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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Urlaubsbericht jetzt online

Ein herzliches Hallo an die treuen Blog Follower!

Während ich auf gepackten Koffern sitze um am Samstag geschäftlich nach Griechenland zu fahren, hatte ich abends noch die Zeit den versprochenen Urlaubsbericht fertig und online zu stellen.

Den findet Ihr hier

Viel Spaß beim Lesen – „stay tuned“ – News bald wieder hier im Blog 😉

Lieben Gruß vom Skipper

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Eine Überführung der besonderen Art

Zunächst einmal ein dickes DANKESCHÖN, dass Ihr unsere Beiträge auf unserer Facebookseite „sailingmoments“ verfolgt, geliked und zahlreich kommentiert habt.

Diesmal war die Überführung, der gesamte Urlaub, unter einem besonderen Stern – ich habe Ärger erwartet – aber nichts dergleichen.

Es war ein schöner, entspannter Urlaub, einer ohne Tiefen aber auch ohne besondere Highlights. Das habt Ihr an der defensiven Berichterstattung vielleicht schon gemerkt.

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Es gab die tollen, typischen Griechenland-Momente…

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Es gab auch (wenn auch viel zuwenige) schöne Segelmomente…

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…und auch die famosen Augenblicke in (fast) einsamen Buchten!

Alles in Allem gelungen – und doch speziell! Es war Umbruchsstimmung, es war nicht wie sonst, alles war irgendwie anders.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Urlaubsbericht der alsbald hier auf diesem Kanal, an gewohnter Stelle, folgen wird.

Eines vorab, Nessaja liegt wieder sicher in der Leros Marina Evros und wir sind wohlbehalten zurück…

„Die spinnen, die `öme`…“

Bereits 2015 habe ich ein Zitat aus einem Asterix Heft als Opener für einen Beitrag verwendet – auch „Das Haus das Verrückte macht“ würde hier passen…

Die spinnen also, in diesem Falle die G´iechen?

Ja! Das tun sie!

Segeln oder das Fortbewegen mit einem Schiff ist ein Synonym für Freiheit, Fortbewegung ohne Grenzen und eine Bastion des „Easy Living“ – eine Plattform zum Relaxen.

Das, für mein Empfinden, stören die griechischen Behörden jetzt mehr und mehr…

Der Verwaltungsaufwand ein Schiff in griechischen Gewässern betreiben zu dürfen steigt stetig!

Das Dokument um ein Sportboot in griechischen Gewässern anzumelden (immerhin EU-Gewässer), das sogenannte DEKPA gab es schon immer seit wir in Griechenland segeln.

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Der Aufwand hierfür ist noch vertretbar. Man muss zur Port Police, gibt seine Papiere ab, das Dokument wird angelegt und man wird zur Bank geschickt um zu bezahlen – ja, richtig gelesen, zur Bank geschickt – aber das will ich nicht weiter vertiefen.

Nachdem man 50.-€ entrichtet hat, muss man einmal im Jahr einen Stempel zur Verlängerung beantragen, solange man nicht aus GR ausreist. Das ist terminlich manchmal schwierig (kalenderjährlich – taggenau), aber machbar.

Neu hinzugekommen ist die Bezahlung des sogenannten TEPAI – einer Bootssteuer die wir vermutlich der griechischen Gesamtsituation und dem Druck der EU zu verdanken haben. Sei´s drum…

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Hier wird es komplizierter! Erst muss ein Account angelegt werden, dann eine Zahlungsperiode. Je nachdem ob man Online bezahlt oder – ja, genau – zur Bank latscht und dort einzahlt, wird der Status dann irgendwann auf „paid“ gesetzt. Dann darf man fahren.

Um Zahlungen für Monate zu vermeiden in denen man nicht fährt, muss man die „Immobilität“ des Bootes erklären, das kostet nichts – außer vielleicht eine Stunde auf der Hafenbehörde.

Für unsere Nessaja werden im Monat (auch wenn nur ein Tag davon berührt ist) rund 102.-€ fällig.

Dieses ganze Procedere ist aufwändig und nervig – es funktioniert, kostet aber Zeit, Geld und Mühe.

Als ob das nicht reicht und um die Verwirrung komplett zu machen haben die Griechen sich jetzt noch darauf besonnen, dass sie vor Jahren ein europäisches Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Bootsführerscheine nicht ratifiziert haben.

Man benötigt somit eine Bescheinigung, dass ein deutscher SBF auch von einer anerkannten Stelle ausgestellt wurde.

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Alles klar? Nein? Den Griechen auch nicht!

Weil es verschiedene Regularien innerhalb dieser Vorschriften gibt, kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Szenarien bei Kontrollen und zu unterschiedlicher Auslegung der Vorschriften. Nicht selten liest man, uns zum Glück bis jetzt noch nicht passiert, von einer gewissen Willkür oder zumindest Ahnungslosigkeit einzelner Behördenvertreter.

Segelparadies Griechenland? Ursprünglich und weitgehend entspannt? Im Prinzip ja, aber eben nicht immer und überall – wir sind gespannt, wie die Entwicklung weitergeht…

Der Countdown bis zum Herbsturlaub läuft – seid gespannt und bleibt dran…

Hast Du mal kein Glück – kommt oft noch Pech dazu…

Jammer!

Erinnert Ihr Euch? Im letzten Urlaubsbericht habe ich geschildert wie schön Nessaja war nachdem sie Ihren kleinen Schaden repariert bekommen hat und in diesem Zuge gleich das erste Mal seit wir sie haben poliert wurde.

Sie war in tollem Zustand! War???

Ja, WAR!!!

Ihr erinnert Euch vielleicht auch, dass ich geschrieben hatte, dass uns eine viel zu enge Lücke zugeteilt wurde. Die Schiffe lagen Fender an Fender, Nessaja wurde beim Einparken richtig reingequetscht!

Der Skipper muss sich ankreiden nicht gleich wieder abgehauen zu sein – das rächt sich jetzt!

Ein Bekannter aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ hat sich aus der Marina gemeldet: „Habe nach Deinem Schiff gesehen, ist alles ok…“

Ich erwidere: „Ah, ok also – kannst Du mal genau schauen?“

Er wiederum: „Die Fender sitzen nicht mehr gut…“

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Ich – in Panik: „Aaaahrgh, nicht mehr gut? Ist was kaputt? Kannst Du nachsehen? Kannst Du das richten?“

Er, entspannt: „Ja, morgen!“

Ich warte also auf die Bilder und die Info am nächsten Morgen. Achim, so der Name des Bekannten aus Berlin, vermeldete meine Fender korrigiert zu haben, es seine nur ein paar kleine Schrammen im Boot.

Ich war dem Koller nahe – „…ein paar kleine Schrammen!“, was soll ich mir da vorstellen? Ein eilig zugesandtes Foto löste das Rätsel…

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Dahin war die Schönheit!

Was folgte ärgert mich noch mehr – ich habe an die Marina geschrieben und um eine kurze Info gebeten und vielleicht auch um einen Lösungsansatz – denn ich bin immer noch der Meinung, dass die Lücke zu eng ist und die Schiffsbewegungen die Fender nach oben rausschieben. Durch den sich verkleinernden Spalt können diese nicht zurückrutschen – und schon hast den Salat…

Ich habe bis heute keine Antwort oder Reaktion – sehr schlecht! Aufgrund dieser Sachlage kann ich die „Agios Nikolaos Marina“ nicht als sicheren Liegeplatz empfehlen.

Heute haben mir Freunde der Facebook Gruppe weitere Bilder geschickt – die Fender sitzen wieder…

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Aber die Schrammen – und ja, es sind Schrammen – sind auch deutlicher zu sehen!

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Ich bin frustriert – solche Schäden vergällen einem den Urlaub, man muss sich schließlich wieder „kümmern“ und letztlich sind da gleich wieder kleinere vierstellige Beträge zu investieren. Das ist bei 2.000.-€ SB auch kein „kleiner Versicherungsfall“.

Die einzige Erwartung die ich hatte – passt auf mein Boot auf, bietet mir einen sicheren Liegeplatz für´s Geld. Beides verfehlt, keine Reaktion auf´s Mail. Nicht gut…

Meine Reaktion – kurzes Mail an die „Leros Marina Evros“, Option gesichert! Manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.

Die Zeichen stehen auf Rückkehr ins Paradies…

Mal sehen was kommt – updates immer hier auf unserem Bog, stay tuned!

By the way – ein dickes DANKESCHÖN an Achim und die anderen Helfer aus der Facebook Gruppe, so wird „Social Media“ auf einmal zur Realität – die Runde bei unserem Aufenthalt geht an mich…

Nessaja-Crew goes Binnen…

…oder vom Seebär zum See-Bär!

Nanu, mag sich der Ein oder Andere fragen – was sind das wieder für Wortspiele. Weit gefehlt kann ich da nur sagen!

Tatsächlich empfinden wir die Pause vom ersten zum zweiten Urlaub als recht lang – vor Allem bootslos lang! Da kam die Einladung zu einer Motorbootspritztour auf dem Vierwaldstätter See gerade recht.

Thomas und Susanne sind dort Eigner einer Nidlev der 8m Klasse, ausgerüstet mit einem Mercruiser 5,7ltr mit rund 330PS – das verspricht Fahrspaß!

So haben wir uns am langen WE aufgemacht um den uns bereits bekannten See von der Wasserseite aus zu entdecken. Leider war uns das Wetter nicht 100%ig hold – anfangs war es schon noch ziemlich verhangen. Der Wetterbericht sprach von einer 3-tägigen Pause die der Sommer macht – na super, genau während unserem Ausflug…

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Egal, erstmal die lieben Freunde herzlich begrüßt und ein leckeres Mittagessen genossen. Noch während ich mich vom Freßkoma zu erholen versuchte, hatte der Wettergott ein einsehen und ließ die Sonne durchblitzen – wie unterschiedlich doch der Eindruck sein kann.

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Jetzt tut kurze Erklärung not – wer mich kennt oder den Blog aufmerksam von Anfang an verfolgt hat weiß, dass ich mir im Jahr 1998 ein kleines Motorboot gekauft hatte mit dem ich weiß Gott nicht nur am Meer unterwegs war. Im Gegenteil – damals waren wir sehr häufig auf der Donau und vor Allem am Gardasee unterwegs.

So empfand ich die Aussicht auf einen Motorbootausflug auf dieses mir soweit unbekannte Binnengewässer als eine ganz neue Erfahrung – welche aber durchaus Erinnerungen an eine Zeit geweckt hat welche bereits als „Vorvergangenheit“ bezeichnet werden darf…

Also nix wie auf zum Bootsschuppen…

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Ja, Ihr seht schon recht – der Begriff „Bootsschuppen“ kann in der Wirklichkeit vom allgemeinen Denkmuster etwas abweichen. Ich wusste wohl, dass es diese Art von Bootslagerung gibt – dabei war ich allerdings noch nie wie ein Boot per Kran einfach und schnell seiner eigentlichen Verwendung, seinem Element, zugeführt wird.

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Nach dem Verlassen der Halle öffnete sich der See und zeigte ein toller Farbenspiel – aus dieser Warte waren die Wolken sogar perfekt – sie haben den Bildern (welche wir zu hunderten machten) eine zusätzliche Dramatik verliehen.

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Der Vierwaldstätter See ist weit verzweigt und hat viele Seitenarme, in einem liegt übrigens direkt Luzern – eine wirklich sehr schöne Gegend.

Unser erster Run ging Richtung Weggis – an den Felswänden so manches schöne Detail…

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Dort angekommen sind wir mit gehörigem Abstand und in gehörigem Tempo die Uferpromenade abgefahren – Thomas hat uns erklärt, dass man „…dort wunderbar zum Kaffeetrinken anlegen könnte!“

Dass es beim Konjunktiv blieb, hat Thomas an diesem Tag noch ein wenig Hohn eingebracht – ich glaube die Damen hatten durchaus etwas Kaffeedurscht…

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Von dort aus ging es flott weiter – über die Sündenbucht (welche Sünden man dort wohl beobachten darf?), entlang an den beeindruckenden Villen der Reichen und Superreichen bis hin zum Seitenarm in dessen Scheitel Luzern liegt.

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„Wisst Ihr in Luzern könnte man hervorragend Anlegen und ein Eis essen…“ Hm, Ok, und??? Abermals blieb es beim Konjunktiv – was hatte er nur vor?

Wir setzten unsere Fahrt entlang des Seeufers fort und hielten langsam Kurs auf ein Rasthaus welches nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen ist.

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Ah! Jetzt wurde klar, warum unser Kapitän bisher noch keinen Anleger zugelassen hat – das Dinner sollte heute hier im Rasthaus Obermatt stattfinden!

Perfekt! Perfekter Platz, perfekte Location, perfekte Stimmung – rundum bauten sich imposante Wolkenberge auf welche den Pilatus optisch in einen „Vulkan“ verwandelten…

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Angelegt, Leinen über und in dieses wunderbare Lokal gegangen – ich finde diese alten Gebäude beeindruckend – wir haben sehr gut gespeist (wenn auch zu den in der Schweiz üblichen Preisen).

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Puh! Kasmagronen, Kalbshaxe, Steinpilzrisotto – wie lecker. Jetzt aber – am Horizont war ein Grummeln zu hören, die Wolken wurden dunkler und auch massiver, Zeit zurück zu fahren!

Jetzt durfte der „Small Block“ zeigen, dass small relativ ist und das Boot mit teilweise über 80km/h zurück zur Garage treiben – Hebel auf den Tisch und los ging die Sause…

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Nach wenigen Minuten schon waren wir am Ziel – pünktlich bevor der Regen einsetzte! Der dunkle Schlund der Bootsgarage verschluckte uns und so schnell wie das Schifferl im Wasser war hing es wieder unter der Decke.

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Ein wunderbarer Bootstag nahm sein Ende und wir zogen uns zu später Stund` in unser „AirBnB“ Nachtlager zurück um unseren Gastgebern etwas Ruhe zu gönnen!

Aber nicht lange 🙂 – „kommt Ihr zwischen 09.00 und 09.30 zum Frühstück“ höre ich Susanne noch sagen…

Um das mit den Anforderungen meiner morgenhungrigen Kapetania zu matchen muss man einen schmalen Grat gehen! Um 09.01 klingeln wir bei den Freunden an der Türe um ein perfektes Frühstück zu genießen und einen weiteren Tag folgen zu lassen – heute stand Luzern auf dem Programm – eine wunderschöne Stadt!

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Der Tag erholte sich wettertechnisch zwar ebenfalls zum Nachmittag, ein wirkliches Einsehen hatte Petrus aber nicht. Wir haben daher beschlossen, die Abreise am Folgetag etwas nach vorne zu ziehen und schon recht früh abzufahren.

Das würde sicher auch für ein geschmeidiges Durchkommen auf der Autobahn sorgen, enden doch die Pfingstferien in Bayern und BW am heutigen WE.

Das bedeutet aber auch, dass auf dem Weg zwingend ein Frühstückspause einzulegen ist um meine frühstücksgierige Liebste bei Laune zu halten. Was macht also das nun wieder an Binnengewässer adaptierte Skipperpaar – richtig! – Rast am Bodensee, Lindau war das Ziel.

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Dass uns das Schicksal ungeplant in das Hotel „Helvetia“ trieb und die Frühstückskarte des „Yacht Hotels“ einen weiteren wundervollen Morgen im Hafen verspricht war der perfekte Slogan um so einen Post zu beenden…

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Ein wunderschönes Wochenende, für mich dazu ein Ausflug in mein persönliches Plusquamperfekt – ein dickes DANKESCHÖN an unsere Gastgeber!

Nessaja-Crew goes Binnen??? Nein, so weit geht die Liebe nicht – wir bleiben Seefahrer (so heißt das – obwohl es am Meer ist 😉 )

In diesem Sinne wünschen wir ein schönes, restliches Wochenende – News wie immer auf unserem Blog – stay tuned!