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Der Skipper ist momentan ohne eigenes Schiff und hält nur durch sein "Pflegeschiff" Kontakt zur Szene - doch der Traum einer Blauwasserreise ist nicht ausgeträumt! Bis neue Ideen reifen, geben sich Mario & Sibylle den "Aegean Island Vibes" hin...

November 2025 – Born to be Wild

Die Headline für den November war rasch gefunden! Der 68er Song von Steppenwolf muss herhalten – und ich hoffe doch, dass ich bei allen Lesern die älter als 50 sind ein Bild assoziieren kann…

Hopper – Fonda – Nicholson, sie waren die „Easy Rider“ (Quelle Internet)

„Like a true nature’s child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die
Born to be wild“

Befragt man Google zum Lied und zum damit untrennbar verbundenen Film, erfährt man, dass „…Born to be wild wörtlich übersetzt „geboren, um wild zu sein“ bedeutet, hier aber im übertragenen Sinne für eine freigeistige, abenteuerlustige und rebellische Haltung verwendet wird. Der Ausdruck wurde vor allem durch den gleichnamigen Song von Steppenwolf bekannt, der zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ wurde und seither oft mit Bikern und der Gegenkultur assoziiert wird.“

Wie immer geht es also ein wenig um den freigeistigen Gedanken, welcher, gepaart mit einer Portion Abenteuerlust, eine Triebfeder des Lebens darstellt.

Und was hat das jetzt mit einem Segelblog zu tun???

Mein Freund René wagt das Abenteuer – im November auf dem Landweg von Schliersee nach Leros

Ich werde zur Monatsmitte hin Besuch von meinem Freund René aus Schliersee bekommen.
Das freut mich außerordentlich – und weil der Zufall es so will, dass Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland verweilt, haben René und ich beschlossen, uns ein paar Motorradtage auf Leros und Rhodos zu gönnen.

Die „Easy Rider“ der Dodekanes, eine lustige Vorstellung! Auch wenn wir mit Platte und Wampe auf unseren BMW GS bei Weitem nicht mit dem Original mithalten können.

Dieses Miniabenteuer soll den Höhepunkt des November bilden und startet exakt zur Monatsmitte – doch bis dahin war es ja noch ein Weilchen hin.
Lasst euch mitnehmen auf unsere Reise durch den elften Monat des Jahres…

Bereits am ersten Tag des Monats durfte mein COBB wieder an die Arbeit – es wurde gegrillt was das Zeug hielt und wir haben die feinen Leckereien so richtig genossen.

Back to the Roots – Polaroid statt Pixel
Alex´Mutter, Jim und die Crews der DONNA, der ANAHITA und der NESSAJA

Wir waren eine lustige Runde und hatten richtig Spaß. Jeder hat etwas mitgebracht und sowohl Caetlin als auch Antonia übertrafen sich mit ihren Backkünsten – ich liebe die Brote der Beiden, ein Gedicht!

Kaufen kannst sowas auf Leros halt nicht

Während wir uns an den Köstlichkeiten labten, wurden Pläne für den morgigen Tag geschmiedet.

ANAHITA sollte noch einen weiteren Epoxi-Anstrich bekommen, bevor Hanna und Jim wieder abreisen würden.
Ich nehme mir vor, am morgigen Tag mit der Erneuerung meines stehenden Guts zu beginnen und Ben sichert mir Hilfe zu.

Am neuen Tag heißt es für mich daher als Allererstes, kurz zu LIBERTÉ zu schauen, um mir den gewaltigen Milwaukee von Hans Peter auszuleihen.
Dies hat er mir freundlicher Weise gestattet und ich hoffe, dass mit Hilfe des „kräftigsten Akkuschraubers der Welt“ der Mastaufstieg zur Aufzugfahrt wird.

Schon der Name klingt martialisch – MILWAUKEE! Nicht etwa AEG oder Bülle

Weil ich schonmal an Bord der Bavaria meines Freundes bin, mache ich mir die Mühe eine weitere Rolle des sogenannten „Panzerbandes“ um den Mast zu wickeln.
So dürfte sicher gestellt sein, dass die Schutzfolie den ganzen Winter über hält – ich mache ein Bild und sende es an Hans Peter ins schöne Saarland.

Auf LIBERTÉ ist alles ok, HP kann ruhig schlafen

Zurück zum Akkuschraubermonster – „Der Gerät“ zieht also für eine Weile zu mir.
Der erste Teil meines heutigen Schaffens ist erledigt, aber die wirkliche Challenge kommt ja erst noch!

Bald kann es losgehen – nur noch ein paar Fallen auf die Seite binden und Leinen zum Aufstieg vorbereiten, dann kann Ben kommen.

Die Leinen sind vorbereitet, das Kutterstag ist ausgehängt

Ich gebe das Signal und die DONNA Crew kommt sofort. Auch Caetlin hilft, somit sind wir drei Leute an Deck um Ben im Mast im Mast zu unterstützen.

Der legt sich einstweilen sein eigenes Klettergeschirr an, bindet sich selbst ein und sammelt das Werkzeug in verschiedenen Taschen.
Dann ist er klar zum Aufstieg, wir stimmen uns kurz ab – und es geht los…

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen…
Checkup, Messungen und Detailbilder an der ersten Saling – dies dient zur Vorbereitung auf später
Das gleiche Tun an der zweiten Saling

Was geht noch einfacher als ein „Milwaukee“? Ganz einfach, man klettert den Mast hoch wie ein Affe!
Darf ich das sagen? Oder klingt das despektierlich?
Ich glaube ihr wisst, dass ich dies unter höchster Anerkennung sage.

Ben kann nämlich, als Kletterer, ohne Seilunterstützung in den Mast kraxeln.
Die zwei Leinen laufen nur mit, um einerseits die Last beim Hängen zu tragen und anderseits natürlich als Sicherung.
Ich war begeistert und enttäuscht gleichzeitig – hätte ich Ben doch mit dem „Milwaukee“ gerne katapultartig in den Himmel geschleudert, aber nichts da, er klettert einfach rauf 😉 !

Ich darf vorwegnehmen – der Akkuschrauber bekommt seinen Einsatz – wenn Alex ein paar Tage später, statt Ben, noch einmal nach oben geht.

Oben angekommen, löst Ben den Sicherungsbolzen für das Kutterstag und wir lassen die Rollanlage ab und führen sie auf den Steg.

Da liegt sie nun, das Zerlegen und die Wartung ist nun an mir

Kenner der Materie werden sich zwei Fragen stellen – erstens, warum geht der Skipper nicht selber hoch?
Nun, ich bin kein Freund zu großer Höhen und mache lieber die Arbeit an Deck – daher gilt den jungen, schwindelfreien Helfern im Mast mein ganzer Dank.
Offen gesagt – es gibt noch einen Grund, den muss man aber nicht thematisieren…
Nur soviel – auch der „Milwaukee“ hat seine Grenzen 😉

Am Weg nach unten nimmt mein holländischer Helfer noch das Babystag mit nach unten – jetzt kann ich langsam anfangen die Teile zu sortieren und für den Versand zu rollen.

Das Babystag liegt schon gewickelt da, einen neuen Spanner bekomme ich von der ALADIN, manchmal hilft das Glück

Die zweite Frage die sich stellt – warum so kompliziert???

Nun, ich möchte den Mast stehen lassen um Kollateralschäden zu vermeiden.
Zum Legen müssten alle Kabel geschnitten werden, da es (noch) keine Trennstelle gibt – hierbei geht es nicht nur um die Lichter, sondern vor allem um die Spezialkabel von Radar und Windmesser.

Zudem bedeutet das Legen und Stellen des Mastes auch immer eine Beanspruchung für den Mastfuß – ich will hier kein Risiko eingehen.

Also habe ich entschieden, dass ich das stehende Gut „step-by-step“ erneuere, die Riggingexperten von Sparcraft helfen mir dabei mit einer kompetenten Beratung.

So! Für heute reicht es – noch rasch duschen und frisch machen, dann muss ich schon los zum Griechischkurs, denn der ist für den Winter wieder angelaufen.

Einmal in der Woche geht es zum „The Leros Way“ HUB
Ab diesem Kurs lernen wir mit Lernheften – es gibt eine Sammelbestellung

Offen gesagt, ich laufe noch nicht richtig rund, was meine Griechischfortschritte betrifft.
In der App komme ich ganz gut zurecht, meine Fehler sind verzeihbar.

Mein Wortschatz ist leider noch zu klein und ich muss noch zu lange überlegen. Selbst das was ich kann, kommt noch nicht flüssig genug – Griechisch lernen ist ein langer, steiniger Weg.

Meine täglichen Floskeln werden aber immer besser und ich kann bald sagen, dass ich mich mit Griechisch so durchwurschteln kann, wie ich es früher mit Italienisch oder Kroatisch konnte – trotz der anderen, ungewohnten Buchstaben.

Der Kurs ist vorbei, das Abschiedsessen von Hanna und Jim steht an – wir sind neben, natürlich, Antonia und Alex, sowie Caetlin und Ben, ebenfalls mit von der Partie.
Ich hoffe sagen zu dürfen, dass uns Alex´ Mutter und Jim sehr sympathisch waren und wir auf ein weiteres Treffen hoffen!

Ein gutes Motto für den Abschiedsabend

Die Taverne der Wahl war das „El Greco“ in Lakki.
Wir waren mit unserer Meinung nicht maßgeblich, daher haben wir uns bei der Auswahl der Gaststätte sehr mit jeglicher Meinungsäußerung zurück gehalten – wir haben mit „El Greco“ nämlich nicht nur gute Erfahrungen…

Leider! Denn als das Lokal noch in Panteli war, war die kleine Hafentaverne stets in unserer Bestenliste.
Der Umzug nach Lakki und das dortige Dasein als „Platzhirsch“ haben dem Lokal aber nicht nur gut getan.

Bei uns halten sich Plus und Minus die Waage, dies sollte heute leider zum Negativen kippen.

Fried Saganaki – ich trau´ mich wetten, dass es Fertigsaganaki ist, leider auch viel zu wenig frittiert
Die „Marinated Anchovies“ waren gut
Auch die „Champignon Sauté“ waren ok

Nicht fotografiert habe ich meine Calamari – nicht, dass ich ein Kostverächter wäre, ich esse immer frittierte Calamari wenn ich mir bei einem Restaurantbesuch nicht sicher bin.
Diese sind vergleichbar und man kann nicht viel falsch machen.

Dachte ich…

Ich bekomme also hellgelbe, relativ zähe, kleine Calamri serviert. Das hellgelb, welches auf einen sehr defensiven Frittiergrad hindeutet, weicht an macher Stelle einem leichten Grau.
Die durchweichten, labbrigen Dinger lagen in ihrer eigenen Tinte und liefen graublau an – ein Testbiss ließ mich inne halten.
Hier würde ich passen!

Ja, normaler Weise beschwert man sich. Aber ich wollte den Abend nicht gefährden und habe nichts gesagt.
Auffällig war, dass der Kellner beim Abräumen nahezu jeden gefragt hat ob alles gepasst hat – mich nicht!

Für mich war´s das – ich geh´ einfach nicht mehr hin.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Hanna auch Calamari hatte, die waren ok – die Küche könnte demnach schon.

Muss man deswegen vollumfänglich enttäuscht sein? Naja, vielleicht nicht alleine deswegen, aber nach Erhalt der Rechnung schon!

8 Personen – 258.-€, das bedeutet 32,30€ pro Kopf bei drei Vegetariern / Veganern

„ΑΡΤΟΣ“ steht für Brot, genauer gesagt Minisemmeln – man bekommt anfangs eine pro Person, später haben wir noch welche nachbestellt – für unsere veganen und vegetarischen Freunde als Beilage zum Salat.

Für eine Minisemmel 1,50€ zu verlangen ist schon grenzwertig. Die anderen Speisen sind auch nicht günstig, aber akzeptabel, die Semmelchen treiben somit den Preis pro Paar auf 70.-€ inclusive Trinkgeld – das ist einfach für das servierte Essen zuviel des Guten.

Na Schwamm drüber, es war ein schöner Abend mit Freunden und das ist die Hauptsache!

Der neue Tag begann mit einem verzögerten Arbeitsbeginn – und das, obwohl ich so motiviert war.

Nachbar Haim tankt und die Tankwarte tänzeln über die massive Halterung des Ponton

Mein Nachbar hatte den Tankwagen bestellt und dieser Tankprozess fand exakt über meiner Rollanlage statt.
Hätte ich genau in diesem Moment mit dem Zerlegen begonnen, ich wäre nur im Weg gewesen.

Also harre ich etwas aus und beobachte, wie die alte Nauticat betankt wird.
Natürlich sehe ich auch den beiden BP Mitarbeitern zu, wie sie über das Rohr tänzeln, welches den Ponton mit dem Betonkai verbindet – die Kamera griffbereit, es könnte ja sein, dass sich ein Spektakel anbahnt.

Aber nichts dergleichen! Nach ein paar Minuten war das Betanken beendet und ich konnte an die Arbeit gehen – es galt das Profilvorstag zu zerlegen und das Kutterstag auszubauen.

Die Trommel war rasch abmontiert – ein System ohne Sta-Lok Schraubterminal, das Glück war mir hold
Auch der Rest der Anlage ließ sich gut zerlegen – alle Schrauben waren gangbar
Ich kam rasch voran, die Anlage besteht aus zehn Profilelementen
Nach zwei Stunden war es geschafft

Ich war positiv überrascht! Das Zerlegen der gesamten Anlage hat vielleicht knappe zwei Stunden gedauert.
Da die ganzen Einzelteile recht sperrig waren, habe ich sie sofort zum Haus gefahren und in der Werkstatt deponiert – feine Sache!
Warum sollte ich diesen Vorteil nicht für mich nutzen?

So, jetzt hatte bereits zwei Stagen auf dem Ponton liegen – sowohl das Kutterstag als auch das Babystag waren fertig um aufgerollt und gesichert zu werden.

Für die erste Sendung will ich noch das Achterstag abmontieren und dazugeben, aber dazu brauche ich nochmal Hilfe von Ben oder Alex.

Ach ja, es ist kaum etwas kaputt gegangen, nur ein alter Schaden wurde bemerkt – um diesen zu reparieren brauche ich einen Reparatursatz für ein Plastimo Aluminiumprofil.
Es war kaum zu glauben, aber „maritimo.at“ aus Österreich hatte den raren Reparatursatz, welchen ich zuvor vergeblich in Griechenland gesucht hatte, auf Lager und hat es geschafft, diesen innerhalb einer Woche zu mir zu schicken.
Mitarbeiterin Magdalena war mein „Star der Woche“ und das habe ich auch zum Ausdruck gebracht – „maritimo.at“ hat einen Neukunden gewonnen!

Sibylle ruft zum Kaffee, Hanna und Jim haben zum Abschied einen Kuchen hiergelassen.

Wir teilen – das Zeug sieht aus wie Sünde und schmeckt wie die Versuchung

Es war noch Tag übrig, also packe ich ein dringendes Projekt auf ELOWYN an – ich sehe mir das Ruder an…

Klar, dass bei unserem weißen Riesen auch diese Baustelle keine „normale“ nach meiner Definition ist.
Hier sind riesige Ruderlager verbaut, ich habe keine Ahnung wie man die öffnet – alles sieht anders aus als bei den kleinen Geschwistern.

Das sieht noch normal aus – ich habe den Gummibalg im Verdacht ursächlich für den Wassereintritt zu sein
Nicht normal – im oberen Ruderlager ist keinerlei Befestigungsmutter zu sehen

Da mir die Bauweise der Anlage nicht selbsterklärend erschien, nahm ich Kontakt zum Hersteller „Jefa“ in Dänemark auf.

Man antwortete mir rasch und freundlich, aber nicht zielführend.
Erst ein Nachfassen, gepaart mit Erklärungen über das warum und wer, hat Abhilfe geschaffen.
Ein paar Tage später hielt ich Explosionszeichnungen und Teilelisten in den Händen, so kann ich das System zerlegen – mache ich sobald wie möglich…

Für heute reicht´s erstmal. Wir sind im „SouVLakki“ verabredet und Sibylle schlägt vor, vorher noch einen Ouzo im „La Palma“ Café zu trinken.
Was für eine gute Idee! Die wird sofort in die Tat umgesetzt…

Ein Ouzo und ein paar Meze als Aperitiv…
…danach zum Dinner ins „SouVLakki“

Bei diesem Abendessen hieß es abermals Abschied nehmen. Benno und Hilde würden morgen abreisen und es war uns allen Vieren ein Anliegen noch einmal gemütlich beisammen zu sitzen.

Es geht doch nichts über einen netten Abend mit guten Freunden, dies ist keine Selbstverständlichkeit und nicht allen Menschen beschieden – Freundschaften muss man pfleglich behandeln und wertschätzen, sonst sitzt man am Ende alleine da…

Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg zu Andreas Kritikos in dessen Hardware Store – ich brauche Packfolie und die brutalen 9mm Kabelbinder!

Doch potztausend, was ist das? Da ist doch ein Loch in der Tüte…

Ein Schelm wer Böses dabei denkt
50 Stück müssten drin sein – soll ich??? Nein, doch, oh! Der Monk in mir obsiegt
46 Stück sind drin – hat doch einer was gemopst

Echt, ich schwör – ich habe nicht nachgezählt weil ich Deutscher bin und ich habe mich auch keine Sekunde geärgert.
Trotzdem bleibe ich einigermaßen fassungslos zurück – WER in Gottes Namen klaut in einem kleinen Baumarkt auf der Insel Leros vier Kabelbinder?

Die Dinger sind fast einen halben Meter lang und widerspenstig, es gibt ein hohes Risiko erwischt zu werden.
War es ein trickreicher, wenig empathischer, ausländischer Geizhals, der die 8.-€ für eine ganze Packung sparen wollte, welche er für eine Reparatur an der 500.000.-€ Yacht hätte ausgeben müssen?
Oder war es ein armer Grieche, der das Geld einfach nicht hatte, aber seine Schubkarre flicken musste um Geld zu verdienen und der seither jeden Tag ein Kerzlein ob seiner Sünde anzündet?

Man weiß es nicht und es wird sich auch nie aufklären, erstaunt bin ich doch…
Sibylle schaut kurz von Ihrem Duolingo Lernprogramm auf und sagt lapidar „…es ist wie es ist, fangt endlich an zu arbeiten!“

Hach, meine gestrenge Frau, sie findet einfach immer die richtigen Worte

Heute ist es soweit, heute nehmen wir das Achterstag weg und packen alle drei abmontierten Stagen auf eine Palette um sie nach Athen zum Rigger zu schicken.

Bei der Demontage hilft mir diesmal Alex als Mastmann und bevor ich Bilder machen kann, ist das Achterstag auch schon an Deck und Alex wieder sicher gelandet.
Das hohe Tempo war sicher auch dem Einsatz des Milwaukee geschuldet, der Alex in Sekundenbruchteilen in den Mast katapultierte, ich meine beobachtet zu haben, das mein Mastmann mehrmals einen Druckausgleich machen musste 😉 !

Ich wickle auch dieses 10mm Stag – nicht ganz einfach
Zur Sicherung kommt ein Hahnepot an die Dirk und wird durchgesetzt
Die zwei Fallen werden solange sie nicht gebraucht werden, auch nach hinten abgespannt

Geschafft! Jetzt sind alle drei Stagen der ersten Sendung fertig um auf eine Halbpalette gepackt zu werden.

Das wird unmittelbar umgesetzt und dann verfrachte ich die Sendung auch sofort zur Spedition.
Die erste Charge ist zur Nachfertigung beim Spezialisten in Athen, ich hab´s mal für ein paar Tage aus dem Sinn.

Alles auf der Palette, nur noch umverpacken, dann kann es verschickt werden
So, ab hier übernimmt die Spedition…
…die Halbpalette nach Athen kostet 20.-€

Sibylle und ich lassen den Tag ein weiteres Mal im „SouVLakki“ ausklingen, wieder mit guten Freunden, wieder in geselliger Runde, wieder haben wir Spaß – wir genießen diese Zeit des Jahres, Leros wird ruhiger, die Insel wird wieder intimer.

Anna schien nur daruaf gewartet zu haben, dass wir zahlen würden. Nachdem die Freunde schon im Gehen waren, rief sich mich kurz zu sich an den Tresen und gab mir eine Tüte.

Mit Worten die nur für mich und Sibylle bestimmt sind, übergab sie mir das Geschenk, welches für unser Haus gedacht sei.
Ich bin gerührt und mir fehlen die Worte, kommt sonst eher selten vor.

Wohl erinnere ich mich, dass ich Niko mit seinem Bruder vor unserem Haus getroffen habe. Man hätte ein Grundstück in der Nähe.
Ich habe zum Pizzaessen geladen sobald unser Ofen in Betrieb sei und die Männer haben angenommen – offensichtlich habe sie Anna zuhause davon erzählt.
Ich werde Wort halten – das ist Ehrensache!

Zurück auf NESSAJA packen wir aus…

Vielen Dank Anna und Niko – ευχαριστώ Άννα και Νίκος
Ein echtes Geschenk, aufwändig verpackt
Eine tolle Kiste – sie bekommt einen Ehrenplatz in der alten Katikia
Darin ein Schild für Sibylle und mich

Sibylle und ich machen ein Bild und schicken es an Anna – wir mögen die Familie sehr und haben alle Fünf ins Herz geschlossen.

Nochmals ganz herzlichen Dank! Wir werden das Geschenk wertschätzen.

Freut uns von Herzen

Die Zeit verfliegt, bald wird Sibylle nach Deutschland fliegen um die jährlichen Arztbesuche zu tätigen und natürlich auch, um die Kinder und Kindeskinder zu treffen.

Sie wird sich sozusagen in den Schoß der Familie begeben.

Bis dahin will ich alles erledigt wissen, was in irgendeiner Art und Weise Unterstützung bedarf.
Davon ausgenommen ist mein Rigg, hier helfen mir Alex, Antonia, Ben und Caetlin – das ABC-Team.
Auch bei ELOWYN brauche ich in den ersten Schritten kaum Hilfe, hier kann ich über Wochen allerhand alleine erledigen.

Es sind mehr die Kleinigkeiten, so zum Beispiel das Spülen unseres Fäkalientanks, denn da hängt der Schwimmer der Tankanzeige.
Ich baue mir also einen Spülschlauch…

Mit meinem Drahtbügel als Winkelstück und Führung gelingt das ganz gut

Natürlich spülen wir den leeren Tank – es geht auch mehr darum, durch die Absaugöffnung einen harten Wasserstrahl um 90° umzulenken und Richtung Schwimmer des Gebers zu spritzen.

Das gelingt in der Sache gut, dennoch ist die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ausbau bleibt wohl unumgänglich und kommt auf meine Liste der Aufgaben, welche vor Verkauf zu erledigen sind.

Mein Telefon meldet sich – BIMM! BIMM! BIMMBIMM! Nanu? Was ist das? Gleich mehrere Meldungen prasseln auf mich ein.

Eine ist harmlos – Ben meldet sich von Bord der an Land stehenden DONNA und sagt, dass die Bauarbeiten verdächtig nahe an meinen „Klicker“ heranrücken – ob ich ihn nicht wegfahren wolle?

Ihr seht Klickers Dach hinter dem LKW – Steine werden auf den Wall des Wellenbrechers geschüttet

Ich erkenne die Situation und fahre „Klicker“ auf die Seite, sicher ist sicher.

Die andere Meldung kommt von Rena, der Autovermieterin aus Lakki. Einer ihrer Kunden hätte ein Problem mit seinem Schiff in der Marina und bräuchte Hilfe – sie hätte an mich gedacht.

Hm, Begeisterung sieht anders aus, aber ich will nicht ablehnen. Ich lasse mir die Telefonnummer des Angelsachsen geben und sehe mir sein Schiff an – ich mache Bekanntschaft mit EXELIXI.

EXELIXI liegt segelfertig am Steg

Das Problem, so lasse ich mir erklären, ist entstanden, als zwei der vier Eigner wegen Krankheit und einem Todesfall ihre diesjährigen Urlaubswochen gecancelt haben.

Der letzte Nutzer hat mit weiteren Segelwochen gerechnet und die kleine Hanse 350 segelklar im Wasser zurück gelassen.
Nun hat sich das Blatt gewendet und niemand kommt mehr um das Schiff winterklar zu machen – es wird Hilfe benötigt.

Man schickt mir eine selbstbewusst erweiterte Liste der zu erledigenden Aufgaben und bietet an, dass ein anderer Skipper mir helfen könnte.
„Nein, bitte, nur das nicht!“ – ich kenne den Mann, den ich durchaus schätze und mag, aber als Hilfestellung bei handwerklichen Arbeiten ist er ungeeignet.
Ich lehne ab, verweise auf die Unterstützung meiner Gattin und stelle meine Hilfe in Aussicht.

Eine Nacht drüber schlafen – Pause – es trifft sich gut, dass wir an diesem Spätnachmittag zum Grillen zu Brigitte und Hans geladen sind.
Die Freunde aus Österreich werden zusammen mit Sibylle abreisen, sie wollen sich noch einmal die Ehre geben…

Die Stimmung ist besonders – eine Schlechtwetterfront zieht auf

Das Wetter sorgt für eine dramatische Stimmungslage – es zieht eine Schlechtwetterfront von Osten her auf und für uns stellt sich unweigerlich die Frage, ob wir drinnen oder draussen essen sollten.

Zunächst entscheiden wir auf draussen, doch leider fällt exakt in der Minute als wir die ersten Gabeln der Vorspeisen in den Mund schieben, der erste Regen.

Wir ziehen die Reissleine und verholen nach drinnen – das hatte auch was, dem Unwetter zusehen, während man selber wettergeschützt sitzt und sich an den Köstlichkeiten vom Grill labt.

Die feinen Sachen liegen am Grill – wir wenden uns derweil den Vorspeisen zu
Das sieht so einladend aus…
…aber der Himmel verdunkelt sich zusehends
Es gibt frische Salate…
…und allerlei Fleisch und Gemüse vom Grill
Exakt als wir anfangen zu essen, setzt der Regen ein – wir verholen nach drinnen

Die Blicke über die Terrasse unserer Freunde offenbarten, dass das dringend erwartete Holz für die Erneuerung des Verandadaches noch nicht angekommen war.
Man muss wohl akzeptieren, dass die Regenstürme während der Abwesenheit der Beiden an die Hauswand trommeln würden und vielleicht sogar für den ein oder anderen Tropfen Wasser am Fensterbrett sorgen würden.
Das ist ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern – dachten wir! Nichtsahnend, was die nächsten Tage auf uns zukommen würde…

Das heutige Spektakel dauerte nicht lange, vielleicht eine halbe, eine dreiviertel Stunde, dann hörte der Regen schon wieder auf und es wurde heller.

Wir wurden mit einem vollen Regenbogen von Alinda nach Agia Marina belohnt, ein herrliches Naturschauspiel.

Nach dem Unwetter spannt sich ein Regenbogen über die Bucht von Agia Marina

Weniger als Belohnung haben wir empfunden, dass die durchschnittliche Qualität griechischer Elektroinstallationen uns den verdienten Kaffee nach dem Essen „geklaut“ hat.

Ihr versteht nicht?

Nun, das ist einfach erklärt. Ein leicht überdurchschnittlicher Regen reicht oft aus, um an irgendeinem Strompfeiler oder einem Umspannungskasten für einen fulminanten Kurzschluss zu sorgen und so ganze Inselteile lahmzulegen.
So geschehen heute in Crithoni.

Ich würde das so beschreiben, „…dass einer dieser windschiefen Strommasten zuerst einen Feuerball in der Spitze hatte, welcher immer wieder aufloderte bis der ganze Mast mit einem riesigen, explosionsartigen Knall in Flammen stand…“

Ihr denkt sicher ich beschreibe in blumiger Prosa und übertreibe maßlos???

Ein Feuerball in der Spitze…
…der immer wieder aufloderte…
…bis der ganze Mast explosionsartig in Flammen steht

Ja, auch das ist „mein“ Leros – es ist in keinster Weise mit dem beschaulichen Schliersee zu vergleichen, man muss sein Setup ändern, deutsch denken funktioniert nicht!

Und genau deshalb ist es hier so schön – und Kaffee gibt´s halt später, oder morgen, oder man trinkt Ouzo! Yammas…

Als wir am späten Abend nach Hause fahren ist der Fehler behoben, es gibt wieder Strom auf der ganzen Insel!

Der neue Morgen lässt mir kaum Zeit, um meinen Koffeinhaushalt zu justieren.
Ich spüle eine gemütliche Tasse in meine Kehle, während der zweiten wird schon Druck von Seiten meiner Lieblingssibylle spürbar – „…wir wollten doch heute meinen Breezy in die Garage bringen!“

Da hat sie Recht, also nix wie hoch zum Haus…

Wir stellen den Breezy in der Garage ab und sehen rasch nach dem Rechten

Mir fällt auf, dass wir wirklich einen Olivenbaum „vergessen“ haben – obwohl, vergessen stimmt nicht ganz, er hatte schlicht und einfach nicht genügend große Oliven an den Ästen.

Heute stelle ich fest, dass er inzwischen ganz gut trägt und ich nehme mir vor, diesen auch noch abzuernten und die Oliven einzulegen.
Das kann ich aber erst machen, wenn ich von Rhodos zurück sein werde, denn man muss das Wasser täglich wechseln.

Der Baum im Vorgarten trägt inzwischen schöne, pralle Oliven
Es wäre ein Jammer diese nicht abzuernten

Ich muss endlich wieder an meine Projekte an ELOWYN denken. Klar, ich habe immer etwas gemacht – die Einwinterung ist nicht ohne, das Waschen der Leinen nachdem diese abgeschlagen wurden, oder auch das Kümmern um Ersatzteile.
Aber ich muss und möchte auch langsam an die „großen Projekte“ ran – eines davon ist das Zerlegen der rechten Instrumententafel, denn die muss zum Lackierer gebracht werden.

Also nutze ich diesen freien Nachmittag um mich diesem Thema zu widmen – und das hat es in sich…

Der Arbeitsplatz ist optimal
Die Ausgangssituation – die Carbontafel braucht einen neuen Klarlack, die Befestigungsmuttern in der Säule müssen erneuert werden
Immer wenn man 13 Jahre alte Plastikteile anpackt, gibt es auch Bruch – zum Glück Centartikel, die auf die Einkaufsliste kommen
Ich mache mir Markierungen und Merkbilder, damit ich in ein paar Wochen eine Erinnerung habe
Es muss wirklich alles raus – und wie immer fließt auch Blut! Klar, es waren wieder abgeschnittene Kabelbinder im Weg
Ziel erreicht, den Rest bespreche ich mit dem Lackierer

Eine kleine Nebengeschichte ergab sich, als ich dem kleinen Janu seine Quietscheente zurückbringen wollte.
Die hat er mir nämlich geschenkt, „für drei Tage“, dann liefe die Schenkung automatisch aus.

Diese drei Tage enden heute und ich will Janu die Ente zurückbringen – ich strecke ihm die blutige Hand mit dem Entlein entgegen.
In diesem Moment hat er keine Sekunde gezögert, die „Schenkung bis morgen zu verlängern!“ 😉

Es klebt noch Blut an den Händen…

Am Rückweg zu NESSAJA kommen wir an Alex´ Angelplatz vorbei – wow, was ist das???

Die Frage war rhetorisch, wir wussten natürlich, dass er einen Oktopus in den Händen hält – aber ist der echt selbst gefangen, hier?

Nein, nicht hier, erfahre ich – er hat zusammen mit Eirini in deren Heimatort Drimonas aus dem Meer gezogen.
Eirini hatte den großen Oktopus an der Angel, Alex hat ihm den Todesstoß verpasst.
Die Zubereitung obliegt dem Käpt´n der ANAHITA und wir hoffen, dass wir beim Testgrillen dabei sein dürfen.

An diesem Tag überlege ich, ob ich das wollte – so einem Tier das Messer in den Kopf zu rammen um es dann zu futtern.
Das ist legitim und ein sehr direkter Weg, aber ich finde es, offen gesagt, eklig.
Zum zweiten Mal in meinem Leben überlege ich, ob ich mich nicht eine zeitlang vegetarisch ernähren sollte.

Schmeckt gut – aber irgendwie schon eklig

Das Wetter war zu dieser Zeit eher schön. Wir hatten klare aber dadurch auch kältere Tage mit Winden aus nördlichen Richtungen, dazu immer Phasen mit Südwinden, welche zwar Wolken und diesiges Wetter brachten, aber dafür sorgten, dass wir durchaus immer über 20°C am Tag hatten.

Wir konnten uns für einen November nicht beschweren…

Wunderschöne Abendstimmung

Weil heute ein guter Tag war, gingen Sibylle und ich aus. Die Zahl der zur Zeit offenen Tavernen und Restaurants ist überschaubar, oft sind wir daher auch zu Hause beim Essen.

Es gab auch einen guten Grund, denn die Crew der SUNNY SIDE UP, Mireille und Roland, reisten ab nach Hause.
Wir haben die Beiden gebührend verabschiedet.

Heute aber zogen wir mal wieder um die Häuser und weil es gar so schön war, gab es mal wieder einen Einkehrschwung in der bekannten Eismanufaktur als Betthupferl.

Schon lecker!!!

Inzwischen sind die meisten unserer Freunde weg, auch die Crew der JASPER war schon abgereist, die Nürnberger Freunde von der CHILI sind inzwischen wieder zuhause und der angekündigte Winterbesuch der STENELLA Crew wird nicht mehr thematisiert – ein weiteres Boot welches nicht winterklar am Ponton liegt.

Die Winter- Community formt sich und es wird ruhiger. Ein neues deutsches Boot kommt noch dazu und wird zufälliger Weise an unseren F-Ponton gelegt.
Ilona und Guido geben sich mit ihrer BORN TO LIVE die Ehre. Wir machen uns mit dem Paar aus Krefeld bekannt.

ALARM!!! Ein Anruf – am Apparat sind Brigitte und Hans, sie vermelden mit nachdrücklicher Stimme, dass das langersehnte Holz noch angekommen sei.
„Man würde zwar in drei Tagen nach Hause fliegen, aber das könnte man doch schaffen, oder?“

Ich hatte Hilfe zugesagt, wir sind Freunde! Klar schaffen wir das!

Es beginnen zweieinhalb sehr intensive Tage…

Morgens um 08.00 auf Leros – das Werkzeug liegt parat

Wir sagen zu und verabreden uns für den Folgetag um 08.00 Uhr! Sibylle und ich stellen den Wecker, denn ich brauche eine Stunde Anlauf um meinen Koffeinhaushalt zu regulieren.

Nach erfolgter Druckbetankung mit frischem Kaffee machen wir uns auf die Socken nach Crithoni – dort liegt das Werkzeug schon bereit.

Hans und ich besprechen uns kurz, dann geht es auch schon los – alles ist generalstabsmäßig geplant!

Ein erstes Anpassen der neuen Balken, vermessen und anzeichnen
Dann müssen die Stehbolzen für die Tragbalken zugeschnitten werden – die werden mit einem Höllenkleber eingeklebt

Brigitte und Hans hatten die Balken schon vorbereitet, auch die erste Pfette an der Hauswand war schon montiert.
Unsere Zielsetzung war, am heutigen Tag so weit zu kommen, dass eventuell ein provisorisches Dach angebracht werden kann.

Es galt, dafür die vorderen Pfetten mit Spezial-Gewindebolzen auf den Tragpfeilern auszurichten und zu befestigen.
Dann werden wir sehen, wie weit wir mit den Sparren kommen.

Perfekt war, dass das Anbringen der vorderen Pfette sehr viel schneller als geplant ging – nun ja, die Arbeit war sehr gut vorbereitet.

Und was machen die Sparren???

Die werden zunächst probeweise auf ihre ausgemessene Position gelegt
Ok, passt – aber jetzt muss jede einzeln zurechtgeschnitten werden

Ich weiß nicht, wie das im Dachdecker-Jargon heißt, aber die Sparren waren für uns DIYer herausfordernd.

Nachdem alle perfekt in Position lagen, war uns klar, dass die Auflagefläche der Sparre ja nicht nur auf einer Kante der Pfette sein soll.
Um die Sparren vollflächig aufliegen zu lassen, müssen nun in jeden einzelnen Balken so leicht schräge Ausschnitte gesägt werden – das ist eine Affenarbeit.

Vor Allem kann man das nicht in einem Rutsch machen, denn durch das Aussägen hinten, verändert sich der Winkel vorne – also erst hinten sägen, dann nochmals auflegen, messen und vorne sägen…

Mit dem Schneiden wechselten wir uns ab – es dauerte eine Weile, bis wir den Kniff heraus hatten
Die Sonne ging schon langsam hinter den Bergrücken, als wir die erste fertig ausgesägte Sparre setzten

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon am Pläne schmieden, welche Vorgehensweise wohl die richtige wäre.
Sollen wir jeweils links und rechts eine Sparre setzen, dann eine in der Mitte – so könnte man vielleicht ein Notdach montieren.

Keiner von uns dachte zu diesem Zeitpunkt daran fertig zu werden, es war eine Arbeit gegen die Zeit, die untergehende Sonne und das Kälterwerden.

Aber irgendwie wurden wir immer schneller…

Der „Point of no return“ war längst vorbei

Ja und irgendwann spürst Du es einfach, es kann nochwas werden! Niemand hört vier Balken vor dem Ziel auf.
Wir arbeiten also bis in die Dunkelheit hinein, wehren uns in der Dämmerung gegen Stechmücken und trinken auch mal ein Montagebier – aber final ist uns das Glück hold…

Spät am Abend feiern wir „Richtfest“!

Die glorreichen Sieben – dass wir nur vier sind spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle 😉

Geschafft! Wir Vier beschließen, dass heute die Küche kalt bleibt und Brigitte und Hans sprechen in diesem Zug eine Einladung aus.

Als wir auf dem Weg nach Agia Marina das Dach noch einmal von unten sehen, überkommt uns noch einmal die Freude – das war ein tolles Tagwerk.

Ein sehr gut umgesetztes Werk – wir bauen ein Terrassendach an einem Tag

Ich will Privates privat lassen, aber gemessen am zuvor eingeholten, fast schon übergriffigen Kostenvoranschlag, haben wir vier heute so richtig Geld gespart.
Wir helfen einander – that´s what friends are for…

Leider – oder zum Glück – hat das Lokal unserer Wahl Winterpause. Ein anderes, welches wohl gute Burger offeriert, hatte heute geschlossen.
So fällt unsere Wahl auf die Bar „Retro“ in Agia Marina – und die überrascht uns vollumfänglich!

Coole Bar
Sehr geschmackvoll eingerichtet und dekoriert
Guter Service, gutes Essen – was willst Du mehr

Wir sitzen sehr gemütlich in der geschmackvoll eingerichteten Bar, welche aber tatsächlich schon fast Tavernenqualität hat.

Es gibt vorrangig Meze, aber auch Hauptgerichte – das Essen ist schön angerichtet, kein Convenience Food und geschmacklich wirklich gut.

Es gefällt uns, wir sitzen gemütlich zusammen und feiern den gelungenen Tag bei einem Bier und einem Ouzo.
Der Tag klingt spät aus, Sibylle und ich fahren erschöpft nach Hause.

Am frühen Morgen erhalte ich eine WhatsApp von meinem Freund aus Schliersee – „…bin am Weg, Hellas ich komme!“

René und ich sind seit mehr als 40 Jahren Freunde – jetzt ist er auf dem Weg nach Leros

Der eine kommt, die andere bereitet ihre Abreise vor. Sibylle wird übermorgen Mittag mit dem Inselhopser nach Athen fliegen und dann nach München weiterreisen.

Wann sie zurück kommt ist ungewiss, es gibt zwar eine Buchung für den 30.11., dies ist aber flexibel gestaltet, denn ein Gesundheitsthema muss final geklärt werden.
Sollte mehr Zeit notwendig sein, dann bleibt sie eben länger.

In so einer Vorbereitung gibt es immer einiges zu tun, da wollen wir heute ein paar offene Punkte abhaken.
So müssen wir zum Beispiel mal wieder Getränke kaufen – da muss „Klicker“ ran.
Ich begleite Sibylle und freue mich über erste Weihnachtsdekoration…

Na wunderbar – es geht also los

Es wird nochmals Wäsche gewaschen, Sibylle schaut nochmal bei allen Freunden rein und fängt schonmal locker zum Packen an.

Ich verabrede mit ihr, dass ich sie noch für zwei Arbeiten brauche, dann käme ich alleine zurecht.
Diese Punkte stehen morgen auf der Liste – ich habe heute Griechischkurs! Dachte ich…

„The Leros Way“ – das HUB ist ein guter Treffpunkt und unser Klassenzimmer
Wir warten auf Eirini und ich stehe eine Weile am Balkon – ein schöner Ausblick

Eirini vergisst uns, besser gesagt, sie verwechselt die Anfangszeiten und versetzt uns – auch das ist Griechenland.

Ich habe keine Lust mehr auf die hübsche Lehrerin zu warten und fahre heim.
Ich merke ohnehin, dass ich etwas Anlaufschwierigkeiten habe – die Lernmethodik wurde umgestellt und ich habe noch nicht final entschieden ob mich das freut oder nervt.

Zuhause wurde gekocht und Sibylle und ich lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am neuen Morgen weht ein anderer Wind – draußen zunächst mal gar keiner, aber auf NESSAJA wohl!
Heute gibt es viel zu tun – erst eine Tasse Kaffee, dann packen wir es an.

Ohne dem schwarzen Gebräu geht gar nix

Heute stehen EXELIXI und ELOWYN am Plan – und was macht man an Tagen ohne Wind?
Richtig, die Segel abschlagen…

Mit der Genua fangen wir an
Das geht recht schnell, denn an Bord ist alles tadellos
Weil es so gut läuft, machen wir das Groß auch gleich
So ein Lattengroß ist immer etwas aufwändig – aber bei einem 35 Füsser gut zu handeln
Wir demontieren noch die Lazybags…
…dann melden wir dem Eigner Vollzug – ich wähne mich fertig (was sich als Trugschluss herausstellen sollte)

Wir haben uns eine Pause und ein Eis verdient. Auf dem Weg zur Eisdiele machen wir noch einmal einen Umweg über Plaka und sehen am Haus nach dem Rechten.

Ich musste mit unserem Erntekapo Nikos noch besprechen wann er die Bäume schneiden wird – „…nicht vor Januar!“ meint er…
Ok, dann hab´ ich das mal aus dem Sinn…

Bei Sibylles „Breezy“ hatte ich vergessen die Batterie abzuklemmen, auch das habe ich noch schnell erledigt.

Am Haus ist alles ok, der Briefkasten ist leer
Ich schicke René ein Bild von Leros – hier kann man noch mit kurzer Hose fahren…
…schöne Grüße von uns – ich warte

Nachdem wir unsere Eisspezialität genossen hatten, war noch genug Tag übrig um auch den zweiten, wichtigen Punkt auf unserer Liste abzuhaken.
Auch zum Abdecken des WILLI brauche ich Sibylles Hilfe, denn die 12qm große Plane kann man zu zweit einfach besser handhaben.

Sie muss sturmsicher verzurrt werden und soll keine Wassersäcke bilden.
Dafür haben wir uns wirklich lang überlegt, wie wir es angehen.

Von Hans´ altem Vordach blieb ein exakt passender Balken übrig – WILLI bekommt einen First
Um die Plane erst einmal zu fixieren, muss ich durch den Sand krabbeln
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – passt und ist stabil

So, dieses Tagwerk wäre geschafft – wir haben uns einen Tavernenbesuch zu zweit verdient, es wird Sibylles Abschiedsessen.

Sie entscheidet sich, ein wenig holprig, für das „Tis Kakomoiras“, denn Meze stehen auf ihrer Wunschliste.

Ja und Meze in Griechenland heißt – voller Tisch 🙂

„Hm, was nehm´ ich nur???“
„Lass´ mich mal bestellen!“ 😉

Wir schnabulieren was das Zeug hält und nehmen trotzdem noch Reste von den beiden Salaten mit – aber es war wirklich sehr gut!

Zum Schluss gibt es noch einen Ouzo – der steigt mir zu Kopf und ich lass´ mich mal wieder zu Handlungen hinreißen, welche Sibylle die Schamesröte ins Gesicht treiben…

Ein bisschen Spaß muss sein

Der Tag endet, wir gehen ins Bett und wünschen uns, zum letzten Mal für einige Zeit, persönlich eine „gute Nacht“.

Morgen reist meine Frau für ein paar Wochen in die Heimat – ich bleibe zurück, einsam und alleine…

Wir wollen gerade das Licht ausschalten, da klingeln beide Mobiltelefone gleichzeitig – das kann nur aus unserer Gruppe kommen…
Stimmt – Alex meldet sich zu später Stunde…
„Das Wetterfenster scheint ideal, sorry für die kurzfristige Planung, aber wie schaut es aus – morgen um 09.00 Uhr bei uns zum Coppercoat streichen?“

DAS ist wirklich kurzfristig – ich tippe in mein Telefon „OK, bis morgen um 09.00 Uhr! Gegen Mittag muss ich Sibylle zum Flughafen fahren“

So ergibt es sich, dass mich an Sibylles Abreisetag der Wecker aus dem Bett holt und ich nach einer Tasse Kaffee alleine zu ANAHITA wackle – COPPERCOATTAG, hurra!!!

Die Einheiten stehen bereit und bedrohen uns mit einem harten Tag Arbeit

ANAHITA ist im Vergleich zu den beiden letzten Schiffen an deren Coppercoatanstrich ich beteiligt war, ein recht großes Schiff.
Zudem ist sie ein Langkieler, das heißt die zu streichende Fläche ist nochmals um ein paar Quadratmeter mehr.

Es ergab sich automatisch, dass die beiden jungen Paare, Alex und Antonia von der ANAHITA, sowie Ben und Caetlin von der DONNA, als Teams auftraten – so blieb für mich die Rolle als „Barkeeper“ und Mixmeister.

Das mache ich gerne, das war auch in der Vergangenheit meine Aufgabe. Ich richte mich also am Tresen häuslich ein…

Alles gut sortieren und vorbereiten
ich muss die Volumeneinheiten in Gewicht umrechnen, die Eichstriche an den Behältern sind später nicht mehr lesbar
Dann geht es los – es kommt auf Genauigkeit an, Coppercoat ist die Diva unter den Anstrichen

Da Coppercoat wirklich exakt nach Herstellervorgabe verarbeitet werden muss, bekommt jeder noch einmal eine kurze Einweisung.
Alex trägt die Hauptverantwortung, er sagt an, wie er die verschiedenen Schichten haben will.

Es wird reihum gestrichen, bis man am Heck ankommt, kann bereits am Bug wieder von vorne begonnen werden.
Es muss „nass in nass“ gestrichen werden, gleichmäßiger Auftrag, nicht zu dick.
Ziel sind sechs bis sieben Lagen.

Das Mischungsverhältnis ist klar vorgegeben, wird aber von Lage zu Lage leicht angepasst.
Es kommt letztlich auch auf eine gute Kommunikation an!
Die Farbe muss stetig gerührt werden, der Akkuschrauber hat ab jetzt eine 8 Stunden Schicht!

Natürlich wird das Geschehen auch dokumentiert, denn das A-Team bloggt ja auch.

Bitte alle recht freundlich
Jetzt geht´s los
Ich mische – und rühre – und verteile
Wie bei LIBERTÉ und SAGITTA sieht die erste Lage echt scheiße aus – man braucht Geduld
Da die Frauen in den Teams körperlich etwas kleiner sind, lag es auf der Hand, dass die Jungs nach oben streichen und die Mädels die untere Hälfte übernehmen – den anstrengenden Part

Die vier waren, vermutlich ob ihrer Jugend, rasend schnell! Bereits kurz vor Mittag waren drei Lagen gestrichen und es verlangte uns nach einer Pause.

Ganz so einfach ist auch das nicht, denn man will die Behälter natürlich leer streichen und die vorhandene Mischung verbrauchen.
So haben wir uns schon bei der Hälfte der dritten Lage abgestimmt – ich habe das Mischen aufgehört und den Rest verteilt.
Die Teams haben ihre Farbe gut eingeteilt und zugesehen, dass die Farbmenge für die Komplettierung der Lage reicht.

Das hat perfekt geklappt – Zeit für einen Break!

Kaffee und Getränke sowie Brotzeit für alle – das A-Team hatte an alles gedacht…
…und motivieren können sie auch

Nach der Mittagspause ging es Schlag auf Schlag weiter – man darf nicht zu lange aussetzen, denn die Farbe darf nicht anziehen.

So war die Dauer unserer Pause ohnehin auf zehn Minuten limitiert, da konnten wir so schnell sein wie wir wollten.

Nur langsam stellt sich ein Deckungsgrad ein – nach vier kompletten Lagen sollte eine Deckung erreicht werden
Die jungen Frauen rackern wie verrückt – Chapeau
Man merkt – so langsam wird es

Inzwischen war die Mittagsstunde verstrichen, Sibylle taucht auf und erinnert mich an die bevorstehende Abreise.

Ich weise Caetlin in die Kunst des Coppercoatmixens ein und sie übernimmt für die nächste Stunde.

Da Antonia auch in einen kurzen Videocall muss, streichen Alex und Ben jetzt für eine Stunde alleine.
Ohne deren Leistung auch nur irgendwie schmälern zu wollen, man merkt sofort, dass nur noch ein Team streicht, die Pace lässt spür- und messbar nach.

Ich hole Sibylles Tasche, meine Frau verabschiedet sich vom ABC-Team und wir fahren los – Richtung Flughafen.

Auf dem Weg dorthin gabeln wir Brigitte und Hans auf, die beiden werden den gleichen Flieger für den Weg nach Hause nutzen.
Beim kurzen Stop in Crithoni dürfen wir noch einmal das Dach bestaunen – die Beiden haben es tatsächlich noch fertig bekommen!

Sieht top aus – aber jetzt müssen wir zum Flughafen

Am Airport müssen wir nicht lange warten. Der Flieger ist schon angekommen, das Check-In hat schon begonnen und nach nur einer Viertelstunde steigen Sibylle und die Freunde zu.

Mir bleibt nur hinterherzuwinken und mich alleine auf den Rückweg in die Marina zu machen.

Die Fluggäste sammeln sich zum Boarding – für mich ist es Zeit zu gehen

Zurück in der Marina, es ist inzwischen ja Nachmittag, tischt Alex ein Reparierbier auf – wer könnte jetzt schon Nein sagen.

Sibylle mahnt ja auch immer an, ich solle viel trinken – ich will, jetzt da sie nicht da ist, ihren Ratschlägen auch immer Folge leisten!

Ran an die Farbrollen – Yammas!!!

Auf das Leben – zum Wohl

Die Teams bilden sich wieder neu, Antonia ist zurück und greift wieder zur Rolle, auch Caetlin streicht wieder.

Ich begebe mich abermals ans Mischpult und versorge die Malerteams mit dem teuren Anstrich.

Ab jetzt geht es insgesamt wieder schneller, aber man spürt trotzdem, dass die Arme müde werden.
Das Tempo ist mit dem des frühen Vormittags nicht mehr zu vergleichen und obwohl wir echt schnell waren, wird es zum Spätnachmittag hin ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ben hatte sich den Kopf angeschlagen und streicht mit Eisbeutel
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont
Auch die Arbeit am Mischpult hinterlässt Spuren
Großes Finale – wir beginnen die sechste Lage…
…die Sonne geht langsam unter
Während die Sonne sich anschickt am Horizont zu verschwinden…
…werden die letzten Kräfte mobilisiert

Wir werden „just in time“ fertig. Die Sonne geht unter, es wird schlagartig kalt und die „blaue Stunde“ bricht an.

Wir sind erschöpft – ich habe schon vor ein paar Minuten zur „last order“ gerufen und dann meine Farbbar geschlossen – alle berechneten Coppercoatpakete waren vebraucht.

Ben und Caetlin haben ihren Behälter leer gestrichen und Caetlin war körperlich erschöpft, sie hat ernsthaft und nachdrücklich nach etwas zum Essen verlangt, sie brauchte Energie!

Alex und Antonia nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass sechs volle Lagen gestrichen waren.
Sie verstrichen die überige Farbe noch an den stark beanspruchten Stellen des Wasserpasses und der Kiel- und Rudervorderkante – dann war auch ihr Behälter leer!

Wir waren fertig, als die Dunkelheit anbrach…

ANAHITA trägt jetzt sechs Lagen Coppercoat

Antonia und Alex ließen es sich nicht nehmen uns alle auf ein Abendessen einzuladen – es gab Pizza an Bord der ANAHITA und wir saßen noch eine ganze Weile zusammen.

Die kleine Bordkatze der ANAHITA, ihr Name ist jetzt Aria, hat sich den ganzen Abend zu mir geschmiegt.
Klar, Antonia und Alex sind in die Verantwortung gegangen – aber es war meine Hand, die sie aus dem Radkasten gezogen hat und sie in die Hände der beiden Landshuter übergeben hat.
Sie hat sich den ganzen Abend verhalten, als wüsste sie es und würde es danken…

Aria lag den ganzen Abend bei mir
Die Pizza war übrigens vorzüglich

Zwei Bier später bin ich zufrieden zu NESSAJA getorkelt – sind ja nur ein paar Schritte.

Daheim setze ich mich zum Runterfahren noch auf meinen Platz auf der Salonbank und lese meine Nachrichten – eine ist von meinem Freund René…

Er ist ja auf dem Weg zu mir und sendet Grüße aus Albanien, alles läuft gut, er käme bald!

Zwei Drittel der Strecke sind geschafft

Ich freue mich, übermorgen sehr früh ist es soweit – ich werde es mir nicht nehmen lassen, ihn von der Fähre abzuholen.
Jetzt aber, ab ins Bett, ich schlafe sehr zufrieden ein.

Am nächsten Morgen stehe ich recht rasch auf und halte mich auch mit dem Kaffee nicht lang auf – mein Freund kommt in der Folgenacht und ich will noch ein paar Punkte erledigt wissen.

Zum einen hat Hans mich gebeten ein Paket von der Post zu holen. Ein Paket von dem niemand mehr dachte, dass es ankommen würde – es war verschollen, angeblich auf dem Weg zurück zum Absender und tauchte dann doch wieder auf – wann? Natürlich am Tag der Abreise der Beiden.
Also war mein erster Weg der zur örtlichen Post.

Check – das Paket kann im Haus auf die Rückkehr der Freunde warten

Der nächste Punkt dreht sich um ELOWYN – Volker hat noch eine Reparaturaufgabe nachgezogen, nämlich die Prüfung und gegebenenfalls die Erneuerung des Loggedurchbruchs.

Als ich das gestern beim Abendessen erzählt habe, hat Ben mir ein Ersatzteil angeboten – er hätte noch ein neues herumliegen, na wenn das kein Zeichen ist!

Ich muss das Teil abnehmen, den Tauschwert mit Ben bestimmen und es dann auf ELOWYN verstauen.

So ein Zufall – das ist nicht unbedingt ein gängiges Teil

Last not least holt mich EXELIXI abermals ein. Ich hatte gehofft meinen Teil erledigt zu haben, aber ein anderer Segler, welcher als Helfer gehandelt wurde, hat kurzfristig mit der Begründung abgesagt, dass „…er das nicht alleine könne!“

Na toll! Ok, dann mach ich es halt – alleine!

Das olle Schlauchboot muss verräumt werden – trotzdem, dass es kaputt ist
Ich lasse es trocknen, lasse die Luft ab und falte es entsprechend
Die Tasche verstaue ich im Cockpit – das ganze Ding fischelt

Ein weiteres Mal gebe ich Info an den Skipper und vermelde, dass die Aufgabe erledigt ist.
Ich passe die Checkliste an und gebe klar zu erkennen, dass meine Pflicht an ELOWYN keine weiteren „Nebenarbeiten“ mehr zulässt.

Der Skipper bedankt sich und nimmt es hin. Ok, die Arbeiten an Land lasse er dann von der Werft durchführen.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht von der Platte ist.

Für heute aber schon – ich verhole mich ins „SouVLakki“ und nehme mein erstes Dinner alleine ein.
Ich bin nachdenklich – Sibylle ist zuhause, René kommt her, es fühlt sich an wie eine verkehrte Welt.
Zum Glück habe ich nicht allzuviel Zeit um darüber nachzudenken.

Zur Abwechslung einen Burger

Danach gehe ich an Bord und stelle den Wecker – Weckzeit 03.00 Uhr, geplante Ankunft der Fähre ist um 03.35 Uhr.

Sofort nach dem Weckerklingeln checke ich die Position der Fähre.
Diese scheint voll im Plan zu sein, ich springe also auf, ziehe mich an und fahre mitten in der Nacht mit dem Motorrad nach Agia Marina.

Die BLUESTAR 2 hat Patmos verlassen und nimmt Kurs auf Agia Marina

Ja, richtig gelesen. Seit ein paar Wochen ist der Haupthafen von Leros, der in Lakki, wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Der Ausweichhafen, auch für die großen Fähren, ist jetzt das kleine Agia Marina mit seinen engen Gassen.
Na, ich bin mal gespannt!

Die Fähre kommt pünktlich an…
….und öffnet ihren Schlund – wo ist René?

Ich parke an der Straße, so dass mein Freund mich nicht übersehen kann. Ohne großes Hallo hänge ich mich vor ihn und geleite ihn einmal quer über die Insel in die Marina.

An der Pforte wird uns geöffnet und ich stelle den zweiten Biker als „my best Buddy from Germania“ vor.

Erst am Ponton steigen wir ab und nehmen uns in den Arm wie Männer sich eben in den Arm nehmen.
Ich freu´ mich wie ein Schnitzel, dass er da ist!

Wir laden sein Bike ab, tragen das Gepäck auf´s Schiff und trinken erstmal ein Bier.
Bestimmt eine Stunde sitzen wir da und quatschen, während wir an unserem Dosenbier schlürfen.
Erst gegen 05.30 Uhr legen wir uns noch einmal ins Bett und schlafen auch nochmal für zweieinhalb Stunden.

„Willkommen auf Leros mein Freund!“ – wir entschließen uns für ein Frühstück im „Coffee Lab“. Und das war nicht von schlechten Eltern!

René ist angekommen – noch müde, noch fertig von der Reise, aber das wird sich ändern…
…nachdem wir gefrühstückt haben und Kaffee durch unsere Adern fließt

Klar nutzen wir jedes Beisammensitzen und jede Minute, die wir nicht am Motorrad sitzen werden, um über Gott und die Welt zu sprechen.

Wir leben inzwischen in verschiedenen Welten und akzeptieren das auch gegenseitig.
Jeder erzählt seine Geschichten, dann schwelgen wir ein wenig in der Vergangenheit um dann über die Zukunftspläne und die Zeit die noch bleibt zu philosophieren.

Letzlich ist René aber hier, um mit mir einen kleinen Teil von Griechenland zu entdecken – und mit der kleinen Ägäisinsel Leros fangen wir an…

Offroad fahren wir hoch zu den verfallenen Gefechtsstationen aus dem WW II
Das Wetter ist uns hold, wir haben jenseits der 20°C Marke
Hier haben deutsche Maler in ihrer Zeit als Soldaten kleine Kunstwerke hinterlassen
Die Griechen lassen das Zeug verfallen – morbider Charme aus einer grauen Zeit
Manches als echte Malerei angelegt, anderes eher wie lustige Kurzgeschichten
Es lohnt sich genau hinzusehen
Das Gebäude ist eher bedrückend und dem Verfall preisgegeben – es dient als Unterschlupf für die Ziegen

Offen gesagt, ich bin kein Freund davon das Gedenken an den Krieg mit aller Gewalt aufrecht zu erhalten.
Klar, man darf die Gräueltaten nicht vergessen und die Geschichtsbücher sollen bitte offen und schonungslos berichten – aber alle damaligen Gefechtsplätze zu Gedenkstätten zu machen, halte für nicht zielführend.

Außerdem ist es sinnlos, das zeigt die aktuelle Entwicklung, der Mensch lernt nicht aus seinen Fehlern.

Wir fahren wieder nach unten – nächstes Ziel ist die kleine Felsenkapelle Panagia Kavouradena.
Für René sind die ersten Offroadstrecken herausfordernd, aber er schlägt sich wacker!

Jaaaa, wir haben kurze Hosen an – aber wir sind Kinder der 80er und werden das (hoffentlich) überleben
Panagia Kavouradena ist eine wunderschöne, besondere Kapelle
Verdamp´ lang her, verdamp´ lang – Freunde seit 42 Jahren
ICH finde sie schöner als den berühmten Bruder Agios Isidoros, der Innenraum ist in den Fels gehauen

Weil wir schon in Xirokampos waren, haben wir einen Haken auf eine Strecke geschlagen, die ich noch nicht befahren hatte.

Auf der Südseite der Lakki-Bucht ragt der höchste Berg der Insel auf. Es gibt ein Gipfelkreuz, welches zwar nicht an höchster Stelle steht, aber nach Sibylles Bekundungen, an einer voll befahrbaren Schotterstraße.

Sie hatte mir im Vorfeld des Besuchs von René die Strecke beschrieben und ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Track finden würde – also haben wir uns auf den Weg zum höchsten befahrbaren Punkt von Leros gemacht.

Über 5km zieht sich die Straße hoch – rechts am Bildrand sieht man auf die Marina hinunter
Wir sind hochgefahren bis zum Gipfelkreuz – hier hat man eine herrliche Aussicht, im Süden nach Kalymnos…
Richtung Südwesten konnten wir die schemenhaften Umrisse von Amorgos erkennen – es ging steil bergab
Richtung Norden erkannte man Patmos und Lipsi, im Hintergrund die Berge von Ikaria – zuvorderst die Riva von Lakki

Uns war nach einer Pause! Und es dürfte keinen Blogleser schwerfallen zu erraten, wohin ich meinen Besuch zur ersten Pause auf der Insel führe – ich will meinen Freund schließlich an meinem Leben teilhaben lassen…

Klar – der Abstecher führte uns direkt in die Eismanufaktur der Familie „Repapis“.
Doch zunächst mussten wir die über fünf Kilometer auf teils steilen, engen Schotterstraßen wieder hinunter fahren.

Das war echt anstrengend, hat aber total Spaß gemacht!

Die Kurven zwischen den Felswänden waren teilweise betoniert
Bei „Repapis“ bereitet man sich auf Weihnachten vor
Der berühmte Rentierschlitten steht auch schon – René kann es kaum fassen

Aus den Lautsprechern tönt „Driving home for Christmas“ und ähnliches.
Nein, „Last Christmas“ von Wham habe ich bisher noch nicht gehört, aber das kommt sicher noch.
Wie auch immer, René und ich sitzen in der Sonne, genießen das Leben bei spätsommerlichen Temperaturen, reden von einem Bad im Meer und schlotzen ein Eis.
Im Hintergund läuft „Little Drummer Boy“…

So – ein – perfekter – Tag!!! Im Hintergrund der Berg, von dem wir gerade kamen
Wir denken an unsere Frauen, die sitzen gerade im Landkreis Miesbach bei 30cm Schnee und -8°C

Was machen wir jetzt? Der Tag ist noch zu jung um sich auf NESSAJA zurück zu ziehen, anderseits reicht es René für heute mit Offroad Touren.

Das ist nachvollziebar, er war schließlich vor 24h noch irgendwo zwischen Patras und Athen – ihm steckt die Fährfahrt in den Knochen.

Er hatte gestern das Kastell gesehen – „…kann man da hochfahren oder muss man die Stufen gehen?“ fragt er.
„Man kann hochfahren bis vor´s Tor und wir kämen an den Windmühlen vorbei!“ antworte ich.

Nix wie hin, das ist unser Ziel für den Nachmittag!

Die Windmühlen sind geschlossen und eignen sich zu dieser Jahreszeit nur als Fotomotiv
Beim Kastell haben wir die Öffnungszeiten gecheckt, wir können eintreten und das Bauwerk besichtigen
Beim ersten Besuch ist es beeindruckend
Wir machen Dutzende Bilder…
…auch von mir gibt es mal welche

Wir gehen die alten, dicken Mauern ab und stellen uns die Geschichten vor, die diese Burgen erzählen könnten – es ist beeindruckend.

Ich versuche René einen Überblick über die Inseln zu geben, welche man rundum sieht – bis hinüber zur türkischen Küste.
Und natürlich sieht man von hier oben auch ganz gut, wie sich Leros aufteilt – ich kann erklären, wo unser Haus steht und in welche Richtungen wir das Meer sehen.

Dann heißt es zurück in die Marina, die Sonne geht unter, es wird frisch. Wir wollen den Tag passend und stilvoll ausklingen lassen!
Die Frage ist – wohin zum Dinner???

Abermals geht es an den Mühlen vorbei, welche noch einmal ein typisches Fotomotiv anbieten

Wir sitzen ein bisschen in NESSAJAs Salon zusammen, trinken ein Bier und überlegen, was wohl als Dinner für einen ersten Abend passen würde.

Nun, ein bisschen herausfordernd ist das schon, denn aufgrund der Tatsache, dass einige der perfekten „1st evening“ Tavernen schon geschlossen haben, ist unsere Auswahl nicht allzu groß.

Ich hätte, mit Verlaub und ohne Wertung, das „Pirofani“ an einem lauen Sommerabend am besten gefunden.
Das aber hat geschlossen – meine erste Wahl für genau solche Fälle, gepaart mit der Tatsache, dass wir aufgrund der abendlichen Temperaturen ohnehin drinnen sitzen wollen, hat jedoch geöffnet…

Die Wahl fällt auf die Meze Taverne „Tis Kakomoiras“!

Wir schlemmen wie die Fürsten

Selbst meinem Kumpel, durchaus reiserfahren, fällt es einigermaßen schwer, die typische Art des griechischen Essens anzunehmen.

Alles was auf den Tisch kommt steht „in der Mitte“ und jeder kann zugreifen, von allem, mal mehr, mal weniger – ganz wie es gefällt und mundet.

Wir genießen Meze, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Salate. Es hat an nichts gefehlt und es hat super geschmeckt.
Dass uns die Ränzen ein wenig gespannt haben, bleibt eine Randnotiz.

Ach übrigens, zum Dinner sind wir mit „Klicker“ gefahren – der schwarze A6 quattro war früher Renés Auto, es war mir ein Vergnügen, ihn damit zu chauffieren.
Die Moppeds hatten Pause – und unsere Popos auch 😉

Der Frühstücksplatz am Folgemorgen war ein anderer – unsere Wahl fiel auf´s „La Palma“, dort wollten wir ein „Männerfrühstück“ einnehmen.

Schöner kann man kaum in den Tag starten

Das hat leider nur bedingt geklappt – René war etwas lesefaul, seine Speisekarte zudem etwas abgewetzt, so fiel es nicht auf, dass das Rührei bei seinem Frühstück gestrichen war.

Er bekam nur ein paar Marmeladepäckchen und Toastbrot und hat neidisch auf mein „Workers Breakfast“ geschaut – ich hatte mich für Spiegeleier mit Speck entschieden…

Diese unterschiedliche Kraftbetankung sollte sich später noch auswirken 😉

Doch bevor wir loskonnten, standen profane Hausarbeiten am Programm – der Biker und der Segler mussten Wäsche waschen…

So, Shirts und Unterbuxen hängen auf der Leine

Endlich konnte es losgehen. Weil Leros per se ja nicht so groß ist, hatten wir auch heute wieder die Offroadstrecken der kleinen Dodekanesinsel im Visier.

Am Ende des dreitägigen Besuchs wollte ich meinem Freund die Insel komplett gezeigt haben, soweit möglich, wollen wir alles abseits der Straßen fahren.

Heute geht es in den Westen der Insel, es galt das „Aerophon“ zu erkunden.

Fotostop – die Ziegen sind allgegenwärtig und interessieren sich kaum für uns
Siehst Du mich, seh´ ich Dich – alles eine Frage der Perspektive
Ja, die Perspektive – aber das hatten wir ja schon

Ich freue mich, dass René auch Bilder von mir macht. So kann ich den Blogbericht einmal etwas anders darstellen und das Erlebte auch aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
Die Bilder von den Motorradfahrten sind daher ein Potpourri, von mir und meinem Freund fotografiert.

Am Bankerl am Ende der Betonstraße legen wir einen weiteren Fotostop ein.
Wir sprechen über die umliegenden Inseln, aber auch über das Containerdorf, welches für die Flüchtlinge gebaut wurde und von hier oben deutlich zu sehen ist.

Für René ist es das erste Mal, dass er auf einer der vielzitierten „Hotspot“-Inseln ist, eine neue Erfahrung.

Der Blick nach Süden, nach Kalymnos und, am Horizont, Kos
Beim Blick nach Osten sieht man die Marina (links im Bild) und das Containerdorf (rechts im Bild)
Ab hier geht es auf grobem, teils ausgewaschenem Schotter weiter
Der Track zieht sich bis auf das Hochplateau…
…wo man das „Aerophon“ bestaunen kann

Der „Parabolic Acoustic Mirror“ wie er offiziell heißt, ist in Google zu finden und eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten auf Leros.

Ok, wieder so ein Kriegsding, Leros kann seine Vergangenheit nunmal nicht leugnen.
Ok, interessant zum Ansehen ist der Bau allemal und auf einer angebrachten Tafel erfährt man alles Wissenswerte.

Als Kulturerbe klassifiziert

Wir gehen ein paar Schritte nach vorne, von der Abbruchkante aus, kann man die Bucht von Gourna sehen.

Dort befindet sich „Agios Isidoros“, das berühmte Kirchlein auf der Felseninsel.
Dies soll unser nächstes Ziel sein, aber natürlich führt unser Weg offroad dorthin.
Aufmerksame Leser wissen, woran der Weg Richtung Gourna vorbeiführt – genau, an unserem Häuschen in Plaka, auch das wollen wir im Vorbeifahren besichtigen.

Der Weg ist besprochen – jetzt geht´s los!

Das Bergabfahren war eine Challenge – der lose Schotter verlangte Entschlossenheit am Gasgriff und an den Bremsen.
Unsere Bikes haben ABS, das ist manchmal sogar irreführend. Man muss vorsichtig fahren, darf aber nicht zögerlich sein.

Für René eine echte Prüfung und eine Übungseinheit!

Zumal dann, wenn man einmal unten angekommen, nicht nach links auf die Betonstraße abbiegt, sondern den Weg nach rechts Richtung „Bakerstreet“ (für Insider) wählt.

Da kommt eine sehr grobschottrige, steile Rampe nach unten, die Mensch und Maschine fordert.
Hat man die geschafft, geht es locker-flockig weiter.

Am Haus angekommen, sehen wir uns meine Erungenschaft an. Es kam wie es kommen musste, René zeigt wenig Begeisterung.
Er hasst Bauarbeiten und kann nicht verstehen, warum man das Nomadenleben am Segelboot für ein baufälliges Haus aufgibt.

Nun, erklären kann ich es ihm leider nicht – ich verstehe es selbst nicht und Sibylle ist nicht da. Die könnte es vielleicht in Worte fassen.

Wir erreichen Agios Isidoros…

Das Kirchlein ist einfach schön – wir gehen über den Wall um es von innen zu sehen
René entdeckt das Umfeld, ich suche nach der Antwort auf die zuvor gestellte Frage

Und jetzt, was machen wir jetzt?

Wir haben da so eine Idee – wenn jemand mit dem Motorrad vom Winter in den Sommer fährt um ein paar Tage Urlaub zu machen, was darf auf gar keinen Fall fehlen???

Genau! Ein Bad im Meer, gepaart mit ein paar Sonnenstunden im Liegestuhl am Strand.
Ich selbst kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Liege lag und auch nicht an meinen letzten Flachköpper in das kühle Nass.

Ich schlage, einem Reflex gleich, den Strand in Panteli als Ziel für unsere Musestunden vor.
Gesagt, getan – wir starten die Motoren und fahren blubbernd an den Traumstrand.

„Get your motor runnin‘
Head out on the highway
Looking for adventure
In whatever comes our way“

Freie Liegen gibt´s zuhauf – das Meer lädt zum Bade
Wir lassen uns nicht zweimal bitten…
…sondern folgen dem Ruf ohne Zögern

Wir liegen bestimmt fast zwei Stunden am Strand. Als die Sonne aber hinter den Dachkanten verschwindet wird es schlagartig frisch – wir sollten langsam zurück auf NESSAJA und unsere Wäsche abnehmen.

Aber wie lässt man einen Strandtag Mitte November in Griechenland ausklingen?
Genau, ich merke schon, unsere Bräuche könnten zum Trend werden – wir gehen auf eine Eisspezialität zu „Repapis“.

Vom Strand zu „Jingle Bells“ – krasser geht´s kaum. Aber es fühlt sich gut an, lebendig, ein bisschen verrückt 😉

Gestaltentreffen in Lakki
Das Büdchen hat geöffnet – bei vorweihnachtlichen 22°C

Während wir am Strand saßen, habe ich ein Bild an Sibylle geschickt und sie hat postwendend geantwortet – es sieht so aus, als ob bei ihr sowohl der Winter als auch die Vorweihnachtszeit ziemlich exakt dem Klischee entsprechen…

Und das war erst der Anfang – das sind die Momente in denen mir klar wird, dass es kein Zurück gibt, nicht für mich

Zum Dinner sind wir heute, wer hätte es gedacht, im „SouVLakki“, denn René möchte gerne Giros – „…so richtig griechisch!“
Na da können wir dienen – ich opfere mich und gehe mit!

Danach geht´s ab nach Hause, in NESSAJAs Bauch ist es schön warm, denn wir lassen immer für 30 Minuten die Heizung laufen.
Schöne Stunden – wir sitzen zusammen, klönen über dies und das, trinken Bier und planen unseren Ausflug nach Rhodos.

Als der Plan steht, buchen wir unser Zimmer! Alea, iacta est – die Würfel sind gefallen, wir machen Männerurlaub, drei Tage Rhodos mit der GS!

René greift dann noch weiter vor und studiert unseren Kretaführer und holt sich Ideen ab.
Es wäre zu verlockend, aber ich habe hier viel zu tun und die Rückreise von Kreta würde meine Zeit auffressen.
So sehr ich es bedauere, aber nach Kreta muss mein Freund alleine weiterziehen, in Rhodos werden sich unsere Wege trennen.

René bereitet sich auf Kreta vor – wir waren mehrfach dort, ich kann ein paar Tips geben

Am neuen Morgen trinken wir Kaffee. René druckst rum, er wolle nicht wieder in ein griechisches Café zum Frühstücken, der Stachel von gestern sitzt noch tief.

Ok, was er denn dann wolle, frage ich ihn…

Er wolle jetzt zum Bäcker und in den Supermarkt um einzukaufen, dann kochen wir uns lecker Frühstück, das wäre doch was!

Jaaaa, ich weiß was er meint und hätte die Idee auch ab dem ersten Tag toll gefunden.
Heute ist aber der letzte Tag und alles was wir nicht aufessen wandert sofort in die Tonne – außerdem habe ich keinen Bock auf Abspülen.

„Das lohnt sich doch nicht…!“ erwidere ich.

Egal, er hat es sich in den Kopf gesetzt und fackelt nicht lang – „…ich kauf´ ein, ich spül´ ab!“ sagt er und braust davon.
Ok, dann halt, wenn er es sich so wünscht…

So sieht ein zufriedener Freund aus…
…und so die Küche – was tut man nicht alles

Es beginnt unser letzter Tag mit dem Motorrad auf Leros. Wir sind frisch gestärkt, unsere Fährfahrt ist eingecheckt und die Koffer sind gepackt.

Kurz, die Pflicht ist erledigt und nachdem wir die Küche wieder in Ordnung gebracht haben, beginnt die Kür.

Die sieht heute wesentlich weniger Offroad Anteil vor – ein letztes Stück, vorbei am Kriegsmuseum und hoch zum Dog Shelter…

Hier verbringt Sibylle viel Zeit, es ist mir ein Anliegen dies dem Freund zu zeigen
Das dreifarbige Mädchen wäre um ein Haar meine gewesen – aber Sibylles Ratio hat es verhindert

…von dort führt unser Weg weiter, abermals am Haus in Plaka vorbei, hoch zu den beiden Stränden im Norden von Leros.

Zuerst besuchen wir Blefoutis, das ist auch für mich interessant, denn ich war lang nicht mehr dort und kenne das Neubaugebiet nicht.

Man stampft aus dem Boden was geht – ob das gut ist? Man wird sehen.
Man hört Gossip, dass sich die Türken über Strohmänner dort einkaufen.
Ich kann mir das gut vorstellen, bleibt abzuwarten, ob dies der Insel einen Aufschwung gibt oder sie eher zum Negativen verändert.

Von Blefoutis nach Paralia Kioura – wir klappern jetzt die wilden Strände ab

Von Blefoutis aus bietet es sich an zuerst Paralia Kioura zu besuchen. Er ist einer der „wilden“, unbewirtschafteten Strände der Insel.

Diese Strände sind meist feinsandig und spärlich besucht, alleine ist man während der Saison aber auch dort nicht.

Paralia Damari
Wir waren direkt am Strand – jetzt heißt es hochkämpfen

Es folgt noch ein kurzer Abstecher nach „Dio Liskaria“. Auf dem Weg dorthin durchfahren wir Alinda und treffen Dimitris, den Wirt des „To Steki“.

Wir quatschen ein bisschen und René ist sichtlich beeindruckt, ich hatte ihm nicht zuviel versprochen, bezüglich meiner Integrationsbemühungen.

Irgendwie hatten wir alles auf Leros gesehen – ich war sicher, dass René an einem der „besonderen Strände“ noch einmal baden gehen wollte…
Aber weit gefehlt, der gestrige Nachmittag habe ihm so gut gefallen, er wolle das gerne wiederholen.

Na wenn mir da sein Wunsch nicht zum Befehl wird.

Wieder lassen wir uns auf den Liegen der „Sorocos Bar“ nieder…
…wieder springen wir ins kühle Nass
Und abermals lassen wir den Nachmittag bei „Repapis“ ausklingen

„Repapis“ kann, das ist bekannt, nicht nur Eis sindern auch Süßigkeiten.
Ich gönne mir heute ein Galaktoboureko mit einer Kugel Parfait Eis – ein Gaumenschmaus!

Dann heißt es zurück zum Schiff und umsteigen in „Klicker“ – wir müssen einkaufen!

Als wir zurückkommen geht die Sonne schon unter…

Ein Traum

Nanu, einkaufen? Am letzten Abend? Was ist da los???

Nun, das „A-Team“ sowie die Besatzung der DONNA rufen noch einmal zum gemeinsamen BBQ und was gibt es herzlicheres als mich MIT meinem Besuch einzuladen.

Wir waren eine illustere Runde und hatten echt viel Spaß, es war ein langer Abend und die Vernunft ließ uns irgenwann ins Bett gehen – Weckerklingeln um 02.30 Uhr!!!

Es gibt Fleisch, Vegetarisches, Salate und frisches Brot…
…sowie Alex´ selbstgefangenen Octopus

„Mario? Mario?“ Ich höre Stimmen! Ich sehe ein Licht? Bin ich im Paradies???

René steht in meiner Kabine und schaltet das Licht ein. Verdammt, ich habe so fest geschlafen, ich habe meinen Wecker nicht gehört!
Es ist 03.00 Uhr, der Kaffee fällt somit aus.

Wir packen, ich mache das Schiff klar für drei Tage Abwesenheit und verschließe den Niedergang hinter mir.

Mach´s gut NESSAJA, bis in drei Tagen…

Mitten in der Nacht gehen wir von Bord…
…und fahren nach Agia Marina
Die Fähre scheint nur wenig Verspätung zu haben
Wenig später können wir einfahren

Bis Rhodos sind es fünf Stunden. Einen Zwischenstop gibt es auf dieser Fahrt nur auf Kos, auf manchen Fahrten gibt es noch einen Halt auf Kalymnos und Symi.

Es zieht sich wie Kaugummi. Man will schlafen, kann aber nicht mehr.
Wir dösen, wir trinken Kaffee – bis irgendwann die fünf Stunden um sind, dann heißt es „ready for disembarkation!“

Wir machen uns klar, in wenigen Minuten öffnet die Rampe auf´s Unterdeck
Gleich gibt der Matrose die Bahn frei – dann werden wir Rhodos entern

Das Haus in dem wir unser Appartement gemietet haben, ist in dem lebendigen Stadtteil neben dem alten Hafen Mandrakis.

Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, was um diese Jahreszeit auf Rhodos los sein wird und wollten daher nicht in der Altstadt residieren.

Es sollte sich als eine gute Entscheidung herausstellen. Jetzt wohnen wir zentral und doch zum Hinterhof hin ruhig, mitten im Herzen des Szeneviertels und können am Abend alles zu Fuß erreichen.

Eine perfekte Location nicht allzuweit vom Hafen – wir checken sofort ein…

Das Haus liegt sehr zentral
Die Zimmer sind modern und freundlich eingerichtet – wir haben zwei Schlafzimmer…
…ich wähle dieses und packe erstmal aus

Was tun am heutigen Tag? Der Plan sah vor, dass wir extra so früh von Leros abfahren um den Tag auf Rhodos noch nutzen zu können.

Ok, dann machen wir das auch so. René hatte sich zuhause schon eingelesen und hatte zuoberst auf seiner Bucketlist den Besuch der „Villa Vecchi“, ein bekannter „lost place“!

Dies sollte unser erstes Ziel sein.

Mit der GS bis direkt vor die Pforte der sagenumwobenen Villa
Die Villa ist gespenstisch – besonders wenn man die Geschichten kennt
Viele Räume sind düster, die Villa dem Vefall preisgegeben
Dennoch sind einige Elemente sehr gut erhalten

Zur „Villa de Vecchi“ gibt es viel zu lesen, einiges ist widersprüchlich, anderes scheint mir sehr phantasievoll ausgeschmückt zu sein.

Ich bin kein Geschichtskenner, lasse mich aber, besonders in einem solchen Kontext, gerne von solchen Geschichten einfangen und fesseln.

Man liest von „Orgien die dort gefeiert wurden“ und der brutalen Herrschaft des Generals über die Inseln der Dodekanes.
Es war eine schreckliche, brutale Zeit damals…

Heute trägt die Villa auch andere Zeichen der Zeit, einer moderneren, bunteren Zeit.

Me too
Die Besucher verewigen sich – Graffiti überall

Wir sehen uns um. Ich kenne den Platz und war mehrfach hier.

Während René um die Häuser schleicht und das Areal entdeckt, sehe ich mir auf der Landkarte an, wie wir unsere heutige Tagesfahrt wohl fortsetzen könnten.

Ich bleibe dabei – eine Landkarte ist etwas schönes! Sie ist bunt und gibt einen sehr guten Überblick.
Die alte Rhodos Karte hat uns stets begleitet, auch auf unseren Touren heute und an den zwei Folgetagen.

Ok, ich habe schon eine Idee

Die Fahrt hierhin war schon prächtig! Wir sind durch das „Tal der Schmetterlinge“ am „Berg des Propheten Ilias“ vorbei bis hierhin gekommen.

Alles auf diesen kleinen gelben Straßen, auf denen zu dieser Jahreszeit kein anderes Fahrzeug unterwegs ist.
Das verspricht Fahrspaß bei geringem Risiko.

Ich habe übrigens zum ersten Mal in dieser Wintersaison meine lange Hose an – ich darf aber vorweg nehmen, dass sie gleich nach meiner Ankunft auf Leros wieder in den Schrank wandert.

Wenn wir schon hier sind, wollen wir auf eine heiße Schokolade in diesem „Hotel im alpenländischen Stil“ einkehren, dies bleibt uns aber verwehrt, das Hotel ist geschlossen.

Das „Elafos Hotel“ gleich neben der „Villa de Vecchi“

Apropos lange Hose – mich fröstelt etwas! Ich habe zwar alle langärmeligen Sachen dabei und trage diese auch, auf meine Windbreaker-Jacke habe ich aber verzichtet.

Bei 20°C ist diese auch nicht nötig. Zwei Faktoren habe ich allerdings unterschätzt – erstens, wenn man acht Stunden Motorrad am Tag fährt, dann zieht es irgenwann rein.
Zweitens, auf 800m Höhe hat es keine 20°C mehr – ich muss mir etwas überlegen – heute Abend dann.

Jetzt geht es weiter, das nächste Ziel heißt „Kastro Monolithos“ – wir fahren weit in den Nordwesten der Insel!

Abermals suchen wir uns die kleinen Nebenstraßen aus
Ein Stück die Küste entlang – bis sich die Burgruine auf dem Monolithen erhebt
Wir beschließen, dass wir uns die Zeit gönnen die Ruine anzusehen

Ich war vor etwa drei Jahren mit Sibylle, Katherina und ihrer Schwester Lisa schon einmal hier.
Uns hat die Ruine damals sehr gefallen, weil die Aussicht von hier oben einfach atemberaubend schön ist.

Wir beschließen daher, dass wir uns den kurzen Aufstieg gönnen und uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen.

Es geht kurz aber knackig nach oben
Die Szenerie belohnt für die Mühen

Als wir hierher gefahren sind, kamen wir durch das „Bienendorf“ Siana. Bei unserem letzten Besuch waren wir eher etwas enttäuscht, in Erinnerung geblieben, ist allerdings die Kirche mit den aufgemalten Uhren – warum das so ist, habe ich nie in Erfahrung gebracht, aber ein seltener Hingucker ist es allemal.

Klar, dass auch René und ich einen kurzen Fotostop machen…

Die Uhren sind aufgemalt

Auf dem weiteren Nachhauseweg, kam uns noch in den Sinn die Ausgrabungsstätte von Kamiros anzusehen.

DAS war damals eines meiner Highlights! Ich bin nicht so der Fan von antiken Stätten, aber die hat mich echt überzeugt.
Eine riesige, beeindruckende Anlage auch für den weniger interessierten Besucher – man kann sich leicht einfangen lassen.

Ich erzähle meinem Freund davon und wir schreiben uns Kamiros auf die Liste, doch leider haben wir Pech.
Als wir vorbeikommen war schon geschlossen. Ich nehme es vorweg, Kamiros blieb während dieses Besuches unerfüllt.

10.-€ ist aber auch nicht zuwenig – vielleicht ein Andermal

Wir sind gefahren was das Zeug hält, es hat uns richtig Spaß gemacht! Zu meiner großen Überraschung hat meine GS deutlich weniger Sprit als auf Leros gebraucht.
Der Kurzstreckenbetrieb und die Fahrten mit Sozia schlagen zu Buche.

Trotzdem musste ich jeden Tag tanken, wir spulen drei Tage hintereinander jeweils 200km ab – auf den kleinen Sträßchen von Rhodos, teilweise sogar offroad.

Acht Liter auf etwas mehr als 200km – das geht

Von Kamiros an, sind wir die restlichen Kilometer bis Rhodos Stadt entlang der Küste gefahren.

Die rund 40km auf der Autostraße ziehen sich, zumal so langsam die Dämmerung hereinbrach und es kühler wurde.
Ich habe es gut ausgehalten, spüre jetzt aber jede Faser in meinem Körper.

Morgen soll es frischer werden, ich brauche eine Windbreaker-Lösung, ich muss mir etwas ausdenken oder ein zusätzliches, günstiges Kleidungsstück kaufen.

Unter unserem Haus ist ein Supermarkt – bis wir geduscht haben und wissen, wo wir unser Dinner einnehmen, gönne ich mir erstmal eine heiße Suppe.

Instant-Tiriaki Nudeln – gar nicht so schlecht

Es war klar, heute gehen wir in die Altstadt und sehen nach, was dort noch so los ist.
Ich war happy, denn mein Lieblingsrestaurant in Rhodos Old Town ist das „Mama Sofia“, dort gibt es die besten Seafood Spaghetti.

Für mich war klar wohin wir gehen, was ich bestelle, wie der Abend abläuft – ich war voller Vorfreude.
Das Internet bestätigt mir – „Mama Sofia“ – geöffnet!

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Die Stadt war menschenleer, fast mystisch
Wir genossen die Stimmung in der leergefegten, mittelalterlichen Stadt
Irgendwie zwischen Orient und Okzident

Ihr ahnt es schon – ich erlebe eine herbe Enttäuschung! Die Stadt ist nicht nur menschenleer, sie ist auch verriegelt und verrammelt – alles war geschlossen, das Internet hat sich geirrt!

Langsam bekommen wir Hunger. Ich kenne noch eine Pizzeria, zwar auch in der Altstadt, aber direkt an einem der Tore, mit Zugang zum pulsierenden Leben.

Aber auch die war geschlossen!

Es war genug für heute, wir nehmen trotz des vorangegangenen Fails, ein weiteres Mal das allwissende Google zur Hilfe und lassen uns zu einer Pizzeria nahe unseres Appartements führen – essen und ab ins Bett, mehr wollten wir nicht!

Es war eine dieser kühlen, modernen Pizzerien, ich war zunächst echt skeptisch.
Aber die Qualität der Pizza hat überzeugt, sie war jeden der aufgerufenen 16 Euros wert.

War echt lecker – Pizza „Mario“ in der Rhodos Edition

Weil ich nie gleich einschlafen kann, mache ich noch meine Duolingo Runde und suche mir dann eine Lösung um den Fahrtwind von meiner Brust fernzuhalten.

Da fällt mir meine Wäschetüte ein – ich bau mir einfach „a Laiberl“, denke ich mir und lege auch sofort los.

Passt – 100% winddicht und im Falle eines Falles sogar wasserabweisend

Jetzt aber, noch eine kurze Message an Sibylle, dann lege ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen nehme ich die Kaffeemaschine der Wohnung in Betrieb – alles da!
Maschine, Kapseln, Wasser und Strom – ein warmer Kaffee fließt aus dem Gerät und haucht mir neue Lebensgeister ein.

Später gehen wir in ein Café und frühstücken fürstlich, erst gegen 11.00 Uhr starten wir unsere Maschinen, vorher ziehe ich noch meine neue Wetterkleidung an, um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein…

Jetzt kann nix mehr schiefgehen

Los geht´s – gestern war ein wirklich cooler erster Tag, wir haben schon ganz schön was angesehen.
Was können wir da heute noch folgen lassen???

Nun, wir legen an der Südküste los, fahren noch einmal ins Landesinnere und dann hinunter nach Lindos, dort steht die zweitgrößte Akropolis in Griechenland, das muss man gesehen haben.

Lindos – ausnahmsweise mal nicht bei stahlblauem Himmel
Zunächst mal die Bilder für´s Album

Natürlich fahren wir hinunter, um einmal durch den Ort zu gehen.

Ich positioniere mich – ich war schon dreimal auf der Akropolis. Mir ist der Weg nach oben unangenehm, der Eintritt ist mir zu teuer.
Ich würde unten warten, René könne derweil dieses Kulturerbe bestaunen.

Aber irgendwie war auch ihm nicht so nach Sightseeing zumute.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt geschlendert, aber außer Andenkenläden war hier nichts offen.

Ein Drink oder ein Snack blieb uns hier verwehrt – dabei hätten wir essen können ohne Reue…

DAS war mir neu – ein völlig neuer Ansatz

Ok, dann geht die Reise weiter – wir machen einen Abstecher zum kreisrunden Strand „Agios Pavlos“ und setzen die Fahrt dann fort bis an den Westzipfel der Insel.

Dort ist ein weiterer berühmter Strand, ein Hotspot für Surfer und Kiter – der Doppelstrand von „Paralia Prasonisi“.

Ich denke, dass René gerne an Strände fährt, so hat jeder seine Leidenschaft – ich füge mich hier gerne, auch wenn ich weiß, dass die Anfahrt dorthin zu den eher langweiligen Strecken auf der Dodekanesinsel gehört.

Kilometerlang über flache, eintönige Flächen – dann ist der Strand erreicht
Klar, dass wir Bilder aus allen Perspektiven machen…
…aus allen Perspektiven

Weiter geht´s! Es war klar wie Kloßbrühe, dass zumindest ich mich, gegeben durch die Tatsache, dass Sibylle nicht auf dem Sozia sitzt – dass also zumindest ich mich nicht davon abhalten lassen würde, meine Fahrt bis zur Wasserkante fortzusetzen.

Nicht klar war, dass mein Freund meiner Spur folgen würde – mit seiner nagelneuen GS ein kleines Wagnis, ist sein Bike doch viel schwerer als meines und zudem nur mit Streetpneus ausgestattet, während ich mit Semi-Enduros unterwegs bin.

Here we are – that´s life
Das ist doch mal ein Bild

Was man am Foto nicht sieht ist, dass René schon die Schweißperlen auf der Stirn standen, denn irgendwie hatte er sich schon festgefahren.

Aber als ich ein bisschen schob und er die Elektronik auf „Enduro“ gestellt hatte, war der Sand kein allzugroßes Hindernis mehr.

Ich kam selber wieder zurück auf festen Boden – schade, dass keine der coolen Bars offen hatte, wir hätten uns eine Kaltschale verdient gehabt!

Check! Die Fotos sind gemacht, es kann weitergehen…
„Keine Lust schwimmen zu gehen?“ frage ich meinen Freund.
Zu meiner Überraschung verneint er und wir setzen unsere Fahrt fort – wieder liegen ein paar langweilige Kilometer vor uns, bevor wir auf die kleinen Bergsträßchen abbiegen können.

Es zieht sich ein bisschen – aber man muss trotzdem auf der Hut sein…
…denn unverhofft kommt auch hier oft
Das vorhergesagte schlechte Wetter rückt näher

Wir entschließen uns, eine echte Pause zu machen. Der nächste Ort bietet sich für einen Tankstop, einen „Light Lunch“ und einen griechischen Kaffee an.

Gesagt, getan, wir stoppen an einem netten Platz, hier haben zwei Tavernen geöffnet.
Eine ist schon gut besetzt, an einer zweiten winkt eine alte Dame.
Wir entscheiden uns dafür, der alten Dame ein Mittagsgeschäft zu gönnen und kehren bei ihr ein.

Eine gute Entscheidung, wir werden einfach aber sehr gut und herzlich bewirtet.

Mein „Windshield“ hat sich bewährt
René isst Moussaka, ich entscheide mich für einen Saganaki mit Brot und Tsaziki
Im Nachbarlokal ist mehr los, es wird im Reiseführer beworben – auch die Katzen scheinen den Reiseführer zu kennen

Wir wollen noch einmal über die Berge – inzwischen waren wir soviel unterwegs, dass wir nach „Straße schon gefahren“ und „die kennen wir noch nicht“ entscheiden.

Die jetzt gewählte Straße führt noch einmal zu den hohen Bergen der Insel, dort haben sich inzwischen die Regenwolken festgehangen.

Ok, wagen wir es oder nicht?
Es fängt tröpfeln an – wir drehen um

Als es anfängt zu regnen, stoppen wir und beratschlagen uns. Wir haben beide keine Regenkleidung an, es sind fast 60 Kilometer bis nach Hause – eine Strecke von rund einer Stunde, welche ich nicht patschnass fahren will.

René stimmt zu und wir drehen um. Wir wählen die andere der noch nicht von uns befahrenen Straßen welche im Norden der Insel verläuft.
Dort ist es heller und wir können dem Regen tatsächlich davonfahren – nur ein kurzer Schauer erwischt uns, der ist aber von so kurzer Dauer, dass wir ihn praktisch „unterfahren“, wir bleiben trocken.

Erschöpft und zufrieden kommen wir in der Dunkelheit vor unserem Appartement an…

Ein weiterer Tag geschafft

Das Dinner gibt es heute in einer kleinen Taverne nur ein paar hundert Meter von hier.
Wir essen gutbürgerlich und preiswert, dann gehen wir ins Bett – man glaubt es vielleicht nicht, aber so ein Tag streng mehr an als man denkt.

Am neuen Morgen geht es nicht sofort los. Zunächst gehen wir frühstücken, dafür sucht René das Frühstückslokal eines Hotels aus.
Ich sage offen, das würde mir zuletzt einfallen, aber sei´s drum, er hatte richtig Freude am „Continental Buffet“.

Ich bediene mich ebenfalls, muss dabei aber an hunderte Hotelfrühstücke auf der ganzen Welt denken…

Natürlich war es günstiger als in einem guten Café

Dann hatten wir, unserem Vermieter sei Dank, neben dem „early check-in“ noch die Option spät auszuchecken.

So sind wir noch einmal auf´s Zimmer um uns frisch zu machen und die restlichen Sachen zu packen.
Erst dann haben wir die Türe hinter uns ins Schloss gezogen und den Schlüssel in der Keybox hinterlegt.

So einfach geht Hotel heute

Vor uns liegt der letzte Fahrtag – es gibt noch eine Straße welche wir noch nicht befahren haben.
Sie führt zu einem Stausee im Landesinneren, welchen man auf einer 10 Kilometer langen Offroadstrecke umfahren kann.

Das Wetter ist im Wesentlichen wie gestern, es scheint aber zu halten.
Wir haben ein paar Stunden Zeit, sollten die heute gewählte Runde aber leicht schaffen – Zielzeit ist spätestens um 17.00 Uhr am Hafen, beide Fähren gehen um 18.00 Uhr.

Also auf geht´s, packen wir es noch einmal an…

Unterwegs sehen wir viele Stücke, welche wohl einem Brand zum Opfer fielen, die Natur kehr aber zurück
Die Straße ist perfekt, mit gutem Belag, sie schlängelt sich durch die Landschaft – das Wetter macht heute keine Kapriolen

Wir fahren dahin, nein, wir cruisen! Wir haben, wie es der Slogan von BMW verspricht, „Freude am Fahren“!
Darf man das heutzutage überhaupt noch sagen? Oder ist das schon ein falsches Statement?

Offen gesagt ist uns das an diesem Tag egal – das Wetter lässt uns in Ruhe, weit und breit keine Menschenseele, ein perfekter Fahrtag!

Wir kommen an eine Brücke die ich sofort wiedererkenne – sie erinnert mich an unbeschwerte Tage und spezielle Momente – ich war hier schon einmal, ich bin diese Straße schon einmal gefahren.

In einem Fotoalbum mit nem silbernen Knopf…

Wir passen uns der Straße an und finden den Flow – ich bin lange nicht mehr so schön Motorrad gefahren…

Klar, dass wir ein paar Augenblicke nutzen, um schöne Fahrbilder zu knipsen.
Keine klassischen Schnappschüsse, aber schon dynamisch fotografiert – alles mit einem alten iPhone X.

Ich stoppe vor der nächsten Kurve…
…um meinen Freund auf Zelluloid zu bannen

Diese wunderschöne Wald- und Bergstraße zieht sich noch ein paar Kilometer so hin, dann kommt eine Abzweigung – hier geht es zum See, wir müssen entscheiden.

Nun, die Zeit passt, Lust auf ein paar abschließende Offroad-Kilometer haben wir auch, was hindert uns also daran?

Wir biegen links ab und nehmen den ausgeschilderten Schotterweg.
Dieser war perfekt geschottert und hatte im weiteren Verlauf nur ein paar Stellen an denen wir loses Gestein befahren mussten.

Es war kein Geländeausflug mit hohem Anspruch, aber dafür ein in jeder Hinsicht feiner Zungenschnalzer – born to be wild!

Hier geht´s ab
Der Track wurde schnell sehr vielversprechend
Landschaftlich war er sehr reizvoll
Wir hatten Spaß an der Freud´
Viele Fotostops kosten ein paar Minuten – aber es wäre zu schade…
Rock it!
Die Koffer mussten leider mit – ohne wäre besser
In ihrem Terrain
Endspurt – noch ein paar Kilometer

Als wir zurück auf der asphaltierten Straße waren, musste entschieden werden, wieviel Erlebnisse noch in den Tag passen.

„Sollen wir auf einen Kaffee ins „Pavo“?“, dort laufen einem die Pfaue zwischen den Beinen rum, ist ein cooler Platz – „…ne, nicht so!“

René ist, das hatte ich schon erwähnt, eher der „Sammler“ von besonderen Stränden – er will daher zum „Anthony Quinn Beach“, welcher sich am Weg zum Hafen befindet.

Kein Problem, das bekommen wir hin – ich denke, dass er jetzt doch noch einmal ein Bad im Meer nimmt.
Doch auch diesmal täusche ich mich…

Der „Anthony Quinn Beach“…
…heißt in der Realität „Paralia Plaka Ladikio“

Fertig – wir haben geschafft was wir uns vorgenommen haben. René wirft noch kurz die Thermen von Kallithea ins Rennen, aber ich habe keine rechte Lust mehr.

Ich will den Tag gemütlich ausklingen lassen und nicht zur Fähre hetzen.

Natürlich, so biete ich an, kann mein Freund die Thermen noch ansehen, ich würde in der Rhodos Marina auf ihn warten.
Dort gibt es das „Naval“, welches ich als Café und Restaurant durchaus schätze.
Es ist etwas teurer, aber durchaus besonders.

René kippt um – das klingt gut, er käme mit! Nächste Station ist die Rhodos Marina zum Ausklang unserer gemeinsamen Tage.

Angekommen, ein schöner Platz

Wir setzen uns hin und lesen die Speisekarte – ich liebäugle mit einem Galaktoboureko für 14.-€ und René spechtet auf den Käsekuchen für 13.-€.
Er entscheidet, sich das begehrte Stück Kuchen vorzuenthalten – zuviel Geld.

Ich bestelle – beide Desserts! Als die Sahnehaube auf sechs tolle Tage zusammen – ich darf diese Goldstücke von Kuchen spendieren.
Nicht weniger war die Zeit zusammen wert – jeder profane Baumkuchen würde der Sache nicht gerecht.

Wir sollten schlemmen, das Leben genießen, jetzt!!!

Der Kuchen war perfekt!
Ein bisschen die Beine vertreten und „was würde ich kaufen wenn ich im Lotto gewinne“ Schiffe ansehen

Es war soweit – wir können unsere Fähren von hier sehen und wissen, dass es an der Zeit ist zum Hafen zu fahren und uns zu verabschieden.

Ich werde nach Leros zurück fahren und in meinen Alltag eintauchen. René wird noch drei Tage Kreta anhängen bevor auch er zurück nach Deutschland muss.

Wir fahren die zwei Kilometer zum Hafen und kaufen noch Sandwiches bei „Gregorys“, dann heißt es endgültig Abschied nehmen – wir sehen uns in Deutschland, etwa Ende Januar 2026!

Auf René wartet die BLUESTAR CHIOS, Abfahrt 18.01 Uhr
Ich sehe schon meine BLUESTAR 2 – Abfahrt 18.00 Uhr
Ich fahre hoch und parke meine GS an der gleichen Position wie am Herweg – ein guter Platz
Dann suche ich mir einen schönen Platz und bereite mich auf die fünfstündige Fahrt vor

Die Fahrt zieht sich. Ich habe einen guten Platz in einer Ecke, mit Sicht nach vorne, Steckdose und der Möglichkeit mich hinzulegen.

Das mache ich auch und so kommt mir die Überfahrt nicht so ewig lang vor.
Natürlich mache ich den gleichen Fehler wie immer und kaufe mir einen Burger im „Goody´s“, was ich wieder zutiefst bereue und abermals schwöre, dies nie wieder zu tun.

Irgendwie geht die Zeit rum und der Hafen von Leros wird ausgerufen.
Ich mache mich und mein Mopped klar, gleich sind wir zuhause.

Ich bin erschöpft – aber gleich hat mich Leros wieder

Ok, ich bin zwar müde, aber irgendwie würde ich noch gerne einen Absacker trinken.
Aber nix geht mehr – seit die Fähre in Agia Marina anlegt, sind die Bars in Lakki früher geschlossen.

Das ist schde, denn mein Schlenker zur „La Plama“ Bar wird nicht belohnt, alle Fenster dunkel – ich muss unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Welcome home, wieder zurück auf NESSAJA!

Ein Bier, dann geht es ab ins Bett

Ich mache noch alle Ventile auf und schalte mein Stromnetz wieder ein, dann bin ich eigentlich bettklar.
Ein letztes Bier verschafft mir Bettschwere und ich schlummere sofort weg…

Mir war von vorneherein klar, dass ich nicht sofort an die Arbeit gehen können würde.
Zuviele Kleinigkeiten standen an, das Thema „Alltagsorganisation“ darf nicht unterschätzt werden.

Ich muss die Tage zum Beispiel zu einem der örtlichen „Accountants“, das sind Spezialisten für steuerrechtliche Fragen.
Für mein Haus muss eine Meldung bezüglich der Grundsteuer gemacht werden, zudem gibt es ein Formular für die Bank zu organisieren.

Bisher habe ich das immer selbst gemacht, aber langsam wird es kompliziert und ich will in jedem Fall Fehler vermeiden.
Diese Accountants sind nicht teuer, anders als wir das von Deutschland erwarten würden, aber die Besuche dort sind Zeiträuber.

Heute verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, was ist eigentlich mit EXELIXI?

Sie steht an Land – es scheint alles geklappt zu haben

Es hat einen Grund, warum ich zuerst nach der, mir eigentlich unbekannten, kleinen Hanse sehe.
Eigner Mark hatte mich während meines Urlaubs kontaktiert, dass der zweite „Helfer“ ihm abermals eine kalte Absage erteilt hätte – er „könne auch das nicht“.
Auch die Marina lehne wohl solche Aufgaben ab, es gäbe immer Probleme bei der Verrechnung – zu teuer für wenig anspruchsvolles Tun.

Nun sei seine Not dringend und er bäte mich, auch die restlichen Punkte der Liste zu erledigen.
Klar werde ich helfen, aber irgendwie wundert es mich doch immer wieder, da werden Schiffe für 100.000.-€ oder mehr einfach so zurück gelassen, man verlässt sich auf Pläne die sich von heute auf morgen ändern können.

Ich will offen sagen, dass mich dies in jener Phase des Monats ein wenig frustriert hat.

Denn dies passiert mir in diesen Wochen mehrmals und ich sehe mich inzwischen leider gezwungen, dem Einhalt zu gebieten.
Die Annahme, dass ich hier auf Anrufe warte, welche mich aus meiner Langeweile reißen ist falsch, ich hab´ viel zu tun und jeder Sidekick bringt meine eigene Planung komplett durcheinander.

Ich plane Arbeiten die an einen Versand gekoppelt sind, andere die in Relation zu Sibylles Option mir etwas mitzubringen stehen.
Meine Wochen sind in Abhängigkeit der Wetterentwicklung geplant und auch an die Tatsache angepasst, dass man manche Dinge gar nicht mehr machen kann, wenn es erstmal unter 10°C hat.
Ich muss meinen Wochenplänen folgen und kann nicht mehr auf Zuruf reagieren.

Das gilt natürlich nicht für Notfälle, wenn Not am Mann ist helfe ich immer ad-hoc, aber „vergessene“ oder unterlassene Einwinterungen, oder „kannst Du mal schnell die Zwiebeln aus der Bilge fischen“ Aufgaben, kann ich nicht mehr erfüllen – der Aufwand der dafür betrieben werden muss, wird meist unterschätzt oder gar nicht erst erkannt.
Ich vertrete die Ansicht, dass man sein Schiff bei jedem Verlassen nach einer Checkliste durchgeht und erst dann die Türen schließt – unverhofft kommt oft.

Ein wenig frustriert fahre ich nach Lakki, ich muss mein Griechisch-Lernheft abholen, da ich beim letzten Kurs nicht teilnehmen konnte.

Ein Übungsheft finde ich gut – der Preis geht in Ordnung

Danach zieht es mich zum Haus. Ich will in Plaka nach dem Rechten sehen und auch kurz schauen, ob Post angekommen ist.

Und tatsächlich, ein Brief in meinem Briefkasten! Der erste Brief in der neuen Postbox!
Naja, wirklich Grund zur Freude ist es nicht – wie auch in Deutschland, bestehen Postsendungen meist aus Rechnungen.
So auch hier, meine Stromrechnung hat den Weg zu mir gefunden – und siehe da, auch das Abbuchen klappt inzwischen.

Es geschehen Zeichen von Wunder…

Oh, Post für mich

Ansonsten war alles in Ordnung, Neuigkeiten gibt es keine – auch der Garagentormann drängt mich nicht mit einem Einbauwunsch bezüglich des neuen Garagentors.

Ich bin entspannt, trotzdem nervt mich Kommunikationsschwäche. Das wird immer ein Thema für mich bleiben, ich will mich da auch gar nicht anpassen.
Mangelnde Kommunikation ist immer die Wurzel des Übels.

Mein nächster Halt am ersten Tag nach meiner Rückkehr führt mich zu „Repapis“.
Klar kaufe ich mir ein Eis, aber der eigentliche Grund war ein anderer – ich bin heute zu Ewas Geburtstag eingeladen und brauche ein Geschenk.

Geschenk für Ewa kaufen – check

Ewa und Stephen wohnen auch in der Marina. Wir haben eigentlich keinen engen Kontakt zu den Beiden, aber ich kann Ewa ganz gut leiden und lehne die Einladung zu ihrem Ehrentag daher auch nicht ab.

Es kommt eine relativ große Runde zusammen, es gibt Kaffee und Kuchen und ein wenig Palaver.
Dazwischen ein nettes Beisammensitzen mit ganz anderen Leuten als gewohnt – hat auch mal was!

Happy Birthday Ewa

Am Weg zurück zu NESSAJA sehe ich sie wieder einmal ganz – von oben bis unten, von vorne bis hinten.

Sie ist „sale pending“, es gibt ein Käuferpaar und ich bin eigentlich schon dabei, die Braut für die Hochzeit hübsch zu machen.

Ist es die richtige Entscheidung? Kopf oder Bauch? Herz oder Hirn?
Ich darf nicht weiter darüber nachdenken…

Sie ist ein tolles Schiff

So neigt sich mein erster Tag zurück zu Hause auch schon dem Ende entgegen.
Ich freue mich darüber, dass das Wetter mir hold ist, bei Temperaturen über 20°C Ende November fühle ich mich wohl.

Der klare Himmel ist gewichen, das ist gut so, denn im Winter sind die klaren Tage meist kälter.
So wie es ist, ist es für die Jahreszeit perfekt!

Morgen früh muss ich Wäsche waschen, die lange Hose kommt noch einmal in den Schrank!

Auf dem Weg zum Dinner zeigt sich die Lakki Bucht von ihrer schönsten Seite, ich freue mich, wieder zurück zu sein.

Die Dramaturgie der Wolken und des Lichts – love it

Abendessen gibt es jetzt wieder häufiger im „SouVLakki“. Ich bin immer noch Strohwitwer und der ganze Aufwand mit einkaufen, kochen und abspülen ist mir zuviel.

Einmal am Tag essen, dafür aber „was Gscheids“, da kann man sich, aus meiner Sicht, das ganze Kochgedöns sparen.

Zur Abwechslung mal kein Giros

Ich esse abwechslungsreich – es gibt mal Giros, mal Bifteki, dazwischen auch mal Burger.
Dazu gibt es Gemüse in Form von Kartoffelstäbchen und Vitamine durch die üppige Salatgarnitur.
Als Getränk eine Hopfenkaltschale – und schon bin ich zufrieden.

Bis es wieder „Sibylles Kitchen“ gibt, wird es noch eine Weile dauern.
Meine Frau musste ihre für den 30.11. geplante Rückkehr um mindestens zwei Wochen, jetzt zunächst auf den 14.12. verschieben.
„Private Gründe“ zwingen zu einem längeren Aufenthalt…

Das hat Auswirkungen! Am Folgemorgen habe ich nämlich mal wieder richtig Lust auf ein Frühstück – und es ist niemand da, der mir erklärt, dass eine Eisspezialität nicht das Gleiche ist wie eine Eispezialität – irgendwas ist da schief gelaufen.

Himbeereis zum Frühstück, Rock´n Roll im Fahrstuhl – kennt ihr das???

Auch heute wird wieder so ein Tag zwischen Brot und Butter – man wurschtelt den ganzen Tag, hat am Abend auch was geschafft, aber wirkliche Produktivität sieht anders aus.

Gleich nach meinem opulenten Frühstück fahre ich zu „Boat & Parts“ um bei Katerina meine ersten Stage abzuholen.
Diese sind aus Athen zurück und ich will die Trümmer sofort zu meiner Entlastung abholen und die Rechnung begleichen.

Das bedeutet, dass ich auch für NESSAJA wieder ein Arbeitspaket an Bord habe.

Die ersten Stage sind da

Auch auf ELOWYN muss ich ran, ich darf die kurzen Zeitfenster nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Die Großen Projekte packe ich bald an, aber zum Waschen der Leinen ist auch jetzt Zeit – die Einwinterung kann ich im Laufe dieser Tage abschließen.

Die letzten Leinen sind gewaschen und getrocknet – jetzt geht es ans Eingemachte

BIMM! Mein Mobiltelefon meldet sich zu Wort. Nanu, wer kann das sein? Um diese Zeit?

Sibylle macht ihre Arztbesuche und meldet sich gewöhnlich nicht zu dieser Stunde.

Ah, das „A-Team“, Antonia, was hat sie den auf dem Herzen???
Ich traue meinen Augen kaum als ich auf das zugesandte Foto sehe – Leberkas!!!

„Ich koch´ grad was – kommst Du rüber?“

Die junge Frau brutzelt grad Leberkas für Alex, was als ultimativer Liebesbeweis gelten dürfte – die überzeugte Veganerin brät die Fleischscheiben für den Gatten – und lädt MICH dazu ein!

Klar sage ich zu! Was für eine Frage. Minuten später sitze ich an Bord der ANAHITA.

Nein, DAS ist keine Zeitverschwendung, denn Alex und ich planen natürlich die nächsten Aufgaben.
Ernsthaft, wir stimmen uns dieser Tage immer ein wenig ab – ich helfe ihm, er hilft mir. Das klappt gut und geht auf!

Nach dem Frühstück jetzt schon die zweite Mahlzeit – das Bier zu Mittag wird mich ins Food-Koma versetzen

Wenn es läuft, dann läuft´s! Ich bekomme eine Mail von der Marina, es sei ein Päckchen für mich angekommen.

Ich ahne schon um was es geht, denn natürlich tracke ich meine Sendungen – ich vermute mal, dass „maritimo.at“, eine Firma die ich ausdrücklich empfehlen kann, das langersehnte Ersatzteil für meine Rollanlage geschickt hat.

Und es bestätigt sich, das Tauschteil für das defekte Vorstagprofil ist eingetroffen.
Jetzt habe ich alle Teile beisammen, um die Kutteranlage wieder zusammenzubauen.

Die Stagen und das Profil sind da – ich kann „Stage 1“ finalisieren

Eile hat dies nicht, denn zur Montage am Mast brauche ich Ben und Alex oder zumindest einen der beiden.

Da Ben und Caetlin gerade Familienbesuch haben, sind die zwei nicht abkömmlich, insofern kann auch ich mich anderen Aufgaben zuerst widmen.

Der heutige Tag neigt sich aber dem Ende zu, für mich heißt es duschen und ab zum Dinner – abermals steht „SouVLakki“ am Plan.
Dort ändere ich heute meinen Speiseplan so drastisch, dass dem Kellner fast der Stift aus der Hand fällt.

Ich bestelle vegetarisch! Einen „SouVLakki Salat“ und ein „Meatless Pita mit Haloumi“.
Hat echt gut geschmeckt, ich mag Haloumi, eine echte Alternative.

Essenstechnisch war heute ein außergewöhnlicher Tag

Ich schlafe perfekt und stehe ausgeruht auf – heute soll ein Tag werden, an dem ich so ein paar dieser typischen „Scheißaufgaben“ erledige.

Dinge, die lang auf der Liste stehen, die man aber immer wieder vor sich herschiebt – ich will einige davon erledigt wissen!

Den Anfang macht EXELIXI – ich will die überfallartige Einwinterung endlich abgehakt wissen.
Also verhole ich mich auf das Schiff und investiere einen weiteren halben Tag um den Anker aus dem Kasten zu nehmen, einige Messungen zu machen und alles winterfest zu verräumen – zum Schluss noch ein paar Bilder, dann melde ich Vollzug und erkläre Mark, dass meine Hilfe nun definitiv endet.
Das Boot ist klar für den Winter, der Rest ist sein Job in der Saison 2026.

Der Anker liegt unten und ist gespült
Lenksäule und Leinen verpackt – das Deck ist klar

Offener Punkt EXELIXI – Check! Was kommt als nächstes???

Ohja, was mich echt eiert ist das Waschen meiner GS. „Klicker“ könnte auch eine Wäsche vertragen.
Der Aufwand dafür ist aber so riesig – Hochdruckreiniger raus, Strom legen, Wasser legen…

Ich mache mir die Mühe und wasche meine Fahrzeuge, beide haben sich diese Wellnessanwendung verdient.

Meine „Waschstation“ – erst das Mopped…
…danach wird „Klicker“ gereinigt – man hatte kaum mehr zu den Scheiben hinausgesehen

Für das Mopped ging die Wellnesskur noch etwas weiter. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich mich nicht während des ganzen Winters um zwei Fahrzeuge kümmern werde.

Ich erinnere mich noch gut an die kalten Tage des letzten Winters und an den vielen Regen.
Ich war mit der GS doch ziemlich limitiert. Wenn ich den Quattro schon hier habe, will ich ihn auch nutzen, auch wenn die ewige Kurzstrecke sicher nicht ideal ist.

Ich schmiere an der GS also alles was zu schmieren ist und entferne den Rost so gut es geht – dann bekommt sie ihr Winterquartier in meiner Garage in Plaka.

Nach ihrer Frischzellenkur steht sie wieder fein da
Sie wird ordentlich in der Garage verräumt

Wenn ich schon hier oben bin, dann nehme ich auch gleich noch die Oliven vom „vergessenen Baum“.
Auch das ein Punkt, den ich schon lang auf der Liste habe, ich möchte ausprobieren, ob ich Verzehroliven daraus machen kann.

Ich reche die paar Oliven vom Baum, dann rufe ich Alex an, er holt mich mit „Klicker“ von hier oben ab.

Nicht wirklich viel – aber es reicht
Zuerst waschen

Wie schon angedeutet, Alex und ich helfen uns viel aus – heute bin ich im Wort.

Bei ANAHITA muss das Ruder ausgebaut werden, sie hat ein sehr altes System mit einem klassischen Kugellager und einer Art „Fettbuchse“ als Dichtung.

Das Lager ist aufgepresst und wir werden es nur mit Gewalt abbekommen.
Alex ist ein Bastler der sich vor nichts scheut, nur hat er manchmal Sorge, etwas kaputt zu machen.
Daher meine Unterstützung bei den grobschlächtigen Arbeiten.

Wir begeben uns zusammen ins Schlafgemach der Delta 46, von hier hat man Zugriff auf das System.

Das muss alles raus…
Das obere Lager bekommen wir mit Hitze und Hammerschlägen ab

Hitze, Hammerschläge und ein großes Montiereisen – immer wenn es dazu kommt, bin ich in meinem Element.

Nicht so Alex! Er sorgt sich, als ich mit dem Brenner und dem Feuerlöscher anrücke.
Ok, kann ich verstehen, aber ich bin mir meines Tuns bewusst und auch überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Unsere Arbeit an diesem Tag war dem jungen Paar sogar einen Blogpost wert – ich finde es lustig und freue mich über die Erwähnung. Mir hat es Spaß gemacht!

Ja, hilft halt nicht – manchmal muss man mit „groben Geschütz“ ran

Long story short – wir haben länger gebraucht als erwartet, waren am Abend aber erfolgreich.

Das Ruder kann im nächsten Arbeitsschritt abgelassen werden, alle Verbindungen nach oben sind demontiert und können ersetzt werden!

Ich ziehe mich zurück – frisch machen ist angesagt, dann heißt es zu entscheiden, wohin ich zum Essen gehen würde.

Heute war Montag und es ist ungeschickt, dass am Montag sowohl das „SouVLakki“ als auch das „La Nostra“, meine Lieblingspizzeria, geschlossen haben.

Als wir fertig sind, geht die Sonne schon unter
Die Bucht ist abermals in herrliche Farben getaucht

Die Entscheidung zum Abendessen fällt meinerseits auf das „Gia Sena“, die kleine, sehr einfache Taverne in Lakki.

Sie ist kein gemütlicher Platz für ein nettes Abendessen, aber ein guter Ort um günstige, authentische Hausmannskost zu essen – im Winter eine echt gute Alternative.

Alex begleitet mich kurzentschlossen und lädt sogar ein – ihm falle ein Stein vom Herzen wegen der gelösten Ruderproblematik.
Ach wenn es immer so einfach wäre…

Weil niemand dabei ist, der uns maßregelt oder gar im Zaum hält, isst Alex DREI!!! Portionen Moussaka und ich erst Tigania Kotopoulo und dann noch eine Portion Rollo Kotopoulo – kein Kampf ohne Mampf, oder wie war das??? 😉

Zufällig kommt auch noch Marcus mit Familie rein, wir ratschen kurz, ziehen uns dann aber zurück.

Zurück am Schiff, ist noch viel Abend übrig! Ich lerne mit meiner Duolingo App…

Ist nicht von langer Dauer – Sibylle wird mich einholen und wir beide fallen aus den Top-Ten
Ja muss ich denn alles alleine machen??? 😉

Spaß beiseite, das Lernen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ich bin mit der App zu schnell, kann aber trotzdem viel behalten.

Es ist gut, dass der Kurs wieder begonnen hat!

Nach dem Lernen kümmere ich mich um meine Oliven, ich muss täglich das Wasser wechseln. Das geht dann über mehrere Wochen so.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt kann man sie einlegen.

Wenn die was werden, reicht uns das für eine Weile

Zu guter Letzt telefoniere ich noch mit Sibylle und wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.

Telefonieren mit Sibylle ist schwierig – irgendwas ist immer. Mal turnen Kinder auf ihr rum, mal ist sie abgelenkt, ein andermal hat sie kein Netz.

Aber für ein kurzes Update reicht es meistens, viel gibt es ja auch nicht zu erzählen.
Vielleicht kann ich die Bahn für die Zeit nach ihrer Rückkehr ein wenig ebnen.

Und bei Dir so???

Irgendwie fühlen sich diese Tage komisch an, ich bin ständig unter Strom aber kaum effizient – das verdirbt mir die Laune ein wenig.

Ich merke das ganz deutlich als ich aufwache – was mach´ ich heute? Ach, wieder 1001 Kleinigkeiten ohne richtig was zu bewegen?
Das fühlt sich an wie auf eine Zitrone beißen – zum Glück treibt mir mein Tässchen Kaffee die Freude wieder nach oben…

Was soll ich tun, was soll ich machen? Bin vor Kummer schon ganz grau…
Ahhhh, was so ein köstliches Gebräu doch bewirken kann

Ach, weil wir gerade beim Kaffee sind – aufgrund der Wichtigkeit dieses Stoffes in meinem Tagesablauf, habe ich Sibylle gebeten, mir ein paar Pfund „Dinzler“ mitzubringen.

Das schmeckt nach Heimat, die damals so geliebte Bohne hat einfach mehr Wumms als so ein Jacobs.

Was mach´ ich nun heute? Ich weiß! Ich lass´ das Ruder von ELOWYN ab, stelle die lang erwartete Diagnose und bestelle die Teile – endlich ein zieführendes Tun, endlich ein Vorankommen.

Nanu, hat es geregnet? Ich hab´ davon gar nichts mitbekommen, aber es ist Wasser im Dinghy.
Also erstmal das Schnulli ausleeren, bevor es am weißen Riesen losgeht.

Nicht wirklich wenig – ist total an mir vorbeigegangen
Auf ELOWYN kann es losgehen

Ich habe vor, gemäß der Anleitung des Herstellers Jefa, das Ruder am oberen Lager zu lösen und es abzulassen.

Das sollte mit drei Schrauben erledigt sein.
Ok, vorher gilt es etwas Peripherie abzumontieren, aber insgesamt sollte das machbar sein.

Ich freue mich, denn alle Schrauben gehen gut auf, hier zeigt sich dann doch die Qualität und die gute Wartung.

Wichtig ist, das Ruder von unten abzustützen – ich suche also jetzt erstmal ein paar Holzklötze und unterlege es dann gezielt.

Jetzt kann nichts mehr passieren
Der Ruderarm ist ab, alle Schrauben gelöst – jetzt heißt es, die Befestigungsschrauben (am oberen Bildrand) zu öffnen
Ich nehme die Klötze weg und staune – das Ruder sackt nicht nach unten, ist aber voll drehbar
Mit etwas wackeln können Alex und ich es nach unten führen

Alex hilft mir beim Absenken des Ruderblattes. Ich weiß nicht wieviel das Teil wiegt, da ist zwischen 50 und 200kg alles möglich.

Und während ich 50kg wohl noch alleine handeln könnte, hört bald darüber der Spaß auf.
Ich brauche Hilfe und der Freund ist sofort zur Stelle.

Jetzt wo das Ruderblatt abgesenkt ist, kann Alex wieder zurück an seine Arbeit gehen. Der Zufall will es, dass auch er exakt heute sein Ruderblatt ausbauen will.
Ich sage zu, dass ich sofort nach der Demontage der Manschette zu Hilfe eile.

Klein aber oho, die Wurzel des Übels

Die Manschette ist in einem desolaten Zustand. Sie hat ein Loch, welches unter Druck ziemlich Wasser in das Ruderhaus lassen dürfte, denn es steht beim Fahren unter Druck.
Von dort war es möglich, dass das Wasser in die Bilge lief.

Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn ich war von Anfang an der Meinung, dass das Problem hier seine Ursache hat – ich hätte eher dumm geschaut, wenn die Manschette keine Fehler gezeigt hätte.

Auch sonst war die Dichtmanschette verschlissen, es waren weitere Löcher unter den Schlauchschellen vorhanden.
Inwieweit diese ursächlich waren kann ich nicht einschätzen, allemal sind beide Dichtmanschetten zu erneuern.

Ich gebe Volker Bescheid, denn im Kern ist dies eine gute Nachricht.

Danach ziehe ich weiter zu Alex – es sind „Rudertage“ in der Leros Marina Evros!
Aber auch hier können wir bald Erfolg vermelden und das Ruderblatt ablassen.

Heute war ein Tag genau nach meinem Geschmack

Ich gehe heim – der heutige Tag war top! Alex hilft mir, ich helfe ihm. Zusammen haben bei zwei Booten die Ruderblätter ausgebaut und Fehler und Ersatzteilbedarfe diagnostiziert.

Es kann bestellt werden, es geht was vorwärts! So mag ich das…

Jetzt mach ich noch meine Hausaufgaben, denn heute ist wieder Griechischkurs und ich will nicht komplett unvorbereitet teilnehmen – ich habe ja jetzt zwei Stunden gefehlt, dies gilt es aufzuholen.

Das neue Buch bewährt sich – wer genauer hinsieht, kann versteckt ein Eis entdecken, das ist nur Nervennahrung 😉

Tags darauf widme ich mich noch einmal der Armaturentafel von ELOWYN.
ich hatte diese ja schon vor Tagen ausgebaut, musste aber noch Kleinigkeiten wie Beschriftungen und Dichtungen ablösen – möglichst so, dass man diese wiederverwenden könnte, für den Fall, dass man kein Ersatzteil bekommt.

Das ist zwar nur eine kleine Arbeit die mehr Zeit kostet als sie wert ist, gemacht werden muss sie aber doch.

Es gilt die Label und Dichtungen abzukratzen

Weil ich schonmal an Bord war, habe ich mich auch gleich noch der Problematik mit dem Loggegeber angenommen.

Das ist keine große Geschichte und kann im Rahmen der Reparatur der Seeventile mit umgebaut werden.
Die Stelle ist zum Glück gut zugänglich – ich überlege, wie ich das Teil am besten ausbauen kann.

Ich kann die Mutter nicht öffnen und entscheide daher, dies mit dem Fein Multimaster herauszuschneiden.

Zumindest ist Platz
Ich schneide die Mutter auf und breche sie dann aus…
,,,dies führt zu einem „ELOWYN Feinsaw Massacree“ – aber das neue Ersatzteil ist ja schon an Bord

Weil ich den Fein gerade in der Hand halte, entscheide ich heute auszuprobieren, ob ich die zwei herausforderndsten Gewindemuttern an zwei schwer zugänglichen, undichten Seeventilen auftrennen kann – wenn das nicht klappt, muss eine finale Entscheidung über die Vorgehensweise getroffen werden.

Hier kommt man echt schlecht hin – ich kann, wenn mein Arm mit dem Fein erstmal drin steckt, nicht mehr sehen was ich tue
Geschafft, die Mutter ist ausgebaut
Aber leider trägt der Durchbruch einen Schnitt davon

Ich merke sofort – das raubt Zeit, kostet Nerven und ist sehr risikoreich.
Einen Rumpfduchbruch habe ich schon zerstört, wer weiß, wieviele ich überhaupt retten könnte.

Zudem muss man nun im Hinterkopf haben, dass ich den einen kaputten und den des Loggegebers ja ohnehin austauschen muss.
ich komme also nicht umhin, noch einmal das Werkzeug zu holen und Material für die Arbeit am Unterwasserschiff zu beschaffen.

Ich entscheide – die neun undichten Seeventile werden als komplettes Set getauscht! Die Rumpfdurchbrüche fliegen raus, obwohl sie dicht sind.
Das Reparaturrisiko ist einfach zu hoch.

Die gesamte Arbeit geht schneller, wenn man die fehlerhaften Sets einfach komplett auswechselt.

Für heute reicht´s mir – ich gebe Volker Bescheid und fülle noch meinen Trinkwassertank, dann bin ich bei Paola und Thomas zum Pizzaessen auf der SIMPLY FREE eingeladen.

Ich fülle sicherheitshalber meinen Trinkwassertank – es sollen Regentage und Sturm kommen
Dann schlendere ich zu Thomas und Paola – und wen treffe ich da? Electra!

Ein paar Streicheleinheiten für den Marinahund, dann setze ich mich an den Tisch – schön, dass ich da sein darf, ich freue mich!

Ich mag Paolas Pizza sehr gerne und genieße die Gesellschaft der Beiden, andere Themen, andere Sichtweisen.

Das Ganze wurde umso netter, da Chris und Phil auch eingeladen waren, es war der letze Abend der beiden Waliser von der SHANIA und wir hatten echt viel Spaß.

Bier? Nein, wir trinken kein Bier – alles nur Deko
Vier verschiedene Sorten Pizza – eine besser als die andere

So ein schöner Abend – danke Paola und Thomas, dass ich dabei sein durfte!

Kurz vor dem Zubettgehen erreicht mich noch eine Nachricht aus der alten Heimat.
Tina, Renés Tochter, schreibt in einer Story, dass sie wegen Scheißwetter…

Landkreis Miesbach – Ende November 2025

…mal schnell nach Italien gefahren ist um ihren Papa zu holen!

Ich wusste das schon vorher von meinem Freund selbst, er hatte entschieden, dass er sich in Italien abholen lässt, noch bevor sich die Autobahn ab Bozen nach oben zieht.

Tina ist trotz des Wetters mit dem Anhänger nach Italien gefahren – ich bin mir sicher, dass die Beiden noch ein italienisches Dinner genossen haben – sie ist also nach Italien gefahren, um den Vater dort abzuholen, weil es nicht nur klirrend kalt über die Alpen gewesen wäre, es wäre im Schnee schlicht zu gefährlich gewesen.

So endet Renés Motorradtour nach mehr als 3000km zwar nicht vor der eigenen Haustüre, aber immerhin gesund und zufrieden am Anhänger der Tochter irgendwo in „Bella Italia“ – alles richtig gemacht!

Für mich war in diesem Moment klar, dass die Motorradtour erfolgreich und gesund abgeschlossen war

Für die beiden „Easy Rider“ endet die Motorradsaison 2025 an diesem Tag – was bleibt sind Bilder im „Buch der Erinnerungen“, Geschichten, die man irgendwann den Enkeln erzählen kann.

Denn nur wer etwas erlebt, hat auch etwas zu erzählen – der Kreis schließt sich, „we are born to be wild“!

Ok, etwas zuviel Pathos – ich rudere zurück! Ich deklariere die Motorradwoche mit meinem Freund ganz pragmatisch als eines der „Highlights des Jahres 2025“!

Am neuen Morgen muss ich einkaufen fahren – ich brauche Grundnahrungsmittel!

Komisch, Sibylle hat immer mehr im Wagen

Ich kaufe Getränke, denn man muss viel trinken – Wasser, Bier und Cola, es ist für alle Eventualitäten gesorgt.

Dazu braucht es Chips und…

Ja, nix und – fertig, mehr braucht´s nicht! Als Sahnehäubchen gönne ich mir einen Panettone zum Nachmittagskaffee, ein Schmankerl als Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, ja auf die Adventszeit, welche bald beginnt.

Zurück im Hafen widme ich mich zwei Schiffen von Freunden – eines geplant und nach Absprache mit der Marina…

Auf EDINA sehe ich monatlich nach dem Rechten…
…und lass´ alle Systeme ein wenig laufen

…das andere – einmal mehr – als Überraschungsbonbon!

Bisher sieht alles gut aus
Auch die Leinen sind ok

Martin und Petra wollten noch einmal kommen, kriegen es aber zwischen all den Verpflichtungen zuhause nicht mehr hin.

Es war wohl ein Fehler, sein Schiff zurückzulassen, als sei es sicher, dass man noch einmal käme.
Keine Ruckdämpfer oder Leinenschoner an den recht dünnen Leinchen, die Kuchenbude bietet dem Wind Paroli, es fragt sich nur wer als Sieger aus dem Battle hervorgeht…

Ich befürchte, dass auch hier wieder ein kleines Arbeitspaket bei mir hängen bleibt – zu Lasten meiner knapp bemessenen Arbeitszeit an NESSAJA und ELOWYN.
Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich nicht mehr zu leisten im Stande bin, was von mir erwartet wird.

Ich überlege stark, ab 2026 keinerlei Aufgaben mehr zu übernehmen, welche nicht vollumfänglich im Vorfeld mit mir abgestimmt sind, zumal ich inzwischen ein weiteres Mal bei der Marinaleitung antanzen durfte und mich erklären musste, bei wessen Schiffe ich eigentlich „unterstütze“.

Hätte ich nicht einen gewissen Kredit bei der Besitzerfamilie, wahrscheinlich wäre ich schon längst ruhig gestellt.

Dazu kommt, dass ich mich, wenn NESSAJA an die neuen Besitzer übergeben ist, ausschließlich um ELOWYN kümmern werde.

Klingt bisschen hart gell? Ja, tut es – es soll ganz und gar nicht unfreundlich klingen, resultiert aber daraus, dass Feingefühl oder ein Gespür für Situationen generell eher rückläufig ist – in dieser Zeit muss man Grenzen setzen um selbst nicht unter die Räder zu geraten.

Ich wende mich wieder meinen tatsächlichen Aufgaben zu…

Auf ELOWYN mache ich alle Systeme winterfest

So vergeht ein Tag! Bis das Frostschutzmittel beschafft ist – immerhin 20 Liter, bis die Kannen mehrfach befüllt sind, bis dahin vergehen ein, zwei Stunden.
Dann muss der Generator gespült werden, das kann ich alleine, die Klimaanlage muss frost- und rostsicher konserviert werden, das kann ich ebenfalls ohne fremde Hilfe.

Zum Starten und Stoppen der Hauptmaschine brauche ich aber eine helfende Hand – hier springt wieder Alex ein, der für mich dieser Tage eine feste Größe geworden ist – HIER unterstütze ich im Gegenzug immer gerne. Quid pro quo.

Danach ist der Tag um, mir reicht´s für heute – ich gehe im „SouVLakki“ etwas essen und kaufe mir dann am Rückweg ein Eis – dann will ich noch ein paar Zeilen für den Blog tippen.

Hier ist Vorweihnachtszeit – ohne Wenn und Aber
Ich versuche mit dem Blog Schritt zu halten

Apropos der Blog – auch hier werde ich etwas ändern. Ich investiere viel Zeit in mein kleines Tagebuch welches ich immer gerne geteilt habe und welches ich mir auch durch die größten Meckerer und Provokateure nicht habe vermiesen lassen.

Etwas anderes lässt mich inzwischen zweifeln – es ist das Basisverhalten vieler Menschen.
Die Gesellschaft verändert sich und Werte werden wertlos – Anerkennung, Lob, gemeinsame Freude und vieles mehr sind nicht mehr selbstverständlich.
Respekt im Umgang und eine gewisse Rücksichtnahme sind im anonymen Dialog Mangelware.

Ich sehe hauptverantwortlich für diesen Werteverfall die sozialen Medien, die Deckung des Internets und, ganz schlimm, die künstliche Intelligenz, welche nur gepaart mit natürlicher Intelligenz funktioniert – die wird aber leider immer weniger.

Ich frage mich nun, ob ich wirklich Teil dieser sozialen Medienwelt sein will, oder ob ich nicht einen Boykott derselben anstrebe.
Ich muss das noch für mich behirnen.

Stand heute, werde ich den Blog mit NESSAJAs Übergabe ohnehin anpassen müssen.
Ob ich dann mit dem Haus weitermache oder mich in ein sehr privates Leben zurückziehen werde, das weiß ich noch nicht.
Sibylle würde es „schwarz-weiß Denken“ nennen, sie hätte wohl Recht!

Es wird Zeit, dass ich mich darum kümmere die Ersatzteile für die großen Projekte zu bestellen – ich verwende den gerade angebrochenen Vormittag für Recherche und das Absetzen von Aufträgen.

Jefa war bei den sogenannten „Gaiters“, den Dichtmanschetten sehr hilfsbereit…

Es gibt Panettone zum Frühstück

Darf aber auch so sein, denn sie lassen sich die Neoprenmaschette auch in Gold aufwiegen – eine schlägt mit 200.-€ zu Buche, zwei werden benötigt.

Als ich den Preis erfahre darf sich die edle Manschette zu mir an den Frühstückstisch gesellen.
Alles herummäandern hilft aber nix – bestellen muss ich diese Teile allemal.
Dies ist hiermit erledigt, check!

Die Manschetten sind unterwegs nach Leros

Ich beschließe, dass ich die Ersatzteile auf ELOWYN zurückbringe, außerdem muss ich noch ein paar Maße von Seeventilen nehmen, das wird dann der zweite Block sein, welchen ich bestellen muss.

Allerdings werde ich damit bis morgen früh warten, es ist nämlich das erste schwere Unwetter angesagt.

Sollte es wirklich so kommen, dann werde ich den morgigen Vormittag als „Bürotag“ ausgestalten.

Ich führe noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle – natürlich kann sie nicht anders, als meinen Bart zu bemängeln…
„Willst Du unbedingt dem Nikolaus Konkurrenz machen?“

Ja! Will ich!

Ho ho ho, nein, man würde wohl merken, das ich ein Plagiat bin 😉

Auch auf ANAHITA herrscht Ausnahmezustand – Alex´ Cockpitdrainage ist nicht angeschlossen, die Schläuche hängen in die Bilge.

Grund hierfür ist der Tausch der Seeventile, dieser ist noch nicht finalisiert.
Was aber tun, wenn eine gigantische Regenfront angesagt ist?
Wir beschließen, dass versucht werden soll, zumindest die beiden Anschlussventile für die Drainageschläuche einzubauen.

Alex will, dass ich „ihm die Hand halte“, wenn er erstmalig die Ventile aufschraubt. Meine Erfahrung könne helfen…

Ich frage ihn, ob er mich verarscht – ICH bin der, der ein 68 ft Schiff ungeplant an Land gestellt hat und ihm eine Zwangspause verordnet hat, WEIL 9 von 25 Ventilen undicht sind.
Und zwar genau an der Stelle, an der er jetzt um meine Hilfe bittet 😉

Wir schmunzeln uns an – es wird Zeit, dass ELOWYN wieder schwimmt, ich muss dieses Stigma loswerden.
Klar helfe ich ihm!!!

Ventile, Primer und Dichtmasse – ein gewohntes Bild
Abwechslung muss sein – heute schwarz statt blau

Gemeinsam bekommen wir das ganz gut hin und die Ventile sind schnell eingeklebt. Ich hoffe wirklich, dass sie dicht sind, aber wir haben diesmal, obwohl alle Teile neu waren, nicht an der falschen Stelle mit Dichtmasse gespart.

Ich bin sicher – diesmal passt alles!

Ich ziehe mich nach erfolgter Arbeit zurück , lerne noch mit meiner Duolingo App und gehe dann alleine ins „SouVLakki“ – ich konnte nicht ahnen, dass Antonia und Alex nachkommen würden und wir einen schönen und relativ langen Abend zusammensitzen.

Zu meiner Überraschung zahlt Antonia, ich spendiere den Ouzo, den dann aber Anna ausgibt – klingt komisch, ist aber so.
Ich mach´ das wieder gut – versprochen! Und natürlich ganz herzlichen Dank.

Boah, was ist das???

NESSAJA schaukelt wie verrückt und ich kann das Prasseln des Regens trotz meiner Ohrstöpsel hören.
Die Sturmfront ist, wie angekündigt, angekommen und tobt sich in Verbindung mit einem Gewitter über uns aus.
Es war etwas nach 05.00 Uhr morgens, draußen war es noch dunkel, es hilft aber nix, ich muss nach dem Rechten sehen.

Wow, der Wind kann heute was

Mein Plotter zeigt eine momentane Windstärke von fast 41kts an – das sind dann 9 Bft. – das alleine reicht schon um zu beeindrucken.

Wer aber genau hinsieht erkennt, dass die Windspitze der letzten 10 Minuten bei 67kts liegt, das wären dann 12 Bft. und die sind als Orkan definiert.

Klar, das sind Winddrücker – aber auch die sind für einen Augenblick zu spüren und das Material muss standhalten.

Ich fühle mich sehr sicher, auch wenn dies, nach den fotografierten 70kts die zweitstärkste Windstärke ist, welche ich in der Marina knipsen konnte – und in meinem Rigg drei von vier Stagen fehlen 😦 .
Man spürt das schon im Schiff und das Bild straft die Zweifler, welche vielleicht dachten, dass meine Geschichten und Mahnungen „Seglerlatein“ wären…

Es macht zu jedem Zeitpunkt Sinn, dass man sein Schiff vollumfänglich sichert wenn man nicht an Bord ist.

Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem muss ich in einer kurzen Regenpause an Deck…

Das kommt schon durch den offenen Niedergang – trotz Sprayhood

Ich kann leider kein Bild machen, das Telefon bleibt am Tisch – aber ich muss rasch an Deck um das Dinghy zu leeren.
Es ist inzwischen halbvoll, bei diesem Wasserstand kann ich es gerade noch anheben.
Ich muss verhindern, dass es komplett voll läuft.

Ich bin diese Aufgabe gewohnt, es dauert nur einen Moment und schon habe ich das Wasser ausgeleert, dann husche ich zurück in die warme, schützende Kabine und ziehe mich gleich um.

Das feuchte Zeug kommt direkt in die Waschmaschine…

Es regnet noch eine ganze Weile weiter, dann gibt es eine kurze sonnige Phase bevor die Regenfront eine weitere Attacke auf uns startet.
Alles in allem ein Tag zum Abgewöhnen.

Das Wasser fließt förmlich über den Aufbau

Ich setze mich an den Rechner und bestelle die langen TruDesign Rumpfdurchbrüche für ELOWYN, Zeit habe ich ja jetzt.
Diese Teile kommen von einem anderen Lieferanten und werden nach Deutschland zu Sibylle bestellt. Sie bringt die wichtigen Teile dann mit.

Dazu eröffne ich einen Warenkorb bei SVB und starte eine Sammelbestellung mit ANAHITA und DONNA.
Dort ordere ich die ganzen klassischen Ersatzteile rund um die Reparatur der Seeventile und die Ventile selbst.
Diese Sendung geht direkt nach Griechenland und sollte noch 2025 ankommen.

Ich habe noch genug Zeit, ein paar besondere Teile zu recherchieren und anzufragen und schon war es später Nachmittag.
Die Zeit reichte noch für eine Griechischlesson, dann bin ich nach Gourna in die „Psarotaverna“ um dort Harry und Andreas zu treffen.

Harry ist ebenfalls im MSF aktiv und hat mich kontaktiert – ich freue mich über die neue Bekanntschaft, neue Themen beim Essen und die Aussicht auf ein neuerliches Treffen im April.

Am Nachhauseweg lasse ich mich von meinen Gelüsten verführen – ich bin eben ein Sklave meiner Leidenschaften!
Der Wille, die wohlbekannte, rosa Eismanufaktur zu passieren war wohl da, das Fleisch jedoch war schwach.

Ich gönne mir im Vorbeifahren ein kleines Dessert in Form einer Eiskreation
Immer wieder muss ich über die Deko und die Musik schmunzeln – „Rudolph the red-nose rendeer“

Als ich in meinen „Klicker“ steige, sehe ich im Augenwinkel ein Haus, welches ein Foto wert ist – auch auf der kleinen Ägäisinsel gibt es Weihnachtsfreaks.

Ich wende und mache ein Bild!

Sehr üppig geschmückt

Morgen ist der letzte Tag des Monats, sehen wir, was ich dem noch abringen kann…

Mich friert es! Die anderen schaffen das Überleben noch ohne Heizung – ich muss jeden Tag für ein paar Stunden die Eberspächer in Betrieb nehmen.

Morgens muss ich kurz zuheizen, nur solange bis der Raum überschlagen ist.
Abends läuft sie ab circa 18.00 Uhr bis ich ins Bett gehe. Aber es ist stets gemütlich bei mir zuhause…

BIMM! Mein Telefon klingelt – Nachricht von Gottfried! Sibylle hat ihm erzählt, dass rund um seine HARMONY schwer gewerkelt wird. Er sorge sich, ob ich wohl mal nach dem Rechten sehen könnte.

Klar, mach ich – aber erst trinke ich meinen Kaffee aus…

HARMONY (in roter Unterwäsche) steht noch – das ist ein gutes Zeichen
Rund ums Schiff sieht alles gut aus

Ich bestätige die Baustellen rundum, erkläre aber dazu, dass wohl alle Arbeiter sehr gut auf die Schiffe achten.

Das Fazit meines kurzen Kontrollgangs – alles in Butter auf´m Kutter! Ich hoffe, ich kann die Gemüter in Bayern beruhigen und die Beiden können wieder ruhig schlafen.

Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen, ein paar Bilder der „Baustellen“ mitzuschicken.
Eines von YANOOSA, an der das ganze Unterwasserschiff großflächig instandgesetzt wird – was mächtig Staub aufwirbelt.
Dazu noch zwei von unserer Marinabaustelle, auf der mit schwerem Gerät tagtäglich Steine aus dem Berg gemeißelt werden – die Staubwolke zieht sich über die ganze Marina, je nach Windrichtung.

Heute ist Sonntag – ansonsten baggern die Bagger bis spät am Baggerloch
Der Steinbruch am unteren Bergrand sorgt wohl für Staub

Um Gottfried ob des Staubes nicht allzusehr zu beunruhigen, stelle ich die These auf, dass der Sturm der letzten Nacht mit seinen Orkanböen und der sintflutartige Regen das Schiff nebst Plane aber wohl sauber gewaschen haben 😉 …

An all meine Freunde, ich wiederhole mich hier, nach einem Sturm gehe ich IMMER zeitnah eine Marinarunde und sehe nach dem Rechten.
Wenn etwas NICHT in Ordnung ist, dann melde ich mich sofort.

Ihr dürft mich Hausmeister Krause schimpfen – selbst Schiffe deren Besitzer ich nicht kenne, melde ich ans Office, im Fall, dass etwas unklar ist.
Dieses Handeln gebietet für mich die gute Seemannschaft und mein gutes Verhältnis zur Eignerfamilie.

Ansonsten habe ich mich heute noch einmal meinen Bestellungen gewidmet. Eine große Order an SVB ist abgesetzt, so dass ich nach Erhalt der Teile gleich loslegen kann.
Viele Kleinteile, die aber schwer zu beschaffen sind, habe ich recherchiert und angefragt, auch diese hoffe ich noch vor Weihnachten zu bekommen.

Die restliche Zeit habe ich meinen Kindern gewidmet – eine lange Mail an meine Tochter, einen Videocall mit meinem Sohn. Beides war überfällig und hat Spaß gemacht.

Danach? Danach habe ich mir einen freien Sonntagnachmittag gegönnt und bin ins „La Palma“ Café gefahren um dort zu brunchen und ein wenig in der Sonne zu sitzen.

Ich gönne mir ein Tortilla Kotopoulo
Weil so schön war gibt´s noch einen Ouzo – mit Meze

Wieder zuhause schreibe ich den Blog auf aktuellen Stand und verabrede mich mit Antonia und Alex zum „Sonntagsstammtisch“ der Marinacommunity.
Es scheint, als ob nur noch wir drei übrig geblieben wären. Ben und Caetlin leben vegetarisch und gehen nur ab und an mit, Thomas und Paola haben ihren festen Termin mit den Italienern am Sonntagnachmittag im „Trechantiri“, ansonsten ist niemand übrig, der in Betracht käme.

Mal sehen, ob wir den Stammtisch mit ins Jahr 2026 ziehen…

Als ich ins „SouVLakki“ aufbreche, ist es schon stockfinster. Ich starte meine Heizung um in mein gemütliches Nest zu huschen wenn ich zurückkehre.
Mein Nachbar Haim scheint auch zuhause zu sein, ihn sieht und hört man den ganzen Tag nicht.

„There´s a light…. (over at the…)“ – na wer kennt das Lied???

Wir sitzen heute nicht zu lang im Girostempel. Heute ist ein fader Tag, auch Alex hängt schlapp in den Seilen.

Nichtsdestotrotz beschließen wir, auf dem Heimweg noch etwas Süßes von „Repapis“ mitzunehmen, das Dessert aber dann zuhause am Schiff zu schlotzen.
Nein, diesmal sollte es kein Eis sein!

Ich mach´ es mir zu Hause bequem und finalisiere diesen Blogbericht, zudem telefoniere ich noch einmal mit Sibylle.

So kann losgehen, nur noch das HEUTE tippen
„Repapis“ hat auch geile Pannacotta

So endet der elfte Monat des Jahres 2025 – ein Monat der geprägt war von guten und schlechten Momenten und Nachrichten, ein Monat in dem Spaß am Leben und ernsthafte Themen sich abwechselten.

Es war ein Monat in dem ich gemerkt habe, dass ich ab jetzt manchmal „Nein“ sagen muss.
Trotzdem macht mir der Umgang mit den Booten weiter viel Freude – es gilt, zu priorisieren und sich auf die Kernthemen zu konzentrieren.

Und der Dezember? Plan heute ist, dass Sibylle am 14.12. zurück nach Leros kommt. Wird das klappen?
Kann ich die großen Projekte an ELOWYN vorantreiben?
Komme ich beim Rigg von NESSAJA einen Schritt weiter?

Und last not least – wie gestalten wir die Adventszeit, können wir Weihnachten besinnlich verbringen und wie „rutschen“ wir ins neue Jahr 2026?

Bleibt dran – ich halte euch auf dem Laufenden!

Von Bord der NESSAJA wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest und eine fulminante Silvesternacht – liebe Grüße, Mario








Oktober 2025 – Der Anfang vom Ende

Die Headline war rasch gefunden – und es ist mal wieder ein echter 80er!
Ich könnte viel zu Nena erzählen, aber das sind kleine Geschichten, die in einem Segelblog nichts verloren haben – nur soviel, ich habe sie 1983 mal live getroffen und war als 16-jähriger fast ein bisschen verliebt in die kecke Sängerin.
In der Retroperspektive bin ich aber froh, dass ich letztendlich bei Sibylle gelandet bin 😉

Zurück zum weniger bekannten Song von Nena aus dem Jahr 1984 – ich will meinen Blogbericht des Monats Oktober nicht am Inhalt des Liedes festmachen – sondern mehr an einer Strophe des Refrains…

Der Anfang vom Ende
Ist, dass man nichts vergisst
Die Uhr, die nicht mehr läuft
Will sagen, dass was zu Ende ist

Das Kapitel NESSAJA neigt sich dem Ende zu, der Anfang ist gemacht! Der Verkaufsprozess wurde Mitte des Monats gestartet.
Unsere NESSAJA, welche ziemlich genau 11 Jahre der Mittelpunkt meines Lebenstraums war, wird wohl bald nicht mehr mir gehören.

Am Tag nach dem alles verändernden Handschlag

Doch von Anfang an, der Oktober war nämlich ein ziemlich turbulenter Monat!

Dieser begann für mich damit, dass Sibylle mich bereits am ersten Tag des Monats beim Frühstück an die „Global Sumud Flotilla“ und damit auch an FREE WILLY erinnert.

Die Flotte ist inzwischen losgefahren und nimmt Kurs auf Gaza, ganz vorne dabei die zwei Schiffe, welche in der Leros Marina Evros aufgebrochen waren.

FREE WILLY segelt vorne dabei – noch

Ich mache den Screenshot und schicke diesen an die Verkäufer in der Schweiz.
Ab diesem Zeitpunkt werden auch Anita und Willi dem Kurs ihres alten Schiffes folgen.
Sie melden sich in kurzen Abständen bei mir, wir tauschen uns kurz aus und sie teilen ihre Gedanken mit mir.
Man merkt, dass es den Beiden hart ankommt, ihr Ex-Schätzchen ins Ungewisse segeln zu sehen – und sie werden Recht behalten.

Aus dem Septemberbericht wisst ihr, dass unsere Freundin Susanne im Moment auf Leros verweilt, auch ihre Tochter mit Familie war noch einmal nach Xirokampos angereist um ein letztes Mal in diesem Jahr Sonne zu tanken.

Es bot sich heute förmlich an, dass ich die Werkbank abhole, welche Sophie mir geschenkt hatte.
Hierfür brauche ich Hans Peters Unterstützung – unser A6 „Klicker“ ist zwar groß, aber die Werkbank passt nicht in den Laderaum.

Also fahren HP und ich in den Süden der Insel und verfrachten das Trum auf die Pritsche des Ford Ranger.

Schwer ist sie auch…

Sehr langsam brummeln wir die schmalen Rumpelstraßen bis nach Plaka und entladen dort.

Ich hatte vorher schon Platz geschaffen und so konnten mein Freund und ich die patinabehaftete Werkbank gleich an Ort und Stelle schaffen.

Hier steht sie jetzt erst einmal – klar, drumherum muss noch renoviert werden und es gilt, eine Werkstatteinrichtung zu beschaffen.
Aber ein erster Schritt ist getan!

Sieht noch wild aus – aber geduldet euch noch….

Ich bedanke mich artig bei Hans Peter, ohne seine Unterstützung wäre manche Aufgabe nicht so einfach zu wuppen.
Wir sind ein richtig gutes Team geworden und ich bin sicher, dass wir noch das ein oder andere richtungweisende Projekt umsetzen werden.

Für heute trennen sich unsere Wege, denn unsere Familie will sich einen „light lunch“ gönnen – zu diesem Zweck sind wir im „SouVLakki“ verabredet.

Ich erinnere kurz – Tochter Franziska nebst Gatten und der kleinen Heidi verweilen noch ein paar Tage auf Leros.
Die Drei genießen während dieser Tage allerhöchste Priorität – wir „bauen“ unsere Termine rund um deren Tagesablauf.

Chicken Giros und Pommes – die Kleine ist keine Kostverächterin

Wettertechnisch hatten wir Glück im Unglück. Es lag eine großräumige Wetterdepression über ganz Europa und es hat nacheinander so ziemlich alle südeuropäischen Länder mit wolkenverhangenen Regentagen und niedrigen Temperaturen erwischt.

Nach dem schlechtesten September seit wir in Griechenland leben, hatte auch der Oktober nichts zu bieten, was ihm den Beinamen „golden“ verdienen ließe.

So hatte auch unsere Familie zu akzeptieren, dass wir zwei graue Tage hatten, einen halben Tag davon auch Regenschauer – und auch die Tatsache, dass es für diese Jahreszeit einfach zu kühl war.
Dies galt leider für Luft und Wasser.

Dennoch – wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und waren nahezu jeden Tag einmal AM und kurz auch IM Meer baden.
So haben wir uns auch den heutigen Nachmittag am Panteli Strand vertrieben.

Vor dem Abendessen, wir waren heute alle zusammen bei Susanne zum Grillen eingeladen, sind Sibylle und ich zurück in die Marina um uns zu duschen und frisch zu machen – an den Sanitärräumen sticht uns ein Zettel ins Auge…

Flehentliches Bitten um Rückgabe eines T-Shirts

Oh oh, da hat wohl jemand vergessen oder nicht gewusst, dass die Bänke vor den Duschen als Ablageort für Flohmarktwaren aller Art genutzt werden.

Wer in der Marina liegt weiß, alles was hier liegt wechselt den Besitzer – oftmals binnen Sekunden.
Das klingt harsch, ist im täglichen Betrieb aber kein Problem, weil ja eigentlich niemand auf die Idee kommt seine Kleidung oder seine Duschsachen VOR der Dusche abzulegen.

Dennoch kommt es ab und an mal vor, dass Unwissende und Unbedachte, mal ihre Badeschlappen oder, wie hier, ein Kleidungsstück ablegen.
Weg! Ein Wimpernschlag reicht und das abgelegte Eigentum ist weg! In der Regel unwiederbringbar – ich befürchte auch in diesem Fall.

Sibylle und ich staunen – auf diesem Weg wechseln Waren den Besitzer. Von der angeschnittenen Zwiebel bis hin zum Designerschlüpfer oder einem ausgeleierten DD-BH kann alles in zweiter Hand Verwendung finden.

Gedankenschwanger treten wir unsere Fahrt nach Xirokampos an…

Ein Feierabendbier auf der schönen Terrasse
Ich bin gerne hier – ein wunderschöner Ort

Seit wir das Haus haben, habe ich einen anderen Blickwinkel auf die typischen Häuser hier.
Wie setzen Freunde ihre Ideen um? Wie arbeiten die hiesigen Handwerker und welche von ihnen sind zu empfehlen?

Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, mich zukünftig wieder mehr mit Hausbauprojekten beschäftigen zu müssen und nehme mir vor, bereits diesen Monat noch die ein oder andere Arbeit am Haus umzusetzen oder zumindest einzusteuern.

Mir gefällt die Wand in Susannes Wohnzimmer und auch ihre Sitzecke hat es mir angetan.

Natursteinelemente und gemauerte Sitz- beziehungsweise Liegemöbel

Ich möchte das auch! In unserem kleinen Haus ist kaum Platz für eine derart ausgestaltete Wohn- und Relaxecke, aber eine Essecke mit Natursteinwänden und gemauerter Sitzbank kann ich mir gut vorstellen.

Nun, der Kontakt zu den „Meistern der Natursteinwände“ ist hergestellt – genau, den Beiden, welche auch die Mauer in der Marina hochziehen und es ist nurmehr eine Frage der Zeit, bis Kostas und Elefteris auch an unserem kleinen Häuschen werken dürfen.

Ein paar Minuten später kommen auch Franziska, Mikey und die kleine Heidi. Sie sind ja mit „Klicker“ unterwegs und haben somit eigene Mobilität.
Mich freut´s, denn aus diesem Blickwinkel hat es sich schon jetzt gelohnt, dass wir den großen A6 hierher gebracht hatten.

Sibylle und ich fahren GS, unsere Familie verwendet „Klicker“

So ein schöner Abend! Heidi spielt mit Henry, wir haben Zeit und Ruhe uns lang und vielseitig mit Susanne auszutauschen und unsere „Kinder“ finden ihre eigenen Themen.

Es war wirklich sehr schön zu sehen, dass wir uns scheinbar über drei Generationen sehr gut verstehen und sich hier auf Leros, an dem Ort der schon einmal zum Schicksalsort wurde, neue Freundschaften bilden.

Natürlich waren Sophie und Susanne wiedermal perfekte Gastgeberinnen und wir hatten ein herrliches Dinner auf der Terrasse mit dem wunderschönen Ausblick.

Noch kann man abends draußen essen, bald schon wird es deutlich abkühlen

Der nächste Morgen beginnt mit einem Paukenschlag! Wir erleben eine Überraschung welche keine echte war, zu Erwartendes traf ein.

Die israelische Armee hatte in dieser Nacht die „Global Sumud Flotilla“ aufgebracht und die Kontrolle über die Schiffe übernommen.
Diese wurden dann in einen Hafen in Israel verbracht, wo die Mannschaften in Gewahrsam genommen wurden und später nach Griechenland abgeschoben wurden.

Ich wiederhole mich, ich will und werde mich im Blog nicht politisch äußern oder gar positionieren, aber durch den Verkauf von FREE WILLY waren wir eben nah am Thema.
Ich habe Bilder von der kleinen Ketch im Internet gefunden, diese sind wohl aufgenommen, kurz bevor das Schiff aufgebracht wurde.

FREE WILLY mit anderen Schiffen auf dem Weg nach Gaza (Quelle Internet)
Ob die kleine Ketch jemals wieder segeln wird? (Quelle Internet)

Es scheint, als ob bei der Enterung der Schiffe niemand verletzt wurde. Die Aktivisten haben sich sehr viel Mühe gegeben, eine große Menge Bildmaterial für die Presse hochzuladen, all das kann man mit Hilfe von Google leicht finden.

Wir haben ein paar dieser Filme angesehen und dabei natürlich auch bekannte Gesichter gesehen.
Ist es Mut? Oder doch naiver Leichtsinn? Ich kann es für mich wirklich nicht final beurteilen.
In jedem Fall freuen wir uns, dass kein Mensch Schaden genommen hat.

Die Schiffe sind aufgebracht – FREE WILLY sendet nicht mehr
Auch Julian sendet, dass es ihm gut geht – noch vor drei Monaten hat er mit uns bezüglich FREE WILLY verhandelt

Heute muss ich ein paar Zeiteinheiten für ELOWYN aufwenden. Unser Patenschiff hat nach dem Desaster mit den Seeventilen erst einmal eine Pause verordnet bekommen, wir mussten und müssen komplett neu priorisieren.

Heute dreht sich unsere Aufmerksamkeit um den Tender des weißen Riesen, um WILLI.

Wir haben diesen ja zu Wasser bringen lassen um ihn zu reinigen und urlaubsklar zu machen.
Es ist nur eine logische Konsequenz, dass er jetzt wieder an Land muss und für die Winterpause eingewintert werden muss.

Bevor das passiert, habe ich Mikey noch eine Testfahrt versprochen – und so ein kurzer Run mit WILLI hat es in sich…

Einmal kurz zum Marinastrand und zurück…
…mit wehender Mähne zum Fototermin
Dann parken wir das Geschoss und gehen baden

Nein, ich bin nicht zu doof die Fender auf die richtige Seite zu hängen! Es war nur ein kurzer Zwischenschritt, denn Giannis unser Kranführer hat mir versprochen, dass er ihn später an einen Platz stellt, an dem er ihn nicht stören würde – heute Abend, so sein Plan, stellt er ihn an Land.

Perfekt! Guter Plan! Dann können wir mit unserer Familie an den Strand nach Panteli und den Rest des Tages dort genießen.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen, hat der „Crane Operator“ Wort gehalten.
ELOWYNs Tender liegt sicher in einer Ecke – von Giannis jedoch keine Spur!

Und was kommt jetzt???

Ich harre der Dinge. Um mir die Zeit zu vertreiben, starte ich eine Greek-Lesson in Duolingo und fletze mich auf meine Saloncouch.

Ich bin gerade dabei meinen dreifach XP-Streak zu befeuern 😉 und rechne kaum mehr damit, dass sich heute noch etwas in Sachen WILLI tut, da klingelt mein Telefon…

Giannis! „Do you have time for the Williams? NOW?“

Ja, was willst da sagen? Ich sage also zu, verliere meine Triple XP Session und dackle zur Krangasse.
Der Meister der Portalkräne war schon dabei, Schlaufen an die kleine Gummiwurst zu binden, zu diesem Zweck stand er im Tender – tief unten in der Krangasse – allein! Kein Helfer weit und breit!

Wie kommt er nach oben? Wer bedient den Gabelstapler? Mein Gehirn fängt an zu arbeiten, Zahnräder greifen ineinander.
Mir dämmert, der Helfer an diesem Abend bin ICH!

„Sit in the forklifter and lift me up!“ höre ich den fleißigen Werker rufen, Mein Kopf dreht sich automatisch von links nach rechts – niemand da außer mir!
Ich höre Worte, die meinen Mund verlassen „Who? Me?“
Der Grieche nickt stumm, ich schlucke und besteige das Arbeitsgerät…

Ja muss man denn alles selber machen?

War eine coole Trainingsstunde! I-c-h f-a-h-r-e S-t-a-p-l-e-r!
Nur Insider der 80er wissen, dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel prahlt, während er das Bruttosozialprodukt steigert…

Mehr Zeit für infantile Gedanken bleibt mir nicht – Giannis reinigt den Boden des Flitzers und ich räume ihn anschließend zu ELOWYN.
Die letzten Zentimeter übernimmt der erfahrene Staplerfahrer, dann verabschieden wir uns – für ihn ist verdienter Feierabend, für mich heißt es frisch machen, das Dinner ruft!

Während Sibylle und ich vor ein paar Tagen dafür gesorgt hatten, dass Franziska und Mikey ihren Hochzeitstag im „Mylos“ feiern konnten und dafür „kinderfrei“ hatten, war heute der Tag, an dem meine Frau und ich in den gleichen Genuss kamen und hierfür ebenfalls einen Tisch in der führenden Taverne auf Leros gebucht hatten.

Wir hatten nichts zu feiern, genossen aber den Saisonabschluss in der edlen und mehrfach ausgezeichneten Taverne, dies in Gesellschaft von Iwona und Ed, der Crew der EDINA.

Wie immer ein paar Impressionen – wir haben wieder vorzüglich gegessen.

Schönes Motto
Mit einem Glas „Malagouzia“ stoßen wir auf das Leben und auf Tina und Volker an – sie sind aus bekannten Gründen nicht dabei
Octopus Carpaccio
Scampi-Tartar
Raw Amberjack Filets
Tuna Steak
Last not least – wie immer – Pavlova

Es war so gut! Wir haben geschlemmt und genossen – die Bilder stellen nur einen Auszug dar – denn wir haben alle rohen Fischspezialitäten geordert und probiert, welche die Karte zu bieten hatte!

So lecker! EIN Besuch im „Mylos“ gehört eben dazu…

Auch der neue Morgen begann nicht schlecht. Seit die Familie zu Gast ist, läuft Sibylle zur Hochform auf.
Der Frühstückstisch wird reichlich gedeckt, es hat sich etabliert, dass die Drei jeden Morgen bei uns frühstücken.
Da kann und will dann auch ich nicht Nein sagen…

Kann sich sehen lassen – und eine Tischdecke des „Mylos“ ziert unseren Salontisch 😉

Meist müssen wir ein bisschen warten bis Franziska nebst Familie eintrifft. Dann aber kommen sie wie ein Donnerhall – es kommt Leben in die Bude!

Klein Heidi übernimmt das Regiment – und dies solange, bis ihr erster Frühstücks-Heißhunger gestillt ist.

Ich schaff´ das schon…

Meine „To Do – Liste“ für den heutigen Tag ist überschaubar. Der Eigner der zum Verkauf stehenden FESTINA LENTE kommt ein letztes Mal in dieser Saison an.

Da er keinen Zweitschlüssel dabei hat, bittet er mich das Boot aufzusperren und eine Passarelle bereitzulegen.
Dieser Bitte entspreche ich gerne, zudem platziere ich den mir überlassenen Schlüssel gleich an Bord.

FESTINA LENTE wartet auf ihren Besitzer

Das Besitzerpaar rechnet fest mit dem Verkauf während der Winterpause, so lag es auf der Hand, dass die Anreise mit dem Auto gleich dafür genutzt wurde, ein paar persönliche Gegenstände zurück nach Deutschland zu nehmen.

Wir werden im Laufe dieser Woche noch zusammen essen gehen und ein paar Modalitäten besprechen – dann heißt es abwarten und Tee trinken.
Etwas Geduld ist notwendig, ich rechne erst im ersten Quartal 2026 mit einem Anstieg der Nachfrage.

So, erledigt! Jetzt können meine Frau und ich mit unserer Familie ins Nachmittagsprogramm starten – heute steht ein Besuch des Kastells auf Leros am Plan.
Hierfür fahren wir nach Panteli und schrauben uns die Serpentinen hoch bis wir die alte Burg erreicht haben.

Der Eintritt ist frei, die Szenerie und die Ausblicke fantastisch
Die Wolken sorgen für eine gewisse Dramaturgie, das Wetter ist tendenziell gut
Die alten Gemäuer beeindrucken
Blick über die Windmühlen Richtung Süden
Blick Richtung Westen – einmal quer über die Insel. Über Agia Marina und Alinda bis nach Gourna
Die griechische Flagge ist gehisst – es weht eine steife, kühle Brise

Den frischen und durchaus kräftigen Wind spürt man auch bei unserer Rückkehr in die Marina.
Hier sorgt der zu dieser Zeit eher ungewöhnliche Südwestwind für eine kabbelige See in der Bucht von Lakki.

Wir freuen uns auf unser Abendessen an Bord. Hier ist es gemütlich und durch die Personen und den Ofen auch warm.
Sibylle hat nämlich am Nachmittag eine XXL Lasagne gebaut und wir werden uns jetzt die Wänste vollhauen.

Vorteil für Enkelin Heidi und mich – wir dürfen nämlich die restliche Hackfleischsoße aus dem Topf schlotzen! 😉

So mögen wir das – und nicht anders

Der Tag endet gemütlich im Kreise der Familie an Bord von NESSAJA – es wird wohl das letzte Dinner mit Familie im Salon von unserem Schiff gewesen sein.

Draußen klatschen die Wellen an den Wellenbrecher und der Wind pfeift im Rigg.
Diese Momente werde ich eines Tages vermissen.

Ein wunderschönes Licht zu Beginn der „blauen Stunde“

Zu dieser Zeit vergingen die Tage wie im Flug – das Urlaubsende unserer Kinder und Kindeskinder kam näher und wir wollten den kommenden, letzten Tag des Urlaubs noch einmal als Badetag gestalten.

Gott sei Dank war uns das Wetter hold und ich hatte darüber hinaus den Tag frei von „To Dos“ gehalten.
So brühe ich mir eine Tasse Kaffee auf und starte gutgelaunt in den Tag.

Stark und schwarz – ohne Kompromisse! Sketo wie der Grieche sagt

Ok, ich muss zugeben, ein ganz kleines „To Do“ gab es doch, uns ist gestern nämlich das Gas ausgegangen als Sibylle die riesige Reine Lasagne im Ofen buk.

Also bekam ich die Anordnung „gleich heute früh“ eine gefüllte Austauschflasche zu holen.
Das ist für mich immer ein wenig frustrierend, denn was hier als Tauschflasche angeboten wird, wäre in allen anderen Ländern Europas Schrott.

Ich habe mir mit dem Schiff zwei neue Buddeln Campinggaz gekauft, dies in der Hoffnung, meine neuen Flaschen füllen lassen zu können.
Das funktioniert aber selten bis nie und so wurden die Flaschen im Laufe der Zeit immer schlechter.

Die Beste die sie hatten

Ist das wichtig? Naja, offen gesagt nur bedingt – in der Regel fliegen die Dinger einem ja nicht um die Ohren, aber sie machen echt fiese Ränder im Gaskasten und sehen einfach scheiße aus.

Jetzt aber – genug gejammert! Die Familie wartet, die Badetaschen sind gepackt und wir wollen zum Strand.
Unsere Wahl fällt abermals auf Panteli, dort bekommen wir Liegen, können etwas trinken und zum krönenden Abschluss spendieren die Oma und der Opa der kleinen Heidi ein Eis.

Ein wunderschöner Tag klingt mit einem tollen Sonnenuntergang aus – wir ziehen uns alle zurück um uns frisch zu machen, denn heute ruft das Abschiedsessen, für welches wir uns das „Tis Kakomoiras“ ausgesucht haben.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen geht die Sonne schon unter
Wir treffen uns bei Xristos im Meze Lokal
Früh übt sich – Heidi pult die Symi-Shrimps, der Opa aus Leros hilft dabei

Zum Abschluss ein Eis bei „Repapis“, dann geht es ab nach Hause. Wir alle sind bettschwer und morgen wird ein langer Tag für die drei Reisenden.

Ich bleibe noch ein bisschen sitzen und lasse den Tag Revue passieren. Während wir beim Essen saßen, hat die Tochter meines Freundes René ein Bild in ihren Status gestellt.
Ich sehe mir das Bild relativ lang an und freue mich für die Drei – auch sie genießen Familienzeit, in Italien, indem sie an einem historischen Radrennen teilnehmen, der L´Eroica.

Meine Radlzeit ist vorbei – aber ich hätte die Drei gerne begleitet

Ich kommentiere kurz und wünsche viel Erfolg und eine unfall- wie pannenfreie Fahrt und denke an alte Zeiten, hat sich doch Renés und meine erste Teilnahme an der „adidas bike Transalp Challenge“ dieses Jahr zum zwanzigsten Mal gejährt.

Naja, die Zeit rennt eben und loslassen gehört dazu, dies gilt im wörtlichen wie im übertragenen Sinn und gilt für liebgewonnene Hobbies wie für liebe Menschen gleichermaßen.

Heute ist so ein Tag – unsere Familie wird abreisen! Wir treffen uns ein letztes Mal auf NESSAJA zum Frühstück und Sibylle und ich füttern zusammen mit Heidi ein letztes mal die Fische…

Die Mama beobachtet…
…und wir genießen leise

Wir fahren die kleine Familie zur Fähre nach Agia Marina, setzen uns dort ein letztes Mal zusammen und machen ein Abschiedsselfie – es war schön, dass Franziska mit Mikey und Heidi zu Besuch war und wir haben die Zeit ganz bestimmt genossen.

Wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann wird die kleine Familie Zuwachs bekommen haben und Heidi eine „große Schwester“ sein.
Uns bleibt, viel Glück zu wünschen, euch alle noch einmal zu drücken und dann der Fähre hinterherzuwinken…

Ein bisschen Zeit bleibt noch…
…dann heißt es, sich an der Fähre in Warteposition zu bringen
Das Boarding geht wie immer rasend schnell
…und schon legt der Katamaran mit den Kindern und der Kleinen ab
Wir winken hinterher, wissen aber nicht, ob sie uns sehen können

Ok, und jetzt? Für eine kurze Zeit fühlt es sich leer an. Keine Verabredungen mehr, kein Warten auf die Drei.

Sibylle und ich fahren zurück in die Marina und machen klar Schiff. Dann drehen wir eine Marinarunde und besuchen die Freunde die auch gerade hier verweilen um zu signalisieren, dass wir jetzt wieder frei planen können und uns darauf freuen, mit allen noch einmal beisammen zu sitzen.

Dann ziehen wir uns auf NESSAJA zurück und ruhen uns ein wenig aus – Sibylle liest und ich spiele eine Runde Duolingo.
Wir harren aus – denn heute haben wir noch einen Termin, es gilt noch ein weiteres Mal Abschied zu nehmen!

Während wir die Stille genießen trifft eine Nachricht von Franziska ein – man bedanke sich für den schönen Urlaub und man sei gut auf Kos angekommen.
Die Wartezeit auf den Flieger würde man sich bei einem letzten Giros verkürzen.
Na denn, guten Appetit, kali orexi.

KANN gar nicht so gut schmecken wie im „SouVLakki“

Es ist soweit! Wir sind heute zum Essen eingeladen – diesmal nicht ins „SouVLakki“ sondern das Lokal der Wahl war heute das „Metzes“ in Agia Marina.

Die Einladenden war Petra und Hans Peter, auch für sie war es das Abschiedsessen mit uns.
Ohne HP wird sich mein Tagesablauf hier in der Marina drastisch ändern – er war meine feste Größe, er hat mich durch alle Projekte begleitet.
Es fühlt sich jetzt schon komisch an zu wissen, dass er ab morgen nicht mehr hier sein wird.

Ein Lichtblick ist, dass wir uns diesmal in Deutschland treffen werden! Warum? Nun, dreimal dürft ihr raten – wir haben ein gemeinsames Projekt!
Ich muss eine Renovierungsarbeit durchführen und er hat angeboten mir zu helfen.
See you in January my friend, τα λέμε τον Ιανουάριο – wie wir Duolingo Freaks zu sagen pflegen 😉

Last stop before ferry – „Repapis“ Eiscreme-Schlaraffenland
Ich vermisse ihn jetzt schon – wer wird anzweifeln oder Bedenken haben, wenn ich mit nem Hammer irgendwo draufhauen will??? 😉
Ein zweites Mal am heutigen Tag winken wir – Servus Petra, pfiat di Merlin, bis bald HP

Weg isser. Ich gehe jetzt ins Bett, mir reicht es für heute!

Ach übrigens, behaltet mal das Bild mit dem Kürbis im Hinterkopf. Als Sibylle das gemacht hat, konnten wir nicht ahnen, dass es in ein paar Tagen ein ebensolches von ihr geben würde – in Natura, nicht gestellt!

Ich will, nein, ich MUSS etwas tun! Die Zeit des Müßiggangs muss nun enden – dies hat zweierlei Grund.
Erstens, ich habe allerlei Kleinigkeiten aufgrund des Familienbesuchs zurückgestellt, es ist ein bisschen was aufgelaufen, das gilt es abzuarbeiten.

Zweitens – ich will ab November ausnahmlos und auf täglicher Basis an ELOWYN arbeiten und meine Listen erledigen, dafür muss ich mir den Rücken freihalten.

Zu allem Überfluss gibt es zwei, diese Abläufe und diese Pläne beeinflussende Faktoren – das Wetter und der Besuch von Dominik und Ellen.
Was es damit auf sich hat erzähle ich später, für heute steht der Einbau einer neuen Wasserverteilung an.

Die alte Billig-Verteilung fliegt raus
Montiert wird eine Metall-Verteilung bester Qualität

Das sind so Kleinigkeiten – nicht zwingend notwendig, aber ein Upgrade. Die Verteilung habe ich geschenkt bekommen, es wäre zu schade sie einfach in die Tonne zu stampfen.
Also mache ich mir die Mühe und investiere zusätzlich die paar Euro um den Umbau nebst Verbesserung vorzunehmen.

Auch auf ELOWYN habe ich mit Kleinigkeiten zu kämpfen, welche zusätzlich zu den bestehenden Listen auftreten.
Durch die Hitze hat sich am Niedergangsschott eine geklebte Anschlagsleiste gelöst – diese gilt es zu fixieren.

Zum Glück ging nichts zu Bruch

Ich habe das Schott hier auf Leros fertigen lassen, aber es zeigt sich, dass die Umsetzung nur halbgut war.
Generell funktionell, aber an den Klebestellen mit PU Kleber ohne Primer ist es eben suboptimal…
Der Kleber lässt sich einfach abziehen, seine Haltekraft war nicht ausreichend.

Für mich bedeutet das, dass ich Material bestellen muss. Kleben kann ich mit SIKA, das habe ich, aber den speziellen Primer muss ich ordern, das wird rund zwei Wochen dauern.

Also brauche ich eine Notlösung für das Niedergangsschott, welche ich mir beim Schreiner anfertigen lasse.

Ok, soweit so gut – regensicher und auf Wiedervorlage

Die Umsetzung war eilig, denn Regenschauer waren angesagt – und die kamen auch!

Das sorgt dafür, dass der Trockenplatz der Marina aufweicht und schlammig wird und zudem fallen die Temperaturen.

Das Wetter ist wechselhaft, zwischenzeitlich regnerisch und für die Jahreszeit zu kühl.
Es fühlt sich an, als seien wir schon im November, zumindest im Vergleich zu den Vorjahren.

Regenschauer prasseln auf die Sprayhood
Insgesamt ist es nicht immer dunkelgrau – aber Regen ist Regen
Der Platz ist aufgeweicht, der Gang zur Dusche wird zur Schlammschlacht
Die Temperaturen fallen zweitweise unter 15°C…
…was mich veranlasst, meine Pantoffel herauszukramen
Glaubt es oder nicht – die Heizung muss ein erstes Mal laufen

Die Bilder sind gerade nicht chronologisch, sie sollen eher einen Überblick geben über die Wettersituation wie sie Mitte zum Ende des ersten Oktoberdrittels vorherrschte.

Offen gesagt, es war zum Verzweifeln. Wir alle in der Marina haben uns auf den Oktober gefreut – warme Tage, das Meer lädt noch zum Bade und man kann den Spätsommer genießen ohne zu schwitzen.

Pah, weit gefehlt! Davon war 2025 nichts zu spüren und auch die paar schönen Tage können die Gesamtbilanz nicht retten – der September und Oktober dieses Jahres werden sich in unserer Griechenlandzeit als die bisweilen schlechtesten etablieren.

Viele Länder in Europa hatten mit dem Wetter zu kämpfen, anderorts gab es Überschwemmungen und schwere Stürme, dies blieb uns Gott sei Dank erspart.

Richtig viel Glück hatten die Schlierseer Freunde in der Toscana – ihr Radwochenende war von Sonnschein verwöhnt – ich gönne es ihnen von Herzen und freue mich über das schöne Bild.

Eigentlich ein perfektes Foto – es gefällt mir gut und ich teile die Freude

Zurück nach Leros – wir haben versucht, uns nach dem Wetter zu richten.

Wenn es geregnet hat, haben Sibylle und ich kleinere Arbeiten am Haus verrichtet.
Wir haben in der Garage geräumt und Sperrmüll sortiert, den alten Schlafzimmerschrank haben wir endlich zu unserem Müllberg dazugelegt.

Es war mir ein Anliegen, dass dieser Müll andlich abtransportiert wird um Platz für weitere, nachfolgende Aktionen zu schaffen.

Die erste Fuhre ist fertig zur Abholung…
…was zwei Tage später umgesetzt ist
Eine erste Werkstattordnung zeigt sich – die Garage ist die Drehscheibe meines Wirkens, von hier aus organisiere ich mich

Weil die Garage einen hohen Stellenwert genießt – ist sie doch Drehscheibe, Lagerraum, Werkstatt und Organisationszentrale für handwerkliche Tätigkeiten zwischen Haus und Boot – hat sie bei mir auch Priorität bezüglich der Umsetzung von ersten kleinen Reparaturen und Renovierungen.

So stand zum Beispiel die Beauftragung einer Fachfirma für Garagentorbau an oberster Stelle meiner „Hausliste“.
Zum einen will ich nicht immer das alte Rappeltor aufwuchten müssen, zum anderen will ich schnelle Zufahrt haben, die Garage ist schließlich auch Parkplatz für meine GS.

Ein Garagentor in elektrischer Rollausführung mit Fernbedienung muss her!
Es gilt das alte Blechtor auszumessen und die Anforderungen dann mit der Fachfirma zu diskutieren.

Die Auswahl ist getroffen – die letzten Stündchen des alten Tors haben geschlagen

Wir finden eine gute Lösung und das Angebot welches ich ein paar Tage später erhalte ist sehr günstig.
Ich erteile also den Auftrag und hoffe, dass der Meister des Tür- und Torbaus meine Garage noch in diesem Jahr mit einem neuen Zugang versieht.

Natürlich kommen die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Viele unserer Seglerfreunde sind noch hier und bereiten schön langsam ihre Schiffe auf das Saisonende vor.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht aufgefordert sind an einem gemeinsamen Abendessen teilzunehmen, man möchte sich von uns verabschieden.

Eine Aufforderung, welcher wir gerne Folge leisten, denn wir genießen das gesellige Beisammensitzen mit den langjährigen Freunden.
Wenn es dann, wie in Dieters Fall, auch noch gepaart mit der Einladung anlässlich des Geburtstages verbunden ist – sehen wir dem Abend umso freudiger entgegen.

Mit Dieter von INFINITY feiern wir dessen Geburtstag in geselliger Runde im „La Palma“ Café
Natürlich endet der Abend bei „Repapis“

Petra und Martin von der STENELLA II haben ebenfalls Familienbesuch zu dieser Zeit.
Ich lerne nach vielen Jahren Tocher Carina kennen, sie ist mit ihrer Tochter Lia hier, sie kenne ich ja schon vom Vorjahr.

Auch wir haben ein paar gesellige Stunden, regeln Geheimbundaktivitäten über die ich hier nicht weiter berichten darf 😉 und müssen uns letztlich von allen Vieren verabschieden.

Auch wir gehen noch einmal zusammen essen und lassen die gemeinsame Zeit dann bei einem Eis in unserer Lieblings-Eismanufaktur ausklingen.

Die „Grinsekatze“ aus Leros – Mario im Wunderland
Und ewig lockt das Eis
Zuerst verabschieden wir Carina – ich hoffe, wir sehen uns einmal wieder…
…eine Woche später der Abschied von Petra, Martin und Lia in großer Runde
Das Giros war lecker wie immer

Heute steht der Abbau des Kleiderschrankes in Susannes Haus an. Die Schlafzimmer werden vollumfänglich renoviert, es wird kleine Umbrucharbeiten geben und danach wird der massive Schrank, welcher für Susanne von einem örtlichen Schreiner gefertigt wurde, nicht mehr in das Zimmer passen.

Wir sollen den Schrank geschenkt bekommen und freuen uns sehr darüber, denn das Möbel mit etwas Patina wird hervorragend in unsere alte, modern renovierte Katikia mit Retro-Elementen passen.

Also hieß es „auf nach Xirokampos“ und den Schrank abbauen. Dieser soll dann gleich ins Häuschen nach Plaka gebracht werden.
Auf dem Weg zum Auto versuche ich, die besondere Stimmung über der Lakki Bucht festzuhalten – Wolken können auch schön sein.

Es ist besonders…
…Dramaturgie durch das Wolkenbild – ich mag es
Der Abbau des Schrankes war ein Heldenakt – so eine Plackerei
Aber am Ende des Tages hatten wir es geschafft

Der Schrank war massiv und verschraubt sowie verzapft. Es war eine Riesenarbeit diesen zu zerlegen und dann zu verladen und zu transportieren.
Kein Vergleich mit den Schränken aus den Möbelhäusern wie wir sie kennen – und schon gar nicht mit denen aus dem IKEA Sortiment.

Ob ich den Koloss jemals wieder aufgebaut bekomme ist eine andere Frage. Diese werde ich mir aber frühestens Ende 2026 stellen.

Es war an der Zeit, das geschenkte Schmuckstück abzuholen. Denn Susanne und auch ihre Tochter nebst Familie werden bald abreisen.

Das Abschiedsessen mit Susanne nehmen wir im „Pirofani“ ein – nur wenige Tage bevor die Taverne für die Winterpause schließen wird.

Das „Pirofani“ am nicht zu späten Abend – es ist schon stockfinster, unter der Woche ist wenig los
Pirofani-Salat
Eine heiße Fischsuppe

Als Susanne uns an der Marina absetzt, verabschieden wir uns bis zum nächsten Jahr.
Ich frage, ob ich sie am nächsten Morgen zum Flughafen bringen solle, aber sie verneint – „…der Flieger geht um 10.30 Uhr, das Taxi holt mich pünktlich um 10.00 Uhr ab!“

Ok! Sibylle und ich sehen uns verduzt an – das ist mutig! Nur 30 Minuten vor Abflug ein Taxi zum südlichsten Punkt der Insel zu bestellen und mit diesem dann bis ganz in den Norden zu fahren…

Der Taxler muss sehr pünktlich sein und es darf gar nichts verrutschen – dann könnte es klappen.
Wir erlauben uns, unsere Bedenken zu äußern – ausnahmsweise geselle ich mich diesmal zu der Gruppe der Bedenkenträger, der sonst nur Sibylle und Hans Peter angehören.

„Ach, papperlapapp, das klappt schon!“ höre ich die Freundin sagen, dann düst sie in ihrem alten Panda davon.

Am nächsten Morgen mache ich mir erstmal ein Tässchen Kaffee…

Hm, so darf der Tag starten

Ich freue mich auf einen gemütlichen Morgen und will entspannt in den Tag gleiten.
Erst mal lesen, was auf der Welt so los ist, ich schalte mein Mobiltelefon ein…

BIMM! BIMM! – ihr ahnt es, Susanne versucht mich zu erreichen. Sie habe wohl erkannt, dass es knapp werden könnte, kann aber den Taxifahrer nicht erreichen um die Fahrt vorzuverlegen.

Ob ich nicht vielleicht doch…???

Na klar kann ich! Adio mein leckerer Kaffee, es wäre mir ein Genuss gewesen.

Schütte ich den guten Tropfen eben weg

Ich bringe Susanne just in time zum Flughafen und verabschiede mich, jetzt wird es klappen – dachten wir!

Später erfahre ich, dass der Flieger an diesem Tag wegen Starkwind nicht gekommen war, sie deswegen ihren Anschlussflug verpasst hat und infolge dessen am Nachmittag über Kos nach Hause geflogen ist.
Die Reise musste komplett neu gebucht werden, die Kosten bleiben bei ihr hängen – das ist ärgerlich!

Ich habe heute einen entspannten Tag, nachdem ich in die Marina zurück gekommen war, habe ich erstmal meine zwei Tassen Kaffee nachgeschüttet – das war dringend notwendig, es bestand ein Risiko dass ich in den Unterkoffeinbereich sacke.

Nachdem das erledigt war, habe ich eine Marinarunde gedreht. Zu meiner Überraschung und zu Alex´ Freude wurde seine ANAHITA heute zurück an den geliebten, alten Platz gestellt.
Er hatte so darauf gehofft, ich freue mich für ihn.

Zurück an die Waterfront

Sibylle und ich wohnen dem Spektakel ein wenig bei, dann trennen sich unsere Wege.
Zusammen gehen wir noch zur JASPER, dann machen sich die Damen auf, um ein wenig spazieren zu gehen.
Uli und ich haben dagegen eine Verabredung auf Heiners DAMIANA. Die Eigner müssen früher und eilig nach Hause, wir werden gebeten, die Einwinterung zu übernehmen.
Dazu gehört auch das Verbringen der Lagoon 380 in die Krangasse, die Arbeiten an Land und weitere Kleinigkeiten…

Die Liste ist lang – das Motto gibt es schwarz auf weiß dazu

Für mich gibt es ein Extra-Zuckerl – Heiner möchte gerne ein Hardtop haben, dies soll auf sein bestehendes Edelstahlgestell montiert werden.
Im Kern soll es so gebaut werden wie bei mir, nur die Formgebung weicht etwas ab und ist vom Rahmen vorgegeben.

Ich möchte mich bitte erkundigen, ob Giorgos so etwas bauen kann und sollte mich, im Falle er kann es, bitte darum kümmern.
Na mal sehen, wie weit ich damit komme.

Hier soll ein GFK-Dach drauf – der Rahmen ist abnehmbar

Um den Tag rund zu machen, gehen Alex und ich noch zu Ed, um auf seiner EDINA die Vorsegel zu bergen.

Wie immer wenn Ed an einem Gespräch beteiligt ist, verfliegt die Zeit. Das Abschlagen der großen Tücher ist kurzweilig und wir haben Spaß!

Alles paletti also? Nun ja, fast! Wenn nicht kurz vor Ende eine Panne passiert wäre…

Leinen einfädeln – in seinen Mast geht Ed selber
Beim Abschlagen der riesigen Genua passiert es – das Tuch saust unkontrolliert nach unten. Seht genau hin…
…in der letzten Sekunde reißt das Fall

Unglücklicher Weise, zieht Ed in einer Schrecksekunde am falschen Ende und holt das lose Ende in den Mast – das wird eine Fummelaufgabe für die neue Saison!

Wie auch immer, der Löwenanteil der Arbeit ist geschafft und zum Spätnachmittag hin transportiere ich die beiden schweren Säcke noch zum Segelmacher – ab hier übernimmt der Eigner wieder.

Auch das Abendessen nimmt mich noch kurz in die Pflicht. Ich hatte ja schon geschrieben, dass Johannes nebst seiner Gattin mit dem Wagen angereist war, um schonmal die persönlichen Sachen von seiner FESTINA LENTE zu räumen.
Dies war erledigt, die Heimreise der Beiden stand an und wir wollten uns noch einmal zusammensetzen um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dieses Treffen fand heute bei ALONI in Xirokampos statt. Wir haben gut gegessen und uns gut unterhalten – warten wir also ab, ob sich ein neuer Besitzer für die schöne Bavaria findet.

Wir treffen uns heute etwas früher zum Dinner
ALONI ist eine handfeste, bodenständige Taverne

Am nächsten Tag, ich sitze noch beim Kaffee, kommt Sibylle von der Dusche zurück und berichtet aufgeregt, dass ein Mast von den Tonnen auf denen er abgelegt war, heruntergefallen wäre.

Es war Sonntag und es war niemand da, dem das auffallen würde. Um Folgeschäden zu vermeiden, sind wir Beide zum Ablageort gelaufen – wir wollten etwas unternehmen!

Lang soll er so nicht liegenbleiben

Ich habe mein Handfunkgerät mitgenommen und rufe auf Kanal 10 die diensthabenden Marineros, welche auch sofort an Ort und Stelle waren.

Gemeinsam haben wir es hinbekommen, den Spargel zurück auf die Tonnen zu wuchten und sicher abzustützen.
Meine Schuldigkeit war getan, Sibylle und ich ziehen wieder ab.

YES! In Facebook fällt mir eine Werbeanzeige auf – Mexikanische Wochen im „Navarone“ – da will ich hin!

Sibylle stimmt zu und auch Antonia und Alex finden die Idee super. Leider ist anrufen im Navarone eher schlecht – wenn überhaupt jemand ans Telefon geht, spricht die Person kaum Englisch.
Es ist frappierend, dass gerade in diesem, sehr zentral am Hafen gelegenen Lokal nicht mehr Angestellte ein paar Worte Englisch sprechen.
Lieder reicht mein Griechisch noch nicht für Konversation am Telefon, so beschließen Sibylle und ich, dass wir vor Ort reservieren würden.

Mal was anderes – dort gehen wir heute hin
SO parkt man am Mittelmeer – Klicker in bester Gesellschaft

Alles klappt! Sibylle und ich können einen Vierertisch für den Abend reservieren und kehren zufrieden in die Marina zurück.

Jetzt haben wir etwas, worauf wir uns freuen können!

Das Wetter war grau, aber es sollte der letzte verhangene Tag für die kommende Woche sein.
Das tröstet uns und so verplempern wir die Zeit heute für das Lernen der für uns fremden Sprachen – ich beschäftige mich mit meiner griechischen Grammatik, Sibylle möbelt ihr Englisch auf!

Bereits am Abend ziehen sich die Wolken zurück und der Sonnenuntergang stimmt freundlich – wir fahren mit der Crew der ANAHITA nach Agia Marina zum „Mexican Dinner“.

Morgen könnte ein schöner Tag werden
Wir laben uns an Köstlichkeiten aus „Mechikoooo“
Später gab es noch Hauptgerichte – das Zeug war lecker

Die Spannung steigt, es folgen Tage in denen ich zu einer Art Untätigkeit verdammt war.
Wir nähern uns der Monatsmitte, die Interessenten für NESSAJA hatten sich für den 15. und 16. Oktober zur Besichtigung angekündigt.

Mir ist bewusst, dass ein Tag der Entscheidung näher rücken könnte – ich gebe zu, die Spannung steigt ein wenig an.
Ich sehe mir mein Schiff im Vorbeigehen mit anderen Augen an…

Ein schöner Tag bricht an…

Ich werde keine neuen Projekte auf ELOWYN beginnen, auch am Haus werde ich jetzt nichts Neues anstoßen.
Ich konzentriere mich voll und ganz auf den Besuch, welcher in zwei Tagen hier eintreffen wird.

Während ich so sinniere, fährt KEONDA durch die Marina. Mario ist vor Ort um seine wunderschöne Baltic 40 einzuwintern.
Ich habe Unterstützung versprochen und werde heute Nachmittag helfen, die Winterplane aufzuziehen – das ist eine passende Tätigkeit, die zwei, drei Stunden kann ich gut abzwacken.

KEONDA fährt in den Kran

Ansonsten nehme ich auch von Freunden keine weiteren Aufgaben an – ich wiederhole mich, der Fokus liegt auf dem Besuch der Kaufinteressenten.

Da kommt es gerade recht, dass wir uns mit Freunden bei „Repapis“ verabredet haben.
Der Zufall will es, dass exakt zu dieser Stunde in der Kirche gegenüber eine Hochzeit stattfindet – ein Spektakel!

Natürlich sind wir Zaungäste, applaudieren, winken und jubeln dem Brautpaar später ein wenig zu.

Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft

Später treffen wir uns mit einer ganzen Reihe von befreundeten Seglern, um Marijkes Geburtstag zu feiern.

Auch sie feiert, wie zuvor schon Dieter, im „La Palma“ Café, auch an ihrem Ehrentag findet sich eine illustere Gesellschaft zusammen.

Wir haben Spaß, feiern zusammen, bleiben letztendlich aber nicht allzu lang.

Ich bin häufig mal der „Youngster“ bei unseren Zusammentreffen 😉

Es ist spannend zu sehen, wie unser Hobby Fahrtensegeln die Menschen verbindet.
Unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Interessen und Professionen treffen aufeinander und werden durch die Gleichartigkeit ihrer Aufgaben und Herausforderungen sozusagen „synchronisiert“.

Sehr oft bin ich der Jüngste in der Runde, wenn wir dagegen mit den drei jungen Crews unterwegs sind, gehe ich schon fast als der Segelopa durch – unser engerer Freundeskreis ist zwischen 26 und 77 Jahre alt.

In unserer Altersgruppe sind Freunde rar, die meisten müssen noch arbeiten, aber es gibt sie doch…

Nur noch ein Tag bis zur Bootsbesichtigung!

Ich möchte einen Testlauf für den Generator machen und starte unseren Stromerzeuger noch während des Frühstücks – alles läuft perfekt!

Der Genny lädt die Batterien sofort

Weitere Probeläufe gibt es nicht – das Interessentenpaar soll NESSAJA so kennenlernen wie sie ist.
Wir machen keinerlei Aufriss, unser Boot ist generell ok, wir müssen nichts verbergen oder im Vorfeld „mal checken“, ihre Patina trägt sie mit Würde.

Ok, ich gebe zu – wir wischen kurz Staub und saugen noch einmal in den Ecken, das muss aber reichen. Lieber eine eingeschmutzte Bilge die über alle Zweifel erhaben ist, als eine hochglanzpolierte, welche den Spekulationen Tür und Tor öffnet.

Mein Motor springt IMMER perfekt an, nur wenige haben einen aktuellen Öltest wie ich, welcher beste Verschleißwerte für die vorliegenden Motorstunden ausweist – ich verzichte daher auf einen Testlauf.

Generell denke ich, dass es kaum ein besser dokumentiertes Boot als NESSAJA geben dürfte – seit zehn Jahren halte ich alle Aktivitäten rund um mein Schiff fest, alle Höhen und Tiefen sind beschrieben, ich kann und will da nichts revidieren.
Nur ein ahnungsloser Thor würde hier Gegenteiliges behaupten!

Wäre nur mein Deck schon repariert – ich würde sehr breitschultrig auftreten, so aber habe ich, kommt es zu diesem Diskussionspunkt, kurze Hosen an.

Ich werde abgelenkt – heute ist eine Art Meeting anberaumt, bei dem wir festlegen, wann unser Griechischkurs beginnt und wer in welche Gruppe eingeteilt wird.
Ich freue mich jetzt schon, will aber auf jeden Fall in einer „Anfängergruppe“ bleiben…

Das „The Leros Way“ HUB ist wieder für den Griechischunterricht geöffnet

Auf das anschließende Abendessen freue ich mich besonders – ein Treffen mit Carola und Thomas von der EMOTION hat sich in den letzten Jahren etabliert.

Gegeben durch die Tatsache, dass wir in unterschiedlichen Marinas sind und auch dadurch, dass die Beiden immer recht rasch von Leros aus zu ihren Törns abreisen, sehen wir uns eigentlich immer nur zu Beginn und zum Ende derer Saison.

Dafür sind unsere Treffen kurzweilig und geprägt von interessanten, themenübergreifenden Gesprächen.
Ich schätze die Abende mit den Beiden und würde mich freuen, wenn wir das so beibehalten würden.

Für heute haben wir uns Dimitris „o´ Karaflas“ Taverne in Vromolithos ausgesucht.
Wir wählen einen Platz innen und essen sehr gut – er lässt seine Taverne als eine der letzten offen, wir aber ebenfalls bald in die Winterpause gehen.

NESSAJA meets EMOTION
Dimitris´ Salad
Cheese Meze

Wir laben uns an verschiedenen Meze und letztlich noch an dem unvergleichlichen Fisch Souvlaki von Dimtris, alternativ dazu an Bekri Meze als Hauptgericht.

Wie lecker! Zufrieden brechen wir auf und fahren zurück zu unseren Schiffen.
Sibylle und ich sacken neugierig in die Federn – morgen wird ein besonderer Tag!

Wo fange ich an???

Ok, mit dem Interessentenpaar – sie heißen Ellen und Dominik und kommen aus der Schweiz.
Beide sind blutjung, arbeiten vom Boot aus und haben diese Lebensform für sich entdeckt.
Sie haben einen durchaus beachtlichen Erfahrungsgrad und wissen was sie wollen – kurz, sie sind sehr sypathisch.

Die Beiden leben bereits auf 33 Fuß und wollen sich vergrößern. Bei der Internetrecherche sind sie auf NESSAJA gestoßen.
So haben wir uns für heute verabredet – der Flieger soll um 12.50 Uhr eintreffen, ich werde Ellen und Dominik vom Flughafen abholen.

Leider hat der Flieger Verspätung wegen Starkwind

Leider hatte der Flieger aufgrund des Starkwindes am Vormittag fast zwei Stunden Verspätung.
Wir haben daher gleich am Flughafen beschlossen, dass der Hotel Check-In warten muss und zuerst mit der Besichtigung zu beginnen ist.

Um die Privatsphäre zu wahren und auch um den Verkaufsablauf nicht zu torpedieren, haben wir während der Besichtigung auf Bilder verzichtet.

Das Wichtigste beim Bootskauf, ist aus meiner Sicht die Beantwortung der Frage ob das Boot dich „einfängt“ – hast Du das Gefühl, dass Du auf „Deinem zukünftigen Boot“ stehst?
Danach sind natürlich erste Eindrücke bezüglich der Ausstattung und Aufteilung zu sammeln.

Für Beides haben sich die Interessenten genug Zeit genommen bis es zu der spannenden Frage bezüglich einer Probefahrt kam.
Wegen der Regelungen rund um e-Tepai und der knapp bemessenen Zeit, habe ich zur Diskussion gestellt, ob man nicht bis zum nächsten Tag eine generelle Entscheidung treffen könne ob NESSAJA überhaupt interessant ist.
Wäre es nicht fair diese Grundsatzfrage zu klären, bevor man über die nächsten, durchaus aufwendigeren Schritte debattiert?

Dies fand Zustimmung und mit diesem Mindset haben wir uns auch getrennt.
Tatsächlich haben die Beiden vorgezogen den Abend alleine zu verbringen und die Zeit für Abstimmungsgespräche zu nutzen – richtig so!

Sibylle und ich sind daraufhin kurzentschlossen zu „Stis Anna“ gefahren um dort zu Abend zu essen.

Die Auswahl ist so verlockend – man hat die Qual der Wahl
Wir entscheiden uns für Falafel…
…und ein Linsen-Lahmacun als Vorspeise
Gefolgt von einer leckeren Fischsuppe und…
Seafood Papardelle

Wie immer essen wir ausgezeichnet und sind wirklich sehr zufrieden. Natürlich dreht sich an diesem Abend alles um den Besuch unserer Interessenten auf NESSAJA.

Die Beiden sind uns sympathisch und ich kann mir vorstellen, dass Ellen und Dominik unsere Dufour in einen dritten Lebensabschnitt führen.

Nach Christine und Rudi, den Erstbesitzern, welche sie OTARIE nannten und mit ihr viele Jahre und Meilen im gesamten Mittelmeer absegelten…

Nach Sibylle und mir, welche das seltene Schiff ihrem ersten großen Refit unterzogen und sie als NESSAJA sechs Jahre für alle Jahresurlaube in der griechischen Ägäis nutzten und zuletzt fünf Jahre dauerhaft auf ihr wohnten…

Nun vielleicht ein junges Paar aus der Schweiz, welches seinen Lebenstraum damit umsetzt???

Auf dem Heimweg haben Sibylle und ich Lust auf etwas Süßes – nein, diesmal nicht, oder FAST nicht…
Wir setzen uns nicht bei „Repapis“ hin, inzwischen ist es abends einfach zu frisch – aber ein Eis zum Mitnehmen wäre doch was, oder?

Gedacht, gemacht – ich gönne mir DREI Kugeln…
…während Sibylle sich auf die Schweizer Schokolade stürzt, welche wir geschenkt bekommen haben

Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Aufreger – auf dem Weg zu den Sanitäranlagen werden wir angesprochen…

Ob wir den Besitzer des ungarischen Wagens kennen würden, eine Babykatze miaut jämmerlich und niemand kann helfen.

Nein, leider können wir nicht helfen, einen Ungarn kennen wir nicht.
Männer wälzen sich vor dem Wagen im Staub und versuchen von unten unter die Motorhaube zu greifen – die ganze Marina wird in Alarmbereitschaft gesetzt.

Einen kurzen Augenblick lang ergibt es sich, dass nur Ewa und ich alleine am Wagen waren – meine Chance.
Beherzt greife ich in den Radkasten – ein geringes Risiko für Kollateralschäden schwingt immer mit…

Ich kann die Radhausverkleidung nach unten ziehen, es gelingt, ohne dass das Bauteil einen Schaden nimmt

In diesem Moment beginnt für das Kätzchen das Glück im Leben, sie weiß das natürlich nicht, wir alle wissen es noch nicht, aber es ist ein Schicksalsmoment.

Sie ist hungrig und traut sich daher wohl mehr zu, als ihr Instinkt gestatten würde.
Sie vergisst ihre Scheu und lässt sich mit Käse locken – und ich kann nach ihr schnappen noch bevor sie sich zurückzieht.

An der Nackenhaut ziehe ich sie aus ihrer Falle und verfrachte sie in Ewas Käfig.

Sie wird bald frei sein

Normaler Weise trägt man die Katze jetzt in die Freiheit, mit oder ohne Umweg über den Tierarzt – nicht so heute.

Als wir auf dem Weg zu Ewas TOP CAT an Alex und Antonias ANAHITA vorbeikommen rufe ich den muskelbepackten Adonis und zeige ihm die kleine Katze.

Der Gestählte zerfließt beim Anblick der kleinen Mieze und adoptiert sie sofort – natürlich nicht ohne vorher Antonias Einverständnis geholt zu haben.

In dieser Sekunde bekam „Feivel“ eine kleine Katzenschwester, welche auf den Namen „Aria“ getauft wurde.
Das „A-Team“ hat Zuwachs bekommen – und wir bekommen nur wenige Stunden später ein Foto…

Feivel und Aria im Katzenparadies – auf der ANAHITA

Inzwischen waren Ellen und Dominik aus dem Hotel zurückgekommen – ja, man habe weiterführendes Interesse, müsse nun aber ihrerseits erst ein Thema klären – die Preisfindung.

Ok, das war klar – der Zeitpunkt war früh, aber zur rechten Zeit. Für eine halbe Stunde wurden die Bandagen etwas enger gebunden und es wurden nachdrückliche Argumentationen und Standpunkte ausgetauscht.

Irgendwann war das Limit erreicht, die Bandbreite ausgereizt – abermals zogen sich die Schweizer zurück um sich zu beratschlagen, auch ich musste ein paar Punkte mit Sibylle abstimmen.

Nach zwei Stunden war der Verkauf besiegelt, wir gaben uns die Hand auf ein Paket, welches zu erledigende Arbeiten festschreibt und einen vereinbarten Preis beinhaltet – auch eine ungefähre Zeitachse haben wir festgelegt.

Der Verkaufsprozess von NESSAJA startet – inoffiziell – am 16.10.2025, fast exakt 11 Jahre nachdem ich sie gekauft habe, es fehlen genau 10 Tage.

Was folgt, war ein nunmehr entspanntes Zusammensitzen gepaart mit dem Austausch von Gedanken und Plänen. Die Anspannung war gewichen, nicht einmal mein so hochgelobter Motor wurde mehr gestartet…
All das wird Zug um Zug in den nächsten Monaten passieren.

Wir gehen noch zusammen ins „SouVLakki“, stoßen nach dem Abendessen mit einem Ouzo auf das Geschäft an, dann müssen die Beiden schon wieder abreisen – ihre Pflichten rufen.

Um kurz vor 23.00 Uhr bringen wir Ellen und Dominik auf die Fähre

Sibylle und ich sacken ins Bett – die Köpfe sind leer, die Gedanken fliegen davon.
Der Anfang vom Ende…

Bin ich traurig? Nein, das wäre zuviel. Bin ich zufrieden? Inzwischen ja. Ich habe ein paar Tage lang das Wort „zufrieden“ abgelehnt – es hat für mich lediglich gepasst.
Inzwischen stellt sich Zufriedenheit ein.

Ich bekomme meinen Minimumpreis, muss aber noch viel Arbeit investieren. Dafür habe ich Käufer die mir sympatisch sind – das war mir wichtig.
Stimmt das wirklich, oder sagt man das nicht nur so? Nein, es stimmt in meinem Fall wirklich!
Ich „verschenke“ mehrere hundert Stunden Arbeit und nehme empfindliche Wertverluste bezüglich meiner Investitionen hin – das alles fühlt sich nur dann „gut“ an, wenn die Personen die davon profitieren nett erscheinen.

Daher mein Fazit – die richtigen Käufer zum richtigen Zeitpunkt! Ich freue mich für uns Vier und hoffe, dass wir zu einem perfekten Abschluss im Jahr 2026 kommen.

Ich brauche eine Bootspause! Wir widmen uns ein paar Tage lang dem Haus, hier können wir ein paar Kleinigkeiten erledigen.

Wir starten eine neue Sperrmüllsammlung

Im großen Schlafzimmer unseres Hauses stand ein alter, bereits zerlegter Kleiderschrank.

Nachdem Sibylle den Schrank von Susanne geschenkt bekam, war es keinen Gedanken mehr wert, aus dem vorhandenen Schrankteilen etwas zu bauen – die Fronten gefielen uns nicht, der Rest war nicht von hoher Qualität.
Wir begannen also einen zweiten Haufen mit Sperrmüll in der Garage anzusammeln.

Weil es gar so gut lief, haben wir am Folgetag gleich noch den massiven und sehr dunklen und drückenden Schrank im kleinen Schlafzimmer abgebrochen und zu unserer kleinen „Mülldeponie“ dazugelegt.

Sledgehammer – bei dem Schrank habe ich mir wenig Mühe gegeben, wo rohe Kräfte sinnlos walten
Ich mache mit dem Fäustel Kleinholz, Sibylle ist die Tatortreinigerin
Genug – ich gebe die nächste Fuhre in Auftrag

Perfekt! Das hat ja gut geklappt. Bereits zwei Tage später wird die Garage wieder frei sein und wir werden nur noch eine weitere Fuhre Sperrmüll für den Abtransport haben.
Es ist nun noch die Küche abzubrechen und die ersten Teile des bestehenden Badezimmers – aber das ist eine Aufgabe für später, der November ist vollumfänglich für ELOWYN reserviert!

Ich habe zudem noch einen perfekten, wenn auch temporären Platz für mein Hauswasserwerk gefunden.
Wir werden es in die aktuelle Außenküche stellen, um die Nachbarn nicht mit Lärm zu belästigen und um keine Begehrlichkeiten zu wecken.

Den Anschluss an die Zisterne wird ein befreundeter Installateur die nächsten Tage vornehmen – ab dann haben wir neben Strom auch fließend Wasser.

Um die Leitungen legen zu können, muss ich meinen neuen Bohrhammer einweihen…

Da muss die Leitung ran…
…und da soll sie durch – ich stemme das erste Loch in meinem kleinen Haus
Hier kann das Hauswasserwerk zunächst gute Dienste leisten – später wird es den Garten versorgen

Läuft! Eine kleine Sache wäre da noch – wenn ich den Bohrhammer schonmal ausgepackt und eingeweiht habe, dann könnte ich doch gleich den Briefkasten montieren.

Kaum hatte ich den Gedanken im Kopf, habe ich mich ans Werk gemacht. Ich erwarte bis heute eigentlich nur die Stromrechnung, aber man weiß ja nie – ein Briefkasten ist ja schon ein Statement.
Besonders in einer Gegend, in der die Straßen keinen Namen haben – da fällt mir doch gleich eine neue Headline ein 😉 …

Beschriftung: „Mario & Sibylle“ – kommt an, ganz sicher

Der Tag geht zu Ende, wir haben etwas gerissen! Das freut mich, es geht etwas voran – und was mich fast noch mehr freut ist, dass ich tief in mir drin eine Art „Befreiung“ spüre.
Die kleinen Arbeiten am Haus machen mir sehr viel mehr Spaß als vor der Verkaufsentscheidung NESSAJA betreffend.

Es fühlt sich zum ersten Mal gut an, wir sind auf dem richtigen Kurs, dem Ende scheint ein neuer Anfang inne zu wohnen.
Ich bin gespannt, wie sich der Baubeginn anfühlt.

Heute sind wir zum Sonnenuntergang hin zum Grillen verabredet…

Die Sonne geht über der Marina unter – die blaue Stunde beginnt, wir holen die Bierbankgarnitur
Wir grillen vor des „A-Teams“ ANAHITA
Größere Runde heute – wir erwarten Giannis und Eirini als Gäste, wir sind schon zu sechst

Es wird am Abend inzwischen frisch, ich beschließe heute das erste Mal meinen dicken Hoodie mitzunehmen und werde diesen im Verlauf des Abends auch brauchen.
Mit dieser Kleidung bin ich letztes Jahr durch den ganzen Winter gekommen, es ist echt zu kalt für diesen Oktober, brrrr!

Winterkleidung!

Während wir noch auf unsere Gäste warten, heizen wir die Grills schon einmal an und beginnen Fleisch, Fisch und vegetarische Gerichte aufzulegen.

Ben und Ceatlin haben frisches Brot gebacken, jeder bringt etwas mit.

Es wird getrunken, gelacht und etwas später kommen auch die Gäste.
Übrigens, die Namen Ben und Caetlin solltet ihr euch vielleicht merken.

Frisches Brot – selbstgebacken
Doraden – zum Teil selbst gefangen
Geflügelspieße, zum Teil selbs… nein – die sind vom Metzger 😉
Antonia und Sibylle – im Hintergrund Ben und Caetlin

Ben und Caetlin sind aus den Niederlanden und haben die ehemalige DWARSLÖPER übernommen, das Schiff heißt jetzt DONNA.

Ben habe ich letztes Jahr im Winter kennen gelernt, als er kurz auf NESSAJA zu Besuch war. Er hat zu dieser Zeit das Interesse an der alten Jeanneau SO44 bekundet.

Jetzt steht er mit seiner Freundin Caetlin auf dem Trockendock neben Alex und Antonia, alle arbeiten an ihren Schiffen und werden Teil der heuer sehr jungen Wintercommunity sein.

Was aber sehr viel bemerkenswerter ist, ist die Tatsache, dass Ben und Caetlin an der alten Französin exakt die gleichen Mammutaufgaben wie ich zu erledigen haben – den Abbruch des Teakdecks nebst einer Deckssanierung und darauffolgendem Anstrich und zudem noch den Ersatz des „stehenden Guts“, also aller Wanten und Stage, die Drähte die den Mast halten.

Wir haben vereinbart, dass wir uns gegenseitig helfen und Synergien, zum Beispiel beim Versand, nutzen werden.
Ich freue mich, dass sich unsere Lebenslinien mit denen der jungen Holländer geschnitten haben, die Beiden liegen uns sehr!

Übrigens hat Ben die alte DONNA auch an die „Global Sumud Flotilla“ verkauft, sie teilt das Schicksal mit FREE WILLY.

Inzwischen sind Eirini und Giannis hier, dieser hat Wort gehalten und bringt Sibylle einen Kürbis mit – erinnert ihr euch an mein Bild mit dem rosanen Riesenkürbis? Hier nun meine Gattin…

Das sollte ein Süppchen geben

Wir haben einen sehr spaßigen Abend und bringen, nach eingen Dosen Bier, ein paar sehr wilde Ideen auf´s Tablett.

Diese reichen von Optimierungsgedanken zu der von Jörg und mir geborenen Idee einer Leberkasproduktion auf Leros, bis hin zu „Schrott wird flott Ideen“ bezüglich alter Segelboote.

Als wir ins Bett gehen, bin ich mir selber nicht mehr sicher, ob ich nun ein Segelboot, zwei oder am Ende gar keines besitze.
Ich denke aber, dass der Blog „sailingmoments“ nicht plötzlich sterben muss 😉 – ihr dürft neugierig bleiben…

Am nächsten Morgen brummt mir der Kopf – ich sollte sicherheitshalber mal meine Segelboote zählen!

Eins…
Zwei – oh, halt! DAS gehört nicht mir, das zählt nicht 😉

Es bleibt bei EINS, den Rest wird die Zeit richten! Ein paar Handgriffe stehen heute an ELOWYN an, wir waschen Leinen und packen schon allerhand für den Winter weg.

Zudem muss ich den Schlauchanschluss noch einmal korrigieren, zuviele Änderungen im näheren Umfeld machen dies nötig.

Auf meinem Patenschiff ist alles in bester Ordnung, alles ist für den November vorbereitet, dann geht es wieder mit vollem Einsatz weiter.

Leider bin ich auch bezüglich ELOWYN nicht vor Idioten sicher. Ich habe den Wasserschlauch für den weißen Riesen immer am Wasserhahn angeschlossen, zusammen mit der Stromversorgung.
Die Säule ist mit unserem Geld geladen, die Anschlüsse sind gekennzeichnet.

Ich frage daher – was geht in einem Kopf vor, wenn „jemand“ einen angeschlossenen Wasserschlauch abzieht und dann den Gardena-Anschlussadapter abschraubt und mitnimmt???

Wenn dies bei nicht belegten Wasserhähnen passiert kann man es „unbefugtes ausleihen“ nennen, hier ist es einfach nur klauen! Mir hat einer eine Kupplung geklaut, die man für 70ct kaufen kann…

Ich kaufe eine Neue – mir fehlen die Worte

Ein paar Tage später stellt sich heraus, dass der Nippelklau auch die 9,38€ die noch auf der Säule waren, gemopst hat.
Da fällt mir nix mehr ein, außer vielleicht „schäm dich“!

Apropos schämen – eine Marina ist wie ein Campingplatz, es wird geredet.
Für diesen Gossip wurde einmal die Bezeichnung „Radio Ponton“ kreiert, das trifft es gut.

Jeder sollte wissen, dass er oder sie mal Sender mal Empfänger ist, jeder wird mal Geber sein und wohl auch Nehmerqualitäten haben müssen.
Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass jedes „Geschwätz“ die Runde macht und nicht selten die betroffene Person erreicht.

Wenn der Inhalt dann aus Mutmaßungen und gar falschen Behauptungen besteht, wird die Sache doof.
So ergeht es mir und Sibylle nur ein paar Tage nach dem ersten Schritt bezüglich unseres Schiffsverkaufs.

Klar kommt das dumme und falsche Gerede über Sibylle und mich auch bei uns an – oft gefiltert, meist verfälscht, aber es kommt an.
Auch da hinterfrage ich dann den Geisteszustand des Senders, wie dumm kann man in einer so kleinen Gesellschaft sein?

Na Schwamm drüber! Ich habe keine Zeit und keine Muße mich mit so etwas zu beschäftigen – ein Bild, das mein Sohn mir schickt, lenkt mich ab.
Anton, unser kleinster Enkelsohn, übt sich früh und scheint in die Fußstapfen des Papas und des Opas treten zu wollen.
Nun, Handwerk hat goldenen Boden, warum nicht?

Klappt schon ganz gut

Zurück zum Hier und Jetzt! Der Himmel hatte sich ja schon zugezogen, ich habe nicht viel mehr geschafft als nach ELOWYN zu sehen, als die angesagte Regenfront eintraf.
Es prasselt auf´s Kajütdach, eine weitere Schlechtwetterfront zieht durch – jetzt möchte man meinen, dass man sich so einen Tag ja mit Lesen, Duolingo oder sonstwas vertreiben könnte…

Aber wie schon Roland Kaiser vor vielen Jahren wusste – „…es kann der Frömmste nicht in Frieden leben…“

Sibylle will, dass ich den Riesenkürbis in Einzelteile zerlege – meine Frage ob ich dies auch mit dem Fäustel machen darf, überhört sie stoisch…

Ich zersäble das Trum und denke dabei an „Chainsaw Massacre“

Na egal, mit dem relaxten Tag wäre es sowieso nichts geworden, denn ausgerechnet heute war der bereits erwähnte Krantermin für Heiners Katamaran DAMIANA anberaumt.

Das hilft nix, da müssen Uli und ich jetzt durch! Unsere Frauen stehen tapfer an unserer Seite und rackern mit uns, während uns kühle Regentropfen auf das Haupthaar prasseln.

„Mach die schonmal los…“
Schöner geht´s nicht
Der Marinero gibt uns Geleit bis zur Krangasse
Dort müssen wir warten – lieber nasse Haare oder nasse Kleidung???

Wir warten relativ lang in der Kranbox, können uns derweil aber in den Salon der Lagoon 380 zurückziehen.
Das passt so, aber wir sind trotzdem froh, dass es nach fast einer Stunde endlich weitergeht.

Insgesamt geht uns so an diesem Tag die gesamte „Kernarbeitszeit“ von 10.30 Uhr bis 14.00 Uhr verloren.

Irgendwann ist es geschafft und DAMIANA hängt in den Gurten.

Gleich ist es geschafft

Nach dem Herausheben wird der kleine Kat nahe der Sanitäranlage abgestellt und wir schließen die Türen.

Die Restarbeiten verschieben wir auf einen anderen Tag, einen mit besserem Wetter.
Uli und Angelika packen das dann alleine an, als ich drei Tage später an der alten 380er vorbeifuhr, war alles gemäß Heiners Liste erledigt.

Für mich endet der Tag versöhnlich – Sibylle hat drei! Töpfe Kürbissuppe gekocht und wir haben die Crew der DONNA, Caetlin und Ben, zum Essen eingeladen.
Für mich war die sehr leckere Suppe eine gute Gelegenheit mich aufzuwärmen, für die beiden Holländer war es eine willkommene vegetarische Einladung, das ist relativ selten.
Caetlin bietet an, dass sie frisches, selbstgebackenes Brot mitbringen würden – top!!!

Wir alle schlagen zu – ich mampfe VIER Teller

Was soll ich sagen? Es war ein wirklich außerordentlich netter Abend mit dem jungen Paar!
Ich respektiere Ben für seine Kenntnisse um Bootsreparaturen und seinen verbissenen Einsatz.
Caetlin ist aus meiner Sicht eine clevere junge Frau, die das Lebensmodell mit ihrem Freund teilt und unheimlichen Einsatz zeigt.

Wir hatten Spaß, viele Themen zu besprechen und zu guter Letzt auch eine Überscheidung finden können – eine sehr wichtige Gemeinsamkeit, welche für Synergieeffekte sorgen wird…

Ben und Caetlin werden über den Winter ihr Teakdeck abbrechen und Kiwi-Grip streichen. Zudem werden sie ihr stehendes Gut erneuern!
Meine zwei Mammutaufgaben überschneiden sich also mit ihren – da wird es einiges zu fachsimpeln geben, wir werden voneinander profitieren und uns gegenseitig helfen.

Der neue Morgen beginnt mit einer Negativüberraschung…

Die ganze Karre voller Dreck

Der Regen tut der Natur gut – aber nicht allerorts. Hier in der Marina sorgt er für ein Schlammintermezzo.

Klicker ist an allen vier Sitzplätzen mit trockenem Dreck besudelt – ich versuche, zumindest die gröbsten Spuren zu beseitigen.
Auch das Becken der Marina ist total versaut – es schwämmt das schlammige Regenwasser über die Abflüsse mehr oder minder kontrolliert ins Meer.

Klar, dass einiges an Schmutz und Sonstigem mit fortgewaschen wird.

Bis das Wasser wieder klar ist, dauert es meist zwei Tage

Ich weiß noch nicht, dass ich abermals einen Tag vor mir habe, an dem ich nur so Kleinscheiß wegarbeite. Das sorgt leider nicht für ein vollkommenes Glücksgefühl.

Wenn man aber am Abend noch einmal den Tag Revue passieren lässt merkt man, dass man doch etliches erledigen konnte.

So habe ich zum Beispiel für Hans Peter seine Schalteinheit des Wassermachers überprüft – hier muss ein Ersatzschalter bestellt werden.
Doch die entscheidende Frage war – Taster oder Raster???

Taster! Der blaue Schalter ist defekt

Danach habe ich mich der „Fertigung“ eines speziellen Werkzeugs gewidmet.

Ewa und Steve werkeln seit Tagen an ihrer TOP CAT herum. Ich habe gestern etwas unterstützt, das bringt mir jetzt Mehrarbeit ein.
Auf eine Mutter hat man den Standardschlüssel einfach nicht aufsetzen können – eine Individuallösung musste her.

Ewa hängt sich total in diese Reparatur rein, das ringt mir Respekt ab! Daher will ich helfen, obwohl ich eigentlich nicht helfen will.
Verwirrend? Ich erkläre – ich habe keine Zeit und der Marinachef sieht es nicht unbedingt gerne, wenn ich meinen Dunstkreis erweitere. Aus diesem Grund will ich mich generell nicht in solche Arbeiten einmischen.

Irgendwie konnte ich aber nicht anders, den Ewa und Steve sind ein besonderes Paar – sie ist „die Macherin“ und sie war und ist so Stolz auf das bereits Vollbrachte.
Ich kann sie nicht scheitern lassen!

Ich besorge ihr einen 12er Ringschlüssel…
…und schleife den so zurecht, dass er passt

Ob mein Tun letztlich hilfreich sein wird? Ich weiß es noch nicht – zum Ende des Monats war der Fehler gefunden, allerdings war der Kühlkreislauf des Motors umfänglich zerlegt.

Das Ergebnis war offen, der Zusammenbau steht noch an. Vielleicht kann ich nochmals unterstützen…

Ich habe mir etwas Süßes verdient – sage ich! Und da Sibylle gerade beim Einkaufen ist und mir das Gefasel der ANAHITA und DONNA Crews während der letzten Tage nicht aus dem Kopf ging, schreibe ich eine WhatsApp mit der Bitte um Bougatsa…

Oder Galaktoboureko. Oder Beides? Ja genau, Beides!!!

Wir teilen nach dem Teilungsgrundsatz – Major dividad, minor eligat, wie schon im Römischen Reich

Sibylle und ich trinken Kaffee, dann haben wir einen besonderen Punkt auf unserem Tagesplan.

Wir treffen Giannis, den Mann von Esther. Zu den Beiden irgendwann einmal etwas mehr…
Die Schweizerin und der Grieche aus Leros sind seit vielen Jahren verheiratet und er hat, als pensionierter Gärtner, eine Plantage für exotische Früchte auf Leros hochgezogen.

Er ist ein Gartenexperte und Fachmann – und genau ihn konnten wir für eine Einschätzung bezüglich unserer Oliven gewinnen.
Sein Fazit – top Qualität, top Menge, alle reif! Bitte sofort ernten, wir fahren gleich zur Ölmühle.

Die kleine Ölmühle auf Leros

Der Mann war ein Segen am heutigen Tag! Er regelt für uns unsere gesamte Olivenernte – zunächst einen Fachmann, welcher kommt, arbeitet, alles Werkzeug und Zubehör mitbringt und mich anleitet.

Dann einen Termin bei der Ölmühle und die abschließende Abfüllung. Zu guter Letzt noch den Preis. Ok, das ist top! Und wieviel erwarten wir zu bekommen? Ich rechne mit 15 Liter, oder doch 20?

Er lacht laut! Waaaas, vergiß´ es, Du bekommst 150 Liter, oder vielleicht 180!
Ich verblasse und hoffe fast ein bisschen, dass er mich auf die Schippe nimmt.
„Wann geht es los?“ „Kommenden Montag um 07.30 Uhr, morgens! Die Helfer organisierst Du!“

Ich habe Angst – und ich brauche ein Bier!

Das trinke ich mit Pit, der war überraschend noch einmal nach Leros gekommen

Die Helfer – woher nehmen??? Der Zufall will es, dass ich in Facebook ein Inserat lese „Any option for me to help as a volunteer harvesting Olives?“

Und wer fragt das? Ich schmunzle in mich hinein – Femma! Die junge Motorrad-Weltreisende aus Holland!
Unsere Lebenslinien schneiden sich ein zweites Mal. Neben ihr sagen Uli und Angelika von der JASPER und Ben und Caetlin von der DONNA zu, das sollte reichen.

Beruhigt und zufrieden kann ich mich in den wohlverdienten Feierabend stürzen.

Das Wetter hat sich wieder beruhigt – es ist wieder sommerlich

Heute Abend kommen Roland und Mireille zum Essen. Sibylle hat gekocht und wir revanchieren uns für so viele wunderschöne Einladungen in ihrem Haus mit einer Gegeneinladung – an Bord von NESSAJA.

Es gibt einen Putenrollbraten in Zitronensoße mit Nudeln und eine Schüssel Salat.
Wir alle schlemmen und essen das berühmte Quäntchen zuviel – aber es schmeckt eben so gut.

Der Rollbraten mit 2kg geht komplett weg 😉

Was für eine Leckerei

Als Gesprächsopener sagen nun auch die Freunde aus Vromolithos zu, dass sie zu unserer Olivenernte kommen werden – jetzt haben wir wirklich genug Men- und Womenpower!
Auch sonst haben wir einander viel zu erzählen und wieder einmal kommt es im Gespräch zum Thema „enge Liegeplätze“.

Roland ist unglücklich über seinen Platz und wollte eigentlich in unsere Richtung verholen, hat sich aber letztlich doch entschieden zu bleiben.

Er weiß, dass unsere lieben, irischen Nachbarn Jill ind Ciarán ihre OLIVE über den Winter an Land gestellt haben und wir uns gefreut hätten, wenn er seine SUNNY SIDE UP auf den freigewordenen Platz gelegt hätte.
Warum dies für uns eine win-win Situation gewesen wäre liegt auf der Hand – ich will einfach ein unbewohntes Schiff neben mir haben, am liebsten mit einem Eigner, mit welchem ich zumindest in Kontakt stehe.

Unsere Freunde fragen nach meiner finalen Lösung, ihnen sei aufgefallen, dass neben mir keine Lücke klafft.
Ich erzähle daraufhin von meiner Aktion mit FESTINA LENTE vor ein paar Tagen.

FESTINA LENTE füllt die Lücke von OLIVE

Ich habe die Schlüssel der Bavaria 39C vom Besitzer erhalten, um im Falle eines Verkaufs bestmöglich reagieren zu können.

Da das Schiff im Wasser bleiben soll, möchte ich doch bitte ein Auge darauf werfen.
Die Option FESTINA LENTE an unseren Steg zu bringen wurde diskutiert, aber mangels Plätze verworfen.

Für mich war das Umparken DIE Lösung – das von mir betreute Schiff gibt mir einen gewissen Einfluss auf mein direktes Umfeld und ich kann so sicher stellen, dass uns niemand zu nah auf die Pelle rückt.

Die Reihe am zweiten Teil von Ponton F ist nun komplett, es wird vor dem Winter keine Änderungen mehr geben.

Das passt gut – die Boote liegen hier nicht allzu eng

Die Freunde gehen nach Hause, unsere Runde löst sich auf. Ich schreibe noch ein paar e-Mails und recherchiere ein wenig, denn ich möchte relativ bald mit der Erneuerung des stehenden Guts beginnen.

Der neue Tag beginnt unspektakulär bei einer Tasse Kaffee. Dennoch ist es ein besonderer Tag.
Nicht nur, dass mein Sohn Stefan heute Geburtstag hat – was Sibylle und mir ein außerordentlich lustiges Telefonat mit ihm und Enkelchen Anton beschert – nein, heute ist exakt der Tag an dem ich auch NESSAJA gekauft habe.

Ich habe den Vertrag am Geburtstag meines Sohnes im Jahr 2014 unterschrieben – heute vor 11 Jahren!
Ich denke zurück und muss gestehen, dass ich ein bisschen wehmütig bin – aber wirklich nur ein bisschen.

Auch heute will ich etwas tun, obwohl der Sonntag zum Faulenzen lädt – daher beschließen Sibylle und ich, dass wir zumindest eines der Segel abschlagen.
Die Takelage muss frei sein.

Die Kutterfock funktioniert bestens – alles läuft wie geschmiert

Sibylle und ich schlagen das kleine Vorsegel ab und legen es zusammen. Morgen werden wir es im Haus einlagern.

Diese Alibiarbeit klappt wie am Schnürchen, so haben wir bald Feierabend und widmen uns den angenehmen Dingen.

Heute gönnen wir uns einen freien Nachmittag, denn bei „Stis Annas“ gibt es eine Charityeinladung.
Der Hundeshelter lässt ein Mittagsbuffet aufbauen und verlangt 20.-€ Eintritt pro Person – die Einnahmen gehen, natürlich, an den Verein zum Schutz der Vierbeiner.
Es werden kleine Gadgets angeboten und selbstverständlich ist man offen für Spenden.

Da Brigitte und Hans gleich um die Ecke wohnen, treffen wir uns auf einen Kaffee bei ihnen und gehen dann gemeinsam zum Lunch zu Anna.

Das Essen ist vegetarisch – vegan und schmckt lecker, die Bierbegleitung passt wie die Faust auf´s Auge

Da wir uns einig sind, dass diese Einkehr heute das Abendessen ersetzt, genehmigen wir uns noch ein zweites Tellerchen nebst einem zweiten Bier.

Wir treffen nette Menschen, quatschen ein wenig, wollen aber auch am fortgeschrittenen Nachmittag nicht heim – zu schön ist es hier.

Was spricht dagegen, sich an die inzwischen frei gewordenen Tische am Strand zu setzen und dort noch eine Karafaki Ouzo zu teilen?
Nichts! Genau – und deshalb setzen wir auch das sofort in die Tat um…

Jetzt passt das Verhältnis – 26. Oktober 2025, so kann man es aushalten

Wir sitzen noch eine ganze Weile – bis die Sonne hinter den Hügeln von Crithoni verschwindet.
Dies ist schon gegen 17.30 Uhr der Fall, denn gestern Nacht wurde die Zeit auf Winterzeit umgestellt.

Wir verabschieden uns und gehen nach Hause, zurück auf NESSAJA. Der Abend wird der erste, gefühlt lange, Winterabend an Bord.
Zwar können wir uns die Heizung noch sparen, aber es ist dunkel, nicht allzu spät und wir müssen uns die Zeit vertreiben.

Sibylle streamt einen „Tatort“ in der Mediathek und ich schreibe diese Zeilen hier.
Dann gehen wir zeitig ins Bett, denn morgen klingelt der Wecker bereits um 06.00 Uhr – Olivenernte!

Treffpunkt am Haus um 07.30 Uhr – ich werde bereits ab 07.00 Uhr dort sein.

Ich wache schon vor dem Wecker auf – Zeit für ein paar Blogzeilen

Ich schlafe unruhig und stehe früh auf. Nicht schlimm, so habe ich trotz der frühen Stund´ Zeit für meine zwei Humpen Kaffee – das braucht´s einfach.

Dann fahre ich zum Haus – ich will ein Stromkabel in den Garten legen, alle Türen aufsperren und anwesend sein, wenn der organisierte Olivenprofi kommt.
Dann würde ich Sibylle Bescheid geben, dass sie mit unserem Team kommen kann.
Das macht vermutlich Sinn, denn der Grieche wird vermutlich ein flexibles Arbeitszeitmodell haben.

Weit gefehlt!

Als ich ankomme ist Nikos schon da

Als wir den Mann organisiert haben, wusste ich nicht, dass Nikos mein Nachbar ist.
Noch skuriller wurde es, als wir erfuhren, dass er in unserem Haus geboren ist, es ist sein Elternhaus. Seine Tochter Efdokia ist unsere direkte Nachbarin, er wohnt im Austragshäusl.

Vermutlich war ihm deshalb die Parkplatzsituation rund um unser Haus auch scheißegal.
Ich schreibe das bewusst so, denn er hat mitten auf der fetten „No parking“ Schrift in der Einfahrt einer anderen Nachbarin geparkt.
Dies führte zu einem heftigen Streit, aber gefühlt ist Nikos als Sieger aus dem Wortgefecht hervorgegangen – er ging zurück an die Arbeit, sein Auto blieb stehen.

Im Garten war alles schon vorbereitet – ich schreibe Sibylle an „…gib Gas, Nikos arbeitet schon…“! Es war 07.25 Uhr…

Ein Viertel des Gartens war mit Netzen ausgelegt
Die Oliven werden vom Ast geschlagen oder gekämmt, sie werden mit den Netzen gesammelt
Das Abschlagen erfolgt mit einer Art elektrischen Rechen – so arbeitet man im oberen Teil des Baumes
Der lange Rechen ist hier gut zu sehen – angetrieben werden die drei Elektrogeräte von einem Generator
Während unser Vorarbeiter eine Brotzeitpause macht, sammeln unsere Helferteams die Oliven von Hand ein
Diese werden in Säcken gesammelt, so ein Sack hat circa 25kg

Hier geht ein ganz herzliches und dickes Dankeschön an unsere Freunde und Erntehelfer – ohne eure Hilfe wäre das nicht in der kurzen Zeit zu schaffen gewesen.

Uns hat es Spaß gemacht und es hat uns sehr gefreut, unser erstes Ernteerlebnis mit euch zu teilen.

Es ist mir wichtig die Freiwilligen zu nennen – mit vollem Einsatz dabei waren…
Angelika und Uli von der JASPER, Mireille und Roland von der SUNNY SIDE UP, Caetlin und Ben von der DONNA und last not least die Motorradreisende Femma, die ihr aus früheren Erzählungen kennt.

Wir alle haben von morgens 07.30 Uhr bis etwa 12.30 Uhr gerackert was das Zeug hält – hier noch ein paar Impressionen!

Nikos fordert mich auf, eine seiner Guaven zu probieren – urrgh, nicht mein Ding
Hier noch einmal gut zu sehen – oben mit dem Elektrorechen, unten mit einem klassischen Handrechen
Das Einsammeln per Hand, grobe Ästchen sollen aussortiert werden
Die ersten vier Bäume sind leer – die Netze müssen in die zweite Hälfte des Gartens verlegt werden

Interessant ist zu wissen, dass man ab einem Baumbestand von 20 Stück in eine Art Register eingetragen werden muss.

Dies ist bei uns nicht der Fall, wir haben 16 Bäume und sind daher von einer Meldepflicht befreit.

Mit der Zeit kam die Übung und wir haben die Arbeiten weitgehend übernommen.
Nikos hatte sichtlich Freude und hat dies mit lautstarkem Gesang untermalt.
Ich hatte die in Deutschland gekaufte JBL Partybox im Garten aufgestellt und griechische Musik laufen – es war fast zu perfekt!

Nikos und Ben an den Maschinen, wir anderen am Handrechen
Mit der Säge werden die Bäume ausgedünnt, die Äste werden ebenfalls gekämmt
So ging es fünf Stunden dahin
Nikos macht den letzten Baum fertig

Plötzlich fängt Nikos an, seine Netze einzurollen. Wir sehen uns um – tatsächlich, die Arbeit war geschafft, alle Bäume waren abgeerntet.

Ein Teil unserer Mannschaft hat sich verabschiedet – Mireille hatte noch zu tun, Femma musste arbeiten und Angelika und Uli mussten noch ihre morgige Heimreise vorbereiten.

Der übrige Teil der Helfer hat Nikos und mich zur Ölmühle begleitet, die Oliven müssen dort auf einer Art Sieb von den Blättern befreit werden und anschließend in Körbe gepackt werden.

Nikos rechelt, Roland befüllt und wechselt die Körbe
Jeder ist neugierig, wie die Ölherstellung funktioniert – die Körbe füllen sich
Unterschiedliche Oliven – beste Sorten sind Garant für ein 1a Öl

Im Laufe des Tages hat jeder Beteiligte, egal ob Mann oder Frau, einmal gesagt, dass es jetzt klar würde, warum ein Liter Olivenöl solche Preise erreicht.

Die mit der Ernte und der Herstellung verbundene Handarbeit ist so immens, dass Dumpingpreise von 3.- oder 4.- Euro schon einiges aussagen.

Bei uns naht das Ende UNSERER Arbeit, gleich sind wir bereit für die Übergabe an die Ölmühle, welche nur fünf Fußminuten von unserem Haus entfernt ist.

Die letzten Säcke werden umgefüllt, Fotos werden gemacht
Insgesamt haben wir 10 Kisten Oliven…
…welche nun gewogen werden – 250kg!

Wir haben 250 Kilogramm Oliven – wow! Ich bin gespannt wie es jetzt weitergeht.
Es sieht so aus, als ob wir auf unsere Ölherstellung warten können, wir sind gleich dran.

Roland verabschiedet sich, Sibylle bringt Ben und Caetlin zurück in die Marina. Ich bleibe und betrachte meinen Schatz und den weiteren Verlauf des Herstellungsprozesses.

Ich ahne nicht, dass Sibylle und ich wenige Augenblicke später in ein peinliches Fettnäpfchen treten werden.

Ich beobachte, wie sechs Kisten Oliven die vor mir auf der Waage waren in die Maschine geschüttet werden.
Die Maschine mahlt, ein Kanister wird gefüllt, die Letzten Tropfen fallen, dann wird ein rotes Fass unter den Auslass gestellt und meine Oliven kommen in die Maschine – jetzt geht es los, dachte ich…

Das Öl rinnt, meine Oliven werden gemahlen, ich bin stolz

Der Mühlenbetreiber telefoniert, kurz darauf kommt der Pope mit dem Auto und überwacht den Prozess.

Er streichelt meine Oliven und pult ein übersehenes Blättchen aus dem Behälter.
Super! Der Segen der Kirche – was will man mehr.

In diesem Augenblick kommt Sibylle zurück. Wir beobachten den Prozess weiter, bis die ersten fünf meiner Körbe im Schlund der Maschine verschwunden sind.

Der Pfarrer spendet Segen

Die Maschine stoppt, das Öl läuft nach – lang! Bestimmt eine halbe Stunde oder länger.
Auf einmal endet der Ölfluss, der Pope schnappt sich das rote Fass, lädt es in sein Auto und verschwindet.

Sibylle stachelt mich an und sagt „…der Pope hat Dein Öl geklaut!“ Sie ruft unseren Freund Giannis an um zu übersetzen.
In diesem Moment startet die Mühle wieder – mit der zweiten Charge unserer Ernte, ein weiteres Mal werden fünf Körbe in die Maschine gekippt.
Jetzt erst kommen die von uns bestellten Blechkanister unter den Auslass.

Auch ich werde nervös – hat der Pfarrer wirklich die Hälfte unseres Öls stibitzt oder musste ich den Zehnt abtreten? Ist es eine Machenschaft? Die Leros-Öl Mafia?
Zum ersten Mal zweifle ich an den Hiesigen…

Meine bescheidenen Fässchen

Giannis beruhigt Sibylle am Telefon – „…Du musst Geduld haben!“ Er verlangt den Mühlenbetreiber an den Apparat, mir wird mulmig – mir schwant, dass etwas nicht stimmt, ich will keine Welle!
Schon gar nicht will ich, dass Sibylle die Kirche des Diebstahls bezichtigt.

Das Mysterium klärt sich auf – die Maschine besteht aus drei Kammern, eine zum Zerkleinern, eine zum Extrahieren und eine zum Trennen.
Bei unserer Ölmühle zumindest ist es so, dass beim Einfüllen beispielsweise meiner Oliven, ein Teil derer des Pfarres noch in einer der folgenden Kammern war.

Wenn also meine Oliven zerkleinert werden, dann werden die des Popen beispielsweise getrennt und es läuft sein Öl in den Kanister, während meine Oliven den ersten Schritt durchlaufen.

Puh, verstanden! Alle glotzen auf uns, ich schäme mich und versuche hölzern die Situation zu retten – „ah, tolle Maschine! Ich verstehe jetzt! Drei Schritte, wow!“
Ich denke, die lachen heute noch über uns…

Na egal – wir bekommen drei volle Kanister, das sind 50 Liter bestes, natives und kaltgepresstes Olivenöl.

Wir fahren noch einmal zum Haus, ein Kontrollgang durch den Garten, alles verschließen – dann geht es ab nach Hause.

Ein Tag Arbeit – dort wo andere Menschen Urlaub machen
Der Garten ist weitgehend sauber, die Oliven alle abgeerntet
Unseren Mandelbaum – ja, richtig gelesen – haben wir auch abgeräumt, die Mandeln aber weitgehend aufgefuttert

Zurück zuhause sitze ich komplett erschöpft auf dem Salonsofa – ich bin glücklich und zufrieden!
Ich habe 50 Liter Olivenöl aus Oliven, welche heute morgen noch am Baum hingen – nachhaltiger gehts nicht! Ich bin fast ein bisschen stolz.

Der Plausibilitätscheck erklärt, dass für einen Liter Olivenöl 5 bis 10 Kilogramm Oliven benötigt werden.
Legt man dies zugrunde, dann haben wir sehr gut abgeschnitten – vermutlich bin ich dem Popen eine Entschuldigung für meine Abtrünnigkeit schuldig.
Ich werde ein Kerzchen anzünden…

Heute schlafe ich tief und fest, was so ein bisschen körperliche Arbeit so alles verursacht.
Leider bleibt es nicht bei einer seeligen Nachtruhe, die geleistete Arbeit zeigt sich auch am nächsten Morgen – nämlich in Form von ganzheitlichen Körperschmerzen…

Ob ich die angebotene Massage von Femma annehme? Na, heute sicher nicht, denn ich bin um 09.00 Uhr mit Antonia und Alex an deren ANAHITA verabredet – heute ist Borddurchlasstag!

ANAHITA soll bald ihren ersten Epoxianstrich erhalten – es wird höchste Zeit, die Rumpfdurchbrüche einzukleben

Ich muss noch einmal zurück zum Schiff um meine XL-Gummihandschuhe zu holen, da fällt mir die schöne Stimmung über der Lakki Bucht auf.

Ich halte kurz inne und banne das Szenario in einen digitalen Abzug um so die Bilder in meinem Kopf zu manifestieren.

Mein Audi A6 „Klicker“ steht am Wegesrand nahe unseres Steges. Direkt neben ihm die Baustellenauffahrt zum Wellenbrecher.
Die Baustelle ist noch voll aktiv, wenn auch der Nachdruck etwas nachgelassen hat.

Schön! Ein schöner Morgen
Es wird wohl noch ein paar Monate dauern bis die Baustelle beendet ist

Heute ist ein besonderer Tag – es ist der 28.10., ein griechischer Feiertag, der sogenannte „Oxi-Day“.
Es wird das „Nein“ der Griechen gefeiert, welches von Diktator Metaxas an diesem Tag im Jahr 1940 ausgesprochen wurde – er lehnte Mussolinis Aufforderung in Griechenland einmarschieren zu dürfen und strategische Punkte besetzen zu dürfen ab und begab sich in den Krieg gegen Italien anstatt zu Schwäche zu zeigen.

Das Gespräch zwischen Metaxas und dem italienischen Unterhändler Grazzi gab die Tageszeitung Ellinikon Mellon in ihrer Ausgabe vom 30. Oktober 1940 in der Schlagzeile verkürzt als „Ochi“ wieder, dies trug wesentlich zur Verbreitung dieser Verkürzung bei.

Wir planen, die Parade zu besuchen, aber zunächst hieß es an ANAHITA zu arbeiten – Alex war gut vorbereitet…

Alle benötigten Teile liegen parat
Der Größenvergleich zwischen den Standardventilen und den neuen kleinen Ausführungen ist frappierend

Wir schaffen es, dass wir bis 11.00 Uhr die heute zu verklebenden Borddurchlässe vermessen, nummerieren und zuschneiden.
Dann holt mich Sibylle ab, um mit dem Motorrad nach Lakki zu fahren.

An der Delta 46 des „A-Teams“ würden wir am Nachmittag weitermachen.

Die Parade war gerade am Anlaufen, als wir in Lakki an der Riva eintrafen.

Die Pfadfinder machen den Anfang – unter lautem Getrommel
Schon ziemlich militärisch und sehr ernst angesetzt
Dann kommen die ganz Kleinen, in landestypischer Tracht
Für ein paar ist es ein fröhliches Fest, andere marschieren sehr streng
Die Jugendlichen rufen dazwischen laut „Hellas“ – ein Schlachtruf
Verschiedene Schulen und Klassen marschieren auf – dem Alter nach sortiert
Teilweise sind die jungen Menschen als Mädchen und Jungengruppen aufgestellt
Das Ende der vielen Gruppen bilden die Halbwüchsigen – ab jetzt wird es ernst
Das Militär marschiert auf – da wird nicht mehr geschmunzelt oder gelächelt

Die Parade endet so abrupt wie sie begonnen hatte – nach einer Militärgruppe war es vorbei.

Sibylle und ich waren mehrfach am Nationalfeiertag zugegen und haben die getarnten Soldaten und die prächtig uniformierten Marinesoldaten vermisst.
Wir vermuten, dass es zwei Paraden gab und wir aufgrund einer falsch interpretierten Übersetzung, an der anderen Parade keine Teilhabe hatten.

Na egal, dann nächstes Jahr wieder…

Zurück zu ANAHITA – aufgrund der bereits erfolgten Vorbereitung, konnten wir die Borddurchlässe sehr rasch einkleben, das hat ohne Probleme geklappt,

Wir kleben heute 7 Stück, für die restlichen 5 müssen noch Teile beschafft werden, beziehungsweise Vorarbeit geleistet werden

Weil noch etwas Tag übrig war, kann Sibylle mich motivieren, noch einmal zum Haus zu fahren und ein paar Flaschen Olivenöl abzufüllen.

Wir werden das Öl nicht verkaufen! Es wird ausschließlich an die Helfer vergeben, als Geschenk für Familie und Freunde verwendet und natürlich zum Eigenbedarf verbraucht.

Weil wir gerade unterwegs waren, sind wir noch bei Brigitte und Hans vorbeigefahren um einen 3,3m langen Balken abzuholen.
Obwohl Klicker durch Volkers Rodkicker erprobt im Transportieren langer Lasten war, konnten wir das Langholz nicht im Innenraum des Kombis unterbringen.

Andere Lösungen mussten her – griechische Lösungen…

DARUM braucht man ein Schiebedach

Jetzt hieß es zurück in die Marina – Klicker geht heute Nacht an Alex, er muss seine Mam am Fährterminal abholen, sie wird zwei Wochen zu Besuch sein.

Sibylle will kochen, es wird mal wieder zuhause gegessen – und last not least – der zweite sehr wichtige Grund, warum der heutige Tag ein ganz besonderer ist, unser Enkel Otto hat heute seinen 8. Geburtstag!

Wir wollen auf jeden Fall noch anrufen und dem Knaben ein Geburtstagsständchen singen – „Happy Birthday to you, Marmelade im Schuh…“! 😉

Dann klingen diese beiden verrückten Tage aus – morgen soll bitte wieder Normalität einkehren!

Ich kann es vorweg nehmen – das hat nur FAST geklappt…
BÄÄÄÄÄMM!

Brett vorm Kopf

Ich war um 09.00 Uhr mit Alex verabredet, wir wollten den Einbau seiner Borddurchlässe finalisieren.
Ich vermute, das Koffein meiner beiden Haferl Kaffee war noch nicht in meinem zentralen Nervensystem angekommen, nur so ist es erklärbar, dass die Wirksamkeit des Müdigkeit auslösenden Botenstoffes Adenosin noch nicht unterbunden war und ich in Folge dessen bereits um 09.03 Uhr mit dem Kopf frontal und ungebremst gegen ein Brett von Alex Gerüst gelaufen bin.

Das rund drei Zentimeter dicke Vollholzbrett schlug über meinem linken Auge ein und mir war klar, dass ich just in dieser Sekunde zum Veilchenträger geworden bin.

Ganz so schlimm kam es letztlich nicht, aber ein Tag kann, da sind wir uns einig, besser starten.
Ich teste, ob der Kopf noch funktioniert oder ob die Erschütterung etwa meine Kleinhirnrinde abgewetzt hat – ich probiere mich im Kopfrechnen…

Vor dem Sägen rechnet Alex nach – sicher ist sicher

Wir sägen die Borddurchlässe je nach Rumpfstärke und unter Berücksichtigung der Verwendung sogenannter „Load-Collars“ zurecht und nummerieren beziehungsweise markieren diese.

Dann sind sie fertig zum Einbau und können nach dem Primern mit den SIKA Spezialprimern, mit der Klebe-Dichtmasse eingedichtet werden.
Für die Technikinteressierten – wir verwenden die Primer 3N und 207, verklebt wird mit 291i.

Das Sägen dauert länger als das Verkleben

Heute geht das alles schnell von der Hand und wir sind, trotz einer kleinen Brotzeit, denn Sibylle hatte uns Kotopita von Marietta mitgebracht, recht rasch fertig.

Gegen 12.00 Uhr genehmigen wir uns ein Reparierbier, denn die Arbeit war geschafft.
Just in diesem Augenblick kam Alex´ Mutter nebst ihrem Lebensgefährten Jim ums Eck. Die Beiden waren gestern Nacht angekommen um Sohn und Schwiegertochter zu besuchen und sich hier vor Ort ein Bild von deren Lebensprojekt zu machen.

Wir lernen uns kennen und verabreden uns für den Abend zu einem gemeinsamen Dinner im „Tis Kakomoiras“, dann suche ich erstmal das Weite und lass´ die Familie mal in Ruhe ihre Zeit miteinander genießen.

Am Weg zu NESSAJA fällt mir an LIBERTÉ das Duck-Tape auf, welches HP am Mast angebracht hatte.

Nach zwei Wochen wird aus dem Zauberband ein Flatterband – der Wind kann was

Ich hole mir von meinem Freund die Genehmigung ein, eine Rolle von dem Zauberband zu kaufen, um es verschwenderisch um den Mast zu wickeln.

Die Genehmigung kam prompt! Ich solle das im Volksmund auch „Panzerband“ genannte Tape derartig um die Schutzfolie wickeln, dass es seinem Namen alle Ehre machen würde.

So sei es, so werde ich morgen schon handeln…

Heute aber ruft mich die Pflicht noch einmal auf die Anhöhen von Plaka – ich muss noch einmal zu unserem Häuschen hoch, um mich um Montagearbeiten zu kümmern.

Ich war mit Giaggos dem Installateur verabredet, mein aus Deutschland mitgebrachtes Hauswasserwerk sollte endlich angeschlossen werden.
Der vielgefragte Fachmann kam pünktlich und fackelte nicht lange…

Außenanschluss an die Zisterne

Ich kenne Giaggos inzwischen schon recht lange. Er gehört zu Giorgos´ Clique und hatte seinerzeit bei der Montage meines Hardtop geholfen.

Wir haben ihn mehrfach in Giorgos´ Werkstatt zum Smalltalk getroffen und auch schon Ostern miteinander gefeiert – ich kann sagen, dass wir befreundet sind.

Ich hatte ihn schon vor Monaten gefragt, ob er auch die Gesamtinstallation des Hauses übernehmen würde und er hat zugesagt.
Er ist mein Mann für alle Installationsarbeiten.

Heute nur eine Kleinigkeit – die aber perfekt!

Das große „Gardena silent“ Hauswasserwerk steht temporär in der Außenküche

An die Installationsexperten unter euch – es ist nur eine Notinstallation! Ich brauchte dringend Wasser am Haus, die Zisterne ist randvoll.
So kann ich ab sofort Wasser entnehmen – das ist perfekt gelöst.

Natürlich ist diese Lösung grobschlächtig und temporär – die spätere Hausinstallation wird fachgerecht UND optisch perfekt umgesetzt.

Jetzt aber – Testlauf! Bereits nach 20 Minuten war der Wasserhahn angebracht, Wasser marsch!

Funktioniert! Wir haben jetzt fließendes Wasser am Haus

Funktioniert! Endlich steht Wasser zur Verfügung…

An den Hahn kommt jetzt noch eine Gardena Schlauchkupplung und ein Wasserzähler, dann kann der Schlauch angeschlossen werden, mit dem wir dann an allen Stellen auf Wasser zugreifen können.

So können wir Pflanzen gießen, die Hände waschen und wenn nötig auch mal mit der Gießkanne die Toilette spülen.

Ich fahre zurück zu NESSAJA und sage meinen Griechischkurs ab – es werden neue Gruppen gebildet, ich habe keine Lust noch einmal mit der mir fremden Fortgeschrittenengruppe zu praktizieren.
Ich setze auf die neue Anfängergruppe und hoffe, dass es nächste Woche richtig los geht!

Schon bald holen wir Hanna und Jim ab um uns mit Antonia und Alex in unserem Lieblings-Mezelokal zu treffen.

Das „Tis Kakomoiras“ ist gemütlich und das Essen lecker – „griabig“ wie es Hanna richtig zusammenfasst

Wir haben einen echt supernetten Abend und kommen auch recht spät nach Hause – klar, dass ein Ouzo den Abend abrundet, Yammas!

Ich schlafe gut! Der Ouzo und das Freibier vom Wirt zeigen Wirkung.

Sibylle und ich fahren abermals nach Plaka zum Haus. Wir pflanzen eine erste Salbeipflanze in unseren Kräutergarten, denn wir können ab jetzt ja gießen.
Dann füllen wir die letzten Geschenkflaschen Olivenöl für die Helfer ab.

Am Rückweg bleiben wir kurz bei Mireille und Roland stehen um deren Geschenk zu übergeben, leider waren sie nicht zuhause und wir stellen die Flaschen nur ab.
Beim Wenden in Nachbars Garten, winken uns Brigitte und Claude aber zu, „…kommt auf einen Apero, die Sonne scheint so schön auf die Terrasse!“

Wer könnte dazu schon Nein sagen???

Bier mit Aussicht um 11.00 Uhr morgens – das geht aber nicht jeden Tag

Wir sitzen mit den Beiden zusammen und unterhalten uns ein wenig. Man sitzt so schön hier – fast bleiben wir kleben.

Wir ermahnen uns zur Disziplin, trinken aus und ziehen weiter – eigentlich könnten wir ein paar Kleinigkeiten erledigen…

Das klappt aber nicht, denn als wir bei „Repapis“ vorbeifahren, bekommt mein Audi so einen starken Linksdrall, dass ich das Steuer kaum halten kann.
Da der Schreck mir in den Gliedern sitzt, brauche ich erstmal eine Pause!

Ich schwöre – ZWEI Kugeln

Ich labe mich an der Eisspezialität und die Zeit verrinnt uns zwischen den Fingern.

Als wir auf NESSAJA zurück kommen, haben wir nur noch eine Stunde bis zur nächsten Verabredung.
Ich nutze diese Zeit um meinen Greek-Score in Duolingo in ungeahnte Höhen zu treiben – ich spiele zur Zeit in der höchsten Liga, plage mich aber sehr.

Um kurz vor 15.00 Uhr fahren wir nach Gourna an den gleichnamigen Strand.
Wir sind dort im Café „Sunset Bar“ mit Esther und Giannis verabredet, wir sprechen eine Einladung zu Ouzo mit Meze aus, als Dankeschön für Giannis´ Beratung rund um unsere Olivenernte.

Er hat bei uns den gedanklichen Prozess gestartet, hat Erntemeister Nikos für uns organisiert und den Termin in der Ölmühle für uns klar gemacht.

Zusammen mit dem Mastermind unserer Olivenernte und seiner Frau Esther haben wir einen lustigen und sehr entspannten Nachmittag…

Wir fahren mit der GS nach Gourna…
…und bleiben bis die Sonne untergeht
Dann wird es schlagartig frisch, wir fahren heim

Ich kaufe mir am Heimweg noch einen Snack im „SouVLakki“, dann ziehen wir uns in NESSAJA zurück, lassen die Heizung eine halbe Stunde laufen und schauen uns eine erste Folge“wunderschön“ in der Mediathek an.

Am Morgen des letzten Oktobertages telefoniere ich mit meinem Freund René aus Schliersee – er spielt mit dem Gedanken im November mit dem Motorrad zu Besuch zu kommen.
Wir beratschlagen uns und schmieden erste Pläne – er teilt mit, dass er neben Leros noch einen Abstecher nach Rhodos machen wolle.
Da Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland weilt, habe ich den Geistesblitz meinen langjährigsten Freund auf diesem Schlenker zur Nachbarinsel zu begleiten – so einen Männerausflug hatten wir lang nicht mehr, ich hoffe, dass es klappt.

Sibylle fährt zum Supermarkt und kauft noch Glasflaschen, wir wollen die letzten Olivenölpräsente an Helfer und Freunde aushändigen um hier nicht mehr länger im Wort zu stehen.
Währenddessen nehme ich zwei Pakete für Ed in Empfang und trage diese auf EDINA – mein Winterservice nimmt wieder Fahrt auf…

Ich nehme Eds Pakete in Empfang

Danach fahren wir abermals zu unserem μικρή σπίτι, unserem kleinen Haus in Plaka.

Wir haben einen Teil der alten Küche zu einer Art „Schaltzentrale“ umgebaut.
Hier hat es eine Verteilersteckdose, hier steht die Box um Musik zu machen und hier füllen wir das Öl ab.

Zudem lagern wir auch unsere Genua, das zweite Vorsegel ein, welche wir heute abgeschlagen haben. Die Erneuerung des stehenden Guts soll bald beginnen.

Noch dient uns die alte Küche, bald schon kommt die Abrissbirne

Eine Nachbarin kristallisiert sich als „die Hexe“ heraus. Eigentlich verteidigt sie nur, völlig zurecht, ihre Grundstücksgrenzen gegen wildes Parkieren. Dies tut sie aber auf eine solch böse und flegelhafte Art und Weise, dass es nahezu untragbar ist.

Sie scheint mit allen Nachbarn ein wenig Stress zu haben…
Bisher konnten wir gut ausweichen, aber seit bei uns immer mal wieder Heimwerker oder auch Freunde kommen, kam es vor, dass Anna ihren Zorn auch gegen uns gerichtet hat – wir konnten oft gar nicht schnell genug ausladen und wieder wegfahren, bevor uns ihr Groll traf.

Da wir nichts verstehen und auch nicht reagieren können, prallt das an uns ab, dennoch springen die Nachbarn für uns ein und bieten Parkplätze auf oder vor ihren Grundstücken an.

So parken wir den großen Audi von nun an vor der Kirche „Agios Dimitros“, eine private Kirche die zur Erinnerung an Dimitra, die Schwester der Supermarktbetreiberin Eftyxia, errichtet wurde.

Mit Eftyxia vertehen wir uns gut, wir kennen sie schon lange und vor ihrer Kirche dürfen wir parken – Danke dafür!

Wir dürfen vor dem privaten Kirchlein „Agios Dimitrios“ parken – 50m von unserem Haus entfernt

Wir fahren direkt zurück in den Ort, wo wir uns mit Cornelia und Martin, der Crew der ALADIN, bei „Repapis“ treffen.

Wir sind auf ein Eis eingeladen und haben ein sehr interessantes Thema – Martin hat deren Haus in der Schweiz nahezu autark aufgebaut, er ist ein Experte in diesem Berufsfeld und hat etliche grandiose Ideen für mich.
Ich freue mich, dass ich Fragen stellen darf und weiß nun, wer mir in Zukunft ganz sicher wertvolle Tips geben kann…

Dann lassen wir die Stunden beim Lernen mit Duolingo vergehen – heute Abend treffen wir uns in Lakki mit Hilde und Benno in einer für uns neuen Taverne.

„Psithiri Gevseon“ – tausendmal vorbei gegangen

Die Taverne sieht von außen grausig aus, dafür ist sie innen nicht schön.
Ein Relikt aus den 80er Jahren, aber sowas von authentisch, man will es nicht glauben.
Eigentlich sitzen dort nie Gäste, die Antwort auf die Frage „warum“ drängt sich rasch auf…

Von anderen Seglern haben wir aber gehört, dass das Essen nicht schlecht sein soll und so haben wir beschlossen, dass wir dies heute dort testen werden.
Benno und Hilde waren schon einmal dort, für Sibylle und mich ist es der erste Besuch – obwohl wir sicher schon hunderte Male an dem einsam vor seinem Schuppen sitzenden Wirt vorbei gegangen sind.

Unweigerlich wurden Parallelen zum „Gia Sena“ gezogen, in dem wir letzten Winter ein paar Mal waren.

Wie war das Essen???

Einfach, aber ziemlich gut!

Die Meze, wir haben Gigantes, Zaziki und Saganaki bestellt, verdienen Bestnoten!
Geschmacklich toll, große Portionen zum Teilen und zu einem günstigen Preis – super!

In der B-Note schwächelt die unscheinbare, aus der Zeit gefallene Taverne etwas.
Die Hauptgerichte, ich hatte Schweinefleisch in Honig-Senfsauce, konnten nicht mit den Meze mithalten und waren auch nicht so gut wie die, welche Maria im „Gia Sena“ anbietet.

Wir waren nicht enttäuscht von unserem Besuch, aber ich befürchte, dass sich diese Taverne nicht in unsere Liste vorarbeitet.
Für genau diese Lücke haben wir das „Gia Sena“, welches wir um eine Nuance besser einstufen.

So klingt der Tag und auch der Monat aus – der „Anfang vom Ende“ ist eingeläutet!

Sibylle und ich sind gespannt wie es weitergeht – bleibt dran, dann seid ihr immer auf dem Laufenden…

Hier ein Ausblick…
Viel Arbeit an ELOWYN, im November geht es richtig los!
Können wir das stehende Gut von NESSAJA schon tauschen?
Sibylle geht Mitte des Monats nach Deutschland – wie lange wird sie bleiben und wie ergeht es mir in dieser Zeit?
Kommt René mit dem Motorrad und geht sich eine Tour über Rhodos aus?
Wird das neue Garagentor geliefert?

Welche Wintercommunity formiert sich und wie starten wir in den Winter auf Leros – viele Fragen…

Wir blicken neugierig auf den kommenden November und grüßen euch herzlich von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle










September 2025 – Lose Yourself

Der September liegt im Fahrwasser – ein Monat, während dessen Freud und Leid, Gelassenheit und Wahnsinn, sowie Stress und Entspanntheit aufeinandertrafen – ein Monat, in dem der Protagonist Mario Rauch nicht Herr seiner selbst war!

In den Momenten, in denen ich dabei war mich selbst zu verlieren, fiel mir Eminems „Lose Yourself“ aus dem Jahr 2002 ein – und wurde so zur Headline dieses Monats.
Google informiert, dass „Lose Yourself“ nicht nur der Titelsong aus dem Film „8 Mile“ ist, sondern erklärt auch, dass die wörtliche deutsche Übersetzung „Verliere dich selbst“ oder „Sich selbst verlieren“ lautet.
Weiter erfährt man, dass im Kontext des berühmten Songs von Eminem die Phrase jedoch bedeutet, sich vollständig auf eine Sache einzulassen oder eine Gelegenheit zu ergreifen, wobei man sich im Prozess nicht selbst aufgeben darf.
Zudem wird der Song als einer der besten Motivationssongs geführt – und auch das war bitter notwendig…

Na Prost Mahlzeit – was war denn nun los im neunten Monat des Jahres?

Die Tage werden kürzer – nicht immer konnten wir die Stimmung genießen

Der Monat beginnt für mich mit einer Sinnfrage. Wieder einmal spielt sich ein Mitglied der größten und am besten organisierten Community in Leros als „Social-Media Gendarm“ auf.
Einige Italiener hängen der Geschichte von Leros noch sehr nach und denken, dass die Insel immer noch ihnen gehört – und vor allem, dass ohne ihre Maßregelungen nichts geht.

Ist Facebook der richtige Platz um solche Befindlichkeiten anzuprangern?

Natürlich weiß ich, dass der Mann in der Sache Recht hat. Ich will auch ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich die generelle Einhaltung der Verkehrsregeln sinnvoll finde und dass ich nicht will, dass jemand zu Schaden kommt.

ABER – die meisten Menschen die längere Zeit auf Leros verweilen, tun dies nicht zuletzt aus dem Grund, WEIL die kleine Ägäisinsel nicht übereguliert ist.
Die Menschen schätzen meist das „leben und leben lassen“ Prinzip der Locals und die kleine, fast liebevolle Anarchie die aber niemanden schadet.

Ich finde, es steht uns als Gästen nicht zu, dies in den sozialen Medien zu kritisieren.

Ist das wichtig? Ja, ein bisschen – ich möchte nämlich, dass Leros so bleibt wie es ist und nicht wird wie Deutschland in vielen Bereichen.
Noch weniger möchte ich, dass Leros so wie Italien wird – auch wenn mancher Amici dies so sehnlich wünscht.

Themenwechsel – und hier rede ich auch gar nicht um den heißen Brei herum, schwenken wir hinüber zum Leitthema des Monats September…

Wie weit sind Hans Peter und ich mit der Montage der Seeventile an ELOWYN?
Nun, sagen wir so, wir sind nahezu tagtäglich im „Blue-Man-Group“ Modus…

Unser Verschleiß an diesen blauen Gummihandschuhen war immens

Ich nehme vorweg, dass wir bis zum 13.09. ohne einen Tag Pause und ohne Unterlass am weißen Riesen arbeiten und rackern werden.

Die Zeit sitzt uns im Nacken, am 11.09. ist Krantermin, die Liste der zu erledigenden Arbeiten ist lang und wir arbeiten leider nicht ohne Stolpersteine und Verzögerungen.

Manchmal sind es Kleinigkeiten – wie zum Beispiel die Stablampe, welche uns gleich am Morgen, beim ersten Handgriff, unter den riesigen Tank des 68-Füssers rutscht…

Es dauert eine ganze Weile, bis wir das Ding da wieder rausgefischt haben

…ein Andermal sind es Störfaktoren von außen, welche uns eine oder zwei Stunden kosten.

Die Seemannschaft und die Hilfe unter Seglern gebietet jedoch Unterstützung, zum Beispiel als die neue Mannschaft der FREE WILLY abermals um Rat fragt…

Man erklärt uns, dass die Marina keine Liegeplatzverlängerung mehr anbietet, man solle die Marina bis mittags verlassen.
„Habt ihr Tepai?“ „Nein…“
„Habt ihr eure Papiere schon?“ „Nein…“

Mir platzt der Kragen und ich lassen mich dazu hinreißen, dem verantwortlichen Skipper eine Ansage zu machen.
„Not my monkey, not my circus“ vergesse ich für einen Augenblick.
Und siehe da, ein paar Telefonate später bekommen sie die Papiere aus der Schweiz, ich mache ihnen Tepai und Sibylle fährt zur Post um die Gebühr dort zu bezahlen – FREE WILLY ist jetzt polnisch beflaggt und hat ordentliche Unterlagen.
Wenige Stunden später liegen sie in der Ankerbucht, ein paar Tage danach brechen sie auf zu ihrer Mission nach Gaza – vorher kommen sie noch einmal in der Marina vorbei und schenken Hans Peter und mir Werkzeuge.
Diese bräuchten sie nicht, sie müssen Platz für Milchpulver und Babynahrung schaffen.
Völlig losgelöst vom Ziel ihres Tuns wünsche ich den jungen Menschen Glück, ich habe alle als sehr nett kennen gelernt.

Hans Peter und ich finden letztlich doch noch Zeit, ein paar alte Seeventile an ELOWYN auszubauen – zuletzt die, an den schier unerreichbaren Stellen.

Das Ventil im Tagesklo ist eine Frechheit

Als ob das noch nicht reicht für den ersten Tag eines Monats, bittet Jörg von der INSPIRATION um ein Treffen.

Wir hatten locker vereinbart, dass er und Tom Interesse an meinem neuen Garmin Plotter zeigen, welchen ich zum Verkauf anbiete.
Ich gestehe mir also einen frühen Feierabend zu und trage das 12 Zoll Monstrum auf die Bavaria 39.
Der Urbayer sieht das Gerät, macht sich kurz ein Bild und sagt dann den Kauf zu – INSPIRATION wird also navigationstechnisch aufgewertet.

Wir werden im Verlauf der nächsten Wochen ein paarmal mit der jungen Familie aus dem heimischen Nachbarlandkreis unterwegs sein, wir schätzen die Crews der INSPIRATION als neue Freunde, das freut uns außerordentlich.

Ebenso erfreut bin ich darüber, dass Benno und Hilde ankommen. Die Beiden reisen diesmal sehr verspätet an – private Gründe hatten die Ankunft in Hellas verzögert.
Bei einem Telefonat einige Monate zuvor, hatte ich mit Benno motivierend einen Termin festgelegt – „…wir treffen uns in alter Frische am 01.09. im „SouVLakki“!“
Dass wir dies exakt erfüllen würden, hätte damals keiner beschwören wollen.
Zusammen mit HP sowie Berthold und Heidrun feiern Sibylle und ich das Wiedersehen mit unseren Freunden aus Gelting.

So darf ein Monat beginnen – Kalo Mina (guten Monat) / καλό μήνα

Ab dem zweiten Morgen des neuen Monats, konnten wir eine geregelte Arbeitseinteilung darstellen.
Wir haben sieben Tage die Woche von 10.00 Uhr bis etwa 16.00 Uhr gearbeitet.
Pausen haben wir alle Stunde für etwa 10 Minuten gemacht – um zu trinken und um unsere T-Shirts zu trocknen.
Speziell in den ersten Tagen des Monats war es schier unerträglich heiß und wir haben das Wasser schneller herausgeschwitzt als wir es trinken konnten.
Sibylle hat stets für Nachschub gesorgt und der kleine Kühlschrank im Cockpit leistete Schwerstarbeit.

Ich nehme vorweg – Zeit war nie das kritische Kriterium! Klar, grobe Schnitzer dürften nicht passieren, aber das sollten wir im Griff haben.
Wir hatten einen klaren Plan mit Tageszielen und wir haben uns jeden Abend für den Folgetag gebrieft – derart vorbereitet sollte es es jetzt losgehen, neun Tage Zeit bis zum geplanten Krantermin!

Die alten Ventile waren alle ausgebaut und sortiert – ein Ventilservice sollte durchgeführt werden

Bei ELOWYN waren ja nur die Borddurchlässe zu erneuern, ihr erinnert euch. Wir haben also alle alten Ventile ausgebaut und sortiert.

Weil bei einigen beimAusbau die Deckel abgegangen sind, haben wir beschlossen, jedem Ventil einen „kleinen Ventilservice“ angedeihen zu lassen.
Zudem, soviel war klar, galt es die Gewinde von alten Teflonbandresten, Hanfrückständen oder alten Flüssigdichtmitteln zu reinigen.

Dafür haben wir uns eine Art „Workstations“ einfallen lassen und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt.
Für zwei Tage hilft Alex von der ANAHITA mit, wir reinigen und servicieren die Ventile und befestigen die Deckel wieder.

Kratzen – schleifen – bürsten

Zu guter Letzt wurden die gebrauchten Ball-Valves wie Zinnsoldaten aufgestellt und mit der Einbausituation abgeglichen – steht für jeden gesetzten Durchlass ein entsprechendes Ventil zur Verfügung?

Hier lohnt ein genauer Blick – die Gewinde waren nicht besser zu reinigen, ein Desaster droht

Passt – es waren alle da, morgen fangen wir an diese einzukleben.

Doch zum Tagesabschluss möchte ich noch einen letzten produktiven Arbeitsschritt machen, die Borddurchlässe müssen von außen gestrichen werden.
Meine Wahl fällt auf zwei Lagen Epoxi-Dickschichtprimer von Hempel, den ich wegen der Trocknungszeit in den folgenden zwei Tagen aufbringen werde.

Die offensichtlichen Reparaturstellen weichen einem ersten Anstrich, ein gewisser Fortschritt ist erkennbar.

Die Reparaturstellen sind wieder unter einer Schutzschicht, der Eindruck verbessert sich

Kurz vor Feierabend bekomme ich noch eine Nachricht von Panos aus der Marina-Chandlery.
Ein Paket sei für mich angekommen, ich bekomme es aber nur, wenn ich ein anderes dafür hergäbe…

Ich war vorbereitet, wusste ich doch von den Technikern der „Cleopatra Marina“ in Preveza, dass Ersatz für die falsch gelieferte Lopolight Lampe für ELOWYN am Weg war und ich das nicht passende Ersatzteil bei Übergabe aushändigen müsse.

So erledige ich auch diesen kurzen Gang noch – dann war aber Feierabend!

Eine Rarität – und sauteuer – weiß über rot (über grün) als freiwilliges, zusätzliches Segellicht bei Schiffen über 20m (grün fehlt im Bild)

Für den heutigen Abend war ein Griller an der ANAHITA angesagt. Sibylle hatte während des Tages für uns alle eingekauft und Salate vorbereitet.

Jetzt ist es an der Zeit zusammen zu sitzen, ein Bier zu genießen und die verbrauchte Energie wieder zu bunkern – dies ist bei den angebotenen Köstlichkeiten nicht schwer.

Wir hocken beinander und genießen die herrliche Stimmung, die angenehmen Temperaturen und die Gespräche – oft über Bootsreparaturen, aber beileibe nicht immer…

Die Sonne geht unter, die „blaue Stunde“ bricht an…
…wir richten unseren Grillplatz an der ANAHITA – der Weber heizt schon auf
Bier, Grillfleisch und Salate
Nach dem Essen fährt Alex mit dem Roller zu „Repapis“ und holt Eis
Merlin hofft auf seine Chance

Am nächsten Tag geht es los – wir kleben die Ventile ein!

Meine Wahl fällt, wie auch die Male zuvor, auf SIKA 291i, einem PU-Klebstoff, welcher von TruDesign ausdrücklich empfohlen wird.
Dazu verwende ich den optimal abgestimmten Primer 209D – alles verarbeiten wir exakt nach Vorschrift.

Ihr ahnt schon, es hat einen Grund, dass ich das so ausführlich beschreibe…

Wie immer auch hier – zwei gehen gut, bei einem muss man sich ärgern.
Insgesamt werden wir für 25 Ventile zweieinhalb Tage brauchen.

Warum so lang? Nun, hier nur ein Beispiel…

Nach dem Umbau fluchtet der Schlauch nicht mehr mit dem großen Ventil…
…wir unterbrechen die Arbeit und suchen auf der Insel einen 120° Anschluss – sehr selten – aber wir sind erfolgreich

Leider ließ sich das Problem mit dem 120° Anschluss nicht lösen. Wir mussten einen Weg finden, den 38mm Schlauch ein paar Zentimeter nach OBEN zu bringen – schaut genau hin, er ist dem fehlenden Ventil im Weg – um dann den Ablauf am großen Ventil ebenfalls nach oben zu verlagern.

Wie haben wir das gelöst??? So…

Der Blickwinkel täuscht – alles verläuft gerade und die Fallrichtung stimmt. Nur so können die Ventile angeschraubt werden

Was hier vogelwild aussieht, wird später ordentlich sauber gemacht und verschwindet weitgehend unter einem Einlagebrett.

Eine Lösung mit der wir zufrieden sein können, die uns aber viel Hirnschmalz, Zeit und Arbeit gekostet hat.
Wer genau hinschaut erkennt die Challenge – die Ventile lassen sich so wie sie stehen nicht einschrauben!
Es muss eine exakte Reihenfolge eingehalten werden – diese haben wir uns nach einem „Trockentest“ für die finale Montage notiert.

Hieroglyphen??? Nein, für uns klare Notizen wie vorzugehen ist

Freud und Leid wechseln sich ab – Montagen wie die vorgenannte, dann wieder zwei „normale“ Ventile zu setzen.
Manche davon an gut zugänglichen Stellen, andere in Winkeln in die man kaum blicken kann.

Wir mühten uns wirklich redlich und arbeiteten gewissenhaft!

Abwechslung dagegen am Abend – hin und wieder sitzen Sibylle und ich, wie gestern, mit Hans Peter und Alex zum gemeinsamen Dinner beim Grillen oder im „SouVLakki“, an anderen Abenden trennen sich unsere Wege – so auch heute!
Wir sind von Martin und Petra zum Dinner ins „Harris“ eingeladen – ich hatte schon vor Tagen einen Tisch in der begehrten Bar reserviert.

Zusammen fahren wir mit dem Auto hoch zu den Mühlen…
…wir sehen die Sonne untergehen und dürfen später an einen Tisch in der ersten Reihe wechseln
Es gilt zu wählen – Drinks und Snacks zum Abendessen
Die Bar ist geschmackvoll, ein wunderschöner Platz

Wir genießen unsere Drinks und schlemmen die angebotenen Snacks. ok, kleine Speisen nur, aber die waren wirklich lecker.

Eine sehr nette Einkehr mit den Hessen, welche sich übermorgen schon zu ihrem Sommertörn verabschieden werden.
Schön, dass es noch einmal geklappt hat und auf ein Wiedersehen im Herbst!

Ein sehr netter Abend an einem herrlichen Ort neigt sich dem Ende zu. Wir gehen müde nach Hause und genießen einen letzten Blick auf die Szenerie.

Die Mühlen und das Kastell – Wahrzeichen von Leros

Am nächsten Morgen wiederholen sich die bekannten Abläufe an Bord der ELOWYN – wir kleben einfache Teile ein und ärgern uns über die Schwierigkeiten, welche sich uns in den Weg stellen.

Ein weiteres Ventil schreit nach einer kleinen Erweiterung des Ausschnittes für den Toilettenschlauch.
Abermals müssen wir abklären, ob wir die Schottwand anbohren können.
Dies testet Hans Peter mit der Minikamera für das Telefon…

Erst wenn Hans Peter sein OK gibt, setze ich die Topfsäge an

Nach dem Kopfnicken des wortkargen Saarländers setze ich die Topfsäge an und bohre den benötigten Ausschnitt – das klappt gut, fordert aber die kleine Säge, welche dabei glühend heiß wird.

Ich stelle die Bohrmaschine mit der Säge auf die Seite und drehe das Ventil ein – dabei passiert es!
Nur ganz kurz berührt mein Unterarm mit der empfindlichen Innenseite das Sägeblatt – zisch, bruzzel – es riecht nach Grillen und tut weh…

Ich habe lang davon

Dieser Tag nahm eine unangenehme Wendung und sollte die bisher sehr gute Stimmung an Bord von ELOWYN kippen.

Nein, nicht weil ich mir die Epidermis vom Unterarm gebruzzelt habe, der wahre Grund war, dass passierte was nicht passieren durfte – und deswegen wahrscheinlich passieren musste!

Ein Ventil plagt uns, weil der Einbauraum sehr limitiert ist. Wir beschließen, den Rumpfdurchbruch um ca. 8-10mm zu kürzen – ein Schnitt mit dem „Fein“ und feddich. Soweit der Plan…

Einer von uns Beiden schneidet, wir haben Stillschweigen darüber vereinbart wer, ich kann nur verraten, dass es kein Bayer war 😉

Der Abschnitt wird achtlos auf die Seite gelegt – aber es fällt eine „Kleinigkeit“ auf…

Ooooops – da muss man nicht mehr messen

Kann jeden passieren! War aber trotzdem ein ungünstiger Zeitpunkt.
Denn bisher haben wir jeden Abend unser Tagesziel erreicht – dies sollte sich ab jetzt ändern.

War unser Schaffen bis heute nur werkeln mit hoher Schlagzahl und mit einer gewissen Anspannung, wurde es jetzt zum Wettlauf gegen die Uhr.

Die kurze Seite des schrägen Schnitts war unter Minimum und ich beschließe, den Durchbruch noch einmal auszubauen.
Ihr erinnert euch – es handelt sich um die langen Durchbrüche, diese müssen bestellt werden.
Ich ziehe alle Register, rufe sofort Tom von der INSPIRATION an und frage, ob er die Teile aus Deutschland mitbringen kann.
Ja, kann er! Per Express werden die Teile zu Tom geliefert und ich werde diese am Spätnachmittag des 09.09. in der Hand halten…

Das wird knapp! Ich gehe kein Risiko ein und verschiebe auch unseren Krantermin vom 11.09. auf den 13.09. – aus dem „grünen Bereich“ wird ein gelber, aber immerhin haben wir eine gute Chance das Kind zu schaukeln.
Tina und Volker kommen am Abend des 18.09. auf Leros an und wollen ELOWYN dann für den Saisonabschluss nutzen.

Für mich ist die Situation gerettet, HP hat noch ein bisschen daran zu knabbern.
Leider kann ich ihn heute Abend nicht trösten, denn wir sind zu Brigitte und Hans zum Grillen eingeladen.

Ich mag Besuche im Häuschen der Freunde – es schürt die Vorfreude auf meine kleine Katikia
Ich genieße den Ausblick und die kühle Brise auf der Terrasse der Freunde

Ich bin gerne bei den beiden Grazern zu Besuch. Ihr Häuschen schürt bei mir die Vorfreude, ich lerne viel, denn die Beiden sind uns nun meist einen oder zwei Schritte voraus.

Zudem ist es Abwechslung für mich, die Themen wechseln von der Reparatur von Segelschiffen, hin zur Sanierung von alten griechischen Häusern und dem Bemühen um Autarkie und Nachhaltigkeit.

Natürlich bewundere ich abermals die Instandsetzung und Aufbereitung „meines“ alten Kronleuchters und freue mich mit Brigitte über die Weiterverwertung.

Hängt jetzt an Ort und Stelle und erstrahlt in neuem Glanze

Hans wird in ein paar Tagen zu einem „Männertörn“ seines Segelclubs nach Kroatien aufbrechen – man regattiert!
Wir wollen uns heute gebührend von ihm verabschieden, außerdem gilt es, seinen Geburtstag nachzufeiern.

Die Beiden haben sich alle Mühe gegeben uns zu verwöhnen – wir sitzen auf der hinteren Terrasse bei einem Bier, einer köstlichen Vorspeise und klönen.
Ich merke wie ich herunterfahre, denn die Marina ist weit weg – ich bekomme die Anspannungen des Tages aus dem Kopf.

„Don´t lose yourself…!“

Ein kühles Blondes aus geeistem Glas hilft, den Kopf nicht zu verlieren
Die Vorspeise war ein Gedicht
Irgendwann wechseln wir auf die vordere Terrasse…
…und genießen das Tomahawk, Grillwürste und Chicken nebst Kartoffeln und Salat

Wir haben einen herrlichen Abend und der Tag klingt wunderschön aus.
Erst spät in der Nacht tuckern Sibylle und ich mit unserer GS nach Hause – so ein Abend macht den Ärger des Tages fast vergessen.

Die Tatsache, dass wir jetzt eine unplanmäßige Wartezeit haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Liste der durchzuführenden Arbeiten noch lang ist.

Hans Peter ist wieder geerdet, das ist gut so, denn ich wüsste nicht, was ich im Moment ohne seine Unterstützung machen würde.
Er ist mir eine große Hilfe und steht auch heute wieder „Gewehr bei Fuß“!

Ok, zugegeben, ganz so tough wie die letzten Tage gehen wir es heute nicht an.
Wir haben einen neuen Zeitplan und sehen uns gut in der Zeit, wenn wir zwei Kleinarbeiten an einem Tag umsetzen.

Neben der Ölbefüllung der Mooringwinsch und dem Abdichten derselben mit einer neuen Ölablassschraube, wagen wir uns heute an den Austausch des Lewmar Kettenzählwerks.

Alt und neu – nicht 100% gleich, passt aber
Die Instrumententafel der Backbord-Steuersäule wird ausgebaut und das Gerät wird getauscht – die Kabel muss ich umfrickeln
Nachdem ich einige Stecker an den Kabeln angepasst hatte, konnte ich alles wieder zusammenbauen – kalibriert wird im Wasser

Irgendwann klingelt mein Telefon und eine Textnachricht kommt an – WUQI ist in der Marina eingetroffen.

Pit ist der Skipper von WUQI. Oder ist es doch sein Sohn Daniel, welcher zur Crew gehört? Ich werde das noch herausfinden.
Ich kenne Pit aus meinen Bavaria 390 Lagoon Tagen – er besaß ebenfalls ein Boot dieses Typs und wir hatten somit eine gemeisame Basis.

WIR kennen uns nur aus dem Intenet, witzig ist aber, dass Pit die Crew der CHILI schon persönlich kennen lernen durfte.

HP und ich machen uns also auf, um Pit und Daniel Willkommen zu heißen und ihn real kennen zu lernen.

Mit Pit und Daniel treffen wir uns die nächsten Tage öfter

Damit nicht zuviel ungenutzter Tag übrig bleibt, habe ich Giannis gebeten, mir den WILLI ins Wasser zu heben.

Auch Sibylle muss ihre Pläne etwas anpassen und hat darum gebeten, dass der WILLI zu uns an den Steg kommt.
Sie würde den kleinen Flitzer dann dort putzen und vorbereiten.

Für Giannis eher ein sogenannter „Bamperljob“
Wenig später war WILLI wieder in seinem Element – Parallelen zu FREE WILLY werden wach

Hihi 🙂 – Hans Peter begleitet mich auf die Probefahrt des kleinen Flitzers und ich weiß bis heute nicht, ob er das bereut hat.

Ich fahre den Motor warm, dann mal kurz den Hebel rum und schon fliegt das Teil über´s Wasser.
Mit dem Zweizylinder Turbojet Motor mit 100PS wird die Geschwindigkeit des Wasserflohs mit rund 80km/h angegeben.
Wer schonmal mit 50 Knoten über´s Wasser gefahren ist weiß, was das bedeutet.

Hans Peter saß mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und bei full-speed hat es ihm die Ohren nach vorne gebogen. Mir dagegen zog der Fahrtwind ein breites Grinsen ins Gesicht – ein Boytoy eben 😉

Jetzt hat er wohlbehütetes Quartier bei uns

Der Tag neigt sich dem Ende zu – doch bevor der Feierabend offiziell eingeläutet wird, haben wir Alex noch etwas Hilfe zugesagt – „…nur schnell!“ – na klar!

Verabredet um siebzehnnullnull – das bedeutet 1700! Wer war da???

Hans Peter und ich sind „just in time“ bei ANAHITA – doch Alex lässt uns warten…
…für mich eine Chance im Schatten zu entspannen
HP ist da strenger! Er bruddelt vor sich hin

Mit erheblicher Verspätung trifft Alex ein – es ist schon 17.02 Uhr! Naja, verziehen!
Wir legen los, hämmern auf einem Messing Borddurchlass herum und holen uns ein letztes Mal am heutigen Tag dreckige Bratzen – dann muss Ruhe sein!

Reicht für heute – Schicht im Schacht

Heute Abend haben wir uns mit Pit und Daniel im „Pirofani“ am Panteli Beach verabredet.

Wir möchten dem Freund die Insel und ihre Hotspots schnell näher bringen und haben daher diesen Ort gewählt – wohl wissend, dass die Saison auch in der ersten Septemberhälfte noch in vollem Schwung ist.

Was wir jedoch vergessen haben, war der Termin des Fischerfestes – der ist nämlich heute.
Ganz schön was los, zum Glück hatten wir reserviert.
Naja, so bekommt die WUQI Crew gleich einen Eindruck von griechischen Festen.

Fischerfest in Panteli
Wir essen vorzüglich im „Pirofani“

Pit war am heutigen Abend der Gastgeber, dafür bedanken wir uns ganz herzlich!
Es war ein toller Abend, welcher die Zeit bot sich im realen Leben kennen zu lernen.
Ich bin gespannt wie es Pit auf Leros gefallen wird – an WUQI, einer Wauquiez 48 Pilot Salon gibt es nach seinem Bekunden einiges zu tun.

Autschn! Der neue Morgen bring Schmerz und Pein…

Sieht schon besser aus – tut aber weh! Nicht mal der Kaffee hilft

Sibylle wacht auf und schleicht aus der Schlafkabine – aus mit der Ruhe!

Noch bevor ich mein Leid besüdern kann, eiert sie mich mit „wir müssen“ Sätzen.
„Wir müssen dies, wir müssen das…“ – das alles vor 08.00 Uhr und bevor ich meinen Kaffee ausgetrunken habe.

Die Situation gipfelt in der Aussage, „…wir müssen heute endlich mal wieder Haare schneiden, Du siehst aus wie Hotzenplotz!“

Sie hat gut lachen – für mich gibt es kein Entrinnen
Ich finde, ich sehe aus wie „Zorbas the Greek“ – Sibylle findet das nicht
Auch Alex erkennt meine verzwickte Situation, traut sich aber nicht näher ran
Ok, mehr Luft kommt schon an Kopf und Gesicht

Ich bin ausgehfein! Diese Tatsache nutze ich gleich schamlos aus und date eine 41-jährige Motorradbraut aus Holland.

Was sich anhört, als schlüge es nun dem Fass den Boden aus, ist nichts weiter als dass ich einer Einladung zum Eis folge – natürlich MIT Sibylle.
Gemeinsam mit meiner Gattin fahre ich also zu „Repapis“, wo wir wen treffen???

Genau, Femma!

Ihr erinnert euch? Die Bikerin, für die wir zwei Koffer mit nach Leros genommen hatten. Sie ist inzwischen auf der Insel, hat sich ein bisschen eingelebt und will nun bis Mai bleiben.
Als Dankeschön lädt sie zum Eisbecher – und da sage ich nicht nein.

Natürlich frage ich sie ein bisschen aus und möchte auch wissen, wann sie wieder zu ihrem Motorrad nach Indien fliegt und wie die Reise dann weitergeht?

Ein lustiges Treffen mit Femma

Sie fragt zurück „…wieso fliegen?“ und erzählt, dass sie vor ihrer Ankunft auf der Insel blind einen Roller gekauft hat.
„So einen weißen 125er, ein Chinaroller in gutem Zustand, nur die Plastikteile sind mit Kabelbinder befestigt…“

Ich lache – den Scooter kenne ich! Den haben doch Nicola und Ian aus Irland angeboten?!
Tatsächlich! Femma hat den Scooter unserer Bekannten aus der Marina gekauft – und damit nicht genug, sie will das Ding durchchecken lassen und damit nach Indien fahren.
Na wenn das mal keine spannenden Pläne sind – ich bin fast etwas neidisch.

Na egal, wir haben einen sehr netten Nachmittag und sitzen lange im Eisparadies um zu klönen…
Ich denke es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir Femma treffen.

Der Zufall will es, dass wir am gleichen Tag noch ein zweites Mal bei „Repapis“ einkehren – macht aber nix, Eis geht IMMER!

Am Abend gönnen wir uns abermals eine Köstlichkeit von der kleinen Eismanufaktur

Ein kleiner Lichtblick in meiner derzeit stressigen ELOWYN-Welt war, dass die lang ersehnten Computerteile für meinen Laptop endlich ankamen.

Ich hatte bei einem Händler in Tschechien bestellt, welcher aber aus Deutschland ausliefert.
Schwiegertochter Amelie hat mir die begehrte Ware dann weitergeleitet.
Was soll ich sagen, die Teile waren wie erwartet, alles hat perfekt gepasst und ich habe es mir nicht nehmen lassen, die Reparatur gleich durchzuführen.

Zu wichtig ist mir mein Datenzugriff, die Reparatur genoss höchste Priorität!

Ladekabel rein – funktioniert! Ladeanschluss, Akku und Lüfter erneuert
Die ersten Testläufe zeigen – alles funktioniert wieder

Ich war happy! Es scheint, als ob alles wieder wie gewohnt funktionieren würde.
Ich wage es, den Rechner wieder komplett zusammenzubauen und eine Datenrücksicherung zu machen.

Nach einem weiteren Testlauf lösche ich die inzwischen veralteten Daten von der Festplatte und mache alle Updates – fertig!

Heute soll es soweit sein – das Warten hat ein Ende! Tom von der INSPIRATION kommt heute Abend an und bringt meine Teile mit – hoffentlich passt alles, langsam wird es Zeit, dass wir an ELOWYN weitermachen.

Und siehe da – pünktlich trifft der Freund ein und überreicht die heißbegehrte Ware…

Endlich sind die begehrten Teile da

Hans Peter und ich legen eine Spätschicht ein und nehmen das alte, verschnittene Teil noch heraus, dann kann das Neuteil eingeklebt werden.

Es war uns wichtig, dies heute noch durchzuführen, so kann die PU-Dicht- und Klebemasse über Nacht eine erste Festigkeit erreichen.

Ein Rumpfdurchbruch muss noch einmal raus – alles zurück auf Null
Der Neue muss gekürzt werden – aber diesmal bitte gerade 😉

Hans Peter bittet mich, den Schnitt anzusetzen – einmal schief geschnitten reicht ihm.

Diesmal geht alles glatt und wir können den Durchbruch schnell montieren – das war´s! Der Fehler ist ausgebügelt, generell sind wir wieder im Plan.
Wir schreiben den Abend des 09.09. – Krantermin am 13.09. !

Ich bespreche mich mit dem Kranführer und kann den begehrten „last boat in crane“ Termin für mich aushandeln – ich gehe davon aus, dass wir eine ganze Weile für den Check der 25 Ventile brauchen würden.

Noch konnte ich nicht ahnen was passieren würde.

Neuer Tag – Endspurt! Hans Peter und ich bauen das letzte Ventil ein, wir schrauben den letzten Schlauchanschluss an das Ventil.
Auch hier muss etwas angepasst werden, aber auch diesen letzen Step erledigen wir gewissenhaft.

Wir passen alles ganz exakt an – millimetergenau wird geschliffen

„Was soll schon schiefgehen?“ höre ich die Freunde sagen.
Einer lässt sich zu der Aussage hinreißen, dass „…man ja schließlich weiß wer es eingebaut hat!“

Das schmeichelt mir – und dennoch habe ich kein perfektes Gefühl.
Das ein oder andere Ventil hat gewackelt als es aufgeschraubt war, das kenne ich so nicht.
Bei zwei oder drei Ventilen haben wir einen zweiten Versuch mit mehr Dichtmittel gemacht.

Meine Fallhöhe war künstlich hoch. Ich selber weiß, dass bei Reparaturen IMMER etwas schief gehen kann – aber nicht bei ELOWYN!
Wir brauchen das Glück des Tüchtigen!

Ich sollte Recht behalten – aber das wusste ich noch nicht!
Waren Wolken am sonst stahlblauen Himmel ein Zeichen???

Nanu, bewölkt??? Das ist nicht üblich und inakzeptabel

Schluss mit dunkelschwarzen Gedanken – heute ist „Serza“ Tag! Gabi und Gottfried wollten unbedingt noch einmal zusammen mit uns in das neue Lokal am Merikia Strand.
Heute war es soweit, wir haben einen Tisch reserviert und freuen uns auf den gemeinsamen Abend.

Es war der Tag der absoluten Mondfinsternis, die danach einem vollen Blutmond weichen sollte – ein Himmelsspektakel welches wir von der Terrasse des Strandlokals sicher gut beobachten können.

Wir fahren mit den Moppeds an den Merikia Strand
An diesem Abend sind wir die ersten Gäste
Wir genießen den herrlichen Ausblick über die Lakki Bucht
Und genießen zu später Stund´ die Mondfinsternis

Mit Gabi und Gottfried sitzen wir immer lang. Es gibt viel zu erzählen, die Beiden sind für uns Vertrauenspersonen, wir kennen uns ja auch schon ewig.

Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, zum Tagesabschluss auf ein Eis bei „Repapis“ reinzuschauen.

Da entdecke ich ein sehr interessantes Plakat an der Einganstüre…

Die Brüder Stratakis kommen abermals nach Leros

Ich habe bereits ein Konzert der beiden Brüder mit Band auf Leros gesehen – ein Abend der in die Geschichte einging.

Ich saß mitten zwischen den Einheimischen, alleine, da Sibylle in Deutschland war – ich erlebte an diesem Abend eine Gastfreundschaft und eine Herzlichkeit, „Filoxenia“ in Reinstform, die den Abend unvergesslich machte.

Die Musik war besonders und Extraklasse, denn die Brüder haben sich dem Erhalt der alten kretischen Musik verschrieben.
Ihr könnt euch das nicht so recht vorstellen? Na dann – hört mal rein...

Ich mache es kurz – Uli und Angelika werden ein paar Tage später vier Karten für uns kaufen. Ich freu´ mich drauf!

Der kommende Morgen beginnt für Sibylle und mich mit einer nicht alltäglichen Abwechslung!
Wir sind geladene Geburtstagsgäste!

Wenn schon, dann richtig

Der nun fünfjährige Janu hat uns gestern höchstpersönlich zu seinem Ehrentag geladen.
Der aufgeweckte Knirps ist selbstbewusst und hat uns erklärt, dass wir „…gerne auf ein Stück Kuchen vorbeikommen dürfen. Dann könnt ihr wieder gehen!“

Na wenn das nix ist! Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen.

Der Hut ist Pflicht – sozusagen die Eintrittskarte
Genau nach Sibylles Geschmack

Interessant ist, dass ich Chris, Janus Vater, vor einigen Jahren in der Marina kennen gelernt habe.
Er hat damals die dunkelblaue Sunbeam 44 gekauft und sie mit einem Skipper nach Umag in Kroatien überführt, um sie dort auf das Familienabenteuer vorzubereiten.

Ich konnte seinerzeit etwas unterstützen und freue mich nun, die ganze Familie kennen zu lernen.

Leider ist der Grund für das Treffen auf Leros kein wirklich erfreulicher – die Familie hat festgestellt, dass die Mehrheit nicht seefest ist und wird ihre Pläne ändern müssen.
Na, da sind sie ja hier in bester Gesellschaft.

Sie unterzeichneten jedenfalls einen Wintervertrag und werden Teil der Wintercommunity sein – was mich außerordentlich freut!

Die Geburtstagsfeier ist in vollem Gange…

Tief Luft holen…
…trööööööt
Ich frühstücke das versprochene Stück Kuchen
Das Geburtstagskind freut sich hingegen über seine Geschenke

Dann heißt es für mich an die Arbeit zu gehen – ich treffe mich mit Hans Peter auf ELOWYN, wie jeden Tag um 10.00 Uhr.

Die Ventile sind fertig, aber wir wollen den Tag nicht ungenutzt vergehen lassen, die Uhr läuft schließlich weiter.

Also nehmen wir uns heute die möglichen Ursachen für den Wassereintritt vor, welchen wir auf der Überführungsfahrt bemerkt hatten.

Hier hatte Volker die Beschläge für die Dinghyhocker im Auge – es gibt deren sechs Stück auf dem Boden der Beibootgarage.

Wir bauen die Beschläge aus…
…der Blick durch das Loch zeigt – der Boden des Kompartments ist trocken
An der vorderen Kante ist es etwas feucht

Insgesamt bestätigt der erste Eindruck meine Vermutung – etwas Wasser kam durch die schlecht verklebten Beschläge in das darunter liegende Abteil, die Gesamtmenge reicht aber keinesfalls als Ursache für den erheblichen Wassereintritt aus.

Ein klein wenig bestätigt sich, dass die Polen beim Bau von ELOWYN zwar schon grundlegend gut gearbeitet haben, im Detail aber kompromissbereit waren.

Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Beschläge mit Badezimmersilikon in zweierlei Farben eingeklebt wurden.

Das ist nur halbgut

Irgendwann fährt der Kran an uns vorbei um das nächste Schiff aus dem Wasser zu holen.
Wir erinnern uns, dass Pit mit WUQI heute Krantermin hat und sehen mal nach, ob die Kranbewegung nicht vielleicht ihm gilt.

Und tatsächlich – WUQI steht schon in der Krangasse, bereit zum Liften.
Warum hat Pit nichts gesagt? Wir hatten uns doch angeboten zu helfen…

Na egal, das Schiff wird angehoben und temporär neben ELOWYN gestellt.

WUQI wird zur temporären Nachbarin von ELOWYN

Heute Nacht sind Angelika und Uli von der JASPER angekommen. Wir hatten uns schon begrüßt und freuen uns über das Wiedersehen nach so langer Zeit.

Die Beiden hatten ihre Aufmerksamkeit für mehrere Monate auf lange Motorradtouren gerichtet und kommen erst jetzt zurück nach Leros – entsprechend viel gibt es zu erzählen.

Dass sie gleich noch ein Foto liefern, welches HP und mich beim Rackern zeigt, bleibt dabei nur eine Randnotiz – vielen Dank dafür!

Hans Peter und ich arbeiten an den Beschlägen

Wir trinken zusammen mit Pit einen Kaffee im „Skipper´s“, dann nimmt sich mein Freund und Partner aus dem Saarland einen freien Nachmittag.
Ich will mit Sibylle noch ein bisschen Vorarbeit leisten und wir beschließen, dass wir die ausgebauten Beschläge reinigen und für den Einbau vorbereiten würden.

Gesagt, getan – soviel Zeit war noch, bevor wir den Feierabend einleiten würden.

Das ganze Silikon muss weg – dann noch polieren

Am Abend war endlich mal wieder „SouVLakki“ angesagt – ich hatte einen Bärenhunger und habe mich an einem halben Broiler gelabt.

Die Portion war riesig, der Hunger gestillt.

Es versteht sich von selbst, dass wir den Abend, wie eigentlich immer nachdem wir im Lieblingsgrill waren, im Eisparadies der Familie „Repapis“ ausklingen lassen.

Angelika und Uli sind dabei und erzählen von ihren Reisen. Obwohl es mich nicht unbedingt mit dem Mopped in den hohen Norden zieht, lausche ich aufmerksam den Erlebnissen – es macht Lust auf Motorradreisen.

Sibylle muss Merlins Gunst seit diesem Abend teilen – auch Angelika isst ihr Eis aus der Waffel und der Hund, welcher aussieht wie Alf, schmachtet jetzt eben zwei Frauen ob derer Eiswaffeln an.

Erst der Mega-Broiler im „SouVLakki“…
Dann Eis für alle bei „Repapis“ – wenn er die Waffel nur lange genug anstarrt

Der Abend endet spät und wir alle schlendern müde nach Hause – morgen ist der letzte Tag, bevor ELOWYN gekrant wird.

Auch an diesem Morgen gehen HP und ich frisch ans Werk. Heute heißt es, die gestern begonnen Aufgaben zu finalisieren und dann keine neuen Baustellen mehr zu eröffnen.

Zuallererst muss ich aber das abgeschliffene Antifouling ausbessern – um keine Reste von dem sündhaft teuren Anstrich übrig zu behalten, streiche ich einfach die kompletten Seiten des Unterwasserschiffes – so vermeide ich auch, dass das Schiff zu „fleckig“ aussieht!

Der Audi dient abermals als fahrendes Lager und Farbmischzentrale
Das Antifouling ist ausgebessert

Danach kleben wir die Beschläge in der Dinghygarage fachgerecht mit SIKA ein und beschäftigen uns anschließend noch mit einem weiteren Schwachpunkt – der Abdichtung der hydraulischen Heckklappe.

Hier wurde nach dem Lackieren vergessen, einen Dichtgummi anzubringen.
Was nicht schlimm klingt, hat fatale Folgen! ELOWYN taucht beim Segeln auf der Kante mit ebendieser hinten ein und Wasser kann in die Garage fließen.

Unser Verdacht war, dass dieses Wasser irgendwo eingedrungen sein könnte.
Ich sehe diese Gefahr als nicht wirklich so stark gegeben, wie wir zunächst vermutet hatten, dennoch muss die Garage weitgehend dicht sein.

Ich habe lang recherchiert, bis ich einen passenden Gummi zur Abdichtung gefunden hatte.

Der neue Dichtgummi und die Beschläge für die Dreibeine…
…diese hatten wir vorher eingeklebt

So, fertig – jetzt noch einen visuellen Test des Dichtspaltes an der Heckklappe.

Hans Peter entert die Garage – ich schließe die Klappe. Dort wo vorher ein klaffender Spalt von bis zu 8mm Breite zu sehen war, ist nun kein Lichtdurchlass mehr zu erkennen.

Dies muss auf jeden Fall für Abhilfe sorgen – mal sehen ob es etwas bringt…

Ich will an dieser Stelle erwähnen, dass ich seit Wochen die Meinug vertrete, dass die linke Ruderabdichtung schuld an dem Wassereintritt ist – aber das ist eine andere Geschichte. Noch!

Der Dichtheitstest lässt keinen Spalt mehr erkennen

Der Tag klingt entspannt aus – Sibylle und ich starten den Feierabend seit langer Zeit einmal wieder im „La Palma“.

Wir gönnen uns eine Flasche Ouzo und sitzen gemütlich an der Riva von Lakki.
Um 19.15 Uhr werden wir Hilde und Benno in der Marina abholen, zusammen fahren wir dann nach Alinda ins „To Steki“.

Dort werden wir den Tag ausklingen lassen – morgend wird es spannend, morgen ist der „große Tag“!

ELOWYN wird gekrant – nach drei Monaten an Land, nach vier Wochen intensivster und pausenloser Rackerei…

„Don´t lose yourself…!“

Der Plan ist keinen Plan für diesen Tag zu haben – Hans Peter und ich sitzen im Cockpit des weißen Riesen und schauen uns um…

ELOWYN ist fertig – wir warten auf unseren Krantermin…
…und bestaunen die griechische Bewertung von Arbeitsschutz

Ich war früh auf den Beinen und habe an ELOWYN alles vorbereitet. Die Fender sind bereit, das Deck klariert.
Ich habe die Leinen bereitgelegt und Bug- und Heckstrahlruder getestet.

Ich hatte bereits vor einigen Tagen mit Giannis vereinbart, dass wir „last boat in crane“ sein werden um genug Zeit zur Überprüfung der Seeventile zu haben.

Ich wollte ganz bewusst an diesem Tag keinen Schraubenzieher in die Hand nehmen, mir war klar, dass wir während des Kranens und zum Anlegen unsere ganze Aufmerksamkeit brauchen würden.

Mir war auch klar, dass dieser Tag das Potential hatte, uns himmelhoch jauchzen zu lassen, oder uns zu Tode betrübt auf´s Abstellgleis zu schubsen.

Um 15.10 Uhr war es soweit, wir rufen unsere Linehandler für das Anlegemanöver zusammen…

Der große Portalkran holt ELOWYN ab
Langsam wird sie die paar Meter zum Kranbecken gefahren
Es geht zurück in ihr Element
Langsam geht das Boot zu Wasser

ELOWYN wird bis zum Wasserpass ins Wasser gelassen, bleibt aber in den Gurten hängen.

Die Crew steigt zu, Hans Peter und ich gehen sofort nach unten um die Ventile auf Dichtheit zu prüfen.

Er hat sich als erstes das Wassermacher-Kompartment ausgesucht, weil er leichter und schneller als ich in den Bauch von ELOWYN klettern kann.
Ich dagegen sehe zuerst im Motorraum und dann im Eignerbad nach dem Rechten.

Mein erstes Ventil ist der Kühlwasserzulauf des Generators – und ich traue meinen Augen kaum! Eine kleine Pfütze…
Was ist DAS??? Ich trockne das Pfützlein weg und sehe genauer nach – es tropft, wieder entsteht ein Pfützlein.

Ich rufe „eines ist undicht“ und will gerade anfangen mich zu ärgern, da höre ich HP rufen „hier auch!“
Ich bin paralysiert und sehe noch im Eignerbad nach, auch hier ein undichtes Ventil.

Ich gehe ins Cockpit und gebe das Signal ELOWYN wieder anzuheben. Da wirft mein Freund aus dem Saarland ein, dass wir uns die Zeit nehmen sollten alle Ventile zu kontrollieren und so ein Gesamtbild zu erhalten.

Wir finden weitere undichte Verschraubungen…

Insgesamt sind 9 von 25 Seeventilen undicht

Alex ist zu uns gekommen und tippt in sein Handy was wir diktieren – insgesamt geben wir ihm neun undichte Seeventile an.

Es ist auffällig, dass alle an der gleichen Verschraubung undicht sind.
Ich kann mich nicht mehr ärgern – eines oder zwei, ja darüber kann man sich aufregen!
Aber neun!!! Da stimmt etwas im Prozess nicht, da ist etwas gründlich schief gelaufen.

Die Tippfehler und die Rechtschreibung bleiben außen vor – es war eine Drucksituation

HP und ich schau´n bedröppelt aus der Wäsche, die anderen sind irgendwie schockiert – DAS hatten wir nun nicht auf der Rechnung!

ELOWYN kommt wieder an Land, es muss gleich morgen geklärt werden wie lange sie dort stehen bleiben darf und außerdem muss ich jetzt mit Volker und Tina telefonieren und ihnen beibringen, dass der geplante Urlaub gerade eine überraschende Wendung genommen hat.

Weltuntergangsstimmung! Mein persönliches Waterloo, ein Tag zum Vergessen!
Der Sonnenuntergang kann mich nicht trösten, ich bin enttäuscht – das Glück der Tüchtigen war uns nicht hold…

„Don´t lose yourself…!“

Am Abend grillen wir am Standplatz von ANAHITA

Der darauffolgende Sonntag war ein seltsamer Tag – ich habe mir einen Tag Pause verordnet.
Nicht an ELOWYN denken, nichts reparieren. Einfach einen echten Tag Pause.

Ich habe nochmals einen Videocall mit Tina und Volker. Ich bekomme grünes Licht für eine vollumfängliche Nachreparatur, außerdem teilen die Beiden mit, dass sie auf eine Fernreise umgebucht haben.

Ich habe von deren Seite also weder Druck noch Vorgaben – das ist ein Lichtblick. Den Rest kläre ich morgen!

Während des Nachmittags gönnen wir uns in kleiner Runde ein leckeres Eis bei „Repapis“ und am Abend gehen wir alle zusammen ins „SouVLakki“ – ich versuche, mir die Fragen weitgehend vom Leibe zu halten.

Heute drei Kugeln
Rena schenkt uns abends Tartes zur Nachspeise

Woran lag es nun? Offen gesagt, als ich die zweite Ausfallmeldung hörte, wusste ich sofort was los war.

Ich habe in den Folgetagen noch einmal alle Verfahrensvorgaben von TruDesign und SIKA gelesen – Hans Peter und ich haben keinen handwerklichen Fehler gemacht.
Und doch trifft uns die Schuld an dem Desaster – wir haben eine Sache grundlegend falsch eingeschätzt!

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich merkte, dass ein paar der gebrauchten Ventile mehr gewackelt haben als gewöhnlich.
Dies wurde durch den vorherigen Verbau mit Hanf verursacht, dies ist laut TruDesign nicht zulässig.
Wir vermuten, dass der Hanf beim festen Verschrauben, das Kunststoffgewinde deformiert hat.

Die richtige Entscheidung wäre gewesen, neue Ventile zu verwenden.
Alternativ hätten wir Sorge tragen müssen, dass wir mehr Dichtmasse ins Gewinde bekommen als gewöhnlich.
Unsere Einschätzung, dass unser „normaler“ Dichtmasseauftrag ausreichend sein würde, war schlichtweg falsch.

Ich bin sicher, dass das die Ursache ist – doch wie löse ich das Problem?

Einfach alles „wieder auseinanderschrauben“ funktioniert nicht!

Bei den Schraubversuchen entstanden durch das Drehmoment Risse im Primer und Antifouling
Die Borddurchlässe haben zurückgefedert, das Losbrechmoment war zu gering, es entstand kein struktureller Schaden

Beim Abschrauben entstehen hohe Drehmomente die die Verklebung der Borddurchlässe gefährden würden.

Trotz der Versuche, gaben die zwar undichten, aber bombenfest sitzenden Ventilverschraubungen nicht nach – wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen…

„Ich weiß, wir schneiden die Dinger auf!“

Beim Abschrauben der Ventile lösen sich die Ventilkörper vom unteren, verklebten Deckel.
Diesen gilt es nun, so clever vom Borddurchlass zu entfernen, dass das Gewinde des Durchlasses heil bleibt.
Ich mache erste Versuche…

Ein Borddurchlass mit absolut fest sitzendem, unteren Deckel
Für den Schneidversuch nehme ich den oberen Deckel, welcher baugleich ist

Mit dem Fein Multimaster kann ich sehr präzise sägen und setze gleich zwei Schnitte, welche geschätzte 80°-90° auseinader liegen.

Diese Schnitte führe ich bis nahe an das Gewinde – das ist die eigentliche Kunst – ohne dabei bis zu den Gewindeflanken durchzuschneiden.
Gelingt mir das, kann ich mit einem Schraubenzieher die Schnitte aufspreizen und das aufgetrennte Viertel herausnehmen.
Danach lässt sich verbleibende Rest gut vom Rumpfdurchbruch abdrehen.

Super Schnitt ohne die Gewindeflanken zu berühren
So bekomme ich die Ventile runter

Ok, den Lösungsansatz habe ich jetzt – offen bleibt die Frage, wieviel Ventile ich erneuern soll.

Glaubt es oder nicht, ich zermartere mir das Gehirn darüber…
Es gilt der Grundsatz „undicht ist undicht“ – was soviel bedeutet, dass bereits ein Tröpfchen ein KO-Kriterium ist.
Eine Undichtigkeit wird nicht verhandelt!

Aber – darf man dann nicht auch sagen „dicht ist dicht“? Ich bemerke ja, dass die Ventile bombenfest sitzen.
Wenn sie dazu noch dicht sind, muss man sie dann ersetzen?
Es muss aber auch eingestanden werden, dass alle Ventile vorher mit Hanf montiert wurden und die dichten somit nur „glücklicher Weise“ dicht sind.

Die Entscheidung fällt – ich baue mir eine Prüfvorrichtung, werde alle dichten Ventile noch einmal mit zwei Bar Wasserdruck prüfen und diese bei positiven Ausgang im Schiff belassen.
Alles was undicht ist oder bei zwei Bar undicht wird fliegt raus!

Ich bin zufrieden, so gehe ich es an!

Zufrieden fahren wir zu Brigitte nach Crithoni

Wir waren noch einmal bei Brigitte zum Essen eingeladen.

Unsere Freundin war alleine zuhause, ihr Göttergatte war beim Regattasegeln in Kroatien.
Sie hatte lecker gekocht und wollte diese Mahlzeit mit uns genießen.

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, zumal wir doch so gerne in deren Haus zu Gast sind – ich hatte das ja schon beschrieben.

Wir fahren also abermals nach Crithoni, diesmal aufgrund des starken, schon ziemlich kühlen Windes mit dem Auto.
Dort genießen wir den Abend zusammen.

Die Sonne ist schon hinter dem Hügel verschwunden – es wird langsam kühler
Wir schlemmen ein fantastisches Curry

Wie immer sitzen wir lang beisammen und quatschen über Gott und die Welt.

Erst spät am Abend fahren Sibylle und ich nach Lakki zurück – und wir sind froh, dass wir den Boliden als Vehikel gewählt haben.
Inzwischen werden die Abende kühler, zumal dann, wenn ein kräftiger Meltemi die frische Luft in Aufruhr bringt.

Der nächste Morgen – wir gehen nach dem Kaffee durch die Marina, mal sehen was so los ist.
An Alex´ ANAHITA hängt etwas…

Nanu, was steht da geschrieben? Wir tapsen neugierig zu der im Refit befindlichen Delta 46 und sehen nach.

Was ist denn das???
😉 – wie witzig! Offensichtlich gab es viele Neugierige Blicke am „black hole“

Wir unterhalten uns ein wenig mit dem, aus unserer Sicht, „Youngster“ – endlich geht etwas voran an seiner Baustelle.
Die Löcher für die neuen Seeventile sind vorbereitet, das für das Bugstrahlruder ist geschnitten – alle Teile sind bestellt.

Das Projekt „Unterwasserschiff“ macht echte Fortschritte!

Als wir hier stehen, kommt der Marinero mit einem Paket auf der Schulter vorbei.
Noch bevor ich ihn stoppen kann, trägt er es zu NESSAJA und legt es dort ab.
Hm, dumm gelaufen – ich erwarte zwar ein Paket, aber nicht für NESSAJA sondern für ELOWYN.

Ich muss das schwere Trum ebenfalls schultern – auf zu ELOWYN

Nun, da Sibylle und ich nun ohnehin zu unserem Patenschiff müssen, tragen wir das Paket nicht nur dorthin, sondern packen aus, verräumen die Sachen und sortieren unsere Ersatzteile heraus.

Drei Kleinigkeiten müssen zurück nach Deutschland, da Tina und Volker ja nun umbuchen mussten und nicht nach Leros kommen werden.

Weil wir gerade dabei waren, entscheiden wir kurzfristig, dass wir das Deck von ELOWYN schrubben würden.
Dies konnten wir lange nicht machen, da die Ventile nicht angeschlossen waren und die Algro Werft die Decksentwässerung über Seeventile führt.

Es war höchste Zeit und wir wollten diesen Punkt erledigen, bevor ich die Schläuche wieder abziehen würde.
Leider ging auch diese an sich einfache Aufgabe nicht ohne Probleme vonstatten.

Der Schlauchverbinder war gebrochen – ich musste einen von uns holen

Wie auch immer, irgendwie haben wir es hinbekommen den gebrochenen Schlauchverbinder zu ersetzen, das Deck zu schrubben und für „klar Schiff“ zu sorgen.

Das war uns wichtig – wir müssen die Aufgaben an ELOWYN neu sortieren, wir werden sie jetzt schon auf den Winter vorbereiten.

Irgendwie geht der Tag schon rum – so auch heute. Wir sind abermals mit ein paar Freunden beim Essen und leben eine schöne Zeit.

Am nächsten Morgen schau´ ich zum Kaffee ein bisschen Online-Schlagzeilen durch und überblättere die „Social Media“ Landschaft.
Da springt mir der Post eines russischen Seglers ins Auge – auch er scheint sich über Alex´ Bugstrahlruder zu amüsieren – sein Zettel geht viral 😉 !

Man spricht in der Marina über den witzigen Einfall

Hans Peter und ich wechseln heute die Baustelle – mein Weggefährte aus dem Saarland hat an ELOWYN gerackert wie ein Beserker, es ist eine Ehrensache, dass ich zur Stelle bin, wenn ihm der Schuh drückt.

Hier erinnere ich daran, dass wir bei seiner LIBERTÉ vor einigen Wochen den „Mixing Ellbow“ ausgebaut hatten und dabei Materialschwund am Wärmetauscher festgestellt haben.
Es macht Sinn, dies jetzt anzugehen, bevor daraus eine Mammutaufgabe wird.

Dies ist es, was HP auf der Seele liegt – und um für den Frieden ebendieser zu sorgen, machen wir uns heute ans Werk…

Im Sitzen arbeiten – wie komfortabel
Ein paar Schrauben foppen uns – viel zu wenig Platz

Das Glück war uns heute hold! Obwohl auch wieder kleine Stolpersteine in unseren Weg kullerten, konnten wir schnell alle Herausforderungen lösen.

Wie kann man einen Motor so einbauen, dass eine zwar umfangreiche aber nicht außergewöhnliche Reparaturarbeit dadurch erschwert wird, dass für das Herausdrehen und Abmontieren von Schrauben und Stehbolzen kein Platz ist.

Meine Anmerkung „…wir müssen Deinen Niedergang aufsägen“, ließ HP zunächst blass werden, als ich aber mit den Worten „nur Spaß“ für Aufklärung sorgte, kam die Gesichtesröte wieder auf seine Wangen zurück.

Einmal durch die Kniekehle gefasst und dann am Ohr gekratzt – so kann man es beschreiben.
Trotzdem haben wir das Trum irgendwie herausgezaubert.

Ging recht flott – ich würde fast behaupten in Rekordzeit
Ob wir auch einen Zettel hinhängen müssen??? „YEEEES, you found a heat-exchanger“

Naja, wenn das Ding schon am Steg liegt, dann rufe ich gleich Giorgos an ob wir es zur Reparatur vorbeibringen dürfen.

Bis der Zampano am Schweißgerät antwortet, will ich die Zeit nutzen um an NESSAJA auch mal wieder ein paar Handgriffe zu machen.

Erstens ist schon lange der Tausch unserer Brauchwasserfilter angesagt. Ich habe diese bei Panos bereits beschafft und muss sie „nur noch schnell“ einbauen.
Natürlich dauern auch solche Kleinigkeiten immer dreimal so lang – aber irgendwann sind die Filter eben doch installiert und das Wasser wird wieder aufbereitet.

Die Filter sind wieder ok, das Wasser wird gereinigt bevor es in unsere Leitungen gelangt

Wirklich ganz ohne Aufwand ging dagegen der Tausch der Gastlandflagge.

NESSAJA trägt die Nationale nicht, solange sie nicht zur See ist.
Natürlich könnten wir den Adenauer setzen wenn wir an Bord sind, dies ist mir aber gar nicht so wichtig.

Durchaus von Bedeutung ist mir aber die Wertschätzung und der Respekt unserem Gastgeberland gegenüber. Hier wahre ich die Flaggenetikette in vollem Umfang.

Die griechische Flagge weht bei uns stets unter der Steuerbordsaling, auch wenn wir nicht da sind.
Es versteht sich von selbst, dass wir diese Flagge nicht liederlich herumbaumeln lassen wollen, also muss sie von Zeit zu Zeit ersetzt werden – und es war höchste Zeit!

Blau-Weiß – setzen wir doch gerne

BIMM – Giorgos meldet sich. Ich könne den Wärmetauscher jederzeit bringen, er sei ab 17.00 Uhr in der Werkstatt.

Das ist super, es ist ohnehin schon 16.45 Uhr, also nix wie hin.
Zu „Boat & Parts“ brauchen wir rund 20 Minuten.
Es war also bereits knapp 10 Minuten nach 17.00 Uhr als wir eintrafen.

„Mr. Dimitris“, der einzige Mann dem ich das Mister voranstelle, sowie Giorgos´ Onkel warteten schon auf den Firmenchef – eigentlich wie immer.
Hans Peter und ich gesellen uns dazu und schmunzeln in uns rein – dieser akademischen Viertelstunde kann man nicht entrinnen!
Egal wann man käme, Giorgos ist IMMER 10 Minuten zu spät!

Wir warten – zusammen mit Giorgos´ Werkstattteam

Klappt perfekt – Giorgos kommt, nimmt uns das Teil ab, wir halten etwas Smalltalk.
Dann meint der smarte Grieche, dass wir vielleicht schon diese Woche mit der Reparatur rechnen können. Es sei eine Kleinigkeit, er wolle den Job erledigt wissen.

Umso besser! Wir signalisieren unsere Begeisterung, richten Grüße an die Gattin aus und machen uns vom Acker.

Zurück in der Marina, holt Sibylle mich noch einmal auf die Seite. Der Sommer hat ELOWYNs Sprayhoodscheiben ganz schön zugesetzt.
Sie würde diese gerne erneuern lassen, ich wüsste doch, dass solche Sachen Volker wichtig wären.
Da hat meine Frau natürlich Recht – also bringen wir die malträtierte Spritzhaube des weißen Riesen zum orstansässigen Segelschneider.

Sieht echt lädiert aus – nach so kurzer Zeit! Reinigen unmöglich, das Plastik klebt wie Pattex

Die abgegebenen Reparaturteile bekommen wir diesmal überraschend schnell zurück.
Die Reparatur der Sprayhood ist in vier Tagen erledigt, in Sachen Wärmetauscher meldet sich Giorgos bereits am nächsten Tag.

Er schickt mir zwei Bilder, dass er mit den Vorarbeiten bereits fertig ist. Wenn wir uns die Mühe machen würden, ihm die zwei bei uns zurückgelassenen Deckel für das Röhrenbündel nebst der dazugehörigen Dichtungen zu bringen, dann würde er die ganze Einheit komplettieren und einen Dichtheitstest durchführen.

Na wenn das kein Wort ist – klar, dass Hans Peter diesem Vorschlag zustimmt!

Die Aufschweißarbeit ist bereits erledigt
Der Wärmetauscher ist fertig zur Komplettierung

Vielleicht fragt sich der ein oder andere von euch, warum wir so einen Aufwand für diesen Kasten betreiben – nun, weil dieses Bauteil eines der teuersten am ganzen Motor ist – er kostet rund 5.000.-€, wenn er überhaupt noch lieferbar ist.

Nicht wenige Segler haben exakt wegen dieser Reparatur einen Austauschmotor gekauft. Es ist also gut, dieses Thema im Sinn zu haben und rechtzeitig entgegen zu steuern.

Ich nehme es vorweg – auch der nächste Arbeitsschritt klappt hervorragend.
Wir werden das Reparaturteil bereits übermorgen zum Einbau zurückerhalten.

Doch für heute reicht es erstmal, wir freuen uns auf Abwechslung auf unserem Speiseplan!

Ceviche – Japanese Style
Sushi satt

Das „Navarone“ lädt zum September Sushi und wir lassen uns das nicht zweimal sagen.

Wir mögen Sushi und freuen uns darüber, einmal etwas anderes als „Greek Cusine“ zu bekommen.

Zusammen mit Alex von der ANAHITA gönnen wir uns die asiatischen Leckereien und futtern die Fischpralinen bis uns die Wänste spannen.

Was für ein schöner Abschluss des Tages, was für ein gelungener, erfolgreicher Tag!

Was ist das für ein Geräusch? Ich schlage die Augen auf und erkenne – es ist schon hell.
Ich habe mit meinen Ohropax gut geschlafen, erst jetzt merke ich, dass sich NESSAJA im geschützten Hafen recht deutlich auf die Seite legt.
Der Druck im Rigg ist kräftig, der seit Tagen angesagte, stramme Meltemi ist nun also da!

Meine Windfahne zeichnet Böen von 38 Knoten auf, wir haben ein paar Winddrücker über 40 Knoten
Kein Nachteil ohne Vorteil – mein Silentwind lädt mit fast 19A

Sibylle und ich folgen erstmal unserem Morgenritual und gönnen uns unsere Humpen voll mit Tee beziehungsweise Kaffee.

Wir merken schon im Inneren des Bootes – es ist eigentlich ganz schön frisch für diese Jahreszeit.
In dieser Woche wird der Meltemi anhalten und für den – nicht verifizierten – Eindruck sorgen, dass es der kühlste September ist seit wir auf Leros wohnen.

Heute gönnen wir uns einen „Verplempertag“ – das ist ein Tag, an dem man schon etwas tut, Kleinigkeiten vielleicht, oder Handgriffe bei Freunden, ohne sich einem Projekt zu widmen.
Solche Tage braucht es manchmal, sie helfen den Kopf und den Alltag zu sortieren und „aufzuräumen“.

Wir schlendern also durch die Marina und besuchen erstmal Alex auf seinem neuen Stellplatz.

Der Tunnel für das Bugstrahlruder ist inzwischen montiert – es geht was voran

Die Marina hat die Montage des Bugstrahlruders inzwischen umgesetzt. Es ist final ganz gut geworden, wird am Schluss aber nicht perfekt und auch teurer als angeboten.
Wir kommen zu dem Schluss, dass wir das selber mindeststens genausogut gekonnt hätten und nehmen uns vor, dies beim nächsten vakanten Einbau auch zu beweisen.

Ich möchte heute noch einen Gefallen für Gabi und Gottfried loswerden.
Die Beiden möchten so gerne wieder einen der alten Ankerwinschmotore mit drei „Haxn“, also drei Anschlusskabeln haben.
Ich habe noch einen und möchte diesen an HARMONY abtreten.

Also hole ich meine Ersatzwinsch und flansche den Motor ab.

„Der Bolide“, mein Auto, wird zur mobilen Werkbank
Ich trenne Getriebe und Motor

Satz mit X – war wohl nix! Obwohl Gottfried die alte „Lofrans Cayman 88“ von Benno kaufen wollte und fast ein wenig beleidigt war, als HP ihm diese vor der Nase weggeschnappt hat…
…obwohl er stets um Hans Peter herumschlich, als dieser aus zwei „Cayman 88“ eine funktionstüchtige gemacht hat…
…obwohl wir ALLE davon ausgehen MUSSTEN, dass auf HARMONY eine „Cayman“ verbaut ist – heute stellt sich heraus, dass eine „Cobra“ montiert ist und der Motor schlichtweg nicht passt – na super!

Kommando zurück – ich baue das Trum nicht mehr zusammen, fahre aber Getriebe und Motor zurück in meine Garage.

Ein Auge hatten wir auch auf Ina und Ralf gerichtet – die Beiden sind nämlich seit gestern auch wieder auf ihrer CHILI und haben heute Krantermin!

Lagebesprechung an Bord der CHILI

Man möchte meinen, dass dies der Alltag von Seglern sei, aber weit gefehlt…
Kranen sorgt immer für eine gewisse Anspannung, so auch bei den Beiden.

Nicht zuträglich ist, dass wir kurz vor dem anberaumten Termin für die fast neue Hanse 418 ein ziemlich verkorkstes Anlegemanöver beobachten.
Die 40kn Windböen fordern die Steuerleute bei den Hafenmanövern – zugegeben, kein Pappenstiel.

Hilft nix – der Kran kommt und holt CHILI…

Kein Pardon, jetzt geht´s los

Ina schaut bedröppelt und versucht unserem Kranfahrer Giannis eine smoothe Lösung aus den Rippen zu leiern – und tatsächlich, das Augenklimpern der angespannten Ina lässt den bärbeißigen Krangott schmelzen und er gesteht der fränkischen Crew eine Nacht in der Krangasse zu.

Unnötig, denn am Folgetag wird Ina das Boot gekonnt in die zugeteilte Lücke manövrieren – bei kaum weniger Wind.

Da die Krangasse nun von CHILI, einem Charterschiff und einem älteren englischen Paar belegt war, suchte sich Giannis eine neue Aufgabe – die fand er bei ELOWYN!
So hat er es geschafft, auch mich kurzfristig zu mobilisieren.

ELOWYN wird umgestellt

Seit heute morgen steht fest, dass ELOWYN bis zum 29.04.2026 an Land bleibt.

Das ist keine wirklich gute Nachricht, denn der Landstellplatz ist mit höheren Kosten verbunden.
Trotzdem werden Volker und ich das beste aus der Situation machen – es wird nun nicht nur das Ventilprojekt finalisiert, ich werde mich neben meiner To-Do Liste auch um die Ruderabdichtungen kümmern.
Diese sind aus meiner Sicht ursächlich für den Wassereintritt.

Klar war von Anfang an, dass ein Boot wie die große Algro 68 nicht einfach abgestellt wird und sie den geplanten Ablauf nicht stören würde.

Die Marina musste also umplanen und am Ende dieser neuen Planung stand das Umstellen auf einen neuen Platz.
Hier wird der weiße Riese nun bis April 26 stehen und um sie herum werden nun kleinere Schiffe aufgestellt.

Letztlich steht sie nur 50m weiter links – hinter einer großen Swan
Ich bin mit dem Platz zufrieden

Sibylle und ich müssen nun unsere Ablaufpläne ändern.
Natürlich steht die Nachbesserung bei der Ventilreparatur an oberster Stelle – aber das ist emotional geprägt.

Tatsächlich wichtig ist, dass ich mit ELOWYN hier in die winterliche Regenphase kommen werden.
Es muss also zuerst die Segellast klariert werden und alle Arbeiten dort abgeschlossen sein, damit ich die Segel für den Winter verstauen kann.

Auch die Winterplane für den Baum und das Großsegel bringe ich zu Sotiris, um sie dort um etwa 50cm verlängern zu lassen – ich möchte diese noch zusammen mit HP anbringen, bevor er Leros für 2025 verlässt.

Soweit, so gut – der Tag ist rum, ein bisschen was haben wir geschafft und auch mit ELOWYN ist, ohne tatsächliche Aktivität, wieder etwas voran gegangen.

Ich freue mich auf heute Abend, denn heute sind wir mit Gottfried und Gabi zu einer Art „Abschiedsessen“ bei Dimitris dem Glatzkopf – „o´ Karaflas“ verabredet.
Wenn der Grund auch schade ist – wir freuen uns auf den kurzweiligen Abend mit den Beiden bei unserem Freund Dimitris, bei dem wir dieses Jahr viel zu selten waren.

Pünktlich zum Sonnenuntergang geht es los – wir fahren nach Vromolithos
Es war kühl und zugig…
…zum ersten Mal lange Ärmel 2025

Wie immer speisen wir vorzüglich und der Abend hielt was er versprach.
Wir kehren erst recht spät am Abend vom letzten Abstecher bei „Repapis“ zurück.

Wir werden unsere Münchner Freunde zwar übermorgen noch einmal in großer Runde im „SouVLakki“ treffen – aber dann heißt es Abschied nehmen.
Gottfried und Gabi eröffnen den Reigen der Freunde, welche es zu verabschieden gilt.
Auf Wiedersehen im Jahr 2026!

Highlight!!! Es ist Samstag der 20.09., ich hatte vom Konzert der Brüder Stratakis erzählt, heute ist es soweit!
Wir freuen uns auf den Konzertbesuch zusammen mit Angelika und Uli von der JASPER.

Hochkarätige Musiker aus Kreta

Doch bevor es soweit war, hatte ich Hans Peter versprochen, seinen Wärmetauscher mit ihm einzubauen.

Wir haben dieser Arbeit eine vorrangige Priorität gegeben, weil dadurch LIBERTÉ ihre Mobilität zurückerlangt – dies kann im Winter nur gut sein.

Ziel ist es also, das durch Giorgos unerwartet schnell reparierte Teil einzubauen und einen Testlauf durchzuführen.
Wie immer packen wir um 10.00 Uhr an.

Das Teil ist fertig und geprüft – wir holen es sofort frischlackiert ab
Der sofortige Einbau gelingt problemlos

Wow, potztausend! Damit habe ich nicht gerechnet – von der Werkbank an den Motor in weniger als zwei Stunden!

Wir schließen die letzten Kühlerschläuche an und füllen die Kühlflüssigkeit auf – dann starten wir das Aggregat.
Und siehe da – läuft!
Absolut dicht, keine Rauchentwicklung, sofortiges Anspringen – so dürfte es immer klappen.

Wir lassen den Jockel laufen bis das Thermostat öffnet, prüfen noch einmal den Kühlmittelstand und erklären die Arbeit dann für beendet.

Ich habe noch Zeit mich zu duschen und frisch zu machen und auch, um etwas Duolingo zu lernen.
Ja, ich bin immer noch dran und mache auch Fortschritte – wenn auch gaaaaanz langsam.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns mit der JASPER Crew im „Persiana“ zum Burgeressen, dann fahren wir zur Anlage des Segelclubs um dort just in time anzukommen.

Der Segelclub – hier war ich noch nie
Ok, die Burger hätten wir uns sparen können

Wir schauen recht doof. Überall Tische und Stühle, es riecht lecker nach Gegrilltem und es werden ausgewählte Speisen serviert.
Die Burger hätte es wahrlich nicht gebraucht, hier wird bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Leider wurde das NICHT kommuniziert! Übrigens auch nicht, dass mit dem Kartenkauf KEINE Tischreservierung getätigt wurde.

So bekommen wir Plätze auf einer Steinmauer seitlich von der Tribüne – wir sahen die Musiker zwar nur von der Seite, waren aber sehr nah dran und die Lautsprecher waren nicht auf uns gerichtet.

Endlich – die Stratakis Brüder legen los

German Pünktlichkeit und Greek sigasiga kollidierten an diesem Abend.

Beginn um 21.30 Uhr – so lesen wir auf unseren Karten. Das stimmt auch, die Veranstaltung beginnt tatsächlich ungefähr um halbzehn und ein Musiker begleitet das Abendessen der meisten Gäste – ABER – bis die berühmten Brüder auf die Bühne kommen wird es rund 23.00 Uhr!
In Deutschland undenkbar…

Ebenfalls undenkbar ist, dass junge Familien ihre Zwacken einfach mit auf das Konzert nehmen – auf eine Veranstaltung, die schon mit einem gewissen Schalldruck aufwartet.

Da kann sich der Knirps schonmal an sein Leben als Grieche gewöhnen

Es wird mal wieder klar, das Leben hier ist komplett anders als das in Deutschland.
Es findet unter anderen Vorzeichen statt – die Prioritäten sind komplett verschoben.
Ich liebe diesen Lifestyle und bin vermutlich für den Rest meines Lebens versaut!

Spaß, Lebensfreude, Genuß – das Leben als Konzentrat genießen – nur wenige können das so gut wie die Griechen – αγαπώ αυτό!

Man isst gemeinsam und trinkt Wein bis spät in die Nacht
Die Lieder sind allseits bekannt – rasch wird getanzt, jung, alt, alle zusammen
Die Musiker sind perfekt – bei „Η Καπετάνισσα“ tobt die Menge, es geht ab…

Wir halten es nicht durch bis zum Schluss! Um 01.30 Uhr winken wir ab und streichen die Segel!
Ich freue mich, dass Sibylle so tapfer gekämpft hat und so lange durchgehalten hat – so lange sind wir normaler Weise nichtmal an Silvester wach!

Es war aber auch ein toller Abend!!!

Der nächste Morgen war entsprechend – ich war groggy!
Ich hatte sowas wie Hunger und kann nicht sagen warum. Es war schon nach 09.00 Uhr, Sibylle würde noch eine Stunde schlafen.

Zum Glück hatten wir die Lebensmittel von ELOWYN schon ausgeräumt, es wird sich doch was Essbares finden???
Ok, Chipsfrühstück! Dann eben so – Katerfrühstück mal anders.

Jetzt erstmal Kaffee

Sibylle kriecht aus ihrem Kabuff – müde, zerknittert. Wir sind uns einig, oft könnten wir das nicht.
Für „Clubbing“ sind unsere Körper nicht geeignet.

Wir machen uns einen freien Tag und gehen nach dem Frühstück ins „Skipper´s“ – ich brauche heute ein Rührei mit Speck.
Dazu einen starken Americano, dann geht es mir besser.

Von der Terrasse aus beobachten wir Hans Peter wie er eine halbe Stunde an der Marinamauer steht – unsere Signale bemerkt er nicht.
Irgendwann zieht er ab, auch er macht sich einen faulen Sonntag und hängt auf seinem Boot ab.

Ich will einfach nur hier stehen…

Am Spätnachmittag jagt ein Termin den anderen – zuerst telefoniere ich mit einem Interessenten für NESSAJA .
An dieser Front tut sich etwas und komme später noch einmal darauf zurück – dann müssen wir zügig los, da wir von Charly und Rosi auf ALENA zum Sundowner eingeladen wurden.

Die Beiden haben einen fünfwöchigen Törn im Kielwasser und möchten davon erzählen.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns dann in großer Runde im „SouVLakki“ – wie jeden Sonntag feiern wir dort den Wochenausklang.
An diesem Abend sitzen Sibylle und ich mit Alex und einem jungen Paar aus Holland an einem Ende der Tafel.

Ben und Caetlin haben eine alte Jeanneau 44 für 2.000.-€ gekauft und machen diese wieder flott. Sie werden wohl über den Winter hierbleiben.
Dazu kommt, soviel wissen wir heute schon, die junge Familie aus Deutschland, mit deren Sohn Janu wir Geburtstag gefeiert hatten.

Eine junge Community zeichnet sich ab! Es könnte sein, dass ich diesen Winter als der „Segelopa“ verbringen muss und werde – ich freu´ mich drauf, denn die Jungs haben alle große Pläne bezüglich ihrer Bootsreparaturen.
Mal sehen, ob ich Schritt halten kann 😉

Am nächsten Morgen bin ich vor Sibylle wach. Ich blättere etwas in Facebook und stolpere über einen Post von Marietta – gefällt mir…

Ja, die Beschreibung trifft es ganz gut – das trifft für die Menschen auf Leros besonders zu

Sibylle überrascht mich nach dem Aufstehen mit einer Einladung – „…wie wäre es mit einem „Sailor´s Breafast“ im „Skipper´s“?“

Das klingt gut – wir waren die letzten Tage öfter mal oben – nicht als die besten Kunden, dafür ist uns das Marinarestaurant zu teuer, aber doch für ein Bier, einen Kaffee oder eben um das preiswerte Frühstücksangebot anzunehmen.

Wir sind überrascht, als uns diesmal nicht unsere Lieblingsbedienung begrüßt sondern ein junger Mann.
Es kam wie es kommen musste – Kaffee kalt, Cappuccino ohne Unterteller und Keks.
Das Frühstück mit ungetoastetem Toast statt mit klassischem Brot.

Sibylle bezahlt 23.-€ und fragt nach – „…scheint viel, was kosten denn die Einzelpositionen?“ Sie bekommt keine Rechnung!

Hm, wir erfahren, dass der Cappuccino 4.-€ kostet und das Wasser 3,50€ – macht bei zwei Cappuccino 11,50€.
Es bleiben 11,50€ für das „Sailor´s Breakfast“…

Schlecht lesbar, aber die Offerte lautet 8.-€

Nicht dass ihr denkt, dass ich wegen der zuviel berechneten 3,50€ Terz mache. Mir stinkt, dass wegen dem Lümmel die Qualität nicht gepasst hat, er keine Ahnung von Service hat, er nicht boniert und dann auch noch falsch addiert oder gar bescheißt.
Als Sibylle weiter nachhakt, fertigt der Frechdachs sie mit den Worten ab „…you are in a Marina Madam!“

Ok, was will er uns damit sagen? Ist eine rhetorische Frage, ich weiß es – aber da hat er die Rechnung ohne mich gemacht.
Ich weiß nämlich wo ich wohne und weiß auch, dass unser Restaurant in der gehobenen Liga mitspielen will.
Ich hoffe, er wird verstehen, dass ich „im Restaurant einer Marina“ einen Unterteller unter einem warmen Kaffee erwarte und am Schluss die Summe bezahle die auf einem Kassenbon steht.
Ich mag die Griechen für ihre Art, aber Lässigkeit gepaart mit Dummheit geht nicht!

Weil wir uns hier so aufregen, ziehen wir gleich weiter zur nächsten Bar. Wir waren nämlich lange nicht mehr am Panteli Strand und wollen uns heute mal einen Strandtag gönnen.

Der Strand ist noch gut besucht, aber nicht mehr überfüllt
Hier gibt´s ein Bier – die Abrechnung und der Preis sind ok, so muss das sein

Der Strandaufenthalt war schön. Ich war zweimal baden und musste erkennen, dass das Meer schon ziemlich abgekühlt hat.
Das erscheint mir früh im Jahr – ich denke, dass die Badesaison 2025 eine kurze sein wird.

Am Nachmittag will ich noch ein paar Handgriffe an ELOWYN machen.
Wir holen zunächst das Winter-Baumkleid von Segelmacher Sotiris, er hatte es rasch hinbekommen, dieses von ihm gefertigte Stück etwas länger zu machen.
Ich bin froh, den Wetterschutz zurück zu haben, denn es drohen ein paar Wolken und vielleicht sogar der erste Regen zum Monatsende – es muss verhindert werden, dass das Großsegel nass wird.
Ich werde das Trum also die nächsten Tage montieren.

Zudem erneuere ich heute noch den Spiralschlauch in der Dinghygarage, dafür war es höchste Zeit geworden.

Das Abendessen fand heute im „Pirofani“ am Panteli Strand statt – wir kehren also zu später Stund´ noch einmal dorthin zurück.

Die untergehende Sonne sorgt für eine besondere Stimmung
Wir sitzen perfekt – direkt am Wasser, darauf ein „Mamos“

Zum Dinner hat sich eine sehr nette Gesellschaft zusammengefunden. Zum einen unsere Freunde Brigitte und Hans, die ihren Freund Geri mitbringen, welcher zur Zeit bei den Beiden zu Besuch ist.

Zum anderen haben sich Ina und Ralf zu uns gesellt. Auch die Beiden sind mit den Österreichern befreundet und wir haben uns alle zusammen hier verabredet.

Wir haben zur Anfahrt den Boliden gewählt, denn so konnten wir Ralf und Ina ein „Fährtle“ anbieten und somit unseren Radius über Lakki hinaus erweitern.

Unser Dinner im „Pirofani“ war wie immer spitze und ich darf sagen, dass sich dieses Lokal auf Platz 1 meiner persönlichen Bestenliste hochgearbeitet hat.
In diesem Kontext ist, wie immer, wichtig zu erwähnen, dass das „Mylos“ nicht in der Bewertung geführt wird.
Der beste Newcomer ist das „Serza“, dort gehen wir bestimmt noch einmal mit Franziska hin.

Alle anderen haben sich sehr gut gehalten und nicht enttäuscht – wobei die Sommermonate das Bild sowieso etwas verzerren.

Wir gönnen uns noch eine Karafaki Ouzo und kommen recht spät nach Hause – gute Nacht, καληνύχτα!

Am nächsten Morgen eröffne ich mit leichter Verspätung eine kleine Baustelle auf meinem Patenschiff.

Der grüne Schlauch ist das wichtige Teil auf diesem Wimmelbild

Im Rahmen der Wintervorbereitung und der schon erwähnten, geringen Regenwahrscheinlichkeit, möchte ich alsbald die Segel, welche noch am Vordeck liegen, in die Segellast räumen.

Dafür sollten aber alle Arbeiten abgeschlossen sein, welche es in der Vorpiek zu erledigen gilt.

Ich mache einen Testlauf der Muringwinsch – passt, alles ok.
Ich lackiere den Tunnel für den hydraulischen Spanner des Kutterstags, der war leicht zerzkratzt – auch das gelingt schnell und wird richtig gut!

Danach möchte ich das Seeventil in der Vorpiek prüfen – es war eines der dichten Ventile, die Prüfung dient einer finalen Kontrolle.
Dafür baue ich mir den oben gezeigten Adapterschlauch von Autoventil auf 19mm Schlauch.
Der Drucktest erfolgt hydro-pneumatisch, dafür setze ich meine alte Radlpumpe ein…

Ich schließe die Pumpe mit meinem Adapter an den Schlauch des Ventils an…
…und setze das vorher eingefüllte Wasser im Schlauch mit Luft unter Druck
Als Prüfdruck wähle ich rund 2bar
Am Ventil prüfe ich die Dichtheit

Natürlich habe ich den Borddurchlass vorher von außen verschlossen – letztlich geht es mir nicht um einen akademisch belastbaren Labortest, mir geht es darum, einen später nachvollziehbaren und reproduzierbaren Testdruck in ein mit Wasser gefülltes System zu geben und ungeachtet eines Druckabfalls über einen nicht einhundert Prozent dichten Verschluss, eine Aussage über die Dichtheit des Ventils zu geben.

Hier bildet sich kein Tropfen, dies bestätigt unsere Sichtprüfung am Krantag.
Ich lege am Gewindeabschluss der Verschraubung eine zusätzliche SIKA-Naht und gebe dieses Ventil anschließend frei. Zusätzlich markiere ich es mit einem grünen Isolierbandstreifen.

Die Segellast ist fertig, morgen können wir das Kompartment reinigen und dann die Segel regensicher verstauen.

Diese Prüfmethodik werde ich übrigens auf alle vier verwendeten Ventilgrößen adaptieren.
Ich werde alle dichten Ventile so abprüfen und die Sichtkontrolle somit bestätigen.
Alle als gut gesichteten Ventile, welche diesen Test bestehen und dicht bleiben, werden freigegeben und nicht getauscht – alle anderen werden ersetzt.
Vor dem nächsten Krantermin im April 2026 werden dann noch einmal alle Ventile geprüft – ich will keinen Raum für nochmalige, böse Überraschungen geben, es soll ein gesicherter und nachvollziehbar, reproduzierbarer Prozess zugrunde liegen.

Zeit für den Feierabend – don´t lose yourself…

Roland und Mireille haben zum Apero auf ihre Terrasse geladen

Wir sind für heute Abend mit Mireille und Roland verabredet.
Die Wahl fällt nach langer Zeit mal wieder auf das „Tis Kakomoiras“in Vromolithos, die Taverne ist nur einen Steinwurf vom Haus der Freunde entfernt.

Wir eröffnen den gemeinsamen Abend mit einem Umtrunk, einem „Apero“ auf der Terrasse der Freunde – ein wunderschöner Ort mit einem herrlichen Blick auf die Bucht von Vromolithos.

Die Farben – es ist noch Sommer

Als die Sonne bereits untergegangen ist, fahren wir die paar Meter zu der Meze-Taverne, welche bei uns ebenfalls ganz hoch im Kurs steht.

Wir fahren, damit wir unsere Vehikel vor Ort haben, denn nach dem Dinner folgen wir noch „einem guten Brauch“, wie es Mireille so nett beschreibt – ihr wisst natürlich so gut wie ich, was gemeint ist…

Im „Tis Kakomoiras“, was frei übersetzt so etwas wie „der Pechvogel“ oder „der Unglücksrabe“ bedeutet, bestellen wir ein paar Meze, konzentrieren uns heute aber auf die Hauptspeisen.

Besonders die Spare Ribs haben es Mireille und mir angetan, die sind echt sehr lecker…

Zur Zeit mein Lieblingsgericht in dieser Taverne

Naja, der Tag endet dann – hier die Lösung des Rätsels, welches keines war – natürlich im Eissalon der Familie „Repapis“ in Lakki.

Sibylle und ich freuen uns auf Besuche der Eisdiele zusammen mit der kleinen Heidi, welche ja schon übermorgen mit Mama und Papa hier eintreffen wird.

Nur noch zweimal schlafen.

Wir schlemmen unser Eis und verabschieden uns dann nach Hause – ein sehr schöner Abend mit unseren eidgenössischen Freunden.

Schlaraffenland – und lecker wie immer

Es folgt ein „Überbrückungstag“ – ein Tag an dem man nicht so recht weiß, was man mit sich und seiner Zeit anfangen soll.
Für den Start neuer Projekte oder Aufgaben ist nicht genug Zeit, denn ab morgen werden uns fast zwei Wochen Auszeit mit der Familie gönnen.

Nixtun ist keine Option, denn die Langeweile würde uns zerfressen – was also anpacken?
Eine große Vorbereitung für den morgigen Tag braucht es nicht, auch hier kann man Zeit nicht sinnvoll einsetzen.

Die Crew der BARCASO reißt uns aus unserer Lethargie. Brigitte und Hans haben Geri an Bord und legen heute für einen Törn durch die Dodekanes ab.
Wir hatten uns für einen Abschiedskaffee im „Skipper´s“ verabredet.

Just in dem Augenblick als wir im Marinarestaurant sitzen und jeder sein köstliches Koffeingebräu schlürft, wird WUQI von Pit gekrant…

Pit und Uli werden WUQI an den Liegeplatz bringen

Mit Pit ist leider nicht viel zusammengegangen – wir kennen uns so lange über verschiedene Internetkontakte, aber im „richtigen Leben“ hat sich die passende Schnittmenge noch nicht ergeben – na das wird noch, er hat ja auch große Pläne mit seiner Wauquiez und wir werden sicher das ein oder andere Problem zusammen lösen können.

Die Probleme die dieses Mal befürchtet wurden, hatten sich jedenfalls irgendwie in Luft aufgelöst und so blieb für Pit eigentlich nur die Reparatur eines Kratzers und ein neuer Unterwasseranstrich.

Mal sehen, was die Zukunft so bringt…

Auch Hans Peter ist ausgerückt als wir beim Kaffee saßen. Er hat seine Göttergattin vom Flughafen abgeholt und bereits als wir zurück zu NESSAJA gehen, hat sich Petra schon in den Urlaubsmodus verabschiedet – genüßlich räkelt sie sich auf der Badeplattform von LIBERTÉ.

Achtung – Sonnebrand droht

Sibylle und ich rappeln uns auf. Wir wollen noch etwas Sinnvolles tun und beschließen daher, noch einmal zum Hotel zu fahren, in dem Franziska und Mikey zusammen mit der kleinen Heidi am morgigen Tag einchecken werden.

Es wird ein „late night check-in“, wir wollen daher Sorge tragen, dass alles wie am Schnürchen klappt.

Wir besprechen noch einmal alles mit dem Hotelchef, der versichert abermals, dass alles vorbereitet sei und er selbst die Gäste noch Willkommen heißen wird.

Zufrieden gönnen wir uns ein Bierchen am Hotelpool und schicken Franzi ein Bild – bis morgen!

Ein schöner Platz

Was unsere Familie nicht weiß – wir werden morgen nach Kos fahren und den Audi mitnehmen um sie vom Flughafen zur Fähre zu shutteln.

Die Taxisituation auf Kos ist nicht unkritisch und die junge Familie hat viel Gepäck.
Zudem möchte Franziska, dass für Heidi ein Kindersitz zur Verfügung steht.
Sibylle lehnt jedes Risiko ab, nimmt mich mit ins Boot und hält nach Beschlussfassung zwei Tickets nebst Autoverbringung nach Kos in der Hinterhand – das wird eine Überraschung.

Einen Kindersitz stellt uns Rena von der Autovermietung für die ganze Zeit zur Verfügung – unserer Reise nach Kos steht nichts mehr im Wege!

„Waaaas, ihr fahrt nach Kos…“ höre ich Alex fragen. Er und Ben hätten zuletzt darüber gegrübelt, wie man es wohl bewerkstelligen könne, einen Lidl-Einkauf in Kos zu realisieren.
Man bräuchte Nüsse und vegane Lebensmittel.

Klar biete ich an, dass ich ein bisschen was mitbringen könnte – die Definition von „ein bisschen was“ sollte sich erst beim Discounter ergeben.
Ich bekomme auf jeden Fall schonmal ein Bild mit den benötigten Nüsschen.

Klingt einfach – war es aber nicht

Die jungen Leute trauen sich nicht recht – das merke ich. Sie ordern zehn Packungen Nüsslein und zwei Sojamilch plus fünf Tofu.

Ok, sei´s drum – wird erledigt!

Grrrr! Der Wecker klingelt zu unchristlicher Zeit. Klar, kann man mal machen, aber ich gebe zu, so leicht stecke ich das auch nicht mehr weg.
Vor fünf Jahren noch, waren Fahrten um diese Zeit mein täglich Brot.

Was für ein Scheiß – was tut man nicht alles für die Lieben
Uhrenvergleich – es bewahrheitet sich, Zeit für einen kräftigen Kaffee
Langsam, sehr langsam kehren die Lebensgeister zurück

Sibylle schält sich aus den Federn und richtet sich zam – ich höre sie sagen, dass sie „…alles eingepackt hat“, ich solle an die Autoschlüssel und das Ladekabel für das Mobiltelefon denken.

Es ist eine Randnotiz, dass am heutigen Tage unsere liebe Freundin Rita aus Schliersee und unser Schwiegersohn Alexander Geburtstag haben – beide werden wir im Laufe des Tages anrufen und kontaktieren, wir haben es nicht vergessen!

Überhaupt vergessen wir selten etwas, außer heute, Sibylle vergisst nämlich meine Badehose, was den geplanten Strandaufenthalt in Mastichari weniger spaßig macht – soviel nur als Vorabinformation.

Wir starten den Audi – klickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklick – es ist ein sehr leises, drehzahlabhängiges Klickern hörbar.
Ich kann nicht einordnen, ob es sich um ein Klickern einer Einspritzdüse handelt oder eher um einen Hydrostössel – ich muss das mal mit meinem Sohn besprechen.

Trotzdem ändern wir den Namen unseres A6 an diesem Morgen von „der Bolide“ auf „Klicker“.
Kennt ihr „Klicker“? Kinder der späten 60er werden sich an den Hasen aus der Kindersendung „Kli(cker)-Kla-Klawitterbus“ erinnern – soviel nur am Rande.

Wir fahren um 03.15 Uhr mit „Klicker“ zum Hafen – just in time…

Die Fähre nach Kos kommt gerade an

Wir boarden zusammen und bekommen einen guten Platz, welcher keine Befürchtungen bezüglich des Ausfahrens aufkommen lässt.

Der Wagen steht frei und bekommt ein Schildchen, welches dem Fährpersonal klar macht, dass dieses Auto zur übernächsten Station wieder ausgefahren wird und somit nicht zugebaut werden darf.

„Klicker“ verlässt die BLUESTAR II bereits auf Kos
Die zwei Autos die in Kos ausfahren stehen frei zugänglich

Sibylle hat uns einen Plan für Kos zurechtgelegt – was sonst? Die Fährfahrt selbst verläuft unspektakulär, wir trinken noch einen Kaffee und schmieden Pläne für´s Haus.
Ein bisschen was wollen wir 2025 noch erledigen – vielleicht schaffen wir es, ein neues Garagentor einbauen zu lassen und für fließend Wasser zu sorgen.

In Kos angekommen verlassen wir die Fähre, die bis Rhodos weiterfahren wird und bereits heute Abend wieder Richtung Piräus in Kos Halt machen wird.

Wir werden dann abermals an Bord sein, wenn alles klappt in Begleitung unserer Kinder und Kindeskinder.

Jetzt erstmal auf nach Kardamaina, dort kommen wir pünktlich zum Sonnenaufgang an.

Kardamaina ist nett, aber nicht mein Geschmack

In dem touristischen Ort gibt es ein hochgelobtes Café, das „love-made“, welches wir zum Frühstücken besuchen wollen.
Als wir um 07.15 Uhr ankommen, immerhin eine Viertelstunde nach der im Internet angegebenen Öffnungszeit, teilt uns ein sichtlich gelangweilter Mann mit, dass erst um 07.30 Uhr geöffnet wird.

Ok, dann halt – ich signalisiere, dass wir die 15 Minuten warten werden.
Er fragt daraufhin, ob wir frühstücken wollen – „…ja, klar. Darum sind wir hier!“

Jahahaha, Frühstück gäbe es erst um 08.00 Uhr teilt uns der Kerl mit – da müssten wir uns wohl gedulden.
Enttäuscht und ratlos ziehen wir ab. Die Stimmung war gedämpft, denn Kardamaina gibt um 07.30 Uhr absolut nix her.
Zum Glück finden wir eine kleine Bäckerei, welche einen Kaffee und ein Pita offeriert.
Es liegt diesmal nicht an mir, dass wir zum „love-made“ zurückkehren. Sibylle will das gehypte Lokal ausprobieren und drückt ihren Willen durch.
Ich wäre nicht noch einmal zu dem unwilligen Hellenen zurückgekehrt…

Das Frühstück war allerdings wirklich sehr gut

Am Rückweg zum Auto schlendern wir durch die erwachende Touristenhochburg – ich kann mir vorstellen was da zur Saison abgeht und bin wirklich froh, nicht Zeitzeuge eines derartigen Geschehens zu sein.

Wir schleichen an einer Bar mit einem seltsam anmutenden Namen vorbei…

„Schmutzige Dicke“???? Versteh´ ich nicht!

Muss irgendeine englische Floskel sein. Sibylle macht ja seit über 250 Tagen „Duolingo“, aber auch sie bleibt mir eine klärende Antwort schuldig. 😉

Ich muss wohl mal Hans Peter oder Petra fragen…

Was bleibt von unserer „To-Do Liste“? Nix! Die heißen Quellen? Am anderen Ende der Insel – keine Lust!
Der Pfauenwald – Wanderung gefällig? Aber nicht unausgeschlafen in Flip-Flops!
Wir verwerfen alle Punkte aufgrund unserer Müdigkeit, welche sich bei der aufkommenden Wärme spürbar zurückmeldet.

Ein kurzer Abstecher nach Zia, dann der Einkauf bei Lidl und anschließend Strandaufenthalt in Mastichari – so der neue Plan.

Leider verfahren wir uns auf dem Weg nach Zia und rattern den ganzen Weg auf einer teilweise echt ausgewaschenen Off-Road Piste ab.
Normaler Weise liebe ich das, aber heute tat mir „Klicker“ echt leid und das, obwohl er den bekannten „quattro“ Schriftzug trägt und somit gute Gene hat.

In Zia angekommen, war unser Muli echt gezeichnet

Sibylle und ich beschließen, dass wir unsere neue Tagesliste um den Punkt „Wellnessprogramm für Klicker“ erweitern und dem geschundenen Wagen eine griechische Bürstenmassage zukommen lassen.

Doch bevor wir das tun, gönnen wir uns erstmal eine weitere Kaffeespezialität.

„Life is too short to learn Greek“ – darüber denke ich nach

Kennt ihr das Gefühl, wenn man müde ist und zuviel Koffein in sich reinpumpt?
So geht es mir heute – zum letzten Mal im Leben hatte ich dieses Gefühl mit 25 zu meiner Meisterprüfung, ursächlich war damals Schlafmangel und „Red Bull“.
Ich erinnere mich heute an diese Zeit zurück.

Sibylle setzt mich am Weg zum Auto auf eine Bank und kauft sich ein „Fjällräven“ Rucksäckchen – absolut original für 18.-€, wenn das kein Schnäppchen ist??? 😉

Dann aber, zurück nach Kos und ab in die Waschnalage – der Wagen soll sauber sein wenn der hohe Besuch einsteigt – außerdem hat sich unser Quattro das verdient!

Wir kommen sofort dran
Schaum-Bürstenwäsche, wir sparen an nix
Wie neu! Na wenn das nix ist – die 10.-€ waren gut investiert

Während „Klicker“ sein Wohlfühlprogramm in der Wellnessoase genießt, sehe ich mir Motorräder an.

Mir wabert ja immer noch die TET durch das Oberstübchen. Dafür wäre meine GS aber nicht das geeignete Gefährt.
Etwas anderes müsste her – mein Favorit immer noch, eine Yamaha T700.
Heute aber entdecke ich eine Altenative – so etwas gefällt mir!

Eine echt schöne Husqvarna – das Modell muss ich mal abchecken

So, Auto wieder sauber, alles soweit im Lot – nächster Stop also „Lidl“.

Ich muss erwähnen, dass ich Lidl-Hater bin! Hatte ich aber schon im Juni Blog erzählt, oder?
Ich kann es nicht begründen, vielleicht ein Kindheitstrauma – aber ich kann Lebensmitteldiscounter nicht ausstehen und würde aus eigenen Antrieb niemals einen Lidl betreten.

Im Juni also mit und wegen Volker, heute für und wegen Alex – und der weiß nichtmal, wie glücklich er sich schätzen darf.

Zeitvertreib – Lidl Shopping

Leider war das Nüsslein kaufen nicht so einfach wie gedacht. Die Varianten in Hellas unterscheiden sich deutlich von denen aus den Niederlanden.

Ich drehe ein Video vom Nüssleinregal und banne alle verfügbaren Varianten auf Zelluloid. Dieses Video schicke ich an Alex und Ben – mit Bitte um schnellstmögliche Anpassung der Bestellung.

Jetzt brechen die Dämme – die Beiden vergessen alles um sich herum und bestellen wie im Rausch.
So werden aus A-lex und B-en eine Art „Millenium A-Hörnchen und B-Hörnchen“…

Heute dreht sich alles um den Wintervorrat von A und B

Ich folge den telefonisch gemachten Ansagen „…10x Mandeln und 8x Studentenfutter, ach, noch 6x Pecan-Nüsse und wenn dann noch 8x Cranberries gehen? Der Nuss-Mix darf auch nicht fehlen – 6x gesalen und 8x ungesalzen!“

Ich springe von Regal zu Regal und greife nach den georderten Mengen – der Einkaufswagen füllt sich und Sibylle und ich organisieren entsprechende Kartons…

Der Wagen ist zu zwei Dritteln voll – mit Nüssen!

Der Rausch endet – es ist vollbracht. Ich weise kurz auf das Gesamtvolumen der Bestellung hin und versuche es in Raummaßen auszudrücken – „…ihr habt gerade einen Kubikmeter Nüsse bestellt?“

Die Beiden bejahen und geben Sibylle und mir die Freigabe an die Kasse zu gehen.

Ich habe für knapp 200.-€ Nüsse gekauft

Lustige Gedankenspiele bahnen sich den Weg in mein Gehirn – die Nüsse im Kofferraum steigern den Wert meines Autos um ca. 12,5%.

Gleichwohl kosten die Nüsse soviel wie eine Tankfüllung. Würde ich jetzt also noch volltanken – ich hätte den Wert meines Wagens um 25% gesteigert.
Welcher Sportwagenfahrer kann das von sich behaupten???

Zeit, um nach Mastichari zu fahren und etwas auszuruhen – ich bin groggy.

Die Touristenhochburg im Nordwesten der Insel wird zum Flop. Wir kommen bei warmen Temperaturen an und ich möchte Baden – Sibylle greift gezielt nach meiner Badehose um dann zu bemerken, nanu, vergessen!
Ich schmolle und ziehe mich ohne Abfrischung auf ein gemietetes Liegebett zurück. Wir zahlen 8.-€ für ein Pärchen, was vergleichsweise wenig ist. Unsere Hoffnung ist, dass wir ein wenig ausruhen können und vielleicht ein Nickerchen geht.
Das gelingt, ich schlafe fast eine Stunde bevor mich der liebreizende Ton einer sprechenden Kettensäge weckt – das Schlachtschiff spricht rheinischen Dialekt und erklärt gerade einem anderen Strandlieger, dass „…sie schon seit 30 Jahren hier Urlaub macht!“
Teutonengrill in Hellas – na super!

Just in dem Moment setzt der Nordwind ein – Sibylle und ich suchen das Weite. Dies liegt Gott sei Dank recht nah – wir verholen in eine Taverne und gönnen uns ein vorgezogenes Dinner.

Gute Miene zum bösen Spiel in Mastichari – wir gratulieren den Geburtstagskindern

In der Taverne finden wir etwas Ruhe. Wir rufen bei Rita an und erwischen sie am Telefon.
Sibylle verhindert, dass ich lauthals singen anfange und ich meine zu bemerken, dass Rita nicht wirklich enttäuscht ist.

Na dann aber – nächstes Jahr sind wir zu dieser Zeit in Schliersee! Ehrensache, denn dann feiern wir Deinen „Runden“.

Das gelungene Selfie von Sibylle und mir senden wir dann noch ein unseren Schwiegersohn Alexander am Bodensee.
Auch er feiert heute sein Wiegenfest und wir gratulieren recht herzlich.

Endlich muss ich nicht mehr warten! Sibylle ist aufgeregt und will los. Wir sind viel zu früh, aber das macht nix – lieber warten wir im Auto!

Genauso geht es aus – wir finden keinen Parkplatz, so stelle ich mich mit „Klicker“ an den Rand eines Busparkplatzes, Sibylle begibt sich ins Terminal.
Von dort meldet sie sich mit Lageberichten…

„Ganz schön was los in der Abflughalle…“
„…schau wer da ist!“

Ich habe meine Brille nicht auf, sehe eine junge Frau und einen Knirps und starte Klicker – nix wie hin zum Ankunftsterminal, es wird Zeit, wir müssen Richtung Fähre!

Dass die junge Frau Sophie mit Sohn Henry ist, merke ich erst spät. Zu spät!
Mein Parkplatz ist weg, ich kreise sinnlos umher. Ich muss weitere Minuten warten.

Dann endlich! Sie sind da! Keine Zeit für Fotos und eine große Begrüßung – wir müssen los, die Fähre geht in einer Stunde!
Wir laden ein und brausen los – Klicker darf zeigen was er kann!

Wir kommen exakt rechtzeitig an. Sibylle checkt mit der Familie als Fußgänger ein, ich fahre unser Vehikel auf die Fähre.

Ich boarde die Fähre als einer der Letzten…
…denn ich fahre zwei Stationen später schon wieder aus
Abermals bekomme ich einen perfekten Platz

Oben in der Lounge treffen wir uns – Sophie ist mit Luis und Henry auch schon da, man hat sich bereits kennen gelernt und die Kinder spielen fröhlich miteinander.

Das ist sehr gut für uns alle, denn so entstehen keine unnötigen Längen und die Fahrt wird nicht langweilig.
Für mich ist es Zeit für einen Ouzo – der ist mehr als verdient. Ich freue mich auf mein Bett.

Auf Leros angekommen, bringen wir Franziska, Mikey und Heidi noch ins Hotel und warten bis sie ihr Zimmer bezogen haben.
Alles klappt bestens. Dann heißt es für uns „ab nach Hause und rasch ins Bett“ – wir sind hundemüde, morgen ist auch noch ein Tag.

Und der beginnt mit Warten! Das ist der kleine Nachteil, wenn man sich ganz auf die Lieben einlässt. Man sitzt bereit auf Abruf und wartet bis das Handy bimmelt – Sibylle nutzt die Zeit um ihrer „Duolingo Abhängigkeit“ zu frönen…

Ihr Gesicht lässt nix Gutes erahnen – die Spracherkennung foppt sie 😉

Ich bin überigens auch zurück auf der Duolingo Bühne. Ich rechne damit, dass der Wintersprachkurs bald wieder anlaufen wird und will mich etwas vorbereiten.
Das klappt bestens und doch mache ich die gleichen Fehler weiter – Duolingo ist mehr ein Spiel, es zwingt einen zum Punktesammeln und man vergisst dabei, die Lerninhalte zu vertiefen.

Ich erhalte währenddessen ein Bild von Alex. Er und Ben sind dabei den Nüssleinvorrat aufzuteilen. Ich denke ein letztes mal an Chip und Chap die in Deutschland eben A- und Behörnchen geheißen haben – das kann kein Zufall sein! 😉

Erstmal sortieren

Dann endlich der Startschuss von den Kindern – erster Treffpunkt ist die Liegewiese des „Tony Beach Hotels“ in Vromolithos, dem Hotel in dem die Kinder untergebracht sind.

Wir wollen erstmal Zeit miteinander verbringen und etwas quatschen. Vielleicht etwas baden gehen und mit Heidi spielen.
Geht schon ein Bier? Bestimmt – es ist Urlaub!

Wir haben Liegen im Schatten eines Olivenbaumes – eine sehr schöne Anlage

Der Tag gelingt! Es wird kein spannender und auch kein fulminanter Tag – es wird einfach ein Chill-Out Tag.

Wir trinken Cappuccino miteinander, haben viel zu erzählen und versuchen den Namen vom zweiten Baby zu erraten, welches im Dezember auf die Welt kommen wird – unser Enkelchen #9!

(Spoiler – zum Monatswechsel stoppe ich mein Raten, denn ich glaube den Namen zu wissen 😉 )

Dazwischen gehen wir mit Heidi im Meer plantschen und wärmen uns anschließend auf den Sonnenliegen auf.
So vergeht ein wunderbarer erster Urlaubstag!

Dinner gibt es, so der einstimmige Beschluss, im „Pirofani“ in Panteli – eine perfekte Adresse für einen ersten Abend.

Griechische Leckereien füllen den Tisch

Auch diesmal lässt sich Stavros nicht lumpen – alles passt auf den Punkt! Erst als die Kleine müde wird, bestellen wir die Rechnung und bezahlen.

Wir verabschieden uns, die Jungen ziehen mit Klicker von dannen und Sibylle und ich fahren mit der GS Richtung Heimat.

Der Zufall will es, dass wir noch in Panteli die Crew der BARCASO passieren – ich rufe ihnen zu „…einen Ouzo noch?“, was mit lauter Zustimmung quittiert wird.

So ergibt es sich, dass unser Abend doch etwas später endet – nachdem wir, völlig ungeplant, noch in eine Ouzo Session mit Brigitte, Hans und Geri gerutscht sind.

Am neuen Morgen frühstücken Sibylle und ich an Bord von NESSAJA – die Kinder kommen uns abholen, wenn man klar für den Tag sei.
Erst warten wir wieder – aber dann kommt Heidi und beginnt uns alle zu beschäftigen…

Der Seefahreropa und die kleine Freibeuterin

Wenn eine Zweijährige wie ein Derwisch über das Deck einer Segelyacht fegt, herrscht Alarmstufe rot!

Heidi sieht sich um und lacht dabei wie Jack Sparrow – harrharr – sie hat sichtlich Spaß daran, die ihr unbekannte Umgebung zu entdecken. Das „Haus auf dem Wasser“ fasziniert sie.

Mikey und ich gönnen uns noch einen Kaffee, dabei legen wir den Tagesausflug für heute fest – Agios Isidoros!
Das Kirchlein auf dem Fels ist der erste Spot auf Leros, den wir der jungen Familie vorstellen wollen.

Achtung – der Weg ist glitschig
Geschafft – wir entern die kleine Insel
Auch zurück kommen wir heil – wenn auch nicht ganz trocken

Das hat gut geklappt – und weil wir schonmal in Gourna sind, gehen wir mit Heidi auch gleich noch an den gleichnamigen Strand.

Der ist nämlich sandig und extrem flach abfallend. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist ideal für die kleine Maus.
Sie genießt das Bad im Meer mit Mama und Papa – ich halte mich mit Sibylle dezent zurück.

Um diese Jahreszeit ist nix mehr los

Klar, dass so viele Eindrücke die kleine Prinzessin müde machen – ein Mittagsschlaf steht an.

Das nutzen Sibylle und ich, um uns mit Hans Peter und Petra bei „Repapis“ zu treffen.
Unsere Freunde haben im Moment wenig von uns – wir versuchen dies zu kompensieren so gut es eben geht, das verlangt die Fairness und die Freundschaft.

Später am Nachmittag fahren Sibylle und ich dann noch einmal zu „Tonys Beach Hotel“ um etwas mit der Familie abzuhängen – dabei fallen mir die Baderegeln auf…

So weit, so gut – vermutlich braucht´s das…
…hm, offensichtlich braucht´s das! Ich denke kurz an den italienischen Stegpisser, welchen Sibylle so angeschrien hat

Ich halte inne – könnte es sein, dass jemand ohne dieses Schild vom Beckenrand pisst?
Eine Denksekunde genehmige ich mir, dann entscheide ich – ja, es könnte sein!

Ich muss nur an die Sanitäreinrichtungen in der Marina denken – dort wäre ein Schild, dass man nicht neben das Klo kacken soll auch angebracht.

Ich bin also froh, dass es dieses Schild gibt! Und letztlich denke ich an Massimo, mit dem ich diesen Blogbericht eingeleitet habe – wir wollen das Gleiche, nur auf unterschiedlichem Level. Gedanklich versöhne ich mich mit ihm und gelobe, dass ich in keine Einbahnstraße einfahre, solange er nicht vom Beckenrand in einen Hotelpool pinkelt…

Nach ein paar schönen Momenten am Pool neigt sich auch der zweite Urlaubstag dem Ende zu – wir beschließen ihn mit einem Dinner in Dimitris´ „To Steki“.
Auch hier speisen wir gut wie immer.

Nach den Meze und einem Saganaki noch ein Moussaka – wohl bekommt´s
Für mich gibt´s nach den Meze ein Seafood Saganaki – ein Gedicht

Neuer Tag, neues Glück! Es ist Sonntag, der Tag soll mit einem fulminanten, gemeinsamen Frühstück beginnen – dafür haben wir uns das „Coffee Lab“ ausgesucht!

Spiegeleier, Croissant und viele andere Leckereien füllen den Tisch und wir laben uns an den Köstlichkeiten.
Das war auch für mich wieder einmal eine superleckere Abwechslung – obwohl – der Ranzen spannt, das Blut sackt in den Magen, ich falle ins Freßkoma!

Gut, dass Hans Peter zur Stelle ist und mir hilft, die Winter-Baumpersenning von ELOWYN zu montieren.

Er ist halt doch ein flinker Kraxler
Eine Stunde später war es geschafft

Ich denke, dass wir gut gehandelt haben. Die Wolken ziehen schon auf und es scheint glaubhaft, dass die vom Wetterbericht für morgen gemeldeten Schauer auch wirklich kommen.

Sibylle war einstweilen mit der Jugend und dem kleinen Gör beim „Wandern“. Man hat sich auf den Weg nach „Land´s End“ gemacht und den dortigen Leuchtturm erkundet.

Danach muss Klein-Heidi eine Schlummerrunde einlegen, bevor wir uns alle zum Badenachmittag am Hotelpool treffen.

Sibylle in ihrem Element

Da die Kinder noch ein paar Mails schreiben mussten, hat Sibylle Heidi beschäftigt. Ich habe die Gesamtsituation bewacht und dafür Sorge getragen, dass nix passiert 😉 – das war von einer Liege aus gut möglich!

Plötzlich fordert die Kleine ein Eis – sie sagt klar und deutlich das Wort „Eisdiele“. Mama und Papa wollen sie mit einem Steckerleis abfertigen, aber da haben sie die Rechnung ohne den Opa gemacht, dem „Iceman“ unter den Opas, den Wingman von Maverick „Repapis“.

Heidi und ich in unserem Element

Da wir durchschnittlich immer zwei Kugeln kaufen und Heidi nur eine schafft, war es legitim, dass ich mir eine dreiküglige Riesenportion ordere.

Was für ein Genuss! Heidi schlotzt ihr Schlumpfeis und ich löffle genüßlich den Berg sahnigen Eises, den Maria, die Tochter des Hauses, mir in den Becher geschaufelt hat.

Danach sind Sibylle und ich mit dem Dreikäsehoch zurück ins Hotel gefahren und haben dort den Nachmittag ausklingen lassen.

Für heute Abend haben wir uns einen Tisch im „Serza“ reserviert, wir werden uns dort mit Sophie, Luis und Henry treffen – kennengelernt haben sich die etwa gleichaltrigen jungen Leute ja schon in der Fähre.

Früh dran – wegen der Kinder und der Temperaturen! Die „blaue Stunde“ beginnt
Wir sind die ersten Gäste, in einer Woche schließt das Lokal

Wir essen wieder supergut und lassen uns sehr viele verschiedene Meze auf den Tisch stellen.

Das „Serza“ enttäuscht abermals nicht, sowohl die Speisen wie auch der Service waren ausgezeichnet.
Dieses Lokal hat sich unter den „Top 3“ meiner persönlichen Restaurantliste festgesetzt.

Die kleinen Katzen betteln am Tisch – aber nie aufdringlich oder lästig.
Eine Katze bleibt bei mir sitzen und starrt mich an – obwohl ihre Zeichnung nicht perfekt ist, muss ich schmunzeln und an die Geschichte von „Itlacat“ denken?

Ich mach es kurz – vor etlichen Jahren, wir waren wohl das erste Mal auf Archangelos im „Stigma“, hat die Tochter der Wirtsleute welche dort die vielen Katzen füttert erklärt, dass sie diese und jene Katze haben, unter anderem auch Itlacat.
Ich habe nicht verstanden und frage nach. „You don´t understand Itlacat? But you know Itla???“
Der Wortwechsel ging noch zwei, dreimal hin und her und sie erkannte – ich stehe auf der Leitung…
Da macht die junge Frau eine typische Handbewegung und führt zwei Finger über die Oberlippe – JETZT verstand ich!

Den Rest könnt ihr euch denken…

Nicht vollkommen – aber trotzdem muss ich an den skurillen Wortwechsel denken

Themenwechsel! Wieder war es so, dass Heidi und Henry herrlich miteinander gespielt haben.
Auch die zwei jungen Paare verstanden sich gut, dies mündete in eine Einladung, ausgesprochen von Sophie, in deren Haus in Xirokampos.
Sophie hat zu einem Grillabend geladen, immer ein Highlight – und Sibylle und ich erkennen, dass wir an diesem Abend genügend Zeit finden werden unsere Freundin Susanne zu begrüßen, welche bis dahin auch eingetroffen sein wird.

Es wird wohl ein Drei-Generationen-Abend werden, sehr schön!

Ich freue mich total, dass die „Jungen“ ein so gutes Auskommen miteinader haben

Apropos Haus in Xirokampos – da führt mich mein erster Weg am kommenden Morgen hin.
Nicht wegen des anberaumten Grillabends, sondern wegen der väterlichen Werkbank, welche Sophie nicht mehr im Keller haben möchte und diese deshalb an mich weitergeben würde.

Gleich nach dem Frühstück, für das Franziska mit Familie auf NESSAJA eingetrudelt ist, fahre ich also in den südlichsten Ort der Insel und vermesse das Trum in Sophies Keller.

Es scheint, als ob das Trum gerade so auf Hans Peters Pick-Up passen würde

Das Ausmessen der Werkbank tut Not, da sie definitiv nicht in Klickers Kofferraum passt.
Hans Peter verspricht zu helfen und es sieht tatsächlich so aus, als ob die eigentlich kleine Werkbank, Sophie nennt sie „Werkbänkchen“, gerade so in HPs Light-Truck passt.

Ob ich an dieser Stelle erwähne, dass ich gerade meine Finger nach einem kleinen Planenanhänger ausstrecke?
Na, das ist ein Thema für den Oktoberbericht…

Zufrieden fahre ich in die Marina zurück und bastle ein wenig an ELOWYN.
Ich erledige ein paar Kleinigkeiten, während Sibylle mit Franziska in Agia Marina bummelt und Mikey mit Heidi im Hotel verweilt.

Just als Sibylle in die Marina zurück kommt, fängt es zu regnen an. Der erste Regentag – viel zu früh nach meinem Empfinden!
Aber die Locals sehen nicht auf den Kalender, sie freuen sich, dass ihre Insel Wasser bekommt – es tut der Natur gut!

Ich muss umdenken – ich bin kein Tourist mehr. Der Regen tut meinem Grundstück gut, meinen Olivenbäumen und er füllt meine Zisterne mit kostenlosem Wasser.

Trotzdem nervt´s mich – grauer Himmel und zum Nichtstun verdammt
Dicke Tropfen prasseln herunter – zum Glück ist auf ELOWYN alles verpackt

Sibylle und ich sitzen im gemütlichen Salon von NESSAJA. Mich ficht der Regen nicht an – zwar mag ich Sonne lieber, aber ich kann mit „gepflegter Langeweile“ gut umgehen.

Diesmal nutzen Sibylle und ich die Zeit, um unseren Duolingo-Score in ungeahnte Höhen zu treiben.
Es macht Spaß, ein wenig bleibt hängen und es tut niemanden weh.

Für das Abendessen fällt unsere Wahl auf´s „SouVLakki“! Bodenständig und preiswert sollte es sein, Mikey hatte zudem einen richtigen Glangerer auf Fleisch.
Nachdem wir nach „Pirofani“, „To Steki“ und „Serza“ zweieinhalb tendenziell gehobenere Tavernen und deren Mezevielfalt genossen hatten, durfte es heute mal etwas weniger fancy sein.

Und da waren wir in unserem Lieblingsgrill genau richtig!!!

Schmeckt! Wie immer!
Zum satt werden – kompromisslos

Wie es guter Brauch ist, gehen wir heute geschlossen in den Eissalon der Familie „Repapis“ – heute haben alle einen Gelust auf die süße Köstlichkeit.

Jeder bestellt Eiscreme nach seinem Geschmack und in der gewünschten Menge, dann lassen wir es uns schmecken.
Momente die nicht aufzuwiegen sind!

Die Saison ist vorbei – es wird ruhig im Eisparadies
Wir gönnen uns die Lieblingssorten – Lemon Pie, Yoghurt, Kadaifi, Almond-Chokolade und…
…SCHLUMPF

DON´T LOSE YOURSELF…!

Der September war ein schwieriger Monat, vielleicht einer der mental kompliziertesten seit wir Deutschland verlassen haben.

Ich denke, man hat mir das nicht so angemerkt – aber mir hat es mehr als einmal gereicht.
Zunächst die Nähe zu den so positiv denkenden Seglern für Gaza – ich will mich hier nicht politisch positionieren, aber es ging mir nahe, mit welchem Enthusiasmus diese jungen Menschen für ihre Sache standen. Diese Erfahrung stimmt mich heute noch nachdenklich.

Dann die große Enttäuschung rund um ELOWYN. Mir ist lange nichts mehr schief gegangen, HP und ich habe so gerackert, dass ich überzeugt war, das Glück der Tüchtigen würde uns gehören.
Dem war nicht so, das hat mich nachhaltig Energie gekostet.

Die Familie ist hier, wir haben Spaß – und doch macht uns das Wetter im Paradies einen Strich durch die Rechnung.
Der Badeurlaub platzt wohl und doch ist die Nähe zur Familie schön – wie geht es weiter wenn das Haus fertig ist?

Überhaupt – das Haus. Ich hatte im ganzen September keinen Tag Zeit mich darüber zu freuen – das muss sich ändern!

Ja, ich habe die momentane Entwicklung der Gesamtsituation im September mehrfach in Frage gestellt. Sibylle bleibt die Antwort auf die Frage nach gemeinsamen Zielen schuldig – ich vermute, es gibt keine mehr.
Klingt nach starkem Tobak – ist aber ein legitimer Gedanke, denn während ich die WhatsApp Stories von Freunden und Familie ansehe wird mir bewusst, dass es etwas anderes ist, mit dem Wohnmobil durch Italien oder Slowenien zu fahren, als ein Haus auf einer kleinen griechischen Insel zu bauen. Aber was ist „besser“ (für mich)?
Wohin geht die Reise?

Ich sollte wissen was ich tue – don´t lose yourself!

NESSAJA – zur kommenden Monatsmitte haben sich Interessenten aus der Schweiz angekündigt, die Flüge sind gebucht. Der Oktober könnte also spannend werden – es könnte sein, dass ich schon bald ohne Schiff und ohne Hobby dastehe.

Naja, einen Tag hat der September ja noch – sehen wir also, was dieser bringt!

Alex sendet mir eine ganze Reihe sehr guter Drohnenbilder und Videos von ELOWYNs Masttop…

Ich kann so den Umbau des Toplichtes planen – die Marina sieht sich nicht imstande

Begonnen hat mein Tag bereits um 05.37 Uhr! Ich rapple mich auf und gehe um 06.00 Uhr zum Duschen.
Leider kann ich, bedingt durch das Wetter, nicht mehr auf der Badeplattform duschen, ich will daher sehen, dass ich vor der Masse in den Duschräumen bin.

Das gelingt, wenn auch knapp, denn es sind um diese Zeit noch viele Segler in der Marina. Morgens alleine duschen klappt erst ab November.
Ich hatte Glück, denn gerade als ich fertig war, betrat ein weiterer „Early Bird“ die Duschkabine neben mir und ließ umgehend seinen Flatulenzen freien Lauf.

Ich fliehe, ziehe mich verzweifelt auf NESSAJA zurück und leide still bei einer Tasse Kaffee bis die Familie kommt.

Nach dem Frühstück fahren wir zusammen zum Haus. Die Kinder sind neugierig auf unser neues Projekt und ich muss ausmessen, ob ein von Susanne angebotener Schrank an die dafür vorgesehene Wand passt.

Passt – der Schrank ist gekürzt exakt 2 Meter breit

In Plaka trennen sich unsere Wege. Franziska fährt mit Familie zurück ins Hotel, Sibylle und ich nutzen die Zeit für eine Fahrt nach Crithoni um dort im Haus von Brigitte und Hans nach dem Rechten zu sehen und die Blumen zu gießen.

Das ist keine große Affäre und rasch erledigt.

Alles ok im Haus, auch die Pflanzen sind vor dem Tod durch Vertrocknen bewahrt

Weil wir gerade hier sind, möchte Sibylle die Reservierung für Franzi und Mikey im „Mylos“ anpassen.

Die Beiden haben heute Hochzeitstag und wir haben uns bereiterklärt, dass wir auf Heidi aufpassen.
Der Tisch ist für 20.00 Uhr reserviert, aber aufgrund der frühen Dunkelheit, der Außentemperaturen und nicht zuletzt wegen der Schlafgewohnheiten des kleinen Görs, halten wir es für besser, wenn die Eltern schon um 19.00 Uhr mit ihrem „Dinner for Two“ beginnen.

Es ist gerade Mittag, wir fahren einfach in der Edeltaverne vorbei…
Die Umbuchung der Tischreservierung ist kein Problem

Der Nachmittag läuft gemächlich. Mikey geht joggen, Sibylle fährt zu Franzi und Heidi ins Hotel und ich genehmige mir eine Auszeit und lerne Duolingo und mache ein Nickerchen.

Ich merke heute noch, dass mich die Arbeitsphase an ELOWYN Körner gekostet hat, das muss ich in Zukunft besser planen.

Unsere Idee für den Abend ist wie folgt – die jungen Eltern liefern Enkelchen Heidi um kurz vor 19.00 Uhr bei uns ab.
Wir bestellen Pizza für uns und Nudeln für Heidi. Weil es gut passt, kommen Hans Peter und Petra zu uns rüber und wir essen zusammen.
Wenn alles klappt, legen wir Heidi irgendwann ins Bett und im Idealfall schläft sie dann, bis die Eltern sie wieder abholen.

Soweit der Plan…

Kurze Irritation – wo ist Mama???
Die kleine taut schnell auf und versteht sich prächtig mit Petra – wir warten auf die Bestellung vom „La Nostra“
Schnell geliefert – schmeckt super

Wir mampfen alle was das Zeug hält – eigentlich auch eine gute Möglichkeit zu essen.
Eine große Schüssel selbergemachter Salat, Wein und Bier vom Supermarkt und die Pizza geliefert.

Heidi bekommt „Pasta Carbonara“ und schlemmt richtig – sie isst eine für sie sehr große Portion und unterhält uns danach noch eine Weile.
Dann wird die kleine Maus müde und sackt in sich zusammen…

An Guadn

Beim Zubettgehen merkt sie kurz, dass die Mama nicht da ist – es gibt ein sehr kurzes Geschrei, welches Sibylle aber rasch in den Griff bekommt.
Die Beiden gehen ins Schlafzimmer und schon nach ein paar Minuten kommt Sibylle zurück an den Tisch.

Problemlos! Was sonst? 😉

Die Kleine schläft, bis der Papa sie abholt. Wir waren einen Moment verleitet anzubieten, dass sie bei uns bleiben kann – alles lief wirklich perfekt.

Morgen treffen wir einander wieder, wir sind gespannt, was die Beiden zu erzählen haben.
Wir lassen den letzten Abend des Monats gemeinsam mit der Crew der LIBERTÉ ausklingen.

Der Oktober steht vor der Türe – hier ein Ausblick.

Bis zum 05.10. ist unsere Familie noch hier und wir verbringen Quality Time zusammen.
Dann fliegt Heidi mit ihren Eltern zurück nach Hause und auch Hans Peter und Petra reisen am gleichen Tag ab.

Ich werde dann die Arbeiten an ELOWYN wieder aufnehmen und meine Liste Punkt für Punkt abarbeiten.
Eine wichtige Weichenstellung wird es Mitte des Monats geben – werden die jungen Schweizer NESSAJA kaufen?
Last not least – will und muss ich ein paar Kleinigkeiten am Haus einsteuern, hierfür bietet sich der Oktober regelrecht an.

Es bahnt sich ein durchnittlicher Monat an, welcher aber das Potential hat zum „Gamechanger“ zu werden – seid also gespannt und bleibt dran!

Wir freuen uns über euer Interesse für unseren Blog
Mario & Sibylle / SY NESSAJA


August 2025 – Dreamer

Ozzy Osbourne ist am 22.07.2025 verstorben – es war klar, dass ich für den Folgemonat eine Headline finden werde, welche dem „Godfather des Metal“ gewidmet ist.

Hierfür zaubere ich „Dreamer“ aus meiner Rocktasche – es handelt sich dabei um einen Song, der auf Ozzys Album „Down to Earth“ aus dem Jahr 2001 enthalten ist. 

Er beschreibt aus dem Blickwinkel eines Rockstars, dass die Menschen und die Menschheit die Erde zerstören. In den Liner Notes zu „Prince of Darkness“ bezeichnet Ozzy diesen Song als seine Version von John Lennons „Imagine“. 

Der Song „Dreamer“ von Ozzy Osbourne handelt von der Hoffnung auf eine bessere Welt und dem Wunsch nach Einheit unter den Menschen. Laut „Musixmatch“ drückt er eine Sehnsucht nach einer friedlichen und harmonischen Zukunft aus und betont die Bedeutung von Mitgefühl und Zusammenarbeit, um Herausforderungen zu überwinden und eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Der Song enthält auch umweltbezogene Themen, die die Sorge um die Zukunft der Erde und den Wunsch nach einem Ende der Misshandlung des Planeten durch die Menschheit reflektieren. 

Na wenn das keine gute Einleitung für meinen „sailingmoments“ Blogbericht für den Hochsommermonat August ist…

Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass mich diese Themen in einem ganz anderen Zusammenhang in ein paar Tagen einholen würden.

Von wegen Hochsommer – grau, regnerisch, kalt

Der August stand im Zeichen der Familie, der Freunde und einiger Aufgaben, die es zu erledigen galt.

Sibylle und ich haben uns Einiges in den Kalender geschrieben und so war es auch kein Wunder, dass wir auch am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Deutschland, wieder von Erding nach Miesbach pendelten.

Sibylle hatte Besorgungen auf der Liste, ich musste zum Notar.
Um termingerecht in Miesbach zu sein, sind wir recht früh aufgebrochen und hatten uns vorgenommen in unserer früheren Stammbäckerei zu frühstücken.

Das Angebot ist vielfältig – hier kann Leros nicht mithalten
Wir gönnen uns bayrische Sandwiches – mein Zahn macht mit

Der Bäcker unserer Wahl ist nur drei Autominuten vom Notar entfernt. So kann ich minutiös aufbrechen und Sibylle vor Ort zurücklassen.
Sie wird bezahlen und dann eine Haustüre weiter gehen, um sich im Drogeriemarkt mal so richtig auszutoben.

Was der „hagebaumarkt“ für mich ist, ist „Müller“ für Sibylle…

Ich warte inzwischen beim Notar auf meinen Termin – wie steif das hier alles ist. Eine Tatsache, die ich inzwischen vergessen hatte.

Mit Hoodie, kurzer Hose und Turnschuhen beim Notar

Der Termin ging schnell, alles war perfekt vorbereitet – der Hauskauf in Griechenland muss auch in Deutschland „abgesichert“ werden, man weiß was nie was passiert, wenn man über die Straße geht.

Bereits eine halbe Stunde später bin ich zurück am Stadtparkplatz und sammle meine Gattin nebst prall gefüllter Drogeriemarkttüten ein – ja wo um Gottes Willen soll ich DAS alles hinpacken???

Der Audi ist doch schon halbvoll nach meinem Baumarkteinkauf 😉
Na das kann ja noch heiter werden!

Klar, dass wir noch rasch bei Sonja vorbeifahren und einen Kaffee mit ihr trinken, ich muss zudem das wichtigste aller meiner Pakete einsammeln um die Inhalte später abzugleichen – das machen wir, wenn wir zurück in Erding sind…

Zeitsprung – eine Stunde und 80km später!
Spannend, das Paket ist offen, die Teile sortiert – ist alles da???

Abermals TruDesign Tage bei Mario – diesmal in Erding

Das Bild ähnelt dem aus Leros – die gleichen Teile waren schon einmal bestellt, nur waren sie eben zu kurz.
Diesmal wurde die seltene und teurere lange Ausführung geliefert – sieht gut aus, alles scheint zu passen.

Um sicher zu gehen, sortiere ich die Teile nach Einbauort, so wie sie später im Schiff montiert werden.

Passt! Zu 98%

Ich wusste, dass mir bei der Bestellung ein Fehler unterlaufen war. Ich habe exakt so bestellt, wie ich die zu kurzen Bauteile retourniert habe – leider habe ich dabei vergessen, dass ich bereits damals entschieden hatte, an einer Stelle einen Umbau vorzunehmen und dafür Bauteile in meinem „SVB Warenkorb“ gespeichert hatte.

Diese hätte ich natürlich bei dieser Bestellung auch bedenken müssen! Hilft also nix – die gelieferten Teile sind alle perfekt, aber für die eine anzupassende Stelle, muss ich nun meinen Warenkorb final bestellen und dazu noch EINEN fehlenden langen Rumpfdurchbruch ordern.

SVB ist sicher begeistert, trotzdem wird der Auftrag ohne maulen angenommen und ausgeführt.
Auch diese Teile finden einen Platz in unserem bepackten A6 – dann können wir uns Enkeltöchterchen Heidi widmen.

Mit der Kleinen schauen wir das Kita-Erinnerungsalbum an

Es hatte einen Grund, dass wir Miesbach so rasch verlassen haben und uns auf den Weg zurück nach Erding gemacht hatten.

Wir haben heute Nachmittag eine Verabredung mit den Christine und Nader, den Eltern von unserem Schwiegersohn.
Die Beiden sind ja schon länger sehr geschätzte Freunde von uns und wir mögen es, Zeit mit ihnen zu verbringen.

So schnappen wir uns den Schwiegersohn und das kleine Gör und fahren die paar Kilometer in den Nachbarort.
Dort angekommen gab es zunächst ein großes Hallo, dann aber musste die Kleine bespaßt werden – kein Problem für so einen Opa.

Da zieh´ ich doch alle Register

Während also Nader und ich der kleinen Heidi „Opa – Entertainment“ angedeihen lassen, bereiten Christine und Sibylle ein „Großeltern – Kaffeekränzchen“ vor.

Es gibt Kaffee und Kuchen, wir sitzen gemütlich beisammen und haben viel zu erzählen.
Das letzte Treffen ist lange her und wir haben zwischenzeitlich alle viel erlebt, so waren die Freunde doch gerade auf einer großen Norwegen-Tour mit dem Wohnmobil – Sibylle lauscht gespannt den Geschichten.

Ich genieße derweil stilecht meinen Kaffee, ah, das tut gut…

Was für ein Labsal, die Lebensgeister kehren zurück

Christine bittet mich, die heiße Tasse auf so einen Untersetzer abzustellen – doch was ist das?

Nein, das geht nicht! Ich kann DIESE Tasse unter keinen Umständen auf DIESEN Untersetzer abstellen.

NIEMALS!

Neee oder?

Wie kommt das? Ist ein running Gag bei uns, denn Christine und ihr Gatte wagen in ihrer Ehe eine Art Sozialexperiment – er ist Bayern Fan, sie dagegen ist BVB Supporterin.

Er, aus diesem Kontext heraus, das Gewinnen gewöhnt, sie dagegen leidgeprüft.
Ich verweigere das Abstellen der Tasse auf dem quitschegelben Filzpad. Christine schüttelt nur den Kopf und reicht mir eine Alternative – ha, 1:0 für den FCB!
Nein, nur Spaß – wie gesagt, hier muss der Fußball als Grundlage für allerlei Späße herhalten, am Ende des Tages haben wir uns lieb und trinken ein Bier darauf 😉

Für mich ein „Flens“ – Bölkstoff für den Moppedopa, hau wech

Der Verschluss öffnet sich mit dem in der Szene wohlbekannten „Fump“ und der gute Tropfen rinnt in die Kehle – herrlich!

Wir sind zum BBQ geladen – darauf haben wir uns schon gefreut, als wir noch auf Leros waren.
Nader grillt gerne und mit Hingabe, so kommen wir an diesem Abend in den Genuß von allerlei Schmankerln und einer leckeren Salatbegleitung.
Wir schlemmen bis die Ranzen spannen!

Nach dem Essen verlang die kleine Heidi noch etwas Aufmerksamkeit. Es soll ein Lego-Turm gebaut werden, der bis zum Himmel reicht.
Es musst also der beste „Lego-Turmbauopa“ der westlichen Hemisphäre ran…

Hoch hinaus, höher als Heidis Scheitel – die gleiche Challenge wie seinerzeit in Babel, nur mit dem besseren Ausgang 😉

Irgendwann war die Kleine erschöpft und müde und auch ich merke meine alten Knochen.

Wir leeren den letzten Humpen und lassen diesen schönen Tag ausklingen.
Es ist vermutlich keine Überraschung, dass wir auch morgen wieder allerlei auf dem Programm haben.

Der neue Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück in Erding. Sibylle holt Semmeln und ich wusste, dass ich mich auf meine Gattin verlassen kann – sie bringt mir eine Käsebreze mit!

Ich liebe Kasbrezn!!!

Kasbrezn oder lieber Pita Kotopoulo??? Ein harter Fight der mit einem Remis enden würde 😉

Abermals packen wir nach dem Frühstück unsere Siebensachen und brummeln mit dem schwarzen Boliden von Erding nach Miesbach.

Heute ist wieder ein Enkerl-Event geplant, wir haben Sonja nämlich versprochen, dass wir die Rabauken hüten und beschäftigen, während sie sich mit Freundinnen einen „Mami-Brunch“ gönnen darf.

Leider meint es Petrus nicht so gut mit uns, es schüttet wie aus Eimern.
Was tun mit zwei Lümmeln, die Hummeln im Arsch haben?

Wir wagen uns, trotz Ferienbeginn und schlechtem Wetter, ins Spieleparadies nach Bad Wiessee.
Was zunächst klingt, als würden wir uns mit den Buben an einen Roulettetisch begeben, war in wirklichkeit ganz harmlos – und obendrein nicht so überfüllt wie befürchtet.

„Los Opa, komm`wir gehen auf die Rutsche!“ – äh, nein, DU nicht ich…
Es wird gekraxelt und getollt
Der Große vor, der Kleine hinterher

Rumtollen macht Durst – das merken auch die Kinder und fordern einen Durstlöscher ein.

Sibylle möchte natürlich als „Durstfeuerwehr“ einspringen und bietet den Besuch der Cafeteria nebst einer Flasche frischem bayrischen Sprudelwasser an.
Die Kinder schütteln entsetzt den Kopf – ja weiß die Oma denn nicht, was den Durst eines Siebenjährigen am besten löscht???

Slush-Puppie Blaubeer – ich muss an früher denken…

Der kleine Benno merkt sofort, dass Ungeheuerliches geduldet wurde – „Otto streckt die Zunge raus, das darf man nicht!“

„Stimmt, aber heute ausnahmsweise, nur für´s Foto!“
„Was? Du auch? OK, ausnahmsweise…“

Wenn man die Geschmacksrichtung Himbeer wählt, dann bleibt die Zunge ungefärbt

Ich schwöre, normalerweise bleibt´s bei Wasser wenn der Durst gelöscht werden muss – aber Großelterntage sind eben auch manchmal die Tage der großen Ausnahmen.

In diesem Sinne geht es auch weiter, denn nach dem großen Durst meldet sich auch der kleine Hunger bei den Knaben.

Ihr ahnt was kommt – am Tag an dem bereits die Ausnahme zur Regel erklärt wurde, steht einem Besuch der US-Burgerkette mit dem goldenen M nichts mehr im Wege.

Auch für mich wiedermal eine gerne genommene Abwechslung. Daher ziehe ich die Spendierhose an und lade Enkelchen Nummer 2 und 4 zum Burgerschmaus…

Nur Sibylle bleibt vernünftig – Kaffee und Erdbeerkuchen

Danach sind die Jungs geschafft! Der Kleine schläft am Heimweg im Auto ein und wir bringen die Racker zurück nach Hause.

Zusammen mit Sonja gibt es noch einen Kaffee, dann müssen wir schon wieder los.
Nein, diesmal nicht nach Erding, wir werden heute in Miesbach übernachten, aber wir sind nahe Rosenheim zu einem speziellen Dinner verabredet – Sibylle und ich haben ein „Blind Date“!

Habe ich schon von meinem „Brieffreund“ erzählt?

Ich habe vor inzwischen mehreren Jahren über mein Seglerforum einen gleichgesinnten Liveaboard kennen gelernt.
Wir hatten uns über ein technisches Thema ausgetauscht und sind dabei im privaten Schriftwechsel vom Hundertsten ins Tausendste gekommen.

Nur soviel, es hat sich über die Jahre ein sehr interessanter Austausch zweier generell Gleichgesinnter ergeben – wir haben uns über allerlei Themen ausgetauscht, immer vor dem Hintergrund zweier Menschen welche sich für ein reduziertes Bordleben entschieden haben, oft aber geprägt durch unterschiedliche Blickwinkel und Motivationen.

Der Zufall wollte es, dass wir beide zu dieser Zeit in Oberbayern verweilten und so haben wir uns heute nebst unserer Frauen zum Pizzaessen im „Marco´s“ verabredet.

Ist das „Marco´s“ ein Edelitaliener? Dem Anschein nach ja.
Wir betreten den Schuppen, ein Tisch ist reserviert
Die Pizza ist solide Handarbeit…
…und schmeckt sehr lecker

Was soll ich sagen? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe den Abend als sehr gelungen empfunden.

Wir vier haben sofort Zugang zueinander gefunden, die Gespräche hatten keine Längen und waren sehr abwechslungsreich und mitreißend.

Wir wissen wohl, dass es eine Weile dauern wird, bis sich unsere Lebenslinien wieder schneiden, aber wir haben uns zugesagt, den Kontakt in jedem Fall aufrecht zu erhalten.

Zufrieden fahren wir nach Miesbach zurück, morgen geht es weiter im Programm.

Nach dem Frühstück erwartet uns ein Stakkato an Erledigungen und Aufgaben.
Arztbesuche für Sibylle, ich muss zur Polizei um meinen Kreditkartenbetrug vom Juni azuzeigen, das hatte ich der ING versprochen.
Der Vormittag rast an uns vorbei und wir finden gerade noch Zeit für ein spontanes Treffen mit unserer Freundin Kate im früheren Stammcafé „Dinzler“.

Der Weg vom Parkhaus zum Café führt durch die fancy Lagerhalle mit Eventecke
Über eine Brücke durchquert man die Rösterei
Während wir auf Kate warten, gönne ich mir meinen ersten Espresso Doppio „Otto“, ein echter Genuss

Kate, richtigerweise Katharina, kommt zu uns und wir begrüßen uns herzlich.
Es gibt soviel zu erzählen, schade, dass wir diesmal nur so wenig Zeit haben.
Während sich die Damen Gedanken über ihre Kuchenauswahl machen, stelle ich fest, dass dies wohl die OPTIMALE Gelegenheit für ein Weißwurstfrühstück ist.
Und da dieses Tun jedesmal auf meiner „Bayern-Bucketlist“ steht, ordere ich die klassischen Würste nebst süßem Senf, einer Brez´n und einem kleinen Bier.

Bayrische Lebensart – des mog I

Das Treffen endet am Nachmittag viel zu schnell. Kate muss zu einem Termin und wir müssen mal wieder nach…

…richtig! Nach Erding!

Dort hat Franziska für uns gekocht und der Tag endet im Kreis der Familie.

Der Countdown läuft, ein letzter Tag bei Franziskas Familie in Erding, dann werden wir den Teufelskreis der Pendelei verlassen und mit dem schwarzen Boliden erste Strecken machen – die Fahrt an den Bodensee steht an.

Doch zunächst war ich beauftragt, einen Vormittag lang auf „Klein-Heidi“ aufzupassen!
Ha, wäre doch gelacht – der Super-Opa in seinem Element! Der Dreikäsehoch und ich bauen eine Höhle, ziehen für zwei Stunden dort ein machen es uns gemütlich.
Im Radio läuft „Anne Kaffeekanne“ und wir angeln unermüdlich mit einem Magnetangelspiel.
Für den kleinen Appetit gibt es Eis, welches die kleine Höhlenmitbewohnerin mir anbietet.

Na wenn das nix ist

Die Zeit vergeht wie im Flug und ich verdiene mir den Rang eines „Babysitter Meisters“.

Dann steht ein nur sehr kurzer Ausflug zu einem anderen „Familienflügel“ an, welcher hier ganz in der Nähe wohnt. Die Chance Rosi und Charly zu besuchen, wollen wir nicht ungenutzt lassen.

Wir sind dort zu Kaffee und Kuchen geladen.

Mist – zu spät!
Gemeinsam genießen wir bunte Getränke
Wir wurden verwöhnt und ich musste dabei die Promillegrenze im Auge behalten

Wir haben den Nachmittag lang Spaß und haben natürlich auch viel zu erzählen. Die Zeit rast abermals.

Am frühen Abend geht es zurück zu Sibylles Tochter, denn dort heißt es heute Abschied nehmen.
Wir werden noch einmal zusammen Essen, dann trennen sich unsere Wege.
Sibylle und ich fahren morgen zu meiner Tochter Nina und von dort aus weiter nach Karlsruhe.
Bis wir zurückkommen, wird Franziska mit ihrer Familie schon in den Urlaub aufgebrochen sein – Wiedersehen Ende September auf Leros!

Am Heimweg erlebe ich eine unerfreuliche Überraschung…

Beim schwarzen Boliden erscheint die Motor-Kontrollleuchte

Mist! Der Fehler war bekannt, ich habe meinen Sohn gebeten, dass er dies prüfen und beseitigen möge.

Ich war nicht beunruhigt, denn von meinem Freund, dem langjährigen Vorbesitzer, wusste ich, dass der Wagen wohl nicht in den Notlauf geht.
Trotzdem – man weiß nie und das Geleuchte geht mir auf den Senkel.
Ich informiere meinen Sohn…

Seine Idee, morgen früh ins Audi-Autohaus zu kommen und ihn als „Herrn der Ringe“ mal nach dem Fehler sehen zu lassen, muss ich leider ablehnen.
Ich kann die geplante Fahrt nicht mehr umgestalten, ich gehe ins Risiko.

Früh am nächsten Morgen brechen Sibylle und ich ohne Frühstück auf…

Die Sonne geht gerade auf, das Erdinger Moos ist in eine schöne Stimmung getaucht
Wir suchen die kürzeste Verbindung und geraten bei der Umfahrung von München natürlich in einen Stau

Ich bin den deutschen Straßenverkehr nicht mehr gewöhnt! Alles Raser!
Ich erinnere mich an früher und kann mir gar nicht mehr erklären, wie ich das mental aushalten konnte.

Bummeln nicht erlaubt! Mein ländlich-griechischer Insulaner-Fahrstil wird von anderen Autofahrern mit dem Betätigen der Lichthupe quittiert – ich will heim…

Es dauert nicht lange, als wir in einer Baustelle in den ersten Stau geraten.
Ein Kleintransporter ist umgekippt, es sieht aus, als sei niemand zu Schaden gekommen.
Nach dem Passieren der Unfallstelle geht es flott weiter.

Bei Memmingen verlassen wir die Autobahn und bummeln über die Landstraße zu „unserem“ Café.
Besser gesagt – das war der Plan – leider haben wir die tolle Bäckerei mit dem kleinen, charmanten Café nicht mehr gefunden und sind bis fast zum Ziel gefahren.
Ein Fehler wie sich zeigen sollte…

Wir kehren im „Zoll-Haus“ ein – nicht so schlecht

Sibylle wird mürrisch – sie mutiert zur Diva. Ein fleischgewordenes Riesentamagotchi welches gefüttert werden will.
Ich weiß aus Erfahrung, wenn sie kein Frühstück bekommt wird sie gefährlich.

Ich muss dieser Bedrohung entrinnen und gestehe zudem, dass auch ich dringend einen Koffeinschub brauche.
Also lenke ich den Boliden zum „Zoll-Haus“ und leite dort eine Maxi-Bestellung ein.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Wir frühstücken gut und nehmen dann die letzten Kilometer zum Wohnort meiner Tochter in Angriff.

Wir waren gut in der Zeit und kommen „just in time“ an

Was wir nicht ahnten – Nina hat uns zum Essen eingeplant und während wir gerade noch die Enkeltöchter begrüßen, buk schon die Lasagne im Ofen.

Uff, gerade noch gefrühstückt und jetzt Lasagne – wir futtern bis die Ränzen zu bersten drohten!
WIR – nicht nur ich…

Gut, dass die Mädels uns zeigen wollten wie gut sie schon radeln können. So gönnen wir uns nach dem Essen einen kurzen Spaziergang und danach noch eine Tasse Kaffee.

Am Land ist die Welt noch heil – die Mädels flitzen herum und zeigen ihre Radelkünste
Soldier of Fortune – ich bin zufrieden und guter Laune

Beim Kaffee gilt es einen Plan für den Nachmittag zu schmieden. Alexander schlägt einen Ausflug nach Überlingen vor, wir könnten uns an einem Eis laben und ein bisschen am Wasser sitzen.

JA! Mag ich Beides, nix wie los!
Unser erstes Ziel war die nominell beste Eisdiele in Überlingen. Ich mache an dieser Stelle kein Fass auf und erwähne den Namen „Repapis“ gar nicht – denn ich will, was ich in Griechenland nicht bekommen kann, ein Spaghettieis!

Sibylle lobt das Kugeleis…
…ich bekomme meine Eisspezialität – ein Gaumenschmaus

Nachdem wir unsere Leckereien aufgegessen hatten, sind wir ans Seeufer gelaufen und haben uns ein schönes Plätzchen gesucht.

Wir hatten Glück! Der erste warme Sonnentag war uns beschieden – und ich nehme es vorweg, der Wettergott sollte uns ab heute hold bleiben.
Bis zu unserer Abreise wird der Hochsommer in Deutschland verweilen.

Wir genießen die Nähe zum Wasser und die Kinder haben sichtlich Freude.

Der Bodensee ist schon schön – wir besuchen Überlingen
„Bis zu den Knien ist ok!“
Gilt das auch für Krabbler?

Wir haben einen wunderschönen Nachmittag und genießen die Zeit zusammen.
Diesmal wird der Besuch bei meiner Tochter nur kurz sein, wir verabschieden uns bereits um 17.00 Uhr.

Nina hat kein Gästezimmer und in der Hochsaison ist uns der Bodensee zu umtriebig und zu teuer.
Wir nutzen also die Chance, dass unser Segelfreund Werner, der Alteigner von ALENA, uns zum Abendessen und anschließender Übernachtung lädt.

Von Werners Zuhause aus, würden wir morgen früh nach Karlsruhe aufbrechen.
Doch zunächst steht uns ein großartiges Wiedersehen mit Erna und Werner bevor – ein Abend voller langer und schöner Geschichten und Erinnerungen.

Wir gehen zu „Da Michele“ – dort ist Werner der vielzitierte „bunte Hund“, man kennt ihn seit Jahren
Die Pizza ist sehr lecker…
…dazu ein „Birra Moretti“ – wir bereiten uns langsam auf unsere Rückreise vor 😉

Am nächsten Morgen haben wir keine Eile. Nach Karlsruhe sind es nur rund zwei Stunden, wir haben für heute keine Pläne.

So frühstücken wir noch gemütlich mit Erna und Werner, der hat übrigens ein sensationelles Frühstück gezaubert, erst um 11.00 Uhr sitzen wir abreiseklar im Boliden.

Doch potzblitz, was ist das? Die Motorkontrolle ist wieder aus – ein Wunder!

Alles wieder gut – temporär

Wir spulen die Kilometer bis Karlsruhe ab und sind, aufgehalten durch einen Stau bei Pforzheim, etwas mehr als zwei Stunden später in Sibylles Geburtsstadt.

Der erste Weg führt uns immer zum Haus ihres Bruders.

Wir parken vor dem Haus – in der schönen Anliegerstraße am Wasserschutzgebiet
Unser Ziel wenn wir in Karlsruhe sind

Natürlich sind die Besuche bei den Kindern und Kindeskindern und darüber hinaus bei Verwandten und Freunden, das Salz in der Suppe.
Sobald eine Reise nach Deutschland gebucht ist, freuen wir uns darauf am meisten.

Es gibt aber meist auch einen ganz rationalen Grund, eine Reise in eine bestimmte Woche zu packen oder gar einen exakten Tag anzustreben.

Der initiale Grund ausgerechnet im August nach Deutschland zu reisen, war neben der Geburt von Enkeltochter Paula, der geplante Verkauf meiner Wohnung in Karlsruhe.
Diese soll veräußert werden, um mit dem Erlös das Haus auf Leros zu sanieren.

Ja, und diese Wohnung befindet sich exakt hier – im Haus des Bruders…

Wir bringen unsere Siebensachen nach oben in die Maisonette – hier haben wir Quartier
Ich mag „meinen“ Blick ins Grüne

Nach unserem „Check-in“ erstmal ein großes „Hallo“ – wir sitzen zusammen mit Sibylles Bruder auf der Terrasse und trinken erstmal ein erfrischendes Kaltgetränk.

Dann planen wir zusammen ein wenig die nächsten Tage. Wann haben wir gemeinsam Zeit, wann wollen wir zusammen grillen, wann sind wir anderweitig unterwegs??? Fragen über Fragen.

Das Thema Wohnung klammern wir zunächst aus, das steht für morgen auf der Agenda.

Wir fahren erstmal runter – Sibylle ist inzwischen „Duolingo“ süchtig! Sie hat einen „Streak“ über mehrere hundert Tage und will diesen nicht unterbrechen – also MUSS sie täglich ihre Lektionen machen…

„It´s so amazing! Wonderful! Well done!“ – die Computerstimme von Duo nervt
Den Kater der Gastgeberfamilie ficht das alles nicht an

Als Sibylle sich durch ihre Lektionen gekämpft hatte, haben wir noch Sibylles Schwester informiert, dass wir gut angekommen seien.
Die erwähnt beiläufig, dass sie gerade auf dem Weg zur Eisdiele wären, die sei schließlich gleich um die Ecke.

Ich erkenne sofort, dass diese Tatsache meine Wohnung immens aufwertet – eine Eisdiele gleich nebenan!
Wir vereinbaren ein sofortiges Testessen und ein Treffen mit Sibylles Schwester vor den Pforten des Eispalastes.

Gut – nix zu meckern!

Ich sehe schon meine Annonce vor dem geistigen Auge „3-Zimmer ETW gleich neben Eisdiele und Badesee“ – ich träume von riesigen Geldbergen, die mit Radladern in meinen Geldspeicher gekarrt werden müssen.

Diese Traumwelt wird bestärkt durch die Tatsache, dass zusätzlich die Karlsruher Messe in unmittelbarer Nähe liegt – und ich erfahre, dass dort am Samstag den 16.08. ein Konzert stattfindet.
Wer nun denkt, dass sich hierhin doch nur die „Kastelruther Spatzen“ verirren, irrt gewaltig!

Denn neben Berlin und Düsseldorf, wurde das kleine Rheinstetten bei Karlsruhe von keiner geringeren Band als Konzertort ausgewählt als…

AC / DC !!!! Hells Bells in Forchheim – Thunderstruck am Wasserwerk!

Abermals werte ich meine Wohnung auf! Ich muss dringend einen Bauantrag in Leros stellen, ich brauche einen Geldspeicher wie Dagobert Duck.

Noch ahne ich nicht, dass der Besuch beim Makler meine persönliche „Highway to Hell“ wird…

Im Büro des Maklers zerplatzen alle Träume wie Seifenblasen

Nächster Morgen, 10.00 Uhr – Sibylle und ich sitzen pünktlich auf den Stühlen im Maklerbüro.

Es tritt ein junger Mann ein, welcher offensichtlich Bluthochdruck hat. Er braucht rund zwei Minuten um das erste Eis zu brechen und um in sein Thema zu finden, dann aber ist er in seinem Element…

Er war bestens vorbereitet und fachlich durchaus kompetent, er ging mit uns alle Punkte durch und fand meine Zustimmung – am Ende reduzierte sich alles auf einen Punkt…

Die Wohnung hat keinen Balkon! Huch, oh Schreck!!!

Ich werfe noch ein, dass eine ETW im Dreieck „Badesee-Eisdiele-AC/DC“, doch in etwa den Wert haben müsste wie ein Penthouse in der New Yorker Upper Eastside, stelle aber fest, dass dies den Mann kurz verwirrt.
Sibylle stößt mich unter dem Tisch an – ein klares Zeichen zu schweigen und so verstumme ich und lausche der finalen Bezifferung meiner Luxusimmobilie durch den Fachmann.

„Waaaas? Sooooo wenig?“ Ich kippe fast aus den Latschen!
Spaß beiseite – der errechnete Angebotspreis lag deutlich unter meinen Erwartungen und auch die oben genannten Pluspunkte konnten den fehlenden Balkon nicht kompensieren.
Ich fasse es nicht – und das MIR, einen bekennenden Balkonhasser!

Der Mann entlässt mich mit einer „Hausaufgabe“ – wenn ich ein Sondernutzungsrecht für eine der Grünflächen im Garten erwirke, dann sieht es anders aus, „…dann erreichen wir ihren Zielpreis!“

Uff, eine Preisdifferenz von mehr als 40.000.-€ wegen ein paar Quadratmeter Garten bzw. einem fehlenden Balkon – in dieser Minute entsteht Diskussionsbedarf.

Wir fahren zu Sibylles Schwester und teilen die Erfahrung.

Steinmauern in der Siedlung in der Andrea wohnt – deutsche Variante! Ich find´s gar nicht so schlecht, muss ich mich mal schlau machen

Im Gehen nehme ich die Steinmauern in der deutschen Version wahr. Ich kenne diese Ausführung, betrachte sie jetzt aber mit anderen Augen.
Stellt diese, vielleicht günstigere Art Steinmauern aufzubauen, eine Alternative zu den griechischen Trockenmauern dar?

Ich muss das behirnen, aber jetzt habe ich mit der Wohnung eine andere Challenge.
Ich muss mit Sibylles Bruder eine Einigung finden, wie wir das Grundstück neu sortieren und dies ggf. als Regelung festschreiben. Dies bedeutet einen Einschnitt in die bisherige Ordnung, wertet aber ALLE Wohnungen auf.

Zudem beschließe ich, dass ich die Wohnung vermutlich schon im Januar 2026 renovieren werde.
Der nächste Reisetermin nach Deutschland drängt sich in den Kalender.

Der Tag vergeht, der Hunger kommt – ich habe Lust auf asiatisches Essen und bitte Sibylles Bruder, reichlich beim Thai um die Ecke (hach, so eine toll gelegene Wohnung) zu bestellen.
Die Rechnung geht heute auf mich!

Wir werden nicht Hunger leiden müssen

Die Wohnung ist auffällig wenig Thema in unserer Runde. Es ist stillschweigend klar geworden, dass Klärungsbedarf herrscht – wir werden wohl Beide darüber schlafen müssen.

Dafür sitzen wir gesellig beisammen und genießen den Sommerabend. Wir haben uns länger nicht gesehen und es gibt einander viel zu erzählen.
So verfliegen die Stunden schnell, die Nacht bricht herein – der morgige Tag wird der Tag, welcher für die Freunde reserviert ist!

Und der verspricht heiß zu werden…

14.00 Uhr – 34°C

Am Vormittag erledigen Sibylle und ich ein paar Einkäufe um weitere Punkte von unserer Liste zu streichen.

Wir fahren zu „Louis“, dem Motorradladen und kaufen dort eine stärkere Gel-Batterie für die GS.
Dann geht es weiter zu „Hornbach“, wo wir Kunststoffschrauben für ein ELOWYN Projekt und einen Gardena-Wasserzähler kaufen.
Zu guter Letzt betreten wir noch die heiligen Hallen vom „Media Markt“ – eine Lautsprecherbox muss her!

Ich will eine JBL Box! Diese kleinen, tragbaren Lautsprecher mit Akku heißen jetzt „Party Boxen“.
Ich will damit genau das Gegenteil machen – nicht zur Party will ich das Ding tragen, die Box soll mich während der Hausrenovierung unterhalten und mir ermöglichen, Musik zu hören.
Später wird sie meine Musikanlage im Haus sein…

Der Verkäufer bittet mich mein Handy zu koppeln und etwas Musik zu machen – so kommt es, dass unser Inselfidler Manolis Platis jetzt im Media Markt Karlsruhe ein Begriff ist!
Die Box hat bewiesen was sie kann und kommt in den A6 – wir fahren weiter, der Verkäufer bleibt mit offenem Mund zurück.

Nächste Station bei hochsommerlichen Temperaturen – Sibylles ehemalige Schulfreundin Ursula…

Der Garten ist ein Traum

Wir sind zu Kaffee und Kuchen geladen, dazu gibt es kaltes Wasser in Unmengen.
Gesprächsthema hier – die Umsiedelung nach Griechenland. Ursula und Andi haben ein Haus auf Kreta und wollen dort wohnen, wir tauschen uns intensiv aus, wann immer wir uns sehen und treffen.

So vergeht auch hier die Zeit viel zu schnell, denn schon um 17.00 Uhr sind wir bei Sibylles Freundin Sabine zum Grillen geladen.
Micha legt ordentlich auf und wir klönen bei Grillwurst und Bier bis in den späten Abend.

Erschöpft sacken wir ins Bett – morgen ist „Verwandtschaftstag“!

Und dafür wurde ein gemeinsames Treffen mit Geschwister, Nichten und Neffen, sowie Onkel und Tante am „Rheinkiosk“ anberaumt.

Nach dem Frühstück fahren wir gemeinsam mit Andrea und Achim dorthin…

Gemütlich am Wasser – genau meine Welt
Schifferl schauen – bei schönem Wetter ist Deutschland herrlich
Wir ergattern einen großen Tisch im Schatten und treffen Onkel und Tante
Foto von „den Alten“ – das Jungvolk bleibt außen vor

Naja, was soll ich sagen? Es ist nicht mein Familienstamm und bei manchen alten Geschichten sind wir angeheirateten Männer außen vor.

Sibylle hat aber Spaß und freut sich und dieses Gefühl teile ich mit ihr. So verfliegt auch dieser Tag recht rasch.

Ausklang findet der Abend bei einem Luxusgriller auf dem Balkon (ahhhrgh) von Andreas und Achims neuer Wohnung.
Bei dieser Gelegenheit mache ich eine vorläufige Kaufzusage bezüglich Andreas „alter“ Küche – die passt nämlich exakt in meine Wohnung.

Der Weg zurück zu Sibylles Bruder´s Haus, zu unserer Schlafstätte, ist nicht weit.
Wir gehen die paar Meter und bestaunen den hellen Vollmond.

Der Mond gibt uns Geleit

Die Zeit ins Karlsruhe ist um! Ein letztes Frühstück mit dem Bruder, letzte Besprechungen, wie wir mit der Wohnung weiter verfahren.

Dann fahren Sibylle und ich ab – nächstes Ziel, Metzingen!

Metzingen? Zu BOSS? Nein, weit gefehlt!
Ich habe ja jahrelang für einen großen Automobil-Zulieferer im Raum Dettingen-Metzingen-Reutlingen gearbeitet.

Ich habe nach wie vor Kontakt zu ehemaligen Kollegen, wenn auch inzwischen sehr reduziert, zudem haben wir Freunde dort – völlig losgelöst von meiner Beschäftigung bei „Elring“.

Beides war ein Grund, einen Abstecher dorthin zu machen – zunächst waren wir kurz bei Florian um dort ein spezielles Ersatzteil für ELOWYN zu besorgen, dann ging es weiter zu Susi und Rainer, beide kennen wir seit der „Jeantex Bike Transalp 2007“.

Bei Rainer und Susi gibt´s zuerst „a Veschber“…
…dann besuchen wir zusammen deren Tochter Laura in deren neuer Patisserie
Auch in „Lauras feiner Patisserie“ werden wir verwöhnt

Ich mag es, was die junge Frau, welche ich als Teenager kennen lernen durfte, aus dem Boden gestampft hat.

Wir haben uns häufig gesehen, als sie bei unserem Lieblings-Kaffeeröster „Dinzler“ in Irschenberg eine zeitlang vor ihrer Meisterprüfung gearbeitet hat um „neue Erfahrungen“ zu sammeln.
Jetzt treffen wir uns nurmehr gelegentlich wenn wir ihre Eltern besuchen, aber ich freue mich mit ihr über das Ergebnis ihres Wirkens.

Die süßen Köstlichkeiten werden auf Bestellung gefertigt und geliefert

Erst spät am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt nach Miesbach fort. Wir kommen ohne Zwischenfälle durch und erreichen unser Ziel zur Abendessenzeit.

Der Einfachheit halber wird Pizza bestellt – und nachdem die Buben ins Bett gebracht sind, gönnen wir uns ein letztes Absackerbier an der Lagerfeuerschale in unserem ehemaligen Garten, welcher heute ein Abenteuerspielplatz für unsere Enkel ist – alles richtig gemacht!

Wir sitzen bis spät in die Nacht am Lagerfeuer
Eine wunderschöne, fast wild-romantische Stimmung

Am Folgetag geht es für Sibylle und mich mit hoher Schlagzahl weiter. Wir stehen früh auf, frühstücken wenig und ziehen dann getrennt voneinander los.

Sibylle hat einen Arzttermin, ich einen auf der Post! Denn an exakt EINEM Tag, war der Paketfahrer von DHL nicht in der Lage, meine Pakete an den festgelegten Ablageort zu legen.

Drei Pakete, darunter ein Stück Sperrgut, finden den Weg zu uns nicht und landen stattdessen in der Postfiliale – heute ist der letztmögliche Tag diese abzuholen.

Alles abgeholt – gerade noch rechtzeitig

Ich muss vor der Postfiliale mein Auto umräumen – Martins Segel muss verstaut werden.
Klappt aber alles, so setze ich meine Fahrt in Richtung „Stihl“ Fachhändler fort.

Dort kaufe ich mir eine Motorsense, einen Freischneider, um das nächste Mal meinen Garten selber trimmen zu können.
Auch dieses Riesenteil findet einen Platz im Laderaum des schwarzen Boliden.

Zu guter Letzt biege ich noch einmal zum „hagebaumarkt“ ab, um dort einen Briefkasten für mein Haus in Plaka zu kaufen.

Alles klappt bestens – und was macht der Handwerker, wenn am frühen Vormittag das Tagwerk schon gut vorangeht?
Genau – Brotzeit!

So geil – Kasleberkas, ein Gedicht

Und dann? Dann geht es ENDLICH an den Schliersee! Es wird höchste Zeit mal etwas zur Ruhe zu kommen, die Seele baumeln zu lassen und natürlich, um Rita und René im „Haus Seegarten“ zu besuchen.

Und wie immer wenn ich ans Wasser komme – stürze ich mich in die Fluten!

Um diese Zeit ist am Schliersee noch nix los
Ich war erstmal baden – jetzt lese ich ein wenig, „Quality Time“ genießen

Sibylle wird nach ihrem Arzttermin nachkommen. Dann warten wir auf Anita und Willi aus der Schweiz.

Nanu, wer ist das? Denkt mal nach, die treuen Blogleser kennen Willi vom Erzählen – er ist nämlich der Eigner der FREE WILLY auf Leros!
Er und seine Frau haben es sich nicht nehmen lassen, von der Schweiz aus für einen Tag anzureisen um uns zu treffen.

Sie wollen „…nur einen schönen Nachmittag mit uns verleben und dann ein gemeinsames Nachtessen genießen“, dann würden sie wieder nach Hause fahren.

Ok, warum nicht? So warten wir auf die Beiden, wir wollen uns um 14.00 Uhr hier treffen.
Natürlich werden wir auch über den Verkauf von FREE WILLY sprechen, denn auch hier gab es eine überraschende Wendung.

Das Treffen war ein voller Erfolg

Neugierig? Ist auch begründet, denn bei den Verkaufsaktivitäten rund um die kleine Ketch hat sich ja Einiges getan.
Und siehe da – nach mehr als einmonatiger Funkstille meldet sich der Umweltaktivist Julian wieder mit einem konkreten Verkaufsangebot.

Ich möchte nicht spoilern, aber es wird schnell klar, dass Willis Boot bei einer „Aktion“ der Aktivisten eingesetzt werden soll.
Es gibt noch offene Punkte, daher wird sich eine finale Entscheidung wohl erst zum Monatsende ergeben, aber immerhin – es kommt Bewegung in die Sache.
Dies vor dem Hintergrund, dass sich zwei weiterere Interessenten gemeldet haben, welche das kleine aber feine Boot noch in diesem Monat besichtigen wollen.

Wir vier hatten also viele Themen zu besprechen – nebenher erfahren wir das tatsächliche Alter unserer Segelfreunde aus der Schweiz – hier nur soviel, ich will so alt werden und dann auch „…noch mal schnell an den Schliersee“ fahren können.

Als Gaststätte für unser Abendessen haben wir uns das „Klosterstüberl Reutberg“ ausgesucht…

In der Ferienzeit muss man reservieren – ich gönne mir ein Dunkles…
…zur Vorspeise – eine Kaspressknödlsuppn! „Es gibt nix Bessers ois was Guads“
Sibylle und ich essen Salat (und ich noch a „Oimerer-Cordon Bleu)

Gegen 19.30 Uhr brechen wir auf. Die Freunde haben noch ihre Heimreise vor sich, es soll nicht zu spät werden.

Wir verabschieden uns herzlich und hoffen, dass wir den Verkauf des kleinen Bootes nach vorne pushen können.
Es heißt „Daumen drücken“!
Noch ahnen wir nicht, dass wir uns schon bald wiedersehen würden…

Wir fahren zurück nach Miesbach, für uns nur ein kurzer Heimweg. Leider muss ich eine Enttäuschung hinnehmen – das Motorlämpchen wartet wieder als Besuch auf meinem Armaturenbrett auf.
Nicht wirklich schlimm, aber es nervt mich halt!

Kleiner, gelber, nerviger Quälgeist

Als würde das Schicksal meine Gedanken kennen, sendet es mir eine kleine Wiedergutmachung für das nervige Motorsysmbol in meinem Sichtfeld.

Die Sonne geht gerade unter, als wir Parsberg erreichen. Dies sorgt für ein Lichterspektakel in meinem Außenspiegel.

Die Sonne versinkt am Horizont – „Sie haben ihr Ziel erreicht!“

Geschafft! Die Erledigungen sind gemacht – es bleibt etwas Zeit zum Durchschnaufen.

Das ist insofern schön, weil langsam der Ausklang unseres Besuches eingeläutet wird.

Wir wollen die verbleibende Zeit sinnvoll und intensiv nutzen, bevor wir wieder für mehrere Monate in Griechenland weilen werden.

Sibylle sucht einen Trailer von dem uralten Kinderfilm „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ – wer kennt das noch???
Ich habe Zweifel, dass der Schinken aus dem Jahr 1968 noch irgendjemand interessiert, aber zumindest der Trailer findet Anklang bei Benno – vielleicht nächstes Mal, im Winter!

Ok, den gibt´s tatsächlich in Deutsch – aber jetzt wird draußen gespielt…
…es steht ein reichhaltiger Fuhrpark zur Auswahl (die Wahl fällt auf den Mercedes der Nachbarstochter)

Sibylle und ich genießen die Zeit mit den Buben in unserem ehemaligen Garten.
Später aber ziehen wir weiter an den Schliersee, dort sind wir abermals verabredet, diesmal mit Rita und René – zum gemeinsamen Dinner im Berggasthof „Rote Wand“.

Doch bevor es weiter in die Gastwirtschaft geht, stürzen sich René und ich erstmal in die Fluten – den Tag abspülen, fast wie in Hellas!

Das Wasser hat etwa die gleiche Temperatur wie das Meer

Danach drängt die Zeit! Geitau ist ebenfalls ein Urlaubsort, die „Rote Wand“ ist gut besucht und wir haben reserviert.
Es gehört sich, dass wir pünktlich sind – obwohl wir einen „Bekanntenbonus“ haben.

Der Gasthof ist idyllisch gelegen und wunderschön. Die Lage unterhalb der Rotwand ist einzigartig, die Umgebung ist das bayrische Paradies.
Uns wird bewusst – wir haben schön gewohnt und viel aufgegeben…

Die „Rote Wand“ – ein bayrisches Original
Ein Idyll in den Bergen
Das Essen ist – wie immer – hervorragend. Ich kann endlich meinen Krustenschweinsi in Dunkelbiersoße von der Liste streichen

Zurück in der Ferienpension meines Freundes gibt es noch ein Schnapserl als Absacker, dann findet dieser gemeinsame Abend ein schleichendes Ende.

Zuvor mache ich noch ein Bild mit der „Teufel Box“ von René – er beschallt damit seinen Gastgarten, wenn es festliche Anlässe gibt.
Die Box ist der Kategorie „Professional Equipment“ zuzuordnen.
Warum also das Bild???

Gruß an Hans Peter

Weil ich Grüße nach Leros, an meinen Freund Hans Peter, schicken will!
Er ist bekennender „Teufel“ Fan und ich erlaube mir ein Späßchen…

„Habe mir ein Beispiel an Dir genommen, habe auch eine Teufel-Box gekauft – die kommt auf´s Schiff!“

Hans Peter, der sicherlich ein heimlicher Spaßvogel und Gaudibursche ist, dies aber lieber verbirgt, antwortet prompt und in typischer Manier „…wo willst Du die hinstellen? Passt die noch ins Auto?“

„Zu Sibylle auf´s Nachtkästchen – sie mag Musik nur wenn sie laut ist!“

Ich verkneife mir diese Antwort und schicke ihm einen Zwinkersmiley – meine deutlich kleinere JBL-Partybox zeige ich ihm beim Ausladen.
Er wird mich verachten… 😉

Ich ahne noch nicht, dass der kommende Tag eine wirklich gemeine und fiese Überraschung für mich bereit hält!

Zunächst beginnt der Tag harmlos – Family-Life bis Sonjas Eltern kommen, es gibt abermals „Original Rosis Apfelkuchen“.

Wir schlemmen und füllen unsere Ränzen

Ich will eine Datei öffnen um Irgendetwas nachzusehen – dabei fällt mir auf, dass mein Notebook nicht geladen ist.
Das ist komisch, es war die ganze Nacht am Strom!

Ich stecke das Ladegerät an, kein Laden. Ich wackle am Stecker, nur komische Blinksignale.
Hm, nur noch 8% Akku, ich setze mich sofort ins Auto und fahre zum Elektroshop.
Man ist so freundlich und lässt mich ein Netzteil ausprobieren, ich verspreche zu kaufen wenn es funktioniert – tut es aber nicht!

Nur noch 5% Akku – Drama! ALLE meine Daten sind auf diesem Rechner. Der Zufall will es, dass ich erst gestern gesichert habe, Datenverlust droht nicht.
Aber ich komme nicht mehr an wichtige Informationen und Daten – als ich das realisiere kopiere ich rasch die Reiseunterlagen in die iCloud.

Noch 3% Akku – aus!!!

Der Rechner ist aus, mein Datenzugriff ist abgeschnitten. Meine Nabelschnur durchtrennt!
Das hp-Probook und das Netzteil sind heiß – ich lege den Rechner in den Kühlschrank und hoffe auf Besserung!

Mein Probook zwischen Butter und Dessert

Leider kann ich nichts Positives mehr berichten. Das Notebook bleibt tot, nur ein doofes Blinken des kleinen Lämpchens nach dem Einstecken des Netzteils.

Mir fällt auf, dass das Gehäuse einen Spalt hat. Ist das Gerät einmal heruntergefallen? Oder ist das beim Flug passiert?
Kann es sein, dass der Akku überhitzt ist?

Ich entschließe mich zum radikalen Eingriff und öffne den Laptop…

Was ist da nur passiert???
Offen gesagt – ein klarer Fehler ist nicht erkennbar

Ich bin frustriert und sehe nach, was ein MacBook kostet – uff, 2.800.-€!!!
Ich verwerfe den Gedanken und frage meinen Sohn nach einem alten Notebook – er hat eines, das Problem scheint gelöst…

Als ich aber feststelle, dass die Leihgabe mit Übernahmeoption nicht Win11 tauglich ist und zudem ein paar kleine Mängel hat, denke ich über eine Neuanschaffung eines Windows Rechners nach.
Ich beheule meine Optimierungen, meine persönlichen Einstellungen und die Zeit, welche ich verlieren würde, bis alles wieder so läuft wie ich es will.

„Nicht mit mir!“ Ich werde meinen Laptop reparieren und ihm einen neuen Ladeanschluss, einen Lüfter und einen Akku gönnen – ich gehe ins Risiko!
Derweil tippe ich diese Zeilen am Laptop meines Sohnes – und bin genervt, weil nix mehr funktioniert und immer wenn ich die Alt Gr Taste drücke, sich das Bild dreht.

Ich zeig´s euch mal…

Zeitsprung – auf der Fähre von Italien nach Griechenland, ich tippe gerade diese Zeilen…
„Ich zeig´s euch mal…“
„Ja so a Scheiß… – da halte ich es doch mit Götz von Berlichingen“

Lustig, gell? Stellt euch also vor ich schreibe eine Mail und will ein (ät) Zeichen machen…
Oder nach einem Betrag das (e) Euro Zeichen setzen – wie vorhin, als ich den Preis des MacBooks geschrieben habe…

NATÜRLICH denke ich nicht daran und muss jedes Mal in die Einstellungen und den Bildschirm zurückdrehen.
Abhilfe schafft ein Wordpad Dokument auf dem ich ein (ät) und ein (e) gespeichert habe, dies kopiere und dann einfüge.

Ich repariere mein Probook, komme was wolle – die Zeit werde ich mir nehmen, die Teile werde ich auf Leros bestellen.
Solange muss ich geduldig sein.

Am neuen Tag steht noch einmal Aufregung an, dies aus zweierlei Gründen…
Zum einen kommt endlich der lang erwartete Rodkicker von ELOWYN an. Dieser ist verpackt 3 Meter lang und ich muss ein bisschen hier kürzen und da kürzen, so dass ich das Monster ins Auto bringe und sichern kann.

Wir packen unseren Boliden an diesem Tag noch einmal aus und dann final ein – reiseklar gepackt 😉

Vor Sonjas Garage wird noch einmal final umgepackt
Der 3m lange Boom-Vang findet gerade so Platz
Doch zu guter Letzt haben wir alles im Audi – und für unser Gepäck ist auch noch Platz

Ein kleiner Luftraum bleibt auch noch, gut so, denn unsere Taschen müssen ja auch noch ins Auto gepacktg werden.
Zudem ergibt sich eine weitere Herausforderung, auf die ich später noch zurückkommen werde – nur soviel, der Audi wird noch weitere Gepäckstücke schlucken müssen!

Naja, und der zweite Punkt welcher heute ansteht ist noch einer von den ganz wichtigen – wir treffen meinen Sohn Stefan nebst Familie und neugeborener Enkeltochter Paula.
Um 14.00 Uhr sind wir bei der jungen Familie zu Kaffee und Kuchen geladen.

Hallo Paula, Dein Opa aus Griechenland heißt dich auf dieser Welt Willkommen!

Es ist ein sehr nettes Treffen – zuerst eingeleitet von einem Familientreffen nebst Schwiegereltern meines Sohnes, dann sind wir zu Fuß in den nahegelegenen Biergarten der „Kugler Alm“ gegangen.

Dort gab es eine Brotzeit und Anton, nun ja ein „großer Bruder“, durfte sich am Spielplatz austoben.

So hab´ ich mir das Treffen vorgestellt…

Der Weg zur Kugler-Alm führt uns durch Wohnsiedlungen und über bunte Wiesen und Felder – wir haben Wetterglück
Anton und ich lieben Breze (und dazwischen mal ein Pommes)
Sibylle hat ein Händchen für alles was noch nicht volljährig ist – Paula schläft friedlich, die Eltern können in Ruhe essen

Was für ein schöner Tag! Zu meiner großen Freude hat mein Junior keine Versprechen gemacht, welche er nicht halten kann – wir werden uns auch morgen noch einmal treffen und Zeit miteinander verbringen.

Morgen ist unser letzter Tag, unser Besuch soll perfekt ausklingen!

Doch für heute reicht es, die Kleine weint, Anton ist erschöpft und wir Alten sind auch matt.
Wir gehen zurück zum Haus der Familie, Stefan schaut noch rasch nach dem Audi und übergibt mir Unterlagen, dann trennen sich unsere Wege – bis morgen!

An diesem Abend sitzen wir noch lange mit unseren Kindern und Kindeskindern in Miesbach zusammen.
Sie alle werden morgen früh in den Urlaub nach Finnland starten – wir tun es ihnen gleich, nur etwas mehr als 12h später und in die entgegengesetzte Richtung.

Zum Abschied bleibt uns nur hinterher zu winken…

Mit dem Auto zum Flughafen, dann geht es weiter…

Der Tag hatte turbulent begonnen – ich war beim Bäcker um Semmeln zu holen, Sibylle hat bei den Reisevorbereitungen geholfen und die Kinder ein wenig behütet, während die Eltern final gepackt haben und die Abfahrt vorbereitet hatten.

Nach einem kurzen Frühstück war der Abschied vollzogen und im Haus kehrte ungewohnte Ruhe ein.
Wir saßen alleine in dem Haus, welches einmal uns gehört hat.

In ein paar Stunden wird Stefan mit Familie zu Besuch kommen, wir genießen die Ruhe bis dahin.
Ich kümmere mich um die Unterlagen, mache ein paar Scans und speichere die Daten in einer provisorischen Zwischenablage – wie ich mein Laptop vermisse 😦

Die Investitionen in den Audi werden archiviert – irgendwann werde ich ihn verkaufen

Der gelbe „Quattro Gecko“ und der Gedanke an unserem Besuch zerstreuen meine Grübeleien – ich wurschtle weiter bis es an der Türe klingelt…

Erbarmen, zu spät! Anton ist da!!!

Der Kleine vereinnahmt mich, ich schätze das und fühle mich pudelwohl

Auch heute gibt es eine Tasse Kaffee und etwas Gebäck, dann gehen wir alle in den Garten und genießen den Nachmittag.

Anton saust von Opa zu Oma, von Papa zu Mama. Die kleine Paula geht reihum und schläft zwischendrin.
Wir haben alle Zeit uns auszutauschen und nebenbei abwechselnd den Knirps zu entertainen…

Sibylle muss ins Trampolin um den Racker zu belustigen
Der Opa füttert den Dreikäsehoch mit eigenen „Kriacherl“ – bayrischen Wildpflaumen
Der stolze Papa darf bei Paula ran – die Mama hat eine Verschnaufpause

Mir fällt auf, dass ich von der Mama diesmal keinen Schnappschuss habe – sie möge mir das verzeihen.
Ich hoffe und bin dabei fast sicher, dass sich bald eine neue Gelegenheit bietet.

Wir verbringen den ganzen Nachmittag im Garten, welcher ein einziges Spieleparadies für Kinder ist.
Viel geredet, den Besuch auf Leros im Juni 2026 geplant und Zukunftspläne besprochen.

Es war ein wunderschöner Tag, er ist viel zu schnell vergangen!
Die Kinder haben sich gegen 17.00 Uhr verabschiedet – ein zweites Mal an diesem Tag winken wir Kindern und Enkel hinterher.

„Pfiat Di Anton“ – bis bald
Da fahren sie dahin

Sibylle und ich haben kaum Zeit zum Durchatmen – wir sind abermals im „Haus Seegarten“ bei Rita und René verabredet.

Dort wollen wir an unserem Abschiedsabend noch einmal zusammen Grillen, dann würden wir uns zur letzten Nacht in Deutschland zurückziehen.

Doch zuvor habe ich noch einen kurzen aber wichtigen Punkt auf meiner ganz persönlichen Liste.
Ich möchte wieder einmal „an der alten Eiche“ am Miesbacher Friedhof vorbeisehen, dort ist meine Mutter bestattet.

„Du bist erst tot, wenn man nicht mehr an dich denkt“ (Berthold Brecht)

Ein paar Minuten reichen mir – die Gedanken gehören mir

Jetzt ist es Zeit für den Schliersee, Zeit für Freude am Leben.

Wie immer gehe ich als erstes Baden, dann treffen wir zufällig noch ein paar Freunde – Treffen, über die wir uns wahnsinnig freuen und wir versprechen, dass wir uns nächstes Mal wieder aktiv melden.

Es ist an der Zeit, den Grill anzuwerfen…

Der Schliersee lädt zum Bade – das Wetter fängt sich wieder
Wir grillen vor dem Kiosk und sitzen den ganzen Abend im Garten

Um 21.30 Uhr mahnt Sibylle zum Aufbruch. Wir wollen versuchen, dass wir noch eine Mütze voll Schlaf finden.

Zurück in Miesbach stellen wir die Wecker auf 02.30 Uhr und legen uns dann schlafen.
Sibylle schläft unruhig, ich ganz gut – dafür wache ich aber um 02.00 Uhr auf und bleibe auch gleich wach.

Ein Kaffee, eine kurze Dusche – dann geht es los!
Good bye Miesbach, Servus Deutschland, Hellas wir kommen!

Leicht verschwommen – Entschuldigung – pünktlich um 03.00 Uhr geht es los

Vor uns liegen 1.150 Kilometer. Sibylle hat uns eine Zwischenübernachtung in Barletta in Süditalien gebucht – unser finales Ziel Brindisi schien zu weit für die Fahrt an einem Tag.

Ich war, zugegeben, anderer Meinung. Ich hätte die Gesamtstrecke gerne abgespult und hätte dafür am Folgetag eine Art „Pausetag“ gehabt.
So muss ich auch am Tag darauf noch einmal fast 200km bis in die Hafenstadt Brindisi hinter dem Volant sitzen.

Richtig gefreut habe ich mich über den Reiseverlauf bis Bologna.
Wir hatten keinen Stau und waren bereits nach etwas mehr als zwei Stunden am Rasthof „Plose“ kurz nach der Mautstelle Sterzing.

Sieht anders aus als früher
Der Bolide bekommt eine Pause – wacker geschlagen
Auch wir gönnen uns eine Pause nebst zweier „Café“

Weder auf der Inntalautobahn, noch in Kiefersfelden, nicht am Brenner und auch nicht an der Baustelle Luegbrücke war irgendein Verkehrsaufkommen.

Ich wusste, dass dies nicht so bleiben würde, war doch „Ferragosta“ in Italien gewesen und die Italiener sind im Urlaubs-Ausnahmezustand.

Wir passieren die Mautstelle Sterzing und sausen wenig später am Gardasee vorbei – nichts los auf den Straßen, es ist noch zu früh.

Erst in der Höhe von Bologna zieht sich der Verkehr zusammen und wir geraten in den ersten Stau…

Immerhin rollt es zähflüssig dahin
Grund – ein Unfall auf der Gegenspur

Ich bin echt entsetzt – rund 10km zähflüssig mit einer nicht unerheblichen Zeitverzögerung und zusätzlichem Risiko von Auffahrunfällen im „Stop-and-go“ Verkehr…

Wegen glotzender, idiotischer GAFFER – mein Gott, welch´ Geistes Kind sind solche Trottel???

Kaum hatten wir die Unfallstelle passiert, löste sich der Stau wie von Geisterhand auf.
Den Gaffern dieses Tages wünsche ich indes Kamelflöhe im Arsch und zu kurze Finger zum Kratzen!

Trotz einiger kleiner Verkehrsstörungen rocken Sibylle und ich in unserem tapferen A6 das Ding und kommen kurz nach 16.00 Uhr an unserem Hotel an…

Sibylle checkt uns ein…
…ich bringe den Audi auf einen sicheren, bewachten Parkplatz ums Eck

Im Zimmer legen wir uns erstmal eine halbe Stunde auf´s Bett – die müden Knochen etwas ausruhen und den Körper durchstrecken.

Dann machen wir uns frisch und mobilisieren unsere letzten Kräfte.
Sibylle möchte an den Strand und in einer Strandbar etwas trinken…

Weil der Befehl meiner Gattin mir Wunsch ist, lassen wir uns für 5.- Euro 😉 an den Strand shutteln – und beschließen, dass wir zurück laufen.

Jetzt erstmal das Flair eines süditalienischen Badestrandes genießen.
LAUT! Es ist laut! Ein Radiosender hat einen aufblasbaren Pavillion und veranstaltet Spiele – zwei Moderatoren peitschen sich an.

Bikinischönheiten wackeln am Strand entlang – das arschbackenfreie Bikinihöschen ist DER Trend.
Selbst Achtjährige und Achtzigjährige laufen in dem vielzeigenden Kleidungsstück herum – schick nur bei manchen.

Sibylle und ich machen ein Erinnerungsfoto und widmen uns dann einer bunten Spazialität – dem „Aperol-Campari“!

Weißer, feinsandiger Strand – Italien halt
Kann man mögen – muss man aber nicht
Das Zeug ist GUT – am Strand aber aus Plastikbechern

BÄÄÄÄM – der Campari schießt direkt in unser Gehirn und lässt uns deutlich angetrunken zurück.

Wir gehen trotzdem den Weg zurück und machen dabei einen Schlenker über eine Pizzeria, welche uns Google empfiehlt.

Naja, eine „echte“ Pizzeria war es nicht, eher ein Bäcker, welcher deftige Backspezialitäten anbot.
Mangels echter Alternativen haben Sibylle und ich entschieden, das heutige Abendessen eher als eine Art „Snack“ zu gestalten.

Die Auswahl war groß, geschmacklich war es gut – nur Pizza war es nicht
Die „pizzaähnlich belegten Teigfladen“ schmeckten gut

Die Dinger waren so mächtig, dass nichtmal ICH meinen aufgegessen hatte. Wir ließen uns das Ding einpacken und nahmen es mit zum Hotel – das würde morgen am Fähranleger einen guten Mittagssnack geben.

An diesem Abend sind wir wie Säcke ins Bett gefallen. Keine Lebensgeister mehr – gute Nach…. Chrrrrrr…

Der neue Morgen! Frisch! Ausgeschlafen – wir sind zeitig dran und buchen ein Früstück nach.
Das Hotel ist nett, keine wirkliche Wucht, aber für einen Zwischenstop wirklich gut.
Die Zimmer, wie die Betten, sind neuwertig und ausgezeichnet.

Auch sonst ist das Hotel ganz nett, wenn auch inzwischen etwas aus der Zeit gefallen.

Sibylle bucht das Frühstück nach – für 5,50 Euro pro Person
Die Welt ist bunt

Das Frühstücksbuffet war typisch italienisch – viele süße Teilchen, wenig Deftiges, trotzdem fanden wir genug Sachen, welche auch unseren deutsch-griechischen Geschmacksnerv trafen.

Und Nutella geht immer! Oder???

Das 5kg Glas mit Spender

Fahrtag 2 – Etappe von Barletta nach Brindisi, Google sagt uns gute zwei Stunden Fahrt voraus, für eine Strecke von 178km.
Eine Mautzahlung wäre nicht fällig…

Ich bin stutzig – es gibt in Italien keine 178km lange, kostenfreie Autobahnstrecken.
Und tatsächlich, das allwissende Google will uns über die Schnellstraße nach Brindisi schicken.
Ich hinterfrage es nicht – nach den 73.- Euro Maut gestern, freuen wir uns über eine Sparoption und die herausgegebene Zeit passt zu unserem Plan.

Und so erreichen wir exakt um 10.00 Uhr, rund eine Stunde zu früh, den Fährhafen von Brindisi.

Wir parken das Auto, das Sicherheitsgefühl ist höher als in Ancona oder Piräus

Nach dem Check-In müssen wir uns rund zwei Stunden vertreiben. Das sind, zugegeben, zwei lange Stunden.

Da trifft es sich gut, dass Otto aus Finnland anruft und seine Oma sprechen will.
Er erzählt vom Angeln, von Ruderbooten und Familienzeit – unsere Lieben sind gut angekommen und genießen ihre Ferien.

„Und, hast Du lange oder kurze Hosen an?“ „Lange? Oh…“

Etwas später ist es dann soweit! Wir boarden die große „Grimaldi“ Fähre und fahren den Boliden in das obere, freie Stockwerk.

Dort werden die Autos zusammengequetscht und sehr knapp geparkt – ist das wirklich nötig?

Es wird sich zeigen – nein, wäre es nicht gewesen!
Es waren nicht so viele Gäste an Bord wie man geglaubt hat – Brindisi scheint auch in der Hauptsaison nicht so sehr frequentiert zu sein.

Eng gestellt – die nächste Reihe wartet schon
Von oben wird klar – es wäre noch Platz gewesen (wer findet den Audi?)

Sibylle und ich gehen nach oben und finden einen sehr schönen Platz.
Ich kaufe mir eine Datenkarte für Internetzugriff um die Zeit für meinen Blog zu nutzen.

Sibylle liest und lernt mit Duolingo. Wir verlassen den Platz nicht und wenn, dann nur für kurze Runden und abwechselnd.
Neun Stunden Überfahrt nach Igoumenitsa sind lang – wir machen das Beste daraus…

Die Fähre legt ab, wir verlassen den Hafen von Brindisi

Auf der Fährfahrt schleichen sich zwei Handlungsstränge in mein momentan ruhiges Leben – einer davon wird die Tage nach meiner Ankunft bestimmen und ausfüllen.

Der andere bahnte sich vor ein paar Tagen an und beschäftigt meinen Kopf seither mehr als ich das will und dachte.
Ich beschreibe kurz die Situation…

Wie schon angedeutet, wurde auf einer der Leros-Facebookgruppen eine Transportmöglichkeit für Gepäck von Athen nach Leros gesucht.

Ihr ahnt es schon, ich konnte mal wieder nicht anders als helfen zu wollen – fahre ich doch genau zum richtigen Zeitpunkt die benötigte Strecke.
Obwohl der Bolide ziemlich tough gepackt ist, kann ich mir vorstellen das Gepäck für die junge Frau mitzunehmen.

Ich antworte der Fragestellerin per Messenger und wir stimmen uns ab…
Das Ergebnis – wir werden Femma, eine 41-jährige Holländerin, in Piräus treffen und ihr Gepäck laden.

Während ich so vor mich hinsinniere, macht die Fähre schon ordentlich Strecke über die Adria – Kurs Igoumenitsa liegt an!

Wir kommen gut voran

Habe ich einen Fehler gemacht? Würdet ihr nicht helfen wollen? Nicht nur eine Person spricht mich darauf an, dass Femma eine Schmugglerin sein könnte und sie mich Drogen oder andere illegale Waren im Gepäck transportieren lässt…

Ich google die junge Frau, bzw. ich nutze ihre Links die sie mir sendet, denn auch sie möchte Vertrauen wecken.
Auf YouTube findet man Fotos der sehr hübschen Bikerin, die als Vloggerin unterwegs ist – und zwar mit dem Motorrad!

Auf einer Urlaubsfahrt nach Italien beschließt die Bikerin, dass sie eine Hängematte kaufen würde und nicht wieder nach zuhause zurückfahren wird.
Sie wird die Welt mit dem Motorrad umrunden! Bis Indien hat sie es schon geschafft. Dort steht ihre Maschine jetzt und sie ist zum Arbeiten für vier Monate in Griechenland – auf Leros!

Ich liebe solche Stories und die Menschen dahinter – ich frage sie direkt, ob man mich verhaftet, wenn Polizei die Koffer öffnet.
„Nein, bestimmt nicht!“ verspricht sie mir mit Doppelschwör 😉 .
Na dann! Ich glaube ihr – und sage zu.

Inzwischen geht die Sonne unter, wir haben die Hoheitsgewässer von Griechenland erreicht!

Am linken Bildrand Korfu – eine schöne Szenerie

Und der andere Punkt? Der noch viel aufregendere Handlungsstrang?

Wie schon geschrieben, war ja Julian auf die Bühne zurückgekehrt, unsere Lebenslinien schneiden sich somit ein zweites Mal.

Die neuerliche Kontaktaufnahme des Aktivisten war auch diesmal wieder unmittelbar und direkt – ohne auch nur eine Nachfrage lautet sein Text…

„Wir wollen FREE WILLY kaufen und bieten diese Summe! Können wir sie morgen zu Wasser lassen und damit wegfahren?“

„Äh, nein, könnt ihr nicht!!!“

Nicht nur, dass ich erklären muss, dass ich gerade aus Deutschland zurückkomme und dann mindestens zwei Tage brauche um das Auto auszuräumen und mich um meine Belange zu kümmern – wir müssen außerdem dafür sorgen, dass das Boot vorbereitet wird, es muss Antifouling gestrichen werden und dann muss auch die Ummeldung gemacht werden.

Der junge Mann erwidert, dass „Antifouling streichen nicht notwendig ist und man könne ja auch schnell in Polen beflaggen! Man sei an einem schnellen und problemlosen Kauf interessiert!
Das einzige Problem sei die Zeit, es eile und man hätte eine Deadline“

Ja spinnen die alle? Erst über einen Monat kein Lebenszeichen und jetzt innerhalb von zwei Tagen ein Schiff kaufen wollen???

Wo sind wir? Wie lange werden wir noch brauchen? Igoumenitsa ist nochmal ein ganz schönes Stück von Korfu weg…

Naja, langsam wird Licht am Ende des Tunnels

Ich schreibe dem Twen aus Österreich eine Mail, in der ich sein Ansinnen lobe und Unterstützung zusage.
Ja, wir sind bereit ein schnelles Geschäft zu machen und ja, der Eigner ist bereit euren Angebotspreis zu akzeptieren.

Zwei Bedingungen – Zug um Zug auf Basis einer schnellen Kommunikation und ihr sagt mir, für welchen Zweck ihr das Boot braucht. Unser Handel muss legal bleiben – bitte zerstreue meine Zweifel.
Natürlich muss gewährleistet sein, dass der Eigner verfügbar ist und ich einen Krantermin organisieren kann.

Beides frage ich von Bord aus an, dann ist Feierabend für heute! Die Fähre legt mit leichter Verspätung an und ich habe Hunger – wir wollen rasch im Hotel einchecken, dann suchen wir uns einen „Giros-Grill“…

Es ist fast 23.00 Uhr als wir uns in einem Grillhouse setzen, nicht mehr alle Läden hatten noch etwas am Drehspieß
Zuerst ein Zischbier, ich muss heute nicht mehr fahren
Sibylle bestellt sich „Florines“…
…ich bekomme meinen Giros Teller – dieser kann aber keinesfalls mit dem „SouVLakki“ mithalten

Nach dem Essen gehen wir zurück ins Hotel. Ich bin todmüde, kann aber trotzdem nicht sofort einschlafen.

Die Gedanken fliegen mir durch den Kopf – ich muss ELOWYN fertig machen, werde ich die Zeit finden FREE WILLY zu verkaufen?
Was haben die Jungs mit dem Schiff vor? Ich verantworte das für Willi und will das Geschäft nicht in die falsche Richtung lenken…

Irgendwann fallen mir die Augen zu, erst der Wecker holt mich am Folgemorgen aus dem Tiefschlaf.
Wir müssen abermals früh raus – für die letzte Etappe, wir fahren von Igoumenitsa nach Piräus um dort die Fähre nach Leros zu nehmen.

Griechenland hat uns wieder…

Ein kurzes Frühstück im Hotel geht noch, zu dieser Stunde haben wir den Frühstücksraum für uns.
Wir haben gut geschlafen in dem Hotel direkt am Hafen, es war allemal gut geeignet für einen Zwischenstop auf der Durchreise.

Der Vollautomat macht einen akzeptablen „Americano“
…und das Frühstücksbuffet war gut – wenn auch etwas mager bestückt
Wir machen nicht lang rum – in 20 Minuten ist Abfahrt

Für die Strecke nach Piräus planen wir mit einer Rast auf halbem Wege und einem finalen Tankstop in Piräus etwa sechs Stunden ein.
Unsere Zielzeit ist 13.00 Uhr am Port – wir gehen wie immer davon aus, dass unser Gate in die Inselwelt der Dodekanes E1 sein wird.
Dorthin bestellen wir auch Femma – bitte sei pünktlich.

Dann geht es los – zuerst rund 100km entlang einer Landstraße welche wir bislang nicht kannten.
Nach etwa eineinhalb Stunden waren wir in Preveza, von dort aus kannten wir den Weg.
Ohne Pause fuhren wir weiter Richtung Patras, es war kaum Verkehr – bei Patras war die Rio Brücke zu überfahren.

Ein imposantes Bauwerk
Die Überfahrt ist beeindruckend

Nach Querung der Brücke steht eine Pause an – ich hänge während der Fahrt und auch zur Pausezeit dem Kaufansinnen der Aktivisten an.

Was kann passieren, wenn man ein bewegliches Gut an eine Organisation verkauft, wohl ahnend, dass damit Aktionen getätigt werden, die vermutlich am Rande der Legalität sind – oder darüber hinaus…

Ich zermartere mir den Kopf, ich habe noch keine Antwort auf meine Mailanfragen.

Sibylle reißt mich aus meinen Gedanken – „…hier steht Gate E7! Die BlueStar PATMOS liegt nicht an E1, da stimmt was nicht!“

Wir checken die Sachlage – und tatsächlich…

Dann eben Gate E7

Blöd, jetzt muss ich weiter in die Stadt fahren – hoffentlich gibt es keinen Stau – Piräus ist da ein Hochrisikogebiet!

Ich informiere Femma, dass sie unbedingt um 13.00 Uhr am Gate E7 sein muss – Planänderung!

Wir alle schaffen es „just in time“!

Ich werde ganz außen „abgestellt“ und muss elendiglich lang in der Sonne warten
Wir treffen Femma und laden ihre beiden Gepäckstücke ein – jetzt ist der Bolide wirklich voll
Leros – here we come, Sibylles Koffer muss auf den Beifahrersitz
Miesbach-Brenner-Bologna-Brindisi-Igoumenitsa-Piräus – 1.784km

Der Audi hat sich wacker geschlagen – fast 1.800km sind wir gefahren, das hat uns rund 100.-€ Maut gekostet und wir haben einen Durchnittsverbrauch von 6.2 Liter erfahren.
Das sind sehr gute Werte für einen 3.0 Liter – Sechszylinder, wenn wir auch recht langsam gefahren sind…

Femma war eine ganz Nette! Wir haben uns nur sehr kurz unterhalten, auf Leros wollen wir einmal beisammen sitzen – ich hoffe wirklich, dass das klappt.
Ihre Geschichte, ihre Beweggründe und Erlebnisse – all das würde mich sehr interessieren!

Kurz bevor auch ich auf die Fähre fahren darf, treffen endlich meine Mailantworten ein.
Die „Artemis Boatyard“ bestätigt den Krantermin am 22.08. und Willi teilt mir mit, dass er schon gebucht hat!
Ok, das ging rasch, eigentlich wollte ich nur wissen ob er Zeit hat – „…hast Du eine Übernachtungsmöglichkeit und einen Roller?“

„Nein!“ – na das fängt ja gut an…

Last not least – Julian verspricht mir, dass es sich um eine friedliche, gesetzeskonforme Aktion handeln würde – ich bin mit Äußerungen dazu in diesem Monatsbericht mal defensiv, wer mehr erfahren möchte, schaut mal hier rein…

Ich stimme zu, wir geben uns den „virtuellen Handschlag“ – ich starte den Verkaufsprozess, nichtsahnend, was diese drei Tage bringen würden…

Sibylle war schon auf der Fähre, sie hat einen guten Platz gesichert.
Jetzt erstmal ins Bordrestaurant und etwas gegessen.

Naja, zum satt werden reicht es

Zuerst wollten die Kaufinteressenten von FREE WILLY das Schiff nach dem Einwassern sofort nach Sizilien zu einem Treffpunkt überführen. Ich hatte schnell den Eindruck, dass nicht viel Hintergrundwissen bezüglich eines Bootskaufes vorhanden war und mir war rasch klar, dass ich wohl in vielerlei Hinsicht aufpassen müsste, dass der Vertrag wirklich klar und rechtssicher formuliert ist.

Umgekehrt wollte ich helfen, dass beide Parteien am Ende zufrieden sein würden – die Quadratur des Kreises???

Ich schreibe Julian eine WhatsApp mit den notwendigen Schritten. Es wird schnell klar, dass „sofort losfahren“ keine Option ist.
Wir setzen uns ein neues, ebenso sportliches Ziel – drei Tage! Drei Tage vom Einwassern bis zur Abfahrt – inklusive allem Papierkram.
Da muss aber wirklich alles klappen!

Ich höre die Duchsage „We depart from the Limani of Lipsi, our next destination is Leros“

Ich bin müde – geplante Ankunft um 00.30 Uhr

Ich bin das erste Auto, dass die BlueStar PATMOS verlassen darf. Im Hafen ist verdammt viel los und wir sehen zu, dass wir rasch das Weite suchen.

Kurz vor 01.00 Uhr treffen wir an NESSAJA ein, ich schalte noch kurz den Strom ein und öffne alle Ventile.
Den Rest mache ich morgen – jetzt nix wie ins Bett…

Angekommen in der Leros Marina Evros – wir parken den Boliden am Steg

Am nächsten Morgen fällt das Frühstück aus. Der Kühlschrank ist leer, zwei Tassen Kaffee müssen reichen.

Meine Gedanken schwirren um die kleine Ketch welche optisch wie ein Orca wirkt.
Eigner Willi hat sie FREE WILLY getauft, ein mehr als passender Name wie ich finde.

In diesem Moment klingelt mein Telefon, einer der beiden weiteren Interessenten für das kleine Seeschiff hat sich „…weil er eh schon in Griechenland war…“ auf den Weg nach Leros gemacht.
Er fragt, wann er das Schiff denn besichtigen könnte.

Ich lege die Situation offen, biete aber trotzdem eine Besichtung morgen an – ich will es mir mit keinem Interessenten verscherzen.

Dann ruft die Pflicht – und wie immer ist Hans Peter zur Stelle. Er hilft mir zunächst, Martins Segel auf STENELLA zu wuchten…

Der erste Packen findet seinen Weg vom Kofferraum des A6 auf Deck der roten Schönheit

…dann bringe ich zusammen mit meinem Freund und Helfer die zwei Koffer von Bikergirl Femma zu deren Herberge.

Mit dem Gastgeber hatte ich schon länger Kontakt diesbezüglich, er hilft mir beim Ausladen.

Manos nimmt das Gepäck entgegen

Hans Peter und ich fahren von hier aus weiter zum Haus nach Plaka. Dort finden die meisten Gegenstände aus dem Audi-Kofferraum ihren Platz.

Wir laden den Wagen komplett aus und klappen die Rückenlehnen wieder in die Aufrechte.
Der Lastenesel, unser Muli, ist wieder ein schicker Avant, den wir auch auf der Insel nutzen werden.

In die Garage passt er leider nicht

Auf NESSAJA war Sibylle inzwischen sehr fleißig – sie hat das Deck geschrubbt und alles verräumt.
Jetzt wird der Ruf nach einem Frühstück laut und wir beschließen nach Lakki zu Marietta zu fahren.

Dort gönnen wir uns ein Sandwich…

Mariettas Jüngster sieht mich an und meint – „…for you a worker-sandwich?“ Recht hat er!

Auch hier ist alles umtriebig und voll. Die Stimmung ist gereizt. Ich kann das nicht so leiden, im Sommer sind die Bewohner angespannt – wer das frühe Frühjahr und den späten Herbst kennt, wird auf Leros im Sommer nicht glücklich.

Die Bewohner nehmen es mit Humor, lassen es sich aber auch an jeder Ecke ein bisschen anmerken – „…another five weeks…“ ist der Satz, den wir an diesem Tag am häufigsten hören.

Kurz vor´m Durchdrehen

Der Tag läuft besser als geplant – wir haben am Nachmittag fast alles verräumt und finden sogar noch Zeit Sibylles Roller aus der Garage zu holen.

Perfekt! Und jetzt? Was gibt es zum Abendessen?
Na klar, wir gehen alle zusammen ins „SouVLakki“ – wurde aber auch wieder mal Zeit!

Zusammen mit den Strohwitwern Alex und HP genießen wir unser Dinner

Dinge gibt´s die gibt´s gar nicht – so eine kleine unglaubliche Story passiert uns heute während des Essens.
Der grauhaarige Mann hinter Sibylle – ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass er im Mittelpunkt des Lachers des Abends stehen würde, dieser Mann also, sitzt alleine und ohne groß aufzufallen an einem Tisch.

Er isst sein Abendessen, als er plötzlich, ohne sich vorher irgendwie zögerlich umgesehen zu haben, seinen Allerwertesten so etwa fünf bis zehn Zentimeter vom Stuhl anhebt um den Sitzdruck zu mindern und die Pobacken frei hängen zu lassen.

Dann drückt er, kaum einen halben Meter von Sibylle entfernt, einen krachenden und knatternden Furz aus dem Anus, dass wir am Nachbartisch alle verstummt sind.
Peinliche Stille! Aber NIchts, gar Nichts! Kein „Pardon“ oder so – einfach nichts!
Der Furzer ist sich ob seiner Flatulenzen keiner Schuld bewusst. Warum auch, ist es doch das normalste der Welt, in einem Speiselokal laut knatternd zu Pupsen.

Nach langen zehn Sekunden ist es um uns geschehen, wir können der Situation nichts anderes abgewinnen als Komik und fangen an zu lachen – was für eine Situation…

Mahlzeit übrigens, lasst es euch schmecken!

Ahhh, wie lecker

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Antwort lautet JA!

NATÜRLICH sind wir danach noch auf ein Eis zu „Repapis“ gegangen, alles also wie immer.
Es ist schön, wieder zurück zuhause zu sein.

Heute war ein guter, ein erfolgreicher Tag! Das ist gut, das verschafft Freiräume für morgen!

Yes! Wieder daheim – alles gut

Der Tag war kaum spannend, wir haben am Vormittag mein Motorrad zurück in die Marina geholt und noch Einkäufe erledigt.

Sowohl auf NESSAJA als auch auf ELOWYN war klar Schiff gemacht und alles soweit ok.
ELOWYN muss noch etwas warten, bald geht es los – dann aber zu 100%!

Am Nachmittag treffe ich mich mit Tom im „La Palma“. Er ist der weitere Interessent für FREE WILLY und wollte die Gelegenheit nutzen ein paar Fragen zu stellen.
Er ist nett, ich biete daher an, nach Kamara zu fahren und das Boot anzusehen.
Das kleine Schiff gefällt ihm – dennoch dreht sich der Inhalt unserer Gespräche um die Frage, wie klein ein Schiff sein darf und wie groß es sein muss um darauf zu leben.

Ich zähle Argumente auf, die es sinnvoll erscheinen lassen, sich in der Klasse ÜBER 40ft umzusehen.
Es kam was kommen musste, wir vereinbaren einen Besichtigungstermin auf NESSAJA für den kommenden Montag.

Mit Tom sitze ich auf einen Frappé im „Palma Café“

Am heutigen Tag kommt auch der Skipper an, der als Bevollmächtigter Willis kleine Ketch kaufen und übernehmen soll.

Wir trinken ein schnelles Bier, darüber hinaus hat der Mann aber kein weiteres Interesse an uns.

Wir freuen uns ohnehin auf den Abend mit Mireille und Roland, in deren Haus sind wir zum Grillen eingeladen.

Wie immer genießen wir die Aussicht…
…es gibt Grillfleisch und Salate
Als Dessert werden Feigen aus dem eigenen Garten gereicht

Mein Abend endet diesmal nicht nach einem weiteren Besuch im Eispalast von Lakki – diesmal muss ich bis spät in die Nacht agieren.

Zunächst gilt es Willi, den Besitzer und Verkäufer von FREE WILLY von der Fähre abzuholen.
Diese scheint pünktlich anzukommen.

Wir haben noch etwas zu besprechen, daher wollen wir ins „Palma Café“ gehen – aber in ganz Lakki war die Hölle los.
Menschenmassen und geparkte Autos soweit das Auge reicht.

Ich beschließe, dass ich den Eidgenossen auf dem Weg zu seinem Boot in die „Sunset View“ Bar in Gourna entführe.

Um 21.00 Uhr beginne ich, die BLUESTAR 2 zu tracken – sie wird pünktlich sein
In der „Sunset View“ Bar gönnen wir uns eine Karafaki Ouzo, die dazu gereichten Meze sind der Hammer

Ich war bis zu diesem Tag der Meinung, dass für FREE WILLY alle relevanten Unterlagen vorliegen – was ich stattdessen erfahre, haut mich fast um…

Willi erklärt mir, das er „…das Schiff ja 2019 aus dem Wasser genommen hat und daher das Transitlog nicht mehr finden kann“ – na super!

Das ist ein ganz heikles Thema, das empfindliche Strafen nach sich ziehen kann.
Wir müssen den Plan ändern – ich schreibe mitten in der Nacht alle Beteiligten an, so dass diese am Morgen informiert sind.
Ich selbst lasse mir die Papiere geben, so dass ich in der Nacht noch TEPAI machen kann – eine Gebühr für alle Boote die im Wasser sind.

Dann fahre ich Willi zum Schiff und trete den Heimweg an. Sibylle schläft schon, als ich den Rechner starte und Willis Daten im mein TEPAI Programm tippe – ich sitze bis 02.15 Uhr!

Trotzdem klingelt der Wecker um 05.00 Uhr – ich muss auch noch den Kaufvertrag fertig machen, denn erst jetzt habe ich alle notwendigen Daten.
Diese Unterlagen schicke ich an die Organisation, welche hinter dem Kauf steht – ich brauche das OK für meine Entwürfe.

Um 07.45 Uhr fahren Sibylle, Hans Peter und ich nach Agia Marina zur Post, bezahlen TEPAI und fahren dann in die „Artemis Boatyard“ weiter – heute ist der „große Tag“!

Willi ist auch schon lang wach – das Schiff ist bereits abgedeckt

Wir haben umgeplant! Mein erster Weg führt mich in das Office der Boatyard um dort Informationen zum Transitlog der kleinen Yacht einzuholen.

Tatiana, die Perle des Büros, ist eine wirklich engagierte Frau und ich habe ein sehr gutes Auskommen mit ihr.
Tatsächlich kann sie fststellen, dass das Transitlog im Zolloffice liegen sollte, sie ruft kurzentschlossen an…

Tata! Was soll ich sagen, die Zollbeamtin, offensichtlich eine Freundin von Tatiana, kann das wichtige Dokument finden und erklärt sich bereit es zu bereinigen.
Wir sollen um 11.00 Uhr kommen und brauchen zudem ein Schreiben von der Marina – das bereitet Tatiana sofort vor.

Perfekt! Neuer Plan – Hans Peter und ich schlagen die drei Segel an und machen das Schiff soweit wir das können segel- und fahrklar.
Sibylle fährt mit Willi zum Zoll und nimmt am Rückweg unseren Skipper mit.

Alles klappt wie am Schnürchen, die Zeit reicht noch für einen Teststart der Maschine, dann kommt auch schon der Mover um FREE WILLY abzuholen und sie nach sechs Jahren zurück in ihr Element zu bringen.

Das Boot wird aus seiner Lücke gezogen…
…und muss einmal quer durch die Boatyard gebracht werden
Nur fünf Minuten später ist es soweit

Wir können den Moment kaum fassen – ich habe das Schiff vier Parteien gezeigt, alle sind wir über das staubige, sandige Schiff gekrochen.

Heute nun, nach etwas mehr als drei Stunden harter, schweißtreibender Rackerei – was ich fast als Rekordzeit bezeichnen würde – ist das Schiff klar zum Einwassern.

Alle sehen wir zu – Noch-Eigner Willi, Nikos, der bestellte griechische Skipper, Frosso, seine „first Mate“, Hans Peter und natürlich Sibylle und ich.

Wenn jetzt alles klappt, haben wir Großes erreicht!

Die Leinen werden durch das Marinateam klar gemacht
Dann wird das Boot vollständig ins Wasser gefahren
Die Yacht gleitet von der Transportgabel und wird an die Mauer der Krangasse geholt

Die Crew geht an Bord – Willi und Nikos checken die Seeventile, ich starte die Maschine.
Frosso und Hans Peter sind die Line-Handler – man ruft uns zu „Ola kala?“, alles klar?

Als wir bestätigen gibt man uns das Zeichen zum Ablegen – Willi ist am Ruder und darf nach sechs Jahren sein Schätzchen auf die letzte Probefahrt steuern.

Sibylle macht kehrt, sie fährt den Boliden zurück in unsere Heimatmarina.

Der stolze Noch-Eigner (ja, wir müssen das Boot noch aufräumen)

Unsere Probefahrt führt uns unter Maschine vom Norden der Insel, hier liegt die „Artemis Boatyard“, in den Südwesten.

Unser Ziel ist die Lakki-Bucht, genauer unsere Heimatmarina „Leros Marina Evros“.
Willi und ich haben entschieden, dass ein Wasserliegeplatz in dieser Marina der beste Platz ist, um das Schiff auf seine Mission vorzubereiten.
Hier gibt es Wasser, Strom und Diesel – für die Crew Waschräume, Toiletten und Waschmaschinen.

Der lebhafte Ort mit allen Einkaufsmöglichkeiten ist nicht weit und in der Marina haben wir einen Nautikshop und das Restaurant „Skipper´s“.

Die erste Nacht geht auf uns! Weiter, so hoffen wir, gehen Nutzen und Lasten an die Käufer über.
Doch soweit ist es noch nicht, erst heißt es die Marina anzufunken und um Einfahrtgenemigung zu bitten.

Nach knapp zwei Stunden haben wir die Einfahrt der Marina erreicht

Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig herausstellen! Das „Skipper´s“ wurde zwei Tage lang zu unserem Treffpunkt und Hauptquartier, für Reparaturen und zur Reinigung des Schiffes waren die Wege kurz.

Der Tag verging wie im Flug! Ich musste Julian, meinem Ansprechpartner für den Kauf, berichten und auch der Skipper hing am Telefon um seinen Kontaktpersonen Rede und Antwort zu stehen.
Obwohl Nikos und Frosso nicht annähernd alle Systeme geprüft hatten, bekamen wir alle grünes Licht.
Das Boot wird verkauft – morgen! Morgen wickeln wir das Geschäft ab.

Willi verlässt sein Boot und zieht in ein Hotel um, Hans Peter und ich werkeln noch eine Stunde. Dann ist verdienter Feierabend.
Was für ein Tag, was haben wir alles geschafft!

Die Sonne geht unter – FREE WILLY liegt bei uns am F-Ponton

Offen gesagt, wirkliche Organisationsgenies waren käuferseitig nicht am Werk. Irgendwann tauchte die Frage nach der Ummeldung des Schiffes auf.
Schweizer Flagge? Oder lieber Polen? Alternativen?

Mir wurde im Verlauf dieser Gespräche klar, dass sich diesbezüglich niemand innerhalb der NGO ein wenig vorbereitet hatte.
Dies und die langen Antwortzeiten kosteten Zeit und waren nervenaufreibend.

Wir, als Verkäufer- und Käufervertretung, taten jedenfalls was wir konnten.
Im „Skipper´s“ wird der Vertrag unterzeichnet, zudem regeln wir alle relevanten Dinge im Marinaoffice.

Nikos, Frosso und ich – die Verträge liegen zur Unterschrift bereit
Geschafft! Der Hauptvertrag ist unterschrieben, FREE WILLY ist verkauft

Und jetzt, kurzes Wirrwarr – die Organisation versucht den Kaufpreis per Instant-Überweisung zu bezahlen.
Geht nicht! Nur in Franken möglich! Wir rechnen um und einigen uns auf einen Kaufpreis in Franken.

Zweiter Versuch – geht wieder nicht. Es sind nur 20.000.-SFR mit einer Überweisung möglich.
Ok, kein Problem, dann den Rest am Montag – ich weise darauf hin, dass wir das Schiff dann auch erst am Montag übergeben.
Na also, schnell findet sich ein zweiter Zahler der eine weitere Tranche anweist – der Gesamtbetrag ist überwiesen.

Jetzt sind wir dran – „Willi, kannst Du bitte auf Dein Bankkonto schauen?“
„Nein!“ – äh, wie nein??? Es stellt sich heraus, dass Willi kein Online Banking am Handy hat – er ruft seine Frau zuhause in der Schweiz an…

Kennt ihr das? Ihr braucht nur eine kleine Bitte erfüllt zu bekommen – und es artet in eine Diskussion aus.
Willis Frau spricht mit der Tochter, welche den Blick in das Onlinebanking ablehnt – „…hat doch keinen Sinn, es ist Samstag, da wird nicht gebucht!“

Sibylle kommt zu uns – ein weiteres Erinnerungsfoto für Willi wird gemacht…

Der Schein trügt, die Situation war angespannt

„Herrschaften…“ höre ich mich sagen, „…können wir bitte zurück zum Geschäft kommen?“

Ich bitte Willi nachdrücklich, seine Tochter direkt anzurufen, mit der Bitte, einfach und ohne Diskussion auf das Konto der Eltern zu schauen.

Ein weiteres Telefonat folgt – dann, zehn Minuten später der Rückruf, „…komisch, das geht ja doch!“ Alles Geld war angekommen, der Verkauf war somit abgeschlossen.

Wir legen die Übergabe für morgen fest.

Schnell duschen und landfein machen, denn in der Zwischenzeit waren Martin und Petra von der STENELLA angekommen.
Mit ihnen wollen wir heute ins „To Steki“ zum Essen gehen.

Ein toller Abend – wir hatten ja auch was zu feiern
Seit langer Zeit mal wieder Seafood Spaghetti

Ich will ehrlich sein, ich bin fast ein wenig verwundert, wie wenig Interesse unsere Käufer für das Schiff zeigen.
Nicht, dass ich nicht verstehen würde, dass man keine „Beziehung“ zu einem Schiff aufbaut, von dem man glaubt, dass es ohnehin bald beschlagnahmt oder versenkt wird – ich verstehe nur nicht, dass man das Vehikel, dass einen viele Meilen über das offene Meer tragen soll, nicht besser verstehen will.

Na egal – es kommen jedenfalls kaum Fragen, Willi und ich müssen nicht stetig auf der Hut sein!

Für einen kleinen Aufreger sorgt Willi, als er erwähnt, dass Plotter und Autopilot ohne Seekarte nicht funktionieren – leider könne er diese nicht finden.
Wir haben schon nach einer Gebrauchten und auch einer Neuen Ausschau gehalten, als der Eidgenosse im Laden beiläufig erwähnt, dass er „…so einen Karton auch herumliegen gesehen hat!“

„Hast Du reingeschaut?“ „Nein!“ „Warum nicht?“ „Äh…“

Ihr ahnt was kommt, kurz vor der Investition von fast 400.-€ finden wir die Karte und beheben das Problem.

Am frühen Nachmittag treffen wir die Delegation des Käufers wieder und übergeben das Schiff, die Papiere und die Schlüssel.
Ab jetzt sind wir nur noch Helfer, die das Schiff mit reiseklar machen, die Eigner sind jetzt, zumindest per Vollmacht, Nikos und Frosso – wir gratulieren.

Nikos leistet die wirklich letzte Unterschrift

Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Mails und Telefonaten, um die Ummeldung des Schiffes einzuleiten.
Trotz vieler Nachteile, kristallisiert sich heraus, dass die Beibehaltung der Schweizer Flagge vermutlich die wenigsten Hürden aufwirft.

Polen ist zum Problem geworden, denn wir können die geforderten Bilder der Rumpfnummer nicht liefern – FREE WILLY ist ein Eigenbau mit Erstwasserung 1983, gebaut in der ehemaligen DDR.
Es gibt keine Rumpfnummer und keine CE-Konfirmitätserklärung.

Bleibt das Boot schweizerisch, dann sind alle Daten beim Schiffahrtsamt, es reicht die Ummeldung des Halters.

Beiläufig fragen wir Nikos nach seiner früheren beruflichen Tätigkeit. Die Antwort war außergewöhnlich – er erklärt, dass er immer schon extrem Links gewesen sei, zunächst ein technisches Studium abgeschlossen hätte und später Philosophie studiert und gelehrt hat.
Er erzählt von seinen Tätigkeiten und fasst am Schluss zusammen „…ich denke man kann sagen, dass ich Terrorist war!“

Ich steige hier an dieser Stelle aus – seine Erklärungen würden zu weit führen, zudem denke ich immer noch darüber nach.
Ich komme zu der Erkenntnis, dass FREE WILLY sicher noch viel erleben wird.

Ein letztes Mal laufe ich vom „Skipper´s“ zum F-Ponton – sicher habe ich die letzten Tage auf dieser Strecke viele Kilometer abgespult…

Meine Flip-Flops sind durchgelaufen – die neuen Pantinen müssen her

Als ich über den Steg schlendere, fällt ein seltener Besucher innerhalb des Marinabeckens auf.

Zu der Barracudafamilie, die an sich schon nicht von schlechten Eltern ist, gesellt sich jetzt auch noch ein waschechter Feuerfisch.

Na, da werde ich lieber auch weiterhin nicht in der Marina baden 😉

Ein Feuerfisch direkt hinterhalb NESSAJA und FREE WILLY

Nach zwei top erfolgreichen Tagen, musste ich heute eine bittere Pille schlucken. Das, obwohl der Tag eigentlich ganz harmlos anfing…

Bei der zweiten Tasse Kaffee fängt mich Sibylle an zu nerven – sie sucht ein Ladekabel, ist sich dabei sicher, dass sie es in dem Kasten hat, auf dem die Klimaanlage steht.
Weil sie sich zu 100% sicher ist, lässt sie mich das Ding abbauen, um dann verzweifelt und ziellos nach dem vermissten Teil zu suchen.

Ich bin grantig – meine Frau beherrscht ihr Chaos nicht und ich muss es ausbaden – ich hab´ ja sonst nix zu tun.
Beleidigt und genervt gehe ich zu FREE WILLY um meine Arbeiten abzuschließen.
Das Schiff liegt immer noch an seinem Platz, der Skipper zieht es aufgrund der Wettervorhersage vor, noch ein, zwei Tage zu bleiben.

Willi und ich treffen uns an der kleinen Ketch
Es weht ein kräftiger NW…
…der zum Abend hin noch zunimmt

Willi bittet mich, die Fußreling mit ihm zu befestigen. Schon bei der ersten Schraube erkenne ich – das wird eine elende Aufgabe!

Mein schweizer Freund hat versehentlich die nummerierten Beschläge durcheinander gebracht und diese passen nun nicht mehr zum Lochbild in den Relingstützen.
Zudem sind die Gewinde angerostet, ich ziehe also mürrisch davon und hole den Gewindeschneider.

In der Zwischenzeit will Willi helfen und schraubt alle Halter windschief an – zudem räumt er mir das Werkzeug weg.
Wir streiten nicht – aber so kann ich nicht arbeiten. Ich gehe auf NESSAJA zurück um durchzuatmen.

Eine Stunde danach kommt Sibylle aufgeregt an Bord – die Käufer finden ihre Schiffspapiere nicht, hast Du sie???

NEIN! Warum soll ICH deren Unterlagen haben???
Alle suchen wie wild, ich lege mich auf mein Sofa – heute ist der Tag der Wahnsinnigen, ich brauche Pause, ich sollte es mit einem Kitkat versuchen…

Dinge brauchen Zeit – alles löst sich in Wohlgefallen auf. Hans Peter murkst für Willi die Fussreling ans Schiff, eine Handlungsweise die ich einfach nicht kann.

Die Käufer finden, oh Wunder, ihre Papiere wieder und Sibylle hatte ihr Ladekabel längst gefunden – es war nicht das falsche, sondern das kaputte! Den total verrosteten Stecker hatte sie einfach nicht bemerkt.

Bis zum Nachmittag waren die Gewitterwolken verflogen!

Die gute Laune war zurück

Dass Willi kurz vor dem nach Hause fahren seinen Rollerschlüssel noch im Staufach der Sitzbank einsperrte und ich die Karre knacken musste – das bleibt heute einfach eine Randnotiz!

Ich freue mich auf jeden Fall auf unser Dinner in großer Runde im „SouVLakki“ – nette Menschen, abwechslungsreiche Themen und Geselligkeit – so darf die Woche ausklingen!

Die Crews von sechs Booten an einem Tisch

Neue Woche – der Verkauf von FREE WILLY ist weitestgehend abgeschlossen.
Wir nehmen zur Kenntnis, dass Nikos und Frosso, das Skipperpaar auf der angekauften Ketch, abgezogen wird und es offensichtlich einen Skipperwechsel gibt.
Es gibt ein paar administrative Dinge zu klären und wir wollen uns natürlich fair verhalten und ansprechbar sein – hier besonders, weil der Flaggenwechsel auch noch nicht vollzogen ist (jetzt vielleicht doch Polen), aber im Großen und Ganzen ist FREE WILLY verkauft und übergeben.

Daher gehe ich das nächste und letzte Thema an, bevor sich meine Welt um ELOWYN drehen wird – Hans Peter und ich helfen Martin bei der Reparatur seines Unterwasserschiffes.

Lagebesprechung
Geschliffen ist schon – wir greifen mal wieder zum Pinsel

Martins Ruderblatt und Anbauteile sind aus Edelstahl gefertigt. Sein Kiel ist aus einer Stahllegierung.
Auf beiden Materialien haftet das Antifouling nicht, was immer wieder zu Abplatzern führt.

Wir haben daher gestern die betroffenen Stellen bis auf das blanke Metall abgeschliffen und dann Epoxidharz aufgetragen und verschlichtet.
Die Oberfläche ist gut geworden, sie sollte eine gute Grundlage für den Epoxiprimer bieten, der dann widerrum dem Antiflouling ein guter Untergrund sein sollte.

Martin, Hans Peter und ich treten gemeinsam als das „Engelbert & Strauss“ Dreamteam auf – unsere Buxen sind allesamt aus der Manufaktur für Berufskleidung.

Gelebter Arbeitsschutz

Alle packen an, auch Martin rackert, obwohl diese Art von Arbeit normalerweise nicht in seinem natürlichem Lebensumfeld vorkommt.

Wir schleifen alle relevanten Stellen und streichen sie mit Epoxi ein.

Zunächst das Ruder und dessen Peripherie, dann den Kiel im unteren, exponierten Bereich.

Der Kiel wird geschliffen und instandgesetzt

Am Morgen danach ist es schon soweit – die Arbeiter der Marina kommen und schleifen den Rumpf des Schiffes. Ich gehe relativ früh morgens zu STENELLA und erkläre noch einmal, dass es reicht, wenn sie nur den Rumpf streichen – Kiel und Ruder machen wir.

Als das geklärt ist, trinke ich in Ruhe meinen Kaffee und warte mit Sibylle auf Tom und seine Frau Robyn. Der zweite Interessent für FREE WILLY hatte bei diesem Geschäft ja leider das Nachsehen, schaut sich aber heute unsere NESSAJA an.
Wir zeigen das ganze Schiff, erklären den Klassen- und Preisunterschied zu der kleinen, kompakten Bruce Roberts und zeigen den Wohnwert unseres Zuhauses auf.
Die Beiden sind, glaube ich, von der prizipiellen Einstellung und Betrachtungsweise überzeugt – ob sie Interesse an NESSAJA hätten bleibt offen.
Wir unterhalten uns noch eine Weile, trinken ein Wasser, dann gehen die Zwei wieder.
Wer weiß, vielleicht höre ich noch einmal von Tom und Robyn wenn der Gedanke erst einmal gesackt ist.

Da die Marinaarbeiter inzwischen mit ihrer Arbeit an STENELLA fertig sind, finden Hans Peter, Martin und ich wieder zusammen, begeben uns an die Arbeit und streichen die von uns zu bearbeitenden Flächen mit beigem Epoxi-Dichtschichtprimer.

Der Ruderbereich ist fast fertig
Der Schein trügt – ich habe meinen Teil schon angestrichen

Irgendwie bekommen wir es hin – es sieht gut aus und scheint handwerklich auch ganz gut ausgeführt zu sein – der Anstrich wird seinen Zweck erfüllen.

Sibylle und ich freuen uns ganz sakrisch über die Rückkehr von Brigitte und Hans aus Österreich.
Wir haben uns viel zu erzählen und verabrreden uns gleich im „Stis Anna“, dem kleinen vegan-vegetarischen Restaurant in Alinda.

Ich finde Annas Küche toll, kann dort dem fleischlosen Essen durchaus etwas abgewinnen, entscheide mich an diesem Tag aber doch für ein Fischgericht – auf den Teller kommen meine geliebten Seafood Pasta.

Wir essen hervorragen bei Anna und verleben einen tollen, kurzweiligen Abend

Der Folgetag verplätschert so ein wenig. Ich räume einige Sachen auf ELOWYN, denn auch das größte Schiff unserer „Freundesflotte“ darf am Teilhabegeschäft der Community profitieren.

Alles Epoxi, alle Primer und alle Streichutensilien können auf dem weißen Riesen Verwendung finden – ok, eine Restzahlung findet bei einem Dosenpreis von 221.-€ schon statt, aber so kann man Verschwendung durch zu große Gebinde minimieren.

Die Streichutensilien von STENELLA werden an ELOWYN weiter gegeben

Wer nun denkt, „…WAAAAS, über 200.-€ für ein Kübelchen Primer!“, der sollte sich nun kurz setzen.

Ich brauche nämlich noch eine Dose Antifouling! Dieses wird, obwohl vor drei Monaten angebracht, inzwischen nicht mehr vom Hersteller angeboten und ist kaum mehr lieferbar – daher war mein Kaufdruck ziemlich hoch.
Ich hatte Glück im Unglück – in Lakki gab es noch EINE Dose Restposten von Seajet 039 greenich-grey, zum Schnäppchenpreis von…

Flüssiges Gold

…unglaublichen 442,47€!!!

Ich war platt – und doch hatte ich keine Wahl. Ich zückte meine Kreditkarte, musste erst meine Limits hochsetzen und kaufte dann die Dose, angefüllt mit flüssigem Gold.

Ich brauche jetzt ein Bier – das gibt es zum Dosenpreis von 99ct!

Heute Abend dann – jetzt war es noch nicht soweit. Hans Peter hatte Emanuel nämlich angeboten, für ihn einen Tauchgang zu machen.

Ehrensache, dass ich als Landteam helfe. Wir schleppen also den ganzen Kladderadatsch zu Emanuels RUKIPE um nach dem verlorenen Propeller zu forschen.

Können wir den Propeller bergen

Tatsächlich holt der Taucher Hans Peter den uralten Zweiflügler relativ schnell aus der Tiefe – unser Taucher taucht halt was.

Leider bleibt eine kleine Spannfeder für immer in der Tiefe – wir brauchen Ersatz…

Emanuel fragt in die Runde – „…kennt ihr vielleicht jemanden, der Metallarbeiten verrichten kann?“
Wir schmunzeln – „…klar, kennen wir!“

Nur 30 Minuten später bei „Boat & Parts“…

Einen haben wir (zu groß), einer würde passen (nicht verkäuflich), einer wird als Rohling dienen
Irgendwie gleich – und dann eben doch nicht

Giorgos springt sofort in die Bresche und baut uns aus einem Rohling einen passenden Keil.

Ende für heute – Feierabend! Morgen geht es an der selben Baustelle weiter.

Heute Abend sind wir auf die „Rooftop-Terrasse“ von Petras und Martins Appartement eingeladen – es gibt Pizza für alle!

Die Aussicht über die Lakki Bucht ist vollumfänglich und toll
Die Wohnung liegt direkt oberhalb des Verkehrsknotenpunktes
Die Marina ist nur einen Steinwurf weit entfernt
Wir machen es uns bequem
Die bestellte Pizza wird geliefert
Guten Appetit

So sitzen wir beinander und halten Klönschnack. Es gibt viel zu erzählen und wir haben zum Glück auch Themen abseits der Segelei.

Als wir das letzte Stück Pizza gegessen hatten, gab es Ouzo und zu guter Letzt noch eine Eisauswahl von „Repapis“ – Herz was willst Du mehr?

SO darf ein Abend ausklingen!

Blaue Stunde über der Bucht
Die Nacht kehrt ein

Zufrieden und müde fahren HP, Merlin, Sibylle und ich nach Hause – morgen ist ein neuer Tag, sind wir gespannt, was er so bringen wird…

Kurz gefasst – wenig!

Ich war den ganzen Tag etwas angespannt, denn wir erwarteten den neuen Skipper von FREE WILLY.
Das Schiff ist zwar verkauft, dennoch fühle ich mich irgendwie in der Verantwortung bis das Schiff die Marina verlassen hat.
Ich nehme es vorweg, der Mann wird bis zum Abend nicht mehr auftauchen.

Es ehrt die jungen Menschen der „letzten Generation“ sehr, dass sie die Welt retten wollen und ihr Einsatz für humanitäre Zwecke ist nachahmenswert.
Dennoch verwundert es mich nicht, dass bei dieser Organisation von der „letzten Generation“ gesprochen wird und ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich die Welt lieber selber rette.

Egal, Sibylle und ich drehen eine Marinarunde, räumen die Dose mit dem flüssigen Gold auf ELOWYN und erfahren im Office, dass für FREE WILLY alle Rechnungsposten bis morgen um 12.00 Uhr beglichen sind.

Ok, dann habe ich nichts zu tun – was vor dem Hintergrund der Arbeiten an ELOWYN fast wie ein Hohn klingt – und kann Hans Peter bei der Unterwassermontage des Propellers helfen.

Alle Teile sind da – wir sind gut vorbereitet
Hans Peter steigt abermals in die Tauchausrüstung…
…für einen zweiten Tauchgang, bei dem er den Propeller von RUKIPE in Windeseile montiert
Mir bleibt diesmal der Job des Helfers – ich reiche an…
…und kann so meinen Teil beitragen

Emanuel ist der Eigner von RUKIPE und echt froh, dass wir rasch helfen konnten.
So spart er sich entweder den Marinataucher oder das Kranen und zusätzlich noch die Arbeitskosten, denn den kleinen Mitnehmerkeil haben wir gestern ja rasch von Giorgos machen lassen.

Als Dankeschön gibt es eine Einladung ins „Serza“ und als als Sorfortmaßnahme ein Eis aus der Eismanufaktur.

Es gibt wieder „Parfait Crema“ – meine Lieblingssorte

Auch Willi hat sich in Erwartung einer neuerlichen Einweisung eines neuen Skippers ein paar Stunden in der Marina herumgetrieben – aber jetzt reicht es!

Er trinkt mit Hans Peter und mir noch ein Feierabendbier im „Skipper´s“, dann ziehen wir uns alle zurück, um ein wenig auszuruhen.
Heute Abend würden wir uns zum Abschiedsessen für Willy noch einmal treffen – er hat seinen Teil erledigt, das Schiff ist verkauft.
Er wird morgen nach Hause reisen und unsere Wege werden sich trennen.
Die Koffer sind gepackt, das Fährticket bestellt und der Flug eingecheckt – heute Abend geht noch der Roller zurück, dann wird das Kapitel Leros für ihn beendet sein.

Um 18.30 Uhr geht es los – wir picken Willi am Rollerverleih auf und sind viel zu früh am Gourna Strand.

Wir parken den Boliden direkt an der Waterfront
Ein paar Meter am Strand gehen und auch Merlin darf etwas sausen
Der alte Mann und das Meer
Musestunden
Dreigestirn
Meze in der „Sunset View Bar“

Hier wollen wir Mireille und Roland treffen. Sie haben einen „Geheimtip“ erhalten – eine Bar, die auch ganz ausgezeichnete Meze serviert.

Bei uns macht sich der Gedanke breit, dass es sich um die uns sehr wohl bekannte „Sunset View Bar“ handeln könnte.
Von deren hervorragenden Meze habe ich ja schon geschrieben…

Und tatsächlich – die Freunde treffen ein und leiten uns schnurstracks in das uns bereits bekannte Etablissement.
Dieses hat seinen Namen übrigens nicht zu Unrecht – das Zentralgestirn unseres Sonnensystems versinkt dort spektakulär im Meer.

Kleiner Spoiler – gewöhnt euch an die Bilder – es ist der Sonnenuntergang, den wir auch vom Haus aus sehen können.

Ein Ouzo als Sundowner

Wir futtern uns einmal quer durch die Speisekarte und müssen feststellen, dass man wirklich gut und preiswert isst.

Hier werden wir nicht das letzte Mal gewesen sein!

Wir ratschen viel und haben einen kurzweiligen Abend. Irgendwann beschließen wir, diesen Abend bei „Repapis“ ausklingen zu lassen.

Willi möchte aufgrund seiner frühen Abreise nicht mehr mit und so bringen wir ihn ins Hotel und verabschieden uns herzlich. Ihn kennen zu lernen war uns eine Freude und es war ein Glücksfall, dass sich unsere Lebenslinien geschnitten haben.

Die Sonne versinkt an der Felsenkante
Ich liebe dieses Licht und die Farbspiele

Der August neigt sich dem Ende zu – ELOWYN wartet auf mich!

Ich bin gut vorbereitet, Hans Peter und ich haben einen Masterplan und sehen uns gut in der Zeit – es darf nur nichts dazwischen kommen.

Ab 30. August steht auf meiner Liste nichts anderes mehr als der weiße Dampfer von Volker und Tina, die uns heute bei einem Telefonat anlässlich ihres Geburtstages verraten hat, dass sie am 18.09. hier eintreffen – bis dahin muss ELOWYN urlaubsklar sein!

Morgen möchte ich FREE WILLY auslaufen sehen und übermorgen bringen wir noch STENELLA zu Wasser, dann packen HP und ich an, ab dann gibt es keine anderen Schauplätze mehr.

Sehen wir also, ob morgen alles klappt!

Die Einladung ins „Serza“ klappt schonmal nicht – Emanuel sorgt sich wegen des Windes, der sorge nämlich dafür, dass sein Essen rasch kalt würde.
Wir planen zunächst auf´s „Aloni“ und später auf Mariettas Taverne um – klingt kompliziert, war es auch!
Nebenbei erhalte ich die längste WhatsApp Nachricht meines Lebens…

Klappt wenigstens der Rest??? Nein! Murphys Law schlägt unbarmherzig zu!

Mitdenken? Gibt es in Hellas nicht

Ich komme mehr zufällig zur rechten Zeit zu Martins STENELLA, die heute gestrichen wird.

Wir hatten beim Schleifen darum gebeten, dass am Kiel und am Ruder nicht geschliffen würde, wir müssen diese Stellen erst für den Anstrich vorbereiten.

Wir konnten NICHT ahnen, dass diese Bitte nun über alle Arbeitsschritte gezogen würde – als ich vorbei kam, waren die Arbeiter schon fertig und mit ihrem Frappé beschäftigt – den Kiel und das Ruderblatt hatten sie jedoch nicht gestrichen.
Ich musste nachdrücklich bitten, das ganze Schiff zu streichen und erklären, warum nun auch Ruder und Kiel anzustreichen sind.

Egal, die Erklärung trug Früchte, die Jungs packten noch einmal an und nach einer weiteren halben Stunde war das Werk vollendet.

So, endlich! Fertig zum Kranen – zumindest von unten

Auch anderweitig hatte dieser Tag den Teufel gesehen – Freunde von uns suchen ein kleines Auto für die Insel zu kaufen und ich habe mich total gefreut, dass ich ihnen Tasos als Ansprechpartner nennen konnte. Er ist der Mann, der auf der Insel mit günstigen Gebrauchtwägen handelt.

Tasos ist ein Freund von uns, wir hatten schon die Ehre mit ihm und seiner Familie Weihnachten feiern zu dürfen.
Tatsächlich finden die Freunde ein Wägelchen ihrer Wahl und ich sende ihnen ein Facebookangebot von vor ein paar Wochen, dort war der Wagen auch bepreist…

Der Preis stand in den Kommentaren, ich möchte das gar nicht weiter beziffern

Es wird ein Termin zur Probefahrt vereinbart, diese verläuft positiv, die kleinen Mängel falllen in diesem Preissegment nicht weiter ins Gewicht. Die Freunde bekunden also ihr Interesse und fragen – etwas scheinheilig – nach dem Preis, dieser wurde bis dahin nicht diskutiert.

Und was passiert? Das Gleiche wie bei uns, als wir noch nach Häusern suchten – obwohl Tasos wusste, dass ich die Beiden geschickt hatte, schlägt er 500.- € auf den bereits in Facebook aufgerufenen Preis.

Das lässt das ganze Angebot unseriös erscheinen und die Freunde ziehen zurück – richtig so!
Ich finde das fies und werde das Tasos auch bei nächster Gelegenheit sagen – mich interessiert, ob „ein Mann, ein Wort“ in Griechenland nicht belastbar ist…

Ein erster Lichtblick des Tages ergibt sich, als Hans Peter und ich erste Arbeiten auf ELOWYN erledigen – wir wollen nicht noch so einen Tag wie gestern erleben.

Wir montieren als Erstes den riesigen Rodkicker – um ihn aus dem Weg zu haben

STENELLAs Krantermin wurde auf 14.00 Uhr vorgezogen, für Sibylle und mich würde es höchste Zeit in den Ort aufzubrechen, um unsere Besorgungen des Tages zu erledigen.

HP und ich stellen also die Montage des Boom-Vang fertig und schließen den weißen Riesen an das Stromnetz der Marina – ab morgen geht es richtig zur Sache!

Sibylle und ich fahren ins „Serza“ um dort einen Tisch zu reservieren. Wir haben uns kurzerhand mit Carola und Thomas von der EMOTION verabredet – sie hatten sich gerade gemeldet und ein gemeinsames Dinner vorgeschlagen, wir sollen die Location wählen.
Da die Erinnerung an die verpasste Chance vom Vortag noch frisch war und die Beiden das „Serza“ noch nicht kannten, haben wir die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Außerdem mussten wir zum Haus – ein paar Dinge verräumen und eine Leiter holen.
Dann aber – zurück in die Marina, es ist höchste Zeit, Martins STENELLA kommt ins Wasser.

Als wir zur Marina einbiegen, fällt uns das neue Banner auf…

„Welcome…“ – ist nicht nur eine Phrase, es ist ein Gefühl – wir hoffen, das Banner beschreibt das Credo der Marinaleitung

Wir errreichen die „Lifting Area“ keinen Moment zu früh.
STENELLA wird gerade mit dem Transportwagen abgeholt und in den Kran bugsiert – dieser hebt die kleine „Wanderer 40“ dann in das Kranbecken.

Martin lässt streichen – die Patches der Stützen müssen noch mit Antifouling versehen werden

Hans Peter geht mit an Bord, ich mache das Landteam – in wenigen Augenblicken wird die rote Schönheit an ihrem Wasserplatz festgemacht und die Zeit im Appartement hat für Petra und Martin ein Ende.

Auch für die Beiden gibt es jetzt allerhand zu tun, um das Schiff für den zweiten Urlaub des Jahres vorzubereiten – unsere Versprechen sind eingelöst und wir sind entlastet.

Zwei Themen treiben mich um, weitere zwei Mal hat Murphy uns nicht verschont.
Seit gestern geht unsere Stromsäule nicht mehr. Das ist an sich kein größeres Problem, denn unsere Batterien waren voll und für die Wasserversorgung kann ich auf unsere Tanks umstellen – aber leider muss ich mich nachdrücklich darum kümmern, dass sich der Marinaelektriker der Sache annimmt.

Entwarnung – die Säule ist repariert, der Landstrom und die Druckwasserversorgung funktionieren wieder. Ein kurzer Test zeigt – alles wieder in Butter auf´m Kutter…

Landstrom liegt wieder an

Der zweite Punkt ist doof – lange haben mich die zwei Skipper der FREE WILLY nicht behelligt.
Ich wägte mich in Sicherheit, denn die Beiden schienen zu wissen was sie tun – jetzt klingelt mein Telefon, eine türkische Nummer.

Eigentlich würde ich gar nicht abheben, aber ich ahne wer dran ist – und tatsächlich…
Der eine der beiden Skipper meldet sich in einwandfreiem Deutsch und stellt sich höflich vor.
Er hätte meine Nummer von Juli, er bräuchte Hilfe.

Ich bin überrascht, denn zu keinem Zeitpunkt im Verlauf des Gesprächs versucht er mich in die Pflicht zu nehmen.
Er sucht lediglich Hilfe, denn die Druckwasserpumpe der kleinen Ketch funktioniert nicht.

Ich sehe mir das Debakel an…

Ich messe den Strom – aber letztlich stellt sich heraus, dass die Pumpe defekt ist

Der zweite Mann an Bord, ein verwegen aussehender Rastafari, er spricht perfekt Englisch, bedankt sich höflich, dass ich mir die Zeit nehme.
Auch von ihm kein Wort der Beanstandung oder gar ein Nachtarocken, nichts. Auch er freut sich aufrichtig über die angebotene Hilfe.

Da Giorgos von „Boat & Parts“ Marco-Pumpen vertreibt, kann ich rasch abklären, dass dieses Modell nicht auf Lager ist.

Ich stimme mich mit den beiden Skippern ab und biete an, eine Jabsco Ersatzpumpe zur Verfügung zu stellen.
Mal sehen, was sich aus den Tiefen meines Lagers herauskramen lässt 😉

Ok, 4 Gallonen / 20 PSI – die werde ich nicht mehr brauchen

Ich schreibe den Jungs, dass ich eine Pumpe habe und diese am kommenden Morgen vorbeibringen werde.

Dann wird es Zeit für mich unter die Dusche zu springen, unsere Verabredung rückt näher, wir würden Carola und Thomas um 19.15 Uhr an der „Leros Marina“ in Lakki abholen.

Geschafft, just in time stoppen wir den Boliden vor deren Schiff und lassen die Freunde zusteigen.
Dann geht es schnurstracks nach Merikia, wo wir einen feinen Tisch im „Serza“ haben.

Die Sonne ist schon verschwunden, wir parken den Boliden direkt am Strand
Die anderen Drei haben unseren Tisch schonmal eingenommen

Wir futtern uns einmal quer durch die Vorspeisen und genießen den besonderen Pfiff, mit dem das Essen in dieser Taverne zubereitet wird – eine echte Abwechslung zu den sonstigen Meze.

Für mich gibt es dann noch einmal Souzoukakia als Hauptgericht und zu guter Letzt gönnen wir uns noch ein Dessert – was für ein leckerer Gaumenschmaus, was für ein netter Abend.

Auch das Souzoukakia ist etwas besonderes

Am nächsten Morgen halte ich mein Versprechen – auf dem Weg zu ELOWYN lege ich die zugesagte Pumpe auf FREE WILLY ab, schreibe den Beiden eine Nachricht und kündige an, dass ich später noch einmal vorbeisehen werde um zu besprechen, wie ich mir die Anpassung vorstelle.

„Klar Schiff machen“ auf FREE WILLY – ich lege die Pumpe einfach ab

Diese Zusage werde ich kurz vor Mittag umsetzen. Ich zeige den Beiden wie die größere Pumpe angepasst werden kann – welche Teile wir weiterverwenden müssen und auf welche wir getrost verzichten können.

„Ihr könnt jetzt die fehlenden Teile kaufen und das dann umbauen – schafft ihr das?“
„Ja, klar…“

Ok, ja dann – dann kann ich ja jetzt endlich bei ELOWYN Gas geben! Es ist wie immer, wenn man mal anfängt, dann rührt sich was!

Unten mein Job – alles runterschleifen. Oben links Hans Peters Job – Lochinnenseiten ausraspeln

Seit Wochen sage ich zu Sibylle, dass „…wenn wir am 30.08. anfangen, wir wahrscheinlich gut in der Zeit liegen. Nur größere Probleme dürfen keine auftreten.“

Hm, was könnte ein „größeres Problem“ sein? Nun, eine Verletzung vielleicht? Fehlende Teile? Etwas kaputt machen?

Oder aber ein Ventil komplett übersehen zu haben…!!!

Ach Du meiner Treu – tatsächlich! Genau das passiert HP und mir – Schande über uns, wir haben das Ventil für die Klimaanlage einfach komplett übersehen!

Da ist es – jungfräulich, unangetastet

Warum ist das ein Riesenproblem? Weil ich bei ELOWYN die LANGEN TruDesign Rumpfdurchbrüche brauche!

Die Dinger sind selten, SVB hat die nichtmal im Programm, ich musste den Satz aus 24 Stück wirklich zusammentragen!
Und jetzt bin ich zurück aus Deutschland und habe EINES vergessen!

Was tun??? Ich denke an Tom, den Käufer der INSPIRATION – er ist der nächste Freund der ankommen wird.
Ich suche das Teil sofort aus dem „Toplicht“ Katalog heraus und melde mich bei Tom…

DRINGEND – kannst Du mir eines bestellen und mitbringen???

Der Freund in Deutschland sagt sofort zu! Ok, wann bekomme ich das Teil? Am 09.09. – ja super, Krantermin ist am 11.09., das heißt ich habe den 10.09. um das Teil an einem Tag einzubauen, Epoxi aufzutragen und Antifouling zu streichen.

Das riecht nach Nachtschicht für das bayrisch – saarländische Dreamteam.

Derweil kommen wir gut voran, wir können uns jetzt von so kleinen Sidekicks nicht von der eigentlichen Arbeit abbringen lassen.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Wir machen Durchbruch für Durchbruch und Hans Peter weist darauf hin, dass er „…jedes Loch noch einmal mit Schmirgelleinen ausreiben will“, außerdem brauchen wir Leckstopfen um eine Speziallösung zu kreieren.

Ich gehe also zu Panos in den Shop um die benötigten Dinge zu kaufen. Morgen ist Sonntag und wir wollen weiterarbeiten können.

Kaum bin ich am Regal, sehe ich „ES“ stehen – ich traue meinen Augen kaum.
Da steht „mein Schatz“, er, Panos, hütet MEINEN SCHATZ…

EIN langer 3/4 Zoll Rumpfdurchbruch – ich will es haben, ich MUSS es haben
Er gehört MIR – MEIN SCHATZ!!!

Es ist unfassbar! Kann ich doch tatsächlich „im Vorbeigehen“ die schwarze Mauritius der Rumpfdurchbruchmonteure sichern – das ist wirklich ein Glücksmoment!

Jetzt ist klar, dass HP und ich geradlinig weiterarbeiten können und der Stresstag am Ende entfällt.
Ich sage sofort Tom in Deutschland Bescheid und storniere die Bestellung – zum Glück war diese noch nicht versandt.

Während meiner Einkaufsaktion hat auch mein Freund Hans Peter seine Raspelarbeit abgeschlossen – aber was ist das?
Arbeitet der Feilemaier doch im Sitzen!

Komfortabel geht anders – aber ich musste die vier Löcher am Unterboden auch schleifen

Leider kamen auch kleine Materialfehler zum Vorschein.
Die Algro 68 ist im Handauflegeverfahren hergestellt und so lässte es sich nicht vermeiden, dass kleine handwerkliche Fehler und Unregelmäßigkeiten vorkommen – so zum Beispiel Lufteinschlüsse im Laminat an manchen Bohrungen.

Wir legen drei oder vier von den großen Löchern frei und bestimmen rasch, dass wir diese mit Epoxidharz schließen werden.
Hier machen wir keine Kompromisse.

Die aufgebohrte Luftblase ist deutlich zu sehen

An zwei Stellen mussten wir die Rumpfdurchbrüche von 1/2 Zoll auf 3/4 aufbohren.
Der Grund hierfür – es gibt die langen Thruhulls erst ab 3/4 Zoll, die wassergekühlten Kühlschränke hatten aber 1/2 Zoll Ventile montiert.

Die Schläuche werden wir später adaptieren, jetzt muss ersteinmal das Loch passend gemacht werden – aber wie sägt man nur wenige Millimeter mehr, wenn die Lochsäge nicht in einem Pilotloch geführt wird?

Ganz einfach, man bastelt sich ein Pilotloch – ich hab´ da schonmal was vorbereitet…

Das gehört so – nein, nur Spaß

Wir schlagen zwei Leckstopfen in die zu kleinen Löcher und sägen das überstehende Holz ab.
Den restlichen Überstand schleifen wir mit dem Exzenterschleifer plan und bohren ins Zentrum des Holzpropfens ein 4mm Loch.

Jetzt hat die Topfsäge ein Zentrierloch und ich kann die wenigen Millimeter Material, welche von 1/2 auf 3/4 Zoll fehlen, kontrolliert aussägen.

Passt! Zu guter Letzt bauen wir noch das „vergessene Ventil“ der Klimaanlage aus und bereiten das Loch genauso vor wie alle anderen Durchbruchbohrungen.
Um 14.50 Uhr war unser Tagwerk geschafft…

Geschafft? Leider nicht ganz – abermals erhalte ich einen Anruf von der FREE WILLY – die Pumpe sei eingebaut, sie funktioniert aber irgendwie nicht.
Ich sehe am Rückweg zu NESSAJA nach und kann schnell feststellen, dass der Druckschalter defekt ist.

Dummerweise hat kein Geschäft auf Leros Druckschalter lagernd, eine Bestellung ist keine Option.
Ich gebe mir einen Ruck und greife noch einmal in meine Ersatzteilecke…

Ich ziehe die ehemalige Pumpe von NESSAJA aus der Tiefe meiner Backskiste – meine Ersatzpumpe

Ich habe mir selbst noch eine 40PSI Variante aufgehoben, weiß aber tief in mir drin, dass ich diese nicht mehr brauchen werde.

Ich stifte sie also dem guten Zweck und hole mir dafür den Motor der nicht funktionierenden Pumpe zurück um nicht blank dazustehen.
Letzlich helfe ich noch beim Einbau und der Inbetriebnahme – FREE WILLY hat jetzt wieder fließendes Wasser.

Die Beiden zeigen sich dankbar und wollen mich bezahlen – ich lehne ab. Ich muss sagen, dass mich die Beiden gegen alle Vorurteile voll überzeugt haben.
Nett, sortiert, nach vorne orientiert und immer freundlich – sie waren nie fordernd und haben immer unterstützt.
Meine Hilfe war mir eine Ehre – und völlig losgelöst von Staaten, Interessen und Politik hoffe ich, dass das humanitäre Ansinnen dieser Gruppierung erfolgreich ist.

Es schließt sich der Kreis zum Titelsong dieses Monatsberichtes – man wird ja noch träumen dürfen.

Der letzte Tag eines turbulenten Monats bricht an – wir verbringen diesen Sonntag unter ELOWYN und setzen erste Rumpfdurchbrüche ein.

Dafür braucht es Vorbereitung!

Ich parke den Audi vor ELOWYN – er wird unsere mobile Werkstatt
Wir richten alles ein, so dass wir perfekt arbeiten können

Mit dem A6 als mobile Werkstatt und dem Arbeitstisch, den wir aus Hans Peters Böcken gebaut hatten, waren wir bestens vorbereitet.

Mit Hilfe der TruDesign Anleitungen war es ein Leichtes, die richtigen Maße zum Ablängen der Durchbrüche zu ermitteln – nur nicht verschneiden, das wäre eine Katastrophe!

Letztlich haben wir schon ein Rechenschema aufgestellt, mussten aber trotzdem jedes einzelne Ventil rechnen.

Klar, am Ende sind es nur Millimeter – aber die machen es letztlich aus

Bis wir wirklich durchstarten konnten hatten wir ein paar Hürden zu nehmen.
Zunächst hat natürlich der Aufbau unseres Arbeitsplatzes etwas Zeit gekostet.
Zudem hat uns die Crew der FREE WILLY im Vorbeigehen abgefangen und uns angeboten, aus dem riesigen Haufen, den sie vor dem Schiff aufgetürmt hatten, ein paar Kleinigkeiten zum Eigenbedarf auszusuchen.
Der Rest würde auf den Müll wandern.

Ok, viel war nicht dabei, aber ein bisschen was habe ich mir doch auf die Seite gelegt. Auch Hans Peter und Alex haben ein paar Dinge gefunden, welche vielleicht noch gebraucht würden.

Ich war sehr defensiv – ich sammle nicht gerne

Den Rest haben die beiden Aktivisten tatsächlich sofort entsorgt, eine Stunde später war Ordnung am Ponton.

Ok, jetzt aber! Alex von der ANAHITA begleitet uns, er hat einen Tag Hilfe angeboten, weil er die gleiche Arbeit an seiner Delta 46 zu machen hat.
So könne er sich etwas abschauen und uns sei geholfen – ok, so gesehen hat er Recht!

Zu Dritt packen wir an – vor uns liegen 25 Thru-Hull Fittinge zur Montage.
Da wir uns vorher gut organisiert hatten, ging das Einkleben relativ rasch von der Hand.

Eins, zwei, drei vier – die erste Serie war rasch erledigt

Gegen unsere erste Idee, wieder reihum von hinten links beginnend zu arbeiten und dann alle Rumpfdurchbrüche nach der Reihe einzusetzen, haben wir kurzfristig entschieden, ALLE Fittinge der unbeschädigten Löcher zu setzen.

Ihr erinnert euch – es waren ja einige Löcher, bei denen sich Lufteinschlüsse im Laminat zeigten.

Diese haben wir markiert – es wurde beschlossen diese erst zu reparieren und dann morgen, in einem zweiten Arbeitsschritt, zu verkleben.

Die schadhaften Löcher werden mit einem roten Punkt markiert

So kleben wir einen ganzen Tag lang Durchbruch für Durchbruch ein – bis alle einwandfreien Löcher ihr passendes Thru-Hull Fitting bekommen hatten.

Die großen Muttern innenbords wurden handfest angezogen und werden erst wenn alle Fittinge gesetzt sind und wenn der Kleber trocken geworden ist, mit dem Enddrehmoment von 20Nm angezogen.

Außen habe ich mich bemüht, die Kanten so sauber wie möglich zu verstreichen.
Dies war nicht so einfach, denn bei über 30°C und direkter Sonneneinstrahlung beginnt das Polymer sofort mit der Vulkanisierung.
Es muss schnell gearbeitet werden – dafür ist das Ergebnis ganz ordentlich.

Ein sauberer Dichtrand

Am Ende ist die Funktion der Dichtschnur ausschlaggebend, die Optik wird ohnehin vom Epoxiprimer und dem Antifouling kaschiert.

Am Spätnachmittag haben wir 16 von 25 Fittingen gesetzt und spachteln noch die Luftblasen in den beschädigten 9 Löchern zu.

Unser Tagwerk für morgen wird sein, die fehlenden 9 Thru-Hull Fittinge zu setzen und dann mit dem Ventilservice der 25 gebrauchten Ventile zu beginnen.
Wenn das klappt, dann sind wir vor dem Zeitplan.

Gerade als ich am Weg zu NESSAJA war, erreicht mich eine Nachricht von Brigitte.
Sie hat inzwischen meinen alten Kronleuchter aufgemöbelt und diesen aufgehängt, sie ist so richtig happy!

Der alte Kronleuchter aus unserem Haus hat ein neues Zuhause gefunden

Diese Freude, gepaart mit der Tatsache, dass sich die Beiden wohl einen neuen Gasgrill angeschafft haben, bringt uns eine Einladung zum BBQ ein.

DAS freut widerrum uns sehr! Ich nehme an und freue mich schon heute auf den offiziellen Termin.

Zuhause angekommen sacke ich auf der Couch zusammen. Die Hitze des Tages und das Rackern an ELOWYN haben Körner gekostet.
Ich freue mich auf unser etabliertes Sonntagsdinner im „SouVLakki“ und mache erstmal etwas Pause.

Eine Runde schwimmen im Meer, abfrischen und abduschen auf der Badeplattform und etwas Griechisch lernen mit Duolingo – der Tag klingt aus und macht dem frühen Abend Platz.

Nach langer Zeit fahren Sibylle und ich mal wieder mit unserer GS nach Lakki – ich habe es vermisst!!!

Unsere Truppe hat einen zentralen Tisch bekommen

Während ich mich setze, fällt mir auf, dass FREE WILLY in der Bucht vor Anker liegt.
Sie wurde heute einer ersten Testfahrt unterzogen und nun wird das Ankergeschirr getestet.
Die Jungs sitzen übrigens am Tisch rechts neben uns und erzählen, dass sich beide gekauften Boote wacker geschlagen haben.

WILLY die nun tatsächlich wieder FREE ist, wird noch einmal für letzte Vorbereitungen in die Marina zurückkommen, dann werden sich die Boote wohl bald verabschieden…

FREE WILLY – ihr stehen Abenteuer bevor

Ich brauche heute ein Bier, ein großes! Sibylle wählt die kleinere Variante und wir freuen uns auf das Sonntagsdinner.

Heute war ein anstrengender aber erfogreicher Tag, das Abendessen war mehr als verdient – und es war superlecker!

Bilden sie einen Satz in dem die Worte MYTHOS, FREE WILLY und REFUGEE CAMP vorkommen
Endlich mal wieder Giros, ein ehrliches und leckeres Essen

Petra und Martin verabschieden sich, auch Alex steigt heute früher aus – so gehen Hans Peter, Merlin, Sibylle und ich alleine zu „Repapis“.

Ich lade meinen Freund aus dem Saarland auf ein großes Eis ein, das ist das Mindeste für die heute geleistete Hilfe.
Klar, man kann das auch alleine schaffen – aber nicht in dieser Zeit!

Auch unser „Azubi“ Alex hat heute geliefert! Seine Eiseinladung bleibt offen und wird im September nachgeholt.

Wie kann ein Monat schöner enden???

„Ich liebe Dich – krieg´ ich Deine Waffel?“

Wie geht es weiter?

Der September wird ein spannender und kurzweiliger Monat!
Die Highlights sind sicher der Krantermin von ELOWYN am 11.09. – werden wir es schaffen, den weißen Riesen schwimmfertig zu bekommen?

Dann wollen Volker und Kristina am 18.09. mit ihr eine kleine Urlaubsreise antreten – wir freuen uns auf unsere Freunde, aber auch zur Aufbreitung des Schiffes bleibt nur eine Woche.

Wenn ELOWYN die Marina verlassen hat, ist keine Zeit für Müßiggang – unsere Tochter Franziska kommt mit Familie zu Besuch.
Sibylle freut sich schon auf die kleine Heidi.

Wird FREE WILLY die Leinen loswerfen und ihrer Bestimmung folgen – ich nehme es vorweg, es dauert noch ein paar Tage…

Femma hat sich inzwischen gemeldet. Sie ist auf der Insel und ich bin sehr gespannt, wie es sein wird, wenn wir mit der Motorradreisenden bei einem Kaffee beisammen sitzen werden.

Naja – und dann sind da ja noch die schon geplanten, gemeinsamen Dinner und Sundowner mit all den lieben Freunden, welche zum Teil schon in der Marina sind, oder im Laufe des Monats in die Marina zurückkehren werden beziehungsweise hier ankommen werden – uns wird nicht langweilig!

Seid gespannt und bleibt unserem Blog weiter treu – danke für eure Zeit!

Mario & Sibylle – die NESSAJA Crew


Juli 2025 – I Won´t Back Down

Ein Dank an meine Follower, für euer Durchhaltevermögen, eure Lesestärke und eure Gedanken.
Ich will gerne erwähnen, dass eine Handvoll Leser und Leserinnen immer wieder kommentieren und Feedback geben, an dieser konstruktiven Kritik wachse ich.

Darum sei eingangs erwähnt, dass der Teil meiner Leserschaft, welcher technisch weniger interessiert ist, in diesem Monatsbericht gefordert wird.
Es gab nämlich viel zu tun – und wie immer, wenn es um harte Arbeit an Booten geht, drängen sich zwei Namen in den Vordergrund – ELOWYN und LIBERTÉ…

Viele Beispiele dafür, wie es NICHT geht

An der Headline habt ihr gesehen – der 1989er Song von Tom Petty ist zum Leitthema des Monats Juli geworden.
Ich höre das Lied oft und lieber in der 2000er Version von Johnny Cash – enthalten auf America III.
Das Internet hält diesmal eine längere Erklärung zum Inhalt des Songs bereit – diese ist es wert zitiert zu werden, ist es doch eine schöne Motivation in vielen Lebenslagen.

„I Won’t Back Down“ von Tom Petty ist ein Lied über Widerstandsfähigkeit, Entschlossenheit und Standhaftigkeit im Angesicht von Widrigkeiten. Es ist eine Hymne auf die Weigerung, nachzugeben oder aufzugeben, sondern stattdessen die eigene Position zu wahren und sich nicht von äußerem Druck beeinflussen zu lassen. Die Botschaft des Liedes findet bei vielen Anklang als Mantra zur Bewältigung von Herausforderungen im Privatleben und größeren Konflikten.

Die Bedeutung des Liedes wurzelt in persönlichen Erfahrungen des Texters, die ein Gefühl des Trotzes und der Weigerung, sich geschlagen zu geben, förderten.
Die Anziehungskraft des Liedes geht jedoch über diese spezifischen Ereignisse hinaus und ist zu einem universellen Ausdruck von Stärke und Durchhaltevermögen geworden…

Der Text, insbesondere die wiederholte Phrase „I Won’t Back Down“, betont unerschütterliche Entschlossenheit und die Weigerung, sich einschüchtern oder brechen zu lassen. Die Zugänglichkeit und die einfache, aber kraftvolle Botschaft des Liedes haben dazu geführt, dass es für viele zu einer Quelle der Kraft und Inspiration geworden ist.“

Vor diesem Hintergrund, haben Hans Peter und ich uns nicht entmutigen lassen – wir haben Durchhaltevermögen gezeigt!

Achtet auf die T-Shirt Farben! Abgekämpft – im Schweiße unseres Angesichts

Doch von Anfang an – zunächst begann alles ganz harmlos…

Kristina und Volker waren noch vor Ort. Sie würden erst morgen abreisen und haben es sich auch nicht nehmen lassen, etliche Arbeiten an ELOWYN selbst auszuführen.

Ich gebe zu, ich nutze die Option mich in solchen Situationen auch mal zurückzuziehen, Volker und ich haben nämlich absolut unterschiedliche Arbeitsansätze.
Am Ende gelingen unsere gemeinsamen Vorhaben und Aktionen zwar auch immer – aber ich empfinde das gemeinsame Arbeiten als phasenweise anstrengend.

Natürlich waren wir, in Person Sibylle, Hans Peter und ich, immer dann zur Stelle wenn wir gebraucht wurden – so zum Beispiel beim Abschlagen der Vorsegel.

Für die große Genua braucht es mindestens drei, besser vier kräftige Personen
Die kleine Kutterfock lässt sich besser bändigen

Hier liegen Freud und Leid nah beisammen – die Marinaleitung möchte, dass ELOWYN für die zwei Monate Pause an Land steht.
Das ist nachvollziehbar, denn an Steg A gibt es momentan nur zwei freie Plätze, die sollen zur täglichen Vermietung zur Verfügung stehen.

Dafür macht man ein gutes Angebot bezüglich der Krankosten und der Standzeit an Land.
Dies hat den Vorteil, dass wir das teuere Kranen nicht als angeforderte Dienstleistung bezahlen müssen und dabei doch die Option haben, am Unterwasserschiff zu arbeiten.

Der Nachteil – wie bei allen Schiffen an Land, müssen die Vorsegel abgeschlagen werden, das bedeutet bei ELOWYN ein paar Stunden hartes Rackern am Vorschiff.

Egal – irgendwann haben wir auch das gepackt und die Segel sind im Sack und in der Segellast verstaut.
Es ist Mittag und Volker wird vom „kleinen Hunger“ überfallen. Wir erinnern uns an den guten Brauch des „Light Lunch“ und folgen dem Ruf des Magens – bis an die Pforte unseres Lieblingsgrills „SouVLakki“ 😉 …
Dort laben wir uns an den feilgebotenen Köstlichkeiten.

Auch meiner Gattin scheint es zu schmecken
Mir sowieso

Als wir beim Lunch saßen, kam Rena vom benachbarten Autoverleih um die Ecke gefahren.
Sie stoppt vor dem Laden und steigt mit einem Geschenkpäckchen aus – nanu, was ist das?
Sie läuft schnurstracks auf mich zu, drückt mich und übergibt MIR das hübsche Päckchen.

„Ja ist denn scho´ wieder Weihnachten?“ würde der Kaiser, Gott hab´ ihn seelig, wohl fragen…

Doch bevor ich Luft holen kann, lässt mich die liebe Freundin wissen, dass sie ihre Tochter in Rhodos besucht habe und dabei an mich gedacht hat – dies sei ein Geschenk, um mir mein Leben auf Leros zu erleichtern 😉

Ok, ich bin gespannt…

Ich liebe Geschenke
Haha, wie lustich – ein „Alfaviatrio“, ein Lesebuch für Erstklässler

Ich kenne so etwas Ähnliches, etwas moderner vielleicht, von Marcus´ Tochter Lilly – wie macht die Ente? Pa pa pa…
Und wie das Küken? Ki ki ki… Papia, die Ente – Papaki, das Entlein!

Rena erklärt mir, dass dies eine Neuausgabe des Buches sei, mit dem sie Lesen und Schreiben gelernt hat. Es sei ein Geschenk zum Hauskauf und für meine Integration.
Ich freue mich von Herzen – das sind diese Momente…

Plopp – Volker reißt mich von meiner gemütlichen Wolke herunter. Wir könnten die Zeit nutzen und den 2,7 Meter langen Baumkicker der ELOWYN versandfertig machen.
Ja, können wir – aber wie sollen wir das Trum verpacken???

Sibylle hat eine zündende Idee – „…wie wäre es mit so einem Abflussrohr?“
Ha, genial, das machen wir! Sofort kaufen wir drei Meter 10er KG-Rohr und zwei Endkappen.

Mit etwas Luftpolsterfolie wird daraus eine ideale Verpackung

Wir wickeln den wertigen Boom-Vang aufwändig ein und sorgen für eine sichere Verpackung.
Dieses 30kg Trum in den Versand zu geben, wird in der kommenden Woche meine Aufgabe sein!

Geschafft! Das war aber jetzt genug für heute? Oder?
Gut ist, dass man Volker leicht auf die „bright side of life“ reißen kann – der Gedanke eines kurzen Strandbesuches wird geboren, ein kurzes Bierchen oder ein Freddo Espresso sollten drin sein.

Tut gut – und schmeckt

Wir gönnen uns ein Kaltgetränk und kühlen unsere erhitzten Leiber mit einem Sprung in das immer noch sehr erfrischende Meer ab.

Dann heißt es „zurück in die Marina und aufhübschen“, denn heute steht der letzte verpflichtende Programmpunkt für Tina und Volker während ihrer Leros Aufenthalte auf dem Programm – ein Besuch in „Harris“ Bar in der ersten Mühle.

Doch was ist das? Schreck lass´ nach – die Marineros hängen ELOWYN um, sie ziehen mit hochroten Köpfen an den Heckleinen.
An der Leinenführung passt nix mehr, die Schoner baumeln im Nirvana – ich bin, offen gesagt, etwas angefressen.

Nix passt mehr

Man KANN ein 44t Boot nicht mit den Händen ziehen – die beiden Angestellten der Marina werden es nie begreifen.
Wir kommen gerade noch dazu, als sie versuchen die beiden Heckleinen gegen den Zug der Mooring zu halten.
Das Stromkabel dehnt sich schon, die Gangway ist Zentimeter vom Stromkasten entfernt.

Volker startet den Motor und zieht ELOWYN etwas zurück – die Situation entschärft sich.
Mich wundert, dass Volker sich weniger aufregt als ich – nun, vielleicht weil er weiß, dass sein Schiff morgen an Land kommt.

Mich eiert, dass in allen Liegeplatzverträgen ein Passus verankert ist welcher besagt, dass der Skipper für das sichere und korrekte Vertäuen seines Schiffes verantwortlich ist – das funktioniert aber nur, wenn danach nicht irgendwelche Befehlsempfänger die Leinenführung ändern, nur um noch breitere Schiffe in zu kleine Lücken zu pressen!
Hier hat die Marina ein echtes Defizit.

Die Stimmung beruhigt sich, wir gehen zum normalen Tagesablauf zurück und freuen uns auf den Besuch der Bar – wir haben einen Tisch reserviert und machen uns auf den Weg nach oben.

Zum Glück haben wir reserviert – ach sieh´ einer an, Roland und Mireille sind auch hier
Das „Harris“ oberhalb von Panteli – ein wunderschöner Ort
Der Ausblick ist fantastisch
Dreamteam – wir freuen uns am Leben

Natürlich gönnen wir uns einen Cocktail, oder waren es zwei? Nein, einer – und ein Ouzo! Oder ein Bier???
Egal, ich vermute wir haben allerlei alkoholische und nichtalkoholische Getränke konsumiert…

Wir lassen uns neue Cocktailkreationen empfehlen…
…und probieren allerlei Verschiedenes

Der Genuss von Alkohol enthemmt und macht albern – vergesst das nicht!
Stellt außerdem niemals peinliche Bilder ins Internet – das Internet vergisst NIE!!!

Vermutlich habe ich alle Chancen auf eine ordentliche Bewerbung verspielt

Ein wunderschöner Ausklang des Tages, welchen wir mit einem Dinner im „Serza“ am Merikia Strand vollenden werden.

Dafür brechen wir wir nicht allzu spät im „Harris“ auf und genießen beim Hinunterfahren noch einmal den herrlichen Ausblick in Richtung Kalymnos.

Um 20.00 Uhr haben wir einen Tisch im „Serza“ – noch 9 Minuten, die Uhr läuft 😉

Der neue Morgen beginnt stressig – ELOWYN wird das erste Boot im Kran sein, Treffpunkt für alle ist 08.00 Uhr am Schiff.

Um 09.00 Uhr wird das Taxi kommen und Kristina und Volker abholen.
Wir nehmen Abschied von unseren Freunden, noch während ELOWYN gekrant wird.
„Auf ein Wiedersehen hier auf Leros Mitte September!“ – obwohl wir wissen, dass es eine gute Chance auf ein kurzes Treffen in Deutschland im August gibt.

Ich muss ins Wasser und nachsehen ob die Gurte des Krans gut sitzen, dann übernehme ich die Verantwortung für die Algro 68, das Taxi fährt mit unseren Freunden in Richtung Flughafen davon.

Es dauert eine ganze Weile, bis sie sicher in den Gurten hängt
Der Travellift bringt sie zu ihrem temporären Platz – bis 11.09.2025
Sofort danach wird ein anderes Schiff hinter ELOWYN geparkt

So ganz geil finde ich den Abstand der beiden Schiffe nicht. Ok, ich gebe zu, dass das deutsch gedacht ist – aber ich weiß genau was passieren wird.

An das andere Schiff kann man am bequemen Heckeinstieg keine Leiter mehr anlehnen – es ist also nur eine Frage der Zeit, wann der Erste den Weg über unsere Leiter und unsere Badeplattform nehmen wird.

Jetzt könnte man denken, dass dies doch nicht so schlimm sei – naja, vielleicht nicht, vielleicht aber doch…

Na egal, darüber mache ich mir später Gedanken, jetzt steht sie erstmal ganz gut – sehen wir was kommt!

Heute Abend sind wir eingeladen! Vroni und Holger sind ja noch auf Leros und heute ist Vronis Geburtstag – wir stehen auf der Gästeliste!
Der Ehrentag soll bei Marietta gefeiert werden.

Ganz schön was los – zum Glück hat Vroni reserviert
Wir sitzen gemütlich beisammen und lassen uns allerlei Meze schmecken
Der Zufall wollte es, dass Mariettas Familie von dem Geburtstag wusste
Takis und Stamatis ließen sich ein Ständchen nicht nehmen
Ich denke, die Überraschung ist gelungen
Vroni auf Dich – Happy Birthday

Wir trinken reichlich Ouzo und fallen erst sehr spät und hundemüde in die Federn – na gut, morgen können wir es noch einmal langsam angehen lassen…

Bis jetzt klingt alles ganz entspannt – aber das sollte sich jetzt langsam ändern.
Volker und ich haben eine To-Do Liste erstellt und ein paar Punkte mit Priorität 1 versehen.
Klar, dass hier der Aufenthalt an Land treibend ist, dazu kommen ein paar relevante Mängel und Probleme.

Mein Plan ist, mir ein paar Tage zu gönnen, an denen ich eine Teileliste erarbeite und diese dann in die Bestellung gebe.
Das klingt einfach, ist es aber nicht, weil zum Beispiel zum Bestellen der Teile für den Tausch der Seeventile, alle Maße der Altteile abgenommen werden müssen.
Hierfür muss ein Zugang zu den Ventilen geschaffen werden, dies ist teilweise mit dem Ausbau des Mobiliars verbunden.

Dann möchte ich zuerst den Wassermacher auf Hans Peters LIBERTÉ verbaut wissen.
Ich stehe hier im Wort und brauche umgekehrt des Saarländers Hilfe auf meinem Patenschiff.
Eine Hand wäscht die andere – es geht Zug um Zug…

Und jetzt geht es los!!!
Der erste Tag beginnt noch schleppend, weil ich zunächst mit HP zur Spedition muss.
Wir fahren den ellenlangen Rodkicker in seinem Pick-Up in den Hafen, laden dort aus und besprechen uns mit der Transportfirma.

Wir legen das Trum ab und werden es nicht mehr anpacken

Ich nehme es vorweg, es klappt natürlich nicht reibungslos – wir erfahren nämlich, dass der Transport nur bis zur Filiale in Athen möglich ist.
Den Weitertransport muss man dann selber beauftragen oder über eine Partnerfirma organisieren.

Ok, soweit so gut. Wir lassen das schwere, unhandliche Paket erstmal liegen und ich kümmere mich die nächsten zwei Tage darum.
Das gelingt und irgendwann geht der Kicker auf die Reise – zur Reparatur nach Deutschland.

Wer denkt, dass es jetzt endlich an den Booten losgehen kann, der irrt gewaltig.
Sibylle funkt mich an, ihr Roller zickt schon wieder. Jetzt reicht´s! Wir kaufen umgehend eine neue Batterie, ich befülle diese und sorge für eine Stunde Initialladung – dann geht auch der Breezy wieder.

Die alte Batterie war nach 15 Monaten defekt

Zurück in der Marina, verabrede ich mich mit Sibylle an ELOWYN, doch abermals tritt eine Verzögerung auf.

Ich gehe gerade an der wunderschönen Baltic 40 KEONDA vorbei – ihr erinnert euch, ich biete das Schiff für einen Freund an und schaue deshalb immer mal wieder nach dem Rechten – als ich also gerade hier vorbeischlendere sehe ich, dass drei Leinen im Wind baumeln.

Um Schäden zu verhindern, suche ich mir einen Tampen und fixiere diese Leinen notdürftig.
Viel Mühe muss ich mir nicht geben, denn der Eigner wird Mitte des Monats eintreffen.

Die Leinen baumeln und schlagen an den Mast – das interessiert vom Marinapersonal niemanden
Ich fixiere die Fallen notdürftig, das sorgt für Ruhe und verhindert Schäden

Dann ENDLICH war es soweit – Sibylle und ich saßen auf ELOWYN und gingen ein Ventil nach dem anderen durch – immerhin 24 an der Zahl.

Die meisten habe ich irgendwie fotografiert und dann die Maße vom Foto abgelesen – Sibylle hat notiert was ich diktiert habe.
„Durchmesser 1 Zoll – einmal Rumpfdurchbruch, einmal Anschlussfitting für 25mm Schlauch gerade.
Durchmesser 1 1/2 Zoll – einmal Rumpfdurchbruch, einmal Anschlussfitting für 38mm Schlauch 90° gewinkelt.“

Die Kenner unter euch mögen sich fragen, warum ich keine Kugelhähne notieren lasse – gut bemerkt, dazu später mehr.

Nicht alle Ventile waren gut erreichbar. Für einige musste ich tief in die Katakomben des Schiffes steigen, für andere mussten Einlegeböden entfernt werden.
Manche waren letztlich völlig sinnfrei und doof montiert…

Ein Seeventil welches man nur per Foto sieht und nicht zur Betätigung erreichen kann – hier muss ich umbauen

Die ganze Erfassung dieser Bestellliste hat uns über drei Stunden beschäftigt – als wir fertig waren, hatte der Tag bereits ein Ende gefunden und es war Zeit, so langsam an das Abendprogramm zu denken.

Hier hatten wir für heute einen ganz tollen Plan gefasst – wir waren mit Brigitte und Hans verabredet.
Auch unsere beiden österreichischen Freunde haben sich ja ein Haus auf Leros gekauft und wir wollten heute zum ersten Mal zusammen auf beide Häuser anstoßen.

Zunächst haben wir uns in Plaka in unserem Haus getroffen. Sibylle hat alles für einen Gin-Tonic eingepackt und ich hatte ein paar Eiswürfel gemacht – auf die kleine Katikia…

Sibylle mixt den Gin-Tonic – wir stoßen auf unsere Katikia an
Nix geht über eine gute Mischung

Wir gehen noch einmal durch das Haus, stellen uns noch einmal an den Aussichtspunkt auf unserem Grundstück und freuen uns, dass die Olivenbäume schon reichlich tragen – nächstes Jahr gibt es eigenes Olivenöl.

M-E-I-N-E O-L-I-V-E-N! Sehr geil…

Zurück im Haus entdeckt Brigitte meinen alten Kronleuchter – „…der ist ja toll, so etwas suche ich zu meinem antiken Tisch!“

Ihr ahnt es – ich finde Kronleuchter hässlich und biete der Freundin das alte Stück umgehend an.
Die kann ihr Glück kaum fassen und verspricht, dass sie ihn bald übernehmen wird.

Super! Dann fahren wir doch gleich mal weiter nach Crithoni und sehen uns das Haus der Freunde an.
Ich kenne es schon, aber Sibylle ist gespannt wie ein Flitzebogen!
Hach, Schampus – die Freunde lassen sich nicht lumpen und wir lassen die Korken knallen.
Auf euer Haus in Crithoni – „kalo risiko“!

Zum Wohl – lasst die Kelche klingen
Das Haus der Freunde ist schon bewohnbar, wir genießen den Schampus auf der Terrasse

Um den Tag vollends abzurunden, hatten wir ein gemeinsames Dinner ins Auge gefasst.
Obwohl keiner von uns wirklich Vegetarier ist, fiel unsere Wahl auf das „Stis Anna“ von Anna Karpathakis.
Ich mag sowohl die Besitzerin als auch ihre gute Küche – hier kann man sich wirklich einmal an den dargebotenen veganen und vegetarischen Köstlichkeiten laben.

Um diese Zeit war bei Anna noch nicht wirklich was los. Das ändert sich aber meist etwas später, denn sowohl Einheimische wie auch Touristen nehmen das neu renovierte Lokal gut an.

„Stis Anna“ – direkt am Strand von Crithoni gelegen
Ich war schon vorgefahren – die anderen laufen zu Fuß vom Haus der Freunde hierher
Das Lokal ist klein und unscheinbar – wartet aber mit einer guten, besonderen Küche auf

Wir setzen uns und begrüßen die Gastgeberin. Anna freut sich sehr über das positive Feedback bezüglich der Renovierung – wir meinen das von Herzen, es ist sehr gemütlich hier.

Ok, die Nähe zur Straße muss man akzeptieren, aber das geht durchaus – sehen und gesehen werden als Teil des Abendprogrammes.

Wir bekommen die Speisekarte und suchen allerhand Leckereien aus – mir fällt die kurze Geschichte von Anna auf – ein sehr schönes und einladendes Statement.

Eine ausgesprochene Empfehlung – auch für Fleischesser
Ich mag Anna

Wir bestellen reichlich und bunt gemischt – auch in dieser Taverne beschließen wir „griechisch“ zu essen, alles in die Mitte, alles wird geteilt.

Jeder sucht etwas aus, noch ein paar Kleinigkeiten als Mezedes dazu – und schon kann es losgehen.

Prost und guten Appetit…

Gemischte vegane Aufstriche und dunkles Brot
Falafel und Salat
Lahmacun mit pikanten Linsen und Frühlingszwiebeln
Unser „Pescetarian Food“ – Tagliatelle mit Sea-Food

Was haben wir gut gegessen! Ich nehme es vorweg, wir werden im Laufe des Monats noch einmal hierher kommen um Antonias Geburtstag nachzufeiern – ein weiteres Mal werden wir hervorragend Essen!

Dies ist deshalb erwähnenswert, da wir ein paar Mal leichte Enttäuschungen hinnehmen mussten – in ein paar Lokalen welche wir gerne und öfter besuchen, hat man die negativen Einflüsse der Hauptsaison durchaus gespürt.
Nicht, dass es schlecht gewesen wäre, aber sowohl Service wie auch Qualität waren bei Vollauslastung nicht auf dem gewohnten Niveau zu halten.
Dies ist auch der Grund, warum ich diesen Monat kaum Bilder von den Tavernenbesuchen gemacht habe.

Anderseits, es gibt eine weitere sehr erfreuliche Ausnahme – das „Serza“ in Merikia! Auch dort waren wir mehrfach und waren immer mehr als positiv überrascht.
Der Juli hat auf jeden Fall zwei neue Namen auf unsere Bestenliste gespült – darüber freuen wir uns.

Am Heimweg, wir waren schon fast in der Marina, haben wir drei in der Seglerszene sehr bekannte Masten in der Lakki Bucht gesehen – es war uns wert kurz umzudrehen, um ein schönes Foto von einem besonderen Schiff zu erhaschen.

Die MALTESE FALCON in Lakki

Der Sommer zeigt was er kann – erstmals verzeichnen wir Temperaturen nahe der 40°C Marke und das Quecksilber fällt auch nachts nicht unter 30°C! Ich gebe zu, es gibt Stunden, an denen auch ich mir meine Klimaanlage funktionsfähig wünsche.

Ich beschließe also, dass ich nach meinem Kaffee die Montage des Abluftschlauches angehe.
Sibylle hat mir den 3m langen Schlauch ja aus Deutschland mitgebracht, aber ich muss mir noch einen Anschluss ausdenken, mit dem ich den riesigen 150mm Balg an die Dachluke anbinde.

Die Lösung will ich mit einem recht großen Delrin Küchen-Schneidbrett umsetzen – mal sehen…

In der Kabine passt es schonmal…
…und nach oben auch
Sieht gar nicht schlecht aus

Ich habe Hunger und lade Sibylle auf einen Snack ins „Skipper´s“ ein. Auf dem Weg dorthin kommen wir an ELOWYN vorbei, dort hat die Marina inzwischen den WILLI unter die Badeplattform gestellt.

Das ist gut, dort steht er im Schatten – ich bin zufrieden!
Aber Halt, was ist DAS???

Nun, es ging recht schnell, dass auch andere Kunden der Marina, in diesem Fall Fischer, die an ihrerm Fischtrawler nebenan arbeiteten, unser Schlauchboot als den idealen Schattenplatz für ihre Brotzeitpause entdeckt haben…

Schaut genau hin – ich frage mich „tut man das?“ Denke ich deutsch, oder gehört sich das nicht?

Ich gehe zu den Jungs und weise höflich darauf hin, dass ich das zwar nicht so toll finde, aber dass sie ruhig fertig Brotzeit machen dürfen.
Ihren Dreck sollen sie aber bitte wegräumen und nicht in unser Dinghy schmeißen.

In diesem Moment kommt Sibylle dazu und staubt die Jungs ansatzlos weg – „…das ist unser Dinghy, macht unter eurem Kahn Brotzeit!“
Ich weiß bis heute noch nicht, ob das nun richtig oder falsch von meiner Frau war, so harsch zu reagieren – aber irgendwie hat sie schon Recht „…man tut das eigentlich nicht!“

Außerdem ist „Obacht geben“ einfach ein Fremdwort hier – sie können es einfach nicht!!!

Die Jungs waren weg, der Tender versaut

Der kurze Trubel war vorbei, dem Snack im Marinarestaurant stand nun nichts mehr im Wege.

Da sitzen wir nun – im Schatten, mit Blick auf ELOWYN. Im Nacken die Frage, wie packt man das priorisierte Arbeitspaket am besten an?

Gehe ich ins Risiko und zerlege ALLES bis die Teile da sind? Das ist vor dem Hintergrund einer Deadline am 11.09. riskant, es dürfte nichts schiefgehen, weil mir ja durch unsere Deutschlandreise rund drei Wochen fehlen.

Mache ich alle Arbeiten nacheinander und Step by Step, dann habe ich echten Zeitdruck, denn die Liste ist lang und das Erneuern der Rumpfdurchbrüche ein echtes Brett.
Zumal müsste ich das Werkzeug immer neu packen und von einer Ecke des Schiffes in die nächste tragen.

Wir sinnieren…

Wie packen wir es an – die Zeit drängt

In diesem Augenblick schickt mein Sohn ein Bild von Enkelchen Anton – die Nummer 7 – und ich erkenne sofort, hier werden Weichen gestellt, der Tritt in Fußstapfen wird vorbereitet!

Ob Anton mir bei den Arbeiten an ELOWYN helfen könnte?

Anton übt schonmal

Zu allem Überfluss erhalte ich noch einen Sidekick zu ungünstiger Zeit – es meldet sich ein „Juli Schütter“, er wolle sich FREE WILLY ansehen, er habe Interesse an dem Boot.

Kein langes Gerede, keine Fragen, er könne heute da sein – ja was soll ich sagen? JA ist die einzige Option!
Also fahren Sibylle und ich zu der kleinen aber feinen Ketch in der „Artemis Marina“ um uns dort im Juli mit Juli zu treffen.

Wir bereiten das Boot vor…

Ich muss die Plane öffnen und eine Seite bis zur Hälfte auspacken
Das Schiff steht schön da – ist inzwischen aber etwas verstaubt

In ein paar Minuten wird Juli kommen – ich google den Namen, mach´ ich (fast) immer, man will ja wissen was einen erwartet.

Nix zu finden – es gibt einen Julian Schütter, ein österreichischer Ex-Skirennläufer, in solchen Fällen hilft Google nicht weiter, die Suche wird bei prominenten Namen schwierig.

Ihr könnt Julian Schütter selbst googeln, er ist inzwischen Umweltaktivist und leicht zu finden, auch seine Bilder dürften nicht urherberrechtlich geschützt sein…

Julian Schütter

Warum nun das Bild des Umweltaktivisten? Ihr ahnt es schon – genau dieser Julian Schütter stand wenige Augenblicke später vor FREE WILLY.

Vielleicht hat der Ex-Skifahrer auch einen Doppelgänger – aber für mich besteht kein Zweifel.
Ich hätte mich während der Besichtigung sehr gerne über seine Umweltaktivitäten unterhalten, aber der junge Mann war sehr fokusiert.

Er verschwand so schnell wie er gekommen war und ich habe nie wieder von ihm gehört.
Nun, eine Besichtigung verpflichtet zu Nichts, ich weiß das, aber Anstand gebietet eine kurze Information, wenn sich ein Interesse auflöst.
So etwas ist verbindlich, solche Tugenden braucht´s auch als Aktivist.

Mal sehen wer nächsten Monat kommt um FREE WILLY zu besichtigen – vermutlich ein August.

Na egal, ich belohne mich mit einem Eis – wie fast jeden Tag. Ein letztes Verschnaufen, morgen packe ich ELOWYN an, ab morgen wird gearbeitet!

Drei leckere Kügelchen

Und ich starte meine Projekttage mit einer richtigen Scheißarbeit!

Das elektrische Klo in der Steuerbord Gästekabine funktioniert nicht mehr.
Ich höre die Puristen schon schreien – „…das kommt davon, wenn Klopapier hineingeschmissen wird!“
Dies war aber nicht der Grund, denn die Pumpe macht keinen Mucks mehr – ein kompletter Ausfall der Zerhäckslerpumpe.
Wir gehen von einem Defekt an der Pumpe aus und bauen daher das ganze Klo aus.

Es muss nicht erwähnt werden, dass IMMER – egal wieviel man schrubbt und spült – dass IMMER etwas von dem rausfällt, was normal durch diese Leitungen gepumpt wird.
Ein echter Scheißjob eben…

Der Hauptschlauch zum Fäkalientank ist schonmal ab, die Verfugung muss aufgeschnitten werden
Mit sanfter Gewalt lässt sich der Lokus dann abmontieren
Wir stellen das Ding auf den Kopf und montieren die Pumpeneinheit erstmal ab

Nicht nur, dass man Dinge anfassen muss, die schonmal die Reise durch einen Körper gemacht haben – nein, man hat auch das unendliche Vergnügen, das Odeur von humanen Exkrementen stetig in der Nase zu haben – auch das tägliche Sandwich schmeckt heute mal nicht so doll…

Um die Arbeit etwas angenehmer zu gestalten, packe ich die Pumpe und trage sie auf unseren Steg.
Hier reinige ich das ganze Trum erstmal mit unserem Schlauch – der Gestank ist ja nicht mehr zum Aushalten.

Erst dann zerlege ich die ganze Sache und sehe mir das mal an…

Gespült und einigermaßen sauber
Jetzt kann ich das Ding zerlegen und prüfen

Ich nehme die Lösung vorweg – mir ist beim Ausbau eine lockere Steckverbindung aufgefallen, die aber beim zweiten Blick auseinander gezogen war.

Nanu, war das schon so? Oder ist mir das beim Herausheben der Kloschüssel passiert?
Offensichtlich Ersteres! Ein Funktionstest der gereinigten Pumpe zeigt volle Funktion, ich riskiere aufgrund des hohen Preises einer neuen Pumpe eine Testmontage und sichere den losen Stecker nach Montage mit einem Kabelbinder – alles funktioniert!

Der erste Punkt hat einen Haken!

Das Abendessen gibt es heute an Bord der LIBERTÉ – Hans Peter hat mal wieder zum Grillen geladen.

Schmeckt super – wir sind der Tavernen etwas überdrüssig

Lagebesprechung! Morgen noch einmal ein Tag um Ersatzteile für etwaige Bestellungen zu definieren.

Wir nehmen uns vor, dass wir bei ELOWYN die Dichtungsmaße der fehlenden Heckklappendichtung definieren und dann die Elektrik des Wassermachers ansehen, welcher auf LIBERTÉ verbaut wird – eine Hand wäscht die andere…

Aber wie gesagt, das machen wir morgen!

Der nächste Tag startet mit einer starken Tasse Kaffee und einem Stelldichein an Bord der LIBERTÉ.
Der Skipper hatte die zu prüfende Pumpeneinheit schon ins Cockpit geräumt und wir konnten uns umgehend ans Werk machen.

Das Bild zeigt die bereits erledigte Arbeit – wir hatten den Verteilerkasten zu ersetzen

Ein Verteilerkasten für die Pumpenelektrik war gebrochen und musste ersetzt werden.
Das war an sich kein großes Problem, denn das Ersatzteil bekamen wir beim örtlichen Elektriker und der Umbau der Platinen von einem in den anderen Kasten ging schnell.

Ok, soweit so gut – die Pumpeneinheit ist fertig zur Montage, das erledigen wir gleich die nächsten Tage.

Ich hatte von der Marina eine Information, dass ein Päckchen gekommen war. Ich ahnte schon, was mir zugesandt wurde, aber die Neugier trieb mich dennoch zur sofortigen Abholung.

Ein fast kompletter Satz sündteurer Lopolights

Bei den Montagearbeiten am Mast von ELOWYN sind in Preveza kleine Pannen passiert – eine der teuren Lopolights ist kaputt gegangen, eine andere ging verloren.

Das ist ärgerlich, kann aber passieren. Die Marina reagierte professionell und sicherte Ersatz zu – dieser kam heute an und war…

…leider nicht passend!

Ach wie ärgerlich! Nicht nur, dass wir die Montage nun nicht angehen können, es steht auch die Frage im Raum, wie wir an die fehlende rote kommen und was mit der überzähligen weißen Leuchte zu tun ist.

Mir schwant – das wird sich ziehen.

Da wir schon hier waren, messe ich mit Hans Peter gleich den Dichtspalt der Heckklappe aus.
Ihr erinnert euch? ELOWYN hatte einen Wassereintritt und Volker vermutet, dass der fehlende Dichtgummi ursächlich sein könnte.

Bevor ich bestelle, muss der abzudichtende Spalt vermessen werden.

Wir drehen vier Kugeln aus Butylband und verpressen diese einmal an den langen Seiten und einmal in den Ecken
So kann man den nicht unerheblichen Dichtspalt sehr gut vermessen

Die verpressten Butylkugeln messen wir mit dem Meterstab ab – Millimeter reichen, es geht nicht um Präzision!
Wir kommen auf ein Spaltmaß von 8-12mm und auf eine Auflagefläche von mindestens 10mm an der schmalsten Stelle – der Dichtgummi muss also ein flexibles Profil haben und soll selbstklebend sein.

Wir waren fleißig und haben mal wieder ordentlich geschwitzt. Eine Pause tut not und wir beschließen, dass wir uns eine Köstlichkeit aus der örtlichen Eismanufaktur gönnen.

Die erste Adresse wenn es um Speiseeis geht

Auch am Nachmittag wollen wir noch eine Arbeit erledigen, welche unter dem Oberbegriff „Beschaffung von Ersatzteilen“ fällt.

Es gibt einen Hydraulikschlauch der an einem Fitting ziemlich rostig ist – dieser muss als Musterteil ausgebaut werden.

Ich mache mich an die Arbeit und bringe den Schlauch dann zu Giorgos nach Kamara.

Hier hat der Zahn der Zeit genagt
Der Schlauch für den Achterstagspanner muss getauscht werden

Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser, ich kann die letzten Bestellungen absetzen.

Das klingt so einfach und macht doch einen großen Teil des Aufwandes rund um die Reparaturen an ELOWYN aus.
Die Recherche nimmt viel Zeit in Anspruch, nicht zuletzt weil die Firmen die Anfragen oft sehr zeitverzögert beantworten.

So brauche ich fast vier Tage um den richtigen Profilgummi für die Heckklappe zu finden – ich hoffe, dass das ausgewählte Ersatzteil wirklich perfekt passt und gut klebt.

Recherche oft bis spät in die Nacht – aber ich kann vieles vor Ort, den Rest im Internet finden

Zu der Teilebeschaffung kommt oft auch noch die Suche nach technischen Unterlagen oder nach entsprechendem Know-How dazu.

Man kann durchaus sagen, dass ich mir in solchen Hochphasen die Nächte beim googeln um die Ohren schlage.

Wir haben in dieser Phase des Sommers ein paar warme, feuchte Nächte mit Windströmungen aus Süd.
Nicht nur, dass das Deck des Schiffes komplett nass ist, es zeigt sich am Morgen auch ein sehr seltenes Phänomen – Seenebel!

Ich mag diese Stimmung und gehe sehr früh am Morgen an die Marinakaimauer zum Baden…

Ganz seltenes Wetter – Seenebel und Wolken am Morgen
Die Marina zeigt sich in einer ganz speziellen Stimmung
Über dem Meer löst sich der Nebel gerade auf – ich springe in die einladenden Fluten

Gerade als ich zurück auf NESSAJA komme, starten die Bauarbeiter ihre Arbeit.
Ja, richtig gehört – wir haben Bauarbeiten vor der Haustüre! Das ist in der Hochsaison ungeil, kann aber uns als Jahreslieger irgendwie egal sein – beschweren darf man sich nicht, es wird in die Marina investiert.

Der Wellenbrecher wird verstärkt, es wird zudem eine stabilisierende und auch optisch hübsche Trockenmauer gebaut.

Die Beiden sind Künstler – und echt schnell

Klar dürfte sein, dass sowohl das Abkippen der Steine als auch das Zerkleinern der Brocken mit dem Nagler am Minibagger nicht gerade zu den stillen Arbeiten gehört.

Die Mauernbauer, denen mein ganzer Respekt gehört, beginnen um 07.30 Uhr mit relativ leiser Arbeit.
Der Nagler startet meist nicht vor 08.30 Uhr, was man schon fast als Rücksichtnahme deuten darf.

Das freut uns sehr, denn der kleine Baggerzwerg macht richtig Lärm…

Rattatazong

Da ist es fast schon ein Segen, dass wir einen Grund haben NESSAJA sofort nach der zweiten Tasse Kaffee zu verlassen – es geht los, ab jetzt wird es ernst.
Wir haben uns erste Tagesziele zurechtgelegt und wollen wechselweise an ELOWYN und LIBERTÈ arbeiten.

Der Schwerpunkt liegt bei ELOWYN, hier haben wir ja den Termindruck durch den Krantermin am 11.09. – aber auch Hans Peter will schrittweise vorankommen.
Nicht nur, um an Bord der Bavaria 41H schön langsam alles an Ort und Stelle zu bekommen, er will natürlich auch ausnutzen, dass Sibylle und ich mit dem Auto aus Deutschland kommen und Ware mitbringen.

Mit LIBERTÈ fangen wir auch an, wir wollen heute Vormittag die ersten Bauteile an Ort und Stelle bringen – und wie immer beginnt das Schaffen mit einer Panne!

Kraaack – und ab
Nicht so schlimm, der Stummel lässt sich leicht entfernen

Stellt euch das Arbeiten jetzt in etwa so vor, als wenn ihr mit einem T-Shirt und in kurzer Hose in der Sauna kniet, euch verwindet und dabei Schrauben und Muttern dreht – völlig ungeil!

Wir schwitzen wie die Ochsen, haben selten bis nie Frischluftzufuhr und nach einer Stunde hat es auch einen ziemlichen Muff in den kleinen Kammern.
Das gilt für die kleine LIBERTÉ wie für die große ELOWYN gleichermaßen.

Wir richten es uns so ein, dass einer arbeitet und der andere Werkzeug und Tücher reicht – Tücher um den Schweiß und selten auch das Blut abzutupfen.
Das machen wir wechselweise, der „Anreicher“ hat den körperlich einfacheren Job.

Wir bauen alle Einzelteile der Anlage um und passen sie an
Nicht so schlecht – am frühen Nachmittag sind wir vom Seeventil bis hin zur Hochdruckpumpe fertig

Inzwischen war unsere Freundin Susanne angekommen. Diesmal war sie nicht alleine hier, sondern hatte Tochter Sophie und Enkelchen Henry dabei.
Ein paar Freunde komplettierten die illustere Gruppe – wir sollten uns die nächsten Tage ein paarmal treffen und Spaß miteinander haben.

Heute Nachmittag sehen wir kurzentschlossen unser Haus an – Sophie ist Innenarchitektin und liefert aus dem Stegreif ein paar RICHTIG gute Ideen, die ich sicher umsetzen werde.

Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, die Beiden einen Blick von unserem „privaten Aussichtspunkt“ werfen zu lassen.
Leider steht die Sonne noch etwas hoch, aber ich glaube trotzdem, dass es gefallen hat.

In etwa einer Stunde wird die Sonne am Horizont untergehen

Für den Abend haben wir uns das „Tis Kakomoiras“ ausgesucht – schön wie immer…

Wir haben einen schönen Tisch reserviert, essen sehr gut und reichlich und freuen uns über die frische Brise und den feinen Ausblick.

Henry war an dem Tag recht müde, so wurde kein langer Abend aus unserem Zusammensitzen – aber wir würden uns ja bald wieder treffen.

Langsam werden die Buchten voll

Auf ein Neues – Teil 2 des Wassermachereinbaus steht an.

Für heute haben wir uns vorgenommen das Hauptaggregat an Ort und Stelle zu bringen und alle Schläuche final zu verlegen.

Diese Arbeit geht erfreulich rasch von der Hand und wir sind bis Mittag fertig.
Eine kleine Pause sei uns gegönnt, wir nutzen diese, um eine Art Einkaufsliste für die nächsten Schritte zu schreiben.
Diese sende ich an den griechischen Händler für Schenker Wassermacher – würde dieser nicht antworten, dann können wir die Teile in Deutschland beschaffen.

Sieht nicht so aus – geht aber recht gut

Als nächste Schritte müssen noch die Verkabelung und der elektrische Anschluss an die Bordelektrik gemacht werden.

Zu guter Letzt noch die Verbindung zum Frischwassertank, dann kann Hans Peter aus Seewasser Trinkwasser zaubern – fast wie weiland der Heiland.

Und jetzt machen wir ELOWYN, oder???

Nun, fast – wenn da nicht just in dieser Sekunde Brigitte angerufen hätte und mich an den Kronleuchter aus meinem Haus erinnert hätte.
„Wenn heute, dann jetzt!“ höre ich mich sagen und so ergab es sich, dass die Freundin aus dem Alpenland schon eine Stunde später stolze Besitzerin (m)eines Kronleuchters war.

Der Stolz war ihr ins Gesicht geschrieben – ich freue mich mit ihr!

Das Ungetüm passt tasächlich gut zu ihrem antiken Tisch

Ok, jetzt aber! Ich habe heute schon viel geschafft und doch ist noch einiges an Tag übrig.

Ich will, nein, ich muss jetzt endlich die Seeventile von ELOWYN anpacken – ich brauche ein Gefühl, wieviel Arbeit mir da bevorsteht.

HP und ich beschließen, das 68ft Schiff in Segmente einzuteilen – heute fangen wir hinten links an und machen die drei Ventile des Eignerbads.

Wir arbeiten die nächsten Tage nur mit „schwerem Gerät“

Die Ventile in diesem Raum sind noch relativ gut zugänglich. Trotzdem müssen wir schon Möbeltüren ausbauen und Räume schaffen.

Aber – wir gewöhnen uns auch an das Werkzeug welches benötigt wird, entdecken welches Tool für welchen Zweck am besten funktioniert und entwickeln auch ein Gefühl für die Stolpersteine.

Nach zwei, drei Stunden war es geschafft, die ersten Seeventile lagen auf dem abgedeckten Cockpittisch und wir konnten ein erstes Resümee ziehen…

Edelstahl unten, Edelstahl oben – TruDesign in der Mitte

Unser Ziel war es, die Borddurchbrüche und die Schlauchanschlüsse aus Edelstahl, gegen solche aus Kunststoff zu tauschen.

Kunststoffteile von TruDesign stehen bei uns hoch im Kurs, wir sind begeistert – leider hat ein Monteur in der Vergangenheit, bei einem Reparaturauftrag diesbezüglich, nur die Kugelhähne ausgetauscht.

Noch frage ich mich warum und wie man nur so doof sein kann – ich würde es bald erfahren…

Egal, jetzt erstmal raus mit dem Schrott – unser Resteeimer füllt sich zusehends!

Edelstahl hin oder her – sie rosten doch
Langsam nährt sich das Eichhörnchen

Edelstahl klingt zunächst gut – aber leider muss man bei Seeventilen so sehr auf die Qualität der Materialien aufpassen…

Ein 316er Edelstahl rostet halt doch irgendwann und sorgt für hässliche braune Läufer auf der Innenseite der Bordwand.
Dies wollen wir nun endlich beheben – zumal der damalige Monteur auch bei den Dichtmitteln nicht wirklich zimperlich war.

Hanf und Teflon geben sich ein Stelldichein und als ob es nicht genug wäre, kommt bei manchen Ventilen noch eine Verklebung mit SIKA dazu.

Es wurde Zeit, diese Schwachstelle zu eliminieren!

Teflon und SIKA – hier muss gereinigt werden

Manche Kugelhähne drehen sich beim Abschrauben am Wartungsdeckel auf.
Wir werden dies nutzen und jedem Ventil einen kurzen Service zukommen lassen – die Kugelhähne sollen schließlich wiederverwendet werden!

Es geht voran – ich bin zufrieden!

Es steht ein spezielles Dinner auf dem Programm! Johannes ist eingetroffen, er möchte sich mit mir treffen um den Verkauf seiner Bavaria 39C FESTINA LENTE zu besprechen.
Also machen sich Sibylle und ich auf den Weg nach Xirokampos – wir werden im „Aloni“ essen.

Der „Hello Tree“ im „Aloni“

Johannes ist aus Köln, ein sehr netter und interessanter Zeitgenosse und zudem noch studierter Lehrer und Philosoph.
Irgendwie liegt es auf der Hand, dass er mit dem zweiten Lehrer und Philosophen in unserer Marina befreundet ist – so gesellt sich auch Emanuel an diesem Abend zu uns.

Zuerst waren die Gespräche noch „normal“, denn auch Johannes´ Sohn nebst Familie war an diesem geselligen Abend zugegen.
Später, als „die Jungen“ sich zurückgezogen haben, wurde eine weitere Runde Bier bestellt und die Gesprächsthemen in Richtung Philosophie verschoben.
Kein Spaß – ich fand es sehr interessant!

Emanuel bringt mir Immanuel näher…

„Kants Philosophie, die auf der Aufklärung basiert, dreht sich um die Konzepte von Vernunft, Moral und Freiheit. Er unterscheidet zwischen der „reinen Vernunft“, die sich mit Erkenntnis und den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung beschäftigt, und der „praktischen Vernunft“, die sich mit der Frage des richtigen Handelns befasst. Sein berühmtester Beitrag ist der Kategorische Imperativ, ein moralisches Gesetz, das besagt, dass man so handeln soll, dass die Maxime des eigenen Handelns als allgemeines Gesetz gelten könnte.“

Er versucht mir, dessen größter philosophierender Held Garfield war, der aber immerhin von sich behaupten kann eine Tochter mit Philosophie Bachelor zu haben, den „Kategorischen Imperativ“ anhand meiner abgrundtiefen Abneigung gegen die Toilettenverschmutzer in unserer Marina näher zu bringen…

„Ist es moralisch und vernünftig, seine Toilette verschmutzt zu hinterlassen? Ist das die Maxime des Handelns des modernen Homo Sapiens? Kant könnte beantworten, warum Menschen so etwas tun!“

Ich auch…

Das Thema ist ausgelutscht, der letzte Pfeil verschossen – ich schwöre, kein Wort mehr darüber

Das klingt jetzt alles ein bisschen gaga, war es aber nicht! Klar ist auch – das letzte Bild war Spaß und nicht Bestandteil der Debatte an diesem Abend.
Wir haben uns wirklich gut unterhalten und ich habe fast ein wenig bereut, dass der Abend schon ausklang, die Zeit war verflogen!

Johannes und Emanuel haben mich an diesem Abend gefesselt und beeindruckt, das fand ich schön…

Am nächsten Morgen, ich war gerade auf dem Weg zu ELOWYN um dort im Segment 4 und 5 die Seeventile auszubauen, fährt just in diesem Augenblick die Fähre in die Bucht von Lakki ein.

Es kommen deutlich mehr Fähren an um diese Jahreszeit – Menschen kommen und gehen – am Ende sind es mehr Ankömmlinge.
Die Insel füllt sich…

Eine BlueStar Fähre läuft am Vormittag ein

Neben dem Eignerbad haben Hans Peter und ich inzwischen die Seeventile aus dem Wassermacher-Kompartment, der Pantry und der Gästekabine an Backbord ausgebaut – wenn wir es schaffen, dass wir heute die Ventile des Gäste-Badezimmers auf dieser Seite entfernen, dann sind wir links fertig – Bergfest!

Eines bekommen wir nicht aufgeschraubt – es ist das erste welches sich sträubt – ich greife zur Flex und schneide es auf
Am späten Nachmittag sind alle Ventile in diesem Segment ausgebaut – Halbzeit

Mein saarländischer Freund und ich starten immer um 10.00 Uhr. Bis dahin brauchen wir, um Kaffee zu trinken und um administrative Dinge zu erledigen.

Dann arbeiten wir so dahin und schauen, dass wir soviel wie möglich schaffen bis uns die Energie ausgeht.
Alle Stunde machen wir eine kurze Pause im Cockpit und trinken Wasser – literweise.
Unser Glück ist, dass der Kühlschrank im Cockpit läuft und wir kaltes Wasser im Überfluss haben.

Die Laune hält Musik aufrecht. Wir wechseln zwischen griechischem Liedgut, welches wir zur Freude der Marinamechaniker auch mal etwas lauter hören und den Rochklassikern der 70er und 80er, welche wir über „Rockantenne“ streamen.

Was gibt es Schöneres als Seeventile auszubauen und dabei Deep Purples „Child in Time“ zu hören???

Man erkennt die Fortschritte

Neben „SouVLakki“ und „La Nostra“, besuchen wir wechselweise die anderen Verdächtigen, welche ihr aus den vergangenen Blogberichten kennt.

Das „SouVLakki“ darf seit ein paar Tagen nicht mehr auf der Meerseite bestuhlen, ein herber Schlag für die Gastgeber.
Man muss sehen, wie sie aus diesem Dilemma herausfinden – innen will bei diesen Temperaturen niemand sitzen und draußen haben sie jetzt deutlich weniger Tische.

Wir werden nicht untreu! Versprochen! Dennoch haben wir auf den Wunsch von Roland und Mireille hin, nach langer Zeit wieder einmal das „Ta Kroupia“ in Agia Marina ausprobiert.
Dieser Grill war früher unser Favorit, bevor das „SouVLakki“ eröffnet hat – wir waren also gespannt…

Das Essen war anders, aber durchaus sehr gut – die Preise deutlich höher

Wir waren generell zufrieden, aber wir waren uns auch einig, dass wir auch weiterhin dem Grill in Lakki den Vorzug geben werden.

Hoffentlich löst sich die dramatische Situation um die Bestuhlungsfrage!

Glück hatten wir aber auch – während wir gegessen haben, kam auf einmal ein Umzug durch die Straße.
Der Musik- und Kulturverein „Artemis“ hatte Besuch einer Delegation von einer anderen Insel und man zog durch die Straßen – gemeinsam nach der Musik der Gäste, welche in ihren Trachten marschiert sind.

Ein interessantes Schauspiel.

Andere Musik, andere Tracht – eine mit „Artemis“ befeundete Musikgruppe

Neuer Tag, neues Glück! Wir treten abermals unseren Weg zum Arbeitseinsatz auf dem polnischen 68 Fuß Performance Cruiser an – doch nanu, was ist das?

Am neuen Lack laufen braune Striemen herunter! Das sieht ja fies aus! Mein erster Verdacht – es könnten Rostläufer von den Befestigungsschrauben der Holz-Scheuerleisten sein.
Ich gehe davon aus, was zunächst nicht verwerflich wäre, dass die Werft in Preveza die alten Schrauben wiederverwendet hat und vielleicht die ein oder andere dabei war, welche jetzt für die unansehlichen Rotznasen sorgt.

Es muss gehandelt werden! Sibylle und ich greifen zur ayuverdischen Wohlfühl-Rumpfbürste und beschaffen ein vitalisierendes Body-Shampoo für das Schneewittchen unter den Segelyachten.
Gemeinsam schrubben wir der weißen Schönheit die kakafarbenen Striemen vom Rumpf und geben ihr das strahlende Äußere wieder.

Im Laufe der Woche ändere ich meine Meinung – vielleicht war es auch ein Teaköl, mit welchem die Monteure die Leisten eingerieben haben und welches bei den im Moment herrschenden Temperaturen sehr flüssig wurde.

Sibylle und ich schrubben die Striemen herunter

Na toll, so sind wir schon schweißgebadet, bevor wir auch nur einen „echten“ Handgriff getan haben.

Hans Peter stößt zu uns und fordert auf – „…na lass´ uns mal bei den Seeventilen weitermachen, wir wollen da ja auch mal fertig werden!“

Wie recht er doch hat, mein charmanter Freund – und so darf er auch gleich mal richtig vorlegen…
Ab in die Kiste mit Dir 😉

Das ist noch eines von „den Guten“

So arbeiten wir uns Stück um Stück voran, manche der Ventile gehen recht einfach, andere plagen uns.
Wir wissen inzwischen um das benötigte Werkzeug und um die nötigen und hilfreichen Handgriffe.

Wir arbeiten parallel, jeder werkelt an einem Borddurchlass, wenn Not am Mann ist helfen wir uns gegenseitig.

Zwischenfazit – war das wirklich notwendig? Ich meine Ja! Nicht nur, dass eben die braunen Rostspuren unansehnlich sind, auch den nahezu neuen Ventilen setzt das irgendwie zu – es ist einfach keine zufriedenstellende Situation…

Man sieht wie die Edelstahl-Rostsuppe den Kugelhähnen zusetzt

Macht stupides Arbeiten verrückt? Die Einen sagen so, die Anderen so – HP und ich mutmaßen, dass es schon ein wenig zusetzt, wenn man bei diesen Temperaturen solche Sklavenarbeit verrichten muss…

Kennt ihr „Edward mit den Scherenhänden“? Kennt ihr!
Aber kennt ihr auch „Mario mit den Thruhullhänden“?

Kennt ihr nicht???

Im Bootsbau liegt Genie und Wahnsinn eng beisammen

Ich wüsste wirklich gerne, wer die TruDesign Kugelhähne eingebaut hat! Ich habe ein Bild vor meinem geistigen Auge – ein Hydraulikos, welcher mit SIKA und Teflonband nicht sparen muss.

Einer, der nicht davor zurückschreckt, das schmierige und klebrige Wundermittel SIKA auch von außen aufzutragen – ein Tun, welches in meiner Gilde als der größtmögliche Murks angesehen wird.
Das ist etwa so Einzustufen wie das Trinken von Klosterfrau Melissengeist!

Weiter vermute ich, dass der Meister der Rohrverschraubungen ein blondgelockter Hüne ist, wie sonst wäre in der Nähe der Seeventile eine Locke von ihm zu liegen gekommen?

Ist doch ein Löckchen, oder? ODER???

Ach, ihr meint das sei keine blonde Locke? Was dann? Hanf? Ihr meint, der Seeventilinstallateur raucht Hanf?

Spaß beiseite – Hanf, SIKA und Teflon im Materialmix von Edelstahl und Kunststoff…
Da war ein Meister seines Faches am Werk!

Natürlich – Spaß muss sein! Auf diese Art und Weise arbeiten Hans Peter und ich uns bis zum „Meisterstück“ heran – das Seeventil der Tagestoilette!
Dieses Seeventil hat der damalige Monteur überhaupt nicht angefasst, es ist noch das original Edelstahlventil verbaut.
Entweder hat er es damals nicht gefunden, oder er hatte keinen Plan, wie die Arbeit anzugehen ist.

In der Tat kann man den Wasserdurchlass nicht sehen – es muss erst das Mobiliar zerlegt werden.

Zwei Klappen, ein Einlegeboden und ein langer Ablaufschlauch mit Absperrhahn müssen erstmal raus
Faltet man sich dann in den engen Kasten, dann kann man das Zielobjekt zumindest sehen

Hier braucht es einen groben Eingriff! Wir nehmen den „Fein“ und schneiden erstmal ein ausreichend großes Zugriffsloch rund um den vorhandenen, aber zu kleinen Ausschnitt.

Später werden wir in das Einlegebrett ein Zugriffsloch schneiden, um den schnellen Zugang zu dem sicherheitsrelevanten Teil sicher zu stellen.
Der zusätzliche, nutzlose Absperrhahn wird ersatzlos gestrichen.

Es gelingt uns, die große Mutter zu lösen und abzudrehen – jetzt können wir den alten Durchbruch von außen ziehen.

Einer klopft von innen, der andere zieht von außen

Langsam nähern wir uns dem Finale – noch drei Stück sind übrig, dann ist die Demontage, die Drecksarbeit, zunächst erledigt.

Die drei heben wir uns für morgen auf – für ein „Finale furioso“ auf ELOWYN – für heute haben wir es geschafft und wir sind geschafft.

Noch eine halbe Stunde sitzen, etwas durchlüften und genug Wasser trinken – dann endet dieser Arbeitstag.

Für heute sind wir zufrieden

Der Abend wartet auf Sibylle und mich mit einer Einladung bei Susanne. Sie und ihre Tochter Sophie laden uns herzlich zu einem Fischgriller, wir würden dabei die Freunde die zu Besuch sind, kennen lernen.

Darauf freuen wir uns! Wir satteln das Stahlroß und brummeln ans Südende von Leros, nach Xirokampos, zum Haus der Freundin.

Dort, an diesem wundervollen Fleckchen Erde, dort wo unsere „Leros Geschichte“ seinen Anfang nahm, verbringen wir einen herrlichen Abend in einer lauen Nacht.

Ob unser Anwesen auch mal so einladend sein wird?

Endspurt! Heute werden Hans Peter und ich das Teilprojekt „Ausbau der alten Seeventile“ beenden – auf geht´s zum „Grande Finale“!

Der Ausbau der beiden Motorventile plagt uns zwar ein wenig, geht letztlich aber doch gut von statten.
Es sind zwei große Ventile direkt am flachen Unterboden der polnischen Algro.
Sie sind zwar wenig gut zugänglich, lassen sich aber letztendlich gut ausbauen.

Ähnlich sieht es mit dem wirklich letzten Ventil aus – das in der Segellast. Wir ahnten zwar, dass dieses wohl gut zugänglich sein würde, allerdings müssten wir dafür die Segellast leerräumen.
Dies tut auch für eine andere Arbeit not, trotzdem haben wir uns dies für zuletzt aufgespart…

Zwei Riesenfender, drei gigantische Segel – alles muss raus
Heute hat HP „Dienst am Loch“ – ich bearbeite den Stopfen von außen

GESCHAFFT! Es ist vollbracht – wir haben alle Seeventile entfernt, ELOWYN steht nun hier wie ein schweizer Käse.

Der Eimer mit dem edlen Stahlschrott ist voll geworden – 24 Ventile geben eine Menge her!
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass ELOWYN ein „Vierundzwanzigventiler – 24V“ ist.

Warum sollen Qualitäts- und Leistungsmerkmale aus dem Automobilbau nicht übertragbar sein?

Bucket of Horrors

Der Tag klingt gemütlich aus – wir sind geschafft, wir haben es geschafft!

Bevor ich den Tag so richtig starten kann, muss ich ins Office und Briefe abholen.
Hier auf Leros ist alles anders – ich erhalte meine erste Stromrechnung und eine Werbung meiner Motorradversicherung, beides adressiert an Mario in Plaka.
Der Briefträger hat die Briefe an unser Haus gebracht, wurde dort aber, so erfahre ich, von den Nachbarn aufgeklärt, dass ich nicht andauernd hier sei – ich würde in der Marina auf einem Boot wohnen!

Na dann fährt der Briefträger meine Briefe eben hier her…

Ihr dürft es gerne ausprobieren – ein Brief mit der Aufschrift „Mario – Germanikos, 84500 Leros“, also Mario der Deutsche in Leros, ich wette er kommt an 😉

Oben am Office steht mein Wunschmotorrad – ich parke provokant daneben.

BMW G650GS vs. Yamaha T7 Teneré

Man schmunzelt bei der Briefübergabe, es sei aber auch gar kein Problem die Briefe für mich zu erhalten.

Mit der Post in der Hand fahre ich zurück auf NESSAJA und bezahle meine Stromrechnung – das geht per QR-Code und somit ganz einfach.
Ich bin angekommen im Verwaltungsalltag der kleinen Ägäisinsel Leros.

Weil ich gerade dabei war, bin ich noch mit Sibylle zu Manolis gefahren. Diesmal handelt es sich um Manolis den Accountant.
Man nimmt sich solche Berater und Agenten, wenn man Unterstützung bei Behördensachen braucht.

Bisher habe ich das alles selber gemacht, aber diesmal hat mein Makler die Unterlagen gleich zu Manolis geschickt – wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich wieder für Stunden sein Büro „belagere“.

Es ging darum, dass ich ein „E9 Formular“ benötigen würde – ich musste unweigerlich an Asterix´ Passierschein A38 denken…

Hat aber alles geklappt und Sibylle lädt mich am Rückweg auf einen Freddo Espresso im „Skipper´s“ ein.

Von unserem Platz sehe wir auf ANAHITA – die Baustelle des „A-Team“ soll heute umgestellt werden

Das tat gut! Mit dieser kleinen Stärkung im Bauch gehen wir gleich noch bei INSPIRATION vorbei.
Tom und Bernd kommen heute an und ich möchte ihnen den Weg ins Boot quasi „ebnen“ – die Gangway runter, die Luke auf und den geladenen Chip auf den Tisch…

INSPIRATION wartet

Kurze Stipvisite auf NESSAJA, Rucksack und Unterlagen abgelegt und dann geht es auf zu ELOWYN.

Die Seeventile haben wir geschafft! Die Teile sind bei SVB bestellt, ich kann mich also um andere dringende Kleinigkeiten kümmern.
Im Kern geht es immer um den gleichen Ansatz – zerlegen, Fehler feststellen und dann um Ersatzteile kümmern.

Meine Zeitkalkulation erlaubt davon auszugehen, dass die drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Deutschland ausreichen werden, um alle offenen Baustellen fertigzustellen und das Boot bis zum 17.09. urlaubsklar zu haben.
Alle Restarbeiten mit Priorität 2 mache ich im Winter.

Priorität 1 genießt auch der Ölverlust an der Muringwinsch – der geht, wenn auch indirekt, auf meine Kappe.
Die Winsch wurde von Giorgos und mir instandgesetzt, ein Sitz für einen Wellendichtring wurde aufgrund von Oxidationsschäden aufgefräst.
Und genau hier leckt es jetzt raus – und nicht zuwenig!

Der Lappen ölgetränkt
Der Dichtring ist undicht – aber die Maße sind gut ablesbar

Dieser Ring ist kein Problem – es handelt sich um ein Standardmaß, welches Giorgos auf Lager hat.
Ich beschließe, dass ich meine Fachkenntnisse diesbezüglich einsetze und nach der Ersatzteilbeschaffung, den Ring selber austauschen werde.
Dabei muss ich wohl ein wenig in die „Trickkiste“ greifen 😉

Für heute reicht es auf jeden Fall! Morgen gehen wir eine weitere Baustelle auf ELOWYN an, eine, welche ich durchaus noch einmal als „Großaufgabe“ bezeichnen würde – der Umbau der Druckwasseranlage.

Ich sollte Recht behalten, aber das spüre ich erst morgen…

Für heute war ein Grillabend anberaumt – wir treffen uns unter der ANAHITA und lassen die liebgewonnene Gewohnheit des „Baustellen-BBQ“ wieder aufleben.

Wir machen es uns gemütlich
Der Weber ist schon heiß – Antonia legt die erste Runde auf
Viele Salate für Antonia und ein paar kleine Fleischbeilagen für uns

Es war ein wunderbarer Abend! Wir haben fantastisch gegessen und dazu das Glück, dass außerhalb der Marina ein Live-Musik Abend war und der Wind die griechische Musik in exakt er richtigen Lautstärke zu uns an den Tisch getragen hat.

Es war schon nach Mitternacht, als wir unsere Runde aufgelöst haben…

In der Zwischenzeit war auch Ed angekommen und hat seine EDINA in Empfang genommen.
Er ist mittlerweile ausgelaufen und genießt die Zeit an Bord und unter Segeln – alles in Butter auf dem Kutter!

Dachten wir zumindest…

Am frühen Morgen des Folgetages, ich schlürfe gerade meinen Kaffee, erreicht mich eine Nachricht von Bord der rassigen CNB 60 – „…ich habe einen Schaden, kannst Du Dir das erklären?“

Nicht ohne – geht ganz schön tief


Wir diskutieren ein wenig hin und her, beide mutmaßen wir über mögliche Ursachen.

Der Schaden beschäftigt mich, ich will helfen und durchsuche meine Bilder, welche ich über den Winter gemacht habe.
Und siehe da, tatsächlich finde ich „vorher-nachher“ Bilder – aufgenommen am Liegeplatz zwischen Mitte März und Mitte April.

Es handelt sich um einen klassischen Sturmschaden ohne Fremdeinwirkung, offensichtlich sind die Fender durch die Scheuerleiste des Nachbarbootes nach oben gedrückt worden.
Gegeben durch die Tatsache, dass die Liegeplätze recht eng sind, können diese nicht immer sofort zurückfallen, das Risiko von Schäden steigt.

Das Nachbarschiff ist nun bekannt – was kann ich, was kann der Eigner tun?
Vermulich nichts! Wenn der Italiener nicht freiwillig mit seiner Versicherung einspringt, wird es wohl ein Kaskoschaden werden.
Die Marina schließt für solche Fälle eine Verantwortung aus.

Ich muss Gedanklich zurück zu meinem Tagesprogramm und das heißt heute „Druckwasseranlage ELOWYN“.
Um eine Referenzpumpe zu haben, baue ich meine ultrakräftige Jabsco HD6 mit 60PSI Arbeitsdruck aus.

Ich zerlege NESSAJA…
…um die Powerpumpe als Testgerät auf ELOWYN zu verwenden

Diese Mühe wird umsonst sein, denn der Teufel liegt ja bekanntlich im Detail – aber um das zu erfahren, müssen Hans Peter und ich einmal den vollen Loop gehen.

Das wird uns zwei volle Arbeitstage kosten…

Die Ecke, in der bei ELOWYN die eine, die primäre Druckwasseranlage eingebaut ist, kann als schlecht zugänglich bezeichnet werden.
Links versperren die Inverter und Ladegeräte den Zugriff, rechts der Tauchkompressor.

Trotzdem schaffen wir es relativ rasch, die Johnson Duo Pumpe auszubauen.

Der Einbauort ist eng, man kommt nicht sehr gut hin – die Arbeit geht schwer von der Hand
Dennoch haben wir die Johnson Duo bald ausgebaut und können die Überprüfung starten
Das alles geht zäh – wir zerkratzen uns die Pfoten an den abgeschnittenen Kabelbindern

Wir leiden – bei jedem Handgriff müssen wir unsere Hände und Arme in enge Lücken stecken – vorbei an Schläuchen und Kabelsträngen, welche mit Kabelbindern an Ort und Stelle fixiert sind.

Die Abschnitte der Kabelbinder haben so kleine, messerscharfe Ecken und ritzen ohne lange Vorankündigung die Epidermis auf.
Besonders reizvoll wird dieses Erlebnis, wenn beim Einführen des Armes in die enge Spalte, die kleine Ecke schon spürbar an der Oberhaut reibt und Dir schon klar wird, was beim Herausziehen passiert – wie ein Wiederhaken bohrt sich das fiese Eck in die Haut und Du musst, gegen den reißenden Schmerz, den Arm langsam rückwärts ziehen.

Was sich in mancher Hinsicht wie ein SM-Liebesspiel anhört, ist im Zusammenhang mit zölligen Schiebern weit weniger reizvoll – und es führt zu klaffenden Fleischwunden welche, anders als leichte Kratzer am Rücken, wohl niemanden beeindrucken 😉 …

Hans Peter und ich zerlegen die Duo Pumpe und reinigen diese – alles wird sorgfältig sortiert
Selbst kleinest Schäden bleiben uns nicht verborgen, wir ersetzen solche Teile

Nachdem wir die Pumpenperipherie zerlegt und auf Schäden untersucht hatten, setzten wir die Duo Pumpe ohne Ausgleichsgefäß wieder zusammen und bauten eine „Teststation“ auf.

Dafür holten wir uns 24V ins Cockpit und kauften eine 60 Liter Mörtelwanne als Wasserreservoir.
Die Idee war, zunächst einen Loop zu machen – würde die Pumpe Luft ansaugen, dann müssten Blasen zu sehen sein.

Beide Pumpen zusammen laufen einwandfrei
Wir messen Spannungen und Ströme
Im Bottich können wir sogar das Zu- und Abschalten von Primär- und Sekundärpumpe darstellen

Die Kurzversion – aus unserer Sicht ist die Pumpe ok und ich telefoniere mit Volker um ihm das Ergebnis mitzuteilen – er meint im Verlauf des Gesprächs in einem Halbsatz „…komisch, eigentlich hat diese Duo Funktion noch nie funktioniert!“

BÄÄÄÄM – mir schießt ein Gedanke in den Kopf, was wenn die Anlage, wie damals bei mir, nicht funktioniert, weil der Leitungsinnendruck zu hoch ist?
Die Duo Pumpe von Johnson kann immerhin 10.4 Gallonen bei 40PSI!

Wir machen zwei weitere Testläufe mit jeder Pumpe einzeln – die eine mit 5.2 Gallonen bei max. 40PSI – geht nicht!
Die Andere mit 5.2 Gallonen bei max. 30PSI – geht, aber der Druckschalter muckt.
Meine Power-Pumpe fällt aus – 6 Gallonen bei 60PSI wird nicht funktionieren…

Ich messe und stelle fest, ELOWYN hat auch nur 15er Leitungen auf der Druckseite, das gleiche Setup wie auf NESSAJA – von meinem Schiff weiß ich, dass das Setup mit einer Jabsco HD4 mit 40PSI funktioniert.

Ich entscheide – wir kaufen so eine Pumpe und machen einen Test! Siehe da, es funktioniert – wir klammern die Saugseite aus und haben an der realen Druckseite einen herrlichen, blasenfreien Wasserstrahl!

Dazu kommt dann später der 8 Liter Ausgleichsbehälter – so wird das eine runde Geschichte

An dieser Stelle friere ich diese Baustelle ein. Die Teile sind beschafft, ich muss noch für eine schöne Base aus Holz Sorge tragen, dann kann ich die Druckwasseranlage neu gestalten und zusammenbauen.

Eine richtige Druck- und Flussprüfung kann ich ohnehin erst machen, wenn alle Seeventile wieder angeschlossen sind.
Daher wird diese Baustelle wohl erst in der zweiten Augustwoche ihr Ende finden.

Ein Schlauchboot rast auf NESSAJA zu! Ich erkenne die Marineros und ein riesiges Paket!
Die Beiden sind emsig und freuen sich, dass sie direkt an Bord ausliefern – ich bringe es nicht über´s Herz den fleißigen Kümmerern zu sagen, dass dieses Paket auf ELOWYN muss.

Jetzt hab´ ich den Salat

Na egal – ich mach die Warensendung aus Deutschland erstmal auf und verteile die einzelnen Artikel.

Für Hans Peter seine Klemmblöcke und seine Umlenkrollen, für das A-Team ein paar Möbelgriffe und ein Klebeband für den Mastkragen.

Vom Volumen her, gehört der Löwenanteil auf mein Patenschiff, also schleppe ich den schweren Karton quer durch die Marina und hieve das Trum an Bord – hier kann ich den Rest auspacken.

Großbestellung bei TruDesign – und noch nicht mal mit Kugelhähnen
Nur Rumpfdurchbrüche und Fittinge
Das Zeug will sortiert und aufgeräumt werden

Während ich die Teile so durch meine Hände gebe, mäandert immer noch die Frage durch meinen Hinterkopf, warum der Monteur damals die Kugelhähne getauscht hat, die Rumpfdurchbrüche aber nicht.

Zugegeben, die neuen TruDesign sehen etwas kleiner aus als die alten, aber das täuscht sicher.
Hm, sicher? Vielleicht wäre es mal gut, das verlässlich zu messen – ich weiß nämlich, dass es sowohl Mindest- als auch Maximalrumpfstärken für die TD – Skin-Fittings gibt…

Ich sehe gleich mal in der Tabelle nach – also bis 1″ sind es maximal 28mm Rumpfstärke, ab 1″ sind 30mm zulässig.
Das sollte doch reichen, oder? Bisher mussten wir immer Verstärkungen einbauen um das Mindestmaß zu erreichen.

Äh, wir staunen – 43mm an der Seite…
…und sogar 48mm unten

Wir messen bis zu 60mm Rumpfstärke und stimmen zu, dass man ELOWYN somit im Wortsinn als „Dickschiff“ bezeichnen könnte.

Und jetzt???

Gerade habe ich die Ware erhalten, kann ich mir schon wieder Gedanken um einen Rückversand machen – noch viel schlimmer – was verbaue ich jetzt?

Mehrere Telefonate mit TruDesign in Neuseeland und mit SVB in Deutschland, lassen einen Hoffnungsschimmer aufkommen.
Es gibt eine „Long Version“ von diesen Teilen, sie sind in Deutschland lagernd und SVB sucht mir die einzelnen Positionen von anderen Großhändlern zusammen.

Mir bleibt die administrative Arbeit – das kann ich ja gut leiden.

Des einen Pech, des anderen Glück – auch HP will die Umlenkrollen umtauschen, die Haptik und Stabilität gefällt ihm nicht.
Was soll´s, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an – der Fluch der Sammelbestellungen.

Ich brauche etwas Abstand zur Marina – JETZT!

Wir treffen uns mit Brigitte und Hans im „To Steki“ in Alinda

Da trifft es sich gut, dass wir mit Brigitte und Hans im „To Steki“ verabredet sind.
Die Freunde werden morgen zur Sommerpause nach Österreich fliegen, wir haben noch eine Woche.

Wir dinnieren zusammen und essen wirklich gut – ein schöner Abend, perfekt für einen vorrübergehenden Abschied – auf unser Wiedersehen Ende August!

Am nächsten Morgen fällt mir auf, besser gesagt, ich spüre es – ich brauche auch einen Tag ELOWYN-Pause. HEUTE!

Daher führt mein erster Weg nach dem Kaffee auf Hans Peters LIBERTÉ. Ich habe dem Freund versprochen, mit ihm gemeinsam seine Klemmblöcke auf dem Kajütdach abzuschrauben – das ist bei einem 30 Jahre alten Schiff durchaus eine Plackerei, aber wir bekommen es hin.
Die Montage obliegt dem Saarländer alleine.

Noch eine weitere Aufgabe erledigen wir auf der Bavaria 41 Holiday – wir demontieren den Auspuff „Ellbow“ und sehen uns den Anschraubflansch am Wärmetauscher an.

Nicht so geil – hier entsteht ein neues Projekt

Generell erleben wir keine Überraschung. Der „Mixing-Ellbow“ ist in gutem Zustand, insgesamt ist die Anlage kaum verkokt und dennoch zeigen sich am Anschraubflansch Fraßspuren und Materialabtrag.
Optisch sieht man, dass bereits der Vorbesitzer zu kämpfen hatte, die Dichtung auf der schmal gewordenen Auflagefläche abzudichten.

„Was soll ich tun?“ fragt mein Freund…

Ich kann nur antworten, dass ich die Reparatur zum jetzigen Zeitpunkt durchführen würde, noch bevor das Material an der geschwächten Stelle durchbricht.
Giorgos kann das reparieren – und so beschließen wir, den Motor gar nicht mehr zusammenzubauen, wir werden das noch dieses Jahr angehen.

In dieser Stimmung lasse ich den grübelnden Saarländer zurück. Ich muss an den E Ponton um dort ein paar Bilder von FESTINA LENTE zu machen.

Die Bavaria 39C aus 2006 ist zu verkaufen
Ein ordentliches, gut ausgestattetes Schiff, welches nur geringe Detailmängel hat
Das schmucke Boot wird zu einem sehr fairen Preis angeboten

Ich mache eine ganze Bilderserie und verspreche dem Besitzer, dass ich sein Inserat zeitnah schalten werde.
Ich denke, dass ich während unseres Deutschlandbesuches dazu kommen werde.

Natürlich erscheint auch hier auf diesem Blog wieder ein ausführliches Exposé zu diesem schönen Schiff.

Gerade rechtzeitig zur Kaffeezeit werde ich fertig mit den Bildern und dem ersten Eindruck.
Kaum zurück auf NESSAJA mahnt Sibylle zum Aufbruch, wir sind zu Kaffee und Kuchen bei Sophie und ihren Freunden nach Xirokampos geladen.

Ich gestehe – für mich gibt es einen weiteren Grund…

Die Werkbank von Sophies Vater

Die junge Frau hat mir die Werkbank ihres Vaters als „unbefristete Leihgabe“ für meine Werkstatt angeboten.
Dieses Angebot will ich gerne annehmen, es freut mich ganz besonders.

Einen Augenblick sinniere ich – ich finde es sehr schön, dass die junge Frau uns einlädt, ist der Kontakt doch über ihre Mutter gewachsen.
Susanne ist aber bereits abgereist – dennoch sind wir Gäste im Haus.

Ein Flashback erwischt mich – ich erinnere mich an das Jahr 2011 als wir bei Sophies Eltern im Garten saßen und in der Folge deren Bavaria 39 Lagoon WINDSPIEL gekauft haben.
Unsere erste NESSAJA lag damals auf Leros – wir haben die Insel so kennen und im Laufe der Zeit lieben gelernt.
Heute sind die Weichen komplett anders gestellt – dennoch haben sich unsere Lebenslinien immer wieder getroffen, bis heute – das freut mich.

Wir müssen weiter – zwei offene Punkte haben wir heute noch auf unserem Plan.
Zum einen möchten wir gerne in „Tonys Beach Hotel“ vorbeischauen um ein Zimmer für unsere Tochter Franziska nebst Familie zu buchen.
Franzi wird uns Ende September für 10 Tage besuchen und das genannte Hotel scheint eine gute Adresse zu sein.

Und der Schein trügt nicht!

Eine sehr gepflegte, ruhige und schöne Anlage
Es gibt einen Pool mit Poolbar und der Strand liegt direkt davor

Wow, der erste Eindruck enttäuscht nicht! Wir trinken ein Bier an der Bar und fragen nach jemanden, bei dem wir eine Reservierung vornehmen können.

Leider treffen wir heute niemanden an – wir sollen per Mail anfragen oder einfach morgen oder übermorgen noch einmal kommen.
Ich nehme es vorweg – wir werden Beides machen…

Darüber hinaus sind wir heute ab 17.30 Uhr bei Giorgos in der Werkstatt verabredet – ich soll den Hydraulikschlauch abholen und bei der Gelegenheit gleich den Dichtring für die Muringwinsch mitnehmen.

Auch das klappt perfekt – gegen 18.30 Uhr sind wir zurück auf NESSAJA.

Die Teile sind da – morgen geht es an ELOWYN weiter

Treffpunkt 10.00 Uhr ELOWYN – das ist im Moment das Leitmotto für die Arbeit am Schiff.

Heute haben wir uns den Einbau des Hydraulikschlauches für den Achterstagspanner auf die Liste geschrieben.
Das geht relativ schnell und einfach vonstatten – die Muße für einen Lacher haben wir auch noch, nämlich als HP entdeckt, dass wir gerade dabei sind, auf einem 68-füsser ein Traktorteil einzubauen…

Was für einen Buldog gut ist – kann für eine Segelyacht nicht schlecht sein

Als der Schlauch verbaut ist, gebe ich Druck auf´s System und ziehe den Spanner an.
Passt! Das Achterstag ist wieder durchgesetzt und die Anschlüsse sind dicht – ich kann diesen Punkt von meiner Liste streichen.

Dann müssen wir abbrechen, denn ein weiterer Mario betritt das Spielfeld – der Eigner von KEONDA ist eingetroffen und hat uns gebeten, dass wir helfen die Segel bei der Baltic 40 anzuschlagen.

Wir erledigen zunächst diesen „Job“ – der übrigens recht schweißtreibend war und uns eine Einladung zu „Dimitris o´ Karaflas“ einbringen sollte – um dann gleich weiter zu ziehen und noch das Bimini auf FESTINA LENTE einzupacken.

Ich muss langsam an unsere Abreise denken…

Das Bimini ist verpackt – das Schiff ist fertig für die kleine Auszeit

Sibylle und ich nutzen die Zeit, um noch einmal zu „Tonys Beach Hotel“ zu fahren – und siehe da, heute treffen wir Nikos, Tonys Sohn, an.

Mit ihm besprechen wir alle Details, buchen das gewünschte Zimmer und zahlen an – dem Urlaub der Tochter nebst Mann und Enkeltöchterchen Heidi steht nichts mehr im Weg.

Wenn das kein Bier an der einladenden Beach-Bar wert ist???

Der perfekte Platz für den Familienurlaub – und nicht weit von Lakki entfernt

Check! Das hat ja gut geklappt. Jetzt können wir entspannt zum Dinner gehen.

Abermals treffen wir uns mit Sophie und deren Freunden zu einer gemütlichen Runde.
Wir sind im „Serza“ in Merikia verabredet und genießen wieder ein ausnahmslos perfektes Abendessen.

Das „Serza“ hat sich diesen Monat KEINEN einzigen Fehler erlaubt – alles war rundherum perfekt.
Es wurde Essen mit Pfiff angeboten und durch hervorragenden Service abgerundet.
Dass es in der Marina Kritiker gab, welche das Licht im Gastgarten beanstandet haben, können wir so nicht nachvollziehen – da fehlt ein gewisser Entspanntheitsgrad.

Wir parken vor dem Lokal, die Aussicht ist perfekt – die Segelyacht im Hintergrund ist EDINA

Ich war wieder im Tritt und wollte noch ein paar Kleinigkeiten auf meinem Patenschiff in Ordnung gebracht wissen.

Ich weiß genau, dass die Zeit nach unserer Rückkehr knapp wird – daher, alles was ich jetzt erledigen kann, wird mich später nicht drängen.

Unter dieser Prämisse packe ich heute den Austausch des Dichtringes an der Muringwinsch an – hierbei gilt, Vorbereitung ist der halbe Weg!

Ich stehe früh auf – die Luft ist noch kühl
Der alte Ring dient als Versuchsobjekt – ich bastle eine Montagehülse aus einem Trinkbecher
Das hätten wir schonmal
Ein alter Rumpfdurchbruch bietet sich als Montagewerkzeug an

So kann ich es wagen – ich packe meine Siebensachen und verhole mich in die Segellast.
In diesem Moment kommt HP dazu und fragt vorwurfsvoll ob „…ich die Arbeit lieber alleine mache?“
„Nun, das nicht, aber Du kennst ja die Geschichte vom frühen Vogel…“

Egal, wir packen das an und sind am Ende auch erfolgreich.

Passt – der neue Ring sitzt

Ohje, ich höre schon die Mahnungen der Kenner – was ist das Rote? Dichtmasse etwa?
Da darf keine Dichtmasse ran! DU solltest das wissen! Oder hast Du das nicht 1001 mal erzählt???

Ich weiß es – und ja, das Rote ist tatsächlich Dichtmasse. Und als wäre das nicht genug, es ist auch noch Dirko HT meines früheren Arbeitgebers.

Warum nur? Warum bin ich so tief gesunken, Verbotenes zu tun?

Keine Sorge, ich weiß was ich mache – es steht zu befrüchten, dass die Dichtfläche am Außenumfang leichte Korrosionsspuren hat und ich habe die Dichtmasse in homöopathischen Dosen eingesetzt, um hier entgegenzuwirken.

Ich hoffe, es hilft.

Für heute noch eine harte Challenge, dann ist Feierabend!

Das Öl lief raus, die Öleinfüllschraube geht nicht auf. Sie ist fest zu und der Inbsschlüssel lässt nur einen kläglichen Versuch zu, dann dreht er leer im ausgelabbelten Loch.
Was tun? Nun, zuerst muss ich mir Platz schaffen um mit anderem Werkzeug Zugang zu haben – dafür muss ich einen Ausschnitt in ein Stabilisierungsbrett schneiden.
Dann dresche ich einen größeren Vielzahnantrieb in das ausgeleierte Loch und versuche damit, die festsitzende Schraube zu lösen.

Und siehe da, es klappt! Ja, gewusst wie…

Hat geklappt
Klar, die Schraube ist hin – die Beschaffung einer neuen kommt auf meine Liste

Nun kann ich zumindest einen halben Liter Öl auffüllen und einen Probelauf nach links und rechts machen.

Dann stelle ich die Winsch ab und lege ein Tuch unter – hier sollten nach unserer Rückkehr keine Öltropfen sein.
Ist das gegeben, kann ich vollständig auffüllen und die neue Schraube eindrehen.
Leckt der Ring abermals, dann muss ich mit anderen Mitteln ran.

So bleibt es erstmal – die Lackschäden muss ich natürlich auch reparieren

Die Abreise nach Deutschland rückt näher – Sibylle und ich spüren das ganz deutlich.
Es frustriert mich ein wenig, dass es sich anfühlt wie früher, als die letzten Arbeitstage im Büro anbrachen – jeder will nochmal etwas von einem, es gibt auf einmal noch viel zu besprechen und zu erledigen.

Ich lebe im Paradies und bin doch auf dem besten Weg zurück ins Hamsterrad – nur die Drehzahl ist deutlich reduziert.

Ich lass´ mich nicht beirren, ich habe eine Liste um was ich mich noch kümmern muss, die wird abgearbeitet!
Dazu gehört auch der Punkt „Festmacherleinen auf ELOWYN klarieren“.

Die frisch gewaschenen Leinen müssen verräumt werden

Hier ein paar Handgriffe, dort ein bisschen Blabla – die Stunden verfliegen.

Zwischendrin erfahren wir, dass die Mauerbauer vor unserer Haustüre exakt die sind, welche in Susannes Haus die meisten Renovierungs- und Mauerarbeiten durchgeführt haben.

Ich bin der Meinung, dass es nie schaden kann, wenn man sich einander vorstellt und so die Option gibt, sich Gesichter zu merken.
Sibylle und ich gehen also zu Kostas und Lefteris und stellen uns als Susannes und Sophies Freunde vor.

Es wäre mir ein Vergnügen, die beiden Steinkünstler für mein Häuschen zu gewinnen.
Hier in der Marina leisten die Beiden jedenfalls ganze Arbeit.

Die Mauer wird top – und kerzengerade

In all´ der Unruhe vor unsere Abreise trifft es sich gut, dass wir heute eine Einladung zum Grillen bei Mireille und Roland haben.

Ich mag es, den Tag in deren Haus ausklingen zu lassen. Es ist ruhig, luftig und man sitzt wunderschön.

Die Beiden sind zudem exzellente Gastgeber und verstehen es, sich und die Gäste zu verwöhnen.
So beginnt der Abend mit einem Apero auf der „oberen Terrasse“.

Entspanntes Beisammensitzen – im Hintergrund das Bojenfeld von Vromolithos / Panteli
In der Ankerbucht ist noch Platz
Roland lässt den Korken knallen – ich entscheide mich für ein Gläschen Ouzo

Wir fahren runter, die Körper und die Gemüter kühlen ab, Entspannung stellt sich ein.

Es gibt wie immer ein Dutzend Themen, die wir mit den Freunden besprechen und diskutieren – der Abend ist kurzweilig.

Irgendwann wird zum Essen gerufen und wir verholen auf die „untere Terrasse“ um dort unser Grillgut zu bruzzeln.
Es gibt Salate und frisches Brot, es schmeckt lecker – fast besser als in den Tavernen!

Der Tag klingt herrlich aus
Der Ausblick ist fantastisch

Am nächsten Morgen gehe ich abermals zu ELOWYN – ich möchte eine letzte Kleinarbeit erledigen und dann „klar Schiff“ machen – auch mein Patenschiff steht die nächsten drei Wochen ohne Aufsicht – alles muss klariert sein, alle Hauptschalter müssen ausgeschaltet werden.

Von außen sieht alles schon ganz gut aus – die Klappe bleibt offen, sie bietet Schutz und Schatten für den WILLI.

So wird sie die nächsten drei Wochen stehen

Ich habe mir für heute nur den Tausch eines gebrochenen Steckers vorgenommen. Hier sollten keine Stolpersteine lauern und somit rechne ich damit, dass diese Arbeit rasch erledigt ist.

So war es auch, das Umklemmen der vier Kabel war kein Hexenwerk und das Gehäuse ließ sich gut an die bestehenden Befestigungslöcher am Mast schrauben – wie gut wenn ein Hersteller das Design seiner Teile NICHT ändert!

Die Löcher waren schon so – da kann ich nix dafür

Während ich schraube, stelllt Giannis mit dem großen Kran ein sehr großes Motorboot vis-a-vis ab.

Es ist selten, dass wir so große Motoryachten in der Marina haben – entsprechendes Aufsehen hat der Kranvorgang erregt!

Es hat bestimmt zwei, drei Stunden gedauert, bis der Pott an Ort und Stelle stand.

Ich mache ein paar Bilder und sende sie an Giannis

Oh Besuch! Wer kommt da die Leiter hoch? Ah, Alex schaut vorbei und bespricht den geplanten Ausbau seiner Seeventile an ANAHITA.

Ich merke, dass der junge Mann etwas zögert und biete an, dass ich am Rückweg einfach helfe, eines herauszuflexen – dann könne er die anderen ja selber ausbauen.

Alex zögert – „…ich hätte doch selber genug zu tun…“ höre ich ihn sagen. Nun, ich war gerade fertig und ein Blick auf den fertig installierten Stecker überzeugt ihn – „…wenn es wirklich nix ausmacht!?“

Nein, macht es nicht!

Wir treffen uns an Alex´ und Antonias „A-Team ANAHITA Freilicht Baustelle“…
…und wählen eines der leicht zugänglichen Seeventile als „Patient Zero“
Flex und Schruppscheibe sei Dank – der äußere Teil war in weniger als 5 Minuten weg

Das ging rasch! Jetzt ein paar beherzte Hammerschläge von außen und etwas wackeln von innen – schon liegt das 50 Jahre alte Qualitätsventil auf der Werkbank.

Ich meine das ernst – vermutlich beste Qualität aus längst vergangenen Tagen. Leider etwas in Mitleidenschaft gezogen und absolut festkorrodiert.
Ich würde so etwas nicht mehr reparieren, zumal das Boot einen wilden Materialmix aufweist.

Ein 100%iger Ersatz des gesamten Systems ist die Lösung! Mit was? natürlich mit TruDesign! 😉

Alter Ranz – sicher zu retten, aber nur für´s Museum

Zufrieden ziehe ich von dannen und blende mich aus dem Geschehen aus – ab jetzt ist der Skipper an der Reihe.

Trotzdem freut es mich, dass die Beiden zulassen, dass ich die Entwicklung ihres Planes hautnah und live verfolgen kann.

Mehr noch, sie scheinen sich richtig zu freuen, denn nur ein paar Stunden später bringt Antonia ein kleines Geschenkbeutelchen als „Dankeschön“!
Ich bin wirklich gerührt – ich mag die Beiden und freue mich mit ihnen ob ihrer Pläne.

DAS hat Stil – Chapeau ihr Beiden!

Ein Tag der zäh begann endet herrlich! Ich bin zufrieden, ich möchte mich belohnen…

Wenn einem soviel Gutes wiederfährt, dann ist das ein Eis bei Repais wert!

Gedacht – gemacht – Schluss für heute, gute Nacht…

Mein letztes Eis bei Repapis – bis Ende August (dachte ich)

Der Folgetag ist unser letzter Tag auf Leros, tags darauf werden wir frühmorgens um 04.05 Uhr nach Deutschland aufbrechen.

Wir haben dementsprechend geplant und keine gravierenden Arbeiten mehr am Plan. NESSAJA muss urlaubsfertig gemacht werden, wir müssen packen und es muss Einiges an administrativer Vorbereitungsarbeit erledigt werden.

Am Nachmittag sehe ich bei Mario, dem Eigner der zum Verkauf stehenden KEONDA vorbei.
Er hat durch mein Zutun einen Teilhaber gefunden und möchte mir den Mann vorstellen.
So besuche ich die beiden auf der wunderschönen Baltic 40 und mache meine Aufwartung…

Mario hat einen temporären Teilhaber für seine KEONDA gefunden – das Boot bleibt aber im Angebot

Für meine bisherige Unterstützung und für die Hilfe beim Segel anschlagen, spricht Mario eine Dinnereinladung an Sibylle, Hans Peter und mich aus.
Heute Abend um 20.00 Uhr bei „Dimitris o´ Karaflas“ – der Tisch ist reserviert.

Wir kommen gerne – ich gebe den Anderen Bescheid.

Meine Frau und ich müssen noch rasch unsere Fährpassage und unseren Flug einchecken – Tagwerk geschafft.
Jetzt können wir uns den beiden letzten ausstehenden Treffen mit den Freunden widmen – der Zufall wollte es, dass wir nun zu beiden Terminen eingeladen sind.

Zunächst fahren wir um 18.30 Uhr zur Mühle oberhalb Pantelis – wir treffen uns mit Bernd und Tom, welche eine Freundin mitbringen, Ingrid.

Ihr kennt meine Liebe zum „Harris“ – die Cocktail-Bar ist einer der schönsten Plätze auf der Insel
Alles passt, alles ist sehr geschmackvoll
Wir setzen uns an unseren reservierten Tisch und genießen die traumhafte Aussicht bei gefälliger Lounge-Music

Bernd hat heute Geburtstag. Die Crew der INSPIRATION hat diese Location als den idealen Ort auserchoren und mich gebeten zu reservieren.

Wir dürfen teilhaben und freuen uns über die Einladung zum Cocktail und zum erstklassigen, begleitenden Snack.

Die Freunde wissen, dass wir nur bis 20.00 Uhr Zeit haben, dann müssen wir weiter zum Dinner mit Mario.
Die Zeit bis dahin genießen wir aber in vollen Zügen.

Sibylle wählt einen „Pornstar Martini“ – hoffentlich interpretiere ich da nicht zuviel hinein
Warum lächelt sie so verschmitzt???
Da bleibe ich mit meinem „Mojito“ aber hinterher

Wir unterhalten uns gut und die Zeit verfliegt. Dennoch habe ich den Eindruck, dass es genau passt, als wir uns um kurz vor 20.00 Uhr zurückziehen.

Die Drei können nun sowohl ihren letzten Abend, als auch den Törnabschluss, kombiniert mit Bernds Geburtstag feiern.
Dafür tut etwas Privatsphäre gut.

Wir dagegen brummeln mit dem Leihwagen zu Dimitris Taverne um dort Hans Peter und Mario zu treffen.

Auch hier haben wir einen sehr schönen Tisch reserviert

Schön an diesem Abend war, dass die Gespräche nicht nur das Thema „Yachtreparaturen“ beinhalteten.
Wir haben über Gott und die Welt gesprochen, von den Familien und den Hobbies erzählt.

Das ist schon alleine deshalb so schön, weil man bei neuen Menschen immer neue Geschichten und Facetten kennen lernt.
Man ist neugierig und es macht Spaß, diese Neugierde zu befriedigen.

Wider Erwarten gibt es auch heute nochmals ein Eis, dann heißt es „ab ins Bett“, die Nacht wird kurz!

Noch einmal die Qual der Wahl
Wer hat denn da so doof geparkt – hach, das war ja ich

Ihr ahnt nicht, was ich mir für das Parkmanöver habe anhören müssen. Ich nehme es aber sportlich und schiebe es auf den Cocktail am frühen Abend – dieser war als „Zielwasser“ wohl untauglich.

Ich werde in Deutschland genug Möglichkeiten haben, diesen Faux-Pas wieder auszumerzen.

RINGDINGELINGELRINGEL – was, wo, wie??? Ach der Wecker…

Es ist 02.40 Uhr, ich muss aufstehen. Anziehen, Zähne putzen – NESSAJA komplett stillegen – Ventile zu, Wasser, Strom, Gas abschalten.
Luken dicht, Fenster zu – nix vergessen? Nein! Na dann los – auf zur Fähre!

Wir parken den Fltzer und informieren Rena wo er steht

Im Schlepptau haben wir Ciarán und Jill aus Irland. Die Beiden sind unsere direkten Stegnachbarn und reisen zufällig mit uns ab.

Bis zum Flughafen reisen sie mit uns und wir teilen das Leid des „Frühen Vogels“.

Wir kommen „just in time“ im Hafen an – als wir den Fußgängerbereich betreten, legt die Fähre gerade an.

Noch ein paar Minuten – dann verlassen wir Leros

Auf der Fähre geht alles ganz schnell. Wir stellen das Gepäck in eines der Gepäckfächer, gehen in die Lounge und suchen uns einen schönen Platz.

Ciarán und ich trinken einen Kaffee, wir schwatzen ein wenig, dann kommt die Müdigkeit zurück.
Die Gespräche verstummen. Wir Männer scrollen in unseren Telefonen, die Damen nicken noch einmal ein…

Sibylle pennt sofort wieder – ich kann das nicht…
…mir ist eher fad, ich beginne mit „Blödsinn machen“

Die Fähre steuert Kos ohne Zwischenstop an und wir erreichen das Ziel planmäßig um 06.10 Uhr.

Die Sonne geht gerade auf, als wir die Fähre verlassen.

Zum Glück kennen wir ein Café ganz in der Nähe, welches um diese Zeit bereits geöffnet hat und kleine Frühstücke anbietet.

Kos Hafen – die Sonne geht gerade auf
Wir lassen uns im kleinen, einfachen Café nieder und gönnen uns einen zweiten Kaffee und ein kleines Frühstück

Wir sind von Nachtschwärmern umgeben. Die jungen Leuten kommen gerade aus den Clubs der Stadt zurück, manche in desolater Verfassung.
Der Kaffee tut auch ihnen gut!

Wir hingegen blicken beide auf den kommenden Heimaturlaub – wir werden Jill und Ciarán Ende August wieder auf Leros treffen.
Bis dahin genießen wir Familie und Freunde in unseren Heimatländern.

Wir Unterhalten uns, erzählen einander Privates und lachen viel. So vergeht die relativ lange Zeit bis 09.00 Uhr – dann geht nämlich unser Bus zum Flughafen.
Diese Busfahrt machen wir noch gemeinsam…

Viel ist um diese Zeit noch nicht los – im Bus zum Flughafen

Unsere Nachbarn verlassen den KTEL Bus in Mastihari, einem Badeort nahe des Flughafens.
Ihr Flug geht erst am späten Nachmittag, sie wollen den Tag am Strand verbringen.

Wir setzen die Fahrt nach der kurzen Verabschiedung fort und sind pünktlich am Airport Kos.

Hier geben wir das Gepäck auf und gehen durch die Sicherheitskontrolle.
Dann heißt es – warten! Warten auf´s Boarding.

Alles läuft reibungslos und pünktlich

Der Flughafen ist voll. Ein typischer Charterflughafen zur Hauptsaison.
Ich bin diesbezüglich versaut – ohne das Aufbauschen zu wollen, wenn man einmal geschäftlich als Vielflieger unterwegs war, dann kann man wahrscheinlich nicht anders – ich finde die typischen, klischeebehafteten Urlaubsflieger und die von ihnen frequentierten Flughäfen grausam.

Ich schwöre mir – wenn ich heil in München ankomme, dann war das mein letzer Flug. Ich habe keine Lust mehr auf den Scheiß!

Irgendwann ist es soweit. Die Massen drängeln an den Schalter, nachdem sie ihre verbrannten, nackten Oberschenkel mit einem schmatzenden Geräusch von den kunstledernen Sesseln des Wartebereiches gelöst hatten.

Man geht zum Boarding Schalter – ein Schild weist darauf hin, dass man bitte „Ausweis und Boardingpass bereithalten“ möge.
Was passiert – ihr wisst es – jeder Dritte muss seinen Ausweis suchen.
Die Schlangen werden länger.

Irgendwann schaffen wir es in den gelbgestreifen Flieger – ich fühle mich an die „Tigerente“ von Janosch erinnert…

Oh wie schön ist Panama

Hier geht die Komödie weiter – Fluggäste mit Sitzreservierungen in Reihe 33 steigen vorne ein, andere deren Flugticket Reihe 8 ausweist, besteigen den Flieger über die hintere Treppe.

Willkommen im Chaos.

Der Rucksack ist in Mode – leider vergessen viele den praktischen Transportbehälter auf ihrem Rücken.
Das ist dann ganz lustig, wenn diese Personen orientierungslos durch den Flieger laufen und sich an jeder Reihe nach links und rechts drehen und dabei die bereits sitzenden Pechvögel mit ihrem Tornister abwatschen.

Bei Kindern bin ich sehr tolerant – die Eltern auf unserem Flug haben ihre süßen Zwerge aber auch top im Griff. Manche mit herkömmlichen Methoden, andere mit etwas ausgewöhnlichen Praktiken…

Engerle, Engerle fliiiiieeeeeg

Die Flugreise beginnt, der Flug selber verläuft bis auf ein paar „Ruckler“ ganz entspannt.

Ein sehr lustiger Chefsteward entertaint die ganze Zeit – etwas zuviel für meinen Geschmack.
Wasser hier, Snacks dort – bezahlt werden kann nur mit Karte. Jetzt noch Duty Free, ein Parfüm für die Dame?
Gibt es auch Heizdecken bei Condor???

Nächstes Mal fliege ich wieder „Aegean Air“ – ach ja, ich wollte ja nicht mehr fliegen…

Schöne Eindrücke

Irgendwann war es soweit, wir landen in München. Wir sind top in der Zeit und ich freue mich darüber, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Unser Airbus A320 neo rollt bei stark bewölktem bayrischem Himmel über das Rollfeld des Flughafens München.

Gleich erreichen wir unsere Parkposition

Ein Flug, bei dem alles geklappt hat, kippt in der letzten Minute ins Gegenteil – und meine Vorurteile werden vollumfänglich bestätigt.

Ich ahne, dass einige der Blogleser es für überzogen oder gar überheblich halten, wenn ich manchmal über unsägliche Situationen „ablästere“.
Hier ein Beleg, dass ich richtig urteile…

Wegen zweier Raucher die auf der Suche nach einem „Rauchereck“ im Terminal 1 des Flughafens eine Sicherheitstüre geöffnet und durchschritten haben, wurde das gesamte Terminal geräumt und gesperrt.

Wir mussten im Flieger ausharren, bis die Situation gelöst war – zwei Stunden am Boden im Flieger sitzen! Wegen zweier Volltrottel!
Die Eltern im Flugzeug haben in dieser Zeit abgeliefert und gezeigt was sie können – Hut ab vor der Mehrheit, die Kleinen waren gut beschäftigt und haben kaum gemault.

Danach hat sich auch der Flughafen nicht mit Ruhm bekleckert – von den 5-Sternen haben an diesem Tag höchstens zwei geleuchtet.

Zuerst stand an den Gepäckbändern Reykjavik und Lanzarote – unser Gepäck kam bei Lanzarote.
Dann war der eine Ausgang des Terminal 1 gesperrt, gehen wir halt zum anderen – auch gesperrt.
Kein Schild, kein Personal – Servicewüste! Mir haben die Fremden leid getan, aber wir konnten heute nicht helfen. Sibylle und ich haben unsere Ortskenntnisse genutzt und unsere Tochter zur Abholung ans Terminal 2 gebeten.
Wir sind die paar Meter mit den Rollsteigen gefahren und haben dorthin verholt.

Großes HALLO – endlich angekommen. Die kleine Heidi ist auch dabei. Wir fahren ohne Verzögerung zu den Kindern nach Hause – wir haben Hunger!!!

ENDLICH – bayrische Brotzeit

Sibylle hat gelitten – das Fliegen und das lange Sitzen sind ihr nicht bekommen.
Ihre Füße sind so stark angeschwollen, dass sie die Fußgelenke nicht mehr vernünftig abknicken konnte – das hat dazu geführt, dass sie beim Betreten des Busses der Länge nach in den Bus gefallen ist.
Zum Glück ist nichts passiert…

Ich denke, auch sie wird gespannt sein, wie die Rückfahrt mit dem Auto läuft – in der Hochsaison, am 17. August!

Jetzt erstmal die Füße hochlegen!

Das Wasser muss raus aus dem Hobbitbein

Endlich angekommen, endlich Familie – wir verbringen einen tollen Abend und machen ein ausgiebige Brotzeit mit Brezn und Bergkäs, sowie deutscher Wurst, herrlich!

Dass mir just heute mein früherer Trainer und Mentor Herbert einen Zeitungsbericht zu Mikis Theodorakis´ heutigen 100. Geburtstag schickt, bleibt an diesem Abend eine Randnotiz für mich.

Ihr wisst nicht, wer Mikis ist? Doch wisst ihr! Er ist einer der berühmtesten Komponisten Griechenlands, er war Patriot, Freiheitskäpfer, Politiker und ist allen bekannt als „Mr. Sirtaki“.

Herbert Graf schickt mir einen Zeitungsartikel – wir kennen uns seit inzwischen 30 Jahren

Aber soviel nur als kleinen Sidekick – mir reicht´s für heute!
Die kleine Heidi muss ins Bett, Sibylle und ich gehen auch, es ist 20.30 Uhr!

Morgen ist auch noch ein Tag…

Und der beginnt zunächst mit einem entspannten Frühstück! Als dann aber die kleine Heidi in die Krippe muss und die Eltern in ihr Berufsleben eintauchen, besinnen sich auch Sibylle und ich auf die „To Does“ unserer Reise.

Wir fahren nach Miesbach, um in der ehemaligen Heimat einen Arztbesuch zu machen.
Allerdings ist es guter Brauch, beim Passieren der Metzgerei Holnburger eine „Kas-Leberkassemmel“ zu kaufen – ein Willkommensgruß vom Oberland.

Man kann nicht sagen, dass die Fleischwarenfachverkäuferin sparsam gewesen wäre – SO muss das aussehen! Alles andere ist Carpaccio!

YES! I LIKE IT
Wir besuchen Sonja und mampfen erstmal die mitgebrachten Köstlichkeiten

Ich labe mich an dem bayrischen Nugget – wer weiß, wann ich wieder so kraftvoll zubeißen kann?
Morgen früh kommt der Wackelzahn raus – die nun halbjährige Nerverei wird ein Ende haben.

Doch das ist der Plan für morgen! Heute gehe ich mit Sibylle zum Allgemeinarzt, unserer ist Internist, um mir meinen Nabel ansehen zu lassen, während meine Frau eigene Themen besprechen muss.

Ich war lang nicht mehr beim Arzt und war fast etwas unbeholfen – ich laboriere seit mehr als 20 Jahren an einem Nabelbruch und will mich jetzt endlich um Reparaturmöglichkeiten bemühen.

Man begrüßt mich nett, hört sich die Geschichte an und setzt mich dann vor ein Ultraschallgerät…

Da sitz´ ich nun ich armer Thor…

Zunächst eine positive Entwicklung – ich werde untersucht und gut beraten. Es macht nicht den Anschein, dass ich akut gefährdet bin.
Dennoch ist eine prophylaktische Operation aufgrund meiner Lebenssituation in Griechenland durchaus empfehlenswert – ich werde an einen Chirurgen im Ärztezentrum verwiesen.

Zufällig muss Sibylle auch dorthin, so fahren wir gemeinsam weiter nach Holzkirchen – dort aber trennen sich unsere Wege.
Sibylle geht zum MRT und ich werde beim „Herr der Klingen und Skalpelle“ vorstellig.
Nachdem ich mein Leid am Empfang geschildert habe, bietet man mir einen Termin im Oktober an.
Ich erkläre meine besonderen Umstände und resümmiere, dass wir unter diesen Umständen wohl nicht zusammenkommen – „…würde ich zwischenzeitlich versterben, dann hätte ich wohl Pech gehabt!“

Die Dame am Tresen ist gut drauf, sie lächelt und will offensichtlich ein verfrühtes Ableben meinerseits verhindern – aber einen Termin zwischen 11. und 14.08. könne sie beim besten Willen nicht anbieten.

Ich bedanke mich und gehe – am Weg nach draußen zerreiße ich meinen Überweisungsschein und beschließe, dass mein Nabelbruch noch weitere 25 Jahre unbehandelt bleibt – dieser Ärztekram geht mir so auf den Sack!!!

Zurück in Miesbach habe ich einen Moment der Freude – Otto hat den Zugang zu Lektüre mit Tiefgang gefunden, ich bin stolz 😉

Ich liebe „Käpt´n Blaubär“ und erkläre mich zum Vorlesen bereit

Mir ist jetzt wichtig, dass ich mein Muli übernehme. Mein Audi steht parat und wartet darauf in Besitz genommen zu werden.

Ich räume alle persönlichen Dinge von unserem Civic in den Quattro und nehme Platz.
Ich stelle meinen Sitz ein und speichere diese Einstellung – Fahrersitz, mein Sitz!
Eine Momentaufnahme – ich übernehme den Boliden mit 373.900km! Er soll mindestens viermal nach Griechenland fahren und wird dafür bis zum Rand vollgepackt mit Waren für´s Haus.

Alle Einstellungen gemacht – fertig für die Probefahrten
Er ist einfach mehr Auto als der Honda – aber er muss sich bewähren

Dem A6 stehen Abenteuer bevor, er darf durch ganz Italien fahren und darf sicher auch die Balkanroute bereisen.
Er wird auf vielen Fähren stehen und soll uns allzeit sicher zum Ziel bringen.
Allemal ist er komfortabel und sicher, das ideale Reise- und Transportvehikel.

Wir werden ihn die nächsten drei Wochen auf Herz und Nieren prüfen, dann geht es los…

Sibylle ruft mich nach drinnen, es gibt Abendessen. Heute wird gegrillt, es kommen Burger auf den Weber.
Wir sitzen zusammen, haben Spaß und viel zu erzählen.

Heute Nacht werden wir bei Florian, Sonja und den Jungs bleiben.

Otto sitzt bei mir, er hat erkannt, dass sein Opa der beste Burgerbauer der Welt ist

Wir haben beschlossen, dass wir als Gäste im ehemaligen Haus verweilen, weil ich am nächsten Morgen um 08.00 Uhr beim Zahnarzt vorstellig werden muss.

Ich bin pünktlich, komme sofort dran und schildere die Situation. Mein alter Zahnarzt ist der beste seines Faches – zumindest kenne ich keinen besseren.

Er spritzt mich ein, erst einmal um die weiteren Spritzen gar nicht zu merken, dann weitere zweimal um „ein Mannsbild wie mich“ auch wirklich schmerzfrei zu stellen.
Nach einer Viertelstunde Vorbereitungszeit setzt er an und nach zirka acht Sekunden sagt er ich soll auf eine Tamponade beißen.

Ich warte darauf, dass es losgeht – auf einmal steht er auf und sagt, sie sind fertig!
Wie fertig? Ganz fertig? Das war´s schon?

Gäb´s den auch in weiß? Ein halbes Jahr hat er mich gequält

Schade um den absolut unversehrten Zahn – aber er ist vom Knochen gebrochen, als ich ein extrem hartes Brotscherzerl geknabbert habe.
Eine sinnlose Dummheit – aber eben nicht mehr zu ändern.

Der Arzt erklärt mir noch, dass die letzten Zähne in aller Regel nicht ersetzt werden, da sie nur 12% der Kauleistung ausmachen.
Wenn es mich also nicht absolut stört, bräuchte ich mir um einen Ersatz keine Gedanken zu machen.

Meine Frage nach Verhaltensregeln wiegelt er ab – wenn die Spritze nachlässt könne ich alles essen und trinken, so lautet die Regel.
Einzige Maßnahme – das noch vorhandene Wundloch nicht mit Druck spülen.
Wenn wirklich etwas reinkommt, mit Wasser fluten und im Falle eines Falles nochmal kommen.

Ansonsten war´s das jetzt…

Iff sbürre meine Zbfunge nifft mehr

Sibylle will ihre Brille vom Optiker holen und ich soll mit.
Mach´ ich nicht, es ist Markt-Donnerstag – ganz Miesbach ist auf den Beinen und im Ortszentrum unterwegs.

„Dann geh´ ich eben alleine…“ höre ich sie sagen und sie zieht von dannen.

Ich bleibe zurück und kreiere eine tolle Idee – wie würde es wohl ausgehen, wenn ich ohne meine Sibylle als Vernunftsregulativ und Emotionsbremse in den Baumarkt gehe?

Ich hätte ja einen Einkaufszettel für´s Haus!

Ohje, ist denn hier niemand der mir ins Gewissen redet???

Ich kaufe, was das Herz begehrt…
…und fülle einen A6 Avant an die 50% Lademarke

Als Sibylle und ich uns wieder treffen, bezichtigt sie mich des Wahnsinns. Das muss Liebe sein!
Aber ich bin glücklich wie ein Kleinkind welches sich im IKEA Bällebad austoben durfte – und es ist ja für´s Haus, Sibylle wollte es ja so!

Danach haben wir noch eine Zeit mit den Buben verbracht.

Wir haben zusammen eine Mittags-Brotzeit gegessen – Kas-Leberkassemmeln! Was sonst?
Da ich nicht abbeißen konnte gab es für mich eine extradicke Scheibe und eine helle, nicht knusprige Breze – rund fünf Stunden nachdem der Zahn gezogen wurde!

Das hätte ich mir nicht zu erträumen gewagt!

Und nach der Brotzeit einen Kaffee – heute Morgen kam ich zu kurz

Eine Stunde haben wir noch zusammen durch Bennos Kindergartenalbum geblättert – für die beiden Jungs war heute ein besonderer Tag, es war der letzte Pflichttag vor den großen Sommerferien.

Otto hat sein erstes Zeugnis bekommen und Benno eben dieses nette Album – wir bestaunen alles sehr interessiert und lassen uns ein paar Geschichten erzählen.
Es ist schön, wieder hier zu sein, es ist schön, diese Momente mit den Jungs zu teilen…

Die Oma liest vor, wir lassen das Jahr Revue passieren

Ich merke, dass meine Hoffnung erfüllt wird – unsere Abwesenheit in Griechenland scheint nicht zu schaden.
Es gibt keine Distanz, im Gegenteil, die Knaben hängen sich richtig an uns fest.

Wir verbringen noch etwas Zeit, dann müssen wir uns schon wieder verabschieden – wir pendeln zurück nach Erding zu Franziska.
Auch mit ihrer Familie wollen wir noch Zeit verbringen, bevor diese in den Urlaub starten – erst dann würden wir unseren Aufenthaltsmittelpunkt nach Miesbach verlegen.

Bis dahin pendeln wir noch…

Der Tag und der Monat klingen dann sehr entspannt bei unserer Tochter aus – wir essen zusammen, spielen mit Heidi und Sibylle bringt die Kleine ins Bett.
Dann schaut Sibylle mit den Kindern einen Fernsehrfilm und ich schreibe diesen Blog fertig.
Unser Juli endet unspektakulär aber sehr entspannt im Kreise der Familie.

In eigener Sache – Sibylle und ich sprechen diese Tage viel über den tragischen Unfall von Laura Dahlmeier, wir bekommen natürlich in den deutschen und vor allem in den oberbayrischen Medien alles sehr unmittelbar mit.
Auch wenn Extremsportler immer ein gewisses Wagnis eingehen – Ihr Schicksal ergreift uns und macht uns betroffen.
Wir realisieren, wie rasch sich das Leben wenden kann, der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Genießen wir das Leben…

Weil mehr Worte hier unpassend wären – Danke für eure Zeit und bis zum nächsten Monatsbericht.

Eure NESSAJA – Crew