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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Juli 2024 – Don´t Worry, Be Happy

„Here’s a little song I wrote
You might want to sing it note for note
Don’t worry, be happy
In every life we have some trouble
But when you worry you make it double
Don’t worry, be happy
Don’t worry, be happy now“

Der Monat Juli beginnt seltsam, irgendwas läuft nicht rund – das merkt ihr vermutlich NICHT unmittelbar an der Headline des Hochsommermonats, handelt es sich doch um DEN gute Laune Song von Bobby McFerrin aus dem Jahr 1988.

Doch weit gefehlt! Ich oute mich! Ich hasse dieses Lied – schon immer! Ich wähle es gerade deshalb als Headline des Monats, denn ich hatte einige Mühe „happy“ zu bleiben, trotz der kleinen Nackenschläge, der „worries“ der vergangenen vier Wochen – kurz – nicht toll!

Nun denn, was war denn so schräg am siebten Monat des Jahres? Was war so schlimm, dass er im Ranking ziemlich abrutscht?

Fangen wir von vorne an…

Ich war die letzten Tage und späten Abende des Juni fleißig gewesen, um den Blogbericht fertig zu stellen. Ihr solltet nicht lange warten müssen. So konnte ich pünktlich zum 01.07.2024 Vollzug melden und den Bericht online stellen.

Noch kurz Korrektur lesen – dann ab ins www

Kurz bevor ich die Taste „Veröffentlichen“ drücke, glaube ich meinen Augen nicht trauen zu können. WordPress gibt mir die Anzahl der Worte und die geschätzte Lesedauer an – ich staune nicht schlecht…

Mehr als 25.000 Wörter bescheren eine Lesedauer von 133 Minuten

So wird der Juniblog einer der längsten, die ich jemals geschrieben habe. Dies wird mir Ulrich im Laufe des Monats mit den Worten „…ich dachte der hört nie auf!“ quittieren, trotzdem hat er ihn gelesen und mir ein insgesamt positives Feedback hinterlassen – Danke dafür!

An alle anderen – ich gelobe Besserung, weiß aber nicht, ob es klappt 😉

Ein kurzer Rückblick auf die Übergabe von ALENA – wie zu erwarten, fielen den Neueignern Karl und Rosi einige Kleinigkeiten auf, welche beim Putzen und Räumen offensichtlich wurden. Nichts wirklich großes, aber so nervige Nickeligkeiten.

Ich habe mich aber, da bin ich konsequent, an Karls inszenierten „Übergabetag“ gehalten, zwar mit Ratschlägen und Hinweisen geholfen, auch mal einen Schluck Bilgenwasser mit den Beiden verköstigt, Hand angelegt habe ich bei ALENA nicht mehr – und werde es auch nicht mehr tun.

„Ob er mir etwas schuldig wäre…?“ wollte Karl noch wissen. Nein, das war er nicht! Seine Einladung an uns hatten wir auf Werner abgelegt und bei den Schwämmen waren wir uns nicht einig, daher ist diese Frage generell schlecht zu diskutieren…

Die Schwämme? Ihr erinnert euch doch sicher???

Zwei Schwämme als Glücksbringer

Karl hat am Kauftag von ALENA zwei Schwämme als Glücksbringer bei „Captain Kostas“ ausgewählt, diese aber in der ganzen Aufregung des Schiffskaufes dort vergessen – unbezahlt.

Ich habe ihm mit einem Augenzwinkern versichert, dass ich die Schwämme beschaffen würde, ALENA soll ihren Glücksbringer bekommen! Dafür habe ich in den vergangenen Wochen Gott und die Welt bewegt.

Über diese Schwämme sind Karl und ich ins Ungleichgewicht geraten – er meinte, er hätte mir das Geld bereits vorab gegeben, ich bin sicher, dass dies nicht der Fall ist. Er wollte Rosi dazu befragen, hat aber dieses Thema nie wieder erwähnt. Auf welcher Basis sollte ich also klären können, ob er mir etwas schuldet? Ich beschließe für mich, dass bei einer Gesamtbetrachtung des Verkaufsvolumens, die Schwämme für mich nicht relevant sind. Daher, Karl schuldet mir nichts, das Kapitel ALENA ist für mich geschlossen. Der Grundsatz „quid pro quo“, der zu einem bestimmten Maß auf Fingerspitzengefühl beruht, hat diesmal jedoch nicht gegriffen.

Wichtig ist – ALENA hat ihre Glücksbringer! Für mich hingegen gilt, don´t worry, be happy!

Inzwischen sind die Neueigner abgereist und die schöne Schwedin liegt an ihrem Platz an D – sie hat mich fast drei Jahre begleitet und ich wünsche ihr allzeit gute Fahrt!

Ich gehe zu Hans-Peter auf dessen LIBERTÈ, wir haben einiges zu besprechen. Bald ist sein Krantermin, wir müssen ein paar Dinge vorbereiten. Der Platz ist reserviert, auch weiß Kranführer Giannis, dass wir im Kran etwa 10 Minuten brauchen um das Ruderblatt herauszuziehen. Hierfür müssen wir nun Vorbereitungen treffen und alle Schraubverbindungen lösen und gangbar machen. Auch gilt es, den Tagesablauf zu besprechen.

Interessant was man von hier aus beobachten kann…

Prioritäten setzen!

Vis a vis legt ein Gastschiff an. Der Skipper presst das breite Boot in eine recht schmale Lücke. Dass man dafür auch mal seine Fender innenbords nehmen könnte, hat er offenbar nie gehört – na egal.

Es kam wie es kommen musste! Die Fender verhaken sich, es zieht und zerrt an der Reling. Dabei ploppen ein paar der Gummipuffer nach oben – na kein Problem möchte man meinen! Doch weit gefehlt! Das Eignerpaar setzt andere Prioritäten, es wird geputzt und es werden Sonnensegel gespannt – um die Fender kümmert sich niemand!

Übrigens auch nicht während der nächsten drei Tage! Gelebte Seemannschaft, wen kümmert es, dafür gibt es ja Versicherungen…

Sibylle kommt mich abholen, gemeinsam gehen wir drei Schiffe weiter, dort liegt GIOIA, die ehemalige TARGUI von Emil und Chantal. Unsere Ex-Kaufinteressenten sind, auf meine Empfehlung hin, neue Eigner der Beneteau Oceanis 42CC. Wir treffen die beiden an Bord und sprechen sie auf den neuen Namen an…

TARGUI heißt jetzt GIOIA

Die Frage war ein Teaser für Ulrike, nun ist sie in ihrem Element – sie erklärt uns wie es zu dem Namen kam, „…GIOIA significa Freude, puoi vedere il parallelo con la parola inglese „Joy“, also ihr hört das englische „Joy“ ci è piaciuto, dovrebbe renderci felici, ich meine sie soll uns Freude machen…“, um dann, nach einer kurzen Atempause fortzufahren, „…TARGUI hat uns nicht so gefallen, wisst ihr was der Name bedeutet? C’est le singulier de Touareg, tu vois, versteht ihr ? Un Targui, deux Touareg !“ – sie lächelt.

Nein ich habe nicht verstanden! Ich Dummerchen spreche ja weder Französisch noch Italienisch, sie hätte es mir auf Deutsch erzählen müssen. Ist aber egal, denn ich wusste es bereits – Allgemeinwissen eben 😉 – don´t worry, be happy!

Wir verabschieden uns höflich, denn wir müssen weiter, ein Paket ist für uns angekommen. Schwiegertochter Sonja hat es vor 10 Tagen auf den Weg gebracht, es enthält ein paar Kleinigkeiten. So zum Beispiel zwei 55/60er Steckschlüssel, die ich für ELOWYN und NESSAJA gekauft habe.

Big Boys – Big Toys

Für was braucht man solche Monster? Nun, die passen auf die Heizstäbe der Warmwasserboiler und sind eigentlich nie verfügbar. Volker wollte sowas haben und ich habe mich drangehängt. Eine gute Idee! Wie groß die Dinger in der Realität sind, fällt beim Vergleich mit meinem, nicht gerade zarten, Unterarm besonders auf.

Hat was – ich mag es jetzt schon

Ich bringe einen der beiden Giganten auf Volkers ELOWYN, beschaffe noch einen Ersatzheizstab und lasse den Tag dann ausklingen. Genug für heute!

Am Abend sind wir mit Ina und Ralf von der CHILI zum Dinner im „Pirofani“ verabredet, Sibylle leiht den Freunden abermals den „Breezy“ und wir gönnen uns wieder hauptsächlich die leckeren Meze, welche in dieser Taverne feilgeboten werden. Die beiden Sportler schauen ein bisschen darauf, sich weitgehend fleischlos zu ernähren und finden hier eine reichhaltige Auswahl.

Auberginen mit Fischmus
Quinoa-Blattsalat
Ich stelle mir ein leckeres Ensemble zusammen

Wir essen uns richtig satt an den „Vorspeisen“. Trotzdem beratschlagen wir, ob wir uns auch noch zwei Hauptgerichte teilen sollten. Diesmal verwerfen wir das, denn Ralf schlägt ein Speiseeis als „Abrundung“ vor. Ei der Daus! Wer kann da schon NEIN sagen?

Der Eistempel der Familie „Repapis“ in Lakki
Eine Süssigkeit statt Eis gefällig?
Die Auswahl an mit Kalorien angereicherten Sauereien wäre groß

Wir bleiben beim Eis, gönnen uns aber extragroße Portionen. Danach fahren wir in die Marina und wünschen uns eine gute Nacht.

Am nächsten Morgen bin ich mit Giorgos an der Stadtpier verabredet. Der Freund hat es tatsächlich geschafft, den Generator von EDINA zeitnah zu revidieren und mit Neuteilen aufzubauen. Ich könne vorbeikommen wenn ich möchte, einen Kaffee mit ihm trinken – und ob ich möchte!

Am Weg sehe ich bei „Mikes“ vorbei, ich möchte einen Happen frühstücken.

„Mikes“ Bäckerei – spricht man Mi-kes aus, nicht Meiks

Ich gönne mir meinen Lieblingspie, den mit Chicken gefüllten – Chickenpie, auf Griechisch Kotopita. Ich bestelle also „Mia Kotopita kai ena Cappuccino sketo“ (μία κοτόπιτα και ένα καπουτσίνο σκέτος) – zu meiner Überraschung bekomme ich was ich bestellt habe, klappt doch!

Ich liebe Kotopita – wenn sie noch frisch ist

Ich frühstücke auf die griechische Art, währenddessen schläft Sibylle noch, sie entwickelt sich zur Langschläferin. Ich dagegen fahre weiter an den Stadtkai um dort dem Spektakel der Motorenanlieferung beizuwohnen…

Der kleine Kran hat einen langen Ausleger und hebt den Motor bis auf Deck

Ich lege etwas Hand mit an, Giorgos möchte den Motorblock ins Schiff heben und auch an seinem Platz verstauen. Just als dies erledigt ist, kommt auch schon der Kaffeelieferant mit seinem Moped angebraust – zum ersten Mal gelingt es mir, die Kaffees für uns alle zu bezahlen, das war ich lange schuldig.

Wir schlürfen das köstliche Gebräu in EDINAs Cockpit und quatschen ein wenig über Dieses und Jenes. Dann wollen die Jungs weiterarbeiten, ich fahre zurück auf NESSAJA.

Sibylle weilt inzwischen auch unter den Lebendigen, auch mit ihr trinke ich noch eine Tasse Kaffee, dann widme ich mich meiner GS. Auch für sie war etwas in dem Paket…

Ein neues BMW Badge

Während unseres Urlaubs hatte auf einmal das BMW Emblem gefehlt, einfach weg. Natürlich weiß ich nicht wo es abhanden gekommen ist, bemerkt habe ich es nach einer Fährpassage. Geklaut? Ich weiß es nicht! Don´t worry, be happy – was kann ich anderes tun als ein Neues zu bestellen? Lässige 52.-€ auf das Konto des deutschen BMW Händlers transferiert, und schon war es meines!

Die Montage gestaltete sich denkbar einfach…

Einmal alles abputzen
Einrasten – ankleben! Passt! Jetzt ist sie wieder ausgehfein

Am Abend treffen wir uns zu einem großen Essen im „Kakomoiras“, eine Freundin von uns muss aus familiären Gründen nach Hause reisen, wir feiern ihren Abschied zusammen. Sie und ihren Mann werden wir wohl erst im November wiedersehen.

Das Essen im Mezelokal war lecker wie immer – ihr wisst, dass diese Taverne zwingend unter meinen Top-Five ist.

Ich habe eine tolle Aussicht von meinem Platz
Wir teilen uns Meze – superlecker

Der Abend klingt herrlich aus, wir bezahlen erst als es dunkel ist und ziehen dann noch auf ein abschließendes Eis in den Speiseeistempel nach Lakki. Dort trennen wir uns zu später Stunde, wir sind müde, ab ins Bett!

Am nächsten Morgen geht Sibylle mit der Crew der CHILI zum Dog-Shelter um dort die Hunde auszuführen. Während ihrer Abwesenheit versäumt sie ein Spektakel!

Ich sehe von NESSAJA aus, dass ein Mast sehr nahe am Wellenbrecher ist, zu nahe, außen! Erste Köpfe Schaulustiger werden sichtbar. Auch ich bin neugierig und begebe mich zum Schauplatz des Geschehens.

Potzblitz, was ist das? Ein Segelboot mit deutscher Flagge liegt auf den Felsen und der Wind steht kräftig auf das Boot – das ist eine gefährliche Situation, warum handelt keiner???

Wir können das Boot wegdrücken, Hilfe ist da

Ich rufe das Marinaoffice an und melde den Vorfall, der Marinero soll mit dem Schlauchboot kommen – SCHNELL.

Ich klettere, trotz Flip-Flops, über die Felsen und lehne mich mit meinem ganzen Gewicht gegen das Boot. Tatsächlich gelingt es mir, das Boot soweit wegzudrücken, dass kein Rumpfkontakt zu den Steinen besteht. Jetzt kommt Hilfe! Petros besteigt das Boot um von Bord aus zu helfen, der Skipper scheint wie gelähmt, Antonis, ein Mordskerl, hilft mir den Rumpf abzudrücken bis die Leine zu Kostas´ Schlauchboot gespannt ist.

Der 25PS Außenborder schafft es gerade so, das Segelboot vom Wellenbrecher zu ziehen.

Die kleine Yacht ist frei
Jetzt sollte nichts mehr passieren

Inzwischen hat auch der Chef der Marina den Vorfall mitbekommen. Zu allem Unglück ruft er die Port Police wegen eines „Seeunfalls“ bei seiner Marina an – ein großer Nachteil für den Skipper, wie sich herausstellen sollte.

Der Marinero schleppt das manövrierunfähige Segelfahrzeug in die Krangasse, dort wird es aus dem Wasser gehoben.

Nur noch ein paar Meter
Als er festgemacht ist, wartet schon die Marinaleitung und die Port Police

Dem kleinen Schiff ist nicht viel passiert. Die Port Police nimmt den Unfall auf und befragt den Skipper zum Hergang. Später wird er uns die Geschichte ebenfalls erzählen – hat was mit einem missglückten Toilettengang zu tun und soll hier nicht detailliert wiedergegeben werden.

Soviel nur – eine Verkettung von unglücklichen Umständen hat nun dazu geführt, dass der Skipper eine „Liegeverordnung“ erhalten hat. Die Papiere wurden ihm abgenommen, er darf erst weiterfahren, wenn ein Gutachter die Seetüchtigkeit des Schiffes bestätigt hat. Ungut! Sehr ungut!

Der Skipper meinte zu uns – „…der Propeller kommt nach Athen zur Reparatur, in fünf Tagen kann ich wieder ins Wasser und weitersegeln.“ Nach drei Wochen wird er feststellen müssen, dass er immer noch an Land steht – ohne Propeller! Ende offen…

Ich sitze entspannt auf LIBERTÉ und warte – wir haben heute Krantermin, alles ist vorbereitet und uns wurde mitgeteilt, dass unser 11.45 Uhr Termin auf etwa 13.00 Uhr verschoben wurde – super, vor der Mittagspause, genug Zeit um das Ruder zu ziehen.

11.30 Uhr, Kostas klopft ans Boot – „Captain, are you ready?“ Wir erschrecken – „Äh, ja, nein, jein!“ Bereits zwei Minuten später sind wir auf dem Weg zum Kran, Kostas gibt uns Geleit.

Beim Auslaufen sehen wir NESSAJA
LIBERTÈ kommt für Großprojekte an Land – bis 04/2025
Wir müssen warten – noch hängt MONEY PENNY, NESSAJAs Schwesterschiff, in den Gurten
Dann sind wir an der Reihe

Von hier an geht alles ganz schnell, zu schnell um Fotos zu machen! Die Profis spannen die Gurte unter das Schiff, wir machen die Decksarbeit auf der Bavaria 41H, dann wird sie angehoben.

Wir dürfen aussteigen und rennen sofort los um eine Leiter, eine Palette und ein großes Kantholz zu holen – das freut Giannis, denn er merkt, dass wir genau wissen was zu tun ist.

Während das Boot schwebt, legen wir das Kantholz unter das Ruder, dann baut Hans-Peter den Quadranten vom Ruderschaft ab. Zuletzt entfernt er die Haltemutter. Giannis hebt das Schiff an, ich halte das Ruder, welches langsam nach unten aus den Lagern rutscht. Danach verlässt Hans-Peter das Schiff und wir legen das Ruderblatt auf die Palette an die Seite. Geschafft!!!

Nach der Hochdruckreinigung wird LIBERTÉ an ihren neuen Platz gefahren…
…und dort sauber abgestellt – der perfekte Platz

Kurz zur Erklärung – warum muss der Platz perfekt sein und warum ist er es? Nun, es steht kein Boot davor, hier wird einreihig aufgestellt und somit ist man flexibel im Falle eines Umparkens. Zudem kann der große Mastkran dorthin fahren und den Mast abnehmen.

Der Platz, fast der gleiche wie wir ihn hatten, ist sehr luftig und bietet eine schöne Ausssicht. Das ist vielleicht dann von Bedeutung, wenn man fast 5 Monate auf Trockendock am Schiff wohnt und zudem die Gattin für zwei Wochen zum Urlaub kommen wird.

Last not least, hat Hans-Peter seinen Merlin dabei und muss ihn immer mit nach oben tragen. Da ist es gut, wenn man Zugang vom Betonkai aus hat – das spart Sand und Dreck im Schiff.

Die Leiter steht – bis zum Oktober

Wir gehen auf NESSAJA um einen Kaffee zu trinken, klar, dass auch Merlin mit von der Partie ist. Er hadert noch ein wenig mit seiner neuen Lebenssituation, kann er doch nicht mehr ohne Herrchens Hilfe von Bord.

Seufz – was für ein Hundeleben

Für die Technikfans unter euch – warum machen wir das? Was steht an?

Nun, LIBERTÈ ist Erstwasserung 1998, also 26 Jahre alt. Wir machen folgende große Eingriffe – Demontage des Saildrive mit Überarbeitung und Tausch der Manschette, Tausch der Kurbelwellen – Dichtringe am Motor nebst einiger weiterer Kleinarbeiten, dazu kommt der Tausch der Ruderlager nebst Überholung des undichten Ruders. Als ob dies nicht reichen würde, wird der Mast gezogen und das stehende Gut erneuert. Last not least schleifen wir das Unterwasserschiff bis auf´s Gelcoat ab und tragen dann Coppercoat auf.

Aber nicht heute, denn heute haben wir einen Termin! Unser Zeitplan sieht vor, dass wir nach dem erfolgreichen Kranen von LIBERTÉ zu Susanne und Sophie nach Xirokampos fahren, um bei deren Bootsanhänger die Räder abzunehmen.

FLIPPERs Anhänger hat einen Platten, es sollen beide Reifen erneuert werden – dafür müssen die Räder runter

Da Hans-Peter sowohl einen Wagenheber als auch, im Fall der Fälle, ein Zugfahrzeug besitzt, hat er angeboten zu unterstützen – das nehme ich gerne an.

Könnt ihr euch vorstellen, wie Radschrauben festsitzen, bei einem Anhänger der ins Salzwasser gefahren wird und zudem vermutlich rund 10 Jahre steht? Ich sage euch, sehr fest! Dumm, wenn dann das meist nicht superprofessionelle Werkzeug abrutscht…

Das Fleisch an der Felgenkante aufgestanzt – etwas mehr als AUTSCHN
Muss das ab? Wird das wieder? Fragen über Fragen

Susanne reagiert sofort – sie erzählt mir was von Blutvergiftungen, schmiert seltsame Salben auf die Haut, die sich nicht mehr über mein Gelenk spannt. Dann verpflastert und verbindet sie mich – na toll!

Don´t worry be happy! Ich bin happy – und wie!

Pocht…

Wir bringen die Arbeit zu einem zufriedenstellenden Ende und fahren zurück in die Marina. Ich bin gehandicapt, das kann ich gut leiden. Für heute ist daher erstmal Schluss, wir packen morgen an!

Just an diesem Tag sind wir nochmals bei Susanne und ihrer Tochter geladen. Es gibt ein gemeinsames Dinner und wir kommen gerne. Abermals finde ich mich auf der Terasse ein, erfreue mich der schönen Aussicht und nehme daher meinen verwundeten Finger aus dem Bild.

Ich mag diesen Platz, hier ist es wunderschön
Der Garten, der Blick, ein Paradies

Die beiden Wahlschweizerinnen haben sich, wie eigentlich immer, alle erdenkliche Mühe gegeben, um ein Festmahl auf den Tisch zu bringen. Wir haben fürstlich gespeist und uns prächtig unterhalten – ein wunderbarer Abend – DANKE dafür!

Krabben auf Ruccola – ein leckerer Einstieg
Danach einen Loup de Mer, einen Wolfsbarsch, auf den Grill – ein Gaumenschmaus
Superlecker gegrillt – dazu gibt es…
…gemischtes Gemüse

Wir sitzen lange zusammen und reden über Gott und die Welt. Wir erfreuen uns unserer langjährigen Freundschaft und blicken zurück auf das gemeinsam Erlebte. Irgendwie war der Kontakt zu Susanne ja die Initialzündung für unsere Liebe zu Leros – ohne sie wären wir nie hier.

Der Abend klingt spät aus und wir fahren satt und zufrieden zurück auf unsere NESSAJA – morgen ist ein neuer Tag, Tag 1 von LIBERTÉs Refitprojekt!

Hans-Peter und ich haben uns einen Plan zurecht gelegt. Wir würden erst alle relevanten Projekte an seinem Schiff starten, alles zerlegen und eine Bestandsaufnahme machen – dies war nötig, um die erforderlichen Teile zu bestellen. Einen Teil davon könnte Sibylle aus Deutschland mitbringen.

Danach würden wir uns eine zeitlang mit meiner Liste auf ELOWYN beschäftigen, so ginge alles Hand in Hand.

Auf geht´s, packen wir also an, zerlegen wir LIBERTÈ…

Wir bauen die Ruderlager unten und oben aus – beide werden erneuert
Der Saildrive wird unter der Wasserlinie abgarniert, wir müssen ihn nach oben herausziehen

Nachdem der Saildrive unter der Wasserlinie von allen Anbauteilen wie zum Beispiel Propeller, Ausgangswelle und -lager befreit war, sind wir nach oben ins Cockpit gegangen und haben erstmal eine kleine Pause gemacht.

Hier ist ein herrlicher Platz – es weht eine frische Brise und man hat einen tollen Ausblick. Perfekt um etwas herunter zu kühlen oder auch, um eine Tasse Kaffee oder ein Kaltgetränk zu genießen.

HP überblickt das innere Hafenbecken

Danach widmen wir uns der Trennung von Motor und Saildrive. Wir bearbeiten den Volvo Penta MD22 von beiden Seiten gleichzeitig und entfernen alle verbindenden Schrauben nacheinander – zu guter Letzt muss nur noch der Motor um etwa 20cm nach vorne gezogen werden. Um dies zu bewerkstelligen, hängen wir ihn mit einem Spanngurt und einer Traverse in den Niedergang.

Gesagt, getan – wir ziehen an und die Antriebsmaschine rutscht vom Getriebe. Jetzt können wir die Schrauben der großen und sicherheitsrelevanten Gummimanschette entfernen und den Saildrive nach oben herausnehmen. Am Nachmittag liegt er auf unserer „Werkbank“!

Da liegt das Trum – fertig zum Überarbeiten

Nicht falsch verstehen, das alles ist keine Raketenwissenschaft, aber eben auch nicht pillepalle. Es ist eine saubere Fummelei alle Schrauben zu entfernen, man muss auch ein bisschen wissen wo und wie und sollte keine zwei linken Hände haben. Wenn man dann noch einen guten, umfänglichen Werkzeugsatz hat – dann ist es relativ einfach.

Wir profitieren davon, dass ich einen fast baugleichen Motor habe und diese Arbeit vor zwei Jahren erledigt hatte.

Am Abend haken Sibylle und ich einen lang schon vor sich hinwabernden Punkt auf unserer „you should have done list“ ab. Wir wollten schon lange einmal im „Harris“ länger sitzen bleiben und mehr als einen Aperitiv zu uns nehmen. Diesen Plan erzählen wir den Freunden von der CHILI, die nutzen die Chance und springen sofort auf den Zug auf – respektive auf Sibylles „Breezy“!

Wir tuckern voran, der Breezy schlägt sich wacker

Oben angekommen, werden wir sehr höflich platziert – wir sind zu früh, unser reservierter Tisch ist noch nicht frei. Wir nehmen Platz, genießen die Aussicht und starten mit einem ersten Getränk.

Wir sitzen gemütlich und warten auf unseren reservierten „First Row Table“

Pünktlich um 19.00 Uhr steht die leicht angeheiterte Damenrunde auf und macht Platz für uns. Wir haben die Speisekarte schon studiert und waren hungrig – so machen wir wahr, was sonst nur aus Spaß gesagt wird…

Wir nehmen alles – in dieser Reihenfolge 😉 !

Und dann ging es los…

Drei verschiedene Bruschette
Mixed Meze und Shrimp Shots
Vegetarian Meze – Obst und Käse

Die Nachos mit Guacamole hatten wir schon zum Aperitiv, somit waren wir einmal quer durch – es hat super geschmeckt und letztlich waren wir pappsatt.

Wir saßen lang und haben viel gequatscht. Wir mögen Ina und Ralf, sie sind zu Freunden geworden. Sehr schade nur, dass die Beiden eine Sommerpause einlegen. Sie werden bald schon nach Hause fliegen und wohl erst im September wieder kommen.

Dieser Trend setzt sich durch, viele gehen dieses Jahr so vor, um der sommerlichen Hitze zu entfliehen.

Erst spätabends verlassen wir die sensationelle Location und genießen einen letzten Blick auf die Windmühlen und das Kastell. In der Ferne, in der Dunkelheit der Nacht, kann man die Lichter der Türkei erkennen.

Eine wunderbare Stimmung

Der neue Tag steht noch im Zeichen der Bestandsaufnahme auf Hans-Peters LIBERTÈ, wir müssen uns noch den Motor ansehen. Da der nun ohnehin sehr gut zugänglich „rumsteht“, zerlegen wir ihn in den Bereichen, wo es uns nötig erscheint Reparaturmaßnahmen anzusetzen – so garnieren wir den Jockel an der Hinterseite komplett ab, um so an den Dichtring der Kurbelwelle zu gelangen. Das gleiche machen wir dann noch auf der Vorderseite…

Weil es so schön ist

Am Nachmittag sind wir soweit – alles ist zerlegt, die Einkaufsliste ist fertig, wir bestellen die Teile und lassen diese zu Sibylles Sohn nach Miesbach liefern. Es sind glücklicher Weise keine großen, schweren Ersatzteile, so dass meine Gattin diese leicht mit nach Griechenland bringen kann.

Danach ist Feierabend! Den machen wir heute pünktlich, denn wir sind verabredet. Heute findet das Viertelfinale der Fußball EM statt, wir haben einen Tisch im „La Palma“ Café reserviert.

Da Sibylle einer Bitte von Marietta entsprochen hat, war sie bis unmittelbar vor dem Spiel im HUB beschäftigt – ich musste also sehen wo ich bleibe. So habe ich mich mit Ed im „SouVLakki“ verabredet.

Heute nur etwas Kleines – im Café soll es Ouzo und Meze geben

Wir laben uns an den verschiedenen Giros Köstlichkeiten, gönnen uns heute aber nicht das volle Programm, sondern eher das, was man als „Häppchen“ bezeichnen könnte. Die Idee ist, dass wir im „La Palma“ Café Ouzo trinken und noch ein paar der dazu gereichten Meze schnabulieren.

Pünktlich gehen wir los um im Café unseren Tisch zu besetzen…

Wir kommen an, noch ist es nicht voll

Der Fernseher läuft, es werden die Mannschaftsaufstellungen gezeigt, langsam füllen sich die Reihen, wir sitzen zu zweit am Fünfertisch und verteidigen die Plätze. Damit unsere Kehlen nicht austrocknen, bestellen wir eine erste Runde – es soll ein feiner Fußballabend werden – soll!!!

Erste Runde – und ab geht die Post

Es begann in diesem Moment eine Verkettung von unglücklichen Umständen, so sagt man da, glaube ich.

Etliche Leute fragen nach den drei freien Plätzen, wir weisen die Fragesteller höflich ab und erklären, dass wir reserviert haben und unsere Freunde noch kommen. Sibylle verspätet sich etwas, sie belegt dann aber ihren Platz, bestellt ein Getränk und es bleiben zunächst zwei Stühle frei – die Plätze für die CHILI Crew.

Ralf und Ina hatten angedeutet, dass es sein KÖNNTE, dass sie nicht kommen werden, zwar hat Ralf mit einem Augenzwinkern angemerkt, dass er sicher kommt, aber es blieb eine gewisse Unsicherheit.

Etwa zehn Minuten nach Spielbeginn kommt ein Mann und will sich einfach hinsetzen – kein Hallo, kein freundlicher Blick, geschweige denn eine Frage. Wir weisen darauf hin, dass die Plätze besetzt sind, er steht murrend auf und murmelt etwas Unverständliches vor sich hin. Ich habe ihn nicht verstanden, aber die Gesinnung war klar. Er nimmt sich einen Stuhl und setzt sich hinter uns.

Eine Viertelstunde nach Spielbeginn gebe ich auf – wir geben die Plätze frei, ein älteres Paar setzt sich zu uns. Just in diesem Moment, ich schwöre, keine zwei Minuten später, kommen Ralf UND Ina!

Sie erfassen das Problem sofort und wollen sich zwei Stühle nehmen und sich ebenfalls hinter uns setzten. Da fängt der Brummbär von vorher an, sich dies zu verbieten, er wolle jetzt freie Sicht auf den Fernseher, da dürfe sich niemand hinsetzen! Es sei unser Pech, wir hatten Plätze gehabt, die seien jetzt ja wohl weg.

Im Kern hat der kleine Mann ja Recht, wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Aber er, der offensichtlich am Napoleon Syndrom leidet, hat kein Recht zu verbieten, dass Menschen sich einen Stuhl nehmen und zu ihren Freunden an den Tisch setzen, schon gar nicht darf er mich anraunzen – da habe ich eine kurze Lunte.

Ich stehe auf und biete dem Zwerg meinen Platz an, dann könne er besser sehen. Ich brauche den Platz nämlich jetzt nicht mehr, ich will nicht die gleiche Luft atmen wie er. Mir reicht´s ich gehe heim!

Deutschland verliert, das ist mir nicht wichtig – sauer bin ich trotzdem, der Gnom hat meinen Abend versaut. Was soll´s – don´t worry, be happy!

Der neue Tag beginnt wieder auf der Bavaria meines Freundes…

Das Rigg muss zum Ziehen des Mastes vorbereitet werden

Nach meinen zwei Tassen Kaffee am Morgen, startet Sibylle die Waschmaschine und geht zur Hausarbeit über über. Einkaufen müsse sie auch, sie hätte viel zu tun! Ok, ich auch, ich gehe zu Hans-Peter und wir widmen uns heute seinem Rigg.

Er möchte gerne Stagen und Wanten austauschen, die Drähte sind schließlich schon 26 Jahre alt. Ich verstehe sein Ansinnen, erkenne aber, dass der Zustand noch top ist – offen gesagt, besser als bei mir.

Na egal, er will es so! Wir müssen also früher oder später den Mast legen lassen. Damit sich hier die Kosten im Rahmen halten, bereiten wir alles vor – sind die Spanner gangbar, sind alle Fallen sauber verräumt? Wir müssen sehen, wo die Mastverkabelung zu trennen ist und uns schonmal Zugang verschaffen. Last not least, schlagen wir den Baum ab – die Segel hatten wir vor Tagen schon abgeschlagen und verstaut.

Der Baum ist ab, noch Kabel und Fallen verräumen
Da liegt er nun, die nächsten Monate

Da Sibylle und ich heute Nachmittag verabredet waren, wollten wir nicht nach weiteren Arbeitsmaßnahmen suchen. Es bot sich aber an, die verbleibende Zeit zu nutzen, um eine Anfragemail zu formulieren und diese zum Seldén Vertreter nach Athen zu schicken. Diese Mail ging auch an „Meltemi“, der ist zwar Vertreter der Wettbewerbsmarken Sparcraft und Z-Spars, genießt aber einen hervorragenden Ruf in der Szene.

Die Marina werden wir später anfragen, sie soll nur den Mast abnehmen. Das Preislevel für die komplette Arbeit in der Marina ist uns bekannt, es scheint hoch angesetzt zu sein. Wir glauben, mit der externen Beschaffung ein oder zwei TAUSENDER zu sparen.

Danach gehen Sibylle und ich zum Abkühlen ins Meer! Das machen wir zwei, dreimal am Tag, es ist nicht weiter erwähnenswert. Heute aber erfrischen wir uns für ein besonderes Date – wir sind auf die GIOIA zum Aperitiv geladen. Danach gehen wir zusammen nach Panteli ins „Pirofani“ zum gemeinsamen Dinner.

Willkommen an Bord der GIOIA

Ich mache es kurz – wir besichtigen die neu erworbene Beneteau Oceanis 42CC, wie zu erwarten ein schönes, gepflegtes Schiff. Dass Gerald und Ulrike mir vorschwärmen, wie dieses Schiff zu ihnen passt und welche Vorteile es bietet, das überhöre ich geflissentlich, was interessiert mich das Geschwätz von gestern, aus einer Zeit als NESSAJA noch das Maß der Dinge war?

Gerald überhört im Gegenzug meinen Hinweis, dass seine Toppwanten gefährlich lose sind, nun, ich denke er wird es später richten lassen.

Mir wird aber schlagartig klar – es war die einzig richtige Entscheidung, den Verkauf von NESSAJA an die Beiden abzubrechen, sie wären mit ihrer Sicht der Dinge unserem Schiff niemals habhaft geworden, niemals!

Wir trinken einen Aperitiv, dann ziehen wir weiter nach Panteli.

Wir sollen schonmal hinsetzen, es gäbe noch etwas zu erledigen, man käme gleich nach

Gerald formuliert gewählt – man würde uns heute einladen, man freue sich des Lebens. Gemeinsam essen und trinken, was gäbe es Schöneres? Dem will ich mich anschließen, da kann man nichts hinzufügen!

Unser letzter Besuch in dieser Taverne liegt einige Monate zurück, es war Winter. Damals saßen wir drinnen, ich habe bestellt, der Tisch hatte sich gebogen – ich kenne die Beiden als Genießer. Diesmal, so schlägt Gerald vor, sollen die Damen wählen, wir könnten ja zuerst nur Salate und eine Runde Vorspeisen bestellen. Dann gehen wir in die zweite Runde und zu guter Letzt wäre ja noch Platz für ein Hauptgericht – klingt gut! Ich bin dabei!

Wir sitzen gemütlich beisammen, reden über Pläne und wie sich die Eignerlaufbahn der Beiden entwickeln soll. Ich erfahre, dass die Neueigner morgen abreisen werden und erst im April wieder zurückkommen wollen – das ist mal ein langer Break gleich zu Beginn der Eignerschaft! Ich hoffe, dass Gerald in der kurzen Zeit alle Systeme soweit erfasst hat, um GIOIA fachgerecht in die lange Winterpause zu schicken. Ich höre weiter zu – der Grund für die lange Unterbrechung seien manigfaltige Verpflichtungen. Ja, das kann ich nachvollziehen, ich weiß sehr gut wieviel Überwindung es kostet, sich aus diesem Korsett zu befreien.

Irgendwann waren wir durch, die Teller waren leer. Ich überlege so, was mir noch fehlt um meine Zufriedenheit zu erlangen, was ich als Hauptspeise wählen würde, das wusste ich am Nachmittag schon 😉

Gerald ergreift wieder das Wort – „…das war doch jetzt lecker, oder? Eigentlich sind wir doch jetzt satt, wie wäre es mit einem Eis?“

Ulrike wirft zustimmend ein – „…wir können uns ja ein Kügelchen teilen!“

Äh nein! Eigentlich bin ich nicht satt und uneigentlich auch nicht, ich esse nur einmal am Tag und habe Hunger. Mir schießt es blitzartig in den Kopf „SOUVLAKKI“. Gerald bezahlt die Rechnung und wir bedanken uns artig, dann habe ich es eilig, ich will weg! Ich will kein Eis, kein ganzes und schon gar kein geteiltes, ich will gemütlich sitzen und noch etwas trinken und essen. Im Gehen werfe ich noch einen Blick auf die Fischtheke – heute bleibt der Wunsch der Vater des Gedanken…

Satz mit X

Wir verabschieden uns, Eis gibt es nächstes Mal, lasst uns heimfahren. In Lakki biegen Sibylle und ich ab, nicht zum „SouVLakki“ wie zunächst per Geistesblitz manifestiert, nein, wir sind ins „La Palma“ Café, haben uns einen Ouzo gegönnt und Meze gegessen.

SO mag ich das…
…alles wieder gut

Ich beruhige mich – eigentlich war alles zu überstürzt. Wir hätten die Beiden verabschieden und sitzen bleiben sollen. Den Abend wie erhofft zu Ende bringen. Das wäre ein klareres Statement und auch auch eine rundere Sache gewesen, aber manchmal ist besonnenes Handeln schwierig.

Was war passiert? Nun, vielleicht war es wirklich nur eine unterschiedliche Erwartungshaltung, ist möglich. Es kann aber auch sein, dass es nicht nur uns aufgefallen ist, dass die Kommunikation nicht rund läuft. Es prallen Welten aufeinander und es kann sein, dass die Beiden einfach den Ausgang gesucht haben. Ich muss beide Optionen als möglich akzeptieren – don´t worry, be happy!

Die Geschichte wird ihren Lauf nehmen, dieses Kapitel aber ist erst einmal geschlossen. Gerald und Ulrike reisen ab, GIOIA wird, so wurde erzählt, irgendwann an Land gestellt werden. Bis 2025 also!

Am darauffolgenden Morgen, wechseln Hans-Peter und ich erstmal auf die ELOWYN. Die Ersatzteilbestellung für die LIBERTÈ ist abgeschlossen, die Anfragen für die Überarbeitung des Riggs abgesetzt. Bevor wir mit dem Schleifen beginnen, wollen wir das gröbste Projekt auf dem blauen Riesen anpacken – die Reparatur der sogenannten Mooring-Winch.

Anfangs sind wir guter Dinge, wir richten uns das Werkzeug im Cockpit sauber her, Arbeitsplatzordnung ist das halbe Geschäft – dies sollte sich später jedoch ändern…

Das Werkzeug im Schatten des Cockpits – einzelne Werkzeuge tragen wir nach vorne zur Segellast
Im Prinzip kommt man gut ran, die Arbeitshaltung ist etwas mühselig, es ist warm wie in der Sauna
Auf Deck dagegen wird man gegrillt – wir wechseln uns ab, auch ich kann im Kasten arbeiten

Ich hatte ja schon im Winter versucht, die Trommel der versenkbaren Deckswinsch von der Spindel zu bekommen – keine Chance! Der Plan war daher, das Ganze von unten anzugehen, alles zu zerlegen und das schadhafte Teil nach unten herauszuziehen – auf der Werkbank hat man dann andere Handhabe und kann alle Problemstellungen lösen. Soweit der Plan…

Leider wich die Praxis deutlich ab! Was ich als Arbeit für einen Tag angesetzt hatte, mauserte sich zu einem Vier-Tage Marathon – nur für das Zerlegen!

Das begann schon damit, dass wir uns Werkzeuge zurechtschleifen mussten.

Ich kaufe einen Satz billiger Inbusschlüssel – ich brauche einen kurzen 5er Inbus…
…den richte ich mit Hilfe meiner Akkuflex auf NESSAJA her – bei einer Tasse Kaffee, versteht sich von selbst

Nach einer Weile gelingt es uns, den kräftigen Antriebsmotor vom Getriebe zu trennen und die Schrauben, die das Getriebe mit dem Tunnel verbinden, zu lösen und herauszudrehen.

Leider ist das Getriebe in einem bemitleidenswerten Zustand, der Lack fliegt aufgrund fortgeschrittener Korossion davon, mit ihm das Typenschild. Macht aber nichts, es war ohnehin nicht mehr lesbar.

Der Motor ist ab, die Schrauben des Tunnelflansches ebenso

Leider fällt das Getriebe nicht „einfach auseinander“ wie ich es mir vorgestellt habe. Wir klopfen die Einheit mit einem Kantholz nach unten – ich sehe uns kurz vor dem erfolgreichen Abschluss unseres Tagwerkes, doch dann…

…steht die Trommel an einem Absatz im Tunnel an – nichts geht mehr. Der scheinbar geniale Plan scheitert, es wird klar, irgendwo müssen wir die Verbindung Trommel – Spindel – Getriebe trennen. Wenn nötig mit Gewalt!

In dieser Position bleibt sie hängen – nichts geht mehr, Schluss für heute

Wie so oft in diesem Monat gilt – don´t worry, be happy. Ich kläre die Situation mit Volker, er gibt grünes Licht für den Ausbau, egal wie. Morgen gehen wir wieder ran.

Um den Zustand HAPPY zu erreichen braucht es was zu essen, wir beschließen, auf NESSAJA den Grill anzuheizen.

Salat und Chicken-Souvlaki

Sibylle hatte eingekauft und einen Salat vorbereitet, ich kümmere mich um die Spieße, die auf unserem Cobb Grill brutzeln. Zusammen mit Hans-Peter genießen wir das Dinner und zwei, drei Dosen Bier.

Für den nächsten Tag habe ich eine grandiose Idee – wir werden die komplette Spindel aus dem Getriebe herauspressen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das von unten gehen muss, es sieht aus, als ob die Spindelwelle in eine Hohlachse gesteckt wäre. Das wäre toll, so könnten wir das Problem gut lösen.

Die silberne Welle in der Mitte soll nach oben herausgedrückt werden – respektive das Getriebe nach unten abgezogen werden

Von vorne herein war klar, dass wir das nicht schaffen würden, indem wir mit Kristinas rosa-geblümten Hämmerchen auf die Welle dengeln – ein Abzieher muss her!

Wie? Ihr könnte euch kein rosa-geblümtes Hämmerchen vorstellen? Ihr glaubt mir nicht???

Für den Spaß bei der Arbeit 😉

Ich rufe Giorgos an und er bietet an, dass ich sofort kommen solle um das Ding abzuholen, er sei gerade in der Werkstatt.

Wir fahren gemeinsam nach Kamara und holen das begehrte Tool – an dieser Stelle öffnet sich ein Neben-Handlungsstrang…

Wir fahren mit dem Ford Ranger kurz Offroad

Unweit von Kamara befindet sich eine riesige, moderne Lagerhalle. Dort können auch Autos und Boote abgestellt werden. Ulrich von der SOLEIL BLEU hatte mich gebeten, mal kurz nach seinem Opel „Karl“ zu sehen wenn ich wieder in Kamara sei.

Der Kleinwagen sei dort über den Sommer abgestellt und ich möge bitte kurz checken, ob das Team der Arbeiter den kleinen Flitzer auch eingepackt hat und die Batterie abgeklemmt wurde. Klar! Machen wir! Doch leider heute ohne Erfolg, der Betrieb war geschlossen, keine Menschenseele zu sehen. Na, dann ein Andermal, wir kommen ja wieder her…

Ich mache es kurz – ich kam am selben Abend noch einmal mit Sibylle und dem Motorrad hierher, um den Abzieher zurück zu bringen. Die Welle hat sich auch mit größtmöglicher Kraft nicht einen Millimeter bewegt – alles darüber hinaus wäre ein Risiko für das Getriebe gewesen. Wir brechen unverrichteter Dinge ab.

Auch am Spätnachmittag war die Lagerhalle verschlossen und niemand da. Der Tag war somit insgesamt wenig erfolgreich. Na was soll´s – don´t worry, be happy! Morgen ist auch noch ein Tag!

Der Tag, an dem wir mittelschweres Geschütz auffahren – ab heute wird zerstörerisch demontiert…

Mit dem „Fein“ schneiden wir die festgefressene, weil schräg angelaufene, Plastikmutter in kleine Stücke
Erst eins…
…dann zwei, dann drei, dann vier…

Tatsächlich wechseln wir uns ab, auch ich werkle in der engen und heißen Lücke, es sieht kleiner aus als es in Wirklichkeit ist. Man konnte ganz gut arbeiten und so „sägten“ wir uns Stück für Stück dem Erfolg näher – dachten wir…

Es war hundertfach der gleiche Prozess, ein oder zwei Schnitte mit dem „Fein“, dann mit Hammer und Meißel die Stücke ausbrechen. Ziel war, diese verfitzmaldeite Plastikmutter restlos zu entfernen.

…dann viele
Weg ist die kaputte Spindelmutter – aber nichts rührt sich

Bis zum Abend hatten wir es geschafft! Die Mutter war restlos entfernt, aber leider rührte sich immer noch nichts. Wir waren ratlos und verzweifelt, irgendwie wäre eine Art „Explosionszeichnung“ hilfreich gewesen, so hätten wir vestehen können, was sich da noch verbirgt.

Heute wissen wir, dass all unsere Mühen sinnlos waren. Die Trommel hat nach unten einen relativ langen „Hals“, das erkennt man auch auf dem Bild, dieses Aluminiumteil hat sich wohl mit der Edelstahlspindel auf einer großen Fläche per Korrosion verbunden. Leider wussten wir das noch nicht, aufgeben war keine Option.

Am nächsten Tag machen wir weiter, aber für heute reicht es, wir haben uns unser Dinner mehr als verdient – Volker schreibt per WhatsApp, dass er eine Runde Giros im „SouVLakki“ ausgibt, da lassen wir uns nicht zweimal bitten.

Zu dritt lassen wir es uns im Grillpalast gut gehen

Danach, soviel war klar, runden wir den Abend bei „Repapis“ ab, so vergisst man die Schinderei des Tages.

Zwei Kügelchen und ein Espresso – das kommt gut…
…auch Sibylle genießt, Merlin schmachtet sie derweil an – die Eiswaffel ist sein Objekt der Begierde

Am nächsten Morgen starten Hans-Peter und ich einen neuen Versuch. Wir wissen stillschweigend, dass dies unsere letzte Option sein wird, unser letzter Trumpf.

Wir haben besprochen, dass wir der verbackenen Einheit einmal „richtig einheizen“. Dafür kaufe ich mir extra einen Gasbrenner, den wollte ich schon lange haben. Wir stellen Wasser bereit, um im Falle eines Falles löschen zu können – dann halte ich die 900°C heiße Flamme auf die korrodierte Verbindung…

Es brutzelt die letzten Plastikreste weg

Während ich von unten, unter Einwirkung der Hitze, versuche die Oxidationsablagerungen zu lösen, übt Hans-Peter von oben „sanfte Gewalt“ aus – mittels eines extra angeschafften 1kg Hammers! Doch leider auch diesmal – ohne Erfolg!

Alles gibt nach, alles verformt sich, alles geht kaputt – aber die Welle rührt sich keinen Millimeter

Ich kapituliere! Wir haben genug Kleinholz gemacht, wir haben unsere Möglichkeiten ausgeschöpft. Wir haben jetzt drei volle Tage lang versucht, diese Spindel von der Trommel zu trennen – im Schiff! Alles jedoch ohne Erfolg, das Trum hängt immer noch da wie an Tag 1.

Es gibt nur eine Lösung – die ist offensichtlich

Unsere Versuche bis hierhin waren Volkers Börserl geschuldet. Wir wollten vollumfänglich reparieren und dabei Geld sparen. Wir wissen, dass so eine komplette Winsch etwa 8.000.-€ kostet – viel Geld – auch in ELOWYNs Kategorie.

Ich weiß wie ich es löse! Die Idee schlummert schon seit zwei Tagen in meinem Kopf – ich habe mit meinem Plan aber bisher hinter dem Berg gehalten. Jetzt muss es raus – „…wir schneiden die Spindel ab – Flex raus, tschengpeng, ab ist das Getriebe!“

Hans-Peter schaut mich an wie ein Auto – ich höre was er denkt. „Ach Du meiner Treu, will er das wirklich? Oder macht er Spaß?“ Nein mein Freund, es ist kein Spaß! Ich muss aber wissen, ob es die Spindel als Ersatzteil gibt, auch muss ich Volker informieren.

Wir klarieren die Baustelle auf ELOWYN und legen das Projekt auf Eis. Ich informiere Volker per Mail und schreibe eine Anfrage an den Hersteller – ich erkläre den Sachstand, zeige das Problem auf und frage Ersatzteile und eine neue Winsch als Alternative an.

Dann verlassen wir ELOWYN und wenden uns LIBERTÉ zu…

Wir gehen ihr an den Kragen, besser gesagt an den Bauch, an den Rumpf um genau zu sein. Das Antifouling und alle weiteren Anstriche müssen runter! Hans-Peter ist bestens vorbereitet, packt sein Handwerkszeug und dann kann es losgehen!

Auf LIBERTÈ ist alles im Eimer – uuups, das dürft ihr jetzt aber nicht falsch verstehen

Unsere Baustelle ist gut sortiert, wir haben Paletten um Teile und Werkzeug abzustellen, die Nachbarschiffe spenden ein wenig Schatten und mit dem Pick-Up sind wir schnell mobil, zudem können wir nachts die wertvollen Werkzeuge wegräumen – so kann man schaffen!

Genug Platz, genug Schatten und meist ein leichtes Lüftchen – man kann schlechter Arbeiten

Mein saarländischer Freund hat ein Zaubermittel gekauft – einen Abbeizer, mit dem das Antfouling wie eine alte Tapete vom Rumpf fällt – so zumindest vor unserem geistigen Auge. Genau das wollen wir heute am Ruder einmal ausprobieren.

Das Blaue soll weg – idealer Weise fallen sogar ALLE Anstriche wie von selbst ab

Hans-Peter geht mit saarländischer Unaufgeregtheit an die Sache ran. Geduldig pinselt er das Ruder mit der bräunlichen Melasse ein – dann müssen wir eine halbe Stunde warten.

Jetzt nur noch abspülen…

OK, geht halbgut

Tatsächlich geht das einigermaßen gut. Der Haken an der Sache, man müsste viel Wasser verwenden, dies würde für eine Riesensauerei am Boden sorgen – vom Umweltgedanken einmal ganz abgesehen.

Wir erkennen ebenfalls rasch, dass sich hier an diesem Platz, der Einsatz eines Hochdruckreinigers von selbst verbietet. Wir nehmen rasch Abstand von diesem Gedanken.

Wir realisieren aber, dass das Antifouling sich besser abkratzen lässt, wenn es vorher mit dem Abbeizer behandelt wurde. Dieser Schritt kristallisiert sich also als der erste Arbeitsschritt heraus – Abbeizer auftragen, einwirken lassen und dann mit der Abziehklinge von Hand abziehen. Daraus folgt automatisch Schritt zwei – den ganzen Rumpf mit der handgeführten Maschine abschleifen, wie geil! Don´t worry, be happy 😉

Weil wir wissen, dass wir hier viele Stunden verbringen werden, richten wir uns eine Pause- respektive Brotzeitecke ein. Ein Tisch war bereits da, Hans-Peter kann am Waschhaus zwei Klappstühle ergattern und ich beschaffe für die Prinzessin einen Thron.

Neu gekauft, für Sibylle ist mir nix zu teuer

Der Stuhlkauf war lustig – ich prüfe aufgrund meines Gewichtes ja immer, wie stabil ein Stuhl ist – dies gilt gerade bei diesen billigen Plastikstühlen.

Der Verkäufer hatte eine gewisse Auswahl – so zwischen 10.-€ und 25.-€ – ich gehe also die ausgestellte Reihe ab, drücke auf jeden Stuhl einmal fest drauf und sehe nach, ob er irgendwo nachgibt oder weich ist.

Auf einmal – kraaaaak! Der Verkäufer schaut mich an, ich schaue den Verkäufer an… Ich sage nur, „…den nehme ich!“ Super!

Na egal, Sibylle wird er aushalten, wir weihen unsere neue Sitzecke ein – heute wird gegrillt!

Gemütlich hier – jeder bringt was mit
Der Cobb muss ran, dafür haben wir ihn gekauft
Sibylle macht einen großen Salat, sein Fleisch und Getränke kauft jeder selber
Später gesellt sich Emanuel von der RUKIPE zu uns

Emanuel ist ein neues Gesicht. Er ist alleine hier auf seiner Jeanneau 35 RUKIPE, die bei uns am F-Ponton liegt. Wenn ihr den Namen des Schiffes rückwärts lest, dann wird klar, wie die Gesinnung des Skippers ist – Emanuel ist philosophisch, er ist ist pensionierter Lehrer und bezeichnet sich selber als Künstler – und er ist nett. Philosophen scheinen insgesamt bereichernd zu sein, ich denke dabei an meine Tochter oder an Garfield, beide haben Phasen meines Lebens geprägt – jetzt also Emanuel.

Wir hatten ein bisschen Anlaufprobleme, weil auch er natürlich ab und an Schwierigkeiten mit seinem Schiff hat. Gebe ich, selbstverständlich nur auf Nachfrage, einen Rat oder äußere meine Meinung, dann habe ich aber immer den Eindruck, als ob er genau das Gegenteil machen würde. Es kann nicht sein, was nicht sein darf (Christian Morgenstern, dt. Lyriker).

Wir haben Spaß mit dem Schwaben der, als er Sibylles Salat sah, fragte „…und wer kommt noch?“ um dann die letzte Schaufel aus der Schüssel zu holen, begleitet von dem Kommentar „…Hunger ist es nicht, aber es wär schad´ drum!“ Er wird noch das ein- oder andermal an unseren Runden teilnehmen…

Währenddessen liegt die EDINA noch an der Stadtmauer. Der Generator läuft wieder, aber nicht zuverlässig. Es ist nicht der bereits reparierte Motor der Zicken macht, nein, es ist die Einspritzpumpe, die immer wieder für Unbill sorgt. Ed beschließt, dass er die Pumpe ausbauen lässt und dann nach Hause fliegt – EDINA kommt an Land!

Ich komme gerade dazu – Zeit sich von Ed zu verabschieden, er wird unmittelbar nach dem Kranen abreisen

Heute geht es mit Hans-Peters Unterwasserschiff weiter. Wir haben die richtige Arbeitsmethodik noch nicht gefunden. Der Saarländer reißt sein Werkzeug aus dem Wagen, der „Fein“ wird als Schleifmaschine getestet (zu klein) und zudem kommt eine Poliermaschine, welche auch zum Schleifen verwendet werden kann, zum Einsatz (zu wenig effizient).

Erst das Blaue weg, dann Rot, Schwarz und Grau – Leopardenmuster sind en vogue

Während der Eigner das blaue Antifouling mit dem Abbeizer einstreicht, sich dabei die Armbeuge verätzt und dann den Rotz vom Rumpf kratzt, nehme ich die schleifende Poliermaschine und brummle damit über das Ruderblatt.

Der erste Schritt

Ich schleife das Ruder ab, wir bohren Löcher und lassen das Wasser ablaufen. Das Ruderblatt ist beschädigt. Es hat leichte Osmose, einen Riss auf der Oberseite und mehrere Reparaturstellen unterschiedlicher Qualität.

Wir werden es retten können, soviel ist klar, aber es wird Mühe machen. Wir müssen obendrein exakt feststellen, wie weit das Wasser im Inneren des Ruderblattes schon zerstörerisch wirken konnte.

Ein Andermal! Sibylle und ich müssen weg, wir sollen zu einer Testfahrt mit dem FLIPPER nach Xirokampos kommen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen!

Links der FLIPPER

FLIPPER ist ein Boston Whaler mit einem 70PS Zweitakt Evinrude. Er gehört Susannes Tochter Sophie und sie findet, dass so ein Fahrzeug bewegt werden muss. Dem kann ich nur zustimmen!

Der Anhänger wurde inzwischen repariert, der Flipper bekam eine neue Batterie und wurde geslippt. Jetzt soll er im Wasser bleiben und genutzt werden, gerne auch durch uns – zum Beispiel wenn im August Sibylles Sohn Florian mit Familie zu Besuch kommt. Das klingt gut, also machen wir eine Einweisung mit anschließender Testfahrt!

Langsam brummeln wir aus dem Ankerfeld
Aber dann geht´s ab

Ich muss an früher denken, an meine Bertinetti Cigalla mit ihrem Traummotor. Ich liebe dieses Geräusch – rängdängdängdäng – und gut gehen tun sie allemal, die Zweitakter 😉

Als wir zu Susannes Haus fuhren, haben wir ein uns bekanntes Boot in der Bucht gesehen – er ist wieder da! Nein, nicht der, Philipp ist mit seiner AMAÉ wieder da!!!

HR 352 AMAÉ – zurück nach einer Weltumsegelung

Philipp und Kristel sind ein junges schweizer Paar. Wir haben die Beiden im ersten Jahr unseres #Lebens 2.0 kennen gelernt. Sie hatten da gerade die Hallberg-Rassy 352 gekauft und diese in der Leros Marina für die Reise ihres Lebens hergerichtet. Klar, dass wir uns einige Male getroffen haben, uns ausgetauscht und gefachsimpelt haben. Der Unterschied nur – sie haben es dann gemacht! Einfach abgelegt und bis Neuseeland gesegelt.

Von da aus ist die AMAÉ auf einem Frachter zurück nach Europa gereist und ist jetzt von Genua aus nach Leros zurückgekehrt.

Wir fahren vorbei, winken Philipp zu und verabreden uns für einen der nächsten Abende.

Wir bringen FLIPPER zurück an den Anlegesteg und verabschieden uns von Susanne und Sophie, bis heute Abend, da würden wir gemeinsam eine neue Taverne besuchen und testen.

Sibylle und ich beschließen am Heimweg, dass wir uns ein Eis gönnen!

Eis am Nachmittag – selten aber lecker

Während wir bei „Repapis“ sitzen, schellt mein Telefon. Eine Nachricht von Ed – er möchte wissen, ob seine EDINA sauber aufgepallt wurde und sicher an Land steht. Ob ich wohl ein Foto…?

Klar, mach ich gerne!

Wie ELOWYN steht auch EDINA nun bis September an Land

Viel Zeit bleibt nicht mehr, macht aber nichts, denn auch Sibylle muss sich diesmal nicht „frisch machen“ – denn wir sind am Merikia Strand zum Baden verabredet, gleich anschließend wollen wir, wie bereits erwähnt, das neue Lokal direkt am Strand austesten.

Gesagt, getan – auf zum Merikia Beach…

Schattenplatz für´s Mopped

Ich bemerke Seltsames – meine hintere Bremse an der GS funktioniert nicht mehr. Sie hatte ab und an etwas gezickt, aber jetzt geht gar nichts mehr.

Ich werde das später bei Loukas ansehen lassen, er wechselt die Bremsflüssigkeit, entlüftet das System, auf Dauer aber erfolglos. Ich nehme es vorweg, ich werde ein paar Tage später einen neuen Bremszylinder bestellen, Sibylle wird ihn aus Deutschland mitbringen – derweil muss die Vorderbremse reichen.

Aber jetzt erstmal baden…

Pepe hat seinen Spaß mit uns – und wir mit ihm

Ich bin kein Fan des Merikia Strandes. Er hat nach fünf bis sechs Metern so komische Steinplatten im Wasser, man weiß nicht, soll man drüberklettern oder drüberschwimmen. Irgendwie nervt mich das.

Aber diesmal war es nett, zumal wir ja unmittelbar vor der Taverne beim Schwimmen waren. So konnten wir abgefrischt an unseren, reservierten, Tisch gehen.

Das „Serza“ ist ein neues Lokal

Wir haben schon von anderen Seglern gehört, dass das „Serza“ tolle Gerichte anbieten würde. Das Ambiente passt, man könne es empfehlen.

Dieser Meinung schließen wir uns vollumfänglich an! Wir haben nahezu alle Meze probiert, die der Wirt anbietet, alles war ausnahmslos gut bis sehr gut. Der Service war wirklich prima. Die 4,9 aus Google Maps ist verdient und gerechtfertigt.

Wir bleiben dran, ich werde berichten, ob diese Taverne auch auf die lange Bank dieses Qualitätslevel halten kann – dort waren wir nicht zum letzten Mal!

Eines sei aber als Nachteil erwähnt, wir hatten an unserem Tisch, nahe am Garten, eine Menge Wespen die sich auf unser Essen stürzten, das war unangenehm.

Spaghetti mit Tuna, Lemongras und Knoblauch – waren sehr gut

Der Folgetag ist ein Sonntag, Sibylle und ich nehmen einen Tag von den Fremdbaustellen frei um uns um NESSAJA zu kümmern – ich habe einfach Lust, mal wieder etwas an unserem Zuhause zu arbeiten.

Nach dem Frühstück gehen wir baden und dann sehen wir bei Hans-Peter vorbei. Nichts zu sehen von unserem saarländischen Freund – nur Merlin hält Wache! Naja, nicht schlimm, er weiß wo er uns findet und dass wir heute auf NESSAJA werkeln.

Hallo Merlin

Die Idee ist, dass wir heute gemeinsam das Bett zerlegen, auf meiner Seite die Wasserleitung für den externen Druckwasseranschluss verlegen und danach alles wieder aufräumen. Das geht zu zweit besser, zudem will Sibylle mal „in den Ecken porentief sauber machen“ – nicht zuletzt deshalb beginnen wir mit diesem Arbeitsposten, denn in ein paar Tagen schon wird meine Gattin nach Deutschland abreisen.

Potztausend, was da alles unter dem Bett verstaut ist – Sibylle ist übermächtigt von der Menge der auszuräumenden Teile. Die Matratze verschwindet schonmal im Salon…

Wir machen Platz um die Ersatzteile ablegen zu können
Das alles muss raus – ich brauche kein Foto, denn ich liebe „Tetris“ und habe einen Stauplan
Ging recht schnell, jetzt noch die Ersatzschläuche raus – dann kann es losgehen

Nachdem wir den Zugriff zu den Ecken und Winkel freigelegt hatten, durfte Sibylle loslegen. Staub wurde gewischt, Wasserspuren in Richtung Bilge beseitigt. Es wurde die Gelegenheit genutzt, ein wenig Schimmel aus den Ecken zu popeln und diese Bereiche chemisch zu behandeln.

Porentiefe Reinigung – auch in den Ecken und Kanten

Alles wurde gründlich geputzt und gesaugt, dann war ich wieder am Zug. Es musste nun die 15mm starke Whale Kunststoffleitung entlang der anderen Leitungen verlegt werden. Ich hoffte, dass die vorhandenen Schottdurchbrüche ausreichend groß waren, um noch eine weitere Leitung aufnehmen zu können.

Ungefähr vier Meter Leitung waren zu verlegen
Die ersten drei Meter sind geschafft

Die Leitung musste über die gesamte Länge des Bettes und durch meinen Stauraum am Kopfende geführt werden. Diesen musste ich zuerst komplett ausräumen, erst dann hatte ich Zugang zum Außenwasseranschluss, genauer zur Anschlussdose, das Anschlussventil musste ich ebenfalls in diesem Zug einbauen – jetzt, als ersten Schritt.

Barbapapaarbeiten – wie ich das liebe! Aber „Flexman“ passt in jede Lücke
Anschlussventil mit Whale WX15 Anschlussleitung

Man kommt da echt schlecht ran, hoffentlich ist alles dicht! Ich will es vorwegnehmen, war es nicht! Doch dazu später mehr…

Soweit, so gut! Wir gönnen uns ein Päuschen und eine Tasse Kaffee. Ich muss mich durchlüften. Es muss aber gesagt werden, dass das Arbeitsklima so schlecht nicht war, wir hatten nämlich die Klimaanlage im Schlafzimmer laufen und konnten so bei angenehmen Temperaturen schaffen.

Trotzdem war der Kaffee mehr als verdient!

Kaffeepause, danach geht es weiter

Nach der kurzen Verschnaufpause machen wir den Anschluss am anderen Ende fertig, indem wir die Whale Leitung mit dem bereits verbauten 3-Wege Hahn verbinden. Geschafft, einen Zulauf haben wir schonmal, den Rest des Systems mache ich später, das ist ein Job für mich alleine.

Wir räumen alles wieder auf und sind zufrieden. So haben wir uns das heute vorgestellt.

Weil ich gerade in Schwung bin, hisse ich noch eine neue Gastlandflagge, diesen Respekt sind wir unseren Gastgebern schuldig. Die Alte hat der stetige und kräftige Meltemi förmlich „aufgefressen“!

Höchste Zeit – eine neue Gastlandflagge kommt unter die Steuerbordsaling

Abends gehen wir zusammen mit der schweizer Fraktion zum Dinner. Es gilt Roland zu verabschieden, er hat eine Operation vor sich und muss hierfür in die Schweiz. Ein Routineeingriff, wenn alles klappt sehen wir uns im November wieder. Für sein „Abschiedsessen“ wählt er die Pizzeria „La Nostra“.

Zu uns gesellen sich Christa und Rinaldo von der AEGEAN BLUE sowie Hans-Peter und Merlin.

Als Rinaldo auf die Pizzeria zuläuft, erkenne ich schon von Weitem, dass auch er dem „Blanc du Nil“ Fieber verfallen ist. Neben Sibylles Bruder und unseren Freunden Nader und Christine aus Erding, kennen wir so viele Segler die diese weiße Leinenkleidung tragen – unweigerlich muss ich dabei immer an Julia und Hajo denken, die Beiden haben wir leider aus den Augen verloren.

Muss man als Segler haben

Sibylle will mir das immer einreden – „…Du die haben bis 5XL, das könntest Du auch immer anziehen wenn wir abends fortgehen!“ Hm, ok, aber wie oft gehen wir abends fort? Und gehen aus dem Leinenzeugs auch Motorölflecken wieder raus? Ich weiß nicht…

Mal sehen! 😉

Am nächsten Morgen geht es richtig zur Sache! Hans-Peter und ich haben uns in die Augen gesehen und uns eingestanden, dass das Leopardenmuster an LIBERTÈs Rumpf zwar sexy aussieht, aber aufgrund der unbekannten Verträglichkeit mit seinen neuen Anstrichen eher abgemacht werden sollte.

Als wir über den Kauf einer neuen Exzenterschleifmaschine nachdenken, kommt Roland hinzu und bietet uns seine an. Super! Nehmen wir gerne an! Trotzdem kaufen wir eine baugleiche Zweite und können fortan gemeinsam dem dicken Rumpf der Bavaria zu Leibe rücken.

So muss das aussehen! Ich schleife rechts…
Hans-Peter schleift links – wir nehmen alle Anstriche bis auf´s Gelcoat herunter und bauen danach neu auf

Die Arbeit ist anstrengend, schweißtreibend, kräftezehrend. Wir merken es jeden Tag mehr, dass die Maschinen, welche wir von Hand führen, ein gewisses Gewicht haben und dass auch der Anpressdruck den wir ausüben müssen nicht ohne ist.

Abends essen wir meistens zusammen, nicht so heute – denn heute ist der Tag, an dem wir mit Philipp von der AMAÈ verabredet sind. Wir treffen uns in Xirokampos, wo er immer noch vor Anker liegt, auf ein gemeinsames Dinner im „Porto Nicola“. Der Tag war bewusst gewählt, denn Sibylle wollte teilhaben – aber morgen schon wird sie nach Deutschland fliegen.

Es wird ein langer, aber sehr kurzweiliger Abend

Ich denke ihr könnt euch vorstellen, was man einen Abend lang mit einem Freund bespricht, der gerade von einer Weltumsegelung zurück gekommen ist. Er berichtet in hehren Worten, zeigt bunte, beeindruckende Bilder. Wir kleben an seinen Lippen und fragen viel.

Gerade Sibylle löchert den Eidgenossen mit ihren Fragen, ich merke natürlich, dass sie alle ihre Negativpunkte abfrägt. Philipp weiß das nicht oder ahnt es nur ansatzweise, er antwortet ehrlich und die Antworten sind, zu unserer beider Überraschung, allesamt positiv! Klar, es gibt die üblichen, allgemein bekannten Einschränkungen, aber am Ende keinen Grund es nicht zu tun.

Sibylle wirkt nachdenklich, ich bin sicher, dass es Tage gibt an denen sie weiß, dass sie mit ihren Bedenken den letztmöglichen Peak unseres Lebens kappt, die Phase auf die ich 30 Jahre lang hingelebt habe. Hat das Auswirkungen? Ich weiß es nicht…

Spät am Abend lösen wir die illustere Runde auf. Philipp geht auf seine geliebte Hallberg-Rassy, mit der er in ein paar Tagen in die Marina kommen wird. Wir dagegen ziehen uns auf unsere NESSAJA zurück, wir schlafen ein, wortlos, heute gibt es nichts mehr zu besprechen, jeder hängt seinen Gedanken nach.

Beepbeep, beepbeep, beepbeep – ich hasse den verfitzmaledeiten Wecker! Besonders dann, wenn er um 03.00 Uhr klingelt! Sibylle steht auf und richtet sich zusammen, ich folge ihr ein paar Minuten später. Um 03.30 Uhr laden wir ihre Tasche in Hans-Peters Ford Ranger, ich fahre sie zum Fährterminal. Die Fähre läuft schon ein, als wir am Parkplatz ankommen.

Wir parken gerade den Pick-Up, schon lässt die Fähre den Anker fallen
Sibylle ist verschlafen, ich auch
Es dauert einen Moment bis der riesige Zubringer am Kai festgemacht hat…
…dann ist er bereit zum Einsteigen

Wir verabschieden uns kurz, dann steigt meine Gattin zu. Sie verlässt Leros mitten im Sommer, wie immer gibt es auch dafür ein Dutzend Gründe, so dass jegliches Argument verpuffen würde bevor man es überhaupt geäußert hat.

Ich bin, offen gesagt, nicht begeistert. Der Sommer ist die Phase in der auf Leros die Feste sind, die Veranstaltungen. Das Meer lädt zum Bade und die Freunde sind auch wechselweise hier. Das Wetter ist stets stabil, ok, es ist sehr warm, aber es ist zuverlässiger Hochsommer. Wir sitzen in der Eisdiele und Grillen fast täglich. Es ist die Zeit, die wir gemeinsam genießen könnten – wer da nach Hause muss, weil es zu heiß ist, weil Sehnsüchte plagen, weil Arzttermine zu erfüllen sind…

…der ist vielleicht generell falsch aufgestellt. Ich persönlich vertrete auch den Standpunkt, dass die Abstände zwischen den Deutschlandaufenthalten immer kürzer werden, ich erinnere, wir sind erst am 16. Mai, also vor einem Monat, vom Heimatbesuch zurückgekehrt. Sibylle spielt dies als Zufall herunter, nun, wir werden sehen wo sich das hinentwickelt, in jedem Fall beeinflusst es mein Denken und meine Pläne.

Am Nachmittag schickt mir Sibylle die Bilder von ihrem Flug. Der Jet hat Leros überflogen und sie konnte ein paar nette Aufnahmen machen. Sie ist gut angekommen und wird erst im August zurückkehren.

Leros von oben
Sibylle auf dem Weg nach München

Ich fahre zurück auf NESSAJA, es beginnt die Monatshälfte, in der ich auf mich alleine gestellt bin. Ich muss mich umorganisieren, das dauert immer ein bisschen.

Ich erinnere, es ist ungefähr 04.30 Uhr, ich überlege gerade, ob ich mich noch einmal hinlegen soll. Nur noch schnell den Laptop auf den Salontisch stellen, dort soll er für die nächsten zwei Wochen stets greifbar sein. Dafür muss ich einen Kabelbinder aufschneiden…

Ihr ahnt was kommt, schlaftrunken greife ich zur High-End „Fiskars“ Haushaltsschere, setze diese an und… rutsche ab! Autschn!

Gut, wenn man ganz superscharfe Scheren hat

Mein Mittelfinger rutscht zwischen die beiden Scherenklingen und bevor der Widerstand des Fleisches die schwerkraftbedingte Abwärtsbewegung bremst, schneidet sich die eine Schneide tief durch die Epidermis meines ersten Fingergliedes.

Ich bin sowas gewohnt und normaler Weise ficht mich das nicht an – hier aber war ich einen Moment aufgeregt – das Blut rann aus dem 1cm langen Schnitt, anders als sonst, ließ sich der Blutfluss nicht durch festes Zudrücken stoppen, zumindest solange, bis man ein Pflaster geklebt hat.

Im zweiten Versuch haut es hin

Ich dachte schon, dass ich Hans-Peter wecken muss – entweder um mich zu verarzten, oder um mich zum Nähen zu fahren. Im zweiten Versuch bekomme ich es aber hin, ein Pflaster zu kleben und den Blutfluss zu stoppen – die Nacht war natürlich jetzt vorbei…

Was tun? Ruhe bewahren und Kaffee trinken!

Das bekomme ich auch einhändig hin

Ich besinne mich des selbstklebenden Verbandes, den Ina uns geschenkt hat. Ich bin 57 Jahre durchs Leben gekommen, musste im Laufe dieser Jahre viele Cuts und Wunden wegstecken, hatte aber von dieser genialen Erfindung noch nie gehört – ein Verband, der auch am Finger zumindest ein paar Stunden sicher hält!

Für die kommenden Tage gehört es zur morgendlichen Routine die Schutzverbände für meine Wunden anzulegen, so halten auch die Pflaster.

Beide Mittelfinger – na toll

Dass ich zum Zurechtschneiden der schmalen Verbandstreifen wieder die fiese „Fiskars“ Schere verwenden muss, ist sicher ein Streich des Schicksals.

Der Tag hat ja gerade erst angefangen – waidwund schlurfe ich zu Hans-Peter. Der Saarländer hat scheinbar Energiesemmeln mit Ovomaltine gefrühstückt, denn er ist schon am Kratzen. Der untere Bereich des Rumpfes obliegt ihm, denn ich wage es nicht, mich auf das Brett zu platzieren – obwohl, gemütlich sieht es schon aus! SO arbeitet man heute – Wellnessarbeit…

Relaxtes Arbeiten – ich gebe ihm ab und an einen Stups um zu verhindern, dass er einnickt

Ich habe den Eindruck, dass es ihm gelegen kommt, dass ich heute Hilfe bei einem meiner Projekte an ELOWYN brauche. Er lässt die Ziehklinge fallen und wir gehen gemeinsam zum blauen Riesen, der aufgepallt an Land steht – heute machen wir der Spindel den Garaus, die Teile müssen endlich raus!

Und das geht diesmal wirklich gut, deutlich schneller als erwartet!

Nach einer Stunde liegen die beiden Teile an Deck

Hans-Peter ist der Bedenkenträger von uns beiden, er ist zudem unsere Stimme der Vernunft – er mahnt Löschvorbereitungen an. Ok, ich willige ein. Wir stellen einen Wassereimer bereit und hängen die Vorpiek mit feuchten Tüchern aus. Dies soll verhindern, dass die kleinen Funken welche beim flexen entstehen, das Schiff anzünden.

Tatsächlich haben wir die 50mm V4A Spindel mit der kleinen Flex durchtrennen können, der Scheibendurchmesser war gerade groß genug, ich musste aber von drei Seiten reinschneiden.

Die letzten 2mm konnte ich das Getriebe „abnackeln“ und so auch kontrolliert halten und an Deck legen. Die Trommel mit dem festgefressenen Wellenteil ließ sich dann mühelos nach oben aus dem Tunnel schieben.

Wir verlassen ELOWYN, nehmen die Teile mit und bauen sie wie Trophäen auf…

Das linke Teil ist Schrott, da ist nichts mehr zu retten, das rechte Teil ist das Getriebe, dies soll wiederverwendet werden…
…dafür muss der abgeschnittene Wellenstumpf entfernt werden

Ich kontaktiere Giorgos, denn hier brauche ich seine Hilfe. Er reagiert sofort und weist mich an, sofort zu ihm zu kommen.

Das trifft sich gut! Ich gebe die Teile ab, er verspricht mir baldmöglichst Bescheid zu geben. Wenn ich schonmal da bin, kann ich auch gleich die Einspritzpumpe von Eds EDINA bezahlen, darum hat mich der Wahlberliner gebeten.

Die Pumpe ist repariert, eine Feder war gebrochen – eingebaut wird sie im September

Vermutlich liegt es auf der Hand, dass der Hersteller der Deckswinch positiv auf meine Teileanfrage reagiert hat, ich hätte die Spindel sonst nicht so leichtfertig durchtrennt.

Eine Mitarbeiterin der Herstellerfirma, Chiara, bot erstklassigen Service und eine tolle Kundenkommunikation – dafür hatte ich mich sogar dazu entschieden auf Italienisch mit ihr zu kommunizieren! Natürlich hat Google dabei geholfen, aber der Zweck heiligt die Mittel!

Wir bekommen das begehrte Ersatzteil, welches als Kit angeboten wird.

Kostet lässige 2.500.-€

Klar, viel Geld – aber im Vergleich zu den rund 7.500.-€ die eine neue Winsch laut Angebot gekostet hätte, ist das vergleichsweise günstig. Das Getriebe kostet als Ersatzteil rund einen Tausender, den wollen wir sparen.

Ich bitte Giorgos, das Getriebe, wenn möglich, nicht zu zerlegen. Ich hatte bis dato nicht abgeklärt, ob es Ersatzteile dafür gibt.

Wir verabschieden uns und fahren noch einmal zu der Lagerhalle um nach Karl dem Opel zu sehen – und siehe da, es war offen! Doch was sag´ ich nun???

Ich lüge und riskiere hierfür ein paar meiner Karmapunkte…

Ein Foto mache ich nur von den Reifen – völlig sinnbefreit

Ich kam mir blöd vor. Hätte ich sagen sollen, „…hallo, ich bin der Mario und komme um zu kontrollieren ob ihr den Karl auch gut behandelt!“

Nein, keine Option – ich sehe mit einem Blick, dass der kleine Flitzer gut geparkt ist, er ist abgedeckt, die Haube kann ich später dem Besitzer beschreiben. Ob allerdings die Batterie abgeklemmt ist, hätte ich erfragen müssen – unter der Haube kann man die Türen nicht öffnen.

Ich berichte dem Besitzer und appelliere an sein Vetrauen in die Griechen. Lassen wir es darauf ankommen!

Danach fahren wir zurück Richtung Marina – heute haben wir nicht hart gerackert und doch viel geschafft. Hans-Peter will am Weg noch einkaufen, das trifft sich gut, auch ich muss auf den „Strohwitwerleben-Modus“ umstellen und meine Schubladen füllen…

Alles was man(n) so braucht

Genug für heute – mein Freund aus dem Saarland kocht heute an Bord, zudem muss er noch eine Runde mit Merlin gehen. Für mich, soviel ist klar, gibt es an Tag 1 von Sibylles Abwesenheit nur eine Adresse für´s Dinner 😉

„SouVLakki“ – I love it
Die Sonne geht langsam hinter den Hügeln unter, die Temperaturen werden angenehm
Heute speise ich alleine

Am nächsten Morgen treffe ich Hans-Peter wieder – ich melde mich gehorsamst zum Einsatz auf der Baustelle LIBERTÈ. Ich habe auch eine Idee in petto was ich heute machen könnte – ich säge Fenster in das Ruder!

Schockschwerenot, WAS machst Du? Ich säge Fenster in das Ruder! Das muss so, denn wir müssen den Zustand des Füllschaums und den Feuchtigkeitsgrad innen bestimmen – erst dann können wir beurteilen, welche Maßnahmen zur Rettung des rund 5.000.-€ teuren Ruderblattes ergriffen werden müssen.

Hans-Peter hat eine technische Zeichnung des Ruders, das hilft immens…
…wir übertragen die Bemaßung und legen die Ausschnitte fest
Dann heißt es – ran an die Flex
Kurze Zeit später haben wir unser eigenes „Windows“

Erfreulicher Weise zeigt sich, dass die Schäden nicht so gravierend sind wie befürchtet. Der Füllschaum ist nur an zwei Stellen zerfressen, insgesamt ist er weitgehend trocken.

Das bedeutet, dass wir das Ruder wohl eine Woche in der Sonne liegen lassen werden, so kann es innerlich komplett austrocknen. Dann werden wir die Lücken im Schaum schließen und die Ausschnitte wieder einkleben. Danach entfernen wir alle alten Reparaturstellen, um im Anschluss daran das Ruderblatt neu zu laminieren und mit Epoxidharz instand zu setzen – danach erfährt es die gleiche Behandlung wie der Rumpf.

Ach ja, der Rumpf – was macht der eigentlich???

Langsam geht es voran

Inzwischen haben wir eine gute Arbeitsaufteilung – Hans-Peter kratzt das blaue Antifouling nach dem Einlassen mit dem Abbeizer ab. Das macht nur er, denn wir haben nur eine Abziehklinge nebst Staubsauger. Ich hingegen schleife mit dem Exzenterschleifer alles was danach rot, schwarz und grau ist – von oben nach unten, soweit wie man sich bücken kann.

Der untere Bereich des Rumpfes obliegt dann wieder Hans-Peter, diesen Bereich macht er im Liegen. So teilt sich die Arbeit gut auf, wir sind uns nicht im Weg und jeder weiß was er zu tun hat.

So vergeht der Tag – und die folgenden auch! Am Abend essen wir meist zusammen, gerne heizen wir den Grill an und sehen dabei zu, dass wir uns nicht mehr Arbeit machen als nötig. So kam es auch, dass wir uns eine Lage Pappteller gegönnt haben, der Abwasch fällt so geringer aus.

Wir machen es uns nett, jeder bringt seines mit – Emanuel kommt auch
Der Ausblick von unserem Speiseplatz ist akzeptabel
Wir sorgen täglich für eine gewisse Baustellenordnung

Zum Einkaufen gehen wir meist zusammen, wir fahren fast jeden Tag eine Runde durch den Ort. Meist sind es Getränke, denn wir kübeln zur Zeit richtig was weg, klar, wir schwitzen den ganzen Tag, die Temperaturen fordern ihren Tribut!

Andermal brauchen wir Werkzeuge oder Ersatzteile, oder wir kaufen beim Metzger das Grillgut. Hier passiert es mir, dass ich nur noch 7,50€ in der Tasche habe – ich mache es mir einfach und lege das Geld auf den Tresen. Dafür Souvlaki Kotopoulo bitte…

Äh, ok – ich bekomme 840gr und akzeptiere die Challenge
Salate, Brot und Chicken Souvlaki – das Leben kann so einfach, so schön sein
Klar, dass es ein Bierchen dazu gibt – irgendwie erinnert mich das alles an früher

Just in dem Augenblick als wir futtern, geht der heute angekommene Nachbar duschen – an Bord des an Land stehenden Schiffes. Das ist nicht nett!

Das Duschwasser prasselt nach unten, bildet aber auf seinem eigenen Schlauchboot eine Pfütze – Glück gehabt

Lang wird der Nachbar nicht bleiben, erfahren wir – er sei extra angereist um dem Austausch seines Bootsmotors beizuwohnen. Der Arbeitsbeginn für morgen sei ihm schriftlich zugesagt worden.

Bei einer Rücksprache mit der Marinaleitung wurde ihm aber mitgeteilt, dass dies nicht so ist. Der Motor wird nicht jetzt eingebaut – es gab wohl einen Disput, welchen uns der Angelsachse aber nicht näher erläutert hat. Jedenfalls ist der Mann zwei Tage nach seiner Ankunft wieder nach Hause geflogen.

Dass am Tag darauf die Mechaniker mit der Arbeit begonnen haben, ist wohl eher ein Zufall…

Plopp – ich denke noch darüber nach, als mich eine Nachricht von Giorgos aus den Gedanken reißt! Er hat die Achse draußen, ich könne bestellen – ach und die zwei Lager und die beiden Dichtringe für´s Getriebe soll ich auch gleich mitbestellen!

WAAAAAS? Nein, bitte nicht! Doch…

Giorgos freut sich – alles zerlegt, alles gut
NEIN – ich weiß nicht ob es die Lager und die Dichtringe einzeln gibt

Frust! Ich mag Giorgos so gerne und schätze seine Arbeit als hochprofessionell – aber manchmal verselbstständigt er sich. Eine Nachricht hätte genügt…

Und es kam wie es kommen musste! Die Nachfrage beim Hersteller ergab, dass die Teile nicht einzeln verfügbar sind, man böte uns das komplette Getriebe für reduzierte 825.-€ plus VAT an. Na super!

Don´t worry, be happy – es gelingt diesmal nicht vollumfänglich, ich bin ein wenig angesäuert, nehme aber den einfachsten Lösungsweg. Ich schreibe Giorgos, dass ich die Teile nicht bekomme, er möge sie bitte beschaffen. Naja, die Antwort kommt prompt – er sieht keine Probleme die Lager und die Dichtringe in Athen zu bekommen, er kümmere sich darum.

Perfekt! Ich bestelle später am Tag den Reparaturkit und wir legen dieses Projekt an ELOWYN erstmal auf Eis – es geht weiter, wenn die Teile angekommen sind und das Getriebe repariert ist.

Für den nächsten Morgen bin ich mit Marietta verabredet – wir wollen Werbeschildchen für „The-Leros-Way“ aufhängen. Ich stelle den Wecker, denn wir treffen uns frühmorgens – es herrscht Südwind, es ist heiß und schwül.

Acht solcher Schilder hänger wir auf – an jedem Steg eines

Nach getaner Arbeit zieht die quirlige Lerianerin von dannen und ruft mir, während sie in ihr Auto steigt noch zu, dass es heute Abend Kotopita (ihr erinnert euch) in ihrer Taverne „Μπακάλικο με τσίπουρο“ gibt – ich solle vorbeikommen, ich sei eingeladen!

„Danke!“ rufe ich ihr nach – aber sie hört es nicht mehr, sie braust davon…

Ich bin verschwitzt und will noch eine zweite Tasse Kaffee, ich gehe zurück auf NESSAJA.

Puh, Ventilator an, T-Shirt zum trocknen hängen

Danach gehe ich zu Hans-Peter, melde mich zum Dienst und greife nach dem Exzenterschleifer – ich arbeite mit dem von Roland ausgeliehenen Modell. Er schleift, er quietscht, er dreht sich langsamer, er exzentert nicht mehr – Ende Gelände, ich habe das Ding geliefert!

Schreck lass´ nach! Hans-Peter eilt herbei um sich ein Bild von dem Schaden zu machen – er beginnt, die nun scheinbar verlorenen 50.-€, welche mit Roland als Entschädigungssumme bei Totalverlust vereinbart wurden, zu bejammern.

So schnell gebe ich nicht auf! Ich weihe meinen Freund in meinen Plan ein – „…wir öffnen das Ding und sehen nach ob etwas zu reparieren ist!“

Der Patient liegt auf dem OP-Tisch – wir öffnen das Gehäuse

Im Inneren kann ich keine Fehler feststellen. Die Kohlen des Elektromotors sehen noch gut aus, alles dreht sich frei. Die Exzentermechanik liegt außerhalb.

Ich reinige das Gerät ein wenig und baue es wieder zusammen. Im nächsten Schritt sehen wir uns den Exzenter an…

Fehler gefunden – das Lager ist gefressen

Hier liegt der Fehler im Verborgenen – das kleine Lager ist gefressen.

„Ach Du großer Gott…“

Hans-Peter hat Bedenken, dass man dieses Lager auf Leros bekommt. Ich bin anderer Meinung, denn ich weiß, dass unser Panos in Sachen Lager recht gut sortiert ist – und siehe da, er hat exakt dieses Lager, sogar vom führenden deutschen Hersteller SKF, im Regal liegen.

Perfekt – ich baue das Gerät wieder zusammen und weiter geht´s mit der Schleifarbeit…

Tut wieder

Was die Arbeit an den Schiffen angeht, bin ich etwas forscher als mein saarländischer Freund. Umgekehrt bin ich ausgeprägt defensiv, fast schon ein Faulpelz, was all die Rundumarbeiten betrifft – hier entlastet mich Sibylle in unserem normalen Alltag. Zur Zeit optimiere ich meinen Haushalt wo es geht, komme so meist um das Kochen und das Abspülen herum.

Hier hat Hans-Peter alle Trümpfe in der Hand. Er liebt das Kochen, die Hausarbeit macht ihm, obwohl er an Land steht und erschwerte Bedingungen hat, nicht viel aus – er ist da echt hart im Nehmen – Chapeau!

So kommt es, dass er mich heute zum Essen einlädt – ich nehme gerne an, die Einladung von Marietta habe ich eher für so eine „wenn Du Zeit hast“ Aussage gehalten. Es spricht somit nichts dagegen, dass ich zusammen mit meinem Freund auf dessen LIBERTÉ dinniere.

Ich bin pünktlich – Merlin erwartet mich schon
Natürlich findet der Terrier seinen Platz bei uns
Es gibt Tagliatelle mit Thunfisch-Sahne Sosse

Während des Essens schreibt mir Marietta und fragt nach, wo ich denn bliebe. Sie erklärt mir, dass sie extra „ein bisschen“ Chickenpie für mich aufgehoben hat.

Ich gestehe ihr die Situation und sie bietet an, dass ich den Chickenpie am nächsten Tag abholen könne. Ok, so machen wir das – ein sehr gerne genommenes Angebot!

Am nächsten Morgen, nach vier Tagen gemeinsamen Schleifens, haben Hans-Peter und ich eine Patt-Situation erreicht. Ich habe ihn eingeholt, er muss erst wieder etwas Antifouling abkratzen, bevor ich weiter Schleifen kann – wir vereinbaren, dass wir einen Tag getrennt arbeiten, er kratzt den Bauch von LIBERTÉ und ich poliere den Propeller von ELOWYN!

Um nicht etliche Male zu Fuß durch die ganze Marina marschieren zu müssen, mache ich Sibylles „Breezy“ als Shuttle klar – ich packe mein Werkzeug in den Rucksack und fahre zum aufgebockten Riesen.

Strom für das Ladegerät ist da, die Akkuflex ist das Werkzeug der Wahl
Auf die Akkuflex kommt die Messing Topfbürste

Ich wusste, dass die Akkus die ich besitze, nicht für das lange Schleifen geeignet sind. Ich habe daher gleich das Ladegerät und den Zweitakku mitgenommen. So gewappnet lege ich los und rücke den Muschelrückständen am „Max-Prop“ zu Leibe.

Geht ganz gut
Auch die Nabe reinige ich – Hans-Peter hatte unter Wasser den Pitch auf 15 gesetzt…
…welche Leistung das war, wird mir klar, als ich mich an Land mühen muss die Steigung einzustellen – wir entscheiden uns final für 17

Ich mache dieses Setup während die Akkus das erste Mal laden, dann aber merke ich schnell, dass das Nachladen sehr viel länger dauert, als ich diese Stromspeicher beim arbeiten leere – ich entscheide mich für die kabelgebundene Variante.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Ich stehe zu Akkugeräten wie zu Elektroaustos – alles vorteilhaft – in einem bestimmten Korridor! Beides nicht geeignet, um die scheinbar aus der Mode gekommene Alternative vollumfänglich zu ersetzen.

Es erscheint möglich, dass der Strom der meine Kabelflex antreibt, aus einem Kohle- oder gar Atomkraftwerk kommt – die Leistung die sie zur Verfügung stellt ist aber ungleich höher als die der akkubetriebenen Profiausführung. Na egal, die Arbeit war so jedenfalls rasch erledigt.

Jetzt geht was
Finale Einstellung – wir ziehen das 17er Setup den 18,5 vor
Der teure Propeller hat relativ starke galvanische Korrosion, oder es sind Kavitationsmarken, muss ich mal behirnen

Ich sehe mir den Zustand des Propellers an, wirklich gut ist dieser nicht. Der Vierflügler hat viele kleine Narben, dieser Sache muss ich auf den Grund gehen.

Dabei sehe ich mir auch die Opferanoden an und bemerke, dass die an der Propellerwelle fehlt, die des Propellers ist stark angegriffen.

Propelleranode – leider nicht auf Lager
Die Anode der 50mm Welle kann ich beschaffen und anbringen

So, der Job bezüglich des Propellers ist erledigt. Ich räume mein Werkzeug zusammen und stelle den Strom auf ELOWYN ab. Ich muss mal bei Volker anrufen, um mit ihm abzustimmen, was wir bezüglich der Propelleranode machen – diese konnte ich in der Chandlery nicht bekommen.

Der Freund meldet sich umgehend und dirigiert mich durch die Tiefen seiner Lagerort auf dem blauen Riesen – kopfüber hänge ich in diversen Kisten und Kästen und siehe da, da haben wir noch eine…

Die werde ich das nächste Mal auch noch anbringen

Weil wir gerade am Austausch waren und das Thema „Opferanoden“ tagesaktuell war, haben wir auch gleich noch die anderen Anoden auf Verschleiß geprüft – bis auf zwei kleine Kielkühleranoden waren alle anderen ok.

Sieht noch gut aus – im November kommt ELOWYN abermals an Land

Am Rückweg fahre ich geradezu in die Arme des Marinachefs. Ich stoppe, wir begrüßen uns herzlich. Ich hatte mich sofort nach unserer Rückkehr aus Kreta bei ihm „zurückgemeldet“, für den vergangenen Samstag hatten wir ein lockeres Beisammensitzen bei einem Bierchen verabredet. Leider hatte er mich versetzt und sich danach auch nicht gemeldet.

„Yassou Nico, ti kanis, kala?“ frage ich ihn – wie geht es, alles gut? Er erwiedert, dass alles gut sei und entschuldigt sich, ohne dass ich nachgefragt hätte, für den vermasselten Termin. Wir bleiben unverbindlich – ich informiere, dass ich ja jetzt stetig hier bin, flexibel sei und Zeit hätte. Ich warte auf seine Meldung. Er entgegnet freundlich, dass er sich bestimmt bald melden würde.

Zum 23. des Monats hatten wir noch nicht gesprochen – mal sehen, ob noch etwas kommt. Sibylle, meine kleine Bedenkenträgerin, vermutet ja schon lange, dass unser Plan nicht umgesetzt wird. Mal sehen, ob sie Recht behält…

Zum Dinner fahre ich zu Marietta, ich freue mich auf die versprochene Kotopita und möchte mir einen Salat dazu bestellen – doch es kommt ganz anders!

Das mit dem Salat klappt noch…

Als ich auf die zugesagte Kotopita zu sprechen komme, schüttelt meine Lieblings-Marietta energisch den Kopf! Die bekomme ich nicht! Wo würde ich hindenken! Das sei schließlich kein Abendessen und außerdem hätte sie die schon eingepackt, damit ich sie mitnehmen kann – für morgen!

Jetzt soll ich mir „was Gscheid´s“ bestellen. Ok, was willst da sagen?

Ich labe mich an Chicken a la Creme mit Reis

Ich bleibe nicht lang, alleine ist es langweilig. Als ich gehe, gibt sie mir eine Tüte in die Hand – vollgepackt mit Transportbehältern und bestimmt 1kg Kotopita. Ok, das ist eine Ansage – vielen Dank!!!

Am Rückweg zu NESSAJA komme ich bei Hans-Peter vorbei, ich erzähle von meinem „Kotopita-Deal“. Wir erkennen den nutzbaren Effekt und beschließen, dass wir am Folgetag den Cobb einheizen und den Chickenpie darauf wärmen. Ein gemeinsames Dinner nach der Arbeit – er bringt den Salat, ich die Kotopita…

Der nächste Morgen beginnt verwirrend. Hans-Peter hatte an seiner LIBERTÉ zu schleifen, ich wollte an ELOWYN ein neues Projekt starten – irgendetwas stimmt mit den Batterien nicht. Als ich gerade am Weg zu Volkers blauen Riesen war, fängt mich Jens ab und begrüßt mich herzlich.

Ihr erinnert euch? Jens ist der Eigner der NANA, dem Boot, auf dem ich im Winter die meisten Arbeitsstunden abgeleistet habe. Er kommt zum Punkt und meint, dass eine Solarzelle nicht liefert, ich solle mir das mal ansehen. Nun stehe ich zwar im Sommer nicht in den Diensten der Marina, aber ich sehe mich verantwortlich – daher sage ich zu, wir machen das aber offiziell. Dafür verschiebe ich auf morgen, für jetzt sofort war mir das zu überfallartig.

Ich tausche also meinen Arbeitsplan – der heutige Samstag wird zum „NESSAJA-Sonntag“ und die Arbeit an ELOWYN mache ich morgen, am echten Sonntag, nachdem ich auf NANA war – genial…

Ich packe das Werkzeug auf NESSAJA aus

Manchmal muss man sich einfach aufrappeln – so mache ich das heute. Ich packe eine eigentlich kleine und simple Arbeit an, wohl wissend, dass mich irgendwas sicher ärgern wird – ich schließe meinen Außenwasser-Dreiwegehahn an die Wasserversorgung des Schiffes an.

Dafür muss ich einmal die Tanks samt Druckwasserpumpe vom System abklemmen und dann auf meinen Dreiwegehahn führen, zudem muss ich danach eine Leitung vom Dreiwegehahn zum heutigen Anschlussknoten der Wasserversorgung legen.

Das kann man sich vielleicht schwer vorstellen, aber eigentlich sind es nur zwei neue, etwa 1m lange Leitungen, die verlegt und angeschlossen werden müssen – aber der Teufel steckt im Detail.

Der Gummiring ist verdrückt – undicht

Alle Parameter sprechen gegen mich – erstens, man kommt schlecht hin, alles ist generell schlecht zugänglich, zudem durch andere Bauteile und Leitungen verbaut. Darüber hinaus, sind noch die alten Whale Steckverbindungen mit Sicherungsring und -kappe verbaut, diese sind umständlicher zu öffnen. Zu allem Überfluss ist das Zeug natürlich 20 Jahre alt, nicht alle Teile sind im Topzustand – so auch die Gummiringe eines T-Stücks an dem ich arbeite.

Nachdem ich erstmal begonnen hatte, ging die Arbeit flott von der Hand. Ich war nach rund zwei Stunden soweit, dass ich die Anlage einmal unter Druck setzen konnte. Also Druckwasserpumpe auf „on“ – ich gehe zum Motorraum, es spritzt aus dem am wenigsten zugänglichen T-Stück.

Ich renne vor, rumple dabei an unseren neu platzierten Mülleimer, die Gangwege habe ich noch nicht verinnerlicht. Der Mülleimer hat eine Beule, mein Zeh schmerzt, derweil spritzt das Wasser – Pumpe „off“, uff!

Ich feile an der Leitung, runde Kanten ab, nehme etwas Gleitmittel zum Einbau – hundertfach gemacht. Neuer Versuch, das gleiche Spiel! Noch eine Runde, wieder spritzt es aus dem T-Stück! Ich gebe auf und baue das Trum aus – den Fehler seht ihr oben im Bild. Ich nehme an, dass der Gummiring einfach nicht mehr geschmeidig war.

Ich tausche das T-Stück aus – alles dicht! Warum nicht gleich so…

Sonst alles gut – nun, nicht ganz!

Schaut mal genau hin…
…genau – ein Tropfen der fällt

Ich war leicht angesäuert – der Anschluss war neu, nie benutzt, warum tropft er? Ich hatte vertraut und gehofft, dass alles passen wird, denn die Stelle an der dieser Hahn verbaut ist, ist nicht so ohne Weiteres zugänglich.

Und jetzt tropft es ausgerechnet da! Ich besinne mich ob des Monatsmottos – don´t worry, be happy…

Zum Glück kommt mir auch noch ein weiterer Gedanke – was wäre, wenn die eine Verschraubung welche werksseitig angebracht wurde, nicht dicht wäre? Diese hatte ich nicht überprüft. Und tatsächlich, ich schaffe es, mich so zu strecken, dass ich mit dem großen Schraubenschlüssel bis zur Anschlussmutter komme – diese ist locker und ich kann sie fast eine Umdrehung festziehen! Das Tropfen endet, der Anschluss ist dicht!

Ich mache nochmal einen kompletten Systemcheck, Druckwasser aus den Tanks – dicht! Druckwasser von außen mit einem direkten Schlauchanschluss an die Wasserversorgung – auch dicht!

Passt! Ich bin zufrieden…

Dreiwegehahn mit neuer Verteilung – alles klar? Nein? Macht nix – ich bin froh, dass ich das nicht unserem Ex-Käufer erklären muss

Warum das alles? Nun, vielleicht erinnert ihr euch an den frühen Ausfall meiner neuen Druckwasserpumpe und die sehr aufwändige Reparatur. Der Druckschalter dieser Pumpen ist ein anfälliges Teil, es wäre nicht auszuschließen, dass dieser wieder einmal kaputt geht, wenn er weiter so stark beansprucht wird – hier zollt die Waschmaschine und die Tatsache, dass wir 365 Tage des Jahres auf dem Schiff leben, ihren Tribut.

Um das Teil zu schonen und auch das häufige Auffüllen der Tanks, besonders im Winter, zu reduzieren und somit für mehr Komfort zu sorgen, schließen wir NESSAJA ab jetzt im Hafen direkt an die Wasserversorgung der Marina an. Somit bleibt die Druckwasserpumpe aus und das Wasser kommt aus dem Hahn, so wie ihr es von zuhause gewohnt seid.

Mein Tagwerk war geschafft – ich packe den Cobb, die Kotopita und zwei Bier und mache mich auf den Weg zu Hans-Peter. Dabei fällt mir auf wie schön das Leben ist…

Die Sonne versinkt bald hinter den Hügeln von Lakki

NESSAJA liegt stolz an ihrem Platz F16 – es gibt diese Momente in denen mir sonnenklar ist und ich auch aktiv daran denke, dass dieses Schiff seit 03/2021, seit mehr als drei Jahren, mein Zuhause ist.

Alles in Butter auf´m Kutter

Ich bin zufrieden, ich bin glücklich und ich gehe endlich weiter zu meinem saarländischen Freund, er wartet schon! Wir bauen unsere „Dinnerecke“ auf und legen los…

Roter Pfeil – diese Boxen sind voll mit dem leckeren Chickenpie von Marietta…
…den wir am Grill einfach aufwärmen
Dazu Karottensalat aus Hans-Peters Gourmetküche
Gefällt uns! So kann der Abend ausklingen
Merlin – immer dabei

Wenn ihr euch fragt, wie Hans-Peter das eigentlich mit Merlin löst solange er an Land steht – es ist tatsächlich so, dass er ihn jedes Mal wenn er nach oben oder unten geht, auf den Arm nimmt und über die Leiter trägt. Nur am Nachmittag bleibt der Terrier oben – solange wir eben arbeiten. Oben ist es luftiger und angenehmer für ihn.

Der Saarländer ist ohnehin hart im Nehmen, die wenigsten von euch können es sich vorstellen was es heißt, über Wochen und Monate am Boot auf dem Hardstand zu leben. Kein Abwasser, keine funktionierende Toilette, keine Kühlung durch das Seewasser, der erschwerte Zugang…

Es ist mühselig!

Der Tag klingt aus, wir trinken unsere zwei Bierchen, dann sacken wir erschöpft ins Bett.

Am kommenden Sonntagmorgen stehe ich zeitig auf. Ich will meine zwei Tassen Kaffee in aller Ruhe genießen, dann starte ich langsam in den Tag. Heute bedeutet das, dass ich um 09.00 Uhr auf NANA eintreffe, um mir vom Eigner die Fehlfunktion zeigen zu lassen.

Es ist brutheiß im Inneren des Schiffes, ich schwitze, der Schweiß rinnt mir in die Augen – trotzdem sehe ich mir das System genau an. Ja, was soll ich sagen, Jens hat Recht!

Status grün – aber keine Ladung

Ich bin irritiert – ich messe über 16V am Eingang der Solarzelle, das könnte passen, es ist noch früh am Morgen. ABER – an den Batterien messe ich auch 16V! Das wäre alarmierend – ich werde stutzig und messe an der Batterie direkt – 16V!

Da stimmt was nicht! Wir verwenden Jens´ Voltmeter und siehe da, jetzt sind es rund 13V die im System zur Verfügung stehen – es scheint, als wäre mein Messgerät kaputt. Kann das sein?

Ich gehe nochmals alle Anschlusspunkte durch, verschiebe die Fehlersuche dann aber auf einen der Folgetage. Ich muss das behirnen, meine damaligen Bilder dazu ansehen. Zudem wird Jens morgen abreisen, genug Zeit also die Lösung in Ruhe zu suchen.

Ich gehe zurück auf NESSAJA, der Messfehler meines Voltmeters lässt mich nicht in Ruhe – ich prüfe nach…

Tatsächlich – 3V zuviel! Ich entsorge das Gerät sofort

Ach Du liebe Zeit! Das Adrenalin schießt mir durch die Adern – wie spät ist es??? Es ist schon 11.00 Uhr, zum Donnerwetter, ich hatte um 10.00 Uhr eine Verabredung mit meiner Tochter zum Videocall, natürlich habe ich diese, über all die Termine und Nickeligkeiten, schlichtweg vergessen.

Ich checke mein Mail – na super, sie schrieb, dass ich einen Link schicken soll. Mein Kalender? Ja, der Termin ist drin, aber warum hat er mich nicht mit einem Ton erinnert? Scheiß Technik…

Zu spät, genau versäumt

Ich schreibe ihr sofort zurück und entschuldige mich – aber leider geht sich heute kein Telefonat mehr aus, sie hat am Nachmittag schon was vor. Das ärgert mich, ich zahle einen hohen Preis für meine Absicht zu helfen – ich hätte gerne noch einmal mit ihr telefoniert bevor sie das Baby bekommt.

Was soll´s – don´t worry, be happy! So wird sie mir bei unserem nächsten Telefonat eben Enkelchen #7, den kleinen Timo, vorstellen. Ich drücke die Daumen!

Um den Tag mit etwas Sinn anzufüllen, wasche ich Wäsche, bestelle noch Druckerpatronen und kann, bedingt durch die Zeit am Computer, die Wäsche auch gleich noch aufhängen.

Wenn ich von ELOWYN zurückkomme ist sie trocken

Jetzt aber los, ab zu ELOWYN – ein Punkt auf meiner Liste ist eine Fehlfunktion der Batterien, dies gilt es zu prüfen. Ich nehme also meinen Batterie-Belastungstester mit und lege die komplette Service-Batteriebank frei. Immerhin sind das sechs richtige Kaventsmänner die zunächst abgeklemmt und dann einzeln gemessen werden müssen.

Doch die Messung ergibt nichts Auffälliges, alle Batterien scheinen, auch unter Last, fehlerfrei zu sein.

Erst alles freilegen, dann abklemmen
13.10V bis 13,25V – auch das ist ok. Die CCA Werte waren alle deutlich über Minumum

Die Solaranlage liefert, trotzdem ist der Fehler eindeutig erkennbar – das Philippi Display zeigt nämlich einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtkapazität grau an. Die Bedienungsanleitung verrät, dass das ein „nicht nutzbarer“ Teil der Kapazität ist, da das System einen Fehler erkannt haben will.

Bei den Verbrauchern ist fast die Hälfte nicht nutzbar

Ok, ich will das glauben – trotzdem würde ich das System gerne einem Reset unterziehen. Dafür muss ich erstmal die Solarzellen ausschalten, denn die Batterien zeigen ja 100% an, ich will mindestens 30% entladen! Wenn das erledigt ist, dann kann ich mit dem Ladegerät einmal einen vollen Ladezyklus durchlaufen – wenn dieser fehlerfrei durchläuft, dann erfolgt der Systemreset automatisch vier Minuten nach Ende des Ladezyklus.

Solarmodule aus – jetzt die Batterien entladen
Das T-Shirt wie wenn ich damit gebadet hätte, an den Armen rinnt mir der Schweiß runter

Soweit der Plan, das mache ich aber morgen! Ich bin schweißgebadet, denn auch im Innenraum der blauen Polin hat es ein Temperaturniveau wie in einer Wellnesssauna. Ich setze mich an den Cockpittisch, lasse mich von der leichten Brise etwas durchlüften und schreibe Volker an um zu fragen, welchen starken Verbraucher ich an Land laufen lassen kann – das ist nämlich nicht so einfach, weil fast alle Aggregate auf ELOWYN wassergekühlt sind. Ich sperre zu, erwarte seine Antwort und gehe zurück auf NESSAJA.

Dabei fällt mir etwas auf – eine Erklärung für die schweißtreibende Luftfeuchtigkeit???

Findet den Fehler

Ich will helfen – es ist Mitte Juli, Hochsommer! Schaut euch die Flaggen an, sie wehen aus der falschen Richtung! Wir haben tatsächlich immer wieder, besonders gegen Abend, manchmal auch einen ganzen Tag, Phasen in denen der Wind aus südlichen Richtungen kommt. Das ist ungewöhnlich, denn um diese Jahreszeit kann man stetigen, tagelangen, oft kräftigen Meltemi aus NW erwarten.

Temperaturen um 30°C, manchmal auch mehr, hat man im Hochsommer in Südeuropa zu akzeptieren. Viele sind deswegen hier (ich), viele andere – und es werden stetig mehr – machen aus demselben Grund Sommerpause in kühleren Gefilden (Sibylle). Das alles ist mit Meltemi gut auszuhalten, der Nordwind bringt etwas eine kühlende Brise und trockene Luft.

Mit dem Südwind haben wir höhere Luftfeuchtigkeit und wärmere Temperaturen, tagsüber so zwischen 35°C und 40°C, der Wind hat weniger Kühleffekt.

36°C innen, fast 35°C außen – im Schatten! Heute normale Luftfeuchtigkeit, das ist häufig anders

Die Menschen klagen dann meist über fehlende Nachtruhe – ich dagegen bin froh unsere Klimaanlage zu haben. Sie läuft zur Zeit jede Nacht – zwar auf reduziertem Betrieb, aber doch durchgängig. Weder Sibylle noch ich möchte dieses Gerät mehr missen – die Anschaffung war ein Gamechanger.

Noch als Standgerät – die Integration ins Mobiliar ist ein eigenes Projekt

Der Sonntag neigt sich dem Ende zu, ich habe noch ein wenig Zeit. Dies deshalb, weil wir zur Zeit eher später zum Essen gehen, da es meist erst ab 20.00 Uhr angenehm lau wird.

Ich nutze diese ein, zwei Stunden, um am Blog zu schreiben – für mich bedeutet das, Zeit für mich zu haben, Zeit zum „runterkommen“, unverplante Zeit. Ich genieße das! Zudem wird der Blogbericht dann rechtzeitig fertig…

Gestern und heute verschmelzen

Da heute die Woche auch kalendarisch endet, hat Hans-Peter einen Besuch im „SouVLakki“ ausgerufen – man höre und staune! Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen – ab geht´s zum Grill meines Vertrauens…

Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein
Goldgelb leuchtet der Gerstensaft im mit Tau beschlagenem Glas
Ich gönne mir einmal „wie immer“, dazu ein großes Bier

Es muss nicht erwähnt werden, dass zum Abschluss einer guten und durchaus erfolgreichen Woche, auch der Besuch des Speiseeistempels der Familie „Repapis“ gehört. Auf das Zählen unnützer Kalorien verzichten wir – und gönnen uns lässige drei Kugeln!

Drei Kügelchen, wer kann da schon nein sagen?

Habe ich nicht erwähnt, warum die Woche durchaus als erfolgreich bezeichnet werden darf? Mach ich doch gerne…

Zum Einen, weil mein schriftlicher Nachdruck mit Fristsetzung endlich Wirkung gezeigt hat! Ich habe nach drei!!! Monaten Hickhack endlich die benötigten Reparatur- und Erweiterungsteile für meine Eberspächer Heizung erhalten. Ich nehme an, dass dies der letzte Geschäftsvorgang mit der Firma Klepsch war, jetzt bin ich aber froh, die Teile erstmal zu haben.

Sieht nach nix aus – bedeutet aber mindestens drei bis vier Tage Arbeit! Ein Projekt für den Oktober

Darüber hinaus haben wir an Hans-Peters LIBERTÈ ganz schön was gerissen. Den Motor zerlegt, den Saildrive ebenso, die Ruderlager ausgebaut und das Rigg zum Legen des Mastes vorbereitet. Wir haben alle Teile bestellt und das stehende Gut angefragt. Auch die Terminanfrage zum Legen des Mastes läuft.

Das war aber nicht alles! Die Hauptarbeit war auch die große Drecksarbeit – wir haben bisher rund drei Viertel des alten Anstriches bis auf´s Gelcoat entfernt…

Unsere tägliche Baustelle
Es hat sich was getan
Hier muss Hans-Peter noch kratzen…
…und wo gekratzt ist, da darf Mario schleifen
Geht aber – zu zweit macht alles mehr Spaß

Wir rackern gemeinsam und machen gemeinsam Pause, wir rocken den Job, ganz im Sinne des Sprichwortes „geteiltes Leid ist halbes Leid“!

Wir leiden, fluchen und schwitzen zusammen – und wir haben zusammen Spaß und motivieren einander!

Ich denke in Planquadraten – mein Tagwerk
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen
Irgendwann ist es geschafft – Zeit zum Baden

Wir arbeiten meist von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, dann gehen wir mit Merlin baden. Manchmal höre ich etwas früher auf, um am Computer Anfragen abzusetzen. Mein saarländischer Freund kratzt dann noch ein bisschen weiter am Bauch seines Dickschiffes.

Wo er heute kratzt, kann ich morgen schleifen

Ja, man kann wirklich sagen – wir sind gut im Rennen, wir waren bisher erfolgreich!

Dass wir auch zusammen futtern und Bier trinken, habe ich schon erwähnt – so auch heute. Köfte am Spieß standen auf dem Programm. Wir fahren nach getaner Arbeit zum Einkaufen, füllen unsere Vorräte und Hans-Peter zaubert einen Salat.

Ich hole derweil den Cobb, dann geht es los…

Geschafft, gute Laune macht sich breit – wir haben einen Bärenhunger
Neugierig? Köfte liegen drauf…
Schmeckt super – und dank Pappteller und Dosenbier absolut frei von Aufwand.

Nach dem Dinner trennen sich unsere Wege am heutigen Tag. Marietta hat einen Gitarristen eingeladen, um bei ihr in der Taverne für Stimmung zu sorgen.

Der junge Mann ist nicht aus Leros und spielt auch nicht die typische „Island Music“ der ostägäischen Inseln. Ich kenne den Musiker vom letzten Jahr und finde ihn gut. Marietta fragte neulich, ob ich denn kommen wolle – klar, ich sage sofort zu!

Leider hat Hans-Peter keine Lust und Philipp arbeitet bis in die Nacht an der weitgereisten AMAÈ, ich muss dennoch nicht alleine gehen – Rinaldo und Christa von der AEGEAN BLUE treffen sich mit mir auf einen Absacker.

Es war ein toller und kurzweiliger Abend!

Um 21.00 Uhr war noch nicht ganz voll
Der Musiker spielt leise Töne, völlig unaufgeregt – man könnte es griechische Balladen nennen
Später wird es voll, wir trinken Ouzo und Wein
Auch die Musik gewinnt an Dramaturgie, er animiert zum Duett – und Takis, Mariettas Mann, der kann das auch sehr gut
Auch die junge Dame aus dem Publikum gab sich keine Blöße – weit weg vom Karaokeklamauk, hier waren Menschen die singen konnten

Der nächste Morgen begann eher entspannt. Ich habe mir gemütlich meine zwei Tassen Kaffee gegönnt, nebenbei habe ich etwas Recherchearbeit erledigt. Freunde von uns, ihr erinnert euch vielleicht, der „kleine Mario“ und seine Göttergattin Eva von der SAGITTA, haben angerufen und ein Saildriveproblem geschildert. Ich möchte helfen und erkläre anhand der Explosionszeichnungen meinen Verdacht…

Technik zum morgendlichen Kaffee – der „Reverse Gear“ macht Kummer
Wir hoffen gemeinsam, dass es etwas anderes ist

Jetzt weiß ich bereits, dass die SAGITTA im Winter an Land kommt und diverse Arbeiten erhält. Es wäre also naheliegend, gleich an eine Saildrivereparatur zu denken – das tun wir auch, aber angesichts des Preises wird kollektiv beschlossen, das Problem erst einmal unter intensive Beobachtung zu stellen.

Wer weiß, vielleicht tut sich eine andere, nicht so kostspielige Fehleroption auf.

Ich gehe zu Hans-Peter und bin bereit in den Arbeitstag zu starten. Ach herrje, was ist denn da zugange? Der große Kran steht direkt an LIBERTÈ – es wird doch nicht schon der Mast gezogen werden? Nein, falscher Alarm, der Kran steht am Nachbarboot…

Alter Motor raus, neuer Motor rein

Ich schmunzle ich mich rein, hier ist wieder irgendwas gründlich schief gelaufen. Der Besitzer ist erst vor wenigen Tagen wieder abgereist, kurz nachdem er extra wegen des versprochenen Motorumbaus aus England angereist war, es wurde ihm gesagt, dass es nicht wie zugesagt hinhauen würde.

Jetzt, keine vier Tage später, ist der neue Motor an Ort und Stelle – ich wüsste zu gerne die Hintergründe dieser Aktion. Oder war es nur, dass man den Besitzer nicht die ganze Zeit auf der Baustelle wollte? Ich weiß es nicht…

Egal, wir müssen wieder an unsere eigene Baustelle denken, wir sind auf der Zielgeraden – noch zwei Tage schleifen!

Langsam geht uns die Kraft und die Energie aus…
…hilft aber nix, wir müssen wieder ran

In einer Pause fällt mir auf, dass mein Motorrad, wie schon gestern, mit den Bootsstützen zugestellt ist. Kann das Zufall sein? Will mich jemand ärgern?

Die Stützen werden mit dem Gabelstapler gefahren und geschoben, keiner achtet auf mein Mopped, aber dass eine Stütze quer über die anderen liegt ist kein Ergebnis der Gabelstaplerstapelei – ist es das Werk eines Schufts?

Meine „Ausfahrt“ ist versperrt
Gestern noch habe ich mir die Dinger so hingerückt, dass ich vorwärts rausfahren konnte

Na egal – don´t worry, be happy! Ich hole tief Luft, pumpe meinen Oberkörper auf und staple die Dinger selber so wie ich es brauche – ich bastle mir eine solide Ausfahrt! Mal schauen, wie lange es anhält.

Ich schleife noch mein heutiges Tagwerk weg, dann muss ich auf die ELOWYN. Ich habe inzwischen Antwort von Volker, der Kühlschrank im Cockpit ist luftgekühlt, den kann ich laufen lassen – und das möchte ich jetzt machen!

Am Weg komme ich an GIOIA vorbei, sie steht inzwischen an Land – Pause bis voraussichtlich 04/2025 – das ist lang.

Da steht sie nun und staubt ein

Ich erreiche ELOWYN und kraxle die beiden Leitern nach oben an Deck. Nach wie vor herrscht in dem blau lackiertem Rumpf eine SPA Atmosphäre – kaum betrete ich den Salon, läuft mir das Wasser aus dem Kopf und tropft ungebremst auf den Boden.

Puh, Schweißperlen stehen mir auf der Stirn – Sekunden nachdem ich das Schiff betreten habe…
…ich versaue den Boden und muss wischen – nix wie raus hier

Ich mache also hurtig und schalte den Cockpitkühlschrank ein. Dieser startet sofort und zieht knapp über 3A bei 24V – das sollte reichen, um bis morgen eine maßvolle Entleerung der Batterien zu erreichen.

Kühlschrank an…
…Stromverbrauch geht hoch – perfekt

Sofort verlasse ich den aufgebockten Riesen. Zum Durchlüften setze ich mich ein paar Minuten in das luftige Cockpit, da klingelt mein Telefon. Mein Sohn ist dran, er wolle mir nur rasch sagen, dass er in eine Leitungsfunktion befördert wurde. SUPER! Ich freue mich mit ihm, bin stolz und gratuliere – alles richtig gemacht! Man erntet was man sät…

Danach sperre ich das Schiff ab und beende mein Tagwerk für heute, mir reicht´s!

ELOWYN, kenne ich seit sie gebaut wurde – das Schicksal ist ein Eichhörnchen

Ich gehe auf NESSAJA, dusche mich und warte darauf, dass der große Zeiger sich zur 12 bewegt – ich bin im „SouVLakki“ zum Essen verabredet – Gabi und Gottfried sind wieder da! HARMONY hat gestern in Rufweite von mir festgemacht und wir haben sofort ein gemeinsames Dinner für heute vereinbart.

Bingbing, bingbing – eine Nachricht von Philipp! Ob ich Zeit hätte für ein Bier? Hm, im Prinzip schon, aber nur 40 Minuten! Die Antwort des weitgereisten Freundes – „…das reicht, ich komme!“

Er stiftet mir ein Bier aus Neuseeland – ich danke und genieße

Abermals quatschen wir über Gott und die Welt, ich erfahre viel über die Ideen und Pläne von Kristel und Philipp und freue mich darauf, alle zusammen im Oktober wieder in Leros zu sehen.

Philipp bleibt nur noch ein paar Tage, dann muss auch er wieder in die Schweiz und ein paar Franken verdienen.

Die Zeit drängt, es ist kurz vor 20.00 Uhr, ich muss los. Wir vereinbaren spontan ein Pizzaessen auf NESSAJA für den kommenden Donnerstag, also übermorgen. Dann knüpfen wir dort an wo wir jetzt aufgehört haben.

Ich schwinge mich auf meine GS und fahre nach Lakki – das mache ich übrigens recht langsam, denn nach wie vor habe ich ja nur meine vordere Verzögerungseinrichtung. Ich nehme Platz am Tisch und warte auf die Crew der HARMONY.

Ab 20.00 Uhr ist die Sonne weg, wir haben phantastische, laue Sommerabende

Frei nach dem Motto „das bisschen Essen kann ich auch trinken“, teilt Gottfried mit, dass er einen ordentlichen Durscht hätte. Wir bestellen erstmal eine Runde Bier.

Sicher liegt es an der hohen Temperatur, dass die Gläser rasch leer sind – mindestens 30% des Gerstensaftes scheinen zu verdunsten. Wir ordern die Gerichte unserer Wahl, dazu noch einmal eine Runde Bier.

Gottfried schaut mich an, sein Teller ist leer, sein Glas auch – der Durscht ist aber noch da! Ich nicke verständnisvoll. Wir bestellen eine dritte Runde – so schaffen wir es gerade so, Gevatter Durscht in Schach zu halten.

Spät am Abend gehen wir nach Hause, es war wie immer – informativ, unterhaltsam, kurzweilig! Die Beiden gehen zu Fuß heim, ich muss vorsichtig meine GS nach Hause bringen – dabei mache ich noch eine kurze Rast auf halbem Weg. So ein Tag muss abgerundet werden…

Nachts, nicht mehr viel los – ich gönne mir ein Absackereis

Mittwoch der 24.07. – Endspurt! Wenn nichts dazwischen kommt, dann werden wir heute LIBERTÈ untenrum frei machen! Klingt obszön? Und ob das schön ist!!!

Wir gehen am frühen Vormittag eifrig ans Werk…

Viel ist nicht mehr dran – die „Schleif-Squad“ ist im Einsatz
Der letzte halbe Quadratmeter gebührt dem Eigner
Geschafft! Eine halbe Stunde später ist Hans-Peters LIBERTÈ nackig – wir haben sie von Hand abgeschliffen, sind glücklich und erleichtert

Stimmt schon, es ist keine Raketenwissenschaft – aber es ist ein Milestone. Es ist eine anstrengende, ermüdende und auch stupide Arbeit – aber sie ist notwendig um eine Grundlage für den Neuaufbau des Unterwasserschiffes zu schaffen.

Und JA, eine Drecksarbeit ist es auch…

Wir müssen ins Meer hüpfen – dringend, JETZT

Saarländer im Allgemeinen und Hans-Peter im Speziellen, sind nicht das, was man umgangssprachlich „Emos“ nennen würde. Gefühlsausbrüche und tief emotionale Regungen sind eher selten und verhalten, oft auch verklausuliert.

Ich erkenne die tiefe innere Befriedigung von Hans-Peter, das Glück das er empfindet und gleichwohl auch die Erleichterung, den Stein der ihm vom Herzen fällt, vor allem daran, dass er den verfrühten Feierabend ausruft und zum Nachmittagseis lädt – das klingt dann so…

„Für heut´ lassen wir´s, wir gehen baden und dann zu Repapis – ich hol´ Merlin!“

Ja, SO klingt ein Ausruf tiefer innerer Freude!!!

Ich freue mich mit ihm, lächle in mich hinein und lasse mich auf ein Eis einladen – DREI Kugeln UND einen Espresso! Ganz oder gar nicht 😉

Hey there Cat – it´s my Ice-Cream
So kann man es aushalten – das haben wir uns verdient

Danach gehen wir einkaufen, er die Basislebensmittel, ich ein knappes Kilo Hühnerbrust – heute Abend kocht er uns eine „Hähnchen-Gemüsepfanne“ mit Reis oder Nudeln – eine Überraschungskomponente muss sein.

Es sind noch ein paar Stunden Tag übrig, diese investiere ich auf ELOWYN, der Cockpitkühlschrank hat nämlich inzwischen ganze Arbeit geleistet und den Servicebatterien ca. 25% der Gesamtkapazität entnommen. Ich will heute noch das große Ladegerät starten und einen kompletten Ladezyklus durchlaufen lassen, mal sehen ob sich ein automatisches Reset einstellt.

Sofort legt „der Gerät“ los – 100A werden durch die üppig dimensionierten Kabel geschickt
Davon werden 90A als Ladestrom verwertet

So lasse ich den blauen Riesen ruhen. Ich sperre ab und verlasse den Landliegeplatz der Algro 68 – stolz steht sie da…

Dabei fällt mir auf, dass heute alle Mauern auf der Oberseite neu und weiß gestrichen wurden. Sieht gut aus! Ja, man merkt schon wenn der Chef da ist.

Chic sehen die Mauern aus

Ich verhole mich auf NESSAJA, schreibe ein paar Blogzeilen oder mache meine Mails. Manchmal geht sich ein Telefonat mit Sibylle aus. Im Anschluss heißt es sich frisch zu machen, genauer gesagt steht Duschvorgang Nummer 1 an! Dieser findet in der Dämmerung statt und dient dazu, den Schweiß abzuspülen und sich zu erfrischen – der Vorwaschgang.

Erst nachts wenn alles schläft, dann folgt Duschrunde Nummer 2 – ich schleiche mit einem Tropfen umweltverträglichem Duschgel an meine Außendusche und reinige mich gründlich. Ich vertraue darauf, dass niemand den Moment, in dem ich mir die Badehose kurz unter die Pobackenkante ziehe, fotodokumetarisch festhält. Die Duschanlage meide ich im Sommer wie der Teufel das Weihwasser.

Ich gehe zu Hans-Peter zum Dinner, wir essen hoch droben auf seiner „Dachterrasse“.

Super Aussicht – das Geheimnis wird gelüftet, es gibt das Hähnchengeschnetzelte mit Reis

Der Abend verläuft ereignislos – wir essen zusammen und unterhalten uns über Gott und die Welt. Natürlich auch über´s Segeln, das Reisen und Langfahrten – Hans-Peter ruht noch der Plan inne, den ich aufgeben musste. Das wir dabei auch kleine Ideen ausbaldowern und gebären, das muss wohl nicht extra erwähnt werden, lasst euch überraschen.

Zurück auf NESSAJA, checke ich noch einmal meine Nachrichten – Sibylle schickt mir Fotos von ihrem Tag. Sie war mit den Buben im Märchenpark…

Warum schaut der Knabe so ängstlich – vertraut er der Pilotin nicht?

Danach heißt es ab ins Bett, denn morgen gehen wir den Kiel an. Dazu muss man wissen, dass Hans-Peters LIBERTÈ einen Stahlkiel hat. NESSAJA hat dagegen einen Bleikiel, das war damals ein aufpreispflichtiges Extra des „Grand Large“ Paketes. Ich bin froh, dass Rudi und Christine dies seinerzeit so ausgewählt hatten, so bleibt mir der Unbill meines Freundes erspart – die Gusskiele rosten nämlich wie der Teufel.

Und genau diesem Rost wollen wir heute an den Kragen…

Verschiedene Schleifbilder – wir sind nicht zufrieden

Wir kaufen bei unserem „OBI“ – Andreas Kritikos – verschiedene aggressive Schleifmedien für die Flex. Uns ist klar, hier müssen wir grob arbeiten.

Unser Plan ist, am heutigen Tag alle erdenklichen Scheiben und Bürsten auszuprobieren – auf chemisch vorbehandelten Bereichen und auf unbehandelten Bereichen. Danach wollen wir entscheiden, wie wir die Kielsanierung angehen und von welchen Medium wir größere Mengen kaufen müssen.

Zwei Dinge sind als negatives Ergebnis festzuhalten – zum Einen sind die Dinger nicht nur aggressiv zu den abzutragenden Lackschichten, sondern auch zu uns!

Die Fetzen die fliegen, schlagen in Armen und Beinen ein – Schutzbrillen tragen wir natürlich

Zum Anderen ist festzuhalten, dass die groben Bürsten zwar die Anstriche wegfetzen wie nix, aber an den Stellen, an denen der Epoximantel des Kiels unbeschädigt ist, da leisten sich die Monsterbürsten Schwächen – obwohl sie mit 11.000 Umdrehungen rotieren.

Zudem zeigt sich, es wird eine schmutzintensive Arbeitswoche!

Nach dem Testlauf sehen wir aus wie Sau – erstmal rasch abduschen

Wir setzen uns gegen Mittag gemütlich an unserer „Pausenecke“ nieder, besprechen im Schatten unser Vorgehen und einigen uns auf folgende Arbeitsschritte…

Zuerst wird der Kiel mit dem Abbeizer behandelt, denn es war spürbar einfacher diese vorbehandelten Stellen zu entrosten. Dann gehen wir mit der groben Zopf-Topfbürste daran, den groben Abtrag der alten Anstriche vorzunehmen. Es wird uns nicht erspart bleiben, danach mit einem Hammer (nicht Tinas Blumenhämmerchen) Rost zu klopfen und so lose Bereiche zu finden. Danach wird ein zweites Mal mit der Topfbürste feingeschliffen und, wenn nötig, mit der Schruppscheibe ein relativ feines, blankes Finish erzeugt.

Zu guter Letzt wird geflämmt und dann sofort mit Epoxi-Primer gestrichen. Ab hier folgt der Kiel den Rumpfanstrichen.

Ich höre Hans-Peter im Hintergrund und aus heiterem Himmel fragen – „…wo ist der Kärcher Industriesauger, wo ist Heinzelmann?“

„Ähhh, ich weiß es nicht, gestern war er da…“ – ich deute auf einen leeren Platz. Der Sauger nebst Abziehklinge war weg, richtig weg. Wir haben uns umgesehen, am Nachbarschiff, auf LIBERTÈ, im Auto – weg! Wie kann es passieren, dass in Griechenland etwas wegkommt? Es kann nicht sein, was nicht sein darf…

Wir starten eine Suchaktion!

Ich entwerfe einen Steckbrief, den ich als pdf und als Foto zur Verfügung stelle
Das Bild publiziere ich in der „Leros Yachting“ Facebookgruppe
Hans-Peter druckt drei Exemplare, die verteilen wir an den Toiletten und Duschen in der Marina
So hoffen wir Aufmerksamkeit zu erzeugen

Die Marina hilft uns, indem das Office ein Exemplar ausdruckt und ans „schwarze Brett“ hängt. Auch das kann helfen.

Wir denken viel darüber nach – klar, es ist nach deutschen Regeln nicht üblich und wohl sträflich, wenn man sein Werkzeug nachts unter dem Boot liegen lässt. Aber diese Regeln sind hier nicht anwendbar! Hier stehen Autos und Roller mit heruntergelassenen Scheiben und steckenden Schlüsseln, die Helme hängen am Bike. Menschen lassen Haustüren offen und am Strand stehen die Taschen rum und die Mobiltelefone liegen auf den Tischen der Strandbars, während die Menschen baden.

Jaaaa, mögt ihr denken, aber die anderen Touristen? Die Durchreisenden? Haben wir hier doch kaum – und würde ein Segler einem anderen etwas stehlen? Ich war fassungslos!

Ich glaubte lange daran, das meine ich ernst, dass jemand den Sauger ausgeliehen hat ohne zu fragen, gedankenlos. Alles andere Werkzeug blieb unangetastet, kleinere Beute, wertvolleres Diebesgut – nur der Riesen-Industriesauger verschwindet – am Tag als wir die Arbeit beendet hatten, vielen Dank übrigens dafür!

Ich nehme es vorweg, bis heute taucht der Staubsauger nicht wieder auf, ich habe inzwischen auch keine Hoffnung mehr. Wie wir damit umgehen und inwieweit sich das auf unser Verhältnis zum Thema „Eigentumssicherung in Griechenland“ auswirkt, wissen wir noch nicht. Ob wir noch Handlungsmöglichkeiten haben, zum Beispiel das Auslesen der Videoaufnahmen, das wissen wir noch nicht. Auch ist uns noch nicht klar, wieviel Aufwand sich lohnt – der Sauger kostet 80.-€, die Abziehklinge nochmals 30.-€, aber beides war erst zwei Wochen alt!

Die Laune zum Abendessen war getrübt. Gut, dass wir diesmal Tapetenwechsel hatten. Ich hatte Hans-Peter und Philipp auf NESSAJA zum Pizzaessen geladen.

Heute muss ich spülen – daran führt kein Weg vorbei

Nachdem meine Gäste beide Sonderwünsche bei der Pizzabestellung hatten und ich zudem weiß, dass im „La Nostra“ nur die Tochter wirklich gut Englisch spricht, beschließe ich, dass ich am Nachmittag vorbeifahre um die Pizza vorzubestellen…

Gedacht, gemacht – drei Pizzen bestellt, zwei große, eine kleine, jeweils unterschiedlich, teils speziell belegt. Die Chefin selbst nimmt alles schriftlich auf. Wir haben es in der Karte gezeigt und per Google Translate erklärt was wir wollen.

Um 20.00 Uhr zu NESSAJA, ok? Ich zeige die Position des Schiffes auf dem Lageplan. Ok!

Doch es kam komplett anders…

Klar, gut waren sie schon – aber halt nicht das, was wir wollten

Es kommen vier Pizzen, ich bezahle 50.-€ statt der kalkulierten 38.-€, rumlamentieren würde nicht helfen, denn der Fahrer spricht nur rudimentär Englisch. Zudem will ich die Betreiberfamilie der Pizzeria nicht verärgern, denn es sind total nette Menschen! Die Chefin schenkt Sibylle beim Spazierengehen immer Citrusfrüchte, wenn sie an ihrem Haus vorbeikommt, sie hat einfach nicht verstanden was wir wollten.

Egal, ich schlucke die Kröte und nehme das auf meine Kappe – irgendwie haben wir uns die Pizzen dann aufgeteilt, gut waren sie allemal – aber viel zu viel, schade drum…

Der weitgereiste Philipp bereichert die Runde, ich mag den jungen Mann aus der Schweiz
Auch HP mundet es, er hat den Salat gestiftet

Der Abend befeuert unser Thema vom letzten Essen, Hans-Peter fragt Philipp viel und ist neugierig auf das Erlebte. Wir hören dem jungen Eidgenossen zu, er hat alles richtig gemacht, er war mit seiner Freundin und einem kleinen Segelboot in der Südsee, dem Sehnsuchtsziel aller Blauwassersegler.

Aber das war nicht das einzige Thema, wir haben uns sogar an die „große Politik“ gewagt – spannend, wie drei Männer mit jeweils 10 Jahren Altersunterschied und aus verschiedenen Ländern oder Regionen, mit unterschiedlichem familiären und beruflichen Hintergrund, die Welt heute beleuchten.

Dabei blieb es nicht – wir bekamen unser „Segelabenteuer“, obwohl wir im sicheren Hafen lagen. Auf einmal hören wir das bekannte Geräusch von berstenden Leinen, das Problem war sichtbar – unsere Spring an Backbord brach unter der Last des kräftigen Meltemi.

Ich musste Handeln!

Nur noch ein Kardeel hielt das Schiff – ein Nottampen half aus der Misere

Zugegeben, passiert wäre nichts, aber im Falle die Spring würde reißen, würde NESSAJA mehr schwojen und sich abgefendert am Nachbarschiff anlehnen – es ist eher eine Komfort- und Wohlfühlfrage, erst in allerletzter Instanz eine Sicherheitsfrage. Dennoch ich will diese Spring haben, ich werde morgen eine neue setzen müssen.

Für heute Nacht hilft der eilends in einen Nottampen gebundene Stopperstek, der nun die Last vom beschädigten Tau nimmt.

Nach ein paar weiteren Dosenbier löst sich unsere Runde auf. Philipp fliegt morgen nach Hause und wird im Oktober noch einmal kommen. Darauf freuen wir uns.

Hans-Peter geht mit Merlin zurück auf die LIBERTÈ und ich mache „klar Schiff“, dann sacke auch ich erschöpft und leicht angedüdelt in die Federn.

Neuer Tag – ein besonderer Tag, der Geburtstag meines Freundes Hans-Peter. Ich trinke meinen Kaffee und nutze die Zeit zum Basteln eines Geschenkgutscheines!

Wir werden uns an einem feudalen Frühstück laben – er und seine Liebste, in unserer Begleitung 😉

Ich besuche den Jubilar kurz, wir beschließen, dass wir es heute langsam angehen lassen wollen. Ok, das passt mir in den Kram, ich habe an ELOWYN zu tun. Nachmittags einkaufen? Ja gerne, da bin ich dabei.

Ich überlasse das Geburtstagskind seinen Gratulanten und gehe weiter zu Volkers blauen Riesen – heute widme ich mich, während die Batterien immer noch im Hintergrund laden, dem Austausch des Druckmanometers der Wasseraufbereitungsanlage.

Alt – kaputt / neu – schön

Ich will mir zuerst ein Bild machen, wieviel Aufwand es ist, dieses kleine Manometer auszutauschen. Erstmal alles in Ruhe besehen – dabei fällt mir auf, dass die neue Druckanzeige schon Bläschen im Display hat.

Der Hersteller bestätigt später – alles ok, das ist normal

Ich schaue mir das System von hinten an, alles ist gut zugänglich. Es wird schnell klar, das Manometer ist nur eingeschraubt, nicht mehr. Das Gesamtbild ist zwar verwirrend, es sieht auch verbaut aus – aber in erster Instanz scheint der Tausch des Anzeigeinstruments ein Klacks zu sein.

Sieht verwirrend aus, aber ist relativ gut zugänglich und ich kann das Werzeug ansetzen

So ging der Ausbau rasch vonstatten und ich hielt kurze Zeit später schon die alte Uhr in der Hand. Jetzt nur noch das neue Manometer einbauen – nanu, warum beißt das Gewinde nicht an? Was ist da los?

Und es wäre ja ein Wunder gewesen, wenn es soooo leicht gegangen wäre – NICHTS geht leicht!

Seht ihr den Unterschied – nur 5mm zu kurz, aber die machen es aus

Wie oft habe ich schon im Blog über Designanpassungen geätzt? Das ist wieder so ein Musterbeispiel! Ein geringfügig anderes Zukaufteil, vermutlich zweifuffzich billiger. Was im Neubau kein Problem darstellt, ist bei der Reparatur ein Fluch.

Ich muss jetzt die Anlage anpassen – wie gehe ich es an???

Mein erster Ansatz ist der Umbau des Anschlussstutzens

Kann ich den Anschlusstutzen umbauen? Bei der alten Anzeige bekomme ich diesen relativ einfach ab, bei der neuen aber rührt sich nichts. Ich habe Angst etwas zu zerstören und schreibe dem Hersteller.

Während der Wartezeit wechsle ich Opferanoden aus – ich hatte ja in ELOWYNs Lagerraum noch eine Propelleranode gefunden.

Gut, jetzt ist antriebsseitig alles ok
War bitter nötig – ich habe ein besseres Gefühl

Volker dirigiert mich zu den Anoden für den Kielkühler, aber davon finde ich nur eine. Ok, dann mache ich zunächst nur die eine hin, vielleicht kann ich nach der Mittagspause der Chandlery, dort noch ein Stück nachkaufen.

Eine ist schonmal dran

Ich kontrolliere meine Mails, der Mann, der am Vormittag Volkers Anfrage innerhalb von Minuten beantwortet hatte, lässt mich mit einem Rat im Stich. Er wird, ich nehme es vorweg, auch im weiteren Verlauf des Tages nicht helfen.

Ich zerbreche mir selber den Kopf und sehe mir die Sachlage noch einmal an – ja klar, das ist die Lösung, so mache ich es…

Gewinde – Pfeil / Mutter – Oval

Das Regelventil lässt sich, im Verhältnis zur Montageplatte der Schalttafel, über eine große Gewindemutter (im Oval) in der Montagetiefe auf einem Gewinde (Pfeil) verstellen – ich muss hier also „nur“ 5-10mm herausholen.

Ich versuche die Mutter zu drehen, nichts passiert. Ich muss das Ventil etwas lösen um mehr Kraft einleiten zu können – und es passierte was passieren musste…

Kraaaaaks – Kunststofffittinge, hier auf der Insel schwer bis nicht zu bekommen

Ich bin sauer, das hätte es nicht gebraucht – die „eigentlich einfache“ Arbeit entwickelt sich zur Baustelle. Zu allem Überfluss bekomme ich auch kein Päckchen mehr an Sibylle raus, letzter möglicher Bestelltermin war gestern.

Ich brauche Abstand, ich muss nachdenken – ich gehe zur Chandlery. Zum Glück bekomme ich dort die fehlende Opferanode für den Kielkühler und kann den Punkt „Opferanoden“ von meiner Liste streichen.

Kielkühler ist wieder safe

Nach der Verschnaufpause gehe ich den Watermaker noch einmal an – jetzt kann ich das Regelventil schadlos ausbauen, ich überprüfe alle Anschlüsse – sonst scheint alles gut! Auch den abgebrochenen Stummel kann ich leicht und schnell entfernen. Alles zunächst mal halb so schlimm!

Da liegt das Corpus Delicti
Diese Mutter kann ich nicht drehen – das Pendant außen war mit den Fingern zu bewegen

Ich verschiebe die Lösung des Problems auf morgen – entweder lasse ich mir von Giorgos helfen, oder ich bekomme die Mutter selbst gangbar. Es sollte auf jeden Fall lösbar sein. Dann kann ich zumindest alles wieder zusammenbauen – ob ich das Anschlussfitting auftreiben kann, werden wir sehen…

Ich sperre ELOWYN ab und gehe wieder zurück nach Hause, ich muss schließlich noch die Spring erneuern, das liegt mir am Herzen. Der Wind ist immer noch kräftig und soll es auch bleiben!

Ich finde zum Glück eine Leine, neu und lang genug, zudem ausreichend dimensioniert, eine Leine welche ich jetzt über Jahre spazierenfahre – diese werde ich verwenden. Zum Glück kann ich mir mit den Winschen selbst helfen und NESSAJA gegen den Winddruck so positionieren und fixieren, dass ich die Springleine alleine tauschen und durchsetzen kann – nach einer Stunde ist alles erledigt…

Keine Knoten mehr, keine alten Schrottleinen – jetzt kann ich ruhig schlafen

Danach war es an der Zeit. Hans-Peter und ich fahren unsere Köfte holen und heizen den Cobb an – jetzt wird gefeiert!

Es war sein Wunsch, dass wir im kleinen Kreis auf der Dachterrasse seiner LIBERTÈ ein leckeres BBQ ohne shishi machen – und sein Wunsch war mir Befehl!

Der Cobb brutzelt, wir haben ein frisches Lüftchen und eine herrliche Aussicht
Erste Runde von drei – wir haben 1kg Köfte für uns bei Xatzigrigoriou, dem DeLuxe Metzger, bestellt
Fröhlich strahlt der Gastgeber, das Geburtstagskind – HAPPY BIRTHDAY und Danke für die Einladung

Wir mampfen unsere Köfte weg, diese waren deutlich besser als die vom letzten Mal, auch die Salate und das rund 1m lange Brot haben wir verputzt – es war so einfach und so lecker!

Ich denke HP war zufrieden mit seinem Geburtstag, auch wenn er „nur“ mit meiner Gesellschaft vorliebnehmen musste – natürlich wäre es fein, wenn die Familie anwesend wäre…

Ihr ahnt was kommt – zur Feier des Tages runden wir das ganze mit einem Besuch im Speiseeis-Schlaraffenland ab, Es gibt drei Kugeln bei „Repapis“ und ich bin ein weiteres Mal Hans-Peters Gast. Was für ein Glück, abermals Danke an den Gastgeber.

Ach was nehm´ ich nur???

Ich weiß seit ein paar Tagen, dass Hans-Peter tatsächlich Hans Peter heißt – ein kleiner aber wichtiger Unterschied. Seither überlege ich, wie und wann ich dieses Faktum in den Blog einfließen lasse.

Natürlich kann und will ich nicht rückwirkend ausbessern, sein OK dies so zu belassen habe ich schon – und doch ist so ein Geburtstag auch ein guter Anlass, es ab jetzt richtig zu machen…

Hans Peter, Danke für den schönen Abend, Sibylle und ich wünschen Dir von Herzen alles Gute!

Am nächsten Morgen erwache ich voller Tatendrang, es hat ein wenig abgekühlt, ich habe sehr gut geschlafen. Noch während mein Kaffee aufbrüht, packe ich das Werkzeug aus und versuche, die festgewordene Mutter des Wassermacher-Regelventils zu lösen.

Großkalibriges Werkzeug als gutes Argument

Mit Hilfe zweier guter „Argumente“ rücke ich der Mutter zu Leibe, es braucht nicht viel Kraft um eine erste Drehbewegung zu generieren. Diese und ein paar Tropfen Öl reichen aus, um das widerspenstige Trum abzuschrauben – der Reparatur steht nichts im Wege…

Etwas gereinigt und geschmiert – läuft wie Schmidts Katze

Ich sehe bei Hans Peter vorbei um den Tag zu planen. Wir beschließen, dass wir heute zuerst unsere Besorgungsfahrten machen, um nicht später vor leeren Regalen zu stehen. Im Kern geht es uns, neben ein paar Kleinigkeiten, um ein Gastgeschenk für Gabi und Gottfried, wir sind heute nämlich auf der HARMONY zum Dinner geladen.

Auf der Einkaufstour entdecke ich einige neue Plakate, welche auf bevorstehende Veranstaltungen hinweisen. Das freut mich, ich liebe diese Sommerfeste der Griechen…

Manolis, mein Lieblingsmusiker, spielt am 10. August in Blefoutis – das muss ich mir merken

Unser Einkauf geht schnell vonstatten und wir sind bald wieder in der Marina zurück – hier ist inzwischen ein Wunder geschehen!!!

Ein ausgebuffter Zeitgenosse hat exakt unsere Abwesenheit genutzt, um den vermissten Kärcher wieder an Ort und Stelle zu stellen. Er ist wieder da, wir haben es nicht mehr zu hoffen gewagt.

Heinzelmann – da isser wieder

Ja, es gibt einen Verdacht, aber der ist nur auf Mutmaßungen gestützt und wird daher weder erzählt noch propagiert. Wir werden mal sehen, ob da nochwas kommt. Ich bin inzwischen jedenfalls 100% sicher, dass es kein klassischer Diebstahl war, eher ein „ungefragtes Ausleihen mit offenem Ende, welches durch ein aufkommendes schlechtes Gewissen kurzfristig auslief“ – ja, so in etwa.

In jedem Fall haben wir überall Entwarnung gegeben und freuen uns einfach – darüber, dass der Industriesauger der auch Blasen kann wieder da ist, noch mehr aber über die Tatsache, dass Griechenland wieder sicher ist 😉

Wir verräumen unsere Einkäufe und fahren zu Giorgos, wir sollen nach 13.00 Uhr da sein. Weil wir die Griechen kennen, treffen wir um 13.26 Uhr ein – wer ist NICHT da? Genau, Giorgos…

Niemand da…
…wir warten vor verschlossenen Toren

Als der Tausendsassa endlich eintrifft, nimmt er sich Zeit für uns. Wir besprechen Hans Peters Ankerwinsch, lassen sein Ofengitter schweißen und noch weitere zwei Kleinigkeiten reparieren oder klären.

Ich kann nach meinen Kunststofffittingen für Volkers Wassermacher fragen. Leider sind diese Teile rar, sie sind nicht auf Lager. Aber Giorgos verspricht, dass er mir welche bestellt. Das wäre fein, ich bekomme sie in Deutschland nicht mehr geordert.

13mm x 1/4 Zoll – kostet im Internet 1,09€! Kleine Ursache, große Wirkung

Als wir zurück in der Marina sind, ruft Sibylle an. Sie war wegen der Fittinge im Baumarkt, hat aber nur ein Sammelsurium an Einzelteilen bekommen, welches man zu etwas Passendem zusammenfügen kann – funktioniert wohl, ist aber Pfusch und maximal eine temporäre Lösung.

Vermutlich der zehnfache Preis – was so ein OBI Verkäufer aus dem vorher gezeigten Zielbild machen kann

Ich will am heutigen Tag noch etwas schaffen und gehe auf die ELOWYN, zumindest das Regelventil nebst dem Manometer möchte ich montieren. Ich gehe also sofort zur Sache…

Der Einbau ist etwas frickelig, zwar ist die Einbaustelle gut zugänglich, aber der Montageraum ist aufgrund der vielen Schläuche und Anschlüsse recht knapp. Trotzdem kann ich das Regelventil justieren und nebst dem Druckanzeiger in kurzer Zeit montieren.

Regelventil und Manometer sind wieder an Ort und Stelle…
…auch die Einstellung und damit die Einbautiefe des Druckanzeigers sind perfekt justiert

Da beim Hobeln ja immer Späne fallen, bleibt auch mir weiterer Bruch nicht erspart. Nicht genug, dass das kleine, rare Fitting gestern gebrochen ist – nein, heute bricht beim Einfädeln des klobigen Ventils auch noch ein Kontakt aus dem Schalter. Es sind also zwei defekte Teile zu beklagen.

Ich mache das Foto um es der Bestellung anzufügen

Was soll´s, ich bin zwar leicht angesäuert, aber es hilft ja nix – don´t worry, be happy.

Frei nach diesem Motto setze ich mich hin und formuliere eine Ersatzteilanfrage an den Hersteller, auch die Option einer Lieferung nach Griechenland frage ich an – mir wird klar, dass dies ein Thema wird, welches ich mit in den nächsten Monat nehmen werde.

Ein bisschen Zeit ist noch, was machen eigentlich die Serviceakkumulatoren der ELOWYN? Sie sind voll geladen, aber leider ist der Anzeigefehler immer noch da. Ich entschließe mich das Philippi Anzeigeinstrument stromlos zu schalten – es ergibt sich eine seltsame Anzeige.

Während es bei zwei Batteriebänken einen Reset gibt, bleibt die „Problembank“ wie eingefroren

Ich habe einen Geistesblitz – obwohl es nicht unmittelbar fehlerrelevant ist, möchte ich mir die Settings ansehen – und ich staune nicht schlecht, als ich feststelle, dass die ganzen Batteriewerte nicht stimmen! Es macht den Eindruck, als ob beim Batteriewechsel vor zwei Jahren vergessen wurde, die Werte entsprechend anzupassen.

Dieses Datenupdate führe ich manuell durch – und siehe da…

Alles wieder so wie es gehört

Ein versöhnlicher Abschluss des heutigen Werkelsamstags. Ich versperre den blauen Riesen und gehe nach Hause. Ich will etwas ausruhen und mich frisch machen.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns auf der HARMONY, ich bin sicher es wird ein kurzweiliger und geselliger Abend. Morgen werde ich auch etwas arbeiten – wie immer ist für den Sonntag NESSAJA geplant.

Pünktlich holt mich Hans Peter ab und wir machen uns auf den Weg – immerhin 200m gilt es zurückzulegen. Dabei gehen wir an der Außenecke von Steg F vorbei, ich erhasche eine andere Perspektive unseres Zuhauses – ich mag es, wie NESSAJA da so liegt…

Mein Zuhause, seit dreieinhalb Jahren

Am Nachbarsteg G, sozusagen in Sicht- und Rufweite, liegt die HARMONY, eine Sunbeam 39, ebenfalls eine Centercockpityacht und unserer NESSAJA typähnlich.

Unsere Gastgeber erwarten uns schon und bahnen uns den Weg durch die Abschattungen. Sofort nach dem Zuweisen der Plätze geht Gabi in tabula rasa – „…was gibt es Neues in der Marina?“

„Eigentlich nix, ach ja, der Staubsauger ist wieder da!“

Dinner auf HARMONY, einer Sunbeam 39

Gabi trägt leckeres Essen auf, wir laben uns an Dosenbier und diskutieren uns vom Marinageschehen in Richtung Weltgeschehen – unser Fazit, wenn WIR es machen würden, wäre es besser, aber uns lässt ja keiner. Darauf stoßen wir an, Prost!

Gegen 22.30 Uhr verlässt Hans Peter die Runde. Er möchte mit seiner Angetrauten telefonieren und auch Merlin fordert noch seine abendliche Gassirunde. Ich bleibe noch, aber nur kurz! Aus diesem hehren Vorsatz werden weitere eineinhalb Stunden – erst um Mitternacht schleiche ich zurück auf mein Schiff. Ich bin leicht angedüdelt und habe den Abend genossen – wie eigentlich immer mit Gabi und Gottfried. DANKE für die Einladung!

Irgendwie schlafe ich schlecht, ich kann nicht sagen warum. Um 03.40 Uhr gebe ich auf, mache das Licht an und brühe mir einen Kaffee auf. Ich will die schlaflose Nacht nutzen, um ein paar Blogzeilen zu tippen – es ist Sonntag!

Sonntag ist HEIMwerkertag – ich schaffe an NESSAJA – und weil ich früh wach war, geht es zeitig los. Ich beginne mit der Pumpe im Duschsumpf des vorderen Bads, das liegt mir im Magen.

Natürlich brauche ich aus jedem Fach etwas – das heimelige Zuhause verliert seine Unschuld
Das Bad der vorderen Kabine ist relativ eng, ich baue die Türe aus um besseren Zugang zu haben – ich arbeite von außen

Warum eiert mich diese Arbeit so? Sie ist ein „false friend“ würden die Engländer sagen. Eine Sachlage, die dir unschuldig begegnet und dann unliebsame Überraschungen bereithält.

Dass die Ersatzpumpe mit der gleichen Bestellnummer komplett im Design angepasst wurde und somit nicht mehr passt, hatte ich ja schon beschrieben. Ich hatte also vor Wochen schon eine weitere Pumpe beschafft, diese sieht optisch exakt so aus wie die vorher verbaute.

Hier ein Bild um eure Vorstellung zu unterstützen…

Um diesen Zustand zu erreichen, habe ich drei Stunden gebraucht

Ohne das jetzt allzusehr auszuschmücken – die Pumpe passt von der Höhe exakt in die kleine Vertiefung am Boden. Man kann sie nicht anders montieren, sie wäre sonst zu hoch.

Wer genau beobachtet sieht, dass die Laschen der blauen Basis, in welchen der weiße Pumpenkörper eingerastet wird, nicht ganz parallel stehen – die alten waren aber exakt um 90° zum Pumpenkörper ausgerichtet.

Dies hat zur Folge, dass ich natürlich erst die blaue Basis einschraube, dann aber feststelle, dass der Pumpenkörper nicht passt, weil der Schlauchstutzen schräg nach vorne steht und so die Durchführung nicht treffen würde.

Um diesen Fehler zu korrigieren, muss ich die Basis um ein paar Grad drehen, dafür aber vier neue Löcher bohren – übrig bleiben vier alte in einem Duschsumpf! Toll! Also vier unnütze Löcher verschließen und abdichten.

Dann erkenne ich, dass der Schlauchstutzen ein paar Millimeter höher ist als beim optisch gleichen „Rule“ Vorgänger – also muss ich das ohnehin riesige Loch für die Schlauchdurchführung nach oben ovalisieren…

Ich höre jetzt auf mit dem Wehklagen und besinne mich des Monatsmottos – don´t worry, be happy!

Nicht schön, aber (vermutlich) funktionell

Ihr hättet mich sehen sollen, wie ich mit schwarzen Latexhandschuhen die Dichtmasse an die Schlauchdurchführung geschmiert habe – unfassbar! Auf einer Seite habe ich nichts gesehen und blind geschmiert, auf der anderen Seite – siehe Bild – konnte ich hinsehen, aber die Spalten waren zu eng, als dass ich die Dichtmasse hätte mit den Fingern schön verstreichen können.

Nun, gut – ich akzeptiere den Kompromiss, lege das Deckelchen des Schweigens auf den Duschsumpf und lobe mich selbst für meine übermenschliche Geduld und Hingabe.

Weil ich gerade das Tätigkeitsfeld „Sanitär“ beackere, wechsle ich vom Kapitel „Wasser“ zum fast unaussprechlichen Kapitel „Scheiße“.

Ich tausche die manuelle WC-Pumpe des Eignerbads.

Auch nur semilustig – schaut genau hin, zum Arbeiten stehe ich in der Plörre

Wir hatten einen seltsamen Fehler – irgendwann „flappte“ die Spülung mal so komisch, ging danach schwerer. Das hätte man tolerieren können, aber das Problem war ab da, dass nach zehn Pumpenhüben eine bestialische Gestankwolke ins Bad waberte – immer wieder.

Dies war dann sofort vorbei, wiederholte sich aber bei jedem Toilettengang auf´s Neue. Ich vermutete, dass ich ein Fischlein eingesaugt hatte, welches jetzt in der Pumpe langsam vor sich hinfaulte und hoffte auf den Zeitfaktor. Aber nichts geschah.

Ich beschloss, die Pumpeneinheit einmal wieder zu tauschen…

Ein Job, bei dem man nach getaner Arbeit nichts davon sieht – das liebe ich ja

Nach einer guten Stunde war das Werk vollbracht – und siehe da, der Gestank war weg, die Pumpe geht jetzt auch wieder geschmeidiger.

Es erübrigt sich zu sagen, dass das Saubermachen in etwa so lange gedauert hat, wie vorher der Tausch der Pumpe.

Tatsächlich wird dies nicht so bleiben. Ich habe schon einen Umrüstkit auf elektrisch gekauft, werde dies aber als Projekt einsteuern – dafür habe ich vor Oktober aber keine Zeit.

Ich war im Flow, fast schon im Wahn – wo mache ich weiter??? Ich weiß, ich baue, als kleine „Fleißaufgabe“, noch den USB Stecker „Scanstrut Flip-Pro“ in meine Instrumentenkonsole am Steuerstand ein!

Ladebuchsen für elektrische Kleingeräte – USB-A und C

Braucht´s das? Nein, offen gesagt nicht unbedingt. Aber es gibt Tage, an denen möchte man den e-Reader oder das Mobiltelefon mal laden während man draußen sitzt. Man möchte die kleinen Devices nutzen, während man im Cockpit verweilt – OBWOHL der Akkustand gerade zur Neige geht. Es ist ein kleines bisschen Komfort – außerdem konnte ich das teure Ding günstig als neues, originalverpacktes Gebrauchtteil von einem Bekannten erwerben.

Hier hat er einen guten Platz

Der mechanische Einbau war rasch erledigt, das Arbeitsklima an der frischen Luft und im Schatten angenehm. Ich musste zwar den Plotter herausnehmen, um zunächst den Einbauplatz zu prüfen und später zu verkabeln, aber das ging rasch und ohne Komplikationen…

…habe ich verkabeln gesagt? Verdammt! Wie kann es passieren, dass ich keine gelben Crimp-Flachstecker habe? So ein peinliches Versäumnis – und es war Sonntag!

Ich schreibe Hans Peter an und frage um Hilfe – „…leider nein!“ Was tun sprach Zeus??? Ha, ich hab´s, ich sehe auf ELOWYN nach! Um nicht während der nachmittäglichen Bruthitze über den Sandplatz marschieren zu müssen, nehme ich Sibylles „Breezy“ als Shuttle.

Rasch brummle ich zum aufgepallten blauen Riesen
Hier werden Sie geholfen – ich nehme die begehrten Steckerchen an mich

Das Verkabeln selbst ist rasch erledigt, denn ich kann die in der Konsole vorhandene Stromversorgung nutzen. Dass die dort anliegenden 12 Volt mit der Navigation aus- und eingeschaltet werden, erachte ich als sinnvoll und gut.

Der Funktionstest zeigt – passt alles, das Telefon lädt.

So soll das

Geschafft! Es ist früher Nachmittag und ich habe die ganzen Kleinigkeiten auf NESSAJA erledigt. Neue Sofortmaßnahmen werden erst fällig wenn Sibylle kommt, sie wird einige Kleinteile mitbringen. Darüber hinaus widme ich mich NESSAJA im Oktober mit fälligen Projekten.

Ich gehe baden und stelle fest, dass das Meer durch den Meltemi kühler geworden ist – perfekt, sehr erfrischend! Genau meine Temperatur.

Ich gönne mir nach dieser Erfrischung zwei Musestunden und döse etwas im Cockpit – dann muss ich los. Ich bin heute um 19.30 Uhr mit Susanne verabredet. Sie hat ihren letzten Abend und wir wollen gemeinsam bei „Dimitris o´Karaflas“ essen, sie holt mich um 19.15 Uhr am Marinagate ab.

Wie immer gibt es beim Glatzkopf sehr gute Speisen. Wir lassen es uns gut gehen, trinken einen halben Liter Wein und schlemmen Fischgerichte…

Dimitris Haussalat
Weißer Taramosalata
Cevice
Fisch-Souvlaki

…und unterhalten uns sehr gut. Es war ein sehr schöner Abend und ich kann bei ihr etwas Wehmut feststellen, als wir uns verabschieden – irgendwie ist es immer zu früh um nach Hause zu fahren, auch wenn es gute Gründe gibt.

Wenn man sich aber mit den Worten „…bis in einem Jahr…“ verabschiedet, dann zeigt das deutlich, dass Zeit aus unserer Perspektive eine andere Dimension hat – wir nutzen diese intensiv, aber sie scheint auch zu fliegen.

Naja, vielleicht geht sich ein Treffen in der Schweiz oder am Bodensee aus…

Ich trinke im Cockpit noch ein Bier, dann falle ich todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen wache ich auf, es ist verdächtig hell! Ich recke und räkle mich, dann sehe ich auf die Uhr – waaaas, 09.38 Uhr??? So lange habe ich seit Jahren nicht mehr geschlafen – ich merke, wie mir die letzte Nacht gefehlt hat.

Und was machen wir heute? Heute spielen wir Sonntag, ein Sonntag, der an einem realen Montag nachgeholt wird.

Als ich zu Hans Peter komme, bereitet dieser schon die Baustelle vor

Wie das? Nun, ich hatte ja mit Hans Peter vereinbart, dass wir immer am Sonntag zum Dinner ins „SouVLakki“ gehen. Nun war ich gestern aber mit Susanne essen und mein saarländischer Freund wollte partout nicht alleine in den Grillpalast.

Also lösen wir das Problem pragmatisch – wir ernennen diesen Montag kurzerhand zum Sonntag und gehen eben heute dorthin, Problem gelöst! Und sonst?

Nanu? Fertig zum Aufguss?

Nein, falsch geraten! Auf ELOWYN gibt es keine Sauna, mir wäre auch nicht danach gewesen. Obwohl, so ganz stimmt das auch nicht – es gibt so was ähnliches wie eine Sauna, den Motorraum! Und genau da muss ich heute rein!

Ich mache mich also frei bis auf den Schlüpfer, für das Kopfkino entschuldige ich mich, betrete den Motorraum und das Wasser fängt an, unaufhörlich und in Strömen aus meinem Kopf zu rinnen – unglaublich!

Der Arbeitsauftrag heute – das Entfernen einer abgerissenen Schraube aus dem Gehäuse der Generator-Seewasserpumpe.

Mal sehen, das sollte doch klappen

Natürlich klappt auch das nicht wie geplant – Murphys Law eben. Der 2mm Bohrer bricht ab, er rutscht dadurch nach außen über die Kante. Das passiert schon mal, aber das hätte es hier und heute nicht gebraucht.

Don´t worry, be happy!

Ganz happy beschließe ich, mich nicht lange zu ärgern oder meinen Saunagang gar unnötig in die Länge zu ziehen – ich baue das Ding kurzerhand aus und werde es die nächsten Tage mal mit zu Giorgos nehmen. Mal sehen, was wir in der Werkstatt retten können – Ersatz wäre teuer.

Vielleicht bekommen wir es noch hin – ich bin zuversichtlich

Ich breche an der Stelle ab und bekleide mich wieder. Dann hole ich abermals Sibylles „Breezy“ und fahre auf Verdacht zur Chandlery in der Marina. Es könnte gut sein, dass meine Bestellung für ELOWYN angekommen ist – ihr erinnert euch an Spindel und Trommel der defekten Deckswinsch.

Und tatsächlich, das DHL Tracking hat nicht zuviel versprochen, ich greife mein Paket, noch bevor die Marina mich informieren kann. Mit dem kleinen Roller fahre ich das Trum auf den waidwunden 68 Füsser.

Modernes Transportwesen
Die Teile sind da – jetzt muss Giorgos noch das Getriebe zusammenbauen

Jetzt aber – für heute bin ich auf ELOWYN fertig. Ich räume das Werkzeug auf und recherchiere noch ein wenig, bezüglich der noch fehlenden Ersatzteile für den blauen Riesen. Aber das macht nicht richtig Spaß, trotz des großen Ventilators ist es recht warm auf NESSAJA.

33°C im Schatten – drinnen etwas mehr

Ich will baden gehen, noch einmal ins frische Meer springen und mich ganzkörperlich runterkühlen. Mal sehen, ob mein saarländischer Wegbegleiter seiner Funktion gerecht wird und mich auf meinem Weg begleitet…

Ein wenig werde ich warten müssen…

Der aber tanzt gerade, wie einst Catweazle, um die rudimentäre Werkbank und salbadert etwas von 2:1 mischen, 2;1 mischen – ich erkenne, das Szenario dreht sich um den Anstrich des Saildrives!

Ok, wir gehen baden, aber ich müsse warten, die erste Lage muss drauf! Ja klar, kein Thema, ich setze mich in den Schatten und sehe dem Hobbydruiden dabei zu, wie er seinen persönlichen „Zauberanstrich“ mischt – penibel genau, auf Petras Küchenwaage! Wenn das mal kein Mecker von der Chefin gibt…

…nur noch 0,5 Gramm, dann passt es

Der Mann aus dem Saarland wächst über sich hinaus – er greift zum Pinsel und schwingt diesen, virtuos wie einst die großen Maler, über das nackige Aluminium des Saildrive-Unterteils. Dann erklärt er die Arbeit für beendet, nein, für vollkommen und holt Terrier Merlin, er darf uns zum wohlverdienten Bade begleiten – und so geschah es, wir fluteten unsere Alabasterkörper und genossen das kühle Nass.

Wie fast jeden Tag, bleibt jedem eine Stunde „private time“ in der wir Mails erledigen, Ersatzteilrecherche betreiben oder einfach nur faul rumliegen und etwas relaxen. Dann ruft der allabendliche Dinnertermin – sei es zum Grillen oder, wie heute am nachgeholten Sonntag, zur Einkehr in den Lieblingsgrill.

Dort lassen wir es uns so richtig gut gehen…

Jeder hat so seine Leibspeise

Merlin darf abends immer mit. Das quittiert er mit großer Dankbarkeit und Freundschaft. Inzwischen schmachtet er nicht nur seinen Herrn und Gebieter um ein Stück Brot an, auch bei mir versucht er sein Glück – auf eine sehr liebreizende Art und Weise.

So steht er während des ganzen Essens da, der Kopf auf meinem Bein ruhend, wartend – und selbstverständlich bekommt er ein Stück Brot

Heute waren wir etwas früher dran als sonst, die Sonne verschwand erst hinter den Hügeln als wir fast fertig mit dem Essen waren – ich liebe diese Stimmung! Ich bin gerne hier…

Ja, direkt an der Straße – laut, trubelig aber auch voller Leben und mit Blick auf die weitläufige Bucht

Wir lassen den Tag im „Repapis“ ausklingen, dort gesellen sich Yo von der INDIGO BLUE sowie Christa und Rinaldo von der AEGEAN BLUE zu uns. Wir sind uns im Gespräch einig, dass die Entwicklung im Yachtsport eher kritisch zu sehen ist – ich persönlich finde das untertrieben, es macht mir Sorgen, diese behalte ich aber an diesem Abend für mich.

Heute wird es nicht zu spät, beim Zubettgehen stelle ich mir noch den Wecker auf 07.00 Uhr – denn morgen wird ein „Early Bird Day“.

Warum das? Weil mein Freund Giorgos Hilfe in Sachen Wasserpumpe signalisiert hat – „…be at my shop at 08.00am…“ schreibt er mir.

Ok, das lass´ ich mir nicht zweimal sagen…

Unsere „Garage“ unter dem kleinen Kat von Freunden – der SHANIA

Ich starte frühmorgens den Boliden, um pünktlich in Kamara zu sein. Ich muss langsam fahren, denn meine Hinterradbremse funktioniert ja noch nicht. Also tuckere ich ganz „siga siga“ über den Bergrücken auf die gegenüberliegende Inselseite.

Da ich Giorgos an seinem Lieblingscafé überhole, bin ich nicht verwundert, dass ich, wie so oft, vor verschlossenen Türen stehe – er wird gleich kommen!

„Boat & Parts“ in Kamara – Giorgos „Shop“ und Werkstatt

Und tatsächlich, keine 5 Minuten später kommt der fleißige Familienvater angebraust, mit einem Kaffee in der Hand. Er erkennt den Fehler sofort – „…ah, you don´t have Coffee, I order…“, greift zum Telefon und bestellt auch mir von dem heißen Labsal, inzwischen weiß er, wie ich meinen Kaffee trinke.

Klar, dass der Arbeitstag in Griechenland mit einem gemeinsamen Kaffee beginnt, der Freund fragt mich zu Deutschland aus, er möchte dort Urlaub machen. Ich würde gerne als Gastgeber fungieren – mit ihm und seiner Familie einmal eine Woche im „Haus Seegarten“ – das wäre was!

So kann man in den Tag starten

Dann aber geht es los – wie wenn man einen Schalter umgelegt hätte, steht der emsige Werker auf und legt los. Auch ihm macht es Mühe, das verhunzte Bohrloch wieder einigermaßen hinzubekommen und den abgebrochenen Bohrer zu entfernen – aber es gelingt.

Das größte Problem konnte gelöst werden

Schön wäre aber anders – ideal wäre ein M4 Helicoil Gewindeeinsatz. Das weiß der Meister seines Fachs natürlich auch, aber er entgegnet, dass er wohl das Material habe, das benötigte Einbauwerkzeug besitze er aber nicht!

Da dieses Werkzeug als „geringfügige Werkstattausstattung“ gewertet werden darf, einigen wir uns darauf, dass er FÜR MICH und auf meine Rechnung das Werkzeug bestellt und dann behalten darf – ich bekomme im Gegenzug meinen M4 Gewindeeinsatz.

Die defekte Pumpe verbleibt für die Finalisierung bei ihm – inzwischen haben Hans Peter und ich eine erkleckliche Liste von Kleinarbeiten bei ihm eingesteuert, ich hoffe er übersieht nicht die Timeline!

Was macht eigentlich Hans Peter? Er wartet, dass wir endlich unsere Einkaufsrunde drehen können! Und damit legen wir sofort los…

Xatzigrigoriou, unser „five star“ Metzger – hier kaufen wir Grillgut…
…im Gemüsemarkt den Salat

Überall herrscht emsiges, südländisches Treiben. Ich kenne die Gerüche und Geräusche von meinen Geschäftsreisen, ich mag das.

Wir sehen noch beim Bäcker vorbei, um Brot zu kaufen und fahren abschließend zur Spedition im Hafen, um zu sehen, ob Hans Peters Matratzen schon angeliefert wurden. Leider nein, vielleicht mit der nächsten Fähre…

Danach geht es zurück in unsere Marina. Irgendwie ist die Luft ein wenig raus – wir sind faul und beschließen, dass wir uns einen Tag Pause gönnen. Hans Peter bestellt bei SVB in Deutschland den Epoxi-Primer für den Rumpf und spezielle Schleifscheiben für den Kiel – die Lieferung erwarten wir in zehn Tagen.

Ich kümmere mich währenddessen auf NESSAJA um die Teile von ELOWYNs Wassermacher und um den Termin für das Legen des Mastes von LIBERTÉ – durchaus erfolgreich wie ich meine, beides wird mir für Ende nächster Woche zugesagt.

Den Rest des Tages verbringe ich mit dem Schreiben des Blogs, morgen schon ist der letzte Tag des Monats. Ich komme gut voran, denn ich bin erst um 20.00 Uhr mit Hans Peter zum Grillen verabredet.

Der Meltemi faucht – der Windgenerator liefert, kostenlos

Während ich die Zeilen tippe, neigt sich NESSAJA auf die Seite. Der Meltemi faucht kräftig, ich bin froh und beruhigt, dass ich die Spring erneuert habe.

Ich mag den „Silentwind“ inzwischen – er liefert normaler Weise wenig Ladestrom, dies tut er aber stetig. Wenn der Wind, wie jetzt, anhaltend mit 30kn bläst, dann stehen schonmal 15A zur Verwertung bereit – im Schnitt wohl um die 7 – 10A, das reicht an windreichen Tagen allemal um den Standardverbrauch aufzufangen.

Um 20.00 Uhr schnappe ich den Cobb und gehe zu LIBERTÉ, wir grillen und es weht uns die Haare ordentlich durcheinander. Wir brauchen einen Windschutz für den Gasgrill.

Passt, so funktioniert das

Es wird heute nicht zu spät, wir essen unsere Souvlaki und besprechen das weitere Vorgehen. Dabei beschließen wir auch, dass wir die kommenden zwei Tage bis Sibylle die Teile liefert, noch zum Durchschnaufen nutzen – danach heißt es wieder Vollgas. Klingt nach einem Plan – darauf ein letzter Schluck Dosenbier, dann gehe ich nach Hause und hau´ mich auf´s Ohr…

Der letzte Tag des Monats Juli bricht an, wir schreiben den 31.07. – morgen am späten Abend kommt Sibylle zurück. Ich möchte heute Abend noch einmal Wäsche waschen, nach der Rückkehr meiner Liebsten geht es wieder in den gemeinsamen Alltag über.

Nach der ersten Tasse Kaffee eile ich rasch über den Trockenliegeplatz zur KEONDA. Ich habe nämlich einen weiteren Mario kennen gelernt. Der Italiener möchte sein Schiff, eine Baltic 40, verkaufen und hofft auf meine Hilfe. Wir haben vor seiner Abreise heute, noch ein paar Kleinigkeiten zu besprechen.

Wird die Baltic 40 KEONDA das nächste Schiff das ich verkaufe?

Auf dem Rückweg treffe ich Gabi und Gottfried – das trifft sich sehr gut, denn ich möchte die Beiden gerne zu unserem heutigen Griller einladen. Wir stimmen uns kurz ab – alles klar – dann bis heute Abend 19.30 Uhr!

Danach gehe ich zu Hans Peter, wir brechen gleich auf um unsere heutige Besorgungsfahrt hinter uns zu haben. Mein Freund aus dem Saarland wird langsam unruhig, seine Matratzenlieferung ist überfällig – daher führt unser erster Weg abermals zu „Leros Trans“ im Hafen von Lakki. Und siehe da, wir haben Glück!

Die Matratzen sind angekommen, wir transportieren „Greek Style“

Mit dem XXXL Paket am Autodach erledigen wir unsere Besorgungsfahrt durch Lakki, dann geht es zurück in die Marina – abgeladen wird direkt vor LIBERTÈ. Zu zweit gelingt es uns, die ausgepackten Matratzen auf das Schiff zu hieven, sie ordentlich an Ort und Stelle zu bringen und dann den Riesenkarton der Müllverwertung zuzuführen – geschafft!

Solche Hauruck-Aktionen schreien nach Belohnung und Ruhe – wir gönnen uns daher zunächst ein Eis, dann beschließen wir, dass wir uns den Nachmittag zur freien Verfügung stellen.

Na so was – damit habe ich nicht gerechnet! Ich beschließe, die gewonnene Zeit zu nutzen und schmeiße meine Waschmaschine eben jetzt schon an…

Kurzprogramm – 45° Mix in 45 Minuten

Ich hatte ja schon geschildert, dass ich versuche jegliche Zeitinvestition für Hausarbeit zu minimieren. Ich denke alles pragmatisch an, alles geht in einem Zug – so auch das Wäsche waschen.

Ich muss natürlich auch die Kleider an meinem Leib waschen, daher schlüpfe ich in die Badehose und nutze die Zeit in der meine Kleidung mitgewaschen wird, zum Schreiben des Blogberichtes, der heute fertig werden soll.

So lässt es sich aushalten – dazwischen kann ich mich abbrausen

Nach einer Dreiviertelstunde kommt die frisch geschleuderte Wäsche auf die Leine – der Meltemi bläst noch und ich erwarte, dass der Stoff nach etwa einer Stunde trocken sein wird – dann habe ich wieder meine Kleidung, frisch gewaschen von der Unterbuxe bis zum feinen e&s T-Shirt, rechtzeitig bevor der Besuch eintreffen wird 😉

Die Wäsche flattert in der steifen Brise

19.00 Uhr, gleich kommen die Gäste – ich will mich noch rasch frisch machen und mich abbrausen. Mache ich ein paarmal am Tag, etliche Male in der Woche – nicht nur dafür muss ich über unsere Passerella – ein tausendfach gegangener Weg.

Nicht so heute, heute werde ich zum Opfer der Heimtücke dieser Gangways…

Eigentlich keine Herausforderung

Ich gehe also über das noch trockene, hölzerne Laufbord und habe, das ist wichtig zu erwähnen, noch trockene Füße. Dass meine Hornhaut an den Füßen dazu führt, dass ich auf dem Holz keinerlei Haftung habe, es sich eher glatt anfühlt, hatte ich nicht im Sinn. Es kam wie es kommen musste, ich „rutsche“ aus, verliere den Halt und segle in hohem Bogen ab.

Das hat zwei Nachteile – erstens, wenn ich mal falle bremst mich nix mehr. Zweitens, mein Fall wird meist durch einen heftigen Einschlag gestoppt. So auch heute!

Wie zum Henker kann man sich DA verletzen???

Der Teufel will es, dass eine der Geländerstützen den Weg unter meinen Arm findet – sie rammt sich tief in mein weiches Gewebe, komprimiert das Fleisch und verwendet eben dieses als Stoßdämpfer zum Knochen.

Aua – don´t worry, be happy!

Das Ding bohrt sich in meine Achsel

Happy zu sein fällt jetzt gerade schwer. Gottfried hat den Sturz gesehen und eilt mit Coolpads heran, das lindert den ersten Schmerz. Ich brauche echt ein bisschen, bis ich mich sortiert habe, die Stelle ist empfindlich, es tat sakrisch weh.

Ich setze mich ins Cockpit und atme durch. In diesem Augenblick kommt Hans Peter und ich erzähle ihm von meinem Unbill. Die Lösung – wir betäuben den Schmerz! Wie??? So…

Erst mit der Dose kühlen, dann das Bier in den Rachen – es hilft

Jetzt trudeln auch Gabi und Gottfried ein. Sie haben Voltaren dabei – wie nett von den Beiden! Nanu, einer fehlt noch – Hans Peter hat Merlin nicht mitgenommen, das ausgerechnet an dessen Geburtstag.

Auf allgemeine Nachfrage erklärt uns Merlins Herrchen, dass der Terrier sich an seinem Rinderknochen vom de Luxe Metzger labt und sich somit an Bord von LIBERTÈ wohler fühlen würde – ok, akzeptiert…

Terrier Merlin feiert alleine – er ist mit seinem Geburtstagsknochen beschäftigt

Wir vier haben einen geselligen Abend, eigentlich wie immer mit Gabi und Gottfried, wir haben Spaß, lachen und erzählen uns Geschichten aus dem Leben.

Das klingt profan, ist es aber nicht! Die Themen sind vielseitig und abwechslungsreich, wir diskutieren durchaus mit Tiefgang und gegenseitigem Interesse – einer der Gründe, warum die Zeit immer fliegt wenn wir beisammen sitzen.

Auf dem Grill brutzeln Köfte und Chicken Souvlaki, dazu gibt es Tomaten-Feta Salat und Brot – einfach aber lecker!

Heute auf NESSAJA…
…der Tisch ist gedeckt
Auf dem Cobb brutzeln die Köstlichkeiten

Erst spät am Abend gehen alle nach Hause, die Runde löst sich auf, der Juli ist in den letzten Zügen. Zwei Wochen nach Sibylles Abreise trifft es mich, ich kann mich der Hausarbeit heute nicht entziehen, das Geschirr stapelt sich diesmal auf NESSAJA – aber der nette Abend war es wert!

Soooo viel ist es ja letztlich nicht

Ich mache also „klar Schiff“ und räume alles auf. Dann setze ich mich an den Computer und finalisiere den Monatsbericht dieses etwas schrägen Juli 2024.

Um den Monat auch visuell zu beenden, blättere ich noch das Kalenderblatt um – der August soll mich morgen früh vollumfänglich begrüßen.

Was wird der letzte Hochsommermonat bringen?

I´m happy, don´t worry – ich habe die Gute Laune nie verloren, auch wenn manche Momente mich zum Verzweifeln brachten. Ich bin dennoch überzeugt, dass der August mühelos besser werden kann.

Was wird der letzte Hochsommermonat bringen, was steht an?

ELOWYN und LIBERTÉ – um die beiden Schiffe dreht sich alles! Nach Sibylles Rückkehr am späten Abend des 01.08. haben wir die Teile die nötig sind, um auf der Bavaria 41H von Hans Peter den Zusammenbau des Motors zu starten. Wir werden den Mast legen lassen und hoffen, dass wir die ersten Lagen Epoxi an den Rumpf bringen.

Für ELOWYN erwarte ich die bestellten Teile, dann werde ich die begonnenen und aufgezeigten Projekte finalisieren können – der blaue Riese wird am 29.08. gekrant und am 31.08. an seine Eigner übergeben.

Sibylle und ich müssen wieder in unseren gemeinsamen Lebensrhythmus zurückfinden. Darüber hinaus freuen wir uns sehr auf den ersten Besuch unseres Sohnes Florian mit Familie – die Racker Otto und Benno kommen mitsamt den Eltern nach Leros zu Besuch! Zum Glück steht auf NESSAJA nur die Reparatur des ENO Gasofens an…

Die wichtigste Frage des kommenden Monats dürfte sein, ob es ein klärendes Gespräch mit der Marinaleitung geben wird – ich möchte eine Idee haben, wie ich die Wintermonate ausgestalten kann und ob ich eine Zukunft als Mitarbeiter der Marina sehe.

Natürlich werden wir wieder viele kleine Erlebnisse haben und diese gerne mit euch teilen! Wir freuen uns daher, wenn ihr weiter dranbleibt!

Vielen Dank für euer Interesse und die investierte Zeit für das Lesen unseres Blogberichtes – herzliche Grüße aus Hellas

Mario & Sibylle

Nachtrag – ein persönlicher Gedanke: Bis zur Unterschrift hat dieser Bericht nun doch 24.583 Wörter und 130 Minuten Lesezeit, er ist damit nur unwesentlich kürzer als der des Vormonats. Ich hoffe dennoch, dass euch mein kleines Tagebuch Freude macht und ihr die lange Lesezeit vielleicht bei Schlechtwetter und einer Tasse Tee (in Deutschland) oder bei einem langen Segelschlag (im Mittelmeer) investiert und somit auch genießen könnt.

Wir möchten Erlebtes und unsere Gedanken dabei, gerne mit Freunden und Bekannten teilen, dies auch mal detailverliebt. Ich mag es, das alles aufzuschreiben und hoffe, dass ihr mir die vielen Worte nachseht.

Worte prickeln das Denken und entzücken den Geist.

Aristophanes (um 450 – 385 v. Chr.), griechischer Lustspieldichter

Juni 2024 – Is there anybody out there?

Wir machen Urlaub! Oder – nennen wir es besser, wir sorgen für Tapetenwechsel! Urlaub machen als Greek Resident, sorgt ab und an für unverständige Blicke und Kommentare wie „…ihr habt doch IMMER Urlaub!“

Tapetenwechsel tut also Not, der Blick über den Tellerrand hinaus wird angestrebt – wir haben daher vor einigen Wochen beschlossen, dass wir die ersten vierzehn Tage des Monats Juni nach Kreta fahren, um uns dort mit Nader und Christine zu treffen und mit ihnen entspannte Urlaubstage zu verleben.

Urlaub zur besten Reisezeit also – dachten wir…

Und da wären wir schon bei der Headline dieses Monats – diese bitte ich diesmal als Metapher zu sehen, denn sie entfernt sich ein wenig von der eigentlichen Tiefe des Songs von Pink Floyd auf dem „The Wall“ Album aus dem Jahre 1980 – ich möchte eher eine reziproke Relation herstellen, ihr werdet die Ironie bemerken.

„The Wall tells the story of Pink, an alienated young rock star who is retreating from society and isolating himself. At this point in the plot, the bitter and alienated Pink is attempting to reach anybody outside of his self-built wall. The repeated question „Is there anybody out there?“ suggests that no response is heard…“

Exakt gegenteilig erging es mir, dem der große Menschengruppen eher skeptisch betrachtet – ich war also in der vermeintlichen Vorsaison im Urlaub, hoffte auf einsame Strände und ruhige, entspannte Tage. Innerlich rief ich „…is there anybody out there?“ Die Antwort hallte mir zehntausendfach entgegen – JAAAAAAA! Der Urlaub wurde zum Trip an den Rand des Wahnsinns – doch beginnen wir von vorne…

01.06. um kurz vor 03.00 Uhr

Kurz vor dem Getöse des Weckers wache ich auf. Selbst drei Jahre nachdem ich das Berufsleben hinter mir gelassen habe, funktioniert die innere Uhr noch.

Sibylle und ich kämpfen uns aus den Federn und machen uns reiseklar. Das Motorrad ist schon gepackt, wir müssen nur noch den Rucksack einräumen und auf NESSAJA die Ventile schließen sowie die Schalter auf „0“ stellen – dann kann es los gehen. Auf zum Hafen!

Die Fähre ist schon in Sichtweite

Müde warten wir auf die Ankunft der BlueStar Fähre. Diesmal waren wir nicht zu früh am Anleger, der stählerne Zubringer war pünktlich, das ließ die Wartezeit auf ein erträgliches Minimum schrumpfen.

Pünktlich gegen 04.00 Uhr traf die BLUESTAR II ein und wir stiegen zu. Sibylle als Fußgängerin mit dem Ziel, uns einen guten Platz zu ergattern. Ich dagegen hatte die Aufgabe, die GS auf die Motorradabstellplätze zu pilotieren und mir dann den Weg durch die Katakomben der Autofähre zu bahnen.

Pünktlich trifft die Fähre nach Rhodos ein

Wir treffen uns dann meist im vorderen Salon. Sibylle sitzt schon, es drückt ihr die Augendeckel runter. Wir versuchen noch etwas zu dösen – an Schlaf ist kaum zu denken.

Wenig los – alle Reisenden versuchen, zumindest etwas auszuruhen

Unsere erste Station auf der Reise ist Rhodos. Dort würden wir einmal übernachten müssen, am nächsten Tag geht unsere Fähre am frühen Nachmittag – Ziel ist Heraklion auf Kreta.

Soweit der Plan, welcher auch aufgeht, bis wir auf Rhodos angekommen waren – dann überschlugen sich die Ereignisse.

Ich war in Jammerstimmung! Was war passiert? Nun, Sibylle hatte Wanderstöcke eingepackt und ich Dummerchen hatte diese beim ersten Mal packen zur „Aufsteigeseite“ des Moppeds heraussterzen lassen – dies führte zu einem Einstich in mein T-Shirt, natürlich eines der neuen!

Heul, süder – das gute Shirt
Ein Stich ins Herz – (fast) im Wortsinn

Sibylle schaltet auf Durchzug, sie ist keine gute Empfängerin für mein Geheule, zumindest noch nicht. Sie will einfach frühstücken! Wer Sibylle kennt weiß, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist, wenn sie Kohldampf hat – also füttere ich erstmal mein fleischgewordenes Tamagotchi.

Dafür besuchen wir das „Naval“ in der Rhodos Marina, das kennen wir, das ist gut!

Ein tolles Frühstück im „Naval“ – so soll der Urlaub starten
Das klappt gut – wir mampfen und freuen uns des Lebens (ich bejammere ab und an mein T-Shirt)

So, jetzt passt alles. Es kann ins Hotel eingecheckt werden. Sollte das Zimmer nicht fertig sein, dann dürften wir derweil am Pool verweilen. Das ist ein gutes Angebot – und so kommt es auch. Wir müssen etwas warten und legen uns für ein, zwei Stunden auf eine schattige Liege am Hotelpool.

So kann man es aushalten – ich schlummere ein wenig

Während ich also leidlich ein paar Minütchen Schlaf nachhole, sorgt mein momentanes Gefühlsleben für albtraumähnliche Schlafphasen. Als ich Sibylle schweißgebadet davon erzähle und nebenbei erwähne, dass im Nachbarhaus ein Schneider residiert, gibt sie auf – endlich!

Sie bringt mein T-Shirt zum Nadelartisten und lässt mich unbekleidet zurück. In diesem Moment erhalte ich ein Foto von Freund Marcus, er ist gerade in unserer Marina…

Unser Zuhause – verlassen für knapp zwei Wochen

Ich bedanke mich artig und gehe zum Abfrischen in den Pool – was kannst Du sonst machen, wenn Deine Kleidung in der Reparaturwerkstatt des Schneidermeisters ist? Sibylle erklärt mir, nachdem sie wieder hier war, dass der Mann an Nadel und Faden versprochen hat, dass er die Schadstelle „unsichtbar würde verschwinden lassen“ – ok, das klingt gut!

Nach exakt einer Stunde geht meine liebe Frau wieder nach nebenan, um das instandgesetzte, knapp 20.-€ teure Shirt abzuholen. Der tapfere Vertreter der Schneiderszunft hat Ideenreichtum bewiesen! Stolz erklärt er Sibylle, dass er früher in Dortmund eine Schneiderstube hatte und dass er, die Reparatur betreffend, eine tolle Idee hatte…

SUPER – wenn ich es nicht wüsste, ich würde den Schaden nicht mehr erkennen

Ahhhhrgh, mein Herz! Mich trifft der Hauptschlag! Aus einem 5mm Loch wird eine 50cm Naht. Mein T-Shirt sieht aus wie eine Reffgardine, weil es nämlich Stretchanteile hat und, da bin ich sicher, der Held an der Nähmaschine dieses wohl unter Zug genäht hat.

Seither trage ich eine, meine Problemzone eher betonende als kaschierende, Zier-Reffnaht nahe der Unterbrustweite – das ganze für lässige 12.-€. Ich spüre das erste Mal, dass ich nicht mehr auf Leros bin!

Na egal, ich werde es verschmerzen. Um mir etwas Gutes zu tun, gehe ich erstmal zum Friseur, auch der ist gleich neben dem Hotel.

Mr. Barberos – klingt vielversprechend

Ich komme sofort dran, was mich verwundert und auch hätte stutzig machen sollen. Man spricht mich griechisch an, ich erwidere die mir bekannten Begrüßungsformeln und wechsle dann auf Englisch, dies verrät – hier sitzt ein Tourist!

Ich kann meinen 3-6-9 Harrschnitt erklären und der Barbier beginnt sein Werk. Beide sind wir irritiert, als bei 9mm am Oberkopf nichts weggeht, na egal, mach halt einfach wie Du willst – sommerlich kurz bitte.

Das klappt ganz gut – ABER…

Beim Bezahlen merke ich, dass andere Regeln als auf Leros gelten. Ich berappe 38.-€ für den Haircut. Die gleiche Leistung bekomme ich auf Leros für 10.-€. In Zukunft lasse ich nur noch Sibylle an meinen Kopf – aus Schaden wird man klug.

Ich komme zurück an den Pool und eine blasse Sibylle schaut mich an – „…wir müssen sofort in die Stadt, ins Reisebüro, in den Hafen!“ Ich frage nicht lang, wir fahren einfach…

An der Stadtmauer parken wir, wo ist das nächste Reisebüro?

Ich fordere eine Erklärung von der paralysiert vor mir herlaufenden Frau – ich schlage ein Bierchen zur Abkühlung des Gemütes vor, sie möge mir doch bitte erläutern was passiert ist!

Vorschlag angenommen, wir setzen uns zum Bier in eine der Tavernen am zentralen Brunnen in Rhodos Old Town und bestellen ein kleines und ein großes Blondes – wir erwarten, wie allgemein üblich, ein 0,5er und ein 0,3er Glas.

Nicht so in Rhodos…

Stiefelsaufen in Rhodos – willkommen im touristischen Wahnsinn
ICH HASSE SOWAS!

Wir trinken jeder etwa die Hälfte der an sich leckeren Hopfen-Kaltschale, danach wird das Gebräu warm und lack. Ich strafe den menschenfangenden Gastwirt mit Missachtung und frage mich – wer kann sowas leiden? Welcher Tourist macht die Griechen glauben, dass sowas zum Urlaub gehört? Ich bin das erste Mal fassungslos.

Doch was war eigentlich mit Sibylle???

Sie hat, während ich beim Barbier war, unsere morgige Fährverbindung noch einmal gecheckt. Diese gibt es aber nicht mehr! Eine völlig andere Fähre geht nach Heraklion, aber um 07.00 Uhr statt um 14.00 Uhr und wir haben ja auch keine Tickets für diese Verbindung – was tun?

Wir checken den Schalter am Fährterminal – geschlossen! Wir finden ein Reisebüro und erhalten Aufklärung – es stimmt, die Fähre geht früher und braucht statt 10h rund 15h, aber unsere Tickets haben Gültigkeit! Zu 99% – wir sollen halt spätestens um 06.15 Uhr am Fährkai sein.

Na toll!

Wir sortieren uns und fügen uns dem Schicksal. Dann suchen wir ein Geschäft, in dem Sibylle vor drei Jahren mal Schuhe gekauft hat – Tina will die Gleichen. Tatsächlich finden wir die Stecknadel im Heuhaufen!

Da hängt der begehrte Schlappen – wir kaufen ein Paar

Der Rest des Abends verläuft versöhnlich, wir bekommen, trotz gescheiterter Reservierung, einen Tisch im „Mama Sofia“ und ich kann die von mir so geschätzten „Fisherman Spaghetti“ bestellen. Sibylle entscheidet sich für Muscheln – wir essen vorzüglich im Touristenmoloch Rhodos Old Town, danach suchen wir das Weite.

„Mama Sofia“ ist unser Tip – wenn man schon nach Rhodos Old Town muss
Die „Fisherman Spaghetti“ sind sensationell
Auch Sibylle war happy mit ihrem Muschel Saganaki
Das Umfeld der Taverne ist touristisch geprägt, zeigt aber schöne Details

Nach dem Dinner sind wir zurück ins Hotel. Wir waren müde und groggy, der Start in den Urlaub war zwar pannenfrei aber holprig. Zudem wussten wir nun, dass das gebuchte und bezahlte Hotelfrühstück ausfallen würde – ein weiterer „Early Bird Day“ steht uns ins Haus.

Am nächsten Tag sind wir, wie vorgeschlagen, um 06.15 Uhr am Fährhafen. Nicht zu früh wie sich zeigt, wir sind beileibe nicht die Einzigen.

Ich stelle mich am Fahrkartenschalter an, Sibylle kauft bei „Gregoris“ Sandwiches für die überlange Fährfahrt.

Dann geht es los…

Es waren keine neuen Tickets nötig
Mit den vorhandenen Fahrscheinen können wir einfahren und die GS parken
Statt auf der schönen CHIOS sind wir jetzt auf der PREVELIS, einer alten Möhre – statt um 14.00 Uhr legt sie um 07.00 Uhr ab

Sibylle hat uns wieder einen guten Platz erhascht. Wir sitzen in Fahrtrichtung an vorderster Front, können nach vorne aus dem Fenster sehen. Auch meine Vorgabe, eine Steckdose, war erfüllt – ich richtete mir ein kleines Büro ein, wollte ich doch meiner Schriftstellertätigkeit nachgehen und an meinem Maiblog schreiben. So würde ich die verhältnismäßig lange Fahrtdauer von 15h30min sinvoll nutzen!

Der Ausblick aus unserem Fenster – über das Vordeck
Ich sitze einigermaßen gut und feile am Blog für den vergangenen Monat

Die längere Reisedauer ergibt sich aus der Tatsache, dass diese Linie mehrere Zielorte anläuft. Es waren Inseln und Orte dabei, welche wir schon bereist hatten, darüber hinaus auch solche, die wir nicht kannten.

Sibylle nutzte die Hafenstops, um sich die Beine zu vertreten und ein paar Bilder zu machen. Ich habe zwischenzeitlich auf unsere Siebensachen aufgepasst – den Laptop möchte ich dann doch nicht unbewacht stehen lassen.

Die Fähre läuft folgende Zielorte an…

Hafen der Insel Chalki
Hafen Diafani auf Karpathos…
…überall emsiges Treiben – hier noch verhältnismäßig entspannt
Als nächstes der Haupthafen von Karpathos…
…Pigadia – hier waren wir vor zwei Jahren mit dem Motorrad
Nächster Stop war Kasos
Dann erreichen wir Kreta – zunächst legt die Fähre in Sitia an

So vergingen die Stunden. Als wir in Sitia ablegten und Kurs auf Heraklion auf Kreta setzten, begann die Sonne im Meer zu versinken. Wir hatten von unserem Platz aus den „perfekten Ausblick“ auf das Szenario – wenn dieser auch durch die verschmutzten, salzigen Scheiben etwas „getrübt“ war.

Großes Kino

Ich fand es fast schon witzig, wie auf einmal andere Fahrgäste an die vordere Fensterfront kamen, um einen Blick auf das Schauspiel zu erhaschen. Klar, Sonnenuntergänge wirken immer, aber durch diese Scheiben war die Wirkung eben gemindert – trotzdem herrschte phasenweise Gedränge an der Fensterfront. Wer macht das beste Selfie???

Die Asiatin ganz links mühte sich im weiteren Verlauf redlich…

Die „blaue Stunde“ beginnt, wir ruhen noch ein wenig aus. Dann naht endlich das Ende der langen Fahrt. Die Gäste, die in der Hauptstadt der größten griechischen Insel aussteigen wollen, werden gebeten sich fertig zu machen und zu ihren Fahrzeugen zu gehen.

Wenige Minuten später geht es ruck-zuck, wir starten den Boliden und fahren über die Rampe. Den Weg zum Hotel kennen wir. Ein Parkplatz für die GS bietet sich direkt vor dem „Marin“, wir checken ein.

Ein typisches Stadthotel, alles da was man braucht, um eine Nacht ohne gehobenen Anspruch zu verbringen. Trotzdem war das Zimmer den aufgerufenen Tarif nicht wert, denn die Dusche in unserem Zimmer war eine Frechheit! Dabei lag es ausdrücklich NICHT an meiner Statur, dass die Größe der Duschwanne sich zum Problem mauserte, auch Sibylle hatte echte Schwierigkeiten in der 60 x 50cm großen Dusche – ich kam nichtmal rein!

Wenn wir am Rückweg die gleiche Dusche im Zimmer haben gibt es ein Foto – eine Chance bekommt jeder…

Am Folgetag frühstücken wir relativ einfach, aber mit spektakulärem Blick – dann setzen wir die Fahrt nach Chania fort.

Kurze Pause zum Hintern entspannen

Sibylle wollte es, wie eigentlich immer, erstmal langsam angehen lassen. Ich musste langsam fahren, es sollten Pausen entlang der 150km langen Gesamtstrecke gemacht werden undsoweiter.

Da meiner Gattins Befehl mir stets auch Wunsch ist, habe ich all diese Anordnungen befolgt. Daraus ergab sich, dass wir kurz nach der Pause eine weitere Pause einlegten – die Hälfte der Strecke war geschafft, immerhin 75km, wir waren in Rethymnon – Bergfest!

Natürlich fahren wir zielgerichtet in die Marina
Rechts die SAIL AWAY von Gerd, links der graue Bug der TRINITÉ

Gerhard und Christiane kennen wir persönlich seit Mykonos 2017. Wir sind beide im MSF, einem Skipper Forum, engagiert und hatten damals die Gelegenheit für ein Treffen genutzt. Die Beiden haben ihre Homebase in Rethymnon und es lag auf der Hand, dass wir für einen Drink vorbeisehen.

MSF Forumstreffen in einer Strandbar in Rethymnon

Wir haben bei einem Freddo Cappuccino unsere Seelen gesalbt, denn Gerd ist Fußball Superfan von Borussia Dortmund und musste ein paar Tage vorher die Niederlage im CL Finale gegen Real Madrid verdauen, ich dagegen hatte noch die verkorkste Gesamtsaison der Bayern im Sinn – Schwamm drüber!

Ich gehe eine Runde ins Meer und frische mich ab, die Örtlichkeit bietet sich geradezu an. So kann ich auch die ausgefallene Dusche am Morgen kompensieren und als Randnotiz verbuchen.

Wir müssen weiter, wir wollen nach Chania!

Schnell noch einen Blick auf die TRINITÉ unseres Freundes Jörg geworfen, ein kurzes Bild nach Hannover geschickt…

Soweit alles ok – wir tauschen ein paar Nachrichten mit dem Freund

…dann heißt es wieder in der Sattel der GS zu steigen, wir setzen die Reise fort. Eigentlich wollte ich ja gemütlich entlang der „Old Road“ von Heraklion nach Chania fahren, leider war diese mir bekannte Strasse, aber nur im Osten, zwischen Agios Nikolaos und Heraklion, durchgängig erhalten geblieben als vor einigen Jahren die „New National Road“ gebaut wurde.

Der westliche Teil wurde auf mehreren Teilstücken ausgebaut und für die neue Straße verwendet. Es gibt somit keinen durchgängigen Weg außerhalb der neuen Schnellstraße – das war bitter, aber nichtmal meine „Calimoto“ App wusste eine bessere Alternative.

Nun denn, da müssen wir durch! Wir passieren eine Stunde später Chania und wundern uns, warum die Ausfahrt zu unserem Zielort nicht kommt. Pause – Neuorientierung!

Schon an Chania vorbei – etwas trinken, Route checken

Ah ok, wir sind fünf Kilometer zu weit gefahren. Dieses kurze Stück können wir aber entlang der Küstenstraße retour fahren. So erreichen wir bald schon unseren Zielort Agia Marina, ein Küsten-Touristenörtchen etwa 9km westlich von Chania.

Wir checken in unserer Pension ein, sind happy mit unseren Gastgebern und unserem Zimmer. Dann fahren wir sofort zum Hotel von Nader und Christine, hier wollen wir uns mit den Freunden aus Deutschland treffen.

Im „amalthia“ Hotel sind die Freunde untergebracht – das wird unsere Anlaufstation für die nächsten 10 Tage

Großes HALLO! Wir freuen uns, dass bis hierhin alles geklappt hat und einem gemeinsamen, erlebnisreichen Urlaub nichts mehr im Wege steht. Wir beschließen, diesen Auftakt erstmal bei einem Bierchen zu würdigen und verholen uns in die Strandbar des feinen Hotels.

Nice – der erste Eindruck passt schonmal
An der Strandbar gibt es alles, was das Herz begehrt
Wir trinken erstmal ein kühles Blondes – es gibt viel zu erzählen und zu planen

Das „amalthia“ sollte eine wichtige Rolle spielen. Es wurde während des Urlaubs zu unserer Drehscheibe, zum Treffpunkt – unser Platz für Musestunden und unser Zugang zum Meer. Das Hotel lag an einem feinsandigen, einladenden Strand.

Es sollte sich herausstellen, dass auch in solchen Hotels nicht alles was glänzt auch aus Gold ist, aber ein schöner Platz zum Verweilen war es allemal.

Ideal für Sibylle und mich, wir konnten die Vorteile aus beiden Welten bündeln – Strandbar, Sandstrand und Poolambiente wenn gewünscht, ansonsten Rückzug in unsere familiäre und stille Pension etwa 500m vom Strand entfernt.

Wir ziehen uns zum Spätnachmittag hin zurück in unsere Pension „El Greco“, der Seniorchef empfängt uns mit einem Raki und Gemüse aus seinem Garten. Wir setzen uns zu ihm und erzählen ein wenig. Von ihm erhalten wir den Tip ins „Roka“ zum Dinner zu gehen. Das setzen wir umgehend um!

Normal gehe ich nicht in Lokale mit „Foto-Speisekarten“
Aber die Empfehlung unseres Gastgebers war super – wir essen vorzüglich
Geschmortes Rindfleisch mit mediterranem Gemüse…
…dazu ein kretisches Bier – herrlich! Ein sehr schöner erster Abend

Spät kommen wir nach Hause. Der Junior des Hauses ist inzwischen zurück aus Chania. Er sitzt zusammen mit seinem Vater auf der Veranda. Bei den Beiden sitzen Klaus und Sonja aus dem Ruhrgebiet, ebenfalls ein deutsches Gästepaar. Wir sollen uns dazusetzen und noch einen Raki trinken, oder zwei, oder drei…

Es stellt sich heraus, dass die Gastgeberfamilie auch motorisierte Zweiräder hat, der Vater eine original Honda Dax, 43 Jahre alt, der Sohn eine 600er Bandit – das schafft Bindung! Ich werde angewiesen, meine GS nicht am Parkplatz sondern im Hof zu parken – ok, gerne…

Das Moto steht sicher – jetzt aber ins Bett, ich bin müde

Etwas später fallen wir wie gefällte Bäume ins Bett, wir sind groggy vom zweimaligen früh aufstehen und der Fahrt hierher. Jetzt erstmal ausschlafen, morgen ist ein neuer Tag!

Dieser beginnt früh, etwas zu früh – wir müssen die Nachtruhe noch optimieren, ganz toll war es noch nicht. Wir hatten ein paar Schnaken im Zimmer, welche uns ordentlich zerstochen haben. Zudem war die richtige Einstellung der Klimaanlage noch nicht gefunden. Beides bekamen wir aber in den Griff, die folgenden Nächte haben wir gut geschlafen.

Ich hole Semmeln, in der Nähe ist ein guter Bäcker…

Wir frühstücken einfach

Unsere Frühstücke fallen bescheiden aus, wir wollen hierfür nicht zuviel Geld verplempern. Es gibt die guten, frischen Bäckersemmeln mit etwas Käse und Salami, später kaufen wir einen Blütenhonig an einem Honigstand im Hinterland. Kaffee und Tee bereiten wir selber – das reicht uns, es ist stets ein guter Start in den Tag!

Für heute haben wir uns den Besuch der „Theriso-Schlucht“ vorgenommen. Ein verhältnismäßig kleiner Programmpunkt auf der Liste der Unternehmungen, welche Christine und Sibylle für uns zurechtgelegt hatten.

Es war ein „weicher Start“, denn diese Schlucht kann komplett mit einem Fahrzeug durchfahren werden. Sibylle entscheidet sich für den vollklimatisierten Fiat Panda, welcher als Vehikel von unseren Freunden angemietet wurde. Ich wähle, Ehrensache, die GS als den fahrbaren Untersatz für diesen Ausflug.

Die gut ausgebaute Straße zieht sich in die Schlucht
Ab und an stoppen wir und bewundern die Natur und die malerische Landschaft
Das kurvige Sträßchen schlängelt sich entlang dem Schluchtverlauf
Wir machen Pause und entdecken Ortschaften
Wir erfahren Interessantes zu Geschichte und Kultur
Finden aber auch nette Plätzchen zum Verweilen
Wir setzen die Fahrt durchs Hinterland fort

Es ist wie immer in solchen Urlaubsorten – kaum fährst Du einen Kilometer vom Strand weg in Richtung des Hinterlandes, hast Du weitgehend Ruhe. Die Touristen folgen den ausgetretenen Pfaden. Bis hierhin schöpfe ich noch keinen Verdacht – der Ruf „is there anybody out there?“ – er wäre heute ungehört verhallt.

Das sollte sich aber noch ändern…

Die Straße zieht sich nach oben auf ein kleines Plateau, sie wird serpentinenartiger.

Ich genieße die Fahrt, folge dem Panda und mache Bilder
Es bieten sich herrliche Ausblicke…
…und natürlich will jeder ein Foto machen – wir gründen eine WhatsApp Gruppe zum Tauschen der Bilder
Das freut mich, denn so gibt es auch mal Schnappschüsse von mir
Das Schild deutet auf eine kurvenreiche Straße hin – und auf eine schießfreudige Bevölkerung
Die Straße windet sich wieder nach unten, wo bleibt der Fiat?
Ah, da isser ja…
…und bis ich mich versehe ist er schon weg
Am nächsten Parkplatz treffen wir uns wieder
Dann geht es gemeinsam weiter
Schilder warnen weiter vor Gefahren – direkten und indirekten
Dann erreichen wir eine Ortschaft

Wir beschließen, dass wir in dem kleinen Örtchen eine Pause einlegen. Der weibliche Teil unserer Gruppe möchte das sakrale Bauwerk bestaunen und mehr darüber erfahren, der männliche Part ruft nach einem erfrischen Getränk – wir stoppen.

Wie geht es weiter? Wir beratschlagen

Leider war die Kirche geschlossen. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir gönnten uns eine eiskalte Cola, alternativ einen frischgepressten Orangensaft und berieten uns, wie wir die Fahrt fortsetzen wollten.

Die zuvor noch etwas verschlossen wirkende Bedienung taute auf und riet zu einem Besuch einer nahegelegenen Schlucht. Ah, ok – die stand gar nicht auf unserem Plan…

Jetzt muss der geneigte Leser wissen, dass Nader und ich die leidenschaftliche Abneigung gegen Wandern generell weitgehend teilen. Nader hat zudem noch ein kaputtes Knie, so müssen Wanderungen, auch wenn es nur Abstecher sind, eigentlich sehr detailliert geplant werden – eigentlich!

Darf ich vorstellen – unser „off-road Shuttle“ für Fußlahme

Wir nehmen uns also vor, dass wir die verpasste Schlucht zumindest mal ansehen wollen. Ich shuttle Nader zum Eingang, zum Glück ist mein Zweirad bayrischer Herstellung weitgehend off-road tauglich.

Wir erreichen den Eingang der Schlucht…

Die 300m sind die Strecke, die ich Nader zubringe
Am Eingang ist für mich Ende – ab hier ist es ein Track
Wie immer ist alles gut ausgeschildert

Ich beschließe, bei Nader zu bleiben und ihm etwas Gesellschaft zu leisten. Wir setzen uns in den Schatten. Die Damen eilen von dannen, denn sie haben sich vorgenommen, zumindest einen Teil der Schlucht anzusehen. In ein paar Minuten wollen sie zurück sein.

Da ziehen sie dahin…
…über einen schmalen, aber gut angelegten Pfad
Die ersten, beeindruckenden Felsformationen sind erreicht – der Bach führt kaum Wasser
Erinnerungsfoto – klar!

Nach etwa einer halben Stunde findet sich unsere kleine Gruppe wieder zusammen. Schön war´s, bestätigen die Damen. Ok, dann können wir jetzt weiter.

Als nächstes Ziel wird einer der beiden Süßwasserseen von Kreta ausgerufen. Wir wollen gerne baden und etwas trinken. Soweit der Plan…

Leider kam es anders, denn der See entpuppte sich als Naturreservat für alles was kreucht und fleucht – nicht nur, dass Baden vermutlich verboten war, es war auch nicht einladend.

Sehenswert war der Natursee allemal – er lag ohnehin am Weg
Überall Vogelgetier rund um den wirtlichen Lebensraum

Wir akzeptieren, dass es mit dem Badestopp und auch dem erfrischenden Getränk nichts wird. Doch so einfach wollen wir den Tag nicht ausklingen lassen. Ein Speiseeis wäre toll und nachdem wir am Heimweg ohnehin Chania streifen würden, könnten wir doch einen kleinen Abstecher machen.

Gesagt, getan. Sibylle und ich waren schon in Chania, aber nur für einen Tagesausflug vom Osten her kommend. Ich konnte mich aber noch an einen sehr günstig gelegenen Parkplatz erinnern. Das passt auch diesmal, wir finden eine Lücke für den Panda und parken auch das Moto sehr zentral.

Direkt an der Altstadtmauer – der Panda nur 50m entfernt

Sibylle und ich hatten Kreta schon dreimal bereist. Zweimal war Agios Nikolaos unsere Base, von dort aus haben wir den Osten umfänglich entdeckt und auch mal einen Tagesausflug nach Chania gemacht.

Einmal war Kamilari auf der Südseite unsere Base. Von dort aus haben wir die gesamte Mitte Kretas bereist und mit dem Motorrad entdeckt.

Diesmal haben wir uns entschieden, unsere Zelte im Westen, eben im Umfeld von Chania, aufzuschlagen. Wir wollen diesmal den gesamten Westen Kretas für uns entdecken. Chania ist die größte Stadt dieser Region.

Der Leuchtturm – die Eingangspforte zum alten venezianischen Hafen
Heute touristisch genutzt – wie alles hier
Wir finden eine Eisdiele…
…die überraschend gutes Eis anbot

Eine kleine Runde durch die Stadt haben wir uns angetan. Insgesamt war es aber zu heiß. Wir beschließen, dass wir noch etwas trinken, dann wollen wir zurück an den Strand. Nach Chania kommen wir andertags noch einmal, später, abends, wenn es nicht mehr so heiß ist.

Kutschfahrt durch Chania gefällig? Ich finde es pervers
Da widmen wir uns lieber lokalen Bierspezialitäten – dem bekannten „Mamos“ zum Beispiel…
…oder dem etwas weniger bekannten „Nymphi“ aus Thessaloniki – nice name 😉

Danach fahren wir zurück ins Hotel von Nader und Christine. Wir sind von den Beiden an der Rezeption vorgestellt worden und da der Bereich der Hotelbar und des Strandes ohnehin öffentlich sind, ist es kein Problem, dass wir stetig im Schlepptau sind.

Wir gehen zusammen eine Runde ins Meer – Abfrischung tut Not. Dann ziehen Sibylle und ich uns zurück um uns ausgehfein zu machen. Unsere Pensions-Mitbewohner Klaus und Sonja haben uns einen Tavernen Tip gegeben, den wollen wir heute ausprobieren, Nader und Christine sind informiert, wo diese kleine Taverne zu finden ist.

Das „Palirria“ versteckt sich – Zugang über ein schmales Gässchen
Schöner Blick, man sitzt schön…

Leider verwehrt uns der Wirt den Sechsertisch rechts. Er ist verwundert und überzeugt gleichzeitig – „…all tourists want to sit in the first row!“ Mag sein, wir aber nicht! Wir wollen den Schatten und einen größeren Tisch, weil wir ein Sammelsurium an Meze bestellen wollen.

Wir bekommen den Tisch nicht! Sibylle und Christine wählen einen anderen und wir freuen uns auf´s Essen – aber die Tischdiskussion hat dem Wirt Punkte gekostet.

Egal, ein Bier und ein Humpen Wein passen auf jeden Tisch
Das Essen war sehr gut – leider war der Tisch dann knapp, wir bekamen einen Stuhl hingestellt auf dem wir das Brot deponieren sollten
Eine wundervolle Abendstimmung…
…die von der untergehenden Sonne in ein besonderes Licht getaucht wurde
Ich genieße „Seafood Spaghetti“, die denen im „Mama Sofia“ auf Rhodos kaum nachstehen

Naja, unser Fazit – eine tolle Kneipe mit gutem Essen. Wir haben es hinbekommen, dass der Vierertisch gereicht hat, der Sechsertisch blieb diesen Abend leer, wie die meisten Sechsertische.

Wir sind nicht noch einmal ins „Palirria“ gegangen, der Wirt hat uns nicht erreicht, schade…

Wir haben an diesem Abend aber eine Idee für den Folgetag geboren, man könnte von einer „Schnapsidee“ im Wortsinn sprechen. Wir fahren nämlich nach Matala! Das ist streckentechnisch nicht ganz in der Nähe, um den ehemaligen Hippieort zu erreichen, müssen wir zunächst rund 75km nach Rethymnon fahren, dann einmal von Nord nach Süd die Insel überqueren – Gesamtstrecke rund 130km, aber unsere Freunde sind angefixt.

Wir brechen früh auf!

Ich darf hinten sitzen und lasse mich chauffieren
Der Panda ist ganz kommod, Platz für uns alle

Wir ratschen viel, die Strecke zieht sich. Unsere Route führt uns entlang kleiner Straßen durch teilweise unberührte Natur. Sibylle und ich kennen den Weg, wir sind ihn schon gefahren.

Die hohen Berge von Kreta zeigen noch Schneefelder…

Die höchsten Riesen sind immerhin über 2.000m hoch

Als wir den kleinen Ort Kamilari durchfahren, wissen wir – bald sind wir da. In Kamilari haben zwei Freunde von uns Häuser gekauft. Auch wir waren in dem kleinen, beschaulichen Nest, um ein Häuschen anzusehen. Leider hat dies damals nicht geklappt.

Da beide befreundete Paare zu Zeit nicht auf Kreta verweilen, kommt es nicht zu einem Abstecher. Wir fahren die letzten sechs Kilometer und erreichen bald die ehemalige Hochburg der Blumenkinder.

Alles ein bisschen bunter und eigenwilliger hier
Natürlich fotografieren wir das berühmte Motto von Matala auf der neu bemalten Mauer

Wir wollen Matala ansehen, Christine möchte die Höhlen besuchen und wir möchten etwas baden. Nader hat Hunger – was liegt also näher, als erstmal eine Art „Base“ zu etablieren.

Wir nehmen uns einen Tisch in einer der Touristentavernen und machen uns breit.

Wir erfrischen uns – innerlich und auch äußerlich

Um dem Wirt nicht unfair zu begegnen, wir hatten zunächst ja erklärt, dass wir nur etwas trinken wollen, bestellen wir uns ein paar „Glangerle“, so hat auch der Tavernenwirt etwas von unserer, nun längeren, Verweildauer.

War ganz gut

An diesem Tag habe ich das erste Mal gemerkt, dass Anfang Juni schon etwas mehr als Vorsaison auf Kreta ist. Es ist schwer zu beschreiben…

Es war nirgends wirklich zum Bersten voll oder gar überfüllt. Aber zwei Tatsachen machten zumindest mir etwas zu schaffen – erstens, ich habe mich an Leros gewöhnt. Alles auf Leros ist kleiner, langsamer, leiser – außer die Italiener vielleicht, aber das ist ein anderes Thema.

Zweitens, ich war schon in Rethymnon, in Chania und auch in Matala – im Spätherbst, Ende Oktober, Anfang November. Ich kenne den Strand von Matala fast menschenleer – und jetzt das…

Liege neben Liege, Handtuch neben Handtuch

Ich bin sicher, dass da im Juli oder August noch sehr viel mehr geht, aber ich merke, dass mich die vielen Menschen nerven. Zum ersten Mal geht mir eine Blog-Headline durch den Kopf – „You are not Alone“.

Ich melde mich freiwillig, unsere Siebensachen zu bewachen, während Sibylle mit Nader und Christine die ehemaligen Hippiehöhlen besichtigen will. Für Christine, die geschichtlich Interessierte, sind es natürlich vielmehr Grabkammern aus römischer Zeit. Ich sehe eher die kiffenden 68er dem Idealbild von freier Liebe anhängen.

Wie auch immer – ich war schon dort, ich darf baden und auf die Taschen aufpassen…

Christine, Sibylle und Nader am Felsen mit den markanten Höhlen
Die Besichtigung muss man sich hart erarbeiten
Dafür gibt es genug lauschige Plätzchen zum Ausruhen

Nach der Rückkehr der Entdecker, frischen wir alle uns noch einmal ab, dann packen wir zusammen, bezahlen unsere Zeche und machen uns auf den Heimweg. Nicht aber, ohne zuvor einmal die Gassen von Matala abgegangen zu sein. Man entdeckt so viele liebevolle Details.

Werbekäfer
Wandmalerei einer Taverne
Der berühmte Baum am Ortseingang
„Love & Peace“ überall

Wir fahren zurück und beschließen, dass wir heute in Rethymnon zu Abend essen wollen. Christine und Nader kennen diese Stadt noch nicht, sie liegt etwa auf halbem Weg. Es bleibt genug Zeit, um sich den aus unserer Sicht sehr hübschen Ort, einmal in Ruhe anzusehen. Danach könnten wir dort essen, bevor wir uns auf das letzte Stück des Heimweges machen.

Die erste Hälfte des Weges führt durch das kretische Hinterland – Natur pur, wir sind meist allein auf weiter Flur.

Imposante Felsformationen und wilde Macchia überall

In Rethymnon angekommen, wandelt sich das Blatt. Trubel, Hitze und Gedränge. Wir parken an der Marina und laufen in die Altstadt.

Natürlich bemühe ich mich, die Bilder der Sehenswürdigkeiten so zu machen, dass nicht immer Hinz und Kunz durchs Foto latschen. Das gelingt auch meist, daher müsst ihr mir einfach glauben – nach meinen Messkriterien war es für die Jahreszeit ziemlich voll.

Nichtsdestotrotz – Rethymnon ist sehr schön
Es gibt allerlei „besondere“ Gastronomie
Tolle Sehenswürdigkeiten wie den Rimondi Brunnen aus dem Jahr 1629…
Das Minarett der Neratze Moschee
Sibylle und Christine gönnen sich noch den Weg zur Burg

Dann reicht es uns, wir haben Hunger! Ich schreibe an Jörg, er ist ja ein Kulinariker und kennt sich in Rethymnon aus. Er antwortet sofort und empfiehlt das „Prima Plora“ als eines der besten griechischen Restaurants die er kennt. Super! Wir haben einen Insidertip…

Doch da hatte ich die Rechnung ohne die Wirtin gemacht, namentlich Sibylle, die sich im späteren Verlauf des Urlaubs selbst als „Spaßbremse“ charakterisieren wird. Sie ist diesmal die Bedenkenträgerin in Sachen Finanzhaushalt und unterstellt dem von Jörg empfohlenen Restaurant, ohne jegliches Hintergrundwissen, ein überteuerter Gourmettempel zu sein – abglehnt!

Die Google Suche führt uns ins „Nostos“ (4,9), wo wir sehr gut, aber auch dem Mainstream folgend, zu Abend essen.

Die gleichen Teller wie im „SouVLakki“ – aber da kommt das „Nostos“ nicht ran, tja

Erschöpft von dem langen Tag, treten wir die Heimfahrt an – und plötzlich, aus dem Nichts, ein Stau! Das darf doch nicht wahr sein, was ist denn hier passiert???

Nur ein Bus als Liegenbleiber in der Baustelle

Die Situation konnte zum Glück rasch bereinigt werden. Wenn man da Pech hat, kann man auch mal schnell eine oder zwei Stunden stehen. Dieses Schicksal blieb uns erspart, wir konnten die Fahrt fortsetzen und wurden von Nader vor der Haustüre unserer Pension abgesetzt. Wir schleichen die Treppe rauf und fallen ohne Brimborium ins Bett.

Am Folgetag war ein Ruhetag ausgerufen. Die Freunde wechselten das Zimmer, weil das ursprüngliche ein paar Mängel aufwies. Die Beiden hatten Glück und bekamen ein Upgrade auf eine Junior Suite. Ein gerne genommenes Bonbon.

Leider klappte nicht alles so reibungslos. Die gebuchte Halbpension verfiel ersatzlos, weil es die Küche des Hotels bis zuletzt nicht schaffte, Gerichte ohne Zwiebeln für Nader anzubieten. Dies Unbill sollte sich aber zu guter Letzt als Gewinn herausstellen, da wir sehr gute Lokale entdecken konnten und daher immer gut gegessen haben. Bei dieser Bewertung bleibt die finanzielle Betrachtung natürlich außen vor.

Sibylle und ich sitzen derweil in der Strandbar des Hotels, wir warten auf die Freunde und beobachten die Natur…

Ziemlich schwarz! Und groß!

Später sitzen wir zusammen, die Damen lesen, Nader tüftelt am iPad, wir gehen immer wieder ins Meer um zu schwimmen oder uns einfach nur abzufrischen – dazwischen gönnen wir uns ein Lieblingsgetränk.

Und was macht der Skipper? Der schreibt den Blogbericht für den vergangenen Monat Mai!

Hart, so ein Schriftstellerleben

Ich hatte optimale Bedingungen. Eine Steckdose und eine ebene, gepolsterte Auflagefläche für den maladen Ellbogen. Ich saß im Schatten und konnte den Bericht, den ich ja in der Fähre bereits begonnen hatte, an diesem Tag vollumfänglich fertig stellen – perfekt, ich habe mich gefreut!

Zum Dinner waren wir noch einmal im „Roka“, grundsolide und leckere kretische Küche gleich ums Eck.

Als Sibylle und ich das letzte Mal auf Kreta waren, wollte ich unbedingt zum „Balos-Beach“. Dies wurde, aufgrund der relativ weiten Anfahrt, damals abgelehnt. Diesmal stand der Strand für mich an zweiter Stelle meiner Wishlist, heute sollte es soweit sein!

Lasst euch überraschen! Nader und Christine waren am ersten Tag ihres Urlaubes, wir waren zu dem Zeitpunkt noch auf der Fähre, schonmal bis zur Mautstation des Nationalparks gefahren. Sie beschreiben die Anfahrt als schmale, staubige Schotterpiste – „…wir sollten mit dem Fiat fahren!“

Ich lächle und wähle – die GS 😉

Wir stoppen vor einem Supermarkt um Brot für morgen zu kaufen – nanu???
Morgen wird ein „Early Bird Day“ sein, der Bäcker würde geschlossen sein
Nader warnt – „…das ist erst der Anfang“! Ich lächle abermals und freue mich verschmitzt
Wir erreichen die Mautstraße – 9km Piste bis zum Parkplatz
Auch hier ein Naturreservat
Gleich geht es los…
…jetzt! Ich brummle los
Eine gut gesicherte, schmale, staubige Piste – Ziegen überall
Natürlich wissen nicht nur wir vom Balos Strand
Ich überhole die anderen Leihwägen und fahre voraus, weil es Spaß macht und…
…weil ich so Bilder vom dahinzuckelnden Fiat machen kann
Selbstverständlich wird auch aus dem Auto herausfotografiert
Dann wieder auf´s Mopped…
…und die Kolonne der weißen, schleichenden Maden von hinten aufgerollt

Ich habe mit der Enduro leichtes Spiel. Die Leihwägen fahren langsam. Pech für Nader war, dass ein anderer Wagen wirklich sehr langsam fuhr und so eine Kolonne hinter sich auffahren ließ. Diese zog sich wie eine Perlenkette über die staubige Piste nach oben.

Ich hatte derweil alle Zeit, die unglaublich beeindruckende Natur zu bestaunen. Ich habe Details beobachtet und meine Fotos gemacht. Danach habe ich die Kolonne einfach überholt und mich abermals neu positioniert – so zogen sich die 9km hin…

Ein weißes Kirchlein, das blaue Meer und dieses grün-grau der Landschaft – ich mag das
Für kleine Farbtupfer sorgen die rosa Blüten des Oleander
Ich werde mutiger, erklimme Felsen um neue Perspektiven zu erhalten
Was soll passieren? Hab´ ja nen Helm auf

Die Kilometer ziehen sich. Ich schätze, dass es fast eine halbe Stunde dauert, biss die Karawane den Parkplatz erreicht. Ab hier geht es nur zu Fuß weiter, das wussten wir.

Aber was ist das? Ein gebührenpflichtiger Großparkplatz in der Wildnis?

Mit Trillerpfeifen werden die Fahrzeuglenker eingewiesen – der Parkplatz trennt versierte Fahrer von denen die sonst nur zu Lidl fahren

Während ich meine GS auf dem für Moppeds und Quads reservierten Teil abstelle, füllt sich der Parkplatz unaufhörlich. Klar, das hätte man schon ahnen können – aber bewusst wird es mir erst jetzt!

Ich glaube, dass meine GS das einzige private Fahrzeug weit und breit war

Das Foto vom Parkplatz zeigte den unteren, noch nicht ganz vollen Teil. Es gibt dazu noch einen oberen Abschnitt und einen Mittelteil – beide Sektionen waren bereits voll.

Oben – voll!
Mitte – voll!

Der untere Teil füllte sich rasend schnell an. Von dort aus ging eine Art Track, ein Pfad, durch die gute Stube der Ziegen. Man muss rund 600m gehen und dabei etwa 200hm abwärts überwinden.

Die Wege sind prima ausgeschildert
Wir wissen also – hier geht´s lang

„IS THERE ANYBODY OUT THERE?“ Jaaaaaaa, hunderte von Menschen haben sich auf den Weg in die Wildnis gemacht um den Traumstrand zu erleben. Jeglicher Hauch von Abenteuer verfliegt.

Ich habe meinen Blogtitel gefunden – und bin hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Baby am Bauch, fehlender Sonnenschutz für den Knaben und Klapperle an den Füßen – Herr lass´ Hirn regnen
So ganz ohne war der Pfad nicht, es gab keinerlei Schatten
Natur so weit das Auge reicht – hier gibt es, außer dem Parkplatz, weit und breit nichts

Und endlich kam das Objekt der Begierde in Sichtweite – wir erhaschen erste Blicke auf den „Balos Strand“, einer Art blauen Lagune, welche alleine durch ihr Farbenspiel begeistert.

Das „Balos Beach“ Panorama – sieht schon toll aus
Ich stehe am als „View Point“ gekennzeichneten Platz und staune, es gefällt mir
Natürlich gibt es auch das obligatorische Gruppenfoto

Wir verweilen etwas. An uns ziehen Horden von Menschen vorbei, viele mit bereits aufgeblasenen Gummitierchen um Hals oder Bauch. Wieviel schöner könnten solche Flecken sein, wenn der Mensch behutsamer vorgehen würde. Der Mensch, in seiner Art solche Besuche in der Natur ausleben zu wollen, konterkariert die Einzigartigkeit solcher Plätze. Manchmal würde defensives Verhalten einen Mehrwert bringen.

Na egal, ich werde das wohl nicht ändern…

Immer noch strömen die Massen am View Point vorbei Richtung Strand.

Eine Völkerwanderung am Traumstrand

Wir Vier beratschlagen uns – wollen wir die letzten 110hm nach unten gehen? Nader hat Sorge um sein Knie. Uns alle nerven die Menschenmassen, würde es unten wirklich zum besonderen Erlebnis, dort zu baden?

Mich beschäftigt etwas ganz anderes – der kommende Morgen! Warum hatten die Damen eigentlich Brot für morgen früh gekauft???

Die Antwort ist mein Punkt 1 auf der Wishlist – die Samaria Schlucht, die haben wir nämlich für morgen geplant! Doch dazu später mehr…

Ich habe Angst, dass ich meine Beine kaputt mache, ich will für morgen fit sein. So lassen wir es bei der beeindruckenden Aussicht und machen kehrt. Ein richtiger Entschluss wie sich herausstellt, denn der Strom der Besucher reißt nicht ab!

Querfeldein, über Stock und Stein – überall, einfach ÜBERALL
Die Ziegen ficht das nicht an – sie starren auf die bunten Touristenscharen…
…oder suchen sich ein schattiges Plätzchen

Zurück am Parkplatz, staunen wir nicht schlecht. Dieser war nun reichlich angefüllt, man könnte fast sagen, dass er voll war. Vor dem Kassenhäuschen bildete sich bereits eine Schlange. Wir waren froh, diese Stätte des Touristenwahnsinns, sei sie noch so schön, wieder verlassen zu können.

Ich hatte Tage später noch einmal überlegt, sehr früh mit dem Motorrad zu kommen und nach unten zu gehen um am „Balos-Beach“ zu schwimmen, den Gedanken dann aber verworfen…

Juni 2024 – Verkehrsinfarkt am Großparkplatz in der Wildnis
Die Fahrt nach unten war wieder ein Genuss

Eine witzige Randnotiz ergab sich bei einem Gespräch mit einem Fahrzeuglenker, der neben Nader zum Parken eingewiesen wurde. Er sei besorgt, erklärte uns der Belgier, weil „…es ihm vom Autovermieter ja untersagt sei, mit dem nicht geländetauglichen KIA hierher zu fahren“, er hätte beobachtet, wie die ganze Zeit ein Motorradfahrer mit griechischem Kennzeichen auf und ab gefahren sei und Autos fotografiert hätte. Er sei sich sicher, dass „…dies ein von den Vermietern beauftragter Ermittler gewesen sei!“

Ich schmunzle in mich rein und lasse den Mann in dem Glauben 😉

Wir kommen zurück zur Mautstation und sammeln uns dort. Es muss kurz besprochen werden, wie wir den Rest des Tages sinnvoll verbringen können.

Der off-road Staub haftet ihr an

Wir beschließen, uns erst einmal an einen gastlichen Ort zu verholen. Dafür bietet sich eine Bar an der Riva von Kissamos an.

Das setzen wir um und laben uns an Cappuccino und Kuchen, dann lässt Christine die Katze aus dem Sack – „…es gäbe hier noch eine frühbyzantinische Kirche…“ höre ich sie sagen. Nader und ich sind begeistert – uiii toll, frühbyzantinisch, oder? Das wollen wir auch sehen!

Wir setzen unsere Vehikel in Gang und fahren das Sträßchen, welches zum alten Kirchlein führt. Dort angekommen, staunen auch Nader und ich, wirklich beeindruckende Relikte aus einer Zeit die mehr als 1.400 Jahre zurück liegt.

Von außen ziemlich sicher restauriert….
…zeigen sich innen alte Bilder, Fresken und Mosaike…
…bei deren Anblick der Phantasie freien Lauf gelassen werden kann – was hier schon alles passiert ist
Auch das Bauwerk beeindruckt
Bilder, die die Zeit überdauert haben
Das Kirchlein wird auch genutzt, um christliche Bilder auszustellen

Nader und ich waren schneller mit der Besichtigung durch als unsere Frauen. Es lag also in der Natur der Dinge, dass wir uns griechisch verhielten, uns einen Platz im Schatten suchten und palaverten. Hätten wir so eine Holzperlenkette zum Spielen gehabt, wir wären als echte Hellenen durchgegangen.

„Sag mal, wann war eigentlich frühbyzantinisch???“
„Das ist lang her, verdammt lang her…“
Das unscheinbare Kirchlein ist einen Besuch wert, es hat uns sehr positiv überrascht

Es ist an der Zeit die Rückreise anzutreten. Nader bringt Sibylle vor die Haustüre, ich pilotiere mein bayrisches Zweirad ebenfalls zu unserer „El Greco“ Pension.

Das jüngste Bike ist das rechts

Dort parkiere ich es auf dem mir zugeteilten Parkplatz im Innenhof. Sibylle und ich wollen in unser Zimmer huschen, doch da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Manolis fängt uns ab und noch bevor ich „kalispera“ aussprechen kann, halte ich ein Glas Raki in der Hand. Na dann, Yammas, zum Wohl.

Wir müssen uns setzen und werden mit einer Gemüseplatte und Obst gefüttert. Dies nehmen wir gerne an, es ist uns eine Ehre. Wir plaudern ein bisschen, tauschen uns aus und erzählen einander. Dazu gibt es noch ein oder zwei Raki. Oder waren es drei? Ich erinnere mich nicht mehr!

Ist aber egal, denn heute müssen wir nicht mehr fahren. Unser Gastgeber empfiehlt eine weitere Taverne in fußläufiger Entfernung, das „Aletri“ ist, selbstverständlich in dieser Region, auch touristisch, hat aber das gewisse Etwas, den Twist!

Wir sitzen sehr schön in einem alten, renovierten Haus…
…und bekommen tolle Meze – darunter den besten Saganaki Käse den ich bisher gegessen habe
Auch das Tigania mit Speck, frischem Gemüse und Ei kannte ich so noch nicht
Und immer gibt es den frischen, köstlichen „Cretan Salad“

Wir stärken uns und freuen uns – über den, trotz aller Widrigkeiten, sehr gelungenen Tag, das gute Essen und natürlich auf morgen! Ich erinnere, für morgen haben wir uns die Samaria Schlucht vorgenommen.

Wikipedia gibt dazu interessante Informationen…

„Die Samaria-Schlucht (griechisch Φαράγγι της Σαμαριάς) im Südwesten der griechischen Insel Kreta ist mit 17 Kilometern Länge eine der längsten Schluchten Europas. Sie führt aus über 1200 m Höhe fast von der Mitte der Insel bis zum Libyschen Meer. An Länge wird die Samaria-Schlucht durch die Verdonschlucht in Frankreich mit über 20 Kilometern Länge und die Tara-Schlucht in Montenegro mit 78 Kilometern übertroffen.

Die Samaria-Schlucht ist einer der touristischen Höhepunkte Kretas; bis zu 4000 Menschen durchwandern sie während der sommerlichen Hochsaison täglich. Die Schlucht wird gesäumt von bis zu 600 m hohen senkrechten Felswänden, die an der engsten Stelle der Schlucht, an der sogenannten „eisernen Pforte“, einen Durchlass von lediglich drei bis vier Metern gewähren.“

Es wird ein „Early Bird Day“, wir stehen um 05.00 Uhr auf…

Von unserer Terrasse sehen wir die Sonne gerade aufgehen

…wir frühstücken ein bisschen, machen uns frisch und richten Brotzeit und Wasser für den Tag. Dann packen wir unsere Siebensachen zusammen und warten auf unseren Pick-Up Service. Nader und Christine wollen uns um 06.00 Uhr abholen.

Die Beiden sind, wie immer, sehr pünktlich

Jetzt heißt es, eine Stunde Auto zu fahren. Wir müssen uns ins Gebirge hochschrauben, auf immerhin 1.200m ü. NN. Wir fahren direkt in den Nationalpark „Lefka Ori“, der nach dem höchsten Berg Kretas benannt ist.

Pünktlich erreichen wir das Ziel, den Eingang zur Schlucht – wir sind die ersten und bislang einzigen Touristen dort, unser Kalkül scheint aufzugehen.

„National Park Samaria“
Noch war der Park geschlossen…
…während der Wartezeit konnten wir uns umfassend informieren
Offiziell 13,3km und 1.100hm – Gehzeit ca. 6:00h

Die Eckdaten sollten sich noch relativieren, aber ich war ohnehin mental gut vorbereitet. ICH wollte die Schlucht durchlaufen, schon lange! SOLCHE Unternehmungen reizen mich!

Zumal ist es ein zusätzlicher Ansporn, dass die Schluchtwanderung als die längste Schlucht-Hikingroute in Europa gilt. Das wollte ich schaffen!

Nun war ich nicht gerade trainiert zu diesem Zeitpunkt. Bergauf hätte ich das wohl aufgrund meiner fehlenden Ausdauer nicht geschafft. Bergab aber kann ich es mir zutrauen, wenn ich mich gut einteile – dabei geht es dann weniger um Kondition als um Muskelausdauer, besonders treppab müssen meine Oberschenkel und Wadeln Schwerstarbeit leisten.

Dass ich Muskelkater zu erwarten habe weiß ich, ich fühle mich relativ entspannt. Unser Plan war, zur Öffnung der Kasse loszulaufen, um den ersten, steilen Teil, mehr oder minder alleine für uns zu haben. Wir gingen von einem langsamen Marschtempo aus, es bestand Grund zur Annahme, dass Christine langsamer Gehen würde als ich – wir haben das alles im Vorfeld besprochen.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir die 6:00h schaffen. Nader geht nicht mit, aufgrund seines Knies ist er unser Bring- und Hol-Service. Wir genießen die Szenerie, bald wird aufgesperrt…

Die Berge bilden ein richtiges Massiv – die eine Wand der Schlucht
Ein Blick über das Geländer gibt einen ersten Eindruck
Das Gruppenbild ist obligatorisch

Wir gehen noch rasch rüber in das Café am Parkplatz und bezahlen brav unsere 50ct pro Person um den letzten „Angstbisler“ loszuwerden, dann öffnen die Kassen…

Wir kaufen unsere Tickets als Nummer 3, 4 und 5 am heutigen Tag
Die Tickets dienen beim Ausgang als Ausweis – aus Sicherheitsgründen
Dann beginnen wir mit dem ersten Teil, dem steilen, muskelfressenden Abstieg

Ich war vor ein paar Tagen froh, als Christine ein Höhenprofil der Schlucht gefunden hatte. Ich bin aus meiner MTB Zeit gewohnt, solche Profile zu lesen und für mich auszuwerten und einzuschätzen.

Hier für die Interessierten…

Für mich eine wichtige Orientierung

Die Strecke wird mit 13,3km angegeben, bis zum Ort sind es insgesamt 15,2km. Die Kilometer muss man zählen, der untere Balken gibt die angenommene Zeit an, so kann man die Pace für 6:00h einschätzen.

Der steile Teil ist nach ca. 4km und zwei Stunden, bzw. nach 7km und drei Stunden geschafft. Das Tempo sollten wir schaffen.

Irgendwann werden die Touristen aus den Bussen, welche gegen 10.00 Uhr an der Kasse erwartet werden, uns einholen – aber das wird uns egal sein, bis dahin sind wir im flachen Teil.

Eines noch, ich sehe im Profil auch die zwei „Schnapperer“, kurze aber meist qualvolle Anstiege, gut zu wissen, ich werde mich da drüberkämpfen ohne mich demotivieren zu lassen.

Los geht´s…

Die ersten Kurven und Treppen sind steil, wir müssen uns einlaufen
Der Untergrund ist lose, bietet aber dennoch guten Halt, wir kommen gut voran
Wir nehmen uns Zeit für Eindrücke und Fotos – wir wissen, dass das Zeit kostet
Die Schlucht ist ein beeindruckendes Naturschauspiel
Der vor uns gestartete Franzose ist wenig trittsicher und langsam – wir überholen
Christine ist schon im richtigen Tritt – wir sind jetzt die ersten Touristen, die heute die Schlucht durchlaufen. ALLEINE
Nicht, dass es wichtig wäre, aber die Franzosen bleiben achteraus
Käfighaltung? Keinesfalls! Die Stimmung ist gut!
Wir genießen die Blicke auf das beeindruckende Felsmassiv auf gegenüberliegender Seite
Der Weg zieht sich weiter steil bergab – mal stufig, mal eingeebnet, immer gut befestigt
Wir sind im Fluss – panta rhei
Es besteht Steinschlaggefahr – die Schutzmaßnahmen sind aber vorzüglich

Um 07.32 Uhr erreichen wir ein Schild – es zeigt KM1 an. Das bedeutet, dass wir ziemlich gut im Schnitt liegen, wir sind genau nach unserer eigenen Vorgabe gestartet und haben gut in „unseren Tritt“ gefunden.

So kann es weitergehen!

KM1 – nur noch 14 weitere
Statt Rucksack trägt Christine einen… – ja was eigentlich???

Ich persönlich wundere mich über Christines geliebten „All-In-Versorgungs-Bauchbeutel“. Ein sogenanntes „Wimmerl“ ist es nicht, dafür ist er zu groß. Ein „Wammerl“ ist er aber auch nicht, er ist abnehmbar. Er bleibt ein undefinierbarer Zwitter.

Ich erkenne die Vorteile beim Zugriff, kenne aber auch die Nachteile von zu großem Buggewicht und davon, seine Zehenspitzen nicht zu sehen. Wie auch immer, selbstgewählt werden Christine und ich zu Leidensgenossen während dieser Wanderung, es zerrt einiges an Gewicht im Frontbereich!

Mir geht es noch prima, Sibylle gesteht mir die Rolle des „Pacemakers“ zu. Wann immer ich bemerke, dass Christine etwas nachhängt, wird gewartet bis die Gruppe wieder beisammen ist.

Christine fürchtet das Verletzungsrisiko – sie ist sehr vorsichtig

Wir waren mit je 2 Liter Trinkwasser gut versorgt, glaubten wir. Die Wahrheit war, dass wir im unteren Bereich der Schlucht, dort wo die Bäume lichter wurden und gleichzeitig die Sonne schon höher stand, mehr Wasser brauchten als angenommen.

Dennoch brauchten wir nicht haushalten, denn ein Schild wies schon im Eingangsbereich der Schlucht darauf hin, dass sowohl Quell- wie auch Flusswasser im gesamten Bereich trinkbar wären.

Wir lernten schnell, Quellen kamen in regelmäßigen Abständen, wir konnten die Flaschen immer mit kaltem Wasser gefüllt halten und somit auch trinken wann uns danach war.

Kleine Quellen überall

Etwas später wurden wir das erste Mal eingeholt – aber nicht von anderen Wanderern, nein, von einem der Sanitäter, die mit Mauleseln und Lastpferden die Versorgung der Schlucht mit Sanitätsausrüstung sicher stellen und notfalls auch Verletzte transportieren könnten. In der Mitte der Schlucht gibt es einen angelegten Hubschrauber-Landeplatz.

So würde der Krankentransport funktionieren – wir werden ihn nicht benötigen
Um 08.04 Uhr erreichen wir KM2 – exakt im Schnitt

Wir fragen uns schon lange – warum gehen die Streckenangaben für die Schlucht im Internet so auseinander. Sie ist doch offiziell mit 15,2km ausgewiesen. Im Internet findet man dagegen Angaben von bis zu 25km?!

Christine meldet sich zu Wort – sie hätte auf ihrer GPS Uhr schon mehr als 2km, fast 3! Ok, das würde die Ungenauigkeiten erklären, vielleicht auch die verhältnismäßig langsame zu erwartende Durchschnittsgeschwindigkeit.

Aber was soll das jetzt helfen? Wir müssen uns nach dem richten was wir haben. Das Höhenprofil ist mit den Schildern abgeglichen – ich werde mich daran orientieren.

Ok, abgesichert ist abgesichert – Hauptsache es hält
Weiter geht es steil bergab, die Wege werden „natürlicher“ in ihrer Auslegung
Klar, dass es auch auf so einer Wanderung irgendwo „Stoanerne Manderl“ gibt
Die Wegweisung ist meist mit den gewohnten Farbmarkierungen, ab und an mit rudimentären Hinweisen
Die Steilwände lassen wir hinter uns, der Abstieg ist geschafft – ab jetzt folgen wir dem Lauf des Wassers
Wir erreichen den ersten offiziellen Rastplatz, noch führen wir das Feld an

Obwohl die Wanderung durch die Samaria Schlucht als hochalpin eingestuft werden darf, gibt es in regelmäßigen Abständen Quellen, Rastplätze und auch Toiletten. Alles war, zumindest im Juni und früh morgens, funktionell und hilfreich.

Die Gegend wird wirtlicher, die Landschaft freundlicher, auch den gröbsten Abstieg haben wir hinter uns. Jetzt heißt es etwas schneller zu werden und gleichwohl den Blick für das Schöne nicht verlieren.

Die ersten Höhenmeter sind weg – die Vegetation ändert sich
Auf den flachen Stücken kommen wir schneller voran, wir müssen aber mehrmals den Fluß queren
Den Bau eines Steinmännchens sparen wir uns diesmal
Hier ist der Weg gut einzuschätzen – die Damen bevorzugen Wanderstöcke
Am Eingang des alten Ortes Samaria queren wir die Brücke zur Raststation.

Wir erreichen den Ortseingang des alten Ortes Samaria. Dieser ist auch eine Art „Haupt-Raststation“. Hier stehen die Lastentiere, es gibt Ziegen. Auch eine kleine ärztliche Versorgungsstation ist hier zu finden.

Es ist etwas mehr als ein Drittel der Strecke und mehr als die Hälfte der Höhenmeter geschafft. Die mich begleitenden Frauen rufen nach einer längeren Pause nebst Brotzeit.

Der Ruf findet Gehör…

Es gibt nichts zu kaufen, man verzehrt mitgebrachte Brotzeit
Die Ziegen sind Menschen gewohnt, sie haben keine Angst…
…und zwar gar keine! Klaut der Frechdachs doch den Apfelbutz vom Tisch
ICH bekomme mein Foto – und ER nichts was ihm schaden könnte! Versprochen!
Bei den Nachbarn stellt er sich gleich ganz auf den Tisch – er scheint der Herr im Haus zu sein

Die Gefahr ist groß, dass man sich hier festsitzt, das können sich die langsamen Geher aber kaum erlauben. Wir müssen also weiter.

Inzwischen habt ihr gemerkt, dass wir eingeholt wurden. Zuerst kamen ein paar Sportler von hinten, darunter ein Paar, welches uns später noch einmal BEGEGNETE, als die Beiden wieder HOCHLIEFEN, der Wahnsinn. Dann kamen natürlich auch normale Wanderer die einfach schneller waren als wir. Bei einigen war klar, das sie einfach flott unterwegs sind, bei anderen drängte sich der Gedanke auf, wie das noch bis zum Ende der Schlucht gutgehen soll.

Ein paar Amerikaner waren mit einem weiblichen Guide so über dem gesunden Tempo, dass man befürchten muss, dass sie für den Rest des Urlaubs keinen Schritt mehr vor den anderen bekommen.

Apropos, wie geht es eigentlich uns. Nun, ich kann nur für mich sprechen, mir hat die Pause eher geschadet als gut getan. Mir taten die Beine weh, das Essen lag im Wanst, es dauerte lang, bis ich wieder im Lauf war.

Auch die Frauen fingen an zu klagen, doch das tat der insgesamt guten Stimmung keinen Abbruch.

Wir gehen lang am Unterlauf des Flusses – die Schlucht wird langsam enger
Schön ist es hier – ob da hinten schon der Ausgang ist?
Die Warnhinweise sind überall – ein paar Wanderer waren mit Kletterhelmen unterwegs
Imposant – die Wände der Schlucht ragen steil empor
Aha, auch den Wanderliebhabern gehen die Körner aus

Langsam zieht es sich, es wird warm. Erste „wie weit ist es noch“ Fragen werden laut. Jeder von uns hat sein Zipperlein zu tragen, wirklich fit ist niemand mehr.

Die Schlucht hat schon mehrmals ihr Ende vorgetäuscht, aber wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen. Erstens habe ich gelesen, dass es mehrere „Pforten“ gibt, zweitens sind die 13,3km eben noch nicht vorbei!

Zehn sind geschafft, noch drei liegen vor uns
Auch Christine muss mal sitzen – wir füllen die Flaschen im Fluss
Die letzten Kilometer gehen in der Sonne durch´s geröllartige Flussbett – das ist nur mäßig spassig
Dann aber ist es soweit – das MUSS sie sein…
…die berühmte „Eisene Pforte“, die das Ende der Samaria Schlucht darstellt
Logisch machen wir Bilder – die Touristenscharen nehmen Rücksicht, jeder darf mal
Dann verlassen wir die Schlucht an ihrem berühmten Ausgang

Ab hier lurren wir ein wenig. Ich rechne damit, dass Nader hinter einem Busch hervorspringt und uns begrüßt. Wir hatten locker vereinbart, dass er mit dem Auto vom Startort der Wanderung zum Zielort der Fähre fährt, welche die Wanderer zurück in die Zivilisation bringt.

Mit ebendieser Fähre wollte er dann zum Zielort der Wanderung fahren, denn dieser ist mit dem Auto nicht zu erreichen. Auch dieses Procedere macht die Durchwanderung der Schlucht aufwändig. Der Pauschaltourist bekommt das etwas aufbereitet serviert, ist dafür aber dem Strom der Massen ausgeliefert.

Aber Nader springt hinter keinem Busch hervor, wir gehen weiter…

Die Landschaft entlang des Flusses ist herrlich, kleine Gumpen überall
Wir legen noch etwa 2km entlang des Flusses zurück, queren ihn dabei mehrmals
Endlich erreichen wir das Ende der Wanderung – hier wartet auch Nader

Wir kommen ums Eck und erkennen das Kassenhäuschen, welches KM13,3 markiert und damit den offiziellen Ausgang und das Ende der Wanderung darstellt.

Hier wartet auch Nader, wir sehen ihm von Weitem und winken. Er macht unser „Finisher-Foto“, wir haben es geschafft, wir haben die Samaria Schlucht durchwandert.

Geschafft – wir sind stolz

Wir setzen uns zu Nader in den Schatten und erzählen ein wenig. Dabei vergleichen wir auch die finalen Daten. Wir sind offiziell bei KM13,3, Christines Uhr zeigt aber ein ganz anderes Bild…

Fast 20km auf der GPS Uhr

Ihr dürft glauben was ihr wollt – mir war es zu diesem Zeitpunkt auch egal, denn ganz am Ziel waren wir noch nicht.

Es galt noch rund zwei Kilometer bis in den Zielort zu laufen, dort würde um 17.30 Uhr die Fähre ablegen und uns zu unserem Auto bringen.

Doch die Frage lautet – zu Fuß gehen oder mit dem Minibus fahren, welcher ab hier angeboten wird? Es werden Stimmen für den Bus laut, vor allem, man höre und staune, von meiner Frau. ICH lehne ab! Ich komme nicht mit dem Bus an, ICH laufe!

Sibylle jammert. Der Rucksack schmerzt, ihre Füße auch. Meine Gefühlswelt, das gebe ich zu, ist gemischt – es tut auch mal ganz gut, drei Prozent mehr Restenergie oder auch Leidensfähigkeit als sie zu haben – um nicht als gemein zu gelten, nehme ich ihr den Rucksack ab. Meine Beine brennen, sie müssen die letzten zwei Kilometer mehr Kilos schleppen als Sibylle und Christine zusammen wiegen – inklusive Bauchbeutel!

Ruinen, hier gab es bessere Zeiten – und durch die Kriege auch schlechtere
Da vorne ist das Meer – da will ich rein
Ein Bier, ein Bier will ich auch! Nur noch ein paar Meter

Wir kommen an! Mein biologischer Restenergieanzeiger steht bei 0,47% – es wurde Zeit! Aber das Kalkül ging auf, ICH habe es geschafft, ich habe mir selbst bewiesen, dass ich mich richtig einschätze und mehr kann als andere mir zutrauen – aber jetzt reicht es erstmal.

Zuerst raus aus den Schuhen!

Meine „neuen“ Kastinger haben sich bewährt, sie dürfen jetzt als eingelaufen angesehen werden

Danach schaue ich auf mein Telefon und bemühe die „Health-App“. Mir ist klar, dass dies kein belastbares Auswertungsinstrument ist, aber zumindest näherungsweise kann man mal sehen, was man geleistet hat.

„Health“ zeigt 22,3km

Hm, das stimmt mich nachdenklich. Health und Christines GPS Uhr sind sich nahezu einig. Wir haben rund sechseinhalb Stunden für etwa 22km gebraucht – das ist ein 3km/h Schnitt im Gelände.

Das ist was wir erwartet hatten und ohnehin auch langsam genug – aber wenn man die unstrittige Zeit unter die 15,2km legt, dann ergibt sich ein knapper 2,5er Schnitt. Ich neige dazu, dass ich an die längere Strecke glaube – und werde das natürlich auch überall erzählen 😉

Spaß beiseite, es geht einzig und alleine darum, dass die Tour richtig eingeschätzt wird. Kein Wanderer soll sich verschätzen und in Gefahr bringen.

Jetzt ein kühles Getränk – Cola für den Brand oder gleich ein kühles Blondes?

Ich nehme Beides – Prost

Ah, ab jetzt beginnt der entspannte Teil des Tages – ich fühlte mich super. Die Beine zerrten und zogen ein wenig, ein Vorgeschmack auf das, was morgen kommen würde.

Wir gönnten uns ein Eis, einen Kaffee, Nader einen Saganaki Käse. Wir hatten immerhin drei Stunden zu warten. Die meiste Zeit verbrachten wir aber im Wasser. Der schwarze Strand war, aus meiner Sicht, einladend und das Wasser superklar.

Badefreuden, die erhitzten Leiber schrien nach Abkühlung

IS THERE ANYBODY OUT THERE?

Wenn ihr zufällig mal den Artikel von Wikipedia überflogen habt, dann wisst ihr, dass in Hochzeiten auch mal bis zu 4.000 Touristen AM TAG durch die Schlucht gehen. Heute waren es nur ein paar Hundert, aber alle sammeln sich in diesem kleinen Fährort.

Und alle beantworten meine Frage mit einem imaginären JAAAAAA!

Die Horde trifft sich pünktlich um 17.00 vor der Fähre und stürmt diese. Es gibt nur einen der Zubringer pro Tag, wer ihn nicht erwischt hat Pech. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn die zehnfache Anzahl an Touristen die Schiffe entern. Klar, es wird dann mehrere Fähren geben, aber jede einzelne wird voll gepropft sein.

Mit 15 Minuten Verspätung legen wir ab und fahren entlang der wunderschönen Südküste Kretas Richtung Westen.

Die Gebirge des Lefka Ori Nationalparks bleiben achteraus
Eine wunderschöne Wasserfarbe und zauberhafte kleine Buchten entlang der Küste

Nach knapp einer Stunde kommen wir im Zielort an. Die Massen verlassen das Schiff, die Busse stehen bereit – es ist der ganz normale Wahnsinn. Die meisten der Urlauber werden sich heute Abend mit einem bunten Bändchen Zugang zu ihrem „All-Inclusive“ Clubhotel verschaffen.

Menschen überall…
…und ich mittendrin – ich leide

Wir stellen uns auf die Seite, die Beine tun inzwischen sauber weh. Nader hat sich angeboten das Auto zu holen und hierher zu bringen. Das ist eine nette Geste!

Während der Freund den Wagen holt, spuckt der Stahlriese die letzten Wanderer aus seinem Schlund. Der Spuk ist in Minuten vorbei, die Masse verzieht sich in ihre Reisebusse.

Die letzten Wandersleut´ sind an Land, die Fähre legt gleich wieder ab
Bis Nader mit dem Fiat kommt, was nur zehn Minuten dauert, ist keine Menschenseele mehr zu sehen

Und nun? Es ist inzwischen fast 19.00 Uhr. Wir haben Hunger und müssen aber mindestens noch eine Stunde Fahrzeit in unseren Ferienort einplanen.

Wir schmieden einen Plan – wir gehen unterwegs in einer Hinterlandtaverne authentisch kretisch essen. Ohne das Shishi der Touristenlokale. Nader übernimmt die Aufgabe, ein entsprechendes Lokal auf halbem Weg, also in etwa 30 – 35km Entfernung, über Google zu suchen.

Das gelingt rasch! Es bietet sich das „Filosofos“ an, rund 30km vom Standort entfernt. Den Fakt, dass es am Meer liegt, teilt Nader in diesem Augenblick nicht mit uns – wir wären stutzig geworden.

Wir fahren und fahren, das Lokal kommt nicht! Auch nicht, als wir den Bergrücken, der Kreta in Nord und Süd trennt, längst überquert hatten. Auch nicht, als wir längst mehr als die Hälfte der Fahrzeit und Strecke hinter uns hatten.

Statt einfach das Ziel zu prüfen, verfingen wir uns in Argumentationsketten, weswegen sich erst sehr spät der Grund für den Faux-pas zeigte. Nader hatte einfach die Luftlinienstrecke zugrunde gelegt – diese bietet Google solange zum Vergleich an, bis eine Route gewählt wird.

Egal! Jetzt waren wir fast zuhause, das „Filosofos“ nur noch fünf Kilometer entfernt. Dann gehen wir eben trotzdem dorthin – leider!

Schlecht war es nicht – ordentlicher Durchschnitt würde ich sagen

Ok, wir haben nicht schlecht gegessen – aber gegen die anderen Tavernen die wir kennen gelernt haben und die ja durchaus auch in der Nähe gewesen wären, schneidet dieses Restaurant einfach schlechter ab.

Ich meine mir einzubilden, dass ich das schon vorab eine Ahnung hatte. Ich bestelle daher vorsorglich ein Bifteki, ein „Brot & Butter Gericht“, da kann man nichts falsch machen.

Wir essen, fahren heim und gehen ins Bett – die Luft war raus!

Der nächste Morgen! Ich klappe ein Augenlid nach oben und bin damit biotechnisch wach. Ich starte mein Gehirn und lasse es warmlaufen, dann gebe ich dem rechten Großzeh den Befehl zu wackeln, das funktioniert und ist ein erstes Indiz dafür, dass ich noch lebe.

Alle weiteren Bewegungen lassen diese Annahme nicht zu! Ich fühle Schmerzen überall, besonders das Abwinkeln der Beine ist eine Höllenqual. Ich überlege, ob es technisch möglich wäre, mich mit einem Gabelstapler über die Terrasse auf mein Motorrad heben zu lassen…

Gott sei Dank haben wir vorausschauend gedacht und für heute einen Badetag am berühmten „Elafonissi Beach“ geplant. Die Freunde holen uns ab, ich schleppe mich in den Fiat und falte mich auf den Fahrersitz – heute bin ich als Pilot der „sperrigen Kiste“ aus Italien eingeteilt.

Kleine Zubringersträßchen, heute bin ich Fahrer, Nader war gestern den ganzen Tag hinter dem Volant

Ich muss erst die geeignete Position hinter dem Volant finden. Ich muss den Sitz so einstellen, dass Nader hinter mir Platz findet, daraus ergibt sich, dass ich meinen Gasfuß immer etwas anziehen muss um ihn über das Pedal zu bringen.

Gleichzeitig versucht mein Vorderfuß stetig die Gummipantolette festzuhalten. Beide Bewegungen zusammen lassen mich leiden, mein Wadl fühlt sich an wie ein Molotow-Cocktail. Um die Pein zu lindern entledige ich mich meiner spärlichen Fußbekleidung und fahre barfuß. Der Großzeh gibt dabei Gas, das ist verboten, funktioniert aber wunderbar – manchmal heiligt der Zweck die Mittel.

Wir durchfahren kurvenreiche Passagen und Tunnels

Um uns die Fahrt angenehmer zu gestalten, legen wir Päuschen ein. Klassische Fotostops, gepaart mit der Chance das Knochengerüst etwas zu justieren. Genau das ist aber ein schmerzhaftes Unterfangen – ich bezahle den Preis für meine heldenhafte Wanderung am Vortag. Nun, wie ging das Zitat doch gleich wieder??? „Pain is temporary…“

Eine sagenhafte Straße mit tollen Ausblicken
Die Straße führt entlang einer Schlucht durch die Berge

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreichen wir die Zielregion. Wir sind im äußersten Südwesten von Kreta angelangt und freuen uns auf den Badestopp am gehypten Beach – wir lesen in Wikipedia…

„Der Strand Elafonissi, der in einem Naturschutzgebiet der Insel Kreta in Griechenland liegt, wurde 2014 unter die 25 beliebtesten Strände weltweit gewählt und das mit gutem Grund. Das seichte Wasser und der feine rosafarbene Sand machen den Strand besonders familienfreundlich. Der Sand besteht aus bunten Mikroorganismen und Korallenstückchen und lässt dadurch den Sand rosa erscheinen.

Besuchen Sie bei einem Tagesstrandausflug auch das blendendweiße Kloster Chrissoskalitissa, das auf einem Felsen über dem Meer thront.“

Unsere Erwartungshaltung war also hoch, drei Personen im flotten Fiat träumen von feinrosanem Sand – Moment, drei???

Ja, die vierte Person, Christine, stolpert über die Infor zum Kloster! Ein Umweg wird eingefordert! Ok, dann eben…

Die Damen stürmen das heilige Gemäuer.

Schön gell? Ja – bei 35°C

Nader und ich hingegen – wir opfern uns für gruppendienliche und verantwortungsvolle Aufgaben! Wir halten den Panda kühl und beaufsichtigen die Arbeit der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage.

Nachdem unsere Frauen zurück waren, sind wir die restlichen Kilometer bis zum Beach gefahren. Die immerwährende Frage „…ob da draußen denn jemand sei…“ konnte ich hier getrost für mich behalten. Man sah schon von Weitem, dass hier allerhand Touristen herbeiströmen

Irgendwas vergessen? Eimerchen & Schaufel, Sonnenschirm, Präservative und hölzerne Flaschenöffner in Dildoform – gibt´s hier alles

Wir berappen unsere 5.-€ Parkgebühr am Großparkplatz und latschen zum gelobten Strand. Die Eindrücke am Weg dorthin waren nice, der Strand wirkt optisch sehr einladend…

Rosa, klar…
Ein lagunenartiger Starnd – die schwarzen Pünktchen sind Badende – na toll
600m Fußmarsch – die Beine brennen
Von Weitem schöner als aus der Nähe – das wussten wir aber noch nicht

Nader mault. Er war der Meinung man könnte strandnah parken, sein Knie schmerzt. Meine Beine schmerzen auch, ich wackle wie einst „Herman Munster“ in seinen Filmen, mache aber gute Miene zum bösen Spiel – ein Chuck Norris weint eben nicht wenn er Schmerzen hat, es weint der Schmerz!

Wir erreichen über die sandigen Zuwege die touristische Zone. Es stehen erste Strandbars im Naturreservat, Getränke im Plastikbecher werden feilgeboten. Man zeigt was man hat…

Neueste Bikinimode, geschickt kombiniert – wer kann, der kann

Wir sind am Strand angekommen und sehen uns um. Als die Frauen das Kloster besichtigt hatten, habe ich die Zeit genutzt, um mich noch einmal auf das vorzubereiten, was uns erwarten würde. Entsprechend hoch lag die Messlatte…

Bild aus „Tripadvisor“

Ich renne an die Wasserkante – so ein Bild möchte ich auch machen! MEIN persönlicher Schnappschuss, ich will den Auslöser gedrückt haben, ich will es mit eigenen Augen gesehen haben!

Bild aus Marios iPhone – unbearbeitet

Das Lustige ist, dass man tatsächlich einen Rosaschimmer entdecken kann. Es handelt sich also nicht um Fake. Ich räume auch ein, dass zu anderen Tageszeiten das Licht gegebenfalls besser sein könnte.

ABER – als kleine Erinnerung an alle Photoshopper da draussen, ihr betrügt nicht nur die Menschen in eurem Umfeld, die eure Bilder ansehen, in erster Linie betrügt ihr euch selbst!

Daher – in diesem Blog sind alle Bilder aus meiner Kamera unbearbeitet und beschönigen nichts! Wenn ein bearbeitetes Bild von Freunden reinrutscht, dann weise ich darauf hin.

Ganz schön was los – ist das jetzt schon viel oder noch wenig
Ich empfinde es als viel
Hunderte von Menschen stehen bis zum Zwickel im Wasser – Pinkeltiefe

Wir gehen baden, das Wasser ist durch den Wind überraschend erfrischend. Man findet auch noch freie Stellen zum „im Wasser stehen“. Es ist voll, aber nicht überlaufen. Ich mag mir nicht ausmalen, was hier im August abgeht.

Schnell noch einen Schnappschuss für´s Album – dann nix wie weg hier!

Klar, schön war es allemal

Kommen die touristischen Regionen bei mir zu schlecht weg? Liegt es an mir und meinem Setup, dass ich von Menschen etwas Rücksicht und Zurückhaltung erwarte. Kann Tourismus nicht smart und verträglich sein?

Ich erkenne, ich bin nicht alleine – wenn ich auch in meinen Äußerungen etwas defensiver wäre…

Möwen kacken auf Faschisten und Touristen

Wir gehen die 600m zurück in den Touristenweiler und kaufen uns ein erfrischendes Getränk, es wird beratschlagt, wie es weitergehen soll. Wir wollen die Zeit sinnvoll nutzen, gleichwohl nehmen wir uns ein paar Augenblicke um die Details und den Ausblick zu genießen.

Wunderschöne Ausblicke, eine schöne Ecke
Freundliche Kakteen

Es ist an der Zeit, dass wir uns auf den Heimweg machen. Wir nehmen die gleiche Route und sind abermals begeistert von dem schmalen Sträßchen. Unser Zwischenziel heißt Kissamos, eine an sich unspektakuläre Kleinstadt im Nordwesten Kretas. Hier gibt es eine Eisdiele, hier wollen wir den Erlebnisteil des heutigen Tages ausklingen lassen.

Grün – die Tunneldurchfahrt wartet
Macht Spaß

Direkt am Weg gibt es den Ort Potamida mit seinen berühmten pyramidenförmigen Steinformationen. Klar, dass wir auch dorthin einen Abstecher machen.

Bei Weitem nicht so spektakulär, aber ich muss trotzdem an Kappadokien denken
Christine und Sibylle wählen eine andere Perspektive
Sieht toll aus – war den Schlenker wert
Das Gesamtgebiet ist eher überschaubar…
Zudem brennt die Sonne

Jetzt wird es aber Zeit – mein vom Muskelkater gepeinigter Körper ruft nach Innenraumkühlung. Ein Speiseeis muss her, die Eisdiele in Kissamos bietet sich förmlich an.

Wir erreichen das kleine, pulsierende Städchen und schlagen zu – vier Kugeln muss die überraschte Eis-Fachverkäuferin in mein Becherchen schaufeln, bevor ich Einhalt gebiete.

Ahhhh, ein Hochgenuss
Nicht nur mir schmeckt es – Stille am Tisch, wir laben uns an der fruchtigen Creme

Der Tag klingt aus, wir brummeln zurück ins „amalthia“ Hotel unserer Freunde und fahren uns selbst erstmal runter. Ein bisschen relaxen darf man schon – wie bereits erwähnt, war das „adult only“ Hotel welches Nader und Christine gebucht hatten, der ideale Ort dafür. Unsere Base…

Freddo Espresso scetto an der Strandbar – und natürlich gehörig schwimmen

Danach immer das gleiche Procedere. Wir überlegen uns die Taverne des Tages, jeder zieht sich in die Privatgemächer zurück um sich frisch zu machen und sich aufzuhübschen.

Danach treffen wir uns zum gemeinsamen Dinner. Entweder wir kommen runter zum Hotel oder wir werden abgeholt. Bei weiteren Fahrten mit dem Fiat, wenn wir in der Nähe speisen, dann auch mal zu Fuß.

Das Hotel ist nur 5 Gehminuten entfernt – und JA, es gibt einen „Blanc du Nil“ Shop im Ort 😉

Wir gehen abermals ins „Roca“. Ich habe heute echt keine Lust auf Meze und typisch griechisches Essen. Die Wahl fällt auf ein Allerweltsgericht – aber auch das können sie in der Familientaverne.

Wenn´s mal was anderes als Giros & Co. sein soll

Am darauffolgenden Tag wache ich früh auf. Ich kann nicht mehr einschlafen, weil mir meine Gräten noch mehr schmerzen als am Tag zuvor. Ich bringe mich in die Vertikale um ein Foto vom Sonnenaufgang zu machen – der Tag beginnt herrlich, aber ich fühle mich malad.

Von unserer Terrasse aus

Wie jeden Tag treffen wir uns im Hotel. Wir vereinbaren, dass heute ein Ruhetag eingelegt wird. Um den Tag nicht vollends verplätschern zu lassen, haben wir uns den Chania Bummel für den Spätnachmittag auf die Fahne geschrieben…

Wir gehen baden, trinken ein Bierchen, lassen uns die Sonne auf´s Wammerl scheinen – ein schöner Tag!

Um 15.30 brechen wir auf in die größte Stadt der Region. Eine Mischung aus Geschichte und Kultur, sowie Gaumenfreuden und Shopping ist angedacht. Ich gehe mit, denn der Besuch des Schifffahrtsmuseums interessiert mich.

Klingt vielversprechend

Der Plan war ausgeklügelt. Wir erreichen den Parkplatz um kurz vor vier, laufen zum Museum und kaufen Tickets. Von 16.00 Uhr an, bliebe uns eine Stunde um die Artefakte anzusehen.

Leider hatten unsere beiden Analogliebhaberinnen die Rechnung ohne den Zeitgeist gemacht. Dieser hat nämlich dafür gesorgt, dass die Informationen in Sibylles zehn Jahre alten Kretaführer nicht mehr gültig waren…

Ziel erreicht – jetzt nur noch die Karten kaufen…
…Satz mit X – war wohl nix

Super – was mir bleibt ist ein Blick durch die Absperrgitter auf den Innenhof des Bauwerks und beim Abmarsch der Blick zurück auf die vor dem Museum ausgestellten Stücke. Ich war enttäuscht.

Wäre bestimmt interessant gewesen
Es gab Einiges zu sehen
Sollte nicht sein

Kurz keimte eine Diskussion auf, in der Nader und ich die Sinnhaftigkeit von alten Reiseführern im Zeitalter des Internets in Frage stellten. Unsere Frauen hielten dagegen, dass das Internet auch nicht frei von Fehlern sei.

Das ist per se richtig, in diesem speziellen Fall aber, hätte das Internet uns nicht in die Irre, respektive vor die verschlossene Museumstüre geleitet.

Digital vs. Analog – 1:0

Was mache ich nun? Ich bin, offen gesagt, nur wegen des Museums mitgefahren. Ich hätte später nachkommen können – jetzt war ich aber hier, shoppen und Kirchen interessieren mich nicht so.

Ich weiß – ich verhole mich in eine der coolen Bars und trinke Cocktails bis der andere Teil unserer Gruppe mich wieder abholt. Ich google die „coolsten Bars“ und werde fündig. Wir verabreden uns, ich laufe los.

Am „Synagogi“, der coolen Bar meiner Wahl angekommen, stehe ich vor verschlossenen Pforten. War ja klar! Welche wirklich COOLE Bar hat nachmittags um vier schon offen???

Ich gebe mich geschlagen und mit der zweiten Liga zufrieden!

Ok, wenigstens das Thema passt
Ein Bierchen – der Cocktail des kleinen Mannes

Während ich da sitze und mein Dunkles schlürfe, kann ich die vorbeiziehenden Touristen beobachten. Ich komme zu dem Fazit, dass ich wohl ein für alle Mal verdorben bin – weder Großstadt noch Mainstreamurlaub kommen für mich jemals mehr in Frage. Mir ist das alles zuviel…

Bing, bing, bing – Bilder der umherschweifenden Freunde und meiner Gattin treffen ein. Schön! Aber tauschen möchte ich auch nicht.

Sibylle vertieft sich in die Geschichte der Gebäude
Das Gotteshaus mit Kirchturm UND Minarett wird bestaunt

Ich bin wieder zufrieden mit meinem Schicksal. Dass die Drei auch beim Eiseessen waren ohne mich mitzunehmen, bleibt eine Randnotiz – eins im Kopf!

Wir treffen uns wieder. Ich werde abgeholt und ausgelöst – man sei durstig, schallt es mir entgegen. Sich zu mir zu setzen wird abgelehnt, man wolle etwas Besseres suchen! Ja da bin ich gespannt…

Ok, gefunden! 😉

Es wird versucht, mir das vermeintlich Versäumte nahe zu tragen – „…wir haben auch eine gaaanz tolle Taverne gefunden und gleich einen Tisch reserviert!“

Ah, ok – na dann nix wie hin. Wir haben Hunger. Der reservierte Tisch ist frei, wir befinden uns im touristischen Zentrum von Chania. Das Lokal macht einen netten Eindruck, trotzdem bin ich skeptisch.

In alten Gemäuern
Für nettes Ambiente gesorgt
Gute Käsebällchen
Auch die anderen Meze waren top

Wir spachteln! Es schmeckt uns und ich bin gerade dabei meine Zweifel über Bord zu werfen. Ich fahre gerade mit dem Brot über meinen Vorspeisenteller um ihn frei zu machen für den Salat und die gemischten Aufstriche, welche noch reichlich am Tisch stehen – da höre ich eine Stimme hinter mir „…are you ready for main course?“

Äh nein, sind wir nicht, nicht mal annäherungsweise! Die Frage, so stelle ich rasch fest, war wohl eher rhetorisch gemeint, denn schon wird mir der Teller unter dem Brot in meiner Hand weggezogen und statt dessen meine Hauptspeise an diesen Platz gestellt.

Den anderen ging es genauso. Das Brot wurde abgetragen, der Salat und die Aufstriche blieben stehen. Das Ganze ging schnell, wir waren zu verdutzt um zu reagieren, außerdem hatten wir die Münder noch voll, zudem will man ja nicht unangenehm auffallen.

Wie kann ein Lokal seine durch gutes Essen erworbenen Pluspunkte auf so dumme Weise wieder verspielen? Mir reicht´s! Ich stochere mein Essen weg, die Meze lasse ich stehen – ich will weg hier!

Zu unserem Glück hätte uns gefehlt, dass uns die Taube auf den Teller geschissen hätte – ein Damoklesschwert!

Speisen im Hochrisikobereich

Am Fußweg zum Auto überlege ich, ob wir Alternativen gehabt hätten. Ich erkenne, eher nein! An einer Riva, wo es als positives Argument gilt, dass man nicht behelligt wird, was willst Du da erwarten???

Alle anderen „bothern“ – mit nervigen Menschenfängern vor den Lokalen

Der Abend war unvollendet, das haben alle gespürt. Wir haben uns deshalb auf einem Absacker an der hoteleigenen Strandbar verständigt. Das war gut so, denn an diesem Abend war Live-Music, das war ein versöhnlicher Ausklang.

Von „Country Roads“ bis „Hotel California“ – alle Gassenhauer waren dabei

Am nächsten Morgen beginnt unser letzter voller Urlaubstag auf Kreta. Ich habe mir einen Strand- und Pooltag erbeten, ich wollte mit diesem Blog anfangen um schon ein wenig Zeit für den kommenden Monatswechsel zu gewinnen.

Sibylle hingegen, wollte mit Christine und Nader noch einmal Klöster und eine Höhle besichtigen. Diese touristischen Ziele waren irgendwie um die Ecke.

Nach dem Aufstehen springe ich auf die GS und fahre in den Ort. Ich kaufe Semmeln, Sibylle richtet derweil das Frühstück. Die Schmerzen verflogen auch langsam, ich konnte wieder freihändig Treppen nach unten gehen.

Semmeln, Wurst und Käse gibt´s gleich um´s Eck

Direkt neben dem Supermarkt ist die Taverne „Aletri“. Sie stellte sich in der Zeit unseres Aufenthaltes als die beste heraus, hier wollten wir UNSER Abschiedsessen einnehmen. Ich nutze die Gelegenheit und reserviere gleich einen Tisch für den Abend.

Unscheinbar, aber eine tolle Taverne mit sehr netten Gastgebern
Wir werden später noch in die Geschichte eingelernt

Nach dem Frühstück treffen wir uns, wie eigentlich jeden Tag, an der Strandbar. Die unternehmungslustigen Drei packen ihre Sachen für die bevorstehenden Unternehmungen, ich dagegen richte mir mein Büro für den heutigen Tag ein.

Morgens ist noch nichts los
Bis zum Mittag habe ich einige Seiten dieses Blogberichtes geschrieben – Stärkung tut Not

Ich erhalte Bilder in unserer, eigens für diesen Zweck gegründeten, WhatsApp-Gruppe. Auch die anderen scheinen Spaß zu haben. Manchmal tut es gut, seinen Vorlieben nachzugehen.

Kreuzfahrttourismus – nicht immer ist meine Meinung gefragt, ich halte mich daher zurück
Kloster Nummer 1, es kann von innen besichtigt werden…
…wenn man sich züchtig kleidet. Nader entdeckt seine Vorliebe für rosa Röckchen
Danach wandern unsere zwei Berggemsen 200hm abwärts…
…um einen Monolith in einer Höhle zu bestaunen
Die Höhle gäbe noch mehr her – aber irgendwas hemmt den Entdeckungsdrang
Jetzt noch Kloster Nummer 2
Hier werden Weinverköstigungen angeboten

Mein Telefon schellt. Am anderen Ende der imaginären Leitung sind die drei Ausflügler – „…man wäre jetzt fertig und käme zurück. Wollen wir uns bei der Eisdiele treffen?“

Klar gerne! Wir gehen zum „Eis Queen“ Salon in Agia Marina und machen eine eher durchschnittliche Erfahrung was Qualität und Ambiente betrifft. Na egal, man kann eben nicht alles haben.

Umso besser dagegen unser Abendessen, welches wir, nach einem ausgiebigen Bad im Meer und zwei Bierchen, im „Aletri“ zu uns genommen haben.

Liebe zum Detail

Wir essen wieder vorzüglich und schließen das Dinner mit einer Süßigkeit und einem Raki auf´s Haus ab. Service und Qualität des „Essens mit Pfiff“ waren exzellent.

Wir bekamen von Wirt Andreas angeboten, etwas über die Familiengeschichte und die des Hauses zu erfahren. Die Taverne war früher das Elternhaus und schon das Haus der Großeltern. Andreas erzählt diese Geschichte gerne – wir nehmen dankend an.

Der Chef erklärt wie das Leben damals war
Viele Ecken des Hauses sind wie ein kleines Museum

Letzter Abend – fast geschafft! Wir wollen uns bei einem Absacker langsam an den Gedanken gewöhnen, uns morgen ade sagen zu müssen. Diesen Absacker gibt es – ihr ahnt es – ein letztes mal an der Bar des „almathia“.

Schönes Ambiente

An diesem Abend bekommt Christine einen Zeitungsbericht aus Deutschland in die Finger – eine Hitzewelle in Griechenland ist im Vormarsch! Wir hatten das schon gemerkt, aber der Höhepunkt soll morgen und übermorgen kommen. Na, mal sehen…

Kreta ist betroffen

Wir lassen den Urlaub noch einmal Revue passieren. Es hat alles gepasst, es war ein schöner Urlaub! Wir konnten umsetzen was wir geplant hatten und hatten tolle Erlebnisse. Mit Nader und Christine war es harmonisch und keinen Moment langweilig – das ist wertvoll.

Ja, mir war es vielleicht zu touristisch, aber das kann ich gut trennen. Ich ziehe eine mehr als positive Bilanz.

Kurz vor Mitternacht gehen wir ins Bett – morgen treten wir die Heimreise an!

Der nächste Morgen beginnt eigentlich wie immer. Wir frühstücken und machen uns strandfein – im Anschluss daran folgt aber eine generalstabsmäßige Abarbeitung der zur Abreise und dem damit verbundenen Checkout nötigen Punkte. Gegen 09.00 Uhr sind wir fertig, verabschieden uns von unseren Gastgebern und packen die Tasche auf´s Motorrad – Treffpunkt ist abermals das „amalthia“, das Hotel der Freunde aus Erding.

Am Hotelparkplatz finden wir einen Schattenplatz für die fertig gepackte GS

Wir haben uns folgenden Rückreiseplan zurecht gelegt – nachdem wir erst um 17.00 Uhr in Heraklion im Hotel ankommen möchten, sollte es ausreichend sein, wenn wir hier in Chania um 14.00 Uhr abfahren. Aufgrund der Hitzewelle hat es in den Nachmittagsstunden leicht 35°C oder mehr, wir wollen die Fahrt schnell hinter uns bringen.

Was lag also näher, als den Vormittag noch in der Strandbar der feinen Hotels zu verbringen?

Um 09.00 Uhr ist es am Pool noch ruhig – es ist noch Frühstückszeit
Auch am Strand ist noch nichts los – hier sind die Liegen noch nicht reserviert, im Gegensatz zum Pool
Ich will die Gunst der Stunde nutzen und erst einmal baden
Der Strand fällt flach ab, man muss weit laufen
Es täuscht – ich sitze! Man muss wirklich weit laufen
Die Kri-Kri Insel ist Schutzgebiet für die gleichnamig Ziege – betreten verboten

Ich mag diese Stimmung am Strand. Eine handvoll Menschen nur, die Luft noch frisch und angenehm, alles in ein noch gedämpftes Sonnenlicht getaucht. So genieße ich den Start in den Tag.

Ich will ehrlich sagen – so ein Hotelurlaub wie der unserer Freunde wäre nichts für mich. Aber gegeben durch die Tatsache, dass wir die Außenanlage quasi mitnutzen durften, war unser Urlaub doch etwas wertvoller und bequemer geworden.

Danke „amalthia“, Danke Nader & Christine…

Eine schöne Anlage

Die Freunde kommen vom Frühstück, wir sitzen zusammen und quatschen noch ein bisschen über die Pläne der nächsten Wochen. Wir trinken kalte, heute aber alkoholfreie Getränke und gönnen uns ein kleines Mittagessen – ich glaube, so funktioniert klassischer Urlaub.

Club Sandwich an der Hotelbar – dann geht es los

Kurz vor 14.00 Uhr – wir gehen noch einmal baden und erfrischen uns. Dann heißt es klarmachen zur Abfahrt.

Wir kraxeln auf das Moto und starten den Boliden – dann geht alles ganz schnell. Die Freunde gedrückt, Gang rein und los. Es sind vier Kilometer bis zur Schnellstraße, welche die Städte der Insel verbindet.

Uff, damit habe ich nicht gerechnet! Kaum waren wir von der Küste weg, wurde die Luft so heiß, dass man es kaum aushielt. Dies natürlich begünstigt, durch den aufgeheizten Straßenbelag und die Abwärme des Motors, der jetzt richtig zu rackern hatte.

Wir hatten phasenweise das Gefühl, dass es uns die Haut von den Unterschenkeln kocht – sehr unangenehme Stunden! Der Öltank der GS ist dort, wo man eigentlich den Tank vermuten würde – das ist nicht clever gelöst, denn die Bauteile in Bauchnähe werden durch das rund 100° C heiße Öl mehr als aufgeheizt. Ich musste mir ein T-Shirt unter das Wammerl legen, um zu vermeiden, dass mein Bauchfett auf der Tankoberseite gebraten wird.

Wir wollten es hinter uns bringen! Sibylle hat nicht gemault, als ich etwas schneller als sonst fuhr. Auch unsere Pause fiel kürzer aus – Tanken, Cappuccino, Wasser und weiter geht´s! Um Punkt 16.56 Uhr stehen wir vor dem Hotel – en minute…

Hotel „Marin“ in Heraklion – die Stadt war aufgeheizt

Wir checken ein und gehen ins Zimmer – unser erster Blick gilt der Dusche. Siehe da, das „Marin“ hat Wort gehalten, ich bekomme ein Zimmer, in dem ich in die Dusche passe. Das Zimmer war aber auch insgesamt größer und zum Meer hin gerichtet – ich vermute, dass man uns stillschweigend ein Upgrade hat zukommen lassen. Wie auch immer, es hat alles gepasst.

Großes Bad, Dusche in der Wanne – keine Klagen
Von unserem Balkon haben wir einen super Panoramablick

Wir gehen duschen und legen uns erstmal zum Runterkühlen auf´s Bett. Die Klimaanlage läuft und lässt uns wieder in den Bereich der „normalen“ Betriebstemperatur kommen. Wir warten, bis die Sonne hinter den Hochhäusern verschwindet – dann ziehen wir los um einmal durch die Stadt zu latschen und etwas zu essen.

Wir kennen Heraklion, finden aber immer wieder etwas Neues
Wir gönnen uns eine innere Abkühlung

Als wir auf ein Bierchen in einer Bar sitzen, melde ich mich kurz bei Roza. Wir haben sie auf Leros kennen gelernt, als sie noch Eisverkäuferin bei „Repapis“ war. Sie hatte uns über Facebook angeschrieben, als ich auf der Anreise einen Post aus Heraklion gemacht hatte – „…let me know when you are here the next time“

Roza lebt inzwischen auf Kreta und es war klar, dass wir uns melden. Mal sehen ob ein Treffen klappt…

Wir gehen derweil weiter um etwas zu essen. Unsere Wahl fällt auf ein Grilllokal, welches wir schon kennen, wir brauchen im Moment keine Meze mehr, davon hatten wir mehr als genug!

Das „Politia“ liegt zentral in Heraklions Fußgängerzone – ist aber durchaus empfehlenswert
Wir essen auf jeden Fall gut – und reichlich

Und tatsächlich – plötzlich kommt Roza um die Ecke und gesellt sich auf ein Bierchen zu uns. Klar, viel zu erzählen – was macht ihr hier? Was hat dich nach Kreta verschlagen? Wir erfahren viel über die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Griechenland.

Wir treffen Roza in Heraklion

Roza bleibt nur etwa eine halbe Stunde, sie muss weiter lässt sie uns wissen, denn sie war gerade am packen und will heute auch zeitig ins Bett – „…I go to Leros by ferry tonight! I visit my family and the ferry will depart at 04.00.“

Ja, wissen wir, wir nehmen die gleiche Fähre! So ein Zufall – na dann, bis nachher!

Sibylle schreit nach einem Eis. Wir kennen die Eisdiele hier, sie ist gleich um die Ecke.

Sehr gutes Eis hier – aber ich hatte keine Lust

Irgendwie war mir nicht nach Eis. Ich verzichte! Das lässt Sibylle vermuten, dass ich krank sei, dem ist aber nicht so. Ich wäre lieber auf einen Drink in die Bar der Marina gegangen, dies scheiterte aber am Veto meiner Gattin.

So schlotzt sie ihr Eis, ich harre aus – es dauert nicht mehr lang bis ich zu „Repapis“ darf! Wir gehen zurück zum Hotel.

Heraklion ist einen Besuch wert

Wir gehen früh schlafen. Ich maule nicht, denn ich weiß, dass es diesmal kein Problem ist, wenn ich dann früh wach bin – unser Wecker klingelt um 02.30 Uhr, wir wollen das Hotel um 03.15 Uhr verlassen!

Das klappt alles wie am Schnürchen – um 03.30 Uhr sind wir am Fährhafen und stellen uns in die Warteschlange. Sibylle checkt als Fußgängerin gleich ein.

Die GS in der Pole Position – Motorräder dürfen immer als erstes ein und ausfahren
Zuvor dürfen die Fußgänger einchecken – Sibylle geht immer schon vor um einen guten Platz zu finden
Irgendwann pilotiere ich unser Mopped in den Schlund des Zubringers

Die Aufgabe meiner Gattin besteht abermals darin, einen möglichst guten Platz zu ergattern. Kriterien hierfür sind zum Beispiel die Fensternähe, eine Steckdose oder auch eine Couch auf der man sich mal langmachen kann.

Diesmal hat sie Glück, sie ergattert eine Ecke in der es sich aushalten lässt!

Minuten nach meinem Eintreffen fallen ihr die Augen zu

Mit Sibylle ist um diese Uhrzeit nichts anzufangen. Das ist manchmal schwierig für mich, ich vergesse es auch manchmal, es überrascht mich aber nicht mehr.

Während meine Gattin also mit geschlossenen Glotzn auf der Couch lümmelt und nicht ansprechbar ist, kümmere ich mich um eine Verbindung zur Außenwelt – das klappt vorzüglich!

Ein 3.-€ Voucher gibt mir Internet – ich kann am Blog weiterschreiben, das sorgt für Kurzweil

So müssen wir jetzt die nächsten 10h rumbringen. Das geht leidlich gut, wir helfen uns mit kleinen Snacks und Cappuccino über die Runden, dösen ein wenig und schauen uns um – irgendwas passiert immer auf einer Fähre.

Ein guter Platz – das ewige Gemurmel aus dem Fernseher mal außen vor gelassen, da hilft Ohropax

Irgendwann versammeln sich an einem Nachbartisch vier Männer. Sie scheinen jeweils Vater und Sohn zu sein. Im späteren Verlauf trennen sie sich wieder, es macht den Eindruck, dass sie nicht als Vierergruppe unterwegs sind.

Vier Musiker am Nachbartisch

Die Vier packen ihre Instrumente aus und fangen an zu musizieren und zu singen. Einfach so, aus dem Nichts. Sie strahlen dabei eine solche Lebensfreude aus – das sind die Momente für die ich Griechenland liebe! Die Vier musizieren eine ganze Zeit lang und verkürzen so die gefühlte Reisedauer – ein toller Moment!

Kretische Musik auf der Fähre

Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt. Die Fähre aus Kreta trifft mit Verspätung in Rhodos ein, unser ursprünglicher Plan hier etwas zu essen scheitert also – wir kaufen daher bei „Gregoris“ im Hafen Sandwiches und wechseln von einer Fähre auf die andere – diese wird bereits in einer halben Stunde ablegen.

Das Procedere ist das gleiche, Sibylle reserviert einen Platz, ich komme etwas später nach…

Wieder haben wir einen guten Platz – erste Reihe

Die zweite Passage dauert dann „nur“ noch fünf Stunden. Wir treffen also etwa gegen 22.30 Uhr auf Leros ein. Das ist an sich eine vernünftige Zeit, da gibt es unangenehmere Ankunftszeiten.

Ich muss das Motorrad ausparken, diesmal geht Sibylle mit in die Garage. Wir stehen in erster Reihe und sehen zu, dass wir den trubligen Hafen rasch verlassen.

3-2-1 – der Countdown läuft

Ein paar Minuten später treffen wir in der Marina ein. Im „Skipper´s“ Restaurant herrscht noch emsiges Treiben, es ist Live-Music Abend. Uns ist aber eher nach schlafen – zugegeben, jetzt holt auch mich die Müdigkeit ein! Morgen ist auch noch ein Tag. Wir schnallen die Tasche ab, entern NESSAJA, öffnen die Ventile und aktivieren die Systeme – dann geht es ab ins Bett.

Wir BEIDE erwachen früh am nächsten Tag und gönnen uns eine Fahrt nach Panteli, um uns mit einem Sprung ins kühle Nass die Lebensgeister zurück zu holen – das haben wir lange nicht mehr gemeinsam gemacht.

Die Sonne kommt gerade über den Berg – ich liebe diese Stimmung und Ruhe
Leider sind wir nicht alleine – eine Frau sitzt und telefoniert, ihre Stimme hallt über´s Wasser

Schade! Ein Störenfried kann die herrliche Ruhe zerstören. Naja, da kann man wohl nichts machen, ich bleibe aber meiner Überzeugung treu, Mobiltelefone sind des Teufels Werkzeug – ungeachtet der Tatsache, dass ich selbst es nutze.

Sibylle und ich gehen auf einen Kaffee ins „Tzouma“…

Wir parken die GS direkt vor dem Kaffee
Ein erstes Tässchen zum Wachwerden
Es bleibt beim Kaffee, wir finden nichts Adäquates auf der Frühstückskarte

Zurück in der Marina, drängt sich die Antwort auf unsere Frage, wo wir heute frühstücken sollten, förmlich auf – während unserer Abwesenheit wurde ein neues Angebot vom „Skipper´s“ Team erdacht, das wollen wir probieren!

„Skippers Breakfast“ – klingt doch gut
Cappuccino dazu – passt schonmal…
…und auch das Frühstück ist nett hergerichtet und schmeckt

Geht in Ordnung! Der Cappuccino ist in unserem Marinalokal leider teuer. Wenn man das abzieht, dann geht der Gesamtpreis von 8,50€ in Ordnung. Mir war die Portion zu klein, ist aber für heute ok.

So gestärkt, starten wir in den Tag – Tag 1 nach unserer Rückkehr, wir sind wieder zu Hause – es gibt viel zu tun, es geht gleich mit einem Paukenschlag los!

ELOWYN wird gekrant! Für die Sommerpause kommt sie an Land. Wir sehen also gleich nach dem Frühstück, nach dem uns abermals anvertrauten Riesen.

Da liegt sie noch im Wasser

Kristina und Volker sind nur wenige Stunden vor unserer Ankunft nach Deutschland zurück geflogen – die EM ruft! Wir haben eine virtuelle Übergabe geplant, aber zunächst soll die Dicke an Land.

Ich darf sie so nennen, denn beim Kranen zeigt sich, ich nehme das vorweg, dass sie etwas übergewichtig ist – eine Leidensgenossin quasi.

Wir machen alles klar, unser Helferteam kommt an Bord, dann fahren wir das Schiff der Freunde in die Krangasse – kurze Zeit später kommt schon der große Kran um den blauen 68 Füsser aufzuheben.

In die kleine Box passen wir nicht – der Kran kommt zu uns

Nicht ganz klar war, wo die Gurte anzusetzen sind. Die Markierungen konnten nicht verwendet werden, da bei unserem Kran die Schlitten mit den Drahtseilen nicht verstellbar sind. Kranführer Giannis will einen Taucher, der ihm die optimale Gurtposition bestätigt.

Uli erklärt sich sofort bereit, diesen Job zu übernehmen – das ist eine Einladung ins „SouVLakki“ wert!

Tauchen im Kranbecken – eine spezielle Leidenschaft
Uli bringt die Gurt in die richtige Position

Wer nun meint, dass ich hier gut abgeschnitten habe, der irrt gewaltig. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe die Gurte zu sichern – mit Leinen aus dem Fundus der Kranfahrer, die waren nicht mehr alle top in Schuss.

Wieder dreckige Bratzen – na was soll´s

Trotzdem ging es relativ flott und auch ohne Probleme voran. Etwa 30 Minuten später hing ELOWYN mit aufgeholtem Kiel in den Gurten – wir durften das Schiff verlassen.

Sie hängt frei, wir verlassen das Schiff…
…dann wird sie angehoben
Der Kranfahrer fährt sie bis zum Reinigungsplatz zurück

Zum Kranen gehört immer auch eine Hochdruckreinigung des Unterwasserschiffes. Die dauert bei ELOWYN etwas länger, so gehe ich erstmal zurück auf NESSAJA, ich muss etwas runterkühlen. Es herrscht eine Bullenhitze am Sandplatz.

Leider war es auf unserem Schiff auch nicht wirklich kühler. Der frische Nordwind, der Meltemi, ließ uns im Stich, es rührte sich kaum ein Lüftchen. Die heiße Luft stand im Schiff.

Ich muss für Abhilfe sorgen…

Ich baue mir die Klimaanlage auf

Ich erinnere mich an meine Standklimaanlage, die wartete ja nach wie vor auf die Umsetzung meines „Projektes Airconditioning“. Ich habe ja vor, die Anlage auszuschlachten und mir vom Schreiner ein passgenaues Möbelstück fertigen zu lassen, um die günstige Haushaltsanlage in das Boot zu integrieren.

Bis das soweit ist, kann ich die Anlage ja noch „fliegend“ verwenden – gedacht, gemacht!

Wieviel Strom braucht die überhaupt?

465W, rund 35A ist noch akzeptabel – das könnte Solar sogar liefern, könnte

Am Nachmittag gehe ich zurück zu ELOWYN. Nicht nur, dass sie inzwischen vom leichten Bewuchs befreit ist, sie steht jetzt aufgepallt an ihrem Parkplatz für die nächsten zweieinhalb Monate.

Wir machen das Deck klar, räumen zunächstmal alles weg, was nicht der Sonne und dem Staub ausgesetzt sein soll. Auch den Kühlschrank räumen wir aus und bringen die restlichen Lebensmittel zu uns. Dann fallen die Schalter – ELOWYN hat Sommerpause.

Da steht sie – geparkt bis 29. August

Mit den Arbeiten beginne ich aber wohl erst im Juli, zuvor habe ich mich um ALENA zu kümmern, doch dazu später mehr.

Für heute ist erstmal Schluss. Wir gehen zusammen mit der Crew der JASPER in unser bevorzugtes Grillrestaurant – ich habe einen Glangerer nach meinem Lieblings-Girosteller!

ENDLICH!!!

Was dann kommt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen! Klar, dass wir uns noch eine zauberhafte Eisspezialität aus dem Speiseeisparadies gönnen – bei „Repapis“ freut man sich, uns wieder zu sehen.

Auch darauf habe ich mich gefreut – wieder daheim
Die Dame hinter dem Tresen schaufelt ordentlich – heute mal DREI Kugeln

Als wäre das nicht genug, gehen wir noch ein Haus weiter. Bei Marietta findet heute Karaoke statt. Offen gesagt, ich finde das albern und selten gut – das bewahrheitet sich auch heute!

Aber der Zweck heiligt die Mittel – es wird abermals für einen guten Zweck gesammelt, wieder soll der Hundeshelter in Leros profitieren. Also spenden wir bereitwillig, lauschen den Darbietungen der meist jungen Pseudo-Sängerinnen und schlürfen dazu einen Ouzo als Absacker.

Die Hütte war voll
Die Blondine sang um Klassen besser als alle anderen – DIE konnte es

Danach waren wir geschafft, es war fast Mitternacht, wir waren müde und sind zurück an Bord unserer NESSAJA. Jetzt ist erstmal Wochenende – aber am Montag geht es los! So richtig…

Klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen – war es aber nicht! Kann es aber auch nicht immer sein!

Ich war genervt, Sibylle und ich zanken, sie ist beleidigt – das kann passieren und nach einem Urlaub oder einer „besonderen“ Phase ist das Risiko größer. Wir müssen beide in unseren Trott zurück finden, wir haben unterschiedliche Herangehensweisen.

Sibylle versucht dann stets, mich vor ihren Karren der anstehenden Aufgaben zu spannen…

Ich dagegen brauche immer etwas Zeit um zu erkennen und zu akzeptieren, dass eine spannende, erlebnisreiche Phase zu Ende geht und jetzt der weniger facettenreiche Alltag gelebt werden muss.

Wir lösen das Problem, indem wir uns aus dem Weg gehen. Sibylle geht wandern oder zu den Hunden – ich an einen Strand, an dem Sibylle eher nicht zu finden ist.

Gehe ich mal nach Xirokampos – auch nicht schlecht

Weil ich dann auf mich selber achten muss, gönne ich mir einen Mittagssnack, wer weiß, was es abends zu essen gibt.

Griechischer Salat und Skordalia, waren ganz gut gemacht, dazu noch Kalamari

Naja, ihr könnt es euch vorstellen, wenn das Abendessen nicht gewährleistet ist, dann muss ich das Eis bei „Repapis“ noch mehr in Zweifel ziehen – also sichere ich mich auch an der Flanke ab.

Eis schmeckt alleine auch gut – ist aber langweiliger

Zum Glück dauern solche seltenen Phasen meist nicht lange an. Wir raufen uns irgendwie zusammen, häufig nach dem „Happy Wife – Happy Life“ Prinzip. Manchmal gebe ich aber auch einfach auf – zum Beispiel dann, wenn ich für Sibylle im Schlafzimmer angenehme 22°C herstelle und sie dann bei 35°C Außentemperatur „nur kurz lüften“ muss. So what…

Ich schlafe dann eben draußen im Cockpit, was jetzt mangels italienischer Störgrößen anstandslos möglich ist.

Morgens wache ich auf und gönne mir mal wieder eine Fahrt nach Panteli – ich möchte erfrischt und belebt in den Tag starten.

IS THERE ANYBODY OUT THERE? Nein, außer mir wird sicher niemand diese Idee haben…

Die Bucht von Vromolithos – mir kommen erste Zweifel
Auch Richtung Panteli ganz schön viele Schiffe

Hm, ganz schön was los. Warum nur? Google beantwortet meine Frage nach dem Grund, mit der Erklärung, dass exakt in dieser Woche das türkische Opferfest gefeiert wird.

Klar, die Osmanen wissen auch wo es schön ist und kommen in Massen herüber auf die angrenzenden Ägäisinseln. Ich hätte wohl nicht so provokant Fragen sollen – JA, außer mir waren noch etliche Andere unterwegs!

Aber ich hatte die Gunst der Stunde für mich! Es war noch sehr früh am Morgen, die Urlauber waren noch nicht am Strand – also nichts wie rein ins kühle Nass, der Strand ist mein…

Einladend – ich folge gerne…
…nehme Anlauf und tauche ab
Das Wasser ist noch herrlich frisch
Es spült den Schlaf aus den Augen, belebt und erfrischt
Wunderbar!

Danach gönne ich mir einen Cappuccino und mache mir Gedanken über mein Frühstück. Sibylle schläft noch tief und fest, ich werde wohl am Rückweg einen zweiten Kaffee trinken und mir eine Kotopita kaufen.

Es ist noch alles ruhig – der beste Cappuccino des Tages
That´s Life
Einen zweiten Kaffee und die Kotopita gibt es bei „Mikes“ in Lakki

Immer noch war es früh am Tag. Ich war noch nicht sicher, ob Sibylle schon ausgeschlafen hat. Weil es sich gerade angeboten hat, besuche ich Marietta und Shira im HUB.

Das HUB ist die reale Drehscheibe der Webseite „The Leros Way„, einer URL die ich ja schon mehrfach genannt habe. Diese Seite ist ein zentraler Link für Touristen aller Couleur, welche sich entschieden haben, Urlaubstage auf Leros zu verbringen. Die beiden hyperaktiven Damen haben die Webseite auf die Beine gestellt und füllen sie mit Leben.

Das HUB ist nun so etwas wie das Büro für diese Tourismusplattform, gleichwohl ein Treffpunkt für jung und alt aus allen Nationen, remote Workspace, oder auch Kursraum für Yoga oder etwa Sprachkurse.

Hier tut sich was
Der Wegweiser gibt die Richtung vor – für die nötige Schlagzahl sorgen die Powerfrauen selbst
Wir hatten noch etwas zu besprechen

Ich mag die beiden Frauen, so hat es sich ergeben, dass Sibylle und ich unterstützen wo wir können. Ich übersetze den Content ins Deutsche, denn es soll eines Tages eine deutsche Version geben. Sibylle hilft ab und an im Büro, wir dienen auch häufig als Schnittstelle zur Seglercommunity, zu den deutschsprachigen Interessenten, oder wenn mal wieder nach neuem Content gesucht wird.

Ich bleibe eine halbe Stunde, danach fahre ich auf NESSAJA und treffe Sibylle, die gerade frühstückt.

Ich habe etwas Zeit, das ist selten genug. Dies nutze ich sofort aus, um diesen Blogbericht etwas vorzuschreiben – das hilft zum Monatswechsel sehr, denn exakt dann stehen stressige Tage vor der Türe. Meine Ex-Käufer Gerald und Ulrike kommen, sie wollen ihr neues Schiff, die TARGUI, endlich in Besitz nehmen, sich dabei aber auch mit uns treffen.

Wichtiger für mich, am 26.06. kommt Karl, gefolgt von Rosi ein paar Tage später. Die Beiden wollen ihre ALENA übernehmen, ich bin noch für die Übergabe verantwortlich, dann gebe ich den Schlüssel ab und schließe das spannende Kapitel rund um die schöne Schwedin.

Als wäre das nicht genug, habe ich eine lange Arbeitsliste für ELOWYN und stehe bei Hans-Peter im Wort, auch an seiner LIBERTÉ einiges an Arbeitsumfang zu erledigen.

Deshalb – ich bin froh um jede Blogzeile, welche schon geschrieben ist, werde das noch ein paarmal in diesem Monat so machen…

Der Junibericht wächst schon im gleichnamigen Monat

Am Nachmittag holt mich aber die Unruhe ein, den ganzen Tag am Computer geht nicht! Ich habe noch einige kleine Aufgaben an ALENA abzuarbeiten, bevor ich die Hallberg-Rassy übergebe.

Es ist heiß draußen, so nehme ich mir vor, jeden Tag nur einen kleinen Punkt zu erledigen. Heute ist das Paddelrad vom Geschwindigkeitsgeber dran…

Fest! Da dreht sich nix mehr – ich baue den Geber aus, ich muss den Muschelkalk entfernen

Da ich keinen Entkalker habe, setze ich den Job „on hold“ und sehe nach ELOWYN. Ein paar Sachen müssen vom blauen Riesen geholt werden, ein paar Dinge haben wir beschafft und können diese verräumen, so zum Beispiel die Wäsche, die wir von der Laundry abgeholt haben.

Sibylle hat die Wäsche mit dem BREEZY geholt – die muss verräumt werden

Danach fahre ich zum Baumarkt, um mir den fehlenden Entkalker zu kaufen. Jetzt steht der finalen Reinigung und damit der Instandsetzung des Durchbruchgebers nichts mehr im Wege.

Andreas Kritikos – unser „OBI“
Der Geber kommt 24h in den Entkalker, wird dann geschmiert und wieder installiert

Früher Nachmittag – genug gerackert für heute! Mein T-Shirt ist schweißdurchtränkt. Sibylle und ich beschließen, wir gehen an den Lieblingsstrand zum Baden, vielleicht geht sich ein Eis aus.

Am Panteli-Beach angekommen, zeigt sich ein anderes Bild als am Morgen. Es war voll, per meiner Definition. Ich gebe zu, es geht voller, aber mir war es zuviel.

Wir sitzen ganz hinten, ich trinke ein Bier
Menschen überall – eng bestuhlt, man kommt kaum ins Wasser

Ich will nicht baden, ich will nur weg! Sibylle sieht es ein, frischt sich rasch ab und schlägt vor, dass wir noch ein Eis essen. Im „Sorbet“ war auffällig wenig los.

Salted Caramel & Black Chocolade Sorbet – die beste Kombi ever
Auch der Cappuccino war lecker

Wir wurden auf den Boden der Tatsachen zurück geholt – als es ans Bezahlen ging! Die Kugel Eis kostet 3,50€!!! Der eigentliche Wucher ist aber, dass es ein Saisonpreis ist – die Türken sind hier und der ohnehin schon relativ hohe Preis von 2,50€ wird um sage und schreibe 1.-€ angehoben!

Nicht mit uns! Wir boykottieren das „Sorbet“ bis die Preise wieder runtergehen. Wenn sie es denn tun…

Vielleicht streichen wir es auch von unserer Liste – sowas ärgert uns! Generell!

Wir müssen zurück – heute ist Tanzkurs. Ja, richtig gelesen! Griechischer Tanzkurs! Auch der wird vom HUB angeboten und Angelika und wir haben uns eingeschrieben. Wir wollen mittendrin sein, statt nur dabei

Der Kurs beginnt pünktlich um 19.00 Uhr – die Tanzlehrerin erklärt

Wer mich kennt weiß, dass mich das Überwindung kostet. Ich liebe Musik, auch die „Island Music“ der Ägäis hat es mir angetan. Ich liebe die Lebensfreude die die Griechen bei ihren Festen, den Panagias, ausstrahlen – ich will das auch können! Eat, drink and dance like a Greek!

Wir lernen zwei Tänze, den „Leriko“ und den „Sousta“

Neben einer mäßigen Rhythmusbegabung habe ich leider Tanzlegasthenie. Ich tanze wie Pooh der Bär. Wenn man das weiß, ist es nicht schlimm, man lässt es einfach. Wenn man jedoch mitmachen möchte, ist etwas Übung unerlässlich…

Wir tanzen „Sousta“
Hier unser „Leriko“

Der Abend vergeht wie im Flug – wir haben richtig Spaß in der Gruppe und bekommen es zu guter Letzt auch so hin, dass wir zumindest mal als Anfänger teilhaben können, wenn die Locals mal wieder gemeinsam tanzen.

Hunger! Uli trifft uns im „SouVLakki“ und der Abend klingt dort aus – wir haben viel zu erzählen.

Heute mal was anderes – ein halbes Hähnchen soll her
Ok, Challenge accepted

Der nächste Morgen beginnt für Sibylle und mich, unabhängig voneinander, eher untermittelprächtig.

Meine Gattin buk ein Brot und hat meinen Hinweis, dass „…es hier irgendwie verbrannt riecht“, nicht als eine Warnung in ihre Richtung gewertet. Sie hat ohnehin eine Feindschaft mit unserem ENO und schob den kokelnden Gestank auf „…irgendeinen Teigklecks, der auf dem Blech verbrennt!“

Hmmm, ganz so war es nicht!

Der Versuch, zu retten was zu retten ist

Ich dagegen habe mir vorgenommen, heute eine der vermeintlich kleinen, aber unangenehmen Aufgaben auf ALENA zu erledigen. Die tiefste Stelle der Bilge, dort wo all das Wasser zusammenläuft, ist etwas schmuddelig und auf meiner Liste steht, dass diese zu reinigen ist und drei Kielbolzen wieder ansehnlich gemacht werden sollen.

Ok, auf geht´s…

Hier läuft aller Schlatz aus den Katakomben eines Schiffes zusammen
Salzkristalle haben sich im Lauf der Jahre abgesetzt und müssen entfernt werden

Ich nehme es vorweg – es dauerte mal wieder länger als geplant! Wie immer eigentlich. Zuerst haben die neu gekauften Bürsten nicht in den gleichmarkigen Pseudo-Dremmel gepasst. Ich habe dann die Krusten und den Rost mit der Bürste am Akkuschrauber abgeschliffen – das hatte zur Folge, dass mir durch die unnatürliche Haltung und das schwere Akkuwerkzeug, fast der Arm weggeflogen wäre.

Die Stelle war natürlich perfekt zugänglich – klar!

Dann war es im Schiff fast unerträglich heiß, ich habe die tiefe Bilge nur auf dem Bauch liegend mit gestrecktem Arm ausputzen können. Ein mieses Geschäft – seither hat der Begriff „Kielschwein“ eine für mich neue, andere Bedeutung.

Wie auch immer – im „vorher – nachher“ Vergleich hat sich der Aufwand gelohnt, auch wenn ich letztlich zwei Tage beschäftigt war.

So kann sich die Bilge sehen lassen

Jetzt aber nix wie an den Strand. Aus zuvor beschriebenen Gründen, gehen Sibylle und ich diesmal gemeinsam nach Xirokampos. Es ist davon auszugehen, dass der dortige Strand weniger überlaufen ist – und siehe da, wir bekommen ein Liegenpärchen und können eine Weile relaxen.

Schön! Zwei Liegen im Schatten und glasklares Wasser

Am Heimweg dürstet es mich – meine trockene Kehle schreit nach einem Bier im gefrosteten Glas. Leider besinnt Sibylle sich ihrer Fähigkeit als Spaßbremse und gibt mir unmissverständlich zu verstehen – „ohne mich!“

Ok, dann eben alleine! Ich setzte Sibylle bei NESSAJA ab und mache noch einen Einkehrschwenker. SO wird es ein runder Tag!

Ein Bierchen bei Marietta – ich genieße es

Zurück in der Marina, komme ich an ELOWYN vorbei. Sie hat einen guten Platz, direkt am Betonkai und mit dem Bug nach vorne. Dieser ist eingerahmt zwischen Palmen.

Der Grund meiner Stipvisite war die Überlegung, wie und wo ich das Schiff ab Juli mit Strom versorge – Gott sei Dank hat ELOWYN einen Buganschluss und eine Versorgungssäule war direkt unter dem Bug! Eine Sorge weniger…

Für die Arbeiten im Juli steht sie ideal

Meine Frau möchte einmal wieder ins „To Steki“ zum Abendessen. Diesmal aber nicht, wie eigentlich bisher immer, um dort Meze zu essen. Diesmal hat sie ein Gericht im Sinn, welches sie als Hauptgericht essen möchte – Risotto mit Garnelen!

Für mich trifft sich das gut, denn ich habe in Facebook einen Post der Taverne gesehen, dass sie ein „Kalamari-Kokoretsi“ anbieten – das soll meine Wahl sein!

Wir machen uns also auf nach Alinda – doch was ist das???

Ein, wenn auch kleines, Kreuzfahrtschiff in der Bucht vor Agia Marina

Ich will vorsichtig formulieren – ich gönne jedem seine Art von Urlaub und kann die Vorteile einer Kreuzfahrt für den einzelnen Touristen auch erkennen. Ich will nicht bekehren und auch nicht mit Fingern zeigen, so bleiben alle umwelttechnischen Argumente außen vor.

ABER – nicht jeder klitzekleine Platz auf Gottes Erden ist auch geeignet ein Ziel für die Kreuzfahrttouristen zu sein – wer zur Saison schonmal auf Santorin oder in Dubrovnik war, der weiß was ich meine.

Die Relation von Nutzen und Schaden geht aus meiner Sicht zu Lasten der Zieldestinationen. Leros ist, dazu stehe ich, KEIN geeignetes Ziel für Kreuzfahrtschiffe aller Art. Es ist und bleibt hoffentlich ein Ziel für Individualtouristen.

Wir erreichen das Ende der Alinda Beachfront, auch hier tut sich was in touristischer Hinsicht…

Der Bau der kleinen „Marina“ schreitet voran

Dieses Projekt wird gerade dem Seglerforum in dem ich aktiv bin, heiß diskutiert. Es obliegt mir nicht, zu bewerten ob die Fördermittel der EU zugunsten des nautischen Tourismus, hier richtig eingesetzt sind oder nicht – aber man muss akzeptieren, dass Leros bereits ein nautischer Hot-Spot in der östlichen Ägäis ist und auch, dass Segeltouristen sehr wohl Individualurlauber sind – sie würden der Insel mehr Nutzen bringen als Kreuzfahrer.

Alles gut also? Leider nein! Wer die Pläne kennt weiß, dass die „Marina“ viel zu eng und klein geplant ist. Es werden letztlich eine handvoll Yachties Platz finden, alle anderen Plätze werden, wie so oft, von Fischerbötchen belegt sein. Ich traue mich wetten…

Egal – wir sind hungrig, bestellen unser Essen und genießen die vorzüglichen Gerichte mit Blick auf die beleuchtete Burg.

Kalamari Kokoretsi – gefüllt mit Skampis
Schönes Ambiente – direkt am Meer, Blick auf das Kastell, über die Bucht von Agia Marina

Der Abend klingt aus, das „To Steki“ beweist einmal mehr, dass es zurecht auf unserer Top-Five Liste overall ist. Eine wunderbare Gastgeberfamilie, ein super Essen, das alles unspektakulär und ohne Shishi – dafür aber zu günstigen Preisen.

Wir verlassen den gastlichen Platz – ab nach Hause!

Wir kommen wieder

Auf dem Heimweg fahren wir entlang der Vromolithos Bucht. Ich konzentriere mich auf´s Pilotieren der GS, meine Gedanken fliegen. Am Horizont flackern die Lichter der Türkei.

Plötzlich höre ich… – nein, so kann man das eigentlich nicht sagen, plötzlich meldet mein Gehirn in einer Schaltsekunde einen Impuls der als akustische Schwingung eingeordnet werden kann und sich etwa so anhört…

Düdeldideldideldi, opaopa, dideldi…

Wenige Sekunden später sitze ich, in Begleitung meiner verduzten Gattin, an einem Tisch im „Kakomoiras“. Das alles ging so schnell, dass Sibylle, als sie ihren Mund öffnete um ein spaßbremsendes Gegenargument auszusprechen, schon ein mit Ouzo gefülltes Glas ansetzte. DAS ist angewandte Überrumpelungstaktik!

Seine Fidel erkenne ich im Vorbeifahren

Wir haben Xristo, den Wirt der Meze-Taverne, natürlich gefragt, ob es ok sei nur etwas zu trinken. Klar, hatte er gemeint – dies aber sehr flexibel ausgelegt…

Meze zum Ouzo – und wir kamen vom Abendessen

Die jungen Leute tanzten und hatten Spaß. Wir waren wieder mittendrin, zufällig! Aber wir waren willkommen. Man winkt uns zu, man prostet uns zu, wir feiern mit, wenn auch als Außenstehende. Dies deshalb, weil es ein privates Fest war, die Lehrerinnen einer Schule feierten den Beginn der Sommerferien.

Hübsches Kollegium – wenn ich mich da an früher erinnere (Ausnahme: Frau Keller – aber die wird meinen Blog wohl nie lesen)

Gretchenfrage – haben wir auch das Tanzbein geschwungen? Nein, diesmal nicht – wie gesagt, eine eher offene „geschlossene Gesellschaft“. Hier war es an uns, sich defensiv zu verhalten und nur zu genießen. Aber das nächste Mal… 😉

Am nächsten Morgen komme ich an ALENA vorbei und stelle fest – es tut sich was! Arbeiten am Rumpf haben begonnen, diese werden sich über die kommenden zwei Tage hinziehen. Das neue Eignerpaar hat ihrerseits diese Arbeiten in Auftrag gegeben, ich muss hier nichts tracken, melde aber trotzdem den Beginn und Fortschritt nach Deutschland.

ALENAs Rumpf wird poliert
Das Unterwasserschiff bekommt neues Antifouling
Nach zwei Tagen ist sie fertig und zeigt sich von ihrer besten Seite – die neuen Eigner können kommen

Auch Karl und Rosi sind nicht untätig gewesen. Es liegt auf der Hand, dass das Beziehen des neuen Schiffes, die Inbesitznahme, ein toller Augenblick ist. Man möchte schalten und walten, alles sauber machen und so richten wie man selbst es möchte. Dazu gehört natürlich auch das Einrichten – mit meist eigenen und neuen Dingen.

Das war mir klar, so überrascht es mich nicht, als Karl nach der Postadresse fragt – „…er hätte da ein Paket zu senden.“

Eines????

Die Pakete sind inzwischen unterwegs – ok

Man merkt ihnen die Vorfreude an – und ich freue mich auf ein Wiedersehen und die Übergabe!

Heute, zwei Tage bevor Karl hier eintreffen wird, ist nur noch ein Punkt offen – es müssen zwei Seeventile getauscht werden. Dies ist mir vom Marinachef für morgen zugesagt – just in time 😉

Das mit dem roten Schlauch – Cockpitdrainage an Steuerbord…
…und backbord
Die Zugänglichkeit durch den Motorraum ist gut – diesen werde ich morgen, nach erledigter Arbeit, schließen

Hans-Peter kommt in Begleitung seiner Frau Petra und Terrier Merlin zurück in die Marina. Petra arbeitet noch und macht zweimal im Jahr Urlaub mit ihrem Göttergatten. Diesmal ein dreiwöchiger Törn in den südlichen Dodekanes – just während unseres Kreta-Aufenthaltes.

Wir freuen uns Petra noch einmal zu treffen und verabreden ein gemeinsames Dinner im „SouVLakki“ und anschließendem Besuch im Eispalast. Es würde gleichzeitig Petras Abschiedsessen sein, morgen fliegt sie schon nach Hause.

Klingt super! Sibylle und ich setzen aber noch einen drauf! Wir waren lange nicht mehr alleine im „Harris“, das wollen wir ändern – ein Aperitiv an einem der schönsten Plätze der Insel, danach die Freunde treffen! Perfekt!

Das „Harris“ – hat früher „View“ geheißen – nicht zu unrecht
Sehr schönes Ambiente – aber auch alles reserviert
Wir bekommen einen Platz und gönnen uns eine Kleinigkeit
Sibylle einen Cocktail, für mich einen Ouzo
Viel Liebe zum Detail

Wir vertreiben uns die Wartezeit und genießen unsere Nachos und die Drinks. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dann müssen wir los, wir sind mit den Freunden in Lakki verabredet – wir starten die GS und geben Gas, gerade als die untergehende Sonne die Umgebung in ein faszinierendes Licht taucht!

Die Serpentinen nach unten – im Hintergrund Kalymnos
Die Mühlen und das Kastell im Sonnenuntergang

Angekommen im „SouVLakki“, setzen wir uns an eine große Tafel, zusammen mit der Crew der LIBERTÉ und der JASPER. Es gilt, Petra ein würdiges Abschiedessen in bester Gesellschaft zu bieten – wir erzählen unsere Geschichten bis spätabends, dann wird es Zeit, den Abend im „Repapis“ ausklingen zu lassen.

Die Zeit verfliegt – bald ist es stockfinster
Hans-Peter gönnt sich drei Kügelchen…
…auch ich genehmige mir heute die Extrakugel 😉

Gähn – wie spät ist es? Ah, Zeit zum Aufstehen! Wir sind mit Hans-Peter und Petra zum gemeinsamen Frühstück verabredet. Danach würden wir direkt mit den Beiden nach Agia Marina fahren, um Petra dort zu verabschieden – sie würde mit „Dodekanisos Seaways“, dem Katamaran, nach Kos fahren und von dort aus den Heimflug antreten.

Frühstück gibt es bei Mariettas „μπακαλικο με τσιπουρο“ – wir sind aber nicht schlecht überrascht, als wir sehen, was dort im Nachbarladen während unserer Abwesenheit hochgezogen wurde…

Eine Kaffeekette, das „Coffee Lab“ hat dort eine Filiale eröffnet – alles blitzsauber und ziemlich cool

Wir setzen uns zu unserer griechischen Freundin in deren kleine Taverne und bestellen unser Frühstück. Wie nicht anders zu erwarten, klagt sie über den neuen Nachbarn, er würde ihr natürlich Umsatz nehmen, den hätte es nicht gebraucht.

Uns wird schlagartig klar – ungenierte Besuche dort, sollten wir uns zunächst verkneifen, obwohl es mich reizt, den Kaffee dort einmal zu probieren.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, unser Frühstück wird serviert…

Endlich mal wieder Rührei

Dann geht alles ziemlich rasch. Wir klönen ein bisschen, ratschen über Gott und die Welt und ehe wir uns versehen, ist es schon an der Zeit nach Agia Marina zu fahren.

Wir kommen rechtzeitig an – dann heißt es, von Petra Abschied zu nehmen. Bis zum Oktober…

Servus mach´s guad – komm´gut heim
Die Fähre kommt pünktlich…
…und die Freundin muss los – Zeit zum Einsteigen
Die Klappe schließt sich, Petra winkt uns noch zu…
…dann braust der Zubringer davon

Zur gleichen Zeit, das fanden wir ganz interessant, fuhr Shira mit einem Speedboat welches den VIP Shuttle Service nach Kos anbietet, die gleiche Strecke.

Der Preis ist natürlich ungleich höher, relativiert sich aber, wenn man die Fahrt durch drei bis vier Personen teilen kann. Die Fahrzeit hingegen beträgt statt der üblichen 90 Minuten, nur rund 25 Minuten – so kann man durch geschickte Planung, einen Teil der Individualkosten wieder einsparen, wenn man beispielsweise den Bus erwischt statt mit dem Taxi zu fahren, oder wenn man am gleichen Tag an- beziehungsweise abreisen kann und so eine Hotelübernachtung spart. Wir wollen uns das merken.

Shira schickt Grüße von ihrem Transfer

Im Hintergrund spielt sich eine verrückte Geschichte ab. Ihr erinnert euch an die EDINA, das Schiff, auf welchem wir über den Winter gegen den Wassereintritt gekämpft haben.

Hier scheint der Generator kaputt zu sein und bei einer ersten Diagnose wird dieser als „nicht der Reparatur wert“ eingeordnet und daher ein Ersatz für rund 20.000.-€ angeboten. Der Besitzer hat mich gebeten, eine Meinung abzugeben und ich habe, obwol ich ebenfalls pessimistisch orakelt habe, empfohlen, in jedem Fall den Kopf abzubauen um eine klare Diagnose zu machen.

Womit ich nicht gerechnet habe – der Eigner hat meinen Rat SOFORT befolgt und sich an die Kaimauer von Lakki verholt. Dort hat mein Freund Giorgos den Kopf zwischenzeitlich demontiert.

Wasser in den Brennräumen – es scheint aber reparabel

Die letzte Entscheidung ist in diesem Moment noch nicht gefallen, aber ich hoffe, dass ich ein paar Absätze später Vollzug melden kann. Wir gehen davon aus, dass repariert werden kann! Die Kosten würden sich dann vielleicht auf 1.000.-€ belaufen – ein Unterschied wie ich meine!

Ich bespreche das mit dem Eigner, mit dem wir uns inzwischen angefreundet haben und schaue dann, dass ich nach Hause komme. Sibylle wartet schon auf mich, wir haben heute abermals einen Kurs von „The-Leros-Way“ zu besuchen.

Offen gesagt, zugrunde liegen besondere Umstände – die Mindestteilnehmerzahl wurde nicht erreicht, Marietta wollte den Kurs aber auf keinen Fall kippen. So haben wir die Teilnahme am KOCHKURS zum halben Preis bekommen. Super! Wir packen Hans-Peter ein und füllen zu dritt die offenen Plätze.

Pünktlich um 18.00 Uhr treffen wir beim Haus von Mariettas Großeltern ein. In der alten, originalen Katikia finden alle Outdoor-Kurse statt.

Ein schönes Fleckchen Erde
Die alte Küche – hier werden, stilecht, die Vorbereitungen getroffen

Im Rezeptbuch steht, wie sollte es anders sein, eine originale griechische Moussaka, dazu ein frisch gebackenes Brot, Tzaziki und ein griechischer Salat.

Die Moussaka wird später im bereits angefeuerten Holzbackofen gebacken.

Im Ofen die glodernde Lut

Wir komplettieren die Basisgruppe, welche aus fünf Italienerinnen und einer Französin besteht. Die Französin spricht Deutsch und Englisch und hat uns sehr positiv mit der Tatsache überrascht, dass sie keine Hemmungen hat, diese Sprachen auch zu sprechen – sehr sympatisch!

Die Italienerinnen hatten leider nicht diese Fähigkeiten und daher eine Übersetzerin mitgebracht. Diese sprach ein hervorragendes Englisch, so dass eigentlich keine Sprachbarriere hätte entstehen müssen – eigentlich! Hätte!

Die illustere Kochtruppe

Nun war es leider so, dass Marietta auch Italienisch spricht – und so kam es wie es kommen musste. Statt Englisch war die Kurssprache auf einmal Italienisch, was es uns natürlich schwieriger machte zu folgen.

Da wir ja begünstigt waren, stand es uns nicht zu, hier ein Veto einzulegen. Wir haben uns stattdessen ein bisschen auf uns selbst konzentriert.

Man spricht Deutsh

Wir bekommen die Schalen für die Moussaka und die Zutaten werden auf den Tisch gestellt, Kartoffeln, Auberginen, Hackfleischsosse. Marietta erklärt, wie man dies schneidet und zubereitet.

Alles ist vorbereitet – jetzt geht es los

Wir legen die einzelnen Lage in unser Schälchen, jeder kann die Menge der einzelnen Zutaten im gewissen Rahmen variieren. Ich lege weniger Aubergine, dafür mehr Käse und Hackfleischsosse.

Dann kochen wir die Bechamelsosse, hier werden, anders als bei einer Lasagne, Eier und Käse beigemischt.

Marietta erklärt

Die fertige Sosse kommt on top, auch hier halte ich mich zurück – ich bin nicht so sehr der Bechamel Fan. Dann sind „unsere“ Moussaka fertig für den Ofen!

YES – markiert mit einem „M“ – Maximus 😉
Auch Sibylle trägt ihr nahezu leeres Schälchen zum Ofen
Stolz auf das Geschaffene – wird sofort verewigt

Während die Schalen im Ofen stehen und der Inhalt langsam beginnt vor sich hinzuköcheln, bereiten wir das Tzaziki. Auch hier war einiges schon vorbereitet, so dass sich unser Tun auf das Verrühren der Zutaten beschränkte.

EINE Zehe Knoblauch pro 200g Joghurt – ich entscheide mich für DREI

Weil noch etwas Zeit blieb, bis die Moussaka völlig durchgebacken war, haben für etwas Kurzweil gesorgt. Wie? Ganz klar – mit einer Runde „Leriko“!

Wie war das gleich? Wer genau hinsieht merkt, da fehlt doch einer
Schön – lustig! Hans-Peter hatte plötzlich „Rücken“ und hat sich selbst zum Fotografen ernannt

Mariettas Cousine rief zu Tisch, die Moussaka war fertig, jeder holte sein Schüsselchen aus dem Ofen. Ich war angetan, meine Creation sah gar nicht mal so schlecht aus.

Goldgelb, leicht resch – so muss Moussaka sein
Der griechische Salat passt hervorragend dazu

Die Gruppe isst miteinander, man quatscht noch viel. Ein sehr bunter, geselliger Abend. Ok, als Kochkurs bewertet, kann man, muss man aber nicht teilnehmen. Ich war schon auf solchen Veranstaltungen, die haben zwar das fünffache gekostet, aber auch mehr geboten.

Als Event und gemeinsames Koch- und Dinnererlebnis ist es den Besuch aber allemal wert!

Am Heimweg gönnen wir uns ein Eis als „Absacker“, dann geht es zurück in die Marina, es ist schon spät!

Der Vollmond über der Marina

Frühmorgens, ich schalte mein Telefon an, es schellt! Nachrichten von Martin treffen ein. Ihr erinnert euch an ihn, er ist der Besitzer der STENELLA II, welche bei uns in der Marina liegt.

Martin hat bei der Abreise ein paar Kleinigkeiten vergessen, braucht ein paar Bilder und möchte, dass ich ein paar Reparaturen für ihn bei der Marina einsteuere.

Ich will helfen. Ich bespreche mich mit ihm, schreibe alles zusammen und fange mit den Bildern an – der einfachste Part des Jobs wie es scheint!

Wie hat die Marina das Schiff aufgepallt?
Ist das Schwert oben oder unten und wie ist der Zustand des Antifouling?
Wie bekommen wir die Schadstellen am Antifouling repariert?
Und last not least…
…wie ist der Zustand der Opferanoden?

Ich sende die Bilder und beantworte die Fragen. Es entstehen daraus neue Fragen, welche ich abermals bündle und aus denen wir einen Arbeitsauftrag an die Marina ableiten – mal sehen, wie weit ich damit komme!

Diese Saison verläuft etwas anders als die anderen zuvor. Viele der befreundeten Segler sind auf größeren Runden unterwegs, die Marina ist relativ ruhig. Ich finde das erfreulich. Unser Freundeskreis hat sich damit allerdings auch auf ein Minimum reduziert, dennoch wird es nie langweilig.

Schade ist allerdings, dass dieses Jahr auch die beiden anderen „Dauercamper“ in der Marina, die Crew der JASPER, die Saison vorzeitig beenden. Ein Familienfest steht an, die Zeit danach soll mit Motorradtouren gefüllt werden. Die Abreise von Uli und Angelika steht kurz bevor, wir verabreden uns daher zum Dinner im – wie soll es anders sein – „SouVLakki“.

Doch was ist das???

Alarm! Das „SouVLakki“ ist geschlossen

Ich gebe sofort eine Warnung aus – der Grilltempel unserer Wahl scheidet als Ziel aus. Wir einigen uns zähneknirschend darauf, das benachbarte „Food House“, ebenfalls ein Grill, zu besuchen.

Doch zuvor nutzen Sibylle und ich die Gunst der Stunde – wir besuchen das „Coffee Lab“, das neue Café neben Mariettas kleiner Taverne.

Mal sehen was es da so gibt

Die Zeit ist deshalb günstig, weil es ein Sonntag ist. An diesem Tag hat Marietta geschlossen, unser Besuch beim Nachbarn grenzt also nicht an Hochverrat. Ansonsten gehört unser Herz (und unsere Talerchen) natürlich ihr 😉

Wir sehen uns um, nett eigentlich, dann bestellen wir…

Schön dekoriert – das Markenlabel ist omnipräsent
Sehr guter Cappucchino und ein feines Bougatza

„Coffee Lab“ ist eine griechische Café-Kette. Der Cappuccino ist super, das Bougatza auch. Eigentlich ist auch die Deko schön, aber trotzdem strahlt das ganze Ensemble so eine McDonalds Atmoshäre aus.

Wir vergeben ein „gut“, wissen aber auch, dass dieses Café keine langfristige Konkurrenz für Marietta sein wird. Zumindest nicht aus unserer Sicht.

Der Tag verdröselt – wir gehen die drei Schritte zum „La Palma“ Café um für den Abend einen Tisch zu reservieren, es ist Fußball EM und Deutschland spielt gegen die Schweiz. Wir haben uns mit den schweizer Freunden von der AEGEAN BLUE verabredet um das Match zusammen anzusehen.

Da die Gruppe mittlerweile auf 8 Personen aufgebohrt ist, scheint eine Reservierung angebracht.

Dann gehen wir zurück in die Marina, springen noch einmal ins Meer um uns abzufrischen. Recht rasch rückt unsere Verabredung zum Dinner näher, wir treffen uns mit Uli, Angelika und Hans-Peter im „Food House“.

Die beiden Giros-Grillhäuser sind unmittelbare Nachbarn

Ich kann nicht genau erklären warum, aber bei mir hat sich das „SouVLakki“ gegenüber dem „Food House“ durchgesetzt. Zugegeben, die Betreiber sind hier auch ausgesprochen nett, das Essen ist ebenfalls gut.

Dennoch geht der Service in unserem Lieblingsgrill etwas flotter, das Essen ist eine Nuance besser – wir bleiben dem „SouVLakki“ treu. Nichtsdestotrotz essen wir an diesem Abend durchaus gut!

Platz war noch reichlich
Meine Wahl war top – die Salate der anderen etwas mächtig mit Mayonnaise angereichert

Wir waren früh dran mit dem Essen, denn der weitere Verlauf des Abends war gut durchgetaktet – ein rasches Eis im rosafarbenen Eistempel, danach ging es schnurstracks ins „La Palma“, wo unsere 8er-Tafel noch freigehalten wurde. Wir kamen en minute, das Spiel war gerade dabei angestoßen zu werden…

Erste Reihe vor dem großen Bildschirm
Es scheint eine gute Stimmung in Deutschland zu sein
Aha, viele Namen kenne ich nicht mehr

Ich oute mich – ich bin kein Fußballfan! Es interessiert mich gar nicht! ABER – ich kann gut so tun als wäre ich einer, genau das haben wir gegenüber der eidgenössischen Fraktion so umgesetzt. Deutschland vor, noch ein Tor…

Ok, wäre fast schief gegangen. Das Spiel, der Verlauf, das Ergebnis – wie gesagt, ist mir eigentlich egal. Aber als den Schweizern der sicher geglaubte Sieg und damit auch das hämische Grinsen, in der Nachspielzeit „entrissen“ wurde – das war doch ein lustiger Moment 😉

Egal, ein 1:1 hat niemanden geschadet, das Ergebnis war versöhnlich und Grundlage für einen letzten, einen allerletzten Ouzo.

„Das war ein Foul, ganz sicher!“ – es wird gefachsimpelt

Am nächsten Morgen sind wir schon wach, als der Wecker zum Aufstehen mahnt. Wecker??? Ja, denn Sibylle geht jobben.

Waaaas? Warum das? Weil sie Marietta versprochen hat für eine Woche am Empfang im HUB auszuhelfen, da Shira für diese Zeit nach Italien reisen muss. Danach will meine Frau nur noch ein, zweimal die Woche unterstützen.

Wir frühstücken, dann macht Sibylle sich auf, um ihren ersten „Arbeitstag“ nach Rente anzutreten.

Nervös? Ich doch nicht!
Das HUB in Lakki, die Drehscheibe von „The-Leros-Way“

Ich begleite Sibylle, nur für den Fall, dass es irgendwelche Stolperfallen für sie gibt. Außerdem will sie mir das HUB, welches ich bisher nur von einem Kurzbesuch kenne, einmal kurz zeigen…

Motivationssprüche – wie früher 😉
Schöner Arbeitsplatz
Ok, passt alles – ich ziehe mich zurück

Ich brummle zurück in die Marina, ich muss heute unbedingt sehen, dass sich etwas auf ALENA tut! Die Seeventile müssen noch montiert werden und der neue Eigner ist schon im Anflug. Also habe ich meine treue GS schnurstracks zu dem mir zur Übergabe anvertrauten Schiff pilotiert…

Genau rechtzeitig – gerade geht es los

Potztausend! Ich komme just in dem Augenblick an, in dem Petros und Antonis die beauftragte Arbeit beginnen. Werner und ich haben uns entschieden, dass wir diesen Part vergeben, es geht hierbei mehr um gewährleistungsrechtliche Gründe.

Ich stimme mich mit den Monteuren ab, bin zufrieden und gehe zurück auf unser Schiff – dabei werfe ich einen Blick auf die Bucht, gerade kommt die BlueStar Fähre an. Ich mag das…

Der Zubringer holt Menschen ab und bringt neue Besucher auf die Insel

Zurück auf NESSAJA erlebe ich eine Überraschung, eine positive wie es scheint! Ich habe im März diesen Jahres Ersatzteile für meine Heizung bestellt – es war ein holpriger Weg bis hierhin, aber jetzt scheint sich alles zum Guten zu richten.

Ein Signal welches Hoffnung macht

Ich will es vorweg nehmen – es war nur ein Strohfeuer, bis zum Ende des Monats habe ich weder aktualisierte Rechnung noch die Teile. Ich habe jetzt eine Frist gesetzt, wenn es bis Anfang Juli nicht klappt, werde ich von meiner Bestellung zurücktreten und die Teile woanders kaufen. Der zunächst so emsige und bemühte Eberspächer Händler stellt sich als Luftnummer heraus.

Ein Thema welches ich in den Julibericht tragen muss…

Sibylle ruft an – ihr Job sei für heute beendet, sie habe eine „Naturalvergütung“ vereinbart. Ich soll rüberkommen, wir essen bei Marietta zu Mittag.

Lachsbruschetta für meine liebe Frau
Den Bohnensalat teilen wir uns
Ich entscheide mich für Spaghetti

Derart gestärkt beschließen wir, dass das Abendessen heute etwas kleiner ausfallen darf.

Ich bin gedankenverloren, ich habe die Fertigstellung von ALENA im Kopf, ich will, dass alles klappt und ich das Boot nebst Verantwortung pannenfrei übergeben kann. Wir fahren daher am Rückweg abermals bei der schönen, aber aufgebockten Schwedin vorbei – oha, dort hat sich mächtig was getan!

Ventile sind eingebaut
Auch von außen alles ok

Petros, der Mechaniker, informiert mich noch, dass er die Schläuche morgen anbringen würde, die Dichtmasse müsse noch etwas ausvulkanisieren. Ok, das verstehe ich – dennoch bitte um eine rasche Bearbeitung am Folgetag, der Eigner würde mittags da sein.

Der schlaksige Monteur schmunzelt, nickt und sichert mir die rechtzeitige Fertigstellung zu. Ich bin zufrieden, wenn auch mal wieder alles sehr knapp und mit heißer Nadel gestrickt ist.

Zurück auf NESSAJA ist mir fad…

Und was mach´ ich jetzt???

Sibylle liebt es wenn mir fad ist, es ist ein sicheres Mittel sie in den „Peitschenmodus“ zu versetzen. Allerdings nicht in den, welcher sich in einer schlüpfrigen Gedankenwelt aufdrängt, eher in den, in dem sie mir mit peitschender Stimme Arbeitsanordnungen erteilt.

Ich höre sie zischeln – „…mach endlich die Dinge die Du seit Tagen vor Dir herschiebst!“

Ok, da war noch was. Dinge die mir unangenehm erscheinen. Das jetzt bitte nicht bewerten, aber es gibt so Sachen, die passen irgendwie nicht „in den Kram“.

Martin hat mir neben der Bitte um die Bilder, noch eine Art „Checkliste“ geschickt. Dinge, die er vielleicht vergessen hat oder solche, bei denen er mal um einen Kontrollblick bittet. Doof ist nicht die Liste an sich, es ist mehr die Tatsache, dass Arbeiten auf Deck oder im geschlossenen Schiff bei 35°C eher minder angenehm sind.

Trotzdem rapple ich mich auf und folge dem Befehl meiner Frau, die mich begleitet. Will sie helfen oder mich antreiben, frage ich mich leise…

Punkt 1 auf der Liste – immer mal die Klospülung betätigen. Ok, das ist einfach – dachte ich…

Not nice…

Etwas Spülwasser war zurückgesickert und faulte in der Keramik vor sich hin – ja toll! Zum Glück hat die Spülung das meiste beseitigt, den Rest habe ich mit der Lokusbürste abgeschrubbt. Ich kann dem Eigner Vollzug melden.

So geht´s wieder

Punkt zwei – Batterien checken. Hier zumindest zeigt sich, dass STENELLA neu und durchdacht ist. Die Solarmodule laden die Batteriebank, der Akkustand ist im grünen Bereich.

13,63V – alles ok

Wir machen STENELLA fertig, klarieren das Deck und melden Martin, dass auf seinem Kutter alles ok ist. Er kann beruhigt schlafen und auch die Marina mit den restlichen Aufgaben betrauen.

Mein Telefon klingelt – ich erhalte WhatsApp Nachrichten von meinem Freund Giorgos. Er hatte zwischenzeitlich den Zylinderkopf des großen ONAN Cummins Generators der EDINA zerlegt und aufgrund des schlechten Zustandes entschieden, dass er den Motorblock auch noch ausbauen und überholen möchte.

OK, da ist schon echt viel Schlodder drin

Er hatte sich mit dem Eigner abgestimmt und kurzen Prozess gemacht. Zusammen mit seinem Onkel ist er mit dem Kranwagen angerückt und hat das Trum aus den Tiefen der CNB 60 geholt.

Natürlich hat der Virtuose an den Schraubenschlüsseln das Aggregat sofort zerlegt – es zeigte sich, die Entscheidung war gut!

Rost und Salzwassermelasse überall
Einen Teil der Bauteile kann man weiterverwenden

Giorgos hat die Ausfallursache gefunden, einen Kostenvoranschlag erstellt und, nach Zusage, die Teile bestellt.

Ok, die Gesamtreparatur wird nun etwas teurer, trotzdem kommt der Eigner mit etwa 20% der zunächst veranschlagten Summe für einen Komplettersatz aus – und bekommt einen komplett überholten Motor.

Anfang Juli soll der Einbau erfolgen – ich bin gespannt ob er das schafft. Wäre eine sensationelle Umsetzung. Ich werde berichten!

An diesem Abend waren wir von der Crew der ALLEGRA zum Dinner ins „To Steki“ nach Alinda geladen – es war ein sehr netter und schöner Abend!

Nächtlicher Blick über die Bucht von Alinda – man sieht Agia Marina und das Kastell

Am nächsten Morgen stehe ich um kurz nach 08.00Uhr auf der Matte – wie geht es ALENA? Was macht der Reparaturfortschritt? Ist sie fertig?

Hm, sehen kann ich nix…

Da steht sie und wartet auf ihren neuen Eigner

Ich klettere die Leiter hoch und werfe einen Blick in den Motorraum – ha, alles bestens! Petros war schon hier, offensichtlich wirklich ganz früh am Morgen und hat die Schläuche angebracht, sowie einen verdrückten Belüftungsschlauch abgeschnitten und in Position gebracht!

An die Arbeitsliste von ALENA kommt ein Haken!

Die Schläuche sind angebracht und fixiert
Auch der Belüftungsschlauch sieht wieder gut aus und hängt ordentlich in Position

Ich bin zufrieden! Es sieht alles gut aus, die Hallberg Rassy ist fertig zur Übergabe. Der neue Eigner, Karl, kann kommen!

Und das tut er auch – pünktlich wie die Maurer! Es hat sich aufgedrängt, sich erstmal bei einer Kaltschale zu begrüßen und das Ankommen zu feiern…

Zum Wohl, schön, dass Du da bist

Wir gönnen uns ein Nachmittagsbierchen im „Skipper´s“ und klönen ein Weilchen. Dann hält Karl es nicht mehr aus – wir gehen zu ALENA und er nimmt SEIN Schiff in Besitz!

Der Rest des Tages verlief unspektakulär. Wir haben viel besprochen, es galt, die von mir durchgeführten Arbeiten abzunehmen und einige Fragen zu beantworten. Natürlich konnte ich ein paar Dinge erklären. Karl hingegen hat sofort begonnen, eine Liste für den Baumarkt zu schreiben – ein langer Wasserschlauch, ein langes Landstromkabel und vieles mehr…

Den Rest des Tages verbrachten wir im Marinabüro. Ich habe alle offenen Posten für Werner bezahlt, Karl seinerseits die bereits in seiner Verantwortung gegebenen Aufträge – so konnten wir nach ein paar Stunden die Übergabe finalisieren.

Die Accounts des alten und des neuen Eigners waren getrennt, der alte Account von Werner wurde geschlossen, ich habe meinen Schlüsselsatz und die administrative Verantwortung übergeben.

Ich schließe den ersten Teil des Kapitels ALENA – es hat mir viel Spaß gemacht und mir viele denkwürdige Momente beschert. Werner ist mein Freund geworden, ich werde den Seebären hier vermissen!

Wir beschließen den Tag zusammen mit Karl und Hans-Peter im „SouVLakki“, natürlich gefolgt von einem Eis der Extraklasse – dann war es Zeit für die Nachtruhe – wir waren erschöpft!

Heute hat alles geklappt – aber es war ein fordernder Tag

Auch der Folgetag stand im Zeichen von Karls „to do Liste“ an ALENA. Er hatte sich die Reinigung des Decks vorgenommen, ein kleiner Schaden sollte durch die Marina ausgebessert werden. Zudem wollte er den Propeller polieren.

Viel zu tun – packen wir es an!

Aber halt! Zunächst galt es ja noch die Bootssteuer für ALENA zu bezahlen. Die Entrichtung des eTepai ist eine typisch griechische Bürokratiehürde – man kann es online erledigen, es ist aber, vor allem beim ersten Mal, ein wenig kompliziert.

Deshalb treffen sich Karl und ich zur gemeinsamen Datenerfassung im „Skipper´s“, bei einem Freddo Cappuccino geht das einfach besser.

Nach eineinhalb Stunden war der Bürokratiekram erledigt

Danach sind wir zusammen auf die Post nach Agia Marina gefahren um die Steuer gleich zu bezahlen – somit war es statthaft ALENA zu Wasser zu bringen und sie in griechischen Gewässern zu nutzen.

Danach war Shopping angesagt – zum Elektriker und 25m Kabel nebst Steckern gekauft…

Sibylle wartet derweil vor der Türe

…dann sofort zu Andreas Kritikos in den Baumarkt, unseren OBI, um dort den Wasserschlauch und diverse Schwämmchen und Mittelchen zu besorgen.

So gewappnet ging Karl ans Werk. Wir ließen den Mann schaffen und zogen uns zurück. Der Nachmittag war frei, wir gingen baden!

Ein zweites Mal tappen Sibylle und ich in die Touristenfalle – IS THERE ANYBODY OUT THERE? Yes, leider – und die Tavernen und Bars haben dummerweise auch den Servicegrad etwas angepasst – nach unten!

Zum zweiten Mal bekomme ich lackes Bier und die Chipsbegleitung fehlt – ich werde vor September nicht mehr dorthin gehen. Bestimmt! Glaube ich…

Nicht noch einmal

Am Abend verabreden wir uns wieder mit Neueigner Karl zum Dinner. Er möchte Fisch, das leuchtet ein. Wir empfehlen das „Pirofani“ in Panteli und freuen uns ebenfalls auf die leckeren Meze und ein paar Fischhäppchen.

Super Platz – herrlicher Hauswein

Der Wirt kennt mich, wir mögen uns. Trotzdem haben wir diesmal Pech. Nicht mit dem Essen, das war ausnahmslos gut, aber der Service hing diesmal hinter den Erwartungen zurück.

Zunächst kamen die Meze sehr schnell, ok, das kann man akzeptieren…

Zucchinichips

…dann aber kam die Hauptspeise von Karl mit den Vorspeisen. Das war ärgerlich, wir haben es aber damit abgetan, dass er eine Vorspeise als Hauptspeise bestellt hatte – das kann vom Service in die Küche schonmal verloren gehen.

Als dann aber meine Spaghetti auch aufgetragen wurden, als der Tisch noch voller Meze war, hat es mich doch geärgert.

Ihr habt ja gelesen, dass uns das auch in Chania passiert ist – vom „Pirofani“ habe ich das nicht erwartet.

Auch wenn das Essen super geschmeckt hat – es war irgendwie unschön…

Geschmacklich super – aber viel zu früh

Als wäre das nicht genug, hat man dann eine der Vorspeisen vergessen – naja, wenn ja auch die Hauptgerichte schon hier sind – und auch der zweite Wein hat es nicht zu uns an den Tisch geschafft.

Das Ärgerlichste aber war, dass Sibylles Essen, im Gegensatz zu allem anderen, sehr viel länger gebraucht hat. Die Arme musste ganz alleine essen, der Tisch war zwischenzeitlich abgeräumt.

Wir waren längst fertig als Sibylle ihr Essen bekam

Das war nix! Ich meine aber, dass der Wirt selber gemerkt hat, dass irgedwas schief lief. Sei es drum – das „Pirofani“ hat diesbezüglich Kredit, weil wir dort so oft lecker gegessen haben.

Es wird eine weitere Chance bekommen.

Wir verlassen das Fischlokal und gehen nach Hause

Für den nächsten Morgen hatten wir einen ausgeklügelten Plan – wir wollten am Sibylles letztem Arbeitstag, dem Freitag, die Annehmlichkeiten des HUB nutzen und dort gemeinsam unsere Steuererklärung machen.

Ich packe also ebenfalls meinen Rechner und alle notwendigen Unterlagen ein und verhole mich mit Sibylle an einen Schreibtisch in Mariettas Büro.

NATÜRLICH nutzt die clevere Griechin die Situation

Marietta kommt dazu, erfasst die Situation und nutzt diese sofort für einen Werbepost für ihre Remote-Arbeitsplätze, sehr geschickt!

Wir klopfen, ungeachtet dessen, weiter unsere Zahlen des Vorjahres in das Computerprogramm – nach drei Stunden war es geschafft! Wir senden die Daten online ab, eine Last fällt von unseren Schultern!

Abermals dürfen in Mariettas Bistro zum Mittagessen kommen. Auf diese Art sparen wir uns Einkäufe, ein indirektes Einkommen also – das ist für uns eine sehr adäquate Art der Entlohnung.

Ich bestelle ein Cola zum Essen und staune nicht schlecht als ich das Glas anhebe, um mich an der eiskalten Brause zu laben.

Das Glas geht nach oben, der Boden bleibt stehen – zum Glück war der Humpen noch nicht befüllt
Heute was Leichtes – Salat für mich, Gemüse für Sibylle
Schmeckt uns gut

Am Mittag habe ich einen wichtigen Termin, Vertragsgespräche mit der Marinaleitung. Um 14.00 Uhr hatte ich zu entscheiden, wie mein Vertrag für die Saison 2024/2025 ausgestaltet sein soll und welche Modalitäten zugrunde liegen.

Es war höchste Zeit, denn mein Vertrag ist bereits Ende Mai ausgelaufen. Ich war fast etwas aufgeregt, denn ich wusste nicht ob und inwieweit sich meine Beschäftigung für die Marina auswirken würde.

Nur soviel – es ist alles gut und doch ganz anders als erwartet. Ich habe das Gefühl, dass dieser Tag ein Puzzlestein für weiterführende Entscheidungen war. Wirklich happy war ich nicht, Möglichkeiten für klare Statements wurden vertan.

Am Abend treffen wir uns mit der Crew der CHILI zum vegetarisch, veganen Dinner im „Stis Anna“. Die Beiden sind von ihrer Segelreise mit Familie zurück gekommen, wir haben einander viel zu erzählen.

Sibylle borgt Ralf den Roller um damit nach Crithoni zu fahren, wir fahren mit der GS wie eine Entenmama voran.

Bei Anna sitzen wir direkt am Beach

Ina und Ralf waren angetan, dass es ein vegetarisches Lokal auf Leros gibt. Für mich war es mehr als ok, denn es gibt auch Gerichte mit Fisch, außerdem mag ich so Sachen wie Falafel oder Hummus auch.

Zudem hatten Sibylle und ich ja mittags eine Kleinigkeit gegessen, alles ok also. Und wirklich, wir haben sehr gut gegessen und hatten viel Spaß.

Mein Tellerchen aus verschiedenen Vorspeisen
Hinterher noch ein Risotto – ganz anders als erwartet

Weil es gar so schön war, haben wir beim abschließenden Eis festgelegt, dass wir diesen Abend wiederholen müssen – am besten gleich morgen!

So kam es, dass ich einen Tisch im „Pirofani“ reservierte, auch um zu erfühlen, ob die Pannen beim letzten Besuch einmalige Ausrutscher waren. Danach wollten wir in „Harris“ Bar in der ersten Mühle einen Absacker trinken.

Perfekt – wir freuen uns auf morgen und gehen zufrieden ins Bett!

Der neue Tag begann spannend, ALENA hat Krantermin, wir treffen uns um 09.00 Uhr an der Hallberg Rassy. Zu unserer Überraschung war Giannis sehr pünktlich. Der Wagen kam und lud die schöne Schwedin kurzerhand auf…

29.06. – ALENA geht wieder zu Wasser

Als ALENA auf dem Weg zum Kran ist, kommt uns ein händchenhaltendes Paar entgegen – schon von Weitem kann ich Gerald an seinem RingelT-Shirt erkennen.

Wir, die Eigner von NESSAJA, stellen die Ex-Käufer von ALENA, welches gleichzeitig die Ex-Käufer von NESSAJA sind, dem jetzigen Besitzer von ALENA vor – alles klar? Nein? Macht nix – wir müssen ohnehin dem Kran folgen…

Der Wagen bringt sie zum Kran
Mit diesem wird sie später in ihr Element zurück gehoben
Klar, dass Karl als Neueigner das alles filmt
3-2-1 – dann schwimmt sie wieder, wir dürfen zusteigen
Sind die neuen Ventile dicht? Motorventil offen? Wir bereiten alles vor – Hans-Peter hilft ebenfalls
Motor starten – alles klar? Ok! Dann wird sie vollends abgesenkt
Wir werfen die Leinen los…
…und Karl fährt die ersten Meter mit SEINEM Boot

Diese ersten Meter von der Krangasse bis zum Liegeplatz hatten es in sich. Wir hatten strammen Nordwestwind mit ca. 30kn. Zudem fährt die Rassy wirklich schlecht rückwärts und es waren die ersten Meter des Neueigners mit dem ihm nicht vertrauten Schiff.

Nachdem wir den künftigen Liegeplatz kannten, haben wir die Nachbarn informiert und vorgewarnt. Zudem wusste der Marinero Bescheid.

Umso verwunderlicher war es, als ein eigentlich zur Steg-Community gehörender Bootseigner, beim Anlagemanöver des Novizen vollends die Beherrschung verlor.

Der Gigant, ein Mann mit meiner Statur aber 20cm größer, wurde laut im Ton – nicht nur, als ALENA seinem Schiff wirklich nahe kam, das hätte ich verstanden, sondern auch, als die Gefahr gebannt war und er lauthals „gute Ratschläge“ nachschob.

Na prächtig – auf gute Nachbarschaft…

Wie auch immer, nach einer Minute der Aufregung und einem im Kern guten, aber ausbaufähigen Manöver, lag ALENA an ihrem Platz. Wir vertäuten sie sicher.

Alle Leinen über und belegen…

Ich half Karl noch kurz, den neu reparierten Kühlschrank in Betrieb zu nehmen, da man diese wassergekühlte Variante entlüften muss. Dann trennten sich unsere Wege.

Karl hatte es sich in den Kopf gesetzt, seine Rosi in Kos abzuholen. Also ging er auf die Fähre, um sie dort zu treffen und um morgen gemeinsam mit ihr zurück zu kommen.

Das war perfekt für uns, bescherte es uns doch einen freien Nachmittag – den wollten wir nutzen, um Susanne in ihrem Haus zu treffen. Sie war inzwischen mit Tochter und Enkelchen für den Sommerurlaub hier eingetroffen.

Mit Susannes Haus in Xirokampos verbinden wir UNSERE Geschichte auf Leros – hier hat alles begonnen

Wir hatten einen herrlichen Nachmittag – vertraut wie immer, entspannt und doch informativ und ergiebig. Als Sophie beiläufig erwähnt, dass „…sie das Gefühl hat, mich ihr halbes Leben zu kennen…“, weiß ich, dass dies rechnerisch nicht ganz stimmt. Aber der Satz erreicht mich an diesem Tag – die Woche im Mai 2011 sollte mein Leben in eine neue Richtung lenken. Nie hätte ich gedacht, dass diese kleine Ägäisinsel einmal mein Zuhause sein würde!

Spätnachmittags gehen wir zurück auf NESSAJA, packen unsere Badesachen und ziehen sofort weiter nach Panteli. Wir machen dies – man höre und staune – ohne zu duschen, uns einzuparfümieren, oder uns umzuziehen und aufzuhübschen.

Kurz – Sibylle springt über ihren Schatten.

Denn – wir sind zum Baden mit Ralf und Ina verabredet. Ein- oder zweimal ins kühle Nass gesprungen, einfach lufttrockenen lassen und dann mit zerzaustem Haar und feuchtem T-Shirt ins benachbarte Lokal gegangen.

DAS ist Leben wie ich es mag!!!

Abermals „Pirofani“ – diesmal mit Ralf und Ina, der Crew der CHILI

Ich mache es kurz – die „Pirofani“ Crew nutzt ihre Chance und macht alles 105% perfekt. Wir hatten einen herrlichen Abend in perfektem Ambiente und mit vorzüglichem Essen.

Geräucherte Auberginen mit Paprika und einer weißen Taramas-Creme
Pilze in Weißwein Sugo mit gegrilltem Manouri
Tuna Tartar

Dies und noch einige andere Gerichte gab es an diesem Abend – wir waren superhappy. Dies war nur der Einstieg, so sollte es weitergehen…

Wir waren eingetaktet – warum, kläre ich sofort auf. Als nächstes fuhren wir von Panteli aus nach oben zu den Windmühlen. Der Meltemi pfiff über uns hinweg, aber im „Harris“ saßen wir im Windschatten. Alles passte – die Sonne und der Dunst am Himmel ließen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen.

Nicht bearbeitet – die Mühlen von Leros im Sunset
Der Blick Richtung Türkei zeigt die Schaumkronen am Meer und lässt die Wucht des Meltemi erahnen
Wir haben einen Tisch in erster Reihe und genießen den Ausblick…
…und die sensationell guten Cocktails
Station zwei von drei – check

Gegen 21.45 Uhr mussten wir weiter! Es war schon dunkel geworden und wir bezahlten. Die CHILI Crew hat wieder Sibylles „Breezy“ als Vehikel, auch er hat die Steigung zu den Mühlen gut gemeistert, so werfen wir noch einen letzten Blick auf die nächtliche Bucht von Panteli, bevor wir die Serpentine nach unten fahren und den Rückweg nach Lakki antreten.

Blick von oben bei Nacht

Wir hatten, das habe ich noch nicht erwähnt, eine weitere Station an diesem Abend! Es war das Achelfinale der Fußball EM und Deutschland hatte gegen Dänemark anzutreten.

Ed von der EDINA hatte angeregt, doch wieder einen Tisch zu belegen und das gesellige Beisammensein vom letzten Mal zu wiederholen. Da sagen wir nicht Nein und kommen zusammen mit Ralf und Ina ins „La Palma“ Café, um die deutsche Mannschaft zu unterstützen.

Wir bestellen Ouzo und ein Bierchen, dazu gibt es Meze
Das Spiel beginnt

Es war kein tolles Spiel, begleitet von einer Menge Entscheidungen „am grünen Tisch“ – aber zu guter Letzt, glaube ich, hat Deutschland verdient gewonnen.

Kurz vor Abpfiff schickt mir Christa aus der Schweiz ein Bild von ihrem „Gelage“ am Nachmittag – auch die Schweizer haben sich zusammengefunden um ihr Team zu supporten. HOP SCHWYZ – hat geholfen! Die Eidgenossen warfen Italien aus dem Turnier!

Wie schade 😉 – arrivederci Italia…

Gratulation an die Schweizer!!!

Das Deutschlandspiel wurde Ende der ersten Halbzeit wegen eines Gewitters länger unterbrochen. Dies führte dazu, dass sich der Abend länger hinzog als geplant. Wir waren erst gegen 0.45 Uhr im Bett und haben daher auch relativ lange ausgeschlafen.

Macht aber nichts, denn heute ist Sonntag! Zudem ist der letzte Tag des Monats. Seit einer Woche schon werden die Tage wieder kürzer, hier ist Hochsommer. Das merke ich sehr ausgeprägt, denn ich bin mit dem Haareschneiden in Verzug, die Matte muss weg!

Wir frühstücken, dann ruft Sibylle zum Rapport. Ich packe das Handwerkszeug zusammen, dann verziehen wir uns an die Kaimauer um mir einen luftigen Sommerschnitt zu verpassen.

Setz´ Dich hin, dann geht´s los…
…ich will nicht! Nein!!! Aaahhhhrgh…

Der brummelnde Rasierer flitzt mir, geführt durch die flinke Hand meiner Gattin, über die sonnengegerbte Kopfhaut – weg mit der Wolle.

Und schon kurze Zeit später ist das Werk vollbracht. Ich springe ins Meer um mich von den juckenden Borsten zu befreien, dann dusche ich mit Süßwasser und gönne mir selbst noch eine Rasur.

Feddich – ich kann mich wieder sehen lassen, die Hitze des Sommers ficht mich nicht länger an!

Yesss – so ist´s wieder vier Wochen gut

Ich nutze den freien Sonntagvormittag um ein paar Blogzeilen zu tippen. Ich will baldmöglichst veröffentlichen, denn ich befürchte, dass ELOWYN und Hans-Peters LIBERTÉ mich während des Juli ganz schön in Beschlag nehmen werden.

Um kurz vor 14.00 Uhr mahnt Sibylle zur Unterbrechung des Schreibflusses, wir seien schließlich auf die EDINA geladen – Ed kredenzt selbstgemachtes Ceviche – dazu lassen wir uns nicht zweimal bitten…

Auf EDINA ist der Tisch schon gedeckt
Selber gemachte, superfrische und exorbitant leckere Ceviche – ein Gaumenschmaus

Ich mampfe, als gäbe es kein Morgen mehr – das Zeug ist superlecker! Das hat Ed echt super hinbekommen. Wir haben einen lustigen Nachmittag, der Tausendsassa erzählt abermals unglaubliche Geschichten und wir lauschen gebannt.

Die Tatsache, dass eine der Geschichten das Ceviche Rezept ist und Sibylle sich hinreißen lässt, in den Raum zu stellen, dies bald nachkochen zu wollen, lässt mein Herz höher schlagen.

NESSAJA wird in Zukunft das „Ceviche Schlaraffenland“ von Leros werden…

Auch Sibylle schmeckt es, sie fasst nach!

Wir schlemmen

Nach dem Essen gönnen wir uns ein Nachmittagsbierchen – ein Fehler wie sich herausstellt! Wir sacken in uns zusammen und eine unbesiegbare Müdigkeit überfällt uns.

Unserem Gastgeber fallen fast die Augen zu, wir verabschieden uns und überlassen den Mann seinem Schicksal – einem tiefen Mittagsschlaf!

Ich möchte die vereinnehmende und lähmende Müdigkeit loswerden – ich weiß auch schon wie…

Splish-Splash
Arschbombeeee

Auch Sibylle springt noch einmal zum Abfrischen ins kühle Nass – das Meer war nach dem Starkwind der letzten Tage deutlich kühler, richtig erfrischend geworden.

Wir schwimmen ein paar Züge

Dann rast die Zeit – wie eigentlich immer! Wir machen uns fertig, denn heute steht ein weiteres Abendessen mit Karl auf dem Programm. Diesmal sind wir komplett, denn auch Rosi ist inzwischen aus Kos angekommen und freut sich, dass sie bereits auf ALENA einchecken konnte.

Die Beiden waren den ganzen Nachmittag mit Saubermachen und Einräumen beschäftigt – klar, dass das erste Dinner ein besonderes sein sollte. Fisch sollte auf der Speisekarte stehen, wir gehen abermals, ein drittes Mal hintereinander, ins „Pirofani“…

Treffpunkt 20.00 Uhr im Lokal – um 19.57 Uhr klingelt mein Telefon – BIMM – Karl fragt wo wir uns eigentlich treffen.Ich antworte – „…im Lokal, wir sind schon da!“

Sibylle und ich kommen NIE zu spät

Um die Wartezeit zu vertreiben, bestellen wir uns schonmal einen Ouzo, das kann nie schaden.

Und weil es dem leckeren Anisgetränk nicht an einer Unterlage fehlen soll, genehmigen wir uns vorab einen Taramosalata als Überbrückungsgedeck – eine Schlotzerei mit leckerem Brot.

Ein Ouzo verkürzt die Wartezeit
Wir laben uns am weißen Taramosalata

Zu dem Fischrogenaufstrich gibt es eine Anekdote – ich habe mich in Deutschland an dem meist rosafarbenen Brei mal so überfressen, dass ich jahrelang keinen Taramosalata mehr ansehen konnte. Nur der Gedanke daran löste Brechreiz aus.

Es muss klar gesagt werden – die rosafarbene Industrieschmiere mit Fischaroma hat nichts, überhaupt nichts, mit einem echten Taramosalata zu tun. Besonders der weiße ist ein Gedicht mit einer völlig feineren und abweichenden Geschmacksnote – viel besser! I love it!

Karl und Rosi trudeln ein – wir bestellen und essen hervorragend. Auch der Service ist perfekt! Ein perfekter Abend also?

Nun, nicht ganz! Der schreiende und wichtigtuende Türke am Nachbartisch hatte sich zwar irgendwann beruhigt, vermutlich als seine weibliche Begleitung ihm körperliche Zuwendung auch ohne auffälliges Balzverhalten versprochen hatte – an der Flanke war alsbald Ruhe.

Auf der anderen Seite, leider in Luv, also in Windrichtung, hat sich ein Damentisch eingerichtet. Der Typ Frau, an denen nichts echt ist außer den Klunkern an Hals und Ohr. Zu dicke Lippen, zu pralle Boobies, zu lange Fingernägel…

Eine von ihnen packt eine lange und fette Zigarre aus und zündet diese ZUM ESSEN an. Sie pafft während sie futtert! Es hebt mich fast – alleine die Vorstellung, pfui Spinne!

Leider zieht der ganze Schmauch exakt zu mir und vergällt mir die Freude an meinen leckeren „Thalasso Linguine“, naja, manchmal hast Du eben kein Glück und oft kommt auch noch Pech dazu…

Die Lady mit der dicken Havanna zwischen den Schlauchbootlippen…
…verleiht meinen Linguine eine „Smoked Wood“ Note – nur Fußpilz ist schlimmer

Der Abend bekommt ein würdiges Ende, eines das zu ihm passt – ein lustig-kurioses gar.

Karl spricht, wie angekündigt, eine Einladung aus – sie soll im Namen seiner Frau und ihm für die Hilfe und Unterstützung beim Kauf von ALENA sein. Er wusste zu diesem Zeitpunkt aber schon, dass auch Werner mich gebeten hat, eine Einladung in seinem Namen auszusprechen – ich sollte später dran sein.

Der Erzschwabe Karl klappt die Rechnung auf und denkt kurz nach. Er erklärt den heutigen Tag kurzerhand zum Übergabetag und meint, „…dass Werner sich doch sicher freuen würde, die Einladung am Übergabetag zu übernehmen.“

Ich war kurz überrascht, fast perplex, aber ich kann Wortwechsel diesbezüglich nicht leiden – also nehme ich mein Telefon und bezahle die Rechnung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

Klar, 180.- mit Trinkgeld ist nicht McDonalds

Ich sehe es so, ALENA ist mit dem heutigen Tag final übergeben, ich schließe das Kapitel somit komplett ab. So schreibe ich es auch Werner in einer Mail. ALENA ist ein Part unserer Geschichte – ein würdiges Ende für einen Sommermonat.

Wie geht es weiter? Hier ein kurzer Ausblick…

Ich widme mich zunächst LIBERTÉ bis diese am 03.07. gekrant wird, dann werde ich abwechselnd an LIBERTÉ und ELOWYN arbeiten müssen – es gibt für beide Schiffe eine Projektliste.

Wir werden mit Gerald und Ulrike zum Essen gehen, mal sehen, was es da Neues gibt. Auch spannend dürfte sein, ob Giorgos seine eigene Zeitvorgabe einhalten kann und den Generator bis zum 03.07. einbaut.

An NESSAJA gibt es Kleinprojekte, werde ich Zeit finden?

Ganz wichtig – Sibylle hält es nicht aus ohne die Enkel. Sie wird Mitte des Monats nach Deutschland fliegen. Ich nehme zur Kenntnis, dass die Abstände kürzer werden – was sie natürlich leugnet 😉

Last not least – der Marinachef ist zurück am field, wir haben ihn heute mit seiner Familie im „Pirofani“ getroffen. Wir werden sprechen müssen und einen Zukunftsplan schmieden müssen…

All das und noch viel mehr dann im Blogbericht für den Juli 2024!

Vielen Dank für eure Geduld, eure Zeit und das überwältigend gute Feedback, welches ich von Zeit zu Zeit erhalte!

Gruß aus Hellas, Mario & Sibylle

Mai 2024 – Come as you are

„Was ziehe ich nur an…?“ Diese Frage hat uns Ende April beschäftigt. Diesmal war nicht nur meine Gattin Sibylle mit der Kleiderfrage konfrontiert, auch ich musste mir überlegen, welches Gewand der Taufe des jüngsten Enkelchens angemessen erscheint.

Ich frage während eines Telefonats meinen Sohn. Der Filius weiß um meinen dezimierten Kleiderschrank und um meine Abneigung gegen zwickenden Zwirn. Er antwortet – und das hat mich fast gerührt – „…ist doch egal, Hauptsache Du bist da – komm´ wie Du bist!“

COME AS YOU ARE! Da hatten wir sie, die Headline des Monats Mai! Der Song ist aus dem Jahr 1992 und gilt als die Hymne der Grunge Bewegung. Er gilt als ein Appell von Nirvana an die Gesellschaft, den Anderen so zu akzeptieren wie er ist. Dass er sich auch auf die Drogensucht von Curt Cobain bezieht, bleibt hier eine Randnotiz.

Ich soll also kommen wie ich bin – ok, damit wäre die Kleiderfrage, zumindest für mich, hinreichend beantwortet. Ich mache die Jeans und das Longsleeve, gepaart mit einem Sakko, salonfähig für den sakralen Akt.

Doch bis dahin sollten noch ein paar Tage vergehen…

Zunächst galt es, die von Eva an uns vergebene Katzenfürsorge zu erfüllen. Sibylle widmet sich dem Füttern der Kätzchen und sorgt dafür, dass die kranke Mieze ihre Tabletten bekommt.

Futter und Medizin für die armen Kreaturen

Später wird auch Sibylle die Pflegeaufgabe abtreten. Leider verstirbt das kleinste und anfälligste der Katzenbabys später – der Einsatz der Marinacommunity hat hier nicht gefruchtet.

Die SAGITTA mit Crew Mario und Eva an Bord, verweilt noch in der Südbucht von Leros. Wir wollen sie noch einmal besuchen und machen uns daher auf den Weg nach Xirokampos.

First row parking für die GS, die SAGITTA schon in Sicht

Wir schreiben die Freunde per WhatsApp an und schon kurze Zeit später holt uns Mario mit seinem Takacat ab. Das ist ein sehr spezielles Schlauchboot, einem Mini-Landungsboot mit flacher, offener Front ähnlich.

Der Alpenländler im Takacat

Wir Drei zwängen uns in das federleichte Gefährt, welches durch meinen Zustieg einen Belastungstest erfährt und balancieren uns aus. Wider Erwarten schafft es der Kapitän, uns pannen- und kenterungsfrei zum Mutterschiff zu manövrieren – dort steigen wir um und genießen ein Tässchen Kaffee nebst Kuchenbegleitung.

Noch einmal auf die SAGITTA

Jetzt aber! Final verabschieden wir uns von den österreichischen Freunden und fahren nach Lakki. Dort waren wir, aufgrund der knappen Zeit, auf einen schnellen Drink mit Heribert von der STARLIGHT III verabredet. Seine vorläufig letzte Stippvisite auf Leros war mit heißer Nadel gestrickt – wir freuen uns daher umso mehr, dass es noch für ein gemeinsames Bier reicht – er wisse noch nicht wie lange er bleibt und ob wir uns nach unserer Rückkehr noch einmal sehen würden. Na dann Prost mein Freund!

Das „La Palma“ serviert Meze zum Bier – gerne genommen

Dann heißt es packen und unsere Abreise vorbereiten – morgen geht es für uns „auf nach good ol´ Germany“!

Die Zeit hat etwas gedrängt, denn auch für unseren letzten Abend hatten wir schon eine Verabredung. Da das „SouVLakki“ geschlossen war, haben wir mit Roland und Mireille vereinbart, dass wir uns noch einmal im „Kroupia“ zusammensetzen. Während wir nach Deutschland reisen, wollen die beiden mit ihrer SUNNY SIDE UP die Nördlichen Sporaden erkunden – wir würden uns erst im August wieder sehen.

Das traf sich insofern gut, weil Sibylle ohnehin noch einmal in der Boutique in Agia Marina nach einer Hose für ihre Tochter sehen wollte. Wir packten also unsere Siebensachen fertig und fuhren dann, etwas verfrüht, in den Ort auf der anderen Inselseite.

Sibylle stöbert nach der gewünschten Buxe, wird aber nicht fündig
Eine kräftige Brise steht, das Meer in der Bucht ist kabbelig
Früher war das „Kroupia“ unsere No.1 der Grill-Tavernen – heute hat das „SouVLakki“ den Rang abgelaufen

Wir sitzen zusammen und palavern noch ein bisschen mit den schweizer-französischen Freunden. Wir tauschen Pläne aus und erzählen unsere Geschichten.

Spät abends trennen sich unsere Wege und Sibylle und ich fahren zurück in die Marina. Wir parkieren noch unsere Feuerstühle an einem geeigneten Platz und verpacken die GS – dann ist das Tagwerk geschafft! Wir sind gut vorbereitet, morgen früh geht es los…

Die Motos stehen sicher und sind nicht im Weg

Der Morgen der Abreise bricht an. Es geht diesmal entspannt von statten, denn am Vortag war ein Generalstreik in Griechenland. Die Fähre würde ankommen, aber nicht wie geplant am frühen Morgen, sondern erst am späten Vormittag.

Das ficht uns aber nicht an, unser Flug würde diesmal erst abends in Kos abgehen. Glück gehabt.

Am Morgen gehen wir dennoch relativ zeitig Richtung Fährhafen – wir wollen nichts falsch machen…

Auf Wiedersehen NESSAJA – auf bald
Die Nachbarn schlafen noch, wir gehen leise von dannen

Am Fährhafen erhalten wir die Info, dass unsere Fähre noch später eintreffen würde als erwartet. Zurück zum Boot macht keinen Sinn, also warten wir die zwei Stunden vor Ort und beobachten die Szenerie und die Menschen.

Ich fand, dass das Bild auf dem ein deutsches Frontex Boot unter dem „Hot-Spot“ der griechischen Insel vorbeifährt, eines ist, welches die Zeit sehr gut beschreibt – surreal und doch so normal.

Die UCKERMARK passiert den Hot-Spot am Berghang

Wir beobachten die Menschen und das emsige Treiben. Auf diese Art hatten wir Kurzweil und die Wartezeit auf die Fähre kam uns nicht so lange vor. Dann endlich näherte sich der stählerne Riese…

Diesmal mit der BLUESTAR I nach Kos
Emsiges Treiben – ein Be- und Entladen! Wir steigen zu

Die Fahrt von Leros nach Kos ist nur von kurzer Dauer. Bereits nach rund zwei Stunden hieß es „Passengers for Kos, prepare yourself for disembarking“ – wir packten unsere Siebensachen und verließen, wie soviele andere, den blauen Zubringer.

Habe ich erwähnt, dass dieser Tage das orthodoxe Osterfest gefeiert wurde? Nein? Dann hole ich dies hiermit nach! Das erklärt nämlich auch, warum viele Fahrgäste mit halben Tieren reisten. Das ist kein Witz sondern wörtlich zu nehmen…

Mutti macht Salat – sein Grillgut bringt jeder selber mit ;-0

Ich liebe das Fährefahren in Griechenland – hatte ich das schonmal erzählt?

Ok, wir waren auf Kos und würden planmäßig recht spät in München ankommen. Was liegt also näher, als sich auf der Insel des Hippokrates noch einmal ausgiebig zu stärken? Gottfried und Gabi von der HARMONY empfehlen uns eine Taverne die wir nicht kennen, „Mamas Kitchen“ oder so…

Gefunden! Ich sende das Bild an Gottfried
Ok, es heißt „Mom´s Kitchen“ – das kann passieren
Wir essen einfach, günstig und lecker

Ich sende Gottfried das Bild und bedanke mich höflich für den guten Tip. Der Freund meldet sich umgehend zurück und meint, dass dies aber „…nicht unser Mamas Kitchen sei!“ Egal, gut war´s trotzdem – aber wo hat sich der Fehler eingeschlichen?

Bei der Google Suche zeigt sich, dass es an dem von Gabi beschriebenen Ort eine Taverne mit dem Namen „Mummy´s Cooking“ gibt – ok, knapp daneben ist auch vorbei. Nächstes Mal wieder zu „Ali“, da kann beim Namen wenig schief gehen!

Unsere Zeit erlaubt es, dass wir mit dem öffentlichen Bus zum Flughafen fahren. Das kostet für uns beide 7,60€ statt der Taxifahrt für schlanke 40.-€. Auf dem Weg dorthin schlendern wir an einem Szene-Bekleidungsladen vorbei – ich überlege ob ich mir eines der Shirts kaufen soll. Ihr ahnt welches…

Soll ich???

Sibylle und die Größenbevorratung des Ladenbesitzers verhindern meine Absicht. Ich bedauere dies, vergesse den geplatzten Kauf aber rasch. Wenig später besteigen Sibylle und ich den Bus, meine geübte Dränglerin sichert einen guten Platz, ich verstaue unser Reisegepäck im Schlund des Transportmittels.

Eine Stunde Busfahrt bis zum Flughafen

Wir kommen rechtzeitig am Flughafen an. Das deutsche „rechtzeitig“ bedeutet in Griechenland „viel zu früh“. Dummerweise addiert sich zu der ohnehin langen Wartezeit auch noch eine Flugverspätung! Es gilt, sich abermals zwei Stunden um die Ohren zu schlagen.

Der Flug verspätet sich um 30 Minuten

Eine weitere Herausforderung war, die nun auf rund drei Stunden angewachsene Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Sibylle ergattert wieder einen sehr kommoden Sitzplatz am Rand der wartenden Menge. Wir haben ein kleines Zweierbänkchen mit Steckdose. Das passt, so können wir ein bisschen in den Sozialen Medien herumsehen, ohne unseren Akku zu leeren.

Sibylle liest – keiner plaudert mit mir. Mir ist langweilig!

Dann endlich war es so weit. Condor bittet zum Einsteigen und wir hatten einen Platz, an dem man zu Fuß zum Flieger läuft – stellt euch das mal in München vor!

Der Flug selbst war schön und unspektakulär – wir flogen in einen wunderschönen Sonnenuntergang und kamen die berechneten zweieinhalb Stunden später am Franz-Josef-Strauß Airport an.

Boarding – endlich…
Die paar Meter geht es zu Fuß zum Flieger
Sunset – hoch über den Wolken

Sehr lustig fanden wir, dass uns die Stewardess erklärte, dass dies der erste Flieger der Condor nach Kos war und wir uns somit auf dem ersten Rückflug befänden. Dies hatte zur Folge, dass nur rund 20 Fluggäste an Bord waren. Die Notausgangsplätze wurden uns angeboten wie Sauerbier und Sibylle UND ich griffen zu – ich saß also HINTER meiner Frau, auf meinem Emergency-Seat, in meiner eigenen Reihe! Sehr kommod…

Der Flugkapitän, ein Spaßvogel, begrüßte uns zu unserem „private flight“

Trotz der Verspätung landeten wir fast pünktlich im Erdinger Moos. Schwiegersohn Mikey holte uns vom Flughafen ab, denn es war geplant, dass wir die ersten beiden Nächte bei Sibylles Tochter Franziska und ihrer Familie verbringen würden.

Ein kurzes „Hallo“, eine halbe Stunde beisammensitzen und ein bayrisches Bier als Absacker – dann hieß es ab ins Bett, ab morgen beginnt ein straffer Zeitplan!

Am Folgetag wache ich, nach fast einem Jahr Abwesenheit, in Deutschland auf. In einem Haus, welches ich noch nicht kenne, denn Franziska war in der Zwischenzeit umgezogen – schön ist es hier…

Eine nette Doppelhaushälfte für die kleine Familie

Die drei sind aus Münchens Stadtmitte hinaus auf´s Land gezogen, in den Landkreis Erding, nur unweit vom Flughafen! Das hat auch für uns vielerlei positive Nebenwirkungen – erstens werden wir wohl meist die erste und letzte Nacht unserer Besuche bei Franzi und Mikey verbringen, so wird das Gute zum Nützlichen.

Zweitens ist ab jetzt klar, wo unser japanisches „Deutschlandauto“ seine Base haben soll. Nichts liegt näher, als den Civic in seinen Heimatlandkreis zurück zu bringen und ihn hier zu stationieren.

Unser Civic wohnt jetzt in Erding

Sibylle holt Semmeln für alle und wir frühstücken erstmal zusammen, herrlich! Semmeln und Brezen sind etwas, was ich in Hellas schmerzlich vermisse.

SO muss ein Brotkorb aussehen
RAUCH makes your day happy – weiß Sibylle schon lange 😉

Bei dieser Gelegenheit lerne ich die kleine Heidi kennen. Es zeigt sich rasch – das kleine Gör und ich haben uns lieb. Wir freunden uns an und ich bin stolz auf Enkelchen No.5, die süße Maus.

Du darfst Opa zu mir sagen

Was dann folgt, ist die Abarbeitung einer „To-Do“ Liste für Deutschland. Sibylle muss zum Arzt und zur Apotheke, darüber hinaus hat sie einen Termin beim Sanitäts-Fachgeschäft.

Ich dagegen brauche ein paar Sachen vom Drogeriemarkt und aus dem Schreibwarengeschäft. Dann ist es Zeit für Kaffee und Kuchen.

Am Nachmittag gehen wir einkaufen, denn für den Abend ist ein Griller anberaumt. Mikeys Eltern kommen dazu, wir haben viel zu besprechen, denn bereits im Juni werden wir uns mit ihnen auf Kreta zum Urlaub treffen.

Grillwurst, Käsekrainer – was für ein Gaumenschmaus!

Als Dessert gönnen wir uns etwas flüssiges – dies unter dem Motto „Hellas meets Bavaria“. Der Abend war herrlich! Spät gingen wir ins Bett und schliefen sofort ein. Das war gut so, denn morgen nach dem Frühstück schon geht es weiter Richtung Bodensee.

Plomari meets Lantenhammer

Meine Tochter Nina wohnt mit ihrer Familie am größten deutschen See. Sie erwartet im August ein Baby und ich wollte es auf keinen Fall versäumen, Sie und das ungeborene Enkelchen No.7 in den Arm zu nehmen. Ich habe mich auf die zwei Enkeltöchter gefreut, auch wir haben uns lange nicht gesehen.

Der Weg dorthin war mühselig für uns. Wir sind das Autofahren auf deutschen Autobahnen und die Verkehrsdichte hierzulande nicht mehr gewohnt – der alltägliche Wahnsinn.

Wir waren froh, als wir die Autobahn endlich verlassen durften. Auf unserem Weg fuhren wir direkt an Baindt vorbei – witzig – dorthin müssen wir als Nächstes, doch gemach, gemach, zuerst eine Pause, dann der Besuch bei der Familie…

Ok, dann wissen wir schonmal wo das ist
Wir machen Pause in einer Bäckerrei mit angeschlossenem Café
Sehr geschackvoll und intelligent eingerichtet und designed

Die Kilometer, die uns jetzt noch zu unserem Tagesziel fehlen, reiten wir auf einer Arschbacke ab. Gegen 14.00 Uhr sind wir am „Affenberg“ nahe Salem. Wir haben uns diese Attraktion als Tagesausflug für die Mädchen ausgesucht. Zum Glück war uns das Wetter hold, nicht selbstverständlich Anfang Mai in Deutschland!

Wir parken den Wagen und warten auf meine Tochter, die kommt wenig später.

Angekommen in Baden-Württemberg
Die Häuser der Anlage um den Affenberg sind auch ein Storchenparadies
Ich bin gespannt – hier war ich noch nie

Sowohl Sibylle als auch meine Tochter nebst ihrer zwei Mädchen, kennen die Freizeitanlage bei Salem. Da sich aber in den vergangenen Jahren viel geändert haben dürfte und auch Ronja und Helena herangewachsen sind, waren wir alle gespannt was es zu sehen geben würde.

Wir sahen uns den Infofilm an und wagten uns in das Gehege…

Der Infofilm war sehr kindgerecht – alles sehr nett aufgearbeitet
Die Affen waren hinter Absperrungen, die konnten sie aber leicht überwinden…
…was sie auch mit Freude machten

Die Primaten waren überall! Es war herrlich anzusehen, wie sich diese so menschlichen Kreaturen in ihrem sozialen Umfeld verhalten. Wir konnten beobachten und hatten auch die Gelegenheit bei einer Fütterung zuzusehen.

Es hat richtig Spaß gemacht – den Kleinen und den Großen 😉

Mittendrin statt nur dabei
Die Äffchen turnen durch die Baumkronen
Gespanntes Warten auf die Fütterung
Unterwegs mit Ronja, der Ältesten unserer Enkelkinder
So´n Opa ist was Feines!

Nach dem „großen Fressen“ setzen wir unseren Rundgang fort. Wir erhaschen noch den ein oder anderen lustigen Aus- und Einblick in das Affenleben hier in Salem, bevor wir den Affenbereich verlassen und den Rundgang durch die Parkanlage fortsetzen.

Wer beobachtet wen???
Nach dem Essen sollst Du ruh´n

Auch außerhalb des Affenbereiches gibt es viel zu sehen. Ich habe die Störche schon erwähnt, darüber hinaus gibt es Hirsche und Rehe sowie allerlei Getier, welches kreucht und fleucht.

Zusätzlich sind überall Spielplätze oder Erlebnisstationen aufgebaut. So wird der Besuch der Anlage recht kurzweilig und der scheinbar hohe Eintrittspreis relativiert sich.

Die Tiere zeigen keine Scheu
Sibylle muss mit ran – es galt, den Hindernisspfad zu meistern
Natürlich traf es auch mich – ich hinterfragte heimlich die Belastbarkeit von Holzbalken

An einer Erlebnisstation konnte man durch vorinstallierte „Fernrohre“ blicken. Auf Tafeln wurde beschrieben, was man im Visier hatte und gezeigt bekam. An einem dieser Fernrohre stand, dass man nun „eine ganz tolle Überraschung“ zu sehen bekäme – und ich vermute ihr ahnt es schon…

Am Ende des „Fernrohres“ war ein Spiegel verbaut

Bevor wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen würden, galt es noch den Papa der Mädchen abzuholen. Mein Schwiegersohn restauriert sehr alte Möbelantiquitäten und vertreibt diese weltweit ab Bauernhof.

Wir holen Alex direkt von der Arbeit
Wir nutzen die Gelegenheit und bestaunen die seltenen Stücke

Danach ziehen wir weiter nach Pfullendorf zum dortigen „Barfüsser“, eine Gaststättenkette, welche ich seit meiner Zeit in Reutlingen sehr mag. Wir gönnen uns ein gutes Bier aus der Hausbrauerei und dazu gepflegte Hausmannskost.

„Barfüsser“ Pfullendorf – schön, aber nicht so einladend wie der in Reutlingen
A dunkle Hoibe – lange vermisst! Da geht noch eine…
Kässpätzle mit Salat für Sibylle…
Kässpätzle mit Schnitzelbeilage für mich 😉

Nach dem Essen werden die Mädchen knatschig, sie sind müde. Wir verabschieden uns und vereinbaren, dass wir uns morgen nach dem Frühstück noch auf einen Kaffee sehen würden.

Unser Hotel war nur um die Ecke, auch Sibylle und ich waren erschöpft und gingen früh ins Bett – nicht jedoch, ohne noch einmal auf unserem Schiff, unserer NESSAJA, nach dem Rechten zu sehen. Das geht heute auch im nautischen Bereich smart und per Telefon. Es scheint alles in Ordnung zu sein…

Sieht alles gut aus

Am nächsten Morgen frühstücken wir im Hotel. Es regnet! Das Wetter war generell nicht sehr prickelnd während unseres Besuches. Es war meist kalt, immer wieder hatten wir Regen. Trotzdem war uns das Glück hold, denn immer wenn es darauf ankam, blieb es zumindest trocken. Manchmal hatten wir auch sonnige Stunden – Aprilwetter im Mai!

Das Früstück selbst schien ein wenig schmal auszufallen. Wir waren die einzigen Frühstücksgäste…

Unser „Private Buffet“

…dann aber kam die Chefin höchstpersönlich um die Ecke, sie offerierte Eierspezialitäten welche sie gleich selbst brut, es wurde eine Etagiere mit Köstlichkeiten aufgefahren. Excellent!!!

Es fehlte an nichts

Derart gestärkt konnte der Tag beginnen. Wir besuchten Nina und Familie noch einmal in deren Haus, die Kleinste wollte mir noch zeigen wie sie mit ihrem Kettcar herumsausen kann. Geduldig betrachtete ich die rasende Runde im strömenden Regen. Nachdem Sibylle und ich auch das Spieleparadies der beiden Mädchen bewundert hatten, nachdem wir noch eine Tasse Kaffee mit den Eltern getrunken haben, hieß es Abschied nehmen. Geplantes Wiedersehen – August 2025…

Wir setzen unsere Fahrt fort – es ging in die rund 50km entfernte und bereits zuvor erwähnte Ortschaft Baindt. Dort wohnt ein, dem geneigten Blogleser bekannter, Freund aus dem Leros Marina Dunstkreis – Werner, der Kapitän der ALENA! Oder besser – der Ex-Kapitän!

Freundlich begrüßt uns der Seebär

Wir haben uns verabredet, weil ich ALENA ja für ihn verkauft habe. Es galt, ein paar Papiere zu überbringen und ein paar letzte Details zur Übergabeabwicklung zu besprechen.

Wir wurden sehr herzlich empfangen und aufwendig bewirtet…

Kaffe und Kuchen, danach ein Nachmittagsbier
Ok, ein Kleines zum Anstoßen – ich muss noch fahren

Zum Abschied überreicht Werner ein Geschenk, ein besonderes Dankeschön, über das ich mich sehr freue. Er ist übrigens der Einzige, der von sich sagen kann, mir ein T-Shirt geschenkt zu haben, welches eher eine Nummer zu groß war 😉

Ich werde es in Ehren halten

Wir verabschieden uns, für uns geht es weiter nach Karlsruhe, um Sibylles Geschwister zu besuchen. Mich treiben die Gedanken um – natürlich werden Werner und ich in Kontakt bleiben, aber werden wir uns wiedersehen? Wir haben es uns fest vorgenommen, aber es wird nicht mehr automatisch passieren, wir müssen es forcieren, um zu verhindern, dass dies ein Abschied für immer war.

Pünktlich zum Abendessen treffen wir bei Sibylles Bruder ein. Wir dinieren gemeinsam und haben viel zu erzählen, bevor Sibylle und ich todmüde ins Bett sacken.

Am nächsten Morgen wachen wir in meiner Wohnung auf…

Schlafzimmer unter dem Giebel

Klingt komisch, ist aber so! Ich habe eine Wohnung im Haus von Sibylles Bruder. Diese hat er als Büroräume angemietet und lässt uns während unserer Besuche dort schlafen. Wir sind hier um ein paar Modalitäten diesbezüglich zu besprechen, dies bekommen wir schnell und familiär hin.

Ich sehe mich um – es gefällt mir hier. Ob ich dieses Objekt einmal verkaufe oder ob ich nicht versuchen sollte die Wohnung zu halten? Mal sehen was die Zukunft bringt.

Schön eigentlich – die Gauben nebst Giebel sind meins
Unverbaubarer Ortsrand (Wasserschutz) und ein Badeweiher gleich in der Nähe

Während ich noch in meinen Gedanken schwelge, holt mich Sibylle zurück in die Realität – „…auf jetzt! Wir wollen nach Spessart!“

Sie mahnt zum Aufbruch, weil wir mit ihrer Nichte in deren neuen Augenoptikergeschäft verabredet sind. Steffi hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – den wollen wir gebührend würdigen und sie in den neuen Geschäftsräumen besuchen.

Die „Brillen Heimat“ von Stefanie Gielen
Ich persönlich gratuliere zum Meisterbrief – sehr löblich!

Ich erfahre bei dieser Gelegenheit, dass es den Titel „Bachelor Professional“ gibt! Wikipedia mein dazu…

„…Gleichwertigkeit mit den akademischen Graden sowie die Praxisnähe zum Ausdruck bringen. Ausschließlich für die Absolventinnen und Absolventen einer Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk wurde durch § 51 Absatz 2 HWO eine allgemeine Rückwirkung für bereits erfolgreich absolvierte Meisterprüfungen eingeführt. Die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional in …“ darf auch von Personen, die ihre Meisterprüfung vor dem 1. Januar 2020 abgeschlossen haben, geführt werden. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) is wahlweise ein Tragen des alten Meisterabschlusses oder des neuen Bachelor Professional möglich.“

Gefällt mir! Mario Rauch – Bachelor Professional in Bootsbastelei

Wir genießen den Besuch bei Steffi und schauen uns neugierig um.

Ein Auswahl an Brillen und Sonnenbrillen…
…I make you an offer, you can´t refuse

Während ich noch überlege ob ich einen Kaufumsatz tätige, fährt mir Sibylle durch die Parade – „…denk nicht im Traum dran!“ höre ich sie sagen. Wie gemein!

Pssst jetzt, wir müssen uns benehmen. Erste Kundschaft verlangt nach der Optikermeisterin.

Eine Brille und erste Geldscheine wechseln den Besitzer

Ich ziehe meinen Hut, Sibylle und ich wünschen beste Geschäfte! Ich liebe Handwerk, es hat bekanntlich goldenen Boden.

Ein Buch liegt aus – ein tolles Werk
Moderne Gerätschaften überall
Wir genießen den Kaffee, den die Neu-Unternehmerin uns spendiert

Danach geht es zurück zu Sibylles Bruder. Leider gießt es wieder wie aus Kübeln, die Fahrt macht keinen Spaß.

Grau – Kalt – Nass

Sibylle muss „noch schnell“ in eine Apotheke, trifft dort aber eine frühere Ausbildungskollegin. Die zwei Frauen fallen sofort in „weißt Du noch“ Themen und ich wurde auf´s Wartegleis gestellt.

Da stand ich nun und mir war fad. Ich vertrieb mir die Langeweile und sah mich um – sieh nur, eine Waage! Ich betrat den fiesen Gewichtsmesser – nicht ahnend, dass dieser offensichtlich entweder manipuliert war oder es wurde eine Folge der versteckten Kamera gedreht…

Ok, ich war bekleidet – mit einer Bleiweste

Bilder aus meiner Jugendzeit kamen mir in den Sinn…

Ich beruhige mich – spreche mir selbst Trost zu. Es muss eine Erklärung geben! Zum Glück gibt es heute Abend Spargel statt Grillwurst!

Ja, richtig gehört! Sibylle träumt seit unserer Landung von „Spargel satt“ und Schwägerin Martina wird ihr diesen Wunsch erfüllen. Was zunächst nicht so ganz klar war, der Spargel würde in Pfannkuchen eingewickelt werden und mit allerlei „Leckereien“ garniert werden. Das freut mich! Gleichzeitig stelle ich für mich fest, dass die Waage sicherlich einen technischen Defekt hatte.

Ich brate die Pfannkuchen, das kann ich! Martina macht Spargel und Soßen, Heiko und Sibylle decken den Tisch…

Alles da – verschiedene Spargelbausätze lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen
Das Basismaterial und Namensgeber…
…wird eingewickelt in leckere Köstlichkeiten

Ein schöner Besuch in Karlsruhe neigt sich dem Ende entgegen. Wir werden am nächsten Morgen nach dem Frühstück aufbrechen.

Gesagt, getan – wir spulen die Kilometer in unserem schwachbrüstigen aber treuen Civic ab und erreichen bald den Stadtrand von München. Wir kommen dabei direkt bei meinem Herrenausstatter vorbei und weil wir dies im Vorfeld auch so geplant hatten, habe ich mich dort neu eingekleidet.

Die Couturiere des Labels „engelbert & strauss“ haben alles was mich kleidet und was ich benötige. Ich wähle die Stücke die mich bezaubern und kleide mich von Scheitel bis Sohle neu ein. Sehr zu meinem Leidwesen muss ich ein paar Banknoten aus meinem Börserl hergeben, bevor ich die begehrten Pretiosen in Besitz nehmen darf – zum Dank schenkt mir das Modehaus noch eine klassische Kopfbedeckung!

Glücklich fahren wir weiter – es gilt die Knaben Otto und Benno von der Kita bzw. dem Kindergarten abzuholen.

Ich bin zufrieden

Auf dem weiteren Weg passieren wir Aschheim, die Partnerstadt von Leros. Hier habe ich vor Jahren einmal gewohnt. Ob das Zufall oder Schicksal ist???

Aschheim – es sind oft Delegationen bei uns auf der Insel

Sibylle kauft noch Kuchen, den würden wir zusammen mit Schwiegertochter Sonja und den Bengeln verzehren. Sie fragt mich zuckersüß – „…was für einen Kuchen willst Du?“

Ich antworte wie in Trance und von fremden Mächten gesteuert – „LEBERKÄSSEMMEL“

Ich kann nichts dafür – ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften

Wir schnappen die Zwerge an ihren frühkindlichen Bildungsstätten auf und bringen sie nach Hause. Etwas später trifft die Mama ein und wir begrüßen uns alle herzlich! Gleich nach Kaffee und Kuchen ruft die großelterliche Pflicht und wir werden zu einer Runde „Das verrückte Labyrinth“ verpflichtet.

Gesellschaftsspiele spielen Sibylle und ich NUR und ausnahmslos NUR für die Enkel

Das Spiel zog sich! Es war schwierig für uns Spielebanausen, mit dem Sechsjährigen mitzuhalten. Während in mir der Ehrgeiz erwachte, sackte mein Weib in sich zusammen und machte einen Zug, beabsichtigt oder nicht, der den Knilch zum Gesamtsieger machte.

Wie ärgerlich! Ich habe gegen den Knirps verloren, der aufgrund seiner stolzgeschwellten Brust nun meine T-Shirts hätte tragen können – so nicht! Revanche!

Ein andermal – Sohn Florian kommt nach Hause, es ist Zeit für das Abendessen. Es gibt, wie bestellt, bayrische Brotzeit. Sibylle und ich schließen somit eine kulinarische Lücke.

Mehr brauche ich an diesem Abend nicht – und hätte gegen nichts getauscht

Danach verabschieden wir uns für heute. Wenn Sibylle und ich zusammen in Deutschland sind, schlafen wir nicht bei ihrem Sohn in Miesbach. Für sechs Personen wird unser altes Haus einfach zu eng.

Wir ziehen dann weiter ins „Haus Seegarten“, der Pension meines Freundes René, welche direkt am Schlierseeufer gelegen ist. René und Rita sind gerade in Urlaub und haben den Schlüssel bei Florian hinterlegt.

Wir fahren nach Schliersee und checken ein, beziehen unser Zimmer und fallen erschöpft ins Bett. Zum ersten Mal seit fast einem Jahr schaue ich Fernsehen und höre deutsche Nachrichten. Nach einer halben Stunde reicht es mir mit den Hiobsbotschaften – wir schlafen ein.

Am nächsten Morgen richte ich mir einen „Arbeitsplatz“ ein,,,

Ich erledige die Post und sortiere die Bilder
Der Blick aus dem Frühstücksraum ist ein Traum – das Wetter eher das Gegenteil

Während ich sitze und mich den administrativen Aufgaben widme, erreicht mich eine Botschaft aus Griechenland. Die WhatsApp Nachricht kommt von Ralf und Ina, der Crew der CHILI.

Ich hatte vor unserer Abfahrt so ziemlich alle Freunde gebeten, bei einem etwaigen Besuch der Emborio Bucht auf Kalymnos zwei Schwämme bei Tavernenwirt Kostas abzuholen.

Nicht irgendwelche Schwämme, nein, die Schwämme, die Karl und Rosi auf ihrer Probefahrt mit ALENA gekauft hatten – quasi als Glücksbringer. Leider bleiben die Schwämme liegen und ich hatte mich angeboten dafür zu sorgen, dass wir sie bekommen – heute war es soweit.

Original Naturschwämme aus Kalymnos – als Glücksbringer für ALENA

Meine „Kopfgeldjäger“ melden Vollzug und erzählen beiläufig, dass sie mit dem Radl in Emborio sind – der Rückweg nach Pothia führt einmal quer über die Insel! Mit einem Schwamm am Lenker.

Ich bitte um Entschuldigung für diese Mühe – die Beiden sind sich einig „Schwamm drüber“ 😉

Sponge-Bob war gestern – es leben Sponge-Ralf und Sponge-Ina

Für uns brachte der weitere Verlauf des Tages ein weiteres Highlight – wir treffen den jüngsten Enkel Anton nebst seinen Eltern. Ich freue mich darauf den Kleinen kennen zu lernen und auch darauf, meinen Sohn Stefan und seine Amelie nach so langer Zeit wieder in den Arm zu nehmen.

Mein Junior geht inzwischen voll in seiner väterlichen Rolle auf…

Derart gewappnet kann nichts mehr passieren

Wir hatten uns zu einem Spaziergang am Spitzingsee verabredet. Wenn es das Wetter erlaubt, wollen wir zur Albert-Link-Hütte gehen. Dies nicht ohne Eigennutz, denn dort gibt es den besten Kaiserschmarrn weit und breit.

Der Wettergott war gnädig. Er ließ uns trocken marschieren. Bei allen anderen Kriterien waren wir kompromissbereit.

Der Zwack wird aus der Familienkutsche geladen und in seinen Privatbuggy gepackt
Wir laufen los – noch schläft der Zwerg
Deutscher Sommer – der Spitzingsee im Trauergewand
Aufgrund des Wetters wählen wir den asphaltierten Weg

Wir quatschen viel, haben uns viel zu erzählen. Es gibt diese Momente, während derer ich denke, dass ich auch viel aufgebe für mein Lebensmodell. Auch ich vermisse die Kinder und Kindeskinder an manchen Tagen – aber ich weiß auch, dass sie ihr eigenes Leben führen und dass sie, im Falle wir würden in der Gegend wohnen, unser Ansinnen auf regelmäßige Treffen auch mal abweisen würden.

Da muss ich wohl durch – ich habe es mir so ausgesucht. Zwischendrin wacht der Kleine auf und mustert mich so gut er es halt kann. Ich stelle mich ihm als der Opa vor. Wir freunden uns an und er weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, dass das Schicksal ihn vermutlich auch einmal nach Hellas führen wird.

Während ich sinniere, erreichen wir die DAV Hütte…

VATERTAG! Im Innenraum alles voll…
Ok, wir uns auch – aber wo sollen wir sitzen?

Wir finden einen recht guten Platz auf der windgeschützten Terrasse der Hütte. Da es keinen Niederschlag gibt und der Windschutz für gerade noch akzeptable Temperaturen sorgt, beschließen wir zu bleiben und widmen uns der Auswahl der Speisenfolge – erst was Herzhaftes teilen, dann natürlich einen Kaiserschmarrn, ebenfalls teilen.

Die Wahl in der Kategorie „Herzhaft“ fällt auf „Schweizer Wurstsalat“…
…die in der Kategorie „Kaiserschmarrn“ auf den karamellisierten mit Rosinen und Zwetschgenröster

Wir wandern zurück zum Auto und fahren gemeinsam in unsere Herberge. Hier habe ich Gelegenheit, die noch frische Freundschaft mit Klein-Anton zu vertiefen. Ich schließe den kleinen, knuffigen Kerl in mein Herz.

Anton & Opa – das ist was

Die junge Familie verabschiedet sich bald, der Kleine quengelt und muss schlafen, man führe jetzt nach Hause. Das war für uns mehr als ok, wir sehen uns ja morgen noch einmal. Die Zeit, welche durch die Abfahrt der Jugend frei wurde, nutzen wir für einen Abstecher an den Tegernsee. Dort weilten bereits Franziska mit Familie und Schwiegereltern aufgrund einer, von uns losgelösten, Familienfeier.

Man sei frühzeitig angereist, ob wir nicht zusammen im „Maximilian“ essen wollten? Natürlich und ob wir wollen!

Nader und ich gönnen uns ein Dunkles
Krustenschweinsi – stand noch auf der „Offene Punkte“ Liste

Nachdem der Hunger der Erwachsenen gestillt war – wir hatten hervorragend gegessen – musste noch Baby Heidi gefüttert werden. In einem Anflug von Übermut schritten Sibylle und ich zur Tat!

Sibylle hält sie fest, ich füttere – so oder ähnlich lautete unser Plan 😉

Gut gezielt – wo landet das Flugzeug? Brrrrrrr

Am nächsten Morgen überschlagen sich die Ereignisse. Der Wettergott hat ein Einsehen, endlich und gerade zur rechten Zeit – zudem sind René und Rita vorzeitig aus dem Urlaub zurück gekommen.

Der Bulli der Beiden hatte einen Motorschaden und da das Ziel der Reise, das Bullitreffen im Schwarzwald, nicht mehr erreichbar schien, haben die Freunde beschlossen, mit dem ADAC Leihwagen die verfrühte Rückreise anzutreten.

Blick aus unserem Zimmer – guten Morgen Sonnenschein
Wir frühstücken zusammen – großes Wiedersehen

Schwierige Situation – des Einen Freud, des Anderen Leid! Die Freunde beklagen das abrupte Ende des Urlaubs und den Schaden am geliebten Oldtimer – wir dagegen freuen uns, dass die Beiden früher zurück sind und wir mehr Zeit für gemeinsame Momente haben.

Es wird sich einpendeln…

Sohn Stefan kommt noch einmal mit Familie an den Schliersee. Wir beschließen, den Tag ähnlich zu verbringen wie den davor – nur sollte diesmal das „Milchhäusl“ am anderen Ende des Schliersees unser Ziel sein. Dieses Etablissement ist bekannt für seine Germknödel, dafür müssen oder wollen wir den Schliersee umrunden.

Ziel erreicht – der Mühe Lohn

Am Rückweg kippt der kleine Anton weg. Irgendwas drückt ihn und auch sein neuer Freund OPA kann nicht helfen.

Der Knabe teilt seinen Unmut lautstark mit

Zurück im „Haus Seegarten“ müssen Stefan und Amelie gleich weiter. Es gilt, Amelies Oma am Chiemsee abzuholen, denn morgen schon steht Antons Taufe an.

Sibylle fährt für diesen Abend an den Tegernsee um für Franziska Baby Heidi zu sitten, ich verbringe den Abend mit Rita und René, ein schöner Abend mit vielen alten und neuen Geschichten.

Am nächsten Morgen kommen Franziska und Mikey mit der kleinen Prinzessin an den Schliersee. Die Heimfahrt vom Tegernsee nach Erding und dann wieder zurück lohnt nicht. Wir verbringen den Vormittag zusammen und machen uns dann fertig, um mittags Richtung Florian aufzubrechen. Zusammen fahren wir weiter an den Münchener Stadtrand – denn heute ist Antons großer Tag…

Der eigentliche Grund für unsere Anreise im Mai
Die Kirche in Oberhaching ist ein Bau aus den 70ern, von außen eher schlicht…
Hier trifft sich der engere Familienkreis
Die stolzen Jungväter

Das Procedere beginnt pünktlich. Der Pfarrer holt uns gesammelt ab, der Taufakt beginnt VOR der Kirche um die eigentliche Taufpredigt etwas aufzulockern – das gelingt durchaus gut…

Sibylle und ich kümmern uns um Benno
Der Papa bringt den Täufling in die Kirche

Die kirchliche Taufe war feierlich, ich stand der Feier eher neutral gegenüber. Nach etwa 45 Minuten war die Taufe vollzogen, die Gesellschaft verließ das Gotteshaus und verabredete sich zum weltlichen Teil der Feier – dieser fand im Biergarten vom „Roiderer“ statt!

Der Zufall wollte es, dass es an diesem Tag noch etwas zu feiern gab – den siebten Hochzeitstag von Sibylle und mir. Grund genug, darauf mit einem Gläschen Prosecco anzustoßen.

Die Feier während der Feier

Wir haben gut gegessen und die jungen Leute hatten Spaß. Die Kinder tobten am Spielplatz. Ein gelungener Tag fand einen gelungenen Ausklang. Wir verabschieden uns von Stefan, Amelie und Anton – es macht ein wenig traurig, auch wir werden uns erst in einigen Monaten wieder sehen.

Auch für mich, als bekennender Feier-Grinch, war es ein durchaus schöner Tag, wenn sich auch auf der Heimfahrt Entspannung breit machte. Die Stimmung war etwas melancholisch…

Sibylle bestimmt – „…Abendessen fällt heute aus!“ Ok, dann trink ich halt meinen Teil des geraubten Abendessens, dies zusammen mit René und Rita, mit denen wir nochmals auf unseren Hochzeitstag anstießen.

Auf die nächsten sieben Jahre

Für den Folgetag fordert Sibylle „Quality Time“ mit ihren Enkelsöhnen ein. Das kann man möglich machen! Abermals haben wir Wetterglück, also fädeln wir eine Bootsfahrt auf dem Schliersee ein.

Schwer bewaffnet mit Wasserkanonen ziehen wir in die Seeschlacht…
…doch zuerst müssen wir ein Schiff kapern
Kurs auf die Pirateninsel
Admiral Mario unter blau-weißer Flagge! Wer kennt den geschichtlichen Bezug zur Flagge Hellas´?
Dort sind die Feinde – Feuer frei

Das Boot ist wackelig! Jede Bewegung meinerseits wird in Krängung umgesetzt. Es dauerte eine Weile, bis den beiden kleinen Piraten Seebeine gewachsen sind.

Wisst ihr, dass die griechische Flagge blau-weiß ist, weil seinerzeit König Otto von Griechenland nebst dem Reinheitsgebot für Biere auch die Farben der bayrischen Flagge nach Hellas gebracht hat? Welch netter Link der Geschichte.

Blau-weiß überall…

Nach Ende unserer Eroberungsfahrt, müssen wir uns die Beine vetreten. Lange Seefahrten machen einfach etwas wackelig. Aber dies gelingt nicht nur mir recht schnell, auch die Leichtmatrosen machen eine gute Figur – jetzt noch schnell die Schwimmwesten abgeben, dann geht es ab auf den Spielplatz.

Erster Landgang seit einer Stunde – die kleinen Eroberer
Danach noch zwei Stunden am Spielplatz von Schliersee – ein herrlicher Ort für Kinder

Ein ganzer Nachmittag mit den Buben – Boot fahren, sandeln, am Seeufer pritscheln. Natürlich gab es ein Eis und Wiener mit Pommes. Auch Sibylle war zufrieden mit dem Tagesverlauf! Am späten Nachmittag brachten wir die beiden Racker, natürlich nach einer Einkehr bei McDonalds, nach Hause zurück.

Wir brauchten erstmal eine kurze Pause…

Nur eine halbe Stunde

Für den Abend waren wir mit René und Rita in der „Roten Wand“ verabredet. Das war lange geplant und wäre, unter anderen Umständen, die einzige Zeit mit den Freunden gewesen. Zu unserer Freude kam es anders – trotzdem wollten wir die Zeit mit dem Besuch einer unserer Lieblingswirtschaften abrunden – denn heute heißt es schon Abschied nehmen.

Der Landgasthof rüstet auf – alles renoviert und modernisiert
Wild – Rehrücken mit Spätzle – ein weiterer Punkt auf meiner OPL hat einen Haken
Auch das Dessert ein Gedicht

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns nach einem letzten gemeinsamen Frühstück. Wir bereiten uns langsam auf die Heimreise nach Griechenland vor, unsere letzte Station wird daher wieder bei Sibylles Tochter Franziska sein.

Sibylle hat in Erding ein paar Erledigungen zu machen, mit Mikeys Eltern sind wir zum Mittagessen verabredet.

Mir fallen Wahlplakate auf…

Da bin ich dabei

Sibylle klärt auf, dass ich lieber das Wahlprogramm lesen sollte! Sie nähme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an, dass es sich bei „Mehr EIS“ nicht um eine Forderung an „Repapis“ in Leros handelt – auch wenn es hier um die Europawahl geht.

Plopp – meine Frau zerstört in einem Halbsatz meinen Traum! Weniger Konflikte, mehr EIS – wer träumt nicht davon?

Wir kommen am vereinbarten Treffpunkt an – der Wirtschaft mit „Knödeln so groß wie Kindsköpfe“! Ich darf dieses Zitat von Christine an dieser Stelle verwenden! Klar, dass ich da hin muss.

Klug, da ist was Wahres dran
Heute geschlossen – Kreuzeder hat Ruhetag

Was für ein Desaster! Der beweihräucherte Gasthof hat heute Ruhetag und die Riesenknödel bleiben weiter ein Traum. Sibylle meint lapidar, dass sie keinen kindskopfgroßen Knödel bräuchte, den größten Kindskopf hätte sie ohnehin.

Wie meint sie das???

Wir ziehen weiter zum Gasthof Post, welcher als Alternative gehandelt wird. Dort essen wir gut, es gibt keine Klagen.

Kaspressknödelsuppe – I like it
Sibylle labt sich an Salat – die Gute, die Vernünftige

Wir verabschieden uns hier von Nader und Christine, auf bald, wir sehen uns Anfang Juni schon auf Kreta – bis dahin!

Hier verlinke ich kurz Vergangenheit mit Gegenwart – als ich diesen Satz schreibe, sitzen Sibylle und ich auf der Fähre nach Kreta, wir liegen gerade im Hafen von Sitia. Das beschriebene Wiedersehen steht kurz bevor – wenn ihr diese Zeilen lest, sind wir im Urlaub auf der größten griechischen Insel.

Wir fahren für diese Nacht noch einmal zu Franzis Familie und nehmen deren Gastfreundschaft in Anspruch. Wir parken unser Auto und packen unsere Koffer.

Als wir zu Grillen beginnen und den Sonnenschirm öffnen, startet eine Fledermaus aus dem Schirm – wir sind sauber erschrocken. Der Flattermann fliegt drei Runden durch den Garten, doch bevor ich sie richtig fotografieren kann, verkriecht sie sich im Dachspalt.

Da verkriecht sich der kleine Vampir

Mit dem gemeinsamen Griller klingt der Abend aus, wir alle gehen früh ins Bett. Die Eltern sind müde, weil Klein-Heidi Zähne bekommt, wir halten es für ratsam zeitig zu schlafen, weil wir um 04.00 Uhr am Flughafen sein müssen.

Ein „Early Bird Day“ beginnt!

04.00 Uhr, wir stehen auf der Straße und warten auf ein Taxi aber es kummt ned, kummt ned…

Kurz kommt unser Blut in Wallung. Das Taxi ist nicht zur vereinbarten Zeit da. Es kreiselt aber ein heller Wagen rund um die Häuserblöcke – diesen fange ich ab. Natürlich war es unser Taxifahrer, der hatte sich die Hausnummer falsch notiert und statt 1A 17 geschrieben. Da es diese Hausnummer nicht gibt, irrte er umher.

Egal, irgendwie hat es der Mann geschafft, uns rechtzeitig zum Flughafen zu bringen, wo wir die üblichen Procedere durchliefen.

Bald standen wir vor dem Gate und es wurde das Boarding ausgerufen.

Es geht los, zurück nach Hause
Die Sonne geht gerade auf als wir boarden

Der Flug war abermals entspannt, aber diesmal voll besetzt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen Urlaub auf Kos machen. Nach rund zweieinhalb Stunden landeten wir sicher und stiegen auf der zentralen Dodekanesinsel aus. Wir waren wieder zuhause – fast!

Bus? Überbewertet!

Sibylle war etwas missmutig. Sie hatte die perfekte Heimreise geplant, wir würden das Taxi besteigen, entspannt zum Fährhafen fahren und kurze Zeit später auf den Katamaran gehen, dieser würde uns gegen 13.00 Uhr in Agia Marina ausspucken. Genug Zeit bleibe übrig, um sich noch zu sortieren und das Urlaubsgepäck zu verräumen.

Hätte, hätte, Fahrradkette!

Freund Martin schickt seinen Live Standort

Martin und Petra sitzen im alten Hafen von Kos auf ihrer STENELLA und beklagen, dass Petra „Rücken“ hat. Sie kann weder Heben noch Ziehen, geschweige denn Drücken oder Bücken – keine guten Voraussetzungen um das Boot bei Starkwind gegenan nach Leros zu bringen.

Der Hilferuf erreichte uns vor zwei Tagen, ich sagte zu. Wir helfen, wir heuern als Crew an, wir bringen STENELLA in die Leros Marina Evros – gemeinsam!

Ich sende meinen Standort und unsere ETA, Martin soll das Schiff schonmal klar machen.

Wir kommen näher

Alles klappt! Der Taxifahrer bringt uns direkt ans Boot, Martin hat alles vorbereitet, sogar Sandwiches haben die Beiden gekauft. Wir sagen Hallo, besprechen uns kurz, dann legen wir ab – keine 30 Minuten nachdem wir in Kos-Stadt angekommen waren.

STENELLA verlässt den Hafen Mandraki
Zunächst entspanntes Segeln – mit Motorunterstützung gegenan
Später wurden die Wellen höher und der Kurs zunehmend ruppiger
Die Damen zogen sich ins Deckshaus zurück und beobachteten den Horizont

Die Stunden vergingen, mit jeder Stunde sackte Sibylles Laune etwas ein – aber wir waren voll in der Zeit. Nachdem wir alle uns etwas „eingeschaukelt“ hatten und auch unsere Idealpositionen gefunden waren, war es ein zwar forderndes, aber zu keiner Zeit gefährliches Segeln – und wir konnten eine Annäherung ans Ziel wahrnehmen…

Leros haben wir erreicht – nur noch um das Kap herum

Eine weitere Stunde später hatten wir die Bucht von Lakki erreicht. Wir haben uns per Funk angemeldet, die Helfer und Matrosen wussten Bescheid, dass wir kommen.

Kurs Marina – wir sind zurück

Ich fand es cool – zurück aus Deutschland und mit einer Segelyacht in der Marina ankommen. Das war stilecht!

Klar, dass wir den Tag gebührend ausklingen lassen und zusammen mit den Freunden aus der Marina die üblichen Lokalitäten besuchen. Morgen ist auch noch ein Tag, NESSAJA war schnell geentert, alles Weitere dann am Folgetag…

Wir hatten Hunger – ab ins „SouVLakki“
Der Tag klingt bei „Repapis“ aus – ich erinnere mich an das Wahlversprechen – MEHR EIS

Ein neuer Tag bricht an. Vor uns liegen exakt zehn Tage, von denen wir wissen, dass es stressige werden würden. Wir müssen ELOWYN urlaubsklar machen, bei ALENA den Motor reparieren und unsere Geburtstage gilt es auch zu meistern.

Vor diesem Hintergrund beschließen wir – heute klarieren wir NESSAJA, sagen erstmal zu allen Freunden „Hallo“ und sortieren uns neu. Ab morgen geht es los.

Das klingt nach einem Plan!

Als erstes räume ich das große Paket aus unserem Schiff. Die Crew der ELOWYN hat schon Sachen vorausgeschickt und an uns adressiert.

Platz schaffen, das Ding muss raus.

So ganz bleibt es dann doch nicht beim geplanten Vorgehen, denn ich habe schon vor dem Deutschlandaufenthalt mit Hans-Peter vereinbart, dass wir den Propellerpitch des blauen Riesen noch einmal anpassen.

Dies war für heute Mittag geplant und die Bedingungen waren perfekt. Naja, offen gesagt, geschadet hat es nicht – alles was erledigt ist, setzt uns die folgenden Tage nicht mehr unter Druck.

Wie schon beim ersten Mal – HP taucht, ich reiche das Operationsbesteck
Weg isser

Der Propeller musste abermals intensiv gereinigt werden, es war während der Standzeit im Winter einiges an Bewuchs dazu gekommen. Zudem klemmte der Ring und war an diesem Tag mit bloßen Händen nicht zu verstellen – wir mussten uns eine Art „Spannvorrichtung“ ausdenken um den Verstellring ziehen und drehen zu können und an einem der nächsten Tage den Taucheinsatz wiederholen. Bis dieser Beschluss getroffen war, zog sich unser Tun doch irgendwie über den ganzen Nachmittag. Ich war froh, dass wir es heute schon angegangen waren und den Job nicht bis auf die letzte Minute geschoben haben.

Das Werkzeugreichen und Sitzen in der Sonne lassen einen auch schwitzen. Zum Ausklang des Tages tu´ ich es dem Taucher gleich und tauche erstmal ab. Das Meer hat inzwischen einladende Temperaturen.

Abfrischung in der Marinabucht – herrlich

Zum Dinner waren wir heute mit der Crew der STARLIGHT III verabredet. Ihr erinnert euch – Heribert, mit dem wir vor unserem Abflug nur einen Drink genommen hatten, er war geblieben und hatte mit seiner Romina deren Rückkehr aus Malta nach Leros verabredet. Ziel war, uns noch einmal zu sehen, bevor sie Griechenland verlassen würden.

Ehrensache, dass wir zusagen! Der Kat der beiden liegt in der Bucht vor Anker.

Die blaue Stunde bricht an
Aperitif im „La Palma“ – Romina kommt schon…
Danach Burger und Bier im „Persiana“
Wir haben Freunde gefunden – doch heute heißt es endgültig Abschied nehmen
Auch mit den Beiden lassen wir den Abend bei „Repapis“ ausklingen

Wir verabschieden uns – es ist unklar, ob wir uns einmal wiedersehen werden. Diese Tatsache hinterlässt eine gewisse Melancholie, gehört aber zu unserem Lebensmodell. Wir lernen immer wieder tolle Menschen kennen, schließen häufig neue Freundschaften. Manche werden wachsen und von Dauer sein, bei anderen muss man loslassen können.

Wir hoffen Romina und Heribert einmal wieder zu treffen…

Der nächste Tag beginnt mit einer richtigen Plackerei!!!

Wir rufen „Segeltage“ aus, das Anschlagen der Segel auf der ELOWYN und der LIBERTÉ stehen auf dem Programm. Wir beginnen mit dem aufwändigeren Part und trommeln Helfer zusammen – Uli und Martin unterstützen Hans-Peter und mich.

Bootsmannstuhl einmal anders

Zu viert rackern wir wie die Beserker um die zwei riesigen Vorsegel der Algro 68 zu setzen und die Leinen dafür klar zu machen. Aber da viele Hände ja bekanntlich ein schnelles Ende bereiten, konnten wir gegen frühen Nachmittag Vollzug melden – geschafft! ELOWYN trug wieder ihre weißen Tücher, sie war segelklar.

Alle Schoten und Holer wieder an ihrem Platz

Da es die beste Zeit für einen Kaffee nebst Eisbegleitung war, sprach ich eine allgemeine Einladung für die Helferschar aus. Diese wurde freudig angenommen – wir gönnen uns also eine Stunde Auszeit bei „Repapis“, danach sind Uli und Martin entlassen.

Die Helfer greifen zu

Ich mache mit Hans-Peter auf dessen LIBERTÉ weiter, dort sind die NEUEN Segel anzuschlagen und zu begutachten. Mein saarländischer Freund war fast ein wenig aufgeregt – und das will was heißen!

Das Groß ist gesetzt – es passt perfekt! Fotos werden gemacht
Passt super – die Jungs von „Quantum Sails“ in Athen haben ganze Arbeit geleistet – für einen attraktiven Preis

Wir setzen noch die Genua, auch diese sitzt super und passt perfekt. Dann rollen wir die Segel ein, das Tagwerk für heute ist geschafft. Zusammen mit Hans-Peter und Merlin gehen wir in unseren Lieblingsgrill am großen Kreisverkehr. Für seinen Taucheinsatz bin ich eine Essenseinladung schuldig.

Sibylle bestellt eine Kleinigkeit und mampft schonmal…
…auch der Freund aus dem Saarland ist bestens versorgt – Kaliorexi

Ich sitze am Kopf des Tisches und merke – irgendwas stimmt nicht. Meine Tischnachbarn sitzen da mit ausgebeulten Backen und ich darbe noch. Was habe ich vor mir stehen???

Findet den Fehler

Nein, der Betreiber des „SouVLakki“ will mich nicht auf Diät setzen! Er brauchte nur etwas länger, meine Portion mit scharfem Messer von dem sich drehenden Spieß zu säbeln. Ein paar Minuten später bin auch ich bestens versorgt und wir drei futtern als gäbe es kein Morgen mehr – klar, wer arbeitet muss auch essen, insofern war das Dinner wohlverdient!

Am Folgetag wollte Hans-Peter endlich den Tauchjob abschließen. Wir hatten uns in der Zwischenzeit überlegt, wie er unter Wasser Zug auf den Verstellring bringen könnte, das wollten wir heute probieren und umsetzen.

Keine Sorge, der schaut immer so

Diesmal geht es schnell! Der Plan funktioniert und nachdem der Ring vorgespannt wurde, ließ er sich auch leicht ziehen und auf das richtige Maß verstellen – ok, da setzen wir jetzt erstmal einen Haken.

Warum das Ganze? ELOWYN kommt nicht in Schwung, sie schmeißt unter Last immer wieder Ruß auf´s Wasser.

Der Ruß ist beim Eindampfen in die Heckleinen immer noch da

Wir beschließen an diesem Tag, dass das Eindampfen unter Umständen kein guter Indikator für den Erfolg unseres Tun ist. Der Skipper der ELOWYN kennt sein Boot am besten, er hat den Pitch des Propellers als verantwortlich ausgemacht.

ICH würde mich im Verlauf dieses Monats noch ärgern müssen, dass ich aufgrund der Arbeitsvorgabe erst sehr spät begonnen habe, darüber nachzudenken, ob der Fehler nicht auch andere Ursachen haben könnte.

Ihr ahnt es bereits – hatte er! Doch dazu später mehr!

Ich musste das Boot wechseln, es war ein Paket für ALENA gekommen.

SVB sendet – 10 Tage Laufzeit ist super
Der Kühlschrankverdampfer ist da

Zur Mitte unseres Deutschlandaufenthaltes habe ich Panos aus unserer Chandlery angerufen und abgeklärt, ob er zwischenzeitlich dieses Ersatzteil hat bestellen können. Konnte er nicht! Das hat mich gewurmt – er hat mir erklärt wie kompliziert das sei und dass er auf seine Anfragen keine Antworten bekommt. Er hatte zwei Wochen Zeit, dann haben wir diese Deadline vereinbart – ich wusste schon als wir es ausgemacht hatten, dass ich das Ersatzteil selbst bestellen müsste.

Es war eine Sache von 5 Minuten Stöbern im Online Katalog und der anschließenden Bestellung – heute traf das Paket ein, ich konnte das GO für den Kühlschrankmonteur aus Lakki geben.

Zum Abendessen waren wir mit Gottfried und Gabi im „Metzes“, die Beiden wollen mit ihrer HARMONY bald auslaufen, wir wollten noch ein wenig quatschen.

Deko im „Metzes“ – ich mag den Laden

Während ich diese Zeilen so vor mich hintippe, fällt mir auf, dass ich keine Bilder von Angelika und Sibylle beim Putzen gemacht habe. Auf der einen Seite gehört sich das nicht, anderseits muss es natürlich Erwähnung finden! Die Beiden haben nämlich, während wir Jungs die Technik gemacht haben, den ganzen Dampfer auf Hochglanz gebracht – und das ist bei einem 21m Schiff kein Pappenstiel – ich kann Angelika dafür nicht genug danken!!!

Der neue Tag war einer, an dem ich Kleinkrams abarbeiten wollte. Ich brauchte eine „ELOWYN-Pause“. Also mache ich mich nach und nach daran, zuerst bei NESSAJA die abgebrochene Lenzpumpenabdeckung zu erneuern…

Passt auf´s µ – trotz Modellpflege! Ein Lob an Whale

…dann begebe ich mich auf die EDINA um ein letztes Mal die Bilge leer zu pumpen. Der Eigner würde am 26. Mai ankommen, ich werde die Verantwortung für die CNB 60 an diesem Tag abgeben.

Es sieht alles gut aus an Bord – zunächst!

Luftfeuchtigkeit 55% – keine Schimmelgefahr
Gemeinsam saugen wir das letzte, gesammelte Bilgenwasser auf
20 x 10 Liter – macht noch einmal 200 Liter die wir außenbords befördern

Alles gut soweit – ich lasse den Motor laufen und will den Generator starten. Doch potzblitz, was ist das nun wieder???

Der Stromerzeuger zeigt einen „Fault 45 – no Speed Sense“ – und springt nicht an. Ich kann dies nicht ad hoc beheben und informiere den Besitzer. Dieser Fehler wird mit übergeben und, ich greife etwas vor, war zum Monatsende noch nicht behoben.

Weiter geht es für mich auf der LIBERTÉ. Hans-Peter hat sich einen neuen Drucker gegönnt und mich gebeten, diesen zusammen mit ihm zu installieren. Da helfe ich doch gerne!

Der Drucker tut – auch an diese Aufgabe kommt ein Haken

Mein nächster Job führt mich in unsere Chandlery. Ich brauche für den Wassermacher der ELOWYN neue Filter. Das trifft sich gut, denn in meinem Wasserfilter für das Marinawasser sind die gleichen Einsätze verbaut und diese müssen dringend ausgetauscht werden.

Höchste Zeit!
Jetzt gibt es wieder sauberes Tankwasser auf NESSAJA

Ihr merkt schon, es wird nicht langweilig, es gibt immer etwas zu tun. So verfliegen die Stunden und letztlich die Tage. Auch an den Stegen herrscht emsiges Treiben. Die Segler kommen, die Segler gehen. Viele Freunde verabschieden sich zum Sommertörn oder gar in die Sommerpause.

So auch Martin und Petra von der STENELLA. Mit den Beiden gehen wir heute noch einmal zusammen zu „Dimitris o´ Karaflas“ – Martin spricht für unsere Crewdienste eine Einladung aus.

Bald werden die Freunde zum Heimataufenthalt abreisen
Bei Dimitris war es gut wie immer

Wir schreiben den 19. Mai, es ist Sibylles Geburtstag! Wir hatten vereinbart, dass wir an unseren Geburtstagen nur leichte Aufgaben auf ELOWYN verrichten und uns am Nachmittag freinehmen wollten, um den Ehrentag zu genießen.

So haben wir das nacheinander auch umgesetzt…

Hydrauliköl auf ELOWYN befüllen
Der Generator bekommt einen Testlauf

Gegen Mittag brechen wir ab und verholen auf NESSAJA, dort sortiert Sibylle erstmal die Glückwünsche, die sie bis dahin erreicht hatten.

Hochkonzentriert bei der Danksagung

Dann aber zogen wir uns zurück. Es war der Wunsch meiner Angetrauten, dass wir ein bisschen am Panteli Beach abhängen. Ein bisschen auf der Liege fletzen und lesen, ein bisschen schwimmen, ein gutes Eis – ein ruhiger aber schöner Geburtstagsnachmittag!

Liegenpärchen in erster Reihe
Wir fluten unsere aufgeheizten Leiber und schwimmen ein paar Züge
Einzige Alternative zu „Repapis“ in Sachen Speiseeis – das „Sorbet“ in Panteli

Um uns einen Cappuccino nebst Eisspezialität zu gönnen, gehen wir die paar Schritte über die Straße ins „Sorbet“. Dort gibt es, alternativ zu unserem Eispalast in Lakki, ein paar sehr gute Sorten – wie zum Beispiel „Black Choccolate Sorbet“ oder „Salted Caramel“ – und genau diese Kombination war unsere heutige Wahl…

Black Choccolate Sorbet & Salted Caramel – ich nehme eine zweite Runde 😉

Danach fahren wir zurück in die Marina. Sibylle will sich noch aufhübschen, denn heute Abend ist eine kleine Geburtstagsfeier im „To Steki“ angesetzt – nur zehn Gäste, aber immerhin.

Zurück im Schiff klagt die Gattin erstmal – zu ihrem Ehrentag hat auch die Sonne entschieden, dass sie ein paar Extrastrahlen schickt. Zum ersten Mal in 2024 haben wir über 30°C im Schlafgemach – nicht gut…

32° im Schlafzimmer – der Ruf nach Klimatisierung wird laut

Egal! Trotz des in Strömen fließenden Schweißes, schafft es die Protagonistin, sich in Schale zu schmeißen und dem Anlass entsprechend zu strahlen.

Das darf sie auch, denn das Essen bei Dimitris war ausgezeichnet und der Gastwirt hat sich auch eine kleine Überraschung ausgedacht…

Happy Birthday Capetaña
Natürlich wird alles fotodokumentarisch erfasst

Der erste Geburtstag liegt im Kielwasser, es war ein schöner Tag im kleinen Kreis. Sibylle ist am späten Abend erschöpft und fällt zufrieden ins Bett. Ich trinke noch ein Bier als Betthupferl und fahre den Kopf ein wenig runter – dann folge ich ihr nach…

Ein gelungener Geburtstag liegt achteraus

Der Folgetag steht ganz im Zeichen von ELOWYN – wir wollen an diesem Tag die Liste „Auswintern“ abgeschlossen haben und klotzen richtig ran. Tausend Kleinigkeiten sind zu tun, aber wir kommen gut voran.

Im Laufe dieses Tages hat auch Martin mit der STENELLA Krantermin. Wir bewundern das neue und sehr besondere Schiff noch einmal aus anderer Perspektive…

Die Wanderer 40P fährt in die Krangasse
Über den Sommer wird sie an Land stehen

Nach dem Kranen wird das auffällige, rote Schiff auf seinen Landplatz gestellt und die Crew verabschiedet sich von uns. Wenig später bringt das Taxi die Beiden nebst Hündchen Bonnie an die Fähre – Yassas, wir sehen uns im September wieder!

Wir kriegen den Rest des Tages gut rum und können am Abend Vollzug melden – technisch ist ELOWYN bis auf Kleinigkeiten fertig. Diese Kleinigkeiten gehe ich morgen an. Dann heißt es noch „final sauber machen“ – dann dürfen Volker und Tina ankommen…

Heute gibt es mal wieder Pizza – mir war so danach!

Love it
Dazu ein Salat, der besseren Bilanz wegen

Wie jedes Jahr steht am 21. Mai mein Geburtstag an. Heute ist es soweit! Auch für meinen Ehrentag, haben meine Gattin und ich die gleichen Spielregeln festgesetzt wie für den ihren.

Nach einem guten Frühstück verholen wir somit abermals auf den blauen Riesen. Ich habe mir für heute eine kleine Reparatur an der Überwachungselektronik aufgehoben – eine saubere Arbeit, die einen reibungslosen Ablauf verspricht.

Ich montiere das Tank- und Batteriedisplay – alles tut
Die Solarmodule klemme ich noch einmal um – reibungslos, aber schweißtreibend! Happy Birthday

Dann habe auch ich die Schnauze voll. Wir agieren ähnlich wie zwei Tage zuvor und schauen, dass wir schleunigst an den Lieblingsstrand nach Panteli verholen.

Yassou ELOWYN – für heute reicht´s!
Ab jetzt ist Geburtstag – carpe diem. Auf uns!
Wir genießen den Strand und die chill-out time am Strand
„Sweet up your life“ – das lass´ ich mir nicht zweimal sagen…
…und greife beherzt zu 😉

Und täglich grüßt das Murmeltier – „Groundhog Day“ auf Leros! Das könnte man meinen, denn auch mir war der Wettergott hold und hat das Zentralgestirn auf hohe Leistungsstufe gedreht – ich knacke die 30°C Marke auch bei der Außentemperatur!

31°C außen, der Hochsommer ist da – und wird auch nicht mehr weichen

Um den Tag nicht als eine Blaupause von Sibylles Ehrentag in die Geschichtsbücher zu schreiben, habe ich beschlossen, dem Tag eine völlig neue Richtung zu geben. Wir gehen NICHT ins „To Steki“. Meine, etwas kleinere Gesellschaft trifft sich, da war ich phantasielos, im „SouVLakki“ auf eine gepflegte Grillage.

Ok, wenig überraschend – aber mein Ort der Wahl
Anna, die Inhaberin weiß, dass ich Geburtstag habe – sie lässt sich nicht lumpen

So wird der Besuch in der Grilltaverne meiner Wahl, zum Unterscheidungskriterium zwischen den Tagesabläufen unserer Geburtstage. Das finde ich deshalb erwähnenswert, weil ich auch einen Kuchen als Präsent bekam – und zwar genau den gleichen wie Sibylle!

Als ob sich die Tavernenwirte mit „Repapis“ abgesprochen hätten – „…na da lassen wir den Unterschied mal nicht zu groß werden!“ Ich fand´s lustich…

Man beachte das Fragezeichen statt der üblichen Ziffern 😉 – Danke Anna und Nico

Zu guter Letzt packe ich noch meine Gaben zum Ehrentag aus. Sehr nett, dass sich alle Gedanken gemacht haben. Das hat mich sehr gefreut – nochmals „VIELEN DANK“!

Oh, ein Präsent – wie nett

Die Geburtstage liegen im Kielwasser, die Pflicht ruft wieder mit ganzer Vehemenz. Wir packen auf ELOWYN an und machen das riesige Schiff sauber. Angelika und Sibylle polieren das Edelstahl und schrubben das Deck, ich muss vom Schlauchboot aus den Rumpf shamponieren und abwaschen.

Beim Spülen des Ankerkastens fällt mir auf, dass sich Schlieren auf der Wasseroberfläche bilden…

Somewhere over the Rainbow

Hm, nicht nur, dass dies natürlich aus umwelttechnischer Sicht ein Gau ist, nein, es deutet auch auf eine Leckage in der hydraulischen Anlage hin. Das ist umso wichtiger zu wissen, da wir tatsächlich einen Hydraulikölverlust haben – das muss mich mir auf die Liste schreiben, dies muss unter Beobachtung gestellt werden.

Den ganzen Tag fummeln wir an der Optik der Luxusyacht hin – tatsächlich sind wir abends nahezu fertig. Morgen Abend würden unsere Freunde ankommen.

Wir machen Schluss für heute und beschließen, dass wir ELOWYN morgen das letzte Finish verpassen würden.

Heute verschlägt es uns mal wieder zu Marietta, dort waren wir lange nicht mehr zum Dinner.

Mal sehen, was es Neues gibt
Griechischer Salat geht immer

Ein schöner Abend. Marietta hat etwas Zeit, wir schnacken mal wieder, sie gibt mir die Kontaktdaten einer privaten Griechisch-Lehrerin. Ich nehme mir vor, dies nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub Mitte Juni anzugehen.

Auch über das Hub, der Verwaltungsstelle der „The-Leros-Way“ Webseite, können wir uns ein wenig austauschen. Ich mache ja nach wie vor die deutsche Übersetzung der noch inaktiven German-Version.

Inzwischen werden im Hub Sprachkurse, Kochkurse und vieles mehr angeboten. Es bietet Remote-Arbeitsplätze und ist ein Treffpunkt, eine Drehscheibe, auf der Insel.

Ein schöner Abend!

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf. Ich genieße die Ruhe und den Frieden in der Marina zur frühen Stunde.

Es weht eine leichte Brise – sie macht die Temperaturen erträglich

Heute Nacht kommen Tina und Volker an, um ELOWYN zu übernehmen und ein paar Wochen Urlaub zu verleben. Wir wollen den Freunden einen perfekten Einstieg in den Urlaub vorbereiten, somit läuft die Uhr von jetzt an rückwärts, noch 14h bis zur Ankunft.

Die Beiden wollen einen Leihwagen als Vehikel haben, diesen habe ich schon vor Wochen reserviert. Das mache ich mir jetzt zu Nutzen, denn meine GS muss in die Werkstatt um einen neuen Kettensatz zu erhalten.

Wir holen also den Leihwagen um auch unsere Mobilität sicher zu stellen, dann geben wir unsere treue BMW bei Loykas ab.

Wir nutzen den kleinen Flitzer zusammen
Die GS hat derweil Pause

Wir holen am Rückweg noch die Polster für den Willi bei Sortiris ab. Perfektes Timing! Dann geht es zurück auf das Mutterschiff um dort die Vorbereitungsarbeiten abzuschließen – noch 11h.

Alles in Allem kostet das aber auch den ganzen Tag!

Letztes Finish für den Boliden
Am späten Nachmittag sind wir fertig – fix und fertig

Wirklich perfekt war, dass die Marina meine Bitte bei ALENA den Kühlschrankverdampfer zu verbauen, solange das Schiff im Wasser liegt, umgehend umgesetzt hat. Dies ist wichtig, weil der Kompressor auf der Hallberg-Rassy wassergekühlt ist.

Es war etwas stressig, auch diese Arbeit heute noch zu beaufsichtigen, aber am Abend war alles abgeschlossen und der Kühlschrankmechaniker hatte ganze Arbeit geleistet – alles aufgeräumt, das Neuteil verbaut, der Kühlschrank lief und war kalt, das Altteil war noch an Bord – super!

Das Neuteil war einwandfrei verbaut und funktionierte
Der alte, undichte Verdampfer liegt noch an Bord – ich mache klar Schiff auf ALENA

Last not least holen wir noch ein Päckchen im Office ab, dies wäre auf der Post für uns hinterlegt gewesen, die Marina habe es für uns geholt. Nanu, wir erwarten doch gar nichts???

Wie schön – ein nachträgliches Geburtstagspaket

Was für eine Überraschung! Unsere Freundin Katherina schickt uns Geburtstagsgrüße aus der Heimat. Das freut uns ganz besonders, eine echte Überraschung – Danke Kate!

So vergeht der Tag wie im Flug! Bis wir uns versehen, bricht der Abend herein. Heute beschließen wir, dass wir uns einen Burger gönnen, es heißt nun, auf die Ankunft der Fähre zu warten – noch 3h.

Heute gibt es Burger im „SouVLakki“
Den Vollmond haben wir für Volker & Tina bestellt – jetzt heißt es warten
Um 22.30 Uhr kommt die Fähre mit den Freunden an Bord

Großes HALLO! Wir begrüßen die Beiden, packen sie ins Auto und fahren in die Marina. Ihre ELOWYN ist bezugsfertig, das Bier steht kalt. Wir gönnen uns ein Döschen des guten Gerstensaftes und stoßen auf wunderbare, gemeinsame Tage an! Schönen Urlaub euch Beiden.

Dann gingen wir zurück auf NESSAJA und fielen erleichtert ins Bett – geschafft, ELOWYN ist übergeben! Dass nicht alles reibungslos laufen würde, ahnen wir noch nicht… 😉

Der Folgetag verfliegt ohne große Ereignisse. Die Freunde sortieren sich, wir unterstützen dort, wo unsere Hilfe gefragt ist. Für den Abend steht die von Volker so geliebte „Mühlentour“ an – zuerst in „Harris Bar“, die in der ersten der fünf Windmühlen von Leros untergebracht ist.

Wir fahren auf den Bergrücken und blicken Richtung Türkei, es bläst ein kräftiger NW
Das „Harris“ in der ersten Windmühle – ein traumhafter Platz
Volker & Kristina starten entspannt in den Urlaub
Haris hat über den Winter renoviert, alles zeigt sich sehr geschmackvoll
Es gibt alte und neue Drinks auf der Karte – wir bestellen ein Ensemble
Pfiffig angerichtet – mit Sicherheit die schönste Bar von Leros, einer der „must have been“ places

Der zweite Teil der „Mühlentour“ führt hinab nach Agia Marina ins „Mylos“. Das mit Sicherheit beste Lokal der Insel ist ein inzwischen mehrfach ausgezeichneter Fischtempel. Ich habe das „Mylos“ hier ja mehrfach erwähnt – es ist ein Spitzenlokal mit gehobener aber nicht abgehobener Küche. Das Essen ist teurer, aber stets preiswert – man sitzt perfekt!

Wir erhaschen einen tollen Tisch…
…und laben uns an den Köstlichkeiten
Ein Tempel für Fischliebhaber

Der Abend endet spät. Wir sind satt, zufrieden und etwas angetüdelt. Im Licht des noch fast vollen Erdtrabenten fahren wir nach Hause. Dieser und das beleuchtete Kastell sorgen für die perfekte Szenerie für diesen Abend.

Agia Marina und das beleuchtete Kastell

Die ELOWYN läuft heute aus, soweit der Plan. Sibylle und ich würden dann dazu übergehen, unseren Urlaub auf Kreta vorzubereiten. Ich habe zudem noch eine Reparatur auf ALENA vorzunehmen, die hat nämlich am 29.05. Krantermin.

Volker möchte zuvor noch eine Probefahrt bezüglich der Pitcheinstellung machen, wir gehen davon aus, dass alles passt. Danach würde er uns am Steg absetzen und sofort wieder ablegen. Ok, klingt gut – Hans-Peter, Sibylle und ich steigen zu, wir werfen die Leinen los und fahren in die Bucht.

Was ist DAS jetzt??? Was soll das? ELOWYN tuckert wie eine alte Galeere. Sie qualmt und kommt nicht auf Drehzahl – obwohl wir in Sachen Pitch alles getan haben was die Lehrbücher vorgeben und der Logik entspricht – sie verhält sich atypisch. Wir beschließen, den Pitch noch einmal zu verändern – morgen…

Ich fahre jetzt erstmal zu Loykas und hole meine GS, die war inzwischen fertig,

Kette, Antriebsritzel, Kettenblatt und Ruckdämpfer – alles neu!
War auch dringend nötig!

Warum um Gottes Willen, erneuert der Kfz-Meister seine Kette nicht selbst? Naja, ich war mit den Schiffen gut beschäftigt und fast ein wenig unter Stress.

Dazu kommt, dass Loykas fast unverschämt günstig ist. Für den Einbau der angelieferten Teile hat er mir 30.-€ berechnet. Dafür lohnt es sich fast nicht, mein Werkzeug aus NESSAJA zu räumen.

Den Tag beenden wir mit den Freunden im „Metzes“, sie freuen sich, dass es ein aus ihrer Sicht neues Lokal auf Leros gibt, das möchten sie gerne kennen lernen.

Das „Metzes“ enttäuscht nicht…
…die Meze sind gut wie immer
Marinierte Anchovies

Am nächsten Morgen sitzen wir zusammen – wie geht es nun weiter?

Volker und Tina sehen es entspannt. Wir behirnen die Sache erstmal und beschließen, dass wir den Pitch noch einmal anpassen. Wir würden beim Propellerhersteller die richtige Einstellung abfragen. Es keimt die Frage auf, was zu tun wäre, wenn danach keine Besserung eintreten würde. Wir müssen uns eingestehen, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als den Motor mit auf die Liste der infrage kommenden Ursachen für das Problem zu setzen. Ich erinnere mich an die letzten Tage meines Berufslebens, als ich als Turboexperte für BTS im Einsatz war. Ich grüble still vor mich hin – ob vielleicht der Turbo…???

Egal, dazu später mehr. Jetzt muss ich in dem von mir geplanten Tagesablauf bleiben, sonst entgleitet mir meine To-Do Liste! Ich hatte Hans-Peter versprochen eine Fallklemme mit ihm zu montieren, danach würde er noch einmal tauchen.

Ab an den Mast Skipper
Meine Unterstützung ist mehr mentaler Art
Nach zwei Stunden ist es vollbracht

Hans-Peter packt danach abermals seine Tauchausrüstung. Zwischenzeitlich haben wir die richtige Pitcheinstellung erhalten – Soll ist 15°. Diesen Wert hatten wir schon probiert, es verdichtete sich somit die Annahme, dass der Fehler anderweitig zu suchen ist.

Unser Lieblingstaucher taucht was und stellt zurück auf Soll. Danach ist er von seinen Zusagen entlastet, er hat mir bei ELOWYN geholfen wie kein Anderer…

Da wir diesmal keine Probefahrt anstreben, gehen wir in den Freizeitmodus über. Sibylle und Tina wollen zu den Hunden, Volker und ich wollen unsere Frauen begleiten.

Der Hundeshelter von Leros – eine Heimat für rund 70 Zamperl
Sibylle hat ihre Berufung gefunden

Kristina und Volker sind angetan vom Tun der engagierten Lerianerin, die dies auf privater Basis aufgezogen hat und erst seit wenigen Monaten einen Verein hinter sich hat, der auch Spenden sammeln darf.

Die Drei werden noch mehrfach gemeinsam zu den Vierbeinern gehen.

Für mich gibt es an diesem Tag nur noch eine Aufgabe zu erfüllen, EDINA für die Übergabe vorbereiten. Dafür soll ich die große Tauchpumpe aus dem Innenraum nehmen, die Motorklappe schließen und den Schlüssel deponieren sowie ein Brett bereitlegen – ok, das mache ich gerne!

Gangway liegt parat
Schlüssel ist deponiert

Am Morgen des Folgetages wird die Verantwortung für EDINA nicht mehr bei mir liegen. Die CNB ist ein tolles Schiff, dennoch hat sie mich gefordert und mir Stunden geraubt. Ich konnte dem Eigner helfen, aber letztlich leider kein problemfreies Schiff übergeben, das hat mich persönlich geärgert.

Während ich noch vor mich hinbrummle, rufen Volker und Tina auf die ELOWYN zum Aperitif. Da kommen wir gerne, das rosa Tröpfchen bringt uns auf andere Gedanken!

Ein Gläschen Schampus schmeckt auch Sibylle und mir

Danach geht es ins „Pirofani“ zum Dinner. Dort habe ich heute für sechs Personen reserviert, denn Gerald und Ulrike sind da!

Ihr erinnert euch natürlich an die Beiden. Es handelt sich dabei um die vermeintlichen Käufer unserer NESSAJA. Ich hatte ihnen ja abgesagt, dabei aber nicht verabsäumt eine Empfehlung auszusprechen – und eben wegen diesem Schiff sind sie nun hier. Wir wollten uns zum Abendessen treffen und nachdem Volker und Tina noch hier verweilten, war es nur allzu selbstverständlich, dass wir zu sechst in die Taverne in Panteli gehen.

Das „Pirofani“ ist meine erste Adresse für Fisch – neben dem konkurenzlosen „Mylos“
Linguine Thalassa – ein Gedicht!

Wir unterhalten uns ganz gut, für mich etwas überraschend, da ja die Gründe für meine Absage, den Verkauf von NESSAJA betreffend, noch nicht ausgesprochen sind. Ich merke natürlich auch, dass die Beiden mit angezogener Handbremse sprechen, wenn es um ihre Kaufabsicht bezüglich der Oceanis 42CC TARGUI geht. Das ist normal, wie soll man Begeisterung zeigen, wenn man zwei Monate zuvor noch von etwas anderem total überzeugt war, naja, das Gerede von gestern – kennen wir ja alle. Ich war zwischenzeitlich etwas genervt von der Situation – aber Schwamm drüber…

Das Gespräch entwickelt sich in Richtung ELOWYNs Problem. Gerald prescht vor – „…es könnte der Turbolader sein!“ Da hat er Recht, dumm für mich, dass Volker exakt zu diesem Zeitpunkt auf das Thema aufspringt. MÖÖÖP – Chance verpasst, ab jetzt ist Gerald der „Erklärbär“ und der Turbo wird als Ausfallgrund akademisch durchleuchtet. Ich nicke und halte meine Klappe, viel hätte nicht gefehlt und ich hätte angemerkt, dass er halt einen einbauen soll. Sibylle wusste, was in mir vorging und sie bangte, aber ich war griechisch entspannt und schwieg eisern.

Es passiert was passieren musste – mir wurde die Executive zuteil, ein Procedere, welches ich in Zukunft verhindern werde. Am Folgetag finde ich mich also in ELOWYNs Motorraum wieder.

Platz ist in der kleinsten Hütte
Da ist das „Corpus delicti“ – ich demontiere den Luftfilter

Volker lässt den Motor laufen, das Turbinenrad bleibt stehen. Wir gehen auf Nenndrehzahl, das Turbinenrad steht immer noch. Im Stand teste ich die Freigängigkeit – keinen Millimeter lässt sich die Läuferwelle im Lagergehäuse drehen.

Nichts geht mehr – rien ne va plus

Wir diagnostizieren den Turbo als defekt. Ok, das ist das eine, aber welche Schritte sind nun zu tun um das Problem schnell zu beheben? Volker fängt sofort an zu recherchieren, wo bekommt man in Griechenland einen Lader für den großen Yanmar 4LHA?

Mehr noch stellt sich die Frage, wie die Beiden nun ihren Urlaub ausgestalten wollen, die Reparatur wird sich ein paar Tage ziehen.

Für mich war klar, das Trum muss raus – ich mache mich an den Ausbau!

Da isser
Mal wieder die Bratzen versaut – aber der Ausbau ist geschafft
Volker zählt derweil die Scheinchen in seinem Börserl, von ein paar davon wird er sich trennen müssen

Ich gehe auf NESSAJA um meine Pranken zu waschen. Auf dem Weg dorthin überblicke ich die Marinaeinfahrt und sehe gerade, wie die TARGUI von der Probefahrt zurückkehrt, diese sollte das Zünglein an der Waage werden.

TARGUI hat auf der Probefahrt überzeugt

Am Abend dieses Tages wird die Oceanis 42CC den Besitzer gewechselt haben. Das freut mich, weil ich den entscheidenden Tip geben konnte – ich frage mich, ob ich nicht eine Provision hätte aushandeln sollen. Ich merke aber auch, dass es mich wurmt, denn der Verkauf von NESSAJA hätte sich über fast ein Jahr ziehen sollen. Egal wie, ich hatte den richtigen Riecher…

Volker und ich beschließen, dass wir gemeinsam recherchieren müssen um den Turbo schnellstmöglich vor Ort zu haben. Wir verabreden uns auf der Terrasse des „Skipper´s“.

Wir setzen uns und beratschlagen – wir telefonieren und befragen das Internet

Yanmar Athen bietet einen Lader für schlappe 3.200.-€ an. Vielleicht hätte Volker zähneknirschend akzeptiert, aber die geforderte Lieferzeit von drei Tagen konnte nicht zugesagt werden, der Lader käme aus dem Europalager. Das war uns zu teuer und zu riskant.

Optionen aus dem Internet scheiterten an der Lieferzeit – griechische Inseln wurden immer mit einer Woche Versand gehandhabt. Expresssendungen wurden meist nicht angeboten.

Ich besann mich auf meine früheren Kontakte zu BTS und schrieb den Verkaufsleiter an – 10 Minuten später hatten wir den Lader zu einem Hauspreis bestellt. Lieferung nach Leros innert drei Tagen – Sensation!!!

Volker und ich waren zufrieden. Wir mussten noch die Dichtungen bestellen, hier erwies sich „Artemis Boatyard“ als zuverlässig und hilfsbereit.

Die Dichtungen? Habt ihr in drei Tagen! Das passt…

Weil noch soviel Tag übrig war und wir nicht mehr tun konnten, wechselten wir in den Urlaubsmodus. Wir riefen die Damen an, dass sie nachdem sie vom Hundeshelter zurückkommen würden, uns am Panteli Beach finden würden.

Wohlverdient – wir haben was geschafft. Jetzt heißt es warten

Den Abend läuteten wir in „Harris Bar“ ein. Ein Aperitif tat dem angeschlagenen Gemüt gut. Danach sollte es zu „Dimitris o´ Karaflas“ gehen – in die Taverne des Glatzkopfs.

Bar mit Blick auf Panteli – das „Harris“
Wunderbare Cocktails
Danach ziehen wir zu Dimitris
Auch hier ein betörender Ausblick über die Bucht von Vromolithos
Wir genießen unser Beisammensein
Heute bestellen wir fleischlastig…
…ein kleines Steak – Volker und ich teilen

Der Abend klingt schön aus, wir sind satt, trinken noch einen Ouzo, dann ziehen wir uns auf unsere Schiffe zurück.

Am Folgetag gehe ich morgens früh über unseren Steg am Außenkai und sehe nach langer Zeit einmal wieder unsere Barracudafamilie. Langsam und gemächlich ziehen die Jäger ihre Runde.

Unsere Marina-Barracudas

Wir sind auf ELOWYN verabredet – als wir im Cockpit saßen um uns für den Tag zu besprechen, wird ein Fischkutter gekrant. Das mächtige Trum bringt unseren großen Kran an die Belastungsgrenze. Das Berufsschiff muss Ballast ablassen, denn die Notabschaltung des Liftes hatte ausgelöst.

Großes Kino – und wir hatten Logenplätze.

180Tonnen – das ist eine Challenge, sogar für unseren großen Kran

Sibylle ist ungeduldig, das merkt man, wenn sie die Arme in die Hüften stemmt. Wir alle warten auf den Erhalt des Laders, können aber aufgrund des fehlenden Trackings nicht agieren. Wir setzen uns abermals im „Skipper´s“ auf einen Kaffee zusammen, es gilt, einen Sommerliegeplatzvertrag für ELOWYN auszubaldowern, ich muss den Krantermin für ALENA steuern.

Sibylle ist nicht so gut in der Disziplin „WARTEN“
Wir verholen ins „Skipper´s“ auf einen Kaffee
In der Marina blüht alles – Sommer allerorts

Ich rapple mich auf – ALENAs Krantermin ist heute Nachmittag. Ich werde versuchen, den Motor bis dahin zum Laufen gebracht zu haben. Wenn das gelingt wäre es super, wenn nicht, müssen wir sie ins Kranbecken schleppen.

Ich sammle meine Werkzeuge zusammen und lege los…

Material – alles da!
Der einzubauende Wärmetauscher – auch da!
Werkzeug, Licht – ebenfalls da!
Arbeitsplatzvorbereitung – check!

Da es Hans-Peter etwas fad war, half er mir beim Anreichen von Material und Werkzeug. Das war perfekt, denn so musste ich mich nicht jedes Mal aus der Hocke in die Höhe drücken – das sparte Zeit.

Nach relativ kurzer Zeit war der Wärmetauscher montiert und der Motor startklar – sollen wir es wagen? Würde alles dicht sein?

Alles dran – Flüssigkeiten sind aufgefüllt

Wir drehen am Schlüssel – der TMD22 startet sofort! Wir schauen misstrauisch, aber alles ist gut. Der Kühlwasseraustritt ist makellos, der Motor läuft einwandfrei.

Alles perfekt – der zweite große Punkt auf der Liste ist erledigt

Wir sind keine Minute zu früh fertig. Ich konnte gerade noch das Werkzeug verräumen, da höre ich Kranmann Giannis schon über mich sprechen. Als ich auf seiner Höhe war rief er mir schon entgegen – „…pame Mario, are you ready with ALENA? You are the next!“

Hans-Peter und ich parieren, wir legen die schöne Schwedin ab und zirkeln sie in die Krangasse – ein paar Minuten später schon hing sie in den Gurten.

ALENA in der Krangasse
Es geht aufwärts…
Mit dem Carello geht es zum temporären Standplatz für exakt einen Monat
Hier steht sie nun und wartet auf Rosi und Karl

Ich habe im Juni einige kleine Aufgaben an ALENA zu erledigen. Die Marina wird zudem zwei Seeventile verbauen. Ende Juni werden Rosi und Karl ihre Hallberg-Rassy dann übernehmen – zu meiner Entlastung.

Der Tag klingt aus, alles war mit heißer Nadel gestrickt, hat letztendlich aber perfekt geklappt. Wir haben heute einen Besuch bei Marietta geplant. Der Eigner der EDINA, der im Moment ja noch ohne seine Gattin vor Ort ist, wird später zu uns stoßen.

Das Essen ist, wie immer, sehr gut

Der Abend war super, er ist aber schwer zu beschreiben, wenn man gleichzeitig die Privatsphäre eines Menschen achten möchte und muss.

Ich versuche es so – der Eigner der CNB taut im Laufe des Abends immer mehr auf. Wir erfahren, dass er früher Regattasegler war, der sowohl beim berüchtigten Fastnet-Race 1979, als auch beim Admirals´s Cup 1983 teilgenommen hat. Er beschreibt die tragische Rettungsaktion vor dem berühmten Felsen, wie auch den Sieg beim begehrten Cup.

Als wäre das nicht genug, gibt er Einblicke in sein Berufsleben – es fallen Namen wie Bernie (Ecclestone), Flavio (Briattore) und Michi (Schumacher). Wir sprechen viel über PS und Sekunden.

Der Abend war ein Highlight des Monats – er ist nicht in Worte zu fassen. Lustig war bei der Gelegenheit auch, als wir feststellten, dass wir am gleichen Tag Geburtstag haben.

Ganz im Gegensatz dazu stand der Folgetag – es war eine nervenzerfetzende Aneinanderreihung von Stunden – der Turbolader soll heute ankommen – wir hatten endlich ein Tracking erhalten.

Ich helfe Volker beim Vertilgen seiner Wurstvorräte, er wolle nachher noch einmal einkaufen, schließlich würde man heute, nach Einbau des Laders, ablegen – dachte man…

Die Reste müssen weg – ich helfe

Am Nachmittag liegen unsere Nerven blank. Alle Lieferanten waren bereits in der Marina und wir fragten uns langsam, wann und wie das ersehnte Paket nun ankommen solle. Da erreicht uns eine ernüchternde Nachricht…

WAS-IST-DAS???

Wir hatten weder einen Wunsch geäußert, noch hatten wir irgendwen versäumt – im Gegenteil, wir waren ganztägig vor Ort!

Die Sendung sollte, laut Tracking, in Rhodos liegen. Wir hatten die Mittagsfähre abgepasst – ohne Erfolg. Dann kam die ernüchternde Nachricht.

Es war uns danach, das vereinbarte Dinner im „Mylos“ abzusagen. Es war als Anlass zum Feiern und zum Verabschieden gedacht. Jetzt würde es eine Art „Frustfressen“ werden – sollen wir das Edellokal dafür missbrauchen?

Wir entscheiden uns dafür, die Reservierung aufrecht zu erhalten und uns etwas Gutes zu tun.

Nomen est Omen – das „Mylos“
Liebe für das Detail
Wir lieben diesen Ort
Einladend
Verspielt aber nicht überladen

Das Essen braucht nicht noch einmal beschrieben werden – es war perfekt wie immer, wir haben uns diesmal auch an Neuigkeiten auf der Speisekarte gewagt. Alles, aber auch wirklich alles, war ein absoluter Gaumenschmaus.

Weißer Taramosalata in einer „Mousaka aus Rote Bete“
Der geliebte Algensalat
Gefüllter Bacalao

Wir schlemmen, genießen, klönschnacken und beschließen, dass der Turbolader und dessen Lieferkette, für den heutigen Abend ein „Thema non grata“ ist, das Wort das nicht genannt werden darf…

So vergeht der Abend uns die Stimmung ist wunderbar.

Die Sonne versinkt, die „blaue Stunde“ beginnt

Etwas getrübt wird die Freude und der Genuss durch meine Schleimbeutelentzündung, an der ich seit meinem letzten Blogeintrag laboriere. Ich hatte aus Unachtsamkeit meinen Unterarm auf einer Schrankkante aufgelegt, diese hat dann drei Tage lang in meinen Ellbogen gedrückt.

Seither habe ich einen ordentlichen Bömmel am Ellbogen – das Berufsrisiko des Schriftstellers. Das stetige Werkeln an den Booten ist der Genesung nicht unbedingt zuträglich. Ich leide…

Autschn
Fühlt sich an wie an Wassersack – ganz doof

Wie immer blicke ich beim Gehen in den Schrank in dem der Fisch aufbewahrt wird. Es fasziniert mich, welche Vielfalt von Edelfisch hier gelagert wird.

Drachenköpfe und kleine Thunas
Die großen Thunas

Am Heimweg machen wir noch eine Pause im „La Palma“. Es gibt einen Ouzo als Absacker, das war aber nicht der einzige Grund.

Wir haben gedacht, dass wir vielleicht unser sehnlichst erwartetes Paket an der Fähre sehen und abfangen können. So flitzen Volker und ich schnell an den Anleger als der stählerne Zubringer anlegt.

Wer findet EIN Paket?

Es war eigentlich klar, dass dieses Unterfangen aussichtslos war. Aber wir klammerten uns eben an jeden Strohhalm. Das Problem war, Sibylle und ich würden morgen Nacht in den Urlaub aufbrechen und Volker stünde mit seinem Problem alleine da.

Aber morgen ist auch noch ein Tag – der letzte des Monats Mai zwar, aber der, auf dem unsere Hoffnung ruht, ELOWYN seeklar zu machen.

Ich nehme das Zepter in die Hand und stehe um 07.30 Uhr auf. Um Punkt 08.00 Uhr stehe ich vor der Filiale von ACS und schildere den zwei Verladern mein Problem. Erst war man eher negativ, man könne ein einzelnes Paket in der Vielzahl der Säcke nicht finden.

Als ich eröffnete, dass es von TNT / Fedex kam, erhellte sich das Gesicht des Mitarbeiters. Ah, für die gäbe es nur einen Sack – sofort leerte der hilfsbereite Mann diesen Sack, auf dem nun meine ganze Hoffnung ruhte…

YEAH, JIPPIE, HEUREKA – da war es! Ich hatte es in den Händen – meinen Schatz!

Dieses Foto geht an Volker und Sibylle

Ich genehmige mir erstmal ein kleines Frühstück – denn dann heißt es: „Treffpunkt ELOWYN“

Noch zehn Minuten – dann geht es los

Wir treffen uns beim waidwunden, blauen Riesen um diesen zu neuem Power zu verhelfen. Volker packt den neuen Lader, ein IHI Originalteil übrigens, aus und bereitet alles vor.

Neu und Alt, dazu Frostschutz – alles da
Zwei Anschlussstutzen müssen ummontiert werden

Ich begebe mich in die Tiefen von ELOWYNs Bauch um dort abermals das Operationsbesteck zu schwingen. Eigentlich lief alles wie am Schnürchen…

Gleich isser wieder dran.

Eigentlich? Ja, denn zwei Punkte machten Kummer. Erstens, mein Ellbogen – das Gewerkel war schmerzhaft, es muss endlich enden, ich brauche Urlaub!

Ahrghn, ich muss mich zu allem Überfluss über links abstützen

Zweitens, das war temporär schlimmer – eine total verrostete Metalldichtung zwischen Turbo und Abgaskrümmer. Diese war so verrostet, dass ich sie nicht mehr als Dichtung identifiziert habe und erst beim vermeintlichen Abklopfen der „Rostablagerungen“ auffiel, dass hier noch eine Dichtung verbaut war, die wir aber nicht bestellt hatten.

Was tun wenn wir diese nicht bekommen? Wir schauderten – aber jetzt hatte Panos, der Verantwortliche für die Chandlery in der Marina, seinen großen Moment! Er hatte das seltene Kleinod tatsächlich auf Lager!

In dem Moment nicht mit Gold aufzuwiegen

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt – zwei Stunden später war der Einbau erledigt, der Probelauf war erfolgreich und ELOWYN klar zum Ablegen.

Wir verabschieden uns von Volker und Tina, wir wünschen wirklich wunderbare Urlaubstage nach diesem „speziellen“ Start.

Die ELOWYN legt ab

Schon kurze Zeit später meldet Volker, dass der Motor perfekt läuft und das Boot wieder ordentlich Speed macht.

Später gibt er noch positive Rückmeldung zum Willi, auch der „läuft besser als je zuvor…“

Boytoy – der Skipper mit dem wiedererstarkten WILLI

Sibylle und ich richten am Weg noch die Plane von Felix´ VW Bus, wir wollen helfen, dass der wertige Wagen keine Schäden davonträgt. Wir ziehen die vom Wind verwehte Plane wieder an Ort und Stelle und befestigen diese neu.

Der Wind hat die Knoten der Verschnürung gelöst
Sibylle und ich packen den Wagen wieder gehörig ein

Ich brauche erst einmal eine Abkühlung. Ein Bad im Meer bringt mich wieder auf normale Betriebstemperatur und ich besinne mich darauf, mit Sibylle zusammen unsere Urlaubsreise vorzubereiten. In wenigen Stunden würden wir schon auf der Fähre sein.

Nach dem Bad heißt es – packen!!!

Wir waren echt ein wenig unter Zeitdruck. Es war uns zum Beispiel wichtig, dass wir mit Hans-Peter und seiner, inzwischen angekommenen, Frau Petra noch einmal zum Essen gehen würden.

Die Beiden sollten den Ort wählen und einladen wen sie wollten. So kam es, dass wir in kleiner Runde mit den Crews der LIBERTÉ und der JASPER bei „To Steki“ zum Dinner saßen.

Endlich Ruhe im System

Auch Volker kann seine Pläne verwirklichen – er macht den ersten Stop im „Stigma“ auf Archangelos und sendet Grüße von Giorgos dem Tavernenwirt. Das von uns beworbene „Octopus Tigania“ hat er bekommen – der Tag findet also für uns alle ein versöhnliches Ende.

Volker und Giorgos grüße aus Archangelos
Octopus Tigania ist gesetzt – immer wenn wir im „Stigma“ sind

Unser Abend klingt im „Repapis“ aus – wir verabschieden uns von den Freunden, morgen früh werden wir schon auf der Fähre sein. Unser Urlaub beginnt in der Nacht zum 01.06.

Ein letztes Eis im Mai 2024

Zurück auf NESSAJA packen wir unsere Tasche fertig und ich schnalle diese auf die GS – wir sind fertig zum Aufbruch, dann legen wir uns schlafen, der Tag beginnt früh.

So endet unser Mai 2024. Ein turbulenter, bewegter und kurzweiliger Monat. Was erwatet uns im Juni? Hier ein kurzer Ausblick…

Wir werden also am 01.06. über Rhodos nach Kreta reisen. Dort treffen wir Nader und Christine, mit ihnen machen wir zwei Wochen lang Kretas Westen unsicher.

Ich habe mir vorgenommen, die Samaria Schlucht zu durchwandern, immerhin die längste Schlucht Europas.

Zurück auf Leros werden wir ALENA zur Übergabe fertig machen und dann an Rosi und Karl übergeben.

ELOWYN wird am Tag nach unserer Rückkehr gekrant, auch hier gibt es einiges zu erledigen.

Zu guter Letzt steht ein Gespräch mit dem Marinaeigner an – wie würde es mit meiner Beschäftigung weitergehen?

Ihr ahnt schon, es stehen turbulente Wochen bevor und wir hoffen, dass ihr uns gewogen bleibt. Danke für die investierte Zeit und das Interesse an unserem etwas anderen „blau-weißen Lebensmodell“!

Liebe Grüße aus Kreta

Mario & Sibylle, die Crew der NESSAJA

April 2024 – Man in the Mirror

Es ist ja guter Brauch geworden, dass ich den monatlichen Blogberichten Songtitel als Headline vergebe. Hierbei orientiere ich mich meist an den Songs der 80´ern, fast immer fällt mir die nächste Überschrift im Laufe des Monats irgendwie zu.

Nicht so im April 2024 – ich musste die Allwissende bemühen, also nicht Sibylle diesmal, sondern tatsächlich Google – denn hinter mir liegt ein richtungweisender Monat, einer mit einer maßgeblichen Entscheidung.

Mit dieser Vorgabe komme ich also an „Man in the Mirror“ von Michael Jackson aus dem Jahr 1988. Wäre ich von selbst nicht drauf gekommen, ich war nie ein Jackson Fan, obwohl er ja DER Künstler der 80´er war. Aber was er da in diesem Song niedergeschrieben hat, das trifft den Geist des vierten Monats des Jahres schon ganz gut…

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Schön, dass ihr wieder Zeit für das Lesen meines Blogberichtes investiert, seid gespannt was uns im April so alles widerfahren ist.

Der April begann wunderbar, der Frühsommer war da

Wo steige ich am besten ein? ALENA bietet sich an – die Käufer sind abgereist, vor uns allen liegt ein Berg von Aufgaben. Ich nehme es vorweg, alles klappt im Verlauf des April, der Hauptkaufvertrag wird geschlossen, die Übergabemodalitäten laufen an. Ich kümmere mich vor Ort um das Schiff – große und kleine „to do“ stehen auf meiner Liste.

So ist zum Beispiel ein Fender zu erneuern, dieser hat bereits am ersten Tag des neuen Monats den Geist aufgegeben.

Dem Luftikus ging die Puste aus
Doch Ersatz war rasch beschafft

Ich kommuniziere noch mit der Marinaleitung, ich brauche Krantermine für das Lifting und Launching, auch der Verkauf ist im Office anzuzeigen. Eine Bestandsaufnahme für die noch offenen Reparaturen würde ich später machen! Wir waren an diesem Tag ohnehin damit beschäftigt, den neugierigen Nachbarn zu erzählen wie es denn mit dem Verkauf der schönen Schwedin geklappt hätte. Interessante Gespräche ergaben sich und wir erfuhren auf diesem Weg, dass nicht wenige der ehemaligen Nachbarn an Steg D sich mit Verkaufsgedanken tragen.

So verging der Tag wie im Flug, wir nahmen uns Zeit für die Freunde, die wir während des Besuches der ALENA – Käufer etwas stiefmütterlich behandelt hatten.

Abends fanden wir uns im „SouVLakki“ wieder, wo der Tag einen sehr schönen Ausklang fand – natürlich durfte auch ein Besuch des rosafarbenen Eistempels nicht fehlen.

Wieder Zeit für eigene Belange – darauf ein Bier
Love it
Betthupferl

Der April sollte ein umtriebiger Monat werden. Natürlich waren wir gewappnet, wir wussten, dass ELOWYN und ALENA uns fordern würden.

Ich kann daher vorwegnehmen, dass ich an NESSAJA im vergangenen Monat abermals keine Arbeiten verrichten konnte. Ich habe es schlichtweg nicht geschafft. Sibylle wartet also immer noch auf ihren Außenwasseranschluss, die Pumpe des vorderen Duschsumpfes liegt immer noch originalverpackt im Bad und auch mein Eberspächer Partner in Deutschland ruht sich auf seinem lichten Moment im März aus – die Ersatzteile haben wir ebenfalls nicht erhalten! Nun, eilt ja alles nicht…

Dringender waren da schon die regelmäßigen Routinekontrollen auf Hans-Peters LIBERTÉ – hier sollte der Schimmel nicht noch einmal zuschlagen können, wir halten das Boot trocken.

Kleinste Wasseransammlungen aufgrund von Undichtigkeiten…
…werden sofort beseitigt

Eine einschneidende Veränderung für mich, sollte die Unterbrechung meiner Beschäftigung für die Marina sein. Ab 01.04. würde ich nicht mehr unterstützen, erst im Oktober oder gar November soll es weitergehen.

Wohin also mit meiner Werkzeugtasche??? Ich hab´ da eine Idee…

Findet Unterschlupf auf LIBERTÉ – kurzfristig

Was ich nicht zu hoffen gewagt habe – tatsächlich lässt man mich weitgehend in Ruhe. Nur einmal bittet der Inhaber der Marina noch um meine Hilfe – „…kannst Du schnell bei einem kleinen Boot prüfen warum die Ankerwinsch nicht geht?“

Ja, klar, kann ich…

Hätte ich nur nichts gesagt 😉

Der 01. April war vorbei – ist das euer Ernst???

Den Fehler hatte ich rasch gefunden, die Arbeit habe ich dann aber übergeben, es war eine größere Reparatur einzusteuern. Ich war frei, ich hatte Zeit für meine Aufgaben!

Das Telefon piept – Heribert von der STARLIGHT III meldet sich. Ich bin freudig überrascht, damit habe ich nicht gerechnet, wir hatten uns verabschiedet. Er erwarte einen Warenbrief, dieser läuft auf der Insel irr – ob ich den suchen könnte?

Einen Brief? Suchen? Ja klar, nichts leichter als das! Er gibt mir noch Anhaltspunkte und ich Depp sage zu, also auf geht´s – mein erstes Ziel im Fokus ist die „Moor & Dock“ Marina am anderen Ende der Insel.

Ok, und was sage ich nun???

Ich betrete das Büro „Hello, I´m Mario and i´m wondering whether you have a letter for my friend Heribert.“

Geh mal in Miesbach auf die Post und stelle so eine Frage – die lassen dich sofort abholen. Die Antwort hier – „Yes!“

Ich stehe verdutzt da und schaue belämmert. Die Dame gibt mir, dem Unbekannten, den Brief und wünscht einen schönen Tag. Ich fahre sofort zu Marietta, gönne mir einen Ouzo und gebe Heribert Bescheid – er bittet mich, das Ding auszupacken und auf Beschädigungen zu prüfen…

Ein Motherboard für einen alten Plotter – sieht gut aus, sehe ich mit einem Blick 😉

Derart positiv motiviert, gehen Sibylle und ich auf die ELOWYN, wir wollen heute noch etwas reißen. Wir nehmen uns vor, dass wir die Garage für die Rückkehr des WILLI vorbereiten.

Wie war das gleich wieder? Gangway hoch, Klappe auf, Leiter runter, Gangway raus? Oder doch anders??? Oh mann…

Mit offenem Schlund steht der blaue Riese da…
…nachdem wir ihm das „Reservedinghy“ aus dem Rachen gezogen haben

Ich kann mir nicht helfen, irgendwie sieht es doch auf den Bildern aus, als ob ELOWYN uns auslacht. Egal, wir leeren erstmal das Ersatzdinghy aus, das durfte nämlich über den Winter in der Garage wohnen, dabei hat sich ordentlich Plörre angesammelt.

Der Schlonz muss raus

Danach widmet Sibylle sich der Gummiwurst und reinigt mit allerlei Mittelchen, so dass das Zweitdinghy der ELOWYN wieder ansehnlich ist und uns mittlerweile als Fortbewegung innerhalb der Marina dient.

Ich dagegen nehme mir vor, das Projekt „Austausch und Adaptierung des Fallenstoppers“ heute abzuschließen.

Ok, da braucht´s zeitintensive Vorarbeit

Wie immer klappt es nicht so wie geplant! Es fehlt ein Werkzeug, die gekauften Schrauben passen auch nicht. Ich habe noch Hoffnung auf eine Lösung und will „nur schnell“ mit dem Dinghy zu NESSAJA um das Werkzeug zu holen…

AUA!!! Ich ramme mir am Steg einen Spreißel in die Handfläche, der sticht, es brennt. Autschn, ich muss mich operieren.

Hab´ ich dich…

Es hilft alles nix, die Schrauben passen nicht! Ich könnte nur murksen, das kommt nicht in Frage. Also muss Giorgos noch einmal ran – ich informiere meinen Freund und schicke ein Bild, wortlos…

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Der Tausendsassa antwortet lapidar – „…no problem, come tomorrow morning!“

Ok, dann mache ich das!

Aus diesem Grund beginnt der neue Tag auch ungewöhnlich tough. Aufstehen, Kaffee trinken, auf´s Mopped und los. In der Werkstatt des Meisters der Metallverarbeitung, bereite ich den Patienten auf dem OP Tisch vor…

Wir besprechen und tüfteln, dann geht es ans Werk

Der Meister selbst gibt sich nun die Ehre und bearbeitet die nigelnagelneue 400.-€ Klemme mit feinem Werkzeug! Mir stehen derweil die Schweißperlen auf der Stirn.

Das passiert wenn ein Hersteller das Lochbild ändert

Spaß beiseite – jede einzelne Schraube wurde auf Maß gemacht. Köpfchen kleiner drehen, ablängen, Schraublöcher aufbohren – irgendwann war es geschafft!

So soll es an den Mast – NACH dem Lackieren

Sibylle hatte heute einen Pflichttermin. Eine Schulklasse würde den Hundeshelter besuchen, alle freiwilligen Helfer waren vor Ort um die 35 jugendlichen Besucher in Schach zu halten.

Ich habe Sibylle versprochen, auch einmal vorbei zu sehen. Ich war neugierig, wie sich die Hunde bei soviel Trubel verhalten würden.

Ich mag ja Hunde, sehe das aber eher neutral, gaaaanz neutral!

Wie meint ihr das? SÜÜÜÜÜÜSS?

Völlig neutral betrachte ich einen der kleinen Welpen – ob ich vielleicht…??? Sibylle raunzt mich an… „…denk nicht mal dran!“

Obwohl, Platz hätte der ja auf NESSAJA.

Spike – ich nenne ihn Spike

Ich nehme Abstand von meiner Idee, mal sehen wie lange das noch anhält. Ich denke, dass so ein kleiner Begleiter durchaus Raum in unserem Leben hätte. Es wären lediglich die Besuche in Deutschland, welche wir dann anders organisieren müssten.

Egal, ich musste ohnehin zurück zu NESSAJA, die Adapterplatte für ELOWYNs Fallenstopper muss lackiert werden. Ich wähle den Weg durch den Wald…

Im Wald sieht man den MTB Trail

Das ist eine offizielle, geschotterte Fahrstraße, welche entlang der MTB Trails geht. Kurz nur, aber landschaftlich sehr schön. So erreiche ich die geteerte Küstenstraße in Höhe des Kriegsmuseums, die kurze X-Terrain Exkursion hat Spaß gemacht.

Jetzt aber ans Werk…

Fertig zur Montage – nur noch trocknen

Ich spraye den Aluprügel gewissenhaft an, das gelingt ganz gut. Nur an einer Stelle war ich zu ungeduldig und generiere einen kleinen Läufer, diesen wird man später aber nicht sehen. Ich hänge mein Werk an NESSAJAs Baum zum trocknen auf und schließe mein Tagwerk ab – es ist ein herrlicher Abend.

Ich genieße das Wetter und diese Phase in der Marina

Am nächsten Morgen starten Sibylle und ich mit einem kleinen Frühstück in den Tag. Ich überprüfe meine Lackierung und kann, nachdem alles passt, mein Tagesziel für heute festlegen – die Montage beider Fallenstopper an ELOWYN…

Fertig zur Montage…
…welche auch umgehend erfolgt

Für die peniblen Kritiker sei angemerkt, dass ich natürlich die „Oxidationsblume“ gesehen habe, aber nicht weiter nach außen schleifen wollte. Der Mast von ELOWYN soll kommenden Winter lackiert werden – eventuell wird dann an dieser Stelle auch umgearbeitet. In jedem Fall wird der Lack danach wieder gut aussehen – es war jedenfalls keine Option dem gigantischen Mast mit der Spraydose zu Leibe zu rücken.

Beide Klemmen mussten getauscht werden, weil Volker rechts und links ausgewechselt haben wollte – doch dazu später mehr. Denn jetzt klingelt erstmal mein Telefon.

Der Makler ruft an, JETZT hätte er das richtige Haus für uns. Wir sollen gleich nach Patelo oberhalb von Agia Marina kommen. Ok, also auf´s Mopped und nix wie hin…

Der Zufahrtsweg ist idyllisch angelegt

Wir finden das Haus auf Anhieb. Den Hügel auf dem es steht kennen wir, die private Stichstraße war nicht schwer zu finden. Idyllisch ist es hier – auf der gegenüberliegenden Wiese grasen die Kühe, dort hat man einen Blick auf einen Buchtausläufer von Crithoni.

Ich parke mein Motorrad an der Straße, dann sehen wir uns das Objekt an. Der Makler wird sicher gleich kommen…

Das ganze Grundstück ist eingezäunt, am Ende der Zufahrt der einzige Nachbar
Das Haus selbst hat eine gute Substanz
Der Blick ist der Hammer – die komplette Bucht von Agia Marina…
…einschließlich der Riva des liebreizenden Ortes – und natürlich die Burg

Der erste Eindruck ist sensationell! Inzwischen ist der Makler eingetroffen, wir bekommen unsere Fragen beantwortet und er sperrt uns auf. Das Haus selbst ist schon sanierungsbedürftig. Der erste Blick täuscht, auch dieses Objekt müsste man entkernen, aber die Substanz ist besser als bei dem Objekt in Lakki, welches wir im März besehen haben – ihr könnt euch erinnern…

Gästezimmer links, Bad mittig, Küche rechts
Wohn- / Esszimmer
Und wieder dieser Blick

Vom Schlafzimmer habe ich leider kein Bild gemacht, es hatte die gleiche Ausrichtung wie das Wohnzimmer und eine Terrassentüre, welche diesen „Killer-View“ auf das Meer freigab – ja, hier könnte ich mir vorstellen zu wohnen.

Wir gingen noch in den Garten. Hier gab es einen Brunnen, einen alten, großen Olivenbaum und eine Mini-Kapelle – alles in allem 1.200qm, genau richtig!

Der alte Brunnen
Das gesamte Areal

Ja, ich denke, dass der Makler erfasst hat was wir wollen. Ich darf den Schlüssel behalten (so ist eben Griechenland) um im Falle eines weiteren Besuches jederzeit Zugang zu haben. Ich solle den Schlüssel halt „die nächsten Tage“ mal vorbeibringen.

Der Makler fährt, Sibylle und ich stehen noch ein bisschen dumm rum. Eine neue Denksportaufgabe tut sich auf. Die Herausforderung wird sein, eine ordentliche Finanzierung zu planen, denn das Haus ist, Renovierungskosten mit eingerechnet, etwas über unserem Budget. Der Makler signalisiert – eine Teilung des Grundstückes JA, den Kaufpreis drücken, eher NEIN.

Gedankenschwanger fahren wir zurück zu ELOWYN – die zweite Klemme muss noch an den Mast…

Die alte VJ14, leider nicht mehr lieferbar, aber funktionell noch in Ordnung

Volker hatte bei einem Telefonat kurz angemerkt, ob ich denn die alte Klemme nicht ein bisschen saubermachen könnte bevor ich sie wieder montiere? Ja klar, ich mache ohnehin einen Service…

Danach war sie sauber – und geschmiert

Als ich Volker dieses Bild schickte, wurde klar, dass seine Vorstellung von „saubermachen“ und meine Idee eines Service nicht die gleichen waren. Vorsichtig fragt der Freund an, ob man, wenn man die Sache SO angeht, nicht die alte Klemme hätte retten können.

Ja, hätte man, wenn es Ersatzteile gibt – ich verspreche anzufragen und mich „irgendwann“ darum zu kümmern…

Ich finalisiere den Service am Fallenstopper XXL und montiere diesen. Fertig! Just in diesem Moment schellt mein Mobiltelefon, der Inhaber der Marina meldet sich aus Athen – ob es mir was ausmachen würde, meine Werkzeugtasche an den neuen Mitarbeiter abzugeben? Nein, macht es nicht, ich bringe dem neuen Kollegen umgehend mein Werkzeug…

Damit kann „der Neue“ durchstarten

Der Chef bedankt sich, er meint, dass ich mein griechisches Telefon behalten solle, das würde ich ja noch brauchen! Ok, kein Werkzeug, aber ein Telefon – wo führt das nur hin???

Der Tag hatte genug Überraschungen, das Haus wabert immer noch durch meinen Kopf. Ich nehme meine Sibylle und fahre mit ihr auf einen Ouzo ins „Palma Café“ – wir haben viel zu besprechen und wollen den Tag ausklingen lassen.

Hier sitzen wir gerne mal auf einen Ouzo

Zum Dinner sind wir im „Metzes“ verabredet. Es wird ein entspannter, geselliger Abend ohne weitere Highlights.

Das „Metzes“ hat sich in unsere Top 3 geschlichen

Es wird ernst für mich! Der April ist in vollem Gange, die ersten Tage sind verstrichen. Es wird eine Windpause geben, die Vorbereitungen an ELOWYN sind (fast) abgeschlossen.

Der Bolide muss an den Stadtkai um dort seine Solaranlage zu erhalten – ICH würde den Riesen dorthin steuern müssen und ihn dort vor Buganker anlegen müssen. Ja, ok – mach ich! MORGEN!

Heute schließen wir erstmal die Vorbereitungen ab…

Wieder öffnen wir den Schlund des Riesen…
…um die Garage zu reinigen und die Technik zu warten. Fertig für den Einzug des WILLI

Sibylle füllt derweil die Wassertanks auf. Das dauert Stunden und muss zwischenzeitlich kontrolliert werden – und siehe da, die Anzeige für die Wassertanks funktioniert nicht! Solche kleine, fiesen Überraschungen gibt es offensichtlich nicht nur auf alten Popelbooten, sondern auch auf den XXL-Luxusdampfern.

Ich mache mich sogleich an die Lösung des Problems.

„Nur schnell“ die Anzeige prüfen…
…oder gleich ausbauen und zerlegen???

Langer Rede kurzer Sinn – ich prüfe hier, ich prüfe da und bin rasch sicher, dass es am Display selber liegt. Volker räumt ein, dass hier schonmal ein Fehler vorlag und stellt einen Kontakt zu Philippi her. Wir machen nicht lang rum, es wird entschieden das Gerät zu Philippi nach Deutschland zu schicken. Ich packe ein Päckchen und sende das Display zur Überholung ins Schwabenland – Kostenpunkt für den Versand, lässige 33.-€! Hoffentlich klappt das noch rechtzeitig…

BIMM, eine Nachricht erreicht mich. Ein Seglerpaar, welches ich aus dem MSF kenne, kündigt per Messenger ihre Ankunft in der kommenden Nacht an und fragt, ob es mir möglich wäre „…eine elfsprossige, rote Holzleiter an ihr Schiff zu stellen?“

Ich überlege kurz wie ich mit solchen Anfragen umgehe, zumal mich genau dieser Mann letztes Jahr gerügt hatte, nachdem ich es gewagt habe, eine zwölfsprossige, rote Metallleiter zu nehmen 😉

Hm, zuerst schreibe ich ihm, dass der von ihm gewünschte Leitertyp vergriffen sei, ich könne nichts machen. In der Realität obsiegt aber der Engel in mir und ich organisiere eine der raren elfsprössigen Steighilfen…

Dein Wille geschehe…

Es bleibt hier unerwähnt, dass ein anderer Segler tags darauf wohl überrascht festgestellt hat, dass seine Leiter nun zwölf Sprossen hat und aus Metall ist – tja, kann passieren. Und jetzt mal ehrlich – wieviele von euch haben die Sprossen gezählt??? 😉

Es ist ein Tag später – Sibylle und Angelika sind die Vorhut, um am Stadtkai von Lakki schon Leinen zu befestigen und einen Platz frei zu halten. Leider liegen dort zwei Schiffe längsseits, diese rücksichtslosen Zeitgenossen besetzen so 5-6 Plätze. Genau dazwischen ist EINE Lücke in welche ELOWYN passen würde – diese gilt es zu verteidigen!

Zur selben Zeit rufe ich auf Kanal 10 den Marinero Giannis an, er gibt Assistance bei Hafenmanövern. An Bord der ELOWYN sind neben mir noch Uli, Eva und – wie sag´ ich´s nur – ein weiterer Mario, der „kleine Mario“ (Zitat seiner liebreizenden Gattin). Mehr zu Mario später, heute ist er der Mann am Anker, Uli und Eva nehmen die Heckleinen entgegen – so weit, so gut, fertig zum Ablegen!

Bug- und Heckstrahlruder piepsen um die Wette, alle Manöver gelingen prächtig. Wir legen mit relativ kräftigen Seitenwind fehlerfrei an, treffen die Lücke und machen sicher fest. Dass wir ein wenig schräg liegen bleibt ein Schönheitsfehler. Leider gibt es keine Bilder, jeder war mit sich selbst beschäftigt.

Wohl aber gibt es ein Bild von Uli an der TV-Radomantenne…

Danke für die Hilfe

…während nämlich Eva und Mario nach dem Anlegen abgemustert haben, haben sich Angelika und Uli sofort angeboten noch zu unterstützen und zu helfen – Uli konnte aufgrund seiner Körpergröße sehr viel leichter an die Antennenkuppel greifen als ich, Angelika widerrum ist gertenschlank und durfte mal wieder zum Kabellösen in die „letzte Ecke“ krabbeln – so haben wir gemeinsam recht rasch die TV-Antenne abbauen können, Giorgos kann kommen!

Da lag sie nun die Antenne – und der Längslieger hat sein Tun vermutlich jetzt schon bereut
War jederzeit safe – rechts von uns lag noch einer!

Rücksichtslos ist das Längsliegen schon alleine deshalb, weil zu dieser Jahreszeit sehr viele Skipper ihre Boote für Reparaturen an den Stadtkai legen wollen. Durch das Längsliegen nimmt an anderen Yachties Optionen und so manchem ortsansässigen Handwerksbetrieb das Geschäft.

Just in diesem Moment kommt unser Freund Martin mit seiner STENELLA an. Er überführt das neue Schiff aus der Türkei nach Griechenland, Ziel noch nicht festgelegt. Er hat einen Freund im Schlepptau und sich vor ein paar Tagen angemeldet – dumm nur, dass er jetzt wegen der Längsseitsdeppen keinen Platz findet! Ich biete ihm kurzerhand ein Päckchen mit ELOWYN an.

STENELLA kommt an – wir vereinbaren ein Päckchen per Funk

Der Freund überlegt kurz, sein Mitfahrer denkt noch nach ob er gerade veräppelt wird, schon wird umgesetzt. Die neue STENELLA dockt an an der großen ELOWYN an…

Spätestens jetzt bekommt der zweite Längslieger ein schlechtes Gewissen – er wird frühmorgens weg sein 😉

Martin fährt noch die gelbe „Q“ Flagge, er hat in Didim ausklariert und will bei uns einklarieren. Der Agent hat ihm bestätigt, dass dies so möglich sei.

Während sich der Freund um die Einklarierungsformalitäten kümmert, gehen Sibylle und ich erstmal ein Eis essen. Wir werden „Repapis“ untreu und probieren das Eis bei „Theikon“ – der Fußweg war kürzer und das Eis auch gut – aber trotzdem keine Konkurrenz für den rosanen Eistempel!

Auch lecker – aber ich bleibe „Repapis“ Fan

Als wir zu ELOWYN zurück kommen erkennen wir, dass irgendetwas nicht stimmt. Martin sitzt angespannt im Cockpit und telefoniert aufgeregt. Er will sein AIS abschalten und sucht beim Hersteller nach einer Lösung.

Jungfernfahrt mit Hindernissen

Noch bevor ich den Freund nach dem Grund seines Handelns frage, fallen mir die unglaublichen Maße von ELOWYN ins Auge. Martins STENELLA ist 40ft lang und auch recht breit, aber an der Flanke des blauen Riesen sieht sie aus wie ein Beiboot. Ich verdränge das Gedankenspiel und erfahre auf Nachfrage, dass die Port Police unseren Freund nicht einklarieren will, weil er aus einem Drittland kommt und Leros erst ab Mai „Port of Entry“ sei.

Ok, das ist jetzt blöd! Die Beamten weisen ihn an, sofort abzureisen. Unsere Einwände bezüglich Sicherheit lassen sie weitgehend kalt. Man werde später entscheiden, solange soll er sein AIS ausschalten. Wenn man ihn nicht sieht ist er nicht da – ich liebe die Griechen!!!

Der Abend verläuft wie wenn nichts gewesen wäre. Wir gehen mit Martin und Roland essen, er würde morgen sehr früh abreisen um in Kos einzuklarieren – sein Fehlverhalten in Leros bleibt ungesühnt!

Als wir am nächsten Morgen mit dem Klingeln des Weckers um 07.30 Uhr aufstehen, sind alle bereits weg. Die beiden Längslieger haben das Weite gesucht und auch Martin wollte es nicht auf Ärger ankommen lassen.

Giorgos trifft pünktlich ein – im Schlepptau, wie immer, Mr. Dimitris

Wir trinken eine Tasse Kaffee und freuen uns, dass Giorgos von „Boat & Parts“ pünktlich ist. Er trifft mit seinen Gerätschaften und dem Solarträger ein und verwandelt ELOWYN in eine Baustelle.

Giorgos, Mr. Dimitris und dessen Sohn Michalis
Das ganze Werkzeug muss erstmal an Bord.

Es erfolgt eine erste Lagebesprechung. Der schwere Träger muss an Bord und erst einmal an den bestehenden Pole getüddelt werden – es muss eine Ausgangssituation geschaffen werden…

Auf der linken Seite hängt er erstmal…
…rechts kann sofort angeschweißt werden – die Anschraubhöhe ist durch die Antenne gegeben
Dann wird das Mordstrum in die Waagrechte gebracht und auch die linke Seite geschweißt

Nachdem alle Halter an die bereits existierenden Rohre angepunktet sind, werden Löcher für die Kabel gebohrt. Dann wird der Träger wieder abgehoben und auf den Anhänger zurück gebracht.

Jetzt ist es für Giorgos an der Zeit, alle Nähte der Befestigungsflansche am Schiff durchzuschweißen. Diese werden anschließend gereinigt und poliert. Dann ist das Schiff sozusagen vorbereitet für die Montage des Solarträgers – dort müssen noch die riesigen Module verschraubt werden.

Große Platten – rund 2m x 1m

Es werden zwei Platten verbaut. Zusammen ergeben diese eine Solaranlage mit 960Wp für die 24V Anlage der ELOWYN. Das sollte, von Null kommend, eine spürbare Verbesserung des Energiehaushaltes mit sich bringen.

Der so präparierte Träger war jetzt sauschwer, es war eine Mühe diesen an Bord zu bringen!

Zwei Kumpels helfen mit – zusammen wuchten wir das Trum an Bord…
…wir wuchten es in Position und verschrauben es mit den vorher angeschweißten Haltern

Im Prinzip ging bis hierhin alles gut. Jetzt war die Arbeit so gut wie geschafft, wir mussten uns auf der Zielgeraden aber einer Herausforderung stellen – das Ding flexte. Es war, das mussten wir uns alle eingestehen, in zwei Richtungen zu wenig ausgesteift.

So telefonierte ich mit Volker um das OK für vier zusätzliche Streben einzuholen, Giorgos fuhr in die Werkstatt um diese anzufertigen und zu biegen und Michalis bekam die Aufgabe die bereits existierenden Schweißnähte weiter zu reinigen und zu polieren und danach die Kabel zu ziehen.

Ich gönnte mir einen Moment des Durchatmens – das sollte sich als Fehler herausstellen und sich rächen! Du musst Deine Augen überall haben, diesen Grundsatz habe ich für einen Moment vernachlässigt.

Doch der Reihe nach! Zunächst schweißte Giorgos die fehlenden Stützen und Streben ein.

Freunde geben einander Halt

Wir wackelten gemeinsam an der Konstruktion. Jetzt war es gut, alle waren zufrieden! Es war inzwischen später Nachmittag, ich war begeistert, dass Giorgos so früh fertig war, mehr noch, dass er überhaupt an einem Tag fertig wurde.

Giorgos dagegen war weniger happy. Er wollte mittags fertig sein und zog eilig von dannen, alles weitere würden wir im Büro regeln, ich übernehme die Arbeiten ab jetzt!

Der Bautrupp zog genauso schnell wie er gekommen war wieder ab – wir blieben alleine zurück.

Sieht gut aus, wir haben uns schnell daran gewöhnt

Während der zwei Nächte am Stadtkai, schliefen Sibylle und ich auf ELOWYN um Ankerwache zu halten und auf das Patenschiff aufzupassen. Morgen würden wir sie in den Hafen zurückfahren, doch vorher stand noch die Probefahrt unter Motor an – doch das ist morgen! Für heute endet ein erfolgreicher Tag, ich war sehr zufrieden!

Schöne Stimmung am Stadtkai

Der neue Morgen bricht an. Wir trommeln unsere Anlegehelfer zusammen. Da sind einmal Angelika und Uli von der JASPER und dann noch Eva und Mario von der SAGITTA. Das Wetter scheint super, ich rechne mit einer erfolgreichen Fahrt, denn wir haben den Propeller ja gewissenhaft angepasst.

Um den Freunden für ihre Hilfe eine Freude zu machen, plane ich eine Vollastfahrt nach Kalymnos / Emborio zum Dinner, danach zurück.

Doch die Probefahrt wird zum Desaster. Der Motor qualmt und raucht, die Drehzahl geht nicht über 2.000rpm. Irgendwas ist bei der Pitcheinstellung schief gelaufen, da müssen Hans-Peter und ich im Mai noch einmal ran!

Gemeinsam beschließen wir – das hat keinen Sinn! Wir brechen ab und drehen um. Etwa eine Stunde später liegen wir sicher an ELOWYNs Platz am A-Steg. Das Manöver war, dank meiner Crew, ein sehr gut gelungenes.

ELOWYN ist zurück – ab jetzt habe ich allerhand zu tun

Sibylle und ich machen „klar Schiff“, dann sortieren wir uns – was fangen wir mit dem restlichen Tag an? Während ich so sinniere, bimmelt mein Telefon. Mein früherer Kollege Florian sendet mir eine Nachricht, er sei gerade mit unserem Show-Car in Griechenland auf Road-Show und besucht Alex´ Familie und deren Motoreninstansetzerei „Rectifié Paschalidis“ in Serres.

Florian mit Familie Paschalidis in Serres

Das freut mich! Ich bin mit Alex befreundet und wir waren erst letztes Jahr mit dem Motorrad dort – ich bestelle schöne Grüße. Ich bin sicher, Florian hat eine gute Zeit, trotzdem möchte ich das nicht mehr, diese Zeit liegt achteraus!

Wieder klingelt das Telefon! Diesmal ist es das Marinaoffice, man weist mich auf ein Päckchen hin, welches für mich angekommen ist. Das kommt ja wie gerufen, denn der Inhalt ist maßgeblich, um die Solarinstallation auf ELOWYN voranzutreiben – es ist der neue Solarregler…

Der Einbau ist an mir

Wir verräumen die erhaltenen Ersatzteile auf ELOWYN und merken – realistisch betrachtet wird dies ein „fauler Tag“ bleiben, heute wird nichts mehr passieren.

Deswegen gibt es von uns auch keinerlei Gegenwehr, als wir am Rückweg zu NESSAJA vor Marcus´ DARKSYDE hängen bleiben – Stegtreffen mit Sundowner ist ausgerufen!

Thilo von der HOME OFFICE gesellt sich auch dazu

Dieser Event endet immer mit dem Versinken der Sonne hinter den Hügeln von Lakki. Dann wird es frisch und die wechselnden Teilnehmer ziehen sich zurück – so auch diesmal.

Am Weg zu unserem schwimmenden Zuhause sehen wir den Marina-Barracuda jagen. Viele Skipper halten unsere Erzählungen aus den Wintermonaten für Anglerlatein, aber ich schwöre es, in der Marina lebt eine Barracudafamilie – und der Paps ist nicht von schlechten Eltern, ich schätze ca. 1m lang.

Der Barracuda jagt

Die Familie wohnt in der Ecke in der wir NESSAJA jetzt hängen haben, irgendwann werde ich bessere Bilder liefern – kurze Tauchgänge zu meinem Propeller unterlasse ich lieber…

Zum Dinner waren wir mit besagtem Thilo von der HOME OFFICE und Volpert und Anja von der ALICJA verabredet. O´Karaflas, der Glatzkopf, hatte wieder geöffnet – klar, dass wir ihm umgehend unsere Aufwartung machen!

Volpert bahnt den Weg – wir haben Hunger
Der Ausblick ist Trumpf – schöner kann man nicht sitzen
Wir sind eine illustere Runde und haben viel Spaß
Last not least – das Essen war vorzüglich

So ein wunderschöner, unterhaltsamer und kurzweiliger Abend. Thilo und Anja waren in Hochform und haben nachdrücklich über regenerative Energien und deren teils ideologische Betrachtung debattiert. Hart in der Sache, aber nicht zu politisch, sehr schön…

Fehlt noch was zum perfekten Abend? Ja, klar…

Mein Tip – Black Chocolade and Mango, a bitter-sweet symphony

Ein schöner Abend endet, wir gehen zufrieden ins Bett. Die Nachtruhe tut gut, denn am nächsten Morgen haben wir „Einsatz“.

Ulrich ist der Skipper der SOLEIL BLEU, einer Amel 54. Er hat um Hilfe beim Kranen und dem folgenden Anlegemanöver gebeten. Klar, das machen wir gerne – so finden wir uns zeitig auf dem hochgelobten Blauwasserschiff wieder.

Line-handlerin Sibylle am Werk
Wir verlassen die Krangasse und fahren an ELOWYN vorbei

Irgendwie kennen wir Ulrich schon lange, wir waren mal als Männerunde zusammen beim Pizzaessen, aber in gemütlichem Rahmen ist noch nie etwas zusammengegangen. Das sollte sich ändern.

Unsere Hilfestellung und ein paar Informationen während der Wintermonate bringen uns eine Einladung beim „SouVLakki“ ein, bei der wir seine Frau Beate kennen lernen und uns einen Abend lang sehr nett unterhalten.

Zusätzlich dürfen wir das Schiff besehen. Chapeau, nicht nur ein toller Wurf von Amel, nein auch ein besonders schönes Exemplar – wirklich toll!

Ich möchte noch etwas umsetzen an diesem Tag, so ziehe ich mich auf ALENA zurück. Die Ursache für die Motorüberhitzung bei der Probefahrt ist noch nicht gefunden. Ich muss das Kühlmittel auffüllen und das System überprüfen.

Kühlmittel war schnell beschafft

Sicherheitshalber schließe ich den Boiler kurz, um zu vermeiden, dass das Kühlwasser des Motors über eine gegebenenfalls defekte Heizwendel in das Brauchwasser des Schiffes verschwindet.

Ich fülle den Kreislauf am Wärmetauscher nach Vorschrift auf…

Voll, passt – aber nur kurz

Schon beim Einfüllen kommt mir die Sache spanisch vor. Irgendwie wird der Behälter nicht voll. Läuft das Kühlmittel ab? Wohin nur?

Ich starte den Motor und sehe grüne Flüssigkeit aus dem Auspuff kommen. Meine erste Vermutung bestätigt sich, der Flüssigkeitsübertritt ist im Bereich des Wärmetauschers, doch wo?

Es hilft nichts, ich muss das System öffnen! Ich befolge dabei Giorgos´ Rat, zuerst den „Elbow“ abzuschrauben. Ich hatte ja das Röhrenpaket in Verdacht, doch Giorgos sieht den Wärmetauscher als Hauptverdächtigen – und er sollte Recht behalten!

Das Loch war deutlich zu sehen

Die Ursache war gefunden, mein Tagwerk war geschafft. Sibylle war schon mit der Crew der SAGITTA auf dem Weg nach Kamara, ich sollte nachkommen – wir hatten einen Termin zu einer Weinprobe in einem der Weingüter auf Leros vereinbart.

Super – aber zuerst packt mich die Lust baden zu gehen. Ich schwitze! Im Motorraum der ALENA war es warm. Also nix wie auf zum Panteli Beach und die Saison dort eröffnet!

Ich ging mich kurz abfrischen…
…und gönne mir einen Ouzo auf den gelungenen Tag

Mit etwas Verspätung folge ich Sibylle, Eva und Mario zum Weingut. Zum ersten Mal sah´ ich mir die Landschaft rund um Kamara jenseits der Straße an – schön ist es hier.

Das kleine Weingut macht einen sauberen und aufgeräumten Eindruck.

Der „Weinberg“ des Familienunternehmens
Wir saßen nett beisammen

Der Betreiber des Weingutes, ein älterer Herr, hat in einer Mischung aus Griechisch und Englisch ein wenig erklärt. Er reicht drei Weine aus eigener Herstellung, rot, rosé und weiß. Alle sind gut, wir diskutieren – ich bevorzuge rot, Sibylle eher rosé, die beiden Freunde aus Linz sind sich einig, der Weißwein ist der beste.

Ich mag den Roten

Die Frau des Alten hat in der Zwischenzeit ein paar Meze für uns gerichtet. Weinblätter, frittierte Zucchini, Oliven – um nur ein paar Dinge zu nennen. Wir waren begeistert, die „Glangerle“ waren soooo lecker, dass wir mit Lob nicht gespart haben.

Meze, frisch aus dem Garten, eigene Eier – superlecker

Im Verlauf des Gespräches ergibt sich, dass die Beiden uns eine Bewirtung anbieten, wenn wir eine größere Gruppe zusammentrommeln. Es würde dann auch für uns gekocht.

DAS wollen wir! Wir gehen ins Risiko, bestellen einen Tisch und Essen für 10 Personen und legen einen Termin fest – diese Gruppe bekommen wir schon zusammen.

Im Gehen nehmen wir noch wahr, wie reizend das kleine Anwesen ist. Eine sehr gute Erfahrung!

Ein herrlicher Platz

Abends gehen wir noch zusammen nach Alinda ins „To Steki“ zum Essen. Das war ein gelungener Tag, ein bisschen was geschafft, viel Genuss und mit Freunden unterwegs. So soll es sein!

Auf dem Weg zur Taverne treffen wir uns noch kurz mit Shira und Noam bei dem Haus das wir angeboten bekommen haben. Die Beiden haben Immobilien auf Leros und sind bewandert im Thema „Bauingenieurswesen“, sie wollen uns beim Denken unterstützen – das nehmen wir gerne an.

Deren Fazit – ich soll meinen Wunsch nach dem Gesamtgrundstück begraben und das Haus mit dem kleineren Grund für günstiges Geld kaufen. So wird es angeboten, mach das!

Ich denke nach, besonders auch darüber, dass es solche Lagen mit freistehenden Häusern und rund 500qm Grund, kaum mehr für attraktive Preise zu kaufen gibt.

Spät am Abend schreibe ich dem Makler und gebe ein unverbindliches Angebot ab…

Der große Olivenbaum und der Brunnen zu mir

Ich ziehe am Lageplan einen Strich, wohlwissend, dass dies etwas mehr als die angebotenen 400qm sein würden. Für dieses Objekt biete ich eine Summe, basierend auf der Berechnungsgrundlage des Verkäufers – und was passiert???

Er will nicht mehr teilen! Ich könnt´ im Strahl kotzen.

Ich bin frustriert, ALLE, wirklich alle Häuser zu denen ich meinen Segen gegeben hätte, waren nach meiner Interessebekundung entweder nicht mehr zu verkaufen oder exorbitant teurer – will das Schicksal mir etwas sagen?

Dieser frustrierende Gedanke wird sich bei mir festsetzen und zu einem späteren Zeitpunkt richtungweisend werden, aber das wusste ich noch nicht…

Der neue Tag gehört vollumfänglich der ELOWYN, ich habe viel zu tun. Ulrich bringt mir freundlicher Weise die beiden Tauchflaschen um die er sich gekümmert hatte. Beide sind abgenommen und haben wieder eine gültige technische Überprüfung. Sie finden sofort ihren Platz – ein weiterer Haken auf der Liste.

Tauchflaschen zur Inspektion – check!

Danach widme ich mich der Montage der TV Antenne – und musste mich ärgern! Ihr erinnert euch? Ich hatte angeschnitten, dass ich mir bei der Montage des Trägers eine Pause zum Durchatmen gegönnt hatte – jetzt muss ich leider feststellen, dass der gute Michalis die beiden Kabel für die Solarzellen, beim Verlegen rechtwinklig und auf Zug nach unten gespannt hat – so ein Scheiß.

Ich kann nur noch ein paar Millimeter retten, um eine Ummantelung zu setzen ist der Zugang jedoch zu eng. Ich vertage das auf später, Volker will noch eine Beleuchtung am Träger, dann werde ich auch hier noch einmal eingreifen.

Ansonsten hat bei der Antennenmontage alles geklappt…
…auch die Funktion ist gegeben

Michalis hat mir ein weiteres Ei gelegt. Er hatte ja zur Aufgabe bekommen die Schweißnähte zu reinigen und zu polieren bzw. zu versiegeln.

Da es ein warmer Tag war, tropfte von der Polierpaste etwas auf den ansonsten abgedeckten Boden, ein synthetisches Flexiteek – der emsige Polierer rubbelte die Kleckse weg, mit einer klaren Flüssigkeit aus einer nicht beschrifteten Flasche – ohne weitere Worte…

Was für eine Sch…

Ein bisschen Tag war noch übrig und ich so richtig in Schwung. Also habe ich noch den Solarregler an seinen Platz geschraubt und so den mechanischen Teil der Arbeit vollendet. Ab jetzt beginnt das Strippenziehen und Kabel anklemmen.

Der Solarregler findet einen guten Platz

Am Ende des Tages konnte sich ELOWYNs Rücken schon wieder zeigen, die Antenne war fertig montiert.

Passt genau wie geplant und berechnet

Zum Dinner sind wir mit Marcus´ Familie verabredet. Wir überlegen ob wir nach Xirokampos in „Trexantiri“ gehen sollen. Zur Feinabstimmung gehen wir an DARKSYDE vorbei und…

…bleiben abermals beim Sundowner-Stegtreffen hängen!

Super Stimmung – von Mensch…
…und Natur
Darauf stoßen wir an – Yammas

Irgendwie tranken wir an diesem Abend ein Gläschen mehr als sonst, es machte sich auf jeden Fall eine schleichende Beschwippstheit bemerkbar und wir beschlossen, heute nicht mehr auszurücken – gegessen wird zuhause!

Marcus bestellt Pizza und lädt auf die DARKSYDE, wir haben einen super netten Abend mit der dreiköpfigen Crew.

Pizza vom „La Nostra“ – kann sich sehen lassen

Ich liege wach im Bett, Sibylle schläft. Die Gedanken treiben mich um, die verpassten Hauskäufe regen mich auf. Es kommt dazu, dass Sibylle mir vor ein paar Tagen eingestanden hat, dass sie nicht dauerhaft auf dem blauen Riesen wohnen möchte – zu groß ist die Aufgabe, die Verantwortung. Sie leidet mehr als ich unter der Tatsache, dass dies nicht „unser Zuhause“ wäre.

Meine rhetorische Frage, ob sie denn wüsste was bleibt, wenn man kein Haus kauft und nicht auf die ELOWYN will, blieb unbeantortet – aber ihr Blick sagte mehr als 1000 Worte, sie wusste es!

Ich schlief ein.

Morgens um 05.00 Uhr wache ich auf, es dämmert. Ich kann nicht mehr einschlafen, weil mich die Gedanken wieder fesseln – da sehe ich das Wandtattoo, welches ich im Mai 2015 geklebt hatte…

Es ist MEIN Traum – ich muss handeln

Ich stehe auf, setze mich an meinen Rechner und schreibe ein Mail, welches unser Leben die nächsten paar Jahre in eine Richtung treiben und elementar beeinflussen wird. Ich sage meinem Käufer ab!

NESSAJA wird nicht verkauft, sie bleibt (vorerst) bei mir!

Nachdem Sibylle aufgewacht war, habe ich sie informiert. Sie war entspannt, erleichtert – die Würfel waren gefallen. Es kristallisiert sich heraus wie unser Leben die nächsten Jahre aussehen wird, das Modell gefällt mir.

Inzwischen denke ich, dass der Hauskauf nicht geklappt hat, weil ich aus tiefstem Herzen kein Haus auf Leros will. Es würde meinem Lebensmodell das Besondere nehmen…

Ich stürze mich wieder auf die Arbeit an ELOWYN, heute soll die andere Seite, die des Windgenerators, fertig werden.

Die Turbine braucht ein neues, längeres Kabel
Wir schaffen es, die Turbine auf den Pole zu bekommen

Der Anbau war aufwändiger als ich dachte. Das neue Kabel wollte nicht durch den Pole, weil Giorgos mir eine Verstärkung, damit aber auch eine Verengung eingebaut hatte – dennoch haben wir es geschafft. Am Abend war das Gehäuse montiert und die Baustelle weitgehend abgeschlossen, verkabeln werde ich dann eben morgen.

Es war ein warmer Sommertag, ich war verschwitzt und wollte schwimmen gehen. Das traf sich gut, denn wir waren zum Grillen am Marinastrand verabredet. Ich habe meinen Grill gepackt und bin einfach 15 Minuten vorher dorthin gegangen, genau das richtige Zeitfenster sich einmal richtig abzufrischen.

Frisch – aber herrlich

Dermaßen erfrischt konnte der Grillabend starten. Mario & Mario, packten ihre Cobb Grills auf die parat gelegte Terrasse am Meer und jeder brachte etwas mit – Grillgut nach persönlichem Gusto, Salate für alle – perfekt!

Gemeinsames Grillen – die Crews der CHILI, JASPER, SAGITTA und NESSAJA
Die beiden Gas-Cobb brutzelten um die Wette
Es gab Fleisch zum Abwinken – und auch Vegetarisches

Jeder erzählte seine Geschichten, jeder berichtete von seinen Reisen – Sibylle und ich erzählten, dass wir NESSAJA behalten würden. Alle waren erfreut, wirklich überrascht war jedoch keiner – komisch…

Zu später Stunde ließen wir den Tag bei einem Absacker am D-Steg ausklingen. Nachdem Marcus mit der DARKSYDE bereits Richtung Lipsi aufgebrochen war, wurde Uli zum DJ berufen – er erfüllte die Aufgabe mit Hingabe und Bravour! Von AC/DC über Pink Floyd bis Zappa war alles dabei 😉

Cheers

Und unser versetzter Käufer, wie hat er reagiert??? Ich muss sagen, überraschend gut! Erst kam nichts. Als er den Ernst der Lage erkannt hatte, vermutlich als die Anzahlung auf seinem Konto einging, hat er geschrieben. Er war zunächst enttäuscht, auch wütend, habe sich aber gefasst und sehe nach vorne – die Beiden möchten uns als Freunde nicht verlieren. Das können wir zurück geben…

Werden wir sie wieder treffen? Ja, das werden wir wohl! Sie nutzen die bereits gebuchten Flüge, um eine dringende Empfehlung meinerseits zu beherzigen und sich ein Schiff anzusehen, welches ich für die Beiden als die wesentlich bessere Occassion einschätze.

Ich hatte in wirklich freundschaftlicher Absicht den Link gleich mitgeschickt!

Die Beneteau kennen wir – ein sehr gutes Angebot

Bekannte von uns am D-Steg verkaufen das Schiff. Die Beneteau Oceanis 42CC entspricht aus meiner Sicht mehr den Anforderungen meiner Ex-Käufer. Sie ist ein sehr gepflegtes, optisch schöneres Schiff als meines – sie hat weniger technische Extras und ist somit weniger herausfordernd.

Ein feines und preislich sehr attraktives Angebot…
…für ein tolles und gepflegtes Schiff

Wie auch immer dieser Teil der Geschichte ausgeht – ich wünsche beiden Parteien, sowohl den Verkäufern, als auch den Käufern nur das Allerbeste.

Sollten meine Käufer von NESSAJA zu der Beneteau wechseln, sie wären sicher schnell in die Community integriert – ob es klappt wird sich im Mai entscheiden.

Naja, und wir bleiben auf unserer NESSAJA, ich werde die Pläne entsprechend anpassen. Das Deck wird 2024 nicht saniert, da muss ich noch etwas nachdenken wie ich das angehe, andere kleine Pläne habe ich schon – bleibt gespannt!

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Seit einigen Tagen hängt der Ersatztender der ELOWYN bei uns am Steg. Dies sollte heute eine Rolle spielen…

Der motorisierte Schnulli ist stets einsatzklar

Ich sitze im Salon, das Wetter ist nicht so herrlich. Plötzlich höre ich Geschrei – und ein Platschen!

Ich gehe hoch und sehe nach, ein Nachbarschiff legt ab, Geschrei kann als normal abgetan werden. Nicht normal ist hingegen, dass das Schlauchboot unseres Marinero herrenlos durchs Hafenbecken trieb.

Der Ableger war inzwischen fast aus seiner Lücke, er gab nun den Blick auf das ihm benachbarte Schiff frei – und da hing er wie ein nasser Sack! Giannis, unser fleißiger Marinero, hing wie ein armer Tropf an der Fußreling des eines Schiffes, quasi als „lebender Fender“, während das andere Schiff seelenruhig ablegte.

Was mich echt schockierte – der Ableger rammte noch den Anker des Nachbarn, machte aber weder hierzu noch aus Gründen der Hilfeleistung, irgendwelche Anstalten zu wenden, zurück zu setzen oder zumindest irgendwie zu helfen oder zu unterstützen – und sei es nur durch einen Funkspruch.

Ich handelte sofort, sprang ins Schlauchboot und sammelte den armen Kerl ein. Der sprang mit nasser Hose zu mir ins Boot und gemeinsam bargen wir sein Schubserboot.

Bedröppelt bedankte und verabschiedete er sich – sein Tag war gelaufen. Der Flüchtige wird diese Marina wohl nicht mehr betreten…

Ein paar Stunden später hatte sich die Laune gebessert, das Team rückte wieder aus.

Giannis – rechts im Bild – ist wieder gefasst

Natürlich hatte das ganze ein Nachspiel. Der Vorgang wurde für die Versicherung erfasst, das Mobiltelefon war kaputt. Ich musste eine Zeugenaussage machen, zusätzlich bat man mich, dass ich mein Telefon an Giannis gebe – natürlich ohne Karte, die solle ich bitte behalten! Ok, die ist ohnehin im alten iPhone – aber warum darf, ja soll ich die Karte behalten? Ich denke, da braut sich was zusammen.

Ich widme mich meinen Arbeiten an Elowyn, heute ist Kabelziehen angesagt, ich will auf der Windgeneratorseite fertig werden – also auf ans Werk.

Zuerst verlege ich Plus und Minus zum Laderegler ordentlich
Dann heißt es neue Kabel durch Leerrohre ziehen – und mit alten verbinden

Ich hatte bereits Verteilerdosen gesetzt, Leerrohre sind in dem Großen Schiff zum Glück vorhanden. Ich ziehe also neue Kabel dorthin, wo sie benötigt werden und verbinde sie in den Verteilerdosen mit den alten Anschlussknoten.

Die alten Kabelstücke nehme ich rigoros raus, es soll danach aufgeräumt aussehen.

A bissl was bleibt immer übrig

Während ich mit dem Strippenziehen beschäftigt bin, hilft Uli von der JASPER unserem bekannten Heiner seine DAMIANA zu kranen – man hilft sich immer irgendwie gegenseitig aus.

Ich habe einen Logenplatz zum Kran und kann das Treiben beobachten.

Gleich ditscht sie das Wasser

Als ich Werkzeug auf NESSAJA hole, kann ich auch in unserer Ecke ein Schauspiel erleben. Die beiden Betriebselektriker müssen ein Unterwasserrohr für die Kabel der Feuer-Warnanlage verlegen. Dazu brauchen sie die Hilfe des wieder ermutigten Matrosen Giannis.

Vor einem Tag baumelte er noch am blauen Schiff – jetzt wieder voll in Action

Es war erheiternd mit anzusehen, wie die Drei das zig Meter lange Kunststoffrohr erst an der Anhängerkupplung eines Autos durch die Marina zogen und jetzt dassselbe mit dem Schlaucherl, einmal von links nach rechts durch das Hafenbecken – ein riesen Akt, ein Procedere der Extraklasse.

Als ich zu ELOWYN zurück ging, traue ich meinen Augen kaum…

Hm, und jetzt???

Der kleine, weiße Wagen stand noch zwei Meter weiter vorne als ich die GS parkte. Jetzt ist mein Bike zugeparkt. Sind die Italiener zurück???

Nun, diesmal weiß ich nicht was ich davon halten soll. Ich weiß wem der Wagen gehört, der Mann liest meinen Blog und weiß natürlich, wie ich solche Aktionen liebe – ist es also Absicht? Will er mich aus der Reserve locken und etwas provozieren?

Oder, was ich nie überlegt hatte, kann es einfach sein, dass es Menschen gibt die tatsächlich weniger nach links und rechts sehen als ich? Ich muss das mal überdenken.

Jedenfalls nehme ich den kürzesten Weg – für eine BMW GS stellen solche Stützen kein Hindernis dar. Ich rumple einfach darüber weg, parke woanders und bewundere mich ob meiner Gelassenheit!

Verkabelung fertig

Zurück auf der ELOWYN mache ich die Verkabelung für den Windgenerator und damit die auf der Backbordseite des Schiffes fertig. Ich reinige die Kiste und kann diese schließen – da muss ich nicht mehr ran!

Jetzt noch die Flügel an die Maschine – und fertig ist auch die Montagearbeit.

Passt, der Windgenerator dreht frei
Fertig – Windgenerator und Antenne sind wieder an ihrem Platz

Ich schließe die Arbeiten genau rechtzeitig ab, denn morgen soll noch einmal ein wirklich kräftiger SE-Sturm kommen. Da wären Arbeiten am Windgenerator nicht möglich gewesen.

Da braut sich etwas zusammen

Zufrieden mit meinem Tagwerk schleiche ich am Rückweg am D-Steg vorbei. Ich verabsäume es nicht, den wirklich guten Espresso der CHILI Crew zu loben – ich hätte doch nicht ahnen können, dass Ralf und Ina mir gleich ein Tässchen anbieten würden… 😉

Dankend nehme ich an!

Wirklich gut…

Für den Abend sind wir mit unserem Freund Martin und seiner Frau Petra im „Metzes“ in Agia Marina verabredet. Ihr erinnert euch? Die STENELLA musste Lakki wegen der Auflagen der Port Police verlassen. Sie hatte inzwischen in Kos einklariert und Martin hat Crew gewechselt. Roland hatte abgemustert, statt seiner kam Petra an Bord.

Die Beiden lagen nun in Agia Marina an der Kaimauer, sollten aber später in die Leros Marina Evros verholen.

Ein schöner, einladender Platz
Wir kennen uns noch aus Kroatien (2012) – jetzt treffen wir uns auf Leros

Es war ein kurzweiliger Abend, es gab viel zu erzählen. Leider musste Martin im Gespräch einräumen, dass sein neues Boot ein Problem aufwarf – die Zerhackerpumpe der Bordtoilette arbeitete nicht mehr. Wir würden uns über die nächsten drei Tage stundenweise damit befassen müssen.

Doch darüber hinaus hatten wir heute andere Themen für unseren Klönschnack…

Für den Folgetag wurde vereinbart, dass Sibylle mit Petra und Martin die Insel ein wenig erkundet. Sie wollten sich Sehenswürdigkeiten ansehen.

Sibylle mit der Crew der STENELLA auf Entdeckungstour

Ich habe die Zeit genutzt um bei ALENA weiter zu kommen. ELOWYN hatte heute Pause, etwas Abstand zum Großprojekt tat mir auch gut! Ich verziehe mich also mit meinem Werkzeug auf die schöne Schwedin…

Die Seeventile der Cockpitentwässerung sind fest

Bei den beiden festoxidierten Seeventilen habe ich noch leichtes Spiel. Wir haben einen Ersatz aus Kunststoff vereinbart, es soll Ware von TruDesign zum Einsatz kommen. Ich musste also nur die Maße holen, die Teile benennen und diese bei unserem Panos in der Chandlery bestellen.

Die Ersatzteile waren vorrätig – an diesem Punkt ist ein Haken

Etwas mehr Mühe machte der Kühlschrankverdampfer. Auch dieser muss eigentlich nur ersetzt werden, soll aber maßlich etwa dem Alten entsprechen. Ich liefere also ein Bild und die Maße des Alten, mit der Bitte um Bestellung eines Ersatzverdampfers.

Der Verdampfer muss raus – er hat ein Leck

Diese Recherche macht Mühe und ist nicht ganz Panos´ Spielfeld. Ich warte bis heute und habe auch Bedenken, dass das reibungslos klappt. Daher mein Bemühen schon heute – wenn er bis Mai keine Bestellung absetzt, kaufe ich das Ersatzteil in Deutschland.

Last not least, mein Problemfall, der Wärmetauscher – was tun? Ich erinnere noch einmal…

Der Wärmetauscher hat ein Loch

Ich weiß, dass dieses Teil rar ist, ich weiß, dass dieses Teil teuer ist – ich gehe also vorsichtig und akribisch an die Recherche.

Zuerst stelle ich den genauen Motortyp fest. Dann suche ich selber im Volvo Penta Katalog, hier habe ich Zugriff, das entsprechende Ersatzteil und die dazugehörigen Dichtungen heraus.

Die gute Nachricht – das Teil ist in Deutschland verfügbar! Die schlechte Nachricht…

Kostet mehr als meine treue GS

Ich erhole mich noch von meiner Schnappatmung, informiere dann sogleich Werner. Das ist eine Herausforderung, die wir nicht am Schirm hatten. Ich beginne nach einem gebrauchten Ersatzteil zu suchen.

Dieses Gebrauchtteil finde ich in Rotterdam, aber auch hier ist das Preisniveau mit 2.990.-€ recht hoch.

Ich ziehe meinen letzten Trumpf und frage meinen Freund Giorgos ob er das Teil zuverlässig reparieren kann – er kann! Ich entschiede, dass ich die Montagearbeiten übernehme, das Teil wird instandgesetzt!

Gerade als ich die Investigation an ALENA abschließe, geben die drei Ausflügler Signal, dass sie zurück seien. Martin müsse jetzt noch seine Kakapumpe ordern, zudem suche er „vielleicht“ nach einem temporären Liegeplatzvertrag auf Leros – wir fahren daher zunächst zur „Artemis Boatyard“…

Hier wache ich

Die Zeichen stehen nicht so, dass ich unsere „Leros Marina Evros“ als ersten Anlaufpunkt empfehlen würde – das sollte sich noch ändern. Jetzt bekommen wir zunächst hier einen Preis, die stotternde Pumpe kann geordert werden.

Wir sehen uns etwas um…

Kleine Details – alte Sextanten…
…und alte Mopeds – so funktioniert Straßenverkehr auf Leros

Wir verlassen die Boatyard im Norden der Insel. Das Angebot war überraschend hochpreisig – zum ersten Mal kommt mir der Gedanke, dass unsere Marina mithalten könnte. Daher fahren wir in die Evros Marina und zeigen den beiden Gästen unsere Heimat – es gefällt ihnen auf Anhieb. Der Freund bittet im Office um ein Angebot…

Danach trennen sich unsere Wege, denn wir sind an diesem Abend mit der Crew der deutschen ALLEGRA auf ein Dinner verabredet. Wir treffen uns um 19.00 Uhr im „Fico d´ India“, einer Mini Trattoria, welche von einer Itaienerin betrieben wird.

Gabriella malt auch…
Geschmackvoll

Gabriellas Lokal ist eine „one-woman-show“! Von einer Küchenhilfe abgesehen, macht sie alles alleine. Das ist Vor- und Nachteil gleichermaßen. Alles wird frisch gekocht, in der Saison kann man aber schonmal zwei Stunden auf sein Essen warten.

Wir waren deshalb noch nie hier, die Speisen sind fein, hausgemacht, dürfen aber als hochpreisig bewertet werden. Wir sind gespannt…

Das Essen überzeugt uns! Die selbstgemachten, pfiffigen Nudelgerichte waren eine Wucht und die Salate frisch und phantasievoll angerichtet.

War wirklich klasse

Die Krux ist und bleibt – für „schnell mal Nudeln essen“ ist es uns zu teuer. Um ein Dinner mal richtig zu genießen, gibt es bessere Adressen auf Leros.

Die Powerfrau Gabriella wird sich vermutlich nicht in unserer persönlichen Top 5 Liste etablieren, eine sehr positive Erfahrung war es allemal! Und ja, wir hatten einen sehr kurzweiligen und netten Abend mit Thomas und Angelika, welche Leros wohl verlassen werden. Es war somit auch ein Abschied.

Der nächste Tag verplätschert ein wenig. Martin und ich haben uns vorgenommen, seinen Lokus final zu reparieren. Bevor ich nach Agia Marina fahre, muss ich zur Bank um Geld zu bunkern. Dort traf ich einen witzigen Zeitgenossen…

Das ist auch Griechenland 😉

Zurück auf NESSAJA, lege ich Sibylle das Bild vor und beantrage, mein Leben zukünftig auch nur in Shorts verbr…

Ich stoppe meinen Satz, denn der Blick meiner Gattin verheißt nichts Gutes und selbst mein Hinweis, dass dies doch „nur ein Spaß“ war, hilft mir nicht aus der Patsche. Sibylle lässt keinen Raum für Interpretationen!

Dann geht´s auf zur STENELLA. Als ich unseren Steg entlang schlendere, legt gerade die BLUESTAR 2 an – ein wirklicher Riese, der unser kleines Eiland mit dem Festland verbindet. Ich mag dieses Spektakel!

Die BLUESTAR 2 aus Piräus trifft ein

Ein weiteres Spektakel bietet sich mir in Agia Marina. Völlig untypisch fordert ein Fischer Martin auf, seinen Platz zu verlassen und zu verholen. Man wappnet sich für einen weiteren Sturm, er wolle Leinen spannen, STENELLA sei im Weg.

Da hilft keine Diskussion, so legt der Freund rasch ab um den Anker an anderer Stelle neu zu setzen. Doch leider verfängt sich dieser in einer Kette am Grund – da treibt das neue, stolze Schiff nun…

Wie kriegen wir das weg???

Es passierte was passieren musste – der Klassiker! Petra greift reflexartig zum Bootshaken und will die Kette erhaschen. Ich rufe – „Nein, nicht, Du bekommst den Haken nicht mehr frei!“ Offensichtlich versteht sie mich nicht, hält aber kurz inne ob meines Rufes.

In diesem Augenblick kommt Martin, nimmt ihr den Haken aus der Hand und hakt ihn in die Kette, hebt diese kurz an und macht seinen Anker frei – und jetzt???

Da steht mein Freund – den Haken in der Hand und daran hängt die schwere Kette. Die bekommt er jetzt nicht vom Haken und gefühlt wird sie immer schwerer. In 99% der Fälle gibt der Protagonist jetzt auf, lässt den Haken los und dieser versinkt im Meer.

Nicht so hier – heute gibt der teleskopierbare Haken auf, Martin hält das Griffstück wacker fest, der Hakenteil versinkt im Meer. Natürlich lache ich nicht, das verbietet sich, aber später, bei einem Bier, müssen wir das schon noch einmal thematisieren 😉

Merke – nie mit einem Haken nach der Kette haschen. Die Lösung ist eine Seilschlinge. Ein neuer Haken addiert sich zu Martins Einkaufliste.

Wir legen STENELLA final um, reparieren den Lokus und gehen dann zu „Dimitris o´ Karaflas“ zum Essen.

Der Ausblick besticht – wie immer
Sowohl der Fisch Souvlaki…
…als auch das Tuna-Steak überzeugen
Er kann es – der Glatzkopf

Zufrieden gehen wir nach Hause, allerdings weihen wir Petra und Martin am Weg etwas tiefer in die Geheimnisse der kleinen Insel ein – es wird Zeit, dass sie erfahren WIE ein Tag auf Leros ausklingt…

Willkommen im Schlaraffenland
Die Qual der Wahl

So endet dieser Tag – ein herrlicher Tag mit Freunden. Uns fällt auf, dass Petra immer mehr von Leros spricht. Martin scheint auch Gefallen gefunden zu haben, wo sich das wohl hin entwickelt?

Am nächsten Morgen greife ich früh an – mittags um 13.00 Uhr ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung für den Hundeshelter geplant, ich will bis dahin den Wärmetauscher von ALENA abmontiert haben – zumindest will ich es versuchen…

Der Motorraum ist bei HR generell gut zugänglich
Schrauben drehn´ Muttern drehn´, mit ölverschmierten Flossen in der Werkstatt stehn´ – wer kennt das noch? 😉

Beinhart! Mit flinken Fingern drallere ich Schrauben und Bolzen aus Werners MD22. Ich habe fast ein bisschen Spaß, ich merke, ich kann´s noch!

Nach relativ kurzer Zeit liegt das „corpus delicti“ auf den Bodenbretten des Schiffes – Wärmetauscher ausbauen, check!

Hier liegt das 5.000.-€ Teil
Der Rest sieht echt noch gut aus

Trotz meines persönlichen Erfolges muss ich einen Dämpfer hinnehmen – ich blude mal wieder. Konnte ich diesmal vermeiden, mir die Bratzen unmittelbar aufzuschlagen – gelingt es mir, mich beim Freudentanz in letzter Sekunde noch an dem am Boden liegenden Schadteil anzuschlagen.

Gott sei Dank habe ich nichts besudelt

Ich mache mich frisch, Sibylle trappelt schon mit den Fingerspitzen auf dem Tisch – dann ziehen wir sofort los zu Mariettas „Μπακάλικο με τσίπουρο“, dort findet die Veranstaltung statt. Es gibt eine reduzierte Speisekarte und man bittet um 4.-€ pro Person als Spende – klar, dass jeder etwas mehr gibt!

Und Eherensache für uns, hier dabei zu sein. Sibylle und Angelika engagieren sich sehr für den Shelter, wir haben einen Tisch reserviert und unsere Freunde gebeten, hier teilzunehmen.

Angelika von der JASPER und Ralf von der CHILI – Hundebabies? Süß? Ach was!
Die kleine Hundedame wurde von Ralu und John (rechts am Tisch) schon adoptiert – ihr geht´s gut

Wir bleiben nicht allzu lang, denn wir brauchen eine Pause. Ein paar Minuten auf NESSAJA abhängen, denn bald schon zieht nahezu die gleiche Truppe weiter – für heute Abend ist das Event am Weingut geplant.

Wir organisieren Fahrgemeinschaften – Treffpunkt ist das Weingut um 17.00 Uhr. Wir wollen den Sunset bei einem Gläschen Wein genießen und dann mit dem feudalen Mahl beginnen. Insgesamt haben wir 13 Personen zusammengetrommelt.

Hm, waren wir die „Wilde 13“? Bin ich Jim Knopf? Fragen über Fragen…

Zurück zur Ernsthaftigkeit – ich will den Wärmetauscher heute zu Giorgos bringen. Da seine Werkstatt direkt am Weg liegt und Mario und Eva mit dem Auto fahren, ist dies ein idealer Moment. Wir treffen uns also und ich verlade das teure Trum.

Aufgabe – sortieren sie die drei Dinge preislich

Der folgende Ablauf ist der gleiche wie immer. Wir fahren zu „Boat & Parts“, sind pünktlich vor Ort, stehen aber vor verschlossenen Türen…

Wir warten – das akademische Viertel ist im Werkstattbereich angekommen

Ein Viertelstunde zu spät taucht Giorgos dann auf, mit einem Frappé in der Hand und lächelt als wäre nie etwas gewesen.

NATÜRLICH habe ich schon probiert, einfach das deutsche Verhalten abzulegen und selber eine Viertelstunde später zu kommen – aber das hilft nichts, egal wann ich eintreffe, Giorgos kommt IMMER eine Viertelstunde zu spät.

Schwamm drüber – ich gebe den Wärmetauscher ab, bezahle den Solarträger von ELOWYN und folge den Freunden zum Weingut.

Dort sitzen die Anderen schon bei einem Gläschen am Tisch. Ich dagegen werde sofort vom Hausherrn abgefangen und, zusammen mit dem Mario von SAGITTA, in die Küche gebeten – man zeigt uns, was man den Tag über vorbereitet hat.

Ein Zicklein und ein Lamm, dieses gefüllt, zusammen 17kg
Gestartet wird mit Meze – Fava, Dolmades, griechischer Salat, Tzaziki

Jeder richtet sich sein Tellerchen, fasst nach – wir palavern, trinken den Wein und genießen den Abend. Die Runde taut auf, man lernt sich kennen, es wird gesellig.

Ich freue mich festzustellen, dass sich die Freunde auch untereinander gut verstehen und scheinbar jeder mit jedem gut kann. Es wird gelacht, die Themen sind vielfältig.

Die Vorspeisen sind schonmal fantastisch
Die Crews von sieben Booten teilen sich die Tafel

Inzwischen wurde der Hauptgang aufgetragen. Die Vegetarier unter uns (sie waren vorgewarnt) und die Person die den Verzehr von Jungtieren ablehnt, waren raus und labten sich weiter an den Meze.

Alle anderen hatten jetzt zu tun – denn es war schon ein Portiönchen, das der Weinbauer uns da zugeteilt hat! Ich musste automatisch an ein Wickingergelage denken…

An Fleisch mangelte es nicht…
Lamm, Zicklein nebst Ofenkartoffeln und der Reisfüllung

Das Zicklein und das Lämmchen waren aus eigener Haltung und wurden für uns geschlachtet. Die Kartoffeln und das vorbereitete Fleisch wurden den ganzen Tag in einem Holzofen geschmort – das schmeckte man, alles war vorzüglich!

Eine empfehlenswerte Adresse, ein schöner Abend.

Wir tranken unsere Humpen aus und bezahlten. Wir wollten zuhause sein, bevor wir ins Freßkoma fallen würden. Natürlich haben wir nicht aufgegessen, man hat uns die Reste aber eingepackt, es wurde kurzerhand beschlossen, dass wir uns morgen noch einmal treffen um diese zu verspeisen.

Zufrieden zogen wir von dannen…

Wir verlassen das kleine Weingut

Für den Folgetag war eine Wetterdepression angesagt. Es sollte noch einmal Regen kommen, ein paar bewölkte Tage waren gemeldet. Das ist nicht ungewöhnlich um diese Jahreszeit und ist auch selten langanhaltend – hier wird das Aprilwetter seinem Namen noch gerecht.

Die Vorhersage traf ein – graue Wolken am Morgen…
…begleitet von kurzen Regenschauern
Auch der Wind dreht nochmals auf – 44kts mit Peaks bis fast 60kts

Zum Nachmittag hin beruhigte sich die Situation ein wenig. Es zeigten sich blaue Flecken am Himmel und das Kranteam nahm seine Arbeit wieder auf.

Ich freute mich sehr als ich sah, dass die NANA im Kran hing. Dieses Schiff hatte ich als Werkstattauftrag begonnen und im Laufe der Monate November bis März daran gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Jeanneau und Scheiber, dem Hersteller der Steuerung des elektrischen Systems, gestaltete sich als schwierig. Ich hatte echt Sorgen, dass dieses Schiff nicht termingerecht fertig würde.

Nun scheint es, als ob sich für den Eigner alles zum Guten wendet.

NANAs Kielhydraulik funktioniert wieder

Obwohl der Wind nachließ, hatten wir eine Herausforderung darin, einen Platz für unser gemeinsames Resteessen zu finden. Die Schiffe waren allesamt zu klein für die Gruppe, unser erster Gedanke, die Mauer am Steg, scheiterte weil es dort zu zugig war.

Da das „Skipper´s“, das Restaurant der Marina, noch geschlossen war, verholten wir uns in eine windgeschützte Ecke der Terrasse.

Von hier hat man einen schönen Überblick
Jeder brachte etwas mit, Sibylle und Eva wärmten die Reste im Backofen
Das Wetter hatte sich erholt, der Felsen der Marina gab uns Windschutz

So klang dieser Tag unspektakulär aus. Die Runde hat sich relativ zeitig aufgelöst, denn es wurde recht schnell frisch nachdem die Sonne hinter den Hügeln von Lakki versunken war.

Am Folgetag musste wieder mal angepackt werden. Auf ELOWYN waren noch jede Menge Kabel zu ziehen. Die Solarmodule mussten untereinander und mit der Anlage verbunden werden, das Kabel vom Solarträger zum Regler musste gezogen werden und der Regler musste mit den Batterien verbunden werden.

Was hier so einfach klingt, war am Ende doch eine Menge Arbeit. Die Kabel mussten den Weg durch das Schiff finden und am Ende fachgerecht zusammengefügt werden. Mario von der SAGITTA ist gelernter Elektriker, bastelt ebenso gerne wie ich und er hatte Freude mir zu helfen. Manchmal konnte ich mir was abschauen, es hat Spaß gemacht zu zweit zu arbeiten.

Dort müssen die Kabel hin – zum Glück sind die Batterien in der Nähe des Technikraums
Die Verkabelung des Reglers ist uns gut gelungen

Eine kleine Problemstellung bereitete uns der Anschluss der Solarmodule und die korrekte Verbindung. Es war ein 10mm2 Kabel mit zwei 6mm2 Kabeln zu verbinden. Das war mit den klassischen MC4 Solarsteckern nicht gut zu bewerkstelligen, zudem brauchen die viel Platz.

Ich hätte gerne WAGO Klemmen in einer wasserdichten Verteilerdose gesetzt, das wäre mir sogar die Wartezeit wert gewesen, denn auf der Insel sind diese nicht in der 10mm2 Ausführung zu bekommen.

WAGO Leiterplattenklemme – hätte funktioniert

Nachdem ein Anruf und Austausch mit Gottfried von der HARMONY aber aufgrund der Liefersituation eher negativ war, wurde klar, dass die Idee, dass Gottfried die Dinger in drei Tagen mitbringen würde, eher zum Scheitern verurteilt war.

Was tun??? Mario bringt den Vorschlag, dass wir große Stoßverbinder verwenden könnten. Richtig cool wäre, wenn die 2 x 6mm2 Kabel in den 10mm2 Verbinder passen würden. Wir haben das Werkzeug und die Dinger können wir auf Leros kaufen – ist einen Versuch wert.

Funktioniert super!

Wir verbinden damit nun die Module mit der Anlage – dann ist es soweit. Der Schalter wird umgelegt – und…

…die Anlage liefert Strom – und nicht schlecht für einen bewölkten Tag!!!

Der erste Solarstrom fließt in ELOWYNs Batterien
Der Regler bekommt seinen neuen Namen – fertig!
So bekommen wir die Akkus immer voll

Der „kleine Mario“ (nochmal – der Unterscheidungsname stammt von seiner Frau) ist entlassen, er geht zurück auf seine SAGITTA. Ich spreche eine Eiseinladung bei „Repapis“ aus, als Dankeschön für die viele Hilfe. Wir würden uns in einer Stunde dort treffen.

Ich muss nämlich noch die Kabelkanäle am Solarträger befestigen und sicher verlegen. Das mache ich natürlich mit Kabelbindern, an manchen Stellen muss ich aber kleben. Diese Klebestellen noch schnell sichern, dann bin ich fertig für heute…

Morgen kommen die „Sicherungen“ weg – dann sieht es top aus

Erledigt! Tagwerk geschafft! Auf zur Eisdiele, der Eisgenuss ist wohlverdient – für die beiden werkelnden Marios und für deren Ehefrauen die dies geduldig ertragen 😉

Sehr zufrieden – ein guter Tag
Auch Sibylle scheint es zu schmecken – sie strahlt

Der Wind hat die letzten Tage ein wenig gedreht, immer noch Süd, aber mit Ost- statt Westkomponenten. Das Liegen in der Bucht von Agia Marina wird zunehmend unkomfortabler. So entschließt sich unser Freund Martin, seine STENELLA in die Leros Marina Evros zu verholen.

STENELLA kommt an und macht an unserem F-Ponton fest

Ich finde es lustig, dass die Beiden sich innerhalb wenigerTage in die kleine Dodekanes-Insel Leros verliebt haben und in diesem Zug einen Jahresvertrag in unserer Marina unterzeichnet haben.

So ergibt es sich, dass wir Martin und Petra noch ein paar Mal treffen werden. Das ganze rund 12 Jahre nachdem wir uns über das MSF kennen gelernt haben und uns zum ersten Mal in der Olive Island Marina in Kroatien getroffen hatten.

So klingt dieser Tag sehr geschmeidig aus – das Dinner gibt es heute mal wieder im „SouVLakki“, da waren wir lange nicht mehr.

Mixed Giros on a Plate – mein derzeitiger Favorit

Die Regenschauer der letzten Tage, gepaart mit dem Südwind, welcher Saharastaub über das Mare Nostrum trägt, haben für starke, staubig-sandige Verunreinigungen an den Schiffen gesorgt.

Wohin man auch schaut, alle sind am Schrubben. Auch ELOWYN hätte eine Reinigung nötig…

Wie jedes Jahr – alles sandig

…aber so einen 20m Pott schrubbt man nicht „einfach mal so“ ab. Das ist ein Mörder-Aufwand, welcher meist dadurch ad absurdum geführt wird, dass es erneut regnet, sobald man den Wasserschlauch verräumt hat – Geduld ist gefragt.

Ich sehe trotzdem nach dem Rechten und entferne die Fixierungen am Solarträger. Fertig – sieht gut aus und hält.

Ich erkläre das Projekt „Solarstrom für ELOWYN“ als abgeschlossen.

Kann sich sehen lassen – ich bin zufrieden

Da noch viel Tag übrig war, habe ich mir vorgenommen, mal wieder nach dem anderen blauen Boliden zu sehen – meinem Sorgenkind! EDINA hat ja immer noch das Problem einer Undichtigkeit, es muss sicher gestellt werden, dass der Schimmel nicht zurück kommt. Ich will heute nach dem Rechten sehen und mal gehörig lüften.

Die frische Luft im Innenraum tut gut
Luftfeuchte 53% – das sollte passen, das warme Frühjahr macht sich bemerkbar

Weil es gerade so gut passt, beschließe ich, die Aufgaben die ich tunusgemäß zum Monatsende erfülle, heute schon abzuarbeiten. Das trifft sich gut, weil wir ja Anfang Mai nach Deutschland fliegen würden und die Zeit zum Abflugtag hin meist knapper wird.

Natürlich hat die CNB auch heute wieder Negativüberraschungen für mich parat…

Starterbatterie 8V – was soll das?

Es stellt sich heraus, dass die Batterieanzeige spinnt. Der Motor springt einwandfrei an und läuft super. Alles scheint in Ordnung.

Das wiederum kann man vom Generator nicht behaupten…

Da hat es einen echten Fehler

Zunächst springt der Stromerzeuger fast nicht an, dann tut er dies und läuft ein paar Minuten fehlerfrei. Als ich ihn ausschalten will, geht dies nicht mehr – ich muss das Gehäuse öffnen und ihn an der Einspritzpumpe „abdrehen“.

Danach heißt es „rien ne va plus“ – nichts geht mehr. Er zeigt, wie schon vorher, die Fehlermeldung und quittiert den Dienst. Ich fotografiere alles und sende die Bilder an den Eigner.

Ich bin bedient – mir reicht es. Ich verräume das Werkzeug und freue mich auf das Abendessen. Die Crew der CHILI wird sich bald verabschieden und hat uns zum Dinner eingeladen. Wieder entscheiden wir uns für die Taverne des Glatzkopfes – ich reserviere bei „Dimitris o´ Karaflas“.

Der Name ist Programm

Diesmal haben wir Glück. Wir erzählen ja allen Freunden und Bekannten wie phänomenal der Blick bei Vollmond ist – dies ist exakt heute der Fall und wir bewundern den Erdtrabanten in voller Pracht.

Leider kann ein Foto den realen Eindruck selten wiedergeben

Der folgende Morgen beginnt turbulent – zunächst wache ich auf, weil NESSAJA an den Leinen zerrt. Das Knarzen ist auch mit Ohropax zu vernehmen. Es weckt mich nicht, verhindert aber das erneute Einschlafen.

Mein erster Blick gilt dem Windinstrument…

Noch einmal schafft es Aeolus uns mit 50kts zu bespaßen

Ich koche mir einen Kaffee und schalte mein Mobiltelefon ein. Was gibt es Neues? Bimm, bimm, bimm – die Nachrichten purzeln herein – sehr zu meiner Freude! Mein Freund Giorgos hat mit dem Wärmetauscher von ALENA begonnen und ist dabei, das 4.800.-€ Teil zu retten.

Die Schäden waren nicht unerheblich…
…konnten aber spurlos beseitigt werden

Ich war happy, das ist mal eine gute Nachricht – das hilft Geld zu sparen! Reparieren statt tauschen – das mag ich.

Ich besuche die Sanitäranlage der Marina, morgens ist es erfreulich ruhig und sauber. Da könnte man eine Taktik ableiten – mal sehen. Am Rückweg höre ich ein lautes Knallen, was ist das? Neugirig gehe ich zu den Stegen…

Rasches Eingreifen tat not

Wow, am Nachbarschiff der SAGITTA hat sich im Sturm der Nacht das Vorsegel halb ausgerollt. Es knallt bei jedem Windhauch. Der kleine Mario ist auch schon wach und sieht sich das Desaster an – wir beschließen, wir müssen eingreifen – SOFORT!

Gemeinsam bändigen wir das wildgewordene Tuch und können es in einer kurzen Windpause wieder ordentlich einrollen.

So muss das – jetzt passt es wieder

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Jetzt erstmal ein gutes Frühstück – ganz schön viel Rummel so früh am Morgen. Danach möchte Sibylle einkaufen, ich dagegen muss zu Sotiris, die Abdeckung für das Bedienpult von ELOWYN liegt noch bei ihm. Diese musste ich umarbeiten lassen, weil sie wegen der zwei zusätzlich eingeschweißten Stützen nicht mehr passte.

Wir machten uns also als kleine „Motorradgang“ auf den Weg…

Sibylle liebt ihren kleinen Breezy
Ohne den Fltzer ist das Leben nicht mehr vorstellbar – wer hätte das gedacht
Ab hier trennen sich unsere Wege für den Vormittag

Ich hole die Abdeckung und vereinbare mit Sotiris die Lieferung der riesigen Genua für in zwei Tagen. Das muss organisiert werden, weil das rund 200kg schwere Segel nur mit 3-4 Mann zu handeln ist.

Für heute jedoch bin ich mit der Abdeckung beschäftigt, die nun auf´s µ passt.

Sitzt und sieht wieder gut aus

Auch hier geht es nicht ohne kleine Fleißaufgabe für mich – obwohl ich erklärt habe warum wir die Umarbeitung machen, war die Lösung nicht völlig durchdacht.

Klar, die Ecken waren jetzt ausgeschnitten und angepasst, die Klappen mit Klettverschluss hielten die Abdeckung bombenfest – aber der Gummizug, der geflissentlich erneuert wurde, war trotzdem im Weg.

Das offene Eck funktioniert nicht mit durchgezogenem Gummi

Egal, ich schmunzle in mich hinein, ziehe mit dem Gummizug einen Draht halb ein und fädle den Gummi wieder zurück – natürlich außen um die Stange herum 😉

Das ein oder andere Steggespräch lässt den Tag verfliegen. Beim Nachhauseweg zeigt sich die Bucht von Lakki in einer besonderen Stimmung – der Himmel ist nicht blau, es ist eher diesig, dennoch ist es warm und angenehm. Ich mag solche Tage!

Es sieht diesig aus

Am Abend treffen wir uns mit den üblichen Verdächtigen im „SouVLakki“ um uns an einer Grillage zu laben. Wie immer hält unser Lieblingsgrill was er verspricht, wie immer lassen wir den Tag bei „Repapis“ ausklingen.

Chicken Souvlaki im Speckmantel
Mixed Giros on a Plate
Das Tor zum Himmel…
…zum Eishimmel

Heute ist der Tag der Heimkehr – der Heimkehr des verlorenen Sohnes! Der WILLI kommt zurück! Giorgos ruft mich an, dass er den kleinen aber brutalen Renner jetzt vorbeibringen würde. Wir vereinbaren einen Platz zur Übergabe, Mario begleitet mich um „zu helfen“.

Die Wahrheit ist, er will einmal den Williams Tender fahren – das will ich gerne zugestehen, er hat mir soviel geholfen, wir sind Freunde geworden.

Der WILLI ist zurück – wir haben wieder die Hoheit
Gemeinsam fahren wir ihn zu NESSAJA und binden ihn erstmal an
Der Trend geht zum Drittdinghy
Auch den reparierten Wärmetauscher hat Giorgos mitgebracht

Der Austro-Mario zieht sich zurück. Sibylle und ich haben erstmal zu tun. Wir müssen ELOWYN für die Aufnahme des kleinen Flitzers vorbereiten.

Um den Kran soweit ausfahren zu können, muss das Mutterschiff ca. zwei Meter nach vorne fahren. Da ELOWYN nicht mit der Hand zu ziehen ist, müssen Sibylle und ich ganz schön werkeln – aber dann ist es geschafft. Der blaue Riese liegt richtig, der Schlund ist offen, der WILLI kann zurück in den Uterus.

Dafür holen wir uns Uli und Angelika von der JASPER zur Hilfe…

Der Platz reicht aus – der Kran kann den WILLI aufnehmen

Ich bediene die Hydraulik, Uli managt das Tun auf der Badeplattform und die Damen machen die Arbeiten die dann zeitnah umgesetzt werden müssen – das Einhängen des Bügels (siehe Bild), den Stromanschluss, das Festhalten des Tenders undsoweiter.

Wieder an Ort und Stelle

Als der WILLI ordentlich verräumt war, haben wir Vier ELOWYN noch in die ursprüngliche Position verlegt und sie ordentlich vertäut.

Ich lade auf ein Eisdessert – und Uli nimmt schneller an als Angelika zaudern kann 😉

Schmeckt uns…

Sibylle und ich müssen danach nochmals ran. Wir machen sowohl den Tender als auch den Boden der Garage nochmals sauber, dann muss alles eingeklappt und eine Schiffsordnung hergestellt werden. Das war´s – Tagwerk geschafft!

Am Abend freuen wir uns über eine Einladung der AEGEAN BLUE Crew zu Pizza und Salat. Ich konnte Rinaldo über den Winter einen freundschaftlichen Gefallen tun, dennoch wollte der Eidgenosse es sich nicht nehmen lassen, eine Einladung dafür auszusprechen – ok, nehme ich gerne an…

Wir treffen uns vor dem „La Nostra“…
…und lassen es uns richtig gut gehen

Die Beiden sind ein Garant für gute Laune. Wir haben einen echt spaßigen Abend und ich verspreche, dass die Beiden einen eigenen Absatz mit Bild in meinem April-Blogbericht bekommen – weil sie blumig erzählt haben, dass sie andertags ihr Schiff streichen würden. Es wurde vereinbart dieses Tun auf Zelluloid zu bannen und als den „Arbeitseinsatz der AEGEAN BLUE Crew“ in den Weiten des Internets zu verewigen 😉

Et voilá – here we are! „sailingmoments – Enterprises“ proudly presents – Christa und Rinaldo in „A HARD DAY WORKING ON AEGEAN BLUE“

Yeah

An ELOWYN war die Luft ein bisschen raus, ich war matt, ich brauchte eine Pause. Ich setze mir als Ziel, dass ich die Genua, welche inzwischen am Vordeck liegt, noch angeschlagen bekomme. Alles Weitere würden Sibylle und ich nach unserer Rückkehr aus Deutschland wuppen.

Ich beschäftige mich am Folgetag also mit administrativen Dingen für Freunde. Gottfried bittet mich nachzusehen, ob schon irgend etwas an seinem Schiff erledigt wurde und ob die bestellte Ankerkette vor dem Bug liegt – beides negativ!!

Kein emsiges Treiben an HARMONY

Ich stelle ihm eine Leiter ans Schiff, die Sprossenzahl war diesmal nebensächlich und kläre ab, ob die Kette tatsächlich bestellt wurde – Panos bestätigt mir dies und deutet auf eine Palette vor dem Shop. Kurze Zeit später kommt auch der Arbeiter, der HARMONYs Bauch bearbeiten soll

Diesmal konnte ich also Entwarnung auf ganzer Front geben.

Die begehrte Kette liegt vor der Chandlery
Die Leiter steht und Roman hat schon den Schleifdress angezogen

Danach flitze ich noch einmal rasch auf ALENA, ich muss die Dokumente zusammensuchen die ich nach Deutschland mitbringen muss. Sibylle und ich werden Werner und Erna zuhause besuchen, wir wollen alles soweit vorbereiten, dass die Übergabe im Juni geschmeidig abläuft.

Ich lege den Wärmetauscher ab – Einbau Mitte / Ende Mai…
…und nehme alle Originalpapiere an mich um sie Werner zu überbringen

Danach hatte ich frei! Jawohl, richtig gehört – ich habe mir fast einen ganzen Tag frei genommen. Sibylle hatte nämlich mit Eva und Mario vereinbart, dass sie noch einmal eine Inseltour machen wollen.

Dabei soll es auch zu der ehemaligen Militärbastion der deutschen Besatzer gehen, welche heute als „Lost Place“ vor sich hingammelt. Es sei ein sehenswerter Platz! Im WWII waren dort die deutschen Truppen stationiert, darunter auch zwei Maler. Diese haben sich auf den Wänden verewigt, die Bilder seien noch deutlich zu erkennen – wer weiß wie lange noch…

Ich habe viel von diesem Platz gehört, war aber noch nie dort – dies sollte sich heute ändern. Mit meiner GS, immerhin einer kleinen Enduro, folge ich Sibylle und den Freunden.

Alleine die Anfahrt über die Schotterpiste war herrlich – im Hintergrund Kalymnos
Kurz vor dem Ziel hole ich die Gruppe ein – Ziegen sind hier überall
Direkt am „Lost Place“ kann ich parken
Ein Zeugnis düsterer Zeiten…
…dient heute als Schaf- und Ziegenstall
Die Malereien sind noch gut erkennbar
Verschiedene Künstler haben sich verewigt
Wir sehen uns neugierig um

Überall rennen hier oben die Schafe und die Ziegen rum. Darunter stattliche Böcke. Wegen der Tiere und der ausgewaschenen Wege ist es ratsam sehr umsichtig zu fahren.

Ziegen überall
Wunderbare Ausblicke entlang der ausgewaschenen Schotterpiste

Die Kehlen trocken, ein kleiner Hunger meldet sich zu Wort – was tun? Nun, es bietet sich ein Ausflug nach Agia Marina ins „Το Παραδοσιακο“. Wir lieben dieses Café und die dort feilgebotenen Köstlichkeiten.

Das „Café mitten auf der Straße“ – diese geht als Einbahn rund um das Haus herum
Wir haben ein schönes Plätzchen…
…und gönnen uns hochkalorisches Superfood zur Regeneration – hier Galaktoboureko mit einer Kugel dunkler Schokolade

Zurück in der Marina, gönne ich mir als der frischgebackene Experte für Williams Tender, einen Blick auf das Dinghy der BROADWAY, ELOWYNs Nachbar. Dieser hat mir sein Dinghy mit Motorschaden für 500.-€ angeboten.

Im Prinzip ein gutes Angebot, aber das der Tender eine PVC Version ist und zudem schon ziemlich verbraucht aussieht, werde ich den Gedanken nicht weiter verfolgen.

Nicht wenn man ihn nicht unbedingt will

Abends formieren sich „die zwei Marios“ mit ihren Weibern abermals – diesmal um das „Kakomoiras“ zu besuchen. Die beiden Österreicher wollen noch soviel wie möglich von Leros kennen lernen, bevor der temporäre Abschied naht.

Gut wie immer – Meze Dinner im „Kakomoiras“

Wir sitzen beisammen, essen gut und trinken miteinander. Wir haben einen schönen Abend und unterhalten uns gut. Im Verlauf der Gespräche, reden wir auch darüber wie wir uns kennen gelernt haben – auch hier waren die Sozialen Medien die Basis – und Mario lässt mich wissen, dass ICH, wenn man nach einer Dufour Classic 43 googelt, in den Einzelnachweisen bei Wikipedia auf Platz 1 stehe.

Ok, das muss ich erstmal verdauen…

Nicht schlecht für meinen kleinen Blog!

Am nächsten Morgen wache ich mit stolzgeschwellter Brust auf – MEIN-BLOG-IST-IN-WIKIPEDIA! Ich trommle mir mit den Fäusten auf den Brustkorb…

Solche Allüren lässt Sibylle nicht zu. Sie ist der Ansicht, dass ich zur anstehenden Taufe des mir noch unbekannten Enkelsohnes einen neuen Haarschnitt vertragen könnte.

Sie packt mich am Ohr und zerrt mich zum Haarschneideplatz – ich jammere!

Heul, süder…

Doch kurze Zeit später ist der Kummer vergessen, ich sehe sommerlich frisch aus und starte auch so in den Tag!

Kurz – so soll es sein

Dazu hatte ich allen Grund! Denn Mario und Eva hatten auf die SAGITTA zum verspäteten (aus deutsch-österreichischer Sicht) respektive verfrühtem (aus griechischer Sicht) Osterbrunch geladen.

Das griechische Osterfest würden wir nicht mehr gemeinsam feiern können, die SAGITTA wird dann auf Törn sein, Sibylle und ich werden in Deutschland verweilen – für uns wird 2024 also ein osterfreies Jahr.

Markus von der TARA hat unsere Runde komplettiert – wir haben köstlich gefrühstückt!

Mario, Eva, Mario, Markus und Sibylle
Was haben wir geschlemmt…
…der Tisch war aber auch reichlich gedeckt

Danach wollten wir alle den Tag noch etwas nutzen. Für mich war es Ehrensache Mario bei einer Fehlersuche beizustehen. Wir haben eine Lösung gefunden, konnten diese aber nicht umsetzen, weil das Ersatzteil bestellt werden müsste.

Ob Mario das am Abreisetag noch instandsetzt oder auf den kommenden Herbst verschiebt, das obliegt letztlich ihm alleine.

Der doppelte Mario – sorgt für Verwirrung (besonders wenn unsere Frauen rufen) 😉

Ich werde anschließend noch auf die TARGUI gebeten. Emil und Chantal haben eine technische Frage und möchten sich mit mir besprechen. Es geht nicht um eine Reparatur, daher wird für einen entspannten Rahmen gesorgt.

Café Corretto auf der TARGUI

Wir unterhielten uns über Dies & Das und natürlich über unseren gemeinsamen Kaufinteressenten. Emil freut sich, dass ich bestätige, dass die Beiden sehr zuverlässig und nett sind.

Im Laufe des Gespräches fragt Chantal wo ich denn herkäme – ich antworte erklärend und erzähle vom bayrischen See und dem Alpenrand. Mich haut es fast aus den Socken, als sie meinte – „…ich kenne nicht viel in Deutschland, nur den Schliersee. Ich war 1965 einige Zeit in Neuhaus!“

Ok, als ich sage, dass ich genau Neuhaus meinte, dass Sibylle und ich die längste Zeit exakt dort wohnten und wir während unseres Aufenthaltes in Deutschland auch dort wohnen würden – schauten wir uns an und konnten nicht glauben, was das Leben für Zufälle bereit hält.

Zeit, noch einen Schnaps zu trinken…

Von Bord der TARGUI ging ich nur wenige Meter an das Kopfende des D-Stegs, unserer ehemaligen Heimat. Wir waren von Ian und Nicola von der FIA (gälisch für „Wildness“) zum Umtrunk geladen worden. Die beiden Iren haben natürlich vorwiegend die angelsächsischen Skipper angesprochen, aber früher oder später mischte sich das gut durch.

Coole Truppe – ein schnelles Bier geht immer
Auch die Angelsachsen und Iren wissen wie man eine gesellige Runde auf die Beine stellt

Als ich zu NESSAJA zurück komme, traue ich meinen Augen kaum. Ein marinafremder Skipper kommt mit dem Dinghy in die Marina und macht an unserem Stegende fest. Er besucht französische Nachbarn – und wo baut sich die Gruppe Franzmänner auf??? Exakt – genau vor meiner Gangway!

Für mich stellt sich die Frage nach dem Warum. Wie so oft – warum? Das eigene Schiff drei Meter entfernt, stelle ich mich quasi in Nachbars Garten um dort laut zu parlieren…

Ça va? – Oui, ça va bien, Comme ci comme ça, je suis désolé de vous avoir fait attendere – aaaaahrgh, ich werde wahnsinnig!

Zum Glück war mir ohnehin gerade ein wenig nach Musik hören – ich löse die nette Runde mit Hilfe der „Böhsen Onkelz“ in erweiterter Zimmerlautstärke auf!

Musik mit Speeeed – der Franzmann zieht sich zurück (Gruß an Susanne)

Während der Frontmann der „Onkelz“ sein Liedgut zum Besten gibt, erinnert Facebook mich an mein früheres Leben – zwei Jahre hintereinander 2016 UND 2017 habe ich am exakt gleichen Tag Anti-Winter Posts von mir gegeben. Die plötzliche Rückkehr der weißen Pracht im April 2024 ist also kein wundersames Ereignis – ich sage es ja schon immer…

2016! …und 2017! …und 2024

Der Monat befindet sich im Endspurt, ich will noch etwas schaffen! Bevor ich die Vorsegel auf ELOWYN setzen könnte, müssen alle daran hängenden Leinen gewaschen werden – dies wird daher zum heutigen Tagwerk erklärt.

Ich sammle das Tauwerk, sicher weit über 100m, mit dem Lastendinghy ein…

So muss ich die Leinen nicht tragen…
…der Wasserweg ist nicht weit

Zurück an NESSAJAs Liegeplatz, wird unser unbenutzter und doch schon zwei Jahre alter 3D-Tender zum Waschzuber umfunktioniert. Das trifft sich gut, der hat den Winter in den Gummigebeinen und sollte ohnehin einmal sauber gemacht werden.

Erstmal einweichen…

Was hier so flott erzählt ist, zieht sich in der Realität ganz schön in die Länge. Ok, zugegeben, dazwischen ein wenig Smalltalk am D-Steg, ein Fachgespräch der „Mario-Connäktschn“, all das kostet auch Minuten – aber generell ist das Leinenwaschen für ELOWYN ein Tagwerk.

Weil wir das für uns so verstanden haben, läuten wir den Feierabend ein, verabreden uns mit der SAGITTA Crew zum „Abschiedsdinner“ und würden im „Persiana“ auch die Crew der NANA treffen – zusammen wollen wir Burger essen und uns ein Guinness genehmigen.

Guinness, Burger und coole 80th Musik – das „Persiana“

Der Eigner der NANA, Jens, wollte mich unbedingt kennen lernen und sich einen Abend lang mit mir, respektive uns, privat unterhalten.

Er ist Kunde der Marina, seine NANA galt über einige Wochen als „Problemschiff“ in unserer Werkstatt. Es gab viel Diskussionsbedarf. Hier konnte ich helfen, Sachse Jens und ich sprechen eben (fast) die selbe Sprache. Nachdem er jetzt mit seiner Crew in der Marina weilt, war dies eine gute Gelegenheit.

Herwig ist Crewmember der NANA, Österreicher wie unsere Freunde und ein aufgeweckter Typ. Es liegt für mich aber der Verdacht nahe, dass er schon ein wenig „vorgeglüht“ hatte – wie auch immer, der Abend wurde anstrengender je später er wurde. Irgendwann war mein Kopf voll und ich brauchte einen Break! Have a Break, have a…

…Speiseeis im Eispalast – der osterlich dekoriert ist

Zusammen mit Mario und Eva ließen wir den Tag bei „Repapis“ ausklingen. Schön war´s – morgen würden die Beiden die Leinen loswerfen, die Marina verlassen und auf Sommertörn gehen.

Es wird kein „Lebewohl“ sein, eher ein geschmeidiges „Auf Wiedersehen“, im Oktober, November kommen die neu gewonnenen Freunde zurück in die Leros Marina Evros.

Früh am nächsten Morgen geht es los für die SAGITTA…

Allzeit gute Fahrt

Wie die meisten Ableger, übertreibt es auch Mario nicht gleich am ersten Tag. Sie machen die Kurve bis nach Xirokampos und legen sich dort erstmal an eine der Bojen. Bis wir jedoch aus Deutschland zurück sind, wird die Dufour 38 Classic ihre Reise angetreten haben.

Diese Reise werden wir verfolgen – „noforeignland“ gibt uns die Möglichkeit.

Ah, da stecken sie also

Ich gehe zurück an mein heutiges Tagwerk, die Leinen von ELOWYN müssen getrocknet werden – doch wo? Der blaue Riese selbst ist noch nicht sauber, der Steg auch nicht…

Was tun???

NESSAJA muss herhalten! Doch reicht unser kleines Schifflein um die vielen Leinenmeter an der Reling zum Trocknen aufzuhängen?

Ein paar hundert Meter nach links…
…und den Rest nach rechts

Die Wartezeit bis die Leinen trocknen würden nutze ich, um Martin und Petra mit ihrer STENELLA einen Lagebericht bezüglich der Liegeplatzsituation am Stadtkai zu geben.

Ich weiß der Kai ist ziemlich voll, viele der Leros Segler liegen hier, um von den örtlichen Handwerkern ihre Schiffe repariert zu bekommen.

Ziemlich voll…

ZWEI Lücken sind noch frei! Eine davon steuert gerade Thomas mit seiner SIMPLY FREE an, ich helfe beim Anlegen und verabschiede mich – die Beiden treten ihren Sommertörn nach Nordgriechenland an.

Ich treffe Yo und Babis, ein kurzer Smalltalk geht immer. Auch Carola und Thomas sitzen geduldig auf Ihrer EMOTION und warten auf Giorgos, der noch eine Reparatur durchführen muss.

Die Beiden kennen wir aus dem MSF, wir waren erst gestern auf einen Kaffee zu Gast an Bord und haben uns die Dufour 485 angesehen – ein tolles Schiff. Ich habe bei dieser Gelegenheit auch einen Kauf abgeschlossen, den Thomas und ich vor Monaten im MSF vereinbart hatten…

Eine Scanstrut USB Steckdose für NESSAJAs Cockpit

Diese Steckdose könnte nützlich sein, treibt aber auch die Anzahl der Kleinprojekte auf unserem schwimmenden Zuhause in die Höhe. Im Mai werde ich nicht dazu kommen, aber ich gelobe – im Juni bekommt NESSAJA ein paar Manntage Zuwendung 😉

Dieser Kiste kann ich gleich noch einen Punkt hinzufügen. Ich muss den Deckel meiner Lenzpumpe im Cockpit ersetzen!

Bruch

Sibylle war so nett, mir eine Plastiktüte voller Katzenfutter ins Cockpit zu stellen. Zusammen mit dem anderen Krams, den meine Gattin dort stetig parkt, war dies leider des Guten zuviel – mein Versuch unser Niedergangssteckschott an den Hindernissen vorbeizuzirkeln misslang, mit dem schweren Schott hieb ich das Deckelchen entzwei – so ein Mist!

Mist deshalb, weil es Henderson nicht mehr gibt. Sie gingen in Whale auf – ich bezweifle, dass der Deckel einer neuen Whale auf eine alte Henderson Pumpe passt. Wenn ich nicht nur den Deckel umbauen könnte, dann wird dies ein Projekt…

Etwas missmutig erinnere ich mich an die, an der Reling hängenden Leinenmeter. Sie sind trocken, der Wind nimmt zu – ich muss diese abnehmen, bevor sie ins Wasser fallen.

Ein ganz schöner Haufen

Sibylle besorgt derweil alkoholfreies Bier (das gibt es) und Blubberwasser für unseren Freund Hans-Peter. Der wird während unserer Abweseheit ankommen und soll nicht Durst leiden.

Wir wissen, dass der Freund schon unterwegs ist, er hat seine Abreise bekannt gegeben und gefragt, ob er noch etwas mitbringen kann – DANKE dafür. Sibylle und ich freuen uns auf die beiden kessen Saarländer mit frischem Haarschnitt 😉

Hans-Peter und Merlin – bereits auf „der Bahn“

Während wir die Getränke auf die LIBERTÉ tragen, beobachten wir ein griechisch-komisches Beispiel an Arbeitstaktik.

Betonwürfel für die Muringketten müssen ins Wasser – wie löst man das? Man „schüttelt“ sie mit dem Gabelstapler von einer Palette! Laut platschend fallen die bleischweren Cuben ins Hafenbecken.

Die Palette gleich mit…
Blopp – Splash

Wir gehen duschen und freuen uns auf den Abend. Wir sind noch einmal mit Gabi und Gottfried verabredet. Die Beiden sind ja inzwischen angekommen, die HARMONY ist nahezu fertig um gekrant zu werden, es gab und gibt viel zu erzählen.

Am Ankunftsabend waren sie schon bei uns an Bord, um sich nicht umgehend selbst um Versorgung und / oder Mobilität kümmern zu müssen. Heute jedoch wurde uns eine Einladung zuteil, weil wir während des Winters ein wenig geholfen und unterstützt haben. Das nehmen wir gerne an, da inzwischen alle mobil sind, geht es nach Agia Marina ins „Metzes“.

Agia Marina im Licht der sinkenden Sonne
Ein schöner Ort – mit Blick auf die Burg
Das „Metzes“ versteckt sich in den Gassen des Ortes
Ihr wisst es ja – wir mögen dieses Lokal und die Betreiberfamilie

Wir haben viel zu diskutieren, es ist witzig und kurzweilig wie immer. Wir mampfen viel und genießen das gute Essen. Ein rundum gelungener Abend! Gottfried rief nach einer „Abrundung“ desselben und so führte unser Weg spät in der Nacht noch am Speiseeisparadies der Familie „Repapis“ vorbei.

Ja ich weiß, das wiederholt sich – aber es ist halt auch soooo gut!

Pretty in Pink

Morgen geht der April in seinen letzten Tag, Endspurt – der Wonnemonat wartet! Zufrieden sacken wir ins Bett…

Am Morgen des 30. April nehme ich mir vor, dass ich gleich nach dem Frühstück ein paar administrative Dinge erledigen würde.

Ich fahre zu unserer Chandlery um mich nach ALENAs Kühlschrankverdampfer zu erkundigen – keine Neuigkeiten! So einige ich mich mit Panos darauf, dass ich in der Mitte meines Deutschlandaufenthaltes diesbezüglich anrufe. Wenn er bis dahin einen Liefertermin hat, bestellt er, wenn nicht, dann bringe ich das Trum aus Deutschland mit – ich weiß heute schon, wie es ausgeht 😉

Danach messe ich die beschädigte Abdeckklappe meiner Bilgenpumpe aus.

Lochabstand und Außenmaße

Wenn das Glück mithilft, dann passt der Deckel der Whale 50 compact. Ich bestelle das Teil für lässige 54.-€ und versuche mich nicht aufzuregen. Dazu bestelle ich gleich die neue Klopumpe, auch diese kommt auf NESSAJAs Reparaturliste für Juni.

Last not least – Volker hatte auch noch eine „Kleinigkeit“! Er brauchte diese Tasche neu, die ist beim Hersteller vergriffen…

Nur schnell die Tasche

Das Problem für den Segelmacher war nicht das Schneidern der Tasche, die Herausforderung bestand darin, dass die Flanken und der Boden mit Plastikeinsätzen bewährt waren.

Woher solche Kunststoffplatten bekommen? Sotiris legt die Beschaffungsproblematik auf mich ab – da hat er aber die Rechnung ohne McGyver gemacht!

Reicht für alle Seiten

Ich kaufe einfach eine Kunststoffbox. Dieses Material ist leicht zuzuschneiden und die Größe reicht für alle Flächen der Tasche. Rasch noch einen Stoff ausgesucht – und schon liegt der Ball wieder im Spielfeld des Nadelartisten…

Bis in zwei Wochen!

Danach widme ich mich den Schlauchbooten. Mein Tender muss unbedingt mal wieder gereinigt werden…

Das Meer lebt – und der Boden meines RIB auch

Das war ein ganz schönes Geschrubbe, hat aber recht gut geklappt. Jetzt überlege ich, hier ein Hartantifouling zu streichen. Mal sehen was mir da einfällt.

Als mein Schnulli wieder schwimmt, kommt der Ersatztender der ELOWYN dran. Damit es ihm nicht genauso ergeht wie seinem grauen Bruder, will ich ihn für unsere Abwesenheit auf den Steg legen.

Gedacht – gemacht…

Gut angebunden – so liegt er gut

Passt! Das Schlachtfeld muss gereinigt werden, alles findet den Weg zurück in die Kisten und Sibylle und ich sind fertig.

Ich fahre noch zu „Moto Loukas“ und verschiebe meinen Termin für die GS. Ich wollte in meiner Abwesenheit die Antriebskette wechseln lassen, habe mich aber umentschieden und werde das machen lassen wenn ich wieder da bin. So müssen unsere Vehikel morgen nur sicher abgestellt und die GS abgedeckt werden.

Heute Abend gehen wir noch einmal mit Martin und Petra von der STENELLA essen, dann naht unsere Abreise.

Wir waren um 18.00 Uhr am Panteli Beach zu einem Aperitf verabredet, die Sonne erreichte den Strand noch…

Es ist einfach ein traumhafter Platz
Wir gönnen uns einen Ouzo und klönen eine Stunde

Drei halbwüchsige Gören baden. Sie gehen erst aus dem Wasser, als die Sonne hinter dem Hausdach verschwindet. Ich bin überzeugt, dass die Wassertemperatur nahe 20°C ist, die Badesaison startet, wenn wir aus Deutschland zurückkommen.

Wir leeren den Ouzo und gehen die paar Schritte in die Fischtaverne. Wir mögen das „Pirofani“, es ist beständig gut und das Ambiente stimmt.

Ein pittoreskes Umfeld
Ein einladendes Lokal – innen wie außen
Wir haben einen wunderbaren Platz

Das „Pirofani“ wartet mit einem neuen Team auf. Zwei junge Männer bedienen die Gäste an den Tischen, sie sind gewandt und sprechen gut Englisch. Es scheint, als hätte der Inhaber eine Lösung für das allgegenwärtige Personalproblem gefunden.

Der Chef selbst ist emsig und freundlich wie eh und jeh – wir sind gerne hier.

Es wird Zeit, die Meze und Hauptgerichte auszuwählen…

Was gibt die Karte her?
Pirofani Salat
Tagliatelle „Thalasso“

Wir speisen fürstlich, alles ist superlecker und sehr fein für das Auge drapiert. Es passt alles! Wir runden das Menü mit einem Espresso nebst Tzipouro-Begleitung ab. Jetzt ist der Tag perfekt.

So perfekt, dass wir auf den Besuch im „Repapis“ verzichten!

Wir verlassen das Lokal, die Stimmung ist zauberhaft. Wir genießen die Szenerie, während wir auf´s Taxi warten.

Panteli bei Nacht – Vorsaison

Martin lädt zu einem Absacker auf die STENELLA, welche in der Lakki-Marina liegt. Der Liegeplatzvertrag in unserer Heimatmarina läuft noch nicht. Wenn wir zurück kommen, wird die STENELLA bereits dort zuhause sein.

Wir klettern noch einmal auf das wunderschöne rote Schiff, um mit der Crew einen Gin-Tonic zu trinken…

Ein letzter Drink auf der STENELLA

Dann heißt es temporär Abschied nehmen – wir werden morgen allerhand zu tun haben, unsere Wege trennen sich bis Mitte Mai.

So also endet der Monat, der sprichwörtlich „nicht weiß was er will“. Ich wusste es in diesem Monat – unbeirrbar! Ich behalte NESSAJA, ich will und werde weiter auf ihr leben – bis auf Widerruf!

„I’m gonna make a change
For once in my life
It’s gonna feel real good
Gonna make a difference
Gonna make it right

I’m starting with the man in the mirror
I’m asking him to change his ways
And no message could’ve been any clearer
If they wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make a change“

Schauen wir kurz nach vorne in den Wonnemonat – was erwarten wir, was erwartet uns?

Wir fliegen gleich am Monatsanfang nach Deutschland um die Familie zu besuchen, es gilt zwei neue Enkelchen kennen zu lernen und die Taufe des einen zu zelebrieren.

Nach unserer Rückkehr ist Druck im Kessel – wir müssen ELOWYN zur Übergabe fertig machen. Tina und Volker kommen, um Urlaub zu machen. Dazwischen werden wir versuchen unsere Geburtstage gehörig aber im kleinen Rahmen zu feiern.

Bei ALENA muss ich den Motor reparieren und meine GS muss urlaubsklar gemacht werden.

Das klingt nach viel – ob wir das schaffen, erzählen wir im Maibericht 😉 Bleibt neugierig und folgt uns weiter.

Liebe Grüße von der NESSAJA Crew – Sibylle & Mario

Absacker auf STENELLA

März 2024 – The Eye of the Tiger

Ein Gassenhauer von Survivor aus dem Jahr 1982 wird Headline des Monats – und jeder, ich wette fast jeder, hat ein Bild vor Augen – das von Rocky Balboa…

Dies wäre mir fast ein bisschen zuviel Pathos für meinen bescheidenen Blog – doch diese eine Textzeile hat es mir angetan, sie trifft sehr gut die Gemütslage des Monats März 2024!

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Der Öltest treibt mich um – egal wie er ausgeht, er wird meine Zukunft beeinflussen. Bestätigt sich, dass Glykol im Öl ist, dann sage ich meinem Käufer ab und werde den Verkauf von NESSAJA auf unbestimmte Zeit verschieben. Ich habe bereits allen weiteren Interessenten abgesagt, der Mangel am Deck muss in jedem Fall behoben werden – uns stünde wohl noch eine geraume Zeit auf unserem schwimmenden Zuhause bevor – würde ich dann vielleicht auch an den Träumen der Vergangenheit festhalten?

Der März begann verhangen, entwickelte sich aber zu einem prächtigen Monat

Bei einem abweichenden Testergebnis würde ich wohl dort einsteigen, wo ich gegenüber meinem Kaufinteressenten um ein Einfrieren des Ist-Zustandes gebeten hatte. Das Verkaufsprocedere rund um NESSAJA liefe wieder an, der Gong zur zweiten Runde würde geläutet.

Obwohl meine „dreams of the past“ einst sehr facettenreich waren und beileibe nicht nur aus Segelreisen bestanden, müsste ich ein Stück weit loslassen. NESSAJA zu verkaufen, wäre für mich das Ende meines Engagements rund um das Fahrtensegeln – ich würde mich umorientieren.

Mein Bootsverkauf schien mir auf einmal sehr umständlich und kompliziert. Kam mir das in der Vergangenheit nicht immer so einfach vor? Liegt es an mir? An meinem Käufer? Ist das heutzutage immer so? Fragen über Fragen – ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich noch diesen Monat einen Bootsverkauf der Extraklasse erleben sollte…

Doch der Reihe nach!

Es hatte nachts geregnet, der Sandplatz der Marina war mal wieder aufgeweicht. Ich war auf dem Weg zu einem kleinen Katamaran, um für die Marina eine Reparatur zu erledigen – ich kam dabei an unseren Moppeds vorbei.

Sibylles geliehener Scooter hatte noch Pause, meine GS war augenscheinlich ok…
…bei genauerem Hinsehen erkennt man, wie Dreck und die Salzluft der Maschine zusetzen

Ich erkenne, dass ich auch für mein Motorrad einen Arbeitstag planen muss. Oder vielleicht gebe ich sie auch zu Loukas Zorzoy, der kann das! Das Material habe ich schon hier. Sobald der Sommer Einzug halten würde, lasse ich mein Bike herrichten – für unseren Urlaub auf Kreta muss die BMW wieder top in Schuss sein.

Ich grüble noch ein wenig über die beste Lösung nach, dann konzentriere ich mich auf meine Aufgaben auf dem kleinen Kat. Es war witzig, man musste für einen Teil der Reparatur in einen kleinen Schacht – ein Schacht der Größe, in dem mein Körper wohl kaum Platz finden würde, nicht mal so sehr wegen der Wampe, mehr wegen den Schultern…

Das Runde muss ins Eckige…

Ich kenne das Eignerpaar und wir suchen nach einer Lösung. Steve bietet sich an, er würde in den Schacht gehen – ich solle ihn anleiten. Ok, wenn er meint – gesagt, getan!

Das Schwarze an das Schwarze, das Rote an das Rote

Man denkt nicht, dass Crimpen so eine Herausforderung sein kann, aber wenn es jemand noch nie gemacht hat. Ich will es mal so beschreiben – wenn ich das Loch aufgeflext und dann wieder zulaminiert hätte, ich wäre schneller gewesen! Spaß hat es aber so mehr gemacht 😉

Der Rest des Tages dümpelt so dahin. Mein Highlight, das weiß ich jetzt schon, wird die Essenseinladung von Susanne und Marcus auf die DARKSYDE sein. Ich freue mich auf den Abend und bringe die Pflichten hinter mich.

Kurz bevor ich zu der befreundeten Familie schlendere, checke ich noch meine Vorräte – ist alles da, was ein Strohwitwer für den Tagesausklang braucht? Bier ist im Kühlschrank, check! Uns sonst???

Damit komme ich rum…

Ja, alles da! Also kurz unter die Dusche und dann von meinem Platz am Außensteg zur DARKSYDE geschlendert.

Marcus erwartet mich schon

Susanne hat gekocht – Gulasch und Nudeln. Das ist natürlich etwas, was ich im „SouVLakki“ nicht bekomme. Ich hatte das Vergnügen einer solchen Einladung ja schon einmal und kann mich noch sehr gut erinnern, wie gut das Gulasch schmeckt. Weil ich zudem für die Phase meines Alleinseins ja entschieden hatte, nur einmal am Tag zu essen, kam ich mit einem Bärenhunger! Aus diesem Grund und weil wir uns schon lange kennen, hielt ich es für fair, Susanne einfach mal zu fragen, ob sie „vielleicht ein paar Gramm mehr machen könne?“ Kann sie! 😉

Ah, ein Gaumenschmaus
Ich traue es mich gar nicht sagen – ich glaube, ich habe drei Teller gegessen

Es war ein herrlicher, kurzweiliger Abend. Ich mag es sehr, wenn sich aus Steg- oder Forumsbekanntschaften echte Freundschaften entwickeln. Das gelingt nicht immer, aber doch erfreulich oft. Hier ist es jedenfalls so, die drei sind mir wichtig!

Zufrieden und leicht angetrunken schlendere ich nach Hause. Wie immer gehe ich an dem Roller vorbei, den eine Vermietungsfirma vor Monaten vergessen hat.

Steht seit Monaten hier – Schlüssel steckt

Nachdem wir für Sibylle noch nicht fündig geworden sind, fasse ich mir diesmal ein Herz. Ich fotografiere die Kontaktdaten des Firmenaufklebers und schreibe ein eMail. Ich informiere, dass der Roller hier stünde und wenn man ihn nicht vermissen würde, dann hätte ich Interesse.

Die Reaktion war bemerkenswert – es gab nämlich KEINE! Das ist für Griechenland ungewöhnlich – normaler Weise würde eine sehr nette, dankbare Antwort kommen. Hier nicht! Nach zwei Tagen kam jemand, hat den Roller angekickt und ist weggefahren. Meine Mail wurde nie beantwortet…

Wir suchen also immer noch – zu diesem Zeitpunkt 😉

Wochenende – ein letztes Mal Wäsche waschen, danach würde ich auf die ELOWYN gehen und dort ein bisschen fleißig sein.

Ein freundlicherTag, eine leichte Brise – die Wäsche war rasch trocken

Auf der blauen Schönheit unserer Freunde aus der Oberpfalz, wollte ich einen Spülanschluss für die Klimaanlage einbauen. Ich mag das nicht, wenn man immer die Schläuche von den Fittingen nehmen muss. Zu groß ist die Gefahr, dass diese beschädigt werden.

Ich kaufe also alle Teile die ich benötigen würde und lege los.

Das sollte alles sein…

Meine These bestätigt sich – beim Abziehen des Schlauches sehe ich, dass es allerhöchste Zeit war. Die Prozedur hat in der Vergangenheit schon Schäden angerichtet.

Feucht und undicht als ich die erste Schlauchschelle entfernt habe
Nach Einbau des Anschlusses alles wieder dicht – funktioniert super!

Für die echten Techniker unter euch – ja, das Thema „Materialmix“ ist mir bekannt, leider bekomme ich die Teile mal wieder nicht in einer Qualität. Das ist ein Thema, welches man entweder mitnimmt und stetig beobachtet, oder man ersetzt die Teile später durch bestellte oder mitgebrachte, einheitliche Qualitätsausführungen.

Ein bisschen Tag war noch übrig, also ändere ich endlich die Position meines Tenders an der Backbordseite von NESSAJA. Ich denke schon lange, dass er in der Mitte besser hängen würde als vorne und ich habe auch bemerkt, dass die salzige Muringleine Scheuerränder am Schlauch hinterlassen hat.

Ein Fender hat dies behoben – jetzt liegt unser Schnulli sicher.

Dass ich das nicht schon früher so gemacht habe?!

Zum Abendessen habe ich mich abermals mit Marcus und Susanne verabredet. Sie wollen noch einmal ins „Gia Sena“ gehen, der einfachen aber authentischen Taverne in Lakki. Sie würden mit Lilly mit dem Auto kommen, ich fahre mit dem Mopped hin und warte auf sie.

Unscheinbar und einfach…
…aber gut und günstig – Griechischer Salat und Gigantes
Hähnchenroulade und Tigania Kotopoulo

Wir bestellen zusammen und alle Gerichte stehen in der Mitte. Wir essen, wie die Griechen es zu tun pflegen. Ich mag das! Am Ende wird die Rechnung geteilt oder jeder ist irgendwann mal dran. Irgendwie passt es immer. Es ist inzwischen amüsant zu beobachten, wieviele Menschen damit Probleme haben – meist aber ist es so, dass man, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, es nicht mehr anders möchte.

Marcus, Susanne und die kleine Lilly werden bald daraufhin Richtung Lipsi aufbrechen. Wir nehmen uns vor, uns häufig zu besuchen. Es gibt eine günstige und zeitlich optimale Fährverbindung.

Den darauffolgenden Sonntag widme ich den beiden „großen Dampfern“ die mir anvertraut wurden. Natürlich der Arbeitsliste an ELOWYN, darüber hinaus dem Kontrollblick auf EDINA. Hier habe ich die Situation soweit im Griff – bin aber froh, wenn ich nun bald die Verantwortung abgeben kann.

Feuchtigkeitswerte sind ok, aber laden die Batterien?
Ja, sieht gut aus

Wenn ich meinen Tag den beiden 60+-füssern widme, dann bleiben meist nicht mehr viele Stunden übrig – ich wurschtle häufig vor mich hin, bis die Sonne hinter den Hügeln von Lakki verschwindet.

Jeden Tag genieße ich die Stimmung

Danach husche ich unter die Dusche, auch das zu dieser Jahreszeit noch ein Vergnügen, weil die sanitären Einrichtungen meist sauber bleiben. Es ist schon ein bisschen was los in der Marina, aber insgesamt ist die Anzahl der Yachties noch überschaubar.

Danach geht es zum Abendessen – heute gibt es Pizza im „La Nostra“.

Ein Dinner für unter 20.-€ – das ist ok
Ich genieße es, mich um nichts kümmern zu müssen

Ich hatte ja letzten Monat schon von der Hallberg-Rassy 40 eines befreundeten Ehepaares erzählt, für die ich einen offiziellen Reparaturauftrag bekam. Hier ging es am Folgetag weiter – die Ankerwinsch war eingetroffen und ich wollte diese montieren. Leider ging dies auch hier nicht ohne Zusatzchallenges vonstatten.

Ich richte meinen Arbeitsplatz
Leider hat man auch hier das Nachfolgermodell in Form und Größe verändert – warum?
Schleifarbeiten waren nötig – wenigstens passt das Lochbild
Gestern gewaschen – heute versaut
Aber das Ergebnis überzeugt

Ich stehe mit dem Freund in täglichem Austausch, so ist er über den Arbeitsfortschritt informiert – ich meine zu merken, dass er den Service schätzt. Mit dieser Arbeit vergeht der Tag.

Abends bin ich abermals zu Gast auf einem anderen Schiff. Thomas und Paola haben zum Pastaessen auf die SIMPLY FREE eingeladen. Wir waren schon beim Nachtisch, als Sibylle ein Bild schickt und uns lange Zähne macht – bei ihr gibt es Schweinebraten!!!

An Schweinsi und a Hoibe Dunkles

Ich gebe zu, mit den Nudeln hätte ich das Battle vermutlich verloren, auch wenn diese echt lecker waren – aber ich konnte zumindest ein wenig mithalten, auch wir haben es uns gut gehen lassen und hatten einen sehr geselligen Abend.

Thomas, Paola und ich – zusammen mit Yo von der INDIGO BLUE
Wir waren ja schon beim „Dessert“

Draußen war es windig, das war vorhergesagt – keiner ahnte wie es sich entwickeln sollte…

Die Runde löste sich auf, wir zogen uns auf unsere Schiffe zurück und hauten uns auf´s Ohr. Der Ouzo zeigte Wirkung.

Am nächsten Morgen heulte der Wind im Rigg, es stimmte genau mit der Vorhersage überein.

25-30kts aus vornehmlich südlicher Richtung
30kts und auch mal stärkere Böen

Ungewöhnlich war, dass sich das Wetter verschlechterte und es zu regnen begann. Zudem hörte man Donnergrollen – aha, ein Gewitter!

Und dann ging es los…

Wirklich sintflutartiger Regen über etwa eine Stunde
63kts – im Peak 70kts!!!!

Ich war wach! Auch ohne Kaffee – trotzdem dürstete es mich nach dem koffeinhaltigen Gebräu. Aber wie machst Du Kaffee, wenn Du Schräglage im Hafen hast?

Sicherheit geht vor…

Da stelle ich die Filtereinrichtung lieber mal in die Spüle

Eine Stunde!! später war alles vorbei – ein wunderbarer Tag brach an, als wäre nie etwas gewesen. Von jetzt an sollte sich der März zu einem Frühsommermonat entwickeln (naja, fast).

Eine Stunde nach dem Gewitter
Ok, ein strammer Süd stand noch, aber der Himmel war blau

Ich ging zurück auf die Hallberg-Rassy der Freunde, um meine Arbeit an der Ankerwinsch durch die Montage des Motors zu vollenden – das war´s. Funktioniert alles, Problem behoben.

Der Ölfleck ist von der alten Winsch – Grund des Tausches

Danach ging ich auf ein weiteres Kundenboot – und als ich hier angekommen war, zeigte Zeus noch einmal sein Können. Ein weiterter Gewitterausläufer zog über Leros hinweg und brachte – HAGEL!

Ok, jetzt reicht´s aber…
…hielt nicht lang an
Zum Abend hin schon wieder Wetterberuhigung.

Inzwischen kamen mit jeder Fähre, mit jedem Flieger, neue Gäste der Marina an. Wir sind zwar noch weit weg von voll, aber langsam herrscht wieder etwas Betrieb. Der Run auf die Schiffe beginnt dieses Jahr früher als sonst.

Mit der BlueStar Fähre welche an diesem Abend ankommt, sollte auch Sibylle zurückkehren. Ich beobachte die Abfahrt der Fähre in Kos und weiß, dass Sibylle es an Bord geschafft hat. Heute Nacht kommt sie nach VIER Wochen Deutschland zurück auf die kleine Ägäisinsel Leros.

Gleich legt die Fähre in Kos ab

Natürlich warte ich auf sie und werde sie vom Hafen abholen. Dafür hat mir Thomas abermals sein Auto geliehen. Ich gehe etwas später als gewöhnlich ins „SouVLakki“ und beende eine lange Serie von Besuchen in meinem Lieblingsgrill.

Ein letzter Grillteller – zumindest für die nächsten Tage
Yammas – auf Sibylles Rückkehr! Mir fällt auf, ich muss zum Barbier

Nachts gegen 22.45 Uhr kommt der stählerne Riese, die BLUESTAR 2, in Lakki an. Sibylle steigt aus und hat, sehr zu meiner Überraschung, nichts gegen einen schnellen Ouzo im „Palma Café“ einzuwenden.

Die Fähre spuckt die Ankömmlinge auf die Insel

Danach fahren wir zu NESSAJA, stellen nur noch rasch das Gepäck ab und fallen todmüde ins Bett. Morgen ist auch noch ein Tag…

Bestimmt allerlei drin 😉 – auch für mich

Wir schlafen wie Steine, erst das Tageslicht holt uns langsam aus den Federn. Mein Tagesablauf ändert sich ab jetzt wieder – Sibylle führt das Regiment. Einmal im Salon umgedreht, die Arme in die Hüften und der Lieblingssatz, den ich so lange nicht mehr gehört habe – „Wir müssen heute…“

…aber nach dem Frühstück geht es SOFORT los!

Ich sitze derweil gemütlich in meiner Sitzecke und schlürfe meinen Kaffee. Sibylle hat mir die Pumpe für den Duschsumpf in NESSAJAs vorderem Bad mitgebracht, ich verräume diese und nehme es vorweg – diese Arbeit werde ich im März nicht erledigen. Ähnlich sieht es mit der Fertigstellung des Außenwasseranschlusses aus. Hier habe ich jetzt ebenfalls alle Teile, kann aber nur ein wenig daran basteln – die Finalisierung steht aus.

Danke Nader – das Telefon hilft mir sehr

Ich beschäftige mich aber sofort mit dem iPhone welches mir Sibylle mitgebracht hat. Mein altes Ersatztelefon war gebrochen, ich brauchte ein Telefon als Arbeitstelefon für meine griechische Karte. Nader konnte mir helfen und hat mir ein altes iPhone X überlassen – in so gutem Zustand, dass ich einen Moment überlegt habe es zu meinem Haupttelefon zu machen. Leider war der Speicher zu klein.

PIN? Welche PIN? Nader hat es nicht auf Werkseinstellungen gesetzt. Ich grüble und probiere – und yeah, ich kann die PIN erraten! Später sagt mir Sibylle, dass „…Nader ihr die PIN gesagt hat, habe ich völlig vergessen dir zu erzählen!“ Na toll…

Funktioniert bestens

Inzwischen war Sibylle mit dem Frühstück fertig. Wir zogen gemeinsam los und haben ein paar Schiffe besucht, auf denen ich zwar mit den Arbeiten fertig war, für Funktionstests jedoch eine helfende Hand brauchte. Ich hatte mir eine Art „Liste“ gemacht, Sibylle half mir jetzt, diese abzuarbeiten.

So hatte ich zum Beispiel eine Luke neu abdichten und einbauen müssen, konnte alleine aber keine Dichtheitsprüfung machen. Da war die Hilfe der guten Gattin gefragt und wertvoll.

Alles dicht

Trotz der Arbeitsliste, ließen wir es uns gut gehen und nahmen uns die Zeit für ein gemeinsames Eis. „Repapis“ hatte ja Betriebsruhe und just an dem Tag wiedereröffnet als Sibylle ankam. Ich hatte also ebenfalls eine Art Mangelerscheinung in Bezug auf Speiseeis – dies galt es zu ändern!

DAS ist Lebensqualität

Klar war auch, dass sich mein Essverhalten ändern würde, jetzt nachdem Sibylle zurück ist. Es wird wieder gekocht, Gemüse findet einen Platz auf dem Teller. Dies geht zu Lasten der Fleischportion – es gilt für uns Beide, wieder die richtige Balance zu finden.

Frisch gekocht – lecker! Das „SouVLakki“ wird mich vermissen

Nach dem Abendessen nehme ich mir sofort den Umbau des Trageriemens an Volkers Steiner-Fernglas vor. Ich musste bei der Bestellung den Fernglas Typ angeben, damit der Click Verschluss auch der richtige ist.

Leider ist auch Steiner nicht gefeit vor (unnötigen) Designänderungen – was mich das im letzten Monat aufgeregt hat! Ich muss also vom neuen Gurt die Clicker abmontieren und diese gegen die alten austauschen – zum Glück ging das Aufbiegen der Metallklammern relativ einfach und spurlos.

Die alten Gurtenden mit der Clickbefestigung sind montiert – sieht wieder gut aus

Was ich als Übertrag aus dem Vormonat noch schuldig bin – wie ging es mit meiner Heizung weiter? Nun, wir haben einen Lösungsansatz und inzwischen festgelegt, welche Teile dafür benötigt werden. Diese sind am Versandweg und werden hoffentlich im April ankommen. Den Umbau der Anlage und die Reparatur des Brenners nebst Kundendienst werde ich selbst vor Ort machen. Dies wird wahrscheinlich erst passieren wenn NESSAJA an Land steht. Bis dahin hält die Heizung hoffentlich durch – bis jetzt läuft sie gut und, nachdem ich sie zwei Grad höher gestellt hatte, auch relativ qualmfrei.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen – NESSAJA kam im März ein wenig zu kurz, sie macht uns aber auch kaum Kummer. Alles funktioniert, wir fühlen uns wohl auf ihr. Ich habe, das muss ich ehrlich sagen, ein wenig unterschätzt, wie sich das Arbeitsvolumen in der Marina zusammengeschoben hat – ich merke deutlich den Effekt, dass ich meine Pause von April bis Oktober angekündigt habe! „Kannst Du noch schnell…?“ höre ich fast jeden Tag.

Ein Thema bezüglich NESSAJAs Technik gab es aber – den neuen Öltest!

Diesmal mit NEUER Spritze und NEUEM Schlauch

Ich rapple mich recht rasch auf, ein weiteres Mal die notwendigen 50ml Öl aus meinem Volvo zu ziehen. Diesmal sorge ich auch dafür, dass die benötigten Daten richtig eingetragen werden, so dass keine unsinnigen Werte erfasst und noch unsinnigere Aussagen abgeleitet werden.

Ich mache alles versandfertig

Beim Test ist ein kostenloser Versand innerhalb Deutschlands dabei, doch wie kommt das Ding nach Germany? Ich mache ein Päckchen zurecht und bitte meinen Freund Gottfried von der HARMONY dies in München zu managen – er stimmt sofort zu.

Ich erwähne nur beiläufig, dass ein 500g Päckchen nach Deutschland für schlappe 33.-€ zu haben ist – egal, das war es mir wert, es muss für Klarheit gesorgt werden.

Der Versand dauerte rund fünf Tage, der Weiterversand mit UPS nochmals zwei. Der Test selbst wurde innert einem Werktag erledigt. So hatte ich – und da greife ich jetzt vor – nach etwa 10 Tagen mein Testergebnis in der Hand – NEGATIV! KEIN Glykol im Öl!

Was für ein Terz für Nix und wieder Nix – ich bin ein wenig stolz, dass mein Mechanikerwissen von Anfang an ausreichte, den ersten Test anzuzweifeln. Gleichwohl war ich genervt von dem Zirkus.

Für mich war´s klar – Theorie vs. Praxis 0:1

Was bedeutet das jetzt? Nun, ich melde mich etwas später bei meinem Käufer. Ich signalisiere, dass wir jetzt am letzten Sachstand anknüpfen können. Die Beiden haben sich gefreut, waren erleichtert, gleichwohl merke ich, dass der erste Hype um den Kauf abflacht – wir schreiben viel, haben aber durch die Konstellation wenig Handlungsspielraum. Ich bin gespannt wohin sich das entwickelt – wir haben ja noch über 100 Punkte einer Kontrolliste abzuarbeiten, darunter Bretter wie den Wassermacher, den Generator und das Unterwasserschiff – das kann dauern.

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Ok, es sind noch Dinge für die ELOWYN einzusteuern – wie läuft es eigentlich mit den Polstern für den WILLI?

Läuft

Sotiris hat mit der Arbeit begonnen und verspricht, dass er fristgerecht fertig ist. Das klingt gut. Wir fahren zurück in die Marina und gehen zu Hans-Peters LIBERTÉ, da uns der Freund aus dem Saarland gebeten hatte ein Maß abzunehmen – das tun wir gerne!

Auf den ersten Blick alles in Butter auf´m Kutter
Ok, ein Fender ist hochgeploppt, das korrigieren wir

Wir nehmen das Maß für die Beschriftung ab und wenn wir schon einmal hier sind, dann sehen wir auch innen schnell nach dem Rechten – und das war gut so!

Maß für die neue Beschriftung – hier war die Welt noch in Ordnung…
…wenige Sekunden später schon, war sie aus den Fugen geraten

Schon beim Öffnen des Steckschotts stieg uns der bekannte Muff von Schimmel in die Nase. Ein genauerer Blick ergab, dass ein paar Holz- und Stoffteile befallen waren.

Glücklicher Weise nur alte, relativ wertlose Dinge, die ich nach einem Telefonat mit Hans-Peter entsorgen durfte. Doch woher kam das???

Wasser im Schiff, Feuchtigkeit zu hoch – wie bei EDINA

Wir haben dem Freund Bericht erstattet, ihm angeboten am Folgetag das Problem zu beseitigen. Heute war keine Zeit mehr, wir waren verabredet. Ich lege also noch seinen Öltest ab, diesen hatte ich für ihn mitbestellt – er will es wissen! Dann schließen wir LIBERTÉ ab und gehen zurück auf NESSAJA…

Hoffentlich hat er mehr Glück damit als ich

Gegeneinladung! Paola und Thomas haben sich in Sibylles Abwesenheit rührend um mich gesorgt. Vielleicht war es auch nur Zufall, aber ich wurde auffällig oft zum Essen oder gegebenenfalls auch nur auf einen Drink geladen. Auch bei sonntäglichen Tavernenbesuchen wurde ich immer irgendwie berücksichtigt – sie haben an mich gedacht und darauf geachtet, dass es mir an nichts fehlt. Das hat mich sehr gefreut! Klar, dass ich mich, wir uns, dafür revanchieren!

Sibylle lädt also zum Lasagneessen an Bord von NESSAJA – ein riskantes Spiel, wenn man bedenkt, dass Paola Italienerin ist!

Wir haben uns auf die Beiden gefreut
Auch von Paola mit Prädikat versehen 😉
Beim „Dessert“ waren wir phantasielos – und zahlen mit gleicher Münze heim 😉

Am darauffolgenden Tag lösen wir unser Versprechen ein und retten LIBERTÉ davor, dass der Schimmelpilz sie zuwuchert – dafür muss als erstes das Wasser raus! Ich verschaffe mir also Zugang zur Lenzpumpe – dachte ich…

Der Sitz verdeckt die Klappe zur Pumpe – leider ist er verschlossen
Hans-Peter beteuert – „…einer davon muss es sein!“

Ich suche das mir fremde Schiff nach einem passenden Schlüssel zu der Klappe ab, welche mir den Zugang zur manuellen Lenzpumpe verwehrt. Ich merke, dass auch Bavaria relevante Bauteile an dumme Orte verbauen kann! Trotz der verzweifelten Versuche meines Freundes Hans-Peter am Telefon, mich bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu unterstützen – es findet sich kein passender Schlüssel.

Gott sei Dank habe ich einen Universalschlüssel!

Der erste Einsatz für meine Akkuflex – und schon hat HP ein neues Schloss auf seiner Einkaufsliste

Wir haben das gleiche Spiel – in verkürzter Form – nochmals mit dem Pumpenschwengel für die Lenzpumpe getrieben. Wo könnte dieser sein??? Um dies abzukürzen habe ich lieber rasch den von NESSAJA geholt…

Jetzt hieß es pumpen – viele Male…
…was da so rauskam! Sowohl Konsistenz wie auch der Geruch der Plörre waren ekelhaft

Nachdem der Dreck erst draußen war, war es ein Leichtes, für eine relativ saubere und vor allem trockene Bilge zu sorgen. Wir haben dann auch noch gefunden, woher das Wasser in der Bilge kam – es hatte sich in einem Unterschränkchen der Pantry gesammelt und ist schließlich ganz banal übergelaufen. Es waren richtig große Mengen, man unterschätzt, wieviel es hier im Winter regnen kann!

Auch diesen Küchenkasten haben wir trocken gelegt.

Bilge – wieder ok!
Ich putze den Kasten aus und lege ihn trocken
Auch hier etliche Liter

Die Ursache ist bekannt – Hans-Peter weiß, dass eine Relingstütze undicht ist und hat auch schon Abdichtungsversuche unternommen. Diese haben wohl nicht gefruchtet – dazu eben die falsche Einschätzung der Regenmenge. Das reicht aus, um für nicht unerhebliche Probleme zu sorgen. Wenn dann niemand nach dem Schiff schaut, kehrt man in eine Schimmelhöhle zurück!

Ein paar Teile müssen wir noch entsorgen – dann ist die Gefahr gebannt

Da ich jetzt um das Problem auf LIBERTÉ weiß, kann fast nix mehr passieren. Ich wiederhole die Prozedur noch zweimal, jeweils nach kräftigen Regenfällen. Ab April dürfte das Risiko drastisch reduziert sein. In jedem Fall lüften wir ab und an, um den Muff rauszubekommen, bevor die Freunde zurückkehren.

Nach dem Stress war eine Belohnung angesagt!

Sibylle und ich probieren Softeis – setzt sich aber nicht durch

Ich habe heute ohnehin etwas zu feiern – das Eis war also doppelt verdient. Wusstet ihr, dass es einen „Mario-Day“ gibt? Seht ihr, man lernt nie aus! Ich werde diesen in Zukunft anstelle des mir vorenthaltenen Namenstages feiern!

Wo dieser „Mario-Day“ seinen Ursprung hat? Na, könnt ihr euch das nicht denken?

Kein Witz – gibt´s wirklich

Der Tag klang ohne weiter erwähnenswerte Begebenheiten aus. Am folgenden Morgen wurde es jedoch spannend für mich – der Tankwagen kommt! Das ist insofern „aufregend“, weil damit auch die Verbrauchsmessung unserer Heizung einhergeht. Der Winter neigt sich dem Ende zu, der Kraftstoffstand ist niedrig, wir wollen wissen, was die Eberspächer bisher verbraucht hat!

Die Jungs von der BP füllen bestes Ultimate Diesel in meinen Tank

Hm, er hört nach 150 Liter auf. So wenig nur? Ich bitte, den Tank voll zu machen, doch er hatte nur 150 Liter im Auto – ich hätte doch gesagt „…so um die 150 Liter“. Ja, stimmt aber das kann doch heißen, dass es auch ein paar Liter mehr sind! Er nickt freundlich, kassiert und fährt von dannen – er hat nunmal nicht mehr mitgenommen.

Na super! Ich WILL vollmachen, ich will wissen, was meine Heizung verbraucht hat! Ich nehme also meinen 10 Liter Kanister und fahre zur Tankstelle, und nochmal, und nochmal…

Womit ich nicht gerechnet habe – ganze SECHS Mal fahre ich, bis der Tank voll ist. Die Heizung hat sich von Ende Oktober bis Mitte März 207 Liter gegönnt. Das liegt etwa auf Vorjahresniveau bei einer Heizdauer von etwa vier Stunden pro Tag. Unsere Heizkosten pro Jahr somit etwa 400.-€, wenn man das Nachtanken zum Ende der Heizsaison schon mitrechnet.

Der Tag ist freundlich – was steht heute an?

Sehr windig – aber sonnig und durchaus warm
Sibylle geht mit Romina spazieren und bringt ein Frühlingssträußchen mit

Ein Päckchen trifft für mich ein! Ich habe für die Hallberg-Rassy, an der ich die Ankerwinsch gewechselt habe, noch einen Fußschalter benötigt. Dieser ist ein HR Spezialteil, welches man aber noch in Schweden kaufen kann. Da solche Bestellungen über die Marina schwierig und langwierig sind, habe ich das Teil für den Freund auf eigene Kosten bestellt – wir würden abrechnen.

Ja, was soll ich sagen – das können die Männer aus Ellös! Perfekte Teileversorgung und Expressversand von SE nach GR innert vier Tagen – perfekt!

Die Werft mit dem perfekten Service

Ich nehme mir also vor, meinen Tag mit dem Einbau des Schalters auszugestalten. Das gelingt recht gut und schon kurze Zeit später ist das wertige Teil montiert. Der Funktionstest ist positiv – auch an diese Aufgabe kommt ein Haken!

Sieht schick aus – ist aber mit Gold aufzuwiegen

Der Preis? Der Gentleman schweigt – aber Faktor 10 zu „Normalbooten“ kommt der Sache nahe.

In guter Stimmung lassen wir den Abend zusammen mit Heribert und Romina im „Metzes“ ausklingen. Dem neuen Lokal in Agia Marina, welches sich in unsere Top-Five Liste geschlichen und dort etabliert hat.

Zuverlässig gut und eine nette Location

Am nächsten Tag gibt es wichtige Abstimmungen bei Giorgos zu machen. Der Geräteträger ist fast fertig, es muss entschieden werden, wie er an die existierenden Poles für die Random Antenne und den Windgenerator angebunden wird.

Der Träger wirkt jetzt schon mächtig!

Die Struktur ist festgelegt, ein paar Streben fehlen noch

Wir entscheiden uns für einen Schraubflansch, die jeweiligen Gegenstücke werden sowohl mit den Poles, als auch mit dem Träger verschweißt. Der Vorteil ist, dass man den Träger somit abmontieren kann, auch ist er leichter zu montieren, als wenn man versuchen würde ihn direkt anzuschweißen.

Der Nachteil – es ist etwas aufwändiger und die Schraubflansche fallen auf, obwohl das bei ELOWYN kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem macht es Sinn, die gesprochenen Worte noch mit einer Skizze abzusichern, dann sind wir uns einig.

Die Flansche lieber auf halber Höhe

Wir kommen gerade noch rechtzeitig zurück in die Marina, bevor uns ein kräftiger Regenguss heimsucht. Es prasselt auf unser Dach und die Tropfen ziehen den Meeresspiegel komplett flach – eine schöne Stimmung.

Es ist freundlich, obwohl es wie aus Kübeln gießt
Wir sitzen geschützt unter der Sprayhood, die ihrem Namen mehr als gerecht wird

Was machst jetzt mit so einem angebrochenen Nachmittag? Wir ziehen uns auf eine Art „Feierabendbier“ zu unseren Freunden auf die STARLIGHT III zurück. Auf dem Katamaran sitzt es sich einfach sehr gemütlich.

Klar, wir kommen gerne rüber

Romina und Heribert sind ein maltesisch-deutsches Paar, Romina ist die „Kommunikationsbeauftragte“ an Bord und hat mich letztes Jahr über die Seglerplattform „No foreign land“ kontaktiert. Wir haben die Beiden mögen und schätzen gelernt, es hat sich eine Freundschaft entwickelt.

Die Frauen gehen oft zusammen wandern, Heribert und ich arbeiten auf den Schiffen und tauschen uns gerne bei einem Glas Gerstensaft aus. Heribert ist Münchner, wir sind auf einer Wellenlänge.

Romina reicht Nüsslein zum Bier…

Die Gefahr des „Festsitzens“ droht

Als wir die paar Meter zurück zu NESSAJA gehen um zu Abend zu essen, geht die Sonne schon spektakulär hinter dem Berg der Lakkibucht unter. Ein schöner Spätnachmittag – ein Nachmittag mit einem Hauch von Wehmut. Die Freunde werden morgen die Marina verlassen.

Spektakuläre Szenenerie

So kam es, dass wir am nächsten Morgen Gewehr bei Fuß standen um beim Ablegemanöver der STARLIGHT III Leinenarbeit zu leisten. Ein letztes Winken – dann waren die Beiden ausgelaufen und hatten somit ihre Saison gestartet – obwohl, zunächst ging es ja nur um die Ecke nach Xirokampos, wir wollten noch einmal zusammen im „Trexantiri“ essen.

Ein „Lebewohl“ für die Freundin
Die Leinen gehen über…
…und weg sind sie

Sibylle und ich hatten weiter auf ELOWYN zu tun. Es waren heute nur Kleinigkeiten und Giorgos brauchte ein paar Maße. So war unser erster Weg der zum blauen Boliden…

Alles ok, auch der Kratzer wurde inzwischen beseitigt
Ich nehme das Maß und sende es an Giorgos

So waren wir rasch durch mit den Pflichtaufgaben und hatten ein bisschen Luft – was also tun? Wir erinnerten uns, dass das Rollerthema noch offen war. Sibylle würde den geliehenen Scooter bald zurückgeben müssen und wäre dann nicht mehr mobil. Sie hat außerdem Freude am Roller fahren gefunden.

Es hat sich nichts Neues aufgetan – also verabreden wir uns noch einmal mit Tasos, um den gebrauchten 50er anzusehen, den ich bereits an ihrem Abflugtag ausgeschlossen hatte – in der Not frisst der Teufel Fliegen.

Ein bisschen Zeit hatten wir noch, so fuhren wir am Weg bei Loukas vorbei, um dort auch das Angebot an neuen Flitzern anzusehen…

Ein „Motron Breezy 50“

Sibylle denkt 100% rational und defensiv. Für sie ist bereits der Gedanke einen neuen Roller zu kaufen ein Abenteuer und Wagnis. Mehr als das absolut Notwendige ist per se unnötig.

Ich sage, dass haben besser ist als brauchen und rate zum etwas teureren Piaggio 125er, der neben mehr Leistung auch etwas mehr Renommee besitzt, er ist der Scooter mit einem besseren Markenimage.

Piaggio Liberty 125 – die beliebteste Rollermarke

Weder Steuer noch Versicherung dürften ein Ausschlusskriterium sein. Der 125er ist zwar teurer im Unterhalt, aber nur marginal. Wir lernen, dass man zur Zulassung beider Varianten eine griechische AFM braucht, die persönliche Steuernummer. Fahren darf Sibylle den 125er auch, sie hat die Gnade der frühen Geburt und einen Autoführerschein vor April 1980.

Am Ende ist die Anschaffung um 1.000.-€ teurer…

Gedankenschwanger sehen wir uns bei Tasos den Gebrauchtroller an, die Elektrik der Armaturen spielt verrückt und Sibylle findet keinen Gefallen an dem Gefährt – ich fühle mich bestätigt, der ist nun aber tatsächlich erledigt. Eher unüberlegt bietet Tasos uns seine eigene Honda 125SH an, zwei Jahre alt, Topzustand und für 2.000.-€ – wir sagen sofort zu! Tasos muss plötzlich noch einmal überlegen.

Weil wir schon in Kamara sind, sehen wir gleich bei Giorgos vorbei.

Der Träger ist, bis auf die Adapterplatten, fertig

Auf dem Rückweg beschäftigt uns das Thema Roller. Wir stoppen im „La Palma“, kaufen uns einen Ouzo und diskutieren. Ich vertrete meine Meinung zum 125er, das darf ich jetzt, weil Sibylle ja auch bei Tasos´ Honda zugesagt hat bzw. hätte.

Sibylle selbst bejammert das Geld, welches der Piaggio kosten würde. Wir vertagen die Entscheidung, da wir ja sowieso warten wollen, ob Tasos seine Honda nun verkauft oder nicht.

So wird es relativ schnell Abend. Nichts wie ab nach Xirokampos, hier waren wir ja zum Dinner verabredet.

Das „Trexantiri“ ist ein nettes Fischlokal im Süden von Leros
Die STARLIGHT III Crew liegt vor Anker – wir kamen mit der GS
Erst Meze, dann Schwertfisch Filet mit Skordalia, dem Kartoffel-Knoblauch Pürree

Ein wunderschöner Abend liegt im Kielwasser. Wir verabschieden uns und jeder zieht sich in sein Zuhause zurück. Noch bleibt die STARLIGHT III in der Nähe, wir werden uns noch das ein oder andere Mal treffen – aber in wenigen Tagen schon heißt es Abschied nehmen. Es könnte ein Abschied für immer sein, einer der nahe geht – wir mögen Romina und Heribert.

Der kommende Tag vertreibt jegliche Art von Trübsal – wir machen einen Ausflug! Marcus von der DARKSYDE ist mit der Familie auf Lipsi und hat eine ideale Fährverbindung entdeckt. An einem Tag hin und wieder zurück! Das machen wir – ein Sonntagsausflug auf die Nachbarinsel!

Der Wecker klingelt früh…

Gähn – der kleine Zeiger nach der 6, der große nicht ganz auf der 6…
Frühstück – unterschiedliche Schwerpunkte

Wir verlassen NESSAJA und schleichen über den Steg. Wir wollen Cierán, unseren irischen Nachbarn, nicht wecken. Der Spruch mit dem frühen Vogel schießt uns in den Kopf, der kann uns heute mal! Nicht mal die Sonne ist aufgegangen…

Wir lassen NESSAJA zurück, der Tag wirkt noch grau
Leise und mit kleinem Gepäck gehen wir zu meinem Motorrad

Mit der GS fahren wir zum Fähranleger um unsere Tickets zu kaufen. Für rund 6.-€ pro Person bringt uns die kleine Fähre auf die Nachbarinsel. Das Motorrad muss diesmal hier bleiben, für Mobilität auf Lipsi ist gesorgt.

Wir sind mutterseelenalleine – Sibylle kauft die Tickets
Etwas später kommt der betagte Zubringer – eine Handvoll Leute steigen ein
Nach einer Stunde kommen wir in Lipsi an

Wir kommen um kurz nach 08.00 Uhr an und Marcus holt uns nebst Familie am Fährkai ab. Sie haben bereits den Roller von Marcus für mich parat gestellt. Sibylle reist mit Susanne und Lilly im Suzuki Samurai über die Insel, Marcus reitet seine alte Honda.

Zuerst gönnen wir uns ein tolles Frühstück in der unter Seglern bekannten Bäckerei von Lipsi – ein guter Start in den Tag. Dann beschließen wir, zunächst Marcus Baustelle anzusehen. Abermals fahren die Damen mit dem SJ, die kleine Lilly entscheidet diesmal aber, mit ihrem Papa Mopped fahren zu wollen – ich bin wieder mit der Piaggo Medley unterwegs, ein tolles Gefährt.

Lipsi mit dem Roller – immer dem Freund hinterher…
…der saust mit der kleinen Prinzessin voran

Wir gönnen unseren Frauen eine Verschnaufpause, die sie mit einer Flasche Prosecco am Vormittag nutzen, wie wir später erfahren. Wir selbst machen eine Inseltour, weniger zu touristischen Zwecken, mehr um einen Eindruck der Immobilienlage auf der kleinen Nachbarinsel zu bekommen.

Marcus´ Grundstück nahe des Hauses – hier kann man neben den Obst- und Olivenbäumen auch etwas anbauen

Wir unterhalten uns dabei über unseren Lebensabend – klingt komisch, ist aber so. Irgendwann machst du dir einfach Gedanken wie du alt werden willst, vor welcher Hausbank du sitzen willst. Marcus und ich sind uns einig, aus heutiger Sicht bieten diese kleinen Ägäisinseln auf denen wir uns bewegen eine einladende Lebensqualität.

Wir setzen unsere Fahrt fort, er zeigt mir Häuser die zum Verkauf stehen, wir quatschen. Ich erlangen einen weiteren, neuen Eindruck von Lipsi.

Natürlich fahren wir auch an den vielen kleinen, typisch griechischen Kapellen der Insel vorbei.

Von Kapellen wie dieser gibt es auf Lipsi Dutzende

Wir hatten so im Vorbeifahren viele Häuser gesehen. Die Luft war ein wenig raus, wir beschlossen zurück zu Susanne und Sibylle zu fahren. Inzwischen war es Mittag, Marcus hat zum BBQ geladen.

Ein letztes Mal ruft mir Marcus unterm Fahren zu – „…und das ist auch zu verkaufen, geht günstig her!“ QUIEEEEETSCH – ich bremse. Ein kurzes Hupen um meinem Freund mein Stoppen zu signalisieren. Der dreht um fragt was los sei…

Hier an der Straße stoppen wir (Kopf nach rechts)
Der Ausblick (Kopf nach links) – man sieht Arki und etwas weiter nach links bis Patmos

Ich sage zu ihm, dass dieses Haus das ist was ich suche. Wir steigen ab und schleichen über das offene Grundstück des leeren Hauses. Das Grundstück ist groß genug, das Haus selbst renovierungs- aber nicht sanierungsbedürftig, große Terrassen auf beiden Seiten. SO muss mein Haus aussehen, SO will ich wohnen, wenn ich nicht mehr auf einem Schiff lebe!

Die Terrasse zum Garten
Die Einfahrt und die vordere Terrasse

Aus seinem früheren Berufslebenheraus, hat Marcus eine Art entwickelt Dinge zu beschreiben, als ob du sie gleich kaufen kannst und auch solltest – ich weiß das und kann ihn einschätzen. Trotzdem hörte es sich an, als sei ich einen Handschlag vom Hauskauf entfernt.

Ich sage zu ihm – „…kümmere Dich drum – wenn ich es zu dem von Dir erwähnten Preis bekomme, dann kaufe ich es! Ich meine es ernst, ich kaufe es!“

Er greift zum Hörer und telefoniert ein wenig herum. Leider ist es dann doch nicht so klar wie erhofft. Die Besitzerin weiß gerade nicht ob sie wirklich verkauft, vielleicht nächstes Jahr, vielleicht für ein wenig mehr Geld. Das gleiche Spiel wie immer. Ich sage zu ihm, dass wir dranbleiben sollten, weiß aber, dass das Traumhaus in diesem Moment unter der Kategorie „eines von vielen“ abzulegen ist.

Immerhin – ich weiß jetzt, dass ich es noch kann – schnell entscheiden wenn mich etwas überzeugt! Eines Tages…

Am Rückweg fahren wir am Hafen vorbei.

Auch hier – typisch griechische Gelassenheit, man werkelt an den Booten

Wir sprechen noch über Optionen, sich auf der kleinen Insel ein wenig zu engagieren. Ich erfahre, dass für Motormechaniker, besonders im Bereich Außenbordmotoren, ein großer Bedarf besteht. Das klingt interessant.

Dann fahren wir zurück zum Haus, trinken mit den Damen noch ein Gläschen Sekt und Marcus startet den Weber, den er aus Deutschland mitgebracht hat.

Da kann unser kleiner Cobb nicht mithalten

Susanne hatte fleißig eingekauft, wir hatten alle einen Bärenhunger und Marcus und ich hatten viel zu erzählen – unter anderem, dass ich (fast) ein Haus gekauft habe. Sibylle bekommt kurz Schnappatmung, ein Gläschen Prosecco lässt sie aber wieder regelmäßig Luft holen.

Wir erzählen die ganze Geschichte – blumig, bebildert, gestikulierend. Währenddessen brutzelt das Grillgut auf der deutschen BBQ Station…

Sieht gut aus – dazu Salat, klar…

Nach dem Essen sind wir alle etwas müde. Das frühe Aufstehen, die Umtriebigkeit, sicher auch der volle Wanst, tun das ihre. Man nennt das Freßkoma, denke ich. Wir gönnen uns eine kurze Siesta,

Ich liege in der Sonne und träume von meinem Haus

Diese Pause tat gut und war mehr als nötig, denn jetzt kommt Lilly auf den Plan. Heute wird Fasching in Lipsi gefeiert und die Kleine fordert ihre Teilnahme ein.

So wird aus Lilly der Prinzessin im Handumdrehen eine Hexe mit Besen und Zauberstab. Wir üben noch allerhand Zaubersprüche, um das Kind, Verzeihung, die Hexe, auf ihren Einsatz vorzubereiten.

Und dann geht´s los! Ich liebe Fasching! Wer mich kennt weiß das! (Ich hoffe, man kann den Ironiemodus wahrnehmen)…

Tief Luft holen….
…trööööööööööööööt

Sibylle und ich machen jeden Klamauk mit. Die Kleine freut sich und albert mit den anderen Kindern herum. Auch für uns ist es irgendwie interessant, auch wenn wir aus tiefstem Herzen Faschingsmuffel sind. Wir bekommen so etwas vom Leben auf der deutlich kleineren Nachbarinsel mit – hier leben nur etwa 800 Menschen.

Karneval 2024 – sehr lustich
Wie lang dauert´s noch?

Wirklich sehr lustig fand ich die Idee einiger junger Paare aus Lipsi. Die etwa 18-20 Jahre alten jungen Frauen und Männer haben Rollen getauscht – die Mädels kamen als Kerls und ihre Macker als deren Weiber – HERRLICH! Die Leute haben sich auf die Schenkel geklopft – leider konnte ich kein Bild erhaschen.

Irgendwann setzte sich der „Umzug“ in Gang und marschierte durch den ganzen Ort.

Der Marktplatz als Feiermeile
Der Pulk zieht feiernd durch die Gassen von Lipsi Ort
Dann geht es wieder zurück Richtung Hafen

Am Hafen steigen wir aus. Wir setzen uns noch einmal ins Café um einen Nachmittagscappu zu trinken. Dazu, selbstverständlich, ein süßes Teilchen.

Wir quatschen noch viel, lassen den Tag noch einmal an uns vorbeiziehen – ein herrlicher Tag mit einigen wichtigen Erkenntnissen. Nahtlos gehen wir von Cappuccino zu Ouzo über. Dann war es soweit, der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die Uhr ruft gnadenlos zum Aufbruch.

Eine letzte Fahrt mit der Piaggio zum Fähranleger
Dort warten wir – bei einem wirklich allerletzten Ouzo – auf die Fähre
Die uns pünktlich nach Leros zurück bringt

Ein schöner Tag, ein anstrengender Tag – wer Sibylle kennt weiß, dass sie dazu neigt jetzt in sich zusammenzusacken. Die einkehrende Ruhe, die warme Heizluft in der Fähre, die Müdigkeit zerrt an einem…

„Halloooo Hasi! Nicht einschlafen…“

Ich labere auf meine Gattin ein und versuche sie so wach zu halten. Das Thema „Beinahe-Hauskauf“ ist dafür sehr gut geeignet.

Warum mache ich das? Warum lasse ich sie nicht einfach etwas pennen? Weil wir noch eine Verabredung haben! Ich will, nein, ich muss sie auf Drehzahl halten!

Heute ist St. Patrick´s Day – wir sind im Biertempel von Leros, dem „Persiana“, auf ein Guinness verabredet – mit der Crew der STARLIGHT III – Romina und Heribert kennt ihr ja schon.

Gleich sind wir da

Die Fähre spuckt uns aus und wir gehen die paar Schritte zu unserer GS. Ohne Pause fahren wir zum „Persiana“ um die Freunde dort zu treffen. Wir haben unsere Ankunftszeit per Kurznachricht mitgeteilt.

Sibylle jammert – „…aber nur noch eines“
Aus einem wurden zwei – dann war es genug (ich sehe schon alles etwas verschwommen)

Als wir zurück auf NESSAJA sind, war es gar nicht so spät, vielleicht 23.00 Uhr – aber wir waren geschafft! Klar, ein paar Bier, das viele Essen, die vielen Stunden und immer unter Strom. Wir haben nicht mehr viel geredet, auch ich nicht, sondern sind sofort und ohne Umweg über LOS ins Bett. Ein langer, aber toller Tag liegt hinter uns – und für morgen ist keine Pause in Sicht!

Denn heute ist in Griechenland „Clean Monday“!

Die Internetseite „sea-by-bus“ schreibt dazu wie folgt…

„Clean Monday“ (Kathara Deftera) wird von den griechischen orthodoxen Christen zu Beginn der 48-tägigen Fastenzeit vor Ostersonntag gefeiert. Er ist ein beweglicher Feiertag, der häufig mit dem Frühlingsanfang verbunden ist und eine lange Reinigungszeit des Körpers und des Geistes symbolisiert.

Der saubere Montag ist in Griechenland ein Feiertag und wird meistens mit Familie und Freunden im Freien gefeiert. Manche Leute essen in einer Strandtaverne, aber die meisten kochen lieber die Tagesspezialitäten zu Hause. Nach den Fastenregeln werden spezielle köstliche vegane Mahlzeiten vorbereitet. Zum typischen Sauberen Montags-Menü gehören Lagana, ein flaches, oval geformtes Brot, Taramosalata-Dip, Meeresfrüchte wie Krake, Tintenfisch, Garnelen und Muscheln, Fasolada, eine Bohnensuppe, Dolmaden, Oliven und die Süßspeise Halvas.

Griechen feiern diesen Tag am liebsten mit Outdoor-Aktivitäten und Picknicks. In ganz Griechenland finden Festivals mit Musik, Essen, Tanzen und bei schönem Wetter mit Drachenfliegen (HARTAETOS) statt.

Jung und Alt, Familien und Freunde gehen aufs Land oder an den Strand und versuchen, einen bunten Drachen steigen zu lassen. In der Vergangenheit waren die Drachen vom Vater oder vom Großvater der Familie gemacht. Auf diese Weise wurde die Kunst der Drachenherstellung von einer Generation zum anderen weitergegeben. Heute kaufen die meisten Leute einen Drachen, anstatt ihn selbst zu basteln.

Durch das Drachenfliegen wollen die Griechen mit Gott kommunizieren. Und je höher der Drachen fliegt, desto näher kommt die Person an Gott. Der Drachen trägt den menschlichen Geist und bringt ihn dem Schöpfer näher, und Christen glauben, dass ihre Seele neben Gottes Seele sein sollte.

Wir sind von Giorgos und seiner Familie eingeladen, es kommen mehrere Familien und Freunde – wir erleben einen tollen, typischen „Clean Monday“!

Drachensteigen mit Manolis, Giorgos´ Sohn – direkt am Flughafen, egal
Meeresfrüchte am Grill
Ein Picknick mit Freunden
Jede der Griechinnen bringt etwas mit
Später kommt noch ein Schwertfisch auf den Grill
Superlecker
Michalis frittiert – die Kinder freuen sich über die Pommes, die könnten nicht besser sein
Seeigel – first Try

DAS ist das Elixier, das ist einer der wichtigen Gründe warum ich hier bin. Ja, es gibt diese Momente auch in Deutschland, aber seltener. Ich liebe Land und Leute hier, wir haben echte Freundschaften geschlossen. Wenn ich jetzt noch Griechisch lerne…

Wir bleiben den ganzen Nachmittag um mit den Freunden ihren Feiertag zu verbringen. Erst als die Sonne hinter den Hügeln verschwindet, fahren wir zurück nach Lakki. Wir wollen uns bei „Repapis“ noch ein Eis gönnen.

Aber was ist das???

Die Eistruhe ist defekt – meine Welt zerbricht in 1000 Scherben

Gott sei Dank hat der Meister der Süßspeisen eine Lösung parat, er hat eine kleinere Nottruhe aufgebaut und bietet zumindest eine reduzierte Auswahl an.

Eine gute Gelegenheit, einmal andere Sorten auszuprobieren! Wir schlemmen unser Eis und lassen diesen herrlichen Tag langsam ausklingen.

Über Nacht regnet es. Der Platz wird wieder schlammig, das Regenwasser sucht sich sturzbachartig den Weg ins Meer.

Dauert erfreulicher Weise nie lang an – die letzten Regengüsse

Als das Wetter sich beruhigt hat, fahre ich mit dem Motorrad zu Giorgos in die Werkstatt. Ich muss ein neues Projekt von ELOWYN einsteuern, denn inzwischen hat Panos, unser Shopleiter, es geschafft mir einen speziellen, recht großen 16er Antal Fallenstopper zu beschaffen.

Das von der Werft verbaute Teil hat es vom Hersteller nicht mehr gegeben, wir müssen auf einen anderen Typ ausweichen. Auch hier holt mich eine Designänderung ein, obwohl der Body fast exakt gleich groß ist, hat Antal der neuen Version ein geändertes Lochbild verpasst.

Ich will den Mast nicht anbohren, also muss eine Adapterplatte aus Aluminium her.

Ich fahre zu „Boat & Parts“ – das Tor ist offen, der Chef ist nicht da
Vorne alt, hinten neu

Kurze Zeit nachdem ich meine Stopper auf die Werkbank gelegt hatte kam Giorgos angebraust, wir besprechen uns, er hat eine gute Idee und ich lasse das ganze Zeug bei ihm – sehen wir, was dabei herauskommt. Vertrauen gehört in Griechenland dazu…

Am Heimweg genieße ich den Ausblick und die Stimmung über der Gourna Bucht auf der Westseite der Insel.

Gourna ist nicht mein Lieblingsplatz, aber wenn die Sonne untergeht wird es toll

Als ich zu Hause ankomme, sehe ich auf mein Mobiltelefon, es hat mehrfach geklingelt. Mein Sohn! Nanu, was will er? Sonst ist er eher kontaktfaul…

Ah, er zeigt an, dass er ein weiteres Problem gelöst hat, welches uns im März plötzlich überfallen hat. Sibylle hat während ihres Deutschlandaufenthaltes leider erst am Abreisetag gemerkt, dass unser japanisches Deutschlandauto, der geschenkte Gaul, TÜV fällig war. Unser Freund Nader hat sich sofort angeboten das Problem zu lösen, ist aber mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Eine Nachfrage bei der Werkstatt ergab Reparaturkosten von rund 2.900.-€ – Totalschaden!

Schlechte Stimmung und lange Gesichter waren die Folge – es war an der Zeit, dass das A-Team übernimmt 😉

Ich texte meinen Sohn an und schreibe mit salbigen Worten mein Begehr und meine Vorstellung – fachgerecht aber so günstig wie möglich. Der junge Familienvater antwortet fast schon überschwänglich – „OK“!

Tata – TÜV neu, Problem gelöst

Unsere alte Rostbeule darf für kurze Zeit im Audi-Glaspalast wohnen, alle helfen zusammen um die rote Rübe von Erding nach München und zurück zu verbringen – ein paar Tage später ist es vollbracht und das begehrte Kleberle pappt auf dem Nummernschild. Kosten? Rund 5% des Angebotes von Honda – wer kann der kann! Danke Stefan!

Beim Abendessen unterhalten wir uns noch einmal über die Rollerthematik. Sibylle sagt nicht viel. Erst beim Einschlafen meint sie – „…ich habe mich entschieden, ich nehme den kleinen BREEZY 50!“

Ich widerspreche nicht, es klang, als sei sie sich ihrer Entscheidung sicher. Ich stehe aber tatsächlich noch einmal kurz auf und tippe einen Zweizeiler an „Moto Loykas“ – Sibylle will buy the small Breezy, you can prepare everything!

Schon am Morgen, kurz nach dem Aufstehen, fallen die Nachrichten über mich herein…

Ετοιμάζω τα πάντα – ich bereite alles vor
Η μπαταρία φορτίζεται ήδη – die Batterie lädt schon

Loukas ist ein richtig netter Typ, er scheint auch ein guter Mechaniker zu sein. Er spricht aber kein Wort Englisch. Die einfache Kommunikation geht mit rudimentären Austausch von einzelnen griechischen und englischen Worten – plus Gestik. Alles, was nach einem Satz verlangt, geht über Google Translate – das funktioniert aber super.

Μπορείτε να έρθετε ανά πάσα στιγμή, το σκούτερ είναι έτοιμο για παραλαβή – ihr könnt jederzeit kommen, der Roller ist fertig zur Abholung!

Na dann, nix wie hin!

Preisschild und Plastikfolie darf Sibylle selber runtermachen
Kaufvertrag und Zulassungsformalitäten werden unterzeichnet
Jetzt gehört er ihr – Sibylle hat sich einen neuen BREEZY 50 gekauft

Man könnte es fast schon ein Abenteuer nennen – die Verkaufsabwicklung für einen Roller ohne sich unterhalten zu können. Stellt euch das einfach bildlich vor, wie beide Parteien immer abwechselnd in dieses Telefon sprechen.

Es kam hinzu, dass Sibylle schnell über die Straße flitzen musste um die griechische Steuernummer vorzulegen und eine Versicherung zu erhalten. Das Kennzeichen gibt´s vom Rollershop.

Jetzt flitzt Sibylle also mit ihrem eigenen 50er über die Straßen von Leros – und spricht über Tuning! (Anmerkung – weil sie die steile Rampe zum Dog-Shelter nicht hochkommt 😉 ) Über einen 125er haben wir nie wieder gesprochen…

Dass uns dieser Tag durch die Finger rinnen würde war klar! Pfeif drauf! Zuerst gönnen wir uns ein Eis, zur Feier des Tages…

Es ist gerade Mittag, die Sonne ist noch nicht im Zenit
Aber es ist nie zu früh für eine Eisspezialität
Auf die neue „Easy-Riderin“ – allzeit gute Fahrt

Als wir zurück sind und über unseren Ponton schlendern, ruft der Nachbar uns heran, er bitte um kurze Unterstützung, er müsse in den Mast. Ok, ich kurble ihn hoch, Sibylle führt die Hilfsleine – geht rasch, wir helfen gerne.

Fehler entdeckt, Reparatur leider nicht sofort zu bewerkstelligen

Zurück auf NESSAJA nutze ich den Tag um wenigstens ein bisschen produktiv zu sein. Ich brauchte für ein Kundenschiff eine Base um einen Schalter anzuschrauben und hatte vor zwei Tagen diese kleinen Holzbrettchen geklebt. Auch NESSAJA hat eines bekommen – hier als Base für den Umschalthahn des Außenwasseranschlusses.

Ich besorge beim Baumarkt also die Befestigungsschellen und montiere genau diesen Umschalthahn auf die kleine Holzbasis. Sieht ganz gut aus und funktioniert super.

Außenwasser oder Tankwasser – hier kann künftig gewählt werden

Seltsam, wie es dem Menschen gelingt, sich nur durch solche Kleinigkeiten in den Status der Zufriedenheit zu versetzen – boah, was ICH heute alles geschafft habe! Zufrieden setzen wir uns an den Salontisch, essen was Gutes und lassen den Tag ausklingen!

Das ist gut so, denn für den nächsten Tag haben wir uns ein wenig mehr vorgenommen – wir müssen mal wieder bei ELOWYN ran…

Sibylle reinigt eine Vogel-Einflugschneise und verhindert den Nestbau im Großbaum
Ich demontiere derweil den Windgenerator – der muss höher gesetzt werden

Zunächst dachte ich ja, dass alle Kabel in Schächten in der Garage geführt werden, das hätte sich so angeboten und hätte auch eine sehr gute Zugänglichkeit geboten. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Wir öffnen das reizende Heck der Schönheit – alleine das ist mit viel Aufwand verbunden, um dann zu merken, dass es innen relativ clean ist! Keine Kabel, nix, nada, niente.

Keine Kabel – nanu, wo sind die denn???

Naja, offen gesagt, gefunden haben wir den Kabelstrang für den Windgenerator dann schnell – aber dort war der Zugriff leider etwas limitiert. Bei mir war es, das muss gesagt sein, nicht etwa der Bauch der im Weg war, nein die Schultern sind zu breit – vielfach wäre es gut, wenn Bootsmonteure keilförmig wären! Meine Frau ist auch nicht wirklich keilförmig, hat aber schmalere Schultern – sie kommt an die Kabel um die Kabelbinder im letzten Eck zu kappen.

Auch für Sibylle musste ich die Schlauchtrommel und den Schlauchhalter ausbauen

Die Bilder haben es ja schon verraten, gemeinsam ist es uns gelungen, den Luftikus abzuschrauben. Hier wird nun eine 60cm Stange eingesetzt, das Kabel wird um dieses Maß verlängert, um den Dreiflügler danach in atemberaubender Höhe wieder anzubringen – dann aber deutlich über dem neuen, noch zu montierenden, Solarträger. Soweit der Plan…

Arbeit vollbracht

Diese Arbeit zieht sich über den ganzen Tag. Wir unterbrechen nur für eine Kaffeepause, die wir, was für eine Überraschung, bei „Repapis“ verbringen. Klar, dass zum Kaffee auch ein schnelles Eis geht, dann geht es zurück zum Arbeitsplatz.

Nicht nur ICH dränge auf das leckere Eis 😉

Zum Feierabend gehen wir am Stadtkai von Lakki spazieren. Spazieren??? Ich??? Ja, aber nicht ganz ohne Grund. Wir wissen, dass unsere Freunde von der STARLIGHT III noch einmal für ein paar Tage nach Lakki kommen und hier am Stadtkai festmachen wollen. Es ist kräftiger Wind angesagt, sie wollen sicher liegen und auch den Zugang zu einer kleinen, lebendigen Stadt haben.

Schon läuft der Kat unter Segeln ein…

Die STARLIGHT III – im Hintergrund das Camp für die Refugees, Leros ist ein „Hot-Spot“
Anlegemanöver im kostenpflichtigen, aber geschützteren Teil – die sogenannte „Lakki Marina“ – gegenüber sieht man die Masten der „Leros Marina Evros“ – dort liegt NESSAJA

Einer freudigen Begrüßung folgt ein „Anlegeschluck“ auf der Kaimauer. Zufällig radeln Thomas und Paola auch vorbei, schon sind wir eine gesellige Runde. Sibylle und ich müssen weiter, bei uns wird heute an Bord gekocht, aber wir verabreden uns für einen Ouzo als Absacker – 21.00 Uhr im „Palma Café“…

Ouzo mit Meze

Dort sitzen wir dann, quatschen, genießen die Stimmung die der Vollmond zaubert. Es gibt ein Bierchen und einen Ouzo, der Wirt reicht gratis Meze dazu. Solche Abende sollten nie vergehen.

Vollmondstimmung über der Marina

Am nächsten Morgen wache ich auf und höre den Wind in den Takelagen heulen. Der Wetterbericht hatte Recht behalten, es weht ein kräftiger Süd. Gut, dass Heribert seine STARLIGHT III in Sicherheit gebracht hat, gut, dass der Windgenerator der ELOWYN schon demontiert ist.

Ich krabble aus dem Bett und sehe schon am Weg entlang unseres Außenpontons, der Wind leistet ganze Arbeit, das Meer ist selbst in der sehr geschützten Bucht noch recht aufgewühlt.

Die Gischt spritzt bis nach oben, der Spray erreicht sogar unser Boot
Das Wetter ist schön, die Temperaturen jenseits der 20°C Marke, aber der Wind pfeift

Sibylle und ich frühstücken, ich genieße meine zweite Tasse Kaffee, dann heißt es „klarmachen zum Abmarsch“ – heute ist Feiertag in Griechenland. Der griechische Independence Day ist einer der höchsten Feiertage, es sind Zeremonien allerorts geplant.

Wir sind mit Romina und Heribert verabredet, um der Parade in Agia Marina beizuwohnen.

In Agia Marina ist weniger Wind, der Ort ist gut gegen SW geschützt
Mit Romina und Heribert mischen wir uns unter das Volk

Alle waren auf den Beinen, die Cafés bis zum Anschlag gefüllt. Vereine, Schulklassen und auch das Militär bildeten Gruppen, die sich zur Parade trafen. Wir trafen viele Bekannte und schauten aufmerksam zu. Mittendrin statt nur dabei…

Die Paradeuniformen werden getragen…
…erst die Mädchen, dann die Jungs – erst die Kleinen, dann die Großen
Zuletzt das Militär, das Battailon ist mit dem Kriegsschiff gekommen – es wird geklotzt, nicht gekleckert

Wie stark der Wind wirklich war, merkte man auch hier – wenn auch indirekt. Es kommt sehr selten vor, dass die große BLUESTAR 2 hier statt in Lakki anlegt, man sagt, nur wenn es mehr als 8 Beaufort hat.

Hätte ich nie geglaubt – heute war es aber so

Am Heimweg trennen sich unsere Wege. Sibylle und ich haben noch eine Option, uns ein Haus anzusehen. Die Eckdaten sind vielversprechend – 2.600sqm innerhalb des Citylimits, also Bauland. Das Haus aber in einem Zustand, den man als schwer sanierungsbedürftig bezeichnen muss.

Trotzdem, es ist ein gutes Angebot, wir sehen es an, lassen es wirken und denken darüber nach.

Groß genug, zwei Wohneinheiten
Ein riesiger Garten mit sehr limitierten Meerblick

Wir sinnieren viel. Wie wichtig ist Meerblick, wenn der nächste Strand maximal fünf Minuten entfernt ist? Die Einheimischen verstehen es nicht! Eine Lage am Meer wird eher als Nachteil bewertet, die Salzluft frisst alles.

Trotzdem wissen die Griechen natürlich, dass horrende Preise für Meerblicke bezahlt werden – sie finden es gut! Für uns aber eine Gratwanderung.

Ein bisschen was tut sich, wir sind gerade wieder in einer „Hausphase“ 😉

In der Zeit um den Clean Monday wird als typische Spezialität Codfish, Kabeljau, gereicht. Es ist so wie Bacalao in Portugal. Hier gibt es ihn typischer Weise mit Roter Bete und Skordalia. Auch wir verabreden uns im „Stand By Now“ mit ein paar Freunden aus der Marina.

Love it – Bacalao mit Roter Bete und Skordalia – Μπακαλιάρος με παντζάρι και σκορδαλιά
Thomas und ich machen ein Bild und senden es an unsere Popi, wir gratulieren zum „Independence Day“
Da wollten die Damen nicht nachstehen – hier Romina mit Sibylle

So klingt ein herrlicher Tag aus. Wir essen mit den Freunden, trinken zusammen und erzählen uns Geschichten.

Keine Arbeit mehr in der Marina? Doch, recht viel sogar! Ich habe meine Pause sehr zeitig angekündigt. Ich würde Raum brauchen um ELOWYN klar zu machen und um Projekte zu vollenden. Ich muss das Deck meiner NESSAJA reparieren und mich um Formalitäten kümmern. Der Break ist klar als Pause definiert, es soll spätestens im November weitergehen, wir planen mein Engagement auszubauen.

Natürlich versucht die Marinaleitung einiges auf mich abzulegen, ich habe auch ein paar Jobs fertig zu stellen, die Zeit drängt.

Ich mache mich also zeitig auf die Socken…

Der Wind hat sich gelegt, eine sehr friedliche Stimmung

Für ein Kundenschiff brauche ich einen speziellen Stecker. Unser Shopleiter hatte irgendwie keine Lust auf so Kleinkram, also fahre ich über die Insel um diese zu beschaffen – natürlich im Dienste der Marina.

Und siehe da, ich finde eine sehr interessante Werkstatt die ich noch nicht kenne – mit Wachpapagei statt Wachhund. Die Stecker bekomme ich dort auch. Hier war ich nicht zum letzten Mal!

Komm´ mir nicht zu nahe
Hier geht´s zur Sache – Achtzylinder Reihendiesel zur Vollrevision – dahinter ein Fünfzylinder Deutz

Ich bin fleißig, vollende meine Projekte und habe jetzt nur noch Kleinigkeiten vor der Brust. Schade, es hat mir Spaß gemacht – mal sehen was noch kommt.

Bevor ich mich auf NESSAJA zurückziehe, mache ich noch die sagenumwobene, nahezu uneinnehmbare, volle Vollpersenning von ALICJA auf. Die Eigner kommen heute Nacht und wir wollen ihnen den Zugang erleichtern – zudem haben wir ihren Schlüssel, den müssen wir deponieren.

Sesam öffne Dich
Zugang zum Schiff gesichert

Zurück auf NESSAJA läuten Sibylle und ich das Abendprogramm ein. Sibylle hat gekocht, wir futtern zusammen und machen es uns dann gemütlich. Heute bestimmt ein Freund unser Fernsehprogramm – Werner, der Eigner von ALENA, hat mir geschrieben, dass er im TV zu sehen sei, man habe ihn bei einer Reportage über das Klinikum Agatharied eingebunden.

KLAR sehen wir das an! Nicht nur, dass es ein großer Zufall ist, dass unser schwäbischer Freund in exakt der Klinik operiert wird, die keine 5km von unserem ehemaligen Haus entfernt ist, nein, er wird auch noch gefilmt!

Klinik Agatharied im Landkreis Miesbach – Referenzklinik für den Einfluss von Architektur auf Genesung
Unserem Werner scheint es auf jeden Fall gut getan zu haben – vielleicht war es auch die Bergluft 😉

Apropos Werner und ALENA – der März nimmt in diesen Tagen Anlauf zu einem „finale furioso“, ich hätte das nie geglaubt! Aber Geduld, ein bisschen Zeit verging noch – bis zur Ankunft von Rosi und Karl!

Wir bereiten in diesen Tagen unsere Urlaubsreise auf die Insel Kreta vor. Der Plan steht, wir sind vom 01.06. bis zum 13.06. unterwegs und werden auf Kreta den Großraum Chania entdecken. Dafür haben wir jetzt unsere Fährtickets klar gemacht und auch alle Hotels gebucht – wir reisen mit der GS!

Kreta mit Christine und Nader – darauf freuen wir uns

Der Wind kam noch einmal zurück und hat seine Muskeln spielen lassen, es zog die Federn der Ruckdämpfer zusammen, NESSAJA krängte im Hafen, lag aber mehr als sicher.

Zug auf den Heckleinen
Auf einem Bild schlecht festzuhalten – Schräglage im Hafen

Wir haben noch einmal 35-40kts, danach war erstmal Ruhe. Windstille, die sich bis in den April hineinziehen sollte – aber diesen Tag mussten wir noch durchstehen.

Direkt von der Seite – das haben wir an unserem Platz selten, das ist die Ursache für die Krängung

Wir nutzen den Tag unterschiedlich. Sibylle macht ein wenig Schreibkram und muss noch zwei Hotels buchen. Ich fahre zu Giorgos und hole die Adapterplatte für die XXL Fallenstopper der ELOWYN ab. Super, so liegt die nächste Arbeit am blauen Boliden quasi auf der Hand.

Noch weiß lackieren, dann sieht es super aus…
…passend ist es allemal

Der Tag endet, wir treffen uns ein letztes mal mit der Crew der STARLIGHT III zum Dinner – Halbe-Hähnchen futtern bis zum Umfallen. Wir haben uns die Broiler bestellt, weil Romina und Heribert die Giggerl lieben und ich das „SouVLakki“ als Adresse für den Genuss derselben empfehlen kann.

Der Abend hat aber auch einen traurigen Anlass – die Freunde werden aufbrechen, eine Rückkehr steht nicht am Plan. Es kann sein, dass wir uns nicht mehr sehen, es heißt Abschied nehmen. Auch das gehört zu unserem Leben.

Sehr fein – wir haben den Abend genossen
Wir beenden den Tag mit einem Absacker auf STARLIGHT III

Wir schreiben den 29.03.2024 – der Tag an dem Rosi und Karl in unser Leben treten werden. Der Tag an dem der März Fahrt aufnimmt und vielleicht zur Benchmark des Jahres 2024 werden könnte…

Doch von Anfang an – ihr wisst, ALENA soll verkauft werden. Ich kümmere mich für Werner vor Ort um die Interessenten und das Schiff. So weit, so gut.

Kleiner Kunstgriff – das Bild ist schon ein Aprilbild 😉

Vor exakt einer Woche war ein weiterer Interessent da – ein Italiener, ein Durchschnittsinteressent. Er hatte alles angesehen, wusste aber, dass heute ein weiteres Paar kommen würde, seine Optionen den Preis zu verhandeln waren schlecht. Er pokerte und meinte, er würde sich nach dem Besuch der Deutschen melden, dann würde man sehen…

Ja, ok, sehen wir mal – er hatte die Rechnung ohne das bayrisch-schwäbische Duo gemacht!

Wir wollten uns auf einen Kaffee treffen, abtasten, sich kennen lernen – dann ging es ab in die Marina – wir besichtigen ALENA!

Wir haben uns sofort verstanden – und hatten viel Spaß

Die Beiden hatten nicht viel Erfahrung mit Bootsbesichtigungen, die Fragen waren aber gezielt und vorbereitet. Beide haben akurat sämtliche Schränke besehen und Systeme geprüft – nicht auf Herz und Nieren, aber so, dass man das Boot kennen lernen konnte, dass „ein Funke überspringen“ konnte – ein erster Eindruck XXL.

Für die Diskussion über das Unterwasserschiff einer HR39MkII haben wir uns kurzerhand das eines Schwesterschiffes angesehen um ein Verständnis zu generieren. Das von ALENA könnte man bei einer etwaigen Verkaufsabwicklung und Übergabe abnehmen.

Es werden erste Listen angelegt, wir geben Restaurantempfehlungen ab, dann trennen sich unsere Wege. Die Beiden müssen das Erfahrene erst einmal sacken lassen, Sibylle und ich brauchen eine Pause für den Kopf. Fragen beantworten ist anstrengend – wir gehen auf ein Eis!

Yeah, ein cooler Tag – besser als man erwarten durfte

Beim Eis besprechen Sibylle und ich, wie der Folgetag ablaufen könnte. Wir mögen die Beiden, wir möchten etwas bieten! Dabei erinnern wir uns an unsere eigene Probefahrt mit der ersten NESSAJA, das hat sehr gut gepasst – ich schlage Sibylle vor es gleichzutun, „…lass´ uns nach Kalymnos zu „Captain Kostas“ an die Boje gehen, zu Mittag essen und dann zurückfahren“!

Sibylle stimmt zu – es sollte die denkwürdigste Probefahrt meines Lebens werden!

Am nächsten Morgen verlässt ALENA um 11.00 Uhr die Marina – Kurs Kalymnos Emborio
Wir verlassen die Lakki Bucht unter Motor, alle Systeme werden geprüft
Die Stimmung an Bord ist sensationell, das Wasser ist wie Blei

Wir tuckern ein paar Meilen, verlassen die Lakki Bucht. Aeolus scheint uns nicht hold zu sein – kein Wind, kein Lufthauch. Wir nutzen die Motorstunden um die Systeme zu prüfen – Lenkung, check – Lichter, check – Navigation, check…

Rosi und Karl wechseln sich am Ruder ab, wir sind Crew

Es gibt viele allgemeine Fragen. Wie funktioniert Tepai? Was kostet ALENA Versicherung? Wie hoch sind die Gebühren für den Liegeplatz? Kann dieser übernommen werden?

Und wie heißen eigentlich all die Inseln hier???

Um die Stimmung hoch zu halten und das Bedauern ob des fehlenden Windes etwas abzufedern, sage ich – „…ich habe für eure Probefahrt etwas Wind und Delfine bestellt – das Deluxe Paket“!

Wir lachen, klopfen uns auf die Schenkel und freuen uns über diesen Witz. Zum Test ziehen wir die Segel, diese labbern in der Flaute.

Auf einmal ruft Karl – „…das Wasser kräuselt sich!“ Wie aus dem Nichts kommt aus völlig ungewöhnlicher Richtung etwas Wind auf – letztlich 15kts, es steht keine Welle. ALENA gleitet wie auf Schienen unter Vollzeug am Wind über das Wasser – Champagnersegeln!

Rosi meint lapidar – „…wenn jetzt die Delfine kommen, dann unterschreibe ich den Kaufvertrag!“ Ok, ja dann…

Zwei große Delfine kommen zur Fotosession an den Bug

Ich meine nur lapidar zu Sibylle – „…hol schonmal den Kuli…“ 😉

Etwas später erreichen wir die Bojen in der Emborio Bucht. Wir machen fest und rudern mit dem Dinghi an Land.

ALENA in der Emborio Bucht
Wir kehren bei „Captain Kostas“ ein…
…und gönnen uns einen Tisch voller Leckereien

Wir sitzen lang, wir genießen, wir palavern – wir freunden uns an! Die Beiden kaufen noch zwei Schwämme als Andenken, die wollen sie auf ALENA drappieren. Soso denke ich mir, ich hätte gerne Gedanken gelesen.

Unter Motor fahren wir zurück. Leider gibt es eine Panne, die aus dem 109%igen Tag einen 104%igen Tag macht – die Temperaturkontrolle des Motors piept und sorgt kurz für Tumult an Bord. Die Reparatur geht auf den Verkäufer, das kann ich zusichern!

Wir fahren in den Abend hinein

Wir bringen ALENA sicher in den Hafen, vertäuen sie gewissenhaft und trennen uns für heute. Sibylle und ich sind erschöpft, geschafft, ausgelaugt – und glücklich! Was für ein Tag!!!

Beim Einschlafen denken wir nach – was wäre, wenn der Motoralarm den Beiden die Freude genommen hat? Halten sie das Interesse aufrecht?

Und wie! Am nächsten Morgen treffen wir uns, besiegeln die Kaufabsicht und stoßen mit einer Pulle Prosecco auf den Kauf an.

Wir gratulieren zum Kauf!

Ich bin 100% sicher – Karl und Rosi haben alles richtig gemacht! Sie haben sich einen Traum erfüllt, ein gemeinsames Projekt. Sie haben exakte Vorstellungen, dabei die Bodenhaftung nicht verloren – sie wissen wie ALENA bereits im Frühsommer aussehen soll und werden dann schon erste Meilen mit ihr segeln. Res non verba – handeln, nicht reden!

SO geht Schiffskauf – nur wenn man zulässt, dass das Herz irgendwann das Kommando übernimmt (wovon ja eigentlich dringend abgeraten wird), nur dann kann die Freude riesig sein, nur dann hat man die Energie, die einem das Schiff auch einmal abverlangen wird. Ratio ist was für die Bankenwirtschaft – Schiffe, Autos und Motorräder kauft man emotional! Das ist meine aufrichtige Meinung, ich bin überzeugt, dass das der bessere Weg ist.

Wir werden auf jeden Fall unterstützen, dass Rosi und Karl den bestmöglichen Einstieg haben – in der Marina, in der Community, auf der Insel. Um die Übergabe und die Reparaturen werde ich mich bis dahin kümmern.

Und keiner kann sagen die Beiden wären nicht bestens vorbereitet gewesen – Erfolg hat, wer weiß was er oder sie will!

Wo kommt auf einmal die Hallberg-Rassy Kappe her?

Es ist Ostersonntag in christlich geprägten Ländern. Wir müssen unser Proseccogelage beenden, wir sind zum Lunch eingeladen.

Rasch packen wir die Genua wieder ein, legen das Schlauchboot auf´s Deck. Dann lassen wir die Beiden alleine auf ALENA zurück. Die ersten Stunden alleine an Bord – ich bin überzeugt, dass man sich daran immer erinnert.

Sibylle und ich fahren derweil ins gemietete Ferienhaus von Anja und Volpert, der Crew der ALICJA, wir sind zum Osterlunch geladen. Das Haus ist ein sehr geschmackvolles, fast schon luxuriöses Ferienhaus hoch in den Hügeln über Vromolithos.

Der Blick flasht uns – das was der Makler auf der Insel einen „Killer View“ nennt.

Wow! Vromolithos Bay, am Horizont, heute im Dunst, die Türkei
Auch vom Wohnzimmer aus ein Wahnsinnsblick
Liebevolle Details
Lunch with a view
Ein sehr netter Ostertisch…
…mit vielen liebevollen Kleinigkeiten

Wir stehen da und blicken auf´s offene Meer. Es wird uns beiden klar – wenn wir ein Haus kaufen, MUSS ein bisschen Meerblick vorhanden sein. Wir sind eben keine Lerians und empfinden in diesem Punkt anders – dem Meer wohnt ein Zauber inne, Meerblick wird als MUSS definiert. Ich sage dem Makler für das Haus in Lakki ab.

Anja und Volpert waren perfekte Gastgeber. Anja hat ein super drei Gänge Menü gezaubert, zudem gab es Kuchen und Eis zum Nachtisch. Ein perfekter Ostersonntag, den wir alle sehr genossen haben.

Auch von den Beiden heißt es Mitte April Abschied nehmen, sie werden für mindestens ein Jahr nach Sardinien gehen.

Wer denkt, dass der Feiertag so mir nichts dir nichts ausklingen würde, täuscht sich gewaltig! Noch einmal treffen wir uns mit Karl und Rosi. Wir sind abends im „El Greco“ auf ein Dinner eingeladen. Werner hat zur Feier des Tages die Einladung aus der Ferne ausgesprochen – wir nehmen sehr gerne an. Danke Werner!

Diesmal geht es aber nicht um das Essen, obwohl es ausgesprochen gut war – die Neueigner der schwedischen Schönheit wollten Nägel mit Köpfen machen! Da der Kaufpreis bereits mit Werner abgestimmt war, konnte ich als sein Vertreter unterzeichnen – wir schließen einen Vorvertrag! So schön und einfach kann es sein, sich einen Traum zu erfüllen.

Karl unterzeichnet…
…und mit Rosis Unterschrift ist es verbrieft

Die Hallberg-Rassy 39MkII ALENA meines Freundes Werner wechselt in den letzten Stunden des letzten Tages des Monats März den Besitzer – sie geht in neue Hände. Das bisherige Eignerpaar, sowie Sibylle und ich wünschen allzeit gute Fahrt und die nötige Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Mit diesem Paukenschlag endet unser März 2024! Wir sacken erschöpft ins Bett und unsere neuen Freunde werden am Folgetag frühmorgens die Heimreise über Athen antreten.

Was erwartet uns im April? Hier ein Ausblick…

ELOWYN! Der blaue Riese wird uns fordern, sie bekommt Solar und muss saisonfertig gemacht werden. ALENA! Die administrativen Dinge in Griechenland übernehme ich. Wir brauchen Krantermine und die Reparaturen müssen eingesteuert werden.

Ob es klappt an NESSAJA den Außenwasseranschluss fertig zu machen? Ob ich die Ersatzteile für die Heizung erhalte? Wie entwickelt sich unser Verkauf und wie tief greift die Headline dieses Blogberichts?

„Don’t lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive“

Es werden viele unserer Freunde eintreffen, wir freuen uns auf jeden Einzelnen. Sibylle findet neben dem Dog-Shelter ein weiteres Engagement.

Und wir sehen uns Häuser an – ob sich da was tut???

Bleibt neugierig, bleibt dran! Wir bedanken uns, wie eigentlich immer, bei jedem geneigten Leser und Follower unseres Blogs. Danke für die investierte Zeit, Danke für euer Interesse!

Herzliche Grüße von der sommerlichen Ägäisinsel Leros

Mario & Sibylle