Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben...
Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.
Nie, überhaupt NIE, war ich mir so sicher, welches Lied der Titelsong des Monats werden würde. Und wirklich NIE haben Titel UND Interpret so exakt unseren Monat beschrieben, wie MADNESS´ Song OUR HOUSE aus dem Jahr 1982!
Kurz – der Titel passt wie Arsch auf Eimer – der Dezember hat sich fast ausschließlich um „unser Haus“ gedreht und uns dabei fast in den Wahnsinn getrieben.
Dass es, nebenbei bemerkt, der 150. Blogbericht ist, macht die Sache rund – doch der Reihe nach…
Wir schreiben den 1. Dezember des sich zu Ende neigenden Jahres 2024 und Sibylle und ich hatten gerade das Frühstück beendet und saßen an der zweiten Tasse Kaffee beziehungsweise Tee. Es war ein Sonntag, wir hatten keine Eile…
Plötzlich, ein nervenzerreißender Warnton – das Mobiltelefon setzt eine Warnmeldung der griechischen Netzbetreiber ab.
Unwetterwarnung in Griechenland, unsere Region ist betroffen
Diese Warnungen sind hier üblich und auch ernst zu nehmen. Dies hat sich in diesem Fall leider auch bewahrheitet, in Rhodos standen Straßen unter Wasser, Autos wurden weggespült, es gab einen Toten.
Wir erhielten mehrere Anrufe von Freunden, die sich nach uns erkundigten, deren Sorge aber auch ihren Schiffen galt. Insgesamt hatten wir im Dezember einiges in Sachen „Caretaking“ zu tun, von diesem Unwetter blieb Leros aber verschont.
Ich habe an diesem Tag meinen Novemberblog beendet und online gestellt – es war ein sehr gemütlicher Sonntag.
Der November klang mit Arbeiten an SAGITTA aus
Weil ich gerade SAGITTA erwähne – auch Anfang Dezember gab es noch ein paar Restarbeiten an Marios Dufour 38C zu erledigen. Es kam daher mehr als einmal vor, dass die beiden „Supermarios“ 😉 nach dem Abendessen oder bei einem Denkbier beieinander saßen und über Plänen grübelten.
Ich würde es so machen…
Das Wetter war während des ganzen Dezember durchwachsen. Wir hatten wunderschöne Sonnentage jenseits der 20°C Marke, aber auch viele bewölkte Tage mit Regen.
Ich würde gefühlsmäßig sagen, dass die schönen Tage überwogen haben, aber die Schlechtwetterzeiten verhaften sich in Griechenland eben mehr – zumal wir ja nur ein Motorrad haben.
Wenn es das Wetter zuläßt, dann kann Sibylle mich derzeit leicht zu kleinen Spaziergängen in der Marina überreden. Wir sehen dabei nach den Schiffen der Freunde und Bekannten, helfen, wenn es etwas zu helfen gibt und sehen zu, ob sich die Gelegenheit zu einem geselligen Ratsch ergibt.
Als wir bei einer solchen Marinarunde an der JASPER von Uli und Angelika vorbeikommen, fällt uns auf, dass eine der Heckleinen ins Wasser hängt – ok, schnell wieder hinbinden…
Das ist schnell erledigt
Ich will die Leine aus dem Wasser lupfen und packe sie vorsichtig an, ich will mich nicht mit Salzwasserschlatz besudeln, außerdem gehört immer eine Hand dem Boot.
Uffz, da geht gar nichts! Hhhhgrr, selbst mit der ganzen Hand kann ich die Leine nicht anlupfen – was ist das???
Mir kommt Inspector Barnaby in den Sinn und ich befürchte schon, dass ein Segler der die Seemannsbräuche nicht befolgt hat, mit Betonschuhen an der Leine hängt. Ich suche mir also eine neue Position, stemme mein Gewicht in die Leine…
Endlich tut sich was!
Nanu??? Da hängt der Poller!
Unglaublich! Hat doch das Einrucken der Hanse 400 dafür gesorgt, dass der Stahlpoller komplett von seiner Bodenplatte gerissen wurde.
Ok, da hat sicher der Rost mitgeholfen, aber so könnt ihr ahnen, dass schon Bewegung im Hafen ist, wenn starke Stürme über den Dodekanes fauchen.
Das Ding wiegt bestimmt 25kg
Nach der ersten Überraschung stellt sich die Frage – was tun? Das Boot soll ja wieder sicher fixiert sein und keine allzu starken Bewegungen machen.
Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass JASPER kräftig an ihren Festmachern gezerrt haben muss. Zunächst ist wohl der Ruckdämpfer gerissen, in der Folge dessen, wurde das Einrucken nicht mehr abgefedert und die Lastspitzen haben ausgereicht, um den maroden Poller in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
Kaputt – da geht nix mehr
Zum Glück ist gleich daneben noch ein Stahlbügel einbetoniert. Dieser macht einen soliden Eindruck und ich kann die zweite Heckleine neu belegen.
Problem gelöst – temporär
Ein Kontrollblick zeigt, dass an der Hanse der Freunde keinerlei Schäden entstanden sind. Klar ist aber auch, dass der Ruckdämpfer erneuert werden muss – das wird Uli als erste Arbeit nach der Rückkehr im Sommer 2025 auf seiner Liste haben.
Da uns dieser Schaden ein wenig sensibel gemacht hat, haben wir am Weg gleich noch andere Schiffe angesehen. Dabei wurde uns auch in diesem Winter klar, dass die Freunde wohl offensichtlich zuhause immer das Wetter vor Ort mitverfolgen – regelmäßig nach Stürmen kommen Anfragen, wie es wohl den Schiffen geht.
Wir beantworten die Anfragen gerne und senden auch gerne Bilder, so können wir für ein bisschen Entspannung bei den besorgten Eignern sorgen.
Auf INFINITY schließen wir die Türe des Gaskastens – die hat der Wind geöffnetAuf HARMONY ist alles ok
Wir schätzen die kurze Kommunikation, die sich aus den zugesandten Bildern ergibt. Es ist zwar meist nur ein kurzer Austausch, aber so reißt der Kontakt zu unseren Segelfreunden nicht ab.
In unseren Köpfen dreht sich seit Ende des letzten Monats alles um das Thema Haus – ich rekapituliere noch einmal kurz…
Bei einem Besuch bei Mireille und Roland in Vromolithos haben wir über die Renovierung deren Hauses gesprochen. Nur, wirklich nur aus dem Grund weil ich ein ebenfalls renovierungsbedürftiges Häuschen in Vromolithos wusste, habe ich dies überhaupt erwähnt! Die folgende Diskussion über Für und Wider hat den Hausgedanken neu entfacht, wir haben Interesse für das Objekt angemeldet.
Weil das Thema in unseren Köpfen war und gleich in der Nähe ein Nachbarhaus leerstand, haben wir das auch gleich in den Fokus genommen…
Kleiner, schöner Garten und besser zugänglich
Als wir dieses Haus zu viert angesehen haben, ist sofort eine aufmerksame Nachbarin zu uns gekommen. Wir haben, so gut es eben ging, verständlich gemacht, dass wir Interesse hätten. Die Dame versprach uns, dies mit der Besitzerin abzuklären.
Leider stellte sich heraus, dass DIESES Häuschen nicht zu verkaufen ist. Dennoch, ihr dürft euch vorstellen, dass die ersten zwei Wochen des Dezember geprägt waren durch Gespräche über Häuser auf Leros, das Auswandern als solches und den Kleinkrieg, den sich Engelchen Ratio und Teufelchen Emotion in meinem Kopf lieferten.
Um gleich allen Unkenrufen zuvor zu kommen – die meisten werden sich vorstellen können, welche Position Sibylle bei den Gesprächen einnahm! Wir beide sind uns einig, dass unsere Aktivitäten in Griechenland meiner Verantwortung unterliegen, aber ich kann und will natürlich nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden.
Kurz – 14 Tage einziges tiefer gehendes Gesprächsthema – Haus auf Leros!
Dieses Thema sollte zur Monatsmitte eine ungeahnte Dynamik entwickeln – mehr als einmal habe ich mir die Motivationssprüche im „The Leros Way“ Hub angesehen.
Manchmal konnte ich meine Gedanken kaum sortieren – Emotion und Ratio lieferten sich ein Gefecht
Obwohl in Lakki alles weihnachtlich geschmückt war und die Adventszeit inzwischen begonnen hatte, wollte wirkliche Weihnachtsstimmung nicht aufkommen. Ich war zwar entspannt, aber der Kopf war voll.
Ein wenig Abhilfe schaffte Martins dekorierte Nauticat BACK OF THE MOON, wir gehen auf dem Weg nach Hause immer bei dem über die Toppen geschmückten Schiff vorbei.
Martins Naticat ist das weihnachtliche Zentrum der Marina
Wirklich viel gearbeitet haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Es gab hier und da etwas zu helfen, so waren zum Beispiel Mario und Eva in den letzten Zügen ihrer Rückreisevorbereitungen.
Es mussten am Elektroroller noch die Pneus erneuert werden. Die Luftbereifung, die eine stetige Plattfußgefahr bedeutete, sollte einer speziellen Vollgummibereifung weichen – das war aber mechanisch durchaus herausfordernd…
Sitzt stramm – erst das große Montiereisen half
So etwas geht nicht ohne Belohnung! Nein, nicht was ihr denkt! Obwohl, der Ort unserer Wahl war derselbe wie immer – „Repapis“ Zuckerbäckerei – aber im Winter mag das Eis nicht mehr jeden Tag schmecken. So gönnen wir uns jetzt zwischendurch aus mal eine typische Leckerei von Leros zum Espresso.
Seeeehr lecker und vermutlich nahezu kalorienfrei
Im Dezember besuchen wir, zumindest bis zu den Feiertagen, kaum Restaurants oder Tavernen. Sibylle genießt das Kochen an Bord und ich freue mich darüber mal etwas anderes zu essen als Tavernenkost.
Wir sitzen gemütlich an Bord, die ersten Tage meist gemeinsam mit Mario und Eva und genießen die behagliche Wärme und die Bequemlichkeit.
Wenn wir doch mal in den Ort wollen, sei es um einfach mal Leute zu treffen oder auch um einmal einen Longdrink zu genießen, dann gehen wir gerne ins „Palma Café“ – auch dort haben die Besitzer inzwischen weihnachtlich geschmückt.
Nette Stimmung auch in den Bars
Die Abende geben uns Zeit! Das ist wertvoll – wir sitzen beisammen, Sibylle liest, ich denke über Häuser nach und versuche viel über Auslandsimmobilien zu lernen.
Wenn es uns beiden reicht, dann schauen wir ein bisschen YouTube. Mediathek geht oft nur eingeschränkt, weil ich kein VPN nutze und Vieles nur innerhalb gewisser Länderfreigaben anzusehen ist.
Im Winter sind zudem wieder die Microseminare des TO, des „Trans Ocean“, die ich zwischenzeitlich gerne einmal ansehe.
Thema: „Heimweh des Partners“ – Sibylle lauscht gespannt
Immer mal wieder kommen Pakete für uns an. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich Bestellungen für Freunde und Bekannte auf kleinen Nachbarinseln annehme, zudem sind ein paar Kleinigkeiten für ELOWYN zu beschaffen.
Dies alles muss organisiert werden. Die Freunde müssen benachrichtigt werden, wir müssen abstimmen wie die Dinge geliefert werden und somit ihren Empfänger erreichen – und natürlich muss auch die Bezahlung erledigt werden. PayPal zeigt sich hier als sehr hilfreiche Option!
Der Öldruckschalter für Jens´ alten Vetus ist angekommenAuch Marcus´ spezielle 58V Sicherungen sind inzwischen eingetroffen
Ich freue mich auf diesem Weg helfen zu können – und auch hier gilt, solche Aktionen helfen auch bei der Kontaktpflege!
Als wir andertags beim Frühstück sitzen, reißt uns abermals eine Warnmeldung des griechischen Zivilschutzes aus der Ruhe, wir erschrecken ganz schön, als der laute, durchdringende Ton durch NESSAJA hallt!
Mist – ausgerechnet jetzt!
Diesmal sind Freunde von uns unmittelbar betroffen! Eva und Mario haben für morgen ihre Rückflüge ab Leros gebucht. Eine Wetterlage wie diese, stellt ein hohes Risiko dar, dass der kleine Inselhopser nicht fliegt.
Es hilft aber nichts – die Flüge sind gebucht, es gibt noch keine Absage, also machen sich die Freunde mit einem schlechten Bauchgefühl auf den Weg zum Flughafen.
Markus hat angeboten, die Österreicher mit seinem Micro-Transporter zum Flughafen zu fahren. Es heißt Abschied von den Freunden nehmen!
Servus, kommt gut heim, bis 2025
Da der kleine Micro-LKW, der witziger Weise „Mega“ heißt, wirklich seeeehr klein ist und zudem nur zwei Personen Sitzplätze bietet, muss die arme Eva im Frachtraum Platz nehmen.
Ok, kann man auf Leros schonmal machen…
…sieht ja keiner! 😉 😉 😉
Es kam wie es kommen musste – bereits eine Stunde später waren die blauen Flecken am Himmel verschwunden, ein Gewitter zog heran, alles war mit dunkelgrauen Wolken verhängt.
Der Wind nahm zu, das Gewitter kam mit voller Wucht – für ein, zwei Stunden war ein Armageddon Szenario über Leros!
Dann, nur etwas später, verzog sich das Gewitter so schnell wie es gekommen war. Ein Regenbogen tat sich auf…
Calm after the storm
Nennt mich theatralisch oder paranormal – ich weise jetzt einfach mal darauf hin, dass der Regenbogen NESSAJA überspannt und sein Ende im Ortsteil PLAKA auf Leros findet.
Plaka wird später noch eine Rolle spielen!
Nachdem das Gewitter so über Leros gefaucht war, gehen Sibylle und ich noch einmal die Boote der Freunde ab. Alles ok diesmal – nur auf ALENA fällt mir, als ich gerade auf der INSPIRATION die Festmacher prüfe, ein geplatzter Fender auf.
Augenscheinlich keine Folge des Sturmes, sondern eher durch den Borddurchlass oder die ausgeprägte Scheuerleiste an dieser Stelle – hier kann ich nichts unternehmen, es droht aber auch keine Gefahr.
Noch nicht ganz platt – der schafft es noch über den Winter
Das Wetter wird auch bis abends nicht besser, wir ziehen uns auf NESSAJA zurück.
Schade, das Wetter hatte uns gestern schon die Nikolausfeier der Marina versaut. Heute hat es dafür gesorgt, ihr habt es vermutlich geahnt, dass unsere Freunde nicht nach Hause fliegen konnten.
Sie werden für eine Nacht im „Crithoni Hotel“ einquartiert, in die Marina kommen sie nicht zurück. Am nächsten Tag schaffen sie es nach Österreich.
Tolle, dramatische Stimmung – es nervt aber auch
Der Ausfall der Nikolausfeier unserer Marinacommunity war bedauerlich, da wir abermals versucht hätten, alle Überwinterer zumindest einmal zusammen zu bringen. Das hatte letztes Jahr super geklappt und wir hatten uns auch diesmal einen positiven Effekt versprochen.
Immerhin sind auch diesmal einige Nationalitäten vertreten – es sind Crews aus Israel, England und Frankreich hier. Dazu gesellt sich Italien, die Schweiz und Neuseeland. Abgerundet wird das Potpourri durch Spanien und uns, als die einzige rein deutsche Crew.
Naja, das Wetter kann man nicht ändern. Entschädigt wurden wir durch den örtlichen Weihnachtsmarkt, der als Event mit dem „Anzünden“ des Weihnachtsbaumes einhergeht.
Alle Stände wurden privat und ehrenamtlich betrieben um Erlöse für gemeinnützige Organisationen oder Vereine zu erzielen. Natürlich war hier auch der Dog-Shelter vertreten, um Spenden zu sammeln – Ehrensache, dass wir vorbeisehen und auch ein paar Euro Umsatz machen.
Wir gönnen uns einen Glühwein
Die Verwaltung von Leros gibt sich sehr Mühe den Weihnachtsmarkt schön zu gestalten. Dieses Jahr ist er umgezogen und findet jetzt am Platz vor der Kirche statt. Ich persönlich fand den alten Ort schöner, aber der Umzug hatte den positiven Effekt, dass dieser Platz für den Weihnachtsmarkt, die Krippe und den Baum, außerordentlich hübsch gestaltet wurde.
Solche Verschönerungen tun Lakki gut – ganz generell…
Natürlich trifft sich alles und jeder zu diesem Anlaß. Ein stetiges Hallo nach links und rechts. Wir drehen eine Runde, trinken unseren Glühwein und erhaschen zu guter Letzt noch einen Blick auf den Nikolaus.
Der Nikolaus in Lakki
Da Sibylle grad mit Damen vom Hundeshelter quasselt, habe ich Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Ich suche immer noch nach einer Beschäftigung die mir ein Taschengeld einbringt.
Ob ich mich als Nikolaus bewerben soll? Ich brächte einige Einstellungsvoraussetzungen mit, wäre ab sofort verfügbar und erkenne natürlich auch die Vorzüge des Jobs…
Quelle: Hösti (mit freundlicher Zustimmung)
Spaß beiseite – das Thema Job ist nicht wirklich ein brisantes, es treibt mich aber immer wieder um. Ich sondiere gerade eine Option, welche noch nicht spruchreif ist, werde aber, soviel nehme ich vorweg, am 24.12. von der Marinaleitung überrascht, als ich um Unterstützung gebeten werde. Als ich diese Zeilen tippe, steht die Entscheidung noch aus, dazu also später mehr.
Ich muss nicht erwähnen, dass es einen Link zwischen den allgegenwärtigen „Hausthemen“ und dem „Jobgedanken“ gibt…
Die Zeremonie des Einschaltens der Christbaumbeleuchtung lenkt uns ab. Der Bürgermeister hält eine Rede, die Menschen zählen herunter, 10, 9, 8…
Dann wird der Baum beleuchtet!
Klar – ein Drahtgestell – aber nett gemacht. Tannen gibt es hier nicht
Wir verlassen den Weihnachtsmarkt und gehen nach Hause, es fängt tröpfeln an. Glück gehabt, die Zeremonie war vom Regen verschont geblieben.
Ein letztes Mal drehen wir uns um, es sieht nett aus. Die kleine Ägäisinsel Leros schafft es, ein wenig Weihnachtszauber zu verbreiten.
Der weihnachtlich geschmückte Platz erstrahlt ab jetzt jede Nacht
Weil es grad zum Thema passt – ganz anders als wir es aus Deutschland kennen, wird hier der Ort, ich spreche von Lakki, ganztägig mit Weihnachtsmusik beschallt.
Es gibt einen „Uhrturm“ in Lakki, von dem aus weihnachtliche Popmusik gespielt wird – man kann es durchaus „laut“ nennen. Steht der Wind günstig, können wir es bis in die Marina hören und haben bestes Entertainment. „Last Christmas“ und „Driving Home for Christmas“ sowie „All I want for Christmas“ in Dauerschleife – ok, zugegeben, ein paar mehr sind schon in der Playlist…
Ein Gedankensprung – diese Tage erreicht mich eine WhatsApp von Volker. Es geht einmal nicht um ELOWYN, wegen der wir in stetigem Kontakt sind um das Refit zu tracken. Diesmal schickt er mir ein „Bild des Tages“ – wie er darauf kommt weiß ich nicht und es ist auch völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
2017 auf Mykonos
Es zeigt uns vor einem Hotel – an meinem 50. Geburtstag, den wir zusammen auf Mykonos gefeiert haben. Es ist eine Erinnerung an einen sensationellen Tag, aber auch an eine Zeit, während der Sibylle und ich noch gearbeitet haben und in Oberbayern wohnten.
Es ist viel passiert seither, wir hatten erst DANACH unser Haus gekauft und dennoch unser Leben ein paar Jahre später komplett gedreht – jetzt sind wir im Begriff diese Anstrengung noch einmal anzugehen.
Machen wir alles richtig? Ich versinke in Gedanken, in positiven Gedanken…
Es ist abermals das Wetter, welches mich aus meinen Gedanken reißt – NESSAJA schwankt, sie krängt sich im Hafen! Was war los? Es ziehen die ersten kräftigen Stürme über uns hinweg, meist kommen sie aus südlichen Richtungen und bringen auch Regen mit sich.
Als ich zum Fotoapparat greife, haben die Böen schon etwas nachgelassen, aber man sieht deutlich, dass ein paar Minuten vorher heftige Windstöße über die Marina gefaucht sind…
46kts – das spürt man an Bord – es sollte die nächsten Tage noch mehr werden
Hilft alles nix, wir gehen trotzdem vor die Türe! Wir sind ein weiteres Mal mit Roland und Mireille bei „unserem“ Haus in den Hügeln über Vromolithos verabredet.
Es waren zuletzt einige Fragen zu den Grundstücksgrenzen aufgetaucht, diese wollen wir versuchen zu klären ohne eine offizielle Anfrage zu stellen.
So fahren Sibylle und ich mit der GS zu dem Grundstück, Roland und Mireille sind schon dort, waren aber offenbar nur wenige Minuten vorher angekommen.
Gemeinsam schreiten wir das Grundstück ab…
Hier sollte das Grundstück enden
An einer Steinmauer, welche wir für die Grundstücksgrenze halten, bleiben wir stehen und ich nehme einen GPS-Ort mit dem Mobiltelefon. Ich denke, dass ich diese Position später mit dem Katasterauszug vergleichen kann und in etwa einschätzen kann, ob dieser Bereich noch zu dem angebotenen Objekt gehört oder nicht.
Hier stehen wir, dies gilt es später abzugleichen
Klar, diese Aktion würde später offiziell wiederholt werden müssen. Ein Vermessungsingenieur würde kommen müssen, um klar festzustellen wo die Grundstücksgrenzen verlaufen und welcher Teil der Gesamtfläche im sogenannten „City Limit“ liegt. Dies zu wissen ist wichtig, um daraus die Bebaubarkeit abzuleiten.
Eine weitere Fläche interessiert uns – es gibt auf dem Grundstück eine natürliche Terrasse auf einem Natursteinplateau. Diese hat eine wesentlich bessere Sicht als die bestehende alte, verfallene „Katikia“, ein altes Bauernhaus.
Auf dem Plateau – wie weit nach oben reicht das Grundstück, gehört das Plateau dazu?Auch hier nehme ich einen Standort
Bevor wir hierher gefahren sind, haben wir uns beim Makler unserer Wahl den Schlüssel für das Objekt geholt. Wir wollten auch das bestehende Gebäude noch einmal ansehen.
Die alte Katikia war sanierungsbedürftig – die gute Nachricht dabei war, dass dies auch möglich gewesen wäre. Eine Menge Arbeit wäre es allemal gewesen, aber die Gebäude hätten sich als Gästekomplex förmlich aufgedrängt.
Nur, dass ihr eine Idee habt…
An diesem Tag sind wir Vier gedanklich tief in die Materie getaucht. Wir haben einen Neubau für Sibylle und mich erdacht, diesen erstmals von der bestehenden Katikia gelöst und auf das Plateau geplant.
Wir haben frei gedacht und dieses Brainstorming wurde zu einem Schmelztiegel der Möglichkeiten – ich war angefixt! Zum ersten Mal seit Langem wieder.
Naja, nach wie vor blieb mir nur abzuwarten, das Haus war angefragt, die Legalitätsprüfung lief und ich habe mich als Interessent vormerken lassen. Wir schreiben den 12.12.2024…
Am Heimweg fuhren wir einen Schlenker – meine Enkelin Ronja hat ihrer Mama nicht geglaubt, dass ihr Opa auf einer Insel wohnt, auf der es Orangenbäume gibt. Dies galt es zu beweisen!
Wir besuchen Stratos´ Garten – quod erat demonstrandum
Ok, erledigt. Wir fahren zurück auf NESSAJA und ich setze mich an den Computer. Ich schicke meiner Enkelin das Bild vom Orangenbaum, vergleiche die GPS Aufnahmen vom Vormittag mit den Katasteraufnahmen und vermelde an Roland, „…Du wirst es nicht glauben, alle abgeschrittenen Flächen gehören zum Grundstück!“
Danach ist Zeit – ich muss mal wieder Griechisch lernen und vertiefe mich in den für mich anspruchsvollen Stoff.
Lesen, schreiben und sprechen – es ist herausfordernd
Inzwischen habe ich mein Lernprogramm erweitert und übe zusätzlich noch täglich 20 Minuten mit Duolingo. Langsam, sehr langsam, ist ein Fortschritt erkennbar.
Nicht alles was ich aufschnappe und lerne ist dabei bierernst zu nehmen – es ist wie immer, die Locals füttern einen zuerst mit Unfug…
Netzfund – empfangen von einem griechischen Freund
Während ich hier so sitze und lerne, biept mein Telefon – eine WhatsApp vom Makler schneit herein und trifft mich unverhofft und unvorbereitet!
„Bad News! The plot is in a Green Zone, you are not allowed to build up new, or to change the existing construction. The maximum is, to legalize the existing building.“
Bääääm, das sitzt! Ohne Neubau geht es nicht und ohne kontruktuktive Änderungen ist auch die Katikia nicht interessant. Ende! Traum ausgeträumt! Wieder mal ein Griff ins Klo…
Ich zögere nicht und schreibe sofort zurück, dass damit kein weiteres Interesse mehr an diesem Objekt besteht.
An diesem Abend reden Sibylle und ich lange. Wir trösten uns gegenseitig damit, dass wir auf NESSAJA doch sehr gut aufgehoben sind. Enttäuscht und doch gefasst schlafen wir ein.
Neuer Tag – es ist Freitag der 13.12., der Tag an dem sich alles ändert!
Ich habe seit Jahren keinen Tag mehr erlebt, der eine solche Eigendynamik entwickelt hat – doch der Reihe nach.
Ich war morgens etwas früher wach und schalte mein Mobiltelefon ein. BimmbimmbimmBIMM, Nachrichten prasseln herein, der Makler versucht mich zu erreichen – seine letzte Frage „Can I call you?“
Sibylle war inzwischen wach, wir frühstückten und ich antwortete eher entspannt, dass er mich wohl anrufen kann, ich aber auch in einer Stunde bei ihm vorbeisehen könnte. Ich hatte keine Eile, weil ich vermutete, dass er noch ein „Türchen“ für den gestern geplatzen Deal gefunden hatte – an diesem hatte ich aber das Interesse verloren.
Sofort klingelte mein Telefon, „…we should meet NOW, come to my office! I received a house which is not in offer so far, this is the house you are looking for, it´s YOUR house, all parameters are ok!“
Ok, was willst da sagen? Sibylle und ich setzen uns auf unser Mopped und fahren mit dem emsigen Makler zu einem Haus auf der Anhöhe von PLAKA.
Altes, aber sehr ordentliches Haus mit Garage und WerkstattKlar, auch Mängel, aber im Großen und Ganzen sehr brauchbarVon der Terrasse ein limitierter Meerblick Richtung Vromolithos und TürkeiVom Garten aus gibt es freien Meerblick Richtung Gourna – hier geht die Sonne unter
Auf dem ersten Blick gefällt uns, was der Makler uns zeigt. Das Haus ist alt und braucht etwas Liebe, aber es ist in einem Zustand, bei dem ich sehr viel selber machen könnte.
Die Garage ist groß genug für ein kleines Auto und die zwei Moppeds, dazu gibt es eine Werkstatt.
Der Garten hat mehr als 1.000qm und es gibt etwa ein Dutzend Olivenbäume und einen Zitronenbaum.
Das Umfeld ist eine gepflegte Wohnsiedlung der Einheimischen, nicht etwa eine seelenlose Ferienhaussiedlung. Alles in Allem macht das Objekt einen sehr soliden Eindruck.
Ich merke meiner Gattin ihre Begeisterung an, sie pflanzt in Gedanken schon Bäume…
Hier noch einen Orangenbaum und dort einen Granatapfelbaum und da eine Palme…
…und auch für die „Privathöhle“ auf dem Grundstück hat sie eine Verwendung – „…die wird den Buben sicher gefallen, eine eigene Piratenhöhle!“ Ok, ich will nicht wissen was da drin ist – dürfen die Buben erforschen 😉
Vielleicht als „Men´s Cave“ zu nutzen
Der Makler macht Bilder und wir sehen uns in die Augen – ein Moment wie 2017 in Miesbach. Aber Sibylle hat Zweifel – „…das ist zu teuer, wirst sehen!“
Stimmt, über den Preis haben wir noch kein Wort verloren. Das muss geklärt werden. Der Makler war inzwischen im Haus, um auch dort Aufnahmen zu machen. Wir folgen ihm…
Groß genug, genug Zimmer, alle Wände am richtigen Platz
Wir tauschen uns weiter aus, dabei erfahren wir, dass offensichtlich hier schon klar zu sein scheint, dass alle Papiere in Ordnung sind, dass das ganze Objekt innerhalb des City Limits liegt und die Legalität bereits 2006 bei einem Erbfall nachgewiesen wurde.
Klingt super, aber jetzt mal Karten auf den Tisch – was kostet das Objekt?
Ohne Übertreibung, nachdem wir den Preis gehört hatten, hat Sibylle mir fragend zugeflüstert, ob sie sich nicht auf der ersten Stelle verhört hätte – nein, hatte sie nicht! Der Preis war auf einem Niveau, wie etwa vor vier Jahren, als wir die ersten Häuser angesehen hatten.
Häuser dieser Art und zu einem solchen Preis sind auf Leros inzwischen vergriffen, es gibt sie nicht mehr. Entweder werden für gleiches oder nur etwas weniger Geld Ruinen angeboten, oder man bekommt bezugsfertige Häuser für deutlich mehr.
Es war klar – lange überlegen dürfen wir nicht. Es war auch klar, wenn wir hier nicht zusagen, ist das Thema Haus durch! Was machen wir also???
Wir sehen uns an, das Gehirn rattert – wir sagen zu!!!
Der Makler muss weiter, wir verabschieden uns und bleiben noch ein wenig hier. Wir machen eigene Bilder und lassen das Objekt noch wirken. Sofort fangen wir zu planen an – klar, das ist viel zu früh, aber SO kenne ich uns, Vorfreude, Ideen, Pläne…
Dann beginnt es zu sacken – wir haben zugesagt, der Prozess ist gestartet. Wir brauchen einen Kaffee und fahren ins „Navarone“.
Cappuccino in der Sonne
Hier sitzen wir nun und behirnen, was wir gerade getan haben. Dabei durchlaufen wir eine Achterbahn der Gefühle, denn eine mündliche Zusage ist in Griechenland gar nichts wert. Es kann jederzeit ein anderer Interessent kommen, es kann sich der Preis verändern oder es poppen irgendwelche anderen Probleme auf – alles schon gehabt.
Umgekehrt, wie leisten wir uns das? Was bedeutet die Zusage für NESSAJA? Wie würden wir das neue Objekt einsortieren? In unsere breitbrüstige Überzeugung mischt sich der ein oder andere Zweifel.
Wir gehen zurück auf NESSAJA und noch einmal an diesem Tag überschlagen sich die Ereignisse – es kam, was kommen musste…
Eine WhatsApp vom Makler kommt an – „…are you sure enough with your decision to sign a Letter of Intend“? The other Real Estate guy has a buyer as well!“
Das Haus war an beide Makleragenturen vergeben worden, auch der Wettbewerber hatte einen Käufer an der Hand. Ich war sicher, dass es kein Bluff war und erkundigte mich nach den rechtlichen Folgen des „Letter of Intend“, der Kaufabsichtserklärung. Es leuchtete mir ein, dass irgendeine Unterschrift nötig war.
So fuhr ich, ohne alle Hintergrundinformationen zu haben, zum Büro des Maklers und unterschrieb am Freitag dem 13.12. einen „Letter of Intend“ – meine bereits mündlich erklärte Kaufabsicht war besiegelt, der Prozess wird gestartet!
An diesem Tag fuhren auch Roland und Mireille nach Hause. Wir gingen zusammen ins „La Nostra“, es gab viel zu erzählen. Am Weg zum Fährhafen machten wir sowohl einen Stop bei „Repapis“…
Mein Eiskonsum ging 12/2024 deutlich zurück
…als auch im Café „La Palma“, um dort bei einem letzten gemeinsamen Ouzo die Ankunft der Fähre abzuwarten und um auf diesen besonderen Tag anzustoßen.
Absacker im weihnachtlich geschmückten „La Palma“
Als wir die Freunde verabschiedet hatten, gingen wir zurück an Bord und sackten ins Bett. So ein verrückter Tag! Alles fühlte sich surreal an. Trotz der Gedankenflut schliefen wir gleich ein.
„Our House“ war jetzt das omnipräsente Thema. Wir haben es zunächst nur ganz engen Freunden erzählt, um das in der Schwebe befindliche Geschäft nicht zu gefährden. Es fanden im Hintergrund Überprüfungen statt, wir mussten Geduld beweisen, um abzuwarten, bis alle Papiere beisammen waren.
Während dieser Zeit schrieb ich täglich mehrmals mit dem Makler. Tausend Angaben zu meiner Person waren nötig, alles musste bei Anwälten und beim Notar eingesteuert werden.
Um mich abzulenken, beschäftigte ich mich mit den Schiffen auf die ich ein Augenmerk hatte. Auf EDINA hatte ich ein Problem zu lösen…
Auf den ersten Blick alles okDoch mein Schlüssel sperrt nicht – er passt nicht ins Schlüsselloch
Durch das Schiebeluk kann ich erkennen, dass ein Paket im Schiff liegt – mir war sofort klar, was passiert war. Meine Gedanken kamen aus der Erfahrung, denn auch ich hatte schon einen Schlüssel abgebrochen – diesmal war es der Marinaangestellte der das Paket abgeliefert und deponiert hatte.
Wenn man nämlich bei der CNB60 den Schlüssel stecken lässt und dann das Steckschott öffnet, dann schlägt es beim Herunterfahren den Schlüssel ab. Meine Challenge war nun, das abgebrochene Stück aus dem Schlüsselloch zu bringen – ich hatte ja Zeit…
Nach 15 Minuten war es geschafft
Was mich nachdenklich machte war, dass in der Marina niemand etwas davon wusste. Es sollte verheimlicht werden – das hat mich geärgert.
Schön war, dass an diesem Tag auch Marcus und Susanne mit der kleinen Lilly noch einmal nach Leros kamen. Es war für sie Zwischenstation auf dem Weg nach Deutschland. Die Taverne unserer Wahl für das gemeinsame Dinner war das „Metzes“ in Agia Marina.
Auch hier – weihnachtlich geschmücktWir haben einen schönen Tisch und gönnen uns einen Ouzo als AperitifDas Essen war gut wie immerDas Steak mit rund 600g nicht unterdimensioniert
Ihr merkt, es wurde uns keinen Tag langweilig! Immer noch waren Freunde unterwegs, wir hatten Gelegenheit alle noch einmal zu treffen und uns bis zum nächsten Jahr zu verabschieden.
Die Adventszeit ist umgekehrt auch die Phase des Jahres, in der man generell mehr Kontaktpflege betreibt als zu anderen Zeiten. Wir waren daher im Dezember auch recht häufig mit Videocalls beschäftigt.
Nicht nur mit der Familie in Deutschland, auch Freunde aus der alten Heimat oder auch dem Ausland, nahmen einmal wieder Kontakt mit uns auf oder erhielten einen Anruf von uns.
Hallo, lang nichts mehr gehört…
Wir schätzen das! Klar, ein Videocall ersetzt nicht das persönliche Beisammensitzen, aber man kann sich einmal wieder gegenseitig austauschen und sich mit Neuigkeiten eindecken, zumal gerät man einander nicht in Vergessenheit. Wir nutzen daher auch alle zur Verfügung stehenden Kanäle – und staunen oft, wie unterschiedlich die Präferenzen unserer Freunde sind.
Zurück zu den Vor-Ort Begebenheiten. Es ist an der Zeit, dass die Marina Community die Reservierungen in den Tavernen für Weihnachten und Silvester vornimmt.
Wir denken, dass wir rund ein Dutzend Personen sind, für eine Runde dieser Größe muss zeitig geplant werden. Dummerweise ist es 2024 gar nicht so einfach – die Einen haben entweder nur Weihnachten ODER Silvester auf, andere wollen uns an Silvester schon um 22.00 Uhr wieder loshaben. Was aus der Sicht der Gastwirte völlig verständlich ist, mausert sich für uns zum Problem.
Heute wollen wir bei Dimitris´ „To Steki“ in Alinda unseren Weihnachtslunch fixieren, dafür gönnen wir uns einen Snack vor Ort um alles zu besprechen.
Ein bewölkter TagDas geschmückte „To Steki“ ist einladendWir lauschen den Vorschlägen von Dimitris
An diesem Tag beschließen wir, zusammen mit der Crew der SIMPLY FREE, dass wir den Weihnachtslunch am ersten Feiertag bei Dimitris buchen. Thomas hatte hierbei den Hut auf, er hat sich sehr gekümmert. Die Wahl fällt auf Salate und verschiedene Meze, gefolgt von einem Zicklein und einem Dessert.
Silvester bleibt offen, das „To Steki“ hat dieses Jahr nur an Weihnachten offen und bleibt zum Jahreswechsel geschlossen.
Wie schon angedeutet, war der Monat wettertechnisch sehr durchwachsen. Wirklich warme und sonnige Tage wechseln sich mit heftigen Regenstunden und Gewittern ab. Die Gewitter haben eine ziemliche Wucht und die damit verbundenen Gewitterböen sind nicht ohne.
Heftiger Regen mitten in der Nacht – ich sehe nach dem RechtenImmer wieder erleuchten Blitze das SzenarioPlötzlich HAGELT es – das Geräusch klingt, als würde NESSAJA mit Murmeln beschossenDie Windböen hatten bis 53kts. – waren aber schnell vorbei
Am nächsten Tag – alles wie weggeblasen! Kein Wölkchen am Himmel, kein Indiz für eine Schlechtwetternacht!
Das sind die „geschenkten Tage“, die an denen wir kleine Ausflüge unternehmen, einfach um die Marina einmal zu verlassen und unter die Leute zu gehen. Unser Ziel ist dabei recht häufig das neue „Navarone“. Wir mögen das geschmackvoll eingerichtete Lokal, es gefällt uns und der Cappuccino schmeckt lecker…
Agia Marina im Dezember 2024Den Kaffee genießen wir draußen in der Sonne
Da sitzen wir dann und sprechen über… nein, nicht Gott und die Welt, wir sprechen über unser Haus. Eine Entscheidung ist noch nicht final gefallen – hoffentlich kommt nichts dazwischen!
Diesmal wären wir enttäuscht! Wir sind ja gedanklich schon soweit, dass wir am IKEA-Online Küchenplaner sitzen und unsere neue Küche konfigurieren – nur als Brainstroming, klar…
Was macht der Griechischkurs? Nun, der wird wichtiger denn je, denn er dient nun als klarer Meilenstein auf dem Weg zur Integration. Ich hatte mir daher noch die Lernapp „Duolingo“ dazugeholt, um meine im Kurs erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Die spielerisch aufgebaute App erinnert einen auf witzige Art und Weise an eine Lernroutine, ich lasse mich einfangen…
Der Kurs selber setzt zum Weihnachtsendspurt an. Heute ist die letzte Stunde vor Weihnachten, dann wird Irini sich in den wohlverdienten Urlaub begeben. Ich mache mich also auf den Weg nach Lakki.
Fast wie im SommerΕυχόμαστε στην Ειρήνη καλές διακοπές
Ihr ahnt vermutlich, dass wir nicht nur einmal zum Haus gefahren sind um uns neue Eindrücke zu holen. Wir ermitteln Distanzen und suchen Fußwege und Abkürzungen.
Natürlich fragen wir uns mehrfach, ob wir alles richtig machen und ob wir nichts übersehen. Aber manchmal gehört eben etwas Mut dazu…
Der Weg von Lakki zum Objekt der BegierdePrivatstraße des Nachbarn – „unser Haus“ ist rechts und nicht zu sehen, der Blick geht nach OstenWohnhaus, Garage und WerkstattMal von der anderen Seite – vor der Terrasse sind WeinrebenNochmals von unserem Garten Richtung Westen – über Gourna versinkt die Sonne im Meer
Unsere Abläufe wiederholen sich – abermals fahren wir zum Sortieren unserer Gedanken ins „Navarone“ nach Agia Marina. Diesmal sind wir mit Freunden aus Israel verabredet. Auch sie haben ein Haus auf Leros, er kommt aus der Baubranche und war uns auch bisher schon stets ein guter Ratgeber.
Diesmal wollten wir zusammensitzen und uns eine Kleinigkeit gönnen – eine gute Gelegenheit zu sehen, ob das Restaurant auch in den Disziplinen „Salat“ und „Sweets“ punkten kann…
Das „Navarone“ im neu sanierten GebäudeDisziplin „Salat“ – 9,65 Punkte von 10 möglichen 😉Disziplin „Sweets“ – auch hier eine sehr gute 9,45
Spaß beiseite – ob nun 9,45 oder 9,65 oder doch „the perfect ten“, das „Navarone“ beweist, dass sie es können. Das Lokal kommt auf unsere Liste und wir nehmen uns vor, auch die klassische Speisekarte zu testen, um es auf ebendieser Liste einordnen zu können.
Leider kommt es zu Silvester für uns nicht infrage. Das Menü scheint zwar gut, aber dies ist das Lokal, welches uns um 22.00 Uhr weiter haben will. Unseren Vorschlag an die Gruppe, danach in eine der vielen Bars zu gehen und den Jahreswechsel abzuwarten, wurde von den anderen Marinabewohnern nicht so positiv aufgenommen wie wir das erhofft hatten.
Die Marina ist inzwischen in eine Art „Winterschlaf“ verfallen. Es herrscht so etwas wie Betriebsruhe. Die Monteure sind im Urlaub, der Shop ist geschlossen und das Büro arbeitet mit halber Schlagzahl.
Wir beschließen, den beiden Damen im Büro eine Freude zu machen und kaufen jeweils eine Schachtel Weihnachtskekse bei „Repapis“.
Wir lassen die ausgesuchten Kekse gleich nett verpackenHo ho ho – Weihnachtsstimmung allerorts
Wir bringen das kleine Präsent gleich ins Büro, halten ein bisschen Smalltalk und bereiten Momente der Freude. Dann gehen wir nach Hause, zurück auf NESSAJA.
Im Moment haben wir wieder eine Schönwetterphase. Es herrscht Sonnenschein und es ist kaum Wind. Das bedeutet, dass wir tagsüber immer rund 20° C oder auch mal zwei, drei Grad mehr haben.
Sibylle bestimmt, „…Du brauchst einen neuen Haarschnitt. Du sollst an Weihnachten wieder wie ein Mensch aussehen!“ Oh wie nett! Na gut – happy wife, happy life. Ich beuge mich dem Druck und lasse es geschehen.
Die Haarstoppeln kleben an meinem Körper, denn ich habe mir für den Haarschnitt das Shirt vom Leib gerissen. Wie werde ich die lästigen Borsten nur wieder los???
Sibylles Antwort ist pragmatisch und phantasielos – „Geh duschen!“ Aber ich weiß etwas Besseres! 😉
Auch das ist der Dezember 2024Tatsächlich schwimme ich ein paar Züge – das Wasser hat geschätzt so um die 18°C
Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – es hat sich alles um das Haus gedreht, es verging kein Tag, an dem ich nicht mit dem Makler im Austausch war.
Meine aktuelle Aufgabe hieß – Eröffnung eines griechischen Bankkontos. Das darf man sich nicht so vorstellen wie in Deutschland. Vielleicht wie in Deutschland des Jahres 1985, erschwert durch den Faktor, dass ICH hier der Ausländer bin.
Ich hatte einen Termin zu vereinbaren, einiges an Unterlagen zu beschaffen, dann hieß es – auf zur Bank!
Ich entscheide mich für die NBG
Hier muss ich meine Meinung etwas revidieren. Wir sind als Gesellschaft inzwischen gewöhnt, dass alles irgendwie online funktioniert, unpersönlich, zeitoptimiert – dies ist hier nicht der Fall!
Ich hatte in meinem ganzen Leben noch NIE einen so langen und kundenorientierten Banktermin, die freundliche junge Dame hat mir in sehr gutem Englisch den Weg zum eigenen Konto so geebnet, dass ich inzwischen eine Karte habe und in der Lage bin Online Banking zu machen. Zudem, so sagt sie, sei sie jederzeit für mich ansprechbar. Der Termin dauerte knapp über zwei Stunden!
Ich vermelde dies dem Makler, er freut sich und hat postwendend eine Überraschung parat – die Anwaltsprüfung sei abgeschlossen, alles passt und der Vorvertrag ist in Vorbereitung. Noch ein, zwei Tage warten…
Ich freue mich! Über das Haus und über „Inspektor Barnaby“!
Abends gucken wir „Inspektor Barnaby“ – ZDF Mediathek gestreamt
Warum ist das eine Erwähnung wert? Weil wir unser Medienverhalten etwas angepasst haben. Wir haben ja einen eigenen Router an Bord und somit unser eigenes w-LAN Netzwerk. So weit, so gut.
Durch unsere griechische Karte ist es uns aber mehrfach passiert, dass wir deutsche Medien nicht streamen konnten. Dies mussten wir lösen. Aus diesem Grund habe ich auf meine alten Tage noch einen VPN Zugang auf meinem Rechner eingerichtet – das funktioniert prächtig und erweitert unsere Optionen ungemein.
Ja ok, über Barnaby kann man trotzdem geteilter Meinung sein – aber wer mich besser kennt weiß, dass ich anglophil bin und die in englischen Krimis vermittelte Stimmung so mag. Es erinnert mich an viele legendäre Dienstreisen.
Der „große Tag“!
Es ist der 21. Dezember 2024, mein Mobiltelefon zeigt eine WhatsApp Nachricht vom Makler an. „Can you come over and sign the pre-contract?“
Ok, es wird ernst – leider passt das Wetter nicht zu meiner Stimmung, anderseits, bei soviel Sonne im Herzen und Gemüt, war vielleicht einfach nix mehr übrig für´s Wetter.
Leider ein trüber, stürmischer Tag
Sibylle und ich fahren nach Lakki ins Büro des Maklers, wir besprechen uns kurz, dann der große Moment…
Ich setze meine Unterschrift auf den Vorvertrag
Es ist also soweit, ich habe einen verbindlichen Vertrag unterzeichnet. Inzwischen ist dieser Vertrag durch beide Parteien unterschrieben und die Anzahlung ist geflossen.
Ich war inzwischen beim Notar und habe dort einige Angaben gemacht, meine Schuldigkeit ist getan. Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Verkäufer, es muss noch eine bauliche Legalitätsprüfung gemacht werden, bei der festgestellt wird, ob sich seit 2006 etwas getan hat. Ist dieses Papier beim Notar, wird es einen Termin geben.
Warum spreche ich noch nicht vom HAUSKAUF? Rechtlich gesehen kann man, wenn man Vertragsstrafen akzeptiert, noch aus dem Vertrag ausbrechen. Wir wissen auch von Notarterminen, bei denen die griechischen Verkäufer einfach mehr Geld verlangten oder das Notariat einfach verlassen haben. Ich bin deshalb immer noch verhalten vorsichtig mit meinen Formulierungen.
Dennoch bin ich zuversichtlich, dass alles klappt und dass wir Anfang 2025 Hausbesitzer sind.
Wir verlassen das Büro des Maklers. Ich bin, offen gesagt, etwas überfordert. Sibylle muss Gewürze kaufen, ich warte vor dem Laden und schaue auf den Weihnachtsmarkt…
„Willkommen – sie sind gekommen“Die Krippe in Lakki
Ich sinniere so vor mich hin – es war Schicksal, ich bin überzeugt, dass es irgendwie Schicksal war. Ich schmunzle in mich hinein, weil ich an den Regenbogen denken musste, der NESSAJA überspannte und sein Ende an der Stelle fand, wo wir jetzt das Haus gekauft haben.
Sibylle kommt aus dem Geschäft und will sich die Kirche in der Nähe unseres Hauses ansehen. Das kommt mir gelegen, denn ich habe noch etwas zu erledigen…
Wenn man das Originabild zoomt, dann kann man unser Haus sehenDas Kirchlein ist sehr neu, oder wurde zumindest vollumfänglich renoviertSchön von innen
Ich zünde Kerzlein an – eines für die Kinder und eines, weil ich ein Versprechen einlösen wollte. Nun bin ich eher pantheistisch als religiös, aber es kann sicher nicht schaden, seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen – hier ist ein passender Ort.
Unsere Gedankenwelt entspannt sich. Wir können in Sachen Haus nur noch warten, das ist gut so. Zeit, sich auf die vorweihnachtlichen Tage zu konzentrieren.
Als wir in die Marina zurückfahren hat der Wind abermals aufgefrischt. Die Wellen überlaufen die Riva von Lakki und werden bis zum Abend beide Kreisverkehre unter Wasser gesetzt haben.
Im Winter rührt sich was – Naturgewalten (Bildquelle – The-Leros-Way)
Wir sind bei Dora und Miguel auf die OCEANOVI geladen, es soll einen Snack und einen Umtrunk geben. Wir freuen uns, sind aber auch gespannt, denn die Beiden sprechen rudimentär Englisch, wir dagegen weder Spanisch noch Italienisch.
Als wir den Steg entlang zum Schiff der beiden Weltumsegler gehen, faucht eine Bö über die Marina…
Die Gischt wird bis zu uns getragenIch kann gerade noch 56kts fotografieren
Die Damen waren schon im Salon und rufen uns zu, dass es gerade noch 61 Knoten Wind waren! Wow, nicht schlecht – das erste Mal 60+ in diesem Winter.
Wir haben echt Spaß! Die Beiden geben sich alle Mühe mit uns zu kommunizieren und dies gelingt auch recht gut – unter Zuhilfenahme aller Sprachbruchstücke die jeder von uns eben kann, gelingt eine ausreichende Kommunikation.
Wir sprechen viel über die Weltumsegelung des spanischen Paares, sie erzählen uns, dass sie lange Zeit zusammen mit dem deutschen Buchautor Michael Wnuk (+2020) Seite an Seite unterwegs waren und wir hören viel über die Reise auf der Barfußroute – eine Fahrt, welche wir nie antreten werden.
Miguel amüsiert sich köstlich über meine beginnende Haarfärbung und meint, ich sähe aus wie ein „skunk“…
Vergleiche – Bild1: MarioBild2: Pepe the Skunk
Ich finde – der Vergleich hinkt!!! 😉
Als wir zurück zu unserem Schiff gehen, hat der Wind zwar nachgelassen, aber es herrscht immer noch strammer Sturm. Auch jetzt klatschen die Wellen noch an den Wellenbrecher der Marina, der seinem Namen heute alle Ehre macht…
Die Wellen brechen an der Außenmole
NESSAJA schaukelt, wir machen es uns gemütlich und flezen uns auf die Saloncouch. Sibylle liest, ich schreibe erste Blogzeilen.
Dazwischen beobachten wir den Wind auf unserem Display, auch hier steht bei den Böen (der letzten 10 Minuten) immer noch der Fünfer (51kts) und wir haben aktuell immer noch über 40kts, das ist immerhin Bft.9 – kein Wetter um noch einmal rauszugehen. Wir duschen an Bord und lassen den Abend gemütlich ausklingen.
Stürme beuteln die Marina – es schaukelt ordentlich
Dieser Sturm hat zur Folge, dass in den nächsten Tagen die kompletten Stege von einem Taucher abgetaucht werden und die Muringblöcke kontrolliert werden. Kranfahrer Giannis wird aus dem Urlaub in die Marina zitiert und prüft mit einem Team ALLE Festmacher und Muringbefestigungen auf den Schiffen.
In der Folge erhalten die Eigner der Boote, wohlgemerkt ALLER im Wasser liegenden Yachten, eine Infomail welche, sagen wir, recht unglücklich formuliert ist.
In Folge dessen, erhalte auch ich ein halbes Dutzend Anrufe mit der Bitte, nachzusehen ob alles passt und ob ich nicht ein Foto schicken könne.
Ich erledige das, kann nebenbei ein bisschen Entwarnung geben…
Alles ok, keine Sorge – es war eine Rundmail und nur wenige Boote waren betroffen
Die tatsächlichen Schäden bleiben dagegen oftmals unbemerkt. Ich versuche zu informieren so gut es geht und dabei den Spagat zwischen „German Hausmeister“ und einer freundlichen Information zur Vermeidung von Folgeschäden stets im Auge zu behalten.
Davits Leine gerissen – das Dinghy hängt halb herab
Neben all dieser kleinen Geschichten gibt es einen weiteren Handlungsstrang, eine sehr nette Geschichte…
Ich wurde unverabredet von den Eignern der ANAHITA II kontaktiert. Ich wüsste ja, dass das Schiff verkauft werden soll. Es sei jetzt ein Interessent im Anmarsch, man versuche mit der Marina Kontakt aufzunehmen um kleine Dienstleistungen einzusteuern – die Kontaktaufnahme gelänge aber nicht.
Ich antworte prompt und erkläre, dass die Betriebsruhe wohl der Grund sei. Um zu helfen biete ich an, diese „kleinen Dienstleistungen“ auszuführen. Ich trage also eine zwölfsprossige rote Holzleiter zum Seiteneinstieg des Schiffes, lege eine Palette zum Fußabstreifen davor und rolle den Teppich aus – nicht den roten, sondern die Fußmatte.
Da ich lüften soll, sperre ich auf und öffne das Schiebeluk, dabei sehe ich eine rote Lampe leuchten. Der Eigner erkennt sofort, dass die Solarmodule nicht laden und bittet weiter, dass ich diese zur Sonne ausrichte und die Ladespannung prüfen möge – weil ich ein guter Kerl bin und das Sammeln von Karmapunkten eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, sage ich zu…
ANAHITA II sammelt wieder SonnenstrahlenDie Batterien sind wieder ok
Die Interessenten kommen an einem Samstag und sind begeistert von dem „ollen Kahn“ – offen gesagt, ich verstehe das zunächst nicht und frage offen nach. Die Beiden, ein junges Paar aus Landshut, erklären mir, dass sie ganz bewusst so eine stäbige Ketsch suchen. Der „Piratenlook“ täte sein Übriges – dem war nichts hinzuzufügen!
Wir lernen so also Antonia und Alex kennen und verbringen ein paar Stunden und ein Dinner mit ihnen. Ich kann nur sagen, eine sehr interessante Bekanntschaft und herrlich mitzuerleben, wie bei den jungen Leuten ein Plan wächst. Lebenslinien überschneiden sich, ein Grund, warum ich unsere Art und Weise zu leben so mag!
Später erfahre ich, dass es wohl klappen wird mit dem Kauf – wir würden uns über ein Wiedersehen sehr freuen!
Weihnachten steht kurz bevor, wir erfahren durch die Blume, dass ein paar nette Freunde an uns gedacht haben und Pakete auf den Weg gebracht wurden. Es ist gut, wenn es durchklingt, dass etwas unterwegs ist, denn zu dieser Zeit müssen wir etwas Mühe investieren um die Sendungen „zu finden“. Päckchen zum Beispiel müssen wir auf der Post holen. Das geht aber nur, wenn wir wissen, dass etwas an uns adressiert ist…
Ein ganzer Karton Nürnberger Lebkuchen von Volker und Tina – DANKEWow, die Süssigkeitenbegleitung zu unserem 5 o´clock Tea ist gesichert
Von der JASPER Crew erhalten wir wieder einen der sagenhaft leckeren Butterstollen. Wie jedes Jahr futtern wir diesen zusammen mit Thomas und Paola bei einem Glühweinmeeting an Bord von NESSAJA ratzeputz auf. Danke an die JASPER Crew Angelika und Uli.
Mehr zufällig, als wir eigentlich ein Päckchen unserer Kinder abfangen wollen, drückt uns die Dame am Postamt ein unerwartetes Paket in die Hand. Nanu, woher ist das denn?
Aus Irland / Dublin!
Unsere Nachbarn Ciarán und Jill von der OLIVE haben an uns gedacht! Vielen Dank! Ich ahnte was drin war, denn ich habe einmal die „Crisps“, die Kartoffelchips aus seiner Heimat, so gelobt – und er wollte ein Zeichen setzen…
Ein Karton voller Chips Dazu ein Toffee Pudding und, krasser Gegensatz, eine Stange Blackpudding
Alles was dagegen mit einer Tracking Nummer abgeschickt wird, kommt direkt in die Marina. Aber auch hier müssen wir etwas dahinter sein, denn der Shop hat geschlossen. Die Pakete werden also irgendwo abgegeben.
Je nach Qualität des involvierten Mitarbeiters, kommt das Paket sofort zu uns oder man informiert uns umgehend. Es kann aber auch sein, dass der Shop kurz aufgesperrt wird und es dort abgelegt würde – bis 07.01.2025! Das gilt es zu vermeiden. Auch unschön ist es, wenn es an der Pforte abgegeben wird und die diensthabende Person das Paket auf den Boden vor den Elektro-Heizstrahler legt…
Alles schon passiert – deshalb verfolgen wir unsere Pakete. Wir erwarten noch zwei – ein Freßpaket aus Franken und ein Weihnachtspaket von unseren Kindern, man hat uns angedeutet, es würde eine Überraschung geben…
Das Wetter ist herrlich, soll sich aber zum Abend hin wieder verschlechtern. Leider ist für die kompletten Weihnachtstage mieses Regenwetter und starker Wind vorausgesagt. Grund genug, dass wir heute noch einmal ein Ausflugsfährtle machen.
Wir fahren beim Makler vorbei und er gibt uns… die Hausschlüssel!
Ok, das ist noch nicht offiziell und ich werde sie vielleicht noch einmal zurückgeben müssen – aber er meint, wenn wir vielleicht etwas planen wollten oder noch Eindrücke brauchen, sollten wir einen Schlüsselsatz haben.
Wow, wir sind so verdutzt, dass wir gar nicht realisieren, dass wir uns ein großzügiges Weihnachtsgeschenk gemacht haben 😉 !
Klein, unscheinbar – aber der Weg in unsere Zukunft, vielleicht das letzte Kapitel
Weil wir ohnehin wieder checken wollen ob weitere Päckchen eingetrudelt sind, fahren wir zur Feier des Tages nach Agia Marina und gönnen uns einen Cappuccino – diesmal nicht im „Navarone“, das hatte noch geschlossen.
Auch im „Mocal“ schmeckt der Cappu lecker
Werkzeug habe ich den Monat kaum angefasst, es war nichts Gravierendes mehr zu tun. Inzwischen setzen die Salzluft und der stetige Dreck in der Marina, meinem Mopped aber doch zu. Eine umfängliche Wäsche lohnt derzeit nicht, aber die Kette schreit nach Öl – dem Ruf folge ich gerne…
Spuren des harten EinsatzesDem rücke ich sofort zu Leibe
Wie vorhergesagt, kommt am Abend der Wind auf und schon bald prasselt der Regen auf unser Kajütdach. Gut, dass wir der Wettervorhersage vertraut haben und aufgrund unserer Verabredungen an den Weihnachtstagen einen Leihwagen reserviert haben – den bekommen wir morgen um 10.00 Uhr.
Als wir ins Bett gehen, haben wir wieder stürmische Winde und NESSAJA schaukelt uns friedlich in den Schlaf.
Diesmal aus NNW – 53kts Peak und derzeit um die 40kts
Der neue Morgen – es ist der 24.12.2024!
Wir stehen auf und frühstücken ohne großes Brimborium. Der 24. ist hier völlig ohne Bedeutung, die Geschäfte haben offen. Hier beginnt Weihnachten am 25.12.! Es war daher kein Problem, dass wir den Leihwagen am Vormittag in die Marina gebracht bekamen – und wir waren froh, denn es regnete fast den ganzen Tag.
Wir haben wieder den Nissan Micra vom letzten Mal
Auch uns ist noch nicht richtig weihnachtlich zumute, daher nutzen wir den Wagen und machen Getränkeeinkäufe. Das entlastet Sibylle ungemein – ich kann ihr helfen und wir bringen die Sixpacks und Dosen einfach und trocken nach Hause.
Dann haben wir eine weitere Idee – wir wollen zu unserem Haus fahren um es bei Mistwetter anzusehen. Im strahlenden Sonnenschein zu glänzen ist nämlich nicht schwer – aber kann das Häuschen auch bei Schietwetter bestehen?
Ok, wie erwartet – grau aber keine offensichtlichen ProblemeWinterblues – auch in GriechenlandAlles dicht? Weitgehend ja…Der Regen tut dem Garten gut
Nachdem wir das erledigt hatten, war es an der Zeit den „Heiligabend“ einzuläuten – der Heiligabend, welcher dieses Jahr bewusst als „Heilignachmittag“ geplant wurde.
Ich lerne etwas Griechisch mit Duolingo, Sibylle liest. Später genießen wir einen Tee und die Lebkuchen der ELOWYN Crew dazu. Im Laufe des Nachmittags telefonieren wir mit allen Kindern und wünschen ein frohes Weihnachtsfest – es ist besinnlich, es läuft Weihnachtsmusik, es ist schön.
Ein gemütlicher Nachmittag beginnt
So dürfte es ausklingen, wenn… ja wenn da nicht eine Einladung dazwischengekommen wäre, zu der Sibylle ohne Zögern und sehr zu meiner Verwunderung, sofort zugesagt hat.
Wir wurden von Marietta zu einem „X-mas BBQ“ in Dirks Haus eingeladen. Was ohnehin schon etwas abgefahren klingt, hat sich exakt so bestätigt…
Wir müssen also noch einmal raus in die Kälte, fahren dabei durch Lakki und begegnen dem „Christmas-Golf“ eines Lerianers. Wie gesagt, Weihnachten ist etwas bunter hier!
Mehrfach begegnet – schwer zu fotografieren (dieses Bild aus Facebook)
Als wir ankommen, sind einige Gäste schon da – bestens also, denn es ist immer Sibylles Sorge, dass wir gemäß deutscher Pünktlichkeit immer die ersten Gäste sind.
Wir parken im Hof und läuten an der TüreEs gibt kleine Snacks als Vorspeisen
Funktioniert hat die ganze Party so, dass Dirk für uns gegrillt hat, jeder hat zudem etwas mitgebracht. So hat sich die Tafel gefüllt, für das leibliche Wohl war mehr als gesorgt.
Es fanden rund 20 Personen aus verschiedenen Nationen zusammen, eine interessante und illustere Runde. Sehr interessant, neue Leute kennen zu lernen und neue Themen zu verfolgen.
Wir realisieren sehr schnell, dass es alles Hausbesitzer auf Leros waren, alles Menschen, die als Expats hier leben – von den Locals mal abgesehen…
Grillgut und verschiedene Dips und Salate fanden ihren PlatzDer Tisch war reichlich gedeckt – Sibylle sollte „German Kartoffelsalat“ mitbringenAlsbald war die Tafel belegt, jung und alt saßen beisammen -sehr geselligPita, griechische Wurst und Kotopoulo – alles sehr lecker
Offen gesagt, ich verstehe bis heute nicht, nach welchen Kriterien die Gäste ausgewählt wurden und vor welchem Hintergrund diese Party stattfand – aber das ist auch nicht soooo wichtig. In jedem Fall war es uns eine Ehre dabei sein zu dürfen und wir freuen uns auf Wiederholung.
Aber – wir sind uns auch einig, dass wir den nächsten Heiligabend wieder in trauter Zweisamkeit verbringen – ist einfach feierlicher.
Als wir spätabends zurück an Bord von NESSAJA kommen, ist es uns beiden nach einem Absacker und einer Folge „Barnaby“ zum Runterfahren – dann sacken wir todmüde ins Bett.
Puuuh, es ist der erste Weihnachtstag – auch in Griechenland ist nun Christfest und somit, ganz nebenbei bemerkt, auch Namenstag von Christos und Christina. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, es ist ein gesetzlicher Feiertag. Sibylle und ich schlendern nach dem Frühstück unsere Marinarunde und schnappen dabei ein wenig frische Luft. Wir vertreten uns die Beine und genießen die Regenpause.
Das Wetter passt zur generellen Stimmung – während wir laufen, schlagen wir kleine Haken und sehen auch am Trockendock nach den uns bekannten Schiffen. Diesmal gehen wir mal wieder bei der Hanse 418 unserer Freunde Ina und Ralf vorbei. Wir denken an die schönen, letzten Sommerstunden im „Roof-Top Café CHILI“ und senden ein Foto.
Alles gut an Bord – macht euch keine Sorgen
Als wir zurück auf NESSAJA waren, mussten wir uns sputen um uns noch schick zu machen. Denn heute ist das Weihnachtsessen der Marina Community für die Mittagsstunden geplant! Wir wollen uns um 13.00 Uhr im „To Steki“ in Alinda treffen, die Zeit drängt.
Da wir den Leihwagen haben, nehmen wir noch Enrico und Luisa von der SAIL HO mit. Es machen sich 11 Personen auf den Weg einmal quer über die Insel. Als wir in Alinda ankommen, regnet es in Strömen – es herrscht Weltuntergangsstimmung.
Bei einem solchen Wetter ist es nirgends schönWir sind so froh, dass wir das Auto habenGraue Wolken wabern über die InselNix wie rein – obwohl es nicht kalt ist, wir haben etwa 18°C
Das „To Steki“ ist nach der Renovierung vor zwei Jahren auch innen sehr gemütlich und einladend. Es gibt zudem Gasstrahler, welche für eine angenehme Wärme sorgen.
Wir waren nicht die einzigen Gäste – Chefmechaniker Manolis und sein Bruder Petros waren mit Familien hier, es gab ein großes Hallo und ein herzliches Καλά Χριστούγεννα, Frohe Weihnachten…
Dann nehmen wir an dem für uns reservierten Tisch Platz, später wird sich das Lokal bis auf den letzten Platz füllen.
Gespräche beginnen – ein Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch, ItalienischSpeis und Trank werden aufgetragen – das Mahl beginntNach den Mezedes gibt es ein Zicklein als Hauptgang
Das Essen bei Dimitris und seiner Familie war, wie immer, außerordentlich gut! Ich will aber auch offen sagen, dass unsere Menüwahl vom Vorjahr einen etwas festlicheren Touch hatte. Ich bin an solchen Tagen eher ein Fan von einem Braten statt von der Knochenfieselei, habe mich aber den Vorschlägen des Wirtes und der Mehrheit angepasst.
Und – die Marinahunde hatten am Ende auch etwas davon…
Kein Festschmaus ohne Nachtisch – hier hat, kein Wunder für den geneigten Blogleser, wieder einmal die Zuckermanufaktur „Repapis“ ausgeholfen, denn auch Wirte kaufen dort ein.
Das „Grand Finale“ eines wunderbaren Nachmittags
Das wirklich Tolle am Inselwetter der Ägäis ist, dass Schlechtwetterphasen zwar durchaus andauern können, aber der Wetterwechsel recht schnell vonstatten geht. Zweiwöchiger Landregen wie etwa in Deutschland, ist hier nicht bekannt.
Herrschten bei unserer Ankunft noch wolkenbruchartige Regenfälle, so schien bei unserem Aufbruch am späten Nachmittag schon wieder die Sonne…
Im Sonnenschein wirkt alles freundlicher
Nach der Rückkehr in die Marina, ziehen Sibylle und ich uns auf NESSAJA zurück und verleben unser „staades Weihnachtsfest“ – ein Heiligabend mit 24 Stunden Verspätung!
Wir machen es uns gemütlich, trinken Tee, essen Lebkuchen. Später gibt es einen kleinen Salat und ein Glas Wein, wir schauen einen Weihnachtsfilm und lassen den Feiertag ausklingen.
Am nächsten Morgen, ebenfalls Feiertag in Hellas, bringen wir das Auto zurück und fahren mit der GS wieder in die Marina. Ich habe für das Motorrad einen guten Winterabstellplatz gefunden, hier parke ich das Bike während der Schlechtwetterphasen zumindest etwas geschützt.
Der Platz schützt vor direktem Regen und ist nicht matschig
Wir nutzen die freie Zeit und das kurzfristig schöne Wetter, um abermals eine Marinarunde zu drehen und etwas frische Luft zu schnappen.
Wer genau hinschaut, wird positiv bemerken, dass selbst ich für die Weihnachtstage meine löchrigen T-Shirts und meinen Hoodie abgelegt habe und im Poloshirt nebst klassischem schwarzen Pullover unterwegs bin – der ein oder andere wird es mit zufriedenem Lächeln bemerken 😉
Dramatische Wolkenformationen über der Einfahrt zur Lakki Bucht
Die Wolken verheißen nichts Gutes und tatsächlich wird eine halbe Stunde später ein Gewitter über die Marina ziehen, wir können gerade noch unsere Runde zu Ende bringen.
Dabei kommen wir auch an NESSAJA vorbei – schön, wie sie an ihrem Platz liegt. Schön, unser Zuhause!
Ein tolles Schiff
Weil wir gerade bei NESSAJA sind – wie geht es mit ihr weiter? Nun, ich will da nicht herumreden, irgendwann muss sie in neue Eignerhände übergeben werden, das Verkaufsangebot für das Schiff gibt es, auch in „boat24“ ist sie inseriert.
Es wird kein Notverkauf, ich hoffe auf einen Nachfolger, der sie weiter so entwickelt wie ich das getan habe und sie letztlich für eine würdige und gehörige Blauwasserfahrt nutzt. Dafür ist sie ausgebaut worden, sie sollte das erleben…
Bis es soweit ist, werden wir darauf wohnen, es stehen am Haus ja noch aufwändige Renovierungsarbeiten an. Wenn allerdings eine neue Skipperin oder ein neuer Skipper Interesse zeigen und gleich loslegen wollen, dann werden wir diesen Plänen nicht im Wege stehen.
Szenenwechsel, ein neuer Tag – Weihnachten ist vorüber! Lakki erwacht zu neuem Leben, beflügelt auch durch den Sonnenschein am heutigen Tag.
Wie so oft im Dezember, gehen Sibylle und ich unsere Runde durch die Marina. Dabei stellen wir fest, dass die Stürme der letzten Tage wohl einen Schaden an der Plane von ALLEGRA verursacht haben.
Die Plane flattert, es muss gehandelt werden – wir informieren das Eignerpaar
Da auch der Eigner von EDINA und unsere Nachbarn Ciarán und Jill von der unglücklichen Rundmail bezüglich des Sturms betroffen waren und sich inzwischen bei mir gemeldet hatten, machen wir auch hier ein paar Bilder und sorgen in Deutschland und Irland für Aufklärung diesbezüglich…
An EDINA haben die Marinabeauftragten eine Spring eingebunden
Die CNB 60 liegt sicher und auch ein Kontrollblick im Inneren zeigt keine Auffälligkeiten.
So ein schöner Tag! Auf dem Weg zurück zu unserem Schiff überlegen wir, was wir heute noch anstellen können und beschließen, dass wir noch einmal zum Haus fahren. Danach würden wir uns einen Cappuccino gönnen – ein guter Plan.
Doch zunächst gilt es, die Bilder von OLIVE nach Irland zu senden und dafür zu sorgen, dass Jill und Ciarán ruhig schlafen können 😉 .
Auf OLIVE ist wirklich alles ok – hier hat die Marina auch nicht gehandelt
Wir schnappen uns unsere Helme, starten die GS und tuckern gemütlich nach Plaka. Am Weg bezahlen wir den Leihwagen und bekommen von Rena einen Sack Mandarinen geschenkt. Das freut uns!
Wir quatschen ein bisschen über Silvesterpläne und sie freut sich für uns über die aktuelle Entwicklung.
Am Haus angekommen, schleichen wir über das Grundstück – wir diskutieren und planen. Vom Nachbargrundstück kommt ein Mann herangelaufen, eine Frau schaut um die Ecke. Sie winken uns heran „Problem, Problem“ rufen sie…
Sie deuten auf die Trockenmauer – „unsere“ Trockenmauer…!
Das fängt ja gut an
Waaaas? Das geht ja gut los – wir kaufen ein Haus und wenig später stürzt es ein???
Ernsthaft, wir fotografieren den Schaden, der bei den schweren Regenfällen entstanden sein muss und leiten das Bild an den Makler. Wir haben ja noch keinerlei Befugnisse, streng genommen auch noch keine Verantwortung. Trotzdem ist es tasächlich ein „Problem“, welches diskutiert und beseitigt werden muss.
Wir lernen den Mann und die Frau als Manolis und Anna kennen, unsere neuen Nachbarn. Wir stellen uns vor und erklären, dass wir das Haus kaufen möchten und hier leben wollen. Das freut die Beiden, denn klassische Ferienhäuser, die die meiste Zeit leerstehen, sind eigentlich nicht das was die Lerianer wollen.
Ich übersetze mit dem Mobiltelefon, dass ich die meisten Arbeiten selber anpacken möchte und aus dem alten Haus ein kleines Idyll zaubern will – daraufhin zeigt uns Manolis sein gesamtes Anwesen mit stolzgeschwellter Brust. DAS alles habe ER selber gebaut! Ich staune und bewundere…
Ich glaube ich habe einen Heimwerkerkumpel gefunden! Ich muss an „Hör´ mal wer da hämmert“ denken. Die Beiden sind nett, ich bin happy!
Tags darauf treffen wir uns mit Shira und Noam am Haus, auch sie sind neugierig, auch sie wollen erste Details wissen. Ich teile meine Freude gerne mit den Beiden, denn sie waren uns immer gute Ratgeber. Auch diesmal helfen die Beiden – zunächst, als sie ihr Auto als „Maßstab“ für die Garage zur Verfügung stellen…
Perfekt – ein Honda CR-V passt rein
…dann mit dem Angebot, dass sie mir mit ihrer Planungssoftware Pläne für das Haus erstellen werden.
Beides hilft mir – bei der Garage kann man natürlich auch messen, aber nichts ersetzt das Gefühl, als einen Wagen real in die Garage zu stellen! Gehen die Türen auf? Wie rangiert man hinein? Wieviel Luft bleibt nach oben und den Seiten? Wir erkennen – der CR-V stellt das Maximum dar, was aber eine sehr positive Nachricht für mich ist.
Die Pläne helfen wirklich sehr, da wir zwar alle Wände stehen lassen wollen, aber eine Türe durchbrechen wollen und zwei neue Fenster setzen müssen. Zudem ist über einen Eingangsbereich nachzudenken. All das kann man sich sehr gut vorstellen, wenn es 3-D Ansichten gibt – erste Pläne existieren bereits – man verzeihe mir die Wortwahl – es sieht echt geil aus!!!
Zufrieden fahren wir nach Hause und erledigen dabei am Weg noch unsere Einkäufe. Sibylle geht zum Hähnchenmetzger, ich fahre rasch zu Loukas und kaufe Kettenspray für die GS – der Dreck und das Schlechtwetter lassen den Verbrauch in die Höhe schnellen.
Ich bin gerne bei Loukas, ich liebe diese kleinen Werkstätten
Das letzte Mal hatte er das Kettenspray von Bel-Ray noch als „best of the best“ angepriesen, er hat damals schon auf den hohen Preis hingewiesen. Als ich ihn diesmal auf das Edelspray anspreche, lehnt er ab – er verkauft das nicht mehr, zu teuer! Seine Hand greift nach einem no-name Spray mit einer deutschen Flagge am Ende des Artikelnamens…
Er strahlt mich an – „…Germania!“ höre ich ihn sagen, dann erklärt er, dass dieses Spray „…noch viel besser sei…“ und zudem 10.-€ billiger! Schlitzohr! Egal, ich schmunzle in mich rein und kaufe das beworbene Produkt – der Kette der GS wird es egal sein.
Dann picke ich meine Sibylle auf und wir brausen zu NESSAJA, der nächste Videotermin ist anberaumt! Sibylle videochattet mit Enkelin Heidi…
Ja Hallo Heidi…
Ich staune – die Kleine ist eineinhalb Jahre alt und interagiert am Mobiltelefon mit der Oma. Sie tut das aktiv. So ist das mit den Zwergen, die mit diesen Medien aufwachsen. Sie winkt und lacht und lässt Sibylle so merken, dass die Oma am anderen Ende Europas nicht in Vergessenheit gerät.
Ok, dass sie auch dreimal auflegt soll der Sache keinen Abbruch tun! Nachdem die Mama wieder übernommen hat, schickt sie uns ein Bild unseres Fltzers in Deutschland – der steht im Landkreis Erding, der Nähe zum Flughafen wegen. Wir staunen nicht schlecht – es scheint kalt zu sein…
Da muss Tarantula aber aufpassen, dass sie nicht abrutscht
Temperaturtechnisch können wir punkten, wettertechnisch leider nicht. Hilft aber nix, unser Trinkwasser ist zur Neige gegangen, wir müssen zeitnah auffüllen. Arbeitsteilung heißt die Devise! Sibylle möfelt mit dem Breezy hin und her, ich trage den schweren Kanister zu NESSAJA und befülle den Tank.
Viele Hände – schnelles Ende
Leider hat Sibylle den Vorsatz „Regenpausen nutzen“ falsch verstanden – nicht, dass es diese nicht gegeben hätte, nur war Sibylle immer dann auf dem Weg, wenn es wieder ergiebig geregnet hat.
Während der tatsächlichen Regenpausen hat sie sich dann im Schiff aufgewärmt – es ist uns an diesem Tag nicht gelungen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Schietwetter im Paradies
Was fängst an, wenn das Wetter es nicht gut mit Dir meint? Nun, ich tippe immer ein paar Blogzeilen oder lerne Griechisch.
Mein Lerneifer hat Sibylle angefixt – Sie, die sonst lieber lange Romane liest oder mit der Familie Videocalls macht, sie hat auch ihren Duolingo Zugang wiederentdeckt und möbelt ihr Englisch auf.
Da sitzen wir dann – „Wie geht es Dir?“ „How are you? Τι κάνετε;
Macht Spaß…
Zuhause scheinen die Seglerfreunde auch Zeit zu haben und an den Plänen für das nächste Jahr zu schmieden. Immer wieder mal erreichen mich Nachrichten, ob ich nicht unterstützen könnte, indem ich etwas fotografiere oder ausmesse. Diesmal war es Martin, der eine Rechnungskopie bräuchte, ich könne bei der Gelegenheit gleich noch nach den Batterien von STENELLA sehen…
Das Wetter war toll, mach´ ich gerne – Sibylle und ich gehen zu dem süßen roten Schiff.
Schönes Wetter, prima Stimmung – aber nur etwa 14°CDie rote „Wanderer 40“ ist ein knuffiges, wunderschönes Schiff
Ich hole mir das lange Brett und balanciere an Bord. Alles ist perfekt, kein augenscheinliches Problem. Auch der Blick nach innen bestätigt, hier ist alles in Butter auf´m Kutter!
An Deck alles bestens……auch die Systeme funktionieren
Ich suche noch das benötigte Dokument und gebe dann Rückmeldung an Martin. So ist sichergestellt, dass in Hessen die neue Saison reibungslos geplant werden kann. 😉
Auch Felix hat sich ob seiner Persenning inzwischen zurückgemeldet. Er würde es durchaus schätzen, wenn ich nachsehen würde, ob man die Plane neu fixieren kann. Natürlich machen wir das! Nächste Station also ALLEGRA…
Ich organisiere eine Leiter und sehe mir das Unbill von oben an
Hm, was war da nur passiert? Die Leine baumelte am Rumpf nach unten, war aber aus allen Ösen ausgefädelt, es war nichts zerissen oder beschädigt!
Egal, Hauptsache ist, dass der Fehler schnell behoben werden kann. Ich fädle also alles wieder ein und kann nach 15 Minuten Vollzug melden…
Ziemliche Fädelei, aber kein großer AufwandAm Ende alles gutDie Ecken waren vorher schon lose – ich melde das so dem Eigner
Jetzt aber – die Sonne wandert Richtung Horizont, langsam wird es frisch. Sibylle und ich gehen noch zum Leuchtfeuer der Marinaeinfahrt, dann wollen wir zurück ins Warme und es uns gemütlich machen.
Schönes Licht – schönes SchiffDie Sonne steht tief, langsam wird es frisch
Wir entern unser Zuhause und es kommen uns die Lebkuchen von Tina und Volker in den Sinn. Das wäre jetzt doch was! Five o´ clock Tea und echte Elisen Bratapfel-Lebkuchen – das Leben ist schön!
Wir wärmen uns auf
Heizen müssen wir noch nicht, denn Sibylle kocht mal wieder etwas Feines. Der Hähnchen-Rollbraten schmort im Ofen, die Abwärme des kräftigen Backrohrs, kann den kleinen Raum gut heizen – ich kann es gut im gschlamperten T-Shirt aushalten.
Leider wabert im Hinterkopf der Gedanken daran, dass wir noch ein weiteres Mal „ausrücken“ müssen. Es ist also noch nicht soweit, dass wir in den absoluten „Relaxmodus“ wechseln können – den erkennt man daran, dass Sibylle in ihre grauen Schlabber-Jogginghosen wechselt! Frei nach Karl Lagerfeld, gibt sie damit die Kontrolle über ihr Leben ab und kann ab dieser Minute nicht mehr an meinen geliebten „Golfshirts“ rummeckern (die mit den 9 Löchern) 😉 …
Also auf geht´s – rein in die Jacken, Taschenlampe an und ab zu ANAHITA – hier haben wir auf die Dunkelheit gewartet, um die Batterien ohne den Einfluss der nicht abschaltbaren Solarmodule zu messen.
Ein Blick – Servicebank unter Last, passt alles
Ich mache ein Bild, sende es an den Eigner und gebe Entwarnung. Auf der Delta 46 ist alles ok.
Jetzt darf der Braten schmecken, ab jetzt wird´s ein gemütlicher Abend.
Das Jahr geht in den Endspurt, noch zwei Tage! Was ist noch zu tun? Wir wollen nicht mit einer „Offene Punkte 2024“ Liste in das neue Jahr starten!
EDINA muss gelüftet werden, unsere Freundin Shira wartet auf die Realmaße vom Haus. Das packen wir noch an…
Am Ponton B – dort liegt EDINA
Ich staune nicht schlecht! Im Moment ist nur eine Abfahrt auf die Kaianlage geöffnet. Aber selbst im Dezember, in einer völlig aktionslosen Marina, schafft es ein Autolenker sich exakt und mittig in diese Einfahrt zu stellen – Herr lass´ Hirn regnen!
Klar, die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt ein Tankwagen oder der Wasserwagen dorthin müssen ist gering, aber auch unser Müllfahrer oder der Taucher fahren hier herunter und müssten sich jetzt den Weg bahnen. Jaaaa, ich weiß, ich bin in Griechenland! Siga, siga – aber es müsste doch nun wirklich nicht sein. Entspanntheit ersetzt doch nicht das Denken.
Egal, wir öffnen die Luken bei EDINA und kümmern uns weiter um unsere To-Dos.
Nächster Halt – der „OBI“ von Leros, Andreas Kritikos´ BaumarktIch kaufe ein Laser Meßgerät – ich muss rund 100 Maße am Haus nehmen
Nachdem wir rasch unsere Einkäufe nach Hause gebracht hatten, fuhren wir umgehend zum Haus und nahmen alle relevanten Innen- und Außenmaße des Wohngebäudes.
Das Laser-Meßgerät hat sich sehr schnell als lohnende Anschaffung gezeigt, denn obwohl wirklich viele Maße zu nehmen war, ging die Aufgabe rasch von der Hand.
Mit dem Laser von Kante zu Kante – easy
Wir trugen die Berichtigungen und Detailabweichungen in den erstellten Grobplan ein und senden das Bild an Shira. Jetzt heißt es zu warten, bis die Freundin die berichtigten Daten in ihr Programm eingepflegt hat.
Gemessen daran, dass wir noch nicht vollumfänglich Eigentümer des Hauses sind, haben wir schon allerhand erreicht.
Sibylle und ich gehen auf einen Cappuccino ins „Coffee Lab“. Sie wünscht es sich und ich gebe dem Schuppen ein zweite Chance. Wir bestellen das Bohnengebräu und dazu etwas Süßes.
Wir bekommen Besuch
Ok, Chance genutzt, sowohl die Cappucci als auch das Bougatza waren köstlich.
Während wir über die Grundrisse des Hauses sinnieren, besprechen wir auch die Ausrichtung von Terrassen und Zimmern. Dabei lassen wir uns von Google Earth helfen. Um in etwa einschätzen zu können, wie alt die Aufnahmen sind, schaue ich mir auch die Luftaufnahme der Marina an – da habe ich Anhaltspunkte.
Mich erstaunt was ich sehe…
NESSAJA an F16
Wir liegen auf der Luftaufnahme schon auf unserem aktuellen Platz. Hierher haben wir am 31.12.2023 verholt, also vor fast exakt einem Jahr. Da die Aufnahmen ganz klar vom Sommer sind, kann man ziemlich sicher sagen, dass sie vom Sommer 2024 sind – sehr aktuell also!
Im Gehen werfe ich noch einmal einen Blick in das Lokal. Es ist schon nett hier. Ich lenke ein, es soll auch eine weitere Chance bekommen und dann sehen wir weiter.
Mein letzter Blick gilt einer Auszeichnung – „Südeuropas Kaffeekette des Jahres 2023“! Ok, nicht schlecht! Muss man anerkennen. Übrigens, der Rechnungsbetrag war verschwindend gering. Wenn sich der Barista nicht verrechnet hat, dann ist das „Coffee Lab“ auch noch günstig!
Man sitzt recht schön……in der Leros Filiale der preisgekrönten Kaffeekette
Wir fahren zurück in die Marina – dachte ich…
Ich merke schon, Sibylle hat heute Hummeln im Arsch, sie liebt es „ein Fährtle“ zu machen. So will sie es auch heute! „Komm´ lass´ uns nach Xirokampos fahren“, höre ich sie sagen.
Warum eigentlich nicht???
Wir fahren an Susannes Haus vorbei und versuchen zu überblicken, ob alles in Ordnung ist. Von der Straße aus gibt es keine Auffälligkeiten, ich bin sicher, dass unsere Freundin sich über das Bild freuen wird.
Sieht alles gut aus
Dann machen wir, mal wieder, einen Abstecher zur kleinen Felskapelle „Panagia Kavouradaina“. Die ist aber auch wirklich einzigartig – miniklein, in den Fels gebaut! Eigentlich charmanter als ihre berühmtere Schwester „Agios Isidoros“.
Die Sonne zaubert eine perfekte Stimmung…
Der Zuweg ist neu angelegtDas Panorama ist wundervollDas Kirchlein besticht außen……und innenBlick auf Kalymnos – so geht GriechenlandDie Umgebung – eine felsige Steilküste
Jetzt sind unsere Speicher wieder voll! Meiner zumindest! Als wir an NESSAJA ankommen, ist es Sibylle noch nach einer Runde „Walking“. Das freut auch mich, denn so kann auch ich mal eine halbe Stunde durchatmen.
Wer meint, dass ich nun faullenzen würde, der hat sich getäuscht! Ich durchblicke meine Lernapp immer besser und finde Gefallen an der spielerischen Aufmachung.
Ich fleze mich also auf die Salonbank und versuche mich voranzuarbeiten – und das gelingt doch ganz gut!
Ha, wer sagt´s denn!
Spaß beiseite, ich nehme das recht ernst und will Ziele erreichen. Erste Basics setzen sich fest, aber ich stehe ganz am Anfang eines langen Weges. Die ersten Schritte sind getan.
Der Abend verplätschert, wir essen gut und trinken ein Gläschen Wein, später gucken wir Krimiserien. Der vorletzte Tag des Jahres geht zu Ende, wir sind beide gespannt, was Silvester bringen wird.
Nach dem Ausschlafen und einem guten, kräftigen Frühstück erhalte ich eine e-Mail von der Marina. Ein großer Umschlag sei angekommen, er läge im Büro und wir möchten ihn doch bitte abholen.
Da Sibylle ohnehin noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen muss, bringt sie die Sendung im Vorbeifahren mit und hat somit das Recht erworben, diese auch zu öffnen! Naja, offen gesagt wussten wir was drin sein würde – es war halt die Vorfreude…
Ein Geschenk der Kinder – wie jedes Jahr……wir bekommen den geliebten Kalender mit Dutzenden von BildernNanu, hat 2025 etwa 13 Monate? Das ist doch… NEIN? Doch! Oooh!!!
Wer genau hinsieht erkennt, welche Freude und welche Überraschung wir mit euch teilen wollen – Enkelchen #8 ist im Anmarsch! Was für ein Weihnachtsgeschenk.
Oooops, erwischt! Hier habe ich etwas gemogelt – wir wissen es nämlich schon seit Weihnachten, die werdenden Eltern hatten uns das Ultraschallbild beim Videocall in die Kamera gehalten! Wir konnten unmittelbar gratulieren.
Dieser Kalender ist wieder etwas Besonderes für uns – er kommt sofort an seinen Platz.
Perfekt! Danke!
BIMM! Na heute geht es ja zu wie im Taubenschlag! Shira meldet sich und bietet ein Treffen an. Wir könnten einen Cappuccino trinken und dabei gleich die Pläne des Hauses ändern.
Außerdem hätte sie eine Idee für eine Umgestaltung, diese wolle sie uns vorstellen. Wir treffen uns also im „Mocal“ in Agia Marina.
Während wir über die Pläne und Vorschläge grübeln, kommen Kinder vorbei, die etwas aufsagen und dann ein paar Münzen sammeln. Natürlich geben auch wir ein paar Groschen.
„χρόνια πολλά“
Als wir in die Marina zurückkehren, sind die Stunden gerade so verflogen.
Sibylle kocht einen Tee, wir wollen uns wieder eine Packung der leckeren Lebkuchen gönnen. Da fällt mir ein, dass ich EDINA noch zumachen muss – ich hatte die CNB 60 auch heute noch einmal gelüftet um jeglichen Muff zu vermeiden.
Als ich zurück zum Schiff laufe, fällt mir die schöne Stimmung über der Marina auf – das Leben ist schön!
Masten im Sonnenuntergang
Ab jetzt läuft die Uhr rückwärts – wir haben alles erledigt, sitzen gemütlich in unserem Salon und gönnen uns zum Tee – in Ermangelung von Alternativen – die „Helene Fischer Show“. Einmal im Jahr kann ich das aushalten.
So verbringen wir einen gemütlichen Abend, sinnieren über das, was uns wohl im Jahr 2025 erwarten wird und hoffen, dass uns Unheil erspart bliebe.
Hilft nix, um 20.45 Uhr müssen wir noch einmal raus, die Marinacommunity trifft sich im „To Steki tou Dingenskirchen“ zum Silvesterdinner.
Das frühere „Stand By“ hat einen neuen Betreiber
Es war schwierig, für dieses Silvester etwas Geeignetes zu finden. Thomas und Paola hatten sich so eingesetzt und keine Mühen gescheut, trotzdem prallten zuviele Interessen bei geringem Angebot aufeinander.
Der beste Kompromiss schien dieses Lokal zu sein – dabei ist ein Kompromiss aber auch immer der kleinste gemeinsame Nenner.
Aufgrund dieser Tatsache, sind auch eingeplante Freunde ausgestiegen und haben sich auf eigene Faust anderweitige Alternativen gesucht. Unsere Gruppe wurde um Bekannte erweitert, welche in der Lakki Bucht vor Anker liegen.
Wir waren 12 Personen
Ab da lief es, ich denke ich darf das sagen ohne die Leistung unserer Organisatoren zu schmälern, ein bisschen ungut ab.
Was wir nicht ahnten – Paola hatte der Wirtin ein Silvestermenü fur unsere Gruppe aus den Rippen geleiert. Diese war nun daran interessiert uns abzufüttern, so dass die später ankommenden Gäste nicht merken, dass unser Essen von der „Tageskarte“ abweicht.
Die Vorspeisen kamen alle auf einmal und unter Hast auf den Tisch…
Geschmacklich sehr guter Standard, aber viel zu schnell
Obwohl einige am Tisch eine kleine Pause zwischen den Gängen einforderten, wurde diesem Wunsch nicht Rechnung getragen – irgendwann war die Tafel vollgebaut mit den kleinen Meze Tellerchen und wir hatten allerhand zu futtern.
Leider damit nicht genug! Wir hatten diese Vorspeisen noch nicht gegessen, kamen schon die ersten Hauptgerichte – wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Dreiviertelstunde hier.
Der Protest an unserem Tisch wurde lauter, das musste er auch, denn inzwischen hatte die Musik angefangen zu spielen.
Auch der Nachbartisch war inzwischen besetzt
Obwohl die Wirtin tatsächlich vor dem letzten Gang den Druck etwas herausnahm, war das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Die Musik war superlaut, zwischen den Tischen war keinerlei Gang oder Raum, dies sorgte für Unruhe im Raum. Jürgen von der BE HAPPY beschwerte sich ob der Lautstärke der Musik – ich war gespannt was passieren würde…
Die Antwort – NIX! War aber klar!
Bis hierhin nahm ich es mit Gelassenheit, sich zu beklagen bringt nichts, es kann nicht immer perfekt sein. Außerdem – schlimmer geht immer…
Man kann auch einen Platz vor der Klotüre und unter dem Lautsprecher bekommen
Ich war relativ entspannt – noch 81 Minuten bis zum Jahreswechsel. Doch dann passiert es…
RAUCHER! Es wird geraucht! Im Speiselokal! Für mich ein absolutes NO GO!
Ich sehe sofort den Quell des beißenden Gestanks und erkenne auch, es ist nicht nur einer! Am Nebentisch schmaucht eine ganze Gruppe, es wird akzeptiert. Für mich ein ganz klares Zeichen zum Aufbruch – es gilt „sero tolerance“.
Ja ich weiß, auch unter euch werden einige sein die sich fragen, ob ich da nicht etwas überreagiere. Nun, ohne mein Leben komplett offenzulegen will ich anmerken, dass sich der Verdacht auf Kehlkopfkrebs durch Passivrauchen nicht geil anfühlt. Zwanzig Jahre Trainings vor rauchendem Publikum gehen nicht spurlos an einem vorbei – ich hatte einfach Glück. Diese Situation nehme ich heute nicht mehr hin – unter keinen Bedingungen!
Ich tippe Thomas, unserem Organisator, auf die Schulter, melde mich ab und lasse ihm unseren Obolus hier. Dann gehen Sibylle und ich – kurz und schmerzlos. Unglücklich war, dass offensichtlich zwei andere Segler ähnliche Gedanken hegten und uns folgten…
Was nun? Ich mache es kurz!
Gemütliches Silvester zu Hause – Prosit Neujahr!
Da die Bar unserer Wahl geschlossen hatte, haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir das Jahr zuhause ausklingen lassen. Wir haben mit einem Tsipouro angestoßen und einen Blick nach draußen gewagt – für Entertainment sorgte die „Große Silvesterparty“ des ZDF.
Es war gediegen, es war schön – wir haben ein entspanntes Silvester erlebt!
Es ist soweit – 2025 ist da
Dieses Silvester war etwas mehr Feuerwerk als die Jahre zuvor. Vielleicht freuen sich die Griechen, dass sie 2024 endlich verabschieden durften – aus globaler Sicht war es ja ein eher durschnittliches Jahr, in vielerlei Hinsicht sogar ein denkbar schlechtes.
Wir freuen uns auf 2025 – obwohl wir wissen, dass mit jeder zu erwartenden Veränderung auch Mühen und Aufwand einhergehen.
Wir erwarten ein spannendes, abwechslungsreiches und hoffentlich zufriedenstellendes Jahr, wissen aber auch, dass für all das Gesundheit, Frieden und das persönliche Glück die Grundlage darstellt.
Das wünschen wir uns für uns, unsere Familien und euch allen da draußen!
Gruß von Bord der NESSAJA Mario & Sibylle
Ach PS.: Der Ausblick – im Januar wird sich letztendlich herausstellen ob und wieviel ich für die Marina arbeiten soll, dies muss sich mit dem geplanten Besuch bei ELOWYN in Preveza vereinbaren lassen. Spannend wird sein, ob wir den Hauskauf unter Dach und Fach bringen und beim Notar abschließen können – was wird sich hier ergeben?
Für den Blog plane ich umfangreiche Veränderungen – der Seglerblog wird irgendwann ein „Greek Island Mood“ Blog werden. Es gilt „sailingmoments“ in einen neuen, übergeordneten Blog zu implementieren. Ob ich das 2025 schaffe???
Der November hat begonnen! Der Monat, der bei den meisten Mitteleuropäern als der verhaftet ist, welcher Nebel, Tristesse und vielleicht Schneefall mit sich bringt.
Schliersee – Neuhaus (unser ehemaliger Heimatort) am 14.11.2024 – Foto aus Facebook
Nicht so, hier auf Leros! Für uns beginnt der elfte Monat des laufenden Jahres herrlich! Wir haben blauen Himmel, die Sonne hat durchaus noch Kraft und tagsüber ist es angenehm warm – wie im Spätsommer eben! Ich will vorwegnehmen, dass dies bis weit in den November auch so bleibt – sich dann aber schlagartig ändert!
Leros Marina Evros, Ponton F, 01.11.2024
Dennoch – auch hier kehrt eine andere Stimmung ein. Die Tourismussaison ist vorüber, die Locals wechseln wieder in den Modus der Lerianer. Die Schlagzahl geht nochmal etwas zurück, die Insel wird ruhiger, sie wird authentischer.
Ich liebe diese Phase des Jahres! Der Mood der nun vorherrscht, trifft sich exakt mit meinen Erwartungen an eine kleine Ägäisinsel – hellenic island vibes…
Dafür breche ein wenig mit der Tradition, meinen Blogbericht mit einem Song der 80er zu eröffnen, aber kaum ein Lied trifft diesen Nerv so wie Reinhard Meys Song „Tris Karekles (τρεις καρέκλες)“ aus dem Jahr 1996!
„Ein Eisenofen steht mitten im Raum Rotglühend, doch du spürst ihn kaum Die Abendkühle kriecht über den Steinboden herein Ein dürrer Rauch steigt zur Decke empor Ein kühn geschwungenes Ofenrohr Die nackte Glühbirne taucht den Raum in fahlen Schein Ein alter Fernseher flackert schwarz-weiß Die Männer sitzen verstreut im Kreis Und immer in diesem Gebilde aus drei Stühlen Einen, da stehen die Füße drauf Einen, da lehnt der Arm sich auf Den dritten, zum drauf sitzen, um sich im Gleichgewicht zu fühlen
Μια ημερα θα χρειαστω Τρεις καρεκλες και εγω Για ολη μου την εντνχια Μια τα χερια ν ακουμπω Μια τα ποδια μου ν απλωνω Και μια, και μια να καθομαι“
Dieses Lied von Reinhard Mey beschreibt eine Szene irgendwo an der griechischen Küste. Erwachsene und lebenserfahrene Männer leben einfach und sind tief zufrieden. Alles was sie wissen, hat sie das Leben gelehrt. Und wenn sie gemütlich sitzen, braucht jeder drei Stühle…
Reinhard Meys Beobachtungen decken sich mit der Realität (Bildquelle Intenet)
Die Alten sitzen wieder vor den Türen und vor den Kafenions der Dörfer. Die Jungen, die auf ihren klapprigen und auffrisierten Mopeds vorbeifahren, haben wieder die Zeit auf einen generationenübergreifenden Ratsch anzuhalten – die Uhr tickt hörbar griechisch…
„Da ist kein Mißtrauen, da ist kein Neid Und da ist Frieden, da ist Zeit Der Wirt, der mit den dicken Kaffeetassen klirrt Nichts ist Berechnung, nichts bedacht Alles aus Freundlichkeit gemacht Das ist ein Ort, an dem dein Herz gesunden wird Blau-weißes Tischtuch, frisches Brot Leise tuckerndes Fischerboot Ein Teller Apfelscheiben und ein Becher Wein Vielleicht bleib ich irgendwann hier Jedenfalls arbeite ich schon an mir Um auch nur mit drei Stühlen zufrieden zu sein“
Der November begrüßt uns mit einem freundlichen Tag, wir stehen auf, frühstücken leicht und gehen mal durch die Marina – mal sehen, was es Neues gibt…
CHILI wird gekrant und kommt auf´s Drydock
An der Krangasse tut sich schon etwas! Wir wissen natürlich, dass für Ina und Ralf die letzte Woche anbricht. CHILI kommt auf´s Drydock und die beiden gehen in die letzten Vorbereitungen um das Schiff winterfest zu machen – bald werden sie die Heimreise und Winterpause antreten.
Der morgendliche Kaffee will raus und ich biege zum Waschhaus ab, hier fällt mir die übriggebliebene Halloween Dekoration auf – das ist nun vorbei, es ist Allerheiligen! Also in Deutschland – hier ist dieser 01. November kein Feiertag!
Halloween Dekoration – letzte Überbleibsel des 31. Oktober
Dennoch wird die Dekoration, die der Mythologie nach böse Geister abwehren soll, in den nächsten Tagen allerorts weichen – auf Leros fackelt man nicht lang, man ersetzt diese ganz einfach durch die Weihnachtsdekoration – dies werden wir alsbald hautnah erleben!
Wir quatschen ein bisschen mit Ina, ich werfe mit Ralf ein paar fachmännische Blicke auf das Unterwasserschiff seiner Hanse 418 und wir legen fest, wie wir ein paar Ausbesserungsarbeiten und den Neuanstrich des Antifouling im Frühjahr 2025 angehen werden.
Dann ziehen wir ein Haus weiter, denn auch bei Tim und Jasmin tut sich was – nach langem Warten ist heute endlich der Termin, an dem der Mast gestellt wird!
Das Maximum – recht viel mehr als den Mast der HR48 kann unser Kran nichtDas ganze Team ist am werkeln, um den langen Spargel zu stellen
Diese Aktion können wir noch ein paar Stunden beobachten, denn es dauert schon eine ganze Weile, bis der doch sehr viel größere und wuchtigere Mast als der von Hans Peters Bavaria, final aufgestellt ist.
Auch die Beiden arbeiten unter Zeitdruck bis in die Nacht, auch hier steht der Rückreisetermin fest, auch Jasmin und Tim werden in ein paar Tagen in die Winterpause nach Deutschland reisen.
Sibylle geht zurück auf NESSAJA, sie möchte an diesem herrlichen Tag Wäsche waschen, ich dagegen verhole mich auf Martins STENELLA, wir setzen das Großsegel, hier gilt es, ein Problem zu identifizieren und einen Lösungsansatz zu finden.
Während wir an Deck schaffen, biegt ein wohlbekannter Katamaran in die Gasse ein – großes „Hurra“! Völlig überraschend kommt Marcus mit Familie, um DARKSYDE für den Winter in der Marina abzustellen.
Wir freuen uns über das Wiedersehen
Ihr merkt schon, es ist Bewegung in unserem Freundeskreis – die einen bereiten sich auf die Winterpause vor, es naht der Abschied. Andere kommen an, wir checken langsam ab, wie sich die Wintercommunity formieren wird und mit wem man sich die nächsten Wochen treffen wird.
Obwohl es insgesamt deutlich ruhiger wird, droht niemals die Gefahr der Langeweile. Es sind noch genug Freunde und Bekannte anwesend.
Ich gebe Sibylle Bescheid, dass DARKSYDE eingelaufen ist und stelle meine Arbeit mit Martin fertig. Klar, dass ich dann umgehend einen Abstecher zu Marcus mache – doch nanu… Wo sind denn Susanne und Lilly? „Die sind rasch nach Lakki um ein Giros zu holen“ höre ich den Freund antworten! Hmmm, ob wir nicht kurz anrufen könnten???
Ha! Klar können wir! Glückstag
Lilly erzählt Sibylle von ihren ersten Schultagen, Susanne berichtet vom Hausbau und wir von unserer Reise nach Preveza. Es gibt viel zu erzählen.
Marcus fragt, ob ich helfen könnte eine Victron 3-Phasen Anlage nebst Solarmodulen in sein Haus einzubauen – off-grid sei das Ziel! Wir fachsimpeln und beschließen dann – „…das machen wir!“ Zudem gibt es ein paar Kleinigkeiten an DARKSYDE, aber ein Andermal, diesmal bliebe man nur kurz, wir sehen uns dann im weiteren Verlauf des kommenden Winters – erste Termine werden ins Auge gefasst.
So verrinnt der Tag, es ist Kaffeezeit! Gut, dass Ina und Ralf ihre „Kaffeebar“ auf CHILI kurzerhand zur „Roof-Top-Caféteria“ umgewidmet haben – so verholen wir uns stande pede dorthin, um der Sonne beim gleichnamigen Untergang zuzusehen.
Über den Dächern der Evros Marina
Kaum steht das Wärme spendende Zentralgestirn tief, muss man entweder die Kleidung optimieren oder sich ins Schiffsinnere zurückziehen.
Wir gehen nach Hause, denn ab heute wird auf NESSAJA wieder gekocht! Sibylle hat festgelegt, dass die Notwendigkeiten außerhäusig zu essen deutlich zurückgegangen sind und sie somit wieder das Küchenregiment übernimmt!
Sibylle eröffnet die Kochsaison mit einem Chickencurry
Zu dieser Jahreszeit mag ich das! Der Herd wärmt den Innenraum des Schiffes, noch können wir darauf verzichten, unsere Eberspächer laufen zu lassen – dazu der gute Duft, die Dunkelheit…
Ich nutze diese Stunde, um den Blogbericht des Vormonats fertig zu stellen und zu veröffentlichen.
Danach noch lesen und dann freigeben
Abends verzichten wir zu dieser Zeit noch auf Fernsehen. Wir treffen die Freunde auf einen Ouzo oder einen Tsipouro, wir schreiben Mails oder führen Videocalls mit den Freunden oder der Familie zuhause – Langeweile kommt nicht auf, wir haben zu tun.
Irgendwann fallen wir dann ins Bett, meist geht Sibylle früher, ich folge nach – kurz, wir leben Alltag!
Vergleichsweise lese ich den Blogbericht aus 11/2023, eigentlich des Wetters wegen. Dabei fällt mir auf, dass die Grundsatzfragen welche vor einem Jahr omnipräsent waren, noch immer nicht gelöst sind. Ist das ein schlechtes Zeichen? Ich werde versuchen, dies in einem Jahresbericht zu analysieren und zu beantworten – findet ihr ab Mitte Januar in der Rubrik „Leben 2.0“.
Die Folgetage verlaufen ähnlich, wir genießen die Zeit…
Zusammen mit Ina und Ralf im „Roof-Top-Café“ CHILI……oder zum Sundowner in der „Sunset-View-Bar“ NESSAJA
…und verbringen gesellige Stunden mit verschiedenen Freunden. Dabei werden die Besuche in den Stammlokalen seltener – sowohl das „To Steki“ in Alinda, als auch das „Tis Kakomoiras“ in Vromolithos haben Winterpause. Auch das von uns geschätzte „Pirofani“ in Panteli und das „Metzes“ in Agia Marina sind vorübergehend geschlossen.
Die gute Nachricht – alle haben nur vorübergehend wegen Urlaub oder Renovierung geschlossen und werden wohl in ein paar Wochen wieder öffnen, wenn auch vielleicht nur an bestimmten Tagen.
Dazu kommt, dass einige Restaurants über den Winter ganz geschlossen sind – hier sind zum Beispiel „Dimitris o´ Karaflas“ und das „O´ Sotos“ zu nennen, angeführt vom Gourmettempel „Mylos“.
Wenn wir also in Gesellschaft zum Essen gehen, läuft es sehr häufig auf die üblichen Verdächtigen hinaus – das „SouVLakki“ oder die Pizzeria „La Nostra“ – meist gefolgt von einem Besuch im Eispalast der Familie „Repapis“.
Mit den Crews der CHILI und der TAO 3 zum Dinner im „SouVLakki“ – AbschiedsessenVersüsst auch den schlimmsten Abschied
Jasmin und Tim sagen „Auf Wiedersehen“! Da wir im Frühsommer des kommenden Jahres jedoch planen, einiges an Zeit in ELOWYN zu investieren und wir sowohl nach Preveza reisen werden als auch die Jungfernfahrt der „neuen“ ELOWYN begleiten wollen, bleibt nur zu hoffen, dass wir die Beiden noch einmal treffen werden. Auch die TAO 3 soll ab 2025 länger segeln und es wäre sehr schade, wenn wir uns verpassen würden.
Etwas betrübt gehen wir zurück an Bord von NESSAJA – Aufheiterung bringt Neu-Nachbar Martin (der aus England), denn er rüstet seine BACK OF THE MOON schon auf, um für Weihnachten gewappnet zu sein! Schön, ihn für den Winter bei uns am Steg zu wissen…
Das ist nur der Anfang – die Adventszeit kommt ja noch
Diese erste Phase des Novembers ist naturgemäß geprägt von Verabschiedungen – ich habe dies ja schon erwähnt. Und so ist es nur eine Randnotiz, dass dies Schlag auf Schlag so weiterging.
Der nächste im Bunde war Martin (der aus Hessen), auch er reist nach Hause, von ihm allerdings, wird es nur ein vorübergehender Abschied sein, denn er plant eine Rückkehr für Silvester und, wenn es ihm gelänge seine Petra zu überzeugen, sogar für Weihnachten.
Nichtsdestotrotz gibt es ein gemeinsames Abschiedsdinner – Pizza an Bord der gemütlichen STENELLA.
In der „blauen Stunde“ marschieren wir zu unserem FreundDas Bier und die Pizza munden – doch Sibylle liegt flachSehr lecker!
Die Pizzen und die gemeinsam geschlürften Biere munden vorzüglich und weil ich weiß, dass Martin meinen Tsipouro mag, habe ich mein offenes Fläschchen mitgebracht und zum finalen Verbrauch freigegeben.
Es lag somit auf der Hand, dass wir zunächst dachten, dass Sibylles plötzlicher Schwindelanfall nicht wirklich ein solcher war, sondern dass eventuell der letzte Tsipouro einfach Wirkung zeigt…
…dies war leider nicht so – Sibylle wird sich weiter mit solchen Attacken plagen und es wird offen bleiben, ob sie gegebenenfalls noch 2024 ein weiteres Mal zum Gesundheitscheck nach Deutschland fliegen wird.
An diesem Abend schaffe ich es, meine taumelnde Gattin nach Hause zu verfrachten und sie ins Bett zu wuchten. Der nächste Morgen wird Besserung bringen!
Und das tat er!
Ich kann mich wieder meinen täglichen Aufgaben widmen und schlendere zu EDINA um nach dem Rechten zu sehen. Dabei komme ich an einem Schiff vorbei – mir fällt das Verkaufsschild auf…
Die LIPSOS, eine 50ft Ketch
Ich kenne dieses Schiff vom Sehen schon länger – mein Auge bleibt daran hängen. Irgendwie würde es mir gefallen, ein neues Projekt zu starten. Ich schwanke immer noch zwischen Boot und Haus – natürlich weiß ich, dass es vernünftiger wäre, Zeit und Geld in ein Häuschen zu stecken, aber im Moment ist der Markt eben leer und Boote machen einfach mehr Spaß.
Die LIPSOS, so stellt sich heraus, ist ein mit Laminat umhülltes Holzschiff – das ist etwas was ich nicht will! Ich verwerfe also diesen Gedanken – vorerst…
BIMM! Mein Telefon vermeldet eine WhatsApp, diese kommt von Martin. Er sei gut weggekommen, aber ihm sei am Flughafen eingefallen, dass er seine Gangway vergessen hat anzuheben. Ob wir wohl mal…???
Na klar!
Ralf hilft – wir rücken mit versammelter Mannschaft an
Als wir die Gangway hochbinden, stellen wir fest, dass auch das Dinghy von STENELLA etwas zu tief hängt. Würden starke Nordstürme kommen, dann könnte es passieren, dass das Beiboot an den Steg gepresst wird.
Also hängen wir auch den Schnulli höher, es soll sichergestellt sein, dass auf der roten „Wanderer 40“ alles passt.
Jetzt passt alles – STENELLA liegt safe
Wir räumen die lange Reserveplanke wieder auf und schreiben eine Nachricht an den Freund, der inzwischen schon in Athen angekommen war.
„Alles in Butter auf Dein´m Kutter – mach Dir keine Sorgen!“
Der Hesse antwortet erfreut und bedankt sich mit zwei Fotos die er beim Flug von Kos nach Athen gemacht hat – Leros und unsere Marina von oben, sehr schön und deutlich fotografiert!
Leros, mein LerosDie Evros Marina im Scheitel der Lakki Bucht
Der Freund ergänzt, dass er auf unseren Fotos entsetzt feststellen müsse, dass er auch „den Adenauer“ vergessen hat einzuholen – ob wir wohl nochmal…???
Jaaaa, auch das geht klar! Wir tragen die Planke wieder zu STENELLA 😉
Ralf testet den hölzernen Übergang – scheint sicher zu seinDie Nationale ist eingeholt
Durch das Einholen der Nationalen, bewahren wir unseren Freund, nach gebräuchlicher Flaggenetikette, vor Schmach und Scham – es dürfte klar sein, dass dieses Bier auf Martin geht! 😉
Ich nutze die nochmalige Rückkehr zum D-Ponton, um auf Pauls INSPIRATION ein paar Bilder zu machen. Hier soll ich für den Verkauf ein paar Schönheitsreparaturen bei der Marina einsteuern, unter Anderem muss das Schiebeluk und das Steckschott des Niedergangs erneuert werden.
Ich überlege, diese Arbeit selber auszuführen und mache mir mal ein Bild vom Arbeitsumfang.
Der Ersatz des zerkratzten Steckschotts ist keine HerausforderungUm das Schiebeluk auszubauen muss einiges abmontiert werden
Ich denke mal, dass für die Demontage des Schiebeluks ein paar Anbauteile abmontiert werden müssen – dennoch sage ich dem Freund aus Österreich zu. Ich denke, dass dies ein guter Winterjob ist.
Dinner gibt es heute an Bord von NESSAJA – wir haben Ina und Ralf eingeladen und Sibylle kocht vegetarisch. Wir haben einen sehr lustigen und geselligen Abend – leider werden auch die Beiden morgen Nacht nach Deutschland zurückfahren.
Zunächst war der Abend nur fröhlich……später dann feuchtfröhlich
Naja, so vertreiben wir uns die Tage. Im Moment haben wir keine eigenen, umfangreiche Aufgaben – so ergibt es sich fast täglich, dass wir Freunden helfen oder sonst irgendwie herumwichteln.
Ich verbringe zum Beispiel zwei Tage damit, die Annonce für Pauls Bavaria 39 Cruiser aufzusetzen. Das war anfangs echt schwierig, weil ich einfach keine schönen Bilder hatte. Ich habe mich daher mit Paul abgestimmt und vereinbart, dass Sibylle und ich an Bord gehen und Aufnahmen machen.
Dafür muss ich erstmal ins Büro und den Schlüssel holen.
Das „Skipper´s“ hat inzwischen geschlossenDie Marina füllt sich langsam
Am Weg vom Office zum D-Ponton, nehmen Sibylle und ich das lange Brett mit, welches wir zum Übersteigen an EDINA deponiert haben. Hier spannen wir die Achterleinen ein bisschen durch, da ein Nachbar informiert hat, dass sie erheblich schwoit und dabei dem Steg nahe kommt.
Wenn der Wind nachlässt, werde ich die Muring etwas durchsetzen – dazu besteht jetzt keine Chance…
Brauche ich nochmals an D
Ich brauche die lange Planke noch ein weiteres Mal an D, um abermals STENELLA zu entern!
Hier gibt es ein Problem, welches mich nicht in Ruhe lässt – die Sprache der Standheizung! Haben die Osmanen doch die Bediensprache der Heizung auf Türkisch gestellt! Aus deren Sicht verständlich, nur mit dem Nachteil verhaftet, dass an der Heizung immer nur zwei Sprachen zur Verfügung stehen – Englisch und EINE Wahlsprache, welche für Martin, dem Kunden, natürlich hätte Deutsch sein müssen!
Da der türkische Monteur aber entweder nicht Englisch lesen wollte oder dies eben nicht konnte, hat er seine Muttersprache gewählt und damit Deutsch von der Festplatte verbannt. Martin muss jetzt mit Englisch zufrieden sein – aber wie einstellen, wenn am Display nur „lütfen dili seçin“ erscheint?
„YouTube“ hilft mir weiter und wir entscheiden unserem Freund Martin die Bediensprache seiner Heizung auf Englisch zu stellen – er wird sie beim nächsten Besuch brauchen!
Diesmal erklimme ich die Planke und kraxle auf STENELLADort kann ich das Bedienteil der Heizung auf Englisch einstellen
Plötzlich Trubel! Es rührt sich was auf ALENA! Rosi und Charly sind noch einmal auf Leros um ihren Neuerwerb vor der Winterpause noch einmal zu nutzen.
Sie wollen auslaufen, um Freunde in Kos abzuholen – dabei müssen sie die enge Lücke verlassen und DARKSYDE passieren. Um sicher zu gehen, dass hier nichts schief geht, stellen Sibylle und ich uns in Position um DARKSYDE bei Bedarf zu schützen.
Der Marinero zieht ALENA zwischen DARKSYDE und der Muringleine der Nachbarn durch
Das Ablegemanöver gelingt, die Hallberg-Rassy ist wieder auf Törn.
Kurz vor dem Ablegen, haben die Beiden uns noch abgefangen – man sei uns noch eine zugesagte Einladung schuldig, dies wolle man jetzt endlich nachholen. „Wie schaut´s am Sonntag aus? Zusammen mit unseren Freunden? Gut? Gebongt!“
Offen gesagt – ich bin skeptisch! Die letzte Einladung der beiden war teuer – für Werner… Klar, dies wird so nicht mehr passieren, aber irgendwie ist damals was verrutscht und obwohl ich nicht nachtragend bin, bekomme ich die Unstimmigkeiten um die verkorkste Esseneinladung und den Schwammkauf nicht aus dem Sinn.
Sibylle ermahnt mich zu Entspanntheit – ich gelobe, mich zu bemühen.
Jetzt aber – können wir jetzt endlich die Bilder von INSPIRATION machen?
Die Bavaria 39 Cruiser ist ein schönes, preiswertes SchiffWir machen etliche recht gute Fotos
Das Knipsen an sich geht auch nicht in 5 Minuten! Wer weiß, wie ein Schiff während des Winters aussieht, weiß auch, dass für jedes Bild erst eine fotogene Szenerie geschaffen werden musste.
Ausrüstung, welche über den Winter im Schiff gestaut wird, muss von links nach rechts geräumt werden und umgekehrt. Es hat uns bestimmt eine Stunde gekostet, bis wir alle Aufnahmen im Kasten hatten – aber es hat sich gelohnt!
Die Annonce für INSPIRATION ist fertig, sie ist ganz gut geworden!
Der Abend war verplant – wir geben der Crew der CHILI Geleit beim Antritt des Nachhausewegs. Dafür gehen wir zuerst außerhäusig essen – hier fällt unsere Wahl auf das „La Nostra“ – mit Pizza macht man nie was falsch…
Leibspeise
Natürlich überbrücken wir auch am letzten Abend von Ina und Ralf, die Wartezeit mit einem Besuch im Schlaraffenland.
Ich hatte ja schon angedeutet, dass Lakki schon weihnachtlich aufgehübscht wird – aber niemand treibt es so voran und auf die Spitze, wie die Familie „Repapis“ in ihrem rosafarbenen Eispalast.
Die Bilder sind aktuell, wer sich an den Bericht aus 11/2023 zurück erinnert wird die Deko aber wiedererkennen – History repeats itsself!
Die Weihnachtsbude steht schonAuch der Nussknacker gibt sich wieder die EhreAm Abend eher wenig losOb ich mir Werkzeug wünschen soll – artig war ich jaWeihnachten auf LerosFür uns gibt´s Eis – verkehrte WeltDer Rentierschlitten bietet sich als Sitzgelegenheit anMan kommt sich echt vor wie im Wunderland
Die Uhr holt uns zurück in die Realität! Wir müssen los, die Fähre ist im Anmarsch. Zu Fuß gehen wir die Riva entlang bis zum Hafen von Lakki.
Die Fähre erscheint bereits in der Buchteinfahrt, die Freunde gehen in den Wartebereich – Abschied! Wir drücken uns nochmal, bis zum nächsten Jahr…
Dann gehen wir zurück zum Motorrad und fahren heim zu NESSAJA. Als wir ankommen, sehen wir noch einmal die Fähre, mit der Ina und Ralf nach Athen fahren, um morgen von dort aus zurück nach Nürnberg zu fliegen.
BLUESTAR PATMOS – auf dem Weg nach Piräus
Witzig – obwohl Ralf und ich gemeinsam die vergessenen Handgriffe von Martin korrigiert haben und ihn, nach Erledigung der Aufgaben, mit einem Bier in die Pflicht gestellt haben, erreicht mich auch von Ralf eine Nachricht…
„Ich bin nicht sicher ob ich die Salonluke geschlossen habe. Kannst Du schauen?“ Ja, klar, auch hier sehen wir nach dem Rechten und senden ein Bild – wie gewünscht!
Sieht man es?
Leider kann auch er, der sein Schiff nun wirklich besser kennt als ich, auf dem Bild nicht erkennen, ob die Luke wirklich zu ist. Auch heranzoomen bringt keine Sicherheit.
Es hilft nur eines – wir müssen hoch!
Also eine gepolsterte Leiter geholt und über das Heck eingestiegen – klappt vorzüglich! Sibylle geht hoch und macht Bilder – Ralf kann aufatmen, die Luke ist dicht!
Alles so, wie es gehört
Leider stellen wir im Vorbeigehen einen Schrammler fest. Nichts Schlimmes, eher so ein „Radierer“, der sich sicher wegpolieren lässt – dennoch geben wir den Freunden die Information weiter. Oft ist schon das Datum der Information wichtig – hier aber wird kein großes Bohei notwendig werden.
Ein „Schrammler“ – nichts Schlimmes, aber Herkunft unbekannt
Fertig für heute – dachte ich…
Aber ich hatte neulich mal leichtsinnig die Bemerkung fallen lassen, dass ich mein Mopped mal reinigen müsse und hierfür den Hochdruckreiniger aufbauen und anschließen würde.
Ein Fehler!
Das Gehirn meiner Gattin verwandelt diesen losen Gedanken, nicht mehr als eine willkürliche und nicht an eine Zeitachse gebundene Absichtserklärung, in einen verbindlichen Kalendereintrag – und zwar für HEUTE!
Ich wehre mich nur scheinbar, denn ich weiß auch, dass ihr neuer Breezy ebenfalls nach einer Wäsche schreit.
So baue ich mein Equipment an der Marina-Kaimauer auf und schreite zur Tat…
Erst das „Boy-Toy“ – die GSDanach der kleine Breezy
Glaubt mir, ich weiß wie und wo man den Hochdruckreiniger einsetzen darf – ich kenne die Regeln von Abstand und weiß, wo die Probleme normaler Weise lauern. Auch kenne ich die Gefahren sowie die Argumente der Gegner…
Ich wasche beide Fahrzeuge also mit gebotener Umsicht und betätige nach dem Waschen sofort den Starterknopf – der Motor soll laufen, Wasser soll dort verdunsten können wo es nicht erwünscht ist!
GS – öglöglögl, brumm, brumm, brumm, blubber, blubber, blubber. Alles gut wie es scheint…
Breezy – didldidldidl, knatter, knatter, knatter, aus! Nix ist gut…
Nach etwa einer Minute problemfreien Laufens geht der Motor der kleinen Knatterkiste einfach aus. Ende, Schicht im Schacht! Alle Startversuche bleiben erfolglos, wir schieben ihn in die Sonne und entscheiden – morgen springt er an, oder ich hole meine Werkzeugkiste und habe ein Projekt!
Danach ist Dinnerzeit, wir sind verabredet!
Mit Roland und Mireille im „SouVLakki“Zuverlässig gut
Wir treffen uns mit Mireille und Roland im favorisierten Grillpalast. Es gibt viel zu besprechen. Wie geht es Rolands Hüfte, wie lange werden sie bleiben, wie geht die Sarnierung des Unterwasserschiffes von SUNNY SIDE UP voran?
Auch wir erzählen von Preveza und unseren Plänen. Die Beiden sind gute Ratgeber in Sachen Haus, denn sie sind gut mit einem der beiden Makler befreundet. Auch die eigenen Erfahrungen der Freunde sind uns Gold wert.
So verfliegt auch dieser Abend viel zu schnell…
Sibylle wälzt sich beim Einschlafen hin und her – „Breeeezy, Breeezy, springt nicht an, kaputt, chrrrrr…“
Ich hoffe, der kleine Flitzer tut morgen wieder!
Mein Wunsch wird erhört! Wir Beide sind auf dem Weg zu unseren Vehikeln und bevor ich meine GS überhaupt erreiche, fährt Sibylle schon über das Marinagelände…
Warum hat sie es denn so eilig?Wir treffen uns am Toilettenhaus – ein guter Grund
Ok, der Breezy geht wieder, gute Stimmung ist garantiert – aber wohin des Wegs, warum rücken wir zu zweit und so früh aus?
Es ist wieder eine Verabredung die uns aus der Reserve lockt – diesmal zum Frühstück. Zusammen mit der schweizer Crew der ALLEGRA, verabschieden wir Judith und Alistair aus Wales. Die Beiden sind die Besitzer der MONEY PENNY, dem Schwesterschiff von NESSAJA.
Ziel unserer Fahrt ist die Taverne von Marietta…
Nicht schlecht Herr Specht
Es wird viel diskutiert – dabei herrscht Einigkeit über ein Thema, die Flugpreise! Bereits Jasmin und Tim haben schlechte und teure Verbindungen beklagt, auch Ralf und Ina haben lang gesucht.
Alistair und Judith hatten ebenfalls reichlich Kummer etwas zu finden. Alle sind sich einig – „Last Minute“ war einmal, heute muss man rechtzeitig buchen um überhaupt eine attraktive Verbindung zu bekommen.
Zurück auf NESSAJA setzt sich Sibylle hin und beginnt zu recherchieren. Es sei wichtig, dass wir günstige und sinnvolle Verbindungen für unser Familientreffen im März 2025 haben.
Yeah, ich hab was!!!
Tatsächlich wird sie fündig! Sie bucht sofort – am 13.02. für sich und am 13.03. für mich!
Ja, ihr habt richtig gelesen! Sibylle wird einen Monat vor mir nach Deutschland fliegen und einige Arzttermine wahrnehmen. Nichts Ernsthaftes, nur Routine, aber der Ursache für den Schwindel muss auf den Zahn gefühlt werden.
Ich werde in dieser Zeit noch einmal für etwa eine Woche nach Preveza reisen und dann direkt von Preveza aus zum Athener Flughafen fahren. Ich plane meinen Deutschlandaufenthalt für etwa zwei Wochen. Dies sollte reichen, um nach dem Familientreffen alle Kinder noch einmal zu besuchen und danach allen Freunden die Aufwartung zu machen.
Unsere Zimmer im „Haus Seegarten“ sind schon gebucht!
Erfolgreicher Tag! Wir kochen uns heute was Gutes. Ich darf dabei auch eine Aufgabe übernehmen, nämlich das Braten. Ich kann das besser, auch wenn Sibylle dies niemals zugeben würde.
Es gibt Cordon Bleu vom Hähnchenmetzger – Leibspeise Nummer 2!
Salat gibt´s auch – aber nicht zusammen mit dem Cordon Bleu
Wir quatschen lang, es gibt immer mal wieder solche Abende an denen wir uns die Sinnfragen stellen – heute war unser Aufhänger dafür ein „Brieffreund“ von mir, ein Segler, den ich nur virtuell kenne, mich aber regelmäßig mit ihm austausche. Das klingt ein bisschen verrückt, ist es vielleicht auch, aber es ist spannend.
Er verfolgt mit seiner Partnerin ganz ähnliche Ansätze wie ich, wenn auch vor einem völlig anderen Hintergrund. Wir haben das gleiche Hobby und wohnten seinerzeit in der gleichen Region, haben uns aber niemals persönlich getroffen. Er möchte ein Buch schreiben – es gibt erste Kapitel, der „Sinn des Lebens“ ist eine grundlegende Frage.
Ich hatte eine auszugsweise Leseprobe und meine Meinung mit Sibylle geteilt – wir haben die von ihm angesprochenen Punkte über unser Leben gestülpt…
Ich nehme es vorweg – wir sind natürlich nicht zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gekommen, aber wir erkennen, dass es bei uns durchaus noch Schnittmengen gibt, für die es sich lohnt neu zu planen. Die Tatsache, dass mich unsere Marinaleitung ohne jegliche Information versetzt hat und umgekehrt die Betreuung der ELOWYN zu einer echten Aufgabe heranwächst, hilft dabei Entscheidungen zu fällen.
Ich muss in den nächsten Wochen ein paar Gespräche mit Handwerksbetrieben vor Ort führen, auch mit Volker und Tina muss ich nochmal diskutieren – dann werden Sibylle und ich eine neue, klare Richtung haben.
An solchen Abenden trinken wir ab und an einen Tsipouro als „Betthupferl“. Es war also kein Wunder, dass ich am nächsten Tag entsandt wurde, eine neue Flasche zu kaufen.
Griechen und Parken – Manches geht einfach nicht zusammen
Als ich von Dimitras Supermarkt zurückkehre, ist Sibylle aufgeregt – Panagiotis, der Elektriker und Rigger der Marina, hat sie extra zu sich gewunken! Ein Schiff hatte fast einen Bruch des Vorstags, sie solle schöne Grüße sagen, ich müsste unbedingt vorbeikommen und mir das ansehen.
Schon von Weitem sehe ich, an welchem Schiff das Marinateam seine Arbeit verrichtet, es ist die Ex TARGUI, die heute FREUDE heißt. Also nicht einfach so auf Deutsch, eher klangvoll, auf Italienisch…!
Panagiotis führt mich zum Vorstag und zeigt mir das Desaster – wow! Ich staune, der Schaden ist nicht von schlechten Eltern!
Das wäre nicht mehr lange gut gegangen
Die Ursache kann nur vermutet werden, es liegt aber der Verdacht sehr nahe, dass es sich um einen Überlastungsschaden durch die gefühlose Betätigung der elektrischen Winsch handelt.
Beide Rollanlagen werden ausgetauscht – der große Rundumschlag! Das ist fachlich richtig, bedeutet aber auch, dass das Börserl der Neueigner etwas schlanker wird – ärgerlich…
Ich gehe zurück zu NESSAJA um mich etwas zu entspannen. Die Gedanken vom Vortag hängen mir noch nach. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Gattin gemacht – sie hat heute morgen beim Teekochen unseren Trinkwassertank leer gemacht und fordert die sofortige Füllung desselben!
Ein müde gehauchtes „gleich“ lässt sie nicht gelten – nein, nicht gleich, „sofort!“ Ich tue also wie mir geheißen und grabsche mir den Breezy, der zum Wasserholen besser geeignet ist als meine GS.
Ein gutes MuliDrei Kanister passen rein, reicht etwa für einen Monat
Während ich den ersten Kanister in den Tank fülle, rechnet Sibylle – man sieht es ihr an, ich höre die Zahnräder förmlich rattern.
„Was wiegst Du?“ fragt sie mich – ich rieche den Braten sofort und runde nach oben auf. Sie addiert 20kg für das Wasser und erteilt mir stande pede ein Fahrverbot für den kleinen 50 Kubiker.
Sie würde die weiteren Kanister holen, ich müsse sie aber zum Schiff tragen – der Breezy sei mit mir überladen! Na sehr charmant meine Frau, aber vermutlich hat sie Recht, Chinesen sind einfach kleiner…
Jetzt aber rasch – wir müssen nach Lakki! Heute kommen Mario und Eva mit ihrer SAGITTA zurück. Sie werden zwar erst in zwei Tagen in die Marina kommen – wir freuen uns aber trotzdem, dass die Beiden zurück sind und verabreden uns sofort auf ein Eis mit ihnen.
SAGITTA ist schon fast daWir fahren nach Lakki – die Freunde sind schon im DinghyWillkommen zurück – wir freuen unsMario & Mario teilen Leidenschaften – für Eis und Espresso
Der Tag endet unspektakulär. Wir sitzen recht lang mit der SAGITTA Crew bei „Repapis“ und klönen. Wir haben einander viel zu erzählen und kommen irgendwann von der Vergangenheit in die Gegenwart, beziehungsweise die nähere Zukunft.
Wir besprechen die Pläne rund um die Dufour 38C, auch SAGITTA soll Coppercoat gestrichen bekommen, auch bei ihr muss der Saildrive ausgebaut werden.
Ich werde Mario helfen und wir besprechen erste Eckpfeiler unserer Vorgehensweise.
Wir gehen erst nach Hause als die Sonne schon langsam Richtung Horizont drängt. Unser Motorrad steht immer noch am Anleger in Lakki, auf dem Weg dorthin, sorgen die Wolken über der Marina für ein Farbenspiel.
Schöne Stimmung über der Marina
Der Folgetag ist vollumfänglich verplant. Zunächst steht ein lang schon anberaumter Termin in unserem Kalender. Im „Stis Anna“ in Crithoni ist heute ein Brunch Buffet aufgebaut und alle Einnahmen gehen an den Hundeshelter, in dem Sibylle ehrenamtlich tätig ist.
Es ist Ehrensache, dass wir dort teilnehmen, unsere 10.-€ Obolus pro Person entrichten und uns etwas vom Buffet holen.
Uns war klar, dass wir dort nicht alleine sitzen werden, wir überlassen es aber dem Zufall, wer sich zu uns gesellen wird.
Unsere Eintrittskarten sind der GetränkegutscheinIm Laufe des Tages wird die Cantina vollWir essen sehr leckere MezeHat Spaß gemacht
Wir sitzen nicht ewig dort, hatten aber zwei sehr gesellige Stunden mit den Israelis aus unserer Marina. Wir kennen uns schon lange, es gibt immer viel zu erzählen und es sind sehr nette Freunde.
Gegen 15.00 Uhr machen wir kurzen Prozess und verlassen das Beisammensein ohne großes Tamtam. Unser Plätze werden rasch besetzt und wir fahren zurück auf NESSAJA. Freizeit ist angesagt, etwas ausruhen und vorverdauen – denn bald schon steht das nächste Essen auf dem Programm…
Heute Abend sind wir von Rosi und Charly zum Dinner eingeladen. Dabei werden wir deren Freunde Wolfgang und Bernhard kennen lernen, beide auch Segler.
Der Abend bricht an – Dinnerzeit
Der Abend begann holprig! Ich hatte mich dazu hinreißen lassen, ein Lokal vorzuschlagen – vor dem Hintergrund, dass meine Favoriten geschlossen waren, hatten Sibylle und ich die Idee ins „Metzes“ in Agia Marina zu gehen.
Ein Blick ins Internet verrät, das Lokal ist offen – ich reserviere also einen Tisch. Die Tatsache, dass ich keine Antwort auf meine Anfrage erhalte, hätte mich stutzig werden lassen sollen.
Die Crew der ALENA ruft ein Taxi, Sibylle und ich fahren mit dem Motorrad. Vor dem Lokal angekommen, die Ernüchterrung – geschlossen, alles dunkel! Was tun sprach Zeus.
Wir beschließen, in ein Lokal in Alinda zu gehen – im „Prima & Aneplora“ waren wir vor einiger Zeit einmal mit Giorgos und seiner Familie, es ist ein Lokal der Einheimischen…
Nix zu meckern – sehr guter Durchschnitt
Es ist eines der Lokale die so schwer zu beschreiben sind. Du isst gut, der Service ist ok, die Preise und die Qualität passen. Alles gut also! Ja – und nein…
Das Lokal das nichts falsch macht, macht eben auch nichts wirklich besonders, nichts besser oder anders als andere. Es hebt sich nicht ab, es verhaftet sich nicht, es schafft es nicht in die Top 5.
So geht es uns an diesem Abend – Charly offeriert allerlei, der Wirt müht sich, wir unterhalten uns gut. Es passt alles und doch werden wir das „Prima & Aneplora“ nur als durchschnittlich in Erinnerung behalten.
Egal, wir hatten dennoch einen netten Abend und es wird spät bis wir uns verabschieden. Es geht ein herzliches Dankeschön an die neue Crew der ALENA.
Servus – wir sehen uns morgenDie Bucht von Alinda in finsterer Nacht
Wie schon erwähnt, waren wir in Begleitung zweier Freunde von Rosi und Karl. Einer der Beiden ist ein Schlosser aus der Heimatregion und wohl fachlich in der Lage, den undichten Wassertank der Hallberg-Rassy 39 zu reparieren. Diese Reparatur soll duch Kleben erfolgen – ich bin gespannt und werde heute Nachmittag mal vorbeisehen.
Doch gemach, gemach – so schnell schießen die Preussen nicht! Erstmal den Koffeinspiegel korrigieren, dann kann es losgehen…
„Was machst Du jetzt, wir müssen…“
Meine Gattin fordert mein Zutun! Ich höre den fiesen Beisatz „…wir müssen…“ und realisiere schnell – es gibt kein Entrinnen!
Ich bin aufgefordert, die Gattin mit der GS einmal quer durch den Ort zu fahren und an einer Vielzahl von Geschäften zu stoppen – beim Gemüsehändler, in der Apotheke, beim Hähnchenmetzger…
Und zu Dimitra müssen wir auch noch!
Ausnahmslos hier gibt es „Noi Noi“ Butter für Susanne
Ach ja, und Tee brauch ich auch noch! Ich verzweifle 😉
Lakki hat einen gut sortierten Tee und Kaffeeshop
Ein bisschen Glück ist mir dann doch beschieden, denn wenn ich artig meine Runden mit ihr drehe, dann springt meist ein Frühstück für mich raus – so auch heute, ich staube ein Kotopita ab.
Zurück zuhause, setze ich mich daher erstmal in Ruhe hin und brunche – soviel Zeit muss sein!
Easy Peasy – so mag ich das
Dann aber! Meine Neugierde treibt mich an den Kopf des D-Ponton, wo die ALENA Crew samt Gästen schon am werkeln ist. Der Tank ist ausgebaut und liegt am Kai, das Loch ist inzwischen gefunden!
Kreisrund, an exponierter Stelle und größer als vielleicht vermutet – dennoch, für sich betrachtet kaum größer als ein Stecknadelkopf, sicher keine 5mm im Durchmesser.
Hm, mich überkommen Bedenken – ich sag´s ganz ehrlich
Ich bin nicht gerne und auch ganz selten in der Rolle des Bedenkenträgers und des Zauderers. Auch die des Skeptikers nehme ich nicht so gerne ein – generell bin ich bei Reparaturansätzen eher optimistisch…
Aber – wäre es nicht sinnvoll zu hinterfragen, wie ein kreisrundes 4mm Loch auf eine ebene Fläche eines Edelstahltanks kommt? Ist es nicht legitim, bei der Lösungsfindung zu überlegen, an welcher Stelle das nächste Loch durchbricht?
Ich frage nur kurz und leise – denn das Handwerkerteam um Wolfgang strahlt Zuversicht aus und zeigt dies auch nach außen…
Starker Auftritt – mag ich! Machen ist wie wollen – nur krasser!
Der Tank wird also geklebt. Ich weiß, dass heute im Flugzeugbau geklebt wird und dass man hochfeste Verbindungen herstellen kann – meine Skepsis verflüchtigt sich etwas, denn Wolfgang weiß was er tut und ist bestens vorbereitet.
Leider misslingt der erste Versuch, man vermutet, weil man vor der vollständigen Ausvulkanisation einen Dichtheitstest gemacht hat. Ein zweiter Versuch folgt – Ergebnis noch offen.
Auf dem Weg zurück auf NESSAJA, fangen uns Freunde ab – sie würden morgen nach Hause reisen und übergäben uns gerne ihre übrigen Lebensmittel. Das ist Usus und wir stimmen zu, schauen aber dennoch etwas verdutzt, als wir einen Sixpack Bier in den Händen halten welcher 2019 abgelaufen war und ich eine Cola genießen wollte welche auch schon ihre besten Zeiten hinter sich hatte.
Hmmmmm, ob ich einen kräftigen Schluck zischen sollte???10/2022 – lieber nicht!
Wir schmeißen das Zeug weg! Generell nehmen wir gerne Lebensmittel am Saisonende an, aber angebrochene Joghurt oder die letzte Ecke Butter brauchen wir nicht – wir geben selber Acht, nicht zuviel oder falsch zu kaufen, haben aber bei den geschenkten Lebensmitteln keine Hemmungen zu entsorgen.
Marcus war für eine Stipvisite aus Lipsi gekommen. Ich habe ihm beim Bergen der Genua geholfen, er holt die von Susanne bestellten Einkäufe bei uns ab – dafür kommt er kurz längsseits, bevor er mit seinem RIB wieder auf die Nachbarinsel flitzt.
Marcus´ „Highfield“ – genau was ich gerne hätte!
Die SAGITTA ist heute Morgen in der Marina eingetroffen. Sie finden einen freien Platz an unserem Steg und sind somit bis zum Auskranen Nachbarn – das freut uns sehr. Die ersten Arbeiten an Bord scheinen erledigt zu sein, denn Eva ruft an, um Sibylle zu einem Spaziergang zu motivieren.
Dies gelingt und wenige Momente später, ziehen die beiden Damen gackernd von dannen. Die Marios bleiben zurück und widmen sich ihren Aufgaben.
Ich rapple mich auf – der richtige Zeitpunkt um die Treppe zu demontieren und den Impeller des Generators zu wechseln!
Dafür muss ich alles rundherum abbauenSchnell entsteht ChaosIch komme relativ gut an die Seewasserpumpe ranDas Gummiteil und die Nabe hatten sich gelöst
Zunächst war ich überrascht, denn nach Abnehmen des Deckels war nichts zu sehen! Ich hatte erwartet, dass der Impeller keine Flügel mehr hat, denn ich hatte überhaupt keinen Seewasser-Flow mehr.
Beim genaueren Hinsehen aber, war doch festzustellen, dass der Mitnehmer in der Mitte und das flügelbesetzte Gummiteil keine Verbindung mehr hatten.
Ein Ersatzteil hatte ich mir in unserer Marinachandlery schon besorgt, so konnte ich die Reparatur sofort ausführen. Ich war übrigens begeistert, dass unser Panos das „Kohler“ Originalteil auf Lager hatte!
Ok, dann bau´ ich eben alles wieder zamLäuft! Das kühlende Seewasser sprudelt wieder
Ich liebe das – ich bin fertig, just in dem Moment als Sibylle wieder nach Hause kommt. Ihre ersten Worte, „…ich denke Du wolltest den Generator reparieren!“
Ich lächle verschmitzt, hauche nur „…alles erledigt Schatz!“ und lasse sie zurück. Ja, Leistung ist eben Arbeit pro Zeiteinheit!
Ich gehe – man braucht mich als „Motorflüsterer“, Marios 3PS Yamaha Malta macht immer wieder Zicken!
Eine telefonische Unterweisung im Vergaser aus- und einbauen nebst Düsenreinigung haben wir ja schon hinter uns – aber warum läuft die Schwimmerkammer auch bei einem NEUEN Vergaser über???
Ich finde den Fehler
Ok, ein großer Teil ist schon auch Erfahrung, aber manchmal kommt halt auch das Quäntchen Glück dazu – ich finde tatsächlich, dass der neue Schwimmer eine Undichtigkeit hat und vollläuft – dann kann er natürlich nicht mehr schwimmen und versagt!
Wir bauen den alten Schwimmer in den neuen Vergaser und – läuft! Der kleine Zweitakter knattert, so dass wir ihn gleich spülen und einwintern können.
Währenddessen kommt Ciáran vorbei und merkt an, dass ich den Motor wohl wieder mit einem „Magic Touch“ berührt hätte – auch er hat die Heilung seines Motors und Generators noch nicht vergessen.
Mir schwillt die Brust, ha, noch nicht alles verlernt!
Sibylle kommt rüber und mahnt das Arbeitsende an – „…wir haben gleich Griechisch, vergiss´ das nicht!“
Uff, stimmt! In einer halben Stunde beginnt unsere erste Griechischstunde!
Ab jetzt jeden Dienstag 17.00 Uhr im HUBPolizistin Irene gibt die Stunden – diesmal auf einem anderen Level als im SommerEs geht gleich mit dem Alphabet los
Irene kennt ihr aus dem Oktoberbericht – die Frau mit „vielen Talenten“, von Sibylle bescheinigt! Heute also wieder als Frontfrau beim Griechischunterricht.
Diesmal geht es mit Wumms los, kein Geplänkel, kein Touristen-Griechisch. Es gibt Hausaufgaben und wir müssen bis zum nächsten Mal das Alphabet können. Es ist durchaus anspruchsvoll.
An der Organisation muss noch etwas gefeilt werden – es waren zuviele Teilnehmer da, nicht alle waren angemeldet, aber das bekommen Marietta und Shira sicher auch noch hin.
Um 18.15 Uhr endet der Unterricht, wir fahren nach Hause, haben einen Videocall mit meinen Sohn Stefan und danach mit Volker und Tina – dazwischen kochen wir uns eine Kleinigkeit.
Der Abend endet mit einer Segelreportage über Boris Herrmann, die Vendée Globe ist wieder gestartet worden.
Das schauen wir noch – dann geht es ab ins Bett
Monatsmitte! Die Spätsommerphase scheint vorbei, es ist Regen gemeldet, auch Gewitterfronten sollen durchziehen.
Es empfiehlt sich also, an alle Punkte die Schönwetterrelevanz haben, einen Haken zu machen.
Auf der SAGITTA sind das die Segel. Diese liegen schon an Deck, sollen aber gereinigt und überprüft werden. Dafür gibt es auf Leros einen geeigneten Ansprechpartner. Ich stelle für Mario also den Kontakt zu Sebastian her und wir verbringen die Segel an den Marinaausgang – Sebastian darf als Fremdarbeiter die Marina nicht betreten.
Morgens 08.30 Uhr – die Segel müssen zur PforteZum Glück hat Mario das Carello und wir müssen nicht schleppenEva begleitet uns bis zum Katzenlager – sie ist die „Cat-Mom“ der Marina
Während Eva die kleinen Maunzer füttert und versorgt, liefern Mario und ich die weißen Tücher der Dufour 38C bei Sebastian ab. Kurze Abstimmung – alles klar? Yes! Super, ein Punkt hat einen Haken!
Auf meiner Liste steht ein weniger wichtiger Punkt, aber doch einer, welcher für das generelle Wohlbefinden wichtig ist – ich will noch einmal im Meer baden bevor es zu sehr abkühlt.
Dies hatte ich mir die letzten Wochen wegen meiner Erkältung verweigert, aber heute war so ein sonniger, warmer Tag – ich sollte es noch einmal unter Normalbedingungen wagen!
Wir fahren nach Panteli und schnappen uns ein Liegenpärchen…
Wie sagte ein österreichischer Strandbesucher? „Heiß ist´s nicht!“ Recht hat er!
Es war schon frisch, aber immer noch so, dass man ein paar Züge schwimmen wollte. Das habe ich gemacht, dann war ich zufrieden. Jetzt noch ein Getränk und alles ist fein!
Zeit für einen Freddo Espresso – ligo záchari, mit wenig Zucker.
So trinken Griechen Kaffee – wenn es keinen Frappé gibt
Der Rest des Tages verplätschert, wir nehmen uns nichts mehr vor. Bevor wir zurück in die Marina fahren, klingeln wir bei Eva rein – „…wir gehen auf ein Eis, habt ihr Lust zu kommen?“
Und ob die Beiden sich mit uns treffen wollen – zu viert schlemmen wir einen Eisbecher in der Sonne und genießen den ausklingenden Tag!
ZWEI Kugeln – mehr braucht´s nicht
Der Rest des Tages ist rasch erzählt – ein weiteres Paar mit dem wir befreundet sind wird Leros morgen verlassen, auch sie wollen sich noch ein letztes Mal mit uns treffen. Felix und Georgette sind mit der Einwinterung von ALLEGRA fertig und haben Lust auf ein letztes Giros – im „SouVLakki“.
Aber gerne! Wir verlassen NESSAJA daher pünktlich um 18.15 Uhr und stellen dabei fest, dass unser Nachbar Martin weihnachtstechnisch schon wieder aufgerüstet hat – weiter so!!!
BACK SIDE OF THE MOON erstrahlt
Zusammen mit den Schweizern haben wir einen schönen Abend und kommen dazu noch in den Genuss einer Einladung! Vielen Dank, wofür das? Nun, vielleicht auch für´s Motorflüstern und Entlüften des Systems? Egal, wir freuen uns und genießen den Abend.
Den finalen Besuch bei „Repapis“, der zweite für mich an diesem Tag, spendieren wir im Gegenzug – so klingt der Abend aus – und mit ihm auch der vorübergehend letzte Sommertag!
Weihnachtslieder in der Eisdiele – am 15.11.2024
Heute Nacht sollen Gewitter und schwere Regenschauer kommen – und die kamen, mit voller Wucht!
In der Nacht hat es stundenlang gedonnert und geblitzt, das Gewitter stand direkt über uns. Sintflutartiger Regen prasselte auf unser Deck und mir ging mehr als einmal die Frage durch den Kopf, ob ich die verschobene Decksreparatur würde bereuen müssen.
Doch nichts dergleichen, ein paar Tropfen hier, einer dort, das scheint normal – NESSAJA war auch während der heftigsten Regengüsse nahezu dicht. Ich hoffe, wir bekommen sie so noch über diesen Winter.
Am nächsten Morgen ein tristes Bild…
Das Deck weitgehend trocken – grauer Himmel überallRichtung Süden dunkelgrau – neue Regenschauer drohenAuch der Blick über die Lakki-Bucht – eher trostlos
Klar, des einen Leid, des anderen Freud´- wir wissen natürlich, wie sehr sich die Inselbewohner nach Regen sehnen. Die Zisternen sind leer, es herrschte abermals ein paar Tage Wasserknappheit. Auch die Natur braucht den Regen dringend…
Generell macht es auch uns nichts aus, wenn es wechselhaft wird, da die regnerischen Phasen meist nicht lange anhalten. Es ist anders als in Deutschland – hier regnet es aus Kübeln, mal eine Stunde, mal zwei, vielleicht einen halben Tag. Dann reißt es aber meist auf und die Sonne zeigt sich wieder für eine gewisse Zeit.
Das ist gut auszuhalten, wären da nicht die Komforteinbußen, welche wir in der Marina hinzunehmen haben.
Der sandige, gewalzte Platz verwandelt sich in eine Matschlandschaft
Na wurscht, ändern kann ich es ohnehin nicht. Ich gehe heute zur ungewöhnlichen Zeit duschen, es ist gegen Mittag, da wir an Bord der SAGITTA zum Essen geladen sind.
Da es Kaiserschmarrn gibt, hat Eva das Essen am Nachmittag ausgerufen, wir sollen um 15.00 Uhr da sein.
Ich schlendere also gedankenverloren in meine Sammeldusche, verziehe mich alleine in die „angestammte“ Kabine und…
Ja genau – die Mülltrolle waren wieder da!
Irgendjemand räumt es schon weg
Warum rege ich mich überhaupt noch auf? Rege ich mich überhaupt auf??? Nicht an diesem Tag! Ich nehme den Abfall des Anderen, trage ihn zum Mülleimer und nehme meine Dusche – soweit so gut…
Das Problem ist ein anderes – wie können wir glauben, dass irgendjemand in der Lage oder Laune ist die Welt zu retten, wenn es Individuen nicht gelingt ihren eigenen Dreck wegzuräumen? Ich bin langsam frustriert – genau das ist ein assoziales und egoistisches Zeichen von Soziallegasthenikern. Irgendwer räumt meinen Dreck schon weg, ich habe Urlaub, ICH muss das nicht – ich könnte im Strahl kotzen!
Und das ganze Touristengerede ist auch nicht mehr valide – im Moment ist nur nur der erweiterte „harte Kern“ in der Marina, Menschen denen ich generell zutrauen würde, dass sie sich selbst im Griff haben – so kann man sich täuschen…
Ich schlapfe zurück zu NESSAJA – der Tag ist nicht meiner, manchmal merkt man es. Vielleicht können die Freunde aus Österreich mein Gemüt aufheitern.
Eva kredenzt als ersten Gang eine frische RindersuppeDas tut gut – die heiße Brühe dampft, es gibt einen ganzen Topf vollAls Nachtisch dann einen Kaiserschmarrn mit sebstgemachten Apfelkompott – ein Gedicht
Ich mampfe, es schmeckt mir – und doch fühle ich mich komisch. Ich war etwas schlapp, vielleicht so, wie wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Davon hatte ich mich aber gerade erst erholt, ich wähnte mich immun.
Wir ließen es nicht zu spät werden. Der Tag hat bei allen die Laune etwas heruntergezogen, so waren wir zeitig wieder zuhause und auch relativ früh in den Federn. Gut so, denn für morgen ist ein Ausflug geplant!
Wir besuchen nämlich Marcus, Susanne und Lilly auf Lipsi. Weil das Wetter immer noch grau war, wählen wir intuitiv die Katamaranfähre, die am frühen Nachmittag Richtung Nachbarinsel fährt. Alternativ hätten wir morgens mit der SAOS Fähre ab Lakki fahren können, diese wird aber, so erfahren wir später, ihre Antriebsschraube verlieren und stundenlang auf offener See treiben – Glück gehabt, zumindest fast…
Wir warten auf den Bus aber er kummt ned, kummt ned…
Wir wollten mit dem Bus nach Agia Marina fahren, dieser fährt aber an diesem Sonntag einfach nicht, obwohl der Fahrplan Gegenteiliges behauptet! Griechisch eben, man gewöhnt sich dran. So bringt uns eben das Taxi in den Hafenort auf der anderen Inselseite.
Wir sind früh dran und verholen uns ins neue Restaurant-Café „Navarone“, dort treffen wir Ulrich von der SOLEIL BLEU und trinken einen Kaffee zusammen.
Ein sehr schöner Platz, sehr geschmackvoll……mit Liebe zum DetailGut sortiert – hier sind wir nicht das letzte Mal
Das „Navarone“ kommt auf die Liste, das müssen wir mal richtig ausprobieren, denn es werden auch Speisen angeboten – und man sitzt innen richtig gemütlich und komfortabel. Mal sehen, vielleicht gibt es hier ja eine neue Top-Adresse.
Heute bleibt´s beim Kaffee. Ulrich hat eine sehr beneidenswerte Sommerrunde gedreht, er erzählt davon und wir hören neugierig und interessiert zu. Dabei vergisst er nicht, ab und an zu erwähnen, dass er den Blog sehr genau liest – ich habe das Gefühl, dass er glaubt, daraus ableiten zu können, Sibylle und mich gut zu kennen. Das genau ist die Tücke des Internets, das stimmt nämlich nur sehr bedingt…
Na egal, weil meine Geschichten im Blog ja schon erzählt sind, habe ich Pause. Ich höre aber auch gerne zu, denn seine Runde würde mich auch reizen. Allerdings berichtet auch er über diese kleinen „Aber“, welche es mir dann doch vergällen, weiter drüber nachzudenken.
Ob Sibylle seinen Rat befolgt, einen eigenen Blog zu schreiben, bleibt an diesem Tag offen. Ich habe so meine Zweifel – lesen würde ich den Blog meiner Gattin aber gewiss.
Die Fähre kommt, wir müssen los.
Polizeiaufgebot – es kommen neue Flüchtlinge an
Wir sehen den Mannschaftsbus der Polizei und das recht große Polizeiaufkommen. Es wird sofort klar, dass neue Flüchtlinge aus Kos zu uns nach Leros gebracht werden um hier im Hot-Spot untergebracht zu werden.
An diesem grauen Tag, legt sich die Szenerie auf´s Gemüt. Ein Pulk Menschen, alle mit einer Hoffnung auf ein besseres Leben, manche mit hehren Absichten, andere mit weniger lauterer Reisemotivation – für viele von ihnen wird es der Weg in ein Scheitern werden, mit allen Konsequenzen.
Hier hat man ein aktuelles, europäisches Problem täglich vor Augen. Wir als Expats, die Locals und die Touristen, beobachten mehr oder weniger interessiert, dass Menschen wie Güter in und hergeschoben werden. Nicht selten ist der Einsatz in diesem „Spiel“ das Leben. Von einer „großen politischen Lösung“ sind wir meilenweit entfernt!
Während wir die Fähre boarden, muss ich an die leere Shampooflasche in meiner Dusche denken – der Mensch wird es nicht richten, es fehlt die Empathie und der erweiterte Horizont.
Es sind nicht viele Passagiere an Bord – es regnet kräftig als wir ablegenIn Lipsi steigen nur fünf Personen aus und vielleicht ein halbes Dutzend einGott sei Dank hört es auf zu regnen
Offen gesagt, ich war heute morgen etwas groggy, es fiel mir schwer mich aufzurappeln. Meine Freude über den Besuch bei unseren Freunden war aber riesig, so habe ich mich halt hochgekämpft, das Werkzeug eingepackt, um welches Marcus mich gebeten hat und habe mich mit Sibylle auf die Achse gemacht – aber man soll eben auf seinen Körper hören!
Marcus hat uns erwartet, wir checken als erstes bei „Angelas“ Appartements ein und holen unseren Schlüssel. Das Appertement ist schön, es fehlt an nichts.
Guten Lage, zentral am HafenEin nettes Appartement……geräumig, sauber und mit HeizungAuch eine Küche gibt´s die werden wir aber nicht brauchen
So, jetzt aber! Wir packen unsere Sachen, welche wir für Marcus nebst Familie mitgebracht haben, Werkzeuge, Einkäufe und ein Mitbringsel für Lilly, dann fahren wir mit dem Freund zu dessen Haus.
Dieses ist inzwischen weitgehend fertig gestellt. Wir waren neugierig, denn der letzte Besuch liegt eine Weile zurück und damals war das neue Zuhause der Familie noch ein Rohbau.
Auf dem Weg treffen wir Jens, ein Schweizer, der sich ebenfalls auf Lipsi niedergelassen hat. Er hat Öldruckprobleme bei seinem Bootsmotor nachdem er einen gebrauchten Motor eingebaut hat. Ich lasse mir die Symptome beschreiben, frage kurz nach und lege mich dann fest – „…schau Dir den Öldruckschalter an, vielleicht sind die Kontakte schlecht. Ich denke nicht, dass es ein echtes Problem ist!“
Mal sehen was dabei raus kommt…
Am Haus angekommen, treten wir ein und Marcus meint, dass Hausschuhe Not täten – kurzerhand verpasst er mir ein paar schicke Pantinen…
Optisch gelungen, modisch – der Pantoffel ziert meinen Fuß
Wir bekommen eine Hausführung, sehen uns um und bestaunen das bisher Geleistete. Super, was der Bautrupp und der Bauherr hier in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft haben – gefällt mir.
Dazu kommt natürlich die Lage – Meerblick zu zwei Seiten und der Blick über Lipsi Ort – herrlich! Ok, heute mit Einschränkungen, bei grauem Himmel ist nichts toll!
Room with a view
Wir setzen uns, um etwas zu trinken. In diesem Moment erhält Marcus eine Nachricht von Jens. Das ging aber schnell, da hat der Eidgenosse nicht lang gefackelt!
Offensichtlich war meine Theorie ein Volltreffer. Das Feedback ist sehr positiv und das Problem scheint gelöst – zumindest dann, wenn bald ein neuer Öldruckgeber verbaut wird.
Jens gibt FeedbackGefahr erkannt, Gefahr gebannt
Genau DAS wird nun meine Aufgabe werden – zumindest die Beschaffung des Ersatzteiles. Dies kann man auf Leros bekommen oder zumindest bestellen, auf Lipsi ist dies ungleich schwerer.
Es folgt also eine kurze Konversation und am Ende die Bestellung des desolaten Bauteils – unter Zugrundelegung aller nötigen Angaben. Naja, wenn das so läuft, dann helfe ich ja gerne.
Den! Den brauche ich neu
Ich konnte nicht ahnen, dass dies gleich so weitergehen sollte!
Susanne und Marcus bekamen nämlich Gäste, wir wurden einander vorgestellt. Es handelte sich um ein deutsch-kanadisches Paar, welches ebenfalls saisonal auf Lipsi lebt. Die Beiden leben am Rand der Ansiedlungen in einem völlig autarken Haus – Strom liefert, im Bedarfsfall, ein Generator.
Lars beklagt aber genau den Ausfall desselben. Er ist verzweifelt, weil der Mechaniker bereits Startversuche unternommen hat – es hilft aber alles nichts, nach zehn Sekunden Motorlauf geht der kleine Diesel immer wieder aus. Lars zeigt mir ein Bild des Aggregats.
Gekauft auf Leros – vier Jahre alt, keine Wartung
Das gleiche Spiel – ich höre zu und stelle Fragen. Irgendwann lasse ich mich zu der Aussage hinreißen – „…sollen wir schnell hinfahren und ihn starten?“ Ich glaube nämlich zu wissen an was es liegt…
Susanne legt ihr Veto ein und bittet darum, dies auf morgen zu verschieben. Sie sei schon am Kochen und wolle nicht auf uns warten müssen – sie kenne das Spiel ja. Ok, was willst da sagen? So vereinbaren wir, die Wiederbelebung des Stromspenders für den Folgetag – dazu wird es leider nicht mehr kommen, der Heldenstatus wird mir verwehrt bleiben, da ich am nächsten Tag leider verhindert sein werde…
Apropos Essen! Was gibt es, wie weit sind die Vorbereitungen denn gediehen?
Rouladen – wie lecker!!!
Ich gebe zu, die Frage war rhetorisch! Natürlich wusste ich was es geben würde. Wir hatten dies lange zuvor ausgemacht und Sibylle hatte das Fleisch bei unserem Supermetzger „Hatzigrigoriou“ besorgt.
Susanne war mitten in den Vorbereitungen, Sibylle beschäftigt sich derweil mit Lilly…
Lillys Lernbücher – taugen gut für Sibylle
Die Beiden sitzen über einem Erstklassler Lernbuch – ich höre Sibylle sprechen „Pa pa pa“, ja so macht die Ente. Und die Küken? „Ki ki ki“ – ok, auch richtig. Und was heißt Entlein auf Griechisch? PAPAKI – Bravo!
Es wird merklich frischer! Wir schließen die Türen und Marcus startet die Heizkörper. Für die wohlige Wärme und zur Verstärkung des psychologischen Effektes schürt der Freund auch noch den Schwedenofen an – so kann man es aushalten.
Draußen ist es dunkel, es hat unter 14°CDer Kamin sorgt für wohlige Wärme
Irgendwas stimmt nicht mit mir – eigentlich fühle ich mich gut, aber ich habe null Antrieb oder Kraft, ich bin völlig schlapp. Die Wärme gibt mir den Rest!
Ich genieße es sehr, habe aber undefinierbare Rückenschmerzen und bin völlig malad – ich muss mich echt etwas hinlegen. Noch dachte ich, dass es mir morgen sicher besser gehen würde.
Ich ruhe mich etwas aus
Keine Zeit darüber nachzudenken, Susanne ruft zum Abendessen. Es gibt die bereits angekündigten Rouladen, dazu selbstgemachte Spätzle und einen Salat – Herz was willst Du mehr?
So gut haben wir lange nicht mehr geschlemmt, manchmal hat man von Giros & Co. einfach die Nase voll.
Ich kann futtern, habe Appetit und regeneriere ein bisschen. Es gibt einen Tsipouro, nettes Beisammensitzen und gute Gespräche. Dann nehmen wir Marcus Hilux und fahren in die Pension.
Überraschender Weise schlafen wir sehr gut und auch ausreichend lange. Sibylle möchte noch frühstücken, das erledigen wir bei Angela, dann würden wir zu unseren Freunden ins Haus fahren – heute gibt es einiges zu tun!
Beim Früstück gesellt sich der Haushund zu unsAngela macht uns Sandwich mit Ei
Ich esse mein Sandwich, trinke meinen Cappuccino und – habe Bauchweh! Das Ei am Sandwich gibt mir den Rest – mir wird schlecht, ich schwitze und ich bin komplett kraftlos.
Das schlimmste Symptom aber ist eines, für das sich schwer nette Worte finden lassen – sagen wir so, ich habe bis auf Weiteres stets die Nähe zu einem Klo gesucht.
In diesem Zustand fahren wir zu Marcus. Der bietet natürlich sofort an, dass wir verschieben können, aber was würde das helfen? Ich bin jetzt hier und im Appartement mag ich nicht liegen.
Im Haus gibt es einen schicken Lokus, leider ohne Türe, aber das „Besetzt“ Schild wird respektiert – darüber hinaus kann man ja die Musik etwas lauter machen… 😦
Also starten wir unseren Job, den Einbau einer dreiphasigen ESS Anlage von Victron – heute wollen wir nur die 48V Seite verkabeln. Der Arbeitsplatz ist eine Wucht!
Arbeiten mit perfekter AussichtWir schneiden und crimpen die 70mm2 KabelUnd schaffen unser Tagesziel
Bei einem späteren Besuch werden wir die 380V Seite einbauen, zu guter Letzt folgt dann die PV Anlage auf dem Dach.
Unsere Frauen haben derweil den Tag genossen. Die kleine Lilly war in der Schule, diese dauert in Griechenland bis 16.00 Uhr, das Wetter war heute wieder deutlich besser – so haben sich die Beiden entschlossen, einen langen Spaziergang über die Insel zu machen.
Hier ein paar Eindrücke, Sibylle hat mir die Bilder von unterwegs geschickt. Lipsi ist eine tolle Insel.
Teilweise herrlich angelegte Wege…….anderorts alpine TracksDabei immer den Blick auf einsame Buchten……oder das offene Meer mit den benachbarten InselnEin herrlicher TagDie Saison ist zu Ende – die Flaggen haben es auch hinter sich
Als Marcus und ich unser Tagwerk vollbracht hatten, war mein Energiespeicher leer. Ich musste mich wirklich hinlegen, so groggy war ich. Ich habe gefroren, hatte Schüttelfrost und mir war elend zumute.
Es will was heißen, wenn ich weder am Sundowner, noch am gemeinsamen Pizzaessen teilnehme – für mich war „game over“ am heutigen Tag.
Batterien leer
Sibylle, Susanne und Marcus haben den Sundowner auf der Terrasse genossen und eine ganze Reihe spektakulärer Bilder gemacht.
Natürlich hätte ich gerne der Sonne beim Untergehen zugesehen und dies von diesem wunderschönen Platz aus getan – aber es ging nicht!
Die Sonne geht hinter Lipsi Ort unterEine besondere StimmungDie „blaue Stunde“ beginnt
Der Abend war somit auch ein kurzer. Die Drei haben noch Pizza gegessen, ich hatte mich dazu gesetzt und wenigestens meinen Wasserhaushalt wieder stabilisiert.
Dann aber war klar, ich muss jetzt ins Bett, ich konnte nicht mehr sitzen – ich habe mich selten so über mich selbst geärgert.
Marcus fährt uns zurück ins Appartement. Ich schlafe dort sofort ein, hatte aber eine verkorkste Nacht, weil ich ungefähr 15 Mal aufstehen musste. Natürlich geht das auch an Sibylle nicht spurlos vorbei.
Frühstück fällt daher am Folgetag aus! Susanne beschafft mir noch ein Medikament, bevor wir mit Marcus´ RIB Richtung Leros aufbrechen – ich habe echt Angst, dass ich die Fahrt nicht durchstehe…
Unser Privatshuttle ist klar zum AblegenMarcus hatte angeboten, uns nach Leros zurück zu bringenLeinen los! Nächster Stop PartheniZügig geht es voran……die Fahrt dauert geschätzte 20 Minuten
Wir kommen in Partheni auf der Nordseite von Leros an und verabschieden uns von Marcus. Der Besuch stand unter einem schlechten Stern, wir werden eine Neuauflage starten!
Unser Plan war nun, dass wir den Bus nach Lakki nehmen – aber wo war die Haltestelle? Ich rufe Katerina an, um zu fragen ob wir nach links Richtung Kaserne laufen müssten, oder doch nach rechts Richtung Flughafen? Ihr könnt euch die Antwort denken – „…wait where you are, I will give you a ride to the Marina, it´s my pleasure!“
Ich kann es nicht oft genug wiederholen, Giorgos und Katerina sind nicht älter als unsere Kinder, aber sie sind Freunde – und gold wert!
Wir kommen in die Marina und gehen schnurstracks zur SAGITTA, dort ist Mario bereits am Werken. Ich hatte meine Hilfe zugesagt!
Die Bilder wiederholen sich – im Sommer LIBERTÉ, jetzt SAGITTA
Ich kann meine Zusage heute nicht halten, ich bin nicht in der Lage handwerklich zu arbeiten, ich will nur meine Ruhe. Ich entschuldige mich bei dem Freund aus Österreich, wir planen kurz um, dann gehe ich heim – auf NESSAJA angekommen, ziehe ich ohne Verzögerung mein Schlafshirt an und lege mich ins Bett – hier stehe ich erst wieder auf wenn es mir gut geht! Das sollte dann doch noch zwei Tage dauern…
In dieser Zeit tippe ich ein paar Blogzeilen. Mir gehen die Worte von Ulrich nicht aus dem Kopf…
Er hat Recht, die Blogbeiträge werden länger. Ich nehme auch die Frage ernst, ob die Technikseiten wirklich alle Leser interessieren. Generell muss die Frage erlaubt sein, ob es überhaupt jemanden interessiert, wie unser Alltag auf einer Ägäisinsel aussieht – ich bin da durchaus selbstkritisch.
Anderseits bekomme ich durchaus monatlich Feedback. Die einen mögen die Technik, andere nicht, viele lesen gerne über Leros, anderen ist es zu detailliert. Aber der Tenor ist positiv!
Die Gretchenfrage ist – warum mache ich das überhaupt? Die Antwort – für mich! Es ist mein persönliches Tagebuch, das Tagebuch meines Lebens, eine Blaupause für Kinder und Freunde zuhause – und natürlich für die Interessierten. Ich möchte festhalten, wie unser Leben verlaufen ist, nachdem wir eine, aus unserer Sicht, mutige Entscheidung getroffen haben. Es wird der Bericht eines Scheiterns – oder eben eines glücklichen und richtungweisenden Sinneswandels. Simplify your Life!
Ich denke noch darüber nach, vielleicht ändere ich zum Jahr 2025 die Blogbeiträge etwas ab.
Ich bin wieder fit – die ersten drei kräftigen Regentage liegen achteraus, ich muss nach meinen „Sorgenkindern“ sehen!
Zuerst erklimme ich LIBERTÉ…
An Deck alles superDie Bilge trockenDas von Hans Peter an der Reparaturstelle ausgelegte Zewa – trocken2023 – Aquarium / 2024 – trocken
Hans Peter hat ganze Arbeit geleistet, es scheint kein Wasser mehr in LIBERTÉ zu kommen. Hier kann ich Entwarnung geben und vermelde das auch gleich dem Skipper ins kalte, kleine Saarland.
Weiter geht es zu Martins STENELLA – Sibylle hatte im Vorbeigehen gesehen, dass sich ein Wassersack im Dinghy gebildet hat. Das soll nicht sein, ich muss mir etwas einfallen lassen.
Es bildet sich ein Wassersack auf der neuen PlaneIch kann diesen gerade noch mit Handkraft entleerenAbhilfe soll ein großer Fender schaffen
Der Fender wird nicht vollumfänglich helfen, es ist noch Platz für Wassersäcke davor und dahinter. Einzige Abhilfe werden wohl zwei Schlaufen schaffen – diese soll Martin während seines Besuches im Winter annähen lassen.
Last not least – EDINA, der Dorn in meinem Fleisch! Wird es eine ähnliche Odyssee wie letztes Jahr?
Von außen alles SuperFeuchtigkeit muss unter 70% bleiben – ist bei 58%Die Bilge ist zwar feucht, aber es sind nur Pfützen
Entwarnung! Hier ist zwar das Problem nicht gefunden, aber die funktionierenden Bilgepumpen halten es in Schach. Auf jeden Fall ist die Situation unkritisch.
Für ein Davit-Projekt muss ich noch ein paar Maße nehmen, das sollte rasch erledigt sein…
Alles notiert, dann kann man an die Planung gehen
Nur noch rasch ein Blick auf den Stromzähler, sollte aber alles passen. Doch nanu??? Nix passt! Keine Anzeige mehr!
Offensichtlich hat ein Kurzschluss, wohl auf oder von EDINA, die Sicherung fliegen lassen. Das bedeutet aber auch, dass keine Batterieladung mehr stattgefunden hat.
Die Stromsäule ist tot – die Ladegeräte sind ausIch starte den Generator und lade die Batterien eine Stunde lang
Während ich die Batterien mit dem Generator lade, mache ich mich auf die Fehlersuche. Dieser Fehler ist aber schnell gefunden – ein undichter Adapterstecke war die Ursache.
Beim Trennen des Kabels lief das Wasser förmlich aus der Verbindungskupplung! Ich entscheide, hier neue Teile zu verbauen.
Fehler gefunden – Wasser im SteckerDen ganzen alten Kladderadatsch weg – neue Stecker ranJetzt geht es wieder
Warum der Adapter nicht dicht war hat sich auch gezeigt, ich musste aus dem selben Grund auch etwas „improvisieren“, habe die kritische Stelle aber mit Dichtmasse abgeschlossen und werde die Verbindung später horizontal hängen, damit nicht alles Wasser direkt Richtung Stecker rinnt.
Auf jeden Fall ist auf EDINA jetzt mal alles ok, ich gebe Entwarnung und einen Lagebricht an den Besitzer.
Und was ist mit Marios SAGITTA?
Sibylle und ich schleichen zum Trockenplatz der Beiden um unsere Aufwartung zu machen. Es geht mir besser, ich möchte den zugesagten Arbeitseinsatz antreten und bei diversen Winterprojekten helfen.
Naja, so richtig „rackern“ schaut anders aus 😉Macht eher den Eindruck von einer gemütlichen Pause
Spaß beiseite – natürlich rackert Mario seit nunmehr zweieinhalb Tagen vor sich hin, eine Pause tut ab und an Not. Er kommt nur bedingt gut voran, denn er hat sich beim Kauf seines Exzenterschleifers für ein deutlich kleineres Modell entschieden – das merkt man.
Zudem kommt der Faktor „fun @ work“ dazu, zu zweit geht eben alles besser! Ich verabschiede mich von Sibylle, sie zieht alleine weiter – dann greife ich zum „Fat Max“, den ich mir abermals von Roland ausleihen durfte.
Big boys – big toys
Klar, „der Gerät“ wiegt was! Da spürst Du Deine Arme am Abend. Aber es geht auch was – ich setze den Vibro-Schleifer an und es staubt…
Nach zwei Stunden war ein klarer Fortschritt zu sehen!
Nimmt Form an – Ziel ist, SAGITTA weiß zu sehen
Wir ändern die Taktik – ich kann mit dem großen Schleifer richtig Fläche machen. Mario ist kleiner als ich, zudem hat er keine Wampe, er „darf“ sich also unter das Schiff setzen und im Sitzen den unteren Bereich schleifen. Das klingt gut, ist aber, wie jede Über-Kopf-Arbeit, eher unangenehm.
So rücken wir der Backbordseite vollumfänglich zu Leibe
Es bietet sich an, dass wir Eva und Mario bis auf Weiteres zum Abendessen an Bord von NESSAJA einladen. Das Kochen und der Haushalt sind teils beschwerliche Aufgaben, wenn das Boot aufgebockt ist – man hat zum Beispiel kein Abwasser.
In diesem Sinne hat Sibylle die Aufgabe der „Teamorganisation“ übernommen. Sie ist für Beschaffungsfahrten und das leibliche Wohl zuständig.
Immer wenn sie mit dem Breezy vorbeikommt, wird abgefragt ob etwas mitzubringen sei.
„Braucht wer noch was???“
So geht der Tag rum und bis zum Feierabend haben wir ordentlich was gerissen.
SAGITTA ist noch nicht fertig, aber das Team der beiden Marios hat ordentlich was bewegt – wir sind stolz auf uns. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Eva die undankbare Aufgabe des „Antifouling abkratzen“ übernommen hat und dies, seit Mario den Schleifer in der Hand hat, alleine durchzieht.
Ein gutes Ergebnis für Tag 1
Leider kündigt sich die nächste Regenfront für den Folgetag an. Wir müssen abermals die Arbeitsplanung anpassen und andere Arbeiten vorziehen.
Das ist an sich kein Beinbruch, obwohl es für´s Gefühl schon besser wäre, man könnte eine Aufgabe abschließen. Da wir aber auch Arbeitspakete im Inneren des Schiffes haben, drängen sich diese für einen Regentag förmlich auf.
Der Tag beginnt also wie verheißen – grau, kühl, ungemütlich! Zwar noch trocken, aber die Regenwolken verheißen nichts Gutes.
Heute noch Südwind
Der Tag startet mit guten Nachrichten für Hans Peter – der vor seiner Abfahrt zum Service versandte Wassermacher ist fertig und bereits nach Leros zurück geliefert worden.
Obwohl meine Telefonnummer hinterlegt ist, gehe ich davon aus keinen Anruf zu erhalten – das Anrufen ausländischer Telefonnummern ist nicht so sehr beliebt. Also nehme ich den kurzen Weg zum Hafen auf mich und sehe bei der Spedition nach, ob das Objekt der Begierde vielleicht schon eingetroffen ist.
Und siehe da…
Wir lassen ihn noch bis Mittwoch stehen
Ich bestätige den Erhalt bei der Servicefirma und entlaste diese somit – ein super Service der uns da in Athen geboten wurde.
Dann schreibe ich Hans Peter und höre den Stein, der ihm vom Herzen fällt, bis nach Griechenland rumpeln. Alles geregelt, alles geklappt – was auch sonst? 😉
Diesmal habe ich gar nicht den Willen, die Herausforderung zu akzeptieren, dieses Trum auf meine GS zu packen – denn Mario und ich haben einen Plan ausgeheckt!
Wir mieten am Mittwoch einen Wagen, holen den Wassermacher und bringen ihn auf LIBERTÉ. Abends werden wir den Wagen für eine Fahrt nach Agia Marina nutzen, denn dort ist Mottotag im „Navarone“ – es gibt Sushi, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.
Und zwischendrin? Da fahren wir mit dem Saildrive der SAGITTA zu Giorgos um dort das Getriebe zu überholen – und genau diesen Saildrive bauen wir HEUTE aus…
Der Verstellpropeller kommt weg
Wir packen an – zuerst unter dem Schiff, hier gilt es den Propeller abzuschrauben, die Ausgangswelle zu demontieren und die äußere Manschette zu entfernen. Das alles wollen wir schaffen, bevor der angekündigte Regen kommt.
Gerade als wir die letzte Schraube entfernen, fängt es an zu tröpfeln. Wir packen unsere Teile zusammen, verräumen diese und bringen das Werkzeug nach oben – dann geht es auch schon los!
Die Himmelsschleusen öffnet sich und es gießt sintflutartig, zum Glück sitzen wir im Trockenen.
Gerade noch geschafft
Mario hat im Inneren seiner Dufour 38 Classic schon alles vorbereitet. Der Motor ist von der asymmetrischen Achterkabine aus sehr gut zugänglich, alle Abdeckungen sind entfernt, die Kabine ist leer – wir können sofort ans Werk gehen.
Perfekter Arbeitsbereich
Ich bin verblüfft! Ich habe in einem Schiff dieser Größe, selten einen so gut zugänglichen Motor gesehen.
Man kommt zwar „nur“ von einer Seite ran, diese öffnet den Zugriff aber nahezu vollständig. Das Glück war uns hold, weil wir auf der schlechter zugänglichen Seite nur drei Schrauben zu lösen hatten – alles machbar und im grünen Bereich.
Ich wollte es kaum glauben, aber nach etwas mehr als einer Stunde waren wir soweit, dass ich überzeugt war, den Motor nach vorne vom Getriebe abziehen zu können.
Gesagt, getan – ein Ruck und… auseinander!
Kann man den Saildrive bei diesem Schiff dann einfach nach oben rausziehen? Ja, tatsächlich, kann man!
Geschafft!
Ich fackle nicht lange, ein weiterer beherzter Ruck und ich ziehe das Trum nach oben aus dem Durchbruch. Mario hat zwischenzeitlich eine Unterlage beschafft, wo wir das Getriebe kurzzeitig ablegen können.
Da liegt er nun, das ging schnell! Rund eineinviertel Stunden um den Saildrive zu ziehen. Das ist rekordverdächtig!
Getriebeschaden – der Rückwärtsgang tut nicht wie er soll
Wir packen noch einmal an und wuppen das etwa 30kg schwere Teil ins Cockpit. Von hier aus seilen wir den Saildrive ab und legen ihn erst einmal unters Schiff.
Dem Fehler müssen wir erst noch auf den Grund gehen, es steht zu vermuten, dass irgendein Zahnrad- oder Kupplungspaar für den Rückwärtsgang verschlissen ist. Wie wir die Reparatur angehen wollen und welcher Arbeitsumfang notwendig ist, das werden wir nächste Woche klären.
Tagwerk geschafft! Da es erst früher Nachmittag ist, entbinde ich mich von meinen Pflichten und verhole zu Sibylle auf NESSAJA. Wir trinken ein Tässchen Kaffee zusammen, als Süssigkeit gibt es m&m – was für ein Zufall! Mario & Mario – die Supermarios – nomen est omen, wir sind ein gutes Team.
Ich esse meine m&m immer so – und ja, das muss man nicht 😉 (Adrian Monk lässt grüßen)
Neben der Mithilfe an Marios SAGITTA, muss ich immer mal wieder administrative Aufgaben übernehmen und mich um das Tracking derselben kümmern. Leider kann ich die Ersatzteile welche ich für Marcus´ Victron ESS Anlage brauche, auf Leros nicht bekommen. Auch der Öldruckschalter für Jens´ Motor macht Probleme.
Ich entscheide, alles zu bestellen und nach Leros schicken zu lassen, dannach würde ich dem Freund auf Lipsi ein kleines Paket per Fähre zukommen lassen – ja, die Ersatzteilbeschaffung auf Inseln ist nicht immer einfach.
Die Arbeiten an SAGITTA indes, gehen problemlos weiter. Eva hat darum gebeten ihren Job am Unterwasserschiff ungestört zu Ende bringen zu dürfen – wenn wir zu zweit schleifen würden, wären wir nur im Weg!
Das lassen wir uns nicht zweimal sagen! Wir haben ohnehin gerade das Werkzeug ausgepackt und schreiben uns daher zwei weitere „mechanische“ Projekte ins Lastenheft – zum einen den Ausbau aller Seeventile nebst Rumpfdurchbrüche, zum anderen die Demontage des Ruderquadranten und das Absenken des Ruderblattes zum Zwecke des Neuanstriches.
Um wirklich nicht „im Weg“ zu sein, beginnen wir mit dem Ruder – da ist innen allerhand abzuschrauben, bevor das Ruderblatt abgesenkt werden kann.
Nach rund zwei Stunden steht das Blatt am Boden – fertig zur Bearbeitung
Ich hatte echt ein bisschen Kummer, war der Ruderquadrant doch die fieseste Arbeit an NESSAJA – nicht so hier! Alle Schrauben gingen auf, ließen sich leicht ziehen und so war auch der Quadrant schnell abgebaut.
Das Absenken des Ruderblattes selbst, war dann ein Kinderspiel. Eine Probebohrung ergab, dass sich keine Feuchtigkeit im Inneren befindet, so bleiben letztlich nur die Punkte „Schleifen“ und „Streichen“ auf der Liste.
Ähnlich gut hat auch der Ausbau der Seeventile geklappt. Auf der SAGITTA gibt es nur halb so viele Rumpfdurchbrüche wie auf NESSAJA – umso schneller war der Arbeitsschritt erledigt.
Kurzer Prozess – Flex und abDer Metallschrott auf einem Haufen
Wir haben kurzen Prozess gemacht. Mit der großen Flex an die Rumpfdurchbrüche und von außen den „Pilz“ abgeschruppt – das dauert zwei Minuten pro Ventil.
Rechnet man die Zeit der Selbstbeweihräucherung dazu, hat es ungefähr 20 Minuten gedauert, bis die alten Messingventile auf einem Haufen lagen.
Umgerüstet wird – selbstverständlich eigentlich – auf TruDesign Kunststoffventile.
Sibylle hat sich indes um unsere Versorgung gekümmert, heute gibt es Fleischpflanzerl. Jeder durfte ansagen wie viele der „Laiberl“ er oder sie schafft, so kam eine Bestellung von 15 Stück zustande.
Wir hatten aber die Rechnung ohne unseren Metzger gemacht, der hat nämlich große Hände…
5 von 15 – mehr passen nicht in die PfanneLecker – ich bin zufrieden
Er hat Sibylle für 55.-€ Buletten verkauft! Das ist deshalb akzeptabel, weil insgesamt 3,9kg Fleisch über die Theke gingen – für fünf Esser! Das bedeutet, dass ein Pflanzerl rund 260gr gewogen hat!
Ja dann, guten Appetit!
Obwohl Marcus ebenfalls zu Gast war, haben wir den Fleischberg nicht geschafft. Es war genug übrig, dass Eva, Sibylle, Mario und ich am nächsten Tag auch noch einmal satt wurden 😉
Es folgten noch einmal Tage des Schleifens – inzwischen kehrte eine Routine ein – Eva kratzt „den Schmodder“, wie sie es liebevoll nennt, herunter, Mario und ich schieben die Exzenterschleifer mit Nachdruck über die breite Hüfte der SAGITTA.
Eva beim Schmoddern – in voller MonturMit dem „Fat Max“ am WerkStaubige Angelegenheit
Diese Sklavenarbeit kostet uns noch einmal volle zwei Tage, bevor die kleine Schwester von NESSAJA „unten ohne“ dasteht. Stupides Schleifen, um die alten Antifoulingschichten abzutragen und den Rumpf so für den Anstrich mit Coppercoat vorzubereiten.
Ok, volle Arbeitstage sind es nicht – meist beginnen wir um 10.00 Uhr, haben oft noch Kleinigkeiten zu besprechen oder auch mal andere Handgriffe zu machen.
Natürlich unterbrechen wir für einen Nachmittagskaffee – das muss sein, ansonsten arbeiten wir ohne Unterlass – und das lohnt sich!
Der Rumpf ist fertigDas Unterwasserschiff ist von den Altanstrichen befreit
Geschafft! Wir bekommen es hin, den ganzen Rumpf bis auf das originale Gelcoat abzuschleifen. Erfreulicher Weise sind kaum Reparaturarbeiten zu verrichten, es kann also im Frühjahr gleich mit den Vorbereitungen für den Neuanstrich begonnen werden.
Recht viel länger hätten wir am heutigen Tag auch nicht brauchen dürfen, denn als wir das letzte Werkzeug verräumt haben und die „Baustellenordnung“ wieder hergestellt ist, steht die Sonne schon tief und es wird frisch. Zeit für eine Dusche!
Auf der „Offene Punkte Liste“ verbleiben noch das Abschleifen des Bleikiels und des Ruders.
Die Sonne taucht die Lakki Bucht wieder in spektakuläres Licht
Dienstag – ich freu´ mich! Heute ist wieder Griechisch Kurs, der zweite für mich, da ich letzte Woche wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte.
Leider gibt es hier auch eine negative Nachricht – Sibylle bricht ab! Es ist ihr zu stressig, sie kann die Anforderungen, die sie selbst an sich stellt, nicht erfüllen und empfindet Unbehagen. Ich finde das sehr schade, aber zwingen kann ich sie natürlich auch nicht.
Ich habe Spaß, auch wenn ich durchaus gefordert bin. Ich, Du, Er , Sie, Es – und alle Formen von „sein“. Das ist viel, wenn man es im fremden Alphabet lesen UND schreiben muss – aber Integration funktioniert eben so, sagen wir das nicht immer???
Ich lausche gespannt den Ausführungen unserer charmanten Lehrerin
Morgen gehen wir andere Themen an – wir haben nämlich einen Leihwagen! Den werde ich nutzen um Hans Peters Wassermacher bei der Spedition abzuholen und diesen auf LIBERTÉ zu bringen. Für Mario bringen wir seinen Saildrive zu Giorgos um zu sehen was kaputt ist – vielleicht drängt sich ja schon eine Lösung auf…
Alles klappt wie am Schnürchen – Rena bringt mir um Punkt 10.00 Uhr den Leihwagen und ich fahre sie ins Büro nach Lakki zurück. Von da aus fahre ich sofort zur Spedition und lade dort den Wassermacher ein. Am Rückweg fahre ich an der SAGITTA vorbei und Mario begleitet mich zu LIBERTÉ – dort hieven wir das Trum an Bord und verräumen es im Salon.
Das Projekt „Wassermacher einbauen“ wird wohl einen Platz in Hans Peters Planung bekommen müssen.
Der Schenker Modular 60 zieht auf LIBERTÉ einHier wartet er bis zum Frühjahr
Weil alles gar so geschmeidig klappt, fahren wir sofort weiter zu Giorgos. Der Zampano erwartet uns in seinen heiligen Hallen und wir kommen „just in time“ mit dem bereits teilzerlegten Saildrive bei ihm an.
Das Saildriveunterteil hatten Mario und ich schon in der Marina abgeschraubt, der zu reparierende Getriebeteil wird dadurch leichter und handlicher.
Genau diesen wuppen wir auf die Werkbank – der Schaden soll diagnostiziert werden.
Giorgos zerlegt das GetriebeUnser Verdacht bestätigt sich
Tatsächlich bestätigt sich der Verdacht, dass eine Art „Anlaufscheiben“ im kraftübertragenden Teil des Wellenpaketes verschlissen waren und so der Rückwärtsgang nicht mehr präzise einrastet.
Das hatte ich bereits im Vorfeld vermutet und das Ersatzteil laut Volvo Katalog identifiziert. Es war mit knapp 1.700.-€ beziffert. Zu unserer großen Überraschung aber, hat Giorgos eine Quelle bei ZF, bei der er die zur Reparatur nötigen Ersatzteile einzeln bestellen kann – zu deutlich niedrigeren Kosten!
Das freut uns und Mario vergibt den Auftrag. Auch ich habe noch einige Punkte mit Giorgos zu besprechen, auch dafür ist Zeit.
Sehr zufrieden begeben wir uns auf den Heimweg – kurz vor Lakki meint Mario zu mir, „…dass er ein Verlangen auf was Süsses verspüre!“ Klar, kann ich verstehen – zur Feier des Tages gönnen wir uns also ein Frühstückseis!
Für ein Eis ist es nie zu früh
Ok, ein wenig war es vielleicht auch eine Art Henkersmahlzeit – denn wir wussten, was uns erwartet, wenn wir erst einmal in der Marina zurück sind! Schleifen, schleifen, schleifen…
Zielsetzung – heute machen wir den ungeliebten Job fertig! Wir haben den ganzen Nachmittag, um das Ruder und den Kiel von SAGITTA vom alten Antifouling zu befreien – die chemische Vorarbeit durch Eva ist bereits abgeschlossen.
Die Damen gönnen sich einen freien Nachmittag und gehen zum Wandern, Mario und ich packen an!
Zurück auf der Baustelle……widmen wir uns dem Ruderblatt……und dem KielSteuerbord fast fertig – das Ergebnis vom VortagAuf geht´s! Machen ist wie wollen – nur krasser…
Ich nehme es vorweg, wir schaffen es! Nach etwas mehr als drei Schleiftagen ist das Werk vollbracht – wir haben die 38 Fuss Dufour in weniger als der halben Zeit von den Altanstrichen befreit, als wir für Hans Peters Bavaria 41 benötigt hatten.
Die vorher verwendeten Anstriche machen den Unterschied! Ich vermute, dass SAGITTA nur mit einem klassischen Primer gestrichen war, oder maximal eine Lage Epoxiprimer verstrichen wurde. Bei Hans Peter waren zwei Lagen Epoxiprimer ein harter Gegner!
Ruder – checkAuch der Bleikiel ist blitzeblank
Für uns gab es also etwas zu feiern, zudem wollten sich Eva und Mario mit einer Einladung bei uns bedanken. Das nehmen wir gerne an und freuen uns über ein Dinner im neuen und sehr geschmackvollen „Navarone“. Dort ist am Mittwoch „Sushi Night“ – wir sind sehr gespannt.
Es kam uns natürlich sehr entgegen, dass wir zu viert mit dem Leihwagen zum Restaurant nach Agia Marina fahren konnten…
Parkplatz vor der HaustüreAuch meine Lieblingsmusiker werden hier spielen – sehr coolDas geschichtsträchtige Haus wurde nach einem Feuer vollumfänglich restauriert……und sehr geschmackvoll ausgestaltetEva hatte reserviert – wir gönnen uns einen Aperitif
Mit einem Aperitif überbrücken wir die von uns geplante Wartezeit bis die Küche öffnet.
Wir lassen uns die Karte bringen, es gibt Sushi in allen Variationen. Da wir alle das Fingerfood aus rohem Fisch mögen, lassen wir uns gleich die „große Vielfalt“ in Form einer Platte für vier Personen bringen.
Dazu nehmen wir eine „Inside Out Roll“ mit Rindfleisch – eine gelungene Kreation.
Wir schlemmen und spachteln – für uns alle war es lange her, dass wir etwas signifikant anderes als griechische Standardküche gegessen hatten. Und weil es gar so gut war und wir alle noch etwas Platz im Bauch übrig hatten – haben wir gleich noch eine Platte für zwei Personen hinterherbestellt.
Ein toller Abend mit liebgewonnenen Freunden„Special Sushi“ – Inside Out mit RindfleischVariationen für vier PersonenWeils so gut war – eine Platte für Zwei folgt
Echt lecker! Wir sind zufrieden, wir sind happy. Ein sehr guter Tag endet. Wir schleppen uns in unseren Kleinstwagen, fahren die fünf Kilometer bis in die Marina und gehen zu Bett.
Es droht Schietwetter! Zum Wochenende hin soll es richtig regnen, für uns stehen also alle Zeichen auf „Beendigung der Außenarbeiten“.
Viel ist nicht mehr zu tun und so packen wir noch einmal einen Tag lang an, um SAGITTA fertig für die Winterpause zu haben. Es ist nur mehr eine Woche Zeit, bis auch Eva und Mario abreisen werden.
Die Aufgaben sind für heute klar verteilt – Eva streicht den blanken Kiel mit Epoxi, die beiden Marios dichten die TruDesign Rumpfdurchbrüche ein – so kann die SAGITTA Crew während des Schlechtwetters weiter an ihren Projekten arbeiten – auch innen gibt es dann noch einiges zu tun.
Zwei Anstriche Epoxi sind bis zum Abend erledigtAuch Mario und ich schaffen unser Tagesziel – das Einkleben der sechs Rumpfdurchbrüche
Geschafft! Epoxianstrich und SIKA Verklebung können über Nacht trocknen, der Regen kann kommen! Eva und Mario verlagern die Baustelle nach innen, es sind noch die Ventile und die Wasser- und Abwasserschläuche zu erneuern, bevor SAGITTA in die Winterpause geht.
Sibylle gesellt sich zu uns und mahnt an, dass wir die Uhr nicht außer acht lassen sollen. In ihrem Schlepptau – Electra…
Ja, der Marinahund weiß was gefällt
Sibylles Aufruf zur Pünktlichkeit hat einen Grund – wir Vier sind heute zu Mireille und Roland zum Dinner eingeladen. Es gilt, noch Süssigkeiten als Mitbringsel zu besorgen – Abfahrt daher um 17.00 Uhr! Sputet euch!
Siga, siga – wie nicht anders zu erwarten, sind wir just in time abreiseklar. Wir brummeln mit dem KIA zum Haus der Freunde und bedanken uns artig für die Einladung.
Wie immer phantastisch – der Ausblick von der TerrasseRoland hat eingeheizt – sehr zu meiner Freude
Wir sitzen beisammen und reden über Gott und die Welt. Wie nicht anders zu erwarten und eigentlich wie immer, schneiden wir hier, im Haus der Freunde, auch wieder das Thema „Haus auf Leros“ an.
Ich ändere meine Meinung nicht, hat alles Vor- und Nachteile – ich kann aber von einem Objekt ganz in der Nähe erzählen.
Roland springt sofort an und bewertet das von mir im Internet gezeigte Haus als „Schnäppchen“. Sie wollen sich das Objekt morgen mal ansehen! Wir wechseln das Thema, doch der Gedanke bleibt mal wieder in meinem Kopf verhaftet.
Spät abends kehren wir in die Marina zurück, wir sind geschafft, wir sind müde – die vergangenen zehn Arbeitstage an SAGITTA machen sich bemerkbar.
Am nächsten Morgen muss ich raus aus den Federn, es gilt, den Leihwagen zurück zu bringen.
Wir geben Ioannis den Wagen zurück – war schön
Sibylle und ich wollen mit dem Motorrad in die Marina zurück fahren – ob man da nicht mal beim Haus vorbeisehen könnte…???
Na klar, lag eigentlich auf der Hand. Wir tuckern also zur angegebenen Adresse und finden das Objekt auch sofort.
Et voilá
Ich ahne was ihr denkt, aber – riesiger Grund, etwas abseits, doch gute Lage, alte Olivenbäume und ein, wenn auch eingeschränkter, Meerblick. Das Ganze zu einem recht attraktiven Preis.
Ich liebe solche Projekte! Mir schießt sofort das Bild in den Kopf, wie ich das Haus herrichte, ich würde alles selber machen wollen, sehr viel Autarkie einbauen und auf Nachhaltigkeit setzen. Es wäre eine Aufgabe.
Wir können das Tor öffnen und uns etwas umsehenDer Meerblick ist gegeben und wäre von einer Terrasse im 1. Stock hervorragend
Ja was soll ich sagen? Ich bin interessiert und bringe das zum Ausdruck. Als wenn wir uns verabredet hätten, kommen Roland und Mireille ums Eck und teilen die Eindrücke mit uns – der Entschluss fällt, ich stelle eine offizielle Anfrage und lasse den Rechtsstatus überprüfen. Das ist der erste Schritt, wenn man eine Immobilie in Griechenland kaufen möchte.
Mal sehen, was daraus wird…
Der Tag klingt bei einem gemeinsamen Abendessen an Bord der NESSAJA aus. Eva hat Kürbissuppe gekocht und wir laben uns an der feinen, heißen Spezialität.
Lecker gekocht – ein feiner Abend
So endet ein spezieller Monat, einer, der die Brücke in die „staade Zeit“ auf Leros gebildet hat, der die Insel in eine tourismusfreie Phase überführte – die Schlagzahl hatte sich spürbar veringert, ich hatte das eingangs beschrieben.
Letztlich war es aber auch ein Monat, der eine Menge Arbeit mit sich brachte und im Endspurt neue Optionen aufzeigte – auf Beides blicke ich zufrieden zurück!
τρεις καρέκλες – λίγο „Μάριο ο Έλληνας“ 😉
Sibylle und mir bleibt zum Monatsende nur der Ausblick auf den kommenden Dezember – Weihnachten und Silvester stehen vor der Türe! Wir wünschen unserer Familie, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes, frohes und hoffentlich friedvolles Jahr 2025.
Was wir bis zum „Grande Finale“ des Jahres 2024 auf der winterlich verschlafenen Ägäisinsel Leros erleben werden – das gibt es im Monatsbericht des letzten Monats des Jahres nachzulesen.
Bis dahin – macht es gut – und herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Die Headline des Monats Oktober bedarf unter Umständen einer kleinen Erklärung – Cameo intonierte den Funk / R&B Song „Word Up!“ im Jahr 1986, der prägnante Slogan wurde dadurch einer breiten Masse an Musikfreunden geläufig.
Bei mir hat die Nummer nie gezündet, dennoch war ich neugierig, für was „Word Up!“ eigentlich steht – ich darf hier kurz das allwissende Google zitieren…
„Word up“ ist eine umgangssprachliche Phrase, mit der Zustimmung, Billigung oder Begeisterung ausgedrückt werden . „Word up“ wird im Allgemeinen synonym zu „Ich stimme zu“ oder einem begeisterten „Ja!“ oder „Großartig!“ verwendet. Normalerweise sagt man damit, dass jemand mit etwas einverstanden ist oder von etwas wirklich begeistert ist.“
Ja, damit sind wir doch schon beim Bezug zum Blogbericht des Monats Oktober – kein aufregender und doch ein umtriebiger Monat, welcher uns einige spontane Entscheidungen abverlangte. Hat alles geklappt? „Word Up!“, na klar… 😉
Gähn – waaaas, schon Oktober???
Der kühle Abschlussabend des letzten Septembertages ist vergessen, ich krabble aus den Federn und blättere das Kalenderblatt um – die Kinder grinsen mich an und ich werde etwas wehmütig…
Die Familie ist abgereist, es wird eine Weile dauern, bis wir die einen oder anderen wiedersehen. Ich freue mich aber auch über den Kalender – es ist ein liebgewonnenes Geschenk das uns Freude macht und das wir sehr schätzen.
Ich koche Kaffee, die wichtigste Handlung um den Tag zu eröffnen und denselben einen guten werden zu lassen!
Die „Dinzler“ Dose ist eine Hommage an unseren Lieblingskaffee in der Heimat – der Inhalt ist längst profaner Standardware gewichen
Mit einer köstlich duftenden Tasse des heißen Koffeingebräus setze ich mich auf meinen Platz und starte das Mobiltelefon…
BIMM! Eine Nachricht schneit herein, natürlich könne der griechische Vertreter des italienischen Produzenten von Wasseraufbereitungsanlagen der Firma „Schenker“ eine Reparatur und einen Service anbieten – wir sollen die Anlage schicken.
Ich leite die Mail an Hans Peter weiter und schlürfe in Ruhe meinen Kaffee zu Ende, dann schlendere ich entspannt zum Pick-Up des saarländischen Freundes.
Dieser ist schon fleißig – nun, Morgenstund´ hat Gold im Mund!
Wir müssen das Gerät noch verpacken
Gemeinsam lupfen wir die Apparatur auf eine Halbpalette und verpacken das sensible und teure Trum gehörig. Dann fahren wir, zum dritten Mal innert der letzten sechs Wochen, zu „Leros Trans“, der Spedition, die unsere Fracht zur Zieladresse nach Athen verschiffen soll.
Man lädt mit dem Gabelstapler ab
Die Procedur der letzten Male wiederholt sich – was ist drin, wie schwer ist es, wohin soll es? Muss es versichert sein, wie hoch ist der Wert – und wird es in der Athener Zentrale abgeholt???
Die liebe Christina, eine resolute Mittvierzigerin mit der Stimme eines Laubbläsers, kümmert sich um unser Anliegen und schon wenige Minuten später können wir das Speditionsgelände wieder verlassen. Wieder was geschafft – das war der letzte Streich!
Hans Peter ist unruhig – sein Hund Merlin ist beim Tierarzt und bekommt eine Zahnreinigung. Das ist an sich nichts Schlimmes, aber es wird bei Vollnarkose durchgeführt. Er sorgt sich und weil er Gewissheit braucht, suchen wir unsere Frauen auf – sie warten im Café vor dem Tierarzt.
Alles ok, man müsse sich nicht sorgen! Ok, dann zwei Cappuccino bitte…
Mir fällt ein Mann auf, der die Mauer seines Geschäftes verschönert.
Gefällt mir!
Zugegeben, der Pinsler ist kein Picasso, aber ein Lerianer, der sich gegen Tristesse und Verfall stemmt – ein „einsamer Kämpfer“ sozusagen, denn die Mehrheit akzeptiert den „morbiden Charme“ des Ortes.
Wir leeren unsere Tassen und fahren zurück in die Marina. Dort trennen sich unsere Wege für eine Weile, denn wir haben unabhängig voneinander genug zu tun. Die Freunde aus dem Saarland bereiten sich langsam auf ihre Heimreise vor. Sibylle und ich haben noch ein paar Kleinigkeiten auf ELOWYN zu erledigen.
An diesem Tag treffe ich mit Volker eine richtungweisende Entscheidung bei einem längeren Telefonat – er wird mit einem Freund nach Leros kommen und sein Schiff hier übernehmen, eine Verbringung nach Kos durch uns ist nicht nötig.
Ich bin happy mit dieser Entscheidung, denn die Verbringung hätte für uns einen erheblichen Aufwand bedeutet. Klar, auch eine reizvolle Sache, aber letztlich unnötig, denn Volker hätte am Tag nach der Übergabe die Meilen gutmachen müssen, welche Sibylle und ich unter hohem Zeit- und Geldaufwand tags zuvor vernichtet haben – Unfug!
Daher die Entscheidung! Das Schiff bleibt in der Marina, wir machen es reiseklar und Volker übernimmt hier. Aufgrund der schlechten Fährverbindungen an seinem Ankunftstag, organisieren wir ihm ein „Speed RIB“ als privaten Taxi-Shuttle…
Sind alle einverstanden? Ja klar, „Word Up!“
Sofort gehen Sibylle und ich auf ELOWYN und beginnen damit, unsere Aufgaben abzuarbeiten. Es sind nur vier Tage Zeit, den blauen Riesen reiseklar zu machen! Beginnen wir mit der Reparatur der Schlauchtrommel – kleine Ursache, große Wirkung!
Ich kann das gute Gardena Teil reparieren
Irgendwas im Inneren der Gardena Trommel war gebrochen. Der Reparaturversuch war dringend geboten, denn man bekommt auf Leros nicht so einfach eine Gardena Trommel, zudem ist diese so modifiziert, dass sie in einer Backskiste hängt – man kann eine andere Trommel nicht mir nichts, dir nichts umbauen.
Ich habe die teure, deutsche Qualitätsware zerlegt und instandsetzen können. Der zweistündige Aufwand hat sich gelohnt!
Ein paar weitere Handgriffe gelten dem Wassermacher, dieser muss alle zwei Tage für ein paar Minuten laufen, um die Anlage nicht verkeimen zu lassen. Also starte ich das Gerät…
Alle Schalter auf ON – Druck aufbauen……und schon sprudelt feinstes Trinkwasser
„Word Up!“ – ICH verwandle Seewasser in Trinkwasser! Ein wenig fühle ich mich so, als könne ich über Wasser laufen, verzichte jedoch darauf, es zu versuchen, da Sibylle mich am T-Shirt festhält.
So verplempern wir den Nachmittag und ziehen am frühen Abend zurück auf unsere NESSAJA. Ein Dinner im „Aloni“ in Xirokampos steht auf dem Plan – wir treffen uns abermals mit unseren österreichischen Freunden, der SAGITTA Crew, stellen Eva und Mario aber zugleich Hans Peter und Petra vor.
Der Grund liegt auf der Hand – Mario plant, seine Dufour 38C im Winter abzuschleifen und mit Coppercoat zu versehen – die Erfahrungswerte von Hans Peter und mir sind für ihn interessant.
Am frühen Abend brechen wir Richtung Südspitze von Leros auf…
Die Sonne ist weg, die blaue Stunde beginntDer „Welcome Tree“ vor dem „Aloni“Wirt Lefteris dekoriert geschmackvoll
Wir stellen die beiden, mit uns befreundeten Crews, einander vor und nehmen an unserem reservierten Tisch Platz. Natürlich starten sofort Coppercoatgespräche – wir bedienen alle Klischees!
Die Männer sprechen über die geeigneten Exzenterschleifer, die Schleifpads mit idealer Körnung und über die Notwendigkeit von Atemschutz. Unsere Frauen dagegen, tauschen sich über Katzenbabies, den verfressenen aber „soooooo süßen, fetten, häßlichen Restauranthund“ und über Merlins Zahnreinigung aus.
Hat Spaß gemacht, auch Hans Peter strahlt
Ach ja, fast vergessen – gut gespeist haben wir auch!
Seafood-Spaghetti, waren sehr lecker
Wir hatten einen kurzweiligen Abend und dabei sehr viel Spaß. Die Zeit verging wie im Flug und als wir endlich alle Getränke geleert hatten, war es kurz vor Mitternacht.
Zeit zu gehen! Eva und Mario klettern in ihren Takacat und tuckern zurück auf ihre SAGITTA, die in der Südbucht von Leros vor Anker liegt.
Petra und Hans Peter fahren gleichzeitig mit uns Richtung Leros Marina Evros und erklimmen die Leiter zu ihrer LIBERTÉ, wo Irish Terrier Merlin schon schmachtend auf ihre Rückkehr wartet.
Sibylle und ich ziehen uns auf unsere NESSAJA zurück und kriechen müde in die Federn. Morgen früh schon ruft ein neuer Termin…
Wir sind nämlich um 08.30 Uhr bei Marietta zum Frühstück verabredet. Den gemeinsamen Start in den Tag, haben wir HP zu seinem Geburtstag geschenkt. Er musste lange warten, denn die Einladung schloss seine Gattin mit ein – heute war es soweit…
Wir haben einen schönen Platz und lassen es uns gut gehenKaffeespezialitäten, frischer Orangensaft und verschiedene Toasts und Sandwiches werden bestellt……dazu gibt es verschiedene Omeletts oder SpiegeleierNatürlich gibt es das obligatorische Bild für´s Familienalbum
Während wir sitzen und unser Frühstück zelebrieren, taucht eine lustige Herrencrew auf. Auch sie suchen einen Tisch für das Frühstück.
Die drei sind uns aufgefallen, weil sie die Taverne mit Schwimmwesten betreten haben. Das ist per se nicht verwerflich – lustig ist es unter den gegebenen Umständen allemal…
Safety first
Die Dinghyüberfahrt vom Ankerfeld ans Ufer dauert ungefähr drei Minuten. Am heutigen Tag herrschte kaum Wind, es war sonnig und freundlich. Auch war das Meer nicht kalt.
Ok, alle drei hätten Nichtschwimmer sein können oder einfach nur sehr auf Sicherheit bedacht – aber wäre es dann nicht logisch, dass man gleich nach dem Erreichen des sicheren Ufers, sich der lebensrettenden Weste entledigt?
Nicht so die drei Seebären! Sie behielten die Rettungswesten noch geraume Zeit an und trugen diese auch noch, als vor dem Kaffeegenuss das stille Örtchen benutzt wurde 😉
Da schmunzelt auch Takis´ Schwester…
Ich war besorgt – hatte ich etwas überhört? Würde die Welt untergehen und ich war nicht gewappnet? Ich konnte erst wieder konzentriert an den Gesprächen an unserem Tisch teilnehmen, als die sicherheitsbewussten Tischnachbarn sich ihrer Westen entledigten.
Glück gehabt!
Irgendwann am späten Vormittag war unser Frühstück zu Ende. Wir begleichen die Rechnung und fahren zurück in die Marina. Wieder widmen sich Hans Peter und seine Petra den Rückreisevorbereitungen und wir uns unserem Patenschiff ELOWYN – heute stehen die Reinigungsarbeiten auf dem Programm.
Beim Wässern und Schrubben ist Sibylle die treibende KraftDie Fugen lösen sich langsam auf – überall die schwarzen Popel
Das Schrubben der 68 Fuss Yacht ist eine Sklavenarbeit! Nicht nur, dass die schiere Größe natürlich fordernd ist, es stellen sich zudem zwei weitere, erschwerende Faktoren ein…
Erstens – der beschädigte Decklack der polnischen Lady. Leider fliegt dieser beim Schrubben in Fetzen vom Aufbau und dem Decksalon – Klarlackfetzen überall! Diese haften an und sind schwer wegzubekommen – das ist übrigens auch der Grund, warum der blaue Riese nach Preveza zum Refit überführt wird – ELOWYN erhält diesen Winter eine Komplettlackierung! Doch dazu später mehr…
Zweitens – die Außenfugen des Flexiteek-Decksbelages lösen sich inzwischen auf. Diese bilden dann kleine Popel, welche auf dem Deck zu liegen kommen und breitgetreten werden. Auch diese sind nur äußerst schwer zu entfernen und auch dieses Manko soll beim Refit beseitigt werden.
Ich helfe meiner Frau wo ich kann, klettere und kraxle dabei wie eine bayerische Berggams – doch leider nicht so geschickt! Wie immer ziehe ich mir eine klaffende Fleischwunde zu 😉
Am Schienbein tut´s weh… (links)…weiß ich aus Erfahrung! (rechts)
So vergeht auch dieser Nachmittag relativ unspektakulär – bis das große Schiff von den Salzwasserkrusten der vergangenen Segelwochen befreit ist, bis auch die Bordwand wieder einigermaßen glänzt, kurz – bis der Dampfer übergabefertig für die Überführungsfahrt ist, bis dahin vergehen die Stunden!
Aber am Spätnachmittag ist es soweit – wir verlassen die nun saubere und nahezu fertige ELOWYN und gehen nach Hause.
So, jetzt passt alles – es kann losgehen
Auf NESSAJA angekommen, erhalte ich die Zusage für den Leihwagen um Volker und Chris bei ihrer Ankunft abzuholen. Zudem kann ich final abklären, dass das Taxi-RIB zum vereinbarten Zeitpunkt in Mastichari auf Kos, auf die beiden warten wird.
Check! „Word Up!“ – ich bin zufrieden und gehe mit Sibylle ins „SouVLakki“ und anschließend auf ein Eis zu „Repapis“. Wohl verdient am heutigen Tage!
Im Oktober ist abends nicht mehr soviel losKaffee und Eis schmecken trotzdem – aber irgendwas stört mein Auge!!!Besser! Kennt ihr eigentlich Adrian Monk?
So ein schöner und gelungener Tag! Sibylle ist verwegen und lässt sich von mir verleiten, dass wir noch auf einen Absacker ins „Palma Café“ gehen – ein Ouzo zum Abschluss…
Perfekt! Heute fehlt es an nichts!
Dafür, dass immer Meze zum Ouzo gereicht werden, dafür kann ich nichts!
Es ist fast Mitternacht als wir zuhause ankommen – nix wie ab in die Falle, die Nacht wird kurz.
Ein neuer Morgen! Die Sonne blinzelt schon in unser Schlafgemach, als wir die Augendeckel öffnen. Es muss schon etwas später sein! Also nix wie raus aus den Federn!
Wir laben uns an einem kleinen Frühstück und ich korrigiere meinen Koffeinpegel – dann geht es los. Heute steht eine Abwechslung auf dem Plan – wir sehen mal wieder ein Haus an.
Ein schönes Objekt steht zum Verkauf
Freunde von uns haben von dem zum Verkauf stehenden Objekt erfahren und bitten uns, ein paar reale Vor-Ort Bilder zu schießen. Wir sollen doch bitte einschätzen, wie das Objekt einzuordnen ist.
Wir brummeln also mit dem Mopped einmal quer über die Insel und parken direkt vor der uns bekannten Immobilie. Dann schleichen wir, so gut es eben geht, um das Objekt und fotografieren von allen Seiten.
Das Haus ist über 100 Jahre alt aber mehrfach umfänglich renoviert. Es ist klein, schnuckelig und authentisch – aber dadurch eben auch nur bedingt modern.
Wenn man dies bei der Preisfindung berücksichtigt, dann ist der aufgerufene Preis – trotz Meergrundstück – einfach zu hoch.
Dies ist nur unsere unmaßgebliche Einschätzung, aber wir geben diese dennoch an unsere Freunde weiter. Ich erlaube mir dazu, den Link zur edelsten Immobilie auf Leros beizufügen – auch sehr kostspielig, aber im direkten Vergleich eine andere Liga.
Ich überlege mal wieder, ob es nicht doch eine gute Option wäre, dass wir NESSAJA gegen eine Immobilie auf Leros tauschen – aus wirtschaftlicher Betrachtung allemal…
Was nun? Es war noch viel Tag übrig, wir hatten heute nicht allzuviel zu tun – so entscheiden wir, dass wir mal wieder an den Panteli Strand fahren. Dort ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt.
Liege in der ersten Reihe – Panorama nach KalymnosIch gönne mir ein geeistes Bier, Sibylle bleibt bei LimoWir gehen Baden und relaxen
Was mich echt verwundert ist, dass es auch in der Nachsaison noch immer die Schlauchbootdeppen gibt! Was bewegt einen durchschnittlich intelligenten Menschen dazu, mit einem aufgeblasenen Wasserfahrzeug, in Gleitfahrt vom Anleger wegzufahren und dabei den Schwimmerbereich und die Hafeneinfahrt zu passieren? Haben die Typen echt so kleine Eier???
Wer langsam macht hat länger Spaß – wie sooft im Leben
So verbringen wir den Nachmittag – um nicht zu sagen wir verplempern ihn! DAS ist wahrer Luxus! Irgendwann wird es aber Zeit, in die Marina zurück zu kehren. Wir sind zum Dinner verabredet, sollten uns etwas frisch machen und dem Anlaß entsprechend kleiden!
Der Tag hat eine besondere Note – heute reisen Hans Peter, Petra und Merlin ab. HP und ich hatten einen intensiven Sommer, während dessen wir zehn Wochen lang jeden Tag miteinader verbracht und gearbeitet haben.
Wir haben fast jeden Tag zusammen gegessen, geschwitzt, geflucht und uns gefreut. Es war ein Sommer voller Herausforderungen aber auch voller großer, erfolgreicher Momente.
Es wurde Zeit für eine Pause, ich freue mich auf die Zeit ohne den täglichen Rapport bei meinem saarländischen Freund – und doch bin ich traurig. Was mach ich eigentlich jetzt??? Vermutlich falle ich in ein seelisches Tief…
Heute aber nicht! Heute wird der letzte Abend der Freunde gefeiert – Hans Peter lädt zur Sause!
Der Schein trügt……die Wahl der Saarländer fällt auf die Taverne „o´ Karaflas“Ein schöne StimmungWir haben unseren „Stammtisch“ und schlemmen was das Zeug hältDabei genießen wir den wunderbaren Ausblick über die Bucht von Vromolithos
Was wäre ein Abschiedsabend ohne ein letztes Eis bei „Repapis“? Wie oft sind wir hier gesessen – haben über Lösungen gebrütet, uns eine Verschnaufpause gegönnt, oder uns einfach für erreichte Zwischenziele – heute sagt man „Milestones“ – belohnt!
Heute kehren wir hier ein, um den Abschied „rund“ zu machen – und uns auch…
SchlaraffenlandBereits für Halloween dekoriert
Wir schlemmen unsere Eisbecher bis kurz nach 22.00 Uhr – dann ist es soweit! Es heißt Abschied nehmen, Servus bis zum nächsten Jahr! Dann machen wir LIBERTÉ fertig und bringen sie wieder zu Wasser – bis dahin habe ich ein Auge auf sie.
Wir drücken uns und wünschen „frohe Weihnachten und einen guten Rutsch“, sowie die obligatorische gute Heimreise – dann trennen sich unsere Wege.
Yassou ihr Lieben, bis nächstes JahrWeg sind sie
Es fühlt sich komisch an! Ich bin erleichtert und tieftraurig gleichzeitig. Es war ein schöner Abend mit einem bittersüßen Ende.
Sibylle und ich fahren heim auf NESSAJA und gehen ins Bett, morgen arbeiten wir ein bisschen an unserem Heim – ich hab´ ja jetzt Zeit! 😉
Kleine Anekdode am Rande – zwei Tage später kommt ein Interessent für Hans Peters 260er Schlauchboot zu mir um es zu kaufen. Das Inserat hatte ich ja im letzten Bericht gezeigt. Der Mann kommt, sieht das Schlauchboot und sagt, „…das ist ja 260cm lang?“ ich antworte, „Ja, so wie es im Angebot beschrieben ist!“ Der vermeintliche Interessent erwidert, „Aber das ist zu lang für mein Boot, ich brauche maximal 230cm und hätte viel lieber ein Bananaboot!“
Mein Blick lässt ihn meine Gedanken lesen – „…und warum klaust Du dann meine Zeit, Mann der nicht lesen kann?“ Aber mein Mund sagt Worte die so ähnlich klingen wie „…ja dann ist das wohl nicht das richtige Beiboot für Dich!“.
Der Zeitdieb erkennt ein bisschen die Dämlichkeit seiner Aktion, antwortet knapp mit „Ja, stimmt!“ und dreht sich um und geht. Das Schlauchboot steht noch zum Verkauf…
Ein neuer Morgen bricht an
Der neue Tag fühlt sich seltsam an. Ich trinke meinen Kaffee, es ist zehn Uhr und ich… bleibe sitzen! Kein Zeitdruck! Kein To Do an LIBERTÉ! Ich klöne noch etwas mit Sibylle, dann schlendere ich gemütlich an unseren alten Arbeitsplatz um Tim und Jasmin zu treffen.
Die Beiden sind wieder zurück und arbeiten an ihrem Mast. Sie haben die gleiche Aufgabe vor sich, die HP und ich gerade noch fertig stellen konnten. Das stehende Gut kommt aus Deutschland, es ist noch nicht da. Also bereiten die Zwei ihren Mast vor – ich geselle mich dazu und gebe „gute Ratschläge“. Das mache ich solange, bis ich das Gefühl habe, dass es besser ist zu gehen 😉 – ich mag die Beiden, sie arbeiten sehr konsequent!
Am Weg blicke ich über die Lakki Bucht – der Tag fühlt sich an wie ein Sommertag!
Friedlich und beschaulich
Ruhe, es herrscht Ruhe – dies ändert sich aber schlagartig, als ich auf NESSAJA zurückkomme. Sibylle wartet schon auf mich. Sie hat die Betten bereits abgezogen, eine Maschine Wäsche läuft schon. „Ich brauche Dich! JETZT!“, höre ich sie sagen – es drängt sich aber der Verdacht auf, dass ich diese Aufforderung anders verstehe als sie gemeint ist. Ein „Sender-Empfänger“ Problem???
Sie fordert ein, dass ich mit ihr die Matratze abziehe, denn auch deren Bezüge müssen vor dem Winter gewaschen werden. Ich sehe das ein, man schwitzt in südlichen Gefilden schon kräftig.
Also nix wie ran – wir ziehen das Trum ab!
Lang anhaltende Probleme werden sichtbar
Mir war beim Öffnen des Reißverschlusses schon klar, dass dies ein Mörderaufwand wird, denn wir haben seit einigen Monaten schon bemerkt, dass das Gittergewebe, welches für bessere Belüftung sorgt und somit vor Stockflecken schützt, sich „zusammengezogen“ hat.
Das klingt komisch, ist aber so. Die Auflage, welche ehedem exakt so groß war wie die Matratze, ist über die Jahre auf unerklärliche Weise geschrumpft.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch dieses Problem angehen und befreie die Matratze daher auch von der flauschigen, schon leicht abgewetzten Zwischenlage.
Wir versuchen das Gittermaterial „anzuhängen“
Rasch stellen wir fest, dass sich die Wabenstruktur nicht bleibend ziehen lässt. Kaum haben wir das Material auseinander gezogen, zieht es sich wieder zusammen.
Wir beschließen also, dass wir versuchen das Gitter am Schaumstoff, beziehungsweise am Latex der eigentlichen Matratze zu befestigen. Sibylle will sich mit Nadel und Faden versuchen, ich greife gleich zu schweren Waffen und hole meine Ratschbandl aus der Schublade.
Hier sieht man deutlich „den Schwund“
Als der obere Teil fixiert ist, kann man deutlich erkennen, dass der Schwund rund 20cm beträgt. Dies hat zu einer umlaufenden Kante 10cm vom Rand entfernt geführt – manchmal störend beim Schlafen.
Irgendwie bekommen wir es hin, dass wir den Rand einigermaßen haltbar anheften. Das Gewicht der Matratze zieht die Wabenstruktur auf das gewollte Maß und unsere Repararturstellen halten. Wir wissen – diese Reparatur ist temporär, ich muss mir etwas einfallen lassen.
Leider war die flauschige Auflage soweit abgenutzt, dass wir diese nicht wiederverwenden konnten. Der Polsterer Dimitris Sarlas hat so etwas auf Lager, allerdings ist er erst in ein, zwei Stunden wieder im Geschäft – dies lässt er mich per WhatsApp wissen.
Zeit also für eine Mittagspause…
Wir überbrücken die Zeit bei „Repapis“……und gönnen uns ein Eis
Endlich – das erwartete BIMM signalisiert mir, dass Dimitris der Polsterer zurück in seinem Etablissement ist. Ich bestätige mein Kommen und fahre mit der GS zu seinem Laden um fast 4qm der begehrten Ware zu erwerben.
Nicht immer denke ich VORHER über das Volumen meiner Einkäufe nach – aber ich kann die große Rolle sicher an Bord von NESSAJA verfrachten!
Ich konnte kaum drüberschauen
Das „einwickeln“ unserer Matratze hat dann ganz gut geklappt – das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sibylle konnte die Bezüge waschen und gemeinsam konnten wir diese am Abend, als sie endlich getrocknet waren, noch anbringen.
Derweil lag unser Meisterwerk ohne Bezüge da – aber die Arbeit hat sich gelohnt.
Alles top – der Überzug kommt erst am Abend drauf, es dauert ewig bis die Dinger trocknen
Ich war zufrieden! Es war lang her, dass ich das letzte Mal an NESSAJA gearbeitet habe. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, sie lässt uns weitgehend in Ruhe, alles funktioniert.
Die Lösung zur dauerhaften Reparatur der Matratze habe ich übrigens auch schon. Ich habe Gisatex angeschrieben und mein Problem geschildert und mit Bildern untermauert. Man war sehr verwundert, dass dies so passieren kann, hat aber sofort angeboten, mir die Wabenstruktur zu ersetzen.
Ich werde also, wenn Hans Peter so lieb ist und mir die Rolle nächstes Jahr mitbringt, diese Arbeit noch einmal machen müssen. Dennoch war ich froh und zufrieden mit der positiven und kundenfreundlichen Reaktion von Gisatex – ich kann diese Firma ausdrücklich empfehlen. „Word Up!“
Der Tag war zu Ende – wir machen uns frisch und fahren abermals nach Xirokampos ins „Aloni“, weil unsere Freunde Eva und Mario dort immer noch an einer Boje hängen. Mit ihnen lassen wir den Abend ausklingen.
Wieder im „Aloni“Das Essen war wirklich lecker
Mario (klein) und ich (Mario groß) kennen uns über eine Dufour Internetgruppe. Ich finde es sehr schön, wenn aus Internetbekanntschaften echte Freundschaften werden. Mario ist begnadeter Elektriker und wir haben mehrfach schon sinniert, ob wir einen mobilen Bootsservice auf Leros etablieren sollen – Gedanken in Trinklaune zwar, aber durchaus mit einem Funken Ernst! Den Firmennamen hätten wir auf jeden Fall schon…
m&m´s Boatservice Leros
Das Bild ist (fast) ein Frühstücksbild – am nächsten Morgen nämlich, ruft Sibylle gleich nachdem sie ihr kleines Frühstück zelebriert hat und ich meine zwei Humpen Kaffee intus hatte, zum Einkauf auf. Auf der Liste standen Besuche in allen Läden – wie ich das hasse!
Aber wenn es schwere Sachen zu schleppen gibt, oder wenn die ELOWYN gebunkert werden muss, dann muss ich ran – da helfen keine Ausflüchte.
Zur Belohnung bekomme ich m&m´s, für mich daher eine Art Frühstück, auch wenn der Vormittag verflogen war und wir schon Mittagszeit hatten!
Auf Sibylles Liste stand zudem die Beschaffung von Waschmarken für Eva und Mario – ich kam daher in den seltenen Genuss eines Freddo Cappuccino im „Skipper´s“ – nachdem ich meine Frau in die „Höhle der Löwin“ begleitet hatte.
War lecker
Für euch klingt der beschriebene Tagesablauf vermutlich eher befremdlich, für uns aber war es ein spannender Tag – heute würden Volker und sein Freund Chris aus England ankommen. Wir sind zum einen etwas angespannt, ob mit dem Speed-Taxi Shuttle alles klappen würde, zum anderen haben wir noch ein Dutzend Kleinigkeiten zu erledigen – ELOWYN muss klar zum Ablegen sein, die Beiden werden morgen früh die Leinen loswerfen um den blauen Boliden nach Preveza zu überführen.
Ok, gebunkert haben wir heute Vormittag, die Batterien sind geladen, die Luken offen, alle Systeme überprüft – was noch? Ach ja, den Leihwagen müssen wir noch holen!
Also schnell nach Lakki zu Rena gefahren und dort einen Nissan Micra übernommen – und wenn wir schonmal im Ort sind, können wir gleich die Wartezeit etwas überbrücken.
Die Zeit zum Dinner ist lang
Es bahnt sich ein harter Abend für Sibylle an! Dinner wird es bei Dimitris´ „Taverna o´ Karaflas“ geben, aber eben erst nachdem wir die Beiden in Xirokampos abgeholt haben. Geplant ist die Ankunft des RIB in der Südbucht für etwa 20.45 Uhr, wir werden also frühestens um 21.00 Uhr essen – weit nach unserer Zeit!
Natürlich kommt hinzu, dass die Tischsprache Englisch sein wird, dies mit einem Muttersprachler – da braucht es immer eine Zeit bis man „warmläuft“. Egal, wird schon irgendwie klappen…
Zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr erreichen mich mehrere Nachrichten. Zuerst bestätigt der RIB-Fahrer seine Ankunft in Mastichari – die halbe Miete! Dann Volker seine Ankunft am Airport und kurz danach die Abfahrt des Shuttles – „Word Up!“ – für uns der Startschuss!
Spätabends verlassen wir NESSAJA – es gilt Volker und Chris abzuholen
In Xirokampos müssen wir ein wenig warten. Wie immer, wenn man etwas aufgeregt ist, waren wir viel zu früh dran. Aber dann tauchen zwei kleine Navigationslichter an der Buchteinfahrt auf – das müssen sie sein!
Und tatsächlich, fünf Minuten später werfen uns die Freunde die Leinen des RIB zu – willkommen auf Leros!
Private Shuttle aus Kos
Natürlich muss Zeit für ein großes Hallo sein – oh, Verzeihung, for a big Hello, aber dann drängt die Zeit doch ein wenig. Wir machen uns schnurstracks auf den Weg zur Taverne des Glatzkopfs und nehmen am „Stammtisch“ Platz!
Wir bestellen Bier, Wein und eine Runde Meze – jetzt können wir Verschnaufen, erzählt mal, wie war die Reise???
Nicht von schlechten Eltern – der Salat UND die Gattin
Wir speisen gut, erzählen viel und wissen doch – allzuspät sollte es heute nicht werden! Die Aktion „Überführung ELOWYN“ startet morgen früh!
So ziehen wir uns bald schon auf den blauen Riesen zurück. Für Volker und Chris heißt es schnell die Kabinen beziehen, dann gönnen wir uns noch einen „guten Tropfen“, der die Reise von England hierher gut überstanden hat – einen „Wee Dram“ Whiskey von der schottischen Hebrideninsel Jura. Das gleichnamige Destillat ist für Kenner vielleicht zu wenig torfig, aber ich mag das genau so!
Ein guter TropfenWir genießen
Bald darauf gehen wir ins Bett – Startschuss morgen früh, um 08.00 Uhr! Mein Auftrag – Brot kaufen!
Ich tue wie mir geheißen, stelle meinen Wecker, inhaliere zwei Tassen Filterkaffee und fahre mit dem Mopped zum Bäcker. Als ich die bestellten Backwaren auf ELOWYN abliefern will, stehe ich vor verschlossenen Türen – nix tut sich!
Na das geht ja gut los! SO wird des fei nix!
Die Sonne kommt gerade über den HügelIch stehe vor verschlossenen Türen – mitsamt meinen BackwarenNa dann geh´ ich halt wieder
Ich nutze die gewonnene Zeit um den Schlüssel im Leihwagen zu deponieren, denn ich werde diesen heute ausnahmsweise nicht zurückbringen – wir haben nämlich noch etwas vor.
Zudem muss ich Rena beichten, dass ich gestern beim Einparken eine Radkappe an einem Felsen geschrottet habe. Ich sende zwei Fotos und einen kurzen Text…
Auto steht vor´m „Skipper´s“ – DANKE!Leider Radkappe vorne rechts geschrottet – ich komme morgen um das zu klären
Es vergehen keine zehn Minuten und ich erhalte die Antwort – „…don´t care, no problem!“ Ich liebe die Griechen!
Dann aber geht es Schlag auf Schlag – Volker schreibt eine Nachricht, dass sie in 15 Minuten ablegen. Ich gebe Sibylle Bescheid und verhole zu ELOWYN – ich will ja noch meine Backwaren loswerden.
Kurzes Good Bye, kurz gedrückt, dann werfen wir die Leinen los – wir sehen uns bald wieder!
ELOWYN ist weg – Rückkehr nach Leros nicht vor Sommer 2025
Wie? Wir sehen uns bald wieder? Jaaaa, noch nicht ganz sicher – dazu später mehr!
Jetzt widmen wir uns erst einmal unserem heutigen, sehr spontanen Tagesplan – wir machen einen sehr kurzfristig anberaumten Tagesausflug mit der SAGITTA zur Emborio Bucht in Kalymnos.
Treffpunkt ist Xirokampos, dort würde uns Mario mit dem Takacat abholen, dann könne die Fahrt beginnen.
Wir vermelden kurz die Abfahrt der ELOWYN und auch, dass wir uns jetzt auf den Weg machen würden. Es kann losgehen! Zehn Minuten später treffen wir in der Südbucht von Leros ein – auch Mario ist schon da…
Mit dem Takacat muss er zweimal fahren
Er shuttelt uns nacheinander zu SAGITTA, wo Eva schon auf uns wartet. Wir beschließen, dass wir ohne weitere Verzögerung „Anker auf“ gehen und Kurs Richtung Kalymnos setzen.
Mario hat sich, als er vom Takacat an Bord von SAGITTA gekraxelt ist, eine klaffende Fleischwunde am Oberfuß zugezogen. Wir beratschlagen, ob wir hier eine Klammer setzen müssen, kommen dann aber zu dem Schluß, dass es ein „Hello Kitty“ Pflaster vermutlich auch tut!
Heile, heile Segen
Dann rattert schon die Kette in den Kasten – auf der SAGITTA gibt es die gleiche Einteilung wie auf NESSAJA, das „schwache Geschlecht“ dreht am Steuerrad und fährt die Manöver, die „starken Männer“ hantieren mit der Ankerkette im Kasten 😉 …
Minuten später sind wir auf Kurs. Obwohl wenig Wind herrscht, lässt Eva das Großsegel setzen, vielleicht fangen wir ja eine Brise ein.
Wir lassen die Bucht von Xirokampos achteraus
Naja, offen gesagt war nichtmal ein laues Lüftchen zu erhaschen. Wir haben gehofft, dass sich dies ändern würde, aber viele Segelmeilen waren uns nicht vergönnt.
War aber egal, denn das Wetter war sommerlich und wir haben die Überfahrt unter Maschine auch so genossen – eigentlich war Delfinwetter, das Meer war spiegelglatt, so war die Ausschau nach den Meeressäugern unser Zeitvertreib.
Da, da, da hinten! Ach, nein, doch nicht…SAGITTA auf dem Weg von Xirokampos nach Emporios
Dieses Mal wurde uns auch die Delfinsichtung verwehrt, was unserer Freude an diesem Ausflug aber keinen Abbruch tat. Wir hatten Spaß, viel zu quatschen und die kurze Überfahrt war kurzweilig.
Nach nicht einmal zwei Stunden kamen wir in der Zielbucht an. Ich liebe diesen Platz, viele Erinnerungen sind damit verbunden!
Wir laufen ein und können die letzte der Bojen vor „Captain Kostas“ Taverna erhaschen.
Mario macht sich klar am Bug – der Bootshaken dient zum Fangen der Boje
Ich gebe offen zu – ich finde Head-Sets lustig! Ich würde das hier nicht schreiben, wenn ich es den Freunden nicht auch so gesagt hätte – aber die Beiden schwören auf ihre „Marriage Saver“, so die Bezeichnung der Dinger in Seemannskreisen – der Grund dafür liegt auf der Hand…
Richtig witzig war aber, als Eva immer wieder in ihr Head-Set gerufen hat „…Du musst mit mir sprechen! Das Ding kann keine Gedanken lesen!“, ja die Tücken der Technik!
Sibylle und ich bleiben bei nonverbaler Kommunikation!
SAGITTA an Erde – „das Ding kann keine Gedanken lesen!“
Das Manöver klappt einwandfrei und wir hängen alsbald sicher an der Boje. Kostas hat bereits ein paar Bojen herausgenommen, die anderen sind eng gesteckt.
Zunächst haben wir beim Kontrollblick etwas Bedenken – ist das nicht zu nah??? Im Wasser und von der Seite betrachtet, relativiert sich das Bild aber – wir haben sicher fünf Meter zum Nachbarn, alles perfekt!
Wir gehen Baden – also ICH gehe baden…
Sieht knapper aus als es istDas Wasser lädt zum Bade
Ja, ein wirklich tolles Bild! Sibylle liebt es, solche Bilder von mir zu machen…
Ich möchte aber alle Zweifel aus dem Weg räumen – doch, ich trage eine Badebuxe, zudem treibe ich nicht nur wie ein Korken an der Wasseroberfläche, sondern entscheide mich, zum Lunch zu schwimmen, während die anderen Mitglieder der Tagescrew den Takacat als Transportmittel nutzen.
Am Strand ziehe ich mich um, dann gehen wir zu Kostats.
Ich mag diese Taverne
Ich bin mit den Töchtern des Hauses über Facebook verknüpft und bestelle immer vorab einen Tisch, so auch diesmal – und das war gut so! Irgendwie waren viele Kletterer zu Besuch in der Taverne, dazu gesellten sich etliche Griechen die am Sonntag hier zu Mittag essen.
Wir waren also in illusterer Runde als wir am Strand Platz nahmen – FAST mit Ausblick auf unser Schiff…
Der große Italiener deckt die „kleine SAGITTA“ fast völlig ab
Der Eigner des italienischen Segelbootes, welches die SAGITTA abdeckt sitzt mit seinem Sohn am Nebentisch. Er nimmt wahr, dass wir versuchen einen Blick auf unser Schiff zu erhaschen und uns, je nach Winddreher freuen, wenn sie sich mal mehr mal weniger zeigt.
Wir flaxen herum, er schmunzelt in sich hinein…
Wir bestellen uns ein opulentes Mittagsmahl und werden nicht enttäuscht. das Essen war vorzüglich!
Griechischer Salat mit SardellenBouyourdi – gebackener, pikanter KäseSea Food SpaghettiZum Nachtisch eine kleine Sauerei auf´s Haus
Sibylle nimmt mich hoch – sie meint, dass ein richtiger Foodblogger und Influencer die Speisen und sich wohl ins rechte Licht rücken würde. Ich höre sie sagen, „…die machen da doch immer so eine Schnute!“
Ja! Das heißt „Duck Face“ – kann ich auch!
Sibylle bereut ihre Steilvorlage
Naja, ich sagte ja schon, wir hatten Spaß!
Plötzlich dreht sich der Italiener am Nachbartisch um und macht uns aufmerksam – „…you can see your boat now!“
Haha, wie lustig, hatte er doch unsere Späße mitbekommen und die ganze Zeit über die tanzenden Boote beobachtet. Just in diesem Moment zeigt sich SAGITTA, als sie aus der Abdeckung seines Bootes herauskommt – der freundliche Amici will diesen Moment mit uns teilen!
Wir bedanken uns überschwänglich – und knipsen!
Ein schöner Rücken…
Was für ein schöner Nachmittag! Aber so langsam wird es Zeit für die Heimfahrt!
Wir ordern die Rechnung und bezahlen. Ok, billig ist es hier auch nicht mehr, das spürt man allerorts – umgekehrt sind 70.-€ pro Paar eine Art „Standardtarif“ in einer guten Fischtaverne. Insorfen bleibt für uns das Fazit – hier hat alles gepasst!
70.-€ pro Paar in der Fischtaverne
Am Rückweg verzichte ich auf´s Schwimmen. Mario muss also wieder zweimal shutteln – für uns vier (inclusive mir) ist der Takacat zu leicht ausgelegt und durch seine offene Bauweise nicht geeignet.
Macht aber nix, die Distanz ist nicht weit, so steigen zuerst die Damen zu…
Aus der Bahn, Kartoffelschmarrn…
…die zweite Tour gehört dann mir! Der Rest geht schnell – wir werfen die Leine los, nehmen unter Maschine Kurs auf Xirokampos und genießen bei der Überfahrt das Schauspiel der langsam absinkenden Sonne.
Es ist immer wieder schön, wenn unser Zentralgestirn für besonderes Licht sorgt, es verändert die Stimmung. Ich liebe das Farbenspiel von Sonne und Meer…
Wir sind noch unterwegs
Als wir in der Xirokampos Bucht an einer Boje festmachen, ist es schon relativ spät. Die Sonne ist weg, die „blaue Stunde“ bereits angebrochen.
Wir haben keinen Hunger mehr, beschließen aber, dass der Tag nicht einfach mit einem „ade“ ausklingen darf. So setzen wir uns noch auf einen Ouzo nebst Meze Begleitung ins „Aloni“, dann trennen sich unsere Wege und Sibylle und ich fahren zurück auf NESSAJA. So ein herrlicher Tag! DANKE, euch Beiden! „Word Up!“
Mario bringt die Damen ins „Aloni“ – diesmal war ich als Erster dranIm „Aloni“ gibt einen Absacker und Meze
Zurück zuhause, sacken wir müde ins Bett. Morgen habe ich wirklich etwas zu tun – es gibt ein Projekt auf NESSAJA, welches schon lange in der Warteschleife hängt…
Die Reparatur und der Service an meiner Eberspächer D5 Dieselheizung! Mit diesem Gedanken im Kopf schlafe ich ein.
Nach dem Aufwachen habe ich einen ganz anderen, ebenso wichtigen Gedanken im Kopf – ich wecke Sibylle und frage, „…was ist denn nun, wir müssen entscheiden ob wir nach Preveza fahren oder nicht!“
Volker wünscht sich, dass wir „am Steg stehen und winken wenn er ankommt!“ – dies ist natürlich nur die nette Umschreibung dafür, dass er dringend unsere Hilfe brauchen könnte um ELOWYN einzuwintern und sie für das Refit vorzubereiten. Er wäre froh, wir wären vor Ort und würden unterstützen.
Während Sibylle etwas frühstückt und ich mich an meinem Kaffee labe, entscheiden wir – „Wir machen das! Word Up!“ Wir bemühen Google und die üblichen Buchungsplattformen und buchen und organisieren unsere Reise – Abfahrt Leros am 15.10., Rückkehr offen, vermutlich am Monatsende.
Ich schreibe Volker eine WhatsApp „Wir kommen!“ und er antwortet auch prompt mit Dankesbekundungen. Was er aber eigentlich sagen will – „Word Up!“
So verging der Vormittag. Langsam bekomme auch ich Hunger. Ich habe noch etwas mit Marietta zu besprechen und wir entscheiden spontan, dort eine Kleinigkeit zu essen.
Ich liebe Gigantes
Dann aber, jetzt gibt es keine Ausflüchte mehr – ich muss die Dieselheizung instandsetzen, wir werden sie bald brauchen.
Das Projekt habe ich seit Frühsommer im Hinterkopf und es immer wieder auf die Phase des Jahres verschoben, „…in der weder Hans Peter noch Volker in der Marina sind“ – dies ist jetzt der Fall.
Ein letzter Blick auf unsere aufgeräumte Salon-Sitzecke…
Dahinten muss ich ran
…dann geht es auch schon los!
Da ich weiß, dass es viel Arbeit an unzugänglicher Stelle ist und ich viel zerlegen muss, strukturiere und organisiere ich mir die Arbeit in drei Arbeitspakete. Ein Tag nur für den Ausbau der Heizung. Am Folgetag erledige ich die Reparatur und den Service.
An Tag drei dann die Anpassung der für den Schaden ursächlichen Heizluft-Schlauchführung nebst Einbau des Heizaggregates.
Ich lege los! Die Sitzecke muss freigeräumt werden, von der Sitzbank müssen die Lehnen weg. Der Auspuff für den Generator muss ausgebaut werden – dann kann man alle Leitungen und Anschlüsse des Brenners erreichen. Ich trenne alle Verbindungen und baue den Brenner aus.
Bald schon schaut unser Salon aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen!
Der Brenner ist schon ausgebautHier in der Ecke ist sein Platz
Der Ausbau der Dieselheizung war aufwändig, ging aber besser als vermutet. Alle Schrauben waren leichtgängig und alle Anschlüsse leicht zu trennen.
Nach etwa zwei, drei Stunden lag das Sorgenkind auf dem Salonboden – morgen geht es weiter!
Ich baue noch schnell die Sitzbank soweit zusammen, dass Sibylle dort sitzen kann. Zudem räume ich das Tohuwabohu noch ein wenig auf – dann ist das Tagwerk geschafft!
Morgen geht´s weiter
Es ist fortgeschrittener Nachmittag und ich höre Motortuckern am Steg – nanu, was geht da vor sich? Ich strecke den Kopf aus meiner Arbeitshöhle und sehe Aktionismus bei den Nachbarn.
Ciáran und Jill lieben ihren Platz am Außenende des Steges genauso wie ich. Sie halten sich viel in der Marina auf und genießen Leros als ihre Sommerresidenz.
Ab und an gehen sie für einen oder auchmal zwei Tage segeln und hinaus in eine Bucht. Dann setzen sie aber alle Hebel in Bewegung um ihren Platz halten zu können. Auch ich bin interessiert, die Beiden als Nachbarn zu behalten – wir mögen und verstehen uns gut!
Ein bisschen wie im Kleingartenverein eben…
Ich komme gerade noch rechtzeitig um die Beiden ablegen zu sehen. Jill gibt dem Marinero einen Zettel, sie hat die Bitte für die inoffizielle „Reservierung“ des Platzes auf greichisch aufgeschrieben.
Keine Garantie – aber vielleicht klappt es jaDann sind sie weg – bis übermorgen
Just als die OLIVE abgelegt hatte, kommen Eva und Mario mit der SAGITTA in die Marina. Der Platz neben uns steht leider nicht zur Debatte, aber drei Plätze weiter tut sich eine große Lücke für die Dufour 38 auf.
Eva wird für zwei Wochen in der Marina verweilen, weil Mario mit Freunden auf einen Chartertörn ab Athen geht. Solange wir noch auf Leros sind, ist für Kurzweil gesorgt.
Wir helfen beim Anlegen und Minuten später dabei, einer Fehlerursache im Rückwärtsgang auf den Grund zu gehen. Die m&m´s gehen ins Wasser und schauen dem Propeller beim Drehen zu.
Werden wir den Fehler finden
Leider bringt die Ursachenforschung eher negative Erkenntnisse – es steht zu vermuten, dass der Fehler im Saildrive zu suchen ist und der „Reverse Gear“ defekt ist – bei Marios Saildrivetyp eine 1.500.-€ Investition.
Coppercoat, Saildrive – mir kommen Erinnerungen hoch! Hatte ich das nicht erst gemacht? Es sieht so aus, als ob sich die Geschichte an SAGITTA wiederholen würde!
Wer so fleißig schafft wie wir, hat sich eine Belohnung verdient!
Hm, das? Oder lieber das? Oder beide?Die Auswahl ist aber auch schwer
Zurück am Schiff, machen wir uns fertig für den Abend. Wir sind heute voll durchgetaktet!
Marijke und Cees haben uns auf die LE CLAPOTIS zu einem Sundowner eingeladen. Wir leisten gerne Folge, denn es ist immer wieder erfrischend und lustig, einen Abend mit den Beiden zusammen zu sitzen.
Dass wir nicht den ganzen Abend Zeit haben, wurde vorher geklärt, wir wollen nicht unhöflich sein.
So gehen wir um 18.30 Uhr an den D-Ponton um mit den Holländern anzustoßen. Die Sonne taucht die Szenerie in ein warmes Licht – ich versuche NESSAJA von hier aus zu erwischen – eine andere Perspektive!
NESSAJA am F-PontonLE CLAPOTIS, noch verschattet, hier sitzen wir bei Ouzo und NibblesMarijke gibt sich, wieder mal, alle Mühe – vielen Dank!
Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, es ist sehr kurzweilig und der Abend verfliegt.
Als es kurz vor 20.00 Uhr ist, müssen wir an den Aufbruch denken. Wir sind im PERSIANA zum Dinner verabredet. Dort treffen wir uns mit Mario, seine Eva hat Online Yoga – Sachen gibt´s.
Mario liebt die Burger – und auch Mario mag sie
Mario sitzt gerne im PERSIANA, dort spielen sie meist gute Musik, es gibt gutes Bier und die Burger sind nicht zu verachten. Ein Platz an dem man es aushält.
Wir treffen uns dort, essen und genehmigen uns zwei Bier auf diesen ereignisreichen Tag. Eva kommt nicht mehr nach. Macht nix, denn wir werden morgen noch ein weiteres Mal zusammen essen gehen – dann, um Mario nach Athen zu verabschieden.
Für heute reicht es – wir gehen zusammen zurück in die Marina, verabschieden uns und sacken todmüde ins Bett.
Ein neuer Tag in der Leros Marina Evros
Der heutige Tag gehört meiner Heizung – ich will das Aggregat reparieren und bin gespannt, ob meine Recherchen korrekt waren und ich alle Teile richtig erhalten habe.
Mit diesem Mindset, bereite ich gleich nach dem Kaffee, eine Art „Operationstisch“ im Salon vor. Ich will den Heizbrenner hier an Ort und Stelle reparieren.
Los geht´s!
Die Verkleidungen sind schonmal wegDie Schadensursache ist schnell gefundenIch zerlege die Heizung komplett……und tausche defekte Teile und Serviceteile ausEine „Klinger“ Dichtung – da habe ich Vertrauen 😉Der Zusammenbau ging recht flott
Die Instandsetzung des eigentlichen Heizbrenners nebst Servicearbeiten, ging an sich sehr einfach und flott von der Hand – das ist keine Raketenwissenschaft.
So war ich am Mittag bereits fertig mit der Komplettierung des Aggregats. Ich entscheide, dass ich etwas Zeit sparen möchte und ändere meinen Plan insofern ab, dass ich die Heizung heute noch an Ort und Stelle bringen würde.
Die Anschlüsse und die Änderung der Schlauchführung würde ich dann morgen erledigen.
Eine gute Entscheidung wie sich zeigen wird.
Fertig zum Einbau
Gerade als ich damit fertig war, das Heizaggregat an Ort und Setlle zu heben und dieses auf seinem Halter festzuschrauben, kam Sibylle vom Einkaufen zurück.
Die Gute hat an mich gedacht und mir ein gefülltes Gebäckteil mitgebracht. Da ich gerne später frühstücke, kam dies wie gerufen. Ich war mit meinem Tagwerk fertig, hatte sogar etwas Vorsprung erarbeitet – so gönne ich mir erstmal einen kleinen Brunch!
Mag ich lieber als Frühstück
Verfitzmaledeite Segelboote! Mein Nachbar Ciáran hat angerufen und gefragt, ob sein Liegeplatz nicht etwa für einen Kurzzeitlieger vergeben worden war. Er hätte Ärger mit der Lichtmaschine und käme schon heute wieder zurück.
Ich bestätige den freien Liegeplatz und biete an, sowohl beim Anlegen als auch bei der Überprüfung der Lichtmaschine zu helfen.
Kaum hatte ich das leckere Stangerl aufgemampft, höre ich am Nachbarplatz auch schon das Geschrei der Marineros – die OLIVE trifft ein und ich helfe beim Annehmen der Heckleinen. Kurze Zeit später finde ich mich, ausgestattet mit gehörigem Messequipment, im Motorraum der Moody 40 wieder.
Fehler gefunden – ein Kabel war ab
Nach fünf Minuten war der Fehler gefunden und die lose Steckverbindung wieder ordentlich angecrimpt – perfekt, so sollte es immer sein.
Die Sorge, dass er 500.-€ bereitstellen muss, war Ciáran genommen – dafür stellte er, alternativ und gerne, zwei Dosen eiskalten Gerstensaft bereit…
Während wir da so sitzen und unser Bier schlürfen, erzählt er mir, dass er sehr zufrieden mit seinem Schiff ist. Er hätte jetzt nur noch eine Baustelle, ich würde mich doch sicher an die Startversuche mit seinem Generator erinnern, diese seien gescheitert, er müsse wohl mal das Serviceteam kommen lassen.
Ich höre zu, lasse ihn zunächst erzählen, dass er besorgt ist, dass ein größerer Schaden vorliegt, er hätte schließlich alles versucht.
Dann erkläre ich mich, offenbare ihm, dass ich ein Leben lang mit solchen Motoren beschäftigt war und ob ich mal einen Blick in auf das Sorgenkind werfen dürfe.
Ich lasse Ciáran den Starter betätigen und höre sofort, dass der Motor willig ist anzuspringen. Das mag seltsam klingen, aber man kann das wirklich hören! So lasse ich mir zwei Gabelschlüssel bringen, schraube hier und schraube da – es folgt ein zweiter Startversuch und…
Nacknacknacknacknack – der Diesel dieselt wieder! Sofort springt der kleine Kubota an und verrichtet willig seinen Dienst. Ciáran schaut mich ungläubig an und ich bemühe mich das coolste Grinsen aufzusetzen welches ich parat habe – er darf mich „Engine Whisperer“ nennen.
Ich frage mich derweil, ob ich über´s Wasser nach Hause gehe oder ob ich doch den Steg nehme? „Word Up!“ 😉
Der Tag endet unspektakulär, morgen geht es an meiner Heizung weiter!
Neue Heizrohrführung
Ich habe keine Geduld beim Frühstücken! Sibylle muss recht rasch ihren Sitzplatz räumen, ich will wieder in meine Ecke krabbeln. Ich will fertig werden!
Ich säge ein Loch in meine Möbel, um Platz für einen zweiten 60er Heizluftausströmer zu schaffen und lege einen zweiten 60er Schlauch, um sicher zu stellen, dass mehr heiße Luft entweichen kann und somit das Aggregat nicht mehr überhitzt.
Das Adaptieren klappt ganz gut, so kann ich bald alle weiteren Anschlüsse wieder herstellen und den Auspuff meines Generators wieder einbauen.
Es geht voran – langsam wird es spannend
Noch bevor ich den Generatorauspuff final verschraube, lasse ich meine Heizung probelaufen. Sibylle sitzt im Cockpit und liest…
Ihre ehrenvolle Aufgabe ist es nun, den Abgasauslass der Heizung zu beobachten und zu vermelden, wenn weißer Rauch austreten würde. Dies passiert nicht, es ist kein Abgas wahrnehmbar – sehr gut!
Innen horche ich aufmerksam – „wummert“ die Heizung noch? Nur ein paar Sekunden, ganz leicht – der Zündvorgang – dann ist Ruhe! So soll das sein!
Es scheint alles zu funktionieren! Uns was sagt das Display???
Heizung läuft! Reparatur erfolgreich
YES! „Word Up!“ – alles bestens, keine Fehlermeldungen! Die Heizung tut wieder wie sie soll und aus allen Ausströmern kommt heiße Luft. Ich schalte die Eberspächer gleich wieder aus, bei 28°C muss man es nicht übertreiben…
Ich bin mutig geworden! Was ist eigentlich mit meinem Generator? Ich hatte ja den Auspuff demontieren müssen und es wäre eigentlich ein Probelauf fällig!
Der letzte Probelauf war nach dem Umbau des Kühlsystems, ich bin ziemlich sicher, dass die Motor läuft – aber offen gesagt, habe ich noch nie einen Probelauf an meinem Victron System gemacht. Es ist höchste Zeit – HEUTE ist der Tag!
Ich schalte die Batterie ein, drücke den Startknopf und mein Dreizylinder Yanmar springt sofort an! Er brummelt mit 1.500 Umdrehungen pro Minute dahin, ein sogenannter „Langsamläufer“.
Aber was ist mit der Elektroseite???
„Word Up!“ – alles bestens!
Alles, wirklich alles ist bestens! Ich bin happy – der Generator wird als solcher erkannt und liefert Strom an den Victron Quattro. Ich bin froh, dass dieser letzte Test der damals gebauten Anlage erfolgreich verlaufen ist – diese Fragestellung liegt nun ad acta.
So ist auch dieser Tag wie im Flug vergangen! Etwas schneller als ich erhofft hatte, denn Sibylle mahnt nun zum Aufräumen und Frischmachen, „…wir sind schließlich mit Eva und Mario verabredet!“
Stimmt! Mario reist heute nach Athen und wir verbringen mit ihm den Abend, um für etwas Kurzweil zu sorgen. Da so ein Abend lang wird bis die Nachtfähre endlich eintrifft, verabreden wir folgendes Vorgehen…
Buntes Getränk im „La Palma“, dann Dinner im „SouVLakki“, anschließend Eis bei „Repapis“, abgerundet durch einen Ouzo im „La Palma“ – das klingt nach einem ausgeklügelten Plan!
Ich habe die Baustelle final aufgeräumt und gehe nach oben – nanu? Wo ist die Sonne?
Es hat etwas zugezogen – nix falsch gemacht
Kurze Zeit später fahren Sibylle und ich ins „La Palma“ Café, unserem ersten Treffpunkt!
Wir schlürfen bunte Getränke – orange für die Damen (Aperol Spritz) und goldgelb für die HerrenDann ziehen wir weiter in den Girostempel……und werden abermals nicht enttäuschtEinen lustigen Abend zahlt man aus einem lustigen Bordbörserl
Auch Schritt drei und vier spulen wir planmäßig ab, trotzdem war die Stimmung etwas getrübt. Wirklich Zeit zusammen verbringen, werden wir wohl erst ab Anfang November, wenn die SAGITTA final in ihr Winterlager kommt.
Heute fährt Mario nach Athen, in ein paar Tagen verlassen wir Leros Richtung Preveza. Wenn wir zurückkommen, dann hat die SAGITTA die Marina schon wieder für eine letzte Runde verlassen.
Während wir bei unserem Ouzo vor uns hinsinnieren, erreicht die BLUESTAR II schon die Lakki Bucht – Mario muss los, wir verabschieden uns.
Servus Mario – viel Spaß beim Törn
Während ich am nächsten Morgen Kaffee trinke, erreicht mich eine Nachricht von unserer Marina Chandlery. Panos hat wieder einmal bewiesen, dass er kann wenn er nur will – innerhalb kürzester Zeit hat er mir eine 16mm Antal Fallenklemme beschafft – die brauche ich für ELOWYN. Eine Adapterplatte muss mir Giorgos noch fertigen – die Zeit drängt!
VJ ist kaputt und wird durch eine V-Grip Maxi ersetzt
Boot hin, Boot her – im Vordergrund steht heute aber ein anderes Ereignis! Marijke hat Geburtstag und wir sind eingeladen, ein geeignetes Geschenk muss her!
Sibylle und ich sehen uns an, ein Gedanke! Schnell war klar, es wird ein Ouzo für die Liebhaberin des Anisschapses. Wir fahren zu Stratos´ Spirituosenhandel und sehen uns um, was so angeboten wird.
Eine Box drängt sich in unser Auge…
Alle Sorten „Barbagianni“ Ouzo in der Geschenkbox
Ok, die Box war etwas teurer als wir dachten, aber nicht um soviel, dass wir dieses Geschenk nicht als das ideale für die Freundin aus den Niederlanden erachtet hätten.
Wir waren sooft bei den Beiden zum Sundowner geladen, auf diesem Wege können wir dies ein wenig quttieren. Wir sind happy, etwas Schönes gefunden zu haben, kaufen das Geschenk und lassen es gleich einpacken.
Maria verpackt es passend für den Jubeltag
Da es aus unserer Sicht keinen Sinn macht das Päckchen jetzt in die Marina zu tragen und es dann heute Abend in Lakki an die Jubilarin zu übergeben, beschließen wir, dass wir sofort zum Gratulieren gehen – jetzt hat Marijke sicher noch etwas Zeit für uns!
So sind wir schnurstracks zu LE CLAPOTIS gelaufen, um dort unsere Aufwartung zu machen!
Skepsis – was könnte DA wohl drin sein???Es scheint, als findet Marijke Gefallen am Inhalt
Wir gratulieren höflich, sprechen Glückwünsche aus und bedanken uns für die Einladung. Wir sehen uns später wieder, bis dann!
Dann gehen wir wieder von Bord, es gibt noch ein paar Sachen zu erledigen.
Wir haben nämlich Susanne versprochen, dass wir im Ferienhaus noch einmal nach dem Rechten sehen. Sie hat zwar einen „Kümmerer“, war aber etwas in Sorge, da er erklärt hat, dass er die Moskitogitter nicht abnehmen kann. Susanne hat mich gebeten, dies für sie zu erledigen.
Wer die Griechen kennt weiß, dass der „Kümmerer“ damit ein Problem haben MUSS – es kränkt ihn! Er kann etwas nicht, es muss der Mann aus Deutschland kommen um seine Arbeit zu erledigen.
So war es kein Wunder, dass nun doch fast alle Gitter ausgebaut waren – aber eben nur fast alle! Er hat mich doch gebraucht, was ihn fürchterlich gewurmt hat! Susanne meint, dass er Angst hat, dass ich den Kümmererjob übernehmen könnte – was nicht völlig von der Hand zu weisen ist…
Wir fahren also zum Haus und sehen uns den Sachstand mal an.
Von außen alles topDie Fliegengitter der Terassentüre sind ausgebaut……ich würde sie aber anders aufstellenMach ich auch!!!
Ich baue noch die Fliegengitter an der Balkontüre aus und hänge die Fenstergitter im ersten Stock aus. Alles stelle ich sorgfältig ab und, dafür schäme ich mich fast ein bisschen, fotografiere alles!
Ich will nicht, dass der Mann, der sich stetig um das Haus kümmert, versucht mir ein Ei unterzujubeln. Ich habe erstmals Misstrauen gegenüber einem Lerianer. Ich hoffe, ich täusche mich!
Alles ordentlich verstaut
Am Rückweg von Xirokampos kneift mich Sibylle ins Wammerl – ob ich Lust auf einen Kaffee und eine Süssigkeit hätte? In dieser Sekunde fahre ich an der Marinaeinfahrt vorbei Richtung Lakki – zwei Köpfe, ein Gedanke!
Wir fahren zu „Repapis“ und gönnen uns ein Eis und eine Kaffeespezialität, dann fahren wir nach Hause. Ein geparktes Auto fällt uns auf – die Art wie es geparkt ist, gehört in die Rubrik „Helden der Straße“! Gelebte Anarchie…
Immerhin eine kleine Kreuzung – stellt euch das mal in Deutschland vor
Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück um etwas durchzuschnaufen. Ich bereite mich gedanklich auf unsere Reise nach Preveza vor und checke noch einmal ob alles gebucht ist – Fähre? Check! Mietwagen? Check! Ein Appartement werden wir uns vor Ort suchen, wir wollen kein Risiko eingehen.
Sibylle liest derweil ein wenig, wir erwarten entspannt den Abend. Der soll ein geselliger werden – es steht Marijkes Geburtstagsfeier im „La Palma“ Café am Plan.
Dort sind wir um 18.30 Uhr verabredet…
Eine sehr nette Runde – die Crews der INFINITY, der AEGEAN BLUE, der LE CLAPOTIS und wir
Der Abend war sehr nett und entspannt. Wenn so viele Menschen zusammen sitzen, dann ist für Kurzweil gesorgt. Wir haben verschiedenste Themen durchgekaut und uns auch abseits der allgegenwärtigen Bootsfragen etwas besser kennen gelernt – ich mag das.
Der Verlauf des Abends war offen. Ausgerufen war die Veranstaltung als Zusammensitzen bei Ouzo und Meze – das hat perfekt geklappt! Der Anisschnaps floß in Strömen und die dazu gereichten, kleinen Vorspeisenteller waren nicht von schlechten Eltern.
Gut als Grundlage für den Ouzo
Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann haben Marijke und Cees beschlossen, dass keiner die nette Runde verlassen soll, nur weil die Frage des Abendessens offen war – sie haben kurzerhand ein paar Snacks bestellt.
Auch diese kamen in die Mitte und jeder hat sich bedient. So war auch für das Dinner gesorgt, indem die ursprüngliche Einladung zu einem Umtrunk einfach erweitert wurde – eine gute Idee, wir sind noch lang gesessen. Ein dickes DANKESCHÖN an die Jubilarin und Gastgeberin!
Ich hatte das Gefühl, sie hat „Ihren Tag“ genossen
Auch die zwei Brüder die das Lokal führen, haben den Anlass der Zusammenkunft registriert. Es ist uns in Leros schon ein paarmal passiert, dass aus dem Nichts eine Geburtstagstorte auf dem Tisch stand – so auch heute!
Die Wirte haben sich nicht lumpen lassen und unserer Runde und dem Geburtstagskind eine süsse Abrundung des Abends geschenkt!
Griechische Kuchen sind meist echte Sahne- oder Cremegranaten! So auch diesmal. Wir haben die Bombe in acht faire Stücke geschnitten und jeder hat sich eigenverantwortlich die Kalorien einverleibt und direkt an die Hüfte genagelt – danach war Schluss, nichts geht mehr, rien ne va plus!
Mit vollem Wanst fallen Sibylle und ich ins Bett – wir sprechen vor dem Einschlafen mal wieder darüber, dass sich dies ändern müsse – na warte, wenn erst der Winter kommt! Na, ich bin gespannt!
Am Folgetag stelle ich mir den Wecker auf 07.00 Uhr – ich will in Ruhe meine zwei Tassen Kaffee trinken. Ich musste so früh raus, denn ich war um 09.00 Uhr mit Giorgos in Kamara verabredet. Der Virtuose an den metallverarbeitenden Maschinen will die Adapterplatte für ELOWYNs Fallenklemme bauen.
Weil mir noch zwei Schrauben fehlen, welche aber auch auf Maß abgedreht und angepasst werden müssen, habe ich noch eine Besorgungsfahrt zu erledigen.
„Piperis“ hat die begehrten M12 Inbusschrauben mit konischem Kopf
Dann brummle ich quer über die Insel nach Kamara, um pünktlich um 09.00 Uhr vor der „Boat & Parts“ Werkstatt zu stehen…
Ich mache das obligatorische Foto
Ich weiß, dass der Meister immer 10 Minuten später kommt als ich – egal wann ich komme, ob ich pünktlich bin oder nicht. Ich plane die Wartezeit also ein, kein Problem! Dennoch schicke ich IMMER ein Bild, dass mich irgendwie wartend zeigt – es ist ein Ritual geworden, welches verhindern soll, dass Giorgos mich vergisst!
Während ich warte, sehe ich mir Gottfrieds Tank an. Das wird ein Winterprojekt, denn ich habe versprochen, die Nachbesserung zu begleiten. Der neue Tank ist undicht! Schade eigentlich, es ist ein sehr schöner, passgenauer Tank geworden.
Na, wir werden das schon hinbekommen
In diesem Augenblick kommt Giorgos an. Er sieht mich am Tank und begrüßt mich mit den Worten „I haven´t forgotten you, we do this together in winter!“
Ok, er hat es zumindest im Sinn, ein gutes Zeichen. Sein zweiter Satz „…you want coffee?“
Ich sage zu, er bestellt! Neben meiner lieben Gattin Sibylle und meinem Ex-Kollegen Jens, dürfte Giorgos einer von drei Menschen sein, die ohne nachzufragen wissen, wie ich meinen Kaffee trinke – ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen???
Wir trinken gemeinsam einen Kaffee, unterhalten uns über Pläne für den Winter, dann geht es los. Die Herausforderung ist diesmal kleiner, Giorgos hat die gleiche Platte schon einmal gebaut.
Schneiden, flexen, bohren, abdrehenDann ist das gute Stück fertig
Rund eine Stunde werkelt mein Freund an der Aluplatte – dann ist das Auftragsteil fertig. Schön, dass es noch geklappt hat!
Ich verabschiede mich und fahre zurück in die Marina. Hier wartet Sibylle auf mich und will wissen ob alles geklappt hat. Ich bestätige und packe die schweren Trümmer in meinen Koffer.
Den Rest des Tages verplempern wir mit Freunden. Wir drehen eine Runde durch die Marina und versuchen alle Freunde noch einmal kurz zu sehen, bevor wir nach Preveza abreisen. Viele werden bei unserer Rückkehr schon nach Hause gefahren sein.
Zum Dinner treffen wir uns mit den schweizer Crews der AEGEAN BLUE und der AMAÉ zum Pizzaessen. Es freut uns sehr, dass es in dieser Konstellation noch geklappt hat.
Lecker wie immer
Kristel und Philipp sagen euch vielleicht noch etwas – ich habe die beiden jungen Schweizer immer mal wieder erwähnt. Wir haben das Paar 2021 kennen gelernt, als wir gerade auf NESSAJA gezogen waren.
Sie hatten sich eine Hallberg Rassy 352 gekauft und waren dabei, diese für eine Weltumsegelung herzurichten. Diese Reise liegt inzwischen in ihrem Kielwasser.
Mit Philipp haben wir seither schon ein paarmal gesprochen, Kristel hingegen hatten wir seit der Rückkehr nicht mehr getroffen. Daher hat uns sehr gefreut, dass wir an diesem Abend zusammensitzen konnten.
Es war ein schöner, kurzweiliger und interessanter wie lustiger Abend!
Als wir ins Bett gehen, beißt sich bei mir der Gedanke an den „Leriko“ fest – links, rechts, tipp, links hinter, tipp… Chrrrrr!
Hääääh???
Leros – wir befinden uns abgelegen in einer Katikia am Rande des Waldes
Der Folgetag steht ganz im Zeichen von Mariettas Fest! Wir haben daher nur schmal gefrühstückt, denn wir ahnen was kommt, waren wir doch letztes Jahr auch schon eingeladen.
Diesmal durften wir jemand mitbringen, wir geben daher Marietta Bescheid, dass wir zu fünft sind. Eva von der SAGITTA begleitet uns, zudem haben wir Ciáran und Jill, unsere Nachbarn von der OLIVE gefragt, ob sie gerne mit zu diesem kleinen, semi-privaten Fest kommen wollen. Und ob sie wollten!
Wir nehmen, zusammen mit Lars und Marie von der QUEEN OF HEARTS Platz
Das Fest ist eine kleine Feier von Marietta, zu der sie Freunde, Familie und Expats wie uns einlädt. Alle sind irgendwie mit ihr verwoben, sei es über die Mithilfe im „The-Leros-Way“ Hub, sei es durch die Unterstützung des Dog-Shelters ihrer Cousine.
Auf diese Art entsteht eine sehr gemischte Gesellschaft aus griechischen und internationalen Freunden. Ziel ist es, alle zusammen feiern (und tanzen) zu lassen.
Für Stimmung sorgen Manolis an der Fiedel und Flourios am Keybord – meine Lieblingsmusiker auf Leros!
Zuerst springen die einheimischen Frauen auf die Tanzfläche
Nun ist es hilfreich zu wissen, dass ich vor vielen Monaten in einer Feierlaune etwas zu lässig mit meinem Mundwerk war. Ich bin ja nicht der geborene Tänzer – dies, gepaart mit einem Hang zur Perfektion verhindert, dass ich mich unkontrolliert und anfallartig auf den Tanzflächen dieser Welt austobe. Gut so!
Marietta hatte mich diesbezüglich mal befragt und ich habe ihr, nach der Erklärung, freiweg versprochen, dass der erste griechische Tanz, sollte ich das jemals lernen und begreifen, natürlich ihr gehöre.
Tja, jetzt kommen zwei Dinge zusammen – erstens, ich habe diesen Sommer einen Tanzkurs gemacht. Zweitens, sie vergisst nicht!
Ich war also fällig und ich habe es geahnt…
Fotos gibt es leider (oder Gott sei Dank) nicht, erst als ich „ausgestiegen“ war, habe ich ein paar Bilder von der großen Gruppe, einschließlich Sibylle, gemacht.
Hopa hopaEla ela
Marietta hat es geschickt und vor allem fair eingefädelt. Sie hat mir zunächst klar gemacht, dass ich heute nicht auskommen würde – sie warte schon zu lange auf „ihren“ Tanz.
Dann hat sie mich gefragt, welchen der gelernten Tänze ich bevorzugen würde. Ich konnte wählen und auch anbringen, dass ich keinesfalls eine Solonummer auf´s Parkett legen würde.
Sie ergreift also das Microfon, bittet namentlich Andrew, mich und noch einen anderen Mann zum Tanze und fordert alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der vergangenen Tanzkurse auf mitzumachen.
Alle anderen natürlich auch!
So sprangen fast ALLE auf und es war wirklich einer der schönen und lustigen Höhepunkte. Ob es sein kann, dass ich kurz vorher den Eindruck hatte, dass Marietta von einem griechisch besetzten Tisch zum anderen gegangen ist um ihre Familie und Freunde „abzuholen“? Wir werden es nie erfahren…
Die Party war im vollen Gange und es ging munter weiter!
Eine große Runde, fast alle waren dabeiWenn die Griechen und Griechinnen erst einmal in Fahrt sind
Man trifft bekannte Gesichter im privaten Umfeld. Menschen, die man sonst eher bei der Ausübung ihres Jobs trifft oder selten mal am Wochenende an einem Strand oder im Café. Ein neuer Blickwinkel…
So war zum Beispiel Irene am heutigen Tag dabei. Sie ist generell eine durchaus auffällige Frau, darüber hinaus aber eben auch eine der Polizistinnen auf Leros – es war schon auffällig, dass sie die Blicke der Nicht-Lerianer, auch der Frauen, auf sich zog.
Irene, sie hat unsere Resident Cards bearbeitet – heute in rot statt in UniformSpäter auch am Microfon
Als sie später auch noch das Micro ergreift und sehr gekonnt eines der lokalen Lieder intoniert, erkennt selbst Sibylle an, dass sie eine „…Frau mit vielen Talenten ist“ – spannend, dies so zu erleben!
Das Liedchen war übrigens, ein weiteres Highlight, zum Anlass des 30. Geburtstags von Maria. Die junge Frau kannten wir vom Sehen, wir grüßen uns, haben aber sonst keine Verknüpfung.
Sie und ihre Freunde saßen an unserem Nebentisch, so konnten wir von der ausgelassenen Stimmung der jungen Leute profitieren.
Happy Birthday Maria
Überhaupt sind die Griechen, egal welchen Geschlechts, sehr offensiv wenn es darum geht Stimmung zu machen. Oft dauert es ein bisschen bis der Knoten platzt, dann aber gibt es kein Halten mehr.
So war klar, dass sich auch an Marias Tisch eine Sängerin finden würde – die Freunde mussten zwar ein bisschen betteln, dann aber ging es ab – übrigens weit entfernt von Karaoke oder so, die Personen, die bei solchen Veranstaltungen zum Micro greifen, wissen was sie tun!
Mal lässig im Sitzen zwischen zwei Schluck Bier einen Song rausgehauen – wow!
Es war ein wunderschöner Nachmittag mit einem fantastischem BBQ und in der Gesellschaft von wunderbaren Menschen – Ευχαριστώ πολύ Μαριέττα μου!
Unser irischer Nachbar Ciáran – zugegeben, wir hatten ein paar TsipouroAm späten Nachmittag löst sich die Gesellschaft auf
Wir gehen etwa gegen 18.30 Uhr, vielleicht etwas später nach Hause. Klar war, Abendessen fällt aus! Die Bäuche spannen noch vom reichlichen Lunch.
So fahren wir ohne Umweg nach Hause, selbst die Eisdiele lassen wir heute links liegen.
Die Sonne geht schon unter, als wir auf NESSAJA ankommen. Eigentlich haben wir nichts mehr vor. Eigentlich…
Ein perfekter Tag neigt sich dem Ende zu
BIMM – eine WhatsApp trudelt ein. Eva meldet sich und fragt, ob wir den Abend nicht bei einem Absacker ausklingen lassen wollen.
Hm, ja klar! Komm´ einfach rüber! So genehmigen wir uns noch a Achterl als Betthupferl, dann ist aber wirklich Schicht im Schacht!
Der nächste Tag MUSS etwas Entspannung bringen! Mir tut alles weh! Das Tanzen hat mich gefordert – Sibylle erwähnt, dass es auch der Tsipouro gewesen sein könnte. Papperlapapp, das weise ich weit von mir!
Ich widme mich also kleineren Aufgaben rund um unser Zuhause…
Als erstes kündige ich den Bakterien ihr liebgewonnenes Zuhause wegen Renovierungsarbeiten fristlos auf…
Unsere Wasserfilter wollen erneuert werden – jetzt!Kann ich schnell erledigen – check
Wir warten immer bis man sieht, dass die Filter sich verfärben. Diesmal ging es von einem Tag auf den anderen. Wir erlauben uns so relativ lange zu warten, weil wir dieses Wasser nur als Brauchwasser verwenden. NESSAJA hat ein eigenes, getrenntes Trinkwassersystem.
Danach widme ich mich unserem 3D-Tender. Der Schnulli hat über den Sommer etwas Luft gelassen und ist jetzt am frühen Morgen etwas schlapp. Ich hole das teure Dinghy also aus dem Wasser und pumpe Luft nach – auch das keine große Herausforderung!
Tendercheck – alles top
Sibylle war derweil am Computer. Sie hat noch einmal nach Unterkünften in Preveza gesucht. Wir bleiben aber bei unserer Entscheidung – wir suchen vor Ort! Ist schließlich Mitte Oktober, was soll da schon schiefgehen?
Ihr könnt euch denken – so leicht war es nicht! Aber dazu später mehr!
Die vielleicht? Nein! Nix mit Duschvorhang
Heute Abend haben wir einen Terminkonflikt! Es gibt eine Stegparty bei uns am F-Ponton, ausgerufen durch die angelsächsische Community.
Ich würde da echt gerne teilnehmen, aber wir haben auch eine Einladung von Johannes und seiner Crew der FESTINA LENTE. Ich hatte telefonisches Troubleshooting betrieben und während derer Törn helfen können – das wäre ein Dinner im „Aloni“ wert.
Sibylle votiert sehr für das „Aloni“, denn sie spricht lieber Deutsch, zudem treffen wir so mal wieder neue Leute.
Ok, dann machen wir das so – und bis dahin? Bis dahin genehmigen wir uns eine Eisspezialität! Das haben wir uns verdient…
Heute auch zwei KugelnDAS sind drei Kugeln
Danach gestehen wir uns eine Stunde faulenzen zu, bevor wir uns für den Abend kultivieren.
Der Kompromiss sieht wie folgt aus – wir gehen kurz, etwa für eine halbe Stunde, auf die Stegparty der Engländer. Dann „schleichen“ wir uns davon und genißen das Dinner mit Johannes und seiner Crew. Ein guter Plan!
Als wir NESAJA verlassen, ist die Party schon in vollem GangeWow – die haben ganz schön was angeschlepptMir gefällt sowasFrisches Popcorn geht reihum
Als die Sonne untergeht ist das ein untrügliches Zeichen für uns – wir müssen los! Der Abend beim „Aloni“ war dann sehr kurzweilig und nett. Wir haben die Gesellschaft der neuen Bekannten sehr genießen können.
Auf nach Xirokampos – unsere letzte Nacht in der Marina steht bevor
Der nächste Morgen beginnt – der Tag ist als „arbeitsfrei“ geplant, was natürlich nur bedingt richtig ist.
Es ist unser letzter Tag vor der Abreise nach Preveza. Wir beginnen keine neuen Projekte mehr, müssen aber NESSAJA und unser „Drumrum“ auf eine zweiwöchige Abwesenheit vorbereiten.
Ich fülle also zuerst den Tank! Nicht den der GS – MEINEN Tank, wie immer, mit Kaffee!
Morgenstund´hat Gold im Mund
Dann gilt es letzte Besorgungsfahrten zu machen, denn ich möchte das Motorrad abstellen.
Für die Fahrt nach Lakki am späten Abend, darf ich Rena von der Autovermietung einen Wagen aus der Marina zum Büro bringen – so ein Glück.
Noch einmal zu Andreas um ein paar Kleinigkeiten zu kaufenDann wird die GS an einem guten Platz geparkt und verpackt
Zur Reisevorbereitung gehört auch, sich Gedanken über die Kleidung zu machen. Der dicke Pullover kommt ins Gepäck, zudem brauche ich feste Schuhe.
Das Wetter im Ionischen Meer ist bei Weitem nicht so stabil wie hier, es kann auch deutlich kälter sein um diese Jahreszeit.
Wir planen außerdem, dass wir am Rückweg Delphi besuchen – ein Grund mehr für warme Kleidung und festes Schuhwerk!
Seltsames Gefühl nach einem halben jahr in Flip-Flops
So bringen wir den Tag rum mit Reisevorbereitungen und packen. An alles gedacht? Ja! Ausweis, Führerschein, Kreditkarte? Ja!
Ok, dann kann es losgehen!
Es hat sich gut getroffen, dass Dieter und Heike von der INFINITY zu einer kombinierten Abschieds- und nachträglicher Geburtstagsfeier eingeladen haben. Treffpunkt 19.00 Uhr im „SouVLakki“.
Wir fahren mit dem Auto nach Lakki, geben den Wagen bei Rena ab und fallen quasi ins benachbarte Grillrestaurant. Die Koffer haben wir dabei, die paar Schritte zur Fähre werden wir später zu Fuß gehen.
Sehr gesellige Runde
Zu den üblichen Verdächtigen, die gleiche Runde wie an Marijkes Geburtstag, gesellen sich heute noch Marie und Lars aus Dänemark. Auch die Beiden kennen wir schon seit Jahren, denn ihre QUEEN OF HEARTS liegt auch am D-Ponton, an dem NESSAJA so viele Jahre festgemacht war.
Wir haben gefeiert, gegessen und getrunken – ein herrlicher Abend, der uns die Wartezeit auf die Fähre wie im Flug vergehen ließ.
Bei den Gesprächen stellt sich heraus, dass alle anderen zum Zeitpunkt unserer geplanten Rückkehr wohl schon abgereist sind. Als wir aufstehen müssen um zur Fähre zu gehen, heißt es daher auch Abschied zu nehmen – bis 2025…
Wir sind „just in time“ am Hafen……die BLUESTAR II biegt schon in die Lakki Bucht ein
Wir sind etwa zehn Minuten vor dem Anlegen der Fähre am Hafen. Das passt perfekt.
Kurze Zeit später dreht der stählerne Riese auch schon vor der Kaimauer. In wenigen Minuten entern wir das Schiff und beginnen unsere Fahrt nach Preveza – ein Mini-Abenteuer im Oktober, ein Tapetenwechsel kurz vor dem Winter.
Die Klappe geht schon auf
Wir haben eine Kabine gebucht, um ausgeruht in Piräus anzukommen. Es gibt daher keine Not, sich in die Gruppe der drängelnden Menschen einzuordnen.
Trotzdem suchen wir einen Platz ganz vorne am Gitter, ein wenig auf der Seite zwar, aber ganz vorne – denn wir wollen noch jemand treffen…
Da sind sie ja schon
Mireille und Roland kommen mit der Fähre aus Kos, die uns nach Piräus bringen wird. Es reicht für ein kurzes Hallo und um auszumachen, dass wir gleich nach unserer Rückkehr zusammen essen gehen werden – wir freuen uns auf die Wintermonate mit den Beiden.
Dann müssen wir los, es wird Zeit zu boarden, wir laufen in den Bauch des Stahlkolosses.
Auf geht´s – Preveza, wir kommen
Reisen in der Fähre mit Kabine ist kommod. Wir müssen nicht um die besten Sitzplätze hetzen, haben Strom und ein eigenes Klo. Meist sind die Kabinen sauber und ordentlich – immer funktionell.
Klar, es ist keine Kreuzfahrt und es muss einem das Geld wert sein, aber zumindest ein wenig Nachtruhe ist oft mit Talerchen nicht aufzuwiegen.
Zudem hat man den Komfort, ohne Eile an die Rezeption gehen zu können und von dort aus in die Kabine geleitet zu werden – so auch diesmal…
Ist doch ok, oder?
Pünktlich um 22.50 Uhr legt die BLUESTAR II Richtung Piräus ab. Das bekommen wir noch mit, dann legen wir uns sofort schlafen.
Auf den üblichen Absacker verzichten wir, Dieter hat bei seiner Feier reichlich Ouzo bereitgestellt. Dies und meine mir heiligen Ohropax mögen die Gründe gewesen sein, dass ich herrlich geschlafen habe und auch die zwei Zwischenstops nicht mitbekommen habe.
Der Wecker weckt uns um 07.00 Uhr – in einer Stunde kommen wir in Griechenlands Hauptstadt an.
Die Sonne geht gerade auf
Wir wollen an Bord ein kleines Frühstück nehmen. Auf dem Weg ins „Flocafé“ der Fähre, gehen wir über das Freideck. Es ist wunderschön zu sehen, wie die Sonne über dem Saronischen Golf aufgeht und dazu einen tiefen Atemzug frischer Luft zu holen – so darf ein Tag beginnen!
Der Fahrtwind fährt uns durch die HaareAthen liegt vor dem BugEin kleines Frühstück geht noch
Wir werden über die Lautsprecher aufgefordert unsere Kabinenschlüssel zurückzugeben und uns zum Aussteigen fertig zu machen.
Der blaue Zubringer legt pünktlich an Gate E1 des riesigen Fährhafens Piräus an und die Massen stehen schon an der Laderampe. Es geht herrlich unorganisiert zu und klappt doch irgendwie vorzüglich. Nach wenigen Minuten stehen wir am griechischen Festland.
Hunderte Menschen drängen aus dem Schlund des stählernen Riesen
Wir gehen vor das Hafencafé welches wir so lange kennen und schätzen – seit wir diese Fährlinie nutzen, war dort eine Filiale der Cafékette „Gregories“. Wir haben dieses Café für seinen guten Café und seine leckeren Sandwiches zu humanen Preisen geschätzt – und nun???
Jetzt ist ein neuer Betreiber dort ansässig! Wir sind skeptisch und testen kritisch – aber siehe da, auch alles sehr gut!
Wenn jetzt noch der Leihwagen pünktlich gebracht wird – „Word Up!“…
Ich habe den Satz noch nicht zu Ende gedacht, biegt auch schon ein weißer Peugeot 208 ums Eck – ob er das vielleicht sein könnte?
Er ist es – unser Vehikel für die nächsten 13 Tage
Ein junger Mann steigt aus und wir sehen uns an – kennt ihr das auch – zwei Personen die sich nicht kennen, sich aber finden sollen? Oft ist es so, dass man auf die vielzitierte gelbe Nelke im Knopfloch verzichten kann, man erkennt sich am Blick.
So auch Kostas und wir.
Wir machen das übliche Procedere und ich erhalte die Schlüssel. Der Rückgabetermin ist zu diesem Zeitpunkt noch offen, ich habe aber schon angedeutet welchen Rückgabetermin wir anvisieren – am Ende werden es 13 Tage gewesen sein.
Dann fahren wir los. Nichts wie raus aus dem Moloch Piräus! Ich entscheide mich für die Route über Korinth und Patras, also über die Autobahn an der Südküste des Golfes von Korinth.
Wir kommen gut voran
Wir kommen auf der gut ausgebauten Autobahn zügig voran und machen keine weiteren Stops. Meine Idee ist es, zur Mittagszeit in Mesolongi zu sein und dort einen Snack zu futtern und einen Kaffee zu trinken.
Wir sind also bald schon nahe Patras, als wir die große Brücke von Rio sehen. Wir sind wohl schon mit der alten NESSAJA darunter durch gefahren – aber überquert haben wir das beeindruckende Bauwerk noch nicht.
Wir entrichten die recht saftigen 17,40€ Maut und genießen die Fahrt…
In echt fast schon spektakulärIn Bewegung „tanzen“ die Haltestreben durch das Sichtfeld
Nach der Querung der Brücke sind es noch rund 60 Kilometer bis Mesolongi, das spulen wir auf einer Arschbacke ab – zur Mittagszeit treffen wir in der Nähe der Marina ein und parken den Wagen vor einem geöffneten Café an der Waterfront.
Wir wollen erst einkehren und dann zur Marina laufen – soweit der Plan.
Sicher geparkt – ein schönes WägelchenZuerst teilen wir uns ein Club-Sandwich und genießen eine Brause……dann laben wir uns jeder an einer Kaffeespezialität nach Wahl
Wir bezahlen und verschaffen uns ein Bild der Bucht – das ist also das vielfach beschriebene Mesolongi. Ok, ich finde es nicht häßlich, aber es packt mich auch nicht. Ich überlege, wieviele Steckmücken es wohl in dieser Lagunenlandschaft gibt…
Als Bootsparkplatz mag es ok sein, aber um hier zu überwintern finde ich es zu abgeschieden und irgendwie auch zu wenig einladend.
Es ist weitläufig
Wir gehen bis zur Marinaeinfahrt, dann will ich umdrehen. Erstens hätte ich das Auto nebst Gepäck lieber dabei. Zweitens laufen überall recht große, wilde Hunde herum – die sehe ich lieber aus dem Inneren des Wagens.
Nicht, weil ich die Hunde direkt fürchten würde – auch in Preveza wird es mitten in der Stadt welche geben, mehr eigentlich, weil sie hier „freier“ rumrennen und vielleicht doch mal ein aggressiver Typ dabei ist.
Wir drehen also um und holen unser weißes Wägelchen…
Ein etwas unsortierter Bootsparkplatz – in Bayern würde man „oreidig“ sagen
Natürlich schlendern wir einmal durch die Marina – Freud und Leid liegen eng beieinander. Schöne Schiffe liegen neben alten Seelenverkäufern, ein attraktives Bürogebäude steht neben ein paar Café- und Abstellbaracken.
Was mir gefällt – es ist Leben in der Bude! Die einfachen Cafés sind gut besucht. So etwas fehlt bei uns – eine Art Treffpunkt.
Auf einmal sehe ich im Augenwinkel einen Schriftzug, dessen Shilouette mir sehr bekannt vorkommt!
Siehe da – eine NESSAJA die ich nicht kenneDer Name ziert eine grüne Oceanis CC aus Deutschland
Leider kam erst nachdem wir das Schiff passiert hatten eine Person ins Cockpit – umdrehen wollte ich nicht, das wäre mir peinlich gewesen.
Aber nett wäre es allemal gewesen – zumal die Eigner auch Mitglieder des TO waren. Vielleicht melde ich mich ja über TO noch einmal bei ihnen.
Ich darf sagen, dass meine Bavaria 390 Lagoon die erste NESSAJA war, die in Marine Traffic geführt wurde. Inzwischen sind es viele geworden, der Name ist nichts Besonderes mehr. Sollte es bei mir ein weiteres Boot geben, dann wird es einen anderen Namen haben – ich habe diesen schon gewählt und besitze auch die gleichnamige Mailadresse schon.
Aus heutiger Sicht wird es dann wieder ein Trendsetter werden – es gibt noch kein Schiff mit diesem Namen…
Wir verlassen die Marina und setzen unsere Fahrt fort – die Straßen werden leerer!
Noch einmal rund 120km Autobahn – menschenleer
Wir fahren sehr gemütlich dahin, uns drängt nichts. Wir haben heute keinen Termin. Lediglich unsere Unterkunft müssen wir noch suchen.
Irgendwann sehen wir die unzähligen Masten der drei Trockenmarinas von Preveza. Hier werden wir morgen die ELOWYN empfangen. Die Stadt liegt aber auf der anderen Seite eines Tunnels für den bei jeder Durchfahrt 3.-€ Maut zu entrichten sind.
Dieser Tunnel ist häufig Thema in Seglerkreisen, wenn es darum geht sich in Preveza zu organisieren. Wir wussten das und nehmen die Kosten in Kauf – wir möchten schließlich auf der „lebendigen Seite“ untergebracht sein und etwas von Preveza sehen.
Wir durchfahren den Tunnel also ein erstes Mal…
1,6km lang……verbindet er zwei, durch eine riesige Bucht getrennte, Landzipfel miteinander
In Preveza angekommen, werden wir etwas schludrig – wir waren bestens vorbereitet, was die Suche nach einer Unterkunft betrifft, aber das Navigationssystem kannte nicht alle Gassen, welche in der Realität Fußgängerzonen waren.
Nachdem wir also die Fußgängerzone von Preveza einmal durchfahren hatten und Sibylles Nerven unmittelbar blankgelegt waren, wurde der Entschluss gefasst, dass wir lieber am Stadtrand verweilen – die Parkplatzsituation war echt angespannt!
Aber auch das klappte nicht, weil Google uns zu zwei Appartementhäuser führte, die es einfach an diesem Ort nicht gab. Der Grund wird für immer ungeklärt bleiben, aber wir waren langsam genervt. Wir wollen ankommen.
Also nochmal zurück in die Stadt, im Halteverbot geparkt und neu sortiert.
Favorit 1 fällt aus – nicht anfahrbar und keine Parkplätze. Nummer zwei ist wo? Sibylle gibt die Adresse ins Navi ein – Route starten…
Die Stimme antwortet – „Sie haben das Ziel erreicht, das Ziel liegt links von ihnen!“
Ah, Augen auf! Da isses ja!
Wir hoffen auf oben – bekommen aber EG! Das hat Nachteile!
Wir rufen an. Eine junge Frau meldet sich, sie ist sehr freundlich und spricht gut Englisch – „…ja, das Appartment ist frei! Wie lange, habe ich richtig verstanden, wir sprechen von mindestens 10 Nächte???“
Ich bestätige und merke ihre Freude. Sie bietet uns einen Sonderpreis an und wir sagen zu. Die Lage ist zentral, eigentlich optimal. Vermieterin Georgia erklärt wo ich parken kann, dies wird auch an allen Abenden klappen – der Wagen steht immer sicher und keine 50 Meter vom Haus.
Nachteile? Ja! Das Häuschen liegt an einer Gasse die eine zentrale Zubringerfunktion hat. Ab 17.00 Uhr pulsiert das Leben direkt vor den Fenstern der Wohnung. Diese sind schalldicht, müssen aber, nebst Läden, die ganze Zeit geschlossen bleiben – anders hältst Du es nicht aus. Für das „Wohlfühlklima“ sorgt eine moderne Klimaanlage.
Dennoch – wir waren zufrieden, es war ein sehr schönes, modernes Appartement!
Sehr geschmackvoll und modern – erstmal ankommen und 15 Minuten Pause
Dann drängt Sibylle auf die ersten, wichtigsten Besorgungen – ich möchte noch etwas ausruhen, aber sie ködert mich mit dem Zauberwort…
Dieses heißt in diesem Fall nicht etwa „Bitte“ sondern „Kaffee“ – da hat sie absolut Recht, es muss dafür gesorgt sein, dass ich mir allzeit ein Tässchen Kaffee zubereiten kann.
Also gehen wir in den Supermarkt und kaufen Kaffee und andere Dinge ein, welche wir für unser Frühstück brauchen würden. Dies wollen wir nämlich in der Wohnung zu uns nehmen, Dinner gibt es dann auswärts.
Der Supermarkt ist nur 30 Meter von unserer Eingangstüre – auch hier liegt einer der großen Streuner vor der Türe – ihm werden wir noch oft begegnen.
Ein Streuner zwar – aber für ihn wird gesorgt
Als die Lebensmittel verräumt waren, wollten wir einen ersten Sparziergang durch die Altstadt und entlang der Waterfront machen.
Danach würden wir zurückkommen, uns frisch machen und dann zum Abendessen gehen.
Also schlendern wir an die Riva von Preveza, auch die ist keine 100 Meter von unserer Haustüre entfernt.
Jenseits des Tunnels die Marinas „Cleopatra“, „Aktio“ und „Ionian“ – dort müssen wir morgen hinAn der Waterfront hat es schöne HäuserWir sind da – es kann losgehen! Darauf ein Ouzo als Apperitiv – auch hier gibt es Meze dazuDer erste Eindruck – wir mögen Preveza
Wir stellen fest – Preveza gefällt uns! Es ist nett hier und es ist auch noch richtig was los. Der Stadtkai ist fast voll, auch Charterboote haben noch regen Zulauf. Wir wollen uns nicht vorstellen, wie es hier in der Hauptsaison zugeht, aber jetzt ist es völlig ok!
Zuversicht macht sich breit, es wird eine gute Woche werden – ein „Work-Holiday-Mix“.
Nach unserem Apperitiv gehen wir zurück in die Ferienwohnung und hübschen uns auf, dann stürzen wir uns in die engen Gassen von Preveza. Sibylle wählt ein Fischrestaurant und wir hoffen, dass wir keinen schlechten Griff getan haben – ich habe immer ein wenig Angst, dass wir in eine dieser Touristenbuden geraten.
Diese Angst, soviel nehme ich vorweg, bleibt bis zum Schluss unbegründet – wir haben stets gut und preiswert gegessen!
Nettes Ambiente – zum Wohl SibylleGruß aus der KücheSalat geht immerMeze auch – hier Zucchiniballs
Als Hauptgang gönnen wir uns Kalamari und Scampi-Saganaki, beides hat hervorragend geschmeckt!
Zufrieden ziehen wir von dannen und tapsen zurück zu unserer Unterkunft. Die erste Nacht ist immer etwas unruhig, man muss sich an neue Geräusche und das Bett gewöhnen – aber wir haben trotzdem ganz gut geschlafen.
Am nächsten Morgen suche ich einen Bäcker und hole frisches Brot – wir bereiten uns ein kleines Frühstück und mampfen eine der von Hans Peter überlassenen Wildschweinsalamis. Das passt super, so wird unsere morgendliche Routine ab heute aussehen…
Dann aber heißt es – die Pflicht ruft! Wir sind ja schließlich zum Arbeiten hier. Wir machen uns daher auf den Weg zu den Marinas, durchfahren den Tunnel und erreichen das riesige Gelände nach rund 15 Minuten – alles kein Problem.
Die Cleopatra Marina hat neben der Trockenmarina noch eine kleine Wassermarina. Hier sehen wir uns zunächst um.
Schön ist es hier
Der erste Eindruck ist schön! Vieles erinnert mich an Kroatien, es ist weniger karg als auf den Inseln der Ägäis oder denen des Dodekanes.
Von der Marina aus, kann man Preveza vis-a-vis sehen.
Sibylle fordert einen Rundgang durch die Cleopatra Marina, wir wollen schonmal vorab auskundschaften, wo die wichtigsten Facilities sind und was es hier so alles gibt.
Masten wohin das Auge reichtGefällt mir – will ich auch!
Wir laufen „unsere“ Marina einmal ab und machen uns ein umfängliches Bild. Dann entscheiden wir, dass wir auch in die Nachbarmarinas „Ionian“ und „Aktio“ einen Blick werfen.
Also gehen wir die Straße entlang bis zum Ende – es wird schnell klar, dass Cleopatra der Platzhirsch ist und auch den gepflegtesten Eindruck macht. Alles ist superprofessionell organisiert.
Der Zufall will es, dass zwei Freunde aus Österreich, beide kenne ich über das „Mittelmeer Skipper Forum MSF“, zu dieser Zeit auch in Preveza verweilen. Wir haben uns schon persönlich auf Leros kennen gelernt und uns nun hier verabredet.
Beim gemeinsamen Kaffee vergeht die Wartezeit auf ELOWYN wie im Flug – wir tracken das Ankommen unseres Patenschiffes auf „Marine Traffic“.
Dann ist es soweit – ELOWYN hat Preveza erreicht!
Bella Figura
Wie von Volker – spaßeshalber (oder etwa nicht) – gewünscht, stehen wir als winkendes Empfangskomitee am Steg und helfen beim Anlegen.
ELOWYN wird an einem Außensteg nahe der Krangasse längsseits festgemacht.
Hier liegt sie sicher und gutWelcome on board
Die Überführungscrew der ELOWYN bestand nach wie vor aus Volker und dem Engländer Chris, der ja in Leros zugestiegen war und zudem noch aus Steffen, der in Athen angeheuert hat.
Volker und Steffen kennen sich schon länger, daher das Angebot an der Überführung teilzuhaben.
Wir haben uns einander vorgestellt und ein gemeinsames Anlegebier getrunken – bis der sonst so entspannte Volker zu Disziplin aufruft und den eigentlichen Sinn unseres Zusammentreffens in Erinnerung ruft…
„Was meint ihr, es ist gerade wenig Wind – wenn wir noch EIN Segel runternehmen?“
Ok, fangen wir mit der Königsdisziplin, dem Großsegel, an! Zu viert rackern wir wie die Beserker um das schwere und riesige Tuch zu bändigen – und wir bekommen es überraschend gut und schnell hin!
„Ja, wenn es grad so gut läuft, machen wir das Jib auch noch heute!“, höre ich Volker sagen. Alsdann, nichts wie ran…
Am Nachmittag liegen zwei von drei Segeln auf dem Steg
Wir belobigen uns selbst und Sibylle spricht uns Bewunderung aus, ob unserer Bärenkräfte – genau was ein Mann braucht 😉
Wir genehmigen uns ein Reparierbier und sitzen gemütlich im Cockpit, die Sonne strahlt uns an – Tagwerk geschafft!?
Nichts dergleichen! Volker ist im Flow und erkennt, dass es zeittechnisch möglich ist, dass wir das Arbeitspensum, welches wir uns für heute UND morgen vorgenommen haben, noch heute schaffen können – wenn wir GLEICH weitermachen…
Ok, dann halt! Holen wir die Genua halt auch noch runter…
Viele Hände – schnelles Ende
Geschafft! Alle drei Segel liegen auf dem Steg, wir haben wirklich was gerissen am ersten Tag!
Langsam wird es aber auch Zeit an den Feierabend zu denken, denn die Sonne senkt sich schon Richtung Horizont, es wird auch merklich kühler. Wir lassen es also gut sein und verräumen das Werkzeug.
Bei einem Feierabendbier genießen wir das Farbenspiel am Himmel.
Fast schon spektakulärDie Sonne geht langsam unterGeschafft – ELOWYN steht ohne Segel da
Als der Humpen geleert war, galt es festzulegen, in welches Restaurant wir heute gehen würden.
Die Überführungscrew war froh, angekommen zu sein und wollte nicht mehr außerhäusig speisen – der Besuch von Preveza sollte morgen stattfinden, heute würden wir ins „Celest“, das Marinarestaurant, gehen.
Sibylle und ich waren darauf vorbereitet und hatten Duschsachen mitgebracht. So konnten auch wir uns kurz frisch machen. Geschlossen sind wir dann die paar Meter bis zu dem sehr geschmackvollen Lokal gegangen, wir bekommen einen sehr schönen Tisch im, mit Zeltplanen geschlossenen, „Innenraum“ des Lokals.
Die Sonne ging gerade unter, als wir das Lokal erreicht hatten – kurz bevor wir uns setzen, kann ich noch ein Bild machen…
Von der Terrasse des „Celest“
Abends ist man froh innen zu sitzen, es kühlt langsam ab. Auch das Longsleeve gehört inzwischen zur Standardausrüstung.
Was dann aber passiert, damit haben wir nicht gerechnet – Dutzende Stechmücken überfallen uns! Sie haben es nicht nur, wie so häufig, auf unsere Beine unter dem Tisch abgesehen – nein, sie fliegen uns direkt im Gesicht, am Hals, an den Armen an.
Das war nicht toll! Ich kann das gar nicht leiden und setze mich an einen anderen Tisch, recht weit weg vom Eingangsbereich – hier war es etwas besser. Volker holt ein Insektenspray von ELOWYN und wir reiben uns alle gehörig mit der Lotion ein.
Ein nettes Dinner stellt man sich anders vor – aber irgendwie geht es dann. Das Thema Schnaken wird uns aber während der ganzen Zeit begleiten – auch Sibylle kauft morgen ein Mittelchen um uns vor den Attacken der fiesen Plagegeister zu schützen.
Spätabends fahren Sibylle und ich mit dem Wagen durch den Tunnel zurück in den Ort – ein schöner Tag klingt aus, ab morgen startet die Routine!
Die etablieren wir wie folgt – aufstehen und frühstücken, gegen 09.30 Uhr fahren wir rüber in die Marina, ab 10.00 Uhr arbeiten wir.
Der heutige Tag ist dem laufenden Gut gewidmet
Es gibt jeden Tag ein neues Arbeitsmotto – heute heißt dieses „Rigg und laufendes Gut“!
Wir schlagen also die Schoten und Strecker ab, waschen diese und hängen sie zum Trocknen auf. Weiter demontieren wir alle Umlenkrollen und andere „fliegende Teile“ rund um das Rigg.
Die Reffleinen müssen abgeschlagen werden und die Spanner für die Backstays werden verräumt.
Ich mache mich daran, die neue Klemme nebst Adapterplatte provisorisch zu montieren – die Monteure sollen erkennen wie die Lösung erdacht ist.
Leider hat mein Freund Giorgos nicht auf meinen Rat gehört, für M12 Schrauben 12,5er oder gar 13er Löcher zu bohren. Bohrt man exakt 12mm, dann muss das Loch genau sitzen!
1mm daneben ist auch daneben – ich muss nacharbeiten
Da Volker keinen 13mm Bohrer hat, müssen wir kurzerhand einen kaufen. Ist aber im bestsortierten Marinashop kein Problem! Ich kann also, mit leichtem Verzug, die Klemme am Mast vormontieren.
Klar, dass beim Arbeiten der Spaß nicht zu kurz kommt!
Mittags und nachmittags gibt´s ein gehöriges Reparierbier
Nach getaner Arbeit, stellen wir für heute einen anderen Plan auf. Nachdem Steffen morgen abreisen wird, sollte er noch die Gelegenheit haben, sich in Preveza ein wenig umzusehen.
Wir beschließen daher, dass der Tender der ELOWYN, der 325er Williams WILLI, ins Wasser gelassen wird. Die Crew der ELOWYN kommt mit dem Flitzer in den Ort, Sibylle und ich machen die Vorhut und reisen mit dem Püscho.
Nachdem wir, trotz kurzem Boxenstop in unserer Ferienwohnung, deutlich vor dem Männerteam vor Ort waren, haben wir den Reigen mit einem Ouzo eröffnet…
Tagwerk geschafft – wohlverdient – ein Ouzo an der Riva
Sibylle und ich lassen den Tag Revue passieren und überlegen, wie wir die Arbeiten welche uns zufallen werden, am besten organisieren und strukturieren können.
Steffen reist morgen ab, unmittelbar danach wird ELOWYN gekrant. Zwei Tage später fliegen auch Volker und Chris nach Hause. Ich gehe davon aus, dass wir nicht länger als weitere drei Tage brauchen um alles Notwendige zu erledigen – Sibylle stimmt zu und so legen wir den Termin unserer Abreise aus Preveza auf den 26. Oktober. Diese Information lassen wir der Vermieterin des Appartements zukommen.
Da wir auf dem Nachhauseweg noch die Orte Nafpaktos und Galaxidi, sowie die Ausgrabungen von Delphi nebst dem sagenumwobenen Orakel besuchen wollen, legen wir unsere Fährpassage auf den griechischen Nationalfeiertag, den „Oxi-Day“, am 28. Oktober. Dies wiederum teilen wir der Autovermietung mit.
Unser Plan steht – der Haken? Der Mast von ELOWYN wird am 30. Oktober gelegt, es wäre vielleicht gut gewesen dem noch beizuwohnen, dies hätte aber weitere vier Tage Aufenthalt bedeutet. Nach Abstimmung mit Volker haben wir uns entschieden, so zu planen wie beschrieben…
Mein Gedanke springt – was macht wohl NESSAJA? Ob alles passt? Ich prüfe die Systeme.
Alles bestens
Ich bin zufrieden, an Bord scheint alles zu passen. In diesem Augenblick werde ich aus meinen Gedanken gerissen – die Freunde sind angekommen und gesellen sich zu uns.
„Wo sollen wir essen? Wir haben Hunger!“
Wir schlendern die Riva entlang, sehen uns die Boote an und auch die Freunde bestaunen die prächtigen Bauwerke…
Viele Details und total verspielt
Unsere Wahl fällt auf ein Restaurant mit typisch griechischer Küche. Es ist in der gleichen Gasse wie die Fischtaverne, in der Sibylle und ich am ersten Abend gegessen haben.
Wir bekommen einen freien Tisch und haben zudem noch ein Stück von Glück – auf einer kleinen Gassenkreuzung fängt ein Trio an zu musizieren und zu singen. Sehr schön, sehr passend!
Unweit von unserem Tisch wird musiziert
Beim Bestellen unses Dinners waren wir weniger kreativ – fünf Bier, vier große und ein kleines! Dazu Fleisch, große Teller bitte! Sibylle fragt in die Runde, „…und wollen wir einen Salat?“ Vier Augenpaare rollen, aber natürlich wird dem Alibisalat zugestimmt!
Alles kommt auf den Tisch, jeder greift zu…
So muss das – später kam noch Wein dazu, denn „Wein auf Bier, das rat´ ich Dir!“
So verbringen wir zusammen mit Steffen seinen letzten Crewabend und essen und trinken gemeinsam. Ein lustiger Abend, ein kurzweiliger Abend – irgendwann war es Zeit aufzubrechen, die Crew musste schließlich noch die Überfahrt mit dem WILLI bewältigen!
Alle zusteigen – nächster Halt Cleopatra MarinaMan beachte die Jungs rechts
Der Katamaran zur Rechten war mit jungen Leuten aus, vermutlich, Polen besetzt. Sie sprachen gebrochen Englisch und haben uns bezüglich des kleinen Schlauchbootes mit Elektroantrieb befragt – dazu muss man wissen, dass Williams Tender einen Mittelmotor mit Jetantrieb haben, man kann keinen Motor sehen.
Uns war nicht klar ob die Jungs uns verarschen, aber Volker wollte nicht unhöflich sein und antwortet wahrheitsgemäß „…it´s a Jet-Tender with 100 horsepowers, we need 45 seconds to reach Cleopatra!“.
Die Jungs lachen und klatschen sich auf die Schenkel – und mir war klar, was jetzt passiert!!!
Volker kommt aus der Lücke und die Jungs sehen zu, wie das vermeintliche „Elektroboot“ surrend davongleitet – aber nichts da! Volker legt den Hebel auf den Steuerstand und der WILLI geht ab wie ein Pfeil – es dauert nur Sekunden, bis er in der Dunkelheit verschwunden ist.
Sibylle und mir bleibt der Hochgenuss die vier Gesichter zu sehen – offene Münder aus denen nur ein Wort fiel…
Wow! WOW! WOOOOOW!
Der neue Tag begann, wie der alte endete – spektakulär! Dafür aber weniger rasant, denn diesmal war es die Natur, die ein Schauspiel bot.
Gleicher Platz – die jungen Polen schlafen nochDie Sonne gibt derweil ein spektakuläres Schauspiel – wie Feuer am Horizont
„Groundhog Day“ in Preveza – und täglich grüßt das Murmeltier! Sibylle und ich fahren nach dem Frühstück in die Marina, dort steigt Sibylle aus und statt ihrer Steffen zu.
Ich bringe den Kurzzeitfreund an den Flughafen und verabschiede mich – vielleicht sieht man sich ja einmal wieder…
Zurück in der Marina geht es auch schon los – ELOWYN muss klar gemacht werden, um in die Krangasse gefahren zu werden. In einer Stunde ist Krantermin, Festmacher müssen vorbereitet und Fender entsprechend platziert werden.
Dann bekommen wir den „Marschbefehl“ und legen ab – die letzte Fahrt der „alten“ ELOWYN.
Die Fahrt dauert etwa drei Minuten – alle Aufgaben sind verteilt
Es geht ruckzuck und der blaue Riese wird in die Krangasse bugsiert, ab hier übernimmt das Kranteam das Kommando.
Bei den Jungs sitzt jeder Handgriff, sie sind ein eingespieltes Team. Wir dürfen jetzt aussteigen, die Gurte werden vorbereitet.
Die HR vor uns muss noch auf den Wagen – dann ist der Kran frei für unsELOWYN ist bereit für das „Haul Out“
Jetzt geht es Schlag auf Schlag – der große Kran kommt und nimmt ELOWYN in die Schlaufen. Dann wird sie angehoben und gleich mit dem Kran auf ihren Standplatz gefahren.
Da sie direkt vor das Gebäude gestellt wird, entfällt das Umladen auf den Transportwagen – sofern dies überhaupt möglich gewesen wäre.
ELOWYN bekommt einen Platz in erster Reihe – Pole sozusagenWir bekommen einen pompösen Zugang aufgestellt
Nachdem der Kran abgezogen war, haben uns Marinamitarbeiter eine pompöse Treppe bereitgestellt. Das war echt komfortabel, denn wir mussten mehrfach, auch schwer beladen, das Schiff verlassen und auch wieder entern – auf einer profanen Aluleiter, ein eher mühseliger Akt.
Ich packe sofort das Werkzeug aus und mache mich an meine Arbeit – da passiert es…
Ich reiße mir einen Fingernagel recht fies ein! Natürlich war kein Maniküreset zur Hand! Gut, wenn man sich zu helfen weiß! So wird an diesem Tag unumstößlich klar, dass ein guter Seitenschneider auch zur Nagelpflege taugt.
Knipex – der Name sagt es ja schon
Sibylle ficht das alles zunächst nicht an – sie „…warte auf klare Anweisungen!“
Derweil sei ihr ein Päuschen gestattet, allzulange hält dieses nicht an, denn generell weiß jeder, was zu tun ist, die Aufgabengebiete sind klar verteilt!
Heute war der schlechteste Tag – ziemlich bewölkt
Erstmal Mittagspause! Der Vormittag ist schnell verflogen. Uns alle fröstelt es ein wenig. Wenn die Sonne hinter den Wolken verschwindet fehlt die wohlige Wärme.
Es gibt also einen Kaffee im „Celest“, danach geht es aber richtig weiter!
Brrr – gibt´s auch Tee?Das „Celest“ ist fein hergerichtet, man isst und trinkt gut
Dummerweise passiert exakt nach Arbeitsaufnahme ein Malheur. Volker möchte den Anker ablegen und gibt das Kommando diesen abzulassen. Er und ich stehen unten, um das 50kg Trum zu bändigen und die Kette zu schlichten.
Chris und Sibylle stehen oben und sollen den Anker ablassen – da passiert es! Sibylle drückt den Knopf für die Ankerwinde einmal kurz in die falsche Richtung und ein Schlauch platzt! Ende Gelände!
Die Hydraulik steht bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung! Dafür tut sich eine neue Baustelle auf – die Vorpiek und der Ankerkasten müssen, nicht nur wegen des geplatzten Schlauches, mal porentief gereinigt werden.
Also räumen wir erstmal ALLES aus!!!
Was da so zum Vorschein kommtKann das weg???Ganz schön was drin
Nachdem wir zusammengeholfen haben, um alles aus der Vorpiek auszuräumen, haben Sibylle und Chris sich an die Reinigung der Kammer gemacht. Natürlich musste später auch alles wieder ordentlich eingeschlichtet werden.
Volker hat sich derweil darum gekümmert, dass die Kühlschränke eingewintert wurden. Ich war mit Spezialaufgaben am Kühlsystem und der Einwinterung von Hauptmaschine und Generator beschäftigt.
Auch hier gab es kleine Überraschungen
Was sich hier in der schnellen Beschreibung etwas unkoordiniert anhört, war generalstabsmäßig vorbereitet und wurde ebenso durchgeführt.
Volker hat ohnehin seine eigenen Arbeitslisten. Ich habe selber welche aus dem letzten Winter erstellt – jeder von uns wusste exakt was zu tun ist.
Alle offenen Punkte bekamen eine Priorität und es wurde entschieden – wer macht es? Wann wird es gemacht? Kostengegenüberstellung von Fremdarbeit und DIY? Final wurde alles in eine Excel gepackt, um die Punkte von hier aus steuern zu können.
Was sich nun ein wenig fancy und übertrieben anhört ist sinnvoll – denn nächstes Jahr kann sich keiner mehr erinnern, dass die Schlauchschellen der Kühlschläuche nachgezogen werden müssen, oder dass das Steuerbord Druckwassersystem ohne Funktion ist, weil die Pumpe zerlegt im Halter hängt!
Wir sind zufrieden mit unserem Tag!
Prio-Worklist 2025 für ELOWYN
Zum Feierabend wird beschlossen, abermals in Preveza auszugehen. Chris möchte unbedingt Giros essen und der kleine Grill ist ja genau bei uns um die Ecke.
So treffen wir uns abermals an der Riva, wo Volker und Chris mit dem WILLI anlanden. Leider müssen wir beim Schlendern durch die Gassen der Altstadt feststellen, dass ausgerechnet heute der Ruhetag des Grillhauses ist – was für ein Pech!
Egal – erst mal einen Ouzo als Opener, eine Situation, welche natürlich auch für die Freunde in England festgehalten werden will…
Alle mal lächeln – CheeseNice Pic – so begeistert man die Lieben zuhause
Der Zufall will es, dass wir in dieser Bar einen Mitarbeiter der Marina treffen. Er wird an ELOWYN arbeiten, wir hatten uns schon kennen gelernt.
Diesen Mann befragen wir, wo man das beste Giros in Town bekommt. Er erklärt den Weg und schickt uns zu Fuß einmal quer durch die halbe Stadt – mit welchem Resultat???
Super – eine Verschwörung
Aber wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her – so auch diesmal!
Unser Unglück in Sachen Giros treibt uns direkt in die Taverne „Kalofagas“, eine Adresse, die wir noch zwei weitere Male besuchen werden.
Ist es falsch zu sagen, dass es die Fleischeslust war, welche uns hierher getrieben hat? Sicher nicht! Wenn auch nur im ganz übertragenem Sinne.
Eine sehr empfehlenswerte Taverne
Nicht nur, dass das Team einen sehr guten Service bot und in der für uns zuständigen Bedienung Vasso eine sehr empathische Person aufbieten konnte – auch in Sachen Fleischauswahl war man durchaus gut sortiert!
Nehm´ ich – in dieser Reihenfolge
Chris wollte „Roast“ – typisches Fleisch vom Drehspieß, nicht zu verwechseln mit Giros. Eher so eine Art Kokoretsi. Volker wollte lieber ein 1,5kg Steak und Sibylle einen Salat – ich erklärte mich zum Allrounder und wäre überall mit dabei.
Also, dann nix ODER, dann eben UND!
Vorfreude machte sich breit…
Der Wein passt schonmal – jeder gibt Anekdoten zum BestenKnoblauchbrot und Sibylles Wahl – ein köstlicher und gesunder Salat……der als unser „heutiges gutes Gewissen“ durchaus ein eigenes Bild verdientDann unsere „Mixed Rotisserie“ für zwei Personen – Pork, Lamb und KokoretsiAls Nachspeise und als Zeichen der Vernunft – ein dezimiertes 1.100gr Tomahawk
Puh, pappsatt! Wir bekommen noch eine kleine Sauerei auf´s Haus, dann ist Schicht im Schacht – bitte nichts mehr bringen, nicht mal ein Minzplättchen!
Irgendwann, es war schon spät und der Wind hatte aufgefrischt, hieß es – Verabschiedung! Unsere WILLI-Besatzung musste noch ihre Heimfahrt antreten und wir begleiteten die Beiden zu ihrem kleinen Flitzer.
Ich habe die Beiden nicht um die Überfahrt beneidet…
It´s cold outsideSchnell ab und nach Hause – 45 Sekunden frieren
Sibylle und ich gehen noch einmal die Riva auf und ab – wieder bleibt unser Blick an dem verschnörkelten Haus hängen.
Preveza hat schon was – trotzdem wäre es mir zu umtriebig. Ein erstes Mal macht sich Heimweh breit – ich will wieder nach Leros!
Schön ist es schon
Doch soweit war es noch nicht – die Pflicht ruft! Neuer Tag, neue Aufgaben!
Sibylle und ich rücken zeitig an, denn heute war die Besprechung mit dem Lackierteam anberaumt. Wir entern das Schiff und haben frisches Brot für die Freunde im Gepäck.
Wir trinken noch einen Kaffee mit, während Volker und Chris ein kleines Frühstück zu sich nehmen.
Zu lange müssen wir nicht warten, denn die Lackierer erscheinen sehr pünktlich. Generell hat man den Eindruck, dass alles etwas professioneller organisiert ist, als wir das gewohnt sind.
Gemeinsam gehen wir um das Schiff und besprechen das Vorgehen – auch erste Details werden diskutiert…
Müssen alle Beschläge weg? Ja, alle!
So klären wir neben dem finalen Farbton – lasst euch hier überraschen – zum Beispiel auch, wie die Relingstützen befestigt sind.
Solche Kleinigkeiten sind wichtig, weil dafür abzuklären ist, ob diese von innen oder von außen abgenommen werden – von innen würde einen erheblich größeren Arbeitsaufwand bedeuten.
Wir haben aber Glück…
Geht von außen – kann bis zum Pin lackiert werden
Diese Montagearbeiten übernehme meist ich. Daneben gilt das „Vier-Augen-Prinzip“ – Volker und ich wollen gemeinsam sicherstellen, dass nichts vergessen wird und alles möglichst exakt bewertet wird. Nur so kann der Kostenvoranschlag valide sein.
Der Lackierer bleibt etwa eine Stunde, er macht einen sehr professionellen und erfahrenen Eindruck, sein Ansatz und seine Ideen decken sich mit Volkers Vorstellungen.
Als sich die Jungs verabschiedet haben, geht jeder wieder an seine Arbeit – ich widme mich fast zwei Tage lang der Druckwasseranlage, hier gilt es ein verstecktes Problem zu finden…
Oh mein Got! SIE sind da!
Durch das Ausschlussprinzip kann die Pumpe als Übeltäter eingegrenzt werden. Es läuft auf eine Überholung der Pumpe im kommenden Frühjahr hinaus, die Teilebeschaffung sowie das ToDo kommen in die Excel Tabelle – als Bemerkung füge ich hinzu, „…eventuell Anlage komplett auf Jabsco 60PSI umbauen und anpassen“.
Immer, wenn mir eine bessere Lösung als die bestehende durch den Kopf geht, bespreche ich mich mit Volker und wir überlegen, ob ein Nachrüsten und ein Upgrade angebracht wären – in diesem Fall ist die Entscheidung noch offen.
Es dürfte selbstverständlich sein, dass ich im Blog keine Stellungnahme zu Refitkosten mache. Das hat hier nichts verloren – klar dürfte sein, dass letztendlich ein paar Talerchen zusammenkommen. Wir mussten daher mehr als einmal hinsehen, ob es sich bei den zwei Beobachtern auf unserer Saling um Raben oder doch um Pleitegeier handelt… 😉
Puh – doch nur Raben
Heute ziehen Sibylle und ich früher ab als sonst. Wir haben die Aufgabe übernommen, die Wäsche in den Waschsalon zu bringen – liegt auf der Hand, da wir den Wagen haben und es im Ort zwei Waschsalons gibt.
Leider haben wir hier die Rechnung ohne die Griechen gemacht! Denn auch in Preveza scheint es Normalität zu sein, dass man sein Geschäft öffnet wann man eben will – oder auch gar nicht!
Ich sitze hier und warte
Wir erreichen Waschsalon Nummer 1 – hier hängt ein Zettel in der Türe, dass man um 18.00 Uhr öffnet, dazu eine Telefonnummer.
Inzwischen war es 18.05 Uhr und ich warte. Um 18.15 Uhr schreibe ich eine Message in Griechisch, ich frage ob und wann jemand käme, ich wolle zwei Säcke Wäsche abgeben – diese Message ist bis heute unbeantwortet.
Wir gehen weiter zu Wäscherei 2 – man nimmt die Wäsche an. Sibylle dachte, dass man unsere zwei Säcke zu einer großen 7kg Maschine zusammenfassen könnte. Dieses Ansinnen lehnt die Dame aber entrüstet ab! Dies seien schließlich zwei Maschinen mit zwei verschiedenen Temperaturen undsoweiter…
Wir stimmen zähneknirschend zu und geben die Wäsche ab – für 10.-€ pro Maschine – zudem fällen wir den Beschluss, dass wir alle weiteren Waschladungen in der Marina waschen und dort zum Trocknen aufhängen! Das bedeutet etwas mehr Aufwand, kommt aber mit 4.-€ pro Waschladung deutlich billiger und man ist schneller.
Inzwischen sind Volker und Chris angekommen. Heute steht deren Abschiedsessen auf dem Programm, beide werden morgen mit dem gleichen Flieger abreisen.
Wir gehen in ein Fischlokal in den engen Gassen der Altstadt und lassen es uns gut gehen!
Salat – bestellt durch SibylleRote Bete mit Knoblauch – auch als Salat angemachtAnchovi – sehr leckere Marinade
Als Hauptspeise gönnen wir uns Kalamari und Scampi in verschiedenen Variationen – alles sehr lecker!
Klar, dass wir nach dem Essen noch ein gemeinsames Bier trinken und uns auch eine Runde Ouzo gönnen – so jung kommen wir schließlich nicht mehr zam…
Denn als wir uns am nächsten Tag bei ELOWYN treffen, stehen die Zeichen auf „Abschied nehmen“!
Good bye my friend
Volker und ich stimmen uns noch über ein paar Termine ab, welche mit der Werkstatt abzuwickeln sind. Auch geben wir uns ein gegenseitiges Update unserer ToDo-Listen.
Dann heißt es packen…
Wir gönnen uns einen letzten Cappuccino auf der Sonnenterrasse des „Celest“, steigen ins Auto und fahren zum nur 5 Minuten entfernten Flughafen.
Ob wir uns 2024 noch einmal hier treffen werden?Ob wir Chris noch einmal sehen werden? Was a pleasure to meet you…
Die Freunde gehen in das Terminal und wir bleiben hier zurück. Da es an ELOWYN noch einiges zu tun gibt, fahren wir zurück in die Marina.
Gerade als wir ankommen, verlassen die Mechaniker das Schiff – gute Nachrichten, die Hydraulik funktioniert wieder, alle Systeme sind einsatzklar! „Word Up!“
Sibylle und ich legen sofort los und lassen Anker samt Kette ab. Wir schlichten das Ankergeschirr ordentlich auf. Danach können wir das Grundeisen und den Ankerkasten reinigen – super, dass dies alles so reibungslos klappt!
Punkt 1 meiner Liste – Check
Wir waren gerade fertig, da kommt ein Mitarbeiter des Kranteams, „Where is the Captain?“ Ich antworte mit dem Brustton der Überzeugung „The owner is on his way back to Germany, I´m the new captain!“
Der erstaunte Kranmann erwiedert, „Ok Captain, then follow me!“
Ich tue wie mir geheißen und tapse hinter dem Handwerker her – was will er von mir? Was habe ich zu tun?
Ahhhh! Wir gehen zur Krangasse – er will, dass ich den WILLI zur Box fahre, er würde als nächstes aus dem Wasser gehoben werden. Warum sagt er das nicht gleich? Klar, mach ich!
Ich starte den Flitzer und fahre nur rasch um´s Eck…
Da wartet der WILLI auf sein „Lifting“
Ich gehe zurück zu Sibylle und erzähle ihr, warum mich das Kranteam einbestellt hat. Noch ehe ich meine, mit blumigen Worten ausgeschmückte, Geschichte zu Ende erzählt habe, hören wir schon dieses typische aber nervtötende Biepsen von in Fahrt befindlichen Arbeitsgeräten – der Gabelstapler mit dem WILLI auf der Gabel biegt ums Eck und stellt ELOWYNs Schnulli zum Mutterschiff.
Auch die Cleopatra Marina hat einen „Luigi“Wieder vereint
Somit kommt schon am ersten Nachmittag, an dem wir alleine vor Ort sind, ein Haken an den zweiten wichtigen Punkt.
Der Arbeitstag ist somit auch gelaufen, wir rufen den Feierabend aus und starten in unsere tägliche „After-Work-Routine“.
Zum Dinner wollen wir heute noch einmal Vasso, unsere neue Lieblingsbedienung, besuchen. Wir einigen uns darauf, dass ich am heutigen Tage meine „Fleischeslust“ im Zaum halte!
Ok, wenn es sein muss…
Käsebällchen mal anders – aber sehr feinAuch ich gönne mir einen Salat
Jeder von uns labt sich an einem dieser riesigen Salate, sie schmecken vorzüglich! Gemeinsam gönnen wir uns eine Chicken-Rotisserie, auch diese war sehr gut.
Weil ich so tapfer war, gibt Sibylle ein Eis aus. Gut zwar, aber kein Vergleich zu den Speiseeisschöpfungen aus der Eismanufaktur in Lakki – ich vermisse Leros…
An diesem Abend wird es nicht so spät. Sibylle will noch etwas lesen, ich tippe die ersten Zeilen dieses Blogberichtes. Dann ist es Schlafenszeit.
Am nächsten Morgen wache ich dafür früher auf. Als ich zum Brotkaufen gehe, sind die Gassen von Preveza Old Town noch menschenleer.
Noch nichts los – das ändert sich späterIch gehe zum gleichen Bäcker wie jeden Tag
Kurzer Sidekick – vor ein paar Tagen haben sie nahe der ELOWYN eine 33m Motoryacht abgestellt – etwas ganz Besonderes mit absenkbarem Mittelteil, um die Dinghygarage als Meerwasserpool zu nutzen. Die Yacht heißt LADY FLEUR und gehört dem Gründer einer Instant Pfannkuchenfirma, welche heute Weltmarktführer in diesem Segment ist.
Heute als wir ankommen, steht eine noch größere Yacht im Kran – hier ist der name Programm – KING LOUIS! Diese 46m Yacht ist weniger besonders, besticht aber durch die schiere Größe.
Viel größer geht auch hier nicht
Ok, ich bin beeindruckt – aber nicht so sehr, dass ich meine Aufgaben vernachlässigen würde.
Ich widme mich also der Einwinterung des WILLI, baue alle Teile ab und spüle den Motor – zunächst mit Süsswasser, dann mit verdünntem Frostschutz.
So weit – so gut
Gerade als ich an Deck von ELOWYN zurückgehe – ich erwarte Besuch vom Technischen Manager der Marina, gerade in diesem Augenblick also, wird KING LOUIS hereingefahren.
Sie bewegt sich auf uns zu…
Kranfahrer – PräzisionsjobÄh – ich hoffe, der Mann weiß was er tut
Alles klappt – der Gigant wird in eine Ecke manövriert, dann beschäftigt sich ein ganzes Team fast zwei Tage damit den Koloss aufzupallen – mein lieber Scholli.
Ich habe Frostschutzmittel übrig und vertrete die Meinung, dass es hier schonmal kalt werden kann. Ob es nahe 0°C sein kann? Ich weiß es nicht! Aber getreu dem Motto „besser haben als brauchen“, fülle ich das übrige Glysantin, fair verteilt, in die vier Aborte der ELOWYN.
Jetzt sind wir safe…
Natürlich wird noch gespült – das Zeug soll in die Schläuche
Der Vormittag ist verflogen, der Manager hat den Termin auf den Folgetag verschoben.
Da wir keine Arbeit für den angebrochenen Nachmittag haben, beschließen wir erstmal eine Kaffeepause zu machen. Im „Celest“ wollen wir beratschlagen, wie wir den Tag weiter sinnvoll nutzen.
Ein leichtes Häppchen zum Cappuccino
Sibylle wirft ein, dass sie noch nicht weiß, wie sie die oberen Fächer und Schränke unseres Patenschiffes ausräumen soll. Wir haben zwar Stauraum, aber es fehlt an Aufbewahrungsbehälter.
Von unserem österreichischem Forumsfreund Mike weiß ich, dass es hier in der Nähe einen „Jumbo“ Markt gibt – ein Marktplatz für alles was man braucht oder nicht braucht. Strukturiert wie IKEA, aber eben für Dinge des täglichen Lebens und darüber hinaus.
Kennst Du „Jumbo“ nicht – kennst Du Griechenland nicht!
Wir beschließen daher, aus der Not eine Tugend zu machen und das Einkaufsparadies zu besuchen.
25km außerhalb PrevezasDie Farben sind Teil der MarkeDas Angebot weckt Kauflust – es gibt alles……auch Strohhalme aus Plastik – während Deutschland die Welt rettetNatürlich kaufen wir nichts unsinniges oder umweltschädliches – aber ich könnte schon schwach werden…
Erfreulicher Weise geht es verhältnismäßig schnell. Wir finden passende Kisten, kaufen dazu noch eine Packung „Haribo saure Schnüre“ und bezahlen.
Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Preveza – wohin gehen wir heute zum Essen? Die Fragen klären wir am Heimweg…
Leibspeise – ich will Leibspeise! Mir reicht´s mal wieder mit griechischer Küche, mir ist nach Pizza! Zum Glück gibt es in Preveza mit der Pizzeria „Oven“ eine stilechte Pizzeria nach italienischem Vorbild – da gehen wir heute hin…
Sehr einladendes und modernes LokalDer Mann beherrscht sein FachDie Pizza schmeckt italienisch – ein Gedicht
Das Dinner war eine Wucht, zu diesem Zeitpunkt des Jahres würde ich es sogar ein Highlight nennen. Irgendwann willst Du halt mal einen anderen Geschmack. Die Pizzen, der Salat – alles war von hervorragender Qualität und stilecht. Eine sehr empfehlenswerte und obendrein preiswerte Adresse.
Wir gehen zufrieden ins Bett. Wir haben viel geschafft – die meisten Arbeiten an ELOWYN sind erledigt, wir haben die Kisten beschafft und alle Wäsche verstaut.
Wenn morgen alles nach Plan läuft, dann machen wir einen kleinen Ausflug.
Um dies sicher zu stellen, packen wir zeitig morgens an. Ich muss noch die Batterie vom WILLI ausbauen und laden. Da sie bis morgen am Strom bleiben soll, muss sie sicher stehen. Ich hoffe, dass Tina niemals erfährt, dass ich ihre Bratpfanne als Sicherheitsbehältnis missbrauche.
So kann nichts passieren
Das Glück spielt uns in die Hände – just in time kommt Panos, der Technische Leiter der Cleopatra Marina, an Bord. Er lässt sich von mir die Funktion der Zentralhydraulik zeigen, lässt sich gleich auch noch in die Schalttafel einweisen und bestätigt dann, dass aus seiner Sicht jetzt alles ok sei.
Sibylle hat in der Zwischenzeit die Kisten befüllt und verstaut. Was noch??? Ach ja, ich schreibe ein Mail an die Marina, dass der WILLI aus unserer Sicht freigegeben ist, um ihn in Folie zu packen.
Das war´s – es ist 12.00 Uhr, wir können einen Ausflug in die Umgebung machen, unser Ziel ist die 25km entfernte Insel Lefkas.
Wir nutzen die Landstraße durch eine saftig-grüne und hügelige Landschaft
Die recht kurze Strecke ist schnell zurückgelegt. Wir überqueren die schwimmende Drehbrücke, welche Lefkas mit dem Festland verbindet – diese ist zu dieser Zeit wegen einer fehlenden Sicherheitsabnahme dauerhaft geschlossen, der Lefkas Kanal für Boote daher nicht nutzbar.
Auch Volker musste die ELOWYN bei seiner Anreise schon westlich um Lefkas herumnavigieren. Der Teufel ist ein Eichhörnchen.
Wer meint, dass auch in Griechenland der Sommer langsam ausklingt wird meist eines Besseren belehrt. Ja, abends wird es spürbar frisch, das Longsleeve ist angesagt – aber tagsüber, da zeigt unser Zentralgestirn, dass es noch etwas zu leisten im Stande ist…
30°C am frühen Nachmittag in Lefkada
Natürlich gehen wir ein paar Schritte in die Marina – und zwar genau an den Platz, an dem die alte NESSAJA bei ihrer Überführung von Leros nach Rab im Jahr 2012 für eine Nacht festgemacht hatte.
Ich schwelge in Erinnerungen – es war ein schöner Törn…
Da sind wir gelegen
Ich sende das Bild an Burcki und frage schelmisch – „…weißt Du wo wir sind?“
Klar lösen wir das Rätsel gleich auf und senden schöne Grüße, die Zeit verfliegt, die Erinnerung ist schon 12 Jahre alt.
Wir senden ein nettes Bild als Gruß hinterher und hoffen, dass wir Burcki und Christine beim nächsten Deutschlandbesuch wieder sehen werden.
Kaffeepause im hochsommerlichen Lefkada
Beim Kaffee beschließen wir, dass wir ein wenig vom Inselinneren kennen lernen wollen. Sibylle möchte zwei alte Dörfer besuchen, man könne auf den höchsten Berg fahren und es gäbe spektakuläre Ausblicke.
Ok, klingt gut und sollte ausreichen, um sich einen Nachmittag um die Ohren zu schlagen. Der Plan war, dass wir anschließend in Lefkada zu Abend essen und dann den Heimweg antreten.
Also nix wie los – ab in die Bergwelt von Lefkas!
Lefkada von einer Anhöhe aus – man kann den Kanal sehr gut erkennenWunderschöne Buchten zwischen dem Festland und LefkasEin atemberaubendes Panorama
Wir machen im Bergdorf Karya halt und wollen „…am Dorfplatz unter den alten Platanen“ einen Kaffeestop einlegen. Leider enttäuscht uns diese Empfehlung – sicher, der Dorfplatz ist wohl sehr ursprünglich und es ist ein wenig touristisches Dorf.
Wir mäkeln auch nicht daran herum, dass es eigentlich bis auf ein Cola nichts gibt, dies mag der Saison geschuldet sein. Störend empfanden wir, dass die Menschen wenig freundlich schienen und wir uns nicht wohl fühlten.
Also weiter nach Egklouvi! Dieser alte Ort ist berühmt für eine bestimmte Linsensorte, welche dort angebaut und vermarktet wird. Die Hülsenfrüchte aus dieser Region haben mehr Kalium, dies sei gut für – ich zitiere hier Google – „… die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, der Elektrolythomöostase und des Säure-Basen-Haushalts. Kalium spielt weiterhin eine Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen und ist somit von Bedeutung für Muskelkontraktionen, Herzfunktion und die Regulation des Blutdrucks.“
DAS lassen wir uns nicht entgehen!
Ein sympathischer und einladender OrtWir teilen uns eine Linsensuppe und einen Linsensalat
In der kleinen Taverne am Dorfplatz sind ein paar Tische besetzt. Der Juniorchef flitzt emsig von Tisch zu Tisch und bewirtet seine Gäste.
Wir gönnen uns die Spezialitäten des Hauses und tun etwas für unsere Muskelkontraktionen – Sibylle merkt an, fast schon ein Flachwitz, dass „Erbsen und Linsen, machen´s Arscherl grinsen!“
Auch das testen wir, halten aber das Ergebnis dieses Tests hier geheim.
Von unserem Tisch aus können wir zwei alte Radarantennen sehen…
Imposante Anlage – was ist das???
Ein Blick in Google Maps verrät, dass es sich hierbei um eine aufgelassene Radarstation der NATO handelt. Heute ist sie ein wohl bekannter „Lost Place“.
Ob wir da mal hinauffahren können und sollten?
Unser Blick schweift weiter – wir entdecken etwas weiter hinter dem alten Beobachtungsposten ein kleines Kirchlein auf einem noch höheren Berg…
Google hilft auch hier – Ekklisia Profiti Ilias
So ein Zufall! Genau dieses Kirchlein wäre unser nächstes Ziel gewesen. Bei der Streckenrecherche stellen wir fest, dass es eine Verbindungsstraße geben sollte.
Die Navigationsinstrumente sind sich nicht einig – Google Maps sagt „nicht befahrbar“, eine Reisebeschreibung von Sibylle benennt den Weg als „durchgehend asphaltierte Piste“.
Sehr zu meiner Überraschung, entscheidet meine Sibylle auf „wir wagen es!“
Und es hat sich gelohnt!
Unser Püscho vor den AntennenDaneben die alten BarackenEin besonderer Eindruck
Den Weg weiter nach oben, bis hin zur kleinen Kapelle des Heiligen Ilias, erarbeiten wir uns hart – die Straße wird zunehmend zur Piste und war immer mehr ausgewaschen.
Umgekehrt bescherte uns der Weg in die Höhe weitere atemberaubende Ausblicke.
So zum Beispiel auf ein ehemaliges Abbaugebiet für Kalksandstein, welches eine Art „Mondlandschaft“ hinterlassen hat.
Im Hintergrund die neue NATO Radaranlage
Wir fahren weiter und schrauben uns hoch bis zum Kirchlein – der Rundumblick hier oben ist fantastisch.
Wir verweilen eine ganze Zeit und genießen die Ruhe und die Einsamkeit.
Vom Kirchlein – der Blick Richtung FestlandÜber die Bucht von Nidri……und über Lefkada Richtung PrevezaRichtung Westen sieht man den Lost Place und die Straße welche wir genutzt haben
Wunderbar! Der Trip hat sich gelohnt! Wir werden zur Weiterfahrt eine andere Straße wählen, müssen dafür aber zunächst wieder nach unten fahren – und die ausgewaschene, steile Abfahrt hatte es in sich!
Ihr wisst ja, solche Sachen kann man in Bildern nur sehr schwer festhalten. Ich habe trotzdem versucht, zumindest einen Eindruck zu vermitteln.
Es geht steil runter, der Track hat einiger SchlaglöcherZudem ist der Belag teilweise sehr lose und ausgewaschen
Letztlich meistern wir diese Herausforderung und erreichen wohlbehalten die Küstenstraße an der Westküste Lefkas´.
Sibylle hat noch ein Sightseeing gefunden – das größte Kloster der Insel. Google zufolge müsste es jetzt geöffnet sein. Und da die Besichtigung einer griechischen Insel ohne Klosterbesuch immer unvollendet sein wird beschließen wir, dass wir ebendiesem Kloster einen Besuch abstatten.
Faneromeni Monastery – eine einladende PforteEine saubere und top gepflegte AnlageSehr schöne, grüne GartenanlagenDie AufenthaltsräumeDie Kirche
Eine Besonderheit dieses Klosters ist der mini Botanische Garten mit einer handvoll Tiergehegen.
Klar, dass wir uns auch diesen Besuch nicht entgehen lassen. Allerdings war es schwer, ein Fotos der Pfauen oder Schildkröten zu machen – einzig der Papagei hatte keinerlei Kamerascheu!
Aug´in Aug´
Das Kloster kostet übrigens, wie auch der Botanische Garten, keinen Eintritt.
Wir wollen weiter. Ich überlege, ob ich nicht wenigstens einmal auf unserer Reise zum Baden gehen soll. Lefkas ist bekannt für seine schönen Strände, allerdings haben wir die allertollsten schon passiert.
Wir entscheiden uns daher für einen letzten Programmpunkt des Ausflugs und fahren zum Strand an dem die Windmühlen von Lefkas stehen.
Wir wollen die Windmühlen fotografieren und wenn mir der Strand gefällt, würde ich die Gelegenheit nutzen um einmal in die Fluten zu springen.
Wir haben schon schönere Windmühlen gesehenAuch der Strand war nicht so einladend
Die Luft war raus, wir hatten einen vollgepackten Nachmittag mit vielen tollen Eindrücken. Ich verzichte auf´s Baden und wir beschließen, dass wir zurück in die Stadt fahren, um uns dort eine geeignete Taverne zum Abendessen zu suchen.
Am Weg vom Strand mit den Windmühlen zurück nach Lefkada, kommen wir abermals an der defekten Drehbrücke vorbei – das nautische Nadelöhr von Lefkas.
Ich bestaune diese Brücke, die mich schon als Segler sehr viel Hirnschmalz gekostet hat.
Würde man einen Tunnel oder eine feste Verbindung bauen, verlöre Lefkas den begehrten Inselstatus
In Lefkada parken wir an der Marina. Der Großparkplatz ist zu dieser Jahreszeit gebührenfrei, der Leihwagen steht sicher.
Wir schlendern in die Fußgängerzone und schauen ein bisschen in die Schaufenster der Anbieter. Wir kommen an Tavernen vorbei, aber alle haben mehr den Charme dieser typischen Touristenfallen.
Vermutlich lag es auch an uns, dass wir nicht mehr Mühe in die Suche investiert haben – die Linsenmahlzeit liegt einfach noch nicht lange genug zurück.
So beschließen wir kurzerhand, jetzt erstmal nur ein Eis zu essen – das zweite erst, seit wir Leros den Rücken gekehrt haben.
War auch ziemlich gut – aber vergleichsweise teuer
Dann, so unser einstimmiger Beschluss, fahren wir zurück in unser Appartement in Preveza, sortieren uns neu und entscheiden dann, was es heute noch als Dinner geben soll.
Gedacht – gemacht!
Wir fahren stadtauswärts, entlang des Kanals für Boote und erreichen abermals die mehrfach erwähnte Brücke.
Hier bin ich 2012 mit der alten NESSAJA durchHeute queren wir die Brücke mit dem Auto
Die Durchfahrt durch den Lefkas Kanal nebst Brückenpassage, war damals ein kleines Abenteuer für uns. Als Kroatiensegler kannten wir so etwas kaum, zudem wurde vor der Nordseite regelrecht gewarnt – es gäbe viele Untiefen dort, man müsse sehr vorsichtig navigieren.
Damals hat alles geklappt – heute werden die Erinnerungen zurück ins Gedächtnis gerufen.
Es war ein schöner Tagesausflug, es hat sich gelohnt.
Wir fahren zurück nach Preveza – die Sonne geht unterOh, ein neuer Freund
Als wir an der Ferienwohnung ankamen, war es schon dunkel. Der Hund, der normaler Weise vor dem Supermarkt liegt, hat es sich unmittelbar vor unserer Haustüre gemütlich gemacht.
Er hat sich auch durch unsere Rückkehr nicht stören lassen. Nichtmal die zwei Scheiben Salami, die Sibylle ihm direkt vor die Nase gelegt hat, haben den dicken Vierbeiner aufgeweckt. Später hat er die Häppchen aber doch registriert und dankbar gefressen.
Wir machen essenstechnisch auch eher kurzen Prozess – wir gehen in die Fischtaverne vom ersten Tag, bestellen uns jeder nur ein Hauptgericht, essen und lassen den Tag dann ausklingen!
Das Scampi Saganaki hat es ihr angetan
Unser letzter voller Tag in Preveza bricht an. Wir fahren abermals durch den Tunnel auf die Seite der Marinas und begeben uns für letzte Vorbereitungen noch einmal an Bord der ELOWYN.
Direkt vor „unserer Haustüre“ war der Hausmeister zu Gange und hat die Büsche geschnitten. Seine pragmatische Vorgehensweise und das daraus resultierende Ergebnis, haben es uns angetan.
SO schneidet man Büsche
Wir nehmen ELOWYN wunschgemäß vom Strom, stellen alle Schalter auf „OFF“ und befestigen noch Infozettel für die Monteure.
Das sieht zwar immer etwas albern aus, ist aber wirklich hilfreich – ich weiß das aus eigener Erfahrung!
Warn- und Infozettel für die MonteureAuch bei den empfindlichen Carbon-Steuerrädern
Ich gehe die Checkliste noch einmal final durch und bin zufrieden – kein Punkt offen, alle neuen Aufgaben erfasst und priorisiert.
Jetzt sind erstmal die Jungs aus der Cleopatra Marina dran, die haben eine Mammutaufgabe zu stemmen.
Sibylle und ich verabschieden uns vom Team und machen ein letztes Bild – dann verlassen wir die Marina. Unsere Aufgaben für dieses Mal sind erledigt. Wann wir wieder hierher zurückkommen, wird der Verlauf des Refits zeigen.
Alles hat geklappt – wir sind zufrieden! „Word Up!“
Yassou ELOWYN – bis zum nächsten Mal
Heute sind wir schon am frühen Nachmittag zurück in Preveza. Wir genehmigen uns einen Nachmittagskaffee und eine süße Sauerei – sowas braucht es auch ab und an!
Sibylle gönnt sich einen Kuchen…Ich entscheide mich für eine lokale Köstlichkeit
Zurück im Appartement, packen wir unsere Taschen vor und sehen nach, was wir von den Lebensmitteln mit auf die Reise nehmen wollen und können.
Zum Glück müssen wir nicht allzuviel wegwerfen.
Das Dinner des letzten Abends fällt vergleichsweise bescheiden aus, wir wissen langsam nicht mehr was wir wählen sollen.
Kalbsstifado mit Kritharaki Nudeln
Ich gönne mir ein Stifado, Sibylle beschränkt sich auf Salat – auf Meze verzichten wir.
Wir verabschieden uns von Vasso und lassen sie wissen, dass wir im Winter wohl noch einmal kommen werden. Dann gehen wir zurück ins temporäre Zuhause – die letzte Nacht bricht an.
Ich wache am kommenden Morgen etwas früher auf. Ich starte noch einmal meinen Rechner um meine Mails zu beantworten und auch selbst ein wichtiges abzusetzen – mein Sohn Stefan hat heute Geburtstag, als Papa will ich schon bei den ersten Gratulanten dabei sein!
Ich schicke Stefan eine Nachricht – die Pflicht ist erfüllt
Natürlich möchte ich es nicht dabei belassen. Sibylle und ich wollen schon persönlich gratulieren und halten um einen Termin zum Videocall an – dazu senden wir ein Bewerbungsfoto 😉 …
Happy Birtday – wann können wir per Video telefonieren?
Ob es an unserem Bild lag oder an etwas Anderem – wir werden es nie erfahren – auf jeden Fall war irgendwie der Wurm drin.
Der vielbeschäftigte Junior fand den ganzen Tag keine Zeit für ein Telefonat – hat mich irgendwie traurig gemacht, schwer zu beschreiben. Aber ich kann mich ja nicht beschweren – wäre ich nicht in Griechenland, wäre ich vermutlich auch auf dem Besuchskalender des Filius gestanden.
Für uns war jedenfalls der Moment der Abreise gekommen – wir legen also den Schlüssel zurück in den Schlüsselsafe und geben der Vermieterin Bescheid, dass wir jetzt abgereist sind.
War schön – auf Wiedersehen
Wir tragen unsere Koffer zum Leihwagen, bepacken diesen und starten den treuen Begleiter – nächstes Ziel ist Nafpaktos!
Wieder fahren wir zurück über einsame Straßen, zunächst den gleichen Weg bis zur Rio-Brücke, ab hier bewegen wir uns auf neuen Pfaden.
Nach insgesamt rund 150km erreichen wir die kleine Hafenstadt an der Nordküste des Golfs von Korinth.
Schon bei der Anfahrt erkennen wir die imposante Burg, die über der Stadt thront – warum nicht gleich dorthin abzweigen und sie zum ersten Sightseeing der Rückfahrt machen?
Nach ein paar Serpentinen erreichen wir die erste BurgmauerSibylle liebt solche StättenSchon imposant – und gut erhaltenWunderbarer Blick auf den GolfBeeindruckende Gemäuer
Sibylle wollte ins Innere der Burg und sich auch die vielen Stufen antun – diese waren von außen schon erkennbar, ich hatte dazu keine Lust und wollte unten warten.
Die Dame an der Kasse hat wohl den Eindruck bekommen, dass ich die 3.-€ Eintritt nicht zahlen will und hat daraufhin für eine Griechin ziemlich untypisch reagiert – „…wenn ich nicht bezahle, darf ich auch nicht hier auf meine Frau warten – ich müsse die Burg ganz verlassen!“
Ok, wenn sie das sagt und so will – wo ich warte ist mir ziemlich wurscht!
Im Gehen erhasche ich noch einen – kostenlosen – Blick auf NafpaktosDann warte ich vor dem Burgtor und genieße den Ausblick auf die Stadt……und den riesigen Friedhof
Nach etwa einer halben Stunde kommt Sibylle wieder. Ich habe derweil Menschen beobachtet – wir beide hatten Spaß! Es kann so einfach sein…
Ok, jetzt aber – auf geht´s, wir fahren in die Stadt, wir fahren nach Nafpaktos.
Ich wusste den Ort inzwischen meinen Erinnerungen zuzuordnen. Diese gehen alle auf die schon angesprochene Überführungsfahrt der alten NESSAJA von Leros nach Rab in Kroatien zurück – dies war im Jahr 2012.
Damals sind wir durch den Kanal von Korinth gefahren und haben dann den Golf von Korinth vor dem Bug gehabt. Durch unsere Durchfahrtzeit im Kanal, war es uns nicht möglich, den Kanal in einem Rutsch zu Durchfahren, wir mussten pausieren.
Einen Stop wollten wir in einem pittoresken Minihafen machen – Nafpaktos! Ich erinnere mich sofort, als ich den kleinen, venezianischen Hafen wiedersehe.
Die vollständig erhaltene alte Stadtmauer um den HafenDer nahezu kreisrunde venezianische Hafen von NafpaktosHier waren wir 2012 schon – aber unter anderen Vorzeichen
Damals war der Hafen gerammelt voll! Das lag daran, dass stetig eine ganze Menge der kleinen Fischerboote der Einheimischen hier liegen. Dazu kommen eine Handvoll Gastlieger – insgesamt wirkt der kleine Hafen dadurch natürlich sehr beengt!
Wir hatten 2012 den Bug von NESSAJA reingesteckt, sofort erkannt, dass für uns kein Platz mehr ist und sind rückwärts wieder raus. Einen Besuch von Nafpaktos gab es damals nicht!
Dies holen wir heute nach! Wir finden einen Platz in einem der Cafés am alten Hafen, aber leider bedient man uns nicht – wir waren geduldig und haben echt lang gewartet, aber als nach 30 Minuten immer noch niemand bei uns am Tisch war sind wir wieder gegangen.
Klar, es war richtig was los – in Griechenland war langes Wochenende aufgrund des Nationalfeiertags am 28.10., also am kommenden Montag. Die Städtchen putzen sich heraus…
Fahnen überall – der „Oxi-Day“ wird überall gefeiert
Wir bekommen doch noch einen Kaffee serviert – allerdings in einem anderen Café. Wir hatten kurzerhand den Platz gewechselt und uns in eines der Strandcafés verholt.
Dort ist aber ebenfalls ein Faux-Pas passiert – wir haben nämlich einen Pancake bestellt…
Heute einen Freddo CappuccinoSieht gut aus – und nicht zu knapp bemessen
Als Sibylle geordert hat, war ich gerade am Telefon. Ich wusste, dass sie einen süssen Pancake bestellt hat, aber nicht welchen exakt.
Wir Beide bestaunen nun den Kaventsmann, der uns auf den Tisch gestellt wird – wow! Der war nämlich nicht von schlechten Eltern!
Aber er war witzig hergerichtet! Es sah aus, als ob er mit Käse überbacken wäre und ein Spiegelei obendrauf hätte – was man mit Vanillesosse und einem Pfirsich alles machen kann!
Ihr ahnt was kommt…
Ich schneide einen großen Fransen ab, schiebe mir die Gabel in den Mund und…. es IST Spiegelei und Käse! Lecker zwar, aber nicht das was wir bestellt hatten!
Sibylle hadert, sie will nichts Deftiges! Die Bedienung hat offensichtlich etwas falsch verstanden. Ich kaue derweil am zweiten Bissen des leckeren Pancakes.
In diesem Moment kommt eine andere der jungen Bedienungen mit einem „Lila Pause Pancake“ – jetzt haben wir den Salat!
Ja dann – guten Appetit
Was jetzt folgt, waren Sekunden allerfeinsten Slapsticks – die Bedienungen merken, dass da was falsch gelaufen ist. Ich kaue meinen Pancake, der nur noch zu 30% auf meinem Teller liegt und stelle dabei fest, dass dies gar nicht mein Pancake ist – während dessen schaut mich der junge Mann am Nachbartisch traurig an. Ich ziehe die Schultern hoch und blicke ihn entschuldigend an.
Die Bedienungen gehen, um das Malheur in der Küche zu klären. Sibylle schneidet mit dem Messer in ihre süsse Kalorienbombe. In dieser Sekunde kommt die Bedienung geflitzt und will ihr den Teller unter dem Messer wegziehen!
Sibylle glotzt sie mit aufgerissenen Augen an – die zweite Bedienung eilt herbei…
Der Fehler ist gefunden! Wie vermutet war MEIN Pancake für den Nachbartisch. Inzwischen ist mein Tellerchen leer – gut war er schon…
Sibylle hat ihren dagegen nicht geschafft – ohne meine Hilfe geht halt nix 😉
Wir fahren weiter, nächstes Ziel Galaxidi!
Die Türe zu unserem Appartment für zwei Nächte
Aufgrund des bereits erwähnten „Oxi-Day“ war es uns nicht möglich eine Übernachtung in Nafpaktos zu finden – alles ausgebucht!
Auch Galaxidi war schwierig, aber nach wirklich langer Recherche und nach dem Aufweichen unserer Suchkriterien, haben wir doch noch etwas gefunden.
Das Appartment „Anais“ war schwer zu finden und schlecht zu erreichen, aber dafür sehr zentral und doch relativ ruhig gelegen. Auf den ersten Blick wirkte es sehr nett und einladend.
Wohnlich
Auf den zweiten Blick allerdings realisiert man, dass es letztlich doch nur ein renovierter Kellerraum ist – wohnlich zwar und für zwei Nächte auch wirklich ausreichend, gemessen am Preis aber eigentlich überteuert.
Egal, wir sind froh etwas gefunden zu haben, hier bleiben wir. Wo ist eigentlich meine Brille? Ich weiß, im Auto vergessen, am Sitz!
Dumm nur, dass ich mich nochmal reingesetzt habe…
Ich biege mir die plattgesessene Sehhilfe wieder zurecht
Wir entern den Ort und sehen uns mal etwas um. Galaxidi ist nicht so groß, man kann den ganzen Ort fußläufig erkunden. Ich dachte zunächst, dass wir 2012 auch hier für eine Nacht festgemacht hatten, musste das aber später, nach Ansicht der alten Unterlagen, revidieren.
Versäumt haben wir damals aber nichts, denn bis auf den netten Dorfplatz, einer Straße mit netten Bars und Kneipen und der kleinen Riva mit einem halben Dutzend Touristenlokalen, hat Galaxidi wenig zu bieten.
Aber auch dieser Ort schmückt sich für den Nationalfeiertag.
Der Dorfplatz ist durchaus hübschMade in Greece? Wohl eher nichtIch zögere noch…
Wir waren groggy! Heute morgen waren wir ja noch in Preveza! Jetzt sind wir einen Tag unterwegs, haben viele Eindrücke gesammelt und ein paar Kilometer abgespult.
Für heute reicht es, noch ein kleines Dinner und dann ab ins Bett.
Wir suchen uns eines der Fischlokale aus – der Ober, vermutlich eher der Wirt, begrüßt mich – „Welcome! Where are you from?“ Höflich antworte ich, wohlwissend was kommt, „Thank you, we are from Germany!“
Es folgt ein „Ahhhhh, gutten Abbend, wielkommen, wie gät es ihnen?“ – mir dreht es die Nägel auf und ich weiß, dass es an mir liegt, aber ich hasse das! Warum will er in Gottes Namen unbedingt Deutsch mit mir sprechen? Er kann nichts außer diesen einen Satz und er ist Grieche!
Ich antworte so gut ich eben kann „Ευχαριστούμε, πάμε πολύ καλά, χαίρομαι που βρίσκομαι εδώ“ Er sieht mich an, wirkt etwas verdutzt, nimmt aber ab hier unsere Bestellung in recht gutem Englisch auf.
Nicht schlecht – nicht herausragendWir bestellen eher defensiv
Nein! Ich bin nicht überheblich oder unfreundlich! Ich kann aus meiner Reiseerfahrung auch gut unterscheiden, ob jemand mit mir Deutsch sprechen will, weil er / sie stolz darauf ist ein paar Brocken zu können, worauf ich mich immer und geduldig einlasse, oder ob jemand sich eine, aus meiner Sicht ziemlich doofe Art angeeignet hat, Touristen von der Straße zu fischen.
Im Normalfall ist es für mich ein sofortiges Killerkriterium, wenn ich vor Tavernen auf Deutsch angesprochen werde. Hundertmal lieber bin ich in einer Taverne, in der die Wirtin NUR Griechisch spricht und ich mit Händen und Füßen, sowie eine Translate-App, an mein Essen kommen muss.
Entschuldigung – aber das musste raus…
Wir gehen ins Bett und schlafen heute Nacht nicht gut. Warum kann ich nicht sagen – kommt halt mal vor.
Ich wache gerädert auf und sehe mich um. Sibylle schläft noch. Ich glotze auf den alten, handbemalten Paravent – die Vermieterin hatte erzählt, dass eine Freundin diesen bemalt hätte.
Ich sehe ihn mir genauer an…
Verspielt, viele Brüste und nackte Hintern – die Freundin hatte ein zentrales Thema vor Augen
Mein Blick bleibt bei dem Bild mit dem Paar hängen. Es gibt überhaupt nur ein Bild mit einem Paar, sonst nur elfengleiche, nackte Weiber…
Aber Moment – da muss ich nochmals genau hinsehen. Sehe ich das richtig?
Was machen die Beiden da???
Es erschließt sich mir nicht ganz, welche Hand wo ist – klar ist nur, die Hände treffen sich in Leibesmitte!
Ich verstricke mich in Tiefenpsychologie – was will die malende Freundin transportieren? Welche Gedanken sollen vermittelt werden? Was hatte die Schöpferin vor ihrem geistigen Auge?
Bis zum Schluss erschließt sich mir nicht, was die Protagonisten aus Farb´und Pinselstrich hier eigentlich machen…
Wie ist das zu deuten
In diesem Augenblick wacht Sibylle auf. Ich erkläre ihr sofort meine Gedanken. Sie sieht mich ungläubig an, schüttelt den Kopf und dreht sich um, um noch etwas zu Schlummern.
Banausin! Ein klein wenig Interesse für meine Gedankenwelt hätte sie vorheucheln können!
Wir gehen in das Hotel der Gastgeberin. Dort könnten wir am Frühstück partizipieren, das würde nichts kosten. Ich konnte nicht ahnen, dass vor uns das schlechteste Frühstück unseres Lebens lag.
Mir fehlen beim Tippen dieser Zeilen die Worte, um das Frühstück zu beschreiben, an dem Morgen fehlte mir zudem der Mut, ein Foto von meinem Teller zu machen.
Egal, wir kaufen uns noch etwas am Weg…
Dieser Weg führt heute zum Highlight unserer Reise – wir besuchen Delphi und müssen dafür in die Berge fahren.
Vom Meer aus schraubt sich die Straße hoch – durch eine beeindruckende LandschaftWir erreichen Delphi und finden glücklicher Weise einen regulären Parkplatz
Wir kaufen uns zwei Tickets zu je 12.-€ und nehmen uns vor, die ganze Anlage zu besichtigen.
Das Ticket gilt nicht nur für die Ausgrabungsstätte, sondern darüber hinaus auch für das Museum. Auch dort wollen wir zumindest einmal hineinsehen.
Also auf geht´s – wir sind nicht die ersten, aber immer noch früh genug dran. Wie sich das entwickelt, konnten wir jetzt noch gar nicht ahnen.
12.-€ für die ganze Anlage inklusive Museum ist okDie antiken Ruinen beeindruckenDelphi liegt am Hang – man hat stets eine atembraubende SichtSibylle ist interessierter als ich – Tafeln lese ich eher seltenEs gibt mehrere dieser „Schatzhäuser“Die Säulen des damaligen Apollon TempelsSchlangensäule vor dem Apollon TempelDas Theater – von der Arena aus……und von oben über die TribüneDie Arena
Ich mache es kurz – die ganze archeologische Stätte von Delphi ist wirklich atemberaubend und beeindruckend – sie ist die Mühe eines Besuches wert! Immerhin besucht man den Ort, der damals für den Mittelpunkt der Welt gehalten wurde! Heute ist Delphi Weltkulturerbe – zu Recht!
Egal wo man hinschaut – man entdeckt immer wieder kleine Details – seien es Inschriften oder wunderschöne Mosaike.
Das alles vor dem Hintergrund der Zeit, in dem solche Städte gebaut wurden! Ich lasse mich da schon fangen, es begeistert mich!
Inschriften auf den Steinen der MauernGut erhaltene Mosaike
Wir hatten Glück! je später es wurde, desto mehr Besucher kamen. Inswischen füllte sich die Anlage, für uns war es Zeit zu gehen!
Überhaupt hatten Sibylle und ich einen guten Kompromiss gefunden – ich bin mit ihr ohne zu maulen die ganze Anlage abgelaufen, wir haben alles gesehen. Sie hat im Gegenzug nicht jede Tafel gelesen!
Bleibt eine Frage offen – wo ist das Orakel? Ich will das Orakel sehen!
Zu unserer Enttäuschung stellen wir fest, dass das Orakel gar nicht in dieser Anlage ist – es ist weiter die Straße abwärts, dort sind wir schon vorbei. Da inzwischen Verkehrschaos herrscht, glauben wir das Orakel verpasst zu haben – wir nehmen dies enttäuscht hin!
Gehen wir halt stattdessen ins Museum – auf der Straße geht es ohnehin weder vorwärts noch rückwärts – Polizisten und genervte Autofahrer schreien sich an, während die Polizei Strafzettel schreibt.
Das Museum ist auch sehr schön – solltet ihr mal in Delphi sein, lasst es nicht aus!
Hier war es nicht überlaufenWenn man sich vorstellt, wie alt das Zeug istDie Zwillinge Apollon und ArtemisDer silberne Bulle von DelphiGoldschmuck dieser ZeitDas Museum ist modern und offen
Wir waren geflasht – Besuch in Delphi? „Word Up!“
Das erste Chaos rund um die Verkehrs- und Parksituation in Delphi war vorüber. Die Polizei regelt inzwischen den Verkehr, dass Strafzettel verteilt wurden und werden, hat sich herumgesprochen, die Straßen sind weniger zugeparkt.
Wir gehen trotzdem erstmal auf einen Kaffee, bevor wir den Ausflug fortsetzen. Dafür suchen wir uns ein Terrassencafé im Ort Delphi, von dem aus man einen herrlichen Weitblick hat.
Teuer – aber jeden Cent wert
Ein Segelfreund hat uns den kleinen Bergort Arachova zur Besichtigung empfohlen. Es sei irgendwie surreal, wenn man in Griechenland verweilt und einen Skiort besucht – dieser strahle eine Atmosphäre wie ein italienisches Bergdorf aus…
Wir sehen uns das auf der Karte an und erkennen, dass zum einen Arachova gar nicht so weit entfernt ist, vielleicht etwas mehr als 20km, zum anderen aber, sich die Option ergäbe, noch einmal beim Orakel vorbei zu fahren.
Diese Chance wollen wir auf jeden Fall nutzen und beschließen daher – auf nach Arachova!
Nach nur 3km haben wir bereits den Ort erreicht, an dem das Orakel zu finden sein soll. Wir sehen an den Autos hier keine Strafzettel – vermutlich zu weit außerhalb.
Da sich auch noch eine Parklücke direkt vor dem Eingang auftut, wollen wir uns das Risiko eines zehnminütigen Besuches des Orakels zugestehen – und auch das war eine gute Entscheidung!
Da steht nix vom Orakel – wer sich nicht in den Lageplan vertieft findet es nicht sofortWeltkulturerbe ist es allemalDa ist es also – das berühmte Orakel von Delphi
Ob es mir etwas orakelt hat? Ja, aber ich verrate nicht was! Wenn die Prophezeiung eintritt, werdet ihr es im Blog erfahren 😉 !
Wir waren happy! Jetzt war unser Delphi Besuch wirklich komplett und eine runde Sache! Zufrieden setzen wir die Fahrt in den kleinen Bergort Arachova fort…
Dort angekommen, bemerken wir rasch, dass wir nicht die Einzigen waren, die dieser Idee gefolgt sind. Der kleine Ort war überlaufen wie Tegernsee an einem sonnigen Herbstwochenende.
Wir sehen viele Bars und Tavernen, finden aber keinen freien Platz. Die Geschäfte bieten Ihre Waren in schön dekorierten Schaufenstern feil – alles sehr liebreizend hier, man kann von Ski bis zum Damenschlüpfer alles erwerben. Namehafte Marken geben sich ein Stelldichein.
Mein Blick bleibt an einer Zuckerbäckerei hängen…
Brutaler gehts kaum – armdicke Zuckerstangen
Offen gesagt, mich erschlägt sowas immer ein wenig. Ich bin nicht so der Fan von Menschenmassen – daher gehen wir einmal den Ort auf und ab, um dann zu beschließen, dass wir unsere Fahrt fortsetzen.
Sibylle möchte sich das Skigebiet einmal ansehen, dafür müssten wir aber noch ein paar Kilometer fahren.
Die Gassen des Ortes sind eng, es droht der Verkehrskollaps – eigentlich habe ich keine Lust durch den Ort zu stauen um dann kahle, schneefreie Skipisten anzusehen.
Aber Sibylles Wunsch ist mir Befehl und so nehme wir das Skigebiet „Parnassos“ im gleichnahmigen Gebirge als Ziel in Google Maps auf.
Zunächst müssen wir durch den Ort
Was wir nicht wirklich geahnt haben ist, dass die Skigebiete doch ein ganzes Stück im Hinterland liegen. Wir hatten gedacht, dass es vielleicht ähnlich wie das Verhältnis Schliersee nach Spitzingsee ist, aber weit gefehlt!
Wir fahren noch einmal rund 25km und schlängeln uns dabei über Serpentinen in die Höhe. Die Landschaft war fantastisch und die Bergwelt ist beeindruckend. Spürbar war aber auch, dass das Thermometer von 30°C auf 15°C fiel.
15°C ist schon frisch – wir waren in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs
Die Berggipfel des Parnass liegen auf 2.450m! Das war uns so nicht bewusst. Erst als wir an der Talstation des Skigebietes angekommen waren, diese lag weit jenseits der Baumgrenze, waren wir neugierig und haben nachgesehen wie hoch wir eigentlich sind.
Fast 1.800m – nicht wenig
Das Skigebiet selber, ist mit modernen Liften ausgestattet und sieht ansonsten aus wie jedes andere Skigebiet in dieser Höhe – eher trostlos…
Ein paar Verrückte trafen sich hier oben – die eine Gruppe waren junge Autofreaks, die mit ihren PS-starken Boliden Donuts auf den Asphalt des Parkplatzes malten, die anderen waren ein paar Fußgänger, nicht Wanderer, die sich vorgenommen haben den ersten steilen Teil der Skipiste nach oben zu latschen.
Gerade hoch, auf losem Schotter – na wenn es denn Spaß macht…
Wir machen ein paar Bilder, dann fahren wir zurück – wir haben gesehen was wir sehen wollten, unser nächstes Ziel heißt Galaxidi.
Doppelmayr Liftanlagen an kahlen BerghängenAlle 500m ein Parkplatz zum Anlegen von Schneeketten
Die komplette Rückfahrt nahm doch etwas mehr als eine Stunde in Anspruch. Zurück im Appartement, blieb gerade noch genug Zeit, dass wir uns etwas frisch machen konnten, dann mussten wir schon wieder los.
Heute haben wir nämlich einen Tisch im Meze Lokal des Ortes reserviert. Es ist ein sehr ansprechendes, kleines Lokal mit besten Google Bewertungen.
Wir freuen uns, wir haben Hunger!
Im „O Bebelis“ sitzt man gemütlich und isst gutEin einladendes Meze-Lokal
In dieser Nacht haben wir etwas besser geschlafen – das war gut so, denn wir müssen heute noch einmal auf die Straße. Es ist der Tag an dem wir nach Hause reisen werden, zugleich ist „Oxi-Day“ in Griechenland, es ist der 28.10.!
Ich hatte abgeklärt, dass ich das Auto am Feiertag zurückgeben kann, wir würden aber überall etwas aufpassen müssen. Mit Verkehrsbehinderungen ist, speziell in Ortschaften und um Athen herum, zu rechnen.
Wir fackeln heute nicht lange – auf das „Frühstück des Grauens“ verzichten wir, den Check-Out nehmen wir selber in die Hand…
Schlüssel verbleiben im Appartement
Wir schreiben eine Mail an die Gastgeberin, bedanken uns und weisen darauf hin, dass wir den Schlüssel im Appartment hinterlassen haben.
Dann geht es los – entlang der „Old National Road“ fahren wir mautfrei Richtung Athen.
Sibylle bekommt Hunger, wir wollten unterwegs einen Happen essen und einen Kaffee trinken.
Dafür sucht Sibylle den Ort Livadia aus – an einem Fluß gelegen, idyllische Cafés, so steht es in Google geschrieben. Diesen Teil des Ortes finden wir zunächst aber nicht – wir landen direkt im Ortszentrum, auch hier wird alles für die Festtagsparade vorbereitet.
Der Snack ist schon in VorbereitungSibylle gönnt sich ein Tiropita – und sitzt unter Limettenbäumen……mitten in der Stadt
Ok, Sibylles Hunger ist gestillt, der erste Kaffeedurscht ist mit einem Becher Cappuccino auch gelöscht – es droht keine Gefahr mehr! Um ein Wohlfühlgefühl zu generieren braucht es aber mehr – Wünsche müssen erfüllt werden.
Also machen wir uns auf die Suche nach den beschaulichen Cafés an dem Fluss mit den Mühlen und alten Stellwerken…
Wir finden diesen Teil des Ortes auch, es war durchaus nett dort, aber auch wieder nicht so, dass man hätte länger verweilen müssen. Wir Beide genehmigen uns einen weiteren Cappuccino, diesmal aus der Tasse, setzen dann aber die Fahrt Richtung Präus fort – für einen Spaziergang entlang des Flusslaufes fehlt mir die Ruhe.
Den Fluss haben wir gefundenHier hat es die alten Krafträder und Stellwerke
Die Straße zieht sich kilometerlang durch teils spannende, teils eher öde und triste Landschaften.
Mir fallen kleine weiße Wattebäusche am Straßenrand auf – unser erster Gedanke war Baumwolle, aber über so viele Kilometer???
Da irgendwann der Alternativgedanke „Blüten“ auch nicht mehr haltbar war, habe ich kurzerhand einen Stop eingelegt um so einen Bausch einmal anzusehen und anzufassen.
Wie ein Wattebausch, ganz klar Baumwolle
Der Zufall wollte es, dass kurz nach unserem Erkenntnis bringenden Stop, erste Anhänger mit Resten von Baumwolle zu sehen waren. Kurz darauf erste Fabriken – die Gewissheit!
Griechenland ist ein großer Baumwolllieferant, das wissen wir seit unserer Motorradtour. Dass diese auch hier angebaut wird, ist neu für uns.
Kilometerweit – mal mehr, mal weniger
Piräus lag vor uns, die Fahrt hat super geklappt, keine Probleme, keine Verzögerungen. Wir sind dadurch aber viel zu früh dran und haben mindestens zwei Stunden zur freien Verfügung – was tun?
Ich schlage vor, dass wir das Rad doch nicht neu erfinden müssten, wir könnten doch die Wartezeit „wie immer“ verbringen – mit einem Snack und einen Nachmittagskaffee in der Zea-Marina!
Die Marinaanlage ist schön, die Lokale haben offen und sind einladend. Zudem müssen wir nicht durch die Stadt fahren um dort anzukommen.
Da der Umweg wirklich überschaubar ist, stimmt Sibylle zu – und so finden wir uns nach kurzer Zeit in der Nobelmarina in Piräus wieder.
Ganz schön was los – „Oxi-Day“, die Griechen sind unterwegs und genießen den FeiertagLuxusyachten soweit das Auge reicht
Wir bekommen gerade noch einen freien Tisch im „Barong“, unserem Stammcafé, wenn wir hier verweilen.
Ich habe Hunger und beschließe, lieber jetzt etwas zu essen und dafür auf der Fähre das Abendessen ausfallen zu lassen. Ich ordere mir einen „Barong Burger“, Sibylle lässt es mit einem Club Sandwich gut sein.
Hat was, kann was
Leider hat mein Freund Harry keine Zeit für ein Treffen, er ist durch den Feiertag in familiäre Verpflichtungen eingebunden – macht nix, dann eben wieder nächstes Mal.
Sibylle und ich gehen ein paar Schritte und sehen uns die Schiffe an, es ist schon Wahnsinn, was hier für Werte liegen.
Die 30m Wally AUGUSTAEine „Perini Navi“ 50m BARRACUDA – kann man chartern für 185.000.-€ – die Woche!
Ich muss an unsere kleine NESSAJA denken, bald sind wir wieder zurück! Ob Volker angesichts dieser Boliden auch an seine kleine ELOWYN denken würde, vermag ich nicht zu beurteilen – aber wie auch immer, ein Besuch in Zea Marina zeigt, nach oben gibt es kaum Grenzen!
Sibylle denkt, wie ich auch, an den heutigen Geburtstag eines Enkelkindes! Otto wird heute 7!
Klar, dass Oma und Opa Hellas da anrufen müssen – wir suchen uns einen Platz und machen einen Videocall…
Liebe Grüße – und feier´ schön!Zum Abschluss noch ein Eis – dann ist die Wartezeit vorbei
Nachdem wir unser Eis geschlotzt hatten, war es soweit. Wir starten ein letztes Mal unseren treuen Püscho und tuckern rüber in den Piräus Port an Gate E1 – von hier fahren die Fähren in den Dodekanes.
Ich verständige den Verleiher, dass ich eine halbe Stunde vor Termin hier sei, wenn er wolle kann er gerne kommen.
Die Antwort kam postwendend – „I´m in the bus, will arrive in 5min!“ DAS nenne ich perfekt! „Word Up!“
Wir geben den Wagen zurück, die Fähre wartet schon
Alles klappt reibungslos! Unser Kalkül, dass wir als Fußgänger schon früher auf die Fähre dürfen, geht ebenfalls auf.
Wir checken also ein und gehen nur kurz in unsere Kabine um die Koffer abzustellen – dann verholen wir uns in den Salon und gönnen uns einen Ouzo auf die gelungene Reise. Den Rest der Wartezeit bis zum Ablegen verbringen wir hier – bei bester Aussicht!
Kurz in die Kabine eingechecktDann einen Sitzplatz in erster Reihe ergattertDer Ouzo war verdient – auf die gelungene Reise
Wir sitzen zusammen, schlürfen unseren Anisschnaps und klönen. Wir lassen die Reise und das Erlebte Revue passieren.
Vor uns ziehen die Schiffe vorbei, alle fahren Richtung Hafenausfahrt.
Plötzlich sehe ich Ungewohntes – eine weiße Bugwelle, aber das Schiff dazu fehlt, zumindest ist es nicht zu sehen. Was fährt da durch den Hafen? Unbeleuchtet und schwarz wie die Nacht???
Ihr ahnt es sicher…
Ein U-Boot verlässt Piräus – vermutlich war es wegen des „Oxi-Day“ zu Besuch
Bald darauf fährt auch unsere BLUESTAR II in die pechschwarze Nacht. Wir sehen auf die Uhr, es ist erst 18.45 Uhr – sollen wir wirklich schon ins Bett gehen?
Ja! Das machen wir heute! Die Nacht wird ohnehin unruhig und zerissen!
Biepbiepdudeldudeldu – der Wecker macht sich bemerkbar, es ist 03.00 Uhr. Wir stehen auf, ziehen uns an und gehen wortlos nach oben – um 03.35 Uhr legen wir in Leros an, die Passagiere sind zum Aussteigen aufgefordert.
Leros hat uns wieder – nach 14 Tagen
Obwohl ich gar nicht mehr so müde war, konnte auch ich noch einmal einschlafen, so war es schon 08.45 Uhr, als wir am „echten“ Morgen dieses Tages aufgewacht sind – in unserem Bett, zurück auf NESSAJA.
Leros hat uns wieder! Es hat sich nach längerer Abwesenheit angefühlt als es letztlich war. Ich freue mich, dass ich wieder zurück bin, habe aber auch den Eindruck, dass es Sibylle ebenso geht.
Wir treffen unsere Freunde und freuen uns jeden Einzelnen zu sehen – Ralf und Ina von der CHILI, Martin von der STENELLA II, Roland und Mireille von der SUNNY SIDE UP, sowie Tim und Jasmin von der TAO 3, um nur einige zu nennen!
Es sind noch soviele bekannte Gesichter hier, es ist schön zurück zu kommen und alle wieder zu treffen.
Ed hat mir die Schlüssel für seine EDINA hinterlegt, ihr erinnert euch sicher – ich hab´ die schöne CNB 60 also „wieder an der Backe“ 😉 – mach´ ich gerne!
Ich sehe sofort nach Pauls INSPIRATION, ich werde unmittelbar nach dem Blog die Verkaufsanzeige aufsetzen, diese findet ihr bald unter „Boote die zum Verkauf stehen„
Paul verkauft seine Bavaria 39 Cruiser
Unser erstes Dinner führt uns wohin? Natürlich! Zum „SouVLakki“! Ich habe auf der Reise kein Giros gegessen und bis heute gewartet – ich labe mich an den leckeren Gerichten und sogar Sibylle freut sich, einmal wieder hier zu sein.
Den Abend mit Jasmin und Tim zu verbringen war überfällig und für uns sehr kurzweilig und interessant. Es würde uns freuen, wenn es nicht der letzte gewesen wäre.
Ich kann gar nicht so schnell fotografieren wie ich es aufesse
Natürlich waren wir auch in unserer Lieblingspizzeria – ich gebe offen zu, dass die Pizza in Preveza italienischer war, aber die aus dem „La Nostra“ ist geschmacklich durchaus auf Augenhöhe, wenn auch mit einem „griechischen Touch“!
Hier waren wir zusammen mit Martin nebst Schwiegersohn und zweien seiner Enkelsöhne – die Jungs mögen Pizza…
Teigfladen füllen den TischSoooo lecker
JAAAAA! Klar, gehen wir auch zu „Repapis“!!! Das beste Eis weit und breit – ich habe es vermisst und gönne mir ein Extrakügelchen.
Die Eismanufaktur in Lakki – love itDas schmeckt jung und alt
Leider haben wir uns eine saftige Erkältung mitgebracht. Diese war tageweise so schlimm, dass wir an einen Covid-Virus dachten.
Wir erinnerten uns an das Jahr 2021 und die empfohlenen Handlungsweisen – Wahnsinn, wie lange das schon wieder zurück ist. Wir vermissen diese schwierige Phase nicht, entschließen uns aber trotzdem einen Test zu machen.
Nur erkältet
Für mich war es allerhöchste Zeit, trotz meiner schwerwiegenden Erkältung 😉 , mal wieder die Haare geschnitten zu bekommen – ich sehe schon aus wie ein Waldschrat.
Das Haar muss weg!
Sibylle fasst sich, trotz ihrer schwerwiegenden Erklältung 😉 ein Herz und greift zum Werkzeug – mein Haartrimmer läuft schon warm, ich kann in ihrer Haltung durchaus etwas Bedrohliches erkennen.
Letztlich gelingt es ihr, mich an einen Stuhl zu fesseln und mich unter Androhung von Gewalt, von meinem Haupthaar zu befreien – seither weht wieder eine frische Brise über die Epidermis meines Oberstübchens.
Wenn ich dich kriege…Na geht doch
Ihr merkt schon – viel ist nach unserer Ankunft nicht mehr passiert. Klar haben wir hier und da ein paar Handgriffe zu tun gehabt, aber es war nichts dabei, über was es sich zu berichten lohnen würde.
Wir haben uns neu sortiert, unsere NESSAJA wieder „eingewohnt“ und die Zeit mit Freunden verbracht.
Wir freuen uns, dass wir Plakate sehen, die auf Veranstaltungen im November hinweisen, denn so ist sicher gestellt, dass es uns nicht langweilig wird.
Da möchte ich hin
Der Monat endet mit einem gebührenden Finale – Roland lädt zum Anlass seines 70. Geburtstages!
Wir freuen uns auf die Feier im kleinen Rahmen und das Essen im „Trechantiri“ in Xirokampos. Wir wussten wer kommen würde, freuten uns auf Claude und Brigitte und darauf, mit Giannis und Esther eine neue Bekanntschaft zu machen.
Der letzte Tag des Monats endetWir fahren mit dem Motorrad zum „Trechantiri“ nach XirokamposEine Fischtaverne, welche unter den Locals hoch gehandelt wirdNett dekoriert, man spielt griechische MusikEine illustere Runde – wir sind die einzigen Gäste
Esther und Giannis liegen uns sehr – die Beiden sind ein schweizerisch-griechisches Paar und leben wechselweise in der Schweiz und auf Leros. Beide sprechen beide Sprachen fließend.
Spannend ist, dass es genau die Beiden sind, welche die Mangoplantage auf Leros betreiben. Davon haben wir schon oft gehört und waren seit jeher neugierig – jetzt haben wir eine Einladung für nächsten Sommer.
Das freut uns, wir würden uns echt freuen die Beiden wieder zu sehen.
Wir hatten eine Menge Spaß in unserer Runde und haben ausgelassen gefeiert und gegessen.
Gemischte Meze, danach HautgerichteAls Nachspeise einen Kuchen
Es war nicht nur einfach ein „Kuchen“ der hier serviert wurde – Esther hatte eine Mango-Mascarpone-Tiramisu gemacht für die es zu sterben lohnen würde.
Ich habe, als alle ihre Wänste gehalten haben, mit dem Finger die Schüssel ausgeschlotzt – so gut war das Teil…
Happy Birthday Roland – bleib gesund…
Der Tag endet, wir schauen noch einmal auf´s Meer und fahren dann nach Hause.
Am Weg fällt uns das erste weihnachtlich geschmückte Haus auf. Die noch allgegenwärtige Halloween-Dekoration wird langsam der weihnachtlichen weichen – der Winter steht vor der Haustüre, auch in Griechenland, auch hier auf Leros.
So klingt dieser Monat aus – „Word Up!“…
Der nächtliche Hafen von XirokamposDie erste, dafür sehr üppige, Weihnachtsdeko
Ich gehe etwas unsicher und enttäuscht in den November – die Marinaleitung hat mich versetzt, man hat sich einfach nicht mehr gemeldet.
Es sieht also so aus, als ob ich diesen Winter nicht für die Marina arbeiten würde. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Ich muss mich dazu erst sortieren, werde aber im nächsten Blogbericht meine sortierten Gedanken teilen – nur soviel, ich bin diesbezüglich genervt, es muss sich etwas ändern!
Ansonsten ist nicht viel offen – ob wir noch einmal nach Preveza müssen, wird der Refitverlauf an ELOWYN zeigen, dies wird aber wohl nicht im November sein.
Im November kommt die SAGITTA zurück in die Marina, Mario und ich werden ein paar Projekte starten – an SAGITTA und an NESSAJA!
Ich erhoffe mir einen entspannten Monat – ob es so kommt, erfahrt ihr im Blogbericht des vorletzten Monats.
Bis dahin bedanken wir uns für euer Interesse – aus Leros grüßen ganz herzlich von Bord der NESSAJA
Warnung – zum Ende des Berichts gibt es ein Bild von einem Katzenbaby!
Boah, für den vergangenen Monat war es echt schwierig eine Headline zu finden – ich habe mich letztlich für das „one Hit Wonder“ von Midnight Star aus dem Jahr 1984 entschieden…
Der Song selber hat mich schon in den 80ern nie wirklich gepackt – klar, er war funky, man hat ein bisschen mit den Hüften gewackelt und der Text war zu dieser Zeit ohnehin eher zweitrangig.
Heute, exakt 40 Jahre später, gestehe ich mir ein, dass ich nie der „Hero auf dem Dancefloor“ war oder sein wollte, Tiefgang in Liedern scheint mir heute erwähnenswert – und somit war ich fast entsetzt über die schwachsinnigen Lyrics dieses Songs!
Dennoch – der Titel selber passt wie die Faust auf´s Auge! Der neunte Monat des Jahres war von Hilfestellung und Unterstützung unsererseits geprägt – seid gespannt!
Am Anfang fing alles harmlos an…
Der 01. September – Sibylle lädt zum „Skipper´s Breakfast“
Ihr habt vielleicht noch das Ende des Augustblogs im Sinn und wisst daher, dass Sibylles Sohn Florian mit seiner Familie noch auf Leros verweilt.
Es war somit von vornherein klar – die erste Woche des September ist für die Lieben reserviert. Wir wollten unser Leros, unsere aktuelle Heimatinsel, vorstellen und natürlich auch ein wenig von unserem Umfeld und unserer Lebenssituation zeigen – kurz, unseren aktuellen Alltag näher bringen.
Heute stand der Besuch des Kastell von Leros auf dem Plan – Sibylle schlägt ein Frühstück im „Skipper´s“, dem Marinarestaurant, vor – das spare Zeit und diese könne man umgehend einsetzen, um die Details mit der Familie zu planen…
Wir sind in einer halben Stunde soweit! Wann und wo treffen wir uns?
Da das „Skipper´s“ eher ein wenig fancy und auch hochpreisig ist – schade eigentlich – entscheiden wir uns für das Aktionsangebot „Skipper´s Breakfast“. Das kennen wir schon, wir finden es gut und es ist mit 8.50€ inclusive Kaffee wirklich preiswert.
Skipper´s Breakfast – als Starter in den Tag gut geeignet
Dann heißt es „auf geht´s“! Sibylle hat, warum auch immer, vereinbart, dass wir nach Xirokampos fahren um die Familie dort an ihrem Ferienhaus abzuholen.
Das ist per se in Ordnung, aber danach fahren wir direkt an der Marinaeinfahrt vorbei um die lerianische Trutzburg anzusteuern – na egal, ich vermute, dass meine Gattin einfach „überwachen“ wollte, dass auch wirklich alles klappt und perfekt läuft!
So helfen wir noch dabei, alles Notwendige in den kleinen KIA zu packen – Badesachen nicht vergessen – dann geht es los…
Ich fahre über Leros und packe meinen KIA – Badesachen, Getränke, Brotzeit, Taucherbrille und vieles mehr…Sibylle und ich müssen mit der GS fahren – kein Platz im Kleinstwagen
Sibylle und ich bilden die Vorhut. So ist sicher gestellt, dass Florian sich auf die Sehenswürdigkeiten und die Insel konzentrieren kann und nicht noch auf die Wegweisung achten muss – einfach der Mama auf dem Mopped hinterher.
Als erstes fahren wir schnurstracks nach Panteli und von dort aus hinauf zu den Windmühlen. Neben dem Kastell eines der Wahrzeichen von Leros.
Sibylle zeigt Sonja das Umfeld
Wir können Richtung Süden bis Kalymnos sehen, Richtung Osten erkennen wir die Küste der Türkei. Wir erzählen, dass die Bar in der ersten Windmühle, das „Harris“, einer unserer Lieblinsplätze ist. Leider ist die Bar geschlossen und wir können keinen raschen Drink nehmen – es bleibt nur, den spektakulären Blick auf Panteli und Vromolithos zu erahnen.
Weiter geht´s nach oben, nächster Halt – das Kastell! Wir parken den Wagen am Parkplatz, denn wir haben vor, das alte Gemäuer zu besichtigen und etwas zu verweilen.
Bereits der Weg vom Parkplatz zur Pforte eröffnet einen herrlichen Ausblick auf die Bucht von Agia Marina und Alinda und das, sich gegen Westen öffnende, Ägäische Meer.
Wir sprechen über den höchsten Berg, die Lage des Flughafens, des Fischtempels „Mylos“ und genießen den Ausblick
Das Kastell ist geöffnet, wir sind nicht die einzigen Besucher an diesem Tag. Eintrittsgeld? Fehlanzeige!
Wir betreten die Anlage, die Enkelchen, sechs und drei Jahre alt, sind fasziniert von dem Gemäuer und den Geschichten, welche die Oma in petto hat. Historisch fundiert? Nun, ich frage nicht…
Die Kasse nicht besetztWar zuletzt vermutlich mit „Raider“ und „Treets Schokoklicker“ befüllt
Die Anlage ist beeindruckend und wird heute noch genutzt. Nicht nur als Touristenmagnet, sondern auch für Hochzeiten, Feierlichkeiten und Konzerte.
Es werden Gottesdienste abgehalten und nicht zuletzt ist die kleine Kapelle das Ziel der Wallfahrten zum 15. August – Maria Himmelfahrt.
Otto und die weiß-blaue Flagge Griechenlands auf einem Bild – das hat einen historischen BezugAlte, dicke Gemäuer und immer dieses BlauDer Blick auf die MühlenSpannende Exkursion für die BengelIch war schon ein paarmal hier – aber es gefällt mir immer wieder. Ein schöner OrtDie ganze Anlage ist gepflegt und gut erhalten – alt und neu mischen sich gefällig
Wir sind bestimmt eine Stunde innerhalb der Kastellmauern – eh klar, dass so eine Entdeckungsreise durstig und ein wenig hungrig macht.
Wir gehen also zurück zum Auto und löschen den ersten Durst mit etwa 42°C warmer Limo. Die Gesichter verziehen sich…
Wo gibt´s was Kaltes zu trinken?
Ok, die Erwachsenen haben ein Einsehen – ein kleiner Snack in Begleitung einer köstlichen Kaltschale muss her! Für alle über 18 darf es eine Hopfenkaltschale sein, für die unter einsfuffzich Körpergröße gibt es heute nur Limonade – der Beschluss steht fest, wir fahren nach Panteli ins „Sorocos“!
Der Strand lädt ein – „…komm´ wir frischen uns ab!“Angekommen in der Cafe-Bar „Sorocos“
Der Parkplatz – voll! Die Tische im Café – voll! Heiß, eng, viele Leute – genau was ich mag! Ich mache gute Miene zum bösen Spiel, weiß aber, dass es zumindest Florian genauso geht.
Egal, da müssen wir jetzt durch! Das Glück ist uns hold, ein relativ guter, schattiger Tisch wird frei. Wir nehmen Platz und bestellen…
„Ich wil ne Limo! Nein, ich! Nein, ich!
Die Jungs fangen gerade wieder an, sich gegenseitig zu kabbeln – nix da! Ab ins Wasser, wir schauen mal ob es hier Fische gibt. Ich werde die Geschichte der Mönchsrobbe los, welche vor zwei Jahren hier am Strand ein Sonnenbad nahm.
„Au ja! Wir setzen die Taucherbrillen auf und schauen ob hier Robben schwimmen!“ Ok, dann nix wie los…
Der Opa schaut noch nach Fischen, während die Oma die Jungs lieber im knietiefen Wasser weißWie sooft geschrieben – eigentlich überschaubar, dennoch gefühlt überfüllt! Emsiger Trubel am Panteli Strand im August
BIMM! Eine Nachricht von Jürgen! Ihr erinnert euch vielleicht, Jürgen ist der Eigner der Outremer 45 GRASKARPFEN. Er hat vor ein paar Wochen Leros verlassen, die Rückkehr ist ungewiss. Auf seiner Reise hatte er Motorprobleme, wir konnten mittels einer telefonischen Diagnose den Fehler finden.
Der defekte Wärmetauscher ist mittlerweile ausgebaut, er wird instandgesetzt – Jürgen schickt mir noch einmal ein Bild und bedankt sich abschließend. Ich konnte helfen, per Telefon, das mag ich, es macht zufrieden – und wir konnten oft helfen in diesem Monat…
„Operator – this is an Emergency“
Problem gelöst – bin gespannt, ob wir Jürgen noch einmal treffen werden
Eine Stunde etwa halten wir es aus, dann wird stillschweigend klar – nix wie weg hier! Wir beschließen, in den Norden der Insel zu fahren, um dort beim kleinen Strand „Paralia Agia Kioura“ unser Glück zu versuchen.
Kaum haben wir unsere Siebensachen gepackt und uns ein paar Meter vom Beach-Trubel entfernt, erscheint auch Panteli wie eine Oase der Ruhe – leider täuscht dieser Eindruck!
Das Laub raschelt im Wind, die Katze betreibt Körperpflege – die Zeit steht still! Nur 50m weiter steppt der Bär
Wir schnallen die Buben auf ihre Kindersitze im Kleinstwagen, verstauen die nicht unerhebliche Menge Strandgepäck und starten die Motoren. Der KIA säuselt, die GS blubbert – dann geht es los – auf, Richtung Sandstrände im Norden!
Im Losfahren erhaschen wir noch einen letzten Blick auf die Windmühlen am Bergrücken.
Yassas Panteli, wir kommen wieder – im Herbst!
Der Weg in den Norden ist nicht weit! Eigentlich ist nichts weit auf Leros. Es sind rund 10-12km, dann erreichen wir die Weggabelung an der Militärkaserne – rechts geht es nach Blefoutis, dem größeren der beiden Sandstrände, hier gibt es auch Ankermöglichkeiten für Yachten, sollte einmal Südwind angesagt sein.
Wir biegen nach links ab, hier geht der Weg zu einer Kapelle, wird dort zur Schotterpiste und führt letztlich zum kleinen Sandstrand von „Agia Kioura“.
Leider haben wir auch hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Am heutigen Sonntag ist dieser Fleck Erde fest in den Händen der Locals.
Klein aber fein – leider vollZumindest mal die Zehen reinhalten
Klar, wir hätten uns dazulegen können. Das hätte weder uns noch die griechischen Familien gestört, hier wird „Filoxenia“ noch real gelebt!
Da aber wirklich alle Plätze belegt waren, welche auch nur ein Fitzelchen Schatten boten, haben wir uns entschlossen, unsere Badeabsichten zu beenden und lieber den Eispalast der Familie „Repapis“ aufzusuchen. Die Jungs haben ein Eis eingefordert und mit ihrem Opa einen gewichtigen Mitstreiter für diesen Plan auf ihrer Seite gewusst!
Brüder im Geiste – Benno hat die Sorte „Vanille“ in meine Top-Five Liste zurück gebracht
Danach war der Part „Quality Time mit der Familie“ für heute beendet. Florian und Sonja wussten, dass Sibylle und ich heute eine Essenseinladung von Volker und Tina auf dem Plan hatten.
So haben wir uns nach dem Genuss unserer Eisspezialität voneinander verabschiedet und uns für den Folgetag verabredet. Sonja und Florian hatten beschlossen zuhause zu kochen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen, Sibylle und ich hingegen, sind in die Marina gefahren um uns aufzuhübschen und dann in den gemeinsamen Abend mit der ELOWYN Crew zu starten.
Und der sollte ablaufen wie immer – mit den, von Volker „Mühlentour“ getauften, Besuchen von „Harris“ Bar in der ersten der sechs Windmühlen und der anschließenden Einkehr im „Mylos“, dem mehrfach ausgezeichneten Fischtempel der Insel.
Gedacht – gemacht…
Der Schein trügt – ein Besuch hier ist immer ein HighlightWir genießen den Ausblick und unsere Drinks„Hakuna Matata“, unser derzeitiger Favorit
Wir haben viel zu besprechen, zu planen – wir diskutieren wie es mit ELOWYN weitergeht und inwieweit ich mich weiterhin einbringen kann. Klar tauschen wir uns auch zu den Neuigkeiten zuhause aus, wir sind ja inzwischen lang genug befreundet, so dass es auch Themen abseits der Segelboote gibt.
Die Zeit vergeht wie im Flug! Wir genießen die Drinks, den wundervollen Ausblick und unsere Gesellschaft – schon heißt es „…wir müssen langsam weiter“.
Unser Tisch im „Mylos“ ist reserviert, der Weg dorthin nicht wirklich weit – so wie alle Wege auf Leros, aber das hatte ich ja schon erwähnt.
Die „blaue Stunde“ bricht gerade an, als wir das gehypte Fischlokal erreichen
Wir nehmen Platz am reservierten Tisch, dann beginnt das gleiche Procedere wie immer. Studieren der Speisekarte, Bestellung der Fischvorspeisen und dann Auswahl des Weines und der Hauptspeise. Wir genießen den Service und das Ambiente – ein Besuch im „Mylos“ ist immer wieder ein Highlight!
Das Motto in der Speisekarte ist Programm – „I am to dine with my friends tonight – I am happy!!Zeit mit den beiden zu verbringen ist schön – Tina bringt das mal zum Ausdruck……was von unseren Gegenüber aber stande pede gekontert wirdAuf einen schönen Abend
Bei den Vorspeisen beweisen wir wenig Phantasie – Leser des Blogs wissen, dass wir absolut auf all die rohen Fischspezialitäten abfahren, diese bestellen wir auch heute in reichhaltiger Auswahl. Alleine diese Eröffnung des Dinners ist immer ein Feuerwerk für die Geschmacksknospen…
Heute aber, hat Volker für den Hauptgang eine besondere Idee – einer dieser flachen Fische, eine Art Steinbutt, hat es ihm angetan, dieser wird für uns vier bestellt.
Nochmal am Tisch gezeigt – dann geht es ab in die KücheAngerichtet mit Trüffel – ein Gedicht
Ich bin da immer ein wenig skeptisch – ich mag die klassischen Fische mit viel bissfestem Fleisch und wenig Gräten sehr gerne, bei den flachen Exemplaren dieser Spezies hatte ich dazwischen auch schon Pech.
Nicht so heute! Der Butt wurde uns sehr gut zubereitet, mit etwas Trüffel angerichtet und mit einer Gemüsebegleitung serviert. Er war in jeglicher Hinsicht ein Schmankerl!
Wir waren zufrieden und happy.
Der herrliche Abend mit unseren Freunden klang aus, wir waren müde und kamen erst weit nach Mitternacht nach Hause.
Ein letzter Blick auf das nächtliche Alinda, dann tuckerten wir gemächlich zurück in die Marina
So war es nicht verwunderlich, dass wir am nächsten Morgen etwas länger schliefen. Wir starteten etwas später in den Tag, welcher als Faulenzertag geplant war.
Sibylle wollte frühstücken, aber gegeben durch die Tatsache, dass wir fast unsere ganzen Vorräte ins Ferienhaus der Kinder transferiert hatten – wir wollten ja schließlicher immer zusammen essen – war keine Lebensmittelbasis mehr gegeben. Es wird kurzerhand beschlossen, „…wir gehen heute zu Mikes!“
Auf dem Weg dorthin fällt mir die Fähre auf. Unsere Inselfähren gehören der „BlueStar“ Linie an. Diese wiederum gehört zur „Attika Group“, welche letztes Jahr die in finanzielle Schieflage geratene Fährlinie „ANEK Lines“ gekauft hat. Für uns Griechenlandreisende keine schlechte Fügung.
So kann es aber passieren, dass ehemalige Italien – Griechenland Passagefähren auf innergriechischen Linien „aushelfen“ müssen. Vor diesem Hintergrund läuft eine „alte Bekannte“ im Hafen von Lakki ein – die ASTERION 2, mit welcher ich schon viermal auf der Linie Venedig – Patras gefahren bin. Ein Riese!
Mir war nie die ausgeschnittene Bugsektion aufgefallen
Ich bestaune den Koloss noch ein wenig. Sibylle und ich rätseln, ob sie wirklich länger ist als die uns vertrautere BLUESTAR 2, können aber mittels Google sehr schnell feststellen, dass der weiße Riese mit einer Gesamtlänge von fast 195m nochmal rund 20m gegenüber der blauen Schwester herausragt.
Dann aber los – Frühstück bei „Mikes“ steht am Plan…
Cappuccino, Sandwich und Orangensaft – ein guter Start in den Tag
Wir beratschlagen – wie soll der Tag heute gestaltet sein? Nun, zunächst müssen wir einkaufen, dann würden wir wohl an den Strand nach Xirokampos gehen und dort mit der Familie einen Strandtag verbringen.
Wir würden die Crew der ELOWYN informieren, auch die der HARMONY, welche in der schönen Bucht an einer Boje liegt. Wer mag, kann uns besuchen kommen.
Am Abend dann, werden die Oma und der Opa in die Bresche springen! Kein wirklicher Hilferuf liegt unserem Einsatz zugrunde, es war eher ein von uns ausgesprochenes Angebot zum „Babysitting“, um den Eltern ein „Dinner for Two“ zu ermöglichen – auch Sonja und Florian wollen dem „Mylos“ einen Besuch abstatten.
Ok, packen wir es an! Erste Station, der feine Metzger in Lakki – „Xatzigrigoriou Artisan Butchery“…
Unsere erste Adresse was erstklassiges Fleisch angehtDer Laden ist gut sortiertDas Wagyu bleibt in der Auslage – wir kaufen Dry-AgedZwei Steaks für vier Personen – ja auch das linke ist ein Steak (für einen Braten fehlen 50gr.)
Ihr erkennt – es wird Grillgut für vier Personen gekauft! Vier??? Ja, Volker und Kristina haben sich kurzerhand entschieden, dass sie uns beim Kinder hüten Gesellschaft leisten und eine Wiederholung des Grillabends von ihrem Anreisetag eine gute Dinneroption wäre…
Ok, wenn´s weiter nix ist – das bekommen wir hin!
Sonja und Florian kommen mit den Buben nach Lakki. Gemeinsam kaufen wir die sonst noch notwendigen Lebensmittel für den Grillabend ein, auch für den Strandtag wird noch die ein oder andere Kleinigkeit benötigt.
So verstreicht der Vormittag – plötzlich beklagen die Jungs ein Hungergefühl, eine Portion Pommes wär recht. Da auch der Papa inzwischen ein „SouVLakki“ Fan geworden ist, wird dem Wunsch der Bengel gerne entsprochen.
Ein wenig überrascht stellen die Knaben fest, dass eine Portion Pommes in Griechenland von der in Deutschland etwas abweicht – eine Mahlzeit für echte Kerls 😉
Ja Otto, hau mal rein
Jetzt aber – ab zum Strand! Den Nachmittag verbringen und genießen wir dort. Am kleinen Strändchen vor der Taverne „To Kyma“, quasi dem Hausstrand unserer Kinder.
Wir hatten das Strändchen quasi für uns alleine – fast die ganze Besuchsdauer überDie Jungs spielten im Kies, ließen mit dem Opa Steine hüpfen oder gingen BadenAuch die neuen Kescher kamen zum EinsatzZudem haben wir immer einen Tisch besetzt
Wie locker vereinbart, kamen sowohl Tina und Volker als auch Gabi und Gottfried auf ein Bier vorbei. Wir schwammen zusammen, haben die Jungs ein wenig bespaßt und über Gott und die Welt geplaudert – ein herrlicher und entspannter Nachmittag!
Leider ist er viel zu schnell verflogen…
Zeit zum Fertigmachen! Die Runde löst sich auf. Gottfried und Gabi ziehen sich auf HARMONY zurück, Volker und Tina gehen zurück zu ELOWYN um sich frisch zu machen. Sibylle und ich bleiben in Xirokampos, wir haben schon alles ins Ferienhaus gebracht, was wir am heutigen Abend benötigen würden…
Um 19.30 Uhr treffen Volker und Tina am Ferienhaus ein – sie geben sich mit Florian und Sonja die Klinke in die Hand, denn für die beiden ist es Zeit ins „Mylos“ zu fahren, der Tisch ist auf 20.00 Uhr bestellt.
Papa und Mama haben heute frei……die Bengel winken noch hinterher – Volker überwacht das Geschehen
Wir werfen den Grill an – auf den Rost kommen ein paar Chicken Souvlaki für die Jungs, dazu etwas Brot und Salat. Ich bin überrascht, wie die beiden Racker ihr Essen wegmampfen, das ist bei beiden nicht selbstverständlich! Scheinbar hat der Strandtag hungrig gemacht!
Nach dem Abendessen beginnt die Aufgabenverteilung – Sibylle übernimmt das Zubettbringen der Kleinen, ich nehme es vorweg, das klappt heute vortrefflich! Die Oma kann´s…
Tina bereitet die Salate vor und richtet unseren Esstisch und, wie könnte es anders sein, Volker und ich machen FEUER! Wir grillen!!!
Ein Mann muss tun, was ein Mann tun mussDie beiden Steaks erfahren ein „Special Treatment“
Wie Volker und ich mit den beiden Fransen Fleisch hantieren, kommt mir ein Bild in den Sinn – ich erinnerte mich, dies schon einmal so gesehen zu haben…
Es liegt im Blut des Mannes – seit tausenden von Jahren
Spaß beiseite – Volker hängt sich da richtig rein! Grillen mit Thermometer und Stoppuhr. Danach zum Nachgaren in den Ofen – natürlich bei exakt definierter Temperatur!
Aber auch hier bewahrheitet sich – Akribie führt zum Erfolg! Sowohl das Filet der Damen, als auch unser Rib-Eye werden perfekt! Wir sind happy und genießen unser Dinner!
Perfekt – genau wie wir es mögen
BIMM, BIMMBIMM, BIMMBIMMBIMM – Sibylles telefon schellt unaufhörlich! Wir wissen dann schon meist – Sonja sendet Bilder! Während wir gerade unser zweites Bierchen schlürfen, sitzen die Beiden zeitgleich im Fischpalast und lassen es sich gut gehen.
Als Beleg dafür und wohl auch als kleines „Dankeschön“ werden uns Bilder zugeschickt – die sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte!
Taverna „Mylos“ – Sonja und Florians erster Besuch dortEin schöner Tisch an der Waterfront
Die Beiden gönnen sich das volle Programm und kommen spät in der Nacht zufrieden zurück.
Wir sitzen zu der Zeit auch noch gemütlich beisammen, unser aller Restenergie reicht aus, um noch ein gemeinsames Bier auf der Terrasse des Ferienhauses zu trinken. Wir haben gegenseitig viel zu erzählen und freuen uns jeweils, dass wohl alle einen tollen Abend hatten.
Dieser Abend sollte noch einen kleinen Kick bekommen…
Sibylle und ich diskutieren schon seit ein paar Tagen mit den Kindern, inwieweit ein Bootsausflug ein Ferienhighlight wäre. Es war eigentlich nie ganz klar, wer eigentlich Lust dazu hat und wie ein solcher Tag ausgestaltet sein sollte.
Als Optionen lagen ein Ausflug mit NESSAJA, oder ein sportlicher Ritt mit Sophies Boston Whaler FLIPPER, am Tisch. Unser Schiff flott zu machen hätte Aufwand bedeutet, Tepai zahlen, Papiere bei der Polizei holen und noch ein paar Dinge mehr. FLIPPER wäre eine gute Alternative, aber für mehr als ein paar wilde Runden durch die Bucht hätte es nicht gereicht – lohnt es sich, den Flitzer aus der Garage zu holen?
Wir diskutieren auch an diesem Abend. Volker sitzt dabei und hört sich das an – dann schreitet er ein, „…was haltet ihr von einem Tagesausflug mit ELOWYN? Morgen?“
Alle staunen, alle stimmen begeistert zu – der Abend endet, wir fallen ins Bett. Morgen wird ein toller Tag!!!
Und der beginnt zeitig! Ich fahre nach Lakki um ein paar Pies und Sandwiches zu kaufen. Wir brauchen was zum Frühstück und ein wenig Brotzeit für den Ausflug.
Von der Straße aus sehe ich, dass Martins STENELLA gekrant wurde
Ich rufe Sibylle an, sie möge mir bitte ein Bild machen wo STENELLA abgestellt wird. Darum hat mich mein Freund Martin gebeten – er käme nachts an und wolle nicht nach seinem Schiff suchen.
Verständlich, dies bleibt ihm aber diesmal erspart, denn die feine „Wanderer 40P“ kommt an unseren F-Ponton, nur etwa fünf Plätze von NESSAJA entfernt.
Das vermelde ich meinen Freund und sende ein Bild – wir freuen uns auf euch!
Das Marinateam legt das Schiff sicher an
Kaum zurück in der Marina, kommen schon Florian und Sonja mit den Buben. Unsere Schwiegertochter nimmt die Enkelchen unter den Arm und geht zusammen mit Sibylle an Bord der ELOWYN.
Zusammen mit Tina bereiten sie alles für die Ausflugsfahrt vor und bespaßen gleichzeitig die Jungs.
Wir Männer verbringen die Fahrzeuge – ich fahre mit dem Motorrad nach Partheni zum Flughafen, Volker und Florian folgen mir mit zwei Leihwägen! Klingt verrückt? Ja, hat aber System!
Wir parken Florians Leihwagen und meine GS in Partheni am Fischerhafen. Dann fahren wir mit Volkers Leihwagen zurück zu ELOWYN. Dieses Leihauto wird Rena, die Vermieterin, später in der Marina abholen.
Zu dritt am Rückweg in die Marina……dort warten die anderen schon auf uns
Wir haben einen genialen Plan ausgeheckt! Wir legen ab und machen einen feinen Segelschlag Richtung Norden. Unser Ziel ist die kleine Bucht vor Archangelos.
Wir werden diese wohl mit einem Kreuzschlag erreichen können, der Wind scheint optimal zu sein. Dort wollen wir nach der Ankunft vor Anker liegen und baden, später dann zum Dinner ins „Stigma“ gehen. Ich habe unser Kommen bei der Betreiberfamilie angemeldet und einen Tisch reserviert.
Nach dem Dinner würden Sibylle und ich, nebst unserer Familie, mit einem Taxi-Speedboat nach Partheni auf Leros übersetzen und von dort aus mit den geparkten Fahrzeugen nach Hause fahren – genial, oder???
Los geht´s!
„Opa, wie lang dauert´s noch?“ „Nicht mehr lang, der Marinero kommt schon, schau da!“
Nur ein paar Minuten später legen wir ab, unser Abenteuer beginnt! Nicht nur die Buben sind aufgeregt, auch die Eltern sind gespannt – man geht nicht jeden Tag mit einer 21m Segelyacht auf Törn!
Ein paar Minuten später liegt die Marina achteraus und die Bucht mit ihrer markanten Ausfahrt vor dem Bug.
Die Marina liegt hinter unsUnter Motor verlassen wir die BuchtIch genieße, dass mir der Wind wieder einmal um die Nase wehtELOWYN verlässt Lakki – NESSAJA bleibt zurück
Als wir die Bucht verlassen haben, lässt Volker Segel setzen. Es werden noch kurz die Regeln für die Kinder aufgestellt – Cockpit nur mit Erwachsenen und nur mit Schwimmweste verlassen! Die Kinder bleiben nie unbeaufsichtigt!
Dann geht es los – Ziel Archangelos, Kurs erstmal grob Richtung Patmos!
Die Segel gehen hoch, das Groß bleibt wegen der Kinder im ersten ReffWir segeln hart am Wind um Höhe zu machen – dabei mit erfreulich wenig Lage und doch immer über 6kts schnellSo geht es zügig dahin und Leros bleibt achteraus
Wir segeln bestimmt zwei Stunden diesen Kurs, dabei geht es relativ weit hinaus, wir spüren den Seegang – aber allen geht es gut! Die ganze Mannschaft hält Ausschau nach Delfinen – erfolglos…
Wir kommen Patmos immer näher, können schon die weißen Häuser der Chora erkennen und sehen uns auf der Seekarte an wo wir uns befinden. Dann gibt der Skipper das weitläufig bekannte Kommando zu Wende – Re!
Die Segel gehen auf die Steuerbordseite über, ELOWYN legt sich auf den anderen Bug. Die Crew staunt – es ist beeindruckend welche Kräfte wirken und wie agil das 44 Tonnen schwere Boot doch ist!
Zuerst reicht es nicht für einen AnlegerSpäter dreht der Wind etwas und wir können unser Ziel direkt ansteuernKönnte passenDie Crew genießt
So erreichen wir nach rund drei Stunden die Durchfahrt zwischen Archangelos und Leros. Ich war am Steuer und will gerade die Ankerbucht ansteuern, da höre ich Tina rufen „Delfine!!!“
Ihr könnt euch vorstellen – alle rennen zum Bug, alle suchen den Horizont ab. Und tatsächlich – wir haben Glück! Eine ganze Schule schwimmt zunächst auf uns zu, dann um uns herum. Das ist immer schwer zu fotografieren, auch heute gelingt es uns nur rudimentär.
Aber – sie sind sogar gesprungen und haben Salti geschlagen, sind dabei laut klatschend auf dem Rücken wieder ins Wasser gefallen. Es war beeindruckend und das Highlight der Fahrt!
Delfine voraus
Dann aber…
Wir drehen noch eine Runde, um unseren Ankerplatz sauber anzufahren. Minuten später fällt das Grundeisen im zehn Meter tiefen, azurblauen Wasser. Ein Traum – ich liebe diesen Platz!
Das „Stigma“ voraus – hier werden wir ankernDer Anker ist klar – der Anker fälltELOWYN liegt und wird zum „Badeparadies“ umfunktioniert
Na jetzt bin ich aber gespannt! Wie werden die Kleinen sich im freien Wasser verhalten? Klar, hier wird nur mit Weste gebadet, auch mit der Weste nur mit Begleitperson! Trotzdem ist es für einen Dreikäsehoch schon ein Unterschied, ob man den Meeresboden sehen kann oder nicht – schwimmen im Freiwasser ist auch für Erwachsene manchmal mulmig – zumal dann, wenn zehn Minuten zuvor eine Schule mit recht imposanten Delfinen an diesem Ort ihren Schabernack trieben.
Haben Sie Angst??? Keineswegs!!!
Von der Badeplattform hupfen und über die Leiter wieder rein – bestimmt ein Dutzend MalBenno – angstfrei
Schnell wurde, nach den manigfachen Trainingsrunden, der Ruf laut, die waghalsigen Sprünge auch von Deck der ELOWYN zu machen – „…so wie der Opa!“
Ich ernte böse Blicke von Sibylle, wiederwillig gibt sie dem Druck der Zwerge nach – „…ok, wenn es sein muss! Aber langsam und Nase zuhal…“
PLATSCH!!! Otto ist abgesprungen und jauchzt vor Freude! Benno steht auch schon an der Kante – ich merke an, dass der Freibord des 68-füsser wohl knapp zwei Meter hoch ist – und Benno ist drei Jahre alt.
Ich rufe von unten „…na da bin ja gespannt ob Du dich trau…“ – neben mir platscht und spritzt es. Der Bengel klatscht ins Wasser, geht kurz unter und schnellt wie ein Korken zurück an die Wasseroberfläche – er zwinkert und prustet „…ich trau mich!“ OK…
Wir planschen bestimmt eine Stunde, dann ist es Zeit für eine Pause, welche altersgruppengerecht ausgestaltet wird.
An Deck fletzen und eine LimoAuf der Badeplattform sitzen und ein Bier
Leider haben wir nicht den ganzen Nachmittag Zeit. Das Taxi-RIB, welches uns zurück nach Leros bringen soll, fährt nur bis zum Einbruch der Dunkelheit, da gab es nichts zu verhandeln.
Da wir vorher zusammen Abendessen wollen, steht ein verfrühtes Dinner am Plan – übersetzen zum „Stigma“ um 18.00 Uhr!
Dafür muss der Shuttle aus seiner Garage! Ja richtig gehört, der WILLI, ein Williams Jettender, hat eine Garage auf ELOWYN! Alleine das Verladen mit dem Kran ist ein Spektakel, welches sich Jung und Alt nicht entgehen lassen.
Spannend – es rumpelt und scheppert, der WILLI geht zu WasserNoch kurz vom Staub befreit und einmal nachgepumpt – dann geht es los
Sibylle und ich konnten den WILLI nicht komplett fahrfertig machen, weil wir in der Marina keinen Platz zum Ausladen hatten. So mussten wir ein paar Minuten für das Abstauben und ein kurzes Nachpumpen investieren, dann konnte es losgehen.
Die Probefahrt machen Volker und ich, für den Fall, dass irgend etwas nicht klappt – das Paddeln wollen wir weder den Gästen noch unseren Frauen zumuten. Doch die Sorge war umsonst – der kleine Flitzer tat was er soll – flitzen!
Zuerst verhalten……da lacht man noch entspanntMit warmen Motor und bei full-speed zieht es mir die Backen beim Lächeln Richtung Ohren
Nach ein paar Minuten fahren wir zurück zum Mutterschiff – Sonja und Florian nebst Racker steigen zu, ich räume meinen Platz. Volker shuttelt die Familie zum kleinen Strand auf Archangelos, unsere Familie mustert ab.
Sitzen alle? Langsam für´s Foto, dann ein paar Meter flott, um die Haare nach hinten zu frisieren
Im Anschluss shuttelt Volker noch Sibylle und mich. Wir sitzen nun mit unseren Kindern und Kindeskindern auf dem Mini-Eiland Archangelos – eigentlich unbewohnt, nur Giorgos mit seiner Evropi leben hier, sie betreiben das „Stigma“, temporär unterstützt durch Tochter Dimitra und Schwiegersohn Kostas. Ich kenne die Familie jetzt schon über Jahre, ich würde unser Verhältnis als freundschaftlich bezeichnen.
Volker und Tina müssen sich noch frisch machen – ich glaube aber, dass sie sich ein Gläschen Moët gegönnt haben und sich leise gefreut haben – endlich zu zweit… 😉
Eine schöne BuchtWir haben es nicht eilig und faulenzen noch etwasQuality Time
Irgendwann wird es Zeit, wir sollten nach oben in die kleine, einladende Taverna gehen. Ich habe einen Tisch reserviert.
Ich liebe diesen Platz – einfach aber einladend, losgelöst von der Zeit, weitgehend still und off grid. Vielleicht nicht immer, aber zumindest in der Vor- und Nachsaison ein Kleinod, ein Paradies – wenn auch schon lange kein Geheimtip mehr.
Die Terrasse des „Stigma“……lädt zu einem ersten WillkommensbierFür uns ist der große Tisch im Eck reserviert – mit Blick auf die ELOWYN
Während wir ein weiteres Bier und eine Runde Ouzo ordern, entdecken die Kinder eine Besonderheit der Insel – es ist eine Katzeninsel! Evropi hat eine Vorliebe für die schnurrenden Miezen und füttert hier sicher 70 so kleine Krallenträger durch.
Wenn die Maunzer nicht gerade futtern oder jagen, dann fletzen sie gemütlich in der Sonne…
Katzen überall
…oder sie holen sich bei den Touristen, hier mehrheitlich bei den weiblichen oder jugendlichen Besuchern, ihre Streicheleinheiten ab.
„Mama, darf ich die mitnehmen?“
Volker und Tina treffen ein, wir nehmen Platz und bestellen Meze und Hauptgerichte. Es gibt keine Speisekarte, der Wirt sagt an, was die Küche hergibt.
Leider war unser geliebtes „Octopus Tigania“ diesmal nicht im Angebot, aber wir wurden anderweitig fündig, so dass wir nach dem Dinner satt und zufrieden dem Ende des Abends entgegensehen konnten – gleich würde unser Speed-Taxi um die Ecke biegen!
Die Buben halten schonmal Ausschau…
Schaut mal da vorne, dort wird es kommen
Ein paar Minuten später war es soweit – pünktlich um 20.00 Uhr kommt das recht große RIB von Leros angefahren und macht am kleinen Anleger fest! Für uns das letzte Signal zum Aufbruch.
Wir verabschieden uns von Tina und Volker und bedanken uns für den einzigartigen Tag – die ELOWYN wird am nächsten Tag von hier aus zu einer Urlaubsrunde aufbrechen.
Wir sagen „Yassas“ zu Giorgos und Evropi, winken Dimitra und Kostas zu und sagen ευχαριστώ, dankeschön, zu „Mr. Dimitris“ der hier verweilte und in der Küche aushalf.
Es hilft nix, wir müssen los…
Wir drehen uns noch einmal zu Volker und Tina um, wir winkenDann steigen wir am kleinen Anleger in das Taxi-RIB und legen abAls wir die Bucht langsam verlassen, passieren wir die ELOWYN zur „blauen Stunde“Leider verwackelt – wir waren echt schnell – aber die Stimmung wird deutlich
Nach dem Buchtausgang legt der Fahrer den Gashebel auf die Konsole – Vollgas! Die Fahrt nach Leros – Partheni dauert wohl nur etwas mehr als fünf Minuten, ist aber schön für uns und spannend für Florian und seine Familie – nicht jeden Tag saust man mit einem XXL Schlauchboot durch die Dämmerung über das Meer.
Die Frage „wann sind wir da“ bleibt heute aus
Als wir in Partheni ankommen, wird es schon dunkel. Jetzt wird klar, warum der Fahrer nicht mit sich handeln ließ als wir die Abholzeit diskutierten.
Er manövrierte das RIB durch viele kleine Fischerboote an einen Mini-Holzsteg, um uns aussteigen zu lassen. Die Fahrt kostete für uns alle 50.-€ – preiswert wie ich meine.
Direkt oberhalb des Stegs standen unsere Vehikel. Wir stiegen ein und fuhren gemeinsam nach Xirokampos ins Ferienhaus. Dort legen wir die abgekämpften Jungs ins Bett, danach genehmigen wir uns noch einen Ouzo als Absacker – schön! So oft und so entspannt sind wir in Miesbach lange nicht mehr zusammen gesessen.
Zeit für´s Bett, es war ein wunderbarer Tag, wir sind erschöpft!
Der folgende Tag ist der letzte Tag, an dem unser Besuch auf Leros verweilen wird. Wir sind etwas melancholisch, beschließen aber, dass wir uns die Laune nicht verderben lassen und möglichst viel in die kommenden Stunden packen. Damit jeder auf seine Kosten kommt, trennen sich unsere Wege zunächst.
Sonja und Sibylle fahren mit den Jungs über die Insel…
Zunächst nach Agia Marina – ein bisschen bummeln und dann einen Drink in der „Faros Bar“ am alten LeuchtturmDie Bengel entdecken den alten Leuchtturm – in ihren neuen „Leros“ T-ShirtsNATÜRLICH steht ein Besuch bei „Agios Isidoros“ am PlanSibylle möchte Sonja den alten Friedhof zeigen
So vetreiben sich die Frauen mit den Jungs den Vormittag – sie kehren mit vielen Eindrücken zurück. Leros kann noch ein paar Punkte sammeln und wird nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Florian hingegen hatte andere Pläne, er wollte sich mal richtig auspowern und die Bergwelt von Leros, immerhin fast 400m hoch, bei einem Mountain-Run entdecken.
Er rennt in die Höhe und entdeckt Tunnels und allerhand Überbleibsel aus KriegstagenDie Wege sind geschottert, es geht bergauf, bergabEs gab alte Gebäude – „Lost Places“ zu entdeckenUnd es bot sich stets ein herrlicher Weitblick – hier Richtung KalymnosHier über die Bucht von Xirokampos
Ich selbst habe mir einen Vormittag Pause gegönnt und habe alle Kleinigkeiten, welche während der letzten Tage aufgelaufen waren, für mich erledigt. Es war aber selbstverständlich, dass ich, als die Familie wieder zusammengefunden hat, auch an Ort und Stelle war – ok, zugegeben, dass wir uns im „SouVLakki“ auf ein letztes Giros getroffen haben, hat mir die Entscheidung quasi abgenommen.
Nochmal Giros für alleLove it!
Danach ging es Schlag auf Schlag – was muss noch rein in den perfekten letzten Tag???
„Eis“ höre ich die Buben rufen – eh klar! Ein Nachmittagsbier soll getrunken werden, wir wollen noch einmal im Meer baden, Florian möchte noch einen kurzen Besuch auf NESSAJA abstatten und dabei wollen wir gleich das SUP noch aufräumen.
Naja, das sind ja ganz schön viele Punkte auf der Liste, packen wir es also an, bevor die Zeit knapp wird. Wir fahren zurück ins Ferienhaus nach Xirokampos und bereiten uns für ein, zwei Stunden am Strand vor.
Das SUP kommt ein letztes Mal zum Einsatz, später bringen wir es zurück auf NESSAJAIm „To Kyma“ gönnen sich Florian und ich ein Bierchen – auf den perfekten UrlaubDie Jungs gehen nochmal ins Wasser, dann heißt es fertig machen
Die gute Stunde am Strand hat uns gut getan. Wir haben etwas relaxt, uns erfrischt, jetzt kann es weitergehen. Zuerst in die Eisdiele, dann in die Marina zu NESSAJA.
Ihre neuen Kescher nehmen die Buben mit, Ziel ist es in der Marina einen Fisch zu keschern – ob das mal klappt? Ich habe Zweifel!
Egal, erstmal das SUP auf´s Autodach, wir nehmen es einfach mit zur Eisdiele – Surfin´Safari…
Auf´s Dach, zwei Spanngurte, feddichLadungssicherung? Na klar!Heute gönnen wir uns nochmal wasDREI für den Opa und ZWEI für Otto – wenn das nix ist
Nach dem Besuch der Eisdiele fragt mich Otto, ob er denn, wenn er mal alleine hier wäre, auch DREI Kugeln haben dürfte, die Eltern wüssten es ja dann nicht…
Ich zwinkere ihm zu, ja klar, aber nur wenn es unser Geheimnis bleibt 😉
Wir fahren in die Marina, die Jungs kennen NESSAJA schon und entern sie sofort. Auch Florian sieht sich um, „…ok, hier wohnt meine Mutter“ – ich weiß nicht was in ihm vorgeht, er hätte es sicher befürwortet wenn wir reisen würden, er meint, dass dies den Horizont erweitert.
Ein letztes Mal zu Omas ZuhauseWir kennen uns aus…Florian ist neugierig, er hinterfragt die SituationSchön ist es schonUnd – hat es mit einem Fisch geklappt?Nein, leider nicht – die Jungs sind untröstlich……vergessen die Enttäuschung aber schnell, als sie sich von Merlin verabschieden
Der Tag ist wie im Flug vergangen. Wir wollen uns nicht stressen und haben daher beschlossen, dass wir heute schon früher zum Essen fahren. Ich habe um 18.00 Uhr einen Tisch im „To Steki“ in Alinda bestellt, unsere Idee ist es, dass wir ankommen, die Kleinen noch ein bisschen sausen können, während die Erwachsenen mit einem Ouzo auf den gelungenen Urlaub der Kinder anstoßen.
Um 19.00 Uhr würden wir dann essen – soweit der Plan. Der lief auch ganz gut an…
Die Jungs spielen am StrandDie Eltern und Großeltern sitzen gleich daneben und begießen das nahende Ende des BesuchsDafür eignet sich ein Gläschen Ouzo bestens
Womit wir nicht wirklich gerechnet haben war, dass die Kinder noch einmal Lust auf ein wenig Planschen bekommen. Kaum haben wir uns versehen, lagen die meisten Klamotten schon auf der Seite und die Knaben tollten noch ein wenig in Ufernähe – es traf sich gut, dass Sonja an Ersatzkleidung gedacht hat!
Was man im Meer so alles findetZum Beispiel einen… ahhhh FEUERWURM!
Ich traue meinen Augen kaum, als ich ein paar Tage später Sonjas Bilder ansehe. Ich erkenne die Kreatur auf dem Bild sofort, hatte ich doch erst kurz zuvor einen Bericht über die Verbreitung des Feuerwurms im Mittelmeer gelesen! Das hätte am letzten Urlaubstag so richtig für Unbill sorgen können – Gott sei Dank haben die sonst so neugierigen Bengel hier Zurückhaltung gezeigt!
Es war langsam Zeit ans Essen zu denken. Wir bestellen bei Dimitris unsere favorisierten Meze, die Wahl überlassen wir ihm. Die Hälfte „from the land“, die andere Hälfte „from the sea“, das sollte reichen.
Hunger – kann losgehenDie Meze-Teller sind lecker wie immer
Die Nacht bricht herein, der letzte Abend nimmt seinen Lauf. Wir sitzen gemütlich beisammen, genießen die Zeit miteinander und wissen doch – morgen ist der Tag an dem wir Abschied nehmen müssen.
Zwei wie Pech und SchwefelDer Abend klingt aus
Obwohl es schon spät war, lädt Florian noch zu einem „letzten Bier“ nach Xirokampos. Ich sage zu, bevor Sibylle etwas erwidern kann. Schlafen können wir morgen, heute nutzen wir den Tag – „carpe diem“ – wir wissen nicht, wann wir uns wieder sehen.
Im Ferienhaus gehen die Jungs sofort ins Bett. Sonja, Sibylle, Florian und ich hingegen, genießen noch ein letztes Bier auf der herrlichen Terrasse.
Die Ankerlichter der Yachties sind zu sehen, ansonsten herrscht pechschwarze Nacht
Ein wenig betrübt schleichen wir ins Bett. Wir wissen heute schon, der Abschied wird uns schwer fallen.
Biepbiep, biepbiep – der Wecker klingelt um 06.30 Uhr. Wir rappeln uns auf und fahren nach Lakki um Brot und zwei Schoko-Croissant zu kaufen. Dann geht es abermals ans Südende der Insel, um unsere Familie abzuholen und sie nach dem Frühstück zum Flughafen zu begleiten.
Wir kommen pünktlich an und checken das Gepäck ein, dann heißt es warten…
Die Stimmung ist ein wenig mau heuteAus dem Laune-Tief kann nur ein Opa heraushelfen…Abschied ist ein scharfes Schwert (wäre auch eine passende Headline gewesen)Ich denke, ich werde ihn vermissenIn einer Woche bin ich Schulkind
Die Türe zur Sicherheitskontrolle öffnet sich, wir drücken uns alle noch einmal, dann lassen wir los. Ich bin traurig! Speziell die Kleinen haben die letzten beiden Wochen bereichert, ich hätte sie gerne noch ein wenig hier.
Ich fühle mich aber auch in meiner Meinung bestätigt – in vielerlei Hinsicht war es unsere besondere Lebenssituation, welche den Besuch hat besonders werden lassen. Opa und Oma in Miesbach sein, ist sicher auch schön – aber Großeltern die in Griechenland auf einem Schiff leben, das ist eben doch etwas Besonderes. Wir hatten zehn Tage lang ein Instant an wertvollen Stunden, das wäre so in Miesbach kaum realisierbar.
Ein letzer Blick, dann verschwinden sie im Flugzeug…
Gute HeimreiseNoch einmal zuwinkenDann heißt es einsteigen
Etwa 15 Minuten später hebt die kleine Turboprop-Maschine der „Olympic Airlines“ ab. Unsere Familie hat Leros verlassen, der erste Enkelbesuch endet in diesen Minuten.
Sibylle und ich fahren nach Kamara ins „Mikes“, wir wollen einen Happen frühstücken und uns neu sortieren. Sibylle fährt den Leihwagen, ich reite die GS, wir folgen einander bis zum Café…
Ein guter, zweiter Start des Tages, der sich ein wenig komisch anfühlt
Wir beratschlagen uns und beschließen, dass wir zuerst ins Haus nach Xirokampos fahren und dort die Lebensmittel und Getränke abholen. Auch die von NESSAJA geliehenen Utensilien werden eingepackt – wir nutzen aus, dass wir den Mietwagen noch haben.
Wasser, Bier, Lebensmittel und Utensilien wie unser Toaster finden zurück auf NESSAJA
Nachdem wir den Wagen in der Marina entladen haben, bringen wir ihn zurück zu „Leros Rent a Car & Moto“, wo Rena schon auf uns wartet um das Vehikel entgegen zu nehmen.
Wir bedanken uns, bezahlen sofort und lassen den Wagen zurück. Vor Monaten für uns reserviert – das ist nun Geschichte.
Die Übergabe wickelt Sibylle mit Rena ab
Wir gönnen uns eine kurze Pause, gehen dann aber noch einmal zurück in Susannes Haus nach Xirokampos. Es wird zwar eine Putzfrau zur Endreinigung kommen, dennoch sehen wir uns in der Pflicht, dass wir den Grill und die Kaffeemaschine selber sauber machen – dies sind wertige Gegenstände und es obliegt uns, sie in einen einwandfreien Zustand zu versetzen.
Ich spüle und reinige die Kaffeemaschine – ein aufwendiges ProcedereDen Grill reinige ich draußen – Sibylle beschäftigt sich mit den AnbauteilenEtwas Bruch hat es auch gegeben – wir „beichten“ es Susanne per WhatsAppDann war die Checkliste abgearbeitet – wir können das Haus verlassen
Wir waren ein wenig geschafft, uns war nach einem Kaffee. Da traf es sich gut, dass wir meinen zu wissen, dass unsere Freunde Ina und Ralf, die Crew der CHILI, wieder in der Marina sind.
Wir sehen also bei der Hanse 419 vorbei, um uns zwei der exzellenten Espressi zu erbetteln, welche die Beiden guten Freunden ab und an kredenzen – doch nix da…
CHILI noch zu – eine WhatsApp ergibt, dass die Beiden zwar schon auf Kos, aber noch nicht auf Leros sind, morgen dann!
Hilft nix, der Kaffeedurscht ist da, den kann ich jetzt nicht wegdenken. Also gehen wir nach Hause auf NESSAJA und brühen uns selber ein Tässchen des guten Gebräus auf. Wir sind lange nicht mehr auf unserem Schiff zum Kaffee gesessen…
Sibylle bei ihrer Lieblingsbeschäftigung – Familystalking
Just in diesem Moment pirscht sich unser Nachbar Ciarán heran. Man sei vor ein paar Stunden angekommen, schön, dass wir jetzt hier seien, man hätte was für uns – „the taste of Ireland!“
Die Beiden wollen sich für meine Sprit-Reinigungsaktion bedanken und haben allerlei Köstlichkeiten aus Irland mitgebracht. Nicht so „fancy food“, nein, eher ganz einfaches, leckeres, aber typisches „Irish food“.
Unter Anderem ein riesiger Sack Chips – der hat es mir angetan und ich widme mich seiner Vertilgung…
Waren superlecker – was es sonst noch gab, dazu später mehr
Sibylle liest – endlich mal wieder! Dazwischen greift sie zum Mobiltelefon und stalkt die Familie, welche sich immer noch auf der Heimreise befindet.
Zunächst hört man nichts von den Reisenden – „…es wird doch nichts passiert sein?“ höre ich meine Gattin fragen. Ich sehe nach Oben und antworte, die Backen voller irischer Chips, „Nein, sifffer nifft, eff wird ffon alleff gut gehen…“
In den Lesepausen steigt die Spannung – wird sich Sonja melden?
Wenig später war es endlich soweit – ein Feedback von Schwiegertochter Sonja beantwortet alle Fragen – ja, alles hat geklappt, man sei gut in München angekommen und die Jungs futtern grad Breze mit Apfelschorle – jetzt ginge es mit dem Auto nach Hause.
Landeanflug über die alpenländischen SeenAngekommen in MUCYeah – Apfelschorle und Breze
Ich saß derweil im Salon von NESSAJA an meinem Laptop und habe ein paar Mails getippt. Ich war etwas melancholisch, denn ich war zerrissen – einerseits war ich froh wieder selbstbestimmt zu sein und auch mal Freiräume zu haben, wie sehr sind wir doch daran gewohnt, anderseits fehlen mir die Racker und das Leben in der Bude.
Ich hänge dem Hintergrundbild auf meinem Bildschirm nach – NESSAJA von der Terrasse des „Stigma“ aus fotografiert – waren wir nicht erst vor drei Tagen dort? Hatten wir nicht wunderbare Stunden? Ich vermisse das jetzt schon ein bisschen…
Ein „Nymphi“ hilft gegen die Wehmut
Trost spendet mir, dass heute tatsächlich die Crew der CHILI angekommen ist – Ina und Ralf nebst Tochter Jana, sind im Begriff ihren Herbsttörn zu starten und wollen heute Abend mit uns zusammen essen gehen. Das trifft sich gut, wir haben einander viel zu erzählen.
Das Lokal unserer Wahl ist Mariettas Bistro.
Die typische Taverne von Marietta und Takis ist eine gesetzte Größe in Lakki und eine Drehscheibe für Informationen
Wir setzen uns an den für uns reservierten Tisch, am Nachbartisch ein Mann aus der Marina, ich kenne ihn nicht näher. Er telefoniert laut und auf Freisprechen – es scheint, als meine er, dass alle Anwesenden an seinem Telefonat interessiert sind.
Es schien mir wie ein Zufall, dass er aufstand als wir uns setzten und sein Telefonat auf dem Platz zwischen Café und Taverne weiterführte – ich fand das fast schon zum Fremdschämen!
Warum hat die Spezies Mensch verlernt, wie leise telefonieren geht???
Wer jetzt denkt, dass ich mal wieder über rücksichtslose Zeitgenossen ätze und gleichzeitig meinen Verdacht äußere, an Misantrophie zu leiden, der irrt gewaltig!
Der eben noch mit Fremdscham behaftete Zeitgenosse hatte sich wieder an seinen Tisch gesetzt. Das Telefonat war zu Ende, er trank sein Bier und lächelte herüber. Jetzt entscheidet er, dass das Schmauchen eines Glimmstengels eine gute Begleitung zum Gerstensaft wäre – und zündet sich eine an.
Ich will gerade mein Schicksal bejammern, ich sitze nämlich in Lee und wir erwarten in wenigen Augenblicken unser Essen, da steht der Tischnachbar unaufgefordert auf und setzt sich auf die Treppe der kleinen Freifläche um uns nicht mit seinem Rauch zu belästigen…
Potztausend – das haut mich jetzt um! Vielleicht war sein Entfernen beim Telefonat auch beabsichtigt – hat zwar nicht gewirkt, aber der Wille zählt ja bekanntlich. Ich stifte dem Fremden auf jeden Fall für seine Rücksichtnahme 1000 Karmapunkte und weiß – man sieht sich immer zweimal! Dankeschön!
Ich staune!
Unser Abendessen wird aufgetragen – es gibt Meze, vegetarisch oder ohne Fleisch 😉 , ich wähle aus Rücksicht auf die Vegetarier eine Fischspeise und Salat. Alles in Allem haben wir echt super gegessen.
Noch viel wichtiger – wir hatten einen sehr netten, geselligen und lustigen Abend mit der CHILI Crew!
Bacalao und Skordalia – es war Freitag
Spät in der Nacht haben wir uns auf unsere Schiffe verholt und sind in den Schlaf gefallen – die Kinder sind weg, der Tag war gelaufen.
Ab morgen startet der Alltag – willkommen zurück im „normalen Leben“!
Der neue Morgen – zunächst einmal durchatmen. Nichts steht auf dem Programm, gar nichts – und das soll auch so bleiben! Wir nehmen uns vor, uns heute einmal nichts vorzunehmen. Ein wenig Müßiggang täte uns gut, so unsere Einschätzung – und so starten wir in den Tag…
Erst nach Agia Marina
Wir fahren nach Agia Marina – morgen ist Petras Geburtstag, zu dem wir seit Langem eingeladen sind. Es gilt, ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen.
Da die Wahl auf lerianische Töpferkunst gefallen ist und ich kein ausgesprochener Experte auf diesem Gebiet bin, habe ich mich von Sibylle im „To Paradosiako“ parken lassen. Ich habe etwas zu essen und zu trinken bekommen, begleitet von der Anordnung hier sitzen zu bleiben, bis sie mich wieder abholt.
Das war eine knappe halbe Stunde später der Fall. Sibylle konnte Vollzug melden, natürlich nicht, ohne auch „eine Kleinigkeit“ für sich selbst zu kaufen. Ok, sei´s drum!
Wir trinken noch einen gemeinsamen Cappuccino, dann fahren wir zurück zu NESSAJA. Wir wollen noch ein wenig klar Schiff machen. Sibylle wäscht eine Maschine Wäsche, ich hänge das SUP wieder winterfest an – wir werden es in diesem Jahr wohl nicht mehr brauchen.
Alles wieder in Butter auf´m Kutter
So haben wir wirklich den ganzen Tag verdröselt – irgendwie waren wir nebenbei produktiv, aber wirklich angepackt haben wir nichts. Ok, einkaufen waren wir noch, denn heute stand mal wieder ein BBQ an Bord der LIBERTÉ auf dem Plan.
Was es gab? Köfte natürlich… 😉
Mal wieder zusammen mit Hans Peter grillieren
Irgendwie war die Luft raus! Bei LIBERTÉ hingen wir in der Warteschleife – würden die neuen Wanten und Stage rechtzeitig fertig werden? Ich hatte, offen gesagt, im Moment keine Lust jede freie Minute an der Bavaria 41H herumzuschrauben, ohne ein klares Zeitziel definieren zu können.
ELOWYN war auf einer Rundreise welche sich ein wenig ausdehnte. Zunächst waren wir davon ausgegangen, dass wir irgendwann für ein paar Tage zusteigen würden, doch dies hat sich aus mehrerlei Gründen in Luft aufgelöst – eigentlich erwarten wir unser Patenschiff erst zum 18.09. zurück.
NESSAJA, knock on wood, lässt uns in Ruhe – auf sie ist im Moment Verlass! Dafür werde ich gleich Anfang Oktober die große Wartungsarbeit an der Eberspächer-Heizung machen – versprochen!
Wir hatten nichts zu tun – so auch heute nicht!
Ich mache einen Ausflug…
Sibylle beschließt, dass sie mit Ina und Jana von der CHILI zum Hundeshelter geht, um dort mit den Zamperl Gassirunden zu gehen. Das trifft sich gut, denn es beschert mir einen freien Vormittag!
Den nutze ich für einen besonderen Ausflug! Da ich nur ein sehr bedingt gläubiger Mensch bin und der Institution Kirche eher wenig abgewinnen kann, ist klassische Trauerarbeit keiner meiner Leitgedanken. Da heute aber der 5. Todestag meiner Mutter war, habe ich beschlossen, nach Agios Isidoros zu fahren und dort ein Kerzerl für sie und eines für unsere Kinder und Kindeskinder anzuzünden.
…und besuche Agios Isidoros
Ich mache das nicht aus religiösen Gründen, auch hege ich kaum spirituelle Gedanken, aber ich möchte mir selbst gegenüber ein Zeichen setzen – ich denke daran, ich habe nicht vergessen.
Solche Gedanken gehen im Alltag gerne unter, der Rückblick auf das Vergangene, der Ausblick in die, hoffentlich sorgenfreie, Zukunft. Um nicht mehr ging es mir, ich denke daran, es war mir an diesem Tag wichtig!
Der Kontrast könnte größer kaum sein, denn Sibylle meldet sich per WhatsApp und lässt mich wissen, dass sie zurück sei und wir uns in der Eisdiele treffen könnten – na da lass´ ich mich nicht zweimal bitten…
Wir kommen zeitgleich bei „Repapis“ an und bestellen unsere Nascherei, dann drückt Sibylle mir den Geldbeutel in die Hand, ich solle bezahlen – aber ich hab´ doch auch nur eine Hand frei! Was tun???
Ich hab´s – hier mein Freund, halt mal!
Aus der Not eine Tugend machen
Sibylle sieht mich strafend an, die Mädels hinter dem Tresen kichern, ich auch, aber eher innerlich.
Meine Gattin entreißt mir das Portemonnaie und zahlt selber. Nachtragend scheint sie, zumindest heute, nicht zu sein.
Leckerschmecker
Ehe wir uns versehen, bricht auch heute schon der Nachmittag an. Hans Peter ist auch zum Geburtstagsfest geladen, es soll um 17.00 Uhr mit einem Umtrunk am Panteli Strand beginnen.
Alle sind etwas aufgescheucht – man müsse sich „frisch machen“ und etwas „aufhübschen“ bevor man diesem Anlass gerecht würde. Ich habe für mich beschlossen, dass es zur Feier des Tages mal ein Poloshirt gibt – ansonsten würde ich eher am Strand baden gehen, erfrischt aus dem Wasser kommen und dann dem Geburtstagkind meine Aufwartung machen…
Sibylle schüttelt den Kopf, zeigt aber keine Gegenwehr – sie führe wegen ihres Kleides und der Riemchensandalen mit Hans Peter im Auto, ich könne ja mit meinen Flip-Flops und der GS anreisen. Das klingt gut, so machen wir es! 😉
Der Strand ist wieder „einsam“ – so mag ich esIch bade, erfrische mich gehörig und steige von T- auf Poloshirt um – den Kragen stelle ich auf, das machen die Italiener auchDie Feier beginnt – ein Aperitiv im „Sorocos“ als Opener – HAPPY BIRTHDAY Petra
Die illustere Runde trinkt ein erstes alkoholhaltiges Getränk und spricht sich warm. Wir müssen einander kennen lernen, nicht alle hatten schon die Gelegenheit dazu.
Eine zweite Runde ging noch, dann war es an der Zeit, ein Haus weiter zu ziehen. Martin hatte im „Zorbas“ reserviert und die Meze vorbestellt – das Hauptgericht sollten wir “ a la carte“ bestellen.
Ok, ich bin gespannt! Unsere Kleingruppe nimmt am reservierten Tisch Platz, wir werden vorzüglich bedient und umsorgt.
„First row table“ für unsere GeburtstagsgesellschaftEin herrlicher Platz direkt am Wasser
Wir ordern die Getränke, dann gibt Martin das Signal die Vorspeisen aufzutragen. Es gab verschiedene Kleinigkeiten aus der griechischen Küche, alles in allem ein sehr guter Start…
Dakos-Salat, verschiedene Interpretationen sind möglich, immer ist das harte Brot dabei – irgendwo zwischen Bruschetta und griechischem Salat mit dem KnusperbrotSchwarze Linsen mit Shrimps und BlattspinatTzatziki – hier mit MinzeIch richte mir mein Tellerchen – und genieße
Damit nicht genug – es folgten noch weitere Gänge Meze, esssen wie es die Griechen zu tun pflegen. Alles in die Mitte, jeder greift zu…
Gefüllte Teigröllchen und Fried PrawnsSibylle hatte angemahnt, dass ich mich in Zurückhaltung üben und anständig essen soll – ist doch eh klar, was meint sie nur???
Den Meze folgt mit etwas Abstand ein Hauptgericht und diverse Getränke. Wir laben uns an den Köstlichkeiten, alle sind zufrieden und irgendwann auch mehr als satt.
Gemütlich sitzen wir beisammen und genießen noch ein Bier zur Abrundung.
Prost Roland, auf das Leben
Auch das Geburtstagskind schien zufrieden und glücklich zu sein, hat ihr Göttergatte Martin doch alles hervorragend organisiert. Dass der Tag noch nicht ganz zu Ende war – das konnte Petra ja nun wirklich nicht ahnen…
„Danke, so ein schöner Abend!“Surprise – HAPPY BIRTDAY TOOOOO YOUUUUUUff, jeder ein Stück – wir kämpfen uns die zip-Kalorien in den Wanst
Nicht Petra hat sich zu bedanken, WIR haben zu danken! Danke für die Einladung, es war uns eine Ehre!
So klang der Abend aus und wir verholten uns in unsere Schiffe. Ein schöner Abend, wirklich. Es hat Spaß gemacht!
Am nächsten Morgen wache ich auf und schalte mein Mobiltelefon ein – BIMM! Eine Nachricht von Petra, sie freut sich über die Töpferkunst und bedankt sich abermals. Schön, wenn ein Geschenk gut ankommt!
Ein Lob an meine Gattin – das gefällt auch mir
Der Tag ist abermals so ein Brei aus „immerfort beschäftigt“ und „eigentlich nix gemacht“ – ich kümmere mich nämlich fast ganztägig um die EDINA.
Ed hatte mich angerufen – „Operator, this is an emergency!“ – und eine dringliche Bitte abgesetzt. Er könne nicht pünktlich kommen, EDINA würde aber gekrant, ob ich mich nicht um einige Dinge kümmern könnte??? Ach ja, wenn ich grad dabei wäre, könnte ich sie ja auch gleich an den Liegeplatz fahren.
Gestrichen ist sie, Fender und Leinen müssen vorbereitet werden
Das klingt alles nach nix, aber das Arbeitspaket beginnt damit, dass mich drei Minuten später die Chefin der Marina anruft – „…Mr. Ed told us you take care of EDINA, please come to office!“
Es gibt viel zu diskutieren, der Termin wird um einen Tag verschoben, es wird festgelegt, dass die Marina die CNB 60 an ihren Platz verbringt, ich aber alles zum Termin vorbereite und dann nach dem Schiff sehe.
Ich spreche diese Vereinbarung mit dem Eigner ab und hole das finale OK. Bis dies soweit ist, ruft Sibylle zum Nachmittagskaffee.
Heute ist ein fader Tag, nichts geht zam. Deshalb beschließen meine Gattin und ich, dass wir unseren Herd mal wieder befeuern und uns was kochen. Was Leckeres? Nun, das möge jeder selbst entscheiden!
The taste of…
Ihr erinnert euch an unseren Nachbarn Ciarán, ich hatte erzählt, dass die beiden uns ein paar Leckereien aus Irland mitgebracht haben – Chips für mich, Pralinen für Sibylle.
Für uns Beide gab es Black Pudding und irische Bratwürstchen. Sibylle rümpft die Nase – aber ich weiß sofort was daraus zu „basteln“ ist…
Ein „full English Breakfast“! Ich liebe es!
Ok, ich gebe zu, es ist am Thema vorbei. Wir erzählen es Ciarán und Jill auch etwas abgewandelt und benennen es in „full Irish Dinner“ um. Das war nichtmal ganz gelogen, denn Sibylle verweigert den deftigen Schmaus am Morgen, so dass wir unser heutiges Abendessen daraus zaubern.
Richtig cool ist, dass wir sowohl „Baked Beans“ als auch „HP Brown Sauce“ bei Kritikos bekommen! Ich fühle mich an etliche Geschäftsreisen mit meinem Freund Reiner Holwein erinnert – eine tolle Zeit!
YES! Wie geil!
Wir machen frische Kartoffelrösti, braten den Black Pudding und die Würstel. Dazu richte ich die Bohnen, eine Scheibe gebratene Tomate und ein Spiegelei an.
Wir essen im Cockpit, haben wir lange nicht mehr gemacht!
Finde den Fehler – ein Salat Caprese ist nicht stilecht
Wir mampfen das Dinner weg und merken, dass sich der Inhalt unserer Teller in reziproker Relation zu dem unserer Bäuche verhält. Da hilft nur eines – ein Ouzo im „La Palma“ Café.
Spätabends verlassen wir die Marina noch einmal – ein Absacker muss seinDen gibt es in Form eines Ouzo im „La Palma“ Café
So lassen wir diesen recht unproduktiven Tag ausklingen. Morgen geht es weiter! EDINA kommt ins Wasser, ich muss ein bisschen darauf achten, dass alles klappt.
Auch Hans Peter hat erkannt, dass die Zeit langsam drängt, er will morgen mit dem Streichen seines Unterwasserschiffes anfangen – das wird auch Zeit.
Der morgige Tag verspricht also etwas mehr „Normalität“ und Abwechslung anzubieten. Sind wir also gespannt was kommt!
Ich wache auf und bringe meinen müden Leib in die Vertikale – „sofort Kaffee“ fordert mein Gehirn und meine Gliedmaßen folgen diesem Befehl. Ich brühe mir ein Tässchen des köstlichen Gebräus auf und setze mich auf meinen Platz – langsam kehren die Lebensgeister zurück.
Als ich auf die Uhr sehe fällt mir die Kuriosität des Moments auf – es ist der zu tragischer Berühmtheit gekommene 11. September, 9-11! Und just um 09.11 Uhr sehe ich auf die Uhr, gerade noch rechtzeitig um einen Screenshot zu machen. Ich bin überzeugt, dass es sowas wie ein Schicksal gibt – dieses hat es an diesem Tag vor 23 Jahren mit tausenden von Menschen nicht gut gemeint.
Ein kurioser Moment
Jetzt muss ich aber los, EDINA ist das erste Schiff im Kran. Ich hoffe, dass alles wie geplant läuft.
Als ich zur Krangasse komme, hängt die blaue CNB 60 schon in den Gurten. Bis hierhin scheint alles geklappt zu haben.
EDINA hängt im Kran
Der Tag beginnt zwar gut, wettertechnisch aber verhangen – in diesen Tagen gibt es für den gesamten Mittelmeerraum schwere Sturmwarnungen. Auf den Balearen, in Kroatien und Italien sinken Schiffe, Wasserhosen sind zu sehen. Für das westliche Ionische Meer gibt es eine „echte“ Tornadowarnung – das Wetter spielt verrückt!
Wir sind nur sehr periphär betroffen. Es soll ein paar Tropfen regnen, danach soll der Wind stärker werden.
Hans Peter hat deshalb das Streichen seines Unterwasserschiffes immer wieder um einen Tag aufgeschoben – gewartet, kein Regen, gewartet, kein Regen.
Heute reicht es ihm! Er streicht! Was passiert? Regen!
Nur ein paar Tropfen
Es war recht früh für den ersten Regenschauer. Mich traf er just in dem Moment, als ich bei EDINA in der Krangasse war. Ich konnte aber schnell wieder abziehen, alles lief wie am Schnürchen – die schnittige Französin wurde an den A-Ponton verbracht und dort ordentlich fixiert. Die richtigen Festmacher wurden verwendet, die Fender waren korrekt platziert.
Passt soweit – hier liegt sie sicher
Ich lass´ es erstmal gut sein und informiere Ed über die Ist-Situation. Alles sei gut, das Schiff liegt statt auf B auf A, es wird reichen, wenn ich später nochmals nach dem Rechten sähe.
Das Wetter hat sich schnell gebessert, es ist bereits wieder blauer Himmel zu sehen.
Ich gehe zu Hans Peter. Wie wird es ihm ergehen, wie läuft es beim Streichen und hat der kurze Regenschauer Schaden angerichtet?
Erste Lage – Epoxiprimer grau
Ich nehme es vorweg – auch wenn mein saarländischer Freund nicht an sein eigenes Glück zu glauben scheint – es beginnt just in diesem Moment eine Glückssträhne für ihn.
Er wird, zunächst alleine, dann mit Hilfe der befreundeten Segler, sein Unterwasserschiff insgesamt sieben! Mal anstreichen, ohne dass auch nur ein Tröpfchen Regen fällt. Wir können das Projekt „Coppercoat“ innert drei Tagen finalisieren.
Sibylle und mich dagegen, holt die Zahlenkombination 9-11 in diesem Augenblick ein weiteres Mal an diesem Tag ein – 911 ist als Notrufnummer in USA bekannt – ich erlaube mir einen Gedankensprung und gebe gleichzeitig auch die Erklärung für die Headline dieses Monats…
„Operator – this is an Emergency“ – wir erhalten nahezu zeitgleich DREI „Notrufe“ per WhatsApp. Diese werden die Folgetage und somit nahezu den halben September außerordentlich prägen.
Bei mir meldet sich Ed – ich müsse dringend nach der Wassertiefe im Bereich des Ruders sehen. Er sei bereits einmal am A-Steg auf Grund gelaufen, es wäre dort nicht tief genug. Er bitte mich das zu prüfen und gegebenenfalls EDINA sofort zu verlegen.
Zudem höre ich von Volker – er könne seine gesamte hydraulische Anlage, Ankerwinsch, Bugstrahlruder, Winschen und den Kiel nicht mehr betätigen. Er vermute die sechs Batterien der Hochstromanlage seien defekt und ich möge daher dringend neue beschaffen – er sei bereits mit laufenden Generator auf dem Weg nach Leros.
Der wichtigste Notruf kommt aber von Schwiegertochter Sonja – Otto will nach zwei Tagen nicht mehr in die Schule. Er weint nur noch und wehrt sich mit Händen und Füßen. Sie fragt Sibylle, „…kannst Du kommen und helfen?“
Wir erkennen – wir werden gebraucht! Es hat in keinem der Fälle Sinn, nach einem „Warum“ zu fragen – es zählt jetzt einzig die Lösung!
Ich konnte ihn nie leiden – aber hier hat er Recht
Ich reagiere sofort! Ich gehe mit Sibylle zu NESSAJA, wir ziehen uns für den Rest des Tages zurück.
Volkers Thema ist leicht zu lösen. Ich frage die Batterien an drei Stellen an, auf Lager hat niemand sechs Stück 12V / 180Ah LKW-Batterien. Die Entscheidung fällt auf die „Boatyard Artemis“, sie bietet den professionellsten Service und die kürzeste Lieferzeit. Ich bestelle und gebe meinem Freund die positive Nachricht.
Zu EDINA werde ich morgen gehen, Da kann ich heute auch nichts mehr machen – außerdem ist Sibylles Thema vorrangig!
Mich hat gewundert, dass Sibylle nicht sofort zugesagt hat. Sie hatte sich auch auf den September auf Leros gefreut – gutes Wetter, Zeit mit Freunden, Saisonausklang…
Aber Familie geht vor – wir haben kurz diskutiert, unsere Meinungen und Argumente ausgetauscht, dann hat sie Sonja zugesagt und ihre Flüge gebucht.
Der Abend klingt bei einem kleinen Dinner aus – unser geplanter und erhoffter Monatsverlauf hat heute einen Haken geschlagen! Unverhofft kommt oft!
OK, macht auch Spaß! Wir sind wieder getaktet, eigentlich mögen wir das! So begebe ich mich am nächsten Morgen, wie vereinbart, zu EDINA und schalte die Navigation ein – und siehe da…
2,3m wäre deutlich zu wenig
Irgendwas kann nicht stimmen. Eds CNB geht am Ruder 2,7m tief. Weil das relativ viel ist, hat er extra einen Tiefenmesser für das Ruder verbauen lassen – dieser zeigt 2,3m. Würde alles mit rechten Dingen zugehen, dann würde das Ruder bereits 40cm tief im Schlick stecken.
Das kann aber nicht sein, denn es dreht sich leicht und scheint freigängig – was tun? Erster Impuls – tauchen! Zweiter Impuls – filmen!
Gedacht, gemacht!
Ich drehe ein Video für Ed – hier moderiere ich an. Klappe die Erste……wie in jedem guten Movie spielt auch hier ein sexy Starlet mitDann bringe ich die GoPro, an einer Segellatte befestigt, zum Heck des Schiffes…Um das Ruder zu filmen – es steckt nicht im SchlickDer Abstand zum Meeresboden ist ausreichend groß – der Tiefenmesser lügt
Ich messe mit der Segellatte noch die Tiefe und komme auf rund 3,5m – genug Wasser für die CNB!
Ich informiere Ed und gebe Entwarnung. Zudem schließe ich das Schiff noch an den Landstrom an, denn Manolis hatte mich informiert, dass die Starterbatterie kaum mehr genug Power zum Anlassen des Motors hatte. Auch ein schlagendes Fall binde ich noch ab – das war es zunächst, der erste Notfall war erledigt!
Sibylle und ich gehen zurück zu unserem Schiff. Ich muss die Kamera reinigen, die Batterien laden und die Fotos und Filme übertragen. Es ist ein schöner und warmer Sommertag!
Ein paar Wolken am Himmel, aber insgesamt sehr freundlich
Ich habe Schabernack im Sinn – wenn die GoPro doch schonmal im Einsatz ist, dann könnten wir sie doch zum Baden mitnehmen? Dabei könnte ich versuchen, mal wieder ein paar „Snapshots“ zu knipsen.
Machen ist wie wollen, nur krasser! Auf geht´s…
Irgendwie war die Linse nass – leider verschwommenAhhhh, Rückenplatscher!Ok, da gibt es coolere Aufnahmen – aber lustich war es allemalWir schwimmen noch ein bisschen, bevor wir wieder an Land kraxeln
Am Rückweg zu NESSAJA sehen wir bei Hans Peter vorbei. Die erste Lage Epoxiprimer war von gestern auf heute getrocknet, nun war er dabei, die zweite Lage aufzubringen.
Zur besseren Unterscheidung beim Streichen, verwendet man zwei unterschiedliche Farben. Heute war Beige ander Reihe.
Auf Grau folgt Beige
Den Epoxiprimer wollte er alleine Streichen, dafür hatte er auch nur einen Satz Anstreicherausrüstung. Für den finalen Coppercoat aber, da würde er drei Personen zur Unterstützung brauchen – zwei zum Anrühren des Schutzanstriches, einen zum Streichen. Die Ausrüstung ist vorhanden. Er selbst wäre als zweiter Anstreicher gesetzt.
Dieser sensible und teure Anstrich soll morgen aufgebracht werden. Morgen ist „Coppercoat – Thursday“! Morgen ist aber auch der Tag von Sibylles Abreise nach Deutschland – ein spannender Tag steht uns bevor.
Ein bisschen Ablenkung bringt das für heute anberaumte Dinner mit Gottfried und Gabi von der HARMONY. Es traf sich gut, dass die Beiden die Lücke vor Sibylles Abreise noch geschlossen haben, ansonsten hätten sich die drei nicht mehr gesehen – die HARMONY Crew reist während Sibylles Abwesenheit ab und geht in die Winterpause.
Die Taverne der Wahl am heutigen Abend – „Taverna o´ Karaflas“, wir gehen zu meinem Freund Dimitris, dem Glatzkopf.
Herrliche Aussicht und Wolkenberge über der TürkeiWir bekommen einen perfekten TischSalate und Glangerle als VorspeisenEin 1kg Tomahawk für Sibylle und mich als Hauptgang
Wie immer mit G&G verfliegt die Zeit. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, behandeln ernsthafte und weniger tiefgängige Themen. Abende mit den Beiden sind erfrischend – schon immer! Dafür schätze ich die Crew der Harmony.
Satt und zufrieden fallen wir ins Bett, morgen nimmt der September einen neuen, ungeplanten Lauf.
„Operator, this is an Emergency!“
Hans Peter ist angespannt! Da er für den Coppercoataufbau helfende Hände braucht, lässt er die Community wissen, dass Unterstützung gefragt ist. Bei solchen Aufrufen trennt sich häufig die Spreu vom Weizen – bei ganztägiger Drecksarbeit steht keiner gerne „Gewehr bei Fuß“!
Es heuern an – Markus von der TARA, Dieter von der INFINITY und natürlich ich selbst. Wir sollen uns um 09.00 Uhr einfinden, gestrichen wird bis wir fertig sind.
Für Sibylle und mich beginnt der Tag daher recht früh. Sibylle frühstückt verschlafen und ich diktiere ihr Aufgaben ins Lastenheft. Wenn sie schon so unverhofft nach Deutschland reist, dann möchte sie doch bitte ein paar Dinge mitbringen.
Die Zuckerwatte und die Nutella geht an die Enkelsöhne – Sibylle hört geduldig zu
„Bitte drei Gardena-Kupplungen mitbringen!“ „Ja“!
„Und noch einen Hahnanschluss!“ „Ja“
„In 1/2 Zoll!“ „Ja“
„Ich bestelle was bei Engelbert & Strauss, bitte mitbringen!“ „Ok“
„Ein Päckchen muss auch da sein, ein kleines Werkzeug!“ Ja, bring ich mit!“
„Und bitte den Ouzo nicht vergessen mitzunehmen, einzupacken und an Tobi versenden!“ Ja… Waaaaas??? Spinnst Du???“
Ich erkläre ihr geduldig, dass ich meinem früheren Arbeitskollegen Tobi noch eine Flasche Ouzo schuldig bin. Ich habe es versprochen, denn er hat mir bei ELOWYNs Turbolader wirklich weiter geholfen! Und es ist mir wichtig, dass es ein lokaler ist, nämlich der hier…
Ouzo aus Samos, den mögen wir durchaus auch gerne – das Beispielbild schicke ich ihr per WhatsApp
Sibylle verdreht die Augen. Sie stimmt aber zu, noch eine Flasche zu besorgen, dann aber müsse sie sich fertig machen und packen, ihre Fähre geht um 13.45 Uhr ab Agia Marina.
Sie hat gemischte Gefühle. Sie will Sonja zuhause helfen, sie freut sich abermals auf die Enkel – aber sie würde gerade jetzt auch gerne bleiben. Es ist ein zweischneidiges Schwert!
Wie ist eigentlich das Wetter in Deutschland so???
Äh, das ist ja nicht so tollNaja, dafür sind die Aussichten gar nicht mal so gutUnd einen Spaziergang im Oberland würde ich mir gut überlegen
Auch Deutschland ist von einem echten Tief betroffen. Der Sommer weicht. Das macht die Situation gerade nicht besser, hilft aber nix.
Ok, ich muss jetzt los und beim Unterwasseranstrich von LIBERTÉ helfen, ich verspreche Sibylle, sie mittags zur Fähre zu bringen…
Wir kommen zur Baustelle – alles ist bereits vorbildlich gerichtet
Hans Peter scheint seit Stunden schon am werkeln. Alles ist vorbildlich angerichtet und vorbereitet. Werkzeuge und Schutzausrüstung liegen parat, auch das Material ist aufgerichtet und vorsortiert – gefällt mir!
Markus kommt an – er blickt auf den gestern gestrichenen Rumpf und noch bevor er ein „Guten Morgen“ über die Lippen bringt, fährt es aus ihm heraus…
„Da können wir gleich wieder gehen, der Rumpf ist viel zu rauh, da musst nochmal schleifen. Den Coppercoatanstrich kannst vergessen!“
Ok, das trifft Hans Peter bis ins Mark. Der Kläger hat zwar nicht Unrecht, der Rumpf hat tatsächlich eine Orangenhaut, aber ob das wirklich relevant ist, bleibt zunächst offen.
Markus setzt sich zu mir…
Da sitzen wir nun – an wen oder was erinnert mich das???
Wir sitzen also nebeneinander da. Hans Peter wehrt sich gegen die Vorwürfe. Es sei egal ob das ganz glatt oder etwas hubbelig ist – wenn man nicht gerade Regatten gewinnen wolle. Für ihn reiche es aus, er schleife nicht mehr – heute wird gestrichen!
Ich höre ihn fragen, „…oder was meinst Du?“
Er sieht in meine Richtung. Ich drehe mich um, doch da ist niemand. Mich beschleicht der Verdacht er könne mich meinen. Shit – gerade noch stiller Zuhörer, schon gerate ich in den Konflikt, was tun???
„Ähhhh….“ höre ich mich sagen – in dem Augenblick fällt mir ein, an welches Bild mich diese skurille Szene erinnert!
Er sagt die Orangenhaut kann bleiben – hähähähä
„Ähhhh….“ wiederhole ich – Gott sei Dank kommt just in diesem Augenblick Dieter, welcher sich etwas verspätet hatte. Er wünscht einen guten Morgen, streicht über LIBERTÉs Rumpf und meint, „…ganz glatt ist es ja nicht geworden!“
Das lenkt ab! Meine offene Antwort ist nicht mehr relevant, die Diskussion auf´s Neue entfacht. Ich habe Glück, hätte aber salomonisch antworten können – Hans Peter hat Recht, es wird vermutlich nicht relevant sein – weder theoretisch, noch praktisch. Insgeheim stimme ich aber Markus zu, ich hätte bei NESSAJA auch ein besseres Finish angestrebt, rein aus optischen Gründen. Soll uns aber heute egal sein…
Hans Peter war sehr gut vorbereitet. Er hatte sich auch eine Einweisung des Arbeitsteams vorgenommen. „Alle mal herhören…“
Zwei mischen und rühren, zwei streichen…Die Topfzeit beträgt bei 26°C und 51% Luftfeuchtigkeit etwa 27 Minuten und 13 SekundenErst das, dann das – immer rühren, dann mit der Kappe des Härters den Alkohol dazugeben – zwei Kappen beim ersten Durchgang, drei Kappen beim zweiten Durchgang undsoweiter – und immer rühren
Genug der Worte – res, non verba – es geht los…
„Du, Hans Peter, das deckt nicht!“ „Jaaaa, das deckt erst ab dem vierten Durchgang!“„Hans Peter, soll des echt nicht decken?“ „Nein, erst ab dem vierten Durchgang!“„Vielleicht deckt des nicht weil der Rumpf so rauh ist!“ „Nein, das Finish reicht mir, es deckt erst ab dem vierten Durchgang!“Hans Peter streicht stoisch, er legt ein sehr hohes Tempo vor
Cees von der LE CLAPOTIS kommt vorbei, der Niederländer grüßt freundlich“Goedemorgen, sagt mal, gehört der Rumpf so rauh?“ Hans Peter rollt die Augen, er erwidert, „…ja, das ist ok – und der Anstrich deckt erst nach dem vierten Durchgang!“
Ich schmunzle in mich hinein – Slapstick vom Allerfeinsten – Geschichten die das Leben schreibt.
Cees macht ein paar Bilder, dann geht er wieder.
Ich bin zum Rühren eingeteilt – der Mann mit dem goldenen MixerWir Männer lieben schwarzen Latex – a „Boy Toy“Men in Black (Gloves)Hans Peter am Kiel – drei Lagen sind schon draufLove it or hate it – die „Orangenhaut“ von LIBERTÉ
Gottfried sieht nach dem Rechten – ihr ahnt was kommt – „Guten Morgen Männer! Sieht ja schon ganz gut aus. Aber es deckt noch nicht, ob das an der Orangenhaut liegt?“
Hans Peter holt tief Luft, ich merke wie sein Kamm schwillt – gerade noch rechtzeitig kann ich dazwischengehen und statt seiner antworten. „Nein Gottfried, die Orangenhaut ist irrelevant und für Hans Peter akzeptabel. Wir haben schon drei Anstriche drauf, aber es deckt wohl erst ab dem vierten!“
Ich sehe zu Hans Peter, er lässt die Luft ab und nickt – „Genau!“
Sibylle macht ihre Aufwartung – der Ouzo ist gekauft, sie müsse bald weg
Als Gottfried geht, kommt gerade Sibylle vorbei um mir zu sagen, dass sie in etwa einer Stunde weiter muss. Ich kenne meine Frau und bin auf der Hut.
Als sie die Arme in die Hüften stemmt und zum Rumpf schaut, zuckt ihr Mindwinkel – ich sage hastig, „…sieht gut aus Sibylle, oder? Das Finish ist ok und ab der nächsten Lage deckt es auch!“
Sibylle sieht mich an, ich kann ihre Gedanken lesen. Sie sagt nix, Gott sei Dank!
Wir streichen weiter…
Kurze Absprache, dann geht es weiterLangsam wird es – ihr ahnt schon, die vierte Lage ist endlich drauf
Es wird nass in nass gestrichen – immer reihum. Man merkt sich, wo man schon gestrichen hat. Immer wenn man einmal rum ist, wird die Mischung neu angepasst.
Es wird ohne Pause gestrichen, so lange bis die Farbe verbraucht ist. Für LIBERTÉ wurden 13 Verpackungseinheiten berechnet, die soll für etwa sechs Lagen reichen.
Irgendwann ruft Hans Peter, „…die Farbe ist aus!“ Das war es, wir sind fertig! Ich frage noch nach, ob das wirklich alles sei, ob wir wirklich 11 Einheiten verstrichen haben? Mir kam es wenig vor, zumal es nur für fünf Lagen gereicht hat.
„Nein, passt schon, die Farbe ist aus! Wir sind fertig, Danke Jungs, ihr seid entlassen!“
Geschafft – fertig
Das trifft sich gut! Exakt jetzt muss Sibylle zum Fähranleger nach Agia Marina! Ich verabschiede mich, darf mir Hans Peters Ranger ausleihen und karre meine Gattin nebst Gepäck in das kleine Örtchen auf der anderen Inselseite.
Wir haben etwas Zeit, also gönnen wir uns noch einen „Freddo Cappuccino“ im neu eröffneten Café „Navarone“.
Man sitzt schön, alles ganz modern, nicht so eng bestuhltDer „Freddo“ war lecker, aber wir mussten ewig warten
Durch die lange Wartezeit auf unsere Bestellung, verging die Zeit wie im Flug. Bald schon kam Sibylles Zubringer um die Ecke und für uns war es an der Zeit, uns zur Rampe zu bewegen – ich verabschiede mich von meiner Frau, sie geht nach Deutschland, ich bleibe abermals alleine zurück auf Leros.
Gute Reise, bis irgendwannSie steigt ein, die Massen verschlucken sie – ich mache mich auf den Weg zurück
Weg ist sie! Damit hatten wir nicht gerechnet! Sibylle macht sich auf zu ihrem vierten Deutschlandbesuch in diesem Jahr. Die Frequenz steigt. Wir wissen Beide noch nicht wann sie zurück kommen wird, es kann eine Woche dauern oder vier. Sibylle selber rechnet mit einer Woche, ich denke, dass es länger dauert, die Mission lautet schließlich, dem kleinen Otto den Schulbeginn zu erleichtern – hierfür gibt es kein klassisches Enddatum.
Ich fahre zurück zu LIBERTÉ und Hans Peter – nanu, Dieter ist auch noch da, es stehen Farbdosen auf der Interimswerkbank – was hat das zu bedeuten? Was ist hier geschehen?
Dieter und HP setzen die Arbeit fort
Der Saarländer erklärt mir, dass er vergessen habe einen Karton mit „Coppercoat“ Zutaten auszupacken. Es muss rasch gehandelt werden – Operator, this is an Emergency – der letzte und sechste Anstrich muss gestrichen werden, bevor der vorherige angetrocknet ist.
Ich stecke meine Hände abermals in schwarzes Latex und denke an meine Frau, die wohl gerade auf der Fähre sitzt. Na dann, legen wir nochmals los…
Ok, sechs Lagen – jetzt aber!
Nach einer weiteren Stunde sind wir fertig, tatsächlich fertig! Wir räumen die Baustelle auf und ziehen das Klebeband für den Wasserpass ab. Jetzt endlich ist es geschafft – Hans Peters Projekt mit „Priorität 1“ ist erledigt! Seine LIBERTÉ trägt neue Unterwäsche, sie kommt kupferfarben daher, Coppercoat soll in Zukunft vor Bewuchs schützen.
Jetzt sieht sie gut aus – die Farbe hat nach der vierten Lage gedeckt
Wir haben jetzt zwei komplette Garnituren des „Coppercoat“ Anstriches zurückgehalten. Diese Einheiten sind für das Ruder, welches noch zu bearbeiten ist, zudem müssen noch die Auflageflächen der Stützen gestrichen werden. Beide Arbeiten planen wir für den April 2025!
Es gibt jetzt ein neues Projekt mit „Priorität 1“, nämlich die Erneuerung des stehenden Guts und das Stellen des Mastes. Ob das klappt werden wir sehen, im Moment gibt es keine Neuigkeiten aus Athen.
Inzwischen ist der Abend angebrochen, die Sonne verschwindet mittlerweile recht früh am Horizont.
Wir alle ziehen uns zurück und machen uns frisch
Unser „Bauleiter & Einpeitscher“ des heutigen Tages, hat es sich nicht nehmen lassen, ein Helferessen zu spendieren. Die ganze Truppe trifft sich also im „SouVLakki“ auf einen Grillteller – so muss das!
Ich weiß schon was ich bestelle – und der Kellner weiß es auch
Markus kommt an diesem Abend nicht alleine, er stellt uns Lilly vor, eine sehr nette und interessante Frau. Seglerin, Deutsch-Griechin, wortgewandt – sie war durchaus eine Bereicherung an diesem Abend. Ich bin gespannt, ob wir Lilly noch einmal sehen werden.
Klar, dass ein solcher Abend nicht ohne Eisabsacker enden darf. Wir drehen also die Runde über „Repapis“ Eistempel und beenden den Tag dann langsam – wir waren alle geschafft!
September – inzwischen hat sich die Besucherzahl nivelliert, alles ist wieder auf NormalniveauDrei Kugeln – die Mädels lassen sich nicht lumpenDAS sind Eisbecher – DAS sind Kugeln
Zuhause falle ich todmüde ins Bett. Der letzte Gedanke an den ich mich erinnern kann – „…was machen eigentlich ELOWYNs Batterien?“ Dann bin ich wohl eingeschla….Chrrrr, chrrrr….
Als ich am nächsten Morgen aufwache, habe ich die Stromspeicher meines Patenschiffes sofort wieder im Sinn. Ich stehe auf, trinke meinen Kaffee und fahre dann nach Lakki, um nachzufragen, ob denn mit der Verschiffung alles geklappt hat. Hat es! Das ist ja mal eine gute Nachricht, es kann also losgehen!
Kaliopi, die Juniorchefin, bestätigt – die Akkus sind da
Ja, irgendwie ist es verwunderlich. Natürlich habe ich die Batterien zunächst dort angefragt, wo man mich vermuten würde – ich war an der BP Tankstelle Mavroudis und habe mit Vivi darüber gesprochen. Von ihr habe ich den besten Preis aber leider eine inakzeptable Lieferzeit bekommen.
Ich war sebstverständlich bei unserem Ship-Chandler in der Evros Marina. Panos hat mir, auf Nachfrage, den gleichen attraktiven Liefertermin genannt wie Kaliopi, hat aber dann, als ich die Batterien selber definieren wollte gesagt, „Captain, send me a picture…“! Er kann eben nicht aus seiner Haut – doch diesmal war diese Aufforderung die falsche, die Zeit drängte.
So fiel die Wahl eben abermals auf den schönen, neuen und aufgeräumten Laden der „Artemis Boatyard“. Die zwei Damen im Laden haben das so gut im Griff, da passt jede Aussage – sie handeln absolut verlässlich und professionell!
Ich informiere Volker per WhatsApp, dass die begehrten Akkus vor Ort sind. Zudem meine neugierige Frage – und wo seid ihr?
Da nicht umgehend eine Antwort kommt, sehe ich einfach nach…
Ok, das ist noch ein Stück – aber Ankunft heute!
Nachdem klar wird, dass ich noch Zeit habe und der Einbau wohl erst morgen stattfinden wird, gönne ich mir erstmal ein Frühstück. Doch wohin nur??? Mikes? Ein Kotopita? Hm, heute nicht! Marietta? Ein Rührei mit Speck? Nein, ein Andermal. Ich weiß!!!
SO geht Frühstück
Ja tatsächlich, Eis kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit – schade, dass es bei „Repapis“ kein Himbeereis gibt, ich müsste sonst ernsthaft über den 1977er Schlager von Hoffmann & Hoffmann „Himbeereis zum Frühstück“ als Headline nachdenken. Dabei frage ich mich, ob es auf Leros eigentlich Fahrstühle gibt – aber das ist ein anderes Thema 😉 …
Zurück in der Marina, spricht mich Hans Peter an, er bräuchte Hilfe. Diesmal ist es kein „Emergency Call“, es geht nur um eine Kleinigkeit.
Mein Freund hat ein nur zwei Jahre altes 240er Hypalon-RIB gebraucht erworben, dies müsse am anderen Ende der Marina geholt werden. Klar, machen wir sofort…
Wir laden das neue Schnulli auf – der Weg ist nicht weit, ein Gurt reicht
Gemeinsam brummeln wir mit dem Ranger über den Sandplatz der Marina und bringen das Schnäppchen zu LIBERTÉ. Ein guter Kauf! Der Saarländer freut sich und lädt mich auf ein Sprudelwasser zu sich an Bord.
Dort werden wir sehr nett empfangen…
Er mag es wenn Menschen die Leiter hochkommen – für einen Moment auf Augenhöhe
Wir sitzen im Cockpit der Bavaria 41H und trinken das Blubberwasser. Es ist noch heiß, daher genießen wir die Zugluft auf HPs „Roof-Top Terrace“, dies wird sich im Laufe des September noch ändern – aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Wir klönen, wir haben keinen Zeitdruck! Man merkt dem Saarländer die Erleichterung an – Coppercoat ist gestrichen, das stehende Gut ist in Athen. Es stehen zwar eine Menge Kleinarbeiten auf der Liste, aber für den Moment ist der Druck erstmal aus dem Kessel.
Dass Sibylle nach Deutschland musste und wir auf einen Kurzurlaub auf der ELOWYN verzichtet haben, hat Hans Peter in die Karten gespielt. Ich hatte mehr Zeit und Lust, mich auf seine offenen Punkte zu konzentrieren. Wir besprechen uns, wie geht es weiter?
Nun, wir müssen auf die Fertigung der neuen Wanten und Stagen warten, hier können wir kaum etwas tun, alles ist „just in time“ geplant. Mein Freund fordert ein paar Tage relaxen ein. Ich bestätige das und informiere ihn, dass sich dies gut träfe, denn ich würde mich die nächsten Tage auf Tina und Volker nebst ihrer ELOWYN konzentrieren.
Zusammen sehen wir noch einmal nach, wo die Beiden eigentlich unterwegs sind – eine klare Annäherung ist zu sehen, sie werden bald ankommen.
Ziel vor dem Bug
So haben wir Beide einen ganzen Nachmittag verratscht. Das hat auch einmal gut getan, zusammensitzen ohne Arbeitslast. Ich bleibe noch eine Stunde sitzen, dann möchte HP kochen.
Für mich dagegen ist es Zeit an den A-Ponton zu gehen um beim Anlegen von Volker und Tina zu helfen.
Marinero Giannis wartet schon als der blaue Riese einläuft, er will heimZusammen geht es schnell – die Sonne will gerade verschwinden, als die Algro 68 final befestigt ist. Maschine aus!Schön, dass ihr wieder da seid – darauf einen Moët
Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass ich bereits einen Leihwagen organisiert habe und dieser parat steht! Wir gehen heute zusammen ins „SouVLakki“, weil Tina, man höre und staune, „Lust auf Fleisch“ hat. Ich grüble, ob dies die vielzitierte „Fleischeslust“ ist, bekomme aber keine abschließende Antwort – egal, wir lassen den Tag wunderschön ausklingen.
Als wir spät nachts in die Marina zurück kommen, ist nahezu absolute Ruhe. Der Mond schickt sich an, zum Vollmond zu werden und kann der Szenerie eine besondere Stimmung auferlegen.
Absacker auf meinem Patenschiff – jetzt aber heim
Am nächsten Morgen vernehmen meine Ohren zwei Geräusche. Das Klingeln des Weckers einerseits, anderseits das Brummen meines Kopfes.
Alles Jammern hilft aber nix, die Pflicht ruft! Heute bauen wir „mal schnell“ sechs Batterien um – jede 12V / 180Ah und rund 50kg schwer.
Ich bin zur verabredeten Zeit vor Ort – und siehe da, Volker war schon fleißig! Hier lässt er sich nichts nachsagen.
Salontisch, Bodenpanele und Verkabelung – alles schon demontiert
Sein Überengagement hat für mich einen Vor- und einen Nachteil – der Vorteil, ich muss mich nicht, in gebückter Stellung, auf den Knien rutschend, mit Kleinarbeiten plagen.
Der Nachteil – mit dem ersten Handgriff hängt ein 50kg Monster an meinen Ärmchen. Das Gewicht zerrt an den Schultern, Ellbogen und Handgelenken.
Wir „lupfen“ die „Kaventsmänner“ erst aus ihrem Fach – sind nur sechs StückWir rackern – aber der Spaß kommt nicht zu kurzIrgendwann ist es geschafft – Nummer 6 steht schon im Niedergang
Es ist nicht zu vermeiden, dass wir jede einzelne der wuchtigen Batterien etliche Male packen und anheben müssen. Es geht nicht anders als in kleinen Etappen.
Vom Batterie-Kompartment auf den Salonboden, von dort über die Niedergangstreppe auf den Cockpittisch, vom Cockpit ans Heck des Schiffes, von da über die Gangway auf den Ponton und, last not least, vom Ponton in den Kofferraum des Jimnys.
Alle drin! Obendrauf das SUP, das bringen wir zur Reparatur zu Giorgos
Wir fahren zu Giorgos „Boat & Parts“ und geben das SUP zur Reparatur ab, dann geht es weiter zum Laden von „Artemis Boatyard“, wo unsere Batterien schon auf einer kleinen Palette auf uns warten.
Es beginnt ein ähnliches Spiel – jede der sechs alten Batterien ausladen. Dann in den Lagerraum des Geschäftes tragen – auch hier gibt es eine Altteilrückgabe. Die Neuen stehen zum Glück vor dem Laden und sind relativ rasch ins Auto gestapelt – dann geht es zurück in die Marina.
Wir sind wieder da
Naja, ihr könnt euch vorstellen was jetzt kommt – wir machen alle Schritte des Vormittags noch einmal, nur in umgekehrter Reihenfolge.
Als wir die Dinger an Bord haben sind wir echt erleichtert. Das ist die „halbe Miete“…
Sieht lässig aus – war es aber nicht
Wir trinken einen Espresso und schuften weiter. Das Gute an solchen Arbeiten ist, irgendwann hast Du ein Ergebnis!
Ja, man plagt sich, man ärgert sich, aber irgendwann liegt die Hauptlast hinter einem. So auch heute! Am Spätnachmittag vermelden wir Vollzug! Die neuen Energieträger sind ausgepackt und auf ihre Plätze gehoben, die körperliche Schwerstarbeit hat ein Ende gefunden.
Sieht gut aus
Volker ruft ein „Freu-Bier“ aus, das hätten wir uns verdient! Ich muss sagen, so ganz unrecht hat er da nicht. Wir merken halt auch, dass wir nicht mehr 20 sind. Aber generell muss ich sagen, dass die Rackerei glimpflich an uns vorübergegangen ist – wir hatten andertags keine unsäglichen Schmerzen.
Geschafft – we „fixed“ it! Darauf ein FIX
Volker entlässt mich in den Feierabend. Er wolle noch das Interieur von ELOWYN zusammenbauen, dann könnten wir doch an den Panteli Beach fahren, ein weiteres Bierchen schlürfen und uns etwas erfrischen?
Ja, das klingt gut! Zudem einigen wir us auf das „La Nostra“ als Restaurant der heutigen Wahl. Volker ist´s nach Pizza und ich freue mich – Leibspeise!
Ich erhalte den Auftrag, am Weg zu NESSAJA sowohl Hans Peter als auch Gabi und Gottfried zu informieren – wer will kann mit!
An der HARMONY brauchts keine lange Überredung! Die Beiden freuen sich und sagen zu. Dann gehe zu LIBERTÉ und frage Hans Peter. Er zaudert, denn er hätte schon eingekauft und müsse erst überlegen, ob nicht etwas Verderbliches dabei wäre.
Es vergehen Sekunden, die mir wie Minuten vorkommen – ich experimentiere derweil mit des Sarländers Brille…
Steht mir – ich brauche auch eine runde Brille, leider hält Plastik hier nicht lange
Mein Freund reißt mich aus meinen Gedanken – „Ok, ich komm´ mit! Kochen kann ich morgen.“ Na also, geht doch!
Ich verhole mich auf NESSAJA und gönne mir eine Stunde Pause. Ich lege mich einfach auf die Salonbank und schaue in die Luft – Sibylle nennt es „doof schauen“. Obwohl ich den wortbrechenden Comedy-Star Willy Astor gar nicht so mag, fällt mir in dieser Sekunde sein Werk „Das Flunserl“ ein – „…ich lieg auf meiner Couch und sehe so a klitzekleines Flunserl…“
Viel zu schnell vergeht der Moment der Ruhe. Ich packe meine Badehose und fahre mit Tina und Volker an den Panteli Strand. Wir genießen den restlichen Tag!
Just in diesem Moment ertönt ein BIMM und eine Nachricht von Sibylle trudelt herein. Ich wusste, dass sie gut angekommen ist und sich voll ins Family-Business gestürzt hat. Leider läuft es mit der Eingewöhnung der Knaben in Schule und Kindergarten nur bedingt gut. Sie ist frustriert und hadert zudem mit dem Wetter. Ich erhalte dieses Bild…
Die Firstalm liegt direkt oberhalb unseres früheren Zuhause – ein beliebtes Ziel für Spaziergänge
Ich bin in einer Zwickmühle! Was soll ich antworten? Ich spreche ihr mein Bedauern aus, das mit dem Wetter ist echt Mist. Ich vermittle Zuversicht und stimme zu, dass es gut war anzureisen und zu helfen – sie würde das hinbekommen.
Gerade als sich der Ton in der Kommunikation normalisiert, entscheide ich ebenfalls ein Bild zu senden – war wohl keine gute Idee, die Kommunikation reißt ab…
Ich kann doch nix dafür
Wir bleiben nur etwa eineinhalb Stunden, dann geht es zurück in die Marina. Wieder zieht sich jeder in die privaten Gemächer zurück – „frisch machen“ steht auf dem Programm, denn dann ruft das „La Nostra“!
In der Marina wird wieder fleißig gekrant. Der Platz ist jetzt schon gut angefüllt, es herrscht eine 105% Auslastung, was manchmal für Unbill sorgt.
Aus diesem Grund und weil das „Skipper´s“ immer noch geöffnet hat, muss dafür Sorge getragen werden, dass genug Manöverraum für die großen Kräne und den Mover bleibt – dafür hat sich die Marinaleitung Maßnahmen einfallen lassen.
Leider gibt es eben auch hier immer diesen einen Deppen.
Kein Wort über die Herkunft – hätte jedem passieren können, oder?
Es parken eben um diese Jahreszeit noch viele Wägen innerhalb der Marina. Nicht jeder Zeitgenosse schaltet dabei das Gehirn ein und beachtet die Fahrwege der Arbeitsmaschinen oder Zulieferfahrzeuge.
Der arme „Crane Operator“ Giannis muss dann immer echt lang die Mieter oder Besitzer der Wägen suchen, das verzögert die Abläufe – aber Hauptsache, dass jeder sein Auto gaaaanz nah am Schiff hat.
Wenn ich Kalif wäre anstelle des Kalifen, ich würde es einmal auf eine Auseinandersetzung ankommen lassen und ein Auto mit einem Schiff zuparken. Klar, ein bisschen Zirkus, ein bisschen Heckmeck – warten bis es genug Leute gesehen haben und dann „Radio Ponton“ für sich arbeiten lassen.
Ich bin sicher, dass dann keine Autos mehr zwischen den Booten stehen würden. Na egal, ich reg´ mich wirklich nicht auf, wo Menschen sind menschelt es eben – ein Spiegel der Gesellschaft!
Wir zwängen uns in den kleinen Jimny und brummeln zur Pizzeria, dort treffen auch Hans Peter und G&G ein.
Feines Wägelchen so ein JimnyPlatz ist in der kleinsten HütteDie Pizza ist heute wieder superleckerGesellige Runde – wir senden Grüße an Sibylle
Es war ein kurzweiliger Abend! Wir haben uns kreuz und quer unterhalten, für jeden war ein Thema dabei und es herrschte keine Sekunde Langeweile.
Sehr zu meiner Überraschung, schließen wir auch den heutigen Abend bei „Repapis“ ab. Tina und Volker sind gar nicht so Ice-Lovers, wir gehen selten bis nie in Lakkis Eispalast – heute aber schon! Vielleicht war es einfach der „Gruppenzwang“, vielleicht die Neugierde – wie auch immer, der Tag klang bei einer süßen Köstlichkeit aus.
Pretty in Pink – ein „Freudenhaus“ im allerpositivsten Sinn
Der neue Morgen bricht an – ein Tag des Abschieds und des Wiedersehens gleichzeitig – kurios wird es dadurch, dass es sich um ein- und dasselbe Schiff handelt – die ELOWYN!
Durch die Unterbrechung ihrer Reise, haben Tina und Volker nur zwei bis drei Tage Zeit, bevor sie noch einmal, geplant diesmal, für zwei Tage in die Marina kommen. Dann, um das Schiff für ankommende Gäste vorzubereiten und um hier zu bunkern.
Die Beiden wollen unbedingt auslaufen, doch es stellt sich die Frage – wohin??? Dies erörtern und diskutieren die Beiden während eines Frühstücks im „Skipper´s“ – ich schließe mich einfach mal an und bin ganz Ohr!
Breakfast at… nein, nicht Tiffany´s – „Skipper´s“! Es wird überlegt, wohin die Reise gehtEs gibt eine neue Frühstückskarte – die ausgewählten Speisen sind gut
Mich wundert, dass auch die Locals zum Frühstücken kommen. So treffen wir Gianna Mavroudis mit Familie. Ihr Mann Maximos ist an der familieneigenen Tankstelle beschäftigt und ein Autonarr – dies bestätigt ein Blick auf sein Automobil.
Wer Leros kennt weiß, dass so eine Maschine hier eigentlich absurd ist – aber was soll´s?
Kann man, muss man aber nicht
Ach ja, wie ist es ausgegangen? Wohin führt der Törnplan der ELOWYN? Haltet euch fest, es soll nach Panteli gehen!
Es stehen also etwa 7nm auf dem Plan, Ankunft in ein bis zwei Stunden. Ich soll das Auto bitte einen Tag länger mieten und einen Tisch im „Harris“ und anschließend im „Pirofani“ bestellen – ok, das klingt aber nicht schlecht! In mir macht sich Vorfreude breit…
Doch zunächst heißt es Abschied nehmen – für zwei Stunden!
Da fahren sie dahin
Ich nutze die Pause für dringende Hilfe – „Operator, this is an Emergency!„
Es ist ein „echter“ Notfall, einer der Art, wenn ein Vollblut DIY-Skipper um Hilfe ersucht, weil er mit seinem Latein am Ende ist. So ergeht es heute Gottfried.
Ich habe das so noch nie geschrieben, aber Gottfried ist einer von zweien, von denen ich mir bei NESSAJA habe helfen lassen. Er ist ein Tüftler, einer der es eher etwas zu genau nimmt und sich zu verstricken droht – aber er ist auch der, der sich in Lösungsansätze verbeißt wie kein Zweiter.
Er tüftelt lange schon an seinem Wassertank, dieser ist undicht. Mehrere Reparaturversuche führten nicht zu dauerhaften Erfolg. Zu guter Letzt hat er entschieden, einen neuen Tank auf Maß schweißen zu lassen. Gefertigt wurde der Tank von meinem Freund Giorgos.
Es sieht so aus, als ob auch der neue Tank undicht ist!!! Gottfried ist der Verzweiflung nahe, ich möge bitte vorbeisehen.
Klar zu erkennen, ein Tropfen an der Schweißnaht
Ich konnte helfen, auf ganz banale Art und Weise! Gottfried wollte nicht akzeptieren, was nicht sein darf – er hantierte mit Zewa, stellte Drucküberlegungen mit einer bestimmten Höhe Wassersäule an und überlegte ernsthaft, ob man den Tank vielleicht besser nicht ganz auffüllen soll.
Der Grund lag auf der Hand – er hatte den Tank inzwischen fünfmal ausgebaut, jedesmal gehofft, jedesmal den Nackenschlag wegstecken müssen. Nun steht in drei Tagen ihre Heimreise an und es gibt alle Hände voll zu tun – dies steigert die Kompromissbereitschaft und verhindert klare Gedanken.
Ich schaue mir den Tank an, warte zwei Minuten – ein Tropfen! Ich putze die Stelle ab und warte wieder zwei Minuten – wieder ein Tropfen. Klare Sache – undicht! Bei Wasser gibt es nur 1 oder 0! Dicht oder undicht, Top oder Flop.
Ich sehe ihn an und sage – „…lass´ das Wasser ab und bau´ ihn nochmal aus. Ich bring ihn mit Hans Peter zu Giorgos und kümmere mich während des Winters darum. Nächstes Frühjahr hast Du einen dichten Tank!“
Er vertraut mir und übergibt das Projekt in meine Hände – ich freue mich, dass ich etwas für Gottfried tun kann.
Für heute reicht es mir! Ich bin verschwitzt und freue mich auf ein Bad am Panteli Beach! Dort würde ich auch Volker und Tina wieder treffen. Ich packe meine Badebuxe und tuckere mit dem Mopped an den schönen Strand.
Herrlich – ein TraumIch gehe eine Runde schwimmen und fletze mich dann etwas auf die Liege
Ich kann nicht anders, es überkommt mich einfach – ich weiß auch, dass es ein bisschen gemein ist, aber ich MUSS Sibylle dieses Bild schicken! Ich verbinde es mit der scheinheiligen Frage, wie es denn bei ihr so sei…
Dazu hänge ich noch ein weiteres Bild an!
Weiter weg vom Wasser sollte man nun wirklich nicht ruhen
Sie antwortet prompt und schickt Emojis die ich ohne Brille nicht genau erkennen kann. Das eine scheint ein braunes Dreieck zu sein, das andere ein roter Kreis mit einem angedeuteten Blitz – komisch???
Natürlich schickt auch sie ein Bild, sie sei gerade etwas spazieren…
Oh wie schön – Winterwonderland! Gott sei Dank bin ich weit weg
Auch ich kommentiere ihr Bild mit einem Emoji, ein gelber Punkt mit einem grünen Strahl am unteren Ende lässt mich vermuten, dass ich das Kotzemoji ausgewählt habe!
Als ich mit Volker und Tina den Strand Richtung Parkplatz verlasse, wir sind auf dem Weg zum „Harris“, stehen zwei Musiker vor dem „Tante -Emma-Laden“. Just in diesem Augenblick kommen hupende Autos und stoppen auf dem kleinen Platz, dieser ist augenblicklich blockiert.
Das Brautpaar steigt nebst den Begleitern in den ersten drei Fahrzeugen aus, die Musiker fangen an zu spielen und es wird auf der Straße getanzt. Panteli ist für fünf Minuten blockiert, aber niemand regt sich auf.
Das ist Griechenland – I love it! το λατρεύω!!!
Gelebtes Brauchtum
Hier ein kleiner Clip um einen Eindruck zu bekommen
Kaum war der Tanz getanzt, gab es eine Runde Tsipouro und die Karawane setzte sich wieder in Gang. Der Stau löste sich schneller auf als gedacht, so konnten auch wir unsere Fahrt zu Haris´ Bar in der Windmühle am Bergkamm fortsetzen.
Ein paar Minuten später trafen wir ein und bekamen den perfekten Tisch zugewiesen – ein bisschen Glück war dabei, weil wir nur auf einen Drink bleiben wollten. Für die kurze Zeit war es kein Problem diesen besonderen Platz zu besetzen.
Wir bekommen den freistehenden Tisch auf der kleinen TerrasseDie Luft ist klar, der Blick nach Kalymnos wunderschönUnten das pittoreske Panteli und auf der anderen Inselseite die Lakki Bucht – am Horizont Wolkenberge über den KykladenWir genießen die letzten Sonnenstrahlen und albern herumEin wunderbarer Platz
Wir gönnen uns einen „Hakuna Matata“, einen Longdrink, der scharf angemischt und sehr fruchtig ist – sehr geiles Getränk. So genießen wir die eineinhalb Stunden bis die Sonne weg ist, dann fahren wir den Berg wieder hinunter nach Panteli – wie bereits erwähnt, ist das „Pirofani“ heute die Taverne unserer Wahl.
Es ist ein toller Tag, sorgenfrei, alles in Ordnung – Hakuna Matata!
Auch im „Pirofani“ haben wir einen super Tisch – first row to shore
Hier passiert zum ersten Mal in diesem Jahr, dass Volker noch einmal mit dem Dinghy zu ELOWYN fahren muss. Beiden, Tina und ihm selbst, ist es nach einer leichten Jacke oder einem Pullover.
Ich will es nicht wahrhaben, aber ich muss beipflichten. Ich habe nicht den Luxus „schnell mal“ das Longsleeve holen zu können und harre daher aus – aber ich fröstle und ziehe mir wohl eine leichte Erkältung zu.
Der Hochsommer hat sich klammheimlich und viel zu früh verabschiedet. Es ist für Mitte September etwas zu kalt, die letzten Jahre waren wir erst ab Oktober langärmelig. Ich hoffe, dass dies noch einmal etwas besser wird wenn der Wind nachlässt – im Moment sieht es nicht danach aus.
Wir bestellen nur Meze – davon aber ausreichend
Heute belassen wir es dabei ausschließlich Meze zu bestellen. Das aber in einer solchen Vielfalt, dass wir alle satt werden und für jeden etwas dabei ist – es war ausgesprochen lecker!
Ab nach Hause
Spät am Abend trennen sich unsere Wege, Tina und Volker klettern in ihren WILLI, der sie zum Mutterschiff zurückbringen wird. Ich fahre mit dem geliehenen Jimny zurück, diesen muss ich morgen bei Rena abgeben.
Abermals verabschieden wir uns – wohlwissend, dass wir uns in zwei, drei Tagen in der Marina wieder sehen werden.
Ich drehe mich noch einmal um – ich mag das „Pirofani“
Auf der Heimfahrt vibriert es in meiner Hosentasche. Ich staune nicht schlecht als ich zuhause auf den Bildschirm gucke – soooo lange hat die Abstinenz ja nicht gedauert!
Eine Nachricht von Volker – „…beim WILLI leuchtet die Motormanagement Lampe! Wie kannst Du helfen? Dringend! Ich habe den Motor sofort abgestellt“
„Operator – this is an Emergency!“
Ich blättere noch ein wenig im Werkstatthandbuch des „Williams Jet-Tenders“ und schreibe Volker dann eine WhatsApp – „…siga, siga, Regel Nummer 1 in der Seefahrt lautet Ruhe bewahren! Bitte Batterie abklemmen, zehn Sekunden warten, wieder anklemmen. Was passiert? Licht aus? Bitte morgen Rückmeldung!“
Als ich am nächsten Morgen mein Mobiltelefon einschalte, ploppt die Nachricht bereits auf – „Alles ok, die Lampe ist aus, wir hauen heute ab und verlassen Leros noch einmal für ein paar Tage!“
Ok! Das hätten wir also. Die ELOWYN zieht ihre Kreise durch das „Rentnerdreieck“ – und was mache ich heute? Ich weiß! Kaffeetrinken – und dann bringen Hans Peter und ich Gottfrieds inkontinenten Tank zu Giorgos.
Der undichte Tank muss nachbearbeitet werden
Der Zufall will es, dass Giorgos an diesem Morgen gerade an Volkers SUP arbeitet. Genauer gesagt, es wird im Moment auf Dichtheit geprüft, denn des Schweißers bester Freund, seines Zeichens Vulkaniseur, hat schon ganze Arbeit geleistet.
Bisheriges Ergebnis – sieht gut aus! In zwei Tagen könne ich es abholen.
Das teure Board konnte noch einmal repariert werden
So, geschafft! Der nächste Punkt auf unserer Liste ist eher unangenehmerer Natur – wir hatten Terrier Merlin bereits in die Transportbox gepackt und ihn mitgenommen, denn jetzt führte unser Weg schnurstracks zum Tierarzt.
Hans Peters armer, schnauzbärtiger Weggefährte laborierte an einer Entzündung am Poppes, genauer gesagt, seine Analdrüsen machten ihm zu schaffen. Hier musste der Tierarzt ran, der treue Vierbeiner war geplagt, das merkte man ihm an…
Eine tolle Praxis und ein sehr guter Tierarzt – hier waren wir auch schon mit MamosDas Zamperl brauchte Trost – er ahnte wohl was kommt
Ich spare mir die „vorher“ Bilder, das sah schon schmerzhaft aus! Ich habe draußen gewartet, aber es war deutlich hörbar, dass Merlin schmerzhafte Sekunden aushalten musste.
Aber er war tapfer, hielt durch und konnte schon nach wenigen Minuten aus dem Behandlungszimmer entlassen werden. Sein Herrchen wurde noch mit allerhand Pflichten betraut, einsalben, Tabletten geben, undsoweiter – dann aber konnten wir zurück in die Marina fahren.
Merlin war geschafft, erst mal ausruhen! Die Wunde lässt erahnen, was der Terrier aushalten musste.
Man merkte deutlich – das Leid war weg! Alles richtig gemacht – die Pflichten des Hundehalters
Wie spanne ich nun den Bogen von Merlins rasiertem Hinterteil zu meinem Brunch??? Schwierig! Ich vermute, die beste Lösung ist ein Landschaftsbild!
„Göran-Schildt-Regatta“ in der Lakki Bucht
Ich verspürte nämlich einen kleinen Appetit und überprüfte den Inhalt meines Kühlschranks. Nix drin! Nun, verwunderlich war das nicht, denn ich fahre die Lebensmittelhaltung während Sibylles Abwesenheit immer auf Null zurück.
Ich musste also rasch in den Supermarkt, um mir ein Hummus zu den vorhandenen Grissini zu kaufen. Dabei fiel mir auf, dass gerade die „Göran-Schildt-Regatta“ in der Bucht von Lakki gestartet wurde. Die Segler kreuzten unter weißen Tüchern, um die heutige Aufgabenstellung der dreitägigen Veranstaltung zu erfüllen. Ich sah mir das Treiben ein wenig an, dann aber gab ich meinem Magenknurren nach…
Kleiner Snack am Mittag
Ich genieße diese Momente und sitze absichtlich im Salon von NESSAJA – ich freue mich über einen Augenblick Ruhe und Zurückgezogenheit!
Leider war dieser nicht von langer Dauer – ich höre von außen rufen „Mario (Operator) – this is an Emergency!“ Ok, zugegeben, der Wortlaut war leicht abweichend, dennoch ließ mich Alistair von unserem Schwesterschiff MONEY PENNY verstehen, dass er dringend meine Hilfe bräuche – nicht direkt, er bräuche ein Werkzeug, meine große Crimpzange!
Haben ist besser als brauchen
Er hat Probleme mit seiner Ladeelektrik und bereits zwei Lichtmaschinen abgefackelt. So langsam schwant ihm, dass es nicht an den Alternatoren liegen kann – er beabsichtigt daher die Verkabelung anzupassen. Später, als er die Zange zurück bringt erfahre ich, dass er den Fehler gefunden hat – zwei Kabel waren vertauscht! Ein teurer Faux-Pas!
Übrigens, auch Alistair wird seine Dufour 43CC verkaufen. Er bietet sie gerade in „boat24“ an und ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Wenn ihr jemand wisst – hier ist das Inserat…
Inzwischen ist es Abend geworden, ich bin zum Pizza essen verabredet – als ich über den Steg schlendere, fällt mir die schöne Szenerie auf – ich liebe diese Momente.
Die „blaue Stunde“ – der Tag verabschiedet sich……der Mond geht auf, die Nacht beginnt
Heute treffe ich Benno und Hilde von der CARPE DIEM. Weil es davon so viele gibt, sagen die Beiden immer dazu, „…von der kleinen, roten…“, weil ihre Sirius 31 eben rote Zierstreifen hat statt der üblichen blauen – dies trifft auch in unserer Marina zu, so handelt es sich um ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal.
Die beiden Geltinger beenden ihre Saison aufgrund einer Familienfeier auch etwas früher und werden übermorgen abreisen. Es war uns daran gelegen, noch einmal zusammenzusitzen.
So fahre ich ins „La Nostra“ in Lakki, den Blick immer über die, in spektakuläres Licht getauchte, Lakki Bucht gerichtet.
Die Wolken sorgen für DramaturgieIm „La Nostra“ lassen wir uns die Pizza schmecken
Ich kann es euch nicht ersparen auch diesmal ein „Repapis“ Bild anzuhängen. Auch Hilde und Benno sind Liebhaber der Eiskreationen aus der kleinen Speiseeismanufaktur – es ist nicht wegzudiskutieren , das ist ist… leider geil!
Ich gebe mich mit zwei bescheidenen Kügelchen zufrieden
Nachdem wir die köstliche Creme genossen haben, trennten sich unsere Wege. Wir verabschieden uns und sagen Lebewohl – bis 2025!
Der nächste Tag war ein Faulenzertag für mich. Ein bisschen Computerarbeit, ein bisschen Recherchieren und Organisieren. Am Nachmittag ein Sprung ins kühle Nass – mehr stand nicht auf dem Plan.
Ich habe den „freien Tag“ genossen, denn bald schon würden Volker und Tina mit ELOWYN wieder in die Marina kommen. Es gilt den blauen Riesen für eine einwöchige Urlaubsfahrt mit Gästen aufzuhübschen. Zunächst muss ich ein Auto reservieren – ich kontaktiere dafür Rena von „Leros Rent a Car & Moto“ um das begehrte Vehikel anzufragen.
Ihre nächtliche Antwort lässt mich ein paar Stunden später schmunzeln, sie hat´s erkannt 😉 …
Ich muss mal mit Volker sprechen 😉
Nachdem die Anfrage abgeschickt war, stand nur noch ein Punkt auf meiner heutigen Liste – ich hatte eine Verabredung zum Dinner mit der Crew der STARLIGHT III, ihr erinnert euch vielleicht an Romina und Heribert.
Die Beiden sind völlig überraschend noch einmal in Leros vorbei gekommen, dies nachdem wir uns vor etwas zwei Monaten verabschiedet hatten. Der Besuch war wirklich ungeplant und ich habe mich richtig gefreut.
Da die beiden kein Vehikel haben, lag es auf der Hand in Lakki eine Taverne auszusuchen. Die Wahl fiel, auf Rominas Wunsch hin, auf das „El Greco“.
Ich war lang nicht mehr da
Irgendwie ist das Band zu dieser Taverne gerissen, ich war lang nicht mehr da. Früher war das „El Greco“ unsere Lieblingstaverne am Panteli Beach. Wir dachten, dass die Inhaber mit dem Umzug nach Lakki alles richtig gemacht haben, denn hier sind sie konkurrenzlos, aber irgendwie hat sich auch die Charakteristik und die Performance der einst so guten Taverne geändert.
In Panteli gehen wir nun ins „Pirofani“, hier in Lakki konnte sich „El Greco“ bei uns nicht durchsetzen, denn wir hatten zweimal wirklich Pech mit dem Service.
Dennoch war ich open minded, denn inzwischen arbeitet Popi, die ehemalige Inhaberin des „Morano Café“ (heute „La Palma“) hier. Sie ist eine charismatische Menschenfängerin und Sympathieträgerin – vielleicht gelingt es „El Greco“ mit ihr zu punkten.
Offen gesagt – ich verstehe es, aber solche Statements in einer Speisekarte zu lesen macht einen unfreundlichen Eindruck
Der erste Eindruck war ok. Der reservierte Tisch war schön, Popi hat uns bedient, wenn auch nicht in der gewohnten Freundlichekit und Herzlichkeit – ich hoffe, ich habe mich in ihr als Person nicht getäuscht. Im „El Greco“ sind wir eben nicht die Stammkunden, die wir im damaligen „Morano Café“ waren.
Sagen wir einfach, es war nicht ihr Tag…
Ich ganz persönlich konsumiere eigentlich immer über 20.-€ beim Dinner. Auch habe ich nicht vor, halbe Portionen zu bestellen – dennoch finde ich eine Klausel auf der Speisekarte, welche dies kategorisch ausschließt, rot und fett gedruckt, irgendwie offensiv und unfreundlich. Naja, der Wirt wird wissen was er tut!
Mit Romina und Heribert im „El Greco“
Romina hatte noch eine kurze ZOOM Telefonkonferenz, dann konnte es losgehen. Wir haben unser Essen bestellt und uns derweil an der netten Szenerie erfreut, welche der Mond ans Firmament zauberte.
Spektakulär kommt der Mond nach obenDie Farbe war unwirklichWir teilten ein paar MezeFür mich gab es Spaghetti mit Scampi als HauptgerichtAber auch die anderen Hauptgänge waren nicht von schlechten ElternKalamarifilets – haben auch sehr gut gemundet
Mein Fazit – wir haben gut gegessen, der Service war gut, alles war gut. Aber GUT ist eben eine „2“ – und warum soll man sich mit gut zufrieden geben, wenn man etwas sehr Gutes oder gar Steigerungen davon haben kann?
Ich bleibe dabei, ich gehe gerne zu „El Greco“ mit, wenn sich Freunde einen Besuch dort wünschen, erste Wahl ist es für mich nicht.
Abermals verabschieden wir uns, diesmal wird es länger dauern mit einem Wiedersehen – sofern es eines geben wird. Die STARLIGHT III wird weitersegeln nach Roccella Ionica in Italien.
Ein neuer Tag – mir schießt, sofort nach dem Starten meiner Gehrinsynapsen, Paul Panther in den Kopf…
„Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Heute ist nicht alle Tage, ich komm´ wieder, keine Frage!“ (Bedankt euch später für den Ohrwurm 😉 )
War die ELOWYN nicht erst abgereist? Egal, heute kehrt sie jedenfalls planmäßig in die Marina zurück.
Für mich heißt es – aufstehen, Kaffee trinken, Auto abholen und ein Paket in Empfang für Tina in Empfang nehmen.
Kurzes Foto für einen Statusbericht……dann sehe ich nach, wo die ELOWYN sich herumtreibt
Mein Screenshot veranlasst mich, eine WhatsApp an Ralf von der CHILI zu schreiben – „…ich weiß wo ihr euch rumtreibt! Kommt ihr nach Lakki?“
Nicht wenig verdutzt schreibt der Befragte zurück, dass dies nur so aussähe, man segle nur vorbei. Ziel ist Kos, man wechsle dort die Crew. Man sähe sich erst in ein paar Wochen.
Ich freue mich über die Antwort und erkenne auch, dass ich bis zur Ankunft meines Patenschiffes noch ein wenig Zeit habe. Ich entscheide spontan auf ein „Girosfrühstück“, etwas, was es nie gäbe, wäre Sibylle zugegen. Ich genieße mein Strohwitwerdasein…
Ohne Mampf kein Kampf – dabei den Leihwagen und die STARLIGHT III stets im BlickSchmeckt auch mittags
Weil es gar so gut war und noch ein paar Minuten übrig waren, folgte ich einem guten Brauch – nein, ich sage nichts! Ihr dürft dreimal raten…
Obwohl ich sicher bin, dass es keine dreimal braucht!
SO wird der Tag rund (und der Mario auch)
Jetzt aber – auf der „Marine Traffic“ App kann ich sehen, dass Volker und Tina schon in der Marinaeinfahrt angekommen sind. Ich bezahle hurtig und fahre schnurstracks zum A-Ponton.
Als ich ankomme, haben die Marineros bereits ganze Arbeit geleistet. ELOWYN ist wieder da! Irgendwie ein lustiges Hin und Her, aber ich freue mich auf die abermalige Gesellschaft meiner Freunde.
Sind sind wieder hier, in ihrem Revier
Volker und ich machen kurzen Prozess, wir trinken ein Döschen „Mythos“ und fahren dann sofort nach Kamara zu Giorgos´ „Boat & Parts“, es gilt das reparierte SUP abzuholen.
Am Rückweg kaufen wir noch etwas ein, dann ist genug geschafft für heute. Wir genehmigen uns ein Feierabendbier und läuten eben diesen ein!
Als Opener habe ich uns einen Tisch im „Harris“ reserviert. Wir lieben diesen Platz! Die coole Bar in der ersten Mühle ist ein magischer Ort, er zieht uns förmlich an.
Wir parken am Abgrund – der Ausblick Richtung Türkei ist atemberaubendWir nehmen an unserem reservierten „First Row Table“ Platz……und gönnen uns jeweils einen „Hakuna Matata“ an Nüssleinbegleitung
Als Lokalität für den heutigen Abend haben wir uns Dimitris´ Taverne „To Steki“ in Alinda ausgesucht. Treue Blogleser wissen, dass diese kleine, unscheinbare Taverne seit langer Zeit ganz oben auf meiner Bestenliste zu finden ist.
Dimitris ist, offen gesagt, in keiner Disziplin der Spitzenreiter – es gibt günstigere Tavernen, pfiffigere Speisen und schönere Lokalitäten. ABER – die Gastgeberfamilie ist authentisch, offenherzig und zugänglich, das Lokal ist preiswert und die Meze sind immer sehr lecker – over all sicher eine der führenden All-Day-Tavernas auf Leros.
Hier gehen wir also heute hin, auf besonderem Wunsch von Tina – auch sie mag die leckeren Gerichte, die von Familie Spirou serviert werden.
Ich bin sicher, dass wir auch dieses Jahr an Weihnachten und / oder Silvester hier aufschlagen werden
Wir wählen, wie eigentlich immer, die Meze Überraschungen die der Chef empfiehlt. Zugegeben, es kostet etwas Überwindung, dass man die Auswahl der Gerichte komplett dem Küchenchef überlässt – aber zu allermeist liegt dieser genau richtig.
Wir stimmen zu, als wir gefragt werden „…you want from the land and from the sea?“, dann lassen wir den Dingen ihren Lauf.
From the land – Rote Bete Salat mit Skordalia, Feta in Kadaifi und das heißgeliebte Popi (Auberginen-Schinken-Röllchen ind Käse-Sahne Sosse)
Wir genießen vier kleine Gerichte „from the land“, gefolgt von drei Gängen „from the sea“ – wie immer wird griechisch serviert und gegessen, alles kommt in die Mitte des Tisches, jeder bedient sich. Dazu gibt es Brot.
Auch das fällt dem deutschen Gast schwer. Einfach in der Tischmitte zuzugreifen, Tellerchen leeren, bei Bedarf nachbestellen und zum Schluss gesammelt zu bezahlen. Lässt man sich aber einmal darauf ein erkennt man, dass diese Art gemeinsam zu essen die wesentlich geselligere ist – I love it!
Der Tag endet mit einem Absacker auf der ELOWYN.
Am Folgetag gilt für Volker und Tina – Endspurt! Die Freunde sind bereits auf Kos angekommen und werden morgen ihr Charterschiff übernehmen. Die Gäste, welche auf ELOWYN zu Gast sind, werden am morgigen Nachmittag anreisen, der blaue Riese sollte also heute fertig gemacht werden, um morgen früh Richtung Kos aufzubrechen.
Ich will mich an den ausstehenden Arbeiten beteiligen und werde von Tina, zusammen mit Volker, zum Einkaufen geschickt.
Auf dem Zettel stehen, neben Wasser und Bier, auch Frischwaren wie Brot und allerlei Gemüse und Obst. Wir liefern die vollen Tüten auf dem Schiff ab und erledigen letzte Handgriffe, dann wird die Arbeit als beendet deklariert.
Was tun mit dem angebrochenen Nachmittag? Nun, ein Sprung ins kühle Nass am Panteli Strand wäre doch ein perfekter Übergang in den Feierabend, oder?
Auf dem Weg könne man doch gleich noch ein paar „gute Tropfen“ besorgen, die dürfen schließlich auf einer Seereise mit Gästen nicht fehlen. So finden wir uns in Stratos´ gut sortiertem Spirituosenladen wieder.
Den noch, und den, und den…
Mit dem Wissen, dass ELOWYNs Weinkeller gut gefüllt sein wird, gehen wir in die Entspannungsphase des heutigen Tages über. Wir verholen nach Panteli, springen ins Meer und gönnen uns ein Getränk!
Für mich heute mal Milkshake statt Bier
Während wir bei „Sorocos“ sitzen, passiert ein sehr witziger Zufall! Ich bin seit einiger Zeit mit Josef und Michaela aus der Oberpfalz befreundet. Ich habe die Beiden in der Marina kennen gelernt, weil ich auf den Heimathafen ihres Schiffes aufmerksam wurde „Steinberg“.
Ich wusste, dass Volker für eine Segelschule am Steinberger See unterrichtet hatte und wollte von Josef wissen, ob er und Volker sich kennen. Tatsächlich tun sie das nicht, was verwunderlich genug ist, aber der Zufall wollte es, dass entfernte Verwandtschaft von Josef, ein Haus an Kristina verkauft hatten – man kannte sich vom „Hörensagen“!
Josef kennt die Zusammenhänge und weiß auch, dass Volker segelt und die ELOWYN hier stationiert ist. Warum erzähle ich das? Weil ebendieser Josef just in dem Moment mit mir Kontakt aufnimmt, als ich mit Tina und Volker am Strand von Panteli sitze – er sei hier, lässt er mich wissen, ob man sich auf ein Bier treffen wolle.
Nachdem Volker und Tina sofort zustimmen, verabreden wir uns am heutigen Abend zum Dinner im „Tis Kakomoiras“, meinem favorisierten Meze-Lokal.
Schnell zurück in die Marina, etwas frisch machen, umziehen und dann schon wieder los – Treffpunkt 19.30 Uhr…
Ihr merkt schon, eines meiner Lieblingsmotive zeigt sich wieder in wechselnden FarbenBlaue Stunde als wir das „Tis Kakomoiras“ erreichenDie Oberpfälzer Nachbarn lernen sich auf Leros kennen – Volker und Michaela……Sepp, Tina und ich
Es war ein sehr netter, kurzweiliger Abend. Klar gab es zwischen den Oberpfälzern allerlei „Lokaltratsch“ auszutauschen und ich hatte Sendepause. Ich kann aber solche Phasen genießen und höre gerne zu. Wir haben aber auch allerhand Segel- und Allerweltsthemen beackert – wie gesagt, langweilig wurde es nie.
Ich dachte mehrfach an Sibylle, denn ich wusste, dass sie geschätzte 75% der heutigen Unterhaltung nicht verstanden hätte. Dies darf als gesichert gelten, denn selbst ich hatte manchmal Mühe, jedes einzelne Wort zu verstehen. Dialekte – ein Thema für sich…
Für den nächsten Morgen wird das Auslaufen der ELOWYN für 08.00 Uhr angekündigt – sobald der Marinero anwesend sei, wolle man die Leinen loswerfen. Ich biete an, frisches Brot zu holen.
Ich stelle mir den Wecker auf 07.00 Uhr, denn ich kann ohne Kaffee nicht einmal das Schiff verlassen. So schieße ich mir mit zwei Haferl Lebensgeister in den antriebslosen Körper – dann geht es! Ich starte meine GS, brummle zum Bäcker und kaufe fleißig ein, meine Freunde sollen gestärkt in den Tag starten.
Zurück in der Marina, schlapfe ich zum blauen Riesen – von Ponton F nach A, ein langer Weg. Meine Freunde WOLLEN schließlich um 08.00 Uhr ablegen, ich möchte diesem Ereignis beiwohnen und die Backwaren rechtzeitig anliefern.
Machen ist wie wollen, nur krasser…
07.45 Uhr – kein Lebenszeichen auf dem blauen Dampfer. Das erste Mal in dieser Saison trage ich lange Ärmel!!!
Nix, kein Lebenszeichen! Bin ich umsonst so früh aufgestanden? Ich wollte gerade auf dem Absatz kehrt machen, da kommt Volker an Deck – er bittet mich an Bord, man sei „…ein paar Minuten in Verzug, ob ich einen Kaffee wolle?“
Hm, unter diesen Umständen – ja!
Die Sonne kommt hinter dem Berg hoch, ein drittes Kaffeetscherl macht mich endgültig wach.
Dann aber geht alles ganz schnell! Es wird beschlossen, dass unterwegs gefrühstückt wird, man wolle los. Kurze, aber herzliche Verabschiedung, wir sehen uns ja abermals in ein paar Tagen wieder.
Ich gehe von Bord, die Leinen werden losgeworfen und die ELOWYN legt ab Richtung Kos.
Noch während ich zu NESSAJA zurück laufe, erreicht mich die Nachricht der „Marine Traffic“ App, dass SY ELOWYN, die Leros Marina Evros verlassen hat! Jetzt ist es besiegelt…
Weg sind sie – auf dem Weg nach Kos
Hm, wie starte ich in den Tag? Ich beschließe den Leihwagen zurück zu bringen und in Lakki eine Kleinigkeit zu frühstücken, dann würde ich weitersehen…
Ich schnappe mir den kleinen Flitzer und bringe ihn zum Car Rental zurück
Etwas frühstücken – ok, zu „Mikes“ auf ein Sandwich und einen Cappuccino? Oder lieber gleich zu Marietta um dort ein Kotopita und ein Omelett zu mampfen? Mich überfallen abermals Gelüste…
Soll ich wirklich? Nein, das macht man nicht! Aber wen interessiert das? Ich entscheide, dass ich mir heute ein „besonderes“ Frühstück gönne und somit zum Wiederholungstäter werde!
Geht auch!
Hans Peter war zu dieser Zeit gerade beim Einkaufen in Lakki und nimmt mich mit zurück in die Marina. Ich beschließe, den Herrgott einen guten Mann sein zu lassen und ziehe mich zum Nachdenken auf mein Salonsofa zurück – ob ich noch einmal ein Flunserl beobachten kann???
Sehr gemütlich
Während ich gerade so vor mich hindöse und versuche, die fehlende Stunde Schlaf zu kompensieren, meldet sich mein Telefon mit einen nervenzerfetzenden BIMM!!!
Diese Mobiltelefone sind eine Erfindung des Teufels – ich sehne die Zeit zurück, in der man auch mal nicht erreichbar war.
Ein Bild von Carola und Thomas ploppt auf, sie sind mit ihrer EMOTION unterwegs und segeln gerade von Kos nordwärts – ein wohlbekanntes Boot sei ihnen gerade begegnet 😉 …
ELOWYN hat die halbe Strecke geschafft
Ich bedanke mich für das Bild und leite es an Volker weiter – „…meine Spione sind überall!“ Ein zwinkernder Smiley als Antwort reicht – Spaß muss eben sein!
Ich lege das Telefon auf die Seite und setze meine Flunserlbeobachtung fort. Auch diesmal ist mir ein langanhaltendes Dösen nicht vergönnt – ich habe lang nicht mehr erwähnt, dass das Schicksal ein Eichhörnchen ist…
Abermals schellt das schrille BIMM durch den Raum. Diesmal meldet sich Gabi von der HARMONY, sie seien in den letzten Zügen ihrer Einwinterung und würden mir gerne ihre Lebensmittel vermachen. Ich freue mich darüber und vereinbare mit ihr die sofortige Abholung!
An der Sunbeam 39 von Gottfried und Gabi angekommen, nimmt Gottfried mich zur Seite. Er bedankt sich abermals, dass ich mich über den Winter um die Reparatur seines Wassertanks kümmern würde, zudem hätte er eine weitere Bitte – ob ich wohl eine kleine GfK Reparatur an seinem Rumpf übernehmen könne, bevor die Marina nächstes Jahr das neue Antifouling streicht? Er zeigt mir die kleine Beschädigung…
HARMONY ist fertig für den WinterDrei kleine Abplatzer müssen repariert werden
Ich sage sofort zu! Erstens will ich dem Freund aus München helfen, zweites ist es schon fast die „hohe Weihe“ wenn Gottfried um Unterstützung an seinem Schatz bittet – während seiner Abwesenheit!
Ich vereinbare mit ihm, dass ich den Schaden im nächsten Frühjahr instandsetzen werde, dann, wenn Hans Peter und ich das Ruder der LIBERTÉ reparieren – dann hätten wir das Material und Werkzeug ohnehin auf der Werkbank und können alles in einem Aufwasch erledigen.
Ich übernehme die Lebensmittel und wir verabreden uns für diesen Abend auf ein Abschiedsdinner im „SouVLakki“.
Zurück auf NESSAJA packe ich die Tüten aus und finde einen Zettel an Sibylle – sehr nett! Ich mag die Beiden einfach…
Gabi scheint Sibylles Marmelade zu mögen – Nachschub wird im Winter produziert, versprochen!
Am Weg zurück ist mir ein französisches Schiff aufgefallen, welches vor ein paar Tagen noch an unserem Ponton F gelegen hatte. Das Paar war zu einer kleinen Runde aufgebrochen, hatte aber das Glück nicht auf ihrer Seite. Ich kenne den genauen Unfallhergang nicht, aber irgendwie hat die gepflegte MACOLIA einen fiesen Schaden davongetragen – es scheint, an einer Kaimauer. Die Saison ist für dieses Eignerpaar wohl zu Ende…
Ein nicht unerheblicher Schaden
Den Rest des Tages nutze ich mit Hans Peter. Wir sitzen im Cockpit von LIBERTÉ und erkennen messerscharf, dass der Versand des stehenden Guts an Seldén in Athen bereits zweieinhalb Wochen her ist.
Die Kommunikation mit dem Vertreter des schwedischen Riggproduzenten war immer gut, wenn auch typisch griechisch und somit etwas weniger verbindlich als wir Deutschen es uns wünschen.
Uns war klar, wenn wir unseren prophylaktisch reservierten Termin zum Maststellen am 25. September halten wollen, dann muss die Ware bald zurückkommen. Wir beschließen daher, dass wir unsere Zurückhaltung aufgeben und nachfassen…
Die Antwort, auch typisch griechisch, „…everything done, our Courier is on the way to the port, you will receive your order tomorrow by ferry!“
Ah, ok, aus heiterem Himmel – gut dass wir nachgefragt haben! Unsere Freude ist groß!
Für heute reicht es, ich verabschiede mich von meinem saarländischen Freund und brummle in den Girostempel in Lakki um dort noch einmal G&G zu treffen.
Leider geil
Wir quatschen über Gott und die Welt, haben Spaß und die Zeit verfliegt. Gabi fragt, wie es Sibylle in Deutschland ergeht und wie es mit dem Neu-Schulkind Otto läuft. Ich kann leider nicht vollumfänglich positive Rückmeldung geben – ja, Sibylle vermeldet zwar kleine Fortschritte, aber es läuft noch nicht perfekt. Nichtsdestotrotz hat meine Frau jetzt einen Rückflug für den 24. September gebucht.
Gottfried möchte heute früher abbrechen. Er ist nicht ganz fit, wie so viele laboriert er an einer Erkältung.
Wir verabschieden uns herzlich. Vielleicht sehen wir uns in München, wenn nicht, dann eben bis nächstes Jahr zur Saison 2025.
Ich beschließe, den Tag so ausklingen zu lassen wie ich es gewohnt bin – alleine gehe ich auf ein schnelles Eis zu „Repapis“.
Der Tag neigt sich dem Ende zu
Irgendwie fühlt sich der September 2024 anders an als sonst. Das Tiefdruckgebiet über Europa schickt Ausläufer und es ist frischer als sonst. Wir haben fast täglich ein paar Wolken am Himmel, es hat einmal kurz geregnet – all das hatten wir die Jahre zuvor nicht.
Viele Freunde hatten im Juli und August eine Sommerpause eingelegt, andere beenden die Saison deutlich früher als sonst. Es scheint, als ob sich das „normale“ Saisonverhalten der Segelcommunity etwas verändert.
Ich bin gespannt, ob sich dies auch für die Wintersaison so fortsetzt und wie sich die Wintercommunity zusammensetzen wird.
Am nächsten Morgen erhalte ich Nachricht von Volker. Ich soll bitte die Reservierungen für einen 9-Sitzer Bus, für das „Harris“ und für das „Mylos“ um einen Tag verschieben. Man sitze in Kos, zwei Crewmitglieder sind in Wien hängen geblieben, zwei andere hätten ihr Gepäck nicht erhalten.
Man komme einen Tag später los, außerdem ärgert einen der kräftige NW in diesen Tagen.
Nicht gefährlich – aber gegenan ungemütlich
Wohlwissend, dass die Umbucherei ein ziemlicher Act werden wird, bestätige ich sein Ansinnen – ich werde tun was ich kann, aber ich kann nichts versprechen!
Ich kümmere mich am Nachmittag darum, jetzt bin ich mit Hans Peter im Fährhafen, um die begehrte Warensendung von Seldén in Athen abzuholen.
Hier ist übrigens vom fiesen NW nichts zu sehen und auch nichts zu spüren. Volker quittiert meine Rückmeldung, man wird versuchen in Kos wegzukommen sobald man kann…
Nicht nur in der Bucht – auch am Horizont sind keine Wellenkämme zu sehen
Jetzt erstmal Konzentration – der Spediteur verlädt das stehende Gut von LIBERTÉ mit dem Gabelstapler in Hans Peters Pick-Up.
Alt und neu auf einer PaletteGeht sich grad so aus, passt aberIn der Marina fährt grad der Stapler vorbei – so ein Glück
Zurück in der Marina, wird gerade ein Gabelstapler am Nachbarschiff benötigt – so ein Glück. Monteur Marios hebt uns die Minipalette mit dem „Guido“ der Marina aus dem Wagen und wir können uns der sofortigen Beurteilung der teuren Ware widmen.
Unser Urteil – sieht top aus! Der erste Kontrollblick sorgt für Entspannung, es scheint alles zu passen, die Ware ist gruppenrein Seldén und besteht aus qualitativ hochwertigen Bauteilen. Mit der Rechnung wird später ein Zertifikat geliefert.
Ok, geschafft! Jetzt trennen sich unsere Wege – ich muss mich um die Umbuchungen von Volkers Reservierungen kümmern, Hans Peter hingegen, muss seine Gattin Petra in Agia Marina abholen, die reist nämlich heute an, um ihren Spätsommerurlaub hier zu verbringen. Zusammen werden die Beiden dann am 03.10. nach Deutschland zurück fahren.
Mein erster Weg führt mich zum „Mylos“ – die wichtigste der drei Buchungen…
Ich treffe Marios, den Chefkoch und stimme mich mit ihm ab
Das scheint zu klappen! Das wäre schonmal die halbe Miete. Ich stimme mich mit einem der beiden Inhaber ab, weil ich denke, dass die persönliche Umbuchtung sicherer ist, als dies über das Internet abzuwickeln.
Trotzdem rät Marios mir, dies noch einmal bei seinem Bruder über WhatsApp einzusteuern – mache ich auch gleich!
Da wir 11 Personen sind, zudem allesamt Segler, gebe ich uns der Einfachheit halber den Nickname „Oceans 11“ – funktioniert 😉
„Oceans 11“ meets Leros
Leider waren meine beiden anderen Umbuchungsversuche nicht so erfolgreich. Das „Harris“ hatte aus familiären Gründen die Saison etwas früher und sehr abrupt beendet, unsere Reservierung musste ersatzlos gestrichen werden.
Der Fiat Bus war für den Folgetag reserviert und nicht für uns zu buchen. Hier muss Volker umplanen – aber die Lösung liegt auf der Hand… Ankern direkt vor dem „Mylos“! Wir werden sehen.
So bekommt man seinen Nachmittag auch rum. Ich muss noch eine weitere Challenge anpacken – die Crew der STENELLA II verabschiedet sich nämlich auch und möchte noch einmal mit mir zu Abend essen. Gleichzeitig möchte Hans Peter seine Petra willkommen heißen und fragt auch nach einem gemeinsamen Dinner.
Alle zusammenzubringen ist nicht so schwer, man kennt sich, aber das geeignete Lokal zu finden ist immer eine Herausforderung – Martin möchte feinen Fisch, Hans Peter solide Hausmannskost.
Wir verabreden und treffen uns, wie sollte es anders sein, um 19.00 Uhr im „SouVLakki“!
Just als wir Platz genommen hatten, sendet Sibylle zwei Bilder – sie sei gerade mit Kate in Rosenehim beim Bummeln.
Sibylle und Kate treffen sich im „Dinzler“ – ich erinnere mich an alte ZeitenOk, eine Brezn – das macht fast ein wenig neidisch
Ich bestelle schöne Grüße an die Gruppe und wir formieren uns zum Gruppenbild um die Steilvorlage zu erwidern – einmal lächeln für Sibylle!
„Cheeeese“
Wir halten mit
Später schickt mir Kate noch ein Bild, auf dem Sibylle mit einem Eis abgelichtet ist – der Untertitel „neidisch???“
Ihr ahnt, dass ich das parieren konnte – nein, wer in Lakki zuhause ist, kann mit Speiseeis nicht neidisch gemacht werden!
Aber erstmal war es an der Zeit unsere Bestellung aufzugeben und uns unserem Dinnerzu widmen. Wie immer haben wir sehr gut gegessen.
Meine Bestellung heißt – „As always“
Der gute Merlin und ich haben uns recht angefreundet. Natürlich widme ich dem Hund mit dem Moustache immer einen Teil meiner Aufmerksamkeit – darüber hinaus sind wir aber auch Brüder im Geiste. Auch er scheint Giros zu lieben und versucht wohl, sich dieses telepathisch anzueignen.
Vielleicht starrt er aber auch auf mein Bier
Für Martin und SEINE Petra heißt es also Abschied nehmen. Das ist aber ein gedämpftes Lebewohl, denn die Beiden planen im Oktober und auch später im Winter, immer mal wieder anzureisen um Leros in allen Facetten kennen zu lernen.
Dennoch, auch Martin lässt es sich nicht nehmen, einer unserer gemeinsamen Leidenschaften nachzugehen – auch dieser Tag endet im Eispalast der Familie „Repapis“.
Pretty in Pink
Am nächsten Morgen bittet mich Hans Peter zum Längenvergleich! Ich verschlucke mich fast an meinem Kaffee und weise sein Ansinnen entrüstet zurück!
Ein kurzes, klärendes Gespräch bringt sein eigentliches Ansinnen zu Tage – er möchte die Länge der neuen Wanten und Stagen mit den alten vergleichen – um Produktionsfehler auszuschließen.
Klar, Hans Peter wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch hier ein Attentat des vielzitierten Murphy vermuten würde – aber ich komme seiner Bitte natürlich gerne nach, man weiß ja nie…
Zu Poden, pleischweres PefestigungsmaterialDie neuen Drähte legen wir auf der Mauer zurechtDraht für Draht vergleichen wir neu und alt – passt aber alles
Mein Freund, der Zweifler, hat sich umsonst gesorgt, die Rigger in Athen haben in jeglicher Hinsicht hervorragend gearbeitet. Alle Längen passen und wir legen zweierlei fest – erstens, der Krantermin wird gehalten, dies bestätigen wir der Marina. Zweitens, wir haben ab jetzt alle Hände voll zu tun, wir müssen den Mast für das Stellen vorbereiten.
Wir erstellen eine Art ToDo Liste und weil noch soviel Tag übrig ist fackeln wir nicht lange, sondern legen sofort los…
Punkt 1 – erneuern aller Fallen im Mast!
Die alten Leinen werden als Pilotleinen benutzt, das funktioniert gut
Zu dritt können wir relativ rasch Großfall und Dirk durch das Masttop ziehen. Auch das Genuafall, das Spinnakerfall und der Toppnant können auf diese Art schnell ersetzt werden.
Für die letzteren Drei mussten die Rollen in ihren Mastschächten erneuert werden. Das hatten wir im Vorfeld bereits erledigt, auch die neuen Fallen hatte Hans Peter vor einigen Wochen bereits in Deutschland bestellt.
Punkt 2 – Rückmontage der Funkantenne und Montage eines neuen Ankerlichtes. Auch diese beiden Schritte bekommen wir heute noch abgehakt.
Die Funkantenne musste nur neu positioniert und befestigt werden. Das alte Toplicht wurde jedoch gegen ein modernes LED Ankerlicht getauscht. Hier ging die Montage rasch, die Verkabelung mussten wir aber vertagen, weil uns Kabelverbinder mit Schrumpfschlauch gefehlt haben.
Punkt 3 – Montage des neuen Verklickers. Hier haben wir die restliche Arbeitszeit des Tages vergeudet, hier waren wir nicht erfolgreich.
Zu wenig Platz
Bei den vorliegenden Gegebenheiten, stößt der Verklicker gegen die Antenne. Das mag der Grund sein, warum LIBERTÉ bisher nicht mit diesem einfachen aber wichtigen Anzeiger ausgestattet war.
An Hans Peters Masttop war einfach zu wenig Platz. Das Versetzen der Antenne war keine Option für uns, weil sich die Masterlösung sehr rasch aufgedrängt hat – das Masttop bekommt eine Art „Schweif“ nach achtern. Dafür braucht es aber ein Alublech, welches wir erst morgen von Giorgos bekommen können.
Genug für heute, wir sind ohnehin gut voran gekommen. Ich gehe zurück auf NESSAJA, die Sonne steht schon tief.
Frisch machen und nix wie los – ich habe Hunger
Ich bin heute beim Dinner Gast von Petra und Hans Peter – das freut mich außerordentlich und ich nehme gerne an. Es zählt die Geste, nicht etwa eine Verpflichtung – Hans Peter und ich haben in den letzten zehn Wochen so viel an LIBERTÉ gerissen, so viel organisiert, recherchiert und geplant, es geht weit über den klassischen Freundschaftsdienst hinaus.
Für mich war es zu 95% der Zeit ein Vergnügen, ich habe viel neue Erfahrung gesammelt. Hans Peter wiederum weiß das gut einzuschätzen – das zeichnet ihn aus.
Als ich zu meiner GS gehe um zum „SouVLakki“ zu fahren, sind die Freunde aus dem Saarland schon am Weg. Merlin braucht seine Gassirunde. Wir treffen uns im Grillhouse und ich bin sicher, dass wir einen tollen Abend haben werden.
Ab nach Lakki – ich nehme mein geliebtes Mopped
Der Folgetag gehört der Rollanlage von LIBERTÉ – eine Arbeit vor der mir graut! Ganz im Gegenteil dazu mein Freund Hans Peter – hier und heute sieht er absolut keine Herausforderung.
„Das wird schon klappen, kann so schwer nicht sein!“ höre ich ihn sagen. Ich traue meinen Ohren kaum – diesen Satz habe ich von ihm noch nie gehört.
Ja, ich habe Zweifel! Warum? Dazu gleich noch ein paar Worte…
Doch zunächst stand die Wartung und Reinigung des Furlers und des Topwirbels an. Da halfen wir einfach zusammen, jeder hat ein wenig der Dreckarbeit übernommen.
Reinigung und Schmierung des Innenlebens der Rolleinrichtung – diese baue ich danach zusammenHier der komplettierte Furler mit neuer Reffleine – Petra poliert einstweilen das Püttingeisen des VorstagsWir richten alle noch zu verbauenden Teile des Riggs zurecht, bereiten diese auf und warten diese, sofern nötig
Dann ging es ans Eingemachte – wir mussten das Profilvorstag komplettieren. Dies war zunächst einfach, wir bringen den Furler an, auch das Drahtvorstag konnten wir recht leicht durch das zirka 20 Meter lange Profil schieben – aber jetzt geht es los…
Ein „Star-Lock“ Schraubterminal muss angebracht werden
Mir hat das echt Kopfzerbrechen bereitet – bereits die Demontage ging so zäh, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass der Zusammenbau einfacher gehen sollte.
Wir hatten es immerhin mit einem 10mm Vorstag zu tun, dessen Außenlitze „leicht aufgebogen“ werden müssen, um auf die innere Seele einen Konus zu stecken. Dann muss dieser fixiert werden, und das ganze mittels zweier Gegenkonen und eines Schraubterminals verpresst werden – das klingt ja einfach!
Zum Glück haben die Mitarbeiter bei Seldén in Athen das Vorstag millimetergenau abgelängt. Legen wir also los…
Ist alles zur Hand – erst lesen, dann arbeitenDer Konus wird auf die zentrale Seele des 10mm Vorstags geschoben
Soweit alles gut – wir nehmen uns viel Zeit und kommen daher langsam aber zielgerichtet und pannenfrei voran. Mittags brauchen wir eine Pause – ich habe außerdem Hunger und beschließe, mir ein Giros zu kaufen. Ich setze mich auf meine GS und fahre nach Lakki, Hans Peter ruht etwas in seinem Cockpit…
Das Giros tut gut……als Nervennahrung ein Eis
Nach etwa einer Stunde nehmen wir die Arbeit wieder auf. Jetzt gilt es – alle Bauteile müssen an ihren Platz geschoben werden, dann zusammengefügt und verpresst werden.
Sieht gut aus – beim Verpressen legt es die Kabellitze nach innen um
Wir fügen die Schraubterminals zusammen und verpressen die Verbindung – jetzt gibt es kein Zurück mehr. Geplant schrauben wir die beiden Teile noch einmal auseinander, sieht echt gut aus! Ich entspanne mich, jetzt sollte wirklich nix mehr schiefgehen.
Die Außenlitzen scheinen uns etwas lang. Wir entscheiden, diese mit der Flex und einer hauchdünnen Scheibe zu kürzen. Dann folgt der finale Arbeitsschritt – wir fügen alles noch einmal mit Schraubensicherung zusammen und ziehen die Terminalverschraubung so fest an wie wir können! Das war´s! Auch Punkt 4 – Fertigstellung des Profilvorstags, bekommt einen Haken.
Was mich freut – der Optimist des Tages, mein Freund Hans Peter, hat Recht behalten. So muss das…
Fertig – ging wirklich besser als ich befürchtet habe
Auf der LIBERTÉ ist heute Schmalhans Küchenmeister. Es gibt eine Art Resteessen, schnelle Küche – ich bin eingeladen auf Nudeln mit Thunfisch-Sahnesosse.
Gerne nehme ich an, denn ich habe mein geplantes Dinner mit „Oceans 11“ heute abgesagt. Gegeben durch die Tatsache, dass ich nicht als „Chaffeur“ mit dem 9-Sitzer zur Verfügung habe stehen müssen, gab es eigentlich keinen Grund für die Gruppe, mich zum Dinner einzuladen. Ich selbst wäre mir wohl auch eher wie ein Fremdkörper in der homogenen Gruppe vorgekommen.
Volker schickt mir später Bilder – sie hätten viel Spaß gehabt, alles habe super geklappt. Er bedanke sich noch einmal für meine Mühen rund um das von ihm initiierte Dinner.
Thanasis und Volker mit dem Fisch der Wahl – „head to tail“ zubereitetDie Gruppe besetzte zwei Schiffe, ich hätte mich nicht einfach so dazugesellen wollen
Für Petra, Hans Peter und mich, klingt der Abend gemütlich aus. Wir essen reichlich Nudeln und trinken zwei, drei Bier – dann ist auch für uns Schlafenszeit. Morgen ist Endspurt zum Thema Mastvorbereitung, zudem kommt Sibylle zurück.
Am nächsten Morgen stehe ich auf und stelle das Kaffeewasser auf. Dann schalte ich mein Mobiltelefon ein und… BIMM! Eine Nachricht von Hans Peter, ein Bild, aufgenommen vor einer Stunde!
Ein „early bird picture“ – NESSAJA im Morgenrot
Der Saarländer war offenbar der frühe Vogel am heutigen Tag. Ich dagegen versuche jetzt gerade, rund eine Stunde später, erste Lebensgeister zu erhaschen und pumpe meinen noch nahezu leblosen Körper mit Koffein voll.
Ohne Kaffee geht nix
Dies gelingt ganz gut und so bin ich eigentlich schon wenige Minuten später startklar. Das tut auch not, denn ich habe vor wenigen Sekunden eine Nachricht von Giorgos erhalten – „…I can make your Alu-Bracket, but you need to come NOW!“
Ich informiere HP und wir fahren sofort nach Kamara. Auf dem Weg dorthin, entdecke ich in der Bucht von Alinda die Boote der illusteren Truppe rund um meinen Freund Volker – seine ELOWYN und die gecharterte SALTY KISS. Ich mache ein Bild und schicke es ihm – meine Spione sind überall… 🙂
ELOWYN und SALTY KISS vor Anker in der Alinda Bucht
Wenig später erreichen wir die Werkstatt von Giorgos. Obwohl wir dringend und sofort haben kommen müssen, ist der Meister nicht da – eigentlich wie immer.
Ich mache zwei Bilder, die ich wortlos an Giorgos schicke. Natürlich mit einem Smiley, aber auch als Reminder, uns nicht allzulange warten zu lassen, oder uns gar zu vergessen.
Wir sind da – Giorgos nichtWarten wir halt
Während wir warten, scheint Volker aufgewacht zu sein und meine Nachricht gelesen zu haben. Er kann seinerseits aufwarten mit einem Bild aus der Alinda Bucht – gerade seien Delfine zu Gast, die Mitreisenden seien ganz aufgeregt!
Ich erwidere lapidar, dass ich mich freue, dass scheinbar auch dieser von mir organisierte Programmpunkt geklappt hat, es wäre noch nicht ganz sicher gewesen…
Er hat nicht mehr geantwortet… 🙂
Delfine in der Alinda Bucht – ein Schauspiel (und ein tolles Foto)
Da endlich! Giorgos kommt, begrüßt uns freundlich und schreitet sofort zur Tat. Er hat blitzschnell erfasst um was es geht, ein Stück Material war rasch gefunden und die zwei Schnitte schnell gesetzt. Löcher würden wir bei Alu selber bohren können.
Alles in Allem hat die Arbeit keine 15 Minuten gedauert. Perfekt, wir können sofort zurück in die Marina fahren und mit der Finalisierung des Mastes anfangen.
Das Alublech ist rasch geschnittenWir bauen es sofort ein
Jetzt hatten wir Punkt 5 auf der Liste erledigt. Masttop finalisieren! Wir haben unsere Masttopverlängerung gebohrt und montiert, auf dieser konnten wir dann die Windex problemlos und freigängig fixieren.
Die Stoßverbinder mit Schrumpfschlauch hatten wir auch besorgt, so war es ein Klacks, die neue Ankerlaterne mit der bestehenden Verkabelung zu verbinden.
Jetzt noch einen Funktionstest für die Beleuchtung, dann haben wir das geschafft!
Bleibt, last not least, noch ein Punkt auf der Liste offen – Punkt Nummer 6, die Montage der neuen Wanten und Stage an den Mast.
Wir beginnen also, die neuen Drahtseile zu montieren…
Eigentlich einfach, Bolzen werden gesteckt und mit Splinten gesichert
Das geht zunächst ganz gut von der Hand. Wir arbeiten uns vom Masttop über die obere Saling bis hin zur unteren Saling. Hier werden verschiedene Wanten miteinander verbunden – auch das klappte verhältnismäßig gut, nur ein paar Plastikscheiben machten Kummer, da die Gabelfittinge von Seldén ein paar Millimeter dicker waren als die alten.
In der Folge waren diese Plastikspacer etwas zu dick – wir haben kurzerhand entschieden, dass wir sie über Schleifpapier mit der Hand flachschleifen.
Sisiphosarbeit – das händische Flachschleifen von PlastkringenSo könnt ihr euch das vorstellen – das weiße ist… Schleifstaub
Als die einzelnen Wanten an der unteren Saling verbunden waren, war die Arbeit fast geschafft. Wir haben alles geordnet und vorsortiert – somit war der Mast fertig für den kommenden „großen Tag“.
Das alles liest sich natürlich super easy – tatsächlich waren wir einen halben Tag mit der finalen Vorbereitung und der Montage der Wanten und des Acherstags beschäftigt.
Passt – alles dran, alles neu
Wir nehmen uns heute nichts mehr vor und machen früh Feierabend. Ich will die Stunden nutzen und einmal nach dem mir zum Verkauf gegebenen Boot sehen. Die Baltic 40 KEONDA ist inzwischen von der Marina unter die Vollpersenning gepackt worden.
Ich mache Bilder und informiere den Besitzer über den Sachstand. Die negative Nachricht dabei – leider gibt es bisher keinen Interessenten.
KEONDA ist ein wunderschöner, klassischer Performance Cruiser – leider ist sie sehr teuer
Danach ruhe ich mich echt ein bisschen aus, denn heute wird ein langer Tag. Sibylle kommt mit der Fähre um 22.50 Uhr, wir wollen noch einen Ouzo zusammen trinken, bevor wir NESSAJA entern.
So fletze ich auf unserem Boot herum, bis es an der Zeit ist zu Hans Peter und Patra zu verholen. Wir wollen grillen, heute gibt es Chicken Souvlaki.
Ich schnappe meinen COBB und gehe hinüber zur aufgebockten LIBERTÉWir befeuern den COBB……und grillen unsere Spieße
Wir Drei klönen noch eine ganze Weile über den morgigen Tag. Wird alles klappen? Hoffentlich kommt nichts dazwischen! Beiläufig beschließen wir, dass wir um 07.00 Uhr an Bord von LIBERTÉ frühstücken und auf den Mastkran warten.
Dann fängt Petra an zu gähnen – für mich ein untrügliches Zeichen, dass es Zeit ist zu gehen. Ich darf den Schlüssel vom Ranger haben, gehe von dannen, weiß aber schon ganz genau, wo ich die restliche Wartezeit bis zu Sibylles Ankunft verbringe…
Nicht viel los heuteIch gönne mir drei Kugeln
Zufällig treffe ich die walisische Crew der SHANIA. Phil und Chris sind ganz nette Zeitgenossen, aber sie sprechen einen fürchterlichen Dialekt der phasenweise schwer zu verstehen ist.
Ich lasse mich heute darauf ein und plaudere eine ganze Weile mit den beiden. Es ist lustig und vor Allem – die Zeit vergeht wie im Flug!
Ein Kontrollblick auf „Marine Traffic“ zeigt, es ist Zeit für mich aufzubrechen!
BLUESTAR II biegt schon in die Lakki Bucht einDie Fähre kommt pünktlich
Gerade als ich den Hafen erreiche, legt die Fähre auch schon an. Ich warte noch kurz, dann läuft mir meine Gattin in die Arme. Wir gehen zum Wagen, werfen die Tasche in den Kofferraum und fahren ins „La Palma“.
Dort kommen wir runter, tauschen erste Neuigkeiten aus und trinken eine Karafaki Ouzo. Dann ist es Zeit für´s Bett.
Beiläufig beichte ich Sibylle, dass der Tag morgen schon um 07.00 Uhr beginnt – auch für sie!
Und so war es auch – der Wecker klingelt unbarmherzig um 06.30 Uhr und holt uns aus den Federn. Wir richten uns grob zam und ich koche einen Liter Kaffee für Panagiotios und sein Team. Den hat er, zwar augenzwinkernd, bestellt – aber ich will mir hier keine Blöße geben.
Dann laufen wir zur LIBERTÉ um dort zu frühstücken.
Morgens um Sieben in LerosNach dem großen Hallo erstmal konzentriertes Essen – ohne Mampf kein Kampf
Auf einmal hören wir das unverkennbare Brummen eines LKW Diesels und das Zischen einer Druckluftbremse – er ist da! Und tatsächlich, während wir am Frühstsückstisch saßen, ist der Kranwagen eingetroffen.
Jetzt heißt es – „alle Mann an die Positionen – es geht los!“
Der Kranwagen ist in der Marina, wenig später wird er vor LIBERTÉ stehenAuch das Team um Panagiotis trifft ein – zunächst wird der Mast aus seiner hinteren Ecke gehoben (nicht der weiße, der dahinter)Dann wird der Kran umgeparkt und in seine finale Arbeitsposition dirigiertDer Hauptverantwortliche ist um äußerste Coolness bemühtNach einer kurzen Vorbereitung wird der Spargel bereits angehobenEin paar Sekunden später hängt er in der VertikalenDann geht es nach oben – es heißt dann, den Mast auf den Mastfuß zu stellenErste Drähte werden gespannt – hier das AchterstagDann bereitet sich Panagiotis zum Aufstieg vor – der Kranhaken muss ausgehängt werdenDer Mast steht frei, das Geschirr geht nach unten
Während diese Arbeitsschritte passieren, stehe ich am Rand und bin bereit auf Abruf zu helfen. Ich muss aber nichts tun, denn das Team um Panagiotis ist eingespielt. Zudem zeigt sich, dass unsere Vorarbeit der letzten drei Tage Früchte trägt – alles scheint zu passen und dem Team die Arbeit leicht von der Hand gehen zu lassen.
Während ich also da stehe und schaue, sehe ich unsere Nachbarn mit ihrer OLIVE ablegen.
Der Platz neben uns wird frei – OLIVE läuft aus
Ciarán und Jill haben Freunde zu Gast und wollen eine Baderunde drehen und heute Abend zurück kommen. Sie haben dies an den Marinero gemeldet und auch, dass sie gerne wieder auf diesen Platz liegen möchten.
Ich hoffe in diesem Augenblick sehr, dass dies klappen möge, denn ich schätze die beiden als Nachbarn sehr! Ich nehme an dieser Stelle aber gleich vorweg – es klappt! 😉
Währenddessen hat das Marinateam die Wanten soweit vorgespannt, dass der Mast sicher steht. Das ist die halbe Miete! Wir alle verlassen daher LIBERTÉ, um das Profilvorstag von der Betonkaimauer vor das Schiff zu tragen.
Um Schäden an dem rund 20 Meter langen Trum zu vermeiden, müssen wir das Teil mit fünf Männern tragen – Gott sei Dank ist es nicht weit!
Das Profilvorstag wird an Ort und Stelle getragen
Während wir so vor uns hin werkeln, beobachtet Terrier Merlin das emsige Treiben. Es scheint so, als ob der Trubel ihn ziemlich kalt lässt – das führt ab und an dazu, dass er ein wenig im Weg liegt – ein klein wenig nur…
Los jetzt Merlin, weg von der Leiter
Die Profis von der Marina hängen das Vorstag an den Kran und Panagiotis fährt mit dem ellenlangen Teil nach oben.
Ein Bolzen mit Sicherung oben, einer unten – angebracht durch Angelos nebst Helfer Marcos – fertig!
Das Vorstag geht nach oben
Das Rigg steht! Panagiotis entfernt alle Hilfsleinen und spannt alle Drähte gemäß Vorgaben nach – dafür verwendet er ein Messgerät für die Wantenspannung. Dann ist es vollbracht!
Der Kran zieht ab und kurze Zeit später auch das Marinateam. Wir bleiben zurück, glücklich und erleichtert. Es ist der 25.09.2024 und LIBERTÉ hat ihren Mast wieder. Das Arbeitsprojekt mit der, nach dem Coppercoat, höchsten Priorität ist ebenfalls erledigt!
Der Druck ist raus – wir haben es geschafft, der Rest ist Pipifax!
LIBERTÉ – mit Coppercoat und neuem stehenden Gut undundund
Ich bin zufrieden, ich bin erleichtert – ich brauche ein paar Minuten Abstand! Ich melde mich bei Hans Peter ab und gehe zu STENELLA II. Martin hat vergessen die Gangway hochzuklappen und bittet mich, dies für ihn zu tun – mach´ ich doch gerne!
Ich schicke ein Bild um die Erfüllung der Bitte zu quittieren.
Alles erledigt – alles ok
Ich gehe zurück zu NESSAJA, Sibylle wartet auf mich. Sie ist nach dem Frühstück zurück auf unser Schiff um ihre Reisetasche auszuräumen, eine Waschmaschine zu starten und um „sich wieder einzuleben“.
Jetzt müsst ihr wissen, dass ich eher so ein „Adrian-Monk-Typ“ bin. Wenn Sibylle weg ist, stelle ich einmal meine Schiffsordnung her, so bleibt es dann über Tage. Ich organisiere mich so, dass die Notwendigkeit für Hausarbeit auf ein Minimum schrumpft – ganz anders meine Sibylle!
Ich staune daher nicht schlecht, als ich in meinen Salon zurückkomme. Meinen Rückzugsort gibt es nicht mehr. Der Platz, an dem meine Augen etwas ruhen können ist wieder „belebt“, wie es Sibylle nennen würde.
Zum einen bereitet sie ein paar Kleinigkeiten für unser BBQ am heutigen Abend, zum anderen hat sie ein Käferchen im Mehl entdeckt…
Ich bitte um Gnade – es hilft alles nix!
Aus – meine Augen sind wieder rastlos, ich scanne alles was rumsteht
Diskutieren hilft nix, es führt nicht zum Erfolg. Also sitze ich da und schau´ blöd. Dabei hilft mir die Lebenserfahrung und das Wissen, dass alles einmal ein Ende hat – auch dieser Kelch wird an mir vorübergehen.
So ist es auch! Irgendwann ist das Käferchen erledigt und der Salat vorbereitet. Es ist an der Zeit zu Hans Peter und Petra zu gehen – ihre LIBERTÉ ist der Ort, an dem abermals unser COBB aufgestellt wird.
Auf dem Weg dorthin beobachten wir das Anlegemanöver der SEA KID II – einer Motoryacht der 60m Klasse. Haben wir auch nicht so oft in der Marina.
Gefällt mir nicht – außerdem versperrt er unseren Badeplatz für drei Tage
Merlin empfängt uns aufgeregt, er freut sich immer, wenn wir die Bavaria 41H seines Herrchens heimsuchen. Natürlich streicheln wir ihn auch immer, bevor wir uns den Weg bahnen.
Der Grill wird aufgebaut und gezündet, es ist inzwischen dunkel. Dann kommen die leckeren Köfte von Xatzigrigoriou auf den COBB. Dazu gibt es Brot und Salat – einfach aber lecker!
Es dämmert schon – die erste Runde Köfte liegt am GrillZu dunkel für die Frontkamera – trotzdem, wir sitzen beisammen, futtern, klönen, haben Spaß
Katzenbabyalarm!!! Am nächsten Morgen will ich die Reparatur unserer Roll-Reisetasche in Angriff nehmen. Einer der Reißverschlüsse ist in Mitleidenschaft gezogen, ich will einen neuen einsetzen lassen.
Leider klappt das nicht, denn alle drei Näher erklären mir, dass sie dafür nicht die richtige Maschine hätten. Ich glaube das bis heute nicht, ich vermute einfach, dass das Geschäft nicht lukrativ genug ist. Na egal, ich werde eine Lösung mit Druckknöpfen ersinnen.
Was hat das nun mit Katzenbabys zu tun? Nun, beim letzten Schneider erkenne ich schon beim Ankommen, dass die Inhaberin etwas winziges am Arm hält. Ich dachte zunächst wirklich, dass es ein anderes, sehr viel kleineres Tier als eine Katze ist.
Bei näherem Hinsehen war klar – ein Kätzchen!
Mini-Kitten
Was am Bild nicht so rauskommt – die war wirklich winzig. Ich habe noch nie so ein kleines Kätzchen gesehen. Ich vermute, dass die Familie den Knirps aufpäppelt, denn als Haustier war sie definitiv zu klein. Der Kopf war kaum größer als ein Tischtennisball.
In jedem Fall war sie süß! Kennt ihr Nermal? Ich hasse süß 😉 – kleiner Insider, für die „filosofischen“ unter euch…
Zurück zum Alltag – während ich mir also Absage um Absage bezüglich der Reparatur meiner Reisetasche abhole, beiläufig Katzenbabys bestaune, feiert die Bevölkerung Leros´ den Jahrestag des Untergangs der VASILISSA OLGA.
Gottesdienst für die Opfer
Diese Feierlichkeit findet jedes Jahr statt, beginnt mit einem Gottesdienst und mündet in eine große Parade. Eine Fregatte liegt im Hafen und hochdekorierte Generäle geben sich die Ehre.
Da die OLGA, wie sie kurz genannt wird, im Jahr 1943 unrühmlich von deutschen JU88 Bombern im Hafen von Lakki versenkt wurde und bis heute dort liegt, ziehe ich es vor, an diesem Tag deutsche Zurückhaltung auszuüben. Generell nehmen Sibylle und ich an solchen Zeremonien nicht teil.
Ich fahre zurück in die Marina und beschließe zusammen mit Hans Peter, dass wir heute seinen Baum montieren und so das Rigg fertig stellen. Das gelingt problemlos.
Der Baum ist dran, das Rigg ist fertig
Ein bisschen Knobelarbeit hatten wir zu lösen, als wir die Mastelektrik wieder an das Schiffssystem angeschlossen haben. Die Ausführung selbst war recht einfach herzustellen.
Leider waren danach nicht alle Lichter in Ordnung…
Die Kabel waren rasch in den Innenraum geführtWir haben die alte Durchführung wiederverwendet und mit „Affenbaaz“ und selbstverschweißenden Isolierband abgedichtet
Wirklich verwirrend war für mich, dass nach dem Anschließen der Kabel das Deckslicht und das Dampferlicht vertauscht waren, zudem das Ankerlicht nicht funktionierte.
Wir hatten im Vorfeld selbstverständlich alle Funktionen geprüft und beim Ausbau hatte ich die Kabel durchtrennt, so dass es ein Leichtes war den richtigen Slot für die Kabelfarben zu finden…
Wie auch immer, mit etwas Probieren und Umklemmen haben wir das Problem lösen und sicherstellen können, dass die Lampen am Mast ordnungsgemäß funktionieren.
Bis heute überlege ich, wie der Fehler hat auftreten können – ich erkenne langsam, dass dies ein misteriöses Rätsel bleiben wird.
Wieder ein Tag geschafft! Heute gibt es mal wieder Pizza zum Abendessen, wir verabreden uns für 19.00 Uhr im „La Nostra“.
Ich gehe zurück auf NESSAJA – ein bisschen Zeit bleibt wohl noch bis wir los müssenWas gibt´s heute? Wir entscheiden uns für halb „La Nostra“ und halb „Quattro Formaggi“ – groß, zum Teilen
Am nächsten Morgen schlürfe ich meinen Kaffee, Sibylle gönnt sich ein kleines Frühstück. Als meine Gattin das Signal zum Start in den Tag gibt und damit beginnt ihre Aufgaben anzupacken, erkenne ich messerscharf, dass es Zeit für mich wird unser Schiff zu verlassen.
Ich verhole zu Hans Peter und wir beratschlagen gemeinsam, was wir jetzt noch erledigen wollen. Das Soll ist erfüllt, große Aufgaben packen wir nicht mehr an. Den Freunden aus dem Saarland bleiben noch fünf Tage, bevor sie die Heimreise antreten.
Und was kommt jeeeetzt?
Als wir da so sitzen, rutscht es Petra heraus, „…bei euch ist die Luft raus, gell?“ Ja, ich hatte es ja schon beschrieben und wir müssen uns das auch eingestehen – 10 Wochen durchgetaktetes Arbeiten an den großen Projekten zollen ihren Tribut.
Wir haben es geschafft, aber jetzt sinkt die Motivation. Daher muss gut überlegt werden, was wir uns jetzt noch antun! Es darf zudem nicht vergessen werden, dass das Aufräumen der Baustelle unter und auf LIBERTÉ auch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Hier hat Hans Peter ja die Unterstützung seiner Gattin.
Ich sage zu, dass ich den „dreihaxigen“ Motor der alten Ankerwinsch noch reinigen, servicieren und zusammenbauen werde – dies möchte ich nicht auf nächstes Jahr verschieben.
Und was will Hans Peter noch erledigen??? Er möchte sein neues, gebrauchtes Dinghy ausprobieren!
Bis es soweit war, hatten wir einen halben Arbeitstag hinter uns
Ok, das verstehe ich. Hans Peter hat sich ein kleines Alu-Rib mit Hypalon Schläuchen gegönnt. Es scheint ein Schnäppchen gewesen zu sein. Klar, dass er es zumindest mal probieren will.
Nur, der 2,3PS Honda lief nicht! Wir hatten also zunächst einen Vergaserservice vor der Brust. Diesen konnten wir aber erfolgreich erledigen und siehe da, der kleine Quirl lief sofort – und nicht mal schlecht!
Während wir also am Vergaser herumschraubten, hat Petra den neuen Schnulli ein bisschen aufgemöbelt und sauber gemacht. Jetzt nur noch die Schläuche prall aufpumpen, dann kann es losgehen!
Die Beschleunigung war immens – nahe dem ÜberschlagDie Probefahrt verläuft gut……zumindest zunächst
Nein, ich kann Entwarnung geben – kein neues Projekt. Beim Herunterheben des Motors war Hans Peter wohl versehentlich an den Benzinhahn gekommen und hat diesen geschlossen.
Ein weiterer Test ergab einen einwandfreien Motorlauf und somit haken wir den Punkt „Probefahrt Schlauchboot“ erfolgreich ab und bringen sowohl den kleinen Außenborder als auch das neue Dinghy an Deck auf deren finale Plätze.
Danach verabschieden sich Sibylle und ich. Wir sind für heute Nachmittag mit Kristina und Volker verabredet, die ELOWYN läuft gerade ein, unsere Freunde aus der Oberpfalz fliegen morgen nach Hause.
Natürlich stehen wir parat – wir freuen unsWieder da…
Wir hatten bereits einen Leihwagen für die Freunde organisiert und einen Tisch im „Mylos“ reserviert – diesmal würden wir dabei sein.
Weiter waren noch Thomas und Christiane dabei, das Paar, welches während der letzten Woche zu Gast an Bord des blauen Riesen war. Wir stellen uns einander vor und freuen uns auf einen gemeinsamen Abend.
Was dann folgen wird klingt kompliziert – Volker bringt die Gäste morgen zur 10.30 Uhr Fähre, der Urlaub der Beiden endet und sie gehen über Kos zurück nach Deutschland.
Sibylle und ich bringen dagegen Volker und Tina zur 14.30 Uhr Fähre. Für Tina bedeutet das ebenfalls das Saisonende, Volker dagegen fliegt nur aus familiären Gründen mit nach Deutschland und wird in einer Woche zurückkommen.
Es war geplant, dass wir ELOWYN solange durch griechische Gewässer fahren bis Volker zurück kommt. Dies hat sich insofern geändert, als dass die Algro 68 jetzt in der Marina bleibt, bis wir sie Volker am 05.10. nach Kos bringen, von wo aus er mit einem Kumpel die Überführung zum Refit nach Preveza starten wird. Alles klar? Nein? Macht nix…
Und was machen wir jetzt??? Wir genießen noch einmal die kulinarischen Highlights von Leros…
Die Sonne verschwindet langsam – Zeit für uns, den Abend einzuläuten
Die Krux dabei – wie schon geschrieben, hat Haris seine Bar „Harris“ (beide Schreibweisen richtig!) in der ersten Mühle ja leider frühzeitig geschlossen.
Zu einem gehörigen Abschluss gehört ein Besuch dieses Ortes aber dazu! Gut, wenn man Kontakte hat…
Kaufen können wir dort zwar nichts mehr, aber wir dürfen jederzeit Platz nehmen und ein mitgebrachtes Getränk, unsere Wahl fällt auf ein Fläschchen „Moët“, vor Ort genießen. DAS lassen wir uns nicht entgehen!
Heute parke ich dort alleine – parking with a viewDie untergehende Sonne taucht den herrlichen Ort in ein besonderes LichtWir stoßen alle sechs mit einem Gläschen Moët rose anWir genießen die Szenerie bis zur „blauen Stunde“……dann machen wir uns auf den Weg ins „Mylos“Blick Richtung Lipsi – ich liebe diese Stimmung
Wir fahren die Serpentine hinunter bis nach Panteli, dann über Platanos nach Crithoni zum „Food-Tempel“ von Leros.
In kleinerer Runde lassen wir Sechs den Abend dort gebührend ausklingen. Es war phantastisch wie immer!
Mit dem Motorrad kann ich quasi vor der Haustüre parkenDiesmal nur als ein Beispiel für ein hervorragendes Dinner – das „Shrimp Tatar“
Wir genehmigen uns noch einen Absacker in Form eines Dosenbiers an Bord der ELOWYN. Versumpft sind wir diesmal nicht, denn die Freunde haben einen anstrengenden Tag vor sich. Um Mitternacht hieß es daher – „…ab in die Kojen, gute Nacht, bis morgen!“
Dieser neue Morgen begann für Sibylle und mich quasi wie immer – kleines Frühstück, zwei Tassen Kaffee für mich, Tee für die Liebste. Eine Sache macht den Tag doch besonders – es ist der Geburtstag von Babsi! Sibylle übernimmt die Gratulation aus der Ferne, ich erinnere mich leise daran, dass meine Mutter heute 90 geworden wäre – vergessen ist sie nicht!
Das Frühstück endet – wir starten gleich in den Tag
Nachdem Volker und Tina ihre Gäste an die Fähre nach Agia Marina gebracht hatten, gaben sie uns Bescheid, dass wir uns treffen sollten. Es waren noch einige Details bezüglich der Vorbereitung und Verbringung von ELOWYN abzustimmen.
Zudem überraschte Volker mich mit der Bitte, ob ich nicht bei seiner Ankunft in Preveza anwesend sein könnte und beim Einwintern bzw. Vorbereiten seines Schiffes helfen könnte. Zudem kann er sich vorstellen, dass ich eine Art „Projektbetreuung“ während der Wintermonate übernehme.
Ok, ich sage unter Vorbehalt zu, Details müssen wir wohl besprechen. Es sieht jedoch so aus, als ob Sibylle und ich, das passende Wetter vorausgesetzt, im Oktober noch einmal eine kleine Motorradtour unternehmen werden. Ersatzweise wäre eine Anreise im Mietwagen ab Piräus denkbar – wird spannend! Ihr werdet es im Oktoberbericht erfahren.
Danach sind wir auf ein Mittagsgiros ins „SouVLakki“ und gleich im Anschluss daran, zum Fährhafen der Katamaranfähre gefahren.
Es heißt „auf Wiedersehen“ zu sagen – zu Tina bis zum nächsten Jahr, zu Volker bis zur nächsten Woche…
Da gehen sie dahinEin letztes WinkenWeg sind sie
Wir fahren zurück auf NESSAJA und sortieren uns neu. Ein paar Handgriffe sind auf der nun verwaisten ELOWYN zu erledigen, das schieben wir nicht auf die lange Bank.
Wasser abdrehen, Verbraucher ausschalten, Luken dicht und Schiff verschließen. Das nächste Mal sehen wir in zwei, drei Tagen nach ihr.
Ihr könnt euch das Gesicht von Anna und Niko, den Betreibern des „SouVLakki“, nicht vorstellen, als wir ein zweites Mal an diesem Tag hereinkommen. Wir haben ihnen zugezwinkert und uns zu Hans Peter und Petra an den Tisch gesetzt – na, was wollen wir uns heute Gutes gönnen?
Man kann noch draußen sitzen – merkt man
Irgendwie bestellt man ja doch immer das Gleiche. Jeder hat sein Lieblingsgericht und vielleicht noch ein Alternativmenü – aber generell gibt es kaum Abweichungen.
Heute allerdings, weil wir ja schon Giros hatten, musste etwas anderes her. Sibylle labt sich daher seit Langem mal wieder an einer „Covered Pita“…
Auch kein „kleiner Snack“ – man muss schon Hunger haben
Ich dagegen bestelle mir, nach langer Abstinenz, wieder einmal einen halben Broiler. Das hatte ich lang nicht mehr, darauf habe ich jetzt einen Guster.
Ich hatte mich echt nicht mehr erinnert, was für eine Portion das ist. Ganz offen gesagt, ich bin ja auch nicht mehr 20, mit dem Tellerchen habe ich zu kämpfen! Noch gewinne ich – aber das geht nicht mehr lang so. Das Zeitalter des Seniorentellers bricht an.
Eine ganz schöne Portion
Das Monatsende naht, es gibt auf unserer Baustelle nicht mehr so viel zu tun. Hans Peter ist kein Social Media Nutzer, er bittet mich daher, das alte Dinghy der LIBERTÉ für ihn in einer „Leros Yachting“ Gruppe zum Verkauf anzubieten.
Das mache ich doch gerne. Petra schickt mir zwei Bilder und den Preis, ich generiere eine kleine Anzeige. Mal sehen ob sich etwas tut und ob wir das gut erhaltene, frühere Schnulli der Bavaria bald verkaufen können…
Gut in Schuß – keine ReparaturstellenBis jetzt keine Anfragen – schade
Was uns richtig freut, ist die Tatsache, dass sich die SAGITTA von ihrem sommerlichen Rundtörn zurück gemeldet hat. Mario und Eva sind wieder im Dodekanes angekommen und werden Leros vermutlich heute streifen.
Als wir dies bestätigt bekommen, verabreden wir uns gleich am Panteli Beach auf ein „buntes Getränk“ und einen gehörigen Klönschnack. Es gibt viel zu erzählen und wir mögen die Beiden.
Wir kommen etwas früher als die Freunde am Café „Sorocos“ an und nehmen Platz – sehr schnell realisieren wir, dass das Glück uns wieder einmal hold ist! Denn auf der Dachterrasse des „Panteli Beach Hotel“ ist gerade eine Hochzeit in vollem Gange. Mein Lieblingsfiddler Manolis geigt was das Zeug hält und die Gäste tanzen ausgelassen.
So erhalten wir einen Nachmittag am Strand mit live „Island Music“ – hopahopa…
Greek Livestyle – I love itWir sitzen unweit des Spektakels und genießen mit den Hochzeitsgästen
Sibylle und ich warten etwa zehn Minuten, dann treffen Eva und Mario ein. Wir bestellen die erste Runde und ratschen sofort los – jeder erzählt den anderen das Erlebte und die lustigsten Stories.
Wir lachen, haben Spaß, freuen uns auf die Wochen die vor uns liegen und – bestellen eine weitere Runde!
Willkommen zurück
Nach einer dritten Runde, wir sind gerade am Aufbrechen, hupt es von Weitem. Das Hupen nähert sich und als wir gerade bei unserem Mopped stehen, biegt eine Hochzeitskolonne um die Ecke.
Zunächst denken wir, dass es sich um Hochzeitsgäste oder gar das Brautpaar handelt, dann aber drängt sich der Verdacht auf, dass hier ZWEI Hochzeitsgesellschaften zusammentreffen!
Die einen tanzen zur Musik, die anderen johlen zum Getöse der Hupen – und rundherum klatschen die Zaungäste – feiern wie es die Griechen tun! Das ist wohl das, was man Lebensfreude nennt!
Laut! Könnt ihr es hören???
Durch die Verzögerung sind wir ein wenig unter Zeitdruck. Wir sind heute um 18.30 Uhr in Drimonas am Gourna Strand mit Carola und Thomas von der EMOTION verabredet.
Diesmal etwas früher, weil die Sonne bereits um rund 19.00 Uhr hinter dem Horizont verschwindet. Dieses Schauspiel wollen wir uns, wenn wir schon einmal in der Westbucht sind, nicht entgehen lassen.
Das alleine wäre leicht zu schaffen, gleichzeitig findet in Lakki aber die Oldtimershow von Leros statt. Da darf man sich nicht zuviel vorstellen, aber vorbeisehen wollen wir auf jeden Fall.
Also nix wie los, vielleicht schaffen wir es ja!
Nun, nicht ganz! Mit rund einer Viertelstunde Verspätung treffen wir in Lakki ein…
Ahhhh, hier geht es los – bestimmt bis hinter zur „Lakki Marina“
Wir betreten das abgesperrte Straßenstück bei Mariettas Taverne. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch überzeugt, dass die Sperrung entlang des Stadtkais bis zur „Lakki Marina“ reicht.
Ich war vor zwei Jahren schon einmal hier. Damals wurde das breite und lange hintere Straßenstück gesperrt, es war alles voll und gedrängt – ein paar Young- und Oldtimer gibt es auf Leros schon!
Ich sehe mir die Pretiosen an und mache ein paar Bilder…
Detailtreue…….meets FantasyDie Vespaecke hier……ein paar olle Mopeds dortYoungtimerOldtimer
Das war´s – etwa 100m gesperrte Straße, wenige Autos und noch weniger Mopeds. Selbst ich kenne aus dem täglichen Straßenbild einige Fahrzeuge die komplett „geschwänzt“ haben!
Die gesamte Citroen Mehari Flotte etwa – nicht da! Kein einziger Suzuki LJ80 oder SJ410! Der C-Kadett, der Split-Window Bulli – keiner da! Ich war enttäuscht…
Gleichwohl war es Glück, denn so hatten wir keinen Interessenskonflikt – die Zeit drängte, wir müssen weiter zu unserer Verabredung!
Im Gehen sehe ich im Augenwinkel die Enduro-Ecke…
Jürgen und Andrea von der BE HAPPY vor den Enduros
Ich erschrecke – nein, nicht wegen der Farbkombination der XT600, auch nicht, weil auch hier mindestens drei alte XT und XL fehlen, die mir persönlich bekannt sind…
Ich erschrecke, weil mir bewusst wird, dass dies die Moppeds meiner Jugend sind. Fahrzeuge der 80er Jahre. Ich mache mir bewusst, dass 1982, das Baujahr meiner ersten XT500, bereits 42 Jahre her ist – verdammt lang her!
Wir fahren nach Drimonas zur „Ouzeri o´ Sotos“…
Ich parke die GS vor der Ouzeri, die Sonne taucht die Szenerie in warmes LichtO´ Sotos ist eine einfache Ouzeri……mit einer sehr schönen Terrasse direkt am Wasser
Wir waren hier schon einmal – damals war es eine sehr positive Überraschung. Dies gilt es heute zu verifizieren.
Wir kommen hier selten her, denn es ist etwas abseits vom Schuss. Nicht auf „unserer Seite“ der Insel. Es ist schwer festzustellen ob und wann geöffnet ist.
Der Gesamteindruck könnte griechischer und authentischer nicht sein! Die Ouzeri hat sich behalten, was die Tavernen in Panteli geopfert haben – Ursprünglichkeit! Nichts ist fancy oder blingbling, alles so wie man sich eine griechische Taverne vorstellt. Ich muss zugeben, die „Ouzeri o´ Sotos“ fliegt unter meinem Radar – das sollte ich ändern!
Wir nehmen an unserem reservierten Tisch Platz und genießen den Ausblick – es ist sehr ruhig hier, ganz anders als in Panteli oder Lakki.
Der Blick schweift über die Gourna Bucht
Ein Nachteil ist vielleicht, dass die Ouzeri Richtung NW ungeschützt beziehungsweise sehr offen ist. Bei kräftigem Meltemi dürfte es hier ungemütlich sein, da es keinen Windschutz gibt.
Davor sind wir aber heute gefeit, wir haben einen nahezu windstillen und dazu noch recht lauen Spätsommerabend erwischt.
Generell ist zu sagen, dass die Abende eher frisch geworden sind. Nun, kalendarisch ist am 21. des Monats der Herbst eingezogen – es war Sommersonnwend. Sonst spüren wir das in unseren Breiten kaum, dies ist 2024 jedoch etwas anders…
Wir bestellen Getränke und genießen zunächst das Ambiente und den Sonnenuntergang!
Stilecht – der Octopus hängt zum TrocknenFast eines Kalenderbildes würdigStilleben – mit FischernetzDas Zentralgestirn dippt das Wasser
Als wir mit Carola und Thomas vereinbart hatten, dass wir die Ouzeri besuchen würden, habe ich mich an unser Essen von damals erinnert – etwas ganz außergewöhnliches – ein „Seafood Kokoretzi“!
Hier dient der Link zu klassischem Kokoretzi nur der Zubereitungsmethode – man umwickelt! In diesem Fall Meeresfrüchte, welche in ganz dünn geschnittene Streifen von Kalamari eingewickelt und gegrillt werden.
Dazu gibt es eine saure Soße auf Basis von Granatäpfelkernen – das schmeckt so anders – leider geil!
Seafood Kokoretzi für zwei Personen
Es versteht sich fast von selbst, dass wir zuvor ein Ensemble verschiedener Meze gegönnt haben.
Wie dem auch sei, wir waren nach dem Essen satt und zufrieden und haben den Tag bei „Repapis“ ausklingen lassen.
Thomas und Carola werden morgen nach Deutschland fliegen, wir werden uns erst 2025 wieder sehen!
Am letzten Tag des September wachen Sibylle und ich fast gleichzeitig auf. WIND! Ein kurzes Gastspiel des Meltemi ist gemeldet – wir hatten es bereits an der Anzahl der Segler gemerkt, welche sich in die Marina „geflüchtet“ haben.
Die kräftigen Böen bis zu 35kn waren angesagt und sind auch eingetroffen, das Ganze soll bis übermorgen andauern. Wir werden also vom Vibrieren des Mastes und dem Klimpern und Klappern der Wanten wach. Es gibt Kaffee, dann kann es losgehen – wobei, der letzte Tag des Monats ist rasch erzählt…
Die Ersatzteile von Hans Peters Ankerwinsch – komplettiert und sortiert
Ich löse meine letzte Zusage gegenüber Hans Peter ein und serviciere den Ersatzmotor der Ankerwisch für ihn. Ich baue das „dreihaxige“ Modell wieder zusammen und räume alle ausgeschlachteten Ersatzteile sortiert in einen Karton.
Fertig, das war´s für mich! Fast! Denn mein Freund aus dem Saarland benötigt noch etwas Hilfestellung – so montieren wir noch die Ausgangswelle des Saildrive, so dass diese Teile nicht in ihrer Box überwintern müssen.
Los, die Teile in der linken Box verbauen wir noch
Dann helfe ich noch dabei, seine neue Engel Gefrierbox nach oben zu tragen.
Ein wenig Baustellenordnung tut auch not, auch hier kann ich noch mit anpacken – er war mit Petra fleißig am werkeln. Langsam wird es Licht am Ende des Tunnels.
Dann aber war es für mich an der Zeit den Dienst zu quittieren – die Projekte sind geschafft, für mich geht die Unterstützung 2025 weiter!
Hans Peter wäre aber nicht Hans Peter wenn er nicht mit „…einen hab´ ich noch!“ hätte antworten können 😉 – so setze ich mich hin und schreibe ein Mail an Schenker in Athen. Bei positiver Reaktion, wollen wir den geschenkten Wassermacher noch auf den Versandweg dorthin bringen – es soll ein Service nebst Testlauf und etwaiger Reparatur gemacht werden.
Dazu mehr im Monatsbericht des Oktober, ich fahre jetzt mit Sibylle nach Panteli!
So, und jetzt stellt euch mal vor, ihr wollt euch auf die GS setzen und diese aufrichtenEin schönes Plätzchen
Wir sind abermals mit Mario und Eva von der SAGITTA verabredet und wiederholen exakt das Procedere des Vortages – dabei stellen wir fest, dass „bunte Getränke“ ohne Hochzeitsmusik auch gut schmecken.
Wir verabreden uns für den Folgetag, den 01. Oktober, abends in Xirokampos zum Dinner. Auch Hans Peter und Petra werden dazu kommen – wird sicher lustig! Dann trennen sich unsere Wege…
Für uns endet der September unspektakulär – mit einem BBQ im Cockpit der LIBERTÉ. Vielleicht dem letzten der Saison. Der Wind pfiff unbarmherzig, es war frisch und zugig – offen gesagt, es war nicht mehr gemütlich!
Kalter NW vergällt uns den Grillspaß
Wir haben gegessen, uns etwas unterhalten und die letzten Tage bis zur Abreise der beiden Freunde aus dem Saarland geplant. Dann aber war es echt an der Zeit den Grillabend abzubrechen – der frische und kräftige Wind war durchdringend, die Longsleeves einfach zuwenig.
Wir haben uns auf unsere NESSAJA zurückgezogen, Sibylle liest noch ein wenig und ich tippe diese letzten Zeilen des Blogs.
NESSAJA an F16 – 30. September 2024
Der September liegt im Kielwasser – hier ein kleiner Ausblick auf den Oktober!
Etliche unserer Freunde segeln noch, wir freuen uns auf Treffen und den Saisonabschluss mit diesen Crews. Zudem wollen wir Marcus, Susanne und Lilly in Lipsi besuchen.
Hans Peter und Petra reisen am 03.10. ab – es enden fast elf Wochen Projektarbeit an LIBERTÉ! Wir werden Lebewohl sagen müssen.
Für Spannung sorgt die ELOWYN – werden wir den blauen Riesen nach Kos verbringen und ein paar Seemeilen abreißen? Oder werden wir unser Patenschiff erst in Preveza wieder sehen? Sofern wir überhaupt dorthin fahren…
Wir haben Einladungen zu zwei griechischen Festen – darauf freuen wir uns.
Ja, ich denke, dass auch der Oktober ein herrlicher, erlebnisreicher Monat wird. Gerne teilen wir weiter unsere Erfahrungen und Eindrücke – bleibt uns daher gewogen…
Danke für die investierte Zeit und euer Interesse – die NESSAJA Crew
Ihr wisst ja, dass ich meine Blogbeiträge immer mit einem Songtitel, vornehmlich aus den 80ern, eröffne. Die Headline soll zumindest andeuten, was im vergangenen Monat der Leitgedanke war…
Diesmal ist es also „That´s what Friends are for“ aus dem Jahr 1982 geworden – es liegt auf der Hand, der vergangene August war ein Monat der Freundschaftsdienste.
Darf ich kurz in den Klugscheißermodus gehen? 😉
Man lernt nämlich nie aus!
Der Headline Song 08/2024 ist tatsächlich aus dem Jahr 1982 – und wenn Du jetzt das Gefühl hast, dass Dionne Warwick dieses Lied über Freundschaft gefühlt doch erst später intoniert hat, dann hast Du vollkommen Recht!
Die fast bekanntere Coverversion des Songs stammt aus dem Jahr 1985 und wurde durch die bereits genannte Soul Diva gesungen. Das Original hat aber kein Geringerer als Sir Roderick David „Rod“ Stewart eingespielt – der Titel steht diesmal für sich „That´s what Friends are for…“ (Klugscheißermodus aus)
95% der Wachstunden des vergangenen Monats habe ich mit Hans Peter verbracht
Bitte seht mir nach, dass ich eine kleine Schleife mache – ich muss kurz in die Vergangenheit zurück, um zu erklären, wie wichtig mir die Freunde der Gegenwart sind…
Im Juni 2016 waren wir zusammen mit einem befreundeten Paar aus unserer Heimat in Griechenland, wir waren mit NESSAJA unterwegs und hatten eine Woche Spaß zusammen – es war ein gemeinsamer Urlaub.
2016 – unter vollen Segeln Richtung Leros – der Urlaub geht zu Ende
Wie immer hatte ich eine gewisse Melancholie – NESSAJA glitt lautlos unter Vollzeug mit drei geblähten weißen Segeln Richtung Leros, wir wussten, die Heimreise naht.
Ich habe bejammert, dass ich am liebsten hier bleiben wolle, vielleicht sogar hier leben möchte – ich konnte nicht ahnen, dass sich diese Idee fünf Jahre später manifestieren sollte. Mein Freund Sepp hält dagegen – „…zuhause ist man verwurzelt, da sind deine Freunde!“
Wir diskutieren, ich gebe ihm Recht was die Wurzeln betrifft, würde es aber Heimat nennen. Zuhause kann ich überall sein – wherever I lay my hat…
In der Sekunde in der wir in die Marina einfahren, hupt es aus zwei Richtungen, Freunde winken von der Straße, in der Marina empfängt man uns – „…schön, dass ihr wieder da seid!“ Ich lächle und sehe Sepp an – nein, meine Freunde sind nicht nur im bayrischen Oberland, auch hier haben wir viele wertvolle Sozialkontakte.
Zurück nach 2024 – kann Freundschaft, wie sie aus einem gleichgearteten Interesse innerhalb kurzer Zeit entsteht, kann eine solche Freundschaft so wertvoll wie eine gewachsene sein?
Ich denke ja! Der August war ein Monat, der dies einmal wieder unter Beweis gestellt hat. Doch macht euch selbst ein Bild…
Warning Note! – es könnte passieren, dass der Rückblick auf den achten Monat des Jahres techniklastig wird – ich gelobe aber, dies kurzweilig zu erzählen und in eine geschmeidige Rahmenhandlung zu packen – das letzte Drittel des Berichtes wird die Nicht-Technikinteressierten dagegen versöhnen…
Der Monat begann entspannt, ich sitze am Rechner, lade den Blogbericht für den Juli hoch und trinke meinen ersten Kaffee – ohne den geht nix!
So kann der Tag beginnen
Ich habe für mich beschlossen, dass ich es heute langsam angehen lasse – es ist mein letzter Tag alleine, heute am späten Abend kehrt Sibylle aus Deutschland zurück.
So stimme ich mich nach dem morgendlichen Anlaufen mit Hans Peter ab – er kann derweil alleine an seiner LIBERTÉ weiterwurschteln, es gibt genug Arbeiten bei denen ich nicht unterstützen kann…
Ich dagegen verziehe mich auf ELOWYN um zumindest ein bisschen produktiv zu sein – der Schalter für den Wassermacher muss bestellt werden, zu diesem Zweck hat der Hersteller mir ein Foto geschickt.
Hier klafft die Lücke……der Hersteller lässt mich vor Bestellung abgleichen
Ich bin abermals von einer Designänderung betroffen – ihr wisst, wie mich das aufregt! Ich hatte den Originalschalter schon im Internet gefunden, es gibt einen Händler in Deutschland.
Der Hersteller der Anlage hingegen, bietet mir einen roten statt einen weißen Schalter an, auch die Anschlüsse sind anders. Wenn er passt, dann ist das alles lösbar – dennoch würde ich das Originalteil bestellen. Volker muss entscheiden!
„Du, ist mir egal, nimm´ den Roten, der kostet die Hälfte…“ – ok, ich bin überrascht, aber hier entscheidet er! Mir bleibt nur die Maße zu vergleichen – passt! Ich bestelle.
Relevant sind nur die Maße – einer Bestellung steht nichts entgegen
So, mehr mute ich mir heute nicht mehr zu. Ich gönne mir ein seltenes Nachmittagseis und verhole dafür zu „Repapis“ Eissalon – man gönnt sich ja sonst nix.
Ah, was für ein Genuss
Gedankenverloren sitze ich da. Ich grüble über meine Situation. Sibylle kommt zurück, ich freue mich auf sie. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Phase alleine, sehr viel unkomplizierter war als unser sonstiges Leben.
Hans Peter und ich haben uns zwei Wochen lang nur auf das Notwendige konzentriert. Die Tage schienen länger, unsere Produktivität war größer. Naja, so kann es ja nicht weitergehen! Ab morgen also wieder ein geregeltes, wenn auch etwas aufwändigeres Lebensmodell 😉
Über mein Gedankenspiel verflog die Zeit – mein Telefon bimmelt und ich erhalte eine Nachricht von Hans Peter…
Waaaas, schon so spät???
So weit ist es also schon, der Freund ruft zum gemeinsamen Dinner. Heute wird nicht gegrillt, Reste müssen weg. Der Hobbykoch aus dem Saarland hat daher heute zum gemeinsamen Schmaus auf der „Hochterrasse“ geladen.
Ich starte die GS und tuckere zu ihm, wir machen es uns bequem, genießen den Blick über die Marina und unsere „Pasta alla Creme con Tonno“.
Eine klassische Essenseinladung – was für ein LuxusNudeln mit Thunfisch-Sahne Soße – ein klassisches „One-Pot“ Gericht. Lecker und reichlich
Obwohl wir heute nicht besonders fleißig waren, schlagen wir uns die Wänste voll und genehmigen uns auch ein, zwei Bierchen. Heute ist keine Eile geboten, denn ich werde hier bis 22.30 Uhr verweilen und dann direkt mit Hans Peters Auto zum Hafen fahren und Sibylle abholen.
Wir hatten genug zu bequatschen, die Zeit verflog rasch!
Der Abend bricht herein und taucht die Marina und Lakki in ein bezauberndes Licht
Ich beobachte den Weg der BLUESTAR 2 über die „Marine Traffic“ App und kann so „just in time“ reagieren. Leider bekomme ich im Hafenbereich keinen Parklplatz und werde des Geländes verwiesen – in der Hochsaison spinnen alle, es gelten andere, weniger entspannte Regeln.
Als ich von meinem finalen Abstellplatz zum Anleger gelaufen komme, läuft die Fähre bereits ein – Punktlandung!
Sibylle kommt zurück
Meine Angetraute ist unter den Passagieren, welche den Zubringer zu Fuß verlassen. Ich treibe sie zum zügigen Verlassen des Hafengeländes an, hier geht es zu wie auf dem Rummel – ich hasse das!
Dafür und auch um erst einmal richtig HALLO zu sagen, fahren wir nur ein paar Meter weiter und kehren ins „Palma Café“ auf einen Ouzo als Absacker ein. Wir erzählen einander ein wenig, fahren etwas runter und gehen erst danach nach Hause – zurück auf NESSAJA.
Das Gepäck stellen wir nur ab, naja fast, ein paar „Utensilien“ braucht Sibylle schon, bevor sie sich einfach schlafen legen kann – aber daran scheitert es nicht. Alles Weitere morgen, denn da ist auch noch ein Tag!
Der beginnt mit einem Frühstück bei Marietta – das halten wir bewusst kurz, denn Sibylle will auspacken und danach einkaufen und unser Schiff wieder in den „Sibylle Modus“ versetzen. Hausarbeit existiert wieder, gewollt!
Ich habe auch Interesse was im Reisegepäck meiner Gattin so alles untergebracht ist.
Die Teile für Hans Peter – Ruderlager und die Volvo Teile, die wir für den Saildrive benötigenDie Teile für mich – Druckerpatronen, der Bremszylinder für meine BMW, das Gasregelventil für den ENO und ein paar Werkzeuge aus meinem alten Werkzeugwagen
Sibylle und ich haben mit Hans Peter vereinbart, dass wir den heutigen Tag auch noch „freinehmen“. Ich wollte mich der Rückkehr von Sibylle widmen und auch die Teile sofort verräumen oder, sofern möglich, gleich verbauen.
Mit dem Aufkleber im Cockpit fange ich an. Der Alte hat durch die stetige Sonneneinstrahlung arg gelitten, ein Neuer musste her.
Nicht elementar – verdeckt aber einen Kratzer und soll schön aussehenSo soll das – eine Arbeit die ausnahmsweise mal schnell erledigt war
So wurschtelten Sibylle und ich bis zum späten Abend vor uns hin. Zwischendrin war Sibylle einkaufen, dafür wurde sie durch Hans Peter und mich instruiert, wie unsere „Grillabende“ auf der Baustelle ablaufen – sie war zunächst einverstanden, obwohl der Speiseplan, der wechselweise Köfte oder Chicken-Souvlaki vorsah, nicht unbedingt auf Begeisterung stieß.
Wir haben zusammen gegrillt und sind dann nicht allzuspät ins Bett, so ein „relaxter“ Tag kann ganz schön anstrengend sein! Als Betthupferl gab es noch ein Feuerwerk – mehr kann ich nun wirklich nicht tun 😉
Wie bestellt – Feuerwerk über Lakki
Ein neuer Morgen – wir wollen, nein, wir müssen zurück in unseren geregelten Arbeitsablauf. So treffe ich den Skipper der LIBERTÉ unter der gleichnamigen Baustelle – heute beschäftigen wir uns mit dem Saildrive.
Weil das Auge ja auch immer ein bisschen mit verwöhnt werden will, beschließen wir, dass unansehnliche Teile ein neues Finish bekommen. Hans Peter macht sich also ans Lackieren der Anbauteile.
Der Klemmring des Saildrive – ein Neuteil für fast 500.-€, welches sich auf jeden Fall zu retten lohntDas Ergebnis kann sich sehen lassen
Wer genau hingesehen hat, dem ist im Hintergrund von Bild 1 vielleicht mein Motorrad und eine Palette mit einem Bauteil aufgefallen. Wir haben uns die Mühe gemacht, den Hochdruckreiniger anzuschließen, um das Saildrivegehäuse vollumfänglich zu reinigen. Klar, dass ich der treuen GS dann auch ein Waschprogramm gönne – an ihr hängt schließlich noch der Staub aus Kreta!
Beides, Saildrive-Getriebe und GS lassen wir in der Sonne trocknen, während wir die Teile für den Zusammenbau vorbereiten. Das Unterteil des Saildrive, die Finne, hatten wir im Vorfeld schon mit Epoxi-Primer behandelt und lackiert.
Jetzt kann es losgehen!
Alle Teile und Schrauben da, Anleitungen und Reinigungsmaterial???
Wie ich ja im letzten Monatsbericht geschrieben hatte, war der Zusammenbau nicht sehr herausfordernd. Ich hatte die gleiche Arbeit vor zwei Jahren an NESSAJA erledigt und wusste noch, was zu tun war. Wir gingen sehr gewissenhaft vor, denn diese Arbeit ist aufwändig und wir wollen kein zweites Mal ran!
Nix vergessen, alles auf Drehmoment anziehen
Alles in Allem hat der Zusammenbau einen Nachmittag in Anspruch genommen.
Um den Tag vollumfänglich auszunutzen, schreibe ich Giorgos an, ob es schon irgendwelche Fortschritte bezüglich der von uns vergebenen Projekte gibt. Im Moment sind vier Arbeitsaufträge bei „Boat & Parts“ anhängig.
Mein Freund hat gute Neuigkeiten, wir sollten heute gleich vorbeikommen, er wäre gerade mit unseren Aufgaben beschäftigt. Das trifft sich gut – villeicht bekomme ich endlich das Getriebe von ELOWYNs Deckswinsch zurück.
Wir kommen an und bereits der erste Blick macht klar – nein, wegen der Muringwinsch wurden wir nicht einbestellt!
Das Getriebegehäuse von ELOWYNs Deckswinsch ist zwar sandgestrahlt und bereit zum Zusammenbau – aber noch nicht fertig
Im hinteren Teil der Werkstatt brutzelt der Schweißapparat. Schnell wird klar, dass Giorgos sich heute vorgenommen hat die Ankerwinsch von Hans Peter zu individualisieren.
Der Meister an seinem Schweißgerät
Für die technisch versierten und interessierten Leser unter euch – Lofrans hat beim Modell „Caiman 88“ bei der Verschraubung einen Materialmix von V4A und Aluminium verbaut, nicht gut! Dazu kommt, dass die Verschraubungspunkte bezüglich der Krafteinleitung eher suboptimal angeordnet sind. So hat Hans Peter beschlossen, sich eine Montageplatte unter das Gehäuse schweißen zu lassen und die Problematik somit zu entschärfen – dies hat Giorgos übernommen. Das Ergebnis war einwandfrei.
Darauf ein Reparierbier
Nach getaner Arbeit genießen wir ein Bier zusammen, machen noch eine andere Kleinigkeit für HPs LIBERTÈ klar und fahren dann wieder zurück in unsere Marina.
Als wir losfuhren, verspricht mir mein Freund Giorgos, dass er als nächstes meine zwei Themen anpackt – ich freue mich, langsam müssen wir auf die Zeitachse achten.
Als wir zurück sind, zelebrieren wir abermals einen „Baustellengriller“, Sibylle hatte Salat vorbereitet und Brot sowie Grillgut gekauft. Der Abend klang unspektakulär aus.
Der Folgetag ist ein Sonntag – Sonntag ist NESSAJA Tag! Diesen in Sibylles Abwesenheit eingeführten Ablauf, möchte ich solange aufrecht erhalten, bis die mitgebrachten Teile verbaut sind. Mit dem wichtigsten fangen wir an – mit dem Regelventil für unseren ENO Bretagne.
Ich zerlege den in die Jahre gekommenen Gasherd
Bevor ihr euch alle fragt, ob sich eine solche Reparatur lohnt – insbesondere auch angesichts der relativ hohen Ersatzteilpreise, gepaart mit langen Wartezeiten – ja, das tut sie! Ein neuer Bretagne kostet zur Zeit rund 1.700.-€, das ist ein Haufen Geld.
Ich war und bin bereit, dieses Spiel noch eine Weile mitzuspielen – ich gehe dem französischen Kochgerät also ans Eingemachte und zerlege umfänglich…
Die Abdeckung muss komplett weg, das Versorgungsrohr auch – dann kann ich das Ventil abbauenLinks neu, rechts alt – Preis 180.-€, Wartezeit zwei Monate
Der Grund für den Austausch war banal. Kaum merklich, hat sich eine Schwergängigkeit beim Betätigen des Drehreglers eingeschlichen. Fies war, dass dies nur bei etwa der Hälfte des Betätigungsweges auftrat, ich konnte Sibylles Klagen kaum nachvollziehen – auch nicht, warum sie immer den Bedienknopf abgedreht hat.
Jetzt war die Ursache gefunden und somit auch zu beheben. Klar, dass auch dies nicht ohne Ärger abgeht – zumindest eine von neun Schrauben reißt ab!
Ausbohren und Gewinde nachschneiden
So arbeite ich langsam vor mich hin, zwischendrin gibt es eine Kaffeepause im Cockpit und nach rund dreieinhalb Stunden ist das Werk vollbracht – der ENO tut wieder und man sieht ihm die Operation nicht an.
Als wäre nie was gewesen
Am Sonntag gibt es einen weiteren Brauch – Hans Peter hat den Tag des Herrn zum „SouVLakki Tag“ ernannt. Wir gehen, das ist gesetzt, am Sonntag in den Lieblingsgrill zum Essen und danach zu „Repapis“! An allen anderen Tagen der Woche wird gegrillt, wechselweise Köfte und Chicken-Souvlaki, easy oder?
Das Feuerwerk am heutigen Abend war wohl für mich – der Gasofen ist repariert und NESSAJA ist nicht explodiert, ein gutes Ergebnis, welches man feiern darf!
Feuerwerk vom SouVLakki aus – wir wurden von der Crew der KARO begleitet
Am nächsten Morgen wollen Hans Peter und ich den Saildrive einbauen. Zuvor aber, so mahnt mich Sibylle, müssen wir Getränke kaufen! Sie sieht nicht ein, dass sie das schwere Zeug mit ihrem kleinen „Breezy“ rumkarren und an Bord schleppen soll. Ok, die Argumentationskette ist lückenlos, der Saarländer und ich fahren mit dem 4×4 zum Getränke bunkern…
Bier mit und ohne Alkohol, Schweppes und Cola sowie, ganz wichtig, acht 10 Liter Maxibottles Trinkwasser
Der eigentliche Grund für unser Ausrücken war allerdings, dass wir Trinkwasser kaufen mussten. Die Wasserversorgung auf Leros funktioniert mittels einer Wasseraufbereitungsanlage. Diese war seit Tagen defekt und das Wasser aus den Leitungen schmeckte salzig.
Aus diesem Grund waren auch die kostenlosen Trinkwasserautomaten der Insel außer Betrieb. Sowohl auf LIBERTÈ als auch auf NESSAJA drohte ein Trinkwassermangel. Dafür waren wir bereit die Big-Bottles zu kaufen und an Bord zu schleppen.
Es sollte eine einmalige Aktion bleiben, die Trinkwasseraufbereitung wurde ein paar Tage später repariert.
Mir fiel aber beim Weg über den Steg etwas auf…
Desaster auf OLIVE
Seit Tagen meine ich, einen latenten Benzingeruch zu vernehmen. Ich war der fälschlichen Annahme, dass dieser vom dritten Schiff in unserer Reihe käme und kein Grund zur Sorge wäre.
Heute sehe ich aber den wirklichen Grund – am Nachbarschiff, der OLIVE von Ciarán und Jill, ist der Kraftstoff aus dem Tank des Außenborders ausgelaufen und hat den Rumpf versaut. Da wir die Beiden echt gerne mögen, melde ich das Problem an Ciarán und frage ob ich helfen darf.
Dann endlich gehe ich zu Hans Peter, wir legen mit Verspätung los…
1001-mal bei Elring Trainings besprochen – wieder umgesetzt, aufgeschnittene Flasche in Ermangelung eines Spezialwerkzeuges
Zunächst müssen wir den Motor noch kurz vorbereiten. Es gilt den Wellendichtring der Kurbelwelle zu erneuern und sowohl Schwungscheibe als auch Adapterplatte und Getriebeglocke anzubringen.
Alle Schrauben ziehen wir mit den vorgeschriebenen Drehmomenten an
Als dies erledigt ist, kann Hans Peter den Saildrive an Bord holen und nach unten bringen. Gleich geht´s los! Wir wissen, dass dieser Job nicht einfach ist und holen uns daher Berthold zu Hilfe.
Gleich bauen wir ihn ein
Unser Plan ist, dass der Skipper das schwere Trum von der Hauptzugangsseite in sein Bett hebt und ich von der anderen Seite führe. Der Zugang ist eng und die Teile sind schwer – wir ahnen, dass dies keine filigrane Arbeit wird – doch wir haben einen Plan.
Ist das Getriebe erstmal in Position, würde HP den Saildrive führen, Berthold kann von der Schiffsunterseite das Getriebe drehen und, wenn nötig, etwas kippen – wenn alles in einer Flucht steht, dann schiebe ich den 200kg schweren Motor zurück auf seinen Platz
An seinem Platz ist er – etwas drehen noch – und höher muss er!
Gedacht, gemacht – wir ruckeln und wackeln, Kommandos werden gerufen – irgendwann höre ich Hans Peter rufen „…jetzt passt es!“
Ich schiebe den Motor an und er rutscht die paar Zentimeter in Richtung Getriebe – und siehe da, die Bauteile flutschen zusammen als wäre es ein Kinderspiel. Erster Versuch – Motor und Getriebe zusammenschieben – check!
Der Saildrive ist dran, die ersten Schrauben sind drin – da rutscht nichts mehr auseinander
Jetzt erstmal eine kurze Pause! Berthold ist entlastet, wir bedanken uns herzlich. Ein paar Schluck trinken, im Schiff ist es heiß – und letztlich auch etwas frische Luft schnappen.
Dabei wagen wir einen Blick von unten – der Saildrive ist wieder an seinem Platz. Hier hat Berthold, vor wenigen Minuten noch, die Finne ein wenig zu dirigieren versucht…
Das Zusammenfügen von Motor und Getriebe – ein Meilenstein
Weil es so gut geklappt hat und wir noch einen halben Tag haben, beschließen wir weiter zu machen und alle Schrauben zwischen Saildrive und Motor heute zu finalisieren. Um die Peripherie würden wir uns morgen kümmern.
Auch hier gilt das ungeschriebene Gesetz, dass eine Arbeit an einem Schiff nie, wirklich nie, reibungslos klappt, auch hier bleibt uns Unbill nicht erspart!
Merkt man auch erst beim Reindrehen, dass die krumm ist
Sibylle unterstützt! Sie ist unser „Bodenpersonal“, weil wir die Niedergangstreppe ausgebaut haben und somit im Schiff gefangen sind. Sie besorgt uns das „corpus delicti“ in Form einer neuen Schraube für die Motorlagerungen, so sind wir in der Lage unser Tagwerk planmäßig fertig zu stellen.
Nie, so mein Gefühl, war das Abendessen mehr verdient als heute!
Wir grillen an Bord der LIBERTÈHeute ist Köfte TagBunte Salatbegleitung
Ich freue mich, es ist ein neuer Tag und ich soll heute mein Motorrad abholen – so gegen 11.00 Uhr. Es ist seit gestern bei „Moto Loukas“ um die malade Hinterradbremse reparieren zu lassen. Bei dieser Gelegenheit soll der Mechaniker gleich die vordere Bremse ebenfalls entlüften, die Antriebskette servicieren und die Gabeltauchrohre vom Flugrost befreien.
Da es bis dahin noch ein Weilchen hin ist, widme ich mich zunächst OLIVE. Ich lege mir eine Passerelle um auf das Nachbarschiff übersteigen zu können.
Ein oder zwei Holzbretter liegen an jedem Steg
Erstmal drüben, sehe ich nach der Ursache, diese ist in einem defekten Tank des Außenborders rasch gefunden. Da dieser aber inzwischen leer ist, kann ich Entwarnung geben, hier besteht im Moment kein Handlungsbedarf.
Hier lief es raus
Ich hole mir einen Eimer mit Spüliwasser und befreie OLIVE von dem klebrigen Zweitaktgemisch. Mit meinem Wasserschlauch spüle ich das Heck der irisch beflaggten Moody 42 mit klarem Wasser, bis sie wieder glänzt. Problem behoben, alles wieder in Butter auf´m Kutter.
Alles wieder gut – ich vermelde der Crew die positive Neuigkeit
Inzwischen ist es fast 11.00 Uhr! Ich bitte Hans Peter mich rasch nach Lakki zu fahren. Das wird umgehend erledigt, so dass ich bereits eine halbe Stunde später die GS zurück auf ihrem Platz habe – und seht selbst!
Die Gabeltauchrohre glänzen wieder……die neue Kette sieht wieder aus wie eine solche……und das Beste – der neue Bremszylinder ist verbaut, die Bremsanlage packt wieder zu
Ihr mögt euch fragen, warum der KFZ-Meister sein Mopped nicht selber repariert. Ich will ganz offen antworten – weil es sich nicht lohnt! Ich habe den Bremszylinder angeliefert und alle Arbeiten nebst Material von Loukas bezogen – bei der Abholung hat der junge Werkstattbetreiber lang erklärt wie viel Arbeit er hatte, alles sei ein wenig kompliziert gewesen aber ER hätte es hinbekommen.
Ich möge verstehen, dafür müsse er jetzt 40.-€ – in Worten, vierzig – verlangen. Natürlich lobe ich die tolle Arbeit und wertschätze sein Tun. Ich bezahle das aber auch gerne, weil ich genau solche Anlaufpunkte brauche. Ich kann mich indes den Herausforderungen an LIBERTÉ widmen.
Und da wären wir heute wieder bei meinem Fachgebiet, dem Einbau des vorderen Kurbelwellendichtringes. Wieder möchte ich mit einer Fotostrecke für die Interessierten, ein wenig von meiner, von unserer Erfahrung teilen.
Der alte Ring, vermutlich nicht die Ursache für den Ölverlust – wir tauschen prophylaktischZum Ausbau bohren wir ein Loch in den Metallkäfig, das kann tricky seinMittels einer eingedrehten Blechschraube ziehen wir den Ring
Es ist ganz wichtig, den alten Ring nicht über die Welle oder den Sitz auszuhebeln. Zu groß ist die Gefahr, diese empfindlichen Dichtflächen zu verkratzen oder zu verdrücken.
Ist der Ring ausgebaut, reinigt man die Dichtflächen und baut den neuen Ring ein.
Ring ist ausgebaut – der Sitz und der Wellenstumpf müssen gereinigt werdenFür die Montage gibt es spezielle Montagehülsen, wir bauen diese aus einer PET-Flasche (Achtung! Kanten entschärfen)Die Hülse verhindert ein Umklappen und eine Beschädigung der Dichtlippe beim Aufstecken – die Gummidichtlippen müssen geschmiert werden, PTFE Dichtlippen keinesfallsNach dem Ziehen der Hülse muss der Ring final in seinen Sitz gedrückt werden – beim VP MD22 0,5mm unter Flanschniveau
Zum Eintreiben haben wir uns eine passende Hülse gesucht und den alten Ring als Unterlage benutzt. Fertig!
Eines noch – ich lese und höre immer wieder vom „Simmerring“ – das ist umgangssprachlich, technisch falsch und beweist Unkenntnis. Ein Simmerring ist eine bestimmte technische Ausführung, streng genommen von einem bestimmten Hersteller.
Richtig heißen die Dinger „Radialwellen(dicht)ringe“ / RWDR. Jetzt lass´ ich es gut sein 😉
Last not least montieren wir die Antriebsräder für Zahn- und Keilriemen sowie die Riemenscheibe – auch hier arbeiten wir mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von immerhin 180Nm (VP MD22).
Fertig – an der Kurbelwelle! Die Nockenwelle machen wir ein Andermal
Ok, ich entschuldige mich – Asche auf mein Haupt! Das war nun wirklich tief in der Materie – aber ich will eben nicht nur über „Repapis Eis“ und Badefreuden in Panteli berichten, auch die herausfordernden Seiten des Segleralltags sollen beleuchtet werden. Da gehört eben reparieren an allen Fronten dazu – und wann kann ich Expertise besser weitergeben und teilen, wenn nicht im Motorenbereich, besonders wenn es um Abdichtungssituationen geht. Man möge mir das nachsehen!
Am späten Nachmittag brechen wir ab, reinigen unsere verschwitzten Leiber und verholen dann auf die LE CLAPOTIS von Marijke und Cees. Dort sind wir zum Sundowner geladen, wir nehmen mit Freuden an!
Die Niederländer empfangen uns, es gibt Ouzo und SnacksWir genießen das einladende Schiff – es lenkt von der gewohnten Baustellenatmosphäre ab
Als wir gerade an Bord gekommen waren, hören wir von vis-a-vis eine bekannte Stimme – „…hey, was ist da los, ihr trinkt ohne mich?!“
Gottfried und Gabi waren bereits wieder von einer kleinen Runde zurück – völlig unerwartet eigentlich… Marijke reagiert sofort, sie schiebt ein „…kommt doch rüber!“ nach, dies wird aber abgelehnt. Man habe nur gefrotzelt, sei gerade angekommen und wolle erst „klar Schiff“ machen und etwas ausruhen.
HARMONY war schon zurück
Die Zeit verflog rasch und wir waren überrascht, wie schnell es kurz vor 20.00 Uhr war. Nicht, dass wir unhöflich wären, aber wir mussten weiter – zum nächsten Termin.
Wir hatten dies selbstverständlich mit unseren Gastgebern vorher so abgestimmt, so war es nicht überraschend als wir uns verabschiedeten um noch nach Vromolithos ins „Tis Kakomoiras“ zu fahren.
Dort waren wir mit Heidrun und Berthold von der KARO verabredet, es war deren letzter Abend, diesen wollten sie mit uns dreien verbringen.
Die Terrasse des „Tis Kakomoiras“ liegt hoch über der Bucht von Vromolithos und bietet einen guten AusblickZu fünft teilen wir uns Meze und genießen einen schönen Abend – ich kann die Crew der KARO richtig gut leiden
Naja, irgendwie bin ich ja schon mitten drin im Headlinethema – wir leben ein mediterranes Leben und genießen eben dieses zusammen mit unseren Freunden.
Klar, nicht alle Freundschaften sind gleich tiefgehend, nicht alle von langer Dauer – aber für den Moment betrachtet, sind alle wertvoll und bereichernd. Wir haben im Laufe unseres Seglerlebens viele tolle Menschen kennen gelernt. Den Unterschied zwischen Freundschaft und Bekanntschaft sehe ich nicht mehr so streng wie früher – der rhetorischen Einfachheit halber, bekommt jede Person in meinem Dunstkreis, mit der ich ein Bier getrunken oder Meze geteilt habe, den Titel „Freund“.
Die, bei denen diese Freundschaft wächst, bei denen die Freundschaft Tiefgang bekommt, die merken das bei mir, so glaube ich, recht deutlich!
All´ diese Menschen zeichnen sich verantwortlich für die Geschichten die im Buch des Lebens manifestiert werden, sie kreieren die Bilder im Kopf – dazu später noch einmal ein paar Anmerkungen.
Am nächsten Morgen gehe ich auf ELOWYN, auch hier umfasst meine Arbeitsliste noch ein paar Punkte.
Ich setze die blaue Schönheit unter Strom, zudem fülle ich die knochentrockenen Wassertanks
Das Füllen der Wassertanks von ELOWYN dauert. Etwa zwei Stunden kann ich veranschlagen, bis ein Kontrollblick nötig ist – so lange dauert es, bis 1.3 Kubikmeter H2O gebunkert sind – 1.300 Liter müssen durch den Gartenschlauch gespült werden.
Batterien voll – Wassertanks voll
Als der Frischwasservorrat wieder aufgefüllt war, konnte ich mich der heutigen Aufgabe widmen – Fehlfunktion der Steuerbord Druckwasserpumpe feststellen, Reparaturumfang festlegen, Teile bestellen.
Aber nanu??? Es funktioniert alles! Was tun?
Ich telefoniere mit Volker und schicke ein Video. Alles funktioniert und tut dies auch über die nächsten Tage. Was sollte ich da reparieren? Wir beschließen also, dass wir dieses Thema weiter beobachten.
Tagwerk erledigt, manchmal braucht man eben auch Glück!
Nachdem noch etwas Tag übrig ist, geselle ich mich noch einmal zu meinem saarländischen Spezi, wir wollten doch noch die Arbeit rund um LIBERTÉs Motor abschließen, warum nicht gleich?
Gedacht, gemacht!
Ok, Durchsatz sollte noch da sein, aber eigentlich muss er raus – wir entscheiden zu entkalken
Wir montieren den Ausgleichsbehälter für die Kühlflüssigkeit, den Seewasserfilter und die Züge für Schaltung und Gasbetätigung.
Eigentlich wollten wir auch noch das Röhrenpaket des Wärmetauschers ausbauen und reinigen, dafür reicht aber der Platz nicht, man müsste den Wärmetauscher abnehmen. Das verwerfen wir und entscheiden stattdessen, dass wir das Röhrenpaket entkalken werden.
Last not least, bringen wir noch einen reparierten Flansch am Wärmetauscher an – dann ist es geschafft! Wir haben das Arbeitspaket „Saildrive“ abgeschlossen.
Alles wieder da wo es hingehört
Das Arbeitspaket „Motor“ umfasst noch das Abdichten von Nockenwelle und Ventildeckel – dies ist bei diesem Motor aufwändig, weil der „Ventildeckel“ etwas mehr ist – nämlich der Nockenwellenträger! Somit ist das noch einmal ein größerer Eingriff, den wir aber auf später verschieben.
Wir schließen den Motorraum und räumen das Werkzeug auf – wir sind zufrieden!
Da trifft es sich gut, dass der abendliche Griller heute etwas größer ausfällt! Sibylle und ich sind den Holländern Marijke und Cees schon lange eine Gegeneinladung schuldig, das holen wir heute nach…
Wir sitzen gemütlich zusammen – an unserem Grillplatz unter LIBERTÉIch organisiere einen Sack Eis um gekühlte Getränke anbieten zu könnenAuf dem Grill brutzeln die Köstlichkeiten von unserem Gourmetmetzger „Xatzigrigoriou – Artisan Butchery“……und Sibylle hat ein Salätchen gemacht – leider nicht nur für mich 😉
Ein schöner Abend, wir sitzen lange beisammen, bevor unsere Freunde aus den Niederlanden sich verabschieden.
Aufgräumt ist schnell, dann gehen auch wir nach Hause. Am Rückweg, es herrscht wieder strammer Meltemi, sehe ich einen richtig dicken Kugelfender an unserem Liegeplatz treiben – klar, dass mein Ehrgeiz erweckt ist, den greife ich mir!
Mit einem Bootshaken ausgerüstet, angle ich mir die „Dicke Bertha“
Vielleicht weil ich so ein guter Kerl bin, vielleicht auch zufällig, wird just in dem Augenblick als ich zurück an Bord bin, abermals ein Feuerwerk, diesmal über Temenia, abgeschossen.
Sibylle und ich genießen das Schauspiel aus dem Cockpit heraus, dann gehen wir ins Bett.
Diesmal aus entgegengesetzter Richtung
Neuer Tag, ich sitze noch beim Kaffee als mein Telefon bimmelt. Wach, aber kaum ansprechbar, sitze ich da und wünsche mir, dass es eine wichtige Nachricht ist, welche mich so früh penetriert…
JAAA, es ist eine wichtige Nachricht! Die Lebensgeister schießen in meinen Körper, Endorphine machen sich breit – Giorgos vermeldet Vollzug! Die Deckswinsch von ELOWYN ist fertig, die Seewasserpumpe für den Generator ebenfalls…
Neu lackiert, neue Dichtringe, neuer Service – ach ja, der alte Spindelstumpf ist auch entfernt
Sofort passen Hans Peter und ich die Pläne für die nächsten zwei Tage an. Ich müsse mich jetzt einmal intensiv dem blauen Riesen widmen, auch er hätte zwei, drei Kleinprojekte und kann sich alleine beschäftigen.
Ich fahre mit Sibylle zu Giorgos, hole die ersehnten Teile ab und bringe diese auf ELOWYN.
Beim Händewaschen fällt mir auf, dass das Wasser im Waschbecken der Tagestoilette nicht abläuft. Ich kann den Waschbeckenstöpsel nicht anheben – was ist das? Kein Hebel?
Ich sehe nach…
Ok, der Fehler ist gefunden, aber wo ist das fehlende Stangerl?
Während ich bei Volker abfrage, ob er etwas über den Verbleib der fehlenden Betätigungsstange wüsste, spiele ich mit einem Schläuchlein, welches der Eigner ebenfalls nur auf den Tresen gelegt hat…
Und wohin gehört das?
Die Antwort meines Freundes und Eigners der Algro 68 war ernüchternd – „…nein, er hat das mit der Betätigungsstange nie gehört und wüsste nichts über deren Verbleib, den Schlauch hätte er in der Motorbilge gefunden, der gehöre irgendwohin, ich würde das sicher finden!“
Ah ja, ok – Challenge accepted! Dann baue ich die Deckswinsch eben morgen zusammen und beschäftige mich heute mit dem Schläuchlein. Die Betätigungsstange für den Waschbeckenstöpsel kommt indes auf meine „To-Do Liste“.
Nur eine Stunde hat die Suche gedauert, vielleicht etwas länger – und schon hatte ich den Anschlussstutzen für das Schläuchlein gefunden. Na, wenn es sonst nix ist…
Gefunden, montiert, fixiert
Für heute reicht es mir, ich gehe zurück zu NESSAJA, wir sind schließlich an Bord von Marcus DARKSYDE zum Sundowner geladen, ich muss etwas früher als sonst „ready for Dinner“ sein. Sibylle mahnt zudem ein frisches T-Shirt an. Zeit also, den Feierabend einzuläuten.
Während ich zu unserem Schiff schlendere, fällt mir auf, dass jemand unser Mechanikerauto fotografiert. Ich habe das so noch nie gesehen, aber zugegeben, es ist schon speziell wie Petros und Adonis hier ausrücken! Ich mache ebenfalls ein Bild, so dass ihr euch das vorstellen könnt.
Der alte Datsun gehört zum Inventar – Werkzeuge und Teile werden auf der Haube und dem Dach transportiert
Nachdem Sibylle und ich uns aufgehübscht haben, fahren wir mit der GS zur Slipstelle in Lakki. Dort holt uns Marcus mit dem Tender ab und wir verholen auf die DARKSYDE.
Wir freuen uns, es ist einige Wochen her, dass wir die Drei zuletzt gesehen haben. Wir haben viel zu erzählen und genießen die zwei Stunden, bevor wir weiter müssen – wir mögen die kleine Familie und haben uns richtig befreundet, ich schätze das.
Die DARKSYDE in der AbendsonneBier mit Meersalz – das ist mal was anderesKurz vor 20.00 Uhr müssen wir zurück nach Lakki……es ist nicht weit, Marcus bringt uns pünktlich rüber
Auch hier haben wir den Zeitrahmen vorher abgesteckt um nicht unhöflich zu sein. Um 20.00 Uhr waren wir mit Hans Peter, sowie der Crew der HARMONY im „SouVLakki“ zum Dinner verabredet.
Der Abend war nett und kurzweilig, wir haben uns allerhand Geschichten erzählt und diesen dann bei „Repapis“ ausklingen lassen. Schön…
Wir haben den Abend diesmal nicht zu spät beendet – ich wusste, dass ich am nächsten Tag allerhand vor der Brust hatte.
So rappelte ich mich am nächsten Morgen auf und richtete mir auf der ELOWYN im Cockpit einen gemütlichen Arbeitsplatz ein – mein Ziel heute, die Wasserpumpe für den Generator montieren und die Deckswinsch zusammenbauen und für die finale Montage fertig machen.
Ich ahnte nicht, wie ich mich die nächsten Tage würde ärgern müssen.
Es fing alles harmlos an – mein Arbeitsplatz auf der ELOWYN, ein luftiges Plätzchen
Giorgos und ich hatten zunächst die abgerissene Schraube im Gehäuse der Seewasserpumpe entfernt und das M4 Gewinde auf M5 vergrößert. Toll fand ich das nicht, also wurde gemeinsam beschlossen, dass er einen M4 Helicoil Gewindeeinsatz beschafft und diesen montiert.
So weit, so gut – wie knapp das zugeht, wenn man solche Reparaturen bewerkstelligt, das könnt ihr hier sehen…
Beim Bohren und Gewindeeinsatz setzen, ist der Gewindegang nach außen durchgebrochen
Zum Glück befindet sich das kleine Löchlein nicht in einem wasserführenden Kanal, sondern wirklich nur am Gehäuserand – es ist kosmetisch imperfekt, hat aber keine die Funktion beeinflussende Auswirkung. Glück gehabt!
So konnte ich den Deckel mit neuen Schrauben montieren und auch die Pumpe dann relativ schnell anbringen. Dass mich einer der Wasserschläuche etwas geärgert hat, er hatte einen Cut direkt am Anschlusskragen und konnte aufgrund seiner Formgebung nicht gekürzt werden – dies bleibt eine Randnotiz, ich konnte dies mit PU-Masse sicher reparieren.
Sieht wieder gut aus und wird wohl funktionieren
Mehr Ärger hat mir dieses verfitzmaledeite Getriebe der Deckswinsch gemacht – es war echt zum Mäusemelken! Der Ausbau zog sich über Tage und war nur zerstörerisch zu vollziehen. Jetzt sollte mich der Einbau ebenso quälen – zu diesem Zeitpunkt wusste ich das aber noch nicht!
Einfach wie es scheint – drei Teile zusammenfügen
Das Ganze sah nach einer Aufgabe für einen Fünfjährigen aus – so eine Art Herausforderung wie man sie im Kindergarten zu meistern hat. Zu meinem Bedauern entpuppte sich dieser Arbeitsschritt aber als eine echte Challenge – eine, für die mir bis heute die Erklärung fehlt!
Das saß ich im Schweiße meines Angesichts und schaute bedröppelt…
Was war passiert? Nun, man musste eigentlich nur die große weiße Kunststoffscheibe auf die Welle stecken, was auch sehr einfach und gut funktioniert hat, danach war diese Einheit in die Aufnahme des Getriebes zu stecken – die Einbaurichtung war vorgegeben.
Glaubt es oder nicht – die neue Spindel hat, obwohl Giorgos dies geprüft haben wollte, um keinen Preis der Welt in diese Führung gepasst. Ich habe alles versucht, nichts hat geholfen.
Erst als ich in Erwägung gezogen habe, dass Irgendjemand irgendwann mit irgendwas auf diese Spindel geklopft haben muss, sichtbare Spuren waren jedoch keine vorhanden, die Spindel sich dabei leicht verformt haben muss – erst dann war ich auf dem richtigen Weg…
Einbaufertig – ich will nicht mehr drüber reden
Als ich dies zugestanden habe, war ich bereit mit meiner Akkuflex und einer relativ feinen 180er Fächerscheibe, einmal kurz über den unteren Rand der über 1.000.-€ teueren Spindel zu fahren – und siehe da, dies und ein bisschen Fett, schon flutscht es!
Ich war zufrieden und frustriert gleichzeitig – ahnte aber noch nicht, dass das erst der Anfang des Ärgers war. Für heute ließ ich es gut sein, ich verholte zu Hans Peter, um mit ihm – aus reiner Neugierde – eine Fleißaufgabe anzugehen.
Fleißaufgabe? Genau, wir haben nämlich nicht genug zu tun! Deshalb widmen wir uns jetzt mal einem wichtigen Projekt – einem geschenkten Wassermacher!
Ein Schenker 60 wechselt den Besitzer – der heißt jetzt Hans Peter
Obwohl mein Freund aus dem Saarland wohl weiß, dass man dem geschenkten Gaul ja sprichwörtlich nicht ins Maul schaut, hält er nicht so mit diesen Vorgaben. Er will genau schauen, weil man sonst ja gar nicht weiß was man hat…
Recht hat er – der Wassermacher hat für lau den Besitzer gewechselt, weil der Schenkende diesen nicht verwendet hat und er vermutet, dass die vielen Jahre Standzeit das Gerät zerstört haben.
Das mag stimmen, aber man kann alles reparieren, die Frage ist nur – lohnt es sich? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen und bauen den Schenker testweise auf…
Sollte funktionieren
Funktioniert aber leider nicht – wir müssen den Test abbrechen, bevor wir aussagekräftig sind, weil das Aggregat eine Undichtigkeit hat. Vermutlich nur ein O-Ring, aber dies muss erst repariert werden, bevor wir weitermachen können.
Sonst aber funktioniert alles – Filter, Förderpumpe, Bedienteil – alles gut! Auch insgesamt schaut das Teil noch gut aus. Und gemessen am Neupreis, wäre eine Investition bis zu einer Höhe von etwa 2.000.-€ als Schnäppchen zu bewerten.
Ich denke, diese Geschichte bekommt ein Happy End – ein Andermal!
Ok, jetzt aber – ich gehe heim und will duschen. Als ich den Hahn aufdrehe werde ich naß gespritzt – ja toll! Reicht es nicht für heute?
Der Fehler ist rasch gefunden…
UV Strahlen und die Hitze setzen unserem Wasserschlauch arg zu – wir werden einen neuen brauchen
Bis ich die Reparatur durchgeführt und mich frisch gemacht habe, geht die Sonne bereits unter. Sibylle mahnt zur Eile, das Essen sei vorbereitet, wir beenden den Tag wieder mit einem gemeinsamen Griller unter LIBERTÉ.
Schöne Stimmung
Ich komme noch einmal zurück zur Überschrift dieses Monatsberichtes – einer unserer Marinafreunde hat mir ein nettes Feedback zum letzten Monatsbericht geschrieben, er hat dabei erwähnt, „…wieviel Einsatz ich doch für Hans Peter und für die beiden blauen Riesen ELOWYN und EDINA zeige…“ – er hat dies aus seiner Sicht mit einer Bewertung und einem Ratschlag begleitet.
Ich denke nach – ist Hilfe selbstverständlich? Ja, ich denke, dass im Rahmen guter Seemannschaft und unter Gleichgesinnten, hier den Bootsfahrern, eine generelle Bereitschaft zur Unterstützung gegeben sein sollte.
Weiter denke ich, dass man selbst als gutes Beispiel vorangehen muss! In einer Welt die immer egoistischer wird, in einer Gesellschaft, die immer mehr über Ellbogeneinsatz funktioniert, in einer solchen Welt kann man “ um dieses Quäntchen besser agieren“ und gewissermaßen vorleben, wie es funktionieren könnte.
Zuviel Pathos? Zu philosophisch? Ok, ein Beispiel aus dem Alltag…
Ich könnt´ im Strahl kotzen
Ich will auf der ELOWYN nur schnell die Deckswinsch an Ort und Stelle heben und festschrauben – nicht mehr! Hans Peter will helfen, das Ding ist schwer.
Überrascht stellen wir fest, dass der weiße Plastikring nicht mehr in sein Gehäuse passt. Es geht nicht, wie zunächst vermutet, um „ein oder zwei µ“ – wir werden feststellen, dass der Ring um mindestens 1mm „gewachsen“ zu sein scheint.
So werden aus den geplanten 30 Minuten Einbauzeit zwei volle TAGE, die Hans Peter und ich an dem Ring feilen und auch Raspeln – von Hand! Ich leistete mir eine Schwäche, ich hätte das Ding am liebsten versenkt, aber hier sprang der Saarländer in die Bresche – er feilte unermüdlich an dem Ding herum – bis es letztlich passte.
Zauberei – HP feilt den über Nacht gewachsenen PE Ring wieder kleiner
Mindestens zwanzig Mal haben wir gefeilt, das Trum auf´s Vordeck getragen, sind in das Kabuff gekrabbelt und haben das Ding in den Tunnel gewuchtet – um festzustellen, dass es noch nicht passt und wir die Procedur wiederholen müssen.
DIES geht über den Rahmen „normaler Hilfsdienste“ hinaus. Auch, dass HP ohne eine Sekunde zu überlegen, am Anfang dieses Jahres angeboten hatte, mir bei der Sanierung meines Decks zu helfen – es wäre eine monatelange Sauarbeit in der gleißenden Sonne gewesen!
Es ist nur selbstverständlich, dass ich für ihn leiste, was ich hier in den Berichten beschreibe – quid pro quo – er ist mein Freund und er wird es mir zurückgeben, das weiß ich!
Ein neuer Tag, ein Sonntag! NESSAJA Tag? Nein!
NESSAJA lässt mich in Ruhe, sie ist zur Zeit – da klopfe ich auf Holz – sehr zuverlässig. Daher widme ich mich einer Nacharbeit an NANA. Ihr erinnert euch an das Schiff, auf dem ich im Winter einiges zu tun hatte. Ich habe im letzten Bericht schon erwähnt, dass ich hier eine meiner Arbeiten überprüfen muss, ich habe mich vorbereitet und beschlossen, dies heute zu tun.
Mit der Planke rüber – dann Klappe aufIch verschaffe mir Zugang zum Solarsystem und entferne den von mir installierten SchalterDie Messung ergibt – die Solarzelle liefert
Nachdem klar war, dass das Solarmodul funktionierte, war der Fehler schnell gefunden. Ich hatte ja eine relativ komplexe Schaltung mehrerer Regler unter einem Modul gebaut und diese ins Bordsystem integriert – ich muss mir anlasten lassen, dass ich zwei rote Kabel vertauscht habe. Sollte nicht, kann aber passieren – umso besser, wenn man das schnell korrigieren kann!
Kabel vertauscht – jetzt tut der Regler
Das ging ja flott! Ich freue mich – ein Erfolgserlebnis ohne Ärger, das war mal wieder nötig…
Entspannt schlendere ich zu LIBERTÉ, um zu sehen, was es auf Hans Peters Baustelle Neues zu berichten gibt. War klar! Gestern ist das erwartete Paket geliefert worden – es wird ausgepackt, geprüft, gezählt und schlussendlich auch neugierig ausprobiert.
Alles drin? Nix kaputt?Die sündteure „Tercoo“ Scheibe erweckt unsere Neugierde
Die fast 100.-€ teuere „Tercoo“ Scheibe hat es uns angetan – kann sie das Werbeversprechen „Sandstrahlen ohne Sand“ halten?
Hans Peter liest die Anleitung, spannt das Teil in die Bohrmaschine und macht einen Versuch…
Blitzblank! Wir staunen…
Potztausend – ich mache es kurz, ja, die Scheibe kann was und es wird sich in den nächsten Tagen zeigen, dass sie jeden Cent wert ist! Sie erhält das Prädikat „uneingeschränkt empfehlenswert“, denn sie erleichtert und verkürzt den Abtrag des Kielanstriches erheblich.
Auch Sibylle fordert an diesem Sonntag noch eine Musestunde, sie mault, dass sie „…dringend mal wieder aus der Marina müsse!“ Ok, ich füge mich, wir fahren erst auf einen Cappucchino nach Agia Marina und dann, für einen Sprung ins erfrischende Nass, nach Panteli.
Gut ist der Cappu – ABER…
Wir bereuen Beide und leisten Abbitte – wie gut geht es uns doch in unserer Marina!
Zuerst warten wir lang auf einen Platz im Café, klar, es war Sonntag Nachmittag, Ferien in ganz Europa. Dann fahren wir weiter an den beliebten Strand – wir bekommen keinen Platz in der „Sorocos Bar“, gehen dann weiter an den, ebenfalls überfüllten, öffentlichen Teil des Strandes.
Wir sehen uns an, wir wollen nicht mehr Baden! Unverrichteter Dinge und ziemlich kleinlaut fahren wir zurück in die Marina. Ich mache keine Bilder von dem Tohuwabohu – auch Leros kann voll sein.
Der Sonntag klingt versöhnlich aus – dem Brauch folgend, dinnieren wir zusammen mit Hans Peter und Merlin im „SouVLakki“, gefolgt vom obligatorischen Besuch in „Repapis´“ Eispalast.
Die neue Woche beginnt nicht planmäßig! Ich soll beim Verkauf eines weiteren Schiffes unterstützen, dafür bin ich um 11.00 Uhr mit Eigner Willi in der „Artemis Boatyard“ verabredet. Sibylle will mich begleiten, wir nehmen uns vor, auf dem Weg noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Hans Peter hört mir kaum zu, als ich ihm die Plananpassung erläutere, er ist vertieft darin, mit dem neuen Werkzeug an seinem Kiel zu hantieren…
Diese Arbeit wird ihn zwei Tage beschäftigen
Sibylle und ich gehen zu unserem Motorrad, diesmal aber können wir nicht an der von einem Katamaran aus Südafrika hinterlassenen Müllhalde vorbeigehen.
Ich hasse es Hausmeister zu spielen, aber noch mehr hasse ich dieses rücksichtslose und asoziale Verhalten mancher Skipper – shame on you!
Alles auf die Mauer gestellt, in die Luft geguckt, davongegangen, abgelegt – und andere können den Saustall wegräumen
Einen Moment habe ich überlegt ob ich, mit Segen der Marinaleitung, das Zeug zum an Land stehenden Schiff trage und dort ins Cockpit stelle – ich meine, das wäre die Richtige Antwort gewesen. Ich lasse es aber bei einer Infomail an das Marinaoffice, die Damen veranlassen daraufhin den Abtransport durch die Marinamitarbeiter.
Ok, jetzt pressiert es langsam, auf in die Boatyard an der Nordküste Leros´ – wir fahren einmal quer über das kleine Eiland, schon sind wir da. Und wir finden die FREE WILLY auf Anhieb!
Liebe auf den zweiten Blick – die FREE WILLY ist ein wunderschönes Schiff
Wir treffen Thomas von der ALLEGRA, großes Hallo, Sibylle unterhält sich mit ihm, so dass ich genug Zeit habe, den Verkauf mit Willi abzustimmen. Das Angebot ist inzwischen erstellt – ihr findet es hier.
Am Heimweg halten wir bei Giorgos und quatschen ein wenig mit ihm. Der Grund für den ungeplanten Besuch – er hat einen Kumpel, der auf der Insel mit einem Tankwagen Trinkwasser ausliefert, die Quelle ist gleich gegenüber Giorgos Werkstatt.
Hier befüllen die Tankwägen
Giorgos erklärt uns, dass sein Freund den „gelben LKW“ fährt und wir uns auf ihn berufen dürfen. Das machen wir auch gleich, denn wir brauchen Trinkwasser für die Zisterne in Susannes Haus in Xirokampos.
Ich habe ja schon erwähnt, dass es einen Schaden am Wasseraufbereitunssystem von Leros gibt – dies führt dazu, dass in Privathäusern das Wasser an manchen Tagen rationiert und zeitweise abgestellt wird. Um unseren Sohn Florian mit Familie diese Tortur während ihres Besuchses zu ersparen, haben wir beschlossen, die Zisterne mit 8.000 Liter Wasser zu befüllen. Wir verabreden uns für morgen 10.00 Uhr am Haus.
Was wir an diesem Tag nicht wussten – ein paar Tage später wird das Problem behoben sein. Dennoch bereuen wir den Kauf nicht, sicher ist sicher! Die 8.000 Liter kosten mit Anfahrt übrigens 50.-€!
Ok, wohin jetzt? Zum Elektrogeschäft! Da muss ich hin, mein Begehr ist eine Eiswürfelmaschine!
Es gibt EINE auf der Insel – 225.-€, zu teuer
Ja, ich weiß – Mumpitz, absoluter Luxus, nicht nötig, braucht nur Platz, blablabla…
Stimmt schon, aber mir gehen die Worte von Stefan und Tanja nicht aus dem Kopf. Die Beiden haben in einer belastenden Reparatursituation ihre Gelassenheit bewahrt, sich eine Eiswürfelmaschine gekauft und diese mit dem Prädikat „Lebensqualität“ versehen.
Diese Aussage stelle ich dagegen und sogar Sibylle stimmt mir zu. Wir finden ein Modell der begehrten Maschine auf unserem Eiland, dennoch versagt meine Gattin mir den Kauf, „…zu teuer!“, so ihr lapidares Urteil! Meine Lebensqualität spielt in diesem Moment keine Rolle.
Weiter geht es zu dem örtlichen OBI, Andreas Kritikos. Ich brauche ja immer noch die Betätigungsstange für ELOWYNs Waschbeckenstöpsel. Die gibt es dort, aber nur in Verpackungseinheit mit einem billigen Wasserhahn aus China – Kosten 35.-€! Diesmal entscheide ich – zu teuer! Ich werde wohl wiedermal in die Rolle des McGyver schlüpfen müssen und mir eine Lösung erdenken.
Sowas brauche ich – aber 35.- für den kompletten Wasserhahn sind mir zu teuer (einzeln auf Leros nicht zu bekommen)
Wieder zurück in der Marina, gehen Sibylle und ich baden, dann läuten wir den Feierabend ein. Weil wir die Gewohnheiten lieben, grillen wir bei Hans Peter, dabei erzählen wir uns die Geschichten des Tages – was hat geklappt und was eben nicht.
Meine Gedanken kreisen um meine nicht erstandene Eiswürfelmaschine und die damit einhergehende Minderung meiner Lebensqualität 😉
Schwamm drüber! Ein neuer Morgen bricht an, ich muss mich sputen um meine zwei Tassen Kaffee intus zu haben, bevor wir nach Xirokampos aufbrechen müssen – um 10.00 Uhr kommt die Wasserlieferung! Also nix wie hin…
Wir sehen generell nach dem Rechten – sieht alles gut ausIch öffne den Deckel – naja, wirklich leer ist die Zisterne nicht
Susanne hatte geschätzt, dass die Zisterne eher leer als voll sein dürfte. Ein erster Blick in den riesigen Schlund zeigt aber, dass dies pessimistisch gedacht war – ich denke halb voll trifft es gut. Das Wasser hätte sicher gereicht. Wenn wir aber auffüllen lassen, sind wir hier nichts schuldig.
Der Tankwagen kommt pünktlich!
Der große Truck passt gerade so in die EinfahrtDann wird aufgefüllt – unsere 8.000 Liter reichen kaum, um den Pegel merklich zu verändern 😉
Geschafft! Nach einer guten halben Stunde ist das lebenswichtige Elixir umgepumpt, wir bezahlen, der Lieferant zieht seiner Wege – gut zu wissen, wo man sich mit Trinkwasser versorgen kann! Man lernt nie aus…
Sibylle und ich pflücken noch ein paar Feigen, dann fahren wir zurück in die Marina und ich verhole mich auf Hans Peters Baustelle – heute steht eine kleine Fleißaufgabe auf dem Programm.
Der Ausbau des „dreihaxigen“ Ankerwinschmotors!
Irgendwie geht er nicht ab
Des waaaas??? Ach, das ist ein Insidergag, den muss man nicht verstehen – soviel nur, Gottfried hat vor Monaten seine Ankerwinsch zu reparieren gehabt, er konnte aufgrund einer Modellanpassung nur einen Motor mit zwei Anschlusskabeln, „Haxn“, wie Gottfried es nennt, erhalten und musste dafür einiges anpassen.
Das wurmt ihn, genauso wie die Tatsache, dass damals ein anderer Segler eine gebrauchte Winsch mit einem dreikabligen Motor günstig verkaufte und Hans Peter beim Kauf schneller war als er – der „dreihaxige“ Motor wurde ihm vor der Nase weggeschnappt.
Dies ist die Ankerwinsch, die Giorgos für Hans Peter optimiert hat, diese wird auf LIBERTÉ eingebaut – inklusive Motor. Der alte Motor jedoch, ebenfalls ein „dreihaxiges“ Modell, sowie das Innenleben der alten Winsch, sollen ausgeschlachtet und als Ersatzteile vorgehalten werden.
Viel Arbeit und Mühe – aber da isser, der begehrte „dreihaxige“ Motor
Das war echt eine Sauarbeit! Giorgos hatte schon aufgegeben – und das will etwas heißen! Die Antriebsachse des Motors hatte sich irgendwie in der ersten Welle „gefressen“ oder sie war einfach festgerostet.
Wir mussten mit Gewalt und mit der Flex einen Zugang schaffen – das waren uns die teuren Teile aber wert. Letztlich hat es geklappt, wir mussten das ohnehin marode Gehäuse opfern, alle anderen Einzelteile – einschließlich des „dreihaxigen“ Schatzes – konnten wir retten!
Gottfried hat mehrfach nach dem Stand der Dinge geschaut – ich bin überzeugt, dass wir einen Anschiss bekommen hätten, wenn wir dem Objekt der Begierde etwas angetan hätten – aber nichts dergleichen, im Gegenteil, der Motor ist im Moment zerlegt, bekommt einen Service und wird dann gehütet wie ein Augapfel.
Gottfrieds Trost – ich werde ihm MEINEN „dreihaxigen“ Motor von NESSAJA schenken wenn ich mein Projekt „Ankerwinsch-Tuning“ starte, aber das weiß er noch nicht – und es wird auch noch dauern!
So klang der Tag gemütlich mit einem gemeinsamen Griller an Bord von LIBERTÉ aus.
Der neue Tag ist für ELOWYN reserviert! Hans Peter hat an seinem Kiel genug zu tun, ich muss auf dem blauen Riesen vorankommen, schließlich hat mein Patenschiff am 29. dieses Monats Krantermin!
Ich habe inzwischen die Ersatzteile für den Wassermacher erhalten, diesen will ich zuerst komplettieren…
Der rote Schalter passt, alles klappt – wenn auch nicht ohne Stolpersteine
Ich will in diesem Fall nicht jammern! Der Einbau des Schalters klappte einigermaßen gut, wir wussten ja diesmal, dass das Layout vom Hersteller angepasst wurde und haben uns bewusst entschieden. So war die notwendige Anpassung von M4 auf M3 Schrauben, sowie die der Anschlussstecker, eher ein kleiner Umweg als richtiger Ärger.
Auch das neue Fitting für den Schlauch passt, die Stecker für den Schalter konnte ich umbauen
Alles in Allem, inklusive der Anpassungsarbeiten, war der Wassermacher nach etwa einer Stunde final repariert – super! Wieder ein Punkt auf der langen Liste abgehakt!
Viel wichtiger – wie kommen wir mit der Reparatur der Deckswinsch voran? Auch da tut sich was! Am Ende der zwei „Feiltage“, war es Hans Peter und mir noch gelungen, das Getriebe zumindest in Position zu bringen und festzuschrauben – ein Meilenstein!
Ich habe dann einen weiteren Tag damit verbracht ZWEI! schier unzugängliche Schrauben anbeißen zu lassen und diese ebenfalls zu befestigen – auch den Motor und die Anbauteile habe ich montiert, so dass die Einheit unter Deck als „fertig“ angesehen werden darf!
FERTIG! Die Drainageschläuche noch und einen Kabelbinder – dann hat sich´s
Sibylle unterstützt mich, sie hilft beim Saubermachen in der Vorpiek, weil ich die untere Etage nicht erreiche – ihre grazile Figur ist da hilfreich!
So schaffen wir es gemeinsam, dass auch auf ELOWYN alles „in time“ ist.
Diesmal hat Sibylle das Vergnügen in der Sauna zu arbeiten
So sind wir am Nachmittag zur besten Kaffeezeit fertig mit unserem Tagwerk und gönnen uns ein seltenes Nachmittagseis bei „Repapis“ – als Belohnung für geleistete Arbeit.
So eine positive Betrachtung der Rackerei tut manchmal not, so erhält man sich die Motivation.
Ich persönlich kann mein Eis am Nachmittag sogar mehr genießen – passt halt zeitlich nicht immer
In der Eisdiele verquatschen wir uns ein bisschen – uns beschäftigt immer noch und voraussichtlich auch noch länger die Frage, wie geht es weiter? Ja, wir leben ein entspanntes, mediterranes Leben, wir genießen es und sind zufrieden.
Aber, das habe ich ja schon öfter erwähnt, es ist nicht das Leben welches wir eigentlich vorhatten zu leben und vor allem, ICH sehe eine leider negative Entwicklung in den südeuropäischen Urlaubsländern, die fraglich erscheinen lässt, ob wir unser jetziges Lebensmodell über Jahre aufrecht erhalten können.
Die stets steigenden Kosten sind dabei nur ein Aspekt…
Darüber und über die Frage, warum die Marinaleitung sich nicht, wie besprochen, mit mir in Verbindung setzt, diskutieren wir eine ganze Weile – auch dieses ausstehende Gespräch ist richtungweisend, davon hängen andere Entscheidungen ab.
Ich beschließe, auf jeden Fall noch diesen Monat für Klarheit zu sorgen!
Huch! Ein Blick auf die Uhr verrät, dass bald Abendessenzeit ist. Wir sind mit HP zum Grillen verabredet und wollen vorher noch duschen – also nix wie heim…
20.00 Uhr auf LIBERTÉ……der Cobb ist heiß, heute ist Köfte-TagDazu zwei Salate und Brot – Herz was willst Du mehr
Am nächsten Morgen fahre ich gleich nach dem Kaffee zu Andreas Kritikos´ Heimwerkermarkt – Hans Peter meint, dass er mal gelesen habe, dass ein Besuch im Baumarkt bei Männern die gleiche Wirkung hat wie Sex.
Ich bin davon noch nicht wirklich überzeugt und teste es gleich mal beim Stöbern nach irgendwelchen Teilen, aus denen ich das Betätigungsstangerl für ELOWYNs Waschbeckenstöpsel bauen könnte. Ich mäandere lang herum, betaste das, befummle dieses – gerade kann ich Paralellen zu sexueller Betätigung entdecken, als es mir kommt…
Hm, das sollte ich in diesem Zusammenhang vielleicht anders formulieren – also ich suche nach der Lösung als mir, wie weiland Wickie, eine Idee kam – ich hab´s!!!
Zwei Halterungen für Blisterverpackungen aus einem Lochwand-Sortiersystem
Ich sehe zwei dieser Metallhaken, welche in diese Lochwände im Einzelhandel gehakt werden, um dort Blisterverpackungen aufzuhängen – das ist es! Genau die richtige Drahtstärke, verchromt und die richtige Länge – ich erwerbe zwei Stück zu je 70ct und ziehe von dannen.
Die Frage nach der Hormonausschüttung bleibt ungeklärt, vielleicht muss ich Hans Peter noch einmal fragen, WO er das gelesen hat…
Ich gehe schnurstracks und ohne Umweg über Los an Bord der ELOWYN – ich hab´ die Faxen dicke, heute will ich das Schiff finalisieren und die zwei offenen Punkte von meiner Liste streichen. Ich will die technischen Arbeiten am blauen Riesen fertig haben!
Arbeiten im Schatten – schön!
Ich fange mit der Umsetzung meiner Idee an, ich erhoffe mir eine Arbeit, die schnell von statten geht und bei der ich mich wenig ärgern muss – mein Ziel ist es, die Stangen zum finalen Einbau vorzubereiten und abzuklären, ob die Idee umsetzbar ist.
Das gelingt ganz gut – ich schneide alles überflüssige Material ab und biege mir die Einzelteile zurecht. Ich muss mir noch überlegen, wie ich die beiden Stangen verbinde, dann kann ich diesen Punkt fertig machen.
Fertig – so kann ich die Stangen verbauen – sie passen wie die vielzitierte Faust auf´s Auge
Dies mache ich nicht heute, denn der restliche Tag soll der Montage der Deckswinsch gehören – das Thema will ich ENDLICH von der Platte haben. Die Idee ist also, die NEUE Trommel auf die NEUE Spindel zu schrauben, dabei das ganze System mit PTFE Fett zu schmieren und einen Probelauf zu machen – klingt einfach, oder?
War es aber nicht!!! Die Trommel, welche ich abgeschraubt habe, ließ sich auch nach einem halben Dutzend Versuche, nicht mehr auf die Spindel drehen.
Ich könnte heulen
Ich hatte echt einen Moment der Panik – ich rufe Sibylle an, sie soll kommen! Sie weiß am besten, wie es geht mich zu bändigen bevor ich ausraste – und ich war kurz davor!
Schaut euch das Bild an – das ist das Gewinde der NEUEN Trommel! Ich habe etliche Male versucht die Trommel gefühlvoll aufzuschrauben – es geht nicht! Das Gewinde ist verhunzt – ich verstehe auf einmal, warum es Volker passieren konnte, dass er die Einheit nach dem Service schief aufgesetzt hat und somit den Schaden eingeleitet hat.
Was tun??? Erstmal beruhigen, was trinken, etwas abkühlen – dann nachdenken!
Ich entschließe mich, zur Flex zu greifen! Das ist bei einem 2.000.-€ Teil sicher ultima ratio, aber ich will dieses Problem lösen und ein für alle Mal entschärfen – beim nächsten Service kein Ärger, das ist die Devise…
Ich nehme sowohl der Mutter, als auch der Spindel den ersten, messerscharf abgesetzten Gewindegang. Besser gesagt, ich breche die Ecke des Gewindeanlaufs, indem ich zwei, drei Millimeter schräg abflexe.
Auf einmal lässt sich die Trommel butterweich aufdrehen und gleitet in den Mechanismus, in dem sie auf und ab fährt – versenkt bei Nichtgebrauch, ausgefahren an Deck, wenn sie benötigt wird.
Ich drehe ein kurzes Video und sende es Volker – zwei Tage nach seinem Geburtstag finalisiere ich das vorletzte technische Projekt auf meiner Liste.
Es war das Projekt, mit dem ich letztes jahr im Winter begonnen hatte als ich ELOWYN übernahm, weil es Volker die wichtigste Arbeit war – ich wollte ihm eine Freude machen, nicht ahnend, dass ich die Büchse der Pandora öffne und das längste und teuerste Projekt starte. Das Arbeitspaket, das mich die meisten Nerven kostete.
Jetzt war die Welt wieder in Ordnung!
Noch auf der ELOWYN – das Lachen keht zurück
Es war noch nicht zu spät am Tag, so warf Sibylle den Wunsch auf, wieder einmal in Panteli Baden zu gehen. Ich hatte keine wirkliche Lust, wollte ihr dies aber nicht verwehren. So haben wir uns kurzentschlossen auf die GS gesetzt und sind an den, außerhalb der Saison, so wunderschönen, typischen Strand gefahren.
Wir finden einen Platz in „Sorocos Bar“ – ich fühle mich unwohl…
Menschen überall – ich bin kein Fan von solchen Touristenspots
Man kann hin und her diskutieren – sicher ist es möglich, eine solche Ansammlung von Touristen im August zu tolerieren, aber muss ich das??? Gott sei Dank muss ich das nicht mit meinem Weib ausfechten, denn als nach 15 Minuten immer noch keiner der Kellner eine Minute für unsere Getränkebestellung übrig hatte, ist Sibylle der Kragen geplatzt!
SIE kann nämlich nicht ausstehen, wenn untrainierte Servicekräfte in ihr Bestellgerät glotzen und kein Auge für die links und rechts sitzenden Gäste haben – und ich bestätige ihr, sie misst gnädig, die Jungs können es einfach nicht, sie sind überfordert.
Wir stehen auf und gehen auf die Terrasse des „Castelo Hotel“ – dort ist ein Tisch im Schatten frei, wir bekommen was zu trinken und Sibylle geht baden. Ich habe keine Lust, ich will heim!
18.00 Uhr – nicht viel los im Wasser, aber der Strand ist rappelvoll
Wir beschließen, dass wir bis zum 26.08. nicht mehr nach Panteli fahren – warum ausgerechnet dann? Weil wir an diesem Tag die Situation noch einmal abklopfen, denn tags darauf kommt Sibylles Sohn mit Familie – wir würden mit der Familie schon gerne hierher zum Baden gehen, aber nur wenn es passt!
Wir fahren zurück in die Marina, teilen unser Leid mit Hans Peter und bestellen Pizza, denn heute soll Abwechslung in den Menüplan kommen. Sibylle und HP haben jeweils einen Salat gemacht, die Pizza gibt es aus dem Karton – keep it simple!
Gespeist wird natürlich im Baustellenrestaurant „Zur maladen Liberté“ 😉
Pizza & Salat – es fehlt an nix
Trotz des Negativerlebnisses am Panteli Strand war ich guter Dinge – ich war erleichtert und froh, dass ich das Thema Deckswinsch abhaken kann, das habe ich ja ausführlich beschrieben.
Darüber hinaus gab es aber einen weiteren Grund, das Leben im Allgemeinen und diesen Tag im Besonderen, zu feiern – heute ist der kleine Timo auf die Welt gekommen und Sibylle und ich freuen uns über Enkelchen #7.
Welcome kleiner Timo
Naja, ich gebe zu, dass der gebührende Rahmen um das Opadasein zu feiern etwas passender hätte ausfallen können. Das war einfach nicht zu realisieren. Aber ich freue mich leise und sehe dem ersten Kennenlernen entgegen – leider wohl erst 2025.
Zurück auf NESSAJA geht Sibylle ins Bett, ich tippe noch ein paar Zeilen an René, meinen langjährigsten Freund. Ich realisiere, dass ich länger nichts von mir habe hören lassen – jetzt brauche ich etwas und schreibe, an sich nicht die feine englische Art! Ich eröffne daher mit der Betreffzeile…
„Ach der Mario – der meldet sich auch nur wenn er was braucht! 😉 „
Ich tippe meine Zeilen und bitte meinen Freund, eine Bestellung in einem nahegelegenen Autohaus abzuholen und bei unserem Sohn in den Briefkasten zu schmeißen. Dann erzähle ich noch etwas von unserem Dasein hier und frage nach den Neuigkeiten aus Schliersee. Ich sende das Mail ab und gehe ins Bett…
Am nächsten Morgen brühe ich mir mein Käffchen auf und schalte mein Telefon ein – BING! Nachricht aus Schliersee…
„Du kannst Dich immer melden, wenn Du was brauchst! Ich habe das Teil schon geholt, es ist schon beim Junior abgegeben!…“ Es folgt ein bisschen Blabla und ein Foto als „Beleg“.
Geholfen – in 3.000km Entfernung
Es ist schön zu wissen, dass die alten Freunde nicht wegbrechen, wenn neue hinzukommen! Zuviel gemeinsam erlebt – ich freue mich auf ein Wiedersehen. That´s what friends are for!
Um was für Teile geht es eigentlich? Nun, manchmal kann auch ich den Griechen in meinem lokalen Freundeskreis helfen – einer von ihnen hatte Probleme ein kleines Ersatzteil für sein Auto zu beschaffen – angeblich wäre eine Abdeckung (15.-€) nur in Verbindung mit dem kompletten Scheinwerfer zu bestellen (600.-€).
Ich besinne mich meiner früheren Kontakte und recherchiere ein wenig – und siehe da…
Und weil sie nur 12.-€ kosten, bestelle ich gleich zwei
Die Recherche lohnt sich! In Griechenland, wie erwähnt und vermutlich wegen Unlust eines Lageristen, nicht zu beschaffen. Das Amazon Teil aus China kostet 20.-€ und es bleibt unklar, ob es bei europäischen Modellen passt. In Deutschland bei Hyundai 12.-€ das Stück, lieferbar ab Zentrallager.
Ich bin sicher, dass dieser junge Mann auch mir einmal helfen würde, sollte ich Unterstützung brauchen.
Der heutige Tag soll nicht stressig ausfallen, es braucht dazwischen diese relaxten Tage, an denen man zwar produktiv, aber eben nicht gehetzt ist. Sibylle und beschließen, dass wir erst einmal Baden gehen, es ist immer noch heißer Hochsommer hier.
Die Temperaturen liegen tagsüber stets um die 35°C, nachts kommen wir mit der Klimaanlage gut über die Runden. Das Erfreuliche ist, dass sich die Wassertemperatur gut hält – der Sprung ins Meer ist immer noch erfrischend.
Nix los an der Kaimauer – wir genießen die Abkühlung
Wir genießen diesen Tag! Der blick auf den Kalender verrät, es ist der 15. August, die Monatsmitte ist erreicht! Heute ist Feiertag in katholischen Ländern, es ist Maria Himmelfahrt. In Griechenland ist dies nicht irgendein Feiertag – nein, aus religiöser Sicht ist es der, nach Ostern, vermutlich höchste Feiertag der orthodoxen Christen.
Es herrschte also allerorts Ruhe, kein emsiges Treiben am heutigen Tag. Immer mal wieder läuten die Kirchenglocken aus Lakki herüber, das sorgt für eine schöne Stimmung.
Eine zeitlang fragen wir uns, ob wir heute überhaupt etwas arbeiten sollen, beschließen dann aber, dass wir eine kleine Arbeit angehen, welche keinen Lärm macht – wir kleben die „Fenster“ in Hans Peters Ruder wieder zu!
Eine saubere Arbeitsweise tut not
Dafür nehmen wir dem bestehenden Schaumkern etwas Höhe, das Material lässt sich leicht herauskratzen – dann füllen wir Hohlräume mit wasserabweisenden PU-Montageschaum. Diesen spritzen wir auch auf die zu schließenden Flächen und legen dann die Ausschnitte auf.
Mit Spanngurten und Gewicht wird fixiert
Unser Kalkül ist, dass der Schaum beim Aufquellen alle Lücken schließt und gleichzeitig als Kleber wirkt. Sind die Platten erstmal fixiert, dann würden wir die Trennfugen zulaminieren und verspachteln.
Wir legen also alle Ausschnitte auf, suchen ein passendes Brett um die Teile plan zu halten und fixieren alles mit Spanngurten. Das sieht gut aus, sollte also klappen. Ob das so ist, sehen wir morgen, für heute reicht es – Feierabend!
Man muss die Feste feiern wie sie fallen! Da inzwischen ja wirklich genug Gründe zum Feiern zusammengekommen sind – ich darf an das gestern geborene Enkelchen erinnern, das Erreichen von Meilensteinen bei ELOWYN, den heutigen Feiertag, der, last not least, in Griechenland auch mein Namenstag ist – da wir also genug Gründe zum Feiern haben, legen wir fest, dass wir heute für das Dinner ausgehen.
Treffpunkt 20.00 Uhr im „SouVLakki“, aber Sibylle und ich beschließen, dass wir etwas früher dorthin gehen, uns einen schönen Tisch sichern und den Abend mit einer Karafaki Ouzo eröffnen.
Schöne Stimmung an der Riva von Lakki – der Mann im Bilde hat heute NamenstagWenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Ouzo wertNoch sind Sibylle und ich alleine im Lieblingsgrill – aber Hans Peter und Merlin kommen sofort
Der Abend tut uns allen gut – und wir haben zudem etwas Glück, denn es ist erstaunlich wenig los. Wir vermuten, dass dieser Feiertag im Kreise der Familie verbracht wird, es waren einfach auffällig weniger Menschen unterwegs.
Wir schwatzen viel, schmieden Pläne rund um den weiteren Reparaturverlauf an LIBERTÉ. Wir wissen, dass am Monatsende die Familie zu Besuch kommt, ELOWYN geht zu Wasser und Volker und Tina werden ihre blaue Schönheit übernehmen – auf all´ das freuen wir uns, wir wissen aber auch, dass diese Phase uns „unter Strom“ setzen wird – positiver Stress erwartet uns.
Tschakka – wir schaffen das! Darauf ein Eis 😉
Der Abend klingt süß aus
Irgendwie verfliegt die Zeit – es ist spät als wir heimkommen, wir schalten die Klimaanlage an, temperieren unser Schlafzimmer herunter und brausen uns auf der Badeplattform kalt ab. Dann sacken wir erschöpft ins Bett…
Der nächste Morgen beginnt spannend – war der erste Schritt unserer Ruderreparatur erfolgreich? Ich trinke meinen Kaffee und gehe dann zu Hans Peters Baustelle.
Auch mein Freund aus dem Saarland war wohl gespannt wie ein Flitzebogen, denn er werkelte schon an den eingeklebten Platten…
Der Schaum muss noch weg – vier von sechs sind gut
Leider war der erste Versuch nicht 100%ig erfolgreich. Die Kraft des quellenden, expandierenden Schaumes, hat tatsächlich zwei von sechs Platten soweit angehoben, dass es nicht tolerierbar scheint.
Wir reinigen also die Trennfugen der akzeptablen vier Einsätze und brechen die beiden Platten, welche nach oben überstehen, noch einmal heraus – ein zweiter Versuch ist nötig. Also wiederholen wir das Procedere des Vortages noch einmal an den beiden misslungenen Einsätzen, bevor wir dann ans Laminieren gehen.
Auf die Liste der heute zu erledigenden Arbeiten, kommt auch der Anstrich des Gusskiels. Das ist vielleicht ein Glump! Der rostet wirklich so schnell, dass man dabei zusehen kann.
Ihr erinnert euch, dass HP das Trum vor zwei, drei Tagen mit seiner neuen Scheibe von den Lackresten befreit hat? Dann seht mal heute…
Nach zwei Tagen schon wieder voll mit Flugrost – der muss weg
Das ist eine fiese Arbeit, denn den Rost aus den Narben zu holen, bedarf des Abschrubbens mit der sogenannten „Zopfbürste“ auf der Flex – das geht zwar einigermaßen gut, ist aber mit Höllenlärm und unsäglichem Dreck verbunden und die kleinen Metalldrähte die regelmäßig davonfliegen, dringen tief in die Epidermis und verursachen zwar kleine, aber blutende Wunden.
Sein Job! Wir haben nur eine Zopfbürste! Also gehe ich erstmal zu ELOWYN und sehe nach, was ich dort so erledigen könnte. Danach werde ich das Ruder von LIBERTÉ nochmal bearbeiten und die Fehler von gestern korrigieren. So werde ich den Tag meistern, während Hans Peter seinen Kiel bearbeitet.
Auf dem Weg zu ELOWYN fällt mir die TAO 3 auf…
Die wunderschöne HR48 steht ohne Mast daDer Mast der HR liegt sauber am Rand der Marina
Wir haben das Eignerpaar Tim und Jasmin vor einigen Tagen vor „Moto Loukas“ kennen gelernt. Die Beiden sind sehr sympathische junge Leute und bereiten ihr Boot auf eine zweite Auszeit und einen ausgedehnten Törn vor – dafür muss auch der Mast runter, um das „stehende Gut“, also alle Wanten und Stagen, zu erneuern.
Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, dass der Mast von LIBERTÉ ein, zwei Tage vor dem der TAO 3 gelegt wird, aber unser Termin wurde verschoben – die TAO 3 dagegen steht mittlerweile also ohne Mast da.
Mir gehen die Gedanken durch den Kopf. Das steht uns auch noch bevor! Auch hier noch eine Menge Arbeit und Schweiß zu investieren – vom Geld ganz abgesehen! Hans Peters Börserl dürfte inzwischen sehr schlank sein – aber so ist es nunmal ein Bootseigner zu sein.
Im Laufe des Monats werden wir uns auf jeden Fall noch etwas mehr mit Tim und Jasmin anfreunden und auch mal zusammen ins „SouVLakki“ gehen – das ist schön, denn es erweitert die Themenpalette beim täglichen Small-Talk ungemein. Dass Hans Peter und Tim sich darüber hinaus mit Rigg-Themen befassen, liegt auf der Hand.
Ich gehe weiter zu Volkers blauen Riesen – ich habe ja noch die ideale Arbeit für heute offen, die Reparatur des Waschbeckenablaufs!
Da muss ich ran
Ich baue dafür zuerst die Türe des Waschbeckenunterschranks aus – ansonsten habe ich nur eingeschränkten Zugang. Die Stangen passen ja schon, ich muss sie „nur noch“ verbinden und das Hebelwerk einstellen – aber wie verbinden?
Ich habe mir folgende Lösung erdacht…
Eine Lüsterklemme XXXL……wird von ihrer Isolation befreit
Ich nehme mir eine riesige Lüsterklemme und befreie diese von ihrer Isolation. Das Innenleben mit den zwei Befestigungsschrauben, funktioniert nicht nur zweckgebunden mit Kabeln, man kann es auch dafür verwenden, die zwei Stangen zu verbinden.
Das klappt super und ich kann die Teile so montieren, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Einstellung war noch etwas Fummelarbeit, aber nach 15 Minuten war auch dies erledigt – ein weiterer Punkt, den ich auf meiner Liste abhaken kann!
So wird es klar – der Ablaufstöpsel wird mit einem Hebel am Wasserhahn bedient
Haha, ich bin zufrieden und auch ein bisschen stolz – es geht was von der Hand, ich kann mir Lösungen erdenken und umsetzen. Das werkeln an den Booten macht mir Spaß, zumindest meistens.
Ich gönne mir noch eine kleine Pause im Cockpit von ELOWYN und lüfte mich im Zug des Meltemi etwas durch. Dann verschließe ich die mächtige Algro 68 wieder und gehe zurück zu LIBERTÉ – mal sehen, was ich zur Ruderreparatur beitragen kann…
Was ist das? An der Abfalltonne nahe Hans Peters Schiff lehnt ein Windgenerator – unverkennbar ein „Air X“, ein gutes und teures Stück. Er ist offensichtlich mit Gewalt demontiert und aufgegeben, aber für mich nützlich, ich beschließe daher kurzerhand, ihm ein neues Zuhause zu bieten 😉
Kann ich brauchen
Was ich damit will? Weiß ich noch nicht – aber die Frage könnte sich eines Tages selbst beantworten – nämlich dann, wenn Volker für ELOWYN ein Ersatzteil benötigt, er hat nämlich einen „Air Breeze“ montiert, welcher dem „Air X“ sehr ähnlich ist. Oder vielleicht auch, wenn ich meinen „Silentwind“ noch einmal öffnen müsste und mir das verformte Gehäuse brechen würde. Dann würde ich versuchen aus zwei defekten Windgeneratoren einen funktionstüchtigen zu bauen. Einen „Silent-X“ sozusagen.
Das Gehäuse alleine, hat einen Wert von rund 400.-€!
Mit der stolzgeschwellten Brust eines Jägers und Sammlers, wende ich mich dem Ruderblatt zu.
Unser Ruder war in Sektionen unterteilt
Die Sektionen 3, 4 und 5 sowie das Fenster an der Ruder-Unterkante, waren haltbar und wurden geschäftet – das bedeutet, dass die Trennfuge mit der Flex und eine Fächerscheibe vertieft wurde, um Platz für das neue Laminat zu schaffen. Zudem wird so sicher gestellt, dass die Überlappung der neuen Glasfasermatten ausreichend ist und für Stabilität sorgt.
Die Sektionen 1 und 2 waren nicht ausreichend gut geklebt und mussten noch einmal ausgeschäumt werden. Diesmal haben wir kein Brett als Unterlage genommen, sondern die Spannkraft der Gurte direkt auf die Einsätze wirken lassen – so sollte es funktionieren!
Und was macht Hans Peter? Der Arme hat geflext und die erste Seite seines Kiels blank gemacht – das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Der blanke Kiel wird mit Alkohol abgerieben
Um nun zu verhindern, dass der Kiel wieder rostet, muss er sofort gestrichen werden.
Also dann, worauf warten – los geht´s. Der Epoxi-Primer wird im richtigen Mischungsverhältnis angerührt und zunächst sehr hemdsärmelig aufgetragen – hier kommt es noch nicht auf Schönheit an. Das einzige Ziel ist es, dem Kiel einen sofortigen Rostschutz zu verpassen.
Einfach mal eine Lage draufDas muss schnell gehen
Feierabend – jeder von uns hat sein Tagwerk geschafft, für heute gibt es nichts mehr zu tun. Wir setzen uns noch ein Weilchen in den Schatten und sehen uns das Ruder und den Kiel an. Wir besprechen nächste Schritte und vergegenwärtigen uns die Zeitachse – ich sehe uns voll im Plan, Hans Peter übernimmt dagegen gerne die Rolle des Pessimisten. Er murmelt „…es kann so viel schief gehen!“ Papperlapapp, das will ich nicht – es wird alles klappen! Hoffentlich 😉
Sibylle kommt um´s Eck mit meinem Haartrimmer in der Hand – „…wir sind heute Abend zum Essen eingeladen, SO kommst Du mir nicht mit!“
Keine Chance auf Gegenwehr
Ich muss mich auf meinen Frisörpoller an der Kaimauer setzen und schon flitzt die kleine, brummelnde Maschine über meinen Kopf. Büschelweise weht es mir das Haupthaar vom Kopf – ach Du meiner Treu, ich bejammere den Verlust der wohligen Wolle.
Anderseits, es ist heißer Hochsommer und die Brise, die ich jetzt an der Kopfhaut spüre, ist auch fein! Ich springe ins Meer, wasche mich ab und checke meine neue „Frisur“ (ok, eine wirkliche Frisur ist es nicht…) 😉
Wieder sommerlich zurechtgestutzt
Sibylle ist zufrieden, sie hat mich zurechtgestutzt, das mag sie. Sie zieht von dannen und ich habe mir, mittels Haarschnitt, eine Zugangsberechtigung zu Thilos Abschiedsessen erwirkt!
Abschiedsessen? Ja, wie eingangs erwähnt, gehört zu unserem Lebensmodell, dass man Freunde auch ziehen lassen muss. Manche Freundschaften sind temporär – das wissen wir. Diesmal also Thilo…
Der Eigner der HOMEOFFICE hat Sibylle vor drei Tagen zu einem Abschiedsessen eingeladen. Er wolle alle an einem Tisch versammeln die er kennt, auf diese Weise wolle er „Lebewohl“ sagen, es ziehe ihn westwärts.
Leider hat er vergessen, dass im August die Leute entweder Sommerpause machen oder eben unterwegs sind – das hat die Runde dezimiert, von „alle die ich kenne“ blieben Sibylle und ich übrig. Wir treffen uns bei Marietta.
Abschiedsdinner für Thilo
Wir essen gut, quatschen viel und hören uns seine Pläne an. Zum Abschluss ziehen wir eine Ecke weiter und gönnen uns ein letztes gemeinsames Eis bei „Repapis“- dann heißt es „Servus Thilo, gute Reise und allzeit die notwendige Handbreit Wasser unter dem Kiel“ – er kann sie brauchen, er hatte diese nicht immer…
Über den nächsten Tag gibt es soviel nicht zu erzählen – er war staubig! Das Ruder war nun ok, wir konnten es komplett fertig schäften und soweit anschleifen, dass wir am Folgetag laminieren können würden.
Auf ELOWYN haben Hans Peter und ich beim gewaltsamen Ausbau der Deckswinsch einen kleinen Laminatschaden verursacht, auch den muss ich noch beheben – dafür versuche ich mit LIBERTÉ parallel zu laufen, so können wir immer das Material und das Werkzeug gemeinsam verwenden.
Also schleife ich auch dort und bereite alles für die Laminat- und Spachtelarbeiten vor.
Auf ELOWYN nur eine Kleinigkeit
Das Dinner am heutigen Abend bringt Abwechslung! Wir grillen zwar abermals unter LIBERTÉ, wir haben uns ja dort unsere Brotzeitecke eingerichtet, diesmal haben wir aber Besuch von Gabi und Gottfried.
Das freut mich, denn die Beiden sind ein Garant für Kurzweil und interessante Gespräche. Als wir noch „Urlauber“ waren, hatten wir uns oft im Oberland oder München getroffen, wir sind dabei eigentlich immer „versackt“, die Zeit verging stets wie im Flug.
Eine nette Runde also…
Die Crew der HARMONY grillt mit unsJeder bringt etwas mit – es gibt zum Fleisch eine leckere Salatvielfalt
An diesem Abend reift der Entschluss, dass wir uns am morgigen Sonntag einen arbeitsfreien Tag gönnen. Hans Peter und ich brauchen eine Pause – einen Tag ohne ELOWYN und LIBERTÉ.
Schön, darauf freue ich mich!
Der Tag beginnt mit einem feudalen Frühstück, das hatte ich lang nicht mehr. Sibylle macht Rührei, es gibt frisches Brot. Danach widmen wir uns so kleinen Arbeiten im Haushalt, die Dinge für die sie mich „mal eben“ braucht – für einen kräftigen Handgriff oder um etwas zu befestigen oder zum Durchführen von Kleinreparaturen – nichts Dramatisches, nichts Erwähnenswertes.
Für den Nachmittagskaffee möchte meine Gattin mal wieder ins „Coffee Lab“, das neue Café in Mariettas Nachbarschaft – der Ort, den wir nur am Sonntag besuchen (dürfen)…
Das Café ist cool, der Kaffee WAR echt spitze
Das Thema „Marietta brüskieren oder nicht“ erledigt sich am heutigen Tag bis auf Weiteres. Wie überall, lebt auch hier das Geschäft vom Personal – da hatten wir heute leider Pech.
Ich habe Verständnis, dass man an einem heißen Sonntag Nachmittag vielleicht nicht die unbändige Lust hat, in den Semesterferien zu bedienen, während die Freunde beim Baden sind – das wird aber zum Problem, wenn der Gast es merkt.
Ich habe es gemerkt und zudem war der Cappucchino, ganz anders als beim letzten Besuch, ein Grauen! Sibylle lässt öfter mal einen „rassen“ Kaffee stehen, ich eigentlich nie – wenn doch, will das was heißen!
Kannst nicht trinken – wir lassen es stehen, obwohl wir ahnen, dass dieses Statement verpufft
Was tun? Wir sind unzufrieden und es fällt uns nur eine Möglichkeit ein dies zu korrigieren – das Schlaraffenland! Der Ort an dem sowohl Service als auch Qualität IMMER auf einem verlässlich hohen Niveau sind…
Wir gehen zu „Repapis“ und gönnen uns ein Nachmittagseis!
Perfekt – ich freue mich schon darauf, die Enkelchen hierher zu locken
Ich habe es ja schon erwähnt, das Eis am Nachmittag setzt sich mehr und mehr durch. Es ist weniger Andrang im Eistempel, wir sind noch nicht satt vom Abendessen und es passt auch besser in unseren Tagesablauf. Mal sehen, ob man aus dieser Erkenntnis nicht eine Regel ableiten könnte.
Danach fahren wir zurück in die Marina und kommen bei LIBERTÉ vorbei. Hans Peter nutzt den freien Tag um etwas zu faulenzen und zu schlummern – Merlin wacht derweil und wirft uns im Vorbeigehen schmachtende Blicke zu…
Er ahnt, dass wir bei „Repapis“ waren
Jetzt ein Sprung ins kühle Nass, danach genießen auch wir ein paar freie Stunden.
Pünktlich um 20.00 Uhr sind wir ja schon wieder auf Achse, denn wie jeden Sonntag heißt es auch heute „Sonntag ist SouVLakki-Tag“
Nicht nur ich kann ordentlich mampfen
Just nach dem Essen, entdecken wir einen Haken an unserem Plan bezüglich des „Nachmittagseises“ – Hans Peter ruft nämlich den gewohnten Besuch der Eisdiele nach dem Sonntagsdinner aus.
DAS können wir ihm nun wirklich nicht verwehren. Also geht es ein zweites Mal an diesem Tag in die Speiseeismanufaktur an Lakkis Einfallstraße – ich mag das und kann es genießen.
Merlin auch, er spekuliert auf seine Eiswaffel. Sibylle dagegen hadert noch mit diesen fiesen kleinen Gesellen, der Volksmund nennt sie Kalorien, welche dem Eis innewohnen sollen.
Merlin schmachtet – die Eiswaffel ist sein Begehr
So endet dieser arbeitsfreie Sonntag – aber morgen geht´s wieder los! Pünktlich um 10.00 Uhr auf der Baustelle…
Laminieren ist auf dem Plan! Ihr erinnert euch vielleicht – als ich das Ruder von NESSAJA instandsetzen musste, hatte ich eine steile Lernkurve. Alles was mit Farbe und / oder spachteln beziehungsweise schmieren zu tun hat, kann man getrost als meine Achillesferse bezeichen. Ich bekomme es hin, aber der Weg ist steinig und weit.
Naja, ein bisschen was ist von Rolands damaligen Crash-Kurs übrig geblieben, so schneiden wir erst einmal die Gelegematten zurecht. Grobes Gelege für den Materialaufbau und die leichte Formanpassung, eine Gewebe-Decklage für die finale Stabilität und die Oberflächenbeschaffenheit.
Wir schneiden die Bahnen zurecht und legen sie in der richtigen Reihenfolge parat
Dann geht es los, wir mischen das Harz und den Härter im richtigen Verhältnis, dann bleiben uns ein paar Minuten um die Lagen aufzubringen und mit dem Harz zu tränken. Dabei sollen diese ordentlich und möglichst ohne Lufteinschlüsse angedrückt werden.
Klappt eigentlich ganz gut
Rein optisch wird das Ergebnis recht gut – wir sind zufrieden. Ich bin leider noch nicht ganz fertig, denn ich habe ELOWYN ja soweit zurecht gemacht, dass ich parallel zu Hans Peters LIBERTÉ arbeiten kann…
Also rasch noch die Matten für die Reparatur am blauen Riesen zurechtgeschnitten und mit dem restlichen Harz zu dessen Stellplatz geflitzt. Die Luke hatte ich am Morgen schon geöffnet, ich konnte die Matten also sofort auf die kleine Reparaturstelle aufbringen – auch das hat gut geklappt!
Der Schaden ist repariert, das Material aufgefüllt – der Rest wird verschliffen und gespachtelt
Und jetzt? Jetzt kommt der nicht ganz so herausfordernde Teil des heutigen Arbeitstages – wir sehen dem Harz beim Trocknen zu…
Das wird – für den ersten Schritt gar nicht so schlecht
Klar gibt es jeden Tag unzählige Kleinarbeiten – und sei es nur das Aufräumen der Baustelle. Auch diese Dinge müssen gemacht werden, so bringen wir unsere Arbeitstage gut rum.
Zum heutigen Abendessen haben wir uns bei unserem saarländischen Freund ausgeklinkt. Wir haben uns sehr spontan mit der Crew der EMOTION, einer wunderschönen Dufour 485, verabredet – ein Schiff übrigens, das auf meiner Wunschliste recht weit oben stehen würde. Wir kennen die Beiden durch die Seglerverlinkungen auf der Insel und das MSF – aber das hatte ich in der Vergangenheit ja schon erwähnt.
Wir haben uns also mit Carola und Thomas bei Dimitris in der „Taverna o´ Karaflas“ verabredet. Ein perfekter Ort für diesen Abend, denn es war die Vollmondnacht im August…
Dimitris Terrasse bietet einfach einen perfekten AusblickDie „blaue Stunde“ bricht an und der Mond beginnt sein SchauspielWir machen dutzende von Bildern und wetteifern um das Schönste – gewonnen hat Carola
Ich weise ja gerne darauf hin, dass ich nur mit dem iPhone X fotografiere und die Bilder nicht nachbearbeite. Auch die letzten zwei Bilder sind nicht bearbeitet, aber mit Carolas iPhone 12 gemacht – man merkt den Qualitätsunterschied bei der Kamera schon zwischen diesen beiden Modellen ungemein.
Keine Sorgen um seine Qualität muss sich dagegen der gastgebende Glatzkopf machen! Der superbe Koch war im Stress, wir hatten leider keine Zeit zu sprechen, da er selber am Herd hantierte – aber was er da zauberte war sehr gut! Wir alle waren wirklich sehr zufrieden.
Ich hatte, wie so oft, meine „Fisherman Spaghetti“ bestellt – ich denke ich bin bei diesem Gericht inzwischen aussagekräftig und kann gut vergleichen – Dimitris´ waren optisch nicht ganz so getunt wie in manch anderer Taverne, aber geschmacklich auf sehr hohem Niveau – jederzeit wieder!
Viel Inhalt, al dente, gutes Sugo
Wir quatschen viel über dies und das und es tut gut, mal wieder völlig neue Meinungen und Themen durchzukauen. Der Abend war uns ein Genuss und wir beschließen, nach Rückkehr der EMOTION wird das Beisammensein wiederholt!
Ein letztes Foto vom Vollmond, dann brechen wir auf, denn Thomas und Carola müssen Familienbesuch von der Fähre abholen.
Inzwischen war Nacht – am Horizont (auf allen drei Bildern) die Lichter der TürkeiWir verlassen die Taverne des Glatzkopfs – aber wir kommen wieder, versprochen
Ein witziger Sidekick an diesem Abend war, dass Sibylle und ich uns noch ein Betthupferl in Form einer Eisspezialität gegönnt haben – und wer kommt vorbei? Carola und Thomas! Die Fähre mit Tochter und Enkel hat Verspätung, auch die Beiden haben erkannt – die Zeit für ein Eis reicht immer und sei sie noch so knapp…
Ach wie schön ist Panam… ähhh Lakki
Der neue Tag beginnt wie die letzten auch – und täglich grüßt das Murmeltier! Es ist also „Groundhog-Day“ auf unserer Baustelle, wir spachteln und laminieren – Tag 2…
Zuerst sehen wir uns das Ruder der LIBERTÉ an, ok, zwei Felder haben Lufteinschlüsse, eines kann man nachbessern, eines laminieren wir neu – die anderen vier können wir verschleifen.
Sofort nach dieser Maßnahme sause ich zu ELOWYN und sehe dort nach dem Rechten – alles super, hier kann ich verschleifen. Das mache ich mit meinem Dreiecksschleifer, die anderen Maschinen sind zu groß.
Zum ersten Mal benutze ich den „Stanley FATmax“ mit Absaugung
Ich sauge mit dem Industriesauger ab, um nicht am Schleifstaub zu sterben – zu klein ist das Kämmerchen. Zudem wollen wir danach nicht alles reinigen müssen. So gewappnet, klappt das aber super und ich bin recht rasch fertig.
Das reicht aus, der Rest wird gespachtelt
Ich lasse die Schleifmaschine und den Staubsauger angeschlossen in ELOWYNs Vorpiek zurück, ich werde mindestens noch einmal schleifen müssen, plane dies zeitnah, so spare ich mir das ewige, zeitfressende Räumen.
Dann haste ich zurück zu Hans Peter, er hat inzwischen alles für den ersten Spachteldurchgang vorbereitet und auch die „Hexenküche“ bereits in Betrieb genommen.
Für heute beschließen wir, als Mitglieder der „Blue Man Group“ aufzutreten, ich denke, dass wir vom Original kaum zu unterscheiden sind!
Gleich geht´s los – das Epoxidharz nebst Härter, wird mit Powder aufgefüllt, um die Konsistenz von Spachtelmasse zu bekommenPositive Vibrations – das können nicht nur, wie von Bob Marley besungen, die Rastafari, auch Hans Peter und ich in unserem Schlumpfoutfit
Ich ziehe gekonnt das Ruder von LIBERTÉ mit der Spachtelmasse ab – das reißt den Eigner zu der Vermutung hin, dass „…man hier sofort die früheren Autobastler erkennen würde!“
Ich nehme das als Kompliment – wenn der wüsste! Zum Spachteln war ich als junger Autofahrer einfach zu doof – ich hatte das Problem seinerzeit durch den Kauf eines Schweißgerätes gelöst, hatte statt mit Glasfasergelege lieber mit Blechplatten hantiert und die Nähte dann mit Karosseriedichtmasse geschlossen und alles mit Teroson abgedeckt – da war ich tatsächlich recht gut! War damals keine verkehrte Entscheidung – TÜV konform und mit Schweißgerät und Flex kann ich bis heute gut umgehen…
Dieses Schicksal bleibt LIBERTÉ allerdings heute erspart – der Spachteldurchgang verläuft sehr gut und auch beim anschließenden Verspachteln von ELOWYNs Wunde kann ich noch zielorientiert arbeiten.
Das ist NICHT gespachtelt – es ist mit dem Spatel aufgetragen
Bei ELOWYN hatte ich leider keinen kleinen Japanspachtel! Der den wir hatten, war für den vertikalen Auftrag zu groß und zu unhandlich. Ich habe daher nur mit dem Holzspatel aufgetragen, den Rest werde ich einfach verschleifen.
Am Weg zurück, fällt mir ein neues Boot in der Marina auf. Heute weiß ich, dass es Gäste waren. Mein Augenmerk wurde darauf gelenkt, weil es zum einen an unserem alten Platz festgemacht hatte, zum anderen war es das gleiche Yachtmodell wie die heutige GIOIA unserer Ex-Käufer – ihr erinnert euch sicher.
Mir fällt als erstes auf, dass die Besitzer von Beneteau Oceanis 42CC einen Hang zu auffälligen Namen haben, zumindest die, die ich kenne…
Die Segelyacht LiBido fährt unter italienischer Flagge
Ich schreibe ja Schiffsnamen immer in Großbuchstaben – mir scheint aber, dass es bei der LIBIDO darauf ankommen könnte, dass man LiBido schreibt.
Nur zu gerne hätte ich mir die Bedeutung von LIBIDO von Ulrike auf Italienisch und Französisch erklären lassen – in einer illusteren Runde, bei einem Glas Rotwein. Das wäre sicher ein denkwürdiger Moment – aber hier interessiert mich wirklich, was hinter dem Namen stehen könnte…
Google verrät „li bido ist nigerianisches Pidgin und bedeutet „er fing an„, ok, schon mal eine gelungene Überraschung – damit habe ich nicht gerechnet! Die Suche nach Italienisch liefert kein Ergebnis, wobei „li“ mit „dort“ übersetzt wird – es könnte also sein, dass die Crew Biagio und Domenica heißt und darauf hinweist, dass sie jetzt hier, also dort ist.
Last not least, es soll ziemlich sicher der Link zur eigentlichen Bedeutung gemacht werden – „Libido (lateinisch libido: „Begehren, Begierde“, im engeren Sinne: „Wollust, Trieb, Maßlosigkeit“) bezeichnet in der Psychoanalyse jene psychische Energie, die mit den Trieben der Sexualität verknüpft ist.“
Komischer Name, aber er fesselt – ich habe nicht nachgefragt, bereue ich heute 😉
Meine kleinen teuflischen Gedanken werden sofort bestraft! Sibylle rennt mir entgegen – „…der Schlauch, er ist geplatzt, Wasser, überall Wasser!“
Ok, ich beschleunige meinen Schritt, denn seit ich NESSAJA ans Stegwasser angeschlossen habe, stoppt der Wasserfluss nicht mehr, wenn der Tank leer ist – ich muss mich auf die Qualität meiner Installation verlassen! Nur, diese ist erst ein paar Wochen alt und kaum ein paar Tage in Betrieb.
Kaum bin ich an der Versorgungssäule bremse ich meinen Lauf – das Ausfallteil war sofort zu erkennen, das Schiff zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Wird durch ein intaktes Teil ausgetauscht – weiter geht´s
Weil ich grad zu NESSAJA gesaust bin, kann ich gleich das neu installierte Betätigungsventil des ENO Backofens testen. Sibylle hatte die Schnauze voll vom Grillen, was übrigens nur eine Frage der Zeit war, es sollte „…mal wieder was Gscheids…“ geben.
Sie hatte sich bereit erklärt eine Lasagne zu machen, diese müsse nun in den Backofen.
Das Flämmchen züngelt, auch die Regulierung funktioniert – check
Ok, das war eine gute Idee, auch Hans Peter und mir war die Abwechslung sehr willkommen und wir mampften als gäbe es kein Morgen mehr.
So klang der Tag sehr gemächlich in NESSAJAs Cockpit aus!
Solche Abende sind eine gute Gelegenheit ein Resümee zu ziehen – wo stehen wir? Nun, ich würde sagen, dass wir genau im Plan sind. Wie dieser weitergeführt wird, hängt sehr davon ab, ob übermorgen der Mastkran kommt und unter Regie der Marina, LIBERTÉs Mast gelegt wird. Priorität 1 hat nach wie vor der Anstrich des Unterwasserschiffes, Deadline ist der 27.09., an dem Tag werden Sibylle und ich für eine Woche Urlaub machen. Wenn wir zurückkommen, werden Hans Peter und Petra bereits am Heimweg sein.
Das sollte zu schaffen sein, eventuell bekommen wir sogar den Mast noch gestellt. Wenn nicht, dann eben im April 2025.
Der nächste Tag beginnt für mich allerdings auf Volkers ELOWYN – heute schließe ich meine Liste der „Technischen Aufgaben“ ab, danach wird „nur noch“ sauber gemacht und gebunkert – wenn sie erstmal im Wasser ist.
Die neue Lackierung tut not – das Schiff ist zudem total versandet
Auf dem Weg zur Vorpiek fällt mir auf, wie sandig das Schiff innerhalb von zwei Monaten geworden ist. Zu allem Überfluss setzt sich dieser Sand auch noch unter den beschädigten Lack – wir werden dem mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken.
Ich zwänge mich ein letzes Mal zu Reparaturzwecken in die kleine Kammer, die als Wellnesssauna genutzt werden könnte – zum Glück geht das Schleifen und Lackieren schnell und ich kann rasch aufräumen und einen Haken an die Laminatreparatur machen – fertig!
Sieht gut aus, funktioniert – Herz was willst Du mehr
Den Rest des Tages lasse ich ein wenig verdröppeln – ich mache etwas Computerarbeit, recherchiere ein wenig und faulenze auch ein paar Minuten, das tut auch mal gut!
Um 17.00 Uhr ruft Sibylle zum Aufbruch – sie hat einen Videocall mit Susanne vereinbart, es gibt noch ein paar Feinheiten zu klären, bevor Florian mit Familie anreist. Ich lass´ meine Gattin gewähren und versuche gar nicht erst, sie ein wenig zu beruhigen – der erste Besuch des Sohnes auf „unserer Insel“, zudem mit den beiden Enkelsöhnen im Schlepptau, ist ein spezielles Ereignis und der Weg zum perfekten Urlaub wird durch die Oma geebnet.
Ich gehe in meiner Aufgabe als Erfüllungsgehilfe auf und agiere als der Hebel an dem sie sitzt.
Wir kommen in Xirokampos an…
Es ist einfach ein schönes Anwesen……mit perfektem Ausblick – in perfekter Lage
Es gelingt mir, trotz des wirren Gegackers der beiden Damen am Bildtelefon, die Wasserversorgung von Gemeindewasser auf Zisterne umzuschalten und das Hauswasserwerk mittels leichter Hammerschläge in Gang zu setzen.
Am Ende waren alle glücklich und zufrieden – jetzt noch ein Großeinkauf am Tag vor der Ankunft, dann kann der Filius kommen! Wir freuen uns, es wird sicher eine bereichernde Woche.
Am nächsten Morgen geschieht ein Wunder! Eines der Art, an der Hans Peter nicht zu glauben wagen würde – daher ruft er mich morgens um 08.00 Uhr fast schon euphorisch an – „…der Kran kommt!“
Ich war nicht so skeptisch, ich habe damit gerechnet, dass nach der ersten Absage, im zweiten Anlauf alles klappen würde. Daher hatte ich den Wecker gestellt, meine erste Tasse Kaffee bereits getrunken – nur für die zweite hat es nicht ganz gereicht…
Kein Problem!
08.00 Uhr – ich verlasse NESSAJA um „dem Wunder“ beizuwohnen
Also gehe ich zur Stelle, an der das Wunder seinen Lauf nehmen sollte. Mein Freund, der saarländische Berufsskeptiker, beobachtete alles von oben und war, ob des Umfangs „seines Wunders“, derartig in den Bann gezogen, dass er – wäre ich über´s Wasser zu ihm gelaufen, was ich sicher könnte, dass er dies sicher nicht bemerkt hätte 😉
So sieht ekstatische Freude aus
Ich will den Umfang der Ereignisse nicht schmälern, es ist wirklich ein wundersamer Erfolg, wenn es einem Skipper gelingt einen weitgehend termintreuen Slot für den Mastkran zu bekommen. Umso glücksseeliger waren wir, als der begehrte Kran tatsächlich eintraf und zum richtigen Aktionsplatz gewiesen wurde.
Um diesem Moment gerecht zu werden, hätte es Fanfaren gebrauchtElektriker Panagiotis, der „Mastera“, weist den Boliden ein
Als der Kranwagen an die vermeintlich richtige Position dirigiert war, begannen die Vorbereitungen an und um LIBERTÉ – generell hatten wir an Deck alles vorbereitet was man eben vorbereiten kann – aber Panagiotis hat natürlich sein eigenes System, welches er dann, wie nach einem Drehbuch abspielte.
Hier ist der richtige Ort – die Stützen werden ausgefahren
Erst wurde eine „Probefahrt“ mit dem leeren Krankorb gemacht, dann stieg der Meister der Riggarbeiten in denselben um zusätzliche Sicherheitsleinen am Mast anzubringen…
Ok, alles gut – der Ausleger erreicht alle relevanten StellenPanagiotis fährt nach oben, um Leinen und Hebegurte anzubringen
Als der Mast gesichert war und erste Hebegurte angebracht waren, konnte die Vorsegel-Rollanlage mit dem Vorstag demontiert werden.
Das längste Bauteil bei dieser Aktion muss vorsichtig gehandelt und an einem geeigneten Platz abgelegt werden. Dies wird später entschieden, zunächst wird die Anlage gesichert auf die Seite gelegt.
Das Profilvorstag der Furlex wird nach hinten abgelegt und später aufgeräumt
Langsam wird es ernst – die Leinen an denen sich Panagiotis abseilen wird, nachdem er den Mast an den Kran gehängt hat, werden vorbereitet. Hans Peter klärt das mit dem Elektrikergehilfen und ich bekomme meine Position an der Winsch.
Jetzt geht´s los
Als der Mast am Kran hängt und gesichert ist, können die Wanten, zwei an jeder Seite, und das Achterstag frei gemacht werden.
Gut, dass wir die Gangbarkeit der Wantenspanner schon geprüft hatten und auch schon die Splinte entfernt haben – so war dieser Job schnell erledigt.
Letzte Verbindungen werden getrennt
Dann ist es soweit – der 16 Meter hohe Mast wird aus seiner Basis gezogen und von Deck gehoben – das geht recht schnell und ist, mal abgesehen von dem ganzen Brimborium drumherum, eigentlich eine unspektakuläre Arbeit.
Der Mast wird dann erst einmal auf zwei Fässer abgelegt.
Jetzt geht der Mast von DeckEr wird erst einmal abgelegt, so dass er nicht im Weg istZwei Fässer dienen als Ablageort
Dann beginnt die „typisch griechische“ Phase der Arbeit – man fragt sich, wohin mit dem Trum…
Wir sollen sagen, wie lange der Mast liegen wird – hm, kommt drauf an, wenn alles klappt, vielleicht einen Monat. Wenn dagegen nichts klappen würde, dann könnte es bis zum April 2025 dauern!
Man palavert, raucht eine Zigarette und gestikuliert wild. Da hinten? Dort vorne? Oder lieber hier?
Der Kranfahrer lehnt an dem 150.-€ pro Stunde teuren Kranwagen und telefoniert privat – Hans Peter kullern angesichts der tickenden Uhr die Schweißperlen über die Stirn.
Plötzlich die Entscheidung – der Mast wird neben dem der TAO 3 abgelegt. Schon sausen die Gabelstapler wie nervöse Krabbler um das sperrige Transportgut – ich muss unweigerlich an „Guido“ aus dem Disney Film „Cars“ denken. Die beiden „Guidos“ der Leros Marina Evros hängen den Spargel der LIBERTÉ an ihre Ausleger und transportieren ihn zur finalen Ablageposition…
„Guidos“ im Einsatz
Dort muss noch einmal der Kranwagen ran um den Mast etwas auszurichten und sicher zu positionieren, dann wird der teure Helfer aus seiner Pflicht entlassen und fährt von dannen – auch Hans Peters persönliche, innere Schuldenuhr läuft von nun an deutlich langsamer.
Der Mast liegt, der Kran hat seine Schuldigkeit getan
Dieses Bild führt mich zu einem anderen, wichtigen Handlungsstrang, zu einem abrupten Themenwechsel!
Der Mann in der Bildmitte ist der Juniorchef der Marina. Er, Nicolas, hat es sich nicht nehmen lassen, bei uns vorbei zu sehen und seinen Segen zu geben – alles gut? Ola kala? Er vergewissert sich, dass alles planmäßig läuft und zieht dann, das Mobiltelefon stets am Ohr oder vor der Brust, weiter um seine Runden zu drehen.
Gibt es etwas Neues von seiner Seite, bezüglich meiner Beschäftigung im Winter? Nun, die Popgruppe „Fettes Brot“ hat die perfekte Antwort einst intoniert – „Ja klar, äh nein, ich mein jein“!
Ich wollte nicht länger auf Klärung warten und habe ihm eine Mail geschrieben und um einen kurzen Sachstand gebeten. Die kurze Version der Antwort – „…verrückte Phase in der Marina… der tägliche Wahnsinn… alles beim Alten, keine Änderungen!“
So wie es aussieht, werden wir wohl erst im Herbst weitere Modalitäten besprechen, aber die Zeichen allgemein stehen wohl auf „Weiterbeschäftigung ab 11/2024“.
Zurück zum Tagesgeschäft – wobei, nicht ganz…
Es gibt einen weiteren Sidekick zu unserem täglichen Tun – Merlin ist nicht gut beinander, er „hat irgendwas“. Dies äußert sich darin, dass er nichts frisst und kaum trinkt, er ist apathisch. Das macht uns Sorgen und speziell Hans Peter fürchtet um seinen Gefährten. So beschließen wir, Merlin in Sibylles Obhut zu geben, so ist er versorgt, nicht alleine und unter Überwachung.
Auf NESSAJA scheint es ihm auch zu gefallen!
Ok, schön – aber mein Zuhause ist das nicht
Ich gehe zurück zu LIBERTÉ – der Mast liegt, wir hatten eine kurze Mittagspause, müssen jetzt aber wieder ran. Sollten wir eine Chance wahren wollen, dass der Mast vor HPs Abreise wieder gestellt wird – dann müssen wir jetzt dranbleiben und den Spargel abgarnieren!
Ich telefoniere mit „Meltemi Rigging“ in Athen – einer von zwei Anbietern die infrage kommen, die neue Verstagung für LIBERTÉ zu fertigen. Ich beantworte Fragen, sende Bilder – dann warten wir auf den Kostenvoranschlag.
Derweil steht die Demontage der alten Drähte an, ich will Hans Peter abholen und finde mich unter seinem entmasteten Dampfer ein…
Da steh´ ich nun und warte
Ich setze mich kurz in den Schatten und höre den Freund im Inneren des aufgebockten Schiffes fluchen. Er schreit, das irgendwas oder irgendwer „…ihm nicht auf den Sack gehen…“ sollen! Huch – ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich will doch nur hier sitzen…
Dann kommt mein Freund über die Leiter und ist bereit mit mir zusammen die Wanten und Stagen von seinem liegenden Seldén Rigg abzumontieren.
Alles muss weg
Klar, dass auch dies nicht ohne Probleme geht, zudem arbeiten wir jetzt, am frühen Nachmittag, in der prallen Sonne – es gibt schöneres! Dennoch gelingt es uns, in relativ kurzer Zeit alle Drähte zu demontieren und auf die Seite zu räumen. Dafür rollen wir sie zusammen, so gut das eben aus freier Hand geht.
Erstmal sind sie verräumt
Zurück bleibt der von seinen Drahtseilen befreite Mast der Bavaria 41H – verwaist??? Nein, beileibe nicht – es gibt auch an dem Spargel noch einiges zu tun. So sollen zum Beispiel alle Rollen erneuert werden, auch das laufende Gut, das heißt alle Leinen, soll ersetzt werden und auch über Anbauteile wie die Lampen, Klampen und Klemmen sollte man sich jetzt Gedanken machen.
Entscheidungen die Hans Peter zu treffen hat! Es ist auch ein wenig Druck im Kessel, denn der imaginäre, letztmögliche Termin den Mast zu stellen ist der 25./26.09. – dies beschert auch eine Deadline bezüglich der Bestellungen.
Der gestrippte Mast bleibt zurück
Doch genug für heute, es wird Zeit für Feierabend. Ich merke, dass die Stimmung nicht mehr so ist, wie zu Anfang unserer Projektphase. Das ist selbsterklärend – seit zwei Monaten arbeiten wir zusammen, essen zusammen, planen zusammen. Wir arbeiten unter Druck, nicht alles klappt, wir müssen gegenseitigen Ärger kompensieren.
Zudem sind wir grundverschieden – Hans Peter ist der, der 1/10mm misst und behutsam beginnt, später aber zum Kompromiss bereit ist, weil er das gute Ende ohnehin stets in Frage stellt. Ich bin eher der, der grobschlächtig beginnt, am Ende aber ein möglichst gutes Ergebnis anstrebt, da kann ich mich auch verschwenderisch verkünsteln – denn ich weiß, es wird immer gut, es klappt immer!
Wir sollten also den verfrühten Feierabend nutzen um etwas Ruhe ins System zu bringen – ich gehe mit Sibylle ein Eis essen.
Am nächsten Tag geht es früh weiter, schließlich müssen wir die Drähte versandfertig machen und auch das Vorstag noch zerlegen, immer noch tickt die Uhr! Und wir merken am frühen Morgen schon, die gute Stimmung, die Gelassenheit ist noch nicht zurück!
Wir zerlegen zuerst die Furlex…
Die Rollanlage – die Trommel muss vom Profil
Ich versuche autodidaktisch zu arbeiten und mein Ansatz ist es, die Trommel erst einmal nach oben zu schieben um dann Zugang zum Drahtende zu haben – ist das erst entfernt, kann man die Trommel nach unten abziehen und dann auf der Werkbank servicieren.
Mein Freund will die Arbeit anders angehen – er hat ein Pamphlet von Furlex, in dem das Zerlegen der Anlage beschrieben ist. Die demontieren die Trommel zuerst und entfernen Teil für Teil.
Hat auch seine Berechtigung, runter muss das Ding ohnehin und zerlegt werden soll es auch – außerdem ist es Hans Peters Anlage und er darf bestimmen. Aber es beschert uns drei Stunden arbeiten unter erschwerten Bedingungen – im Sand kniend, die Hälfte der Zeit in praller Sonne.
Das Ziel erreichen wir allemal…
Auch ohne Handbuch ist klar – der Bolzen unten muss raus!Der zerlegte Roller ist nach oben geschoben – wir können das Schraubterminal entfernen
Es kam wie es kommen musste – das verflixte Ding quält uns mehr als es eigentlich müsste. Hans Peters Anleitung versagt insofern, als dass sie zwar erklärt wie es theoretisch ginge, die Unabwägbarkeiten der Praxis aber außen vor lässt.
Wir dengeln also die nächsten Stunden an einem festsitzenden Schraubterminal herum – nur, es rührt sich nix!
Ich sage es offen und ehrlich, ich hätte nach zwei Versuchen kurzen Prozess gemacht und das Vorstag durchtrennt. Dann hätte ich mit dem Problemkind an eine Werkbank gehen können und dort in Ruhe, im Stehen und im Schatten arbeiten können. Diesen Vorschlag wage ich nicht zu machen, die Stimmung war angespannt.
Wir dengeln weiter…
Irgendwann kommt Panagiotis und er bringt frischen Wind mit – er kann den gordischen Knoten zerschlagen, indem er Ersatzteile aus dem Lager holt, welche uns die Gelegenheit und Sicherheit geben, den Schraubteil des Terminals aufzuflexen und zu entfernen – so können wir das System soweit zerlegen, dass wir den Vorstagdraht aus dem Profil ziehen können.
Fotos? Leider nein! No good mood for pictures…
Abermals tut eine Pause not. Ich sitze mit Sibylle auf NESSAJA, wir trinken Kaffee und essen Kekse. Ich schildere ihr die Situation. Während ich mich selbst reden höre beschließe ich, dass ich ab morgen frei nehmen werde! Ich unterbreche meine Unterstützung an der Projektarbeit bis zum 05.09.2024!
Dann gehe ich zu LIBERTÉ zurück um den Teil des Jobs zu erledigen, den ich noch „schuldig“ bin – die Drähte müssen ordentlich gerollt werden und auf eine Palette geschlichtet werden, sie sollen versandfertig sein.
Fast fertig
Ich denke mir ein System aus, wie ich die Drähte alleine rollen kann – dafür nutze ich eine dieser Bootsstützen. Zwischen deren Gestänge kann ich den festen Draht in Schlaufen legen und dann mit Kabelbindern fixieren – dann entnehme ich die Rolle und staple sie auf der Palette.
Verflixt, was für ein bescheuerter Tag! In der letzten Minute meines Werkens für heute, muss ich den Verlust meiner Arbeitsshort beklagen. Das ärgert mich – naja, zum Streichen kann ich sie noch nutzen, dann hat sie wohl ausgedient!
Ermüdet – Material und Mensch
Hans Peter kruscht derweil im Bauch seines Schiffes herum, er sucht etwas, man hört es rumpeln. Bei den letzten Schlingen hilft er mir, dann verabschiede ich mich in den Feierabend – bis zum Abendessen!
Dinner gibt es bei ihm an Bord, wir Grillen. Vielleicht auch dies das letzte gemeinsame BBQ des Monats August.
Ich erinnere – am kommenden Dienstag kommt Florian mit Familie, am 31. des Monats kommen Volker und Tina. Die Unterbrechung war also geplant – nur der Beginn wird von mir um drei Tage vorverlegt. Wir brauchen es – BEIDE!
Ahhhh, ein Samstag an dem ich nach dem Kaffee vor mich hinsinniere und mir selbst die Frage stelle – „…was könnte ich denn heute tun?“ Keine Baustelle ruft zur Pflichterfüllung, ich kann die Seele baumeln lassen und den Körper gleich mit 😉
Als erstes ein paar Besorgungen. Ich fahre eine Gasbuddel für den Cobb kaufen und besorge neue Ratschbandl. Dann noch ein Auto für Volker und Tina reservieren – ich stehe vor Ioannis Fahrradwerkstatt, er ist der Gatte der Autovermieterin unseres Vertrauens.
Wie ich so in die Werkstatt blicke, muss ich in mich hineinlachen – glaubt kein Mensch wenn Du es erzählst…
Auch das ist Griechenland – aber der Output ist gut und günstig
Das klappt alles soweit gut, dann fahre ich zurück in die Marina und stoppe bei ELOWYN. Dort ist Sibylle zugange und reinigt das Schiff von innen – der Sand, der Staub der vergangenen zwei Monate an Land muss raus.
Ich setze mich zu ihr, leiste etwas Gesellschaft und reserviere weiter für Volkers kurzen Aufenthalt auf Leros – einen Tisch im „Harris“, der coolen Bar in der Mühle, dann noch einen Tisch im „Mylos“, dem führenden Fischtempel der Insel. Volker nennt das seine „Mühlentour“ – wir werden teilnehmen und freuen uns sakrisch darauf.
Ich bekomme umgehend Rückmeldung von Haris – „…all ok, my friend, see you soon!“, das klingt schonmal gut. Auch aus dem Bauch des blauen Riesen schallt es zu mir hoch – „…ich bin fertig!“
Wunderbar, dann sperren wir ELOWYN wieder ab und gehen zurück auf unsere NESSAJA – nächster Besuch bei dem Boliden ist dann zum Krantermin am 29.08.!
Auf NESSAJA plaudern Sibylle und ich über die Situation rund um LIBERTÉ. Ja, es waren stressige Wochen, es macht auf uns den Eindruck, als ob HP die einzelnen Arbeitspakete lieber entzerren will. Alles auf einmal zu machen ist auch organisatorisch eine Herausforderung. Wie aber denkt der Eigner darüber?
Wir laden Hans Peter zum Kaffee ein und besprechen alles. Der Freund bestätigt zwar die momentane Stresssituation, entscheidet aber auf „weitermachen“! Ok, da will ich kein Spielverderber sein – dann bis morgen früh, Treffpunkt Mast…
Ich bin ich mich gekehrt – ist das die richtige Entscheidung? Wir werden sehen. Um ein wenig Ablenkung zu haben, befreie ich den „Schrott-Windgenerator“ von all seinen defekten Anbauteilen und finde einen Stauplatz für den Ersatzteilträger.
Ich will das Gehäuse retten
Das klappt gut – dann ist es erst einmal Zeit, einmal ins Meer zu springen und sich etwas abzufrischen. Die übrige Zeit vertreiben wir uns mit faulenzen, das tut uns Beiden gut.
Sibylle und ich haben uns für heute einen Tisch im „To Steki“ in Alinda reserviert. Wir waren lange nicht mehr bei Dimitris und haben Lust, mal wieder etwas anderes als Köfte oder Chicken Souvlaki zu essen.
Da sich die Betreiber des „Mylos“ noch nicht auf meine Reservierungsanfrage gemeldet haben, die Edeltaverne jedoch auf unserem Weg nach Alinda liegt, beschließen wir, unsere Reservierung direkt einzusteuern.
Kurzer ZwischenstopIch freu´ mich drauf
Klappt alles! Ich kann mir einen guten Tisch sichern und somit sind alle Anfragen bestätigt – der „Mühlentour“ steht nichts mehr im Wege.
Sibylle und ich fahren weiter zu Dimitris´ „To Steki“ – es weht ein strammer Nordwind, dennoch entscheidet Sibylle, dass sie am Wasser sitzen möchte. Es zieht mächtig, aber es ist ein warmer Wind – man kann es gut aushalten.
Die große Tochter des Wirts hat heute Geburtstag, so ein Zufall – wir gratulieren artig, dann nehmen wir Platz.
Wir mögen das „To Steki“ – eine zuverlässig gute Adresse und eine sehr nette Gastgeberfamilie
Ach ist das schön… Wir sind lange nicht mehr so nett gesessen, haben lange kein Gläschen Wein zusammen getrunken. Sibylle erzählt, dass ein anderer Segler aus der Marina wohl unschöne Erlebnisse mit einer Partyflottille hatte – in der Bucht von Archangelos!!! Vor dem „Stigma“! Charterflottillen mit angetrunkenen Gröhlern jetzt auch schon vor den Miniinseln, die Geschichte bestätigt mein Bauchgefühl!
Später kommt Nicolas, der Marinachef, mit seiner Frau und einem befreundeten Paar aus Athen in die Taverne. Er wirkt entspannt, kommt an unseren Tisch und wir plaudern ein bisschen. Er ist ein Freak – und ich mag ihn…
Klar, dass wir es uns gut gehen lassen – wir bestellen vornehmlich Fischgerichte und weil wir Hunger UND Gelüste haben, bestelle ICH, das ist Sibylle wichtig zu erwähnen, natürlich von allem zuviel. Gut war es trotzdem!!!
Popi – Auberginen-Schinken-Röllchen in Sahnesoße, ein „all time high“ im „To Steki“ – das einzige Fleischgericht heuteEin gebratener, lerianischer Käse mit Feigen-TomatenmusDer „Leros-Salat“ – ein griechischer Salat mit lerianischem Käse und SardelleScampi RisottoSeafood Saganaki
Ok, es war ein wenig Völlerei, aber tolerierbar – trotzdem verzichten wir am Heimweg freiwillig auf das „Absackereis“ im Eispalast in Lakki.
Es war ein schöner Abend. Wir setzen uns noch ein wenig ins Cockpit, während unsere Klimaanlage das aufgeheizte Schlafgemach herunterkühlt. Dann ist Nachtruhe angesagt, morgen geht es weiter…
Wider Erwarten ist der Sonntag ein Arbeitstag – es geht weiter am Mast von LIBERTÉ!
Arbeitsplatz mit Aussicht
Ok, ich gebe zu, es könnte schlimmer sein! Auf den ersten Blick ist unser Arbeitsplatz am Marinarand, nahe des kleinen Strandes, ein schöner Fleck Erde. Wir haben eine gute Aussicht, es weht eine frische Brise.
Der Haken ist, dass wir natürlich kein gutes Arbeitsumfeld haben – es fehlt an Wasser, Strom und festem Untergrund. Zudem gibt es wenig Ablagefläche für die Werkzeuge, ein Teil des Werkens wird daher auf den sandigen Boden verlegt.
Selbsterklärend ist die fehlende Beschattung – ab Mittag wird´s warm am Oberkopf. Dann sinkt auch der Grad des Wohlfühlfaktors. Wir fangen daher relativ zeitig an.
Die Anbauteile des Mastes
Diesmal kommen wir gut voran und müssen uns wenig ärgern, daher sind wir auch zur Mittagszeit mit dem Abgarnieren des Seldén Mastes durch. Logisch, dass wir die Anbauteile dann sofort an unseren schattigen Arbeitsplatz unter LIBERTÉ verbringen, hier können wir in Ruhe an den Teilen arbeiten oder die zur Bestellung notwendige Recherche betreiben.
Es sollen neue Umlenkrollen für die Fallen verbaut werden, die Teile die wiederverwendet werden, polieren wir auf. Wo notwendig, wird instandgesetzt, Gewinde nachgeschnitten und entrostet.
Klar, dass auch dieser Tag nicht ohne Kollateralschäden abläuft – Werkzeug und Mensch leiden – aber Gott sei Dank in vertretbarem Maße.
Tx20 Bits können schonmal brechen – die Schrauben waren 26 Jahre lang geschlossenDie Lidl-Arbeitsböcke sind scharfkantig – irgendwo muss der günstige Preis ja herkommen
An diesen Part der Arbeit können wir also einen Haken machen – jetzt heißt es, die Teile zu bestellen. Neue Fallen, ein neues Ankerlicht und die erwähnten Rollen sind zu ordern.
Was wäre noch zu tun? Ja, wir müssen das stehende Gut versandfertig machen! Ok, dann packen wir auch hier noch an…
Neu gestapelt und fest verschnürtMit Pappe und Folie gepackt – fertig für die Spedition
So, auch das ist in vertretbarer Zeit erledigt – eigentlich war es ein erfolgreicher Tag! Für einen Sonntag an dem ich an sich schon einen Break ausgerufen hatte, haben wir ordentlich was bewegt.
Warum das alles? Die Herausforderung ist, alles auf eine passende Zeitachse zu bringen. Durch HPs Heimreise am 01.10., gepaart mit der Tatsache, dass Sibylle und ich nochmal Urlaub machen werden und ab 27.09. nicht mehr zur Verfügung stehen, ist der letztmögliche Termin den Mast zu stellen der 26.09.!
Die Versandzeiten für die Ersatzteile betragen, Verfügbarkeit vorausgesetzt, etwa 14 Tage. Die neuen Wanten und Stage werden, nach der Betriebsruhe von Seldén Athen, ab 02.09. in etwa 14 Tagen gefertigt.
Wer sich das vergegenwärtigt sieht rasch, dass dies alles mit heißer Nadel gestrickt ist. Es muss alles klappen, wir dürfen keine Zeit vergeuden.
Zu alledem wabert im Hintergrund immer noch die Arbeit, welche das Prädikat „Priorität 1“ trägt – der Coppercoat-Anstrich des Unterwasserschiffes. Diesen wollen wir in der Zeit von 05.09. bis zum Eintreffen der Mast-Anbauteile erledigt wissen.
Vor diesem Hintergrund ziehe ich mich an mein Laptop auf NESSAJA zurück und erledige Administratives – ich steuere in der Marina einen Termin zum Maststellen am 25./26.09. ein, sage „Meltemi-Rigging“ in Athen ab, da Hans Peter dem Seldén Vertreter den Vorzug gibt.
Das Telefon klingelt – Tom von der BLODUGHADDA ruft an. Ich kenne ihn aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ und er fragt, ob wir Zeit auf ein Bier mit ihm und seiner Gattin Beate hätten – super, ja gerne!
So sitzen wir im „La Palma“ Café und gönnen uns zwei eiskalte Bier, bevor wir weiter ins „SouVLakki“ ziehen – dort sind wir um 19.30 Uhr mit Hans Peter verabredet – es ist schließlich Sonntag 😉 !
Wir ziehen „ein Haus weiter“ – zu unserer Lieblings-Grilltaverna……es herrscht eine wunderbare StimmungUm diese Zeit ist es noch ruhig im „SouVLakki“
Wir genießen unser Dinner und lassen den Abend bei einem Eis ausklingen. Dann trennen sich unsere Wege und wir gehen, beziehungsweise fahren, zurück auf unsere Schiffe – wir haben uns für den morgigen Montag noch einmal viel vorgenommen.
Ich wache auf, sortiere meine Sinne und verweigere mir das Schlummern – aufstehen, zwei Tassen Kaffee, dann ruft die Pflicht!
Ich treffe mich mit Hans Peter auf dem Parkplatz, wir wollen mit dem Ranger nach Partheni zur Boatyard von „Moor & Dock“
Gleich geht´s los…
Die Werft im Norden ist in direktem Wettbewerb zu unserer Marina. Ich gehe daher nicht regelmäßig dorthin, diesmal ist es aber angeraten, denn die ehemalige „Agmar-Marina“ ist Vertreter von Seldén – wir erhoffen uns, dass wir Kleinteile ohne Aufwand und Versandkosten erwerben können.
Ich nehme es vorweg, das hat nicht geklappt, die benötigten Teile waren nicht auf Lager. Die angebotene Lieferzeit war inakzeptabel und so werden wir diese Kleinteile wohl selber beschaffen.
Auf dem Weg wollten wir uns einer zweiten Problemstellung annehmen – bei einem Terminal welches weiterverwendet werden muss, war das Gewinde etwas verschrammelt und sollte nachgeschnitten werden. Da es sich um ein mächtiges M22 Gewinde handelte, so glauben wir zumindest, gehen wir in die LKW-Werkstatt von Lakki.
Der Eindruck täuscht – hier wird sehr perfekt gearbeitet! Ein ELRING Kunde übrigens
Der Junior Chef, Xristo, greift das Teil und bearbeitet es fachmännisch, aber mit großem, grobschlächtigen Werkzeug. Hans Peter kann gar nicht richtig hinsehen. Beim Nachschneiden des Gewindes klemmt es etwas – das ist eigentlich verwunderlich, denn prinzipiell hätte das Nachbarbeiten geschmeidig gehen sollen.
Ok, erledigt! Wir fahren vom Hof und weiter in den Norden der Insel – ich grüble…
Warum ging das Nachschneiden schwer? Mir schießt es in den Kopf – was, wenn das Gewinde kein metrisches 22mm Gewinde war, sondern ein Zollgewinde??? Dann hätten wir das 600.-€ Teil versaut! Ich beichte Hans Peter meine Sorgen, auch ihm gefriert das Blut in den Adern.
Ich will Zuversicht ausstrahlen und ziehe die unbelegte Vermutung ein wenig ins Lächerliche, doch mein saarländischer Freund lässt mich abtropfen – „…das ist nicht zum Lachen!“, meint er bitterernst und ich gebiete mir selbst Einhalt. Später werden wir feststellen, dass alles passt und perfekt funktioniert – warum ging der Bearbeitungsprozess schwer? Vermutlich weil das Gewinde verformt und voller Schraubensicherung war – alles richtig gemacht!!!
Während wir unterwegs in den Norden der Insel waren, hatte Sibylle den Leihwagen für ihren Sohn in Lakki abgeholt. Sie ist ein bisschen aufgeregt, denn Florian mit Familie trifft morgen ein und alles soll perfekt vorbereitet sein.
Da ahnte Sibylle noch nicht, dass wir später die weiße Möhre bekommen sollten…Der Junior fährt einen „Quasi-Neuwagen“ vor – diese Eigenschaft wird mehrmals untermauertWie vereinbart sind die reservierten Popolift-Sitzerhöhungen für die Buben vorbereitet
Zwischenzeitlich sind auch wir zurück auf LIBERTÉ, das Telefon bimmelt, wir erhalten eine Mail von Seldén Athen, in der uns zugesagt wird, dass wir trotz Betriebsurlaubs unsere Palette mit den Drähten auf den Versandweg bringen können – je früher das stehende Gut am Hof wäre, desto zeitiger könne man beginnen.
Hans Peter meint, dann müsse er wohl mal Platz im Ranger schaffen…
Nein! Das dauert zu lange! Ich sause und hole den Schlüssel vom Leihwagen – wir bringen die Palette zur Spedition, jetzt!
Passt gerade so in den Hyundai i20Emsiges Treiben – man nimmt sich unserer an
Der Chef persönlich nimmt sich unserer an und stellt die Frachtpapiere aus, das ist immer ein wenig griechisch umständlich, klappt am Ende aber gut! Sibylle kommt mit dem Roller nach, sie ist besorgt um den roten Flitzer.
Sie erklärt mir erst jetzt, dass dieser ihr quasi als „Neufahrzeug“ feilgeboten wurde, sie mache sich Sorgen, dass wir den feinen Wagen als Lastenmuli missbrauchen. Sie habe sich zudem überlegt, dass sie fürchtet, dass die Enkelchen das neuwertige Automobil (>40.000km 🙂 ) beschmutzen könnten und sie deshalb die Karosse gegen eine weniger hochwertige tauschen wolle – und zwar jetzt!
Ich erkenne diesen Wunsch als Befehl und chauffiere den edlen Wagen zu Rena und Ioannis´ Autovermietung, dort treffen wir uns…
Der rote ist zu gut für uns – wir nehmen den weißen Flitzer
Wir tauschen – roter Renner gegen malade Möhre, für mich ok – aber für das altersschwache Vehikel braucht´s auch gleich eine Einweisung – „…den Zündschlüssel IMMER stecken lassen (er ist mit zwei Ratschbändern an der Lenksäule fixiert), das Auto nur und ausschließlich mit dem Türschlüssel sichern – wenn überhaupt…“
Kein Problem, machen wir. Ich hätte Florian das neue Wägelchen gegönnt, da hätte wenigstens die Klimaanlage funktioniert – aber eigentlich stimmt es schon, auf den jetzigen muss man einfach nicht wirklich aufpassen, die weiße Klapperkiste erfordert tatsächlich weniger Aufmerksamkeit.
Das nutzen wir sofort und fahren alle Supermärkte der Insel ab – Sibylles Plan sieht vor, dass wir alle Gebrauchsgüter und Lebensmittel die keine Frischwaren sind, bereits heute kaufen und im Ferienhaus des Filius stauen – wie könnte ich da widersprechen???
Ich bin zuständig für die wirklich wichtigen Waren und muss diese ordnungsgemäß ihrem finalen Lagerplatz zuführen.
Das Wichtigste hätten wir schonmal
Geschafft! Wir gönnen uns auf der Terrasse des wunderschönen Anwesens eine Tüte Fruchtgummi und sind angefixt vom Rausch des Süssen – so beschließen wir, dass wir am Heimweg nicht links in die Marina abbiegen, sondern den Umweg über Lakki wählen und dort einen Boxenstop bei „Repapis“ machen!
Dieses Eis war wohlverdient – erst dann fahren wir auf NESSAJA zurück, verräumen auch unsere Einkäufe und stellen den Nachmittag zur freien Verfügung. Nur noch einmal schlafen…
Heute gibt es Pizza – wir haben beschlossen, dass wir die Pizzeria am Koulouki Strand noch einmal ausprobieren. Ich war dort einmal mit einer Gruppe Seglern aus Österreich und hatte sie als rudimentär aber solide in Erinnerung – man sitzt schön, also wollte Sibylle probieren, ob es sie eine Alternative zu unserer Stammpizzeria „La Nostra“ ist.
Vorher gehen wir duschen und sind überrascht, was sich zwischenzeitlich an Gaben vor unserem Lokus angesammelt hat – das Bänkchen vor der Sanitäranlage sieht aus wie ein mittelgroßer Marktstand…
Ein willkomenes Geschenk – für Katzen, Mäuse und vielleicht sogar Ratten
Ich bin sowas ähnliches wie fassungslos – das ist doch wirklich nicht zu Ende gedacht! Lebensmittel nicht wegwerfen ist eine Sache, diesen Weg gehe ich voll mit und auch wir bekommen oft etwas von befreundeten Seglern geschenkt. Aber solche Dinge legt man doch nicht öffentlich ab – wer nimmt das denn??? Das funktioniert doch nur bei direkter Übergabe aus bekannten Händen, oder?
Naja, sei´s drum, ich werde das nicht ändern können, Denken ist eben oft auch Glückssache.
Sibylle kommt auch aus der Dusche. Wir machen uns landfein und fahren ans andere Ende von Lakki zur „Koyloyki Pizzeria“…
Ein wunderbare Stimmung am Weg dorthin……heute reisen wir mit dem Wagen an – die bleiche Blechkiste schafft die 5km Die Terrasse des Lokal ist weitläufig
Wir setzen uns an den kleinen Tisch an dem Baum in der Mitte – ein Sitzplatz in erster Reihe wird uns verwehrt, man wisse ja nicht wie der Andrang am heutigen Abend sein würde. Tatsächlich kamen später noch einige Besucher, dass nicht alle Tische an der Waterfront besetzt wurden, muss ich wohl nicht extra erwähnen – der erste Minuspunkt war bereits vergeben.
Wir ordern, zum Glück, nur eine große Pizza und einen griechischen Salat – warum weiß ich auch nicht, war es eine Vorahnung?
War ok
Ich mache es kurz – das Lokal hat uns nicht erreicht, es wird keinen weiteren Versuch mehr geben.
Die Pizza war ok, man könnte leidlich diskutieren, ob sie nun gleich gut wie im „La Nostra“ war oder ob unsere Stammpizzeria nun doch die Nase vorne hat – aber in der Kür verliert dieses Lokal deutlich!
Der Service war ok, aber diese nette, menschliche Sympathiekomponente hat gefehlt, das Ambiente ist nicht als solches zu bezeichnen und das Preisniveau liegt etwas über dem des „La Nostra“.
Wir gehen ernüchtert nach Hause, das hatten wir uns anders vorgestellt.
Morgen kommen die Kinder und Enkel!!!
Der Tag beginnt mit einer Erhöhung der Schlagzahl, noch während ich Kaffee trinke! Hans Peter hatte eine gute Idee, wir bauen ein teures Ersatzteil für den Mast um, so dass repariert werden kann, anstelle es durch das kostspielige Tauschteil zu ersetzen. Dafür würden wir Giorgos Hilfe brauchen! Ich hatte also den Tüftler aus Kamara bereits gestern kontaktiert – heute kommt seine Antwort…
„Ok Mario, no problem, come NOW!“
Ich schreibe eine WhatsApp an meinen Freund aus dem Saarland – „…wir müssen zu Giorgos, JETZT!“
Bereits zehn Minuten später sind wir auf dem Weg zu „Boat & Parts“ in Kamara. Am Parkplatz unserer Marina fordere ich nochmals einen kurzen Halt, denn ich muss ein Foto machen – völlig themenfremd und aus dem Zusammenhang gerissen, dennoch will ich euch meine Gedanken nicht vorenthalten…
DAS gefällt mir – KTM 790 Adventure
In mir reift der Plan, dass ich die gescheiterte Weltreise zu meinem Vorteil nutze und nie mehr fliegen möchte. Tatsächlich informiere ich mich diesbezüglich und checke existierende Zug-, Fähr-, und Busverbindungen von Athen nach München – das alles klingt spannend.
Ein weiterer Teil dieser Idee ist es, meine GS durch ein mehr reisetaugliches All-Terrain Bike zu ersetzen. Da kommen mehrere in Frage und ich sammle Informationen. Eine solche KTM hatte ich noch nicht am Schirm – muss ich mich mal etwas aufschlauen!
Ach, für die Motorradbegeisterten unter euch – der bisherige Favorit im Preis / Leistungs / Gewicht Ranking ist die Yamaha Ténéré 700 😉
Zurück zum Thema – wir kommen in Kamara an und schildern Giorgos unser Problem und die Idee dies zu lösen. Der Tausendsassa legt sofort los…
An der Drehbank wird ein Bolzen auf Maß gefertigt
Es ist schon eine seltsame Auslegung, die Seldén da an den Masten macht – es sind bei LIBERTÉ drei Fallenscheibenkästen (was für ein wundervolles, deutsches Wort) verbaut – bei zweien kann man die Rolle, die Fallenscheibe, entnehmen und bei Verschleiß tauschen – Preis einer Rolle rund 30.-€, das wäre an sich schon teuer genug.
Bei einem jedoch, ist die Achse beidseitig gestaucht und der Fallenscheibenkasten soll komplett erneuert werden, hier werden lässige 190.-€ aufgerufen, also rund 160.- unnötige Talerchen!
Dieses Problem haben wir gelöst, der Kasten wird auf eine tauschbare Rolle umgerüstet, die Scheibe selbst ist die gleiche wie die anderen auch und kann als Einzelteil bestellt werden…
Nach einer Stunde war die Challenge gewonnen – der Preis war mehr als akzeptabel
Wir wollten gerade den Nachhauseweg entreten, da kommt Giorgos Frau mit der kleinen Annamaria am Sozius – ein Bild für Götter! So geht Nahverkehr in Griechenland…
Übrigens haben griechische Mütter schon auch Helikopteransätze, aber alles in allem bleiben sie ziemlich geerdet – jedenfalls werden die kleinen Prinzessinnen und Racker nicht mit dem SUV chauffiert.
DAS ist MEIN Griechenland – Roller, Coffee to go, hübsche Mütter mit ihren kleinen Prinzessinnen
Die Zeit reicht für etwas Small-Talk und einen kurzen Austausch. Ich erzähle, dass heute die Familie eintrifft und wir für zehn Tage „Family Business“ haben werden.
Alle freuen sich für mich und vor allem Sibylle und wünschen eine gute Zeit, wir verabschieden uns…
Zuhause auf NESSAJA angekommen, treffe ich meine Gattin. Auch Sibylle ist vom Einkaufen zurück und kocht bereits vor – ich muss mich an den Gedanken gewöhnen, dass „Grillen“ für die nächsten zehn Tage anders funktioniert als die letzten zwei Monate, ich schmunzle in mich hinein.
Ich zeige ihr das Foto von Katerina und Annamaria auf dem Roller und erwähne beiläufig, dass ich mit Otto auch mal eine Runde Motorrad fahren werde. Natürlich kannte ich die Antwort – ich wollte nur mal testen wie lange es dauert bis sie gegeben wird! Ich sage nur – nicht messbarer Millisekundenbereich…
„Auf keinen Fall! Viel zu gefährlich!!!“
Es beginnt eine Wartephase, die der ähnelt, die wir als Kinder beim Warten auf das Christkind erlebt haben – die Aufregung bei meiner Gattin steigt, sie trackt die Flüge der Familie – jedes Mal wenn ein Zwischenziel erreicht wird, folgt der Ausruf – „Gott sei Dank!“
Ich beschwichtige – „…wird schon alles klappen!“ und denke mir, dass ich als Kind immer „Sendung mit der Maus“ ansehen durfte – ob das bei Sibylle auch helfen würde?
Wir müssen noch einmal in die Stadt fahren, die frischen Artikel wie Fleisch und Salat kaufen. Alles zusammen bringen wir ins Haus in den Kühlschrank – soweit der Plan.
Am Weg zum Einkaufen „finde“ ich ein herrenloses Kabel
Als wir über den Steg schlendern, fällt mir auf, dass unsere neuseeländischen Nachbarn bei ihrer finalen Weiterreise in die Türkei ihr Stromkabel am Steg haben liegen lassen – es baumelt verdächtig nah am Wasser. Ich sammle es ein und bringe es an Bord. Wenn sich der Mann die nächsten Tage meldet, dann bekommt er es natürlich wieder, wenn nicht, dann habe ich ein neues Kabel.
Wir fahren also nach Lakki und statten unserem Lieblingsmetzger „Xatzigrigoriou – Artisan Butchery“ einen Besuch ab. Ich liebe diesen Laden!
Ein ganz toller, besonderer Metzger
Wir fahren die Sachen gemütlich zum Haus, räumen alles in den, inzwischen reichlich gefüllten, Kühlschrank und erkennen – mehr kann man nicht tun!
Dafür müssen wir uns belohnen – ich überlege schon, wie ich Sibylle beibringen kann, dass wir auf der Rückfahrt einen Schlenker bei „Repapis“ einlegen müssen, als sie mich ansieht und meint – „…wollen wir ein Eis essen?“ Ich staune nicht schlecht…
Klar wollen wir! Ich antworte aber taktisch gelangweilt, dass ICH gerade gar nicht unbedingt eines wolle, aber ich ginge gerne mit ihr! Innerlich jubiliere ich…
Ich gönne mir drei Kugeln……und auch meine Frau genießt – einen Moment lang vergisst sie ihre Anspannung
Noch einmal fahren wir zurück in die Marina, noch knappe zwei Stunden, dann würden die Enkelchen Otto und Benno nebst Eltern hier eintreffen.
Ich freue mich auch, es ist nun doch wieder fast vier Monate her, als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Das ist ok für mich, nichtsdestotrotz sehe auch ich den kommenden, gemeinsamen Tagen freudig entgegen.
Ich habe mir die Zeit freigeschaufelt – keine Arbeit die mich drängt. ELOWYN muss übermorgen gekrant und saubergemacht werden, aber das bekommen wir hin. Darüber hinaus haben wir ZEIT!
Als ich in der Marina ankomme, muss ich wiedermal all meine griechische Gelassenheit ausspielen…
September steht vor der Türe – die Parktrottel sind wieder da
Natürlich schafft es einer, die Hinweisschilder für die PKW Parkplätze zu ignorieren, natürlich parkt der Hanswurscht in der Auffahrtrampe für die Liefertrucks, die von der Kaimauer wieder nach oben fahren wollen – dass er dann auch noch die zwei Moppeds zuparkt kann eigentlich nur noch als Randnotiz gewertet werden.
Naja, die Lücke die er gelassen hat reicht aus, um die BMW mit zweimal rangieren auszuparken – was soll´s, ich rege mich nicht auf. ICH NICHT!!!
Sibylle setzt sich auf „ihren Platz“ und wartet, zermürbende Minuten zerren an ihren Nerven. Auf einmal höre ich – „…ohje, der Flug ist weg! Auf der Webseite des Athen Airport war der Flug von ATH nach LRS den ganzen Tag zu sehen, jetzt ist er weg!!!“
„Der Flug ist weg!“
Ich kann nicht helfen, versuche aber zu beschwichtigen und wiederhole gebetsmühlenartig, dass wohl alles klappen wird. Würde etwas schief laufen, dann wäre sie sicher die Erste, die davon erfährt.
Meine Worte hört sie wohl, ich aber merke, dass diese verhallen. Abhilfe schafft erst eine Nachricht des Sohnes – nebst Beweisfoto!
„Wir steigen gerade in den Flieger nach Leros, alles läuft nach Plan!“
Reisen mit den Knaben
Juhu, DAS war die Erlösung! Gleichwohl aber auch sowas wie ein imaginärer Marschbefehl.
Wir haben von jetzt an eine Stunde – zum Flughafen brauchen wir entspannte 20 Minuten, ich kann also noch rund 40 Minuten gemütlich sitzen – dachte ich!
„Wir müssen langsam los! Wir wissen nicht ob Stau ist, zudem wollen wir noch tanken. Bedenke, dass das Motorrad nicht anspringen könnte“
Ah, Stau auf Leros! Klar, dass müssen wir einplanen, wie alle anderen Risiken auch – ich widerspreche nicht, es hat keinen Sinn. Wir richten uns zusammen und machen uns auf den Weg zum Flughafen…
Noch bevor ich den Boliden starten kann, braust Sibylle an mir vorbei
Klar, dass wir nach weniger als 20 Minuten am Airport waren! Ist aber wirklich egal, denn hier gibt es immer was zu sehen – außerdem teile ich die Vorfreude mit meiner Gattin.
Ich parke das Motorrad und wir warten…
Dauert nicht mehr lang
Dann auf einmal geht es schneller als erwartet. Der Flieger landet heute aus der anderen Richtung und kann so, unbemerkt von uns, aufsetzen und vor das Terminal rollen.
Er war fast eine Viertelstunde vor der Zeit, was uns Wartenden doch entgegenkam. Endlich, JETZT hat das Warten ein Ende, der wochenlang herbeigesehnte Tag ist da!
Da sind sie drin – wir winkenIch bleibe am Zaun und mache Bilder – Sibylle ist schon im TerminalDa sind sie – willkommen auf Leros
Jetzt gehe auch ich ins Terminal – ich weiß, dass es in Leros ganz schnell geht, da es weder Transfer noch Wartezeiten auf das Gepäck gibt.
Sicher hat Sibylle die Enkel und Kinder schon fest gedrückt und herzlich begrüßt, ich will ihr da auch gerne den Vortritt lassen. Jetzt aber wird es Zeit „Hallo“ zu sagen und die Familie auf unserer Heimatinsel willkommen zu heißen. Es ist der erste Besuch von Florians Familie.
Da stehen sie ja schon – ich möchte noch ein Foto machen……welches ich unter dem Ansturm der Racker doch ein wenig verwackleDie Beiden kennen mich noch wie es scheint – die Freude ist riesengroß
Wenn Du eine Reise tust, dann kannst Du was erleben. Unsere Kinder und Kindeskinder haben einen vollen Reisetag im Kielwasser – alles hat minutiös geklappt, bis jetzt!
Denn tatsächlich und wider Erwarten, ist das Reisegepäck unseres Besuches in Athen geblieben. Die Verlader haben es nicht geschafft innerhalb der Transferzeit von etwas mehr als einer Stunde, die Koffer umzuladen.
Es musste also, nach einer gewissen Wartezeit, noch ein Formular ausgefüllt werden. Natürlich haben wir gegrübelt, was alles Wichtiges im Koffer ist, haben uns gleichwohl die Freude aber nicht verderben lassen.
Egal, morgen ist auch noch ein Tag, das Gepäck wird schon kommen – irgendwann!
Wir machen uns auf den Weg ins Haus nach Xirokampos, einmal quer über die Insel.
Sibylle ernennt sich zur Reiseleiterin und Chauffeurin in Personalunion – Platz war ja im Wagen, so ohne Taschen
Sibylle wählt den langen Weg am Meer entlang, die Gäste sollen einen perfekten ersten Eindruck bekommen. Das hatten wir vorher so besprochen und das hat, meiner Ansicht nach, auch super geklappt.
Die tiefstehende Sonne taucht die Bucht von Alinda und Agia Marina, sowie das Kastell und die Windmühlen in ein warmes Licht. Wir erhaschen einen kurzen Blick auf Panteli und Vromolithos, bevor wir durch Lakki fahren – plötzlich blinkt Sibylle links…
„Repapis“??? Nanu, da waren wir doch vor zwei Stunden? Meine Frau erklärt mir, dass sie „…aus Versehen…“ das Wort EIS erwähnt habe, nun hätte sie nicht am Eisparadies vorbeifahren können. Die Kinder wollen ein Eis, ich müsse das verstehen!
Zwei Kugeln Schlumpfeis bitte
Klar verstehe ich das! Um ein Zeichen zu setzen, dass es das „Kind im Manne“ wirklich gibt, bestelle ich mir auch ein Eis – Erdbeere und Zitrone.
Ich frage die Buben aus was Erdbeereis gemacht wird „…aus Erdbeeren!“, so der Tenor. Und aus was wird Zitroneneis gemacht? „…aus Zitronen!“
Meine Frage, aus was dann Schlumpfeis gemacht wird, bleibt unbeantwortet. Sibylle schaut mich böse an, ich lächle in mich hinein.
Der Papa der Beiden gönnt sich seinen ersten Frappé – so schmeckt Griechenland! Schön, dass ihr da seid.
Wir setzen die Fahrt fort, es ist schon langsam Zeit für´s Abendessen!
Angekommen! Mangels Koffer brauchen wir keine Zeit zum AuspackenFlorian und ich gönnen uns ein WillkommensbierAngekommen! Prost!
Natürlich wird das neue, temporäre Heim erstmal beschnuppert – dafür muss Zeit sein, auch wenn diese unglaublich schnell verronnen ist.
Alle gehen einmal durchs Haus, die Buben erkunden das recht große Grundstück…
Wo ist was?
Der Abend verläuft wunderbar – wir grillen miteinander, essen zusammen und klönen, bis die Kleinen ins Bett fallen wie gefällte Bäume. Der Ouzo als Absacker gibt auch uns Erwachsenen den Rest und so verabschieden wir einander gegen 22.00 Uhr – morgen ist auch noch ein Tag, ab morgen geht es richtig los!
Sibylle und ich gehen auf NESSAJA und lassen den Tag Revue passieren – hat doch alles perfekt geklappt – bis auf´s Gepäck…
Spaß mal beiseite – Florian hat dringend benötigte Arbeitsutensilien im Reisegepäck, die Kinder ein paar ersehnte Spielsachen, klar ist auch die ganze Kleidung und der Kulturbeutel in den Koffern. Es dürfte auf der Hand liegen, dass das Gepäck beim Reisen mit Kindern essentiell ist – dies zu beschaffen, wird unsere erste Aufgabe am kommenden Tag sein!
Der neue Tag bricht an, wir stehen ohne schuldhaftes Verzögern auf. Auch Sibylle legt ganz neue Energie an den Tag – die Familie wartet auf die Brotlieferung! Natürlich besorgen wir auch die von den Knaben so geliebten Schokocroissants…
SIE SIND DA!
Sibylle ist der „frühe Vogel“
Die gemachte Aussage gilt in zweierlei Hinsicht. Ja, die Familie ist da, wir freuen uns auf die zehn Tage die vor uns liegen.
Aber auch die Amici sind zurück und bevölkern die Marina – und es wird sofort um ein paar Dezibel lauter!
Sind es wirklich Landsleute aus „Bella Italia“? Wie kann ich das so steif und fest behaupten? Nun, das schallende „Allora“ ist ein erstes Indiz, ein weiterer eindeutiger Hinweis sind Männer in sehr kurzen Bademänteln, die durch die Marina spazieren – Sibylle lugt und wartet immer auf den entscheidenden Windstoss…
Nicht nur sie fragt sich – „…was trägt der Italiener unter dem zu kurzen Bademantel?“ Vielleicht kann es ein Schotte beantworten?
Ich übertreibe nicht und ich will es nicht verallgemeinern – aber zumindest die Italiener in unserer Marina sprechen IMMER! IMMER! Auf dem Moped, bla. Auf dem Weg zur Dusche, blabla. Beim Arbeiten, blablabla. Morgens, tagsüber, nachts – IMMER – blablablabla. Es ist der Wahnsinn, wenn sie nicht sprechen sind sie vermutlich ohnmächtig.
Hierbei nehme ich die Italiener mit denen ich befreundet bin natürlich aus 😉 – und ich verweise ganz deutlich auf den Zwinkersmiley! Ernsthaft, man merkt, dass die beliebte Nachsaison langsam anläuft, es ist wieder mehr los hier in der Leros Evros Marina.
Ich muss die Kurve kriegen – zurück zu unserem heutigen Tagesplan…
Unser Hauptengagement gilt dem Gepäck! Sibylle und ich kennen die Griechen inzwischen, wir vermuten, dass es die beste Lösung ist, wenn wir selber nach dem Gepäck sehen – ich fahre also zum Flughafen. Und siehe da…
Das Gepäck ist inzwischen auf Leros
Genauso habe ich mir das vorgestellt. Das Gepäck ist da, aber keiner kümmert sich darum. Ich bin überzeugt, dass es früher oder später angekommen wäre. Wer mit später zufrieden ist, der kann das sicher aussitzen – wir aber haben auf früher spekuliert, dann muss man sich selber kümmern!
Und was wäre ein richtiger griechischer Opa, wenn er sich nicht die hellenischen Transportmethodiken schon angeeignet hätte? Ich informiere die Familie und gebe Entwarnung – das Gepäck ist in 30 Minuten da!
Dann lade ich mein Muli…
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft
Gut bepackt tuckere ich gemütlich nach Hause, dabei immer das griechische Mantra, den Leitgedanken, im Kopf – „siga siga“, immer schön langsam.
Nach knapp 30 Minuten bin ich im Haus und kann das Gepäck abstellen. Papa Florian hat sich ein remote Office aufgebaut, die Mama ist mit Sibylle und den Buben schon am Strand. Da gehe ich auch hin – sofort! Das kühle Bad habe ich mir verdient, ich habe Urlaub!
Familienlager im Schatten
Am kleinen Strand unterhalb der „Psarotaverna To Kyma“ haben wir uns ein Familienlager im Schatten aufgebaut. Von hier aus werden die Bengel abwechselnd bespasst.
Den Mini-Beach haben wir fast für uns alleine, das ist Ende August keineswegs selbstverständlich! Wir genießen das.
Zeit füreinander
Wir baden, tauchen und bewundern Ottos Schwimmkünste – ok, ein bisschen helfen wir noch, aber es fehlt nicht mehr viel.
Natürlich bleibt auch reichlich Zeit zum Faulenzen, das genieße auch ich, denn ein wenig merke ich durchaus die Arbeitsleistung und den Druck der letzten Wochen. Eine gute Gelegenheit, sowohl für mich wie auch für Hans Peter, etwas durchzuschnaufen und Energie für den Endspurt ab 06.09. zu generieren.
Mittags kommt Florian dazu und es versteht sich von selbst, dass wir im „To Kyma“ unseren kleinen Lunch einnehmen.
Es war wirklich gut
Ich erinnere mich an die kleine, einfach Taverne. Es war 2010 unsere erste Einkehr in Griechenland. Susanne hatte uns von der Fähre abgeholt, wir waren seinerzeit Interessenten für deren Bavaria 390 Lagoon WINDSPIEL, welche wir später auch gekauft haben. Wir sind, noch bevor wir ins Haus als Gäste einziehen durften, in diese Taverne, wo es laut Bekunden der Freundin „…die besten Kalamari weit und breit gäbe!“
Die Taverne, das Haus, Susanne – ich hätte damals, im Jahr 2010 NIE geahnt, welche Rolle diese Dinge in meinem Leben spielen würden. Viel hat sich geändert, aber Susanne ist uns als Freundin erhalten geblieben und Leros ist uns zur neuen Heimat geworden.
Wir speisen sehr gut, einfach aber frisch und wirklich preiswert. Dann gehen wir mit den Buben zurück zum Strand, Florian muss noch einmal an den Computer.
Griechenland – recht ehrlich und authentischEin Ort, an dem nicht nur die Zeit still zu stehen scheint
Wir gehen noch einmal ausgiebig schwimmen, die Buben machen einen kleinen Mittagsschlaf – auch ich tu´ so als ob ich ein Nickerchen mache, ich will ja Vorbild sein! Ehrlich, ich hab´ nur so getan…
Dann ist Programm angesagt! Wir packen unsere Siebensachen, verräumen das Schwimmzeug und holen das Auto. Es soll in die Eisdiele gehen und danach steht ein Besuch auf NESSAJA an.
Auf zu „Repapis“Otto liebt Schlumpfeis – ganz egal wieviele der blauen Kreaturen dafür in den Mixer müssen
Nachdem die Eiskugeln vertilgt waren, steuerten wir das Leihmobil in die Leros Marina Evros – schnurstracks zum Ponton F, an dessen Ende unser Zuhause liegt.
Die Kleinen waren neugierig, wo und wie wohnt die Oma? Auch Sonja wollte natürlich mal sehen, wie wir zwei da so hausen.
Also wurde unser Schiff geentert und bis in den kleinsten Winkel durchsucht.
Doch zunächst mussten wir an Wachhund Merlin vorbei – können wir das schaffen? Ja, wir schaffen das! Merlin und die Jungs haben rasch Freundschaft geschlossen.
Das mag er
DER BESUCH AUF NESSAJA
Los Piraten – über die PlankeHier geht´s runter – besser rückwärtsGemütlich hierOttos Resümee – „…alles da was man braucht!“Auch an Deck gibt es viel zu entdecken„Opa, für was ist das?“ – ich erkläre die Funktion einer Winsch, klingt komisch, ist aber soDann noch ein Rundgang über Deck
Bevor die Leichtmatrosen wieder abmustern, entdecken sie noch meinen „Käpt´n Blaubär und den Matrosen Hein Blöd“. Kinder ihrer Geburtsjahrgänge kennen diese Figuren nicht mehr, hier tut Nachhilfe not, welche ich zu leisten imstande bin!
Der erste Besuch war erfolgreich, wir werden sehen was noch kommt. Es hat ihnen gefallen, auch das „Kinderzimmer mit eigenem Kinderklo“ ist eine Versuchung. Da bahnt sich was an…
Sibylle und Sonja ziehen mit den Buben weiter, ich muss an ELOWYN noch etwas vorbereiten, schließlich wird der blaue Riese morgen früh gekrant. Wir verabreden uns um 18.30 Uhr am Haus.
Ich schleiche über den Platz – im Kran hängt eine große „X-Yacht of Denmark“ welche unter dänischer Flagge segelt. Ich weiß aus unseren Dänemarkurlauben, dass die Dänen ihren „Danebrog“ sehr ehren und die Flage schon als Statement nutzen – aber so???
Manchmal ist weniger mehr
Selbst bei der großen X ist diese Nationale irgendwie zu groß. Ich liebe ja die Seemannschaft und oute mich da auch gerne – die Flaggenetikette besagt hierzu, dass Flaggen die das Wasser dippen, den Traditionsschiffen vorbehalten sind – dazu gehört selbst eine X noch nicht. Ok, geht mich nichts an – ich wende mich also meinem Patenschiff zu – unmissverständlich prangt das morgige Datum auf dem Ruderblatt…
29.08.2024 – keine Fehlinterpretation möglichMorgen kommt der Riese wieder in sein Element
Meine Arbeit an Deck ist rasch erledigt. Ich muss die Lenkräder montieren, die Fender und die Festmacher vorbereiten und, last not least, das Stromkabel abstecken und an Deck bringen – das war´s, nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und ich kann nach Xirokampos zum Haus fahren, um mich dort mit der Familie zu treffen.
Ich war verschwitzt und schmutzig von der Arbeit an Deck – auf dem Weg gönne ich mir noch einen Sprung ins kühle Nass um mich herunterzukühlen. Umziehen und abbrausen kann ich mich am Haus – dann ein kühles Bier und das abendliche Rahmenprogramm kann starten!
Der Tag klingt aus
Sibylle hat vor einigen Wochen in den Sozialen Medien gelesen, dass ein kleines „Holi – Festival of Colors“ in Leros stattfindet. Ein Blick in das Programm des Monats, welches auf der Webseite von „The-Leros-Way“ publiziert wird, bestätigt – „Happy Elephant“ ist auf Inseltour.
Hierbei handelt es sich um eine Art Kinder-Aktionsmobil, welches allerlei Spiele und Games, unter anderem auch die erwähnte Holi-Colors Aktion, mitbringt.
„Happy Elephant“ tingelt über die Inseln der griechischen Ägäis um Kindern Spaß und Freude zu bereiten. Station heute – Leros! Klar, dass wir dort unsere Aufwartung machen.
„Happy Elephant“ am Strand von Gourna
Wir kommen ein wenig nach dem offiziellen Beginn und das Festival ist in vollem Gange. Wir fragen uns, warum noch so viele Menschen im Meer baden, erhalten aber schon Augenblicke später die Antwort auf diese Frage – die baden nicht, die waschen sich!!!
Ok, eine abgespeckte Form von „Holi-Colors“ – aber den Kindern und Jugendlichen macht es SpaßHoffentlich schimpft Muddern nicht……und Vaddern auch nicht
Eine Riesensauerei, eine Riesengaudi! Die Kinder haben Spaß und freuen sich – nur unsere nicht!
„Wollt ihr Bogenschießen?“ „Nein!“ „Wollt ihr mit Farbe schmeißen?“ „Nein!“ „Was wollt ihr dann?“ „Wir wollen heim, wir haben Hunger…“
Ok, wir kapitulieren und fahren nach Lakki. Florian meldet einen Gelust auf „…sowas wie Giros…“ an und es ist klar, dass wir das „SouVLakki“ in höchsten Tönen lobpreisen. Am Weg haben wir noch die Gelegenheit den Sonnenuntergang zu sehen – gerade für Urlauber doch immer wieder ein gerne genommenes Spektakel. Auf Leros nirgends so schön zu erleben wie in Gourna.
Die Sonne geht über der Bucht von Gourna unter
Vorher gehen wir mit den Knaben noch eine Runde zur Hüpfburg, diese kommt deutlich besser an als das Festival zuvor. Dann endlich ist es soweit – die ganze Familie ist ausgehungert und darf sich jetzt nach Herzenslust griechische Grilldelikatessen bestellen!
Das tun wir auch – wir bestellen und mampfen als gäbe es kein Morgen mehr. Die Nacht bricht herein und die Kinder bestaunen die beleuchteten Schiffe in der Lakki-Bucht sowie das Einlaufen der Fähre.
Hat uns super geschmeckt – „…liefern die auch?“
Florian regt einen Absacker im Haus an – „…wie wäre es mit einem schnellen Ouzo? Wir haben Eiswürfel!“
Ich hake sofort ein, bejammere die mir geraubte Lebensqualität durch die Zustimmungsverweigerung meiner Gattin zum Erwerb einer Eiswürfelmaschine – und ich sage zu! Unabgestimmt! Das hat sie jetzt davon!
Spät endet der Abend und wir fahren zurück auf unsere NESSAJA. Morgen müssen wir früh raus, ELOWYN hat Krantermin um 08.15 Uhr! Ich stelle den Wecker auf 07.00 Uhr.
Sonja will uns mit den Buben besuchen, sie wollen den „groooooßen Kran“ in Aktion sehen – „…wir sind um 08.30 Uhr da!“
Nächster Morgen – 08.30 Uhr. Keine Spur von Sonja und den Enkelsöhnen! Sibylle und ich sind uns einig, die Schwiegertochter hat das griechische Lebensmodell schnell inhaliert 😉 – schade für die Jungs, denn Giannis kennt kein Pardon, alles muss schnell gehen!
Sibylle, Hans Peter und ich sind die CrewUm 08.15 Uhr ist der große Kran am Platz – gleich geht´s losBereits 20 Minuten später hängt der Bolide in den Gurten„Crane Operator“ Giannis fährt ELOWYN direkt zur Krangasse – das sind nur ein paar MeterDas 44 Tonnen schwere 21m Schiff schwebt mit angehobenen Kiel frei über dem BodenDer Kran kann auf der Stelle drehen – 90° nach rechts und schon hat man die Gasse vor dem BugJetzt noch langsam ablassen – dann ist die Aktion geschafft09.00 Uhr – die Crew steigt über die hintere linke Ecke zu
Nachdem ja bekanntlich beim Bootfahren gar nichts ohne Probleme klappt, darf ich mich diesmal zum Idioten machen. Ich habe, einmal wieder, vergessen wie man die einfahrbaren Bug- und Heckstrahlruder ausfährt. Das System ist für mich nicht logisch und ich kann es mir nicht merken…
Ich stehe also da, probiere autodidaktisch – klappt nicht! Ich schreibe Volker an – antwortet nicht! Ich google die Bedienungsanleitung und lese in Ruhe – Minuten werden zu Stunden…
Aber es zeigt sich – „Ruhe bewahren“ hilft! Ich finde den entscheidenden Passus und kann die Helferlein „scharf schalten“. Jetzt heißt es „Leinen los!“ Unsere Fahrtstrecke – etwa 70 Meter!!! 😉
Ich fahre aus der Gasse, Ruder leicht nach rechts, bis vor die Lücke, Ruder leicht nach links, Arsch dreht ein – aufstoppen, rückwärts fahren und mit Bug- und Heckstrahlruder zielen! Passt! Wir treffen die Lücke, ich stoppe auf und die Heckleinen gehen über.
Während wir festmachen, trifft Sonja mit den Buben ein und begleitet unser restliches Manöver als Zuschauer.
Muring durchsetzen – Heckleinen anholen und belegen! Motor stopLeider können wir die Gangway wegen der Stromsäule nicht verwenden – ein Brett hilft
Klar, dass sich die Racker einmal an Bord von so einem großen Schiff umsehen wollen. Wir bitten die Dreikäsehoch an Bord und führen sie einmal herum.
„Nicht stolpern und nirgends einzwicken!“Wir müssen stets aufpassen, denn schwimmen können sie noch nichtRumsausen und Entdecken macht Durscht
Irgendwie hatten wir Pech – neben uns lag, als wir unser Anlegemanöver gefahren haben, ein Motorkatamaran unter italienischer Flagge. Wir wussten, dass die Manschaft sich zum Ablegen vorbereitet.
Wären sie abgelegt bevor wir gekommen wären, wir hätten deren Platz gewählt, weil wir dann unsere Gangway bei geschlossener Heckklappe hätten verwenden können.
Jetzt aber hätte es der Anstand verlangt, dass sie solange warten, bis wir mit unserem Manöver fertig sind, bevor sie ablegen – der Marinero kann nur einem Schiff seine volle Aufmerksamkeit widmen. Es kam wie es kommen musste – der Amici war eben wenig empathisch, er war auch ein miserabler Skipper, denn er hat schlichtweg „vergessen“, dass er die Muring loswerfen lässt.
Großes Geschrei! Der Marinero plärrt den Azzurri an, dieser kann seinem persönlichen Maßstab nach „bella figura“ nicht entsprechen und kurbelt wild aber wenig elegant oder gar zielorientiert am Lenkrad – seine Crew? Vollausfall! Die stehen mit hochgezogenen Schultern da!
Der Marinero vergisst, unsere Leinen zu belegen, wir machen es selber. Der Motorkat dreht sich durch die noch belegte Muring nahe zu uns und ich bin genötigt, obwohl ich eigentlich mein Steuer in der Hand halten und meine Crew anleiten muss, dessen Heck von unserer Bordwand abzuhalten.
Sekunden des Chaos, nur weil ein unfähiger Idiot nicht zwei Minuten warten kann und unaufgefordert und zudem falsch handelt. Es muss raus – diese Deppen werden mehr! Ich fange an zu hassen! Ich lerne an diesem Tag, dass es Misanthropie gibt und werde mich damit befassen. Mit etwas Rücksichtnahme wäre alles geschmeidig gelaufen – aber leider ist Rücksicht im Jahr 2024 nicht mehr „en vogue“.
Wir liegen jetzt gut und sicher. Ich will nicht umlegen, wir steigen über das Brett ein.
JETZT ist der Platz an steuerbord frei
Ich bedanke mich bei Hans Peter, der Freund ist in solchen Situationen ein verlässlicher und sicher agierender Partner. Sibylle weiß auch was sie zu tun hat und kennt mein Handeln inzwischen wortlos – das lässt sich sogar auf ELOWYN übertragen.
Wir belassen es für heute dabei! So war es geplant, denn heute wollen wir einen weiteren Strandtag mit den Rackern genießen. Wir packen also abermals unsere Badesachen und verholen mit Sack und Pack an den kleinen Strand in Xirokampos.
Das Procedere des Vortages wiederholt sich, nur haben wir diesmal unser SUP Board dabei – das gefällt den Frauen und den Buben. Auch im „To Kyma“ schmeckt es uns wieder! Ein herrlicher Strandtag!
Die Racker spielen am Wasser, Sibylle nutzt mal wieder ihr SUPDanach paddelt Sonja mit den Jungs quer durch die Bucht – AbenteuerFischtaverne „To Kyma“ – einfach aber wirklich gut, es gibt nichts zu beanstandenWir haben Hunger, Hunger, Hunger…Die Taverne, der Fischer der sie betreibt, seine Familie, das Umfeld – alles superauthentisch! Merhr Griechenland geht kaum
Den Nachmittag verdröseln wir wieder mit UNO spielen, Sibylle liest etwas vor oder wir gehen baden. Mal mit Otto ernsthaft Schwimmen üben, ein andermal eher zum Blödeln und Quatsch machen.
Otto staunt nicht schlecht, als er beim „Raketenstart“ mit dem Schwimmbrett aus dem Wasser, vom Opa beschleunigt, etwa einen Meter hochfliegt! Er hatte erwartet, dass er eher ein bisschen „dahinflitscht“ – ja so ein Opa hat halt Power!
Das kostet Körner! Sonne, Meeresluft und ständige Action, das haut den stärksten Krieger um. Eine Pause tut not…
ICH denke nur nach – ich schwör…
Am Nachmittag waren die Akkus wieder etwas angefüllt und wir waren bereit zu neuen Taten. Sibylle und Sonja wollten „ein paar Meter gehen“, die Wahl fiel auf den Weg zum Leuchtturm. Da wir auf dem Weg dorthin bei der Eisdiele der Familie „Repapis“ vorbeikommen würden, war es ein Leichtes, mein Versprechen „jeden Tag ein Eis“ einzuhalten – danach bin ich aus dem Nachmittagsprogramm ausgestiegen und habe ein paar Seiten Blog geschrieben. Von den Ausflüglern erhalte ich zwischenzeitlich Bilder…
Viel zu sehen auf der Wanderung
Natürlich bleibt es nicht bei ein „paar Meter gehen“, die Bengel können Mama und Oma überzeugen, dass sie für eine derart erbrachte Leistung doch sicher eine Belohnung verdient hätten. Viel Überzeugungskraft gehörte wohl nicht dazu!
Vor dem Spielzeugladen „To Steki“
Die letzte Nachricht die ich erhalte, ist dann der Marschbefehl. Du kannst jetzt wieder nach Xirokampos kommen, wir sind am Heimweg! Ok, mache ich, aber am Weg bestelle ich noch die von Volker erbetenen 500 Liter Diesel für ELOWYN, dann geht es zurück ins Ferienhaus.
Dort angekommen, muss, nein darf ich Spielzeug bewundern – aber nicht nur das. Otto hat noch ganz andere Trophäen bei der Wanderung eingesammelt.
Vermutlich ein Saurier
Langsam beginnen wir, die Kleinen etwas herunterzufahren, es war ein langer Tag. Erst etwas trinken, dann mit der Oma ein bisschen auf der Terrasse sitzen – das gefällt den Enkeln und der Großmutter.
„Oma, das ist ein Transformer!“
Wir Erwachsenen gönnen uns ein erstes, leicht alkoholisches Getränk – es vermittelt den Eindruck, als stärke es die Nerven – und das braucht man, wenn man mit zwei Knaben im Alter von 3 und 6 Urlaub macht – da ist das Bootreparieren mit Hans Peter reinstes Sanatorium.
Ein „Mythos“ als Sundowner – die Damen trinken Aperol-Spritzz
Wir lassen den Tag heute langsam ausklingen und sitzen noch ein wenig auf der Terrasse, die Kinder spielen friedlich. Dann waren die Batterien der Beiden abermals leer – HUNGER! Die Kinder wollten etwas essen!
Wir probieren „SouVLakki“s Lieferservice aus – so der allgemeine Tenor. In weiser Voraussicht war ich bereits nachmittags bei der Grillkantina unserer Wahl und habe erklärt, wo sich das Haus befindet. Eine klassische Adresse gibt es nicht – aber die Ausfahrer kennen die Insel und so war schnell klar – wenn Mario bestellt, dann liefern wir in Susannes Haus…
Ok, ein guter Anfang – das setzen wir jetzt um, es ist exakt 19.30 Uhr, als ich in unserem Lieblingsgrill anrufe und die Bestellung aufgebe. Alex spricht fließend Englisch und bestätigt – Lieferung nach Xirokampos, alles klar!
Wir warten! Und warten! Und warten! Es ist 20.15 Uhr – Otto fragt „…wie lange dauert´s noch?“ Eine Frage, die alle Eltern und Großeltern kennen. Wir warten! Und warten…
Als wir um 20.30 Uhr anfangen über Not- und Alternativpläne zu beratschlagen, hören wir in der Ferne das Knattern eines Viertakt-Mopedmotors. Das könnte er sein – und tatsächlich, um 20.45 Uhr erfolgt die Lieferung, im letzten Augenblick bevor die Stimmung gekippt wäre.
Das Essen war ok, aber nicht mit der Vor-Ort Qualität zu vergleichen – das wird ein einmaliger Test bleiben. Ein Ouzo noch, dann fahren Sibylle und ich zurück auf NESSAJA – morgen müssen wir auf ELOWYN ran…
Ohne Weckerklingeln wache ich um 07.15 Uhr auf. Ich brühe mir eine frische Tasse Kaffee auf und genieße das Wachwerden. Als ich gerade die zweite Tasse ansetze, steht auch Sibylle auf – sie frühstückt ein wenig, dann gehen wir schnurstracks zum blauen Riesen, der jetzt wieder in seinem Element liegt.
Drei blaue Boliden in unmittelbarer Nachbarschaft
Kurze Zeit später, wir bereiten gerade alles für das „große Reinemachen“ vor, kommt der Tankwagen der BP Tankstelle Mavroudis mit 500 Liter „Ultimate Diesel“ – deutlich vor der vereinbarten Zeit. Ich kenne Maximos, den Fahrer, seit drei Jahren – er reicht mir den Zapfhahn…
Der Tankwagen kommtWir ziehen den Schlauch über Deck – dann geht es los
Die 500 Liter sind rasch befüllt, ich zahle mit Karte, wechsle ein paar Worte mit Maximos, der sich dann verabschiedet.
500 Liter – 875€
Dann verlangt Sibylle nach meiner Aufmerksamkeit – der Strom muss aufgeschaltet werden, das Wasser muss aktiviert werden und die Schläuche müssen auf Deck gebracht werden. Dann geht es los – von oben nach unten, dann von vorne nach hinten…
Erst Dächer, Persenninge und Solar – dann das Deck
Das Boot ist durch die zwei Monate an Land derart staubig und sandig, dass wir nach einer Vollreinigung noch keinen zufriedenstellenden Erfolg haben.
Ich entscheide – für heute reicht es, es wird heiß und wir haben die Familie hier. Jetzt gehen wir baden und machen morgen noch einmal zwei, maximal drei Stunden. Das ist mit heißer Nadel gestrickt, denn morgen kommen bereits Tina und Volker, aber manchmal muss man Prioritäten setzen – und Familie ist Priorität 1!
Wir bringen ein paar Kleinigkeiten auf NESSAJA zurück und holen dort unsere Badesachen – dann geht es abermals an den kleinen Strand von Xirokampos.
Nach wie vor – nix los
Wir treffen gerade noch Sonja an, wie sie gerade die Badesachen zusammenpackt und nach Hause will. Der kleine Benno hat Bauchweh und ist unleidig. Wir beschließen kurzerhand, dass Otto und der Opa, also ich, noch ein paar Züge Schwimmen üben und Sibylle die Schwiegertochter begleitet. Das Badezeug kann dann hier bleiben.
Der sechsjährige Dreikäsehoch und ich genießen die Zeit unter Männern – wir gehen ins Meer und planschen herum.
Ein schöner Strand
Als Sibylle zurück war, machen wir nicht lang rum. Wir essen Pommes und ein paar Kalamari – das freut den Bengel. Ich habe fast den Eindruck, dass er die Stunde alleine mit Oma und Opa genießt.
Dass er mir die Pommes fast komplett wegmampft ist nicht am Plan – wir müssen reden
Als nach mehreren Runden UNO der Beschluss fällt, dass wir ebenfalls zurück zum Haus gehen, es ist fast 16.30 Uhr, springt Sibylle über ihren Schatten – „…wenn er unbedingt will, dann fahr´ ihn halt mit dem Motorrad hoch!“
Ich weiß, dass sie Angst um ihn hat und das eigentlich nicht möchte – aber sie weiß auch, dass unsere größte Chance bei den Enkeln im Gedächtnis verankert zu sein, neben Liebe, Zuwendung und „Quality Time“, eben „das Besondere“ unserer Lebenssituation ist. Sie vertraut mir!
Auf zur großen Tour – ca. 200 Meter, Sibylle läuft!
Zum Haus geht eine steile, kurze Betonrampe hoch – man darf nicht verwackeln und muss etwas Gas geben. Ich teste, ob der Knabe nicht etwa ängstlich ist und fahre dreimal auf der Straße auf und ab – dann wagen wir es!
Festhaltäääään – aus der Bahn KartoffelschmarrnIch konzentriere mich, der Lümmel hat Spaß – wir kommen sicher an
Im Haus angekommen, treffen wir Sonja und Benno wieder. Der Dreijährige hat wohl einen Mittagsschlaf gebraucht, jetzt ist er jedenfalls wieder fit und – ruft nach einem Eis!
Haha, abermals kann der eisverliebte Opa alle Trümpfe ausspielen. Es wird umgehend beschlossen, dass der Weg in den Eistempel angetreten wird. Ich mache die Vorhut, packe im Vorbeigehen die Mülltüte und fahre mit der GS zum Müllcontainer. „Frauen und Kinder – folgt mir!“
Ich stehe am Müllcontainer und warte. Und warte! Und warte! Na so langsam müssten sie doch kommen, ich hatte doch nur 200m Vorsprung???
Ich wende, um nach dem Rechten zu sehen, da kommt mir Sibylle schon entgegengelaufen – „…das Auto macht keinen Mucks mehr!“ Puh, wenn ich weitergefahren wäre – es müsste jemand sowas wie kleine Telefone für die Hosentasche erfinden…
Ich wende und fahre zurück zum Haus, wo der waidwunde koreanische Leihwagen schon mit geöffneter Motorhaube wartet.
„Kann´s der Opa reparieren?“ Kann er!
Ich überlege kurz und entscheide dann, Susanne möge mir verzeihen, die Batterie aus ihrem kleinen Fiat zu leihen. Der Umbau geht rasch und so können wir im zweiten Versuch die Eisdiele ansteuern.
Tja, so ein Superheldopa ist schon was – trotzdem versuchen die Bengel, sich mit mir zu messen. Ob sie es gemeinsam schaffen? Das Eis gerade leergelöffelt, muss ich es mit zwei kleinen Quälgeistern aufnehmen…
Zunächst scheinbar harmlos……muss ich mich Sekunden später und aus heiterem Himmel einer „Attacke“ erwehrenWas der große Bruder kann……meint der kleine Wicht auch ausprobieren zu müssen
Klar, den Beiden steckt der Tag in den Knochen – daher gelingt es relativ einfach „sie müde zu spielen“. Man muss sie „nur“ hochheben und ein bisschen schütteln und an einem Arm nach unten baumeln lassen ;-)…
Wir Alten atmen durch – 20 Sekunden Pause! Das gelingt nicht immer so leicht
Jetzt aber – die Kür ist vorbei, die Pflicht ruft! Sibylle und Sonja wollen, ja müssen, für heute und morgen einkaufen. Mir ist es wichtig, dass wir uns um die Batterie des Leihwagens kümmern, ich möchte das noch umbauen.
Also fahren wir zuerst zu Ioannis kleinem Autoverleih um dort das Problem zu lösen.
Ich schildere das Problem – haben wir gleich……der Meister selbst macht sich ans Werk
Zuerst grantelt er ein wenig rum und erzählt mir mehrfach „…it is a new battery…“! Das glaube ich ihm ohne Zweifel, dennoch ist das Auto tot. Natürlich kommt auch die obligatorische Frage „…did you leave the lights on?“ Nein, haben wir nicht! Ob es etwas mit seiner „der Zündschlüssel bleibt immer stecken Bastellösung“ zu tun haben könnte, verkneife ich mir zu fragen.
Er gibt nach und baut eine neue Batterie ein – sehen wir also, was die nächsten Tage passiert. Sibylle wollte ja die alte Klapperkiste!
Erledigt – ich fahre zurück auf NESSAJA und schreibe ein paar Seiten Blog, die Damen setzen ihren Einkauf fort, später treffen wir uns zum Dinner im Ferienhaus. Dort wird heute gekocht, Sonja macht Gorgonzolanudeln und wir sind eingeladen – wunderbar!
So klingt der Tag schön und unspektakulär aus. Ach ja, den Fiat habe ich natürlich wieder komplettiert 😉
Es bricht der 31.08.2024 an, der letzte Tag des Monats. Ein Tag, der ein besonderer werden soll. Florian hat heute frei, es ist Wochenende – er will und wird an unseren Unternehmungen partizipieren.
Weil dies so ist, hat Sibylle eine Art „Unternehmungskatalog“ erstellt. Ich gehe also davon aus, dass wir nach der finalen Reinung der ELOWYN gut eingetaktet sind.
Darüber hinaus komme ich noch einmal auf die Headline zurück – That´s what Friends are for – heute kommen Volker und Tina an, wir freuen uns auf die Beiden!
Packen wir es also an! Aber erst NACH dem ersten Kaffee…
Ich nutze die Zeit um den Blogbericht voranzutreiben – und die Ruhe für meine erste Tasse Kaffee
Etwas später steht Sibylle auf und „richtet sich etwas her“, dann schwingen wir uns auf die GS und wir fahren zum Bäcker und anschließend zu unserer Familie. Gemeinsames Frühstück steht auf dem Plan – Frühstück mit Vollausstattung einschließlich Rührei – YES, lecker!
Benno freut sich mehr über seinen Yoghurt mit Honig und mampft schonmal ein bisschen. Ich unterstütze den Knirps, während in der Küche die Vorbereitungen laufen.
Griechischer Yoghurt mit Honig – das liebt er
Wir frühstücken gemütlich und versuchen irgendwie, dem Tag eine Struktur zu geben – böse Zungen würden behaupten, dass Sibylle und ich versuchen „zu planen“. Ok, da ist was dran, das mögen wir beide, wir wissen aber auch, dass es mit der Familie eher schwierig ist. Also lassen wir es lieber…
So verabschieden wir uns nach dem Frühstück mit offenem Ausgang – „…wir gehen jetzt die ELOWYN fertig machen, ihr geht wandern und baden, dann rufen wir uns zam!“
Ich schicke ein PING an Hans Peter, heute brauchen wir seine Hilfe – „…wir fahren jetzt los, Treffpunkt ELOWYN!“
Hans Peter saugt die Lackfitzelchen weg – eine HöllenarbeitSibylle beginnt das Edelstahl zu polieren
Wir sind gestern nicht fertig geworden. Nicht nur wegen der Familie, nein, auch die Hitze setzt uns zu – wir können nicht acht Stunden am Boliden arbeiten.
Zudem hat die Hochdruckreinigung wieder den alten Klarlack abgefetzt. Ihr wisst ja, dass ELOWYN dringend lackiert werden muss, was diesen Winter auch umgesetzt wird.
Bevor wir also Deck schrubben, müssen die ganzen Fitzelchen eingesaugt werden, denn wenn die erstmal nass sind, haften die an wie Aufkleber und man bekommt sie nicht mehr weg. Hans Peter übernimmt das und spart uns somit bestimmt eine Stunde. Später poliert er Edelstahl, während ich mit Sibylle Deck schrubbe.
Dazu noch ein Dutzend Kleinarbeiten, die uns Zeit und Nerven kosten – dennoch sind wir gegen 13.30 Uhr fertig, etwa eine halbe Stunde hinter Plan.
ELOWYN ist fertig, Volker und Tina können kommen
Wir sprechen eine Eiseinladung Richtung HP aus, dann schreiben wir unsere Kinder an – „…wie sieht es aus, was machen wir?“ Die Antwort war wachsweich – „…ach kommt erstmal rüber, wir sind noch am Strand, dann sehen wir weiter.“
Ok, ich habe echt keine Eile und unser Besuch kann ja selbst entscheiden was und wieviel sie von der Insel sehen wollen – Sibylle und ich lassen den „Fremdenführermodus“ hinter uns und relaxen erstmal. Die Verpflichtung bezüglich ELOWYN ist erstmal erledigt – darauf ein Bier!
Ein Nachmittagsbier – selten, aber heute hochverdient
Mein Telefon schellt, Jürgen ist dran, er erwischt mich aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn ich spiele gerade UNO mit Enkelchen Otto und bin am Gewinnen – da kann ich unmöglich ans Telefon! Prioritäten setzen! Ich werde später zurückrufen – letzte Karte, UNO!
Sibylle und ich essen eine Kleinigkeit im „To Kyma“, die Knirpse gehen noch einmal baden. Irgendwie verdröseln wir den Nachmittag, aber es ist schön. Entspannt!
Irgendwann beschließen wir, dass wir dem Tag noch etwas Inhalt verpassen. Florian will mit Otto einen der Tunnel aus Kriegszeiten ansehen, wir müssen für unseren Grillabend einkaufen und das Fleisch beim Metzger holen.
Ich muss irgendwann den Leihwagen für Volker und Tina übernehmen und die Beiden damit vom Flughafen abholen.
So einen Plan geginnt man am besten mit einem Eis – wir verholen also als sechsköpfige Kleingruppe zu „Repapis“ und sorgen dort für Leben in der Bude – dann geht´s los…
go to – es muss go to heißen – ich bekomme die Info, dass der Wagen abholbereit istDie BMW bleibt vor dem Autoverleih, ich setze die Fahrt mit dem Wägelchen fort
Alles klappt. Ich stelle mein Motorrad ab und übernehme den Wagen, der dort für mich bereitsteht. Dann trennen sich die Wege der Familie und mir.
Sibylle fährt mit den anderen zu den Tunnels und dann die Einkaufstour, ich fahre langsam zum Flughafen, denn ich bin doch etwas zu früh dran.
Gähnende Leere – noch! Bald werden Volker und Tina ankommenIch bin da – eine Stunde zu früh
Ich warte – was könnte ich mit der Stunde anfangen? Ich weiß, ich rufe Jürgen zurück. Mal hören, was er wollte.
Es stellt sich heraus, dass an seiner Outremer 45 GRASKARPFEN ein Motor ein Problem hat. Er vermutet einen Zylinderkopfschaden und möchte sich mit mir abstimmen. Er schildert die Symptome…
Ich höre zwei Minuten zu, dann unterbreche ich ihn – „Jürgen, mein Freund, ich denke nicht, dass es deine Kopfdichtung ist, ich vermute, dass dein Wärmetauscher ein Loch hat!“
Wir diskutieren hin und her, besprechen Fakten, Wahrscheinlichkeiten, Preise, Lieferzeiten, Optionen – es war ein relativ langes Telefonat. Trotz seiner Zweifel will er meiner Bitte entsprechen und den „Mixing Elbow“ noch einmal abschrauben – und siehe da…
Meine Ferndiagnos trifft ins Schwarze
Mein Gefühl war das richtige! Der Freund sitzt in Messolongi, ich auf Leros und kann von hier aus diagnostizieren und helfen. DAS freut mich – „that´s what friends are for!“
Zwischenzeitlich erhalte ich Bilder von der Familie, auch sie scheinen Spaß beim Erforschen und Entdecken der alten Kriegshinterlassenschaften zu haben.
Unterwegs abseits der ausgetretenen PfadeWer traut sich?Ja klar – wer sonst?
Ich sehe mir die Bilder an und schmunzle in mich hinein – ich habe den Eindruck, dass sich unser Besuch recht wohl fühlt.
So ist meine Wartezeit wie im Flug vergangen. Plötzlich war es 17.20 Uhr und der „Olympic Air“ Flug mit den Freunden an Bord kam pünktlich an.
Gleich setzt sie auf – willkommen auf LerosDer kleine, zweimotorige Inselflieger rollt auf seine Parkposition
Tina und Volker steigen aus und kommen ins Terminal – großes HALLO! Wir haben uns einige Monate nicht mehr gesehen und freuen uns auf die Tage zusammen.
Das Gepäck ist diesmal dabei, es hat alles geklappt! Wir schnappen uns die Koffer, laden ein und…
Mein Telefon klingelt, Sibylle ist dran – „Scheißkarre, blabla, Schrottmühle, blablabla, nix geht mehr, süder, Ioannis schon angerufen, rhabarberrhabarber…“ Es wird sofort klar, das Auto geht abermals nicht mehr.
Wir fahren einen Umweg und sehen bei den Havarierten vorbei. Dort ist die Rettungsaktion schon in vollem Gange, es wird klar, heute wird das Auto getauscht! Jetzt haben wir ein besseres, aber sehr kleines Automobil.
Egal – ich nehme am Weg mein Motorrad mit und fahre gemeinsam mit der ELOWYN Crew zum blauen Riesen. Die Beiden checken auf ihrem Schiff ein und wir trinken erstmal ein Willkommensbier!
Natürlich gibt es viel zu erzählen – das passt gut, denn wir sollen erst um 19.30 Uhr in Xirokampos zum Grillen erscheinen. So können wir ein wenig klönen und noch ein zweites Bierchen genießen.
Es ist halbacht, wir treffen am Ferienhaus der Kinder ein und bestaunen, was Sibylle und Sonja gezaubert haben. Perfekte Salate, Ofengemüse und vieles mehr. Die ideale Begleitung zu den bestellten Steaks.
Der „Star des Abends“ war das von Volker georderte „Dry Aged Rib Eye“ mit einem Rohgewicht von 860gr – das kann sich sehen lassen.
Nicht von schlechten Eltern„Mein Schatz“ – stolz präsentiert
Wir machen ein gigantisches Bohei um den riesigen Fransen Fleisch – die richtige Temperatur am Grill, nachgaren im Backofen – natürlich bei 122°C, dazu frisch gemahlenes Himalaya Hagelsalz 😉 und „Ankerkraut Steakpfeffer“ – Spaß beiseite, das edle Stück war es wert…
Das feine Grillgut darf alleine auf den GrillDas Ergebnis konnte sich sehen lassen und schmeckte fantastisch
Wir saßen lang beisammen und hatten Spaß und Kurzweil. Für uns passt es perfekt, dass es keine Berührungsängste zwischen der Familie und den Freunden gibt, wir haben so keine Terminkonflikte.
Spät klingt der gemeinsame Abend aus, es fanden einige Ouzo und „Mamos“ dankbare Abnehmer.
Nicht nur der gemeinsame Grillabend fand ein Ende, auch der letzte Tag des Monats endet in diesen Stunden. Sibylle und ich fahren mit Volker und Tina heim. Tina muss an den Volant des Leihwagens und diesen in die Marina pilotieren. Wir verabschieden uns von der ELOWYN Crew – das war ein schöner Einstand! Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht!
Die Nacht ist über die Marina hereingebrochen – Zeit schlafen zu gehen!
Leros Evros Marina bei Nacht
Der Monatsbericht für den August ist geschrieben! Danke für die Zeit, die ihr euch für das Lesen genommen habt. Ich hoffe, dass das letzte Drittel auch für die nicht an Technik interessierten Leser und Leserinnen kurzweilig war und ich euch somit in „unsere Welt“ abholen konnte.
Ein kurzer Ausblick auf den September…
Tina und Volker haben bis Monatsmitte keine Eile auf Törn zu gehen, wir diskutieren gerade ein paar gemeinsame Segeltage auf ELOWYN. Ende September werden wir den blauen Riesen für eine Woche übernehmen und damit ein paar Tage Urlaub machen – aufregend für uns!
Spannend wird auch, ob Hans Peters Projekte an LIBERTÉ alle soweit im Zeitrahmen bleiben, dass wir die beiden obersten Aufgaben der Prioritätenliste abarbeiten können. Für das letzte Septemberdrittel kommt seine Gattin Petra nach Leros…
Ganz wichtig für uns – die Familie bleibt noch bis zum 05.09.! Die Zeit bis dahin ist für die Kinder und Kindeskinder blockiert. Was werden wir noch zusammen erleben?
Last not least – viele Freunde kehren aus der Sommerpause zurück zu ihren Schiffen um noch einmal segeln zu gehen und die Saison gebührend abzuschließen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und viele gemeinsame Stunden – denn „That´s what Friends are for!“
Liebe Grüße aus Leros – die NESSAJA Crew, Mario & Sibylle
Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…