Juni 2023 – Friends will be Friends

Eigentlich kann ich nahtlos an den deutlich verspäteten Maiblog anknüpfen, die Wartezeit war diesmal nicht allzu lang. Und genauso mach´ ich das auch – lasst euch also von mir gedanklich zurückbringen an den Beginn unseres ersten Törns seit mehr als einem Jahr – der 31. Mai klang bei einer Vollmondnacht in der Ankerbucht von Archangelos aus, an Bord unsere Freundin Katharina. Für sie war es der wohlverdiente Pfingsturlaub…

Überhaupt, hier sei ein kurzer Schlenker zur Headline des Monats erlaubt. Der Queen-Song aus dem Jahr 1986 ist eine Hommage an die Freundschaft generell und passt somit wie die berühmte Faust auf´s Auge, war der Juni 2023 doch ein Monat der bei uns vollumfänglich im Zeichen der Freundschaft stand. Wir hatten stetig Besuch, mal auf dem Schiff, mal auf Leros, andermal waren wir die, welche Freunde besucht haben – oder die Freunde waren eben irgendwie da.

Wiedersehen auf der ELOWYN

Uns freut das, denn wir wissen den Wert von Freundschaften zu schätzen und pflegen diese gerne. Die hierfür nötige Zeit und Mühe investieren wir gerne.

Der Juniblog sei hiermit unseren Freunden gewidmet, auf Leros, in der alten Heimat Miesbach oder sonstwo auf dieser Welt…

Wir setzten also unsere Reise fort, mit Anbruch des 01.06.2023 warfen wir die Leinen in Archangelos los, das Tagesziel hieß Lipsi. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal kurz – das Wetter war zu dieser Zeit durchaus schön, aber eben durchwachsen. Es war kaum Wind, so war unser Plan, Richtung Norden zu fahren bis der, zu dieser Zeit übliche, Nordwind einsetzen würde und uns dann unter Segel zurück in den Süden bringen würde.

Kalo mina – guten Monat! Der Juni bricht an – Archangelos

Zur Überfahrt selbst gibt es nicht viel zu sagen, von Archangelos nach Lipsi sind es nur etwa 10nm, man braucht rund zwei Stunden. So liegen wir recht bald am Tag, sicher im kleinen Haupthafen von Lipsi-Stadt und nehmen uns vor, den Tag hier gebührend zu genießen.

Den Außenplatz – haben wir uns so gewünscht
Dinghy an die Außenseite – perfekt!

In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern, waren zu dieser Zeit Pfingstferien. Das spürt man im Dodekanes recht ausgeprägt, denn es gibt hier mit Kos eine große Charterbase. Auch die Eigner nutzten den Monatsbeginn, zahlten ihre Bootssteuer TEPAI und legten ab – das führt dazu, dass die meist kleinen, beschaulichen Häfen relativ früh voll sind. Azyklisches Verhalten schafft Freiräume…

Auch die Kaimauer von Lipsi war am frühen Nachmittag fast voll!

NESSAJAs Außenplatz, frei vom Trubel

Wir bummelten etwas durch den verschlafenen Ort und holten uns einige Eindrücke. Uns fiel auf, dass Lipsi etwas lieblicher ist als zum Beispiel die große Schwester Leros. Viele kleine Details lassen das Auge schweifen – ein Ort zum „Runterkommen“, ein Ort um die Seele baumeln zu lassen.

Octopus vor der Ouzerie, hier wird am Abend gegrillt
Am Rand die etwas größeren Kaliber

Wir gehen weiter und schnappen noch etliche weitere Impressionen auf – seht selbst…

Bunte Restaurants
Einladender, sauberer Dorfplatz
Verschlafene Dorfidylle – Griechenland par excellence
Fischerbötchen – hier mal nicht im typischen Blau
Nette, bunte Cafés und Snackbars – hier tobt nächsten Monat das Leben

Lipsi hat auch einen wunderschönen Stadtstrand. Hier in der Gegend der Dodekanesinseln gibt es sehr häufig feinkiesige Strände mit kristallklarem Wasser – mein persönlicher Favorit. Anders hier in Lipsi! Der Stadtstrand ist ein feinsandiger, flach abfallender Strand – ideal für Kinder oder eben einen nachmittäglichen Badestopp!

Foto – und per WhatsApp nach Hause (da war es sehr kalt in Deutschland)
Dann aber ab ins erfrischende Nass

Da unser Freund Marcus gerade dabei ist, sich auf Lipsi zu etablieren und hier auch ein Haus für seine Familie bauen möchte, waren wir mit Tips des Insiders gut ausgestattet. Deshalb gingen wir diesmal auch nicht zu „Manolis Tastes“ zum Essen, sondern probierten das etwas weniger gehypte „Kalipso“ einmal aus. Natürlich haben wir bei der Reservierung des Tisches nicht vergessen zu erwähnen, dass wir „als Freunde von Marcus, auf dessen Empfehlung kommen“.

Kann ja nicht schaden! Wir waren nämlich hungrig…

Ein schöner Tisch für uns – wie bestellt
Tuna Tartar – mal anders, aber sehr lecker
Seafood Spaghetti, auch prima

Mein Fazit – netter, witziger Service, sehr gutes Essen – aber BESSER als „Manolis Tastes“ war es nicht, da müsste man lügen. Mal sehen, es gibt immer einen zweiten Versuch.

Nette Anekdote, der Junior des Hauses ist gleichzeitig auch der Kassierer der Hafengebühr. Er empfiehlt das Restaurant der Eltern nicht direkt, aber auch kaum verklausuliert. Uns hat er beim Anlegeschluck gestört, als er zum Kassieren kam!!! Ein „gefährlicher“ Faux-Pas wie ich ihm erkläre, doch der gewitzte Bursche reagiert prächtig – „wenn wir doch ohnehin in das Restaurant der Eltern kämen, er würde einen WIEDERGUTMACHUNGS-GIN spendieren“! Clever! Und er hielt Wort! Der Aperitiv war also gesichert – eine win-win Situation 😉 !

Für den Folgetag waren Regenschauer angesagt – ab Mittag sollte sich das Wetter deutlich verschlechtern. Unser Plan war daher, frühmorgens abzulegen und nach Patmos in den Stadthafen zu fahren. Patmos sollte der Wendepunkt unserer Reise werden, der Meltemi, der beständige Nord- oder Nordwestwind würde bald einsetzen…

Fast windstill, bewölkt

Auch der Weg von Lipsi nach Patmos ist nicht weit, es war kaum Wind, so tuckerten wir die paar Meilen ab. Es war frisch aber erträglich, der Himmel war verhangen, die Regenschauer kündigten sich in Form von dunklen Wolkenpaketen an – wir hielten schnurstracks auf Patmos – Scala zu, das Ziel stets vor Augen…

Rechts von der Insel geht´s rein

Der Plan war, dass ich mich mit dem Schiff und dem Logbuch befasse, während die Damen mit dem Taxi zum Kloster fahren wollten – der Rückweg war als Wanderung angedacht. Ok, guter Plan – die Öffnungszeiten des Klosters waren zu prüfen und es musste in Erfahrung gebracht werden, ob nicht etwa ein Bus zur rechten Zeit zum Kloster führe.

Zwischen den Inseln haben wir immer Internet

Katharina kümmert sich also um diese Kerninformationen, während ich das Schiff in die Hafenbucht steuere. Das Kloster und die Ortsteile Scala und Chora zeigen sich, wir freuen uns – auch darüber, es trocken bis hierher geschafft zu haben. Sibylle und ich beginnen das Schiff zum Anlegen vorzubereiten.

Einfahrt in die Hafenbucht von Patmos

Der Hafen von Patmos ist per se sicher, jedoch ist er quer zur vorherrschenden Windrichtung gebaut worden. Man legt römisch-katholisch an, das bedeutet mit dem Heck zur Pier, unter Verwendung des eigenen Ankers. Wir entschieden, wie immer in diesem Hafen, relativ viel Kette zu stecken und legen etwas mehr als die Hälfte unserer 100m ins Wasser.

NESSAJA an der Stadtpier von Patmos

Wer von euch ab und zu NESSAJAs Position verfolgt (Button auch auf der Startseite), konnte dies auch auf den entsprechenden Anzeigen sehen – siehe zum Beispiel auch bei Marine Traffic.

So sieht das dann aus

Wir waren kaum angekommen, hat es angefangen zu regnen. Zuerst nur ein paar Tropfen, dann wie aus Eimern. Dennoch haben es sich meine beiden Crewmitgliederinnen nicht nehmen lassen ihre Wanderung anzutreten, was am Ende auch zu positiven Erlebnissen führte.

Regen im Hafen, fast ein bisschen trostlos
Wandern geht immer – Blick vom Kloster

Nach dem Motto – es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, schnappten sich Kate und Sibylle die Regenschirme und eine leichte Jacke, ließen sich nach oben in die Chora chauffieren und besichtigten das Kloster. Dies ist ja generell schon beeindruckend, weil das Kloster von Patmos ein sehr schönes seiner Art ist. Danach traten sie den Rückweg per pedes an, nicht ohne vorher ein Heißgetränk zu genießen.

Grüße an mich – aus der Oberstadt

Der Tag gab nicht mehr viel her. Es blieb grau und wolkenverhangen, der Regen ließ aber nach. Wir haben daher beschlossen, uns ein wenig die Beine zu vertreten und einmal durch die Gassen des Ortes zu schlendern.

Coole Bars
Nette Boutiquen und Läden
Patmos putzt sich heraus

Offen gesagt, Patmos ist nett, zündet bei mir aber nicht. Wir waren schon oft hier, denken, dass das Kloster echt sehenswert ist, darüber hinaus bietet Patmos aber nicht sehr viel mehr als besseren Standard-Tourismus. Deutlich individueller als Kos, aber weit entfernt von, beispielsweise, Paros – nur meine Meinung.

Da wir, als weiteres Beispiel, noch kein überzeugendes Restaurant in Patmos gefunden haben, entschieden wir kurzerhand an Bord zu kochen.

Zurück auf NESSAJA
Chicken in Metaxa Soße – YUMMIE
Anschließend noch ein bisschen Internet und quatschen – dann „Gute Nacht“

Der nächste Tag brachte den erwünschten Nordwind. Dieser sorgt für Vor- und Nachteile gleichermaßen. Als Vorteile liegen auf der Hand – Segelwind Richtung Süden und eine „Bereinigung“ der wechselhaften Wettersituation, denn der Meltemi bringt meist klare Luft und blauen Himmel.

Nachteil – der Windchill und die kühlen Luftmassen sorgen für eine generelle Abkühlung, es wird ein paar Grad kälter.

Am nächsten Morgen geht es früh „Anker auf“, wir richten den Bug Richtung Süd und segeln, mit warmer Kleidung bewährt, Richtung Levitha, unserem nächsten Ziel.

Der Meltemi schiebt – kalte Luftmassen umwabern uns

Von Patmos nach Levitha sind es etwas mehr als 20 nm, wir rechnen mit einer Fahrtzeit von etwa 4-5h. Die frühe Abreise ist der Tatsache geschuldet, dass Levitha, die Ziegeninsel, längst kein Geheimtip mehr ist und zudem auf der Route vom Dodekanes in die zentrale Ägäis auf etwa halbem Weg liegt. Wir rechneten damit, dass heute einige Segler dorthin aufbrechen werden.

Da früher Vogel bekanntlich den begehrten Wurm fängt, haben wir die weißen Tücher gesetzt und uns vom stetigen Norder Richtung Ziel treiben lassen.

14-20kn scheinbarer Wind – 7,8kn Fahrt

Unsere alte, dicke Dame zeigt was sie kann, NESSAJA hat es nicht verlernt! Bei böigem und etwas vorlicher als erwartet einfallenden Wind, läuft sie unter Groß und Genua, beides im ersten Reff, auch mal über 8kn. Das ist ein guter Wert!

Speed >8kn, nicht schlecht

Ich war zufrieden. Nicht nur, weil unser Boot so gut lief, nein, auch weil sich bisher alle Systeme bewährt hatten. Der Autopilot lief inzwischen, die Navigation funktionierte. Die Energielieferanten Sonne und Wind sorgten, zusammen mit unserer obligatorischen Motorstunde, für stets volle Batterien. Die Energiemenge war, dank der moderenen Lithiumtechnologie, immer ausreichend, selbst unter dauernder Nutzung des Inverters, zum Beispiel um Kaffeewasser zu kochen – mit dem 2000W Schnellkocher!

Auch unser, nach Schätzungen kalkuliertes, Hardtop zeigte sich allen bisherigen Bedingungen gewachsen und lässt sich als eine Bereicherung bezeichnen! Ich war happy…

Mit dieser Laune liefen wir in der engen und sehr gut geschützten Bucht von Levitha ein.

Nur noch um´s Eck

Es war der 03.06. – meine Tochter hatte Geburtstag! Ich hatte dummerweise morgens vergessen eine Nachricht abzusetzen. Das ist deshalb ärgerlich, weil auf dem Kleinod Levitha kein Internet und kein Telefonnetz gegeben ist.

Das ist einer der Gründe, der diese Insel zu einem „Geheimtip“ hat werden lassen – ich finde das normaler Weise auch sehr toll, heute aber muss ich zu einem Plan B greifen.

Sibylle und ich bereiten die nachträgliche Gratulation vor, welche am morgigen Tag eintreffen würde. Nina soll nicht denken, dass wir sie vergessen hätten…

Teil 4 von 4 – eine Nachricht auf Zetteln, ins Mail gestellt, wird gesendet sobald Empfang gegeben ist

Da der kräftige Wind und die flotte Gangart von NESSAJA eine frühe Ankunft beschert hatten, gab es viel Extrazeit für die Crew. Wir konnten baden, faulenzen, lesen – ein herrlicher Tag!

Irgendwann rief der Hunger. Jetzt muss man wissen, dass Levitha eine weitere Besonderheit bietet, die Insel wird nur von einer Familie bewohnt. Dieser Bauer hält Ziegen, fischt und baut Gemüse an. Daraus zaubert er einfachste Gerichte, die er in seinem Hof serviert. Ein „must see place“. Wir treten also den Weg dorthin an – und der hat es in sich…

Zuerst mit dem Beiboot übersetzen – Schuhe nicht vergessen (Flip-Flops sind semi-geeignet)
Am Dinghydock geht es an Land
Nun steht ein Stück Fußweg bevor – auf einem Ziegenpfad
Super Ausblick auf die Schiffe
NESSAJA (2 v.l.) neben der LAZY LADY (2 v.r.) – ebenfalls aus der Evros Marina
Panorama über die Bucht

…denn ist man erstmal an Land und hat festen Boden unter den Füßen, dann setzt sich der Weg zum Bauernhof im Inselinneren auf einer Art Ziegenpfad fort. Man wägt sich in Sicherheit, weil die ersten Meter mit Steinen „gepflastert“ sind – aber dann wird es mehr und mehr holprig. Im Vorteil ist der, der den Weg kennt und an eine Lampe für den Rückweg gedacht hat.

NESSAJA – und unser Abendessen
Der Ziegenbock kennt sein Hausrecht
Stoanane Mandl und Natur pur…
…entlang des Pfades zur Hofstelle
Nach etwa 15 Minuten erreicht – der Bauernhof

Während und nach dem Essen fällt uns auf, dass immer wieder Menschen nach hinten um den Hof gehen. Die Toilette liegt am Weg, aber daran gehen fast alle vorbei…

Was gibt es da zu sehen? Wir prüfen das…

Ah, ein schöner Ausblick

Was auf dem ersten Blick wie ein schöner Ausblick kurz vor der „blauen Stunde“ aussieht, entpuppt sich als „Ausblick Plus“, als der Nabel zur Welt – es ist der einzige Ort der Insel an dem man Internetempfang hat!

Die Geißel hat uns wieder, diesmal mit dem positiven Nebeneffekt, dass meine Geburtstagswünsche an die Tochter rausgehen.

Wir gehen in finsterer Nacht, jedoch beleutet durch den immer noch sehr vollen Mond, zurück zum Schiff und setzen über. Die Stimmung ist überwältigend. Ich sitze noch eine ganze Weile im Cockpit und lasse meine Gedanken fliegen…

Kurz nach Vollmond – ich sitze noch eine ganze Weile und genieße

Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen, dass wir abermals Kalymnos anlaufen. Das Ziel sollte diesmal aber die Inselhauptstadt Pothia sein. Wir verlassen Levitha nach dem Frühstück und legen die Südwestspitze von Kalymnos direkt an.

Raumer Wind – heute nur mit Genua

Während wir gemütlich dahinsegeln, sinnieren wir über die Tage die noch kommen und was Kate noch in ihren Urlaub packen möchte. Es klingt heraus – Badefreuden werden höher bewertet als Einkaufsgässchen, zudem werden wir morgen und übermorgen an einer Kaimauer liegen. Wir ändern also den Plan, neues Ziel ist die Bucht Emborio auf Kalymnos. Wir waren da in der ersten Nacht, es war herrlich, wir wiederholen! Neuer Kurs NULL-SECHS-EINS liegt an.

Kurs ist gesetzt, wir können Emborio direkt anlaufen

Rechts am Bildschirm seht ihr das AIS Signal der LAZY LADY, die Freunde aus der Leros Marina sind nach uns gestartet, hatten Emborio von Anfang an angepeilt und wir waren jetzt kurz vor ihnen – ein Match-Race entwickelt sich…

Eines das wir nicht gewinnen konnten! Die Jeanneau 54DS ist schneller, Gerd ein erfahrener Segler, der holt uns die Wurst vom Teller…

Trotz kräftiger Brise kann ich der 54er kein Paroli bieten

…und zwar (fast) sprichwörtlich! Denn als wir in der Bucht ankamen, war nur noch EINE Boje frei – zum Glück – aber die attraktive „first-row“ Boje die wir letztes Mal hatten, die hat sich die LAZY LADY geschnappt.

Egal, wir binden uns in der zugigen Außenreihe fest, liegen zwar im böigen Wind aber dennoch sehr sicher. Es wird der obligatorische Anlegeschluck kredenzt.

Anlegeschluck plus – immer öfter denke ich an eine Wortschöpfung von Christine – „Superhaps“

Gerne folgen wir dem Brauch, die Taverne des Bojenanbieters zu besuchen. Wir finden uns daher ein paar Stunden später abermals bei „Captain Kostas“ Taverna ein – wir mögen diesen Platz…

Empfehlenswerte Adresse
Abermals essen wir sehr gut

Der Abend vergeht wie im Flug und wir kehren in stockfinsterer Nacht auf NESSAJA zurück. Ich hatte aufgrund der Außenlage unserer Boje meine App für den Ankeralarm gestartet – diese lief zuverlässig.

So sieht es in der Nacht am Navitisch aus

Ich wollte auch hier noch ein wenig in die Nacht starren, den inzwischen aufgegangenen Mond anheulen (bildlich gesprochen), aber der Wind war so kräftig, dass ich es nicht lange ausgehalten habe.

Auf dem Meer sieht man die Kräuselung des Wassers

An der Boje schlafe ich, trotz der Tatsache, dass ich die Außenboje aufgrund der Wassertiefe nicht abtauchen kann, recht ruhig. Ein Grund dafür ist die erwähnte Ankerapp, diese zeichnet die Bewegungskurve des Schiffes auf, bei Überschreiten eines zu wählenden Alarmringes löst diese aus und gibt einen nervenzerfetzenden Ton von sich. Das funktioniert gut…

Bewegungsprofil über Nacht

An einer Boje stecke ich den Bewegungsradius eng, man kann sich ja nur sehr eingeschränkt bewegen – sofern alles in Ordnung ist. Am Anker muss der Bewegungsradius größer sein, in Abhängigkeit der gesteckten Kettenlänge. Diese App, die ja auch Sicherheit spendet, sendet auch Nachrichten ans Handy, den Bildschirm kann man spiegeln. Ein sehr gutes Tool!

Ich stoppe die Aufzeichnung, schalte das Ankerlicht aus und koche einen Kaffee, den ich genüßlich nach dem ersten Bad im Meer trinke. Langsam wird meine Crew wach.

Das Frühstück wird gerichtet…
…das Wetter gecheckt

Während Sibylle (ich schon auch) das Wetter sehr gerne über die modernen Apps abgreift, nehme ich mir zusätzlich täglich die Zeit auch das weniger moderne Navtex zu bemühen.

Neuzeit trifft Steinzeit – mein Navtex, rechts über dem Funkgerät

Dafür habe ich (fast) schon gestritten. In einer Welt, die sich scheinbar zu 100% auf´s Internet verlässt, haben solche Gerätschaften offensichtlich keinen Platz mehr. Ich gebe zu, die modernen Apps sind bedienerfreundlich und auch optisch besser aufbereitet – aber die Funktechnologie lässt eben zu, Wetterberichte zu empfangen, auch wenn man kein Netz hat. Zudem, mein Eindruck, sind die 12h Vorhersagen genauer.

Samos Sea N5 soon NW5-6, no gale wind forces

Derart vorbereitet treten wir heute eine längere Fahrt an. Wir gehen von Kalymnos / Emborio an der Westseite von Kos vorbei und ziehen dann Richtung Südost nach Nisyros. Wir wollen heute Nachmittag im Hafen Paloi auf der bekannten und berühmten Vulkaninsel festmachen.

Leinen los!

Sibylle steuert uns durch die Durchfahrt, ich mache die Kursberechnungen
Den Großen recht nahe

Die Überfahrt gestaltete sich wechselhaft. Der Wind kam zwar wie vorhergesagt, wurde aber durch lokale und topografische Effekte sowohl in Stärke, wie auch in Richtung beeinflusst. Wir konnten ein paar Meilen segeln, andermal mussten wir motoren um im Zeitplan zu bleiben – zugegeben, es zog sich ein bisschen.

Aber am Nachmittag waren wir da, angekommen im kleinen Hafen von Paloi, es gab noch reichlich Platz. Ich warf den Anker, Sibylle fuhr das Manöver. NESSAJA war mal wieder in Nisyros – wir mögen diese Insel!

NOCH alles frei – nicht mehr lange
Paloi, ein hübsches Dorf
Ein paar mehr sind es schon – aber immer noch Platz
Nach und nach laufen die Schiffe in den gut geschützten Hafen ein
Typisch griechisch
Die andere Seite, inzwischen fast voll

Wir sehen bei unserer Lieblings-Autovermietung „Petastra“ von Stavros und Nikki vorbei. Beide erkennen uns, nach mehr als zwei Jahren, auf Anhieb wieder und freuen sich, uns wieder zu sehen. Die Freude wird überschwänglich, als wir erzählen, dass wir inzwischen in Griechenland leben und unsere Lebenssituation erklären. Wir palavern ein bisschen, trinken ein Bier, dann muss Stavros arbeiten – wir reservieren noch schnell ein Auto für morgen, dann gehen wir zurück zum Schiff.

Ich schreibe Logbuch, Sibylle geht joggen – und sendet Bilder von Begegnungen…

SAU-ber – als die Muttersau kam, zog Sibylle ab. Sicher ist sicher

Wir haben uns entschieden, dass wir zwei Nächte in Paloi bleiben. Die Insel ist es wert besichtigt zu werden, sie bietet Besonderes. Dies wollten wir Katharina als Urlaubsendspurt bieten.

Am nächsten Morgen ging es also relativ früh, nach einem kleinen Frühstück, los – wir marschieren die paar Meter Richtung Autoverleih. Sibylle hat ein besonderes Auto reserviert – sagt sie – na mal sehen…

Dream Team im Dune Buggy

Hoppa, so kenne ich meine Gattin ja gar nicht. Die, die aus wirtschaftlichen Gründen immer zu Hyundai I10 greifen würde, aus Sicherheitsüberlegungen aber eher zu Mercedes G-Modell tendieren würde – diese Frau also, mietet einen Beach Buggy bei dem die Sicherheitsgurte leider nicht funktionieren. Ich freue mich, was ein Spaß!

Wir verlassen Paloi und fotografieren vom Bergrücken aus noch einmal den Hafen, in dem NESSAJA sicher vertäut liegt.

NESSAJA (2 v.r.)

Dann setzen wir unsere Fahrt fort. Ziel ist natürlich der bekannte Vulkankrater, welcher nach meiner Meinung, dem bekannteren Pendant von Santorin, den Rang abläuft.

Reiseführer empfehlen die Besichtigung des Kraters in den frühen Morgenstunden. Der Hitze wegen und auch, weil die Ausflugsschiffe aus Kos erst ab 10.30 Uhr Touristen mit Bussen ankarren – wenn dies eintritt, wollen wir schon bei einer köstlichen Kaltschale in Nikia sitzen.

Gesagt, getan…

Gurte – pah!
Mehr braucht ein Auto nicht
Auf coolen, gut ausgebauten Straßen Richtung Vulkankrater

Am Vulkankrater angekommen, starteten wir die obligatorische Fotoserie. Die Kasse war noch geschlossen, wir nehmen an, dass die paar Mark Eintritt für uns, niemand vom Tavernenhocker reißen – interessant wird es wohl erst, wenn die Busladung ausgekippt wird.

Hier unsere Impressionen…

Nebenkrater – auch nicht wenig imposant
Auch für uns ein Erinnerungsfoto
Überblick von der Aussichtsplattform
Betreten auf eigene Gefahr – hmmm…
…ja dann!
Der frühe Vogel fä… – aber das wisst ihr ja schon
Alleine im Krater- nur wir drei und unsere Schatten
Eine unwirtliche Landschaft, mondartig…
…aus den Löchern zischt, faucht und raucht es. Es stinkt nach Schwefel
Im Hintergrund – die rauchenden Schlunde des Vulkans
Der Weg zurück – die Sonne schon warm

Wie immer war der Besuch des Kraters ein Highlight – das ist wirklich der Hammer. So nahe kommt man der Natur selten, zudem in so ausgefallener Art und Weise.

Wir knipsen ein letztes Erinnerungsfoto…

Der Buggy in fast artgerechter Umgebung

…und fahren dann in den Inselort Nikia. Dort hat Dietmar, ein Freund von uns den wir auf Leros kennen gelernt haben, ein Haus gekauft. Ein spannendes, über 100 Jahre altes Objekt.

Wir wollen die Mosaike und den berühmten kleinen Dorfplatz ansehen, dann wollen wir mal schauen, ob wir Dietmars Haus finden und ihm einen Besuch abstatten können.

Dorfplatz in Nikia – die berühmten Mosaike
Mühevolle Kleinarbeit
Sibylle entdeckt…

Wir bestellen einen der berühmten Schokoladekuchen, dazu frisch gepressten Orangensaft und Cappuccino – des einen Freud, des anderen Leid…

Massives Teil!!!
Genuss meets Verdruss – mir war der Schokobeton zu massiv

So geschah an diesem Tag etwas, was nur sehr selten geschieht – ein Stück Essen, ein Kuchen gar, wandert von meinem Teller auf den einer anderen Person. Ich trete freiwillig und ohne Zwang, einen halben Schokokuchen an Kate ab!

Ich bin satt, ich mag kein Blatt

Wir bezahlen und machen uns auf in das enge Gassengeflecht des Ortes. Wir versuchen, anhand einer kurzfristig abgegebenen Beschreibung, das Häuschen zu finden. Dies gelingt uns leider nicht auf Anhieb – aber auf unserer Suche begegnen wir einem wunderbaren Stilleben.

Liebevolle Häuser hier…
…dort, das was davon übrig blieb

Wir finden das Haus nicht! Ich rufe Dietmar an und höre während des Telefonats seine Realstimme. MARIO, höre ich ihn rufen – und da sind wir…

Wunderschön – ich fange sofort an zu träumen
My way – Spaß beiseite, wir analysieren welche Inseln von der Terrasse aus zu sehen sind
Die Küche – schaut den Boden an!!!!
Das Wohnzimmer, echt schön

Dietmar macht uns einen frischen Saft, es gibt Wasser – wir reden viel über das Haus. Ich kenne den Preis, es war günstiger als ein etwaiger Verkauf von NESSAJA erzielen würde. Wie lebt man hier? Wie geht es Dir? Bereust Du? Dietmar beantwortet geduldig meine Fragen.

Ich fange an zu grübeln, das Haus gefällt mir. Dietmar hat ein kleines Boot im Hafen von Paloi, er fährt damit fischen. Sein Leben ist anders als meines, ist es besser???

„Wir müssen…“ – ich kenne diese Worte! Sibylle reißt mich aus meinen Träumen, hat diesmal aber Recht. Wir müssen weiter. Wir bedanken und verabschieden uns – nächstes Ziel, die Kirche auf der Anhöhe – ein Super-View, ein must see!

Wieviel mehr Griechenland wollt ihr noch???
Nikia, ein wunderschönes, aber sehr kleines Dorf
Der Blick schweift in die Ferne, wir tauschen erste Gedanken
Links Nikia, rechts der Krater – spektakulär
Rundumblick Tilos, Datcha Halbinsel, Kos

Wir fahren zurück, unser nächstes Ziel ist der Inselort Emborios. Auf dem Weg hierhin gibt es eine uralte natürliche Sauna – klar, dass wir auch dort einen kurzen Stop einlegen.

Eine kleine gemauerte Sauna, mehr als 60° warm
Klar, dass ich mich hineinzwänge…
…ich bin aber auch froh, dass ich wieder raus kann – da fühlen sich 30° auf einmal frisch an

Wir sehen uns Emborios kurz an, die Damen gehen bis zur Burgruine, ich trinke eine Coke. Auch die Mädels bestellen sich nach dem Abstecher zu den verfallenen Gemäuern ein Erfrischungsgetränk. Viel mehr gibt der Ort nicht her, er steht im Schatten von Nikia – kein Vergleich.

Wir fahren weiter in die Hauptstadt der Insel, nach Mandraki. Wir blödeln rum und kommen auf unsinnige Ideen – wir suchen ein perfektes Fotomotiv und die Scheinwerfer des Buggy drängen sich auf…

Helden in Chrom

Viel lustiger schien uns aber im Rückblick der Schnappschuss den Kate währenddessen gemacht hat – eine „making of“ Aufnahme sozusagen. Da wirken die „Helden in Chrom“ schon weniger cool 😉 …

Making of…

Na egal, wir beschließen den Hauptort zu erkunden und uns ein Speiseeis zu gönnen. Auch hier in Mandraki gibt es eine Eisdiele die einen sehr guten Ruf genießt.

Sibylle packt unsere Habseligkeiten in den Kofferraum, der jedoch seinen Namen nicht verdient…

Kofferräumchen – abschließen? Nicht in Griechenland!

Dann laufen wir die paar Meter vom Parkplatz in den Ort. Wir waren das letzte Mal 2021 mit Franziska und Mikey hier. Wir kennen uns also aus, der Ort ist nicht so groß, dass man ihn nicht überblicken könnte. Dennoch stellen wir fest, auch hier hat sich etwas getan, durchaus im positiven Sinne…

Wir schlendern die Riva entlang
Betrachten die netten (und aufgemöbelten) Graffiti

Wir gehen zunächst schnurstracks auf den Eissalon zu, keine Umwege! Es ist warm und wir freuen uns auf die Erfrischung, welche wir am Meer genießen wollen.

Die Eisdiele selbst hat auch zwei, drei ganz nette Sitzplätze – die wir allerdings noch NIE frei gesehen haben. Wir haben uns daher keinen Illusionen hingegeben – wir kaufen unser Eis und setzen uns irgendwo auf eine Mauer ans Meer…

Das „Mikro Café“ in Mandraki
Sweet Tomato gefällig? Oder doch lieber Cannabis?

Die kleine Eismanufaktur, welche auch in Reiseführern genannt wird, bietet Eissorten „mit Pfiff“ an. Es gibt ein paar die haben nur Phantasienamen wie „Vulcano“ oder „Blue Lava“, andere haben auch kreative Inhalte, wie zum Beispiel „Sweet Tomato“ oder eben „Cannabis“.

Ich wollte zwei Kugeln Cannabis um die totale Entspannung zu erreichen, doch Sibylle meinte besorgt „…Du musst noch fahren…“ – da hat sie natürlich Recht! Insgeheim war mir klar, 4.-€ für eine Kugel „Spezialeis“ war meine Frau nicht bereit zu zahlen!

Ich wähle die vorgenannten Nisyros-Sondereditionen „Vulcano“ und „Blue Lava“, Eiscreme mit Kirsch und Blaubeergeschmack – war gut!

Ein guter Platz zum Eisverzehr

Katharina hat sich für „Sweet Tomato“ entschieden – war irgendwie lecker – aber auch keine Offenbarung. Ich denke an „Salted Caramel“ in Panteli (das ist aber ein anderes Thema) und löffle meine Speiseeisspezialität – ein schöner Tag!

Eis mit Aussicht

Danach setzen wir unsere Runde fort. Wir tanken den Buggy und die Damen entscheiden, dass unser nächstes Ziel eine alte Kastelruine und ein Kirchlein auf der Westseite der Insel ist. Ich freue mich…

Woher die Freude wegen einem alten, kleinen Kirchlein? Nun, ich hatte vorgeschlagen die komplette Runde um den Vulkankrater zu fahren, dabei geht es auch ein Stück über Schotterpisten – das wurde abgelehnt! Nun schlagen die Damen exakt den Weg vor den ich fahren wollte – nur anders formuliert. Es klingt eben anders wenn man sagt „…komm, wir nehmen diese Straße zur Ruine und dem alten Kirchlein. Danach fahren wir diese Route zurück.“ als wenn man es kurz und bündig so formuliert „…komm wir fahren die geile Schotterpiste offroad rund um den Vulkankrater!“ Mir war´s wurscht, wie gesagt, ich freue mich spitzbübisch…

Zunächst über kleine Asphaltsträßchen zur Burgruine
Sibylle liebt alte Gemäuer
Die Gassen erzählen Geschichten
Die Natur sorgt für bunte Farbtupfer
Die Straße wird schmaler, ist aber noch betoniert
Wir besuchen das älteste Kirchlein der Insel
…um dann das letzte Stück auf der Offroadpiste zurück zum Ausgangspunkt zu fahren – eine schöne Runde

Hier vollenden wir unsere Runde auf Nisyros. Wir haben die bekanntesten Sehenswürdigkeiten angesehen und hatten bisher schon einen herrlichen Tag. Jetzt war es aber Zeit ins kühle Nass zu springen um sich gehörig abzufrischen – wir waren ein wenig verschwitzt, die Hitze hat uns zugesetzt.

Da traf es sich gut, dass auch einer der Strände der Insel als Highlight propagiert wurde. Diesen setzten wir auf unsere Liste und fuhren auf direktem Weg dorthin.

Auf der Küstenstrße zum Traumstrand
Kleine, liebevolle Details
Der Sandstrand aus feinem, schwarzen Vulkansand

Sibylle und ich erinnern uns! Hier waren wir schon. Ich merke an, dass ich meine mich zu erinnern, dass der eigentliche Traumstrand hinter einer Klippe liegt und man die letzten Meter über einen Track zurücklegen muss.

Kate hat „ihren“ Traumstrand bereits definiert – der auf dem unsere Füße standen – und war schon in die Baderobe geschlüpft und lehnte meine Excursionsidee kurzerhand ab. Sibylle zweifelte an meiner Erinnerung, schlich mit mir aber noch ein Stück den Track hoch um dort um die Ecke zu lurren – und siehe da…

DAS isser

Wir geben uns zufrieden – auf die im Reiseführer hingewiesene „Dünenlandschaft aus feinstem, schwarzen Vulkansand“ verzichten wir. Wir erinnern uns dunkel an unsere Badefreuden von vor zwei Jahren und gehen zurück zu Katharina, um uns zusammen mit ihr an IHREM Traumstrand zu erfrischen! Ein perfektes Finale für einen tollen Tag!

Diesmal gibt es keine Berichte zu unseren lukullischen Erfahrungen – den ersten Abend haben wir bei Stavros Mutter in der Taverne gegessen, solide und typisch griechisch, aber offen gesagt kein Highlight. Heute essen wir, wie eigentlich immer, bei „Aphrodite“ – etwas besser, mit sehr gutem Service. Auch hier ein sehr gutes Dinner aber ohne erwähnenswerte Highlights.

Der nächste Tag beginnt entspannt. Wir frühstücken und bereiten NESSAJA vor zum Ablegen. Heute führt uns unser Weg nach Kefalos auf Kos. Es wird der letzte Urlaubstag für Katharina, sie wird morgen abreisen. Kefalos liegt günstig zum Flughafen, ein guter Ort um den Urlaub der Freundin ausklingen zu lassen.

Wir haben nahezu keinen Wind und motoren daher die paar Meilen Richtung des Touristenortes auf Kos…

Nur zwei Stunden zu fahren

In der kommenden Woche erwarten wir Freunde in der Leros Marina. Sie sind auf dem Weg von Kreta nach Leros und kommen zwangsläufig auch hier in dieser Gegend vorbei. Deshalb hatten wir die TRINITÉ auch seit einigen Tagen auf dem Schirm.

Es hätte sein können, dass wir das Schiff der Freunde heute treffen, als wir in Paloi ablegten, war die TRINITÉ noch in Kefalos vor Anker. Jedoch…

Da fährt sie dahin

Nein, natürlich können wir auf diese Entfernung Schiffe auch nicht eindeutig identifizieren – aber modernste Technik hilft auch hier…

Identifikation eindeutig – ich kenne die MMSI von TRINITÉ

Na dann, wir melden uns bei den vorbeisegelnden Freunden und lassen wissen, dass wir uns auf das Treffen in Leros freuen – noch ein paar Tage!

Wir kommen inzwischen in Kefalos an und werfen den Anker an idealer Stelle. Sandgrund, ca. 5m tief – perfekt. Meine Erinnerungen an Kefalos sind eher schlecht, bin ich doch vor etlichen Jahren im Sturm meines Dinghys hier verlustig gegangen.

Heute machen wir das besser! Der Anker sitzt, wir dampfen ihn ein, ich mache Ankerpeilungen – alles nach Lehrbuch! Als ob das nicht genug wäre, tauche ich mein Grundeisen anschließend auch noch ab…

Darum hat unser Anker einen gelben Bügel! Sitzt perfekt!

Die Entfernung zum Schiff sind rund 40m, auch das sollte bei der gegebenen Wassertiefe mehr als gut sein. Ich mag es, mein Schiff so am Anker zu sehen und mache ein paar Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive.

Anker hier – NESSAJA dort
Unser schwimmendes Zuhause
Gute Gelegenheit um das Unterwasserschiff einmal zu checken
Genug geschwommen – passt alles, der Skipper geht zurück an Bord
Das Wasser immer noch frisch, aber auch für längeres Schwimmen geeignet

Auch die Damen wagen den Sprung ins erfrischende Nass, wir baden alle ausgiebig und haben richtig Spaß. Sibylle hat kurz zuvor noch ein Brot vorbereitet, welches im Ofen buk, während wir uns den Badefreuden hingaben – für das leibliche Wohl ist vorausschauend gesorgt.

Frisches Brot – selbstgebacken

Der späte Nachmittag bot noch etwas Schauspiel für uns Ankerlieger. Einerseits die Paraglider, welche sich von den örtlichen Anbietern an Fallschirmen durch die Bucht ziehen ließen, anderseits die große Motoryacht, deren Erscheinen schon die Blicke auf sich zog – und später erst, als die Crew die „Wasserspielzeuge“ für die Gäste ausgepackt hatte.

First Row – wir beobachten die Paraglider und das Treiben rund um die Motoryacht

Etwas später, zur Dinnertime, haben wir mit dem Dinghy übergesetzt und uns einen Überblick verschafft. Das Abendessen wollten wir im „Cavos“ einnehmen, eine Standardtaverne, der aber sehr gutes, authentisches Essen bescheinigt wird.

Danach wollten wir durch den Ort bummeln, um zur „besten Eisdiele Kos´ zu gehen, einem Ort der etliche Sorten Eiscreme in einem netten Ambiente bietet“ – doch das war eine andere Geschichte…

Wir setzen über und finden im Hafenbecken einen sicheren Platz für Schnulli – diesmal festgebunden
Das „Cavos“ gleich über die Straße, der Ortsteil heißt Kanari
Nettes Panorama – auf den ersten Blick nicht schlecht
NESSAJA direkt vor Augen
Das „Cavos“ – ohne die Google Rezessionen sicher nicht unsere erste Wahl
Gesessen sind wir schön, der Service war gut
Ein paar Meze – wie immer
Fried Symi-Shrimps für mich
Sehr gute Seafood Spaghetti für Sibylle – sie war begeistert

Kurz – wir essen gut und günstig – die Google Rezessionen waren korrekt. Das Lokal wird es nicht auf unsere Bestenliste schaffen, ist aber eine empfehlenswerte Adresse in Kefalos.

Wir gehen durch den Ort und stellen fest, dass hier Freud´ und Leid eng beinander liegen. Der Ort hat seine besten Zeiten hinter sich und es scheint, als hätte er sich auf Billigtourismus für Touristen aus England eingeschossen. Kefalos ist vom Businesssterben betroffen – überall leere Tavernen, Geschäfte und Bauruinen.

Einladend geht anders…

Auch das ist Kefalos

Ich war frustriert. Ich weiß inzwischen, dass ich, dass wir von Leros und den umliegenden kleinen Eilanden verwöhnt sind. Toristeninseln wie Kos erschlagen uns eher – ich war ein wenig missmutig und das sollte sich noch steigern.

Wir dackeln also durch einen halbverfallenen Ort, entlang einer Verkehrsader, vorbei an bunten Bars mit oberkörperfreien, tätowierten Angelsachsen, deren Hautfarbe sich zwischen hellweiß und puterrot einordnen lässt. Zum Trost stelle ich mir das fantastischste Eis vor, welches meiner Phantasie entspringen kann…

Dass dies schiefgehen musste war klar! Der Eissalon war ein neonlichtdurchfluteter Raum ohne jeglichen Charme. Ein ahnungsloser Eisverkäufer machte kreisrunde Minikügelchen, welche eher an Tischtennisbällchen als an Speiseeisträume erinnerten. Die Sortenauswahl eher Fürst Pückler statt fürstlich – die Damen kauften, ich boykottierte! Aber nicht im Zorn – ich dachte an „Repapis“ in Leros und freute mich auf ein Rieseneis nach unserer Rückkehr.

Fotos gibt es leider keine…

Zurück am Schiff prüfe ich die Ankerapp, die wie immer zur Kontrolle mitläuft. Es scheint alles ok zu sein.

Auch am nächsten Morgen – alles ok

Der Wecker holt uns aus den Federn – lieber etwas Sicherheitszeit einbauen. Katharinas Taschen sind gepackt, die Morgenstimmung hebt sich über die Bucht…

Sonnenaufgang in Kefalos

Wir gehen ein letztes Mal zusammen schwimmen, frühstücken gemeinsam, dann heißt es Abschied nehmen. Ich packe Kates Tasche ins Dinghy, Sibylle drückt die Freundin zum Abschied, dann übernehme ich das Shutteln an den Strand.

Das Gepäck muss mit
Ein letztes Winken
Dann setzen wir über

Katharina wird vom Taxi abgeholt. Als der Fahrer per Anruf bestätigt und wir eine gewisse Sicherheit haben, dass alles klappen wird, verabschiede auch ich mich von Katharina – wir werden wieder zusammen reisen, mal schaun, wann es wieder klappt.

Ich fahre sofort zurück zu NESSAJA, wo Sibylle schon alles zum „Anker auf“ vorbereitet hat. Wir nehmen das Dinghy in die Davits, beobachten wie Kate ins Taxi steigt und holen das Grundeisen hoch – NESSAJA ist wieder in Fahrt!

Bewölkt, frischer Wind, angesagte Regenschauer – und viele Meilen vor der Brust

Es war für heute ein sehr durchwachsener Regentag angesagt. Westlich von Kos war laut Wetterbericht eine Windkante mit kräftigen Böen die dann eher von vorne gekommen wären. Unser Kalkül war also, daher auch die morgendliche Eile, den längeren Weg an der Nordostecke von Kos vorbei zu nehmen.

Im Zweifel würden wir die ersten Meilen segeln können, sollte der Wind wirklich wie vorhergesagt kommen, sind wir hinter den Inseln Kos und Kalymnos geschützt für unseren langen Weg…

…nach LEROS – immerhin über 50nm, also eine kalkulierte Fahrtzeit von etwas mehr als 10h!

Bei trüben Wetter entlang der Hotelburgen auf der Südseite von Kos

Ich nehme es vorweg, weder Wind noch Wellen kamen so unangenehm wie vorhergesagt. Das hatte den Vorteil einer weitgehend angenehmen Fahrt, gepaart mit dem Nachteil des stetigen motorens – tucktucktuck – was kannst da machen???

Die Antwort – lesen

Durch den gewählten Weg war das Wasser recht flach, wir kamen gut voran und umschifften dabei das Sperrgebiet im Osten von Kos, das Flach im Nordosten und letztlich die Ausbuchtung der türkischen Seegrenze (mache ich immer) – wir waren gut in der Zeit und verwarfen den Notfallplan, einen Zwischenstop in der Bojenbucht Palionisos auf Kalymnos einzulegen.

Unterwegs hatten wir Thilo und seine HOME OFFICE auf dem Schirm. Er hatte die letzten Urlaubstage mit Familie vor der Brust und war auf dem Rückweg aus der Zentralägäis. Per WhatsApp verabredeten wir uns zu einem Treffen in der Bucht von Xirokampos im Süden von Leros.

Noch eine Nacht Bucht vor der Rückkehr in die Marina – und doch schon der Heimat nah – zudem lernen wir Thilos Frau kennen und können ihm seinen Autoschlüssel zurückgeben. Nur Vorteile also…

Gegen 18.30 Uhr kamen wir zufrieden, aber auch etwas erschöpft an.

NESSAJA in der Bucht von Xirokampos
Fotografiert aus Thilos Cockpit

Thilo war schon da und begrüßt uns mit einer Einladung zum Sundowner an Bord der HOME OFFICE. Die nehmen wir gerne an! Wir lernen neben seiner Frau Ela noch den Sohn nebst Freundin kennen und beschließen kurzerhand, zusammen im „Aloni“ zu Abend zu essen.

Wir setzen über ins „Aloni“
Von dort blicken wir auf unsere Schiffe HOME OFFICE (re.) und NESSAJA (2 v.r.)

Das Essen im „Aloni“ war wie immer solide und gut – aber auch er schafft es zur Zeit nicht in unsere imaginäre Bestenliste auf Leros. Zufrieden fahren wir in dunkler Nacht zurück an Bord unserer Schiffe – was für ein Tag!

Am nächsten Morgen checke ich die Ankerapp – und seht selbst, ein deutlicher Unterschied zu den Bildern der letzten Male. Die umlaufenden und unsteten Winde in Xirokampos verlangen Aufmerksamkeit, es muss immer auf genügend Raum geachtet werden.

NESSAJA fuhr am Anker spazieren – aber in ihrem erlaubten Bewegungsradius

Ich bin vor Sibylle wach und beobachte die Sonne, wie sie über den Bergrücken der Bucht steigt – ich liebe diese Stimmung! Vollkommen wird sie, wenn ich zuvor im Meer gebadet habe und dann ein Tässchen Kaffee schlürfen kann.

Die Sonne kommt über den Berg – Blick auf Susannes Haus
Die Fischer laufen aus – mit gehörig Nationalstolz
Auf der HOME OFFICE ist´s noch ruhig

Wir frühstücken und gehen ein zweites Mal baden. Dann ist es Zeit in die Bucht von Lakki, sozusagen vor den Toren der Marina, zu verholen. Dieses Vorgehen hat zwei Gründe – erstens, wir wollen die ELOWYN dort treffen. Wichtiger aber, wir können die neue Sprayhood von NESSAJA anpassen und abholen, bevor wir in die Marina zurückkehren.

Wir fahren also nur kurz um´s Eck und suchen uns einen passenden Ankerplatz. Das Grundeisen fällt und wir liegen gut – und sicher.

Sperrgebiet beachten

In der Ankerbucht von Lakki übersehen immer wieder Skipper das Sperrgebiet. Dies dient als Wenderaum für die große BLUESTAR Fähre – da willst nicht im Weg sein, wenn der Riese seinen Bug auf dich richtet und laut hupt…

Wir kontrollieren das und sind safe – somit heißt es warten! Auf Sotiris den Segelmacher und auf Volker und Tina mit ihrer ELOWYN.

Die kommt prompt!

Ist das wirklich die ELOWYN???

Ich habe das Schiff der Freunde schon bei der Einfahrt in die Bucht erkannt – eine unverwechselbare Shilouette und ein paar spezielle Charakteristika machen die Algro 68 unverwechselbar. Sibylle verlässt sich weniger auf mich als auf die Datenquelle „Marine Traffic“…

Hmmm, ja schon, es ist die ELOWYN
Sag´ ich doch!
😉 spätestens jetzt glaubt es auch Sibylle – welcome back ELOWYN, welcome on Leros

Wir fahren mit dem Dinghy an Land und treffen die Freunde aus der Oberpfalz nach langer Zeit wieder. Die Freude ist groß, es kommt zu dem Bild, welches ich als Opener für diesen Bericht verwendet habe. Wir haben viel zu erzählen, genehmigen uns einen gemeinsamen Anlegeschluck in Form einer gut gekühlten Halben! Herrlich!!

Auch Volker hat einen Termin mit Sotiris, das wusste ich und ich habe versucht, den Segelmacher beide Termine in Folge erledigen zu lassen. Das gelang! Kurz nachdem er auf der blauen Schönheit fertig Maß genommen hatte, ließ er sich von mir am Kai abholen und montierte NESSAJAs neue Mütze…

Sieht gut aus – endlich wieder Durchblick
Macht richtig was her

Wir relaxen noch ein wenig und verabreden uns für den Abend mit Tina und Volker um bei Marietta gemeinsam zu Abend zu essen.

Marietta ist jedem Blogleser geläufig. Seit wir hier in Leros sind, ist sie eine Drehscheibe und Quell der Informationen für uns. Sie ist unbestritten meine Lieblingsmarietta – ich freue mich auf´s Dinner!

Marietta und Takis – noch entspannt. Der Ansturm kommt noch
Thelo trapezi parakalo – wir reservieren auf griechisch!

Wir bestellen einen Tisch auf griechisch, zufällig kommt Volker und holt Eiswürfel – vor dem Abendessen sind wir nämlich ein weiteres Mal auf die ELOWYN geladen – zum Aperitiv!

Wir blicken auf unser Schiff in die Bucht und sind zufrieden. Gemütlich schlendern wir zu dem blauen Riesen, welcher seinen Platz am Stadtkai gefunden hat.

NESSAJA in der Lakki Bucht

Wir quatschen mit den Freunden über Dies und Das und auch über die Pläne der nächsten Tage. ELOWYN wird für einige Wochen in der Leros Marina geparkt, es gibt etliches zu tun – ich könne helfen.

Man wolle aber auch die führenden Kneipen, Bars und Eisdielen besuchen – auch hier könne ich helfen.

Puh, ich spüre förmlich die Last auf meinen Schultern, erkläre aber, dass wir morgen früh NESSAJA in die Marina verholen und dann die kommenden Tage für den Besuch der ELOWYN und den der TRINITÉ geplant hätten…

Zeit für´s Dinner!

Marietta ist stolz – inzwischen gibt es eine sehr persönliche Speisekarte

Wir essen lecker und trinken viel – ein herrlicher Abend in herrlicher Athmosphäre. Hinter uns liegen 14 Tage Törn, 250nm mit einer lieben Freundin – der Törn, der Urlaub, war erfolgreich und trotz wiedriger Wetterkapriolen wunderschön. Unsere NESSAJA hat uns nicht enttäuscht – alle Systeme funktionieren super! Ich komme zurück und die ToDo Liste ist KÜRZER als vorher!

Dennoch – nach Leros zurückkommen ist nach Hause kommen!

Zufrieden schlendern wir zu unserem Schnulli und tuckern zurück zu NESSAJA.

Heim – ab ins Bett

Am nächsten Morgen überschlagen sich die Ereignisse. Wir hatten gerade gefrühstückt, als uns eine Message von der ELOWYN erreicht. Tina hätte noch keine Lust auf Marina, man wolle noch eine Nacht in einer Bucht verbringen – die Wahl sei auf Xirokampos gefallen – „…wollt ihr mit?“

Ähh, sehr kurzfristig – aber ein reizvoller Gedanke! Wir sagen spontan zu.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – wir machen NESSAJA fertig zum Anlegen, funken die Marina an und laufen ein. Wir bekommen den Platz neben unseren langjährigen Freunden Uli und Angelika auf ihrer JASPER. Das traf sich gut, denn die beiden hatten in unserer Abwesenheit Kinderschwimmwesten angenommen, welche über eine Leros-Facebookgruppe zu verschenken angeboten waren. Die kleinen Westen wechselten also das Schiff…

Von 2 – 12 – die Enkel können kommen

Es bleibt eine Randnotiz, dass wir später eine vierte Weste in Size 0 – also eine Miniweste – noch dazu bekamen. Wir sind bestens gerüstet für die ersten Besuche der Enkel.

Wir bedanken uns bei Angelika und Uli, die freuen sich, dass wir wieder da sind. Die Freude dauerte nur einen Wimpernschlag, denn wir begrüßten und verabschiedeten uns gleichzeitig – der Rucksack wurde gepackt – wir marschierten in den Stadthafen und ließen NESSAJA in der Marina zurück.

Für knapp zwei Tage heuern wir auf ELOWYN an…

Drei Stunden nach dem Aufwachen – NESSAJA ist in der Marina, wir auf ELOWYN. Wir laufen aus…

Unser Plan war, einfach einen Tag in der Xirokampos Bucht abhängen, baden, gut essen, relaxen, genießen – Volker zirkelt den Boliden Richtung Ausfahrt der Lakki Bucht, der Weg in die Südbucht von Leros ist ja kein weiter…

Blinker rechts und ab durch die Mitte

Wirklich cool war, dass wir bei passender Windrichtung bis kurz vor Xirokampos segeln konnten. Es ist schon immer wieder beeindruckend welche Kräfte wirken, wenn die Tücher auf dem 68-Füsser gesetzt sind.

Als wir den Anker haben fallen lassen und uns vom festen Sitz des Grundeisens überzeugt hatten, war es gerade Zeit für ein Tässchen Kaffee geworden. Es traf sich gut, dass Volker dies beim morgendlichen Einkauf bedacht hatte und zum Koffeingebräu auch noch süsse Teilchen anbieten konnte – ein gelungener Auftakt!

Nicht schlecht – Kaffeekränzchen an Bord der ELOWYN
Uns gefällt es!

Volker klappt die Badeplattform herunter, es öffnet sich eine Terrasse zur See hin. Die Dusche wird vorbereitet, das Meer ruft zum Bade – und diesem Ruf folgen wir alle. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass zwei Runden um ELOWYN auch eine größere sportliche Aktivität darstellen als zwei Runden um unsere NESSAJA.

Terrasse zum Meer

Nach dem Baden war genug Zeit zum Chillen, Lesen oder für ein bisschen Internet. Perfekte Stimmung also auf dem blauen Schwan!

Randbemerkung – ich darf nicht spoilern, aber es sei erwähnt, dass mich just in diesem Augenblick eine sehr erfreuliche und bewegende Nachricht erreicht – dazu mehr im Julibericht…

Ein sehr cooler Tag

Wir waren also in bester Laune – und als ob dieser Moment noch ein kitschiges Sahnehäubchen bedurft hätte, kamen in exakt diesem Augenblick Delfine in die Bucht – dorthin, wo wir vor Minuten noch schwammen…

10m von ELOWYN
Kreisen 2x ums Schiff und ziehen wieder ab

Wenige Augenblicke später fährt Thilo mit seiner HOME OFFICE ab. Er hat seine Familie am Fährhafen abgesetzt und bringt sein Schiff nun in die Marina um von dort aus bereits morgen mit dem Auto den Heimweg anzutreten – ihn werden wir erst ein ein paar Monaten wieder sehen. Wir winken zum Abschied…

Die HOME OFFICE verlässt Xirokampos

Als hätte er gehört, dass in Xirokampos ein Platz frei geworden ist, lenkt wenige Minuten später der Skipper der TRINITÉ sein Schiff um das Kap am südlichen Eingang der Bucht – hier waren wir mit Ulrike und Jörg verabredet, hier sollte es endlich mit einem Wiedersehen klappen.

Um den Zusammenhang zu verstehen, muss man wissen, dass die beiden Capetañas der ELOWYN und der TRINITÉ Schwestern sind und wir über diesen Link mit beiden Paaren befreundet sind. Ich habe Volker bei meiner Ausbildung zum SSS kennen gelernt, Sibylle war zusammen mit Ulrike auf Praxistörn für den SKS.

TRINITÉ läuft ein und belegt die Lücke der HOME OFFICE

Großes HALLO und große Wiedersehensfreude – wir sitzen zusammen, trinken etwas und tauschen die wichtigsten Informationen aus. Der ausgedehnte Klönschnack findet dann beim gemeinsamen Dinner statt – Volker lädt zu einem besonderen Nudelgericht dessen Name mir leider entfallen ist – egal – mit Auberginen und raffiniert gewürzt…

Wir haben uns die Wänste vollgeschlagen, die Finger geschleckt und den Wein genossen. Dann sind wir alle zufrieden (und leicht angedüdelt) in die Kojen gefallen.

Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit dem frühmorgendlichen Bad im Meer und einer ersten Tasse Kaffee. Tina teilt diese Leidenschaft mit mir, so war der Start in den Tag sozusagen unumstößlich gesetzt und quasi „in Stein gemeißelt“.

Der daraufhin folgende Freestyle-Teil des Starts in den Tag war aber auch nicht von schlechten Eltern – es wurde nämlich ein fürstliches Frühstück gezaubert.

Rührei mit Zwiebelchen und Speck – wie fein
Wenn ein Tag so beginnt

Ok, jetzt aber genug des Müßiggangs, die ELOWYN muss in die Marina, Volker und Tina haben eine ToDo-Liste abzuarbeiten, bevor es für eine Stippvisite nach Deutschland geht.

Wir gehen Anker auf und passieren die TRINITÉ, deren Crew würde ebenfalls in die Leros Marina einlaufen – aber erst morgen.

Yassou, bis morgen

Unter Motor tuckern wir die paar Meilen Richtung Lakki und planen schon die Vorgehensweise nach dem Anlegen. Volkers Dinghy muckt, ich könne helfen, eine fachgerechte Reparatur einzusteuern. Ok, hab´ ich im Sinn, was noch? „Noch ein paar Kleinigkeiten…“ – ok, auch das bekommen wir hin!

Jeder sein Steuerrad, wie praktisch 😉

Während wir also so dahinsinnieren, frage ich mich, ob ich Werner mit seiner ALENA noch in der Marina antreffen werde. Und als ob er es gehört hätte, biegt der Haudegen mit der feinen Hallberg-Rassy ums Eck – ich erkenne das mir vertraute Boot sofort…

Wir fahren nah ran, es dauert einen Augenblick bis Werner erkennt WER ihm da was zurufen will – dann können wir im Vorbeifahren seiner Tochter nebst Sohn zum Abschied winken, sie werden vom Skipper nach Kos gebracht. Werner und Erna werden wir nach deren Rückkehr wieder treffen.

Wir wünschen „Gute Fahrt“ und die Rassy zieht dahin…

ALENA mit Kurs Kos, sie bleibt achteraus

Wir laufen in die Lakki Bucht ein. Ich hatte ja schon erwähnt, dass es sich für mich jedes Mal wie eine Heimkehr anfühlt, wenn wir die Masten der Marina vor dem Bug haben – das ist auf ELOWYN nicht anders.

Nur noch wenige Minuten bis zum Anlegen

Wir sprechen während des Einlaufens aber auch über das riesige Flüchtlingscamp direkt an der Hafeneinfahrt – es ist den Einheimischen ein Dorn im Auge, nicht etwa wegen der Flüchtlinge, mehr wegen der exponierten Lage der Einrichtung. Allen Unkenrufen zum Trotz, ist der Hot-Spot Leros aber ein anerkannt gutes Beispiel für den Umgang mit den Geflohenen – das neue Camp ist dennoch strittig.

Ein großes, auffälliges Containerdorf

Der Skipper der ELOWYN ruft zum Vorbereiten des Schiffes – die Arbeiten die auf dem blauen Riesen zu verrichten sind, gleichen irgendwie denen, die auf NESSAJA zu erledigen sind, man hantiert aber mit anderen Dimensionen…

Nur noch schnell die Fender ranhängen

Wir bringen den Boliden sicher an seinen Platz am A-Ponton, dort wo die „Big-Ships“ festgemacht sind. Nach dem Anlegeschluck schießt mir ein Gedanke in den Kopf, welcher sich dort manifestiert – das ausgefallene Eis in der Möchtegern-Eisdiele in Kefalos.

Es gibt nur einen Weg, sich aus dieser Gedankenfalle zu befreien…

„Repapis“ Eissalon in Lakki
SO!!! geht Eis – da sollte sich der Eisclown aus Kos mal ein Beispiel nehmen

Volker geht es ähnlich – auch bei ihm manifestiert sich ein Gedanke welchen er nicht mehr los wird. Auch hier ist der Lösungsansatz der gleiche – Befreiung durch Konfrontation!

Bei ihm ging es um „Harris Bar“ in der ersten Mühle über Panteli. Volker vertritt die Meinung, dass es eine gute Idee wäre, hier einen Cocktail zu genießen – wer könnte da widersprechen???

Dann gehen wir da eben auch noch hin…
…und freuen uns über freie Platzwahl
Ein feiner Blick – früher „View“ (nomen est omen) – heute das „Harris“
Mein „Hawaiian Blue“ – einer meiner zwei Favoriten

Nach dem Drink gehen wir auf ein gemeinsames Dinner ins „Kakomoiras“ und sacken anschließend erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen schlüpfe ich hastig aus den Federn und frühstücke rasch. TRINITÉ hat sich angemeldet, sie hat den ersten Krantermin des Tages – wir wollten als Helfer für den Fall der Fälle zur Verfügung stehen.

Ich werfe einen Blick auf unsere bewährte NESSAJA und gehe dann zu Krangasse.

NESSAJA neben JASPER
TRINITÉ kommt schon an…
Ulrike zirkelt die Moody 47 in die enge Krangasse
Kurzer Prozess – schon ist das Schiff aus dem Wasser. Jörg macht Bestandsaufnahme

Jörg und Ulrike haben ihr Schiff in die Marina gebracht, um hier einige Wartungsarbeiten erledigen zu lassen. So soll zum Beispiel das Unterwasserschiff neu mit Antifouling gestrichen werden, auch zwei elektrische Probleme sollen gelöst werden – zu diesem Zweck haben sich die Beiden mit Hund Phonaso ein kleines Häuschen gemietet, um in Ruhe die Insel zu entdecken und den Arbeitsfortschritt zu überwachen.

Ich nehme es vorweg, das alles hat wie geplant geklappt, die Beiden konnten TRINITÉ nach der geplanten Woche wieder zu Wasser bringen.

Nicht wegen des Krantermins war heute ein besonderer Tag – nein, es war der Hochzeitstag von Tina und Volker. Das feiern wir normaler Weise nicht zusammen, es gibt aber eine Ausnahme – wenn es sich um einen speziellen Hochzeitstag handelt…

Ob der griechische Ministerpräsident deswegen nach Leros kam???

Der Autokorso des Ministerpräsidenten
Der Bürgermeister mit Kyriakos Mitsotakis – leider nur der Hinterkopf

Volker war sich sicher – ja, das sei wegen ihm. Er nahm es zur Kenntnis und bedankte sich auch bei den „Winkkindern“ mit einem Kopfnicken, als diese an unserem Café die Strasse überquerten.

Die „Winkkinder“ für den Ministerpr… – ähhh, für Volker

Spaß beiseite – es waren gerade Wahlen in Griechenland und es wurde für jede Stimme gekämpft. So hat es Herrn Mitsotakis nach Leros verschlagen – ein Highlight!

Eine Frage bleibt offen – ist er beliebt oder verhasst? Ich konnte das, durch vorsichtiges Nachfragen, nicht herausfinden. Die einen lieben ihn, die anderen verachten ihn – und verleihen dieser Verachtung Ausdruck, indem sie Knoblauchzöpfe vor die Haustüre hängen. Glaubt ihr nicht???

Auch eine Art Ablehnung zu zeigen

Wir gehen zurück in die Leros Marina. Sowohl Volker als auch ich haben ein paar Dinge zu erledigen. Das wollten wir abgehakt wissen, bevor wir uns zum „offiziellen Programm“ anlässlich des Ehrentages der Freunde treffen würden.

Auf meinem Weg zum Office fällt mir auf, dass die Bauarbeiten rund um die neue Auffahrt abgeschlossen sind! Ist schön geworden…

Früher Sand, heute gepflastert inclusive geschmackvollem Mosaik
An der Anlage wird stets gearbeitet – die Marina ist gut in Schuß

Ich erledige meinen Krimskrams und freue mich über ein paar Minuten zum Durchatmen, bevor Volkers Ruf zur „Mühlentour“ erschallt.

„Mühlentour“? Ja, erst zu Haris Karpathakis´ Bar in der Windmühle, dann ins „Mylos“, dem gefeierten Fischtempel.

Los geht´s…

Das Séparée des „Harris“ – heute für uns reserviert
Etwas abseits der Bar
Herrlich – „Strawberry Smash“, mein zweiter Favorit

Nachdem der Abend im „Harris“ hochkarätig begann, konnte es nur eine logische Fortsetzung geben. Ein Dinner im „Mylos“ – aber das hatte ich ja schon verraten.

Wir setzten also unseren Weg fort und fuhren gesammelt zum feinen Fischlokal. Hier muss ich keine Worte mehr verlieren – die Bilder sprechen wie immer für sich. Lasst euch mitnehmen, ich möchte unsere Eindrücke teilen…

Der Name ist Programm – direkt am Meer, direkt an der alten Mühle in Agia Marina
Das „Mylos“ bietet ein herrliches, authentisches Ambiente…
…und geschmackvolle, kleine Details
Ein gebührender Rahmen um zu feiern
Vorfreude – es wird gewählt
Kleine Tartes – eine frittierte Jakobsmuschel auf Tunapaste, wief abgeschmeckt und dargeboten
Tuna-Tartar
Eine 3kg Brasse
Nochmal – Vorfreude

Ein Dinner welches keine Wünsche offen ließ – es war wirklich eine Wucht.

So saßen wir und sprachen über Gott und die Welt. Ein lustiger, geselliger Abend unter Freunden. Über unsere semi-philosophischen Einlassungen und Exkurse brach die Nacht herein. Auch hier kann das „Mylos“ punkten – mit einem atemberaubenden Blick auf das beleuchtete Agia Marina nebst Kastell und Kapelle.

Agia Marina, Kastell, Kapelle – ein wunderbar ausgeleuchtetes Ensemble

Zeit für einen Nachtisch! Hier haben wir NICHT auf die köstlichen Desserts der Taverne zurück gegriffen – wir haben selber etwas vorbereitet!

Schon im Urlaub hatten Ulrike und Sibylle beschlossen, eine „25 Years“ Silberhochzeitstorte bei „Repapis“ in Auftrag zu geben. Ich konnte das per Messenger beauftragen und die Abholung erfolgte heute morgen. Das „Mylos“ Team war so freundlich uns den Kuchen zu kühlen – bis jetzt!

Mit Kerze und Sternwerfer – alles Gute
Die Beiden haben sich richtig gefreut – und hatten Spaß

So endet dieser besondere Tag. Die Crews ziehen sich zurück, Sibylle und ich fallen todmüde ins Bett – das mag etwas durch den sehr leckeren Wein gefördert worden sein. Wie auch immer, morgen ist ein neuer Tag – gute Nacht…

Ebendieser neue Tag bricht an – entspannt! Wir, mehr eigentlich ich, haben unsere Zeit für die Freunde blockiert. Doch Volker ist erstmal nicht arbeitswillig – ihn zieht es an den Strand. Na da kann Abhilfe geschaffen werden!

Keine Chance sich zu verlaufen
Ein paar Stunden „easy going“ – muss auch sein

Wir hocken uns auf einen „Freddo“ an den Panteli Beach, genießen das lockere Leben und tauschen uns aus. Irgendwann aber überkommt es uns – wir müssen was tun! JETZT!

Wir hatten Giorgos am Nachmittag zu einer Seitenbucht der Marina bestellt. Der Tausendsassa hat zugestimmt, die Reparatur des Williams Tender anzugehen. Ich würde in Volkers Abwesenheit der Ansprechpartner sein, gegebenenfalls helfen und bei der Ersatzteilsuche unterstützen.

Um pünktlich zu sein, mussten wir jetzt lospaddeln, wir wollten den Tender zur rudimentären Slipstelle bringen.

Ein Williams Tet-Tender – 400kg schwer! Ohne uns!
2 MS ersetzen 98 PS

Nach rund zehn Minuten kamen wir am verabredeten Ort an – „just in time“ – half uns aber nix, da der griechische Mechanikus eben immer die obligatorischen 15 Minuten zu spät kommt.

Letztlich egal, das Transportteam kommt irgendwann und nimmt den waidwunden Flitzer auf den Hänger um ihn ins Dinghykrankenhaus zu bringen – ob´s klappt erfahrt ihr in einem der kommenden Berichte.

V-Victory – freu´ Dich nicht zu früh
Ein letzter Kontrollblick…
…dann fährt er dahin

Ok, das hat schonmal geklappt – puh, hartes Stück Arbeit! Das Abendessen scheint mehr als verdient.

Heute wollen wir Neues wagen. Unser Marinarestaurant hieß seit Anbeginn „Skipper´s“ – früher eine begehrte und frequentierte Adresse für die Marinakunden, denn es gab gutes Frühstück, Bier, Kaffee, kleine Snacks und leckere, preiswerte Küche am Abend.

Dies hatte sich seit zwei, drei Jahren geändert. Man wollte das „Skipper´s“ in eine andere Liga katapultieren, hat die Speisekarte entsprechend angepasst und die Preise gleich mit. Um diesen Schritt zu manifestieren wurde das Lokal in „Arka“ umgetauft.

Das ging aber gründlich in die Hose – die Gäste blieben aus, das angesprochene Klientel war nicht in ausreichender Anzahl und über die ganze Saison zugegen.

Heute heißt das Lokal wieder „Skipper´s“, Mariettas Cousin hat es gepachtet und will zu guter, gehobener Standardküche zurückkehren – nicht billig, aber preiswert – so das Credo.

Wir verabreden also einen Aperitiv im Mietshaus von Ulrike und Jörg um danach ins „Skipper´s“ weiter zu ziehen.

Traumhafter Ausblick von der Terrasse des Ferienhauses
Ein Aperitiv und Knabbereien werden kredenzt – schön hier
Darf in keinem Blog fehlen der eine breite Masse ansprechen will – Bilder von Babykätzchen (gleich nebenan)

Ich hatte den Tisch für den Abend reserviert. man brachte uns zum Platz, der Service war sehr gut, mit einer gewissen Tendenz zur Überschwänglichkeit.

Alles sehr stimmig

Der Chef selbst erzählte von seinem Antrieb und seinen Wurzeln, er wies gerne auf Maxime hin, die wir nun erleben würden. Er gab´ auch Empfehlungen ab…

„You will get the best Steak of your life…“, „…a wine you never had before, you will feel the taste in your dreams!“

Ok, mir fällt auch was dazu ein – „res non verba“ – Taten statt Worte, lass´ mal sehen was Du kannst!

Alles sehr stilsicher – Meze und Wein ein Gedicht

Irgendwie war es schon top – der Chef ließ sich nicht lumpen und seinen Worten auch Taten folgen. Sowohl Wein, wie auch Meze hielten was sie versprachen.

Dann das Hauptgericht! Wir haben uns mehrheitlich für das Filtesteak in verschiedenen Zubereitungsarten entschieden. Wir hatten von den Steaks nur allerpositivstes Feedback erhalten, Freunde hatten es schon probiert – also los…

Filetsteak – sehr gut und mit 30.-€ relativ preiswert

Dann aber passierte etwas Merkwürdiges, der Chef ging, mit einem schwarzen Gummihandschuh ausstaffiert, reihum und hat jedem das erste Stück des Steaks abgesäbelt und in den Mund gesteckt.

Wir waren, glaube ich, alle etwas konsterniert, Sibylle stand die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben!

Seltsam???

Ich würde mich niemals selber als einen Restaurantkenner bezeichnen, zumal dann nicht, wenn es um Haute Cuisine geht – aber ich bin schon etwas in der Welt herumgekommen, war auch in guten bis sehr guten Restaurants essen – kann aber nicht bestätigen, dass dieses Gebaren einen gehobenen Standard entspricht oder dort gar Usus ist.

Sibylle sieht mich an – sie kennt meine Gedanken. Ich hasse sowas! Ich wäre in der Lage die Stimmung zu sprengen, Sibylles Augen mahnen mich, genau dies nicht zu tun! So lasse auch ich die Prozedur über mich ergehen. Ich habe den Geschmack von Gummihandschuhen im Mund und wünschte, diese würden nach Erdbeeren schmecken. Ich habe gehört, dass es möglich ist, Latex nach Erdbeere schmecken zu lassen…

Sibylle hat am nächsten Tag ein Ekzem am Mund, sicher Zufall, aber aufgrund dessen, sprechen wir noch lange über unsere „Steakverköstigung“.

Alles in Allem war es aber ein sehr gutes Dinner, unser Stammlokal wird das „Skipper´s“ aber nicht – zuviel Brimborium!

Hier noch ein paar Eindrücke…

Schoko-Mousse mit Beeren
Kleine Crepes mit „White Parfait“ und Beeren
Baklava nach Art des Hauses
Tsipouro mit Cranberries

Der Folgetag war geprägt vom Abschied der Freunde, Volker und Tina fliegen heute ab Leros Richtung Deutschland, um zuhause nach dem Rechten zu sehen. Wir treffen uns wieder, Anfang September in der Evros Marina – bis dahin gute Zeit.

Wir treffen uns nach dem Frühstück in Dimitras Café „Luigi“, von dort aus fahren wir gemeinsam zum Flughafen.

Ein letzter gemeinsamer Cappu

Den Leihwagen der Beiden übernehmen wir, uum ihn zum Autoverleih zurück zu bringen. Rena, die Vermieterin, kennt uns schon lange, das Procedere ist kein Problem.

Am Flughafen warten wir, bis die beiden eingecheckt haben und der kleine Flieger gelandet ist – jetzt sollte nichts mehr schiefgehen. Ein Drücker zum Abschied, dann sind die Freunde weg.

Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und atmen erstmal durch. So schön es ist Freunde zu begrüßen, es strengt auch an. Wir genießen ein wenig die Ruhe!

Es klopft – Werner steht an der Gangway und überreicht ein Eis. Der Gute…

Von Werner bekomme ich DREI Kugeln

Das Eis war eine Geste, die gibt es bei Werner ohne Gegenleistung – dennoch ist erwähneswert, dass ich ein paar Stunden, besser gesagt eineinhalb Tage, auf ALENA gewerkelt habe.

Werner hatte es angekündigt als wir alle noch unterwegs waren. Der Enkel hat wohl ein Soft-Taschentuch allerhöchster, ja namensgebender, Qualität eng gefaltet und als Knödel in die Toilette geworfen – ein Fehler!

Es gibt unter den Seglern ja allerhand Toilettengeschichten, denn die Pumpklos verhalten sich divenhaft – ich bin weniger streng, Werner ist strenger! Der Enkel hat gegen die eherne Regel verstoßen – in die Keramik kommt nur was vorher durch den Leib ging…

Dieser Knödel hing nun in einer Leitungskurve und verstopfte diese wie ein Betonklotz – ich hatte schwerstes Stochergerät parat, aber nix half. Nur mit stundenlangem Fitzelchenpulen und schließlich einer Minispirale wurden wir dem Tempo Herr – was eine Scheiße! Man verzeihe mir den Ausdruck, aber nirgends passt er besser als hier…

Nach einer ausgiebigen Dusche verräume ich mein Werkzeug. Die Toilette geht wieder, ich freue mich auf eine Einladung zum Dinner, welche uns, seitens unserer Freundin Susanne, anlässlich unserer Geburtstage ausgesprochen wurde.

Traumgrundstück in Xirokampos

Es erwartet uns ein Vier-Gänge Menü aus der Hand der kochaffinen Deutsch-Schweizerin. Das ist immer ein Hochgenuss, wir freuen uns auf den Abend mit guten Gesprächen, wir hatten uns lange nicht mehr im kleinen Kreis getroffen. Zudem würden Susanne und Thomas in wenigen Tagen abreisen.

Es sollte ein sehr schöner Abend werden, wenn auch mit anderem Verlauf als geplant. Zwei weitere Paare, Nachbarn und die griechischen Freunde Stella und Tasos, waren geladen und so ergab sich eine illustere und gesellige Runde.

Stella brachte, wie immer, Essen zuhauf mit – der Tisch war also reichlich angefüllt. Die Sprache des Abends – Englisch! Alle ein wenig holprig, manche schwer zu verstehen, sehr zu Sibylles Freude 😉

Diesmal auf der Südterrasse
Reichlich wie immer

Wir verabschieden uns nachdem das Mahl weitgehend verzehrt war. Es war spät geworden und wir alle waren etwas müde. Der griechische Wein zeigte ebenfalls Wirkung. So drücken wir Thomas und Susanne, wir werden uns wohl im Herbst noch einmal auf Leros wiedersehen.

Ich hatte Vorfreude auf den Folgetag – erstens, Marcus mit Familie kommt mit der DARKSYDE zurück in die Marina. Das verspricht Kurzweil und Abwechslung.

Da kommen sie – gleich mal HALLO sagen

Zweitens – wir haben eine weitere Einladung. Werner und seine Erna geben sich die Ehre. Ich solle wählen, er könne sich an ein riesiges Steak erinnern – ob das nichts wäre? Den Grund für die Einladung würden wir erfahren…

Ich konnte mich ebenfalls an das Steak erinnern, es war letztes Jahr bei unserem glatzköpfigen Freund, bei Dimitris „o´ Karaflas“.

Sibylle und Erna bestaunen die Vorspeisen
Sibylle wählt „Stuffed Calamari“ als Hauptgang
Werner und ich teilen das 1,2kg Tomahawk Steak
Medium mit Hagelsalz – sehr fein
DAS mag ich – ehrlicher als im „Skipper´s“

Ja was ist denn nun der Grund, wie kommen wir zu der Ehre?

Werner setzt zu einem Toast an und erklärt, dass er und Erna am heutigen Tag 55 Jahre verheiratet sind, sie wollen das zusammen mit uns feiern. Das berührt und ehrt uns wirklich – wir stoßen darauf an!

Darüber hinaus, setzt der Salzbuckel seine Rede fort, bedanke er sich für die Hilfe, die ich ihm rund um seine ALENA habe angedeihen lassen. Das freut mich ebenso, der allergrößte Teil davon war Ehrensache, nicht der Rede wert…

ALENAs Skipper fährt fort – er und seine Frau haben beschlossen, sich von der geliebten HR39 zu trennen, ich möchte mich bitte um den Verkauf kümmern. Ich schaue verduzt, stelle aber keine Fragen – ich weiß, was Werner bewegt, kenne ein wenig seine Gründe, der Entschluss ist wohl überlegt – ich sage zu, Details ein Andermal!

Wenn also einer von euch einen potentiellen Käufer für eine HR39 aus dem Jahr 1995 kennt, lasst es mich wissen.

Der Abend klingt ein wenig sentimental aus, wir ziehen uns zu später Stunde in unsere Schiffe zurück.

Am nächsten Morgen, ich sitze gerade am Internet, wir haben bereits gefrühstückt, Sibylle ist beim Einkaufen – es schreit und pocht an der Gangway…

DONGDONGDONG, NESSAJA, MARIO! Can I come on board? Es rumpelt – ich höre wieder ein Schreien „…no need to answer – I am on board!“ Ich gehe hoch, höre wieder ein Rumpeln und kann gerade noch George, unserem neuen, sehr emsigen Marinero nachwinken – er hat ein Paket gebracht.

Nach zwei Monaten Rückstand endlich da

Ah, SVB, endlich da! Ich kenne den Inhalt, es ist das Programmiertool für meinen Tankgeber, welcher werksseitig falsch programmiert war. SVB hat mir angeboten, dieses Tool leihweise zu schicken, ich könne das Problem damit eigenhändig lösen, dann soll ich es zurücksenden – das klingt gut!

Den Nachmittag verbringen wir bei Marcus – etwas Vernünftiges kommt dabei aber nicht raus…

So einen Hut und eine Brille will ich auch! Gibt´s die auch in rosarot???
Brille – passt schonmal
Ist das jetzt dieses COOL???
Wir wechseln den Look
Der Pate – „…I will make you an offer…“

Wir trinken Tsipouro und Bier und sind in alberner Laune – ist eigentlich immer so, wenn die junge Familie da ist. Das geht so bis in die frühen Abendstunden.

Zum Abendessen ziehen wir uns auf NESSAJA zurück. Wir sind immer noch satt von der Völlerei der Vortage. Sibylle entscheidet, einen Salat zu machen – ich stimme zu.

Reicht aus – und ist superlecker

Am Folgetag stellen wir den Wecker. Marcus fährt an die Kaimauer nach Lakki um Giorgos dort zu treffen. Ein Solarträger muss angepasst werden. Da wir auch diesmal mit Giorgos´ planmäßiger Unpünktlichkeit rechnen, sage ich zu, Anlegehilfe zu geben und auch sonst mit anzupacken.

Giorgos kommt, das Trum am Anhänger. Helfer treffen, wie aus dem Nichts, ebenfalls an der Kaimauer ein. Mein Job ist es eine der Edelstahlstützen zu fixieren. Dies verleitet Marcus zu der Aussage, dass ich mein Geld als Pole-Tänzer verdienen könnte…

Ich versuche zu zeigen was ich kann!

Uhhh, yeah
Dieses Bild mache ich nur öffentlich, um nicht erpressbar zu sein

Gemeinsam kommen wir zu dem Schluß, dass meine Fähigkeiten diesbezüglich unzureichend sind und ich lieber der Mechanik treu bleibe. Ich halte die Stange weiter fest – mit weniger Hingabe!

Danach widme ich mich einem offenen Punkt auf meiner eigenen Liste – ich will „Setup Tankgeber – Schwarzwassertank anpassen“ heute abgehakt wissen.

Programmiertool, Stromversorgung für selbiges, Licht und Bedienungsanleitung – es kann losgehen
Tool an das Kabel des Tankgebers angeschlossen – Setup Procedere durchführen
OC – bedeutet OK! So steht es in der Anleitung
Der Praxistest zeigt – alles bestens

Mein Tankgeber zeigt nun an was er soll – nicht mehr Diesel in Tank 6 sondern Schwarzwasser in Tank 1. Die 30% sind eingepumptes Wasser, ich wollte die Funktionsprüfung auch gleich erledigt wissen. Seither tut der teure Geber was er soll.

Das Tool werde ich, wie vereinbart, bei unserem Deutschlandbesuch an SVB zurückschicken. Super Service!!!

Ich bin gerade fertig, schellt mein Telefon. Marcus ist am Apparat, er wolle sich bedanken und käme mit dem Schlauchboot in die Marina – an der Hand hätte er seine Tochter und einen Karton voller Süssigkeiten. Ich soll doch bitte Kaffee kochen! Ok, wenn er das sagt…

„Repapis“ Sweets, nicht von schlechten Eltern
Und wieder nur Blödsinn im Kopf – ok, wir müssen auch eine Vierjährige bespaßen

Nach der Kaffeepause zieht der Freund wieder ab. Er wird mit seinem Katamaran nach Lipsi fahren. Die Nachbarinsel ist sein Refugium, er hat dort seine Homebase. Wir treffen uns regelmäßig in Leros, weil DARKSYDE dort stationiert ist.

Wir verabreden uns locker auf einen Besuch in Lipsi. Wenn wir hier mit unseren Erledigungen fertig wären, würden wir gegebenenfalls noch auf ein paar Tage „Urlaub“ in die Ankerbucht Katsadia vor dem berühmt-berüchtigten „Dilaila“ festmachen. Mal sehen ob´s klappt…

Sibylle mahnt, „…wenn wir mit unseren Erledigungen fertig werden wollen, müssen wir JETZT etwas tun!“

Ok, verstanden, ich erkläre mich bereit die Reinung der Bilge mit ihr anzugehen.

Kühltruhe nochmals weg, alle Bretter raus – erst vorne, dann in der Mitte
…hier sieht man warum

Grund für den Aufwand war unser defekter Reservekanister. Ich hatte einen Olivenölkanister zum zweiten Ersatzkanister umfunktioniert. Er ist der einzige Kanister, der aus Platzgründen im Innenraum des Schiffes mitfahren darf.

Ausgerechnet dieser Kanister hatte für Unbill gesorgt – er hatte durch einseitiges Stehen eine Verformung mit einem Mini-Knick und einer Undichtigkeit. So gingen zwei, drei Liter Diesel verloren und verteilten sich in der Bilge.

Das Problem hatten wir rasch gelöst, aber die Reste in den Bilgen schwappten beim Segeln hin und her – erst heute hatten wir Zeit für eine porentiefe Reinigung. Aber nun kann ich auch diesen Punkt von der Liste nehmen!

Zur Belohnung gibt es abends mal wieder „SouVLakki“…

Heute bleibt die Küche kalt…
…denn Chicken Giros schmeckt auch Sibylle
Ist aber auch was Feines

Weil wir gerade so einen guten Lauf haben, gehe ich am nächsten Vormittag einen neuen Punkt auf meiner Liste an. Sibylle hat moniert, dass das Gasgeben im Rückwärtsgang schwerer als gewohnt geht.

Ich sehe mir das am Gasseil und Gashebel an der Einspritzpumpe an, alles ok – hm, dann muss ich mal in die Schaltkulisse schauen. Denn eines muss ich eingestehen, ich hätte es vielleicht nicht so dramatisiert, aber gemerkt habe ich es auch.

Schaltkulisse freigelegt, kein eindeutiger Fehler erkennbar

Ich schraube also das Gehäuse auf und prüfe alles, es ist kein Fehler erkennbar, die Schaltkulisse an sich, ist ein in sich geschlossenes Bauteil. Pro forma bestelle ich einen Gaszug – das kommt auf die Liste für den Winter.

Jörg ruft an. An sich ist die TRINITÉ absprungbereit, um als nächstes Ziel Kurs Astipalaia anzulegen. Sie warten auf das richtige Windfenster und auf den Kühlschrankmonteur, der eine Nachbesserung vornehmen soll.

Er erklärt mir, dass seine Duschpumpe kaputt sei und er exakt dieses Modell suche – SCHNELL! Puh, ob das klappt? Ich verspreche, dass ich mich umsehen werde, die einschlägigen Geschäfte sind mir bekannt.

Und tatsächlich – schon zwei Stunden später kann ich Entwarnung geben…

Das Objekt der Begierde

Wir verabreden uns zum Abschiedsdinner im „Pirofani“ am Panteli Strand, dort würde ich ihm auch die Pumpe übergeben können.

Wir fahren etwas früher hin, so bleibt genug Zeit um vor dem Dinner noch einmal zur Abfrischung ins Meer zu springen – ähhh, Sibylle, hast Du meine Badehose dabei???

Hat sie!

Raus aus dem Wasser, einmal schütteln und die paar Schritte zum Lokal. Schon kommen Ulrike und Jörg mit dem Dinghy angetuckert. Die Pumpe geht von meinen Händen in seine.

Wir setzen uns, ganz nahe am Wasser und genießen das Ambiente und das gute Essen.

Mal sehen, was nehmen wir denn heute?
Tzaziki – immer
Garlic Pita – auch immer
Marinated Anchovis – sehr lecker
Tuna Tartar mit Mango und Avocado – ein Gedicht
Dazu ein „Herrengedeck – Greek Style“ – Mamos und Babatzim Ouzo

Wir essen abermals sehr lecker und das „Pirofani“ kann seinen Platz in unserer Bestenliste leicht verteidigen – es ist, im Moment, ungefährdet unter den Top3.

Es gibt viel zu schnacken, ein Haus in Griechenland ist nur eines der vielen Themen. Es wird rasch späte Nacht, Zeit sich zu verabschieden. Wir werden die Beiden so rasch nicht wiedersehen, ich ziehe unseren geplanten Kreta-Besuch im Herbst in Zweifel. Egal, auf bald, irgendwo, irgendwann.

Am nächsten Tag setzen die Freunde die Segel und richten den Bug Richtung Astipalaia.

Ich gehe am nächsten Tag mal wieder schwimmen – frühmorgens um die Gunst der frühen Stunde zu nutzen. „Early Bird Day“, sozusagen…

Die Sonne kommt über den Bergrücken, es ist etwa 07.30 Uhr
Ich erfrische mich – die Lebensgeister kommen zurück
Den Rest macht Kaffee

Ich verweile einen Augenblick und genieße die Ruhe. In der Marina erwarten wir die Rückkehr liebgewonnener Freunde – bei Hans-Peter war in unserer Abwesenheit seine Frau Petra angekommen und sie haben sofort die Leinen bei ihrer LIBERTÉ losgeworfen – Ziel war Poros auf der anderen Seite der Ägäis.

Die Reise hatte einen Zweck, Hans-Peter wollte sich ein Schiff ansehen, welches ein Schnäppchen zu sein scheint. Ich wurde zwischenzeitlich immer per WhatsApp über den Sachstand informiert. Wusste daher, dass die besichtigte Bavaria 42 Ocean durchaus eine gute Occassion zu sein scheint, wusste aber auch, dass irgendwo aus Richtung Antriebsstrang Geräusche zu vernehmen sind, das wollten wir uns heute ansehen.

Der Cappuccino war alle, also auf in den Kampf Torero…

Zurück in der Marina, begrüßen Sibylle und ich die Rückkehrer. Wir erzählen uns das Erlebte und tauschen erste Fakten aus. Eine Information – Merlin hat die Schnauze voll, er war vielleicht seekrank…

Der Schnauzer hat die Schnauze voll – 😉 – man möchte es glauben

Wir verratschen uns und die Stunden verfliegen. Wir beschließen zusammen zu dinnieren und werden auf die LIBERTÉ zum Gulasch eingeladen. Sibylle bringt den bereits gekauften Salat mit, der soll nicht verderben.

Die Identifikation des mysteriösen Heulens verschieben wir auf den Folgetag, da packen wir aber gleich am Vormittag an! Versprochen!

Hilft nix – der Taucher muss wieder ins Wasser

Frei nach dem Grundsatz – „ein Taucher der nix taucht, taucht nix“ – gibt Hans-Peter alles und wir finden die Ursache rasch.

Mit einem Dreiflügler mit geringer Steigung, daraus folgt große Kraft, ist das Geräusch deutlich vernehmbar. Mit einem steileren Pendant ist das Heulen deutlich leiser. Wohingegen mit dem Zweiflügler das Geräusch nicht zu hören ist – seltsam…

Montiert wird der größere, steilere
Die Damen und Merlin überwachen unser Tun

Da die zweiflüglige Schubschraube nicht mehr im besten Zustand war, entscheiden wir uns für den guten Kompromiss – der steilere Dreiflügler wird montiert, das Problem war gelöst. Die allgemeine Sichtkontrolle ergab keine Auffälligkeiten. Gegen Mittag war das Thema erledigt, der Nachmittag stand für uns alle zur freien Verfügung.

Sibylle entscheidet sich für… WANDERN. Ich hingegen für Freundschaftsleistungen – Volker hatte zwischenzeitlich den Versand seines „Reservedinghys“ mit Spedition von Lavrion nach Leros veranlasst – „…kannst Du das schnell abholen und auf ELOWYN deponieren?“ lese ich in der WhatsApp Nachricht. Klar kann ich, schnell…

Aber wie ohne Auto? Ich mach´s griechisch!

Ich lade die Ware bei der Spedition auf´s Mopped
Und bringe es in der Marina zu ELOWYN
Dort wuchte ich es alleine an Deck – der schwierigste Teil des Unterfangens…
…und verstaue es in der Segellast

Beflügelt durch meinen Erfolg, setze ich meine Transporttätigkeit fort. Mein Außenborder muss für Wartungsarbeiten, welche ich nicht selbst durchführen kann, zu Antonis, dem anerkannten Außenborderspezialisten in Lakki.

Ich nehme den 6PS Suzuki also von Bord, auch das schaffe ich alleine, um ihn dann, wieder mit dem Mopped, zu Antonis zu bringen.

Das Mopped als Transportvehikel
Vor Antonis´ Werkstatt

Warum das so gut klappte? Weil niemand da war, der mir gesagt hat, dass es nicht geht…

In eigener Sache! Sibylle hat mich ermahnt, dass man MOPPED mit einem P schreibt – MOPED wäre richtig. Da ich „Werner“ Fan der ersten Stunde bin, weiß ich sicher wie man Mopped schreibt, nämlich mit zwei P – ich bin doch kein Depp (auch mit zwei P – witzig 😉 )

Die Internetseite „Happy Biker“ erklärt hierzu…

Wenn ein Motorradfahrer von einem Mopped spricht meint er meistens ein Motorrad.
Ein Moped ist ein kleines Motorrad mit Pedalen. Der Hubraum beträgt max. 50 ccm und die zulässige Höchstgeschwindigkeit 45 km/h

Daraus folgt -> meine GS ist ein Mopped – alles klar?

Am Abend hatten wir uns mit der „D-Steg Gang“ zum Dinner und vorherigen Besuch des „Harris“ verabredet. Auch dorthin fuhren Sibylle und ich mit dem MOPPED.

Petras erster Besuch in der Bar mit der tollen Aussicht

Wir alle wollten am Abschiedsdinner von Petra teilnehmen, denn Hans-Peters Gattin würde morgen abreisen. Klar, dass wir uns alle noch einmal zusammensetzen!

Zuerst in großer Runde im „Harris“…
…wo wir an großer Tafel saßen…
…und den herrlichen Blick genossen haben

Danach haben wir uns für das „Tis Kakomoiras“ entschieden – unserem derzeitigen Favoriten unserer Leros-Bestenliste. Der Restaurantname bedeutet übrigens „Der Pechvogel“ und bezieht sich auf eine griechische Fernsehserie.

Der Schein trügt – der Parkplatz des „Kakomoiras“ ist direkt neben Dimitris Hinweistafel…
…das kleinere Lokal in direkter Nachbarschaft
Der Ecktisch auf der Terrasse war für uns reserviert
Hoch über Vromolithos – wir genießen unsere Meze

So klingt dieser Tag aus, alle verabschieden sich von Petra, wir etwas zurückhaltender, anschließend verholen wir uns in unsere Kojen.

Warum unsere Zurückhaltung? Nun, wir wussten, dass es nicht nicht der finale Abschied ist. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass wir von Hans-Peter eine Einladung zum Frühstück bei Marietta geschenkt bekommen haben. Wir hatten damals schon gesagt, dass wir das zusammen mit ihm und seiner Frau genießen möchten – und dieses Frühstück haben wir für morgen, für Petras Abreisetag, festgesetzt.

Wir waren für 09.00 Uhr bei Marietta verabredet, das gab mir genug Zeit, um meinen persönlichen Tagesablauf wie gewohnt zu starten. Sibylle wollte nicht mit – „…da kann ich dann nicht duschen, vielleicht wird es auch zu knapp…“ – na dann eben nicht. Wir würden uns dort treffen, sie käme zu Fuß.

Nach dem Baden die obligatorische Tasse Kaffee
Ich war zufrieden

Jetzt aber nix wie zurück nach Lakki! Die Zeit war tatsächlich knapper bemessen als sonst. Ich fahre also schnurstracks zu Mariettas Laden und parke meine GS neben den anderen Zweirädern, eine Parklogik oder gar Parkplätze gibt es nicht. Ist schon jemand da???

Viel war noch nicht los

Nein! Trotz der knappen Zeit war ich der Erste. Ich nehme mir die Zeit und sehe mich ein bisschen um. Mein Blick schweift über die Bucht, ich begrüße Marietta, Takis und Maria und nehme Platz – neugierig blättere ich durch die Speisekarte – aber ich weiß ohnehin schon was ich will…

Die Ankerlieger in Lakki, gegenüber das Flüchtlingscamp und der Marine Stützpunkt
Hmm, ob ich mal was anders…???

Die Anderen treffen ein, wir studieren das Frühstücksangebot und jeder sucht sich seine „Favorites“ aus – ich bleibe bei meiner „all time best“ Auswahl – ein frisch gepresster Orangensaft, dazu ein Rührei mit Käse und Speck. Meist gilt es dann etwas zu warten bis der heißgeliebte Chicken-Pie fertig ist. Den gibt es als Grand-Finale. Zum Abschluss ein Espresso macchiato – I LOVE IT!

Gemeinsam genießen wir unser Frühstück und unsere Auswahl…

YES – so darf der Tag beginnen

Wir nehmen uns Zeit – die aber trotzdem recht rasch verfliegt! Irgendwann ist es soweit, wir müssen los und Petra an den Fährhafen nach Agia Marina bringen – Sibylle und ich beschließen, die Beiden zu begleiten. Als Winkpersonal sozusagen!

Die Fähre kommt, die Reisenden warten schon
Auch Petra muss boarden und sich von HP und Merlin verabschieden
Wie immer geht alles sehr schnell – von Petra noch nix zu sehen
Jetzt aber, da ist sie – unser Einsatz – wir winken ihr zum Abschied nach. Bis Oktober!!!

Hatte ich nicht gerade noch die fehlende Parklogik erwähnt? Ich drehe mich um, gehe die zehn Schritte zu meinem MoPPed und siehe da…

Zugeparkt! Ein Motorrad ist zugeparkt!

Wenn sich zur fehlenden Parklogik auch noch fehlende Parkintelligenz gesellt, dann kann es passieren, dass Du erst ein oder zwei Roller wegschieben musst, bevor Du Dein Bike bewegen kannst. Wenn man Pech hat schiebt man auch mal ein Auto quer über den Parkplatz! Es muss aber auch gesagt sein – absperren ist hier ein Fremdwort, das Rumschieben von Vehikeln also easy.

Wir fahren zurück in die Marina – und was sehen meine Augen? Ein von mir zeitweise mitbetreutes Schiff steht waidwund auf dem Trockenen…

Oooops, sicher kein Verschleiß – Grundberührung am Kiel

RISE´N SHINE steht aufgepallt an Land und trägt eine offensichtliche Wunde – was war passiert. Eine WhatsApp an Ray sorgt für einen ersten Eindruck – der bemitleidenswerte Miteigner Ivan, hat in einer traumhaften Bucht, ein in der Seekarte ausgewiesenes Flach übersehen – oder die erweiterten Möglichkeiten des Kats falsch eingeschätzt.

Es kam zur Grundberührung mit den sichtbaren Folgen. Das ist eine sehr ungute Situation, weil in Griechenland neben dem eigentlichen Schaden zusätzlich eine gesetzliche Regelung greift. Das Schiff wird aus dem Wasser genommen, gilt als seeuntüchtig und darf erst wieder ins Wasser, wenn die Seetüchtigkeit bescheinigt ist.

Das kann die Marina machen – aber nur wenn der Eigner einer von der Marina vorgegebenen Reparaturweise zustimmt. Das sorgt manchmal für Unstimmigkeiten – ich bin gespannt wie es hier ausgeht.

Teuer wird es allemal – ist aber vermutlich ein Versicherungsschaden. Schlimmer ist, dass der Kat jetzt wohl mal eine Weile ausfällt – mitten in der Saison. Die anderen Eigner wird es freuen, die Flüge sind sicher schon gebucht…

Werner klopft an – sein Giros-Appetit sei im „Tis Kakomoiras“ nicht gestillt worden – ob wir mit ins „SouVLakki“ gehen?

Ja, klar…

Die einfachste Art zu essen – und rechnerisch der beste Weg
Sibylle bestellt „Covered Pita“ – mein Kalkül, dass ich helfen muss, geht leider nicht auf – sie mampft es weg!

Wir verabschieden uns mal locker von Erna und Werner. Sie würden am 28.06. für eine Stipvisite nach Deutschland fliegen und erst Mitte September zurück kommen. Wir dagegen wollen die Lücke bis zu unserer Deutschlandreise noch mit einem „kleinen Ausflug“ füllen und für rund eine Woche nach Lipsi gehen und Marcus´ Familie dort besuchen – es kann sein, dass wir uns einige Wochen nicht mehr sehen.

Obwohl wir ins Auge faßten, uns in einer Bucht in Lipsi noch einmal zu treffen und den „echten Abschied“ somit vertagten, sollte es so kommen wie befürchtet – während ich diese Zeilen tippe, reisen Erna und Werner zurück nach Deutschland – auf bald!

Wir dagegen, legen am Folgetag recht früh ab – um 08.30 Uhr werfen wir die Leinen los und legen Kurs Lipsi an. Marcus hat mir von einer freien Boje erzählt, unmittelbar vor der DARKSYDE – die will ich haben!

Zwei Stunden später fährt uns das Empfangskomitee vor der Buchteinfahrt entgegen – Ehre, wem Ehre gebührt!

Marcus und Lilly begrüßen uns gebührend
Unser Begleitfahrzeug zur Festmacherboje

Kurze Zeit später fassen wir die Boje, welche zur Taverne „Dilaila“ in der Katsadia Bucht gehört. Wir waren schon zwei- oder dreimal hier, aber das „Dilaila“ war jedesmal geschlossen – das sollte diesmal anders sein, wir würden uns einen Eindruck verschaffen.

Da liegen wir nun – geplant sind 6 Tage

Der sogenannte „erste Eindruck“ war schonmal sehr positiv. Vor allem Sibylle war begeistert, entsprach der Platz doch genau ihren Vorgaben und Wünschen. Sie mag die Marina nicht so wie ich, sie will, dass „…der Wind durchzieht, nicht jeder ins Cockpit glotzt…“ und so fort.

Sie liegt nicht falsch, das alles ist hier gegeben, zudem kann man jederzeit vom Boot ins Wasser springen.

Hier wollen wir probieren, wie es uns taugt einfach mal eine Woche irgendwo abzuhängen, keinen Plan zu haben, nicht weiter zu müssen. Kurz, das wovon alle schwärmen – wir hatten das nämlich so noch nicht!

Unser Blick Richtung Strand und „Dilaila“
Pole Position – das Ankerfeld hinter uns
Nach vorne nur ein Dauerlieger
Marcus nennt es „Paradise Island“ – das gilt es zu verifizieren

Als wir in Leros ausgelaufen sind, haben wir hinter uns noch den Funkspruch der LE CLAPOTIS gehört. Wir wussten daher, dass die Holländer Marijke und Cees auch auslaufen werden – kannten deren Ziel aber nicht.

Am Nachmittag klopft es an die Bordwand HAALOOU – Cees war mit dem Schlauchboot gekommen. Sie lägen in einem anderen Buchtzipfel und würden uns gerne zu einem Ouzo mit anschließendem BBQ einladen – wie könnten wir da NEIN sagen???

Cees holt uns um 18.00 Uhr ab, wir haben ja unseren Außenborder nicht dabei.

Punkt 18.00 Uhr – Cees übernimmt das Shutteln
NESSAJA vor dem „Dilaila“
Marijke wartet schon auf der LE CLAPOTIS
Nur noch ein paar Meter
LE CLAPOTIS, eine Bavaria 38 unter Niederländischer Flagge
Cees und Sibylle

Es war wie eigentlich immer – ungeplante, spontane Dinge sind irgendwie am coolsten. Wir hatten keine Ahnung, dass die beiden Niederländer richtige Grillfans sind und der Relingsgrill auf ihrer Bavaria ein Holzkohlegrill ist.

Nicht nur, dass aus dem „kleinen Ouzo“ ein Gelage mit allerlei Knabbereien und viel Seemannsgarn wurde…

Zum Wohl – Yammas – Prost – Onderkant boven
DANACH wird gegrillt!

…nein, auch als die Gastgeberin anfing das „bisschen zuviel gekaufte“ Grillgut aus dem Kühlschrank zu räumen und Cees seine Holzkohle in den Grill rumpeln ließ, wurde klar, dass dies ein Abend für die Bücher werden würde.

Die Flammen züngeln am Holzkohle Grill
Der Grillmeister in seinem Element
Lecker und reichlich

Irgendwann wurde es ruhiger, die Geschichten waren erzählt und Cees bot den Shuttleservice zu NESSAJA an. Wir nahmen dankend an – es war ein herrlicher Abend und sehr leckeres Essen – Heel erg bedankt!!!

Offen gesagt, wir waren froh, dass die Niederländer so früh zu Aperitiv und BBQ luden, wir hätten sonst einen Terminkonflikt bekommen. Es stand nämlich eine Verabredung mit Susanne, Marcus und Lilly auf dem Programm – erst kurz in den Ort um ein bisschen was vom „Folklorefest“ zu erhaschen, dann auf einen Cocktail ins „Dilaila“.

Wir erfahren in dieser Sekunde, dass heute „Partysamstag“ ist – DJ in da house und Club-Music bis morgens um 05.00 Uhr – ok, da trink ich zwei Ouzo mehr! Und wo liegen eigenlich meine Ohropax???

Egal, wir setzen über, es ist schon dunkel…

Die Nacht bricht über Katsadia herein

Für die Fahrt in den Ort leiht Marcus mir seinen Roller, er selber hat auf Lipsi so ein typisches MoPed in so einem antiquierten Look – man nennt die Dinger „Pelicano“ – wegen des überdimensionalen vorderen Schutzbleches…

Im Ort ist die Feier noch voll im Gange!

Traditionelle Kleidung, ein paar Worte an die Besucher
Welche später, wie immer eigentlich, mit den Einheimischen tanzen

Marcus trifft hier jemanden, dort jemanden, klar, er ist hier gut vernetzt. Wir nehmen uns 5 Minuten Auszeit und gehen ein paar Schritte bis zur Kaimauer – eigentlich wollte ich nachsehen ob Werner hier ist – doch wir finden ein anderes, mir bekanntes Boot…

Achims YASSOU, leider niemand an Bord

Nur Blog Enthusiasten werden sich erinnern, dass dieses Schiff 2017 in Ios neben uns lag. Auch damals haben wir uns verpasst und nicht persönlich kennen gelernt. Achim ist auch in dem Forum in dem ich aktiv bin. Es macht immer Spaß, Menschen aus der digitalen, virtuellen Welt in der Realität zu treffen.

Ich schreibe ihm am Folgetag, wir versuchen uns in ein paar Tagen in Leros zu treffen.

Es wird etwas später als gedacht, wir fahren zurück zum „Dilaila“ – dort ist alles ruhig!

23.30 Uhr – noch nix los

Sibylle lässt sich zu einem „…die Party fällt heute scheinbar aus…“ hinreißen, dies sollte sich als absoluter Trugschluss herausstellen – wir waren nur die Ersten – um 23.30 Uhr!

Wir gehen an die Bar, eine Runde Mojito geht über den Tresen…

Der Mojito ist lecker, die jungen Menschen trudeln langsam ein

Inzwischen ist es nach Mitternacht. Sibylle und ich waren am 31.12. des letzten Jahres zum letzten Mal so lang wach. JETZT strömen die Massen in das angesagte und überaus coole Strandlokal. Die Mädels rausgeputzt, die Jungs auf Freiersfüßen – die Balz beginnt!

Zeit für uns zu gehen…

Marcus hatte nicht zuviel versprochen! WUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMERWUMMER DONGDODODONGDONGDODODONGDONGDODODONG UFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZUFFFZ – der DJ leistete ganze Arbeit. Obwohl diese Club-Music nicht so mein Ding ist, konnte ich, im Cockpit liegend und den Sternenhimmel betrachtend, ganz gut zuhören – der Weg über das Meer hat den Schall ein wenig verfliegen lassen – ich sacke um 02.30 Uhr ins Bett, Sibylle schläft schon.

Ich drücke meine Ohrenstöpsel rein – auch die halten was sie versprechen! Chrrrrzzzz…

Der nächste Morgen war hart. Ich springe ins Meer, die Lebensgeister kehren zurück. Im Cockpit genieße ich in Ruhe den ersten Kaffee.

Der Tag bricht an

Für die Folgetage sind höhere Windstärken angesagt – ich hatte die Boje abgetaucht und war von der Haltbarkeit und Sicherheit überzeugt. Dennoch macht eine Sicherungsleine Sinn, zumal dann, wenn man so lange liegt.

Marcus hat eine relativ dünne, aber stabile Leine, meine Festmacher haben nicht durch den engen Bügel am Bojenstein gepasst – der Freund bietet an, die Leine für mich einzufädeln. Ich selbst war dreimal unten, bräuchte aber, um die Leine durchzuführen, mein Tauchblei. Sibylle schmunzelt – ich weiß nicht warum…

Eine Art Meeting
Das Lange muss durch´s Dünne

Nach ein paar Minuten war die Sache erledigt und wir doppelt gesichert – gut für´s Bauchgefühl!

Zeit für Sibylle ihr SUP zu Wasser zu lassen. Wir fahren es ja schon zwei Monate spazieren. Um die Relation „steht im Weg vs. ausgiebig genutzt“, ein wenig in Richtung NUTZUNG zu verschieben, ist heute der geeignete Zeitpunkt.

Da suppt die Gattin auch schon

Während Sibylle so durch die Bucht suppt, stellt sie fest, dass ein schlieriger Film auf der Wasseroberfläche ist. Man sieht es auch deutlich, alles schillert bunt.

Dies wird auch bis zum Abend so bleiben. Als wir nämlich später an den Strand fuhren um zum Dinner ins „Dilaila“ zu gehen, waren diese schillernden Spuren immer noch da und auch deutlich zu sehen…

Irgendein Ölfilm

Es war leichtes Öl, Diesel oder Benzin oder etwas ähnliches. Am Folgetag hatte der Wind die Spuren verwischt. Ich war nachdenklich – ich kannte die Ursache nicht, kann und will nicht mit Fingern zeigen. Aber eines wird klar, SO wird der Mensch es schon irgendwie schaffen – anderseits, würde ich mich jetzt auf den Strand kleben, es wäre niemanden geholfen.

Ein erster Ansatz wäre es, wenn man Achtlosigkeit bekämpfen würde – die eigene und die der anderen!

Ich will mich auf andere Gedanken bringen…

Bunte „Fähnchen“ an der Decke des „Dilaila“

Das „Dilaila“ hilft dabei! Es ist eine wirklich coole Bar mit einem tollen Ambiente und sehr vielen kleinen aber feinen Details.

Da hat doch mal einer den falschen Urlaub gebucht
Eine WAAGE – selbst hier! Neben dem Handy die zweite Geißel der Menschheit
In einer Ecke ein kleiner „Art-Shop“
Den Sibylle natürlich sofort entdeckt

Über die vielen Kleinigkeiten an denen das Auge hängen bleiben kann, streift mein Blick zur Aussicht. Ich liebe es, wenn ich NESSAJA von einer Bar aus beim Schwojen zusehen kann. Ich könnte da wirklich dutzende Bilder machen…

Vorne – eine riesige, alte Ankerwinde! Hinten – NESSAJA
Hier rudern wir mit dem Dinghy an den Strand
Schön, oder?

So, genug in Gedanken geschwelgt und sich der Aura des „Dilaila“ hingegeben – ich habe Hunger! mal sehen was die Küche der Taverne hergibt. Man verspricht regionale Produkte aus biologischem Anbau, eine raffinierte Zubereitung und den „besonderen Pfiff“.

Ich bin gespannt…

Die Speisekarte – man muss sie LESEN

Ich weiß nicht ob es Zufall oder Absicht ist – aber die Speisen haben alle irgendwelche Phantasienamen. Das ist clever, denn man kann sich nix drunter vorstellen. Man LIEST also wirklich die Karte, denn die Namen erzeugen auch Neugierde.

Unsere Wahl fällt auf zwei Feta-Meze, einem Salat und eine Hauptspeise, welche wir uns teilen – und ich muss sagen, die Küche hält was sie verspricht!!!

Hier werden wir öfter herkommen, hier werden wir öfter essen.

Der kommende Tag beginnt wie immer – ein morgendliches Bad, ein kleines Frühstück für Sibylle, ein Kaffee für mich. Danach aber geht es los – für heute ist ein Inselausflug geplant.

Wir setzen über, Marcus leiht mir abermals den Roller und schon geht es los…

Naturbelassene Küste – im Hintergrund Marathi und Arki
Schöne Strände, einsame Küstenstraßen
Strände wie in der Karibik? Ja, nah dran…

Wir machen eine Pause am Karibikstrand, dort gibt es eine kleine Taverne, wir gönnen uns einen Snack zum Mittagessen und sinnieren über Lipsi.

Die Insel ist smarter als Leros, aufgeräumter, kritisch betrachtet könnte man sagen sie ist schöner. Marcus will hier bauen, wir haben das sehr schöne Grundstück besichtigt.

Wäre ein Haus auf Lipsi eine Alternative? Ich denke nein, denn erstens ist Lipsi teurer, zweitens ist die kleinere Insel mit nur 10% der Einwohnerzahl Leros´ im Winter eine Herausforderung. Mir persönlich sind auch zuviele Touristen hier, im Individualsegment ist Lipsi längst kein Geheimtip mehr.

Wir setzen unsere Runde fort, meine Gedanken fliegen…

Wir verlassen die Taverne am Karibikstrand
Fahren eine steile Bergstraße zu einem kleinen Steinstrand
Sibylle zieht die Füße dem MoPed vor
Wir entdecken befestigte Wanderwege und schöne Tracks
Kirchlein überall
Und diese einladenden Strände überall

Die Runde um die Insel führt uns zurück in den Hauptort. Lipsi brennt sich als eine Perle der Ägäis in unser Gehirn. Es ist ein wunderschönes Eiland und wir hatten viel noch nicht gekannt. Wir haben jetzt einen wesentlich umfänglicheren Eindruck!

Im Hauptort gehen wir einen Cappuccino trinken – hier wird deutlich erkennbar, wie ZEIT auf Lipsi eingeordnet wird, wie sie gewichtet wird.

Zeitgedanke – anders interpretiert

Wir gehen noch zur Bäckerei um ein Brot zu kaufen – dieser Laden genießt bei Seglern einen weitreichenden und sehr guten Ruf. Manche kommen extra hierher um süße Teilchen zu essen und ihren Nachmittagskaffee zu trinken.

Die bekannte Bäckerei in Lipsi -Ort

Offen gesagt, mich hat diese Bäckerei nie so richtig erreicht. Sie ist einladend, aber ich finde es gibt bessere Läden. Na egal, da soll jeder so denken wie er will, wir jedenfalls kaufen im Vorbeifahren unser Brot und kehren dann in die Ankerbucht Katsadia zurück.

Die Bucht von oben – NESSAJA liegt sicher

Wir besuchen abermals das „Dilaila“ um auch zum Ausdruck zu bringen, dass wir die kostenlose Boje schätzen. Heute gibt es nur ein Bier und einen Octopussalat, wir hatten ja schon unseren kleinen Lunch am Karibikstrand.

Ich ziehe ein Zwischenfazit – der angesagte, kräftige Meltemi ist gekommen, das Liegen in der Bucht ist sicher, aber nicht so „gemütlich“ wie Sibylle sich das ausgemalt hat. Trotz der Boje muss man auf der Hut sein, denn die Mehrzahl der überwiegend türkischen Skipper ankert wild drauf los – frei von jeglicher Ahnung.

Wir besuchen das „Dilaila“ täglich, auf einen Drink, ein Bier, einen Snack oder auch zum Dinner – es ist ein herrlicher Ort und das Ambiente sorgt für ein, zwei besondere Stunden täglich.

Ich schreibe meinen Blog „voraus“ und der Rückblick holt in dieser Sekunde die Gegenwart ein, das bedeutet, dass ich diese Zeile in der Sekunde schreibe in der sie passiert – Echtzeit also! Die fehlenden zwei Tage des Monats Juni müssen erst noch stattfinden, sie sind Zukunft. Warum schreibe ich das? Mir wäre es ohne den Blog wahrscheinlich phasenweise langweilig – ob ein tagelanges Liegen in einer Bucht wirklich „mein Ding“ ist, ist noch nicht final entschieden!

Ich will kurz erklären, warum ich mir ein „Jammern auf höchstem Niveau“ zeitweise zugestehe…

Die Superyachten machen auch vor Lipsi nicht halt – 25.000.-€ am Tag! Schnäppchen!
Gerade angekommen – das Spielzeug wird ausgepackt
Die ersten Trottel sausen in Gleitfahrt durchs Ankerfeld – wo die Segler, auch Kinder, schwimmen

Klare Worte – ich gönne jedem Alles! Neid ist mir, zumindest was materielle Dinge betrifft, völlig fremd. Ich schwöre, mit den meisten von diesen Menschen möchte ich nicht tauschen, weil ich glaube, tatsächlich „freier“, ohne die Zwänge von außen, zu leben.

Aber die dekadente Zurschaustellung von Reichtum, gepaart mit einer „me first“ Mentalität und einer Prise Dummheit, regt mich eben auf – da stehe ich dazu und bin auch zu Grundsatzdiskussionen bereit.

Inzwischen trifft der „Tender“ der Superyacht ein…

Ein „Pendeldinghy“ im Minutentakt
2 x 225PS und drei Mann Besatzung müssen hin und her fahren
Klar, dass man die 150m nicht langsam fahren kann – 20m vom Strand

Ein Jetski mit einer Dreijährigen am Lenker fährt an uns vorbei, Diskretion und Privatsphäre werden missachtet – der stolze Papa lächelt. Ich lächle milde zurück, ich hoffe, er fühlt was ich denke.

Das Ankerfeld füllt sich langsam – bitte beachtet die Yacht „Friendship“ die etwa in Bildmitte zu sehen ist.

FRIENDSHIP – liegt super zwischen Marcus´ Kat und der Superyacht

Die türkische Yacht hat einen guten Platz und liegt sicher. Ich weiß nicht, was den Skipper geritten hat, als er plötzlich „Anker auf“ geht und direkt neben uns sein Grundeisen wieder versenkt. Hirnlos mäandert er neben uns rum…

Kommt nahe

Die Besatzung sieht ratlos zu mir rüber. Sie sind irritiert, dass sie an meinem Bug keine Kette sehen – ich will schreien „Mann, das liegt daran, dass es ab hier Strandbereich ist, zu flach und zu wenig Schwojraum“ – unterlasse das aber.

Der türkische Skipper erhält von mir kein zustimmendes Lächeln, ich glotze nur und strahle Fassungslosigkeit aus – er kommt näher.

Geht wieder „Anker auf“ – war wohl nix

Irgendwann wird es dem Türken zu unwohl und er geht wieder – war einfach zu nah. Schön, wenn er es wenigstens merkt.

Es ist übrigens eine Unart der Türken entweder gleich mit Fendern ins Ankerfeld einzulaufen, oder diese sofort nachdem der Anker gefasst hat, an die Bordwand zu hängen. Geht´s noch? Sobald ich im Ankerfeld Fender brauche ist doch was verkehrt – so zumindest meine Auffassung!

FRIENDSHIP räumt das Feld, ich wähne mich in Sicherheit – aber denkste! Die italienische (wer sonst) Yacht ABRAXAS kam, sah und ankerte – genau dort, wo es dem Türken zu eng war. Das sollte seinen Grund haben!

Die Italiener waren nett, ich auch – entgegen meiner Überzeugung. Meinen wirklich freundlich vorgetragenen Hinweis, dass ich an einer Muring liege und er, sollte der Wind sich drehen, was er die letzten Tage IMMER tat, vermutlich in meinen Kreis kommt, quittiert der smarte Skipper mit einem Lächeln. Der Skipper bedankt sich und ignoriert den Rat.

Wir essen im „Dilaila“ und genießen die Mondnacht.

Das Ankerfeld ausgeleuchtet, die DARKSYDE illuminiert das Wasser

Am nächsten Morgen stehe ich auf – und sollte Recht behalten haben…

Zentimeter zwischen meinem Anker und seinem Heckkorb

Mir egal, ich bleibe zur Abwechslung mal entspannt und springe mit einer Arschbombe ins Wasser. Die wiederum, reißt die im Cockpit schlafende italienische Schönheit auf dem Schmuseschiff aus den Träumen.

Auch sie scheint überrascht, ja mehr erschrocken, über meine NESSAJA die in ihr Cockpit und in ihre müden Augen lugt. Hastig weckt sie ihren Skipper, der rasch ein paar Meter Kette einholt – Situation bereinigt…

Besser – zunächst

Der gestern so nette Amici winkt müde herüber, ich lächle und winke zurück. Er reibt sich den Schlaf aus den Augen. Man beratschlagt auf der ABRAXAS und geht dann „Anker auf“ – tja, hätte ein so schöner Morgen sein können…

Wie gesagt, mir geht es nicht um die Sache, mir geht es um den Umgang der Menschen untereinander und mit gewissen Situationen. Vorausschau und Umsicht, Rücksichtnahme und Fairplay sind Fremdwörter geworden.

Auch Sibylle ist inzwischen wach, wir checken NESSAJAs Systeme. Alles ok, wir könnten noch bleiben. Wir haben 190 von 520 Liter Wasser verbraucht, aber einen Wassermacher an Bord. Wir haben nach 6 Tagen noch 67% Energie, haben aber einen Generator. Der limitierende Faktor wäre der Fäkalientank, hier sind wir bei 80%, hier müssten wir bald auf See gehen um dort zu entleeren.

Noch 67% nach 6 Tagen, das ist bei unserem Setup sehr gut
Schwarzwasser nahezu zu 80% gefüllt, das ist maximal für weitere 2 Tage gut

Mir reicht´s, mir ist langweilig, der Trubel und die Rücksichtslosigkeit der Mitmenschen nervt mich. Ich will zurück in die Marina, dort kann ich mich beschäftigen, ich kann mich zurückziehen – und es gibt das bessere Eis!

Wir werfen unsere Leine los und fahren die rund 15nm nach Leros, in die Lakki Bucht, zurück. Es war eine ereignislose, monotone Rückfahrt unter Motor – wir schweigen. Uns wird klar, Sibylle und ich haben unterschiedliche Vorstellungen vom Leben am Anker – das müssen wir klären. Aber nicht heute…

Wir kommen an, der Marinero hat uns UNSEREN Platz D1 freigehalten, denn er weiß, dass wir NESSAJA für die Fahrt nach Deutschland zurück lassen würden. Hier, in dieser Ecke, liegt sie wie in Abrahams Schoß und ist unter den wachsamen Augen von Angelika und Uli.

Der Anlegeschluck wird durch ein „Anlegeeis“ ersetzt, die GS wird mobilisiert. Ich bin zuhause!

Mit dem MoPPed zu „Repapis“
DAS mag Sibylle schon auch
Schlaraffenland

Meine Lieblingseisverkäuferin ist da, obwohl, eigentlich sind alle meine Lieblingseisverkäuferinnen, sie sieht in meinen Augen die Gier nach der High-End Eissorte „Parfait White“, gepaart mit Erdbeersorbet und Mongosorbet – ahhhh, wie wunderbar – sie schaufelt die geliebte Masse in mein Becherchen, ich gönne mir DREI Kugeln – Sibylle zahlt ohne zu schimpfen!

Jaaaa, DAS mag ich
Jetzt mal ehrlich…

Auf meinen Wunsch hin, fällt das Abendessen aus – ich möchte nachdem die Sonne hinter dem Hügel vor Panteli verschwunden ist, zum Lieblingsstrand fahren, um dort zu Baden und ein Bier zu trinken – oder auch zwei!

Wir packen also unsere Siebensachen und tuckern mit der treuen GS zum Panteli-Beach. NESSAJA bleibt zurück, ich liebe es, wie sie da so liegt…

NESSAJA zurück an D1

Der Vollständigkeit halber muss ich erwähnen, dass in der Türkei Bayram ist. Da ziehen die Nachbarn natürlich in Scharen rüber. Das haben wir in Lipsi zu spüren bekommen und das sieht man auch auf Leros.

Ok, mehr als sonst…
…aber NOCH überschaubar

Wir nehmen uns einen Tisch am Strand und gehen erst einmal schwimmen und frischen uns richtig ab. Danach erst bestellen wir unser Bier – es gilt zu verhindern, dass der kostbare Tropfen warm wird, während wir noch im Wasser sind.

Während wir auf unsere Bestellung warten, sehe ich einen nostalgischen, blau-weißen Fischerkahn an einem, wie ein Bügeleisen geformten Motorboot vorbeifahren – es prallen Welten aufeinander. Was mag der Fischer wohl denken? Der, der vielleicht 500.-€ im Monat verdient, aber glücklicher sein mag ohne es zu wissen.

Oder weiß er es???

Was mag er über geschätzt 16-jährige Jünglinge denken, die, einem Diener gleich, stehend am Steuerstand, die übermotorisierten Zubringer-RIBs in Gleitfahrt durch den Schwimmerbereich lenken? Die Bilder sind grotesk…

Die Bestellung kommt, ich komme auf andere Gedanken. Wir haben das zweite Bier durch „Ouzo mit Meze“ ersetzt, wir genießen unsere Getränke, die laue Luft und den erfrischenden Wind – so lässt es sich aushalten.

Ahhh, könnt ihr euch vorstellen, wie das die Kehle runterfließt
Heute reicht das als Abendessen – ich bin zufrieden

Wir fahren zurück in die Marina, sehen im Vorbeifahren, dass auch die ELOWYN sicher liegt. Morgen werde ich mal nach ihr sehen und die Batterien laden. Morgen! Für heute reicht es…

ELOWYN liegt locker an A

Wir schlafen, wider Erwarten, sehr gut und es ist nicht zu heiß. Sibylle hat ihren vermeintlich größten Trumpf den ganzen Vortag ausgespielt – natürlich ist es in der Marina nicht so schön zugig wie vor Anker – aber es hat eben andere Vorteile.

Unser Ventilator macht den Rest…

Ich wache auf, es ist 06.45 Uhr. Ich entscheide – heute ist der richtige Tag um ihn mit einem morgendlichen Bad im Meer zu eröffnen. Mit dem Bike tuckere ich also an den Ort, an dem der gestrige Tag ausklang.

Menschenleer – Stille – I love it
Ich gönne mir mein Bad, als die Sonne gerade über den Berg kommt

Heute gibt es keinen Kaffee, es ist noch zu früh. Vor 07.30 Uhr gibt es auch hier nix. Ich fahre zurück zu NESSAJA um dort, zusammen mit meiner Frau, den Tag willkommen zu heißen – ok, einen kleinen Vorsprung habe ich schon 😉

Noch im Schatten – angenehm

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. NESSAJA hat klebrige Ablagerungen von einem der dicken Kugelfender am Rumpf. Die Fender haben inzwischen neue „Fendersocken“ bekommen um das zu verhindern – die Spuren muss ich aber wegmachen. Bei der Gelegenheit wasche ich das Dinghy.

Ich gehe zu Panos und hole Ersatzteile, danach kann ich ein Rücklaufventil an der vorderen Toilette ersetzen – alles nur Randnotizen, nicht der Rede wert.

Aber auch hier – Unachtsamkeit überall – ich merke das, als ich zum Laden gehe. Es wird gebaut, eine Fläche wird planiert, es ist abgesperrt und ein Arbeiter spritzt gerade mit Wasser auf. Ich denke mir, dass ich als Fußgänger da NICHT durchlatschen muss und weiche aus, gehe hinter der Absperrung.

In diesem Moment überholt mich ein Leihwagen rechts und fährt voll durch den frischen Sand – egal – macht´s der Grieche halt nochmal, kost hier doch nix!

Ich erinnere mich an Spontisprüche aus meiner Schulzeit und wünsche dem Rowdy „drei Tage Durchfall und kein Klopapier!“

Ich habe es gerade zu Ende gedacht, läuft dieser Zeitgenosse vor mir…

Ähh Sie, da hängt noch was…

Irgendwie ist´s schon wieder zu heiß, hier drehen alle am Rad!

Um mich einzunorden, gehe ich zur ELOWYN und komme meinen Pflichten nach. Strom ist auf der Säule, alle relevanten Schalter an – und schon tut sich was.

Da ziehen die Charger an

Auch sonst ist auf dem blauen Riesen alles ok. Ich vermelde es meinem Freund Volker, so kann auch er beruhigt ins Wochenende gehen.

Der Tag heute und somit auch der Monat Juni sollen mal ganz anders ausklingen – Sibylle und Angelika haben ein Beach-BBQ initiiert. Wir haben ja einen kleinen, wilden, aber sehr aufgeräumten Marinastrand – hier wollen wir, nachdem die Sonne hinter den Hügeln Leros´ versunken ist, einen Griller starten. Kleiner Kreis, JASPER, NESSAJA und Hans-Peter nebst Merlin von Melmac, die beiden Bartträger von der LIBERTÉ.

Wir waren grad am Gehen, da sitzt einer an unserem Boot. Der Unbekannte raucht. Das hat zunächst niemand gestört, er verhält sich unauffällig. Irgendwann schleicht er weg – dabei verliert er seine Kaugummis und „vergisst“ seine Kippe.

Sicher aus Versehen

Weil mir der Unbekannte sympatisch war, mir zudem der gute Atem des Rauchers am Herzen lag, habe ich ihm seine Kaugummis hinterher getragen. Er hat sich gefreut und dankend seine Chewis und auch die ebenfalls zurückgebrachte Kippe angenommen. Der Gute…

Ganz ehrlich, geht´s noch? Sich rauchend vor andere Boot setzen und dann in einer „Blue-Flag Marina“ die Kippen einfach liegen lassen? Ich war erstaunt, ein Bürger von „La Grande Nation“ als Umweltferkel? Sachen gibt´s…

Wir gehen zum Strand und befeuern den Cobb, endlich!

Die Sonne dippt gerade den Gipfel des Hügels
Der Cobb wird befeuert – das erste Mal 2023

Die Damen haben leckere Salate gemacht und leckeres Grillgut gekauft. Unser „Artisan Butcher“ Xatzigrigoriou hat sich selbst übertroffen und erstklassige Ware empfohlen – eine gute Wahl.

Unser Grillgut bruzzelte, wir hatten zusammen viel Spaß und sinnierten so vor uns hin. Über Gott und die Welt, Sex and Drugs and Rock´n Roll und überhaupt – das Leben im Allgemeinen!

IHR scheint es zu schmecken – er würde gern probieren
Beach-BBQ am Strand der Leros Marina
Feine Leckereien frisch vom Cobb

So klang er vor wenigen Minuten aus – unser Juni 2023! Es war ein sehr schöner Monat, weil er anders war als die davor. Wir waren unterwegs, hatten viel Zeit mit Freunden verbringen können – Zeit, die wie im Flug verging.

Das Schiff, unsere NESSAJA, hat uns nicht enttäuscht. Ich weiß wohl, dass auch wieder andere, frustrierende Tage kommen werden, aber die Bewährungsprobe, die Feuertaufe, hat sie bravourös gemeistert – alles hat wie gewünscht funktioniert.

Ein kurzer Ausblick auf den vor uns liegenden Juli – wir werden am 04.07. Richtung Deutschland aufbrechen, weil es ein Familienfest zu feiern gibt. Nach unserer Rückkehr haben wir ein paar kleine Aufgaben in Leros zu erledigen, bevor wir zu einer größeren Runde aufbrechen wollen. Ob das alles klappt wie geplant? Lassen wir es auf uns zukommen!

Ich bedanke mich, wie immer, für die investierte Zeit, eure Neugierde und euer Mitfiebern. Wir teilen unsere Erlebnisse, unser Leben 2.0, gerne mit euch, mit unseren Freunden – getreu der Headline „Friends will be Friends“

Wir wünschen euch einen wunderschönen Juli, wo immer ihr auch seid.

Gruß von Bord der NESSAJA, Gruß aus der Leros Marina Evros

Mario & Sibylle, die NESSAJA Crew

3 Kommentare zu „Juni 2023 – Friends will be Friends“

  1. Was für ein schöner Tagebuchblog. Langsam wird es dünn für mich. Umso mehr klebe ich an den Worten und Fotos des Schreiberlings. Danke Mario

  2. Vielen Dank für diesen Bericht, macht mich etwas 😢 Durch meinen Spitalsaufenthalt und anschließenden Rückenproblemen ist die Susanka noch nicht fertig und im Wasser, auch nicht wie geplant im Dodekanes. Zur Hochzeit vom Enkelsohn b

    1. Hallo Herbert, Hauptsache, es geht Dir wieder gut! Wenn Du es noch bis in den Dodekanes schaffst, lass´ es mich wissen, vielleicht klappt es mit einem Treffen. Dir eine gute Zeit!

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