen Griller starten. Kleiner Kreis, JASPER, NESSAJA und Hans-Peter nebst Merlin von Melmac, die beiden Bartträger von der LIBERTÉ.

Wir waren grad am Gehen, da sitzt einer an unserem Boot. Der Unbekannte raucht. Das hat zunächst niemand gestört, er verhält sich unauffällig. Irgendwann schleicht er weg – dabei verliert er seine Kaugummis und „vergisst“ seine Kippe.

Sicher aus Versehen

Weil mir der Unbekannte sympatisch war, mir zudem der gute Atem des Rauchers am Herzen lag, habe ich ihm seine Kaugummis hinterher getragen. Er hat sich gefreut und dankend seine Chewis und auch die ebenfalls zurückgebrachte Kippe angenommen. Der Gute…

Ganz ehrlich, geht´s noch? Sich rauchend vor andere Boot setzen und dann in einer „Blue-Flag Marina“ die Kippen einfach liegen lassen? Ich war erstaunt, ein Bürger von „La Grande Nation“ als Umweltferkel? Sachen gibt´s…

Wir gehen zum Strand und befeuern den Cobb, endlich!

Die Sonne dippt gerade den Gipfel des Hügels
Der Cobb wird befeuert – das erste Mal 2023

Die Damen haben leckere Salate gemacht und leckeres Grillgut gekauft. Unser „Artisan Butcher“ Xatzigrigoriou hat sich selbst übertroffen und erstklassige Ware empfohlen – eine gute Wahl.

Unser Grillgut bruzzelte, wir hatten zusammen viel Spaß und sinnierten so vor uns hin. Über Gott und die Welt, Sex and Drugs and Rock´n Roll und überhaupt – das Leben im Allgemeinen!

IHR scheint es zu schmecken – er würde gern probieren
Beach-BBQ am Strand der Leros Marina
Feine Leckereien frisch vom Cobb

So klang er vor wenigen Minuten aus – unser Juni 2023! Es war ein sehr schöner Monat, weil er anders war als die davor. Wir waren unterwegs, hatten viel Zeit mit Freunden verbringen können – Zeit, die wie im Flug verging.

Das Schiff, unsere NESSAJA, hat uns nicht enttäuscht. Ich weiß wohl, dass auch wieder andere, frustrierende Tage kommen werden, aber die Bewährungsprobe, die Feuertaufe, hat sie bravourös gemeistert – alles hat wie gewünscht funktioniert.

Ein kurzer Ausblick auf den vor uns liegenden Juli – wir werden am 04.07. Richtung Deutschland aufbrechen, weil es ein Familienfest zu feiern gibt. Nach unserer Rückkehr haben wir ein paar kleine Aufgaben in Leros zu erledigen, bevor wir zu einer größeren Runde aufbrechen wollen. Ob das alles klappt wie geplant? Lassen wir es auf uns zukommen!

Ich bedanke mich, wie immer, für die investierte Zeit, eure Neugierde und euer Mitfiebern. Wir teilen unsere Erlebnisse, unser Leben 2.0, gerne mit euch, mit unseren Freunden – getreu der Headline „Friends will be Friends“

Wir wünschen euch einen wunderschönen Juli, wo immer ihr auch seid.

Gruß von Bord der NESSAJA, Gruß aus der Leros Marina Evros

Mario & Sibylle, die NESSAJA Crew

Mai 2023 – Proud Mary

Viel Freude beim Lesen unseres Maiberichtes, welcher zum Glück nicht kürzer ist als gewohnt, dafür aber mit deutlicher Verspätung erscheint! 😉 Hierfür entschuldige ich mich in aller Form, kann dies aber begründen – doch lest selbst…

Mit dem Mai des laufenden Jahres liegt ein ganz besonderer Monat achteraus – nicht nur, dass wir Beide unsere Geburtstage im Wonnemonat feiern, viel wichtiger scheint doch, dass NESSAJA fertig (ich verwende das Wort mit Vorsicht) ist und wir diesen Monat zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder ablegen werden.

26. Mai 2023 – NESSAJA verlässt die Leros Marina Evros

In diesem Zusammenhang muss ich wohl erklären, warum der „Creedence Clearwater Revival“ Song aus dem Jahr 1969 zur Headline wurde…

Musikfans unter euch wissen es längst – ich möchte damit eine der Sängerinnen würdigen, die meine Jugend geprägt haben – Tina Turner verstarb am 24. Mai – diese Nachricht hat mich traurig gemacht – zum einen, weil ich sehr viele Erinnerungen mit ihren Songs und den besuchten Konzerten verbinde (selbst mit meiner Mutter war ich dort), zum anderen aber auch, weil Todesnachrichten der Stars aus der Jugendzeit aufzeigen, wie schnell die Zeit doch rast.

Hier kommen wir zu „Proud Mary“!

Ich liebe die alten Songs von Tina, in dem Titelsong geht es um einen alten Schaufelraddampfer auf dem Mississippi – das Schaufelrad dreht sich weiter und weiter. So geht es NESSAJA nun auch wieder – wir reisen wieder mit ihr – rollin´, rollin´, rollin´!

Es geht aber wie immer um mehr – der Songtexter, John Fogerty von CCR, hat 2018 erklärt, dass „Proud Mary“ wie folgt zu interpretieren ist…

Ein Motto, dem wir nun schon fast zweieinhalb Jahre folgen – jetzt auch wieder unter weißen Segeln!

Natürlich war bis dahin einiges passiert – hier der Reihe nach…

Es ist der 01. Mai – ich freue mich! Heute kommen Gottfried und Gabi an. Wir kennen die Beiden schon einige Jahre und haben sie als Freunde schätzen gelernt. Dazu half sicher auch, dass wir uns schon vor unserem „Leben 2.0“ auch außerhalb der Segelsaison treffen konnten – wir haben früher nicht weit auseinander gewohnt.

Der Flieger landete pünktlich und kurz vor Mittag trafen die Freunde ein.

Sofort auf´s Schiff

Weil die ersten Tage ja immer mit Bootsarbeiten angereichert sind, zudem das Leben „on the hard“ – also so lange das Boot noch am Land steht – ohnehin etwas beschwerlicher ist, haben wir uns erlaubt, die Beiden zum Abendessen an Bord von NESSAJA einzuladen.

Der Tisch war gedeckt

Sibylle hat alles vorbereitet, der Tisch war gedeckt, der Salat vorbereitet, es sollte Pizza vom „La Nostra“ geben. Die Gäste können kommen – und das taten sie auch, pünktlich wie immer.

Willkommen an Bord

Der Tag klang gemütlich aus, wir hatten viel zu erzählen und bequatschen. Irgendwann ging unser Besuch dann todmüde und erschöpft von der Anreise nach Hause – schön, dass ihr wieder da seid!

Der neue Tag sollte gemütlich angegangen werden. Die Temperaturen stiegen langsam, es war Zeit die „Badesaison“ zu eröffnen. Am Panteli Beach waren die Liegen bereits wieder aufgestellt, also nix wie hin…

Sonne herrlich – das Meer ruft…
…ein Ruf, dem ich gerne folge!
Nach der AB-frischung eine ER-frischung, schöner Tag

So darf es weitergehen! Leider war das nicht der Fall – wie überall in Europa beginnt auch der Frühsommer in Griechenland schleppend. Es gab etliche bewölkte Tage und auch ein paar Regenschauer. Fast wäre Max Werner´s „Rain in May“ der Titelsong geworden…

Natürlich wissen wir, dass wir das Wettergeschehen auf einem recht hohen Niveau beklagen, daher zurück zur Tagesordnung – ab nach Hause!

Nach dem Baden brauchts zum Biken einen Pullover

Am Spätnachmittag waren wir zum Apero (nicht Aperol – eher sowas wie Aperitiv…) auf die LE CLAPOTIS von Cees und Marijke geladen. Zu dieser Zeit war es guter Brauch, von Zeit zu Zeit reihum einzuladen um ein nettes Miteinander zu pflegen. Das hat uns allen gut getan, es war eine illustere Truppe.

Apero auf der LE CLAPOTIS, einer Bavaria unter niederländischer Flagge

Leider mussten wir aus der Runde viel zu früh aussteigen. Gerade als die Laune, gepusht durch Wein und Ouzo, Fahrt aufnahm, waren Sibylle und ich zur Verabschiedung gezwungen. Wir hatten eine Verabredung zum Dinner mit der Crew der SUNNY SIDE UP. Es sollte ins „Gia Sena“ gehen, der Taverne mit wenig Charme, aber sehr gutem Essen.

Stuffed Chicken Breast mit Patates – echt lecker

Es ist ja nicht unser erster Besuch in diesem Lokal, ich wusste daher, dass wohl wieder die kleine Katze zum Betteln kommen würde. Ich bin ja, offen gesagt, mehr dog-related als ich Katzenliebhaber wäre – aber dieser kleine Frechdachs könnte es schaffen sich in die Reihe der von mir verehrten Samtpfoten einzureihen, als da wären – Garfield, Silvester und die Aristocats…

Krieg ich was????

Trotzdem war ich froh, dass der Stubentiger diesmal Roland als Opfer gewählt hatte, das schonte die Epidermis meiner Oberschenkel.

Am nächsten Tag stand eine Ausflugsfahrt mit dem Motorrad an, es waren ein paar Reservierungen zu tätigen. Wir wollten die jeweiligen Ziele abklappern und persönlich vorstellig werden.

Der erste Weg führte zur Taverne „Mylos“, treue Blogleser erinnern sich, die wohl beste Adresse auf Leros. Ich hatte zwei Termine zu fixieren – einmal ein Dinner zu unserem Hochzeitstag, zum anderen einen Wuschtermin von Volker, auch er möchte seinen Hochzeitstag dort feiern, wenn die ELOWYN im Juni nach Leros zurück kehrt.

Gerade wieder eröffnet…
…das „Mylos“ – nomen est omen

Inspiriert von „der Mühle“ und dem Zinnober um die zu feiernden Hochzeitstage, dachte ich mir, auch einen Tisch zum Sundowner für eben diese beiden Tage zu blocken – zuerst im „Harris“ in der alten Mühle den Aperitiv, dann ins „Mylos“ zum Dinner – das wäre doch was!

Also hoch zu den Windmühlen…
…das „Harris“ – leider noch geschlossen

Eine Nachfrage bei Haris Karpathakis ergab, dass er mit Verspätung öffnen würde – das unbeständige Wetter macht auch ihm einen Strich durch die Rechnung. Pech für Sibylle und mich, bei Tina und Volker könnte es noch hinhauen. Reservieren konnte ich leider noch nicht…

Gut geklappt hat aber die Umbuchung unserer Freundin Gitti, die uns bald besuchen kommen wird. Sie hatte im Internet ein „Schnäppchen“ gebucht, welches unserer Vor-Ort Prüfung nicht stand hielt. Unser Rat war das „Panteli Beach Hotel“ direkt am Lieblingsstrand.

Empfehlenswerte Adresse

Ich kenne die Tochter der Betreiberfamilie schon seit etlichen Jahren aus dem „Sorocos“ und wollte die Buchung der Freundin mit uns verlinken. Das hat geklappt, das Zimmer wurde reserviert und alles gleich fixiert!

Wir kehren zurück in die Marina und überlegen, wie wir den angebrochenen Tag sinnvoll ausgestalten können – solche Überlegungen gehen, sofern Sibylle hier Freiräume hat, meist zu meinen Lasten! Heute wurden beschlossen – Mario braucht einen Haarschnitt!

Das ist lustig – für die Einen

Die frisch aufgeladene Maschine wurde angesetzt und einmal im Kreis gefahren. Ein bisschen Korrektur hier, ein kleines bisschen ausbessern da – et voilá, schon isser wieder ausgehfein, der Skipper…

Tut wieder vier Wochen gut

Nach diesem anstrengenden Teil des Tages musste die Capetaña ruhen und zog sich auf den Ruhesessel zurück. Sie vertieft sich in das ebenso anspruchsvolle wie umfangreiche belletristische Werk und war nicht mehr ansprechbar.

…und was mach ich?

Für mich blieb genug Zeit um meinen Freund Giorgos Karpathakis in seiner Werkstatt zu besuchen. Ich musste dorthin um Ersatzteile für meinen Volvo abzuholen und nahm bei der Gelegenheit gleich unsere Edelstahlgangway mit…

Da liegt das Trum

Die musste angepasst werden – NEIN! – nicht ausschließlich wegen mir! Ok, ich gebe zu, dass das stetige Belasten mit meinem Gewicht vermutlich eine immerwährende Materialprüfung für das Teil ist – aber gegeben durch die Tatsache, dass ich mein Gewicht kenne, bewege ich mich umsichtig.

Nicht so mancher Besucher – da werden große Schritte gemacht, Hopser von der oberen Stufe lassen die Brücke auf den Steg knallen. Lasten wie unser Trinkwasser werden darüber getragen – kurzum, ein Dauer-Härtetest für Material und Verarbeitung.

Die Schweißnaht an einer Drehachse ging auf, die Drehachse selbst war mickrig und krumm – es wurde beschlossen, dies gehörig anzupassen.

Die Ersatzteile packte ich ein, bezahlte brav und fuhr nach Hause – ich war gewappnet für meine Aufgabe des Folgetages – die Erneuerung meines Zahnriemens!!!

Vorbereitung ist alles

Ich merkte, dass mein Plan dies zusammen mit Giorgos zu machen, wacklig war – er hatte einfach immer Stress. So besann ich mich auf meine Kernkopetenz, bereitete mich gut vor und trug neben den Ersatzteilen sowohl Literatur als auch Spezialwerkzeug zusammen.

Los geht´s…

Nervös? ICH doch nicht!

Ich muss dazu sagen, dass ich, im Rahmen der von mir durchgeführten Motortrainings bei ABC in München, dies schon etliche Male gemacht habe – an einem Perkins Prima 50 welcher genau meinem Motor entspricht. Aber eben nicht an MEINEM Motor! Das fühlt sich anders an, es ist eine Arbeit die keine Fehler verzeiht.

Diese ging aber schnell von der Hand und schon bald war ein gutes Stück geschafft.

Der neue Riemen – schon drin

Irgendwie hat das richtig gut geklappt und schon zwei Stunden später lief der Volvo wieder. Passt alles, so kann der Tag weitergehen…

Ich höre Rinaldos Stimme – sie eilt ihm voraus! Sekunden später steht der eidgenössische Nachbar bei mir im Schiff und zeigt mir Einzelteile SEINES Motors…

Kaputt! Druckleitung zum Turbolader

…ob ich da helfen könne? Ich denke ja! Und während ich das eigentlich nur denken wollte, fällt mir das kurze, aber sehr verpflichtende Wort mit zwei Buchstaben aus dem Mund… JA, klar!

Ich hatte einen neuen Auftrag…

Gut waren zwei Dinge – Gitti würde bald zu Besuch kommen, ich kann also in Deutschland Teile bestellen, die sie mir mitbringen könnte – gesagt, getan, sowohl die Teile für Rinaldo als auch ein paar kleinere Motorteile für Hans-Peter kamen in den Einkaufskorb.

Ein weiterer Vorteil war, dass meine grenzenlose Bereitschaft zur Hilfe abermals bei einem Apero gewürdigt wurde – und mit Rinaldo und Christa Ouzo trinken ist echt lustig…

Die Gläser wurden gefüllt
Zum Wohl die Damen
Freunde finden…

Wir erzählten uns allerlei Geschichten von früher und heute und hatten viel Spaß. Unter Anderem bekamen wir auch plakativ geschildert wie Christa sich bei einem Sturz ihren Arm verletzte – Glück im Unglück kann man nur sagen. Dennoch, der Arm war fantastisch anzusehen wie er in allen Farben schimmerte – ich habe wirklich noch nie so einen blauen Fleck gesehen! Lustig? Naja, im Nachhinein schon – und unter dem Einfluss von zwei oder drei Ouzo auch…

Die Arme! Heute ist´s wieder gut!

Am nächsten Morgen forderte Sibylle beim Frühstück den lange versprochenen Küchenschrank ein. Sie wolle „endlich Ordnung schaffen“ und bräuchte die Regalbretter!

Nun, da ich der Optimierung von Ordnungssystemen keinesfalls im Weg stehen will, machte ich mich sofort ans Werk – und verwandelte NESSAJAs Salon in eine Schreinerwerkstatt.

Leisten – Bretter – Schablonen

Ich nahm Maß, bohrte Leisten fest und sägte die im letzten Monat lackierten Bretter gemäß eigens angefertigter Schablonen zurecht – Maßarbeit…

Hier waren vor ein paar Wochen noch Batterien drin
Detailarbeit
Zufriedenstellendes Ergebnis – Stauräume schaffen

Diese Aufgabe war relativ komplikationslos und rasch umgesetzt und Sibylle war happy – sie konnte endlich ihre Küche umräumen und neue Plätze nutzen. Ich konnte einen weiteren Punkt auf der inzwischen erfreulich kurzen To-Do Liste abhaken.

Weil dieses Abhaken von offenen Punkten Spaß macht, nutze ich den restlichen Tag und die Tatsache, dass Thilos Auto noch zur Verfügung steht – ich fahre zu Giorgos und hole die inzwischen fertige Gangway ab.

Massive Achse und massive Aufnahmen

Der Meister hat wieder ganze Arbeit geleistet – das Ding sollte uns ermöglichen, auch große Lasten an Bord zu nehmen. Mein Gewicht sollte jedenfalls an dieser Stelle zukünftig keine Rolle mehr spielen. Offen bleibt für mich die Frage, warum das nicht gleich so gebaut wird…

Ein letzter Handgriff noch!

Noch rasch eine kleine Anpassung

Ich lade das Zeug ein und erhalte an dem Tag auch meine neue EPIRB. Treue Blogleser erinnern sich sicher – dieser Punkt war im April offen geblieben.

Heute traf der begehrte Seenotrettungssender ein und alles hat perfekt geklappt. Tolles Gerät zu einem Spitzenpreis. Sowohl das Programmieren als auch die Meldung bei der deutschen RegTP sind inzwischen erledigt – ich kann den Punkt EPIRB-Wartung von der Liste nehmen…

Gangway und EPIRB, zwei Punkte weniger auf der Liste

Der nächste Morgen ist ein besonderer Morgen – Hans-Peter und der bezaubernde Terrier Merlin waren in der Nacht aus Deutschland angereist – auch für ihn beginnt die Saison. Um ihn den nächtlichen Eintritt in seine LIBERTÉ zu erleichtern, hatten Sibylle und ich seine Passerella schon herunter gelassen…

LIBERTÉ wartet

Wir waren kaum fertig mit dem Frühstück, brummelte der Pick-Up von HP schon auf den Kai – Ausladen war angesagt! Auch ich war gespannt, er hatte meine Tiefkühltruhe auf der Pritsche!

Wie Weihnachten – wo ist mein Paket???

Der Freund aus dem Saarland machte klar – ich hätte zu warten! Die Kühltruhe(n), auch er hatte eine gekauft, lägen zuhinterst auf der langen Ladefläche! Ok, dann warte ich halt, montiere meine „neue“, reparierte Gangway und mache ein paar Anpassungsarbeiten.

„Sag mir einfach wenn Du MEIN Paket auslädst…“

Wieder dran – wieder gerade! Stabil!
Neue Schnapper – alles soll funktionieren

Es war soweit! Der Wagen von Hans-Peter war weitgehend entladen, es waren nur noch die beiden Kühltrühen in ihren Transportkisten auf der Pritsche – endlich – mein Schatz! Ich nahm das Paket in Empfang!!!

Das Bier wird immer eiskalt sein, ich werde Thunfisch den ICH fange einfrieren können – ha, jetzt aber…

Kennt Ihr das? Ein Paket scheint im Transporter klein und je näher es an die Ladekante gerutscht wird, desto größer wird es – so war es auch hier…

Erstmal an Bord – ok, schon groß

Da stand es nun, mein Paket. Ich hatte aus Vernunftsgründen die kleinste Kühlbox bestellt, wie klug. Wir stellten das Ding erstmal an Deck um dann in tabula rasa zu gehen – Sibylle sprach aus was alle dachten…

Wie bekommst Du es in die vordere Kabine? Wohin damit???

Sibylle macht sich lustig über mich…

Die Kühltruhe – wir wussten, dass es knapp werden könnte. An einem Tag in der Vergangenheit hatte mich Sibylle aus heiterem Himmel gefragt, ob ich denn gemessen hätte, ob die Kühltruhe durch die Türe der Vorschiffskabine passen würde.

Ähhh, nein, hatte ich nicht!

Ich war so auf meine tolle Idee einer Kühltruhe in der „toten Ecke“ hinter der Türe der Gästekabine fixiert, dass ich zwar alle Maße genommen hatte, diese mit dem Datenblatt des Objektes der Begierde abgeglichen hatte, aber vergessen hatte zu prüfen, ob die Truhe überhaupt in die Kabine passt…

Dem ersten Schreck folgte ein sofortiges Nachmessen und wir wussten – um durch die Türe zu kommen, fehlen rund 8mm. Meine Idee durch die Vorschiffsluke zu gehen scheiterte ebenfalls an 8mm – so war unser „ultima ratio“ Ansatz, die Luke auszubauen und durch den blanken Ausschnitt zu gehen – das sollte klappen.

Vor diesem Hintergrund waren wir neugierig und aufgeregt, ich wollte gleich ans Werk! Wir packten die Truhe also aus, maßen nach und merkten, dass eine minimale Chance bestand, die Truhe ohne die Zierecken durch die Türe zu bekommen.

Wir testen…

Schwebt – klemmt fest im Türrahmen

Warum trauen wir uns, bei gemessenen -8mm, da ran? Ich habe zwei relevante Dinge bemerkt – zum einen war meine Türe oben minimal breiter als unten, das brachte zwei, drei Millimeter. Zum anderen, habe ich beim Abschrauben der Zierteile bemerkt, dass die Truhe aus einem relativ weichen Plastik besteht, demnach eine gewisse Verformbarkeit aufwies…

Wir lupften das Trum also auf halbe Höhe, schoben es soweit in den Türrahmen bis es klemmte. Dann traf ich die Entscheidung das Risiko zu gehen und machte mir meine Nachdrücklichkeit durch Körpermasse zu Nutze – ein kurzer Druck mit den Schultern und die Kühlbox schlüpfte durch den Türspalt wie ein Zäpfchen!

Neuer Platz

So, drin ist sie schonmal – das war knapp und mit einer Portion Glück verbunden! Die Aktion hinterließ kaum Spuren, nur zwei kleine Druckspuren am Türrahmen, die man aber nicht sieht wenn man es nicht weiß.

Schon zeigte sich das nächste Problem – ich hatte mich zusätzlich vermessen. Ich nahm, weil der Grill und das SUP in dieser Ecke lagen, nur das obere Maß – das Hauptmaß sozusagen. Leider wird der Stellplatz der Box nach unten aber schräg und damit schmäler – kurz, die Box passte nicht an ihren Platz.

Die Lösung für das Problem hatte ich sofort parat – mitten im Raum stand schon immer ein Stuhl, welchen ich lieber im Salon hätte und dort nutzen wollte. Es war nun an der Zeit dies umzusetzen und dafür die Kühltruhe zu einer kleinen Bank umzubauen, welche den Stuhl ersetzen würde.

Das Projekt „Kühlbox aufstellen und anschließen“ weitete sich gerade zu einem Großprojekt aus…

Den Stuhl „parkten“ wir einstweilen im Salon, man kann sich schon vorstellen was mir vorschwebt.

Hierhin soll er – ich brauche eine große Standfläche und Befestigungen

Sibylle zweifelte zu diesem Zeitpunkt daran, dass das gut würde oder gut aussehen könnte. Ich hatte das Ergebnis vor meinem geistigen Auge, es brauchte aber Zeit zur Umsetzung, Zeit, die wir kaum hatten.

Ich erzähle die Geschichte diesmal chronologisch, weil es auch dramaturgisch wichtig ist – für heute jedenfalls war die Lösung gefunden, ich war zufrieden, wir konnten den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Der nächste Tag begann mit einem Highlight. Während des Frühstücks war geplant, einen Videocall mit der Familie des Sohnes von Sibylle zu machen. Wichtig hierbei, Enkel Otto erklärt die Welt…

„Weißt Du Oma…“

Ich muss erkennen, das sind wichtige Glücksmomente. Für mich, aber noch wichtiger für meine Frau. Wer sie etwas kennt, findet die Bestätigung für diese These in ihrem Blick…

Kontakt zur Familie

Ich muss erkennen und akzeptieren, dass unsere Planänderung und die Entscheidung die „große Reise“ zu kappen, zum heutigen Zeitpunkt alternativlos war. Haben wir das schon offiziell erklärt?

Wir werden keine große Blauwasserreise antreten. Die Nähe zur Familie, die schnelle Erreichbarkeit, sind Sibylle zu wichtig. Ich kann das akzeptieren, sind die Alternativen doch auch nicht von schlechten Eltern. Offen gesagt, es wäre mir aber lieber gewesen, wenn wir das früher erkannt hätten – ich hätte manche Entscheidung bezüglich des Refits anders getroffen. Auch haben wir jetzt keinen rechten Plan mehr – ich vertrete aber die Meinung, dass es gut wäre, wenn eine grobe Richtung vorgegeben wäre…

Kurz, wir verwenden gerade viel Hirnschmalz dafür, zu definieren wie unser Leben die nächsten paar Jahre verlaufen soll und ob wir Segler bleiben – Grundsatzentscheidungen also! Vorerst ist Leros als Heimathafen für NESSAJA gesetzt, ich will hier nicht weg, solange wir keine Strategie für unser weiteres Handeln haben.

Ich zerstreue meine Gedanken – auf Johannes´ ALEXIA rührt sich was! Hans-Peter ist auf der Beneteau des Münchners zu Besuch und es wird gefachsimpelt, ich mische mich mal sicherheitshalber nicht ein.

Ein gemeinsames Hobby verbindet

Ich habe mir für diesen Tag selber ein bisschen was vorgenommen – ich fahre zum Segelmacher um Werners Genua endlich abzuholen. Sie liegt seit letztem Jahr dort und ich wurde von März an wochenweise vertröstet – heute sollte es soweit sein – SOLLTE…

Reparatur notwendig

DAS ist exakt das was die Griechen nie umsetzen – natürlich bringen wir das Segel im Herbst, damit solche Schäden rechtzeitig festgestellt und ohne Zeitdruck repariert werden können. Das ist aber deutsches Denken, ich erfahre heute jedenfalls, dass ALENAs Vorsegel kaputt ist – man könne es aber reparieren – avrio! Ok, zähneknirschend stimme ich zu und nehme, um nicht umsonst gefahren zu sein, noch zwei Kederleisten für meine neue Sprayhood mit.

Das soll mein Tagwerk für heute werden, ich baue die Kederleiste an…

Allerlei Werkzeug, darunter das Lieblingstool, muss gerichtet werden
Die Leiste soll an der Scheibenkante angenietet werden
Zuschnitt und Biegung / Anpassung in der Pantry
Feinschnitt und Details im Cockpit
Das Ergebnis wird ganz gut
Electra leistet mir Gesellschaft

Mein Wunsch nach der neuen Sprayhood hat etwas für Unbill gesorgt – eigentlich war geplant, dass ich am 01. oder 02. Mai an den Stadtkai fahre und Valantis dort Maß nehmen könnte. Wir haben im Laufe des April extra unser TEPAI, die Bootssteuer, ab Mai bezahlt.

Als ich zur Detailabstimmung bei Valantis war und dabei erwähnte, dass ich Kederleisten anbringen werde, hat er sich geweigert, Maß zu nehmen, ohne dass die Leisten angebracht wären. Das verstehe ich bis heute nicht – mir ist klar, dass es einfacher scheint, wenn alle Gegebenheiten bekannt sind – aber er hat soviel Erfahrung, dass er durchaus in der Lage wäre, mit der Arbeit zu beginnen und das Maß der Leisten später nachzufordern.

Leider brachte er diese Flexibilität diesmal nicht mit, vielleicht hatte er einfach einen schlechten Tag – wie auch immer, er gab mir vor, dass er ohne die montierten Leisten nicht vermessen wird. Ich hatte aber noch andere, mir wichtigere Arbeiten auf der Liste – der Termin platzte in diesem Augenblick, ich zog enttäuscht von dannen!

Wann wir es jetzt vermessen lassen? Sibylle fragt fast täglich, aber ich wusste es nicht – die Leisten müssen ja erst ran! Heute hatte ich Zeit, jetzt ist der Job erledigt, man wird sehen…

Es sollte anders ausgehen als geplant, dazu später mehr!

Mein Tagwerk war auf jeden Fall geschafft, es war Zeit für´s Abendessen. Heute war Hans-Peter bei uns eingeladen, Sibylle hat etwas Feines gezaubert – „Chicken in Metaxa Soße“, da läuft einem doch das Wasser im Munde zusammen!

Kali Orexi – Καλή όρεξη

Am nächsten Morgen erhalte ich eine Message von Sotiris, dem Segelmacher. Er hätte rangeklotzt und ALENAs Genua in einer raschen Aktion instandgesetzt. Ich könne sie abholen…

Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen und tuckere sofort in die Werkstatt des Tuchmachers.

Sebastian, unser früherer Matrose

Dort treffe ich auf Sebastian, unseren früheren Marinero, welcher sich mit einer Art „Boat Service“ selbstständig gemacht hat und jetzt ab und an mit der Segelwerkstatt zusammen arbeitet – großes Hallo!

Ich übernehme das Segel für meinen Freund Werner und bringe es auf ALENA – ein Punkt welchen ich nun aus dem Kopf habe.

Gut verpackt – die Genua der Hallberg-Rassy

Ich habe einen Teil der Reparaturkosten aus unserer Haushaltskasse verauslagt – da hatte ich die Rechnung ohne meine Frau gemacht. Sibylle ist eine sehr strenge Finanzbeauftragte und hat mich zur Erstellung eines Schuldscheines verpflichtet – ich hatte keine Wahl…

Inzwischen beglichen

Während ich also das verpflichtende Dokument unterzeichne, nehme ich lauten Tumult vom Steg wahr. Was war passiert? Ich eile nach draußen…

Die „Red Lady“ legt ab

Ach so, nur Patricia die ablegt! Na dann…

Wenn Patricia ablegt, gibt es immer ein bisschen Tohuwabohu rundum. Das liegt daran, dass die ältere Dame einhand unterwegs ist, aber nicht mehr alle Systeme vollumfänglich im Griff hat. So passiert es regelmäßig, dass sie in den Muringleinen hängen bleibt – so auch diesmal.

Minuten später war das Malheur aufgelöst und CALA LUNA verließ den Hafen. Auf bald!

Ich besann mich des kurz zuvor unterschriebenen Schuldscheines und beschloss, etwas zu tun, was mir helfen würde meine Schuld zu begleichen. So ging ich auf die LE CLAPOTIS von Cees und Marijke um dort die „Kraanen“ einzubauen! Die WAAAS???

Die Kraanen – die Wasserhähne! Cees hatte zwei der China-Billighähne hier in Leros verbauen lassen, welche nach zwei Jahren wieder undicht waren. Wir haben uns von HP zwei Grohe aus Deutschland mitbringen lassen, welche ich heute zu verbauen gedenke.

Platz ist in der kleinsten Lücke
Erst Bad, dann Küche

Bei solchen Aktionen, man kennt das aus dem Haushalt, ist das Problem weniger die technische Herausforderung als vielmehr die schlechte Zugänglichkeit. Das war hier nicht anders. Aber durch die sehr ausgeklügelte Befestigungstechnologie der Qualitätswasserhähne war auch das rasch gemeistert – das Abendessen war also verdient!

Und das wurde heute durch einen Aperitiv auf Thilos HOME OFFICE eingeleitet.

Bavaria 55 – HOME OFFICE

Thilo wollte uns für einige kleine Unterstützungen danken und hat für heute, nach dem Aperitiv, zum Dinner geladen. Es sollte ins „Pirofani“ gehen…

Sollte???

Ja, denn auf dem Weg haben uns umentschieden und sind kurzerhand in die neue Pizzeria im „Castelo Hotel“ gegangen – Neues wagen!

Der Rest – für die Tonne…
…wo er hingehört

Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte! Wir haben noch nie so schlecht gegessen (nicht auf Leros beschränkt). Das war wirklich ein Reinfall – und kein günstiger – das sei hier ausdrücklich erwähnt.

Witzig war allerdings, wie der Chef die Reste der Pizza einpacken wollte und mein Stück mit den Fingern vom Teller nahm um es in den Karton zu legen – in der Sekunde des Herüberhebens, einer Art „Denksekunde“ fiel dem Meister seines Faches auf, dass man das „eben nicht tut“ – er schaute scheinheilig in die Luft und legte es auf meinen Teller zurück (natürlich um es dann in der Küche rüberzuheben). Dilettanten!!!

Wie ging es mit der Kühltruhe weiter? Nun, das war als Projekt des nächsten Tages gesetzt.

Ich fuhr also zu Andreas Kritikos in dessen örtlichen „OBI“ um dort die Befestigungsteile zu kaufen.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Box sollte bodenfest verspannt werden, dazu musste neben der Ersatzteilbeschaffung für leere und saubere Bilgen gesorgt werden. So kamen die Bretter raus, alles wurde gereinigt, die Befestigungslöcher und die für die Kabeldurchführung wurden gebohrt.

Wieder wird alles zerlegt

Während ich so vor mich hinwurschtle, erreicht mich eine WhatsApp Nachricht – Katerina von „Boat & Parts“ meldet sich und teilt mit, dass meine im April bestellten Signalmittel eingetroffen sind.

Bestellung – ich hoffte eindeutig

Ich eile also zu dem von mir favorisierten Laden um die neuen Seenotrettungsmittel abzuholen und meine alten, lang abgelaufenen, damit zu ersetzen.

Finde den Fehler

Hm, ich dachte, dass die Verwirrung um die Handfackeln die größte Herausforderung war. So aber waren statt der vier bestellten Fallschirmraketen nur zwei geliefert. Mir egal – ich blieb griechisch gelassen und bestellte zwei nach. Zusätzlich ein drittes Rauchfass, da die neuen etwas kleiner sind und ein weiteres Platz in meinem Koffer findet – hat ja keine Eile, sigasiga…

Zurück zum Tagesgeschäft, dem Einbau der Kühlbox!

Erste Anschraubversuche
Passt! Vier dieser Spanner halten die Truhe bombenfest

Bis zum frühen Abend war das Tagwerk erledigt. Vier Spanner halten die Kühlbox fest, die Kabel konnten unsichtbar verlegt werden und müssen nur noch angeschlossen werden – das aber ist eine Aufgaben für morgen, oder übermorgen. Ebenso wie das Polster 😉

Heute bleibt die Küche kalt, Sibylle bereitet mal wieder einen Salat und etwas Brotzeit, lecker!

Salat (frisch vom Gemüsemann), Käse vom Bauern, Brot und Tzaziki selbstgemacht

Electra sollte auch nicht leben wie ein Hund und wir haben ihr ein Leckerli angeboten – unsere List, sie einmal über unsere Schwelle zu locken, hat sie freilich durchschaut und so hat sie das Leckerli erstmal nur betrachtet…

So nah und doch so fern

…bis ich mich erbarmt habe und ihr den leckeren Happen quasi „in den Mund gelegt“ habe. So geht´s natürlich auch.

Der nächste Tag war ein besonderer Tag – es gab etwas zu feiern. Sibylle und ich hatten Hochzeitstag und beschlossen, an diesem Tag nichts Aufwändiges tun zu wollen.

So frühstückten wir genüßlich, hatten ein bisschen Steggequatsche mit den Nachbarn und fuhren dann zur Eisdiele – dort bediente uns eine neue Eisfachfrau…

Was ist DAS???

DAS sind zwei Kugeln Eis! Aber es ist auch eine Menge Luft – überall dort wo Luft ist, würde auch Eis hinpassen. Ich war enttäuscht!

Süder – die klassische Kugel, zum Kügelchen degradiert

Ich vermute, die durchaus nette Dame an der Eistheke hat meine Fassungslosigkeit erkannt. Beim nächsten Einkauf hat die Füllmenge in meinem Becherchen jedenfalls wieder mit meiner Erwartungshaltung korreliert.

Davon ließen wir uns aber den Jubeltag nicht versauen. Wir sind zurück zur Marina, denn Johannes´ ALEXIA würde gekrant werden. Wir wollten dem Spektakel beiwohnen.

Stolz der Kapitän

Als wir rüberkamen, schwamm das Schiff des Freundes schon, aber es sprang nicht an. Kurze Aufregung in der Krangasse, denn die Folgetermine verspäteten sich. Doch bald schon gab es Entwarnung und die Oceanis 40 wurde an den, fast schon berühmten, Ponton D verlegt.

Aufgehalten wurden, als nächstes zu kranendes Boot, auch unsere Freunde Funda und Burim. Die blieben jedoch entspannt und nutzten die Zeit für einen Schwatz mit uns.

Die Damen – im Gespräch vertieft

Dreimal dürft ihr raten wohin uns unsere Reservierung für das Hochzeitstag-Dinner geführt hat – und ich bin sicher, treue Blogleser brauchen keine drei Versuche!

Naja, eigentlich habe ich es ja selber schon verraten…

Am „Mylos“ führt kein Weg vorbei
Alleine das Ambiente

Kann man Vorfreude fotografieren? ich denke ja – schaut Euch dieses Bild an!

Der Pulli ist nicht stilsicher

Wir haben uns leckere Dinge bestellt, vor allem wieder die Vorspeisen, für die roher Fisch verarbeitet wird und zwei verschiedene Salate. Alles für sich schon ein Gedicht, zusammen eine Geschacksexplosion! Hier ein paar Eindrücke…

Sea-Weed Salad – Salat aus Seetang
Schwertfisch Carpaccio
Thunfisch Sashimi
Raw Amberjack – Rohe Filets der Bernsteinmakrele
Shrimp Tartar
Ceviche
Tuna Lasagne
Tiramisu

Wenn jemand Fisch oder gar Sushi mag, kommt er hier voll auf seine Kosten. Der Koch ist ein Meister seines Faches. Zugegeben, die Preise sind gehoben und selbstbewusst kalkuliert – hier geht man nicht jeden Tag her. Aber um einen Anlass zu würdigen ist es eine besondere Adresse!

Man lebt Lebensmittel – auf ganz besondere Art und Weise…

Der Spezialkühlschrank für die großen Fische
Die Abteilung für die kleineren Exemplare

Ein würdiger Ausklang für den Hochzeitstag!

Um zu verhindern, dass sich der Müßiggang einschleicht, packe ich am nächsten Tag die Fertigstellung der Kühltruhe an. Der elektrische Anschluss muss gelegt werden.

Noch einmal Kabel ziehen

Ich kaufe ein letztes mal Kabel, öffne die Bodenbretter und ziehe die Leitungen ein. Die Box bekommt eine eigene Steckdose in der Vorschiffskabine und die 12V Versorgung wird an das Schaltpanel gelegt – dort wurde der Schalter „Fridge“ ja frei, jetzt ist alles wieder top! Und FERTIG!

Auf der anderen Seite bahnt sich Ärger an. Das wussten wir aber noch nicht.

Wir brauchen für die Kühlbox ein Sitzkissen, original Stoff haben wir. Weil wir wissen, dass Valantis auf sogenannte „Patron“ steht – also Schablonen – fertigen wir eine aus Pappkarton obwohl ein rechteckiges Polster bei bekannten Maßen kein Problem darstellen sollte.

Stoff und Schablone

Sibylle bringt die Sachen zu Valantis, ich wollte nicht hin, ich bin noch ein bisschen beleidigt, weil er meinen Messtermin für die Sprayhood versemmelt hat – dieser ist ohnehin noch offen.

Meine Frau kehrt zurück und erklärt, wir können das Polster in zwei Tagen abholen. Das passt, in drei Tagen brauchen wir es…

Derartig entspannt empfangen wir unsere Gäste, denn am heutigen Abend waren wir Gastgeber für die illustere Truppe unserer Mairunde. Es sollte das letzte Treffen in dieser Zusammensetzung sein – die Freunde würden bald beginnen die Leinen loszuwerfen.

Die Crews der NESSAJA, AEGEAN BLUE, HARMONY und der LE CLAPOTIS

Der Apero war ein guter Startschuss für den weiteren Verlauf des Abends. Dieser wurde mit der Crew der HARMONY bei unserem Freund „Dimitris o´ Karaflas“, dem Glatzkopf, verbracht.

Es war unser erster Besuch in unserer ehemalig unangefochtenen Lieblingstaverne. Wir haben uns Zeit gelassen, weil es einfach für die Jahreszeit noch recht frisch war. Dimitris punktet mit seiner Terrasse, dafür ist es aber noch zu kalt.

Heute freuen wir uns auf den Besuch…

Vromolithos – von Dimitris Balkon
Liebe für´s Detail – wieder ein neues Motiv, ein Wimmelbild auf griechisch

Der Freund mühte sich wie immer, es gab neue ausgefeilte Gerichte und es schmeckte vorzüglich. Mit Gottfried und Gabi sind die Abende ohnehin immer sehr kurzweilig – Fazit – ein herrlicher Abend mit guten Gesprächen!

Octopus-Salat beim Glatzkopf

Der neue Tag begann, ich schalte das Mobiltelefon ein und es klingelt mehrfach. Die Seglerszene sendet Nachrichten aus welche betrüben – es sind die Informationen zum Tod von Wilfried Erdmann. Der wohl berühmteste deutsche Segler verstarb an diesem Tag und hinterlässt eine Lücke. Ich habe als junger Erwachsener seine Bücher verschlungen!

Gehört zum Leben – lässt einen aber traurig zurück

Wir frühstücken, fahren nach Panteli und gönnen uns bei Isidoros Karpathakis, in dessen Eissalon „Gelato“, eine Kugel köstliches „Salted Caramel“ mit einer Kugel „Strawberry Sorbet“ on top…

Salted Caramel & ein Fruchtsorbet – eine geile Kombi

Wir gehen mit unserem Eis an die Mole, setzen uns und genießen den Tag. Wir lassen die Füße ins Wasser baumeln und den Blick über die schöne Bucht schweifen.

Zu dieser Zeit noch wenig los
Meine Zehen ditschen das noch frische Wasser
Ein schöner Flecken Erde

Baden war nicht geplant, aber ich nehme meine Badehose immer mit wenn ich nach Panteli fahre – auch wenn zur Fahrt noch ein Pulli nötig war. So baumelte das begehrte Kleidungsstück am Lenker und der Ruf des Meeres war für mich immer lauter vernehmbar.

Mitte Mai, noch nicht viel los

Tatsächlich war der Mai, ich habe das schon erwähnt, ein wettertechnisch schleppender Monat. Es war frisch, oft bewölkt, das Wasser noch kalt. Ab und an gab es Schauer.

Aber wir hatten auch Wetterinformationen aus Deutschland und wussten somit – kein Grund zum Klagen!

Vor diesem Hintergrund schlupfte ich in die Badebuxe und stürzte mich in die erfrischenden Fluten!

Brrr, aber gut für den Kreislauf!

An diesem Tag kam Gottfried noch auf einen Techniktalk zu uns an Bord. Ich hatte noch das Thema „Lichtmaschine“ offen. Da musste nochmals durchgemessen und angepasst werden – heute wollten wir besprechen wie und wann wir das angehen könnten. Gottfried war mir in diesen Fragestellungen eine große Hilfe.

So saßen wir bei einem Döschen Bier, vielleicht waren es auch zwei, zum Brainstorming auf NESSAJA.

Dieses Lämpchen geht, dieses nicht – warum nur???

Zu dieser Zeit hatten wir eidgenössische Nachbarn. Die umtriebige und supersportliche Crew der ALADIN lag neben uns und teilte mit, dass es morgen sehr früh losgehen soll. Ok, was heißt früh?

„Ja so gegen 0600 Uhr“ höre ich Cornelia sagen…

Warum betrifft mich das? Nun, mein Dinghy hängt vorne am Bug und KÖNNTE im Weg sein. Der Anstand und der ureigene Wunsch, das Dinghy möge heil bleiben, verlangt also von mir es kurzzeitig wegzubinden – ich stelle mir also den Wecker…

Der frühe Vogel kann mich mal
Die ALADIN läuft aus – mit großem Abstand zum Dinghy, die können´s halt

NATÜRLICH war meine Anwesenheit nicht nötig – aber egal, es war ein Signal und ich konnte mir der Unversehrtheit meines Schnullis sicher sein.

Irgendwie war die Luft ein wenig raus. Ich hatte zwar noch ein paar Punkte auf meiner Liste, aber auch noch Zeit bevor wir Ende Mai auslaufen MUSSTEN – alles vorher war Freestyle und davon abhängig wann Valantis meine Sprayhood vermessen wollte.

Sibylle wollte heute das neue Polster abholen, das trifft sich gut. Sie kehrt zurück, ohne Polster – als sie mir erklärt, dass Valantis „noch nicht angefangen habe, das Polster aber vielleicht übermorgen fertig macht“, ist mir die Hutschnur geplatzt – das war der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.

Sibylle will mich beruhigen und beschließt die Sache zu akzeptieren, sie fängt an ein Brot zu backen. In mir grummelt es – mir reicht´s, ich LAUFE zu Valantis und hole meinen Stoff und meinen Patron. Wortlos gehe ich. Ich glaube, er hat gemerkt, dass ihm in dieser Sekunde auch der Auftrag für meine Sprayhood aus den Händen gleitet.

Ich setze mich in meinen Schmollwinkel und überlege, wie ich das jetzt gebacken kriege. Sprayhood und Polster müssen neu vergeben werden, die Wahl fällt ohne lange zu überlegen auf Sotiris Sifounios, den Segelmacher.

Sibylle reißt mich aus meinen Tagträumen und meinem Groll…

Ok, bringt mich auf andere Gedanken

Sotiris ist der Platzhirsch, der mit dem größeren Laden, mit mehreren Leuten, mit besseren Möglichkeiten. Ich wollte immer, dass Valantis auch einen Teil vom Kuchen bekommt, er ist flexibler und günstiger.

Wenn er jedoch seine Flexibilität verliert, dann schwinden seine Vorteile – ich fahre zu Sotiris und trage das Problem vor. „Ok, the cushing I make until end of this week, for the Sprayhood I can come on your boat on 26th. Be in the bay, leave Marina!“

Klare Ansage, ich muss zwar erneut warten, ein paar Dinge auch umplanen, aber ich vertraue seiner Termintreue – zumindest was den Kalendertag betrifft! Neues Ziel – wir verlassen die Marina am 26.05.2023, nach mehr als einem Jahr auf Liegeplatz D1!

Ich brauche Zeitvertreib und widme mich Hans-Peters Filterwechsel. Es ist immer schön, wenn man was zu basteln hat, selbst aber nicht die Verantwortung trägt…

Alles war gut vorbereitet – der Job rasch erledigt

Irgendwie drohte sich der Müßiggang einzuschleichen, Gitti würde bald zu Besuch kommen, die To-Do Liste war erfreulich kurz und die Aufgaben die zu erledigen waren, sind eher in die Kategorie „mittlere Herausforderung“ einzustufen – kurz – der Druck fehlte.

Zudem kletterten endlich die Temperaturen…

Über 30°C – leider blieb das nicht so

Bei über 30°C denkt man eben einfach eher ans Baden im Meer als an die Verkabelung der Lichtmaschine…

Wer genau hinschaut sieht, dass nicht nur draußen die magische Grenze überschritten war, sondern auch in unserem Schlafgemach. Hier messen wir 33,4°C, sehr zur Freude der Hausherrin, die sich die Temperaturbekämpfung sogleich auf die Fahne schreibt – der Ventilator findet seinen Weg zurück an die Bettkante.

Temperaturen von 30°C +, des einen Freud, des anderen Leid

Bei uns in der Marina lebt ein Engländer der zum Inventar gehört. Er hat eine alte Nauticat 33 vollumfänglich selbst restauriert und beschlossen, diese auch noch komplett zu lackieren – kurzerhand, einfach so!

„I love the Aquamarin, nice color“ – höre ich ihn sagen und er schritt ans Werk…

Der erste Anstrich ist drauf – das finale Ergebnis ist famos

Während also andere temperierte Zelte mit Absauganlagen bauen und tausende Euros ausgeben – lackiert ein schrulliger Engländer der eine Ähnlichkeit mit „Catweazle“ aufweist, sein Schiff mitten auf unserem Yard. Das Ergebnis immerhin so, dass ich es für NESSAJA sofort akzeptieren würde – die Farbe? Einmalig!!!

Abends gibt´s mal wieder eine Pizza aus dem „La Nostra“, gegessen wird aber an Bord – wir halten den Ball noch flach, weil wir vermuten, dass zusammen mit unserem Besuch verschiedene Tavernenbesuche anstehen.

Lecker wie immer – all time Leibspeise

Der neue Tag beginnt so warm wie der alte – alle ächzen ein wenig unter den Temperaturen, weil es eben nicht nur mediterran warm war, es war fast etwas schwül.

Gerade die pelzigen Freunde in unserem Umfeld hatten mit der Wärme zu tun…

…und auch der Hund spürte die Hitze natürlich auch! 😉 Spaß beiseite, es waren ein paar Tage, an denen man froh war Schatten zu finden. Ich verdrängte zu dieser Zeit ganz gut, dass ich zwei Arbeitstage im Motorraum vor mir haben würde.

Wir verbummelten auch einen zweiten Tag ohne schlechtem Gewissen, wir bekommen schließlich Besuch – heute! Wir sind gut vorbereitet, das Schiff ist aufgeräumt, Gitti kann kommen.

Wir erwarten die Ankunft eigentlich für den heutigen Mittag, aber leider verpasst die Freundin die Fähre sehr knapp. Alternativ bleibt die Nachtfähre – und uns die Entschiedung was und wo wir Abendessen wollen – wir hatten eigentlich damit gerechnet, mit Gitti zusammen in Panteli zu dinnieren.

Wir entscheiden – erstmal ein Eis am Strand und dann nachdenken…

Salted Caramel – habe ich das schön erwähnt???

In diesem Umfeld ist es leicht geniale Ideen zu kreieren – es schießt uns in den Kopf wie ein Geistesblitz – heute ist Burgertag, wir gehen mal wieder ins „Persiana“…

Top Burger – für günstig Geld

Irgendwie kommt der Grill bei uns zu kurz. Es ist eigentlich eine gute Adresse für ein kurzes Essen und eine gute Alternative zu Giros & Co. Der große Burger für rund 8.-€ und dazu ein lokales Bier für 4.-€, das ist ok und den Preis wert.

Und eine Prise Heimatgefühl gibt es gratis dazu…

Wir sitzen also in der kleinen Kneipe bis es nach 22.00 Uhr ist, dann fahren wir langsam zum in Sichtweite liegenden Hafen um Freundin Gitti dort abzuholden.

Gitti ist eine Freundin von Sibylle, sie waren Arbeitskolleginnen und teilen die Freude an der Fortbewegung zu Fuß. Es liegt also auf der Hand, gemeinsame Stunden am Strand und in diversen Tavernen, ansonsten erkunden die Damen Leros per pedes, ich dagegen werde Zeit finden die Aufgaben an NESSAJA zu finalisieren – soweit der Plan!

Die Fähre kommt…

Nur noch ein paar Minuten…
…bevor die Freundin aus der Heimat eintrifft

Sofort fahren wir zum Hotel und Gitti checkt ein, wir haben das „Panteli Beach Hotel“ empfohlen, welches seinem Ruf auch gerecht wird. Gittis Zimmer ist wirklich schön, das Personal rundum nett – ich nehme es vorweg, unsere Freundin wird nach einer Woche sehr zufrieden wieder nach Hause fliegen. Aber jetzt ist sie ja erstmal angekommen…

Man hat schon gewartet – wir hatten aber über die Verspätung informiert
Oh mein Gott – hoffentlich kein Omen
Blick vom Balkon in den schönen Hof der Anlage – das Meer ist 30m entfernt

Wir trinken noch einen Absacker am Beach, bevor wir uns eine gute Nacht wünschen und uns in die Betten hauen. Es war ein langer Tag.

Für den nächsten Tag habe ich versprochen, Hans-Peter beim Ölwechsel zu helfen. Eine Information, welche eigentlich nur eine Randnotiz ist – wenn da nicht die Geschichte mit dem Gürtel passiert wäre…

Hans-Peter hat keinen Ölfilterschlüssel, oder zumindest fand er ihn nicht. Ich besinne mich meiner Mechanikerfähigkeiten und rufe ihm zu – „…brauchst nicht suchen, ich mach´ das Ding mit meinem Gürtel auf!“

Ihr ahnt was kommt – angesetzt, zugezogen, Zange als Hebel, kraaaack – ab! Mein Gürtel war hin! Mein EINZIGER Gürtel war hin!

Was tun sprach Zeus. Ich beichte Sibylle die Zerstörung – und bekomme Schimpfe. Ich „solle gefälligst in den Chinaladen gehen und einen neuen kaufen“ war ihr Befehl. Diesen verweigere ich, was mir noch mehr Schimpfe einbringt.

Trotz ihres Zorns will mein Weib mir einen Gefallen tun und kauft mit Gitti bei einem Einkaufsbummel einen neuen Gürtel für mich – in Schlangenoptik und 5cm zu kurz. Den muss ich Gott sei Dank nicht verweigern. Aber nun stehe ich alleine da…

Ich will einen Gürtel meines bevorzugten Herrenausstatters und bestelle das begehrte Objekt auf der „engelbert & strauss“ Webseite – bringen wird ihn mir unsere Freundin Katharina bei ihrem Besuch Ende Mai – aber was bis dahin?

Ich überlege und reibe mir die Nase wie einst Wickie – „ich hab´s!“

Gute Farbkombi, Schnellverschluss, elastisch

Ein letztes mal hole ich mir einen Anschiss meiner Frau ab – „…ich soll bloß immer ein T-Shirt drüberziehen…“ – sie schüttelt den Kopf, verstummt und zieht von dannen.

Dennoch darf ich mit an den Strand! Wir beobachten Segler beim Ankern vor Panteli…

Alles frei – und doch stossen sie beinahe zusammen

Ich wundere mich – in einer absolut freien Ankerbucht kommen drei Segler gleichzeitig an. Der eine mit extra hohem Tempo um auch wirklich zeitgleich einzutreffen. Als wäre es verabredet gewesen, kreisen sie dann um einen Punkt und müssen acht geben, nicht zusammenzustoßen. Verrückt – aber genau die sind es, die mir Angst machen. Der Mensch ist eben ein Herdentier!

Obwohl „Gürtelgate“ noch existent ist, darf ich mit zur Eisdiele – wir genießen die Stunden mit unserem Besuch und zeigen ein bisschen was von „unserer Insel“.

Ja, ich bring euch ein Eis mit

Während wir unser Eis schlotzen, erreicht mich eine Nachricht von Marcus aus Lipsi. Ein Bild und ein kurzer Kommentar – „Ich kenne den Typ“

Potztausend – das bin ja ich!

Marcus hat in Facebook ein Bild gefunden, dass einen Motorradfahrer in einem Rückspiegel zeigt – unverkennbar – das bin ich!

Ich suche den Beitrag in Facebook, dieser hat inzwischen hunderte Likes und etliche Kommentare. Ich speichere das Bild, gebe einen Kommentar ab in dem ich mich zu erkennen gebe und mich bedanke. Ich habe selbst schon solche Bilder gemacht, war aber, aus verständlichen Gründen, nie das Motiv. Mich hat der Schnappschuss gefreut!

Für das erste Abendessen mit Gitti fällt die Wahl auf das „Pirofani“ in Panteli, nur einen Steinwurf von ihrem Hotel entfernt und direkt am Wasser gelegen.

Neu renoviert, innen wie außen sehr geschmackvoll mit bestem Service
Wir bestellen frischen griechischen Salat…
…verschiedene Meze, wie etwa gegrillten Haloumi
Ziegenkäse in Kadaifi
Crab-Rolls an Mango Mousse
Grilled Mushrooms
Frittierte Sardellen – Gavros
…und als Hauptgericht für mich ein „Mediterranian Tuna“

Wir haben vorzüglich gegessen und können das „Pirofani“ im Moment als das empfehlenswerteste Lokal in Panteli nennen. Es scheint, als habe sich die Küche stabilisiert, sie ist zudem etwas pfiffiger geworden. Der Service war schon immer sehr gut, die Renovierung hat dem Lokal sehr gut getan!

Der nächste Morgen beginnt für mich auf der ENYA. Zwei schweizer Freunde wollen das Schiff nach Kalamata bringen. Die Abreise steht bevor und es muss noch etwas an der Kühlwasserpumpe und an der Ankerwinsch repariert werden – ich helfe…

Da höre ich ein Knattern. Gitti wollte sich einen Roller ausleihen und vorbeikommen. Sie sucht uns in der Marina und findet NESSAJA zwei Stege weiter nicht – ich kann ihr den Weg zeigen…

Ab jetzt mobil und unabhängig

Bing – mein Telefon klingelt – mein Sohn schickt eine Nachricht! Potzblitz, was mag da sein, es wird doch nix passiert sein???

Vatertag – wie nett!

Nein! Der Bub gratuliert seinem alten Herrn zum Vatertag! Das freut mich! Ich hege zwar den Verdacht, dass Amelie da erinnern musste, aber das macht nix, hier heiligt der Zweck die Mittel. Ich habe lang nicht mehr an den Vatertag gedacht, geschweige denn, ihn gefeiert – aber heute ist es wohl ein Grund, einen Ouzo extra zu trinken.

Doch vorher ruft die Pflicht – nachdem die Wasserpumpe auf der ENYA wieder lief, setzte ich mich sofort an meine Lichtmaschine, prüfte mit Gottfried stundenlang verschiedene Kabel und Anschlüsse durch und fing dann, nachdem der Freund sich verabschiedet hatte, mit dem Umklemmen an – und siehe da…

Yeah, jetzt tut sich was!

Nachdem ich zunächst alles so geklemmt hatte wie es vorher, beim alten Setup, war, habe ich nun ein paar Anschlüsse anders belegt und erziele sofort Erfolg – irgendwie schaltet der ArgoFET doch anders als es die alten Trenndioden taten.

Jetzt funktionieren meine Kontrollleuchten, mein Drehzahlmesser, am ArgoFET liegt Spannung an und die Lichtmaschine lädt – und zwar nicht schlecht! Ich bin zufrieden!

In diesem Moment klingelt mein Telefon. Es ist später Nachmittag, die Damen haben wandernd den Panteli Strand erreicht – ob ich schon fertig wäre und Zeit hätte rüber zu kommen. JA, ich bin fertig und habe Zeit – ich besinne mich des Vatertags und starte das „Daddy Wellnessprogramm“!

Zuerst ein Eis – dreimal dürft ihr die Sorte raten…
…dann eine Kaltschale vor passendem Panorama

Weil es so aussieht, als wäre es ein Tag an dem alles klappt, holen Sibylle und ich auch noch unser Sitzkissen für die Kühltruhe ab. Die Idee war, es mit kräftigen Klettpads and den Deckel zu fixieren – das setze ich gleich um…

Die Kühlbox wird zum Sitzbänkchen – Projekt fertig! Ich bin zufrieden, sieht gut aus

Haha, was ein Tag – soviel gemacht, auch Raum für Genussmomente – und immer noch war etwas Zeit übrig. Ich gehe nochmals zur ENYA um die Reparatur der Ankerwinde weiter zu unterstützen.

Schauglas ist undicht – das Öl muss raus

Wir finden den Fehler, können mangels Ersatzteil und Zeitdruck aber nicht final und professionell reparieren. Zusammen bekommen wir aber eine sehr gute Notreparatur hin. Als am nächsten Tag immer noch alles dicht ist, verlässt die ENYA die Leros Marina Evros. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

Ein Tag an dem alles klappt – hat man selten! Den lass´ ich mir auch nicht durch den neuen Parktrottel versauen, der an unserem Steg verweilt – die Nationalität dürft ihr raten 😉

Note im Fach „Parken“ – mangelhaft

Warum nervt mich das überhaupt? Ihr müsst wissen – hinter den roten Radln und vor den gelben Tonnen ist alles frei. Etwa auf Höhe des Rollers ist der Abgang, die Brücke zum Steg. Es geht im Kern darum sich 3m Weg zu ersparen.

Dafür werden aber zwei Radl so eingeparkt, dass diese, bei Bedarf, den Roller wegschieben müssen. Das ist egoistisch und asozial. Wenn man dann noch weiß, dass die Auf- und Absteigseite die geneigte Seite ist und man den Fahrer einmal dabei beobachten konnte, dann weiß man – es ist dazu auch noch dumm.

Zur Entschuldigung des Amici sei gesagt, dass er wohl meist Vaporetto fährt und man in seiner Heimatstadt parken nicht so üben kann – es sein denn, man ist Gondoliere.

Der neue Tag bricht an und Sibylle greift noch vor dem Frühstück zum Handtelefon – das sei ihr nachzusehen, es ist ein besonderer Tag!

Gell, da schaust

Happy Birthday Hasi! Ich hoffe, Du hast einen schönen Tag. Es wurde mir ausdrücklich verboten, dass ich den „Birthday Song“ von Power Pack spiele – ob ich mich daran halten werde weiß ich noch nicht, für den Moment befolge ich die Anordnung.

Im ersten Moment sieht es aus, als sammeln sich die Menschen am Steg um Sibylle zu huldigen – immer mehr der Nachbarn kommen zusammen!

Am Anfang nur ein paar…
…was war los???

Ein Ereignis überschattete den Ehrentag meiner Gattin – die Verabschiedung von Johannes. Der witzige Münchner hatte entschieden, seine ALEXIA nach Lefkas zu verlegen. Mir wurde nie ganz klar warum eigentlich, aber sei´s drum, wir wünschen auf jeden Fall viel Glück am weiteren Weg – auch hier gilt, vielleicht kreuzen sich unsere Kurse ja einmal wieder, so wie es 2021 der Fall war.

Klar zum Ablegen…
…Leinen los
Da fährt er dahin – in Damenbegleitung

Wenige Augenblicke später, verzieht mir Gitti das Geburtstagskind – aus der bekannten Brautentführung wird auf Leros kurzerhand eine „Geburtstagskindentführung“…

Sibylle: „Kannst Du überhaupt zu zweit fahren?“
Gitti: „Ich weiß nicht, mal probieren!“

Ich bleibe zurück mit dem Gabentisch und weiterem wertvollen Gut – RUHE! Diese möchte ich genießen…

Von A wie Tee bis Z wie Körperlotion – alles dabei

…leider ist mir der Genuß dieser Ruhephase nicht beschieden. In meinem Kopf rührt sich das Teufelchen in Gestalt des schlechten Gewissens – „…ruhe nicht Du faule Seele, arbeite! Dein Schiff muss fertig werden!“

Das Engelchen antwortet entspannt und mit ruhiger Stimme in der Gestalt eines griechisch entspannten Facharbeiters – „…sigasiga! Haste nicht Du deutsches schlechtes Gewissen. Morgen ist auch noch ein Tag – die Arbeiten werden morgen erledigt. AVRIO!“

Der Teufel schreit, der Engel schweigt – ich hole die Werkzeugkiste heraus. 1:0 für das schlechte Gewissen!

Der Kabelbaum vom Motor will verpackt werden

Ich wurschtle entspannt und gelangweilt vor mich hin, dennoch formt sich in meinen Händen eine recht gut gelungene Ummantelung für den Kabelbaum meines Volvo – bis mich das schrille Geläut meines Mobiltelefones aus dem Trott reißt.

Das Geburtstagskind hat wandernd die Gipfel von Leros erklommen und die Eisdiele erreicht – ob ich mich dazugesellen wolle? Natürlich, ich lass´ mich doch nicht zweimal zu „Repapis“ an die Eistheke bitten…

Geburtstagseis – trotzdem bekomme ich keine dritte Kugel

Ich schlotze mein Eis, Gitti tut mir gleich. Das Geburtstagskind hingegen ist in die Beantwortung ihrer Glückwünsche vertieft. Das da noch niemand was erfunden hat – Netzblockade an Geburtstagen, Weihnachten und nach 21.00 Uhr zum Beispiel. Auch ein Erweiterungsmodul „Abendessenszeit & Tatortzeit“ könnte ich mir vorstellen.

Wie war das eigentlich früher???

Spaß beiseite – sowohl Sibylle wie auch ich haben uns sehr über die Glückwünsche auf allen Kanälen gefreut – niemand hat uns vergessen, im Gegenteil, es haben viele Menschen an uns gedacht, welchen wir locker verbunden sind. Es zeigt, man vergisst uns nicht – trotz physischer Abwesenheit. Danke dafür!!!

Die Nachbarn waren zum Umtrunk geladen. Nicht alle wussten warum – das war lustig. Bitte um 16.00 Uhr an Bord der NESSAJA kommen.

Leider war meine Disziplin nicht so ausgeprägt wie Sibylle sich das erhofft hat…

Nanana uh yeahyeah – happy birthday

Der „Birthday Song“ schallt mit 80dB über den Steg – spätestens jetzt könnte jeder erahnen was hier auf NESSAJA abläuft. Der Nachbar aus Venedig bekommt, glaube ich, grad Gänsehaut und bangt um seine Nachtruhe. Was er nicht weiß – Rücksicht gebietet uns, dies nicht zu tun – die Stegparty endet vor dem Dinner…

Ist das Cockpit noch so klein – lade viele Freunde ein

…bis dahin, immerhin drei Stunden, muss er das Getöse aber aushalten. Wir beschallen ihn mit Hymnen aus unserer Jugend – von „Turn me loose“ bis „Final Countdown“ war alles dabei! Abgerundet mit einer Runde Stelios Rokkos – griechischer Schlager bis zum Abwinken.

Auch hier, Spaß beiseite, wir waren anständig, die Musik in Zimmerlautstärke – wir wollten uns ja unterhalten. Alles halb so wild also…

Um 19.00 Uhr ging es mit einer kleinen Runde in die Autos bzw. auf die Moppeds um sich in Alinda in Dimtris „To Steki“ zu treffen.

Thomas und Susanne im Leihwagen? Der Fiat war kaputt – ungewohntes Bild

Dorthin zu gehen war Sibylles Wunsch, sie mag das kleine Lokal und die netten Wirtsleute – und natürlich die Meze, die Dimitris und seine Frau auf den Tisch zaubern. Wir haben, wie immer in unserem favorisierten Lokal, bestens gegessen…

Nette Runde
Vorzügliche Meze

…und Sibylle wurde, zu später Stunde, noch von den Gastgebern überrascht – mit einem Geburtstagskuchen und einem letzten Ständchen von der Gesellschaft. So darf Geburtstag sein – das perfekte Maß.

Happy Birthday to you
Kalorien? Heute egal!!!
Sibylle war zufrieden, ein schöner Geburtstag

Wir fuhren nach Hause, Sibylle hatte Gelegenheit sich nochmals bei allen Gratulanten zu bedanken und sich in Ruhe die Geschenke und kleinen Gesten anzusehen. Nochmals herzlichen Dank an alle!!!

Der 19. Mai – ein gelungener Tag

Am nächsten Morgen bricht für uns ein Brückentag an. Ein persönlicher Brückentag sozusagen, nämlich der 20. Mai, welcher die Brücke zwischen Sibylles und meinem Geburtstag ist. Ich genieße an diesem Tag immer das Gefühl 8! Jahre jünger zu sein, Sibylle tritt mir dafür jährlich ans Schienbein um zu versichern „morgen ist das wieder anders!“

Ja, morgen…

Heute repariere ich – nämlich den Kabelbaum meines Motors! Um hier endlich zum Ende zu kommen. Wir erinnern uns – geplanter Termin zum Auslaufen ist der 26.05.! Noch 6 Tage – final countdown!

Kabelbaum, neu ummantelt
Alle Anschlüsse geprüft oder neu gemacht
Vor ein paar Wochen noch voll geräumt – jetzt leer! Ich verräume die letzten Teile

Am frühen Abend trage ich noch den Stuhl zum Schreiner. Ich habe mir überlegt, dass ich eine Art „Fußplatte“ möchte – in der Farbe meines Holzes, größer für die Standfestigkeit, dick wegen dem Gewicht und um Puffer daran anzubringen.

Ich beschreibe was ich will, er nimmt den Auftrag an und bittet mich in drei Tagen wieder zu kommen.

Dann fahren wir nach Lakki um mal wieder Giros im „SouVLakki“ zu essen – uns fällt auf, dass schon viele Boote unterwegs sind. Bald werden auch wir hier liegen, wir können uns das kaum vorstellen!

Der Himmel immer noch grau, aber relativ viele Ankerlieger
Wir gehen in den Lieblingsgrill – endlich mal wieder Giros

Der Abend läuft aus, wir gehen zeitig ins Bett – morgen wird vielleicht wieder ein anstrengender Tag!

Ich wache auf – mein Geburtstag, der 21. Mai 2023! Ich sinniere ein wenig – ich bin jetzt 56, lebe auf einen Segelboot in Griechenland, zum zweiten Mal verheiratet, 4 Enkel. Ich bin zufrieden, ja, auch glücklich – dennoch frage ich mich manchmal „was kommt noch?“

Um dieser Frage auszuweichen und um nicht gedankenschwer in den Geburtstag zu starten eröffne ich, viel zu spät in diesem Jahr, einen liebgewonnenen Brauch – ich starte den Tag mit einem Bad im Meer, am Lieblingsstrand in Panteli…

Noch nicht richtig sonnig – aber eine tolle Stimmung
Ich bin alleine und genieße die Ruhe
Nach dem – kurzen – Bad erstmal einen Cappuccino

Danach fahre ich zurück zu Sibylle. Sie wartet schon auf mich, gratuliert herzlich und dann fahren wir zu Marietta. Heute wollen wir hier frühstücken und haben Susanne und Thomas eingeladen. Ich mag Marietta, sie ist sogar meine Lieblingsmarietta – und sie hat irgendwie von den Geburtstagen erfahren…

Wir bekamen jeder einen Kuchen – mit blauer und rosa Kerze

…und unser Bild fand „irgendwie“ den Weg ins Internet, in dieses Instadings!

όμορφες ευχές για εμάς – ευχαριστώ πολύ

Wir genossen das Frühstück und hatten Freude an den kleinen Kuchen – eine so nette Geste.

Mein Geburtstagskuchen – noch da…
…schon weg! Die Spatzen freuen sich auch!

Ich bestelle mir zum Abschluss eine Kaffeespezialität und Alex, Mariettas Bruder, übertrifft sich förmlich – so einen Kaffee habe ich auf Leros noch nicht bekommen!

Rundet das Bild ab – ein herrlicher Start in den Ehrentag

Nachdem die Cockpitparty von Sibylle ein voller Erfolg war und mir zudem das Gesicht des Venezianers so gefallen hat, beschließe ich diesen Erfolg einfach zu wiederholen. Abermals laden wir also die Nachbarn zum Umtrunk um 16.00 Uhr, wieder kennen die meisten den Grund nicht und sind verwirrt.

Weil wir aus Erfahrung wissen, was die trinken können, starten wir unsere neue Tiefkühltruhe – unseren Joker! Wir setzen Rinaldos Beschwerde bezüglich der Weißweintemperatur vom Vortag und seiner Forderung nach FÜNF Eiswürfeln, heute eine Getränketemperatur von 3°C entgegen – ich gebe nicht auf bis er Zahnhalsziehen bekommt 😉

Wenn das nicht reicht bekommt Rinaldo seinen Wein „en block“

Danach ziehe ich mich nebst Gattin und Gitti (klingt lustig) an den Pantelistrand zurück – ich genieße Eiscreme der Geschmacksrichtung Ssssssaa… – na wer weiß es?

Genau, Salted Caramel – ein Gedicht – aber ich glaube, ich habe das bereits einmal erwähnt!

Auch heute – nur zwei Kugeln, ich schwör!

Danach pflanze ich mich auf einen gemütlichen Stuhl während sich die Damen in der Sonne aalen – ich nehme den Gedankenstrang von heute morgen noch einmal auf – „…was kommt noch? Wie viele Jahre bleiben noch?“ Offensichtlich werde ich alt!

Enjoying Life
BING – der Wecker mahnt zum Aufbruch

Mein Telefon gibt ein Signal, wir müssen zum Schiff, die Gäste werden bald kommen. Trotz Geburtstag übernehme ich abermals die Rolle als Mundschenk – die scheint mir zu stehen, das hat sich bewährt.

Gin Nummer 2 muss heute dran glauben

Auch mir werden von den Gästen Geschenke überreicht – von Weihrauch und Myrrhe sieht man Gott sei Dank ab, dennoch frage ich mich, warum man mir den Alkohol zuschreibt und Sibylle die Bodylotion?

Möge sich jeder selbst seine Meinung bilden…

Ouzo, gerne genommen, vielen Dank!

Die ersten Gäste kommen, zufällig schlendert Benno vorbei, wir wussten nichtmal, dass er in der Marina ist – „…kommt dazu, seid spontan!“ – fordern wir ihn auf!

Nichtsahnend packt er seine Hilde nebst einer Flasche Prosecco und kommt an Bord, wir haben eh genug Platz 😉 – später erfährt er den Grund des Zusammentreffens und damit auch den, warum sich alle so gierig auf seine Proseccobuddel stürzen – vornehmlich die Damen, während die Herren dezent an der Bierdose nippen.

Prosecco??? – ja gerne!
Langsam wird´s eng, wir rutschen zusammen
War wirklich lustig

Abermals spielen wir die 80er Playlist rauf und runter, abermals wird dem Venezianer Angst und Bange – aber wieder bleibt er verschont…

14 Leute – nicht schlecht für so ein kleines Cockpit

Auch bei mir kam ein ganz schöner Gabentisch zusammen – weder Sibylle noch ich hatten damit gerechnet – ich kann nur wiederholen, vielen Dank für alles und vor allem die Gedanken, die ihr euch gemacht habt!

Gutscheine für Eisdiele und Marietta – ich freu´ mich sehr!!

Auch mein Geburtstag klingt aus. Wir gehen ins „Kakomoiras“ um dort Meze zu essen. Meine Mails und WhatsApps checke ich spätabends nach unserer Rückkehr.

Ich freue mich über alle Nachrichten – eine aber sticht heraus – man gratuliert mir aus dem Paradies…

Glückwünsche aus Nuku Hiva von der AMAÉ, ich freue mich sehr

Die Geburtstage liegen im Kielwasser, wieder sind wir ein Jahr älter geworden, wieder kommt es uns so vor als ob die Zeit rast.

Viel Zeit darüber nachzudenken oder gar für ein Resümee bleibt uns nicht. Gitti reist heute ab und wir wollen sie gebührend verabschieden. Also bringen wir sie am späten Vormittag nach Agia Marina um dort noch einen Kaffee zu trinken.

Cappuccino im „Paradosiako“ – wie immer

Diesmal steigt uns aber ein betörender Duft in die Nase, nämlich ein Girosduft! Während Sibylle naserümpfend abwinkt, hat Gitti die Fährte aufgenommen und zieht Richtung „To Kroupia“ – eine gute Adresse für Giros 😉

Ich schlage mich auf Gittis Seite und richte mahnende Worte an meine Frau – wie könne sie der Freundin ein letztes griechisches Gericht vor der langen Reise verwehren???

Ha, Volltreffer – wir suchen uns einen Platz in der ersten Reihe…

Auch Sibylle gönnt sich einen kleinen Snack
Für mich gibt es Köfte – vegetarisch!

Ich entschied mich für vegetarische Köfte, das war ein strategischer Akt, weil Sibylle vor der Bestellung meinte, dass „ich zweimal Fleisch am Tag vergessen könne“ – so bleibt Luft für´s Dinner 😉

Während ich mich noch selbst für diesen genialen Schachzug feiere, können wir auf „Marine Traffic“ sehen, dass Gittis Fähre gleich um´s Eck kommt. Wir zahlen und gehen zum Anlegekai…

Dann geht es ruckzuck, die Freundin verabschiedet sich, entert den Zubringer zur Flughafeninsel Kos und sucht sich einen Platz zum Winken.

Yassou Gitti, schön war es
Angelegter Oberarm, stilecht – und nix wackelt
Da fährt sie dahin

Sibylle und ich fahren in die Marina zurück – jetzt ein paar Schritte gehen! Wir starten eine Marinarunde und biegen auf den E-Steg ab – zack, schon hat´s uns. Benno fängt uns ab, lädt zum Frühschoppen, er wolle schließlich noch Servus sagen, sie würden gleich auslaufen. Wer kann da schon nein sagen?

Kein Bier vor vier – und vier ist immer irgendwo auf der Welt

Der Geltinger macht ernst – er wartet bis ich meine Halbe ausgetrunken habe und schmeißt dann erst uns raus und dann die Leinen los – auf bald, schöne Zeit!

CARPE DIEM, die rote, läuft aus

Wir verwerfen unsere Marinarunde und gehen stattdessen in den Online-Modus. Ich empfange eine Nachricht von René, der mit seiner Dufour 43 Classic POLARIS gerade eine große Reise beginnt und fragt, ob er uns auf die Buddyseite seiner Webseite setzen dürfe…

Nett gemacht, gefällt mir

Mir gefällt, was der junge Mann da gebastelt hat und welche Idee er verfolgt – ich stimme zu. NESSAJA ist inzwischen bekannt.

Glaubt ihr nicht? Gebt mal NESSAJA als Suchbegriff bei Google ein – ha, Peter Maffay, Scooter, na klar…

Aber jetzt setzt mal SY davor 😉

Auch Sibylle beschäftigt sich im Internet. Ihre Mühe gilt dem Aufbau einer Videoleitung zu unserer Freundin Katharina, schlussendlich gelingt ihr das. Ich soll mal rüberrutschen!

Kate am Telefon – finale Besprechung

Katharina wird uns bald besuchen. Mit ihr wollen wir segeln, sie wird uns auf unserem ersten Törn begleiten. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten zu besprechen – welche Kleidung ist ratsam, wohin führt uns die geplante Route, was einkaufen? Letztlich bringt Kate auch noch ein paar Kleinigkeiten mit, auch hier gilt es noch Details abzustimmen (ich freue mich inzwischen auf meinen Gürtel)!

Der Tag klingt aus, irgendwie sind wir todmüde und fallen ins Bett…

Neuer Tag, neues Glück – Werner wird bald ankommen, darauf freue ich mich besonders. Ich habe aber an ALENA noch einen offenen Punkt zu erledigen, jetzt drängt die Zeit. Die Halterungen für die Gangway müssen angepasst, etwas verbreitert werden. Dafür schraube ich die Dinger erstmal ab…

Unten zu schmal – nur 5mm

Während ich an ALENA werkle, verabschieden sich Gottfried und Gabi. Wir drücken die Beiden und winken nach, als sie die Leinen loswerfen. Auch sie werden für ein paar Monate weg sein – gute Reise!

HARMONY legt ab, links ALENA
Blinker links – und weg

Da Giorgos mich zum Schweißen der Haltebügel auf morgen vertröstet, erledige ich eine offene Aufgabe an NESSAJA. Ich habe eine Zierleiste anzubringen welche ich aber weder besorgen noch retten kann.

Sibylle hat die idee eine Leine einzulegen – hmmm, zuerst zweifle ich, aber nach einigem Messen und überlegen drängt sich eine optimale Lösung auf…

Dunkelblaues Flechtwerk – sieht super aus!
Das Anbringen war fummelig, aber kein Hexenwerk

Das Ergebnis war fantastisch und in der Summe weder teuer noch aufwändig – das Lob für den Geistesblitz des Tages gebührt meiner Gattin!

Wir beschließen bei Marietta zu Abend zu essen und tuckern mit der GS nach Lakki…

Zwei GS, selten auf der Insel

…dort parken wir neben der GS von Mariettas Mann Takis. Er hat eine 800er und kann mir häufig Ratschläge geben wenn ich was suche. Meist sind die Antworten die, die ich nicht hören will (go to Athens) – aber ich spare mir dann Zeit Dinge oder Möglichkeiten zu suchen, die es auf der Insel nicht gibt.

Die Beiden haben die Geschäftszeiten ordentlich angepasst – von früher 20.00 Uhr jetzt bis Mitternacht, Sonntag offen, stattdessen nun Montag nur bis 15.00 Uhr – ein Erfolgsmodell, aber auch Stress für die fünfköpfige Familie.

Ich liebe Mariettas Bistro

Jedesmal wieder freuen wir uns über die nette Deko, die Details erkennt man bei genauem Hinsehen…

Tische, Stühle, alles sehr liebevoll
Die alten Tomatenmarkdosen als Vasen

Inzwischen hat Marietta eine Speisekarte. Aber ich mag und bevorzuge es, wenn die Chefin an den Tisch kommt und die „Dishes of the Day“ runterbetet, da werde ich nicht darauf verzichten.

Jetzt auch mit Speisekarte

Am nächsten Morgen gehe ich zum Schreiner. Der Stuhl ist fertig. Ich muss ihn noch in der Sitzhöhe anpassen und zusammenbauen – also räume ich das Werkzeug raus – Endspurt!

Bein kürzen, Möbelrutscher ran, zusammenschrauben

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – ich bin wirklich begeistert. Das steht schon lange auf meiner Wunschliste, hat sich nach dem Salonumbau förmlich aufgedrängt und konnte jetzt nebenbei umgesetzt werden – zu meiner vollsten Zufriedenheit!

Ein Sitzplatz mehr an der ungenutzten Seite
Bei Nichtgebrauch unter dem Tisch festgeschnallt

So langsam wird´s – ich bin zufrieden mit NESSAJA, ich bin zufrieden mit dem Ergebnis aus fast eineinhalb Jahren Arbeit!

Wir beschließen, dass wir Werner für dessen Ankunft seine ALENA etwas vorbereiten wollen. Ich montiere die Gangway, Sibylle macht ein wenig sauber.

ALENA wartet auf ihren Skipper

Während Sibylle schrubbt, fahre ich zu Giorgos und lasse die Halter umarbeiten. Das sollte, zumindest vor der Übergabe, mein letzter Handgriff an ALENA werden.

1cm breiter – kein Problem
Jetzt passt das

Ich schaffe es noch, die Halter zu montieren, bevor wir einer Verabredung Folge zu leisten hatten. Wir haben in Facebook die Werbung unseres lokalen Top-Metzgers gesehen – es gibt eine Feier zur Neueröffnung seines Ladenlokals.

Der Einladung leisten wir gerne Folge und treffen zur propagierten Zeit vor des Fleischers Geschäft ein. Xatzigrigoriou ist ein Mitglied der „Artisan Butcher“ Community, einige der Kollegen waren zugegen und halfen beim Grillen, ein Mordsevent…

Später war richtig was los
Wir waren zu früh dran
An gutem Fleisch mangelt es in Leros nicht

Wir kamen später noch einmal wieder, aßen gemeinsam und vertrieben uns den Abend in Lakki. Zurück am Schiff, erklärte Sibylle sich selbst für müde und bettreif. Nun, da kann ich sie wohl nicht aufhalten.

Ich dagegen setzte mich auf meinen Platz und verharrte – ich wartete, bis Werners Fähre ankam und mein Freund die Insel betrat, ich wollte ihn empfangen!

Gähn, wie lange noch?

Zugegeben, auch ich spüre das Alter – ich war froh, als nach 02.00 Uhr die Fähre endlich abbog und ich zum Hafen fahren konnte um dort der Ankunft entgegen zu sehen.

Da kommt sie – stockfinstere Nacht
Immer ein Spektakel – das Anlegen des Riesen
Hallo Werner!

Ich packe Werners Taschen schneller ins Auto als er schauen kann und chauffiere uns zur Marina. Wir freuen uns über das Wiedersehen, beschließen aber rasch, dass morgen ja auch noch ein Tag sei und gingen ins Bett.

Spektakel an Ponton D!!! Unser Freund aus aus dem Saarland beklagt, dass er „doch immer Pech hätte“ – was war passiert???

Der Chef der Taucher hat die Arbeit der letzten Wochen inspiziert und allerlei Zeug aus den Tiefen des Hafens getaucht. Die einen freuen sich über verloren geglaubte Badetücher, andere über ihre vermissten Sonnenbrillen – und Hans-Peter?

Nun, der freute sich NICHT über zwei halbe Propeller. WAAAAS??? Ja, richtig gehört, der Taucher brachte ihn zwei halbe Propeller!

„Da muss man doch was machen“ – sprach der ehemalige Berufstaucher und schlüpfte in den „Arbeitsanzug“, ein Kontroll-Tauchgang tat Not!

Ab ins Wasser
Oh Schreck, tatsächlich – nix mehr dran

Die Kontrolle bestätigte den schrecklichen Verdacht – Hans-Peters Propeller ist einfach in zwei Hälften zerfallen und auf den Meeresgrund gesunken – einfach so…

Alle liefen zusammen und beratschlagten sich. Meinungen wurden geäußert, über Ausfallgründe wurde spekuliert – aber das Wichtigste war, dass Lösungen erdacht wurden.

Für Ersatz wurde gesorgt

Zuletzt erhielt HPs LIBERTÉ sogar eine Aufwertung, weil der gammlige Zweiblatt Prop durch einen neuen Dreiblatt ersetzt wurde. Der Preis war eine Essenseinladung – ein Schnäppchen!

So wendete sich das Blatt – der scheinbare Pechvogel wurde zum Glückspilz und gewann zudem die begehrte Trophäe „Held des Stegs“ an diesem Tag!

So verging der Tag wie im Flug, wir richteten uns kurz und fuhren dann nach Xirokampos, wo wir bei Susanne und Thomas zum Essen eingeladen waren. Wie eigentlich immer, kochten Susanne und Stella um die Wette, denn auch sie und ihr Gatte Tasos waren Gäste an diesem Abend. Eine bewährte und gesellige Runde!

Ein wunderschöner Flecken Erde
Thomas mixt den Aperol-Spritzz…
…welcher sofort als Fotomotiv herhalten muss
Tasos und Stella treffen ein – und Unmengen an Essen

In dieser Runde ist es ein Wahnsinn! Es wird typisch griechisch aufgetischt – nicht nur die Speisen betreffend, auch die Mengen betreffend! Wir sind sechs und Essen gibt es für fünfzehn – KEIN MENSCH könnte das aufessen – und es will was heißen wenn ich das sage!

Letzte Vorbereitungen

Hier mal ein paar Impressionen einer solchen Tafel, bei der alle Gerichte in der Mitte stehen – ganz ehrlich, ich will gar nicht mehr anders essen. Das können sie, die Griechen!!!

Griechischer Salat mit Dakos
Gefüllte Hähnchenbrust mit mediterranen Kräutern
Moussaka
Spinach-Pie

Als ob es nicht genug wäre, gibt´s zur Nachspeise noch einen „Café Helleniko“ und ein Stück Zitronenkuchen. Man meint immer man platzt, aber meine Erfahrung beruhigt mich – bis heute ist das nicht passiert.

Es ist der 26.05.2023 – der „große Tag“!

NESSAJA soll, sie muss, heute auslaufen. Wir haben eine Verabredung mit Sotiris in der Bucht von Lakki, er soll unsere Sprayhood vermessen um eine neue anzufertigen. Unser Plan ist, dass wir am Nachmittag auslaufen und in der Bucht vor Anker gehen, ich möchte das Getümmel am Stadtkai vermeiden und zugleich Anker und Davits probieren – wir übernachten dann eine Nacht in der Lakki Bucht, bevor wir anschließend langsam nach Kos tingeln. Dort holen wir am 29.05. unsere Freundin Kate ab.

Soweit der Plan! Wir beginnen also, diesen umzusetzen und machen NESSAJA fertig zum Ablegen, dafür haben wir, geplant, bis 15.00 Uhr Zeit.

Die Flagge ist dran, los geht´s

Wir füllen die Wassertanks, Diesel haben wir noch genug, wir fahren noch einmal einkaufen und verpacken das Motorrad – dann kommen die Winterketten weg und die langen Festmacher werden gelegt.

Ziel ist, die Lücke am Heck zu vergrößern

Wir machen das Stromkabel und den Wasserschlauch weg und als wir wirklich alles fertig haben nehmen wir auch die Gangway an Bord – jetzt die Leinen etwas fieren…

Warum machen wir das? Weil ich die Lücke am Heck so vergrößeren möchte, dass wir das Dinghy in die Davits nehmen können. Das erleichtert das Manövrieren in der Marina. Gesagt, getan!

Dinghy hoch, backbord Heckleine weg – wir ziehen nach steuerbord

Ich überlege gut, wie ich rauskomme ohne zu nahe an das Motorboot heranzufahren, das geht aber easy und so heißt es für uns um circa 15.00 Uhr – LEINEN LOS!

NESSAJA läuft aus
Alle freuen sich mit uns und machen Bilder
Wir verlassen die Marina…
…und nehmen Kurs auf das Ankerfeld

Offen gesagt, es sind ja nur ein paar Meter – aber nach so langer Zeit braucht es ein bisschen, bis man wieder Vertrauen in die neuen Systeme und die eigenen Fähigkeiten aufgebaut hat.

Wir suchen uns einen guten Platz und werfen den Anker…

Hier liegen wir gut

Wir machen „klar Schiff“, hängen die Fender auf die Seite und machen das Beiboot nebst Motor klar. Die Leinen kommen weg, die brauchen wir vorerst nicht mehr.

Irgendwie befreit – weg vom Hafenmief
Trotz der kleinen Strecke genehmigen wir uns einen Anlegeschluck

Es gibt den ersten Anlegeschluck seit Monaten und er schmeckt herrlich. Es war schon mehr ein Anstoßen auf das Ablegen, wir sind wieder unterwegs. Wenn auch zunächst in kleinen Schritten.

Ich informiere Sotiris, dass wir klar sind und erwarte sein Signal ihn abzuholen.

Fertig, der Segelmacher kann kommen

Etwas später ruft der begehrte Handwerker an, er sei bereit, ich könne ihn abholen. Ich springe ins Dinghy und gable ihn und Sebastian, der heute als Helfer agieren wird, an der Hauptstraße auf und bringe die Beiden zu NESSAJA. Die legen auch sofort los…

Das alte muss weg

Für das Abmessen wir eine Art Schnurgerüst gespannt, welches das Gestänge in der Ursprungsform fixiert. Dann kommt die alte Sprayhood weg. Danach wird das Gestänge mit einer festen Klarsichtfolie überzogen – auf die kann gemalt werden und es können Maße notiert werden. Eigentlich sehr cool!

Das wird die Schablone

Der ganze Spaß dauert rund zwei Stunden, dann bringe ich die fleißigen Arbeiter zurück an Land. Sibylle und ich machen uns frisch und dann setzen auch wir über an den Anlegesteg für die Schlauchboote.

Ungewohnt – in der Bildmitte, vor Anker, NESSAJA

Unser Freund Werner hat die Gelegenheit genutzt, uns noch einmal für ein Dinner „im kleinen Kreis“ abzufangen. Es gibt viel zu erzählen, wir planen uns unterwegs zu treffen.

Gemütlich sitzen wir bei Marietta zusammen und lassen den Tag bei einem guten Essen ausklingen.

DAS gefällt ihm!
Chicken Kleftiko
Fei Guad
Darf nicht fehlen

Am nächsten Morgen gehen Sibylle und ich relativ früh „Anker auf“. Wir wollen Systeme wie den Autopiloten und die Navigation ausprobieren und verschiedene Setups machen.

Der Wind ist uns leider nicht hold, so motoren wir nach Kalymnos in die Bucht Palionisos, wo wir recht zeitig festmachen. Auch das ein Vorteil des frühen Aufbruchs, die Bojen in dieser Bucht sind recht begehrt und meist früh belegt – doch heute haben wir freie Auswahl!

Fest an der Boje – Palionisos vor „Taverna Ilias“
Nach hinten noch alles frei

Wir nehmen das Schlauchboot runter und gehen baden. Dann gibt es einen Anlegeschluck und ein paar Minuten zum Erholen. Irgendwie ist es noch nicht in unseren Köpfen angekommen – wir sind ausgelaufen, weg, unterwegs, an einer Boje…

So langsam füllt sich das Bojenfeld und wir bekommen Hunger. An Land vernehmen wir Klänge von Gitarre und Saxophon – was ist das? Wir setzen über und wollen eine Antwort auf diese Frage finden.

Die Bucht füllt sich – NESSAJA an der orangen Boje in der rechten Bildhälfte
Unser Dinghy, das erste Mal für einen Landfall in einer Bucht genutzt
Unser Schiff schwojt an Ilias´ Boje

Wir sehen uns etwas um und erkennen sehr schnell, die Musik ist live und kommt aus der Bar „Bakalogatos“, welche zwischen den beiden Tavernen mit den Bojenfeldern ansässig ist.

Noch keine Gäste, die Musiker beim Soundcheck
Guitar & Sax – sooooo cool!

Auf Nachfrage erklärt man uns, dass jeden Samstag Live Music sei und diese etwa in einer Stunde beginnt. Dann spielen die Jungs etwa für drei, vier Stunden.

Sehr cool! Wir melden uns gleich mal für einen Absacker an, erklären aber, dass wir zum Dinner der Taverne verpflichtet sind, an deren Boje wir liegen. Das gehört sich so – also auf zu Ilias!

Von Ilias´ Terrasse – mit Blick auf unser Boot
Wir bekommen hier derweil einfaches, aber solides und leckeres griechisches Essen serviert
Auch hier finde ich schnell Freunde

Nach dem Essen setzen wir unseren Plan um und gehen in die coole Kneipe mit den beiden Livemusikern. Dort sind inzwischen viele Gäste eingetrudelt, vorwiegend junge Griechen, welche der Performance der Künstler lauschen – es war eine coole Stimmung, wir hatten viel Spaß!

Ouzo als Absacker
Dazu werden Meze gereicht – und wir waren schon so satt

Der Abend verging, es wurde später. Am Nebentisch saß eine Gruppe junger Griechinnen in Begleitung eines Burschen. Alle waren bester Laune und es war offensichtlich, alle animierten ein Mädel zum Singen.

Die derartig gepushte Lady ließ sich erstmal bitten, verhandelte dann aber mit den Musikern – und dann fing sie an…

Gänsehaut
Sehr geiles Instrument

Sowas bietet immer zwei Möglichkeiten – entweder geht man peinlich unter oder man liefert. Und diese junge Frau hat geliefert! Sie haute einen griechischen Song raus, den offensichtlich alle kannten. Feuerzeuge gingen an und viele sangen mit – mir lief die Gänsehaut runter.

Das kann man im Foto einfach nicht festhalten – ein Wahnsinnsmoment!

Am nächsten Morgen gehe ich sehr früh baden, das ist meine Stunde! Baden, ein Tässchen Kaffee und der Bucht beim wach werden zusehen.

Vor 07.00 Uhr

Wir frühstücken in Ruhe und beschließen, dass wir eine zweite Nacht hier bleiben. Ein echter Ruhetag, ein Tag zum Relaxen. Wir entdecken Ray mit seiner RISE´N SHINE am Ende der Bucht – aber ich gehe ihm aus dem Weg. Ich mag ihn, genieße aber die Ruhe – keine Technikgespräche…

Abends gehen wir wieder zu Ilias und genießen abermals den Ausblick auf die Bucht mit unserem Schiff. An diesem Abend würde sich die Bucht komplett füllen.

Leichter Südwind – aber kein Problem

Erst am nächsten Tag laufen wir aus, wir beginnen den Tag gemütlich, denn wir haben keine Eile um die Marina von Kos anzulaufen – wir haben reserviert.

Die Überfahrt wird entspannt, jedoch ist abermals kein Wind, welcher uns von Nord nach Süd treiben würde. Also motoren wir auch dieses Stück. Für mich ok, denn ich kämpfe noch etwas mit meinen Autopiloteinstellungen – Sibylle muss inzwischen Dienst am Ruder tun.

Souveräne Steuerfrau

Gegen 1400 kommen wir in Kos an, etwa eine Stunde früher als geplant. Dies stellt aber für die professionellen Marineros dieser Base keine Herausforderung dar.

Man weist uns ein und schon Minuten später liegen wir fest in der Kos Marina.

Unsere AIS Aussendungen funktionieren
So sieht die Wirklichkeit aus

Wir freuen uns wieder hier zu sein, denn ab und an schätzen wir das Ambiente der schönen Marina. Hier würden wir auf Kate warten. Auch hier soll es einen Anlegeschluck geben, den gönnen wir uns aber in der Marinabar – denn wir hoffen dort, nach zwei Jahren, wieder auf die „beste Bedienung der Welt“ zu treffen.

Ja, sie ist noch da – und sie erkennt uns wieder! Redselig wie immer, nett wie immer und tatsächlich auch eine gute Bedienung. Ob sie die Beste ist? Ich weiß es nicht, aber ich mag sie, das zählt!

Diese Gedanken vergesse ich über unser Club-Sandwich und unserem Drink!

Yummie – das beste Club-Sandwich der Welt???

Ich vernehme das „böse Wort“ – Sibylle leitet den nächsten Satz ein mit „…wir müssen…“, was soviel heißt, wie „…ich will und Du musst…“ – in diesem Fall will sie Wasser auffüllen und ich muss dieses zum Laufen bringen. Erstens kommt kein Wasser und zweitens hält „das Ding“ nicht!

Erstens bekomme ich schnell gelöst, denn tatsächlich funktioniert zuerst der Chip nicht, dann unser Wasserhahn – mit einem anderen Chip an einem anderen Wasserhahn geht es!

Was ist nun “ das Ding“???

Das Ding – eine Billig-Schlauchkupplung

Grrrr! Sibylle hat Recht! „Das Ding“ kann nicht halten, denn die Zapfen die einrasten sollen sind ausgebrochen, zudem federt er nicht mehr zurück. Es überrascht mich nicht, denn er ist Nummer zwei seiner Spezies die ich ins Nirvana schicke – so ein Glump!

Gekauft bei Andreas Kritikos, wie sooft ein Fehlkauf. Nicht wegen Andreas, eher wegen der Tatsache, dass in Griechenland wesentlich mehr Billig-China Ramsch angeboten wird als in Deutschland. Die Gardena Alternative sucht man hier vergebens.

Glücklicher Weise hatte ich noch ein Gardena Anschlussstück in meiner Kiste und Sibylle bekam ihr Wasser – leider!

Warum leider??? Nun, dazu gibt es keine Bilder – ich sage nur soviel – eine Druckbetankung mit dem Wasserdruck der Kos Marina ist für unseren flexiblen Tank gar nicht gut. Der entwickelt nämlich soviel hydraulische Kraft, dass er seinen Deckel wegsprengt. Dies bescherte mir zwei Arbeitsstunden – eine spät in der kommenden Nacht, eine am frühen Morgen – aber das weiß ich ja noch nicht und ich lege auch das Deckmäntelchen des Schweigens darüber…

Kate kommt – Live Standort

Katharina, der Einfachheit halber Kate, kommt mit Verspätung an und springt sofort in ein Taxi. Sie teilt ihren Live Standort, so dass wir sehen können, wann wir sie am Taxistand abholen dürfen.

Nur noch ein paar Meter, gleich ist sie da!

Das Taxi kommt, wir heißen die Freundin willkommen und tragen das Gepäck auf NESSAJA – ohne großen Aufenthalt gehen wir ins Restaurant, der Gast und auch wir haben Hunger. Die Wahl fiel auf „Ali´s Restaurant“ wo wir sehr gut gegessen haben.

„Ali´s Restaurant“ – eine gute Adresse in Kos

Am Heimweg stellen wir überrascht fest, dass es die sehr leckere Eisdiele nicht mehr gibt. Na egal, da müssen wir eben verzichten. Wir gehen zurück in die Marina, quatschen noch ein bisschen und packen die Tasche aus – jeder bekommt die bestellten Mitbringsel und ich kann endlich von Expander auf Gürtel umstellen. Sibylle freut sich mit mir…

Dann sacken wir todmüde ins Bett, morgen beginnt der Urlaub, Kates Urlaub!

Der Tag ist rasch erzählt – nach dem Aufwachen gehen wir duschen, frühstücken und kaufen nochmals ein – Lücken füllen. Dann bezahlen wir die Marina und melden uns ab. Wir laufen aus mit Ziel Kalymnos, Bucht Emborios auf der Westseite.

Die Fahrt war ein Tuckern unter Motor, wir hatten Zeit zum Ratschen, mussten dazwischen aber einem Regenschauer davonfahren. Es war uns klar, die nächsten Tage würden windstill sein, wir wollten Weg nach Norden und etwas nach Westen machen.

NESSAJA an der Boje vor „Kostas Restaurant“

Ich mag Emborio, ich verbinde Erinnerungen, ich mag Kostas, seine Töchter, die das Restaurant betreiben und ich mag seine Bojen. Ich freute mich, dass wir einen der strandnahen Festmacher schnappen konnten! Natürlich wurde ein Anlegeschluck in Form eines Gin-Tonic gereicht.

Guter Brauch

Sibylle setzt an „…wir müssen…“ – NEIN, müssen wir nicht! Sie möchte wandern gehen und ich soll shutteln – das mag ich jetzt aber nicht, weil ich baden und Logbuch schreiben will.

Sibylle wird also in diverse Rudertechniken eingewiesen und ins Schnulli gesetzt. Wenn sie um Hilfe riefe, würde ich kommen. Die Holde rudert los…

Da rudert sie dahin

Meine Frau gehört also zu der Gattung der „Vorwärtsruderer“, ich selbst bin „Rückwärtsruderer“, tut aber nix zur Sache. Sie kommt flott voran und bringt von ihrem Ausflug ein paar coole Bilder mit.

Bojenfeld von oben
NESSAJA an der Boje

Ich lebe in dieser Zeit meinen Plan, schreibe mein Logbuch und bade ausgiebig. So soll das sein, so kommt jeder auf seine Kosten!

Logbuchführung ist Pflicht

Das Führen eines Logbuches ist übrigens Pflicht. Die Form ist zwar freigestellt, aber führen muss man es – ich halte daran fest und schreibe täglich und ausführlich. Ob ich auf digital umstelle weiß ich noch nicht, ich muss es mal probieren…

Am Abend setzen wir über, um bei Kostas zu Abend zu essen.

Schöner kann man kaum sitzen
Aspro Grasi, Weißwein, der hier einfach besser schmeckt
Sibylle – Meze & Fresh Tuna
Kate – Meze & Fresh Tuna
Mario – Meze & Fresh Tuna + Calamari

Warum frischen Thunfisch für uns alle drei? Weil Sibylle beim Spaziergang gesehen hat wie der Fischer des Hauses einen ganz frischen gefangen hat, welcher noch im Hinterhof zum Ausbluten aufgehangen war – frischer geht´s nicht und die Steaks waren ein Traum!

Am nächsten Morgen wachen wir alle zeitig auf und stürzen uns vor dem Frühstück ins kühle Nass – DAS ist Lebensqualität!

Das Meer lädt zum Bade, die erste Tasse Kaffee darf nicht fehlen

Wir legen Archangelos als Tagesziel fest und werfen die Leine los. Ich schlage vor, dass wir, wenn wir Panteli passieren, schnell den Anker werfen, mit dem Schlauchi an Land gehen und uns eine Kugel „Salted Caramel“ gönnen – gedacht, gemacht – leider gibt es keine Bilder von unserem Boxenstop, weil wir den Foto an Bord vergessen haben. Toll war es trotzdem!

Fotografisch festhalten konnten wir dagegen unser Treffen mit Ray´s RISE´N SHINE auf der Höhe von Agia Marina.

Kurzes Palaver, woher, wohin? Dann geht´s weiter

Kurze Zeit später fahren wir zwischen Archangelos und Leros und halten auf die Bucht zu, in der das „Stigma“ seine Bojen anbietet. Ich habe unser Kommen angekündigt und die Betreiber Giorgos und Evropi freuen sich auf uns…

Rum ums Eck…
Mr. Dimitris ist auch da!

Alles frei!!! Wir bekommen meine Lieblingsboje und machen fest. Ich liebe diesen Flecken Erde! Er ist so nah und doch so weit weg – ein friedvoller Microkosmos. Eine Idylle die sich hoffentlich nie verändern wird…

Der Fischer legt nach der Lieferung ab

Wir trinken unseren Anlegeschluck und gehen in den Genießermodus – Badefreuden sind angesagt, schöner wird es nicht!

Grünes Wasser, 3m tief
Frisch, aber nicht mehr kalt

So verbringen wir den Nachmittag, baden, lesen, faullenzen! Ein Traum, hier könnte ich es lange aushalten…

Abends setzen wir über, um ins „Stigma“ zu gehen. Giorgos, Evropi und Mr. Dimitris empfangen uns überschwänglich und voller Freude. Wir spüren, wir sind herzlich willkommen.

Die Damen vor dem „Stigma“
Und mal ein Bild von Sibylle und mir

Wir setzen uns an unseren Tisch und genießen erstmal den Ausblick – mehr braucht man nicht! Das ist es was das Segeln so reizvoll macht, Bootfahren generell lässt einen Plätze erreichen, die nur schwer mit dem Auto anzufahren sind.

Schaut selbst…

NESSAJA an ihrer Boje – im Hintergrund Leros
Nicht weit zum Landgang
Eine Terrasse mit traumhaften Ausblick

Wir bestellen ein paar Meze und als Hauptgericht „Octopus Tigania“, Octopus aus der Pfanne, gedünstet in Samoswein mit Zwiebeln und etwas Chili – DAS steht nicht auf der Karte, Evropi kocht es für uns, weil ihre Tochter uns das vor Jahren einmal empfohlen hat. Dieses Essen ist an Schlichtheit und Geschmack kaum zu übertreffen, da verzichte ich auf Sterneküche, wenn ich barfuß auf der Terrasse des „Stigma“ ein „Octopus Tigania“ aus Evropis Töpfen essen kann! Mein Wort darauf!

Octopus Tigania

Was ich vergessen habe zu erwähnen – Vollmond sollte natürlich auch sein 😉

Kann man nicht besser wollen

So endet unser Mai 2023 – ein Monat voller Ereignisse!

Er endet offen, denn unsere Tour hat erst begonnen. Dehalb verspricht der Junibericht auch ein ganz besonderer zu werden – einer vom Reisen und von Urlaubsfreuden statt von Marinatagen und Reparaturärger.

Bleibt also dran, es lohnt sich! Hier ein Ausblick – wir sind bis 10.06. unterwegs und haben auch herrliche Segeltage. Nach Katharinas Heimreise treffen wir die Crews der ELOWYN und der TRINITÉ und NESSAJA bekommt ihr neues Sprayhood – es gibt also einiges zu berichten! Ich denke, dass ihr vor diesem Hintergrund auch erkennt, warum ihr auf diesen Monatsbericht so lange habt warten müssen…

Und sonst, was gibt es Neues aus der Marina? Man sagt, wir hätten eine Lücke hinterlassen – im Wortsinn!

Alistair hat mir ein paar Tage nach unserer Abreise ein Bild geschickt – er wollte uns besuchen…

„Where is she?“ – D1 ist verwaist

Ein Jahr haben alle Menschen die an D1 vorbeigingen NESSAJA hier liegen sehen. Jetzt ist die Lücke offen, NESSAJA ist wieder unterwegs – rollin´, rollin´, rollin´…

Schön, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt! Ich hoffe, dass unser Monatsbericht euch auf eine kleine griechische Insel entführen konnte und ihr ein bisschen mit uns „mitfiebern“ konntet.

Durch den Verzug in diesem Monat hören wir uns bald wieder, bleibt gesund, bleibt uns gewogen und genießt den Sommer – wo immer ihr auch seid!

Herzliche Grüße von Bord der NESSAJA

Mario & Sibylle

April 2023 – With or Without You

Zugegeben, die Headline des Monats April hat mir nicht sehr viel Hirnschmalz abgerungen. Ich war etwas denkfaul und habe diesmal keine Mühe darauf verwendet nach Tiefgründigkeit zu suchen – der U2 Tophit aus dem März 1987 wurde Headliner, weil sich unser vierter Monat des Jahres 2023 in zwei Hälften aufteilt – der, in der Sibylle in Deutschland verweilte und eben der nach ihrer Rückkehr.

With or without her – waren Unterschiede spürbar? ABER JA!

Tocktock – es klopft! Marcus kommt an Bord und überreicht mir zwei Hella LED Positionsleuchten – „…geschenkt mein Freund!“, höre ich ihn sagen.

Neue Posis – Projektliste 2024

Ich glaube zunächst an einen Aprilscherz, doch der Freund bekräftigt sein Ansinnen, wir hätten doch darüber gesprochen.

Ja, das stimmt. Ich hatte angedeutet, dass ich ihm die Dinger abkaufen wolle und wir würden dies irgendwie mit meiner Unterstützung bei seinen Projekten „aufrechnen“. Naja, wir waren zum Essen eingeladen, für mich war es eigentlich erledigt, über die Lampen würden wir reden können…

Ich war also mehr als überrascht, fast schon beschämt, als ich das, nicht gerade billige, Objekt meiner Begierde noch als Dreingabe überreicht bekam – mir bleib nicht mehr, als mich zu bedanken und das wertvolle Gut sofort sicher zu verstauen!

„Tresor“ aus einer angepassten PET-Flasche – bis zum Verbau!

Das war ein freudvoller Start in den sprichwörtlich „wechselhaften“ Monat. Dieser landläufigen Einschätzung sollte auch der April auf Leros gerecht werden.

Ich widmete mich den ersten beiden Tagen meiner Computerarbeit, das bedeutet Quartalssicherung meiner Daten und natürlich das Verfassen des Blogberichts des vergangenen Monats.

Arbeitsplatz Salontisch – Homeoffice in weitesten Sinne
Datensicherung und Blogeinträge

Am Abend stand eine langersehnte Einladung zum Dinner an, Evi von der OCEAN FANTASY hatte versprochen, dass sie einen Schweinebraten mit Serviettenknödel und Kraut machen würde. Dies sei als kleines Dankeschön gedacht, dafür dass ich den Winter über auf das Schiff geachtet hätte – das nehmen wir gerne an…

Und Evi hat sich selbst übertroffen!

Die Tafel war gedeckt
Schweinebraten satt – klotzen statt kleckern
Serviettenknödel – hatte ich das letzte Mal vor 25 Jahren! LOVE IT
Das perfekte Dinner – und eine so willkommene Abwechslung!
Dessert? Natürlich! Selbstgemachter Apfelstrudel

Ein wunderschöner Abend und ein vorzügliches Essen – da sagen wir noch einmal ganz herzlich „Vergelt´s Gott!“

Das war auch eine Art Abschiedsessen von der OCEAN FANTASY Crew – denn wenige Tage später haben Evi und Michi die Leinen losgeworfen und ihren Plan einer Weltumsegelung in Angriff genommen. Wir drücken die Daumen und wünschen „always fair winds and calm seas!“

Ich sag zum Abschied leise Servus

Gäääähn – langer Abend gestern! Mir fällt Hans Moser ein – „Jetz´ trink ma no a Flascherl Wein“ – warum nur???

Ein Blubbern hat mich geweckt, ich fahre den Rechner hoch, wie spät ist es eigentlich?

08.00 Uhr – der Sohn hat Geburtstag…

Es ist 08.00 Uhr, ok, akzeptabel – ich koche mir einen Kaffee, erinnere mich, dass Sohn Florian Geburtstag hat und setze schonmal Geburtstagsgrüße ab – in der Gewissheit, dass wir heute noch telefonieren würden.

Was hat mich geweckt? Ich wage einen Blick nach draußen…

Ach so, der Taucher…
…er kommt näher

Der Taucher ist immer noch dabei die Ketten in der Marina zu tauschen. Das geht nun schon seit Oktober so. Ich bin gespannt ob diese Arbeit jemals fertig wird. Eigentlich ist´s mir aber egal, wir haben uns an die täglichen Besuche gewöhnt.

Ich ziehe mich wieder zurück und tippe meinen Blog fertig. Dies geht nicht wirklich ungestört, denn Sibylle ist nervös, sie würde morgen nach München fliegen – hofft sie!

Hoffen deshalb, weil just für morgen Starkwinde angesagt sind und der kleine Zubringer nach Athen ab einer gewissen Windgeschwindigkeit Leros nicht mehr anfliegt.

Tja, und so kam es auch!

Meine Sibylle hat vier Monate vorher ein Ticket gebucht und sich willkürlich exakt den Tag mit Starkwind ausgesucht. Sie sollte Lotto spielen! So fuhren wir also zum Flughafen um bereits 40 Minuten später mit Sack und Pack zu NESSAJA zurück zu kehren. Sibylle war ein wenig enttäuscht und zog daher „einen Flunsch“ (kennt ihr den Begriff???).

Sibylle mit Flunsch – enttäuscht…

Ich konnte es nicht ändern und habe daher beschlossen, den irgendwie verkorksten Tag mit „leichter Beschäftigung“ anzureichern.

Meine Bohrmaschinenpumpe musste überprüft und repariert werden…

Wertig – dachte ich…
Einfache Technologie, der Fehler war offensichtlich

Das hatte mich etwas genervt. Ich hatte vor vielen Jahren diese Pumpe statt eines chinesischen Billigproduktes gekauft – 70.- statt 20.- € – nun war ich der Hoffnung, dass es hierfür einen Reparatursatz gäbe, denn der Fehler war eindeutig erkennbar. Die Dichtung war spröde und sollte erneuert werden.

Leider erklärte mir der deutsche Vertriebspartner, dass aus seiner Sicht auch diese Pumpe ein billiges Einwegprodukt sei, man böte mir eine neue an, Ersatzteile gibt es nicht!

Ok, das frustriert mich! Wird denn nix mehr repariert? Ich wage einen eigenen Versuch!

Das Material der Wahl

Ich schmeiße das Original weg, das von einem Freund gefertigte Ersatzteil eines früheren Wettbewerbers fliegt unmittelbar hinterher und findet den Weg in die Tonne.

Ich setze auf das mir wohlbekannte Material meines ehemaligen Arbeitgebers!

Leider war auch das ein Schuss in den Ofen, die Pumpe wollte sich nicht mehr reparieren lassen. Die Lösung? Ganz offen gesagt, wenn ein 70.-€ Teil aus Metall nicht mehr kann als der 20.-€ Plastik-Chinaschrott – dann eben so…

Für meine Zwecke reicht´s

Am Morgen des Folgetages sind nach dem Erwachen abermals Regentropfen auf den Scheiben erkennbar. Schietwetter!!! Aber der Wetterbericht macht Mut und am Horizont hellt es auch schon etwas auf – so machen wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen…

Nachts war es noch regnerisch

Diesmal sollte meiner Gattin das Glück hold sein! Der Wind hatte nachgelassen, die Wolken lichteten sich und die App „Flightradar“ zeigte, dass der kleine, zweimotorige Flieger in der griechischen Hauptstadt gestartet war um Leros anzufliegen.

So bekam Sibylle ihre neuen Tickets überreicht…

Wer findet den Fehler???

…die aber offensichtlich irgendwie nicht stimmen konnten. Abflug Leros 10.30 Uhr, Ankunft München 17.15 Uhr – nanu???

Was bedeutet eigentlich FRA???

Natürlich wissen wir, dass FRA für Frankfurt steht, es hat nur einen Moment gedauert bis wir bemerkt haben, dass der Rückflug nun mit einem Umsteigen in Frankfurt gebucht war. Nicht toll, aber was soll´s?

Alles muss umorganisiert werden

Nachdem Sibylle sowohl ihre Abholer als auch ihren Sohn verständigt hatte, dass sie später als erwartet ankommen würde, hörte man schon den Flieger heranbrummeln. Es war Zeit sich zu sortieren und das Gepäck aus dem Auto zu holen und dieses abzugeben.

Im Anflug auf Leros – LRS
Der Zubringer ist da – heute klappt es!

Dieses ganze Procedere von Einchecken über Gepäckaufgabe bis hin zur Sicherheitskontrolle geht hier natürlich schneller und einfacher von Statten als auf internationalen Flughäfen. So kann man gut „just in time“ planen.

Wir gaben also das Gepäck auf und ein paar Minuten später war auch schon „boarding time“ – ok, jetzt wird klar, der Abschied naht, Sibylle geht für 10 Tage nach Deutschland.

Sie geht dahin…
…ein letztes Winken

Jetzt war es soweit – wir schreiben den 04. April 2023, der erste Part des geteilten Monats April beginnt. Ihr erinnert euch – „With or Without You“, für mich liefen die ersten Minuten von „without her“ 😉

Während mich einerseits meine lange „To-Do Liste“ beschäftigt, quält mich anderseits die Frage, wie ich diese 10 Tage, alleine auf mich gestellt, überleben werde – nun, mal sehen…

Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, höre ich den Turboprop aufheulen, die Maschine löst die Bremse und – hebt ab, Richtung Athen!

Da sitzt sie drin – auf dem Weg nach München

Ich fahre zurück zum Schiff, es ist ja noch vormittags, sortiere mich neu und koche mir ein Tässchen Kaffee.

Erstmal Gedanken sortieren – was mache ich als erstes?

Ich höre ein Trappeln und meine Freundin Electra gesellt sich zu mir. Ob sie gespürt hat, dass ich alleine war und sie mir Gesellschaft leisten wollte, oder ob es einfach nur die Gier nach einem Leckerli war, welche sie zu mir getrieben hat – wer weiß das schon?

Natürlich gibt es eine kleine Zuwendung

Ich schaffe mir zuerst meine persönliche „Schiffsordnung“ – die Tanks sind voll, der Mülleimer leer. Ich will keine Zeit mit unnötigen Hausarbeiten verschwenden. Als das Schiff so gerichtet ist, wie ich mir das für die nächsten Tage vorstelle, überarbeite ich meine Liste der zu erledigenden Arbeiten und setze sowas wie einen Zeitplan dahinter – ich will die Phase des Alleinseins nutzen, um strukturiert die offenen Punkte abzuarbeiten. Morgen geht es los!

Ehe ich mich versehe ist der Abend hereingebrochen – ich wähle den einfachen Weg und finde mich als einziger Gast im „SouVLakki“ wieder.

Anfang April war hier noch nix los

Dort muss ich nicht mehr wirklich bestellen – Alex, der Kellner, holt sich eher eine Bestätigung, ob es beim Üblichen bliebe. Ja, bleibt es!

Chicken Giros-Pita mit Allem, Tzaziki, ohne Pommes
Dazu ne Portion Pommes – homemade – mit Ketchup und ein Cola

Zugegeben, kalorienarm geht vermutlich anders, aber es schmeckt vorzüglich und ich gehe satt, zufrieden und nur um 10.-€ ärmer nach Hause. Für das Geld kann ich kaum kochen. Ich liebe diesen Schuppen 😉

Am Abend erreicht mich die Nachricht, dass Sibylle gut in Deutschland angekommen ist, sie hatte Athen sehr zeitig erreicht und konnte den Flug nach Frankfurt auf einen früheren, etwas knappen, direkt nach München umbuchen – manchmal brauchst halt auch a bissl Glück!

Tags darauf eröffne ich den Reigen der anstehenden Arbeiten mit dem Absetzen einer Bestellung. Ich weiß, dass meine Signalmittel weit über der Haltbarkeitsdauer sind – neue müssen her!

Der Koffer täuscht – sieht top aus, ist aber alt!
Alles drin was man braucht
Leider total überlagert

Man könnte meinen, dass es doch eigentlich wurscht ist, wenn das Ablaufdatum überschritten ist. Man sieht ja, dass ich auch sehr großzügig war. Aber einer unserer Freunde hat da mal richtig Behördenprobleme bekommen – willkürlich oder nicht – ich will das nicht haben. Außerdem ist es sicherheitsrelevant!

Ich bestelle also bei Katerina von „Boat & Parts“ einmal den kompletten Kofferinhalt. Die Lieferung hat bis Ende April noch nicht geklappt, aber das wird schon – hoffentlich.

Weil ich grad dabei bin, gebe ich auch die Wartung meiner EPIRB in Auftrag.

Der Rettungssender – ganz wichtig!
Auch der war überzogen

Hier war Diskussionsbedarf vorhanden! Es müsse eine neue Batterie verbaut werden, zudem der Funktionstest, alles plus Versand – zusammen rund 390.-€! Ich wusste das, hatte ich diesen Umfang doch schon einmal in Griechenland machen lassen.

Man erklärte mir, dass eine neue EPIRB für nur wenig mehr angeboten würde und fragte, ob dies nicht der bessere Weg sei.

Ich besuchte die bekannten deutschen Webseiten um zu vergleichen, fand aber nix unter 569.-€ plus Programmierung, plus Versand – und zwischen 390.- und 635.- ist ja dann doch ein Unterschied, zumal meine Rettungsboje von einem namhaften Hersteller war, der Ersatz jedoch „no name“ war und meine Halterung nicht mehr passen würde.

Ich entscheide, meiner EPIRB den Service angedeihen zu lassen! Tage gehen ins Land – in der letzten Woche des April erreicht mich ein Anruf, ich greife jetzt etwas vor, am Telefon erklärt man mir, dass man jetzt ein Angebot für eine neue EPIRB hätte, ich solle nochmals rechnen. Ich wusste nicht – soll ich lachen oder losheulen???

Egal, das Angebot war super! Gleiche Marke, inklusive Halter, Programmierung, Papiere und Versand aus Athen für 409.-€ – das ist ein Wort! Ich ändere meine Meinung und bestelle.

Ich hoffe nun, im Mai sowohl meine neue EPIRB als auch die neuen Signalmittel zu bekommen.

Ich packe das Werkzeug aus und lege los – das Arbeitspaket für heute heißt „Regalbrett für die Kiste mit Spraydosen“

Braucht einen Platz

Ich setze die allererste Schraube an, betätige den Bosch-Professional und… KRACK!

Nach fest kommt ab

Ja sag amal, geht denn nix ohne Ärger??? Die griechischen Gummischrauben sind mit dem Drehmoment der schwäbischen Maschine überfordert. Ich ärgere mich leise und bastle vor mich hin…

Zielbild erkennbar

Die Arbeit die ich an diesem Tag angefangen habe, sollte als die fieseste und gemeinste in die Geschichtsbücher eingehen – zumindest wenn man die Zielsetzung – ein Regalbrett bauen und montieren – mit dem Leid auf dem Weg dorthin in Abgleich bringt.

Der Zuschnitt war noch schnell erledigt, das kann man auf dem Bild oben schon gut erkennen. Die abgerissene Schraube wurde durch eine weitere ersetzt, das war eigentlich nur eine Randnotiz…

Um die fiesen Fallen zu erklären brauche ich ein Bild des Ergebnisses – schaut mal hier.

Finale Ansicht – bitte Pfeil beachten

Zunächst war ich durch die Größe unseres Bades bei geöffneten Schranktüren limitiert. Die steht leider in reziproker Relation zu meinem Volumen, so war es generell eine Herausforderung, alle Schraubarbeiten UNTER dem Brett durchzuführen.

Wenn ihr mal bitte den Pfeil beachten mögt – das Brett ist massiv montiert und schwebt frei. Am hinteren Rand gehen zwei Bolzen durch das Brett und eine Art „Balkon“ unter dem der Schlauch meiner Bilgenpumpe verlegt ist – ich WEISS DAS, es ist genug Platz, eigentlich!

Ooooops

Dennoch gelingt es mir, den Schlauch an beiden Bohrstellen anzubohren – an dem Tag konnte ich mir echt die Eselsmütze aufsetzen! Gott sei Dank gingen die Löcher nicht ganz durch, so war die Reparatur mit SIKA und selbstvulkanisierendem Tape vertretbar.

Das war nicht alles! Ich habe Standard-Schrauben in fast allen Längen, habe gut gemessen und doch waren meine 10cm Schrauben am Ende 5mm zu kurz. So musste ich noch Bolzen anfertigen und mehr oder minder aufwändig flexen.

120mm Bolzen

Naja, mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Was ich als Arbeit für zwei, drei Stunden eingestuft hätte, mauserte sich zur tagfüllenden Aufgabe. Dennoch, trotz all der Stolpersteine arbeitete ich mich voran und kam dem Ziel näher.

Um das Gewerke stabiler zu gestalten, entschied ich, eine Stütze unter das Brett zu schrauben – dafür musste ich in die Dusche ausweichen. Und da passiert es – ich war FERTIG und beim Aufstehen hakt sich der Einhebelmischer der Dusche in meinen Hosenbund.

Ich spüre Wasser in meinen Rücken sickern, verstehe für einen Bruchteil einer Sekunde nicht was passiert, kann mich aber nach dem Erfassen der Situation nicht wirklich schnell befreien. Gehe ich weg, breche ich den Mischerarm ab, stehe ich weiter auf, drehe ich die Dusche komplett auf.

Die zwei oder drei Sekunden die ich brauche um mich zu befreien reichen aus, dass mich die teuflische Brause nahezu durchweicht! Tja, manchmal hast Du einfach kein Glück – und wenn dann noch Pech dazu kommt 😦

Grrrrr

Feuchte Duschwanne und sich selber duschen und waschen – funktioniert. Trockene Duschwanne und schwarze Füße – funktioniert auch. Nasse Duschwanne und schwarze Füße – funktioniert NICHT!

Das Bad war besudelt

Ich fluche vor mich hin und wische die Duschwanne raus, natürlich hinterlasse ich überall Tapser mit meinen feuchten Füßen – ich realisiere, heute ist nicht mein Tag!

Am frühen Abend ist es vollbracht – trotz des ganzen Ärgers findet die sperrige aber notwendige Box mit unseren Spraydosen einen adäquaten Platz und ich habe einen ungenutzten Raum in Stauraum verwandelt – wenn mir das jetzt noch mit Wasser und Wein gelänge, ich wäre am Ziel meiner Wünsche!

Bombenfest, stabil und millimetergenau

Ich schleppe mich, immer noch mit feuchten Nieren, zu Marcus auf die DARKSYDE, wo man mir mit einem Ouzo neue Lebensgeister einhaucht. Ich versöhne mich mit dem Tag…

Ouzo mit Wasser – eine Art „Schorle“ (Greek Style)

…was letztlich gar nicht so schwer war, denn kaum war der Ouzo im Glas, kaum klang die typische griechische Musik, die Ellinika dimotika tragoudia, aus den Lautsprechern, gesellte sich schon die „Austria Connäktschn“ zu uns – die Stegparty war flugs im vollen Gange!

Wir grüßen Sibylle in Deutschland – der zurückgelassene Gatte, DARKSYDE, FINI und OCEAN FANTASY

So ließen wir den Tag ausklingen und zogen uns erst in unsere Schiffe zurück als es schon dunkel und frisch war. Ich spürte auf dem etwa 23m langen Heimweg, dass ich unter Umständen einen Ouzo zuviel getrunken hatte und beschloss, nicht zu kochen – das Hantieren mit Feuer schien mir ein Risiko am heutigen Tag 😉

Telefonieren konnte ich noch, so war der Pizzalieferant meines Vertrauens schon kurze Zeit später zugegen um mir die Leibspeise vor die Haustüre zu bringen – guten Appetit!

Singledasein – ein einziges Leid

Im Fernsehen läuft „Wunderschön“ und so lasse ich mich herrlich einlullen bis mir die Augen zufallen und ich mich in die Koje verhole. Morgen ist ein neuer Tag!

Der beginnt, wie immer, mit einer, besser zwei, Tassen Kaffee. Ohne Kaffee geht NIX!

Kaffee – wenig Kalorien, keine Kohlehydrate, aber viel Lebensgeister

Bing! Mein Mobiltelefon klingelt mich an. So früh? Wer kann das sein? Ich bin überrascht und riesig erfreut gleichzeitig! Philipp & Kristel haben an mich gedacht und schicken mir Grüße und ein Bild von ihrer Pazifiküberquerung – live, also direkt vom Pazifik, aus der Weite des Oceans…

Wir haben die Beiden, die Crew der AMAÉ, vor zwei Jahren auf Leros kennen gelernt und waren für ein paar Wochen Zeugen ihrer Vorbereitung für IHRE „große Reise“ – Ziel offen!

Aber wenn nun, zwei Jahre später, Grüße vom Pazifik gesendet werden kann ICH nur sagen – Gratuliere und Chapeau! Ihr habt alles richtig gemacht. SO schreibt man seine eigenen Geschichten in das persönliche „Buch des Lebens“.

Ich starte beschwingt in den Tag – dies äußert sich darin, dass ich Platz schaffe. Material, welches ich VERMUTLICH nicht mehr brauche fliegt raus.

Schläuche aller Art
Der Rest der massiven Dämmmatte

Ha, langsam wird es. Beflügelt gehe ich gleich den nächsten Punkt auf der Liste an, ich muss noch einen Plotter erden.

Gedacht, gemacht – den Pod noch einmal aufgeschraubt, das Kabel angebracht und alles wieder zusammengebaut. Auch an diesen Punkt kommt ein Haken – und weil ich gerade an der Lenksäule am Werkeln war, habe ich auch gleich unser „Cockpittäschchen“ angebracht. Da bewahren wir unsere Mobiltelefone und Krimskrams auf während wir unterwegs sind.

Das Erdungskabel hat noch gefehlt
Über Jahre bewährt – ein Platz für Kleinkram und die Telefone

Heute habe ich „einen Lauf“! Dies will ich nutzen und packe mein Werkzeug, um den defekten Generator des eidgenössischen Bekannten anzupacken. Ich ahnte in diesem Moment noch nicht, dass dies ein Langzeitprojekt werden würde, beziehungsweise werden könnte.

Der demontierte Wärmetauscher
Der gebrochene Halter

Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Eigner, der ja auf Empfehlung von Freunden kam, mir nicht die komplette Vorgeschichte ausbreiten würde. Warum das so ist, oder zumindest war, kann ich bis heute nicht sagen.

Zu diesem Zeitpunkt haben wir davon gesprochen, dass der Wärmetauscher nicht mehr fest ist und wackeln würde und ein Ölverlust vorläge.

Der Wärmetauscher war rasch ausgebaut, der gebrochene Halter schnell als Übeltäter entlarvt, der Reparaturansatz klar – ich dachte an eine schnelle Reparatur und informierte den Besitzer über den Sachstand.

Der Tag war zu Ende, der Wind nahm zu und zog mich auf NESSAJA zurück.

Gleich ist die Sonne weg

Dort checkte ich nochmals meine Batterien und meinen Stromhaushalt, denn ich bin seit Sibylles Abreise „off grid“, ich will sehen, wie lange ich es alleine ohne Landstrom oder Nachtanken von Wasser aushalte. Ohne zu sparen, aber mit einem anderen Nutzerverhalten als meine Gattin.

Mir kam zu Gute, dass es windig war und meine Hassliebe, mein Windgenerator, ziemlich lieferte. Dazu tagsüber der Solarstrom – passt alles, immer noch ohne sich sehr zu mühen.

13A vom Windgenerator – das ist ok

Inzwischen frustriert mich, dass Sibylle will, dass er nachts ausgeschaltet ist, das konterkariert meine Idee von Autarkie und den Sinn dieser Maschine generell.

Zurück auf die Zeitachse! Gut am Alleinsein ist, dass man offensichtlich sowas wie Mitleid erregt, auch ich! So war ich heute auf der DARKSYDE zum Dinner geladen. Das freut mich sehr – zum einen schätze ich die Gesellschaft der jungen Familie, zum anderen gab es handgepresste Spätzle zu frischem Gulasch, yummie!

Spätzle – wie geil!

Zum Absacker noch einen oder zwei Ouzo, dann geht es ab in die Koje. Morgen ist auch noch ein Tag…

Und was für einer! Herrliches Wetter, Sonnenschein, Wärme – ich will an Deck arbeiten und nehme mir vor, den Punkt „Mastwagen für Spinnakerbaum montieren“ wegzuarbeiten.

Zusammenbau von Mastwagen und dem Trichter für den Baum war schnell erledigt

Ich montierte die aus Deutschland mitgebrachten Gleitstücke und den Trichter in dem der Baum einrastet. Dieses Konstrukt muss nun an die Mastschiene montiert werden.

Passt

Das war ein bisschen aufwändig, weil der Mastwagen leicht verzogen ist. Mit ein paar leichten Hammerschlägen hat er sich aber in Position bringen lassen. Und da diese Position nicht andauernd geändert werden muss, ist es so auch ok – zumindest bis wir wissen ob das Ausbaumen der Genua etwas für uns ist. Im Falle ja, können wir uns immer noch den exakt passenden Harken-Wagen kaufen.

Ja und weil der Tag gar so gut war, weil es gar so gut lief, packte ich gleich das zweite Außenprojekt an – die Wartung meiner sechs Winschen. Ich schäme mich fast ein wenig – ich habe das noch nie gemacht, obwohl wir NESSAJA ja schon acht Jahre haben. Es war an der Zeit…

Nummer 1 – pack´ ma´s
Muss auch raus – aber wie?
Geschafft – alles zerlegt

Ich besorge Lappen, Waschbenzin und Pinsel und fange an, jedes kleine Einzelteil der zerlegten Winsch zu putzen. Nachdem das geschafft ist, wird jedes Teil gefettet, die Zahnradgruppen nebst Sperrklinken wieder zusammengesetzt und zu guter Letzt die Winsch wieder komplettiert.

An diesem Tag schaffe ich die erste Winsch, ich bin zufrieden, weiß aber auch, dass mich diese Arbeit etwas in Anspruch nehmen wird. Es ist klar, das muss auf mehrere Tage verteilt werden.

Kochen oder Fremdküche? Die Faulheit siegt und abermals wird der Pizzadienst des „La Nostra“ gerufen. Die Pizza ist aber auch gut…

Abendessen – 16.-€
Entertainment durch Mediathek oder YouTube

Häufig investiere ich meine Abende in Recherchearbeit. Immer dann wenn es Teile zu ordern gibt oder wenn technische Unterlagen notwendig sind. So bin ich doch eine zeitlang damit beschäftigt, die Manuals für den 20 Jahre alten Fischer Panda Generator des Schweizers zu beschaffen – der Zusammenbau soll bald erfolgen, ich benötige ein paar Drehmomente und ein paar technische Daten und Füllmengen. Fischer Panda hilft mir, drei Tage später habe ich alles was ich brauche – sehr guter Service!

Der neue Tag beginnt mit der Abreise der DARKSYDE. Ich bin ein bisschen traurig, denn mit Marcus´ Familie ist Kurzweil irgendwie garantiert. Der Smalltalk ist erfrischend, die Gespräche tiefgründig – ich werde die drei vermissen.

Yassas und bis bald

Ich fahre einkaufen, denn die Schränke sind leer und ich muss für volle Schubläden sorgen. Ich springe also auf meine treue GS und drehe eine Runde durch Lakki.

Alles was wichtig ist

Zugegeben, meine Einkaufsliste sieht anders aus als die von Sibylle. Salat ist drauf, Gemüse fehlt – ein bisschen mehr Knabbereien und Coke. Kochen will ich auch mal – die Wahl fällt auf Cordon Bleu. Naja, der Einkauf eines Strohwitwers eben…

Hm, „Biggest Loser“ ist so nicht zu gewinnen

Am Heimweg erreicht mich eine Nachricht von Thilo. Er sähe von zuhause, dass sein Schiff nicht mehr lädt. Ob ich wohl mal nach dem Rechten sehen könnte. Klar kann ich, ich mache mich auf den Weg zur Stromsäule und sehe gleich, dass kein Guthaben mehr auf dem Account ist.

Dieses Problem wäre rasch gelöst, wenn nicht ein anderer dies schon entdeckt hätte und die somit „freie“ Steckdose occupiert hätte. Leider ist an dieser Säule nur eine Steckdose dieser Größe. Was tun?

Seufz, ich will helfen! Thilo hat uns durch die Leihgabe seines Autos auch unterstützt, eine Hand wäscht die andere – so gehe ich auf NESSAJA und hole einen meiner Adapter, um ihn für unbestimmte Zeit an das Kabel der HOMEOFFICE zu stecken – und dieses dann wieder mit der inzwischen neu aufgeladenen Säule zu verbinden.

Ich sammle Karmapunkte!!!

So, die HOMEOFFICE lädt wieder

Endlich ist Zeit, sich dem Arbeitsplan zu widmen. Ich richte also wieder das Werkzeug und die Reinigungsutensilien für meine Winschen her und schreite zur Tat.

Heute Nummer 2
Alles bis auf´s Kleinste zerlegt
Nach der Reinigung gefettet und wieder komplettiert

Ich stelle Nummer 2 fertig und muss leider schon wieder unterbrechen. Ich bin mit Giorgos in seiner Werkstatt bei „Boat & Parts“ verabredet um den Halter für den Generator zu rekonstruieren. Ein Neuteil war nicht mehr zu bekommen.

Treffpunkt 17.30 Uhr – GMT (Greek Maybe Time)

Als der begnadete Schweißer eintraf, gab es erstmal ein großes Hallo – dann Kaffeebestellung. „Cappuccino sketo, as always?“ – äh ja, er weiß wie ich meinen Kaffee trinke – als einer von drei Menschen weltweit…

Dann fangen wir an, oder? Ja! Also gleich! Zuerst müsse ich noch schnell einen Blick auf eine Zylinderkopfdichtung werfen, ich würde mich da doch auskennen, oder?

Fast wie damals – eins für Facebook…
…dann aber ernsthaft

Wir tauschen Meinungen aus, es wird palavert und vier Männer stehen gestikulierend um einen alten Motor. Wie ich das liebe! Es erinnert mich an früher, an eine Zeit die so weit weg scheint…

Jetzt aber – mein Halter!

Aus einem Rohr wird ein Stück herausgenommen
Bisschen Reinigungs- und Anpassungsarbeit
Dann schreitet der Virtuose ans Werk
Fertig

Ich fahre zurück auf NESSAJA, fotografiere das Trum und informiere den schweizer Besitzer des flügellahmen Stromerzeugers, ich wähne mich dem Ziel nahe – doch weit gefehlt! Allerdings weiß ich das noch nicht!

Zeit zum Abendessen, heute ist Zeit zum Kochen – ich bereite mir also ein weiteres Leibgericht – Cordon Bleu mit einem Riesensalat.

Gut war´s

Danach war Abwasch und Küchendienst angesagt – spätetens jetzt zweifelte ich am Sinn für eine Einzelperson zu kochen. Alles in Allem, Gas, Strom und Zeit mit eingerechnet, kommt es teurer und ist aufwändiger als die günstigen Restaurant- oder Taverna-Varianten.

In der Nacht kommt ein Gewitter, es schüttet wie aus Eimern! Ich mag das Prasseln am Dach, besonders dann, wenn ich weiß, dass es kaum hereintropft – wir haben die Dichtheit des Schiffes gut im Griff.

Nicht im Griff hat die Marina dagegen die Schlammwüste nach einem solchen Wolkenbruch.

Deine Spuren im Sand… NEIN Matsch
Schlaatz überall

In manchen Ecken sinkst Du mehr ein, in anderen weniger – wir kennen unsere Laufwege inzwischen, aber es kommt vor, dass der Schlamm zu den Crocs „oben einsteigt“ – nicht wehren, waschen – lautet die Devise.

Ein Italiener spricht mich an – ob ich nicht zufällig ein gebrauchtes Schlauchboot wüsste. Ähhh, ja – im Wagen von Thilo liegt eines!

Klar weiß ich ein gebrauchtes Schlauchboot 😉

Ich zeige das gebrauchte Gummidinghy und packe es für den Amici aus. Er freut sich, fotografiert, versendet, telefoniert – und kauft! Minuten später wechselt das Objekt der Begierde den Besitzer und wird auch sofort abtransportiert.

Da fährt es dahin

Thilo freut sich über den Erlös, ich über neue Karmapunkte und der Azzuri über das neue Spielzeug – was für ein Tag!

Muss ich erwähnen, dass ich zwei Wochen später, in Abwesenheit der FINI Besatzung, auch deren altes Dinghi verkauft habe? Ob ich über ein Provisionssystem nachdenken sollte? Nein, ich bleibe bei Bewährtem, ein Fläschen Ouzo als Dankeschön und natürlich ein paar Karmapunkte…

Der Tag ist noch jung – ich widme mich wieder meinen Winschen und schaffe heute Nummer 3 und 4.

Heute die zwei Schotwinschen, die größten

Nach getaner Arbeit belohne ich mich selbst mit einem Eis von „Repapis“ und genieße hier die letzten Sonnenstrahlen bevor ich mich ins Schiff zurückziehe.

Am Abend beschäftige ich mich ein bisschen mit der Kommunikation zur Außenwelt. Ich stöbere in den sozialen Medien und finde bei Facebook in der offiziellen „I love Lipsi“ Gruppe ein Bild an dem mein Auge hängen bleibt – kenne ich die beiden Schiffe nicht???

Witzig

Ja klar, das Bild zeigt die DARKSYDE und die OCEAN FANTASY im Hafen der Nachbarinsel Lipsi. Die beiden Schiffe haben einen Abstecher dorthin gemacht, ich hätte sie gerne begleiten sollen, wollte die zwei Arbeitstage aber nicht verlieren.

Umso witziger fand ich, dass ich jetzt einfach so auf dieses Bild gestoßen bin. Big Brother is watching you…

Noch eine weitere lustige Kommunikation an diesem Tag. Es meldete sich aus heiterem Himmel Emine bei mir. Sie ist der weibliche Part eines türkischen Paars, welches in Leros überwintert hatte, jetzt aber wegen der Aufenthaltsbestimmungen zurück in die Türkei musste.

Sie wies mich darauf hin, dass wir, sollten wir in die Türkei reisen, sie unbedingt besuchen müssten. Sie seien in der Nähe von Bodrum, ich würde das bestimmt nicht kennen – sie sendet mir ein Bild…

Dort haben Sibylle und ich NESSAJA 2014 gekauft

Ich schmunzle – und ich bin sicher Emine auch, als ich ihr schreibe, dass ich die Port Iasos Marina sehr gut kenne, habe ich NESSAJA doch 2014 dort gekauft – als sie noch OTARIE hieß. Was für ein Zufall – so könnte es sich ergeben, dass ich doch noch einmal nach Güllük zurück komme, wer weiß???

Am nächsten Tag beginne ich früh, ich will den Generator fertig stellen. Ich baue den Halter ein und schraube den Wärmetauscher wieder an…

Der neue Halter, passt perfekt

…zerschrammle mir dabei die Arme, weil es halt gar so eng in des Generators Lücke ist. Ich fluche leise um mein Karmapunktekonto nicht zu gefährden.

Oh weh, oh mir

Als das erledigt ist, fülle ich das Öl auf und prüfe den Ölstand – auch das ist perfekt!

So, fast fertig

Ich schütte das Kühlwasser in den Behälter und so wie es oben reinfließt, läuft es unten wieder raus – was ist das? Ich prüfe und fühle am Kühlwasserschlauch einen Cut. Ok, das ist kein großer Job – ich beschaffe einen Schlauch und tausche diesen aus. Ich fülle wieder Kühlwasser auf, nichts tropft mehr! Super!

Ich rufe den Besitzer an, wir sind fertig zum Probelauf. Ich befürchte den beschriebenen Ölverlust und will den Eigner des Bootes dabeihaben. Wir starten den Generator und während ich das Kühlsystem entlüfte läuft wieder Kühlwasser aus dem Motor – und nun???

HEUTE erst ergibt ein längeres Gespräch mit dem Eidgenossen. Er räumt ein, dass schon mehrere Mechaniker an dem Gerät gearbeitet haben. Es könnte auch sein, dass es kein Ölverlust ist, sondern eben Kühlwasser. Auf jeden Fall habe unsere Marina die Reparatur abgelehnt – man könne das Aggregat ersetzen, es sei aber ein wirtschaftlicher Totalschaden.

DAS wirft ein anderes Licht auf die Sache. Ich muss nachdenken, wir vertagen uns…

In diesem Moment meldet sich mein Mobiltelefon mit einem eindringlichen BING – eine Nachricht von Vivi trifft ein…

Wow! Yeah! Das lasse ich mir nicht zweimal sagen! Sofort fahre ich zur Versicherungsagentur und schließe eine Haftpflichtversicherung ab. Diese kostet rund 10.-€ mehr als in Deutschland, die Steuer ist dagegen um etwa den gleichen Betrag günstiger – ein Nullsummenspiel also.

Mit der druckfrischen Police in der Tasche, fahre ich zu Vivi um meine Papiere und mein Kennzeichen abzuholen. Dabei bemerke ich, dass anders als in Deutschland, der TÜV-Stempel nicht von der Zulassungsbehörde angebracht wird.

Ich brause zur Technischen Überwachungsstelle die ja noch auf Leros stationiert ist – der Prüfer erinnert sich an mich und klebt die Plakette.

ENDLICH – meine GS ist nun eine Griechin!

Weniger coole Kombi

Ich bringe das Bild in Facebook und schreibe spaßeshalber, dass die Zahlen- / Buchstabenkombi nicht mehr so cool ist wie zuvor – worauf Vivi kommentiert „…it´s Greek, that´s the most important!“

Recht hat sie – mein erstes fremdes Kennzeichen. Das leidige Thema der begrenzten Aufenthaltsdauer für Fahrzeuge ist somit endlich vom Tisch. Ich bin stolz und montiere das neue Taferl sofort!

Aus MB GS650 wird EAO 982 – ich gewöhne mich dran

Der ganze Zinnober muss, trotz EU, stattfinden und hat mich rund 570.-€ gekostet – durch die Hilfe von Vivi und viel Eigenengagement ist das verhältnismäßig günstig – und es war eine gute Entscheidung wie sich etwas später zeigen sollte…

Die DARKSYDE hat sich angekündigt, die Freunde kommen zurück um ein paar Tage in der Marina zu verweilen. Das machen viele Segler in dieser Zeit, denn das Wetter ist noch nicht so beständig, dass man wochenlang „buchteln“ möchte. Ein paar Tage in der Bucht, bei Wetterverschlechterung ein paar Marinatage – so passt es.

Willkommen zurück

Leider habe ich nicht so viel Zeit in dieser Phase des Monats. Ich habe neben meiner ureigenen Arbeitsliste auch ein paar Fremdprojekte offen. So fahre ich morgens in den Ort um meine Verbrauchsmaterialien wieder aufzufüllen, dann zurück in die Marina – hier herrscht allerorts emsiges Treiben.

Mechaniker Petros bekommt einen Motor geliefert – der Kran hebt diesen an Ort und Stelle

Ich dagegen war zu einer neuen Baustelle beordert. Bereits vergangenes Jahr hat mich Felix angesprochen. Er und seine Frau Georgette sind in der Schweiz zuhause und besitzen eine alte Amel Maramu in perfektem Zustand. Felix hatte mich also vor einiger Zeit schon gefragt, ob ich beim Umbau seiner Wellendichtung „assistieren“ könne.

So verhole ich mich mitsamt meiner Werkzeugkiste auf dieses „besondere Schiff“ – mal sehen was mich als Schrauberassistent erwartet!

Der Arbeitsplatz für zwei Tage

Was zunächst eigenartig klingt, war eine hervorragende Idee des Eigners. Er weiß natürlich genau, dass man sich zu helfen wissen muss und hat sich die Arbeit auch zugetraut. Er wollte aber wirklich jeden Arbeitsschritt mit mir absprechen, ich habe nur Werkzeug gereicht, meine Meinung abgegeben und musste letztlich nur bei zwei komplizierteren Dingen unterstützen.

Felix in der Kiste – ich reiche an und gebe schlaue Kommentare ab
Wir kamen schnell voran und konnten die Welle bald ziehen

Die Herausforderung war, dass dieses Schiff mit einem Wellengenerator ausgestattet ist. Wir mussten Einiges abmontieren um die Welle vom Getriebeausgang zu trennen – aber am Nachmittag hatten wir es geschafft, das Schadteil war ausgebaut.

Jetzt kam mein Einsatz, Rost und Schmutz hatten den Gewinden der Kupplung zugesetzt, ich habe also an Bord von NESSAJA alle Gewinde des wiederzuverwendenden Teiles und der dazugehörigen Schrauben nachgeschnitten.

Gewinde schneiden, Grate feilen

Theoretisch war noch genug Tag übrig um den Zusammenbau zu beginnen – wäre nicht EINE spezielle Schraube abgerissen. Diese Madenschraube war nicht so leicht zu beschaffen. Wir mussten also für heute den Feierabend einläuten.

Leider ab – 8mm Inbus-Madenschraube mit Sicherungslöchern

Ok, traurig war ich über diese Nachricht nicht! Das offizielle Willkommen der DARKSYDE Crew war noch nicht vollzogen – so war das Feierabendbier gleichzeitig auch der Willkommensschluck.

Ein guter Tag – darauf ein „Mamos“

Der nächste Tag begann für mich mit Weckergeläut! Ein sehr ungewohntes Gefühl, aber Felix möchte um spätestens 09.00 Uhr beginnen – und ich habe am Vortag versprochen, dass ich mich um die Beschaffung der abgerissenen Schraube kümmern werde.

Hier konnte nur Giorgos helfen!

Giorgos richtet mir den Rohling her

Mein Freund arbeitet hauptberuflich in der „Artemis Boatyard“, dort bekomme ich um 08.30 Uhr die Rohlinge und Giorgos längt sie mir ab und entgratet die Madenschrauben. So habe ich nur noch die Sicherungslöcher zu bohren – es kann losgehen!

Nur die Sicherungslöcher fehlen noch

Noch einmal konnte ich Felix helfen – beim Ausbohren des abgerissenen Schraubenstummels. Das Loch war rasch gebohrt, das hat gut geklappt. Ich versuche als Trick immer ein Torx-Werkzeug einzuschlagen – auch dieser Kniff hat dieses Mal perfekt funktioniert.

So konnte Felix die Arbeit fertig stellen und ich war auf der ALLEGRA entlastet. Eine kleine Fleißaufgabe hatte ich allerdings noch – der Stummel der abgerissenen Schraube klemmte ja immer noch bombenfest auf meinem Torxbit, das wollte ich auf jeden Fall retten!

Bombenfeste Verbindung

Das war eine Aufgabe für den „Flexman“, den letzten Superhelden! In Sibylles Abwesenheit kann ich hemmungslos mit meinem Lieblingswerkzeug hantieren – ich liebe dieses Tool und bin behände im Umgang damit.

So krame ich die Lieblingsmaschine hervor…

What a sexy tool

Ich spanne die 1mm Scheibe ein und setze einen Schnitt – einem forensischen Skalpellschnitt gleich, ahhh. Mit dieser Maschine könnte ich Fingernägel schneiden 😉

Das Werkzeug ist aus seinem Korsett befreit

Wie alle Superhelden verwandle ich mich nach getaner Arbeit zurück und bemerke, dass die persönlichen Akkus leer sind und nach Aufladung verlangen. Ich lasse mich also verleiten, etwas zu tun, was in Sibylles Anwesenheit nicht möglich wäre…

Ein Nickerchen – wie herrlich

Derart regeneriert, beschließe ich heute wieder selbst zu kochen. Es gibt wieder ein Salätchen und eine Portion Cordon Bleu – warum den ausgeklügelten Speiseplan ändern?

Da läuft mir doch das Wasser im Munde zusammen
Blattsalate mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen – das möchte ich

Beim Einkaufen war mir ein Geräusch aufgefallen – chhhhh, chhhh – nur beim Bremsen. Ok, kaum griechisch geworden und mit neuem „TÜV“ versehen, verlangt die GS wieder nach Aufmerksamkeit. Ich bremse nochmal – chhhhh…

Das Geräusch kenne ich, sofort wird mir klar – die Bremsbeläge sind verschlissen, was ich höre ist die „akustische“ Warnung zum SOFORTIGEN Ersatz derselben.

Woher nehmen? Ich rufe Sibylle an – wer mich kennt weiß, dass ich das Telefon hasse. Sie ist nicht erreichbar. Ich schreibe eine WhatsApp, die liest sie IMMER, aber nicht jetzt, nicht von mir – grrr. Ich weiß, sie ist in Rosenheim und könnte mir die Teile mitbringen, Originalteile, beste Qualität, ein schöner Gedanke!

Etwas später ruft sie zurück und erklärt als Antwort auf mein Ansinnen, dass sie nicht mehr in Rosenheim ist, alles sehr kompliziert, blablabla – bei kompliziert habe ich aufgehört zuzuhören. Ich liebe meinen Schatz, aber manchmal haben wir unterschiedliche Definitionen von Flexibilität, na egal.

Ich schreibe Loukas, den Moppedhändler über Facebook an – er antwortet zwei Minuten später, ich solle kommen…

„Moto Loukas“, Suzuki, Yamaha, Piaggio – und BMW???

Loukas stöbert in Schubladen, liest Listen, durchkramt so Displayständer um nach Bremsbelägen zu suchen. Meine Iris erfasst Markennamen die ich, nach 35 Jahren in der Automobil-Zulieferindustrie, noch nie gehört habe! Ich frage nicht nach „Made in…“

Der junge Mann ist sichtlich stolz, als er tatsächlich vordere UND hintere Beläge für meine GS herauskramt. Ich bitte ihn, dies doch gleich einzubauen, den Auftrag hat er sich verdient!

Hinten ist rasch erledigt
Top – so muss das
EBC und Daytona??? Was werden meine Brembo Sättel dazu sagen?

Zunächst dachte ich, EBC Beläge in Brembo Sättel einzubauen ist wie Aldi Tütensuppe aus Villeroy & Boch Porzellan zu löffeln – aber vielleicht irre ich, im Internet tritt EBC jedenfalls selbstbewusst auf. Heute kann ich sagen – die BMW bremst und ich lebe noch!

Die vorderen Beläge waren gut ausgenutzt 😉

Wurde Zeit…
…höchste Zeit

Sehr schön, so mag ich das! Das Mopped geht wieder und durch die neuen Bremsbeläge erfahre ich ein ganz neues Anhalteerlebnis – so toll, dass ich, fast schon an der Eisdiele vorbeigefahren, noch rechtzeitig zum Stehen komme – ich gönne mir ein Speiseeis der Extraklasse!

Frühsommer auf Leros
Caramel & Pecanut zum Lunch

Als ich am Heimweg an der Tankstelle vorbeifahre muss ich meine neuen Verzögerer noch einmal testen – was sehe ich im Augenwinkel???

Na, seht ihr es auch?

Mein altes Kennzeichen hat den Weg an die „Wall of Fame“ gefunden, Familie Mavroudis sammelt die Kennzeichen aus aller Welt, welche bei diversen Einfuhren durch ihre Hände gingen. Ich habe meine Miesbacher Nummer gerne gestiftet.

Zurück in der Marina wurde ich beim passieren der DARKSYDE gestoppt – wie könne ich vorbeigehen, ohne einen Sundowner zu genießen? Ich seufze kurz, stimme aber zu – ein Ouzo plätschert in mein Glas, danach noch ein Bierchen…

Wir senden Grüße an Sibylle, sie kommt bald zurück

Zum Abendessen war ich mit König Erwin, so nennt er sich selbst, verabredet. Nein, er leidet nicht unter Größenwahn, wenn man König mit Nachnamen heißt zieht man eben die viceversa Version der Namensnennung vor – ein bisschen verstehe ich das, würde ich Super mit Nachnamen heißen, würde ich ebenso handeln.

Audienz bei König Erwin

Der Alpenländler aus Österreich war ebenfalls ohne seine Gattin in der Marina, so lag es nahe, dass wir uns zusammen ein Bierchen nebst Burgerbegleitung genehmigt haben. Die Burger im „Persiana“ sind gut und günstig – außerdem war das Lokal das einzige, welches in der Woche vor dem orthodoxen Osterfest geöffnet war.

Fei guad – und für 7,50€ nicht teuer

Der neue Tag begann herrlich, die Sonne kommt über den Berg an dem die Marina gebaut ist und wärmt die Luft recht rasch auf – wunderbar!

NESSAJA im Sonnenlicht

Ich genieße gerade meinen Kaffee – BING – eine Nachricht von Sibylle. Oh wie schön, sie denkt an mich. Der Inhalt ist selbsterklärend und macht klar warum…

Miesbach – 14.04.2023

Noch bevor ich antworten kann, bingt mein Telefon ein zweites Mal – was ist denn heute los? Ihre Majestät genießt den Morgen scheinbar auch und sendet mir die königlichen Empfindungen.

Ok, hier ist Sonne

Ich denke mir, dass Erwins Nachricht eigentlich die ideale Antwort für Sibylle ist und leite sie weiter. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ich glaube, meine Gattin hatte zu dieser Zeit die Schnauze voll. Nein, wo denkt ihr hin – nicht von mir! Vom eisigen Deutschland! 😉

Das Telefon bingt ein drittes Mal, ich überlege es zu versenken. Ich erhalte eine Nachricht von Seglern aus Berlin. Ich solle doch bitte nachsehen, ob die Marina, wie beauftragt, eine „Holzleiter mit 11 Sprossen“ an ihr Schiff gelehnt hätte. Hat sie natürlich nicht!

Noch während ich überlege, wie die Geschichte wohl endet wenn eine Leiter mit 12 Sprossen dort stehen würde, greife ich nach der begehrten Aufstiegshilfe…

Was tut man nicht alles

…und schleife das schwere, elfsprossige Trum an das Schiff der Segelfreunde. Habe ich schon erzählt, dass ich Karmapunkte sammle?

Der Weg ist geebnet

Es wird Zeit, sich den eigenen Aufgaben zu widmen. Es sind noch die zwei Winschen für die Fockschoten zu reinigen und schmieren. Das will ich fertig machen bevor Sibylle morgen früh ankommt.

Job erledigt – fast

Die Rückreise hat für meine bessere Hälfte bereits begonnen. Wieder kommt sie in der Hauptstadt Hellas´ an, diesmal setzt sie die Reise aber mit der Nachtfähre fort. Ihre Ankunft auf Leros ist daher für 08.00 Uhr morgens in Lakki geplant. Wir wollen dann zusammen frühstücken gehen und uns erst einmal austauschen um langsam in den Tag zu starten – aber bis dahin sind es ja noch ein paar Stunden hin…

Während ich die Winschen präpariere, erreicht mich ein Bild und die Info, dass Sibylle gut in Athen gelandet ist.

Die Gute! Sie ist also wohlbehalten angekommen und muss jetzt mit dem Bus vom Flughafen nach Piräus zum Fährhafen fahren.

Ich dagegen beende mein Tagwerk und möchte meinen letzten Tag als Strohwitwer gebührend ausklingen lassen. Ich habe Einiges geschafft und es sieht aus, als würde ich die Phase überleben können!

Zum letzten Mal DREI Kugeln Eis – es beginnt wieder die „Zweikugelzeit“.

Tabletten für die Freunde

Ich nutze die Gelegenheit um Funda und Burim, die inzwischen zurück waren, ein paar Pillen aus der Apotheke mitzubringen. Die Beiden haben sich bei ihrer Rückkehr aus Thailand irgendwas eingefangen und liegen seither mit Grippesymptomen flach. Kopf hoch, wird schon wieder!

Zum letzten Mal Singleküche – essen ohne Gemüse!

Nudeln machen glücklich

Ich kaufe mir 1kg Garnelen und brutzle die in Knoblauchöl. Zusammen mit Tortellini und einem Käse-Tomatensugo ein Gericht das glücklich macht. Dass ich das Abspülen danach irgendwie nicht leiden kann, hatte ich bereits erwähnt!

Ich höre ein Böllern, ein Knallen, ein Zischen und Pfeifen – unverkennbar ein Feuerwerk! Es ist der orthodoxe Karfreitag, leider verpasst Sibylle wie auch schon letztes Jahr, das imposante Schauspiel in Lakki.

Ich gehe nach draußen und habe quasi einen Logenplatz!

Aus NESSAJAs Cockpit
Alles gut zu sehen
Von der Kaimauer – für den besseren Eindruck – das Spektakel ging bestimmt 20 Minuten

Zufrieden und durchgefroren gehe ich ins Schiff zurück. Ok, ich weiß, dass das Feuerwerk nicht mir galt, aber dennoch war es ein gelungener Ausklang meiner Phase „without her“ – ihr erinnert euch sicher an die Headline dieses Monatsberichtes.

Ab morgen weht ein anderer Wind, Sibylle kehrt zurück – ab morgen beginnt die „with her“ Phase des Monats April!

Zum dritten Mal in diesem Monat schellt der Wecker – inakzeptabel! Das muss sich wieder ändern. Schlaftrunken taumle ich aus meiner Koje und brühe mir einen Kaffee auf – so wird´s…

Gähhhhn

Gott sei Dank gibt es die moderne Technologie. Ich bemühe also „Marine Traffic“ um zu sehen, ob die Fähre schon nach Lakki eingebogen ist, naja, zumindest um zu sehen ob sie im Zeitplan unterwegs ist.

Ein paar Meilen noch

Ein witziges Bild wie ich finde. man sieht NESSAJA, da sitze ich gerade und schlürfe meinen Kaffee – und man sieht die BLUESTAR II, auf der wird Sibylle gerade Zähne putzen oder so…

Ich erlaube mir noch einmal Thilos altgedienten Caddy auszuborgen, fahre entlang der Riva von Lakki zum Fähranleger und sehe den Zubringer schon in der Bucht.

Klar zum Anlegen

Während der blau-weiße Riese sein Anlegemanöver fährt, sehe ich mich etwas um und entdecke die UCKERMARK, ein Schiff der Bundespolizei am Kai. Frontex hat immer Schiffe in Lakki stationiert um die Seegrenze zur Türkei zu überwachen, Flüchtlingsbewegungen sind alltäglich. Leros ist ja ein sogenannter „Hot-Spot“ – das Thema ist hier noch allgegenwärtig. Ein paar Tage später bekommt die UCKERMARK Gesellschaft, ein zweites deutsches Frontex Schiff ist jetzt temporär hier in Lakki stationiert.

Bundespolizei im Auftrag von Frontex

Zwischenzeitlich hat der stählerne Riese angelegt und seinen Schlund geöffnet, das wuselige Procedere von Be- und Entladen beginnt.

Schon Sekunden später verlässt die langersehnte Gattin den Zubringer und setzt ihre Füße wieder auf Lerosboden – daheim!

Die Ladeklappen sind schon offen
Da ist sie

Natürlich gibt es ein Begrüßungsbussi – aber der erste Satz der über ihre Lippen kommt lautet – „…ich habe Hunger!“

Für den Bruchteil einer Sekunde erinnere ich mich an Dinger die Tamagotchi oder so hießen und stetig gefüttert werden wollten. Aber da mir der Befehl der Angetrauten ja irgendwie auch Wunsch ist, lade ich die bleischwere Tasche in den Lastencaddy und entführe Sibylle in Mariettas „Μπακάλικο με τσίπουρο“ zu einem feudalen Frühstück!

NOCH bin ich der Herr der Moneten, noch halte ich die Haushaltskasse in den Händen…

Omelette – lang nicht mehr gehabt, frisch gepresster Orangensaft, aaaah…

Das jedoch sollte sich rasch ändern! Noch bevor die Tasche ausgepackt wurde und zwei Menschen über Stunden verzweifelt versuchen neu erworbenes Haushaltsgut in Fächer zu verstauen – vorher also, stand die Übergabe der gerade erwähnten Haushaltskasse an!

Meine Buchführung wurde akribisch geprüft – hat er etwa schon wieder DREI Kugeln Eis gehabt??? DAS leugne ich natürlich vehement – und verschweige dabei, dass die dritte Kugel in meiner Buchführung nicht auftaucht, weil ich sie aus MEINER Schmukasse bezahlt habe 😉

Ausgaben werden erfasst

Spaß beiseite, tatsächlich tracken wir unsere Ausgaben mit einer Haushaltsapp um ein bisschen Kontrolle über Ein- und Ausgänge zu haben. Das macht Sinn und hat sich bewährt – insofern war es nötig, dass Sibylle meine Ausgaben während ihrer Abwesenheit erfasst.

Dann aber – wir verräumen den Inhalt der Tasche! Mir wird klar, ich muss Stauräume schaffen, Regalbretter kaufen. Heute weiß ich – das wird sich bis in den Mai ziehen.

So vergeht der Tag, wir erzählen uns Geschichten aus den vergangenen Tagen und updaten uns ein wenig. Zu guter Letzt treffen wir uns auf Marcus´ DARKSYDE zu einem Absacker – es ist Ostern in Griechenland!

Der Tag neigt sich dem Ende zu
Lillis Ostereier machen klar – der höchste Feiertag steht an

Am nächsten Tag sitzen Sibylle und ich am Frühstückstisch – wir frühstücken schmal, es gibt nur ein Marmeladetoast zum Kaffee. Warum das? Wir sind bei griechischen Freunden, wie schon im Jahr davor, zum Osterfest geladen. Das artet gerne in eine Art „Großes Fressen“ aus und wir wollen vorbereitet sein.

Während wir also unser Toast knuspern, erreicht mich ein Bild von Giorgos…

Das Lamm rotiert schon am Drehspieß – dazu Kokoreç

Ok, erst das Toast runterschlucken, mit Kaffee nachspülen und dann das Bild genauer ansehen – ah, es gibt die typischen Osterspeisen, wir kennen das ja schon.

Am Grill dreht sich immer ein Osterlamm oder alternativ ein Zicklein. Es gibt dazu immer einen Spieß Kokoreç – was ist das???

Wikipedia sagt dazu – „Kokoreç ist eine griechisch-türkische Spezialität und besteht aus kleingeschnittenen, gegrillten bzw. gebratenen Lamm-Därmen. In der Türkei wird es sowohl als Imbiss im Baguette als auch auf dem Teller mit Beilagen serviert als Hauptmahlzeit gegessen. Auch in den Ländern der Balkanhalbinsel ist es verbreitet…“

Mahlzeit!

Wir erledigen unseren Haushalt und bereiten uns auf die Feierlichkeiten vor – mittags brechen wir zum Haus der Freunde auf.

Angekommen

An der Garage angekommen, hören wir schon das Gefidel der typischen Musik, der Geruch des Grills dringt zu uns und die Gastgeber schreien zu uns runter – man heißt uns willkommen. DAS ist Griechenland!!!

Bisschen dauert es noch
Wunderschöner Garten

Wir gehen die Auffahrt hoch, am Grill vorbei, in den wunderschönen Garten wo man die Tische und Bänke aufgestellt hat. Die Feier ist irgendwie in vollem Gange.

Die ganze Familie ist da, Großeltern, Eltern, Kinder, Tanten und Onkels, Cousins und Cousinen – die Gästeschar rotiert, man kommt und geht. Es kommen Freunde, kurzer Smalltalk, ein herzliches χρονια πολλα, chronia polla, das bedeutet wörtlich „viele Wiederholungen“ (des Tages) – und man verwendet diese Redewendung bei nahezu allen Feierlichkeiten.

Formeller sagt man Καλό Πάσχα, Kalo Pascha, es liegt auf der Hand, so wünscht man sich frohe Ostern.

Das war´s mit unserem Griechisch! Alles Weitere geht mit Händen und Füßen oder mit Hilfe der Übersetzungen von Giorgos und Katerina. Diesmal haben wir Glück und Bäcker Karanikolas ist mit seiner Frau zugegen. Katerina Karanikolas war viele Jahre in Australien und spricht sehr gut Englisch – sie baut uns sehr clever in die Kommunikationen am Tisch ein.

Mittendrin – die Kommunikation funktioniert. Verbal und non-verbal
Die Tafel reichlich angefüllt – jeder und jede greift einfach zu
Kleine Details – die deutsche Industrie ist allgegenwärtig, hier vertreten durch SIKA

Die Beilagen und Salate stehen in der Tischmitte und werden herumgereicht. Man greift einfach zu. Der Griller, abermals der Schwager, schneidet mit einem scharfen Messer Fleischfransen vom Grillgut welche auf einem Teller drapiert werden – dieser geht ebenfalls reihum.

Spontane Gäste gehen zum Grill, greifen nach dem rasierklingenscharfen Messer und schneiden sich ein mundgerechtes Stück vom rotierenden Lamm. Es ist anders als Grillen in Deutschland, ausgelassener, entspannter, lauter, bewegter – selten bis nie sitzen alle Personen am Tisch und essen einfach.

Die Haut des Lamms ist eine Delikatesse – ich bekomme gleich zwei Fetzen
Kokoreç – DÄRME – klingt nicht so doll – schmeckt aber fantastisch!!!

Wer isst bekommt Durscht – klar, dass es bei einer solchen Festivität nicht nur Wasser ohne Kohlensäure zu trinken gibt. Alkoholika aller Art kommen auf den Tisch, es wird stetig nachgeschenkt, vor einem Wetttrinken mit der Großmutter wird ausdrücklich gewarnt!

Ich bin das von Geschäftsreisen gewohnt und weiß mir zu helfen – muss ich auch, wir sind mit dem Motorrad da. Sibylle dagegen ist den Alkoholattacken der Griechinnen schutzlos ausgeliefert, dies führt dazu, dass sich meine Frau in fortgeschrittener Feierlaune den Tanzavancen der Gastgeberinnen nicht mehr erwehren kann.

Hopahopahopa
Nach „Zorbas dem Griechen“ nun also „Sevilli die Griechin“

Zur Bildunterschrift eine kurze Erklärung – obwohl die Sibyllen ja aus der griechischen Mythologie stammen, ist Sibylles Name hier schwer auszusprechen. Die Griechen sagen gerne „Sevilli“ zu Sibylle, das bürgert sich langsam ein. Wir merken oft, dass sich da in über Jahrhunderte währender Übertragung Verzerrungen ergeben haben – ein Beispiel nur – den Göttervater Zeus kennt hier niemand. Wenn man aber „Se-us“ ausspricht weiß jeder Bescheid – Sprachen, verrückt…

Solche Feiern beginnen mittags mit offenem Ende. Am späten Nachmittag wird es dann oft familiärer, durch den Alkoholpegel werden Übersetzungen schwieriger. Mit etwas Einfühlungsvermögen merkt man das gut und kann sich zurückziehen und verabschieden. Das machen wir gegen 16.00 Uhr. Erschöpft und vollgefressen fahren wir heim, aber auch um ein Erlebnis reicher.

Wir legen uns auf die Couch, schauen ein bisschen Video und gehen ohne Abendessen zeitig ins Bett…

Am nächsten Morgen meint Sevilli ihren Leib ertüchtigen zu müssen. Nach so einem Gelage täte es gut, wenn man etwas wandert. Ich höre das böse Wort und ziehe mir die Bettdecke über den Kopf – ich bin nicht da! Pech für mich – Sibylles Wandertouren beginnen fast immer mit der Bitte um eine Zubringerfahrt auf meiner GS. Weil ich ein guter Gatte bin und an mein Karmapunktekonto denke, erfülle ich den Wunsch.

Überlebende des Osterfestes – Ziegen auf dem Weg zum Ausgangspunkt der Wanderung

Das Coole am heutigen Wandertag – Sibylle wird von Marcus´ Familie begleitet und Marcus ist Experte für gute Ideen und etwas Schwung im Leben! Es erreicht mich also eine Nachricht am Mobile „Heute Nachmittag einen Drink in Panteli?“

Ich zögere nicht lange und sage zu – etwas später finde ich mich also am Lieblingsstrand wieder.

Leicht bewölkt – aber warm
Liebe ist…
Das „Sorbet“, die Eisdiele in Panteli, ist wieder offen – dem Motto ist nichts hinzuzufügen

Ihr merkt schon, seit Sibylle da ist, gibt es weniger Reparaturgeschichten – der Schein trügt nicht. Mehr Social-Life, weniger Zuwendung für NESSAJA, das ist prinzipiell gut, hat aber einen Haken, wenn die Liste noch einige abzuarbeitende Punkte aufweist.

Na egal, das bekomme ich schon hin! Der heutige Abend war jedenfalls für eine Audienz beim König geblockt. Wenn Eure Majestät ruft, fällt einem das Werkzeug aus der Hand.

Mit dem Freund der den royalen Nachnamen trägt, gehen wir ins „La Nostra“ um eine Pizza zu verspeisen. Erwin reist am nächsten Tag ab. Er plant eine Atlantiküberquerung mit einem Freund.

All time Leibspeise – nicht umsonst trage ich einen italienischen Vornamen

Am Heimweg grüble ich noch darüber, ob es mir nur so vorkommt, oder ob wirklich ALLE außer mir eine Oceanüberquerung planen. Da reißt mich Marcus´ Stimme aus den Gedanken – kommt rein, es gibt nen Ouzo als Absacker!

Ok, das bringt mich auf andere Gedanken…

Der Tag klingt aus

Wir sitzen auf dem gemütlichen Katamaran und schlürfen unsere Absacker und ich spüre ein Jucken an den Extremitäten – ja, auch die Schnakenzeit beginnt wieder!

Es ist hier nicht so schlimm wie in den Tropen, ich würde sagen kaum schlimmer als in Deutschland, aber durch die Tatsache, dass man immer in kurzen Hosen draußen sitzt, können einen die Biester leichter zusetzen.

Die Spuren zeigen sich sehr deutlich am nächsten Tag!

Juckt tagelang wie der Teufel
Wenn man kratzt gibt´s Placken

Die FINI kommt von einer Probefahrt zurück. Angelglück war Thomas nicht beschieden, aber die Systeme scheinen zu funktionieren. Der Tag des Abschieds naht, die FINI wird Leros verlassen um die Saison in der Türkei zu verbringen – nächstes Winterlager in Mirtilini auf Lesbos.

Probefahrt ohne Auffälligkeiten

Während ich mit Sibylle eine Marinarunde drehe, erreicht mich ein Anruf – Alistair, der Eigner von MONEYPENNY, NESSAJAs Schwesterschiff, meldet sich. Er hätte größte Probleme, sein 230 Volt FI ist defekt, das Teil ist nicht mehr zu beziehen und im Ort könne niemand bei einer Umbaulösung helfen.

Ich hätte gerne sein Gesicht gesehen, als ich am Telefon lapidar erkläre, dass ich umgebaut habe, ihm sagen könne welche Teile er braucht und wo er die bekommt – das alles brauche es aber nicht, denn ich habe noch einen dieser begehrten Schalter, ladenneu!!!

Während der Waliser Hüne sich auf den Weg zu mir macht, überlege ich, den Schalter in Gold aufwiegen zu lassen – seine Idee ihn gegen eine Flasche Jacky zu tauschen findet aber auch Gefallen…

Honey! Ein Tröpfchen für besondere Anlässe

Durch seine Huldigungen beflügelt, überlege ich, was ich an diesem Tag anpacken könnte – just in diesem Augenblick höre ich Sibylle rufen, „…ich muss Basilikum kaufen, fährst Du mich hin?“ OK!

Ich tuckere mit der Gattin am Soziussitz zum Pflanzenhandel. Dort treffen wir Sandra, auch sie richtet den Garten, die Damen fachsimpeln über Kräuter und allerlei Gesträuch. Ich sehe meine Arbeitspläne schwinden.

Die Damen mit dem grünen Daumen

Weil´s eh egal ist, kostet es Sibylle auch keine Mühe, mich zu einem „Ausfährtle“ zu überreden. Sie möchte mal wieder nach Panteli, das „Sorbet“ hat schließlich wieder offen – das Schlotzeis hätten wir uns verdient! Ach, echt???

Salted Caramel – die beste Sorte der Insel

Weil wir schon da sind, genießen wir ein wenig den Flair des noch ruhigen Örtchens. Hier werden in ein paar Wochen Liegen stehen und sich eingeölte Körper in der Sonne aalen..

Griechenland pur – noch menschenleer

So verbummeln wir den Tag ohne schöpferisch tätig gewesen zu sein. Die To-Do Liste bleibt so lang wie am Vortag. Diesen leicht deprimierenden Gedanken vergesse ich beim Dinner im „Kakomoiras“, der Taverne, die durch die Hintertüre in die Top-Five unserer Food-Empfehlungen getreten ist.

Mit der Crew der SUNNY SIDE UP

Das Lokal bietet erstklassige Meze und ist innen wie außen sehr liebevoll gestaltet. Man sitzt super und es ist gemütlich, auf der Terrasse hat man einen herrlichen Ausblick. Wir empfehlen diese Taverne ausdrücklich!

Bei einem Toilettenbesuch entdecke ich diese kleinen, feinen Details – das mag ich gerne!

Ladies
Gents

Der neue Tag beginnt mit einem Frühstück an Bord. Ich genieße mein Käffchen und werde wach, was wird der Tag bringen? HEUTE werde ich etwas anpacken…

Täglich grüßt das Murmeltier
Geißel der Menschheit

Sibylle dagegen beschäftigt sich mit iPhone und WhatsApp – eine Geißel aus meiner Sicht. Mein durchaus ernst gemeinter Vorschlag, das Mobilgerät doch nur an jedem zweiten Tag zu nutzen, wird mit entgeisterter Mine abgelehnt!

Bevor die Stimmung kippt, gehe ich zum Schreiner um die Ecke und erwerbe zwei Regalbretter welche er mir auch gleich zuschneidet. Ich hatte ja schon erwähnt, der durch den Batterieumbau gewonnene Kasten wird zu Stauraum für Lebensmittel und Küchenutensilien umgebaut.

Die Schreinerwerkstatt – ich warte auf meine Bretter

Das war also erledigt! Da die Bretter aber noch gestrichen werden mussten, sollte mein Tagwerk anders aussehen – ich wollte und musste mein Dinghy von Bewuchs befreien! Da der Nachbar gerade an Land stand, war es die ideale Gelegenheit den freien Raum zu nutzen…

Knochenarbeit – das Schrubben des Dinghybodens

Wenn wir schon mit Wasser hantieren, greift auch Sibylle zum Schlauch und schrubbt das Deck. Die Tanks werden auch noch gefüllt – wenn schon, denn schon!

NESSAJA glänzt wieder

Da „Dinghy waschen“ leider kein Punkt auf meiner Liste ist, beschließe ich die beiden Punkte „Beschriftung anbringen“ und „Hebeketten anpassen“ bis zum Tagesende erledigt zu haben und diese dann auch streichen zu können.

Also auf ans Werk!

Beschriftung ging schnell
Die Anpassung der Hebeketten für die Davits zum Dinghy war aufwändiger

Am Abend war das vorgenommene Tagwerk jedoch geschafft und die Arbeiten rund um´s Beiboot fast erledigt – fast deshalb, weil ich noch einen Schäkel kaufen muss. Das wäre morgen noch rasch zu erledigen.

Ich war zufrieden und konnte dem Ruf der österreichischen Crew der FINI zum Sundowner folgen. Heute war der letzte Abend von Irene und Thomas, wir wollten nach dem Sundowner noch zusammen zu Abend essen.

Treffpunkt 17.00 Uhr am Marinastrand, jeder bringt was mit! Oooops, das habe ich vergessen – so kommen Sibylle und ich mit leeren Händen. Dies fiel aber nicht ins Gewicht, da Thomas ohnehin beabsichtigt hatte, mir eine Flasche Ouzo für den Verkauf seines Schlauchbootes zu spendieren. Sehr gut! Dankeschön! Diese Spirituose bringe ich sofort in den Fundus ein…

Plomari – das mögen wir
Feierabend genießen
Zeit mit Freunden

So saßen wir zusammen, ließen den Winter noch einmal Revue passieren und hielten Klönschnack bis der Tag ein Ende nahm und die Sonne hinter dem Hügel verschwand. Ein herrlicher Ausklang, morgen würde die FINI die Leros Marina Evros verlassen.

Einfach nur genießen
Bis es kalt wird – die Sonne verschwindet

Wir gehen zurück zur Marina, es fällt uns auf, dass die Natur auch „gleich um´s Eck“ wunderschöne Seiten hat. Unsere Marina, unser Zuhause, ist schön gelegen und Leros ist um diese Jahreszeit noch grün.

Die letzten Sonnenstrahlen beleuchten den Hang über dem Marinabeach

Wir halten uns nicht lange auf, wollten wir doch noch zusammen zu Abend essen. Unsere Wahl fiel abermals auf die kleine, unscheinbare Taverne „Gia Sena“ am Ortsrand von Lakki.

Hier wollten wir immer mal herkommen, haben es aber lang nicht geschafft. Diesen Monat waren wir gleich zweimal…

Eine Alternative

Das von außen unscheinbare und, offen gesagt, wenig einladende Restaurant ist nur wenig besucht. Wir wollten uns ein eigenes Bild machen und haben uns einmal quer durch die Karte bestellt.

Maria nimmt erst die Bestellung entgegen, das macht Spaß weil sie nullkommanull Englisch spricht und unser Griechisch nicht ausreicht. Dann bindet sie sich die Schürze um und kocht, während ihr Gatte das Bier zapft oder den verbeulten Aluhumpen mit Hauswein füllt.

Während man wartet und mit den Freunden oder den Griechen am Nebentisch über die Weltpolitik diskutiert, kann man die reichlich vorhandenen Katzen streicheln oder sie eben ignorieren.

Willst Du mein Freund sein? Dann sei mein Futterknecht

Das Essen war gut und supergünstig! Eine echte Alternative zu Pizza und Giros – und dabei „richtige“ griechische Küche. Wir empfehlen das „Gia Sena“, wenn man nicht unbedingt das Fancy-Ambiente braucht.

Der nächste Morgen begann mit einem Schock für Sibylle – ich packe das Lieblingswerkzeug aus, mache kurzen Prozess und zwei medizinische Schnitte – erledige so den letzten Handgriff für meine Hebeketten. Kette kürzen, Schäkel anbringen, fertig!

„Flexman“ in seinem Element – da fliegen die Funken
Job erledigt – Dinghy kommt wieder an seinen Platz
Da hängt es wieder – die Punkte werden von der Liste gestrichen

Zu dieser Zeit begann eine Phase des ganz normalen Wahnsinns. Ich hatte bereits letztes Jahr zwei Freunden zugesagt, bei Reparaturen zu Saisonbeginn zu helfen. Zudem hatte ich ja den Katamaran von Ray über den Winter ein wenig unter Beobachtung – auch hier hat sich eine kleine Arbeitsliste angestaut.

Dazu kam, dass sich meine Hilfestellungen mehr und mehr rumsprechen, es kam also noch ein bisschen „Kleinkram“ dazu. Ich wollte das weghaben – also, in die Hände gespuckt und los…

Größere Baustelle

Ich beginne mit dem Dorn in meinem Fleisch – dem Generator des Eidgenossen. Eine letzte Diagnostik, ich finde einen weiteren durchgescheuerten Schlauch, welcher aber unter dem Aggregat durchführt. Das ist widerrum so schwer, dass ich es alleine nichtmal „lupfen“ kann. Ich stoppe das, rufe den Schiffseigner an und erkläre, dass ich gerne helfe, aber nur wenn wir das Ding ausbauen und komplett revidieren – SO kann man nicht arbeiten!

Das wird also eine Arbeit für den kommenden Winter – der Eigner akzeptiert.

Danach begrüße ich Ray, den Niederländer der mehr ein Waliser ist. Er ist der Eigner des beaufsichtigten Katamarans und gestern angekommen. Ich beginne, den im Winter für ihn beschafften Plotter einzubauen.

Der neue Plotter und der Adapterrahmen, den Giorgos in meinem Auftrag gefertigt hat

Der „Flying Dutchman“ lädt zu einem Tässchen Kaffee, welches ich auch gerne annehme. Leider hat er keine Milch an Bord und DAS geht nun gar nicht! Ich eile also zu NESSAJA um ein Portiönchen Milch zu holen – doch wie transportiere ich die Kleinstmenge???

Gewusst wie – die Packung bleibt im Kühlschrank
Die Kaffeepause ist gerettet

Der Koffeinschub lässt mich flott vorankommen und den Plotter bald mit dem Adapterrahmen verschraubt haben, alles passt perfekt!

Fertig zum Einbau

Ich baue das rund 4.000.-€ teure Gerät noch ein, auch hier passt alles wie geplant. Ich wähne mich nur noch ein paar Momente von der Fertigstellung des Arbeitspaketes entfernt…

Check! Sieht echt top aus

Leider lässt sich das Gerät nicht einschalten. Wir vertagen die Fehlersuche auf morgen, denn heute haben Sibylle und ich eine Einladung zum Dinner.

Nachbarn an unserem Steg, auch aus der Schweiz stammend, waren auch recht froh ihr Schiff den ganzen Winter über „bewacht“ zu wissen. Wir waren daher heute ins „Pirofani“ am Strand von Panteli geladen, eine Einladung die wir gerne annahmen.

Leider war ein Hindernis zu überwinden – die Parktrottel sind wieder in der Marina…

Augen auf, Gehirn verwenden

Ich parke immer da – Sommer wie Winter, wenn es regnet oder wenn die Sonne bleckt. Auch wenn ich Einkäufe transportiere. Ich fahre überhaupt NUR zum Wassertransport und zu Reparaturzwecken auf den Kai. Aus Sicherheitsgründen und aus Rücksicht – ich bin der Meinung motorrisierte Fahrzeuge haben da nichts verloren.

Das bringt mir manchmal Vorteile, ab und an auch Nachteile, die ich aber in Kauf nehme. Ich gebe zu, daraus leite ich ein gewisses Gewohnheitsrecht ab und kann es daher GAR NICHT verstehen warum jemand auf einem Gelände dessen Größe man am besten in Hektar ausdrückt, EXAKT hinter meinem Mopped parken muss.

Na egal, die Situation ließ sich lösen und ich bin sicher, dass dieser Angelsachse mich nicht mehr zuparkt.

Pirofani in Panteli – eine sehr gute Adresse
Sehr schön renoviert – ein feiner Platz

Wir hatten einen sehr netten und spaßigen Abend mit der ALADIN Crew. Das Essen war vorzüglich, der Wein ein Gedicht! Wir danken noch einmal sehr herzlich für diese Geste. Es wurde ein langer Abend.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine ebensolche Flasche Wein zwei Tage später den Besitzer Richtung ALADIN gewechselt hat – Martin hat mir mit seinem Tauchgerät den Propeller gereinigt – VIELEN DANK dafür!

Bereits am frühen Morgen des Folgetage wurde mir eine weitere, ebenso noble Geste zuteil. Es waren wieder Waliser die sich mit zwei! Flaschen Gin für diverse Kontrollblicke bedankten, die wir ihrer INFINITÉ BLUE angedeihen ließen, man hätte sich über die Bilder sehr gefreut.

Die Bar wächst

Wir bedanken uns artig und stellen die edlen Tropfen in unsere inzwischen recht ansehnliche Bar. Die Gin-Tonic für 2023 sind gesichert!

Während ich das so denke, klopft es am Schiff. Richard aus Schottland steht vor der Türe mit einer schwarzen Plastiktüte von der Sorte, in der man nur Pornoheftchen oder eben Alkohol verpackt – zum Glück war es Alkohol 😉 – auch für ihn habe ich einen kurzen Handgriff an der Elektrik machen müssen, weil er zuhause bemerkt hatte, dass seine Solarzellen nicht laden.

Auch hier bedanke ich mich artig, frage mich aber im Stillen, ob ich wie ein Alkoholiker aussehe…

Auch was Feines

Sibylle mahnt an, auch etwas an NESSAJA zu tun, ich würde das aus den Augen verlieren. Nun, ganz unrecht hat sie nicht, ich folge also und streiche mit ihr die neuen Regalbrettchen.

Fast einbaufertig

Danach drängt es mich aber zur RISE´N SHINE, ich will den Fehler am Plotter finden. Wie zu erwarten war es nur eine Kleinigkeit, ich musste aber den Plotter noch einmal ausbauen, sehr schade, zudem musste der Kühlschrank demontiert werden um die defekte Sicherung zu erreichen – nicht sehr clever von Fountaine Pajot.

Jetzt tut er

Egal, zwei Stunden später war es geschafft, der Plotter funktionierte und ich konnte Ray bitten, eine Funktionsprüfung und ein erstes Setup zu machen.

Alles hat geklappt und wir konnten final prüfen ob die Navigation tut, ich gehe also zu NESSAJA und checke ob der Kat ein AIS Signal sendet…

RISE´N SHINE – passt auch, mein Teil der Arbeit ist abgeschlossen

Ich schließe meinen Teil der Arbeit auf dem Katamaran ab und verabschiede mich höflich. Ich konnte nicht ahnen, dass dieses Schiff noch einmal auf meiner April-Worklist aufploppen würde!

Unser Schwesterschiff, eine der raren Dufour 43CC verabschiedet sich! Die MONEYPENNY mit Judith und Alistair an Bord läuft aus, um griechische Gewässer unsicher zu machen. Im Herbst kehren sie zurück, wir werden uns wiedersehen.

Yassas MONEYPENNY – auf ein gesundes Wiedersehen

Am Nachmittag sind wir zu einer weiteren Überwinterungscrew zum Kaffee geladen. Unsere Freunde Thomas und Paola von der SIMPLY FREE liegen am Stadtkai in Lakki und werden dann morgen aufbrechen. Ihr Liegeplatzvertrag ist ausgelaufen, auch sie werden erst im Herbst zurückkehren.

Achtet auf den roten Fiat Panda

Wir trinken Kaffee, ratschen über Dies und Das, ein Thema ist natürlich auch die Ummeldung unserer Fahrzeuge. Thomas war mir ein halbes Jahr voraus, wir haben unterschiedliche Wege gewählt, aber beide das gleiche Ziel erreicht.

Wir beteuern uns gegenseiteig, dass wir wohl richtig gehandelt haben, auch wenn es ein paar Mark gekostet hat und dieses Thema doch auf Leros, zumindest seit wir seit wir hier sind, NOCH NIE kontrolliert wurde.

Was wir beide nicht ahnen ist, dass Thomas mir nur zwei Stunden später eine Message schicken würde…

Wow, das hätte ich nie gedacht

Kurz nach unserer Heimfahrt kam wohl die Polizei und hat Fahrzeuge mit ausländischen Nummern kontrolliert. Dabei wurden auch zwei Fahrzeuge konfisziert und die Besitzer erwarten hohe Strafen weil sie die sechs Monate maximale Aufenthaltsdauer mehr als deutlich überschritten hatten. Der rote Fiat wurde notiert.

Ob es etwas damit zu tun hat, dass ein italienischer Expat vor ein paar Tagen in Facebook öffentlich die Polizei der Untätigkeit und Unfähigkeit bezichtigt hat, weil sie bei einem Verkehrsunfall nicht „hart durchgegriffen“ hat? Ich weiß es nicht! Aber auch das gehört eben zum vorschriftsmäßigen Polizeidienst. Habe ich in diesem Monatsbericht schon erwähnt, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist??? Thomas und ich WISSEN nun, dass wir alles richtig gemacht haben.

Wir sind zurück am Schiff und Marcus kommt an Bord – er sieht mich mit mitleidiger Mine an und drückt mir etwas in die Hand „…ein Geschenk, Du brauchst das!“ murmelt er. An der Kaimauer steht Susanne und grinst.

Ich sehe mir „das Geschenk“ genauer an – und muss laut lachen!

Open / Closed und Öffnungszeiten

Die Freunde aus Sibylles Heimat biegen sich vor Lachen. Sie hätten das Gedränge und die Huldigungen sowie die Schnapsgaben vor unserem Schiff beobachtet, ich müsse das steuern. Die Schilder mögen uns dabei helfen!

Ich montiere die Dinger sofort! Sibylle schämt sich…

Der nächste Morgen bricht an! Es verspricht ein spannender Tag zu werden. Sibylles Freundin und Ex-Kollegin Kathrin hat angerufen und uns wissen lassen, dass sie und Axel in Kos verweilen würden und uns gerne treffen würden. Man käme gerne zu uns!

Leider war es in dieser Woche nicht möglich Kos-Leros an einem Tag zu machen. Umgekehrt, Leros-Kos, war möglich!

Mittags verlassen wir die Marina

Ich drehe also mein neues Schild auf „CLOSED“, wir packen unser Tagesgepäck und machen uns auf den Weg. Der Plan ist, diesmal auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen – wir gehen also zur Bushaltestelle und warten auf den Inselbus.

Direkt vor der Marina

Der kommt pünktlich wie die (deutschen) Maurer und wir kaufen ein Pauschalticket für 2.-€ pro Person. Dann setzt sich das Vehikel in Bewegung, aus den Lautsprechern tönt das Gefidel der hiesigen Musiker – ich liebe solche Fahrten!

Noch war er leer, das ändert sich an der Schule
Tagesausflug – schön

In Agia Marina haben wir eine Stunde Aufenthalt bis die Fähre kommt, die verbringen wir natürlich im „Το Παραδοσιακο“ und bestellen uns eine kleine Sünde – mir war es wurscht, weil Kalorien heute keine Rolle spielen, Sibylle war es wurscht, weil Geld heute keine Rolle spielt!

Unterschiedlicher Blickwinkel – gleiches Ergebnis 😉

Feiner Cappuccino…
…an Kuchen und Salted Caramel

Wir mampfen unsere Teller auf, freuen uns über den schönen Beginn dieses Tages, der verspricht ein guter zu werden. Etwas später kommt unsere Fähre, just in time!

Zwei Stationen nach Kos, 24,40€ pro Person – nicht billig aber effizient
Klappe auf – Klappe zu, der Stop dauert wohl nur 5 Minuten

Der Tag war trist, das war Pech. Alle anderen Tage der Woche hatten prächtiges Wetter, heute war es grau in grau – aber egal, das soll dem Spaß keinen Abbruch tun.

Wir finden einen guten Platz und legten rund 90 Minuten später in Kos an, natürlich wartete das Empfangskomitee mit Fotoapparaten!

Herzliches Hallo

Kurzes Palaver am Hafen, dann natürlich sofort der Wunsch sich irgendwo hinzusetzen und sich auszutauschen. Wir gingen Richtung Innenstadt und hörten auf einmal „…Sibylle, Mario, Halloooo!“

Wir treffen Denise und Adrian mit ihrer ZORA

Denise und Adrian sind ein junges deutsches Paar welches mit uns in der Evros Marina überwintert hat. Wir haben uns gut verstanden. Sie hatten sich vor einigen Wochen schon verabschiedet, auch um auf Kalymnos, der berühmten Insel der Kletterer, diesem Sport nachzugehen.

Was ein Zufall sie hier zu treffen – ich mag Kos! Um dieser Aussage Nachdruck zu verleihen muss ich nur ein paar Schritte zurück gehen…

Offen gesagt – stimmt nicht immer, heute aber schon

Auch hier Palaver, aber nach 20 Minuten wollten wir weiter, um mit den Freunden aus dem bayrischen Oberland alleine quatschen zu können. Wir hoffen, Denise und Adrian noch einmal zu sehen.

Wir gehen ins „Pic Nic“. Von außen nix Besonderes – und auch sonst nicht! Ich hätte gerne das Café der Marina vorgeschlagen, einfach weil das Ambiente stimmt und wir vielleicht die, nach eigenen Aussagen „…beste Bedienung der Welt“ wiedergetroffen hätten. Aber mein Mechanikerfreund Marios aus unserer Marina hat so vom „Pic Nic“ geschwärmt – naja, da waren wir anderer Meinung…

Nur Durchschnitt

Hier haben wir uns erstmal fast zwei Stunden verquatscht und über Gott und die Welt gesprochen. News aus Deutschland erfahren, ein wenig unsere Bedenken und Zweifel an der derzeitigen Entwicklung ausgetauscht, aber auch von unserer Situation in Griechenland berichtet.

Besonders Axel war sehr interessiert an unserer Lebenssituation, er sei auch schon einmal gesegelt, er stellte viele Fragen. Das hat mich so außerordentlich gefreut, dass ich die Beiden eingeladen habe, ein paar Segeltage mit uns zu verbringen – mal sehen ob was draus wird.

Nach dem Begleichen der Rechnung sind wir einmal quer durch die Stadt marschiert, haben uns die Beine vertreten und ein bisschen Sightseeing genossen.

Parkanlagen und Ausgrabungen

Premiere! Kaum hatten wir das Café verlassen war irgendwie schon Dinnerzeit. Na sei´s drum, dann machen wir uns eben auf in die Taverne, ein wenig Hunger hatten wir alle.

Diesmal war es soweit – ich hatte einen Tisch in Ali´s Restaurant reserviert, der Mehrheitsmeinung nach eines der besten Lokale im touristischen Kos – und ein Paradies für Meze-Lover wie mich! Viele Anläufe hatte ich schon gemacht – heute klappt es…

Ein bekannte Adresse mit besten Bewertungen
Meze – Alis Spezialität
Drei Hauptspeisen in die Mitte

Wie soll ich es beschreiben? Nun, fangen wir so an – das beste Essen das ich auf der Touristeninsel Kos bisher hatte. Der Punkt geht an Ali. Umgekehrt verliert er einen Punkt, weil ich mir mehr türkischen Pfiff erwartet hätte.

Das Prägnanteste für mich war aber – und das jetzt wirklich ganz objektiv – wenn ich die Meze mit dem „To Steki“ oder dem „Tis Kakomoiras“ auf Leros vergleiche, wenn ich seine Grillgerichte denen vom „SouVLakki“ gegenüberstelle, dann verliert Ali aber gewaltig an Boden.

Der Preis war akzeptabel, aber auch hier schneidet Leros besser ab. Das hat heute aber alles keine Rolle gespielt. Wir haben gut gegessen, uns herrlich unterhalten und die Gesellschaft mehr als genossen!

Ich würde mich freuen, die Beiden an Bord begrüßen zu dürfen und in diesem Zug auch Leros zeigen zu können.

Ein wunderschöner Abend

Dann war es für Sibylle und mich auch schon an der Zeit zum Fährhafen zu gehen. Die Rückreise treten wir mit der Bluestar-Linie an, diesmal mit der neu renovierten BLUESTAR PATMOS, wir sind gespannt.

Als wir am Hafen eintrafen legte der Riese schon an und öffnete seinen Schlund. Wir verabschieden uns von den Freunden und steigen zu…

Kos-Leros mit einem Zwischenstop, 10.40€ pro Person
Wow, sehr nobel renoviert

Das Schiff war die Wucht! Sehr nobel und geschmackvoll renoviert. Wir fanden einen guten Platz und haben uns einen Ouzo als Absacker gegönnt. Vor uns lagen rund zwei Stunden Fährfahrt mit einem Zwischenstopp in Kalymnos.

Yammas, ein schöner Tag

Natürlich hat es uns Beiden die Augendeckel ein bisschen runtergedreht, das ist normal nach so einem Tag, zumal dann, wenn man über den Tageswechsel unterwegs ist – dennoch vergingen die zwei Stunden irgendwie und wir wurden nach 01.00 Uhr zum Aussteigen aufgerufen – kurz darauf gingen die Klappen auf…

Nur noch ein kleiner Schritt für mich…

Nachdem wir ja beschlossen hatten nur öffentlich zu fahren, gab es für uns an diesem Tag kein Taxi. Der kurze Weg Hafen – Marina ist unverhältnismäßig teuer und wir haben diesen daher heute tapfer zu Fuß zurückgelegt.

Wir hatten schon fast die Hälfte geschafft, als der blaue Riese immer noch be- und entladen wurde.

Fährt weiter nach Piräus

Um 02.00 Uhr fallen wir erschöpft ins Bett und schlafen sofort ein. Am nächsten Morgen schlafe sogar ich eine Stunde länger.

Der Tag beginnt langsam, wir frühstücken und danach kümmert sich jeder ein wenig um seine ureigenen Aufgaben. Sibylle läuft in den Ort um einzukaufen, ich widme mich der Übersetzung der neuen Leros-Webseite.

Der neuen WAS???

Ja, ich will nicht spoilern, aber soviel sei verraten – zwei Freundinnen haben sehr viel Mühe investiert um eine neue Leros Webseite aufzusetzen. Das Besondere, keine typische Touristenwebpage, sondern mehr eine herzliche Infoseite der Lerianer an ihre Gäste – egal ob Urlauber, Saisongast oder Expat.

Die Seite soll recht schnell in vielen Sprachen verfügbar sein und zudem hat man einen Qualitätsanspruch. So lag es nahe, die Muttersprachler im Dunstkreis anzusprechen. Für Deutsch fiel die Wahl auf mich – an offer you can´t refuse 😉 – zumal ich mit einer Party zum Launching der Webpage gelockt wurde!

Alle zwei Tage eine Seite
Google Docs hilft

Ich verbringe ein paar Stunden vor dem Rechner und investiere in meine griechischen Freunde. Das macht mir echt Freude und ich spüre, dass ich den Fuß jeden Tag ein Stückchen weiter in die Türe bekomme – daran liegt mir.

„SUNDOWNERTIME!“ – Marcus´ Ruf reißt mich aus den Gedanken. Die Musik ertönt am Steg und ich weiß, es wird Zeit mich einzufinden. Es wird der letzte Abend der DARKSYDE Crew, morgen zischen die Drei ab um den Sommer in der Ägäis zu verbringen – Wiedersehen ziemlich sicher, Zeitpunkt unbekannt!

Ein paar Crews finden sich ein – wenn Du laute Musik hörst, stell´ Dich dazu

Nach dem Zusammentreffen beschließen wir uns den Plänen der Familie anzuschließen und mit ihnen zusammen ins „Τής Κακομοίρας“ zu gehen – Abschiedsessen sozusagen – gut wie immer!

Griechischer Salat
Selbstgebackene Pita

Sehr zufrieden, aber mit etwas Wehmut sacken wir in unser Bett. Diesmal ist der Abschied von der DARKSYDE für länger. Mit den Dreien verbindet uns eine Freundschaft die wir schätzen gelernt haben. Wir sehen uns wieder, habt einen schönen Sommer! Ich glaube ja, dass es August sein könnte… (nur für den Fall, dass ihr das lest) 😉

Es ist Sonntag der 30. April. Ich sitze beim Morgenkaffee und gratuliere meiner Ex-Kollegin zum Geburtstag. Ob wir uns jemals wiedersehen? Langsam merke ich, dass diese Zeit etwas nebulöser wird, jeder lebt sein Leben, die Zeit verwischt die Spuren – na mal sehen was 2023 bringt – in diesem Moment erhalte ich eine WhatsApp Message.

Es ist Ivan, der zweite Eigner der RISE´N SHINE, welche vor zwei Tagen ausgelaufen ist. Ein sehr netter Kerl in meinem Alter, der hier ist um mit seiner Gattin Urlaub zu machen. Er ruft um Hilfe – ein Motor ist tot, nix geht mehr!

Ich fahre mit dem Motorrad zu seiner Ankerbucht…

Hier holt Ivan mich ab – im Hintergrund das Sorgenkind

An Bord angekommen, werde ich von der ganzen Familie begrüßt – die Stimmung war so heiter wie sie eben sein kann, wenn einem ein technischer defekt den Urlaub zu versauen droht.

Ich ließ mir die Situation erklären und fing an zu suchen, Denken hat ebenfalls geholfen – ohne KI! Ich zog eine Sicherung von der Motorsteuerung…

Sieht gut aus – eigentlich

Intuition, ein bisschen Logik und Erfahrung, aber auch Glück helfen – ich vertraue der visuellen Prüfung nicht! Ich fummle mir eine Brücke zurecht und bringe diese, mangels Ersatzsicherung, an.

Einfach mal überbrücken

Als ich die Brücke stecke, zuckt die Anzeige schon – wie erhofft sprang der Motor an, ließ sich abstellen und die Ankerwinsch ging auch wieder!

Man bedankte sich, gab eine Runde „High-Five“ aus und ließ mich wissen, „…you made our holidays!“

Ok, fühlt sich gut an – so leicht ist es ein Held zu werden!

Ob es damit zu tun hatte, dass auch beim Plotter eine Sicherung geflogen war? Ich weiß es nicht! Aber auch dieses Kabel konnten wir finden und das corpus delicti austauschen, auch dem Plotter wurde wieder Leben eingehaucht!

Gut zu wissen wo man ist

Nach einem Bier bringt Ivan mich zurück an Land. Er erklärt, dass es beleidigend wäre, würde ich nicht eine kleine Bezahlung annehmen – ok, das kann ich in diesem Fall tatsächlich. Aber ganz offen, die Freude der Familie war mir wesentlich mehr wert!

Wieder klingelt es in meiner Karmakasse!

Da fährt er dahin – schönen Urlaub

Ich räume das Schiff auf und gehe noch ein bisschen mit Sibylle durch die Marina, außerdem habe ich im April schon zeitig begonnen den Blog zu schreiben um meine Arbeitsressourcen für Mai freizuhalten – der Mai wird neben dem Wonne- auch eine Art Hypermonat!

Werkzeug wieder weg, mein Beitrag wandert in die Haushaltskasse

Ein Münchner im Himmel – warum fällt mir das immer ein wenn ich an Johannes denke? Weil er sein Manna so mag, die Biergärten der Heimat? Ich weiß es nicht!

Jedenfalls ist dieser Johannes seit zwei Tagen wieder in der Marina, er macht seine ALEXIA flott. Wir haben uns zum Monatsabschluss im „SouVLakki“ verabredet…

Unser Lieblingsgrill in Lakki
Sibylle und Johannes wählen schon – ich kenne die Karte auswendig

Wir bestellen reichlich und ich werde, als ich mein Essen bekomme, das Gefühl nicht los, dass es Anna und Niko besonders gut mit mir meinen, ich freu´ mich!

Halbes Hendl nebst Pommes Fritz

Es bleibt nicht beim Cola! Wir Drei trinken ein Bier und gönnen uns ein Fläschchen Ouzo. Wir haben viel Spaß, alleine schon deshalb, weil Johannes ein liebenswürdiger, verplanter Typ ist – die Tränen kullern uns über die Wangen, als wir ihm die Facebookgruppe „Einsame Seglerinnen über 55 suchen Skipper mit Schiff“ empfehlen.

Nur so am Rande – wenn ihr jemand wisst, bitte PN, ich leite es weiter 😉

So endet also unser April an einem relativ ruhigen Sonntag. Leider ist die Liste von NESSAJA immer noch nicht abgearbeitet, aber der Mai hat ja ein paar Tage.

Ausblick – Freunde kommen an! Die Crews der HARMONY, LIBERTÉ und JASPER werden im Mai ankommen. Wir erwarten Thilo zurück und ich hoffe so sehr, dass auch Werner wieder kommt. ALENA steht unter meiner besonderen Obhut – ich hüte dieses für mich besondere Schiff als wäre es meines. Sie wartet auf ihren Kapitän!!!

NESSAJA bekommt einen Gefrierschrank, eine neue Sprayhood und einen neuen Zahnriemen. Ich will, nein, ich muss die für eine Ausfahrt wichtigen Punkte wegarbeiten, wir erwarten Besuch für einen Törn zum Ende des Monats.

Es gibt ein bisschen was zu feiern und zwischendrin besucht uns noch eine Freundin von Sibylle um hier auf der Insel ein wenig auszuspannen.

Das klingt nach viel? Nach Stress? Vielleicht ein bisschen – aber wir freuen uns sehr auf den Wonnemonat!

Wie immer DANKESCHÖN für euer Interesse und die investierte Zeit – wir lassen euch auch weiter teilhaben! News wie immer auf diesem Kanal – stay tuned!

Ό,τι καλύτερο και καλό Μάη, να είστε υγιείς και να μας σκέφτεστε

Yassas, Sibylle & Mario

März 2023 – Blowin´ in the Wind

Die Headline des dritten Monats des noch jungen Jahres ist ein echtes Brett – bereits 1962 von Bob Dylan geschrieben und veröffentlicht, war der Song eigentlich ein wenig „vor meiner Zeit“. Da ich aber Folk und Blues sehr gerne höre, hat sich diese Jahrhundertnummer in mein Leben geschlichen.

Das englischsprachige Wikipedia schreibt dazu…

„It has been described as a protest song and poses a series of rhetorical questions about peace, war, and freedom. The refrain „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind“ has been described as „impenetrably ambiguous: either the answer is so obvious it is right in your face, or the answer is as intangible as the wind“.

Warum nun ist dieser Song die März-Headline? Nun, zunächst gibt es ja auch bei uns noch Fragen zu klären, bei denen die Antworten entweder „auf der Hand liegen“ und nur ausgesprochen werden müssen, oder aber sie sind so wenig „greifbar wie der Wind“ der ja im Seglerdasein eine bekanntermaßen große Rolle spielt.

Darüber hinaus ist WIND im Wortsinn, ein Thema welches mich im vergangenen Monat tagelang beschäftigt hat – und dies bis heute tut!

Doch von Anfang an…

Beginnen möchte ich mit einem Bild, dass eine polnische Freundin geschickt hat. Ich kenne die Quelle nicht, aber es gefällt mir. Ich finde die schwarz-weiß Aufnahme schön, bei genauem Hinsehen erkennt man aber, dass es sich um ein Bild neueren Datums handelt, es könnte von letztem Sommer sein. Es zeigt schön, wie unsere Marina angelegt ist und wo wir leben.

Leros Marina Evros / Lakki Bucht

Wie jeden Monat gilt es für mich, am Ersten des Monats zur Bank nach Lakki zu fahren und unser Haushaltsgeld abzuheben. Das Abheben mit der Visa Karte meiner Bank ist kostenlos, deshalb ist das mein Job. Ich schwinge mich also bei bestem Frühlingswetter auf mein Bike und mache mich auf den Weg in den Ort.

Herrliches Wetter lädt zur Fahrt

Bis zur Bank ist es ja nur ca. 1km, die Fahrt ist also schnell erledigt. Um den Monatsersten herrscht im Ort immer emsiges Treiben, die Menschen holen ihr Geld an den Banken, gehen Grundnahrungsmittel für den Monat kaufen und erledigen ihre Monatsüberweisungen. Ich parke also vor dem Geldhaus meiner Wahl.

Alpha Bank in Lakki – aus Gewohnheit

Die hiesige Bank verrechnet 2,50€ für die Abhebung, weshalb wir versuchen Bedarfe zusammenzuführen um unsere Geldbeschaffungskosten niedrig zu halten – das klappt ganz gut.

Den Zaster in der Hand – der kommende Monat ist gesichert

Am Rückweg komme ich, entlang der Hauptstraße, auch an der Apotheke vorbei. Hier kann ich im Vorbeifahren die Temperatur erkennen – und traue meinen Augen kaum…

Dort steht 29°C!!! Am 01.03.!!!

Das Thermometer zeigt unglaubliche 29°C an, am 01. März! Zugegeben, dies lag an einer Südwindlage, welche warme Saharaluft Richtung Mittelmeer trieb. Deshalb war es auch nicht richtig sonnig, sondern eher etwas diesig. Mit dieser Information konnte ich Sibylle überzeugen, noch einmal mit mir in die Stadt zu fahren und einen kleinen Bruchteil des soeben abgehobenen Geldes in – ihr ahnt es – Eiscreme zu investieren 😉 !

„Himbeereis zum Frühstück“ – naja, fast…

In der Marina war zurzeit ohnehin wiedermal der Taucher im Einsatz. Diesmal direkt bei unserem Schiff, was zwar nicht unbedingt für negative Einflüsse sorgte, aber abgelenkt waren wir allemal durch das Geblubber und das Geklopfe unter Wasser, welches sich ungefiltert auf unsere NESSAJA übertrug. Bin gespannt ob der jemals fertig wird.

Der Taucher am Werk

Ich war ohnehin anderweitig eingebunden. Ihr erinnert euch? Die Entscheidung für das Motorrad war gefallen, unsere GS darf bleiben, sie wird uns weiterhin als Ganzjahresvehikel dienlich sein. Dafür soll sie ja eine griechische Zulassung bekommen um der 183 Tage-Problematik aus dem Weg zu gehen.

Zu diesem Zweck hatte ich mir ja im Vormonat schon eine griechische Steuernummer beschafft. Dies war erledigt, es sollte also der nächste Schritt folgen – die Papiere der GS mussten zu meiner Vetrauten, der Tochter des Tankstellenbesitzers Dimitris Mavroudis, gebracht werden. Vivi ließ mich wissen, dass ich eine Vollmacht beglaubigen lassen müsse, für den Zoll eine Online-Authorisation des Beauftragten in Athen durchführen müsse und zudem die Papiere nebst einer Anzahlung zu ihr zu bringen hätte. Sie gab mir noch eine Verfahrensanweisung für das Steuersystem, lächelte und ließ mich verstehen, dass ich am Zug sei…

Ok, TaxisNet aufgerufen, eigeloggt und nach Verfahrensanweisung durchgeklickt…

Ähhhh, was steht da???

War keine „Rocket Science“ (ich danke meinem Ex-Chef heute noch für diesen Begriff) – die Verfahrensanweisung war hilfreich, den Rest konnte ich mit dem Google Übersetzer hinbiegen. Sollte ich eine Waschmaschine gekauft haben, werde ich vom Kauf zurücktreten. Ach ja – in der Mitte steht „Authorization Successful“ – so falsch kann es nicht sein. Schritt 1 – check!

Für Schritt 2 springe ich auf mein Mopped, tuckere ins Inselherz zur Verwaltung nach Platanos. Dort ist neben dem Rathaus und dem Steuerbüro auch das KEP, das Bürgerbüro. Hier würde man mir meine Vollmacht beglaubigen…

Mit der GS am Stadtplatz vor dem KEP

….und so war es auch! Kurze Zeit später schon hatte ich, unentgeltlich, die begehrten und in Griechenland so wichtigen Stempel auf dem Schreiben. Es fehlte nur noch das Geld, welches ich aber am Morgen schon mit bedacht hatte. Punkt 2 und 3 auf Vivis Liste – check!

Unterlagen komplett – zurück zu Vivi

Die herzliche, junge Frau an der BP-Station staunte nicht schlecht, als ich die Unterlagen bereits am nächsten Tag zurück brachte. Jetzt war alles fertig für den Dokumentenversand nach Athen, unser Dienstleister kann loslegen, es steht fest, die GS wird eine Griechin!

Für mich war es an der Zeit, mich wieder meinen Kernaufgaben zu widmen, das Refit von NESSAJA sollte langsam ein Ende finden.

Ihr wisst aus dem letzten Blogbericht, dass sowohl auf der 230V Seite als auch bei der 12V Verbraucherversorgung noch „Notsysteme“ im Einsatz waren. Diese wollte ich nun Zug um Zug eliminieren. Mit der 230V Seite ging es los…

Ist Situation – ein FI an unglücklicher Stelle, für das neue Setup falsch angeschlossen

Nicht nur dieser FI war irgendwie „falsch“, es war zudem noch ein zweiter FI ins System integriert (Dufour original) von dem weder die Funktion noch der Sinn klar und eindeutig waren.

Da außerdem noch mein Hauptschalter, welcher als Kippschalter im Panel eingesetzt ist, falsch dimensioniert war, habe ich entschieden, diese Absicherung komplett neu aufzusetzen und im Hintergrund neu zu verkabeln.

Ein zweiter Schalterkasten wird angeschafft – ein neuer Platz wird gesucht

Gemäß Schaltplan wird nun alles was der Victron Quattro an 230V zur Verfügung stellt, Richtung FI geschickt. Danach habe ich einen Haushalts-Leitungsschutz mit 16A gesetzt. Dieser ersetzt die Funktion des bisherigen Hauptschalters im Panel, welcher nur mit 10A ausgelegt war.

Saubere Lösung an geeignetem Platz

Nachdem diese Installation verkabelt war, konnte ich sie anschließen und einen ersten vollumfänglichen 230V Testlauf am Echtsystem machen.

Funktioniert… NICHT!!!!

Was war los? Statt der erwarteten 230V kamen nur 50V an. Ich hatte zunächst einen der erneuerten Stecker in Verdacht, weil diese – naja, sagen wir „von unterdurchschnittlicher Qualität“ waren. Also zerlege ich drei Stecker, mache Sichtkontrollen…

Der war ok, kein Fehler gefunden

Bei einem anderen meine ich eine kritische Stelle gefunden zu haben, diese müsste ich mir selbst anlasten. Ich erneuere also die Steck- und Schraubverbindungen im Innenleben.

Verdacht nicht erhärtet – umsonst gewechselt

Hierbei geht mir, habe ich die Qualität schon angeprangert, einer der Stecker kaputt. Ich entsende Sibylle in den Ort um Ersatz zu kaufen. Gott sei Dank, kann sie bei einem anderen Händler Ware besserer Qualität finden. Ich verschwende STUNDEN – und hatte den Fehler noch nicht gefunden.

Ich erwähne nochmals – die Anlage hat bis zur Abschaltung gut funktioniert!

Ob ich das Kabel noch einmal ansehe? Aber was soll da schon fehlen? Mir fällt auf, dass ich lang nicht mehr geschrieben habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist!

Meine Landstromversorgung…
…nix hält ewig!

Was Wunder! Kaum hatte ich die Schadstelle entfernt, lagen die erwarteten 230V an, die Anlage funktionierte wie erwartet – und tut das bis heute!

Ich konnte somit diese Kabel sauber verlegen und fix anschließen. Das Ergebnis stellt mich mehr als zufrieden. Alles ist aufgeräumt, nachvollziehbar und sauber installiert und ich konnte noch kleine und sinnvolle Gimmicks einbauen.

FI und 16A Leitungsschutz
Landstromabschaltung – jetzt mit eigener Kontrollleuchte (wichtig mit Inverter)

So endete dieser Tag doch noch erfolgreich und wir wussten – es wird der letzte Abend mit unserer 230V Notstromversorgung sein – das Zeug fliegt morgen raus!

230V von einer anderen Landstromsäule – durch das vordere Bad per Kabel in den Salon
Mehr Mehrfachstecker helfen den Strom von hier aus zu verteilen – die Schalttafel ist stromlos (noch)

So legen wir uns gemütlich zurück, freuen uns über das geschaffte Tagwerk und gönnen uns ein paar Folgen „Bones“. So als Randbemerkung – hier sind wir inzwischen bei Staffel 9 von 12, mal sehen ob wir unsere „Winterserie“ noch erledigt bekommen.

Obst und Gemüse für´s Foto – manchmal gibt´s auch Knabberzeug 😉

Ich hatte mir zu Beginn dieses Monats selber Zeitdruck auferlegt. Unser Freund Marcus würde um den 12. März herum ankommen und mir Ersatzteile mitbringen – ich habe dann alle Hände voll zu tun. Gleichwohl habe ich Marcus versprochen, ihm bei der Installation seiner Ruderlager zu helfen, dies sollte unmittelbar nach seiner Ankunft geschehen. Vorher wollte ich meine Stromgeschichte erledigt wissen – die Zielsetzung war also klar formuliert.

Vor diesem Hintergrund ging es für mich am nächsten Morgen mit dem gleichen Thema weiter. Die Schalttafel musste noch ein wenig bereinigt, sortiert und aufgeräumt werden.

230V Kontrollleuchte – defekt
…muss neu!

Auf dem ersten Bild sieht man sehr schön den alten BACO Fehlerstrom Schutzschalter. Ich hätte diesen sogar noch in neu gehabt, habe mich aber für die gezeigte Haushaltslösung entschieden. Der alte war innen komplett verbrutzelt – wer da hantiert hat war mutig! Nun, ich habe diesen innen komplett ausgeräumt, das Gehäuse bleibt als Dummy in der Tafel um die Löcher zu schließen. Für das Lämpchen habe ich einen orangen Ersatz gefunden.

So sieht es heute aus…

230V Seite fertig – incl. Beschriftung

Die beiden Kontrolllämpchen waren wichtig, weil es bei uns an Bord IMMER 230V gibt, auch wenn kein Landstrom liegt. Deshalb ist es wichtig, hier auch getrennte Indikatoren zu haben – nicht nur um zu wissen was gerade anliegt, viel mehr aus Sicherheitsgründen.

Schalter 4 war früher der MAIN SWITCH, aber es war mir nicht möglich einen einzelnen neuen 16A zu bekommen. Alle Schalter sind 10A Geräteschalter. Darum haben wir den Leitungsschutz hier weggenommen und beschlossen, der Waschmaschine eine eigene Leitung zu geben – dazu später noch ein paar Zeilen.

Ähnlich auf der 12V Seite – hier wollte ich auf meinem alten Voltmeter ALLE Bleibatteriebänke anzeigen lassen. Die Servicebatterien wurde ja durch Lithium ersetzt und haben ein eigenes Monitoring…

Überholt und ausgedient

…so musste eben soweit umgestaltet werden, dass hier, bei bestehender Peripherie, drei Bleibatteriebänke über dieses „Schätzeisen“ angezeigt werden können – ich habe dies mit einem Minischalter bewerkstelligt, welcher in die Schalttafel einzubauen war.

SO kann das kleine bunte Display auch drei Batterien anzeigen

Der kleine Schalter kam nach der Anpassung wieder raus und ich habe Kabel adaptiert – das war ob der Größe des Schalters herausfordernd, denn ich habe keinen Minilötkolben – aber dafür mangelt es mir nicht an Ideen.

Vorbereitet für den Einbau morgen…

Morgen sollte es weitergehen, es sollte finalisiert werden. Leider ist mir ein Missgeschick passiert – beim Aufräumen der Baustelle – sehr zu Sibylles Schadenfreude!

Ich will also den Dreck des Tages von meinem Naviplatz saugen und hole dafür den großen Staubsauger hervor. Bereits beim Druck auf die „ON“ Taste sehe ich im Augenwinkel die kleinen, auf die Seite gelegten Befestigungsteile, welche ich morgen brauchen würde. Während dieser Schaltsekunde welche zwischen Gedanke und Reaktion liegt, hatte der 1200W Sauger das Ziel bereits erfasst und wie Ameisenbär „Elise“ einst bei Paul Panther, selbiges vertilgt.

Meine Mini-Schräubchen befanden sich im Schlund der rüsselbewährten Höllenmaschine! Was tun? Nun, die Antwort war simpel…

Wer suchet der findet…

Der Erfolg war auf meiner Seite, kaum wühlte ich eine Zeit im Dreck, hatte ich die Kleinteile auch schon beisammen. Das Bild zeigt deutlich – Finger weg vom Dreck!

Jetzt aber – heute machen wir das fertig! Schalter wieder rein – ausprobiert – funktioniert! Jetzt schnell einen kleinen Schaltplan gemalt um sich zu erinnern in welche Richtung welche Batteriebank geschalten wird…

So funktioniert es jetzt

…und dann die Schalttafel final beschriftet. Auch das hat gut geklappt. Insgesamt sieht jetzt alles besser aus als vorher, alles funktioniert und ist auch hinter der Klappe aufgeräumt.

Final – so ist es heute

Auf der 12V Seite ist jetzt noch ein Schalter neu zu belegen. Der originale „Fridge“ Schalter ist ohne Funktion, unser Kühlschrank ist mit eigener Sicherung direkt an den Lithium Batterien angeschlossen. Hier ist aber keine neue Beschriftung nötig, denn ich habe eine Waeco Tiefkühlbox gekauft, welche ich im Mai erhalte. Diese wird dann hier angeschlossen. Alles vorbereitet also.

Vor der finalen Inbetriebnahme musste jetzt noch die Waschmaschine ihr eigenes Kabel bekommen. Hier haben wir mit uns gerungen. Dies bedeutete noch einmal ein neues Kabel von der Schalttafel zur Waschmaschine zu legen. Dafür musste ich auf diesem Stück die schon fertigen Kabelbäume noch einmal aufclipsen, dazulegen kam nicht infrage. Am Ende haben wir aber entschieden, WENN dann JETZT!

Nochmals alles auf…
…nochmals alle Steckdosen abschrauben

Der Weg von links nach rechts ging eigentlich schnell. Alle Kabelwege waren uns bekannt, wir haben immer einen halben Meter nach dem anderen verlegt, Kabelbinder aufgezwickt, Kabel ran, Kabelbinder wieder zu.

So war das neue, übrigens auch dickere (3 x 2,5qmm) Kabel relativ flott dort, wo es neu angeklemmt werden musste – nämlich an den Steckdosen in der Technikecke. Die sind aber für mich inzwischen schwer zugänglich!

Platz ist in der kleinsten Lücke

So zwängte ich meine Arme in die schmalen Lücken, wo mit Ratschbändern bewährte Kabelstränge darauf lauerten, mir die Haut von den Gebeinen zu schaben. Autschn!

Irgendwie wird es schon

Unter lautem Fluchen und Gezeter habe ich in diffiziler Kleinarbeit die Kabellitzen in die zugehörigen Aufnahmen gefummelt und sie dort befestigt. Mein Trost ist, dass nach ein, zwei Stunden dieser Mist meist vorbei ist – der Mensch vergisst schnell…

Irgendwann war es soweit, es gab keine Ausreden mehr. Die Victron Anlage war im „Stand-Alone“ Probebetrieb gelaufen, das 230V System welches zumindest zum Laden der Lithium-Akkus nötig war, hatte seinen Test bestanden und die letzten „Nebenschauplätze“ waren bereinigt. Es war an der Zeit die Hauptverbraucher an das LiFePo4 Netz zu hängen und die Anlage auch offiziell in Betrieb zu nehmen.

Gesagt – getan!

Alles dran

Ich hatte Minus-Masse bereits im Vorfeld verkabelt und auch die Stromverbraucher des Cockpits (Steckdose / Licht) bereits angeschlossen gehabt. Meine Bilgepumpen waren ohnehin ohne Funktion, ich konnte sie ebenfalls schon vorab anschließen.

Jetzt also noch die Heizung, den Kühlschrank und – allen voran – die Sammelelektrik aller restlichen 12V Verbraucher, welche an der Schalttafel zusammenlaufen. Erledigt! FUNKTIONIERT!!!

Meine Victron Anlage war in Betrieb!

Es waren, durch gute Vorbereitung, nur noch Kleinigkeiten zu korrigieren – so zum Beispiel das Setup meiner 230V Eingänge – ich musste die Benennungen von Eingang 1 & 2 vertauschen, denn der Eingang tauchte als Generator auf.

Der Eingang heißt noch Generator, die Gleichstromverbraucher werden nicht angezeigt

Das sind jedoch nur Setupsachen. Ich muss mich zwar immer etwas einlesen, auch das frisst Zeit, aber die „Fehler“ sind meist rasch zu beseitigen.

Dass dies nicht immer so ist, dazu später noch ein Annekdötchen. Heute hat es aber funktioniert.

Mit Last (Wasserkocher) und Gleichstromverbraucher

Und weil es gar so gut klappte und ich mich etwas an meiner neuen, fertigen Anlage erfreuen wollte, habe ich den VRM Zugang über das Internet auch gleich ausprobiert.

Über´s Internet zu kontrollieren – passwortgeschützt und trennbare Verbindung

Natürlich prüfen wir bis heute immer mal wieder die Funktionen unter wechselnden Bedingungen, wir haben alle Betriebszustände durchgespielt – es funktioniert alles auf Anhieb! Fast alles…

Die Lichtmaschine „springt nicht an“, das heißt wohl, sie bekommt keinen Erregerstrom um zu laden, auch der Drehzahlmesser funktioniert nicht. Ich habe die Anschlüsse 1:1 vom Altsystem übernommen, da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen – das wird eine Geschichte für den Aprilbericht.

Der Inverter funktioniert aber tadellos, wir haben es bis 2500W Dauerlast probiert. Auch lange Belastungen wie zum Beispiel Wasser aufheizen macht er problemlos und ohne warm zu werden. Auch die Kabel bleiben kalt, aber man merkt wie den Batterien, Lithium hin oder her, der Saft förmlich herausgepresst wird. Für Autarkie werden wir etwas sparen müssen. Die PV-Zellen sind auf den meisten Bildern ohne Leistung, weil ich oft abends fotografiere. Aber auch die funktionieren, wir konnten bisher ca. 60% der Leistung entlocken – dies, weil wir den Baum noch nicht nachführen. Einseitig waren wir zum Teil schon nahe am Maximum. Ich bin zufrieden!

Inverterbetrieb – hier aber ohne Last

Inzwischen hat sich der Techniker aus Deutschland auf die Anlage geschaltet und alles überprüft – mit positivem Ergebnis. Das Projekt Victron ist nach einem Jahr final abgeschlossen.

Der neue Tag begann herrlich…

Frühlingsstimmung – das Wetter war toll!

Wir vertrauten auf meine Bastelkünste und haben beschlossen, dass wir keine ewige Probezeit für die neue Anlage bräuchten. Die alten Bleiakkus sollten endlich ausziehen!

Aus 2015 und noch gut

Diese Batterien habe ich als letzte im Jahr 2015 nach Kauf des Schiffes erworben. Sie waren die Übriggebliebenen – aber nach 7 Jahren als Bugstrahlruderbatterien noch gut – vielleicht finden sie in einem Gebrauchtwagen Verwendung, ich habe sie zur Tankstelle gebracht. Die Kisten flogen auf den Müll. Somit ist jetzt ein kompletter Küchenschrank frei, zu Sibylles freier Verfügung. Sie wird ein paar Sortiersysteme aus Deutschland mitbringen, für Besteck und Gewürze, dann habe ich eine neue Aprilaufgabe – die Neugestaltung des Küchenschrankes.

Nicht nur die Batterien mussten raus, auch die noch übrigen, herumliegenden Kabel. Das habe ich berücksichtigt – danach waren auch meine Kabelarbeiten abgeschlossen. Entsprechend übermütig bin ich diesen Punkt der Aufgabenliste angegangen.

Jaaaahhhh, harrharr – geschafft!!! Sibylle wirkt irritiert

Wir beschließen, den Rest des herrlichen Tages zu nutzen und eine Marinarunde zu drehen. Das Wetter war immer noch sehr einladend.

Mit oder ohne Jacke – hängt vom Wind ab

Während wir spazieren kommt der Marinaenterich, nennen wir ihn der Einfachheit halber „Donald“, es kommt also Donald herangeschwommen. Er scheint sehr neugierig und nicht ängstlich zu sein.

Donald der schmucke Erpel

Während mir der Gedanke an Knödel in den Kopf schießt, ich weiß nicht warum, höre ich Sibylle warnen – „lock ihn nicht an, bei Paola und Thomas scheißt er immer auf´s Deck.“ Ich entschuldige mich für die Wortwahl meiner Frau, ich hätte das anders formuliert, aber egal wie, vor diesem Hintergrund scheidet Donald als Freund aus. Wir lassen ihn durch lautes Klatschen verstehen, dass er bei uns „Enta non grata“ ist. Er folgt, was ihn wahrscheinlich davor rettet, neben einem Knödel zu enden.

Thilo, ebenfalls ein Freund aus der Marina, hatte gefragt ob wir nicht zusammen ins „El Grecco“ nach Lakki gehen wollten. Guter Plan, wir sind dabei. So ziehen wir bei perfekter Szenerie in die Nacht, um dort gute griechische Gerichte zu genießen.

Keine Lampe! Der Vollmond leuchtet die Marina aus, die Wolken tun das Ihre

Bei „El Grecco“ war es an diesem Abend nicht so doll – keine Bilder. Es war eine Art Feiertag, er hat die Musik voll aufgedreht und niemand konnte sich unterhalten. Alle Gäste saßen daher lieber auf der Terrasse, es war zugig und ohne die Heizschwammerl hätte man es nicht ausgehalten. Leider hatten wir schon bestellt, naja, kann vorkommen…

Heizschwammerl bei „El Grecco“ – Gott sei Dank, ohne die wäre es nicht gegangen

Das Wetter ist nicht immer so herrlich. Das liegt an der fehlenden Beständigkeit im Frühjahr. Bei Nordwind, im Sommer somit fast immer, ist der Himmel klar, blau und die Temperaturen der Jahreszeit und dem Breitengrad entsprechend. Der Nordwind ist im Sommer erfrischend, jetzt oft kühl.

Bei Südwind wird Saharaluft in die Region getragen. Diese sorgt für höhere Temperaturen, ist aber feucht und bringt Wolken mit. Dann kann es manchmal zu Schauern kommen. Das sind die beiden Wettersituationen die wir zur Zeit wechselweise haben.

Ihr merkt – wir nähern uns dem Thema WIND, ich greife auf die Headline zurück.

Heute war also so ein bewölkter Südwindtag. Sibylle und ich gehen über den Marinaplatz um beim Marina Shipchandler die Inspektionsteile für unseren Volvo zu kaufen. Weil wir am Kranbecken vorbeikommen, wollen wir zusehen, wie eine riesige Fähre wieder zurück ins Wasser gekrant wird. Das Berufsschiff war auf dem Trockendock um dort eine Wartung des Unterwasserschiffs zu erhalten. Die Arbeiter waren betriebsfremd und zogen ab – zurück blieb deren Unrat.

Gerüst, leere Farbkübel, Leitern – alles um die DARKSYDE verteilt

Eigentlich eine Randnotiz, wenn die Jungs ihr Gerümpel nicht unter und neben der DARKSYDE, dem Schiff unseres Freundes, verteilt hätten. Das gehört sich so nicht.

Schlimmer noch finde ich, wenn man Leitern ungesichert einfach ans Gelcoat lehnt. Da sind Schäden und somit auch Ärger vorprogrammiert, Verantwortung und Haftung übernimmt hier keiner gerne.

Wenn die umfällt gibt es zumindest Kratzer

Wir räumen etwas auf, sehen zu, dass nix mehr rumliegt, was den Kat beschädigen könnte und gehen dann zum Chandler. In Sachen Volvo ist Panos gut sortiert, weil er sich zudem bei den Serviceteilen gut auskennt, bleibt er diesmal fast nix schuldig.

Das meiste bekomme ich in der Marina

FAST deshalb, weil es verschiedene Keilriemen gibt und zwei von vier nicht passen. Ich frage ob er mir die bestellen könne – seine Antwort, wie zu erwarten, „ich solle doch lieber im Ort suchen, das geht schneller!“

Ok, ich mache ein Bild der begehrten Objekte und fahre zu zwei Bootshändlern, zwei Tankstellen und einem Autozubehörgeschäft.

Schwer zu bekommen – Ersatz für die beiden vorderen Keilriemen

Hat mich etwas genervt, weil ich zwar die gleichen Abmessungen kaufen konnte, aber feststellen musste, dass es wohl auf Millimeter ankommt – beim hinteren der beiden Riemen kann ich die Spannung nicht einstellen, er muss exakt passen – aber Panos will ja nix bestellen, macht Arbeit, verstehe…

Ich greife in meine Ersatzteilkiste, finde noch zwei neue Reserveriemen und verwende einstweilen diese. Das Geschäft wird abermals der deutsche „Motor-Spezi“ machen, welcher sich in Sachen Volvo als sehr zuverlässig und sachkundig erwiesen hat.

So kann man auch einen Tag rumbringen – das sind die Tage die mich extrem nerven! Ein gutes Essen und nette Unterhaltung nordet mich dann aber abends wieder ein. Heute war mal wieder ein Trans-Ocean Online-Seminar – Thema „Bordküche“, dazu lassen wir uns nicht zweimal bitten!

Claudia Kirchberger berichtet über ihre Erfahrungen über die sie auch Bücher veröffentlicht hat
Sibylle und ich nehmen es als willkommende Abwechslung – mal nicht „Bones“ 😉

Am Folgetag nehme ich mir vor, eine Reparatur anzugehen vor der mir graut – diese Überwindung, dieser erste Schritt, kostet immer viel Energie und braucht entsprechend Anlauf!

Heute ist es soweit – meine Victron Anlage läuft, es muss noch der Windgenerator integriert werden. Diesen werde ich heute reparieren. Wenn alles klappt schaffe ich es alleine und bin abends fertig! Wenn! Und wenn nicht???

Es beginnt die die Phase, in der mich das Wort WIND wie ein Schatten begleitet, eine Phase die bis heute andauert. Hundertmal in allen Zusammenhängen ausgesprochen. WINDgenerator, WINDgeheul, WINDenergie, blablabla…

Schöner arbeiten

Draußen toste der Wind, das Schiff schaukelte, ideal um innen zu arbeiten. Ich war frohen Mutes und baute mir einen schönen Arbeitsplatz. Ich legte die Turbine parat, die Ersatzteile waren vorhanden. Los geht´s!

Deckel abgeschraubt, Rostverlauf gut zu sehen, keine Folgeschäden – glaube ich
Von hier weiter durch´s Gehäuse in die Lager

Ich muss alle Innereien ausbauen um im Gehäuse gut arbeiten zu können. Dabei sehe ich, dass zum Beispiel die Schleifkontakte irgendwie gebraucht aussahen – ich merke nochmals an, der Generator ist seit einem Jahr auf dem Pole, die Flügel waren nie montiert.

Die Läufer / Schleifkontakte nach einem Jahr
Alle Einzelteile raus

Jetzt müsste es mir gelingen die Lager aus dem Gehäuse zu pressen. Der Arbeitsschritt, vor dem mich der Silentwind Techniker gewarnt hatte. Ich war entsprechend vorsichtig und baute mir eine Vorrichtung mit der ich das Lager herausdrücken wollte.

Kein Millimeter!!!

To make a long story short – ich probierte stundenlang herum und ließ zu, dass ich immer eine halbe Umdrehung mehr ansetzte. Irgendwann waren mir die Kräfte zu hoch, ich hatte Angst, dass das Gehäuse brechen würde. Da auch Hitze nicht half, rief ich Giorgos zu Hilfe – ich sollte in diesem Monat abermals viele Male mit ihm sprechen!

Sibylle hat sich zwischenzeitlich auf den Weg zum Blumenpflücken gemacht, NESSAJA sollte etwas frühlingshaft erstrahlen.

Gemütlichkeit – ich find´s schön

Giorgos meint, dass ich am nächsten Tag die Teile abends bringen kann, er hätte Zeit, wir würden die Lager umbauen. Ok, das hört sich gut an – er hat mehr Werkzeug, professionelle Abziehvorrichtungen und ein perfektes Werkstattumfeld. So machen wir es.

Ich verbringe einen Tag mit der Neusortierung meiner Ersatzteile, führe gleiche Teile zusammen und verräume sie, soweit möglich, intelligent.

Alles in Kisten – trocken verpackt

Damit man die Teile jemals wiederfindet, oder zumindest mal weiß was alles an Bord ist, braucht es einen Stauplan. Ich habe sowas seit Langem, passe diesen auch an um auf aktuellem Stand zu sein.

Gewusst wo!

So vergehen die Stunden bis zur Kaffeepause, das ist ein liebgewonnener Brauch. Täglich zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr gibt es eine Tasse Kaffee und eine süße Kleinigkeit. Wenn ich ganz brav bin auch mal ein Eis 😉

Sibylle genervt – man beachte den Kompressor im Hintergrund

Wir können unseren Nachmittagskaffee inzwischen draußen trinken, das gibt die Temperatur her. Geschmälert wird der Genuss durch diverse Faktoren – zum einen das momentane Windgeräusch, der weht nämlich gerade stetig und kräftig, was für ein immerwährendes Gepfeife und Geklapper sorgt. Ich kann das recht gut ab – Sibylle weniger, was man am besten ihrem Gesichtsausdruck entnimmt!

Dazu kommt, dass die Taucher mal wieder rund um unser Schiff irgendwelche Ketten und Schäkel erneuern. Dafür braucht es schweres Gerät, nämlich einen Schlagschrauber nebst Kompressor – herrlich!!!

Auch andere sind vom Getöse des Windes genervt und suchen adäquate Rückzugsorte…

Ohne Worte

Der Nachbar, ein Angelsachse, baut sich vor NESSAJA auf und fragt ob ich helfen könne. Auch er musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Er hat eine Allures, ein Boot der oberen Preiskategorie und hat beim Streichen des Antifouling einen Riss in der Achse seines Schwenkkieles entdeckt.

Ich habe ihm Giorgos als Reparaturbetrieb empfohlen, der Handwerker meines Vertrauens kann Aluminium schweißen. Ich solle nun bitte helfen, die 300kg schwere Flosse zum Eingang zu transportieren und auf einen LKW zu laden. Ok, wenn´s sonst nix ist!

Auf Rollbrettern zum LKW – dort hilft der Kran

Der Abend bricht herein, ich fahre zu Giorgos – im Rucksack die WINDturbine und ein paar Kleinteile.

Ich war lang nicht mehr da! Als erstes fällt mir Giorgos SJ Samurai auf – der ist von der Überholung zurück und sieht aus wie ein neues Auto – wow!

Vor einer Woche noch Rübe – jetzt Juwel! Werterhalt auf griechisch – spottbillig

Eine Sekunde lang denke ich an den verschmähten SJ von der Tankstelle – na egal, ich kann ja die GS auch mal so aufmöbeln lassen..

In der Werkstatt sehe ich den Schwenkkiel wieder, er hat inzwischen seinen Platz. Giorgos hat mich mit meinem Kummer dazwischengeschoben! Das ist nett, Danke.

Der nächste Job wartet bereits

Wir legen sofort los und bearbeiten die Lager mit allem zur Verfügung stehenden Werkzeug! Es kommen Schmiermittel zum Einsatz, Temperatur – heiß und kalt. Nix hilft!!!

Erst darf das Spezialwerkzeug
Später wird es hemdsärmeliger

Nach vier Stunden vergeblicher Versuche brechen wir ab! Nach einem Jahr ist der Stahlkäfig der Lager so in das Aluminium oxidiert, dass kein normales und in meiner Gegenwart vertretbares Werken zum Ergebnis führt. Ich verabschiede mich mit traurigem Gesicht.

Giorgos weicht das Lagerpaar noch mit WD40 ein und murmelt ein verklausuliertes „I do a try tomorrow“. Ich antworte ebenso vielsagend „yes, maybe better you try alone“ – vielleicht ein Code? 😦 Ich war einfach besorgt um den empfindlichen Body der Turbine – er kann vielleicht besser „wirken“ wenn einer seiner Jungs statt meiner als Helfer agiert. Wir gehen gemeinsam ins Risiko, ich überlege eine Sekunde lang ob ich das Trum vielleicht doch nach Portugal zum Hersteller hätte schicken sollen…

Der Tag endete verhalten, ich war genervt, NEIN, ich war enttäuscht ob der Qualität des „Silentwind“ Generators! Finger weg! Aber es sollte noch ärger kommen – doch das wusste ich noch nicht!

Am nächsten Tag hatte ich den Ärger etwas verdrängt. Am Ende werden wir es hinbekommen. Der Frust wich einer kleinen Zuversicht. Ich brauchte eine Art Erfolgserlebnis und entschied daher mich am heutigen Tage meinem Volvo Hauptmotor zu widmen – das sollte doch klappen???

Vetus Belüftungsventil – teuer aber wichtig
Zuerst die Peripherie – Impeller, Antriebsriemen Impellerpumpe, Belüftungsventil

Meine Idee war, mich nicht nur auf den eigentlichen Service des Diesels zu konzentrieren, sondern auch Peripherieteile mit zu erneuern. So kam ein neuer Impeller zum Einsatz und auch der Antriebsriemen der Impellerpumpe wurde ersetzt – beides wäre noch für ein paar Motorstunden gut gewesen. Mit der Erneuerung aber, habe ich einen Referenz-Stand an dem ich alle Verschleißteile auf „0“ gesetzt habe.

So auch das Belüftungsventil. Zugegeben, ein Teil welches ich in der Vergangenheit eher weniger am Schirm hatte, welches aber durch einige Informationen während dieser Technik Online-Seminare in meinen Focus geriet. Kein Risiko, das Teil flog raus!

Wechsel des Impellers

Der Rest der Arbeit war Standardwerk für den „Motorman“ – ich konnte vor mich hinwurschteln ohne höchste Konzentration, das hat Spaß gemacht.

Ölwechsel – auf den richtigen Füllstand achten

So war der Ölwechsel recht rasch erledigt, hierfür konnte ich mir eine Absaugpumpe von einem griechischen Freund ausleihen. Auch einen Dichtring und einen Schlauchstutzen am Absaugrohr konnte ich bei leerem Motor mit auswechseln – das alles ging überraschender Weise recht flott und ohne Kummer – der Motor ist diesbezüglich gut durchdacht und funktionell.

Wechsel aller Filter – diesmal Originalteile

Die Kraftstofffilter konnte ich recht gut wechseln und entlüften, das ging recht einfach und problemfrei. An den Ölfilter kommt man gut ran, kann aber leider kein Schüsselchen unterstellen. Man muss machtlos zusehen, wie sich rund 0,5 Liter Diesel-Altöl den Weg über die Finger bahnen und dann in eine dafür vorgesehene Mini-Bilge laufen. Prinzipiell akzeptabel – das Reinigen dauert trotzdem länger als der Filterwechsel.

Das hatte Folgen…

Wie früher

Natürlich hatte ich Ölbratzen wie zu meiner besten Werkstattzeit – lang ist´s her und ich erinnere mich doch. Ich verwendete Handwaschpaste und der Geruch dieses Waschmittels ließ meine Gedanken ein wenig fliegen – zurück in eine ziemlich coole Zeit! Ich mochte diesen Tag!!!

Es ist erst ein paar Tage her, als ich einem früheren Kollegen zum Geburtstag gratuliert habe und wir ein wenig sinniert haben – ich vertrete die Meinung und habe das Gefühl, dass Handwerk eine sehr ehrliche und direkte Form der Arbeit darstellt. Morgens kaputt – abends repariert, dabei dreckige Finger und Heldenstatus bekommen – das Gefühl ist sexy, um meinen Freund Marcus zu zitieren…

Das Tagwerk war geschafft, ich um ein Erfolgserlebnis reicher.

Am nächsten Morgen gingen Sibylle und ich ins Büro um unseren Stromchip aufladen zu lassen. Wow, auch hier hatte sich einiges getan…

Auffahrt zum Office

Der Seniorchef, der vor rund 40 Jahren begann die Marina zu bauen, in dem er einen Berg weggesprengt hat und ziemlich visionär den Bau der Anlage vorantrieb, dieser Mann ist auch heute noch verantwortlich für die baulichen Abläufe. Ich denke, es ist nicht falsch zu behaupten, dass die Marina sein Lebenswerk sein dürfte, so ist es nur logisch, dass auch an Verschönerungsmaßnahmen gearbeitet wird. Die Auffahrt zum Office ist jedenfalls jetzt betoniert, im oberen Bereich wie ein kleiner Platz gepflastert und hat das Mosaik bekommen – kein Vergleich zu vorher!

Am Rückweg gehen wir noch in die Chandlery, denn ich bin beflügelt durch den gestrigen Erfolgstag und möchte meinem Volvo einen zusätzlichen Wellnesstag gönnen. Dafür nur das Beste! Ich möchte auch den Frostschutz wechseln, die Neubefüllung soll (einmalig) ebenfalls mit dem teuren Volvo Coolant gemacht werden – ich kaufe also einen Kanister des flüssigen Goldes.

Bedienungsanleitung – sicher ist sicher

Auch dieser Part der Arbeit läuft wie geschmiert und dank eines praktischen Ablasshähnchens habe ich die alte Plörre ein paar Augenblicke später abgezapft und in alten Behältnissen gesammelt.

7,5 Liter alter Frost- und Rostschutz

Eine Überraschung der besonderen Art erlebe ich, als ich nachfrage wo das alte Kühlmittel denn zu entsorgen sei – die Antwort der Mechaniker ließ mich staunen – ich solle es „irgendwo auf den Sandplatz schütten, es würde versickern“. Einen Moment dachte ich, ob sich nicht ein paar deutsche Teenager auf den Marinagrund kleben sollten…

Egal, ich fand einen Ort zur Abgabe und hege die Hoffnung der umweltgerechten Entsorgung – es ist noch ein weiter Weg bis zur Rettung der Erde! Auf diese Erkenntnis eine Tasse Kaffee.

Nachmittagskaffee – sowas von verdient

Mein Motor war fertig (fast) und ich grüble, wie ich den Nachmittag sinnvoll investieren könnte. Wie bestellt schellt mein Telefon und eine Nachricht von Giorgos poppt auf…

Gestern Abend erledigt – Windgenerator repariert

Der Meister des schweren Geräts hat gestern Abend in meiner Abwesenheit meine Windturbine von den alten Lagern befreit und die neuen Lager montiert – ich könne den Öko-Stromerzeuger abholen.

Die Bilder vom Umbau kamen gleich mit – ich war froh, dass ich nicht dabei war!

Fuß MIT Lager aus dem Gehäuse gedrückt
Gehäuse blieb heil…
…scheinbar zumindest
Neue Lager eingepresst

Super, perfekt – wir vereinbaren uns auf eine Abholung meiner Teile am Abend des Folgetages.

Der Rest meines Tages war nun verplant, denn ich hatte noch ein paar Kleinigkeiten bei Giorgos einzusteuern. Ich selbst brauchte für die Riemenscheibe meiner Keilriemen einen Helicoil Gewindeeinsatz um ein ausgeläbbertes Gewinde wieder nutzbar zu machen und mit der Montage der neuen Keilriemen meinen Motor zu finalisieren.

Mit bloßem Auge erkennbar – nicht mehr brauchbar

Darüber hinaus brauche ich für einen englischen Segelkameraden einen Adapterrahmen für einen neuen, in den Maßen leicht abweichenden Plotter. Hierfür suche ich erst die Maße im Internet und mache Notizen und einen groben Plan…

Maße – alles klar???
Besser zu verstehen mit einer Skizze

…beides schicke ich dann zu Giorgos um ihn schonmal vorzubereiten. Als die WhatsApp Nachricht durch war überlege ich, ob meine Skizzen eher erhellend oder verwirrend sind – ich beschließe die offiziellen Templates hinterherzusenden um für Klarheit zu sorgen. Oder verwirre ich nun total???

Das ist das neue Soll
Das ist der alte Istzustand – es muss kombiniert werden

Na egal – wenn was unklar ist kann ich das ja morgen erklären 😉

Der neue Tag beginnt für mich mit einem offiziellen Termin! Marietta hat mich gebeten zu ihr ins „Μπακάλικο με Τσίπουρο“ zu kommen. Wir würden uns dort mit Shira treffen, es gäbe etwas zu besprechen…

Ok! Ich war gespannt, war zeitig dort und bestellte mir einen von Mariettas traumhaften Pies – Chicken – ein Gedicht!

Chicken Pie von Marietta – 11 von 10 Punkten

Das Gespräch mit den Damen war eine Überraschung – beide arbeiten an einer neuen Webseite für Leros. Etwas anders als man es von Tourismusseiten kennt, mit sehr viel Herzblut entwickelt. Man möchte gerne, dass ich Ideen beisteuere und, noch viel wichtiger, die Übersetzung ins Deutsche mache. Viel Arbeit, uff – ich überlege eine Sekunde und sage zu! Die Bitte ehrt mich!

Ich fahre nach Hause, erzähle Sibylle von den Neuigkeiten und wir drehen eine Marinarunde. Morgen kommt Marcus an, wir freuen uns darauf und sehen nach der DARKSYDE. Sie wurde umgestellt und inzwischen frisch gestrichen.

Wartet auf den Skipper

Wir denken an die Rückkehr des Freundes und stellen ihm eine Leiter parat. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es lästig ist, mitten in der Nacht nach einer solchen suchen zu müssen.

Kann kommen

Die Postadresse von Marcus war jetzt über Wochen eine Zieladresse auch für unsere Warensendungen. Er wird uns einige Kleinteile mitbringen, da er mit dem Auto anreist. Der Tag seiner Rückkehr soll der Akklimatisierung dienen, bereits am Tag darauf wollen wir die Ruderlager der Lagoon austauschen – mal sehen.

Am Abend fahre ich zu Giorgos, hole den fertigen Windgenerator ab und steuere die neuen Aufgaben ein – hat alles gut geklappt!

Auf geht´s – zurück nach Hause

Die alten Lager, das Corpus Delicti, fotografiere ich abschließend. Ich habe Silentwind versprochen, dass ich Bericht erstatten werde. So viel Streß wegen einer mangelhaften Dichtung und zweier billiger Lager – das geht besser!

Nicht teuer – aber Ursache für Zeitdiebstahl

Statt „Bones“ via Amazon Prime gibt es heute mal wieder Abwechslung! Tina und Volker haben sich gemeldet, ob wir wohl mal wieder einen Videocall machen könnten?

Na klar können wir! Wir verabreden uns zum gemeinsamen Anstoßen, trinken ein Gläschen zusammen, virtuell wenigstens, besprechen dabei Neuigkeiten – wie geht es Mamos? Wie ist es bei Euch so? Was bringt die nächste Saison? Wir erfahren, dass die ELOWYN als Jahreslieger nach Leros zurückkommt, das freut besonders mich ganz sakrisch! Darauf ein Gläschen von „dem Guten“…

Yummie – Tsipouro aus dem Barrique, nicht von schlechten Eltern

Es geht los! Marcus und ich verabreden uns für 09.00 Uhr um mit den Ruderlagern zu beginnen. Er ruft dauernd „heute Abend sind wir fertig!“ – ich zweifle. Egal, es ist ein herrlicher Morgen und ein Grundoptimismus ist vorhanden!

Zurschaustellung der positiven Haltung

Wenig später finde ich mich in der Backskiste des Katamarans wieder – ok, diese ist recht groß, aber ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Tag als einen positiven in das Buch meines Lebens eintragen werde – tschakka, wir schaffen das!

Der Weg in den Hades

Ich richte mich auf „meiner Seite“ häuslich ein, sortiere mein Werkzeug. Zum Glück hat ein Katamaran zwei Rümpfe, so hat Marcus auf der anderen Seite das Vergnügen.

Stätte meines Wirkens

Ich hänge den Autopilot aus und befreie die Ruderachse vom Korsett ihres Quadranten. Das alles geht verhältnismäßig flott. Wenn man mal in der Kiste liegt, geht die Arbeit gut von Statten.

Fertig – Steuerbordruder kann abgesenkt werden

Sibylle kommt vom Einkaufen zurück und flötet zu uns herauf „…ich habe Sandwich mitgebracht!“ Was sie dabei vergaß zu erwähnen ist, dass diese Nettigkeit nur Marcus zuteil wurde. Ich, der arme Höllenhund, durfte weiter in sengender Sonne zusammengefaltet in der Kiste schuften, während Herr Kapitän sein Sandwich mampfte, welches ihm meine Frau mitbrachte – verkehrte Welt!!!

Stehend, der sanwichmampfende Skipper – das einzelne Bein gehört zu… MIR

Warum das? Nun, weil ihm, der als zweiter Sieger das Rennen um den schnellsten Ausbau eines Katamaranquadranten beenden durfte, ob meiner effizienten Arbeitsweise sogleich ein zündender Gedanke kam – wenn ich doch schon in der Kiste läge, ob ich wohl gleich den hydraulischen Autopilot gegen ein Tauschteil wechseln könne??? JA! KANN ICH!!!

Ich lag gerne in meiner gemütlichen Backskiste. Ihr müsst wissen, dass jeder Versuch diese zu verlassen schmerzhafte, klaffende Fleischwunden nach sich zog. Der Kistenrand war bewährt mit diesen abgeschnittenen Kabelbindern welche ich ja schon erwähnt hatte…

Sieht harmlos aus

Diese kleinen Ecken sind fiese Gesellen – sie schaffen es mit hoher Sicherheit sich in irgendeine Hautfalte einzuhaken um dann, während du den Arm oder das Bein weiterschiebst, sich skalpellähnlich durch deine Epidermis zu ritzen bis das Blut spritzt. Das Fiese ist, du merkst es, kannst aber nichts dagegen tun, du musst das Bein, den Arm, weiterschieben oder ziehen und darfst dich dem Gefühl des Aufgeschlitztwerdens total hingeben.

Hobbitfuß nach einem Angriff der Orcs??? Nein! MEINER
Autschn

Ein bisschen was von der Freude durfte Marcus abhaben, aber er kann sich ja einfach in die Kiste legen. Ja, manchmal hat es Vorteile wenn man einen zip-Körper hat.

Jetzt habe ich die Oberhand

Ihr merkt schon – wir hatten Spaß!!! Es war ein guter Arbeitstag welcher zu zweit natürlich wie im Flug vergeht. Wir haben aber auch ordentlich rangeklotzt und es geschafft, dass die Kranjungs uns den Boliden kurz vor Feierabend noch angeboben haben und wir die Ruder ziehen konnten und auch die alten Lager ausgebaut hatten. Der Autopilot war auch umgebaut – wow, nicht schlecht Herr Specht!

Nach sechs Jahren

Auch am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein und Kaiserwetter. So kann man es aushalten. Der Frühling war in Leros angekommen, die Natur explodierte, die lange Hose ist seit Wochen schon im Schrank! Alleine das Aufwachen und Aufstehen entlockt einem eine ganz andere Stimmung.

NESSAJA in der Morgenstimmung

Ich frühstücke und packe wieder meine Siebensachen, mein Werkzeug und Arbeitsmaterial welches wir heute brauchen würden. HEUTE bin auch ich zuversichtlich – wir würden DARKSYDE heute fertig machen und versuchen, dass sie heute noch ins Wasser kommt.

Ready to Rumble

Marcus und ich verkriechen uns wieder in die angestammte Backskiste, jeder auf seiner Seite – es war inzwischen so sonnig, dass wir uns mit Schattenspendern vor Sonnenbrand schützen mussten.

Netzgeflecht als Schattenspender
Schaut enger aus als es ist – Arbeit ging gut von der Hand

Um 14.00 Uhr war für mich Pause angesagt. Meinen Kaffee mit Sibylle lass´ ich mir nicht nehmen. Die Ruder waren wieder eingebaut, alle Anlenkungen montiert und eingehängt, der Autopilot angeschlossen – wir waren fertig!

Marcus wollte sich inzwischen um den Kranführer kümmern, ich solle um 15.00 Uhr wieder da sein um DARKSYDE an ihren Platz zu fahren.

15.00 Uhr – keiner da

Natürlich war 15.00 Uhr nach GMT gemeint – wobei GMT nicht für Greenwich Mean Time steht, sondern eher für Greek Maybe Time, eine Zeitzone die jeder Griechenlandsegler kennt…

DARKSYDE geht zu Wasser

Etwas später war es soweit, der Bolide wurde zu Wasser gelassen und ich half dem Skipper das zweikufige Gefährt an seinen Platz zu bugsieren. Dies klappte einwandfrei und ein paar Augenblicke später war der Ruderlagerumbau am Kat des Freundes Geschichte…

Klar zum Anlegen – klar ist
Leinen über und belegen

Marcus und ich tranken noch ein Bier, dann ging jeder wieder zur eigenen „To Do – Liste“ über. Auch der Freund hatte einiges zu erledigen bevor Frau und Tochter kommen wollen.

Ich widmete mich den Arbeiten die noch offen waren und die nun aufgrund der Teilelieferung aus Deutschland angegangen werden konnten.

Zunächst wollte ich ein Fremdteil loswerden. Ich wurde gebeten ein Propeller Spezialteil für einen Mechaniker auf der Insel zu beschaffen. Sprach- und Lieferschwierigkeiten machen auch für die Griechen die Ersatzteilbeschaffung manchmal schwierig. So war es mir eine große Freude, ein in Deutschland lieferbares Teil zu bestellen, den Kauf abzuwickeln und mich um den Transport zu kümmern – so kann ich etwas zurückgeben…

Einer der Mechaniker freut sich – war nur in Deutschland zu bekommen

Ich selbst wollte die WINDturbine endlich komplettieren und in Betrieb nehmen. Naja, sollte kein Hexenwerk sein, oder?

Nun, diesmal hatte ich die Rechnung ohne dem Wirt gemacht – NATÜRLICH musste ich mich für eine „One-Hour-Work“ fast einen Tag ärgern – warum???

Der Deckel muss drauf

Weil ich nicht geahnt hatte, dass bei den durchaus groben Ausbauversuchen der Lager, das Gehäuse ganz minimal ovalisiert wurde. Ich hatte also die Innereien der Turbine montiert, dann aber den sehr passgenauen Deckel nicht einfach aufstecken können. Es dauerte ewig, bis ich eine Methodik gefunden hatte, diesen ins Gehäuse zu ziehen ohne etwas zu beschädigen, zudem musste ich dann die Trennfuge sauber mit SIKA abdichten, denn inzwischen hatte der Techniker des Herstellers weitere Infos geliefert, warum der Wassereintritt passieren kann – alles schwer zu beseitigen, wenn ich aber mit SIKA abdichte wäre alles im grünen Bereich. DANKE für die Salamitaktik – am Abend war es jedoch geschafft, der Generator ist jetzt fertig zur Montage.

Diese konnte jedoch nicht sofort erfolgen, denn draußen hämmerte mal wieder der WIND, aber das überrascht euch sicher nicht…

Wir werden das Aggregat am nächsten windstillen Tag montieren und in Betrieb nehmen.

Ich realisiere für mich, dass meine großen Projekte beendet sind. Ich beschäftige mich also mit den Kleinarbeiten welche auf meiner Liste verhaftet sind…

Ich baue den Tankgeber noch einmal aus
Der alte hat nicht mehr zuverlässig funktioniert und wird ersetzt
Arbeitszeit rund einen halben Tag – funktioniert bestens
Inzwischen getestet von 1/3 bis 1/1 – passt zuverlässig, ohne Wackelkontakt

Ich hatte ja schon erwähnt, dass meine Bilgepumpen ohne Funktion sind. Ursache dafür war der Schalter für die Pumpenautomatik – der alte Schalter ließ sich nicht mehr ordentlich umlegen, ist nicht eingerastet und hatte Wackelkontakte – er musste erneuert werden – ein weiterer Punkt auf der Liste.

Hatte immer schon Kontaktprobleme – jetzt total hin
Leider nicht 1:1 passend – Umbau war nötig
Jetzt funktioniert´s – sogar mit Alarm! Arbeitsaufwand mit Kabelanpassung ca. 1 Tag

Um uns die Tage schön zu gestalten, treffen wir uns mit den Freunden die inzwischen nach und nach zu ihren Schiffen zurückkehren. Diesmal waren wir mit der „Austria Connäctschn“ zum Umtrunk am Strand verabredet, war sehr gesellig 😉

Jeder bringt was mit…
Sekt und Bier – Limo und Sprudel hatte niemand dabei

Tagsüber ging es weiter mit dem Abarbeiten der einzelnen Punkte meiner Liste – es hatte sich einiges angesammelt während der Umbauarbeiten des vergangenen Jahres.

Leider sind es nicht nur Refitpunkte die mich beschäftigen, auch normale Standardreparaturen schleichen sich ein. Manchmal sind es alte Sachen die einfach verschleißen und repariert werden müssen, andermal – und das ist ärgerlicher – sind es Dinge die schon repariert oder getauscht wurden, sich aber nicht bewährt haben oder qualitativ versagt haben.

Dichtheitstest an der Ablaufgarnitur

So musste ich abermals an meine Spültisch-Ablaufgarnitur. Ich hatte diese zweimal ersetzt, weil die Qualität der hiesigen Rohrverschraubungen so lausig ist. Nun bemerkte ich, dass der von mir verwendete Spiralschlauch mit Plastikspirale (25mm / SVB) nicht für Heißwasser geeignet ist und somit eingeknickt war. Eine Erneuerung hätte wieder einen Tausch der glumperten Ablaufgarnitur zur Folge gehabt. Ich habe somit beschlossen, mir Qualitätsware aus Deutschland bringen zu lassen und das gesamte Ablaufsystem etwas anzupassen und neu aufzubauen.

Geberit hatte eine Garnitur im Sortiment, welche besser passte und von erstklassiger Qualität ist – Preis 13,50€ statt 4,90€ – der Billigschrott sollte verboten werden! In Kombi mit einem geeigneten Schlauch mit Metallspirale ist es jetzt eine Top Lösung bei der ich durch optimierte Maße der neuen Garnitur zudem die Verbindungsstelle und Reduzierung über die Wasserlinie ziehen konnte!

Alleine die unterschiedliche Haptik – Welten!!!

Ein weiterer Punkt war der Zusatzlüfter meines Kühlschranks – der war nach zwei Jahren Dauerbetrieb kaputt und wollte ersetzt werden. Natürlich wieder „Made in China“, diesmal aber hochpreisiger und hoffentlich haltbarer…

Sieht easy aus, gell
Irgendwie zugänglich – und auch nicht

Das war auch so ein Geschäft – der alte Lüfter 0,3A, der neue 0,25A. Niemand würde vermuten, dass da was nicht passen könnte. Trotzdem funktioniert es nach Inbetriebnahme erstmal nicht, der Kompressor läuft zuammen mit beiden Lüftern an und schaltet nach drei, vier Sekunden wieder ab. Solche Fehler kosten mich dann schnell eine oder zwei Stunden Google – ich finde, dass meine Ausgangssteuerung für den Lüfter nur 0,5A kann (inklusive dem Serienlüfter), verstehe aber nicht, warum es mit dem minimal schwächeren Lüfter nicht funktioniert. Egal, ich baue auf eine Relaisschaltung um und siehe da – haut hin. Arbeitsdauer 1 Tag statt der veranschlagten Stunde.

Das Reinigen des Grobfilters der Ansaugluft unserer Standheizung gehört da schon fast zur Routine, es ist eine Wartungsarbeit – aber erstaunlich, was die Heizung so ansaugt, wenn sie zweimal täglich zwei Stunden läuft.

Bin ich zu spät gibt es eine Fehlermeldung

Draußen kachelt immer noch der Wind, Aeolus hat kein Einsehen! Wir machen eine Marinarunde um bei den Schiffen der abwesenden Freunde nach dem Rechten zu sehen – und siehe da…

Jetzt passt wieder alles – so soll das

Die dänische QUEEN OF HEARTS hat steuerbordseitig einen neuen Nachbarn bekommen. Die Marineros haben das Schiff an diesen Platz geschleppt und vertäut – leider ohne die Fender anzupassen. Es war kaum ein Fender an korrekter Stelle, so dass Sibylle und ich kurzentschlossen alles zurechtgerückt haben. Irgendwie macht mir das Spaß – auch wenn es die Aufgabe anderer, leider Ahnungsloser, ist!

Abends bleibt heute die Küche kalt, wir gehen mal wieder ins „SouVLakki“. Es schmeckt wie immer gut, trotzdem ist es im Sommer einfach gemütlicher.

Neue Karte – alte Inhalte

Der Folgetag ist ein unwirtlicher, es pfeift immer noch der Wind durch die Marina. Ich beschließe, mich dem Setup meiner Garmin Anlage zu widmen – und ich bin euch ein Annekdötchen in Sachen Setup schuldig…

So hätte ich es gerne

Ich habe einen Schwarzwasser-Tankgeber gekauft. Hersteller KUS / WEMA, Lieferant SVB. Obwohl KUS im Internet als US Firma zu finden ist und WEMA eher deutsch klingen würde, weiß ich heute, dass die Geber in China gebaut werden.

MEIN Geber ist ein spezieller Tankgeber für Schwarzwasser, vorprogrammiert mit ID05 – das sollte der Hersteller in China machen. SOLLTE…

So habe ich es – sortiert sich automatisch als Kraftstoffgeber. Funktioniert aber

Nach langen Recherchen und Schriftverkehr mit sowohl Garmin, welche eine super Antwortperformance und Reaktionszeit liefern, als auch SVB, weiß ich heute, dass – kurzgefasst – der Tankgeber „irgendwie“ die Programmierung als Kraftstofftankgeber für Tank 6 bekommen hat. Änderung nur durch Austausch oder Umprogrammierung möglich.

Jeder, der sich an die Fäkalientankgeschichte erinnert, wird vestehen, dass ein Ausbau desselben mit Tausch des Gebers nicht infrage kommt. Es bleibt somit nur die Umprogrammierung. Garmin hat sich klar in diese Richtung positioniert – mit diesem Mindset trete ich an SVB heran, wo man mir SCHRIFTLICH antwortet, dass ich diesen Tankgeber selber umprogrammieren könne und man mir dafür ein Programmiertool für rund 110.-€ plus Versand anbietet – der Tankgeber hat 124.-€ gekostet.

Ich rufe an – ich erkläre meinem Gegenpart am anderen Ende der imaginären Leitung, dass ich das wohl missverstehe, ich hätte einen vorprogrammierten Geber gekauft und würde jetzt erwarten, dass ich zumindest schadlos gestellt würde – wenn ich schon den Ärger habe. Die Aussage, dass „dies schonmal passieren könne…“ kommentiere ich nicht.

Wir einigen uns auf eine Zusendung eines Gerätes welches ich, statt es zu kaufen auch zurücksenden könne – dieser Plan scheitert aber final an der Aussage „…ist eh nicht lieferbar!“

Ich tippe mir virtuell an den Kopf und beschließe gemeinsam mit SVB, die Lösung auf Juli zu verschieben – in der Hoffnung, dass China dann wieder liefern kann (und auch will). Derweil stelle ich mir einfach vor Kaka ist Diesel – oder war es umgekehrt???

WANTED – wenn das jemand liest der sowas hat…

Ich erinnere mich, dass man Frust mit Süssigkeiten bekämpfen kann. Sibylle und ich treten also den Weg zu „Repapis“ Patisserie an, dem Gnadenhof für verzweifelte Bootsbastler, dem richtigen Ort für mich!

Schon mit Osterdeko…
…obwohl Ostern hier eine Woche später ist
Schlaraffenland
Soweit das Auge reicht
Für uns bleibt es beim Eis
Hebt die Laune – nachhaltig!

Am Abend schaffe ich es noch zu Giorgos um die Teile für die Freunde abzuholen. Auch hier klappt eigentlich alles und somit war es letztendlich noch ein guter Tag.

Der Englänger mit dem beschädigten Kiel wird zum Stammkunden – Getriebewelle aufgeschweißt und abgedreht
Für die OCEAN FANTASY einen Schwengel für die Lenzpumpe – Rohmaterial
Und für Ray den natürlich fertiggestellten Adapterrahmen für den neuen Plotter

Ich werde, ganz ernsthaft, mehr und mehr zum Kümmerer und Ansprechpartner für Schiffseigner die nicht vor Ort sind. Ich überlege wirklich, ob ich das nicht etwas ausbauen und, dann mit Duldung des Marinachefs, etwas professionalisieren könnte.

Dies bringt mich zu einem abrupten Themenwechsel – ich hatte ja im Zusammenhang mit der Headline Fragen angekündigt, welche zu beantworten sind und bei denen die Antworten entweder eigentlich klar oder aber „blowin´ in the wind“ sind.

Die Frage, was ich nach der Fertigstellung von NESSAJA mit meiner gewonnenen Zeit anfangen werde, ist noch völlig offen. Natürlich weiß ich, dass an unserem Schiff immer etwas zu tun sein wird, aber nicht mehr in dem Umfang der vergangenen Monate. Es wäre zudem schön, wenn ich mir ein „Taschengeld“ verdienen könnte – wir denken alle Möglichkeiten an, vom Kauf eines weiteren Schiffes mit dem Ziel des höherpreisigen Wiederverkaufes, bis hin zu der oben beschrieben Tätigkeit als „Kümmerer“.

Beantwortet ist aber die Frage, wie es seglerisch weitergeht. Sibylle hat im Laufe der Zeit sehr viele Regeln, Bedingungen und Voraussetzungen für die Weiterführung unseres ursprünglichen Plans aufgestellt. Irgendwann war es uns bewusst, dass eine zumindest teilweise Einhaltung des eigenen Regelwerkes eine Ozeanüberquerung eigentlich ausschließt. Wir haben dies somit bis auf Weiteres verworfen – unser Revier wird das Mittelmeer sein, eventuell sogar „NUR“ Griechenland. Ich bedauere das, muss den Kompromiss aber eingehen, zumal dies für mich schon länger klar schien.

Was bleibt? Abwarten und Ouzo trinken…

Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah – stimmt das???

Der WIND als solcher hat nachgelassen, es folgten einige recht windarme Tage. Grund genug für mich, sich endlich der Fertigstellung der qualitätsarmen Turbine zu widmen. Ich rapple mich auf, lege die Teile zurecht und beginne die Maschine zusammenzubauen.

Muss exakt justiert werden, bei mir 994mm
Genau nach Anleitung – null Risiko!

Ich justiere die Flügel das erste Mal, ich weise NOCHMAL darauf hin, dass das Trum welches mich so ärgert, zwar ein Jahr am Pole war, aber noch keine einzige Umdrehung gemacht hat – ich bewerte ihn als neu!

Ich stelle also den Propeller fertig…

Am rechten Bildrand – da liegt das Unding

Schaut mal genau hin – am rechten Bildrand streckt der komplettierte Generator seine horizontale Achse mit der Lagerung und dem hinter diesem Deckel liegenden Läufer in unsere Richtung. Nach rechts geht der vertikale Fuß weg, diese Lager habe ich erneuert.

Warum erzähle ich das? Weil ich vor der Montage des Propellers natürlich mal an der Achse drehe, ich stelle fest, dass sie sich sehr leicht dreht und trotzdem gaaaanz minimal reibt. Ganz minimal nur, ein kleines mahlendes Geräusch dazu…

Ich konnte keinen Rost feststellen, kenne auch kein Referenzteil, alles war leichtgängig – ich entscheide auf Zusammenbau! Ein Fehler wie sich herausstellt!

Wieder an seinem Platz, ziemlich genau ein Jahr nach der Erstmontage
Richtet sich nach dem Wind aus – passt alles wieder

Ich verlasse kurz die chronologische Erzählfolge um dieses leidige Thema abzuschließen – ein paar Tage später kam Wind, zunächst wenig, die Silentwind-Generatoren der Freunde fingen an, sich langsam zu drehen – unserer nicht!

Der Wind wurde mehr, der Silentwind der OCEAN FANTASY wirbelte – unserer nicht! Wir witzelten, er könnte eventuell eine „Meltemi Edition“ sein, läuft erst später an – ein Witz der sich als bittere Wahrheit herausstellen sollte.

Es kam der Tag an dem auch unser Windgenerator sich anfing zu drehen. Es kann sein, dass unser etwas geschützter Liegeplatz auch einen Anteil an der Verzögerung hat, aber eine solche Maschine muss auch bei 12-15kn schon anlaufen, wenn auch langsam. Unserer braucht fast 20kn bevor er in Bewegung kommt, da stimmt was nicht!

10A bei 25kn – weit von der Nennleistung von 420W weg
Auch im Victron System wird er erkannt – prinzipiell funktioniert er

Ich will es vorwegnehmen, ich wusste und war gewarnt, dass die Nennleistung selten bis nie erreicht wird. Das wollte ich akzeptieren. Für mich ist ein Soll-Orientierungswert, der Verbrauch meines Kühlschrankes oder der Eigenverbrauch des Inverters, am besten die Summe dieser beiden, nicht zu vernachlässigenden, Dauerlasten. Das KÖNNTE er, wie sich zeigt, besonders bei mehr Wind, so wie wir ihn ein paar Tage später hatten…

42kt, später im Peak 47
Es kam wie vorhergesagt – und noch etwas schlimmer
Fast 11A bei rund 30kt ist ok für mich

Die Geräuschentwicklung ist direkt an der Maschine wirklich ok, am Steg ist er schon nicht mehr zu hören – das Argument der zischenden Nervensägen dürfte mit den neuen Generationen ausgedient haben – auch im Schlafzimmer ist er lautstärketechnisch akzeptabel, wenn auch am deutlichsten zu hören. Unsere selbsterdachte, akustische Entkoppelung funktioniert zwar am Fuß des Pole – dennoch hört man die Übertragung über die Relingsstreben deutlich. Das müssen wir noch im Dauertest probieren und gegebenenfalls anpassen.

ABER – ich bin mir inzwischen sicher, dass dort auch ein Geräusch zu hören ist, welches auf einen Defekt hindeutet. Dies und das deutlich spür- und sichtbare verzögerte Anlaufen unseres Gerätes lässt mich zu dem Schluss kommen, dass auch das vordere Wellenlager einen Korrosionsschaden hat. Ich hätte es gleich mit austauschen sollen – mein Fehler!

Ich schreibe diese Arbeit auf meine Projektliste für 2024 – jetzt muss er so dienen wie er es kann, mir reicht es mit dem Silentwind für dieses Jahr!!!

Fazit – die Techniker bei Silentwind waren hilfsbereit aber nicht ehrlich und offen von Anfang an. Sie haben mir zudem nicht alle benötigten Ersatzteile geschickt. Ich bin inzwischen sicher, dass sie bei einem Einschicken die Maschine getauscht hätten. Ich bereue nicht, dass ich die Reparatur selber angepackt habe, hätte es aber mit dem heutigen Wissen nicht gemacht – einfach weil es viel Geld für Schrott war. Vielleicht wollen das andere Segler vor einem Kauf bedenken – ich hätte mich für den Superwind entscheiden sollen und bereue dies etwas!

Noch ein Themenwechsel – ihr seht am Bild der Windvorhersage, dass mich dieses Thema bis zum 29.03. und darüber hinaus beschäftigt hat – zwischenzeitlich gab es natürlich auch andere Geschichten die in das Buch unseres Lebens geschrieben wurden, einen kleinen Überblick über unseren Alltag neben dem allübergreifenden Thema Windgenerator möchte ich gerne geben…

Ich habe mich parallel meiner GS gewidmet…

Noch einmal gestrippt

Um endlich einen Haken an die ausstehende Reparatur zu bringen habe ich mich sowohl im „GS Forum“ als auch im „F650 Forum“ angemeldet. In beiden Foren hat man mir sehr umfängliche und kompetente Antworten auf meine Fragen gegeben – letztlich liefen all meine Probleme auf zwei wesentliche Kriterien hinaus – Leerlaufregler und Batterie…

Meine Batterie??? Niemals! Ok, die originale war hinüber, viele Startversuche, immer Kurzstrecke, eine neue schadet nicht – aber als Ursache für alle Fehler? Nein! Glaube ich nicht!

Dennoch bestelle ich ein neues Exemplar bei Giorgos – „…unbedingt Gel, wird im Forum empfohlen…“ – höre ich mich sagen. Mein Freund nickt weise, zwei Tage später liefert seine Frau das gute Stück an und… BLEI-SÄURE! Ich konnte meine Enttäuschung nicht komplett verbergen, nahm das Ding, immerhin Markenware, aber ab um niemand vor den Kopf zu stoßen. Dann halt nächstes Mal Gel. Ich lud den neuen Energiespender nach dem Befüllen mit Säure erst einmal mit kleinem Strom auf…

Yuasa – der Testsieger! Aber keine Gel-Batterie

Ok, das hätten wir, aber die Ursache wird dann wohl der Leerlaufregler sein. Diesen solle ich ausbauen und reinigen. Ich tue also wie mir per Forumsmehrheit geheißen!

OK, wieder sauber, leicht eingelaufen – aber…

Auch an diesem Bauteil finde ich außer etwas Ablagerung nichts was die vielen Fehler rechtfertigen würde. Egal, ich reinige das elektronische Bauteil und baue es, nebst der Batterie ein.

Batterie schon drin, Leerlaufregler muss noch

Nach dem Zusammenbau des Bikes mache ich, ein wenig streberhaft, ein Drosselklappenreset, obwohl das Bike dies, nach dem Abklemmen der Batterie, selber machen soll. Heute weiß ich – nicht gut!

Das Motorrad springt zunächst nicht, dann mies an, stinkt nach Sprit und läuft schlecht. Ich drehe eine Runde und stelle sie ab, habe keine Lust mehr. Ich erinnere mich aber an den Rat, für ein Reset Sicherung 1 für ein paar Sekunden zu ziehen und dann wieder zu stecken. Das mache ich noch, dann ziehe ich den Schlüssel ab und lasse sie stehen – genug für heute.

Besuch auf NESSAJA

Electra kommt mich besuchen, als möchte sie mich etwas trösten. Ich danke ihr das und sie bekommt sowohl ein Leckerli als auch eine Streicheleinheit – aber Trost finde ich heute anderweitig!

Marcus´ Katamaran wird das Epizentrum der Stegpartys – erstens, DARKSYDE, nomen est omen, zweitens, Marcus hat vortreffliche griechische Musik und eine sehr formidable „Fusion“ Anlage um diese auch angemessen wiederzugeben – so wird, drittens, dieser Platz an der Mauer zum Treffpunkt der Schrauber mit den schwarzen Fingernägeln 😉 und ihrer Miezen…

Sundowner an der DARKSYDE
Heute die deutsch-österreichische Ausgabe
Wollen wir nackt baden? NEIIIIN ich will nicht!!!!
Ein paar Minuten noch – dann wird es frisch

Tags darauf habe ich keinen Bock zum Arbeiten – es ist der höchste griechische Feiertag, der „Independence Day“ von Hellas.

Nationaler Feiertag – wir gratulieren

Ich nehme mir die Zeit dem englischen Freund mit dem Plotter, ihr erinnert euch, noch einen Gefallen zu tun. Er will eine Ankerkette ordern und braucht Maße – ich gehe also zur RISE´N SHINE und nehme die Maße dort per Foto ab – zugestellt per WhatsApp – Auftrag erledigt…

Kleinigkeiten die Bootsbesitzer umtreiben
Der Bestellung steht nix im Wege

Wir nehmen uns vor mit den Griechen zu feiern. Dafür wählen wir einen Platz mit Live-Musik an dem es gutes Essen gibt. Die Wahl fällt nach langer Zeit mal wieder auf „Stis Annas“, einer kleinen aber feinen Cantina mit einer sehr netten Gastgeberin.

Sibylle und ich wollen mit der GS fahren, haben aber Sorge, dass sie nicht ordentlich oder gar nicht läuft. Ich drücke den Starterknopf, ohne Gas, läuft! Wir fahren zu Giorgos um quasi „am Weg“ die alte Batterie dort abzuliefern…

Die gute Bosch – weg isse

…ich drücke wiederum den Anlasserknopf – läuft! Kein Patschen in den Auspuff, kein Ruckeln, keine Probleme! Wunder oder Eintagsfliege – das muss beobachtet werden – wir fahren zu Anna…

Der Strand vor Annas Cantina bei Crithoni

Anna hat für diesen Tag eine etwas reduzierte Karte mit vielen Meze und dem Nationalgericht an diesem Tag, gebackenen Kabeljau, Bacalao. Wir sind zu sechst, die Crew der ALICIJA kommt nach, wir bestellen „einmal alles plus dreimal Kabeljau“ – Anna freut sich und ich mich auch! Wir werden nicht enttäuscht.

Frische Meze – superlecker
Ganz viel – für alle
Alles geht reihum, alles wird geteilt

Anja und Volpert sind mit ihrer ALICIJA auf einen Probeschlag gegangen und von der Marina hierher gesegelt. Als die beiden sich zu uns gesellten haben wir einfach nochmals nachbestellt – Feiertag auf griechisch – so geht´s!

So, jetzt sind alle da

Natürlich gab´s a Flascherl Wein, es mögen auch zwei gewesen sein, jedenfalls war die Dosis ausreichend, so dass es die Anwesenden nicht mehr auf den Stühlen hielt. Die Musiker spielten so richtig auf…

Mein Favorit war nicht dabei – aber die beiden waren wirklich gut

…und die ersten sprangen auf um das Tanzbein zu schwingen – mittendrin unsere Evi. Ela Evi, pame, pame (έλα εύη, πάμε, πάμε)

Anna mit einer Freundin und unserer Evi – hopahopahopa
Mittendrin statt nur dabei

Irgendwann war es uns nach etwas weniger Lautstärke, etwas frischer, sommerlich lauer Luft und ein bisschen Ratschen – so haben wir uns nach draußen verzogen – auf ein Gläschen Ouzo.

Die Damen – YAMMAS, zum Wohl
OCEAN FANTASY, ALICIJA, FINI, NESSAJA – vier Crews zu Gast bei Anna
Ein herrlicher Tag

Da standen wir bestimmt nochmal eine, vielleicht eineinhalb Stunden bevor die Vernunft zum Aufbruch mahnte. Wir leerten unsere Gläser und gingen zurück ins Lokal um die Rechnung zu begleichen und uns auf den Rückweg zu machen.

Leer – Ende
Ein letztes Tänzchen – mit den Galanen von morgen

Zum Glück habe ich mich mit dem Ouzo seeeehr zurückgehalten, musste ich doch die GS nebst meiner Sibylle noch nach Hause bringen – ich drücke den Anlasserknopf und…. LÄUFT! Ein Wunder!!!

BREAK – zuhause sind wir auf einen Absacker zusammengestanden, dann hat sich jeder in sein Schiff zurückgezogen – nun, wir sind eben nicht mehr 20 😉

Tags darauf war aus naheliegenden Gründen ein Faullenzertag. Sibylle wünschte sich ein „Fährtle“ nach Agia Marina, wo wir nachsehen wollten, ob unser dortiges Lieblingscafé schon offen hat.

Wir starten abermals die BMW, wieder läuft sie ohne Fehl und Tadel, ich bin begeistert – so fahren wir auf die andere Seite der Insel in den kleinen Hafenort, welcher vom Vortag noch festlich geschmückt ist.

„To Paradosiako“ – wieder offen
Überall Fähnchen entlang der Straßen
Die einen kleiner, die anderen größer

Wir suchen uns einen Platz in der Sonne und bestellen uns mal wieder eine „richtige“ Süssigkeit – etwas, das man so richtig bereuen kann, wenn man will und ein(e) Kalorienzähler*in ist.

Warmer Schokokuchen mit Salted Caramel Eis – to die for
Noch hat sie nicht über Kalorien nachgedacht – noch lacht sie 😉

Wir gehen ein paar Schritte Richtung der Mühle im Wasser und der Taverne „Mylos“, im Vorbeigehen schenkt uns ein Fischer einen frischen Fisch aus der Pfanne, auch der ein Gedicht! Die Griechen sind besondere Menschen, ich überlege hier alt zu werden…

Das „Mylos“ – noch geschlossen

Wir fahren zurück nach Hause und kümmern uns noch ein wenig um unser Schiff, abermals bekommen wir Besuch – Electra sieht wieder nach dem Rechten. Sie kommt in letzter Zeit öfter bei uns vorbei.

Electra – neugierig wie immer

Danach treffen wir uns wieder zum Sundowner vor der DARKSYDE um dann mit Marcus und der Crew der OCEAN FANTASY zusammen eine Pizza zu bestellen – einfach für uns alle, kein Kochen, kein Abwasch, kein Aufwand – und trotzdem gut und günstig.

3 für 5 – genau richtig

Der Monat März neigt sich dem Ende zu. Sibylle hat ihre Flüge nach Deutschland gebucht, sie wird die ersten zwei Wochen die Familie besuchen. Ich bleibe hier, treibe die Reparaturen an NESSAJA voran und habe zwei Freunden Hilfe auf ihren Schiffen versprochen.

Meine Gattin ist ohnehin seit ein paar Tagen im Stress. Seit man ihren Reisetag, den 03.04. im Forecast sehen kann, zeichnet sich ab, dass exakt an DIESEM einen Tag eine brutale Sturmfront auf uns zu kommt. Das Bild haben wir irgendwann im März gemacht…

…inzwischen zeigen einige Modelle eher 47 statt 35kt Windspeed an. Sollte es wirklich so kommen, wird der kleine Flieger von Leros nach Athen nicht gehen und sie muss umplanen – hoffen wir das Beste für ihre Reise!

Auch am Ende des Monats gab es noch zwei Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden. Sibylle und ich sind am Schiff, jeder wurschtelt so vor sich hin, ich im Schiff, Sibylle an Deck. Es kommt ein Mann, älter als wir, er schleicht sich an unser Schiff und fragt in Deutsch mit schweizer Akzent, „…ob er denn hier den Super-Mario finden könne?“ Sibylle war verduzt – natürlich wusste sie nach wem dieser Herr begehrte, dennoch war ihr die offizielle Bezeichnung „Super-Mario“ für mich, ihren Gatten, irgendwie fremd.

Der Schweizer gab sich zu erkennen, nannte welches Schiff sein eigen war und erzählte, dass der Skipper der AEGEAN BLUE ihm gesagt hätte ich könne immer helfen – er habe ein Generatorproblem.

Ein alter Fischer Panda – ob ich den wieder flott bekomme

Wir verabreden uns für den nächsten Tag um 13.00 Uhr. Leider warte ich vergeblich! ACHT Tage später taucht der Eidgenosse wieder auf und erklärt mir, dass er „…wohl etwas zuviel Ouzo getrunken hätte, ich möge entschuldigen“ – ja, was sagst da? Entwaffnende Ehrlichkeit würde ich sagen – jetzt habe ich selbst Zugang zum Schiff und sehe selbstständig und unabhängig nach ob und wie ich helfen kann.

Die wichtigste Neuigkeit ist aber Vivis Anruf – die Papiere für meine GS seien da, ich könne diese holen, müsse den Rest bezahlen, dann können wir die nächsten Schritte machen…

Viel Papierkram – gerade abgeholt

…diese nächsten Schritte sähen wie folgt aus – ich muss eine Vollmacht zur finalen Zulassung unterschreiben und beglaubigen lassen. Dafür hätte ich zum Bürgerbüro KEP oder der Port Police zu gehen. Die Vollmacht schreibt und druckt sie freundlicher Weise für mich aus.

Danach hätte ich zum griechischen Pendant des deutschen TÜV zu fahren um eine „Technical Inspection“ zu haben. Ich hätte Glück, denn dieser „TÜV“ ist normaler Weise auf der Nachbarinsel Kalymnos ansäßig, verweilt mit einer mobilen Prüfstation zur Zeit aber auf Leros.

Danach würden wir alle Papiere zur Zulassungsstelle nach Kalymnos schicken. Die Fahrzeugpapiere sowie das Kennzeichen erhalte ich dann ebenfalls per Post.

Blitzt wie aus dem Ei gepellt

Ich fahre also zur Port Police um die Beglaubigung zu holen – das dauert 2 Minuten ist super lustig und kostet 50ct. Am Weg schaue ich bei der Prüfstation vorbei und frage, ob ich einen Termin brauche – nein, ich könne jederzeit kommen.

Ok, ich wasche das Bike, schmiere die trockene und etwas rostige Kette und poliere Flugrost von den Gabeltauchrohren – fertig, eigentlich könnte ich gleich wieder hin. Warum eigentlich nicht???

Mobile Prüfstation in Lakki
Meine BMW in der Prüfhalle

Während ich die Formalitäten erledige und den Papierkram mache, nimmt der englischsprachige Prüfer das Bike technisch ab – alles geschafft, keine Beanstandungen. Ok, das hatte ich gehofft, sind die Jungs hier doch eher die Extreme gewohnt – entweder totale aufgemotzte Schmuckstücke, oder Wracks die ihresgleichen suchen.

Prüfbescheinigung zuoberst – TÜV neu, 55.-€

Drei Stunden nachdem ich die Papiere bei Vivi geholt habe bringe ich diese zurück – die junge Frau war etwas verblüfft. Naja, so hab´ ich es aus dem Sinn und die Sache läuft weiter.

Tatsächlich müsse sie selbst am nächsten Tag, dem Freitag, einen Dokumentenversand nach Kalymnos machen, sie würde meine Papiere dazugeben. Wenn ihr das lest, ist mein Bike auf den letzten Zügen eine Griechin zu werden – im April möchte ich Vollzug melden.

Nach wie vor läuft sie super – ich streiche den offenen Punkt “ Motorrad reparieren“ aus meiner Gedankenwelt und kann mich wieder vollumfänglich an meiner GS freuen!

Last not least – an alle GS Fahrer in Miesbach, das Kennzeichen MB-GS 650 wird frei 😉

Sundowner an der Kaimauer – die Crews der SHAKA, NESSAJA, ALICIJA und der DARKSYDE

Es gibt einen weiteren Sundowner, ich bin zufrieden mit meinemTagwerk – so genießen wir die Stimmung bis es frisch wird und lassen uns die Sonne noch etwas ins Gesicht scheinen!

So ein herrlicher März, so ein toller Start ins Frühjahr 2023. Marcus würde sagen „SEXY“.

Ein schöner Platz um hier zu wohnen

Es bricht der letzte Tag des Monats an, der 31.03.2023. Ich nehme mir vor, mehr aus Alibigründen, noch einen Punkt von NESSAJAs Arbeitsliste abzuarbeiten. Den Rest werde ich erledigen wenn Sibylle in Deutschland weilt.

Ich schnappe mir also meine Flex und zerschneide ein herrliches Stück Edelstahl um daraus zwei Halter für meinen Raumtrenner im Motorraum zu bauen – im Endeffekt vier Schnitte, acht Löcher und etwas schleifen…

Klappt besser als gedacht

Ich stelle die beiden Halter fertig und kann sofort einen davon montieren und die eine Hälfte des Einlegebodens anbringen. Super! Die zweite Hälfte kommt erst später, ich muss ja noch an die Lichtmaschine, aber die Vorbereitungen habe ich so schon getroffen.

Weil ich gerade dabei bin, klebe ich noch eine Dämmmatte an die Decke des Motorraumes, auch das ein Punkt auf der Liste – beides streiche ich geflissentlich ab.

Zum Dinner sind wir mit Marcus und seiner Familie verabredet. Der Freund lädt in Apostolis „Psaropoulo“ nach Panteli – als Dankeschön für meine Hilfe bei den Ruderlagern. Wir nehmen gerne an, auch wenn es das nicht gebraucht hätte.

Ich werde mich revanchieren, ganz sicher…

Panteli – letzter Abend des Monats, eine herrliche Stimmung

Wir essen zusammen, unterhalten uns gut und lang – und, ganz wichtig, wir lachen viel.

Ein wunderbarer Abend, der an Bord der DARKSYDE ausklingt – nachdem wir in einem wohlbekannten Laden noch ein kleines Dessert gekauft hatten…

Süsses von „Repapis“ rundet unseren Monat ab

Das war 03/2023 aus Sicht der NESSAJA Crew. Es war ein schöner Monat, mit viel Wind zwar, aber dennoch herrlichem Wetter – ich bin den ganzen Monat schon in kurzer Hose unterwegs, ein Traum!

Wir haben viel geschafft, in und um NESSAJA, so sind zum Beispiel alle Großprojekte abgeschlossen und auch schon viele Kleinigkeiten erledigt – wir sind auf der Zielgeraden. Aber auch in unserem Umfeld konnten wir etwas bewegen, wir haben Freunden geholfen und das Motorrad sowohl repariert als auch in den Endspurt auf dem Weg zur griechischen Staatsbürgerschaft geschickt.

Wir sind zufrieden, wir sind wieder im Kreis vieler unserer Freunde und freuen uns der Tage die unser Lebensmodell uns bietet.

Der Ausblick auf den April – nun, Sibylle fährt für 10 Tage nach Deutschland, dann feiern wir gemeinsam griechisches Osterfest. Ich gehe davon aus, dass das Bike am Monatsende ein GR Kennzeichen tragen wird. Zudem habe ich versprochen mit den ersten Übersetzungen der Webseiteninhalte von Mariettas neuer Leros-Webpage zu beginnen.

Für NESSAJA werden wir das Tepai lösen, um sofort Anfang Mai an den Stadtkai fahren zu können. Ich werde im April alle Arbeiten abschließen um „eigentlich“ reiseklar zu sein. Na gut, ein bisschen was nehme ich vielleicht mit in den Mai.

Zu guter Letzt stehe ich bei Freunden im Wort ein wenig zu helfen – mal sehen ob das alles klappt.

Wir bedanken uns bei euch für das Interesse an uns und unserem Leben. Wir hoffen, dass unsere Geschichten gefallen haben und euch ein bisschen in unseren Tag haben eintauchen lassen.

Wir wünschen euch allen einen schönen April und ein tolles Frühjahr – bleibt gesund, wir hören uns wieder zum Aprilbericht – oder gerne auch früher auf den bekannten Kanälen.

Herzliche Grüße – eure NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

Februar 2023 – The Carpet Crawlers

Genesis veröffentlichte „Carpet Crawlers“ bereits 1974, dennoch fand der Song in mein Leben und einige sehr schöne Erinnerungen sind damit verknüpft.

In „Songmeanings & Facts“ kann man wie folgt lesen…

Zunächst einmal sollte angemerkt werden, dass Genesis‘ „The Carpet Crawlers“ schwere Metaphern in einer sehr kryptischen Sprache verwendet… …der Song erzählt eine Geschichte, die nur ein Segment einer viel größeren Erzählung ist. Und die Themen, um die sich dieser spezielle Teil dreht, sind Konformität, falsche Hoffnung und Plackerei. Alles in allem liest sich dieser Track wie eine Kritik an denen, die blind gesellschaftlichen Ideologien folgen.

Zugegeben, es gibt weitere Interpretationen – es wird wohl ein Rätsel bleiben was die Texter uns mitteilen wollten. Mir gefällt, im Kontext der heutigen Weltsituation, die obige Auslegung am besten – der wahre Grund auf diesen Titel gekommen zu sein, war aber ein anderer…

Im Februar war ICH der „Carpet Crawler“
Über den Boden KRIECHEND – von Kompartment zu Kompartment

Die Zeit verfliegt! Bereits der zweite Monat des neuen Jahres 2023 liegt im Kielwasser. Ich nehme es vorweg, aus meiner Sicht ein erfolgreicher und produktiver Monat! Es war der Monat in dem ich gefühlte, mit Gold aufgewogene, Kilometer Kabel in NESSAJA zog um die in den Vormonaten fertiggestellten Inseln – besser Baustellen – miteinander zu verbinden und vernetzen.

Alte Kabel raus, neue Kabel rein, hier noch ein Schalter, dort noch eine Sicherung oder Steckdose. Einmal von links nach rechts, einmal von vorne nach hinten – immer am Boden, immer um enge Ecken! „Carpet Crawler“ eben!

ABER – ich kann 98% Vollzug vermelden! Mir fehlen rund zwei, drei Tage um mit dem letzten Großprojekt, meiner Victron Anlage, komplett fertig zu sein. Jedoch, die Anlage läuft! Während ihr also diese Zeilen lest, klemme ich wahrscheinlich gerade die Verbraucher um und schalte das System aktiv…

Doch gemach – bis dahin war es ein langer Weg!

Am Anfang des Monats war die Entscheidung zu treffen, ob wir ein Auto mit griechischer Zulassung kaufen wollen. Zu dem Suzuki SJ413 Samurai gesellte sich noch ein Angebot eines hiesigen Freundes, der um meine Fahrzeugsuche wusste.

Tasos´ Jimny

Tasos bot mir ein Suzuki Jimny Cabrio an, vier Jahre jünger als der SJ, doppelt so viele Kilometer und etwas mehr abgewirtschaftet. Der Preis war angemessen, dennoch hatte ich nicht dieses „Bauchgefühl“ diesen Wagen gleich kaufen zu wollen oder gar zu „müssen“

Den beiden Wägen gegenüber, stand unsere GS…

Baujahr 2014, eigentlich top in Schuß

Ich mache es kurz – wir haben uns gegen die Autos entschieden, werden unsere GS behalten und sie, im Zuge dieser Entscheidung, griechisch zulassen.

Mit dem Bike können wir Touren auf andere Inseln machen, die Fähre ist billiger, wir finden immer und überall einen „first row“ Parkplatz und sie ist ein cooles Gefährt welches an 98% der Tage ausreicht und Spaß macht. Ok, wir tragen immer Helme – auch wenn es heiß ist. Wenn es mal regnet oder im Winter kalt ist, sind wir eingeschränkt und wenn mal großes, sperriges Gepäck zu transportieren ist, sind wir auf Hilfe angewiesen – aber unter dem Strich haben wir, bis auf Widerruf, uns für die Vorteile des Motorrades entschieden.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich heute, am ersten Tag des Monats März, meine Papiere zur Umschreibung eingereicht habe. Was ich dabei erlebe und ob das klappt – berichte ich nächsten Monat…

Der Februar startete für mich mit einer Pflichtaufgabe fernab meiner nautischen Aufgaben – eben genau mit der Reparatur des bayrischen Vehikels…

Arbeitsplatz an der Kaimauer
Mein „Bordwerkzeug“ im Landeinsatz
Alles muss ab!

Für die GS habe ich leider noch kein Werkstatthandbuch. Um Wissen zu erlangen, muss ich meist aufwändig das allwissende Gugl bemühen. Um diesen Rechercheweg zu optimieren, habe ich mich kurzerhand im „GS-Forum“ angemeldet – das hat geklappt, ich konnte einige wertvolle Informationen einholen.

Dabei staunte ich nicht schlecht, dass man zum Wechsel der Zündkerzen, zwei für den 650er Einzylinder, erstmal alle Plastikteile abbauen muss, um dann mehr schlecht als recht an die Kerzenstecker zu kommen.

…auch das muss noch weg!

Ohne das nötige Spezialwerkzeug zu haben, ist es mir gelungen die beiden Funkengeber zu tauschen – es war aufwändig, letztlich aber – wie hätte mein früherer Chef gesagt – „no rocket science“!

Da muss man ran…
…um die beiden Stecker abzuziehen

Ich hatte erwartet, dass die alten Kerzen total verrußt oder abgebrannt sind – war leider nicht der Fall. Dies zeigte sich im direkten Vergleich zu den Neuteilen.

Schadet trotzdem nicht

Leider deshalb, weil ich seit einigen Wochen Kaltstartschwierigkeiten habe, dies gepaart mit einem blechernen Patschen im Auspuff. Eine Art „Fehlzündungen“, aber nicht zündungsseitig sondern eher wie unkontrollierte Verbrennungen durch zuviel Kraftstoff. Ich werde das finden und beheben – muss dazu aber erst den Motor kennen lernen, denn obwohl er eigentlich ein einfaches Aggregat ist, hat er schon soviel Elektronik, dass Diagnose nicht mehr ganz einfach ist. Auch dieser Punkt hat somit noch keinen Haken und wird mich während des März noch etwas beschäftigen.

Das Wetter war Anfang Februar noch herrlich! Aber es war klar, dies würde sich ändern! Der griechische Winter würde Einzug halten, frische Temperaturen, Wind und ein paar Regentage standen uns bevor. Diese Effekte treten meist wechselweise, seltener zusammen, auf.

Wir sehen daher die Boote der Freunde noch einmal durch, prüfen ob alles sturmfest ist! Ja, sieht sehr gut aus – bis auf die Plane, welche das Cockpit unserer dänischen Freunde schützt. Ich mache ein Bild, schicke es Lars kurzerhand zu und erhalte Sekunden später das OK, seine Plane rudimentär zu fixieren – Teufelszeug diese kleinen Telefone! 😉

Nicht schön – hält aber! Bis heute…
Passt wieder – für die nächsten Wochen

So! Kerzenwechsel bei der GS erledigt, die Plane bei den Dänen fixiert, was nun? Der Tag hat noch ein paar Stunden die genutzt werden wollen. Idee! Ich hole meinen Lieblings-Hoodie vom Schneider…

Repariert – tut gut für den Rest dieses Winters

Der Hoodie, ein Original welches ich mir auf meiner ersten USA Reise gekauft hatte, leistet mir gute Dienste und ich habe einstweilen noch keinen gemütlichen Ersatz gefunden. So hatte ich entschieden, die löchrige Fronttasche des Pullis vom Schneider reparieren zu lassen. Das kostet hier 5.-€ – derart gewappnet kann ich das Lieblingsteil noch ein paar Wochen tragen. Ich freue mich!

Zum Dinner waren wir bei Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE geladen, es gab selbstgemachte Pizze, drei verschiedene Sorten – sehr lecker! Danke schön, natürlich gibt es eine Revancheeinladung…

Geselliger Abend mit den deutsch-italienischen Freunden

Am nächsten Tag tauchten die ersten größeren Wolkenberge am Himmel auf, noch war das Wetter freundlich, aber wir wussten – das würde nicht mehr lange so sein.

Erste Wolken zeigen sich bedrohlich

Meine Kernaufgabe für den Monat Februar war die Fertigstellung meines neuen Energie-Managements. Mit Unterbrechungen arbeite ich daran nun seit einem Jahr – der „große Moment“ sollte also bald bevorstehen. Doch bis dahin waren noch etliche Einzelarbeitsschritte zu erledigen. Meist war ich mit dem Ziehen von Stromkabeln, sowohl für die 230V, als auch für die 12V Seite beschäftigt.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass neben der eigentlichen Installation meiner kompletten Victron Anlage auch einige Ergänzungen, Reparaturen, Erweiterungen und Umbauten erledigt werden mussten. So hatte ich wirklich JEDEN TAG alle Hände voll mit Kabelziehen und Klemmarbeiten zu tun.

Navigation alt (grau) raus – 230V neu (schwarz) rein

Ich bastelte mir allerhand „Ziehwerkzeuge“ aus Drähten unterschiedlicher Dicke und Länge – das kenne ich aus meiner Auto- und Campingbuszeit – beim Kabelziehen bin ich an sich recht geschickt. So fanden zig Meter Kabel einen neuen Weg durch NESSAJA.

230V zur Schalttafel

Aufgrund des sich abzeichnenden „Wintereinbruchs“ fordert Sibylle einen letzten Eisdielenbesuch. Eine Bitte, die ich trotz der Unterbrechung meines Arbeitsflusses, gerne erfülle! 😉

Man brauchte schon eine Jacke

Zurück am Schiff, es dämmerte schon und war frisch geworden, starteten wir die Heizung und bemerkten, dass der Luftstrom aus den Austrittsdüsen eher ein leiser Hauch war. Was war geschehen?

Ein Kontrollblick zur Heizung zeigte die Ursache sofort…

Wieder auseinandergerutscht

Das Problem ließ sich leicht beheben, ok – aber wer sich von euch erinnern mag, wir hatten bereits ein ähnliches Problem, bei dem ein Warmluftschlauch von einem Y-Stück abgerutscht war. Diesmal betraf es die Verbindung des Heizluftschalldämpfers zu einer Verbindungsmuffe, diese war mit einer Schlauchschelle gesichert.

Natürlich kann ich eigene Fehler nicht ausschließen – ich zweifle aber, ob Webasto und Eberspächer Zubehörteile tatsächlich so exakt zusammenpassen wie vom Heizungshändler behauptet. Egal, der Fehler war rasch behoben, wir konnten NESSAJA auf Wohlfühltemperatur bringen.

Am nächsten Tag war er da – der Wettereinbruch! Bisher waren wir verwöhnt, tolle Temperaturen, herrliches Wetter bis Anfang Februar, was willst Du mehr? Nun also ist der griechische Inselwinter da – und der begrüßte uns garstig. Wind, Regen und Temperaturen um 10°C oder sogar etwas darunter.

Grau in Grau – NESSAJA trieft
Ponton D – unser Steg – ungastlich an solchen Tagen
Auf dem Weg zur Dusche – nicht so doll…
…vor allem, weil betonierte Wege fehlen

Weil man bei so einem Wetter keinen Hund vor die Türe schickt, beschließe ich, meinen Tag auch drinnen zu verbringen. Die ideale Zeit um den Blog zu schreiben, zumal dies auch höchste Zeit war, denn ich hatte den Januar Bericht nach Sibylles Rückkehr aus Deutschland schlichtweg „vergessen“.

Also, nix wie ran an die Tasten…

Es fehlt noch der Kaffee – so kann man es aushalten

Im Februar habe ich seit langer Zeit mal wieder eine Art „Druck“ gespürt. Ich hatte wenig Ruhe für andere Dinge – mein Hauptaugenmerk galt der Fertigstellung meiner Bordelektrik.

Heute war der Tag an dem mein selbstgebauter, kleiner Kabelbaum einziehen sollte. Dieser würde künftig meine beiden MPPT 100/50 Solarregler und den Regler meines Windgenerators mit dem System verbinden.

Werkzeug, die neue Lampe aus Deutschland und der Kabelbaum

Mein „Arbeitsplatz“ um die Anlage zu verbauen hat seinen Haupteingang in unserem Bad…

Unten Motor – oben Wassermacher und Energiemanagement

…um diesen besser zugänglich zu machen, habe ich sowohl die Badtüre als auch die Motorraumtüre ausgebaut. Der Zwischenboden ist seit einem Jahr entfernt und wird eines der letzten Teile sein, die an ihrem Platz zurückfinden. So präpariert, kann ich an sich recht gut arbeiten – manche Handgriffe sind halt schon umständlich – abends tut mir auf jeden Fall immer das ganze Gestell weh…

Platz ist in der kleinsten Hütte

So ziehe ich Zentimeter für Zentimeter Kabel ein, versuche dabei intelligent, zugänglich und ohne Scheuerstellen zu verlegen. Das gelingt nicht immer perfekt – aber das Ergebnis stellt mich zufrieden.

Mein Tagwerk – das graue Kabel an der Decke

Am Ende des Tages sieht es immer nach wenig aus – aber wenn man die Ausgangsbedingungen berücksichtigt, die Tatsache, dass jeder Kabelschuh angebracht werden muss, jeder Befestigungspunkt neu gesetzt werden muss, dann ist es für mich immer ok. Das Eichhörnchen nährt sich mühsam, aber man sieht einen Fortschritt.

Frischluft tanke ich bei unserer nahezu täglichen Marinarunde, bei der wir auch nach den Schiffen der Freunde und Bekannten sehen. Und das hat durchaus seinen Grund und seine Berechtigung…

Erstens, waren die Winde phasenweise durchaus sehr kräftig!

Mal wieder Sturmstärke in der Ägäis

Zweitens, hält längst nicht jeder Knoten!

Hans-Peters Dinghy bekam Flügel verliehen – ob hier Red Bull seine Hand im Spiel hat

In solchen Fällen fast immer das gleiche Spiel, ich informiere den Eigner – da es Freunde sind, habe ich die Kontaktdaten am Mobile dabei – und warte in den meisten Fällen auf ein OK um einzugreifen. Bei Hans-Peter und Werner mache ich das ohne Rückversicherung und informiere hinterher. Ich gehe also an Bord der LIBERTÉ…

Passt wieder

…und binde den Tender wieder fest. Natürlich nicht, ohne ihn vorher schön zu verpacken. An Deck alles wieder ok, Entwarnung ins Saarland – keine Schäden!

Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit erwähnt, dass Sibylle und ich unsere Rollen „klassisch“ verteilt haben. Natürlich helfen wir einander wenn es nötig ist, aber ansonsten hat Sibylle, nachdem sie den Haushalt geschmissen und die Einkäufe erledigt hat, Pause und Freizeit während ich das Schiff repariere. Das genießt sie bei Spaziergängen oder mit ausgiebigen Lesen – meist im Freien im Cockpit, bei Kälte und Schmuddelwetter eben im gemütlichen Salon.

Der Kindle hat sich bewährt und bezahlt gemacht

Am Abend wendet sich das Blatt. Da genieße ich meinen Feierabend, sitze vor dem Computer und mache Recherchearbeiten oder pflege den Kontakt zur Außenwelt. Sibylle dagegen ist nun am Zaubern und bringt allerlei Leckereien auf den Tisch.

Frisch und gesund

Auch Sibylle muss hierfür Zeit für Planung und Recherche investieren – dafür hat sie sich diverse Seglerliteratur zugelegt – das Ziel ist immer das gleiche – einfach, relativ schnell, dabei aber gesund und abwechslungsreich zu kochen.

„One Pot“ Gerichte – bei Seglern sehr beliebt

Meine Recherchezeit investiere ich meist in das Studieren von technischen Manuals meiner Victron Elektronik, den Austausch mit Freunden, die mich hingebungsvoll beraten – hier sei im Monat Februar allen voran Gottfried erwähnt, der sich stundenlang Zeit nahm Problemstellungen mit mir zu besprechen – oder eben ganz banalen Dingen wie zum Beispiel…

Woher – wohin

…der Identifikation von Kabeln! Löblich erwähnt sei, dass einer der Arbeiter welcher Eingriffe in NESSAJAs Elektrik vornahm, die Kabel beschriftet hat und somit seine Arbeit nachvollziehbar gestalten wollte. Wollte deshalb, weil diese Beschriftung auf eine Zeit zurückgeht als NESSAJA noch OTARIE hieß und der Filzi auf dem Schildchen inzwischen etwas verlaufen ist. Zudem kann ich Wörter in französisch schlecht entziffern – oder könnt ihr das lesen???

Was für ein Kabel ist das???

Ich schreibe an Mireille in der Hoffnung, dass sie als Französin dies vielleicht entziffern kann – zusammen mit meinen Hinweisen kommen wir auf des Rätsels Lösung – „Paire de Quai“ – die Zuleitung vom Quai. Kurz – der Landstrom-Eingang…

Ein andermal ist das Rätsel anders gelagert – aber dennoch ähnlich.

Na, habt ihr Ideen?

Diesmal schreibe ich an Christine, die als Ersteignerin immer noch viel Wissen hat und mir auch gerne hilft…

Leider war direkte Hilfe diesmal nicht möglich – durch meine Übung im Entziffern dieser Etiketten, konnte ich aber alleine darauf kommen – ok, Google Translator war beteiligt 😉

Und? Wisst ihr es? Ich entzifferte Frigo, Tableau und supplement – die alte Zuleitung von unserem Kühlschrank. Batterie zum Schaltpanel. So kann ich festlegen, dass diese Leitung nicht mehr benötigt wird. Ich kennzeichne sie neu und räume sie als bereitliegende Ersatzleitung auf.

Ein paar Stunden muss ich zwischen den einzelnen Installationsschritten meiner Energieversorgung immer abzwicken. Einmal sind Nebenschauplätze zu bedienen, zum Beispiel der Kauf neuer Starterbatterien, ein andermal gehen Dinge ungeplant kaputt, aus welchem Grund auch immer…

Das Thema Starterbatterien hatte ich letzten Monat erwähnt. Die des Volvo Hauptmotors ist nach 7 Jahren kaputt gegangen und hat versagt. Ein Verschleißteil, daher kein Grund sich zu ärgern, ich muss eben eine neue kaufen. In diesem Zug entschließe ich mich, die ebenso alte Starterbatterie des Generators auch gleich zu ersetzen, um an dieser Flanke keine offenen Punkte zu haben. Ich kaufe bei der örtlichen BP Tankstelle also zwei der neuen Energiespeicher und baue diese auch umgehend ein.

Neue Energie für die Anlasser des Volvo und des Generators

Ungeplant hat mich dagegen der relativ neue Lichtschalter erwischt. Als eines Abends unser Licht flackerte, dauerte es keine 5 Minuten bis der erst kürzlich ersetzte Schalter als Ursache identifiziert war – da hilft kein Jammern und kein Südern. Ich beiße in den sauren Apfel und erneuere das Corpus Delicti.

Den bereits beschrifteten Rahmen konnte ich wiederverwenden

Der Winter hielt immer noch an, es war stetig kalt, zwischenzeitlich hatten wir für ein, zwei Tage nur 7°C, unsere Eberspächer Heizung läuft nun durchgehend und regelt sich selbst. Alles funktioniert prächtig – ich bin zufrieden mit der Anlage.

Diese Jahreszeit bietet aber auch spezielle Momente, wunderschöne Wolkenformationen, klare Luft, das Lichtspiel der zu dieser Zeit raren Sonne mit den fluffigen Himmelsgebilden. Zeit, mal wieder ein Stimmungsbild der Lakki-Bucht zu präsentieren…

Ausfahrt der Lakki-Bucht im Winter

Für den Folgetag nehme ich mir vor, die letzten Hardwareteile meiner Victron Anlage zu verbauen. Hierfür muss Zugangsplatz geschaffen werden. Ich nehme daher den noch verbliebenen Rest der alten Anlage heraus und kappe die Verbindung von Lichtmaschine zu den antiquierten Trenndioden.

Das muss raus, der Marinaelektriker freut sich darüber
Fotos der Kabelanschlüsse

Bevor ich das Zeug an den Marinaelektriker verschenke – über ihn finden solche Sachen gerne den Weg in alte Fischerboote – mache ich noch Bilder um mich an die Kabelanschlüsse zu erinnern.

Dann geht es an den Verbau der neuen Regelelektronik…

Regler des Silentwind – Generators
ArgoFET Batterietrennung zur Lichtmaschine

An diesem Tag reicht mir die Zeit noch, um das bereits vorverlegte Kabel des Windgenerators und das eines Bilgepumpenrelais, von der Achterkabine ins Batteriekompartment zu ziehen. Dann ist Feierabend!

Die Kabel müssen heute noch rein

Der neue Tag bringt ein paar Sonnenstrahlen. Es herrscht immer noch sehr frischer Nordwind, aber mit Sonne ist es gleich viel besser für´s Gemüt – also gehen Sibylle und ich eine Marinarunde und schauen, wie immer, nach den uns bekannten Schiffen.

Unter anderem gilt unsere Aufmerksamkeit immer auch den Favoriten im Wasser…

Werners ALENA der ich mich verpflichtet fühle – wir laden die Batterien
Hans-Peters LIBERTÉ, Nachbarschiff – wir telefonieren ohnehin stetig 😉
Alistairs MONNEYPENNY, Schwesterschiff – wir freuen uns, Eigner einer weiteren 43CC kennengelernt zu haben

So eine Runde kühlt aus – gut, wenn vom letzten „Dinner-Highlight“ noch ein Metaxa-Verschnitt übrig ist und Sibylle diesen mit flinken Fingern aus ihrer Kombüse zaubert.

Ok, ein „so wie“ Metaxa – der Zweck heiligt die Mittel

Sibylle nutzt die Aufwärmphase für das regelmäßige Telefonat mit ihrer Tochter – ein besonderes Gespräch, denn sie erfährt, dass ein fünftes Enkelchen unterwegs ist – riesige Freude, ein zweites Glas Metaxa wechselt von der Flasche in unsere Kehlen. Es gibt wohl auch 2023 wieder mehrere Gründe nach Deutschland zu fliegen!

Da ist sie baff

Der neue Tag beginnt, wie immer, mit einem leckeren Frühstück. Wir gönnen uns lokalen Käse, ein bisschen Putenbrust vom Geflügelmetzger und die selbstgemachte Marmelade. Weil ich im Winter nicht täglich zum Bäcker fahren will, gibt es Toast. Manchmal gibt es ein weichgekochtes Ei, ein zweites dagegen wird mir stets nachdrücklich versagt!

Menno, ich hätte gerne ein zweites Frühstücksei

Vom Frühstückstisch an den Werkzeugkasten – wir haben Kummer mit unserem Landstrom. Er flackert. Ich kenne den Grund nicht, beginne aber, bei uns zu suchen. Dabei stelle ich fest, dass die alte Landstrom-Steckverbindung irgendwie labbelig ist. Ich war beim Umbau derselben schon nicht glücklich mit der technischen Umsetzung, habe damals aber meine Wunsch-Ersatzteile auf der Insel nicht bekommen. Diesmal habe ich Glück und beschließe umgehend – das Zeug fliegt raus!

Ein guter Entschluss wie sich zeigte, denn eines der Kabel war locker und hat das Flackern der Kontrollleuchte verursacht. Gut, wenn man der Sache nachgeht.

Ich hatte ja den Landstromanschluss wegen der Davits nach innen verlegt. Am besten würde mir gefallen dort mit diesen blauen CEE Kupplungen und Steckern zu arbeiten. Gedacht, gemacht – auf zum ortsansässigen Elektriker und die Teile beschafft.

Stecker innen
Kupplung des Landstromkabels

So gefällt es mir besser und plötzlich funktioniert auch alles wieder…

Heute war der Tag der Revanche – die Essenseinladung der SIMPLY FREE Crew sollte nicht unbeantwortet bleiben! Sibylle macht eine riesige Lasagne und wir laden Paola und Thomas zum Dinner.

Kann sich sehen lassen
Ruhm und Ehr´ gebürt alleine Sibylle…
…doch der Nutznießer bin ich
Ein sehr launiger Abend – Salute

Ein wenig Leben an unserem Ponton Nummer D – der Ponton, der im Sommer der wohl lebhafteste ist, den wir aber im Moment alleine bewohnen – denn ein kurzzeitiger Nachbar gesellt sich zu uns.

Im Sommer 2022 wurde die österreichische Sunbeam 44 MAENA II verkauft. Käufer war ein junger Mann vom Chiemsee. Dieser war nun angekommen, verholte die Sunbeam, die nun auf den Namen CARLA getauft wurde, zu uns an den Steg um sie für die Überführung nach Pula in Kroatien vorzubereiten.

Eines Tages, Chris war gerade dabei seinen Außenborder zu reparieren, schlenderte ich an seiner Freiluftbaustelle vorbei und mein Blick blieb an einer mir wohlbekannten Pappe hängen…

Ein Logo, welches mich verfolgt

Es war einfach ins Gespräch zu kommen, waren wir doch aus der gleichen Gegend, hatten ähnliche Schiffe und waren beide Kroatien-Fans. Es gab viele Informationen auszutauschen, warum ich die Pappe auffällig fand, habe ich aber für mich behalten.

Inzwischen ist die CARLA auf ihrem Weg nach Pula in Vieste angekommen – ob er bei Katerina am Steg liegt??? Chris, allzeit gute Fahrt! Es war schön helfen zu können, vielleicht sehen wir uns mal wieder.

Ich widme mich den wichtigen Aufgaben – es muss weitergehen!

So verkable ich heute meinen ArgoFET Battrie-Isolator mit den Zuleitungskabeln der Lichtmaschine und den Abgängen zu den einzelnen Batteriebänken. Auf der Seite des BMS der LiFePo4 Akkus war es das letzte Kabel welches anzubringen war, hier schaffe ich Ordnung.

Lichtmaschine ist fertig verkabelt
Die Lithium Bank auch – das lange rote Kabel war das letzte dicke Kabel welches ich crimpen musste

An diesem Abend hat Sibylle keine Lust zu kochen, wir gönnen uns einen Besuch im „SouVLakki“, meinem Lieblings-Grill. Dort hat man mich schon vermisst – aber wenn Sibylle hier ist gelten eben andere Regeln 😉 – im Sommer wieder!

Dinner im „SouVLakki“ – gut wie immer

Der ein oder andere mag sich gefragt haben, warum ich nach Stürmen oder auch anderweitig, immer mal wieder Dinge „in Ordnung bringe“. Ich will das anhand eines Beispiels gerne erklären.

Schaut Euch das Bild an…

Wer findet den Fehler?

Ja, die Frage ist rhetorisch – ein Blinder sieht, dass hier die Heckstütze umgefallen ist. Mir liegt es absolut fern mich hier in den Vordergrund zu spielen – so beobachte ich die Situation zunächst, stelle dabei aber fest, dass zwei Tage lang fast ALLE Marinamitarbeiter an dem umgefallenen Stempfen vorbeigehen – es interessiert niemanden!

Es könnte mir egal sein, wenn es nicht das Schiff meines Freundes Marcus wäre. Hier ist der Motor hinten montiert, die 200kg des Aggregates drücken das Heck nach unten, es entsteht ein Hebel. Ob dieser nun tatsächlich schadet weiß ich nicht – aber die Stütze sollte dort stehen.

Ich bringe die Stütze an…

Drei Handgriffe und alles ist erledigt

Was nun passiert ist das eigentlich Diskussionswürdige – der für diese Arbeiten verantwortliche Mitarbeiter der Marina kommt zu mir und fragt was ich da mache – zuvor war er zwei Tage lang vorbeigelaufen. Ich erkläre es ihm, er nickt verständnisvoll und kontrolliert meine Arbeit. Ich erhalte seinen Segen und darf gehen.

Ich weiß inzwischen – nichts ist hier selbstverständlich. Der Chef muss die Anordnung erteilen, sonst wird kein Finger krumm gemacht. Ich handle ohne Anordnung und übernehme damit, unerlaubter Weise, die Verantwortung – das darf dann kontrolliert und kommentiert werden. Ich will offen sagen – diese Arbeitsweise ist nicht nur in unserer Marina zu finden, sie ist aber verantwortlich, dass man sich nur selten auf die Vermutung „das wird er / sie schon machen“ verlassen darf. Gemacht wird nur was angeordnet wird. Deswegen schaue ich mit einem Auge auf die Schiffe der Freunde, das ist was ich mir hier erwarten würde.

Wechseln wir das Thema – Sibylle hat ein Kreativitätshoch! Es gibt wieder ein neues Gericht aus „Chefkoch“ – ein wirklich sehr leckerer Auflauf mit frischem Rosmarin aus dem Gesträuche der Marina .

Ein Gaumenschmaus

Der neue Tag birgt eine Überraschung – eine sehr positive! Ich hatte im vergangenen Bericht erwähnt, dass ich eine Reklamation bei Garmin Europe gestartet hatte. Zur Abwicklung hatte ich mein Altgerät persönlich nach Athen gebracht. Dort, beim griechischen Haupthändler, hat man mir und dem englischen Initiator der Angelegenheit, ein neues Ersatzgerät zugesagt.

Diese Ersatzgeräte kamen heute an! Perfekter Service von Skordilis in Athen – beide Daumen hoch! Die Jungs haben uns IMMER, schriftlich wie telefonisch, über den Sachstand in Kenntnis gesetzt und letztlich alles perfekt abgewickelt. So geht´s auch, so stelle ich mir das vor.

Einen Plotter bringe ich auf das Schiff des Engländers…
…den anderen zu mir

Statt des eingeschickten GPSmap7412 haben wir ganz neue Ersatzgeräte, Modell GPSmap8412 bekommen. Ich habe mich entschieden meinen mit 25% Nachlass auf den Listenpreis zu verkaufen – wenn ihr also jemand wissen solltet…

Ich bitte Sibylle, für mich ein Kleinteil beim Elektriker mitzubringen – ich sende ihr ein Bild und die Angaben die notwendig sind. Eigentlich eindeutig – trotzdem kommt sie mit dem falschen Teil zurück! Sie kann aber nichts dafür, wie sich herausstellt – denn ich fahre nun selbst los um mein Teil zu kaufen, gehe in drei Geschäfte und frage nur nach, ohne zu intervenieren oder zu protestieren – und erhalte auf eine gleichlautende Anfrage drei verschiedene Teile!

Ring-Kabelschuh, isoliert blau, 6mm Auge

Da bleibst einfach ruhig – sigasiga – und schaust wie du damit klar kommst. Leben in Griechenland ist ein süsses Leben mit sahnigen Kompromissen…

DER WINTER IST VORBEI!

Es sah nach knapp zwei Wochen so aus, wie wenn das Wetter sich beruhigt, die Temperaturen steigen und der Wind nachlässt – das sieht bis heute so aus und es ist ab Mitte März auch nicht mehr mit einem totalen Einbruch zu rechen. Es scheint, als seien wir 2022/2023 glimpflich davon gekommen.

Ich verlege die Baustelle nach draußen! Hier habe ich ein Projekt abzuschließen…

Während ich in der Küche V4A Distanzplättchen schneide…
…kratzt Sibylle Silikonreste von Frontscheibe und Niedergangsabdeckung

Mit den Distanzplättchen heben wir die Niedergangsabdeckung etwas an um das lästige Quietschen unseres Schiebeluks endlich zu beseitigen. Dann werden alle Fugen, welche hierfür aufgemacht werden mussten, neu verfugt.

Meine Lieblingsarbeit
Ergebnis zufriendenstellend

Als das geschafft war, schien eine Pause mehr als verdient – sie drängte sich förmlich auf! Wir gönnten uns die Fahrt zu „Repapis“ und genehmigten uns das erste Eis NACH dem Winter.

What a beautiful day…
…bei frühsommerlichen Temperaturen

Natürlich konnte ich mir einen Facebook-Post nicht verkneifen. Mitte Februar 23°C und ein Eis im Freien. Ich liebe das!

Zurück am Schiff, habe ich ENDLICH das noch fehlende Puzzleteil meiner Garmin Navigation einsetzen dürfen. Ich hatte die Anlage ja als „quasi fertig“ eingestuft, konnte aber die Konsole mit den kleinen Instrumenten noch nicht montieren, weil die Silikonnähte noch zu ziehen waren – heute war es soweit!

Sieht echt cool aus, gut umgesetzt und der Funktionstest i.O.

Wenn ich die Anlage schon einschalte, dann gönne ich mir auch gleich einen Blick auf den Plotter. Hier steckt inzwischen die neue Seekarte, das Bild ist nun also detailgerecht und hochauflösend.

Gleich ganz anders als beim ersten Test

Jetzt aber! Garmin ist zunächst aus dem Kopf bis ich meine Setup- und Kalibrierungsfahrt machen kann, das wird in der ersten Maiwoche der Fall sein, weil wir vorher kein TEPAI bezahlen wollen.

Wir drehen zum Ausklang des Tages wieder unsere Marinarunde – es würde langweilig sein, dies abermals zu erzählen, aber wieder sehen wir eine Problemstellung welche Schäden verursachen kann, wieder ist ein uns bekanntes Schiff involviert, wieder interessiert es außer uns niemanden.

Hättet ihr es bemerkt?

Der Baum eines Schiffes war für den Winter mit Behelfsleinen mittig fixiert. Diese Leinen haben sich im Sturm „durchgearbeitet“ oder sind anderweitig durch Überlastung gerissen. So konnte der Baum unkontrolliert und ungebremst Richtung des Schiffs unserer Freunde aus Dänemark schwingen und drohte dabei das Biminigestänge zu beschädigen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

So bin ich rasch rübergeklettert und habe den pendelnden Großbaum wieder mittig fixiert – kein Hexenwerk! Warum das nicht vom Marinapersonal gemacht wird, hatte ich versucht zu erklären. Eine Lücke im Serviceangebot! Vielleicht sollte ich…???

Bitte behaltet im Hinterkopf – ich ziehe JEDEN TAG meterweise Kabel durch NESSAJA, bin jeden Tag beim Elektriker um Kabelwerk nach Bedarf zu kaufen und dieses in Gold aufwiegen zu lassen. Ich habe nur nicht von jedem Tag Bilder, weil sich die Arbeitsschritte ähneln – es war Fortschritt erkennbar! Ich mache Kompartment für Kompartment fertig.

Eines ist fertig – mittlerweile sind alle Kabel verlegt und fixiert

Es kristallisierte sich seit Monatsbeginn heraus, dass ich für die Ummeldung meiner GS auf ein griechisches Kennzeichen eine Steuernummer aus Hellas brauchen würde. Uns wurde in der Steuerbehörde der Insel von einer ausgesprochen netten Dame in hervorragendem Englisch erklärt, dass es zwei Arten Steuernummern für Ausländer gibt. Eine vollumfänglich verpflichtende, welche man zum Beispiel für Immobilienkäufe braucht. Dafür braucht man, neben einer griechischen Bankverbindung auch eine griechische Telefonnummer und muss jährlich eine Steuererklärung machen. Es gibt aber ein vereinfachtes Verfahren für Ansinnen wie meines, alles easy sagt man – einziger Nachteil – man braucht jemanden der eine Art „Steuerpate“ für einen ist.

Das ist nicht so einfach! Obwohl es sich nicht um eine Bürgschaft handelt, klingt es zunächst nicht toll seine eigene Steuernummer mit der eines quasi Fremden verknüpfen zu lassen und als „Kontaktperson“ registriert zu sein. Wer käme dafür in Frage? Die üblichen Verdächtigen? Ich muss nachdenken – zum Abendessen gibt es heute Pizza.

Das mag auch Sibylle

Eine Nacht drüber schlafen hilft meist – ich besinne mich auf die Frau von Sebastian, dem früheren Marinero aus der Marina. Wir verstehen uns sehr gut mit Dina und sie arbeitet auf der Gemeinde – das kann nicht schlecht sein.

Dina sagt sofort zu, man hat fast den Eindruck, sie sei stolz uns bei so wichtigen Behördenangelegenheiten helfen zu können. Bereits am nächsten Tag lagen ihre Unterlagen dem Amt vor und schon eine Stunde später hatte ich die begehrte Nummer. Ich muss mir nun einen Online Zugang einrichten. Man empfiehlt mir einen Steuerberater, ich will das aber selber können…

Steuernummer, Tips von der Dame vom Amt und KAFFEE – los geht´s
Screenshot von meinem Mobiltelefon

Hauptseiten sind in Englisch, Untermenüs oft nur in Griechisch – ich helfe mir mit „Google Translate“, die App kann lesen und übersetzen. So kann ich alles entziffern und schaffe es in mühevoller Kleinarbeit einen Account anzulegen. Jetzt kann es losgehen – wie einleitend geschrieben, mein Projekt für März!

Sibylle und ich brauchen eine Pause – kein Werkzeug, keine Computer, nix! Ein Tag ohne alles – wir besinnen uns, dass Sonntag ist, das trifft sich gut! Wir machen einen großen Spaziergang, ich würde es lieber „kleine Wanderung“ nennen.

Von der Marina durch den Weiler Temenia – hier wohnen wir offiziell – vorbei an Obstgärten…
…und Olivenhainen – wir genießen die Pfade zur anderen Inselseite
Es ist warm, die Natur blüht
Am Inselrücken angekommen, sieht man Vromolithos, Panteli, das Kastel und die Mühlen
Februar – die Insel blüht nach den Regenphasen

Wir laufen bis an den Strand von Panteli und gehen dort ins „Tzouma“ um einen Cappuccino zu trinken. Es springt ein geteiltes Stück Kuchen dazu heraus, bevor wir den Rückmarsch antreten.

Hier zieht es ein wenig – lieber drinnen sitzen

Die Arbeit an meiner Victron Anlage wird immer detaillierter – hieran merke ich, dass ich bald fertig sein werde. Ein paar Problemstellungen gibt es zu besprechen und zu lösen, dabei helfen mir der Victron Händler aus Döbeln in Deutschland und Gottfried, aber das habe ich ja schon erwähnt.

Die Anlage ist inzwischen soweit fertig, dass ich sie jederzeit – ohne 230V Ladestrom und ohne Lasten – in Betrieb nehmen kann. Alle Anschlüsse und funktionsrelevanten Teile sind fertig montiert. Es gibt zwischenzeitlich immer wieder Testläufe welche, teils nach Nachbesserungen, positiv verlaufen.

Solar funktioniert

Ich bemühe mich stets nach den Regeln der DIN EN ISO 13297 zu bauen, eine Norm, die festlegt wie eine elektrische Anlage auf einem „kleinen Wasserfahrzeug“ aufgebaut sein soll. Ich erkenne aber, dass ich durch die Vorinstallationen und bauartbedingt, nicht alle Regeln einhalten kann. Ich entscheide zum Beispiel, einen Schalter für drei Leitungskabel so zu verwenden, dass ich den Landstrom komplett wegschalten kann.

Zum Abschalten der Landstromverbindung
Fügt sich gut ein

Ich möchte so einen Schalter, um bei langem Liegen an kritischen Liegeplätzen oder unklarer Situation bezüglich der Landstromerdung, meine Landstromverbindung nur anschalten zu müssen wenn sie für große Verbraucher nötig ist – und ansonsten mein Schiff als Insel zu betreiben. Stecker ziehen birgt Risiken die ich nicht gehen will, mein Victron Quattro erdet NESSAJA sobald Landstrom abgeschaltet wird über eine Erdungsplatte zum Wasser.

Als ich mich mit der Thematik „Erdung“ befasse, eines der Themen die mich viel Zeit gekostet haben, stelle ich einen „Kriechstrom“ oder induktiven Strom auf der Masse des Schiffes und der unverkabelten Erdungsplatte fest – au weia!

Wo bitte kommen 4,68V über das Wasser her?

Ich habe die Stromsäule der Marina im Verdacht gehabt und somit eventuelle Ströme von Erde zum Wasser gemessen – aber hier war nur ein Bruchteil zu erkennen.

0,5V – gemessen ins Wasser, das ist akzeptabel

Woher kommen die mehr als 4V – ich selber bin der Verursacher, soviel ist nun klar…

Ich finde die Ursache in einer noch nicht gelegten Masseverbindung auf der 12V Seite. Ok, Fehler behoben, aber haben die 4V in irgendeiner Art und Weise meine Opferanoden angegriffen? Wenn ja, müsste ich handeln, der Saildrive könnte gefährdet sein.

Um diese Frage eindeutig zu beantworten gibt es nur eine Lösung – ich muss nachsehen, ich muss ins Wasser und an NESSAJAs Bauch tauchen.

Pffft, pffft, pffft – schon kalt…
…aber wenn man mal drin ist passt es schon – ich gehe letztlich zweimal runter zum Saildrive
Bisschen viel Bewuchs, aber kein Abtrag an den Anoden – alles ok
Alles gut – jetzt reicht´s aber

Auch auf Leros ist die „närrische Zeit“ angekommen – es wird Fasching gefeiert. Mir fällt spontan wenig ein was ich weniger mag – Fusspilz vielleicht…

Dennoch, sehen wir mal, was so angeboten wird…

Helau und Alaaf

Wir kaufen den beiden Jungs einen Crepe ab, sehen einmal über den Zaun – schön – und dann wird es mir, im Wortsinn, zu bunt. Ich will heim. Sibylle ist auch keine Fastnacht-Anhängerin, so beschließen wir nach Hause zu fahren und ein Videotelefonat mit Kate zu führen.

Randbemerkung – ich würde Fasching natürlich lieben wenn ich Indianer sein dürfte, aber das ist schließlich inkorrekt und verwerflich, am Kindergarten von Sibylles Großnichte sogar verboten (Sarkasmus aus).

Hallo Kate, wie geht es Dir

Katharina, kurz Kate, ist eine Freundin die uns mehrfach schon am Schiff besucht hat. Treue Blogleser werden sich erinnern. Der Grund für das Telefonat war ein einfacher – wir haben Kates Urlaub klar gemacht, so dass sie ihre Flüge buchen kann.

Kate, wir freuen uns auf die Pfingstferien, auf den Urlaub mit Dir und darüber, dass Du sofort gebucht hast – Wahnsinn!

NEWS aus Lakki! „El Greco“, die Taverne aus Panteli, ist umgezogen und jetzt in Lakki ansässig. Er hat einen sehr guten Platz in erster Reihe, hat neu renoviert und hier wenig Wettbewerb. Wir sind sicher, dass dieses Lokal gut laufen wird. Grund genug für uns, gleich zu Anfang einen Besuch abzustatten!

Innen – gemütlich und geschmackvoll
Schön dekoriert, guter Tischwein, Yammas
Leckere Meze
Tolle Hauptgerichte

Unser Fazit – „El Greco“ war immer schon gut! Mit dem Umzug ist er mit einem Satz zum besten Lokal in Lakki geworden, alle anderen sind entweder anders oder schlechter. Das Lokal ist das erste an dem man vorbeikommt wenn man vom Stadtkai Richtung Center geht – der perfekte Platz! Zusammen mit den Jungs vom Café „Palma“ eine echte Aufwertung für den Ort!

Der Monat klingt aus – ich bin fertig! Mein Mammutprojekt, meine Victron Anlage, ist fertiggestellt. Ich habe zwar noch drei Arbeitsschritte zu machen bevor diese Anlage aktiv geschaltet wird – diese sind aber alle außerhalb der eigentlichen Anlage! ICH BIN FERTIG! Ich bin zufrieden – und erleichtert…

Ich muss nun noch auf der 230V Seite an der Schalttafel ein paar Anpassungen machen, eine neue Steckdose anschließen – das Kabel liegt schon, einen Schutzschalter in seine Funktion anpassen – er wird der Hauptschalter für die Waschmaschine und letztlich die Sicherheitseinrichtung, den FI, neu verkabeln und VOR dem Panel anschließen…

Muss direkt an den Ausgang der Verbindung zu meiner Schaltzentrale – des Quattros

Heute ist dieser FI parallel zu dem funktionslosen Original-Schutzschalter gelegt. Dies ist aus meiner Sicht unsinnig, ich werde daher das kaputte Original nicht mal ersetzen – obwohl ich so ein Teil habe.

Der wird verkauft – nagelneu

Ich lasse den alten als Blende drin und stelle auf den modernen RCD / FI um. Das ladenneue Modell welches ich besitze werde ich verkaufen – diese Dinger gibt es nicht mehr, sie sind gesucht wie warme Semmeln.

Warum erzähle ich das? Weil auch solchen, vermeintlich einfachen Entscheidungen, wieder lange Recherchen, teils mit dem Telefontranslator für die französische Beschreibung, vorausgingen – nix ist einfach!!!

Danach klemme ich die 12V Lasten und die 230V Zuleitung an und lasse den Techniker von Victron über VRM zugreifen, prüfen und Setups machen – that´s it!

Sibylle nutzt währenddessen einen freien Tag um unsere Marmeladenvorräte wieder aufzufüllen – ich muss anerkennen, Orangenmarmelade macht richtig Arbeit! Schmeckt aber auch lecker!

Reicht wieder eine Weile

Wir fahren die GS auf eine etwas größere Runde – eine Testfahrt zum Warmfahren. Dabei schlagen wir einen Haken zum Kirchlein „Agios Isidoros“, einer der Sehenswürdigkeiten der Insel.

Ich brauche ein ganz aktuelles Bild um unserer großen Enkeltochter Ronja eine Karte zum Geburtstag am 03.03. zu senden…

Happy Birthday Ronja

So neigt sich der Monat dem Ende zu – Abendessen heute zuhause, gesund und kalorienarm – es ist Fastenzeit in Griechenland, am vergangenen Montag war „Clean Monday“.

Ein Berg Salat – ich liebe es

Februar – ein kurzer Monat, ein kürzerer Bericht! Obwohl es sich gar nicht so spektakulär liest – für mich war dieser Monat arbeitstechnisch ein Meilenstein!

Garmin fertig! Victron fertig!

Im Laufe des März werden wir die Energieanlage in Betrieb nehmen, kümmern uns um die Reparatur des Bikes und um dessen Ummeldung. Wir erwarten Marcus zurück, welcher uns ein paar Teile aus Deutschland mitbringt, ein paar Tage später schon reist seine Familie an – das verspricht Kurzweil!

Morgen schon kommen Evi und Michi aus Österreich zurück auf ihre OCEAN FANTASY – auch darauf freuen wir uns richtig – endlich wieder Nachbarn am Steg.

Ich habe Marcus versprochen, bei ein paar Arbeiten an seiner DARKSYDE zu helfen und will, nachdem meine Victron Anlage aktiv ist, die mitgebrachten Teile verbaut sind und alle elektrischen Altteile eliminiert sind, als nächstes Projekt meine Motorinspektion angehen – die Projektliste dünnt sich langsam aus!

Offen gesagt – ich freu´ mich drauf! Ich freu´ mich auf 2023 – ich freu´ mich auf alles was kommt! Diese Freude möchte ich weiterhin teilen, bleibt also dran…

Vielen Dank für´s Lesen, eure Zeit und euer Interesse!

Mario & Sibylle, von Bord der NESSAJA

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…