Januar 2022 – Money Money Money

Bereits 1976 wusste ABBA im Song „Money Money Money“ – „it must be funny in a rich man´s world“…

Nun, leider ist es bei uns anders gelagert – wir sehen uns als „Zeitmillionäre“, schätzen dies sehr, aber Geldausgaben müssen wohl überlegt sein und größere Summen in einem von langer Hand geplanten Investitionsbudget manifestiert sein – sonst geht nix!

Ich habe den Songtitel von ABBA als Headline für Januar gewählt, weil die in den vergangenen Wochen getätigten Einkäufe ALLE Rahmen gesprengt haben…

Doch von Anfang an – es ging recht günstig los!

TÜV neu! Forza Scudo!

Bei genauem Hinsehen erkennt man – unser flotter Italiener hat neuen TÜV bekommen. Das war mir wichtig, sind wir doch vorläufig noch auf unser Vehikel angewiesen und aufgrund der Tatsache, dass ein paar Euro darin gebunden sind, möchte ich ihn auch pfleglich behandeln.

Sohn Stefan, der Herr der (vier) Ringe, hat sich des markenfremden Gefährts angenommen und ihn mir einen Tag später mit neuer Plakette zurück gebracht – hab Dank mein Sohn – Bahn frei, es geht weiter…

Die heute für einen frischen TÜV nebst AU zu investierenden 150.-€ waren im Verlauf des Januar die vielzitierten „Peanuts“!

So mag ich es (Ironiemodus)

Irgendwie habe ich den Pfad des chronologischen Erzählens verlassen – wir haben einen kleinen Zeitsprung gemacht und schreiben bereits den 10. Januar, es ist sehr kalt, der Winter ist zurück. Zwischenzeitlich hatten wir etwas wärmere Temperaturen, ab und an auch ganz akzeptables Wetter – aber zu dieser Zeit war es fast unerträglich für mich.

-14° C – wer will denn sowas???

Was war zuvor passiert? Wie ging es nach dem Jahreswechsel eigentlich weiter?

Die Zeit nach Silvester war verflogen! Auf dem Weg von Karlsruhe nach Bayern zurück, hatten wir die Gelegenheit genutzt einen Abstecher über den Bodensee zu machen. Es war schön meine Tochter Nina nebst Familie wiederzusehen, der letzte Besuch lag inzwischen einige Monate zurück.

Wir haben ein bisschen mit den Enkelchen Ronja und Helena gespielt, alle zusammen Mittag gegessen und die Kaffeezeit für das Austauschen von Geschichten genutzt – dann sind wir zurück nach Miesbach, wo wir uns wieder bei Florians Familie in unserem alten Haus einquartiert hatten.

Zu dieser Zeit haben wir uns fast täglich getestet, wir wollten niemanden gefährden oder auch nur in eine unangenehme Lage bringen, wir sind ja doch viel getingelt und haben uns mit einer Menge Freunde getroffen.

Die Zeit bei Florian verging rasch, aber wir merkten bald, dass wir unseren geplanten Abreisetermin um den 05.01. nicht halten können würden. Die Planung meines Energiemanagements hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ich dachte, zudem waren etliche Teile nicht lieferbar, ich musste viel recherchieren und auf Pakete warten. So haben wir beschlossen die Gastfreundschaft der Familie nicht überzubeanspruchen und sind abermals nach Schliersee ins „Haus Seegarten“ umgesiedelt – neutrales Terrain 😉

Dort haben uns Rita und René herzlich empfangen, auch das Wetter war einladend, Winterwonderland, leider nur ein paar Tage (siehe oben)…

Blick aus „unserem“ Zimmer im Haus Seegarten

Tagsüber waren wir in Miesbach und haben uns mit den Enkelchen Otto und Benno beschäftigt, abends war Teile bestellen und einkaufen angesagt – alles was zugestellt wurde musste verpackt werden, der Paketbote kam täglich.

Wie geht eigentlich „voll“????

Was wir uns nicht schicken lassen konnten haben wir bei Einkaufstouren beschafft – so zum Beispiel ein paar Kleinteile für unsere Freunde von der ARIES. Zum Glück hat IKEA jetzt „Click & Collect“, das macht das Einkaufen dort wesentlich entspannter (und zeitsparender)!

DAS passt noch rein!

Wir sind zurück in der chronologischen Abhandlung der Geschehnisse – wir hatten unsere geplante Abreise aufgrund der genannten Umstände gleich auf den spätest möglichen Termin verschoben – am 19.01. wollten wir mittags in Venedig auf die Fähre gehen. Da durfte nix verrutschen, NESSAJA hatte am 24.01. Krantermin, ich wollte unbedingt anwesend sein.

In der Zwischenzeit hat man in Griechenland an uns gedacht, nach dem Rechten gesehen und Bilder geschickt um Sicherheit zu vermitteln – DANKE Thomas!

Alles in Butter auf´m Kutter

Die letzten drei Tage in Deutschland hieß es warten – warten auf die letzte Bestellung, die umfänglichste Lieferung. Die musste aber mit, wegen der haben wir den Bus noch einmal so voll gepackt.

Diese Zeit konnte ich sinnvoll nutzen indem ich mich ein bisschen bei Rita und René einbringen konnte – es musste ein Container geladen werden, Holzabfälle soweit das Auge reichte. Da der Hausherr sich zudem einen Beinbruch zugezogen hatte, war es mir eine Freude Rita beim Auffüllen des Schrottbehältnisses zu helfen – per Hand…

Von A nach B getragen, weitgehend zerkleinert und hochgeschmissen -> Muskelkater (autschn)

Endlich – da war sie nun, endlich angekommen! Meine letzten bestellten Teile waren „just in time“ gekommen und wurden in das eigentlich schon volle Auto gepackt, wir waren reiseklar.

Energie vom Feinsten – eine komplette Victron Anlage

Abschied – immer ein blöder Moment. Den muss man zumindest gut verpacken – also wurden letzte Abendessen mit den Kindern ausgerufen und zentrale Treffpunkte festgelegt…

Amelie & Stefan sowie Franziska & Mikey – unsere Familiencrews 2021 – beim Abschiedsessen

…die jeder schnell erreichen konnte – theoretisch! Sibylle und ich haben uns einen Faux-Pas der Extraklasse erlaubt. Wir haben aufgrund der Verkehrsdichte rund um Schliersee, es war ein Sonntagabend, einen „Schleichweg“ nutzen wollen. Wir kennen den Weg und auch die Beschaffenheit (steil, Kies), haben uns aber leichtsinnig hinreißen lassen diesen auch unter winterlichen Bedingungen nutzen zu wollen.

Sehr kurz gefasst – Sekunden nachdem ich über die Kante des Gefälles gefahren war, merkte ich, dass es kein Halten mehr gab – der beladene, schwere Bus rutschte, obwohl ich nur zentimeterweise fuhr und stetig bremste, es war spiegelglatt! Die Strasse machte nach 50m einen 90° Rechtsknick, so dass ich nur einen Ausweg sah ein Abschiessen unseres Vehikels in den Wald zu verhindern – ich habe ihn absichtlich und weitgehend kontrolliert an die Böschung gelenkt – nix geht mehr!

Der Zufall hilft, ein Traktor kommt, Sibylle stürzt, wildes Treiben – es folgt eine chaotische Stunde in der mich der allradgetriebene Traktor retten WOLLTE. Dies war letztlich nur möglich weil noch ein Jeep vorbei kam der den Traktor angehängt hat.

KEINE BILDER, KEINE VERLETZTEN, KEIN SCHADEN!!!

Das Essen an diesem Abend war wohlverdient – wir kamen nur 20 Minuten zu spät und selbst mein Sohn hat sich tadeln erspart, gut so…

Schweinsi – wohlverdient
Kaiserschmarrn als Tröster

Glück gehabt, nicht auszudenken wie das hätte ausgehen können! Bereits in der folgenden Nacht klingelte der Wecker um 02.00 Uhr und wir starteten Richtung Venedig…

Die Fahrt verlief unspektakulär, ohne Pause. Wir erreichten Fusina, den Fährhafen von Venedig, sehr zeitig und konnten als Erste am Schalter unsere Tickets bekommen, danach hatten wir Zeit frühstücken zu gehen.

Durch unseren Zeitvorsprung waren wir auch der erste Bus / Lieferwagen in der Schlange und so recht früh und flott auf unserer Fähre eingecheckt. Gleiches Spiel wie immer – der Italiener bekommt im Heimatland eine Pole-Position…

Unser Scudo auf der Asterion II

…und wir beziehen unsere Kabine. Diesmal haben wir uns eine Außenkabine gegönnt, eigentlich wegen der langen Überfahrtsdauer von geplanten 31h, diese Entscheidung sollten wir nicht bereuen!

Schlafgemach mit Tageslicht
Sitzecke und Kühlschrank

Wie gesagt, wir waren zeitig dran. Ich kannte das Schiff bereits und so haben wir einen Rundgang gemacht, so dass sich Sibylle auch gut zurechtfinden konnte.

Oberdeck – herrliches Wetter in Italien
Fusina Fährkai – hinten im Dunst die Altstadt von Venedig

Die Zeit verging, wir haben eine zeitlang dem Verladeprozess zugesehen, das ist immer recht interessant und spannend. Im Anschluss hatten wir ein Hüngerchen und somit gleich das Bordrestaurant ausprobiert – ok, es gibt bessere Optionen zu speisen, aber für ein Self-Service Bordlokal ist es gut. Heute Mittag trotzdem nur Pommes…

Pommes rot-weiß und ein Mythos

Es war so weit, mit nur einer halben Stunde Verspätung legt der Riese mit vollem Bauch (nicht ich – die Fähre) Richtung Griechenland ab. Eine Nacht an Bord steht am Plan, dann noch ein ganzer Tag – und wenn alles klappt, sind wir morgen Abend gegen 22.00 Uhr in Patras.

Leinen los – Hellas, wir kommen!

Natürlich gab es einen Grund warum es „nur“ Pommes als Mittagstisch gab, wir hatten Italien durchquert und dabei – selbstverständlich – allerlei Leckereien eingekauft. Diese soll es am Abend des ersten Tages und am Mittag des zweiten Reisetages geben. Soweit der Plan, Umsetzung stande pede!

Bellissima – mangare Italiano, perfetto!

Um die echte Bettschwere zu erhalten, in fremden Betten abseits der Premium-Klasse oft empfehlenswert, gehen Sibylle und ich immer noch auf einen „Absacker“. Für mich wäre ein Birra ok und genug – Sibylle wünscht einen Ouzo (ANEK ist eine griechische Reederei) – so basteln wir uns ein „Herrengedeck“, dass aufgrund seiner weiblichen Prägung den Namen nicht so recht verdient. Egal, es war gut und verfehlte seine Wirkung nicht!

Mythos & Ouzo – mehr brauchst nicht zum Schlafen

Plan, klappt, hätte – Ihr merkt schon, da lag was in der Luft! Wir hatten soeben Land in Sicht, die Küstenlinie von Albanien querab, da stellten wir mit einigem Zeitverzug fest – hier tut sich nix mehr! Das Schiff stand! Ein Blick auf die Handyapp genügte, Speed 0,0 kts, das bedeutet nix Gutes…

Keine Ansage, keine Info – Nachfragen ergaben aber, dass der weiße Riese Motorprobleme hatte, na toll! Wir standen da geschlagene drei Stunden rum bis die Motoren wieder liefen und wir mit halber Marschgeschwindigkeit weiter fuhren, wir kommen zu spät, der Zeitplan ist dahin, soviel war klar!

Ich konnte das Hotel nicht informieren, ich hatte kein Netz da ich auf Schiffen immer im Flugmodus bin, Sibylle dagegen freute sich über ihren Internetzugriff, regelte die Hotelsache für uns und informierte die Familie per WhatsApp, meine Warnungen überhörte Sie geflissentlich.

Ich will nicht weiter darauf eingehen, dass diese paar MB die sie verbraucht hat, mehr gekostet haben als die Hotelübernachtung, der nette Herr von AldiTalk hat´s erklärt – klingt komisch, is´ aber so…

Eine zweite Nacht in der Kabine folgte, man war so freundlich uns kurz vor Ankunft zu wecken – diese war ja nicht mehr planbar.

So haben wir unseren Hotelschlüssel um 03.15 Uhr aus dem Schlüsselsafe geholt, um 08.00 Uhr klingelte bereits der Wecker – keine Fotos!

Patras – Piräus, erste Raststation!

Ich wollte zeitig abfahren, ich hatte noch einen Termin und wollte, nein musste, dafür vor Mittag in der Nähe von Glyfada hinter Athen sein. Wir sind also früh los mit dem Ziel, alsbald möglich eine Frühstückspause einzulegen – dafür bot sich der erste Autobahnrastplatz nach Patras an.

Flocafe – kennen wir, sollte passen!

Eine gute Wahl wie sich zeigte – ein gutes Angebot und allerlei frische Sandwiches zum sehr leckeren Cappuccino. Der Tag begann gut, die Stimmung stieg…

Sieht gut aus…
…war es auch!

Wie Ihr auf dem Bild oben sehen könnt, hat uns Griechenland nicht gerade mit Kaiserwetter empfangen – aber auch vermeintliches Schlechtwetter und Regentage können nette Zeichen setzen…

Apropos Termin, ich wollte keine Zeit verlieren, weil ich ein neues Schlauchboot, ein Dinghy, bestellt hatte. Es war in Deutschland keines zu bekommen welches meinen Wünschen entsprochen hätte. Ein Bootshändler nahe Athen hatte aber so etwas noch auf Lager, dieses habe ich mir gesichert – Abholung heute!

Wir sind also auf die Autobahn um den Weg vorbei an Piräus und Athen zu bewältigen – nur einen Stop haben wir uns gegönt, wieder einmal, am weltberühmten Kanal von Korinth. Wir können uns nicht satt sehen.

In Athen / Glyfada angekommen, musste das Dinghy noch in den eigentlich vollen Bus. Ich wusste das ja vorher und habe den vermeintlich noch zu belegenden Platz freigehalten – obenauf eben.

Aber würde das, nicht allzukleine, Packstück auch passen??? Kurz – JA!

JETZT ist er voll!!!
Ein Minzplättchen geht noch 😉

So beladen waren wir wieder voll im Zeitplan, den wir nun auch gut einschätzen konnten. Da am Festland der Diesel deutlich billiger ist haben wir noch voll getankt um dann die übrige Zeit bis zum Boarding unserer zweiten Fähre zu vertrödeln.

Glyfada

Wir sind ans Meer gefahren um irgendwo in einem der Strandcafes von Glyfada einen Cappuccino zu trinken und eine Kleinigkeit zu snacken – und wir haben ein außerordentlich schönes Plätzchen gefunden – wir konnten draußen sitzen.

Platz und Ware top – Service flop

Just in time haben wir unseren bewährten und voll bepackten Scudo wieder gestartet und sind mit ihm zurück nach Piräus gefahren, wo wir bereits für die 18.00 Uhr Fähre Richtung Dodekanes eingecheckt waren. Zielstrebig fuhren wir zu Gate E1 und stellten uns in die Reihe, besser – wir haben sie eröffnet!

Abermals die Pole für uns

Die Zeit hier vergeht rasch – man erwehrt sich der Uhrenverkäufer, sieht beim Beladen der Fähre zu und genießt die um diese Zeit noch frühsommerlichen Temperaturen…

17.00 Uhr und 19° – was willst mehr???

So war ich zufrieden – ich wartete auf die Abfahrt der Fähre die mich, uns, nach Hause zu NESSAJA bringen würde. Ich hatte nun alles dabei was ich benötigen würde um das technische Refit, das erste nach sieben Jahren die das Schiff in unserem Besitz ist, anzupacken.

KLINGKLINGKLING – es ist 03.45 Uhr morgens, der Wecker klingelt, bald erreichen wir Leros! Wir machen uns fertig, verlassen die Kabine und letztlich auch die Fähre. Um pünktlich 04.35 Uhr sind wir in Lakki und fahren sofort in die Marina. Wir sperren NESSAJA auf und fallen noch einmal in ein kaltes, klammes Bett – wundersamer Weise können wir beide nochmals einschlafen und wachen erst gegen 09.00 Uhr auf.

Wie bereits geschrieben, hat NESSAJA am 24.01. ihren Krantermin – heute war der 22.01. – es lohnt also nicht mehr, alle Systeme hochzufahren. Wir ziehen gleich um auf die ELOWYN.

Zuhause für drei Monate

Blogleser der ersten Stunde kennen die ELOWYN. Wir kennen das Schiff seit Kiellegung und haben es zusammen mit den Eignern auf der Etappe Brest – Lissabon mit ins Mittelmeer überführt (Bilder am linken Seitenrand). Es war kein Zufall, dass das Schiff ausgerechnet diesen Winter hier liegt und uns zur Verfügung steht – eine winwin Situation wie Volker es formulierte. Für uns mehr als das!!!

Zweifler vermuten, dass uns NESSAJA hinterher nicht mehr gefallen wird. Das bestreite ich! Es ist wie mit einem guten Hotel, Du genießt es und freust Dich doch wieder auf daheim – nicht mehr, nicht weniger…

Das Auto musste ausgeräumt werden, zuerst musste das sperrige Schlauchboot wieder raus!

Tag 1 – ausladen

Wohin damit, um es nicht gleich zu versauen oder gar zu beschädigen? Nun, da zeigt die ELOWYN ihre erste Stärke – PLATZ! Unendlich viel Platz!

Ein 2.70m RIB – liegt einfach so rum…

Dann brauchte es einen weiteren Tag um den Umzug, das heißt das Herübertragen von benötigten Dingen und das „Hochfahren“ der Systeme von ELOWYN abzuschließen.

Bisschen mehr Schnickschnack als bei NESSAJA

Inzwischen sind wir angekommen, fühlen uns pudelwohl und sind dankbar für diese Option, NESSAJA ist inzwischen Baustelle, ein Leben dort wäre so nicht möglich. Das wir dieses Schiff nutzen dürfen ist für uns mehr als ein Freundschaftsdienst oder eine Selbstverständlichkeit!

Ach ja, NESSAJA – Krantermin / Projekte – um was geht es eigentlich???

Der 24.01. war gekommen, NESSAJA, unser Zuhause, kommt aus dem natürlichen Element und wird für rund drei Monate an Land gestellt – Termin für das Zuwasserlassen ist der 14.04.2022.

Im Kran – ab jetzt geht´s aufwärts…
…noch das Unterwasserschiff reinigen – sieht gut aus nach drei Jahren!
Umladen auf den Wagen – auf dem Weg zum Standplatz am Trockenen
Liegeplatz und Arbeitsplatz für vier Monate – aufgepallt in der Marina

Das Kranen sorgt immer wieder für spannende Momente, aber es verlief alles wie nach Drehbuch und klappte wie am Schnürchen.

Leider war es diese Tage kalt! Saukalt um es offen zu sagen. Wir hatten schönes Wetter, aber einen eisigen NE Wind welcher für frostige Temperaturen sorgte.

3°C – so haben wir nicht gewettet!!!

So war die ersten Tage überhaupt nicht an Arbeiten im Freien zu denken! Ich habe alles so weit vorbereitet, alles Administrative erledigt, um dann, wenn es etwas wärmer würde, ungestört und ohne Unterbrechung arbeiten zu können. So habe ich den zwischengelagerten Ofen, unseren ENO, aus Susannes Haus abgeholt…

NIE ohne Mütze!

…und schonmal den alten, viel kleineren und älteren Ofen ausgebaut und den Schacht für den Umbau und das Anpassen vorbereitet.

…da muss er rein!
Bigger is better 😉

Umgekehrt konnten wir auch die wärmenden Sonnenstrahlen des Nachmittags adäquat nutzen – wenn auch leider nicht jeden Tag…

Hot Chocolate – Pandeli Beach

…denn das Wetter ist um diese Jahreszeit eher wechselhaft – entweder schön und kalt, oder eben etwas wärmer aber dafür regnerisch – auch keine optimalen Bedingungen um Arbeitsprojekte zu starten!

Es regnet in Strömen

So versuche ich langsam in den Arbeitsmodus zu kommen der mein Leben die nächsten vier Monate bestimmen wird. Die Projekte sollen Ende Mai abgeschlossen sein – vollumfänglich!

Dennoch bleibt Zeit Freunden zu helfen, das kommt irgendwie auch immer zurück – so haben wir auf Thomas´ SIMPLY FREE den Wassertank ausgebaut. Kein leichter Job bei so einem Trum!

Eng und knapp – nicht immer toll!
Zu dritt der Sache Herr werden…
…und bist Du nicht willig!

Nach Einsatz der Säge waren genug „Argumente“ aufgefahren um den Tank zu überzeugen, dass wir nicht aufgeben würden – nach ein paar Stunden Arbeit war das Monster am Steg!

Geschafft!

Es wurde wärmer, ich starte meine Projekte! Ich fange immer mit Dingen an die man an einem Tag abschließen kann – so gibt es ein erstes Erfolgserlebnis an dem man sich jeden Tag freuen kann – der Ofen sollte also rein! Gesagt, getan…

Passt auf´s µ – der große ENO Bretagne

Ein klein wenig Ärger gehört natürlich dazu, aber am Abend des selben Tages war der „Große Bretagne“ verbaut und Sibylle kann sich künftig über drei Brenner und einen Backofen freuen.

Der Ofen wertet den Salon auf und passt auf den Millimeter – und er schwingt sogar vollumfänglich – damit hatte ich gar nicht gerechnet!

Da bleibt die Verletzung des ersten Tages nur eine Randnotiz – ich bin halt noch etwas „eingerostet“, die Übung und Fingerfertigkeit kommt rasch wieder – weh tut´s trotzdem!

Oh weh, oh mir…

Inzwischen ist die Planung für unser Hardtop angelaufen und beauftragt – lasst Euch überraschen. Auch das zweite Projekt ist inzwischen gestartet, das vor dem mir am meisten graust, die Erneuerung der Dichtmanschette des Saildrive!

NESSAJA ist seit gestern eine Baustelle, weil man zum Ausbau des Saildrive Platz benötigt. Ich habe Türen ausgebaut um mir den freien Zugang zu verschaffen…

Die Türe als gute Arbeitsfläche
Motorraumtüre – auf die Seite
So wird Platz – und das Bad zur Werkstatt
Anbauteile abgarnieren

Unser Motor ist „revers montiert“ – das bedeutet, dass der Motor HINTER dem Saildrive steht – davor und darüber ist alles verbaut. Ich muss also mit dem nicht gerade leichten Trum am Motor vorbei, durch´s Bad nach draußen – bin gespannt wie das klappt…

Der Saildrive (weiß) muss nach oben raus – vgl. vorheriges Bild
Von unten – die Finne geht nach oben durch

…ob und wie das funktioniert und ob das Herausheben für Verdruss oder Freude sorgt – das erfahrt Ihr im Februarbericht, denn der Ausbau erfolgt heute, am 01.02. 😉

Seid also gespannt, kurze Updates gibt es wie immer auf Facebook und Instagram.

Ich habe bewusst verzichtet die anstehenden Projekte in dem Bericht einzubauen oder zu verstecken, das hätte die Gefahr einer Aufzählung bedeutet und zugleich unter Umständen technisch weniger versierte bzw. interessierte Leser abgehalten den Bericht bis zum Ende zu lesen.

Für die technisch Interessierten folgt im Abspann eine Projektliste und somit die Erklärung für welche Arbeiten die vielen Teile eingekauft wurden. Ich gebe gerne Auskunft über Planung, Quellen und auch Preise, einiges davon wird in den nächsten Berichten Platz finden, offene Punkte erfragt Ihr bitte einfach in den Kommentaren oder über das Kontaktformular per eMail.

Ja, das war er schon wieder – unser Januar! Wir bedanken uns für steigende Zugriffszahlen, mehr Interaktion und ein stetiges Wachstum des Blogs. Schön, dass Ihr immer wieder neugierig dabei seid und uns folgt.

Herzliche Grüße von der griechischen Baustelle – die Crew der NESSAJA Mario & Sibylle

Projektliste – für die nächsten vier Monate

-> I GOT THE POWER – Erneuerung des gesamten Energiemanagements – ab Landstromanschluss bis 12V Knoten. Umbau auf LiFePo4 (600Ah) nebst Victron Quattro Charger (120Ah) / Inverter (3000W). Neue Ladegeräte für die Blei-Säure Akkus. Einbau eines Monitoring Systems – alles smart steuerbar

-> NESSAJA GOES GREEN – Montage von 4 x 150Wp Solarmodule und eines 420Wp Windgenerators

-> UNDER THE ROOF – für den Windgenerator wird ein Pole (V4A) benötigt und zudem wird als Träger für unsere Solarzellen das Bimini durch ein Hardtop auf einem fixen V4A Rahmen angefertigt

-> THE HEAT IS ON – wir wollen nicht frieren und haben NESSAJA daher eine Eberspächer D5 Dieselheizung spendiert, es werden Luftauslässe in allen Räumen montiert, das Bedienteil ist smart steuerbar

-> FIND MY WAY HOME – unser Schiff bekommt nach vielem Ärger mit der alten ST50 Anlage eine komplett neue Navigation mit zwei Plottern, Radar, Autopilot, Anzeigegeräten – alles über NMEA2000 vernetzt, alles von Garmin – hier für müssen alle Geber im Mast und unter Wasser erneuert werden, neue Instrumentenkonsolen von Scanstrut verbaut werden und quer durchs Schiff Kabel gezogen werden, na Prost Mahlzeit

-> SAFETY FIRST – unsere Seeventile sind alt und müssen erneuert werden – dafür haben wir den hochwertigsten Ersatz gekauft, TruDesign Kunststoffventile und Borddurchlässe an allen Ein- und Auslässen

-> DON´T STINK – neue Toilettenpumpen und Abwasserschläuche in beiden Bädern

-> CLEAN THE CLOTHES – wir bauen eine Waschmaschine ein! Dafür muss der Schreiner die gesamte Salonsitzgruppe umbauen und abändern – etwas verkleinern zu Gunsten des Stauraumes. Ich muss für den Anschluss von Zu- und Abwasser sorgen

-> LIEBE GEHT DURCH DEN MAGEN – der alte zweiflammige ENO wird durch einen neuen dreiflammigen mit Grill ersetzt, es wird die gesamte Gasanlage von der Flasche bis zum Ofenanschluss erneuert

-> DRINK CLEAN FUEL – das gilt für unseren Diesel. Der Tank wird gereinigt, er bekommt einen neuen Anschluss für die Dieselheizung

-> DRINK CLEAN WATER – das gilt für uns. Die Druckwasseranlage wird von 2,8bar auf 4,6bar „getunt“, es wird eine Haushalts-Duscharmatur eingebaut und ein wesentlich größerer Druckspeicher. Im Masterbad wird der Wasserhahn auf Haushaltsqualität umgebaut

-> RUN BABY RUN – unser Motor bekommt Liebkosungen, er hat es sich verdient! Service, Ventile einstellen, Saildrivemanschette wechseln, ein Ölverlust wird behoben

-> PAINT IN BLUE – neues Antifouling und Rumpf polieren ist eine Fremdarbeit durch die Marina

-> THINGS WITH NO NAME – ist eine Liste von Kleinarbeiten welche noch nicht einmal die Bezeichnung „Projekt“ verdient, so z.B. Propeller polieren, neue Gitter für das Bugstrahlruder, neuer Belag für die Gangway, Anker streichen, u.v.m.

Das sind die „großen Brocken“, ich denke Ihr erkennt warum ich mich ranhalten muss – darum ist hier jetzt ENDE, ich muss auf die Baustelle…

Euer Skipper

8 Kommentare zu „Januar 2022 – Money Money Money“

  1. Der Bericht der Anreise lasst Erinnerungen wach werden und die Arbeitsliste ist bei mir schon größtenteils abgearbeitet
    Genua, neues Bimini, fertigstellen der Webasto Warmwasserheizung, Bugstrahlruder und normale Auswinterungsarbeiten warten auf mich im April

    1. Haha, ja das stimmt – es ist irgendwie überall und bei jedem Bootseigner das Gleiche – es gibt eine ToDo Liste und jede Menge zu tun. Aber letztendlich gehört auch das zum Hobby (wenn man es selber machen KANN 😉 )! In diesem Sinne, Dir frohes Schaffen und eine gute Zeit…

  2. Hallo, ihr beiden, da habt ihr ja stressige Zeiten hinter euch gebracht! Wir wünschen euch nun gutes Gelingen bei allen Projekten! Viele Schneegrüße aus der Heimat Monika & Alan 🌨😊

    1. Vielen Dank Ihr Beiden, naja, es klingt immer stressiger als es in der Realität war! Wir waren eingetaktet, hatten einen „Termin“ nach dem anderen – aber am Ende war es poitiver Stress, den hält man gerne aus. Wir sehen uns wieder beim nächsten Deutschlandaufenthalt, bleibt gesund und herzliche Grüße

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