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Der Skipper ist momentan ohne eigenes Schiff und hält nur durch sein "Pflegeschiff" Kontakt zur Szene - doch der Traum einer Blauwasserreise ist nicht ausgeträumt! Bis neue Ideen reifen, geben sich Mario & Sibylle den "Aegean Island Vibes" hin...

Juni 2025 – Kein Traum mehr

Ausgeträumt! Ich bin durch und lege meinen Lebenstraum ad acta. Das habe ich schon mehrmals angedeutet, auch geschrieben – nur vollzogen hatte ich es noch nicht.

Jetzt ist es soweit – ich bin durch! Daher wird der 1990er Song meines Lieblings-Liedermachers Gert Steinbäcker auch die Headline des Monats – welcher Titel würde besser passen als dieser?

„Schlimm is nur, wenn kein Traum mehr bleibt
In dem du abhebst und flieg’n kannst, wohin du willst
Es is bitter, wenn kein Traum mehr bleibt
Der dich ausfüllt, wo du deine ganze Sehnsucht stillst“

Es gab diese nachdenklichen Momente

Steinbäcker bleibt im Lied allgemein und streift doch eine Handvoll der wichtigen Themen – für mich gilt der Refrain eher spezifisch, ich entdecke, dass nicht nur mein Lebenstraum einer großen Blauwasserreise nicht in Erfüllung gehen wird, ich will auch kein Segler mehr sein.
Ich lasse das Thema, welches mich seit 2000 in seinen Bann gezogen hat, im Kielwasser und widme mich anderen Dingen im Leben!

Woher nun diese vollumfängliche Entscheidung???

Ein Fazit das niederschmetternd klingt, aber auf einer wunderschönen und interessanten „letzten Fahrt“ basiert – wir haben ELOWYN überführt und hatten als Vierercrew mit Kristina und Volker richtig Freude.

ELOWYN unter Vollzeug – sailing at it´s best

Ich will nicht totalitär rüberkommen – natürlich werde ich weiterhin meinen Fuß auf Segelboote setzen und es wird bestimmt auch mal einen überraschenden Tagesschlag geben.
Urlaube jedoch werde ich in Zukunft anders planen – ich brauche einen neuen Traum, ein neues Ziel. Kurz – ein neues Hobby, etwas das mich ausfüllt!
Kann das kleine Haus in Plaka diese Lücke schließen???

Intro Ende! Die Überführung der ELOWYN, die erste Testfahrt nach dem großen Refit, sollte uns von Preveza über Kefalonia, Zakynthos und verschiedene Stationen an der Peloponnes bis nach Lavrion führen.
Es war eine sehr schöne Reise mit vielen tollen Momenten, daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Am 01.06. werfen wir nach einem ersten Kaffee unsere Heckleinen los, gehen Anker auf und verlassen Fiskardo – unser nächstes Ziel ist Zakynthos Stadt auf der gleichnamigen Insel.

Zum Loswerfen der Landleinen werde ich auserkoren, ich muss frühmorgens also noch einmal ins recht frische Wasser – es gibt jedoch schlimmere Aufgaben!

Nur einmal kurz durchatmen – am Wammerl ist´s schon frisch
Dann werfe ich die Leinen los und lass´ mich an Bord ziehen

Der Wind taugt nicht zum Segeln, wir motoren also los und legen direkten Kurs durch den Kanal zwischen Kefalonia und Ithaka, von dessen Ende aus, wir Zakynthos werden sehen können.

Wir entfernen uns schnell von Fiskardo, dennoch ziehen sich die Meilen die vor uns liegen.

Fiskardo liegt achteraus
Zu wenig Wind – außerdem von vorne, wir motoren durch die Enge zwischen den beiden Inseln

Wir alle haben Zeit ein wenig abzuhängen und eigenen Vorlieben nachzugehen.
Die einen lesen, die anderen hören Hörbücher. Es bleibt Raum um etwas zu dösen und ich – ich widme mich dem neuen, elektronischen Logbuch!

Das funktioniert nämlich noch nicht einwandfrei. Aber es stellt sich heraus, dass der Service der Firma top besetzt ist und ich habe mehrere Mailwechsel mit Almute, der Programmiererin des Tools.
Sie hilft mir die Basiseinstellungen so zu machen, dass es keine Probleme mehr geben dürfte.

Ganz selbsterklärend ist es nicht – ich spiele mich über Tage und stundenweise, erhalte aber professionelle Unterstützung

Der erste Teil des Tages zieht sich ein bisschen. Obwohl die Strecke weit ist, zieht Volker die Idee eines „Light Lunch“ aus dem Hut und wir alle sagen zu.

Der Ort Poros auf Kefalonia liegt in diesem Moment an Steuerbord querab und wir setzen sofort Kurs auf den schönen Strand des Ortes.
Dort lassen wir den Anker fallen und den WILLI zu Wasser.
Das alles ist in wenigen Minuten umgesetzt.

ELOWYN liegt für den Badestop vor Anker
Mit dem WILLI flitzen wir an Land

Ein rudimentärer, grobschlächtiger Betonkai ist in Windeseile erreicht. Wir kraxeln an Land und nehmen umgehend Kurs auf eine der einfachen Tavernen entlang der Uferstraße.

Dort bestellen wir unseren ersten „Light Lunch“, ein Handeln, welches sich etablieren sollte und ein Ausdruck, welcher schnell den Status eines „geflügelten Wortes“ erlangte!

Alle sicher an Land – der WILLI wird fixiert
Das Restaurant „Pantelis“ war durchschnittlich, hat aber seinen Zweck erfüllt

Nach dem Essen hieß es keine Zeit zu verschwenden, vor uns lagen noch ein paar Meilen.

Wir sind also wieder in den schnellen WILLI gekrabbelt und zurück zum Mutterschiff geflitzt.
Dabei haben wir uns erste Eindrücke geholt, wie ELOWYN nach dem Refit in ihrem Element wirkt.

Nicht bei allen hat sich die neue Farbe sofort in die Herzen geschlichen – ich bin ein Fan davon, mir gefällt sie besser als in blau. Sie wirkt aus meiner Sicht größer und moderner.

Völlig anderer Charakter – ein tolles Schiff

Wir machten uns fertig, nahmen das Beiboot wieder in die Garage und gingen Anker auf.

Noch ein paar Meilen, bis wir den Kanal verlassen haben werden, wir erhoffen uns ein Auffrischen des Windes, sobald das Kap von Kefalonia achteraus liegt.

Und der Wind kam…

Es war mehr Wind als die Wasseroberfläche vermuten ließ – wir mussten gerefft segeln
Ich setze den Mai-Blogbericht von unterwegs aus ab

Ein Tag der etwas fad begann, nahm eine erstaunliche Wende. Wir konnten richtig flott segeln und kamen gut voran.

Es hat richtig Spaß gemacht, die Freude war uns ins Gesicht geschrieben.
Wir konnten Zakynthos Stadt direkt anlegen und hatten die grüne Insel bald schon querab an Steuerbord.

In etwas mehr als einer halben Stunde würden wir eintreffen. Volker nimmt Kontakt zu einem Agenten auf, diesen kennt er von früheren Besuchen.
Wir reservieren einen Liegeplatz um keine böse Überrschung zu erleben.

So macht Segeln Spaß
Wir nähern uns dem Ziel mit 8.2kts
Das Ziel vor dem Bug – wir haben die Segel eingeholt und laufen in den Hafen von Zakynthos ein

Der bestellte Agent war zuverlässig! Er war pünktlich an dem für uns reservierten Liegeplatz und half beim Festmachen der Heckleinen.

Als ELOWYN sicher lag, musste Volker als Schiffsführer den Papierkram erledigen und die Hafengebühr bezahlen.
Die Bank am Gehweg wurde kurzerhand zum Büro der Hafenverwaltung umfunktioniert.

Gut war, dass wir die Bestellung für einen Leihwagen auch gleich loswerden konnten – diesen sollten wir morgen früh erhalten!

Verwaltungskram auf griechisch
Wir liegen sicher und zentral in Zakynthos Stadt
Jetzt erstmal ein Anlegeschluck und verschnaufen – dann machen wir uns fesch zum Landgang

Für Zakynthos haben wir einen Tag Aufenthalt, also zwei Übernachtungen geplant.
Heute hat Sibylle ein Lokal im Trip-Advisor ausgesucht, es wird ausgefallene griechische Küche angeboten – klingt sehr interessant! Das wollen wir ausprobieren und anschließend in einer der Roof-Top Bars einen Absacker trinken.

Beides klappt perfekt! Wir können reservieren, essen sehr gut und haben ein unglaubliches Erlebnis – unsere junge Bedienung spricht ein paar Worte Deutsch und stellt gezielte aber unverfängliche Fragen an Volker und Tina…
Warum tut sie das???

Um sich abzusichern! Sie hat die Beiden nämlich erkannt, weil sie im Winter in einem österreichischen Skiort in dem Hotel arbeitet, in dem Tina und Volker ihren Skiurlaub verbringen.
Großes Hallo!!! Das glaubt doch keiner, oder??? Was für ein lustiger Moment!

Danach besuchen wir die Bar, aber um diese Zeit ist dort noch nicht allzuviel Stimmung.

Zakynthos Stadt ist noch nicht überfüllt – eine gute Reisezeit
Auch in der Bar ist unter der Woche gegen 23.00 Uhr noch nix los

Die Bar hat einen guten Ruf, denn dort arbeitet ein gekürter „Bar-Mixer Weltmeister“, er zeichnet sich auch für einen Großteil der Rezepte verantwortlich.

Wir bekommen sehr appetitliche und coole Drinks, aus denen der von Trockeneis verursachte Rauch aufsteigt – ein Erlebnis für´s Auge und dennoch preiswert.

Dann sacken wir todmüde ins Bett – morgen wird ein anstrengender Tag, es steht eine Menge Sightseeing auf dem Plan!

Gähn, wie spät ist es? Waaas, schon so spät? Gleich kommt der Autovermieter und bringt den bestellten Kleinwagen…

Der Mann ist pünktlich – wir haben für einen Tag ein kleines Vehikel (zum doppelten Preis wie auf Leros)

Sibylle und ich wollen die berühmte „Shipwreck-Bay“ sehen. Volker will uns begleiten, Kristina nimmt sich einen Vormittag Auszeit.

Am Nachmittag wollen wir dann noch einmal gemeinsam einen Teil der grün bewachsenen Insel entdecken.
Volker und Kristina waren mehrmals hier, sie kennen schon etliche Hotspots und wollen uns auch ein bisschen von ihren Highlights zeigen.

Doch zunächst brummeln wir zur berühmten Bucht mit dem gestrandeten Schmugglerschiff, welche durch einen Felsrutsch bei dem ein Tourist sein Leben verlor, weitere traurige Bekanntheit erlangte.

Die Bucht enttäuscht nicht – unsere Erwartungen werden gar übertroffen.

Schon der Blick von der Aussichtsplattform ist unglaublich schön – diese Farben

Um ein Foto zu erhaschen, auf dem man selbst mit der Bucht zu sehen ist, stimmt aber der Blickwinkel auf der Aussichtsplattform nicht.
Deshalb haben sich seit jeher Menschen bis an den Rand der Steilküste gewagt – bis eben zu dem tödlichen Unfall.

Heute wird fleißig gebaut, das Ende der Klippe wurde befestigt und wegsam gemacht.
Wir entscheiden uns also den kurzen Fußmarsch auf uns zu nehmen und bis zur Abrisskante zu laufen.

Natürlich waren wir mit dieser Idee nicht alleine…

Die Wege sind nun gesichert und befestigt
Schon erstaunlich, die Kleidungswahl mancher Touristen – Volker mit Flip-Flops und Sibylle mit Birkenstock, tststs… 😉
Hier bekommen wir das begehrte Bild – den Bauzaun müssen wir akzeptieren

Sibylle hatte sich für den Rückweg noch den Besuch eines alten Bergdorfes ausgesucht.
Das Dorf selbst war wirklich nett anzusehen, die alten Steinhäuser beeindrucken tatsächlich, aber es gab dort leider keinerlei Kneipe oder Bäcker – unser Wunsch nach einem süßen oder salzigen Pie und einer köstlichen Kaffeespezialität blieb unerfüllt.

Die Häuser in dem Dorf im inneren der Insel sind uralt
Der Kirchturm weiß Geschichten zu erzählen

So haben wir den Heimweg angetreten, Tina abgeholt und zusammen erstmal eine Kaffeepause in einem Backshop eingelegt. Hierfür boten sich in Zakynthos Stadt etliche Möglichkeiten.

Derart gestärkt, setzten wir zum zweiten Teil unseres Tagesausfluges an – es gäbe einen weiteren spektakulären Felsen an einer Steilküste, dort seien auch nette Lokale.
Klingt gut! Nix wie hin…

Perfekt war, dass direkt auf dem Weg zu diesem Spot, noch eine Höhle lag welche man besichtigen kann.
Das besondere an dieser Höhle ist wohl der „doppelte Eingang“, das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Die „Doppelhöhle“ auf Zakynthos…
…finden alle ganz toll, oder???

Jetzt aber, es wird Zeit für eine Erfrischung – wo sind denn nun die netten Kneipen?

Alle nur einen Steinwurf weit entfernt.
Wir laufen von der Höhle zurück zum Wagen und treffen auf einem Hochplateau auf die erste, sehr einladende Gaststätte.
Alle Lokalitäten hier werben mit der Tatsache, dass sie „Sunset-View“ haben – den Blick auf die untergehende Sonne, wie sie frei im Meer versinkt.

Hier wird abends die Sonne untergehen
Super dekoriert, sehr einladend

Uns gefällt dieses Restaurant, wir überlegen, ob wir heute hier zu Abend essen.
Der Grund, warum wir diesen Gedanken verwerfen ist ein einfacher – heute wird hier eine Hochzeitsgesellschaft feiern…

Generell hätte man uns bewirtet, aber wir wollten die vermeintlich „geschlossene Gesellschaft“ nicht weiter stören und haben uns anderweitig entschieden.
Vielleicht hätten wir es wagen sollen – so passieren die verrücktesten Sachen.

Der Wagen für das Brautpaar stand schon bereit

Nur etwa 50m von der Gaststätte entfernt, gab es eine kleine Bar. Nicht ganz so fancy wie das Speiselokal, aber ein guter Platz um kurz zu verweilen und dabei ein Erfrischungsgetränk zu genießen.

Kaum gedacht, schon gemacht…

Auch ein wunderschöner Platz
Auch hier weiß man die untergehende Sonne ins rechte Licht zu rücken

Das tat gut – jetzt aber auf zu dieser imposanten Felsformation, wegen derer wir gekommen waren.
Dieser Felsen ist auch nur drei Kilometer entfernt, der Reiseführer sagt, dass „man mit dem Wagen direkt bis zum Felsvorsprung fahren kann“!

Uff, das machen wir dann doch nicht, der Weg ist für unseren kleinen Hyundai i10 schon recht unwegsam.
Wir gehen die etwa 700m zu Fuß und sind wahrlich erstaunt – der Blick auf den Fels ist fulminant!

Wieder diese Farben – ansonsten vielleicht etwas hoch…
Geh noch einen Schritt vor, dass ich das grüne Wasser mit draufkrieg`! 😉 – NEIN, mach´ ich nicht!!!!

Wir alle spüren das Kribbeln in den Beinen, keinerlei Absperrung, keine Sicherung!
An der Kante geht es mindestens dreißig, wenn nicht fünfzig Meter runter – undenkbar in Deutschland!

Wir machen unsere Bilder und legen dann einen weiteren Kneipenstop ein, denn die Bar am Parkplatz hat uns sehr gut gefallen.
Was für ein Zufall, dass genau heute ein Saxofonspieler für eine perfekte Untermalung der Szenerie sorgt.

Obwohl die Bar nur den Status einer mobilen Kantina hatte, war alles sehr geschmackvoll hergerichtet
Auch von der Terrasse der Bar hat man noch einmal einen Blick auf den bekannten Felsen
Das alles untermalt von Lounge-Music mit dem Saxofon

Wir genießen den Aufenthalt, finden im Tripadvisor aber kein Lokal in der Nähe welches uns wirklich anmacht.
Kristina und Volker kennen wohl eine gute Adresse an dieser Küste, können sich aber an keinen Namen erinnern, leider hilft die App an dieser Stelle nicht weiter.

Wir beschließen also nach Zakynthos Stadt zurück zu fahren, das Auto final abzustellen und dort zu Abend zu essen.
Dies sollte noch skurille Formen annehmen…

Wir parken den Wagen und hinterlassen Schlüssel und Geld – dann informieren wir den Vermieter

Irgendwie will es der Zufall, dass wir ein Lokal mit einer 4.8 Bewertung finden – ein Chinese.
Wir sehen uns an, diskutieren ein wenig hin und her und beschließen dann, dass ein gutes chinesisches Essen auch mal wieder fein wäre.

Was wir nicht ahnten, der Chinaladen mit den super Bewertungen war eher ein einfacher Imbiss als ein schönes Lokal – und er war direkt an der befahrenen Uferstraße gelegen.

Egal – ausgemacht ist ausgemacht, da gehen wir jetzt rein…

Schön geht anders – der Rosenverkäufer ist auch schon da
Ganz offen gesagt – auf mich wirken solche Tafeln eher abweisend
Chinesische Speisekarte trifft auf griechische Papiertischdecke

Auffällig war, dass etwa die Hälfte der Tische von Chinesen besetzt war. Das Besondere an der Speisekarte war, dass sie einen „europäischen“ Teil hatte – mit Gerichten, wie wir sie aus den Chinalokalen unserer Heimatländer kennen.
Der zweite Teil der Karte war echt chinesisch – Schriftzeichen beschreiben die Speisen, die Übersetzungen klingen komisch und sind unzureichend.
In diesem Teil finden sich auch deutlich mehr, der als Indiz für den Schärfegrad aufgezeigten, kleinen Chilischoten wieder.

Wir bequatschen zwei sehr junge chinesische Frauen am Nachbartisch und lassen uns etwas erklären, auch der Wirt hilft – und NATÜRLICH bestellen wir nur aus der chinesischen Hälfte der Speisekarte.

Ihr ahnt es – es war günstig, die Portionen groß, der Geschmack sensationell – wir haben ausgesprochen gut gegessen.
„Never judge a book by it´s cover“ – es bewahrheitet sich einmal mehr.

Nach dem feudalen Mahl ziehen wir uns auf ELOWYN zurück, was für ein Tag!

Nanu! Warum wirkt ELOWYN auf einmal so klein? Klar, wenn eine 70m Motoryacht neben Dir festmacht

Ich wache am folgenden Morgen sehr früh auf. Warum? Ich weiß es nicht.
Genrell schlafe ich gut auf ELOWYN und auch der Straßenlärm stört mich nicht – hier verlasse ich mich ganz auf meine Ohrstöpsel.

Egal, ich war ausgeschlafen und wollte den Morgen nutzen. Die Luft, welche in den Salon zog, war kühl und frisch – mir war nach einem Kaffee.

Dann wollte ich mich hinsetzen und ein paar Mails schreiben. Dabei hatte ich das Glück, den Sonnenaufgang beobachten zu dürfen.

Morgengrauen im Hafen von Zakynthos
Unser Zenralgestirn steigt am Horizont empor
So kann man in den Tag starten

Irgendwann wachen die anderen auf, jeder schreit nach einem Kaffee, Sibylle nach einem ersten Frühstück.
Es wird geduscht, die Kabinen werden gerichtet – die Crew macht sich fertig zum Ablegen.

Heute wollen wir von den Ionischen Inseln übersetzen zur Peloponnes – unser Ziel ist Methoni am westlichen Finger.
Der Ort ist für den „Burtzi“ bekannt, einen kleinen Stadtturm am Landzipfel der alten, noch gut erhaltenen Stadtanlage.

Wir freuen uns und legen ab…

Leinen los – wir verlassen Zakynthos Stadt und gehen Anker auf
Wir verlassen den Hafen und legen den neuen Kurs an

Ich bleibe gleich am Rechner sitzen, wechsle aber den „Arbeitsplatz“ von meinem Laptop ans Bord-iPad der ELOWYN.

Noch immer ärgert und das neue elektronische Logbuch. Doch ich setze große Hoffnungen in den heutigen Testtag, denn ich hatte gestern noch Gelegenheit, einige von Almute eingesteuerte Settings zu machen und es gilt, diese heute auszuprobieren.

Ich starte das System und sofort anschließend den neuen Reisetag

Ich will das Ergebnis vorwegnehmen – ab heute wird es klappen! Die Änderungen sind richtungweisend und erfolgreich.
Ich kann meine Recherche einstellen, das System läuft und zeichnet unsere relevanten Reisedaten zuverlässig auf.

Alle anderen Funktionen sind Feintuning und es obliegt uns, uns in das Programm einzuarbeiten.
Ein Punkt weniger auf der Liste!

Dafür kommt ein neuer hinzu – der Plotter!

Der erste Eindruck – alles top

Der Schein trügt! Der Plotter tut was er soll, er zeigt Seekarten und den Kurs, zeigt Distanzen und rechnet die ETA aus – so weit, so gut.

Was uns seit dem Verlassen der Marina von Preveza quält, sind neben den zu erwartenden Herausforderungen der etwas abweichenden Bedienung des neuen Gerätes, zwei ganz relevante Punkte.

Erstens – der Plotter kann den Autopilot nicht mehr bedienen. Hier kann ich herausfinden, dass tatsächlich das zwölf Jahre alte Steuerteil des Autopiloten und der aktuelle Raymarine Axiom nicht mehr kompatibel sind.
Wir glauben kaum was wir lesen, aber es bewahrheitet sich, es muss wohl noch ein neues „Gehirn“ für die automatische Steueranlage nachgerüstet werden.

Zweitens – das Radar funktioniert nicht. Die Fehlermeldung lautet „Radar dreht sich nicht“ und auch eine lange Recherche im Internet hilft nicht.
Der Fehler darf mit nach Leros und ich werde mein Glück hier versuchen.

Ich bin matt, ich brauche eine Pause…

Dicker Mann ruht im „fatboy“ – es fügt sich zusammen was zusammen gehört

Die Pause war mir vergönnt, solange wir bei platter See unter Motor Strecke machten.
Doch pünktlich wie von unserem Wetterbericht vorhergesagt, kam am Nachmittag wieder die typische See-Land Brise, welche ein paar Stunden lässiges und entspanntes Segeln versprach – in diesem Moment endet meine Pause, es erhallt der Ruf des Skippers – „klar zum Segel setzen!“

Am Vormittag immer ein paar Stunden unter Motor über spiegelglatte See
Ab dem frühen Nachmittag setzen wir die Segel und geben der leichten Brise 240qm Angriffsfläche

Mit vollem Zeug brausen wir dann unserem Ziel entgegen – unter weißen Tüchern, nicht selten mit 9kn Fahrt.

Kurz bevor wir Methoni erreichen, passieren wir eine beeindruckende Felsformation im Meer.
Die schroffen Klippen sehen wirklich imposant aus, das kann man mit einem Foto gar nicht so festhalten.

Kurz darauf, wir ändern noch einmal unseren Kurs, sehen wir schon die bekannte Wehrmauer der alten Stadt.
Am äußersten Zipfel der Landzunge der „Burtzi“ – alles in allem ein tolles Ensemble und ein erstaunlicher Anblick.

Gesteinsformationen bei Navarino, kurz vor Methoni
Methoni – Stadtmauer mit Burtzi
Methoni – Stadtmauer, der linke Teil
Methoni – die alte Stadtmauer mit Burtzi in der Totalen

Der längste Tagesschlag der Reise liegt hinter uns. Wir haben heute 70nm zurückgelegt, sind einen großen Teil davon unter phantastischen Bedingungen gesegelt und haben die Peloponnes erreicht.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

Der Skipper stiftet einen guten Tropfen für seine Crew…
…welche dankend annimmt 😉

Nach dem „Anlegeschluck de luxe“ gilt es den Ort Methoni zu entdecken. Wir wollen uns etwas die Beine vertreten und haben obendrein noch Hunger.

Sibylle als unsere „Trip-Advisor Beauftragte“ hat eine ursprüngliche Taverne mit höchster Benotung ausfindig gemacht, für welche wir uns einstimmig entscheiden.

Wie bei jedem Ankerstop machen Volker und ich den WILLI klar und schon steht dem Landgang nicht mehr im Wege.
Je nach Windsituation können wir alle zusammen mit dem Tender übersetzen, oder es ist eine zweite Fahrt notwenig.

Ich war schon an Land – in der Bucht stand eine kabbelige Windsee
Sibylle und Kristina werden mit einer zweiten Fahrt abgeholt
Der Stadtstrand von Methoni ist weitläufig

Ok, Methoni ist ein nettes Städtchen, aber es packt mich nicht wirklich. Es hat von allem etwas, kann aber ad hoc nicht punkten.

Wir schlendern durch Gassen welche zwar nicht touristisch sind, aber die Authentizität hat eben auch nichts, was das Auge kurz anhalten lässt, nichts was einen fesselt.
Es fühlt sich an, als ob man durch einen Vorort von Castrop-Rauxel schlendert.
Ich hoffe, dass es nicht mehr weit bis zur Taverne ist – „…wann sind wir da?“

Die Taverne war gut, authentisch und preiswert – ob sie die 4.9 des Trip-Advisor rechtfertigt ist immer Ansichtssache.

Ein Pork-Tomahawk mit Pommes

So, der Hunger ist gestillt, was kommt jetzt? Wir alle erinnern uns, dass wir am Weg hierher eine Bar gesehen haben, welche aus dem Einheitsbrei der Bebauung hervorgestochen war.

Dieser Bar wollten wir einen Besuch abstatten und dort einen Absacker trinken.
Wir gehen den gleichen Weg zurück und finden die moderne Bar auf Anhieb wieder. Es war nichts los und wir nehmen Platz um uns einen Cocktail zu gönnen.

Gutes Angebot – zufriedenstellende Qualität

Wir beißen uns ein wenig an der Frage fest – „…was darf man von so einer Bar erwarten?“
Ein kleines Dorf im Nirgendwo, eine Zwischenstation für Segler oder Individualurlauber.
Aus meiner Sicht und nach nur zwei Stunden Aufenthalt eher ein Nest am Ende der Welt, auf jeden Fall etwas verschlafen.

Man geht in eine Bar, welche von außen und vom Angebot her keine Wünsche offen lässt. Und dann???
Naja, dann ist die Qualität der Drinks eben wirklich nur durchschnittlich.

Ist „durchschnittlich“ das, was hier als der Maßstab gilt? Oder darf man bei einem ähnlichen Preis wie in Zakynthos auch auf einen Barkeeper hoffen, welcher zumindest einmal einen Kurs besucht hat?

Die Frage bleibt offen, wir können es nicht erklären…

Spät in der Nacht fahren wir zurück auf ELOWYN, der „Burtzi“ ist hell erleuchtet.

Methoni weiß sein Highlight gut in Szene zu setzen

Am Folgetag trinken wir Kaffee im Cockpit von ELOWYN. Sibylle möchte gerne die alte Stadtanlage, die Schutzmauer und natürlich den „Burtzi“ besichtigen, sie sucht Mitstreiter.

Volker und Kristina erbarmen sich und gehen ein paar Schritte mit Sibylle. Ich bleibe an Bord und schreibe elektronische Postkarten an meine Enkelinnen, sie haben nah beinander Geburtstag und sollen beide eine individuelle Karte bekommen.

Das Team an Land schickt mir Bilder von ihrem Ausflug…

Beeindruckend gut erhaltene Gemäuer
Sibylle vor dem „Burtzi“ – dessen Name ich sehr witzig finde 😉

Nach der Rückkehr der Ausflügler geht es endlich los. Anker auf und Kurs auf das neue Tagesziel am mittleren Finger der Peloponnes.

Dieser Landstrich ist „die Mani“, eine namhafte Halbinsel von der ich schon viel gehört habe.
Sie wird auch „die wilde Mani“ genannt, weil einerseits die Natur so ursprünglich ist, zum anderen aber auch, wegen ihrer wehrhaften Bevölkerung, wie der Verlauf der Geschichte zeigt.

Ich freue mich einen Eindruck zu bekommen – als Ankerplatz rufen wir die Bucht von Porto Kayo aus.

Der Tag verläuft wie die Reisetage zuvor, ein paar Stunden motoren, ein paar Stunden schönes Segeln…

Unterwegs von Methoni nach Porto Kayo
Zunächst noch unter Motor mit Unterstützung des Großsegels…
…später dann unter Vollzeug dem Ziel entgegen
Wir genießen unsere „sailingmoments“

Wir waren inzwischen in der zweiten Juniwoche angekommen. Wie zu erwarten, war die Peloponnes eher spärlich besucht.
Hin uns wieder sieht man ein Frachtschiff, eine Motoryacht oder eben einen anderen Segler.

Am Abend finden sich immer einige Schiffe in den raren, guten Ankerbuchten zusammen.
Ein Blick auf das AIS Bild zeigt – alleine ist man auch hier nicht…

Auch rund um die Peloponnes ist ganz schön was los

Trotzdem fühlt es sich deutlich einsamer an als zum Beispiel in unseren heimatlichen Dodekanes oder den bekannten Kykladen.

Irgendwie bin ich zerrissen, ich finde es schön so alleine über das blaue Meer zu segeln, trotzdem vermisse ich in dieser Region die Vielfalt der griechischen Inselwelt.

Während ich so sinniere, kommt das Kap der Mani in Sicht, dieses müssen wir runden um Kurs Porto Kayo anlegen zu können.

Ich mag Leuchttürme, sie sind die Sehnsuchtsmarken der Seefahrer
ELOWYN rundet die südliche Spitze der Mani

Exakt als wir die Ankerbucht ansteuern, bekommen wir Gesellschaft. Es sieht so aus, als ob auch die deutsche Besatzung einer großen CNB Porto Kayo als Ziel ausgesucht hat.

Der Wind lässt nach, beide Segelyachten bergen die Segel und laufen das Tagesziel unter Motor an.
Nun, es wird genug Platz sein – vermutlich sind wir die einzigen Ankerlieger.

Gefolgt von einer deutschen CNB haben wir das Ziel vor Augen
Sieht nett aus – aber was ist das??? Eine Menge Masten
Tatsächlich – etliche Boote in der Bucht

Unser Anker fällt! Wir liegen sicher und haben einen schönen Platz vor dem kleinen Weiler.

Alleine? Weit gefehlt! Am Ende des Tages werden ein Dutzend Yachten hier ihre Nachtruhe suchen.
Ok, die Bucht ist groß und weitläufig, der Ankergrund gut, alle liegen sicher.

Wir fragen uns inzwischen, ob wir hier an der Kante der Erde, tatsächlich einen Tisch in einer der beiden Kneipen reservieren müssen.
Tun wir nicht! Wir gehen baden, gönnen uns eine Auszeit und genießen die schöne Bucht.

Erst später setzen wir mit dem WILLI an Land über…

Die Bucht ist schön, es bieten sich spannende Ausblicke
Später setzen wir über – die beiden Wirte bieten klapprige, wacklige Anlegestege

Witzig war, dass die Wirtin sofort auf ihren wackligen Anleger gelaufen kam, um unsere Leinen entgegen zu nehmen.
Sie wollte uns immer festbinden, denn sie konnte ja nicht wissen, dass unsere Frauen noch an Bord waren.
Dann reicht sie mir die Hand…

Vermutlich wirke ich doof und unhöflich, doch ich kann die mir angebotene Hilfe nicht annehmen. Mit einem Blick erkenne ich, dass der Brettersteg unter der Last von uns Beiden sofort zusammenbrechen würde, sollte ich sie nicht vorher ins Wasser zerren.
Ich bitte die Frau also höflich, doch einfach von diesem Brett zu weichen, dann klettere ich elegant nach oben und stoße Volker wieder ab.

Jetzt erst erkennt unsere Gastgeberin meinen Plan und meine Bedenken – ahhhh, ola kala – sie herzt mich…

Volker trifft mit unseren Angetrauten ein, wir entscheiden uns selbstverständlich für die Taverne der hilfsbereiten Wirtin!

Einfach – aber sehr cool und gutes Essen

Wir entscheiden uns für einen großen Fisch und etwas frisches Gemüse und essen vorzüglich.
Porto Kayo schafft, was Methoni verwehrt blieb, es punktet von der ersten Minute an.

Auch der Salat hatte Pfiff und war echt lecker

Satt! Wir waren wirklich satt und zufrieden. Ein letzter Ouzo als Absacker, diesen nehmen wir in der netten Bar am gegenüberliegenden Steilufer ein.

Dann fahren wir zurück auf ELOWYN und schlafen perfekt! Ein guter Platz für einen Stop, wenn man die Peloponnes umrundet.

Der neue Tag soll fulminant beginnen – Volker hat zugesagt, dass er mit dem WILLI an Land fährt und ein frisches Brot holt, welches wir am Vortag bestellt haben.
Dann soll es ein Frühstück der Extraklasse geben – so wollen wir diesen Tag eröffnen.
Wir haben etwas Zeit, die heutige Tagesetappe ist nicht ganz so weit.

Volker und Sibylle düsen mit dem Jettender an Land und beschaffen frisches Brot
Es gibt ein exorbitantes Frühstück…
…mit allen Schikanen

Unser heutiges Ziel ist der Traumstrand von Elafonisos an der Südspitze des dritten Peloponnes-Fingers.
Zur Überfahrt gibt es nicht viel zu erzählen – es geht nur geradeaus, die Strecke ist nur etwas mehr als halb so weit wie die der vergangenen Tage.

Wir gehen es daher entspannt an. Nach dem Frühstück verstauen wir den WILLI und gehen alle noch einmal baden.
Dann heißt es Anker auf und Kurs anlegen, Richtung der kleinen Insel Elafonisos.
Einer Insel, auf der es kaum etwas Sehenswertes gibt – außer eben den berühmten Strand.

Die Überfahrt ist unspekatakulär und verläuft ohne erwähneswerte Ereignisse.

Am Ziel angekommen, werfen wir den Anker als einziges Schiff vor dem traumhaften Sandstrand.
Noch während wir ankern, flitzt ein Touristenboot mit einer Tube im Schlepptau um uns herum.

Gott sei Dank noch nicht arg frequentiert – in Maßen macht das Zusehen Spaß

Unser Anker hält und wir liegen gut. Das Wasser hat eine traumhafte Farbe, wir gehen baden und meinen, dass wir dabei sogar einmal kurz eine Schildkröte gesehen haben.
Leider sehen wir das Tier aber nicht noch einmal.

Die alte Dünung vom Tag lässt ELOWYN etwas rollen. Uns scheint die Bewegung aber erträglich und so beschließen wir, dass wir genau so für die Nacht liegen bleiben.

Wir liegen super und sind mutterseelenalleine
Bei dem vorliegenden Wetterbericht war der Ankerplatz sicher

Richtig spektakulär wurde es, als wir zum „Sundowner“ im Cockpit saßen.

Es waren die längsten Tage des Jahres, die Sonne geht spät unter, wir hatten daher schon gegessen.
Volker hat für uns „Spaghetti alla Norma“ gezaubert, ein mediterranes Gericht mit einem leckeren Auberginensugo.
Wir waren satt und haben bei Wein und Bier der Sonne beim Untergang zugesehen.

Hier ein paar Impressionen…

Sonnenuntergang vor Anker – Elafonisos
Die Farben waren unglaublich schön
Die Stimmung wechselte mehrmals, war aber immer sehr speziell
Ich habe bestimmt mehr als eine halbe Stunde auf den Sunset geglotzt und soooo viele Bilder gemacht
Der Ouzo gehört dazu
Die „blaue Stunde“ beginnt

Das Zentralgestirn war am Horizont verschwunden – aber es wurde nicht kalt!
Während unserer Reise hat der griechische Sommer Einzug gehalten und die langärmeligen Sachen blieben im Schrank.

Endlich konnte man draußen sitzen ohne zu frösteln – so auch heute. Wir saßen noch eine ganze zeitlang und hatten einen lustigen Abend mit einer Art „Wunschkonzert“ – jeder wünscht sich ein Lied, egal was.
Spannend was da für eine Playlist zusammenkommt.

Das war der Abend, an dem es Danzers „Weiße Pferde“ fast geschafft hätte, Headline des Monats zu werden.
Erst sehr spät sind wir ins Bett gekrabbelt…

Am neuen Morgen begrüße ich den Tag im Cockpit – zunächst alleine mit einer Tasse Kaffee.

Der breite Sandstrand ist morgens noch menschenleer

Ich schaue auf den weiten Sandstrand und muss mir eingestehen, dass es mir geht wie so oft – manche „Highlights“ wirken in natura nicht so, wie es einem die Hochglanzpresse glauben lässt.

Das ist meist eine Frage der Perspektive – hier ein Internetbild von Elafonisos…

Unser Liegeplatz entspricht dem des einzelnen Bootes im Hintergrund

Naja, zum Abgleich dazu eben das Realbild weiter oben…
Ich will keinesfalls jammern oder gar meckern – auch ich habe den Strand und den Ankerplatz als schön wahrgenommen.

Auch bei uns war das Wasser einladend und die Farbe des Meeres so etwas ähnliches wie „karibisch“…

Das Meer war einladend und das Wasser herrlich

…dennoch ist bei mir, hier und heute, der Funken nicht übergesprungen. Der „Doppelstrand“ von Elafonisos ist sehr schön, er lädt durchaus zu einem Badestop, aber den Hype welcher um diesen Flecken Erde gemacht wird, den kann ich nicht nachvollziehen.

Ich verzichte auf einen Sprung ins kühle Nass, denn ich möchte die Abfahrt nicht verzögern.
Inzwischen ist die ganze Mannschaft wach und mit Kaffee versorgt, wir wollen heute nicht zu spät aufbrechen.

Auf dem Plan stehen zwei Highlights – zum einen die Rundung des Kap Maleas, einer oft sturmumtosten Landspitze.
Zum anderen heißt unser heutiges Tagesziel Monemvasia, eine alte, gut erhaltene Festungsstadt, die auf das Byzantinische Reich zurückgeht.

Wir sind gespannt und gehen Anker auf…

Elafonisos, Kap Maleas und Monemvasia auf einem Bild – ein guter Überblick

Wie jeden Tag startet die Fahrt unspektakulär. Am Vormittag sind die Winde zu schwach zum Segeln, daher motoren wir gemütlich in Richtung Ziel um Strecke gut zu machen.

Der Zeitvertreib ist lesen oder sich mit technischen Themen auseinanderzusetzen.
Gelegentlich kann man die Seele baumeln lassen oder hat Zeit zum Horizont zu blicken und nach Delfinen Ausschau zu halten.

Nicht selten begegnen einem die großen Ozeanriesen, denn hier führt eine durchaus stark befahrene Schifffahrtsroute vorbei.

Die wirklich „Großen“ sehen wir mit gehörigem Abstand

Kristina und Volker erzählen Geschichten von ihren früheren „Kaprundungen“ hier am südöstlichsten Zipfel der Peloponnes. Die Geschichten hören sich an wie jene der Kap Hoorn Rundungen der alten Salzbuckel – ich will das aber glauben, denn ich habe schon viele Erlebnisberichte von diesem griechischen Kap gelesen.
Hier kann es ungemütlich werden!

Nicht so heute! Wir runden das berüchtigte, hellenische Kap bei Windstille und nahezu öliger See unter Motor.

Witzig fand ich, dass uns just am Kap die BE HAPPY begegnet – mit deren Besatzung haben wir das vergangene Silvesterfest gefeiert.

Am Kap ein bisschen Wind – aber nur ein topographischer Effekt, es war nichts los am Kap
Trotzdem – es war ein schönes Gefühl! Per meiner Definition hatten wir jetzt die Peloponnes gerundet
Die BE HAPPY auf Gegenkurs

Es ist inzwischen guter Brauch geworden, dass wir uns um die Mittagszeit herum ein paar Sandwiches genehmigen.

Nur Sibylle ist eine „Frühstückerin“ und macht sich morgens ein Brot, für alle anderen ist dieser „Brunch“ die erste Mahlzeit des Tages.

Wir lassen es uns gutgehen…

Meist bereitet Tina die Sandwiches schon am Morgen vor

Dann, am frühen Nachmittag, der gleiche Ablauf wie jeden Tag. Etwas Wind kommt auf, Volker spürt die Brise hinter dem Ohr und ruft auf zum Segel setzen.

Jeder kennt seine Aufgabe, wir ziehen ELOWYNs weiße Tücher an den Wind und können die letzten paar Stunden bis zum Ziel schöne Segelstunden erleben.

Das hat schon was und kommt meiner früheren Idealvorstellung schon sehr nahe…

Die Segel sind gesetzt – direkter Kurs Monemvasia liegt an
Kaum Welle, eine gute Brise – ELOWYN nimmt dies dankend an und gleitet lautlos dahin
Das sind die Momente zum Zungeschnalzen – sie machen etwa 10% des Segleralltags aus
Den Horizont fest im Blick – wenn es so läuft hat auch Sibylle Spaß

Obwohl wir während der ganzen Reise keine seemännischen Herausforderungen zu meistern hatten, musste Sibylle stets darauf achten, dass ihr nicht schlecht wurde.

Dies ist zum Glück gut gelungen und sie hat alle Situationen perfekt gemeistert.
Dennoch wurde mehrfach deutlich, dass unsere Entscheidung „Landlubber“ zu werden begründet und wohl auch richtig ist.

Während wir so dahingleiten, rückt auf einmal Monemvasia in unser Blickfeld.
Langsam können wir die neue Stadt und später auch die am Felsen klebende Altstadt erkennen.

Klar, dass wir einen solchen Hotspot nicht für uns alleine haben.

Monemvasia zeigt sich – zuerst erkennt man die weißen Häuser der neuen Stadt…
…dann den Viermaster WIND STAR und sein etwas kleineres Schwesterschiff
Erst danach können wir die Altstadt sehr gut erkennen

Hier wendet sich das Blatt – wenn man Städte wie Monemvasia von See aus erreicht, dann spielen diese all ihren Charme und ihre Schönheit aus.

Monemvasia war ein ausgerufenes Ziel von mir, hier wollte ich ankommen.
Der kleinen Stadt gelingt, was dem „Traumstrand“ am Abend zuvor versagt blieb – sie packt mich sofort.

Wir wissen vom AIS und einem Test unseres Funkgerätes, dass Felix und Georgette mit ihrer ALLEGRA hier sind.
Locker verabreden wir uns auf ein Kaltgetränk. Allerdings werden wir nicht in den kleinen Hafen gehen, sondern in der nördlichen Bucht ankern.

Wir passieren Monemvasia unter Segeln – dann steuern wir unseren Ankerplatz in der Nordbucht an
Wir bekommen einen perfekten Platz, der Anker hält

Ein sehr positiver Sidekick für mich war, dass genau zum Zeitpunkt unseres „Ankerbieres“ eine Nachricht von meinem Sohn eintrudelte.

Es war nur ein Bild ohne begleitende Worte – Worte waren aber auch nicht nötig, denn ich verstand sofort.
Eine gute Nachricht!!!

Mein geschenkter A6 Avant quattro hat TÜV – die Jungs haben ganze Arbeit geleistet

Mein geschenktes Auto, welches mir während der Hausrenovierung als Lastenesel für Transportfahrten aus Deutschland dienen soll, hat eine neue Hinterachse und ein paar Kleinreparaturen erhalten.
Die TÜV-Hürde ist genommen, der ersten Fahrt im Sommer steht nichts mehr im Wege.

Ich freue mich und trinke mein Bier aus, dann ist Landgang angesagt.
Zunächst machen Sibylle, Volker und ich eine Art Vorhut um einzukaufen und uns mit der schweizer Crew der ALLEGRA zu treffen.

Später setzen wir alle zusammen über, um die Altstadt von Monemvasia anzusehen und dort auch zu Abend zu essen.

ELOWYN liegt friedlich da – wir machen uns auf den Fußmarsch

Das nervt mich grad…

Die Altstadt ist auf einem vorgelagerten Inselchen, welches mit einer Brücke verbunden ist.
Der Weg dorthin sind vermutlich so eineinhalb bis zwei Kilometer, es geht leicht bergan und die Abendsonne hat noch Kraft.

Ich schwitze! Ich laufe entlang dieser Zubringerstraße, an deren einer Seite alles mit Besucher-PKW zugeparkt ist.
Eine Karawane von Touristen zieht gemeinsam mit mir in Richtung Sehenswürdigkeit.

Das ist nachvollziehbar, verständlich und mir ist auch bewusst, dass im Hochsommer hier noch viel größere Menschenmassen in Bewegung sind – nur, gefallen muss mir das auch heute nicht.

In der Stadt verläuft sich das alles ein wenig und wir erhaschen ein paar schöne Augenblicke.

Im richtigen Augenblick fotografiert, könnte man glauben wir wären alleine hier
Die alten Gebäude gefallen – die ganze Stadt ist in hervorragendem Zustand
Von den Terrassen erhascht man einen Blick über die Dächer der byzantischen Stadt bis auf das Meer
Die alte Festungsmauer reicht hoch und ist vollständig erhalten

Streik! Ich streike!
Ich kenne meine Sibylle, ich kenne ihr Verhalten wenn sie Verbündete hat.
Es herrscht Einigkeit, man MÜSSE sich als Segler doch mal die Beine vertreten – ok, mag sein, aber nicht in einer touristischen Altstadt zwischen Menschenmassen, über gepflasterte Gassen welche sich an einem Steilhang auf und ab winden.

Ich setze mich auf den Kirchplatz und bitte mich hier wieder abzuholen.

Da saß ich nun, mutterseelenalleine. Allerdings nicht lange…
Volker kam zurück und fragte, ob ich einem Kneipenbesuch abgeneigt wäre.
Nein, war ich nicht, denn die Bars hier waren allesamt sehr einladend und nett gestaltet.

Coole Musikkneipe…
…hier treffen wir uns alle wieder

Volker und ich zischen ein Bier in einer der feinen Musikkneipen. Schon bald gesellen sich unsere Frauen zu uns, die Zeit reicht für ein zweites Kaltgetränk, welches wir auf der kleinen Terrasse zu uns nehmen.

Dann wird es Zeit für das Dinner, Sibylle hat wieder einen Restauranttip für uns – empfohlen mit einer 4.8 von Trip-Advisor.
Schauen wir mal ob wir das so bestätigen können…

Können wir – ein schöner Tisch in einem nicht überfüllten Restaurant

Wir essen vorzüglich und mit Pfiff, die Preise waren für die Örtlichkeit mehr als angemessen.
Das war ein guter Tip, wir sind satt und zufrieden und watscheln nach Hause.

Nun, ganz zufrieden war ich nicht. Der lange Weg zurück in den Ort ist nervig.
Ständig brausen die Autos an einem vorbei, der Weg entlang der Straße ist alles andere als ein schöner Abschluss.

Ich bin froh, als wir auf ELOWYN zurück waren – wir trinken noch ein Einschlafbier.
Trotz des unschönen Zuweges ist Monemvasia ein Highlight auf dieser Reise.

Ich schlafe gut und bin am kommenden Morgen als erster wach. Ich sehe die Sonne aufgehen und mache ein Foto, als sie komplett hinter dem Horizont zum Vorschein kam.

Sonnenaufgang am Ankerplatz in Monemvasia

Auch die anderen stehen heute relativ zeitig auf. Volker und Sibylle holen ein frisches Brot, Tina bereitet Schnittchen vor und wir alle genehmigen uns die erste Dosis Kaffee – dann geht es los…

Zuerst, wie eigentlich jeden Tag, über ein spiegelglattes Meer, unter Maschine auf direktem Weg dem Ziel entgegen.

Dieses Ziel heißt heute Porto Heli und ich freue mich darauf.
Ich habe viel über dieses Städtchen und die Bucht gelesen, und finde es spannend dort eine Nacht vor Anker zu verbringen.

Kein Lufthauch – das Meer war bleiern
Volker fühlt sich an die Darstellung des Meeres in der Augsburger Puppenkiste erinnert – ich gebe ihm Recht
Wir entfernen uns von Monemvasia und haben Porto Heli vor dem Bug
Am Nachmittag wollen wir Segeln

Am heutigen Tage bleibt es bei zwei gescheiterten Segelversuchen.
Die Windrichtung und die Windstärke passen einfach nicht zusammen.

Wir lassen es bei den Versuchen, kapitulieren aufgrund des Misserfolges und motoren dann weiter bis nach Porto Heli, wo wir zeitig am Nachmittag ankommen.

Die Einfahrt nach Porto Heli
In der Ankerbucht haben wir illustere Nachbarn
Auch das vielzitierte Wrack sehe ich endlich in natura
Wir finden einen guten Ankerplatz mit ausreichend Raum, der Anker sitzt gut

Menschen freuen sich, wenn sie Schwesterschiffe sehen. So auch Volker und Kristina, obwohl es bei ihnen ungleich seltener vorkommt – ELOWYN ist eine one-off.

Umso schöner, dass sich, gerade als wir beim Ankerschluck saßen, eine weitere Algro in der Bucht einfindet.
Ok, dies war kein Zufall – Tina und Volker kennen Thomas schon länger und er hat in der Nähe seinen Heimathafen.

So ankert CHEETAH nahebei und wir trinken nicht nur ein gemeinsames Ankerbier, sondern wir verbringen den Abend auch gemeinsam.

CHEETAH gleich neben ELOWYN

Wir haben wieder ein offensichtlich gutes Restaurant ausgemacht, wollen vorher etwas die Stadt erkunden und vielleicht sogar ein Eis genießen.

Also setzen wir am frühen Abend mit dem WILLI über und legen diesen vor das von uns ausgewählte Lokal.
Wir geben Bescheid, reservieren einen Tisch und gehen ein wenig durch die Gassen von Porto Heli.

Exclusiver Parkplatz
Moderne Gebäude und Läden

In der ersten Reihe ist Porto Heli ein pulsierender, einladender Ort. Doch kaum verlässt man die touristischen Pfade, verliert das Städtchen an Glanz.

So dauert es nicht lange, bis wir von der kleinen Stadttour zurück sind und uns an den servierten Köstlichkeiten erfreuen.

Sibylle entscheidet sich für Kalamari-Souvlaki
Shrimp Tatar
Tuna Tatar
Sea-Brass Cevice
Mein Hauptgang waren lokale Pasta mit Beef-Streifen

Das Essen war ein Gedicht! Wir haben sehr gut gespeist und den Abend im Anschluss in einer der vielen Bars ausklingen lassen.

Ein schöner Abend, ein unterhaltsamer Abend, ein kurzweiliger Abend – hat Spaß gemacht.
Porto Heli ist turbulent, mir persönlich zuuuu turbulent, aber für eine Stipvisite ein sehr einladender Ort.

Der Abend klingt an der Riva von Porto Heli aus

Volker bringt Thomas und uns, seine Crew, mit dem WILLI sicher nach Hause.
Dafür sind zwei Fahrten notwendig. Zurück an Bord der ELOWYN gibt es noch einen Absacker, dann fallen wir todmüde ins Bett.

Morgen ist ein neuer Tag – und es sollte einer voller Überraschungen werden.
Leider waren die Überraschungen alles andere als positiv – aber das wussten wir ja noch nicht!

Zunächst begann der neue Tag ganz harmlos…

Wir gehen Anker auf und winken ein letztes Mal in Thomas´ Richtung
Yassou Porto Heli, es hat mir gefallen

Wir waren recht früh wach und sind ohne Verzögerung gestartet. Ein schneller Kaffee, dan hieß es Anker auf und los – denn wir hatten einen ausgeklügelten Plan.

Keiner von uns Vieren war zuvor auf Hydra. Die autofreie Insel ist rege besucht und der kleine Stadthafen scheint ein famoser Platz für Hafenkino zu sein – Ankersalat und wirres Liegen, teils im Päckchen, sind wohl an der Tagesordnung.

Aber wir haben die Rechnung mit unserem WILLI gemacht! Es gibt unweit der Haupt-Hafenbucht eine gute Ankerbucht, mit ELOWYN können wir weiter draußen ankern, auch wenn diese Bucht schon gut besucht wäre und der WILLI würde es uns ermöglichen die eine Meile Entfernung schnell zu überwinden.

Wir schreiben uns also Hydra als Ziel ins Logbuch und wollen rechtzeitig dort sein – doch es kam ganz anders…

Der Weg von Porto Heli nach Hydra führt uns an Spetses vorbei
Ein mondänes Inselchen, welches die Schönen und Reichen aus Athen anlockt
Wennn ELOWYN mal wieder klein wirkt – es ist unglaublich, was für Pötte da rumfahren

Nachdem wir den Schlenker an Spetses vorbei genommen hatten und mit dem Staunen fertig waren, setzten wir die Segel.

Von hier aus konnten wir Kurs Hydra direkt anlegen und der Wind erlaubte ein paar schöne Meilen unter weißen Tüchern.

Alles war in bester Ordnung – noch…

Ging für zwei, drei Stunden ganz gut – man beachte, wir segeln auf Backbordbug
Bis zu unserem Ziel nach Hydra ist es nicht mehr weit

Doch dann…

Tina ruft aus ELOWYNs Bauch heraus – „WASSER IM BOOT!“

Sibylle, Volker und ich sitzen im Cockpit. Wir sehen uns an.
Wie meint sie das jetzt?
Wasser im Boot – es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Abermals meldet sich die Capetaña aus dem Salon – „…ja kommt jetzt vielleicht mal jemand???“
Ihre Stimme war deutlich nachdrücklicher.

Volker springt auf und sieht nach dem Rechten. Tatsächlich! In der Bilge ist Wasser – und nicht wenig!
Um klar zu verstehen – es war niemals Gefahr im Verzug, das merkt man schnell, nichtsdestotrotz muss es einen Grund haben, wo dieses Wasser herkam.
Dummerweise zeigte der Geschmackstest – Salzwasser!

Ich werde zum Einsatz gerufen – just in diesem Augenblick verabschiedet sich mein Brillenglas. Habe ich jetzt noch den Durchblick???

Billigbrille – doof

Auch einäugig kann ich erkennen, dass wir gerade jetzt unser heutiges Tagesziel Hydra passieren.
Tja, das war´s dann wohl, aber da hilft kein Jammern. Die Schiffssicherheit geht vor und es kann niemand in Ruhe ankern, ohne dass das Problem zumindest bekannt und im Griff ist.

Ich sehe das pittoresken Hafen also aus gehöriger Entfernung während wir die Segel bergen und die Fahrt unter Motor fortsetzen.

Yassou Hydra, es hätte ein netter Besuch werden können – so bleibst Du als „unerledigt“ in meinem persönlichen Logbuch 😉

Wir passieren Hydra, ich winke innerlich

Wir beschließen, zunächst das Wasser aus der Bilge zu bringen. Dafür ankern wir temporär vor einem kleinen Inselchen in diesem Archipel.

Als neues Ziel für den Abend rufen wir Poros aus. In Poros gibt es einen Shipchandler und auch bessere Möglichkeiten sich mit Reparaturmaterial einzudecken – wir halten dies für die bestmögliche Entscheidung beim jetzigen Sachstand.

Jetzt heißt es erstmal „alle Mann (und Weiber) an die Pumpen!!!

Sibylle bekommt den Job im Cockpit Wahrschau zu halten und Zusammenstöße zu verhindern.
Der Einäugige tut, was man auch halbblind machen kann – ich bediene also die Lenzpumpe.
Volker und Tina leeren die Bilge mit zusätzlichem Gerät…

Die Pumpe kann was! Ich sehe es als Training für mein Ärmchen
Ein Kärcher Wassersauger muss ebenfalls ans Werk

Ich wiederhole mich – es war zu keiner Zeit Gefahr im Verzug. Das merkt man schnell.
Wir haben auch gemerkt, dass der Wassereintritt wohl über mehrere Tage stattgefunden haben muss und wohl auch etwas mit unserer Segelei auf Backbordbug zu tun haben muss.

Die Wege, die das Wasser genommen hat, waren rasch und eindeutig identifizierbar und bereits als wir Poros erreichten, waren wir mehr mit einer Ursachenforschung als mit dem eigentlichen Problem beschäftigt.

Die Durchfahrt durch den schmalen Kanal zwischen der Peloponnes und Poros war wie immer spannend.

Der Kiel ist oben – wir folgen dem Tonnenstrich

Am Stadtkai war kein Platz frei, dies sollte sich später aber als Glücksfall herausstellen, denn eine Flotte der „Yacht Week“ hat das Städtchen über Nacht eingenommen. Party überall, an Schlaf kaum zu denken.

Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Wir haben den überfüllten Stadtkai also passiert und uns einen Ankerplatz in der ebenfalls reichlich angefüllten ersten Ankerbucht gesichert.

Man spürt die Nähe zu Athen zu jeder Zeit – Poros ist ein Ausflugsziel. Mir geht das eher auf den Senkel, der ansonsten recht schöne Platz ist mir eindeutig zu trubelig.

Alles voll – wir lassen Poros Stadt hinter uns…
…und finden einen guten und sicheren Ankerplatz

Ein Ankerbier und Diskussionen – woher kommt das Wasser? Wir kreisen die möglichen Ursachen ein, schließen andere aus – letztlich bleiben zwei Optionen, da uns der ursächliche Bilgenquadrant bekannt scheint…

Zum einen kann es sein, dass die Dichtringe der Ruderwellen nicht mehr dicht sind – das wäre eine klar nachvollziehbare, aber aufwändige Reparatur.
Deutlich weniger aufwändig, aber mit mehr „Aber-Faktoren“ versehen, ist die Mutmaßung, dass Wasser welches beim Segeln in die Garage kommt, über die Wartungsluken der Ruderanlage, den Weg in die Bilge findet.

Basisursache könnte eine fehlende Dichtung der hydraulischen Garagenklappe sein.

So weit, so gut! Wohin gehen wir eigentlich heute zum Essen? Leider gibt der Tripadvisor für Poros nichts Vernünftiges heraus.
Noch bevor wir weiter nachdenken, fällt der Beschluss einen einfachen Girosgrill aufzusuchen.

Gesagt, getan…

Eine sehr einfache Kantina, aber als „best in town“ gelobt
Wir essen sehr gut – aber zum „SouVLakki“ bleibt eine Lücke

Diesmal lassen wir den Abend an Bord ausklingen. Der Tag und der Trubel um den Wassereintritt haben uns matt gemacht.

Wir beschließen, dass der Ouzo im Cockpit genausogut, wenn nicht besser schmeckt und treten so, sofort nach dem Dinner, den geordneten Rückzug an.

Zum Essen waren wir im neuen Teil der Stadt. Die Altstadt würden wir erst morgen besuchen, vielleicht gönnen wir uns ein leckeres Frühstück.

Volker startet den WILLI und bringt uns mit zwei Fahrten zurück auf ELOWYN.

Erst die Damen – wenn es wellig ist, ist es besser nicht voll beladen zu fahren
Ich warte und sehe mir die Menschen an – und den übervollen Stadtkai vor der Altstadt
Zurück auf ELOWYN genießen wir das Ende des Tages – in aller Ruhe

Der neue Tag bricht an, ich werde wach und realisiere – ich bin in Poros. Hier war ich schon oft, mit der ersten NESSAJA und auch mehrmals mit der jetzigen.
Für mich schließt sich der Kreis, die Peloponnes ist umrundet, vor uns liegt noch eine – bekannte – Etappe, dann werden Sibylle und ich das Ziel der Reise erreicht haben und auschecken.

Aber noch ist es nicht soweit. Heute steht nach dem Morgenkaffee zunächst die Fahrt in die Altstadt an.

Die Ankerbucht von Poros erwacht – ich gehe nur kurz Schwimmen, das Wasser ist schmutzig
Passt – so kann der Tag beginnen

In der Altstadt wollen wir frühstücken und auch gleich in der Shipchandlery nach Ersatzteilen suchen.
Kann man hier Plexiglas kaufen? Haben sie wasserdichte Wartungsluken?

Nein, wir werden nicht fündig! Aber eine Kartusche SIKA kaufen wir doch, dann ist es Zeit für das Frühstück.

Das Geschäft für Schiffszubehör war abenteuerlich

Als wir uns auf den Rückweg begaben, wurde uns schlagartig klar, warum gestern so ein Andrang war und warum der Stadtkai total überfüllt war.

Poros war das Ziel zweier großer Flottillen, eine davon die „Yacht Week“, eine Art organisierte Flotte für Jugendliche aus aller Welt. Das Ganze mit Rundumbetreuung…

Ich verabscheue sowas – klar, der Meckerer wieder – aber wer das mal mit eigenen Augen gesehen hat weiß, dass es hier nur um ein wie auch immer getarntes Besäufnis geht.
Kann man lustig finden, muss man aber nicht. Jedenfalls ist eines klar – wo die „Yacht Week“ auftaucht, ist an Schlaf nicht zu denken.

Zwei Flotillen belagern Poros – nix wie weg

Uns hält hier sowieso nix mehr. Volker hat die Reparatur seines Wassereintritts im Sinn, zudem soll morgen so richtig strammer Wind kommen.
Wir wollen in Lavrion festgemacht haben, bevor der stürmische Wind einsetzt.

Also legen wir ab, ziehen durch den Kanal auf´s offene Meer und legen Kurs Lavrion an.

Auch am Rückweg genießen wir die Fahrt entlang der Riva von Poros
Potztausend – so ein Glück! Wir sichten eine Meerjungfrau, wenn ich das meinen Enkelinnen erzähle
Vollgas voraus – es wird eine Motorüberfahrt

Tatsächlich fahren wir bis Kap Sounion nur unter Motor – bei spiegelglattem Wasser.

Jeder von uns kann eine Geschichte erzählen, wie es einen hier auf dieser Überfahrt „erwischt“ hat – Böen in Sturmstärke, bedrohliche Wellen – natürlich war man „froh als es vorbei war“…

Nicht zu glauben – heute rührt sich kein Lüftchen, nichts, gar nichts. Absolute Flaute, öliges Wasser.

Nichts – Flaute

Wir legen Kap Sounion als Zwischenziel fest. Vielleicht geht ein kurzer Badestop.

Noch vielmehr sagt uns Volkers Wetterbericht voraus, dass am Kap 30kn Wind sind, welche gegen Nachmittag abnehmen.
Während uns also der Motor durch die Flaute schiebt, reden wir darüber, wie wir die Starkwindböen am Kap abwettern – verrückte Welt, verrücktes Hobby…

Ich sinniere und frage mich, wie es NESSAJA geht. Den Ladezustand der Batterien frage ich online ab, hier scheint alles zu stimmen.
Und sonst???

Es war verhext – ich denke den Gedanken und ein Bild von Hans und Brigitte schneit herein – „…alles ok an Bord der NESSAJA wie es scheint!“
Ich freue mich!

Sieht alles gut aus
Unsere Marina holt einen Titel

Zudem lassen mich die Freunde erfahren, dass unsere Marina einen Titel errungen hat.
Der „Trip-Advisor“ der Seefahrer, die nautische App „Navily“ hat unsere Heimatmarina zur „Best Marina 2025“ gewählt.

Hinter dieser Beurteilung stehe ich! Ich wusste an diesem Tag aber noch nicht, dass mein Standpunkt noch in diesem Monat einer gehörigen Prüfung unterzogen werden würde.

Eine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken – Sibylle erkennt Kap Sounion, die Heimat des Poseidon, recht voraus.

Der Poseidontempel ist klar erkennbar

Wir fahren in die Bucht ein und – kämpfen gegen heftige Starkwindböen! Volkers Wetterbericht hatte absolut Recht!

Der Anker fällt und wir liegen fest und sicher. Nach Baden war keinem von uns zumute, der Wind pfiff uns um die Ohren.
Na egal, dann eben erst ein Ankerbier, dann eine Grobplanung bezüglich der Reparaturen, welche in Lavrion auszuführen sind.

ELOWYN vor Kap Sounion – darauf ein Bierchen
Ich erinnere mich, als ich mit Sibylle hier auf Stefan und Amelie wartete und wir den Tempel besichtigt haben
Die Anlage begeisterte uns vor knapp fünf Jahren und auch heute

Wir saßen den Nachmittag hier ab – erst gegen 17.00 Uhr flaute die stramme Brise ab und wir motorten um´s Eck Richtung Lavrion.

Unser Zielhafen war keine Fahrtstunde entfernt, so ergab es sich, dass Sibylle und ich am späten Nachmittag des 10.06. unsere Segelrunde auf der ELOWYN als beendet erklärten.
In zwei Tagen würden wir auschecken, bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

Geschafft – wir haben mit Tina, Volker und ELOWYN die Peloponnes umrundet
Knapp 400nm in 11 Reisetagen / 10 Fahrtagen

Nach dem Anlegen machen wir zunächst das Schiff klar und kommen zur Ruhe. Dann machen wir uns frisch und gehen erst einmal etwas Essen – die Arbeit kommt morgen dran!

Ein schöner Abschluss – wir beenden den Tag mit einem Absacker an einer „Bulli Bar“ direkt vor der Hafeneinfahrt.

Von hier aus torkeln wir zufrieden zurück an Bord.

So ein Business Modell haben wir in unserer alten Heimat Schliersee auch
Eine „Bulli Bar“ – fast wie auf meinem 50. Geburtstag

Wie an jedem Tag bin ich der Erste an Deck. Auch heute trinke ich einen Kaffee zum Wachwerden, dann aber verlässt mich die Ruhe – ich will anfangen, wir haben uns heute einiges vorgenommen.

Unser erster Weg wird uns zur Autovermietung führen, denn wir haben uns einen Wagen geordert um Ersatzteile zu beschaffen, einkaufen gehen zu können und um eine generelle Mobilität sicher zu stellen.

Dann werden wir in der Olympic Marina versuchen, unter anderem eine neue Kettennuss für die Ankerwinsch zu beschaffen – dafür wäre das Musterteil sehr genehm, auch wenn ich gestern schon eine Bestellung per eMail gemacht habe, die Identifikation war eindeutig.

Ich baue also in aller Herrgottsfrühe das verschlissene Kettenrad aus…

Eigentlich bin ich sicher, dass ich die richtige Kettennuss bestellt habe

Ich mache keinen Lärm, aber mein Gekruschtel holt die Anderen doch aus den Betten.
Keiner ist mir beleidigt, denn alle wissen, dass heute eine andere Schlagzahl angelegt werden muss.

Nach einem schnellen Kaffee, marschieren Volker und ich ab. Wir holen den Wagen und melden ELOWYN gleich bei der Hafenbehörde an, wir dürfen vier Tage bleiben, genau richtig!

Die Hafenverwaltung ist ein wenig einladendes Gebäude – die Anmeldung dauert lang
ELOWYN darf bis zum Freitagmorgen bleiben – dann trudeln die Charterflotten ein

Unser „Einkaufsbummel“ in der Olympic Marina, dort gibt es einen „Nautilus Store“, ist teilweise erfolgreich.
Wir bekommen die passende Kettennuss, eine leistungsstarke Membranpume, aus der wir uns eine mobile Lenzpumpe bauen wollen um den Staubsauger nicht immer bemühen zu müssen und auch ein paar Kleinteile wandern in den Einkaufskorb.

Leider haben wir Pech mit unserem Ansinnen, wasserdichte Wartungsluken oder Plexiglas zu bekommen.
Eine weitere Kartusche SIKA 291i scheint aber ratsam – also packen wir auch diese auf die Theke.

Inzwischen war Mittag geworden. Wir hatten Hunger und verabreden uns mit unseren Frauen im Girosgrill von Lavrion – eine gute Adresse, wie wir beide wissen.
Sibylle und Kristina waren in der Zwischenzeit im „Jumbo“, auch dort kann man allerlei kaufen.
Beim Vergleich der Rechnungsbeträge wird schnell klar – Volker und ich sind Sieger…

Das Giros schmeckt vortrefflich!

Der Giros Grill in Lavrion ist empfehlenswert
Weiter geht die Fahrt mit unserem Flitzer

Bevor wir auf ELOWYN zurückkehren, suchen Volker und ich noch den örtlichen Glaser auf.
Wie die Bestellung unserer drei Plexiglasscheiben ablief, kann man eigentlich gar nicht beschreiben, nur soviel – des Glasers Mutter und seine Leggins tragende Ehefrau waren maßgeblich beteiligt.
Der Ort des Geschehens war des Glasers Gemüsegarten und die Verhandlungssprache war „mit Händ´ und Füß´“…

Noch fassungslos ob dieser kuriosen Abwicklung, kaufen wir eine Dose weißes Lackspray, dann kehren wir zum Schiff zurück und legen los!

Und wie…

Die Aufgabe war klar – wir werden die vorhandenen Wartungsluken durch verklebte Plexiglasscheiben ersetzen.
Volker setzt darauf, dass ELOWYN bei Lage Wasser in die Heckgarage aufnimmt – dies verstärkt durch eine fehlende Dichtung.

Wir nehmen an, dass dieses Wasser über die Wartungsluken eindringt. Nach dem Ausbau derselben, muss der bisherige Auflagerand gereinigt und neu lackiert werden.

Ich bekomme das ganz gut hin, habe aber mit meinem stetigen Problem bei der Anwendung von Lacken und Dichtmitteln zu kämpfen.

Das hat er ja wieder toll hinbekommen – der „Super-Mario“

Während ich also die Ausschnitte für das Verkleben der Plexiglasscheiben vorbereite und zwischenzeitlich auch die Kettennuss der Ankerwinsch montiere, holt Volker die inzwischen zugeschnittenen Glasplatten ab.

Ja und da trauten wir unseren Augen nicht…

Plexiglas kann teuer sein, ich weiß das. Wenn man zudem eine besondere Dicke wünscht (10mm) und Zuschnitte auf Maß braucht, dann treibt das den Preis.
Ist das Ganze eilig, dann kann es noch teurer werden – insofern haben uns die aufgerufenen 130.-€ nicht abgeschreckt, die Qualität der abgelieferten Arbeit hingegen schon.

Wie von einer Maus abgefieselt – und nicht einmal gerade

Ab jetzt teilen wir die Arbeit auf. Tina und Sibylle wenden die neu zusammengestellte, mobile Bilgenpumpe an und pumpen damit in der Bilge Kompartment für Kompartment leer.

Die normalen Bilgepumpen erwischen diese Mengen an dieser Stelle nicht – vielleicht müssen wir uns darüber zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken machen…

Die Pumpenlösung funktioniert gut

Volker und ich sitzen dagegen in der Garage und verkleben die abgefieselten Plexiglasscheiben auf die Ausschnitte der vermeintlich undichten Wartungsluken.

Wir legen reichlich SIKA 291i auf
Zusätzlich bringen wir an jeder Scheibe vier Sicherungsschrauben an
Satt verklebt, man sieht das Tragbild – im ersten Step nicht schön, aber (hoffentlich) dicht

Was ich am Morgen nicht zu hoffen gewagt hätte, ist gegen 19.00 Uhr wahr geworden – wir haben ALLE Arbeiten geschafft, welche wir uns für heute vorgenommen hatten.

Das war fast ein Grund zum Feiern – und so etwas ähnliches hatten wir uns auch vorgenommen.

Es steht unser Abschiedsessen auf dem Programm, morgen würden Sibylle und ich auf ELOWYN abmustern.
Es sollte noch einmal Fisch geben und dafür haben wir uns in einer Taverne nahe Sounion verabredet.
Wir treffen dort eine Freundin von Volker und Tina, eine Deutsch-Griechin, welche monatsweise in Sounion lebt.

Frisch geduscht und gekämmt setzen wir uns in den aufgeheizten Flitzer und fahren – just in time – los.

Heute trage ich Poloshirt! Ich schwitze in der kleinen, engen Kiste

Es wird ein wunderbares Dinner in bester Stimmung. Der Fisch war super und das Ambiente herrlich.

Zudem war es eine Vollmondnacht mit einem „Erdbeermond“, was immer das auch sein mag.
So kann ein Urlaub ausklingen, es war fantastisch.

Erst spät in der Nacht kommen wir zurück auf ELOWYN – für eine letzte Nacht in unserer Kabine.

Ein fantastisches Dinner
Vollmond über Lavrion

Ich habe mich gefreut, dass wir die Arbeiten soweit abschließen konnten, denn ich war überzeugt, dass Sibylle und ich nun einen entspannten Abreisetag haben würden.
Unser Taxi kommt um 13.45 Uhr, wir haben keinerlei Eile.

Doch weit gefehlt! Frei nach dem Motto „unverhofft kommt oft“, haut es mir unmittelbar nach dem Einschalten des Mobiltelefones die Nachrichten um die Ohren.
BIMMBIMMBIMMBIMMBIMMBIMMBIMM…

Was war da los? Ein neuer Umsatz, ein neuer Umsatz, ein neuer Umsatz – ihr ahnt es, meine VISA-Karte wurde gehackt!

Secure-ID leistet ganze Arbeit, aber drei Umsätze schaffen es durchzukommen

Ich setze sofort meine Limits auf Null, das verhindert weitere Schäden. Im Hintergrund wehrt Secure-ID die meisten Versuche ab.

Erst als es in Deutschland 08.00 Uhr ist, kann ich mit der Bank telefonieren. Ich lerne, dass „vorgemerkte Umsätze“ nicht mehr abzuwenden sind und ich erst nach der Buchung eine Erstattung beantragen kann.

Ich erfahre auch, dass es keinen anderen Weg zur Lösung dieses Problems gibt, als meine Karte von allen Verlinkungen wie PayPal oder ApplePay zu trennen, diese zu sperren und eine neue Karte zu erhalten.

War also nix mit „entspannt“ – ich sitze den ganzen Vormittag an diesem Thema und Sibylle und ich reisen vor diesem Hintergrund ab – bis sie mir die neue Karte aus Deutschland mitbringt, werde ich nur noch bar zahlen können und keine Internetgeschäfte mehr machen können.

Ich nehme es vorweg, das Thema wird mich fast bis zum Monatsende beschäftigen, erst dann reißen die Betrugsversuche ab.
Einen Schaden erleide ich nicht, die ING erstattet die Schadsumme klaglos.

13.45 Uhr – der Taxifahrer holt uns ab und bringt uns Beide zum Flughafen…

Sibylle checkt ihr Gepäck ein – ich warte

Nanu? Beide? Ja tatsächlich! Es hat sich herausgestellt, dass es für mich die beste Option ist, dass ich mit Sibylle im Taxi zum Airport fahre und von dort ab den Bus zum Hafen nach Piräus nehme.

Der Bus von Lavrion nach Piräus wäre sehr lang gefahren und ich hätte mehrmals umsteigen müssen.

Sibylle und ich trinken noch einen Kaffee, dann verabschiedet sich meine Frau nach Deutschland um „Family-Time“ zu erleben.
Ich setze mich in den Bus, fahre nach Piräus und kann mich dort sofort auf die bereits wartende Fähre begeben.

Dort checke ich erstmal in meine Kabine ein…

Klein aber fein und mein – ich stelle mein Köfferchen ab…
…und mache es mir dann an einem erlesenen Platz in der Lounge der Fähre bequem

Es dauert eine Weile bis die Fähre ablegt und den Hafen verlässt. Bis dahin kann ich meine Mails erledigen und mich ein wenig sortieren.

Dazu gehört auch, dass abkläre wie ich auf Leros vom Fähranleger in die Marina komme.
Ihr erinnert euch, mein Motorrad steht in der Garage, das ist komfortabel aber auch etwas aufwändiger wenn ich alleine zurückkomme.

Hier hilft mir, wie so oft, Rena aus der Patsche. Sie stellt mir für diese Nacht einen kleinen Flitzer zur Verfügung und lässt mich wissen, wo sie den feschen Ford Streetka abgestellt hat – perfekt!!!

Für mich und mein Köfferchen reicht der allemal

So alles geregelt, alle Mails geschrieben oder beantwortet – trifft sich gut, denn langsam neigt sich der Akku des Laptops dem Ende zu.

Zudem ereilt mich ein Hüngerchen – ich bringe also meine Computertasche zurück in die Kabine um keinen Ballast mit mir herumschleppen zu müssen und beschließe dann, mir eine Burgermahlzeit im „Goodys“ zu gönnen.
Für einen Moment hatte ich vergessen, dass ich dies nie wieder machen wollte.

Leider zu spät…

Halb so lecker wie es aussieht und ein absoluter Mühlstein im Magen

Es hilft nix – manchmal habe ich einfach diesen „Glangerer“, diesen Appetit auf etwas anderes. Zum Beispiel einen Burger…

Die Dinger sehen lecker aus, riechen ganz toll und das Wasser läuft mir im Mund zusammen.
Doch die Reue kommt stande pede! Erstens ist das alles andere als ein preisgünstiges Essen, zweitens wird schon beim ersten Bissen klar – der Burger verspricht mehr als er halten kann.

Naja, der Hunger treibt´s rein – und so kommt drittens zustande, der Ranzen spannt als hätte man einen Hinkelstein verspeist.
Ich ärgere mich über mich selber und schwöre mir, dass dies nicht noch einmal passiert.

Ich ziehe mich in meine Kabine zurück, versuche mich auf den Rücken zu legen und eine erträgliche Einschlafposition zu finden.

RINGRINGRINGRING – das Telefon der Kabine läutet. Eine freundliche Stimme weist darauf hin, dass wir bald in Leros anlegen werden.
Nanu, wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät???

Der Kontrollblick zeigt – der freundliche Mann hat Recht

Ich rapple mich also auf, schnappe mein Köfferchen und stelle mich an der Treppe die zum Ausgang führt an.
„Hello Mario…“, höre ich Flora vom Hundeshelter rufen. „Yassou Mario mou…“ sagt Maria Xatzigrigoriou – es wird klar, ich bin wieder hier, in meinem Revier. Ich bin wieder zuhause.

Die Treppe wird freigegeben und die Massen strömen zum Ausgang. Auch dort muss man noch kurz warten bis die Rampe aufliegt, aber dann gibt es kein Halten mehr – um kurz nach 04.00 Uhr bin ich zurück auf Leros.

Ziemlich viele Menschen steigen aus
Ich finde den bereitgestellten Wagen und suche rasch das Weite – zuviel Trubel, zu früh am Morgen

Nach rund drei Wochen bin ich nun zurück in der Marina.
Ich parke den Wagen und sperre NESSAJA auf. Ich bin wach, zumindest fühlt es sich so an, ich kann nicht anders, als sofort den Strom einzuschalten, die Ventile zu öffnen und ein paar weitere Handgriffe zu machen.

Dann sitze ich da – zurück, Stille, frische Luft – ich überlege, ob ich anfangen soll den Blog zu schreiben oder den Koffer auszupacken, entscheide mich aber, ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, doch dafür noch einmal ins Bett zu krabbeln.

Und ich schlafe ein, kann nochmal richtig fest schlafen und wache dementsprechend erholt und ausgeschlafen auf.
Es ist fast halb Acht, Zeit den Tag zu begrüßen…

Home, sweet Home

Ich blicke nach draußen und empfinde es als überraschend ruhig. Ich spüre, dass ich so richtig Lust auf eine Erfrischung habe und erinnere mich daran, wie gerne ich früher morgens zum Panteli Strand gefahren bin.

Nix wie los – ich packe meine Badehose, springe in den Streetka und flitze zum Lieblingsstrand. Ich hoffe, dass noch nicht zuviel los ist.
Mein Wunsch geht in Erfüllung!

Viele Schiffe – aber noch keine Menschenseele
Das Wasser ist noch frisch – ich bleibe drin, bis es mich fröstelt
Da „Sorocos“ noch zu hat, gönne ich mir einen Cappuccino im „Tzouma“ – die bessere Entscheidung

Die wichtigste Handlung nachdem ich nun richtig angekommen war, noch vor dem Auspacken des Koffers, war nun mein Motorrad aus der Garage zu holen – ich will meine eigene Mobilität zurück.

Dafür hole ich etwas Werkzeug aus NESSAJA und stimme mich mit Rena ab. Ich fahre hoch und klemme die Batterie an, mache einen Probelauf und stelle sicher, dass meine GS einsatzklar ist.
Dann würde ich nach Lakki fahren, das Auto zurückgeben und mich abermals rasch nach oben fahren lassen.
Das klingt kompliziert, ist es aber nur weil ich alleine bin – zu zweit ist es einfach zu lösen…

Ich fahre mit dem Ka nach Plaka…
Freue mich kurz über mein Häuschen und sehe rasch nach dem Rechten
Dann mache ich mein Mopped klar

Alles klappt wie am Schnürchen! Ich bin das kleine Auto los, habe meine Schulden bezahlt und bin mit meiner GS weiterhin mobil.
Der wichtigste Punkt bekommt einen Haken.

Jetzt kann ich in Ruhe zurück in die Marina fahren, um dort die anderen Punkte in Angriff zu nehmen.
Tatsächlich habe ich mir für die Zeit von Sibylles Abwesenheit einiges vorgenommen.

In der Marina fällt mir sofort auf, dass nicht nur ich zurück bin – auch andere zeigen Flagge – und wie!

Ja ich weiß, deutsch gedacht – aber Flaggenetikette und Respekt vor dem Gastland ist ja keine deutsche Erfindung

Naja, soll er mal machen, geht mich ja nix an – und die Gedanken der anderen sind frei.

Ich widme mich meinen Themen – und für heute habe ich mir vorgenommen, dass ich auf NESSAJA „klar Schiff“ mache.
Ich packe den Koffer aus, verräume alles was zu verräumen ist, bis nur noch die Schmutzwäsche übrig ist.
Die kommt in die Maschine – gewaschen wird an einem anderen Tag!

Leider habe ich einen Moment der Unachtsamkeit und stoße mir eine ältere Schienbeinwunde noch einmal an.
Echt unglaublich, wie stark so kleine Cuts am Schienbein bluten können. Da Pflaster an dieser Stelle wenig Halt finden, muss ich mir anderweitig behelfen um nicht alles zu besudeln.

Süder, heul – ich blude

Soweit, so gut. Das Tagwerk ist für heute geschafft, ich gönne mir eine kleine Einkehr, ich bin echt hungrig.

Es zieht mich ins „La Palma Café“ denn mir ist nach einem Snack – und was passiert?
Exakt als ich dort sitze und auf die Lakki Bucht blicke, geht ein Schiff vor Anker, welches mir geläufig erscheint.

Die RUNAWAY ist in Lakki angekommen, an Bord sind Holger und Vroni, beide leben an Bord und sind im MSF aktiv.
Wir haben uns hier locker verabredet und werden uns nun wohl bald kennen lernen.

Ich schreibe den Beiden ein „Willkommen“ und hänge das Bild an…

Willkommen in Leros
Dann widme ich mich meinem Wrap

Ich nehme es vorweg – Vroni, Holger und ich treffen uns, lernen uns kennen, trinken einen Kaffee auf NESSAJA.

Die Beiden entschließen sich, etwas länger als geplant zu bleiben und verholen ein paar Tage später an den Stadtkai von Lakki.

Da ich Handwerker für diverse Reparaturen empfehlen kann, nutzen die Beiden die Zeit für diese Erledigungen und genießen derweil die Insel.

Wir werden uns in dieser Zeit mehrfach treffen und den ein oder anderen Drink zusammen nehmen.

Der restliche Tag gibt nicht mehr viel her. Ich gehe noch einmal Baden und mache mich dann landfein für einen lang ersehenten Besuch – natürlich im „SouVLakki“ 😉

Best Grillhouse in town
Die blaue Stunde bricht an – es ist richtig viel los in der Bucht
Noch ein Gute-Nacht Bier an Bord und ein Telefonat mit Sibylle, dann fallen mir die Augen zu

An diesem Abend falle ich ins Bett wie ein gefällter Baum. Ich merke, dass die letzte Nacht doch ein wenig in den Knochen steckt und freue mich darauf, am Folgetag erst einmal ausschlafen zu können.

Dann aber zieht es mich abermals zum Panteli Strand und ich eröffne die nächsten Tage immer auf die gleiche Art und Weise – bis der Starkwind kommt, dann wird das morgendliche Bad weniger einladend.

Und der Starkwind kommt! Was wohl auch ein Grund dafür gewesen sein mag, warum die Marina und die Bucht von Lakki so stark frequentiert waren.

Heute geht es ja noch…
…aber es wird mehr

Der Meltemi kommt an, er fährt seine Krallen aus, ist zwar nie gefährlich, aber zwischenzeitlich doch unangenehm.

Ich liege sicher an meinem Platz und richte mich mit meinen Erledigungen nach dem Wind – dann mache ich die Wäsche eben zwei, drei Tage später.

Das wird über etliche Tage so weitergehen – der Wind kommt tageweise als Starkwind, dies veranlasst die Segler zum geduldigen Ausharren, dann macht der Meltemi eine kurze Pause und gibt die Gelegenheit zum Weiterziehen, bevor er mit neue Kraft zurückkehrt und für Stillstand sorgt.
Die Marina ist über Tage proppevoll aber überraschend ruhig.

Ich fahre heute mit Gabi und Gottfried zum Haus, die Beiden möchten gerne einen Eindruck bekommen und unseren Neuerwerb einmal sehen.

An unseren Weinreben wachsen schon Trauben

Eine Nachricht erreicht mich – so eine Überraschung! Paul und Christine, die Voreigner der von mir vermittelten INSPIRATION, sind ein letztes Mal zu Besuch auf Leros.
Man mache eine Art „Abschiedstour“ und wolle sich gerne mit mir treffen.

Ich wäre zum Dinner eingeladen und dürfe wählen wohin es gehen soll.
Hm, es gibt so viele gute Lokale, aber ich entscheide mich vor diesem Hintergrund für das „Pirofani“.

Weil ich noch etwas Zeit habe, fahre ich schon eineinhalb Stunden vor der vereinbarten Zeit nach Panteli, gehe baden und genehmige mir einen Aperitif. 😉

Ein guter Start in den Abend
Um 20.00 Uhr treffen wir uns in dem empfehlenswerten Fischlokal

Der Abend ist kaum zu beschreiben – irgendwie fühlt er sich auch seltsam an – ich kenne Paul und Christine seit Jahren, aber unsere Bekanntschaft ist nicht über dieses Stadium hinaus gewachsen.

Jetzt, nachdem ihr Schiff verkauft ist und sie sich von Leros verabschieden, sitzen wir wie langjährige Freunde zusammen und haben einen unterhaltsamen, kurzweiligen und interessanten Abend.

Mir fällt auf, dass die Gäste weniger werden, etwas später sitzen wir alleine im Lokal – egal, ein Ouzo geht noch!
Der Wirt stellt die Stühle hoch, rundum gehen die Lichter in Panteli aus.
Wie spät ist es eigentlich???

WAAAAAS???

Halb Zwei!!! Passiert mir sonst nicht einmal an Silvester

Das war fast peinlich! Wir entschuldigen uns beim Wirt und erklären, dass es einfach so ein schöner Abend war.
Dann trennen sich unsere Wege. Später werden wir in Lakki noch einmal zusammen essen, dann heißt es Abschied nehmen.

Werden wir uns wieder einmal sehen? Schwer zu sagen, aber wohl eher unwahrscheinlich.

Unser Enkel Otto hat als Kleinkind einmal den Ausdruck „Fauli“ für sich entdeckt – immer wenn er mich beim Nachdenken erwischte, hat er mich als „Fauli“ tituliert – heute war Schluss mit faulsein, ich muss einmal wieder auf NESSAJA anpacken.
Sibylle wünscht nach ihrer Ankunft die Schlafgemächer klimatisieren zu können…

Ein neuer Abluftschacht muss designed werden
Ein Klacks für Fauli Mc Gyver, den Tüftelopa
Fertig – nach etwas mehr als einer Stunde streiche ich einen weiteren Punkt auf meiner Liste

Eine Abluftführung für so eine Kompakt-Klimaanlage, ein Standgerät aus dem Wohnbereich, ist immer ein Kompromiss.
Ich bekomme den Standplatz der Anlage ganz gut hin, man kann sagen, dass sich das wuchtige Gerät über den Sommer ganz gut integriert, der Stromanschluss liegt Gott sei Dank gleich daneben und das Kondenswasser kann ich einmal in der Woche ablassen.

So weit so gut, aber der fette, weiße 150mm Schlauch baumelt halt immer irgendwie rum.
Er drängt sich natürlich als Störgröße ins Auge. Das Ziel ist es, ihn so kurz wie möglich und so wandnah wie möglich zu verlegen.
Dies ist gelungen, er hat jetzt einen guten Abgang im nächstgelegenen Fenster.

Und jetzt??? Ich entdecke in den sozialen Medien eine Entscheidungshilfe.

Ich GÖNNE mir ein Eis
Fast hätte ich vergessen welche Schlemmereien auf Leros feilgeboten werden
Eine? Zwei? Nein! DREI Kugeln

Der weitere Verlauf des Tages ist eher entspannt. Ich habe keine weiteren Verabredungen und es ergibt sich auch nichts dergleichen.

Macht nichts, ich kann es vertragen die Seele baumeln zu lassen und auch einmal nichts zu tun.
Ich gehe Baden, mache mich frisch und beschließe, dass ich mir auch heute einen Girosteller im „SouVLakki“ gönne.

Während ich da so sitze, habe ich Zeit ein wenig mit Sibylle zu kommunizieren und das bunte Treiben entlang der Straße und in der Bucht zu beobachten.

Heute bin ich früher dran, um diese Zeit herrscht noch kein Betrieb
Einiges los in der Lakki-Bucht

Solche Abende klingen ruhig aus – ich gebe mir heute einen Ruck und beginne, diesen Blogbericht zu schreiben.

Der Anfang ist gemacht, der Titel gefunden – die ersten Absätze gehen leicht von der Hand.
Ich erinnere mich erstmals bewusst an die vergangenen Reisewochen und unsere Erlebnisse zurück.
Es war schön! Ich hänge also in positiver Grundstimmung den Gedanken nach und tippe das Erlebte konzentriert in mein Notebook.

Murmelmurmelmurmel. Kicherkicherkicher. Lachlachlach. Gackergackergacker. Schreiplärrgefasel – was ist den jetzt wieder los???

Ich gehe kurz in Cockpit und sehe zwei Gestalten, es wird sich später zeigen, dass es ein deutsches Pärchen ist, im stürmischen, abendlichen Wind vor meinem Schiff auf und ab laufen.
Beide telefonieren, aber nicht miteinander – sie kommen von einem Gastlieger, ein Charterschiff, welches fünf Plätze weiter liegt.
Vermutlich um ihre Freunde nicht zu stören, verlegen sie ihr Kommunikationscenter vor mein Schiff und posaunen ihre Gesprächsinhalte heraus – natürlich sprechen sie frei und laut, sie müssen gegen den Wind anschreien.

Ich verstehe die Welt nicht mehr, kapituliere aber – ich pfropfe mir meine Ohrenstöpsel in den Gehörgang und tippe weiter meine Zeilen…

Sieht im Panoramabild entfernt aus, ist in der Realität aber unheimlich nah – und nervig

Ich weiß, ich klinge diesbezüglich häufig wie ein Knigge-Diktator – das ist aber nicht wahr. Ich erkenne oft, dass es auch anders geht. Als ich beispielsweise ein paar Tage später beim Essen war, hat eine Griechin am Nachbartisch einen Anruf bekommen.
Sie ist aufgestanden, hat sich irgendwo eine ruhige Ecke gesucht und mit dem Handy am Ohr telefoniert – das zeigt, dass es eine Frage des Charakters und der Rücksichtnahme ist.
Letztlich ist es egal, aber ihr könnt ja mal darauf achten…

Irgendwann war der Akku leer – meiner und der des Notebooks. Der Anfang für den neuen Blogbericht ist gemacht, ab jetzt werde ich jeden Tag ein paar Zeilen tippen.

Für heute reicht es, ich hau´ mich in die Falle…

Ein weiterer Punkt, welchen es auf meiner Liste abzuhaken gilt, ist die Vorführung meiner GS beim griechischen TÜV.

Eines Morgens – ein Geistesblitz! Eine Tasse Kaffee und dann fahr´ ich einfach hin

Die technische Abnahme auf den kleinen griechischen Inseln wird durch mobile Teststationen durchgeführt.
Diese kommen tatsächlich nur alle zwei Jahre, bleiben dann aber fast ein halbes Jahr – insgesamt nimmt man es auf der Insel nicht so sehr genau mit dem „Pickerl“.

Es gibt Termingruppen nach Kennzeichen, ich hatte meine durch die Reise verpasst.
War aber kein Problem, ich könne warten. Erst dachte ich, ob ich mein Mopped hätte waschen sollen – aber irgendwie war mir auch klar, dass die GS auch ungewaschen unter den Top-5 jener Motorräder war, die der junge Prüfer heute abzunehmen hatte.

Alle sicherheitsrelevanten Funktionen werden gecheckt

Man muss für diese Abnahme etwas mehr bezahlen, mein Motorrad kostet zum Beispiel 60.-€ – denn die mobile Station will ja auch irgendwie finanziert werden.
Alternativ könnte man mit der Fähre nach Kalymnos oder Kos, dort gibt es Prüfzentren.
Auch eine Abnahme bei einem ohnehin geplanten Besuch am Festland wäre möglich – aber ich bezahle gerne den moderaten Aufschlag, alles andere rechnet sich nicht.

Nach einer gründlichen aber auch raschen Überprüfung klebt der Prüfer die Plakette und händigt den Prüfbericht aus – wieder zwei Jahre Ruhe.
Die überzogene Zeit wird, anders als seit ein paar Jahren in Deutschland, vernachlässigt.
Es wird der aktuelle Monat gestempelt – perfekt, auch hier drei Monate gewonnen.

Nächste Untersuchung – 06/2027

Ich freue mich! Das hat ja mal reibungslos geklappt! Zur Feier des Tages gönne ich mir ein Kotopita zum zweiten Kaffee und fahre zurück in die Marina um mein Frühstück zu genießen.

Den Punkt „Motorrad zum TÜV“ streiche ich triumphierend von meiner Liste.

In der Marina traue ich meinen Augen kaum. In der Zwischenzeit hat ein Monster-RIB, ein übermotorisiertes Schlauchboot, an einem der Gästeplätze festgemacht.
Das Teil ist mit 4 x 350PS Außenbordmotoren bestückt und alles andere als klein – ein Geschoss!
Ich will so etwas nicht besitzen, fahren würde ich gerne einmal mit so einem Gefährt 😉

Eine Schlauchboot-Rakete mit 1.400PS

Weil es heute so gut läuft, packe ich das Thema an, vor dem es mir am meisten graut – die Stromversorgung für mein Häuschen…

Ich rufe in Erinnerung – kurz bevor wir nach Preveza gereist sind, hatte ich noch einmal Kontakt zum Makler aufgenommen, er wollte mir bei dem Bereitstellungsantrag gegenüber dem Stromversorger helfen.
Leider hat damals gar nichts geklappt, im Gegenteil, die Halbsätze die gefallen sind, waren alles andere als erfreulich – es klang als würde nichts klappen wollen.
Wir haben uns auf einen neuen Versuch nach meiner Rückkehr vertagt.

Heute war es soweit – ich nehme meinen Laptop und fahre zum Makler.
Seine Frau und ich haben eine Telefonkonferenz mit dem Stromanbieter, das Telefonat dauert – ich übertreibe nicht – eineinhalb Stunden!
Aber danach habe ich meinen Vertrag im Mail – perfekt, die halbe Miete!

Jetzt muss ich den Vertrag und alle Anlagen digital unterschreiben, dafür mein Laptop!
Ich logge mich also in das griechische Steuersystem, übersetze mit dem Handy und lasse mir von Frau Makler helfen.
Ich mache es kurz, es gab ein paar gute und ein paar schlechte Momente, aber nach zwei weiteren Stunden erhielt ich eine weitere Mail – „…your documents are complete, now! We will connect your station within the next two days.“!!!

WOW! Erst so ein Drama, so ein Aufwand – und jetzt soll ich in zwei Tagen Strom haben?
Ich kann es noch nicht glauben, hefte den Tag aber als erfolgreich ab! Der Punkt „Strom für´s Haus“ wird abgehakt.

Zufrieden fahre ich zu Marietta zum Dinner, dort haben wir für heute ein inoffizielles und kleines „MSF-Treffen“ anberaumt.

Die Forumsmitglieder Nessaja, blodughadda, Holger.Ericson und Harmony treffen sich zum Dinner bei Marietta

Vom MSF habe ich ja schon einige Male geschrieben – ich bin weiß Gott kein Freund von Foren und bin auch nur in einem Bootsforum unterwegs.
Umso erfreulicher, wenn man Gleichgesinnte trifft – was übrigens häufiger passiert als man denkt und was oft schon der Startschuss für bis heute andauernde Freundschaften war.

Aus diesem Grund haben wir uns verabredet – mit den Crews der HARMONY und der BLODUGHADDA sind Sibylle und ich schon länger befreundet, als Besucher von Leros gesellen sich Vroni und Holger von der RUNAWAY dazu.
Hat Spaß gemacht und wir haben gut gegessen.

Ich esse ein Octopus Gericht, dessen Name mir entfallen ist – war aber super…
…dazu passt am besten ein verdünnter Ouzo

Wir sitzen lange und quatschen über Gott und die Welt. Die Zeit vergeht wie im Flug!
Erst spät in der Nacht zieht es uns heim und ins Bett. Beim Verabschieden fragt Tom, ob er mein Häuschen mal sehen dürfte – klar, darf er!

Wir verabreden uns für den nächsten Morgen. Ich wollte ihm sowieso beim Montieren seines Bimini helfen, danach fahren wir von seiner Trockenmarina hoch im Norden Leros´ direkt nach Plaka.

Ich zeige Tom das Haus und den Garten

Bis wir einen kleinen Rundgang gemacht hatten und der Österreicher alles begutachtet hatte – er kam übrigens zu dem Schluss, dass „…er das in seinem Leben nicht mehr anpacken würde…“ – war der Nachmittag angebrochen.

Offensichtlich war es Tom nicht sehr eilig in die „Moor & Dock“ Marina zurückzufahren.
Er würde ein Bier für meine Unterstützung ausgeben! Nun, es war 14.30 Uhr und normaler Weise gilt die Regel „kein Bier vor Vier“, aber es auch allseits bekannt, dass es doch irgendwo auf der Welt immer vier Uhr ist 😉

Prost Tom, auf gute Zeiten und ein langes, gesundes Leben

Irgendwann beenden wir unser Zusammensitzen, ich muss mich frisch machen. Heute Abend habe ich ein Date und ich freue mich wie ein Schnitzel.

Ich hatte Freunde aus Österreich angeschrieben, ob sie heute Abend schon etwas vor hätten und ob sie ein gemeinsames Dinner in Erwägung zögen – die Antwort kam stande pede…

„Wir haben heute um 18.00 Uhr Notartermin für unser Haus, danach gehen wir ins Pirofani – Du kommst mit!“

Ich zögere weil ich die kleine Feier nicht bomben will, merke aber, dass ich annehmen darf – so nehme ich an der Feier zum Hauskauf unserer Freunde teil, das freut mich außerordentlich!
Sibylle und ich verfolgen den Prozess seit einigen Wochen und sind happy, dass wir gleichgesinnte, deutschsprachige Frunde haben, die einen ähnlichen Weg wie wir einschlagen.

Und was passiert??? Die Geschichte kannst Du nicht erfinden…

Eine kleine Vorspeise gefällig???

Als ich NESSAJA betrete, fängt mich Ciáran, mein irischer Nachbar ab.
Ich sei doch alleine und seine Frau Jill hätte das Gefühl, sie müsse sich etwas um mich kümmern.
Heute hätte man für mich mitgekocht – strahlend überreicht er mir eine komplette Mahlzeit aus dem Airfryer!
Ein halber Broiler und so „gegrillte“ Kartoffeln mit Kräutern…

Mann riecht das lecker…

Ich bedanke mich überschwänglich und verschweige meine Verabredung.
Ich sitze da und starre auf das halbe Huhn, der Duft steigt in meine Nase und fordert mich zum Verzehr auf…
Doch ich werde nur ein bisschen schwach – ich mampfe eine Kartoffel und das Flügerl und Haxerl vom Hähnchen, den Rest verwahre ich für morgen.

Während ich mich noch ob meiner Disziplin bewundere, breche ich auf nach Panteli.
Dort essen wir wunderbar…

Die Sonne geht gerade unter – ich muss los
Linguine Thalassa
Muscheln in Weinsauce
Cuttlefish-Risotto

Wir gönnen uns eine Handvoll Vorspeisen und teilen uns drei Hauptgerichte.
Natürlich trinken wir ein Bier, etwas Wein und laben uns an Ouzo – kurz wir haben ein phantastisches Abendessen in perfektem Ambiente – dem Anlass angemessen!

Die Themen des Abends lagen auf der Hand – alles rund um die Auslandimmobilie.
Wie geht es euch, wie ging es mir – ein Erfahrungsaustausch in jeglicher Hinsicht, eine win-win Situation.

Satt und müde fahren wir zurück in die Marina – ich war Gast an diesem Abend und bedanke mich ganz herzlich!

Ein ruhiges Erwachen – kein Wind! Ich könnte wieder einmal frühmorgens zum Strand fahren und mich in die Fluten stürzen…

Ruhig, alleine – perfekte Stimmung
Ein Sprung ins kühle Nass – das wird die Lebensgeister zurückholen
Der Tag beginnt perfekt

Ich bin früh dran und auf meiner Liste stehen zwei neu dazugekommene Punkte.
So ist das ja gerne, man arbeitet drei Punkte ab, zwei neue kommen dazu – that´s life!

Neu dazugekommen sind Kurzbesuche auf zwei Schiffen. Zum Einen hat mich Tom angerufen und gebeten, dass ich die vordere Matratze seiner INSPIRATION ausmesse.
Er wolle eine Art „Topper“ mitbringen und diesen Vor-Ort anpassen, die Basismaße sollte er bitte haben.

Zum Anderen ist Ed mit seiner Anreise in Verzug. EDINA ist immer noch im Winterschlaf und da auch für die nächsten Tage kein Besuch auf Leros geplant sei, bitte mich der schwäbische Berliner darum, auch im Juni noch einmal nach seiner CNB zu schauen.

Beides nehme ich mir für heute vor, packen wir es also an…

Alles im Lot auf INSPIRATION – ich hole mir die Schlüssel und habe Zugang
Ob sich da ein passender Topper findet???
Ich nehme die Maße und sende diese an Tom – ab hier übernimmt er

Das klingt immer nach Nix, tatsächlich ist es aber schon ein bisschen Aufwand um so eine „kleine Bitte“ zu erfüllen.

Es muss eine Mail ans Office geschrieben werden, welche mich befugt das Schiff zu betreten.
Dann muss ich hoch und die Schlüssel holen. In vielen Fällen muss ich eine geeignete Planke organisieren, dies ist bei INSPIRATION nicht der Fall.
Auch muss ich hier keine Abdeckungen entfernen, auch dies ist häufig recht zeitaufwändig.
Nach getaner Arbeit ist alles wieder revers abzuwickeln.
Auch mit meinem „Messauftrag“ bin ich eine Stunde unterwegs.

So wird es später Vormittag und ich habe Appetit auf einen Brunch – ein Kotopita bei Marietta wäre recht und da ich noch eine Kleinigkeit bezüglich des Hauses zu erledigen habe, nehme ich das Notebook gleich mit.

Ich erledige ein bisschen administrativen Kram und lass´ mir Mariettas Chicken-Pie schmecken – dann geht´s weiter

Zurück in der Marina sortiere ich mich neu und flitze dann zu EDINA – auch der monatliche Check-Up der Systeme auf dem französischen Performance Cruiser dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Ich lüfte, lasse die Maschinen laufen, starte die Bilgepumpen und sehe nach dem Rechten.
Der Batteriezustand wird geprüft und, wenn nötig, lade ich die Säule für den Landstromanschluss neu auf.

Auch hier ist alles in Ordnung an Bord – inzwischen ist eine große Säuberungsaktion fällig
Der Ladezustand der Akkus ist ok
Nachbarn sind keine da – ich kann Motor und Generator für rund 1h laufen lassen

Tagwerk geschafft! Die zwei Punkte, welche sich spitzbübisch in meine Ablaufplanung gedrängt hatten, können wieder von der Liste genommen werden.

Ansonsten heißt es an diesem Tag für mich – WARTEN…

Es ist fast schon ein „besonderer Tag“, denn Hans-Peter kommt gemeinsam mit Petra und Merlin von einer Urlaubsfahrt zurück – die Ankunft von LIBERTÉ ist angemeldet.

LIBERTÉ ist schon vor der Lakki Bucht
Am Spätnachmittag liegt HP fest am F-Ponton, er ist nun mein entfernter Nachbar

Hans Peter legt an, wir haben den Platz bei mir am F-Steg schon ein paar Stunden vorher anvisiert und spekuliert, ob er denn frei bliebe.

Kaum zwickt mein saarländischer Freund seine Bavaria 41H in die Lücke, schießen schon die Franzosen aus FABINOU heraus – ich kann nicht verstehen was sie sagen, aber es klingt nach „haut ab, ihr passt hier nicht rein!“
Ja, so sieht ein herzliches Willkommen in der Seglerwelt 2025 aus. HP lässt sich nicht beirren und macht fest.
LIBERTÉ pendelt sich ein und lässt Platz für die Fender – ja, die Lücke ist eng, passt aber und ist ungefährlich.
Das realisieren auch die netten Nachbarn irgendwann und geben Ruhe – das ist gut so, denn es hätte schlimmer kommen können – dazu später etwas mehr…

Wir begrüßen uns herzlich und ich erfahre erste News von der Reise, dann lasse ich die Freunde erstmal ankommen.
Einen warmen Tag haben sie sich ausgesucht, der erste mit über 30°C im Schatten.

Langsam wird´s – der Hochsommer hat lange auf sich warten lassen

BIMM – nanu, wer verlangt nach mir? Ach so eine Überraschung, Holger und Vroni kommen in´s „La Palma“ und fragen ob ich auf ein Bierchen vorbeischaue.

Zum Dinner bin ich heute im „La Nostra“ zum Pizzaessen verabredet, ich treffe mich dort um 19.00 Uhr mit Petra und Hans Peter, denn Petra wird bereits morgen den Nachhauseweg antreten. Gabi und Gottfried werden sich auch zu uns gesellen.
Wunderbar! Es bleibt also genug Zeit um ein Feierabendbier mit den beiden Würzburgern zu trinken und dann direkt zum Abendessen zu fahren.

Ok, die Meze sind eine Art „Amuse Gueule“ für später

Der Abend verläuft schön – erst ein bisschen Klönschnack mit den reisenden Freunden von der RUNAWAY, dann das gemütliche Beisammensitzen mit den altbekannten Freunden und die Geschichten vom Urlaubstörn der LIBERTÉ – ich mag das.
Natürlich schließen wir den Abend mit einem Eis bei „Repapis“, dann geht es ab nach Hause, wir sind geschafft.

Am nächsten Morgen laden mich die Saarländer auf ein gemeinsames Frühstück ein.
Petra war gerade eben angekommen, schon heißt es wieder Abschied nehmen – wir sehen uns noch einmal im September.

Auf meiner To-Do Liste sind immer noch ein paar wenige Punkte offen. Für was aber immer Zeit bleibt, ist für akute Hilfe bei befreundeten Yachties.
Wieder komplett selbstbestimmt, konnten Hans Peter und ich ausrücken, um bei Dieters INFINITY das verklemmte Rollgroß zu bergen.

Besprechung – wer macht was
HP ist Kletterer, er geht in den Mast – ich bediene das Segel
Dieter ist der Strippenzieher und winscht HP hoch
5cm raus – 3cm rein, mühsam nährt sich das Eichhörnchen
Es geht wirklich Zentimeter für Zentimeter – wir brauchen bestimmt eine Stunde
Ich kurble das Segel – immer exakt auf HPs Kommando
Irgendwann war es geschafft

Während wir ein kühles Wasser im Cockpit von Heike und Dieter trinken und überdie Ursachen der Panne diskutieren, kommt bei den Beiden der Wunsch auf, einmal eine Stipvisite zu unserem Haus zu machen.

Da ich ohnehin nach oben muss, um nachzusehen ob mit dem Strom alles geklappt hat, vereinbaren wir, sofort aufzubrechen und mit dem Wagen der Beiden nach Plaka zu fahren.

Wir haben uns den bis dahin wärmsten Tag des Jahres ausgesucht – ja, wenn der griechische Sommer einmal da ist, dann kann er was!

37°C – ein paar Tage später werden wir den ersten 40er haben
Das Umlegen der Sicherungen ist vielversprechend – warum kleben Kreuze und Ikonen im Stromkasten???
There´s a light, over at the Frankensteins place 😉

Ich will es kaum glauben, aber die Jungs von der Elektrizitätsversorgung haben Wort gehalten und unser Haus „just in time“ mit Strom versorgt.

Das ist mir aus dem Grund so wichtig, weil in wenigen Tagen am Haus gearbeitet wird, so habe ich Strom für die Geräte vor Ort!

Ich zeige Heike und Dieter mein kleines Bauernhaus, meine Katikia, dann fahren wir zurück in die Marina.
Zeit für einen Sprung ins Meer, Zeit für eine Abfrischung!

Ahhh, das tut gut! Das Meer ist herrlich erfrischend! Am Weg von der Kaimauer zurück zu NESSAJA fällt mir die neueste Baustelle auf – eine Mauer wird errichtet.

Der Wellenbrecher entlang unseres Steges wird stabilisiert und befestigt – schöner wird er dadurch auch
Die Jungs können etwas und sind fix

Ich muss mich sputen, denn an diesem Tag überschlagen sich die Ereignisse.
Mangels Facebook, hatte Hans Peter mich vor einigen Wochen gebeten sein altes Dinghy und den dazugehörigen Motor zu verkaufen.

Das Dinghy hat sich relativ rasch innerhalb der Marina verkauft, für den Motor hat sich nun ein Interessent über Marc Zuckerbergs Social Media Plattform gemeldet – dieser kommt um 17.00 Uhr – das ist in fünf Minuten.

Der Honda 2.3 ist kein Schmuckstück und hat Mängel – kostet aber auch nur 100.-€

Ich mache es kurz – der Interessent kommt und bezahlt. Kein langer Prozess – er lädt ein und zieht wieder von dannen.

Ein guter Deal, ich denke, dass zwei Yachties zufrieden sein können.

Wer nun denkt, dass Ruhe in HPs und meinen Tag einkehrt, der irrt gewaltig!
Eigentlich geht es jetzt erst los – Partytime an Steg E! Hans Peter und ich sind geladene Gäste.

Eine Grand Dame, welche ich „sehr gut“ kenne, kommt ins beste Alter! Ihr Name – ALENA!
Rosi und Charly laden zum 30. Geburtstag ihrer HR39.

Die Übernahme von ALENA ist längst vollzogen

Ich freue mich, dass ich dabei sein darf! Lässt man die spezielle Situation rund um ELOWYN mal außen vor, ist die schöne und jungebliebene Schwedin das Schiff, in dem am meisten Herzblut steckt.

Ich werde wirklich NIE das Jahr vergessen, in dem ich mit Hilfe von Sibylle und der ganzen Steggemeinschaft möglich machen konnte, dass Werner nebst Enkel und Familie, zu den ersehnten Abschiedsrunden kam.

Ich hoffe Rosi und Karl sehen es mir nach, an diesem Abend waren meine Gedanken auch mehr bei Werner als bei ihrer aktuellen Eignerschaft.

Der Umtrunk zum Anlass des 30. Geburtstages fand in bester Gesellschaft statt, es war ein Stelldichein aller bekannten Gesichter – sofern an diesem Tag anwesend…

Merlin…
Mario…
…und die Crews der LE CLAPOTIS, der AEGEAN BLUE und der HARMONY – Rosi und Charly waren perfekte Gastgeber

Ihr könnt es lesen “ Che ersto 30 yea rs“ war das Motto des Tages – ich rätsle bis heute, was das eigentlich bedeutet, bin aber sicher, dass es nur den allerbesten Hintergrund hat!

Trotz oder gerade wegen des engen Cockpits, saßen wir gemütlich beisammen und es gab allerhand zu lachen – die „Gute-Laune-Garanten“ waren ja auch alle anwesend 😉

Die Gastgeber haben sich alle Mühe gegeben, uns bestens mit allen möglichen Kaltgetränken versorgt und zudem allerhand Meze angerichtet.
Für unser leibliches Wohl war also bestens gesorgt.

Käse, Gemüse, Salami und Oliven – Herz was willst Du mehr? Tischleindeckdich auf ALENA
„Mario, was trinkst Du?“ „Och, für mich ein griechisches Herrengedeck, bitte!“

Wie bei jeder ordentlichen Feier gibt es auch heute einen „Eventfotografen“, ich muss mir also um geeignete Blogbilder keine Gedanken oder gar Sorgen machen.

Gottfried legt sich ins Zeug und war immer auf der Suche nach dem besten Schnappschuss.

Gelernt ist eben gelernt
Ein gelungenes Bild – die komplette Runde, wie sooft ohne den Fotografen
Ja dann – alles Gute zum Geburtstag ALENA

Ich werde Werner später ein paar Bilder schicken und kurz mit ihm Schreiben.
Kurzer Spoiler – Sibylle und ich werden am 29.07. für ein paar Wochen nach Deutschland kommen um persönliche Dinge zu regeln.
Werner, wir kommen vorbei – versprochen! Aus den Augen ist nicht aus dem Sinn!

Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass mein iPhone X wirklich langsam in die Jahre kommt.
Das Laden klappt nicht immer. Die Tonausgabe für den Telefonlautsprecher wird immer leiser und die Bilder sind auch nicht mehr wirklich mitreißend.
Für Ersatz ist gesorgt, auch hier gibt es inzwischen einen Generationenwechel, ich werde nächstes Jahr das abgelegte aber heute aktuelle iPhone meines Sohnes bekommen.
Früher war es umgekehrt, ich erinnere mich noch daran 😉

Ein ernsthaftes Thema gab es an dem Abend aber auch…

ALENA und HARMONY sind Nachbarn – sehr enge Nachbarn

Ich schicke voraus, wie immer wenn es zu diesem Thema kommt, dass ich Befürworter unserer Marina und etlicher Handlungsweisen der Geschäftsführung bin.
Nicht alles ist perfekt organisiert, nicht alles top kommuniziert und „deutsche Organisation“ sucht man vergebens – aber bei neutraler Betrachtung gibt es für alles nachvollziehbare Erklärungen und in der Summe sind wir alle bestens aufgehoben und versorgt.

Das Thema „Breite der Liegeplätze“ wird aber falsch angegangen – es ist widersprüchlich, in einer Zeit in der Schiffe immer breiter und länger werden, diese so neu zu sortieren, dass 14m Schiffe nun am Steg zu liegen kommen, der in der Vergangenheit für 12m Schiffe ausgelegt wurde.

Wenn dann noch versucht wird an jeden Steg, auf jede Seite, durch verschieben der Befestigungsklampen jeweils ein Schiff mehr unterzubringen, dann wird es kritisch – zumindest für´s Material.

Zustände wie auf dem Bild zu sehen sind nicht tolerierbar, Schäden und Ärger sind vorprogrammiert.

Die Runde löst sich auf, jeder widmet sich seinem persönlichen Abendprogramm.
Bei mir gibt es heute Pizza.

Lecker wie immer – inzwischen bestelle ich diese Sonderzusammenstellung als „Pizza Mario“

Alice, auch sie gibt sich einen englisch klingenden Namen und heißt in der Realität Αγγελική, Angeliki also, ist die Tochter des Hauses.
Wir kennen uns und ich weiß, dass sie am Vormittag in der Postfiliale arbeitet.
Ich erzähle ihr vom Hauskauf und sie lässt mich wissen, dass ich mich bezüglich der Adresse bei der Post melden müsse.

Ah, again what learned würde Lothar Matthäus sagen und ich wundere mich, warum mein Makler mich hier falsch informiert hat.

Ich nehme es vorweg – der Termin auf der Post war äußerst witzig, es war einer von den Terminen, welche man sich in Deutschland nicht vorstellen kann…

Tatsächlich gibt es auf Leros ein „organisiertes“ Postsystem!
Ich musste also zu einem Zeitpunkt erscheinen, an dem der Briefträger zugegen ist. Es gibt einen für ganz Leros.
Zuerst muss ich meinen im griechischen Steuersystem geführten Namen exakt auf einen Zettel schreiben, diesen merkt er sich dann.
Danach muss ich blumig und gestenreich erklären wo ich wohne, Straßennamen gibt es ja nicht – das merkt er sich auch.
Er nickt und lässt übersetzen, dass es jetzt mit der Post klappt – vielleicht…
Er erklärt, dass er nicht jeden Tag alle Häuser anfahren kann, dafür gibt es diese blauen Kästen an jeder Stichstraße, er würde nächstes Mal nachsehen wenn er vorbeikommt – wenn einer frei ist, bekommen wir einen.
Wenn nicht, dann bekommen wir unsere Post, wenn er Zeit hat bis nach hinten ans Ende der Asphaltstraße zu fahren.
Klingt komisch, is aber so – und ich bin sicher, es funktioniert!

Weil wir gerade vom Haus reden – am Folgetag haben HP und ich „Großeinsatz“!

Allerlei Werkzeug muss mit

Wir verabreden uns früh um die Gunst der Stunde zu nutzen – am frühen Vormittag ist es noch eingermaßen erträglich was die Außentemperatur betrifft.

Wir hatten uns bereits am Vortag besprochen, welches Werkzeug wir brauchen und mitnehmen würden.
Also packen wir uns um 08.30 Uhr zusammen, kaufen bei Andreas Kritikos noch Flexscheiben und fahren dann hoch nach Plaka.

Heute befreien wir unser Dach von „Altlasten“!

Wir bewaffnen uns mit kleinen Flexen und legen los

Welchen Sinn hat diese Aktion – nun sie dient der Erledigung des wichtigsten Punktes auf meiner Liste.
„Dach für die Reparatur vorbereiten“ hat zum Ziel, dass das wassersammelnde Flachdach mit Attika KOMPLETT von alten Anbauten wie zum Beispiel Klimaanlagen, Kabeln, Rohren, Antennen oder den Zaunstützen befreit wird.

Am Ende unseres Einsatzes soll sich ein blankes, cleanes Dach zeigen, auf dem die Reparaturfirma die vereinbarte, komplette Sanierung des Flachdaches durchführen kann.

Ich habe zwei Tage für diese Arbeit veranschlagt – um 13.30 Uhr waren wir fertig!
Als wir alles einpacken, kommt unsere liebe Nachbarin, die „Meisterin des Holzbackofens“ und schenkt uns ein Brot – was für eine Geste!!!

Leider kann ich den Duft nicht verlinken

Weil es gar so gut von der Hand ging, lade ich HP zum Rieseneis ein! Wir gönnen uns einen Wahnsinnsbecher mit drei gigantischen Kugeln und trinken jeder einen Liter Wasser auf Ex!

Perfekt! Noch in der Eisdiele sitzend melde ich dem Dachdecker, dass er jederzeit loslegen kann – er verspricht, dies noch diese Woche zu tun.

Es folgen noch Bilder vom Ergebnis des heutigen Tages und auch von der Menge Schrott, die wir in der Garage zwischengelagert haben – ein bisschen Geduld noch.

Für heute ist´s genug, wir gehen noch kurz einkaufen und ziehen uns dann in der Marina in den Feierabend zurück.
Mein Einkauf, unter anderem ein Six-Pack Coke, sorgte für einen lustigen Sidekick!

Ich erwerbe scheinbar den „Karpathakis-Superpack“

Zur Zeit hat Coca-Cola Dosen mit Namensaufdruck. In dem von mir gekauften Pack finden sich neben dem Namen von Giorgos Mutter – Eleni – auch noch die Namen von Giorgos und Katerina.
Das finde ich witzig – ich mache ein Bild und schicke es meinen Freund…

Zurück kommt ein lachender Smiley und dazu eine Nachricht, welche meinen Tagesplan für den Folgetag durcheinanderwirbeln wird.

„The tank for your friend is ready, you can pick it up!“

Ich informiere Gottfried als Auftraggeber, dass er uns begleiten soll um die Rechnung zu begleichen, auch HP bekommt eine kurze Notiz – „Morgen 10.00 Uhr bei Giorgos – HARMONYs Tank ist fertig!“

Perfekt, dann wissen wir ja schon was wir morgen machen – für mich der letzte wichtige, offene Punkt auf meiner Liste, ich werde morgen den finalen Haken setzen.

Es ist ein Tag später, etwa 10.00 Uhr vor dem Tor von „Boat & Parts“ in Kamara.

Der Tank ist fertig und besteht einen finalen Dichtheitstest

Nachdem der Tank ein weiteres Mal auf Herz und Nieren geprüft wurde und letztlich auch der skeptische Gottfried sein OK gab, haben wir das Wasser abgelassen und den Wasserspeicher in HPs Ford Ranger gepackt.

Zurück in der Marina wurde das Monstrum auf HARMONY gepackt und vom Skipper sofort verbaut.
Kurz gesagt – bis heute alles ok, der Punkt „Tank HARMONY“ bekommt den fettesten Haken von allen Punkten.

Ich habe mir eine Belohnung verdient – und gönne mir aus diesem Grund ein Bier im „La Palma Café“.

Fast ein Frühschoppen

Während ich den eiskalten Gerstensaft meine Kehle hinabrinnen lasse, muss ich an den gestrigen „Kaimauerratsch“ mit Ina und Ralf von der CHILI denken.

Sie werden heute eher ungeplant abreisen, Ralfs Anweseheit ist zuhause gefordert.
Ich muss auf jeden Fall noch ade sagen und nehme vor, gleich auf dem Rückweg in die Marina, bei der Hanse der Beiden zu stoppen.

Doch siehe da…

Die Klappe ist zu – das Höhencafé CHILI ist geschlossen

Ach du meiner Treu! Die Beiden scheinen schon abgereist und ich habe offensichtlich nicht am Schirm gehabt, dass sie die Frühfähre und nicht den Katamaran am Nachmittag nehmen.

Wie ärgerlich! Das ist doch verfitzmaledeit – wir haben uns nicht mehr verabschiedet.
Glaubt es oder nicht – BIMM – exakt in diesem Augenblick kommt eine Nachricht der Beiden – mit einem Flugbild über Leros, man hätte mir gewunken…

Ok, klar, das gilt!!!

Ralf und Ina überfliegen die Lakki Bucht – die Marina ist deutlich zu sehen

Ok, es ist noch viel Tag übrig, so packe ich gleich einen weiteren Punkt auf meiner Liste an – wenn ich recht überlege, ist auch dies noch eine Sache, der eine gewisse Dringlichkeit anhaftet.

Ich gehe hoch ins Büro, treffe die Senior-Chefin der Marina und bespreche mit ihr Vertragsangelegenheiten für NESSAJA und ELOWYN.
Das geht relativ rasch und ich bekomme meinen neuen Vertrag ausgehändigt.
Ich erkenne, wie überall bleibt auch hier eine gewisse Preissteigerung nicht aus, aber ganz grundsätzlich erlebe ich keine bösen Überraschungen.

Als ich das Office verlasse, erstaunt mich etwas ganz anderes…

SCORPIO wird nach mehr als vier Jahren einmal wieder bewegt

Warum ich das schreibe? SCORPIO ist eine Hanse 540e, für welche ich mich einmal nachdrücklich interessiert habe.
Ich hatte den Plan aber damals verworfen.

Heute, so denke ich, hat sie endlich einen Käufer gefunden, welcher sie aus dem Dornröschenschlaf holt – aber weit gefehlt, sie war nur im Weg und wurde jetzt in die Ecke verräumt, welche intern „der Friedhof“ genannt wird.
Ich bin gespannt, wie es mit diesem einst stolzen Schiff weitergeht.

Während dieser Tag von nun an eher unspektakulär ausklingt, genehmige ich mir am Folgetag einen umso fulminanteren Start.
Die Bedingungen passen mal wieder perfekt, so dass ich mich frühmorgens aufrappeln kann um einmal wieder nach Panteli zu fahren.

Absolut ruhig – das Wasser klar und super-erfrischend
Ich springe in die Fluten und schwimme ein paar Züge – wach!!!
Dann noch einen Cappuccino im „Tzouma“ – perfekt!

Eine neue kleine „Zwischenarbeit“ wartet auf Hans Peter und mich, als ich in der Marina zurück bin.
Hanna von der DAMIANA hat mir gestern ihr Leid geklagt – die Lazybags wären gerissen und sie müssten aus privaten Gründen für ein paar Wochen nach Hause fliegen, aber es sei keiner da der hilft, die sperrigen Segelkleider abzuschlagen, so dass Heiner diese nach Lakki zur Reparatur bringen könnte.

Na wenn das mal kein Wink mit dem Zaunpfahl war???

Egal, HP und ich wollen helfen und setzen dies auch gleich um!

Das Blaue mit den Leinen muss weg – dafür muss das Segel hoch und einiges aufgetüddelt werden

Irgendwie war auch dies keine Rocket-Science. Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir den zerfledderten Sack abmontiert und gehörig gefaltet, jetzt kann Heiner den Auftrag vergeben.

Wir genießen eine alkoholfreie Brause und verabschieden uns dann.

HP zieht sich auf seine LIBERTÉ zurück, dort wartet der Wassermacher bereits auf seinen Einbau.
Wir haben uns diesbezüglich besprochen und werden dies wohl in der ersten Juliwoche umsetzen.

Ich dagegen gehe zur FESTINA LENTE und mache ein paar Bilder- kleiner Spoiler gefällig? Es wird bald eine weitere Bavaria 39C zum Verkauf stehen – seid gespannt!

Wird aufgemöbelt und kommt mit neuem Antifouling ins Wasser – zum sofortigen Verkauf

So, für heute wär´s genug – dachte ich und trat beim entern von NESSAJA ins Leere!

Potztausend – hatte ich nicht vor ein paar Tagen noch an die ausgeleierten Gummiseile gedacht, welche meine Gangway knapp über dem Ponton schweben lassen?

Und warum reißt exakt JETZT eines der beiden Seile???
Der Teufel scheint ein Eichhörnchen zu sein.

Na dann, erneuere ich die beiden Strops eben…
Bei der Gelegenheit könnte ich Sibylle gleich den roten Teppich ausrollen.

Weg mit dem alten Zeug – die Reparatur ging schnell

Und jetzt? Inzwischen bin ich tief im Nachmittag dieses Tages angekommen.
Ich bin mit Brigitte und Hans zum Dinner im „To Steki“ in Alinda verabredet, hätte aber noch so einen Glangerer auf ein Eis.

Ob sich das noch ausgeht? Na klar, nix wie hin…

Hans Peter, Emanuel und ich gönnen uns eine kleine Innenraumkühlung – drei Kugeln, ich schwör

Zu dritt sitzen wir im Schatten bei „Repapis“ und quatschen über allerlei Wichtiges und Unwichtiges.

Die Zeit verfliegt auf angenehme Art und Weise und so habe ich nach meiner Rückkehr in der Marina gar nicht mehr soooo viel Zeit, bevor ich mich auf den Weg nach Alinda machen muss.

Wunderschöne Stimmung in Alinda – die Sonne ist schon hinter den Hügeln verschwunden
Trotzdem sind die Tische um diese Zeit noch nicht belegt – ich habe die Wahl
Ich setze mich und warte auf die Freunde aus Österreich

Brigitte und Hans kommen pünktlich, heute haben die Beiden es nicht so weit.
Bei den Treffen in Lakki, bin ich der Nutznießer der kürzeren Fahrtstrecke.

Wie schon beim letzten Mal haben wir, als frischgebackene Hausbesitzer auf Leros, eine Menge gleicher Themen denen wir uns auch gerne hingeben.
Wir quatschen über Strom, Wasser und die Geschichte mit dem Postboten.
Nicht wenige der ausgetauschten Informationen sind relevant und hilfreich – der Austausch mit den Beiden und das Zusammensitzen bei Speis´ und Trank ist mir eine Freude!

Abgesehen davon – wir essen auch mal wieder echt gut im „To Steki“.

Popi – unser Favorit unter Dimitris´ Meze Auswahl
Ein Zucchini-Chicken Auflauf, sehr gute, neue Wahl

Über unser Essen wird es, einmal mehr, recht spät und ich trudle in stockfinsterer Nacht auf meiner NESSAJA ein und sacke todmüde in meine Koje – das Leben ist schön!

Endspurt – es beginnt mein letzter Tag als Strohwitwer. Heute Nacht kommt Sibylle mit der Spätfähre auf Leros an.
Der Zufall will es, dass Alex von der ANAHITA im gleichen Flieger ab München sitzt – die Reise meiner Frau wird daher kurzweiliger als sonst werden.

Ich will ihr eine Freude machen und gut vorbereitet sein. Daher fahre ich hoch zum Haus und möchte den Breezy startklar machen.
Oben angekommen, erlebe ich zwei Überraschungen…

Die Dachbaufirma ist schon da und hat bereits die Hälfte der Reparatur erledigt
Wird gut – danach ist dachseitig erstmal ein paar Jahre Ruhe

Ich unterhalte mich ein wenig mit Michalis, er erklärt mir was noch zu tun ist und freut sich, dass Hans Peter und ich so gute Vorarbeit geleistet haben.

Ich bin happy, dass der Mann so zuverlässig und aus meiner Sicht gut arbeitet.
Mir ist klar, hier kann ich nichts tun, ich werde nicht gebraucht, ich lasse die Beiden weiter schaffen.

Ich gehe in die Garage, dort liegt der ganze Schrott, den HP und ich aufgestapelt haben – eine meiner nächsten Aufgaben wird sein, das ganze Zeug ordentlich zu entsorgen.
Keine so leichte Aufgabe auf Leros – hier ist das nicht so geregelt wie in Deutschland.

Muss weg – der ganze Schrott ist sauber auf einen Haufen gestapelt
Der Breezy auch – NEIN, der darf bleiben

Sollte ich den Breezy auch auf den Haufen stapeln? Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf, als ich die Batterie anklemme und der Startversuch doch scheitert.

Offensichtlich waren die fünf Wochen Pause zuviel für die kleine, erst ein Jahr alte Batterie.
Aber ich erinnere mich, dass meine GS ja auch von Zeit zu Zeit Batterieprobleme hat und lasse Gnade walten.
Gut, dass ich bereits heute an Sibylles Roller gedacht habe, so ist Zeit um zu reagieren.
Ich nehme die kleine Batterie mit nach Hause und lade sie auf.

So, bis morgen sollte das Problem gelöst sein

Auch Alex möchte ich eine Freude machen – er muss sein Schiff zu später Stunde entern und steht ja hoch aufgebockt an Land.

Ich suche also eine entsprechend lange Leiter und lehne diese an ANAHITA.
Ich will vorgreifen – diese Leiter steht den ganzen Tag, sie ist festgebunden!
Doch als ich abends zum Dinner ausrücke, ist sie weg. Ein übereifriger Marinaarbeiter hat sie aufgeräumt – ich könnte kotzen.

Wenn die Jungs bei Allem was sie anpacken so pflichtbewusst und emsig wären! So werde ich abends, frisch geduscht, ein weiteres Mal eine der Leitern über den Platz tragen und an ANAHITA befestigen.

Erst da, dann weg, dann wieder da…
Die vielen Schritte zollen ihren Tribut

Nicht nur Sibylle ist im Anflug, auch die ELOWYN nähert sich ihrem Heimathafen.
Es ist zum Brauch geworden, dass wir als „Abschiedsessen“ im „Mylos“, dem Top-Lokal auf Leros, einkehren.
Ich hatte vor ein paar Tagen schon reserviert, dies scheint während der Saison nötig.

Diesmal werden wir zu sechst sein und es versteht sich von selbst, dass jede(r) Einzelne seine eigenen Anforderungen an ein so exclusives Dinner hat.

„Sitzen wir windgeschützt?“, war eine der Fragen denen ich mich stellen musste – hm, woher soll ich das wissen?
Wir entschieden uns „zu hoffen“, dass der uns zugewiesene Tisch alle Kriterien erfüllen möge.

Da das „Prinzip Hoffnung“ nicht die Grundlage meines Handelns ist, habe ich mich heute auf den Weg zum Gourmettempel gemacht…

Die besondere Taverne

Ich kenne die Brüder Giorgos und Mario schon seit vielen Jahren. Als wir das erste Mal hier einkehrten, war das „Mylos“ noch weit vom heutigen Status entfernt – aber inzwischen ernten die Beiden den Lohn ihrer stetigen Bemühungen.

Also statte ich der Taverna einen Besuch außerhalb der Öffnungszeiten ab. Thanassis ist ebenfalls vor Ort, das ganze Team trifft Vorbereitungen für das Tagesgeschäft, trotzdem nimmt man sich Zeit für ein kleines Schwätzchen.

Ich bitte höflich um einen windgeschützten Tisch für unser geplantes Dinner, bekomme diesen zugesichert und kann somit die Hoffnung gegen eine Überzeugung tauschen – was tut man nicht alles für gute Freunde???

Kennt ihr noch „wir warten auf´s Christkind“? Die griechische Version davon hatte ich heute zu durchleben – wir warten auf Sibylle!
Dass mir diese Wartezeit nicht zu lang würde, dafür wollten Hans Peter und Berthold sorgen – wir gehen zusammen ins „SouVLakki“!

Dort hat HP inzwischen seinen „Stammtisch“!

Sieht aus wie eine Strafe – dient aber dazu, Merlin an der Katzenjagd zu hindern

War (fast) witzig – wir drei als einzige im ohnehin warmen Innenraum der Grillstube, immer erklärend, dass hier keine Katzen sind.
Dass dies gar nicht so unbedingt stimmt, durften wir auch erfahren, dies ist aber ein anderes Thema.

Wir nehmen also Platz an dem extra für uns bereitgestellten Tisch – der riesige Ventilator bläst uns auf´s Ohr, meine Mähne flattert im Wind, auch die buschigen Augenbrauen von Merlin richten sich nach dem Luftstrom aus.

Problem! Berthold und ich sind zugempfindlich, so lässt Berthold den Ventilator gleich ausschalten!
Ob das eine so gute Entscheidung war? Auf jeden Fall lief der Schweiß in Strömen.
Als wir uns für eine Nachspeise bei „Repapis“ entschieden, hätte ich mich am liebsten mit der Eiscreme eingerieben – ich habe mich in letzter Instanz dann doch für den Verzehr entschieden.

Die Fähre kommt! Wir verabschieden Berthold und fahren zum Hafen. Hans Peter mit dem Pick-Up, mit dem er Alex und das Gepäck transportieren wird.
Ich mit der GS, ich nehme meine Gattin auf den Sozius.

Viel Trubel, wie immer – es geht alles ganz schnell, wir suchen das Weite

Kurzes Hallo, dann nix wie weg. Es herrscht immer ein Riesentrubel am Hafen.
Unser Plan – wir fahren bis zum „La Palma Café“, dort setzen wir uns gemütlich hin, begrüßen uns gehörig und trinken einen Willkommensschluck!

Die Zeit passt noch, dass Sibylle und Alex einen Snack bekommen. Wir sitzen bestimmt bis Mitternacht, dann haben wir alle ausgetrunken, die ersten Geschichten erzählt – es ist Zeit, das Bett ruft, morgen ist auch noch ein Tag.

Selbst Sibylle fängt nicht mehr an ihre Tasche auszupacken – auch das hätte Zeit bis morgen. Na also…

Sie ist wieder da!!!

Der neue Morgen beginnt mit einem feudalen Frühstück

Abermals finden wir uns am Morgen des neuen Tages im „La Palma“ wieder. Sibylle hat Hunger und dann ist mit ihr nicht zu spaßen.
Ich muss mein fleischgewordenes Tamagotchi also füttern und bestelle ein vollumfängliches Frühstück.
So kommt meine Frau wieder zu Kräften 😉

Klar, dass wir keine Fahrt ohne klar definiertes Ziel machen! Wir haben die kleine Rollerbatterie im Gepäck und werden sofort nach dem Brunch zum Haus fahren um den Breezy zu holen.

Dort angekommen, staunen wir Beide nicht schlecht! Das Dach ist fertig, nur der weiße Schutzanstrich fehlt noch.

Ich erzähle Sibylle von den geleisteten Arbeiten

Nach dem kurzen Gang um´s Haus, richten wir den kleinen Roller und starten ihn. Alles klappt perfekt und wir können nach kurzer Zeit schon wieder zurück nach Lakki fahren.

Born to be wild – die Rockerbraut ist wieder mobil
Im Konvoi zurück nach Lakki

Zurück in der Marina höre ich einen bekannten Halbsatz – „…wir müssen…“ – und ich wusste GENAU was kommt!
Ich wusste es so genau, dass sich dieses Thema zwischen mir und den Freunden in der Marina während der letzten Tage zum „running Gag“ entwickelt hat.

„Wir müssen Deine Haare schneiden – und der Bart muss weg!“
„Ja Schatz 😉 …“

Och menno, ich finde es gar nicht so schlecht
Aber Sibylle kann den „Wildwuchs“ nicht leiden

So, dann haben wir das ja auch geschafft! Aber damit nicht genug! Sibylle fürchtet um ihr wohltemperiertes Schlafgemacht und so bekommt die Aktivierung der neu erworbenen Klimaanlage umgehend das „High Priority“ Label.

Ich folge sofort, es gilt das Credo „Happy wife, happy life!“
Da ich den Abluftschlauch schon vorbereitet hatte, war das Aufstellen und Anschließen des Standgerätes kein großer Aufwand mehr.

Was ich nicht ahnen konnte war, dass diese ehrenvolle Handlung – ich schlafe übrigens noch ohne Klimatisierung – nicht für Ruhm und Ehr´ gereichte, sondern für handfeste Diskussionen sorgte.

Testlauf bei Maximalleistung – top

Noch wähnte ich mich allerdings in Sicherheit! Da ich mir in meinem persönlichem Umfeld keine Huldigungen erwarten darf, ist es salbend für die Seele, wenn just in solchen Augenblicken andere an einen denken 😉

Jörg und Ulrike grüßen von ihrem Segeltörn an die Peloponnes und schreiben, dass sie gerade an mich denken mussten…

Oh wie nett – das schmeichelt

Weil ich um die Vorliebe für offene Fenster und Frischluft – Temperatur egal – bei meiner Frau weiß, fühle ich sehr taktvoll vor.
„Du weißt, dass man beim Betrieb von Klimaanlagen die Fenster geschlossen halten soll?“
Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen „…ja, klar!“

Ich bin beruhigt und freue mich auf unser Essen. Wir sind heute mit Holger und Vroni im „To Steki“ verabredet.
Wie immer schmeckt es und wir haben einen netten Abend mit den neuen Freunden aus Würzburg.

Der Chef bringt eine Auswahl – kleine Hauptgerichte, auf Meze Format geschrumpft, sehr lecker

Zurück auf NESSAJA sehe ich nach meinen Batterien, 53%, das reicht für die Nacht, auch mit Klimaanlage.
Den Windgenerator werde ich an diesem Abend vergessen auszuschalten – eher gefährlich – den kann Sibylle nämlich auch nicht leiden.

Ihr ahnt was kommt – am nächsten Morgen wache ich auf und koche Kaffee, wie immer sehe ich auf meine Anzeige und traue meinen Augen kaum – 11%! Bei 8% schaltet die Anlage ab – hätte ich den Windgenerator ausgeschaltet, das System wäre jetzt tot.

Was war passiert? Natürlich hatte Sibylle das Gefühl, dass sie Sauerstoff braucht und natürlich hat sie die Dachluke geöffnet – „…nur ein wenig, das macht doch nix!“
Der Klimaerwärmung nicht, die haben wir heute Nacht bekämpft, mir schon, weil ich nicht jeden Tag meine Batterien laden will!

„Ach Du mit Deinen Batterien…“ höre ich sie sagen – das ärgert mich jetzt wirklich, denn ich habe diese Batterien, die teuerste Anschaffung meines Refits nur, weil mir jemand zugesagt hat, mit mir um die Welt zu segeln.

Ich schaffe Abhilfe – sofort!!!

Meine Landstromsteckdose ist eine innenliegende CEE-Anschlussdose
Ein Adapterkabel muss her

Wir fahren in den Ort und kaufen Strom-Ersatzteile. Ich muss und will Sibylles Klimaanlage von „meinen doofen Batterien“ entkoppeln.

NESSAJAs Stromsystem ist so gebaut, dass ALLE Stromzugänge über den Victron Quattro geführt werden und auch ALLE Abgänge über den Inverter gehen.
Wir haben immer und zu jeder Zeit 230V, auch wenn wir nicht am Landstrom hängen.
Der Nachteil – auch wenn wir am Landstrom hängen, wird aus den Batterien entnommen, welche gleichzeitig geladen werden.

Genau das ist das Problem – ich will meine teuren Batterien nicht immer am Ladegrät haben.

Mit dem Adapter zweige ich 230V vom Landstrom ab BEVOR sie in mein Boot eingespeist werden und schließe nur Sibylles Klimaanlage an – nur ein Gerät läuft jetzt außerhalb des Systems – schont aber meine Batterien und meine Nerven.

Jetzt darf Sibylle auch bei offenem Fenster kühlen, wenn der Strom auf der Säule ausgeht, lädt sie nach.

Scheißtag? Nein! Denn ich mache einen Deal, der mir die lang ersehnte Eiswürfelmaschine beschert!

Vroni und Holger brauchen den Apparat nicht mehr
Ich mache sofort einen Testlauf – sehr geil! Kommentar von Holger – da fehlt der Schnaps
Meine Antwort – nein, schau mal genauer hin

Vroni und Holger haben einen Kühlschrank mit Eisfach und brauchen die große Maschine nicht mehr. Spazierenfahren wollen die Beiden das Trum auch nicht, der Platz auf RUNAWAY ist knapp bemessen.

Also bieten die Beiden mir das begehrte Gerät für „ein Bierchen“, das heißt für das nächste Beisammensitzen im „La Palma“ an – da sage ich nicht Nein!

Ich bin begeistert! Das Gerät zieht im Zubereitungsmodus 170W und bereitet den Behälter mit Eiswürfeln auf den Bildern in circa einer Stunde.
Ab jetzt gibt es den Gin-Tonic auf NESSAJA immer mit Eis!

Ich muss an Tanja und Stefan denken, welche in einer Scheißsituation so eine Maschine gekauft haben und meinten „Eiswürfel sind ein Stück Lebensqualität!“

Sonst noch etwas an diesem Tag? Ja! ELOWYN kommt früher als gedacht!
„Mario, sind noch Plätze frei, wir wollen heute schon kommen, es droht Wind in Sturmstärke am Wochenende!“
Ich sende Volker ein Foto des einzig freien Platzes, welcher für ELOWYN in Frage kommt…

Sollte passen

Die Marina sichert den Platz zu und die Marineros sind informiert – ELOWYN kommt nach dem Refit zurück nach Leros.

Naja, solange mussten wir gar nicht warten, bereits zwei Stunden später waren die Freunde da und warfen die Heckleinen über.
Mein Patenschiff ist zurück – und mit ihr meine Aufgabenliste! Im Juli geht es los.

Erst mal einen Anlegeschluck! „Wollt ihr Ouzo? Ich hätte Eiswürfel!“ Zunächst Gelächter, welches aber verstummte, als ich meine Schale mit frisch gefertigten Eisbollen brachte.
So schmeckt der Ouzo eben doch besser!

Willkommen zurück Tina und Volker, willkommen ELOWYN – schön, dass ihr wieder da seid!

Die Sonne geht unter, wir machen uns fertig zum Dinner

Rena hat uns umgehend mit einem Leihwagen versorgt – die Gute! Sie tut wirklich was sie kann.
Natürlich hatte ich reserviert, aber die verfrühte Ankunft hatte auch sie nicht am Schirm.
Wir bekommen den Jimny und fahren damit nach Panteli – easypeasy, dachte ich…

Aber der Spruch „Platz ist in der kleinsten Hütte“ trifft manchmal nur bedingt zu.
Ich klappe den Sitz neben Sibylle auf der Hecksitzbank um und quetsche mich „back to back“ zu Volker in die kleine 4WD-Karre.

Meine Bein – das muss so
Meine Perspektive ist toll – aber einen Auffahrunfall würde ich nicht toll finden
Endlich raus – ich will keinen Jimny

Wir haben uns am ersten Abend für das „Pirofani“ entschieden – unser Allround-Joker.

Es passt wie jedes mal sehr gut – wir sitzen fein, essen sehr gut und genießen den Abend, es gibt ja auch einiges zu erzählen.

Beim Ouzo passen wir, die Entscheidung hierfür, fällt auf´s „Skipper´s“, denn wir wissen, dass heute Live-Music gespielt wird und dass Marias Tochter hier ist und auch mitsingen wird.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen – den Absacker gibt es daher in der Marina.

Nicht jeder Ton saß – aber allemal eine schöner Ausklang des Abends

Puh, was für ein Tag! Ich glaube, ich brauche dringend Urlaub. Ich bin sehr gespannt, wie der Juni endet – noch zwei Tage haben wir zu meistern.

Der erste davon wird spannend für mich! Heute werden wir unseren Freunden Tina und Volker das kleine Häuschen in Plaka zeigen.
Wir sind sehr gespannt auf deren Urteil, denn erstens sind beide aus der Baubranche und haben echtes Fachwissen, zweitens – noch viel wichtiger – sind uns Beide immer gute Ratgaber diesbezüglich gewesen, ihr Wort hat Bedeutung für uns.

Doch bevor wir zu unserer Katikia fahren, möchte ich noch Hans Peter bei seiner WordPress Seite helfen.
Ich bin inzwischen geübter Anwender, er macht gerade seine ersten Versuche.

Zuerst sehe ich mir auf meinem Rechner die Seitenstruktur an

HPs Seite ist verhältnismäßig einfach aufgebaut. Ich konnte die benötigte Hilfe schnell geben und so war es dem „Saarsegler.de“ möglich, seine Autorentätigkeit ohne Unterbrechung fortzuführen.

Eile war generell nicht geboten, denn der angesagte Starkwind kam wie angekündigt.
Nicht ganz in der erwarteten Stärke, aber zwischen 30 – 40kts ist auch spürbar – die Boote in der Marina haben jedenfalls ganz schön geschaukelt.
Ich nehme mal an, dass unsere Badepause heute ausfällt.

Der Winddruck mit den einhergehenden Begleiterscheinungen hielt den ganzen Tag an

Endlich war es soweit, Sibylle setzt sich zu den Freunden in den beengten Jimny, ich steige auf meine geliebte GS und wir fahren zusammen die rund 5km zu unserem Häuschen auf einer Anhöhe in Plaka.

Mein erster Blick gilt dem, inzwischen fertiggestellten, Hausdach und der finalen Umsetzung.
Ich finde es ist toll geworden! Ich setze auch sofort eine Nachricht an den Handwerker ab, bedanke mich und wünsche einen schönen Sonntag.
Anfang der Woche würde ich zum Bezahlen kommen.

Das Dach sieht aus wie neu – perfekt – die erste Renovierungsarbeit ist erledigt

Dann beginnen wir einen Rundgang mit den Freunden – hier die vordere Terrasse, der Backofen und die Außenküche.
Ja, ein schöner Blick über das Meer zur türkischen Küste – wollt ihr mal ins Haus schauen?
Hier die Küche, das Bad wird verkleinert, dafür kommt ein zweites hinzu.
Das ist das eine, hier das andere Schlafzimmer – und das hier wird der große Raum für Essen, eine integrierte Küche und eine gemütliche Wohnecke.

Jetzt noch den Garten – unsere Olivenbäume, unser Zitronenbaum und unsere kleinen Stallungen.
Ja, das ist die hintere Terrasse und hier bauen wir das zweite Bad ein.
Aber das beste kommt noch – hier an der Höhle vorbei, da schaut, das ist unser Meerblick über Gourna, hier geht die Sonne unter!

Es gefällt den Freunden! Ich freue mich und kann umso mehr genießen, dass die Beiden einen guten Tropfen dabei haben um mit uns anzustoßen.

Auf die kleine Katikia in Plaka!

Wir lassen den Korken knallen und stoßen auf das Häuschen an

Natürlich tüfteln wir auch und tauschen Gedanken aus, aber vielleicht muss sich das auch alles ein wenig setzen.
Ich bin sicher, ich bekomme jederzeit Rat, wenn es um bauliche Umsetzungen geht.

Am Heimweg wollen wir im „Serza“ in Merikia reservieren – wir finden die Location gut und Kristina möchte einmal ein neues Lokal auf Leros ausprobieren.
Wir erinnern uns an unseren Besuch mit Susanne und können diese Taverne empfehlen – doch leider klappt es nicht.
Es ist viel zu windig dort, der Meltemi faucht über die Tische und wir vertagen den Besuch auf ein Andermal.

Das „Serza“ ist ein gutes, wenig bekanntes Lokal und empfehlenswert – aber nicht ideal bei Starkwind
Der Blick über die Merikia Bucht wäre allerdings echt schön

Der weitere Verlauf des Tages ist eher unspektakulär – wir verbringen unseren Nachmittag in einer der Bars am „Dio Liskaria“ Strand und wollen eigentlich baden gehen.

Das verwerfen wir aber, denn auch dort ist der Wind so kräftig, dass wir fast ein wenig frösteln.
So bleibt es bei einem „Light Lunch“ und einem Kaltgetränk, dann fahren wir zurück in die Marina.
Zwei Stunden Freizeit für alle – Zeit, die ich für meinen Blog nutze.

Für den Abend ist unsere Wahl dann auf das „Navarone“ in Agia Marina gefallen – eine bekannte Adresse, aber Kristina war noch nicht dort.
Zudem hatten wir einen Tisch im Innenraum reserviert, perfekt am heutigen Tag, denn so weht der Wind einem nicht die Flaschen vom Tisch.

Das „Navarone“ ist einladend und wunderschön renoviert
Die Innenräume sind nicht zu modern und doch richtig stylisch
Shrimps vom Hot Stone
Bulgur Salat
Shrimp-Salat
Mein Hauptgericht – Linguine mit Sea-Food

Das Essen war vorzüglich und wir haben das Lokal satt und zufrieden verlassen.
Es war immer noch sehr stürmisch, aber irgendwie lag auch eine besondere Stimmung über Agia Marina.

Ich mag diese Zeit, das Ende der „blauen Stunde“…

Die Fischer bleiben fest vertäut im sicheren Hafen
Ein letzter Rest von Licht erhellt Agia Marina, in wenigen Minuten ist es stockdunkel – nahe Neumond

A bissl was geht immer – so sagte schon der „Stenz“, der „Monaco Franze“. Und so dachten auch wir heute – ein Absacker geht noch und diesen genehmigen wir uns heute ganz stilecht im „La Palma Café“.

Eine Karafaki Ouzo, ein kleines Bier dazu und noch gehörig Klönschnack – so darf ein Tag enden.

Auch der Juni startet morgen in sein „finale furioso“, ich bin gespannt, was der letzte Tag des Monats für uns bereithält…

WIND! Er hält jede Menge Wind für uns bereit!

Ein kurzes Luftholen, hier mit rund 14kts, dann wieder Böen um die 35 – 40kts – so geht das den ganzen Tag
Den Windgenerator freut´s – er schiebt richtig Strom in die Batterien

Wir wachen schon morgens vom Windgeräusch und dem Klappern der Fallen auf.
Ich mag das ja und es dauert auch eine gewisse Zeit bis mich der stetige Meltemi nervt – noch ist es nicht soweit.

Im Gegenteil, ich genieße den Wind, welcher uns vor brütender Sommerhitze bewahrt und der meinen Windgenerator pausenlos antreibt – so kann das teure Accessoire tun, wofür es gebaut und angeschafft wurde, nachhaltigen, kostenlosen Strom produzieren.

Ansonsten läuft der Tag eher ruhig an. Kristina und Volker wurschteln an ELOWYN herum und haben erst spät Zeit für gemeinsame Unternehmungen.
Wir bauen den defekten Boom-Vang, den Rodkicker, zusammen aus und nehmen uns vor, diesen noch gemeinsam zu versenden.

Sibylle und ich gehen am Nachmittag auf ein Eis, treffen dort Emanuel und quatschen ein paar Takte.
Ansonsten passiert nichts, bis wir zu unserer Verabredung mit Vroni und Holger los müssen.

Ein Bier und Ouzo mit Meze – die Rechnung geht auf uns

Es war ja noch offen, dass wir unseren Teil des „Deals“ einlösen – „…ein Bierchen“, dies natürlich nebst Ouzobegleitung und ein paar Meze, gehen auf uns, als Gegenleistung für den wirklich phantastischen Eiswürfelbereiter.

Ich bin happy, denn so ein Gerät ist schon lange mein Begehr.

Wir lösen unsere Runde erst auf, als Sibylle und ich weiterziehen müssen.
Denn der Juni wird seinen Ausklang im führenden Speiselokal auf Leros finden – wir sind mit Kristina und Volker, sowie Gabi und Gottfried im „Mylos“ verabredet.

Der Ausblick auf die namensgebende Mühle und das Kastel von Leros

Wir alle treffen pünktlich vor dem mehrfach preisgekrönten Lokal ein. Gemeinsam betreten wir die Taverne und lassen uns den reservierten Tisch zuweisen.

Am Weg dorthin, kommen wir an den Fisch-Kühlschränken vorbei und erhaschen schonmal einen Blick auf die feilgebotenen Leckereien.
Natürlich lassen wir uns auch „unseren Fisch“ zeigen, die Wahl fällt auf einen 3kg Black Grouper.

Die Tunas
Der vorne rechts wird unserer

Wir nehmen Platz und genießen abermals den wunderbaren Ausblick auf die Bucht von Agia Marina und die perfekte Stimmung, die das Abendlicht zu dieser Stunde zaubert.

Wir hatten zudem Glück mit dem Wind, der in den Abendstunden etwas abgenommen hatte.
So saßen wir zum einen in der geschützten Ecke des Restaurants, zum anderen war es aber möglich, die Fenster offen zu lassen und den warmen Hauch des abendlichen Windes zu genießen.

Kurz – es war perfekt!

Perfekte Abendstimmung – wir starten das Dinner
Eine harmonische Runde – hat Spaß gemacht

Es ergab sich, dass neben uns eine kleine, italienische Hochzeitsgesellschaft Platz fand.

Natürlich applaudierten und gratulierten wir, als das Brautpaar die Taverne betrat und wir konnten zudem ein klein wenig beobachten – zusätzliche Kurzweil zu den vielseitigen Gesprächen an unserem Tisch…

Das Brautpaar kam herein und wurde von seinen Gästen – und allen anderen – gebührend begrüßt

Dann eröffnet die Küche unser Dinner – wir hatten uns ja für die Variante „Nose to Tail“ entschieden, das bedeutet, dass aus dem gewählten Fisch, je nach Größe, mehrere Gänge zubereitet werden alles wird verwertet, von Kopf bis Schwanzflosse.

Bei unserem 3kg Grouper war die Küche in der Lage, ACHT kleine Gänge zu zaubern.
Jeder für sich ein Gedicht und ein Beweis dafür, dass das Team des „Mylos“ seine Auszeichnungen zurecht führt.

Ich will gerne einen kleinen, unvollständigen Einblick geben – stelle aber selbst fest, dass Fotos die Realität nur eingeschränkt wiedergeben.

Das Gerippe frittiert, man kann die kleinen Fleischreste wie Knabberzeug genießen – ein Tataki aus einem Teil des Filets
Ein anderer Teil des Fisches als Steak – aber da fehlt noch was…

Jeder Gang wird am Tisch erklärt, es gibt ab und an so kleine Gimmicks.
Hier zum Beispiel kommt einer der Ober mit einer Holzkiste und packt eine seltsame schwarze Stange aus…

Er erklärt, dass es sich dabei um getrockneten, geräucherten Tuna handelt, dieser werde zu kleinen Chips gerieben und, ähnlich einem Trüffel, als Veredelung auf die eben gereichte Speise gegeben.

Sehr spannend, wir sind neugierig…

Nanu, was ist das?
Ach so! Da muss auch Gottfried ein Bild machen 😉
Jetzt ist das Steak fertig zum Verzehr – mit den Tuna-Chips! Eine Geschmacksexplosion
Deep-Fried Chips aus einem anderen Teil des Fisches – mit einem selbstgemachten Sweet-Chili Dip
Eine Fischsuppe aus dem ausgekochten Kopf – wie eine Bouillabaisse zubereitet

Ich will gestehen – ich bin dann ein wenig unaufmerksam geworden und habe verpasst, noch weitere Fotos zu machen.

Es folgen die eigentlichen Hauptgänge mit den Filets, welche als Spieß dargereicht werden, gefolgt von einem sensationellen Cevice.

Zu guter Letzt gibt es noch etwas, was sich banal „Frikassee“ nennt, aber als eine mit Kaviar garnierte Leckerei dargereicht wird.

Alles in allem ein Gaumenschmaus der besonderen Art, den wir mit unserem Lieblingsdessert, einer Pavlova, abrunden.
Wir leeren den Wein und freuen uns über den tollen Abend und das perfekte Dinner.

Die namensgebende Mühle als Abschlussbild des Juni – als wir nach Hause gehen war es natürlich schon stockfinster

So endet unser Juni – also fast…
Volker ruft noch einen Absacker auf ELOWYN aus, an dem Sibylle und Gabi aber nicht mehr teilnehmen.
Die Müdigkeit und der Wein zwingen meine und Gottfrieds Gattin ins Bett, während Tina der Männerfraktion noch Gesellschaft bei einem letzten Ouzo leistet.

Es ist schon Juli, als Gottfried und ich aufbrechen und zufrieden über die Kaimauer zu unseren Schiffen torkeln.

Gute Nacht Juni, es war ein Vergnügen mit Dir…

DANKE! Danke, dass ihr meinem Blog die Treue haltet und wieder bis hierher durchgehalten habt.
Der Ausblick für Juli – nun, diesmal steht nichts Besonderes an, was wir wissen ist, dass Sibylle und ich Ende des Monats nach Deutschland fliegen werden.
Sehen wir also gespannt was kommt…

Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle

Mai 2025 – Under Pressure

Mein Blogbericht des Wonnemonats Mai beginnt mit einem Zitat von Billie Jean King – „Druck ist ein Privileg“
Das Zitat geht weiter – „Wenn man enormen Druck hat, liegt das normalerweise daran, dass sich eine Gelegenheit bietet.“

Dazu passend, drängt sich die monatliche Headline auf – „Under Pressure“ aus dem Jahr 1981 passt wie Arsch auf Eimer.
Der Song der britischen Rockband Queen und des Sängers David Bowie wurde in einer Umfrage des „Rolling Stone“ Magazins zur zweitbesten Zusammenarbeit aller Zeiten gewählt – aber soviel nur am Rande, ich denke jeder kennt dieses Brett der Musikgeschichte.

Welche „Gelegenheiten“ haben sich uns also geboten? Welchem Druck waren wir ausgesetzt und wurde der Mai dadurch zu einem negativen Monat?

Fangen wir von vorne an…

Der Wonnemonat begann, wie der April endete – regnerisch und trüb

Sibylle und ich entschließen uns, dass wir nach dem Frühstück eine Marinarunde drehen und mal sehen, was die Freunde denn so treiben.

Der 01. Mai ist auch in Griechenland ein Feiertag, es ist spürbar ruhiger in der Marina.
Diese Stimmung springt über, auch wir wollen es heute ruhig angehen lassen.

Meine Frau und ich tauschen uns aus – „…was steht die nächsten Tage an?“
Ob ihr es glaubt oder nicht, wir müssen speziell in dieser Phase des Jahres Kalendereinträge setzen.
Viele Freunde fragen an, ob wir einmal zusammen ein Bier trinken wollen oder ob wir Lust auf ein gemeinsames Dinner haben.
Das freut uns und wir wollen dem entsprechen – um niemand zu versetzen und um keine Terminkonflikte aufkommen zu lassen, führt Sibylle einen Kalender über unsere „Dates“ und über die Ankunfts- und Abreisetage der Freunde.
Sibylle ist unsere Terminmanagerin!

Wir erreichen Hans Peters LIBERTÉ und ich werfe im Vorbeigehen einen Blick auf unser gestriges Werk…

Das gestern gesetzte Seeventil für den Wassermacher ist fest und sitzt gut – der Freund und ich sind zufrieden

„Ich komme gleich zurück…“ rufe ich HP zu, „…heute bauen wir das zweite Seeventil für die Sole ein!“

Meine Frau und ich setzen die Marinarunde und unseren Austausch fort. Ich bin für die Reparaturtermine zuständig und pflege meinen Kalender bezüglich der geplanten Einsätze.

Ich habe natürlich Hans Peters LIBERTÉ am Schirm, Gottfried hat mich um einen Tag Unterstützung für Reparaturarbeiten an HARMONYs Motor gebeten und auch Ralf möchte ich nach seiner Ankunft bei einer kleinen Reparatur am Unterwasserschiff seiner CHILI helfen.
Last not least steht der monatliche Check von EDINA auf der Liste.

Das klingt nach wenig – zusammen mit den vielen Kleinigkeiten welche mir „im Vorbeigehen“ zugerufen werden, summiert sich das aber auf.
Der Mai hat es in sich, ich muss sehen, dass ich nirgends in Verzug gerate, alle zugesagten Arbeiten sind termingebunden!

Ich rufe auch noch einmal in Erinnerung – das alles muss bis 15.05. erledigt sein. Dann reisen wir nach Preveza, ab dann blockiert ELOWYN meinen Kalender.

So weit, so gut – „Schatz, ich baue heute mit HP das Seeventil ein, dann helfen wir Gottfried beim Kranen und fangen dann mit LIBERTÉs Motor an.“ Sibylle erwiedert „Ok, vergiß´ nicht, mittags Kaffee und heute abend sind wir im „Tis Kakomoiras“ verabredet.“

Unsere Wege trennen sich an Hans Peters Pick Up, wo der Freund sich schon mit seinem neuen Akkuschrauber bewaffnet hat und auf mich wartet.

Der aktuell „kräftigste Akkuschrauber“ am Markt wartet auf seinen ersten Einsatz

Die Pilotbohrung war schnell gesetzt. Wir haben im Innenraum eine Grobplanung bezüglich der zu verbauenden Teile gemacht und wissen ziemlich sicher, wo der Ablasshahn sitzen soll.

Natürlich muss auf eine entsprechende Freigängigkeit geachtet werden und der Ausgang soll an einer einigermaßen vernünftigen Stelle sitzen.
Dann wird das Loch von innen nach außen gebohrt.
Im Anschluss kann der Durchbruch von außen nach innen gesägt werden.

Das 3mm Pilotloch muss aufgebohrt werden

Nun, eine Hürde gab es doch zu nehmen – der Durchbruch an der Außenwand ist kleiner als unsere kleinste Lochsäge.
Ich hole also meine Schälbohrer um einen entsprechenden Durchmesser bohren zu können, aber die Kegelform dieser Bohrer sorgt HP – er hat Angst, dass er etwas zu weit bohrt und das Loch zu groß wird.

Dieses Gefühl wird „der österreichische Mario“ später „German Angst“ nennen.

Hans Peter feilt lieber. Er ist ein echter Meister der Feile und liebt seinen Profi-Feilensatz.
Als ich ihm abermals beim Feilen und Raspeln zusehe, muss ich während der Minuten des Wartens an den Familiennamen früherer Bekannter denken – Feilemayer!
Für ein paar Tage nenne ich meinen Freund also Feilemayer, der Saarländer ist darüber nicht immer „amused“…

Ich hätte es in Sekunden gefräst, aber Löcher bohrt jeder selber in sein Schiff – fast schon ein Gesetz 😉 !

Irgendwann ist es vollbracht

Ich möchte das Auge des geneigten Lesers ganz gerne auf dieses unscheinbare Loch wenden.

Es ist das Loch im Rumpf einer Bavaria 41 Holiday aus dem Jahr 1998. Wir sprechen hier von 33mm Sandwich, rund 20cm unter der Deckskante.

Wenn also in Seglerkreisen die Qualität von Bavaria auch oft angezweifelt wird – ich sage ganz klar, wer nicht differenziert, beweist dass er keine Ahnung hat.
Meine Dufour kann in vielen Punkten nicht mit LIBERTÉ mithalten und sich rückblickend auch nicht mit unserer Bavaria 390 Lagoon messen.
NESSAJA hat andere Vorteile, genau darum geht es – stets differenziert zu betrachten und bewerten.

Wir setzen den Durchbruch…

Einfach – aufgrund der Materialstärke brauchen wir keine Anpassungen, alles passt perfekt
Auch von außen wirklich gut – obwohl ich zugeben muss, in der Mitte wäre schöner

Da ein Seeventil an dieser Position nicht zwingend und auch nicht sicherheitsrelevant ist, entscheiden wir uns, das Ventil auch gleich zu verbauen – Wartezeiten um die Dichtmasse ausvulkanisieren zu lassen können verkürzt werden.

Dafür muss die Verkleidung angepasst werden, dann aber kann der Sole-Ausgang des geplanten Wassermachers finalisiert werden.

Bis alles perfekt sitzt, ist die erste Ablüftungszeit des SIKA vergangen, wir verkleben den Kugelhahn also sofort.

Sieht gut aus, nicht störend in der oberen Ecke – das auch der Grund, warum der Durchbruch von außen nicht mittig ist

So, passt! Jetzt ist alles soweit vorbereitet, dass wir den „Schenker Modular 60“ Watermaker einbauen können.
Dieses Projekt werden wir aber erst im Juni starten, dafür ist die Zeit im Moment zu knapp!

Kaffeepause – Sibylle erwartet mich auf NESSAJA, sie hat Kaffee gemacht und bei Marijke und Cees eine Packung der begehrten holländischen „Honigkekse“ ergattert.

Die Dinger sind süß und klebrig – aber leider geil

Meine gute Gattin und ich relaxen ein Weilchen, dann ziehen wir wieder los.
Tagsüber gehen wir meist getrennte Wege, die Zeit am Morgen und ab Spätnachmittag verbringen wir zusammen.

Sibylle freut sich, weil sie wieder mit ihrem „Breezy“ fahren kann. Die Hand funktioniert zwar noch nicht einwandfrei, aber vorsichtig fahren und bremsen geht.
Diese Freiheit will sie nutzen und seit langer Zeit mal wieder hoch zum Hundeshelter fahren.

Ich dagegen sollte mich zu Gottfried aufmachen, der Krantermin steht an. Aber vorher muss ich nochmal rasch in der Mülltonne kramen.

Gott sei Dank – wiedergefunden

Ich greife vor – Sibylle und ich haben ausgemistet und alte Bettwäsche weggeschmissen.
Von der mit dem nautischen Design haben wir vier Stück gehabt, zwei aus Satin und zwei aus Baumwolle.
Ich wollte die teuren, angenehmen Satin behalten, von den Baumwolle Ausführungen haben wir uns getrennt.

Just in dieser Nacht hatte ich mich mit dem Ellbogen auf mein Kissen gestützt und dabei den Satin Überzug zerrissen – ein dumme Unachtsamkeit, dachte ich…
Ich verwende den zweiten Überzug und will aber sicherheitshalber einen Baumwollüberzug retten.
Das gelingt, weil ich die alte Wäsche in eine Tüte gepackt hatte und diese obenauf lag.
Ich greife nach den Überzügen und rette beide – ein Glücksgriff wie sich zeigen sollte!

Jetzt muss ich mich beeilen, die Vorbereitungen an HARMONYs Stellplatz laufen schon.

Gleich ist es soweit, auch HP kommt dazu
Wir machen uns fertig, der Marinero weiß wo Gottfried liegen möchte

Wie immer geht es schnell und reibungslos und schon ein paar Minuten später liegt die Sunbeam 39 am Wunschplatz an Ponton D.

Ein für mich recht lustiger Sidekick bahnt sich auf dem Weg von der Krangasse in die Box an – Gottfried hat nach dem Dichtheitscheck im Kran erwähnt, dass er Flüssigkeit in der Bilge gesehen hat – „…ein paar Tropfen nur, aber es scheint auch kein Wasser sondern Diesel zu sein!“

Da wir ohnehin über seinen Motor reden wollen, entwickelt sich das Gespräch und ich sage ihm, ohne einen Blick auf seinen Yanmar geworfen zu haben – „…Du hast beim Filterwechsel den alten Gummiring vergessen, es sind zwei verbaut, das kann nicht dicht werden! Bau das nochmal aus und sieh´ nach – ich habe Recht, wirst´ sehen!“

Solche Ansagen plagen Gottfried, ich weiß das – aber er lässt es im Raum stehen und verlegt das Thema auf seinen 50PS Yanmar, „…ein 4JH2 oder so.“
Ich kann keinen so beschriebenen Motor finden und sehe nun doch endlich nach dem Motor – das Typenschild ist eindeutig 4JH2ME /33,9kW! Ich bin erleichtert, denn nun finde ich Unterlagen zu dem Motor der 46PS hat.
Gottfried verliert in dieser Sekunde nach 26 Jahren 4PS – ein herber Verlust!

Für Trost reicht meine Zeit an diesem Tag leider nicht, ich muss endlich den Motor auf HPs LIBERTÉ fertig stellen.

Ich erneuere den Nockenwellendichtring vorne, setze den Zahnriemen wieder auf und komplettiere den noch vom Vorjahr zerlegten Motor
Hans Peter weiß Qualität zu schätzen – Elring lässt mich nicht los 😉 (hier die Dichtringe für den Ruderkoker)

Der Moment für die Motorreparatur war gut gewählt, denn abermals zog ein Schauer über die Marina.

Ich muss daran denken, dass ich bereits im Mai 2024 überlegt habe, ob „Rain in May“ eine gute Headline wäre.
Dies hätte also auch 2025 gepasst. Aber als Optimist bin ich überzeugt davon, dass der Sommer nun bald Einzug halten wird.

Als der Schauer durch war, haben wir einen Motor-Probelauf gemacht, alles funktioniert bestens!

BIMM, BIMM! Während wir unsere Köpfe noch in Hans Peters Motorraum stecken haben, erreicht mich eine Nachricht von Gottfried, besser gesagt ein Bild mit einem Untertext…

Der Blick mit dem Spiegel zeigt den „vergessenen“ Dichtring – tja, manchmal braucht´s halt a bissl Erfahrung 😉

Der Untertext lautete – „Du hattest Recht!“
Mein Brust schwoll ein wenig an und ich habe mich gefreut geholfen zu haben.
Nach der erneuten Reparatur, hatte der Münchner Freund dieses Problem behoben.

Einen erneuten Versuch seinerseits, die verlorenen 4PS zurückzudiskutieren, musste ich leider abweisen – „Nein, vermutlich hat Yanmar kein falsches Typenschild auf deinen Motor geklebt!“
Am Ende relativiert sich dieses Thema jedoch, denn ein paar Tage später tauchen die verlorengeglaubten 4PS wieder auf.
Yanmar weist doch tatsächlich neben der Nennleistung ein sogenanntes „One Hour Rating“ aus, dort hatten sich die 4PS versteckt – die Welt war wieder in Ordnung, denn dieser Wert ist im Datenblatt mit 50PS beziffert.

Für heute reicht´s ich gehe Duschen, dann treffen wir uns mit Ulrike und Gerald von der GIOIA zum Dinner.

Wir warten im „Tis Kakomoiras“ auf die Schwaben – es droht Verwechslungsgefahr mit Dimitris Taverne „O´ Karaflas“ im Nachbarhaus

Wir müssen ein bisschen warten und gönnen uns derweil einen Ouzo.
Die Speisekarte ist neu, es lohnt sich ein Blick auf die vielen angebotenen Leckereien und die unterschiedlichen Meze.

Offen gesagt, ich weiß sehr schnell was ich nehme – die Spare Ribs vom letzten Besuch waren einfach eine Wucht!

Große Auswahl, sehr gute Meze

Auf einmal sehen wir die beiden Schwaben am Fenster vorbeihuschen – schnurstracks auf Dimitris´Taverne „O´ Karaflas“ zusteuernd.
Der Irrtum klärt sich wohl dort auf, denn bald schon finden die Beiden den richtigen Eingang und gesellen sich zu uns.

Die Beiden erzählen, dass sie sich sehr an ihre GIOIA gewöhnt haben und glücklich mit dem Kauf sind. Das freut mich, dann war meine Einschätzung damals ja nicht völlig verkehrt.
Inzwischen ist soviel Zeit vergangen, dass wir augenzwinkernd auf die Zeit zurückblicken können, zu der sie fast die Neueigner von NESSAJA geworden wären.
Das Schicksal hat es gerichtet – und es hat seine Sache gut gemacht.

Wir essen vorzüglich und haben einen sehr lustigen Abend!

Das Essen war lecker wie immer – wir waren sehr zufrieden

Abends sacke ich todmüde ins Bett – was für ein Stress! Das war ja ein fulminanter Start in den Mai!
Zum Glück haben wir es „heute ruhig angehen lassen“!

Neuer Tag, neues Glück!

Gähn! Was habe ich gut geschlafen – ich strecke mich und schlummere noch ein wenig.
Komisch, mein Ohr bleibt hängen – was ist denn nun los???

Der zweite Satin-Kissenbezug macht die Grätsche – diesmal ohne fehlerhaftes Zutun

Ja so ein Ärger! Der zweite Kissenbezug aus dem edlen, hautschmeichelnden Material wirft das Handtuch.
Zum Glück habe ich beide Baumwollbezüge gerettet.

Manchmal ist der Teufel eben ein Eichhörnchen, aber das wisst ihr ohnehin…

Für HP hingegen war Weihnachten! Zumindest für eine Stunde.
Er war genau in der entscheidenden Sekunde ans Waschhaus gekommen und hatte auf der Bank, auf welcher die gebrauchten Zubehörteile angeboten werden, eine kostenlose Standheizung abstauben können!
Schwer bepackt trat er den Rückweg an und wir hatten Gelegenheit den Wärmespender im Cockpit zu begutachten.

Kommt wie gerufen – und sieht, wie auch das Zubehör, relativ neu aus

Tatsächlich hatten wir uns erst vor ein paar Tagen über eine Heizung unterhalten.
Hans Peter weiß natürlich, dass er, wollte er ab 2026 mit seiner Petra auch mal länger in Griechenland verweilen, dass er dann eben ein Heizsystem auf LIBERTÉ brauchen würde.

Da kam das geschenkte Gerät wie gerufen!

Entgegen dem Sprichwort, schauten wir dem geschenkten Gaul eben doch ins Maul und stellten rasch fest, dass diese Chinaheizungen nur scheinbar baugleich mit Eberspächer, Webasto und Co. sind.

Schon die Haptik war total anders – ich bleibe bei dem Begriff Billigschrott.
Wir waren rasch einig, das Ding kommt zurück auf die Angebotsfläche, soll sich jemand anderes freuen.
Hans Peters Weihnachtsfest endete somit abrupt!

Eine gute Ablenkung war, sich in die Arbeit zu stürzen.

Und täglich grüßt das Murmeltier – Ruder schleifen und spachteln
Dann noch die „Nebenarbeit“ – heute der Austausch des Hauptankers
Der original Bügel weicht einem 25kg Rocna

Um den Tag abzurunden bestellen wir noch 80m 10mm Kette und haben dann Zeit uns zu freuen – Tagwerk geschafft.

Wir entscheiden, die Kette bei Panos in der Chandlery der Marina zu kaufen. Hin und wieder muss man ein Signal setzen, außerdem ist es eine Erleichterung, wenn die Arbeiter der Marina die schwere Palette direkt vor´s Schiff stellen.

Auf dem Weg zu Shop beobachten wir, wie ein sehr kleiner Minibagger, quasi ein Microbagger, unter der Anleitung seines Baggerfahrers, welcher größer war als der Bagger selbst, vom LKW geladen wurde.
Dies geschieht auf griechische Art und Weise – pragmatisch.
Arbeitsschutz wird überbewertet.

Der XXL Baggerfahrer fährt den XXS Bagger erst einen Meter nach vorne – dann fährt der Gabelstapler die Forke über die Ladefläche.
Zu guter Letzt wird der Baggergnom auf die Staplergabel des Gabelstaplers gefahren…

Ich hatte gehofft, der Baggerfahrer bleibt sitzen – das Bild wäre preiswürdig gewesen

Sekunden später brummelte das wie ein Spielzeug anmutende Gefährt durch die Marina.
Ich mag solche Aktionen – Griechenland, mein Land!

Der Sommer war eingezogen, es mehren sich die Besuche der wohlbekannten Eismanufaktur.
Sehr häufig ist es Sibylle, die einen Abstecher vorschlägt. Natürlich schädigt sie damit ihren Ruf als „Spaßbremse“, bald wird sie als Naschkatze verschrien sein und als die, welche mich zu ungezügeltem Eisgenuss treibt 😉

…und ewig lockt das Weib

Als wäre das nicht genug, steht heute Abend mal wieder eine Grillrunde auf dem Programm.
Diesmal in reduzierter Besetzung, denn auch für die bisher beteiligten Freunde ergeben sich neue Möglichkeiten mit anderen Crews unterwegs zu sein.
Genau das lieben wir, stetig neue Gesellschaft bringt auch stets abwechslungsreiche Gesprächsthemen und Kurzweil.

Grillen in kleiner Runde
Heute kommen Köfte von Hatzigrigoriou auf den COBB
Es ist schon dunkel als wir unser Zusammensitzen abbrechen

Inzwischen sind es weniger als zwei Wochen bis zu unserer Abreise nach Preveza.
Diese steht inzwischen fest, die noch in der Lieferung befindlichen Teile sind angekündigt und die Fähre und das Hotel gebucht.

Ich nehme dieses schmale Zeitfenster schon als „Druck“ wahr, es ist noch einiges zu tun und auch das Haus verlangt noch ein wenig Aufmerksamkeit.
Bevor wir abreisen, will ich zwei Themen auf meiner Liste mit einem Haken versehen.

Das eine ist der Garten – wir haben einer Gartenbaufirma den Auftrag gegeben, dass eine erste Ordnung im Garten gemacht wird und der wilde Bewuchs des Winters beseitigt wird.
Der Garten wird „sommerfein“ gemacht! Hier ist der erste Schritt getan…

Alles ist geschnitten, alles was herumlag wurde beseitigt…
…jetzt noch etwas vertikutieren und die Feinarbeit – ich will noch vor unserer Abreise bezahlen

Das zweite Thema ist unser Dach. Die Dachbaufirma hatte sich das Flachdach über das Regenwasser gesammelt wird, bereits letzten Monat angesehen.
Wir fahren also bei dem Handwerker vorbei und holen unser Angebot ab. Dieses ist überraschend günstig und ich sage sofort zu.
Bis zu unserer Abreise muss ich noch klären, wann die Instandsetzung stattfinden wird.
Mein favorisiertes Zeitfenster wäre die zweite Hälfte des Monats Juni.

Für zusätzlichen Zeitstress sorgen einige Freunde durch ungeplante Aktionen „auf Zuruf“.
Klar, ich will helfen, aber ich muss sehr aufpassen die rote Linie gegenüber der Marina nicht zu überschreiten, zudem darf ich meine geplanten Arbeiten nicht vernachlässigen.

An einem Morgen gehen HP und ich zu Heiners DAMIANA – Sibylle hat mich von Bord gescheucht, sie will das Deck schrubben. Im Vorbeigehen bitte ich sie, mit weicher Bürste quer zur Holzmaserung zu schrubben – ihre Erwiderung möchte ich euch hier ersparen, nicht druckreif – wieso ist sie so wenig entspannt??? 😉

Spaß beiseite – Sibylle liebt das Wasserpritscheln, ich nehme ihre Hilfe gerne und dankend an

Die Hilfe, um die Heiner HP und mich gebeten hatte, war schnell erledigt. Sein neuer, gebrauchter Plotter war rasch befestigt und der Probelauf war positiv.

Ein Reparierbier macht die Sache rund und die Essenrunde im „SouVLakki“ wie auch der anschließende Besuch bei „Repapis“ wurden von Heiner und Hannah gesponsert – dafür ein herzliches Vergeltsgott.

Da schaut her! Schon wieder! Mit einem Lächeln werde ich in die Falle gelockt – in die Kalorienfalle

Die Schlagzahl bei Hans Peter und mir wird erhöht! Das Ruder MUSS endlich fertig werden!
Also ran – spachteln, schleifen, spachteln, schleifen…

Langsam wird es, noch zwei, drei Tage – dann ist das Ruder fertig!

Er will Druide sein anstelle des Druiden
Ein Eck schleifen, eines spachteln, eines bekommt bereits das Epoxy finish

Die Ergebnisse sind wirklich gut, die Schadstellen behoben, die Oberfläche ist wieder glatt und ordentlich.

Am frühen Mittag ist auch dieser Arbeitsschritt beendet und Hans Peter hat ein Date mit „Mario-Austria“.
Die beiden haben sich zu einem Tauchgang verabredet – den Grund könnt ihr sicher erahnen, die Fehlfunktion von SAGITTAs Propeller ist noch zu beheben.

Mit dem OK der Marinaleitung geht es ins noch frische Wasser…
…zu zweit haben die Beiden das Problem rasch gelöst

Die Behebung war einfach. Wir haben die Theorie aufgestellt, dass beim Zusammenbau des Drehflüglers in Italien vor einigen Jahren ein Fehler passiert war.

Die Einstellung beim Abbauen im April war nicht plausibel und wir haben alles auf Sollwerte gesetzt – leider ohne Erfolg.
Jetzt haben die beiden Taucher die was taugen, den nicht validen, vorherigen Wert sogar um zwei Zähne höher gesetzt, wir befinden uns außerhalb der Skala.

Aber siehe da – die anschließende Probefahrt verlief mehr als erfolgreich – die kleine SAGITTA marschiert bei 2200rpm mit 6,5kn GPS Fahrt über Grund.
Das ist ein hervorragender Wert!

Ein Haken an diesen offenen Punkt – die Taucher reinigen und trockenen das Tauchequippment, ich wende mich einem weiteren „Sidekick“ zu.

Martins STENELLA braucht einen Moment Aufmerksamkeit!

Kartoffeln und Zwiebeln vergessen – ich leere die Bilge

Ich habe nämlich eine Nachricht von unseren Freunden aus Hessen erhalten, man hätte die Kartoffeln und Zwiebeln in der Bilge vergessen.
Natürlich will man nicht, dass das Gemüse dort vor sich hinfault und bäte mich, die Bilge zu leeren.

Diesem Wunsch entspreche ich gerne. Nun dürft ihr euch nicht vorstellen, dass ich einfach zum Schiff laufe, den Niedergang hinunter gehe und den kleinen Dienst ausführe.
Alleine das Suchen einer Leiter dauert im Frühjahr eine ganze Weile, ich muss mir Zugang verschaffen.
Aber was tut man nicht alles für gute Freunde…

Und weil ich gerade da bin, kann ich Martin auch seine gewünschten Bilder des Unterwasserschiffes senden.
Das Antifouling hält nicht auf den Edelstahlteilen, er müsse sich um eine Lösung kümmern.

Ich liefere einen Lösungsvorschlag mit – mal sehen was daraus wird

Als Dankeschön für die Tauchaktion hat Eva einen Lasagneabend ausgerufen.
Hans Peter freut sich, Sibylle und ich sind Nutznießer. Bis zur verabredeten Zeit ist es noch eine Weile hin, ich habe aber geschafft, was ich mir für heute vorgenommen habe.

Wie toll! Da gönne ich mir doch einen Moment auf der Couch, einfach kurz die Seele baumeln lassen.

Kaum liege ich, rumpelt es an meiner Gangway. Ich höre meinen Namen und an der Stimme kann ich Felix erkennen.
Ich rapple mich also wieder auf und gehe nach oben um mit dem Skipper der ALLEGRA zu sprechen.
Er wolle sich verabschieden, man würde morgen zum Sommertörn ablegen. Dies wolle er nicht tun, ohne sich für meine Unterstützung bei einigen Kleinigkeiten zu bedanken – er überreicht mir eine Tüte eines Spirituosenhändlers.

Das freut mich! Ich bedanke mich und wir quatschen noch ein bisschen, dann zieht der Eidgenosse von dannen. Schönen Törn euch und auf bald!

Zurück im Schiff packe ich aus – oh, ein edler Gin, was für ein schönes Geschenk – DANKESCHÖN an die ALLEGRA Crew!

Da habe ich doch schon den Geschmack eines guten Gin-Tonic auf der Zunge

So verging die Zeit – Sibylle rief zum Abmarsch und ich hatte keine Minute mehr übrig mich noch einmal kurz hinzulümmeln.

Treffpunkt Bierbank – 18.00 Uhr! Jetzt!

Wir laben uns an den Lasagnen und verputzen sie restlos

Eine weitere Kleinigkeit welche sich zum Problem mauserte und für Zeitdruck sorgte, wurde von Hans Peter selbst eingesteuert.
Aus einem beiläufigen Satz wurde ein Thema welches mich nebenher über zwei Tage beschäftigt hat.

„Ich kann mein Internet nicht mehr prüfen, da funktioniert gar nix mehr!“

HP und ich sitzen auf LIBERTÉ, er erklärt mir die Fehlfunktion. Ok, so schlimm wie es zunächst klang ist es nicht – alles funktioniert, aber er kann die Kontrollseite nicht mehr aufrufen, eine Fehlermeldung von Cosmote.

Ich prüfe das auf NESSAJA nach, ich war lange nicht mehr auf dieser Seite…

Tatsächlich, funktioniert auch bei mir nicht

Jetzt könnte man sich entspannt zurücklegen und warten, ob das irgendwann seitens Cosmote behoben wird.
Das machen wir auch, aber als nach ein paar Tagen immer noch nix geht, will ich das anpacken.
Ich frage in einer „Living in Leros“ Facebookgruppe und im „Mittelmeer Skipper Forum“ nach. Viele Expats und Langzeitsegler benutzen diese Datenkarte.
Vielleicht hat ja schon jemand das Problem gelöst.

Die Hotline kann ich mit meinem deutschen Mobiltelefon nicht anrufen und generell habe ich Zweifel, dass das Problem schnell gelöst wird.

Aus dem Forum kommt ein Tip – „…die App funktioniert!“
Also beginne ich, mir einen Account anzulegen und die inzwischen geladene App zu beleben.
Das ist ein zäher Prozess, weil Verifizierungs-SMS geschickt werden, welche nur auf griechischen Nummern funktionieren.
Zum Glück habe ich das Handy von der Marina noch.

Letztlich schaffe ich es, kostet mich aber einen ganzen Vormittag…

Accountkontrolle per App

Ich gehe zu Hans Peter und teile ihm mit, dass ich eine Lösung habe. Er sieht mich verzweifelt an und überlegt ernsthaft, die Karte auslaufen zu lassen und eine andere Lösung zu suchen.

Just als ich ansetze, um ihm diesen Gedanken auszureden, rufe ich die Ursprungsseite noch einmal auf um das Thema aufzuzeigen – und was soll ich sagen…
Sie funktioniert wieder! HP ist happy und lädt sein Datenvolumen, ich bin auch happy, weil ich endlich von überall aus meine Daten managen kann.

Na dann, dann können wir ja endlich weiterarbeiten – die Zeit brennt unter den Nägeln und heute soll ein besonderer Moment folgen – das Ruder ist endlich fertig geschliffen und soll in die neuen Lager gesteckt werden.
Wird das Schiff hoch genug stehen???

Passt! Wir haben uns nicht vermessen

Ok, wieder etwas geschafft! Das Ruder steht an seinem Platz, die neuen Ruderlager von LIBERTÉ sind installiert – bevor wir es final an seinen Platz heben können und dann auch den Quadrant anbauen können und somit das Lenksystem wieder komplettieren können, muss noch der obere Teil des Ruders gestrichen werden.

Verlieren wir also keine Zeit, ran an den Speck!

Der obere Teil bekommt zwei Lagen Epoxyprimer und natürlich auch den Coppercoat Anstrich

Auch heute gönnen wir uns eine Kaffeepause bei „Repapis“. Eva und Mario zieht es fast noch mehr dorthin als mich – ich habe den zwingenden Eindruck, dass sie ihre letzten Tage auf Leros genießen wollen.

SAGITTA ist fast fertig, es bietet sich also an, mit allen Freunden noch einmal schöne Urlaubsstunden zu verleben.

Diese Pause zwicke auch ich mir jeden Tag ab, soviel Zeit muss sein! Was ich nicht ahnen konnte, heute war ein besonderer Tag in der Eisdiele!

Eva wusste natürlich von Sibylles Diagnose bezüglich der rauen Hautstelle auf meinem Kopf, wir haben es erzählt und ich hatte ja auch Marios Mütze probiert…
Zu meiner Überraschung hatte sich Eva aber hingesetzt und über ein paar Tage eine „Greek-Style“ Häkelkappe für mich angefertigt – diese habe ich heute beim Eis als Geschenk bekommen.

Passt wie angegossen – hier noch mit heruntergerolltem Rand (werde ich später ändern)
„Duck Face“ 😉 – was ein richtiger „Influencer“ sein will
Könnte man das an die olle Milka Werbung anlehnen? „Repapis-Icedream! It´s cool man!“

DANKESCHÖN! Ich freue mich herzlich und aufrichtig – ich werde die Kappe regelmäßig tragen, sie hat das Zeug zum Markenzeichen!

Wir sitzen länger als geplant. Der Nachmittag verfliegt und bis wir zurück auf NESSAJA sind, war es schon Zeit um Vorbereitungen für das Abendessen zu treffen.

Heute ist mal wieder ein Griller angesagt, wir mobilisieren unser COBB Grills einmal mehr.
Heute haben wir Mireille und Roland eingeladen, auch sie freuen sich einmal mit uns beim BBQ an unserem neuen Grillplatz zusammenzusitzen.

Es ist fast ein temporäres Abschiedsessen, denn auch die Beiden wollen mit ihrer SUNNY SIDE UP bald schon auf Sommertörn gehen.

Wieder gibt es einen D-A-CH BBQ-Abend, wir sitzen mit HP, Eva und Mario und den Schweizern Mireille und Roland gesellig und relativ lang zusammen – herrlich!

Jeder bringt was mit, Salate werden geteilt
Die COBB Batterie in voller Aktion
Was für ein schöner Abend

Der neue Morgen empfängt uns mit einem Rätsel und einer „kannst Du schnell“ Aufgabe.

Das Rätsel gebe ich gerne an euch weiter – findet den Fehler!

Kleiner Tip – werft euren Blick auf die NZL Flagge

Sicher habt ihr es sofort entdeckt! Die Flagge von Neuseeland hängt verkehrt herum.
Der arme Tropf der mit dem Aufhängen beauftragt war – er hat sich, ich habe es selbst gesehen, noch Gedanken bezüglich oben und unten gemacht, sich dann aber ohne Publikumsjoker für die falsche Lösung entschieden.

Da ich den Mann mag, öffne ich mein Steckschott und rufe seinen Namen, aber ich komme zu spät, er braust schon mit dem Mopped davon.
Ich kann mir seine nächsten 30 Minuten nur vorstellen, eines aber ist sicher – als ich in den Tag starte, hängt die Flagge richtig herum.

Was ist eine „kannst Du schnell“ Aufgabe – nun, der Name deutet schon darauf hin…
Jemand fragt entsprechend um eine kleine Hilfe, diese willst Du gerne geben, wohlwissend, dass dies deinen geplanten Tagesablauf sprengt.

Ich gehe heute mit Claude Gebrauchtwägen ansehen…

Treffpunkt – der Supermarkt in Alinda

Ergeben hat sich das während des Osterfestes, zunächst als lockerer Gedanke.
Claude sucht ein billiges Auto, ich kenne Tasos, er bietet immer wieder welche an.
Was lag also näher als die Beiden zusammen zu bringen? Heute ist es soweit, wir treffen uns in Alinda, einen Wagen wollen wir gleich zusammen begutachten.

Der griechische Freund lässt natürlich auf sich warten – ich glotze derweil in der Gegend herum und zähle die verlorenen Minuten.

Die Sonne hat sich noch nicht durchgesetzt, es herrscht Südwind

Irgendwann kommt Tasos mit Gattin am Roller herangebraust – großes Hallo, Küsschen links und rechts.

Dann tauschen wir uns aus – auf einmal spricht Claude von einem Wagen so zwischen 5.000.- und 6.000.-€, nicht so viele Kilometer in gutem Zustand…

Mir wird sofort klar, dass Tasos und Claude mit unterschiedlichen Ideen ins Rennen gehen. Tasos ist in dieser Klasse nicht so stark, die günstigen Wägen sind eher sein Metier.
Claude hat aber inzwischen seine Ideen angepasst…

Tasos reagiert gut und zeigt uns ein ganz nettes Wägelchen, welches ein Freund von ihm anbietet.

Eigentlich war der kleine Hyundai i10 so schlecht nicht

Generell nicht schlecht der kleine Flitzer. Leider nicht aufbereitet und mit leerer Batterie, ist der erste Eindruck nicht so toll, zudem ist er rund 1.000.-€ zu teuer.

Der Genickbruch war ein Irrtum beim Baujahr, das ließ das Vertrauen sinken und machte den kleinen Wagen uninteressant – aber 2017 und 2009 ist halt schon ein Unterschied!
Das vermeintliche Schnäppchen wurde auf einmal zu hochpreisig.

Wir zogen unverrichteter Dinge ab und ich schaute zu, dass ich auf schnellstem Wege in die Marina komme!

Heute wollen HP und ich noch die untere Saildrivemanschette nebst Befestigungsrahmen an LIBERTÉ montieren.

Für den Rahmen müssen Löcher gebohrt werden
Zusätzlich kleben wir die Außenkante noch an
Das Gesamtergebnis ist zufriedenstellend

Da die Ecken dieser Manschette gelegentlich einen Schwachpunkt darstellen, haben wir uns für Verkleben plus dem Rahmen entschieden.

Ok, das bedeutet ein paar Sacklöcher zu bohren, aber dies stellt keinen hohen Aufwand dar.
Dafür ist, das kann ich selbst bestätigen, an dieser Stelle dann für viele Jahre Ruhe.

Ja, wir haben uns auch ein wenig ärgern müssen, aber HP und ich haben uns darüber ein Schweigegelübde auferlegt 😉 !

Auch sonst kommen wir gut an LIBERTÉ voran – am Folgetag streichen wir den oberen Ruderbereich mit Coppercoat, das alleine ist fast tagesfüllend.

Ich bin wieder am Mischpult
Hans Peter walzt sechs Lagen
Am Abend ist das Ruder fertig und kann eingebaut werden

Ich bin verschwitzt, an mir klebt alles – ich will mal wieder ins Wasser.
Die Badesaison läuft ohnehin schleppend an, aber Mario hat zuletzt eine Oberflächentemperatur von 20°C ausgerufen.

Dies gilt es heute zu testen – ich gehe mit Sibylle an den Marinastrand und stürze mich in flüssiges Eis.

Warm geht anders – aber man kann es aushalten

Derart erfrischt, bleibt mir nur noch die Vorfreude – die Vorfreude auf eine Einladung an Bord der ANAHITA.
Hier kurz zum Namen – die Delta 46 von Alex und Antonia wird weiter ANAHITA heißen, nur das II im Namen muss weichen.
Hier im Maiblog ist dies noch gemischt zu lesen – aber jetzt gelobe ich Besserung und mache es richtig…

Wir sind also auf ANAHITA geladen!

Die Beiden wollen uns einen Sundowner anbieten, Danke sagen und sich auch verabschieden.
Es steht ein kurzer Segeltörn in Kroatien an, diesem folgt ein kurzer Heimaturlaub. Dann treffen wir uns wieder auf Leros, die Arbeiten an ihrem Projekt gehen dann weiter.

Wer den Beiden folgen möchte, klicht einfach mal auf Ateamsailing und schaut mal auf deren Blog nach.

Wolfgang und Babs haben abgemustert – die Jugend erobert ANAHITA
Es gibt Pizza für alle

Wir werden fürstlich bewirtet und umsorgt – erst ein leckerer Gin-Tonic nebst Knabberzeug, dann ein Bierchen, dazu reichlich Klönschnack, so wie man es sich eben vorstellt.

Zum Abschluss wird Pizza für alle bestellt und wir sitzen, bis es uns in dunkler Nacht frisch wird.

Schade, dass die Beiden jetzt unterbrechen müssen, wir haben uns gut angefreundet und ich mag es zuzusehen, mit welchem Enthusiasmus die jungen Eigner ans Werk gehen und ANAHITA vom Staub der Geschichte befreien.
Ich freue mich auf das Wiedersehen im Hochsommer.

Ein wenig untergegangen ist an diesem Tag die Ankunft von Ina und Ralf.
Klar, ein herzliches Hallo, man drückt sich und tauscht die Neuigkeiten aus – aber auch hier spürt man den Zeitdruck…

„Wir müssen gleich etwas sauber machen und einkaufen, außerdem sind wir groggy – morgen legen wir aber gleich los, wir haben vier Tage!“

Ja, und morgen ist heute…

Ich spachtle Ralfs Kiel

Ich hatte mich vor Monaten angeboten, die Spachtel- und Schleifarbeiten zu übernehmen und bei der Vorbereitung des Unterwasserschiffes von CHILI zu helfen.

Das Arbeitspaket ist geplant und beginnt heute – ich schleife die Beschädigung an der Spachtelummantelung des Gusskiels ab und entferne dabei gleich den Rost.
Dann kann ich sofort eine Lage Epoxyspachtel aufbringen – fertig! Den Rest mache ich morgen nach dem Trocknen fertig.

Die Kleinreparaturen und das Anschleifen des Rumpfes erledigt Ralf selber, ich wechsle die Baustelle und sehe bei Hans Peter vorbei.

Später wechselt Ralf zu Vollmontur und Staubschutzmaske – hier seht ihr den Kiel noch ungespachtelt

Auf HPs Baustelle herrscht Drama! Der Saarländer kann beißen, das weiß ich – und diese Gabe braucht er heute auch!

Die Kielsohle bietet sich zur Reinigung und Bearbeitung an, er kann parallel zu Ralf arbeiten und wir können Werkzeuge und Material hin und her tragen – so weit, so gut.

Aber Bavaria hat, diesmal ein Nachteil des preisbewussten Baus, anders als Hanse den Gusskiel nicht ummantelt und somit kann er ungehindert rosten.
Das kennt ihr vielleicht noch aus dem Monatsbericht in dem ich die grobe Kielsanierung beschrieben habe, diesmal muss er aber zuerst Rost klopfen…

Wie im Großschiffbau! Ich klopfe ihm auf die Schulter und sage nichts…

Der Punkt in der Kategorie „schöner arbeiten“ geht heute an Ralf

Wir fahren noch rasch zu Andreas Kritikos um eine fiese, grobe Zopfscheibe für die Flex des Freundes zu beschaffen, dann ziehen wir uns zurück.

Manchmal ist es besser nicht in erster Reihe zu stehen wenn die Arbeit so richtig grindig wird – ich habe für heute Feierabend und habe mir auch vorgenommen diesen zu genießen! Lazy Friday…

Tatsächlich fühle ich mich, um es mit den Worten von Mrs. King aus dem Eingangszitat zu sagen, während dieser Tage „privilegiert“!
Ich spüre einen gewissen latenten Druck, nicht zuletzt dadurch, dass an HPs LIBERTÉ noch eine ganze Menge Kleinigkeiten zu tun sind.

Manchmal braucht´s aber auch eine Pause – und die gönne ich mir heute Nachmittag am Strand von Panteli.

Zunächst bin ich alleine am Strand

Sibylle erledigt noch einen Kontrollbesuch am Haus einer Freundin in Xirokampos, ich bin diesmal befreit.
So fahre ich alleine an den Lieblingsstrand, gehe einmal zum Abfrischen ins Wasser und bestelle mir dann ein kleines Bier.

DAS sind dann die Momente, warum ich hier bin. Die Seele baumeln lassen als Teil des Alltags – eigentlich alles andere als Druck, ich gebe zu, dass ich mich freue wenn mein „Projekt LIBERTÉ“ sich dem Ende zuneigt und mein Alltag sich wieder um ELOWYN und mein Häuschen in Plaka dreht.

Ich genieße mein Bier, schaue auf´s Meer und sinniere vor mich hin.

Ein kleines Alfa nebst Chipsbegleitung – was willst Du mehr

Der Moment wird perfekt durch die Musik der Wellen, wie sie so an den Kiesstrand rollen – ich bin fast sicher, dass ihr diese Melodie in den Ohren habt.

Dies war dadurch bedingt, dass noch ein wenig vom Südostwind der vergangenen Tage vorhanden war.
Die Bucht ist in diese Richtung offen und kleine Wellen rollten ungebremst an den Strand.
Ich habe die Zeit genossen, es war ansonsten weitgehend Stille, nur ein Spatz leistete mir Gesellschaft, er wollte wohl von meinen Chips partizipieren…

Ein richtiger Frechdachs

Da Sibylle in Xirokampos etwas länger brauchte als erwartet, kamen die Freunde mit ihr etwas später an.
Kein Problem, so hatte ich ein paar weitere Minuten Stille. Diese endete abrupt, als die Nachhut eintraf – durstig wie sie waren, bestellten sie noch vor dem Hinsetzen ihre Kaltgetränke! Bier, Ouzo und Aperol wurden aufgetragen…

Ouzo für mich, Aperol-Spritzz für Eva und Sibylle

Allzulang wollten wir nicht mehr sitzen bleiben. Die Sonne war hinter dem Hügel versunken und man spürte sofort, dass es frischer wurde.

Außerdem hatten wir ja einen Tisch im „Pirofani“ reserviert, da wollten wir nicht zu spät kommen.

So zogen wir zwei Häuser weiter und nahmen Platz. Wir bestellten nur Meze, davon aber wirklich reichlich, so dass wir alle auf unsere Kosten kamen.
Das Essen war vorzüglich und wir haben so richtig geschlemmt!

Die Crews der SAGITTA, der CHILI und wir im „Pirofani“

Diese Taverne hat sich auf unserer ewigen Bestenliste etabliert. Da ich das „Mylos“, welches wieder einen Titel als Gourmetadresse erungen hat, immer außen vor lasse, gehört dem „Pirofani“ der Titel „No.1 Fishtaverna“.
Die Meze sind ebenfalls ein Hammer, hier muss in der Over-All Betrachtung aber auch der Preis beachtet werden – daher ist meine „No.1 Mezedopoleia“ das „Tis Kakomoiras“.

Damit will ich keinem anderen nahe treten, ich liebe das Essen bei „Dimtris o´ Karaflas“, Mariettas „μπακάλικο με τσίπουρο“ ist sowieso etwas ganz Spezielles und natürlich auch die vielen anderen, die ich jetzt hier nicht aufzählen werde, aber schon mehrfach genannt habe – ich will keinen vergessen…

Generell kann man sagen – Leros ist mit guten Tavernen und Restaurants gesegnet.

Heute hatten wir zudem noch Glück!

Vor dem Lokal eine Geburtstagsfeier mit Live-Musik

Ein Bekannter aus der Marina feierte seinen 80. Geburtstag in einer vornehmlich eidgenössischen Runde.
Er hat sich zwei der Inselmusiker eingeladen, diese haben den ganzen Abend gespielt und natürlich auf diesem Weg alle Gäste unterhalten.

Wir haben artig gratuliert, uns dann aber wieder zurückgezogen und die Gesellschaft nicht weiter behelligt.
An der musikalischen Untermalung des Abends hatten wir aber unsere Teilhabe – manchmal muss einem das Glück eben hold sein.

So haben auch wir unser Beisammensitzen etwas in die Länge gezogen und es wurde später Abend bevor wir aufgebrochen sind.

Am nächsten Morgen galt es, den gespachtelten Kiel von CHILI zu begutachten…

Das Spachtelergebnis war einwandfrei, ich konnte sofort mit Dickschicht-Epoxy Primer streichen

Super! Die Spchtelmasse von Ralf war eine andere als das von uns meist verwendete, griechische Produkt.
Sie schien mir etwas geschmeidiger und weniger „grieselig“ – das sollte sich auszeichnen!

Das Ergebnis war so gut, dass nach dem Schleifen kein weiterer Spachtelgang mehr nötig war, der Epoxy-Primer konnte sofort aufgetragen werden.
Die Kielreparatur an CHILI war somit erledigt – dieser Druck fällt von mir ab.

Ein kleiner, neuer Sidekick kam von Seiten der Gartenbaufirma. Der Garten sei fertig, wir können diesen abnehmen und mögen dann bitte vorbeisehen um die Rechnung zu begleichen.
Das ist Ehrensache, das machen wir sofort!

Man kann wieder durch den Garten gehen, alles sieht sauber aus – wurde höchste Zeit, es wird schon alles braun
Auch den Eingang zu unserer privaten Höhle kann man wieder sehen – meine „Man´s Cave“

Alles ok in Plaka – wir fahren zurück nach Lakki und bezahlen unsere Schuld.
An den Punkt „Garten zurückschneiden lassen“ kommt ein Haken!

Ich komme gerade zurück in die Marina um mit Hans Peter weiter zu arbeiten, da erhalte ich eine Nachricht am Mobile – das berühmt-berüchtigte BIMM!

Die TUULI ist noch einmal nach Leros zurück gekehrt und Kai und Anette möchten gerne etwas mit uns ausmachen.
Das freut Sibylle und mich sehr, habe ich meiner lieben Frau doch viel von dem netten Kontakt erzählt – ich habe die Beiden kennen gelernt, als Sibylle in Deutschland war.

Wir fixieren einen Termin und beiläufig frage ich nach einer Klimaanlage, welche die Beiden im Winter erwähnt hatten…

„Ach die, ja die kannst Du haben – für 100.-€, jetzt!“

Ok, dann halt – ich fahre mit Hans Peter nach Lakki und übernehme das gute Stück an der Betonpier – Kai bringt sie mit dem Dinghy von TUULI herüber.
Ich trage das Trum auf NESSAJA, dort findet sie ihren Platz.

Neu und unbenutzt – ich freue mich über das gute Angebot
Die neue AC ist für die Mastercabin, unsere alte Anlage kommt in die Bugkabine

Warum das? Weil sich unsere Aircondition während des letzten Sommers so bewährt hat, dass wir noch einmal aufrüsten wollen.

Es gibt kaum etwas schöneres, als kurz vor dem Einschlafen im Hochsommer, das Schlafzimmer von 30°C auf 25°C herunterkühlen zu können – ein Gamechanger den wir nicht mehr missen wollen.

Strom haben wir ja genug…

Sibylle war wirklich gespannt die Crew der TUULI kennen zu lernen, umso besser, dass wir uns heute Abend zum Dinner in Agia Marina verabredet hatten.

Unsere Wahl fiel auf das „Metzes“. Sibylle und ich sind etwas früher losgefahren um einmal in die Schaufenster der kleinen Läden zu schauen – klar, dass meine Frau etwas findet.
Aber sie bleibt selbstlos, es wird ein griechisches Kleidchen für Enkeltöchterchen Heidi.

Die Verkäuferin berät – „…how old is the little girl?“

Dann treffen die neugewonnenen Freunde mit dem Dinghy ein – wir begrüßen uns und ziehen schnell los zur Taverne, der Hunger ruft!

Zum ersten Mal in dieser Saison können wir am Abend draußen sitzen und essen. Die kleine Gasse in der das „Metzes“ liegt, hält den immer noch kühlen Wind ab.

Sibylle freut sich – lässt es sich aber nicht anmerken 😉

Es passiert etwas, was ich lang nicht mehr erlebt hatte…

Sibylle bestellt einen Salat, auch Anette hat sich ein, vielleicht zwei Gerichte ausgesucht gehabt welche sie bestellt hat.
Klar, jeder ordert sein Getränk…

Dann holt Kai tief Luft und bestellt – eine Vorspeise, zwei, drei, ein Hauptgericht, und das noch – ach und das noch!
YES! DAS mag ich!!!
Ich schmunzle, füge noch zwei, drei Kleinigkeiten hinzu und sehe dem Dinner gelassen entgegen.

Wir essen gut und reichlich!

Ich stelle mir ein erstes gemischtes Meze-Tellerchen zusammen
Geschorter Octopus – eines der Hauptgerichte

Wir essen „Greek-Style“, das bedeutet, dass jeder überall zugreift. Man futtert, man plaudert, man lacht!
Dann fängt man von vorne an – futtern, plaudern, lachen – wir haben Spaß, neue Themen und tauschen uns aus, ein sehr schöner Abend!

TUULI wird weiterziehen – ob und wann wir uns wiedersehen werden ist ungewiss!

Ich hatte ja schon oft geschrieben – Abschied nehmen gehört zu unserem Lebensmodell dazu.
Menschen kommen, Menschen gehen. Das hält Gespräche und Diskussionen interessant, ist aber gleichzeit auch schmerzhaft – besonders dann, wenn man echte Freunde gewonnen hat.

SAGITTA zieht weiter, wir müssen uns von Mario und Eva verabschieden, sie haben zunächst nicht geplant nach Leros zurückzukehren.
Natürlich bleiben wir in Kontakt und ja, wir haben auch ein Wiedersehen rund um die Hausrenovierung geplant – aber das Leben nimmt keine Rücksicht auf Pläne und wir müssen abwarten wie es sich entwickelt.

Mario und Eva machen klar zum Auslaufen – wir verabschieden uns herzlich

Am heutigen Morgen haben Sibylle und ich uns vorgenommen, entspannt und auch mit etwas Luxus in den Tag zu starten.

Es ist nicht nur Sonntag, es ist auch Muttertag – und unser Hochzeitstag.
Zu diesem Blumenstrauß an Gründen, wollen wir uns ein Frühstück gönnen – Sibylle wählt das „Coffee Lab“.

Ich warte an den Marina Sanitäranlagen auf meine Gattin…

Spieglein, Spieglein dort am Bike – zeig´ mir die, die ich am meisten like…
DA ist sie ja – wie immer mit froher Miene

Wir brummeln also nach Lakki und nehmen in der Filiale der griechischen Kaffeekette Platz.
Ich studiere gerade die Frühstückskarte und lese verlockende Worte wie „Scrambled Eggs“ oder „Omelette“, als mir stinkender Zigarettenmief in die Nase steigt.

Am Nachbartisch sitzt der Elektriker, welcher an seiner Krebserkrankung laboriert und zieht genüßlich an seiner Selbstgedrehten.
Sibylle sieht mich nur an, dann wechseln wir den Tisch…

Wir sitzen gerade, da zünden sich die beiden „Desperate Housewifes“ am neuen Nachbartisch ebenfalls ihre Glimmstengel an.
Ihr kennt diese langen, dünnen Zigaretten für den längeren Genuss?
Die beiden lederhäutigen Damen ziehen mit spitzen, rotgeschminkten Lippen an den Sargnägeln.
Zum Glück war es die Abschiedszigarette, als unser Essen kam hatten wir frische Luft.

Ein guter Start in einen besonderen Tag – mit leichten Defiziten in der B-Note

Im sonst leeren Café setzt sich ein Engländer mit einer Gasflasche direkt auf den uns zugewandten Stuhl am Nachbartisch.
Näher kann man uns nicht auf den Pelz rücken, es sei denn, man würde sich auf den Schoß meiner Sibylle setzen.

So weit so gut – aber der Mann hatte einen guten Grund sich zum Kaffee zu setzen, er wollte schließlich telefonieren – und das tat er.
Wir schlürfen also gerade noch unseren Orangensaft, lauschen dabei dem Telefonat des Angelsachsen.
Ein eigenes Gespräch ist kaum mehr möglich, auch die leise griechische Musik verhallt in der Melasse aus knatschigen Tönen.

Ich muss weg! Jetzt!

Was könnte ich an meinem Hochzeitstag machen? Ich weiß! Ich bau mit Hans Peter dessen Ruder ein…

Ralf, Ina und Sibylle helfen – nach einer Viertelstunde hängt der Richtungsgeber in seinen Lagern

Ok, für einen Sonntag ist es jetzt genug! Die Komplettierung des Lenksystems verschieben wir auf morgen.

Ich helfe meinem saarländischen Freund noch bei dessen eTEPAI Beantragung, dann ist Schicht im Schacht!

HP streicht noch Epoxy-Primer auf Kielbombe und Ruderblatt, die Crew der CHILI ihre erste Lage Antifouling.
Ich nehme mir bei dieser Arbeitslage frei.

Nein, sie arbeitet nicht in der Forschungsabteilung für biologische Waffen, sie streicht Antifouling

Als ich Ina hölzerne Komplimente für ihre Arbeitskleidung mache, setze ich – so meine Vermutung – einen Denkprozess bei ihr in Gang.
Sie dürfte vermutlich nach einer Argumentationskette gesucht haben, mich mundtot zu machen – diese Argumentationskette eröffnet sie mit einer Frage…

„Wie wär´s mit einem Espresso? Die „Roof-Top Bar CHILI ist bereits wieder eröffnet! Ein paar Nüsslein dazu?“

Mein Spot verstummt sofort! Bääääm, Volltreffer! Ich besinne mich auf Anstand und sage sofort zu.
Ina reißt sich die Papierpelle vom Leib und lädt zu Kaffeegenuss während ihrer Arbeitspause.

An offer you can´t refuse

Eigentlich wollte ich mit Sibylle an den Panteli Strand zum Baden. Wir hätten in der Sonne sitzen können und einen Ouzo trinken.

Nun, dann halt nicht. Vielleicht geht sich ja heute abend eine köstliche Kaltschale im „La Palma“ aus.

Nach dem Kaffee haben wir die Gelegenheit, ein neues Seglerpaar in der Marina kennen zu lernen.
Annette und Achim haben mich über den Blog kontaktiert um ein paar Fragen zu den Möglichkeiten eines Bootsrefits auf Leros zu stellen.
Sie beabsichtigen ein Segelboot auf der Insel zu kaufen, welches zufällig in der Evros Marina stationiert ist.
Wir kennen das Boot, es ist ein besonderes Schiff, aber es ist noch zu früh darüber zu sprechen.

Jedenfalls hatten wir die Gelegenheit die Beiden zu treffen, uns kurz zu unterhalten und das wunderschöne Schiff einmal anzusehen.
Es würde uns freuen, wenn wir uns noch einmal mit etwas mehr Zeit treffen würden.

Ich gehe noch an den Strand zum Baden, dann ist es Zeit, sich für´s Abendessen fertig zu machen.
Wir sind heute mit Mireille und Roland im „SouVLakki“ verabredet.

Wir essen sehr gut – aber es fällt uns auf, dass die Preise angehoben wurden
Mein Giros kostet noch das Gleiche

Irgendwie war der Wurm drin – unsere Gruppe war auf einmal acht Personen stark, da kann ich bei entsprechender Grundlautstärke den Gesprächen nicht mehr folgen.
Für diese Grundlautstärke haben die Gäste der vielen anderen Tische gesorgt, man hatte das Gefühl, dass halb Lakki auf den Beinen war um Muttern zum Essen auszuführen.

Ich wünsche mir meinen Ouzo und fahre nach dem Essen Richtung „La Palma“ Café – sehe aber schon im Vorbeifahren, dass das Lokal bis auf den letzten Platz belegt ist.

So wende ich eben und folge den anderen ins „Repapis“, aber auch das Eis konnte diesen seltsamen Abend nicht mehr retten.
Na egal, vermutlich werden wir noch ein paar Hochzeitstage verleben.

Nach einer ruhigen und geruhsamen Nacht beginnt der neue Tag turbulent – gleich nach dem Einschalten meines Mobiltelefones, es war so gegen 06.30 Uhr, ertönte das bekannte BIMM.
Hans Peter fragt „Schon wach?“
Ich bestätige und schalte den Ton aus, es folgt ein Austausch – der Kerninhalt…

ALARM auf ANAHITA!!!

Ich hole mir die Schlüssel

Ich gehe mit HP zum Schiff der neuen Freunde, die inzwischen zuhause angekommen waren.
In Deutschland ist es eine Stunde früher, dennoch erreiche ich Antonia, ich wusste, sie macht am Morgen immer eine Sporteinheit.

Wir tauschen uns kurz aus, kurze Zeit später kommt auch Alex in den Loop.
Inzwischen war es acht Uhr geworden, das Office war nun offen, ich konnte nach einem Ersatzschlüssel fragen:

Diesen gab es zum Glück und da kein Zweifel bestand, dass man handeln muss, habe ich mir Zugang zum Schiff verschafft.
Es bestand andauernder Kontakt zu Alex, das alles während sich dieser quäkende Alarmton ohrendbetäubend in mein Hirn fräste – ja, ich verspürte Druck, ich war „under pressure“ und ich fühlte mich alles andere als privilegiert.
Eher fühlte ich mich an diese Bombenentschärfer aus schlechten amerikanischen TV-Krimis erinnert…

Bereits beim Hineingehen war der Bereich aus dem der Ton schallte zu „fühlen“.

Hier vibriert es

Der erste Verdacht, dass der darunter liegende Inverter das Signal abgibt zerstreute sich schnell.
Der Ton kam aus einer kleinen Klappe über der Türe, im Licht des Mobiltelefones konnte ich einen Lautsprecher erkennen.

Hinter dem silbernen Blech mit den zwei Schaltern sitzt der Lautsprecher

Ich fasse mir ein Herz und ziehe blind ein Kabel ab – aus! Der schreckliche Ton war weg, es herrschte Ruhe an Bord.

Jetzt war auch der richtige Zeitpunkt um mit Alex zu telefonieren, das war bisher nicht möglich.

Ein Verdacht fiel recht schnell auf die Bilge – könnte ein Frischwassertank undicht sein?
Hatten die Verkäufer nicht so etwas gesagt?
Ich schalte die Bilgenpumpe ein und siehe da…

Ok, Ursache gefunden

Ich fasse zusammen mit Alex den Entschluss, dass der Lautsprecher abgeklemmt bleibt und ich die Bilge noch über zweimal 12h beobachte.

Wenn der Tank nicht weiter ausläuft, dann vertagen wir die Reparatur bis zur Rückkehr der Beiden.
Not besteht auf jeden Fall keine, die Situation ist im Griff.

Für mich wird es Zeit für meine zweite Tasse Kaffee!!!

Hans Peter und ich beschließen, diesem tumultartigen Beginn des Tages einen handzahmen Verlauf folgen zu lassen.
Zuerst fahren wir zu Giorgos um dort zwei kleine Arbeiten zu besprechen, am Rückweg besuchen wir die Post in Agia Marina um das eTEPAI für LIBERTÉ zu bezahlen.

Die Poststelle hat seit Jahren eine zerborstene Scheibe am Schalter – mich fasziniert das gesplitterte Glas!
Ich mache ein Bild – dabei starrt mich die Dame HINTER der Scheibe fassungslos an.
Nun, sie ist gewohnt mich so zu sehen…

Scherben bringen Glück – na dann kann ja nichts mehr passieren

Zurück in der Marina zieht Hans Peter sich zum Laminieren seines Ankerpodestes zurück.
Da wir an dieser Stelle nicht zu zweit arbeiten können und ich, offen gesagt, auch keine Lust mehr zum Laminieren und Schleifen habe, ziehe ich mich zurück.

Ich besinne mich auf meine Pflicht nach EDINA zu sehen, Sibylle schlägt vor, meine Haare zu schneiden.
Warum nicht Beides? Die Zeit haben wir – also los…

Monatlicher Check

Auf Eds CNB Bordeaux 60 sitzen alle Handgriffe. Ich starte den Generator und die Hauptmaschine, beides nehme ich etwas unter Last.
Ich sehe nach der Luftfeuchte und nach allen Bilgen.

Alle Bilgenpumpen laufen einmal, wir checken alle Batterien und, last not least, öffnen wir die Luken zum Lüften.

Diesmal muss ich noch den Chip für den Strom laden.
Das trifft sich gut, so kann ich im Office ein Schwätzchen mit den Damen halten und am Rückweg trinken Sibylle und ich einen Cappuccino im „Skipper´s“ welches letzte Woche für die Sommersaison eröffnet hat.

Nach einer Stunde sind wir zurück an Bord, machen Bilder und stoppen die Systeme. Danach wird das Schiff verschlossen und wir ziehen nach einer Sichtkontrolle an Deck wieder ab.

Sibylle schneidet mir am Rückweg die Haare, ich gehe am Strand baden um mir die Stoppel vom Körper und Kopf zu spülen, dann gehen wir zurück auf NESSAJA.
Von hier kann ich Ed Bericht erstatten – alles ok auf Deiner EDINA, Daumen hoch, wir sehen uns bald!

Vielleicht mein letzter Kontrollbesuch auf der CNB von Ed

Den Rest des Tages verbummeln wir. Das klingt sehr gut, leider wurde dieses Tun sehr rasch mit einer Störgröße beaufschlagt.

Aus Preveza erhalten wir die Nachricht, dass es beim Aufriggen von ELOWYN zu Verzögerungen kommt.
Dadurch kann der Krantermin nicht gehalten werden, man schlägt eine Verschiebung um 5 Tage, auf den 24.05. vor.

Volker meldet sich, er will umplanen – aber unsere Fähre ist nicht mehr stornierbar, das Hotel und der Leihwagen sind gebucht.
Wir tauschen uns kurz aus, haben dabei leicht unterschiedliche Ansichten darüber, wieviel an ELOWYN für uns zu tun sein wird.
Wir werden morgen mal telefonieren, es gilt auch zu klären, ob wir einen früheren Termin aushandeln können.
Kritisch, weil weder Sibylle noch ich unsere Geburtstage im Fernbus verbringen wollen.

Zerstreuung holen Sibylle und ich uns beim Apero an Bord der AEGEAN BLUE. Rinaldo und Christa haben uns nebst Cees und Marijke eingeladen einen Drink mit ihnen zu nehmen.
Das freut uns sehr und so finden wir uns pünktlich um 18.00 Uhr an Bord ein.

Danke an die Hausherrin für die nette Einladung
Zu den Drinks gibt es kleine „Glangerle“ – ich greife beherzt zu 😉

Zusammen mit den Schweizern und Holländern, wir kennen beide Paare seit Jahren, sitzen wir gesellig zusammen und haben eine Menge Spaß.

Leider müssen wir nach eineinhalb Stunden los, denn wir sind mit HP, sowie Ralf und Ina zum Grillen verabredet.

Die gesellige Runde schreit aber nach einer Wiederholung – vermutlich aber erst im Juli!

Der Tag klingt in einer kleinen, gemütlichen Runde an den COBB Grills aus.
Ich muss sagen, ich gewöhne mich an diese Art zu essen und ziehe unsere Grillrunden dem Essengehen inzwischen vor.
Relativ spät ziehen wir uns zurück, es war inzwischen frisch geworden.
Morgen ist ein neuer Tag an dem es erstmal gilt unseren Reiseplan zu verifizieren.

Der Morgen beginnt mit dem Weckerklingeln um 06.30 Uhr – bevor ich mich der Reise nach Preveza widmen kann, haben Hans Peter und ich einen Termin bei Giorgos.

Wir sind „deutsch-pünktlich“, der Werkstattmann agiert nach GMT (Greek Maybe Time)

Mein Freund aus dem Saarland hat noch eine Reparatur an seinem Ruderquadranten mit dem Zampano der Schweißgeräte zu planen – dies ist schnell erledigt, man erdenkt Lösungen und hält den Juli als möglichen Termin fest.

Die Fahrt nach Kamara ist für mich eine gute Gelegenheit die eingesteuerten Davits für Rinaldos AEGEAN BLUE wieder mitzunehmen, sie sind inzwischen fertig.
Auch die Reparaturmodalitäten für den zweiten Tank von Gottfrieds HARMONY werden besprochen und der Reparaturauftrag erteilt.

Während HP mit Giorgos spricht sehe ich ein kleines Boot vor der Werkstatt stehen.
So etwas gefällt mir! Wenn NESSAJA einmal verkauft ist, dann werde ich mir so etwas zulegen – ein „VW-Bus auf dem Wasser“!

Unter 7m, Schlupfkabine und 150PS – reicht um die schönen Badebuchten und die Freunde auf den Nachbarinseln zu besuchen

So jetzt aber – ich will, nein, ich muss heim und mich um meine Reise kümmern!
Wir fahren zurück in die Marina, ich ziehe mich an den Rechner zurück, Hans Peter widmet sich seiner neuen Ankerkette. Ich werde ihm später helfen.

Wieder tritt eine Verzögerung ein – ich bekomme eine Nachricht von einem jungen Mann, welchen ich über eine Audi A6 Gruppe in Facebook kontaktiert hatte.
Er hatte sich lange nicht gemeldet, ich hatte die Sache bereits ad acta gelegt.

Er entschuldigt sich höflich für die späte Rückantwort, er hätte das von mir angefragte, gebrauchte Ersatzteil und er würde ein paar Bilder anhängen…

Das begehrte Teil – er hat ihn… Meinen Schatz

Der Preis ist hoch, aber noch moderat und dem Marktpreis entsprechend. Da ich schon lange suche, entscheide ich kurzentschlossen und sage zu.

Weil ich ohnehin gerade am Rechner sitze, kann ich das Geschäft gleich final abwickeln, der Fertigstellung meines Mulis in Deutschland steht nun nichts mehr im Wege.

Auch die Umgestaltung unserer Reisepläne klappt dann ohne Probleme. Inzwischen hat auch die Marina in Preveza alle Folgetermine angepasst und bestätigt.
Volker konnte die Hotel- und die Mietwagenbuchung anpassen und somit können wir uns neu festlegen – statt am 15.05. werden wir Leros nun am 22.05. verlassen.

Um meinen „Bürotag“ zu komplettieren, sage ich den Krantermin und den Landliegeplatz für NESSAJA ab.
Sibylle und ich haben beschlossen, dass wir erst das Haus fertig machen und uns nach dem Umzug final um unser Schiff kümmern – eines nach dem anderen!

Am Spätnachmittag sind alle administrativen Themen eingetütet – ich kann wieder auf Hans Peters Baustelle gehen, um den Freund etwas zu unterstützen.

Die neue Ankerkette – was hat der denn vor???
May I introduce the world famous Graffiti Artist – ÄitschPi

Fröhlich wie eh und jeh geht LIBERTÉs Skipper daran, seiner neu entdeckten Berufung als Graffiti Artist zu folgen.

Mit flinken Bewegungen aus dem Handgelenk sprüht er verschiedene Neonfarben gekonnt auf seine Kette.
Es scheint als folge er einem klaren Gedanken, fast so, als wolle er mit seinem Werk etwas besonderes zum Ausdruck bringen!

Schon bald kann ich es spüren – ich lag nicht falsch mit meiner Vermutung! Die Farbapplikationen vermitteln tatsächlich eine Botschaft!

10m – gelb, 20m – grün, 30m – rot…

Gekonnt ist gekonnt
Ein Künstler am Werk

Ich konnte nur mit ein paar Handgriffen unterstützen, ein wenig beim Umschlichten der schweren Kette helfen, dann war ich entlastet.

Sibylle und ich waren schon fertig für unser Abendprogramm, wir wollten nicht mehr zurück auf NESSAJA – was tun?

Ok, wir können rasch noch einmal nach ANAHITA schauen, das Problem mit dem Süsswasser in der Bilge ist zwar identifiziert – ein Tank tropft wohl nach – aber es ist nicht final gelöst, denn auch nach mehrmaligem Abpumpen läuft immer wieder Wasser nach.
Dies gilt es auch heute Abend noch einmal zu prüfen.

Wir stoppen unsere Fahrt an der Delta 46 des A-Teams
Ich gehe hoch und pumpe ab – Sibylle schätzt und vergleicht die Wassermengen

Auch heute gibt es keine Veränderung zu gestern, ich muss mit Alex und Antonia abstimmen, wie wir weiter vorgehen werden.

Immer noch haben wir eine Stunde bis zu unserer Verabredung zum Dinner.
Da beschließen meine Frau und ich kurzerhand einen Ouzo als Aperitif einzunehmen – wir fahren ins „Palma Café“, wir waren lang nicht mehr bei Elefteris und Valantis.

Ein schöner Tisch ist frei – wir nehmen Platz und bestellen das griechische Nationalgetränk
Diesen Moment hätte ich gerne an unserem Hochzeitstag mit Sibylle geteilt – es war uns nicht vergönnt

Wir haben eine gemütliche, entspannte Stunde, genießen den frühen Abend – ein schöner Augenblick.

Dann wird es Zeit zu bezahlen und nach Panteli ins „Pirofani“ zu fahren.
Dort sind wir mit Noam und Shira verabredet, mit denen wir den Abend bei einem feinen Dinner ausklingen lassen.

Noam ist Architekt und Shira ein Quell der Ideen – mit Beiden kreieren wir viele Pläne rund um unser Haus.
Wir diskutieren viel, haben viel Spaß und der Abend klingt spät aus.

Am Folgemorgen wache ich von einem Klappern auf. Im Halbschlaf sortiere ich meine Gedanken – klappert ein Schäkel an Deck oder höre ich etwa Inas Zähneklappern bis hierher?
Es ist windig, CHILI kommt heute in den Kran, das sorgt für Aufregung!

Das Klappern welches mich aus dem Schlaf gerissen hat ist jedoch das eines Schäkels…

Ich trinke meinen Kaffee und wackle zum Landliegeplatz der Hanse 418.

Das Carello kommt und nimmt das bereits vorbereitete Schiff auf – nur noch wenige Minuten

Wer genau hinsieht kann eindeutige Indizien bezüglich der aktuellen Spannungskurve erkennen – es liegt ein Knistern in der Luft.
Schutzmaßnahmen werden getroffen…

Nun, offen gesagt ist es immer etwas spannend, die erste Fahrt und das erste Manöver der Saison zu fahren – dies heute noch dazu bei kräftigem Wind.

Habt ihr gesehen wie weit die Sicherheitsvorkehrungen reichen? CHILI bekommt einen Kantenschutz!
Das verleitet Sibylle zu der Aussage „…sie sieht aus wie ein Boxauto“, womit sie einen Autoscooter meint.
Nun, in jedem Fall gilt – besser haben als brauchen!

Ich habe eher so Tischeckenschützer für Kleinkinder im Sinn 😉

Dann geht es los – mit dem Carello wird die stolze Yacht zum Kranplatz gefahren, das dauert immer ein paar Minuten, denn der Weg war diesmal relativ weit.

Sibylle und Hans Peter begleiten das Geschehen als Landteam, ich bin als Linehandler eingeteilt und gehe später mit an Bord.

Einmal quer durch die Marina

Später wird das Schiff vom Wagen in den Kran genommen. Dieser hebt es hoch und dann hat der Eigner ein paar Minuten um die Auflagepunkte der Stützen sowie die Kielsohle mit Antifouling zu streichen.

Das war also Ralfs Marschbefehl – das teure Gemisch findet den Weg an die neuralgischen Punkte.

Gleich geht´s los

Dann geht es Schlag auf Schlag – der Kran fährt CHILI über das Becken, lässt sie ab und wir steigen zu.
Jeder Handgriff muss sitzen – das Schiff wird an allen vier Ecken befestigt, der Motor gestartet.
Die Gurte werden unter dem Bauch der Yacht hervorgeholt…

Die Marineros biegen mit dem Schlauchboot um´s Eck – es geht los.
Ina bugsiert die breite CHILI aus dem Becken und fährt die paar Meter bis zum Liegeplatz.
Bei kräftigen Böen und unter viel Geschrei der Marineros wird das Schiff sauber angelegt.
Die Heckleinen gehen über, die Murings werden gespannt – geschafft!

All´ die Aufregung umsonst – CHILI ist sicher zurück in ihrem Element!

In der Marina herrscht emsiges Treiben, der Grund ist ein aufziehender SE-Sturm!

Für Freitag ist allerhand angesagt, die Marina füllt sich

Ich beschließe, dass ich dem „Hafenkino“ ein wenig zusehen werde, dafür wähle ich den meist exponierten Platz in der Marina – das „Skipper´s“.

Ok, ganz zufällig war die Wahl nicht, denn ich bin dort in einer halben Stunde mit dem Chef des Unternehmens verabredet.
Wir haben uns verabredet, weil wir beide es für notwendig hielten uns wieder einmal ein Update zu geben.
Ich habe die Option hier wieder zu arbeiten, noch nicht ad acta gelegt.

Ich erzähle vom Haus, meinem Sprachkurs und unserer Entscheidung auf Leros zu bleiben.
Ich berichte von ELOWYNs Refit und davon, dass das Schiff Anfang Juli wiederkommen wird.

Nico erzählt seinerseits von den Bauplänen der Marina und den Herausforderungen vor denen sich das Unternehmen sieht.
Wir versprechen uns in die Hand, dass unsere Pläne und Ideen noch valide sind und drücken unsere gegenseitige Hilfsbereitschaft, Freude und Loyalität aus.
Er weiß dabei, wie und wo ich agiere, er verläßt sich auf mich, dass meine „Eskapaden“ mit Freunden und mit Giorgos immer transparent und fair bleiben.

Ich gehe sehr zufrieden aus dem Gespräch und muss gleich weiter ins „La Nostra“ dort wartet Sibylle mit Hans und Brigitte – wir haben etliche Neuigkeiten bezüglich der Immobilien auszutauschen.

Donnerstag – heute wären wir abgereist, nun bleiben wir noch eine Woche.
Groundhog Day – und täglich grüßt das Murmeltier…

Abermals finde ich mich auf ANAHITA wieder

Ich sehe auf ANAHITA ein weiteres Mal nach dem Tankwasserverlust. Wieder ist Wasser in der Bilge.
Heute beschließen Alex und ich während eines Telefonates zu handeln – ich pumpe 330 Liter Über den Wasserhahn nach außenbords.

Weil ich die Aktion überwachen will, sitze ich fast eine Stunde an Bord der ANAHITA und sinniere.
So ganz ist mir die Ruhe aber nicht vergönnt, denn es purzelt eine Nachricht von Martin herein – ein Paket ist auf STENELLA gelegt worden, ob ich da mal nachsehen könnte und dabei „auch mal schnell“ die Batterien prüfen würde.

Der Tank ist leer, ich schließe den Hahn und stelle den Stromkreis ab. Dann verlasse ich den Dampfer und nehme mir vor, morgen noch einmal zu prüfen, ob diese Aktion hilfreich war.
STENELLA steht gleich nebenan, ich will „schnell nachsehen“.

Paket ist untertrieben – irgendwie habe ich das Gefühl ich werde beobachtet…

Es war nicht einfach ein Paket das geliefert wurde, nein, ein Schlauchboot mit Festrumpf wurde auf dem Vordeck abgelegt.

Um das anzusehen muss ich an Deck, dann kann ich auch nach den Batterien sehen.
Aber dafür brauche ich eine Leiter, die widerrum sind alle vergriffen – die Suche kostet mich fast eine halbe Stunde.

Ich vertage den Kontrollbesuch auf morgen und hoffe, dass an Bord von ANAHITA alles klar ist, dann kann ich deren Leiter für STENELLA verwenden.

Da war er wieder – dieser latente Druck – „under pressure“!

Ich gehe auf NESSAJA und plane, mich für den Rest des Nachmittags zu verstecken.
Da sehe ich ein liegengelassenes SUP…

Das Foto war vom Vormittag

Inzwischen war unser Steg voll belegt, alle Crews latschen um das platte Brett herum – wie kommt es hierhin???

Nun, abermals ein Beweis für die Gleichgültigkeit und das egoistische Denken vieler Menschen.
Vor zwei Tagen legt ein Gastlieger aus Österreich an, der Bootsname wäre bekannt, tut aber hier nichts zur Sache.
Ich meine den Skipper zu kennen, nicke freundlich, aber Sibylles und meine Grüße bleiben unerwiedert, wir lassen es dann sein.

So weit so gut, nicht jeder Mensch muss kommunizieren wollen – nicht akzeptabel ist aber, wenn solche Zeitgenossen dann ihren Müll beim Ablegen einfach liegen lassen.
Nach mir die Sintflut! Wegräumen können es andere…
Für mich nicht mehr und nicht weniger als asoziales Verhalten!
Die Container für Müll wie diesen stehen vor dem Marinaeingang.

Sibylle hilft mir das Ding zur Tonne zu tragen – ich will es weghaben, bevor heute Nacht der Sturm kommt.
Danach ziehe ich mich zurück, ich habe heute keinen Bock mehr.
Sibylle hat gut gekocht, sehen wir, was die Sturmnacht bringen wird…

Der Sturm setzte ein und dauerte eineinhalb Tage an

Die Nacht war tatsächlich unruhig, ich schätze Böen so um die 40-45kts – es soll sich nicht überheblich anhören, aber da haben wir schon heftigere Stürme erlebt.
Unsere NESSAJA liegt bei solchen Wetterlagen relativ ruhig und sicher – dementsprechend gut haben wir geschlafen.

Auch die Boote gleich an der Marina Außenmauer liegen sicher – bis auf eines…
CALA LUNA ist mit Patrizia an Bord auf Drift gegangen und konnte erst am anderen Ende der Bucht abgefangen werden:
Mit der Hilfe einiger Freiwilliger konnte die Skipperin das Schiff sichern und neu verankern – nun, Patrizia ist immer für einen Aufreger gut.

Wir konnten von hier aus nicht helfen, so starte ich mein Tagesprogramm – dieses beginnt abermals auf ANAHITA.

Heute passt alles

Ich schalte die Bilgenpumpe ein – es spritzt ein kleiner Schluck Wasser aus dem Schlauch, Ende!
Geschafft, es ist kein Wasser nachgelaufen, das Entleeren zweier Tanks hat Abhilfe geschaffen.
Das A-Team wird sich dieser Sache widmen müssen, aber für mich ist das Thema ad acta.

Ich bringe den Schlüssel zurück ins Office und schnappe mir die Leiter – jetzt kann ich auch einen Blick an Deck von STENELLA werfen.

Ich kraxle auf Martins Kutter – es gilt „das Paket“ und die Batterien zu checken
Das Schlauchboot ist sicher abgelegt – wenn es auch zwei von vier Solarzellen verdeckt
Die verbliebenen zwei reichen aber aus, um die Erhaltungsladung der Bordbatterien zu sichern

Ok, die Jungs von der Marina hätten das Dinghy cleverer ablegen können, aber da an den Solarzellen wohl nichts kaputt gegangen ist und auch die Restladung über Solar ausreicht, tut dies in diesem Fall nichts zur Sache.

Abermals fühle ich mich bei meinem Tun beobachtet – hm, was kann das sein???
Der Marinachef ist es nicht, er läuft vorbei und winkt freundlich.
Auf einmal merke ich es – in der Ecke der Kutter und Barken sind es die Galleonsfiguren die mich anstarren 😉

Mit argwöhnischen, grimmigen Blick werde ich angeglotzt

Nix wie weg! Meine Aufgaben hier sind erledigt – ich zische ab zu unserer Baustelle, denn Hans Peter und ich wollen heute das Arbeitspaket Ruder abschließen.

Da es aber nur noch eine halbe Stunde bis zur Kaffeepause ist, beschließe ich, dass es sinnvoll ist, erst Sibylles Fahrrad zu Ioannis zu bringen um es dort auf Vordermann bringen zu lassen.
Dann würde ich Kaffee trinken, dann packen wir LIBERTÉ an – klingt nach einem guten Plan!

Leider wehrt sich das Fahrrad dagegen, auf die Ladefläche von HPs Ford Ranger zu passen – ich muss zur Selbsthilfe greifen und besinne mich auf meine Jugend.

Geht doch – später fahre ich das Radl so nach Plaka

Der Kaffee mundet, die Lebensgeister kehren zurück – ich bin voller Tatendrang.
Also klemme ich mich mit HP in die engen Heckkabinen der Bavaria 41H um den Quadranten zu montieren, die Lenkseile einzuhängen und das System einzustellen.

Danach gilt es den Ruderlagegeber und den Linearantrieb einzubauen – und schon hat auch dieser Themenbereich einen Haken.

Langsam kommen wir einen Ende näher, nach fast einem Jahr an Land!

Es ist eng, aber eigentlich gut zugänglich

Die Verschiebung unserer Abreise nach Preveza hatte eher kontraproduktive Folgen.
Ich war bis dahin „unter Strom“, ich spürte einen positiven Druck, das Ziel vor Augen – ein Privileg, um das Zitat noch einmal zu bemühen.

Mit dem Zeitgewinn von fünf Tagen kam etwas Entspannung in den Zeitplan – und sofort obsiegte die Faulheit!

Ich will es zugeben – die Luft war raus! Es wird Zeit, dass wir LIBERTÉ fertigstellen, dass ich sie aus meinem Kopf verbannen kann.
Wenigstens für ein paar Wochen…

Die Einladung bei Roland und Mireille zu einem Dinner in deren Haus kam mir wohl entgegen.
Wir würden sicher mehr über die Häuser sprechen, Bootsthemen hatten Pause.

Am frühen Abend trafen wir ein
Der Wind pfiff aus SE, es war ungemütlich in Panteli / Vromolitos – die Welle stand direkt in die Bucht

Schnell nach drinnen, auf der Terrasse würden wir heute nicht sitzen können.

Innen war es, wie immer, gemütlich. Mireille und Roland hatten allerhand vorbereitet und es wurde ein geselliger Abend bei Ouzo, einem Bierchen und allerlei Leckereien.

Ein bunter Salat geht IMMER
Der Hauptspeise, Spaghetti mit verschiedenen Soßen, folgte ein selbstgemachter Aprikosenkuchen

Der Abend klang spät aus und wir fuhren im Sturm zurück auf NESSAJA – eine weitere schauklige aber sichere Nacht steht bevor.

Das Wetter am nächsten Morgen war unverändert. Dementsprechend langsam kamen Sibylle und ich in die Gänge.
Es war schon fast Mittag als wir zu einer Marinarunde aufbrachen und auch bei Hans Peters Baustelle vorbeisahen.

Ich begab mich gleich an die Arbeit, denn ich konnte helfen den Propeller zu montieren.
Dabei kam Hans Peters neue Nuss für die konische Propellermutter zum Einsatz – vermutlich das einzige Schiff in der ganzen Marina, bei dem diese Mutter exakt auf 70Nm Drehmoment angezogen ist.

Schon ein besonderes Werkzeug…
…eine Spezialanfertigung um die konische Mutter mit Drehmoment befestigen zu können

Cool, mir wird in diesem Augenblick bewusst, dass dies der letzte „technische-mechanische“ Aufgabenpunkt auf unserer Liste war.

Für morgen hatten wir uns die Finalisierung des Coppercoat-Anstriches vorgenommen, dann würde mein Hilfeversprechen eingelöst sein.

Die restlichen Arbeitsschritte bis zum Krantermin am 29.05. macht HP dann alleine.
Nach meiner Rückkehr am 12.06. werden wir zunächst am Haus ein paar Arbeiten verrichten, dann seine Projekt „Einbau Wassermacher“ als Einzelthema starten.

Den Krantermin für NESSAJA habe ich streichen lassen, wir verschieben die Reparatur des Decks auf unbestimmte Zeit, zur Zeit brauchen wir unser Schiff zum Wohnen.
Das Verkaufsangebot steht, ich verfolge es aber im Moment ohne Nachdruck, wir haben andere Prioritäten.

Für heute ist Feierabend – morgen geht´s für mich auf zum Endspurt!

Coppercoat muss noch fertiggestellt werden, dann ist mein Hilfeversprechen eingelöst

Da wir den Nachmittag nicht einfach verstreichen lassen wollen, ohne auch nur irgendetwas Sinnvolles getan zu haben, beschließen wir, dass wir die erste Fuhre an nicht mehr benötigten Dingen in die Garage des Hauses befördern würden.

So packen wir die Bierbankgarnitur, ein paar Kübel, die Schleifmaschine und unseren COBB Grill in den Pick-Up des Freundes und fahren damit nach Plaka.
Am Weg nehmen wir auch Sibylles Radl mit hoch zu unserem Haus…

Unser Stammtisch ist somit aufgelöst, den Treffpunkt unter LIBERTÉ gibt es nicht mehr.

Das letzte Trum, den 2024 gekauften Stuhl, übereignen wir hochoffiziell der Crew der ANAHITA, sie werden sich gelegentlich über eine Sitzgelegenheit freuen!

Wird von uns nicht mehr benötigt

Nach soviel Schufterei vertragen wir ein Eis bei „Repapis“ – wir belohnen uns mit der leckeren, cremigen Köstlichkeit und freuen uns, dass der Sturm langsam ausklingt.
Man kann wieder kurzärmelig draußen sitzen.

Mein Blick bleibt an einem Plakat im Fenster des Eispalastes hängen. Es wird für einen Musikabend im „Leon Limani“ geworben.
Es spielen abermals meine Lieblingsmusiker.

Mal sehen, wir können das „Leon Limani“ nicht so recht leiden, der Begriff „Hafenspelunke“ trifft es aus unserer Sicht recht gut – obwohl die Kneipe bei Einheimischen sehr beliebt ist.
Vielleicht schauen wir mal vorbei…

Ein Fest am 18. Mai

Für den Abend hat Sibylle gekocht.
Wir waren im Mai schon oft beim Essen und ahnen, dass dies die nächsten Wochen auch nicht abreißen wird.

Da tut ein Tag gut, an dem man zuhause isst. Wir waren gerade fertig und eigentlich schon im Feierabendmodus, als Ina uns anruft und auf einen Drink auf die CHILI einlädt.

Also geben wir uns einen Ruck und machen uns auf zum Nachbarsteg D.

Der Sonne entgegen
Netter Klönschnack bei Bier und Chips

Hans Peter kommt auch dazu, so sitzen wir fünf beisammen und unterhalten uns über Gott und die Welt und über Dieselbakterien.

Als es schon dunkel und auch frisch ist brechen wir ab, morgen ist auch noch ein Tag, Sonntag, der Tag des Herrn.

Wer nun denkt, dass wir am Sonntag ruhen, der irrt gewaltig! Der Sonntag ist der ideale Tag um ein Werk zu vollenden – das sehen auch Hans Peter und ich so…

Also auf ans Werk, heute wird das leidige Thema Coppercoat ein für alle Mal finalisiert!

Der Tag selbst ist einer zum Zungeschnalzen, zum Heldenzeugen, ein Traumtag…

Die Bucht von Lakki zeigt sich in tollen Farben

Ich treffe pünktlich an LIBERTÉ ein und erhalte abermals die Aufgabe des modernen Druiden.
Das macht mir nichts aus, etwas erstaunt war ich dann aber doch, als mein Freund HP mir eröffnet, dass er kein elektrisches Rührgerät dieser Größe besitzt.

Ich akzeptiere mein Schicksal und weiß, heute wird gerührt – zumindest für die nächsten zwei, drei Stunden!

Der Whiskymixer mixt den Whisky mit dem Whiskymixer. Mit dem Whiskymixer mixt der Whiskymixer den Whisky

Wie ihr ansatzweise erkennen könnt, habe ich mich über mein Schicksal, trotz der anfänglichen Akzeptanz, grün und blau geärgert 😉

Der Skipper selber trägt die kupferfarbene Masse auf die noch nicht gestrichenen Bereiche seiner Bavaria auf.
Er tut dies liebvoll, fast zärtlich – dies versöhnt mich wieder! Wer will nicht Teil einer solchen Geschichte sein???

Farb´- und Pinselstrich – am Ende werden es sieben Lagen werden
Neben dem Ruder waren noch die Kielsohle und sechs Quadrate am Rumpf zu streichen
Irgendwann war es geschafft

Heureka! Ich habe es nicht zu glauben gewagt! Ich war in einem Zeit-Raum-Kontinuum gefangen – doch heute war der Tag an dem ich der Matrix der LIBERTÉ entkommen konnte!

Meine Versprechen sind eingelöst, ich habe mit Hans Peter alles was wir gemeinsam zerlegt haben wieder zusammengebaut.
Ab jetzt werde ich ihm wohl noch bei neuen Projekten helfen, das Refit von LIBERTÉ ist für mich jedenfalls heute beendet.

Die restlichen offenen Punkte arbeitet der Skipper alleine ab – ich bin frei, frei, frei 😉 – ein Teil des Drucks fiel von mir ab…

Hans Peter wusste, dass es Zeit wurde, unsere gemeinsames Projekt als beendet zu erklären – zumindest vorläufig.
Und er tat dies, wie er es nicht hätte besser tun können!

Der Eisgenuss geht heute zu HPs Lasten
Damit ihr nicht denkt, dass nur ich das Schleckermaul wäre

Wir bedanken uns artig bei unserem Gönner, plaudern noch ein wenig, dann trennen sich unsere Wege.

Sibylle hat heute abermals zuhause gekocht, wir werden die nächsten Tag und Wochen genug einkehren.

Spät am Abend ziehen wir uns in NESSAJA zurück!

Die „blaue Stunde“, der Tag geht schlafen, die Nacht erobert sich die Herrschaft über die Szenerie

Ein neuer Tag – ein besonderer Tag! Der 19. Mai ist der Ehrentag meiner lieben Sibylle – diesen gilt es in Ruhe und doch gebührend zu feiern.

Wir eröffnen mit einem Frühstück bei Marietta zu dem wir Hans Peter einladen.
Er ist Mitwisser, denn er ist im Moment der einzige Segelfreund in der Marina der um die Besonderheit des Tages weiß.
Später stelle ich zu meiner Überraschung fest, dass auch Berthold von der KARO informiert ist, das erschließt sich mir leider zu spät…

Happy Birthday to you, happy Birthday liebe Sibylle…
Wir gönnen uns einen feudalen, fulminaten Start in den Tag

Ok, einen kleinen Dämpfer mussten wir beim Start in den Tag einstecken, denn meine GS versagt just heute.
Ein Druck auf den Starterknopf – nix! Aus! Tot!

Die Batterie, welche vor ein paar Wochen schonmal gezickt hat, ließ sich nur über die Zeit retten.
Just heute stirbt sie den Heldentod nach nur zweieinhalb Jahren. Die dauernde Kurzstrecke zollt ihren Tribut!

So war es leider notwendig, nach dem Frühstück den maladen Stromspeicher auszubauen und kurz bei Loukas vorbeizusehen, um dort um einen neuen Akkumulator anzuhalten.

Abermals zerlege ich das Mopped und baue die Batterie aus
Die alte kommt ans Ladegerät – nur für den Fall, dass ich keine neue bekomme
Dann fährt mich HP zu Loukas nach Lakki…
…aber mein Lieblings-Motorradhändler hat den Typ nicht auf Lager

Er hat leider den exakten Typ nicht auf Lager, bietet mir aber eine Bestellung aus Athen bis MORGEN an.
Das riskiere ich! Ich bestelle das Ersatzteil und friere die Arbeiten an meiner GS ein.

Um am Geburtstag meiner Gattin mobil zu sein, hole ich den für Mittwoch reservierten Leihwagen eben heute schon ab und nehme diesen für drei Tage.

Derart gerüstet, kann ich Sibylle den Wunsch nach einem Nachmittag am Panteli Strand erfüllen!

Der Strand ist einfach ein Traum – außer im Juli und August
Wir schnappen uns ein Liegenpärchen und gönnen uns eine Kaltschale
Zeit zum Relaxen – der Druck fällt für einen Moment ab

Ich gehe Baden und schwärme Sibylle von dem kühlenden, belebenden Effekt des zirka 20°C „warmen“ Wassers vor.

Sie gibt sich einen Ruck und will einen Versuch wagen – aber zu mehr als einem Kneipp-Effekt langt es am heutigen Tag noch nicht.

Ich gehe noch ein zweites Mal, Sibylle zieht es vor ihre Geburtstagsmails zu beantworten…

„Nein, das ist mir zu kalt“

Damit hatte sie übrigens alle Hände voll zu tun! Alle Kinder, Familienangehöre, Freunde und Bekannten haben an sie gedacht und auf allen Kanälen Glückwünsche geschickt!

So war sie während unseres Eisdielenbesuches recht beschäftigt…

Alle Hände voll zu tun

…und auch, als wir zurück an Bord von NESSAJA waren – sie hat sich sehr gefreut, von allen Menschen zu hören, welche ihr am Herzen liegen.

Der Abend wurde zu einem Überraschungspaket. Sibylle selber war nämlich unschlüssig wie sie diesen verbringen wollte.
Als ich bemerkt habe, dass sie unentschlossen herummäandert, habe ich ihren ersten Impuls aufgegriffen und eine Runde mit zwei befreundeten Paaren gebildet – ich habe für uns, sowie Ina und Ralf von der CHILI und Brigitte und Hans von der BARCASO einen Tisch im „Pirofani“ reserviert.

Ein sehr geselliger Abend

Sehr witzig war, dass unsere Gäste nichts von ihrem Glück wussten – wir wollten weder, dass sie sich viel Kopfzerbrechen über irgendwelche Geburtagsgeschenke machen müssen, noch wollte Sibylle, dass eine Art Verpflichtung entstehen könnte – es ging uns um das gemütliche Beisammensitzen, sonst nix.

Als Sibylle dann „ihr kleines Geheimnis“ gelüftet hatte, war das Geschrei natürlich groß – darauf musste gleich noch einmal angestoßen werden!

Es wurde spät, recht spät!

Mitten in der Nacht sind wir nach Hause gefahren

Und als wäre es nicht genug, laden Brigitte und Hans noch auf einen Absacker in Form eines Glases Sekt an Bord der BARCASO – man müsse zumindest einmal gehörig anstoßen…

Recht haben sie! Prost und gute Nacht!

Der kommende Tag läuft schleppend an – wir fahren Sibylles Roller in die Garage unseres Hauses und sehen am Rückweg bei Loukas vorbei.
Tatsächlich ist die Lieferung aus Athen pünktlich gekommen und ich kann meine Batterie gleich mitnehmen.

Logisch, dass ich diese auch gleich vorbereite, kurz durchlade und dann verbaue.
Auch die GS bringen wir dann in die Garage nach Plaka. Unsere Vorbereitungen für unsere Reise sind gestartet!

Die neue Batterie wird befüllt und kurz geladen, dann kann ich mein Motorrad wieder in Betrieb nehmen
Unsere Bikes müssen nicht mehr in der staubigen Marina braten…
…denn wir nutzen den Luxus einer eigenen Garage

Den Rest des Tages verbringe ich knieend vor dem Motor von CHILI. Ina und Ralf haben mich um so etwas wie eine Art „Einweisung“ gebeten.
Wie geht Entlüften, wo sind Keilriemen und Impeller zu finden und wie werden sie eigentlich ersetzt?
Was ist im Notfall auf See mit Bordmitteln zu bewerkstelligen?

Wir beschäftigen uns den ganzen Nachmittag mit dem neuen Yanmar 4JH57 und können allerlei offene Fragen abhandeln.

Ralf, seineszeichens Architekt, verspricht mir, einmal über meinHaus zu schauen und ein paar Ideen einfließen zu lassen.
Wir sehen uns das Haus zusammen an und ich schicke ihm die Pläne – das freut mich jetzt…

Heute trudeln auch Neuigkeiten von Martin und Petra ein, leider sind dies keine wirklich erfreulichen!

Die Sommersaison endet unplanmäßig – STENELLA wird heute umgesetzt um nicht im Weg zu stehen

Aus privaten Gründen mussten die Beiden ja vorzeitig abreisen und werden wohl auch erst im Herbst wieder kommen können.
Die Sommersaison fällt somit flach und die Marina reagiert sofort – STENELLA wird umgestellt und bekommt einen Platz in „unserer Ecke“, damit sie anderweitig nicht stört.

Wir werden ein Auge auf die kleine Schönheit werfen…

Nur noch ein Tag, dann starten wir unsere Reise nach Preveza – dann holen wir ELOWYN.
Der Tag den es noch zu meistern gilt ist nicht irgendein Tag, heute ist mein Geburtstag, ich darf zwei Tage nach Sibylle feiern.

Zum Start in „meinen“ Tag, koche ich mir ein Haferl Kaffee – es muss nicht erwähnt werden, dass mein Telefon ein paar BIMM raushaut, als ich den Flugmodus abschalte.
Ich setze mich hin und studiere die ersten Nachrichten von Freunden, welche gratulieren…

Wieder ein Jahr im Kielwasser

Eine Nachricht von meinem Sohn kommt – „Schon wach?“ – ich bejahe und telefoniere dann mit ihm.

Das bringt Sibylle auf den Plan. Meine gute Gattin wird wach, rappelt sich auf und gratuliert mir.
Dann machen wir uns fertig zum Frühstücken, heute geht es ins „La Palma“ Café.
Wir sammeln Hans Peter ein und tuckern mit dem Kleinstwagen, einen Hyundai i10 in gold, nach Lakki.

Wir bestellen uns alles was die Küche so an tollen Sachen zu bieten hat

Das Frühstück ist echt nicht schlecht. Große Portionen, gut angerichtet und gekocht, das ganze preiswert.

Wir gönnen und Kaffee und Tee, Orangensaft und ein XXL Omelette. Damit der Hungerast nicht zuschlägt, gibt es noch Schinken-Käse Toast.
Die dazugelegten Pommes hätte es zum Frühstück nicht gebraucht, lecker waren sie allemal.

Nicht erschrecken – das „Club-Sandwich“ haben wir aus Platzgründen aufgeteilt und zum Omelette gepackt
So kann man in den Tag starten

Wir sitzen eine ganze Weile, frühstücken in Ruhe und gönnen uns einen zweiten Kaffee.
Wir klönen und haben Spaß, so mag ich den Start in den Geburtstag.

Danach fahren wir zurück auf NESSAJA. Für HP gehen die Arbeiten an seiner LIBERTÉ weiter, Sibylle und ich beginnen, für unsere Abreise heute Nacht zu packen.
Dafür gönnen wir uns bis zum frühen Nachmittag, dann zieht es mich ans und ins Meer.

Ich möchte gerne am Panteli-Strand im „Sorocos“ Café sitzen und ein kleines Bier trinken.
Gesagt, getan – meine Frau erfüllt mir diesen Wunsch…

Ich genieße den Kurzaufenthalt am Strand
Einmal abfrischen und ein kleines Bier

Was fehlt noch zum „perfekten Tag“? Genau – ein großes Schlemmereis bei „Repapis“.
Dass sich dieser Wunsch ebenfalls erfüllen würde, wusste ich schon seit dem Frühstück.
Hans Peter hat eine Geburtstagseinladung zum Eisgenuss ausgesprochen und wir waren für den frühen Nachmittag verabredet.

Also nix wie hin! Auf zum Eispalast!

Dem Anlass angemessen, gibt es drei leckere Kugeln

Nach dem Eis müssen Sibylle und ich noch einmal ran. Wir haben fertig zu packen und auch auf NESSAJA müssen wir „klar Schiff“ machen.
Aber nach so vielen Jahren an Bord, sitzt jeder Handgriff und wir sind relativ früh fertig.

Als hätte ich noch nicht genug Genuss an meinem Geburtstag gehabt, lädt mich meine Frau zu einem Aperitif ins „Skipper´s“.
Dort wollen wir die Wartezeit bis zum Verlassen unseres Zuhauses verbringen.

Auf dem Weg hoch zum Marinalokal blüht alles
Wir bevorzugen einen Schattenplatz um die Aussicht zu genießen
Dann lassen wir es uns gut gehen

So sitzen wir ein, zwei Stunden und warten, bis der Abend hereinbricht. Die Tage sind lang um diese Jahreszeit!

Auch unser Abreiseabend wird wohl lang werden! Die Fähre geht erst um 00.35 Uhr, wir wollen also aus dem Geburtstag herausfeiern.

Erst gibt es ein gemeinsames Pizzaessen mit Freunden, dann einen Absacker für alle die noch können und wollen – und dann, so hoffen wir, können wir direkt auf der Fähre einchecken.

Soweit der Plan – deshalb verlassen wir NESSAJA um kurz vor 20.00 Uhr mit Sack und Pack!

Nix vergessen? Ich denke nein
Hans Peter, Berthold und Hans und Brigitte haben mir die Ehre erwisen – die Besatzung der CHILI war an diesem Abend leider nicht fit

Wir haben im „La Nostra“ wirklich gut gegessen. Ich bilde mir ja ein, dass die Pizzen verlässlich noch etwas besser geworden sind.

Irgendwann haben wir beschlossen, unseren Ouzo als Absacker nicht hier sondern im „La Palma“ zu uns zu nehmen.
Wir sind also weitergezogen – ohne Hans Peter, der als absoluter Nichttrinker sich den Folgeminuten vermutlich entziehen wollte.
Ist verständlich…

Denn es blieb, als hätte man es geahnt, nicht bei einem Ouzo! Ein Bier dazu macht das Ganze zu einem griechischen Herrengedeck und dann hat uns auch noch der Wirt eine Flasche Rakomelo hingestellt – der griechische Pitcher!

Der Rakomelo gab zumindest mir den Rest

In bester Stimmung mussten Sibylle und ich die Runde auflösen – die Fähre war auf der Zielgeraden, schnurstracks in Richtung Lakki Bucht!

Wir trennten uns von den Freunden und Geburtstagsgästen – bis bald! Bis Mitte Juni…

Dann fuhren Sibylle und ich die 300m mit dem Leihwagen zum vereinbarten Abstellplatz und parkten diesen dort.

So funktioniert Mietwagenverleih auf Leros – der Wagen bleibt einfach stehen

Bis wir zum Anleger gelaufen waren, kam der blaue Koloss auch schon durch die Bucht gefahren.

Ein paar Minuten später legt die BLUESTAR PATMOS in Leros an. Passagiere steigen aus, Mopeds und Autos kommen aus dem Bauch des stählernen Riesen gefahren.

Dann sind wir dran, wir dürfen boarden!

Die BLUESTAR PATMOS erreicht die Insel
Die Laderampen gehen auf – der Tumult beginnt

Sibylle und ich sind inzwischen ein eingespieltes Team. Ich bringe die schwere Tasche in den Gepäckraum, sie geht mit dem Kabinengepäck zur Rezeption und holt den Schlüssel.
An der Rezeption treffen wir uns und gehen auf unsere Kabine.

So auch dieses Mal, alles klappt reibungslos, es dauert nur circa 10 Minuten bis wir in unserer Außenkabine sind.

Die BLUESTAR PATMOS ist neu renoviert, ein schönes Schiff
Wir haben wieder eine schnuckelige Außenkabine

Diesmal verzichten wir auf den obligatorischen Ouzo als Absacker. Diesen hatten wir schon im „La Palma“ zu uns genommen und durch die etwas spätere Abfahrtszeit der BLUESTAR PATMOS sind wir hundemüde und auch ein wenig matt.

Wir freuen uns auf´s Bett und hauen uns sofort in die Falle.

Am nächsten Morgen wache ich vor dem Weckerklingeln auf. Ich dusche und habe den Wunsch nach einem Kaffee.
Ein Kontrollblick auf die Karte zeigt, dass wir zwar Piräus vor dem Bug haben, es aber doch noch etwas dauern wird bis wir ankommen.

Ich lasse Sibylle noch etwas schlafen…

Wird wohl noch zwei Stunden dauern
Der Kaffee bringt meine Lebensgeister zurück

Ich habe gut geschlafen und bin seit meiner Freisprechung von Hans Peters Aufgabenpaket etwas entlastet – wer nun aber denkt, dass dieser Blog zu Unrecht den Titel „Under Pressure“ trägt, der irrt gewaltig.

Wenn Dein Umfeld nicht für Druck sorgt, dann machst Du es selbst…

Wir hatten geplant, dass wir um 10.35 Uhr in Piräus ankommen, dort etwas frühstücken und dann mit dem Bus zum Busbahnhof für Fernbusse fahren.
Unser KTEL Bus nach Preveza würde um 15.00 Uhr gehen – ein entspannter Plan!

Doch dann kam alles anders!

Wann geht der Bus vorher

Ich trinke mit Sibylle einen zweiten Kaffee – der Ober kommt, kassiert ab und erwähnt beiläufig, dass wir um 09.25 Uhr ankommen würden!
Mehr als eine Stunde vor der Zeit…

Sibylle greift sofort zum Taschencomputer und bemüht über Google den Fahrplan der KTEL.
Gibt es einen Bus VOR dem geplanten? Wenn ja, wann fährt dieser ab?

Und siehe da – um 11.00 Uhr geht auch einer! Da war er wieder – der Druck. Er hat sich gemein angeschlichen und ist durch die Hintertüre in meinen Tag getreten.

Wir kommen an, Sibylle hetzt zum Taxi, das brauchen wir jetzt um es rechtzeitig zum Busbahnhof zu schaffen.
Ich hetze mit der schweren Tasche hinterher, die Tasche, die übrigens Sibylle gehört – ich reise mit kleinem Gepäck.
Wir bekommen ein Taxi, springen hinein und der Fahrer saust los – er meint wir können es schaffen!

Geschafft – nach Preveza an Plattform 10

Wir schaffen es eigentlich völlig pünktlich. Sibylle hat im Taxi zwei Online Voucher gebucht und bezahlt, wir gehen zum Schalter, bekommen Papiertickets und „checken ein“.

Dann gehen wir zur Plattform 10 und warten auf unseren Bus nach Preveza.

Ein typischer Busbahnhof am Stadtrand
Verlegt auf Plattform 6
Wir steigen zu

Es handelt sich um relativ moderne Überlandbusse, meist MAN oder Mercedes Benz.
Wir warten geduldig, haben immer ein Auge auf unser Gepäck. Der Taxifahrer hat uns gewarnt, hier treibt sich wohl allerhand Gesindel rum.

Aber alles klappt bestens und wir dürfen pünktlich unseren reservierten Sitzplatz in der Reihe direkt an der hinteren Türe einnehmen.
Ich mag diesen Platz, er bietet etwas Freiraum und man hat keine Klapplehnen vor sich.

Pünktlich um 11.00 Uhr fahren wir ab!

Der Bus ist fast voll

Die Fahrt ist mit viereinhalb Stunden geplant, es gibt stündlich eine Toilettenpause, in der Mitte eine etwas längere Kaffeepause.

Das Publikum ist gemischt, aber auch hier ist Rücksichtslosigkeit zu beobachten.
Die einen telefonieren laut und mit Freisprechen, die anderen schauen YouTube Videos an – natürlich auch über Lautsprecher.

Es müsste mal jemand so kleine Lautsprecher für ins Ohr erfinden – das wäre toll!

Mich nervt´s und ich merke rasch, Busfahren werde ich von meiner Liste der alternativen Reiseoptionen streichen.

Etwa bei Patras geben wir Volker Bescheid und senden einen Live Standort. Der Freund, welcher schon gestern angekommen war, sagt uns zu, uns am Busbahnhof in Preveza abzuholen – und das klappt pünktlich und perfekt!

Etwas später schon, kommen wir in unserem Boutique Hotel in Preveza Stadt an.

Bereits der Hintereingang ist sehr einladend
Wir parken den Leihwagen und laden erstmal aus – dann checken wir ein

Das „Dioni“ Hotel in Preveza ist ein schönes Hotel! Ein Altbau und ein komplett neu renovierter Bau bilden ein geschmackvolles Ensemble.

Unser erster Eindruck ist schon ein ganz toller, dieser bestätigt sich auch in unserem Zimmer.
Für die zwei gebuchten Nächte beziehen wir eine komfortable Junior Suite.

Hierein paar Impressionen, damit ihr eine Vorstellung habt.

Von vorne – Haupthaus im Vordergrund, ganz hinten das neue Gebäude in dem auch unser Zimmer ist
Die Lobby – verspielt aber sehr geschmackvoll
Die Bar des Hotels
Unser Zimmer ist riesig – das kann man im Foto nicht so gut festhalten

Wir haben kaum unsere Taschen abgestellt und sind noch mitten am Auspacken – da klopft es an der Tür…

Nanu, wer kann das sein???

„Happy Birthday to youuuu, happy Birthday touuuu youuuuuuu….“
Alles klar – Volker!
Es hat ihn wohl in den Fingern gejuckt – auf jeden Fall überreicht der Freund zwei nachträgliche Geburtstagsgeschenke von Tina und sich selbst.

Sibylle bekommt so eine Umschnalltasche speziell für Hundehalter – sehr hilfreich für sie, wenn sie auf Leros zu den Hunden im Shelter fährt!

Für die Mädchen rosa

Auch ich bekomme ein Päckchen vom Freund überreicht – etwas Weiches, sicher Stoff…

Was kann das sein???

Die Überraschung war riesig!!!

Für die Jungs blau – was kann nur drin sein???
Wie geil ist das denn?!

WIE WITZIG!!! Ich bekomme vier T-Shirts meines bevorzugten Herrenschneiders geschenkt – alle individualisiert!

Am rechten Arm der typische Schriftzug meines Patenschiffes im unverkennbaren ELOWYN-Design, auf der Brust eine kleine Figur welche mich über viele Jahre schon, immer wieder einmal einholt.

Ich denke jeder kennt ihn – meinen Namensvetter, den Klempner aus einem seeeehr bekannten Videospiel 😉

Überraschung gelungen! Und was machen wir jetzt? Heute nix mehr. Es ist Spätnachmittag und Volker ist mit seinem Tagwerk an ELOWYN fertig.
Wir werden morgen in den Arbeitsablauf einsteigen.
Für heute ist ein Moment des Ankommens angesagt – was würde da besser passen als ein Bierchen am Hotelpool???

Die Architektur des Pools lädt zu solchen Bildern ein

Aus dem veranschlagten Bier werden zwei, dann ruft Sibylle zum Aufbruch.
Sie sei hungrig und wolle etwas essen.

Wir vereinbaren, uns in 30 Minuten am Hoteleingang zu treffen, dann stürzen wir uns ins Getümmel von Preveza Stadt.

So steht sie immer da wenn sie ungeduldig auf etwas wartet
Zuerst ein Ouzo als Aperitif – die letzten Sonnenstrahlen nutzen
Danach gönnen wir uns in einer der vielen Tavernen ein gutes „Kotopoulo-Tygania“, gebratenes Hähnchen

Wir haben gut gegessen und hatten einen herrlichen und kurzweiligen ersten Abend.
Es gab viel zu erzählen, viele nette und neue Geschichten auszutauschen.

Natürlich haben wir auch die Pläne der nächsten Tage besprochen, denn ab morgen beginnt ja unser Pflichtprogramm an ELOWYN, die noch an Land steht.
Der Krantermin ist für morgen um 13.30 Uhr anberaumt, wir haben davor noch einige Handgriffe zu erledigen.

Aber das ist morgen! Für heute reicht es erst einmal. Wir gehen zurück ins Hotel und fallen todmüde ins Bett.
Die Reise und die vielen Eindrücke haben uns erstmal geschafft – wir sind matt und schlafen sofort ein.

Der neue Morgen beginnt mit einem Frühstück auf der Dachterrasse des „Dioni“ Hotels.

Ausblick über die Dächer von Preveza
Der Frühstücksraum ist einladend, das Frühstücksbuffet gut
So kann man in den Tag starten

Dann endlich ist es soweit – wir fahren in die „Cleopatra Marina“ und ich sehe mein Patenschiff wieder, das erste Mal nach mehr als einem halben Jahr!

Und was soll ich sagen – sie ist wunderschön geworden! Sie ist von der blauen Schönheit zu einem weißen Schwan geworden!
Sie sieht aus wie ein neues Schiff! Ich bin schon überwältigt…

Tataaaa – die „neue“ ELOWYN

Uns bleibt genug Zeit um zu staunen und das neue Gesamtbild auf uns wirken zu lassen.
Dann aber ruft die Pflicht, der Zeitdruck kommt zurück. Uns bleiben wenige Stunden, bis der schicke Dampfer in den Kran kommt.

Wie schon angesprochen galt es, alle Vorbereitungen für das Kranen und das anschließende Verholen an den Liegeplatz zu treffen.
Fender anbringen, Festmacher bereitlegen – ich kümmere mich um den Probelauf der Hauptmaschine und um technische Gegebenheiten, Volker hat mit administrativen Aufgaben rund um die Marina alle Hände voll zu tun.

Dann ist es soweit…

Deutlich vor der Zeit kommt der große Kran

Plötzlich – viel zu früh – steht einer der Kranfahrer bei uns am Platz und informiert, dass wir jetzt geliftet würden.
Der Grund für das frühe Anheben liegt darin begründet, dass für ELOWYN mehr Zeit benötigt wird, um die Flächen zu streichen, welche jetzt noch von den Stützen bedeckt sind.

Ein weiterer Grund für einen höheren Zeitaufwand ergibt sich durch den Liftkiel des „besonderen“ Schiffes.

Hier sieht man deutlich, welche Stellen noch gestrichen werden müssen
Volker musste den Kiel ablassen, es wurde ihm später aber eine Leiter gebracht
Nun hieß es warten…

Das Anstreichen der Flächen dauerte schon noch einmal eine Stunde. Wir haben uns zunächst einen Kaffee in der Marinataverne „Celest“ gegönnt, dann die restliche Wartezeit abgesessen.

Fertig! Es geht los – dachten wir. Wir selber haben vergessen, dass noch eine unberücksichtigte Fläche im Verborgenen ist – das sollte sich nun zeigen, als der Kiel wieder angehoben wurde.

Dies hat noch einmal für Verzögerungen gesorgt.

Der Anstrich ist nun perfekt
Oooops, hier ist noch eine Stelle – vier Mann lösen das Problem

Dann aber – jetzt endlich geht es los!

ELOWYN wird Richtung Kranbox gefahren, in wenigen Minuten schwimmt sie wieder – nach einem halben Jahr Refit!

Wir alle sind super gespannt und freuen uns auf den „besonderen“ Moment!

44t hängen in den Gurten – ein Regenschauer ist gerade durchgezogen
Der Kapitän bleibt an Bord
ELOWYN ist zurück in ihrem Element

Sibylle und ich steigen zu, wir helfen das Schiff an seinem Platz in der Marina anzulegen.
Der Wasserliegeplatz ist noch bis 28.05. für uns gebucht – an diesem Tag wird Tina ankommen und wir werden die Weichen neu stellen.

Uns ist bekannt, dass wir längsseits an Steuerbord anlegen sollen. Das bedeutet, wir müssen die Fender und Festmacher umhängen – dies ist bei ELOWYN kein Kinderspiel, denn die Fender sind beispielsweise so schwer, dass Sibylle sie nicht tragen kann.

Also fahren wir kurz in die Bucht um die Vorarbeiten zu erledigen, das bewährt sich als gute Taktik – in Ruhe und besonnen handeln…

Wir sind bereit und können zurückfahren – die ersten paar Faden liegen hinter uns

Der Anleger klappt perfekt, die Marineros in der „Cleopatra Marina“ sind aber auch echt auf Zack!

Nach wenigen Minuten liegen wir sicher und komfortabel an unserem Platz – hier werden wir die restlichen Nacharbeiten des Refits und die Vorbereitungsarbeiten für unsere Reise abschließen.

Denken wir zumindest…

Noch sieht sie nicht wohnlich aus…
…aber das Gesamtbild überzeugt

Wir machen noch ein paar Handgriffe, um die erste Decksordnung herzustellen, legen Strom und Wasser, dann reicht es uns für heute.

Wir fahren zurück ins Hotel, dort wird heute die letzte Nacht sein, morgen checken wir aus und ziehen auf ELOWYN.
Daher wollen wir auch heute die Gelegenheit nutzen, noch einmal ins Steakhaus „Kalofagas“ zu gehen.
Diese Adresse kennen wir von unserem Besuch im Oktober und wir hatten uns vorgenommen dort noch einmal aufzuschlagen.

Der richtige Tag dafür ist heute – wir können noch ein letztes Mal auf unsere Geburtstage anstoßen und dann das Launching von ELOWYN feiern.

Volker und ich brauchen die Karte nur kurz zu überfliegen…
…denn wir wissen was wir wollen
Einen lokalen Ouzo als Aperitif…
…und ein gewaltiges Rib-Eye ohne Schnickschnack

Es war ein toller Abend – Vasso war, wie auch letztes Mal, unsere Bedienung. Sie hat uns wiedererkannt, ihre „Performance“ war diesmal aber eingeschränkter – man merkt die Saison…

Glück hatten wir zudem, da an diesem Tag Live-Musik gespielt wurde. Ganz andere griechische Musik als auf den Inseln.
Weniger einprägsam, mehr Mainstream, aber die ideale Begleitung oder Untermalung für einen solchen Abend!

Bouzouki und Gitarre – so einfach, so schön

Wir gehen spät zurück ins Hotel. Ein herrlicher Abend und ein würdiger Abschluss für einen perfekten Tag.

Jetzt heißt es ausruhen, denn morgen geht es zur Sache – der Druck wird ansteigen, wir dürfen das Privileg abermals genießen, wir haben allerhand auf unserer „To-Do Liste“ von ELOWYN stehen.

Frühstück, auschecken, umziehen – es dauert eine Weile, bis all´ unser Gepäck auf dem großen Schiff verstaut ist.
Als wir das zumindest geschafft haben, brauchen wir einen zweiten Kaffee und eine Lagebesprechung, dann soll es an die Arbeit gehen – den Kaffee nehmen wir im „Celest“ zu uns, die Gaststätte der Marina sagt uns zu.

Sibylle steht vor einer Mammutaufgabe – das Schiff muss einmal gründlich durchgeputzt werden

Mich erwischt es mit allerlei technischen Aufgaben, zudem müssen einige kleine Nacharbeiten getrackt werden.

Darüber hinaus gibt es Punkte auf der Liste, bei denen alle gemeinsam anpacken müssen.

Allen Projekten ist eines gemein – wir arbeiten gegen die Zeit, geplant wollen wir in vier Tagen ablegen.

Aufgrund des Zeitdrucks beschließen Volker und ich, die geplante Aufrüstung der Druckwasseranlage erst in Leros durchzuführen. Ich baue daher das zerlegte System wieder zusammen, so dass wir fließend Wasser auf ELOWYN haben.

Sibylle füllt ihre Eimer und bewaffnet sich mit Schwamm und Allzweckreiniger, Volker steuert das Anschlagen des Großsegels mit dem Marinateam und ich widme mich der Erneuerung des Plotters.

Ok, soweit klar…
…aber nein – was ist das? Ein alter NMEA0183 Ausgang

Mir schwant Fürchterliches – der alte Plotter hat noch das Datenformat NMEA0183 aufbereitet.
Dummerweise ist dort ein Gerät angeschlossen – nur welches???
Dies gilt es herauszufinden, genauso wie die Frage zu beantworten ist, welches Gerät am Videoanschluss hängt, denn auch dieser ist mit anderen Steckanschlüssen ausgeführt.

Damit nicht genug, selbst das Haupt-Anschlusskabel ist leicht abweichend, auch dieses muss umgebaut werden.

Neu – genau hinsehen
Alt – die Passkerben sind exakt auf der anderen Seite

Was für ein Mist – der neue Plotter ist das Nachfolgemodell, aber „plug & play“ ist bei Raymarine kein Leitgedanke!

Nach langer Kabelzieherei finde ich heraus, dass am Videokabel ein Bildschirm am Navitisch hängt – dieser spielt jetzt keine Rolle, das Thema vertagen wir und ich ziehe es später nach.
Nicht so einfach ist es beim Altgerät am NMEA0183 Anschluss – hier hängt ein elektronisches Logbuch, welches unbedingt bei Fahrtantritt funktionieren soll.

Ich nehme es vorweg, diese Herausforderung wird mich bis zur Abfahrt beschäftigen – und darüber hinaus!

Wie ergeht es den Anderen???

Nun, beim Großsegel scheint sich was zu tun!

Fast geschafft
Volker und die Jungs von „Waypoint“ haben alle Hände voll zu tun
Wenn es klemmt darf einer „Aufzug fahren“ – supertoll bis auf 30m ü.N.N.

Sibylle putzt! Sie tut das mit Hingabe und es macht ihr auch nichts aus – sie wurschtelt halt so vor sich hin und hat dabei auch ihre Ruhe.
Als ich ein Foto von ihr mache, trifft mich allerdings ein Blick, welcher viele Aussagen beinhaltete – eine davon war sich in etwa so…

„Hüte dich davor das Bild in den Blog zu stellen!!!“ 😉

ALARM! Ich muss Leben retten und Karmapunkte sammeln!
Volker hatte mir von Fisch-Lemmingen erzählt, welche beim gejagt werden oft mal auf den Ponton springen.
Zugegeben, ich war skeptisch – ob er nicht ein bisschen übertreibt???

Wohl zwei Dutzend seiner Gattung habe ich zurück ins Meer befördert

Hat er nicht! Es waren wohl zwei Dutzend solcher Heringe, die auf den Steg sprangen und dort dann zappelnd um Luft röchelten.
Da kann und will ich nicht zusehen!

Ein paar wurden Opfer der Möwen, so ist Natur eben, viele davon konnte ich retten.
Auch, als sich das Schauspiel nach etwa zwei Stunden wiederholte.

Das Dumme ist, dass sich die Fischlein auch in unser Schlauchboot flüchten und dort dann unbemerkt den Tod finden.
Das müffelt dann gerne, zudem ist es unangenehm so einen Kadaver zu entsorgen.

Also rückt der Punkt „Willi in die Garage“ auf der Liste nach oben.

Auch hier überall Staub – alles muss gereinigt werden, zusätzlich sind ein paar Vorarbeiten zu treffen
Bald hängt der Tender am Kran und wird verräumt

Es ist schon später Nachmittag als uns bewusst wird, dass das Team von „Waypoint“ es ernst gemeint hat, als sie sich verabschiedet hatten.

Überstunden stehen wohl nicht auf deren Plan – dafür aber auf unserem!
Das Großsegel ist angeschlagen und alles hat gut geklappt.
Aber die zwei Roll-Vorsegel liegen noch auf dem Deck.

Da der Wind gerade gut steht und nicht zu stark ist, beschließen Volker und ich, diesen Knochenjob heute noch anzupacken und zu Ende zu bringen.

Sibylle an den Winschen, Volker und ich am Segel – und hoch das Tuch…

Das Hantieren mit den großen Tüchern ist eine Plackerei

Gerade als wir fertig waren und uns ein Feierabendbier gönnen wollten, kommt noch eine Paketlieferung von der Marina.

Bestellte Teile und aus Deutschland versandte Pakete sind angekommen und wir nehmen die erwartete Ware an Bord.
Natürlich ist das Gebot der Stunde die Dinge auch gleich an Ort und Stelle zu verräumen – selbst auf dem großen Schiff liegt das sonst irgendwie im Weg rum.

Ein Paket hat der Auslieferer MIR in die Hand gedrückt – nanu, ist doch für Volker, warum ich???

Der spinnt wohl – das ist die Marke, nicht der Adressat

Bis das alles geschafft war, kehrte ein Hunger bei uns ein – der Feierabend, das gleichnamige Bier und ein feudales Essen waren wohlverdient.

Für heute reicht es – ich brauche etwas Ruhe und eine Pause für mein Gehirn.

Leider war mir das nicht vergönnt…

Wie ein Depp einen ganzen Abend durcheinanderrütteln kann

Wir bekommen einen Tisch neben einem älteren Herrn, welcher alleine an seinem Tisch saß.

Wir konnten nicht ahnen, dass dieser rücksichtslose Zeitgenosse während des gesamten Dinners Fußball- und Formel-1 TV Sendungen auf seinem Mobiltelefon ansehen würde.

Das hat zur Folge, dass alle lauter sprechen, es insgesamt lauter wird, die nette Hintergrundmusik im Lokal zu einer Nullnummer verkommt und somit die gesamte Stimmung kippt – wegen einem Trottel!

Ich kann nichts sagen, meine Lunte ist zu kurz, die Situation würde eskalieren.
Warum sagt niemand anders etwas? Warum benutzt der Troll keine Kopfhörer?

Naja, das Essen war aber gut – wir hatten vorzügliche „Fisherman-Spaghetti“ und ich habe mich bei einem Ouzo beruhigt!

Leckeres Essen im „Celest“
Die Lichter von Preveza scheinen herüber

Am nächsten Morgen geht es gleich mit hoher Schlagzahl weiter. Nach dem ersten Kaffee gilt es den Getränkekühlschrank einzuschalten, denn wir wollen heute den ersten Großeinkauf machen.

Das klappt natürlich nicht wie geplant, denn auch hier ist Luft im System und ich darf somit erstmal die Kühlschleife des wassergekühlten Aggregats entlüften.

Wenn es sonst nix ist – nur ein paar Handgriffe

Neben dem Einkaufsprocedere sind für heute keine neuen Aufgaben geplant.
Die Handwerker der Marina haben noch offene Punkte, welche erledigt werden sollen, hier müssen wir ein bisschen tracken und nachdrücklich sein, ansonsten will ich heute nur meine Kabine leerräumen.
Wir hatten auf dem oberen Stockbett noch eine handvoll Teile gelagert, welche zu verräumen beziehungsweise zu verbauen sind.

Am oberen Bett lagere ich die Teile für „meine“ offenen Aufgaben

Auf dem Bild nicht zu sehen ist der Plotter, dies wird, soviel weiß ich inzwischen, eine Aufgabe sein, welche mich bis zur Abfahrt beschäftigt.

Weil alles so gut von der Hand ging, will ich die Ruhe des Morgens nutzen und mir eine zweite Tasse Kaffee an der frischen Luft gönnen – im Cockpit sitzend.

Leider habe ich da die Rechnung ohne unseren Nachbarn gemacht…

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben

Es menschelt! Ich weiß das. Trotzdem frage ich mich, wieviel und wie lange man ein Boot kärchern kann und muss.

Heute ist Sonntag, ok, das kann man auch vernachlässigen – aber „Mr. Gnadenlos“ hat gestern schon den ganzen Tag mit dem Hochdruckreiniger hantiert – heute wieder.
Das Gekreische des Kärcher zieht sich stundenlang über die ansonsten stille Marina.

An einen gemütlichen Kaffee ist nicht zu denken.

Wer nun glaubt, dies sei ein Einzelfall – das ist nicht so! Am nächsten Morgen wird an diesem Platz ein neuer Nachbar liegen, der ab morgens um 06.00 Uhr sein Schiff schrubbt.
Ich bleibe bei meiner Meinung – die Menschen haben Rücksicht verlernt.

Ich ziehe mich in einen entlegenen Schmollwinkel auf ELOWYN zurück und grüble über mein Plotterproblem…

Ich muss mich da auch erst reindenken

Die Polen haben beim Bau ganze Arbeit geleistet. Im Großen und ganzen ist die Algro 68 sehr wertig gebaut.
Bei der Elektrik wäre allerdings noch Luft nach oben gewesen.

Sind für die Basisverkabelung quer durchs ganze Schiff und für die Elektroinstallation noch Leerrohre verwendet worden und die Regeln der Verlege- und Verbindungskunst beachtet worden, so hat der Fachmann für die Navigationselektronik die Funktion ganz eindeutig über die saubere Ordnung der Kabel gestellt.

Für denjenigen, welcher dann an solch einem System arbeiten muss, gestaltet sich die Aufgabe zu einer Challenge – man muss sich halt erstmal zurecht finden, das dauert eine ganze Weile.

Zur Erinnerung – es gilt immer noch eine Lösung für das elektronische Logbuch zu finden.

Volker ruft zum Aufbruch – wir fahren nach Preveza zum Einkaufen, am Weg würden wir eine Kleinigkeit essen.

Na also – nix wie los…

Best Giros in town

Wir erinnern uns an einen Tip, der uns im Oktober gegeben wurde. Der beste Girosgrill wäre wohl irgendwo in der Stadt, fernab vom Tourismus.
Damals war der Laden geschlossen, aber wir wissen noch exakt wo wir hinzufahren haben – diesmal ist geöffnet und wir finden noch einen freien Tisch.

Klar, dass wir uns Giros-Pita bestellen – und die ist auch wirklich lecker hier! Wir laben uns also an diesem „Nationalgericht“ und stellen natürlich Vergleiche an – „SouVLakki“ gewinnt! Aber knapp!

Weiter zum Einkaufen! In welches der vielen Gemüsegeschäfte gehen wir? Welchen Supermarkt wählen wir? „ΣΚΛΑΒΕΝΙΤΗΣ“ oder „ΜΑΣΟΥΤΗΣ“?

Die Antwort folgt stande pede – „LIDL“!

Echt jetzt???

Offen gesagt, ich gehe NIE zu Lidl, schon gar nicht in Griechenland. Aber ich werde überstimmt.
Volker und Sibylle finden den deutschen Discounter ganz toll und packen unsere Wägen voll.

Ich füge mich und habe mein erstes Lidl-Hellas Erlebnis…

Die hoffnungslos überladenen Carellos werden zum Citroen gefahren und die Waren in den Kofferraum umgeschlichtet – der Kleinwagen ist bis zur Türkante gefüllt mit Leckereien aus den Regalen des Discounters. Lidl lohnt sich eben.

Wir karren unsere Einkäufe zu ELOWYN und verstauen die Lebensmittel – dann haben wir uns eine Pause verdient.
Sibylle widmet sich dem Lesen und ich erkenne – die nächste Regenfront rückt an.

Der Wind draußen ist frisch und im Salon ist es gemütlich

Das Wetter tratzt uns – immer wieder kurze Schauer, meist freundlich. Morgens kaum Wind, gegen Nachmittag allerdings frischt dieser kräftig auf.
Dann wird es kühl! Gut auszuhalten solange die Sonne am Himmel steht, wenn diese allerdings am Horizont versinkt, dann wird es schnell fröstelig.
Der Sommer braucht 2025 einen langen Anlauf.

Zum Essen gehen wir heute vor Ort. Diesmal fällt unsere Wahl nicht auf das Marinarestaurant, sondern auf die kleine Taverne vor den Toren der Marina.
In „Panos Tavern“ sitzen wir gut und essen bodenständig und günstig – alles hat sehr gut geschmeckt!

Klassisch Griechisch – schmeckt super
Zur blauen Stunde sind wir außerhalb der Marina
Eine wunderschöne Stimmung – leider ist der Wind frisch

Der neue Tag sollte richtungweisend sein. Ich wollte bezüglich des Plotters alles fertigstellen, der Marinaelektriker war bestellt um das Licht im Masttop und den Windmesser anzubringen und bezüglich des Edelstahl-Schutzbleches an der Heckklappe von ELOWYN sollte eine finale Lösung her.

Der Plan war wunderbar – aber es kam alles ganz anders!

Ich brauche eine NMEA2000 Schnittstelle
Die Kabel zum Plotter sind fertig

Beim Plotter bin ich gut vorangekommen. Es ist inzwischen klar, dass wir den Bildschirm am Navitisch nicht anschließen werden.
Hier müsste ein VGA zu HDMI Adapterkabel gezogen werden, das ist nicht gewünscht.
Der Bildschirm wird ersetzt – entweder durch ein Gerät welches Wifi fähig ist oder durch eines, welches die Daten per HDMI empfängt.

Bezüglich des Logbuches wird klar, wir werden die alte NMEA0183 Schnittstelle nicht retten.
Ich werde eine neue SeaTalkNG zu NMEA2000 Schnittstelle einfügen und wir beschließen, dass wir ein NMEA2000 Wifi Interface bestellen.

Das klingt relativ einfach, aber die Bestellmöglichkeiten sind nicht so üppig – die beste Option war am Ende SVB in Deutschland und Versand per UPS Express.
Dafür braucht es dann eine neue Logbuch Software. Diese bestellt Volker und beginnt sofort, ein iPad damit zu konfigurieren.
Sobald das Interface da ist, sollte das digitale Logbuch wieder funktionieren.

Die Schnittstelle ist rasch gelegt – die Teile waren in der Marina-Chandlery lagernd

Vor Ort passiert nichts mehr. Ich bin ein bisschen genervt – ich bin mit meinen Arbeiten im Soll und muss, wie Volker auch, ständig auf die Marinaarbeiter warten.

Wir gönnen uns eine Kaffeepause und gehen ins „Celest“, am Weg dorthin steht ein besonderes Boot in der Krangasse – ein aufbereiteter „Flying Dolphin“, ein Tragflächenboot.
Hier in der Marina stehen zwei davon, ich dachte zum Abwracken – aber weit gefehlt, zumindest eines davon wurde über den Winter flott gemacht.

Der Flying Dolphin geht wieder ins Wasser

Wir kommen in der Gaststätte an, setzen uns und bestellen Kaffeeköstlichkeiten.

Noch während wir die ersten Schlucke trinken, zieht das Tragflächenboot unter lautem Motorbrummen vorbei – schon beeindruckend.

Umgekehrt erinnere ich mich daran, dass die Dinger ausgemustert wurden, da sie mit ihrem horrenden Spritverbrauch und dem exorbitanten Abgasausstoß nicht mehr in unsere Zeit passen.
Ich bin vor vielen Jahren einmal in Kroatien mit so einem, damals schon antiquierten Monster mitgefahren, es war allemal spannend.

Es sind technisch besondere Maschinen und doch irgendwie Dinosaurier – vielleicht ein wenig wie die Concorde.

Laut brummend zieht die antike Drecksschleuder vorbei
Wir können den Dieslqualm auf der Caféterrasse riechen

Nach dem Kaffee war die Luft raus – weder der Elektriker hat sich sehen lassen, noch war eine befriedigende Lösung für die Heckklappe gefunden – wir hatten alle einen Durchhänger und wollten uns die Zeit ein wenig auf der Insel Lefkas vertreiben.
Vielleicht gibt es in Lefkada einen Cosmote Store – Volker sucht nach einer Datenkarte für ELOWYN.

Noch auf dem Weg überlegen wir, wo wir in Lefkada zum Dinner gehen würden – wir alle haben die Erfahrung gesammelt, dass die Lokale dort sehr touristisch sind.

Wir sehen uns an und drehen auf halber Strecke um – eigentlich haben wir keine Lust auf Lefkada und die Datenkarte können wir auch morgen in Preveza kaufen – wohin also statt dessen?

Ich weiß was! Lasst uns nach Vonitsa am Ambrakischen Golf fahren…

Ein schöner, sonniger Platz im „Barcode“

Mike und Herbert, Seglerfreunde aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ hatten bei einem Treffen im letzten Jahr, Vonitsa als sehenswert empfohlen.
Diese Empfehlung bestätigt sich! Ein netter, ursprünglicher Ort mit Cafés und Tavernen an der Waterfront.

Wir setzen uns ins „Barcode“ um ein Starterbier zu trinken und dies mit einem Ouzo abzurunden.

Alle waren zufrieden. Alle? Nur einer nicht – ich!
Hab´ ich erwähnt, dass ich einen Wackelzahn habe???

Nummer 7 rechts unten nervt mich – wackelt wie ein Kuhschwanz

Ich werde alt – die Zähne drohen aus der Gosche zu fallen! Wirklich wahr, glaubt es oder nicht, es hat nach der letzten Zahnreinigung begonnen – erst langsam, dann immer heftiger.

Ich bin inzwischen überzeugt, dass ich diesen gesunden Zahn wohl aufgeben muss, es ärgert mich allemal.
Es war bereits vor Reiseantritt so schlimm, dass ich eine befreundete Zahnärztin befragen musste, welche Maßnahme empfehlenswert ist.
Die Entscheidung fiel auf – drinlassen bis zum nächsten Deutschlandbesuch!

Essen kann ich aber – und daher freue ich mich auch heute auf´s Abendessen. Unsere Wahl fällt auf die Familientaverne „Marina“, in der wir einfach aber sehr lecker speisen.

Das „Marina“ in Vonitsa
Danach gehen wir an der Riva zurück zum Auto
Im Hafenbecken schwimmt eine Schildkröte – ein Foto gelingt mir nicht

Der neue Tag ist ein besonderer Tag – heute kommt Tina an! Unser Plan sieht vor, dass ELOWYN heute fertig wird, wir Tina heute abend am Flughafen abholen und dann morgen früh aufbrechen.

Ja, heute ist ein besonderer Tag – aus einem weiteren Grund, welchen wir aber morgens beim Frühstück noch nicht kennen.
Es ist der Tag, an dem all´ unsere Pläne krachend scheitern.

Abermals warten wir auf den Elektriker und auf eine Lösung unsere Badeplattform betreffend.
Uns ist auch zugesagt worden, dass ein Monteur kommen wird, um den Ausschnitt für den Plotter zu vergrößern.
Ich habe alles vorbereitet, habe aber nicht das Werkzeug zum Sägen der Carbonplatte.
Ich bin zum Warten verurteilt!

Zwei Schnitte – dann könnte ich weitermachen

Irgendwann wird Volker ans Heck des Schiffes gerufen – man müsse sich mit ihm besprechen.

Die Heckklappenlösung scheint schwieriger als gedacht, man könne dies nicht im Wasser machen, ELOWYN muss zurück an Land!

WAAAAAS??? Das kann nicht euer Ernst sein?
War es aber – und bereits kurze Zeit später hingen wir abermals am Haken!

What a fuck – DAS war nun gar nicht geplant
Volker und der Lackierer diskutieren schon
Allgemein herrscht eine gewisse Ratlosigkeit
Unser Zuhause wird angehoben…
…und zurück in die Marina gefahren – ein paar Tage „on the hard“ scheinen uns nicht erspart zu bleiben

Was für ein Mist! Wir wollten die Kraxelei über die Leiter – immerhin fast 5 Meter hoch – zwingend vermeiden.
Die generellen Probleme die auftreten wenn ein Boot an Land bewohnt wird, liegen auf der Hand – bei ELOWYN kommt die Höhe dazu und der Fakt, dass die Kühlschränke wassergekühlt sind.
Wir hatten schon eingekauft, was ist mit den verderblichen Lebensmitteln?

Wir hatten eingangs extra zwei Nächte im Hotel gebucht um diese Situation zu vermeiden, jetzt erwischt es uns doch.
Manchmal bricht alles über einen herein, machmal gewinnt der Druck die Oberhand und Du weißt nicht mehr wo Du eigentlich bist – gut, wenn es in solchen Momenten klare Ansagen gibt!

Wir müssen neu planen – von hier an

Auf unser Bitten wird uns eine Treppe gebracht, Tina würde mit ihren Koffern ankommen.
Aber schon am nächsten Tag würden wir mit einer Leiter vorlieb nehmen müssen – einer Leiter, deren „safe work load“ deutlich unter meinem Körpergewicht liegt! Ich bin in stetiger Gefahr!

Naja, wenigstens heute ist der Zustieg komfortabel!

Volker wollte aber SOFORT auf´s Schiff! Wir hatten vergessen die Pumpe für den Kühlkompressor auszuschalten.
Um Folgeschäden zu vermeiden, war Eile angesagt – die Lösung war wieder einmal sehr griechisch!

Volker musste SOFORT hoch
Etwas später kam dann die Treppe – aber nur für einen Tag

Diese Aktion hielt uns den ganzen Tag in Schach. Die letzten zwei Stunden des Tages verbrachten wir damit, den Marinamitarbeitern und ihrem Supervisor zuzuhören, wie sie Pläne für den Reparaturansatz unserer Heckklappe schmiedeten.

Uns war unwohl, denn einen echten Plan schien keiner der Beteiligten zu haben!

Wir beschlossen, dass wir nach Preveza fahren um die Telefonkarte zu kaufen und um dort zu dinnieren – hier können wir nichts mehr tun.
Dann würden wir Tina abholen.

Kaum in Preveza angekommen, wollte Sibylle ein Eis – wer kann da schon Nein sagen?

Das Eis war durchaus gut
Man zahlt einschließlich Toppings nach Gewicht – der Preis war etwa wie auf Leros

Das Eis war lecker, der Kauf der Datenkarte war rasch erledigt.
Ich hatte leider weniger Glück, denn ich hatte mit dem Gedanken gespielt, dass ich mir einen griechischen Telefonvertrag zulegen würde.

Es ist manchmal sehr nützlich eine grischische Handynummer zu haben, hierzulande wird viel über SMS und andere Messenger erledigt.
Ich war der Meinung, dass Verträge in Hellas deutlich billiger sein müssten als in Deutschland – sind sie aber beileibe nicht!!!

Ich nehme erstmal Abstand und überhirne das noch einmal – jetzt freue ich mich auf´s Essen.
Wir haben beschlossen, in die Pizzeria „Oven“ zu gehen, da waren Sibylle und ich schon, wir waren damals sehr zufrieden.

Auch heute wieder, die Pizza ist ein Gedicht

Beim Essen sind wir ruhiger – wir wissen nun, dass unsere Pläne zumindest durcheinander gewirbelt sind.

Was daraus wird und inwieweit unsere Ideen und Wünsche aufrecht erhalten werden können, das wird sich zeigen!

Wir fahren zurück, Volker setzt uns in der Marina ab und holt Tina am Flughafen.
Zusammen trinken wir noch einen Ouzo als HALLO, dann sacken wir alle todmüde ins Bett.

Der neue Tag beginnt freundlich!
Ich möchte mich frisch machen und duschen, aber die Marinaarbeiter haben die Treppe schon gegen die besagte Leiter ausgetauscht…

Na toll – der neue Weg um auf ELOWYN und wieder herunter zu kommen. Mehrmals am Tag
Wir stehen wieder an Land

Nach dem Duschen gehe ich zurück an Bord und sehe mich um.

Wir stehen also wieder an Land, fast auf dem alten Platz. Es soll nur ein kurzes Gastspiel sein, idealer Weise bis morgen, maximal bis übermorgen.

Ich blicke über das Heck Richtung Krangasse und überlege – woran liegt es jetzt eigentlich noch?
Was ist zu tun, dass wir zurück ins Wasser kommen und endlich loskönnen?

Langsam drückt die Zeit – ab heute laufen wir aus unserem Plan und kommen in Verzug!

Es bleibt nur der Blick auf´s Meer – heute hätte es logehen sollen.

Das wirklich große Problem ist die Badeplattform. Ein Kantenschutz aus Edelstahl passt nicht perfekt und hindert die Klappe daran, ordentlich zu schließen.
Hier gibt es noch keine ideale Lösung, die Dauer dieser Reparatur wird am Ende das Zünglein an der Waage sein.

Dann der Elektriker – er ist seit dreiTagen im Verzug und versetzt uns immer wieder.
Er muss noch die Lampe im Masttop montieren und den Windgeber anschrauben.
Bis dahin können wir das Navigationssystem und auch die Beleuchtung von ELOWYN nicht final prüfen.

Zu guter Letzt ist der Monteur, der meinen Schnitt für den Plottereinbau machen soll überfällig.

Zu allem Überfluss droht eine Schlechtwetterfront über Preveza zu ziehen, Regenschauer und Gewitter sind für den Nachmittag angesagt.
Dies will man gerne glauben, am Horizont zeigen sich erste Zeichen.

Es wird schwarz am Himmel

Kristina hat mit Aufräumarbeiten zu tun, Volker und ich wollen uns beraten – wir ziehen uns mit Sibylle auf einen Kaffee und einen Mittagssnack ins „Celest“ zurück.

Für heute Abend haben wir eine Essenseinladung seitens des Marinamanagements.
Zum einen vermutlich, weil aufgrund des Gesamtvolumens des Auftrags rund um ELOWYN ein Dankeschön ausgesprochen werden soll.
Zum anderen wohl auch, weil die Marinaleitung sehr wohl wahrnimmt, dass es final „etwas klemmt“.
Es wird sich die Gelegenheit ergeben, dass Volker einsteuert, woran es jetzt noch hapert.

Wir kommen zu dem Schluss, dass Samstag als neuer Abreisetag realistisch scheint!

Bezüglich meines Plottereinbaus beschließen wir, dass wir die Sache jetzt doch selbst in die Hand nehmen.
Volker leiht sich vom Lackierer ein Multitool und ich lege sofort los.

Ein gute Stunde später ist das neue Navigationsgerät verbaut
Sieht gut aus und funktioniert bestens

So schnell kann es gehen! Obwohl mich der Einbau auch ein bisschen ärgert und auch einen Nebenkriegsschauplatz eröffnet, welchen ich aber mit nach Leros nehmen werde, kann ich nach etwas mehr als einer Stunde Vollzug melden.

Die Verkabelung hatte ich vorbereitet, der Ausschnitt war relativ gut zu bewerkstelligen, der Testlauf ist positiv.
Der Punkt „Plottermontage“ kann mit einem Haken versehen werden.

Seit gestern ist übrigens auch ein Haken an dem Punkt „Fallenstopper mit Adapterplatte montieren“.
Die Marina hat die verschlamperten, von mir und Giorgos in Leros aufwändig gefertigten Adapterplatten, reproduziert und montiert.
Das hat ganz gut geklappt, wenn ich auch gehofft hatte, dass diese mit dem Mast zusammen professionell lackiert werden.

Das passt wieder – zu 95% gut! Das sind die Kompromisse, welche einem abverlangt werden

Soweit die recht positiven Nachrichten!

Nicht gut war die Entwicklung rund um die Heckklappe. Den ganzen Tag haben sich verschiedene Monteure mit verschiedenen Ideen an der Lösung versucht.

Zu keiner Zeit wurde unser Einwand anerkannt, doch einen Rezess, einen Absatz zu fräsen und das Blech zu versenken.
Das ist die Masterlösung – zugegeben aufwändig, aber in der mittlerweile verschwendeten Zeit zu schaffen.

Nein, stattdessen haut man auf dem Blech rum, bohrt zig neue Löcher um es irgendwie besser anzupassen…

Am späten Nachmittag stoppt Volker das traurige Handeln! SO habe er sich die Lösung nicht vorgestellt, er will keine Abschlusskante, die aussieht wie ein Siebzger-Jahre Nietengürtel.
Er bittet um Einstellung der Arbeiten und um den Rückbau – das leidige Blech kommt weg, der Lackierer muss noch einmal ran!

Der Profi verschließt die Löcher und beseitigt die Kratzer

Teo und sein Sohn Giorgos sind Profis! Die Beiden verstehen ihr Handwerk und genießen unser Vertrauen.

Der Senior schaut traurig, er hat vermutlich das Gefühl, dass „sein Werk“ zerstört wurde.
Nichtsdestotrotz macht er sich sofort an die Arbeit und repariert die Schadstellen und Löcher zunächst grob.

Von ihm erhält Volker jetzt auch einen Zeitplan – wenn alles klappt ist ELOWYN unter Berücksichtigung aller Trockenzeiten am Freitagabend wieder fit.
Unser Ziel wird also sein, dass wir den letzten Krantermin am Freitag bekommen – dann stünde unserer Abfahrt am Samstag nichts mehr im Wege.

Mit diesem Gedanken verlassen wir das Boot und machen uns auf den Weg nach Preveza – dort wartet unsere Einladung auf uns.

Los geht´s

Das Lokal der Wahl heißt „Filippa“ und ist ein Fischrestaurant in der Tavernengasse.
Ich war letzten Herbst einmal mit Sibylle dort. Man isst sehr gut Fisch und Meeresfrüchte.

Wir durften wählen – Fisch oder Fleisch – und Volker hat die Fischkarte gezogen.
Wir wurden nicht enttäuscht.

Wir waren vor unseren Gastgebern eingetroffen und haben schon einmal Platz genommen.
Es ist nicht unhöflich, sich schon einmal ein Fläschchen Ouzo zu bestellen um so die Wartezeit zu überbrücken.

Ein nettes Lokal – wir eröffnen mit einer Karafaki

Unsere Gastgeber trafen pünktlich ein.
Neben der Marinamanagerin Sofia, waren der Leiter der Technischen Abteilung und unser Projektmanager Manolis, sowie der Marketingmanager gekommen.

Wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend und über ganz viele Themen auch abseits der Kundenbeziehung gesprochen.

Ein Zufall ist, dass Sofia unsere Marinachefin Constantina kennt, so gab es allerlei Schnittpunkte auch in diese Richtung.
Ein alles in allem sehr spannender und kurzweiliger Austausch.

NATÜRLICH wurde auch ELOWYN zum Thema! Die Verantwortlichen haben sich interessiert gezeigt, nahmen die Komplimente für die hervorragende Umsetzung gerne an, hatten aber auch ein offenes Ohr und Verständnis dafür, dass es sich nicht toll anfühlt, wenn auf der Zielgeraden einiges verrutscht.

Ich persönlich denke, dass dafür gesorgt wird, dass ab heute die finale Umsetzung klappt.

Der Rest des Abends war einem vorzüglichen Dinner gewidmet, Fotos gibt es aufgrund der Privatsphäre keine.

Der große Fisch war äußerst lecker

Der Abend war nicht nur kurzweilig und unterhaltsam, er war auch feuchtfröhlich!
Ich muss gestehen, dass auch ich einen Ouzo zuviel hatte. Zwar war ich Herr meiner Worte und meines Handelns, fahren hätte ich aber nicht mehr wollen.

So war es mehr als eine schöne Geste, dass Kristina sich hinter den Volant des Citroen klemmte und uns sicher nach Hause brachte.

Der kommende Tag wird spannend! Sehen wir also was kommt…
Spätabends erhalte ich noch eine Info von UPS – unser NMEA Gateway ist unterwegs und wird planmäßig eintreffen.
Na wenn das keine gute Nachricht ist – zufrieden schlafe ich ein…

Ich bin früh wach und entscheide mich, bei einem Kaffee ein paar Blogzeilen zu tippen.

Ich schreibe, bis ich tagesaktuell bin

Auch der Rest der Mannschaft wird wach und labt sich an einem Tässchen des koffeinhaltigen Heißgetränks – dann schmieden wir den Plan für den heutigen Tag.

Zunächst sollten wir den Elektriker nicht vergessen. Es ist ratsam, die Teile welche er benötigt auf den Cockpittisch zu legen.
Zur Durchführung seiner Arbeit würde er uns nicht benötigen – dachten wir…

Lampe im Masttop und Windmesser müssen noch montiert werden

Das gibt uns die Möglichkeit, mit dem marinaeigenen Pendelboot in die Stadt nach Preveza zu fahren.
Wir haben dort noch Einkäufe zu erledigen und wollen dies heute abhaken.

Ein guter Plan für den Vormittag wie es scheint – so verlassen wir das Schiff mit großen Einkaufstüten und besprechen uns im Vorbeigehen auch noch mit dem Lackierer, denn auch in Sachen Heckklappe herrscht schon emsiges Treiben.

Das Heck wird abgehängt um Verunreinigungen zu vermeiden
Die Schäden wurden gestern bereits ausgebessert – heute wird gefillert und grundiert

Als alles besprochen war und wir zu der Überzeugung kamen, dass wir die nächsten drei Stunden abkömmlich sind, haben wir uns sogleich auf den Weg zur Pendelboot-Haltestelle gemacht.

Das Boot der Marina geht einmal am Tag, fährt um 10.00 Uhr ab und holt die Gäste um 13.00 Uhr zurück.
Drei Stunden in Preveza sind genug Zeit um Einkäufe zu erledigen.
Das Tolle an der Sache – der ganze Service ist kostenlos!

An diesem Tag waren gerade mal 9 Marinagäste an Bord
Die Überfahrt dauert nur 5 Minuten

In Preveza angekommen, machen wir uns sofort auf den Weg zum Gemüsegeschäft und zum Supermarkt.
Gegeben durch die Tatsache, dass Sibylle und ich letztes Jahr 10 Tage lang im Zentrum von Preveza gewohnt haben und wir alle schon mehrfach Aufenthalte hier verbrachten, waren uns die Wege klar und wir wussten genau welche Geschäfte wir besuchen wollten.

Ufff, die Damen wussten zudem ganz genau was sie alles einkaufen wollten!
Volker und ich wurden bepackt wie Mulis und zogen fortan wie die schleppenden Sherpas einer Expedition hinter unseren Damen her.

Denen wiederum war nach einem Kaffee und einem kleinen Brunch.
Also treiben sie ihre Lastenträger bis in eines dieser Kafenion, in denen die Alten sitzen und mit ihren Komboloi zwischen den Fingern spielen…

Wir lassen uns das Frühstück schmecken – die Träger sitzen am Untertisch

Noch während des Frühstücks erreicht mich eine Nachricht aus Leros – dort ist heute ein spannender Tag.

LIBERTÉ geht zu Wasser – nach fast einem Jahr auf dem Bock und so vielen geleisteten Arbeitsstunden, werden Hans Peter und Merlin wieder die vielzitierte Handbreit Wasser unter dem Kiel haben.

Ganz ernsthaft – ich nehme teil! Ich freue mich über die Bilder und bin mit meinem Freund gespannt, ob alle ausgeführten Arbeiten passen.

LIBERTÉ hängt im Kran
Gottfried und Berthold helfen als Linehandler
Zurück am D-Pontoon

Ich bekomme die Rückmeldung, dass alles ok sei – LIBERTÉ schwimmt und der Motor läuft.

HP legt am D-Pontoon an, dort wo auch die meisten anderen Freunde ihre Schiffe vertäut haben.
Der Zufall will es, dass exakt heute auch seine Frau Petra eintrifft – dem gemeinsamen Urlaub steht nix im Wege!

Ich wünsche aus Preveza „fair winds“ und schöne Tage, wir sehen uns Mitte Juni!

Unsere Crew hier in Preveza hatt auch noch etwas Zeit – die Frauen wollen eine Runde spazieren gehen, Volker und ich ziehen es vor die Einkäufe im Sitzen zu beobachten.
Wo könnte man dies besser tun als in einem der Cafés an der Riva von Preveza?

Die Bewölkung nimmt wieder zu – es ist viel los am Town-Quay

Volkers Telefon klingelt – am anderen Ende der Elektriker. Er ist nun auf unserem Schiff, kann aber nichts machen, da wir nicht da seien.
Weder Volker noch ich verstehen was nun das Problem ist, aber es hilft keine Diskussion.

Ok, eine Stunde Verspätung ist zu tolerieren, auch die Tatsache, dass er die bereitgelegte Lampe mitgenommen hat – der Grund dafür bleibt unklar.
Nicht toll ist aber, dass er 30 Minuten später wie vom Erdboden verschluckt ist – er lässt sich über das Office entschuldigen, unser neuer Termin ist morgen um 09.30 Uhr!
Na da bin ich mal gespannt!

Das Wetter wird auch zusehends schlechter, es scheint, als ob die angesagten Regenschauer wirklich kommen würden.
Nix wie zurück in die Marina, zum Glück kommt gerade unser Shuttle…

Dort angekommen sind auch die Lackierer schon abgezogen, die Grundierung braucht Zeit zum Trocknen.

Auch hier bleibt spannend ob alles bis zum Wochenende klappt wie geplant

Die gute Nachricht des Tages – unsere Sendung von SVB aus Deutschland ist da!
Angekommen wie zugesagt, nach zweieinhalb Tagen von Bremen nach Preveza – SVB und UPS haben ganze Arbeit geleistet!

Daumen hoch für diesen Service!

Volker und ich gehen sofort ans Werk, das NMEA Gateway muss eingebaut werden und das iPad, welches die Logbuchdaten anzeigen soll, muss konfiguriert werden.

Los geht´s – die Ware ist da

Wir sind rund ein, maximal zwei Stündchen beschäftigt. Dann, es ist früher Nachmittag, gewinnt die Langeweile die Oberhand.

Klar, wir können etwas lesen, wir machen auch ein bisschen Törnplanung für die nächsten rund 10 Tage.
Dabei stellen wir unseren Ursprungsplan um die Peloponnes in die Ägäis zu segeln erstmals in Frage – die Zeit ist knapp geworden, wir haben drei Tage verloren.
Drei Tage sind eine Menge Zeit wenn man 400nm zurückzulegen hat.

Heute machen wir einen Ausflug um die Zeit totzuschlagen! Die Marinamanagerin Sofia hat uns von der Insel Koronisa erzählt. Eine kleine Insel mit ein paar Häusern darauf, deren Bewohner auf den Fang von Shrimps spezialisiert sind.
Die angebotetenen Krabbenspezialitäten in den Tavernen dort wären die besten in ganz Griechenland!
Na wenn das keine Fahrt wert ist…

Abermals kraxeln wir über unsere Hühnerleiter bis wir Mutter Erde unter den Füßen spüren
Dann machen wir uns auf den fast 60km langen Weg – das Wetter ist grausig

Koronisa ist über eine schmale Straße durch die Seenlandschaft mit dem Festland verbunden.

Die Fahrt dorthin ist, wenn man erstmal die Anreise durch traurige, halbverfallene Industriebrachen hinter sich gebracht hat, spannend und für das Auge reizvoll.

Koronisa liegt im Nationalpark „Ambrakischer Golf Feuchtgebiete“ – mit diesem Bild wird die Vorstellung klarer
In der Realität sieht das so aus…
…das Wetter ist nicht toll, sorgt aber für eine dramatische Stimmung und herrliche Kontraste

Nachdem wir die Strecke über die abenteuerliche Straße, an deren Seite dutzende herrenlose und relativ große Hunde lagen, zurückgelegt hatten, sind wir im Ort der Insel angekommen.

Alles sah aus wie ausgestorben und wir dachten zunächst, dass der Weg umsonst gewesen sein könnte.
Die meisten Tavernen waren vernagelt, es war keine Menschenseele zu sehen.

Am Ende der Straße war die Taverne, welche uns Google als Ziel ausgegeben hat.
Auch diese war auf dem ersten Blick geschlossen, beim zweiten Hinsehen zeigte sich aber, dass die Türe nur angelehnt war.

Wir warfen noch einmal einen Blick auf die satt-grüne Landschaft des Naturparks, dann traten wir ein.

Die Landschaft ist abwechslungsreich und ein wunderschönes Biotop
Die Schilder der Taverne waren in die Jahre gekommen…
…von außen machte die Taverne einen geschlossenen Eindruck

Der Schein hat ein wenig getrügt. Wir waren zwar die ersten Gäste, auch sollte die Gaststätte an diesem Tag nicht voll werden, aber nach und nach füllte sich die Gaststube.

Die Taverne schien aus der Zeit gefallen. Speisekarte, Geschirr, Ambiente – alles erinnert ein wenig an die südländischen Gasthäuser der 80er Jahre.

Am Ende überzeugt aber die Qualität und der Service – wir sind gespannt…

Die Fischtaverne „I Myrtariá“
Die Chefin deckt für uns ein

Was soll ich sagen? Wir wurden nicht enttäuscht!

Wir gönnen uns ein paar Fischvorspeisen, es gibt einen Gruß aus der Küche, dazu einen Salat.
Wir teilen alle Gerichte, auch die Hauptspeisen, hier entscheiden wir uns für verschiedene Kalamari und natürlich für zwei Gerichte mit Shrimps.

Das Essen war echt super, kein Schnäppchen aber wirklich preiswert! Alles war lecker und frisch zubereitet, geschmacklich top und schön angerichtet.
Die Portionen waren groß und wir waren letztlich satt und zufrieden.

Gruß aus der Küche – der kann sich sehen lassen…
…genau wie der gemischte Salat
Alles verputzt! Keine Reste

Das „I Myrtariá“ ist ein Familienbetrieb. Vater und Mutter schmeißen den Laden, die zwei Töchter wachsen in der Gaststube auf.

Wenn gerade niemand etwas bestellt, sitzt die Mutter bei den Kindern, wenn die Eltern arbeiten müssen, dann dürfen die Kinder vor dem riesigen Bildschirm sitzen.

Auch wir erfreuen uns auf diese Art und Weise an den Schlümpfen!

Super-Mario meets Kochschlumpf

Zeit zu gehen! Wir bestellen die Rechnung, bezahlen und machen uns auf den langen Heimweg!

Nach rund einer Stunde kommen wir spätabends auf ELOWYN an, wir sind erschöpft und gehen ohne großes Brimborium ins Bett.

Morgen erwartet uns ein spannender Tag – der Tag an dem alles fertiggestellt werden soll und ELOWYN zurück ins Wasser gekrant wird.
Soweit der Plan!

Aber ihr wisst ja – Pläne…

Ich wache auf, mache mir meinen Kaffee und will mich gerade gemütlich hinsetzen um diesen zu genießen.
Da höre ich ein Hantieren und Rascheln am Boot – es wird gearbeitet.
Ich bin neugierig und sehe mich mal um.

Nanu, ein Zelt – das ging aber schnell

Die Arbeiter der Marina haben in aller Herrgottsfrühe ein Zelt um die Heckklappe gebaut.
Es tut sich also was, das muss es aber auch!

Inzwischen haben wir vier so etwas wie einen kleinen Lagerkoller. Wir wollen Auslaufen und unsere Reise beginnen.
Heute wird Druck also noch einmal real spürbar – wann geht etwas weiter?

Inzwischen sind alle wach, der Kaffee ist leer – auf geht´s!

Sibylle und ich sehen nach, was der Lackierer so treibt – geht was voran?
Das Vater-Sohn Team ist am arbeiten, es scheint alles zu klappen
Das hurtig aufgebaute Zelt ist nicht mini

An der Lackfront scheint alles zu klappen! Die Lackierer haben gleich morgens begonnen und tragen bis zum Mittag drei Schichten Lack auf die malträtierte Kante der Heckklappe auf.

Ich mache gedanklich einen Haken an das Thema Heckklappenausbesserung.

Auch Volker kann administrationsseitig Vollzug vermelden – alles ist im Office besprochen und geregelt, einer Abreise steht nichts mehr im Wege.

Und was macht der Elektriker?
Er hatte sich für 09.30 Uhr angekündigt…

GMT – Greek Maybe Time, um 10.30 Uhr war er immer noch nicht da

Manchmal ist es zum aus der Haut fahren – wir sitzen schon ein wenig auf Kohlen.

Es ist für uns weniger die Frage, WANN der Elektriker kommt, für uns ist eher wichtig, DASS er überhaupt kommt.

Das passiert auch! Kurz nach 11.00 Uhr trudelt der Kabelzieher ein und macht sich sofort an die Arbeit – es gilt unseren Windmesser und das Ankerlicht zu montieren.

Endlich – der Elektriker kommt…
…und macht sich umgehend ans Werk

Ein kleines Problem tritt auf, aber dies können wir tatsächlich gemeinsam lösen.
Der Helfer im Team musste ein weiteres Mal in den Mast, dann war es erledigt!

Wir haken den letzten Punkt auf unserer Liste ab und melden dies sofort an die Marina weiter, dann gönnen wir uns eine Kaffeepause.

Während wir beim Kaffee sitzen, treffen wir Sofia. Die Marinamanagerin meint nach einer kurzen Begrüßung eher beiläufig – „…your launching appointment is in one hour – you go back into water now!“

Okay – da war er wieder, dieser Druck!
Wir springen auf, bezahlen und flitzen zu ELOWYN, nun heißt es alles vorzubereiten.

Eine Stunde später kommt der Kran…

Wir müssen das Schiff verlassen
Der große Lift schnappt sich ELOWYN und bringt sie zurück ins Wasser

Alles klappt wie am Schnürchen. Eine halbe Stunde später schwimmt unser Zuhause auf Zeit wieder und wir legen ab.
Abermals eine kurze Runde vor der Einfahrt um uns für das Anlegemanöver vorzubereiten, dann heißt es zurück an den Außensteg der Marina.

Wir funken die Marineros an, dann haben wir die Erlaubnis in die Marina einzufahren.

Alle Fender an die richtige Position, Leinen vorbereiten
Dann steuern wir unseren Liegeplatz an

Auch klappt alles wie am Schnürchen. Wir bringen das Boot an den Ponton, machen alle Leinen klar und trinken dann erstmal ein Anlegebier!

Aus diesem Tag ist etwas geworden, das war am Morgen noch gar nicht absehbar!
Aber es hat alles so funktioniert wie geplant, wer hätte das zu glauben gewagt?

Nun heißt es ran an die Schrubber, ELOWYN muss klar gemacht werden – Tanks füllen, Deck schrubben, Batterien noch einmal voll laden.

Morgen geht es los!

Wir arbeiten noch bis zum frühen Abend, dann machen wir uns landfein und fahren ein letztes Mal mit dem Mietwagen nach Preveza Stadt.
Wir wollen uns abermals ein Steak gönnen und dann den Musikern des Jazzfestivals ein bisschen zuhören.

Preveza lebt – es ist schön hier
Wir bestellen fleißig und freuen uns auf unsere Reise…
…auf ein gelungenes Refit, eine gute Vorbereitung und eine schöne und sichere Überfahrt

Für unser „Abschiedsdinner“ haben wir uns abermals das „Kalofagas“ ausgesucht. Das Steakhaus ist für uns eine der ersten Adressen der Stadt.

Wir gönnen uns allerhand Meze und zum großen Finale noch einmal ein 400gr. Ribeye – ein Gaumenschmaus!

Der Zufall will es, dass unser zweiter Besuch im Steakhaus wieder auf einen Freitag fällt – und am Freitag ist Live-Musik Abend.
Es spielen die gleichen zwei Musiker wie letztes Mal, das freut uns, denn die Beiden haben ein wirklich gutes Repertoire.

Das Steak ist abermals perfekt!
Die beiden Musiker untermalen unseren Abend mit gefälliger griechischer Musik

Für den Absacker sind wir noch einmal mit Manolis, unserem Projektmanager, verabredet – ganz privat diesmal.

Er schlägt die Musikbar „No Name“ vor, eine ziemlich coole, kleine Bar und ein sehr netter Platz um dem Treiben an der Riva zuzusehen.

Wir finden einen Platz, trinken ein paar Getränke, unterhalten uns prächtig dabei – währenddessen lauschen wir der Musik eines sehr guten Duos.
Die rothaarige, ganz in rot gekleidete Sängerin war attraktiv und mit einer sehr guten Stimme gesegnet – sie wusste das genau und es war ein Genuss, den Beiden beim Soundcheck und den Eröffnungsliedern zuzusehen und zu hören.

Das „No Name“ – eine coole Adresse an diesem Abend
Ich genehmige mir EINEN Tsipouro, heute bin ich der Fahrer

Dann war es Zeit zu gehen. Kristina wollte noch eine Maschine Wäsche programmieren, die Tanks sollten noch vollends gefüllt werden und wir waren auch etwas müde vom Tag.

Zudem wussten wir – morgen sollten wir ausgeschlafen sein, morgen geht es los!

Am Rückweg zum Parkplatz kommen wir noch an der Haupttribüne des Festivals vorbei.
Hier herrscht inzwischen emsiges Treiben und wir lauschen auch hier noch ein paar Minuten bevor wir uns endgültig von Manolis verabschieden.

Die Jazzer in ihrem Element – coole Atmosphäre, perfekte Stimmung

Zurück auf ELOWYN gibt es einen letzten Absacker – ein Ouzo vor dem zu Bett gehen.

Wir sitzen noch ein wenig im Cockpit und besprechen die Routenoptionen für die nächsten Tage.

Das Wasser läuft, bis die Tanks randvoll sind und auch die Waschmaschine ist befüllt und programmiert.

Wir gehen ins Bett, es schaukelt wieder – morgen legen wir ab, der Wonnemonat Mai bekommt ein schönes Finale.

Es geht endlich los! Wir schreiben den 31. Mai 2025, es ist gegen 09.30 Uhr, wir legen in der Cleopatra Marina in Preveza ab,
Unser erster Weg führt uns zur gegenüberliegenden Seite der Bucht, wir müssen tanken.

Es ist noch etwas bewölkt, der Wind ist frisch
Bis zur Tankstelle in der Preveza Marina ist es nur etwas mehr als eine Meile
Wir sind die Ersten und haben die Tankstelle für uns
Das Betanken von ELOWYN dauert…

Wir füllen die Tanks nicht komplett auf, bei 800 Liter lassen wir abschalten, das sollte reichen bis zur Ankunft in Leros.
Dennoch dauert es rund eine halbe Stunde bis der gute Tropfen in den Bauch von ELOWYN geflossen ist – dann sind wir fertig zur Abfahrt!

Unser Ziel für heute ist Phiskardo auf Kefallonia. Es soll ein pittoreskes Dörfchen mit vielen Tavernen sein.
Kristina und Volker waren mehrfach dort, Sibylle und ich noch nie! Wir freuen uns, dass wir nach etlichen Jahren mal wieder etwas Neues entdecken dürfen.

Leinen los, Kurs Kefallonia! Doch zuerst heißt es die Bucht von Preveza durch die betonnte Zufahrt zu verlassen.

Unter Maschine folgen wir dem Tonnenstrich
Yassas Cleopatra Marina – es war schön

Zunächst war es notwendig ein paar Meilen unter Motor von Land weg zu fahren.
Leider hat mit dem Einzug des Sommers auch der gute Segelwind der letzten Tage ein Ende gefunden.

Aber nach etwa einer Stunde war uns ein zwar schwacher aber gut segelbarer Wind aus einer akzeptablen Richtung gegönnt.
Volker lässt Groß und Genua setzen und wir nehmen Kurs auf unser Ziel, welches im Nordosten von Kefallonia liegt.

Wieder unterwegs
Gemütlich segeln wir dahin – zunächst ist nur das Groß gesetzt und der Motor hilft noch
Ein kritischer Blick lässt uns die nächste Investition erahnen
Nach Mittag konnten wir aber ein paar Stunden richtig segeln – sehr entspannt
ELOWYN segelt gut – wir loggen rund 7kts und ziehen eine kleine Heckwelle durch´s Wasser

Wir kamen gut voran und die leichte Brise brachte und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 7kts dem Ziel näher.
Unsere Reisedauer wird wohl etwa 5h betragen, es war also etwas Zeit für Müßiggang…

Der Druck der letzten Tage, ja der des ganzen Monats, fiel von einem ab!

Sibylle und Kristina vertiefen sich in ihren Büchern, Volker arbeitet sich in den neuen Plotter ein und ich…
Ich versuche ein Problem mit dem neuen, elektronischen Logbuch zu lösen.

Jedem das Seine 😉

Der support von „Logbuch Suite“ ist sehr gut – man versucht mir zu helfen

Am Nachmittag erreichen wir Phiskardo. Wir wissen, dass der kleine Ort das Ziel vieler Charterboote aus dieser Region ist und somit im Sommer regelmäßig überlaufen ist.

Wir haben heute durchaus Glück, obwohl wir beileibe nicht die Einzigen sind, die nach einem Liegeplatz Ausschau halten.

Wir entscheiden uns für einen der Liegeplätze am rechten Buchtrand, dort versprechen wir uns etwas Ruhe für die Nacht.
Der Platz ist ein Ankerplatz, an dem zusätzlich Heckleinen ausgebracht werden müssen.

Und jetzt??? Wer schwimmt?
Ich „opfere“ mich für die Crew und mache den Schwimmer…

Optisch fühle ich mich an Kroatien erinnert
Ich bin schon an Land – man sieht mich hinter dem Bäumchen gar nicht
Der Anker sitzt – mit den zwei Landleinen sind wir sicher
Das Wasser lädt zum Bade – angenehm erfrischend

Leider hat Sibylle kein Bild von meinem „Einsatz“ an Land gemacht. Ich hätte gerne eines gehabt und auch geteilt.

Generell war der Einsatz nämlich schon fast ein Vergnügen – das Wasser war von der Farbe her so einladend, wunderbar!
Auch die Temperatur war schon echt akzeptabel – erfrischend, ja, aber schon für längeres Schwimmen geeignet.

Auch Volker schwimmt ein bisschen, ich war insgesamt fast 20 Minuten im Wasser, es fühlt sich schlagartig an wie Urlaub!

Als wäre das nicht genug, haben unsere Frauen eine kleine Brotzeit für uns alle gezaubert.
Wir sitzen beisammen, sind angekommen, was will man mehr?

Ahhhh, kommt wie gerufen, wie lecker
SO geht Urlaub

Immer mehr Boote kommen an! Die Bucht ist zwar weit davon entfernt voll oder gar überfüllt zu sein, aber man kann schon jetzt spüren, dass viele Segler unterwegs sind.

Phiskardo ist, zumindest um diese Jahreszeit, fest in der Hand der Engländer.
Überall die englische Flagge und englischsprechende Menschen, die schon am Dialekt erkennen lassen, dass sie Muttersprachler sind.

Wir sehen dem Treiben zu und genießen unser sein – es ist der Lohn für die Mühen der letzten Wochen.

Immer mehr Boote suchen einen Platz
Wir haben einen guten, sicheren Platz gefunden

Zeit, um an Land zu fahren, sich etwas umzusehen und vielleicht einen Aperitif zu nehmen.

Der Plan findet allgemeine Zustimmung und wird daher sofort in die Tat umgesetzt.
Volker und ich lassen den WILLI zu Wasser und starten den Shuttleservice.

Am Hinweg fährt Volker zweimal – zuerst Sibylle und mich, dann holt er Tina ab.

Wir genießen unsere kleine Überfahrt
Die neue ELOWYN in voller Pracht
Die Lücken werden später noch etwas enger, aber nie unangenehm
Jetzt setzen auch unsere Freunde über

Das Städchen ist touristisch und es ist richtig was los. Gerade noch soviel, dass ich keinen Koller bekomme – ich kann Menschenmassen nicht ausstehen.
Hier passt es noch, es ist überschaubar, zudem ist das kleine Dorf wirklich sehr attraktiv hergerichtet – die meisten Tavernenbesitzer geben sich echte Mühe, decken schön ein und haben einladende Lokale.

Man erkennt, dass hier versucht wird, durch Qualität Gäste zu bekommen.

Das gilt auch für die allermeisten Geschäfte. Zumeist kleine Boutiquen, die versuchen mit gefälliger, mediterraner Kleidung einen Umsatz zu machen.
Die typischen Touristenläden mit „Andenken“ aus chinesischer Produktion sind Gott sei Dank in der Unterzahl, es gibt sie aber auch.

Wir entscheiden uns für eine der attraktiven Bars und gönnen uns einen Drink.

Ich bleibe bei Ouzo, die anderen wählen Getränke mit phantasievollen Namen
Auch Sibylle labt sich an einem „Apple Martini Sour“ oder so

Ein schöner Einstieg in den Abend! Diesen setzen wir später in einem thailändischen Restaurant fort.

Kristina und Volker knnten dieses aus früheren Besuchen und wir hatten vorab einen Tisch reserviert.
Es war uns willkommen, einmal etwas anderes zu essen.

Das kleine Lokal war unscheinbar und in zweiter Reihe, bot aber im Hinterhof einen wunderschönen Garten zum Sitzen.
Wir wurden vorzüglich bewirtet…

Da kann man sich nichts vorstellen…
Im Eingangsbereich die Deko – verspielt bis kitschig
Das angebotene Essen war aber echt lecker und sehr frisch

Wir saßen noch eine ganze Weile zusammen und sind erst spät am Abend aufgebrochen um zurück zu ELOWYN zu fahren.

Am Heimweg habe ich noch ein letztes Foto in Phiskardo gemacht – weil diese touristischen Andenkengeschäfte meinen Blick eben immer wieder fangen.
Ich bin fasziniert und abgestoßen gleichzeitig – ich frage mich stets, wer so Dinge denn kauft und hoffe gleichzeitig, dass diese Form des Tourismus uns in Leros noch lange erspart bleibt!

NEIN! Will ich nicht!

Zurück auf ELOWYN war der Abend dann überraschend kurz. Morgen soll es früh weitergehen, unser nächstes Ziel heißt Zakynthos, vor uns liegen rund 45nm und somit rund sechseinhalb Stunden Fahrt.

Es wird wohl eine Motorfahrt werden, es ist kaum Wind zu erwarten.

Mit diesen Gedanken wünschen wir uns eine „Gute Nacht“ und legen uns schlafen.
Unser Mai endet unspektakulär aber sehr zufriedenstellend!

Der Juni wird abwechslungsreich starten, denn wir sind noch elf Tage auf ELOWYN und wollen die Fahrt noch rund um die Peloponnes bis Lavrion begleiten.
Was wir dabei erleben und wie es dann weitergeht, könnt ihr im nächsten Monatsbericht mitverfolgen – als kleiner Teaser vielleicht, Sibylle wird von Athen aus NICHT mit nach Leros kommen…

Wir würden uns freuen, wenn ihr weiter dranbleibt und bedanken uns für euer andauerndes Interesse an meinen „Kurzberichten“ 😉

Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN
Mario & Sibylle

April 2025 – Here is the News

Wie ihr aus den vergangenen Jahren wisst, ist der April der Monat des Umbruchs in unserem Marinaleben.
Die Freunde kommen nach und nach an, man tauscht sich aus und erfährt gegenseitig die Neuigkeiten der vergangenen Winterphase.

Diesem „sich updaten“ wie man neudeutsch vermutlich sagen würde, ist die Headline des Monats gewidmet – dafür kommt ELOs „Here is the News“ aus dem Jahr 1981 zum Zug.

Quelle: Internet

Ohne diesmal auf den wirklich tiefgründig-kritischen sowie vorausschauenden Text eingehen zu wollen, hangle ich mich nur an der Kernaussage entlang – hier sind die Neuigkeiten…

Und es beginnt mit einem Hammer – wir waren beim Notar, das kleine Haus in Plaka gehört jetzt offiziell uns!

Natürlich wollen wir diesen Moment teilen, doch der Reihe nach! Der April brauchte nämlich einen langen Anlauf bis er auf Touren kam, er begann sprichwörtlich – wechselhaft und launisch!

Nachdem sich unsere Gäste von der SAGITTA verabschiedet hatten und Sibylle ins Bett gegangen war, genoß ich die Stille des Augenblicks für mich alleine.
Ich blieb noch eine Weile sitzen und blätterte mich durch die Sozialen Medien und die Nachrichtenseiten.

Der Wind frischte weiter auf und die Böen gingen hoch auf über 50kts, das ist Windstärke 10 – das merkt man selbst in der Marina, NESSAJA zerrt an ihren Festmachern.

Die Nacht zum 01.04.2025 ist eine unruhige

Ich bin müde, es ist Zeit um ins Bett zu gehen. Ich gehe noch einmal an Deck und sehe mich um, alles scheint in Ordnung zu sein, dann lege ich mich hin.

Ich schlafe unruhig aber dennoch gut, was widersprüchlich klingt ist dem Unterbewusstsein geschuldet.
Ich wache eben immer wieder kurz auf, kann horchen ob alles „normal klingt“, schlafe dann aber wieder rasch ein.

Am nächsten Morgen sitzen Sibylle und ich etwas länger bei Kaffee und Tee, das Wetter lädt nicht zum Verlassen des Schiffes.
Der April macht seinem Namen und Ruf bereits am ersten Tag alle Ehre.
Mittags auf einmal ein nervenzerfetzendes Geräusch, der Warnton des Mobiltelefones, die zivile Sicherheit ist bedroht!

Jetzt ist es offiziell – Vorsicht wird angemahnt

Ok, wir sind gewarnt! Nichtsdestortrotz wird es Zeit, dass wir nach draußen gehen und ein bisschen frische Luft schnappen.
Wir nehmen uns eine Marinarunde vor und wollen nachsehen, ob die Unwetter der Nacht keine Schäden verursacht haben.

Klar, schönes frühsommerliches Wetter wäre schöner, aber zwischendrin kann ich der Dramatik dieser Wetterlagen auch etwas abgewinnen.
Das Auge nimmt Gewohntes ganz anders wahr…

Diesiges Licht und Wolkenberge über der Lakki-Bucht
Die Sonne kämpft, kann sich aber immer nur temporär durchsetzen

Tom, einer der Neueigner der INSPIRATION, hat wohl auch das Wetter verfolgt. Er hat mich heute morgen schon kontaktiert und gebeten, dass ich mal nach dem Schlauchboot ihrer Bavaria sehe.

Dieses hängt jetzt nämlich in den Davits und man wüsste nicht so recht, wie es sich im Wind verhält.
Nachdem wir ohnehin einen Kontrollgang für die Freunde machen wollten, wäre INSPIRATION in diesem Zug automatisch in unserem Focus gewesen und es kostet mich keine Mühe ein paar Fotos zu machen um Toms Bedenken zu zerstreuen.

Alles safe – den Fender habe ich von Bord gekickt
Der Stöpsel am Dinghy ist offen, Regenwasser kann ablaufen

Auch an allen anderen Booten scheint alles ok und unsere Freunde zuhause wissen, solange sie nichts von mir hören, gibt es keine erwähnenswerten Meldungen – darüber hinaus stehen wir ohnehin mit fast allen in lockerem Kontakt.

Ein letzter Blick gilt SAGITTAs Ruder. Hier hatten wir zwei Marios während einer Regenpause eine weitere Laminatlage aufgebracht und es galt zu beurteilen, inwieweit uns dies gelungen war.

Wow, ganz gutes Ergebnis

Wir staunen selber! Ich erinnere mich zurück, dass meine Ruderreparatur vor ziemlich genau drei Jahren mein erstes Epoxy-Laminierwerk war.
Was hatte ich mich damals angestellt – und wäre Roland seinerzeit nicht gewesen, würde ich vermutlich immer noch mit meinen Fingern an meinem Ruder kleben.

Sein Training hat geholfen! Natürlich kam inzwischen einiges an Praxis hinzu, die Ergebnisse welche ich erziele, sind inzwischen ganz ordentlich.
Das kann man bei Hans Peters Ruder sagen, dort hatten wir eine große Operation durchzuführen und auch bei Marios Ruder sind wir nach dem Laminieren mehr als zufrieden – es kann gespachtelt werden, der eigentliche Schaden ist behoben!

Sibylle mahnt zum Haareschneiden – „…das Wetter wäre gerade gut und Du schaust aus wie Rübezahl!“
Sie hat nicht unrecht, in zweierlei Hinsicht, also beuge ich mich dem Druck…

Ob das mit ihrer eingebundenen Bratze funktioniert – der Zweifel ist mir ins Gesicht geschrieben

Meine charmante Gattin brummelt mit dem Haartrimmer über meinen Kopf. Plötzlich hält sie inne, „…was hast´n Du da?“

Sie rubbelt auf meinem Kopf, ich höre sie sagen „…iiihhhhhhh, da musst Du was machen!“
Ok! Ich frage nach und will wissen, was sie denn so aus der Ruhe bringt – „Da ist was, Du hast weißen Hautkrebs!“

Ah ja! Das mag ich ja! Frau Doktor schneidet mir die Haare und diagnostiziert weißen Hautkrebs.
Jetzt muss man wissen, ich bin nicht anfällig und eher gesund – aber ich bin sowas ähnliches wie ein Hypochonder.
Wenn jemand von Milben spricht, dann juckt es mich und wenn jemand von weißem Hautkrebs spricht, dann lasse ich mein Leben Revue passieren, man weiß nie…

Ich fordere ein Foto!

Zugegeben, an dem Tag sah es fies aus

Ich erinnere mich, dass ich gestern dort gekratzt hatte. Wir beobachten die Stelle die nächsten Tage und der Fleck verschwindet fast völlig, nachdem ich ein medizinisches Shampoo verwendet habe.
Ich bin ja generell völlig gegen diese parfümierten Mittelchen, ich sollte sie meiden.

Ich akzeptiere aber, dass ich beim nächsten Deutschlandbesuch wohl mal wieder zum Arzt muss.
Obwohl, wir haben wohl einen sehr guten Hautarzt auf Leros, ob ich den mal ausprobieren sollte?
Muss ich nochmals behirnen – ich hoffe, dass ich hier keine Baustelle habe, ich muss nach einer geeigneten Kopfbedeckung für den Sommer suchen!

Sibylle erkennt, dass sie mir die Laune versaut hat. Sie fragt „Repapis?“
Hach, meine liebe Gattin! Sie weiß genau was mich aufbaut…

Wir gönnen uns ein leckeres Eis auf den Schreck

Die entspannte Freude war aber eher von kurzer Dauer, denn der nächste Wolkenberg zog heran und wir mussten zusehen, dass wir die Marina trocken erreichten.

Hat geklappt – aber kaum waren wir am Schiff, öffnete der Himmel seine Schleusen!

Grau – Regen

Ich nehme es vorweg, das sollte noch eine ganze Weile so gehen. Immer wieder Gewitter, heftige Regengüsse und recht kalte Temperaturen, schlugen uns auf´s Gemüt und machten die Arbeitsplanung schwer.

Alle anstehenden Aufgaben waren Spachtel- oder Streicharbeiten. Diese sind temperaturabhängig, zudem darf Epoxy bis zur völligen Durchhärtung nicht nass werden.
Wir hatten alle Hände voll zu tun, ausreichend lange Phasen zur Umsetzung unserer Vorhaben zu finden.

Für Sibylle und mich waren auch die Fahrten in den Ort eine Herausforderung, auch dafür mussten wir auf Regenpausen hoffen. Meist ist uns das geglückt!
So auch heute, wir fahren noch einmal nach Lakki, um dort mit Eva und Mario im „SouVLakki“ zu dinnieren…

Nach dem Aufenthalt in Deutschland, war der Besuch im Grilltempel überfällig

Wer genau liest merkt, dass ich die Tage etwas komprimiere. Die Abläufe wiederholen sich, eine chronologische Erzählung macht wenig Sinn.

Dennoch gibt es immer etwas zu erzählen, Neuigkeiten auszutauschen, diese möchte ich euch nicht vorenthalten.

Ich hatte ja im Märzbericht schon erzählt, dass der finale Verkaufsprozess meines Hauses angelaufen war. Die vor rund einer Woche durch den Notar eingeleiteten Schritte sind nun in der Behörde in Athen bearbeitet und ich werde aufgefordert, den Notar zu besuchen.

Kein Termin – ich erhalte einen Anruf „…can you come in 10 minutes?“

Der Notar hält etwas Smalltalk mit mir, dann übergibt er mir eine Zahlungsanweisung für die Grundsteuer.
Diese muss ich JETZT überweisen und ihm dann den Beleg vorbeibringen.
Dafür müsst ihr wissen, dass die Reihenfolge der Abläufe anders als in Deutschland ist, es ist gewöhnungsbedürftig aber nicht zu ändern.

Ich fahre zur Bank. In der Zweigstelle bitte ich um Hilfe, es sei meine erste Überweisung, ob man mir diese ausführen könne.
Ich wollte nicht meine erste Onlineüberweisung mit einem Betrag dieser Höhe „testen“.

Das scheint ungewöhnlich für die Bank, denn ich werde dreimal durchgereicht. Zuletzt komme ich an einen netten Herrn, der bittet um mein Handy. ER mache jetzt Onlinebanking für mich, mit MEINEM Handy.
Ok, dann halt! Er merkt, ich habe Face ID – bei jeder Authentifizierung hält er mir das Gerät vor die Nase. Bis…
Ja, bis nach einem Super-PIN gefragt wird! Ich weiß ihn nicht.

Jetzt erst lässt er sich erweichen und tippt die Überweisung in seinen Computer. Na also, geht doch! Ich bringe dem Notar die Quittung.

„Thank you, see you in a few days, then we finalize everything!“
Kein Termin…

Als ich in die Marina zurückkomme, bin ich noch in Gedanken – das war ja jetzt wieder so typisch inselgriechisch. Ich sinniere noch, da holt mich die Realität ein.
Mein Dinghy ist wieder voll, ich muss es ausleeren – der Regen nervt!

Mach ich jeden Tag – machmal zweimal

Danach setz´ ich mich hin, schlürfe noch eine Tasse Kaffee und erzähle Sibylle von meinem Erlebnis.
Sie schaut mich ungläubig an, noch weiß sie nicht, dass sie nächstes Mal zur Zeugin eines solchen, noch abstrakteren Ablaufs werden wird.

Marios Baustelle fordert uns heraus – Primer und Coppercoat haben unterschiedliche Trocknungszeiten und auch die Phase, in der die Anstriche ohne Anschleifen überstrichen werden dürfen, sind unterschiedlich.
Beiden gemein ist, dass kein Wasser beaufschlagt werden darf, solange die Durchtrocknung nicht erreicht ist.

Als wäre das nicht nicht genug, müssen wir diese Planungsphase zweimal anberaumen, denn es müssen ja die Stützen verstellt werden.
Das kennt ihr aus den Geschichten um Hans Peters LIBERTÉ, dort hat es nicht so toll geklappt.

Derart gebrieft gehe ich an meinen Arbeitsplatz – mein erster Blick gilt dem Ruder, welches inzwischen einmal verspachtelt ist.

Super – noch einmal feinspachteln, dann sind wir fertig

Wir haben uns für SAGITTA eine „reverse Anstrichtechnik“ überlegt! Wir werden ZUERST die Auflageflächen für die Stützen streichen.
Nach dem Durchzug einer Schlechtwetterfront würden wir dann die Stützen umstellen lassen und uns dem restlichen Schiff widmen.

Der Vorteil – die kleinen Flecken bekommen wir schneller fertig und wir können diese definierten Flächen mit einem ausgeklügelten System abdecken um sie vor Regen zu schützen.

Wir probieren unser Glück…

Die Patches sind deutlich zu sehen
Eva bastelt „Abstandshalter“ – aus Kaffeebechern
Die Oberfläche ist gut

Was hier wie Flickwerk aussieht, ist exakt geplant! Kranfahrer Giannis hat uns vorher gezeigt, an welche Stellen er die Stützen nach dem Umstellen platzieren will.
Dies haben wir angezeichnet und nun gestrichen.

Bis zum Mittag waren wir fertig – wir hatten uns eine Pause verdient! Natürlich war klar, dass wir uns in den Eispalast begeben werden.
Mario lädt zum Eisgenuss und dann geht es weiter…

Vermutlich hat man mir den rosa Teppich ausgelegt
Es gibt neue Sorten – und „Parfait Creme“ ist zurück

Wir sitzen gemütlich, schlemmen unser Eis und freuen uns, dass die erste Schicht Primer aufgetragen ist – so kann es weitergehen.

Leider sind aber für den Nachmittag und die Nacht Regenfälle angesagt, wir müssen zusehen, dass wir unser „Patent“ der Regenhäubchen zweckdienlich umgesetzt bekommen.

Also gehen wir zurück in die Marina und fangen sogleich damit an…

Die Becher halten die Folie auf Abstand
Diese wird umlaufend mit dem Rumpf verklebt

Sieht gut aus! Hoffen wir, dass es wirkt und hält!
Eva streicht noch das Ruder, dieses liegt wettergeschützt unter einem Katamaran und kann auch bei Regenrisiko bearbeitet werden.

Das Tagwerk ist geschafft, ich ziehe mich auf NESSAJA zurück.
„Dr. Mario“ muss wieder ans Werk! Sibylle hat sich inzwischen im Krankenhaus die Fäden ziehen lassen und es steht der erneute Verbandswechsel an.
Leider durfte ich ihr nicht die Fäden ziehen, mir hätte das Spaß gemacht. Aber immerhin traut sie mir zu, ihr einen schlanken Verband anzulegen, welcher ihr möglichst viel „Hand“lungsfreiraum lässt.

Die Narbe sieht schon ganz gut aus, ob ich das mit meinem „nautischen Nähtraining“ an einer Schweinshaxn auch so hinbekommen hätte???

Ein paar Tage wird es noch dauern, bis die Hand wieder funktioniert

Für´s Abendessen suchen wir uns einmal wieder das „Metzes“ aus. In der schönen Kneipe in Agia Marina gefällt es uns, wir werden immer gut bewirtet – eine Adresse, welche sich bei uns etabliert hat.

Wir sind eine illustere Runde, denn wir, das heißt Sibylle, Eva, Mario und ich, werden von Brigitte und Hans von der BARCASO begleitet – eine österreichisch-bayrische Runde!

Gott sei Dank hält das Wetter, denn ich fahre mit dem Motorrad, während Sibylle die Fahrt im komfortablen Kleinwagen wählt. Zum Glück haben die beiden Steirer einen kleinen Flitzer gemietet.

Ich war zuerst da und parke den Boliden
Die Bucht von Agia Marina – beleuchtet von der untergehenden Sonne

Endlich kommt auch der Rest der coolen Gang an und wir können den Laden stürmen.

Ich kann mich nur wiederholen, mir gefällt der Laden. Es ist geschmackvoll dekoriert und eingerichtet, es ist (meist) offen und man kann sehr schön drinnen sitzen.

Im Sommer lädt die bestuhlte Gasse unter den Regenbogenschirmen zum Verweilen.
Das „Metzes“ ist ein Familienbetrieb, ich mag unsere Gastgeber!

Im Winter ist draußen abgeräumt
Aber drinnen sitzt man auch sehr schön
Wie immer gibt es reichlich Meze – wir essen sehr gut

Der Abend ist kurzweilig! Ich mag die beiden Crews aus Österreich. Alle Vier sind Garanten für gute Laune.

Sibylle und ich kommen spät nach Hause und gehen ohne Umwege ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag!
Ich schlafe mit dem Gedanken ein, dass ich morgen mal nachsehen muss, was an meinem Parkplatz verändert wurde – irgendwie war etwas anders…

Und siehe da!

CHILI wird zu meiner „Doppelgarage“

Tatsächlich scheint es, als ob Ralfs CHILI auf ihrem Platz im Weg stand. Ok, zugegeben, der Freund hat das Datum der Einwasserung verschoben, vielleicht wurde sein Dampfer auch deshalb umgestellt.

Ich hatte es tagsüber nicht bemerkt, abends fiel mir aber auf, dass meine „Garage“ auf einmal viel größer erschien.
Jetzt ist alles klar – CHILIs breites Hinterteil böte meiner GS dreimal Platz!
Ich okkupiere die Fläche mit Freude und setze Ralf mit einem Bild in Kenntnis – Tägliche Kontrolle seines Schiffes…

Der Rest des Tages sowie auch des folgenden, ist rasch erzählt, denn die Geschichte wiederholt sich…

Die Folie hat gewirkt – wir nehmen sie nur nach oben
Das Ruder und die Patches werden mit einer zweiten Lage Primer, diesmal beige, gestrichen

Wir eröffnen die „Druidenküche“ auf einem provisorisch zusammengebastelten Tisch und einem Ölfass.

Für Coppercoat muss man Harz, Härter und Kupferpulver in exakter Menge mischen und eine Kappe Zaubertrank hinzugeben.
Dann muss das sensible Mittelchen in exakt definierter Art und Weise aufgewalzt werden – eine Wissenschaft für sich.

Mario und Eva sind sehr penibel mit dem Anstrich – Orangenhaut soll vermieden werden.
Ich erkläre mich aus diesem Grund zum „ein-Mann-Rührteam“ und braue dem Streicherduo das begehrte, kupferhaltige Elixier.

Wir verstreichen für die Patches und das Ruder (einseitig) eine Verpackungseinheit
Das reicht dann für zehn! Lagen – die allerdings sehr dünn gestrichen werden
Erst nach der vierten Lage deckt es – vorher sieht es doof aus und macht nervös
Die kleinen Flächen sind rasch gestrichen
Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Uns gelingt eine sehr gute Oberfläche. Die Besitzer der SAGITTA sind zufrieden.

Abermals kleben wir unsere Abdeckplanen zu, das Coppercoat darf 48h keinen Regen abbekommen.

Wenn die Patches in zwei Tagen durchgetrocknet sind, dann wird Mario diese fein überschleifen um das Kupfer zu aktivieren – dann werden die Stützen umgestellt und sollen genau auf diesen Flächen zum Tragen kommen.

Super! Wieder etwas geschafft, eine kurze Pause ist wohlverdient!
Sibylle und ich gehen duschen und machen uns landfein, denn wir haben heute eine Einladung zu einer „Housewarming-Party“.
Das freut uns, denn wir sehen dabei natürlich über unseren maritimen Horizont hinaus.
Auch andere Segler kaufen sich Häuser auf Leros, Menschen die zukünftig unseren Bekanntenkreis bilden werden.
Linda ist heute schon zusammen mit mir im Griechischkurs.

Wir kommen der Einladung von Linda und Phil aus Wales gerne nach,

Nein – das ist NICHT deren Haus!
Das Haus ist in Temenia, man kann die Marina und die Lakki-Bucht sehen

Wir wissen wo wir hinfahren müssen, wir kennen das Haus! Es war eines der ersten Häuser, welches wir für uns in Betracht gezogen haben.

Wir haben damals Abstand genommen, weil wir auf den Grundstücken links und rechts ein gewisses Risiko von Bauvorhaben gesehen haben.
Linda und Phil sehen das gelassener, sie haben das Haus gekauft und es mittlerweile zu einem Schmuckkästchen ausgebaut!

Für die Gäste der Party wurde ein Buffet zusammengestellt, die englische Community hat sich hier nicht lumpen lassen.
Es wurde ein sehr geselliger und netter Nachmittag.

Verschiedene Meze – teils selbst gemacht, teils vom Catering

Als wir uns verabschiedeten, hatte Sibylle Lust auf ein „Fährtle“ – der Tag war auffällig warm.
Sie schlug vor, nach Xirokampos zu fahren und bei Susannes Haus nach dem Rechten zu sehen.

Ok, das können wir machen! Gemütlich tuckern wir also in den Süden der Insel und machen ein paar Bilder vom Haus der Freundin.

Von außen scheint alles ok
Frühling in Susannes Garten
Eine schöne Blume

Wir schreiben ein paar nette Zeilen und senden die Bilder – „…alles ok vor Ort, hoffentlich sehen wir uns bald wieder!“
Die Antwort kommt postwendend, wir freuen uns aufeinander.

Am Folgetag nimmt der Monat Fahrt auf – für Sibylle und mich sollte ein besonderer Tag werden, aber das wussten wir noch nicht.

Wir sitzen am Frühstückstisch, mein Telefon klingelt – am anderen Ende der „Leitung“, der Makler.
Dirk macht es kurz, „…we are ready to go, can you come to the Notary?“

Ich zaudere, „…äh, ja, nein, also jein – nicht gleich, vielleicht in 10 Minuten!“
Die Antwort – „Ok, see you in ten minutes!“

Das Wetter wirkt bedrohlich, als Sibylle und ich nach Lakki fahren

Ich entschuldige mich für eine längere Textpassage – diese ist an dieser Stelle nicht zu vermeiden!

Wir betreten das Büro des Notars. Ohne Termin, in Arbeitskleidung.
Der Notar trägt Jeans und Turnschuhe, der Makler lümmelt in einem Sessel.
Man gibt mir drei Zettel mit Beträgen und Kontonummern, wir verständigen uns in Englisch.

Man erklärt mir, dass ich diese Beträge JETZT auf diese Konten zu überweisen hätte, alles fünfstellige Summen in mittlerer Höhe – heute Nachmittag träfe man sich dann zur Vertragsunterzeichnung.

Ich wusste, dass dieser Moment kommt und wende ein – „…ich bitte um Entschuldigung, aber ich kann nicht verleugnen, dass ich deutsch erzogen bin und denke. Bitte sagt mir, wer trägt das Risiko in dieser Zeit? Ich überweise Geld und habe ein paar Stunden lang NICHTS, was wenn der Verkäufer in dieser Zeit stirbt?“

Mir war klar, dass man mich unverständig ansehen würde, das ist in Griechenland eben so.
Aber man kommt mir entgegen – ich soll jetzt überweisen, am Rückweg versuchen, nicht vom Auto überfahren zu werden und dann mit den Belegen hierher kommen.
Man würde den Termin mir zuliebe sofort machen – ich bekomme meine Unterschrift sobald ich mit den Überweisungsquittungen zurück bin.
Man gibt mir eineinhalb Stunden Zeit.

Soweit so gut. Das wäre jetzt schnell zu erzählen, wenn der Bankbesuch nicht denkwürdig gewesen wäre.
NIEMAND würde mir glauben, wie das ablief, wenn nicht Sibylle dabei gewesen wäre.

Abermals erkläre ich, dass ich mir (noch) nicht zutraue, fünfstellige Überweisungen per Online Banking am Handy zu machen.
Man bringt mich zu einer Sachbearbeiterin, welche ebenfalls um mein Mobiltelefon bittet und für mich mein Internetbanking startet – wie schon Tage zuvor, wird mir mein Telefon in regelmäßigen Abständen vor´s Gesicht gehalten um die Freigaben per Face-ID zu starten.

DIESE Sachbearbeiterin gibt NICHT auf als wir zum Sicherheitscode kommen.
Sie drückt kurzerhand auf „Code vergessen“ und erwirkt mit meiner Eurocard, meinem Gesicht und meinem Kartenpin einen neuen Sicherheitscode, diesen notiert sie.

Jetzt steht der Überweisung von einer sechsstelligen Gesamtsumme für einen Hauskauf per Telefon nichts mehr im Wege!
Ich lächle in mein Telefon, sie tippt mit flinken Fingern und Sibylle sitzt mit offenem Mund staunend daneben.
Ich muss an meinen Freund Gottfried und seine Datenschutzvorträge denken – eine so skurille Situation, wenn Du das jemand in Deutschland erzählst, kein Mensch glaubt Dir!

Wenn Du auch nur fragend schaust – „…we have to help you, it makes life easier!“
Und das Beste – ich hatte NIE auch nur eine Sekunde einen echten Zweifel, dass hier irgendwie Missbrauch passieren könnte.
Trotzdem erwische ich mich beim Gedanken, dass ich nach Abschluss dieser Geschichte alle meine Sicherheitseinstellungen ändern werde 😉 !

Die ganze Aktion dauert tatsächlich etwas mehr als eine Stunde! Sibylle und ich kommen „just in time“ zum Notar, ich sende die Belege per Mail an das Office – dann treten wir in das Büro des Chefs…

Ich, der Notar, die Verkäuferin, der Zeichnungsberechtigte einer zweiten Verkäuferin und die Sekretärin

Das Foto wurde von unserem Makler gemacht, er war als meine Ansprechperson dabei.
Sibylle war auch dabei, ich hatte sie gebeten, mich nach dem Vier-Augen-Prinzip zu unterstützen.

Der Notar heißt Michalis, er spricht mit mir als wären wir Kumpels. Er „verliest“ den notariellen Vetrag, aber auch dies nicht so wie wir das aus Deutschland kennen.
Immer wenn es unwichtig wird sagt er „…and blabla…“, dort wo er denkt, dass wir zumindest mal etwas davon gehört haben sollten, liest er ab und erklärt, die Sprache ist ein Mischmasch aus Griechisch und Englisch.

Ich blicke zu meinem Makler, er nickt wohlwollend und verständig. Ich erkenne, Immobilienkauf im Ausland, speziell in Griechenland, ist Vertrauenssache!
Ich vetraue Dirk zu 100% – ich hoffe, ich werde nicht enttäuscht!

Der Bevollmächtigte ruft per Videocall die Verkäuferin an, für einen Moment gibt es großes Hallo und Palaver.

Dann ist es soweit…

Die Mutter der Besitzerin verkauft ihr lebenslanges Wohnrecht

Nach der Mutter der Besitzerin unterzeichnet der Bevollmächtigte der jungen Frau, welche in Rhodos lebt und nicht extra anreisen wollte oder konnte.

Dann war ich an der Reihe! Es war der 07.04.2025 gegen 13.45 Uhr…

Jetzt ist es besiegelt

Ich muss rund zwei Dutzend Unterschriften leisten, im Hintergrund bindet die Sekretärin die Unterlagen.

Ebenfalls abweichend von den deutschen Abläufen – man bekommt gleich ALLE Papiere mit!
Der Verkauf ist nun abgeschlossen.

Es gibt noch ein bisschen Smalltalk, wir erfahren, dass unser Haus 1943 erbaut wurde und die alte Dame 45 Jahre darin wohnte.
Der Bevollmächtigte der Verkäuferin überreicht uns eine Tüte Leckereien von „Repapis“, alle wünschen sich „Kalo Risiko“, was wörtlich übersetzt „Gute Wurzeln“ heißt.
Dann löst sich die Runde auf – ich bin jetzt Hausbesitzer auf Leros. Das hätte ich mir 2011, als ich zum ersten Mal hier auf der Insel war, nicht erträumen wollen!

„Irgendwann bleib I dann dort…“

Ich brauche einen Moment Pause, der Gedanke muss sich setzen. Sibylle und ich trinken einen Kaffee im neuen „Sip It“, wir schweigen kurz.

Mein Herz sagt Tsipouro, mein Kopf sagt Kaffee

Danach fahren wir zurück in die Marina, ich muss mich sortieren und meine Unterlagen ablegen.
Ich fertige sofort von allen Dokumenten digitale Kopien, das alles dauert eine ganze Weile, der Nachmittag verfliegt!

Als wir zurück zu NESSAJA kommen, kündigt sich ein Gewitter an
Egal – ich habe genug zu sortieren, scannen und abzulegen

Am Abend sitzen wir mit Eva und Mario beisammen und erzählen die Geschichte, ein sensationeller Ausklang eines besonderen Tages!

Ab morgen soll aber der Alltag zurückkehren!

Die stetigen Regenschauer, welche teils recht kräftig ausfallen, sorgen leider wieder dafür, dass das Marinagelände ziemlich aufweicht.
Arbeitsgeräte hinterlassen deutliche Spuren, man muss sehr aufpassen wo man hintritt.
Nicht alle Flächen sind gleich gut gewalzt, über einige kann man bedenkenlos gehen, auf anderen sackt man knöcheltief ein.

Die schweren Gabelstapler wühlen das Gelände auf

Ich will mir heute HARMONY vornehmen, an ihr gibt es einen kleinen Gelcoatschaden und ich habe Gottfried versprochen, dass ich mich der Sache annehmen werde, wenn ich ohnehin mit Mario und später mit Hans Peter die nötigen Gerätschaften in den Händen halte.

Heute möchte ich die Schadstelle zumindest anschleifen, um mir so einen Überblick zu verschaffen was auf mich zukommt.

Leider ist auch unter der schönen Sunbeam der Boden total aufgeweicht. Ich hole mir erstmal total verschlammte Schuhe und muss dann für Abhilfe sorgen…

Alles batzig, der Quaatsch hängt mir zentimeterhoch an der Sohle
Eine Palette schafft Abhilfe, so kann man arbeiten

Ich sehe mir das zunächst an, man kann mehrere kleine Abplatzer rund um den Wellenausgang erkennen.

Während des Abschleifens erkenne ich auch warum – Schöchl hat hier, Ende der 90er Jahre, wohl mit Polyester-Spachtelmasse für saubere Kanten gesorgt.
Dieses Material hält vermutlich nicht so lang und so stabil wie Epoxy und bricht an verschiedenen Stellen aus.

Kein Thema, man kann es leicht und professionell reparieren.

Die fingernagelgroßen Abplatzer sind deutlich zu sehen – das Laminat schaut raus
Ich trage mit der Flex Material ab und lege den Umfang der Spachtelarbeiten fest

Wie so häufig dieser Tage weht ein kalter Nordwind. Der Frühsommer setzt sich noch nicht durch, die Chill-Temperaturen liegen oft nur bei 15°C.

Ich beschließe daher, dass ich das Material für die Reparatur während der nächsten Tage beschaffen werde, verschiebe alle weiteren Tätigkeiten aber auf die nächste Woche, die Temperaturen sollen zu Ostern nämlich spürbar steigen.

Eile ist noch nicht geboten, Gottfried wird erst zum Monatsende hin auf Leros eintreffen.

Was macht Sibylle derweil? Sie ist im „Krieg“!

Ich hol´ Dich ein…

Ich verwende nur ungern so martialische Begrifflichkeiten, aber in diesem Fall stimmt es!
Duolingo war so doof, meine Sibylle und ihre Freundin Christine, die ja gleichzeitig unserer Tochter´s Schwiegermutter ist, in eine „Liga“ zu packen.

Es war von Anfang an klar – hier keimt ein Wettkampf auf! Und ich wusste von Tag 1 an, dass es ein Battle ist, den Sibylle nicht gewinnen kann 😉
Nun, zunächst hielt sie gut mit, war zeitweise in Führung, aber während meine Gattin schlief, sammelte Christine in Deutschland soviele Punkte, dass Sibylle sich am Ende mit Platz 2 begnügen musste.
C’est la vie würde Christine wohl sagen – sie lernt Französisch.

Soviele Duolingo Sessions hat Sibylle während der letzten Monate nie geliefert, aber für Nachtschichten reicht ihr Ehrgeiz einfach nicht!
Ich herze sie für ihre imaginäre Silbermedaille und wir beide gönnen uns eine dieser leckeren Sauereien welche wir beim Notar geschenkt bekommen haben.

Die Dinger sind das, was man sich unter Kalorienbomben vorstellt
„Repapis“ schafft es Baklava in Schokolade zu hüllen und damit die Kalorie zu potenzieren

Derart gestärkt fällt es meinem Gehirn und meinem Körper leicht, den nächsten Punkt auf unserer Liste anzugehen.

Unsere Freunde Martin und Petra haben sich nebst Enkelin Lia angekündigt. Sie werden die Osterferien auf STENELLA verbringen und nach der Abreise der „Kleinen“ noch bis Juni bleiben.
Wir freuen uns auf die Ankunft der drei, auch hier ist das letzte Treffen lange her, mit einem Besuch im Winter hat es leider nicht geklappt.

Um die Ankunft so einfach wie möglich zu gestalten, gehen Sibylle und ich tags zuvor auf STENELLA und bereiten sie vor – Batteriecheck, Gangway absenken und Schlüssel hinterlegen…

An Bord passt alles
Die Bahn ist frei, die Freunde können kommen

Ich muss mich außerdem einer weiteren Challenge stellen, mal sehen ob die süße Bombe auch als Hirnnahrung tauglich ist.

Ich war wegen des Deutschlandbesuchs drei Wochen nicht mehr im Griechisch Unterricht, auch mit Duolingo habe ich eine Pause gemacht, andere Dinge waren mir einfach wichtiger.
Das holt mich jetzt ein – ich merke selbst, dass ich Wörter vergessen habe und die zuletzt gelernten Grammatikinhalte alles andere als gut sitzen.

Das schlechte Gewissen treibt mich zu einer Duolingo Session, ich will nochmal an meinem Wortschatz arbeiten, bevor es dann ernst wird – heute Abend ist wieder eine Griechischstunde im HUB.

Ein Snack und etwas Duolingo – ich wiederhole…
…und nur wenig später darf ich zeigen, wieviel davon hängen geblieben ist

Eine anstrengende Stunde, aber trotz des Stress den ich kurz davor und währenddessen empfinde, macht es mir Spaß und ich komme voran.

Endlich! Das Wetter beendet zunächst seine Kapriolen. Die Regenphase endet und schenkt uns allen eine längere Schönwetterphase. Diese sollte laut Wetterbericht auch länger anhalten, vielleicht ist es sogar der Durchbruch des Sommers.

Ein Sprichwort besagt ja, dass „keine Freud´ ohne Leid“ daherkommt, dies trifft leider auch wettertechnisch zu.
Mit dem schönen Wetter kommt nochmals eine Kaltfront und wir alle müssen uns trotz Sonnenschein recht warm anziehen – auch unsere Heizung läuft noch regelmäßig für ein paar Stunden morgens und abends.

Aber – der erste Schritt ist gemacht, die Sonne gewinnt Oberhand!

Sieht doch alles gleich viel freundlicher aus

Die nächsten Segler treffen ein – eine bittersüße Ankunft! Wolfgang und Babs haben nach 45 Jahren ihre ANAHITA II verkauft und werden sie jetzt an ein junges Seglerpaar aus Deutschland übergeben.

Wir waren am Rande in den Verkaufsprozess involviert, sozusagen als „Vor-Ort Team“ und freuen uns jetzt, die Übergabephase sozusagen als „Zaungäste“ miterleben zu dürfen.

Um uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, laden uns die beiden angehenden Segelrentner zu einem Sundowner auf die alte Delta 46 ein – „here is the news“!

Ich bekomme eine Flasche Gin für meine Hilfe im Winter – Dankeschön!
Nach einer guten Stunde ziehen wir weiter

Wir können heute nicht allzulang bleiben, weil Martin und Petra uns ins „SouVLakki“ eingeladen haben.

Wir sitzen lange zusammen, lernen Lia kennen und haben uns allerhand zu erzählen. Es ist viel passiert im Winter, wir tauschen uns aus und genießen den kurzweiligen Abend.

Martin und ich haben eine gemeinsame Leidenschaft – die göttlichen Eiskreationen von „Repapis“.
Es lag also auf der Hand, dass ein Besuch des Eispalastes unseren Abend abrundet.

Abends ist es noch kalt – Eis geht aber immer
Lia ist begesitert vom Angebot des Zuckerbäckers
Martin und ich schlagen zu

Leider auch hier ein kleiner Dämpfer! Die Preise wurden angehoben – und das nicht zu knapp.
Die Kugel Eis kostet nun 2.50€ statt vorher 2.-€ – das ist an sich nicht so viel, aber hochgerechnet auf den Monat ist es für Sibylle und mich ein spürbarer Posten.

Dabei will ich aber einräumen, dass „Repapis“ trotz seiner Qualität bisher der günstigste Anbieter war und die Größe der Kugeln in Relation zum aufgerufenen Preis steht.
Die Teuerung macht eben vor niemand halt.

Abrupter Themenwechsel! Mitte April ist richtig was los in der Marina. Überall wuselt es, an allen Schiffen wird gearbeitet, es sind ein Haufen Menschen hier – und da sind wir schon wieder bei einem meiner Lieblingsthemen…

Triggerwarnung! Es wird fäkal.

DAS ist noch harmlos

Warum höre ich nicht auf damit? Warum immer wieder Ekelbilder? Es hilft doch ohnehin nichts!

Die Antwort – ich muss es mir von der Seele schreiben. Ich kann es nicht rausschreien, ich kann niemand zur Verantwortung ziehen oder an den Pranger stellen und doch brodle ich innerlich auf…

Was sind das für Schweine – und es werden mehr. Diese Bilder sind an der Tagesordnung! Inzwischen bin ich nicht mehr alleine, auch andere Segler stören sich inzwischen an den Nestbeschmutzern.
Vielleicht kann man ja doch bei der Marinaleitung einsteuern, dass hier eine Art „Endkontrolle“ durch eine Putzarmee geschaffen werden muss. Der Homo Sapiens des Jahres 2025 schafft es eben nicht mehr ohne AI / KI.

Einen richtigen Scheißjob hatten auch Mario und ich vor der Brust – dachten wir zumindest!
Sein Ruderblatt wollte eingebaut werden und diese Arbeit stand heute auf unserer Worklist.
Ich erinnerte mich an die Rudermontage bei NESSAJA, es war damals nicht so, dass ich diese Tätigkeit als mein neues Hobby ausrufen wollte.

Der erste Schritt, das Einfädeln ins Ruderlager, war recht schnell geschafft. Aber dann…

Wie bei NESSAJA – alles eng, man kommt schlecht ran

SAGITTA hat uns überrascht! Alles ging um genau das entscheidende Quäntchen leichter als bei unserem Schiff.
Das Ruder ist etwas kleiner und wiegt weniger, so konnten wir es rasch fixieren.
Ich konnte es mit der Hand hochheben, bei NESSAJA brauchten wir einen Wagenheber.

Als es eingefädelt war und der Sicherungsring mit Haltepin befestigt war, hatte das große, widerspenstige Blatt verloren…

Hängt schonmal – der erste Schritt ist geschafft

Sehr zu unserer Verwunderung, ließ sich auch der Ruderquadrant verhältnismäßig leicht anbringen und festschrauben.
Die ganzen Gewaltaktionen, die damals bei unserer 43CC nötig waren, konnten wir uns an Marios 38C sparen.

Dufour scheint innerhalb zweier Jahre dazugelernt zu haben, in jedem Fall ist die Befestigung des Quadranten bei diesem Modell sehr viel besser und montagefreundlicher gelöst.

Fertig! Die Ruderblattmontage ging sehr viel schneller als befürchtet, wir hatten unser Tagwerk geschafft!

Diese Seite wird mit dem Rumpf gestrichen

Eva ruft von oben zur Kaffeepause und kredenzt „ihren zwei Marios“ zum kleinen Schwarzen (hier ist der Espresso gemeint) eine österreichische Süssigkeit – „Manner Waffeln“!

Das ist ein Foto wert, denn Sibylle liebt diese Dinger! Ich sende das Bild an meine Frau und war mir sicher, es wird nur Minuten dauern bis auch sie hier auf SAGITTA aufschlägt.

Manner zum Kaffee

Habt im Sinn, dass alles Leben auf SAGITTA an Land – „on the hard“ – passiert. Kein Abwasser, keine Toilette, der Weg immer über die Leiter – es ist beschwerlich!
Das ist der Grund, warum wir die letzten Wochen sehr häufig zusammen auf NESSAJA speisen, wir können so für eine Weile einen kommoden Lebensraum anbieten

Alle sind sich einig – es wird Zeit, dass die kleine Dufour wieder ins Wasser kommt. Wir denke dabei an Hans Peter, der letztes Jahr vier Monate zusammen mit seinem Merlin on the hard gelebt hat – und so auch in die neue Saison starten wird.

Am Abend sind Sibylle und ich mit Roland und Mireille zum Dinner im „Kakomoiras“ verabredet.
Wir feiern unseren Hauskauf – die erste offizielle kleine Feier!

Wir sind zu Dank verpflichtet – unsere „Treiber“
Liebe zum Detail
Die Welt steht kopf

Offen gesagt, gegeben durch die Tatsache, dass ich seit Dezember die Schlüssel habe und wir zudem fast wöchentlich am Haus waren, ist die offizielle Eigentumsübertragung zwar schon ein Meilenstein für mich – aber emotional erreicht hat es mich nicht in dem Maße wie zum Beispiel unser damaliges Haus in Miesbach.

Trotzdem – EINE offizielle Feier muss sein und diese wollten wir zusammen mit den beiden Freunden aus der Schweiz erleben.

Diese Beiden gaben uns bei einem Zusammensitzen in deren Häuschen die Initialzündung und ein Dutzend Argumente, unseren lang gehegten Gedanken an einen Hauskauf jetzt ENDLICH voranzutreiben – und sie hatten Recht!
Dafür bedanken wir uns heute bei einem geselligen Abend.

Obwohl dieser spät endet, sorgen Sibylle und ich für einen gemütlichen Ausklang bei einer Folge „Inspector Barnaby“ nebst irischer Schokoladenbegleitung 😉

Die „Fernsehsaison“ neigt sich dem Ende zu – im Sommer bleibt die Glotze aus

In den letzten Wochen war die Relation von Wetter und Coppercoatanstrich allgegenwärtig!

Coppercoat ist eine Diva unter den Antifoulinganstrichen – es ist auf die richtige Temperatur zu achten, der Anstrich darf nicht nass werden, zudem sind absolut exakte Verarbeitungsvorschriften bezüglich des zeitlichen Ablaufs vorgegeben.

Uns war klar, wir brauchen fünf Tage ohne Regen – die ersten zwei über 10°C, die nächsten drei über 15°C!
Diese Phase scheint nun gegeben – es geht los!!!

Wettervergleich – ich hab 10% Regenwahrscheinlichkeit

Zuerst werden über zwei Folgetage verteilt, zwei Lagen Hempel Dickschicht-Epoxyprimer gestrichen.
Dieser gilt als Grundlage für den Coppercoatanstrich und als Wassersperre zum Rumpf hin.
Dies übernimmt eigentlich das Gelcoat, welches aber durch das Schleifen und die Reparaturarbeiten an einigen Stellen abgetragen wurde.

Für diese beiden Lagen sind mindestens 10°C einzuhalten, zwischen den Lagen sollen mindestens 12h vergangen sein.
Solange der Anstrich nicht durchgetrockent ist, darf kein Wasser beaufschlagt werden.

Eva und Mario sind das Streicherteam – zuerst grau
Ich war das Rührteam und habe die Beiden mit angemischten Anstrich versorgt
Die „Tupper-Queen“ mutiert zur „Copper-Queen“

Da Eva und Mario ganz exakte Vorstellungen haben, wie ihr Rumpf zu streichen ist, dies mit dem Verarbeiten von Micromengen der Farbe und gaaaaaanz dünnem Aufwalzen desselben gepaart ist, habe ich sehr rasch verlautbaren lassen, dass ich nicht streichen möchte.

Das ist nur fair, denn mir fehlt für diese Arbeitsweise die Geduld. Da der Erfolg den Beiden jedoch Recht gibt – es war kaum Orangenhaut zu sehen – war sehr schnell klar, dass „der große Mario“ für das Anrühren des 2-Komponenten Farbnachschubs zuständig ist.

Erster Tag geschafft – erste Lage drauf. Der Feierabend ist wohlverdient!
Weil noch etwas Tag übrig war, sind wir mit Mario und Eva zum Haus hoch gefahren.
Der Garten ist zwar wunderschön, braucht aber dringend einen Schnitt!

Margeriten so weit das Auge reicht

Zum Dinner waren wir vier heute mit Martin und seiner Familie im „Metzes“ verabredet.
Wir haben einen Tisch reserviert und Mario und Eva hatten zusammen mit der Crew der STENELLA eine Fahrgelegenheit.

Wie immer hat man sich rührend um uns gekümmert, ich gehe gerne zu Eleni und Stamatis.

Sibylle und ich waren mit dem Mopped gefahren, früher angekommen und haben die Gelegenheit genutzt, den Abend mit einer Karafaki Ouzo zu eröffnen.

Ouzo und Meze vom Haus

Als die anderen eintrafen wurde die Ouzorunde erweitert und es ging ans Bestellen.
Zuerst Meze, wie immer, dann könnten wir uns doch mal eine Grillplatte gönnen, oder?

Jaaaa! Klar, das können wir! Für wie viele Personen? Für sechs!
Ich zucke – für sechs? Euer Ernst?
Ok, ICH hätte für vier bestellt, aber wenn ihr wollt…

Die Meze waren lecker wie immer, wir haben gemampft und genossen!

Superlecker

Ich beobachte, wie die Freunde die leckeren Vorspeisen genießen. Ich sehe, wie sie Brot dazu essen und die Tellerchen damit auswischen, klar wir waren alle hungrig und es war einfach gut.

Die Grillplatte schienen einige vergessen zu haben – ich höre ein leises „…eigentlich bin ich satt!“ aus irgendeiner Ecke.
Es war eine weibliche Stimme mit badischem Akzent 😉

Dann der große Moment – eine Grillplatte für sechs Personen findet den Weg auf unseren Tisch! Staunen! Ungläubige Blicke! Offene Münder!

Ich wetze mein Messer…

Ein Fleischberg!
Echt gut gegrillt – nicht von schlechten Eltern

Ich kämpfte um unsere Ehre zu wahren, Martin und Mario hielten noch etwas mit, die Frauen stiegen sehr bald aus.

Wir mussten passen! Die Reste wurden eingepackt und haben Eva gleich den Speiseplan der folgenden Tage anpassen lassen – „…übermorg´n gibt´s a Tiroler Gröstl!“

Mit spannendem Wanst haben wir die Taverne verlassen und sind zu unseren Vehikeln gelaufen. Alle haben sich die Bäuche gerieben und gestöhnt.
Auf einmal fragt Martin „…vielleicht will ja noch jemand mit auf ein Eis?“
Sehr zu meiner Verwunderung stimmen alle zu! Im „Eismagen“ sei noch Platz, man müsse das getrennt voneinander betrachten – also auf zu „Repapis“.

Ich kaufe mir an diesem Abend nur eine Kugel
Ostern steht vor der Türe, wir bleiben bei Eis

Überraschender Weise schlafe ich trotz Völlegefühl recht gut und hätte mich auch gerne noch einmal umgedreht, als der Wecker mich am nächsten Morgen um 06.45 Uhr aus dem Schlaf reißt.

Häh? Warum das? Weil ich bei Susanne von der ESPERANZA im Wort stehe!
Es ist ein windstiller Tag angesagt und sie braucht Hilfe beim Anschlagen der Genua. Als sie mich fragt, ob wir das früh am Morgen machen können, antworte ich flapsig, „…ja klar, ich kann um halb sieben da sein.“
Als sie erwiedert, „…nein, es reicht völlig wenn wir um acht anfangen…“, weiß ich nicht, ob der Punkt an sie oder mich geht.

Da ich ohne Kaffee nicht funktioniere, brauche ich etwas Vorlaufzeit, bevor ich von Steg F zu Steg E schlurfen kann.

Ein sehr freundlicher Tag
Susanne fädelt ein, ich muss kurbeln

Eigentlich ist die Genua eines 35ft Schiffes keine Challenge. Auch bei Susanne kann man das überschaubar große Tuch mit der Hand aufheißen.
Ohne hier jetzt Öl ins Feuer gießen zu wollen, diesen „Minijob“ hätten wir auch rasch zu christlicher Zeit machen können.
Aber – ich sammle auf diese Art und Weise eben auch Karmapunkte und kann bereits um 08.30 Uhr auf einen erledigten Punkt meiner Tagesaufgaben blicken.

Susanne „entlohnt“ mich indirekt und unbewusst, denn sie bittet mich, die bleischwere Ankerwinsch ein paar Meter Richtung Schrott zu tragen.
Ha, eine „Lofrans Cayman 88“ mit – Achtung Insiderwitz – drei Haxn! 😉
Eine Winde, die fast alle Freunde als Standardausstattung haben und von der wir letztes Jahr eine ausgeschlachtet haben.
Ich sichere mir die ausgemusterte Winsch als Ersatzteilträger.

Erstmal gut verräumt, später bringen wir sie in MEINE Garage

Der weitere Tagesablauf wiederholt sich. Wir arbeiten an SAGITTA und erledigen nebenher unsere Alltagsaufgaben.
Mario und ich nutzen eine Zeitlücke zwischen den Streicharbeiten um den Propeller zu montieren, damit sind die mechanischen Arbeiten abgeschlossen.

Alle Teile die wir demontiert haben sind nun wieder installiert – nix ist übrig

Auf den Abend freuen wir uns. Marcus ist ja schon seit zwei Tagen zurück auf Leros um seine DARKSYDE auf eine Urlaubsreise vorzubereiten.
Heute kommen Susanne und Lilly dazu und wir sind gemeinsam zum Dinner im „Navarone“ verabredet.

Sibylle und ich brechen am frühen Abend mit der GS auf, das Wetter hat sich stabilisiert, es droht kein Regen. Auch die Temperaturen klettern langsam auf Normalniveau.

Schöne Stimmung als wir die Marina verlassen
Geselliges Beisammensein
Es ist spät, als wir aufbrechen

Zurück zu SAGITTA – wie bereits geschrieben, befinden wir uns in einer Phase, welche es ermöglicht die Anstriche an der Dufour zu realisieren.
Wir müssen also dranbleiben.

Die erste Lage Epoxyprimer ist trocken, aber noch überstreichfähig. Es ist kein Regen abzusehen und die Temperaturen liegen am Morgen gerade noch über dem zulässigen Minimum von 10°C.

Gehen wir es also an – der Gong zur zweiten Runde!

Die Streicharbeiten wiederholen sich
Am frühen Nachmittag sind wir fertig

Abermals bilden die Eigner das Streichteam, ich versorge die Beiden mit Farbnachschub und diene daher in der Hexenküche.

Diesmal ging es zügig und problemfrei von der Hand, langsam bekommen wir alle Übung!

Da wir am frühen Nachmittag schon Vollzug melden konnten, rief Mario eine Eiseinladung für die Mitstreiter aus – so kam ich in den Genuss eines wohlverdienten Eistraums.
Gekauft in der wohlbekannten und mehrfach gepriesenen Filiale des Schlaraffenlandes…

DREI Kugeln „Parfait Creme“ – das Eis der Götter

Auch Sibylle hat zu uns gefunden. Sie war einkaufen und wurde von uns ob unserer Pläne informiert.

Bei solch einer Leckerei sagt auch sie selten Nein – so schlemmten wir Vier in vollen Zügen!

Ok, darf es etwas mehr sein?

Am Abend saßen wir beim Essen zusammen. Wie immer hat Eva gekocht, wir haben auf NESSAJA gegessen.

Das abendfüllende Thema war der Coppercoatanstrich und das Wetter. Ich hatte es schon erwähnt – der Kupferanstrich ist eine Diva.
Kein Regen! Über 15°C! Dünn streichen! Nass in nass verschlichten! Mindestens vier bis sieben Lagen! Dann 48h Trockenzeit, abermals ohne Regen!

Es war klar, es würde ein Tag folgen an dem von morgens bis abends gestrichen werden muss.
Dünn auftragen, konzentriert arbeiten, die Farbe immer rühren, dass sich das Kupferpulver nicht absetzt.

Morgen soll es soweit sein! Markus von der TARA würde uns helfen, seine Partnerin Lilly und Sibylle würden uns mit Kaffee betanken.

Der große Tag…

Treffen um 08.30 Uhr – wir bereiten alles vor. Ich darf abermals der Druide sein.
Die anderen Drei streichen als „Einzelkämpfer“, soweit der Plan.

Bei der ersten Mischung bestimmt Mario die Vorgehensweise – er ist Chef im Ring
Der klebrige Untergrund wurde zur Todesfalle für diese Biene – wir entfernen den Kadaver
Auf los geht´s los

Start! Wie lange haben wir über diesen Tag gesprochen – heute bekommt SAGITTA ihre neuen Kleider.
Und das warten hat gelohnt – wir haben einen Traumtag um diese Aufgabe umzusetzen.

Auch ich, also der Mann an der Mischstation, der Miraculix der Moderne – auch ich habe allerhand zu tun!
Drei Streicher mit der großen Rolle verlangen nach Material. Ich mische ohne Unterlass Harz mit Härter, füge Kupferpulver und Alkohol hinzu.

Weil wir mit halben Verpackungseinheiten arbeiten und die Eichstriche auf den Messbechern nach dem Rühren nicht mehr zu lesen sind, muss alles abgewogen werden.
Um ein Absetzen des Kupferpulvers zu verhindern muss gerührt werden – ständig, pausenlos!

Ein „Full Time Job“

Die Streicher teilen sich das Boot in Segmente auf um sich nicht gegenseitig zu behindern.

Mario streicht die offene Ruderseite und den Kiel, Markus und Eva jeweils eine Rumpfhälfte.
Sie würden sich gegenseitig abwechseln – Seitenwechsel nach jeder Lage, um so die unterschiedliche Arbeitsweise zu kompensieren und letztlich eine homogene, möglichst glatte Oberfläche zu erreichen.

Immer dünn auftragen, die erste Lage deckt kaum – das ist verwirrend
Wir sehen zu, dass wir den Schatten des Morgens nutzen
Die erste Lage ist drauf – das soll so aussehen

Was dann im Laufe des Vormittags passierte, war schon fast die Bestätigung für die „Murphys Law“ Theorie.

Wir waren seit Wochen zwischen zwei Booten positioniert und haben uns sehr gut eingerichtet.
An beiden Nachbarschiffen war über Wochen weder gearbeitet worden, noch war irgendwer zugegen.

Heute, genau HEUTE, wimmelte es von Arbeitern, Eignern und Helfern – es war emsiges Treiben rund um unsere Baustelle.
Erst mussten wir alles wegräumen, weil das Nachbarschiff links abtransportiert wurde – das sorgte für eine (nicht erwünschte) Sonnenseite.

Dann kam auf dem Nachbarkatamaran ein Helfer mit einem Schlauch – er müsse JETZT das Schiff abspritzen und reinigen!
Ihr erinnert euch – kein Wasser / kein Regen! Mario war außer sich! Er legte eine Protestnote ein und konnte tatsächlich erreichen, dass die Arbeiten erst gestoppt wurden und der Katamaran später verlegt wurde.

Wir strichen unterdessen weiter – bis zur wohlverdienten Mittagspause…

Es wurden Stullen kredenzt, es gab Kaffee, Coke und alkoholfreies Bier
Es tat gut, die Arme mal hängen zu lassen

Mittagspausen bergen die Gefahr, dass man in ein Loch fällt und sich nicht mehr aufrappeln kann.
Lange durften wir ohnehin nicht sitzen, ihr erinnert euch, Coppercoat will „nass in nass“ gestrichen werden.
Da wir jetzt eine Sonnenseite hatten, wurde somit auch die Trocknungszeit kürzer.

Es musste also weitergehen – mit jeder Lage stellte sich etwas mehr Farbdeckung ein.
Langsam war das Zielbild erkennbar.

Das Schiff links ist schon weg, der Katamaran rechts würde noch folgen
Das ist der Rest – zwei Drittel haben wir schon verstrichen

Bei Coppercoat geht man von durchschnittlich sechs Lagen aus. Dafür wird die benötigte Menge berechnet, es wird dann solange gestrichen bis nichts mehr da ist.

Nach jeder Lage wird die Mischung leicht angepasst. Wir verstreichen also Verpackungseinheit um Verpackungseinheit, ich lasse die Streicher wissen, wieviele Kilos des teuren Gemenges noch da sind.

Wir sind mit zwölf Verpackungseinheiten gestartet, jede wiegt real 3,5kg inclusive dem Kupferpulver.
Umgangssprachlich klammern wir das Kupfer aus und sprechen nur von Harz und Härter, eine Verpackungseinheit ist ein Liter, etwas mehr als „ein Kilo“.

Ihr habt noch drei Kilo, noch zwei Kilo, noch ein Kilo…

Finale!

Am Abend war es vollbracht – SAGITTA war fertig gestrichen

Für die 38ft Dufour wurden, wie gesagt, zwölf VPE Coppercoat berechnet.
Diese haben für sechs Volllagen gereicht, den Rest haben wir an den strapazierten Stellen wie Bug, Kiel-Vorderkante und Wasserpass verstrichen.

Als wir unsere Baustelle aufgeräumt hatten, stand SAGITTA alleine da. Während wir strichen, sind links und rechts alle Schiffe weggeräumt worden.
Was tagsüber fast ein wenig nervig war, freut Mario jetzt besonders. SEINE Yacht steht exponiert und glänzt in der Abendstimmung – ENDLICH war es geschafft, der Coppercoatanstrich ist vollbracht!

Ehrensache für Eva und Mario, dass das Coppercoat-Team am Abend gemeinsam im „La Nostra“ sitzt und sich an riesigen Pizzen labt – eine wohlverdiente Einladung!

Pizzaessen in netter Gesellschaft

Am Morgen des Folgetages bin ich zunächst von den Bootsarbeiten „befreit“. Sibylle und ich haben unseren ersten Handwerkertermin bezüglich des neuen Hauses.

Wir treffen uns mit dem Dachbaumeister und Spezialisten für Flachdächer.
Ich habe ja zwei Stellen, an denen etwas Wasser eintritt und möchte eine Einschätzung, was es kostet diese zu reparieren und dann das ganze Dach einmal wasserdicht zu versiegeln.
Ich möchte sicher gehen, dass von oben keine Feuchtigkeit reinkommt.

Sibylle und ich warten auf den Baumeister

Der Fachmann sieht sich das Projekt an, macht sich Notizen und erkennt den Arbeitsumfang.
Es gilt nun zu berechnen wieviel Geld man in die Hand nehmen muss und dazu sollten wir den idealen Zeitpunkt für die Reparatur besprechen.
Wir beschließen, dass wir uns nach Ostern treffen und alles detailliert durchgehen.

Weil wir schon auf der Anhöhe von Plaka waren, sind wir gleich weiter nach Kamara zu Giorgos´ Werkstatt „Boat & Parts“.
Ich habe ein Edelstahlset für eine Boilerbefestigung geschenkt bekommen und gebe dieses an Giorgos weiter.
Sehr zu meiner Freude spricht mein Freund eine Einladung zum Osterfest in seinem Haus aus.
Wir nehmen an, sagen aber gleich dazu, dass wir vorher eine andere Feier besuchen werden.

Dann geht es weiter zur „Artemis Boatyard“ am Flughafen, dort habe ich ein Versprechen einzulösen.

Wir sehen auf FREE WILLY nach dem Rechten

Willi, ein schweizer Segelfreund, hat mich gebeten, dass ich noch einmal nach seiner kleinen Bruce Roberts 36 sehe.
Ich möchte doch bitte die Batterien checken und dafür sorgen, dass diese nicht kaputt gehen.

Das trifft sich recht gut für mich, denn ein Kaufinteressent möchte noch weitere Bilder. So kann ich mit meinem Besuch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Alles in Butter auf´m Kutter

Wir sind etwa eine Stunde vor Ort bis alles erledigt ist. Dabei nutzen wir auch gleich die Gelegenheit, dass wir der Chefin dieser Bootswerft und ihrer gesamten Crew ein frohes Osterfest wünschen.

Ich kenne Kalliopi seit einigen Jahren und ich finde es gehört sich einfach – auch, wenn ich offiziell für „die andere Marina“ stehe 😉 . Aber wer weiß was noch so kommt?

Danach treten meine gute Gattin und ich die Heimfahrt an. Inzwischen ist es Mittag geworden und ich weiß, was meine Frau um diese Zeit schätzt!
Da ich weder Spielverderber noch Spaßbremse sein will – und so sage ich ihr das auch – biege ich nach Agia Marina ab, um im dortigen „To Paradosiako“ einen Cappuccino nebst einer Süßigkeitenbegleitung mit ihr zu genießen.

Wir sitzen schön…
…und genießen die Stimmung

Jetzt müssen wir aber los! Nicht, dass wir uns hier noch festsitzen. Ich habe nämlich Heiner versprochen, dass ich ihm beim Einwassern seiner DAMIANA helfen würde und den Linehandler für ihn mache.

Der Krantermin ist in einer halben Stunde, wir müssen also zurück in die Marina.
Dort kommen wir keine Minute zu früh an, denn die kleine Lagoon 380 hängt schon in den Gurten, die Vorbereitungen laufen.

Ich steige mit Heiner zu, DAMIANA wird an Ponton H verbracht.
Alles klappt bestens…

Während Mario SAGITTA poliert, macht Heiner letzte Handgriffe an DAMIANA
Alle Leinen werden vorbereitet
Dann warten wir auf das „go“ des Kranführers
Heiner bekommt den bezahlten Platz zwischen zwei Fingern

Weil mein Motorrad ohnehin noch bei Marios SAGITTA steht, nutzen wir beide die Gelegenheit um letzte Handgriffe am Propeller zu machen.
Inzwischen hatte sich die Herstellerfirma zurück gemeldet und den berechneten Pitch des Verstellpropellers durchgegeben.

Der Propeller wurde vor Jahren einmal repariert und unser Verdacht, dass hier eine falsche Einstellung vorgenommen wurde bestätigt sich.
Wir drehen die Flügel also um ein paar Grad zurück und fixieren den Verstellring.

Weil Mario inzwischen auch einen Schmiernippel gekauft hat, drängt sich der Abschmierservice quasi auf, dann ist aber auch diese Baustelle erledigt!

Jetzt aber – fertig

Eine Frau läuft über den Platz – sie steuert schnurstracks auf mich zu. In der Hand etwas Weißes.
Sie begrüßt mich, als wäre sie meine Schwester und herzt mich – Sibylle schaut sich die Situation an und staunt…

Ich muss gestehen, dass es in äußerst seltenen Fällen vorkommt, dass ich Menschen völlig vergesse.
Entweder kann ich mir ein Gesicht merken oder den Bezug zum Schiff. Auch wenn mein Namensgedächtnis nicht das beste ist, einen völligen Blackout habe ich fast nie! Jetzt grad schon!!!

Ich mache gute Miene zum bösen Spiel und überspiele die Situation. Ich herze die mir unbekannte Frau ebenfalls und klopfe mir auf die Schenkel als sie lustige Geschichten des letzten Jahres rekapituliert.
Dann greift sie den weißen Fetzen und breitet ihn vor mir aus – ein weißes Hemd welches sie mir schenken möchte!
Es sei neu, aber von ihrem Mann eine Nummer zu groß gekauft – „…ich müsse es anprobieren!“

Sibylle schaut ungläubig…

Jetzt aber

Wider Erwarten passt es! Die rätselhafte Unbekannte quittiert mein Aussehen noch mit der Bemerkung „nice boy“, dann zieht sie ab.

Sibylle meint nur – „…was war jetzt das?“
Ich zucke mit den Schultern und freue mich über mein weißes Hemd, welches ich wohl nie anziehen werde.
Ob sie Mitleid mit mir hatte? Es hat ja schon einmal ein „Freund“ meine T-Shirts bemängelt 😉 …

Weil ich gerade beim Anprobieren war, nehme ich mir auch kurz Marios Mütze zur Modeschau.
Ich sollte aufgrund meiner Kopfhaut und Sibylles Verdacht, die Sonne ein wenig fernhalten.
Nun habe ich aber nicht unbedingt einen Mützen- oder Hutkopf. Ich suche also noch nach einer Lösung.

Wie wär´s damit???

Eine Nummer größer wäre gut – aber sonst ganz ok, oder?

Wie auch immer, für heute reicht es mir. Die Sonne hat inzwischen richtig Kraft, die Wolken ziehen sich zurück, es sieht aus, als hätte der Sommer den Durchbruch geschafft.

Das bedeutet, dass sich der Gedanke an eine „Eiszeit“ immer häufiger ins Gedankengut mogelt – so auch jetzt.

Mein wenig versteckter Hinweis, dass ich nur mal schauen wolle ob es eigentlich noch etwas Parfait Creme bei „Repapis“ gibt wird als Aufforderung verstanden und so finden wir uns wenig später in der kleinen Eismanufaktur wieder.

Parfait Creme und eine Kugel Dubai on top

Der Rest des Tages verplätschert. Ich bin in Gedanken ohnehin schon im neuen Tag.
Ich stehe im Wort, der turnusmäßige Besuch auf EDINA steht auf dem Programm, dies will ich morgen erledigt wissen um diese Pflicht zu meiner Entlastung aus dem Kopf zu haben.

So ist es auch mein erster Weg am Folgetag – ich besuche die verwaiste CNB Bordeaux 60 am B-Ponton.

Ein wunderschönes Schiff

Alles in Ordnung an Bord! Es hat die letzten Wochen nicht mehr so viel geregnet, alle Vorkehrungen zum Schutz gegen eindringendes Wasser waren getroffen und haben Wirkung gezeigt.

Die Luftfeuchtigkeit war auf perfektem Niveau, trotzdem lüfte ich das Schiff über einen halben Tag.
Ich starte den Hauptmotor und den Generator und sehe auch sonst nach dem Rechten – alles ok, ich kann eine Nachricht an den Besitzer schreiben und ein positives Signal senden.

Alle Werte ok

Ich gehe zurück auf NESSAJA – dort ist Sibylle schon am wüten. Sie hat einen Waschtag ausgerufen und fordert mich auf, meine Kleidung abzulegen.
Was sich verlockend anhört ist eine Falle! Sie will vor allem meine lange Hose um diese zu waschen.
Ich gebe die während des Tages nicht gerne her, denn ich habe nur eine!

„Zieh´ endlich die Kurze an, Du Weichei!“ höre ich sie mit mir schimpfen. Nun, vielleicht hat sie Recht, es wäre warm genug.
Was sie aber nicht versteht ist, dass in meinem Kopf die kurze Hose nur in Kombination mit den Flip-Flops geht.
So weit so gut, aber mein Kopf weigert sich auch, dieses Rad noch einmal zurückzudrehen – sich jetzt für kurz zu entscheiden bedeutet, dass ich nun bis 01.12. meine geliebte Short und meine Latschen nicht mehr ausziehen werde.

Die Würfel sind gefallen

Mein erster kurzbehoster Weg führt am Abend ins „Kakomoiras“. Dort haben wir uns mit Carola und Thomas von der EMOTION verabredet.
Ich gebe offen zu, dass der abendliche Fahrtwind die Zeherl ganz schön runterkühlt, umgekehrt bleibt so dem Käsefuß keine Chance – kein Vorteil ohne Nachteil!

Thomas und Carola treffen wir zweimal in der Saison – zu Beginn und zum Abschluss. Wir haben uns über das „Mittelmeer-Skipper-Forum“ kennen gelernt und zumindest für uns kann ich sagen, dass wir die Abende mit den Beiden sehr genießen.
Da ihre Dufour 485 in der „Moor & Dock“ Marina liegt, sehen wir uns nicht regelmäßig, die Gespräche bekommen dafür aber stets frischen Wind. Wir schätzen diese Abwechslung.

Das „Kakomoiras“ ist gut wie immer, hier wurden wir noch nie enttäuscht.

Wir sind die ersten Gäste und sichern den Platz
Hauptspeise Spare-Ribs – mehr als lecker

Es war ein kurzweiliger und sehr schöner Abend – wir freuen uns auf das nächste Treffen.

Weniger gefreut habe ich mich auf das ToDo des Folgetages. Der neue Coppercoat Anstrich der SAGITTA muss aktiviert werden. Dafür muss das ganze Schiff einmal überschliffen werden.

Ich hatte vermutet, dass wir mit dem Exzenterschleifer und 400er Papier einmal „drüberrutschen“, doch weit gefehlt!

Schweres Gerät – dazu ist Kupferstaub giftig

Mit dem feinen Papier erreichen wir quasi nichts. Wir gehen langsam hoch und probieren alle Scheibenvarianten in verschiedensten Körnungen.

120, 180, 240, 360, 400 – welche Scheibe ist die beste?

Schließlich stellt sich heraus, dass die 180er am besten funktioniert.
Wir teilen uns die Arbeit auf – nach körperlicher Länge!
Der „kleine Mario“ schleift SAGITTAs Bauch, der „große Mario“ die Flanken.

Der Vorteil – „the Austrian Mario“ ist in der Lage, den Boden fast im Stehen zu schleifen, während „Marios Germanikos“ für den oberen Rand nicht einmal eine Trittstufe benötigt.

Im Sitzen arbeiten – pfffft
Die von mir geschliffenen Flanken – nachher vs. vorher

Die Arbeit zieht sich! Der Vormittag vergeht schnell und die liebe Eva kredenzt uns zur Mittagspause ein Tässchen Espresso nebst Keksbegleitung – so kann man es schon aushalten.

Mittag – mehr als die Hälfte haben wir schon

Was macht Sibylle? Die genießt das Leben während ich schufte 😉 – meine Frau hat sich frei genommen, um mit Mireille und Roland eine Wanderung im Norden der Insel zu machen.

Sie sendet Bilder und scheint Spaß zu haben…

Unsere Freunde Roland und Mireille sind eine gute Gesellschaft
Blick Richtung Partheni und Archangelos
Das „Stigma“ auf Archangelos ist nur schwer zu erkennen
Ein Relikt aus schwarzen Tagen – vergessen inmitten einer Blumenwiese
Ein neuer Bewohner für Tinas Esel-Residenz?

Schöne Impressionen, gell? Mario und ich schleifen wieder, plötzlich schellt mein Telefon, am anderen Ende der Leitung – meine Gattin!

„Du, wir sind am Weg nach Lakki! Lust auf ein Eis?“
Was ist da nur passiert – Sibylle fragt aktiv nach einem Eisdielenbesuch? Sie will freiwillig in die Höhle der Kalorien?
Ein böser Dämon muss sie heimgesucht haben.

Egal, klar folge ich dem Ruf des Teufels der aus dem Munde meiner Frau spricht. Mich wundert nicht, dass Adam und Eva in den Apfel bissen, die Verlockung ist einfach überall und ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften.

Auch nicht von schlechten Eltern – ich habe ein fast spirituelles Verhältnis zu meiner Eisverkäuferin

Danach heißt es ENDSPURT! Wir schleifen das Coppercoat fertig und aktivieren sozusagen die Wirkung der Kupferpartikel.
Das war´s, jetzt erst ist der neue Anstrich fertig für´s Einwassern – am kommenden Dienstag ist es soweit!

Wir kleben noch die äußere Saildrivemanschette an den Rumpf, dann endet meine Verpflichtung zur Mithilfe an SAGITTA, eine Pflicht, die durch ein gegebenes Wort entstanden war.

Die letzten Handgriffe, dann bin ich offiziell entlassen

Der Abend endet fulminant! Wir hatten die Idee, die „Next Generation“ zusammenzubringen und einander vorzustellen.

Phillip war ja inzwischen angekommen um seine AMAÉ saisonfit zu machen, ein junger Schweizer mit Weltumsegelungserfahrung.
Dazu Antonia und Alex, das junge Paar aus Niederbayern, die zur Übergabe ihres Neuerwerbs ANAHITA II angereist war – das A-Team.
Last not least Jasmin und Tim, die in den letzten Zügen der Vorbereitung ihrer TAO 3 sind.

Die alle an einem Tisch zusammenführen, das würde sicher eine gute Truppe geben und auch unseren Horizont erweitern und unsere Gespräche bereichern.

Welche Taverne würde sich dafür besser eignen als das phantastische „Pirofani“ am Strand von Panteli?

Sibylle und ich waren lang nicht mehr „die Senioren“ an einem Tisch

Ich mach´s kurz – es war ein herrlicher Abend bei bestem Essen! Wir haben geratscht, gelacht, sinniert und uns ausgetauscht.

Ich wünsche mir, dass es nicht der letzte Abend dieser Art und in dieser Runde gewesen ist!

Wenn ihr nun denkt, dass das Ende meiner Unterstützung an SAGITTA den Übergang in eine Phase des Müßiggangs einläutet, dann irrt ihr gewaltig.

In wenigen Tagen kommt Hans Peter an, wir haben noch etliche offene Punkte auf seiner Worklist.
LIBERTÉ wird mich daher bereits ab 23.04. in Beschlag nehmen – dies wohl bis zu meiner Abreise nach Preveza am 15.05.!

Anfang Mai kommt Ralf, ich will ihm beiden Vorbereitungen an seiner CHILI helfen – parallel zum Arbeitspaket an HPs Bavaria.
Und bereits Ende April kommt Gottfried auf Leros an – hier habe ich eine kleine „Fleißaufgabe“ übernommen.

Noch einmal sauber verschliffen

Ihr erinnert euch ja an die Gelcoatabplatzer – diese Arbeit will ich nun endlich erleidgt wissen und packe es HEUTE an!

Ich überschleife die Schadstelle noch einmal mit dem Dreiecksschleifer und kann so eine recht gute, homogene Oberfläche bekommen.

Dann geht es an die erste Spachtellage – ich fülle den Schleifbereich auf und bekomme ein ganz gutes Ergebnis!

Gut! Trockenen kann es ohne mich

Noch ein- oder zweimal feinspachteln, dann sauber schleifen und mit Epoxy Primer streichen – dann ist das Malheur beseitigt.

Für Hans Peter gehen wir einkaufen. Wenn er ankommt möchte er zumindest Getränke im Schiff haben. Daran soll es nicht scheitern, denn Mario und Eva haben noch einen Leihwagen und gehen mit Sibylle einkaufen, während ich Gottfrieds HARMONY spachtle.

Wir stellen dem Freund eine Leiter parat…
…und bringen die bestellten Getränke an Bord

Habt im Sinn, dass ich diese Berichte schreibe und hie und da die Zeit der Erzählung wechsle.
Wenn ihr diesen Teil der Geschichte lest, dann ist Hans Peter bereits angekommen und wir sind wieder am rackern! 😉

Noch sind die beschrieben Handlungen Zukunftsmusik, doch die Gegenwart wird uns bald einholen…

Ostersamstag! Das heilige Licht wird heute Leros erreichen.
Es kommt per Schiff aus Jerusalem und war vorher auf Kalymnos.
Zur Feier dieser Ankunft, gibt es ein Fest im Hafen von Agia Marina.

Zusammen mit dem A-Team wollen wir dort teilnehmen!
Wir finden uns nach dem Abendessen dort ein, pünktlich um 22.30 Uhr sind wir vor Ort und müssen auch nicht lang warten.
Hier ein paar Impressionen.

Das Boot mit dem Licht kommt an – das Militär steht Spalier
Der Pope und der Bürgermeister sind bereit, das heilige Licht in Empfang zu nehmen
Leuchtraketen weisen dem Zubringerboot den Weg
Dieses kommt von hoher See und mit einer Polizeieskorte
Die vielen Zuschauer filmen und fotografieren die Übergabe des Lichts
Der Spielmannszug begleitet das Licht und die Prozession zur Kirche

Wir sehen noch zu, wie die Prozession Richtung der Kirche von Platanos abzieht. Dann wollen wir noch einen Absacker zu uns nehmen – dafür bietet sich das „Navarone“ im Hafen von Agia Marina förmlich an.

Ich war etwas enttäuscht, ich hatte mit mehr Brimborium gerechnet. Nun denn, eine schöne Erfahrung war die Teilnahme aber doch.
Jetzt noch ein Getränk mit den jungen Leuten, dann ab ins Bett, ein gelungener Abend.

Eigentlich war nur ein Cocktail geplant – aber dann DAS!

Kokoretsi

Ahhhh, ich mag Kokoretsi – und zwar genauso wie es in Griechenland gehypt wird. Als Osteressen!

Innereien mit Darm umwickelt und zu einem „Rollbraten“ fest verschnürt. Das Ganze scharf und resch gegrillt.
Ein Essen, das ich beileibe nicht jeden Tag will, aber zu Ostern MUSS es einmal Kokoretsi sein!

Mit Sibylles Segen bestellen Alex und ich einmal das typische Gericht – ein Mitternachtsschmaus, den wir uns teilen wollen.

War sehr gut

Der Abend klingt sehr fein aus – erst nach Mitternacht fahren wir zurück in die Marina und sacken sofort ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag, ein besonderer Tag in Griechenland…

Es ist Ostersonntag!

Mit Beginn des Ostersonntags endet die Fastenzeit, welche mit dem in einem früheren Blog beschriebenen „Clean Monday“ begonnen hat.
Natürlich gibt es Gottesdiente und allerlei kirchliche Feierlichkeiten, aber spätestens ab Mittag ist der Tag den weltlichen Freuden gewidmet, es wird wirklich überall gegrillt was das Zeug hält.
An den Spießen drehen sich Kaziki und Kokoretsi, wenn man sich trifft oder auch nur begegnet wünscht man sich καλό Πάσχα και Χρήστο ανέστη – Kalo paska kai Christo anesti, das bedeutet Frohe Ostern und Christus ist auferstanden.

Wir waren, zusammen mit unseren Freunden Mirelle und Roland, sowie mit Jürg, den wir auch aus der Marina kennen, bei Brigitte und Claude zum Osterfest eingeladen.

Das Haus ist gemietet und ein direktes Nachbarhaus von Roland
Die Aussicht ist herrlich von hier oben

Es war eine eidgenössische Einladung, alle Gäste sowie die Gastgeber sind in der Schweiz zuhause, manche haben aber französische Wurzeln.
Dennoch war Deutsch die ausgerufene Sprache, man kam uns hier sehr entgegen.

Brigitte und Claude hatten sich alle Mühe gegeben! Tatkräftig unterstützt von den Nachbarn Mireille und Roland, haben sie eine sehr nette Ostertafel gezaubert und ein außerordentlich leckeres Ostermenü zubereitet.

Wir nahmen also an der Tafel Platz – es gab einen Apero, ein paar Snacks und dann wurde das Zicklein aus dem Ofen geholt.
Sibylle hat sich mit Salaten an der Vorbereitung beteiligt und Jürg durfte Eis von „Repapis“ mitbringen.
So war ein feudales Menü sicher gestellt!

Auf der Terrasse sitzt man sehr gediegen
Das Zicklein war außerordentlich lecker
Nach dem Essen tat etwas Stehen gut – die Damen diskutierten viel über Auslandsimmobilien

Es war ein wunderschöner, geselliger Nachmittag und die Zeit verging wie im Flug.
Irgendwann hatte die Runde genug gegessen und getrunken, jeder war satt und es war eine gewisse Tendenz zur Beendigung der Feier zu erkennen.
Roland rief zum finalen Gruppenfoto, dann hieß es „salü“, bis bald und DANKE für die Einladung.

Ein wunderschöner Tag mit unseren Freunden

Ich war hundemüde und wäre am liebsten auf der Couch gelegen – aber das ging nicht! Wir hatten noch eine Verabredung…

Keine Bilder – Privatshäre! Etwas mehr Text, eurer Phantasie ist freier Lauf gestattet, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass viele sich nicht vorstellen können, wie unser Spätnachmittag verlief.

Fast wäre es zu einem Terminkonflikt gekommen! Giorgos hatte Ostern sehr lange nicht erwähnt, wir hatten nicht mehr mit einer Einladung gerechnet. Beim letzten Besuch hatte er diese aber ausgesprochen, doch wir waren schon bei den Marinafreunden geladen.
Eine Gratwanderung! Eine Absage wäre ein Affront! Daher habe ich die Wahrheit gesagt und gefragt, ob wir einfach später auf ein Bier kommen dürften – dürfen wir, jederzeit!

Jetzt muss man wissen, dass bei den Griechen sowieso weniger Statik in so einem Fest ist. Alle stehen mal auf, jeder setzt sich mal zu jedem und Gäste die nicht zum inneren Zirkel der Familie gehören, die kommen und gehen…

Wir sind diesmal also, zum ersten Mal wohl, nicht als „die deutschen Gäste“ geladen, sondern mehr als Freunde – schaut´ halt vorbei wenn es passt!

Wir kommen gegen 17.30 Uhr an, gefeiert wird diesmal in Giorgos neuem Haus. Vom Balkon höre ich Katerina schreien „Mario kai Sivilli!“ – Sibylle heißt bei den Griechen Sivilli, das scharfe ß ist hier nicht bekannt, der optisch ähnliche Buchstabe heißt „vita“, wir kennen ihn als Beta.

Wir betreten die Terrasse und werden geherzt – von rund 20 Personen geherzt und geküsst.
Giorgos´ Oma ist seit knapp einem Jahr verwitwet und sitzt am Ende eines Tisches, sie lacht, sie weint, aber auch sie herzt uns.
Giorgos Mutter und ihre Schwester tanzen zu lauter griechischer Musik.

Viele junge Leute sind hier, die meisten kenne ich, den anderen werde ich vorgestellt.
Von allen Seiten kommen Verwandte und decken uns mit Tsipouro und Kokoretsi ein, sie brechen das Brot mit ihren Händen und geben uns davon.
Wir müssen rote Eier aneinader schlagen, es wird gestikuliert, gesungen, palavert und gelacht.

Das Wort „Gelage“ trifft es wohl am besten – im allerpositivsten Sinn. Diese Lebensfreude gibt es nur hier und mit allem Respekt vor meinem Heimatland sage ich – wir Deutschen können das nicht! Wir könnten uns hier viel Gelassenheit abschauen.

Keine Bilder! Ich denke nicht einmal daran…

Man schreit in die Runde, dass „Ο Μάριος και η Σιβιλι έχουν ενα μικρή σπίτι στην Πλακα“ – der Mario und die Sibylle haben ein kleines Haus in Plaka! Alle freuen sich mit uns – ich erfahre, dass die Verkäuferin eine Tante meines Lieblingsgeigers ist. Auch Manolis war unter den Gästen.

Irgendwann sind wir müde, es wird kalt, wir verabschieden uns. Wieder werden wir geküsst und geherzt – wir hatten einen exorbitanten Tag mit zwei hervorragenden Festen.
Wir fahren zufrieden nach Hause.

Wie werden wohl unsere Freunde in der Marina Ostern verbracht haben?

In der Marina ruht die Arbeit zu Ostern, es herrscht Stille
Alex vom A-Team hat super Drohnebilder gemacht

Die Freunde hatten ein Grillfest am kleinen Marinastrand organisiert und sich zusammengesetzt.
Auch hier wäre ich gerne dabei gewesen, aber man kann eben nicht alles haben.

Als Sibylle und ich zurückkommen, sind sie gerade im Aufbruch. Die Zeit reicht aber noch für ein letztes gemeinsames Absackerbier am Strand und dafür, uns gegenseitig ein kurzes Update zu geben.

Dann verschwindet die Sonne hinter dem Berg, der Abend kommt, mit ihm die Kühle.
Wir alle ziehen uns zurück in unsere Schiffe – wir alle hatten einen tollen Ostersonntag!

Die Lakki Bucht vom Marina Strand aus fotografiert

Sibylle und ich schauen noch eine Folge „Inspector Barnaby“, dann sacken wir todmüde und erschöpft, aber superglücklich ins Bett.

Die Sonne blinzelt durch die Luke – wie spät ist es? Ich habe ein wenig Schädelsausen obwohl ich gar nicht soviel getrunken habe.
Naja, es war ein turbulenter Tag gestern, da kann man schonmal einen kleinen Hangover haben.

Gut, dass wir heute einen freien Tag geplant haben und nichts, wirklich nichts machen wollten. Oder sollte ich besser sagen „wollten“?
Gerald und Ulrike haben mich ins Wort genommen. Ob ich wohl beim ersten Mal Segelanschlagen helfen könnte?
Weil ich ein gutes Herz habe, gehe ich auf der GIOIA ans Werk, es bleibt aber an diesem Tag bei der einen Stunde Mithilfe.

Für den Rest des Tages stand relaxen auf dem Programm, ich hatte zugesagt mit den anderen zum Panteli Strand zu wandern.

Eine Wanderzusage ist bei mir ein fragiles Gebilde – das mache ich nur in allerbester Laune und jegliche Störgröße lässt den Vorsatz platzen wie eine Seifenblase.

Es war erstaunlich, dass dieser Gamekiller ausgerechnet meiner Frau passiert, sie weiß eigentlich um meine Labilität diesbezüglich.
Was hat sie getan???

Ihr Helm liegt schon parat

Als ich auf NESSAJA zurückkomme, steht sie im Wanderoutfit da und ihr Helm liegt auf der Cockpitbank.
Sie sagt, dass ich den bitte mitnehmen soll, sie fährt mit mir nach Hause.

Meinen Einwand, dass ich doch auch wandern WOLLTE (da war es schon), erwiderte sie mit einem erstaunten Blick – „…ich dachte Du machst Spaß“ höre ich sie sagen „…ich hätte nie gedacht, dass Du das ernst meinst!“

PLOPP!

Wenige Minuten später sitze ich am Motorrad, den Helm meiner Frau am Ellbogen.
Die Wandergruppe ist unterwegs, ich fahre mit dem Mopped nach Panteli.

Los geht´s

Die Wandergruppe liefert eine unterdurchschnittliche Pace und schiebt es auf Eva – die Arme!

Ich höre, dass „Mario Austria“ genausoviel gemault hat wie ich es sonst täte. Für Sibylle war also alles wie gewohnt – sie wandert gebremst und mit einem maulenden Mario an ihrer Seite.

Ich dagegen – ERSTER! Ich war als Erster am Strand angekommen und habe mir erstmal einen Freddo Espresso gegönnt.
Natürlich sichere ich den Tisch für die Gruppe.

So kann man es aushalten

Als nächster erreicht Alex von der ANAHITA den wunderschönen Ort des Nichtstuns.
Wir sitzen beisammen, klönen ein wenig und laben uns an den köstlichen Getränken.

Etwas später treffen die Wandervögel ein und noch bevor sie sich setzen, wird Gerstensaft bestellt.
Obwohl deutlich aufgeheizt, kann sich keine(r) der fleißigen Läufer aufraffen ins zwar kühle, aber doch deutlich einladende Nass zu springen.

Na denn, dann halt Alex und ich! Heute ist es soweit, deutlich später als die Jahre zuvor eröffne ich meine persönliche Badesaison.

Warm ist anders, aber man überlebt es

Wir verleben noch ein paar schöne Stunden am Beach, essen eine Kleinigkeit, bevor sich unsere Runde auflöst.

Zum Dinner sitzen wir ein letztes Mal mit Eva und Mario auf NESSAJA zusammen.
Am morgigen Dienstag würde SAGITTA gekrant und die Beiden können in eine normale Bordroutine zurückkehren.

Da auch Hans Peter morgen ankommt, verspricht es ein schöner und umtriebiger Tag zu werden.
Der Freund aus dem Saarland und sein Terrier Merlin kommen um 07.45 Uhr mit der Fähre – das gemeinsame Programm beginnt mit einem Frühstück bei Marietta – soweit der Plan.

Der Wecker klingelt um 06.15 Uhr! Ich trinke Kaffee und kehre langsam auf die irdische Welt zurück.
Ich wecke Sibylle rechtzeitig, auch sie schlürft einen schnellen Tee, dann müssen wir zum Hafen.
Die Nachtfähre aus Piräus ist im Anflug – BIMM – „…wir sind verspätet abgefahren, komme später an!“

Na toll! Umsonst so früh aufgestanden! Wir machen uns noch einen Kaffee und fletzen uns nochmal auf unsere Couch – wo steckt er denn eigentlich???

Fast 07.00 Uhr und Patmos noch nicht erreicht – es pressiert nicht

Sibylle und ich können uns die Zeit vertreiben. Wir diskutieren ein wenig über die Hausbaupläne und darüber, ob und – ganz wichtig – wann wir NESSAJA jetzt verkaufen wollen.

Das Inserat läuft, ich sollte das Deck reparieren. Aber wir wohnen schließlich auf unserem Schiff…
Was tun? Offen gesagt, die Nachfrage ist bisher gering, ich brauche Geduld und die Decksreparatur macht mir Kummer.
Richtig gut geplant – und doch irgendwie die falsche Reihenfolge.

Wir tauschen Ideen und Meinungen aus – wir merken, das letzte Wort ist in dieser Sache noch nicht gesprochen.
Dann wird es Zeit, die Fähre biegt in die Lakki-Bucht ein, wir fahren zum Hafen.

Markus liegt mit seiner TARA in der Bucht, als der Koloss Kurs auf den Anleger nimmt

Wir sind kaum am Tor, fährt HP seinen Pick-Up auch schon über die Rampe – willkommen zurück auf Leros!

Kurzes Hallo, dann muss der Ford Ranger den Weg räumen…

Um die Ecke kann der Freund kurz halten, Merlin sollte dringend mal an den Wegrand gehen.
Währenddessen können wir uns ordentlich begrüßen – „…lange nicht gesehen, schön dass Du wieder da bist! Wir haben viel zu tun!“ 😉

Musste nicht lange warten – der Ranger verlässt die Fähre als dritter Wagen
Die zwei Bartträger aus dem Saarland sind zurück

Dann aber – bedingt durch das lange Warten, haben wir alle einen ordentlichen Appetit – nix wie auf zu Marietta, heute gibt es ein leckeres Frühstück!

Der Weg ist nicht weit und so finden wir uns schon ein paar Minuten später, an einem der nett dekorierten Tische wieder.

Endlich mal wieder Frühstück
Rührei! Gab´s das letzte Mal in Deutschland
Wir schlemmen und genießen

Die Stunde gönnen wir uns! Wir schnacken etwas, Hans Peter bekommt – here is the news – seine Updates und irgendwann kippt das Gespräch zu den Booten.

Erst ganz harmlos – „…wie geht es LIBERTÉ?“ Doch schon bald wird das Gespräch technischer und man merkt, dass unser saarländischer Freund auf Kohlen sitzt.
Also auf geht´s, auf zurück in die Marina.

Im Gehen fällt mir ein wohlbekannter Katamaran auf – Marcus´ DARKSYDE liegt in Lakki vor Anker.

Ich kenn´ sie doch…

Sibylle glaubt mir nicht, die Freunde wollen in Karpathos sein! Aber ich will in diesem Fall Recht behalten, ich kenne doch das Schiff meines Freundes!

Es war DARKSYDE! Ein Defekt hatte zur Umkehr gezwungen, das Reparaturteil gab es in unserer Marina.
Leider ging sich kein gemeinsames Dinner aus – dann eben nächstes Mal…

Jetzt aber, nichts hält Hans Peter mehr davon ab, seine Bavaria Holiday wieder zu beziehen.
Das soll er mal machen, dafür braucht er mich nicht.
Ich habe einen anderen Termin, ich helfe als Lineman auf der SAGITTA, denn die wird just in dieser Minute in den Kran gefahren.

Die Gurte liegen schon
Der Weg zum Kranbecken ist nicht weit
Für die Eigner immer wieder spannend

Mario hat mich gebeten mitzufahren, denn wir haben ja einige Reparaturen durchgeführt.
Die große Dichtmanschette des Saildrive und alle Seeventile wurden erneuert, wir müssen also noch in den Gurten prüfen, ob alles dicht ist.

Dann wollen wir auch rasch eine schnelle Runde durch die Bucht drehen, denn wir haben ja die „Mitnehmerscheiben“ im Getriebe erneuert und den Propellerpitch eingestellt.
Wir wollen also eine Testfahrt machen.

Es geht los, hoffentlich klappt alles!

Die Dichtheitsprüfung ist ok – es kann also abgesenkt werden
Wir fahren rückwärts aus der Krangasse

Das Wichtigste – alle verbauten Neuteile sind dicht! Es gibt also keine Hiobsbotschaften.
Leider sind nicht alle Befunde positiv – während das Getriebe noch einwandfrei schaltet und auch die Kraft des Motors überträgt, scheint der Propeller keinen Schub zu liefern.

Irgendetwas stimmt nicht, uns wird bewusst, dass wohl ein genereller Fehler am Verstellpropeller vorliegt.
Hier müssen wir noch einmal in tabula rasa gehen und behirnen, wie wir das lösen werden.

So sind wir recht schnell in der Marina zurück und steuern den zugewiesenen Liegeplatz an.
SAGITTA liegt am F-Ponton und wir werden so bis zur Abreise der Freunde aus Österreich Nachbarn sein.

Mario steuert den Liegeplatz am F-Ponton an

Danach erstmal großes HALLO mit allen. Hans Peters Ankunft hat sich herumgesprochen, alle machen kurz ihre Aufwartung, es geht ein kühles Getränk im Stehen.

So verfliegt der Nachmittag und das Willkommensdinner für den Neuankömmling steht quasi bevor.
Wo? Im „SouVLakki“ natürlich!

Aber mich ruft zuvor noch die Pflicht! Ich habe eine weitere Griechischstunde!

Abermals bin ich gefordert

Eirini, unsere Lehrerin, erklärt uns, dass dies die vorletzte Stunde sein wird.
Unser Kurs „Greek during the Winter“ geht, dem Namen entsprechend, in die Sommerpause – und zwar ab 01.05.!
So ist klar, dass die Stunde am nächsten Dienstag die letzte bis zum Herbst sein wird.

Schade! Ich bin gerne hingegangen und es hat mir etwas gebracht.
Ich werde im Sommer dranbleiben, mal sehen wie ich das bewerkstellige. Sicher ist aber heute schon – im kommenden Winter bin ich wieder dabei!

Eirini hat etwas früher begonnen, dafür hört sie auch etwas früher auf. Ich muss auf die anderen warten.
Ich setze mich auf eine Bank und glotze auf´s Meer – einfach so. Kein Druck, kein Stress…

Das Bild ist unspektakulär – aber ich genieße den Augenblick

Dann kommen die Freunde an. Auch Mario hat sich uns angeschlossen, denn Eva hat heute „Bord-Yoga“, da ist´s besser wenn er das Feld räumt.

Ich habe das beliebte Grilllokal quasi im Rücken und brauche nur über die Straße zu gehen.

Jetzt aber – ich hab´ Hunger

Das Essen war wie immer lecker, wir haben einen sehr netten Abend, den wir im „Repapis“ ausklingen lassen.

Eine Reparatur drückt mich! Eine Kleinigkeit nur, aber ich will, das gebe ich unverholen zu, einfach auf allen Hochzeiten tanzen.
Mir macht es Spaß hier und dort involviert zu sein und mit allen Freunden und Bekannten ein Schwätzchen zu halten.

Da sind es genau die Kleinigkeiten, die man gerne vor sich herschiebt.

Heute ist Schluss damit! Heute mach ich an Gottfrieds Gelcoatschaden weiter!

Nach dem ersten Schleifgang zeigen sich noch deutliche Unebenheiten
Ich spachtle ein zweites Mal, das gelingt trotz der unzugänglichen Stelle ganz gut

Das war´s schon wieder! Für heute reicht es schon, trocknen kann die Reparaturstelle auch ohne mein Zutun!

Ich widme mich also wichtigen Dingen – ich packe mit Hans Peter die bestellte Bierbankgarnitur aus.
Letztes Jahr waren wir noch ziemlich unkommod gesessen, dies sollte sich nun ändern!

Mit breitem Tisch – leider geil
SO MUSS DAS! Kaum steht das Ding kommen schon neugierige Nachbarn

Wir möbeln unsere Baustelle im wahrsten Sinne des Wortes auf – es wird ein guter Arbeitsplatz.
Wer tagsüber zusammen arbeitet, soll abends auch zusammen essen.

Hans Peter wirft ein omnipräsentes Thema auf – „…mit was für einer App lernt ihr Sprachen?

DAS war nun Sibylles Stichwort! „Mit Duolingo! Willst Du meiner Familiengruppe beitreten?“
Der arme Freund war völlig überrumpelt! 😉 Bei einem Tässchen Kaffee an Bord von NESSAJA wurde er der Gruppe hinzugefügt und bekam gleich eine Einweisung!

Seither lernt HP mit Sibylle Englisch – an diesem Tag hätte er ihr auch einen Staubsauger abgekauft. Das hat er nun davon!

My name is Hans Peter, how much is the boat repair 😉

Nachmittags gilt noch eine Art „Schonfrist“ – Hans Peter muss sein Auto noch final ausräumen und das ganze Zeug irgendwie sortieren und verstauen.
Sibylle hat Vorbereitungen für den ersten richtig großen Grillabend der Saison zu treffen, es wurde vereinbart, dass jeder sein Grillgut mitbringt und die gemachten Salate für alle zur Verfügung stehen.

Ich helfe HP. Während wir kramen und räumen, diskutieren wir die Details der nächsten Schritte – morgen geht es los!

Zunächst aber findet unser BBQ statt! Das soll ein Highlight werden und dabei zusammenführen.
Letztlich werden wir wohl neun Esser sein, die wollen gefüttert werden. Dafür braucht es mehr als einen Grill!
Und die Vegetarier? Die bekommen eine eigene, saubere Gemüsegrillfläche!

Wie geht das??? Nun, so…

Klotzen statt kleckern
Köfte-Grill, Chicken-Grill und der – noch nicht belegte – Gemüsegrill
Es sind noch nicht alle da – aber wir haben Spaß

Hat Spaß gemacht und war ein geselliger Abend. Wir sind gesessen bis wir gefroren haben und haben uns bei einem Bierchen die alten Seglergeschichten erzählt.

Klar, dass jeder auch seinen Beitrag zu aktuellen und geplanten Reparaturen abliefert.
Hans Peter und ich stehen nämlich bei Weitem nicht alleine auf weiter Flur. Alle basteln, immer!

Ich werde natürlich als ein „ewig Schraubender“ wahrgenommen. Dabei ist unsere NESSAJA eines von wenigen Booten dass nur sehr selten Kummer macht.
Klar, wir sind weniger unterwegs, einige Wartungs- und Verschleißarbeiten fallen dadurch flach.
Umgekehrt ist es ein Schiff, dass das ganze Jahr bewohnt wird – es ist bis heute wenig fehlerbehaftet.

Trotzdem finde auch ich mich am nächsten Tag beim Werkeln wieder – aber nur kurz!

Überschliffen – und für gut befunden

Abermals kümmere ich mich um den Bauch von HARMONY – was klingt, wie eine Liebeszene aus einem James Bond Film ist mehr ein völlig unromantisches Schleifen und Spachteln einer Sunbeam 39.

Heute bleibt es jedoch beim Schleifen! Ich ziehe die gestrigen Spachtelarbeiten glatt und schleife alles in Form.
Das Ergebnis ist so gut, dass es für das Unterwasserschiff mehr als ausreichend ist.
Ich räume alles Schleifwerkzeug final auf und beschließe, dass ich morgen mit dem Primer finalisieren werde.

Denn heute haben Sibylle und ich etwas vor – ein Sighseeing an unserem Haus, zusammen mit unseren direkten Nachbarn von der OLIVE, sie sind neugierig und freuen sich mit uns.

Den Beiden gefällt das Haus, ich glaube fast, dass sie auch mit dem Gedanken spielen sich ein Objekt zu suchen.
Wir schließen unseren Ausflug mit einem Besuch im neu renovierten Café „Karlos“ am Krankenhaus ab.

Das Café ist schön, supermodern und gut

Den Rest des Tages sollten Hans Peter und ich noch ein wenig produktiv sein.
Wir machen uns also an den ersten Überpunkt auf unserer langen Arbeitsliste – Rudersanierung abschließen.
Heute steht als Unterpunkt „schleifen“ auf dem Zettel, also nix wie ran an die Exzenterschleifer.

Zu zweit bearbeiten wir das umfangreich reparierte Bauteil

Ihr erinnert euch vielleicht. Ende letzten Jahres hatten wir das Ruder aufgeschitten, entfeuchtet, neu ausgeschäumt und wieder verschlossen.
So lag es jetzt über den Winter und wartete auf eine Weiterführung der Arbeiten.

Heute war es also soweit. Wir haben erstmal die Arbeit des letzten Jahres eingeebnet und ordentlich verschliffen, dann haben wir festgelegt, wo weiter repariert, laminiert und gespachtelt werden muss.

Die Hauptarbeit für die kommenden Tage.

Gegen 17.00 Uhr war Feierabend, denn HP, Sibylle und ich waren heute auf Heiners DAMIANA zum Pizzaessen geladen.
Heiner wollte sich für meine Dienste als Anlegehelfer bedanken und genoß zudem auch den geselligen Abend, denn seine Hannah würde erst die nächsten Tage eintreffen.

Die Sonne stand schon tief, als wir uns auf den Weg zu Heiners Lagoon 380 machten.

Schöne Stimmung
INSPIRATION war zurück – wir winken von Heiners Platz aus hinüber zu den neuen Eignern
Dann war Pizza-Time – das „La Nostra“ übertraf sich selbst, die Pizza war vorzüglich

Der Abend war schön und kurzweilig und Heiner ein guter und unterhaltsamer Gastgeber.
Ich mag das, wenn Gespräche immer mal wieder einen neuen Twist bekommen, neue Menschen, neuer Input.

Spät am Abend sind wir nach Hause und todmüde in die Betten gesackt.

Achtung Triggerwarnung! Viele Freunde sind angekommen, es ist April – der Monat der Saisonvorbereitung!
Es wird jetzt etwas technisch, viele Reparaturgeschehen reihen sich aneinander.
Ich verspreche, dass ich nicht zu tief in die Materie eintauche.

Die Youngster in unserem Zirkel sind Antonia, Alex und ihr Neuerwerb ANAHITA. Das A-Team.
Der Kauf ist vollzogen, die bisherigen Besitzer mussten, früher als geplant, das Feld räumen und das junge Paar übernimmt die Hoheit.
Endlich darf Alex das Ruder anbohren, um festzustellen ob Feuchtigkeit darin ist.

Das Ruder ist feucht, aber es läuft kein Wasser raus – besser als erwartet

Sibylle und ich bleiben ein Weilchen stehen, geben unseren Senf dazu, ziehen dann aber weiter.

Auch mich ruft die Pflicht! Ich will ENDLICH den kleinen Job an HARMONY finalisieren um hier nicht mehr im Wort zu stehen.
Gottfried kommt übermorgen an, das Schiff soll soweit fertig sein.

Sibylle war so nett, mir das Werkzeug anzureichen, ich konnte bequem arbeiten.

Erst mit Alkohol reinigen…

Ich reinige die Reparaturstelle mit Alkohol, dann streiche ich Epoxy-Primer.
Während dieser trocknet, kann ich das Werkzeug zusammenräumen und eine Leiter für Gottfried suchen.
Er kommt nachts an und soll komfortabel sein Schiff entern können.

Als der Primer leicht angezogen hatte, konnte ich die Welle polieren und Vollzug melden.
Ich finde, dass es ganz gut geworden ist.
Ich schicke Gottfried Bilder, er segnet die Reparatur ab.

Fertig – ist ganz gut geworden

Die sichtbaren Pinselstriche, auch nach ordentlichem Verschlichten, wollen wir so lassen, das wird sich automatisch geben, wenn der Rumpf jährlich für neues Antifouling vorbereitet wird.

Jetzt ist alles soweit erledigt, die Streicher der Marina können kommen und das neue, rote Antifouling auftragen.

Wir lehnen noch die Leiter an und binden diese fest, dann ziehen wir weiter zu Hans Peter.

So, Gottfried kann kommen

Auch an LIBERTÉ wurde schon fleißig gearbeitet. HP hat das Ruder schon neu positioniert und die zu laminierenden Stellen vorgeschliffen und gereinigt.

Ich verabschiede mich von Sibylle, sie geht zu INSPIRATION um die heutige Verabredung zum Abendessen zu finalisieren, ich bleibe bei LIBERTÉ um dort mit Hans Peter zu laminieren.

Wir laminieren alle Stellen die rissig sind oder welche wir verstärken wollen

Mittagspause! Das Laminat muss trocknen, wir machen eine Kaffeepause.

Ich will kurz nach Martin sehen, er war leider nicht zuhause. Es scheint aber, als hätte er eine große Bestellung abgesetzt – auf jeden Fall gab es eine große Lieferung an Bord der STENELLA II!
Die Marina liefert Pakete aus, dies ist eine Serviceleistung welche aus meiner Sicht nicht wirklich oft gewürdigt wird.

Anders Martin, er gibt dem Marinero ein Trinkgeld – sehr fair wie ich finde

Nach der wohlverdienten Tasse Kaffee, gehe ich zurück auf „meine“ Baustelle.
Wie weit war unser Laminat? Hmmm, noch nicht wirklich trocken, keinesfalls fertig zum Überschleifen.

Was tun? Ich weiß! Wir bauen das nachzurüstende Seeventil ein!
Warum das? Hans Peter möchte seinen Wassermacher installieren und braucht dafür einen Seewasserzulauf.
Diesen möchten wir noch installieren bevor LIBERTÉ wieder ins Wasser kommt.

Ich rufe den Freund…

Willst Du wirklich noch? Ja klar, keine Müdigkeit vortäuschen!
Zuerst kriechen wir durch die Kabinen um einen Platz festzulegen

Nachdem wir die erste Stunde damit vergeudet haben, einen Platz für das zu setzende Ventil zu finden, ging es eigentlich ganz schnell.

Die Position wurde markiert, Hans Peter übernimmt das Kommando im Innenraum und schleift den Lack am Bodenlaminat ab.
Später wird er die Pilotbohrung setzen.

Ich degegen werde als Bodenpersonal entsandt. Ich kümmere mich dann um die Arbeiten die von unten gemacht werden müssen.

Erde an Hans Peter – es kann losgehen…
…und es ging los – und wie!
Fehler wären unverzeihlich

Das Loch war gebohrt! Von jetzt an gibt es kein Zurück mehr.
Trotz der Tatsache, dass HP sein Schiff selbst angebohrt hatte – was übrigens immer ein schwerer Schritt ist – war es dem Freund daran gelegen, dass ich die Bohrung setzen würde.

Den Gefallen tu´ ich ihm gerne – ich fackle da auch nicht lang!

Der Schmerz war nur kurz – Sekunden später war der Durchgang geschaffen
Ein Loch ist im Eimer…

Da unsere Billig-Topfbohrer das genaue Bohrmaß für das TruDesign Thruhull-Fitting nicht hergaben, musste das Loch noch etwas aufgeweitet werden.

Hier sprang der gelernte Metallbauer HP sofort in die Bresche, zog seinen Feilensatz aus der Tasche und legte los.

Lima limam limat (Bovill, III, 12.)

Leider war LIBERTÉs Laminat an dieser Stelle nur 16mm statt der geforderten 20mm dick.
Wer nun denkt, dass dies nichts ausmacht, hat die Rechnung ohne Hans Peter gemacht!

Ich muss aber zugeben, dass ich ihm an dieser Einbaustelle folge, es ist besser an sicherheitsrelevanten Einbaustellen keine Kompromisse zu machen.

Also fertigen wir – wie schon 2022 bei NESSAJA, Distanzscheiben aus Bootsbausperrholz an.

Sägen bis der Rauch aufsteigt – erst den äußeren Scheibendurchmesser…
…check!
Dann den inneren Durchmesser für das Fitting

Der „Donut“ war fertig und musste jetzt nur noch auf die bereits vorbehandelte Innenschale von LIBERTÉs Rumpf geklebt werden.
Natürlich bemühen wir uns redlich, dass die Löcher präzise in Deckung sind.

Jetzt kommt auch wieder mein „Spezialwerkzeug“ zum Einsatz – Leser der ersten Stunde werden sich daran erinnern…

Die eingeklebte Scheibe – der „Donut“ – muss angepresst werden…
…das erledigen meine Spannbolzen über Nacht

So, für heute war das Tagwerk geschafft! Es wurde Zeit, die Baustelle aufzuräumen und sich fein für´s Dinner zu machen.

Heute speisen wir zuhause – besser gesagt an unserem Grillplatz unter HPs Schiff.
Es wurde von Eva ein „Schnitzerltag“ ausgerufen, weil ich einmal erwähnt hatte, dass die in der Seglerszene bekannte Julia von der INSIEME aus Österreich, dies in der Karibik auch einmal gemacht hatte.

Ich hätte wissen müssen, dass dies für unsere quirlige Köchin Eva ehrrührig war – das können wir auch!

Wir treffen uns heute um 16.00 Uhr, dann haben wir länger Zeit zum Beisammensitzen.
Mario reicht mir die erste Ladung Schnitzerl aus SAGITTA…

Das war der erste Streich…
…und der zweite folgt zugleich

Ich wurde mit jeweils einem Teller Hähnchenschnitzerl und einem Teller Schweineschnitzerl auf den Weg zum Grillplatz geschickt.

Mit der wertvollen Fracht in den Händen komme ich dort an.
Die meisten Gäste waren schon da, die COBB-Grills mussten wieder ran – diesmal als Bratstationen zuzüglich einem Grill für Antonia, sie ernährt sich vegan und grillt sich Gemüse.

Wer übrigens dachte, dass man die COBB-Session von neulich nicht mehr toppen könnte – a bissl was geht immer!

Fast schon ein Werbefoto

Aber auch salattechnisch waren wir gut aufgestellt! Hier kam nicht nur Antonia auf ihre Kosten, auch den anderen lief angesichts der leckeren Beilagen das Wasser im Munde zusammen.

Die Tafel ist gedeckt – wir zünden die Grills…

Tischlein deck´ dich

Das heißt nur Mario, Hans Peter und ich zünden unsere Grills – Martin hat sich für die befeuerte DeLuxe Version entschieden und muss erst sein Brikett ans Flämmchen eines Feuerzeugs halten.

Mühsam entfacht sich eine kleine Glut, Rauchschwaden wabern über unseren Grillplatz.

Zündelst Du noch oder isst Du schon? Der Punkt geht an die Gasfraktion

Martin ficht das nicht an! Mit stoischer Ruhe schmaucht er sein Pfeifchen und wartet eben, bis sein Brikett glüht.
Dann holt er auf! Der große DeLuxe heizt dann rasch und hält die Wärme lang.

Da Grillen ja generell etwas mit Feuer zu tun hat, gesteht die Gas-Fraktion dem Mann der Feuer machen kann diesen Punkt zu – es steht 1:1.

Auf diesen gütlichen Ausgang genehmigen wir uns ein Bier!

Das Öl kommt, nebst einem gehörigen Löffel Bratfett, in die Pfannen der COBBs
Dann geht es los
Dauert´s noch lang?
Krieg ich auch was?

Wir futtern als gäbe es kein Morgen mehr! Die „Schnitzerl“ und die Salate waren aber auch so lecker.
Es gab wegen der kleinen COBB Pfannen nur so kleine Schnitzel, bei denen man sehr schnell den Überblick über die Menge verliert.

ALLE, wirklich alle mampfen was das Zeug hält! Das Top 3 Ranking machen Alex, Phillip und ich unter uns aus – ich schlage mich im Battle mit den beiden rund 40-jährigen tapfer, meine sogar eine Nasenlänge vorne gelegen zu haben.

Das alles war aber nicht so wichtig – nur eines hat gezählt – Eva für ihre Vermutung „des schoffma nie!“ Lügen zu strafen!
Phillip, Alex und ich räumen ab – kein Krümel bleibt, rien ne va plus.

Martin meint lapidar – „…habt ihr jetzt überhaupt noch Platz für die Nachspeise? Ich fahr´ jetzt zu Repapis!“
Gesagt – getan…

20 Kugeln Eis wollen erstmal verdrückt werden
…aber auch das bekommen wir hin 😉
Alle laben sich an den süßen Verführungen aus der Eismanufaktur

Aus meiner beruflichen Zeit steht der Begriff D-A-CH für die Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz, welche gerne als ein Verkaufsgebiet zusammengefasst wird.

Seit heute steht D-A-CH Dinner für einen sensationellen Abend, an dem sich die Crews der AMAÉ (CH), der SAGITTA (A), der STENELLA II (D), der ANAHITA (D), der LIBERTÉ (D) und der NESSAJA (D) getroffen haben.

Zehn Menschen von sechs Booten aus drei Nationen – Menschen zwischen 25 und 65 Jahren, die soviel Spaß miteinander hatten – ich merke, dass ich nahe dran bin sinnieren anfangen zu wollen…

Ich mach´s kurz – ein perfekter Abend für den ich mich bei allen Anwesenden bedanke!
Perfekt – so klingt dieser Abend auch aus…

Der Tag endet, wir sitzen noch eine ganze Weile bis wir ins Bett gehen

Kurz bevor der Abend für uns endet, sprechen wir über Gottfried, welcher heute Nacht ankommen würde.
Seine HARMONY ist vorbereitet und wartet auf die Ankunft des Skippers.

Um ein letztes Highlight zu setzen, sagt Martin kurzerhand – „…ich hab´ ein Auto, ich hol´ ihn an der Fähre ab!“
Was für eine tolle Geste! Ich stelle den Kontakt her, dann ziehen wir uns alle in unsere Schiffe zurück.

Wo steckt Gottfried denn eigentlich gerade???

Leichte Verspätung – aber um 23.00 Uhr wird er da sein

Am nächsten Morgen erfahre ich früh, dass alles geklappt hat. Ich bekomme „erste Hand Informationen“, denn ich war noch vor dem Hähnekrähen – also um 07.45 Uhr – mit Martin auf seiner STENELLA II verabredet.

Ich gebe zu, ich hatte Zweifel ob der Pünktlichkeit der Griechen, wurde aber Lügen gestraft.
Um kurz nach 08.00 Uhr bog Marinero Giorgos um die Ecke und holte uns ab.

Auf dem Weg zum Kran

Aufgrund privater Umstände müssen Martin und Petra den geplanten Urlaub leider pausieren lassen. Sie fliegen für ein paar Wochen heim.
Die Marina bittet darum, STENELLA II für diese Zeit an Land stellen zu dürfen. Martin stimmt zu und wir setzen dies nun um.

Als wir in die Krangasse einbogen, war Martin noch der Ansicht, dass er längsseits gehen solle – er würde um Laufe des Vormittags dazwischengeschoben.

Als wir aber Richtung Kran einbogen, war sehr schnell klar, dass das schwere Hebegerät bereits auf uns wartet.
Dann ging alles ganz schnell…

Alle Mann von Bord
Schon hängt STENELLA in den Gurten

Das hat perfekt geklappt! So war auch ich in der Zeit, denn ich sollte um 08.30 Uhr zurück auf NESSAJA sein.

Wir hatten Gottfried zum Frühstück geladen, der Freund hatte ja nichts an Bord und kann sich am ersten Morgen vermutlich nichtmal einen Kaffee kochen.
Zudem ist sein Schiff noch unter der Plane – alles andere als gemütlich.

Als hätte er es gehört, steht er auf einmal bei uns – großes HALLO, dann gehen wir zusammen zu unserem Schiff, Sibylle wartet schon!

Und bei euch so???

Klar, viel zu erzählen. Obwohl wir uns regelmäßig treffen, auch in Deutschland, und obwohl wir regelmäßig videotelefonieren, gilt es doch immer wieder die wichtigsten News auszutauschen.
Gottfried möchte ein Update 😉

So sitzen wir beisammen, frühstücken, trinken Kaffee und plaudern.
Ein schöner Start in den Tag!

Dann aber ruft die Pflicht!
Gottfried muss seine HARMONY auspacken, ich werde später ein wenig helfen, mein Haupteinsatz gilt aber heute wiederum LIBERTÉ, dort wird wieder am Ruder geschliffen und laminiert, später wollen Hans Peter und ich den Borddurchlass setzen.

Nach dem Überschleifen wird nun die Rückseite laminiert und verstärkt
Dann wechseln wir den Themenbereich und bereiten die Klebestelle für den Durchlass vor

Diese Arbeitsweise hat sich nun bewährt – eine Aufgabe die über Tage reicht, hier das Schleifen und Laminieren des Ruders.
Und eine Aufgabe, die wir erledigen können, während die neu laminierten Flächen trocknen – zur Zeit das Setzen des Seeventils.

Hans Peter bereitet die Auflagefläche zum Einkleben vor – hier arbeitet er im Millimeterbereich, ich hätte das handtellergroß abgeschliffen – wird doch später ohnehin übermalt, aber egal.

Dann tragen wir den Primer auf, den kann man kaum noch schütteln – hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel.
Beim SIKA schau ich sicherheitshalber mal auf´s Datum…

Februar 2023 – damals hatte ich noch zwei Enkel weniger
Ich bin erstaunt – „HP, ist das Dein Ernst?“

Meinen sonst so genauigkeitsverliebten Freund reitet der Teufel – „…schmier´ hin das Zeug, wenn es aus der Tube kommt, dann klebt es auch!“

Manchmal frustriert einen das andauernde Geldausgeben eben. Ständig muss man Material nachkaufen, das kostet.

Das Schicksal straft uns! Wir kleben ein, machen alles fertig, und HP misst den Überstand des Borddurchlasses im Rumpf – ein bisschen spät vielleicht…
Wir müssen feststellen, dass 12mm nicht ausreichen, glotzen uns frustriert an und drücken das verfitzmaledeite Teil wieder raus.
Morgen früh auf ein Neues – dann aber richtig!
HP zieht los und kauft Primer und neues SIKA 291i.

Am nächsten Tag machen wir einen zweiten Anlauf, alles vorher berechnet und justiert – und mit neuem SIKA! Na also…

Jetzt stimmt das Soll-Überstandsmaß
Also bappen wir das Ding fachgerecht ein

Wir wissen, dass sich das Wetter zum Monatsende noch einmal verschlechtern soll.
Es soll Regen geben und die Temperatur pendelt sich auf alles andere als sommerliche Temperaturen ein.

Mein Namensvetter und ich beratschlagen uns daher mit unseren Frauen und beschließen, dass wir noch einmal zum gemeinsamen BBQ aufrufen.
Viele Salate, Burgerpattys und Brot sollen die Tafel bereichern, wir freuen uns darauf – und es klappt so wie wir uns das vorstellen.
Danach, so scheint es, werden die COBBs erstmal Pause haben.

War nochmal richtig schön

Während wir beim Dinner sitzen, erhalten wir eine Nachricht von der Gartenbaufirma.
Die Mäharbeiten in unserem Garten haben begonnen, der grobe Schnitt ist zur Hälfte erledigt.
Das freut uns, jedoch hoffen wir, dass die Arbeiter unseren Garten noch komplett fertig machen können, bevor die Schlechtwetterphase beginnt.

Noch nicht aufgeräumt, aber man sieht wieder Land

Der vorletzte Tag des April hat eine Fleißaufgabe für uns am Programm. Ein Paar welches in München lebt, kommt uns besuchen um FREE WILLY anzusehen.
Ihr erinnert euch vielleicht, ich unterstütze den Eigner beim Verkauf als „Vor-Ort Kraft“.

Wir treffen die Beiden recht früh am Tag und holen sie in ihrem Frühstückscafé ab, dann fahren wir zusammen in die „Artemis Boatyard“.

Ich muss für den Besuch das Boot zur Hälfte aufdecken, man kann schließlich nicht erwarten, dass die Beiden ins Cockpit krabbeln.
Doch leider war sehr schnell klar – das Schiff ist viel zu klein für das Paar!

Das hätte man aus dem vorausgehenden Austausch zwar schließen können, aber ich vermute, die Beiden wollten das Schiff einfach mal ansehen.
Sie hatten noch zwei weitere Besichtigungstermine.

Unverrichteter Dinge verließen wir die Marina, tranken an Bord von NESSAJA noch einen Café – nach der Verabschiedung haben wir nichts mehr von den Beiden gehört…

Ich wollte mit dem Tag noch etwas anfangen, daher kümmere ich mich um Rinaldos Davits.

Er will diese Stangen ersetzt wissen – also nehme ich ein Muster mit, um bei Giorgos welche fertigen zu lassen

In unserer Marina liegt ein Zettel aus, auf welchem neuwertige Matratzen angeboten werden.
Es handelt sich um Spezialmatratzen, welche falsch bemessen wurden und nun wieder verkauft werden müssen.

Da sich unser Polsterer auf meine Anfrage vom Februar nicht mehr gemeldet hat, interessiere ich mich dafür – mir fehlt aber ein entscheidendes Maß, welches ich per WhatsApp beim Anbieter abfrage.

MIss´ mir bitte die totale Länge

Ja ich weiß! Mit etwas Geometriekenntnis kann man das berechnen. Nähme ich eine Formelsammlung zur Hilfe, dann wäre ich dazu auch in der Lage.
Der Reiz, mir dies selbst zu beweisen, ist aber vergleichsweise gering, so frage ich halt nach.

Leider ist das Ergebnis ernüchternd – Ist 1,90m vs. Soll 2,30m! Da führt kein Weg hin, das kann man nicht einfach so „zusammenstückeln“, auch der Überzug würde sich nicht umarbeiten lassen.
Schweren Herzens sage ich ab!

Jetzt aber, der frühe Abend bricht an, heute ist Dienstag, es wird heute die letzte Griechischstunde dieses Kurses abgehalten.
Ich freue mich auf Eirini – und sie sich offensichtlich auf uns!

Darf ich die Augen kurz auf die „Repapis“ Packung lenken – dann gerne wieder auf unsere flotte Lehrerin

Die letzte Stunde war tough! Zwei Teilnehmer hatten es nicht geschafft ihre Prioritäten so zu setzen, dass sie teilnehmen konnten, so war ich mit Italienerin Martina alleine auf weiter Flur.

Und Eirini hat es alles andere als langsam angehen lassen – wir waren gefordert, hatten aber Spaß!
Und Gaumenfreuden obendrein, denn unsere Dozentin hat die mitgebrachten Süßigkeiten gleich mit uns geteilt.

Ich mag sie! Als Martina auf die Kalorienbomben hinwies, hat Eirini nur erwiedert – „…aaaach!“ und abgewunken – sehr sympathisch 😉 !

Uff, geschafft! Das war´s mit Griechisch bis zum Herbst – aber ich werde dranbleiben.
Mein Abendessen habe ich mir redlich verdient, ich freue mich auf´s „SouVLakki“, da waren wir lang nicht mehr.

Der „Servatoros“ sieht mich an, ich nicke nur – es ist meine angestammte Bestellung, es geht inzwischen wortlos

Der letzte Tag des Monats verplätschert! Das ist zwar auch mal drin, trotzdem fühlt es sich verkehrt an – eigentlich haben wir an LIBERTÉ alle Hände voll zu tun!

Hans Peter und ich beginnen aber themenfremd! Wir fahren mit seinem Pick-up in den Norden und decken FREE WILLY wieder komplett zu.
Das ist erforderlich, weil der Regen kommen Wird – die Wetterberichte sind sich einig!

Alles wieder gut eingepackt

Am Weg kommen wir direkt bei Giorgos vorbei. Ich habe eine ganze Liste an Kleinarbeiten mit ihm zu besprechen – keine einzige ist für mich!

Wir laden Gottfrieds Tank ein, um dieses Dauerthema endlich mit einem Haken zu versehen.
Wir besorgen für Mario ein Auspuffrohr und einen Abgaskrümmer und wir geben den Auftrag für die Davits von Rinaldos AEGEAN BLUE.

Wir haben die Zeit, ein wenig mit Katerina und Giorgos zu plauschen, wir trinken einen Kaffee zusammen, dann fahren wir zurück in die Marina.

Dort angekommen, fällt mir zuallererst auf, dass HARMONY inzwischen ihren Anstrich bekommen hat – da ist meine Reparaturarbeit ja keinen Tag zu früh fertig geworden!

Die Macken sind weg – sieht wieder toll aus

Hans Peter und ich laden den Tank aus und lupfen ihn über die Leiter. Das ist leichter gesagt als getan, aber zusammen schaffen wir es.
Jetzt kann Gottfried die Anschlussarbeiten vornehmen und sich von der Dichtheit überzeugen – hoffentlich passt alles!

Bei LIBERTÉ kleben wir noch rasch das Seeventil ein, brechen dann aber ab. Es ist schon später Nachmittag, irgendwie reicht es für heute – wir akzeptieren, dass wir heute nicht viel gerissen haben.

Gerade als ich auf NESSAJA zurückkomme, fängt es an zu regnen. Leider ist es diesmal kein kräftiger aber kurzer Schauer, sondern ein andauernder Landregen!
Der April verabschiedet sich so, wie er sich im Verlauf gezeigt hat – zu kühl und sehr wechselhaft!

Grau und nass…
…ein anhaltender Regen setzt ein

Wir wussten ja, dass es so kommen würde. Wir ziehen uns zurück, schließen unser Schiff und starten die Heizung.
Dann kocht uns Sibylle was Feines.

Irgendwie, so stellen wir fest, pendelt sich langsam wieder Normalität ein – wir merken auch, zuhause schmeckt es doch am besten!

One Pot – Penne mit Broccoli und Hähnchen in Zitronensosse – die Zitronen sind von unserem Baum

Und sonst? Was gibt es noch Neues?

Here is the News…

Motorradpläne reifen! Sibylle wird sich auf mehrmalige Flüge nach Deutschland einstellen.
Ich will die Fliegerei reduzieren und prüfe Optionen ohne Flugzeug zu reisen.

Neben Zug, Bus und Fähre soll mein Motorrad eine größere Rolle spielen.
Sollte ich NESSAJA verkaufen, werde ich mich wohl mit einer Yamaha T7 belohnen.
Der Zufall wollte es, dass genau so ein Motorrad heute in der Marina stand – ich habe ein Foto gemacht!

Gefällt mir!

Ich schicke das Bild zu meinem Freund nach Deutschland, wir hatten uns er vor wenigen Wochen über gemeinsame Pläne unterhalten…

Seine Antwort kam postwendend!

„Heute gekauft… 😉 „

Er hat sich für eine neue BMW F800 entschieden

Ich freue mich für und mit ihm – allzeit gute Fahrt!

Ich möchte die TET-Strecken zwischen Deutschland und Griechenland entdecken, da gibt es allerhand!
Bei einem Bier haben wir auch über´s Nordkap gesprochen – aber zum Glück nimmt uns diesbezüglich niemand ernst 😉

In jedem Fall gilt es den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und zu verhindern, dass wir Mainstream werden…

Quelle: Internet

Der Ausblick für Mai – wir haben gebucht! Auch das sind News, denn wir fahren Mitte des Wonnemonats nach Preveza um ELOWYN saisonklar zu machen.
Mein Patenschiff ist weitgehend fertig und ist toll geworden, lasst euch überraschen!
In Preveza verbringen wir die zweite Monatshälfte, bevor wir an der Überführung in die Ägäis teilnehmen.

Zuvor ist die alles entscheidende Frage – wie weit kommen wir mit LIBERTÉ?
Das Schiff, dass mich über viele Monate beschäftigt hat, wird in meiner Abwesenheit gekrant.
Wir müssen vorher alle Arbeiten fertigstellen, für die Hans Peter mich dringend braucht.

Die letzten, noch ausstehenden Freunde kommen, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Uns bleibt nur, DANKE für euer Interesse an unseren NEWS zu sagen.
Bleibt uns gewogen, wir freuen uns über jeden Leser der Freude an den Insights hat!

Herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle

P.S. Cave quicquam dicas, nisi quod scieris optime – als kleiner Gruß an die zwischen den Zeilen Lesenden

März 2025 – Forever Young

Der Bericht des Monats März wird sich, dies hatte ich im Ausblick des Februarblogs schon angedeutet, in zwei Teile aufsplitten.
Der erste Part dieses Monatsberichts lässt, so wie ihr es ja kennt, einen Einblick in unseren Alltag als Expats hier auf Leros zu. Er ist unser digitales Tagebuch – wobei ich diesmal nur für mich spreche, denn Sibylle ist ja schon seit Mitte Februar in Deutschland.

Ich habe mich ganz bewusst entschieden, noch einen Monat länger hier zu bleiben, ich genieße die besondere Stimmung auf der Insel während dieser Wochen.

Das Wetter hatte sich beruhigt – der März begann traumhaft

Der zweite Teil wird diesmal den Löwenanteil einnehmen, denn es steht mal wieder ein Highlight an – mein jährlicher Familienbesuch in Deutschland!
Es war daher von Anfang an klar – die Headline soll einen Bezug zu diesem Thema haben.
Manchmal fallen mir die Titel von selber ein, ein Andermal lasse ich mir von einschlägigen Internetseiten „auf die Sprünge helfen“ – so auch diesmal!

Es sollte ein Titel sein, der positiv besetzt ist und etwas Tiefgang hat – dabei bin ich auf „Forever Young“ gestoßen.
Und zwar nicht auf den ersten Verdächtigen – das gleichnamige Lied von Alphaville aus dem Jahr 1984, nein, mir hat es die Version von Bob Dylan angetan!
Ich erfahre Folgendes…

1974 Bob Dylan – „In „Forever Young“ sprach Dylan seinen Kindern Mut zu, denn manchmal sind wir schon früh im Leben Außenseiter und werden für zu jung gehalten, um wichtige Entscheidungen treffen zu können. Manchmal werden wir später im Leben für zu alt gehalten, um dasselbe zu tun.“

Darüber hinaus lerne ich, dass es einen Bezug zum ebenfalls gleichnamigen Lied von Rod Stewart gibt. Das war für mich als Musikbegeisterten neu und absolut spannend.
Die Lieder sind zwar generell unabhängig, sich aber im musikalischen und inhaltlichen Aufbau so ähnlich, dass sich die beiden Interpreten im Vorfeld abgestimmt und monetär geeinigt haben.

1988 Rod Steward – „In „Forever Young“ von Rod Stewart wünscht man seinen Liebsten nur das Beste und hofft, dass sie für immer jung und glücklich bleiben. Das Lied drückt den Wunsch aus, dass die Familienmitglieder ein erfülltes Leben führen und ihre Jugend und Unschuld bewahren.“

Bitte seht mir den Ausflug in die Musikgeschichte nach, aber ich liebe solche Backgroundgeschichten – vor diesem Hintergrund entscheide ich – der Song wird es, er ist den Kindern und Enkelchen gewidmet!
Doch bis ich die Familie treffe, ist es ja noch ein paar Tage hin!

Zurück nach Leros, wir schreiben den 01. März 2025…

Ein Segler in der Bucht – ich bin auf dem Weg nach Lakki

Ich plage mich immer noch mit meiner Erkältung. Die Viren haben mich fest im Griff und vergällen mir jeglichen Aktionismus. Ich liege flach und kuriere mich aus.
In den wenigen Stunden in denen es mir besser geht, versuche ich zumindest organisatorisch zu wirken – so kann ich zum Beispiel NESSAJAs Krantermin für den 17.06. fixieren – kurz danach werden Hans Peter und ich die Deckssanierung starten.

Während ich am Computer Daten verwalte, werde ich auf den 06.03.2021 aufmerksam. An diesem Tag vor vier Jahren haben Sibylle und ich Leros erreicht – mit dem vollgepackten Bus! Seit vier Jahren nun, leben wir auf auf unserer Dufour, länger als wir zuvor in unserem Haus in Miesbach gelebt haben.

Am Mittag des zweiten Tages überfällt mich der Hunger. Mir geht es gerade ganz gut, so beschließe ich, das Abendessen zugunsten eines Lunches ausfallen zu lassen – eine gute Entscheidung, denn abends und nachts geht es mir immer noch miserabel wie sich zeigen wird.

Ich fahre also nach Lakki ins „SouVLakki“ um mir endlich mal wieder „was Gscheids“ zu gönnen…

Mittags nichts los
Fast hätte ich mich übernommen – aber ich hatte so einen Glangerer

Die Idee war super! Mittags ist es egal wenn die Türe offen steht, zudem ist nichts los. Ich habe fürstlich gespeist und war mehr als zufrieden.

Mir war es wichtig rasch gesund zu werden, hatte ich doch immer noch den „Clean Monday“ am morgigen 03.03. im Visier.
Ich hatte eine lockere Einladung und immer noch im Sinn diese wahrzunehmen.

Zurück auf dem Schiff musste ich mich aber ausruhen, die Kraft war bei Weitem noch nicht zurück.
Also setze ich mich abermals vor den Rechner und sehe mal nach, wer sich denn so bei mir gemeldet hat…

Ah, Sibylle schickt Bilder – es hat sie auf einen Faschingsumzug verschlagen 😉

Sibylle kann Fasching nicht leiden – weiß aber nicht jeder, ich schmunzle in mich rein

Was tut man nicht alles den lieben Kleinen zuliebe?
Über eine dritte Hand erhalte ich ein Faschingsbild eines weiteren Freundes.
Der Mann, der verständlicher Weise lieber anonym bleiben möchte, posiert in seinem Kostüm und wird somit auf alle Zeit für mich erpressbar.
Um dieses Pulver nicht zu verschießen, mache ich ihn hier unkenntlich 😉

Bilder im Kopf

Die Abende verlaufen immer noch gleich – ich sehe mir Dokus oder flache Serien aus den Mediatheken der Fernsehsender an – immer wieder bleibe ich bei den „Rosenheim Cops“ hängen.

Das lässt euch schmunzeln? Ich kann aber ein bisschen erklären, warum ich das so gerne mag.
Erstens, es regt mich nicht auf! Die Handlung ist dünn, der rote Faden immer der Gleiche – kurz, ich lass´ mich berieseln.
Zweitens, die Serie wurde nicht nur im Landkreis Rosenheim gedreht, die Drehorte wurden im gesamten Oberland ausgesucht. Nicht selten ist einer dabei, den ich mehr als gut kenne – das mag ich.

So auch heute…

Der fiktive Gasthof im Landkreis Rosenheim ist das „Café Mesner“ in meiner früheren Heimat Schliersee

So vergehen dieser Tage die Stunden, ich kämpfe mich in die Nacht, bis ich denke, dass ich jetzt Schlaf finden könnte.

Wobei der Konjunktiv den Nagel auf den Kopf trifft – ich schlafe röchelnd ein, um dann nur wenig später wieder aufzuwachen.
Meist sitze ich dann abermals vor dem Computer – das Spiel wiederholt sich.

Mir geht´s mies, ich schlage mir die Nächte um die Ohren

Der „Clean Monday“ ist da! Dieser Tag hat für Sibylle und mich eine besondere Bedeutung, weil wir just zu dieser Zeit einmal im Winter hier waren.
Wir sind seinerzeit, es müsste 2017 gewesen sein, zufällig in eine Feier anlässlich des „Καθαρά Δευτέρα“, (Kathara Deftera) gestolpert und wurden damals von den Einheimischen vereinnahmt.
Es war unsere erste Feier bei Livemusik und Tanz.
Seither liebe ich dieses Fest, wenngleich ich auch seiner Bedeutung nicht folge – es ist der Beginn der orthodoxen Fastenzeit.

Mir geht es besser! Der erste Tag, an dem ich Lust verspüre etwas zu unternehmen, rauszugehen, frische Luft zu schnappen!
Ich überlege mir, dass ich am Haus nach dem Rechten sehe und mache mich mit der GS auf den Weg dorthin.

Von außen alles ok
Der Garten wuchert langsam zu – wir werden eine Gartenbaufirma beauftragen müssen
Innen haben die letzten Starkregenfälle nochmals für eine Pfütze gesorgt

Es wird Zeit! Niemand kümmert sich mehr um das Häuschen, ich kann noch nicht in die Verantwortung gehen. Der Notartermin wird wohl erst im April stattfinden.
Alles kein Beinbruch, aber es muss gehandelt werden – das Dach muss an der Schadstelle abgedichtet werden, der Garten durch eine Firma kultiviert werden.
Selber werde ich das beim ersten Mal nicht übernehmen können, ich habe ja keinerlei Werkzeuge für Haus und Garten – wir müssen diesbezüglich erst „shoppen“ gehen.

Alles weitgehend ok, ich verschließe die Türe wieder – und wohin jetzt?

Ich merke, dass ich kraftlos bin – es geht mir besser, aber noch lange nicht gut. Ich beschließe daher, dass ich Giorgos´ Einladung, wie letztes Jahr an seiner Feier teilzunehmen, leider nicht folgen werde.
Details waren ohnehin noch nicht fixiert – daher gehe ich auf ein typisches Fischgericht zu Marietta und esse abermals bereits zu Mittag.

Ich kann im Freien sitzen
Viele Menschen sind unterwegs, ich beobachte das Treiben – eine Fähre kommt gerade an

Ich sitze bis zum Nachmittag, dann bin ich echt groggy. Meine Körner sind verbraucht, ich muss mich ausruhen.
Daher gibt es den Nachmittagskaffee an Bord – aber auch hier kann und möchte ich im Freien sitzen, das Wetter ist frühsommerlich.

Ich nehme mir zwei Cookies aus der Bäckerei mit und genieße meinen ersten Kaffee 2025 im Cockpit.

Herrlich – so könnte es bleiben

Sibylle ruft an – sie möchte wissen, ob ich es geschafft habe an Giorgos´ Fischgriller zum „Clean Monday“ teilzunehmen.
Auch sie erinnert sich zurück an diesen sehr speziellen Tag.

Ich verneine, erkläre die Situation und auch, dass ich nicht entäuscht bin. Klar, wäre schön gewesen, aber dann halt nächstes Jahr wieder.

Mir geht es besser, ich hatte bisher einen schönen Tag und jetzt mit ihr und Enkelchen Benno zu chatten ist doch keine schlechte Alternative…

Benno zeigt mir seine „Kamellenausbeute“ vom Faschingszug

Auch Sibylle hat wieder Erdkontakt. Die Arzttermine klappen nicht wie erhofft, zudem hat sie unserer Schwiegertochter eine Woche „Mamiferien“ mit Freundinnen ermöglicht und managt das Familienbusiness solange ihr Sohn arbeitet.

Sie ist abgekämpft, man sieht es ihr an! Naja, die Hälfte der Zeit ist ja schon um… 😉

Nach dem Telefonat checke ich kurz meine „ToDo-Liste“, ich denke, dass ich nun bald wieder in einen normalen Alltag zurückkehren kann.
Dabei fällt mir auf, dass der Punkt „Matratzen & Polster“ noch offen ist.
Ok zugegeben, während der letzten Tage habe ich den Anruf von Sotiris nicht vermisst, aber sein Versprechen mich „the next days“ zu kontaktieren ist jetzt auch fast zwei Wochen alt.
Die Zeit wird knapp, NACH unserer Rückkehr aus Deutschland werde ich den Auftrag nicht mehr vergeben – bin gespannt ob er sich noch meldet, oder ob der alte „Griechentrick“ Anwendung findet.

Was ist noch zu tun? Ach ja, Enkeltochter Ronja hat heute Geburtstag – weil ich sie nicht erreichen kann, sende ich ihr eine Videobotschaft…

„Ich denke an Dich und freue mich darauf dich bald zu sehen – Happy Birthday!“

So vergeht der von mir herbeigesehnte „Clean Monday“ ziemlich unspektakulär.

Wider Erwarten findet die Griechischstunde am Folgetag statt. Die Lehrerin hat sich rasch erholt und informiert, dass sie sich auf unser zahlreiches Erscheinen freut.
Ok, ich weiß nicht recht – ob ich hingehen soll? Ich bin echt nur halbfit und muss dauernd husten…
Egal, ich hab´ Lust drauf, werde ohnehin durch meinen Deutschlandaufenthalt zwei, dreimal fehlen, also rapple ich mich auf und tuckere nach Lakki.

Ich bin der Erste vor Ort
Wir lernen, wie man den Akkusativ bildet

Uff! Nach den intensiven 75 Minuten war ich geschafft. Ich brauche Pause für mein Hirn.

Der Plan war, dass ich nach dem Unterricht gleich zum Essen gehe. Ich wollte mal wieder ins „Gia Sena“ und etwas klassisch gekochtes essen, also nix vom Grill.
Aber als ich am „SouVLakki“ vorbeikomme, ziehen mich unsichtbare Mächte hinein, ich sehe die Drehspieße und kann einfach nicht anders…

Ich bin ein Opfer meiner Leidenschaften!

Schmeckt aber auch super

Man merkt die Fastenzeit! Sehr viele Griechen halten sich daran – eine schwierige Phase für das sonst pumpvolle Grilllokal.
Obwohl es inzwischen 18.30 Uhr ist, bin ich der einzige Gast. Im Verlauf des Abends kommt ein englischsprachiges Paar dazu, ansonsten bleibt der Laden bis 19.30 Uhr leer.
Auch der Ausfahrer muss nicht rennen, auch hier ist die Nachfrage spürbar kleiner.

Nix los

Ich mag den Dienstag! Obwohl mich die Griechischstunde immer etwas stresst, gehe ich gerne dorthin.
Ich komme unter Menschen, man quatscht über andere Themen und ich mobilisiere mein Oberstübchen.

Ein weiterer Grund – Dienstag ist für mich „Barnaby-Tag“! Ich liebe englische Krimis und bedauere, dass es nicht mehr davon gibt.
Da die Auswahl in den Mediatheken sehr überschaubar ist und ich mich dort tagesaktuell sehe, ist nur selbstverständlich, dass ich die TV Folgen immer gleich konsumiere.
Da diese aber in Deutschland zu später Stunde ausgestrahlt werden, sehe ich sie mir am Folgetag – am Dienstag – in der Mediathek an.

Voller Vorfreude fahre ich zurück auf NESSAJA…

Love it

Nachdem Sotiris sich auch weiterhin nicht meldet und ich ein geplantes Upgrade an NESSAJA verwerfen musste, habe ich zur Zeit wenig wirkliche Aufgaben.
Ich muss auch eingestehen, langsam bereite ich mich mental auf meine Abreise vor, ich werde hier keine neuen Baustellen mehr aufmachen.

Es sind nurmehr ganz normale Haushaltspflichten, die mich gelegentlich einbinden – heute ist die Wäsche dran.
Selbst ist der Mann! Ich starte also die Waschmaschine…

Kann ja nicht so schwer sein

Da gibt es ein Programm „40°-60° / 45´“ – super, genau was ich brauche!
Die Wäsche ist meist dunkel, mein weißes Schlafshirt kann dazu, eine blau-graue Note schadet ihm nicht.
Ansonsten gilt – unsere Wäsche muss das aushalten, tut es ein Teil nicht, dann kommt es weg.

Ich starte also meine „Mischmaschine“ und warte 45 Minuten, dann ab auf die Leine damit!

Die Wäsche flattert im Wind

Ich merke, dass mir die frische Luft gut tut! Die Gelegenheit, um nach langer Zeit mal wieder eine Marinarunde zu drehen.

Ein perfekter Tag

Voller Übermut und Tatendrang beschließe ich, dass ich mir jetzt sofort ein Eis gönnen werde.
Ich hole meinen Helm und brause nach Lakki, in die von mir verehrte Eismanufaktur der Familie „Repapis“.

Das wäre keine Erwähnung wert, wenn mir nicht etwas Dummes passiert wäre…

Der Eisverkäufer, ich kenne ihn schon lang von seinem vorherigen Job, verkauft mir ein Eis und einen Espresso.
Wir schwatzen ein wenig, dann genieße ich mein Eis in der Sonne.

Wieder offen – Gott sei Dank
Ich gönne mir zwei Kugeln Eis und einen Espresso

Als es ans Bezahlen geht, kaufe ich noch zwei Kekse, ich wollte mir noch etwas für meinen Nachmittagskaffee zuhause mitnehmen.

Der junge Mann verpackt, wiegt, tippt, wiegt noch einmal und berechnet mir dann 12,50€ – ich bezahle, bedanke mich und gehe.

Kennt ihr das? Wenn einen die Gedanken einholen und nicht mehr loslassen? Wenn man sich in einem Gedankenstrang verliert?
Genau das passiert mir jetzt!

Bereits als ich losfahre bemerke ich, dass da etwas nicht stimmen kann. Eis 4.-€, Kaffee vielleicht 2.-€ – zwei Kekse können nicht 6.- oder 7.-€ kosten.
Statt stehen zu bleiben und sofort nachzufragen, fahre ich nach Hause.
Ich versuche den Gedanken loszulassen – „…komm´ schon, er wird sich verrechnet haben, kein Aufriss wegen zwei oder drei Euro!“

Ich schwöre – es war nicht wegen dem Geld! Mein Kopf wollte wissen was passiert war. Ein Fehler? Ein Zahlendreher? Oder waren vielleicht die Preise so stark gestiegen. Oder verschätze ich mich bei den Keksen?
Mein „Deutsch-Ich“ gewinnt…

Was wiegen zwei Kekse? Keine Ahnung…
120g – ok, überschlagsweise kosten die Kekse 2.-€

An diesem Tag konnte mein „Griechen-Ich“ sich nicht durchsetzen.
Ich bin tatsächlich noch einmal hingefahren und habe mit dem Burschen gesprochen.
Alles ließ sich klären, ein Fehler beim Wiegen, tatsächlich habe ich 5.-€ zuviel bezahlt.
Ich habe abgewunken und gesagt sie sollen es sein lassen, eigentlich hatte ich schon bereut, dass ich überhaupt über das Thema nachgedacht habe…

Und was passierte? Das Mädel und der Bursche welche Nachmittagsschicht hatten, haben mir mein ganzes Geld wieder gegeben – 12.50€!
Ich habe mich gewehrt – nichts zu machen!
Ich gestehe, ich war peinlich berührt. Ich will es auch gleich vorweg nehmen – viele Leser werden denken „…wieso, war doch dein gutes Recht!“
Das stimmt, aber so funktioniert Leros nicht. Ich habe es einen Moment vergessen. Ich hoffe wirklich, dass ich kein Porzellan zerschlagen habe.

Zurück auf NESSAJA war ich betrübt – aber nicht lange…
Man hat mir ein Geschenk gebracht!!!

Wow, eine Buddel „Torres“ Brandy

Es klopft an die Gangway, ich vernehme meinen Namen und klettere an Deck.
Ingrid und Peter von der CORDELIA waren zurück, für die beiden beginnt die Saison.
Ingrid hat sich kurz auf den Weg zu mir gemacht, sie wollte Hallo sagen und mir die besagte Flasche vorbeibringen – als Dankeschön für die Fotos und das Nachsehen nach den Stürmen.

DAS freut mich aber richtig! Eine sehr nette Geste und eine liebe Anerkennung. Ganz herzlichen Dank!

Heute Abend setze ich um, was mir gestern nicht gelang – ich lasse den von mir geliebten Grilltempel links liegen und fahre zum „Gia Sena“ um dort griechische Hausmannskost zu essen.

Marias Saganaki schmeckt super

Für diejenigen die Leros kennen – ich möchte nochmals eine Lanze für die kleine Taverne brechen.
Maria und ihr Gatte sind gute Gastgeber, sehr freundlich und immer bemüht. Das Essen ist lecker, die Postionen gefällig, die Preise angemessen.

Manko – die Lage und das Ambiente sind nicht gut – als touristisches Lokal ist die Kneipe nicht konkurrenzfähig.
Aber wenn ihr außerhalb der Saison einmal hier seid, wenn es nur darum geht gut zu essen, dann seid ihr hier richtig aufgehoben.

Als Hauptgericht gönne ich mir einen Hähnchenrollbraten mit Kartoffeln.

Geschmacklich super – eine herrliche Zitronensosse

Ich sitze abermals alleine im Lokal, daher hält mich auch nichts, als ich aufgegessen hatte.
Ich bezahle 15.-€, das ist zusammen mit einer Cola wirklich nicht teuer, dann verlasse ich das Lokal und fahre zurück in die Marina.

Die Tage werden länger, das spürt man deutlich, es dämmert gerade als ich zurück komme.
Das letzte Licht über der Marina lässt eine besondere Stimmung entstehen.

Mal eine andere Perspektive – ohne Filter

Der Folgetag ist hier auf den Dodekanesinseln ein Feiertag. Man zelebriert den Jahrestag der Zugehörigkeit zu Griechenland, nachdem die Besatzungsmächte die Inseln an Hellas zurückgegeben hatten.

Die Griechen wissen, wie man pompös feiert – zu solchen Anlässen gibt es stets Paraden, es wird aufgefahren was geht.

Ich will gerne zugeben, dass ich kein Fan solcher Feiern bin, ich gehe aber trotzdem immer kurz hin um mich zu zeigen und zu signalisieren, dass ich die Themen der Locals respektiere.
Diesmal aber nicht! Ich bin noch nicht vollumfänglich fit und gestehe mir daher zu, dass ich den Festakt schwänze.

Die Bilder der Feierlichkeiten möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Festzüge und Paraden – Foto von Susanne Radlach
Reden und Flaggenparaden – Foto von „The-Leros-Way“

Ich wollte ein wenig meine Ruhe haben, außerdem hat die Pflicht gerufen. Ich habe mir vorgenommen, noch einmal nach den Schiffen der Freunde zu sehen, bevor ich für zwei Wochen nach Deutschland fliegen würde.

Es war ein herrlicher, frühsommerlicher Tag – ideal um dies heute umzusetzen, dann hätte ich diese Aufgabe auch aus dem Kopf.
Es gab schließlich vor meiner Abfahrt noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und vorzubereiten.

Kontrollblick an Martins STENELLA – alles ok, kein Wasser im Dinghi
Auch auf INSPIRATION alles ok – nach meiner Rückkehr wird die Übergabe erfolgt sein
Last not least – EDINA, hier ist es mit einem Blick nicht getan

Auf EDINA sehe ich nach dem Rechten, lasse aber zusätzlich Generator und Hauptmaschine laufen.
Ich öffne die Luken um Frischluft hereinzulassen und checke einmal mehr die Bilge – gibt es unangenehme Überraschungen?

Nein, diesmal nicht! Alles trocken, das Problem ist behoben.

Die Bilge ist trocken, der Generator läuft einwandfrei

Im Segelkleid, den Lazybags, steht kein Wasser mehr, das Absenken des Baumes hat Abhilfe geschaffen.

Kurz, keine Überraschungen! Das freut mich.
Ok, die Backskiste ist immer noch undicht, aber das ist bekannt und kein schlimmer Fehler – nichtsdestotrotz muss ich die Backskiste leeren, es hatten sich einige Liter Regenwasser angesammelt.

Der Ablauf ist verstopft, eine Dichtung undicht – das summiert sich auf

Ein kleiner Mangel, der sich im Frühsommer leicht beheben lassen wird. Bis dahin darf ich die Kiste eben noch ausleeren, das nächste Mal Anfang April.

Am Rückweg gehe ich noch bei Gottfrieds HARMONY vorbei, auch da sehe ich nach dem Rechten. Dabei fällt mir auf, dass das in Auftrag gegebene Anschleifen des Rumpfes wohl schon durchgeführt wurde – das ging ja schnell.

Ok, man muss natürlich auch anerkennen, dass das Unterwasserschiff der Sunbeam 39 in einem exzellenten Zustand ist.

Alles top – fertig für den Neuanstrich

Zurück auf NESSAJA telefoniere ich mit Sibylle. Sie lässt mich wissen, dass für den ersten Abend unseres Familienfestes der Speiseplan geändert wurde.
Es gäbe jetzt eine bayrische Brotzeit für alle, statt der Pizzen die wir bestellen wollten.

Ja wenn das mal keine gute Nachricht ist! Pizza kann ich ja (fast) immer essen, aber wenn ich in Deutschland bin, möchte ich wirklich NUR deutsches Essen haben!
Ich freu´ mich richtig drauf…

Apropos Pizza – da hat Sibylle mir einen Floh ins Ohr gesetzt, auch ich ändere den Speiseplan für heute – es gibt Pizza.

Ich sattle meine treue GS und mache mich auf den Weg nach Lakki, aber vorher möchte ich nochmals beim Haus vorbeisehen.

Die Temperaturen normalisieren sich – es geht wieder ohne Halstuch und Handschuhe
Die Sonne steht herrlich über der Bucht

Meine Initialzündung um noch einmal hoch nach Plaka zu fahren war, dass ich noch nie den Sonnenuntergang dort angesehen habe.

Gerade jetzt habe ich etwas Zeit, es ist zu früh um essen zu gehen, so wollte ich der Sonne von unserem Garten aus, beim Untergang zusehen.

Ich komme exakt zur rechten Zeit an

Der Garten ist, das habe ich erwähnt, inzwischen ziemlich verwildert und zugewachsen, dennoch ist er wildromantisch und ist ein Frühlingsbote – bunte Farben überall.

Ich genieße es hier zu sein!

Schön

Ich blicke über das hohe Gras, welches zwischen den Olivenbäumen in die Höhe gewachsen ist.
Zwischendrin überall bunte Blumen, es sieht echt schön aus.
Ich bin ein bisschen Stolz, dass dies nun bald mein kleines Haus sein soll und möchte das Bild des Sonnenuntergangs natürlich von der optimalen Stelle aus machen…

Ob es hier Schlangen gibt???

Egal, ich setze also mein ganzes Gewicht ein und trample bis zum „Aussichtspunkt“ unseres Grundstückes.

MEIN Sonnenuntergang

Ich gebe zu, ganz optimal ist er noch nicht – aber im Sommer wird die Sonne exakt in der Mitte der Bucht untergehen.
Wir werden also sehen können, wie sie das Wasser „ditscht“ und am Horizont versinkt.

Ich vermute fast, dass es dieses Bild dann öfter mal im Blog zu sehen gibt 😉 – kitschig zwar, aber ich mag die Stimmung einfach.

Als die Sonne fast verschwunden war, trample ich zurück zu meinem Mopped und fahre schnurstracks ins „La Nostra“.

Auch hier bin ich den ganzen Abend alleine

Man begrüßt mich herzlich, meine Bestellung wird auch hier inzwischen automatisch aufgenommen.
Obwohl ich eine Pizza bestelle, welche nicht auf der Karte steht, weiß man inzwischen was ich gerne mag.

Ich hab´s ja schon mehrfach erwähnt – die Pizza hier ist super und ich werde auch diesmal nicht enttäuscht.

Heute groß – halb „Mario Special“, halb „Vier Käse“, den Rest nehme ich mit heim
Dazu was Frisches, der „La Nostra“ Salat ist echt empfehlenswert

Der Ausklang des Abends gleicht den anderen – ich sacke auf mein Salonsofa und lass´ mich berieseln…

Leider steht mir eine schlaflose Nacht bevor – dummerweise kann ich nicht gleich einschlafen und ich beginne über die zeitlichen Abläufe unserer Lebensumstrukturierung nachzudenken. Ein Fehler!

Ihr kennt das? Die Gedanken sausen durch den Kopf und verhindern, dass man endlich zur Ruhe kommt und Schlaf findet – Wohnung verkaufen, Haus kaufen, NESSAJA verkaufen…
Möbel anschaffen, allen Melde- und Papierkram erledigen – uff!

Klar, das Ganze ist auch eine finanzielle Herausforderung, es darf nichts verrutschen. Ich liege mit weit aufgerissenen Augen im Bett und glotze wie eine Nachteule an die Decke – erst deutlich nach 03.00 Uhr schlafe ich ein…

Am kommenden Morgen wache ich erst um 10.18 Uhr auf – ich verordne mir eine Druckbetankung mit Kaffee und gehe dann frühstücken…

Auch nicht schlecht – ein Schlemmerfrühstück der besonderen Art

Bei „Repapis“ scheint man mir nicht beleidigt zu sein. Alles wie immer – ich schlotze also mein Eis und überlege mir, was ich mit diesem herrlichen, frühsommerlichen Tag anfangen kann.

Meine Pflichten verschiebe ich kurzerhand auf morgen, ist ja noch etwas hin, bis ich mich für die Abreise vorbereiten muss.

Ich beschließe eine Motorradrunde zu drehen und mich bei Giorgos zu verabschieden – auf nach Kamara!
Zur Abwechslung heute mal offroad.

Die Insel ist grün, alles blüht
Ich genieße die Runde

Ich fahre am Hundeshelter vorbei und nehme dann die Abzweigung Richtung Plaka, man kommt dann direkt bei unserem Haus vorbei.

Diesmal möchte ich aber nicht stoppen, einfach mal vorbeifahren und die schöne, blühende Landschaft mal aus einem anderen Blickwinkel, von der anderen Seite kommend, sehen…

Im Frühjahr hat Leros einen völlig anderen Charakter – Blick über die Gourna Bucht
Direkt voraus liegt Plaka – theoretisch ist unser Häuschen in Sichtweite

Als ich bei „Boat & Parts“ ankomme, ist Giorgos tatsächlich vor Ort – ich bin regelrecht überrascht!
Er werkelt an einem großen Außenborder und ich sehe gerne ein Weilchen zu.

Wir fachsimpeln etwas, ich lasse ihn wissen, dass ich so ein Boot suchen würde – nachdem ich NESSAJA verkauft hätte.
Zukunftsmusik, stimmt schon, aber ich möchte den Gedanken rechtzeitig implantieren.

Nicht klassisch schön – aber praktisch zum Inselhopping

Wir quatschen noch ein bisschen, dann will ich nicht weiter stören.
Ich verabschiede mich, wir würden uns wohl erst im April wieder sehen, bis dahin läuft die Saison auf Hochtouren.

Ich habe schon einen Gedanken – ich bin in herrlicher Sommerlaune, das Herumtuckern macht mir Freude, so beschließe ich, mir einen Cappuccino im „Navarone“ zu gönnen.
Vielleicht würde ich draußen sitzen können und Agia Marina ist ohnehin schön.

Stahlblauer Himmel – ein perfekter Tag

Läuft! Hat alles geklappt! Ich bekomme einen Tisch an dem es nicht zieht, schlürfe in Ruhe meinen Cappu und sehe den Menschen und dem bunten Treiben zu.

So verfliegt die Zeit, erst am späten Nachmittag kehre ich auf NESSAJA zurück.
Ich lerne Griechisch – es ist mühsamer geworden, denn ich habe das spielerische Lernen mit der App drastisch reduziert.
Ich lerne wie ein fleißiger Student und fertige mir griechisch geschriebene Excel Listen an, um damit meine Lernerfolge zu verifizieren – ein Mörderaufwand.

Erst als es dunkel wird und mein Magen langsam grummelt, fällt mir auf, dass es Zeit für´s Abendessen wird.
Ich kann es mir nicht erklären – Samstag und das „SouVLakki“ hat geschlossen, was ist da nur los.

In der Not verhole ich mich ins „Persiana“ und gönne mir ein „Pulled Pork Sandwich“ nebst Salatbegleitung, dazu ein Bier.

Im „Persiana“ sitzt man schön, sie spielen gute Musik
Das Essen ist gut – schon Fast Food, aber gehobene Kategorie

Ich speise gut, treffe Ralu und John auf einen kurzen Ratsch und auch unser Kranfahrer Giannis sitzt mit einem Freund bei einem Bier zusammen – mit ihm geht ebenfalls ein kurzer Plausch.
Giannis gibt mir mit auf den Weg, dass er am Montag Hans Peters LIBERTÉ höher stellen möchte. „You can prepare everything…“ höre ich ihn sagen.
Ein angenehmer und kurzweiliger Abend…

Trotzdem ist es irgendwie seltsam – hier im „Persiana“ sitzt man gemütlicher als anderswo, das Essen ist definitiv nicht schlechter und sie spielen echt coole und gute Musik.

Dennoch setzt es sich auf unserer ewigen „Bestenliste“ nicht wirklich durch.
Warum? Weiß nicht, vielleicht, weil es sowohl beim Essen als auch beim Bier genau um das Quäntchen teurer ist als die Wettbewerber – ich bezahle für mein Essen 26.-€.

Egal, ich gehe zufrieden ins Bett und kann diesmal auch sehr gut schlafen!

Am nächsten Morgen erinnere ich mich an Giannis Worte und schreite zur Tat!

Von rechts nach links – alleine muss ich ganz schön rackern

Eine Menge Zeug gilt es zu verräumen, besser gesagt umzuschlichten. Der Raum unter LIBERTÈ muss frei sein, daher muss das ganze Zeug unter das Nachbarschiff.

Diese Arbeit ist zu zweit schon mühselig, alleine ist es eine Herkulesaufgabe.
Das Ruder wiegt bestimmt 50kg+ und das Schlauchboot ist sehr unhandlich.
Ich mühe mich redlich ab…

Klappt aber – zu guter Letzt noch die Vehikel

Ich räume bestimmt eine Stunde und sehe danach aus wie ein Ferkel. Alles war staubig, sandig, verschmutzt.

Zu guter Letzt räume ich noch HPs und Sibylles Radl auf die Seite und parke des Hasen Roller um. Natürlich muss ich den vorher aus- und selbstverständlich danach wieder einpacken.

Doch dann war die Aufgabe gestemmt – der fleißige Giannis kann mit dem Mover kommen und LIBERTÉ soweit anheben, dass wir nach der Reparatur das Ruder wieder einbauen können.

Und danach muss alles wieder zurück

Weil ich grad so beim Wirbeln war, habe ich mich dem nächsten Punkt auf meiner ToDo Liste auch gleich gewidmet.
Das Umlegen unseres Schlauchbootes behirne ich schon lang – welche Lösung ist die beste???

Das Problem – unser Hypalon Dinghi liegt ganzjährig im Wasser. Dort ist es gut aufgehoben und sicher.
Einziges Thema auf das zu achten ist – nach einem Regenguss muss ich es ausleeren, kein Problem wenn ich vor Ort bin.
Gehe ich aber im März für zwei Wochen weg, muss das Dinghi so liegen, dass es entweder mit offenem Stopfen liegt oder nicht volllaufen kann.

Gleichwohl soll es sicher liegen, geschützt vor unglücklichen Beschädigungen!
Soll ich es unter HPs LIBERTÉ legen? Oder in EDINAs Davits hängen? Oder doch einfach bei uns auf den Steg legen?
Ich entscheide mich für Letzteres…

Festgezurrt wegen der Stürme – Lenzstopfen offen wegen der etwaigen Regenfälle

Ich werde das Dinghi nun bis zu meiner Abreise beobachten, meine aber, dass es sicher liegt.
Zusätzlich werde ich Nachbar Martin bitten, mit einem Auge darauf zu schauen.

Mittagszeit! Ich war fleißig und habe einen Guster auf etwas Süßes – ich beschließe, dass ich mir einen Cappuccino und eine Süßigkeit im „Coffee Lab“ gönnen werde.
Das Wetter lässt zu, dass ich im Freien auf der Terrasse sitze.

Cappuccino und eine Zimtschnecke – genau das Richtige
Gesellschaft leisten mir die frechen Spatzen

Total lustig fand ich, dass zwei Tische weiter drei Frontex Beamte saßen. Es handelte sich um zwei Deutsche und einen Mann aus einem anderen Land – man sprach Englisch.

Irgendwie kamen die Drei, zwei Männer und eine Frau, auf das Thema Beziehungen, Scheidungen und Partnerschaften.
Zu meiner großen Überraschung waren die beiden Deutschen relativ limitiert in ihrem Englisch, wollten aber große Emotionen ob des Themas schildern…
Ich wurde unfreiwillig Zeuge, hatte aber einen lustigen Nachmittag 😉

Weil´s zum Thema passt – da fällt mir eine Anekdote ein…
Habe ich jemals erzählt, dass Gerhard Polt früher unser Nachbar war? Wir kennen ihn also auch privat.
Ich habe Gerhard Polt mal getroffen, wie er in unserer Straße einer fremden Radfahrerin den Weg auf Englisch erklärt hat…
Er kann Englisch, aber er spricht eben wie auf der Bühne! Hätte man das gefilmt, man hätte den nächsten Sketch im Kasten gehabt…
Das nur, weil ich gerade dran denken musste 😉

Zurück nach Lakki!

Der Nachmittag gab nicht mehr viel her. Ich bin in den Reisevorbereitungen.
Aber wohin zum Abendessen???
Es zieht mich nach Alinda ins „To Steki“ – heute gönne ich mir das!

Auch das „To Steki“ war leer
Ich schlürfe gemütlich mein Bier und genieße die Stimmung

Eigentlich wollte ich ins „SouVLakki“ aber die Türen sind immer noch geschlossen. Schön langsam dürfen sie sich in „Zu-VLakki“ umbennen! Ich bin etwas enttäuscht.

Eine Nachricht an Inhaberin Anna klärt die Situation. Man sei in Athen auf einer Food-Messe, ab Dienstag ist wieder offen.

Closed – wie schade! Das „Zu-VLakki“

Das ist schön, dann gehören die letzten beiden Abende meinem Lieblings-Grilllokal!

Die anderen Kandidaten schieden aus, mir war mal wieder nach etwas Anderem. Daher finde ich mich jetzt im „To Steki“ wieder.
Aber auch hier Leere – Wirt Dimitris beantwortet meine Frage, ob er offen habe oder ob geschlossen sei, nicht…
Er gibt mir eine Tischdecke und ein Bier, ich solle mich draußen hinsetzen – „…one Popi to start?“
Aber natürlich! Ich liebe dieses Gericht!

Popi, das sind Schinken-Auberginen Röllchen in einer Sahnesoße, dazu ein Salat

Er kocht für mich, sein Personal war schon gegangen. Er setzt sich zu mir und klagt über die Politik, über erhöhte Steuern und darüber, dass es sich kaum noch lohnt eine große Taverne zu betreiben.
Zudem sei es, wie vielerorts, schwer an geeignetes Personal zu kommen.

Ich verstehe seine Bedenken und frage mich, wie es für viele kleine Wirte auf der Insel weitergehen soll.
Ich weiß, dass sich auch Leros verändern wird und habe dies vor dem Hintergrund meines Hauskaufes auch durchdacht.
Dennoch, spricht man mit den liebgewonnenen Locals, dann hinterlässt es eine gewisse Traurigkeit.
Hoffen wir, dass sich der Charakter der Insel nicht allzusehr verändert.

Ich bestelle meinen Hauptgang – ich wusste beim Losfahren schon was ich wollte…

Scampi Risotto – ein Gedicht

Ich mampfe mein Scampi-Risotto und genieße das Ausklingen des Tages. Eine Katze gesellt sich zu mir und glotzt mich an, sie hat es auf die Scampiköpfe abgesehen.

Ich füttere normaler Weise nicht vom Tisch, aber heute war des Maunzers Glückstag – ich war mutterseelenalleine auf der Terrasse, Wirt Dimitris schaut Fußball, so gönne ich der Mieze die Reste und genieße ihre Gesellschaft.
Ein paar Karmapunkte mehr können nicht schaden.

Ich bezahle und fahre mit spannendem Wanst zurück in die Marina – ein schöner Tag!

Der neue Tag verplätschert, die Luft ist raus! Hier gibt es nicht mehr viel zu tun, in etwas mehr als zwei Tagen werde ich nach Deutschland aufbrechen.
Ich beginne langsam Kleidung und Unterlagen zu sortieren und erste Vorbereitungen am Schiff zu machen – so verging der Vormittag.

Ein letzter Besuch bei „Repapis“ um den Nachmittag einzuläuten? Klar doch, pfeif auf Disziplin 😉 – der Trend geht zum Vormittagseis!

Neuer Eingangsbereich – für mich???

Kaum sitze ich und beginne meine Leckerei zu löffeln, klingelt auch schon mein Mobiltelefon.
Am anderen Ende der Leitung ist Giannis der Kranführer – „…where are you, I´m on the boat!“

Was soll ich machen, das Anheben von LIBERTÉ hat Priorität, also nix wie hin.
Ach so, das Eis, na das muss irgendwie gehen…

Na also, geht doch

Als ich an HPs Bavaria ankomme, steht der Transportwagen auch schon an Ort und Stelle.

Im Kern ging es Giannis darum, mit mir zusammen noch einmal die finale Höhe auszumessen, um so sicher zu stellen, dass HP und ich im April das Ruder stecken können.

Mit dem Carello wird LIBERTÉ angehoben
Es geht um rund 40cm, das wird wohl reichen

Es geht sich auf den Zentimeter aus. Letztlich ist es aber auch kein Problem, ein paar Zentimeter können wir unter dem Ruder auch ausgraben, ich bin zuversichtlich, dass es so passt.

Ich stehe mit meinem Eis da und sehe den Werkern beim Arbeiten zu – ich komme mir selber blöd vor, also verlasse ich den Ort des Geschehens.
Ein schwerer Fehler wie sich zeigen wird.

Kaffeepause

Ich koche mir einen Kaffee und schicke Hans Peter die Bilder. Zwei Minuten später klingelt mein Telefon und ich berichte dem Skipper zuhause.

Nach dem Telefonat will ich zurück zum Schiff und Hans Peters Sachen wieder zurück unter LIBERTÉ räumen – da trifft mich fast der Hauptschlag!!!

Höhe- perfekt! Aber finde den Fehler
AAAAAAAhhhhhhhrghhh – ich verzeifle

Wer sich an den Februarblog erinnert, weiß was ich meine! Meine ursprüngliche Bitte war ja, LIBERTÉ anzuheben und dabei die Stützen so zu verstellen, dass wir die bisherigen Auflageflächen bearbeiten können.

Ich war im Februar mehr als überrascht, als die Stützen verstellt waren, das Schiff aber nicht angehoben wurde.

Heute wurde das Schiff angehoben, die Stützen aber wieder so angebracht, dass sie die alten Auflageflägen ganz oder teilweise abdecken.
Es wird klar, eine dritte Aktion wird fällig werden!

Ich muss dafür jedes Mal den Kram unter dem Schiff wegräumen – ich weiß nicht, soll ich heulen oder lachen?!
Es ist zum Mäusemelken – aber das Team hat schon Feierabend, ich werde morgen mit Giannis sprechen.

Heute Abend treffe ich mich mit mit der Crew der TUULI, Anette und Kai, sowie mit Susanne von der ESPERANZA zum Dinner im „Persiana“ – ein schöner und geselliger Abend.

Der neue Tag hat eine höhere Schlagzahl, es gibt viel zu tun, die Uhr läuft!

Alles wieder zurückgeräumt

Ich stehe früh auf und spreche mit dem Kranteam. Sie erklären mir, dass sie die Stützen an dieser Stelle haben wollen, das Schiff steht sicherer.
Man würde die Stützen umstellen, kurz bevor wir streichen.
Ok, sei´s drum, ein Totschlagargument – da kann ich nicht dagegenreden.

Ich räume also den ganzen Krempel abermals zurück und widme mich dann meinem Motorrad.

Ein paar Kleinigkeiten sind immer

Nachdem das Mopped sauber ist, muss ich ein paar Roststellen pflegen und ein paar kleine Lackarbeiten machen.
Die Kette will gefettet werden und ein paar andere bewegliche Teile schreien unüberhörbar nach Schmiermittel.

Generell setzt die salzhaltige Luft und der Staub und Dreck den Fahrzeugen zu.
Das merke ich leider auch an meiner treuen BMW. Sei´s drum, ich bekomme das meist ganz gut hin, die Arbeit hält dann für drei, vier Monate vor.

Danach parke ich das Bike auf ihrem „Stammplatz“, ein gutes Plätzchen für die Phasen meiner Abwesenheit.

Sieht wieder gut aus – hier steht sie sicher

Wenn ich mein Motorrad länger als drei, vier Tage in der Marina stehen lasse, dann packe ich sie in der Regel ein.

Ich will nicht, dass sie in Abwesenheit unter fremden Schiffen steht, man weiß nie welche Aktionen stattfinden.
Steht sie an diesem sicheren Platz, hat sie aber keinen Wetterschutz – daher das Häubchen, das hat sich so bewährt!

Motorrad reinigen, schmieren, abdecken – check!

DAS ist ja nun perfekt gelaufen! Ich kann einen Haken an das Thema „Motorrad verräumen“ machen, für die letzten eineinhalb Tage habe ich den Leihwagen.

Die schweren Aufgaben sind also erledigt, ab jetzt habe ich nur noch administrative Punkte auf meiner Liste.

So wird es zum Beispiel langsam Zeit ans Packen zu denken. Nicht unbedingt weil ich so lange dafür brauchen würde, eher weil ich recht wenig Kleidung habe.
Ich muss sehr gut überlegen – was ziehe ich an, was muss mit?

Ich entscheide daher, auf Nummer Sicher zu gehen und alles noch einmal zu waschen.

Auch meine Buxe und mein Hoodie kommen in die Wäsche

Da ich auch meine Hauptkleidung, die lange Hose und den geliebten Hoodie, der Waschladung zuführe, bleibt mir nichts anderes übrig als mal wieder im Schlüpfer und T-Shirt auf das Trocknen der Kleidung zu warten.

Zwischenzeitlich kann ich ein paar Unterlagen am Rechner ausdrucken und meine Taschen vorbereiten.
Ich werde mit kleinem Gepäck reisen.

Der kleine Trolley reicht

Meine Beinkleider waren kaum getrocknet, da klingelte mein Telefon – keine Minute zu früh!
Rena sendet mir die Nachricht, dass sie in der Marina sei, mein Wagen wäre da.
Na das klappt ja wie am Schnürchen!

Ich treffe Rena und Ioannis und übernehme den kleinen Flitzer, danach verabschiede ich mich höflich – „…see you again in April!“

Die Mobilität ist wieder hergestellt

Zugegeben, ich „überplane“ gerne! Ich hatte soweit alles erledigt und wollte diesen letzten Tag nutzen, um meine Reise vorzubereiten – Reiseantritt ist heute Nacht um 00.30 Uhr!

NATÜRLICH war ich viel zu früh mit allem fertig! Die Wäsche von der Leine genommen, der Koffer gepackt, auf NESSAJA soweit alles klar – und jetzt?
Wie bringe ich den Tag rum???

Ok, für den Nachmittag fällt mir schon was ein…

Ich gönne mir ein letztes Speiseeisschmankerl

Ein wenig Glück spielt mir in die Karten. Brigitte und Hans, die Crew der BARCASO, sind zurück in der Marina.
Die beiden Österreicher, welche wir vor rund einem Monat mehrfach verabschiedet haben und deren Abreise sich mehrfach verzögert hatte – die Beiden also sind zurück und wollen nun auch mich im Gegenzug auf die Reise bringen.

Wir verabreden uns für ein gemeinsames Abschiedsdinner, an dem auch Susanne von der ESPERANZA teilnehmen wird.

Weil wir ein Auto haben, verabreden wir uns ins „Metzes“, dort ist es immer lecker, dort waren wir lang nicht mehr.

Das „Metzes“ ist ein einladendes Lokal
Wir sind die Ersten

Susanne war zum ersten Mal hier und hat sich ebenfalls von den netten Gastgebern und der schönen Atmosphäre einfangen lassen.

Die handgeschriebenen Speisekarten haben es ihr besonders angetan! Wir studieren diese ebenfalls und entscheiden uns dann für ein paar Meze und eine leckere Grillplatte – natürlich kommt alles in die Mitte, wir teilen…

Eleni schreibt die Karten selber
Das Essen enttäuscht uns nicht

Es war schon deutlich nach 21.00 Uhr, als wir das Lokal verlassen. Natürlich stand eine letzte Karafaki Ouzo auf unserer Rechnung, wir waren zufrieden.

Ich setze die Freunde ab, alle wünschen mir eine gute Reise, dann ziehen wir uns auf unsere Schiffe zurück.

Was tun? Ich habe noch rund zwei Stunden Zeit bis ich aufbrechen muss – tatsächlich habe ich keine dümmere Idee, als die letzte Folge „Inspector Barnaby“ vom Montag anzusehen.
Hat sich irgendwie seltsam angefühlt, zeitmäßig hat es aber genau gepasst!

Um 23.45 Uhr breche ich auf und verschließe NESSAJA…

Es ist ziemlich windig!

Ich bin vollgefressen und lag fast zwei Stunden auf der Couch, irgendwie war mir nach ein paar Meter gehen.

So entscheide ich spontan, den Wagen nicht wie ausgemacht am Port abzustellen, sondern ihn vor dem Büro des Autoverleihers zu parken.
Den Rest des Weges werde ich zu Fuß zurücklegen!

Da parkt er – NATÜRLICH verwackle ich das Bild

Ich komme exakt pünktlich im Hafen an. Genau als ich über den Parkplatz laufe, sehe ich die Fähre die Lakki Bucht durchqueren. Ich machen ein paar Aufnahmen, dann gehe ich zum Fußgänger-Wartebereich.

Diesmal mit der BLUESTAR PATMOS
Ich bin nicht alleine unterwegs – ich muss vielleicht 15 Minuten warten

Dann geht alles ganz schnell – ich gehe an Bord, schnurstracks zur Rezeption und checke in meiner Kabine ein.

Es ist schon spät, aber weil es guter Brauch ist, gönne ich mir im Haupt-Salon noch einen Absacker – dann aber heißt es „ab in die Falle“!

Meine Kabine, klein aber mein
Ein Rollo war offen, ich finde einen schönen Platz
Ein Ouzo – 4,50€ – dann heißt es ab ins Bett

Überraschender Weise schlafe ich ganz gut. Dementsprechend erholt wache ich am nächsten Morgen kurz vor dem Weckerklingeln auf.

Mein erster Weg führt mich ins Café, dort gibt es ein Sandwich und zwei Kaffee – erst dann verhole ich mich ein meine Kabine, kultiviere mich und packe meine Sachen.

In zwei Stunden würde ich in Piräus ankommen – die Uhr tickt!

Frühstück mit Aussicht
Angekommen!

Abermals geht alles ganz schnell! Das Schiff legt an, die Klappen öffnen sich und spucken die Fahrgäste auf das griechische Festland.

Ich kenne mich im Hafen von Piräus ein wenig aus, muss aber trotzdem erfragen, wo denn der Bus X96 Richtung Flughafen abfahren würde.
Die Busstation ist rasch gefunden, der nächste Bus wartet schon. Ich löse mein Ticket und warte auf die Abfahrt…

Ich war exakt eine Stunde vor Plan – die Fähre kam tatsächlich zu früh an!
Das ist nicht schlecht, so konnte ich entspannt die Busfahrt genießen, ich hatte keinerlei Zeitdruck.
Die Fahrt begann – wir passierten noch einmal den Anleger der BLUESTAR Fähre.

Die Fahrt dauert etwa eine Stunde
Alleine im riesigen Gelenkbus

Anfangs war ich ganz alleine im riesigen Gelenkbus, aber das sollte nicht lang so bleiben.
Im Großraum Piräus und Athen hatte der Bus zig Stops und es war ein reges Zu- und Aussteigen – zwischenzeitlich waren fast alle Plätze belegt.

Die Fahrt war interessant und kurzweilig und und nach etwas mehr als der planmäßigen 60 Minuten, hatten wir das Ziel der Fahrt, den Flughafen von Athen, erreicht.
Ich musste mich erst einmal orientieren – wo werde ich mein Gepäck los?

Am Flughafen hatte ich viel Zeit

Generell ist ATH ein schöner Flughafen! Alles war recht gut organisiert.
Ich hatte rasch mein Gepäck aufgegeben, an der Sicherheitskontrolle ging alles ganz schnell und so fand ich mich bereits nach kurzer Zeit vor meinem Abfluggate – hier konnte ich die Stunden bis zum Boarding warten.
Ich hatte extra für diese Wartezeit ein Buch auf mein iPad geladen.

Da kommt er an

Endlich war es soweit – Boarding begann und die Menschen suchten ihre Plätze.
Leider war meine Reihe voll belegt, aber das ist eben nicht zu ändern.
Ich mache meine Kopfhörer ins Ohr, starte meine Musik und gebe mich den Abläufen der nächsten zwei Stunden hin – ich kann fliegen nicht leiden und hoffe, dass auch dieser Kelch an mir vorüber geht!

Und das tut er!

Hallo München

Auch der Flug dauerte 20 Minuten weniger als geplant. Der Pilot gab, bereits im Sinkflug, noch die Information aus dem Cockpit, dass in München Regen und 3°C herrschten – na toll!

Dann hörte ich, wie das Fahrwerk unseres Airbus ausfuhr, der Boden war hingegen nicht zu sehen.
Erst kurz vor der Landung tat sich ein grau, braun, grüner Einheitsbrei an Landschaft auf.
Diese glänzte, weil sie vom Regen patschnass war – ich war angekommen, angekommen in Deutschland!

Am Flughafen ging alles ratzdatz. Mein Trolley war das zweite Gepäckstück am Band und ich musste nur kurz auf Sibylle und unsere Tochter warten.
Ich wurde abgeholt und wir fuhren zu Franziska nach Hause. Sie wohnt in der Nähe des Flughafens – ein unschätzbarer Vorteil für uns.

Der neue Morgen beginnt wie geplant…

Langersehnt, heißerfleht

Wir hatten ein wunderschönes, leckeres, gemeinsames Frühstück, welches aus meiner Sicht den tollen Vorabend noch toppte!
Endlich Brezn, endlich bayrische Wurst.

Natürlich war das große HALLO am Vortag Gold wert, die Familie wieder in den Arm zu nehmen, die kleine Heidi wieder zu knuddeln, dafür lohnt die Anreise.

Der heutige Tag sollte eine Fortsetzung dieser Wiedersehensfreude bieten, denn ab heute startet unser geplantes, dreitägiges Familienfest!
Sibylles Geschwister würden kommen, auch alle Kinder und Enkelkinder würden an den Schliersee anreisen.

Für uns war es also Zeit, uns zu verabschieden und die Fahrt ins bayrische Oberland anzutreten.
Am Weg mussten wir noch die bestellte Brotzeit beim Metzger abholen.

Der Landkreis Miesbach empfängt uns mit Regen
Auch das „Haus Seegarten“ am Schliersee ist grau verhangen
Ein Bergblick der keiner ist

Der Besitzer der kleinen Pension direkt am Seeufer ist mein langjährigster und bester Freund – immer wenn ich in Miesbach verweile, wohnen Sibylle und ich hier.

Wir selbst haben ja auch die längste Zeit unseres Zusammenseins hier am Schliersee gelebt, hier ist für mich Heimat.
Wenn ich in Deutschland bin, will ich hier sein!

Auch hier großes HALLO! Sibylle war schon zu Besuch hier, mein letzter Aufenthalt war aber fast ein Jahr her.
Es gab während eines kurzen Updates schon viel zu erzählen, wir würden die Gelegenheit zum Zusammensitzen noch haben.
Jetzt müssen wir aber erst einchecken und dann ein bisschen was vorbereiten, weitere Gäste würden bald anreisen.

Der Aufenthaltsraum für unsere Feier – mit Blick auf den See

Franziska, Mikey und die kleine Heidi kamen als erste Familienmitglieder an, wir hatten uns ja gestern nach meiner Ankunft schon begrüßt.
Die zweiten Gäste waren Sohn Stefan mit seiner Amelie und dem kleinen Anton.
Ich freue mich, Anton wieder zu sehen, immerhin ist das letzte und einzige Treffen von Enkel und Opa auch fast ein Jahr her.

Der Lauser erkennt mich scheinbar wieder, auf jeden Fall „fremdelt“ er nicht. Trotzdem muss ich mich damit zufrieden geben, zweite Geige zu spielen, denn der Baby-Retriever der Gastgeberfamilie, schickt sich an „Star des Abends“ zu werden…
Ok, gegen einen Welpen hast Du niemals eine Chance!

Drei Babys unter sich

Nach und nach trudeln die Gäste ein. Viele haben wir die letzten Jahre nicht gesehen, wir alle begrüßen uns herzlich.

Als Sibylles Schwester auch angekommen war, ging es zur Sache – das Abendessen musste vorbereitet werden, die Wahl fiel auf eine bayrische Brotzeit mit allen Extras.

Buffet für Käse, Salate, Brot und Brezn
Leberkas (rechts) und Kas-Leberkas (links) – I love it
Auf Wunsch Einzelner – Weißwürscht (ich nur vor 12.00 Uhr!!!)

Das Buffet wurde eröffnet! Die ganze Familie hat sich bunt gemischt zusammengesetzt und jeder hatte einmal wieder die Gelegenheit mit jedem zu sprechen.
Es tat gut zu sehen, wie gut sich die drei Generationen mischten und unterhielten.
Es sei erwähnt, dass es durchaus auch neue Bekanntschaften zu knüpfen gab, nicht alle kannten sich untereinander – dieses Manko wurde heute behoben.

Es war Zeit für mich, mir einen Teller der begehrten Köstlichkeiten zu holen. Hatte ich nicht fast zwei Wochen lang an nichts anderes als an Kas-Leberkas und Brezn gedacht???

Amelie und ich greifen zu – für drei! Oooops, hoffentlich habe ich da kein Geheimnis verraten!
Es schmeckt allen

Ein langer Tag für viele, dazu die lange Anreise für den „Karlsruher Flügel“ – wir genießen den Abend, lassen es aber nicht zu spät werden.
Morgen ist auch noch ein Tag.

Leider beginnt dieser wieder grau und trüb! Wir hatten Wetterpech, denn die Wochen zuvor war es mild und sonnig und auch nach Beendigung der Feier sollte der Frühling erste Boten schicken.

Während des Familienfestes war es aber leider eiskalt und es gab immer wieder Schneeschauer.
Trotzdem sind wir nach dem Frühstück mit den Kleinen vor die Türe…

Ich war nicht gewappnet für die klirrende Kälte…
…und auch Sibylle fror
Im Sommer gefällt mir der Schliersee besser
Die Zwacken brauchen Auslauf – und Enten gehen immer

Mir reicht´s! Ich drehe um und ziehe mich wieder in den Gemeinschaftsraum zurück.
Es ist mir einfach zu kalt. Sehr zu meiner Überraschung sind mir mehrere Familienmitgleider gefolgt, die Kälte war durchdringend und nicht viele hatten Freude an einem Spaziergang.

Das war aber egal, denn auch drinnen gab es genug Beschäftigung und Zeitvertreib.

UNO mit den Kindergarten- und Schulkindern…
…alternativ dazu „Handbillard“ – für den Queue waren sie noch zu klein

Die schönsten Momente waren aber die des intensiven Austausches mit den Enkelchen. Auch ich hatte neue Bekanntschaften zu machen, war es doch das erste Mal, dass ich den kleinen Timo kennen lernen durfte.

Es machte aber den Eindruck, dass sich hier eine sehr nette Freundschaft entwickelt.
Ich würde mich freuen, der Knabe würde mich einmal in Hellas besuchen…

Hallo, ich bin´s der Opa
Freunde für´s Leben

Auch am zweiten Tag war wieder bestens für unser leibliches Wohl gesorgt.
Es gab Nuss- und Mohnzopf zum Kaffee am Nachmittag und zum Abendessen haben uns René und Rita, unsere Gastgeber, ein herrliches Nudelbuffet gezaubert.

Es waren fantastische Tage…

Kaffee und Kuchen für alle – ein Muss
Gemeinsames Abendessen

Es gab´ so viel zu erzählen, so viele Erinnerungen auszutauschen und so viele Neuigkeiten zu erfahren – es war herrlich!

Natürlich haben sich auch die Cousins und Cousinen kennen gelernt und stundenlang miteinander gespielt, es war herrlich mitanzusehen.
Ich spürte eine große Zufriedenheit und eine große Portion Stolz.

Natürlich gibt es hunderte herrlicher Bilder, die jedoch als unsere Privatsphäre gehütet werden.
Ein tolles Fest, welches nach einer gelegentlichen Wiederholung schreit!

Manche der „Schulkinder“ wollten nicht mit auf´s Bild

So vergingen diese Tage, der Anlass, wegen dem ich so früh im Jahr angereist war.

Trotz des ekelhaften Wetters habe ich genau dies genossen. Es war schön!
Die Kinder und Kindeskinder strahlen so eine Lebensfreude aus – FOREVER YOUNG!

Die Zeit bis zur Abreise der Lieben verging viel zu schnell – meine Tochter verabschiedete sich mit Familie Richtung Bodensee, die Karlsruher Fraktion trat ebenfalls die Fahrt nach Baden-Württemberg an.

Ich tröste mich damit, dass die Pause bis zum nächsten Besuch in Deutschland diesmal nicht so lang werden würde, zudem war klar, dass wir die anderen drei Kinder nebst Familien noch einmal treffen würden während wir hier waren.

Während der Verabschiedung der Kinder beginnt ein zweiter Handlungsstrang meines Besuches…
Mein Sohn fragt René, „…sag´ mal, was ist denn mit Deinem Audi passiert?“
Der Freund wundert sich über den scharfen Blick und bestätigt, dass sein A6 Quattro einen Achsschaden unbekannter Herkunft hat – es hätte keinen Rempler gegeben!

Steht schief

Ich frage mehr nebenbei, was jetzt mit dem Wagen passieren würde. Mein Freund entgegnet, „…er fliegt auf den Schrott!“
Ich erwidere, „Du weißt, dass ich sowas suche?“
Seine Antwort war kurz und schmerzlos, „Nimm´ ihn, Du kannst ihn haben! Reagiere schnell, er hat nur noch diesen Monat TÜV!“

Ich reagiere – sofort, kurzentschlossen, ohne Zögern.
RB89 ist jetzt UNSER neues Muli – ideal für die Hausrenovierung und mehrmaliges Pendeln zwischen Deutschland und Hellas!
Einen Tag später bin ich auf der Zulassungsstelle und verbriefe den Halterwechsel.

Vollausstattung – 373.000km 🙂

Gut wäre, wenn man jemand bei Audi kennen würde… 😉
Da kommt jetzt mein Sohn Stefan ins Spiel – sofort entwickeln wir beide eine Reparaturstrategie für den alten Boliden.

Ein neues Projekt!!!

Sibylles Schwester war einen Tag länger geblieben. Es wurde seitens ihrer die Forderung nach einem Schweinebraten nebst Knödel und Soße laut.
Da dies ebenfalls auf meiner Bucketlist stand, fand sie in mir einen Unterstützer – das war wichtig, denn nur zu zweit konnten wir den Besuch der Traditionsgaststätte „Bräustürberl Tegernsee“ abwenden!
Dort gab es zwar Schweinebraten oder Haxn – aber ohne Knödl und Soß´ – und des geht gar ned!

So trotzten wir dem miesen Sauwetter und fuhren die paar Kilometer bis zur Gaststätte des „Kloster Reutberg“, auch sehr traditionell, auch mit eigener Brauerei.
Und die Fahrt hat sich gelohnt!

Nahe der Schneefallgrenze bei der Abfahrt
Herzliches Willkommen im „Kloster Reutberg“
Vor einer Woche war der Biergarten geöffnet – heute fing es an zu schneien

In der Traditionsgaststätte gab es alles was unser Herz begehrte, es war Starkbierzeit, also ein „Josefi-Bock“ als erste Runde.

Danach die von mir heißgeliebte und sehnlichst gewünschte Kaspressknödlsuppn, ein Gedicht gerade an so kalten Tagen.

Last not least – der Krustenschweinsi mit Biersoß´ , Knödl und Krautsalat.
Bayrische Tradition geht durch den Magen – probiert´s es, dann spürt´s es!

Reutberger Josefi-Bock, so ein Bier gibt´s in Griechenland nicht!!!
Heiße Suppe, ein Seelenschmeichler an kalten Tagen
Dafür fährt man schonmal ein paar Kilometer

Wir hatten einen netten bayrischen „Abschlussabend“, denn morgen würde auch Sibylles Schwester die Heimreise antreten.
Unsere Rückfahrt war anstrengend, denn es gab für ein paar Stunden heftiges Schneegestöber – der Winter fuhr seine Krallen noch einmal aus, dann sollte er dem Frühjahr weichen! Zumindest für die nächsten Tage…
Zurück in unserer Herberge, dem „Haus Seegarten“ am Schliersee, genehmigten wir uns noch einen Absacker, dann war das Familienfest 2025 final beendet!

Die neue Woche beginnt und der Terminkalender von Sibylle und mir war voll bis zum Anschlag – es galt Freunde in Deutschland zu treffen.
Es sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass der Wetterbericht ein Ende der Kälteperiode verheißt, es sollte der letzte graue, kalte Tag werden…

SCHNEE! Die eisige Klaue des Winters greift nach mir

Den Anfang unserer Besuchsserie sollten Kristina und Volker machen – ein Treffen völlig losgelöst von ELOWYN, diese würde uns erst im Mai wieder zusammenführen.
Da die Beiden am Rückweg von einem Skiwochenende waren, haben wir uns kurzerhand beim „Dinzler“ verabredet.
Das Café war früher unsere Stammgaststätte und lag am Weg der Freunde…

Wir warten und sehen uns im Shop um – wir brauchen noch ein Geburtstagsgeschenk
Wie damals, ist das hippe Lokal auch heute gut besucht

Man kennt Sibylle und mich noch, wir bekommen sofort einen Tisch. Perfekt! So steht einem netten Plausch bei Kaffee und einem Stück Kuchen nix im Weg.

Leider trennen sich unsere Wege bereits nach einer Stunde wieder. Die Freunde müssen heim und wir haben noch die Beschaffung eines Geburtstagsgeschenkes für die Tochter meines Freundes vor der Brust.

Es soll eine Pflanze für das neue Haus werden, also fahren wir zum nächstgelegenen Gartencenter.

Dem Schnee wieder sehr nahe

Wir entscheiden uns – was Wunder – für ein Olivenbäumchen und hoffen, dass Tina gelegentlich an uns denkt.

Ich kenne die junge Frau seit ihrer Geburt und ich freue mich genau wie bei meinen Kindern, dass sie ihr Leben fest im Griff hat.

Umso mehr freut es mich, dass wir ihre Eltern zum familiären Geburtstagsessen begleiten dürfen.
Wir sind das erste mal im neuen Häuschen zu Gast, es gibt viel zu erzählen und erfahren – wir haben einen sehr netten Abend.

Tina kocht etwas Leckeres für uns, es gibt lokales Bier und die Mama spendiert den Kuchen – wie immer ein Gedicht.
Kein Wunder, dass es spät wird 😉

A Flötzinger zum Lauch-Cremesüppchen
Erdebeer-Mascarpone Verführung

Im Schneetreiben fahren wir zusammen mit den Eltern nach Hause, wir palavern über alte Zeiten und sind allesamt stolz auf unseren Nachwuchs – die Gegenwart gehört ihnen und auch wenn wir das manchmal nicht so recht glauben wollen, der Staffelstab ist längst übergeben.
FOREVER YOUNG!

Am Folgetag erreicht uns ein Alarmsignal von Schwiegertochter Sonja – Enkelchen Benno sei krank und sie müsse dringend in die Arbeit.
Ob wir wohl einspringen können?
Klar helfen wir! Besser gesagt Sibylle hilft, denn ich habe heute einen Termin in München…

Die Audi Filiale München-Trudering der MAHAG – bei Kaiserwetter

Wenn Engel reisen! Kaiserwetter! Stahlblauer Himmel, angenehme Temperaturen, die dicke Jacke bleibt das erste Mal im Kofferraum.

Wer nun denkt, dass ich den Tempel der Horch Fahrer besuche, um dort den uralten A6 zur Reparatur zu bringen, der irrt gewaltig!
Die aufgerufenen Stundenverrechnungssätze würden mein Budget erheblich sprengen!
Immerhin kostet eine Arbeitsstunde inzwischen soviel wie 110 Kugeln Eis bei „Repapis“ – die Entscheidung fällt mir nicht schwer.

Was führt mich also ins Zentrum der vier Ringe?

Ich besuche meinen Junior

Ich bin meinem Sohn die Einlösung eines Versprechens schuldig, ich wollte ihn nämlich lang schon im neuen Autohaus seines Arbeitgebers besuchen.

Wir trinken einen Kaffee zusammen und plaudern über Automotive-Themen – auch in diesem Feld habe ich meinen Platz längst an den Junior übergeben und agiere nur noch als Ratgeber.

Ja, zugegeben, mein „neuer“ A6 ist auch kurz Thema, ich hole mir die Zusicherung ab, „…dass man sich um alles kümmern würde!“
Ach ja, die Übergabe von organisatorischen Themen kann auch Spaß machen 😉

Am Rückweg besuche ich noch Gabi und Gottfried von der HARMONY, sie wohnen gleich in der Nähe und sind, die Welt ist so klein, Kunden von meinem Sohn.
Eine gemeinsame Brotzeit ist drin, dann geht es zurück nach Hause – ich muss Sibylle abholen!

Zurück in Schliersee überwältigt uns die Stimmung…

Wunderschön – bei schönem Wetter

An diesem Abend waren wir von früheren Nachbarn die uns als Freunde ans Herz gewachsen sind, zum Essen eingeladen.
Eine kurze Fahrt nur, dennoch eine Fahrt durch die Vergangenheit – Schliersee war eine schöne Zeit…

Tagsüber waren die Temperaturen also auf März-Normalniveau. Nachts und am Morgen aber auf keinen Fall!
Mein Job war es, jeden Morgen Semmeln und Brezn beim Bäcker zu holen – dafür musste ich, zweimal, das Auto freikratzen.
Wie ich das hasse…

Brrrr – definitiv 25°C zu wenig!!!

Aber sobald die Sonnenstrahlen den Weg über die Bergkante gefunden hatten, schnellten die Temperaturen nach oben und die dicke Jacke hatte Pause – wir waren auf dem richtigen Weg!

Nun, keinen Tag zu spät, denn inzwischen war kalendarischer Frühlingsanfang.

So kann man es aushalten

Heute habe ich, nach sehr vielen Jahren einmal wieder, die Gelegenheit meinem Freund René bei einem seiner Autos zu helfen – Ehrensache!

Nachdem er ja sehr fahrlässig seinen Audi verschenkt hatte 😉 , brauchte er einen neuen Zweitwagen und hatte daher beschlossen, seinen inzwischen 40 Jahre alten „Jubilee“ Käfer nach 20 Jahren Standzeit „wachzuküssen“.

Der 1985er „Jubi“ – ich kenne den Wagen seit er ihn hat

Erste Startversuche hatte er, ambitionierter Weise, selbst und ohne Vorbereitung vorgenommen – aber so einfach wollte der temporär vergessene Luftboxer es seinem Besitzer nun doch nicht machen.

Ich höre die Geschichte und verspreche – „…wir starten den Jubi, auf geht´s!“
Und so kommt es, dass wir beide nach Jahrzehnten mal wieder gemeinsam an einem Luftboxer schrauben – für alle die uns länger kennen sicher eine Erwähnung wert!

Wie früher

Ihr könnt es euch nicht vorstellen, das war vor vielen Dekaden unsere Leidenschaft – Käfer und Busse, vornehmlich mit luftgekühlten Boxermotoren!

Glaubt ihr nicht??? Ich gestatte einen kurzen Blick ins Nähkästchen 😉

1997 – Dachtransplantation

Zurück in die Zukunft! Heute haben sich unsere Interessen verändert, ich gehe ein bisschen zurück zu den Wurzeln, schraube aber lieber an Booten, René kümmert sich um Haus, Hof, Pferde und Kutschen – Freunde sind wir aber immer noch, seit inzwischen mehr als 40 Jahren!

FOREVER YOUNG… (im Herzen, die Körper kommen in die Jahre)

Ach ja, der Käfer läuft! Wenn ich das nächste Mal ins Oberland komme, hole ich meinen Audi ab und René und Rita werden mit dem 34PS Jubi rumflitzen.

Szenenwechsel – heute Abend treffen wir uns mit Christine und Nader, den Schwiegereltern unserer Tochter Franziska, zum Abendessen.
Die Freunde und wir lieben das gehypte Steakhaus „Kaminstub´n“ in Bayrischzell gleichermaßen, so war es klar, dass wir einen der begehrten Tische reserviert haben – vor drei Monaten!

Wir waren abermals begeistert!!!

Der Grill in der Gaststube war schon befeuert
Als Vorspeise einen Salat – immer! Klein, mittel oder groß (hier mittel)
Wir genießen und haben Spaß
Die Wirtin erklärt was es heute gibt – Vegetarier sind fehl am Platze
Die Bestellung wandert auf den Grill…
…und von dort direkt auf den Teller – oder besser, das Brett

Ich ordere ein 600gr. US Dry-Aged Rib-Eye. Das bestellte Steak kommt auf den Punkt medium und schmeckt vorzüglich – es ist jeden Cent wert!

Zum Abschluss soll es einen Nachtisch geben – eigentlich wie immer! Wir kennen das angebotene Walnusseis mit warmer Karamelsoße schon seit jeher und bestellen auch diesmal die klebrige Verführung.

Kalorien? Heute kein Thema
Ekstatische Freude – das Wasser läuft im Munde zusammen
Sibylle schlotzt ihr Töpfchen nicht aus – aber ich lasse keinen Tropfen verkommen

Was für ein herrliches Dinner! Der Besuch der „Kaminstub´n“ ist im Winter ein guter Brauch geworden, das werden wir fortsetzen!

Umso schöner war, dass die Freunde mit dem Wohnmobil angereist waren und am Schliersee einen Stellplatz gefunden hatten.
Wir konnten uns im „Haus Seegarten“ ein letztes Absackerbier gönnen, keiner musste mehr fahren.

Der neue Tag begann doof. Nicht für alle, aber für Sibylle! Ihre lang geplante OP stand an, sie musste morgens nüchtern beim Arzt erscheinen.
Frühstück fällt also für uns Beide aus, ich fahre meine Gattin um 08.00 Uhr an den Tegernsee und gebe sie beim Doktor ab.

Dann fahre ich nach Miesbach – ich habe Besorgungen zu erledigen und möchte frühstücken. Ein Sandwich vielleicht…
Ich fahre 10 Minuten – oder doch lieber ein Rührei und eine Butterbreze?
Nach weiteren 5 Minuten Fahrt – ich könnte auch beim Lieblingsmetzger „Holnburger“ eine der exorbitanten Kas-Leberkassemmeln frühstücken.

Bis ich ankam hatte ich jegliche Zurückhaltung verloren…

Ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften

Als ich gefrühstückt hatte und alle Einkäufe getan waren, fuhr ich zurück zum Tegernsee, in der Hoffnung, dass ich die Zeit zur Abholung meiner Gattin in etwa erwischen würde – und so kam es…

Ich war gerade in Tegernsee Ort, da klingelte mein Telefon. Am anderen Ende der Leitung meine Sibylle, die mit dünnem Stimmchen um Abholung bat – „…ich bin in fünf Minuten da!“

Im Laufe der Fahrt zurück nach Schliersee, erholte sich meine frisch operierte Frau aber schnell, so war es ihr Wunsch, noch die Einkäufe für das morgen anberaumte Grillfest zu erledigen.
Da ihr Befehl mein Wunsch ist, fand ich mich ein zweites Mal an diesem Tag beim Traditionsmetzger „Holnburger“ wieder.

Noch wirkten die Schmerzmittel sehr gut – das sollte nicht so bleiben

Wir kauften für ein mittleres Vermögen Grillgut ein und wunderten uns darüber, wie die Preise in Deutschland angezogen haben.
Fleisch ist auf Leros deutlich billiger – und „Hatzigrigoriou“ steht „Holnburger“ in nichts nach!

Sibylle war im Flow – Operation erledigt, der Einkauf des Grillguts auch. Sie verlangt nach einem Stück Kuchen – klar, sie hatte ja noch nicht gefrühstückt!

Und wo könnten wir Kuchen besser kaufen als im famosen, über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten „Winkelstürberl“???

Kuchenkauf im Kultcafé

Jetzt aber! Zurück ins „Haus Seegarten“ – wir mampfen die Kuchenstücke, die so groß sind wie Anhänger-Unterlegkeile, zusammen mit René und Rita, dann verlangt Sibylle nach einer Pause.

Das passt, so können René und ich noch ein paar Handgriffe an den Autos machen.
Er poliert den Jubi-Käfer, ich möchte den Audi zur Abholung für meinen Sohn vorbereiten…

Zufrieden? Der zinngraue „50 Jahre“ Jubiläumskäfer glänzt im Hof
Auch der Audi ist fertig – Stefan kann ihn holen

Ein lautes BIMM schallt aus meiner Hosentasche – nanu, wer sendet mir da eine WhatsApp?
Ah, ich sehe sofort, die Absender sind Brigitte und Hans, die Nachricht kommt aus Leros!

Ich gehe davon aus, dass sie keine Hiobsbotschaften überbringen und lese die Zeilen mit Freude…
„Jeder freut sich über eine positive Meldung bezüglich seines verwaisten Schiffes – bei NESSAJA ist alles ok!“

Das freut mich wirklich! Als „Beleg“ haben die Freunde ein Bild angehängt.

Sieht alles gut aus – ich bin entspannt

Weil ich gerade dabei war, kontrolliere ich gleich noch die elektrische Anlage und den Batteriestatus per Fernüberwachung – auch hier alles ok.
Bezüglich NESSAJA kann ich entspannt bleiben.

Auch Sibylle hat das Päuschen gut getan. Sie hat sich ein bisschen erholt und gesammelt und das ist auch gut so!
Denn obwohl frisch operiert, hat sie uns einen weiteren Besuchstermin bei Freunden in den Kalender gepackt.

Heute Abend sind wir bei Kate zum Dinner geladen…

Ein netter Willkommensgruß

Kate und ihre Schwester Lisa haben uns ja schon mehrfach im Urlaub und auf den beiden NESSAJAs besucht.
Es ist Ehrensache, dass wir uns immer treffen, wenn wir in Deutschland verweilen.
Die Tatsache, dass die beiden jungen Frauen im Landkreis wohnen, macht dieses Vorhaben einfacher.

Kate hat Spaß daran, mit Freunden die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ nachzuahmen.
Da sie erst kürzlich die Gastgeberin war, kommen wir in den Genuß, die für diesen Anlass kreierte Speisenfolge zu genießen – es war die Wucht!

Einem speziellen „Falten-Nussbrot“ (nie vorher gesehen oder gehört) mit einem „Flammkuchen Aufstrich“, folgte eine Roulade mit einer Nussfüllung!
Das Ganze abgerundet durch ein göttliches Desert…

Seeeehr lecker!

Wir haben fürstlich gespeist, dem Dinner das Prädikat „perfekt“ bestätigt und, wie eigentlich immer mit den Beiden, sehr kurzweilig geplaudert.

Erst nach 22.00 Uhr hat die Müdigkeit und das Pochen in Sibylles Hand dem Beisammensein ein Ende gesetzt – Danke Kate, dass wir da sein durften!

Es schien sinnvoll, an diesem Abend nicht zu spät ins Bett zu gehen, denn für den Folgetag hatten wir abermals „volles Programm“!
Ein Besuch im Tierpark Hellabrunn in München stand an – Treffpunkt 10.00 Uhr am Parkplatz 1!

Sibylle und ich stellen den Wecker, duschen, frühstücken und fahren rechtzeitig los – wir haben das schleichende Gefühl, dass wir an diesem Samstag mit Kaiserwetter nicht die Einzigen sein werden, die diese glorreiche Idee haben.

Wir kommen um fünf Minuten vor 10.00 Uhr am Parkplatz 1 an…

Uff – Menschenmassen

Die Parkeinweiser fuchteln mit den Armen als wollen sie abheben, die Schlange vor dem Parkticketautomaten baut sich auf, ich kann gerade noch – ohne langes Anstehen – ein Parkbillet erhaschen!

Der Parkplatz füllt sich rasend! In dem Moment ruft Franziska an, sie würden sich „nur zehn Minuten“ verspäten – mir schwant Fürcherliches!

Und tatsächlich – weitere fünf Minuten später ist der Pakplatz voll! Der Parkeinweiser erklärt uns, dass er jetzt 300 Autos in 60 Minuten eingewiesen hat und somit seine Pause verdient wäre.

Ok, von mir aus – aber wo treffen wir jetzt die Kinder?
Sibylle und ich entern erstmal den Tierpark, dann brauchen wir einen neuen Treffpunkt!

„Setz´ Dich mal da hin“

Mein Weib befiehlt mir, mich auf eine Bank am Ententeich zu setzen. Da sei ich „gut aufgeräumt“.
Dann telefoniert sie mit ihrer Tochter – ich bin genervt…

Trotz meiner Unkenrufe klappt es recht gut, dass wir uns entgegengehen und auch nicht verpassen – wir können uns den Tieren widmen.

Und das ist echt schön hier, ich mag den Tierpark!

Hab ich schon in FREIER Wildbahn gesehen – nicht im Nationalpark!
Affenmama mit Baby – hab ich auch schon…

Ich erzähle, dass ich verschiedene Tiere schon in freier Wildbahn gesehen habe.
Klar, einige davon in einem Nationalpark, andere aber wirklich frei! Ich schwärme und erzähle blumige Geschichten – bis ich merke, dass mir niemand zuhört. Wie gemein meine Familie ist!

Naja, erfreue ich mich eben an den schönen Gehegen hier im Zoo – auch wenn es etwas anderes ist…

Das Nashorn posiert
Der König der Tiere sonnt sich
Die Kleinen lieben die Elefanten
Anton, wie macht der Elefant? Töröööö

Wir haben einen wirklich entspannten und schönen Tag, zusammen mit Enkelchen Anton und Heidi und unseren Kindern.
Glücksmomente, die wir von Herzen genießen.

Dazu kommt das tolle Wetter an diesem Tag und auch eine gewisse Freude darüber, dass sich die Menschenmassen ganz gut verteilen.

Klar, dass so ein Tag auch Hunger macht – also gibt es zur Mittagszeit eine Pause.

Nein, der Kleine bekommt (eigentlich) was Gesundes, kann aber bei Papas Chicken-Nuggets nicht widerstehen
Was für ein toller Frühlingstag

Wir gehen noch verschiedene Stationen ab, dann muss Sibylle passen! Ihre Hand pocht, sie möchte nach Hause.
Ist aber kein Beinbruch, denn es ist inzwischen 15.30 Uhr und wir sind ohnehin fast komplett durch – es gibt das obligatorische Erinnerungsfoto, dann brechen Sibylle und ich ab.

Die Hand schmerzt – gute Mine zum bösen Spiel

Wir verabschieden uns von der Familie, verlassen an dem Ausgang nahe unseres Autos den Zoo und fahren zurück an den Schliersee.
Dort angekommen, sehen wir uns die Karte des Tierparks noch einmal an – wow, ganz schön große Runde!

Ein toller Ausflug mit den Kindern, ein toller Tag!

Hellabrunn ist groß – man kann sich ohne Weiteres einen Tag dort aufhalten

Ein solcher Tag schreit nach einem „großen Finale“! Und das soll es auch geben…

Wir haben mit Rita und René ausgemacht, dass wir zusammen grillen. Wir möchten das Grillgut spendieren, René heizt den Grill an – dass es sich bei dem „Thüros“ Grill um meinen alten Grill handelt, macht die Sache rund.

Echt gefreut haben wir uns, dass unsere Freunde ihre Kinder mit Partner eingeladen haben.
So haben wir die Gelegenheit auch Tina und mein Patenkind Robin noch einmal zu treffen und etwas mehr Zeit in geselliger Runde mit ihnen zu verbringen.

Die Enkel der Freunde spielen im Garten, die Hunde versuchen mitzuspielen
Immer im MIttelpunkt – Welpe Nino
Sibylle hat Hunger – „…wie lang dauert´s noch???“
Nicht mehr lang!

Wir haben einen echt schönen Abend – mit sehr lustigen und kurzweiligen Gesprächen, aber auch mit ernsthaftem Austausch.
Es war schön…
Ich bin glücklich, dass man echte Freunde nicht verliert, wenn sich Distanzen vergrößern!

Erst spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf – ich falle erschöpft, todmüde, aber zufrieden ins Bett!

Tags darauf ruft die Pflicht – ich muss ein wenig an den Autos basteln. An Renés Käfer demontiere ich die Kraftstoffpumpe noch einmal und baue sie, mit einer inzwischen beschafften Dichtmasse, wieder fachgerecht ein.
An unserem Honda Civic hingegen, muss ich den Radlauf ankleben!

Hier hilft Karosseriekleber

Den Karosseriekleber habe ich, zusammen mit der Dichtmasse, gestern bei Stahlgruber gekauft.
Ich habe vor Jahren in der Filiale Ottobrunn mehrfach Schulungen abgehalten, aber inzwischen kennt mich dort niemand mehr.

Der Schaden am Civic ist seltsam – als Ich Gabi und Gottfried in München besuchte, habe ich in einer Anwohnerstraße am Gehsteigrand geparkt.
Als ich zurück zum Wagen kam, hing der Radlauf davon!
Ich kann nicht sagen, wie das passiert ist – nur soviel, ICH bin mir keiner Schuld bewusst!

Egal, alles Aufregen brächte nix, so klebe ich den Plastikrand einfach wieder an – das klappt ganz gut, die kleinen Schrammer spielen bei einem Wagen dieses Alters keine Rolle.

Hält bombenfest

Ein weiterer Abschied stand an – wir waren zum Abendessen zu Florians Familie eingeladen.
Sibylles Sohn kam aus dem Urlaub aus Kirgistan zurück und wir wollten ihn noch einmal kurz treffen.
Auch Sonja und die Jungs waren zuhause – eine gute Gelegenheit, sich nach der abendlichen Brotzeit von allen zu verabschieden.

Witzig für mich war, dass Sibylle begeistert des Sohnes Bilder angesehen hat – was für ein tolles Land!
Als ich ihr seinerzeit von Kirgistan erzählte, wollte sie die Bilder nicht sehen – alles Schurkenstaaten, „…dahin brächten mich keine 10 Pferde!“

Der Blickwinkel setzt den Maßstab…

Die Uhr läuft rückwärts, die letzten zwei Tage Deutschland brechen an. Dieser Montag ist der erste Tag, an dem vermeintlich keine Termine anstehen.
Ich freue mich auf eine Ruhepause, denn auch das Wetter war auf deutsches Normalniveau zurückgefallen – es regnete in Strömen!

Grau und tiefhängende Regenwolken über Schliersee

Doch leider wurde nix aus der Ruhepause! Zuerst mussten wir wegen einer Reservierung im Gasthaus noch einmal umziehen – dies war aber im Großen und ganzen rasch erledigt.

Dann aber rollte eine Welle von WhatsApp Messages über mich herein – auf Leros geht es los, der Verkaufsprozess meines Hauses ist gestartet!

Ich müsse das Geld anweisen, man bräuchte noch Steuerinformationen und überhaupt – „…when will you be back???“
Die Beantwortung all der Fragen und das Kümmern um die Bezahlung einiger Verwaltungsgebühren dauerte eine ganze Zeit, der Vormittag verging so wie im Flug.

Ich war kaum fertig, mahnte mich Sibylle schon zum Aufbruch – sie müsse noch einmal zum Arzt, alles müsse für die Weiterbehandlung der Hand in Griechenland vorbereitet werden.

Erst nach unserer Rückkehr blieb Zeit für Kaffee und Kuchen mit unseren Freunden.
Als Appetitanreger zeigte uns Sibylle das Bild ihrer Hand – aufgenommen beim Arzt am heutigen Vormittag!

Flickschusterei an der Hasenhand

Ich bot mich zum Fädenziehen an, aber dieses Angebot wurde vehement abgeschmettert! Pffft, Banausen!

Draußen schüttete es immer noch wie aus Kübeln.
Der Nachmittag gab Zeit für eine kleine Rast, tat auch Not für Sibylle – sie fand ein wenig Ruhe beim Lesen…

Arme Sibylle

Morgen früh würden wir im „Haus Seegarten“ bei Rita und René auschecken.
Es war schön wie immer – ich hatte es ja bereits erwähnt, für mich ist es Heimat.

Es war mir ein Anliegen, eine letzte Einladung auszusprechen und ein „Abschiedsessen“ auszurufen.
Ich wollte noch etwas Asiatisches essen, unsere Wahl fiel auf das „Tahori“ in Miesbach – und es war ausgezeichnet!

Eine bunte Vielfalt an Dips

Wir unterhielten uns gut, blickten zurück und nach vorne – eines war schnell klar, „heute ist nicht alle Tage, ich komm´ wieder, keine Frage!“

Ehrensache, dass wir im „Seegarten“ noch einen Absacker zu uns nahmen, dann hieß es „Servus bis zum nächsten Mal!“

Eine Runde Whisky von der lokalen Distillerie

Am nächsten Morgen mussten wir früh los – ein letzter Verbandswechsel am Tegernsee, dann hieß es für uns „auf nach Erding“ zur Familie von Sibylles Tochter.

Nicht nur, dass der Familienbesuch immer ein wunderschöner Ausklang beziehungsweise Start ist, die Nähe zum Flughafen macht unsere Planung einfach leichter.

Auf meiner Bucket-List war nur noch ein einziger offener Punkt zum Thema „Essen“ – alles, wirklich ALLES hatte ich bekommen, nur ein Weißwurstfrühstück fehlte noch.
Zum Glück konnte ich Mikey als Mitstreiter gewinnen…

Das Düpferl auf dem i

Es sollte noch einmal ein herrlicher Abschlusstag werden! Einige Familienmitglieder gaben sich ein letztes Stelldichein um uns gebührend zu verabschieden.

So kam Amelie noch einmal vorbei und brachte Enkelchen Anton mit – der Bub hatte Spaß am Bällebad und wir beim Zusehen…

Anton im Bällebad

…auch Christine und Nader kamen noch einmal aus dem Nachbarort. Ich übergab die Schlüssel zum Honda, der Wagen hat hier seinen Platz.

Dann wurde der Grill angeheizt und wir genossen einen herrlichen Abend.

So schön

Der 26.03. – der Wecker klingelt um 07.00 Uhr, wir machen uns gemütlich fertig.

Sibylle hat Streß! Die am Hinweg locker gepackte Tasche spannt in alle Richtungen.
Sie selbst kann sie nicht mehr heben. Es keimt die Angst auf, dass die zulässigen 23kg bei Weitem überschritten sind.

Ich schmunzle und wiege mein Gepäck – übrigens habe auch ich aufgepackt und zusätzliche Sachen im Köfferchen 😉

Mario – 9kg

Natürlich liegt die Annahme nahe, dass Sibylle soviel Gepäck braucht, weil sie soviel länger in Deutschland war – dies ist aber im Zeitalter der Waschmaschine kein tragfähiges Argument mehr.

Zudem würde der Vergleich der nicht benötigten Kleidungsstücke bei mir und ihr, die Wahrheit schonungslos offenlegen!

Ich nehme es vorweg, ihre Tasche wiegt jetzt 20kg, immerhin ein Plus von 9kg zum Hinflug, ist aber damit im grünen Bereich.

Nach dem Frühstück geht es los – Mikey fährt uns zum Flughafen, der ist nur etwa 10 Fahrminuten entfernt.

Wir sind da

Ein kurzer, letzter Abschied auf der „Kiss & Goodbye Lane“, dann gehen wir zuallererst zur Gepäckaufgabe um das ganze Zeug loszuwerden.

Uff – endlich!
Unsere Heimwägung bestätigt sich

Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle, müssen nirgends lange warten und haben somit Zeit für einen letzten Cappuccino auf deutschem Boden.

Pünktlich wird zum Boarding aufgerufen – für mich beginnt nun der anstrengende Teil der Reise.

Gleich geht es los
Ein A320neo wird uns nach Athen bringen

Ganz ehrlich – Fliegen ist abartig!

Ok, ich mag es generell nicht, weil ich die dritte Dimension nicht leiden kann.
Meine abgeschwächte Form von Flugangst, nennen wir es lieber Flugabneigung, kann ich rational gut lösen – wenn da nicht die Menschen wären!

Ich staune immer wieder, wie dämlich sich manche Zeitgenossen verhalten können.
Damit meine ich nicht Fehlerchen aus mangelnder Erfahrung, wie zum Beispiel mit einer Patronenhülse am Schlüsselbund durch die Sicherheit zu gehen (echt passiert – life gesehen!) – ich meine mehr, wie immer eigentlich, die rücksichtslosen und gleichgültigen Zeitgenossen.

Die Renaissance des Rucksacks zum Beispiel! Generell praktisch, ist der Rucksack in einem schmalen Gang, in dem sich der Träger nach links und rechts dreht um seinen Sitz zu finden, für alle anderen Passagiere nichts anderes als ein gemeiner Punchingball.

Das Befüllen der Staufächer über den Sitzen, lautes Telefonieren mit Freisprechen während des Boardings, die Organisation des Hinsetzens und eventuellen Platzmachens – ich könnte ewig weitermachen…

Last not least – die netten Mitmenschen, welche auf einem zwei Stunden Flug ihren Sitz sofort nach dem Hinsetzen in Schlafposition bringen müssen.
Das tut man nicht! Naja, und mich trifft es dann halt immer doppelt…

Da geht nix mehr mit Tisch

Während ich also überlege, ob ich dem Schläfer vor mir seinen Kopf kraulen soll – der war mir sehr nahe, kommen wir dem gelobten Land rasch näher.

Ich verwerfe meine zärtlichen Pläne, denn mit dem Überfliegen der griechischen Grenze, gehe auch ich wieder in den entspannten „Hellas-Modus“ über.

Trotzdem – ich hasse Fliegen und ich werde mir da was überlegen.

Bus fahren mag ich viel lieber!

Geschafft – wir sind auf dem Weg zum Hafen

Ein letztes Mal beweisen mir meine Mitpassagiere, dass Gruppendenken nicht die Kernkompetenz des Homo Sapiens 2025 ist.
Das Verlassen eines Flugzeuges ist am Gate schon eine Riesenherausforderung, wie mag das in einem Notfall sein – ich mag nicht einmal daran denken!

Wir müssen relativ lange auf unser Gepäck warten, erwischen aber trotzdem einen Bus früher als den, welcher bei uns als die spätestmögliche Option am Reiseplan stand.

Um etwa 16.30 Uhr, also eineinhalb Stunden vor Abfahrt der Fähre, waren wir am Hafen.

Diesmal mit der BLUESTAR 1 – sie wartet schon

Sibylle kauft uns im Café am Fährterminal noch Sandwiches zum Abendessen, dann checken wir ein und beziehen zuerst unsere Kabine.

Die große Tasche bleibt unten im Gepäckraum, das kleine Gepäck kann in der Kabine gelagert werden.

Zum Glück hatten wir uns eine Außenkabine gegönnt – nicht wegen des Fensters, sondern wegen der Betten, welche nicht als Stockbetten gebaut sind.
Sibylle könnte wegen ihrer Hand nicht oben schlafen…

Schöne Kabine

Danach handeln wir wie immer – wir suchen uns ein nettes Plätzchen am Fenster, gönnen uns eine Kleinigkeit zu trinken und essen unsere Sandwiches.

Etwas lesen, ich tippe ein paar WhatsApp und Mails um mitzuteilen, dass wir gut auf der Fähre angekommen sind.

Zu guter Letzt gibt es einen Ouzo als Absacker, diesmal mit Chipsbegleitung – ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass die Chips auf Sibylles Wunsch hin gekauft worden sind! 😉

Dann geht´s ab ins Bett

Die Idee ist, dass wir danach zeitig ins Bett gehen – es ist etwa 21.00 Uhr – um dann mit dem Weckergeläut um 03.00 Uhr aufzustehen.

Ich würde danach wach bleiben wollen, Sibylle will versuchen, dass sie auf NESSAJA noch eine Mütze voll Schlaf findet.

Das alles gelingt gut, ich schlafe perfekt und als der Wecker uns zu unchristlicher Zeit aus dem Schlaf holt, verlassen wir gerade Patmos.
Wir sind also in der Zeit!

Voll im Plan

Dann geht es wie immer recht rasch. Wir bereiten uns vor, checken aus und warten nur kurz auf das „Disembarking“, das Verlassen der Fähre.

Der Wind auf Leros ist relativ lau, wir verlassen das Fährgelände und werden von Mario von der SAGITTA abgeholt.
Der Bemitleidenswerte hat es sich nicht nehmen lassen, uns zu dieser Stund´ abzuholen, dafür danken wir ganz sakrisch!

Wir verlassen die Fähre, Leros hat uns wieder

Mario hilft auch noch, die Taschen zu NESSAJA zu tragen, dann zieht sich der Freund zurück.
Wir werden uns in ein paar Stunden noch einmal offiziell begrüßen.

Kurzer Sidekick zum Thema Freundschaft – seine Frau Eva hat, in Anbetracht von Sibylles Handicap, schon einen Speiseplan für die kommende Woche aufgestellt. Wie lieb!

Wir wuchten die Taschen auf unser Schiff, ich mache die notwendigsten Handgriffe um Strom, Wasser und Abwasser in Betrieb zu nehmen – dann kann sich Sibylle noch einmal auf´s Ohr hauen.

Angekommen – zurück zuhause

Ich dagegen beginne mit dem Auspacken, verräume alles was nicht Kleidung ist und koche mir eine Tasse Kaffee.

Dann habe ich Zeit! Die möchte ich nutzen – also schreibe ich den Blog und tippe exakt diese Zeilen, ich bin wieder tagesaktuell!

Ab jetzt beginnt wieder der Alltag – und wir haben viel zu tun!

Als Erstes möchte ich duschen! Auf dem Weg zum Waschhaus würde ich mein Motorrad auspacken und dieses dann in Betrieb nehmen.
Gedacht – gemacht! Ich genieße es, das Duschhaus für mich alleine zu haben, ich bin an diesem Tag der vielzitierte „frühe Vogel“.

Zurück auf NESSAJA tausche ich den Kulturbeutel gegen die Zündschlüssel – ich freue mich auf mein Mopped.

Der Himmel ist grau, das Wetter ist schlechter als erhofft

Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss und drehe am Schalter – ögglögglögglwhop. Nanu? Neuer Versuch…
Ögglwhopwhop – aus! Verflixtundzugenäht, was ist das jetzt wieder? Die Batterie ist leer.
Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust an dieser Stelle weiter zu machen – mein Auftrag lautet „…kauf´ uns Sandwiches zum Frühstück!“

Ich weiß! Ich nehme den Roller…
Schlüssel getauscht, den Breezy enthüllt und gestartet – dachte ich!
Ögglögglögglwhop. Häh? Ögglwhopwhop…
Das darf nicht wahr sein! Zwei Moppeds, zwei leere Batterien – guten Morgen liebe Sorgen!

Ich gehe zu Mario und will fragen, ob ich das Auto ausleihen darf. „Ja klar, ich will es ohnehin heute zurückbringen!“
Das trifft sich gut! Ich übernehme den Flitzer einfach und verspreche, dies mit Rena zu klären.

Mit dem Wagen hole ich Sandwiches und unser Paket – es war einen Tag vor uns angekommen

Um die Batterien würde ich mich morgen kümmern, heute hatte ich erstmal andere Dinge zu tun.
Die Abholung unseres, aus Miesbach vorab losgeschickten Paketes, kann ich gleich von meiner Liste streichen.

Ich erzähle Sibylle von der Batteriemisere und wir beschließen, den Wagen drei, vier Tage zu behalten.
Es soll Regen kommen, wir müssen und wollen mobil bleiben.

Nach dem Frühstück sehen wir uns um, was gibt es Neues? Ist alles ok in unserem Umfeld?

Bei NESSAJA sind zwei Festmacherfedern gebrochen

Als Erstes fallen mir natürlich die gebrochenen Festmacher an NESSAJA auf. Dieser Punkt kommt sofort auf meine Liste, die defekten, sicherheitsrelevanten Federn müssen schnellstmöglich ersetzt werden.
Ansonsten war bei uns an sich alles ok!

Auch die Schiffe unserer Freunde sind allesamt ok, das ist eine gute Nachricht.
Marcus´ DARKSYDE ist zwischenzeitlich fast fertig repariert – auch das passt exakt, denn der Freund würde morgen kommen, um sein Schiff zu Wasser zu bringen.
Ich mache ein Bild und sende ihm den positiven Statusbericht!

Saildrivemanschetten ausgetauscht

Das Bild erinnert mich siedend heiß an die Aufgabe, die Mario und mir an der SAGITTA bevorsteht.

Da trifft es sich gut, dass wir uns um die Mittagszeit verabredet hatten, wir würden Details zur Reparatur besprechen können.
Aber zunächst fahren wir zum Haus, die Beiden sind neugierig auf unsere alte Katikia.

Der Garten ist zugewuchert

Auch am Haus keine schlechten Nachrichten. Alles ist wie gehabt, keine Veränderungen – außer vielleicht, dass der Garten inzwischen völlig zugewuchert ist, aber das würden wir bald lösen.

Ach ja, ich war heute Morgen noch rasch bei Makler und Notar, eine erste hochoffizielle Unterschrift ist gemacht, der Kauf ist bei den griechischen Behörden eingesteuert und das Procedere ist in Gang gesetzt.

Der Notar meinte, dass das Haus Mitte April mir gehören würde!

Nach dem Hausbesuch mit Rundgang, war ein Espresso nebst Eisbegleitung angesetzt – wir gehen zu „Repapis“!
Als ich an der Reihe war, bestelle ich zwei Kugeln im Becher – wie eigentlich immer…

Dann sehe ich ES!!!
Es gibt nach Monaten mal wieder mein Lieblingseis – Parfait Creme!
Ich reagiere sofort – STOP! Bitte mach drei Kugeln! Drei Kugeln Parfait Creme!

Parfait Creme – I love it!
Back on Leros – home, sweet home

Den Rest des Tages haben wir unsere Sachen aus Deutschland aufzuräumen. Es dauert immer etwas bis man „angekommen“ ist.

Am Abend allerdings waren wir fertig und haben eine Serie in Gang gesetzt – die des gemeinsamen Abendessens mit der SAGITTA Crew.

So sollte es weitergehen bis Sibylles Hand verheilt ist. Tagsüber schrauben Mario und ich an seiner Dufour 38C, Eva kocht für uns und Sibylle überwacht unser Tun 😉 !

Schmeckt super – DANKE Eva

Bereits nach dem ersten Abend stellt sich heraus, dass es eine sehr wichtige Aufgabe gibt, welche wir auf Sibylles Schultern ablegen können – die Beschaffung von veganen Kaltgetränken!
Diese haben nämlich einen höheren Durchsatz als erwartet!

Zuviel Bier? Alles ein Mythos

So sitzen wir auf NESSAJA zusammen, palavern und tauschen uns aus, erzählen Geschichten aus den vergangenen Wintermonaten.
Die Zeit vergeht wie im Flug…

Leider erfahren wir auch, dass Eva und Mario wohl zum Ende der Saison 2025 nach Italien verholen werden, dies um SAGITTA dort ab 2026 abzustellen und eine Segelpause einzulegen.

Unsere Wege werden sich also Mitte Mai trennen, ich finde das schade. Ich sinniere vor mich hin und draußen pfeift mal wieder der Wind durch die Takelage…

Böen um die 50kts sorgen für Bewegung an Bord

Spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf und wir sacken todmüde in die Falle. Ich schlafe herrlich in meinem eigenen Bett und bin zufrieden – wieder daheim!

Am kommenden Morgen verlangt Sibylles operierte Hand nach Aufmerksamkeit.
Sie muss neu verbunden werden, ich bin als „Dr. Mario“ aufgerufen, dies bestmöglich zu tun!

NESSAJAs Salon wird zum OP-Saal

Ich nehme einen kräftigen Schluck Kaffee und desinfiziere meine Hände und das Werkzeug.
Alles Verbandsmaterial muss vorbereitet werden.

Danach heißt es, das zarte, zusammengeflickte Händchen meiner Frau auszuwickeln.
Ich nehme einen weiteren Schluck Kaffee, sie schlürft ihren Tee. Manchmal zuckt sie zusammen, das Mull klebt an einigen Stellen fies an.

Das wird schon wieder… (in fünf oder sechs Jahren!)

Unsere Wege trennen sich – Sibylle fährt mit Mario (nicht ich) zum Einkaufen, Eva sitzt in SAGITTA und arbeitet remote und ich repariere zunächst Sibylles Breezy – Batterie geladen und wieder eingebaut – funktioniert!

Danach treffe ich mich mit Marcus, seine DARKSYDE hängt inzwischen im Kran und soll ins Wasser.
Ich helfe bei den Vorbereitungen und später als Linehandler auch beim Anlegen.
Insgesamt vergehen bestimmt zwei Stunden…

DARKSYDE hängt in den Gurten
Eine halbe Stunde später schwimmt sie – das Dinghy muss noch in die Davits
Im Eck liegt NESSAJA, Marcus bekommt einen Platz in der Nachbarschaft
Die Helfer stehen schon bereit

Exakt als ich die Lagoon 450F verlasse, kommt Sibylle zu uns an den Steg um den Freund aus Karlsruhe zu begrüßen.

Dann ruft sie zu Kaffee und Linzertorte, danach „…könnt ihr endlich anfangen was zu arbeiten, jetzt ist Schluss mit faullenzen!“
Ach wie mir das gefehlt hat!

Eva und Mario sind aus Linz und somit Fachleute für die klebrige Köstlichkeit, welche nach der Herkunftsstadt benannt ist.
Wir trinken einen Humpen Kaffee, laben uns an der Torte vom „schönen Leo“ und packen es dann an…

Sieht lecker aus – offen gesagt ist sie mir aber fast etwas zuuuu süß

Am Wochenende soll es regnen, Mario und ich wollen unbedingt den Saildrive zusammenbauen und an Ort und Stelle bringen, bevor Petrus seine Schleusen öffnet.

Wenn wir das schaffen, können wir den Rest bequem von innen erledigen.
Das klingt nach einem guten Plan, so gehen wir es an.

Wir bauen den Saildrive zusammen

Reinigungsarbeiten sind nötig, neue Dichtungen werden verbaut. Natürlich wird bei dieser Gelegenheit auch gleich die große Dichtmanschette mit gewechselt.

Alles in Allem geht der Zusammenbau recht flott von der Hand.

Witzig war für mich, dass eine poplige Papierdichtung für ein paar Cent, ein ganzes Berufsleben in Erinnerung rufen kann.
Wir bauen die Dichtung unseres langjährigen Wettbewerbers „Reinz“ aus und stattdessen findet eine „ElringKlinger“ Variante Einzug in das Segelbootgetriebe.

Fünf Jahre her – aber da lass´ ich mir bis heute nix vormachen…

Mir wird irgenwie klar, dass komme was wolle, ich für die Dichtheit dieses Saildrive verantwortlich sein werde.
Da gibt es kein Entrinnen – Challenge accepted!

Und tatsächlich, wenn wir mal loslegen, sind wir ziemlich produktiv. Nur wenig später liegt der komplettierte Saildrive im Cockpit und wartet auf den Einbau. Morgen dann, heute ist erstmal das leibliche Wohl dran, wir wiederholen das gesellige Beisammensein vom Vortag.

Am Folgetag war ich acht Minuten zu früh am Arbeitsort. Was könnte ich mit dieser Zeit anfangen?
Ich weiß, ich fahr in den Baumarkt! Auf zu Andreas, er ist gleich ums Eck.
Ich staune nicht schlecht, als ich seine neue Leuchtreklame am Firmengebäude sehe – macht was her.

Man beachte den roten Wagen

Hatte ich schonmal über das Verhältnis der Griechen zum Parken referiert?
Spaß – ich weiß, dass dies ein gerne genommenes Thema ist, aber seht euch den roten Flitzer an.
Der Parkplatz war frei, er parkt am Fußweg des Eingangs, der Motor läuft während des Einkaufs.
Stellt euch das mal in Deutschland vor…

Aber weil ich nicht in Deutschland bin, behalte ich sowohl meinen Entspanntheitsgrad, als auch meine gute Laune.
Dies war wohl mitverantwortlich, dass ich einen Gelegenheitskauf machte…

Dreimal von Roland geliehen – ab jetzt habe ich eine eigene

Ich ahne schon, dass ich die Maschine mehrfach brauchen werde – es gibt eine Anfrage von den neuen INSPIRATION Eignern, ich muss an Gottfrieds HARMONY etwas schleifen und laminieren und ich werde sicher auch für NESSAJA so ein Gerät brauchen – man denke nur an die Instandsetzung des Decks.
Auch im Haus ist sowas nützlich, Gründe genug also, diese Investition zu tätigen.

Der erste Einsatz dafür ist auch schon geplant – denn auch an SAGITTA zeigt sich eine kleine Problemstelle, welche vor den neuen Anstrichen instandgesetzt werden muss.

Mini Bläschenbildung auf 1qm – der Rest des Rumpfes ist mängelfrei

Mario und ich packen an – der Saildrive kommt an seinen Platz, Markus hilft beim Ausrichten und ich schiebe den Motor zurück in Position.
Die beiden Teile gleiten zusammen und Eigner Mario darf den ersten Bolzen eindrehen – geschafft!
Der Saildrive sitzt an seinem Platz, alles passt, die schwerste Arbeit ist geschafft.

Pünktlich fängt es regnen an! Das ficht uns aber nicht an, denn ab jetzt können wir von innen aus arbeiten und alles Anbauteile wieder anbringen.
Alle Schrauben müssen auf Drehmoment angezogen werden und alle Bowdenzüge angebracht und eingestellt werden.

Der Saildrive ist wieder an Ort und Stelle

Gegen frühen Nachmittag haben wir alle einen Durchhänger. Eva ist müde und schläft fast im Salon ein.
Ich muss auf NESSAJA Werkzeug holen und brauche ebenfalls eine Pause und einen kräftigen Kaffee!

Wider Erwarten sammeln wir uns aber wieder und packen noch einmal an, so dass wir am Spätnachmittag Vollzug melden können.
Thema Saildrive ist erledigt, wir sind fertig!

Pause für alle und etwas private Zeit zum Ausspannen und Duschen, danach gemeinsames Dinner, wie schon die Abende zuvor.
Abermals kocht Eva und wir genießen das Essen auf unserer NESSAJA.

Ich erinnere mich, dass ich Sibylle gebeten hatte, das Geschirrspülen für mich irgendwie abzuwenden. Ich kann alles im Haushalt – aber Bügeln und Geschirrspülen mache ich nicht!
Habe ich ein Leben lang vermieden und hatte ich auch jetzt vor – ihr ahnt wie es ausgeht???

Danke Sibylle!

Würde nicht Eva so hingabevoll kochen – ich würde es verweigern

Wären Sibylle und ich alleine, wir würden essen gehen! Zwei Wochen „SouVLakki“ oder so!
Mach´ ich ja auch, wenn ich alleine bin.
Aber so, ich komm´ fast nicht aus! Also beuge ich mich dem bösen Treiben und trockne wenigstens ab.

Am nächsten Morgen trudeln gute Nachrichten aus Deutschland ein! Gleich nach dem Einschalten meines Telefones vernehme ich das bekannte BIMM der WhatsApp Nachrichten und sehe ein Bild meines Audis am Schirm – geschickt von meinem Sohn.

Mein RB89 ist auf dem Weg zur Reparatur – nächstes Mal darf er nach Hellas

Die Jungs holen den Audi ab, er geht zur Reparatur. Super, das läuft also, mal sehen wann er fertig ist.

Mir fällt auf, dass der Schnee immer noch recht tief liegt.

Ich revanchiere mich mit einem Bild meines Schaffens – denn auch ich bin heute der KFZ-Mechanik zugetan.
Ich muss mich um mein Mopped kümmern, die Batterie der GS macht Probleme.

Ich zerlege die bayrische Schönheit

Was war geschehen? Nun, die griechische Lockerheit holt mich mal wieder ein.
Ich will es kurz erklären, damit ihr nicht denkt, dass ich stets ein maulender Besserwisser wäre. Manchmal macht es schon Sinn, ein wenig organisiert zu denken.

Ihr erinnert euch vielleicht, ich hatte schon einmal Probleme mit der Batterie und mir damals eine neue gekauft.
Im GS-Forum wurde der Fehler als bekannt eingestuft und dringend empfohlen, die relativ schwache original Blei-Säure Batterie, gegen eine stärkere AGM zu tauschen.

Wollte ich machen, habe ich bestellt – geliefert wurde aber was ganz anderes…
Ohne jetzt auf die Details einzugehen, dies holt mich nun ein. Meine Batterie war fast säureleer!
Ich musste fünf Geschäfte aufsuchen bis ich Säure fand, musste fünf Liter kaufen obwohl ich nur einen halben Liter brauche.

Alles ärgerlich – aber am Ende klappt es. Ich kann die Batterie retten, die GS geht wieder.

Relativ viel Schraubarbeit – die nächste Batterie wird eine AGM

Ich nehme mir vor, dass in meiner ersten Autofuhre eine neue AGM Batterie für die GS Platz findet.
Bis dahin wird es mit dieser Batterie gehen.

Der Tag selbst verheißt nix Gutes. Die Wetterberichte sind sich einig – heute wird es Regen geben – und das nicht zu knapp!

Ein Blick über die oft fotografierte Lakki-Bucht bestätigt die Verheißung – der Weltuntergang droht!
Es grummelt und donnert, am Horizont verdunkelt sich der Himmel – das siebte Zeichen!

Ohoh, mir schwant Fürchterliches

Gott sei Dank haben wir den Wagen! Kurzentschlossen wird festgelegt, dass heute jegliche weiterführende Arbeitsansätze unterlassen werden.

Die Werkzeuge werden verräumt, die Luken geschlossen und wir, die Crews der NESSAJA und der SAGITTA, wenden uns indoor Beschäftingungen zu.

Leros hat einen guten und großen Basketballverein. Mariettas drei Jungs spielen dort und die Mama ist im Organisationsteam und der Vorstandschaft – wer Marietta kennt, ist nicht weiter verwundert…

Wir sind lange schon einen Besuch schuldig und schreiben uns genau dies heute auf die Fahne.

Als wir ankommen spielen die Kleinsten, Jungs und Mädchen gemischt

Total witzig! Jungs und Mädchen in gemischten Mannschaften, es spielt Leros gegen Kos.
Zuerst die Kleinen, ohne Punkte zu zählen, es geht um den sportlichen Gedanken, nicht um den Wettbewerb.
Geklatscht wird bei jedem Punkt, alle Elternteile sind sichtlich stolz.

Auf der Tribüne, welche sich überigens mit jeder Minute mehr füllt, sind Jugendliche mit Drucklufthupen, auch die obligatorische Pauke fehlt nicht!
Stadionatmosphäre auf Leros.

Einge der Kids spielen gut Basketball, andere lassen einen staunen – ein paar sind echte Cracks mit pfiffigen Tricks im Repertoire, wir haben mächtig Spaß!

Spaß am Spiel – bei den Kleinen werden die Punkte nicht gezählt, keiner soll weinen müssen
Natürlich gibt es Mannschafts- und Erinnerungsfotos

Zugegeben, es gab noch einen weiteren Grund, warum wir hier waren. Auch der Hundeshelter auf Leros hat mal wieder Werbung in eigener Sache gemacht.

Es soll gezeigt werden, wie engagiert man hier für die Zamperl da ist. Die einen sollen zur Adoption angeregt werden, die anderen sich vielleicht zu einer Spende hinreißen lassen.

Ich hatte gehört, dass heute die kleinen Welpen gezeigt werden, um die Herzen der Zuschauer zu erobern.
Diese kleinen Kreaturen wollte ich auch sehen…

Geschwisterwelpen – drei Jungs, ein Mädchen
Auch Giorgos Frau Katerina war als „Hundesitterin“ beschäftigt

Ich hatte die Beschreibung der Kleinen schon gehört und war neugierig.
Im Wurf war wohl ein dreifarbigen Mädchen dabei.
Einfach mal gucken – wird doch wohl erlaubt sein, oder?

Naja, Sibylle war etwas nervös. Am Vortag wollten wir Marcus einen der Welpen für seine Tochter Lilly einreden.
Ich bot leichtfertig an, das ich das Mädchen nehme, wenn er einen der Brüder für die Kleine nähme – er hielt mir die Hand hin, ich schlug ein!

Sibylle war überrumpelt, sie war baff!!!
Deshalb war sie wohl schon etwas nervös…

Ja, die wär´s

Ich mach´s kurz – ich hab sie wieder hergegeben. Diesmal noch. In Anbetracht der Tatsache, dass wir ab Mitte Mai für einen Monat auf der ELOWYN sein werden und zudem noch nicht ganz klar ist, wo wir 2025 überall wohnen werden, ist es ein halbes Jahr zu früh.

Aber der Tag wird kommen, an dem wir so einem kleinen Hund ein neues Zuhause geben – in einer alten Katikia in Plaka, in einem Garten mit einem Dutzend Olivenbäume.

Wir steigen ins Auto und fahren ins „Coffee Lab“ – es ist Sonntag, wir wollen einen Cappuccino und etwas essen.
Die einen etwas Süsses, die anderen eher einen kleinen Snack.
Die Wahl fällt auf ein Club-Sandwich, welches nicht von schlechten Eltern ist!

Lecker und eine mächtige Portion

Heute ist der Tag an dem die Uhren umgestellt wurden. Ich habe diese nervige Pflichtaufgabe erfüllt und weiß, welches Stündlein mir geschlagen hat.

Ich bin ein Fan der klassischen Uhrzeit, ich brauche weder Sommer- noch Winterzeit.
Es gab bis 1978 nur eine Zeit – die will ich wieder, mit allen Vor- und Nachteilen.

Sibylle beschäftigt sich lieber mit dem Wetter. Wie bereits geschrieben, ist es ja bis jetzt noch nicht so doll.
Leider soll das bis zum kommenden Donnerstag auch so bleiben, zudem sei richtig kräftiger Sturm angesagt.

Stimmt das? Offensichtlich ja!!!

Ok, da bahnt sich etwas an

Unsere Vierergruppe beschließt daher, dass wir alle Laminier- und Spachtelarbeiten an SAGITTA bis zum Donnerstag verschieben.

Ich erinnere mich an meine Festmacherfedern und nehme mir vor, dies gleich morgen zu erledigen.
Zumindest muss ich eine zusätzliche Leine legen – Wind aus Südost ist an unserem Platz die schlechteste Variante.

Sehen wir, was da auf uns zukommt…

Am Abend „the same procedure as every day“ – Eva hat lecker gekocht, wir essen zusammen auf NESSAJA.
Ich führe gerade den ersten Löffel Paprikahuhn mit Spätzle in Richtung meines Mundes, da vernehme ich ein bekanntes BIMM…

Eine Nachricht eines Freundes, er hätte einen Zettel mit einer Telefonnummer in den Müll geworfen. Diesen bräuchte er nun dringend! Es sei „…nur eine Mülltüte mit lauter Flaschen“, aber ob ich wohl mal so nett sein könnte.

Ich sage zu – aber NACH dem Essen…

So finde ich mich nach dem Genuß eines delikaten Dinners an einer der Mülltonnen in der Marina wieder – hoffentlich sieht mich keiner!

Ok, der beschriebene Sack liegt obenauf – fast
Ich suche einen DIN A5 Zettel

Ich fluche leise – „nur Flaschen“ trifft es nicht so richtig. Die Erinnerung des Freundes war lückenhaft, denn es handelte sich schon um einen großen Sack Restmüll.

Interessant ist es ja schon, was man beim Durchwühlen der Mülltüten so findet…

Bananenschalen…
Eine Gurke und drei Karotten – gibt einen leckeren Salat

Leider war mir der schnelle Fund des gesuchten Zettels versagt. Ich musste wirklich den ganzen Sack ausleeren und jedes Fitzelchen einzeln in die Hand nehmen.

Ich schlussfolgere, dass mein Freund an Schnupfen leidet – zum Glück bin ich hart im Nehmen!

Wo ist nur der verfitzmaledeite Zettel???

Aber – der Tüchtige wird am Ende entlohnt! Nach einer gefühlten Ewigkeit finde ich den zerknüllten Notizzettel mit der wichtigen Telefonnummer.

Ich mache ein Bild und sende es meinem Freund, nicht ohne auch das ein oder andere Foto der Suche anzuhängen.

Er bedankt sich artig und meint, er schulde mir etwas – tut er nicht! Aber das nächste Bier geht trotzdem auf ihn 😉

RUF MICH AN

Was steckt nun hinter dem mysteriösen Zettel mit einer hingekritzelten Anrufaufforderung???

Der Zettelschreiber hat den Leihwagen meines Freundes beschädigt und die Telefonnummer hinterlassen.
Der kleine Schaden wurde bei der Rückgabe aber nicht bemerkt, der Zettel war inzwischen am Müll gelandet.

Erst später fiel der Schaden auf und meinem Freund wurde schlagartig klar, was es mit dem Zettel auf sich hatte – daher mein Einsatz.

Warum diesmal von „meinem Freund“ die Rede ist – liegt auf der Hand 😉

Montag – der letzte Tag des Monats März. Für heute ist Sturm angesagt, ich sollte meine Festmacherfedern nicht aus den Augen verlieren.
Also mache ich mich auf und beschaffe Ersatz für die gebrochenen und ausgedienten Ruckdämpfer.

Zusammen mit Mario baue ich die Federn um – alles wieder gut
Der alte Schrott fliegt raus

Der Tag verplätschert irgendwie – zuerst fahre ich mit Mario zu Giorgos und schenke ihm die übrige Batteriesäure und zwei Volvo Dichtungen.
Dann fahren Mario und ich einkaufen, heute Abend kocht Eva „Imam mit Hackfleischbällchen und Polenta“ – ich freu´ mich schon darauf.

Wir beschaffen die Federn, trinken einen Kaffee und fahren tanken – dann geben wir den Leihwagen zurück, wir brauchen ihn nicht mehr.

Das Auswechseln der Federn dauert auch eine Stunde und zu guter Letzt wollen wir den Nachmittag noch nutzen, um an Marios Ruder zumindest die erste Lage Laminat aufzubringen.

Der gleiche Schaden wie bei mir – wir laminieren den Riß im Ruder zu

Eigentlich wollten wir ja bei dem kräftigen Wind erstmal nicht weiter laminieren – aber irgendwie fühlt es sich falsch an, die Tage so vergehen zu lassen.
Nun, eine Lage bekommen wir drauf – die Fertigstellung wird noch einige Zeit dauern und ein Aprilprojekt werden.

Als der Wind am Spätnachmittag weiter auffrischte und Sturmstärke erreichte, war es an der Zeit für Feierabend.
Allerdings gab es noch einmal kurze Aufregung, denn ich musste das Office anfunken, weil ein Dinghy kopfüber und herrenlos durch die Marina trieb.

Der Sturm fordert seinen ersten Tribut!

Einfach von Deck geweht – mitsamt der Plane

Während des Abendessens, welches wie immer vorzüglich schmeckte, hatten wir Vier Zeit, uns über Gott und die Welt zu unterhalten.

Diesmal absolut abseits von Bootsthemen, war es interessant den Blickwinkel der Freunde auf die aktuelle weltpolitische Lage und die Entwicklung in Europa kennen zu lernen – ein aus meiner Sicht ganz spannender Abend!
Während wir sinnieren, pfeift uns draußen der Sturm um die Ohren – das Getöse, das Knarzen und Heulen, war beträchtlich…

Der März verabschiedet sich stürmisch – abermals 50kts auf der Anzeige

Der dritte Monat des Jahres wählt einen stürmischen Abgang – wir alle hoffen auf den Durchbruch des Sommers mit anhaltenden sommerlichen, warmen Phasen mit Sonnenschein.

Was uns dann im April erwartet? Hier ein kleiner Ausblick…
Wir machen SAGITTA fertig und streichen abschließend Coppercoat.
Viele Freunde werden eintreffen – wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Ich werde einigen davon helfen, ihr Schiff für die Saison flott zu machen.

Hauptthema wird das Haus sein – werden wir den Kauf notariell besiegeln? Gibt es etwas zu feiern?

Ihr merkt – es wird nicht langweilig…

Wir sagen Danke für die Zeit die ihr für das Lesen unseres Blogs investiert habt – auf bald, eure NESSAJA Crew

Mario & Sibylle

Februar 2025 – Einhandsegler

Es ist Mitte Februar, ich sitze alleine im kuschelig warmen Salon von NESSAJA und sinniere vor mich hin – der Songtext von „Einhandsegler“ kommt mir in den Sinn und ich entscheide, das relativ unbekannte Lied von Reinhard Mey aus dem gleichnamigen 2000er Album zur Headline des Monats zu machen.

Es herrscht dieser Tage eine melancholische Stimmung

Der Titelsong, der die Seefahrt als Metapher darstellt, vergleicht das Leben mit der Bewältigung des Meeres…

„Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das offne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und es fliegt die Gischt…“

Ich hänge den vollständigen Text an das Ende des Berichts – er ist es wert gelesen und durchdacht zu werden.

Sibylle ist sechs Wochen in Deutschland, für die letzten beiden werde ich Ihr nachreisen und ebenfalls die Familie besuchen. Bis dahin habe ich Zeit.
Zeit, um die letzten vier Jahre Revue passieren zu lassen.
Zeit, darüber nachzudenken, was noch übrig ist von unserem gemeinsamen Plan und welche Wendungen unser Leben in dieser Zeit durchlaufen hat.

Doch gemach, die ersten beiden Wochen des Februars war Sibylle ja noch da…

Wir freuen uns, dass der zweite Monat des Jahres uns freundlich begrüßt und beschließen, dass wir eine Marinarunde drehen und ein paar ToDos abhaken.

Blauer Himmel, fast 20°C – was willst Du mehr?
Zu dieser Zeit sind an unserem Steg vier Schiffe bewohnt

Unser erster Weg führt uns zur Chandlery, weil wir auf ein Paket warten. Tatsächlich ist es angekommen und Panos freut sich, dass wir es abholen.
Das spart ihm Arbeit und er hat ein paar Minuten Kurzweil.

Wir ziehen mit dem Päckchen weiter, denn es ist zwar an uns adressiert, aber nicht für uns bestimmt – es handelt sich nämlich um ein Ersatzteil für INSPIRATION.

Wir wollen das Päckchen, nach Überprüfung des Inhalts, dort ablegen und gleich einer Bitte von Neueigner Jörg nachkommen. Er braucht nämlich die Typenbezeichnung des Funkgerätes, die MMSI muss neu programmiert werden.

Super – wir legen das Bedienteil des Autopiloten ab, später werde ich es montieren
Ein Foto des Funkgerätes genügt

Leider stellt sich heraus, dass man die MMSI nicht selber ändern kann, dafür muss das Gerät eingeschickt werden.
Das sind diese kleinen Nickeligkeiten – aber noch ist ja genug Zeit!

Der Februar ist der Monat, welcher bei uns im Verdacht steht, dass er der mit dem schlechtesten Wetter sein könnte.
Dies ist aber zunächst keineswegs der Fall, der Start in den Monat ist eher frühsommerlich als winterlich!
Dies sollte sich zur Mitte des Monats hin ändern, es sollten ein paar kalte Tage kommen, aber bis dahin hatten wir Zeit zu genießen.

Es ist Wochenende – so haben wir uns am Samstag mit Marcus und seiner Familie, die waren ja noch zu Besuch, ein leckeres Mittagessen auf der Terrasse des „Trechantiri“ in Xirokampos gegönnt.

Man konnte draußen sitzen
Frischer griechischer Salat…
…dazu frische Kalamari

Es war lecker, wir saßen zusammen und haben über das Leben gequatscht – ein herrlicher Nachmittag!
Dieser hat Marcus dazu verleitet, übergangslos einen Nachmittagsouzo einzufordern, dies allerdings bitte in einer Bar direkt am Strand!

Also, nix wie auf ins „Sorocos“ am Panteli Strand…

Perfekt – Wasser, Strand, Stimmung! Wunderschön!
Wir setzen uns direkt an einen Tisch am Strand – Sonnenstrahlen genießen

So vergehen weitere Stunden und wir brechen erst auf, als die Sonne hinter den umliegenden Hügeln verschwindet und es schlagartig kühl wird.

Der Freund schreit nach einem (Nach-)Mittagsschlaf, auch wir wollen etwas relaxen und ein wenig Griechisch lernen.
Also fahren wir zurück in die Marina und verabreden uns zum Abendessen – es ist vermutlich kein Wunder, dass dieses heute etwas später anberaumt wird 😉

Wir sind die Ersten…
…und bestellen schonmal ein Bierchen

Das „Persiana“ hat sich als Dinner-Destination angeboten! Es gibt kleine Snacks und große Salate.
Wir essen gut und freuen uns über den überaus gelungenen Tag!

So kann es weitergehen…

Und das tut es! Für den Sonntag hatten unsere Freunde eine frühe Abreise nach Lipsi geplant, wir waren also wieder zu zweit unterwegs.
Sibylle erinnert sich an eine Facebook-Werbung des „Navarone“ – man böte einen Sonntagsbrunch an.
Das würde sie heute gerne mal ausprobieren!

Ok, wegen mir, da sag´ ich nicht Nein…
Also machen wir uns auf den Weg nach Agia Marina, um dort ein feudales Frühstück zu uns zu nehmen.

Das Lokal gefällt uns, es ist eine tolle Adresse auf Leros
Wir bekommen einen Tisch mit Ausblick
Wir laben uns an den Köstlichkeiten vom Buffet

Super! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Klar, man sollte es vielleicht nicht mit Lokalen vergleichen, welche sich auf „echte“ Brunch-Events spezialisiert haben.
Aber – wenn man die Frühstückskultur in Griechenland zugrunde legt, dann war es ein erstklassiges Angebot zu einem mehr als fairen Preis.

Das werden wir SICHER wiederholen!

Weil wir schonmal unterwegs waren und weil der Tag förmlich zu einer Spritztour einlud, fuhren wir weiter bis an den Flughafen nach Partheni.
Dort ist die Werft „Moor & Dock“ beheimatet, ich hatte dort eine Bitte zu erfüllen.

Alles in Ordnung auf BLODUGHADDA

Tom, den ich aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ kenne und mit dem wir uns auch schon ein paarmal getroffen hatten, bat mich per WhatsApp, ob ich nicht einmal nach seinem Kat sehen könne.
Er habe von den Starkwinden der letzten Wochen gehört und mache sich Sorgen.

Klar machen wir das – und wir können alsbald ein paar Bilder schicken und Entwarnung geben.

Weil die kleine Motorradrunde über die Insel gerade so schön war, haben wir noch einen Haken geschlagen und sind am Haus vorbei und dann von dort aus off-road zum Hundeshelter gefahren.

Nicht im Bild – unsere Favoritin

Würden wir schon im Haus wohnen, dann hätten wir wohl schon einen Hund!
Es gibt gerade eine ganz liebe Hündin die wir sofort adoptieren würden, aber am Boot wollen wir uns das nicht mehr antun. Mal sehen, wie diese Geschichte weitergeht…

Naja – und wie schließt man so einen herrlichen Sonntag ab? Genau! Mit einem Abstecher bei „Repapis“ – wir gönnen uns ein Eis!

Wir waren lang nicht mehr da
Aber heute MUSSTE es sein

Übrigens hat genau der BLODUGHADDA-Tom meinen Januar Blog mit den Worten kommentiert, ob es denn wirklich sein könne, „…dass man von keinem „Repapis“ oder „SouVLakki“ Besuch lesen würde?“

Ja, das konnte sein! Das „SouVLakki hatte lange geschlossen, darüber hinaus haben wir echt so einen langen Break eingelegt, weil wir immer noch unserer Idee der Zuckereduktion und des gesunden Essens folgen.

So auch heute – Sibylle zaubert Blumenkohlschnitzel mit Süßkartoffeln.

War sehr gut – kein Gemecker
Süßkartoffeln mag ich sowieso

Die Abende vergehen immer noch unverändert – Winter eben. Wir lernen mit Duolingo oder machen Videocalls mit der Familie oder Freunden.

Geht sich Beides nicht aus, dann sehen wir zu, dass wir eine gute Doku oder eine alte Folge „Inspektor Barnaby“ finden.

Videoacall mit Volker und Kristina – wie gehen wir es mit ELOWYN an?
Duolingo fordert und fördert Sibylles Englischkenntnisse

Oder, da greife ich das Thema von vorhin noch einmal auf, oder wir beantworten zumeist WhatsApp Nachrichten, mittels derer Freunde und Bekannte sich nach ihren Schiffen erkundigen.

Warum? Weil die Nachrichten voll von den Erdbebenereignissen auf Santorin sind!

Klar, die Nachfragen nach den Schiffen gibt es immer wieder, aber in diesem Monat war es fast schon ein 520.-€ Job, all die Anfragen zu beantworten.
Copy and paste kam für mich nicht infrage, also sitze ich da und tippe immer die gleichen Zeilen – „Nein, wir spüren bisher nichts, die Boote sind alle ok!“

Wobei, unterschätzen darf man es nicht! An einem Abend schickt mir Marcus eine Benachrichtigung des Bürgermeisters von Lipsi…

Lipsi hat Notfallpläne

Wir tauschen uns etwas dazu aus – natürlich bemühen auch Sibylle und ich den Wissensquell Google um uns das Szenario zu verdeutlichen.

Hier kurz ein Überblick über das WAS und WO…

Santorin mit dem Ort Thira – zu unserem Standort Leros

Zwischen Leros und Santorin liegen 82nm, das entspricht etwa 150km. Das ist im Falle eines Erdbebens oder eines Vulkanausbruches nicht viel.
Insofern sind Notfallpläne sicher sinnvoll, wirklich vorbereiten kann man sich allerdings kaum – entweder es hat ein Erdbeben beziehungsweise einen Vulkanausbruch, oder eben nicht.

Das ist etwas anderes auf Santorin selbst! Erstens nahe des Epizentrums gelegen, zweitens mit einer besonderen Architektur, bei der die Häuser quasi an den Kraterrand gemauert sind.
Die Folgen wären verheerend!

Wenn man Google bemüht, dann kann man das letzte gravierende Beben aus dem Jahr 1956 finden! Dieses hat auf Santorin, Amorgos und den umliegenden Kykladeninseln für Zerstörung gesorgt.
Verständlich, dass man sich hier sorgt!

Damals sei die Flutwelle auch auf Leros und Lipsi angekommen und in Lakki einen Meter über das Ufer getreten – so hat man uns erzählt.

Es gibt einen Live-Tracker, auch wir sehen von Zeit zu Zeit nach…

Die Beben reichen nicht bis in die Dodekanes

Es wird im Verlauf der kommenden Tage ein paar Tage schulfrei auf Leros geben, auch für unsere Insel wird ein Notfallplan erstellt.
Wirkliche Auswirkungen der Beben kann man indes hier nicht spüren.

Für die zuhause bibbernden Skipper – die Stützen stehen (bisher) sicher!

Es kühlt ab! Das Wetter bleibt herrlich, aber die Temperaturen fallen spürbar.
Wir haben jetzt nur noch 13-14°C tagsüber, nachts werden wir einstellig. Die Heizung muss ran und ein paar Überstunden machen.
Unsere Eberspächer läuft klaglos, wir haben es warm und sie verrichtet ihren Dienst fehlerfrei – die Reparatur im Herbst 2024 war also erfolgreich!

Nordwind! Kräftiger Nordwind

Schuld am Temperaturdilemma hat der Nordwind! Der bläst eisig und der Chillfaktor der Luft lässt einem so Worte wie „klirrend“ oder „arktisch“ in den Kopf schießen.
Tatsächlich ist es wie an 50% der deutschen Sommertage – aber es fühlt sich anders an!
Der Wind kommt kräftig daher, wir haben Böen bis 50kts.

Später sollten zwei, drei Tage folgen, an denen die Tagestemperaturen nicht zweistellig wurden. An diesen Tagen habe ich das Haus nicht verlassen.

An solchen Tagen beschäftige ich mich mit meinen Reparaturaufgaben an NESSAJA – offen ist immer noch die leidige Abdichtung der Duschsumpfpumpe.
Klar ist, diesmal muss ich eine klare Vorstellung haben und alle Maße nehmen…

So soll, beziehungsweise MUSS die Pumpe später stehen

Die Pumpe einfach versetzen geht nicht, denn sie steht in einer kleinen Vertiefung und nach oben ist kein Raum.
Um dies auch Giorgos zu verdeutlichen, mache ich von allen Maßen eindeutige Bilder.

Nach oben nur 5mm – ein Versetzen ist nicht möglich
Das abzudichtende Loch ist vergleichsweise riesig!

Ich erdenke mir eine ganz tolle Lösung und steigere mich auch etwas in das Thema hinein. Ich kann nämlich zudem noch herausfinden, dass unter dem Boden des Brunnens sicher noch 5cm Platz ist – so reift in mir der Gedanke, dass ich den ganzen Brunnen heraustrenne und dann eine tiefere V4A Wanne mit passendem Schlauchabgang einklebe.

Stolz, so eine tolle Lösung im Kopf zu haben, fahre ich zu Giorgos um diese dort vorzustellen und zu besprechen.

Das Procedere ist immer das Gleiche…

Ich komme 15 Minuten zu spät, Dimitris wartet auch, Giorgos ist noch nicht da
Ich mache ein albernes „ich warte“ Bild und schicke es an Giorgos

Meist kommt der Zampano dann mit weiteren 10 Minuten Verspätung – egal ob ich zu früh, pünktlich oder zu spät bin – um mich dann zu begrüßen…

„Τι κανείς φίλε μου, you want coffee?“ – immer das Gleiche! UND, er weiß wie ich meinen Kaffee trinke!!!

Dann beschreibe ich meinen Plan. Er glotzt mich unggläubig und mit aufgerissenen Augen an. Er windet sich, er argumentiert, er bringt andere Lösungsvorschläge.
Ich merke – er hat keinen Bock auf meine tolle Masterlösung.

Stattdessen packt er mir eine ganze Menge Teile für Marios SAGITTA auf die Werkbank und gibt sie mir mit – alles erledigt, alle Teile erhalten!
Uff, ich habe keinen Rucksack mitgenommen, damit habe ich nicht gerechnet!
So packen wir alles in einen festen Karton, dazu zwei Stücke Plexiglas – dazu später mehr – schnallen diesen auf mein Mopped und ich tuckere wieder heim.

Ok, das habe ich mir anders vorgestellt – aber egal, ich genieße am Rückweg die schöne Stimmung…

Wolkenbilder über der Bucht von Gourna

Zurück an Bord, sortiere ich die Teile und melde deren Erhalt sowie die erfolgreiche Durchführung der Wellenreparatur an Mario.
Wir besprechen uns kurz, ich werde die Ersatzteile die nächsten Tage verräumen – Ende März geht es dann auf SAGITTA los.

Alle Teile für den Saildrive sind da

Tags darauf lässt Sibylle mich während des Frühstücks wissen, dass Marietta in Facebook verlauten lässt, dass es heute frisches Kotopita in ihrer Taverne gibt.
DAS ist mal eine Ansage! Ich liebe das Kotopita meiner Lieblingsmarietta und freue mich, dass meine gute Gattin offensichtlich in Erwägung zieht, dass wir mittags dort vorbeisehen.

Der angebotene Chickenpie erfüllt die Erwartungen – aber noch mehr hat uns die feilgebotene Fischsuppe überrascht.
Es war nicht einfach ein Fischsüppchen, es handelte sich vielmehr um einen sämigen Fischeintopf mit allerlei Einlage – SUPER…

Wir sind zwar nicht täglich bei Marietta – aber wir sind sehr gerne dort

Klar, geht sich noch ein Schwätzchen aus, bevor wir zurück in die Marina fahren.
Ein leichtes Bauchgrummeln lässt mich entscheiden, einen kurzen Stop an unserer Sanitäreinrichtung vorzunehmen.

Ihr ahnt was kommt? Obwohl die Kurve vom Lunch zum Klo hart zu nehmen ist, lasse ich mir nicht ausreden zu berichten, dass ich wieder einmal fassungslos in eine verschissene Kloschüssel starren musste.
Zudem hatte der Vornutzer mit seinem monströsen Papierknäuel wohl den Abfalleimer nicht getroffen – oder es gar nicht erst versucht!

Ich kann es echt nicht verstehen, echt nicht!!!

Klar, ekelhaft! Denkt sich vermutlich jeder. Was hat das in einem Blog zu suchen?
Nun, es gehört zu unserem Leben! UND – es ist ein nicht unerheblicher Grund, warum ich die Privatsphäre eines Hauses schätze und dieser somit auch zugestimmt habe.

Klar, wir haben ein Badezimmer auf NESSAJA, aber das ist, aus nachvollziehbaren Gründen, auch nur eingeschränkt nutzbar.

Aus diesen Gründen nutzen wir eben auch die sanitären Anlagen der Marina, welche in etwa mit denen eines Campingplatzes vergleichbar sind.
Die Putzfrau kommt im Sommer täglich, teilweise mehrmals am Tag. Im Winter auch mal mit einem Tag Pause.
Das alles hilft nix, wenn Menschen nicht in der Lage sind ihren Lokus sauber zu hinterlassen!
Am Waschhaus kann man Charakterstudien machen, glaubt mir das – über den Rand der Kloschüssel kann man in die Abgründe der menschlichen Seele gucken.

Mich nervt das! Ach nochwas, viele Eigner von Schiffen ahnen gar nicht, dass Yachties die das ganze Jahr über in der Marina sind, oft unfreiwillig zu Beobachtern werden – aus diesem Grund können wir euch ganz sicher sagen, dass etliche Eigner es nicht so streng sehen was man ins Hafenbecken pumpt und was nicht.

Das Problem ist einmal wieder – der Mensch…

Das weiß zum Beispiel auch die „Olympic Marina“ in Lavrion – die haben ein echtes „Putzkommando“ welches, in der Sekunde in der man den Lokus verlässt, diesen auch schon stürmt.
Da traut sich keiner, sein „Örtchen“ so zu verlassen!

Themenwechsel! Vor mich hingrummelnd hole ich Marios Paket von unserem Schiff und verräume seine Teile auf SAGITTA, dabei sehe ich auch nach dem Rechten – alles ok.

Alles beisammen – SAGITTA wartet auf die Reparatur

Als ich bei Giorgos war, hat er eine alte, immer wieder verschobene Einladung zu einem Dinner in seinem neuen Haus wieder aufgefrischt – wir haben mit unseren Frauen telefoniert und sofort den Folgetag fixiert.
Perfekt! Darauf freuen wir uns.

Dummerweise habe ich Sibylle erzählt, wie kalt es mir auf der Rückfahrt von „Boat & Parts“ gewesen ist und dass ich allemal Handschuhe gut vertragen hätte.

Daraufhin hatte sie keine Lust mehr, am nächsten Abend mit der GS über die Insel zu fahren – „…es ist eisig und es könnte regnen!“
Hört, hört – diese Worte aus dem Mund der Frau die nachts bei 14°C mit offenem Fenster schläft und somit jahrelang meinen Erfrierungstod in Kauf genommen hatte…

Egal, wir mieten ein Auto – und wenn wir schonmal diesen Luxus haben…

Alle schweren Aufgaben werden mit dem Wagen erledigt – so auch Trinkwasser auffüllen

Der Tag der Einladung zieht sich – es gibt eine deutliche Gap zwischen deutschen und griechischen Essgewohnheiten 😉

Wie hatte Giorgos gesagt? „I finish work earlier to have an early Dinner – come after 20.00!“

Ah, nach acht Uhr also. Da sitzen Sibylle und ich sonst längst in gemütlichen Klamotten beim Digestif und gucken „Inspektor Barnaby“ – heute also nicht!
Entsprechend lang war die Wartezeit und ich war, ob Sibylles Quengeln, mehrfach an „wir warten auf´s Christkind“ erinnert.

Dann war es soweit, wir fahren nach Kamara zum neuen Haus der Freunde…

Mitten in der Nacht kommen wir an – ca. 20.15 Uhr

Giorgos bittet uns hinein, Katerina empfängt uns. Die Kinder sausen rum und im Kamin prasselt das Feuer – Greek family life – wir genießen es und freuen uns, teilhaben zu dürfen…

Das Kaminfeuer prasselt

Wir bekommen eine Hausführung, quatschen im Stehen ein bisschen über Immobilien im Allgemeinen und über die diesbezügliche Zukunftsplanung der jungen Familie.
Klar, auch unser Haus ist ein Thema und wir tauschen uns über die Renovierungsoptionen auf der Insel aus.

Giorgos strahlt! Er grille Fleisch, ob wir seinen „Grill“ gesehen hätten???

Haha, ein Souvla am Wohnzimmerfeuer!

Er zeigt uns stolz den selbergebauten Drehspieß an dem sich ein Souvla dreht – mitten im Wohnzimmer.
Warum kompliziert, wenn grillen so einfach ist? 😉

Freudig sagt er, dass wir jetzt ein bisschen was trinken können, es gäbe Knabberzeug.
Später käme noch Eleni, seine Mutter, zu uns. Bis dahin sei dann auch das Essen fertig, so in etwa eineinhalb Stunden! 😉

Ich sehe Sibylle an und meine, ihren Magen knurren zu hören.
So ist es kein Zufall, dass die Erdnussflips schneller leer werden als vermutet – Sibylle kann da auch zulangen, der Antrieb muss nur groß genug sein.

Gegen halb zehn sitzen wir am Tisch und Giorgos schneidet das Fleisch ab – herrlich!

Es war soooo lecker

Wir hatten einen wunderschönen Abend mit den Beiden und mit Eleni, die wir ja auch schon seit Jahren kennen.

Spät in der Nacht kommen wir nach Hause und sacken todmüde und vollgefressen ins Bett…

Ich will jetzt endlich meine Duschpumpe repariert haben! Mich nervt, dass ich mich in einer Pattsituation befinde.
Ich meine, dass ich die bessere, professionellere Lösung habe – welche natürlich auch aufwändig und teuer ist.

Giorgos hat aber keine Lust darauf, diese für mich zu bauen und bietet die einfache, pragmatische Lösung an – natürlich die günstigere und schnellere Variante.

Mich nervt es trotzdem, Zeit in eine Arbeit zu investieren, die ich nicht vertrete – genervt fange ich an…

Der Heißluftföhn hilft

Ich kann die Plexiglasplatte nicht einfach einkleben. Das Loch ist zu nah am Rand des Brunnens und dieser Rand ist als Rundung ausgeführt – ich muss die Platte also anpassen.

Dabei hilft der Heißluftföhn – das geht relativ einfach, aber man darf sich nicht verschätzen. Die Biegung kann ich im Spalt der Bodenbretter anfertigen.

Mit Biegen alleine ist es nicht getan

Natürlich ist es nicht damit getan, dass die Platte gebogen wird. Sie muss unten in der Ecke dreidimensional angepasst werden, zudem braucht sie das Loch für den Schlauch.

Das alles ist aufwändig, aber nicht so kompliziert wie man denkt. Plexiglas lässt sich relativ einfach mit der 1mm Scheibe auf der Flex schneiden und mit einem scharfen Bohrer auch gut Bohren beziehungsweise mit der Lochsäge gut sägen.

Das Ergebnis – passt ganz gut beim Hinhalten

Ok, für heute ist der gröbste Job getan. Ich räume das Bad wieder auf und will mich der ersten Eindichtung widmen – just in diesem Augenblick ruft Sibylle zum Nachmittagskaffee.

Ok, gerne genommen, aber danach geht es weiter…

Alles schon vorbereitet

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist der Ansatz, die Abdichtung zum Schlauch schon VOR der finalen Montage herzustellen.
Dafür habe ich einen Schlauchadapter, welcher am Folgetag an den bestehenden Abflussschlauch gesteckt würde.

So weit, so gut! Die Herausforderung war, dass man die Abdichtung so gestaltet, dass die Platte in der richtigen Position befestigt wird und dabei die umlaufenden Kanten der Platte möglichst parallel zu den Pumpenkanten ausgerichtet werden.
Nur so kann man einen homogenen Dichtspalt herstellen.

Sieht verwegen aus – Hauptsache dicht

Ich glaube, langsam wird klar, wie ich das geplant habe. Ein Abdichten von vorne ist eben nicht möglich, weil die Schlauchschelle zu nah an der Platte sitzt.

Es wird auch klar, dass es einiges an Aufwand bedeutete, diese Lösung zu verwirklichen – eine Lösung, die in meinen Augen zwar eine gute ist, aber doch nur eine Reparaturlösung.
Dabei ist natürlich vorausgesetzt, dass es funktioniert.

Für heute war das Tagwerk geschafft, das SIKA muss trocknen.

Wir waren mit neuen Freunden aus Österreich zum Dinner verabredet! Der Mond schien schon hell und schickte sich an voll zu werden, als wir auf dem Weg zum Leihwagen der Beiden waren.

Hat immer etwas Mystisches

Wir haben uns mit Brigitte und Hans erst diese Tage angefreundet, schade eigentlich, denn wir kennen die Beiden schon länger vom Sehen und von Begegnungen aus der Marina, aber die richtige Gelegenheit hatte sich bisher noch nicht ergeben.

Jetzt also war es soweit und wir haben einfach mal vereinbart, dass wir uns zum Essen zamsetzen – das Lokal der Wahl war das „Metzes“ in Agia Marina.

Wieder offen – ein schönes Lokal, Eleni und Stamatis empfangen uns herzlich

Wir entdecken, dass wir unsere Vorlieben beim Essen teilen und bestellen daher „Greek Style“ – alles für alle, in die Mitte des Tisches.

Wir genießen das Beisammensitzen und lernen uns besser kennen. Schade, die Beiden müssen morgen noch einmal nach Österreich und kommen dann Mitte März zurück auf ihre BARCASO.

Yes – full table mit Brigitte und Hans
War wieder echt lecker

Was wir bei der Verabschiedung an diesem Abend noch nicht ahnen konnten – es sollte nicht die letzte sein!

Der Flug mit dem Inselhopser wurde zweimal aufgrundes starken Windes dieser Tage gecancelt.
Am dritten Tag haben die Beiden entschieden, die Fähre nach Athen zu nehmen.
Kein Nachteil ohne Vorteil – wir haben auch die kommenden zwei Abende zusammen gespeist 😉

Für mich war die Fortsetzung meiner Reparatur angesagt – heute klebe ich mein „Konstrukt“ ein – hoffen wir, dass alles passt und dass es letztlich auch dicht wird!

Eingeklebt und temporär fixiert
So sieht es jetzt aus – man kann es sich vorstellen! Das Problem ist offensichtlich

Nach der Montage lasse ich die Dichtmasse ein paar Stunden anziehen und dichte dann das Kabel ein.
Am nächsten Tag erfolgt ein Dichtheitstest – das machen wir, indem wir den Brunnen auffüllen und nach einer halben Stunde den Wasserpegel prüfen.
Länger müssen wir nicht testen, das Duschen ist meist schneller erledigt.

Ich mache es kurz – die Lösung ist nicht gerade perfekt und hat mit „German Engineering“ nichts zu tun, aber sie funktioniert und war günstig.
Als „Quasi-Grieche“ kann ich das gut akzeptieren…

Während der Wartezeit widme ich mich anderen Aufgaben, das bietet sich an, solange Sibylle mir noch helfen kann.
Dafür wird sie bei Kräften sein müssen – ich führe sie also aus. Bei einem Club-Sandwich im „Coffee-Lab“ stärken wir uns und genießen die frühsommerlichen Mittagsstunden.

Hat echt super geschmeckt – und war günstig

Was war zu tun? Nun, Kranführer Giannis hat angedeutet, dass er die nächsten Tage die Stützen an Hans Peters LIBERTÉ umstellen wolle.
Das ist nötig, damit wir im April die bisherigen Auflageflächen streichen können – ich hatte HP angeboten, mich darum zu kümmern.
Zusätzlich habe ich Giannis gebeten, ob er nicht, wenn er schon dabei wäre, LIBERTÉ gleich einen halben Meter höher setzen könne – so wäre gewährleistet, dass wir das Ruderblatt zurückstecken können.

Leider war einiges Material unter LIBERTÉ gestaut, das musste weg – wir räumen es also unter´s Nachbarschiff.
Es ist jetzt wichtig zu erwähnen, dass uns die Marinaarbeiter dabei zugesehen haben…

Nicht wenig – unter dem Schlauchboot ist Material

Fertig! Nach einer Stunde war es geschafft, das Kreuz schmerzte, aber das Tagwerk war vollbracht.

Später treffen wir uns mit Brigitte und Hans auf eine Pizza und hoffen gemeinsam, dass der abgesagte Flug morgen stattfinden würde – tut er nicht!

Am Folgetag traue ich meinen Augen kaum – als ich an HPs Schiff vorbeikomme, liegt das gesamte, gestern unter den Augen der Mitarbeiter neu aufgeschlichtete Hab und Gut, an anderer Stelle – nicht unter einem Schiff, aber ordentlich verräumt!

Was war geschehen???

Exakt das Nachbarboot wurde auf einen anderen Platz gestellt – als hätte man das gestern nicht gewusst! Die Arbeit des Umschlichtens wurde doppelt umsonst gemacht – einmal von uns, einmal von den Jungs.

Aber nochwas fällt mir auf – die Stützen sind schon umgesetzt!

Foto von etwas später – aber es zeigt das ganze Dilemma

Das wäre an sich eine gute Nachricht – wenn das Boot auch etwas höher stehen würde!
Das ist aber nicht passiert – ich spreche mit Giannis…

Er erklärt mir, dass er die Stützen per Hand umsetzen kann, für das Anheben braucht er das Carello.
Ok, verstehe ich, aber das Carello war gestern doch zum Umsetzen des Nachbarschiffes dort???
Er sieht mich an, es rattert, er erkennt, dass beim Thema Arbeitsorganisation noch Optimierungsoptionen bestehen.

Ich gebe mich mit dem Versprechen, dies „irgendwann zu tun“ zufrieden und ich bewundere mich dafür – ich kann schon ganz gut „Grieche sein“ – Avrio!

Sibylle und ich räumen abermals um – das Zeug muss zurück, UNTER Hans Peters Schiff!

Ok, das ist die halbe Miete

Ich schreibe HP eine WhatsApp Nachricht und informiere ihn. Das mache ich nur, wenn ich bei einem Kaffee auf NESSAJA sitze, denn es passiert, was immer passiert – mein Telefon klingelt! 😉

Hans Peter ruft IMMER an! Es gibt da noch zwei Kandidaten, aber ich weiß es inzwischen – ich schreibe die drei nur noch zur Kaffeezeit an 🙂

Wir besprechen alles – alles ist zunächst gut!
HP und ich haben uns für den Sommer viel vorgenommen, es gibt sehr weitreichende Pläne in Sachen Bootsreparatur, alles will vorbereitet sein.
Es wundert mich also nicht, als ein weiterer sehr gebräuchlicher Satz kommt – „…wenn Du grad dabei bist, dann könntest Du…“!

Ich höre mir an, was es zu erledigen gibt und gehen dann noch einmal zu LIBERTÉ, diesmal muss ich eine Leiter organisieren.

Ok, welche Informationen sind gefragt???
Die Maße des Dichtringes der Ruderachse – den muss ich zuvor ausbauen…
…und die Länge des Ankerschaftes – der Bügel soll einem Rocna weichen

Ich erfülle die Wünsche des Freundes und bis ich mich versehe und alle Informationen geliefert habe, ist der Abend eingekehrt.

Wir treffen uns abermals Mit Brigitte und Hans zum Dinner – die Beiden haben den Hals jetzt voll und haben den Flug durch eine Fährfahrt ersetzt.

Wir wollen uns im „SouVLakki“ treffen und ich würde direkt dorthin kommen. Denn der Grill ist unmittelbar neben dem „The-Leros-Way HUB“, in dem der Griechischunterricht stattfindet.
Heute ist Dienstag, es ist wieder soweit – so mache ich mich um kurz vor 17.00 Uhr auf den Weg nach Lakki.

Die Stimmung über der Lakki Bucht ist wieder perfekt – ohne Filter
Ich kann direkt vor dem HUB parken
Das „SouVLakki“ ist im Nachbarhaus – dort treffen wir uns um 18.30 Uhr

Wir waren lang nicht mehr im „SouVLakki“ – Sibylle hat gut und gerne gekocht, wir mussten abends nicht mehr raus und es spart Geld.
Auf NESSAJA sitzt man im Winter gemütlicher und wir hatten ja unsere vegetarische Phase.
Diese wurde spätestens heute pulverisiert – wir haben uns beide auf das Essen im Lieblingsgrill gefreut…

Mal was Neues probieren – Bouyourdi im Grillhaus, war gut
Dazu Bewährtes – ein Mixed Giros für mich
Ein „kleines“ Covered Pita für Sibylle

Wir speisen sehr gut, gehen danach noch auf einen Ouzo als Absacker ins „Café Palma“ und verabschieden uns ein drittes Mal.
Diesmal klappt es und die Freunde verlassen Leros – wir sehen uns im April wieder.

Eine Hand wäscht die andere – auch Hans Peter darf mir helfen und einen Auftrag meinerseits annehmen.
Ich gehe davon aus, dass unser Schaffen an meinem Deck in diesem Jahr ebenso aufwändig wird, wie die Arbeiten rund um sein Schiff in 2024.
Wir werden also wieder grillen und uns abends gesellig und wohlverdient zusammensetzen – ich möchte den Komfort diesbezüglich etwas erweitern und setze bei HP einen Lieferauftrag ab…

Lieber Hans Peter – kaufst Du bitte sowas???

Was wäre ein echter Grieche – äh, Verzeihung, Bayer – ohne seine Bierbankgarnitur?
Ich hätte schon längst eine, aber wohin damit? Jetzt als Hausbesitzer beantwortet sich diese Frage wie von selbst 😉

Unsere Gäste, wie auch wir selbst, werden in der Marina-Grillsaison also recht komfortabel sitzen.
Da wir befürchten, dass diese gar nicht mehr gehen oder gar auslaufen wollen, haben wir eine ohne Lehnen beschafft! 😉

Sibylle wird bald nach Deutschland reisen, sie will vorher noch alles erledigt wissen und eine „gewisse Ordnung“ machen. Sie kümmert sich also um alles was schmutzig oder sonstirgendwie zerzaust ist.

Das bedeutet für sie, ein paar Maschinen Wäsche zu waschen – ich sitz´ mal wieder im Schlüpfer vorm Computer weil ich nur eine lange Hose und ein Hoodie habe – und natürlich muss auch ICH in Ordnung gebracht werden…

„Sonst erkenne ich Dich in vier Wochen nicht mehr wieder“
Sommerfrisur – im Februar

Und jetzt? Es ist soweit – heute reist Sibylle ab. Sie geht diesmal für sechs Wochen nach Deutschland, weil sie mal einen „großen Kundendienst“ braucht!
Alle erdenklichen Ärzte müssen ran, mit der Zielsetzung, dass danach nix mehr klappert und alle Gelenke und Zahnräder wie geschmiert laufen.
Das braucht Zeit, daher die relativ großzügige Planung.

Ich dagegen, ein Wunderwerk der Humantechnologie, brauche so etwas nicht! Mein Multifuntionskörper tut tadellos seinen Dienst, solange man ihn füttert und ihn warm hält – ein moderner Gremlin eben.
Aus diesem Grund reise ich auch erst VIER Wochen später nach! Vier Wochen alleine – EINHANDSEGLER!

Ich bringe meine Frau zum Flughafen. Als wir eintreffen reicht die Zeit leicht, um das Gepäck einzuchecken. Dann kommt der Flieger auch schon an, der erste seit gut einer Woche!

Da isser – lang ersehnt, es ist entsprechend voll

Der Zufall will es, dass auch Kostas an diesem Tag nach Athen fliegt. Wir kennen ihn jetzt auch schon über die Jahre, wir mögen uns und die Zeit reicht für ein Schwätzchen.

Als ich Sibylle zum Abschied fotografieren will und er irgendwie „mit im Bild“ ist, stellt er sich kurzerhand dazu – das ist ja mal nett!

Kostas – die graue Eminenz

Wer Kostas ist? Ach ja, er ist der Besitzer der Marina, der Seniorchef und Erbauer.
Ein Mann, der weiß wie Understatement geht!

Dann geht es rasch, Sibylle geht über das Rollfeld, winkt noch einmal und fliegt dann davon.

Da geht sie hin

Ich bin alleine! Was mach´ ich nur? Wie tröste ich mich?

Ha, ich weiß! Gegen den Trennungsschmerz hilft nur etwas Süßes – Schokolade vielleicht? Oder Kuchen? Oder….???

Na klar! Endlich mal wieder „Repapis“ – zwei Kugeln, ich schwör´!

Als ich im Eispalast sitze und meine Gaumenfreuden zelebriere, sticht mir ein Plakat ins Auge.

Ich hatte schon mehrfach geschrieben, dass die Locals ihre Feste zumeist im Winter feiern.
Es ist ständig was los, eigentlich immer am Wochenende, ganz oft aber auch unter der Woche.

Ich fotografiere das Plakat und überlege, ob ich nicht einfach mal vorbeischauen soll.

Im „Giros o´ Kamaras“ – mal sehen

Ich nehme es vorweg, ich werde diese Veranstaltung nicht besuchen. Erstens ist es mir zu spät am Abend, ich möchte das ja gerne zum Dinner erleben, zweitens muss ich dann nochmal mit dem Mopped quer über die Insel.

Aber – es bietet sich überraschender Weise ein paar Tage später eine perfekte Gelegenheit, welche ich mir nicht entgehen lasse.
Doch dazu später mehr…

Auf dem Weg zurück in die Marina fällt mir auf, dass wieder neue Segelboote in der Bucht von Lakki vor Anker liegen.
Die Anzahl der Boote war nach November drastisch reduziert, aber das Kommen und Gehen war nie zu Ende – es wird deutlich, immer mehr Menschen leben ein Leben als Nomaden.

Heute sind es drei Monos, zwei davon mit deutscher Flagge

Auch wir gehören dazu – irgendwie. Nur, dass wir unser Nomadenleben stationär gestalten. Es klingt paradox, aber speziell im Winter bin ich sicher, dass ich als Marinalieger und mit meinem Motorrad einen größeren „Aktionsradius“ als die Segler habe.

Die ziehen zwar von Insel zu Insel, sind in den Buchten aber meist stationär und haben anderseits einige Einbußen in ihrer Flexibilität hinzunehmen.

Ich bleibe dabei und stehe dazu – unter den gegebenen Umständen habe ich keine Ambitionen mit NESSAJA auszulaufen und um die Inseln zu tingeln.

Es ist schön in unserer Marina, ich lebe gerne hier

Das Wetter war gut, ich selbst war voller Tatendrang. Ich hatte bei Ralf noch eine Zusage offen, dafür sollte ich einen kurzen Blick auf und in CHILI werfen.
Es bot sich an, dies sofort zu erledigen und den Punkt dann von der Liste zu streichen.

Von außen alles ok – ich hole eine Leiter…
…auch an Deck passt alles – das gewünschte Foto von innen kann schnell geliefert werden

Ich gehe zurück auf mein Schiff und setze mich auf meinen Platz. Es fühlt sich komisch an – Sibylle sitzt mir nicht gegenüber sie ist nicht da. Der Gedanke sackt.
Nicht, dass dies ein Problem wäre, solche Phasen tun uns gut, verbringen wir doch die restlichen Wochen unserer Zeit 24/7 zusammen. Dennoch braucht es immer eine Weile, bis ich in meinen „eigenen Trott“ komme.

Ich liebe dieses reduzierte Nomadenleben. Ich liebe es auf einem Segelboot zu leben.
Dabei macht es mir nichts aus, ob ich in einer Bucht ankere oder in der Marina am Steg liege.
Das Lebensmodell passt zu meinem Mindset…

Noch besser wäre es, wenn man auf diese Art die Welt entdecken würde. Reisen, erleben, Geschichten in das „Buch des Lebens“ schreiben – das Segelboot wäre das Vehikel für diesen Zweck.
Von Herzen würde ich gerne „Segler“ bleiben – aber ich habe das ungute Gefühl, dass sich die Welt des nautischen Tourismus nun auch in Griechenland verändern wird.
Es sind, wie vor Jahren in Norditalien und später sehr gravierend in Kroatien, erste Anzeichen von einem nautisch-touristischem Overkill zu erkennen, mit den entsprechenden negativen Folgen.

Hier merkt man es kaum, aber Preiserhöhungen von 10% und mehr sind erste Anzeichen – der Run auf die wenigen freien Plätze ist ungebrochen, es gibt inzwischen Wartelisten.
Ich möchte gegensteuern, der Hauskauf ist die logische Reaktion, aber ich ahne, dass dies ein Ende meines Bordlebens bedeuten wird.

Ich sinniere vor mich hin, es wird früher Abend – ich muss los…

Die Sonne geht gerade unter, als ich mich auf den Weg nach Kamara mache

Mir liegt schon lange eine Bitte von Gottfried auf der Seele – er hat von Giorgos, nicht zuletzt aufgrund meiner positiven Berichte, einen neuen Wassertank schweißen lassen, welcher jetzt aber nicht dicht ist.

Die Geschichte ist lang und mündete schließlich in diese finale, vollumfängliche und kostenintensive Entscheidung. Entsprechend groß war die Enttäuschung als, kurz vor Saisonende, der Tank wieder tropfte.

Ich habe mich angeboten dafür zu sorgen, dass Gottfried bei Beginn der Saison 2025 einen intakten Tank einbauen kann, zusammen mit Giorgos will ich das heute angehen!

Das „Corpus Delicti“ kommt auf einen Transportwagen

Gottfried möchte den Tank mit Wasser und unter Druck geprüft wissen. Meine Aufgabe soll sein, das Prüfprocedere mit zu gestalten.
Die erste Idee war, mit einer zwei Meter hohen Wassersäule am Einfüllschlauch zu arbeiten – das haben wir verworfen, denn wir können den Tank am Druckwasser anschließen.

Alle Luken und Anschlüsse dicht?
Dann Wasser marsch!

Wir füllen den Tank aus der Leitung, bis das Wasser aus dem Entlüftungsschlauch spritzt. Dann verschließen wir diesen und der Leitungsdruck baut sich im Tank auf.
Wir gehen das geringe Risiko solange, bis wir deutlich erkennen können, dass der Tank einen „Bauch“ bildet – dann stoppen wir das Wasser.

Kann man den „Bauch“, die Wölbung des Tanks, erkennen?

Ich zeige Giorgos die Stelle, an der ich im eingebauten Zustand einen Tropfen habe fallen sehen – tatsächlich, auch heute tropft es minimal ab!
Der Mechanikus markiert die Stelle und verfolgt ALLE Schweißnähte des Tanks.
Insgesamt sind es vier Stellen, an denen nachgearbeitet werden muss.
Hierfür ist meine Anwesenheit nicht nötig – es ist spät und es wird echt frisch, ich will zurück nach Hause.

Giorgos drückt mir noch ein bestelltes Ersatzteil für ELOWYN in die Hand, ich bezahle und fahre dann zurück nach Lakki.

Beschläge für ELOWYNs Sprayhood – hat ein bisschen gedauert, war aber zu bekommen

Mein Ziel war zunächst nicht die Marina. Ich hatte noch nichts gegessen und war hungrig!
Ich selbst koche ja nicht für mich, weil ich die Ansicht vertrete, dass sich weder Aufwand noch Kosten lohnen.
Mit dem rechnerischen, täglichen Anteil aus unserem Kostgeldbudget komme ich theoretisch aus.

Weil meine erste Anlaufstation diesbezüglich wieder geöffnet ist war klar, dass ich heute einen Einkehrschwung ins „SouVLakki“ machen würde.

Und es war lecker wie immer…

Ohne Worte – es schmeckt mir und ist günstig! Vegetarisch ist es nicht…

Danach geht es zurück auf NESSAJA. Wie werde ich jetzt meine langen Abende verbringen?

Klar, ich tausche mich mit Sibylle und den Freunden in Deutschland aus – Gottfried erhält erste Informationen und weiß, dass ich jetzt an seinem Tank dran bin…

Aber dann? Für´s Fernsehen bezahlen will ich nicht! Die YouTube Kanäle die wir verfolgt hatten, haben entweder ein Ende gefunden, posten deutlich seltener oder interessieren uns nicht mehr.
Amazon Prime ist mehr Sibylles Spielfeld – was also tun?

Nachdem ich bei „Inspektor Barnaby“ tagesaktuell bin und nur am Montag zwei Folgen auf ZDFneo laufen, habe ich altes, längst vergessenes „Berieselungsprogramm“ wiederentdeckt 😉

„Michi, es gabat a Leich´“

So beginne ich, meinen „neuen“ Alltag zu sortieren – jeden Tag eine Arbeitsaufgabe, etwas Griechisch lernen und ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Hungertod vermeiden kann.

Weil ich Zeit und Platz habe entscheide ich, dass ich trotz der Verkaufspläne NESSAJA betreffend, die Matratzen der Bugkabine und mein Sitzpolster austauschen möchte.

Mein Sitz braucht einen harten Kern und die Matratzen sollen in ordentlichem Zustand sein…

Mein Sitzpolster ist durchgesessen, ich will ein neues…
Die Matratzen brauchen ein neues Innenleben

Ich will die Matratzen vorne auch nur mit einem neuen Innenleben versehen. Es soll nicht so aufwändig werden wie in der Eignerkabine, aber es soll eine klassische, gute Matzratze werden.

Solche Arbeiten sind hier nicht zu teuer. Also setze ich mich auf die GS, fahre nach Lakki und bespreche mich mit Sotiris.

Ich zeichne die günstigste Aufteilung – weil über 2m – und liefere die Maße

Der überschlägige Preis ist akzeptabel und wir werden uns einig. Ich werde in ein paar Tagen sein Auto bekommen und dann die Polster zu ihm bringen.
Dann hat der Meister seines Fachs ein paar Tage Zeit den Auftrag zu erledigen.

Mit meinem Griechischunterricht komme ich übrigens recht gut voran. Ich bin zwar noch weit von Small Talk entfernt, aber ich beginne zu verstehen.
Ich kann lesen und schreiben, in der Gegenwartsform verstehe ich die Grammatik.
Jetzt müssen halt noch die Wörter in den Kopf.

Um die Vokabeln und die Satzstrukturen zu lernen, erweist sich nach wie vor „Duolingo“ als eine gute, spielerische Lösung.

Ich lerne inzwischen seit 65 Tagen durchgängig – etwa eine Stunde am Tag

Anders ist es mit der Grammatik und der Kommunikation! Da sind die wöchentlichen Stunden mit Eirini sehr hilfreich und genau das, was ich vor einem Jahr einmal gesucht hatte.

Ich muss aber zugeben – hatte ich das schon erwähnt – ich merke, dass ich nicht mehr 30 bin!
Das Lernen geht etwas langsamer von der Hand als früher, aber ich bin zuversichtlich, früher oder später werde ich die Sprache sprechen und verstehen können…

Gottfrieds Tank – Klappe, die zweite! Ich will an diesem Thema dranbleiben und es von meiner Liste streichen.
Ich kenne Giorgos inzwischen auch ein bisschen – jetzt eilt es nicht, danach bin ich nicht da und er verliert es aus dem Sinn und im April hat er auf einmal keine Zeit mehr!
Vor diesem Hintergrund fahre ich also abermals nach Kamara zu „Boat & Parts“ um die Arbeit voranzutreiben.
Der Tank ist geschweißt, dachte ich zumindest, wir können die Dichtheit prüfen.

Leider hat es gerade eine echt kalte Phase…

Hoodie, Windbreaker-Jacke und alles was ich hier im „ewigen Sommer“ noch besitze
Selbst Buff und Handschuhe kommen zum Einsatz – trotz der Heizgriffe

Naja, der Weg nach Kamara ist eben „weit“, ich bin 15 Minuten unterwegs – und das bei 8°C!
Das wird schnell kalt an den Fingern und den Backen – allen Backen!

Mit der ganzen „warmen Kleidung“ die ich von früher noch habe, fühlte ich mich ausreichend gewappnet um die Fahrt anzutreten.

Kaum angekommen, hat mich der Freund auch schon in Beschlag – „…γεια σου φίλε μου, you want coffee? Tell me your opinion…“
Ok, ich verstehe, es geht um etwas, was früher meine Profession war…

Wir fachsimpeln – meine früher verwendeten Worte zum Thema „Ausbaumurks“ spare ich mir 😉

Nach dem Fachsimpeln und als wir unsere Kaffeebecher geleert hatten, erklärte mir der Inox-Gott, dass er jetzt „zusammen mit mir“ den Tank schweißen würde.

Offen gesagt, mir ist bis heute nicht klar, ob er es doof fand, dass ich die Arbeit quasi „begleitet“ habe, aber er musste es insofern akzeptieren, als dass der Tank eben undicht war.
Ich bin ziemlich sicher, dass die Arbeitslage zur Zeit der Auslieferung einen Dichtheitstest nicht zugelassen hat – oder einer seiner Helfer hat diesen durchgeführt und hatte Pech beim Schauen.

Wie auch immer, er fing an zu bruzzeln.

Vier Stellen waren zu bearbeiten
Eine auf der Fläche – wegen eines integrierten Schwallbleches
Drei an Nähten und Rohrflanschen

Die Arbeit war rasch erledigt, wir nahmen den Tank nach draußen und bauten die Testvorrichtung wieder auf.
Der Tank wurde abermals mit Wasser befüllt, unter Druck gesetzt und dann entlang ALLER Schweißstellen inspiziert.

Man darf nicht hudeln und nicht schludern, denn sooo einfach wie oft getan wird, ist das Schweißen eines Tanks eben doch nicht.
So war auch diesmal noch eine undichte Stelle zu verzeichnen – aber nur noch eine. Die Letzte! Giorgos hat sie markiert.

Eine Problemstelle ist noch übrig

Dann aber – inzwischen war es nicht nur mir kalt! Auch Giorgos und Mr. Dimitris froren und was würde den „inneren Ofen“ besser befeuern als ein kleiner, selbstgebrannter Werkstatt-Honig-Tsipouro???

War echt gut

Weil man auf einem Bein nicht stehen kann, haben wir entschieden, dass ein Zweiter Not tut – dann war es an der Zeit für mich zu gehen.

Es sind die Kleinigkeiten, die Dinge erzählenswert machen – ich fahre also abermals direkt von der Werkstatt ins „SouVLakki“ und gönne mir meinen Girosteller.

War fein, nix zu meckern

An sich nicht der Rede wert – aber ihr müsst wissen, nach dem Essen bleibe ich immer etwas sitzen und trinke mein Cola noch aus oder beobachte die Menschen ein bisschen.
Zuhause sitze ich noch lang genug.

Ich sitze dabei IMMER maximal weit weg vom Eingang, denn dort zieht es und es geht sakrisch kalt rein.
Je weiter man im Gastraum sitzt, desto mehr hat man von der Abwärme der Girosspieße – ich denke, dass nicht geheizt wird.

Heute fällt mir auf, dass der Umgang mit Türen ein komplett anderer ist als in Deutschland…

Irgendeiner hat die Hände voll, macht die Türe mit Ellenbogen oder Arschbacke auf und nicht mehr zu, er / sie geht ja, frieren tun die anderen.
Alle anderen gehen ab jetzt durch die offene Türe als sei sie nicht da. Man hat sie ja auch nicht geöffnet.

Irgendwann kommt ein Fremder – ein Gast oder jemand von draußen und schließt die Türe. Sie bleibt dann geschlossen bis sich das Schauspiel wiederholt – und das passiert stetig!

Brrrr – kalt!

Kann man gut aushalten, wenn es draußen 15°C oder mehr hat – aber an Tagen wie heute ist es lästig!
Warum sind es meist eindeutig ausländische Gäste welche die Türe schließen?
Weil nur die frieren! Denn für uns ist es üblich die Jacken auszuziehen wenn wir essen gehen!!
Die meist jungen Griechen und Griechinnen sitzen jedoch in voller Wintermontour beim Mampfen – da ist es letztlich auch wurscht, ob die Türe offen oder zu ist.

Mich hat es heute genervt, mir war kalt, ich bin ab nach Hause! Auf NESSAJA läuft die Heizung, hier ist es warm.

Der Wind hat nachgelassen, die Temperaturen pendeln sich auf Normalniveau ein. Dies sollte sich zwar in ein paar Tagen noch einmal ändern, aber jetzt genieße ich erstmal die verhältnismäßig „warmen“ und windstillen Tage – und ich möchte sie nutzen!

Der Einbau des Autopilot-Bedienteils auf INSPIRATION ist noch offen.
Ich mache mich also ans Werk.

Angestöpselt, Kabel aufgeräumt und fixiert – funktioniert
Alles zusammengebaut – vollumfänglicher Test, Navigation in Ordnung
Alles ausschalten und einpacken – feddich

Erledigt! Rund um INSPIRATION tauchen im Laufe des Monats zwar noch ein paar theoretische Themen und Fragen auf, aber die zugesagten Arbeiten sind erledigt, das Schiff ist verkauft.

Mitte März erfolgt die Übergabe durch den Eigner, ich werde zu dieser Zeit in Deutschland sein.
Die Neueigner werde ich erst im April wieder treffen – ich hoffe, dass sie lange Freude an der Bavaria haben.

Ich gehe zurück auf NESSAJA und lerne etwas Griechisch. Dabei überlege ich, wann und wohin ich heute zum Abendessen gehe.
Leider überlege ich zu lange, denn exakt als ich aufbrechen möchte, fängt es an zu regnen wie aus Eimern.

Es regnet sturzbachartig

Eine halbe Stunde später, als es nur noch tröpfelte, hab´ ich mir ein Herz gefasst und bin zum „La Nostra“ gefahren.
Leider wurde ich mehr nass als mir lieb war, ich erinnerte mich an den Sommer 1985 als ich nur meinen Motorradführerschein machte, weil ich NIE Auto fahren wollte – dies aber bereits drei Monate später, mit bestandener Fahrprüfung zum Führerschein der Klasse 3 relativierte, nachdem ich von Mai bis August eigentlich nur durchweicht unterwegs war.

Mit diesen Gedanken saß ich vor meiner Pizza…

Schmeckt nur halbgut mit nassen Hosen

Ich will nicht klagen, bin ich doch meiner damaligen Ideologie heute deutlich nahe – dem Wetter sei Dank bin ich ja Ganzjahresbiker – aber es gibt sie, dieTage an denen ich gerne ein Auto hätte.

Am nächsten Morgen war ich trocken und der ganze Ärger war verflogen – kein Wunder…

Ein Traumtag

Weil mich der Tag so herzlich empfängt, drehe ich eine Runde mit dem geliebten Mopped.
Es tut dem Eintopf der GS gut, wenn man mal eine „lange Strecke“ fährt, also etwas mehr als 20km.
Ich fahre am Haus vorbei um nach dem Rechten zu sehen und weiter bis nach Kamara zu Giorgos um ihn zu besuchen, treffe in der Werkstatt aber niemand an.
Am Heimweg geht es über Agia Marina und Vromolithos, wo ich ein paar schöne Bilder mache – ich habe die kleine Tour genossen.

Über der Bucht von Vromolithos
Ich liebe diese Farben

Ich fahre weiter nach Turkopigado zu einer Bank, welche an einem Aussichtsplatz steht.

Mein erster Freund auf Leros hat mir diese Bank als seinen Lieblingsplatz beschrieben.
Wir hatten uns angefreundet, weil wir beide im Forum des „Mittelmeer-Skipper-Club“ aktiv waren und ein Boot des gleichen Typs besaßen.
Ich hatte Detlef damals ob seiner Bavaria Lagoon angesprochen und es entwickelte sich eine „spezielle“ Freundschaft.

Speziell deswegen, weil die Freundschaft nur schwer reifen konnte, eine Krankheit stellte sich in den Weg.
Leider so hartnäckig, dass Detlef den Kampf inzwischen verloren hat.

Ich stehe an diesem Platz und muss an ihn denken, jeder Moment ist kostbar – carpe diem!

Lieblingsplatz

Ich muss mir etwas Gutes tun! Ich drehe um, fahre zurück auf die Hauptstraße und brummle hinab nach Lakki.
Die Ortskundigen unter euch wissen was kommt, die anderen können es vielleicht ahnen…

Wie von Geisterhand gebremst, kommt meine BMW vor dem Eispalast der Familie „Repapis“ zum Stehen.
Ok, dann halt! Ich steige aus dem Sattel und gönne mir eine Sahnehaube für die Seele.

Das letzte Eis für länger

Dass dies mein letztes Eis für länger gewesen sein sollte – das konnte ich in diesem Moment nicht ahnen!

Ich kehre zurück auf´s Schiff und setze mich vor den Rechner. Ich fahre gerne Motorrad, ich hasse fliegen!
Vereinfacht gesagt ist es Flugangst, aber das trifft den Nagel nicht auf den Kopf – es sind mehr die Rahmenbedingungen die ich nicht leiden kann, das ausgeliefert Sein und die Chancenlosigkeit im Falle eines Unfalles.
Ich habe Zeit, ich suche nach Alternativen…

Ich checke Möglichkeiten per Bahn, Fähre und / oder Bus nach Deutschland zu kommen und überlege ernsthaft, ob ich meinen Flug umbuchen soll.

Wäre möglich…

Leider sind die Anschluss-Verbindungen so schlecht, dass ich mich dagegen entscheide.
Ich werde in Zukunft mit dem Motorrad oder einem Auto nach Deutschland fahren – ich habe da schon Ideen 😉

Während ich das Internet durchforste, stolpere ich über die WhatsApp Story von Baba und Robi die mit ihrer MAXI unterwegs sind.
Wir haben uns mit den Beiden angefreundet, während sie unsere Nachbarn in der Evros Marina waren.
Wir hatten damals bei einem Tsipouro beschlossen – „…wir sind Buddyboats und überqueren den Atlantik gemeinsam!“

Die MAXI hat es geschafft! Vor wenigen Wochen sind sie in Brasilien angekommen!

Ich sehe mir das YT Video der Überquerung an

Ich freue mich von Herzen für die Beiden, sie leben ihren Traum. Ich bin, offen gesagt, auch ein wenig neidisch. Nicht im missgünstigen Sinne – ich wäre gerne Teil dieser Geschichte und finde es schade, dass es nicht geklappt hat.
Ich muss gestehen, dieser Stachel sitzt tief.

Während meiner letzten Phase des Alleinseins auf Leros, war ich essenstechnisch ziemlich straight – „SouVLakki“ every day!
Irgendwie kann ich das diesmal nicht halten – es zieht mich weder täglich in den Girosgrill noch ins „La Nostra“, ich kann auch nicht sagen warum.
Wohin also gehen? Welche Alternativen bieten sich?
Mir fällt das „Για Σένα“ ein. Mich freut, dass ich endlich und ohne Googles Hilfe weiß, dass Gia Sena soviel bedeutet wie „Für Dich“ – na wenn das nicht als Offerte zu verstehen ist!

Nix wie hin!

Ok, Ambiente geht anders
Vielleicht der Grund, warum ich alleine hier bin?

Das Lokal ist alles andere als schön und einladend. Aber Anna ist herzlich, sie kocht frisch und das Essen ist gut und günstig.

Da sich die anderen gerade auch keine Mühe geben, es den Gästen gemütlich zu machen, ist Annas kleine und ursprüngliche Taverne eine willkommene Alternative.

Dass sie sich an mich erinnern kann überrascht mich nicht. Wohl aber, dass sie weiß was ich mag – Saganaki? Nai! Tigania Kotopoulo? Nai, bravo!
Kurze Zeit später bekomme ich mein frisch zubereitetes Essen.

Der Saganaki schmeckt echt gut
Tigania Kotopoulo

Ich esse gut, bekomme eine kleine Nachspeise und trinke eine Coke, dafür bezahle ich rund 15.-€.
Da kann man echt nicht meckern.

Die Folgetage mäandern so vor sich hin, es gibt keine wirklichen Highlights und doch gibt es genug schöne Ereignisse, an denen ich mich erfreuen kann.

Es stellt sich Routine ein – ich lerne wie gewohnt eine Stunde Vokabeln und Konversation mit Hilfe meiner App.

Ich komme gut voran

Ich erkenne aber auch, dass ich hier am Limit bin. Ich stehe kurz davor das Kapitel „Gegenwart“ abzuschließen und habe mir erlaubt einmal in die Zukunft zu schauen, indem ich mich kurz der Vergangenheit widmete.
Ok, das verwirrt – einfach ausgedrückt, ich erkenne rasch, dass die Zeiten noch zu anspruchsvoll für mich sind.
Hier muss ich ohne professionelle Unterstützung passen!
Klar, die Aufgaben sind lösbar, aber ein Verständnis stellt sich nicht ein – das hat keinen Sinn.

Gott sei Dank läuft der wöchentliche Kurs noch…

Jeden Dienstagabend mache ich mich auf die Socken um mir die Grammatik der Griechen einbläuen zu lassen!

Es wird langsam heller – ich verlasse die Marina um 16.45 Uhr
Zahlen, Tage, Grammatik – alles wichtige Schritte auf einem langen Weg

Eirini lässt uns wissen, dass sie für rund zehn Tage nach Athen muss und der Kurs mindestens einmal, vielleicht sogar zweimal aussetzen muss.
An diesem Abend beschließe ich, dass ich für diese Zeit noch mit meiner App arbeite.
Ich habe inzwischen die höchste League erreicht und der spielerische Gedanke flacht langsam ab.

Wenn der Kurs also fortgesetzt wird, dann werde ich nur noch Vokabeln mit der App lernen und mich zu 100% auf Eirinis Grammatik konzentrieren.
Ich möchte im Sommer erste Erfolge erzielen!

Sehr gefreut habe ich mich, dass Marcus mit Familie noch einmal ein kurzes Stelldichein gab – sie waren auf der Durchreise, weil die Verbindungen über Leros verlässlicher sind als die über Lipsi.
Klar, dass sich ein Dinner ausgeht – wir verabreden uns im „Persiana“.

Das Mopped muss noch einmal ran…
Die „blaue Stunde“ taucht die Lakki Bucht in unwirkliche Farben
Wir treffen uns in der Musikkneipe in Lakki – wie ein Diner gestaltet

Was gibt´s zu essen? Alle schreien „BURGER“!!!
Marcus geht kurz an die Theke um Hallo zu Ralu und John zu sagen, welche sich später noch ein paar Minuten zu uns gesellen, kann danach aber mit der Nachricht aufwarten, dass er „…umentschieden hat – es gibt Schnitzel!“

Alle rufen „JA SCHNITZEL“!

Klar, gesund geht anders – aber es war echt lecker

Die Schnitzel entpuppen sich als Hähnchenschnitzel in Cornflakes-Panade – echt lecker gemacht.
Genuss ohne Reue, so etwas ist selten im Angebot!

Susanne ruft einen Fotogruß an Sibylle aus – nichts leichter als das!

Grüße nach Germania

Die Freunde reisen am gleichen Abend ab und wir werden uns wohl erst im April wiedersehen, darauf freue ich mich aber.

Zum Thema Freunde gab es in diesen Tagen eine weitere Überraschung! Ich habe seit Jahren einen Internetfreund, welchen ich aus dem MSF kenne – früher hätte man ihn „meinen Brieffreund“ genannt.
Ebendieser meldet sich bei mir, er möge mich besuchen! Ob ich bei der Vermittlung einer Bleibe helfen können?

Klar, kann ich! Ich nehme Kontakt zu Anna auf und lasse mir von ihr ihr Ferienhaus zeigen.
Dieses könne sie im Winter für einen monatlichen Vorzugspreis abgeben.
Das klingt gut! Wir treffen uns und fahren gemeinsam dorthin – Annas Hund darf auch mit…

Sonst sehr scheu – diesmal super schmusig
Schön! Direkt am Merikia Strand
Nur der Garten trennt das Anwesen vom Wasser
Alles da was man braucht

Ich leite die Bilder weiter und hänge noch ein paar Anreiseoptionen an, kann aber vorwegnehmen, dass es im Februar / März nicht klappen wird.
Der Besuch wird jetzt für den frühen Sommer angedacht, dann wären die Anreisebedingungen besser.

Wie auch immer, eine sehr nette Überraschung und Geste – ich würde mich freuen, wenn sich ein persönliches Treffen ergäbe.

Anna hat sich ebenfalls gefreut, dass ich an sie gedacht habe, sie gibt mir am Weg noch eine Tüte voller Grapefruit aus ihrem Garten mit.
Ich muss mir überlegen, was ich damit mache!

Ich fahre mit der schweren Tüte heim – und schau gleich noch bei Panos rein

Trotz der schweren Tüte am Lenker halte ich rasch bei unserer Chandlery.
NESSAJA fordert zur Zeit keine Reparaturen von mir, aber ich muss meine Wasserfilter wieder einmal erneuern.

Am Schiff angekommen, setze ich dies auch sofort um, dafür braucht man keine Planung!

Wieder sauber

Es gibt eine weitere Erfolgsmeldung! Ich bin ein drittes Mal zu Giorgos gefahren, diesmal um den Tank final auf Dichtheit zu prüfen.

Mein Freund hat mir fest versprochen, den Tank diesmal bereits geschweißt zu haben – hat er auch gehalten!
Ich erkläre mich ihm – ich handle nicht aus Misstrauen seiner Arbeit gegenüber so, ich wolle nur Gottfrieds Bitte entsprechen und eine von ihm gewünschte Prüfmethodik sicherstellen – der Tank muss diesmal 100%ig dicht sein!

Giorgos sieht das alles entspannter als wir Deutschen – „…klar, wenn Du das machen willst – mach!“
Ich kümmere mich diesmal alleine um den ganzen Testlauf, um ihm keine Arbeitszeit zu stehlen – also, mal sehen…

Ich war zeitig dran, es war noch hell – Tank am Tisch vor die Werkstatt
Zulauf vom Wasserhahn anschließen
Belüftung drauf und „Wasser marsch!“
Wasser kommt mit Druck

Wie auch letztes Mal schließe ich jetzt die Belüftung – es baut sich sofort Druck auf!
Diesmal gehe ich bewusst an eine Grenze, der Tank wölbt sich abermals sichtbar.
Aber so ist sichergestellt, dass echt Druck am Kessel ist – die Stunde der Wahrheit!

Der Edelstahltank wölbt sich – das reicht!

Beide Schläuche werden geschlossen, ich gehe mit der Lampe jede einzelne Naht ab – was soll ich sagen? Alles dicht!

Ich mache Bilder, schicke diese an Gottfried und mache einen imaginären Haken an das Thema.
Der Tank ist dicht, eingebaut wird er Ende April.

Ich muss den Testaufbau noch aufräumen und verabschiede mich dann von den Werkstattjungs. Inzwischen ist es Abend geworden, ich habe Hunger.
Wie auch die letzten Male bietet sich eine Einkehr im „SouVLakki“ an.

Gut wie immer

Am Nachhauseweg mache ich noch einen kurzen Stop bei Kritikos. Ich möchte mir heute, zur Feier des Tages, ein bisschen Knabberzeug zum Fernsehen gönnen.

Ich biege ab und steure zielstrebig auf die Parkbuchten für Motorräder zu – und siehe da…

ALLES frei – Herr lass´ Hirn regnen

Nein, ich rege mich nicht auf! Der Mario in mir grummelt kurz, aber der Μάριος bleibt Herr der Lage.
Ist einfach so…

Aktionstage!
Eine langanhaltende Kaltfront ist angesagt, ich werde viel heizen müssen!
Meine Tankanzeige meldet mir, dass der Tank viertelvoll ist. Ob der Tatsache, dass vielleicht Tage kommen, an denen die Eberspächer 24h laufen muss, treffe ich die Entscheidung das Volltanken vorzuziehen und bestelle mir bei Vivi 200 Liter feinsten „Ultimate Diesel“.

Der Tankwagen kommt pünktlich – wie immer liefert Vivis Mann aus, im Schlepptau ein neues Gesicht als Helfer.

Der Zapfhahn wird per Leine an den Ponton geholt

Dieser baut sich pflichtbeflissen vor mir auf und lächelt mich freundlich an.
Er spricht kaum Englisch, aber seine Gesten lassen mich verstehen – ich sei der Kunde, dies sei sein Job, ich könne ihm das überlassen!

Ok! Ich rufe seinem Chef zu, dass er langsam machen muss, das Betanken ist bei NESSAJA etwas tricky – wenn man den Diesel „hochkommen“ hört, muss man sofort stoppen!

Er erwiedert „Nai, nai“, was soviel heißt wie „Jaja“ und nachdem er Werner Brösel und Eckard ja wohl nicht kennt, unterstelle ich ihm nichts Böses. (für Insider 😉 )
Ich blicke den jungen Mann an, murmle ihm sowas zu wie „sigasiga“, was soviel heißt wie „mach langsam“.
Ich meine aber eher „viel Glück“. Er nickt und strahlt mich an, ich entferne mich.

Der Diesel läuft

Ein paar Minuten später nähere ich mich an. Ich sehe 170 Liter auf der Uhr, der Zähler läuft…

Innerhalb der nächsten Sekunde laufen die Ereignisse wie in Zeitlupe ab – der Lümmel hat nach fünf Minuten nämlich vergessen, dass er gefühlvoll tanken muss.
Ich will versuchen, die folgenden zwei Sekunden zu beschreiben…

Ich höre am Steg das Rauschen des Diesels im Stutzen und mein Gehirn legt das Wort „Stop“ in meinen Mund. Der junge Mann schaut in den Himmel, er reagiert nicht.
Noch bevor ich das im Mund befindliche Wort aussprechen kann, vernehme ich ein lautes „Klack“ – der Zapfhahn schaltet ab – voll! Der Lümmel grinst zufrieden, ich nicht!
Was er nicht weiß, die Chance ist vertan, es ist zu spät! NESSAJA hat nämlich die Eigenart, dass sie „zurückschwappt“, zumal dann, wenn es etwas wackelt wie derzeit.
Es vergehen Millisekunden, dann schießt ein Strahl aus dem Tankstutzen und tränkt den Helfer in teures Diesel…

„Fuel for Live“ – ein ganz neuer Blickwinkel (Quelle Internet)

So hatte er sich seinen ersten Arbeitstag nicht vorgestellt! Ich auch nicht – mein ganzes Heck war versaut, es war dem jungen Mann sichtlich peinlich.

Er steht auf und ruft immer wieder „I clean, I clean“, dabei latscht er mit seinen Schuhen durch die Brühe und macht mir überall Fußtapser…

Die Sonne brennts weg

Ich gebiete dem Szenario Einhalt, bezahle, bedanke mich höflich und lehne weitere Dienstleistungen ab.
Um weitere Kollateralschäden zu vermeiden, erkläre ich, dass ich selber saubermachen werde.
Das klappt letztlich auch gut – mit Spüli und Wasser geht das rasch weg.
Zum Glück weht der Wind mir den Gestank nicht in die Bude.

Wie gesagt – den Rest macht die Sonne

Ich tanke exakt 198 Liter, habe also sehr gut kalkuliert. Dafür bezahle ich 360.-€.
Das ist nicht wenig, aber für die Gesamtheizkosten von November bis Ende Februar doch gut tragbar.

Am Ende der Heizperiode, irgendwann im April, werde ich nochmals auffüllen und dann rund 250 Liter in einem Winter verbraucht haben.
Ich bin zufrieden.

198 Liter / 360.-€ Heizkosten

Ein lustiger Sidekick war, dass ich just in dieser Stunde mit dem Mechaniker Mario telefoniere.
Ich habe ihm ein Ersatzteil für seinen Hyundai beschafft und würde es ihm gerne geben.

Er antwortet, dass er gerade nicht könne, man sei am anderen Marinaende, denn die Belegschaft habe eine simulierte Übung, um den Einsatz der Ölsperre zu üben – ich müsse wissen, es käme immer wieder vor, dass Diesel ins Wasser gerate.

Ach was? Ich sage ihm, dass er die Ölsperre packen soll und zu mir kommen soll, er könne den Ernstfall trainieren!
Aber als ich merke, dass er nachfagt, wiegle ich ab – alles Spaß…

Etwas später treffen wir uns, ich übergebe ihm sein Ersatzteil…

Endlich ist es da

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte? Kurz erzählt – er bekommt es nicht in Griechenland, ich bestelle es bei Hyundai in Deutschland.
Wird geliefert, passt aber nicht – alles wird nachgeprüft, die Geschichte zieht sich über Monate.
Wir kommen zu dem Schluss, dass der Artikel wohl falsch verpackt ist.

Die Frage, wer jetzt weiterhilft, bleibt sowohl von der Chefin des Autohauses als auch von Hyundai Deutschland unbeantwortet.

Wer hat geholfen? AMAZON! Lieferung aus… CHINA!

Zwei Wochen Lieferzeit – inklusive aller Zollformalitäten

Ein offenes Wort – Blame on you Hyundai! Es widerstrebt mir, solche Produkte in China zu bestellen!
Das ist in jeglicher Hinsicht Wahnsinn – aber wenn es ein deutscher Vertragshändler nicht schafft, ein Kundenproblem zu lösen, dann „gute Nacht Deutschland“! Eine Servicewüste!
Das liegt nicht zuletzt an immer schlechter qualifiziertem Personal, dem noch dazu der persönliche Ehrgeiz fehlt, gut im Job zu sein.

Sie überlassen das Spielfeld den anderen – und die bedanken sich.

Klar, ein 20.-€ Artikel – aber exakt der belegt die Gesinnung! Ist es Gnade, dass man sich ab 100.-€ vielleicht bewegt? Oder müssen es 500.-€ sein?
Hyundai? Niemals in meinem Haus! Stellt euch vor es wäre ein wichtiges Teil gewesen…

Der anschließende Versuch, meinen Kopf herunterzufahren und mich zu trösten misslang ebenfalls…

Ahhhhhh – Betriebsruhe!

Der Ansatz mir den Nachmittag zu versüßen, scheiterte krachend und nachhaltig – die Zuckerschmiede der Familie „Repapis“ hat ihren jährlichen Betriebsurlaub ausgerufen und lässt mich im gleichen Zug alleine zurück!

Ohje, wie soll das gehen? Zwei Wochen ohne…

Ich hätte mir die Leckerei gegönnt obwohl es immer noch klirrend kalt war.
Na dann eben nicht! Ich fahre zurück zu NESSAJA und telefoniere mit Sibylle, bei dieser Gelegenheit fragt sie, WIE kalt es denn sei?
Ich übertreibe doch bestimmt wieder, sie könne sich das nicht so recht vorstellen.

Gut, dass ich auf dem Weg zur Eisdiele ein Bild gemacht hatte, ich ahnte schon, dass ich es irgendwann mal als „Beweis“ aus der Tasche zaubern könnte.
Dass dies so zeitnah der Fall sein würde, konnte ich nicht ahnen…

Es ging nicht mehr anders – selbst die paar Schritte zum Motorrad

Ich zog alle Register – Windbreakerjacke, Handschuhe, Mütze UND Buff! Selbst die paar Meter zum Motorrad ging ich nicht mehr ohne Mütze, diese wich beim Aufsteigen dem Helm.
Eine Kältephase die insgesamt rund 10 Tage andauern sollte und während dieser ich meine Ausfahrten auf ein Minimum beschränkte.

Nicht entgehen ließ ich mir jedoch die Gelegenheit meine DREI Lieblingsmusiker in Aktion zu sehen.
DREI? Richtig gelesen! Ich habe bei einem Besuch in Giorgos´ Werkstatt einen weiteren Giorgos kennen gelernt – George Drakos.

Ich kannte ihn bereits vom Sehen, konnte ihn relativ rasch zuordnen und stellte ebenso rasch fest, dass er hervorragend Englisch spricht!
Wir haben uns unterhalten und waren uns sympathisch, auf jeden Fall hatte er mich im Verlauf dieses Gespräches gefragt, ob ich das „Tis Kakomoiras“ kenne.
Klar! Eine meiner Lieblingstavernen, warum? Weil er zusammen mit Manolis und Flourios dort spielen würde, in ein paar Tagen, anlässlich des Festes Tsiknopempti.

Heute war es also soweit, ich hatte bei Xristos einen Platz für mich reserviert und fuhr schon um 16.30 Uhr ins das kleine Meze Lokal.

Es war noch zeitig am Tag als ich losfuhr
Das „Tis Kakomoiras“ war aber schon gerammelt voll

Tsiknopempti ist kein Feiertag – es ist ein Tag der weltlich gefeiert wird und in der Woche vor Ostern stattfindet – nicht zu verwechseln mit dem Clean Monday „Kathara Deftera„, welcher dieses Jahr am 03. März gefeiert wird.

An Tsiknopempti wird gegrillt was das Zeug hält. Das war schon auf dem Weg hierher deutlich zu riechen. Rauchschwaden überall, dazu der Duft des Grillgutes.
Alle Tavernen stellen sich darauf ein, es wird allerorts BBQ feilgeboten. Das Fest ging mittags schon los, ab 19.00 Uhr war kein Platz mehr frei.
Ich habe also mein Dinner etwas vorgezogen und war gegen 17.00 Uhr schon hier – die Party war in vollem Gange, die Musiker spielten auf!

Die Drei sind echt klasse! Es waren zwei tolle Stunden

Ich hockte mich auf meinen Platz und bestellte mir ein paar gute Sachen. Schade, dass ich alleine essen musste – nicht so sehr wegen der Geselligkeit, es war laut und ich lauschte einfach der Musik, mehr wegen des angebotenen Essens, alleine kann man nicht alles probieren, ich musste mich also entscheiden.

Für´s Gewissen – ein Griechischer Salat geht immer
Zypriotische Keftedes – war ein sehr guter Tip des Chefs, genau mein Geschmack

Ein toller Spätnachmittag – ich war der einzige Expat zwischen den feiernden Locals.
Das ist genau was ich mag!!!

Allerdings – kein Vorteil ohne Nachteil! Wenn Du mittendrin statt nur dabei sein willst, musst Du dich auch den existierenden Regeln völlig anpassen.
Diese Regeln weichen in den „nicht touristischen“ Monaten ein wenig von denen während der Tourismusaison ab…

Generell gilt, es ist alles erlaubt, was einem anderen nicht direkt schadet oder ihn gefährdet.
Gesetze dienen maximal als Empfehlung – eine freundliche, kleine aber real praktizierte Anarchie.
Dies ist auch offiziell geduldet, solange es keine Kläger gibt.

Worauf ich anspiele? Na klar, auf´s Rauchen in Speiselokalen!

Mein Tischnachbar war Kettenraucher – selbst während er kaute!

Ich habe es spät gemerkt, dass der Mann am Nachbartisch Kette rauchte. Selbst während er die Bissen seines Essens kaute, zog er am Glimmstengel.
Hervorragend ergänzt hat ihn einer der Aushilfskellner, der sich immer eine Zigarette anzündete, dann aber kellnern musste und die Zigarette qualmend im Aschenbecher verglimmen ließ.

Ich hatte aber Glück im Unglück – die meisten Raucher gingen kurz vor die Türe, zudem saß ich am Fenster, durch dessen Ritzen es etwas in den Raum zog.
Obwohl der Rauch ganz nah war, zog er nie über meinen Tisch.
Der Geruch meiner Klamotten ist ein anderes Thema.

Egal, das habe ich zu akzeptieren – hier und jetzt gelten die Regeln meiner Gastgeber und ich habe mir den herrlichen Nachmittag dadurch nicht versauen lassen.

Ich fahre zurück auf NESSAJA und mache es mir gemütlich…

Meine Fletzecke- zur Zeit brauche ich eine Decke

Der Abend war lang, ich habe ein bisschen Video geschaut und bin dann früher ins Bett.
Während dieser Tage habe ich mir immer mal wieder meine Decke geholt um es in meiner Ecke gemütlich und warm zu haben.

Total ist es nicht soooo kalt, aber der eisige Nordwind ist das Zünglein an der Waage.
Er sorgt für einen sehr unangenehmen Chill-Faktor und lässt die Temperaturen kälter erscheinen als sie sind.
Zugegeben, vor drei Jahren hatten wir mit 2°C deutlich kältere Temperaturen – die kamen uns aber nicht so dramatisch vor, weil erstens von kurzer Dauer, zweitens nicht mit dem schneidenden Wind gekoppelt und letztlich, weil wir damals auf ELOWYN gewohnt hatten.

Mein Patenschiff hat zwei Heizungen und ist vermutlich besser isoliert, bei NESSAJA zieht es an der ein oder anderen Ecke etwas rein.

Am Folgetag schickt mir eine Nachbarin ein Foto ihres Termometers…

6°C außen – die Innentemperatur ist morgens, vor dem Einschalten der Heizung
Der Mittelwind liegt seit Tagen bei 25-30kts und tut das Seine

Apropos ELOWYN, die Refitarbeiten scheinen gut voran zu gehen. Volker und ich erhalten mehrmals Video- und Fotoupdates, das Schiff ist inzwischen lackiert und erstrahlt in neuem Glanz.

Volker und ich planen also unseren Fühsommer, die Phase in der wir ELOWYN gemeinsam für die Saison klarmachen wollen, den Teil der gemeinsamen Überführung von Preveza bis Lavrion im Mai und auch, dass wir keinen weiteren Vorabbesuch in Preveza planen.

An diesem Abend fixiere ich daher meine Anreise nach Deutschland und buche mein Fährticket für den 13.03. – exakt einen Monat nach Sibylle.

Ansonsten ist es gerade sehr ruhig in der Marina – nur Alistair hat mich dieser Tage kontaktiert. Er habe ein kleines Problem mit seiner Kielnaht und diskutiere gerade mit der Marina über den Reparaturansatz.
Ob ich ihm mit einem Foto seiner MONEY PENNY weiterhelfen könne?

Klar!

Irgendein Spanngurt baumelt runter – aber Alistair geht nicht darauf ein
Das gewünschte Bild geht ihm zu – eine gute Verhandlungsgrundlage

Ein bisschen Pech habe ich mit meiner Restaurantwahl – einmal scheitere ich im „SouVLakki“ weil just in dem Moment als ich eintreffe ein Verein das ganze Lokal belegt – nicht ein einziger Platz war frei.
Ein andermal komme ich hin und die Eingangstüre ist offen. Ich betrete das Lokal und will die Türe schließen, diese ist aber fixiert.
Auch das akzeptiere ich, gehe an diesem Tag aber dann woanders hin – bei 6°C ist es mir einfach zu kalt.

Ich gehe ins „La Nostra“, aber auch dort klappt es nicht perfekt.

Heute mal Pasta

Ich bestelle mir heute mal Nudeln, weil ich echt einen Glangerer auf die Glyxbringer hatte. Dazu ein Bier, ein eiskaltes Bier.

Ich hätte fast einen Tee bevorzugt, aber gut. Langsam nippe ich an dem Getränk und bin froh, als ich es endlich leergetrunken habe.
Just in diesem Moment kommt die Wirtin, bedankt sich für meinen Besuch und stellt mir…. noch ein eiskaltes Bier auf den Tisch!
Na dann, Prost!

Ich freue mich, ehrlich – aber gebraucht hätte ich es nicht

Ich sitze nie lange, denn in allen Lokalen ist immer irgendwas offen oder es zieht rein.
Hier in der Pizzeria schließt man wenigstens die Türe, aber irgendein Fenster ist immer offen um den Ofen mit frischer Luft zu versorgen – das nehme ich zumindest an.

Egal wie, es zieht – irgendwo zieht es immer!

Ich sitze mit der Mütze beim Essen

Ok, ich gebe zu – ich bin ja verfroren und dies ist letztlich ja auch ein Grund warum ich hier bin – über´s Jahr ist es wärmer als in good ol´ Germany.

Aber, unterschätzt es nicht! Am Meer, mit Luftfeuchtigkeit und Wind, fühlen sich 6°C oder auch 10°C anders an als zuhause.
Zudem sind hier nicht nur die Schiffe, sondern auch die Häuser weniger gut isoliert.

Es gibt Abende, an denen läuft nicht nur die Eberspächer und ich kuschle mich in meine Decke – an manchen Abenden muss auch der Heizlüfter zusätzlich ran!

Der kleine Keramiklüfter leistet gute Dienste

So liege ich dann vor meinem Rechner und schau in der Mediathek die „Rosenheim Cops“, Dokus oder irgendwelche YouTube Clips.

Alles in Allem geht die Zeit gut rum und ich will abschließend nicht vergessen zu erwähnen, dass wir bei diesen wirklich kalten Phasen immer von ein paar Tagen, maximal ein oder zweimal zwei Wochen, sprechen.
Es ist auszuhalten, man kann überleben!

„Roseheim Cops“ – 476 Folgen 😉

Ach, weil ich gerade die Häuser erwähnt habe – natürlich machen wir uns auch Gedanken, wie wir es schaffen wollen, unser Haus für den Winter aufzustellen.
Ich will nicht frieren, deshalb ist klar, dass wir gut heizen können müssen. Umgekehrt habe ich weder das Geld noch die Lust, in die alte Zentralheizung zu investieren, die fliegt raus.

Marcus hat sehr effiziente Heiz-/Klimageräte, ein großer Teil des notwendigen Stroms kommt über Solar rein.
Das wäre eine adäquate Lösung, die ist zudem einfach zu bauen und preisgünstig.

Ralu und John setzen auf eine Wärempunpe, dafür bin ich zuwenig vorinformiert – muss ich nachholen, vielleicht eine gute Alternative.

Die Wände unserer Katikia haben 65cm Dicke – kühl im Sommer, warm im Winter, da verlasse ich mich jetzt erstmal drauf…

Facebook schlägt mir in „Maketplaces“ einen Kauf „In meiner Nähe“ vor – da liegen sie nicht falsch! Hätte ich das Haus schon gekauft, ich würde echt überlegen…

Gefällt mir – und einen Kaminofen will ich auf jeden Fall

Genug über die Kältephase gesprochen – reden wir über die herrlichen, die sonnigen, die geschenkten Momente!

Sobald die Temperaturen nur ein wenig nach oben gehen, kommen die Segler aus ihren Löchern – ok, das klingt despektierlich…
Die Mitglieder der kleinen Communitiy verlassen dann also ihre wohlig warmen Schiffe und zeigen sich am Marinagelände – Leben kehrt zurück.

An einem dieser Tage organisieren Paola und Thomas von der SIMPLY FREE einen gemeinsamen Lunch im „Trechantiri“ in Xirokampos.
Auch ich werde gefragt ob ich mich dazugesellen möchte und sage sofort zu.
Eine willkommene Abwechslung, sowohl in meinem Terminkalender als auch in meinem Speiseplan!

Ich mache mich auf den Weg in die südlichste Bucht von Leros, ich möchte pünktlich um 13.00 Uhr da sein.

Das „Trechantiri“ ist eine gute Adresse
Wir speisen fein – es gibt allerlei Meze
Ein bunt zusammengewürfelte Truppe

Aus der Marina waren neben Paola und Thomas noch Dora und Miguel aus Spanien dabei, auch Chris und Phil aus Wales gesellten sich dazu.

Ergänzt wurden die Bootcrews durch Cetina und Enzo, beide leben auf Leros und sind führend in der italienischen Community engagiert, zudem war noch eine Ägypterin dabei, welche aber lange in England gelebt hatte und für die UN arbeitete, auch sie lebt heute auf Leros.

Alles in allem eine ganz illustere und spannende Runde! Wir hatten viel Spaß und Kurzweil – klar, beim Zusammentreffen von 10 Menschen aus 5 Nationen.

Als wir das Lokal verließen war es später Nachmittag. Es wurde langsam kühl und es war weit und breit kein Boot zu sehen.
Nur die BÖRDE, ein Boot des deutschen Bundesgrenzschutz, zieht im Auftrag von Frontex einsam seine Kreise.

Es kommen immer wieder Flüchtlinge an – die Küstenlinie wird überwacht

Ahhhh – Sonntag! Ich wache auf und beschließe, heute gönne ich mir etwas!
Ich erinnere mich an das Brunch-Buffet im „Navarone“ – ja, genau danach wäre mir heute!

Ich läute den Sonntag gebührend ein!

Als ich in Agia Marina ankomme herrschte eine herrliche Stimmung. Im Windschutz hätte man für einen Kaffee draußen sitzen können.

Schön! Im Wind frisch, im Windschutz eher warm

Doch danach war mir nicht – ich wollte gemütlich drinnen frühstücken.
Kurz holten mich Zweifel ein, denn ich hatte für mich alleine nicht reserviert – es herrschte aber ein immenser Andrang, ob das gut geht?

Ja ging es! Maria hat sich gefreut mich zu sehen und mich gefragt, ob es für mich alleine ok wäre an der Bar zu sitzen – „…klar, kein Problem!“

Ich lege meine Motorradkleidung, welche mich vor dem Erfrierungstod schützen soll, ab und nehme Platz.
Es macht Spaß, die Menschen zu beobachten!

Ein tolles Lokal
Mit einem herrlichen Buffet…
…es fehlt an Nix
Ich stelle mir ein erstes Tellerchen zusammen und schlemme mich in den Tag

Ein Buffet! Es ist euch bewusst, dass man hier ebenfalls sehr gute Charakter- und Verhaltensstudien machen kann!

Wer mich kennt weiß, dass ich essenstechnisch nicht als Minimalist gelte und an einem Buffet auch auf meine Kosten komme.
Ich gehe aber mehrmals, mache keine Sauereien und wenn ich etwas nicht kenne, nehme ich erst wenig…

So weit, so gut – Basics eigentlich. EIGENTLICH!
Die adrett gekleideten Damen drängeln, Kinder reservieren Plätze am Buffet – vor der Pfanne mit dem Rührei – und meine Geschlechtsgenossen (alle Altersgruppen) bauen Türme auf ihre Teller, die dem zu Babel in nichts nachstehen, viele davon gehen halbvoll zurück.
Es ist un-fass-bar, einfach unbeschreiblich!

Leider bin ich mit meinem Versuch, ein Bild eines solchen Tellers zu machen, gescheitert – ich will da vorsichtig sein.
Aber vorstellen könnt ihr es euch, oder?

Sehr geil mit anzusehen war auch der Versuch eines der Turmbauer, von seinem Teller zu essen – bei dem stämmigen Kerl war die Frage nicht, OB er seine Portion schafft, die Frage war WIE!
Immer, wenn die Gabel auf einer Seite versuchte einen Happen aufzuspießen, fiel auf der anderen Seite des Tellers etwas vom Rand…
Ein Schauspiel!

Das Monatsende naht – ich sollte meinen Blogbeitrag weitertreiben! So ziehe ich mich zurück auf NESSAJA und tippe ein paar Kapitel.

Soll pünktlich erscheinen

Später ruft mich eine Verabredung noch einmal nach draußen.
Der Wind pfeift immer noch eiskalt, aber übermorgen soll es schon besser werden.

Ich bin mit Susanne von der ESPERANZA und Anette und Kai von der TUULI verabredet. Susanne ist ebenfalls Jahresliegerin in der Marina, die anderen Beiden sind Ganzjahressegler und mit ihrem Katamaran gerade in unserer Bucht.

Abermals ziehe ich alles an, was mein Schrank mir anbietet um das Abfallen der Nase oder anderer Extremitäten zu verhindern – eine herrliche Stimmung liegt über der Bucht, aber es ist ungemütlich.

„Blaue Stunde“ – um 19.00 Uhr treffen wir uns in Lakki
100m zum Motorrad ohne Mütze? Für ein Weichei wie mich unmöglich!

Wir gehen ins „SouVLakki“, essen gut – es gibt keine Bilder! Dennoch ist es dieser Abend wert erwähnt zu werden, denn ich friere den ganzen Abend. Auch das an sich nur eine Randnotiz – aber leider will es das Schicksal, dass ich den Monat mit einer Fetzenerkältung abschließe.
Noch zwei Tage bis zum Knockdown!

Diese zwei Tage vergehen unspektakulär und relativ rasch. Die Wetterlage ändert sich, der eisige Nordwind ebbt ab und geht in eine angenehme Windstille über.

Es ist ein wunderbarer Tag! Sofort steigen die Temperaturen, ein Tag zum Wohlfühlen!
Allerdings, das ist schon bekannt, wird die Freude nur von kurzer Dauer sein, es wird Südwind kommen.
Die Temperaturen werden auf einem verträglichen Niveau bleiben, aber es wird Regen geben.

Egal! Der Tag heute soll erstmal genutzt werden!

Später Vomittag, die Sonne steht hoch über dem Strand der Marina
Kein Wind – nicht einmal das Wasser kräuselt sich

Ich möchte mal wieder etwas Produktives tun und einen Punkt von meiner Liste abarbeiten.
Dazu habe ich heute die beste Gelegenheit – ich beschließe daher, mir gleich den wichtigsten Punkt vorzunehmen.

Vor einigen Tagen ist mir zufällig aufgefallen, dass die Befestigungsleine meines Schlauchbootes fast durchgescheuert ist – das zeigt, man muss stetig auf der Hut sein und am Ball bleiben, stetige Kontrollblicke tun Not.

Also ziehe ich mir NESSAJAs Schnulli an den Steg und nehme mir die angescheuerte Leine vor…

Die ersten zwei Meter sind insgesamt liederlich
Schlimmer ist die Schadstelle
Weg damit!

Ich mache einen sauberen Schnitt und einen der gebräuchlichen „Heißtakel“ um das Leinenende vor dem Aufdrallern zu schützen. Das ist nicht schön, aber zweckmäßig und an dieser Stelle auch echt egal.

Danach binde ich das Dinghi wieder fest und freue mich, dass nun keine Gefahr mehr droht.

Aber seltsam, ich bin total schlapp. Die drei Handgriffe fühlen sich an wie Schwerstarbeit!
Ich huste und mir schwant – da bahnt sich etwas an! Ich hege die Hoffnung, dass ich an einer Erkältung vorbeischramme und ruhe mich ein bisschen aus.

Abends gibt es Pizza, das geht immer, ich bin matt und gehe früh ins Bett – noch einen Tag bis Knockdown!

Love it – Pizza geht IMMER

Der nächste Morgen – ich wache auf und muss mich sortieren. Mein Schädel brummt und ich muss stetig husten. Mir tun schon die Flanken weh von der Husterei.
Ein Nasenloch ist zu, ich fühle mich nicht wohl und merke schon – meine Hoffnung wird unerfüllt bleiben, eine echte, vollumfängliche Erkältung bahnt sich an – noch 12h bis zum Knockdown!

Wie heißt es so schön? Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und drei Tage geht sie – na toll!
Da ahne ich ja was auf mich zukommt.
Ich will noch einkaufen gehen, also setze ich mich sofort auf´s Mopped und tüte in den Ort.

Auf dem Weg sehe ich Seltsames…

Nanu, Piraten? Hier?
Offensichtlich!

Ich steige ab, mache Bilder und schüttle dem Kapitän die Hand – offensichlich der Piratenhauptmann.
All diese Informationen lasse ich Enkel Otto zukommen, er soll schon wissen, dass sein Opa gute Kontakte zu den Piraten unterhält – harrharrharr… 😉

Ich fahre die einzelen Stationen ab und kümmere mich um alles was wichtig ist – Geld holen, der Erste steht vor der Türe. Dann einkaufen – alles was ein Mann so braucht, Bier, Cola, Chips.
Dann zum Marinaoffice, den Chip für Strom und Wasser laden lassen.
Erledigt! Check! Jetzt kann die Erkältung kommen, ich bin gewappnet!

Nur noch ins Office

Noch 6h bis zum Knockdown!

Weil ich ahne was kommt, will ich heute zu Mittag essen – man weiß nie! Die vom „Tis Kakomoiras“ ausgerufenen „Streetfood Days“ bieten sich förmlich an!
Also fahre ich am frühen Nachmittag dorthin und futtere…

Ein liebevolles Lokal mit „offener Küche“ – sehr sympathisch
Der hintere Raum ist ohnehin eine Wucht – aber auch hier vorne überall liebevolle Details

Ich bestelle „den größten Burger den sie haben“ und ein bisschen drumrum.
Ich muss sagen, echt lecker. War einfach mal was anders.

Onion Rings
Potato Wedges mit Cheddar und Jalapeños – und der Burger…
…welcher nicht von schlechten Eltern war!

Ich fahre zurück auf NESSAJA. Ich bin bereit! Die Erkältung kann kommen…

UND SIE KAM – UND WIE!

Ich erspare es euch, hier zu beschreiben wie eine Erkältung einen übermannt – für Männer ohnehin eine Nahtoderfahrung, war ich nun also gebeutelt und heimgesucht von einer Krankheit welche ich nicht sehen kann, die man nicht eingipsen oder nähen kann – etwas Fieses und Heimtückisches übernimmt meinen Körper! Viren und Bazillen halten mich in Schach.

ICH LEIDE!

Süder, flenn…

Bis spätabends liege ich so da und lass´ mich von den Roseheim Cops berieseln. Das geht und ist auszuhalten.

Irgendwann überfällt mich so etwas wie ein Gelust auf etwas Warmes, kein Hunger – eher was Warmes.
In Ermangelung einer Suppe gebe ich meinen Widerstand gegen das Kochen für mich alleine auf – ich mache mir Nudeln.
Nudeln machen glücklich – ist bewiesen!

Machen Nudeln auch gesund? Ich werde es ausprobieren…

Super, jetzt muss ich auch noch abspülen
Den Teller spare ich mir – heute ist „Barnaby Abend“

Ich kann es vorweg nehmen, temporär hilft es – aber nicht anhaltend.
Ich durchlebe eine grausige Nacht, konnte da aber noch nicht ahnen, was für ein Tag folgen sollte.

Ich trinke am folgenden Morgen meinen Kaffee und nehme mir fest vor, nach diesem wieder ins Bett zu schlüpfen – ich will und muss mich schnellstmöglich auskurieren.

Es war verfitzmaledeit – an diesem Tag hatte ich, ohne zu übertreiben, von morgens 10.00 Uhr bis abends um 19.00 Uhr stetig und pausenlos mit WhatsApps, Anrufen, eMails und Besuchen zu tun.
Die meisten von ihnen „Kannst Du mal…“ Anfragen.
Es hat mich Mühe gekostet, allen zu erklären, dass ich jetzt mal zwei Tage Pause brauche – ich wollte keinesfalls unfreundlich oder gar abweisend wirken.
Es war ein schrecklicher Tag und ich war froh, als er vorbei war.

Die Nacht war, wie zu erwarten, fürchterlich – dafür begann der neue Tag gar nicht mal so gut! Zum Mäusemelken! Dieser Februar gibt sich alle Mühe, so empfinde ich es heute, als der mieseste Monat seit unserer Abreise aus Deutschland in Erinnerung zu bleiben.

Ich bleib´ einfach daheim…
An eine Motorradfahrt in den Ort ist nicht zu denken

Leider Gottes bleibt es fast den ganzen Tag so. Heftige Regenschauer geben sich ein Stelldichein mit Gewittern – unterbrochen nur von kurzen Pausen.
Das ist an sich erträglich, aber wenn ich das geahnt hätte, wäre mein Schwerpunkt beim Einkaufen eventuell nicht auf Bier und Erdnussflips gelegen.
Mir schwant – heute wird wieder ein Nudeltag.

Sibylle feixt am Telefon – „…na, musst Du alleine gesund werden? Diesmal kannst Du mir nix vorjammern!“
Wie gemein! Von der Redensart, dass geteiltes Leid auch halbes Leid ist, hat sie scheinbar nie etwas gehört.

Egal, erzähle ich es halt euch…

Nur Spaß! Mach´ ich nicht – aber ihr dürft mir glauben, ich war maximal unfit! Ich nutze den tristen Tag um mich auszukurieren.

Kaputt – total

An solchen Tagen spüre ich Nachteile durch mein Gewicht. Sonst habe ich im Alltag die Kraft, meine Masse zu bewegen – aber an Tagen an denen ich kraftlos bin, leide ich bei jeder Bewegung.

Das Atmen fällt schwer und tut weh, weil ich Muskelkater vom Husten habe.
Hilft aber alles nichts, irgenwann muss ich raus und mich versorgen – ich habe Hunger und mache mir Nudeln.

Kennt ihr „Murphys Law“? Klar kennt ihr das! So ging es mir heute obendrein – ich hatte leider kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!

Während des Kochens ging mir das Gas aus!

Ich baue schnell auf Induktion um

An einen Gasflaschenwechsel ist nicht zu denken. Es ist schon spät, es hat abgekühlt und außerdem regnet es. No way!
Also stelle ich alles auf Induktion um, stelle dabei aber fest, dass die von mir verwendete Pfanne nicht tauglich ist.
Also, dann eben noch ein anderer Topf! Egal, ich spüle ja gerne ab!

Ich leide jetzt nicht nur, ich bin auch frustriert!
Während ich esse, schau ich durch, ob es in den Facebookgruppen aus Leros etwas Neues gibt.

Ein polnisches Paar aus der Marina fragt nach, ob denn heute zum „griechischen Fleischtag“ die Tavernen keine BBQ-Angebote hätten.
Ich antworte, dass er leider eine Woche zu spät sei, „Tsiknopempti“ war letzte Woche.
Er fragt abermals nach – „…und die Faschingsfeiern?“ Auch hier ist er zu spät, die meisten sind vorbei.
Mit einem Angebot kann ich aber helfen…

Wieder meine Lieblingsmusiker – aber falscher Anlass und falscher Ort. Für mich

Es wird euch nicht überraschen, dass ich Fasching nicht leiden kann. Ich bin froh, wenn der ganze Spuk jetzt dann vorbei ist.

Der wahre Grund meiner Internetrecherche ist aber ein anderer, ein ernsthafter. Seit Tagen schon wird davon gesprochen, dass am 28.02. ein 24-stündiger, landesweiter Generalstreik ausgerufen ist.
Man kann noch nicht einschätzen wie das ausgeht, denn es sind meist Bürgerinitiativen, die sich in den Sozialen Medien gesammelt haben um gegen die Politik im Land zu protestieren.

Das ganze hängt sich am Zugunglück von Tempi im Jahr 2023 auf, bei dem 57 Menschen den Tod fanden.
Die Griechen unterstellen ihrer Politik komplettes Versagen und mehr! Mit den Protestaktionen wollen sie das Drama des 28.02. unvergessen machen und verhindern, dass unterstellte Straftaten unter den Tisch gekehrt würden.

Auch in Leros wird es Kundegebungen geben, ich werde kurz vorbeisehen, wenn ich etwas fitter bin.

Dann gehe ich ins Bett – aber es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, an Schlaf ist nicht zu denken.
Um 01.23 Uhr stehe ich wieder auf, es ist der letzte Tag des Monats.

Und ich bin soooo müde

Was tun? Ich beschließe, dass ich noch ein paar Zeilen Blog schreiben werde, die Zeilen, welche ihr eben erst gelesen habt.

Direkt über mir entlädt sich ein Gewitter. Der Regen prasselt unbeschreiblich laut, es könnte wieder kleiner Hagel sein. Ich bin zu matt um nachzusehen.
Die Blitze erleuchten den Himmel, der ohrenbetäubende Donner kommt unmittelbar nach dem Blitz.
Wobei „Donner“ das Geräusch nicht treffend beschreibt – es ist mehr so ein knackendes, knisterndes Geräusch.

Nach etwa einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei – mir reichts! Ich muss versuchen eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Dies gelingt kaum, ich wälze mich hin und her und stehe um 06.30 Uhr final auf – ich fühle mich gerädert.

Hilft aber nix, nachdem ich mich sortiert habe und meinen Kaffee getrunken hatte, musste ich mich aufrappeln.
Heute hatte ich im Ort Besorgungsfahrten zu machen – ich nutze also eine Regenpause.

Klar – der Regen setzt wieder ein

Ich habe nur bedingt Glück. Ich hole Gas, mache einen Abstecher bei der Apotheke und fahre zum Bäcker um mir ein Frühstück zu kaufen. Just hier setzt der Regen wieder ein und ich habe zu tun, dass ich einigermaßen trocken nach Hause komme.

Ich merke auch, dass sich Motorradfahren anders anfühlt als auf dem Sofa sitzen – ich muss langsam machen, mir fehlt die Energie!
Egal, fahre ich eben später nochmal.

Zuhause suche ich alle Arzneimittel zusammen, die irgendwas mit Erkältung zu tun haben – wer mich kennt weiß, welche Mächte mich gesteuert haben. Ich verabscheue Arzneien!
Hilft aber nix, die Erkältung muss weg! Sibylle berät mich und ich fülle mich nach dem Frühstück mit Pharmaprodukten auf.

Ein bisschen hilft es

Wäre Sibylle hier, ich würde mit einem Tee im Bett liegen und warten, bis das Drama vorbei ist.
Aber so muss ich eben sehen wie ich zurecht komme 😉 – EINHANDSEGLER halt…

Um 10.30 Uhr fahre ich noch einmal nach Lakki. Dimitra vom „Luigi Café“ hat das Geschäft verkauft und will sich vermehrt um die Zwillinge kümmern. Heute ist ihr letzter Tag, es gibt eine offizielle „Einladung“ an alle Freunde und Kunden, auf einen letzten Kaffee und ein letztes Foto vorbei zu sehen.
Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen – Ehrensache!

Alles Gute Dimitra

Im Café treffe ich auch ihren Mann, Sotiris den Segelmacher. Sein Rückruf bezüglich meiner Matratzen steht noch aus – ich behellige ihn aber nicht damit. Ein Thema, welches ich mit in den März nehme.

Die Uhrzeit meines Besuches war übrigens bewusst gewählt – mir blieb Zeit für einen Espresso im Stehen, dann bin ich an die Waterfront gegangen, denn hier sollte um 11.00 Uhr die vorgenannte Kundgebung stattfinden.

Und das tat sie – UND WIE!

Gefühlt waar ganz Leros in Lakki, die Polizei hat die Straßen später gesperrt
Es gab tatsächlich eine Art „Choreografie“
Die Alten standen Spalier, die Jugend führte den Protestzug – auf den Schildern die Namen der Opfer
Beim Zugunglück am 28.02.2023 in Tempi waren hauptsächlich junge Menschen ums Leben gekommen
Der Satz „Ich bekomme keine Luft“, der auf einer Audioaufnahme der Rettungskräfte zu hören war, wurde zum Slogan der Bewegung

Die Teilnahme bewegt mich! Ich war ergriffen mit anzusehen, wie wütend und traurig die Menschen vor Ort waren, wie sie mitgefühlt haben und ihrem Kummer Luft machten.
Es war mir wichtig dabei zu sein und mich hinter ihnen zu stellen.

Umgekehrt habe ich mir selbst, sowohl in Facebook als auch im Gespräch, jede politische Stellungnahme untersagt.
Ich bin Expat und Gast in diesem Land, ich kenne mich mit der Politik und den Verantwortlichen dahinter nicht aus, es gebührt mir nicht, hier gemeinsam mit den Griechen zu urteilen.

Ich bleibe nicht sehr lange, denn als die Reden beginnen, kann ich nicht mehr folgen.
Ich bin ohnehin matt und muss mich echt ein wenig hinlegen – gedacht, gemacht, nix wie heim…

Ich gönne mir 2h Mittagsschlaf und Erholung

Wie bekomme ich diesen Tag nur rum???

Kurz – es ging so. Ich hab´ tatsächlich etwas geschlafen, mich dann neu sortiert und mir noch einmal etwas gekocht.
An eine Einkehr ist ja nicht zu denken – hat aber auch so geklappt.

Cordon-Bleu und Pfannengemüse, abgespült wird morgen

Danach das übliche Programm, fernsehen, etwas auf der Couch flacken und ein bisschen leiden.

Relativ zeitig beschließe ich – ich beende den Tag! Und den Monat! Es reicht aber auch, ich bin froh, dass der Februar vorbei ist…

Ausblick auf März – ich will schnellstmöglich gesund werden, denn „Clean Monday“ steht vor der Türe. Bekomme ich die Polster vor meiner Abreise noch erneuert?
Ansonsten wird es wohl noch knapp zwei Wochen so weitergehen, der „Einhandsegler“ hat noch ein paar Tage vor sich.
Am 13.03. werde ich frühmorgens nach München aufbrechen und für den Rest des März dort verweilen.

Was sich dort und bis dahin tut – wie immer auf diesem Blog! Danke für´s Lesen…

Gruß von Bord der NESSAJA
Mario

EINHANDSEGLER

Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das off´ne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und – es fliegt die Gischt

Dein Kielwasser säumt schäumend deine Bahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Die Strömung ist gefährlich, die Untiefe nicht weit
Du musst kreuzen gegen Dummheit und den Geist der Zeit
Die See wird rau und kabbelig wenn du es wagst
Zu widersprechen, wenn du aufstehst und die Wahrheit sagst

Da ist keine stille Bucht, da ist kein schwitzendes Ufer
Niemand in der Wasserwüste hört den mahnenden Rufer
Dass du Recht hast werden sie dir nie verzeih´n
Und dann stürzen alle Wetter zugleich auf dich ein
Zähl nicht auf Schönwetterfreunde im Orkan
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean

Du siehst Wellen und Wolken und du siehst kein Land
Da draußen liegt dein Los allein in deiner Hand
Du hast den Funk abgeschaltet, du brauchst sie nicht mehr
Die echten Heuchler, die falschen Klugen, die blinden Seher
Du musst nicht mit ihnen um ihre gold´nen Kälber tanzen
Egal wie sie sich über dich das Maul zerfransen
Niemand steht über dir, aber auch niemand steht dir bei
Das ist ein hoher Preis, doch dafür bist du frei
Du bist niemands Herr und niemands Untertan
Einhandsegler auf dem Ozean

Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern

Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean