März 2025 – Forever Young

Der Bericht des Monats März wird sich, dies hatte ich im Ausblick des Februarblogs schon angedeutet, in zwei Teile aufsplitten.
Der erste Part dieses Monatsberichts lässt, so wie ihr es ja kennt, einen Einblick in unseren Alltag als Expats hier auf Leros zu. Er ist unser digitales Tagebuch – wobei ich diesmal nur für mich spreche, denn Sibylle ist ja schon seit Mitte Februar in Deutschland.

Ich habe mich ganz bewusst entschieden, noch einen Monat länger hier zu bleiben, ich genieße die besondere Stimmung auf der Insel während dieser Wochen.

Das Wetter hatte sich beruhigt – der März begann traumhaft

Der zweite Teil wird diesmal den Löwenanteil einnehmen, denn es steht mal wieder ein Highlight an – mein jährlicher Familienbesuch in Deutschland!
Es war daher von Anfang an klar – die Headline soll einen Bezug zu diesem Thema haben.
Manchmal fallen mir die Titel von selber ein, ein Andermal lasse ich mir von einschlägigen Internetseiten „auf die Sprünge helfen“ – so auch diesmal!

Es sollte ein Titel sein, der positiv besetzt ist und etwas Tiefgang hat – dabei bin ich auf „Forever Young“ gestoßen.
Und zwar nicht auf den ersten Verdächtigen – das gleichnamige Lied von Alphaville aus dem Jahr 1984, nein, mir hat es die Version von Bob Dylan angetan!
Ich erfahre Folgendes…

1974 Bob Dylan – „In „Forever Young“ sprach Dylan seinen Kindern Mut zu, denn manchmal sind wir schon früh im Leben Außenseiter und werden für zu jung gehalten, um wichtige Entscheidungen treffen zu können. Manchmal werden wir später im Leben für zu alt gehalten, um dasselbe zu tun.“

Darüber hinaus lerne ich, dass es einen Bezug zum ebenfalls gleichnamigen Lied von Rod Stewart gibt. Das war für mich als Musikbegeisterten neu und absolut spannend.
Die Lieder sind zwar generell unabhängig, sich aber im musikalischen und inhaltlichen Aufbau so ähnlich, dass sich die beiden Interpreten im Vorfeld abgestimmt und monetär geeinigt haben.

1988 Rod Steward – „In „Forever Young“ von Rod Stewart wünscht man seinen Liebsten nur das Beste und hofft, dass sie für immer jung und glücklich bleiben. Das Lied drückt den Wunsch aus, dass die Familienmitglieder ein erfülltes Leben führen und ihre Jugend und Unschuld bewahren.“

Bitte seht mir den Ausflug in die Musikgeschichte nach, aber ich liebe solche Backgroundgeschichten – vor diesem Hintergrund entscheide ich – der Song wird es, er ist den Kindern und Enkelchen gewidmet!
Doch bis ich die Familie treffe, ist es ja noch ein paar Tage hin!

Zurück nach Leros, wir schreiben den 01. März 2025…

Ein Segler in der Bucht – ich bin auf dem Weg nach Lakki

Ich plage mich immer noch mit meiner Erkältung. Die Viren haben mich fest im Griff und vergällen mir jeglichen Aktionismus. Ich liege flach und kuriere mich aus.
In den wenigen Stunden in denen es mir besser geht, versuche ich zumindest organisatorisch zu wirken – so kann ich zum Beispiel NESSAJAs Krantermin für den 17.06. fixieren – kurz danach werden Hans Peter und ich die Deckssanierung starten.

Während ich am Computer Daten verwalte, werde ich auf den 06.03.2021 aufmerksam. An diesem Tag vor vier Jahren haben Sibylle und ich Leros erreicht – mit dem vollgepackten Bus! Seit vier Jahren nun, leben wir auf auf unserer Dufour, länger als wir zuvor in unserem Haus in Miesbach gelebt haben.

Am Mittag des zweiten Tages überfällt mich der Hunger. Mir geht es gerade ganz gut, so beschließe ich, das Abendessen zugunsten eines Lunches ausfallen zu lassen – eine gute Entscheidung, denn abends und nachts geht es mir immer noch miserabel wie sich zeigen wird.

Ich fahre also nach Lakki ins „SouVLakki“ um mir endlich mal wieder „was Gscheids“ zu gönnen…

Mittags nichts los
Fast hätte ich mich übernommen – aber ich hatte so einen Glangerer

Die Idee war super! Mittags ist es egal wenn die Türe offen steht, zudem ist nichts los. Ich habe fürstlich gespeist und war mehr als zufrieden.

Mir war es wichtig rasch gesund zu werden, hatte ich doch immer noch den „Clean Monday“ am morgigen 03.03. im Visier.
Ich hatte eine lockere Einladung und immer noch im Sinn diese wahrzunehmen.

Zurück auf dem Schiff musste ich mich aber ausruhen, die Kraft war bei Weitem noch nicht zurück.
Also setze ich mich abermals vor den Rechner und sehe mal nach, wer sich denn so bei mir gemeldet hat…

Ah, Sibylle schickt Bilder – es hat sie auf einen Faschingsumzug verschlagen 😉

Sibylle kann Fasching nicht leiden – weiß aber nicht jeder, ich schmunzle in mich rein

Was tut man nicht alles den lieben Kleinen zuliebe?
Über eine dritte Hand erhalte ich ein Faschingsbild eines weiteren Freundes.
Der Mann, der verständlicher Weise lieber anonym bleiben möchte, posiert in seinem Kostüm und wird somit auf alle Zeit für mich erpressbar.
Um dieses Pulver nicht zu verschießen, mache ich ihn hier unkenntlich 😉

Bilder im Kopf

Die Abende verlaufen immer noch gleich – ich sehe mir Dokus oder flache Serien aus den Mediatheken der Fernsehsender an – immer wieder bleibe ich bei den „Rosenheim Cops“ hängen.

Das lässt euch schmunzeln? Ich kann aber ein bisschen erklären, warum ich das so gerne mag.
Erstens, es regt mich nicht auf! Die Handlung ist dünn, der rote Faden immer der Gleiche – kurz, ich lass´ mich berieseln.
Zweitens, die Serie wurde nicht nur im Landkreis Rosenheim gedreht, die Drehorte wurden im gesamten Oberland ausgesucht. Nicht selten ist einer dabei, den ich mehr als gut kenne – das mag ich.

So auch heute…

Der fiktive Gasthof im Landkreis Rosenheim ist das „Café Mesner“ in meiner früheren Heimat Schliersee

So vergehen dieser Tage die Stunden, ich kämpfe mich in die Nacht, bis ich denke, dass ich jetzt Schlaf finden könnte.

Wobei der Konjunktiv den Nagel auf den Kopf trifft – ich schlafe röchelnd ein, um dann nur wenig später wieder aufzuwachen.
Meist sitze ich dann abermals vor dem Computer – das Spiel wiederholt sich.

Mir geht´s mies, ich schlage mir die Nächte um die Ohren

Der „Clean Monday“ ist da! Dieser Tag hat für Sibylle und mich eine besondere Bedeutung, weil wir just zu dieser Zeit einmal im Winter hier waren.
Wir sind seinerzeit, es müsste 2017 gewesen sein, zufällig in eine Feier anlässlich des „Καθαρά Δευτέρα“, (Kathara Deftera) gestolpert und wurden damals von den Einheimischen vereinnahmt.
Es war unsere erste Feier bei Livemusik und Tanz.
Seither liebe ich dieses Fest, wenngleich ich auch seiner Bedeutung nicht folge – es ist der Beginn der orthodoxen Fastenzeit.

Mir geht es besser! Der erste Tag, an dem ich Lust verspüre etwas zu unternehmen, rauszugehen, frische Luft zu schnappen!
Ich überlege mir, dass ich am Haus nach dem Rechten sehe und mache mich mit der GS auf den Weg dorthin.

Von außen alles ok
Der Garten wuchert langsam zu – wir werden eine Gartenbaufirma beauftragen müssen
Innen haben die letzten Starkregenfälle nochmals für eine Pfütze gesorgt

Es wird Zeit! Niemand kümmert sich mehr um das Häuschen, ich kann noch nicht in die Verantwortung gehen. Der Notartermin wird wohl erst im April stattfinden.
Alles kein Beinbruch, aber es muss gehandelt werden – das Dach muss an der Schadstelle abgedichtet werden, der Garten durch eine Firma kultiviert werden.
Selber werde ich das beim ersten Mal nicht übernehmen können, ich habe ja keinerlei Werkzeuge für Haus und Garten – wir müssen diesbezüglich erst „shoppen“ gehen.

Alles weitgehend ok, ich verschließe die Türe wieder – und wohin jetzt?

Ich merke, dass ich kraftlos bin – es geht mir besser, aber noch lange nicht gut. Ich beschließe daher, dass ich Giorgos´ Einladung, wie letztes Jahr an seiner Feier teilzunehmen, leider nicht folgen werde.
Details waren ohnehin noch nicht fixiert – daher gehe ich auf ein typisches Fischgericht zu Marietta und esse abermals bereits zu Mittag.

Ich kann im Freien sitzen
Viele Menschen sind unterwegs, ich beobachte das Treiben – eine Fähre kommt gerade an

Ich sitze bis zum Nachmittag, dann bin ich echt groggy. Meine Körner sind verbraucht, ich muss mich ausruhen.
Daher gibt es den Nachmittagskaffee an Bord – aber auch hier kann und möchte ich im Freien sitzen, das Wetter ist frühsommerlich.

Ich nehme mir zwei Cookies aus der Bäckerei mit und genieße meinen ersten Kaffee 2025 im Cockpit.

Herrlich – so könnte es bleiben

Sibylle ruft an – sie möchte wissen, ob ich es geschafft habe an Giorgos´ Fischgriller zum „Clean Monday“ teilzunehmen.
Auch sie erinnert sich zurück an diesen sehr speziellen Tag.

Ich verneine, erkläre die Situation und auch, dass ich nicht entäuscht bin. Klar, wäre schön gewesen, aber dann halt nächstes Jahr wieder.

Mir geht es besser, ich hatte bisher einen schönen Tag und jetzt mit ihr und Enkelchen Benno zu chatten ist doch keine schlechte Alternative…

Benno zeigt mir seine „Kamellenausbeute“ vom Faschingszug

Auch Sibylle hat wieder Erdkontakt. Die Arzttermine klappen nicht wie erhofft, zudem hat sie unserer Schwiegertochter eine Woche „Mamiferien“ mit Freundinnen ermöglicht und managt das Familienbusiness solange ihr Sohn arbeitet.

Sie ist abgekämpft, man sieht es ihr an! Naja, die Hälfte der Zeit ist ja schon um… 😉

Nach dem Telefonat checke ich kurz meine „ToDo-Liste“, ich denke, dass ich nun bald wieder in einen normalen Alltag zurückkehren kann.
Dabei fällt mir auf, dass der Punkt „Matratzen & Polster“ noch offen ist.
Ok zugegeben, während der letzten Tage habe ich den Anruf von Sotiris nicht vermisst, aber sein Versprechen mich „the next days“ zu kontaktieren ist jetzt auch fast zwei Wochen alt.
Die Zeit wird knapp, NACH unserer Rückkehr aus Deutschland werde ich den Auftrag nicht mehr vergeben – bin gespannt ob er sich noch meldet, oder ob der alte „Griechentrick“ Anwendung findet.

Was ist noch zu tun? Ach ja, Enkeltochter Ronja hat heute Geburtstag – weil ich sie nicht erreichen kann, sende ich ihr eine Videobotschaft…

„Ich denke an Dich und freue mich darauf dich bald zu sehen – Happy Birthday!“

So vergeht der von mir herbeigesehnte „Clean Monday“ ziemlich unspektakulär.

Wider Erwarten findet die Griechischstunde am Folgetag statt. Die Lehrerin hat sich rasch erholt und informiert, dass sie sich auf unser zahlreiches Erscheinen freut.
Ok, ich weiß nicht recht – ob ich hingehen soll? Ich bin echt nur halbfit und muss dauernd husten…
Egal, ich hab´ Lust drauf, werde ohnehin durch meinen Deutschlandaufenthalt zwei, dreimal fehlen, also rapple ich mich auf und tuckere nach Lakki.

Ich bin der Erste vor Ort
Wir lernen, wie man den Akkusativ bildet

Uff! Nach den intensiven 75 Minuten war ich geschafft. Ich brauche Pause für mein Hirn.

Der Plan war, dass ich nach dem Unterricht gleich zum Essen gehe. Ich wollte mal wieder ins „Gia Sena“ und etwas klassisch gekochtes essen, also nix vom Grill.
Aber als ich am „SouVLakki“ vorbeikomme, ziehen mich unsichtbare Mächte hinein, ich sehe die Drehspieße und kann einfach nicht anders…

Ich bin ein Opfer meiner Leidenschaften!

Schmeckt aber auch super

Man merkt die Fastenzeit! Sehr viele Griechen halten sich daran – eine schwierige Phase für das sonst pumpvolle Grilllokal.
Obwohl es inzwischen 18.30 Uhr ist, bin ich der einzige Gast. Im Verlauf des Abends kommt ein englischsprachiges Paar dazu, ansonsten bleibt der Laden bis 19.30 Uhr leer.
Auch der Ausfahrer muss nicht rennen, auch hier ist die Nachfrage spürbar kleiner.

Nix los

Ich mag den Dienstag! Obwohl mich die Griechischstunde immer etwas stresst, gehe ich gerne dorthin.
Ich komme unter Menschen, man quatscht über andere Themen und ich mobilisiere mein Oberstübchen.

Ein weiterer Grund – Dienstag ist für mich „Barnaby-Tag“! Ich liebe englische Krimis und bedauere, dass es nicht mehr davon gibt.
Da die Auswahl in den Mediatheken sehr überschaubar ist und ich mich dort tagesaktuell sehe, ist nur selbstverständlich, dass ich die TV Folgen immer gleich konsumiere.
Da diese aber in Deutschland zu später Stunde ausgestrahlt werden, sehe ich sie mir am Folgetag – am Dienstag – in der Mediathek an.

Voller Vorfreude fahre ich zurück auf NESSAJA…

Love it

Nachdem Sotiris sich auch weiterhin nicht meldet und ich ein geplantes Upgrade an NESSAJA verwerfen musste, habe ich zur Zeit wenig wirkliche Aufgaben.
Ich muss auch eingestehen, langsam bereite ich mich mental auf meine Abreise vor, ich werde hier keine neuen Baustellen mehr aufmachen.

Es sind nurmehr ganz normale Haushaltspflichten, die mich gelegentlich einbinden – heute ist die Wäsche dran.
Selbst ist der Mann! Ich starte also die Waschmaschine…

Kann ja nicht so schwer sein

Da gibt es ein Programm „40°-60° / 45´“ – super, genau was ich brauche!
Die Wäsche ist meist dunkel, mein weißes Schlafshirt kann dazu, eine blau-graue Note schadet ihm nicht.
Ansonsten gilt – unsere Wäsche muss das aushalten, tut es ein Teil nicht, dann kommt es weg.

Ich starte also meine „Mischmaschine“ und warte 45 Minuten, dann ab auf die Leine damit!

Die Wäsche flattert im Wind

Ich merke, dass mir die frische Luft gut tut! Die Gelegenheit, um nach langer Zeit mal wieder eine Marinarunde zu drehen.

Ein perfekter Tag

Voller Übermut und Tatendrang beschließe ich, dass ich mir jetzt sofort ein Eis gönnen werde.
Ich hole meinen Helm und brause nach Lakki, in die von mir verehrte Eismanufaktur der Familie „Repapis“.

Das wäre keine Erwähnung wert, wenn mir nicht etwas Dummes passiert wäre…

Der Eisverkäufer, ich kenne ihn schon lang von seinem vorherigen Job, verkauft mir ein Eis und einen Espresso.
Wir schwatzen ein wenig, dann genieße ich mein Eis in der Sonne.

Wieder offen – Gott sei Dank
Ich gönne mir zwei Kugeln Eis und einen Espresso

Als es ans Bezahlen geht, kaufe ich noch zwei Kekse, ich wollte mir noch etwas für meinen Nachmittagskaffee zuhause mitnehmen.

Der junge Mann verpackt, wiegt, tippt, wiegt noch einmal und berechnet mir dann 12,50€ – ich bezahle, bedanke mich und gehe.

Kennt ihr das? Wenn einen die Gedanken einholen und nicht mehr loslassen? Wenn man sich in einem Gedankenstrang verliert?
Genau das passiert mir jetzt!

Bereits als ich losfahre bemerke ich, dass da etwas nicht stimmen kann. Eis 4.-€, Kaffee vielleicht 2.-€ – zwei Kekse können nicht 6.- oder 7.-€ kosten.
Statt stehen zu bleiben und sofort nachzufragen, fahre ich nach Hause.
Ich versuche den Gedanken loszulassen – „…komm´ schon, er wird sich verrechnet haben, kein Aufriss wegen zwei oder drei Euro!“

Ich schwöre – es war nicht wegen dem Geld! Mein Kopf wollte wissen was passiert war. Ein Fehler? Ein Zahlendreher? Oder waren vielleicht die Preise so stark gestiegen. Oder verschätze ich mich bei den Keksen?
Mein „Deutsch-Ich“ gewinnt…

Was wiegen zwei Kekse? Keine Ahnung…
120g – ok, überschlagsweise kosten die Kekse 2.-€

An diesem Tag konnte mein „Griechen-Ich“ sich nicht durchsetzen.
Ich bin tatsächlich noch einmal hingefahren und habe mit dem Burschen gesprochen.
Alles ließ sich klären, ein Fehler beim Wiegen, tatsächlich habe ich 5.-€ zuviel bezahlt.
Ich habe abgewunken und gesagt sie sollen es sein lassen, eigentlich hatte ich schon bereut, dass ich überhaupt über das Thema nachgedacht habe…

Und was passierte? Das Mädel und der Bursche welche Nachmittagsschicht hatten, haben mir mein ganzes Geld wieder gegeben – 12.50€!
Ich habe mich gewehrt – nichts zu machen!
Ich gestehe, ich war peinlich berührt. Ich will es auch gleich vorweg nehmen – viele Leser werden denken „…wieso, war doch dein gutes Recht!“
Das stimmt, aber so funktioniert Leros nicht. Ich habe es einen Moment vergessen. Ich hoffe wirklich, dass ich kein Porzellan zerschlagen habe.

Zurück auf NESSAJA war ich betrübt – aber nicht lange…
Man hat mir ein Geschenk gebracht!!!

Wow, eine Buddel „Torres“ Brandy

Es klopft an die Gangway, ich vernehme meinen Namen und klettere an Deck.
Ingrid und Peter von der CORDELIA waren zurück, für die beiden beginnt die Saison.
Ingrid hat sich kurz auf den Weg zu mir gemacht, sie wollte Hallo sagen und mir die besagte Flasche vorbeibringen – als Dankeschön für die Fotos und das Nachsehen nach den Stürmen.

DAS freut mich aber richtig! Eine sehr nette Geste und eine liebe Anerkennung. Ganz herzlichen Dank!

Heute Abend setze ich um, was mir gestern nicht gelang – ich lasse den von mir geliebten Grilltempel links liegen und fahre zum „Gia Sena“ um dort griechische Hausmannskost zu essen.

Marias Saganaki schmeckt super

Für diejenigen die Leros kennen – ich möchte nochmals eine Lanze für die kleine Taverne brechen.
Maria und ihr Gatte sind gute Gastgeber, sehr freundlich und immer bemüht. Das Essen ist lecker, die Postionen gefällig, die Preise angemessen.

Manko – die Lage und das Ambiente sind nicht gut – als touristisches Lokal ist die Kneipe nicht konkurrenzfähig.
Aber wenn ihr außerhalb der Saison einmal hier seid, wenn es nur darum geht gut zu essen, dann seid ihr hier richtig aufgehoben.

Als Hauptgericht gönne ich mir einen Hähnchenrollbraten mit Kartoffeln.

Geschmacklich super – eine herrliche Zitronensosse

Ich sitze abermals alleine im Lokal, daher hält mich auch nichts, als ich aufgegessen hatte.
Ich bezahle 15.-€, das ist zusammen mit einer Cola wirklich nicht teuer, dann verlasse ich das Lokal und fahre zurück in die Marina.

Die Tage werden länger, das spürt man deutlich, es dämmert gerade als ich zurück komme.
Das letzte Licht über der Marina lässt eine besondere Stimmung entstehen.

Mal eine andere Perspektive – ohne Filter

Der Folgetag ist hier auf den Dodekanesinseln ein Feiertag. Man zelebriert den Jahrestag der Zugehörigkeit zu Griechenland, nachdem die Besatzungsmächte die Inseln an Hellas zurückgegeben hatten.

Die Griechen wissen, wie man pompös feiert – zu solchen Anlässen gibt es stets Paraden, es wird aufgefahren was geht.

Ich will gerne zugeben, dass ich kein Fan solcher Feiern bin, ich gehe aber trotzdem immer kurz hin um mich zu zeigen und zu signalisieren, dass ich die Themen der Locals respektiere.
Diesmal aber nicht! Ich bin noch nicht vollumfänglich fit und gestehe mir daher zu, dass ich den Festakt schwänze.

Die Bilder der Feierlichkeiten möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Festzüge und Paraden – Foto von Susanne Radlach
Reden und Flaggenparaden – Foto von „The-Leros-Way“

Ich wollte ein wenig meine Ruhe haben, außerdem hat die Pflicht gerufen. Ich habe mir vorgenommen, noch einmal nach den Schiffen der Freunde zu sehen, bevor ich für zwei Wochen nach Deutschland fliegen würde.

Es war ein herrlicher, frühsommerlicher Tag – ideal um dies heute umzusetzen, dann hätte ich diese Aufgabe auch aus dem Kopf.
Es gab schließlich vor meiner Abfahrt noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und vorzubereiten.

Kontrollblick an Martins STENELLA – alles ok, kein Wasser im Dinghi
Auch auf INSPIRATION alles ok – nach meiner Rückkehr wird die Übergabe erfolgt sein
Last not least – EDINA, hier ist es mit einem Blick nicht getan

Auf EDINA sehe ich nach dem Rechten, lasse aber zusätzlich Generator und Hauptmaschine laufen.
Ich öffne die Luken um Frischluft hereinzulassen und checke einmal mehr die Bilge – gibt es unangenehme Überraschungen?

Nein, diesmal nicht! Alles trocken, das Problem ist behoben.

Die Bilge ist trocken, der Generator läuft einwandfrei

Im Segelkleid, den Lazybags, steht kein Wasser mehr, das Absenken des Baumes hat Abhilfe geschaffen.

Kurz, keine Überraschungen! Das freut mich.
Ok, die Backskiste ist immer noch undicht, aber das ist bekannt und kein schlimmer Fehler – nichtsdestotrotz muss ich die Backskiste leeren, es hatten sich einige Liter Regenwasser angesammelt.

Der Ablauf ist verstopft, eine Dichtung undicht – das summiert sich auf

Ein kleiner Mangel, der sich im Frühsommer leicht beheben lassen wird. Bis dahin darf ich die Kiste eben noch ausleeren, das nächste Mal Anfang April.

Am Rückweg gehe ich noch bei Gottfrieds HARMONY vorbei, auch da sehe ich nach dem Rechten. Dabei fällt mir auf, dass das in Auftrag gegebene Anschleifen des Rumpfes wohl schon durchgeführt wurde – das ging ja schnell.

Ok, man muss natürlich auch anerkennen, dass das Unterwasserschiff der Sunbeam 39 in einem exzellenten Zustand ist.

Alles top – fertig für den Neuanstrich

Zurück auf NESSAJA telefoniere ich mit Sibylle. Sie lässt mich wissen, dass für den ersten Abend unseres Familienfestes der Speiseplan geändert wurde.
Es gäbe jetzt eine bayrische Brotzeit für alle, statt der Pizzen die wir bestellen wollten.

Ja wenn das mal keine gute Nachricht ist! Pizza kann ich ja (fast) immer essen, aber wenn ich in Deutschland bin, möchte ich wirklich NUR deutsches Essen haben!
Ich freu´ mich richtig drauf…

Apropos Pizza – da hat Sibylle mir einen Floh ins Ohr gesetzt, auch ich ändere den Speiseplan für heute – es gibt Pizza.

Ich sattle meine treue GS und mache mich auf den Weg nach Lakki, aber vorher möchte ich nochmals beim Haus vorbeisehen.

Die Temperaturen normalisieren sich – es geht wieder ohne Halstuch und Handschuhe
Die Sonne steht herrlich über der Bucht

Meine Initialzündung um noch einmal hoch nach Plaka zu fahren war, dass ich noch nie den Sonnenuntergang dort angesehen habe.

Gerade jetzt habe ich etwas Zeit, es ist zu früh um essen zu gehen, so wollte ich der Sonne von unserem Garten aus, beim Untergang zusehen.

Ich komme exakt zur rechten Zeit an

Der Garten ist, das habe ich erwähnt, inzwischen ziemlich verwildert und zugewachsen, dennoch ist er wildromantisch und ist ein Frühlingsbote – bunte Farben überall.

Ich genieße es hier zu sein!

Schön

Ich blicke über das hohe Gras, welches zwischen den Olivenbäumen in die Höhe gewachsen ist.
Zwischendrin überall bunte Blumen, es sieht echt schön aus.
Ich bin ein bisschen Stolz, dass dies nun bald mein kleines Haus sein soll und möchte das Bild des Sonnenuntergangs natürlich von der optimalen Stelle aus machen…

Ob es hier Schlangen gibt???

Egal, ich setze also mein ganzes Gewicht ein und trample bis zum „Aussichtspunkt“ unseres Grundstückes.

MEIN Sonnenuntergang

Ich gebe zu, ganz optimal ist er noch nicht – aber im Sommer wird die Sonne exakt in der Mitte der Bucht untergehen.
Wir werden also sehen können, wie sie das Wasser „ditscht“ und am Horizont versinkt.

Ich vermute fast, dass es dieses Bild dann öfter mal im Blog zu sehen gibt 😉 – kitschig zwar, aber ich mag die Stimmung einfach.

Als die Sonne fast verschwunden war, trample ich zurück zu meinem Mopped und fahre schnurstracks ins „La Nostra“.

Auch hier bin ich den ganzen Abend alleine

Man begrüßt mich herzlich, meine Bestellung wird auch hier inzwischen automatisch aufgenommen.
Obwohl ich eine Pizza bestelle, welche nicht auf der Karte steht, weiß man inzwischen was ich gerne mag.

Ich hab´s ja schon mehrfach erwähnt – die Pizza hier ist super und ich werde auch diesmal nicht enttäuscht.

Heute groß – halb „Mario Special“, halb „Vier Käse“, den Rest nehme ich mit heim
Dazu was Frisches, der „La Nostra“ Salat ist echt empfehlenswert

Der Ausklang des Abends gleicht den anderen – ich sacke auf mein Salonsofa und lass´ mich berieseln…

Leider steht mir eine schlaflose Nacht bevor – dummerweise kann ich nicht gleich einschlafen und ich beginne über die zeitlichen Abläufe unserer Lebensumstrukturierung nachzudenken. Ein Fehler!

Ihr kennt das? Die Gedanken sausen durch den Kopf und verhindern, dass man endlich zur Ruhe kommt und Schlaf findet – Wohnung verkaufen, Haus kaufen, NESSAJA verkaufen…
Möbel anschaffen, allen Melde- und Papierkram erledigen – uff!

Klar, das Ganze ist auch eine finanzielle Herausforderung, es darf nichts verrutschen. Ich liege mit weit aufgerissenen Augen im Bett und glotze wie eine Nachteule an die Decke – erst deutlich nach 03.00 Uhr schlafe ich ein…

Am kommenden Morgen wache ich erst um 10.18 Uhr auf – ich verordne mir eine Druckbetankung mit Kaffee und gehe dann frühstücken…

Auch nicht schlecht – ein Schlemmerfrühstück der besonderen Art

Bei „Repapis“ scheint man mir nicht beleidigt zu sein. Alles wie immer – ich schlotze also mein Eis und überlege mir, was ich mit diesem herrlichen, frühsommerlichen Tag anfangen kann.

Meine Pflichten verschiebe ich kurzerhand auf morgen, ist ja noch etwas hin, bis ich mich für die Abreise vorbereiten muss.

Ich beschließe eine Motorradrunde zu drehen und mich bei Giorgos zu verabschieden – auf nach Kamara!
Zur Abwechslung heute mal offroad.

Die Insel ist grün, alles blüht
Ich genieße die Runde

Ich fahre am Hundeshelter vorbei und nehme dann die Abzweigung Richtung Plaka, man kommt dann direkt bei unserem Haus vorbei.

Diesmal möchte ich aber nicht stoppen, einfach mal vorbeifahren und die schöne, blühende Landschaft mal aus einem anderen Blickwinkel, von der anderen Seite kommend, sehen…

Im Frühjahr hat Leros einen völlig anderen Charakter – Blick über die Gourna Bucht
Direkt voraus liegt Plaka – theoretisch ist unser Häuschen in Sichtweite

Als ich bei „Boat & Parts“ ankomme, ist Giorgos tatsächlich vor Ort – ich bin regelrecht überrascht!
Er werkelt an einem großen Außenborder und ich sehe gerne ein Weilchen zu.

Wir fachsimpeln etwas, ich lasse ihn wissen, dass ich so ein Boot suchen würde – nachdem ich NESSAJA verkauft hätte.
Zukunftsmusik, stimmt schon, aber ich möchte den Gedanken rechtzeitig implantieren.

Nicht klassisch schön – aber praktisch zum Inselhopping

Wir quatschen noch ein bisschen, dann will ich nicht weiter stören.
Ich verabschiede mich, wir würden uns wohl erst im April wieder sehen, bis dahin läuft die Saison auf Hochtouren.

Ich habe schon einen Gedanken – ich bin in herrlicher Sommerlaune, das Herumtuckern macht mir Freude, so beschließe ich, mir einen Cappuccino im „Navarone“ zu gönnen.
Vielleicht würde ich draußen sitzen können und Agia Marina ist ohnehin schön.

Stahlblauer Himmel – ein perfekter Tag

Läuft! Hat alles geklappt! Ich bekomme einen Tisch an dem es nicht zieht, schlürfe in Ruhe meinen Cappu und sehe den Menschen und dem bunten Treiben zu.

So verfliegt die Zeit, erst am späten Nachmittag kehre ich auf NESSAJA zurück.
Ich lerne Griechisch – es ist mühsamer geworden, denn ich habe das spielerische Lernen mit der App drastisch reduziert.
Ich lerne wie ein fleißiger Student und fertige mir griechisch geschriebene Excel Listen an, um damit meine Lernerfolge zu verifizieren – ein Mörderaufwand.

Erst als es dunkel wird und mein Magen langsam grummelt, fällt mir auf, dass es Zeit für´s Abendessen wird.
Ich kann es mir nicht erklären – Samstag und das „SouVLakki“ hat geschlossen, was ist da nur los.

In der Not verhole ich mich ins „Persiana“ und gönne mir ein „Pulled Pork Sandwich“ nebst Salatbegleitung, dazu ein Bier.

Im „Persiana“ sitzt man schön, sie spielen gute Musik
Das Essen ist gut – schon Fast Food, aber gehobene Kategorie

Ich speise gut, treffe Ralu und John auf einen kurzen Ratsch und auch unser Kranfahrer Giannis sitzt mit einem Freund bei einem Bier zusammen – mit ihm geht ebenfalls ein kurzer Plausch.
Giannis gibt mir mit auf den Weg, dass er am Montag Hans Peters LIBERTÉ höher stellen möchte. „You can prepare everything…“ höre ich ihn sagen.
Ein angenehmer und kurzweiliger Abend…

Trotzdem ist es irgendwie seltsam – hier im „Persiana“ sitzt man gemütlicher als anderswo, das Essen ist definitiv nicht schlechter und sie spielen echt coole und gute Musik.

Dennoch setzt es sich auf unserer ewigen „Bestenliste“ nicht wirklich durch.
Warum? Weiß nicht, vielleicht, weil es sowohl beim Essen als auch beim Bier genau um das Quäntchen teurer ist als die Wettbewerber – ich bezahle für mein Essen 26.-€.

Egal, ich gehe zufrieden ins Bett und kann diesmal auch sehr gut schlafen!

Am nächsten Morgen erinnere ich mich an Giannis Worte und schreite zur Tat!

Von rechts nach links – alleine muss ich ganz schön rackern

Eine Menge Zeug gilt es zu verräumen, besser gesagt umzuschlichten. Der Raum unter LIBERTÈ muss frei sein, daher muss das ganze Zeug unter das Nachbarschiff.

Diese Arbeit ist zu zweit schon mühselig, alleine ist es eine Herkulesaufgabe.
Das Ruder wiegt bestimmt 50kg+ und das Schlauchboot ist sehr unhandlich.
Ich mühe mich redlich ab…

Klappt aber – zu guter Letzt noch die Vehikel

Ich räume bestimmt eine Stunde und sehe danach aus wie ein Ferkel. Alles war staubig, sandig, verschmutzt.

Zu guter Letzt räume ich noch HPs und Sibylles Radl auf die Seite und parke des Hasen Roller um. Natürlich muss ich den vorher aus- und selbstverständlich danach wieder einpacken.

Doch dann war die Aufgabe gestemmt – der fleißige Giannis kann mit dem Mover kommen und LIBERTÉ soweit anheben, dass wir nach der Reparatur das Ruder wieder einbauen können.

Und danach muss alles wieder zurück

Weil ich grad so beim Wirbeln war, habe ich mich dem nächsten Punkt auf meiner ToDo Liste auch gleich gewidmet.
Das Umlegen unseres Schlauchbootes behirne ich schon lang – welche Lösung ist die beste???

Das Problem – unser Hypalon Dinghi liegt ganzjährig im Wasser. Dort ist es gut aufgehoben und sicher.
Einziges Thema auf das zu achten ist – nach einem Regenguss muss ich es ausleeren, kein Problem wenn ich vor Ort bin.
Gehe ich aber im März für zwei Wochen weg, muss das Dinghi so liegen, dass es entweder mit offenem Stopfen liegt oder nicht volllaufen kann.

Gleichwohl soll es sicher liegen, geschützt vor unglücklichen Beschädigungen!
Soll ich es unter HPs LIBERTÉ legen? Oder in EDINAs Davits hängen? Oder doch einfach bei uns auf den Steg legen?
Ich entscheide mich für Letzteres…

Festgezurrt wegen der Stürme – Lenzstopfen offen wegen der etwaigen Regenfälle

Ich werde das Dinghi nun bis zu meiner Abreise beobachten, meine aber, dass es sicher liegt.
Zusätzlich werde ich Nachbar Martin bitten, mit einem Auge darauf zu schauen.

Mittagszeit! Ich war fleißig und habe einen Guster auf etwas Süßes – ich beschließe, dass ich mir einen Cappuccino und eine Süßigkeit im „Coffee Lab“ gönnen werde.
Das Wetter lässt zu, dass ich im Freien auf der Terrasse sitze.

Cappuccino und eine Zimtschnecke – genau das Richtige
Gesellschaft leisten mir die frechen Spatzen

Total lustig fand ich, dass zwei Tische weiter drei Frontex Beamte saßen. Es handelte sich um zwei Deutsche und einen Mann aus einem anderen Land – man sprach Englisch.

Irgendwie kamen die Drei, zwei Männer und eine Frau, auf das Thema Beziehungen, Scheidungen und Partnerschaften.
Zu meiner großen Überraschung waren die beiden Deutschen relativ limitiert in ihrem Englisch, wollten aber große Emotionen ob des Themas schildern…
Ich wurde unfreiwillig Zeuge, hatte aber einen lustigen Nachmittag 😉

Weil´s zum Thema passt – da fällt mir eine Anekdote ein…
Habe ich jemals erzählt, dass Gerhard Polt früher unser Nachbar war? Wir kennen ihn also auch privat.
Ich habe Gerhard Polt mal getroffen, wie er in unserer Straße einer fremden Radfahrerin den Weg auf Englisch erklärt hat…
Er kann Englisch, aber er spricht eben wie auf der Bühne! Hätte man das gefilmt, man hätte den nächsten Sketch im Kasten gehabt…
Das nur, weil ich gerade dran denken musste 😉

Zurück nach Lakki!

Der Nachmittag gab nicht mehr viel her. Ich bin in den Reisevorbereitungen.
Aber wohin zum Abendessen???
Es zieht mich nach Alinda ins „To Steki“ – heute gönne ich mir das!

Auch das „To Steki“ war leer
Ich schlürfe gemütlich mein Bier und genieße die Stimmung

Eigentlich wollte ich ins „SouVLakki“ aber die Türen sind immer noch geschlossen. Schön langsam dürfen sie sich in „Zu-VLakki“ umbennen! Ich bin etwas enttäuscht.

Eine Nachricht an Inhaberin Anna klärt die Situation. Man sei in Athen auf einer Food-Messe, ab Dienstag ist wieder offen.

Closed – wie schade! Das „Zu-VLakki“

Das ist schön, dann gehören die letzten beiden Abende meinem Lieblings-Grilllokal!

Die anderen Kandidaten schieden aus, mir war mal wieder nach etwas Anderem. Daher finde ich mich jetzt im „To Steki“ wieder.
Aber auch hier Leere – Wirt Dimitris beantwortet meine Frage, ob er offen habe oder ob geschlossen sei, nicht…
Er gibt mir eine Tischdecke und ein Bier, ich solle mich draußen hinsetzen – „…one Popi to start?“
Aber natürlich! Ich liebe dieses Gericht!

Popi, das sind Schinken-Auberginen Röllchen in einer Sahnesoße, dazu ein Salat

Er kocht für mich, sein Personal war schon gegangen. Er setzt sich zu mir und klagt über die Politik, über erhöhte Steuern und darüber, dass es sich kaum noch lohnt eine große Taverne zu betreiben.
Zudem sei es, wie vielerorts, schwer an geeignetes Personal zu kommen.

Ich verstehe seine Bedenken und frage mich, wie es für viele kleine Wirte auf der Insel weitergehen soll.
Ich weiß, dass sich auch Leros verändern wird und habe dies vor dem Hintergrund meines Hauskaufes auch durchdacht.
Dennoch, spricht man mit den liebgewonnenen Locals, dann hinterlässt es eine gewisse Traurigkeit.
Hoffen wir, dass sich der Charakter der Insel nicht allzusehr verändert.

Ich bestelle meinen Hauptgang – ich wusste beim Losfahren schon was ich wollte…

Scampi Risotto – ein Gedicht

Ich mampfe mein Scampi-Risotto und genieße das Ausklingen des Tages. Eine Katze gesellt sich zu mir und glotzt mich an, sie hat es auf die Scampiköpfe abgesehen.

Ich füttere normaler Weise nicht vom Tisch, aber heute war des Maunzers Glückstag – ich war mutterseelenalleine auf der Terrasse, Wirt Dimitris schaut Fußball, so gönne ich der Mieze die Reste und genieße ihre Gesellschaft.
Ein paar Karmapunkte mehr können nicht schaden.

Ich bezahle und fahre mit spannendem Wanst zurück in die Marina – ein schöner Tag!

Der neue Tag verplätschert, die Luft ist raus! Hier gibt es nicht mehr viel zu tun, in etwas mehr als zwei Tagen werde ich nach Deutschland aufbrechen.
Ich beginne langsam Kleidung und Unterlagen zu sortieren und erste Vorbereitungen am Schiff zu machen – so verging der Vormittag.

Ein letzter Besuch bei „Repapis“ um den Nachmittag einzuläuten? Klar doch, pfeif auf Disziplin 😉 – der Trend geht zum Vormittagseis!

Neuer Eingangsbereich – für mich???

Kaum sitze ich und beginne meine Leckerei zu löffeln, klingelt auch schon mein Mobiltelefon.
Am anderen Ende der Leitung ist Giannis der Kranführer – „…where are you, I´m on the boat!“

Was soll ich machen, das Anheben von LIBERTÉ hat Priorität, also nix wie hin.
Ach so, das Eis, na das muss irgendwie gehen…

Na also, geht doch

Als ich an HPs Bavaria ankomme, steht der Transportwagen auch schon an Ort und Stelle.

Im Kern ging es Giannis darum, mit mir zusammen noch einmal die finale Höhe auszumessen, um so sicher zu stellen, dass HP und ich im April das Ruder stecken können.

Mit dem Carello wird LIBERTÉ angehoben
Es geht um rund 40cm, das wird wohl reichen

Es geht sich auf den Zentimeter aus. Letztlich ist es aber auch kein Problem, ein paar Zentimeter können wir unter dem Ruder auch ausgraben, ich bin zuversichtlich, dass es so passt.

Ich stehe mit meinem Eis da und sehe den Werkern beim Arbeiten zu – ich komme mir selber blöd vor, also verlasse ich den Ort des Geschehens.
Ein schwerer Fehler wie sich zeigen wird.

Kaffeepause

Ich koche mir einen Kaffee und schicke Hans Peter die Bilder. Zwei Minuten später klingelt mein Telefon und ich berichte dem Skipper zuhause.

Nach dem Telefonat will ich zurück zum Schiff und Hans Peters Sachen wieder zurück unter LIBERTÉ räumen – da trifft mich fast der Hauptschlag!!!

Höhe- perfekt! Aber finde den Fehler
AAAAAAAhhhhhhhrghhh – ich verzeifle

Wer sich an den Februarblog erinnert, weiß was ich meine! Meine ursprüngliche Bitte war ja, LIBERTÉ anzuheben und dabei die Stützen so zu verstellen, dass wir die bisherigen Auflageflächen bearbeiten können.

Ich war im Februar mehr als überrascht, als die Stützen verstellt waren, das Schiff aber nicht angehoben wurde.

Heute wurde das Schiff angehoben, die Stützen aber wieder so angebracht, dass sie die alten Auflageflägen ganz oder teilweise abdecken.
Es wird klar, eine dritte Aktion wird fällig werden!

Ich muss dafür jedes Mal den Kram unter dem Schiff wegräumen – ich weiß nicht, soll ich heulen oder lachen?!
Es ist zum Mäusemelken – aber das Team hat schon Feierabend, ich werde morgen mit Giannis sprechen.

Heute Abend treffe ich mich mit mit der Crew der TUULI, Anette und Kai, sowie mit Susanne von der ESPERANZA zum Dinner im „Persiana“ – ein schöner und geselliger Abend.

Der neue Tag hat eine höhere Schlagzahl, es gibt viel zu tun, die Uhr läuft!

Alles wieder zurückgeräumt

Ich stehe früh auf und spreche mit dem Kranteam. Sie erklären mir, dass sie die Stützen an dieser Stelle haben wollen, das Schiff steht sicherer.
Man würde die Stützen umstellen, kurz bevor wir streichen.
Ok, sei´s drum, ein Totschlagargument – da kann ich nicht dagegenreden.

Ich räume also den ganzen Krempel abermals zurück und widme mich dann meinem Motorrad.

Ein paar Kleinigkeiten sind immer

Nachdem das Mopped sauber ist, muss ich ein paar Roststellen pflegen und ein paar kleine Lackarbeiten machen.
Die Kette will gefettet werden und ein paar andere bewegliche Teile schreien unüberhörbar nach Schmiermittel.

Generell setzt die salzhaltige Luft und der Staub und Dreck den Fahrzeugen zu.
Das merke ich leider auch an meiner treuen BMW. Sei´s drum, ich bekomme das meist ganz gut hin, die Arbeit hält dann für drei, vier Monate vor.

Danach parke ich das Bike auf ihrem „Stammplatz“, ein gutes Plätzchen für die Phasen meiner Abwesenheit.

Sieht wieder gut aus – hier steht sie sicher

Wenn ich mein Motorrad länger als drei, vier Tage in der Marina stehen lasse, dann packe ich sie in der Regel ein.

Ich will nicht, dass sie in Abwesenheit unter fremden Schiffen steht, man weiß nie welche Aktionen stattfinden.
Steht sie an diesem sicheren Platz, hat sie aber keinen Wetterschutz – daher das Häubchen, das hat sich so bewährt!

Motorrad reinigen, schmieren, abdecken – check!

DAS ist ja nun perfekt gelaufen! Ich kann einen Haken an das Thema „Motorrad verräumen“ machen, für die letzten eineinhalb Tage habe ich den Leihwagen.

Die schweren Aufgaben sind also erledigt, ab jetzt habe ich nur noch administrative Punkte auf meiner Liste.

So wird es zum Beispiel langsam Zeit ans Packen zu denken. Nicht unbedingt weil ich so lange dafür brauchen würde, eher weil ich recht wenig Kleidung habe.
Ich muss sehr gut überlegen – was ziehe ich an, was muss mit?

Ich entscheide daher, auf Nummer Sicher zu gehen und alles noch einmal zu waschen.

Auch meine Buxe und mein Hoodie kommen in die Wäsche

Da ich auch meine Hauptkleidung, die lange Hose und den geliebten Hoodie, der Waschladung zuführe, bleibt mir nichts anderes übrig als mal wieder im Schlüpfer und T-Shirt auf das Trocknen der Kleidung zu warten.

Zwischenzeitlich kann ich ein paar Unterlagen am Rechner ausdrucken und meine Taschen vorbereiten.
Ich werde mit kleinem Gepäck reisen.

Der kleine Trolley reicht

Meine Beinkleider waren kaum getrocknet, da klingelte mein Telefon – keine Minute zu früh!
Rena sendet mir die Nachricht, dass sie in der Marina sei, mein Wagen wäre da.
Na das klappt ja wie am Schnürchen!

Ich treffe Rena und Ioannis und übernehme den kleinen Flitzer, danach verabschiede ich mich höflich – „…see you again in April!“

Die Mobilität ist wieder hergestellt

Zugegeben, ich „überplane“ gerne! Ich hatte soweit alles erledigt und wollte diesen letzten Tag nutzen, um meine Reise vorzubereiten – Reiseantritt ist heute Nacht um 00.30 Uhr!

NATÜRLICH war ich viel zu früh mit allem fertig! Die Wäsche von der Leine genommen, der Koffer gepackt, auf NESSAJA soweit alles klar – und jetzt?
Wie bringe ich den Tag rum???

Ok, für den Nachmittag fällt mir schon was ein…

Ich gönne mir ein letztes Speiseeisschmankerl

Ein wenig Glück spielt mir in die Karten. Brigitte und Hans, die Crew der BARCASO, sind zurück in der Marina.
Die beiden Österreicher, welche wir vor rund einem Monat mehrfach verabschiedet haben und deren Abreise sich mehrfach verzögert hatte – die Beiden also sind zurück und wollen nun auch mich im Gegenzug auf die Reise bringen.

Wir verabreden uns für ein gemeinsames Abschiedsdinner, an dem auch Susanne von der ESPERANZA teilnehmen wird.

Weil wir ein Auto haben, verabreden wir uns ins „Metzes“, dort ist es immer lecker, dort waren wir lang nicht mehr.

Das „Metzes“ ist ein einladendes Lokal
Wir sind die Ersten

Susanne war zum ersten Mal hier und hat sich ebenfalls von den netten Gastgebern und der schönen Atmosphäre einfangen lassen.

Die handgeschriebenen Speisekarten haben es ihr besonders angetan! Wir studieren diese ebenfalls und entscheiden uns dann für ein paar Meze und eine leckere Grillplatte – natürlich kommt alles in die Mitte, wir teilen…

Eleni schreibt die Karten selber
Das Essen enttäuscht uns nicht

Es war schon deutlich nach 21.00 Uhr, als wir das Lokal verlassen. Natürlich stand eine letzte Karafaki Ouzo auf unserer Rechnung, wir waren zufrieden.

Ich setze die Freunde ab, alle wünschen mir eine gute Reise, dann ziehen wir uns auf unsere Schiffe zurück.

Was tun? Ich habe noch rund zwei Stunden Zeit bis ich aufbrechen muss – tatsächlich habe ich keine dümmere Idee, als die letzte Folge „Inspector Barnaby“ vom Montag anzusehen.
Hat sich irgendwie seltsam angefühlt, zeitmäßig hat es aber genau gepasst!

Um 23.45 Uhr breche ich auf und verschließe NESSAJA…

Es ist ziemlich windig!

Ich bin vollgefressen und lag fast zwei Stunden auf der Couch, irgendwie war mir nach ein paar Meter gehen.

So entscheide ich spontan, den Wagen nicht wie ausgemacht am Port abzustellen, sondern ihn vor dem Büro des Autoverleihers zu parken.
Den Rest des Weges werde ich zu Fuß zurücklegen!

Da parkt er – NATÜRLICH verwackle ich das Bild

Ich komme exakt pünktlich im Hafen an. Genau als ich über den Parkplatz laufe, sehe ich die Fähre die Lakki Bucht durchqueren. Ich machen ein paar Aufnahmen, dann gehe ich zum Fußgänger-Wartebereich.

Diesmal mit der BLUESTAR PATMOS
Ich bin nicht alleine unterwegs – ich muss vielleicht 15 Minuten warten

Dann geht alles ganz schnell – ich gehe an Bord, schnurstracks zur Rezeption und checke in meiner Kabine ein.

Es ist schon spät, aber weil es guter Brauch ist, gönne ich mir im Haupt-Salon noch einen Absacker – dann aber heißt es „ab in die Falle“!

Meine Kabine, klein aber mein
Ein Rollo war offen, ich finde einen schönen Platz
Ein Ouzo – 4,50€ – dann heißt es ab ins Bett

Überraschender Weise schlafe ich ganz gut. Dementsprechend erholt wache ich am nächsten Morgen kurz vor dem Weckerklingeln auf.

Mein erster Weg führt mich ins Café, dort gibt es ein Sandwich und zwei Kaffee – erst dann verhole ich mich ein meine Kabine, kultiviere mich und packe meine Sachen.

In zwei Stunden würde ich in Piräus ankommen – die Uhr tickt!

Frühstück mit Aussicht
Angekommen!

Abermals geht alles ganz schnell! Das Schiff legt an, die Klappen öffnen sich und spucken die Fahrgäste auf das griechische Festland.

Ich kenne mich im Hafen von Piräus ein wenig aus, muss aber trotzdem erfragen, wo denn der Bus X96 Richtung Flughafen abfahren würde.
Die Busstation ist rasch gefunden, der nächste Bus wartet schon. Ich löse mein Ticket und warte auf die Abfahrt…

Ich war exakt eine Stunde vor Plan – die Fähre kam tatsächlich zu früh an!
Das ist nicht schlecht, so konnte ich entspannt die Busfahrt genießen, ich hatte keinerlei Zeitdruck.
Die Fahrt begann – wir passierten noch einmal den Anleger der BLUESTAR Fähre.

Die Fahrt dauert etwa eine Stunde
Alleine im riesigen Gelenkbus

Anfangs war ich ganz alleine im riesigen Gelenkbus, aber das sollte nicht lang so bleiben.
Im Großraum Piräus und Athen hatte der Bus zig Stops und es war ein reges Zu- und Aussteigen – zwischenzeitlich waren fast alle Plätze belegt.

Die Fahrt war interessant und kurzweilig und und nach etwas mehr als der planmäßigen 60 Minuten, hatten wir das Ziel der Fahrt, den Flughafen von Athen, erreicht.
Ich musste mich erst einmal orientieren – wo werde ich mein Gepäck los?

Am Flughafen hatte ich viel Zeit

Generell ist ATH ein schöner Flughafen! Alles war recht gut organisiert.
Ich hatte rasch mein Gepäck aufgegeben, an der Sicherheitskontrolle ging alles ganz schnell und so fand ich mich bereits nach kurzer Zeit vor meinem Abfluggate – hier konnte ich die Stunden bis zum Boarding warten.
Ich hatte extra für diese Wartezeit ein Buch auf mein iPad geladen.

Da kommt er an

Endlich war es soweit – Boarding begann und die Menschen suchten ihre Plätze.
Leider war meine Reihe voll belegt, aber das ist eben nicht zu ändern.
Ich mache meine Kopfhörer ins Ohr, starte meine Musik und gebe mich den Abläufen der nächsten zwei Stunden hin – ich kann fliegen nicht leiden und hoffe, dass auch dieser Kelch an mir vorüber geht!

Und das tut er!

Hallo München

Auch der Flug dauerte 20 Minuten weniger als geplant. Der Pilot gab, bereits im Sinkflug, noch die Information aus dem Cockpit, dass in München Regen und 3°C herrschten – na toll!

Dann hörte ich, wie das Fahrwerk unseres Airbus ausfuhr, der Boden war hingegen nicht zu sehen.
Erst kurz vor der Landung tat sich ein grau, braun, grüner Einheitsbrei an Landschaft auf.
Diese glänzte, weil sie vom Regen patschnass war – ich war angekommen, angekommen in Deutschland!

Am Flughafen ging alles ratzdatz. Mein Trolley war das zweite Gepäckstück am Band und ich musste nur kurz auf Sibylle und unsere Tochter warten.
Ich wurde abgeholt und wir fuhren zu Franziska nach Hause. Sie wohnt in der Nähe des Flughafens – ein unschätzbarer Vorteil für uns.

Der neue Morgen beginnt wie geplant…

Langersehnt, heißerfleht

Wir hatten ein wunderschönes, leckeres, gemeinsames Frühstück, welches aus meiner Sicht den tollen Vorabend noch toppte!
Endlich Brezn, endlich bayrische Wurst.

Natürlich war das große HALLO am Vortag Gold wert, die Familie wieder in den Arm zu nehmen, die kleine Heidi wieder zu knuddeln, dafür lohnt die Anreise.

Der heutige Tag sollte eine Fortsetzung dieser Wiedersehensfreude bieten, denn ab heute startet unser geplantes, dreitägiges Familienfest!
Sibylles Geschwister würden kommen, auch alle Kinder und Enkelkinder würden an den Schliersee anreisen.

Für uns war es also Zeit, uns zu verabschieden und die Fahrt ins bayrische Oberland anzutreten.
Am Weg mussten wir noch die bestellte Brotzeit beim Metzger abholen.

Der Landkreis Miesbach empfängt uns mit Regen
Auch das „Haus Seegarten“ am Schliersee ist grau verhangen
Ein Bergblick der keiner ist

Der Besitzer der kleinen Pension direkt am Seeufer ist mein langjährigster und bester Freund – immer wenn ich in Miesbach verweile, wohnen Sibylle und ich hier.

Wir selbst haben ja auch die längste Zeit unseres Zusammenseins hier am Schliersee gelebt, hier ist für mich Heimat.
Wenn ich in Deutschland bin, will ich hier sein!

Auch hier großes HALLO! Sibylle war schon zu Besuch hier, mein letzter Aufenthalt war aber fast ein Jahr her.
Es gab während eines kurzen Updates schon viel zu erzählen, wir würden die Gelegenheit zum Zusammensitzen noch haben.
Jetzt müssen wir aber erst einchecken und dann ein bisschen was vorbereiten, weitere Gäste würden bald anreisen.

Der Aufenthaltsraum für unsere Feier – mit Blick auf den See

Franziska, Mikey und die kleine Heidi kamen als erste Familienmitglieder an, wir hatten uns ja gestern nach meiner Ankunft schon begrüßt.
Die zweiten Gäste waren Sohn Stefan mit seiner Amelie und dem kleinen Anton.
Ich freue mich, Anton wieder zu sehen, immerhin ist das letzte und einzige Treffen von Enkel und Opa auch fast ein Jahr her.

Der Lauser erkennt mich scheinbar wieder, auf jeden Fall „fremdelt“ er nicht. Trotzdem muss ich mich damit zufrieden geben, zweite Geige zu spielen, denn der Baby-Retriever der Gastgeberfamilie, schickt sich an „Star des Abends“ zu werden…
Ok, gegen einen Welpen hast Du niemals eine Chance!

Drei Babys unter sich

Nach und nach trudeln die Gäste ein. Viele haben wir die letzten Jahre nicht gesehen, wir alle begrüßen uns herzlich.

Als Sibylles Schwester auch angekommen war, ging es zur Sache – das Abendessen musste vorbereitet werden, die Wahl fiel auf eine bayrische Brotzeit mit allen Extras.

Buffet für Käse, Salate, Brot und Brezn
Leberkas (rechts) und Kas-Leberkas (links) – I love it
Auf Wunsch Einzelner – Weißwürscht (ich nur vor 12.00 Uhr!!!)

Das Buffet wurde eröffnet! Die ganze Familie hat sich bunt gemischt zusammengesetzt und jeder hatte einmal wieder die Gelegenheit mit jedem zu sprechen.
Es tat gut zu sehen, wie gut sich die drei Generationen mischten und unterhielten.
Es sei erwähnt, dass es durchaus auch neue Bekanntschaften zu knüpfen gab, nicht alle kannten sich untereinander – dieses Manko wurde heute behoben.

Es war Zeit für mich, mir einen Teller der begehrten Köstlichkeiten zu holen. Hatte ich nicht fast zwei Wochen lang an nichts anderes als an Kas-Leberkas und Brezn gedacht???

Amelie und ich greifen zu – für drei! Oooops, hoffentlich habe ich da kein Geheimnis verraten!
Es schmeckt allen

Ein langer Tag für viele, dazu die lange Anreise für den „Karlsruher Flügel“ – wir genießen den Abend, lassen es aber nicht zu spät werden.
Morgen ist auch noch ein Tag.

Leider beginnt dieser wieder grau und trüb! Wir hatten Wetterpech, denn die Wochen zuvor war es mild und sonnig und auch nach Beendigung der Feier sollte der Frühling erste Boten schicken.

Während des Familienfestes war es aber leider eiskalt und es gab immer wieder Schneeschauer.
Trotzdem sind wir nach dem Frühstück mit den Kleinen vor die Türe…

Ich war nicht gewappnet für die klirrende Kälte…
…und auch Sibylle fror
Im Sommer gefällt mir der Schliersee besser
Die Zwacken brauchen Auslauf – und Enten gehen immer

Mir reicht´s! Ich drehe um und ziehe mich wieder in den Gemeinschaftsraum zurück.
Es ist mir einfach zu kalt. Sehr zu meiner Überraschung sind mir mehrere Familienmitgleider gefolgt, die Kälte war durchdringend und nicht viele hatten Freude an einem Spaziergang.

Das war aber egal, denn auch drinnen gab es genug Beschäftigung und Zeitvertreib.

UNO mit den Kindergarten- und Schulkindern…
…alternativ dazu „Handbillard“ – für den Queue waren sie noch zu klein

Die schönsten Momente waren aber die des intensiven Austausches mit den Enkelchen. Auch ich hatte neue Bekanntschaften zu machen, war es doch das erste Mal, dass ich den kleinen Timo kennen lernen durfte.

Es machte aber den Eindruck, dass sich hier eine sehr nette Freundschaft entwickelt.
Ich würde mich freuen, der Knabe würde mich einmal in Hellas besuchen…

Hallo, ich bin´s der Opa
Freunde für´s Leben

Auch am zweiten Tag war wieder bestens für unser leibliches Wohl gesorgt.
Es gab Nuss- und Mohnzopf zum Kaffee am Nachmittag und zum Abendessen haben uns René und Rita, unsere Gastgeber, ein herrliches Nudelbuffet gezaubert.

Es waren fantastische Tage…

Kaffee und Kuchen für alle – ein Muss
Gemeinsames Abendessen

Es gab´ so viel zu erzählen, so viele Erinnerungen auszutauschen und so viele Neuigkeiten zu erfahren – es war herrlich!

Natürlich haben sich auch die Cousins und Cousinen kennen gelernt und stundenlang miteinander gespielt, es war herrlich mitanzusehen.
Ich spürte eine große Zufriedenheit und eine große Portion Stolz.

Natürlich gibt es hunderte herrlicher Bilder, die jedoch als unsere Privatsphäre gehütet werden.
Ein tolles Fest, welches nach einer gelegentlichen Wiederholung schreit!

Manche der „Schulkinder“ wollten nicht mit auf´s Bild

So vergingen diese Tage, der Anlass, wegen dem ich so früh im Jahr angereist war.

Trotz des ekelhaften Wetters habe ich genau dies genossen. Es war schön!
Die Kinder und Kindeskinder strahlen so eine Lebensfreude aus – FOREVER YOUNG!

Die Zeit bis zur Abreise der Lieben verging viel zu schnell – meine Tochter verabschiedete sich mit Familie Richtung Bodensee, die Karlsruher Fraktion trat ebenfalls die Fahrt nach Baden-Württemberg an.

Ich tröste mich damit, dass die Pause bis zum nächsten Besuch in Deutschland diesmal nicht so lang werden würde, zudem war klar, dass wir die anderen drei Kinder nebst Familien noch einmal treffen würden während wir hier waren.

Während der Verabschiedung der Kinder beginnt ein zweiter Handlungsstrang meines Besuches…
Mein Sohn fragt René, „…sag´ mal, was ist denn mit Deinem Audi passiert?“
Der Freund wundert sich über den scharfen Blick und bestätigt, dass sein A6 Quattro einen Achsschaden unbekannter Herkunft hat – es hätte keinen Rempler gegeben!

Steht schief

Ich frage mehr nebenbei, was jetzt mit dem Wagen passieren würde. Mein Freund entgegnet, „…er fliegt auf den Schrott!“
Ich erwidere, „Du weißt, dass ich sowas suche?“
Seine Antwort war kurz und schmerzlos, „Nimm´ ihn, Du kannst ihn haben! Reagiere schnell, er hat nur noch diesen Monat TÜV!“

Ich reagiere – sofort, kurzentschlossen, ohne Zögern.
RB89 ist jetzt UNSER neues Muli – ideal für die Hausrenovierung und mehrmaliges Pendeln zwischen Deutschland und Hellas!
Einen Tag später bin ich auf der Zulassungsstelle und verbriefe den Halterwechsel.

Vollausstattung – 373.000km 🙂

Gut wäre, wenn man jemand bei Audi kennen würde… 😉
Da kommt jetzt mein Sohn Stefan ins Spiel – sofort entwickeln wir beide eine Reparaturstrategie für den alten Boliden.

Ein neues Projekt!!!

Sibylles Schwester war einen Tag länger geblieben. Es wurde seitens ihrer die Forderung nach einem Schweinebraten nebst Knödel und Soße laut.
Da dies ebenfalls auf meiner Bucketlist stand, fand sie in mir einen Unterstützer – das war wichtig, denn nur zu zweit konnten wir den Besuch der Traditionsgaststätte „Bräustürberl Tegernsee“ abwenden!
Dort gab es zwar Schweinebraten oder Haxn – aber ohne Knödl und Soß´ – und des geht gar ned!

So trotzten wir dem miesen Sauwetter und fuhren die paar Kilometer bis zur Gaststätte des „Kloster Reutberg“, auch sehr traditionell, auch mit eigener Brauerei.
Und die Fahrt hat sich gelohnt!

Nahe der Schneefallgrenze bei der Abfahrt
Herzliches Willkommen im „Kloster Reutberg“
Vor einer Woche war der Biergarten geöffnet – heute fing es an zu schneien

In der Traditionsgaststätte gab es alles was unser Herz begehrte, es war Starkbierzeit, also ein „Josefi-Bock“ als erste Runde.

Danach die von mir heißgeliebte und sehnlichst gewünschte Kaspressknödlsuppn, ein Gedicht gerade an so kalten Tagen.

Last not least – der Krustenschweinsi mit Biersoß´ , Knödl und Krautsalat.
Bayrische Tradition geht durch den Magen – probiert´s es, dann spürt´s es!

Reutberger Josefi-Bock, so ein Bier gibt´s in Griechenland nicht!!!
Heiße Suppe, ein Seelenschmeichler an kalten Tagen
Dafür fährt man schonmal ein paar Kilometer

Wir hatten einen netten bayrischen „Abschlussabend“, denn morgen würde auch Sibylles Schwester die Heimreise antreten.
Unsere Rückfahrt war anstrengend, denn es gab für ein paar Stunden heftiges Schneegestöber – der Winter fuhr seine Krallen noch einmal aus, dann sollte er dem Frühjahr weichen! Zumindest für die nächsten Tage…
Zurück in unserer Herberge, dem „Haus Seegarten“ am Schliersee, genehmigten wir uns noch einen Absacker, dann war das Familienfest 2025 final beendet!

Die neue Woche beginnt und der Terminkalender von Sibylle und mir war voll bis zum Anschlag – es galt Freunde in Deutschland zu treffen.
Es sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass der Wetterbericht ein Ende der Kälteperiode verheißt, es sollte der letzte graue, kalte Tag werden…

SCHNEE! Die eisige Klaue des Winters greift nach mir

Den Anfang unserer Besuchsserie sollten Kristina und Volker machen – ein Treffen völlig losgelöst von ELOWYN, diese würde uns erst im Mai wieder zusammenführen.
Da die Beiden am Rückweg von einem Skiwochenende waren, haben wir uns kurzerhand beim „Dinzler“ verabredet.
Das Café war früher unsere Stammgaststätte und lag am Weg der Freunde…

Wir warten und sehen uns im Shop um – wir brauchen noch ein Geburtstagsgeschenk
Wie damals, ist das hippe Lokal auch heute gut besucht

Man kennt Sibylle und mich noch, wir bekommen sofort einen Tisch. Perfekt! So steht einem netten Plausch bei Kaffee und einem Stück Kuchen nix im Weg.

Leider trennen sich unsere Wege bereits nach einer Stunde wieder. Die Freunde müssen heim und wir haben noch die Beschaffung eines Geburtstagsgeschenkes für die Tochter meines Freundes vor der Brust.

Es soll eine Pflanze für das neue Haus werden, also fahren wir zum nächstgelegenen Gartencenter.

Dem Schnee wieder sehr nahe

Wir entscheiden uns – was Wunder – für ein Olivenbäumchen und hoffen, dass Tina gelegentlich an uns denkt.

Ich kenne die junge Frau seit ihrer Geburt und ich freue mich genau wie bei meinen Kindern, dass sie ihr Leben fest im Griff hat.

Umso mehr freut es mich, dass wir ihre Eltern zum familiären Geburtstagsessen begleiten dürfen.
Wir sind das erste mal im neuen Häuschen zu Gast, es gibt viel zu erzählen und erfahren – wir haben einen sehr netten Abend.

Tina kocht etwas Leckeres für uns, es gibt lokales Bier und die Mama spendiert den Kuchen – wie immer ein Gedicht.
Kein Wunder, dass es spät wird 😉

A Flötzinger zum Lauch-Cremesüppchen
Erdebeer-Mascarpone Verführung

Im Schneetreiben fahren wir zusammen mit den Eltern nach Hause, wir palavern über alte Zeiten und sind allesamt stolz auf unseren Nachwuchs – die Gegenwart gehört ihnen und auch wenn wir das manchmal nicht so recht glauben wollen, der Staffelstab ist längst übergeben.
FOREVER YOUNG!

Am Folgetag erreicht uns ein Alarmsignal von Schwiegertochter Sonja – Enkelchen Benno sei krank und sie müsse dringend in die Arbeit.
Ob wir wohl einspringen können?
Klar helfen wir! Besser gesagt Sibylle hilft, denn ich habe heute einen Termin in München…

Die Audi Filiale München-Trudering der MAHAG – bei Kaiserwetter

Wenn Engel reisen! Kaiserwetter! Stahlblauer Himmel, angenehme Temperaturen, die dicke Jacke bleibt das erste Mal im Kofferraum.

Wer nun denkt, dass ich den Tempel der Horch Fahrer besuche, um dort den uralten A6 zur Reparatur zu bringen, der irrt gewaltig!
Die aufgerufenen Stundenverrechnungssätze würden mein Budget erheblich sprengen!
Immerhin kostet eine Arbeitsstunde inzwischen soviel wie 110 Kugeln Eis bei „Repapis“ – die Entscheidung fällt mir nicht schwer.

Was führt mich also ins Zentrum der vier Ringe?

Ich besuche meinen Junior

Ich bin meinem Sohn die Einlösung eines Versprechens schuldig, ich wollte ihn nämlich lang schon im neuen Autohaus seines Arbeitgebers besuchen.

Wir trinken einen Kaffee zusammen und plaudern über Automotive-Themen – auch in diesem Feld habe ich meinen Platz längst an den Junior übergeben und agiere nur noch als Ratgeber.

Ja, zugegeben, mein „neuer“ A6 ist auch kurz Thema, ich hole mir die Zusicherung ab, „…dass man sich um alles kümmern würde!“
Ach ja, die Übergabe von organisatorischen Themen kann auch Spaß machen 😉

Am Rückweg besuche ich noch Gabi und Gottfried von der HARMONY, sie wohnen gleich in der Nähe und sind, die Welt ist so klein, Kunden von meinem Sohn.
Eine gemeinsame Brotzeit ist drin, dann geht es zurück nach Hause – ich muss Sibylle abholen!

Zurück in Schliersee überwältigt uns die Stimmung…

Wunderschön – bei schönem Wetter

An diesem Abend waren wir von früheren Nachbarn die uns als Freunde ans Herz gewachsen sind, zum Essen eingeladen.
Eine kurze Fahrt nur, dennoch eine Fahrt durch die Vergangenheit – Schliersee war eine schöne Zeit…

Tagsüber waren die Temperaturen also auf März-Normalniveau. Nachts und am Morgen aber auf keinen Fall!
Mein Job war es, jeden Morgen Semmeln und Brezn beim Bäcker zu holen – dafür musste ich, zweimal, das Auto freikratzen.
Wie ich das hasse…

Brrrr – definitiv 25°C zu wenig!!!

Aber sobald die Sonnenstrahlen den Weg über die Bergkante gefunden hatten, schnellten die Temperaturen nach oben und die dicke Jacke hatte Pause – wir waren auf dem richtigen Weg!

Nun, keinen Tag zu spät, denn inzwischen war kalendarischer Frühlingsanfang.

So kann man es aushalten

Heute habe ich, nach sehr vielen Jahren einmal wieder, die Gelegenheit meinem Freund René bei einem seiner Autos zu helfen – Ehrensache!

Nachdem er ja sehr fahrlässig seinen Audi verschenkt hatte 😉 , brauchte er einen neuen Zweitwagen und hatte daher beschlossen, seinen inzwischen 40 Jahre alten „Jubilee“ Käfer nach 20 Jahren Standzeit „wachzuküssen“.

Der 1985er „Jubi“ – ich kenne den Wagen seit er ihn hat

Erste Startversuche hatte er, ambitionierter Weise, selbst und ohne Vorbereitung vorgenommen – aber so einfach wollte der temporär vergessene Luftboxer es seinem Besitzer nun doch nicht machen.

Ich höre die Geschichte und verspreche – „…wir starten den Jubi, auf geht´s!“
Und so kommt es, dass wir beide nach Jahrzehnten mal wieder gemeinsam an einem Luftboxer schrauben – für alle die uns länger kennen sicher eine Erwähnung wert!

Wie früher

Ihr könnt es euch nicht vorstellen, das war vor vielen Dekaden unsere Leidenschaft – Käfer und Busse, vornehmlich mit luftgekühlten Boxermotoren!

Glaubt ihr nicht??? Ich gestatte einen kurzen Blick ins Nähkästchen 😉

1997 – Dachtransplantation

Zurück in die Zukunft! Heute haben sich unsere Interessen verändert, ich gehe ein bisschen zurück zu den Wurzeln, schraube aber lieber an Booten, René kümmert sich um Haus, Hof, Pferde und Kutschen – Freunde sind wir aber immer noch, seit inzwischen mehr als 40 Jahren!

FOREVER YOUNG… (im Herzen, die Körper kommen in die Jahre)

Ach ja, der Käfer läuft! Wenn ich das nächste Mal ins Oberland komme, hole ich meinen Audi ab und René und Rita werden mit dem 34PS Jubi rumflitzen.

Szenenwechsel – heute Abend treffen wir uns mit Christine und Nader, den Schwiegereltern unserer Tochter Franziska, zum Abendessen.
Die Freunde und wir lieben das gehypte Steakhaus „Kaminstub´n“ in Bayrischzell gleichermaßen, so war es klar, dass wir einen der begehrten Tische reserviert haben – vor drei Monaten!

Wir waren abermals begeistert!!!

Der Grill in der Gaststube war schon befeuert
Als Vorspeise einen Salat – immer! Klein, mittel oder groß (hier mittel)
Wir genießen und haben Spaß
Die Wirtin erklärt was es heute gibt – Vegetarier sind fehl am Platze
Die Bestellung wandert auf den Grill…
…und von dort direkt auf den Teller – oder besser, das Brett

Ich ordere ein 600gr. US Dry-Aged Rib-Eye. Das bestellte Steak kommt auf den Punkt medium und schmeckt vorzüglich – es ist jeden Cent wert!

Zum Abschluss soll es einen Nachtisch geben – eigentlich wie immer! Wir kennen das angebotene Walnusseis mit warmer Karamelsoße schon seit jeher und bestellen auch diesmal die klebrige Verführung.

Kalorien? Heute kein Thema
Ekstatische Freude – das Wasser läuft im Munde zusammen
Sibylle schlotzt ihr Töpfchen nicht aus – aber ich lasse keinen Tropfen verkommen

Was für ein herrliches Dinner! Der Besuch der „Kaminstub´n“ ist im Winter ein guter Brauch geworden, das werden wir fortsetzen!

Umso schöner war, dass die Freunde mit dem Wohnmobil angereist waren und am Schliersee einen Stellplatz gefunden hatten.
Wir konnten uns im „Haus Seegarten“ ein letztes Absackerbier gönnen, keiner musste mehr fahren.

Der neue Tag begann doof. Nicht für alle, aber für Sibylle! Ihre lang geplante OP stand an, sie musste morgens nüchtern beim Arzt erscheinen.
Frühstück fällt also für uns Beide aus, ich fahre meine Gattin um 08.00 Uhr an den Tegernsee und gebe sie beim Doktor ab.

Dann fahre ich nach Miesbach – ich habe Besorgungen zu erledigen und möchte frühstücken. Ein Sandwich vielleicht…
Ich fahre 10 Minuten – oder doch lieber ein Rührei und eine Butterbreze?
Nach weiteren 5 Minuten Fahrt – ich könnte auch beim Lieblingsmetzger „Holnburger“ eine der exorbitanten Kas-Leberkassemmeln frühstücken.

Bis ich ankam hatte ich jegliche Zurückhaltung verloren…

Ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften

Als ich gefrühstückt hatte und alle Einkäufe getan waren, fuhr ich zurück zum Tegernsee, in der Hoffnung, dass ich die Zeit zur Abholung meiner Gattin in etwa erwischen würde – und so kam es…

Ich war gerade in Tegernsee Ort, da klingelte mein Telefon. Am anderen Ende der Leitung meine Sibylle, die mit dünnem Stimmchen um Abholung bat – „…ich bin in fünf Minuten da!“

Im Laufe der Fahrt zurück nach Schliersee, erholte sich meine frisch operierte Frau aber schnell, so war es ihr Wunsch, noch die Einkäufe für das morgen anberaumte Grillfest zu erledigen.
Da ihr Befehl mein Wunsch ist, fand ich mich ein zweites Mal an diesem Tag beim Traditionsmetzger „Holnburger“ wieder.

Noch wirkten die Schmerzmittel sehr gut – das sollte nicht so bleiben

Wir kauften für ein mittleres Vermögen Grillgut ein und wunderten uns darüber, wie die Preise in Deutschland angezogen haben.
Fleisch ist auf Leros deutlich billiger – und „Hatzigrigoriou“ steht „Holnburger“ in nichts nach!

Sibylle war im Flow – Operation erledigt, der Einkauf des Grillguts auch. Sie verlangt nach einem Stück Kuchen – klar, sie hatte ja noch nicht gefrühstückt!

Und wo könnten wir Kuchen besser kaufen als im famosen, über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten „Winkelstürberl“???

Kuchenkauf im Kultcafé

Jetzt aber! Zurück ins „Haus Seegarten“ – wir mampfen die Kuchenstücke, die so groß sind wie Anhänger-Unterlegkeile, zusammen mit René und Rita, dann verlangt Sibylle nach einer Pause.

Das passt, so können René und ich noch ein paar Handgriffe an den Autos machen.
Er poliert den Jubi-Käfer, ich möchte den Audi zur Abholung für meinen Sohn vorbereiten…

Zufrieden? Der zinngraue „50 Jahre“ Jubiläumskäfer glänzt im Hof
Auch der Audi ist fertig – Stefan kann ihn holen

Ein lautes BIMM schallt aus meiner Hosentasche – nanu, wer sendet mir da eine WhatsApp?
Ah, ich sehe sofort, die Absender sind Brigitte und Hans, die Nachricht kommt aus Leros!

Ich gehe davon aus, dass sie keine Hiobsbotschaften überbringen und lese die Zeilen mit Freude…
„Jeder freut sich über eine positive Meldung bezüglich seines verwaisten Schiffes – bei NESSAJA ist alles ok!“

Das freut mich wirklich! Als „Beleg“ haben die Freunde ein Bild angehängt.

Sieht alles gut aus – ich bin entspannt

Weil ich gerade dabei war, kontrolliere ich gleich noch die elektrische Anlage und den Batteriestatus per Fernüberwachung – auch hier alles ok.
Bezüglich NESSAJA kann ich entspannt bleiben.

Auch Sibylle hat das Päuschen gut getan. Sie hat sich ein bisschen erholt und gesammelt und das ist auch gut so!
Denn obwohl frisch operiert, hat sie uns einen weiteren Besuchstermin bei Freunden in den Kalender gepackt.

Heute Abend sind wir bei Kate zum Dinner geladen…

Ein netter Willkommensgruß

Kate und ihre Schwester Lisa haben uns ja schon mehrfach im Urlaub und auf den beiden NESSAJAs besucht.
Es ist Ehrensache, dass wir uns immer treffen, wenn wir in Deutschland verweilen.
Die Tatsache, dass die beiden jungen Frauen im Landkreis wohnen, macht dieses Vorhaben einfacher.

Kate hat Spaß daran, mit Freunden die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ nachzuahmen.
Da sie erst kürzlich die Gastgeberin war, kommen wir in den Genuß, die für diesen Anlass kreierte Speisenfolge zu genießen – es war die Wucht!

Einem speziellen „Falten-Nussbrot“ (nie vorher gesehen oder gehört) mit einem „Flammkuchen Aufstrich“, folgte eine Roulade mit einer Nussfüllung!
Das Ganze abgerundet durch ein göttliches Desert…

Seeeehr lecker!

Wir haben fürstlich gespeist, dem Dinner das Prädikat „perfekt“ bestätigt und, wie eigentlich immer mit den Beiden, sehr kurzweilig geplaudert.

Erst nach 22.00 Uhr hat die Müdigkeit und das Pochen in Sibylles Hand dem Beisammensein ein Ende gesetzt – Danke Kate, dass wir da sein durften!

Es schien sinnvoll, an diesem Abend nicht zu spät ins Bett zu gehen, denn für den Folgetag hatten wir abermals „volles Programm“!
Ein Besuch im Tierpark Hellabrunn in München stand an – Treffpunkt 10.00 Uhr am Parkplatz 1!

Sibylle und ich stellen den Wecker, duschen, frühstücken und fahren rechtzeitig los – wir haben das schleichende Gefühl, dass wir an diesem Samstag mit Kaiserwetter nicht die Einzigen sein werden, die diese glorreiche Idee haben.

Wir kommen um fünf Minuten vor 10.00 Uhr am Parkplatz 1 an…

Uff – Menschenmassen

Die Parkeinweiser fuchteln mit den Armen als wollen sie abheben, die Schlange vor dem Parkticketautomaten baut sich auf, ich kann gerade noch – ohne langes Anstehen – ein Parkbillet erhaschen!

Der Parkplatz füllt sich rasend! In dem Moment ruft Franziska an, sie würden sich „nur zehn Minuten“ verspäten – mir schwant Fürcherliches!

Und tatsächlich – weitere fünf Minuten später ist der Pakplatz voll! Der Parkeinweiser erklärt uns, dass er jetzt 300 Autos in 60 Minuten eingewiesen hat und somit seine Pause verdient wäre.

Ok, von mir aus – aber wo treffen wir jetzt die Kinder?
Sibylle und ich entern erstmal den Tierpark, dann brauchen wir einen neuen Treffpunkt!

„Setz´ Dich mal da hin“

Mein Weib befiehlt mir, mich auf eine Bank am Ententeich zu setzen. Da sei ich „gut aufgeräumt“.
Dann telefoniert sie mit ihrer Tochter – ich bin genervt…

Trotz meiner Unkenrufe klappt es recht gut, dass wir uns entgegengehen und auch nicht verpassen – wir können uns den Tieren widmen.

Und das ist echt schön hier, ich mag den Tierpark!

Hab ich schon in FREIER Wildbahn gesehen – nicht im Nationalpark!
Affenmama mit Baby – hab ich auch schon…

Ich erzähle, dass ich verschiedene Tiere schon in freier Wildbahn gesehen habe.
Klar, einige davon in einem Nationalpark, andere aber wirklich frei! Ich schwärme und erzähle blumige Geschichten – bis ich merke, dass mir niemand zuhört. Wie gemein meine Familie ist!

Naja, erfreue ich mich eben an den schönen Gehegen hier im Zoo – auch wenn es etwas anderes ist…

Das Nashorn posiert
Der König der Tiere sonnt sich
Die Kleinen lieben die Elefanten
Anton, wie macht der Elefant? Töröööö

Wir haben einen wirklich entspannten und schönen Tag, zusammen mit Enkelchen Anton und Heidi und unseren Kindern.
Glücksmomente, die wir von Herzen genießen.

Dazu kommt das tolle Wetter an diesem Tag und auch eine gewisse Freude darüber, dass sich die Menschenmassen ganz gut verteilen.

Klar, dass so ein Tag auch Hunger macht – also gibt es zur Mittagszeit eine Pause.

Nein, der Kleine bekommt (eigentlich) was Gesundes, kann aber bei Papas Chicken-Nuggets nicht widerstehen
Was für ein toller Frühlingstag

Wir gehen noch verschiedene Stationen ab, dann muss Sibylle passen! Ihre Hand pocht, sie möchte nach Hause.
Ist aber kein Beinbruch, denn es ist inzwischen 15.30 Uhr und wir sind ohnehin fast komplett durch – es gibt das obligatorische Erinnerungsfoto, dann brechen Sibylle und ich ab.

Die Hand schmerzt – gute Mine zum bösen Spiel

Wir verabschieden uns von der Familie, verlassen an dem Ausgang nahe unseres Autos den Zoo und fahren zurück an den Schliersee.
Dort angekommen, sehen wir uns die Karte des Tierparks noch einmal an – wow, ganz schön große Runde!

Ein toller Ausflug mit den Kindern, ein toller Tag!

Hellabrunn ist groß – man kann sich ohne Weiteres einen Tag dort aufhalten

Ein solcher Tag schreit nach einem „großen Finale“! Und das soll es auch geben…

Wir haben mit Rita und René ausgemacht, dass wir zusammen grillen. Wir möchten das Grillgut spendieren, René heizt den Grill an – dass es sich bei dem „Thüros“ Grill um meinen alten Grill handelt, macht die Sache rund.

Echt gefreut haben wir uns, dass unsere Freunde ihre Kinder mit Partner eingeladen haben.
So haben wir die Gelegenheit auch Tina und mein Patenkind Robin noch einmal zu treffen und etwas mehr Zeit in geselliger Runde mit ihnen zu verbringen.

Die Enkel der Freunde spielen im Garten, die Hunde versuchen mitzuspielen
Immer im MIttelpunkt – Welpe Nino
Sibylle hat Hunger – „…wie lang dauert´s noch???“
Nicht mehr lang!

Wir haben einen echt schönen Abend – mit sehr lustigen und kurzweiligen Gesprächen, aber auch mit ernsthaftem Austausch.
Es war schön…
Ich bin glücklich, dass man echte Freunde nicht verliert, wenn sich Distanzen vergrößern!

Erst spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf – ich falle erschöpft, todmüde, aber zufrieden ins Bett!

Tags darauf ruft die Pflicht – ich muss ein wenig an den Autos basteln. An Renés Käfer demontiere ich die Kraftstoffpumpe noch einmal und baue sie, mit einer inzwischen beschafften Dichtmasse, wieder fachgerecht ein.
An unserem Honda Civic hingegen, muss ich den Radlauf ankleben!

Hier hilft Karosseriekleber

Den Karosseriekleber habe ich, zusammen mit der Dichtmasse, gestern bei Stahlgruber gekauft.
Ich habe vor Jahren in der Filiale Ottobrunn mehrfach Schulungen abgehalten, aber inzwischen kennt mich dort niemand mehr.

Der Schaden am Civic ist seltsam – als Ich Gabi und Gottfried in München besuchte, habe ich in einer Anwohnerstraße am Gehsteigrand geparkt.
Als ich zurück zum Wagen kam, hing der Radlauf davon!
Ich kann nicht sagen, wie das passiert ist – nur soviel, ICH bin mir keiner Schuld bewusst!

Egal, alles Aufregen brächte nix, so klebe ich den Plastikrand einfach wieder an – das klappt ganz gut, die kleinen Schrammer spielen bei einem Wagen dieses Alters keine Rolle.

Hält bombenfest

Ein weiterer Abschied stand an – wir waren zum Abendessen zu Florians Familie eingeladen.
Sibylles Sohn kam aus dem Urlaub aus Kirgistan zurück und wir wollten ihn noch einmal kurz treffen.
Auch Sonja und die Jungs waren zuhause – eine gute Gelegenheit, sich nach der abendlichen Brotzeit von allen zu verabschieden.

Witzig für mich war, dass Sibylle begeistert des Sohnes Bilder angesehen hat – was für ein tolles Land!
Als ich ihr seinerzeit von Kirgistan erzählte, wollte sie die Bilder nicht sehen – alles Schurkenstaaten, „…dahin brächten mich keine 10 Pferde!“

Der Blickwinkel setzt den Maßstab…

Die Uhr läuft rückwärts, die letzten zwei Tage Deutschland brechen an. Dieser Montag ist der erste Tag, an dem vermeintlich keine Termine anstehen.
Ich freue mich auf eine Ruhepause, denn auch das Wetter war auf deutsches Normalniveau zurückgefallen – es regnete in Strömen!

Grau und tiefhängende Regenwolken über Schliersee

Doch leider wurde nix aus der Ruhepause! Zuerst mussten wir wegen einer Reservierung im Gasthaus noch einmal umziehen – dies war aber im Großen und ganzen rasch erledigt.

Dann aber rollte eine Welle von WhatsApp Messages über mich herein – auf Leros geht es los, der Verkaufsprozess meines Hauses ist gestartet!

Ich müsse das Geld anweisen, man bräuchte noch Steuerinformationen und überhaupt – „…when will you be back???“
Die Beantwortung all der Fragen und das Kümmern um die Bezahlung einiger Verwaltungsgebühren dauerte eine ganze Zeit, der Vormittag verging so wie im Flug.

Ich war kaum fertig, mahnte mich Sibylle schon zum Aufbruch – sie müsse noch einmal zum Arzt, alles müsse für die Weiterbehandlung der Hand in Griechenland vorbereitet werden.

Erst nach unserer Rückkehr blieb Zeit für Kaffee und Kuchen mit unseren Freunden.
Als Appetitanreger zeigte uns Sibylle das Bild ihrer Hand – aufgenommen beim Arzt am heutigen Vormittag!

Flickschusterei an der Hasenhand

Ich bot mich zum Fädenziehen an, aber dieses Angebot wurde vehement abgeschmettert! Pffft, Banausen!

Draußen schüttete es immer noch wie aus Kübeln.
Der Nachmittag gab Zeit für eine kleine Rast, tat auch Not für Sibylle – sie fand ein wenig Ruhe beim Lesen…

Arme Sibylle

Morgen früh würden wir im „Haus Seegarten“ bei Rita und René auschecken.
Es war schön wie immer – ich hatte es ja bereits erwähnt, für mich ist es Heimat.

Es war mir ein Anliegen, eine letzte Einladung auszusprechen und ein „Abschiedsessen“ auszurufen.
Ich wollte noch etwas Asiatisches essen, unsere Wahl fiel auf das „Tahori“ in Miesbach – und es war ausgezeichnet!

Eine bunte Vielfalt an Dips

Wir unterhielten uns gut, blickten zurück und nach vorne – eines war schnell klar, „heute ist nicht alle Tage, ich komm´ wieder, keine Frage!“

Ehrensache, dass wir im „Seegarten“ noch einen Absacker zu uns nahmen, dann hieß es „Servus bis zum nächsten Mal!“

Eine Runde Whisky von der lokalen Distillerie

Am nächsten Morgen mussten wir früh los – ein letzter Verbandswechsel am Tegernsee, dann hieß es für uns „auf nach Erding“ zur Familie von Sibylles Tochter.

Nicht nur, dass der Familienbesuch immer ein wunderschöner Ausklang beziehungsweise Start ist, die Nähe zum Flughafen macht unsere Planung einfach leichter.

Auf meiner Bucket-List war nur noch ein einziger offener Punkt zum Thema „Essen“ – alles, wirklich ALLES hatte ich bekommen, nur ein Weißwurstfrühstück fehlte noch.
Zum Glück konnte ich Mikey als Mitstreiter gewinnen…

Das Düpferl auf dem i

Es sollte noch einmal ein herrlicher Abschlusstag werden! Einige Familienmitglieder gaben sich ein letztes Stelldichein um uns gebührend zu verabschieden.

So kam Amelie noch einmal vorbei und brachte Enkelchen Anton mit – der Bub hatte Spaß am Bällebad und wir beim Zusehen…

Anton im Bällebad

…auch Christine und Nader kamen noch einmal aus dem Nachbarort. Ich übergab die Schlüssel zum Honda, der Wagen hat hier seinen Platz.

Dann wurde der Grill angeheizt und wir genossen einen herrlichen Abend.

So schön

Der 26.03. – der Wecker klingelt um 07.00 Uhr, wir machen uns gemütlich fertig.

Sibylle hat Streß! Die am Hinweg locker gepackte Tasche spannt in alle Richtungen.
Sie selbst kann sie nicht mehr heben. Es keimt die Angst auf, dass die zulässigen 23kg bei Weitem überschritten sind.

Ich schmunzle und wiege mein Gepäck – übrigens habe auch ich aufgepackt und zusätzliche Sachen im Köfferchen 😉

Mario – 9kg

Natürlich liegt die Annahme nahe, dass Sibylle soviel Gepäck braucht, weil sie soviel länger in Deutschland war – dies ist aber im Zeitalter der Waschmaschine kein tragfähiges Argument mehr.

Zudem würde der Vergleich der nicht benötigten Kleidungsstücke bei mir und ihr, die Wahrheit schonungslos offenlegen!

Ich nehme es vorweg, ihre Tasche wiegt jetzt 20kg, immerhin ein Plus von 9kg zum Hinflug, ist aber damit im grünen Bereich.

Nach dem Frühstück geht es los – Mikey fährt uns zum Flughafen, der ist nur etwa 10 Fahrminuten entfernt.

Wir sind da

Ein kurzer, letzter Abschied auf der „Kiss & Goodbye Lane“, dann gehen wir zuallererst zur Gepäckaufgabe um das ganze Zeug loszuwerden.

Uff – endlich!
Unsere Heimwägung bestätigt sich

Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle, müssen nirgends lange warten und haben somit Zeit für einen letzten Cappuccino auf deutschem Boden.

Pünktlich wird zum Boarding aufgerufen – für mich beginnt nun der anstrengende Teil der Reise.

Gleich geht es los
Ein A320neo wird uns nach Athen bringen

Ganz ehrlich – Fliegen ist abartig!

Ok, ich mag es generell nicht, weil ich die dritte Dimension nicht leiden kann.
Meine abgeschwächte Form von Flugangst, nennen wir es lieber Flugabneigung, kann ich rational gut lösen – wenn da nicht die Menschen wären!

Ich staune immer wieder, wie dämlich sich manche Zeitgenossen verhalten können.
Damit meine ich nicht Fehlerchen aus mangelnder Erfahrung, wie zum Beispiel mit einer Patronenhülse am Schlüsselbund durch die Sicherheit zu gehen (echt passiert – life gesehen!) – ich meine mehr, wie immer eigentlich, die rücksichtslosen und gleichgültigen Zeitgenossen.

Die Renaissance des Rucksacks zum Beispiel! Generell praktisch, ist der Rucksack in einem schmalen Gang, in dem sich der Träger nach links und rechts dreht um seinen Sitz zu finden, für alle anderen Passagiere nichts anderes als ein gemeiner Punchingball.

Das Befüllen der Staufächer über den Sitzen, lautes Telefonieren mit Freisprechen während des Boardings, die Organisation des Hinsetzens und eventuellen Platzmachens – ich könnte ewig weitermachen…

Last not least – die netten Mitmenschen, welche auf einem zwei Stunden Flug ihren Sitz sofort nach dem Hinsetzen in Schlafposition bringen müssen.
Das tut man nicht! Naja, und mich trifft es dann halt immer doppelt…

Da geht nix mehr mit Tisch

Während ich also überlege, ob ich dem Schläfer vor mir seinen Kopf kraulen soll – der war mir sehr nahe, kommen wir dem gelobten Land rasch näher.

Ich verwerfe meine zärtlichen Pläne, denn mit dem Überfliegen der griechischen Grenze, gehe auch ich wieder in den entspannten „Hellas-Modus“ über.

Trotzdem – ich hasse Fliegen und ich werde mir da was überlegen.

Bus fahren mag ich viel lieber!

Geschafft – wir sind auf dem Weg zum Hafen

Ein letztes Mal beweisen mir meine Mitpassagiere, dass Gruppendenken nicht die Kernkompetenz des Homo Sapiens 2025 ist.
Das Verlassen eines Flugzeuges ist am Gate schon eine Riesenherausforderung, wie mag das in einem Notfall sein – ich mag nicht einmal daran denken!

Wir müssen relativ lange auf unser Gepäck warten, erwischen aber trotzdem einen Bus früher als den, welcher bei uns als die spätestmögliche Option am Reiseplan stand.

Um etwa 16.30 Uhr, also eineinhalb Stunden vor Abfahrt der Fähre, waren wir am Hafen.

Diesmal mit der BLUESTAR 1 – sie wartet schon

Sibylle kauft uns im Café am Fährterminal noch Sandwiches zum Abendessen, dann checken wir ein und beziehen zuerst unsere Kabine.

Die große Tasche bleibt unten im Gepäckraum, das kleine Gepäck kann in der Kabine gelagert werden.

Zum Glück hatten wir uns eine Außenkabine gegönnt – nicht wegen des Fensters, sondern wegen der Betten, welche nicht als Stockbetten gebaut sind.
Sibylle könnte wegen ihrer Hand nicht oben schlafen…

Schöne Kabine

Danach handeln wir wie immer – wir suchen uns ein nettes Plätzchen am Fenster, gönnen uns eine Kleinigkeit zu trinken und essen unsere Sandwiches.

Etwas lesen, ich tippe ein paar WhatsApp und Mails um mitzuteilen, dass wir gut auf der Fähre angekommen sind.

Zu guter Letzt gibt es einen Ouzo als Absacker, diesmal mit Chipsbegleitung – ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass die Chips auf Sibylles Wunsch hin gekauft worden sind! 😉

Dann geht´s ab ins Bett

Die Idee ist, dass wir danach zeitig ins Bett gehen – es ist etwa 21.00 Uhr – um dann mit dem Weckergeläut um 03.00 Uhr aufzustehen.

Ich würde danach wach bleiben wollen, Sibylle will versuchen, dass sie auf NESSAJA noch eine Mütze voll Schlaf findet.

Das alles gelingt gut, ich schlafe perfekt und als der Wecker uns zu unchristlicher Zeit aus dem Schlaf holt, verlassen wir gerade Patmos.
Wir sind also in der Zeit!

Voll im Plan

Dann geht es wie immer recht rasch. Wir bereiten uns vor, checken aus und warten nur kurz auf das „Disembarking“, das Verlassen der Fähre.

Der Wind auf Leros ist relativ lau, wir verlassen das Fährgelände und werden von Mario von der SAGITTA abgeholt.
Der Bemitleidenswerte hat es sich nicht nehmen lassen, uns zu dieser Stund´ abzuholen, dafür danken wir ganz sakrisch!

Wir verlassen die Fähre, Leros hat uns wieder

Mario hilft auch noch, die Taschen zu NESSAJA zu tragen, dann zieht sich der Freund zurück.
Wir werden uns in ein paar Stunden noch einmal offiziell begrüßen.

Kurzer Sidekick zum Thema Freundschaft – seine Frau Eva hat, in Anbetracht von Sibylles Handicap, schon einen Speiseplan für die kommende Woche aufgestellt. Wie lieb!

Wir wuchten die Taschen auf unser Schiff, ich mache die notwendigsten Handgriffe um Strom, Wasser und Abwasser in Betrieb zu nehmen – dann kann sich Sibylle noch einmal auf´s Ohr hauen.

Angekommen – zurück zuhause

Ich dagegen beginne mit dem Auspacken, verräume alles was nicht Kleidung ist und koche mir eine Tasse Kaffee.

Dann habe ich Zeit! Die möchte ich nutzen – also schreibe ich den Blog und tippe exakt diese Zeilen, ich bin wieder tagesaktuell!

Ab jetzt beginnt wieder der Alltag – und wir haben viel zu tun!

Als Erstes möchte ich duschen! Auf dem Weg zum Waschhaus würde ich mein Motorrad auspacken und dieses dann in Betrieb nehmen.
Gedacht – gemacht! Ich genieße es, das Duschhaus für mich alleine zu haben, ich bin an diesem Tag der vielzitierte „frühe Vogel“.

Zurück auf NESSAJA tausche ich den Kulturbeutel gegen die Zündschlüssel – ich freue mich auf mein Mopped.

Der Himmel ist grau, das Wetter ist schlechter als erhofft

Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss und drehe am Schalter – ögglögglögglwhop. Nanu? Neuer Versuch…
Ögglwhopwhop – aus! Verflixtundzugenäht, was ist das jetzt wieder? Die Batterie ist leer.
Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust an dieser Stelle weiter zu machen – mein Auftrag lautet „…kauf´ uns Sandwiches zum Frühstück!“

Ich weiß! Ich nehme den Roller…
Schlüssel getauscht, den Breezy enthüllt und gestartet – dachte ich!
Ögglögglögglwhop. Häh? Ögglwhopwhop…
Das darf nicht wahr sein! Zwei Moppeds, zwei leere Batterien – guten Morgen liebe Sorgen!

Ich gehe zu Mario und will fragen, ob ich das Auto ausleihen darf. „Ja klar, ich will es ohnehin heute zurückbringen!“
Das trifft sich gut! Ich übernehme den Flitzer einfach und verspreche, dies mit Rena zu klären.

Mit dem Wagen hole ich Sandwiches und unser Paket – es war einen Tag vor uns angekommen

Um die Batterien würde ich mich morgen kümmern, heute hatte ich erstmal andere Dinge zu tun.
Die Abholung unseres, aus Miesbach vorab losgeschickten Paketes, kann ich gleich von meiner Liste streichen.

Ich erzähle Sibylle von der Batteriemisere und wir beschließen, den Wagen drei, vier Tage zu behalten.
Es soll Regen kommen, wir müssen und wollen mobil bleiben.

Nach dem Frühstück sehen wir uns um, was gibt es Neues? Ist alles ok in unserem Umfeld?

Bei NESSAJA sind zwei Festmacherfedern gebrochen

Als Erstes fallen mir natürlich die gebrochenen Festmacher an NESSAJA auf. Dieser Punkt kommt sofort auf meine Liste, die defekten, sicherheitsrelevanten Federn müssen schnellstmöglich ersetzt werden.
Ansonsten war bei uns an sich alles ok!

Auch die Schiffe unserer Freunde sind allesamt ok, das ist eine gute Nachricht.
Marcus´ DARKSYDE ist zwischenzeitlich fast fertig repariert – auch das passt exakt, denn der Freund würde morgen kommen, um sein Schiff zu Wasser zu bringen.
Ich mache ein Bild und sende ihm den positiven Statusbericht!

Saildrivemanschetten ausgetauscht

Das Bild erinnert mich siedend heiß an die Aufgabe, die Mario und mir an der SAGITTA bevorsteht.

Da trifft es sich gut, dass wir uns um die Mittagszeit verabredet hatten, wir würden Details zur Reparatur besprechen können.
Aber zunächst fahren wir zum Haus, die Beiden sind neugierig auf unsere alte Katikia.

Der Garten ist zugewuchert

Auch am Haus keine schlechten Nachrichten. Alles ist wie gehabt, keine Veränderungen – außer vielleicht, dass der Garten inzwischen völlig zugewuchert ist, aber das würden wir bald lösen.

Ach ja, ich war heute Morgen noch rasch bei Makler und Notar, eine erste hochoffizielle Unterschrift ist gemacht, der Kauf ist bei den griechischen Behörden eingesteuert und das Procedere ist in Gang gesetzt.

Der Notar meinte, dass das Haus Mitte April mir gehören würde!

Nach dem Hausbesuch mit Rundgang, war ein Espresso nebst Eisbegleitung angesetzt – wir gehen zu „Repapis“!
Als ich an der Reihe war, bestelle ich zwei Kugeln im Becher – wie eigentlich immer…

Dann sehe ich ES!!!
Es gibt nach Monaten mal wieder mein Lieblingseis – Parfait Creme!
Ich reagiere sofort – STOP! Bitte mach drei Kugeln! Drei Kugeln Parfait Creme!

Parfait Creme – I love it!
Back on Leros – home, sweet home

Den Rest des Tages haben wir unsere Sachen aus Deutschland aufzuräumen. Es dauert immer etwas bis man „angekommen“ ist.

Am Abend allerdings waren wir fertig und haben eine Serie in Gang gesetzt – die des gemeinsamen Abendessens mit der SAGITTA Crew.

So sollte es weitergehen bis Sibylles Hand verheilt ist. Tagsüber schrauben Mario und ich an seiner Dufour 38C, Eva kocht für uns und Sibylle überwacht unser Tun 😉 !

Schmeckt super – DANKE Eva

Bereits nach dem ersten Abend stellt sich heraus, dass es eine sehr wichtige Aufgabe gibt, welche wir auf Sibylles Schultern ablegen können – die Beschaffung von veganen Kaltgetränken!
Diese haben nämlich einen höheren Durchsatz als erwartet!

Zuviel Bier? Alles ein Mythos

So sitzen wir auf NESSAJA zusammen, palavern und tauschen uns aus, erzählen Geschichten aus den vergangenen Wintermonaten.
Die Zeit vergeht wie im Flug…

Leider erfahren wir auch, dass Eva und Mario wohl zum Ende der Saison 2025 nach Italien verholen werden, dies um SAGITTA dort ab 2026 abzustellen und eine Segelpause einzulegen.

Unsere Wege werden sich also Mitte Mai trennen, ich finde das schade. Ich sinniere vor mich hin und draußen pfeift mal wieder der Wind durch die Takelage…

Böen um die 50kts sorgen für Bewegung an Bord

Spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf und wir sacken todmüde in die Falle. Ich schlafe herrlich in meinem eigenen Bett und bin zufrieden – wieder daheim!

Am kommenden Morgen verlangt Sibylles operierte Hand nach Aufmerksamkeit.
Sie muss neu verbunden werden, ich bin als „Dr. Mario“ aufgerufen, dies bestmöglich zu tun!

NESSAJAs Salon wird zum OP-Saal

Ich nehme einen kräftigen Schluck Kaffee und desinfiziere meine Hände und das Werkzeug.
Alles Verbandsmaterial muss vorbereitet werden.

Danach heißt es, das zarte, zusammengeflickte Händchen meiner Frau auszuwickeln.
Ich nehme einen weiteren Schluck Kaffee, sie schlürft ihren Tee. Manchmal zuckt sie zusammen, das Mull klebt an einigen Stellen fies an.

Das wird schon wieder… (in fünf oder sechs Jahren!)

Unsere Wege trennen sich – Sibylle fährt mit Mario (nicht ich) zum Einkaufen, Eva sitzt in SAGITTA und arbeitet remote und ich repariere zunächst Sibylles Breezy – Batterie geladen und wieder eingebaut – funktioniert!

Danach treffe ich mich mit Marcus, seine DARKSYDE hängt inzwischen im Kran und soll ins Wasser.
Ich helfe bei den Vorbereitungen und später als Linehandler auch beim Anlegen.
Insgesamt vergehen bestimmt zwei Stunden…

DARKSYDE hängt in den Gurten
Eine halbe Stunde später schwimmt sie – das Dinghy muss noch in die Davits
Im Eck liegt NESSAJA, Marcus bekommt einen Platz in der Nachbarschaft
Die Helfer stehen schon bereit

Exakt als ich die Lagoon 450F verlasse, kommt Sibylle zu uns an den Steg um den Freund aus Karlsruhe zu begrüßen.

Dann ruft sie zu Kaffee und Linzertorte, danach „…könnt ihr endlich anfangen was zu arbeiten, jetzt ist Schluss mit faullenzen!“
Ach wie mir das gefehlt hat!

Eva und Mario sind aus Linz und somit Fachleute für die klebrige Köstlichkeit, welche nach der Herkunftsstadt benannt ist.
Wir trinken einen Humpen Kaffee, laben uns an der Torte vom „schönen Leo“ und packen es dann an…

Sieht lecker aus – offen gesagt ist sie mir aber fast etwas zuuuu süß

Am Wochenende soll es regnen, Mario und ich wollen unbedingt den Saildrive zusammenbauen und an Ort und Stelle bringen, bevor Petrus seine Schleusen öffnet.

Wenn wir das schaffen, können wir den Rest bequem von innen erledigen.
Das klingt nach einem guten Plan, so gehen wir es an.

Wir bauen den Saildrive zusammen

Reinigungsarbeiten sind nötig, neue Dichtungen werden verbaut. Natürlich wird bei dieser Gelegenheit auch gleich die große Dichtmanschette mit gewechselt.

Alles in Allem geht der Zusammenbau recht flott von der Hand.

Witzig war für mich, dass eine poplige Papierdichtung für ein paar Cent, ein ganzes Berufsleben in Erinnerung rufen kann.
Wir bauen die Dichtung unseres langjährigen Wettbewerbers „Reinz“ aus und stattdessen findet eine „ElringKlinger“ Variante Einzug in das Segelbootgetriebe.

Fünf Jahre her – aber da lass´ ich mir bis heute nix vormachen…

Mir wird irgenwie klar, dass komme was wolle, ich für die Dichtheit dieses Saildrive verantwortlich sein werde.
Da gibt es kein Entrinnen – Challenge accepted!

Und tatsächlich, wenn wir mal loslegen, sind wir ziemlich produktiv. Nur wenig später liegt der komplettierte Saildrive im Cockpit und wartet auf den Einbau. Morgen dann, heute ist erstmal das leibliche Wohl dran, wir wiederholen das gesellige Beisammensein vom Vortag.

Am Folgetag war ich acht Minuten zu früh am Arbeitsort. Was könnte ich mit dieser Zeit anfangen?
Ich weiß, ich fahr in den Baumarkt! Auf zu Andreas, er ist gleich ums Eck.
Ich staune nicht schlecht, als ich seine neue Leuchtreklame am Firmengebäude sehe – macht was her.

Man beachte den roten Wagen

Hatte ich schonmal über das Verhältnis der Griechen zum Parken referiert?
Spaß – ich weiß, dass dies ein gerne genommenes Thema ist, aber seht euch den roten Flitzer an.
Der Parkplatz war frei, er parkt am Fußweg des Eingangs, der Motor läuft während des Einkaufs.
Stellt euch das mal in Deutschland vor…

Aber weil ich nicht in Deutschland bin, behalte ich sowohl meinen Entspanntheitsgrad, als auch meine gute Laune.
Dies war wohl mitverantwortlich, dass ich einen Gelegenheitskauf machte…

Dreimal von Roland geliehen – ab jetzt habe ich eine eigene

Ich ahne schon, dass ich die Maschine mehrfach brauchen werde – es gibt eine Anfrage von den neuen INSPIRATION Eignern, ich muss an Gottfrieds HARMONY etwas schleifen und laminieren und ich werde sicher auch für NESSAJA so ein Gerät brauchen – man denke nur an die Instandsetzung des Decks.
Auch im Haus ist sowas nützlich, Gründe genug also, diese Investition zu tätigen.

Der erste Einsatz dafür ist auch schon geplant – denn auch an SAGITTA zeigt sich eine kleine Problemstelle, welche vor den neuen Anstrichen instandgesetzt werden muss.

Mini Bläschenbildung auf 1qm – der Rest des Rumpfes ist mängelfrei

Mario und ich packen an – der Saildrive kommt an seinen Platz, Markus hilft beim Ausrichten und ich schiebe den Motor zurück in Position.
Die beiden Teile gleiten zusammen und Eigner Mario darf den ersten Bolzen eindrehen – geschafft!
Der Saildrive sitzt an seinem Platz, alles passt, die schwerste Arbeit ist geschafft.

Pünktlich fängt es regnen an! Das ficht uns aber nicht an, denn ab jetzt können wir von innen aus arbeiten und alles Anbauteile wieder anbringen.
Alle Schrauben müssen auf Drehmoment angezogen werden und alle Bowdenzüge angebracht und eingestellt werden.

Der Saildrive ist wieder an Ort und Stelle

Gegen frühen Nachmittag haben wir alle einen Durchhänger. Eva ist müde und schläft fast im Salon ein.
Ich muss auf NESSAJA Werkzeug holen und brauche ebenfalls eine Pause und einen kräftigen Kaffee!

Wider Erwarten sammeln wir uns aber wieder und packen noch einmal an, so dass wir am Spätnachmittag Vollzug melden können.
Thema Saildrive ist erledigt, wir sind fertig!

Pause für alle und etwas private Zeit zum Ausspannen und Duschen, danach gemeinsames Dinner, wie schon die Abende zuvor.
Abermals kocht Eva und wir genießen das Essen auf unserer NESSAJA.

Ich erinnere mich, dass ich Sibylle gebeten hatte, das Geschirrspülen für mich irgendwie abzuwenden. Ich kann alles im Haushalt – aber Bügeln und Geschirrspülen mache ich nicht!
Habe ich ein Leben lang vermieden und hatte ich auch jetzt vor – ihr ahnt wie es ausgeht???

Danke Sibylle!

Würde nicht Eva so hingabevoll kochen – ich würde es verweigern

Wären Sibylle und ich alleine, wir würden essen gehen! Zwei Wochen „SouVLakki“ oder so!
Mach´ ich ja auch, wenn ich alleine bin.
Aber so, ich komm´ fast nicht aus! Also beuge ich mich dem bösen Treiben und trockne wenigstens ab.

Am nächsten Morgen trudeln gute Nachrichten aus Deutschland ein! Gleich nach dem Einschalten meines Telefones vernehme ich das bekannte BIMM der WhatsApp Nachrichten und sehe ein Bild meines Audis am Schirm – geschickt von meinem Sohn.

Mein RB89 ist auf dem Weg zur Reparatur – nächstes Mal darf er nach Hellas

Die Jungs holen den Audi ab, er geht zur Reparatur. Super, das läuft also, mal sehen wann er fertig ist.

Mir fällt auf, dass der Schnee immer noch recht tief liegt.

Ich revanchiere mich mit einem Bild meines Schaffens – denn auch ich bin heute der KFZ-Mechanik zugetan.
Ich muss mich um mein Mopped kümmern, die Batterie der GS macht Probleme.

Ich zerlege die bayrische Schönheit

Was war geschehen? Nun, die griechische Lockerheit holt mich mal wieder ein.
Ich will es kurz erklären, damit ihr nicht denkt, dass ich stets ein maulender Besserwisser wäre. Manchmal macht es schon Sinn, ein wenig organisiert zu denken.

Ihr erinnert euch vielleicht, ich hatte schon einmal Probleme mit der Batterie und mir damals eine neue gekauft.
Im GS-Forum wurde der Fehler als bekannt eingestuft und dringend empfohlen, die relativ schwache original Blei-Säure Batterie, gegen eine stärkere AGM zu tauschen.

Wollte ich machen, habe ich bestellt – geliefert wurde aber was ganz anderes…
Ohne jetzt auf die Details einzugehen, dies holt mich nun ein. Meine Batterie war fast säureleer!
Ich musste fünf Geschäfte aufsuchen bis ich Säure fand, musste fünf Liter kaufen obwohl ich nur einen halben Liter brauche.

Alles ärgerlich – aber am Ende klappt es. Ich kann die Batterie retten, die GS geht wieder.

Relativ viel Schraubarbeit – die nächste Batterie wird eine AGM

Ich nehme mir vor, dass in meiner ersten Autofuhre eine neue AGM Batterie für die GS Platz findet.
Bis dahin wird es mit dieser Batterie gehen.

Der Tag selbst verheißt nix Gutes. Die Wetterberichte sind sich einig – heute wird es Regen geben – und das nicht zu knapp!

Ein Blick über die oft fotografierte Lakki-Bucht bestätigt die Verheißung – der Weltuntergang droht!
Es grummelt und donnert, am Horizont verdunkelt sich der Himmel – das siebte Zeichen!

Ohoh, mir schwant Fürchterliches

Gott sei Dank haben wir den Wagen! Kurzentschlossen wird festgelegt, dass heute jegliche weiterführende Arbeitsansätze unterlassen werden.

Die Werkzeuge werden verräumt, die Luken geschlossen und wir, die Crews der NESSAJA und der SAGITTA, wenden uns indoor Beschäftingungen zu.

Leros hat einen guten und großen Basketballverein. Mariettas drei Jungs spielen dort und die Mama ist im Organisationsteam und der Vorstandschaft – wer Marietta kennt, ist nicht weiter verwundert…

Wir sind lange schon einen Besuch schuldig und schreiben uns genau dies heute auf die Fahne.

Als wir ankommen spielen die Kleinsten, Jungs und Mädchen gemischt

Total witzig! Jungs und Mädchen in gemischten Mannschaften, es spielt Leros gegen Kos.
Zuerst die Kleinen, ohne Punkte zu zählen, es geht um den sportlichen Gedanken, nicht um den Wettbewerb.
Geklatscht wird bei jedem Punkt, alle Elternteile sind sichtlich stolz.

Auf der Tribüne, welche sich überigens mit jeder Minute mehr füllt, sind Jugendliche mit Drucklufthupen, auch die obligatorische Pauke fehlt nicht!
Stadionatmosphäre auf Leros.

Einge der Kids spielen gut Basketball, andere lassen einen staunen – ein paar sind echte Cracks mit pfiffigen Tricks im Repertoire, wir haben mächtig Spaß!

Spaß am Spiel – bei den Kleinen werden die Punkte nicht gezählt, keiner soll weinen müssen
Natürlich gibt es Mannschafts- und Erinnerungsfotos

Zugegeben, es gab noch einen weiteren Grund, warum wir hier waren. Auch der Hundeshelter auf Leros hat mal wieder Werbung in eigener Sache gemacht.

Es soll gezeigt werden, wie engagiert man hier für die Zamperl da ist. Die einen sollen zur Adoption angeregt werden, die anderen sich vielleicht zu einer Spende hinreißen lassen.

Ich hatte gehört, dass heute die kleinen Welpen gezeigt werden, um die Herzen der Zuschauer zu erobern.
Diese kleinen Kreaturen wollte ich auch sehen…

Geschwisterwelpen – drei Jungs, ein Mädchen
Auch Giorgos Frau Katerina war als „Hundesitterin“ beschäftigt

Ich hatte die Beschreibung der Kleinen schon gehört und war neugierig.
Im Wurf war wohl ein dreifarbigen Mädchen dabei.
Einfach mal gucken – wird doch wohl erlaubt sein, oder?

Naja, Sibylle war etwas nervös. Am Vortag wollten wir Marcus einen der Welpen für seine Tochter Lilly einreden.
Ich bot leichtfertig an, das ich das Mädchen nehme, wenn er einen der Brüder für die Kleine nähme – er hielt mir die Hand hin, ich schlug ein!

Sibylle war überrumpelt, sie war baff!!!
Deshalb war sie wohl schon etwas nervös…

Ja, die wär´s

Ich mach´s kurz – ich hab sie wieder hergegeben. Diesmal noch. In Anbetracht der Tatsache, dass wir ab Mitte Mai für einen Monat auf der ELOWYN sein werden und zudem noch nicht ganz klar ist, wo wir 2025 überall wohnen werden, ist es ein halbes Jahr zu früh.

Aber der Tag wird kommen, an dem wir so einem kleinen Hund ein neues Zuhause geben – in einer alten Katikia in Plaka, in einem Garten mit einem Dutzend Olivenbäume.

Wir steigen ins Auto und fahren ins „Coffee Lab“ – es ist Sonntag, wir wollen einen Cappuccino und etwas essen.
Die einen etwas Süsses, die anderen eher einen kleinen Snack.
Die Wahl fällt auf ein Club-Sandwich, welches nicht von schlechten Eltern ist!

Lecker und eine mächtige Portion

Heute ist der Tag an dem die Uhren umgestellt wurden. Ich habe diese nervige Pflichtaufgabe erfüllt und weiß, welches Stündlein mir geschlagen hat.

Ich bin ein Fan der klassischen Uhrzeit, ich brauche weder Sommer- noch Winterzeit.
Es gab bis 1978 nur eine Zeit – die will ich wieder, mit allen Vor- und Nachteilen.

Sibylle beschäftigt sich lieber mit dem Wetter. Wie bereits geschrieben, ist es ja bis jetzt noch nicht so doll.
Leider soll das bis zum kommenden Donnerstag auch so bleiben, zudem sei richtig kräftiger Sturm angesagt.

Stimmt das? Offensichtlich ja!!!

Ok, da bahnt sich etwas an

Unsere Vierergruppe beschließt daher, dass wir alle Laminier- und Spachtelarbeiten an SAGITTA bis zum Donnerstag verschieben.

Ich erinnere mich an meine Festmacherfedern und nehme mir vor, dies gleich morgen zu erledigen.
Zumindest muss ich eine zusätzliche Leine legen – Wind aus Südost ist an unserem Platz die schlechteste Variante.

Sehen wir, was da auf uns zukommt…

Am Abend „the same procedure as every day“ – Eva hat lecker gekocht, wir essen zusammen auf NESSAJA.
Ich führe gerade den ersten Löffel Paprikahuhn mit Spätzle in Richtung meines Mundes, da vernehme ich ein bekanntes BIMM…

Eine Nachricht eines Freundes, er hätte einen Zettel mit einer Telefonnummer in den Müll geworfen. Diesen bräuchte er nun dringend! Es sei „…nur eine Mülltüte mit lauter Flaschen“, aber ob ich wohl mal so nett sein könnte.

Ich sage zu – aber NACH dem Essen…

So finde ich mich nach dem Genuß eines delikaten Dinners an einer der Mülltonnen in der Marina wieder – hoffentlich sieht mich keiner!

Ok, der beschriebene Sack liegt obenauf – fast
Ich suche einen DIN A5 Zettel

Ich fluche leise – „nur Flaschen“ trifft es nicht so richtig. Die Erinnerung des Freundes war lückenhaft, denn es handelte sich schon um einen großen Sack Restmüll.

Interessant ist es ja schon, was man beim Durchwühlen der Mülltüten so findet…

Bananenschalen…
Eine Gurke und drei Karotten – gibt einen leckeren Salat

Leider war mir der schnelle Fund des gesuchten Zettels versagt. Ich musste wirklich den ganzen Sack ausleeren und jedes Fitzelchen einzeln in die Hand nehmen.

Ich schlussfolgere, dass mein Freund an Schnupfen leidet – zum Glück bin ich hart im Nehmen!

Wo ist nur der verfitzmaledeite Zettel???

Aber – der Tüchtige wird am Ende entlohnt! Nach einer gefühlten Ewigkeit finde ich den zerknüllten Notizzettel mit der wichtigen Telefonnummer.

Ich mache ein Bild und sende es meinem Freund, nicht ohne auch das ein oder andere Foto der Suche anzuhängen.

Er bedankt sich artig und meint, er schulde mir etwas – tut er nicht! Aber das nächste Bier geht trotzdem auf ihn 😉

RUF MICH AN

Was steckt nun hinter dem mysteriösen Zettel mit einer hingekritzelten Anrufaufforderung???

Der Zettelschreiber hat den Leihwagen meines Freundes beschädigt und die Telefonnummer hinterlassen.
Der kleine Schaden wurde bei der Rückgabe aber nicht bemerkt, der Zettel war inzwischen am Müll gelandet.

Erst später fiel der Schaden auf und meinem Freund wurde schlagartig klar, was es mit dem Zettel auf sich hatte – daher mein Einsatz.

Warum diesmal von „meinem Freund“ die Rede ist – liegt auf der Hand 😉

Montag – der letzte Tag des Monats März. Für heute ist Sturm angesagt, ich sollte meine Festmacherfedern nicht aus den Augen verlieren.
Also mache ich mich auf und beschaffe Ersatz für die gebrochenen und ausgedienten Ruckdämpfer.

Zusammen mit Mario baue ich die Federn um – alles wieder gut
Der alte Schrott fliegt raus

Der Tag verplätschert irgendwie – zuerst fahre ich mit Mario zu Giorgos und schenke ihm die übrige Batteriesäure und zwei Volvo Dichtungen.
Dann fahren Mario und ich einkaufen, heute Abend kocht Eva „Imam mit Hackfleischbällchen und Polenta“ – ich freu´ mich schon darauf.

Wir beschaffen die Federn, trinken einen Kaffee und fahren tanken – dann geben wir den Leihwagen zurück, wir brauchen ihn nicht mehr.

Das Auswechseln der Federn dauert auch eine Stunde und zu guter Letzt wollen wir den Nachmittag noch nutzen, um an Marios Ruder zumindest die erste Lage Laminat aufzubringen.

Der gleiche Schaden wie bei mir – wir laminieren den Riß im Ruder zu

Eigentlich wollten wir ja bei dem kräftigen Wind erstmal nicht weiter laminieren – aber irgendwie fühlt es sich falsch an, die Tage so vergehen zu lassen.
Nun, eine Lage bekommen wir drauf – die Fertigstellung wird noch einige Zeit dauern und ein Aprilprojekt werden.

Als der Wind am Spätnachmittag weiter auffrischte und Sturmstärke erreichte, war es an der Zeit für Feierabend.
Allerdings gab es noch einmal kurze Aufregung, denn ich musste das Office anfunken, weil ein Dinghy kopfüber und herrenlos durch die Marina trieb.

Der Sturm fordert seinen ersten Tribut!

Einfach von Deck geweht – mitsamt der Plane

Während des Abendessens, welches wie immer vorzüglich schmeckte, hatten wir Vier Zeit, uns über Gott und die Welt zu unterhalten.

Diesmal absolut abseits von Bootsthemen, war es interessant den Blickwinkel der Freunde auf die aktuelle weltpolitische Lage und die Entwicklung in Europa kennen zu lernen – ein aus meiner Sicht ganz spannender Abend!
Während wir sinnieren, pfeift uns draußen der Sturm um die Ohren – das Getöse, das Knarzen und Heulen, war beträchtlich…

Der März verabschiedet sich stürmisch – abermals 50kts auf der Anzeige

Der dritte Monat des Jahres wählt einen stürmischen Abgang – wir alle hoffen auf den Durchbruch des Sommers mit anhaltenden sommerlichen, warmen Phasen mit Sonnenschein.

Was uns dann im April erwartet? Hier ein kleiner Ausblick…
Wir machen SAGITTA fertig und streichen abschließend Coppercoat.
Viele Freunde werden eintreffen – wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Ich werde einigen davon helfen, ihr Schiff für die Saison flott zu machen.

Hauptthema wird das Haus sein – werden wir den Kauf notariell besiegeln? Gibt es etwas zu feiern?

Ihr merkt – es wird nicht langweilig…

Wir sagen Danke für die Zeit die ihr für das Lesen unseres Blogs investiert habt – auf bald, eure NESSAJA Crew

Mario & Sibylle

Februar 2025 – Einhandsegler

Es ist Mitte Februar, ich sitze alleine im kuschelig warmen Salon von NESSAJA und sinniere vor mich hin – der Songtext von „Einhandsegler“ kommt mir in den Sinn und ich entscheide, das relativ unbekannte Lied von Reinhard Mey aus dem gleichnamigen 2000er Album zur Headline des Monats zu machen.

Es herrscht dieser Tage eine melancholische Stimmung

Der Titelsong, der die Seefahrt als Metapher darstellt, vergleicht das Leben mit der Bewältigung des Meeres…

„Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das offne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und es fliegt die Gischt…“

Ich hänge den vollständigen Text an das Ende des Berichts – er ist es wert gelesen und durchdacht zu werden.

Sibylle ist sechs Wochen in Deutschland, für die letzten beiden werde ich Ihr nachreisen und ebenfalls die Familie besuchen. Bis dahin habe ich Zeit.
Zeit, um die letzten vier Jahre Revue passieren zu lassen.
Zeit, darüber nachzudenken, was noch übrig ist von unserem gemeinsamen Plan und welche Wendungen unser Leben in dieser Zeit durchlaufen hat.

Doch gemach, die ersten beiden Wochen des Februars war Sibylle ja noch da…

Wir freuen uns, dass der zweite Monat des Jahres uns freundlich begrüßt und beschließen, dass wir eine Marinarunde drehen und ein paar ToDos abhaken.

Blauer Himmel, fast 20°C – was willst Du mehr?
Zu dieser Zeit sind an unserem Steg vier Schiffe bewohnt

Unser erster Weg führt uns zur Chandlery, weil wir auf ein Paket warten. Tatsächlich ist es angekommen und Panos freut sich, dass wir es abholen.
Das spart ihm Arbeit und er hat ein paar Minuten Kurzweil.

Wir ziehen mit dem Päckchen weiter, denn es ist zwar an uns adressiert, aber nicht für uns bestimmt – es handelt sich nämlich um ein Ersatzteil für INSPIRATION.

Wir wollen das Päckchen, nach Überprüfung des Inhalts, dort ablegen und gleich einer Bitte von Neueigner Jörg nachkommen. Er braucht nämlich die Typenbezeichnung des Funkgerätes, die MMSI muss neu programmiert werden.

Super – wir legen das Bedienteil des Autopiloten ab, später werde ich es montieren
Ein Foto des Funkgerätes genügt

Leider stellt sich heraus, dass man die MMSI nicht selber ändern kann, dafür muss das Gerät eingeschickt werden.
Das sind diese kleinen Nickeligkeiten – aber noch ist ja genug Zeit!

Der Februar ist der Monat, welcher bei uns im Verdacht steht, dass er der mit dem schlechtesten Wetter sein könnte.
Dies ist aber zunächst keineswegs der Fall, der Start in den Monat ist eher frühsommerlich als winterlich!
Dies sollte sich zur Mitte des Monats hin ändern, es sollten ein paar kalte Tage kommen, aber bis dahin hatten wir Zeit zu genießen.

Es ist Wochenende – so haben wir uns am Samstag mit Marcus und seiner Familie, die waren ja noch zu Besuch, ein leckeres Mittagessen auf der Terrasse des „Trechantiri“ in Xirokampos gegönnt.

Man konnte draußen sitzen
Frischer griechischer Salat…
…dazu frische Kalamari

Es war lecker, wir saßen zusammen und haben über das Leben gequatscht – ein herrlicher Nachmittag!
Dieser hat Marcus dazu verleitet, übergangslos einen Nachmittagsouzo einzufordern, dies allerdings bitte in einer Bar direkt am Strand!

Also, nix wie auf ins „Sorocos“ am Panteli Strand…

Perfekt – Wasser, Strand, Stimmung! Wunderschön!
Wir setzen uns direkt an einen Tisch am Strand – Sonnenstrahlen genießen

So vergehen weitere Stunden und wir brechen erst auf, als die Sonne hinter den umliegenden Hügeln verschwindet und es schlagartig kühl wird.

Der Freund schreit nach einem (Nach-)Mittagsschlaf, auch wir wollen etwas relaxen und ein wenig Griechisch lernen.
Also fahren wir zurück in die Marina und verabreden uns zum Abendessen – es ist vermutlich kein Wunder, dass dieses heute etwas später anberaumt wird 😉

Wir sind die Ersten…
…und bestellen schonmal ein Bierchen

Das „Persiana“ hat sich als Dinner-Destination angeboten! Es gibt kleine Snacks und große Salate.
Wir essen gut und freuen uns über den überaus gelungenen Tag!

So kann es weitergehen…

Und das tut es! Für den Sonntag hatten unsere Freunde eine frühe Abreise nach Lipsi geplant, wir waren also wieder zu zweit unterwegs.
Sibylle erinnert sich an eine Facebook-Werbung des „Navarone“ – man böte einen Sonntagsbrunch an.
Das würde sie heute gerne mal ausprobieren!

Ok, wegen mir, da sag´ ich nicht Nein…
Also machen wir uns auf den Weg nach Agia Marina, um dort ein feudales Frühstück zu uns zu nehmen.

Das Lokal gefällt uns, es ist eine tolle Adresse auf Leros
Wir bekommen einen Tisch mit Ausblick
Wir laben uns an den Köstlichkeiten vom Buffet

Super! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Klar, man sollte es vielleicht nicht mit Lokalen vergleichen, welche sich auf „echte“ Brunch-Events spezialisiert haben.
Aber – wenn man die Frühstückskultur in Griechenland zugrunde legt, dann war es ein erstklassiges Angebot zu einem mehr als fairen Preis.

Das werden wir SICHER wiederholen!

Weil wir schonmal unterwegs waren und weil der Tag förmlich zu einer Spritztour einlud, fuhren wir weiter bis an den Flughafen nach Partheni.
Dort ist die Werft „Moor & Dock“ beheimatet, ich hatte dort eine Bitte zu erfüllen.

Alles in Ordnung auf BLODUGHADDA

Tom, den ich aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ kenne und mit dem wir uns auch schon ein paarmal getroffen hatten, bat mich per WhatsApp, ob ich nicht einmal nach seinem Kat sehen könne.
Er habe von den Starkwinden der letzten Wochen gehört und mache sich Sorgen.

Klar machen wir das – und wir können alsbald ein paar Bilder schicken und Entwarnung geben.

Weil die kleine Motorradrunde über die Insel gerade so schön war, haben wir noch einen Haken geschlagen und sind am Haus vorbei und dann von dort aus off-road zum Hundeshelter gefahren.

Nicht im Bild – unsere Favoritin

Würden wir schon im Haus wohnen, dann hätten wir wohl schon einen Hund!
Es gibt gerade eine ganz liebe Hündin die wir sofort adoptieren würden, aber am Boot wollen wir uns das nicht mehr antun. Mal sehen, wie diese Geschichte weitergeht…

Naja – und wie schließt man so einen herrlichen Sonntag ab? Genau! Mit einem Abstecher bei „Repapis“ – wir gönnen uns ein Eis!

Wir waren lang nicht mehr da
Aber heute MUSSTE es sein

Übrigens hat genau der BLODUGHADDA-Tom meinen Januar Blog mit den Worten kommentiert, ob es denn wirklich sein könne, „…dass man von keinem „Repapis“ oder „SouVLakki“ Besuch lesen würde?“

Ja, das konnte sein! Das „SouVLakki hatte lange geschlossen, darüber hinaus haben wir echt so einen langen Break eingelegt, weil wir immer noch unserer Idee der Zuckereduktion und des gesunden Essens folgen.

So auch heute – Sibylle zaubert Blumenkohlschnitzel mit Süßkartoffeln.

War sehr gut – kein Gemecker
Süßkartoffeln mag ich sowieso

Die Abende vergehen immer noch unverändert – Winter eben. Wir lernen mit Duolingo oder machen Videocalls mit der Familie oder Freunden.

Geht sich Beides nicht aus, dann sehen wir zu, dass wir eine gute Doku oder eine alte Folge „Inspektor Barnaby“ finden.

Videoacall mit Volker und Kristina – wie gehen wir es mit ELOWYN an?
Duolingo fordert und fördert Sibylles Englischkenntnisse

Oder, da greife ich das Thema von vorhin noch einmal auf, oder wir beantworten zumeist WhatsApp Nachrichten, mittels derer Freunde und Bekannte sich nach ihren Schiffen erkundigen.

Warum? Weil die Nachrichten voll von den Erdbebenereignissen auf Santorin sind!

Klar, die Nachfragen nach den Schiffen gibt es immer wieder, aber in diesem Monat war es fast schon ein 520.-€ Job, all die Anfragen zu beantworten.
Copy and paste kam für mich nicht infrage, also sitze ich da und tippe immer die gleichen Zeilen – „Nein, wir spüren bisher nichts, die Boote sind alle ok!“

Wobei, unterschätzen darf man es nicht! An einem Abend schickt mir Marcus eine Benachrichtigung des Bürgermeisters von Lipsi…

Lipsi hat Notfallpläne

Wir tauschen uns etwas dazu aus – natürlich bemühen auch Sibylle und ich den Wissensquell Google um uns das Szenario zu verdeutlichen.

Hier kurz ein Überblick über das WAS und WO…

Santorin mit dem Ort Thira – zu unserem Standort Leros

Zwischen Leros und Santorin liegen 82nm, das entspricht etwa 150km. Das ist im Falle eines Erdbebens oder eines Vulkanausbruches nicht viel.
Insofern sind Notfallpläne sicher sinnvoll, wirklich vorbereiten kann man sich allerdings kaum – entweder es hat ein Erdbeben beziehungsweise einen Vulkanausbruch, oder eben nicht.

Das ist etwas anderes auf Santorin selbst! Erstens nahe des Epizentrums gelegen, zweitens mit einer besonderen Architektur, bei der die Häuser quasi an den Kraterrand gemauert sind.
Die Folgen wären verheerend!

Wenn man Google bemüht, dann kann man das letzte gravierende Beben aus dem Jahr 1956 finden! Dieses hat auf Santorin, Amorgos und den umliegenden Kykladeninseln für Zerstörung gesorgt.
Verständlich, dass man sich hier sorgt!

Damals sei die Flutwelle auch auf Leros und Lipsi angekommen und in Lakki einen Meter über das Ufer getreten – so hat man uns erzählt.

Es gibt einen Live-Tracker, auch wir sehen von Zeit zu Zeit nach…

Die Beben reichen nicht bis in die Dodekanes

Es wird im Verlauf der kommenden Tage ein paar Tage schulfrei auf Leros geben, auch für unsere Insel wird ein Notfallplan erstellt.
Wirkliche Auswirkungen der Beben kann man indes hier nicht spüren.

Für die zuhause bibbernden Skipper – die Stützen stehen (bisher) sicher!

Es kühlt ab! Das Wetter bleibt herrlich, aber die Temperaturen fallen spürbar.
Wir haben jetzt nur noch 13-14°C tagsüber, nachts werden wir einstellig. Die Heizung muss ran und ein paar Überstunden machen.
Unsere Eberspächer läuft klaglos, wir haben es warm und sie verrichtet ihren Dienst fehlerfrei – die Reparatur im Herbst 2024 war also erfolgreich!

Nordwind! Kräftiger Nordwind

Schuld am Temperaturdilemma hat der Nordwind! Der bläst eisig und der Chillfaktor der Luft lässt einem so Worte wie „klirrend“ oder „arktisch“ in den Kopf schießen.
Tatsächlich ist es wie an 50% der deutschen Sommertage – aber es fühlt sich anders an!
Der Wind kommt kräftig daher, wir haben Böen bis 50kts.

Später sollten zwei, drei Tage folgen, an denen die Tagestemperaturen nicht zweistellig wurden. An diesen Tagen habe ich das Haus nicht verlassen.

An solchen Tagen beschäftige ich mich mit meinen Reparaturaufgaben an NESSAJA – offen ist immer noch die leidige Abdichtung der Duschsumpfpumpe.
Klar ist, diesmal muss ich eine klare Vorstellung haben und alle Maße nehmen…

So soll, beziehungsweise MUSS die Pumpe später stehen

Die Pumpe einfach versetzen geht nicht, denn sie steht in einer kleinen Vertiefung und nach oben ist kein Raum.
Um dies auch Giorgos zu verdeutlichen, mache ich von allen Maßen eindeutige Bilder.

Nach oben nur 5mm – ein Versetzen ist nicht möglich
Das abzudichtende Loch ist vergleichsweise riesig!

Ich erdenke mir eine ganz tolle Lösung und steigere mich auch etwas in das Thema hinein. Ich kann nämlich zudem noch herausfinden, dass unter dem Boden des Brunnens sicher noch 5cm Platz ist – so reift in mir der Gedanke, dass ich den ganzen Brunnen heraustrenne und dann eine tiefere V4A Wanne mit passendem Schlauchabgang einklebe.

Stolz, so eine tolle Lösung im Kopf zu haben, fahre ich zu Giorgos um diese dort vorzustellen und zu besprechen.

Das Procedere ist immer das Gleiche…

Ich komme 15 Minuten zu spät, Dimitris wartet auch, Giorgos ist noch nicht da
Ich mache ein albernes „ich warte“ Bild und schicke es an Giorgos

Meist kommt der Zampano dann mit weiteren 10 Minuten Verspätung – egal ob ich zu früh, pünktlich oder zu spät bin – um mich dann zu begrüßen…

„Τι κανείς φίλε μου, you want coffee?“ – immer das Gleiche! UND, er weiß wie ich meinen Kaffee trinke!!!

Dann beschreibe ich meinen Plan. Er glotzt mich unggläubig und mit aufgerissenen Augen an. Er windet sich, er argumentiert, er bringt andere Lösungsvorschläge.
Ich merke – er hat keinen Bock auf meine tolle Masterlösung.

Stattdessen packt er mir eine ganze Menge Teile für Marios SAGITTA auf die Werkbank und gibt sie mir mit – alles erledigt, alle Teile erhalten!
Uff, ich habe keinen Rucksack mitgenommen, damit habe ich nicht gerechnet!
So packen wir alles in einen festen Karton, dazu zwei Stücke Plexiglas – dazu später mehr – schnallen diesen auf mein Mopped und ich tuckere wieder heim.

Ok, das habe ich mir anders vorgestellt – aber egal, ich genieße am Rückweg die schöne Stimmung…

Wolkenbilder über der Bucht von Gourna

Zurück an Bord, sortiere ich die Teile und melde deren Erhalt sowie die erfolgreiche Durchführung der Wellenreparatur an Mario.
Wir besprechen uns kurz, ich werde die Ersatzteile die nächsten Tage verräumen – Ende März geht es dann auf SAGITTA los.

Alle Teile für den Saildrive sind da

Tags darauf lässt Sibylle mich während des Frühstücks wissen, dass Marietta in Facebook verlauten lässt, dass es heute frisches Kotopita in ihrer Taverne gibt.
DAS ist mal eine Ansage! Ich liebe das Kotopita meiner Lieblingsmarietta und freue mich, dass meine gute Gattin offensichtlich in Erwägung zieht, dass wir mittags dort vorbeisehen.

Der angebotene Chickenpie erfüllt die Erwartungen – aber noch mehr hat uns die feilgebotene Fischsuppe überrascht.
Es war nicht einfach ein Fischsüppchen, es handelte sich vielmehr um einen sämigen Fischeintopf mit allerlei Einlage – SUPER…

Wir sind zwar nicht täglich bei Marietta – aber wir sind sehr gerne dort

Klar, geht sich noch ein Schwätzchen aus, bevor wir zurück in die Marina fahren.
Ein leichtes Bauchgrummeln lässt mich entscheiden, einen kurzen Stop an unserer Sanitäreinrichtung vorzunehmen.

Ihr ahnt was kommt? Obwohl die Kurve vom Lunch zum Klo hart zu nehmen ist, lasse ich mir nicht ausreden zu berichten, dass ich wieder einmal fassungslos in eine verschissene Kloschüssel starren musste.
Zudem hatte der Vornutzer mit seinem monströsen Papierknäuel wohl den Abfalleimer nicht getroffen – oder es gar nicht erst versucht!

Ich kann es echt nicht verstehen, echt nicht!!!

Klar, ekelhaft! Denkt sich vermutlich jeder. Was hat das in einem Blog zu suchen?
Nun, es gehört zu unserem Leben! UND – es ist ein nicht unerheblicher Grund, warum ich die Privatsphäre eines Hauses schätze und dieser somit auch zugestimmt habe.

Klar, wir haben ein Badezimmer auf NESSAJA, aber das ist, aus nachvollziehbaren Gründen, auch nur eingeschränkt nutzbar.

Aus diesen Gründen nutzen wir eben auch die sanitären Anlagen der Marina, welche in etwa mit denen eines Campingplatzes vergleichbar sind.
Die Putzfrau kommt im Sommer täglich, teilweise mehrmals am Tag. Im Winter auch mal mit einem Tag Pause.
Das alles hilft nix, wenn Menschen nicht in der Lage sind ihren Lokus sauber zu hinterlassen!
Am Waschhaus kann man Charakterstudien machen, glaubt mir das – über den Rand der Kloschüssel kann man in die Abgründe der menschlichen Seele gucken.

Mich nervt das! Ach nochwas, viele Eigner von Schiffen ahnen gar nicht, dass Yachties die das ganze Jahr über in der Marina sind, oft unfreiwillig zu Beobachtern werden – aus diesem Grund können wir euch ganz sicher sagen, dass etliche Eigner es nicht so streng sehen was man ins Hafenbecken pumpt und was nicht.

Das Problem ist einmal wieder – der Mensch…

Das weiß zum Beispiel auch die „Olympic Marina“ in Lavrion – die haben ein echtes „Putzkommando“ welches, in der Sekunde in der man den Lokus verlässt, diesen auch schon stürmt.
Da traut sich keiner, sein „Örtchen“ so zu verlassen!

Themenwechsel! Vor mich hingrummelnd hole ich Marios Paket von unserem Schiff und verräume seine Teile auf SAGITTA, dabei sehe ich auch nach dem Rechten – alles ok.

Alles beisammen – SAGITTA wartet auf die Reparatur

Als ich bei Giorgos war, hat er eine alte, immer wieder verschobene Einladung zu einem Dinner in seinem neuen Haus wieder aufgefrischt – wir haben mit unseren Frauen telefoniert und sofort den Folgetag fixiert.
Perfekt! Darauf freuen wir uns.

Dummerweise habe ich Sibylle erzählt, wie kalt es mir auf der Rückfahrt von „Boat & Parts“ gewesen ist und dass ich allemal Handschuhe gut vertragen hätte.

Daraufhin hatte sie keine Lust mehr, am nächsten Abend mit der GS über die Insel zu fahren – „…es ist eisig und es könnte regnen!“
Hört, hört – diese Worte aus dem Mund der Frau die nachts bei 14°C mit offenem Fenster schläft und somit jahrelang meinen Erfrierungstod in Kauf genommen hatte…

Egal, wir mieten ein Auto – und wenn wir schonmal diesen Luxus haben…

Alle schweren Aufgaben werden mit dem Wagen erledigt – so auch Trinkwasser auffüllen

Der Tag der Einladung zieht sich – es gibt eine deutliche Gap zwischen deutschen und griechischen Essgewohnheiten 😉

Wie hatte Giorgos gesagt? „I finish work earlier to have an early Dinner – come after 20.00!“

Ah, nach acht Uhr also. Da sitzen Sibylle und ich sonst längst in gemütlichen Klamotten beim Digestif und gucken „Inspektor Barnaby“ – heute also nicht!
Entsprechend lang war die Wartezeit und ich war, ob Sibylles Quengeln, mehrfach an „wir warten auf´s Christkind“ erinnert.

Dann war es soweit, wir fahren nach Kamara zum neuen Haus der Freunde…

Mitten in der Nacht kommen wir an – ca. 20.15 Uhr

Giorgos bittet uns hinein, Katerina empfängt uns. Die Kinder sausen rum und im Kamin prasselt das Feuer – Greek family life – wir genießen es und freuen uns, teilhaben zu dürfen…

Das Kaminfeuer prasselt

Wir bekommen eine Hausführung, quatschen im Stehen ein bisschen über Immobilien im Allgemeinen und über die diesbezügliche Zukunftsplanung der jungen Familie.
Klar, auch unser Haus ist ein Thema und wir tauschen uns über die Renovierungsoptionen auf der Insel aus.

Giorgos strahlt! Er grille Fleisch, ob wir seinen „Grill“ gesehen hätten???

Haha, ein Souvla am Wohnzimmerfeuer!

Er zeigt uns stolz den selbergebauten Drehspieß an dem sich ein Souvla dreht – mitten im Wohnzimmer.
Warum kompliziert, wenn grillen so einfach ist? 😉

Freudig sagt er, dass wir jetzt ein bisschen was trinken können, es gäbe Knabberzeug.
Später käme noch Eleni, seine Mutter, zu uns. Bis dahin sei dann auch das Essen fertig, so in etwa eineinhalb Stunden! 😉

Ich sehe Sibylle an und meine, ihren Magen knurren zu hören.
So ist es kein Zufall, dass die Erdnussflips schneller leer werden als vermutet – Sibylle kann da auch zulangen, der Antrieb muss nur groß genug sein.

Gegen halb zehn sitzen wir am Tisch und Giorgos schneidet das Fleisch ab – herrlich!

Es war soooo lecker

Wir hatten einen wunderschönen Abend mit den Beiden und mit Eleni, die wir ja auch schon seit Jahren kennen.

Spät in der Nacht kommen wir nach Hause und sacken todmüde und vollgefressen ins Bett…

Ich will jetzt endlich meine Duschpumpe repariert haben! Mich nervt, dass ich mich in einer Pattsituation befinde.
Ich meine, dass ich die bessere, professionellere Lösung habe – welche natürlich auch aufwändig und teuer ist.

Giorgos hat aber keine Lust darauf, diese für mich zu bauen und bietet die einfache, pragmatische Lösung an – natürlich die günstigere und schnellere Variante.

Mich nervt es trotzdem, Zeit in eine Arbeit zu investieren, die ich nicht vertrete – genervt fange ich an…

Der Heißluftföhn hilft

Ich kann die Plexiglasplatte nicht einfach einkleben. Das Loch ist zu nah am Rand des Brunnens und dieser Rand ist als Rundung ausgeführt – ich muss die Platte also anpassen.

Dabei hilft der Heißluftföhn – das geht relativ einfach, aber man darf sich nicht verschätzen. Die Biegung kann ich im Spalt der Bodenbretter anfertigen.

Mit Biegen alleine ist es nicht getan

Natürlich ist es nicht damit getan, dass die Platte gebogen wird. Sie muss unten in der Ecke dreidimensional angepasst werden, zudem braucht sie das Loch für den Schlauch.

Das alles ist aufwändig, aber nicht so kompliziert wie man denkt. Plexiglas lässt sich relativ einfach mit der 1mm Scheibe auf der Flex schneiden und mit einem scharfen Bohrer auch gut Bohren beziehungsweise mit der Lochsäge gut sägen.

Das Ergebnis – passt ganz gut beim Hinhalten

Ok, für heute ist der gröbste Job getan. Ich räume das Bad wieder auf und will mich der ersten Eindichtung widmen – just in diesem Augenblick ruft Sibylle zum Nachmittagskaffee.

Ok, gerne genommen, aber danach geht es weiter…

Alles schon vorbereitet

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist der Ansatz, die Abdichtung zum Schlauch schon VOR der finalen Montage herzustellen.
Dafür habe ich einen Schlauchadapter, welcher am Folgetag an den bestehenden Abflussschlauch gesteckt würde.

So weit, so gut! Die Herausforderung war, dass man die Abdichtung so gestaltet, dass die Platte in der richtigen Position befestigt wird und dabei die umlaufenden Kanten der Platte möglichst parallel zu den Pumpenkanten ausgerichtet werden.
Nur so kann man einen homogenen Dichtspalt herstellen.

Sieht verwegen aus – Hauptsache dicht

Ich glaube, langsam wird klar, wie ich das geplant habe. Ein Abdichten von vorne ist eben nicht möglich, weil die Schlauchschelle zu nah an der Platte sitzt.

Es wird auch klar, dass es einiges an Aufwand bedeutete, diese Lösung zu verwirklichen – eine Lösung, die in meinen Augen zwar eine gute ist, aber doch nur eine Reparaturlösung.
Dabei ist natürlich vorausgesetzt, dass es funktioniert.

Für heute war das Tagwerk geschafft, das SIKA muss trocknen.

Wir waren mit neuen Freunden aus Österreich zum Dinner verabredet! Der Mond schien schon hell und schickte sich an voll zu werden, als wir auf dem Weg zum Leihwagen der Beiden waren.

Hat immer etwas Mystisches

Wir haben uns mit Brigitte und Hans erst diese Tage angefreundet, schade eigentlich, denn wir kennen die Beiden schon länger vom Sehen und von Begegnungen aus der Marina, aber die richtige Gelegenheit hatte sich bisher noch nicht ergeben.

Jetzt also war es soweit und wir haben einfach mal vereinbart, dass wir uns zum Essen zamsetzen – das Lokal der Wahl war das „Metzes“ in Agia Marina.

Wieder offen – ein schönes Lokal, Eleni und Stamatis empfangen uns herzlich

Wir entdecken, dass wir unsere Vorlieben beim Essen teilen und bestellen daher „Greek Style“ – alles für alle, in die Mitte des Tisches.

Wir genießen das Beisammensitzen und lernen uns besser kennen. Schade, die Beiden müssen morgen noch einmal nach Österreich und kommen dann Mitte März zurück auf ihre BARCASO.

Yes – full table mit Brigitte und Hans
War wieder echt lecker

Was wir bei der Verabschiedung an diesem Abend noch nicht ahnen konnten – es sollte nicht die letzte sein!

Der Flug mit dem Inselhopser wurde zweimal aufgrundes starken Windes dieser Tage gecancelt.
Am dritten Tag haben die Beiden entschieden, die Fähre nach Athen zu nehmen.
Kein Nachteil ohne Vorteil – wir haben auch die kommenden zwei Abende zusammen gespeist 😉

Für mich war die Fortsetzung meiner Reparatur angesagt – heute klebe ich mein „Konstrukt“ ein – hoffen wir, dass alles passt und dass es letztlich auch dicht wird!

Eingeklebt und temporär fixiert
So sieht es jetzt aus – man kann es sich vorstellen! Das Problem ist offensichtlich

Nach der Montage lasse ich die Dichtmasse ein paar Stunden anziehen und dichte dann das Kabel ein.
Am nächsten Tag erfolgt ein Dichtheitstest – das machen wir, indem wir den Brunnen auffüllen und nach einer halben Stunde den Wasserpegel prüfen.
Länger müssen wir nicht testen, das Duschen ist meist schneller erledigt.

Ich mache es kurz – die Lösung ist nicht gerade perfekt und hat mit „German Engineering“ nichts zu tun, aber sie funktioniert und war günstig.
Als „Quasi-Grieche“ kann ich das gut akzeptieren…

Während der Wartezeit widme ich mich anderen Aufgaben, das bietet sich an, solange Sibylle mir noch helfen kann.
Dafür wird sie bei Kräften sein müssen – ich führe sie also aus. Bei einem Club-Sandwich im „Coffee-Lab“ stärken wir uns und genießen die frühsommerlichen Mittagsstunden.

Hat echt super geschmeckt – und war günstig

Was war zu tun? Nun, Kranführer Giannis hat angedeutet, dass er die nächsten Tage die Stützen an Hans Peters LIBERTÉ umstellen wolle.
Das ist nötig, damit wir im April die bisherigen Auflageflächen streichen können – ich hatte HP angeboten, mich darum zu kümmern.
Zusätzlich habe ich Giannis gebeten, ob er nicht, wenn er schon dabei wäre, LIBERTÉ gleich einen halben Meter höher setzen könne – so wäre gewährleistet, dass wir das Ruderblatt zurückstecken können.

Leider war einiges Material unter LIBERTÉ gestaut, das musste weg – wir räumen es also unter´s Nachbarschiff.
Es ist jetzt wichtig zu erwähnen, dass uns die Marinaarbeiter dabei zugesehen haben…

Nicht wenig – unter dem Schlauchboot ist Material

Fertig! Nach einer Stunde war es geschafft, das Kreuz schmerzte, aber das Tagwerk war vollbracht.

Später treffen wir uns mit Brigitte und Hans auf eine Pizza und hoffen gemeinsam, dass der abgesagte Flug morgen stattfinden würde – tut er nicht!

Am Folgetag traue ich meinen Augen kaum – als ich an HPs Schiff vorbeikomme, liegt das gesamte, gestern unter den Augen der Mitarbeiter neu aufgeschlichtete Hab und Gut, an anderer Stelle – nicht unter einem Schiff, aber ordentlich verräumt!

Was war geschehen???

Exakt das Nachbarboot wurde auf einen anderen Platz gestellt – als hätte man das gestern nicht gewusst! Die Arbeit des Umschlichtens wurde doppelt umsonst gemacht – einmal von uns, einmal von den Jungs.

Aber nochwas fällt mir auf – die Stützen sind schon umgesetzt!

Foto von etwas später – aber es zeigt das ganze Dilemma

Das wäre an sich eine gute Nachricht – wenn das Boot auch etwas höher stehen würde!
Das ist aber nicht passiert – ich spreche mit Giannis…

Er erklärt mir, dass er die Stützen per Hand umsetzen kann, für das Anheben braucht er das Carello.
Ok, verstehe ich, aber das Carello war gestern doch zum Umsetzen des Nachbarschiffes dort???
Er sieht mich an, es rattert, er erkennt, dass beim Thema Arbeitsorganisation noch Optimierungsoptionen bestehen.

Ich gebe mich mit dem Versprechen, dies „irgendwann zu tun“ zufrieden und ich bewundere mich dafür – ich kann schon ganz gut „Grieche sein“ – Avrio!

Sibylle und ich räumen abermals um – das Zeug muss zurück, UNTER Hans Peters Schiff!

Ok, das ist die halbe Miete

Ich schreibe HP eine WhatsApp Nachricht und informiere ihn. Das mache ich nur, wenn ich bei einem Kaffee auf NESSAJA sitze, denn es passiert, was immer passiert – mein Telefon klingelt! 😉

Hans Peter ruft IMMER an! Es gibt da noch zwei Kandidaten, aber ich weiß es inzwischen – ich schreibe die drei nur noch zur Kaffeezeit an 🙂

Wir besprechen alles – alles ist zunächst gut!
HP und ich haben uns für den Sommer viel vorgenommen, es gibt sehr weitreichende Pläne in Sachen Bootsreparatur, alles will vorbereitet sein.
Es wundert mich also nicht, als ein weiterer sehr gebräuchlicher Satz kommt – „…wenn Du grad dabei bist, dann könntest Du…“!

Ich höre mir an, was es zu erledigen gibt und gehen dann noch einmal zu LIBERTÉ, diesmal muss ich eine Leiter organisieren.

Ok, welche Informationen sind gefragt???
Die Maße des Dichtringes der Ruderachse – den muss ich zuvor ausbauen…
…und die Länge des Ankerschaftes – der Bügel soll einem Rocna weichen

Ich erfülle die Wünsche des Freundes und bis ich mich versehe und alle Informationen geliefert habe, ist der Abend eingekehrt.

Wir treffen uns abermals Mit Brigitte und Hans zum Dinner – die Beiden haben den Hals jetzt voll und haben den Flug durch eine Fährfahrt ersetzt.

Wir wollen uns im „SouVLakki“ treffen und ich würde direkt dorthin kommen. Denn der Grill ist unmittelbar neben dem „The-Leros-Way HUB“, in dem der Griechischunterricht stattfindet.
Heute ist Dienstag, es ist wieder soweit – so mache ich mich um kurz vor 17.00 Uhr auf den Weg nach Lakki.

Die Stimmung über der Lakki Bucht ist wieder perfekt – ohne Filter
Ich kann direkt vor dem HUB parken
Das „SouVLakki“ ist im Nachbarhaus – dort treffen wir uns um 18.30 Uhr

Wir waren lang nicht mehr im „SouVLakki“ – Sibylle hat gut und gerne gekocht, wir mussten abends nicht mehr raus und es spart Geld.
Auf NESSAJA sitzt man im Winter gemütlicher und wir hatten ja unsere vegetarische Phase.
Diese wurde spätestens heute pulverisiert – wir haben uns beide auf das Essen im Lieblingsgrill gefreut…

Mal was Neues probieren – Bouyourdi im Grillhaus, war gut
Dazu Bewährtes – ein Mixed Giros für mich
Ein „kleines“ Covered Pita für Sibylle

Wir speisen sehr gut, gehen danach noch auf einen Ouzo als Absacker ins „Café Palma“ und verabschieden uns ein drittes Mal.
Diesmal klappt es und die Freunde verlassen Leros – wir sehen uns im April wieder.

Eine Hand wäscht die andere – auch Hans Peter darf mir helfen und einen Auftrag meinerseits annehmen.
Ich gehe davon aus, dass unser Schaffen an meinem Deck in diesem Jahr ebenso aufwändig wird, wie die Arbeiten rund um sein Schiff in 2024.
Wir werden also wieder grillen und uns abends gesellig und wohlverdient zusammensetzen – ich möchte den Komfort diesbezüglich etwas erweitern und setze bei HP einen Lieferauftrag ab…

Lieber Hans Peter – kaufst Du bitte sowas???

Was wäre ein echter Grieche – äh, Verzeihung, Bayer – ohne seine Bierbankgarnitur?
Ich hätte schon längst eine, aber wohin damit? Jetzt als Hausbesitzer beantwortet sich diese Frage wie von selbst 😉

Unsere Gäste, wie auch wir selbst, werden in der Marina-Grillsaison also recht komfortabel sitzen.
Da wir befürchten, dass diese gar nicht mehr gehen oder gar auslaufen wollen, haben wir eine ohne Lehnen beschafft! 😉

Sibylle wird bald nach Deutschland reisen, sie will vorher noch alles erledigt wissen und eine „gewisse Ordnung“ machen. Sie kümmert sich also um alles was schmutzig oder sonstirgendwie zerzaust ist.

Das bedeutet für sie, ein paar Maschinen Wäsche zu waschen – ich sitz´ mal wieder im Schlüpfer vorm Computer weil ich nur eine lange Hose und ein Hoodie habe – und natürlich muss auch ICH in Ordnung gebracht werden…

„Sonst erkenne ich Dich in vier Wochen nicht mehr wieder“
Sommerfrisur – im Februar

Und jetzt? Es ist soweit – heute reist Sibylle ab. Sie geht diesmal für sechs Wochen nach Deutschland, weil sie mal einen „großen Kundendienst“ braucht!
Alle erdenklichen Ärzte müssen ran, mit der Zielsetzung, dass danach nix mehr klappert und alle Gelenke und Zahnräder wie geschmiert laufen.
Das braucht Zeit, daher die relativ großzügige Planung.

Ich dagegen, ein Wunderwerk der Humantechnologie, brauche so etwas nicht! Mein Multifuntionskörper tut tadellos seinen Dienst, solange man ihn füttert und ihn warm hält – ein moderner Gremlin eben.
Aus diesem Grund reise ich auch erst VIER Wochen später nach! Vier Wochen alleine – EINHANDSEGLER!

Ich bringe meine Frau zum Flughafen. Als wir eintreffen reicht die Zeit leicht, um das Gepäck einzuchecken. Dann kommt der Flieger auch schon an, der erste seit gut einer Woche!

Da isser – lang ersehnt, es ist entsprechend voll

Der Zufall will es, dass auch Kostas an diesem Tag nach Athen fliegt. Wir kennen ihn jetzt auch schon über die Jahre, wir mögen uns und die Zeit reicht für ein Schwätzchen.

Als ich Sibylle zum Abschied fotografieren will und er irgendwie „mit im Bild“ ist, stellt er sich kurzerhand dazu – das ist ja mal nett!

Kostas – die graue Eminenz

Wer Kostas ist? Ach ja, er ist der Besitzer der Marina, der Seniorchef und Erbauer.
Ein Mann, der weiß wie Understatement geht!

Dann geht es rasch, Sibylle geht über das Rollfeld, winkt noch einmal und fliegt dann davon.

Da geht sie hin

Ich bin alleine! Was mach´ ich nur? Wie tröste ich mich?

Ha, ich weiß! Gegen den Trennungsschmerz hilft nur etwas Süßes – Schokolade vielleicht? Oder Kuchen? Oder….???

Na klar! Endlich mal wieder „Repapis“ – zwei Kugeln, ich schwör´!

Als ich im Eispalast sitze und meine Gaumenfreuden zelebriere, sticht mir ein Plakat ins Auge.

Ich hatte schon mehrfach geschrieben, dass die Locals ihre Feste zumeist im Winter feiern.
Es ist ständig was los, eigentlich immer am Wochenende, ganz oft aber auch unter der Woche.

Ich fotografiere das Plakat und überlege, ob ich nicht einfach mal vorbeischauen soll.

Im „Giros o´ Kamaras“ – mal sehen

Ich nehme es vorweg, ich werde diese Veranstaltung nicht besuchen. Erstens ist es mir zu spät am Abend, ich möchte das ja gerne zum Dinner erleben, zweitens muss ich dann nochmal mit dem Mopped quer über die Insel.

Aber – es bietet sich überraschender Weise ein paar Tage später eine perfekte Gelegenheit, welche ich mir nicht entgehen lasse.
Doch dazu später mehr…

Auf dem Weg zurück in die Marina fällt mir auf, dass wieder neue Segelboote in der Bucht von Lakki vor Anker liegen.
Die Anzahl der Boote war nach November drastisch reduziert, aber das Kommen und Gehen war nie zu Ende – es wird deutlich, immer mehr Menschen leben ein Leben als Nomaden.

Heute sind es drei Monos, zwei davon mit deutscher Flagge

Auch wir gehören dazu – irgendwie. Nur, dass wir unser Nomadenleben stationär gestalten. Es klingt paradox, aber speziell im Winter bin ich sicher, dass ich als Marinalieger und mit meinem Motorrad einen größeren „Aktionsradius“ als die Segler habe.

Die ziehen zwar von Insel zu Insel, sind in den Buchten aber meist stationär und haben anderseits einige Einbußen in ihrer Flexibilität hinzunehmen.

Ich bleibe dabei und stehe dazu – unter den gegebenen Umständen habe ich keine Ambitionen mit NESSAJA auszulaufen und um die Inseln zu tingeln.

Es ist schön in unserer Marina, ich lebe gerne hier

Das Wetter war gut, ich selbst war voller Tatendrang. Ich hatte bei Ralf noch eine Zusage offen, dafür sollte ich einen kurzen Blick auf und in CHILI werfen.
Es bot sich an, dies sofort zu erledigen und den Punkt dann von der Liste zu streichen.

Von außen alles ok – ich hole eine Leiter…
…auch an Deck passt alles – das gewünschte Foto von innen kann schnell geliefert werden

Ich gehe zurück auf mein Schiff und setze mich auf meinen Platz. Es fühlt sich komisch an – Sibylle sitzt mir nicht gegenüber sie ist nicht da. Der Gedanke sackt.
Nicht, dass dies ein Problem wäre, solche Phasen tun uns gut, verbringen wir doch die restlichen Wochen unserer Zeit 24/7 zusammen. Dennoch braucht es immer eine Weile, bis ich in meinen „eigenen Trott“ komme.

Ich liebe dieses reduzierte Nomadenleben. Ich liebe es auf einem Segelboot zu leben.
Dabei macht es mir nichts aus, ob ich in einer Bucht ankere oder in der Marina am Steg liege.
Das Lebensmodell passt zu meinem Mindset…

Noch besser wäre es, wenn man auf diese Art die Welt entdecken würde. Reisen, erleben, Geschichten in das „Buch des Lebens“ schreiben – das Segelboot wäre das Vehikel für diesen Zweck.
Von Herzen würde ich gerne „Segler“ bleiben – aber ich habe das ungute Gefühl, dass sich die Welt des nautischen Tourismus nun auch in Griechenland verändern wird.
Es sind, wie vor Jahren in Norditalien und später sehr gravierend in Kroatien, erste Anzeichen von einem nautisch-touristischem Overkill zu erkennen, mit den entsprechenden negativen Folgen.

Hier merkt man es kaum, aber Preiserhöhungen von 10% und mehr sind erste Anzeichen – der Run auf die wenigen freien Plätze ist ungebrochen, es gibt inzwischen Wartelisten.
Ich möchte gegensteuern, der Hauskauf ist die logische Reaktion, aber ich ahne, dass dies ein Ende meines Bordlebens bedeuten wird.

Ich sinniere vor mich hin, es wird früher Abend – ich muss los…

Die Sonne geht gerade unter, als ich mich auf den Weg nach Kamara mache

Mir liegt schon lange eine Bitte von Gottfried auf der Seele – er hat von Giorgos, nicht zuletzt aufgrund meiner positiven Berichte, einen neuen Wassertank schweißen lassen, welcher jetzt aber nicht dicht ist.

Die Geschichte ist lang und mündete schließlich in diese finale, vollumfängliche und kostenintensive Entscheidung. Entsprechend groß war die Enttäuschung als, kurz vor Saisonende, der Tank wieder tropfte.

Ich habe mich angeboten dafür zu sorgen, dass Gottfried bei Beginn der Saison 2025 einen intakten Tank einbauen kann, zusammen mit Giorgos will ich das heute angehen!

Das „Corpus Delicti“ kommt auf einen Transportwagen

Gottfried möchte den Tank mit Wasser und unter Druck geprüft wissen. Meine Aufgabe soll sein, das Prüfprocedere mit zu gestalten.
Die erste Idee war, mit einer zwei Meter hohen Wassersäule am Einfüllschlauch zu arbeiten – das haben wir verworfen, denn wir können den Tank am Druckwasser anschließen.

Alle Luken und Anschlüsse dicht?
Dann Wasser marsch!

Wir füllen den Tank aus der Leitung, bis das Wasser aus dem Entlüftungsschlauch spritzt. Dann verschließen wir diesen und der Leitungsdruck baut sich im Tank auf.
Wir gehen das geringe Risiko solange, bis wir deutlich erkennen können, dass der Tank einen „Bauch“ bildet – dann stoppen wir das Wasser.

Kann man den „Bauch“, die Wölbung des Tanks, erkennen?

Ich zeige Giorgos die Stelle, an der ich im eingebauten Zustand einen Tropfen habe fallen sehen – tatsächlich, auch heute tropft es minimal ab!
Der Mechanikus markiert die Stelle und verfolgt ALLE Schweißnähte des Tanks.
Insgesamt sind es vier Stellen, an denen nachgearbeitet werden muss.
Hierfür ist meine Anwesenheit nicht nötig – es ist spät und es wird echt frisch, ich will zurück nach Hause.

Giorgos drückt mir noch ein bestelltes Ersatzteil für ELOWYN in die Hand, ich bezahle und fahre dann zurück nach Lakki.

Beschläge für ELOWYNs Sprayhood – hat ein bisschen gedauert, war aber zu bekommen

Mein Ziel war zunächst nicht die Marina. Ich hatte noch nichts gegessen und war hungrig!
Ich selbst koche ja nicht für mich, weil ich die Ansicht vertrete, dass sich weder Aufwand noch Kosten lohnen.
Mit dem rechnerischen, täglichen Anteil aus unserem Kostgeldbudget komme ich theoretisch aus.

Weil meine erste Anlaufstation diesbezüglich wieder geöffnet ist war klar, dass ich heute einen Einkehrschwung ins „SouVLakki“ machen würde.

Und es war lecker wie immer…

Ohne Worte – es schmeckt mir und ist günstig! Vegetarisch ist es nicht…

Danach geht es zurück auf NESSAJA. Wie werde ich jetzt meine langen Abende verbringen?

Klar, ich tausche mich mit Sibylle und den Freunden in Deutschland aus – Gottfried erhält erste Informationen und weiß, dass ich jetzt an seinem Tank dran bin…

Aber dann? Für´s Fernsehen bezahlen will ich nicht! Die YouTube Kanäle die wir verfolgt hatten, haben entweder ein Ende gefunden, posten deutlich seltener oder interessieren uns nicht mehr.
Amazon Prime ist mehr Sibylles Spielfeld – was also tun?

Nachdem ich bei „Inspektor Barnaby“ tagesaktuell bin und nur am Montag zwei Folgen auf ZDFneo laufen, habe ich altes, längst vergessenes „Berieselungsprogramm“ wiederentdeckt 😉

„Michi, es gabat a Leich´“

So beginne ich, meinen „neuen“ Alltag zu sortieren – jeden Tag eine Arbeitsaufgabe, etwas Griechisch lernen und ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Hungertod vermeiden kann.

Weil ich Zeit und Platz habe entscheide ich, dass ich trotz der Verkaufspläne NESSAJA betreffend, die Matratzen der Bugkabine und mein Sitzpolster austauschen möchte.

Mein Sitz braucht einen harten Kern und die Matratzen sollen in ordentlichem Zustand sein…

Mein Sitzpolster ist durchgesessen, ich will ein neues…
Die Matratzen brauchen ein neues Innenleben

Ich will die Matratzen vorne auch nur mit einem neuen Innenleben versehen. Es soll nicht so aufwändig werden wie in der Eignerkabine, aber es soll eine klassische, gute Matzratze werden.

Solche Arbeiten sind hier nicht zu teuer. Also setze ich mich auf die GS, fahre nach Lakki und bespreche mich mit Sotiris.

Ich zeichne die günstigste Aufteilung – weil über 2m – und liefere die Maße

Der überschlägige Preis ist akzeptabel und wir werden uns einig. Ich werde in ein paar Tagen sein Auto bekommen und dann die Polster zu ihm bringen.
Dann hat der Meister seines Fachs ein paar Tage Zeit den Auftrag zu erledigen.

Mit meinem Griechischunterricht komme ich übrigens recht gut voran. Ich bin zwar noch weit von Small Talk entfernt, aber ich beginne zu verstehen.
Ich kann lesen und schreiben, in der Gegenwartsform verstehe ich die Grammatik.
Jetzt müssen halt noch die Wörter in den Kopf.

Um die Vokabeln und die Satzstrukturen zu lernen, erweist sich nach wie vor „Duolingo“ als eine gute, spielerische Lösung.

Ich lerne inzwischen seit 65 Tagen durchgängig – etwa eine Stunde am Tag

Anders ist es mit der Grammatik und der Kommunikation! Da sind die wöchentlichen Stunden mit Eirini sehr hilfreich und genau das, was ich vor einem Jahr einmal gesucht hatte.

Ich muss aber zugeben – hatte ich das schon erwähnt – ich merke, dass ich nicht mehr 30 bin!
Das Lernen geht etwas langsamer von der Hand als früher, aber ich bin zuversichtlich, früher oder später werde ich die Sprache sprechen und verstehen können…

Gottfrieds Tank – Klappe, die zweite! Ich will an diesem Thema dranbleiben und es von meiner Liste streichen.
Ich kenne Giorgos inzwischen auch ein bisschen – jetzt eilt es nicht, danach bin ich nicht da und er verliert es aus dem Sinn und im April hat er auf einmal keine Zeit mehr!
Vor diesem Hintergrund fahre ich also abermals nach Kamara zu „Boat & Parts“ um die Arbeit voranzutreiben.
Der Tank ist geschweißt, dachte ich zumindest, wir können die Dichtheit prüfen.

Leider hat es gerade eine echt kalte Phase…

Hoodie, Windbreaker-Jacke und alles was ich hier im „ewigen Sommer“ noch besitze
Selbst Buff und Handschuhe kommen zum Einsatz – trotz der Heizgriffe

Naja, der Weg nach Kamara ist eben „weit“, ich bin 15 Minuten unterwegs – und das bei 8°C!
Das wird schnell kalt an den Fingern und den Backen – allen Backen!

Mit der ganzen „warmen Kleidung“ die ich von früher noch habe, fühlte ich mich ausreichend gewappnet um die Fahrt anzutreten.

Kaum angekommen, hat mich der Freund auch schon in Beschlag – „…γεια σου φίλε μου, you want coffee? Tell me your opinion…“
Ok, ich verstehe, es geht um etwas, was früher meine Profession war…

Wir fachsimpeln – meine früher verwendeten Worte zum Thema „Ausbaumurks“ spare ich mir 😉

Nach dem Fachsimpeln und als wir unsere Kaffeebecher geleert hatten, erklärte mir der Inox-Gott, dass er jetzt „zusammen mit mir“ den Tank schweißen würde.

Offen gesagt, mir ist bis heute nicht klar, ob er es doof fand, dass ich die Arbeit quasi „begleitet“ habe, aber er musste es insofern akzeptieren, als dass der Tank eben undicht war.
Ich bin ziemlich sicher, dass die Arbeitslage zur Zeit der Auslieferung einen Dichtheitstest nicht zugelassen hat – oder einer seiner Helfer hat diesen durchgeführt und hatte Pech beim Schauen.

Wie auch immer, er fing an zu bruzzeln.

Vier Stellen waren zu bearbeiten
Eine auf der Fläche – wegen eines integrierten Schwallbleches
Drei an Nähten und Rohrflanschen

Die Arbeit war rasch erledigt, wir nahmen den Tank nach draußen und bauten die Testvorrichtung wieder auf.
Der Tank wurde abermals mit Wasser befüllt, unter Druck gesetzt und dann entlang ALLER Schweißstellen inspiziert.

Man darf nicht hudeln und nicht schludern, denn sooo einfach wie oft getan wird, ist das Schweißen eines Tanks eben doch nicht.
So war auch diesmal noch eine undichte Stelle zu verzeichnen – aber nur noch eine. Die Letzte! Giorgos hat sie markiert.

Eine Problemstelle ist noch übrig

Dann aber – inzwischen war es nicht nur mir kalt! Auch Giorgos und Mr. Dimitris froren und was würde den „inneren Ofen“ besser befeuern als ein kleiner, selbstgebrannter Werkstatt-Honig-Tsipouro???

War echt gut

Weil man auf einem Bein nicht stehen kann, haben wir entschieden, dass ein Zweiter Not tut – dann war es an der Zeit für mich zu gehen.

Es sind die Kleinigkeiten, die Dinge erzählenswert machen – ich fahre also abermals direkt von der Werkstatt ins „SouVLakki“ und gönne mir meinen Girosteller.

War fein, nix zu meckern

An sich nicht der Rede wert – aber ihr müsst wissen, nach dem Essen bleibe ich immer etwas sitzen und trinke mein Cola noch aus oder beobachte die Menschen ein bisschen.
Zuhause sitze ich noch lang genug.

Ich sitze dabei IMMER maximal weit weg vom Eingang, denn dort zieht es und es geht sakrisch kalt rein.
Je weiter man im Gastraum sitzt, desto mehr hat man von der Abwärme der Girosspieße – ich denke, dass nicht geheizt wird.

Heute fällt mir auf, dass der Umgang mit Türen ein komplett anderer ist als in Deutschland…

Irgendeiner hat die Hände voll, macht die Türe mit Ellenbogen oder Arschbacke auf und nicht mehr zu, er / sie geht ja, frieren tun die anderen.
Alle anderen gehen ab jetzt durch die offene Türe als sei sie nicht da. Man hat sie ja auch nicht geöffnet.

Irgendwann kommt ein Fremder – ein Gast oder jemand von draußen und schließt die Türe. Sie bleibt dann geschlossen bis sich das Schauspiel wiederholt – und das passiert stetig!

Brrrr – kalt!

Kann man gut aushalten, wenn es draußen 15°C oder mehr hat – aber an Tagen wie heute ist es lästig!
Warum sind es meist eindeutig ausländische Gäste welche die Türe schließen?
Weil nur die frieren! Denn für uns ist es üblich die Jacken auszuziehen wenn wir essen gehen!!
Die meist jungen Griechen und Griechinnen sitzen jedoch in voller Wintermontour beim Mampfen – da ist es letztlich auch wurscht, ob die Türe offen oder zu ist.

Mich hat es heute genervt, mir war kalt, ich bin ab nach Hause! Auf NESSAJA läuft die Heizung, hier ist es warm.

Der Wind hat nachgelassen, die Temperaturen pendeln sich auf Normalniveau ein. Dies sollte sich zwar in ein paar Tagen noch einmal ändern, aber jetzt genieße ich erstmal die verhältnismäßig „warmen“ und windstillen Tage – und ich möchte sie nutzen!

Der Einbau des Autopilot-Bedienteils auf INSPIRATION ist noch offen.
Ich mache mich also ans Werk.

Angestöpselt, Kabel aufgeräumt und fixiert – funktioniert
Alles zusammengebaut – vollumfänglicher Test, Navigation in Ordnung
Alles ausschalten und einpacken – feddich

Erledigt! Rund um INSPIRATION tauchen im Laufe des Monats zwar noch ein paar theoretische Themen und Fragen auf, aber die zugesagten Arbeiten sind erledigt, das Schiff ist verkauft.

Mitte März erfolgt die Übergabe durch den Eigner, ich werde zu dieser Zeit in Deutschland sein.
Die Neueigner werde ich erst im April wieder treffen – ich hoffe, dass sie lange Freude an der Bavaria haben.

Ich gehe zurück auf NESSAJA und lerne etwas Griechisch. Dabei überlege ich, wann und wohin ich heute zum Abendessen gehe.
Leider überlege ich zu lange, denn exakt als ich aufbrechen möchte, fängt es an zu regnen wie aus Eimern.

Es regnet sturzbachartig

Eine halbe Stunde später, als es nur noch tröpfelte, hab´ ich mir ein Herz gefasst und bin zum „La Nostra“ gefahren.
Leider wurde ich mehr nass als mir lieb war, ich erinnerte mich an den Sommer 1985 als ich nur meinen Motorradführerschein machte, weil ich NIE Auto fahren wollte – dies aber bereits drei Monate später, mit bestandener Fahrprüfung zum Führerschein der Klasse 3 relativierte, nachdem ich von Mai bis August eigentlich nur durchweicht unterwegs war.

Mit diesen Gedanken saß ich vor meiner Pizza…

Schmeckt nur halbgut mit nassen Hosen

Ich will nicht klagen, bin ich doch meiner damaligen Ideologie heute deutlich nahe – dem Wetter sei Dank bin ich ja Ganzjahresbiker – aber es gibt sie, dieTage an denen ich gerne ein Auto hätte.

Am nächsten Morgen war ich trocken und der ganze Ärger war verflogen – kein Wunder…

Ein Traumtag

Weil mich der Tag so herzlich empfängt, drehe ich eine Runde mit dem geliebten Mopped.
Es tut dem Eintopf der GS gut, wenn man mal eine „lange Strecke“ fährt, also etwas mehr als 20km.
Ich fahre am Haus vorbei um nach dem Rechten zu sehen und weiter bis nach Kamara zu Giorgos um ihn zu besuchen, treffe in der Werkstatt aber niemand an.
Am Heimweg geht es über Agia Marina und Vromolithos, wo ich ein paar schöne Bilder mache – ich habe die kleine Tour genossen.

Über der Bucht von Vromolithos
Ich liebe diese Farben

Ich fahre weiter nach Turkopigado zu einer Bank, welche an einem Aussichtsplatz steht.

Mein erster Freund auf Leros hat mir diese Bank als seinen Lieblingsplatz beschrieben.
Wir hatten uns angefreundet, weil wir beide im Forum des „Mittelmeer-Skipper-Club“ aktiv waren und ein Boot des gleichen Typs besaßen.
Ich hatte Detlef damals ob seiner Bavaria Lagoon angesprochen und es entwickelte sich eine „spezielle“ Freundschaft.

Speziell deswegen, weil die Freundschaft nur schwer reifen konnte, eine Krankheit stellte sich in den Weg.
Leider so hartnäckig, dass Detlef den Kampf inzwischen verloren hat.

Ich stehe an diesem Platz und muss an ihn denken, jeder Moment ist kostbar – carpe diem!

Lieblingsplatz

Ich muss mir etwas Gutes tun! Ich drehe um, fahre zurück auf die Hauptstraße und brummle hinab nach Lakki.
Die Ortskundigen unter euch wissen was kommt, die anderen können es vielleicht ahnen…

Wie von Geisterhand gebremst, kommt meine BMW vor dem Eispalast der Familie „Repapis“ zum Stehen.
Ok, dann halt! Ich steige aus dem Sattel und gönne mir eine Sahnehaube für die Seele.

Das letzte Eis für länger

Dass dies mein letztes Eis für länger gewesen sein sollte – das konnte ich in diesem Moment nicht ahnen!

Ich kehre zurück auf´s Schiff und setze mich vor den Rechner. Ich fahre gerne Motorrad, ich hasse fliegen!
Vereinfacht gesagt ist es Flugangst, aber das trifft den Nagel nicht auf den Kopf – es sind mehr die Rahmenbedingungen die ich nicht leiden kann, das ausgeliefert Sein und die Chancenlosigkeit im Falle eines Unfalles.
Ich habe Zeit, ich suche nach Alternativen…

Ich checke Möglichkeiten per Bahn, Fähre und / oder Bus nach Deutschland zu kommen und überlege ernsthaft, ob ich meinen Flug umbuchen soll.

Wäre möglich…

Leider sind die Anschluss-Verbindungen so schlecht, dass ich mich dagegen entscheide.
Ich werde in Zukunft mit dem Motorrad oder einem Auto nach Deutschland fahren – ich habe da schon Ideen 😉

Während ich das Internet durchforste, stolpere ich über die WhatsApp Story von Baba und Robi die mit ihrer MAXI unterwegs sind.
Wir haben uns mit den Beiden angefreundet, während sie unsere Nachbarn in der Evros Marina waren.
Wir hatten damals bei einem Tsipouro beschlossen – „…wir sind Buddyboats und überqueren den Atlantik gemeinsam!“

Die MAXI hat es geschafft! Vor wenigen Wochen sind sie in Brasilien angekommen!

Ich sehe mir das YT Video der Überquerung an

Ich freue mich von Herzen für die Beiden, sie leben ihren Traum. Ich bin, offen gesagt, auch ein wenig neidisch. Nicht im missgünstigen Sinne – ich wäre gerne Teil dieser Geschichte und finde es schade, dass es nicht geklappt hat.
Ich muss gestehen, dieser Stachel sitzt tief.

Während meiner letzten Phase des Alleinseins auf Leros, war ich essenstechnisch ziemlich straight – „SouVLakki“ every day!
Irgendwie kann ich das diesmal nicht halten – es zieht mich weder täglich in den Girosgrill noch ins „La Nostra“, ich kann auch nicht sagen warum.
Wohin also gehen? Welche Alternativen bieten sich?
Mir fällt das „Για Σένα“ ein. Mich freut, dass ich endlich und ohne Googles Hilfe weiß, dass Gia Sena soviel bedeutet wie „Für Dich“ – na wenn das nicht als Offerte zu verstehen ist!

Nix wie hin!

Ok, Ambiente geht anders
Vielleicht der Grund, warum ich alleine hier bin?

Das Lokal ist alles andere als schön und einladend. Aber Anna ist herzlich, sie kocht frisch und das Essen ist gut und günstig.

Da sich die anderen gerade auch keine Mühe geben, es den Gästen gemütlich zu machen, ist Annas kleine und ursprüngliche Taverne eine willkommene Alternative.

Dass sie sich an mich erinnern kann überrascht mich nicht. Wohl aber, dass sie weiß was ich mag – Saganaki? Nai! Tigania Kotopoulo? Nai, bravo!
Kurze Zeit später bekomme ich mein frisch zubereitetes Essen.

Der Saganaki schmeckt echt gut
Tigania Kotopoulo

Ich esse gut, bekomme eine kleine Nachspeise und trinke eine Coke, dafür bezahle ich rund 15.-€.
Da kann man echt nicht meckern.

Die Folgetage mäandern so vor sich hin, es gibt keine wirklichen Highlights und doch gibt es genug schöne Ereignisse, an denen ich mich erfreuen kann.

Es stellt sich Routine ein – ich lerne wie gewohnt eine Stunde Vokabeln und Konversation mit Hilfe meiner App.

Ich komme gut voran

Ich erkenne aber auch, dass ich hier am Limit bin. Ich stehe kurz davor das Kapitel „Gegenwart“ abzuschließen und habe mir erlaubt einmal in die Zukunft zu schauen, indem ich mich kurz der Vergangenheit widmete.
Ok, das verwirrt – einfach ausgedrückt, ich erkenne rasch, dass die Zeiten noch zu anspruchsvoll für mich sind.
Hier muss ich ohne professionelle Unterstützung passen!
Klar, die Aufgaben sind lösbar, aber ein Verständnis stellt sich nicht ein – das hat keinen Sinn.

Gott sei Dank läuft der wöchentliche Kurs noch…

Jeden Dienstagabend mache ich mich auf die Socken um mir die Grammatik der Griechen einbläuen zu lassen!

Es wird langsam heller – ich verlasse die Marina um 16.45 Uhr
Zahlen, Tage, Grammatik – alles wichtige Schritte auf einem langen Weg

Eirini lässt uns wissen, dass sie für rund zehn Tage nach Athen muss und der Kurs mindestens einmal, vielleicht sogar zweimal aussetzen muss.
An diesem Abend beschließe ich, dass ich für diese Zeit noch mit meiner App arbeite.
Ich habe inzwischen die höchste League erreicht und der spielerische Gedanke flacht langsam ab.

Wenn der Kurs also fortgesetzt wird, dann werde ich nur noch Vokabeln mit der App lernen und mich zu 100% auf Eirinis Grammatik konzentrieren.
Ich möchte im Sommer erste Erfolge erzielen!

Sehr gefreut habe ich mich, dass Marcus mit Familie noch einmal ein kurzes Stelldichein gab – sie waren auf der Durchreise, weil die Verbindungen über Leros verlässlicher sind als die über Lipsi.
Klar, dass sich ein Dinner ausgeht – wir verabreden uns im „Persiana“.

Das Mopped muss noch einmal ran…
Die „blaue Stunde“ taucht die Lakki Bucht in unwirkliche Farben
Wir treffen uns in der Musikkneipe in Lakki – wie ein Diner gestaltet

Was gibt´s zu essen? Alle schreien „BURGER“!!!
Marcus geht kurz an die Theke um Hallo zu Ralu und John zu sagen, welche sich später noch ein paar Minuten zu uns gesellen, kann danach aber mit der Nachricht aufwarten, dass er „…umentschieden hat – es gibt Schnitzel!“

Alle rufen „JA SCHNITZEL“!

Klar, gesund geht anders – aber es war echt lecker

Die Schnitzel entpuppen sich als Hähnchenschnitzel in Cornflakes-Panade – echt lecker gemacht.
Genuss ohne Reue, so etwas ist selten im Angebot!

Susanne ruft einen Fotogruß an Sibylle aus – nichts leichter als das!

Grüße nach Germania

Die Freunde reisen am gleichen Abend ab und wir werden uns wohl erst im April wiedersehen, darauf freue ich mich aber.

Zum Thema Freunde gab es in diesen Tagen eine weitere Überraschung! Ich habe seit Jahren einen Internetfreund, welchen ich aus dem MSF kenne – früher hätte man ihn „meinen Brieffreund“ genannt.
Ebendieser meldet sich bei mir, er möge mich besuchen! Ob ich bei der Vermittlung einer Bleibe helfen können?

Klar, kann ich! Ich nehme Kontakt zu Anna auf und lasse mir von ihr ihr Ferienhaus zeigen.
Dieses könne sie im Winter für einen monatlichen Vorzugspreis abgeben.
Das klingt gut! Wir treffen uns und fahren gemeinsam dorthin – Annas Hund darf auch mit…

Sonst sehr scheu – diesmal super schmusig
Schön! Direkt am Merikia Strand
Nur der Garten trennt das Anwesen vom Wasser
Alles da was man braucht

Ich leite die Bilder weiter und hänge noch ein paar Anreiseoptionen an, kann aber vorwegnehmen, dass es im Februar / März nicht klappen wird.
Der Besuch wird jetzt für den frühen Sommer angedacht, dann wären die Anreisebedingungen besser.

Wie auch immer, eine sehr nette Überraschung und Geste – ich würde mich freuen, wenn sich ein persönliches Treffen ergäbe.

Anna hat sich ebenfalls gefreut, dass ich an sie gedacht habe, sie gibt mir am Weg noch eine Tüte voller Grapefruit aus ihrem Garten mit.
Ich muss mir überlegen, was ich damit mache!

Ich fahre mit der schweren Tüte heim – und schau gleich noch bei Panos rein

Trotz der schweren Tüte am Lenker halte ich rasch bei unserer Chandlery.
NESSAJA fordert zur Zeit keine Reparaturen von mir, aber ich muss meine Wasserfilter wieder einmal erneuern.

Am Schiff angekommen, setze ich dies auch sofort um, dafür braucht man keine Planung!

Wieder sauber

Es gibt eine weitere Erfolgsmeldung! Ich bin ein drittes Mal zu Giorgos gefahren, diesmal um den Tank final auf Dichtheit zu prüfen.

Mein Freund hat mir fest versprochen, den Tank diesmal bereits geschweißt zu haben – hat er auch gehalten!
Ich erkläre mich ihm – ich handle nicht aus Misstrauen seiner Arbeit gegenüber so, ich wolle nur Gottfrieds Bitte entsprechen und eine von ihm gewünschte Prüfmethodik sicherstellen – der Tank muss diesmal 100%ig dicht sein!

Giorgos sieht das alles entspannter als wir Deutschen – „…klar, wenn Du das machen willst – mach!“
Ich kümmere mich diesmal alleine um den ganzen Testlauf, um ihm keine Arbeitszeit zu stehlen – also, mal sehen…

Ich war zeitig dran, es war noch hell – Tank am Tisch vor die Werkstatt
Zulauf vom Wasserhahn anschließen
Belüftung drauf und „Wasser marsch!“
Wasser kommt mit Druck

Wie auch letztes Mal schließe ich jetzt die Belüftung – es baut sich sofort Druck auf!
Diesmal gehe ich bewusst an eine Grenze, der Tank wölbt sich abermals sichtbar.
Aber so ist sichergestellt, dass echt Druck am Kessel ist – die Stunde der Wahrheit!

Der Edelstahltank wölbt sich – das reicht!

Beide Schläuche werden geschlossen, ich gehe mit der Lampe jede einzelne Naht ab – was soll ich sagen? Alles dicht!

Ich mache Bilder, schicke diese an Gottfried und mache einen imaginären Haken an das Thema.
Der Tank ist dicht, eingebaut wird er Ende April.

Ich muss den Testaufbau noch aufräumen und verabschiede mich dann von den Werkstattjungs. Inzwischen ist es Abend geworden, ich habe Hunger.
Wie auch die letzten Male bietet sich eine Einkehr im „SouVLakki“ an.

Gut wie immer

Am Nachhauseweg mache ich noch einen kurzen Stop bei Kritikos. Ich möchte mir heute, zur Feier des Tages, ein bisschen Knabberzeug zum Fernsehen gönnen.

Ich biege ab und steure zielstrebig auf die Parkbuchten für Motorräder zu – und siehe da…

ALLES frei – Herr lass´ Hirn regnen

Nein, ich rege mich nicht auf! Der Mario in mir grummelt kurz, aber der Μάριος bleibt Herr der Lage.
Ist einfach so…

Aktionstage!
Eine langanhaltende Kaltfront ist angesagt, ich werde viel heizen müssen!
Meine Tankanzeige meldet mir, dass der Tank viertelvoll ist. Ob der Tatsache, dass vielleicht Tage kommen, an denen die Eberspächer 24h laufen muss, treffe ich die Entscheidung das Volltanken vorzuziehen und bestelle mir bei Vivi 200 Liter feinsten „Ultimate Diesel“.

Der Tankwagen kommt pünktlich – wie immer liefert Vivis Mann aus, im Schlepptau ein neues Gesicht als Helfer.

Der Zapfhahn wird per Leine an den Ponton geholt

Dieser baut sich pflichtbeflissen vor mir auf und lächelt mich freundlich an.
Er spricht kaum Englisch, aber seine Gesten lassen mich verstehen – ich sei der Kunde, dies sei sein Job, ich könne ihm das überlassen!

Ok! Ich rufe seinem Chef zu, dass er langsam machen muss, das Betanken ist bei NESSAJA etwas tricky – wenn man den Diesel „hochkommen“ hört, muss man sofort stoppen!

Er erwiedert „Nai, nai“, was soviel heißt wie „Jaja“ und nachdem er Werner Brösel und Eckard ja wohl nicht kennt, unterstelle ich ihm nichts Böses. (für Insider 😉 )
Ich blicke den jungen Mann an, murmle ihm sowas zu wie „sigasiga“, was soviel heißt wie „mach langsam“.
Ich meine aber eher „viel Glück“. Er nickt und strahlt mich an, ich entferne mich.

Der Diesel läuft

Ein paar Minuten später nähere ich mich an. Ich sehe 170 Liter auf der Uhr, der Zähler läuft…

Innerhalb der nächsten Sekunde laufen die Ereignisse wie in Zeitlupe ab – der Lümmel hat nach fünf Minuten nämlich vergessen, dass er gefühlvoll tanken muss.
Ich will versuchen, die folgenden zwei Sekunden zu beschreiben…

Ich höre am Steg das Rauschen des Diesels im Stutzen und mein Gehirn legt das Wort „Stop“ in meinen Mund. Der junge Mann schaut in den Himmel, er reagiert nicht.
Noch bevor ich das im Mund befindliche Wort aussprechen kann, vernehme ich ein lautes „Klack“ – der Zapfhahn schaltet ab – voll! Der Lümmel grinst zufrieden, ich nicht!
Was er nicht weiß, die Chance ist vertan, es ist zu spät! NESSAJA hat nämlich die Eigenart, dass sie „zurückschwappt“, zumal dann, wenn es etwas wackelt wie derzeit.
Es vergehen Millisekunden, dann schießt ein Strahl aus dem Tankstutzen und tränkt den Helfer in teures Diesel…

„Fuel for Live“ – ein ganz neuer Blickwinkel (Quelle Internet)

So hatte er sich seinen ersten Arbeitstag nicht vorgestellt! Ich auch nicht – mein ganzes Heck war versaut, es war dem jungen Mann sichtlich peinlich.

Er steht auf und ruft immer wieder „I clean, I clean“, dabei latscht er mit seinen Schuhen durch die Brühe und macht mir überall Fußtapser…

Die Sonne brennts weg

Ich gebiete dem Szenario Einhalt, bezahle, bedanke mich höflich und lehne weitere Dienstleistungen ab.
Um weitere Kollateralschäden zu vermeiden, erkläre ich, dass ich selber saubermachen werde.
Das klappt letztlich auch gut – mit Spüli und Wasser geht das rasch weg.
Zum Glück weht der Wind mir den Gestank nicht in die Bude.

Wie gesagt – den Rest macht die Sonne

Ich tanke exakt 198 Liter, habe also sehr gut kalkuliert. Dafür bezahle ich 360.-€.
Das ist nicht wenig, aber für die Gesamtheizkosten von November bis Ende Februar doch gut tragbar.

Am Ende der Heizperiode, irgendwann im April, werde ich nochmals auffüllen und dann rund 250 Liter in einem Winter verbraucht haben.
Ich bin zufrieden.

198 Liter / 360.-€ Heizkosten

Ein lustiger Sidekick war, dass ich just in dieser Stunde mit dem Mechaniker Mario telefoniere.
Ich habe ihm ein Ersatzteil für seinen Hyundai beschafft und würde es ihm gerne geben.

Er antwortet, dass er gerade nicht könne, man sei am anderen Marinaende, denn die Belegschaft habe eine simulierte Übung, um den Einsatz der Ölsperre zu üben – ich müsse wissen, es käme immer wieder vor, dass Diesel ins Wasser gerate.

Ach was? Ich sage ihm, dass er die Ölsperre packen soll und zu mir kommen soll, er könne den Ernstfall trainieren!
Aber als ich merke, dass er nachfagt, wiegle ich ab – alles Spaß…

Etwas später treffen wir uns, ich übergebe ihm sein Ersatzteil…

Endlich ist es da

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte? Kurz erzählt – er bekommt es nicht in Griechenland, ich bestelle es bei Hyundai in Deutschland.
Wird geliefert, passt aber nicht – alles wird nachgeprüft, die Geschichte zieht sich über Monate.
Wir kommen zu dem Schluss, dass der Artikel wohl falsch verpackt ist.

Die Frage, wer jetzt weiterhilft, bleibt sowohl von der Chefin des Autohauses als auch von Hyundai Deutschland unbeantwortet.

Wer hat geholfen? AMAZON! Lieferung aus… CHINA!

Zwei Wochen Lieferzeit – inklusive aller Zollformalitäten

Ein offenes Wort – Blame on you Hyundai! Es widerstrebt mir, solche Produkte in China zu bestellen!
Das ist in jeglicher Hinsicht Wahnsinn – aber wenn es ein deutscher Vertragshändler nicht schafft, ein Kundenproblem zu lösen, dann „gute Nacht Deutschland“! Eine Servicewüste!
Das liegt nicht zuletzt an immer schlechter qualifiziertem Personal, dem noch dazu der persönliche Ehrgeiz fehlt, gut im Job zu sein.

Sie überlassen das Spielfeld den anderen – und die bedanken sich.

Klar, ein 20.-€ Artikel – aber exakt der belegt die Gesinnung! Ist es Gnade, dass man sich ab 100.-€ vielleicht bewegt? Oder müssen es 500.-€ sein?
Hyundai? Niemals in meinem Haus! Stellt euch vor es wäre ein wichtiges Teil gewesen…

Der anschließende Versuch, meinen Kopf herunterzufahren und mich zu trösten misslang ebenfalls…

Ahhhhhh – Betriebsruhe!

Der Ansatz mir den Nachmittag zu versüßen, scheiterte krachend und nachhaltig – die Zuckerschmiede der Familie „Repapis“ hat ihren jährlichen Betriebsurlaub ausgerufen und lässt mich im gleichen Zug alleine zurück!

Ohje, wie soll das gehen? Zwei Wochen ohne…

Ich hätte mir die Leckerei gegönnt obwohl es immer noch klirrend kalt war.
Na dann eben nicht! Ich fahre zurück zu NESSAJA und telefoniere mit Sibylle, bei dieser Gelegenheit fragt sie, WIE kalt es denn sei?
Ich übertreibe doch bestimmt wieder, sie könne sich das nicht so recht vorstellen.

Gut, dass ich auf dem Weg zur Eisdiele ein Bild gemacht hatte, ich ahnte schon, dass ich es irgendwann mal als „Beweis“ aus der Tasche zaubern könnte.
Dass dies so zeitnah der Fall sein würde, konnte ich nicht ahnen…

Es ging nicht mehr anders – selbst die paar Schritte zum Motorrad

Ich zog alle Register – Windbreakerjacke, Handschuhe, Mütze UND Buff! Selbst die paar Meter zum Motorrad ging ich nicht mehr ohne Mütze, diese wich beim Aufsteigen dem Helm.
Eine Kältephase die insgesamt rund 10 Tage andauern sollte und während dieser ich meine Ausfahrten auf ein Minimum beschränkte.

Nicht entgehen ließ ich mir jedoch die Gelegenheit meine DREI Lieblingsmusiker in Aktion zu sehen.
DREI? Richtig gelesen! Ich habe bei einem Besuch in Giorgos´ Werkstatt einen weiteren Giorgos kennen gelernt – George Drakos.

Ich kannte ihn bereits vom Sehen, konnte ihn relativ rasch zuordnen und stellte ebenso rasch fest, dass er hervorragend Englisch spricht!
Wir haben uns unterhalten und waren uns sympathisch, auf jeden Fall hatte er mich im Verlauf dieses Gespräches gefragt, ob ich das „Tis Kakomoiras“ kenne.
Klar! Eine meiner Lieblingstavernen, warum? Weil er zusammen mit Manolis und Flourios dort spielen würde, in ein paar Tagen, anlässlich des Festes Tsiknopempti.

Heute war es also soweit, ich hatte bei Xristos einen Platz für mich reserviert und fuhr schon um 16.30 Uhr ins das kleine Meze Lokal.

Es war noch zeitig am Tag als ich losfuhr
Das „Tis Kakomoiras“ war aber schon gerammelt voll

Tsiknopempti ist kein Feiertag – es ist ein Tag der weltlich gefeiert wird und in der Woche vor Ostern stattfindet – nicht zu verwechseln mit dem Clean Monday „Kathara Deftera„, welcher dieses Jahr am 03. März gefeiert wird.

An Tsiknopempti wird gegrillt was das Zeug hält. Das war schon auf dem Weg hierher deutlich zu riechen. Rauchschwaden überall, dazu der Duft des Grillgutes.
Alle Tavernen stellen sich darauf ein, es wird allerorts BBQ feilgeboten. Das Fest ging mittags schon los, ab 19.00 Uhr war kein Platz mehr frei.
Ich habe also mein Dinner etwas vorgezogen und war gegen 17.00 Uhr schon hier – die Party war in vollem Gange, die Musiker spielten auf!

Die Drei sind echt klasse! Es waren zwei tolle Stunden

Ich hockte mich auf meinen Platz und bestellte mir ein paar gute Sachen. Schade, dass ich alleine essen musste – nicht so sehr wegen der Geselligkeit, es war laut und ich lauschte einfach der Musik, mehr wegen des angebotenen Essens, alleine kann man nicht alles probieren, ich musste mich also entscheiden.

Für´s Gewissen – ein Griechischer Salat geht immer
Zypriotische Keftedes – war ein sehr guter Tip des Chefs, genau mein Geschmack

Ein toller Spätnachmittag – ich war der einzige Expat zwischen den feiernden Locals.
Das ist genau was ich mag!!!

Allerdings – kein Vorteil ohne Nachteil! Wenn Du mittendrin statt nur dabei sein willst, musst Du dich auch den existierenden Regeln völlig anpassen.
Diese Regeln weichen in den „nicht touristischen“ Monaten ein wenig von denen während der Tourismusaison ab…

Generell gilt, es ist alles erlaubt, was einem anderen nicht direkt schadet oder ihn gefährdet.
Gesetze dienen maximal als Empfehlung – eine freundliche, kleine aber real praktizierte Anarchie.
Dies ist auch offiziell geduldet, solange es keine Kläger gibt.

Worauf ich anspiele? Na klar, auf´s Rauchen in Speiselokalen!

Mein Tischnachbar war Kettenraucher – selbst während er kaute!

Ich habe es spät gemerkt, dass der Mann am Nachbartisch Kette rauchte. Selbst während er die Bissen seines Essens kaute, zog er am Glimmstengel.
Hervorragend ergänzt hat ihn einer der Aushilfskellner, der sich immer eine Zigarette anzündete, dann aber kellnern musste und die Zigarette qualmend im Aschenbecher verglimmen ließ.

Ich hatte aber Glück im Unglück – die meisten Raucher gingen kurz vor die Türe, zudem saß ich am Fenster, durch dessen Ritzen es etwas in den Raum zog.
Obwohl der Rauch ganz nah war, zog er nie über meinen Tisch.
Der Geruch meiner Klamotten ist ein anderes Thema.

Egal, das habe ich zu akzeptieren – hier und jetzt gelten die Regeln meiner Gastgeber und ich habe mir den herrlichen Nachmittag dadurch nicht versauen lassen.

Ich fahre zurück auf NESSAJA und mache es mir gemütlich…

Meine Fletzecke- zur Zeit brauche ich eine Decke

Der Abend war lang, ich habe ein bisschen Video geschaut und bin dann früher ins Bett.
Während dieser Tage habe ich mir immer mal wieder meine Decke geholt um es in meiner Ecke gemütlich und warm zu haben.

Total ist es nicht soooo kalt, aber der eisige Nordwind ist das Zünglein an der Waage.
Er sorgt für einen sehr unangenehmen Chill-Faktor und lässt die Temperaturen kälter erscheinen als sie sind.
Zugegeben, vor drei Jahren hatten wir mit 2°C deutlich kältere Temperaturen – die kamen uns aber nicht so dramatisch vor, weil erstens von kurzer Dauer, zweitens nicht mit dem schneidenden Wind gekoppelt und letztlich, weil wir damals auf ELOWYN gewohnt hatten.

Mein Patenschiff hat zwei Heizungen und ist vermutlich besser isoliert, bei NESSAJA zieht es an der ein oder anderen Ecke etwas rein.

Am Folgetag schickt mir eine Nachbarin ein Foto ihres Termometers…

6°C außen – die Innentemperatur ist morgens, vor dem Einschalten der Heizung
Der Mittelwind liegt seit Tagen bei 25-30kts und tut das Seine

Apropos ELOWYN, die Refitarbeiten scheinen gut voran zu gehen. Volker und ich erhalten mehrmals Video- und Fotoupdates, das Schiff ist inzwischen lackiert und erstrahlt in neuem Glanz.

Volker und ich planen also unseren Fühsommer, die Phase in der wir ELOWYN gemeinsam für die Saison klarmachen wollen, den Teil der gemeinsamen Überführung von Preveza bis Lavrion im Mai und auch, dass wir keinen weiteren Vorabbesuch in Preveza planen.

An diesem Abend fixiere ich daher meine Anreise nach Deutschland und buche mein Fährticket für den 13.03. – exakt einen Monat nach Sibylle.

Ansonsten ist es gerade sehr ruhig in der Marina – nur Alistair hat mich dieser Tage kontaktiert. Er habe ein kleines Problem mit seiner Kielnaht und diskutiere gerade mit der Marina über den Reparaturansatz.
Ob ich ihm mit einem Foto seiner MONEY PENNY weiterhelfen könne?

Klar!

Irgendein Spanngurt baumelt runter – aber Alistair geht nicht darauf ein
Das gewünschte Bild geht ihm zu – eine gute Verhandlungsgrundlage

Ein bisschen Pech habe ich mit meiner Restaurantwahl – einmal scheitere ich im „SouVLakki“ weil just in dem Moment als ich eintreffe ein Verein das ganze Lokal belegt – nicht ein einziger Platz war frei.
Ein andermal komme ich hin und die Eingangstüre ist offen. Ich betrete das Lokal und will die Türe schließen, diese ist aber fixiert.
Auch das akzeptiere ich, gehe an diesem Tag aber dann woanders hin – bei 6°C ist es mir einfach zu kalt.

Ich gehe ins „La Nostra“, aber auch dort klappt es nicht perfekt.

Heute mal Pasta

Ich bestelle mir heute mal Nudeln, weil ich echt einen Glangerer auf die Glyxbringer hatte. Dazu ein Bier, ein eiskaltes Bier.

Ich hätte fast einen Tee bevorzugt, aber gut. Langsam nippe ich an dem Getränk und bin froh, als ich es endlich leergetrunken habe.
Just in diesem Moment kommt die Wirtin, bedankt sich für meinen Besuch und stellt mir…. noch ein eiskaltes Bier auf den Tisch!
Na dann, Prost!

Ich freue mich, ehrlich – aber gebraucht hätte ich es nicht

Ich sitze nie lange, denn in allen Lokalen ist immer irgendwas offen oder es zieht rein.
Hier in der Pizzeria schließt man wenigstens die Türe, aber irgendein Fenster ist immer offen um den Ofen mit frischer Luft zu versorgen – das nehme ich zumindest an.

Egal wie, es zieht – irgendwo zieht es immer!

Ich sitze mit der Mütze beim Essen

Ok, ich gebe zu – ich bin ja verfroren und dies ist letztlich ja auch ein Grund warum ich hier bin – über´s Jahr ist es wärmer als in good ol´ Germany.

Aber, unterschätzt es nicht! Am Meer, mit Luftfeuchtigkeit und Wind, fühlen sich 6°C oder auch 10°C anders an als zuhause.
Zudem sind hier nicht nur die Schiffe, sondern auch die Häuser weniger gut isoliert.

Es gibt Abende, an denen läuft nicht nur die Eberspächer und ich kuschle mich in meine Decke – an manchen Abenden muss auch der Heizlüfter zusätzlich ran!

Der kleine Keramiklüfter leistet gute Dienste

So liege ich dann vor meinem Rechner und schau in der Mediathek die „Rosenheim Cops“, Dokus oder irgendwelche YouTube Clips.

Alles in Allem geht die Zeit gut rum und ich will abschließend nicht vergessen zu erwähnen, dass wir bei diesen wirklich kalten Phasen immer von ein paar Tagen, maximal ein oder zweimal zwei Wochen, sprechen.
Es ist auszuhalten, man kann überleben!

„Roseheim Cops“ – 476 Folgen 😉

Ach, weil ich gerade die Häuser erwähnt habe – natürlich machen wir uns auch Gedanken, wie wir es schaffen wollen, unser Haus für den Winter aufzustellen.
Ich will nicht frieren, deshalb ist klar, dass wir gut heizen können müssen. Umgekehrt habe ich weder das Geld noch die Lust, in die alte Zentralheizung zu investieren, die fliegt raus.

Marcus hat sehr effiziente Heiz-/Klimageräte, ein großer Teil des notwendigen Stroms kommt über Solar rein.
Das wäre eine adäquate Lösung, die ist zudem einfach zu bauen und preisgünstig.

Ralu und John setzen auf eine Wärempunpe, dafür bin ich zuwenig vorinformiert – muss ich nachholen, vielleicht eine gute Alternative.

Die Wände unserer Katikia haben 65cm Dicke – kühl im Sommer, warm im Winter, da verlasse ich mich jetzt erstmal drauf…

Facebook schlägt mir in „Maketplaces“ einen Kauf „In meiner Nähe“ vor – da liegen sie nicht falsch! Hätte ich das Haus schon gekauft, ich würde echt überlegen…

Gefällt mir – und einen Kaminofen will ich auf jeden Fall

Genug über die Kältephase gesprochen – reden wir über die herrlichen, die sonnigen, die geschenkten Momente!

Sobald die Temperaturen nur ein wenig nach oben gehen, kommen die Segler aus ihren Löchern – ok, das klingt despektierlich…
Die Mitglieder der kleinen Communitiy verlassen dann also ihre wohlig warmen Schiffe und zeigen sich am Marinagelände – Leben kehrt zurück.

An einem dieser Tage organisieren Paola und Thomas von der SIMPLY FREE einen gemeinsamen Lunch im „Trechantiri“ in Xirokampos.
Auch ich werde gefragt ob ich mich dazugesellen möchte und sage sofort zu.
Eine willkommene Abwechslung, sowohl in meinem Terminkalender als auch in meinem Speiseplan!

Ich mache mich auf den Weg in die südlichste Bucht von Leros, ich möchte pünktlich um 13.00 Uhr da sein.

Das „Trechantiri“ ist eine gute Adresse
Wir speisen fein – es gibt allerlei Meze
Ein bunt zusammengewürfelte Truppe

Aus der Marina waren neben Paola und Thomas noch Dora und Miguel aus Spanien dabei, auch Chris und Phil aus Wales gesellten sich dazu.

Ergänzt wurden die Bootcrews durch Cetina und Enzo, beide leben auf Leros und sind führend in der italienischen Community engagiert, zudem war noch eine Ägypterin dabei, welche aber lange in England gelebt hatte und für die UN arbeitete, auch sie lebt heute auf Leros.

Alles in allem eine ganz illustere und spannende Runde! Wir hatten viel Spaß und Kurzweil – klar, beim Zusammentreffen von 10 Menschen aus 5 Nationen.

Als wir das Lokal verließen war es später Nachmittag. Es wurde langsam kühl und es war weit und breit kein Boot zu sehen.
Nur die BÖRDE, ein Boot des deutschen Bundesgrenzschutz, zieht im Auftrag von Frontex einsam seine Kreise.

Es kommen immer wieder Flüchtlinge an – die Küstenlinie wird überwacht

Ahhhh – Sonntag! Ich wache auf und beschließe, heute gönne ich mir etwas!
Ich erinnere mich an das Brunch-Buffet im „Navarone“ – ja, genau danach wäre mir heute!

Ich läute den Sonntag gebührend ein!

Als ich in Agia Marina ankomme herrschte eine herrliche Stimmung. Im Windschutz hätte man für einen Kaffee draußen sitzen können.

Schön! Im Wind frisch, im Windschutz eher warm

Doch danach war mir nicht – ich wollte gemütlich drinnen frühstücken.
Kurz holten mich Zweifel ein, denn ich hatte für mich alleine nicht reserviert – es herrschte aber ein immenser Andrang, ob das gut geht?

Ja ging es! Maria hat sich gefreut mich zu sehen und mich gefragt, ob es für mich alleine ok wäre an der Bar zu sitzen – „…klar, kein Problem!“

Ich lege meine Motorradkleidung, welche mich vor dem Erfrierungstod schützen soll, ab und nehme Platz.
Es macht Spaß, die Menschen zu beobachten!

Ein tolles Lokal
Mit einem herrlichen Buffet…
…es fehlt an Nix
Ich stelle mir ein erstes Tellerchen zusammen und schlemme mich in den Tag

Ein Buffet! Es ist euch bewusst, dass man hier ebenfalls sehr gute Charakter- und Verhaltensstudien machen kann!

Wer mich kennt weiß, dass ich essenstechnisch nicht als Minimalist gelte und an einem Buffet auch auf meine Kosten komme.
Ich gehe aber mehrmals, mache keine Sauereien und wenn ich etwas nicht kenne, nehme ich erst wenig…

So weit, so gut – Basics eigentlich. EIGENTLICH!
Die adrett gekleideten Damen drängeln, Kinder reservieren Plätze am Buffet – vor der Pfanne mit dem Rührei – und meine Geschlechtsgenossen (alle Altersgruppen) bauen Türme auf ihre Teller, die dem zu Babel in nichts nachstehen, viele davon gehen halbvoll zurück.
Es ist un-fass-bar, einfach unbeschreiblich!

Leider bin ich mit meinem Versuch, ein Bild eines solchen Tellers zu machen, gescheitert – ich will da vorsichtig sein.
Aber vorstellen könnt ihr es euch, oder?

Sehr geil mit anzusehen war auch der Versuch eines der Turmbauer, von seinem Teller zu essen – bei dem stämmigen Kerl war die Frage nicht, OB er seine Portion schafft, die Frage war WIE!
Immer, wenn die Gabel auf einer Seite versuchte einen Happen aufzuspießen, fiel auf der anderen Seite des Tellers etwas vom Rand…
Ein Schauspiel!

Das Monatsende naht – ich sollte meinen Blogbeitrag weitertreiben! So ziehe ich mich zurück auf NESSAJA und tippe ein paar Kapitel.

Soll pünktlich erscheinen

Später ruft mich eine Verabredung noch einmal nach draußen.
Der Wind pfeift immer noch eiskalt, aber übermorgen soll es schon besser werden.

Ich bin mit Susanne von der ESPERANZA und Anette und Kai von der TUULI verabredet. Susanne ist ebenfalls Jahresliegerin in der Marina, die anderen Beiden sind Ganzjahressegler und mit ihrem Katamaran gerade in unserer Bucht.

Abermals ziehe ich alles an, was mein Schrank mir anbietet um das Abfallen der Nase oder anderer Extremitäten zu verhindern – eine herrliche Stimmung liegt über der Bucht, aber es ist ungemütlich.

„Blaue Stunde“ – um 19.00 Uhr treffen wir uns in Lakki
100m zum Motorrad ohne Mütze? Für ein Weichei wie mich unmöglich!

Wir gehen ins „SouVLakki“, essen gut – es gibt keine Bilder! Dennoch ist es dieser Abend wert erwähnt zu werden, denn ich friere den ganzen Abend. Auch das an sich nur eine Randnotiz – aber leider will es das Schicksal, dass ich den Monat mit einer Fetzenerkältung abschließe.
Noch zwei Tage bis zum Knockdown!

Diese zwei Tage vergehen unspektakulär und relativ rasch. Die Wetterlage ändert sich, der eisige Nordwind ebbt ab und geht in eine angenehme Windstille über.

Es ist ein wunderbarer Tag! Sofort steigen die Temperaturen, ein Tag zum Wohlfühlen!
Allerdings, das ist schon bekannt, wird die Freude nur von kurzer Dauer sein, es wird Südwind kommen.
Die Temperaturen werden auf einem verträglichen Niveau bleiben, aber es wird Regen geben.

Egal! Der Tag heute soll erstmal genutzt werden!

Später Vomittag, die Sonne steht hoch über dem Strand der Marina
Kein Wind – nicht einmal das Wasser kräuselt sich

Ich möchte mal wieder etwas Produktives tun und einen Punkt von meiner Liste abarbeiten.
Dazu habe ich heute die beste Gelegenheit – ich beschließe daher, mir gleich den wichtigsten Punkt vorzunehmen.

Vor einigen Tagen ist mir zufällig aufgefallen, dass die Befestigungsleine meines Schlauchbootes fast durchgescheuert ist – das zeigt, man muss stetig auf der Hut sein und am Ball bleiben, stetige Kontrollblicke tun Not.

Also ziehe ich mir NESSAJAs Schnulli an den Steg und nehme mir die angescheuerte Leine vor…

Die ersten zwei Meter sind insgesamt liederlich
Schlimmer ist die Schadstelle
Weg damit!

Ich mache einen sauberen Schnitt und einen der gebräuchlichen „Heißtakel“ um das Leinenende vor dem Aufdrallern zu schützen. Das ist nicht schön, aber zweckmäßig und an dieser Stelle auch echt egal.

Danach binde ich das Dinghi wieder fest und freue mich, dass nun keine Gefahr mehr droht.

Aber seltsam, ich bin total schlapp. Die drei Handgriffe fühlen sich an wie Schwerstarbeit!
Ich huste und mir schwant – da bahnt sich etwas an! Ich hege die Hoffnung, dass ich an einer Erkältung vorbeischramme und ruhe mich ein bisschen aus.

Abends gibt es Pizza, das geht immer, ich bin matt und gehe früh ins Bett – noch einen Tag bis Knockdown!

Love it – Pizza geht IMMER

Der nächste Morgen – ich wache auf und muss mich sortieren. Mein Schädel brummt und ich muss stetig husten. Mir tun schon die Flanken weh von der Husterei.
Ein Nasenloch ist zu, ich fühle mich nicht wohl und merke schon – meine Hoffnung wird unerfüllt bleiben, eine echte, vollumfängliche Erkältung bahnt sich an – noch 12h bis zum Knockdown!

Wie heißt es so schön? Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und drei Tage geht sie – na toll!
Da ahne ich ja was auf mich zukommt.
Ich will noch einkaufen gehen, also setze ich mich sofort auf´s Mopped und tüte in den Ort.

Auf dem Weg sehe ich Seltsames…

Nanu, Piraten? Hier?
Offensichtlich!

Ich steige ab, mache Bilder und schüttle dem Kapitän die Hand – offensichlich der Piratenhauptmann.
All diese Informationen lasse ich Enkel Otto zukommen, er soll schon wissen, dass sein Opa gute Kontakte zu den Piraten unterhält – harrharrharr… 😉

Ich fahre die einzelen Stationen ab und kümmere mich um alles was wichtig ist – Geld holen, der Erste steht vor der Türe. Dann einkaufen – alles was ein Mann so braucht, Bier, Cola, Chips.
Dann zum Marinaoffice, den Chip für Strom und Wasser laden lassen.
Erledigt! Check! Jetzt kann die Erkältung kommen, ich bin gewappnet!

Nur noch ins Office

Noch 6h bis zum Knockdown!

Weil ich ahne was kommt, will ich heute zu Mittag essen – man weiß nie! Die vom „Tis Kakomoiras“ ausgerufenen „Streetfood Days“ bieten sich förmlich an!
Also fahre ich am frühen Nachmittag dorthin und futtere…

Ein liebevolles Lokal mit „offener Küche“ – sehr sympathisch
Der hintere Raum ist ohnehin eine Wucht – aber auch hier vorne überall liebevolle Details

Ich bestelle „den größten Burger den sie haben“ und ein bisschen drumrum.
Ich muss sagen, echt lecker. War einfach mal was anders.

Onion Rings
Potato Wedges mit Cheddar und Jalapeños – und der Burger…
…welcher nicht von schlechten Eltern war!

Ich fahre zurück auf NESSAJA. Ich bin bereit! Die Erkältung kann kommen…

UND SIE KAM – UND WIE!

Ich erspare es euch, hier zu beschreiben wie eine Erkältung einen übermannt – für Männer ohnehin eine Nahtoderfahrung, war ich nun also gebeutelt und heimgesucht von einer Krankheit welche ich nicht sehen kann, die man nicht eingipsen oder nähen kann – etwas Fieses und Heimtückisches übernimmt meinen Körper! Viren und Bazillen halten mich in Schach.

ICH LEIDE!

Süder, flenn…

Bis spätabends liege ich so da und lass´ mich von den Roseheim Cops berieseln. Das geht und ist auszuhalten.

Irgendwann überfällt mich so etwas wie ein Gelust auf etwas Warmes, kein Hunger – eher was Warmes.
In Ermangelung einer Suppe gebe ich meinen Widerstand gegen das Kochen für mich alleine auf – ich mache mir Nudeln.
Nudeln machen glücklich – ist bewiesen!

Machen Nudeln auch gesund? Ich werde es ausprobieren…

Super, jetzt muss ich auch noch abspülen
Den Teller spare ich mir – heute ist „Barnaby Abend“

Ich kann es vorweg nehmen, temporär hilft es – aber nicht anhaltend.
Ich durchlebe eine grausige Nacht, konnte da aber noch nicht ahnen, was für ein Tag folgen sollte.

Ich trinke am folgenden Morgen meinen Kaffee und nehme mir fest vor, nach diesem wieder ins Bett zu schlüpfen – ich will und muss mich schnellstmöglich auskurieren.

Es war verfitzmaledeit – an diesem Tag hatte ich, ohne zu übertreiben, von morgens 10.00 Uhr bis abends um 19.00 Uhr stetig und pausenlos mit WhatsApps, Anrufen, eMails und Besuchen zu tun.
Die meisten von ihnen „Kannst Du mal…“ Anfragen.
Es hat mich Mühe gekostet, allen zu erklären, dass ich jetzt mal zwei Tage Pause brauche – ich wollte keinesfalls unfreundlich oder gar abweisend wirken.
Es war ein schrecklicher Tag und ich war froh, als er vorbei war.

Die Nacht war, wie zu erwarten, fürchterlich – dafür begann der neue Tag gar nicht mal so gut! Zum Mäusemelken! Dieser Februar gibt sich alle Mühe, so empfinde ich es heute, als der mieseste Monat seit unserer Abreise aus Deutschland in Erinnerung zu bleiben.

Ich bleib´ einfach daheim…
An eine Motorradfahrt in den Ort ist nicht zu denken

Leider Gottes bleibt es fast den ganzen Tag so. Heftige Regenschauer geben sich ein Stelldichein mit Gewittern – unterbrochen nur von kurzen Pausen.
Das ist an sich erträglich, aber wenn ich das geahnt hätte, wäre mein Schwerpunkt beim Einkaufen eventuell nicht auf Bier und Erdnussflips gelegen.
Mir schwant – heute wird wieder ein Nudeltag.

Sibylle feixt am Telefon – „…na, musst Du alleine gesund werden? Diesmal kannst Du mir nix vorjammern!“
Wie gemein! Von der Redensart, dass geteiltes Leid auch halbes Leid ist, hat sie scheinbar nie etwas gehört.

Egal, erzähle ich es halt euch…

Nur Spaß! Mach´ ich nicht – aber ihr dürft mir glauben, ich war maximal unfit! Ich nutze den tristen Tag um mich auszukurieren.

Kaputt – total

An solchen Tagen spüre ich Nachteile durch mein Gewicht. Sonst habe ich im Alltag die Kraft, meine Masse zu bewegen – aber an Tagen an denen ich kraftlos bin, leide ich bei jeder Bewegung.

Das Atmen fällt schwer und tut weh, weil ich Muskelkater vom Husten habe.
Hilft aber alles nichts, irgenwann muss ich raus und mich versorgen – ich habe Hunger und mache mir Nudeln.

Kennt ihr „Murphys Law“? Klar kennt ihr das! So ging es mir heute obendrein – ich hatte leider kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!

Während des Kochens ging mir das Gas aus!

Ich baue schnell auf Induktion um

An einen Gasflaschenwechsel ist nicht zu denken. Es ist schon spät, es hat abgekühlt und außerdem regnet es. No way!
Also stelle ich alles auf Induktion um, stelle dabei aber fest, dass die von mir verwendete Pfanne nicht tauglich ist.
Also, dann eben noch ein anderer Topf! Egal, ich spüle ja gerne ab!

Ich leide jetzt nicht nur, ich bin auch frustriert!
Während ich esse, schau ich durch, ob es in den Facebookgruppen aus Leros etwas Neues gibt.

Ein polnisches Paar aus der Marina fragt nach, ob denn heute zum „griechischen Fleischtag“ die Tavernen keine BBQ-Angebote hätten.
Ich antworte, dass er leider eine Woche zu spät sei, „Tsiknopempti“ war letzte Woche.
Er fragt abermals nach – „…und die Faschingsfeiern?“ Auch hier ist er zu spät, die meisten sind vorbei.
Mit einem Angebot kann ich aber helfen…

Wieder meine Lieblingsmusiker – aber falscher Anlass und falscher Ort. Für mich

Es wird euch nicht überraschen, dass ich Fasching nicht leiden kann. Ich bin froh, wenn der ganze Spuk jetzt dann vorbei ist.

Der wahre Grund meiner Internetrecherche ist aber ein anderer, ein ernsthafter. Seit Tagen schon wird davon gesprochen, dass am 28.02. ein 24-stündiger, landesweiter Generalstreik ausgerufen ist.
Man kann noch nicht einschätzen wie das ausgeht, denn es sind meist Bürgerinitiativen, die sich in den Sozialen Medien gesammelt haben um gegen die Politik im Land zu protestieren.

Das ganze hängt sich am Zugunglück von Tempi im Jahr 2023 auf, bei dem 57 Menschen den Tod fanden.
Die Griechen unterstellen ihrer Politik komplettes Versagen und mehr! Mit den Protestaktionen wollen sie das Drama des 28.02. unvergessen machen und verhindern, dass unterstellte Straftaten unter den Tisch gekehrt würden.

Auch in Leros wird es Kundegebungen geben, ich werde kurz vorbeisehen, wenn ich etwas fitter bin.

Dann gehe ich ins Bett – aber es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, an Schlaf ist nicht zu denken.
Um 01.23 Uhr stehe ich wieder auf, es ist der letzte Tag des Monats.

Und ich bin soooo müde

Was tun? Ich beschließe, dass ich noch ein paar Zeilen Blog schreiben werde, die Zeilen, welche ihr eben erst gelesen habt.

Direkt über mir entlädt sich ein Gewitter. Der Regen prasselt unbeschreiblich laut, es könnte wieder kleiner Hagel sein. Ich bin zu matt um nachzusehen.
Die Blitze erleuchten den Himmel, der ohrenbetäubende Donner kommt unmittelbar nach dem Blitz.
Wobei „Donner“ das Geräusch nicht treffend beschreibt – es ist mehr so ein knackendes, knisterndes Geräusch.

Nach etwa einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei – mir reichts! Ich muss versuchen eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Dies gelingt kaum, ich wälze mich hin und her und stehe um 06.30 Uhr final auf – ich fühle mich gerädert.

Hilft aber nix, nachdem ich mich sortiert habe und meinen Kaffee getrunken hatte, musste ich mich aufrappeln.
Heute hatte ich im Ort Besorgungsfahrten zu machen – ich nutze also eine Regenpause.

Klar – der Regen setzt wieder ein

Ich habe nur bedingt Glück. Ich hole Gas, mache einen Abstecher bei der Apotheke und fahre zum Bäcker um mir ein Frühstück zu kaufen. Just hier setzt der Regen wieder ein und ich habe zu tun, dass ich einigermaßen trocken nach Hause komme.

Ich merke auch, dass sich Motorradfahren anders anfühlt als auf dem Sofa sitzen – ich muss langsam machen, mir fehlt die Energie!
Egal, fahre ich eben später nochmal.

Zuhause suche ich alle Arzneimittel zusammen, die irgendwas mit Erkältung zu tun haben – wer mich kennt weiß, welche Mächte mich gesteuert haben. Ich verabscheue Arzneien!
Hilft aber nix, die Erkältung muss weg! Sibylle berät mich und ich fülle mich nach dem Frühstück mit Pharmaprodukten auf.

Ein bisschen hilft es

Wäre Sibylle hier, ich würde mit einem Tee im Bett liegen und warten, bis das Drama vorbei ist.
Aber so muss ich eben sehen wie ich zurecht komme 😉 – EINHANDSEGLER halt…

Um 10.30 Uhr fahre ich noch einmal nach Lakki. Dimitra vom „Luigi Café“ hat das Geschäft verkauft und will sich vermehrt um die Zwillinge kümmern. Heute ist ihr letzter Tag, es gibt eine offizielle „Einladung“ an alle Freunde und Kunden, auf einen letzten Kaffee und ein letztes Foto vorbei zu sehen.
Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen – Ehrensache!

Alles Gute Dimitra

Im Café treffe ich auch ihren Mann, Sotiris den Segelmacher. Sein Rückruf bezüglich meiner Matratzen steht noch aus – ich behellige ihn aber nicht damit. Ein Thema, welches ich mit in den März nehme.

Die Uhrzeit meines Besuches war übrigens bewusst gewählt – mir blieb Zeit für einen Espresso im Stehen, dann bin ich an die Waterfront gegangen, denn hier sollte um 11.00 Uhr die vorgenannte Kundgebung stattfinden.

Und das tat sie – UND WIE!

Gefühlt waar ganz Leros in Lakki, die Polizei hat die Straßen später gesperrt
Es gab tatsächlich eine Art „Choreografie“
Die Alten standen Spalier, die Jugend führte den Protestzug – auf den Schildern die Namen der Opfer
Beim Zugunglück am 28.02.2023 in Tempi waren hauptsächlich junge Menschen ums Leben gekommen
Der Satz „Ich bekomme keine Luft“, der auf einer Audioaufnahme der Rettungskräfte zu hören war, wurde zum Slogan der Bewegung

Die Teilnahme bewegt mich! Ich war ergriffen mit anzusehen, wie wütend und traurig die Menschen vor Ort waren, wie sie mitgefühlt haben und ihrem Kummer Luft machten.
Es war mir wichtig dabei zu sein und mich hinter ihnen zu stellen.

Umgekehrt habe ich mir selbst, sowohl in Facebook als auch im Gespräch, jede politische Stellungnahme untersagt.
Ich bin Expat und Gast in diesem Land, ich kenne mich mit der Politik und den Verantwortlichen dahinter nicht aus, es gebührt mir nicht, hier gemeinsam mit den Griechen zu urteilen.

Ich bleibe nicht sehr lange, denn als die Reden beginnen, kann ich nicht mehr folgen.
Ich bin ohnehin matt und muss mich echt ein wenig hinlegen – gedacht, gemacht, nix wie heim…

Ich gönne mir 2h Mittagsschlaf und Erholung

Wie bekomme ich diesen Tag nur rum???

Kurz – es ging so. Ich hab´ tatsächlich etwas geschlafen, mich dann neu sortiert und mir noch einmal etwas gekocht.
An eine Einkehr ist ja nicht zu denken – hat aber auch so geklappt.

Cordon-Bleu und Pfannengemüse, abgespült wird morgen

Danach das übliche Programm, fernsehen, etwas auf der Couch flacken und ein bisschen leiden.

Relativ zeitig beschließe ich – ich beende den Tag! Und den Monat! Es reicht aber auch, ich bin froh, dass der Februar vorbei ist…

Ausblick auf März – ich will schnellstmöglich gesund werden, denn „Clean Monday“ steht vor der Türe. Bekomme ich die Polster vor meiner Abreise noch erneuert?
Ansonsten wird es wohl noch knapp zwei Wochen so weitergehen, der „Einhandsegler“ hat noch ein paar Tage vor sich.
Am 13.03. werde ich frühmorgens nach München aufbrechen und für den Rest des März dort verweilen.

Was sich dort und bis dahin tut – wie immer auf diesem Blog! Danke für´s Lesen…

Gruß von Bord der NESSAJA
Mario

EINHANDSEGLER

Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das off´ne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und – es fliegt die Gischt

Dein Kielwasser säumt schäumend deine Bahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Die Strömung ist gefährlich, die Untiefe nicht weit
Du musst kreuzen gegen Dummheit und den Geist der Zeit
Die See wird rau und kabbelig wenn du es wagst
Zu widersprechen, wenn du aufstehst und die Wahrheit sagst

Da ist keine stille Bucht, da ist kein schwitzendes Ufer
Niemand in der Wasserwüste hört den mahnenden Rufer
Dass du Recht hast werden sie dir nie verzeih´n
Und dann stürzen alle Wetter zugleich auf dich ein
Zähl nicht auf Schönwetterfreunde im Orkan
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean

Du siehst Wellen und Wolken und du siehst kein Land
Da draußen liegt dein Los allein in deiner Hand
Du hast den Funk abgeschaltet, du brauchst sie nicht mehr
Die echten Heuchler, die falschen Klugen, die blinden Seher
Du musst nicht mit ihnen um ihre gold´nen Kälber tanzen
Egal wie sie sich über dich das Maul zerfransen
Niemand steht über dir, aber auch niemand steht dir bei
Das ist ein hoher Preis, doch dafür bist du frei
Du bist niemands Herr und niemands Untertan
Einhandsegler auf dem Ozean

Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern

Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean

Januar 2025 – Enough

Wir schreiben den 13.01.2025, es ist 04.12 Uhr, also mitten in der Nacht. Ich kann nicht schlafen und beschließe, heute mit dem neuen Monatsblog zu beginnen.

In dieser Nacht fällt mir auch die neue Headline ein, dafür muss ich allerdings einen kleinen Ausflug in die frühen 90er machen!
Marla Glens „Enough“ aus dem Jahr 1993, scheint mir sehr gut geeignet, meine Gedanken, zumindest die der ersten Monatshälfte, zusammenzufassen.

Der Text ist durchaus sinnvoll und kratzt dabei sogar etwas an zumindest einem, für uns aktuellen Thema – doch damit nicht genug…

Ich will zugeben, dass ich in den ersten zwei Wochen des Jahres, von ein paar Dingen die mein persönliches Leben beeinflussen, ziemlich genervt war – heute, am 13.01., exakt einen Monat nach der Kaufabsichtserklärung für unser Haus, beschließe ich, diese Themen 2025 anzugehen!

Man kann sagen, dass es sowas wie meine Neujahrsvorsätze sind – doch der Reihe nach, der Monat begann nämlich zunächst wie jeder andere auch…

Das Jahr 2025 ist da – ich finalisiere meinen Blog für 12/2024

Ich war etwas früher wach und habe bei einer Tasse Kaffee meinen Blogbeitrag für Dezember letzten Jahres fertig gemacht.
Während ich die Worte in mein Laptop tippe, wird Sibylle ebenfalls wach und zaubert uns ein leckeres Frühstück.

Der 1. Januar ist auch hier ein Feiertag, die Marina hat ohnehin noch Betriebsruhe, es eilt also nichts, wir frühstücken gemütlich.

Spiegeleier und Schinken – gibt es nicht jeden Tag

Draußen zeigt sich ein blauer Himmel, es sieht fast sommerlich aus. Der Temperaturcheck bestätigt den Verdacht – das Jahr startet sehr freundlich!

Sibylle regt ein „Fährtle“ an, sie möchte zur Mittagszeit einen Cappuccino am Strand trinken.
So führt uns unsere Fahrt, ein paar Stunden später, an den geliebten Panteli Strand, der zu dieser Jahreszeit ein Juwel ist.

Die Kaffeebar „Sorocos“ ist geöffnet, wir bestellen uns das köstlich duftende Gebräu und genießen den Ausblick Richtung Kalymnos.

T-Shirt Wetter am ersten Tag des Jahres
Der Blick Richtung Nachbarinsel ist ein Traum

Ein Jahr zuvor waren Irene und ich baden, heute war mir nicht danach, obwohl ich einen Moment überlegt habe.
Ein anderer Mann geht schwimmen und macht ein paar ausgiebige Züge – später erfahren wir vom Marinaelektriker, dass das Meer immer noch 19°C hat.

Ich will das gerne glauben, denn wir hatten bisher nur einmal ein paar kalte Tage, ansonsten war es zwar häufig regnerisch und stürmisch, aber es war meist relativ warm.

Wir lassen den Tag gemütlich ausklingen und freuen uns, dass das neue Jahr so positiv startet.

Der nächste Tag war etwas bewölkter, aber immer noch freundlich. Eine gute Gelegenheit, einmal mehr nach den Schiffen der Freunde zu sehen. Viele hatten sich kurz vor oder auch kurz nach Weihnachten beziehungsweise Silvester gemeldet, wir wollen antworten und uns bedanken, dazu hängen wir dann meist ein Bild des jeweiligen Schiffes und einen kurzen Lagebericht an.

Alles ok auf Emanuels RUKIPE

Auf RUKIPE werfen wir einen kurzen Blick hinein und ich gebe eine Einschätzung zu einer geplanten Reparatur ab.
Darüber hinaus ist auf RUKIPE aber alles ok und der Skipper kann beruhigt in seine Saisonplanungen gehen.

Bei anderen Schiffen sehen wir nur von außen nach dem Rechten…

Bennos CARPE DIEM im Winterschlaf
Unser Schwesterschiff – Alistairs MONEY PENNY ist safe
Last not least – alles ok bei ALADIN

Bei ALADIN binden wir eine gerissene Befestigungsleine der Vollpersenning wieder an, zu trivial um es den Eignern mitzuteilen – solche kleinen Handgriffe machen wir sehr oft und meist ohne Tamtam.

Weil wir gerade unterwegs waren, bot sich die Gelegenheit ein paar Bilder von INSPIRATIONs Geräteträger zu machen.

INSPIRATION und ALENA sind Nachbarn – alles ok auf beiden Booten

Ein Interessent hat seinen Besuch angemeldet und wird Ende dieses Monats kommen. Im späteren Verlauf dieses Monatsberichtes werdet ihr also erfahren, ob sich beim Verkauf der Bavaria 39 Cruiser etwas tut.

Dieser Interessent ist schon ein wenig in der Detailplanung und hat mich um spezielle Blickwinkel auf den Geräte- bzw. Solarträger gebeten – diesen Wunsch werde ich umgehend erfüllen.

INSPIRATION hat einen stabilen Geräteträger, welcher ausbaufähig wäre

Er hat mich zudem wissen lassen, dass er sich ein Hardtop statt des Biminis bauen lassen wolle – aber er bezweifelt, ob so eine Idee auf Leros umsetzbar wäre…

Nun, auch da kann ich helfen – ich hänge den angeforderten Bildern gleich ein Foto meines Hardtops an – „made on Leros“!

Allemal gibt es auf der kleinen Insel die richtigen Leute

Während ich also einmal wieder Werbung für Giorgos Firma „Boat & Parts“ mache, will es der Zufall, dass auf der anderen Seite der kleinen Ägäisinsel Leros, eben dieser Mechanikus seine Arbeit wieder aufnimmt.

Auch Giorgos ist mit seiner Familie von einer kurzen Auszeit zurück und kümmert sich wieder um seine Aufträge – alsbald erreicht mich eine Nachricht von ihm…

Die raren Teile sind da

Nicht häufig gibt es die „richtig guten“ Nachrichten, wenn es um die Teilebeschaffung bei Booten geht.
Mario von der SAGITTA, hat am heutigen Tag dieses Glück!

Während er mit Eva zuhause in Österreich verweilt, hatte ich ihm versprochen, dass ich mich um das defekte Saildrivegetriebe kümmere. Das benötigte Ersatzteil ist laut Volvo Katalog nur noch als Einheit „Reverse Gear“ erhältlich und kostet fast 1.700.-€!

Giorgos ist es gelungen, die Einzelteile dafür bei ZF zu beschaffen und somit richtig viel Geld zu sparen.
Das freut mich und es ist Grund genug, bei Giorgos vorbeizusehen – zumal er auch den bei ihm gebraucht gekauften Außenbordmotor fertig gestellt hat!

Ich brauche ein Auto! Zuviel Gepäck für die GS! So miete ich mir für einen Tag einen Kleinwagen und fahre nach Kamara um die Auftragsarbeiten abzuholen.

Testlauf für den gebrauchten Yamaha
Wir laden Saildrivegetriebe und Außenborder nebst ein paar Kleinteile in den Wagen

Hat alles super geklappt! Sibylle und ich bleiben eine Weile in der kleinen Werkstatt, wir plaudern mit den Jungs vor Ort und planen, uns bald einmal zu besuchen.

Der Freund freut sich riesig mit uns über die Neuigkeiten bezüglich unseres Hauskaufes – er erkennt, dass wir wirklich ernst machen und für die Zukunft auf Leros planen.

Dann wird es Zeit, in die Marina zurück zu fahren. Zuerst kommen wir an SAGITTA vorbei, wo wir das Getriebe in Folie packen und ordentlich verstauen.

Hier liegt es nun, bis Mario und Eva zurück sind

Den Rest der Teile bringen wir dann zu Hans Peters LIBERTÉ – dort laden wir aus…

Zunächst alle Kleinteile auf die Mauer, ein Rahmen für die äußere Saildrivemanschette, dazu eine speziell für den Saarländer angefertigte Nuss für die Propellermutter.

Fast wie der UPS Fahrer
Der V4A Rahmen um die Gummimanschette ordentlich zu fixieren
Und eben diese „spezielle Nuss“

Die technisch Interessierten mögen sich fragen, um was für eine Spezialnuss es sich handeln mag – das ist recht einfach zu beantworten…
Volvo schreibt für die kegelförmige Mutter ein Anzugsdrehmoment von 70Nm vor – diese möchte Hans Peter exakt einhalten.

Wir Mechaniker sind an dieser Stelle meist entspannter und drehen eben fest zu – 70Nm wird geschätzt und wenn es am Ende 68Nm oder 72Nm sind, wäre das egal.

Eine Genauigkeit von +/-2Nm ist einem Mechaniker in diesem Drehmomentbereich in die Wiege gelegt, das Handgelenk „klackt“ da.
Spaß beiseite – die Nuss ist vielleicht nicht unbedingt nötig, aber sie stellt sicher, dass HP an dieser Stelle exakt die Vorgabe erfüllen kann.

Ein Unikat – nicht viele private Segler dürften so etwas haben

Ich trage die Kleinteile nach oben und drapiere sie auf den Salontisch. Dann muss ich mir überlegen, wie ich den Yamaha nach oben bringe.

Ich muss ohnehin schon immer darauf achten, dass ich eine stabile Leiter erwische und diese sicher steht. Damit komme ich klar!
Aber dann noch einen 25kg Außenborder schultern ist schon wie Geister rufen – ich möchte die Herausforderung also smart lösen…

Ich binde den Motor an eine Leine und ziehe ihn hoch

Die etwa 25kg des Zweitaktmotors kann ich aus den Armen hochziehen, das klappt vorzüglich und so habe ich das Motörchen bald schon im Cockpit und kann es von da aus im Schiff verstauen.

Gut verräumt – er wartet auf den neuen Besitzer

Mit dem Yamaha hatte Hans Peter soviel Glück wie Mario mit seinen Saildrive Ersatzteilen!
Die alten Zweitaktmotoren sind aufgrund ihres geringeren Gewichtes und der Einfachheit ihres Aufbaus, gefragte Gebrauchtteile.
Selbst für nicht ganz so gute Exemplare werden teils richtig hohe Summen bezahlt.

Hier sah das Geschäft anders aus – HP hat bei Giorgos eine Motorwartung für den Außenborder gekauft, den Motor gab´s quasi dazu!
Win-win, Giorgos verkauft Arbeitsleistung und Teile, hat einen der eingelagerten Außenborder los und einen zufriedenen Kunden mehr.
Hans Peter hingegen hat einen 1a einsatzklaren Motor für einen Betrag, bei dem man nicht nachdenken muss.

Hätte er ihn nicht gekauft – ich hätte ihn genommen, einfach so!

Während wir um LIBERTÉ herum zu tun haben, fallen uns zwei Sachen auf – zum einen ist der neue Coppercoat Anstrich des Schiffes ganz schön versaut.
Ich hoffe, dass durch die Fertigstellung und Aktivierung im Frühjahr alles wieder in Ordnung kommt.

Wasser, welches vom Deck rinnt und Spritzwasser von unten

Zum anderen hatte sich das Großsegel des Nachbarschiffes aus seinem Lazybag befreit und hängt traurig vom Baum.
Dass dies dem Tuch nicht zuträglich ist, muss man nicht erklären – viel schlimmer finde ich aber, dass der nächste Sturm Schaden anrichten könnte.

Ich schlüpfe also wieder in meine verhasste Rolle des „German Hausmeister“, mache ein Foto und informiere das Office. Die Marinaarbeiter mögen das doch bitte aufklarieren.

Bei Sturm ein Risiko

Ganz so einfach wie es scheint, ist die Lösungsfindung hier auch wieder nicht – das ordentliche Stauen des Segels obliegt dem Eigner.
Das Aufklarieren ist aufwändiger als man es auf dem ersten Blick vermuten mag – das Segel wird nämlich abgeschlagen, getrocknet und dann gepackt und auf´s Schiff gestaut. Der Lazybag sturmsicher verpackt.

Das dauert vermutlich zwei Mannstunden, die will die Marina natürlich verrechnen, was wiederum nicht geht, ohne vorher mit dem Eigner gesprochen zu haben.

Wie auch immer, ein fähiger Marinero würde solche Sachen bemerken und einsteuern, leider haben wir im Moment keinen solchen – wir haben gar keinen!

Tags darauf bringen Sibylle und ich das Auto zurück und begeben uns bei dieser Gelegenheit zum Betonpier an der Riva von Lakki…

Den Leihwagen können wir einfach bei Michalis abstellen
Auf der Betonpier ein Mann in Badebuxe – mit einer weißen Taube

Nanu! Was geht hier vor sich? Ok, eine rhetorische Frage – wir wissen es…
Heute am 06. Januar ist in „unserer“ kirchlichen Welt der Dreikönigstag, hier im griechisch-orthodoxen Kirchenkalender ist heute „Epiphanie-Fest“, das Fest, bei dem nach dem „heiligen Kreuz“ getaucht wird.
Dieses Spektakel wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Der tapfere Mann auf der Betonpier war der erste der Schwimmer, die später um das Kreuz wetteifern werden. Bald schon kommen seine Mitbewerber – alle in der Hoffnung das Kreuz zu erhaschen und 2025 besonders viel Glück zu haben.

Während sich die Männer auf der Pier sammeln, kommt am Kreisverkehr der Zug mit dem Priester um die Ecke, die Menschenmasse steuert zielstrebig auf die Pier zu.

Der Priester, das Kreuz, die Gläubigen

Der Tross zieht singend auf die Pier, sammelt sich dort und der Priester beginnt mit der Predigt und Weihe des Kreuzes, es gibt jede Menge Zuschauer.

Der Tross trifft auf die mutigen Schwimmer
Man sammelt sich, die Weihe beginnt
Viele Zuschauer säumen die Straße
Sibylle filmt – Bild und Ton für die Nachwelt erhalten

Die Weihe des Kreuzes dauerte nicht so lang, vielleicht so 15 Minuten. Dazu muss man aber anmerken, dass der Gottesdienst in der Kirche, zuvor wohl rund zwei, zweieinhalb Stunden gedauert hat.

Epiphanie ist das älteste Fest der griechisch-orthodoxen Kirche, man nimmt solche religiösen Gebräuche sehr ernst.

Nun, ganz so ernst auch wieder nicht – denn auf einmal holte der Priester aus und schien das Kreuz zu werfen! Drei adrenalingeladene Männer sprangen sofort ins Wasser, jeder will der Erste sein!

JETZT – endlich! Oder doch nicht…

Ihr könnt es euch denken, ätschibätschi, der Priester scheint ein Spaßvogel zu sein – er hatte nur angetäuscht!

Die Voreiligen durften wieder an Land klettern, sich wieder einreihen – zuerst die weiße Taube! Ok, ich weiß nicht wirklich warum die jetzt fliegen darf, aber ein bisschen weiße Taube schadet der Welt sicher nicht.

Gerade jetzt fällt mir Hans Hartz´ „Die weißen Tauben sind müde“ ein – übrigens auch ein 80er und mein Klingelton am Telefon – sollte ich auch einmal zur Headline machen…

Da fliegt sie hin – ich hoffe, sie macht einen guten Job

Dann war es endlich soweit, das Warten hatte ein Ende! Das Kreuz flog und die gläubigen Schwimmer hechteten hinterher und kraulten zum heiligen Zeichen.

Einer hatte es erhascht, der Glückliche! Die anderen kamen zu ihm, man feierte sich und das Leben! Küsse wurden getauscht, dann schwamm man zurück an Land und brachte das Kruzifix zurück zum Priester.

JETZT wirft er es…
Die Mannsbilder jagen dem heiligen Zeichen und dem eigenen Glück nach
Einer hat es!
Doch man freut sich gemeinsam
Dann heißt es – zurück ans Ufer…
…wo das Kreuz wieder in die Hände des Priesters gegeben wurde

Das war schön mit anzusehen. Wir waren dabei, man hat sich getroffen – so waren etwa auch Manolis und Anna hier, unsere neuen Nachbarn in Plaka.
Es ist gut Flagge zu zeigen, wir schätzen das Miteinander mit den Locals.
Danach ziehen alle Lerianer wieder ihrer Wege und auch wir fahren zurück in die Marina.

Die Fischer an der Marinaeinfahrt laufen im Winter seltener aus

Ist es nicht so, dass Pech und Pannen immer dann auftreten, wenn man es am wenigsten brauchen kann? Diesmal erwischt es mich nach dem Duschen…

Ich spüle meinen eingeseiften Körper mit sanften Strahl ab, erfreue mich am Umbau unserer Brausegarnitur auf „Grohe“ Hauhaltsware und genieße deren komfortable Funktionalität.

Der letzte Handgriff gilt immer dem Schalter der elektrischen Duschsumpfpumpe, diese dient dazu, das in der Duschwanne verbleibende Wasser außenbords zu pumpen.
Ich drücke den Schalter, die Pumpe summelt wie gewohnt, der Wasserspiegel sinkt.
Plötzlich verwandelt sich das leise Summeln in ein mahlendes Grunzen, welches rasch einem kreischenden Pfeifen weicht.

Ende – die Pumpe pumpt nicht mehr! Gott sei Dank ist der Duschsumpf fast leer!
Um nicht in eine entwürdigende Position zu geraten, trockne ich mich erstmal ab und kleide mich an.
Dann betreibe ich erste Ursachenforschung und zerlege das Desaster – Sibylle putzt hinter mir her!

Nicht, dass sie das müsste oder dazu genötigt würde – sie beansprucht für sich, dass sie es besser kann, „…geh´ mal weg da!“

Im achterlichen Bad der gleiche Scheiß wie einige Monate zuvor in der vorderen Dusche
Ich zerlege, wische das noch stehende Duschwasser raus und mache eine erste Einschätzung
„Waaaas, DAS nennst du sauber? Geh´ mal weg da…!“

Gleiche Situation wie vor ein paar Monaten im vorderen Bad! Die Pumpe ist hin und ich weiß, dass dieses Modell leicht abgeändert wurde.

Ich erinnere mich an den Aufwand, den ich betreiben musste, um eine technisch einwandfreie, dichte und saubere Lösung herzustellen.
Und doch machte ich einen Fehler…

Ich glaubte, dass es hier ja anders sein könnte als vorne, es ging ja nur um ein paar Millimeter – „…vielleicht habe ich ja Glück!?“

NEIN, hat man nie! Ich hätte sofort die damalige Lösung anstreben sollen! Aber wider besseren Wissens, vertüddle ich ein paar Stunden an den nächsten zwei Tagen um die noch vorhandene „rule“ Nachfolgerpumpe passend zu machen.

Hier beide Pumpen im Vergleich
Hier der vertauschte Schmutzkorb

Nicht nur die generelle Bauhöhe wurde etwas verändert, auch die Form des Schmutzkorbes an der Unterseite ist nun oval statt rund.
Zudem ist der Schlauchanschluss durch ein integriertes Rückschlagventil viel länger ausgeführt.

Ich beginne also zu überlegen, wie ich das anpassen kann…

Ich baue zuerst den Korb der alten Pumpe an die neue. Das geht nicht klaglos, denn die Fixierung ist unterschiedlich. Ich bohre also zwei mini 2mm Löcher um die Befestigungslaschen des alten Korbes mit zwei Microschrauben an die Bügel der neuen Pumpe zu schrauben – nur nicht ins Gehäuse bohren!

Ich schwitze Blut und Wasser, aber alles klappt!
Sehr schnell wird klar, dass die umgebaute Pumpe auch nicht passen wird – ich resigniere und denke an die aufwändige Reparatur vorne.
Es gibt nur eine Lösung – ich bestelle bei „Nautilus“, dem griechischen SVB, eine adäquate „Marco-Pumpe“.
Diese entspricht exakt der alten Ausführung der „rule“, die Bestellnummer hatte ich ja noch.

Bis dahin verwende ich die nicht passende Pumpe als Notlösung, stecke alles zusammen und lege sie einfach so in den Sumpf.
Gesagt, getan – aber was dann passiert, schlägt dem Fass den Boden aus!
Ich starte die Pumpe mit etwas klarem Wasser im Sumpf und das Wasser spritzt am Gehäuse der NEUEN Pumpe heraus!!!

Meine Bohrungen sind darunter – diese Löcher sind nicht von mir!

Ich weiß nicht, ob diese Löcher – beide absolut symmetrisch und maschinell gebohrt – dorthin gehören oder nicht. In jedem Fall ist es aber falsch, dass das gepumpte Wasser dort herausspritzt!

Die neue Pumpe ist also defekt! Ein Umtausch steht nicht zur Debatte, aber jede Minute die ich in eine etwaige Montage investiert habe, war eine vergeudete!
Ich hätte das Ding damals schon in die Tonne stampfen sollen – heute fliegt sie in hohem Bogen auf den Schrott!

Ein bisschen frustriert ziehe ich mich auf meinen Platz zurück und lerne Griechisch – Duolingo am iPad hat sich als feste Größe etabliert.

Macht Spaß

Fast noch mehr frustriert war Sibylle, sie hatte Kummer mit ihrem iPhone. Die Messenger Dienste klingeln nicht mehr, sie hat schon Anrufe und Nachrichten verpasst.

Um ihr Leid zu verstehen, muss man wissen, dass das kleine Handtelefon für uns oftmals die Nabelschnur zur Familie ist – der Frustrationsgrad ist an Sibylles Gesicht abzulesen.

Kein BIMM mehr beim Eintrudeln von Nachrichten

Auch hier investieren wir ein paar Stunden mit Einstellungen und Troubleshooting – aber zum Zeitpunkt heute muss man davon ausgehen, dass Sibylle während ihres Deutschlandbesuches im Februar / März, dringend einen Termin im Apple-Store braucht.

Bezüglich NESSAJAs Duschpumpe muss ich auf das Eintreffen der Bestellung warten. Dann werde ich die Reparatur sofort anpacken.
Darüber hinaus lässt mich unser Schiff weitgehend in Ruhe – nur Routineaufgaben stehen an…

So lasse ich auch meinen Motor wieder einmal laufen – 1h unter leichter Last
Alles funktioniert bestens

Die Bilder zeigen, wie sehr der Winter und die „schmutzigen Niederschläge“ die Schiffe doch verdrecken.
Wir freuen uns auf´s Frühjahr, dann werden wir unsere Dufour wieder glänzen lassen.

Ein anderes Paket hat inzwischen zu uns gefunden! Das „Überraschungspaket“ von Ina und Ralf aus Nürnberg ist eingetroffen und wir zeigen echte Freude und gespielte Spannung…

Wie erhofft ist es schwer

Obwohl ich das Paket geholt habe, hat Sibylle das Recht es zu öffnen an sich gerissen.
Auch sie täuscht Spannung vor, obwohl wir doch ziemlich sicher waren, dass die Freunde die hochgelobten Register des Vorjahres noch einmal ziehen würden – und so war es!

Hm, was ist da wohl drin???
No freilich, frängischa Brodwörschdla vom Edelmetzger

Wie auch letztes Jahr verwöhnt uns die CHILI Crew mit Köstlichkeiten aus deren Heimat. Kleine fränkische Bratwürste, Sauerkraut und Lebkuchen.

Wie geil! Essen wie dahemm – da werden wir gleich unseren heutigen Speiseplan zugunsten des Freßpaketes ändern.

Und schau nur, eine ganz liebe Karte begleitet die Sendung – wir sind gerührt und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Würstel aus der Dose??? Naja, ob das schmeckt? Ihr dürft mir glauben, ich weiß bestimmt wie eine ordentliche fränkische Bratwurst schmecken soll.
Ich kann mir vorstellen, dass die „Röslein-Bratwürste“ frisch noch besser sind, aber die aus der Dose sind in jedem Fall super! Da kann sich jede Industriebratwurst hinten anstellen.

Sibylle hat somit das Abendessen schnell gezaubert, wir sparen nicht und machen gleich alles auf einmal!

Nein, es kommen keine Gäste

Es war lecker! Und trotzdem folgte die Reue stande pede – der Wanst spannte und Sibylle und ich saßen da wie zwei Presswürste.
Selber schuld mögen manche denken – ja, das wissen wir!

Zum ersten Mal beschleicht uns der Gedanke – ENOUGH!

Wir gucken zwei Folgen „Monk“ – habe ich schon erwähnt, dass ich Adrian Monk liebe – und gehen dann mit prallem Ranzen ins Bett.

Der neue Tag war einer dieser geschenkten Tage – es war schon am Morgen wunderschön und so machte er die unruhige Nacht, in der man nicht wusste wie man liegen sollte, fast ad hoc wieder vergessen.

Wir beschlossen, nach dem Frühstück mal wieder nach dem Haus zu sehen…

Unsere Olivenbäume – fast wie im Frühjahr

Wir genossen den Ausblick, sahen nach dem Rechten und stellten erfreut fest, dass die kaputte Mauer inzwischen repariert war.

Mehr gab es nicht zu tun, so fuhren wir zurück in die Marina.
Ich hatte – OOOOMMMMMMMM – eine Problemlösung umzusetzen, mich dafür zusammengenommen und mir zudem vorgenommen nachzugeben.
Frei nach dem Motto „Der Klügere gibt nach“…

Was war geschehen???

Ich liege jetzt exakt ein Jahr an diesem Platz und lasse mein Wasser durch zwei Filter laufen – war nie ein Problem.
Der aktuelle nächste Nachbar, ein Mann den ich sehr schätze und dessen Name ungenannt bleiben soll, parkt sein Fahrrad auf dem Ponton und lehnt es seither an die Säule.
Wenn er es wieder wegnimmt, stößt er permanent an meine Wasserfilter – einmal sind sie voller Kettenschmiere, jedes Mal angestoßen und der Schlauchanschluss abgeknickt.

Ich will mich nicht auseinandersetzen – ich bin dessen müde. Ich nehme meine Filter und baue alles um, verlege meinen Schlauch neu, suche einen neuen Platz für die Filter und befestige sie, rege mich nicht darüber auf, dass ich meine Backskiste jetzt nicht mehr öffnen kann…

Jetzt sind die Filter eben bei uns an Bord

Ganz ehrlich, es ist mir egal – Platz für´s Fahrrad und ich hab´ meine Ruhe. Trotzdem – es fühlt sich falsch an…

Vielleicht war es auch mein Wissen bezüglich des Unbills, welches mir an diesem Tag noch bevorstehen würde und mich kleinlaut werden ließ – ich hatte einen Zahnarzttermin!

Ab zum „Odontiaterio“ – in diesem Fall eine „Odontiateria“

Im Gegensatz zu Sibylle, wage ich mich zu den griechischen Ärzten. Meine Erfahrungen sind bescheiden, da ich Ärzte ja meide wie der Teufel das Weihwasser, aber die wenigen Kontakte die ich hatte, waren ausnahmlos positiv – soweit man das beim Zahnarzt überhaupt so nennen kann.

Ich bin nicht zum ersten Mal hier, aber inzwischen haben wir uns über die Hundefreunde mit der Zahnärztin und ihrem Lebensgefährten locker angefreundet. Beide haben auch Kontakte zu unseren Freunden auf Lipsi, wir kennen uns also ein bisschen.

Die Begrüßung ist freundschaftlich! Ich versichere Raluca, dass ich sie mag, dies aber die nächsten Minuten vielleicht nicht so zeigen kann – dann beginnt ES…

Wobei – ES ist eine Gebissreinigung und Zahnsteinentfernung, ich kann es aushalten und habe es überlebt, wobei ich zugeben muss, dass ich den Heldenstatus an diesem Tag wohl aufgrund meines Gesüders verpasst habe 😉

Als ich zurückkomme, senkt sich die Sonne bereits über die Lakki Bucht. Sibylle hat wieder gut gekocht, wir essen, schauen „Monk“ und quatschen über´s Haus – Winterroutine!

Wunderschöne Stimmung

Der neue Tag ist durchwachsen – in jeglicher Hinsicht.
Wir frühstücken, Sibylle liest eine ganz nette WhatsApp von der Crew der AEGEAN BLUE aus der Schweiz vor.

Sie schließen mit dem Satz ab, „…dass sie außerdem sehr froh seien, keine Nachrichten bezüglich des Bootes erhalten zu haben. Man NÄHME AN, dass dann alles ok sei.“

Ja, wir verstehen den Wink mit dem Zaunpfahl und machen bei unserer Marinarunde auch ein paar Bilder von der wunderschönen HR39 und senden diese in die Schweiz.

Alles top, keinerlei Probleme

Und sonst? Wir sehen uns an – „…was machen wir heute noch?“
Wir beschließen, uns was Gutes zu kochen und ein bisschen Knabberzeug zum Fernsehabend zu kaufen.

Was weitgehend normal klingt, artet bei Sibylle und mir immer etwas aus…

Muss aber für zwei Abende reichen

Dieser Abend nimmt eine Wendung!

Sibylle kocht Gulasch – vorzüglich! Aber wie immer, kocht sie für geschätzt fünf Personen.
Wir mampfen was das Zeug hält und bis die Wänste wieder spannen.

Als würde es nicht reichen, „gönnen“ wir uns eine Nachspeise – schon lange liegt der „Pudding“ aus Irland in der Schublade. Wir simmern die Leckerei auf Betriebstemperatur und löffeln die verlockende, warme, klebrige Süssigkeit – ich fühle mich an „Das große Fressen“ erinnert.

Ein Löffel geht noch
Warm – ganz ehrlich, hat geil geschmeckt

Dann wählen wir eine Dokumentation aus, welche das richtige Essverhalten von Menschen durchleuchtet – so ähnlich aufgemacht wie „Du bist was Du isst“.
Das alleine ist schon eine ziemlich skurille Situation – zwei Langeweilenascher sitzen auf dem Sofa und sehen „food matters“ Dokumentationen an, dabei werden schnell 3.000 Extrakalorien vernichtet.

Mehrmals während des Filmes bleibt uns das Chips im Hals stecken – Gesundheit und Tierwohl legen sich schwerer auf unsere Mägen als das Gulasch.

Wir sehen uns an – ENOUGH!

An diesem Abend beschließen wir, dass dies der letzte Abend in dieser Form war.

Am nächsten Morgen – Weltuntergangsstimmung!

Es regnet die ganze Nacht was das Zeug hält – die Sprayhood hielt nicht mehr Stand

Die ganze Nacht hat der Regen auf das Kajütdach getrommelt! Das Marinawasser war braun gefärbt von den Sedimenten, die es vom Land in das Hafenbecken gespült hat.

Die Stimmung war unterirdisch! Sibylle und ich hatten uns vor dem zu Bett gehen noch in die Hand versprochen, dass „ab morgen“, also ab jetzt, gefastet wird – ein paar Tage nur.

Das Hafenwasser braun – ich konnte kaum das Dingy ausleeren, so voll war es
Eine einzige Brühe

Wir saßen im Schiff – Sibylle vor einer Tasse Tee, ich vor einer Tasse Kaffee, seit heute schwarz!
Kuhmilch ist wohl nicht so gesund, habe ich gelernt.
Nach zwei Stunden frage ich mich, was sich besser anfühlt – der kalte Entzug oder das Völlegefühl?

Zur Ablenkung lernen wir stundenlang Griechisch und Englisch und werden Meister in unseren „Leagues“.

Ok, nicht das Gelbe vom Ei
Auch Sibylle ist nicht happy

Wir machen das zwei Tage! Zwei graue Tage! Dann gestehen wir uns ein, dass wir das nicht mehr wollen – früher hat uns so eine Fastenphase immer mal gut getan.
Aber hier in Griechenland sitzen und darauf warten, dass der Tag vergeht, das wollen wir nicht!

Wir haben genug, vom Genughaben!

Der Regen war hartnäckig – mehrmals hat es sintfluartig geregnet

Während dieser Phase hatten wir Zeit über die Zeitachse zu sprechen, nach der wir unser 2025 ausrichten werden.
Eine ganz elementare Rolle spielt NESSAJA dabei – ihr werde ich ein paar Arbeitsstunden angedeihen lassen – genauer gesagt, ein paar Hundert!!!

Etwa drei davon reserviere ich für den Einbau der Duschsumpfpumpe, die ist nämlich inzwischen eingetroffen.
Genau das erwartete Modell, ich werde die Reparatur alsbald umsetzen.

Ab jetzt setze ich um wie bereits im vorderen Bad geübt 😉

Die anderen 97+ Stunden gebühren meinem Teakdeck – denn auch hier habe ich einen Entschluss gefasst…

ENOUGH!!! Ich muss handeln, NESSAJA soll einen guten Preis erzielen, hierfür werde ich 2025 den zweiten Teil des Refits beginnen!

Nach den wirklich ergiebigen Regenfällen, lief abermals das Wasser an Sibylles Schlafzimmerwand herunter.
Ich weiß wo es sich sammelt, ich kann es abfangen bevor es noch mehr zerstört – doch die Lösung macht mich unglücklich…

In einer Nacht sammle ich 1,5 Liter

Die Herkunft des Wasser ist (noch) nicht eindeutig geklärt, aber ich gehe fest davon aus, dass es über das verschlissene Deck eindringt.

Dieses Deck ärgert mich schon so lange, ich hätte viel früher handeln sollen. Trotzig beschließe ich – dieses Jahr packe ich es an!
Sofort ändere ich meine Verkaufsanzeige – bis zum Sommer kann das Schiff so gekauft werden, mit kaputtem Deck und deutlichem Preisnachlass, oder mit einem reparierten Deck je nach Vereinbarung.
Ab Sommer werde ich das Inserat pausieren bis das Deck fertig ist – dazu später noch ein paar Zeilen und erste Details.

Sibylle will einkaufen gehen – ok, bis gleich.
Leider klappt auch das nicht so wie wir uns das vorstellen. Der Breezy reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit – also fahre ich meine Gattin zum Gemüsemarkt, wo sie allerhand für uns einkauft.

Obst und Gemüse finden auf unsere Teller
Dass es während der Einkaufsfahrt regnet passt ins Bild

Ihr merkt schon – ich war zur Monatsmitte in Fahrt! Was zwei Fastentage bewirken können, man kommt rasch aus seiner Lethargie.

Weil wir gerade dabei sind – mein Job in der Marina, auch hier beschließe ich… ENOUGH!

Ich habe mich kurzfristig und ungeplant in Bereitschaft setzen lassen und auf Telefontermine gewartet – dreimal.
Dreimal sind die Termine verstrichen – heute habe ich für das erste Halbjahr 2025 abgesagt.

Natürlich bin ich offen für Gespräche und Planungen – NACHDEM das Haus fertig ist und wir umgezogen sind, nachdem NESSAJA repariert und verkauft ist und nachdem ELOWYN wieder an ihrem Platz steht.
Diese drei Punkte genießen 2025 Priorität.

Ich habe das Gefühl, dass mein Signal angekommen ist – man reagiert überrascht aber sehr freundlich und offen, die Zukunft wird es zeigen.

Themenwechsel – nach den schweren Regenschauern ist für die kommenden Tag eine Reihe sonniger Tage vorhergesagt. Wir wollen also überall nach dem Rechten sehen…

Zunächst leeren wir Martins Dinghy – das werden wir wohl noch machen müssen, bis der Freund das nächste Mal hier ist.

Auch der dicke Fender hilft nicht wirklich – er reduziert nur die Menge

Danach schicken wir ein Bildchen der „Sunny Side Up“ in die Schweiz – Roland und Mireille sind neugierig, ob sich schon etwas bezüglich der Instandsetzung des Unterwasserschiffes getan hat.

Hat es leider nicht – dies zieht eine Kommunikation mit den Beiden nach sich, Roland ahnt, dass er seinen Saisonablauf 2025 etwas flexibel gestalten muss.

Da hat sich noch nichts getan

Last not least sehen wir nach EDINA, dem Schiff, welches uns im letzten Winter so fies überrascht hat. Und siehe da – alles ok!

Die Luftfeuchtigkeit passt, die Batterien sind ok und sowohl der Motor als auch der Generator laufen perfekt.
In der Bilge steht kaum Wasser und das bisschen, das sich über den Mastfuß gesammelt hat pumpe ich manuell ab…

Alles bestens auf der schönen CNB 60
Ein paar Tropfen nur in der Bilge

Kann es wirklich so perfekt sein? Natürlich nicht!!!

Ich sehe eine am Baum angebrachte Fixierungsleine baumeln, auch die Großschot ist lose – warum das?
Es sieht aus, als ob der Großbaum nach unten drücken würde…

Ein Kontrollblick offenbart warum.

Im V-Baum und Lazybag sammelt sich das Wasser

Was für eine Konstruktion! Himmelarschundzwirn, bleibt mir denn nichts erspart, mir reicht´s für heute – ENOUGH!

Sibylle und ich gehen zurück auf NESSAJA, ich muss mit dem Eigner sprechen, jetzt! Und ich brauche einen Kaffee, auch jetzt! Ich muss mich beruhigen!

Dabei hilft mir die herrliche Stimmung, die das Licht über der Lakki Bucht zaubert.

Ich lebe im Paradies

Mit was hatte unser „Revoluzzer Verhalten“ begonnen? Richtig – mit dem Essen! Sind wir noch „Junk-Food-Guerillas“?

Ja! Klappt ganz gut!
Tatsächlich haben wir, wie bereits geschrieben, nur zwei Tage gefastet. Aber wir haben uns ernsthaft vorgenommen, den E´s und Glutamaten, Glukose und Emulgatoren, den Kampf anzusagen – radikal gegen „freie Radikale“! Glücksgefühl durch Bekämpfung des GLYX…

Wir leben im Mediterranen, der Region, aus der die „gesündeste Ernährung der Welt“ stammt, auf einer Nachbarinsel von Ikaria, die als sogenannte „Blue Zone“ eingestuft ist, ein Ort, an dem die Menschen „das Sterben vergessen“.
Warum sollten wir es nicht schaffen uns weitgehend gesund zu ernähren?

Sibylle kocht seither ausschließlich frisch! Uns kommen kaum mehr Lebensmittel mit Strichcode auf den Tisch und wir verzichten auf alles was unter dem Begriff „Junk Food“ zusammengefasst werden könnte.

Auch unser Haus soll dabei eine Rolle spielen – mal sehen, wie lange wir es durchhalten.

Bis jetzt klappt es gut…

Frisches wird vakuumiert

Es ist echt super! Neue Rezepte, neue Geschmäcker und Spaß – am Kochen, am Essen. Vielleicht entwickelt sich da was… 😉

Als wir abends diskutieren, fällt uns auf, dass wir länger nicht mehr am Haus waren.
Ob wir da auch mal nach Wasserschäden sehen sollen?
Kann nicht schaden – so fahren wir tags darauf mal nach Plaka um nach dem Rechten zu sehen…

Es kam, wie es kommen musste!

Sieht schlimmer aus als es ist – lässt mich kalt

Klar, ein altes Haus – hätte nicht sein müssen, ist aber im Kontext nur ein kleines Puzzleteilchen.
Das Wasser dringt nicht schleichend ein, es tropft einfach von der Decke – wir sehen also das Dach an und entdecken sofort eine Kabeldurchführung an exakt der Stelle der Wasserlache im Wohnzimmer – es scheint, als sei die Ursache schon gefunden!

Das Dach ist generell in gutem Zustand und ich denke, dass es nach dem Schließen des Loches und einem wasserdichten Anstrich wieder top in Schuß ist.

Kein Grund also, sich hierüber aufzuregen.

Für den größeren Aufreger sorgt dieser Tage ohnehin und einmal wieder die CNB 60 EDINA – wir wollten ja noch den V-Baum vom stehenden Wasser befreien…

Zig Liter ergossen sich ins Hafenbecken

Ich ziehe also den schweren Baum nach außen und lasse ihn dann etwas ab – in diesem Moment ergießen sich wohl über hundert Liter Wasser sturzbachartig nach außenbords.
So weit, so gut – der erste Schritt wäre geschafft. Es zeigt sich sofort, dass der Lazybag nach einer Reinigung im Sommer schreit.

Der Spak muss weg

Dann bekommt der Baum eine neue Position und wird in dieser fixiert. Es soll sichergestellt sein, dass Wasser ablaufen kann und gleich über den Süllrand gelangt.
Dabei ist zu beachten, dass der Baum nicht stören darf, wenn EDINA auf dieser Seite einen neuen Nachbarn bekommt.
Auch dies gelingt relativ rasch und zur Zufriedenheit…

Der Baum in neuer Position fixiert
Passt! Dieses Problem wäre gelöst

EDINA wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht auch heute wieder kleine Überraschungen für mich parat – die eine äußerst relevant, aber auch sofort zu beheben…

Lose Schäkel an der Großschot – wird sofort behoben

…die andere Problemstellung war dagegen von anderem Kaliber und hatte, mal wieder, mit Wasser zu tun.

Bei der Suche nach einer Winschkurbel, haben wir nämlich die Backskiste geöffnet – und siehe da…

Die Backskiste steht unter Wasser

ENOUGH! Reicht es nicht langsam???

Ich mache Bilder, setze mich wieder einmal mit dem Eigner in Verbindung und stimme mich mit ihm ab – es hilft nix, ich werde das trocken legen müssen, er gibt sein OK für das vollständige Entleeren der Backskiste.

Sibylle und ich sehen uns an – heute nicht mehr! Wir beschließen, uns morgen dem Austrocknen der Backskiste zu widmen.

Beim Abendessen, Sibylle hat wieder lecker und vegetarisch gekocht, möchten wir den Zeitplan 2025 präzisieren und manifestieren.

In uns reift ein Plan…

Chili con Quinoa
War gut – und mit „Superfood“ denkt es sich besser

Neugierig? Ok, ich teile gerne die Idee für 2025 mit euch – obwohl es noch nicht ganz spruchreif ist…

Die Planung begann am nächsten Morgen mit einem Anruf bei Hans Peter. Ich musste mich mit ihm abzustimmen, ich würde seine Hilfe brauchen.
Wir legen fest, wann wir LIBERTÉ fertigstellen und wann er und Petra in Urlaub sein würden.
Dabei wird klar, dass unsere Rücküberführung von ELOWYN und der Urlaub der LIBERTÉ Crew etwa zeitgleich stattfinden – das trifft sich gut!

Zu dieser Zeit liefe auch der Liegeplatzvertrag von NESSAJA aus, der Plan ist nun, dass wir unser Schiff an Land stellen lassen und einen Liegeplatz für ein Jahr an Land buchen.
Dann werden Hans Peter und ich das Teakdeck abbrechen und feststellen, wo das Wasser eindringt und inwieweit das Sandwichdeck betroffen und geschädigt ist.

Wir gehen heute davon aus, dass zumindest eine partielle Sanierung des Sandwich ansteht, diese werden wir dann erledigen und das Deck weiß lackieren – an dieser Stelle kommt idealer Weise der neue Eigner ins Spiel, er entscheidet, wie es von hier an weitergeht.

Wie bereits angedeutet, werden das Deck und die Wandpanele somit ein Teil der Verhandlungsmasse bei NESSAJA – kauft ein versierter DIY-Mann heute, kann er mit einem erheblichen Preisnachlass rechnen.
Wird NESSAJA erst nach der Deckssanierung verkauft, bekommt der Käufer für gutes Geld ein wirklich mängelfreies Schiff.

Soweit der Plan – wir werden sehen, was sich ergibt.

Wo werden wir wohnen? Nun, das ist noch nicht ganz klar, das kommt darauf an, wie rasch es mit dem Haus voran geht. Ich gehe aber davon aus, dass uns auch ELOWYN wieder temporär zur Verfügung steht.

Nach dem Telefonat fahren Sibylle und ich ins Krankenhaus…
Was war geschehen???

Hier kommt alle paar Tage ein Orthopäde

Sibylle laboriert immer noch mit ihren Füßen und Zeherl – die kleinen Zehen sind rot und geschwollen, sie sehen aus wie einst die kugeligen „Zehen“ von Plumpaquatsch.

Das klingt lustig, war es aber nicht – meine Gattin hat Schmerzen und ist in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt.
Die Ärzte sind sehr nett, man will Sibylle helfen. Leider gelingt dies nur bedingt – eine wirkliche Lösung ist auch hier nicht in Sicht, aber eine Idee für eine temporäre Besserung, oder besser Linderung, wird gefunden.

Hoffentlich finden die Ärzte in Deutschland die Ursache für die Beschwerden.

Leicht gehandicapt fahren wir sofort anschließend in die „Artemis Boatyard“ in den Norden der Insel.
Hier biete ich für einen Bekannten aus der Schweiz sein Schiff zum Verkauf an, ein Interessent hat sich für eine Videokonferenz am Samstag angemeldet – wir müssen checken, ob wir Zugang zum Schiff haben und ob alles ok ist.

Auf FREE WILLY sieht alles gut aus – der Samstag kann kommen

Dann fahren wir in die Marina zurück. Die Sonne scheint, es weht eine leichte Brise, wir wollen die Backskiste von EDINA ausräumen um die verstauten Dinge trocknen zu können.
Es ist für die nächsten Tage kein Regen angesagt.

Wir räumen aus – alles ist besudelt
Die Kiste mit dem Angelzubehör – steht unter Wasser
Schuhe, Leinen, Bändsel – alles durchweicht

Nachdem wir die Kiste ausgeräumt haben, müssen wir das Wasser „rausschaufeln“ – Sibylle bringt es in einen Eimer, ich leere die Pütz, so schaffen wir 70 Liter Regenwasser außenbords.

Dabei reinigen wir die Abflüsse und stellen fest, dass die Kiste und das Abteil, welches vom Laufdeck her mit den Festmachern belegt ist, durchgängig gebaut sind. Es handelt sich um eine riesige Backskiste.

Also müssen die durchweichten, schweren Festmacher auch noch alle an Deck geschafft und zum Trocknen ausgelegt werden.

Sibylle schaufelt das Wasser in die Pütz – ich leere diese über die Bordwand
Die schweren Festmacher müssen in die Sonne

So lassen wir die wunderschöne Französin zurück – all die nassen Dinge müssen jetzt erst einmal trocknen.
Wir haben uns den Feierabend verdient und ziehen uns nach Hause zurück.
Ich lerne Griechisch und Sibylle zaubert etwas Vegetarisches – Gemüsebratlinge! Ihr seht, bis jetzt halten wir durch…

War lecker

Das Wochenende steht vor der Türe.
Wir vereinbaren, dass wir am Montag nach Lipsi fahren würden, um dort Marcus und seine Familie zu besuchen.

Klar war, bevor wir den Tagesausflug antreten, möchte ich den Videocall mit dem Interessenten für die kleine Bruce Roberts 35 erledigt wissen – zudem sollten wir EDINA wieder aufräumen und alles verpacken.
Die restliche Zeit können wir verplempern – wahrer Luxus!

Auf dem Weg zum Videocall gönnen wir uns einen Cappuccino im „Navarone“

Pünktlich zu vereinbarter Zeit klingelt mein Telefon – ein Amerikaner der in München lebt und arbeitet, interessiert sich mit seiner Partnerin für das kleine Blauwasserschiff.

Ich nehme das Telefonat im Cockpit an und gehe dann mit den beiden „virtuell“ durch das Schiff – eine Roomtour per Video, so dass ein Bild entsteht und entschieden werden kann, ob eine Anreise gerechtfertigt ist.

Sieht top aus

Alles klappt bestens, die Laune ist überschwänglich, die Fragen werden beantwortet.

Wir verabschieden uns – „…auf bald, wir hören voneinander!“

Tun wir nicht! Zumindest nicht bis jetzt…
Offen gesagt, das enttäuscht mich immer ein bisschen. Natürlich weiß ich, dass Auskünfte auf Inserate unverbindlich sind.
Ich weiß auch, dass in einer Welt und zu einer Zeit, in der es Usus geworden ist, dass Firmen nicht auf Bewerbungen antworten – dass in einer solchen Zeit nicht unbedingt erwartet werden darf, dass man nach ein paar Tagen ein kurzes Feedback gibt.

Ich erwarte dies aber trotzdem! Es ist ein Unterschied, ob man kurz ein Mail austauscht, oder ob man Videotelefonate führt und sich über Wochen in Kontakt befindet.

Leider muss ich feststellen, dass die Menschen in jeglicher Hinsicht alle Formen von Höflichkeit in der Kommunikation verlieren. Sehr oft bekomme ich als Anfrage auf die angebotenen Boote unhöfliche Einzeiler ohne Anrede und Unterschrift.

Für NESSAJA gab es ebenfalls eine solche Anfrage – Text „Ich will das Boot sehen!“ – nicht mehr!

Es folgt dann, überraschender Weise, ein doch sehr netter und kommunikativer Austausch, der dann aber ergebnisoffen und unbegründet einfach abbricht.
Ich frage mich, was ist so schwer, einen freundlichen Dreizeiler zu formulieren und abzusagen???

Na egal, wir lassen uns das Wochenende dadurch nicht verderben und erledigen am Sonntag auch noch den zweiten Pflichtpunkt auf unserer Liste.

Kiste trocken und ordentlich gestaut
Alle Leinen wieder trocken
Wieder „klar Schiff“ auf EDINA

Weil alles geklappt hat und wir absolut im Soll sind, beschließen wir, dass wir wieder einmal ausgehen.

Sibylle hat keine Lust zu kochen und möchte gerne die Pizzen im „Navarone“ ausprobieren.
Wir verlassen also bei Sonnenuntergeng die Marina und tuckern mit der GS nach Agia Marina um dort unser Dinner zu genießen.

Die Sonne geht unter – wir fahren los
Das „Navarone“ ist wunderschön und sehr geschmackvoll
Eine tolle Adresse auf Leros

Wir nehmen Platz und studieren die Karte. Das Lokal scheint sich auf Mottotage zu spezialisieren.
Das ist keine schlechte Idee und wird auch angenommen.
Bedienung Maria kommt und nimmt unsere Bestellung auf – Taramosalata als Vorspeise und jeder eine Pizza als Hauptgericht.

Die Pizzen sind teuer, das wussten wir, es hatte sich herumgesprochen – aber sie sollen auch ausgesprochen gut sein.
Das wollen wir heute prüfen 😉 – ich bin ja anerkannter Pizzaexperte und kann auch einen Besuch der „besten Pizzeria der Welt“ für mich verbuchen!
Aber das ist eine andere Geschichte…

Sibylles „Trüffel Pizza“ – mit SPECK!!! OMG
Meine vegetarische „Pizza – Bufala“

Ja, was soll ich sagen? Schwer zu beschreiben.

Zunächst – das Essen war sehr lecker, es gibt keinerlei Beschwerden.
Dennoch war die Pizza, obwohl lecker und mit hochwertigen Zutaten, ein ganzes Stück weit vom „original“ italienischen Geschmack entfernt.

Jetzt kann man geteilter Meinung sein, ob die Pizza einen dicken oder einen dünnen Rand haben sollte, ob sie teig- oder belaglastig sein sollte, aber um „high-end“ zu sein, muss sie „italienisch schmecken“.

Ich soll mich nicht so haben? Ich sei ja schließlich in Griechenland? Stimmt! Aber wenn man das Pizzabacken wirklich beherrscht und die richtigen Zutaten hat, dann bekommt man eine, dem Original nahe Pizza allerorts hin – bewiesen auf Karpathos, hier habe ich die bis heute beste Pizza in Griechenland gegessen.

Kurz – nimmt man alle Faktoren – Preis, Belag, Geschmack, Teigtextur und auch die Größe – um ein Preis-Leistungs Verhältnis abzuleiten, dann komme ich zu dem Schluss, dass ich zum Pizzaessen lieber ins „La Nostra“ gehe.
Dort ist die Pizza nicht besser, aber preiswerter – sie ist „ehrlicher“.

Das klingt jetzt nach Unzufriedenheit – mitnichten! Wir haben gut gegessen, das „Navarone“ gefällt uns und wir kommen wieder.
Zufrieden fahren wir nach Hause und gehen ins Bett – morgen müssen wir früh raus – wir fahren nach Lipsi!

Es ist etwa 07.00 Uhr, die Sonne leuchtet die Bucht noch nicht aus

Der Wecker klingelt – es ist 06.15 Uhr und ich quäle mich aus dem Bett, wann bin ich eigentlich das letzte Mal so früh aufgestanden?

Hilft nix, die Fähre verlässt Lakki um 07.30 Uhr und wird nicht auf uns Schlafmützen warten.
Da ich ohne Kaffee nicht aus dem Haus gehe, brühe ich mir ein Tässchen auf, dann ist es an der Zeit, dass auch Sibylle aufsteht.

Noch haben wir Zeit, die Fähre hat noch ein paar Meilen zurückzulegen.

In 20 Minuten ist sie da…

Etwa zehn nach Sieben fahren wir los und parken das Motorrad am Hafen. Die Helme hängen wir einfach an den Lenker, auf Leros kommt nix weg und regnen soll es auch nicht.

Dann gehen wir die paar Schritte bis zum Anleger – just in time, denn die Fähre kommt gerade an.

„Saos Ferries“ – die STAVROS ist ein schönes Schiff

Der Ticketverkauf für „Saos Ferries“ ist witzig – alle Kassenhäuschen sind geschlossen, online ist nicht mehr möglich.
Plötzlich kommt ein PKW, eine junge Frau steigt aus und geht von Auto zu Auto, von Person zu Person.

Sie fragt nach dem Wohin, ob es eine einfache Fahrt sei und nach dem Namen. Das alles tippt sie in ihr Mobiltelefon und verlangt dann den Fahrpreis – 5.70€ pro Person.
Ein Ticket? Fehlanzeige – sie würde es dem Mann auf der Fähre sagen, dass wir bezahlt hätten. Nahverkehr auf Griechisch eben…

Dann geht es los!

Wir boarden die Fähre

Die Fahrt nach Lipsi dauert etwa eine Stunde. Wir sind noch müde und dösen so vor uns hin – keine Kommunikation, Funkstille.

Als die Fähre Lipsi anläuft, stehen wir auf und marschieren wieder zur Laderampe. Wir sind nicht alleine, der Fähr-Pendelverkehr wird rege genutzt.

Susanne erwartet uns schon, sie holt uns am Hafen ab.

Hallo Susanne

Ein herzliches Hallo! Wir freuen uns immer die Freunde aus Karlsruhe zu treffen, sie es hier auf Lipsi oder eben auf Leros – gute Laune ist garantiert.

Wir fahren zum Haus der Familie und setzen uns erst einmal auf die Terrasse, es gibt ein kleines Frühstück und einen zweiten Kaffee.

Die Aussicht ist fantastisch

Wir sitzen eine ganze zeitlang und klönen. Es ist ein fantastischer Platz und die Bilder täuschen ein wenig – es sieht etwas grau aus, aber generell war ein phasenweise sehr sonniger, warmer Tag.

Wir waren zu Besuch hier, aber auch, um ein bisschen zu unterstützen. Marcus´ 3-Phasen Victron System ist inzwischen weitgehend fertig und brauchte noch ein paar Konfigurationseinstellungen.
Diese gehen nur über einen Windows Rechner, welchen der Freund aber nicht hat.
Also hatte ich am Vortag die notwendigen Programme geladen und wir wollten heute die Konfiguration und das Setup der Anlage machen.

Noch eine dritte Tasse Kaffee – dann legen wir los.

Entspanntes Arbeiten, ein paar kleine Herausforderungen – aber am Abend war alles geschafft! Genau pünktlich vor dem Abendessen!

Nachmittag, die Sonne kommt auf die andere Seite
Zum Abendessen sitzen wir draußen auf der Terrasse

Susanne war förmlich erschrocken, als wir die Nachricht unserer „vegetarischen Phase“ überbrachten – ohne lang zu fackeln hat sie einfach den Speiseplan umgerempelt und Gemüsenudeln gemacht – phantastisch!

Dazu heute eine Ausnahme – ein Bier und einen Ouzo! Das Bier, weil ich es verdient habe, den Ouzo um das Arbeiten mit meinem ungeduldigen Freund „auszuhalten“ 😉 …

Ein bisschen noch Smalltalk, dann war es schon soweit. Die gleiche Fähre ist am Rückweg von ihrer Runde bis Samos und wird uns hier um 17.30 Uhr wieder einsammeln.

Wir verabschieden uns und Marcus bringt uns zum Hafen, noch schnell die Tickets gekauft und schon kommt die Fähre an.

Hier gibt es klassische Tickets
Die STAVROS ist pünktlich

Wieder steigen rund ein Dutzend Menschen ein, ein paar Kleintransporter noch, dann legt die Fähre auch schon wieder ab.

Wir gehen in den Fahrgastraum und suchen uns ein gemütliches Plätzchen.
Hier oben stehen hunderte von Sitzplätzen zur Verfügung – das kann man sich zur Hauptsaison vorstellen.
Jetzt jedoch, in der absoluten Nebensaison, verlaufen sich die paar Menschen auf dem relativ großen Zubringer.

Wir sitzen gemütlich
Die Fähre ist weitgehend leer

Abermals eine Stunde später kommen wir in Lakki an, schwingen uns auf die treue GS und brummeln zurück auf NESSAJA.

Zum Abendbrot gibt es nur ein paar „Dakos“, das ist so griechisches, hartes Brot, welches wir in Zitronenhummus dippen.
Wir gucken noch ein paar Dokus, dann geht es ab ins Bett, wir sind müde von dem langen Tag!

Seit ein paar Tagen schiebe ich nun schon die Reparatur meiner Duschsumpfpumpe vor mir her.
Ich mag es, wenn der ganze Tag zur Verfügung steht, ich will nicht erst nachmittags anfangen und dabei das Risiko gehen die Arbeit nicht fertig stellen zu können.

Ich lege also einen weiteren Tag für administrative Arbeiten ein – dann endlich packe ich es an! Das Werkzeug kommt nach langer Zeit einmal wieder auf NESSAJA zum Einsatz.

Viel zum Anpassen und Umarbeiten
Das dauert tatsächlich ein paar Stunden – dann ist es geschafft
Sollte wieder funktionieren – Testlauf steht aus

Tatsächlich dauert es auch hier einen entspannten Arbeitstag lang, bis die neue, passende Pumpe montiert ist.
Die Verkabelung musste angepasst werden, die Schlauchführung nebst Wanddurchbruch auch ein wenig – alles in allem zieht es sich einfach…

Am Nachmittag aber war es vollbracht, die Pumpe läuft, alles ist sauber verlegt und abgedichtet.
Jetzt noch die Funktionsprüfung – aber erst nachdem das Silikon getrocknet ist.

Auch Sibylle war fleißig, sie hat das schöne Wetter genutzt, um zwei Maschinen Wäsche „durchzujagen“.

Die kleine Maschine brummelt zuverlässig
Die Wäsche wird auch im Winter rasch trocken

So weit, so gut – ihr fragt euch vielleicht, welche „administrativen Aufgaben“ mich ab und an beschäftigen. Da will ich gerne ein wenig berichten…

Nun, zunächst sind es solche, welche beispielsweise rund um den Verkauf der angebotenen Schiffe auftreten. Ein Bild hier, eine technische Frage und etwas Mailverkehr da.
Dann sehen wir ja auch regelmäßig nach den Booten der Freunde, ich erzähle ja häufig davon.
Dazu kommen die ganzen Themen rund ums Haus. Ein Bankkonto eröffnen, ein Dokument beibringen, Geld transferieren – es ist einiges zu tun, obwohl es uns noch nicht einmal vollumfänglich gehört.

Unsere Reise nach Deutschland und Preveza muss geplant werden, Arzttermine werden eingesteuert und auch Verabredungen mit Freunden werden jetzt schon platziert.

Dann gibt es aber noch die besonderen „Schmankerl…

Die Realität – der Scheinwerfer eines Hyundai i20
Der elektronische Katalog – ich brauche das Teil „C“

Ihr erinnert euch vielleicht – ich habe für einen griechischen Freund ein Hyundai Ersatzteil bestellt. Sibylle hatte dieses aus Deutschland mitgebracht, doch leider hat es nicht gepasst.

Eine nochmalige Überprüfung des Bestellprocederes ergab, dass wir wohl alles richtig gemacht haben – der Händler bestelllt noch einmal…

So soll das Teil aussehen…
…und so sieht es aus

Und jetzt? Ihr ahnt nicht, was ich mitmache! Mir ist wohl bewusst, dass der Händler wegen 20.-€ keinen Aufriss machen will.
Meine Frage, was er denn tun würde, wenn seine Firma dieses Teil für einen Unfallreparatur bräuchte, bleibt unbeantwortet.

Er leitet den ergebnislosen Schriftverkehr an seine Chefin weiter, ich warte bis heute vergebens auf eine Antwort.

Ich schreibe an Hyundai Deutschland mit der Bitte, ob man eine Überprüfung des Zentrallagerbestandes veranlassen könne.
Man antwortet mir, vielleicht KI, vielleicht ein netter Student – aber natürlich eher mit Floskeln als mit einer Lösungsfindung.

Man schlägt mir vor, dass ich mich an einen Händler wenden soll oder den Zentrallagerbestand prüfen lassen soll – ach was???
Mein Einwand, dass der Händler die weiße Flagge gehisst hat und ich exakt WEGEN der Lagerbestandsprüfung Kontakt aufgenommen hätte, verhallt ungehört.

Dieses Thema beschäftigt mich Stunden – ich überlege den CEO von Hyundai über LinkedIn anzuschreiben, bestelle aber zunächst ein Ersatzteil über ebay in China.
Wenn das passt, dann lasse ich mir noch etwas einfallen – BLAME on Hyundai!!!

Ja – und genau SO bringe ich meine Tage rum…

Heute beenden wir die „vegetarische Phase“ unserer Umstellung auf gesunde Ernährung – Sibylle hatte Lust auf ein Krabbenrisotto!

Wegen des Fischgeruchs wird im Cockpit gekocht

Das Essen war lecker, wir waren zufrieden und haben gerade so überlegt, was wir uns als Abendunterhaltung streamen würden – da setzte abermals Starkregen ein.

Nicht, dass man bei Starkregen nicht auch ein bisschen Video schauen könnte, aber irgendwie war uns die Lust vergangen.
Sibylle hat sich mit einem Buch ins Bett gekuschelt, ich wollte für meinen Sohn ein altes Bild eines meiner Fahrräder heraussuchen und habe ein wenig gestöbert…

War lustig, was man da so an alten Schätzen findet! 😉

Alte Bilder – dazu ein Tsipouro

Der ideale Abend um meine Duschinstallation zu testen! Bei diesem Wetter will man ja nicht mehr den langen Weg zur Dusche auf sich nehmen!

Ich dusche, genieße abermals meine eigene, wunderbare Brause und bin zufrieden. Nur noch rasch das Wasser abpumpen…

Nanu? Gar kein Wasser da! Wo ist es hin???
Oh nein, der Schlauchdurchgang am Duschsumpf ist nicht dicht! Das ganze Wasser rinnt in meine Bilge!

Ich könnte im Strahl kotzen! Was soll ich tun? Nun, heute gar nichts mehr – ich gehe also frustriert ins Bett und verschiebe die Problemlösung auf später.

Morgen ist auch noch ein Tag…

Starkregen – die neue Sprayhood kann an den Reißverschlüssen den Regen nicht mehr abhalten

…und was für einer!
Die Sonne kommt wieder duch, es sind zwar noch Wolken am Himmel, aber im Großen und Ganzen ist es schon wieder sehr freundlich.

Als erstes fahre ich zu Andreas Kritikos´ Hardwarestore um einen Filter und ein neues Rückschlagventil zu kaufen.
Wenn ich die Reparatur noch einmal angehe, dann erneuere ich auch die Peripherie – ich bekomme alle notwendigen Teile.

Dann lässt mir der Duschsumpf keine Ruhe – ich kann nicht anders, ich zerlege alles noch einmal.

Ich ziehe die neue Pumpe noch einmal ab

Ich ziehe die neue Pumpe noch einmal vom Schlauch ab und entferne das von mir angebrachte Dichtsilikon.
Ich weiß schon, wo die kritische Stelle ist – der untere Rand des Schlauches ist für mich sehr schlecht zu erreichen, wenn die Pumpe installiert ist.
Man kann das Silikon nicht mit der Kartusche in den Spalt spritzen, sondern muss es mit dem Finger hineindrücken – an einer Fuge, in die man mit dem Finger kaum hineinkommt.

Ich versuche mir mit einem Foto zu helfen, um das Desaster real zu betrachten, müsste man „um die Ecke“ sehen können.

Das Problem ist offensichtlich

Ich glaube, dass das Bild deutlich zeigt, wo der Hase im Pfeffer liegt! Oben kann ich sauber arbeiten und abdichten. Unten, dort wo der Spalt am größten ist, habe ich kaum Platz um ordentlich Dichtmasse anzubringen – die Reparatur war zum Scheitern verurteilt.

Ich stoppe den Prozess und verschiebe auf später – ich will das vernünftig reparieren und muss mir erst eine Lösung erdenken.

Ich räume das Werkzeug auf und widme mich meinem Schlauchboot – das muss ich nach jedem Regen ausleeren. Diesmal war soviel Wasser im Boot, dass ich es kaum anheben konnte.

Der Schnulli ist halb voll
Hauruck
Ganz ausleeren und wieder zurück ins Wasser

Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass wieder einmal eine Unterwasserschiffreinigung des Dinghis ansteht – ein andermal…

Ich gehe zu Martins STENELLA und leere auch dort das Dinghi aus, dann habe ich Zeit für neue Projekte.

Der starke Regen der Nacht, hat das Wasser wieder trüb und schmutzig gemacht. An unserem Liegeplatz ist direkt der Durchbruch zum Meer, man merkt die Verschmutzung und die Sedimente meist nur kurz.

In anderen Bereichen der Marina hält sich die braune Brühe länger…

Trübes, bräunliches Wasser…
…aber nichts im Vergleich zum C-Ponton

Wir gehen weiter ins Office, um dort den Schlüssel für Pauls INSPIRATION zu holen.
Den brauchen wir, um die Bavaria an das Stromnetz anzuschließen und die Batterien zu laden.
Dies wiederum tut Not, weil sich für die kommenden Tage Interessenten aus Bayern angekündigt haben – ich bin sehr gespannt ob sich die schöne 39er verkauft und möchte, dass bei der Besichtigung alles klappt!

Als das erledigt ist, gehen Sibylle und ich zurück auf unsere NESSAJA, genug geschafft für heute!
Ich möchte noch etwas wegen meiner Pumpe recherchieren – erste Ideen habe ich – und einen der Lösungsansätze mit Giorgos besprechen.

Das Wasser wird wieder sauber, die Wolken sind verflogen

Sibylle kocht uns was Feines – die Sonne geht unter, der Tag klingt an Bord aus.

Morgen wird es spannend, spät abends treffen Tom und Jörg, die Interessenten für die Bavaria, zur Besichtigung ein!

Der Tag beginnt entspannt bei einem Müsli und einer Tasse Tee für Sibylle und dem lebenswichtigen Kaffee für mich.
Es ist ein herrlicher Tag, wir überlegen also, was wir mit den „geschenkten Stunden“ anfangen können.

Was machen wir denn heute???

Gemütlich legen wir los – es ist Samstag und das gesamte Inselleben ist irgendwie relaxed.
Sibylle hat mal wieder Lust auf ein „Fährtle“, wir beschließen also eine große Runde zu drehen.

Zunächst verschlägt es uns zum Haus. Dort waren wir länger nicht mehr, wir wollen nach dem Rechten sehen und dabei auch prüfen, ob die schweren Regenfälle etwas angerichtet haben.

Bissl Wasser kommt rein

Wir sind zufrieden – nichts ist kaputt, nichts stinkt, nichts steht bedenklich unter Wasser.
Das Dach hat zwei Stellen an denen Wasser eindringt, dies tropft durch die alte „Fehlbodendecke“ direkt auf den Boden.
Das wissen wir schon länger, die Ursache ist eindeutig und da ich das Dach, wie bereits erwähnt, ohnehin neu abdichten möchte, ist dies für uns kein Beinbruch.

Kurz – keine neuen Überraschungen, keine negativen Überraschungen!
Zufrieden ziehen wir weiter…

Wir setzen unsere Fahrt fort, queren den Bergrücken in der Mitte von Leros und cruisen bis nach Agia Marina.
Exakt als die Katamaranfähre aus Kos eintrifft, kommen auch wir am „Navarone“ an und ergattern einen Tisch in der Sonne.

Trubel am Hafen – die Fähre legt gerade an
Links das wunderschöne „Navarone“ – wir sitzen im Freien

Wir genießen unseren Kaffee und ratschen eine ganze Weile – vor allem natürlich über den Schiffs- und Wohnungsverkauf und über den Hauskauf nebst anstehender Renovierung.
Das Jahr 2025 wird ein spannendes – in jeglicher Hinsicht!

Es wird schon fast kühl, als wir weiterfahren. Unser nächstes Ziel ist Vromolithos – Sibylle braucht Zitronen und wir haben eine „Greencard“ zu Mireilles Zitronenbaum.
Es versteht sich von selbst, dass wir in diesem Zug auch nach dem Rechten sehen.

Alles top am Haus der Freunde
Die Zitronen sind ein Gedicht

Danach heißt es ab nach Hause! Ich will nach dem Durchzug der Regenfront gestern Nacht, auch bei Edina noch einmal nachsehen ob alles ok ist…

Ist es NICHT!

Wieder ist die Backskiste fast halbvoll

Ahhhrgggh – es ist zum Haareraufen! Dieses verfitzmaledeite Schiff ärgert mich fast täglich!

Wieder spreche ich mit dem Eigner – er stimmt meinem Vorschlag zu, dass wir die Backskiste leeren, das gestaute Gut an andere Orte räumen und dann lediglich die Kiste ab und an entleeren.
Ich weiß nicht woher das Wasser kommt und kann es mir bis jetzt auch nicht erklären.

Das werde ich an einem anderen Tag erledigen, denn so langsam tickt die Uhr für den weiteren Verlauf des heutigen Abends.

Ich muss meinen Sohn zurückrufen, er hat Neuigkeiten für mich…

Die Bremsscheibe glüht nach 5 Minuten Fahrt

Der Junior war entsandt, um unser Deutschlandauto zu überprüfen. Der kleine Flitzer stinkt nach kurzer Fahrt.
Diese, von Nader erstellte, Diagnose war zu wenig präzise um klar sagen zu können was dem Wagen fehlt – der Filius muss ran…

Leider war das Resultat kein erfreuliches. Die Bremse hinten ist fest und sorgt dafür, dass die Bremsscheibe schon nach kurzer Fahrt glüht.
Klar, dass das nicht nur stinkt, sondern auch für Folgeschäden sorgt.

Stefan und ich beschließen daher, dass der Honda auf einen Hänger kommt und zu einem Spezi verbracht wird.
Dort kümmert sich der erwachsene Nachwuchs um die Reparatur am Wagen des alten Herrn – so mag ich das!
Ich nehme an, dass die Jungs diese Gelegenheit zu einem Werkstattbier nutzen, zudem werde ich wohl ein feudales Menü springen lassen müssen 😉

Thema geklärt – und jetzt?

Jetzt fahren Sibylle und ich zu Rena…

Der Tag endet spektakulär

Rena, das wisst ihr, ist unsere Lieblingsautoverleiherin. Wir haben einen Wagen für unseren Besuch reserviert, wollen diesen abholen und auch gleich für eine Fahrt nach Alinda nutzen.

Wir haben nämlich gestern Dimitris vom „To Steki“ getroffen, als er beim Fischer gerade frische Kalamari gekauft hat.
Sibylle hat sofort danach gefragt und sich dann auch umgehend für heute Abend zum Dinner eingebucht.

Also nix wie hin…

Im „To Steki“ schmeckt es einfach immer

Nach dem Essen trennen sich unsere Wege für kurze Zeit. Ich setze Sibylle bei NESSAJA ab und fahre dann auch umgehend weiter zum Hafen von Lakki.

Dort trifft pünktlich um 22.30 Uhr die BLUESTAR 2 Nachtfähre aus Kos ein.
An Bord Tom und Jörg, die Beiden wollen eine Eignergemeinschaft bilden und haben dafür INSPIRATION ins Auge gefasst.

BLUESTAR 2 aus Kos trifft ein

Wir erkennen uns, begrüßen uns und sind uns – ich hoffe, ich darf für alle sprechen – auf Anhieb sympathisch.

Die Beiden haben einen langen Reisetag hinter sich und wollen ohne über Los zu gehen im Hotel einchecken.
Morgen würde ja auch ein langer und vermutlich anstrengender Tag folgen.

Der Beiden Wunsch ist mir Befehl. Ich bringe die Kumpels ins „Bianco Hotel“, überlasse ihnen den Leihwagen und brummle dann, mit der zuvor hier abgestellten, GS zurück nach Hause.

Auch wir gehen früh ins Bett, morgen wird abermals ein aufregender Tag – wir stellen Pauls Bavaria 39 Cruiser vor!

Früh am Morgen – wir wollen uns um 09.00 Uhr treffen

Ich stelle mir extra den Wecker – ich kann, ohne meine zwei Tassen Überlebenselixir, nicht in die Außenwelt treten.
So schlürfe ich genüßlich meinen Kaffee und schnappe mir dann alles, was ich zum Besichtigungstermin benötigen würde.

Telefon, Brille und… – ach ja, die Schlüssel!

Jetzt geht´s los

Ich schlendere Richtung Marinapforte und möchte am Weg noch schnell „nach rechts abbiegen“, da kommen mir Tom und Jörg auch schon entgegen.
Offensichtlich hat die Neugierde die Beiden auch herausgetrieben, so zeige ich kurz die Richtung zum Steg und entschuldige mich – „…bin in fünf Minuten da“!

Wir entern das Boot und los geht´s…

Fachsimpeln an Bord von INSPIRATION

Der Tag ist lang – wir testen zusammen alle erdenklichen Systeme und kriechen in jeden Winkel.
Es kommen viele Fragen auf, einige notieren wir auf einer Liste, um diese später am Telefon mit dem Eigner zu besprechen.
Die meisten der Themen kann ich jedoch beantworten und erklären, so dass letztlich erfreulich wenig offene Punkte übrig bleiben.

Mittags macht Sibylle uns einen Kaffee, den wir gemeinsam an Bord von NESSAJA genießen.
Das Wetter ist optimal, wir können zur Kaffeezeit im Cockpit sitzen und viele Themen rund um die Bavaria 39C diskutieren.

Am Nachmittag wollen die Interessenten ein bisschen alleine an Bord verweilen – wie wirkt das Schiff? Natürlich gibt es auch Internas zu besprechen.
Wir vereinbaren uns, dass Sibylle und ich in der Zwischenzeit mit dem Leihwagen eine offene Fischtaverne ausfindig machen, einen Tisch reservieren und am Heimweg einen kleinen Snack mitbringen.

Eineinhalb Stunden später sitzen wir im Cockpit von INSPIRATION und essen ein Giros nebst Bierbegleitung.

Langsam haben wir alle Punkte besprochen – leider bekommen wir den Cockpitplotter nicht zufriedenstellend hin, er bleibt ziemlich dunkel. Ein Defekt?
Die Antwort bleibt offen, der Bildschirm ist nicht ablesbar, eine testweise Veränderung der Einstellungen nicht so ohne Weiteres möglich.

Wir verabschieden uns, etwas Ausruhen ist angesagt – in zwei Stunden würden Tom und Jörg uns an der Pforte zum Dinner abholen.

Ein 1.8kg Red Snapper

Unsere „Wahl“ fiel auf die „Psarotaverna Gourna“, die wir vom Hörensagen her kennen.
Wir waren aus eigenem Antrieb noch nicht dort, da Freunde von uns sowohl sehr positiv als auch recht negativ urteilten.

Diesmal war die Aus“wahl“ eher keine echte Wahl – mangels echter Alternativen.
Eine Situation, welche sonst meist in der Politik auftritt, lässt uns entscheiden, hier einen Tisch zu reservieren und den Fisch vorzubestellen.
Es hatte Ende Januar am Montagabend einfach keine andere Fischtaverne offen…

Was soll ich sagen – wir haben sehr gut gegessen!
Sibylles Thunfisch war etwas zu arg durchgebraten, den bestellten Gargrad „medium“ konnte der Koch bei der dünnen Scheibe nicht halten.
Der Snapper und die Meze, sowie der griechische Salat waren aber hervorragend!

Dazu gab es Shrimps in Kadaifi als Gruß aus der Küche sowie einen Orangenkuchen als Dessert.
Tom ließ es sich nicht nehmen eine Einladung auszusprechen, dafür noch einmal ein herzliches DANKESCHÖN!

Wir ziehen weiter ins „Café Palma“ um dort noch einen Ouzo zu trinken – aus diesem werden dann zwei, plus zwei Bier – denn wir haben was zu feiern!

Ihr ahnt es – bei dem bereits angesprochenen Telefonat mit Paul wird man sich einig, die mündliche Kaufzusage wird gemacht, es sieht also so aus, als hätte INSPIRATION einen neuen Eigner.

WOW – was für ein Tag!
Wir kommen spät ins Bett – allerhöchste Zeit, denn die Neueigner nehmen bereits am kommenden Morgen um 04.00 Uhr, die Morgenfähre nach Kos, von wo aus der Flieger via Athen nach Deutschland geht.

„Hier haben wir das Auto geparkt!“

Die Beiden parken bei der Abreise den Leihwagen am Hafen und schicken mir den Standort per WhatsApp. Ich fahre dann am frühen Vormittag mit Sibylle dorthin, um den Wagen abzuholen und zurück zum Autoverleih zu bringen.

Da es um diese Jahreszeit keine verbindlichen Öffnungszeiten gibt und ich nicht mehrmals nach Rena suchen möchte, um meine Schulden zu bezahlen, kommen die Banknoten einfach zusammen mit dem Schlüssel unter die Fußmatte – ich liebe Griechenland!

Wagenrückgabe „Greek-Style“

Puh, geschafft! Der lang ersehnte Besichtigungstermin ist vorüber, der Ausgang mehr als positiv!
Ich freue mich in jeglicher Hinsicht! Für Paul dafür, dass der Verkauf ohne Mühe und reibungslos vonstatten ging, für Tom und Jörg und deren Familien darüber, dass sie ein wirklich sehr gutes Schiff erwerben konnten.

Ich bin überzeugt, dass die Beiden auch die Marinacommunity bereichern werden – ich freue mich schon auf den nächsten Besuch…

Klar, in den nächsten Tagen gibt es einiges zu Planen, aber jetzt konzentrieren sich Sibylle und ich erstmal auf die noch offenen Aufgaben.
Allen voran die geflutete Backskiste von EDINA – hier heißt es „auf ein Neues!“

Abermals ausräumen und trockenlegen
Das durchweichte Gut wird zum Trocknen drapiert

Zwei Tage später werde ich die trockenen Sachen an andere Orte verstauen und die undichte Backskiste leer lassen.
Ob ich die Ursache suchen und finden werde, lasse ich noch offen, da muss ich erst sehen, ob ich die Zeit dafür aufbringen kann und möchte.

Klappt das nicht, werde ich eben immer nach heftigem Regen, die Kiste leeren und austrockenen lassen – sei´s drum…

Auf diese Art und Weise verfliegt auch dieser Tag.
Ich bräuchte jetzt einen Tag Pause, etwas Ruhe, doch es ist Dienstag und wie an jedem Dienstag, habe ich auch heute noch einen fixen Termin 😉

Κάθε Τρίτη είναι το μάθημα των ελληνικών μας

Ireni als gestrenge Lehrerin – Zuckerbrot und Peitsche

Der Kurs macht mir Spaß und doch leide ich!
Griechisch ist eine schwere Sprache, das Lerntempo ist hoch. Unsere Gruppe ist homogen, inzwischen sind zwei Frauen als neue Teilnehmerinnen dazu gekommen und bereichern die bis dato reine Männergruppe.

„Lehrerin“ Ireni wechselt mehrmals die Rolle, zwischen singender Motivatorin bis zur unbarmherzigen Treiberin wechselt sie, um uns bei Laune zu halten und doch hoch gesteckte Lernziele zu erreichen.

Ich spüre deutlich den Unterschied zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis und merke – ich bin nicht mehr 30!

Pünktlich um 18.15 Uhr endet der Kurs – ich habe Hunger und ich will heim – ENOUGH for today!
Als ich von Lakki in die Marina fahre, wird es gerade Nacht. Man merkt, dass die Tage wieder länger werden.

Die Nacht bricht herein, ich freue mich auf etwas zu Futtern

Der Abend verläuft unspektakulär. Aber nach dem zu Bett gehen merke ich, dass ich schlecht einschlafen kann.
Der Plotter von INSPIRATION beschäftigt mich…

Ich will nicht glauben, dass der hochwertige B&G Kartenleser wirklich defekt ist. Ich will nach dem Rechten sehen und packe das auch gleich nach dem Frühstück am neuen Tag an.

Ich habe ein Download der Betriebsanleitung und das Gefühl, dass der sehr dunkle Bildschirm etwas mit einer unbeabsichtigt verstellten Helligkeitsregelung zu tun hat – ich mäandere mich daher fast blind durch das Menü und siehe da…

Läuft wieder!

Ich bekomme das Multfunktionsdisplay wieder zum Laufen und vermelde das auch sofort den Käufern und dem Verkäufer!
Der Plotter ist intakt und kann von der Liste genommen werden.

Der erste Monat des neuen Jahres geht in den Endspurt, mal sehen was der Tag noch bringt – wir schreiben den 29.01.2025.
Noch zweieinhalb Tage Januar 😉

Ein Regentag! Natürlich! Was denn sonst?
Das Wetter hier ist so, wie man es in Deutschland dem April nachsagt – es weiß nicht was es will.
An einem Tag frühsommerlich warm, am nächsten Tag wolkenbruchartige Regenfälle.
Der Wetterbericht verheißt ganztägig nichts Gutes, ich mache mich also an meine Duschpumpe!

Ein Riesenloch – voll mit Schlatz

Es ist unglaublich was sich Dufour da geleistet hat! Als Neubootkäufer schaust Du ja nicht in solche Ecken.
Ein überdimensioniertes, ovales Loch, aus dem ein von der anderen Seite unzugängliches Schlauchende ragt.

Durch die Position der Pumpe, bleibt über dem Schlauch ein Spalt welcher gut abzudichten wäre.
Darunter jedoch klafft eine Lücke, aus der das Duschwasser ungehindert in die Bilge fließen könnte – also muss man dies abdichten.
Hier kommt die Werft ins Spiel – und dieser fällt nichts anderes ein, als das Loch weitgehend unkontrolliert und ins Leere, mit Silikon aufzufüllen.

Diesen Klumpen hat Dufour hinter den Schlauch geschmiert – schämt euch!!!

Irgendwie haben sie es in der Produktionshalle dicht bekommen.
Mein erster Versuch ist kläglich gescheitert und ich habe keinerlei Lust, mich mit solchem Murks zu beschäftigen – ENOUGH!

Ich habe mir also eine Lösung mit einem Verschlussdeckel und einer Schlauchdurchführung erdacht – diese ist leider etwas kompliziert, weil man die Pumpe eigentlich durch die Befestigungslaschen von oben einbaut und dann den Schlauch aufsteckt.
Ich muss aber die Pumpe von der Seite auf den Schlauch schieben, da sind aber die pumpeneigenen Befestigungslaschen im Weg.
Ich werde die Pumpe daher auf einer Montageplatte vormontieren, diese dann einkleben und gleichzeitig damit das Loch verschließen – alles klar?

Nein??? Dann seid gespannt! Giorgos baut mir etwas aus V4A, Anfang Februar wird repariert 😉

Der letzte Tag des Monats empfängt uns dann abermals freundlich…

Ein Traumtag – frühsommerlich warm

Es verspricht ein sehr schöner, geselliger Monatsabschluss zu werden, Marcus hat sich, in Begleitung seiner Mädels, zum Besuch angemeldet – man hätte nichts zu erledigen, man käme einfach um uns zu besuchen.

Wir freuen uns und senden umgehend ein Bild von DARKSYDE, den Kran solle man einfach ignorieren 😉

Der große Kran – zur Reparatur über DARKSYDE geparkt

Sibylle und ich drehen eine Marinarunde und genießen das herrliche Wetter, danach rufen die Pflichten.
Meine gute Gattin jagt eine Ladung Wäsche durch die Maschine und setzt sich dann zum Englisch Lernen ins Cockpit.

Ich habe ein paar Mails zu schreiben, dann genehmige ich mir ebenfalls eine Griechisch Session mit Duolingo.

Auf unserer Marinarunde haben wir wieder eine schöne Perspektive auf NESSAJA
Blumen blühen, die Insel ist grün

Nach dem Lernen müssen wir los. Die Freunde kommen mit der Katamaranfähre aus Lipsi und werden um 14.20 Uhr ankommen.
Wir wollen sie überraschen und an der Fähre abholen, vielleicht geht ja ein gemeinsamer Kaffee im „Navarone“.

Wir kommen pünktlich in Agia Marina an und parken das Mopped vor dem In-Lokal.

Schnell Pullover ausziehen – man schwitzt sonst

Es dauert kaum 10 Minuten und die Fähre kommt an. Wer glaubt, dass Ende Januar nix los ist, der täuscht sich gewaltig!
Viele Menschen kommen an, noch mehr verlassen für diverse Wochenendbesuche die Insel.

Es herrscht reges Treiben am Fährhafen…

Die Freunde kommen an, ich kann sie schon sehen
Da sind sie – viel zu dick angezogen

Wir begrüßen uns, unsere Idee ein wenig in der Sonne zu sitzen und einen Kaffee zu trinken wird einstimmig angenommen.

Ok, zugegeben, wir blasen die Bestellung etwas auf – zu den Kaffees ordern wir eine Limo für Lilly und einen Aperol für Susanne.
Marcus und ich steigen gleich mit einem Ouzo ein – eine gute Wahl, denn zu dem gibt es Meze.

Plötzlich war der Tisch irgendwie voll und wir saßen länger als geplant! Ein guter Einstand!
Die Freunde waren gleich so begeistert vom „Navarone“, dass wir beschlossen haben, heute Abend hier zu essen.

Klar sitzen wir auf der Terrasse
Ouzo und Meze, dazu ein Espresso – perfect day

Unsere Runde löst sich auf. Marcus hat in der Marina noch etwas zu besprechen, Sibylle möchte noch beim Gemüsehändler einkaufen und ich muss Geld abheben – morgen ist der Erste!
Ach ja, tanken müssen wir auch noch…

Es vergeht also noch ein bisschen Zeit, bis wir in der Marina ankommen.
Die Stimmung ist wieder herrlich und ich genieße diesen Tag – genau darum sind wir hier – das Leben ist schön!

What a beautiful day!

Wir haben Hunger – ist´s noch lang bis zum Abendessen?

Fast schon telephatisch gesteuert, trudelt eine Nachricht von Marcus ein – „…wenn ihr früher wollt, gerne. Wir haben Hunger!“
Perfekt! Wir ziehen die Verabredung also um eine Stunde nach vorne – Treffpunkt 18.30 Uhr.

Als ob ich höhere Mächte angefleht hätte, dass man mir Zeitvertreib schicken möchte, ruft dann Ralf an, um ein paar Kleinigkeiten zum Antifoulinganstrich seiner CHILI zu besprechen.
In der Zwischenzeit verpasse ich eine Nachricht von Paul bezüglich Vertragsformalitäten zum Verkauf von INSPIRATION.

Als ob das nicht genug wäre, sendet mein Sohn ein Foto, dass er gerade im Moment unseren roten Deutschlandflitzer zur Reparatur abholt.
Ich bedanke mich artig!

Ok, die Reparatur unseres Honda Civic scheint anzulaufen – Fingers crossed

Trotz der Vorverlegung des Termins und der nun scheinbar fliegenden Zeit, kann Sibylle es nicht mehr aushalten.
Vom Hunger geplagt, reißt sie eine Tüte „Dakos“ auf und knabbert gierig an den harten, trockenen Scheiben.

Von Nix kommt Nix

Dann aber…
Die Wartezeit war vorbei und wir machen uns auf den Weg zu DARKSYDE um mit Marcus, Susanne und Lilly ins „Navarone“ zu fahren.
Dort gönnen wir uns ein leckeres Dinner und haben viel zu bequatschen

Unsere Diskussionsthemen reichen von A wie Afghanistan über H wie Habeck und S wie Saildrive bis zu Z wie Ziegen.
Klingt komisch, ist aber so…
Diese Themenvielfalt, garniert mit zwei Gläsern Wein auf der einen und zwei Flaschen Bier auf der anderen Tischseite, waren Garant für eine spannende, lustige und allumfassende Beleuchtung des Weltgeschehens.
Ok, den Ouzo habe ich verschwiegen, der hat das Ganze noch ein wenig enthemmt.

Kurz, wir hatten echt Spaß!

Der Abend endet spät – wir kommen nachts zurück in die Marina. ENOUGH – heute bleibt der VPN Kanal geschlossen, wir sind müde – ab ins Bett! Gute Nacht NESSAJA, gute Nacht Freunde, gute Nacht Januar und καληνύχτα Λέρος…

Das Bild war gegen 18.15 Uhr aufgenommen worden – ist aber ein guter Abschluss

Der Ausblick auf Februar…

Der Verkauf von INSPIRATION und die Vorbereitung der Übergabe wird sicher ein Thema des kommenden Monats sein.
Sibylle fliegt am 13.02. für sechs! Wochen nach Deutschland – auch das ein prägnantes Geschehen während der folgenden Wochen.

Darüber hinaus wird interessant, ob ich mit Giorgos eine Lösung für das leidige Pumpenproblem erarbeiten kann.

Die wichtigste Frage wird aber sein – rührt sich etwas in Sachen Wohnungsverkauf in Deutschland und zum Thema Hauskauf in Griechenland?

In diesem Sinne – hoffen wir auf einen ruhigen, wunderbaren zweiten Monat des Jahres 2025! Bleibt uns gewogen, auf bald…

Herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle

Dezember 2024 – Our House

Nie, überhaupt NIE, war ich mir so sicher, welches Lied der Titelsong des Monats werden würde. Und wirklich NIE haben Titel UND Interpret so exakt unseren Monat beschrieben, wie MADNESS´ Song OUR HOUSE aus dem Jahr 1982!

Kurz – der Titel passt wie Arsch auf Eimer – der Dezember hat sich fast ausschließlich um „unser Haus“ gedreht und uns dabei fast in den Wahnsinn getrieben.

Dass es, nebenbei bemerkt, der 150. Blogbericht ist, macht die Sache rund – doch der Reihe nach…

Wir schreiben den 1. Dezember des sich zu Ende neigenden Jahres 2024 und Sibylle und ich hatten gerade das Frühstück beendet und saßen an der zweiten Tasse Kaffee beziehungsweise Tee. Es war ein Sonntag, wir hatten keine Eile…

Plötzlich, ein nervenzerreißender Warnton – das Mobiltelefon setzt eine Warnmeldung der griechischen Netzbetreiber ab.

Unwetterwarnung in Griechenland, unsere Region ist betroffen

Diese Warnungen sind hier üblich und auch ernst zu nehmen. Dies hat sich in diesem Fall leider auch bewahrheitet, in Rhodos standen Straßen unter Wasser, Autos wurden weggespült, es gab einen Toten.

Wir erhielten mehrere Anrufe von Freunden, die sich nach uns erkundigten, deren Sorge aber auch ihren Schiffen galt. Insgesamt hatten wir im Dezember einiges in Sachen „Caretaking“ zu tun, von diesem Unwetter blieb Leros aber verschont.

Ich habe an diesem Tag meinen Novemberblog beendet und online gestellt – es war ein sehr gemütlicher Sonntag.

Der November klang mit Arbeiten an SAGITTA aus

Weil ich gerade SAGITTA erwähne – auch Anfang Dezember gab es noch ein paar Restarbeiten an Marios Dufour 38C zu erledigen. Es kam daher mehr als einmal vor, dass die beiden „Supermarios“ 😉 nach dem Abendessen oder bei einem Denkbier beieinander saßen und über Plänen grübelten.

Ich würde es so machen…

Das Wetter war während des ganzen Dezember durchwachsen. Wir hatten wunderschöne Sonnentage jenseits der 20°C Marke, aber auch viele bewölkte Tage mit Regen.

Ich würde gefühlsmäßig sagen, dass die schönen Tage überwogen haben, aber die Schlechtwetterzeiten verhaften sich in Griechenland eben mehr – zumal wir ja nur ein Motorrad haben.

Wenn es das Wetter zuläßt, dann kann Sibylle mich derzeit leicht zu kleinen Spaziergängen in der Marina überreden. Wir sehen dabei nach den Schiffen der Freunde und Bekannten, helfen, wenn es etwas zu helfen gibt und sehen zu, ob sich die Gelegenheit zu einem geselligen Ratsch ergibt.

Als wir bei einer solchen Marinarunde an der JASPER von Uli und Angelika vorbeikommen, fällt uns auf, dass eine der Heckleinen ins Wasser hängt – ok, schnell wieder hinbinden…

Das ist schnell erledigt

Ich will die Leine aus dem Wasser lupfen und packe sie vorsichtig an, ich will mich nicht mit Salzwasserschlatz besudeln, außerdem gehört immer eine Hand dem Boot.

Uffz, da geht gar nichts! Hhhhgrr, selbst mit der ganzen Hand kann ich die Leine nicht anlupfen – was ist das???

Mir kommt Inspector Barnaby in den Sinn und ich befürchte schon, dass ein Segler der die Seemannsbräuche nicht befolgt hat, mit Betonschuhen an der Leine hängt. Ich suche mir also eine neue Position, stemme mein Gewicht in die Leine…

Endlich tut sich was!

Nanu??? Da hängt der Poller!

Unglaublich! Hat doch das Einrucken der Hanse 400 dafür gesorgt, dass der Stahlpoller komplett von seiner Bodenplatte gerissen wurde.

Ok, da hat sicher der Rost mitgeholfen, aber so könnt ihr ahnen, dass schon Bewegung im Hafen ist, wenn starke Stürme über den Dodekanes fauchen.

Das Ding wiegt bestimmt 25kg

Nach der ersten Überraschung stellt sich die Frage – was tun? Das Boot soll ja wieder sicher fixiert sein und keine allzu starken Bewegungen machen.

Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass JASPER kräftig an ihren Festmachern gezerrt haben muss. Zunächst ist wohl der Ruckdämpfer gerissen, in der Folge dessen, wurde das Einrucken nicht mehr abgefedert und die Lastspitzen haben ausgereicht, um den maroden Poller in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Kaputt – da geht nix mehr

Zum Glück ist gleich daneben noch ein Stahlbügel einbetoniert. Dieser macht einen soliden Eindruck und ich kann die zweite Heckleine neu belegen.

Problem gelöst – temporär

Ein Kontrollblick zeigt, dass an der Hanse der Freunde keinerlei Schäden entstanden sind. Klar ist aber auch, dass der Ruckdämpfer erneuert werden muss – das wird Uli als erste Arbeit nach der Rückkehr im Sommer 2025 auf seiner Liste haben.

Da uns dieser Schaden ein wenig sensibel gemacht hat, haben wir am Weg gleich noch andere Schiffe angesehen. Dabei wurde uns auch in diesem Winter klar, dass die Freunde wohl offensichtlich zuhause immer das Wetter vor Ort mitverfolgen – regelmäßig nach Stürmen kommen Anfragen, wie es wohl den Schiffen geht.

Wir beantworten die Anfragen gerne und senden auch gerne Bilder, so können wir für ein bisschen Entspannung bei den besorgten Eignern sorgen.

Auf INFINITY schließen wir die Türe des Gaskastens – die hat der Wind geöffnet
Auf HARMONY ist alles ok

Wir schätzen die kurze Kommunikation, die sich aus den zugesandten Bildern ergibt. Es ist zwar meist nur ein kurzer Austausch, aber so reißt der Kontakt zu unseren Segelfreunden nicht ab.

In unseren Köpfen dreht sich seit Ende des letzten Monats alles um das Thema Haus – ich rekapituliere noch einmal kurz…

Bei einem Besuch bei Mireille und Roland in Vromolithos haben wir über die Renovierung deren Hauses gesprochen. Nur, wirklich nur aus dem Grund weil ich ein ebenfalls renovierungsbedürftiges Häuschen in Vromolithos wusste, habe ich dies überhaupt erwähnt! Die folgende Diskussion über Für und Wider hat den Hausgedanken neu entfacht, wir haben Interesse für das Objekt angemeldet.

Weil das Thema in unseren Köpfen war und gleich in der Nähe ein Nachbarhaus leerstand, haben wir das auch gleich in den Fokus genommen…

Kleiner, schöner Garten und besser zugänglich

Als wir dieses Haus zu viert angesehen haben, ist sofort eine aufmerksame Nachbarin zu uns gekommen. Wir haben, so gut es eben ging, verständlich gemacht, dass wir Interesse hätten. Die Dame versprach uns, dies mit der Besitzerin abzuklären.

Leider stellte sich heraus, dass DIESES Häuschen nicht zu verkaufen ist. Dennoch, ihr dürft euch vorstellen, dass die ersten zwei Wochen des Dezember geprägt waren durch Gespräche über Häuser auf Leros, das Auswandern als solches und den Kleinkrieg, den sich Engelchen Ratio und Teufelchen Emotion in meinem Kopf lieferten.

Um gleich allen Unkenrufen zuvor zu kommen – die meisten werden sich vorstellen können, welche Position Sibylle bei den Gesprächen einnahm! Wir beide sind uns einig, dass unsere Aktivitäten in Griechenland meiner Verantwortung unterliegen, aber ich kann und will natürlich nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden.

Kurz – 14 Tage einziges tiefer gehendes Gesprächsthema – Haus auf Leros!

Dieses Thema sollte zur Monatsmitte eine ungeahnte Dynamik entwickeln – mehr als einmal habe ich mir die Motivationssprüche im „The Leros Way“ Hub angesehen.

Manchmal konnte ich meine Gedanken kaum sortieren – Emotion und Ratio lieferten sich ein Gefecht

Obwohl in Lakki alles weihnachtlich geschmückt war und die Adventszeit inzwischen begonnen hatte, wollte wirkliche Weihnachtsstimmung nicht aufkommen. Ich war zwar entspannt, aber der Kopf war voll.

Ein wenig Abhilfe schaffte Martins dekorierte Nauticat BACK OF THE MOON, wir gehen auf dem Weg nach Hause immer bei dem über die Toppen geschmückten Schiff vorbei.

Martins Naticat ist das weihnachtliche Zentrum der Marina

Wirklich viel gearbeitet haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Es gab hier und da etwas zu helfen, so waren zum Beispiel Mario und Eva in den letzten Zügen ihrer Rückreisevorbereitungen.

Es mussten am Elektroroller noch die Pneus erneuert werden. Die Luftbereifung, die eine stetige Plattfußgefahr bedeutete, sollte einer speziellen Vollgummibereifung weichen – das war aber mechanisch durchaus herausfordernd…

Sitzt stramm – erst das große Montiereisen half

So etwas geht nicht ohne Belohnung! Nein, nicht was ihr denkt! Obwohl, der Ort unserer Wahl war derselbe wie immer – „Repapis“ Zuckerbäckerei – aber im Winter mag das Eis nicht mehr jeden Tag schmecken. So gönnen wir uns jetzt zwischendurch aus mal eine typische Leckerei von Leros zum Espresso.

Seeeehr lecker und vermutlich nahezu kalorienfrei

Im Dezember besuchen wir, zumindest bis zu den Feiertagen, kaum Restaurants oder Tavernen. Sibylle genießt das Kochen an Bord und ich freue mich darüber mal etwas anderes zu essen als Tavernenkost.

Wir sitzen gemütlich an Bord, die ersten Tage meist gemeinsam mit Mario und Eva und genießen die behagliche Wärme und die Bequemlichkeit.

Wenn wir doch mal in den Ort wollen, sei es um einfach mal Leute zu treffen oder auch um einmal einen Longdrink zu genießen, dann gehen wir gerne ins „Palma Café“ – auch dort haben die Besitzer inzwischen weihnachtlich geschmückt.

Nette Stimmung auch in den Bars

Die Abende geben uns Zeit! Das ist wertvoll – wir sitzen beisammen, Sibylle liest, ich denke über Häuser nach und versuche viel über Auslandsimmobilien zu lernen.

Wenn es uns beiden reicht, dann schauen wir ein bisschen YouTube. Mediathek geht oft nur eingeschränkt, weil ich kein VPN nutze und Vieles nur innerhalb gewisser Länderfreigaben anzusehen ist.

Im Winter sind zudem wieder die Microseminare des TO, des „Trans Ocean“, die ich zwischenzeitlich gerne einmal ansehe.

Thema: „Heimweh des Partners“ – Sibylle lauscht gespannt

Immer mal wieder kommen Pakete für uns an. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich Bestellungen für Freunde und Bekannte auf kleinen Nachbarinseln annehme, zudem sind ein paar Kleinigkeiten für ELOWYN zu beschaffen.

Dies alles muss organisiert werden. Die Freunde müssen benachrichtigt werden, wir müssen abstimmen wie die Dinge geliefert werden und somit ihren Empfänger erreichen – und natürlich muss auch die Bezahlung erledigt werden. PayPal zeigt sich hier als sehr hilfreiche Option!

Der Öldruckschalter für Jens´ alten Vetus ist angekommen
Auch Marcus´ spezielle 58V Sicherungen sind inzwischen eingetroffen

Ich freue mich auf diesem Weg helfen zu können – und auch hier gilt, solche Aktionen helfen auch bei der Kontaktpflege!

Als wir andertags beim Frühstück sitzen, reißt uns abermals eine Warnmeldung des griechischen Zivilschutzes aus der Ruhe, wir erschrecken ganz schön, als der laute, durchdringende Ton durch NESSAJA hallt!

Mist – ausgerechnet jetzt!

Diesmal sind Freunde von uns unmittelbar betroffen! Eva und Mario haben für morgen ihre Rückflüge ab Leros gebucht. Eine Wetterlage wie diese, stellt ein hohes Risiko dar, dass der kleine Inselhopser nicht fliegt.

Es hilft aber nichts – die Flüge sind gebucht, es gibt noch keine Absage, also machen sich die Freunde mit einem schlechten Bauchgefühl auf den Weg zum Flughafen.

Markus hat angeboten, die Österreicher mit seinem Micro-Transporter zum Flughafen zu fahren. Es heißt Abschied von den Freunden nehmen!

Servus, kommt gut heim, bis 2025

Da der kleine Micro-LKW, der witziger Weise „Mega“ heißt, wirklich seeeehr klein ist und zudem nur zwei Personen Sitzplätze bietet, muss die arme Eva im Frachtraum Platz nehmen.

Ok, kann man auf Leros schonmal machen…

…sieht ja keiner! 😉 😉 😉

Es kam wie es kommen musste – bereits eine Stunde später waren die blauen Flecken am Himmel verschwunden, ein Gewitter zog heran, alles war mit dunkelgrauen Wolken verhängt.

Der Wind nahm zu, das Gewitter kam mit voller Wucht – für ein, zwei Stunden war ein Armageddon Szenario über Leros!

Dann, nur etwas später, verzog sich das Gewitter so schnell wie es gekommen war. Ein Regenbogen tat sich auf…

Calm after the storm

Nennt mich theatralisch oder paranormal – ich weise jetzt einfach mal darauf hin, dass der Regenbogen NESSAJA überspannt und sein Ende im Ortsteil PLAKA auf Leros findet.

Plaka wird später noch eine Rolle spielen!

Nachdem das Gewitter so über Leros gefaucht war, gehen Sibylle und ich noch einmal die Boote der Freunde ab. Alles ok diesmal – nur auf ALENA fällt mir, als ich gerade auf der INSPIRATION die Festmacher prüfe, ein geplatzter Fender auf.

Augenscheinlich keine Folge des Sturmes, sondern eher durch den Borddurchlass oder die ausgeprägte Scheuerleiste an dieser Stelle – hier kann ich nichts unternehmen, es droht aber auch keine Gefahr.

Noch nicht ganz platt – der schafft es noch über den Winter

Das Wetter wird auch bis abends nicht besser, wir ziehen uns auf NESSAJA zurück.

Schade, das Wetter hatte uns gestern schon die Nikolausfeier der Marina versaut. Heute hat es dafür gesorgt, ihr habt es vermutlich geahnt, dass unsere Freunde nicht nach Hause fliegen konnten.

Sie werden für eine Nacht im „Crithoni Hotel“ einquartiert, in die Marina kommen sie nicht zurück. Am nächsten Tag schaffen sie es nach Österreich.

Tolle, dramatische Stimmung – es nervt aber auch

Der Ausfall der Nikolausfeier unserer Marinacommunity war bedauerlich, da wir abermals versucht hätten, alle Überwinterer zumindest einmal zusammen zu bringen. Das hatte letztes Jahr super geklappt und wir hatten uns auch diesmal einen positiven Effekt versprochen.

Immerhin sind auch diesmal einige Nationalitäten vertreten – es sind Crews aus Israel, England und Frankreich hier. Dazu gesellt sich Italien, die Schweiz und Neuseeland. Abgerundet wird das Potpourri durch Spanien und uns, als die einzige rein deutsche Crew.

Naja, das Wetter kann man nicht ändern. Entschädigt wurden wir durch den örtlichen Weihnachtsmarkt, der als Event mit dem „Anzünden“ des Weihnachtsbaumes einhergeht.

Alle Stände wurden privat und ehrenamtlich betrieben um Erlöse für gemeinnützige Organisationen oder Vereine zu erzielen. Natürlich war hier auch der Dog-Shelter vertreten, um Spenden zu sammeln – Ehrensache, dass wir vorbeisehen und auch ein paar Euro Umsatz machen.

Wir gönnen uns einen Glühwein

Die Verwaltung von Leros gibt sich sehr Mühe den Weihnachtsmarkt schön zu gestalten. Dieses Jahr ist er umgezogen und findet jetzt am Platz vor der Kirche statt. Ich persönlich fand den alten Ort schöner, aber der Umzug hatte den positiven Effekt, dass dieser Platz für den Weihnachtsmarkt, die Krippe und den Baum, außerordentlich hübsch gestaltet wurde.

Solche Verschönerungen tun Lakki gut – ganz generell…

Natürlich trifft sich alles und jeder zu diesem Anlaß. Ein stetiges Hallo nach links und rechts. Wir drehen eine Runde, trinken unseren Glühwein und erhaschen zu guter Letzt noch einen Blick auf den Nikolaus.

Der Nikolaus in Lakki

Da Sibylle grad mit Damen vom Hundeshelter quasselt, habe ich Zeit meinen Gedanken nachzuhängen. Ich suche immer noch nach einer Beschäftigung die mir ein Taschengeld einbringt.

Ob ich mich als Nikolaus bewerben soll? Ich brächte einige Einstellungsvoraussetzungen mit, wäre ab sofort verfügbar und erkenne natürlich auch die Vorzüge des Jobs…

Quelle: Hösti (mit freundlicher Zustimmung)

Spaß beiseite – das Thema Job ist nicht wirklich ein brisantes, es treibt mich aber immer wieder um. Ich sondiere gerade eine Option, welche noch nicht spruchreif ist, werde aber, soviel nehme ich vorweg, am 24.12. von der Marinaleitung überrascht, als ich um Unterstützung gebeten werde. Als ich diese Zeilen tippe, steht die Entscheidung noch aus, dazu also später mehr.

Ich muss nicht erwähnen, dass es einen Link zwischen den allgegenwärtigen „Hausthemen“ und dem „Jobgedanken“ gibt…

Die Zeremonie des Einschaltens der Christbaumbeleuchtung lenkt uns ab. Der Bürgermeister hält eine Rede, die Menschen zählen herunter, 10, 9, 8…

Dann wird der Baum beleuchtet!

Klar – ein Drahtgestell – aber nett gemacht. Tannen gibt es hier nicht

Wir verlassen den Weihnachtsmarkt und gehen nach Hause, es fängt tröpfeln an. Glück gehabt, die Zeremonie war vom Regen verschont geblieben.

Ein letztes Mal drehen wir uns um, es sieht nett aus. Die kleine Ägäisinsel Leros schafft es, ein wenig Weihnachtszauber zu verbreiten.

Der weihnachtlich geschmückte Platz erstrahlt ab jetzt jede Nacht

Weil es grad zum Thema passt – ganz anders als wir es aus Deutschland kennen, wird hier der Ort, ich spreche von Lakki, ganztägig mit Weihnachtsmusik beschallt.

Es gibt einen „Uhrturm“ in Lakki, von dem aus weihnachtliche Popmusik gespielt wird – man kann es durchaus „laut“ nennen. Steht der Wind günstig, können wir es bis in die Marina hören und haben bestes Entertainment. „Last Christmas“ und „Driving Home for Christmas“ sowie „All I want for Christmas“ in Dauerschleife – ok, zugegeben, ein paar mehr sind schon in der Playlist…

Ein Gedankensprung – diese Tage erreicht mich eine WhatsApp von Volker. Es geht einmal nicht um ELOWYN, wegen der wir in stetigem Kontakt sind um das Refit zu tracken. Diesmal schickt er mir ein „Bild des Tages“ – wie er darauf kommt weiß ich nicht und es ist auch völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

2017 auf Mykonos

Es zeigt uns vor einem Hotel – an meinem 50. Geburtstag, den wir zusammen auf Mykonos gefeiert haben. Es ist eine Erinnerung an einen sensationellen Tag, aber auch an eine Zeit, während der Sibylle und ich noch gearbeitet haben und in Oberbayern wohnten.

Es ist viel passiert seither, wir hatten erst DANACH unser Haus gekauft und dennoch unser Leben ein paar Jahre später komplett gedreht – jetzt sind wir im Begriff diese Anstrengung noch einmal anzugehen.

Machen wir alles richtig? Ich versinke in Gedanken, in positiven Gedanken…

Es ist abermals das Wetter, welches mich aus meinen Gedanken reißt – NESSAJA schwankt, sie krängt sich im Hafen! Was war los? Es ziehen die ersten kräftigen Stürme über uns hinweg, meist kommen sie aus südlichen Richtungen und bringen auch Regen mit sich.

Als ich zum Fotoapparat greife, haben die Böen schon etwas nachgelassen, aber man sieht deutlich, dass ein paar Minuten vorher heftige Windstöße über die Marina gefaucht sind…

46kts – das spürt man an Bord – es sollte die nächsten Tage noch mehr werden

Hilft alles nix, wir gehen trotzdem vor die Türe! Wir sind ein weiteres Mal mit Roland und Mireille bei „unserem“ Haus in den Hügeln über Vromolithos verabredet.

Es waren zuletzt einige Fragen zu den Grundstücksgrenzen aufgetaucht, diese wollen wir versuchen zu klären ohne eine offizielle Anfrage zu stellen.

So fahren Sibylle und ich mit der GS zu dem Grundstück, Roland und Mireille sind schon dort, waren aber offenbar nur wenige Minuten vorher angekommen.

Gemeinsam schreiten wir das Grundstück ab…

Hier sollte das Grundstück enden

An einer Steinmauer, welche wir für die Grundstücksgrenze halten, bleiben wir stehen und ich nehme einen GPS-Ort mit dem Mobiltelefon. Ich denke, dass ich diese Position später mit dem Katasterauszug vergleichen kann und in etwa einschätzen kann, ob dieser Bereich noch zu dem angebotenen Objekt gehört oder nicht.

Hier stehen wir, dies gilt es später abzugleichen

Klar, diese Aktion würde später offiziell wiederholt werden müssen. Ein Vermessungsingenieur würde kommen müssen, um klar festzustellen wo die Grundstücksgrenzen verlaufen und welcher Teil der Gesamtfläche im sogenannten „City Limit“ liegt. Dies zu wissen ist wichtig, um daraus die Bebaubarkeit abzuleiten.

Eine weitere Fläche interessiert uns – es gibt auf dem Grundstück eine natürliche Terrasse auf einem Natursteinplateau. Diese hat eine wesentlich bessere Sicht als die bestehende alte, verfallene „Katikia“, ein altes Bauernhaus.

Auf dem Plateau – wie weit nach oben reicht das Grundstück, gehört das Plateau dazu?
Auch hier nehme ich einen Standort

Bevor wir hierher gefahren sind, haben wir uns beim Makler unserer Wahl den Schlüssel für das Objekt geholt. Wir wollten auch das bestehende Gebäude noch einmal ansehen.

Die alte Katikia war sanierungsbedürftig – die gute Nachricht dabei war, dass dies auch möglich gewesen wäre. Eine Menge Arbeit wäre es allemal gewesen, aber die Gebäude hätten sich als Gästekomplex förmlich aufgedrängt.

Nur, dass ihr eine Idee habt…

An diesem Tag sind wir Vier gedanklich tief in die Materie getaucht. Wir haben einen Neubau für Sibylle und mich erdacht, diesen erstmals von der bestehenden Katikia gelöst und auf das Plateau geplant.

Wir haben frei gedacht und dieses Brainstorming wurde zu einem Schmelztiegel der Möglichkeiten – ich war angefixt! Zum ersten Mal seit Langem wieder.

Naja, nach wie vor blieb mir nur abzuwarten, das Haus war angefragt, die Legalitätsprüfung lief und ich habe mich als Interessent vormerken lassen. Wir schreiben den 12.12.2024…

Am Heimweg fuhren wir einen Schlenker – meine Enkelin Ronja hat ihrer Mama nicht geglaubt, dass ihr Opa auf einer Insel wohnt, auf der es Orangenbäume gibt. Dies galt es zu beweisen!

Wir besuchen Stratos´ Garten – quod erat demonstrandum

Ok, erledigt. Wir fahren zurück auf NESSAJA und ich setze mich an den Computer. Ich schicke meiner Enkelin das Bild vom Orangenbaum, vergleiche die GPS Aufnahmen vom Vormittag mit den Katasteraufnahmen und vermelde an Roland, „…Du wirst es nicht glauben, alle abgeschrittenen Flächen gehören zum Grundstück!“

Danach ist Zeit – ich muss mal wieder Griechisch lernen und vertiefe mich in den für mich anspruchsvollen Stoff.

Lesen, schreiben und sprechen – es ist herausfordernd

Inzwischen habe ich mein Lernprogramm erweitert und übe zusätzlich noch täglich 20 Minuten mit Duolingo. Langsam, sehr langsam, ist ein Fortschritt erkennbar.

Nicht alles was ich aufschnappe und lerne ist dabei bierernst zu nehmen – es ist wie immer, die Locals füttern einen zuerst mit Unfug…

Netzfund – empfangen von einem griechischen Freund

Während ich hier so sitze und lerne, biept mein Telefon – eine WhatsApp vom Makler schneit herein und trifft mich unverhofft und unvorbereitet!

„Bad News! The plot is in a Green Zone, you are not allowed to build up new, or to change the existing construction. The maximum is, to legalize the existing building.“

Bääääm, das sitzt! Ohne Neubau geht es nicht und ohne kontruktuktive Änderungen ist auch die Katikia nicht interessant. Ende! Traum ausgeträumt! Wieder mal ein Griff ins Klo…

Ich zögere nicht und schreibe sofort zurück, dass damit kein weiteres Interesse mehr an diesem Objekt besteht.

An diesem Abend reden Sibylle und ich lange. Wir trösten uns gegenseitig damit, dass wir auf NESSAJA doch sehr gut aufgehoben sind. Enttäuscht und doch gefasst schlafen wir ein.

Neuer Tag – es ist Freitag der 13.12., der Tag an dem sich alles ändert!

Ich habe seit Jahren keinen Tag mehr erlebt, der eine solche Eigendynamik entwickelt hat – doch der Reihe nach.

Ich war morgens etwas früher wach und schalte mein Mobiltelefon ein. BimmbimmbimmBIMM, Nachrichten prasseln herein, der Makler versucht mich zu erreichen – seine letzte Frage „Can I call you?“

Sibylle war inzwischen wach, wir frühstückten und ich antwortete eher entspannt, dass er mich wohl anrufen kann, ich aber auch in einer Stunde bei ihm vorbeisehen könnte. Ich hatte keine Eile, weil ich vermutete, dass er noch ein „Türchen“ für den gestern geplatzen Deal gefunden hatte – an diesem hatte ich aber das Interesse verloren.

Sofort klingelte mein Telefon, „…we should meet NOW, come to my office! I received a house which is not in offer so far, this is the house you are looking for, it´s YOUR house, all parameters are ok!“

Ok, was willst da sagen? Sibylle und ich setzen uns auf unser Mopped und fahren mit dem emsigen Makler zu einem Haus auf der Anhöhe von PLAKA.

Altes, aber sehr ordentliches Haus mit Garage und Werkstatt
Klar, auch Mängel, aber im Großen und Ganzen sehr brauchbar
Von der Terrasse ein limitierter Meerblick Richtung Vromolithos und Türkei
Vom Garten aus gibt es freien Meerblick Richtung Gourna – hier geht die Sonne unter

Auf dem ersten Blick gefällt uns, was der Makler uns zeigt. Das Haus ist alt und braucht etwas Liebe, aber es ist in einem Zustand, bei dem ich sehr viel selber machen könnte.

Die Garage ist groß genug für ein kleines Auto und die zwei Moppeds, dazu gibt es eine Werkstatt.

Der Garten hat mehr als 1.000qm und es gibt etwa ein Dutzend Olivenbäume und einen Zitronenbaum.

Das Umfeld ist eine gepflegte Wohnsiedlung der Einheimischen, nicht etwa eine seelenlose Ferienhaussiedlung. Alles in Allem macht das Objekt einen sehr soliden Eindruck.

Ich merke meiner Gattin ihre Begeisterung an, sie pflanzt in Gedanken schon Bäume…

Hier noch einen Orangenbaum und dort einen Granatapfelbaum und da eine Palme…

…und auch für die „Privathöhle“ auf dem Grundstück hat sie eine Verwendung – „…die wird den Buben sicher gefallen, eine eigene Piratenhöhle!“ Ok, ich will nicht wissen was da drin ist – dürfen die Buben erforschen 😉

Vielleicht als „Men´s Cave“ zu nutzen

Der Makler macht Bilder und wir sehen uns in die Augen – ein Moment wie 2017 in Miesbach. Aber Sibylle hat Zweifel – „…das ist zu teuer, wirst sehen!“

Stimmt, über den Preis haben wir noch kein Wort verloren. Das muss geklärt werden. Der Makler war inzwischen im Haus, um auch dort Aufnahmen zu machen. Wir folgen ihm…

Groß genug, genug Zimmer, alle Wände am richtigen Platz

Wir tauschen uns weiter aus, dabei erfahren wir, dass offensichtlich hier schon klar zu sein scheint, dass alle Papiere in Ordnung sind, dass das ganze Objekt innerhalb des City Limits liegt und die Legalität bereits 2006 bei einem Erbfall nachgewiesen wurde.

Klingt super, aber jetzt mal Karten auf den Tisch – was kostet das Objekt?

Ohne Übertreibung, nachdem wir den Preis gehört hatten, hat Sibylle mir fragend zugeflüstert, ob sie sich nicht auf der ersten Stelle verhört hätte – nein, hatte sie nicht! Der Preis war auf einem Niveau, wie etwa vor vier Jahren, als wir die ersten Häuser angesehen hatten.

Häuser dieser Art und zu einem solchen Preis sind auf Leros inzwischen vergriffen, es gibt sie nicht mehr. Entweder werden für gleiches oder nur etwas weniger Geld Ruinen angeboten, oder man bekommt bezugsfertige Häuser für deutlich mehr.

Es war klar – lange überlegen dürfen wir nicht. Es war auch klar, wenn wir hier nicht zusagen, ist das Thema Haus durch! Was machen wir also???

Wir sehen uns an, das Gehirn rattert – wir sagen zu!!!

Der Makler muss weiter, wir verabschieden uns und bleiben noch ein wenig hier. Wir machen eigene Bilder und lassen das Objekt noch wirken. Sofort fangen wir zu planen an – klar, das ist viel zu früh, aber SO kenne ich uns, Vorfreude, Ideen, Pläne…

Dann beginnt es zu sacken – wir haben zugesagt, der Prozess ist gestartet. Wir brauchen einen Kaffee und fahren ins „Navarone“.

Cappuccino in der Sonne

Hier sitzen wir nun und behirnen, was wir gerade getan haben. Dabei durchlaufen wir eine Achterbahn der Gefühle, denn eine mündliche Zusage ist in Griechenland gar nichts wert. Es kann jederzeit ein anderer Interessent kommen, es kann sich der Preis verändern oder es poppen irgendwelche anderen Probleme auf – alles schon gehabt.

Umgekehrt, wie leisten wir uns das? Was bedeutet die Zusage für NESSAJA? Wie würden wir das neue Objekt einsortieren? In unsere breitbrüstige Überzeugung mischt sich der ein oder andere Zweifel.

Wir gehen zurück auf NESSAJA und noch einmal an diesem Tag überschlagen sich die Ereignisse – es kam, was kommen musste…

Eine WhatsApp vom Makler kommt an – „…are you sure enough with your decision to sign a Letter of Intend“? The other Real Estate guy has a buyer as well!“

Das Haus war an beide Makleragenturen vergeben worden, auch der Wettbewerber hatte einen Käufer an der Hand. Ich war sicher, dass es kein Bluff war und erkundigte mich nach den rechtlichen Folgen des „Letter of Intend“, der Kaufabsichtserklärung. Es leuchtete mir ein, dass irgendeine Unterschrift nötig war.

So fuhr ich, ohne alle Hintergrundinformationen zu haben, zum Büro des Maklers und unterschrieb am Freitag dem 13.12. einen „Letter of Intend“ – meine bereits mündlich erklärte Kaufabsicht war besiegelt, der Prozess wird gestartet!

An diesem Tag fuhren auch Roland und Mireille nach Hause. Wir gingen zusammen ins „La Nostra“, es gab viel zu erzählen. Am Weg zum Fährhafen machten wir sowohl einen Stop bei „Repapis“…

Mein Eiskonsum ging 12/2024 deutlich zurück

…als auch im Café „La Palma“, um dort bei einem letzten gemeinsamen Ouzo die Ankunft der Fähre abzuwarten und um auf diesen besonderen Tag anzustoßen.

Absacker im weihnachtlich geschmückten „La Palma“

Als wir die Freunde verabschiedet hatten, gingen wir zurück an Bord und sackten ins Bett. So ein verrückter Tag! Alles fühlte sich surreal an. Trotz der Gedankenflut schliefen wir gleich ein.

„Our House“ war jetzt das omnipräsente Thema. Wir haben es zunächst nur ganz engen Freunden erzählt, um das in der Schwebe befindliche Geschäft nicht zu gefährden. Es fanden im Hintergrund Überprüfungen statt, wir mussten Geduld beweisen, um abzuwarten, bis alle Papiere beisammen waren.

Während dieser Zeit schrieb ich täglich mehrmals mit dem Makler. Tausend Angaben zu meiner Person waren nötig, alles musste bei Anwälten und beim Notar eingesteuert werden.

Um mich abzulenken, beschäftigte ich mich mit den Schiffen auf die ich ein Augenmerk hatte. Auf EDINA hatte ich ein Problem zu lösen…

Auf den ersten Blick alles ok
Doch mein Schlüssel sperrt nicht – er passt nicht ins Schlüsselloch

Durch das Schiebeluk kann ich erkennen, dass ein Paket im Schiff liegt – mir war sofort klar, was passiert war. Meine Gedanken kamen aus der Erfahrung, denn auch ich hatte schon einen Schlüssel abgebrochen – diesmal war es der Marinaangestellte der das Paket abgeliefert und deponiert hatte.

Wenn man nämlich bei der CNB60 den Schlüssel stecken lässt und dann das Steckschott öffnet, dann schlägt es beim Herunterfahren den Schlüssel ab. Meine Challenge war nun, das abgebrochene Stück aus dem Schlüsselloch zu bringen – ich hatte ja Zeit…

Nach 15 Minuten war es geschafft

Was mich nachdenklich machte war, dass in der Marina niemand etwas davon wusste. Es sollte verheimlicht werden – das hat mich geärgert.

Schön war, dass an diesem Tag auch Marcus und Susanne mit der kleinen Lilly noch einmal nach Leros kamen. Es war für sie Zwischenstation auf dem Weg nach Deutschland. Die Taverne unserer Wahl für das gemeinsame Dinner war das „Metzes“ in Agia Marina.

Auch hier – weihnachtlich geschmückt
Wir haben einen schönen Tisch und gönnen uns einen Ouzo als Aperitif
Das Essen war gut wie immer
Das Steak mit rund 600g nicht unterdimensioniert

Ihr merkt, es wurde uns keinen Tag langweilig! Immer noch waren Freunde unterwegs, wir hatten Gelegenheit alle noch einmal zu treffen und uns bis zum nächsten Jahr zu verabschieden.

Die Adventszeit ist umgekehrt auch die Phase des Jahres, in der man generell mehr Kontaktpflege betreibt als zu anderen Zeiten. Wir waren daher im Dezember auch recht häufig mit Videocalls beschäftigt.

Nicht nur mit der Familie in Deutschland, auch Freunde aus der alten Heimat oder auch dem Ausland, nahmen einmal wieder Kontakt mit uns auf oder erhielten einen Anruf von uns.

Hallo, lang nichts mehr gehört…

Wir schätzen das! Klar, ein Videocall ersetzt nicht das persönliche Beisammensitzen, aber man kann sich einmal wieder gegenseitig austauschen und sich mit Neuigkeiten eindecken, zumal gerät man einander nicht in Vergessenheit. Wir nutzen daher auch alle zur Verfügung stehenden Kanäle – und staunen oft, wie unterschiedlich die Präferenzen unserer Freunde sind.

Zurück zu den Vor-Ort Begebenheiten. Es ist an der Zeit, dass die Marina Community die Reservierungen in den Tavernen für Weihnachten und Silvester vornimmt.

Wir denken, dass wir rund ein Dutzend Personen sind, für eine Runde dieser Größe muss zeitig geplant werden. Dummerweise ist es 2024 gar nicht so einfach – die Einen haben entweder nur Weihnachten ODER Silvester auf, andere wollen uns an Silvester schon um 22.00 Uhr wieder loshaben. Was aus der Sicht der Gastwirte völlig verständlich ist, mausert sich für uns zum Problem.

Heute wollen wir bei Dimitris´ „To Steki“ in Alinda unseren Weihnachtslunch fixieren, dafür gönnen wir uns einen Snack vor Ort um alles zu besprechen.

Ein bewölkter Tag
Das geschmückte „To Steki“ ist einladend
Wir lauschen den Vorschlägen von Dimitris

An diesem Tag beschließen wir, zusammen mit der Crew der SIMPLY FREE, dass wir den Weihnachtslunch am ersten Feiertag bei Dimitris buchen. Thomas hatte hierbei den Hut auf, er hat sich sehr gekümmert. Die Wahl fällt auf Salate und verschiedene Meze, gefolgt von einem Zicklein und einem Dessert.

Silvester bleibt offen, das „To Steki“ hat dieses Jahr nur an Weihnachten offen und bleibt zum Jahreswechsel geschlossen.

Wie schon angedeutet, war der Monat wettertechnisch sehr durchwachsen. Wirklich warme und sonnige Tage wechseln sich mit heftigen Regenstunden und Gewittern ab. Die Gewitter haben eine ziemliche Wucht und die damit verbundenen Gewitterböen sind nicht ohne.

Heftiger Regen mitten in der Nacht – ich sehe nach dem Rechten
Immer wieder erleuchten Blitze das Szenario
Plötzlich HAGELT es – das Geräusch klingt, als würde NESSAJA mit Murmeln beschossen
Die Windböen hatten bis 53kts. – waren aber schnell vorbei

Am nächsten Tag – alles wie weggeblasen! Kein Wölkchen am Himmel, kein Indiz für eine Schlechtwetternacht!

Das sind die „geschenkten Tage“, die an denen wir kleine Ausflüge unternehmen, einfach um die Marina einmal zu verlassen und unter die Leute zu gehen. Unser Ziel ist dabei recht häufig das neue „Navarone“. Wir mögen das geschmackvoll eingerichtete Lokal, es gefällt uns und der Cappuccino schmeckt lecker…

Agia Marina im Dezember 2024
Den Kaffee genießen wir draußen in der Sonne

Da sitzen wir dann und sprechen über… nein, nicht Gott und die Welt, wir sprechen über unser Haus. Eine Entscheidung ist noch nicht final gefallen – hoffentlich kommt nichts dazwischen!

Diesmal wären wir enttäuscht! Wir sind ja gedanklich schon soweit, dass wir am IKEA-Online Küchenplaner sitzen und unsere neue Küche konfigurieren – nur als Brainstroming, klar…

Was macht der Griechischkurs? Nun, der wird wichtiger denn je, denn er dient nun als klarer Meilenstein auf dem Weg zur Integration. Ich hatte mir daher noch die Lernapp „Duolingo“ dazugeholt, um meine im Kurs erworbenen Kenntnisse zu vertiefen. Die spielerisch aufgebaute App erinnert einen auf witzige Art und Weise an eine Lernroutine, ich lasse mich einfangen…

Der Kurs selber setzt zum Weihnachtsendspurt an. Heute ist die letzte Stunde vor Weihnachten, dann wird Irini sich in den wohlverdienten Urlaub begeben. Ich mache mich also auf den Weg nach Lakki.

Fast wie im Sommer
Ευχόμαστε στην Ειρήνη καλές διακοπές

Ihr ahnt vermutlich, dass wir nicht nur einmal zum Haus gefahren sind um uns neue Eindrücke zu holen. Wir ermitteln Distanzen und suchen Fußwege und Abkürzungen.

Natürlich fragen wir uns mehrfach, ob wir alles richtig machen und ob wir nichts übersehen. Aber manchmal gehört eben etwas Mut dazu…

Der Weg von Lakki zum Objekt der Begierde
Privatstraße des Nachbarn – „unser Haus“ ist rechts und nicht zu sehen, der Blick geht nach Osten
Wohnhaus, Garage und Werkstatt
Mal von der anderen Seite – vor der Terrasse sind Weinreben
Nochmals von unserem Garten Richtung Westen – über Gourna versinkt die Sonne im Meer

Unsere Abläufe wiederholen sich – abermals fahren wir zum Sortieren unserer Gedanken ins „Navarone“ nach Agia Marina. Diesmal sind wir mit Freunden aus Israel verabredet. Auch sie haben ein Haus auf Leros, er kommt aus der Baubranche und war uns auch bisher schon stets ein guter Ratgeber.

Diesmal wollten wir zusammensitzen und uns eine Kleinigkeit gönnen – eine gute Gelegenheit zu sehen, ob das Restaurant auch in den Disziplinen „Salat“ und „Sweets“ punkten kann…

Das „Navarone“ im neu sanierten Gebäude
Disziplin „Salat“ – 9,65 Punkte von 10 möglichen 😉
Disziplin „Sweets“ – auch hier eine sehr gute 9,45

Spaß beiseite – ob nun 9,45 oder 9,65 oder doch „the perfect ten“, das „Navarone“ beweist, dass sie es können. Das Lokal kommt auf unsere Liste und wir nehmen uns vor, auch die klassische Speisekarte zu testen, um es auf ebendieser Liste einordnen zu können.

Leider kommt es zu Silvester für uns nicht infrage. Das Menü scheint zwar gut, aber dies ist das Lokal, welches uns um 22.00 Uhr weiter haben will. Unseren Vorschlag an die Gruppe, danach in eine der vielen Bars zu gehen und den Jahreswechsel abzuwarten, wurde von den anderen Marinabewohnern nicht so positiv aufgenommen wie wir das erhofft hatten.

Die Marina ist inzwischen in eine Art „Winterschlaf“ verfallen. Es herrscht so etwas wie Betriebsruhe. Die Monteure sind im Urlaub, der Shop ist geschlossen und das Büro arbeitet mit halber Schlagzahl.

Wir beschließen, den beiden Damen im Büro eine Freude zu machen und kaufen jeweils eine Schachtel Weihnachtskekse bei „Repapis“.

Wir lassen die ausgesuchten Kekse gleich nett verpacken
Ho ho ho – Weihnachtsstimmung allerorts

Wir bringen das kleine Präsent gleich ins Büro, halten ein bisschen Smalltalk und bereiten Momente der Freude. Dann gehen wir nach Hause, zurück auf NESSAJA.

Im Moment haben wir wieder eine Schönwetterphase. Es herrscht Sonnenschein und es ist kaum Wind. Das bedeutet, dass wir tagsüber immer rund 20° C oder auch mal zwei, drei Grad mehr haben.

Sibylle bestimmt, „…Du brauchst einen neuen Haarschnitt. Du sollst an Weihnachten wieder wie ein Mensch aussehen!“ Oh wie nett! Na gut – happy wife, happy life. Ich beuge mich dem Druck und lasse es geschehen.

Die Haarstoppeln kleben an meinem Körper, denn ich habe mir für den Haarschnitt das Shirt vom Leib gerissen. Wie werde ich die lästigen Borsten nur wieder los???

Sibylles Antwort ist pragmatisch und phantasielos – „Geh duschen!“ Aber ich weiß etwas Besseres! 😉

Auch das ist der Dezember 2024
Tatsächlich schwimme ich ein paar Züge – das Wasser hat geschätzt so um die 18°C

Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – es hat sich alles um das Haus gedreht, es verging kein Tag, an dem ich nicht mit dem Makler im Austausch war.

Meine aktuelle Aufgabe hieß – Eröffnung eines griechischen Bankkontos. Das darf man sich nicht so vorstellen wie in Deutschland. Vielleicht wie in Deutschland des Jahres 1985, erschwert durch den Faktor, dass ICH hier der Ausländer bin.

Ich hatte einen Termin zu vereinbaren, einiges an Unterlagen zu beschaffen, dann hieß es – auf zur Bank!

Ich entscheide mich für die NBG

Hier muss ich meine Meinung etwas revidieren. Wir sind als Gesellschaft inzwischen gewöhnt, dass alles irgendwie online funktioniert, unpersönlich, zeitoptimiert – dies ist hier nicht der Fall!

Ich hatte in meinem ganzen Leben noch NIE einen so langen und kundenorientierten Banktermin, die freundliche junge Dame hat mir in sehr gutem Englisch den Weg zum eigenen Konto so geebnet, dass ich inzwischen eine Karte habe und in der Lage bin Online Banking zu machen. Zudem, so sagt sie, sei sie jederzeit für mich ansprechbar. Der Termin dauerte knapp über zwei Stunden!

Ich vermelde dies dem Makler, er freut sich und hat postwendend eine Überraschung parat – die Anwaltsprüfung sei abgeschlossen, alles passt und der Vorvertrag ist in Vorbereitung. Noch ein, zwei Tage warten…

Ich freue mich! Über das Haus und über „Inspektor Barnaby“!

Abends gucken wir „Inspektor Barnaby“ – ZDF Mediathek gestreamt

Warum ist das eine Erwähnung wert? Weil wir unser Medienverhalten etwas angepasst haben. Wir haben ja einen eigenen Router an Bord und somit unser eigenes w-LAN Netzwerk. So weit, so gut.

Durch unsere griechische Karte ist es uns aber mehrfach passiert, dass wir deutsche Medien nicht streamen konnten. Dies mussten wir lösen. Aus diesem Grund habe ich auf meine alten Tage noch einen VPN Zugang auf meinem Rechner eingerichtet – das funktioniert prächtig und erweitert unsere Optionen ungemein.

Ja ok, über Barnaby kann man trotzdem geteilter Meinung sein – aber wer mich besser kennt weiß, dass ich anglophil bin und die in englischen Krimis vermittelte Stimmung so mag. Es erinnert mich an viele legendäre Dienstreisen.

Der „große Tag“!

Es ist der 21. Dezember 2024, mein Mobiltelefon zeigt eine WhatsApp Nachricht vom Makler an. „Can you come over and sign the pre-contract?“

Ok, es wird ernst – leider passt das Wetter nicht zu meiner Stimmung, anderseits, bei soviel Sonne im Herzen und Gemüt, war vielleicht einfach nix mehr übrig für´s Wetter.

Leider ein trüber, stürmischer Tag

Sibylle und ich fahren nach Lakki ins Büro des Maklers, wir besprechen uns kurz, dann der große Moment…

Ich setze meine Unterschrift auf den Vorvertrag

Es ist also soweit, ich habe einen verbindlichen Vertrag unterzeichnet. Inzwischen ist dieser Vertrag durch beide Parteien unterschrieben und die Anzahlung ist geflossen.

Ich war inzwischen beim Notar und habe dort einige Angaben gemacht, meine Schuldigkeit ist getan. Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Verkäufer, es muss noch eine bauliche Legalitätsprüfung gemacht werden, bei der festgestellt wird, ob sich seit 2006 etwas getan hat. Ist dieses Papier beim Notar, wird es einen Termin geben.

Warum spreche ich noch nicht vom HAUSKAUF? Rechtlich gesehen kann man, wenn man Vertragsstrafen akzeptiert, noch aus dem Vertrag ausbrechen. Wir wissen auch von Notarterminen, bei denen die griechischen Verkäufer einfach mehr Geld verlangten oder das Notariat einfach verlassen haben. Ich bin deshalb immer noch verhalten vorsichtig mit meinen Formulierungen.

Dennoch bin ich zuversichtlich, dass alles klappt und dass wir Anfang 2025 Hausbesitzer sind.

Wir verlassen das Büro des Maklers. Ich bin, offen gesagt, etwas überfordert. Sibylle muss Gewürze kaufen, ich warte vor dem Laden und schaue auf den Weihnachtsmarkt…

„Willkommen – sie sind gekommen“
Die Krippe in Lakki

Ich sinniere so vor mich hin – es war Schicksal, ich bin überzeugt, dass es irgendwie Schicksal war. Ich schmunzle in mich hinein, weil ich an den Regenbogen denken musste, der NESSAJA überspannte und sein Ende an der Stelle fand, wo wir jetzt das Haus gekauft haben.

Sibylle kommt aus dem Geschäft und will sich die Kirche in der Nähe unseres Hauses ansehen. Das kommt mir gelegen, denn ich habe noch etwas zu erledigen…

Wenn man das Originabild zoomt, dann kann man unser Haus sehen
Das Kirchlein ist sehr neu, oder wurde zumindest vollumfänglich renoviert
Schön von innen

Ich zünde Kerzlein an – eines für die Kinder und eines, weil ich ein Versprechen einlösen wollte. Nun bin ich eher pantheistisch als religiös, aber es kann sicher nicht schaden, seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen – hier ist ein passender Ort.

Unsere Gedankenwelt entspannt sich. Wir können in Sachen Haus nur noch warten, das ist gut so. Zeit, sich auf die vorweihnachtlichen Tage zu konzentrieren.

Als wir in die Marina zurückfahren hat der Wind abermals aufgefrischt. Die Wellen überlaufen die Riva von Lakki und werden bis zum Abend beide Kreisverkehre unter Wasser gesetzt haben.

Im Winter rührt sich was – Naturgewalten (Bildquelle – The-Leros-Way)

Wir sind bei Dora und Miguel auf die OCEANOVI geladen, es soll einen Snack und einen Umtrunk geben. Wir freuen uns, sind aber auch gespannt, denn die Beiden sprechen rudimentär Englisch, wir dagegen weder Spanisch noch Italienisch.

Als wir den Steg entlang zum Schiff der beiden Weltumsegler gehen, faucht eine Bö über die Marina…

Die Gischt wird bis zu uns getragen
Ich kann gerade noch 56kts fotografieren

Die Damen waren schon im Salon und rufen uns zu, dass es gerade noch 61 Knoten Wind waren! Wow, nicht schlecht – das erste Mal 60+ in diesem Winter.

Wir haben echt Spaß! Die Beiden geben sich alle Mühe mit uns zu kommunizieren und dies gelingt auch recht gut – unter Zuhilfenahme aller Sprachbruchstücke die jeder von uns eben kann, gelingt eine ausreichende Kommunikation.

Wir sprechen viel über die Weltumsegelung des spanischen Paares, sie erzählen uns, dass sie lange Zeit zusammen mit dem deutschen Buchautor Michael Wnuk (+2020) Seite an Seite unterwegs waren und wir hören viel über die Reise auf der Barfußroute – eine Fahrt, welche wir nie antreten werden.

Miguel amüsiert sich köstlich über meine beginnende Haarfärbung und meint, ich sähe aus wie ein „skunk“…

Vergleiche – Bild1: Mario
Bild2: Pepe the Skunk

Ich finde – der Vergleich hinkt!!! 😉

Als wir zurück zu unserem Schiff gehen, hat der Wind zwar nachgelassen, aber es herrscht immer noch strammer Sturm. Auch jetzt klatschen die Wellen noch an den Wellenbrecher der Marina, der seinem Namen heute alle Ehre macht…

Die Wellen brechen an der Außenmole

NESSAJA schaukelt, wir machen es uns gemütlich und flezen uns auf die Saloncouch. Sibylle liest, ich schreibe erste Blogzeilen.

Dazwischen beobachten wir den Wind auf unserem Display, auch hier steht bei den Böen (der letzten 10 Minuten) immer noch der Fünfer (51kts) und wir haben aktuell immer noch über 40kts, das ist immerhin Bft.9 – kein Wetter um noch einmal rauszugehen. Wir duschen an Bord und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Stürme beuteln die Marina – es schaukelt ordentlich

Dieser Sturm hat zur Folge, dass in den nächsten Tagen die kompletten Stege von einem Taucher abgetaucht werden und die Muringblöcke kontrolliert werden. Kranfahrer Giannis wird aus dem Urlaub in die Marina zitiert und prüft mit einem Team ALLE Festmacher und Muringbefestigungen auf den Schiffen.

In der Folge erhalten die Eigner der Boote, wohlgemerkt ALLER im Wasser liegenden Yachten, eine Infomail welche, sagen wir, recht unglücklich formuliert ist.

In Folge dessen, erhalte auch ich ein halbes Dutzend Anrufe mit der Bitte, nachzusehen ob alles passt und ob ich nicht ein Foto schicken könne.

Ich erledige das, kann nebenbei ein bisschen Entwarnung geben…

Alles ok, keine Sorge – es war eine Rundmail und nur wenige Boote waren betroffen

Die tatsächlichen Schäden bleiben dagegen oftmals unbemerkt. Ich versuche zu informieren so gut es geht und dabei den Spagat zwischen „German Hausmeister“ und einer freundlichen Information zur Vermeidung von Folgeschäden stets im Auge zu behalten.

Davits Leine gerissen – das Dinghy hängt halb herab

Neben all dieser kleinen Geschichten gibt es einen weiteren Handlungsstrang, eine sehr nette Geschichte…

Ich wurde unverabredet von den Eignern der ANAHITA II kontaktiert. Ich wüsste ja, dass das Schiff verkauft werden soll. Es sei jetzt ein Interessent im Anmarsch, man versuche mit der Marina Kontakt aufzunehmen um kleine Dienstleistungen einzusteuern – die Kontaktaufnahme gelänge aber nicht.

Ich antworte prompt und erkläre, dass die Betriebsruhe wohl der Grund sei. Um zu helfen biete ich an, diese „kleinen Dienstleistungen“ auszuführen. Ich trage also eine zwölfsprossige rote Holzleiter zum Seiteneinstieg des Schiffes, lege eine Palette zum Fußabstreifen davor und rolle den Teppich aus – nicht den roten, sondern die Fußmatte.

Da ich lüften soll, sperre ich auf und öffne das Schiebeluk, dabei sehe ich eine rote Lampe leuchten. Der Eigner erkennt sofort, dass die Solarmodule nicht laden und bittet weiter, dass ich diese zur Sonne ausrichte und die Ladespannung prüfen möge – weil ich ein guter Kerl bin und das Sammeln von Karmapunkten eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, sage ich zu…

ANAHITA II sammelt wieder Sonnenstrahlen
Die Batterien sind wieder ok

Die Interessenten kommen an einem Samstag und sind begeistert von dem „ollen Kahn“ – offen gesagt, ich verstehe das zunächst nicht und frage offen nach. Die Beiden, ein junges Paar aus Landshut, erklären mir, dass sie ganz bewusst so eine stäbige Ketsch suchen. Der „Piratenlook“ täte sein Übriges – dem war nichts hinzuzufügen!

Wir lernen so also Antonia und Alex kennen und verbringen ein paar Stunden und ein Dinner mit ihnen. Ich kann nur sagen, eine sehr interessante Bekanntschaft und herrlich mitzuerleben, wie bei den jungen Leuten ein Plan wächst. Lebenslinien überschneiden sich, ein Grund, warum ich unsere Art und Weise zu leben so mag!

Später erfahre ich, dass es wohl klappen wird mit dem Kauf – wir würden uns über ein Wiedersehen sehr freuen!

Weihnachten steht kurz bevor, wir erfahren durch die Blume, dass ein paar nette Freunde an uns gedacht haben und Pakete auf den Weg gebracht wurden. Es ist gut, wenn es durchklingt, dass etwas unterwegs ist, denn zu dieser Zeit müssen wir etwas Mühe investieren um die Sendungen „zu finden“. Päckchen zum Beispiel müssen wir auf der Post holen. Das geht aber nur, wenn wir wissen, dass etwas an uns adressiert ist…

Ein ganzer Karton Nürnberger Lebkuchen von Volker und Tina – DANKE
Wow, die Süssigkeitenbegleitung zu unserem 5 o´clock Tea ist gesichert

Von der JASPER Crew erhalten wir wieder einen der sagenhaft leckeren Butterstollen. Wie jedes Jahr futtern wir diesen zusammen mit Thomas und Paola bei einem Glühweinmeeting an Bord von NESSAJA ratzeputz auf. Danke an die JASPER Crew Angelika und Uli.

Mehr zufällig, als wir eigentlich ein Päckchen unserer Kinder abfangen wollen, drückt uns die Dame am Postamt ein unerwartetes Paket in die Hand. Nanu, woher ist das denn?

Aus Irland / Dublin!

Unsere Nachbarn Ciarán und Jill von der OLIVE haben an uns gedacht! Vielen Dank! Ich ahnte was drin war, denn ich habe einmal die „Crisps“, die Kartoffelchips aus seiner Heimat, so gelobt – und er wollte ein Zeichen setzen…

Ein Karton voller Chips
Dazu ein Toffee Pudding und, krasser Gegensatz, eine Stange Blackpudding

Alles was dagegen mit einer Tracking Nummer abgeschickt wird, kommt direkt in die Marina. Aber auch hier müssen wir etwas dahinter sein, denn der Shop hat geschlossen. Die Pakete werden also irgendwo abgegeben.

Je nach Qualität des involvierten Mitarbeiters, kommt das Paket sofort zu uns oder man informiert uns umgehend. Es kann aber auch sein, dass der Shop kurz aufgesperrt wird und es dort abgelegt würde – bis 07.01.2025! Das gilt es zu vermeiden. Auch unschön ist es, wenn es an der Pforte abgegeben wird und die diensthabende Person das Paket auf den Boden vor den Elektro-Heizstrahler legt…

Alles schon passiert – deshalb verfolgen wir unsere Pakete. Wir erwarten noch zwei – ein Freßpaket aus Franken und ein Weihnachtspaket von unseren Kindern, man hat uns angedeutet, es würde eine Überraschung geben…

Das Wetter ist herrlich, soll sich aber zum Abend hin wieder verschlechtern. Leider ist für die kompletten Weihnachtstage mieses Regenwetter und starker Wind vorausgesagt. Grund genug, dass wir heute noch einmal ein Ausflugsfährtle machen.

Wir fahren beim Makler vorbei und er gibt uns… die Hausschlüssel!

Ok, das ist noch nicht offiziell und ich werde sie vielleicht noch einmal zurückgeben müssen – aber er meint, wenn wir vielleicht etwas planen wollten oder noch Eindrücke brauchen, sollten wir einen Schlüsselsatz haben.

Wow, wir sind so verdutzt, dass wir gar nicht realisieren, dass wir uns ein großzügiges Weihnachtsgeschenk gemacht haben 😉 !

Klein, unscheinbar – aber der Weg in unsere Zukunft, vielleicht das letzte Kapitel

Weil wir ohnehin wieder checken wollen ob weitere Päckchen eingetrudelt sind, fahren wir zur Feier des Tages nach Agia Marina und gönnen uns einen Cappuccino – diesmal nicht im „Navarone“, das hatte noch geschlossen.

Auch im „Mocal“ schmeckt der Cappu lecker

Werkzeug habe ich den Monat kaum angefasst, es war nichts Gravierendes mehr zu tun. Inzwischen setzen die Salzluft und der stetige Dreck in der Marina, meinem Mopped aber doch zu. Eine umfängliche Wäsche lohnt derzeit nicht, aber die Kette schreit nach Öl – dem Ruf folge ich gerne…

Spuren des harten Einsatzes
Dem rücke ich sofort zu Leibe

Wie vorhergesagt, kommt am Abend der Wind auf und schon bald prasselt der Regen auf unser Kajütdach. Gut, dass wir der Wettervorhersage vertraut haben und aufgrund unserer Verabredungen an den Weihnachtstagen einen Leihwagen reserviert haben – den bekommen wir morgen um 10.00 Uhr.

Als wir ins Bett gehen, haben wir wieder stürmische Winde und NESSAJA schaukelt uns friedlich in den Schlaf.

Diesmal aus NNW – 53kts Peak und derzeit um die 40kts

Der neue Morgen – es ist der 24.12.2024!

Wir stehen auf und frühstücken ohne großes Brimborium. Der 24. ist hier völlig ohne Bedeutung, die Geschäfte haben offen. Hier beginnt Weihnachten am 25.12.! Es war daher kein Problem, dass wir den Leihwagen am Vormittag in die Marina gebracht bekamen – und wir waren froh, denn es regnete fast den ganzen Tag.

Wir haben wieder den Nissan Micra vom letzten Mal

Auch uns ist noch nicht richtig weihnachtlich zumute, daher nutzen wir den Wagen und machen Getränkeeinkäufe. Das entlastet Sibylle ungemein – ich kann ihr helfen und wir bringen die Sixpacks und Dosen einfach und trocken nach Hause.

Dann haben wir eine weitere Idee – wir wollen zu unserem Haus fahren um es bei Mistwetter anzusehen. Im strahlenden Sonnenschein zu glänzen ist nämlich nicht schwer – aber kann das Häuschen auch bei Schietwetter bestehen?

Ok, wie erwartet – grau aber keine offensichtlichen Probleme
Winterblues – auch in Griechenland
Alles dicht? Weitgehend ja…
Der Regen tut dem Garten gut

Nachdem wir das erledigt hatten, war es an der Zeit den „Heiligabend“ einzuläuten – der Heiligabend, welcher dieses Jahr bewusst als „Heilignachmittag“ geplant wurde.

Ich lerne etwas Griechisch mit Duolingo, Sibylle liest. Später genießen wir einen Tee und die Lebkuchen der ELOWYN Crew dazu. Im Laufe des Nachmittags telefonieren wir mit allen Kindern und wünschen ein frohes Weihnachtsfest – es ist besinnlich, es läuft Weihnachtsmusik, es ist schön.

Ein gemütlicher Nachmittag beginnt

So dürfte es ausklingen, wenn… ja wenn da nicht eine Einladung dazwischengekommen wäre, zu der Sibylle ohne Zögern und sehr zu meiner Verwunderung, sofort zugesagt hat.

Wir wurden von Marietta zu einem „X-mas BBQ“ in Dirks Haus eingeladen. Was ohnehin schon etwas abgefahren klingt, hat sich exakt so bestätigt…

Wir müssen also noch einmal raus in die Kälte, fahren dabei durch Lakki und begegnen dem „Christmas-Golf“ eines Lerianers. Wie gesagt, Weihnachten ist etwas bunter hier!

Mehrfach begegnet – schwer zu fotografieren (dieses Bild aus Facebook)

Als wir ankommen, sind einige Gäste schon da – bestens also, denn es ist immer Sibylles Sorge, dass wir gemäß deutscher Pünktlichkeit immer die ersten Gäste sind.

Wir parken im Hof und läuten an der Türe
Es gibt kleine Snacks als Vorspeisen

Funktioniert hat die ganze Party so, dass Dirk für uns gegrillt hat, jeder hat zudem etwas mitgebracht. So hat sich die Tafel gefüllt, für das leibliche Wohl war mehr als gesorgt.

Es fanden rund 20 Personen aus verschiedenen Nationen zusammen, eine interessante und illustere Runde. Sehr interessant, neue Leute kennen zu lernen und neue Themen zu verfolgen.

Wir realisieren sehr schnell, dass es alles Hausbesitzer auf Leros waren, alles Menschen, die als Expats hier leben – von den Locals mal abgesehen…

Grillgut und verschiedene Dips und Salate fanden ihren Platz
Der Tisch war reichlich gedeckt – Sibylle sollte „German Kartoffelsalat“ mitbringen
Alsbald war die Tafel belegt, jung und alt saßen beisammen -sehr gesellig
Pita, griechische Wurst und Kotopoulo – alles sehr lecker

Offen gesagt, ich verstehe bis heute nicht, nach welchen Kriterien die Gäste ausgewählt wurden und vor welchem Hintergrund diese Party stattfand – aber das ist auch nicht soooo wichtig. In jedem Fall war es uns eine Ehre dabei sein zu dürfen und wir freuen uns auf Wiederholung.

Aber – wir sind uns auch einig, dass wir den nächsten Heiligabend wieder in trauter Zweisamkeit verbringen – ist einfach feierlicher.

Als wir spätabends zurück an Bord von NESSAJA kommen, ist es uns beiden nach einem Absacker und einer Folge „Barnaby“ zum Runterfahren – dann sacken wir todmüde ins Bett.

Puuuh, es ist der erste Weihnachtstag – auch in Griechenland ist nun Christfest und somit, ganz nebenbei bemerkt, auch Namenstag von Christos und Christina. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, es ist ein gesetzlicher Feiertag. Sibylle und ich schlendern nach dem Frühstück unsere Marinarunde und schnappen dabei ein wenig frische Luft. Wir vertreten uns die Beine und genießen die Regenpause.

Das Wetter passt zur generellen Stimmung – während wir laufen, schlagen wir kleine Haken und sehen auch am Trockendock nach den uns bekannten Schiffen. Diesmal gehen wir mal wieder bei der Hanse 418 unserer Freunde Ina und Ralf vorbei. Wir denken an die schönen, letzten Sommerstunden im „Roof-Top Café CHILI“ und senden ein Foto.

Alles gut an Bord – macht euch keine Sorgen

Als wir zurück auf NESSAJA waren, mussten wir uns sputen um uns noch schick zu machen. Denn heute ist das Weihnachtsessen der Marina Community für die Mittagsstunden geplant! Wir wollen uns um 13.00 Uhr im „To Steki“ in Alinda treffen, die Zeit drängt.

Da wir den Leihwagen haben, nehmen wir noch Enrico und Luisa von der SAIL HO mit. Es machen sich 11 Personen auf den Weg einmal quer über die Insel. Als wir in Alinda ankommen, regnet es in Strömen – es herrscht Weltuntergangsstimmung.

Bei einem solchen Wetter ist es nirgends schön
Wir sind so froh, dass wir das Auto haben
Graue Wolken wabern über die Insel
Nix wie rein – obwohl es nicht kalt ist, wir haben etwa 18°C

Das „To Steki“ ist nach der Renovierung vor zwei Jahren auch innen sehr gemütlich und einladend. Es gibt zudem Gasstrahler, welche für eine angenehme Wärme sorgen.

Wir waren nicht die einzigen Gäste – Chefmechaniker Manolis und sein Bruder Petros waren mit Familien hier, es gab ein großes Hallo und ein herzliches Καλά Χριστούγεννα, Frohe Weihnachten…

Dann nehmen wir an dem für uns reservierten Tisch Platz, später wird sich das Lokal bis auf den letzten Platz füllen.

Gespräche beginnen – ein Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch, Italienisch
Speis und Trank werden aufgetragen – das Mahl beginnt
Nach den Mezedes gibt es ein Zicklein als Hauptgang

Das Essen bei Dimitris und seiner Familie war, wie immer, außerordentlich gut! Ich will aber auch offen sagen, dass unsere Menüwahl vom Vorjahr einen etwas festlicheren Touch hatte. Ich bin an solchen Tagen eher ein Fan von einem Braten statt von der Knochenfieselei, habe mich aber den Vorschlägen des Wirtes und der Mehrheit angepasst.

Und – die Marinahunde hatten am Ende auch etwas davon…

Kein Festschmaus ohne Nachtisch – hier hat, kein Wunder für den geneigten Blogleser, wieder einmal die Zuckermanufaktur „Repapis“ ausgeholfen, denn auch Wirte kaufen dort ein.

Das „Grand Finale“ eines wunderbaren Nachmittags

Das wirklich Tolle am Inselwetter der Ägäis ist, dass Schlechtwetterphasen zwar durchaus andauern können, aber der Wetterwechsel recht schnell vonstatten geht. Zweiwöchiger Landregen wie etwa in Deutschland, ist hier nicht bekannt.

Herrschten bei unserer Ankunft noch wolkenbruchartige Regenfälle, so schien bei unserem Aufbruch am späten Nachmittag schon wieder die Sonne…

Im Sonnenschein wirkt alles freundlicher

Nach der Rückkehr in die Marina, ziehen Sibylle und ich uns auf NESSAJA zurück und verleben unser „staades Weihnachtsfest“ – ein Heiligabend mit 24 Stunden Verspätung!

Wir machen es uns gemütlich, trinken Tee, essen Lebkuchen. Später gibt es einen kleinen Salat und ein Glas Wein, wir schauen einen Weihnachtsfilm und lassen den Feiertag ausklingen.

Am nächsten Morgen, ebenfalls Feiertag in Hellas, bringen wir das Auto zurück und fahren mit der GS wieder in die Marina. Ich habe für das Motorrad einen guten Winterabstellplatz gefunden, hier parke ich das Bike während der Schlechtwetterphasen zumindest etwas geschützt.

Der Platz schützt vor direktem Regen und ist nicht matschig

Wir nutzen die freie Zeit und das kurzfristig schöne Wetter, um abermals eine Marinarunde zu drehen und etwas frische Luft zu schnappen.

Wer genau hinschaut, wird positiv bemerken, dass selbst ich für die Weihnachtstage meine löchrigen T-Shirts und meinen Hoodie abgelegt habe und im Poloshirt nebst klassischem schwarzen Pullover unterwegs bin – der ein oder andere wird es mit zufriedenem Lächeln bemerken 😉

Dramatische Wolkenformationen über der Einfahrt zur Lakki Bucht

Die Wolken verheißen nichts Gutes und tatsächlich wird eine halbe Stunde später ein Gewitter über die Marina ziehen, wir können gerade noch unsere Runde zu Ende bringen.

Dabei kommen wir auch an NESSAJA vorbei – schön, wie sie an ihrem Platz liegt. Schön, unser Zuhause!

Ein tolles Schiff

Weil wir gerade bei NESSAJA sind – wie geht es mit ihr weiter? Nun, ich will da nicht herumreden, irgendwann muss sie in neue Eignerhände übergeben werden, das Verkaufsangebot für das Schiff gibt es, auch in „boat24“ ist sie inseriert.

Es wird kein Notverkauf, ich hoffe auf einen Nachfolger, der sie weiter so entwickelt wie ich das getan habe und sie letztlich für eine würdige und gehörige Blauwasserfahrt nutzt. Dafür ist sie ausgebaut worden, sie sollte das erleben…

Bis es soweit ist, werden wir darauf wohnen, es stehen am Haus ja noch aufwändige Renovierungsarbeiten an. Wenn allerdings eine neue Skipperin oder ein neuer Skipper Interesse zeigen und gleich loslegen wollen, dann werden wir diesen Plänen nicht im Wege stehen.

Szenenwechsel, ein neuer Tag – Weihnachten ist vorüber! Lakki erwacht zu neuem Leben, beflügelt auch durch den Sonnenschein am heutigen Tag.

Wie so oft im Dezember, gehen Sibylle und ich unsere Runde durch die Marina. Dabei stellen wir fest, dass die Stürme der letzten Tage wohl einen Schaden an der Plane von ALLEGRA verursacht haben.

Die Plane flattert, es muss gehandelt werden – wir informieren das Eignerpaar

Da auch der Eigner von EDINA und unsere Nachbarn Ciarán und Jill von der unglücklichen Rundmail bezüglich des Sturms betroffen waren und sich inzwischen bei mir gemeldet hatten, machen wir auch hier ein paar Bilder und sorgen in Deutschland und Irland für Aufklärung diesbezüglich…

An EDINA haben die Marinabeauftragten eine Spring eingebunden

Die CNB 60 liegt sicher und auch ein Kontrollblick im Inneren zeigt keine Auffälligkeiten.

So ein schöner Tag! Auf dem Weg zurück zu unserem Schiff überlegen wir, was wir heute noch anstellen können und beschließen, dass wir noch einmal zum Haus fahren. Danach würden wir uns einen Cappuccino gönnen – ein guter Plan.

Doch zunächst gilt es, die Bilder von OLIVE nach Irland zu senden und dafür zu sorgen, dass Jill und Ciarán ruhig schlafen können 😉 .

Auf OLIVE ist wirklich alles ok – hier hat die Marina auch nicht gehandelt

Wir schnappen uns unsere Helme, starten die GS und tuckern gemütlich nach Plaka. Am Weg bezahlen wir den Leihwagen und bekommen von Rena einen Sack Mandarinen geschenkt. Das freut uns!

Wir quatschen ein bisschen über Silvesterpläne und sie freut sich für uns über die aktuelle Entwicklung.

Am Haus angekommen, schleichen wir über das Grundstück – wir diskutieren und planen. Vom Nachbargrundstück kommt ein Mann herangelaufen, eine Frau schaut um die Ecke. Sie winken uns heran „Problem, Problem“ rufen sie…

Sie deuten auf die Trockenmauer – „unsere“ Trockenmauer…!

Das fängt ja gut an

Waaaas? Das geht ja gut los – wir kaufen ein Haus und wenig später stürzt es ein???

Ernsthaft, wir fotografieren den Schaden, der bei den schweren Regenfällen entstanden sein muss und leiten das Bild an den Makler. Wir haben ja noch keinerlei Befugnisse, streng genommen auch noch keine Verantwortung. Trotzdem ist es tasächlich ein „Problem“, welches diskutiert und beseitigt werden muss.

Wir lernen den Mann und die Frau als Manolis und Anna kennen, unsere neuen Nachbarn. Wir stellen uns vor und erklären, dass wir das Haus kaufen möchten und hier leben wollen. Das freut die Beiden, denn klassische Ferienhäuser, die die meiste Zeit leerstehen, sind eigentlich nicht das was die Lerianer wollen.

Ich übersetze mit dem Mobiltelefon, dass ich die meisten Arbeiten selber anpacken möchte und aus dem alten Haus ein kleines Idyll zaubern will – daraufhin zeigt uns Manolis sein gesamtes Anwesen mit stolzgeschwellter Brust. DAS alles habe ER selber gebaut! Ich staune und bewundere…

Ich glaube ich habe einen Heimwerkerkumpel gefunden! Ich muss an „Hör´ mal wer da hämmert“ denken. Die Beiden sind nett, ich bin happy!

Tags darauf treffen wir uns mit Shira und Noam am Haus, auch sie sind neugierig, auch sie wollen erste Details wissen. Ich teile meine Freude gerne mit den Beiden, denn sie waren uns immer gute Ratgeber. Auch diesmal helfen die Beiden – zunächst, als sie ihr Auto als „Maßstab“ für die Garage zur Verfügung stellen…

Perfekt – ein Honda CR-V passt rein

…dann mit dem Angebot, dass sie mir mit ihrer Planungssoftware Pläne für das Haus erstellen werden.

Beides hilft mir – bei der Garage kann man natürlich auch messen, aber nichts ersetzt das Gefühl, als einen Wagen real in die Garage zu stellen! Gehen die Türen auf? Wie rangiert man hinein? Wieviel Luft bleibt nach oben und den Seiten? Wir erkennen – der CR-V stellt das Maximum dar, was aber eine sehr positive Nachricht für mich ist.

Die Pläne helfen wirklich sehr, da wir zwar alle Wände stehen lassen wollen, aber eine Türe durchbrechen wollen und zwei neue Fenster setzen müssen. Zudem ist über einen Eingangsbereich nachzudenken. All das kann man sich sehr gut vorstellen, wenn es 3-D Ansichten gibt – erste Pläne existieren bereits – man verzeihe mir die Wortwahl – es sieht echt geil aus!!!

Zufrieden fahren wir nach Hause und erledigen dabei am Weg noch unsere Einkäufe. Sibylle geht zum Hähnchenmetzger, ich fahre rasch zu Loukas und kaufe Kettenspray für die GS – der Dreck und das Schlechtwetter lassen den Verbrauch in die Höhe schnellen.

Ich bin gerne bei Loukas, ich liebe diese kleinen Werkstätten

Das letzte Mal hatte er das Kettenspray von Bel-Ray noch als „best of the best“ angepriesen, er hat damals schon auf den hohen Preis hingewiesen. Als ich ihn diesmal auf das Edelspray anspreche, lehnt er ab – er verkauft das nicht mehr, zu teuer! Seine Hand greift nach einem no-name Spray mit einer deutschen Flagge am Ende des Artikelnamens…

Er strahlt mich an – „…Germania!“ höre ich ihn sagen, dann erklärt er, dass dieses Spray „…noch viel besser sei…“ und zudem 10.-€ billiger! Schlitzohr! Egal, ich schmunzle in mich rein und kaufe das beworbene Produkt – der Kette der GS wird es egal sein.

Dann picke ich meine Sibylle auf und wir brausen zu NESSAJA, der nächste Videotermin ist anberaumt! Sibylle videochattet mit Enkelin Heidi…

Ja Hallo Heidi…

Ich staune – die Kleine ist eineinhalb Jahre alt und interagiert am Mobiltelefon mit der Oma. Sie tut das aktiv. So ist das mit den Zwergen, die mit diesen Medien aufwachsen. Sie winkt und lacht und lässt Sibylle so merken, dass die Oma am anderen Ende Europas nicht in Vergessenheit gerät.

Ok, dass sie auch dreimal auflegt soll der Sache keinen Abbruch tun! Nachdem die Mama wieder übernommen hat, schickt sie uns ein Bild unseres Fltzers in Deutschland – der steht im Landkreis Erding, der Nähe zum Flughafen wegen. Wir staunen nicht schlecht – es scheint kalt zu sein…

Da muss Tarantula aber aufpassen, dass sie nicht abrutscht

Temperaturtechnisch können wir punkten, wettertechnisch leider nicht. Hilft aber nix, unser Trinkwasser ist zur Neige gegangen, wir müssen zeitnah auffüllen. Arbeitsteilung heißt die Devise! Sibylle möfelt mit dem Breezy hin und her, ich trage den schweren Kanister zu NESSAJA und befülle den Tank.

Viele Hände – schnelles Ende

Leider hat Sibylle den Vorsatz „Regenpausen nutzen“ falsch verstanden – nicht, dass es diese nicht gegeben hätte, nur war Sibylle immer dann auf dem Weg, wenn es wieder ergiebig geregnet hat.

Während der tatsächlichen Regenpausen hat sie sich dann im Schiff aufgewärmt – es ist uns an diesem Tag nicht gelungen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Schietwetter im Paradies

Was fängst an, wenn das Wetter es nicht gut mit Dir meint? Nun, ich tippe immer ein paar Blogzeilen oder lerne Griechisch.

Mein Lerneifer hat Sibylle angefixt – Sie, die sonst lieber lange Romane liest oder mit der Familie Videocalls macht, sie hat auch ihren Duolingo Zugang wiederentdeckt und möbelt ihr Englisch auf.

Da sitzen wir dann – „Wie geht es Dir?“ „How are you? Τι κάνετε;

Macht Spaß…

Zuhause scheinen die Seglerfreunde auch Zeit zu haben und an den Plänen für das nächste Jahr zu schmieden. Immer wieder mal erreichen mich Nachrichten, ob ich nicht unterstützen könnte, indem ich etwas fotografiere oder ausmesse. Diesmal war es Martin, der eine Rechnungskopie bräuchte, ich könne bei der Gelegenheit gleich noch nach den Batterien von STENELLA sehen…

Das Wetter war toll, mach´ ich gerne – Sibylle und ich gehen zu dem süßen roten Schiff.

Schönes Wetter, prima Stimmung – aber nur etwa 14°C
Die rote „Wanderer 40“ ist ein knuffiges, wunderschönes Schiff

Ich hole mir das lange Brett und balanciere an Bord. Alles ist perfekt, kein augenscheinliches Problem. Auch der Blick nach innen bestätigt, hier ist alles in Butter auf´m Kutter!

An Deck alles bestens…
…auch die Systeme funktionieren

Ich suche noch das benötigte Dokument und gebe dann Rückmeldung an Martin. So ist sichergestellt, dass in Hessen die neue Saison reibungslos geplant werden kann. 😉

Auch Felix hat sich ob seiner Persenning inzwischen zurückgemeldet. Er würde es durchaus schätzen, wenn ich nachsehen würde, ob man die Plane neu fixieren kann. Natürlich machen wir das! Nächste Station also ALLEGRA…

Ich organisiere eine Leiter und sehe mir das Unbill von oben an

Hm, was war da nur passiert? Die Leine baumelte am Rumpf nach unten, war aber aus allen Ösen ausgefädelt, es war nichts zerissen oder beschädigt!

Egal, Hauptsache ist, dass der Fehler schnell behoben werden kann. Ich fädle also alles wieder ein und kann nach 15 Minuten Vollzug melden…

Ziemliche Fädelei, aber kein großer Aufwand
Am Ende alles gut
Die Ecken waren vorher schon lose – ich melde das so dem Eigner

Jetzt aber – die Sonne wandert Richtung Horizont, langsam wird es frisch. Sibylle und ich gehen noch zum Leuchtfeuer der Marinaeinfahrt, dann wollen wir zurück ins Warme und es uns gemütlich machen.

Schönes Licht – schönes Schiff
Die Sonne steht tief, langsam wird es frisch

Wir entern unser Zuhause und es kommen uns die Lebkuchen von Tina und Volker in den Sinn. Das wäre jetzt doch was! Five o´ clock Tea und echte Elisen Bratapfel-Lebkuchen – das Leben ist schön!

Wir wärmen uns auf

Heizen müssen wir noch nicht, denn Sibylle kocht mal wieder etwas Feines. Der Hähnchen-Rollbraten schmort im Ofen, die Abwärme des kräftigen Backrohrs, kann den kleinen Raum gut heizen – ich kann es gut im gschlamperten T-Shirt aushalten.

Leider wabert im Hinterkopf der Gedanken daran, dass wir noch ein weiteres Mal „ausrücken“ müssen. Es ist also noch nicht soweit, dass wir in den absoluten „Relaxmodus“ wechseln können – den erkennt man daran, dass Sibylle in ihre grauen Schlabber-Jogginghosen wechselt! Frei nach Karl Lagerfeld, gibt sie damit die Kontrolle über ihr Leben ab und kann ab dieser Minute nicht mehr an meinen geliebten „Golfshirts“ rummeckern (die mit den 9 Löchern) 😉 …

Also auf geht´s – rein in die Jacken, Taschenlampe an und ab zu ANAHITA – hier haben wir auf die Dunkelheit gewartet, um die Batterien ohne den Einfluss der nicht abschaltbaren Solarmodule zu messen.

Ein Blick – Servicebank unter Last, passt alles

Ich mache ein Bild, sende es an den Eigner und gebe Entwarnung. Auf der Delta 46 ist alles ok.

Jetzt darf der Braten schmecken, ab jetzt wird´s ein gemütlicher Abend.

Das Jahr geht in den Endspurt, noch zwei Tage! Was ist noch zu tun? Wir wollen nicht mit einer „Offene Punkte 2024“ Liste in das neue Jahr starten!

EDINA muss gelüftet werden, unsere Freundin Shira wartet auf die Realmaße vom Haus. Das packen wir noch an…

Am Ponton B – dort liegt EDINA

Ich staune nicht schlecht! Im Moment ist nur eine Abfahrt auf die Kaianlage geöffnet. Aber selbst im Dezember, in einer völlig aktionslosen Marina, schafft es ein Autolenker sich exakt und mittig in diese Einfahrt zu stellen – Herr lass´ Hirn regnen!

Klar, die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt ein Tankwagen oder der Wasserwagen dorthin müssen ist gering, aber auch unser Müllfahrer oder der Taucher fahren hier herunter und müssten sich jetzt den Weg bahnen. Jaaaa, ich weiß, ich bin in Griechenland! Siga, siga – aber es müsste doch nun wirklich nicht sein. Entspanntheit ersetzt doch nicht das Denken.

Egal, wir öffnen die Luken bei EDINA und kümmern uns weiter um unsere To-Dos.

Nächster Halt – der „OBI“ von Leros, Andreas Kritikos´ Baumarkt
Ich kaufe ein Laser Meßgerät – ich muss rund 100 Maße am Haus nehmen

Nachdem wir rasch unsere Einkäufe nach Hause gebracht hatten, fuhren wir umgehend zum Haus und nahmen alle relevanten Innen- und Außenmaße des Wohngebäudes.

Das Laser-Meßgerät hat sich sehr schnell als lohnende Anschaffung gezeigt, denn obwohl wirklich viele Maße zu nehmen war, ging die Aufgabe rasch von der Hand.

Mit dem Laser von Kante zu Kante – easy

Wir trugen die Berichtigungen und Detailabweichungen in den erstellten Grobplan ein und senden das Bild an Shira. Jetzt heißt es zu warten, bis die Freundin die berichtigten Daten in ihr Programm eingepflegt hat.

Gemessen daran, dass wir noch nicht vollumfänglich Eigentümer des Hauses sind, haben wir schon allerhand erreicht.

Sibylle und ich gehen auf einen Cappuccino ins „Coffee Lab“. Sie wünscht es sich und ich gebe dem Schuppen ein zweite Chance. Wir bestellen das Bohnengebräu und dazu etwas Süßes.

Wir bekommen Besuch

Ok, Chance genutzt, sowohl die Cappucci als auch das Bougatza waren köstlich.

Während wir über die Grundrisse des Hauses sinnieren, besprechen wir auch die Ausrichtung von Terrassen und Zimmern. Dabei lassen wir uns von Google Earth helfen. Um in etwa einschätzen zu können, wie alt die Aufnahmen sind, schaue ich mir auch die Luftaufnahme der Marina an – da habe ich Anhaltspunkte.

Mich erstaunt was ich sehe…

NESSAJA an F16

Wir liegen auf der Luftaufnahme schon auf unserem aktuellen Platz. Hierher haben wir am 31.12.2023 verholt, also vor fast exakt einem Jahr. Da die Aufnahmen ganz klar vom Sommer sind, kann man ziemlich sicher sagen, dass sie vom Sommer 2024 sind – sehr aktuell also!

Im Gehen werfe ich noch einmal einen Blick in das Lokal. Es ist schon nett hier. Ich lenke ein, es soll auch eine weitere Chance bekommen und dann sehen wir weiter.

Mein letzter Blick gilt einer Auszeichnung – „Südeuropas Kaffeekette des Jahres 2023“! Ok, nicht schlecht! Muss man anerkennen. Übrigens, der Rechnungsbetrag war verschwindend gering. Wenn sich der Barista nicht verrechnet hat, dann ist das „Coffee Lab“ auch noch günstig!

Man sitzt recht schön…
…in der Leros Filiale der preisgekrönten Kaffeekette

Wir fahren zurück in die Marina – dachte ich…

Ich merke schon, Sibylle hat heute Hummeln im Arsch, sie liebt es „ein Fährtle“ zu machen. So will sie es auch heute! „Komm´ lass´ uns nach Xirokampos fahren“, höre ich sie sagen.

Warum eigentlich nicht???

Wir fahren an Susannes Haus vorbei und versuchen zu überblicken, ob alles in Ordnung ist. Von der Straße aus gibt es keine Auffälligkeiten, ich bin sicher, dass unsere Freundin sich über das Bild freuen wird.

Sieht alles gut aus

Dann machen wir, mal wieder, einen Abstecher zur kleinen Felskapelle „Panagia Kavouradaina“. Die ist aber auch wirklich einzigartig – miniklein, in den Fels gebaut! Eigentlich charmanter als ihre berühmtere Schwester „Agios Isidoros“.

Die Sonne zaubert eine perfekte Stimmung…

Der Zuweg ist neu angelegt
Das Panorama ist wundervoll
Das Kirchlein besticht außen…
…und innen
Blick auf Kalymnos – so geht Griechenland
Die Umgebung – eine felsige Steilküste

Jetzt sind unsere Speicher wieder voll! Meiner zumindest! Als wir an NESSAJA ankommen, ist es Sibylle noch nach einer Runde „Walking“. Das freut auch mich, denn so kann auch ich mal eine halbe Stunde durchatmen.

Wer meint, dass ich nun faullenzen würde, der hat sich getäuscht! Ich durchblicke meine Lernapp immer besser und finde Gefallen an der spielerischen Aufmachung.

Ich fleze mich also auf die Salonbank und versuche mich voranzuarbeiten – und das gelingt doch ganz gut!

Ha, wer sagt´s denn!

Spaß beiseite, ich nehme das recht ernst und will Ziele erreichen. Erste Basics setzen sich fest, aber ich stehe ganz am Anfang eines langen Weges. Die ersten Schritte sind getan.

Der Abend verplätschert, wir essen gut und trinken ein Gläschen Wein, später gucken wir Krimiserien. Der vorletzte Tag des Jahres geht zu Ende, wir sind beide gespannt, was Silvester bringen wird.

Nach dem Ausschlafen und einem guten, kräftigen Frühstück erhalte ich eine e-Mail von der Marina. Ein großer Umschlag sei angekommen, er läge im Büro und wir möchten ihn doch bitte abholen.

Da Sibylle ohnehin noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen muss, bringt sie die Sendung im Vorbeifahren mit und hat somit das Recht erworben, diese auch zu öffnen! Naja, offen gesagt wussten wir was drin sein würde – es war halt die Vorfreude…

Ein Geschenk der Kinder – wie jedes Jahr…
…wir bekommen den geliebten Kalender mit Dutzenden von Bildern
Nanu, hat 2025 etwa 13 Monate? Das ist doch… NEIN? Doch! Oooh!!!

Wer genau hinsieht erkennt, welche Freude und welche Überraschung wir mit euch teilen wollen – Enkelchen #8 ist im Anmarsch! Was für ein Weihnachtsgeschenk.

Oooops, erwischt! Hier habe ich etwas gemogelt – wir wissen es nämlich schon seit Weihnachten, die werdenden Eltern hatten uns das Ultraschallbild beim Videocall in die Kamera gehalten! Wir konnten unmittelbar gratulieren.

Dieser Kalender ist wieder etwas Besonderes für uns – er kommt sofort an seinen Platz.

Perfekt! Danke!

BIMM! Na heute geht es ja zu wie im Taubenschlag! Shira meldet sich und bietet ein Treffen an. Wir könnten einen Cappuccino trinken und dabei gleich die Pläne des Hauses ändern.

Außerdem hätte sie eine Idee für eine Umgestaltung, diese wolle sie uns vorstellen. Wir treffen uns also im „Mocal“ in Agia Marina.

Während wir über die Pläne und Vorschläge grübeln, kommen Kinder vorbei, die etwas aufsagen und dann ein paar Münzen sammeln. Natürlich geben auch wir ein paar Groschen.

 „χρόνια πολλά“

Als wir in die Marina zurückkehren, sind die Stunden gerade so verflogen.

Sibylle kocht einen Tee, wir wollen uns wieder eine Packung der leckeren Lebkuchen gönnen. Da fällt mir ein, dass ich EDINA noch zumachen muss – ich hatte die CNB 60 auch heute noch einmal gelüftet um jeglichen Muff zu vermeiden.

Als ich zurück zum Schiff laufe, fällt mir die schöne Stimmung über der Marina auf – das Leben ist schön!

Masten im Sonnenuntergang

Ab jetzt läuft die Uhr rückwärts – wir haben alles erledigt, sitzen gemütlich in unserem Salon und gönnen uns zum Tee – in Ermangelung von Alternativen – die „Helene Fischer Show“. Einmal im Jahr kann ich das aushalten.

So verbringen wir einen gemütlichen Abend, sinnieren über das, was uns wohl im Jahr 2025 erwarten wird und hoffen, dass uns Unheil erspart bliebe.

Hilft nix, um 20.45 Uhr müssen wir noch einmal raus, die Marinacommunity trifft sich im „To Steki tou Dingenskirchen“ zum Silvesterdinner.

Das frühere „Stand By“ hat einen neuen Betreiber

Es war schwierig, für dieses Silvester etwas Geeignetes zu finden. Thomas und Paola hatten sich so eingesetzt und keine Mühen gescheut, trotzdem prallten zuviele Interessen bei geringem Angebot aufeinander.

Der beste Kompromiss schien dieses Lokal zu sein – dabei ist ein Kompromiss aber auch immer der kleinste gemeinsame Nenner.

Aufgrund dieser Tatsache, sind auch eingeplante Freunde ausgestiegen und haben sich auf eigene Faust anderweitige Alternativen gesucht. Unsere Gruppe wurde um Bekannte erweitert, welche in der Lakki Bucht vor Anker liegen.

Wir waren 12 Personen

Ab da lief es, ich denke ich darf das sagen ohne die Leistung unserer Organisatoren zu schmälern, ein bisschen ungut ab.

Was wir nicht ahnten – Paola hatte der Wirtin ein Silvestermenü fur unsere Gruppe aus den Rippen geleiert. Diese war nun daran interessiert uns abzufüttern, so dass die später ankommenden Gäste nicht merken, dass unser Essen von der „Tageskarte“ abweicht.

Die Vorspeisen kamen alle auf einmal und unter Hast auf den Tisch…

Geschmacklich sehr guter Standard, aber viel zu schnell

Obwohl einige am Tisch eine kleine Pause zwischen den Gängen einforderten, wurde diesem Wunsch nicht Rechnung getragen – irgendwann war die Tafel vollgebaut mit den kleinen Meze Tellerchen und wir hatten allerhand zu futtern.

Leider damit nicht genug! Wir hatten diese Vorspeisen noch nicht gegessen, kamen schon die ersten Hauptgerichte – wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Dreiviertelstunde hier.

Der Protest an unserem Tisch wurde lauter, das musste er auch, denn inzwischen hatte die Musik angefangen zu spielen.

Auch der Nachbartisch war inzwischen besetzt

Obwohl die Wirtin tatsächlich vor dem letzten Gang den Druck etwas herausnahm, war das Kind schon in den Brunnen gefallen.

Die Musik war superlaut, zwischen den Tischen war keinerlei Gang oder Raum, dies sorgte für Unruhe im Raum. Jürgen von der BE HAPPY beschwerte sich ob der Lautstärke der Musik – ich war gespannt was passieren würde…

Die Antwort – NIX! War aber klar!

Bis hierhin nahm ich es mit Gelassenheit, sich zu beklagen bringt nichts, es kann nicht immer perfekt sein. Außerdem – schlimmer geht immer…

Man kann auch einen Platz vor der Klotüre und unter dem Lautsprecher bekommen

Ich war relativ entspannt – noch 81 Minuten bis zum Jahreswechsel. Doch dann passiert es…

RAUCHER! Es wird geraucht! Im Speiselokal! Für mich ein absolutes NO GO!

Ich sehe sofort den Quell des beißenden Gestanks und erkenne auch, es ist nicht nur einer! Am Nebentisch schmaucht eine ganze Gruppe, es wird akzeptiert. Für mich ein ganz klares Zeichen zum Aufbruch – es gilt „sero tolerance“.

Ja ich weiß, auch unter euch werden einige sein die sich fragen, ob ich da nicht etwas überreagiere. Nun, ohne mein Leben komplett offenzulegen will ich anmerken, dass sich der Verdacht auf Kehlkopfkrebs durch Passivrauchen nicht geil anfühlt. Zwanzig Jahre Trainings vor rauchendem Publikum gehen nicht spurlos an einem vorbei – ich hatte einfach Glück. Diese Situation nehme ich heute nicht mehr hin – unter keinen Bedingungen!

Ich tippe Thomas, unserem Organisator, auf die Schulter, melde mich ab und lasse ihm unseren Obolus hier. Dann gehen Sibylle und ich – kurz und schmerzlos. Unglücklich war, dass offensichtlich zwei andere Segler ähnliche Gedanken hegten und uns folgten…

Was nun? Ich mache es kurz!

Gemütliches Silvester zu Hause – Prosit Neujahr!

Da die Bar unserer Wahl geschlossen hatte, haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir das Jahr zuhause ausklingen lassen. Wir haben mit einem Tsipouro angestoßen und einen Blick nach draußen gewagt – für Entertainment sorgte die „Große Silvesterparty“ des ZDF.

Es war gediegen, es war schön – wir haben ein entspanntes Silvester erlebt!

Es ist soweit – 2025 ist da

Dieses Silvester war etwas mehr Feuerwerk als die Jahre zuvor. Vielleicht freuen sich die Griechen, dass sie 2024 endlich verabschieden durften – aus globaler Sicht war es ja ein eher durschnittliches Jahr, in vielerlei Hinsicht sogar ein denkbar schlechtes.

Wir freuen uns auf 2025 – obwohl wir wissen, dass mit jeder zu erwartenden Veränderung auch Mühen und Aufwand einhergehen.

Wir erwarten ein spannendes, abwechslungsreiches und hoffentlich zufriedenstellendes Jahr, wissen aber auch, dass für all das Gesundheit, Frieden und das persönliche Glück die Grundlage darstellt.

Das wünschen wir uns für uns, unsere Familien und euch allen da draußen!

Gruß von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle

Ach PS.: Der Ausblick – im Januar wird sich letztendlich herausstellen ob und wieviel ich für die Marina arbeiten soll, dies muss sich mit dem geplanten Besuch bei ELOWYN in Preveza vereinbaren lassen.
Spannend wird sein, ob wir den Hauskauf unter Dach und Fach bringen und beim Notar abschließen können – was wird sich hier ergeben?

Für den Blog plane ich umfangreiche Veränderungen – der Seglerblog wird irgendwann ein „Greek Island Mood“ Blog werden. Es gilt „sailingmoments“ in einen neuen, übergeordneten Blog zu implementieren. Ob ich das 2025 schaffe???

November 2024 – Tris Karekles (τρεις καρέκλες)

Der November hat begonnen! Der Monat, der bei den meisten Mitteleuropäern als der verhaftet ist, welcher Nebel, Tristesse und vielleicht Schneefall mit sich bringt.

Schliersee – Neuhaus (unser ehemaliger Heimatort) am 14.11.2024 – Foto aus Facebook

Nicht so, hier auf Leros! Für uns beginnt der elfte Monat des laufenden Jahres herrlich! Wir haben blauen Himmel, die Sonne hat durchaus noch Kraft und tagsüber ist es angenehm warm – wie im Spätsommer eben! Ich will vorwegnehmen, dass dies bis weit in den November auch so bleibt – sich dann aber schlagartig ändert!

Leros Marina Evros, Ponton F, 01.11.2024

Dennoch – auch hier kehrt eine andere Stimmung ein. Die Tourismussaison ist vorüber, die Locals wechseln wieder in den Modus der Lerianer. Die Schlagzahl geht nochmal etwas zurück, die Insel wird ruhiger, sie wird authentischer.

Ich liebe diese Phase des Jahres! Der Mood der nun vorherrscht, trifft sich exakt mit meinen Erwartungen an eine kleine Ägäisinsel – hellenic island vibes…

Dafür breche ein wenig mit der Tradition, meinen Blogbericht mit einem Song der 80er zu eröffnen, aber kaum ein Lied trifft diesen Nerv so wie Reinhard Meys Song „Tris Karekles (τρεις καρέκλες)“ aus dem Jahr 1996!

„Ein Eisenofen steht mitten im Raum
Rotglühend, doch du spürst ihn kaum
Die Abendkühle kriecht über den Steinboden herein
Ein dürrer Rauch steigt zur Decke empor
Ein kühn geschwungenes Ofenrohr
Die nackte Glühbirne taucht den Raum in fahlen Schein
Ein alter Fernseher flackert schwarz-weiß
Die Männer sitzen verstreut im Kreis
Und immer in diesem Gebilde aus drei Stühlen
Einen, da stehen die Füße drauf
Einen, da lehnt der Arm sich auf
Den dritten, zum drauf sitzen, um sich im Gleichgewicht zu fühlen

Μια ημερα θα χρειαστω
Τρεις καρεκλες και εγω
Για ολη μου την εντνχια
Μια τα χερια ν ακουμπω
Μια τα ποδια μου ν απλωνω
Και μια, και μια να καθομαι“

Dieses Lied von Reinhard Mey beschreibt eine Szene irgendwo an der griechischen Küste. Erwachsene und lebenserfahrene Männer leben einfach und sind tief zufrieden. Alles was sie wissen, hat sie das Leben gelehrt. Und wenn sie gemütlich sitzen, braucht jeder drei Stühle…

Reinhard Meys Beobachtungen decken sich mit der Realität (Bildquelle Intenet)

Die Alten sitzen wieder vor den Türen und vor den Kafenions der Dörfer. Die Jungen, die auf ihren klapprigen und auffrisierten Mopeds vorbeifahren, haben wieder die Zeit auf einen generationenübergreifenden Ratsch anzuhalten – die Uhr tickt hörbar griechisch…

„Da ist kein Mißtrauen, da ist kein Neid
Und da ist Frieden, da ist Zeit
Der Wirt, der mit den dicken Kaffeetassen klirrt
Nichts ist Berechnung, nichts bedacht
Alles aus Freundlichkeit gemacht
Das ist ein Ort, an dem dein Herz gesunden wird
Blau-weißes Tischtuch, frisches Brot
Leise tuckerndes Fischerboot
Ein Teller Apfelscheiben und ein Becher Wein
Vielleicht bleib ich irgendwann hier
Jedenfalls arbeite ich schon an mir
Um auch nur mit drei Stühlen zufrieden zu sein“

Der November begrüßt uns mit einem freundlichen Tag, wir stehen auf, frühstücken leicht und gehen mal durch die Marina – mal sehen, was es Neues gibt…

CHILI wird gekrant und kommt auf´s Drydock

An der Krangasse tut sich schon etwas! Wir wissen natürlich, dass für Ina und Ralf die letzte Woche anbricht. CHILI kommt auf´s Drydock und die beiden gehen in die letzten Vorbereitungen um das Schiff winterfest zu machen – bald werden sie die Heimreise und Winterpause antreten.

Der morgendliche Kaffee will raus und ich biege zum Waschhaus ab, hier fällt mir die übriggebliebene Halloween Dekoration auf – das ist nun vorbei, es ist Allerheiligen! Also in Deutschland – hier ist dieser 01. November kein Feiertag!

Halloween Dekoration – letzte Überbleibsel des 31. Oktober

Dennoch wird die Dekoration, die der Mythologie nach böse Geister abwehren soll, in den nächsten Tagen allerorts weichen – auf Leros fackelt man nicht lang, man ersetzt diese ganz einfach durch die Weihnachtsdekoration – dies werden wir alsbald hautnah erleben!

Wir quatschen ein bisschen mit Ina, ich werfe mit Ralf ein paar fachmännische Blicke auf das Unterwasserschiff seiner Hanse 418 und wir legen fest, wie wir ein paar Ausbesserungsarbeiten und den Neuanstrich des Antifouling im Frühjahr 2025 angehen werden.

Dann ziehen wir ein Haus weiter, denn auch bei Tim und Jasmin tut sich was – nach langem Warten ist heute endlich der Termin, an dem der Mast gestellt wird!

Das Maximum – recht viel mehr als den Mast der HR48 kann unser Kran nicht
Das ganze Team ist am werkeln, um den langen Spargel zu stellen

Diese Aktion können wir noch ein paar Stunden beobachten, denn es dauert schon eine ganze Weile, bis der doch sehr viel größere und wuchtigere Mast als der von Hans Peters Bavaria, final aufgestellt ist.

Auch die Beiden arbeiten unter Zeitdruck bis in die Nacht, auch hier steht der Rückreisetermin fest, auch Jasmin und Tim werden in ein paar Tagen in die Winterpause nach Deutschland reisen.

Sibylle geht zurück auf NESSAJA, sie möchte an diesem herrlichen Tag Wäsche waschen, ich dagegen verhole mich auf Martins STENELLA, wir setzen das Großsegel, hier gilt es, ein Problem zu identifizieren und einen Lösungsansatz zu finden.

Während wir an Deck schaffen, biegt ein wohlbekannter Katamaran in die Gasse ein – großes „Hurra“! Völlig überraschend kommt Marcus mit Familie, um DARKSYDE für den Winter in der Marina abzustellen.

Wir freuen uns über das Wiedersehen

Ihr merkt schon, es ist Bewegung in unserem Freundeskreis – die einen bereiten sich auf die Winterpause vor, es naht der Abschied. Andere kommen an, wir checken langsam ab, wie sich die Wintercommunity formieren wird und mit wem man sich die nächsten Wochen treffen wird.

Obwohl es insgesamt deutlich ruhiger wird, droht niemals die Gefahr der Langeweile. Es sind noch genug Freunde und Bekannte anwesend.

Ich gebe Sibylle Bescheid, dass DARKSYDE eingelaufen ist und stelle meine Arbeit mit Martin fertig. Klar, dass ich dann umgehend einen Abstecher zu Marcus mache – doch nanu… Wo sind denn Susanne und Lilly? „Die sind rasch nach Lakki um ein Giros zu holen“ höre ich den Freund antworten! Hmmm, ob wir nicht kurz anrufen könnten???

Ha! Klar können wir! Glückstag

Lilly erzählt Sibylle von ihren ersten Schultagen, Susanne berichtet vom Hausbau und wir von unserer Reise nach Preveza. Es gibt viel zu erzählen.

Marcus fragt, ob ich helfen könnte eine Victron 3-Phasen Anlage nebst Solarmodulen in sein Haus einzubauen – off-grid sei das Ziel! Wir fachsimpeln und beschließen dann – „…das machen wir!“ Zudem gibt es ein paar Kleinigkeiten an DARKSYDE, aber ein Andermal, diesmal bliebe man nur kurz, wir sehen uns dann im weiteren Verlauf des kommenden Winters – erste Termine werden ins Auge gefasst.

So verrinnt der Tag, es ist Kaffeezeit! Gut, dass Ina und Ralf ihre „Kaffeebar“ auf CHILI kurzerhand zur „Roof-Top-Caféteria“ umgewidmet haben – so verholen wir uns stande pede dorthin, um der Sonne beim gleichnamigen Untergang zuzusehen.

Über den Dächern der Evros Marina

Kaum steht das Wärme spendende Zentralgestirn tief, muss man entweder die Kleidung optimieren oder sich ins Schiffsinnere zurückziehen.

Wir gehen nach Hause, denn ab heute wird auf NESSAJA wieder gekocht! Sibylle hat festgelegt, dass die Notwendigkeiten außerhäusig zu essen deutlich zurückgegangen sind und sie somit wieder das Küchenregiment übernimmt!

Sibylle eröffnet die Kochsaison mit einem Chickencurry

Zu dieser Jahreszeit mag ich das! Der Herd wärmt den Innenraum des Schiffes, noch können wir darauf verzichten, unsere Eberspächer laufen zu lassen – dazu der gute Duft, die Dunkelheit…

Ich nutze diese Stunde, um den Blogbericht des Vormonats fertig zu stellen und zu veröffentlichen.

Danach noch lesen und dann freigeben

Abends verzichten wir zu dieser Zeit noch auf Fernsehen. Wir treffen die Freunde auf einen Ouzo oder einen Tsipouro, wir schreiben Mails oder führen Videocalls mit den Freunden oder der Familie zuhause – Langeweile kommt nicht auf, wir haben zu tun.

Irgendwann fallen wir dann ins Bett, meist geht Sibylle früher, ich folge nach – kurz, wir leben Alltag!

Vergleichsweise lese ich den Blogbericht aus 11/2023, eigentlich des Wetters wegen. Dabei fällt mir auf, dass die Grundsatzfragen welche vor einem Jahr omnipräsent waren, noch immer nicht gelöst sind. Ist das ein schlechtes Zeichen? Ich werde versuchen, dies in einem Jahresbericht zu analysieren und zu beantworten – findet ihr ab Mitte Januar in der Rubrik „Leben 2.0“.

Die Folgetage verlaufen ähnlich, wir genießen die Zeit…

Zusammen mit Ina und Ralf im „Roof-Top-Café“ CHILI…
…oder zum Sundowner in der „Sunset-View-Bar“ NESSAJA

…und verbringen gesellige Stunden mit verschiedenen Freunden. Dabei werden die Besuche in den Stammlokalen seltener – sowohl das „To Steki“ in Alinda, als auch das „Tis Kakomoiras“ in Vromolithos haben Winterpause. Auch das von uns geschätzte „Pirofani“ in Panteli und das „Metzes“ in Agia Marina sind vorübergehend geschlossen.

Die gute Nachricht – alle haben nur vorübergehend wegen Urlaub oder Renovierung geschlossen und werden wohl in ein paar Wochen wieder öffnen, wenn auch vielleicht nur an bestimmten Tagen.

Dazu kommt, dass einige Restaurants über den Winter ganz geschlossen sind – hier sind zum Beispiel „Dimitris o´ Karaflas“ und das „O´ Sotos“ zu nennen, angeführt vom Gourmettempel „Mylos“.

Wenn wir also in Gesellschaft zum Essen gehen, läuft es sehr häufig auf die üblichen Verdächtigen hinaus – das „SouVLakki“ oder die Pizzeria „La Nostra“ – meist gefolgt von einem Besuch im Eispalast der Familie „Repapis“.

Mit den Crews der CHILI und der TAO 3 zum Dinner im „SouVLakki“ – Abschiedsessen
Versüsst auch den schlimmsten Abschied

Jasmin und Tim sagen „Auf Wiedersehen“! Da wir im Frühsommer des kommenden Jahres jedoch planen, einiges an Zeit in ELOWYN zu investieren und wir sowohl nach Preveza reisen werden als auch die Jungfernfahrt der „neuen“ ELOWYN begleiten wollen, bleibt nur zu hoffen, dass wir die Beiden noch einmal treffen werden. Auch die TAO 3 soll ab 2025 länger segeln und es wäre sehr schade, wenn wir uns verpassen würden.

Etwas betrübt gehen wir zurück an Bord von NESSAJA – Aufheiterung bringt Neu-Nachbar Martin (der aus England), denn er rüstet seine BACK OF THE MOON schon auf, um für Weihnachten gewappnet zu sein! Schön, ihn für den Winter bei uns am Steg zu wissen…

Das ist nur der Anfang – die Adventszeit kommt ja noch

Diese erste Phase des Novembers ist naturgemäß geprägt von Verabschiedungen – ich habe dies ja schon erwähnt. Und so ist es nur eine Randnotiz, dass dies Schlag auf Schlag so weiterging.

Der nächste im Bunde war Martin (der aus Hessen), auch er reist nach Hause, von ihm allerdings, wird es nur ein vorübergehender Abschied sein, denn er plant eine Rückkehr für Silvester und, wenn es ihm gelänge seine Petra zu überzeugen, sogar für Weihnachten.

Nichtsdestotrotz gibt es ein gemeinsames Abschiedsdinner – Pizza an Bord der gemütlichen STENELLA.

In der „blauen Stunde“ marschieren wir zu unserem Freund
Das Bier und die Pizza munden – doch Sibylle liegt flach
Sehr lecker!

Die Pizzen und die gemeinsam geschlürften Biere munden vorzüglich und weil ich weiß, dass Martin meinen Tsipouro mag, habe ich mein offenes Fläschchen mitgebracht und zum finalen Verbrauch freigegeben.

Es lag somit auf der Hand, dass wir zunächst dachten, dass Sibylles plötzlicher Schwindelanfall nicht wirklich ein solcher war, sondern dass eventuell der letzte Tsipouro einfach Wirkung zeigt…

…dies war leider nicht so – Sibylle wird sich weiter mit solchen Attacken plagen und es wird offen bleiben, ob sie gegebenenfalls noch 2024 ein weiteres Mal zum Gesundheitscheck nach Deutschland fliegen wird.

An diesem Abend schaffe ich es, meine taumelnde Gattin nach Hause zu verfrachten und sie ins Bett zu wuchten. Der nächste Morgen wird Besserung bringen!

Und das tat er!

Ich kann mich wieder meinen täglichen Aufgaben widmen und schlendere zu EDINA um nach dem Rechten zu sehen. Dabei komme ich an einem Schiff vorbei – mir fällt das Verkaufsschild auf…

Die LIPSOS, eine 50ft Ketch

Ich kenne dieses Schiff vom Sehen schon länger – mein Auge bleibt daran hängen. Irgendwie würde es mir gefallen, ein neues Projekt zu starten. Ich schwanke immer noch zwischen Boot und Haus – natürlich weiß ich, dass es vernünftiger wäre, Zeit und Geld in ein Häuschen zu stecken, aber im Moment ist der Markt eben leer und Boote machen einfach mehr Spaß.

Die LIPSOS, so stellt sich heraus, ist ein mit Laminat umhülltes Holzschiff – das ist etwas was ich nicht will! Ich verwerfe also diesen Gedanken – vorerst…

BIMM! Mein Telefon vermeldet eine WhatsApp, diese kommt von Martin. Er sei gut weggekommen, aber ihm sei am Flughafen eingefallen, dass er seine Gangway vergessen hat anzuheben. Ob wir wohl mal…???

Na klar!

Ralf hilft – wir rücken mit versammelter Mannschaft an

Als wir die Gangway hochbinden, stellen wir fest, dass auch das Dinghy von STENELLA etwas zu tief hängt. Würden starke Nordstürme kommen, dann könnte es passieren, dass das Beiboot an den Steg gepresst wird.

Also hängen wir auch den Schnulli höher, es soll sichergestellt sein, dass auf der roten „Wanderer 40“ alles passt.

Jetzt passt alles – STENELLA liegt safe

Wir räumen die lange Reserveplanke wieder auf und schreiben eine Nachricht an den Freund, der inzwischen schon in Athen angekommen war.

„Alles in Butter auf Dein´m Kutter – mach Dir keine Sorgen!“

Der Hesse antwortet erfreut und bedankt sich mit zwei Fotos die er beim Flug von Kos nach Athen gemacht hat – Leros und unsere Marina von oben, sehr schön und deutlich fotografiert!

Leros, mein Leros
Die Evros Marina im Scheitel der Lakki Bucht

Der Freund ergänzt, dass er auf unseren Fotos entsetzt feststellen müsse, dass er auch „den Adenauer“ vergessen hat einzuholen – ob wir wohl nochmal…???

Jaaaa, auch das geht klar! Wir tragen die Planke wieder zu STENELLA 😉

Ralf testet den hölzernen Übergang – scheint sicher zu sein
Die Nationale ist eingeholt

Durch das Einholen der Nationalen, bewahren wir unseren Freund, nach gebräuchlicher Flaggenetikette, vor Schmach und Scham – es dürfte klar sein, dass dieses Bier auf Martin geht! 😉

Ich nutze die nochmalige Rückkehr zum D-Ponton, um auf Pauls INSPIRATION ein paar Bilder zu machen. Hier soll ich für den Verkauf ein paar Schönheitsreparaturen bei der Marina einsteuern, unter Anderem muss das Schiebeluk und das Steckschott des Niedergangs erneuert werden.

Ich überlege, diese Arbeit selber auszuführen und mache mir mal ein Bild vom Arbeitsumfang.

Der Ersatz des zerkratzten Steckschotts ist keine Herausforderung
Um das Schiebeluk auszubauen muss einiges abmontiert werden

Ich denke mal, dass für die Demontage des Schiebeluks ein paar Anbauteile abmontiert werden müssen – dennoch sage ich dem Freund aus Österreich zu. Ich denke, dass dies ein guter Winterjob ist.

Dinner gibt es heute an Bord von NESSAJA – wir haben Ina und Ralf eingeladen und Sibylle kocht vegetarisch. Wir haben einen sehr lustigen und geselligen Abend – leider werden auch die Beiden morgen Nacht nach Deutschland zurückfahren.

Zunächst war der Abend nur fröhlich…
…später dann feuchtfröhlich

Naja, so vertreiben wir uns die Tage. Im Moment haben wir keine eigenen, umfangreiche Aufgaben – so ergibt es sich fast täglich, dass wir Freunden helfen oder sonst irgendwie herumwichteln.

Ich verbringe zum Beispiel zwei Tage damit, die Annonce für Pauls Bavaria 39 Cruiser aufzusetzen. Das war anfangs echt schwierig, weil ich einfach keine schönen Bilder hatte. Ich habe mich daher mit Paul abgestimmt und vereinbart, dass Sibylle und ich an Bord gehen und Aufnahmen machen.

Dafür muss ich erstmal ins Büro und den Schlüssel holen.

Das „Skipper´s“ hat inzwischen geschlossen
Die Marina füllt sich langsam

Am Weg vom Office zum D-Ponton, nehmen Sibylle und ich das lange Brett mit, welches wir zum Übersteigen an EDINA deponiert haben. Hier spannen wir die Achterleinen ein bisschen durch, da ein Nachbar informiert hat, dass sie erheblich schwoit und dabei dem Steg nahe kommt.

Wenn der Wind nachlässt, werde ich die Muring etwas durchsetzen – dazu besteht jetzt keine Chance…

Brauche ich nochmals an D

Ich brauche die lange Planke noch ein weiteres Mal an D, um abermals STENELLA zu entern!

Hier gibt es ein Problem, welches mich nicht in Ruhe lässt – die Sprache der Standheizung! Haben die Osmanen doch die Bediensprache der Heizung auf Türkisch gestellt! Aus deren Sicht verständlich, nur mit dem Nachteil verhaftet, dass an der Heizung immer nur zwei Sprachen zur Verfügung stehen – Englisch und EINE Wahlsprache, welche für Martin, dem Kunden, natürlich hätte Deutsch sein müssen!

Da der türkische Monteur aber entweder nicht Englisch lesen wollte oder dies eben nicht konnte, hat er seine Muttersprache gewählt und damit Deutsch von der Festplatte verbannt. Martin muss jetzt mit Englisch zufrieden sein – aber wie einstellen, wenn am Display nur „lütfen dili seçin“ erscheint?

„YouTube“ hilft mir weiter und wir entscheiden unserem Freund Martin die Bediensprache seiner Heizung auf Englisch zu stellen – er wird sie beim nächsten Besuch brauchen!

Diesmal erklimme ich die Planke und kraxle auf STENELLA
Dort kann ich das Bedienteil der Heizung auf Englisch einstellen

Plötzlich Trubel! Es rührt sich was auf ALENA! Rosi und Charly sind noch einmal auf Leros um ihren Neuerwerb vor der Winterpause noch einmal zu nutzen.

Sie wollen auslaufen, um Freunde in Kos abzuholen – dabei müssen sie die enge Lücke verlassen und DARKSYDE passieren. Um sicher zu gehen, dass hier nichts schief geht, stellen Sibylle und ich uns in Position um DARKSYDE bei Bedarf zu schützen.

Der Marinero zieht ALENA zwischen DARKSYDE und der Muringleine der Nachbarn durch

Das Ablegemanöver gelingt, die Hallberg-Rassy ist wieder auf Törn.

Kurz vor dem Ablegen, haben die Beiden uns noch abgefangen – man sei uns noch eine zugesagte Einladung schuldig, dies wolle man jetzt endlich nachholen. „Wie schaut´s am Sonntag aus? Zusammen mit unseren Freunden? Gut? Gebongt!“

Offen gesagt – ich bin skeptisch! Die letzte Einladung der beiden war teuer – für Werner… Klar, dies wird so nicht mehr passieren, aber irgendwie ist damals was verrutscht und obwohl ich nicht nachtragend bin, bekomme ich die Unstimmigkeiten um die verkorkste Esseneinladung und den Schwammkauf nicht aus dem Sinn.

Sibylle ermahnt mich zu Entspanntheit – ich gelobe, mich zu bemühen.

Jetzt aber – können wir jetzt endlich die Bilder von INSPIRATION machen?

Die Bavaria 39 Cruiser ist ein schönes, preiswertes Schiff
Wir machen etliche recht gute Fotos

Das Knipsen an sich geht auch nicht in 5 Minuten! Wer weiß, wie ein Schiff während des Winters aussieht, weiß auch, dass für jedes Bild erst eine fotogene Szenerie geschaffen werden musste.

Ausrüstung, welche über den Winter im Schiff gestaut wird, muss von links nach rechts geräumt werden und umgekehrt. Es hat uns bestimmt eine Stunde gekostet, bis wir alle Aufnahmen im Kasten hatten – aber es hat sich gelohnt!

Die Annonce für INSPIRATION ist fertig, sie ist ganz gut geworden!

Der Abend war verplant – wir geben der Crew der CHILI Geleit beim Antritt des Nachhausewegs. Dafür gehen wir zuerst außerhäusig essen – hier fällt unsere Wahl auf das „La Nostra“ – mit Pizza macht man nie was falsch…

Leibspeise

Natürlich überbrücken wir auch am letzten Abend von Ina und Ralf, die Wartezeit mit einem Besuch im Schlaraffenland.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass Lakki schon weihnachtlich aufgehübscht wird – aber niemand treibt es so voran und auf die Spitze, wie die Familie „Repapis“ in ihrem rosafarbenen Eispalast.

Die Bilder sind aktuell, wer sich an den Bericht aus 11/2023 zurück erinnert wird die Deko aber wiedererkennen – History repeats itsself!

Die Weihnachtsbude steht schon
Auch der Nussknacker gibt sich wieder die Ehre
Am Abend eher wenig los
Ob ich mir Werkzeug wünschen soll – artig war ich ja
Weihnachten auf Leros
Für uns gibt´s Eis – verkehrte Welt
Der Rentierschlitten bietet sich als Sitzgelegenheit an
Man kommt sich echt vor wie im Wunderland

Die Uhr holt uns zurück in die Realität! Wir müssen los, die Fähre ist im Anmarsch. Zu Fuß gehen wir die Riva entlang bis zum Hafen von Lakki.

Die Fähre erscheint bereits in der Buchteinfahrt, die Freunde gehen in den Wartebereich – Abschied! Wir drücken uns nochmal, bis zum nächsten Jahr…

Dann gehen wir zurück zum Motorrad und fahren heim zu NESSAJA. Als wir ankommen, sehen wir noch einmal die Fähre, mit der Ina und Ralf nach Athen fahren, um morgen von dort aus zurück nach Nürnberg zu fliegen.

BLUESTAR PATMOS – auf dem Weg nach Piräus

Witzig – obwohl Ralf und ich gemeinsam die vergessenen Handgriffe von Martin korrigiert haben und ihn, nach Erledigung der Aufgaben, mit einem Bier in die Pflicht gestellt haben, erreicht mich auch von Ralf eine Nachricht…

„Ich bin nicht sicher ob ich die Salonluke geschlossen habe. Kannst Du schauen?“ Ja, klar, auch hier sehen wir nach dem Rechten und senden ein Bild – wie gewünscht!

Sieht man es?

Leider kann auch er, der sein Schiff nun wirklich besser kennt als ich, auf dem Bild nicht erkennen, ob die Luke wirklich zu ist. Auch heranzoomen bringt keine Sicherheit.

Es hilft nur eines – wir müssen hoch!

Also eine gepolsterte Leiter geholt und über das Heck eingestiegen – klappt vorzüglich! Sibylle geht hoch und macht Bilder – Ralf kann aufatmen, die Luke ist dicht!

Alles so, wie es gehört

Leider stellen wir im Vorbeigehen einen Schrammler fest. Nichts Schlimmes, eher so ein „Radierer“, der sich sicher wegpolieren lässt – dennoch geben wir den Freunden die Information weiter. Oft ist schon das Datum der Information wichtig – hier aber wird kein großes Bohei notwendig werden.

Ein „Schrammler“ – nichts Schlimmes, aber Herkunft unbekannt

Fertig für heute – dachte ich…

Aber ich hatte neulich mal leichtsinnig die Bemerkung fallen lassen, dass ich mein Mopped mal reinigen müsse und hierfür den Hochdruckreiniger aufbauen und anschließen würde.

Ein Fehler!

Das Gehirn meiner Gattin verwandelt diesen losen Gedanken, nicht mehr als eine willkürliche und nicht an eine Zeitachse gebundene Absichtserklärung, in einen verbindlichen Kalendereintrag – und zwar für HEUTE!

Ich wehre mich nur scheinbar, denn ich weiß auch, dass ihr neuer Breezy ebenfalls nach einer Wäsche schreit.

So baue ich mein Equipment an der Marina-Kaimauer auf und schreite zur Tat…

Erst das „Boy-Toy“ – die GS
Danach der kleine Breezy

Glaubt mir, ich weiß wie und wo man den Hochdruckreiniger einsetzen darf – ich kenne die Regeln von Abstand und weiß, wo die Probleme normaler Weise lauern. Auch kenne ich die Gefahren sowie die Argumente der Gegner…

Ich wasche beide Fahrzeuge also mit gebotener Umsicht und betätige nach dem Waschen sofort den Starterknopf – der Motor soll laufen, Wasser soll dort verdunsten können wo es nicht erwünscht ist!

GS – öglöglögl, brumm, brumm, brumm, blubber, blubber, blubber. Alles gut wie es scheint…

Breezy – didldidldidl, knatter, knatter, knatter, aus! Nix ist gut…

Nach etwa einer Minute problemfreien Laufens geht der Motor der kleinen Knatterkiste einfach aus. Ende, Schicht im Schacht! Alle Startversuche bleiben erfolglos, wir schieben ihn in die Sonne und entscheiden – morgen springt er an, oder ich hole meine Werkzeugkiste und habe ein Projekt!

Danach ist Dinnerzeit, wir sind verabredet!

Mit Roland und Mireille im „SouVLakki“
Zuverlässig gut

Wir treffen uns mit Mireille und Roland im favorisierten Grillpalast. Es gibt viel zu besprechen. Wie geht es Rolands Hüfte, wie lange werden sie bleiben, wie geht die Sarnierung des Unterwasserschiffes von SUNNY SIDE UP voran?

Auch wir erzählen von Preveza und unseren Plänen. Die Beiden sind gute Ratgeber in Sachen Haus, denn sie sind gut mit einem der beiden Makler befreundet. Auch die eigenen Erfahrungen der Freunde sind uns Gold wert.

So verfliegt auch dieser Abend viel zu schnell…

Sibylle wälzt sich beim Einschlafen hin und her – „Breeeezy, Breeezy, springt nicht an, kaputt, chrrrrr…“

Ich hoffe, der kleine Flitzer tut morgen wieder!

Mein Wunsch wird erhört! Wir Beide sind auf dem Weg zu unseren Vehikeln und bevor ich meine GS überhaupt erreiche, fährt Sibylle schon über das Marinagelände…

Warum hat sie es denn so eilig?
Wir treffen uns am Toilettenhaus – ein guter Grund

Ok, der Breezy geht wieder, gute Stimmung ist garantiert – aber wohin des Wegs, warum rücken wir zu zweit und so früh aus?

Es ist wieder eine Verabredung die uns aus der Reserve lockt – diesmal zum Frühstück. Zusammen mit der schweizer Crew der ALLEGRA, verabschieden wir Judith und Alistair aus Wales. Die Beiden sind die Besitzer der MONEY PENNY, dem Schwesterschiff von NESSAJA.

Ziel unserer Fahrt ist die Taverne von Marietta…

Nicht schlecht Herr Specht

Es wird viel diskutiert – dabei herrscht Einigkeit über ein Thema, die Flugpreise! Bereits Jasmin und Tim haben schlechte und teure Verbindungen beklagt, auch Ralf und Ina haben lang gesucht.

Alistair und Judith hatten ebenfalls reichlich Kummer etwas zu finden. Alle sind sich einig – „Last Minute“ war einmal, heute muss man rechtzeitig buchen um überhaupt eine attraktive Verbindung zu bekommen.

Zurück auf NESSAJA setzt sich Sibylle hin und beginnt zu recherchieren. Es sei wichtig, dass wir günstige und sinnvolle Verbindungen für unser Familientreffen im März 2025 haben.

Yeah, ich hab was!!!

Tatsächlich wird sie fündig! Sie bucht sofort – am 13.02. für sich und am 13.03. für mich!

Ja, ihr habt richtig gelesen! Sibylle wird einen Monat vor mir nach Deutschland fliegen und einige Arzttermine wahrnehmen. Nichts Ernsthaftes, nur Routine, aber der Ursache für den Schwindel muss auf den Zahn gefühlt werden.

Ich werde in dieser Zeit noch einmal für etwa eine Woche nach Preveza reisen und dann direkt von Preveza aus zum Athener Flughafen fahren. Ich plane meinen Deutschlandaufenthalt für etwa zwei Wochen. Dies sollte reichen, um nach dem Familientreffen alle Kinder noch einmal zu besuchen und danach allen Freunden die Aufwartung zu machen.

Unsere Zimmer im „Haus Seegarten“ sind schon gebucht!

Erfolgreicher Tag! Wir kochen uns heute was Gutes. Ich darf dabei auch eine Aufgabe übernehmen, nämlich das Braten. Ich kann das besser, auch wenn Sibylle dies niemals zugeben würde.

Es gibt Cordon Bleu vom Hähnchenmetzger – Leibspeise Nummer 2!

Salat gibt´s auch – aber nicht zusammen mit dem Cordon Bleu

Wir quatschen lang, es gibt immer mal wieder solche Abende an denen wir uns die Sinnfragen stellen – heute war unser Aufhänger dafür ein „Brieffreund“ von mir, ein Segler, den ich nur virtuell kenne, mich aber regelmäßig mit ihm austausche. Das klingt ein bisschen verrückt, ist es vielleicht auch, aber es ist spannend.

Er verfolgt mit seiner Partnerin ganz ähnliche Ansätze wie ich, wenn auch vor einem völlig anderen Hintergrund. Wir haben das gleiche Hobby und wohnten seinerzeit in der gleichen Region, haben uns aber niemals persönlich getroffen. Er möchte ein Buch schreiben – es gibt erste Kapitel, der „Sinn des Lebens“ ist eine grundlegende Frage.

Ich hatte eine auszugsweise Leseprobe und meine Meinung mit Sibylle geteilt – wir haben die von ihm angesprochenen Punkte über unser Leben gestülpt…

Ich nehme es vorweg – wir sind natürlich nicht zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gekommen, aber wir erkennen, dass es bei uns durchaus noch Schnittmengen gibt, für die es sich lohnt neu zu planen. Die Tatsache, dass mich unsere Marinaleitung ohne jegliche Information versetzt hat und umgekehrt die Betreuung der ELOWYN zu einer echten Aufgabe heranwächst, hilft dabei Entscheidungen zu fällen.

Ich muss in den nächsten Wochen ein paar Gespräche mit Handwerksbetrieben vor Ort führen, auch mit Volker und Tina muss ich nochmal diskutieren – dann werden Sibylle und ich eine neue, klare Richtung haben.

An solchen Abenden trinken wir ab und an einen Tsipouro als „Betthupferl“. Es war also kein Wunder, dass ich am nächsten Tag entsandt wurde, eine neue Flasche zu kaufen.

Griechen und Parken – Manches geht einfach nicht zusammen

Als ich von Dimitras Supermarkt zurückkehre, ist Sibylle aufgeregt – Panagiotis, der Elektriker und Rigger der Marina, hat sie extra zu sich gewunken! Ein Schiff hatte fast einen Bruch des Vorstags, sie solle schöne Grüße sagen, ich müsste unbedingt vorbeikommen und mir das ansehen.

Schon von Weitem sehe ich, an welchem Schiff das Marinateam seine Arbeit verrichtet, es ist die Ex TARGUI, die heute FREUDE heißt. Also nicht einfach so auf Deutsch, eher klangvoll, auf Italienisch…!

Panagiotis führt mich zum Vorstag und zeigt mir das Desaster – wow! Ich staune, der Schaden ist nicht von schlechten Eltern!

Das wäre nicht mehr lange gut gegangen

Die Ursache kann nur vermutet werden, es liegt aber der Verdacht sehr nahe, dass es sich um einen Überlastungsschaden durch die gefühlose Betätigung der elektrischen Winsch handelt.

Beide Rollanlagen werden ausgetauscht – der große Rundumschlag! Das ist fachlich richtig, bedeutet aber auch, dass das Börserl der Neueigner etwas schlanker wird – ärgerlich…

Ich gehe zurück zu NESSAJA um mich etwas zu entspannen. Die Gedanken vom Vortag hängen mir noch nach. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Gattin gemacht – sie hat heute morgen beim Teekochen unseren Trinkwassertank leer gemacht und fordert die sofortige Füllung desselben!

Ein müde gehauchtes „gleich“ lässt sie nicht gelten – nein, nicht gleich, „sofort!“ Ich tue also wie mir geheißen und grabsche mir den Breezy, der zum Wasserholen besser geeignet ist als meine GS.

Ein gutes Muli
Drei Kanister passen rein, reicht etwa für einen Monat

Während ich den ersten Kanister in den Tank fülle, rechnet Sibylle – man sieht es ihr an, ich höre die Zahnräder förmlich rattern.

„Was wiegst Du?“ fragt sie mich – ich rieche den Braten sofort und runde nach oben auf. Sie addiert 20kg für das Wasser und erteilt mir stande pede ein Fahrverbot für den kleinen 50 Kubiker.

Sie würde die weiteren Kanister holen, ich müsse sie aber zum Schiff tragen – der Breezy sei mit mir überladen! Na sehr charmant meine Frau, aber vermutlich hat sie Recht, Chinesen sind einfach kleiner…

Jetzt aber rasch – wir müssen nach Lakki! Heute kommen Mario und Eva mit ihrer SAGITTA zurück. Sie werden zwar erst in zwei Tagen in die Marina kommen – wir freuen uns aber trotzdem, dass die Beiden zurück sind und verabreden uns sofort auf ein Eis mit ihnen.

SAGITTA ist schon fast da
Wir fahren nach Lakki – die Freunde sind schon im Dinghy
Willkommen zurück – wir freuen uns
Mario & Mario teilen Leidenschaften – für Eis und Espresso

Der Tag endet unspektakulär. Wir sitzen recht lang mit der SAGITTA Crew bei „Repapis“ und klönen. Wir haben einander viel zu erzählen und kommen irgendwann von der Vergangenheit in die Gegenwart, beziehungsweise die nähere Zukunft.

Wir besprechen die Pläne rund um die Dufour 38C, auch SAGITTA soll Coppercoat gestrichen bekommen, auch bei ihr muss der Saildrive ausgebaut werden.

Ich werde Mario helfen und wir besprechen erste Eckpfeiler unserer Vorgehensweise.

Wir gehen erst nach Hause als die Sonne schon langsam Richtung Horizont drängt. Unser Motorrad steht immer noch am Anleger in Lakki, auf dem Weg dorthin, sorgen die Wolken über der Marina für ein Farbenspiel.

Schöne Stimmung über der Marina

Der Folgetag ist vollumfänglich verplant. Zunächst steht ein lang schon anberaumter Termin in unserem Kalender. Im „Stis Anna“ in Crithoni ist heute ein Brunch Buffet aufgebaut und alle Einnahmen gehen an den Hundeshelter, in dem Sibylle ehrenamtlich tätig ist.

Es ist Ehrensache, dass wir dort teilnehmen, unsere 10.-€ Obolus pro Person entrichten und uns etwas vom Buffet holen.

Uns war klar, dass wir dort nicht alleine sitzen werden, wir überlassen es aber dem Zufall, wer sich zu uns gesellen wird.

Unsere Eintrittskarten sind der Getränkegutschein
Im Laufe des Tages wird die Cantina voll
Wir essen sehr leckere Meze
Hat Spaß gemacht

Wir sitzen nicht ewig dort, hatten aber zwei sehr gesellige Stunden mit den Israelis aus unserer Marina. Wir kennen uns schon lange, es gibt immer viel zu erzählen und es sind sehr nette Freunde.

Gegen 15.00 Uhr machen wir kurzen Prozess und verlassen das Beisammensein ohne großes Tamtam. Unser Plätze werden rasch besetzt und wir fahren zurück auf NESSAJA. Freizeit ist angesagt, etwas ausruhen und vorverdauen – denn bald schon steht das nächste Essen auf dem Programm…

Heute Abend sind wir von Rosi und Charly zum Dinner eingeladen. Dabei werden wir deren Freunde Wolfgang und Bernhard kennen lernen, beide auch Segler.

Der Abend bricht an – Dinnerzeit

Der Abend begann holprig! Ich hatte mich dazu hinreißen lassen, ein Lokal vorzuschlagen – vor dem Hintergrund, dass meine Favoriten geschlossen waren, hatten Sibylle und ich die Idee ins „Metzes“ in Agia Marina zu gehen.

Ein Blick ins Internet verrät, das Lokal ist offen – ich reserviere also einen Tisch. Die Tatsache, dass ich keine Antwort auf meine Anfrage erhalte, hätte mich stutzig werden lassen sollen.

Die Crew der ALENA ruft ein Taxi, Sibylle und ich fahren mit dem Motorrad. Vor dem Lokal angekommen, die Ernüchterrung – geschlossen, alles dunkel! Was tun sprach Zeus.

Wir beschließen, in ein Lokal in Alinda zu gehen – im „Prima & Aneplora“ waren wir vor einiger Zeit einmal mit Giorgos und seiner Familie, es ist ein Lokal der Einheimischen…

Nix zu meckern – sehr guter Durchschnitt

Es ist eines der Lokale die so schwer zu beschreiben sind. Du isst gut, der Service ist ok, die Preise und die Qualität passen. Alles gut also! Ja – und nein…

Das Lokal das nichts falsch macht, macht eben auch nichts wirklich besonders, nichts besser oder anders als andere. Es hebt sich nicht ab, es verhaftet sich nicht, es schafft es nicht in die Top 5.

So geht es uns an diesem Abend – Charly offeriert allerlei, der Wirt müht sich, wir unterhalten uns gut. Es passt alles und doch werden wir das „Prima & Aneplora“ nur als durchschnittlich in Erinnerung behalten.

Egal, wir hatten dennoch einen netten Abend und es wird spät bis wir uns verabschieden. Es geht ein herzliches Dankeschön an die neue Crew der ALENA.

Servus – wir sehen uns morgen
Die Bucht von Alinda in finsterer Nacht

Wie schon erwähnt, waren wir in Begleitung zweier Freunde von Rosi und Karl. Einer der Beiden ist ein Schlosser aus der Heimatregion und wohl fachlich in der Lage, den undichten Wassertank der Hallberg-Rassy 39 zu reparieren. Diese Reparatur soll duch Kleben erfolgen – ich bin gespannt und werde heute Nachmittag mal vorbeisehen.

Doch gemach, gemach – so schnell schießen die Preussen nicht! Erstmal den Koffeinspiegel korrigieren, dann kann es losgehen…

„Was machst Du jetzt, wir müssen…“

Meine Gattin fordert mein Zutun! Ich höre den fiesen Beisatz „…wir müssen…“ und realisiere schnell – es gibt kein Entrinnen!

Ich bin aufgefordert, die Gattin mit der GS einmal quer durch den Ort zu fahren und an einer Vielzahl von Geschäften zu stoppen – beim Gemüsehändler, in der Apotheke, beim Hähnchenmetzger…

Und zu Dimitra müssen wir auch noch!

Ausnahmslos hier gibt es „Noi Noi“ Butter für Susanne

Ach ja, und Tee brauch ich auch noch! Ich verzweifle 😉

Lakki hat einen gut sortierten Tee und Kaffeeshop

Ein bisschen Glück ist mir dann doch beschieden, denn wenn ich artig meine Runden mit ihr drehe, dann springt meist ein Frühstück für mich raus – so auch heute, ich staube ein Kotopita ab.

Zurück zuhause, setze ich mich daher erstmal in Ruhe hin und brunche – soviel Zeit muss sein!

Easy Peasy – so mag ich das

Dann aber! Meine Neugierde treibt mich an den Kopf des D-Ponton, wo die ALENA Crew samt Gästen schon am werkeln ist. Der Tank ist ausgebaut und liegt am Kai, das Loch ist inzwischen gefunden!

Kreisrund, an exponierter Stelle und größer als vielleicht vermutet – dennoch, für sich betrachtet kaum größer als ein Stecknadelkopf, sicher keine 5mm im Durchmesser.

Hm, mich überkommen Bedenken – ich sag´s ganz ehrlich

Ich bin nicht gerne und auch ganz selten in der Rolle des Bedenkenträgers und des Zauderers. Auch die des Skeptikers nehme ich nicht so gerne ein – generell bin ich bei Reparaturansätzen eher optimistisch…

Aber – wäre es nicht sinnvoll zu hinterfragen, wie ein kreisrundes 4mm Loch auf eine ebene Fläche eines Edelstahltanks kommt? Ist es nicht legitim, bei der Lösungsfindung zu überlegen, an welcher Stelle das nächste Loch durchbricht?

Ich frage nur kurz und leise – denn das Handwerkerteam um Wolfgang strahlt Zuversicht aus und zeigt dies auch nach außen…

Starker Auftritt – mag ich! Machen ist wie wollen – nur krasser!

Der Tank wird also geklebt. Ich weiß, dass heute im Flugzeugbau geklebt wird und dass man hochfeste Verbindungen herstellen kann – meine Skepsis verflüchtigt sich etwas, denn Wolfgang weiß was er tut und ist bestens vorbereitet.

Leider misslingt der erste Versuch, man vermutet, weil man vor der vollständigen Ausvulkanisation einen Dichtheitstest gemacht hat. Ein zweiter Versuch folgt – Ergebnis noch offen.

Auf dem Weg zurück auf NESSAJA, fangen uns Freunde ab – sie würden morgen nach Hause reisen und übergäben uns gerne ihre übrigen Lebensmittel. Das ist Usus und wir stimmen zu, schauen aber dennoch etwas verdutzt, als wir einen Sixpack Bier in den Händen halten welcher 2019 abgelaufen war und ich eine Cola genießen wollte welche auch schon ihre besten Zeiten hinter sich hatte.

Hmmmmm, ob ich einen kräftigen Schluck zischen sollte???
10/2022 – lieber nicht!

Wir schmeißen das Zeug weg! Generell nehmen wir gerne Lebensmittel am Saisonende an, aber angebrochene Joghurt oder die letzte Ecke Butter brauchen wir nicht – wir geben selber Acht, nicht zuviel oder falsch zu kaufen, haben aber bei den geschenkten Lebensmitteln keine Hemmungen zu entsorgen.

Marcus war für eine Stipvisite aus Lipsi gekommen. Ich habe ihm beim Bergen der Genua geholfen, er holt die von Susanne bestellten Einkäufe bei uns ab – dafür kommt er kurz längsseits, bevor er mit seinem RIB wieder auf die Nachbarinsel flitzt.

Marcus´ „Highfield“ – genau was ich gerne hätte!

Die SAGITTA ist heute Morgen in der Marina eingetroffen. Sie finden einen freien Platz an unserem Steg und sind somit bis zum Auskranen Nachbarn – das freut uns sehr. Die ersten Arbeiten an Bord scheinen erledigt zu sein, denn Eva ruft an, um Sibylle zu einem Spaziergang zu motivieren.

Dies gelingt und wenige Momente später, ziehen die beiden Damen gackernd von dannen. Die Marios bleiben zurück und widmen sich ihren Aufgaben.

Ich rapple mich auf – der richtige Zeitpunkt um die Treppe zu demontieren und den Impeller des Generators zu wechseln!

Dafür muss ich alles rundherum abbauen
Schnell entsteht Chaos
Ich komme relativ gut an die Seewasserpumpe ran
Das Gummiteil und die Nabe hatten sich gelöst

Zunächst war ich überrascht, denn nach Abnehmen des Deckels war nichts zu sehen! Ich hatte erwartet, dass der Impeller keine Flügel mehr hat, denn ich hatte überhaupt keinen Seewasser-Flow mehr.

Beim genaueren Hinsehen aber, war doch festzustellen, dass der Mitnehmer in der Mitte und das flügelbesetzte Gummiteil keine Verbindung mehr hatten.

Ein Ersatzteil hatte ich mir in unserer Marinachandlery schon besorgt, so konnte ich die Reparatur sofort ausführen. Ich war übrigens begeistert, dass unser Panos das „Kohler“ Originalteil auf Lager hatte!

Ok, dann bau´ ich eben alles wieder zam
Läuft! Das kühlende Seewasser sprudelt wieder

Ich liebe das – ich bin fertig, just in dem Moment als Sibylle wieder nach Hause kommt. Ihre ersten Worte, „…ich denke Du wolltest den Generator reparieren!“

Ich lächle verschmitzt, hauche nur „…alles erledigt Schatz!“ und lasse sie zurück. Ja, Leistung ist eben Arbeit pro Zeiteinheit!

Ich gehe – man braucht mich als „Motorflüsterer“, Marios 3PS Yamaha Malta macht immer wieder Zicken!

Eine telefonische Unterweisung im Vergaser aus- und einbauen nebst Düsenreinigung haben wir ja schon hinter uns – aber warum läuft die Schwimmerkammer auch bei einem NEUEN Vergaser über???

Ich finde den Fehler

Ok, ein großer Teil ist schon auch Erfahrung, aber manchmal kommt halt auch das Quäntchen Glück dazu – ich finde tatsächlich, dass der neue Schwimmer eine Undichtigkeit hat und vollläuft – dann kann er natürlich nicht mehr schwimmen und versagt!

Wir bauen den alten Schwimmer in den neuen Vergaser und – läuft! Der kleine Zweitakter knattert, so dass wir ihn gleich spülen und einwintern können.

Währenddessen kommt Ciáran vorbei und merkt an, dass ich den Motor wohl wieder mit einem „Magic Touch“ berührt hätte – auch er hat die Heilung seines Motors und Generators noch nicht vergessen.

Mir schwillt die Brust, ha, noch nicht alles verlernt!

Sibylle kommt rüber und mahnt das Arbeitsende an – „…wir haben gleich Griechisch, vergiss´ das nicht!“

Uff, stimmt! In einer halben Stunde beginnt unsere erste Griechischstunde!

Ab jetzt jeden Dienstag 17.00 Uhr im HUB
Polizistin Irene gibt die Stunden – diesmal auf einem anderen Level als im Sommer
Es geht gleich mit dem Alphabet los

Irene kennt ihr aus dem Oktoberbericht – die Frau mit „vielen Talenten“, von Sibylle bescheinigt! Heute also wieder als Frontfrau beim Griechischunterricht.

Diesmal geht es mit Wumms los, kein Geplänkel, kein Touristen-Griechisch. Es gibt Hausaufgaben und wir müssen bis zum nächsten Mal das Alphabet können. Es ist durchaus anspruchsvoll.

An der Organisation muss noch etwas gefeilt werden – es waren zuviele Teilnehmer da, nicht alle waren angemeldet, aber das bekommen Marietta und Shira sicher auch noch hin.

Um 18.15 Uhr endet der Unterricht, wir fahren nach Hause, haben einen Videocall mit meinen Sohn Stefan und danach mit Volker und Tina – dazwischen kochen wir uns eine Kleinigkeit.

Der Abend endet mit einer Segelreportage über Boris Herrmann, die Vendée Globe ist wieder gestartet worden.

Das schauen wir noch – dann geht es ab ins Bett

Monatsmitte! Die Spätsommerphase scheint vorbei, es ist Regen gemeldet, auch Gewitterfronten sollen durchziehen.

Es empfiehlt sich also, an alle Punkte die Schönwetterrelevanz haben, einen Haken zu machen.

Auf der SAGITTA sind das die Segel. Diese liegen schon an Deck, sollen aber gereinigt und überprüft werden. Dafür gibt es auf Leros einen geeigneten Ansprechpartner. Ich stelle für Mario also den Kontakt zu Sebastian her und wir verbringen die Segel an den Marinaausgang – Sebastian darf als Fremdarbeiter die Marina nicht betreten.

Morgens 08.30 Uhr – die Segel müssen zur Pforte
Zum Glück hat Mario das Carello und wir müssen nicht schleppen
Eva begleitet uns bis zum Katzenlager – sie ist die „Cat-Mom“ der Marina

Während Eva die kleinen Maunzer füttert und versorgt, liefern Mario und ich die weißen Tücher der Dufour 38C bei Sebastian ab. Kurze Abstimmung – alles klar? Yes! Super, ein Punkt hat einen Haken!

Auf meiner Liste steht ein weniger wichtiger Punkt, aber doch einer, welcher für das generelle Wohlbefinden wichtig ist – ich will noch einmal im Meer baden bevor es zu sehr abkühlt.

Dies hatte ich mir die letzten Wochen wegen meiner Erkältung verweigert, aber heute war so ein sonniger, warmer Tag – ich sollte es noch einmal unter Normalbedingungen wagen!

Wir fahren nach Panteli und schnappen uns ein Liegenpärchen…

Wie sagte ein österreichischer Strandbesucher? „Heiß ist´s nicht!“ Recht hat er!

Es war schon frisch, aber immer noch so, dass man ein paar Züge schwimmen wollte. Das habe ich gemacht, dann war ich zufrieden. Jetzt noch ein Getränk und alles ist fein!

Zeit für einen Freddo Espresso – ligo záchari, mit wenig Zucker.

So trinken Griechen Kaffee – wenn es keinen Frappé gibt

Der Rest des Tages verplätschert, wir nehmen uns nichts mehr vor. Bevor wir zurück in die Marina fahren, klingeln wir bei Eva rein – „…wir gehen auf ein Eis, habt ihr Lust zu kommen?“

Und ob die Beiden sich mit uns treffen wollen – zu viert schlemmen wir einen Eisbecher in der Sonne und genießen den ausklingenden Tag!

ZWEI Kugeln – mehr braucht´s nicht

Der Rest des Tages ist rasch erzählt – ein weiteres Paar mit dem wir befreundet sind wird Leros morgen verlassen, auch sie wollen sich noch ein letztes Mal mit uns treffen. Felix und Georgette sind mit der Einwinterung von ALLEGRA fertig und haben Lust auf ein letztes Giros – im „SouVLakki“.

Aber gerne! Wir verlassen NESSAJA daher pünktlich um 18.15 Uhr und stellen dabei fest, dass unser Nachbar Martin weihnachtstechnisch schon wieder aufgerüstet hat – weiter so!!!

BACK SIDE OF THE MOON erstrahlt

Zusammen mit den Schweizern haben wir einen schönen Abend und kommen dazu noch in den Genuss einer Einladung! Vielen Dank, wofür das? Nun, vielleicht auch für´s Motorflüstern und Entlüften des Systems? Egal, wir freuen uns und genießen den Abend.

Den finalen Besuch bei „Repapis“, der zweite für mich an diesem Tag, spendieren wir im Gegenzug – so klingt der Abend aus – und mit ihm auch der vorübergehend letzte Sommertag!

Weihnachtslieder in der Eisdiele – am 15.11.2024

Heute Nacht sollen Gewitter und schwere Regenschauer kommen – und die kamen, mit voller Wucht!

In der Nacht hat es stundenlang gedonnert und geblitzt, das Gewitter stand direkt über uns. Sintflutartiger Regen prasselte auf unser Deck und mir ging mehr als einmal die Frage durch den Kopf, ob ich die verschobene Decksreparatur würde bereuen müssen.

Doch nichts dergleichen, ein paar Tropfen hier, einer dort, das scheint normal – NESSAJA war auch während der heftigsten Regengüsse nahezu dicht. Ich hoffe, wir bekommen sie so noch über diesen Winter.

Am nächsten Morgen ein tristes Bild…

Das Deck weitgehend trocken – grauer Himmel überall
Richtung Süden dunkelgrau – neue Regenschauer drohen
Auch der Blick über die Lakki-Bucht – eher trostlos

Klar, des einen Leid, des anderen Freud´- wir wissen natürlich, wie sehr sich die Inselbewohner nach Regen sehnen. Die Zisternen sind leer, es herrschte abermals ein paar Tage Wasserknappheit. Auch die Natur braucht den Regen dringend…

Generell macht es auch uns nichts aus, wenn es wechselhaft wird, da die regnerischen Phasen meist nicht lange anhalten. Es ist anders als in Deutschland – hier regnet es aus Kübeln, mal eine Stunde, mal zwei, vielleicht einen halben Tag. Dann reißt es aber meist auf und die Sonne zeigt sich wieder für eine gewisse Zeit.

Das ist gut auszuhalten, wären da nicht die Komforteinbußen, welche wir in der Marina hinzunehmen haben.

Der sandige, gewalzte Platz verwandelt sich in eine Matschlandschaft

Na wurscht, ändern kann ich es ohnehin nicht. Ich gehe heute zur ungewöhnlichen Zeit duschen, es ist gegen Mittag, da wir an Bord der SAGITTA zum Essen geladen sind.

Da es Kaiserschmarrn gibt, hat Eva das Essen am Nachmittag ausgerufen, wir sollen um 15.00 Uhr da sein.

Ich schlendere also gedankenverloren in meine Sammeldusche, verziehe mich alleine in die „angestammte“ Kabine und…

Ja genau – die Mülltrolle waren wieder da!

Irgendjemand räumt es schon weg

Warum rege ich mich überhaupt noch auf? Rege ich mich überhaupt auf??? Nicht an diesem Tag! Ich nehme den Abfall des Anderen, trage ihn zum Mülleimer und nehme meine Dusche – soweit so gut…

Das Problem ist ein anderes – wie können wir glauben, dass irgendjemand in der Lage oder Laune ist die Welt zu retten, wenn es Individuen nicht gelingt ihren eigenen Dreck wegzuräumen? Ich bin langsam frustriert – genau das ist ein assoziales und egoistisches Zeichen von Soziallegasthenikern. Irgendwer räumt meinen Dreck schon weg, ich habe Urlaub, ICH muss das nicht – ich könnte im Strahl kotzen!

Und das ganze Touristengerede ist auch nicht mehr valide – im Moment ist nur nur der erweiterte „harte Kern“ in der Marina, Menschen denen ich generell zutrauen würde, dass sie sich selbst im Griff haben – so kann man sich täuschen…

Ich schlapfe zurück zu NESSAJA – der Tag ist nicht meiner, manchmal merkt man es. Vielleicht können die Freunde aus Österreich mein Gemüt aufheitern.

Eva kredenzt als ersten Gang eine frische Rindersuppe
Das tut gut – die heiße Brühe dampft, es gibt einen ganzen Topf voll
Als Nachtisch dann einen Kaiserschmarrn mit sebstgemachten Apfelkompott – ein Gedicht

Ich mampfe, es schmeckt mir – und doch fühle ich mich komisch. Ich war etwas schlapp, vielleicht so, wie wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Davon hatte ich mich aber gerade erst erholt, ich wähnte mich immun.

Wir ließen es nicht zu spät werden. Der Tag hat bei allen die Laune etwas heruntergezogen, so waren wir zeitig wieder zuhause und auch relativ früh in den Federn. Gut so, denn für morgen ist ein Ausflug geplant!

Wir besuchen nämlich Marcus, Susanne und Lilly auf Lipsi. Weil das Wetter immer noch grau war, wählen wir intuitiv die Katamaranfähre, die am frühen Nachmittag Richtung Nachbarinsel fährt. Alternativ hätten wir morgens mit der SAOS Fähre ab Lakki fahren können, diese wird aber, so erfahren wir später, ihre Antriebsschraube verlieren und stundenlang auf offener See treiben – Glück gehabt, zumindest fast…

Wir warten auf den Bus aber er kummt ned, kummt ned…

Wir wollten mit dem Bus nach Agia Marina fahren, dieser fährt aber an diesem Sonntag einfach nicht, obwohl der Fahrplan Gegenteiliges behauptet! Griechisch eben, man gewöhnt sich dran. So bringt uns eben das Taxi in den Hafenort auf der anderen Inselseite.

Wir sind früh dran und verholen uns ins neue Restaurant-Café „Navarone“, dort treffen wir Ulrich von der SOLEIL BLEU und trinken einen Kaffee zusammen.

Ein sehr schöner Platz, sehr geschmackvoll…
…mit Liebe zum Detail
Gut sortiert – hier sind wir nicht das letzte Mal

Das „Navarone“ kommt auf die Liste, das müssen wir mal richtig ausprobieren, denn es werden auch Speisen angeboten – und man sitzt innen richtig gemütlich und komfortabel. Mal sehen, vielleicht gibt es hier ja eine neue Top-Adresse.

Heute bleibt´s beim Kaffee. Ulrich hat eine sehr beneidenswerte Sommerrunde gedreht, er erzählt davon und wir hören neugierig und interessiert zu. Dabei vergisst er nicht, ab und an zu erwähnen, dass er den Blog sehr genau liest – ich habe das Gefühl, dass er glaubt, daraus ableiten zu können, Sibylle und mich gut zu kennen. Das genau ist die Tücke des Internets, das stimmt nämlich nur sehr bedingt…

Na egal, weil meine Geschichten im Blog ja schon erzählt sind, habe ich Pause. Ich höre aber auch gerne zu, denn seine Runde würde mich auch reizen. Allerdings berichtet auch er über diese kleinen „Aber“, welche es mir dann doch vergällen, weiter drüber nachzudenken.

Ob Sibylle seinen Rat befolgt, einen eigenen Blog zu schreiben, bleibt an diesem Tag offen. Ich habe so meine Zweifel – lesen würde ich den Blog meiner Gattin aber gewiss.

Die Fähre kommt, wir müssen los.

Polizeiaufgebot – es kommen neue Flüchtlinge an

Wir sehen den Mannschaftsbus der Polizei und das recht große Polizeiaufkommen. Es wird sofort klar, dass neue Flüchtlinge aus Kos zu uns nach Leros gebracht werden um hier im Hot-Spot untergebracht zu werden.

An diesem grauen Tag, legt sich die Szenerie auf´s Gemüt. Ein Pulk Menschen, alle mit einer Hoffnung auf ein besseres Leben, manche mit hehren Absichten, andere mit weniger lauterer Reisemotivation – für viele von ihnen wird es der Weg in ein Scheitern werden, mit allen Konsequenzen.

Hier hat man ein aktuelles, europäisches Problem täglich vor Augen. Wir als Expats, die Locals und die Touristen, beobachten mehr oder weniger interessiert, dass Menschen wie Güter in und hergeschoben werden. Nicht selten ist der Einsatz in diesem „Spiel“ das Leben. Von einer „großen politischen Lösung“ sind wir meilenweit entfernt!

Während wir die Fähre boarden, muss ich an die leere Shampooflasche in meiner Dusche denken – der Mensch wird es nicht richten, es fehlt die Empathie und der erweiterte Horizont.

Es sind nicht viele Passagiere an Bord – es regnet kräftig als wir ablegen
In Lipsi steigen nur fünf Personen aus und vielleicht ein halbes Dutzend ein
Gott sei Dank hört es auf zu regnen

Offen gesagt, ich war heute morgen etwas groggy, es fiel mir schwer mich aufzurappeln. Meine Freude über den Besuch bei unseren Freunden war aber riesig, so habe ich mich halt hochgekämpft, das Werkzeug eingepackt, um welches Marcus mich gebeten hat und habe mich mit Sibylle auf die Achse gemacht – aber man soll eben auf seinen Körper hören!

Marcus hat uns erwartet, wir checken als erstes bei „Angelas“ Appartements ein und holen unseren Schlüssel. Das Appertement ist schön, es fehlt an nichts.

Guten Lage, zentral am Hafen
Ein nettes Appartement…
…geräumig, sauber und mit Heizung
Auch eine Küche gibt´s die werden wir aber nicht brauchen

So, jetzt aber! Wir packen unsere Sachen, welche wir für Marcus nebst Familie mitgebracht haben, Werkzeuge, Einkäufe und ein Mitbringsel für Lilly, dann fahren wir mit dem Freund zu dessen Haus.

Dieses ist inzwischen weitgehend fertig gestellt. Wir waren neugierig, denn der letzte Besuch liegt eine Weile zurück und damals war das neue Zuhause der Familie noch ein Rohbau.

Auf dem Weg treffen wir Jens, ein Schweizer, der sich ebenfalls auf Lipsi niedergelassen hat. Er hat Öldruckprobleme bei seinem Bootsmotor nachdem er einen gebrauchten Motor eingebaut hat. Ich lasse mir die Symptome beschreiben, frage kurz nach und lege mich dann fest – „…schau Dir den Öldruckschalter an, vielleicht sind die Kontakte schlecht. Ich denke nicht, dass es ein echtes Problem ist!“

Mal sehen was dabei raus kommt…

Am Haus angekommen, treten wir ein und Marcus meint, dass Hausschuhe Not täten – kurzerhand verpasst er mir ein paar schicke Pantinen…

Optisch gelungen, modisch – der Pantoffel ziert meinen Fuß

Wir bekommen eine Hausführung, sehen uns um und bestaunen das bisher Geleistete. Super, was der Bautrupp und der Bauherr hier in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft haben – gefällt mir.

Dazu kommt natürlich die Lage – Meerblick zu zwei Seiten und der Blick über Lipsi Ort – herrlich! Ok, heute mit Einschränkungen, bei grauem Himmel ist nichts toll!

Room with a view

Wir setzen uns, um etwas zu trinken. In diesem Moment erhält Marcus eine Nachricht von Jens. Das ging aber schnell, da hat der Eidgenosse nicht lang gefackelt!

Offensichtlich war meine Theorie ein Volltreffer. Das Feedback ist sehr positiv und das Problem scheint gelöst – zumindest dann, wenn bald ein neuer Öldruckgeber verbaut wird.

Jens gibt Feedback
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Genau DAS wird nun meine Aufgabe werden – zumindest die Beschaffung des Ersatzteiles. Dies kann man auf Leros bekommen oder zumindest bestellen, auf Lipsi ist dies ungleich schwerer.

Es folgt also eine kurze Konversation und am Ende die Bestellung des desolaten Bauteils – unter Zugrundelegung aller nötigen Angaben. Naja, wenn das so läuft, dann helfe ich ja gerne.

Den! Den brauche ich neu

Ich konnte nicht ahnen, dass dies gleich so weitergehen sollte!

Susanne und Marcus bekamen nämlich Gäste, wir wurden einander vorgestellt. Es handelte sich um ein deutsch-kanadisches Paar, welches ebenfalls saisonal auf Lipsi lebt. Die Beiden leben am Rand der Ansiedlungen in einem völlig autarken Haus – Strom liefert, im Bedarfsfall, ein Generator.

Lars beklagt aber genau den Ausfall desselben. Er ist verzweifelt, weil der Mechaniker bereits Startversuche unternommen hat – es hilft aber alles nichts, nach zehn Sekunden Motorlauf geht der kleine Diesel immer wieder aus. Lars zeigt mir ein Bild des Aggregats.

Gekauft auf Leros – vier Jahre alt, keine Wartung

Das gleiche Spiel – ich höre zu und stelle Fragen. Irgendwann lasse ich mich zu der Aussage hinreißen – „…sollen wir schnell hinfahren und ihn starten?“ Ich glaube nämlich zu wissen an was es liegt…

Susanne legt ihr Veto ein und bittet darum, dies auf morgen zu verschieben. Sie sei schon am Kochen und wolle nicht auf uns warten müssen – sie kenne das Spiel ja. Ok, was willst da sagen? So vereinbaren wir, die Wiederbelebung des Stromspenders für den Folgetag – dazu wird es leider nicht mehr kommen, der Heldenstatus wird mir verwehrt bleiben, da ich am nächsten Tag leider verhindert sein werde…

Apropos Essen! Was gibt es, wie weit sind die Vorbereitungen denn gediehen?

Rouladen – wie lecker!!!

Ich gebe zu, die Frage war rhetorisch! Natürlich wusste ich was es geben würde. Wir hatten dies lange zuvor ausgemacht und Sibylle hatte das Fleisch bei unserem Supermetzger „Hatzigrigoriou“ besorgt.

Susanne war mitten in den Vorbereitungen, Sibylle beschäftigt sich derweil mit Lilly…

Lillys Lernbücher – taugen gut für Sibylle

Die Beiden sitzen über einem Erstklassler Lernbuch – ich höre Sibylle sprechen „Pa pa pa“, ja so macht die Ente. Und die Küken? „Ki ki ki“ – ok, auch richtig. Und was heißt Entlein auf Griechisch? PAPAKI – Bravo!

Es wird merklich frischer! Wir schließen die Türen und Marcus startet die Heizkörper. Für die wohlige Wärme und zur Verstärkung des psychologischen Effektes schürt der Freund auch noch den Schwedenofen an – so kann man es aushalten.

Draußen ist es dunkel, es hat unter 14°C
Der Kamin sorgt für wohlige Wärme

Irgendwas stimmt nicht mit mir – eigentlich fühle ich mich gut, aber ich habe null Antrieb oder Kraft, ich bin völlig schlapp. Die Wärme gibt mir den Rest!

Ich genieße es sehr, habe aber undefinierbare Rückenschmerzen und bin völlig malad – ich muss mich echt etwas hinlegen. Noch dachte ich, dass es mir morgen sicher besser gehen würde.

Ich ruhe mich etwas aus

Keine Zeit darüber nachzudenken, Susanne ruft zum Abendessen. Es gibt die bereits angekündigten Rouladen, dazu selbstgemachte Spätzle und einen Salat – Herz was willst Du mehr?

So gut haben wir lange nicht mehr geschlemmt, manchmal hat man von Giros & Co. einfach die Nase voll.

Ich kann futtern, habe Appetit und regeneriere ein bisschen. Es gibt einen Tsipouro, nettes Beisammensitzen und gute Gespräche. Dann nehmen wir Marcus Hilux und fahren in die Pension.

Überraschender Weise schlafen wir sehr gut und auch ausreichend lange. Sibylle möchte noch frühstücken, das erledigen wir bei Angela, dann würden wir zu unseren Freunden ins Haus fahren – heute gibt es einiges zu tun!

Beim Früstück gesellt sich der Haushund zu uns
Angela macht uns Sandwich mit Ei

Ich esse mein Sandwich, trinke meinen Cappuccino und – habe Bauchweh! Das Ei am Sandwich gibt mir den Rest – mir wird schlecht, ich schwitze und ich bin komplett kraftlos.

Das schlimmste Symptom aber ist eines, für das sich schwer nette Worte finden lassen – sagen wir so, ich habe bis auf Weiteres stets die Nähe zu einem Klo gesucht.

In diesem Zustand fahren wir zu Marcus. Der bietet natürlich sofort an, dass wir verschieben können, aber was würde das helfen? Ich bin jetzt hier und im Appartement mag ich nicht liegen.

Im Haus gibt es einen schicken Lokus, leider ohne Türe, aber das „Besetzt“ Schild wird respektiert – darüber hinaus kann man ja die Musik etwas lauter machen… 😦

Also starten wir unseren Job, den Einbau einer dreiphasigen ESS Anlage von Victron – heute wollen wir nur die 48V Seite verkabeln. Der Arbeitsplatz ist eine Wucht!

Arbeiten mit perfekter Aussicht
Wir schneiden und crimpen die 70mm2 Kabel
Und schaffen unser Tagesziel

Bei einem späteren Besuch werden wir die 380V Seite einbauen, zu guter Letzt folgt dann die PV Anlage auf dem Dach.

Unsere Frauen haben derweil den Tag genossen. Die kleine Lilly war in der Schule, diese dauert in Griechenland bis 16.00 Uhr, das Wetter war heute wieder deutlich besser – so haben sich die Beiden entschlossen, einen langen Spaziergang über die Insel zu machen.

Hier ein paar Eindrücke, Sibylle hat mir die Bilder von unterwegs geschickt. Lipsi ist eine tolle Insel.

Teilweise herrlich angelegte Wege…
….anderorts alpine Tracks
Dabei immer den Blick auf einsame Buchten…
…oder das offene Meer mit den benachbarten Inseln
Ein herrlicher Tag
Die Saison ist zu Ende – die Flaggen haben es auch hinter sich

Als Marcus und ich unser Tagwerk vollbracht hatten, war mein Energiespeicher leer. Ich musste mich wirklich hinlegen, so groggy war ich. Ich habe gefroren, hatte Schüttelfrost und mir war elend zumute.

Es will was heißen, wenn ich weder am Sundowner, noch am gemeinsamen Pizzaessen teilnehme – für mich war „game over“ am heutigen Tag.

Batterien leer

Sibylle, Susanne und Marcus haben den Sundowner auf der Terrasse genossen und eine ganze Reihe spektakulärer Bilder gemacht.

Natürlich hätte ich gerne der Sonne beim Untergehen zugesehen und dies von diesem wunderschönen Platz aus getan – aber es ging nicht!

Die Sonne geht hinter Lipsi Ort unter
Eine besondere Stimmung
Die „blaue Stunde“ beginnt

Der Abend war somit auch ein kurzer. Die Drei haben noch Pizza gegessen, ich hatte mich dazu gesetzt und wenigestens meinen Wasserhaushalt wieder stabilisiert.

Dann aber war klar, ich muss jetzt ins Bett, ich konnte nicht mehr sitzen – ich habe mich selten so über mich selbst geärgert.

Marcus fährt uns zurück ins Appartement. Ich schlafe dort sofort ein, hatte aber eine verkorkste Nacht, weil ich ungefähr 15 Mal aufstehen musste. Natürlich geht das auch an Sibylle nicht spurlos vorbei.

Frühstück fällt daher am Folgetag aus! Susanne beschafft mir noch ein Medikament, bevor wir mit Marcus´ RIB Richtung Leros aufbrechen – ich habe echt Angst, dass ich die Fahrt nicht durchstehe…

Unser Privatshuttle ist klar zum Ablegen
Marcus hatte angeboten, uns nach Leros zurück zu bringen
Leinen los! Nächster Stop Partheni
Zügig geht es voran…
…die Fahrt dauert geschätzte 20 Minuten

Wir kommen in Partheni auf der Nordseite von Leros an und verabschieden uns von Marcus. Der Besuch stand unter einem schlechten Stern, wir werden eine Neuauflage starten!

Unser Plan war nun, dass wir den Bus nach Lakki nehmen – aber wo war die Haltestelle? Ich rufe Katerina an, um zu fragen ob wir nach links Richtung Kaserne laufen müssten, oder doch nach rechts Richtung Flughafen? Ihr könnt euch die Antwort denken – „…wait where you are, I will give you a ride to the Marina, it´s my pleasure!“

Ich kann es nicht oft genug wiederholen, Giorgos und Katerina sind nicht älter als unsere Kinder, aber sie sind Freunde – und gold wert!

Wir kommen in die Marina und gehen schnurstracks zur SAGITTA, dort ist Mario bereits am Werken. Ich hatte meine Hilfe zugesagt!

Die Bilder wiederholen sich – im Sommer LIBERTÉ, jetzt SAGITTA

Ich kann meine Zusage heute nicht halten, ich bin nicht in der Lage handwerklich zu arbeiten, ich will nur meine Ruhe. Ich entschuldige mich bei dem Freund aus Österreich, wir planen kurz um, dann gehe ich heim – auf NESSAJA angekommen, ziehe ich ohne Verzögerung mein Schlafshirt an und lege mich ins Bett – hier stehe ich erst wieder auf wenn es mir gut geht! Das sollte dann doch noch zwei Tage dauern…

In dieser Zeit tippe ich ein paar Blogzeilen. Mir gehen die Worte von Ulrich nicht aus dem Kopf…

Er hat Recht, die Blogbeiträge werden länger. Ich nehme auch die Frage ernst, ob die Technikseiten wirklich alle Leser interessieren. Generell muss die Frage erlaubt sein, ob es überhaupt jemanden interessiert, wie unser Alltag auf einer Ägäisinsel aussieht – ich bin da durchaus selbstkritisch.

Anderseits bekomme ich durchaus monatlich Feedback. Die einen mögen die Technik, andere nicht, viele lesen gerne über Leros, anderen ist es zu detailliert. Aber der Tenor ist positiv!

Die Gretchenfrage ist – warum mache ich das überhaupt? Die Antwort – für mich! Es ist mein persönliches Tagebuch, das Tagebuch meines Lebens, eine Blaupause für Kinder und Freunde zuhause – und natürlich für die Interessierten. Ich möchte festhalten, wie unser Leben verlaufen ist, nachdem wir eine, aus unserer Sicht, mutige Entscheidung getroffen haben. Es wird der Bericht eines Scheiterns – oder eben eines glücklichen und richtungweisenden Sinneswandels. Simplify your Life!

Ich denke noch darüber nach, vielleicht ändere ich zum Jahr 2025 die Blogbeiträge etwas ab.

Ich bin wieder fit – die ersten drei kräftigen Regentage liegen achteraus, ich muss nach meinen „Sorgenkindern“ sehen!

Zuerst erklimme ich LIBERTÉ…

An Deck alles super
Die Bilge trocken
Das von Hans Peter an der Reparaturstelle ausgelegte Zewa – trocken
2023 – Aquarium / 2024 – trocken

Hans Peter hat ganze Arbeit geleistet, es scheint kein Wasser mehr in LIBERTÉ zu kommen. Hier kann ich Entwarnung geben und vermelde das auch gleich dem Skipper ins kalte, kleine Saarland.

Weiter geht es zu Martins STENELLA – Sibylle hatte im Vorbeigehen gesehen, dass sich ein Wassersack im Dinghy gebildet hat. Das soll nicht sein, ich muss mir etwas einfallen lassen.

Es bildet sich ein Wassersack auf der neuen Plane
Ich kann diesen gerade noch mit Handkraft entleeren
Abhilfe soll ein großer Fender schaffen

Der Fender wird nicht vollumfänglich helfen, es ist noch Platz für Wassersäcke davor und dahinter. Einzige Abhilfe werden wohl zwei Schlaufen schaffen – diese soll Martin während seines Besuches im Winter annähen lassen.

Last not least – EDINA, der Dorn in meinem Fleisch! Wird es eine ähnliche Odyssee wie letztes Jahr?

Von außen alles Super
Feuchtigkeit muss unter 70% bleiben – ist bei 58%
Die Bilge ist zwar feucht, aber es sind nur Pfützen

Entwarnung! Hier ist zwar das Problem nicht gefunden, aber die funktionierenden Bilgepumpen halten es in Schach. Auf jeden Fall ist die Situation unkritisch.

Für ein Davit-Projekt muss ich noch ein paar Maße nehmen, das sollte rasch erledigt sein…

Alles notiert, dann kann man an die Planung gehen

Nur noch rasch ein Blick auf den Stromzähler, sollte aber alles passen. Doch nanu??? Nix passt! Keine Anzeige mehr!

Offensichtlich hat ein Kurzschluss, wohl auf oder von EDINA, die Sicherung fliegen lassen. Das bedeutet aber auch, dass keine Batterieladung mehr stattgefunden hat.

Die Stromsäule ist tot – die Ladegeräte sind aus
Ich starte den Generator und lade die Batterien eine Stunde lang

Während ich die Batterien mit dem Generator lade, mache ich mich auf die Fehlersuche. Dieser Fehler ist aber schnell gefunden – ein undichter Adapterstecke war die Ursache.

Beim Trennen des Kabels lief das Wasser förmlich aus der Verbindungskupplung! Ich entscheide, hier neue Teile zu verbauen.

Fehler gefunden – Wasser im Stecker
Den ganzen alten Kladderadatsch weg – neue Stecker ran
Jetzt geht es wieder

Warum der Adapter nicht dicht war hat sich auch gezeigt, ich musste aus dem selben Grund auch etwas „improvisieren“, habe die kritische Stelle aber mit Dichtmasse abgeschlossen und werde die Verbindung später horizontal hängen, damit nicht alles Wasser direkt Richtung Stecker rinnt.

Auf jeden Fall ist auf EDINA jetzt mal alles ok, ich gebe Entwarnung und einen Lagebricht an den Besitzer.

Und was ist mit Marios SAGITTA?

Sibylle und ich schleichen zum Trockenplatz der Beiden um unsere Aufwartung zu machen. Es geht mir besser, ich möchte den zugesagten Arbeitseinsatz antreten und bei diversen Winterprojekten helfen.

Naja, so richtig „rackern“ schaut anders aus 😉
Macht eher den Eindruck von einer gemütlichen Pause

Spaß beiseite – natürlich rackert Mario seit nunmehr zweieinhalb Tagen vor sich hin, eine Pause tut ab und an Not. Er kommt nur bedingt gut voran, denn er hat sich beim Kauf seines Exzenterschleifers für ein deutlich kleineres Modell entschieden – das merkt man.

Zudem kommt der Faktor „fun @ work“ dazu, zu zweit geht eben alles besser! Ich verabschiede mich von Sibylle, sie zieht alleine weiter – dann greife ich zum „Fat Max“, den ich mir abermals von Roland ausleihen durfte.

Big boys – big toys

Klar, „der Gerät“ wiegt was! Da spürst Du Deine Arme am Abend. Aber es geht auch was – ich setze den Vibro-Schleifer an und es staubt…

Nach zwei Stunden war ein klarer Fortschritt zu sehen!

Nimmt Form an – Ziel ist, SAGITTA weiß zu sehen

Wir ändern die Taktik – ich kann mit dem großen Schleifer richtig Fläche machen. Mario ist kleiner als ich, zudem hat er keine Wampe, er „darf“ sich also unter das Schiff setzen und im Sitzen den unteren Bereich schleifen. Das klingt gut, ist aber, wie jede Über-Kopf-Arbeit, eher unangenehm.

So rücken wir der Backbordseite vollumfänglich zu Leibe

Es bietet sich an, dass wir Eva und Mario bis auf Weiteres zum Abendessen an Bord von NESSAJA einladen. Das Kochen und der Haushalt sind teils beschwerliche Aufgaben, wenn das Boot aufgebockt ist – man hat zum Beispiel kein Abwasser.

In diesem Sinne hat Sibylle die Aufgabe der „Teamorganisation“ übernommen. Sie ist für Beschaffungsfahrten und das leibliche Wohl zuständig.

Immer wenn sie mit dem Breezy vorbeikommt, wird abgefragt ob etwas mitzubringen sei.

„Braucht wer noch was???“

So geht der Tag rum und bis zum Feierabend haben wir ordentlich was gerissen.

SAGITTA ist noch nicht fertig, aber das Team der beiden Marios hat ordentlich was bewegt – wir sind stolz auf uns. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Eva die undankbare Aufgabe des „Antifouling abkratzen“ übernommen hat und dies, seit Mario den Schleifer in der Hand hat, alleine durchzieht.

Ein gutes Ergebnis für Tag 1

Leider kündigt sich die nächste Regenfront für den Folgetag an. Wir müssen abermals die Arbeitsplanung anpassen und andere Arbeiten vorziehen.

Das ist an sich kein Beinbruch, obwohl es für´s Gefühl schon besser wäre, man könnte eine Aufgabe abschließen. Da wir aber auch Arbeitspakete im Inneren des Schiffes haben, drängen sich diese für einen Regentag förmlich auf.

Der Tag beginnt also wie verheißen – grau, kühl, ungemütlich! Zwar noch trocken, aber die Regenwolken verheißen nichts Gutes.

Heute noch Südwind

Der Tag startet mit guten Nachrichten für Hans Peter – der vor seiner Abfahrt zum Service versandte Wassermacher ist fertig und bereits nach Leros zurück geliefert worden.

Obwohl meine Telefonnummer hinterlegt ist, gehe ich davon aus keinen Anruf zu erhalten – das Anrufen ausländischer Telefonnummern ist nicht so sehr beliebt. Also nehme ich den kurzen Weg zum Hafen auf mich und sehe bei der Spedition nach, ob das Objekt der Begierde vielleicht schon eingetroffen ist.

Und siehe da…

Wir lassen ihn noch bis Mittwoch stehen

Ich bestätige den Erhalt bei der Servicefirma und entlaste diese somit – ein super Service der uns da in Athen geboten wurde.

Dann schreibe ich Hans Peter und höre den Stein, der ihm vom Herzen fällt, bis nach Griechenland rumpeln. Alles geregelt, alles geklappt – was auch sonst? 😉

Diesmal habe ich gar nicht den Willen, die Herausforderung zu akzeptieren, dieses Trum auf meine GS zu packen – denn Mario und ich haben einen Plan ausgeheckt!

Wir mieten am Mittwoch einen Wagen, holen den Wassermacher und bringen ihn auf LIBERTÉ. Abends werden wir den Wagen für eine Fahrt nach Agia Marina nutzen, denn dort ist Mottotag im „Navarone“ – es gibt Sushi, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.

Und zwischendrin? Da fahren wir mit dem Saildrive der SAGITTA zu Giorgos um dort das Getriebe zu überholen – und genau diesen Saildrive bauen wir HEUTE aus…

Der Verstellpropeller kommt weg

Wir packen an – zuerst unter dem Schiff, hier gilt es den Propeller abzuschrauben, die Ausgangswelle zu demontieren und die äußere Manschette zu entfernen. Das alles wollen wir schaffen, bevor der angekündigte Regen kommt.

Gerade als wir die letzte Schraube entfernen, fängt es an zu tröpfeln. Wir packen unsere Teile zusammen, verräumen diese und bringen das Werkzeug nach oben – dann geht es auch schon los!

Die Himmelsschleusen öffnet sich und es gießt sintflutartig, zum Glück sitzen wir im Trockenen.

Gerade noch geschafft

Mario hat im Inneren seiner Dufour 38 Classic schon alles vorbereitet. Der Motor ist von der asymmetrischen Achterkabine aus sehr gut zugänglich, alle Abdeckungen sind entfernt, die Kabine ist leer – wir können sofort ans Werk gehen.

Perfekter Arbeitsbereich

Ich bin verblüfft! Ich habe in einem Schiff dieser Größe, selten einen so gut zugänglichen Motor gesehen.

Man kommt zwar „nur“ von einer Seite ran, diese öffnet den Zugriff aber nahezu vollständig. Das Glück war uns hold, weil wir auf der schlechter zugänglichen Seite nur drei Schrauben zu lösen hatten – alles machbar und im grünen Bereich.

Ich wollte es kaum glauben, aber nach etwas mehr als einer Stunde waren wir soweit, dass ich überzeugt war, den Motor nach vorne vom Getriebe abziehen zu können.

Gesagt, getan – ein Ruck und… auseinander!

Kann man den Saildrive bei diesem Schiff dann einfach nach oben rausziehen? Ja, tatsächlich, kann man!

Geschafft!

Ich fackle nicht lange, ein weiterer beherzter Ruck und ich ziehe das Trum nach oben aus dem Durchbruch. Mario hat zwischenzeitlich eine Unterlage beschafft, wo wir das Getriebe kurzzeitig ablegen können.

Da liegt er nun, das ging schnell! Rund eineinviertel Stunden um den Saildrive zu ziehen. Das ist rekordverdächtig!

Getriebeschaden – der Rückwärtsgang tut nicht wie er soll

Wir packen noch einmal an und wuppen das etwa 30kg schwere Teil ins Cockpit. Von hier aus seilen wir den Saildrive ab und legen ihn erst einmal unters Schiff.

Dem Fehler müssen wir erst noch auf den Grund gehen, es steht zu vermuten, dass irgendein Zahnrad- oder Kupplungspaar für den Rückwärtsgang verschlissen ist. Wie wir die Reparatur angehen wollen und welcher Arbeitsumfang notwendig ist, das werden wir nächste Woche klären.

Tagwerk geschafft! Da es erst früher Nachmittag ist, entbinde ich mich von meinen Pflichten und verhole zu Sibylle auf NESSAJA. Wir trinken ein Tässchen Kaffee zusammen, als Süssigkeit gibt es m&m – was für ein Zufall! Mario & Mario – die Supermarios – nomen est omen, wir sind ein gutes Team.

Ich esse meine m&m immer so – und ja, das muss man nicht 😉 (Adrian Monk lässt grüßen)

Neben der Mithilfe an Marios SAGITTA, muss ich immer mal wieder administrative Aufgaben übernehmen und mich um das Tracking derselben kümmern. Leider kann ich die Ersatzteile welche ich für Marcus´ Victron ESS Anlage brauche, auf Leros nicht bekommen. Auch der Öldruckschalter für Jens´ Motor macht Probleme.

Ich entscheide, alles zu bestellen und nach Leros schicken zu lassen, dannach würde ich dem Freund auf Lipsi ein kleines Paket per Fähre zukommen lassen – ja, die Ersatzteilbeschaffung auf Inseln ist nicht immer einfach.

Die Arbeiten an SAGITTA indes, gehen problemlos weiter. Eva hat darum gebeten ihren Job am Unterwasserschiff ungestört zu Ende bringen zu dürfen – wenn wir zu zweit schleifen würden, wären wir nur im Weg!

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen! Wir haben ohnehin gerade das Werkzeug ausgepackt und schreiben uns daher zwei weitere „mechanische“ Projekte ins Lastenheft – zum einen den Ausbau aller Seeventile nebst Rumpfdurchbrüche, zum anderen die Demontage des Ruderquadranten und das Absenken des Ruderblattes zum Zwecke des Neuanstriches.

Um wirklich nicht „im Weg“ zu sein, beginnen wir mit dem Ruder – da ist innen allerhand abzuschrauben, bevor das Ruderblatt abgesenkt werden kann.

Nach rund zwei Stunden steht das Blatt am Boden – fertig zur Bearbeitung

Ich hatte echt ein bisschen Kummer, war der Ruderquadrant doch die fieseste Arbeit an NESSAJA – nicht so hier! Alle Schrauben gingen auf, ließen sich leicht ziehen und so war auch der Quadrant schnell abgebaut.

Das Absenken des Ruderblattes selbst, war dann ein Kinderspiel. Eine Probebohrung ergab, dass sich keine Feuchtigkeit im Inneren befindet, so bleiben letztlich nur die Punkte „Schleifen“ und „Streichen“ auf der Liste.

Ähnlich gut hat auch der Ausbau der Seeventile geklappt. Auf der SAGITTA gibt es nur halb so viele Rumpfdurchbrüche wie auf NESSAJA – umso schneller war der Arbeitsschritt erledigt.

Kurzer Prozess – Flex und ab
Der Metallschrott auf einem Haufen

Wir haben kurzen Prozess gemacht. Mit der großen Flex an die Rumpfdurchbrüche und von außen den „Pilz“ abgeschruppt – das dauert zwei Minuten pro Ventil.

Rechnet man die Zeit der Selbstbeweihräucherung dazu, hat es ungefähr 20 Minuten gedauert, bis die alten Messingventile auf einem Haufen lagen.

Umgerüstet wird – selbstverständlich eigentlich – auf TruDesign Kunststoffventile.

Sibylle hat sich indes um unsere Versorgung gekümmert, heute gibt es Fleischpflanzerl. Jeder durfte ansagen wie viele der „Laiberl“ er oder sie schafft, so kam eine Bestellung von 15 Stück zustande.

Wir hatten aber die Rechnung ohne unseren Metzger gemacht, der hat nämlich große Hände…

5 von 15 – mehr passen nicht in die Pfanne
Lecker – ich bin zufrieden

Er hat Sibylle für 55.-€ Buletten verkauft! Das ist deshalb akzeptabel, weil insgesamt 3,9kg Fleisch über die Theke gingen – für fünf Esser! Das bedeutet, dass ein Pflanzerl rund 260gr gewogen hat!

Ja dann, guten Appetit!

Obwohl Marcus ebenfalls zu Gast war, haben wir den Fleischberg nicht geschafft. Es war genug übrig, dass Eva, Sibylle, Mario und ich am nächsten Tag auch noch einmal satt wurden 😉

Es folgten noch einmal Tage des Schleifens – inzwischen kehrte eine Routine ein – Eva kratzt „den Schmodder“, wie sie es liebevoll nennt, herunter, Mario und ich schieben die Exzenterschleifer mit Nachdruck über die breite Hüfte der SAGITTA.

Eva beim Schmoddern – in voller Montur
Mit dem „Fat Max“ am Werk
Staubige Angelegenheit

Diese Sklavenarbeit kostet uns noch einmal volle zwei Tage, bevor die kleine Schwester von NESSAJA „unten ohne“ dasteht. Stupides Schleifen, um die alten Antifoulingschichten abzutragen und den Rumpf so für den Anstrich mit Coppercoat vorzubereiten.

Ok, volle Arbeitstage sind es nicht – meist beginnen wir um 10.00 Uhr, haben oft noch Kleinigkeiten zu besprechen oder auch mal andere Handgriffe zu machen.

Natürlich unterbrechen wir für einen Nachmittagskaffee – das muss sein, ansonsten arbeiten wir ohne Unterlass – und das lohnt sich!

Der Rumpf ist fertig
Das Unterwasserschiff ist von den Altanstrichen befreit

Geschafft! Wir bekommen es hin, den ganzen Rumpf bis auf das originale Gelcoat abzuschleifen. Erfreulicher Weise sind kaum Reparaturarbeiten zu verrichten, es kann also im Frühjahr gleich mit den Vorbereitungen für den Neuanstrich begonnen werden.

Recht viel länger hätten wir am heutigen Tag auch nicht brauchen dürfen, denn als wir das letzte Werkzeug verräumt haben und die „Baustellenordnung“ wieder hergestellt ist, steht die Sonne schon tief und es wird frisch. Zeit für eine Dusche!

Auf der „Offene Punkte Liste“ verbleiben noch das Abschleifen des Bleikiels und des Ruders.

Die Sonne taucht die Lakki Bucht wieder in spektakuläres Licht

Dienstag – ich freu´ mich! Heute ist wieder Griechisch Kurs, der zweite für mich, da ich letzte Woche wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte.

Leider gibt es hier auch eine negative Nachricht – Sibylle bricht ab! Es ist ihr zu stressig, sie kann die Anforderungen, die sie selbst an sich stellt, nicht erfüllen und empfindet Unbehagen. Ich finde das sehr schade, aber zwingen kann ich sie natürlich auch nicht.

Ich habe Spaß, auch wenn ich durchaus gefordert bin. Ich, Du, Er , Sie, Es – und alle Formen von „sein“. Das ist viel, wenn man es im fremden Alphabet lesen UND schreiben muss – aber Integration funktioniert eben so, sagen wir das nicht immer???

Ich lausche gespannt den Ausführungen unserer charmanten Lehrerin

Morgen gehen wir andere Themen an – wir haben nämlich einen Leihwagen! Den werde ich nutzen um Hans Peters Wassermacher bei der Spedition abzuholen und diesen auf LIBERTÉ zu bringen. Für Mario bringen wir seinen Saildrive zu Giorgos um zu sehen was kaputt ist – vielleicht drängt sich ja schon eine Lösung auf…

Alles klappt wie am Schnürchen – Rena bringt mir um Punkt 10.00 Uhr den Leihwagen und ich fahre sie ins Büro nach Lakki zurück. Von da aus fahre ich sofort zur Spedition und lade dort den Wassermacher ein. Am Rückweg fahre ich an der SAGITTA vorbei und Mario begleitet mich zu LIBERTÉ – dort hieven wir das Trum an Bord und verräumen es im Salon.

Das Projekt „Wassermacher einbauen“ wird wohl einen Platz in Hans Peters Planung bekommen müssen.

Der Schenker Modular 60 zieht auf LIBERTÉ ein
Hier wartet er bis zum Frühjahr

Weil alles gar so geschmeidig klappt, fahren wir sofort weiter zu Giorgos. Der Zampano erwartet uns in seinen heiligen Hallen und wir kommen „just in time“ mit dem bereits teilzerlegten Saildrive bei ihm an.

Das Saildriveunterteil hatten Mario und ich schon in der Marina abgeschraubt, der zu reparierende Getriebeteil wird dadurch leichter und handlicher.

Genau diesen wuppen wir auf die Werkbank – der Schaden soll diagnostiziert werden.

Giorgos zerlegt das Getriebe
Unser Verdacht bestätigt sich

Tatsächlich bestätigt sich der Verdacht, dass eine Art „Anlaufscheiben“ im kraftübertragenden Teil des Wellenpaketes verschlissen waren und so der Rückwärtsgang nicht mehr präzise einrastet.

Das hatte ich bereits im Vorfeld vermutet und das Ersatzteil laut Volvo Katalog identifiziert. Es war mit knapp 1.700.-€ beziffert. Zu unserer großen Überraschung aber, hat Giorgos eine Quelle bei ZF, bei der er die zur Reparatur nötigen Ersatzteile einzeln bestellen kann – zu deutlich niedrigeren Kosten!

Das freut uns und Mario vergibt den Auftrag. Auch ich habe noch einige Punkte mit Giorgos zu besprechen, auch dafür ist Zeit.

Sehr zufrieden begeben wir uns auf den Heimweg – kurz vor Lakki meint Mario zu mir, „…dass er ein Verlangen auf was Süsses verspüre!“ Klar, kann ich verstehen – zur Feier des Tages gönnen wir uns also ein Frühstückseis!

Für ein Eis ist es nie zu früh

Ok, ein wenig war es vielleicht auch eine Art Henkersmahlzeit – denn wir wussten, was uns erwartet, wenn wir erst einmal in der Marina zurück sind! Schleifen, schleifen, schleifen…

Zielsetzung – heute machen wir den ungeliebten Job fertig! Wir haben den ganzen Nachmittag, um das Ruder und den Kiel von SAGITTA vom alten Antifouling zu befreien – die chemische Vorarbeit durch Eva ist bereits abgeschlossen.

Die Damen gönnen sich einen freien Nachmittag und gehen zum Wandern, Mario und ich packen an!

Zurück auf der Baustelle…
…widmen wir uns dem Ruderblatt…
…und dem Kiel
Steuerbord fast fertig – das Ergebnis vom Vortag
Auf geht´s! Machen ist wie wollen – nur krasser…

Ich nehme es vorweg, wir schaffen es! Nach etwas mehr als drei Schleiftagen ist das Werk vollbracht – wir haben die 38 Fuss Dufour in weniger als der halben Zeit von den Altanstrichen befreit, als wir für Hans Peters Bavaria 41 benötigt hatten.

Die vorher verwendeten Anstriche machen den Unterschied! Ich vermute, dass SAGITTA nur mit einem klassischen Primer gestrichen war, oder maximal eine Lage Epoxiprimer verstrichen wurde. Bei Hans Peter waren zwei Lagen Epoxiprimer ein harter Gegner!

Ruder – check
Auch der Bleikiel ist blitzeblank

Für uns gab es also etwas zu feiern, zudem wollten sich Eva und Mario mit einer Einladung bei uns bedanken. Das nehmen wir gerne an und freuen uns über ein Dinner im neuen und sehr geschmackvollen „Navarone“. Dort ist am Mittwoch „Sushi Night“ – wir sind sehr gespannt.

Es kam uns natürlich sehr entgegen, dass wir zu viert mit dem Leihwagen zum Restaurant nach Agia Marina fahren konnten…

Parkplatz vor der Haustüre
Auch meine Lieblingsmusiker werden hier spielen – sehr cool
Das geschichtsträchtige Haus wurde nach einem Feuer vollumfänglich restauriert…
…und sehr geschmackvoll ausgestaltet
Eva hatte reserviert – wir gönnen uns einen Aperitif

Mit einem Aperitif überbrücken wir die von uns geplante Wartezeit bis die Küche öffnet.

Wir lassen uns die Karte bringen, es gibt Sushi in allen Variationen. Da wir alle das Fingerfood aus rohem Fisch mögen, lassen wir uns gleich die „große Vielfalt“ in Form einer Platte für vier Personen bringen.

Dazu nehmen wir eine „Inside Out Roll“ mit Rindfleisch – eine gelungene Kreation.

Wir schlemmen und spachteln – für uns alle war es lange her, dass wir etwas signifikant anderes als griechische Standardküche gegessen hatten. Und weil es gar so gut war und wir alle noch etwas Platz im Bauch übrig hatten – haben wir gleich noch eine Platte für zwei Personen hinterherbestellt.

Ein toller Abend mit liebgewonnenen Freunden
„Special Sushi“ – Inside Out mit Rindfleisch
Variationen für vier Personen
Weils so gut war – eine Platte für Zwei folgt

Echt lecker! Wir sind zufrieden, wir sind happy. Ein sehr guter Tag endet. Wir schleppen uns in unseren Kleinstwagen, fahren die fünf Kilometer bis in die Marina und gehen zu Bett.

Es droht Schietwetter! Zum Wochenende hin soll es richtig regnen, für uns stehen also alle Zeichen auf „Beendigung der Außenarbeiten“.

Viel ist nicht mehr zu tun und so packen wir noch einmal einen Tag lang an, um SAGITTA fertig für die Winterpause zu haben. Es ist nur mehr eine Woche Zeit, bis auch Eva und Mario abreisen werden.

Die Aufgaben sind für heute klar verteilt – Eva streicht den blanken Kiel mit Epoxi, die beiden Marios dichten die TruDesign Rumpfdurchbrüche ein – so kann die SAGITTA Crew während des Schlechtwetters weiter an ihren Projekten arbeiten – auch innen gibt es dann noch einiges zu tun.

Zwei Anstriche Epoxi sind bis zum Abend erledigt
Auch Mario und ich schaffen unser Tagesziel – das Einkleben der sechs Rumpfdurchbrüche

Geschafft! Epoxianstrich und SIKA Verklebung können über Nacht trocknen, der Regen kann kommen! Eva und Mario verlagern die Baustelle nach innen, es sind noch die Ventile und die Wasser- und Abwasserschläuche zu erneuern, bevor SAGITTA in die Winterpause geht.

Sibylle gesellt sich zu uns und mahnt an, dass wir die Uhr nicht außer acht lassen sollen. In ihrem Schlepptau – Electra…

Ja, der Marinahund weiß was gefällt

Sibylles Aufruf zur Pünktlichkeit hat einen Grund – wir Vier sind heute zu Mireille und Roland zum Dinner eingeladen. Es gilt, noch Süssigkeiten als Mitbringsel zu besorgen – Abfahrt daher um 17.00 Uhr! Sputet euch!

Siga, siga – wie nicht anders zu erwarten, sind wir just in time abreiseklar. Wir brummeln mit dem KIA zum Haus der Freunde und bedanken uns artig für die Einladung.

Wie immer phantastisch – der Ausblick von der Terrasse
Roland hat eingeheizt – sehr zu meiner Freude

Wir sitzen beisammen und reden über Gott und die Welt. Wie nicht anders zu erwarten und eigentlich wie immer, schneiden wir hier, im Haus der Freunde, auch wieder das Thema „Haus auf Leros“ an.

Ich ändere meine Meinung nicht, hat alles Vor- und Nachteile – ich kann aber von einem Objekt ganz in der Nähe erzählen.

Roland springt sofort an und bewertet das von mir im Internet gezeigte Haus als „Schnäppchen“. Sie wollen sich das Objekt morgen mal ansehen! Wir wechseln das Thema, doch der Gedanke bleibt mal wieder in meinem Kopf verhaftet.

Spät abends kehren wir in die Marina zurück, wir sind geschafft, wir sind müde – die vergangenen zehn Arbeitstage an SAGITTA machen sich bemerkbar.

Am nächsten Morgen muss ich raus aus den Federn, es gilt, den Leihwagen zurück zu bringen.

Wir geben Ioannis den Wagen zurück – war schön

Sibylle und ich wollen mit dem Motorrad in die Marina zurück fahren – ob man da nicht mal beim Haus vorbeisehen könnte…???

Na klar, lag eigentlich auf der Hand. Wir tuckern also zur angegebenen Adresse und finden das Objekt auch sofort.

Et voilá

Ich ahne was ihr denkt, aber – riesiger Grund, etwas abseits, doch gute Lage, alte Olivenbäume und ein, wenn auch eingeschränkter, Meerblick. Das Ganze zu einem recht attraktiven Preis.

Ich liebe solche Projekte! Mir schießt sofort das Bild in den Kopf, wie ich das Haus herrichte, ich würde alles selber machen wollen, sehr viel Autarkie einbauen und auf Nachhaltigkeit setzen. Es wäre eine Aufgabe.

Wir können das Tor öffnen und uns etwas umsehen
Der Meerblick ist gegeben und wäre von einer Terrasse im 1. Stock hervorragend

Ja was soll ich sagen? Ich bin interessiert und bringe das zum Ausdruck. Als wenn wir uns verabredet hätten, kommen Roland und Mireille ums Eck und teilen die Eindrücke mit uns – der Entschluss fällt, ich stelle eine offizielle Anfrage und lasse den Rechtsstatus überprüfen. Das ist der erste Schritt, wenn man eine Immobilie in Griechenland kaufen möchte.

Mal sehen, was daraus wird…

Der Tag klingt bei einem gemeinsamen Abendessen an Bord der NESSAJA aus. Eva hat Kürbissuppe gekocht und wir laben uns an der feinen, heißen Spezialität.

Lecker gekocht – ein feiner Abend

So endet ein spezieller Monat, einer, der die Brücke in die „staade Zeit“ auf Leros gebildet hat, der die Insel in eine tourismusfreie Phase überführte – die Schlagzahl hatte sich spürbar veringert, ich hatte das eingangs beschrieben.

Letztlich war es aber auch ein Monat, der eine Menge Arbeit mit sich brachte und im Endspurt neue Optionen aufzeigte – auf Beides blicke ich zufrieden zurück!

τρεις καρέκλες – λίγο „Μάριο ο Έλληνας“ 😉

Sibylle und mir bleibt zum Monatsende nur der Ausblick auf den kommenden Dezember – Weihnachten und Silvester stehen vor der Türe! Wir wünschen unserer Familie, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes, frohes und hoffentlich friedvolles Jahr 2025.

Was wir bis zum „Grande Finale“ des Jahres 2024 auf der winterlich verschlafenen Ägäisinsel Leros erleben werden – das gibt es im Monatsbericht des letzten Monats des Jahres nachzulesen.

Bis dahin – macht es gut – und herzliche Grüße von Bord der NESSAJA

Mario & Sibylle

Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…