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Der Skipper ist momentan ohne eigenes Schiff und hält nur durch sein "Pflegeschiff" Kontakt zur Szene - doch der Traum einer Blauwasserreise ist nicht ausgeträumt! Bis neue Ideen reifen, geben sich Mario & Sibylle den "Aegean Island Vibes" hin...

April 2022 – When The Ship Comes In

In keinem Monat vorher habe ich mich so geplagt einen passenden Liedtitel als Headline zu finden wie diesmal – für den April 2022!

Geschafft hat es diesmal Bob Dylan´s „When The Ship Comes In“ – zum Einen natürlich, das wisst Ihr, weil NESSAJA im April zu Wasser gehen würde – eine sehr spannende Phase für uns – hier passt die Titelzeile im Wortsinn…

Zum Anderen, weil Bob Dylan mit dieser Zeile, mit der er die Rückkehr des Schiffes in den (sicheren) Hafen beschreibt, eine Metapher verwendet für eine Zeit des sozialen Wandels auf der Welt – gerade in diesen Krisenzeiten vielleicht aktueller denn je. Darüber hinaus gibt es weitere Mythen die um die Entstehungsgeschichte des Songs kursieren, auch das nicht weniger wertvoll zu wissen, denn angeblich kam Bob Dylan die Idee zum Song als er wegen seines schlampigen Aussehens an einem Hotel abgewiesen wurde, als er zusammen mit Folk-Legende Joan Baez einchecken wollte. Auch dies lässt sich auf die Fahrtenseglerszene übertragen – der Mensch zählt, nicht die Verpackung…

Wen das interessiert – bemüht Google, es sind sehr interessante Geschichten die sich um diese Songs ranken. Tatsächlich mache ich das auch immer, weniger um den richtigen Songtitel zu finden, da hab´ ich meist etwas im Sinn, mehr um keine inhaltlichen Fehltritte zu machen – manche Lieder klingen sehr harmlos, sind dann aber zweideutig oder gar Negativstatements – das möchte ich bewusst vermeiden.

Jetzt aber – der für uns wichtige Monat April liegt im Kielwasser! Wie dieser für uns verlaufen ist, ob alles geklappt hat oder ob es Ärgernisse gab – das könnt Ihr im Folgenden nachlesen. Viel Spaß…

When The Ships Come In – NESSAJA in ihrem Element

Ich nehme es vorweg, NESSAJA schwimmt wieder! Und sie tut es noch – die Ausführung der Arbeiten darf als erfolgreich bezeichnet werden, ich bin stolz und zufrieden. Doch bis hierhin war es ein langer Weg!

Wir schreiben also den ersten April, ich war im Begriff einen bunten Anker in den Bugkorb zu ziehen – bunt bzw. zweifarbig deshalb, damit man ihn am Meeresgrund besser sehen kann! April, April??? Weit gefehlt…

„Anchor Art by Sibylle“

Damit sind wir auch schon beim ersten noch nachzureichenden Thema, welches vom Monat März übrig geblieben ist – der Anker wurde während unserer Eignerphase das erste Mal gestrichen – es war auch einmal Zeit. Sibylle hatte dies übernommen und das Grundeisen durfte am ersten Tag des neuen Monats seinen angestammten Platz beziehen.

Bei dieser Gelegenheit haben wir, auch das erste Mal nach sechs Jahren, unsere 100m Ankerkette „umgedreht“ um dem bisher mehr gebrauchten Teil eine Pause zu gönnen und den bisher ungebrauchten Teil nun vermehrt in Betrieb zu haben.

Es hat sich, wie Ihr Euch sicher erinnert, ein Überraschungsprojekt aufgetan, das zweite offene Projekt zum Monatswechsel März – April, die Überarbeitung der außenliegenden Teile des Bugstrahlruders.

Es waren die Propeller abzuschleifen und neu zu streichen. Im Tunnel des Seitenstrahlers war ebenfalls etwas Bewuchs abzuschleifen und eine neue Opferanode für das kleine Getriebe zu basteln – die original Befestigungsschraube war abgerissen. Das ist eine Arbeit die auf die Liste kommt – und beim nächsten Landaufenthalt erledigt wird.

Dreiblattpropeller versetzt anbringen – so schreibt es Max-Power vor…

Nachdem dies erledigt war, konnten wir den Tunnel innen schon streichen und die neuen Schutzgitter anbringen. So war sicher gestellt, dass die Antifouling- Facharbeiter der Marina nur noch den Rumpf anzupinseln hatten. Das wird doch sicher gelingen??? Nun, dazu später ein paar überraschende Zeilen…

Wir hatten zu dieser Zeit, Anfang April, häufig Südwind der mit Saharasand gesättigte Luft mit sich brachte. Das war wohl überall in Europa so, auch hier war die gelbliche, diesige Luft deutlich zu sehen. Diese Wetterlage ist oft lästig, schafft jedoch schöne Stimmungen.

Wir haben fleißig gearbeitet in diesen Tagen und es ist landläufig bekannt – wer schafft muss auch essen! Diesem Grundsatz treu zu folgen war ein Leichtes und wenn Sibylle keine Lust zum Kochen hatte, dann war Giros angesagt – ich liebe diese kleinen Grillhäuser hier!

Die Tage vergingen wie im Flug, das lag daran, dass der erste „echte Termin“ seit längerer Zeit immer näher kam – unser Krantermin am 14.04.2022.

Ringring, mein Telefon läutet, das Marinaoffice fragt, ob ich nicht etwas früher gekrant werden möchte. Ähhh nein, mein Schiff ist doch noch gar nicht fertig und außerdem müsst auch ihr, also die Werkstatt der Marina, noch Eure ToDo´s abarbeiten. Bitte lasst es beim 14.04. und schaut, dass Eure Monteure kommen. Gesagt, getan – zunächst…

Kranwagen – 100.-€ die Stunde, plus MwSt.

Tags darauf rückt frühmorgens der Kranwagen an und der Elektriker, ein Meister seines Faches, erklimmt damit unseren Mast in zwei Etagen.

Im ersten Stock demontiert er den alten Raymarine Radar um ihn gegen ein hochmodernes Gerät aus dem Hause Garmin zu ersetzen. Die Demontage und die Neuverlegung der Kabel waren rasch erledigt.

Beim ersten Besuch war der Kran vier Stunden da…

Im Obergeschoss, unserem Masttop in rund 23m Höhe (an Land), waren ein paar Kleinarbeiten auszuführen. Es wurden zwei Antennenkabel neu verbunden, ein neues LED Ankerlicht verbaut und eine Antenne abmontiert. Zu guter Letzt wurde noch der neue Windmesser angebaut und verkabelt – dafür wurde das 25m Garmin Kabel von mir verlangt…

…das Kabel, äh, ja Moment – das habe ich gleich! Da sicher, nein, dann da, auch nicht – verdammt wo ist das Kabel???

Was soll ich sagen, ich hatte dieses Kabel nicht dabei – ein anderes doppelt, dieses nicht! Plopp, alle Hoffnungen auf eine Fertigstellung heute platzten – muss der Kran eben nochmal kommen!

Ich greife 5 Tage vor…

Mein Schatz…

Eine Empfehlung für die Firma „On Yacht“ nahe Augsburg. Herr Enßlin junior hat sich meiner Problematik angenommen und sofort kundenorientiert gehandelt. Von der Bestellung bis zum Erhalt vergingen, UPS sei Dank, nur 5 Tage – ok, 90.-€ Versand für 69.-€ Warenwert – muss man eben dann zahlen 😦

Der Händler dem ich vor unserer Anreise für 2.500.-€ Ware abgenommen hatte, hat mich hängen lassen – vermerkt im Kopf – ich war enttäuscht und erst der Empfang des Päckchens aus anderer Hand machte mich glücklich.

Zwischenzeitlich ist viel passiert – der Schreiner hat seine Arbeit vollendet und ich habe sein Werk wohlwollend abgenommen. Mehr als verdient.

Umbau der Sitzgruppe einschließlich Tisch – Polster folgen
Neue Klappen für die Naviecke – der Einbau der Geräte muss noch warten

Zur Naviecke werde ich erst zuletzt kommen, wobei auch das nicht ganz stimmt. Ich musste natürlich meine Schalttafeln wieder an Ort und Stelle bringen. Das hat gut geklappt – die alte schwarze Kunstlederklappe gehört somit der Vergangenheit an.

Auch sonst war ich nicht untätig, ich wollte endlich den Rumpf von unten fertig haben – das Projekt Ruder war noch offen. Das wollte und musste endlich angepackt werden, der 14.04. rückte bedrohlich näher…

Anpassen der Gewebematten…
…und Vorbereitung der Reparaturstelle – der Riss ist jetzt gut zu sehen.

Ich habe mehrere Lagen Laminat aufgebracht und dabei von grob (Haltbarkeit) nach fein (Finish) gearbeitet. Die erste, grobe Lage musste nach dem Laminieren noch fixiert werden…

Während der Trocknungsphasen hatte ich Gelegenheit die Löcher der Probebohrungen zu verschließen.

Diese wurden zuerst ausgeschäumt und dann verspachtelt – natürlich habe ich alle Gelege- und Spachtelarbeiten mit Epoxi-Spachtel gemacht, so dass hier keine Probleme zu befürchten sind.

Diese Arbeit zog sich über drei Tage – das klingt viel und doch haben wir diese Zeit genossen. Ein Ende der ersten Phase war absehbar und wir waren gut im Plan. Zeit Lieblingsplätze zu besuchen…

Dinner bei Dimitris o´Karaflas
Kaffee im Tzoumas / Panteli

Auch anderorts gingen die NESSAJA Projekte voran. Wir hatten schließlich grob den 17./18.04. als Montagetermin für unser neues Hardtop und den Mast für den Windgenerator vereinbart.

Dazu muss man wissen, dass Fremdarbeiter nicht in die Marina dürfen. Will man also Fremdarbeit in Anspruch nehmen, dann muss man entweder die Teile oder, wenn nicht machbar, das Schiff rausbringen – an den Stadtkai von Lakki. Das war also unser Plan wenige Tage nachdem NESSAJA im Wasser sein würde. Ein bisschen Zeit zum Checken und auch zum Verschnaufen wollte ich mir einräumen – zwei Tage nur…

Mein Hardtop – vom Plan…
…zur Umsetzung
Alle Teile individuell auf Maß

Ringring – wieder klingelt mein Telefon. Katerina, die Organisatorin der kleinen Werkstatt welche mein Dach fertigt, war am Apparat – ob ich nicht zwei Tage früher am Kai sein könnte, man hätte noch eine andere Arbeit und würde sich freuen mein Dachprojekt abzuschließen – ok…

Ich sage zu! Widerwillig um ehrlich zu sein, denn nun habe ich keine Pause mehr, sehr wenig Zeit um mein Schiff auf Dichtheit zu checken und muss zudem noch Druck auf die Marina ausüben, denn von den hiesigen Werkern ist noch weit und breit nichts zu sehen.

Ich dagegen war fertig mit meinem Ruder, habe das Blatt in Position liften können (Danke Robi!) und die Steuerzüge anbringen können – wir waren klar, NESSAJA kann durch die Marinaarbeiter fertig gemacht und gekrant werden. Wir schreiben den 12.04.2022, ich war erleichtert…

Zu meiner Stimmung passte auch die Morgen- bzw. Abendstimmung an diesem Tag, die Chris mit seiner Drohne eingefangen hat – thanks for sharing the pics!

Marina bei Sonnenaufgang
Sonnenuntergang über der Lakkibucht

Täglich kamen neue Leute an – ich könnte mich nicht erinnern, dass ich die Marina früh in der Saison schon einmal so voll gesehen habe. Natürlich waren auch Freunde und Bekannte dabei – alle hatten an Ihren Schiffen zu arbeiten. So musste auch Erwin´s QUO VADIS gekrant werden um verschiedene Arbeiten zu verrichten.

Flashback, auch wir hatten eine QUO VADIS

So, der 13.04. – kein Freitag! Heute kommen sicher die Handwerker, morgen ist Krantermin, ok auch morgen früh könnte man noch arbeiten…

Kein Handwerker…

Eine Nachfrage im Office erzeugte Schulterzucken, ich hakte nach, „…müssen nicht die verschiedenen Anstriche zwischendrin trocknen?“ – „Ja, das müssen sie…“ – „Das gilt auch für den Primer!“ – „Welchen Primer???“ – „Na, den Erstanstrich, weil ich diesmal so viele geschliffene und gespachtelte Stellen habe…“ – „Vergessen, ok, Information angekommen, Primer wird erledigt“ – „Wann?“ – „Wann ist der Krantermin gleich wieder???“ – „MORGEN, das wisst ihr doch!“- „Ahh, ok, dann bald“…

Ok, dann eben morgen, am 13.04. passiert nix – ich verstehe es nicht!

Ich schlendere am 14.04. frühmorgens zu meinem Schiff, davon ausgehend, dass noch nichts Erwähneswertes passiert sein wird – um diese Zeit arbeitet noch keiner! Aahhhhhhhhhhhh – mir läuft es kalt den Rücken runter! Das halbe Schiff ist bereits fertig gestrichen, leider hat man den Primer abermals „vergessen“, ich könnt´ e-x-p-l-o-d-i-e-r-e-n!!!

Ich versuche zu retten was zu retten ist – aber da war nichts mehr zu retten! Jetzt muss eben eine Antifoulingphase ohne Primer gehen. Ich streiche die betroffenen Stellen und den Wasserpass selbst noch einmal mit einer dritten Lage nach…

Wie auch immer – im neuen Kleid eine gute Figur (ohne „Unterwäsche – bildlich gesprochen)

Am 14.04. waren wir kurzzeitig in aller Munde, ich bin sonst sehr ruhig und gefasst – ich denke, man hat mir meinen Unmut angemerkt und war bemüht sich vollumfänglich mit NESSAJA zu befassen. Ein zweites Polierteam wurde aus dem Boden gestampft welches unverzüglich mit der Arbeit begann – ach ja, die Mastarbeit – leider war die Farbe am neuen Halter für das Radar noch nicht trocken. WAAAAAS, ich drehe fast am Rad, der Ausbau war vor 10 Tagen! Und jetzt – mein Krantermin??? Avrio – was übersetzt soviel wie morgen bedeutet, in der Praxis laut Google aber mehr als „nicht heute“ auszulegen ist. Ich bin dem Wahnsinn nahe…

Ich habe doch einen Folgetermin der natürlich, weil Fremdarbeit, in meiner Marina als Grund nicht anführbar ist, nicht als Argument sticht. Sibylle und ich fahren zu unserem Dach um bei Giorgos dem Baumeister unsere Unzulänglichkeit zu entschuldigen – das Dach wartet sicher schon, wir hatten ja einer Vorverlegung des Termins zugestimmt!

Sieht gut aus – aber da fehlt doch was???
GFK Dach? Haken für Sonnenschutz? Solar? Termin heute???

Ich mache es kurz, leider hatte es ein Problem mit dem GFK Dach gegeben, es musste noch einmal gebaut werden. Heute würde es nichts mehr werden (und die anderen Kleinigkeiten pressieren dann ja auch nicht…). Ok, WIR müssen uns also nicht entschuldigen, dass wir den vom Workshop vorgezogenen Termin vergeigt haben – wann werden wir das Dach montieren? AVRIO…

Ich muss mich trösten – das weiß auch Evelyn von der ARIES und sie weiß auch wie!

Selbstgemacht – ein Traum!

Meine Nerven! Heute bitte nur noch Aufgaben ohne Anspruch – ich schreibe eine Angebotsliste für unsere gebrauchten Teile und kann einen ersten Erfolg mit der Abgabe unseres alten Gasofens gegen einen 6-Pack Mythos verzeichen.

+2 – yeah, Bonus! Nicht vom Glück verlassen 😉

Der 14.04. neigt sich dem Ende entgegen, Gott sei Dank! NESSAJA ist nicht gekrant, sie steht noch an Land. Wie lange noch? Das sehen wir morgen…

Es ist der 15.04.2022 – neuer Tag, neues Glück! Etwas nervös schleiche ich recht früh am Morgen über den Sandplatz der Marina, wird sich etwas tun?

Rööööööhr – ja, es tut sich was! Der auspufflose Lancia des Werkstattteams saust an mir vorbei – darin der Elektriker. Darauf – mein Radar!!!

Im Vorbeifahren ruft man mir zu, dass ich das Kabel bringen soll, der Kranwagen sei am Weg! Ok, super! In mir keimt Zuversicht…

Auf dem Weg zu Schiff entdecke ich etwas Seltsames, sieht aus wie… Ja, sieht aus wie eine Pistole – ob ich die an mich nehmen und bezüglich meines Krantermines etwas Nachdruck ausüben soll?

Während ich mir, als gewiefter „Blacklist“ Seher, dies vor meinem geistigen Auge ausmale, mache ich drei Schritte und erkenne – ein andermal, diesmal wird das nix…

Reicht nur für Fasching

Unser Schiff ist zum Treffpunkt geworden – „To Steki di Marios“, man versammelt sich, um neugierig dem Treiben rund um unser Schiff zuzusehen oder um uns Trost zuzusprechen.

Sebastian widmet sich mir…

Der Hund des Elektrikers, der – Nomen est Omen – Electra heißt, wirft sich Sibylle zu Füßen.

Der Kran hebt den Meister der Litzen und Lötverbindungen über das normale Geschehen wo er meinen Radar anbringt und mein Windmesser-Mastkabel verlegt.

Währenddessen stellt das Polierteam #2 seine gestern begonnene Arbeit fertig – auch ich bin nicht tatenlos und streiche nochmals die primerlosen Problemstellen. Mit einem Ausdruck von Verzweiflung im Gesicht – oder ist es beginnender Wahnsinn?

15.04. – früher Nachmittag! Biepbiep Biepbiep – was der ein oder andere Leser für das bekannte Geräusch des Roadrunners halten könnte, ist das genaue Gegenteil – das warnende Piepen des Transportwagens für die Schiffe. Der kommt schleichend ums Eck und hebt NESSAJA aus ihrem Ruhelager.

Auf diesem Carello wird sie nun einmal quer durch die Marina zum Kranbecken gefahren – eine Art Catwalk für die Boote welche heute ihre Wasserung haben.

Dort angekommen, übernimmt sie der Kran, welcher sie zurück in ihr Element hebt. Es wird noch die Kielsohle angestrichen und die Auflagepunkte der Stützen – zudem kann ein Schiff im Kran gewogen werden. NESSAJA hat ab Werft ein nominales Sollgewicht von 8.500kg – im Kran wiegt sie…

STOP! Schiffe sind weiblich – und über das Gewicht einer Dame spricht man nicht! Nur soviel, ihr Body-Mass-Index gleicht dem meinen! Der Kranführer spricht mir zu „…the scale on the Travellift shows some kilos more, maybe she is 2 tons leighter“. Ok, schwacher Trost…

…dann kommt der große Moment und NESSAJAs Kiel touchiert nach dreieinhalb Monaten an Land zum ersten Mal die Wasseroberfläche – die Stunde der Wahrheit ist gekommen!

Die Stunde in der ich entweder zum Depp oder zum Held werde!

Wir waren perfekt vorbereitet und hatten uns eine Checkliste für diesen Moment geschrieben. Wasserfilter Hauptmotor füllen – starten – Kühlwasserdurchfluss prüfen – Gummimanschette Saildrive auf Dichtheit prüfen! Alle Seeventile prüfen, zuerst geschlossen, dann offen, wir haben uns die Arbeit geteilt – Sibylle Bad vorne und Küche, ich Motorraum, Generator und Bad hinten.

ALLES DICHT – YEAH – I can be Hero, just for one day!

Ich werde ans Steuer gebeten, wo ich zum letzten Mal im Januar stand…

…und zirkelte NESSAJA auf ihren angestammten Platz D1 – wir waren zurück, unser Zuhause schwimmt wieder und tut es bis heute. Die Arbeiten dürfen als erfolgreich abgeschlossen bewertet werden.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Da war es doch mehr als ein Zufall, fast schon Schicksal, dass Dimitris, der „To Steki“ Wirt, mir am Vormittag per WhatsApp einen Fisch angeboten hatte.

Noch besser passte, dass Evelyn Ihren Geburtstag mit uns feiern wollte – so setzten sich die Einzelbausteine zu einer ganzen Geschichte zusammen und wir fanden uns am Abend als Gäste der ARIES Crew im „To Steki“ wieder.

Ouzo als Aperitivo – so soll es sein…

Der Fisch selbst wurde in der Salzkruste zubereitet, das war das Lieblingsgericht von Sibylle und mir im „More“ in Funtana – wir hatten einen Flashback.

Die steinharte Kruste wird zunächst flambiert um dem Fisch ein Aroma zu geben und natürlich auch um des Spektakels Willen.

Dann wird der Salzmantel mit dem Hammer zerschlagen und der Fisch portionsgerecht filetiert und serviert. Ein Gaumenschmaus.

Der Chef am Objekt

Ich hatte es bei der Tischreservierung nicht versäumt beiläufig zu erwähnen, dass wir einen Geburtstag feiern – so war es kein Zufall, dass für Evelyn ein kleiner Kuchen bereitstand. Geschmeckt hat er uns allen…

Am Heimweg hat der für Evelyn bestellte Vollmond die Szenerie über Agia Marina gehörig ausgeleuchtet und dem Tag einen gebührenden Ausklag verliehen.

Im Zusammenhang mit NESSAJAs Refit stand ein weiterer Meilenstein an – es war Waschtag, die neu installierte Maschine sollte in Dienst gestellt werden.

Strom an, bäm…

Kurz die Anleitung gelesen, das richtige und sparsame Programm gewählt, schon geht die Post ab! Etwa 30ct. Strom, 63 Liter Wasser und 45 Minuten später war die Wäsche wohlriechend und sauber – wir verwenden umweltverträgliches Waschmittel, das optimieren wir noch und halten nach noch besseren Optionen Ausschau. Gegenüber den geforderten 8.-€ in der Marina ein riesiger Erfolg!

Apropos waschen – das mussten wir im April leider mehr als genug! Ich hatte ja den Südwind mit den Sahara-Sandpartikeln schon erwähnt. Wie heftig dieser an manchen Tagen war, zeigen die Bilder von unserem Auto…

Der Italiener im verschmutzten Kleid

…von unserem – frisch polierten – Boot…

Heul, Süder – Sand wohin man schaut

…und natürlich von der stolzen ELOWYN, unserem Zuhause auf Zeit!

Es war zum Verzweifeln – Trost war nötig! Da traf es sich gut, dass deutsches Osterfest war und unsere Freundin Evelyn als begnadete Köchin und Zuckerbäckerin zum gemeinsamen Osterkaffee rief.

Dieser gestaltete sich kalorienintensiv!

Illustere Runde mit den Crews der ARIES, der NUIT und der NESSAJA
Selfmade – isch liebe Erdbeeren 😉

Es wurde am dekorierten Tisch Platz genommen, geschnackt und gelacht – wir haben den deutschen Ostersonntag mehr als genossen.

Irgendwie war es klar, dass der Nachmittag nicht einfach nach Kaffee und Kuchen enden würde – so gab es im Anschluss auch tatsächlich noch Fladenbrot und selbstgemachte Dips, ein Gedicht!

Das Wetter war zu dieser Zeit schon frühsommerlich, an manchen Tagen aber doch stürmisch. So auch an diesem Osterwochenende. Während die Schiffe in der Marina sehr geschützt und ruhig lagen, war an der Kaimauer von Lakki, wo die ARIES zu dieser Zeit lag, der Teufel los – Waschküche…

An NESSAJA ging es zur Zeit etwas langsamer voran. Ich wollte keines der Mammutprojekte beginnen, weil ich ja immer noch auf meinen Einsatzbefehl wartete um ebenfalls an die Kaimauer zu kommen – das Dach musste montiert werden. Mein TEPAI, die Gebühr für Freizeitboote, immerhin 108.-€ per Monat hatte ich bezahlt, meine Papiere bei der Polizei geholt – aus diesem Grund wollte ich, dass die Dachmontage und die Montage des Windgenerators diesen Monat abgeschlossen sein sollte.

Na, mal sehen…

In der Zwischenzeit habe ich die bestellten Fäkalientanks erhalten. DIE??? Ja, zwei Stück! Ein Schwesterschiff von NESSAJA, von denen es ja nicht zuviele gibt, ist in Griechenland unterwegs und kommt nach Leros – auch Alistair möchte einen Schwarzwassertank in MONEYPENNY einbauen – nach meiner Vorlage!

Ich hatte gemessen wie verrückt, im Internet recherchiert, eine Schablone gefertigt und schließlich bestellt – es war wichtig zu prüfen ob meine Messungen auch exakt genug waren und der Tank in die Lücke passen würde.

Und das tat er – wie die Faust auf´s Auge. Alistair kann kommen, ich freue mich auf das Treffen.

Während ich solche Dinge plane und abchecke geht Sibylle manchmal wandern oder joggen – alleine oder mit Freunden. Ich bringe sie oft mit dem Bike zu den Treffpunkten oder hole sie dort ab – die Insel zeigt sich zu dieser Zeit von Ihrer besten Seite.

Abends gehen wir dann gemeinsam Essen, meist mit Freunden und besuchen Tavernen die wir mögen, die Gemütlichkeit ausstrahlen.

Auch diesen Monat gibt es eine kleine Monk Anekdote – wer Adrian Monk und seine Marotten nicht kennt, möge googeln – Kristina mag es recht gerne, mich bezüglich meiner Liebe zu Geradem, Rechtwinkligem und Parallelem aufzuziehen – vorsichtig formuliert, für uns Beide 😉

Was finde ich in Tina´s Küchenschrank auf der ELOWYN???

Eine gefaltete Mülltüte – wie geil, DAS hatte ich noch nie gesehen! Ich werde diese Idee SOFORT in mein Repertoire aufnehmen.

Bei einem Telefonat mit Kristina haben wir darüber gefachsimpelt und einen gravierenden Nachteil dieser Methodik entlarvt, man weiß nicht um die Größe der gefalteten Tüte.

Dem widerrum kann abgeholfen werden!

Genug des Klamauks – was ist nun auf der Baustelle, geht nix mehr voran? Weit gefehlt!

Bei einem anderen Projekt kann Vollzug vermeldet werden – dem Gasprojekt! Der neue ENO Gasherd war ja schon an seinem Einbauort, es musste aber noch die gesamte Peripherie erneuert werden. Das bedeutet Gasregler, Gasschläuche, Schottdurchbrüche und Absperrventil – hier habe ich nur Teile des Marktführers GOK verwendet. Und siehe da…

Es ist eine Erwähnung wert, dass wir auch einen Gasfernschalter von Truma haben. Eine Neumontage in Schiffen ist für dieses Wohnmobilteil nach deutschen Vorgaben nicht gestattet – vor einigen Jahren noch waren die Teile freigegeben und wurden zuhauf in Schiffen verbaut – diese Anlagen haben Bestandschutz.

Deshalb seht ihr hier unseren alten Gasfernschalter – glänzt wie neu 😉 !

Seit dem deutschen Osterfest ist eine Woche vergangen, das bedeutet es ist das Wochenende des orthodoxen Osterfestes. Und das ist eine Party! Eine Feierlichkeit welche seriös religiös zelebriert wird – mit Prozessionen und Messen allerorts – dann aber auch gemeinsam gefeiert wird bis es kein Morgen mehr gibt. Mit Feuerwerk und Knallkörpern und Festen überall.

Feuerwerk in Lakki
Pyrotechnik überall

Wir, die Crews der ARIES und der NESSAJA haben uns mehr als glücklich geschätzt, wir waren stolz, am Familienfest von Giorgos und Katerina teilhaben zu dürfen. Wir Vier wurden von deren Familie zum Osterfest geladen und wurden dort mehr als integriert.

Die Tafel ist gerichtet
Fasten brechen
ohne Kompromisse!

Es wurde bei griechischer Musik getanzt, gegessen und mit Händen und Füßen palavert – natürlich floss Bier, Ouzo und Tziperou in Mengen. Es war gut, dass wir mit dem Taxi gekommen waren.

Der Biereimer
Manolis beim Zeibekiko

Freundschaft! Ein Wort das man vorsichtig verwenden sollte, sie kommt oft in Verkleidung. Aber ich bin sicher – hier konnten wir Freundschaft schließen! Mit Familienanbindung…

Sibylle mit Anna-Maria
Endverwendung von Signalmunition – auch das ist Ostern in Griechenland

Das Osterfest 2022 werden wir in Erinnerung behalten – DANKE Katerina und Giorgos, wir schätzen Euch als Freunde!

Der Tag danach musste langsam beginnen – ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal einen Kopf vom Trinken hatte. Am besten ein Kleinprojekt an NESSAJA…

Kabelsalat

Ich habe die neu gezogenen Kabel im Mast sortiert, durchgemessen und markiert. Dann habe ich den Kabelsalat aufgeräumt und den Dachhimmel wieder geschlossen. Immerhin etwas.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass nach diesen paar Stunden Arbeit das Kabelwirrwarr am Mast zwar bereinigt war, mein Arbeitsplatz aber eher unsortiert wirkte – ich bringe heute einfach keine Werkstattordnung hin…

Wie könnte man dem besser begegnen als mit einer Pause, einem Nickerchen und einer Erfrischung? Ab nach Panteli!

Die Liege lädt zum Sonnenbad
Das Meer dagegen zum Bade – erfrischend!

Bei dieser Gelegenheit haben wir das Hotel Castelo besucht, ein wunderschöner Ort den wir für einen Inbegriff des Griechenlandurlaubes halten. Warum wir das erwähnen? Weil uns im Juni unter anderem Christine und Nader besuchen, mit denen wir einen wunderschönen Urlaub auf Leros verbringen wollen, sie haben das Castelo als Herberge gewählt. Wir freuen uns auf Besuch aus der Heimat! Ihr Beiden, die Bilder sind für Euch…

Castelo – optimale Lage
Optimaler Ausblick

Wir gönnen uns einen Cappuccino auf der Terrasse des Hotels – diesen drappiere ich für das Foto in idealer Art und Weise – Genuss braucht eine Bühne…

…um ihm nur Sekunden später mit dem Handrücken zu pitschen und ihm so all seine fotogene Eleganz zu rauben.

Am Heimweg noch einen Schlenker in die Lieblingseisdiele – Repapis in Lakki. Hier dem Enkel zuliebe das Paw-Patrol Eis ausprobiert, einen Paw-Patrol Button bekommen und mich mit dieser Delikatesse verewigen lassen – so wird man Held, zumindest bei einem knapp Fünfjährigen 😉 !

Immer noch vertreibe ich mir die Zeit mit Kleinreparaturen – ich warte immer noch auf den Anruf der mich wegen der Dachmontage nach Lakki an den Stadtkai beordert. Es ist ein Kreuz – Avrio…

Ich repariere eine Kleinigkeit an der ELOWYN, die Freunde sollen ihr Schiff Mitte Mai in bestem Zustand übergeben bekommen. Es muss ein Magnetventil an der elektrischen Toilette erneuert werden.

Beim Vergleich Altteil vs. Neuteil sieht man schon – Messing weicht Plastik. Soll ich das gut heißen? Egal, einfach umbauen ohne nachzudenken!

Dann den ganzen Schamotz in die enge Toilettenbilge eingebaut und an unzugänglicher Stelle verschrauben und elektrisch verkabeln. Warum soll es auf diesem Schiff anders sein – nach zwei Stunden war der Spuk vorbei und alle Toiletten erfüllten wieder ihre Kernaufgabe.

Ich übermittelte Freund Volker die frohe Kund fernmündlich und er verlieh seiner Freude Ausdruck indem er die Frage in den Raum stellte warum er nicht immer so einen Super-Mario haben kann. Nun, auch da kann ich helfen…

Super Mario Bros (TM) – Quelle Internet

Wer weiß, vielleicht werde ich doch noch Boat-Boy oder Skipper auf der ELOWYN 😉

Eine Trennung stand an – und wer mich kennt weiß, ich lasse nicht gerne los! Nicht was ihr denkt, Sibylle möchte bleiben, aber die Temperaturen hatten sich inzwischen so gefestigt, dass ich für meine Arbeitskleidung befand – die langen Hosenbeine dürfen weg (machen Schere und Schneider) und der gediente Pullover darf in den Ruhestand (macht die Müllabfuhr).

Gekauft mit Joachim in den USA – jetzt vom Winterjob gezeichnet – lebwohl…

Den Trennungsschmerz noch in den Gliedern stand schon wieder eine Einladung an, wir und die Crew der SIMPLY FREE, geladen auf Steffen und Marcels COMEDIA zum vorabendlichen Snack der sich dann zu einem Dinner ausweitete – ein sehr netter Abend in netter Gesellschaft.

Am Heimweg merkte ich, dass meine linke Fußsohle irgendwie schmerzte – ein Kontrollblick am nächsten Morgen bestätigte einen schrecklichen Verdacht…

Love it or hate it – für mich treue Wegbegleiter

…eine zweite, schwer zu verschmerzende Trennung stand an. Die Müllabfuhr der Marina hatte Hochkonjunktur!

Ringring – Ihr anhnt es – ENDLICH! Erlösung, Erleichterung – das Dach war fertig!

Inzwischen schreiben wir den 29.04. – es wurde Zeit weil eben genau diese drängt – unser TEPAI läuft übermorgen ab, diese Verspätung droht uns weitere 108.-€ für nix zu kosten. Ok, zwei Tage, kann man schaffen!

Wir schmeißen also den Jockel an und tuckern an den Stadtkai von Lakki.

Der Liegeplatz zwischen den Katamaranen ist kein Zufall. Normaler Weise wollten wir, um das monströse Dach auf´s Schiff wuchten zu können, für ein paar Stunden längsseits gehen. Das ist verpönt, aber der Zweck heiligt die Mittel. Es war jedoch nichts mehr frei.

Also sind die Kats, wir kennen beide, für uns jeweils einen Meter gerutscht und haben eine Lücke gebildet – warum?

Nun, seht selbst…

Anlieferung per LKW
Die ARIES als Brücke

Um das Trum an unserem Achterstag vorbei zu bekommen musste man seitwärts ausweichen – wir haben also kurzerhand Roland´s ARIES als Brücke für unsere Ladung genutzt – das ging sehr flott…

Kurz nachdem NESSAJAs neue Haube an Ort und Stelle stand, hat Giorgos sein Team gebrieft und jeder hat seinen Part der Arbeit zugeteilt bekommen.

Und dann ging es los!

Montage und Befestigung der Stützen
Montage der Solarzellen

Der ganze Bohei wurde immer wieder von neugierigen Blicken begleitet – ein Leihwagen mit einem Seglerpärchen fuhr dreimal sehr langsam vorbei, zwischenzeitlich kamen Freunde um einen Blick zu erhaschen – aber auch wir staunten nicht schlecht angesichts der Abläufe.

Manolis lässt sich kurz blicken – auch ich war an Bord unnötig…

Es ging tatsächlich verhältnismäßig schnell bis alle Solarmodule an ihrem Platz lagen und ein erster Gesamteindruck erkennbar war.

Was ich hier mit wenigen Worten beschreibe ist neben der Waschmaschine das vielleicht aufwändigste Projekt des Refits – es war eine Menge Vorarbeit bis hierhin und Sibylle und ich sind wahrscheinlich zwanzig Mal zu der kleinen Werkstatt am anderen Ende der Insel gefahren.

Auch dieser Tag dauerte recht lange – abends waren alle erschöpft, auch ich, obwohl mein Part am heutigen Tag eher etwas mit beobachten denn mit arbeiten zu tun hatte. Wir waren zufrieden…

Inzwischen war es dunkel

Die Jungs hatten von 16.30 Uhr bis fast 21.00 Uhr gearbeitet – sie wollten nichts anderes annehmen als einen Kaffee und später ein Bier. Irgendwann hatte ich aber gehört, dass die ganze Gruppe noch ins „SouvLakki“ wollte um dort zu Abend zu essen.

Das hatten wir auch geplant, diese Chance ließ ich mir nicht entgehen – das Dinner ging auf uns!

Das Dach war drauf, ein neuer Tag begann – es war der 30.04. ein Samstag, der letzte Tag des Monats.

Man muss wissen, dass in Griechenland Feiertage, sofern sie auf einen Sonntag fallen, am folgenden Montag nachgeholt werden – eine coole Regelung 😉

So war ich überzeugt, dass Giorgos an diesem Samstag kommen würde um mir meinen Windgenerator zu installieren und am Dach noch drei Bügel anzubringen welche die Großschot von den Solarmodulen fernhalten. Das klingt nicht abstrakt, denn der heutige Samstag ist der für ihn längere Arbeitstag, so haben wir uns für 13.00 Uhr verabredet.

Sibylle und ich haben vorher in der Marina noch eine Runde gedreht, sind an unserem Liegeplatz D1 vorbei wo wir unseren Wasserschlauch und unsere Winterfestmacher mit den Ketten haben liegen lassen.

Ooops, da fehlt doch die zweite Bugleine, die mit dem Leinenschoner! Meine Halsschlagader quoll bedrohlich hervor und ich begab mich auf die Suche.

Dieser Aufreger ließ Electra hingegen völlig kalt – willig warf sie sich vor meine Füße…

Schlechter Zeitpunkt – aber wer kann da nein sagen???

…ok, aber nur kurz, ich muss meine Leine suchen! Ich mach es kurz, die Leine blieb verschwunden. Das sind Dinge die ich nicht verstehe – ein Festmacher der an einem Poller angebunden ist, ordentlich aufgeschossen mit Leinenschutz – an einem offensichtlich benutzen Platz, wer nimmt so etwas weg??? Was sind das für kranke Geister?

Na egal, es war eine eher alte Leine, es ist kein finanzieller Verlust, eher ein genereller Ärger und den galt es heute zu unterdrücken.

Um 13.00 Uhr also, nein es war eher 15.00 Uhr, trafen wir uns mit Giorgos am Schiff, er kam alleine, ohne Werkzeug und Material und verkroch sich im letzten Eck von NESSAJA…

Es wurde diskutiert, geplant und gemessen – relativ schnell stand fest – hier soll der Windgenerator hin.

Unten im Schiff wurde die Zugänglichkeit geprüft um die Base für den aerodynamischen Stromerzeuger installieren zu können…

An Deck dagegen wurde über Ansätze diskutiert wie mein klappriger Motorkran in die neue Konstruktion integriert werden könnte, und der Halter für die Flagge…

Ich will nur noch ein Konstrukt am Eck!

Muss weg, dient aber als Teileträger – der alte Motorkran

Es nahte ein Moment der Ernüchterung, als Giorgos seine Sachen packte, meinen Motorkran ins Auto lud und sich mit „have a nice weekend“ verabschiedete. Ich rief ihm hinterher wann er denn zur Montage käme – mit einem letzten Funken Hoffnung darauf, dass mein Schiff am 30.04. abends fertig sein könnte…

Die Antwort – Ihr ahnt es – AVRIO!

Avrio bedeutete, das war mir klar, in diesem Zusammenhang nicht morgen (Sonntag) und auch nicht übermorgen (Montag – nachgeholter Feiertag) sondern bestenfalls Dienstag. NESSAJA würde also noch ein paar Tage hier bleiben.

Ich fuhr mit Sibylle nach Agia Marina um dort einen Cappuccino zu genießen und etwas in der Sonne zu sitzen.

Während wir dort saßen erreichte mich schon ein Bild aus Giorgos Werkstatt – mein Pole für den Silentwind ist in Arbeit, nun denn…

Ich bin nach dem Heißgetränk auf die ELOWYN habe mich an den Computer gesetzt und das TEPAI für Mai bezahlt. Das wollte ich vermeiden, ich war etwas enttäuscht, obwohl ich doch allen Grund zur Freude gehabt hätte – aber inzwischen lag ich mit meinen Großprojekten unverschuldet fast 10 Tage hinter Plan, das war frustrierend.

Na egal, es wird sich irgendwie richten und auch den finanziellen Fehlbetrag werde ich verschmerzen können – zumal meine Verkäufe gut laufen. Mein altes Bimini wurde von einem Italiener gekauft der es auf eine Grand Soleil installiert – das hat mich gefreut.

Noch besser – ich habe meine Bedieneinheit für den alten Autopiloten verkauft, sie tut inzwischen schon Dienst…

…auf einer Dufour 43! Einer 43Classic mit Achtercockpit, der POLARIS von René. Ich habe ihn über die sozialen Medien kennen gelernt und wir haben bezüglich unserer Schiffe Kontakt. Umso mehr freut es mich, dass ich hier mit einem Versand nach Italien helfen konnte.

René hat inzwischen angedeutet fast meine gesamte ST50+ Anlage übernehmen zu wollen, so wäre sicher gestellt, dass er für Jahre Ersatzteile hat. Ich dagegen hätte ein paar Taler mehr im Börserl und ein paar Teile weniger im treuen Scudo. Ein paar Formalitäten seien noch zu klären, doch ich bin positiver Stimmung.

Während dies alles passiert ist, hat Roland von der ARIES sich selbst ein Dach für die Flybridge seines Kats gebaut.

Top Arbeit wie ich finde – höchste Anerkennung. Auch hier muss Giorgos nochmals ran, die Stützen müssen verstärkt werden.

Aber das alles ist schon Thema für den nächsten Monatsbericht, wir befinden uns schon (fast) im Mai. Ich hoffe, dass heute am 03.05.2022 mein Dach fertig gestellt wird und mein Pole für den Windgenerator steht – wenn dann noch Valantis die Schablonen für unsere Polster nimmt, dann kann NESSAJA an ihren Platz D1 in die Leros Marina zurück – und ich die Projektarbeit wieder aufnehmen.

Ob das klappt erfahrt Ihr im Monatsbericht des Wonnemonats, seid gespannt – wir ziehen zurück auf NESSAJA, übergeben die ELOWYN in die Hände der Besitzer und reisen zum Monatsende nach Deutschland um den treuen Italiener für ein paar Monate ins Asyl zu schicken.

Wir freuen uns, genießt die Zeit und auf bald…

Die NESSAJA Crew, Mario & Sibylle

März 2022 – Hands of a workin´ Man

„Same old job, same old dull routine
But in his heart, he knows what it brings“

Der Liedtitel der unseren Monat März beschreiben soll ist einer den nur die Wenigsten kennen dürften. Bereits 1998 beschrieb Ty Herndon das Gefühl einer täglichen Routine zu folgen, wenn man nur weiß wofür man das alles macht…

So war und ist es auch bei uns dieser Tage!

Zunächst muss ich mich für die Verzögerung entschuldigen – ich bin krank! Sehr krank! Sibylle sagt, ich hätte eine Viruserkrankung die Schnupfen heißt und neben Covid 19 noch existieren würde. Da landläufig bekannt ist, dass eine solche Erkrankung bei Männern mit Nahtoderfahrungen einhergeht, war mir zum Monatswechsel das Schreiben unmöglich.

Auch diese Zeilen ringe ich mir ab 😉 , doch ich bin aus dem Monat Februar noch zwei Nachträge schuldig und will zumindest zeitnah liefern. Zum Einen das Ergebnis von Sibylles „Anchor Artwork“, dem Anstrich unseres Hauptankers durch meine liebe Gattin – hier bleibe ich in Eurer Schuld, wir haben das gute Stück erst heute montiert, es ist der 04. April, die Bilder dazu gibt´s im Aprilbericht 😉

Erfolgsmeldungen dagegen gibt es von der Ruderfront, hier obsiegte ich im Kampf mit einer 10er Gewindestange. Ich habe die Situation ja letzten Monat beschrieben und als offenes Projekt in diesen Monat genommen…

ENDLICH – der Quadrant in meinen Händen!

Nach zwei TAGEN Ausbauarbeit und dem Opfern nahezu einer kompletten Bohrerbox hatte ich mein Scheitern vor Augen – Google und beherztes Behirnen der Situation lieferten einen letzten Ansatz – eine 20mm Kobalt Lochsäge!

Genau, weiß Google eigentlich wo ich bin? (Anmerkung – ich bin sicher die wissen es…) HIER kann man doch so ein spezielles Tool nicht kaufen – wieder auf bestellte Teile warten!?!

DIESMAL NICHT! Es war kaum zu fassen – unser hiesiger OBI, Andreas Kritikos, hat so ein Werkzeug lagernd, es passte genau in die vorgegebene Bohrung und durchschnitt den widerspenstigen Bolzen als wäre er aus Butter…

JAAAAAAA – geschafft!

Nur einen Augenblick nachdem der zu kappende Kandidat seinen Wiederstand aufgeben musste, fielen die beiden Hälften meiner Ruderanlage förmlich auseinander – und mir der sprichwörtliche Stein vom Herzen.

Edelstahl in Alu – das kann nicht gutgehen

Ich konnte nun alle noch übrigen Teile abbauen und hatte umgehend Zugang zur letzten Halteschraube des Ruderblattes.

Der letzte Sicherungsbolzen

Nach dem Lösen dieser letzten Sicherungsschraube konnten wir mittels des Wagenhebers unseres Scudo das Ruderblatt auf eine erträgliche Arbeitshöhe ablassen.

So ist die Schadstelle gut zugänglich

In dieser Position steht das Ruder bis heute – es bleibt einer der noch zu erledigenden Punkte bevor wir am 14.04.2022 gekrant werden und NESSAJA wieder in ihr vertrautes Element zurück darf.

Welcher Aufwand nötig war und welche Versuche unternommen wurden um den Bolzen zu durchtrennen kann man am verbliebenen Rest der Gewindestange erkennen. Dass dies nicht so gehört erkennt auch das ungeschulte Auge…

Nach stundenlangem „Mullen“ sah es so aus – die Bohrer leider auch…

Wir sind nun also in der ersten Märzwoche, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, unseren Blogbeitrag des vergangenen Monats zu lesen. Zu dieser Zeit war es keinesfalls selbstverständlich, dass wir jeden Tag viele Stunden freiweg an unserem Schiff arbeiten konnten. Starke Winde, viele Regenfronten und massive Kaltluftkeile schoben sich über die Ägäis und wir mussten die Arbeiten nach dem Wetterbericht planen. Wir sind daher recht froh, dass wir gut im Zeitplan liegen und aus heutiger, aktueller Sicht nur noch zwei Projekte am Unterwasserschiff abschließen müssen bevor wir den Krantermin haben – ein Meilenstein! Dafür haben wir 9 Arbeitstage, das sollte zu schaffen sein. Wie es uns bis heute weiter erging, daran wollen wir Euch teilhaben lassen…

Wie gesagt, es war eine kalte Phase, wenn wir in einer Taverne eingekehrt waren, haben wir uns die Gaststätten ausgesucht welche eine Heizung oder noch besser, einen Platz am Kamin, hatten.

Gemütlich – der Kaminplatz im „Nemesis“
Urig und einladend – gemütlich…

Es wurde zu dieser Zeit noch zeitig dunkel und die Arbeitstage, sprich JEDER Tag, dauerte so bis 18.00 Uhr, danach musste ich Schluss machen und konnte mich auf die ELOWYN zurückziehen. Zum Glück konnte ich NESSAJA einigermaßen gut heizen, frieren musste ich nicht, obwohl wir Tage mit nur 6°C hatten.

Die heftigen Regenfälle dieser Tage machten selbst unserem temporären Zuhause, einem Schiff der Luxusklasse, zu schaffen. Nach zwei, drei Tagen Starkregen hatten wir auch hier ein wenig Wasser aus der Bilge zu entfernen.

Da muss die Mastmanschette erneuert werden…

Es war aber auch brutal – es hat wirklich geschüttet wie aus Kübeln! Klar, im Schiff war es gemütlich, wir konnten uns während der freien Minuten gut beschäftigen…

Sommer nur auf dem Bildschirm

…aber außerhalb des Schiffes dachte man, dass die Welt untergehen würde.

Regen – tagelang! Die Natur freut es – mich weniger!

Der Boden hier ist weniger aufnahmefähiger als wir es etwa aus Deutschland kennen, Kanalisation und Ablaufrinnen gibt es, aber ebenfalls anders dimensioniert als wir es als Maßstab ansetzen würden.

So war es kein Wunder, dass an allen Ecken und Kanten das Wasser mehr oder minder kontrolliert ins Meer abfloß.

Blick von unserer „Terrasse“

Dies sorgte über Tage für eine braune Brühe rund ums Schiff – es dauerte einfach, bis sich die Sedimente abgesetzt haben!

Azurblaues Mittelmeer? Nicht heute!
Braunes Wasser in alle Richtungen

Leider war das noch nicht alles! Wer meine Berichte schon länger verfolgt weiß, dass jetzt zusätzlich noch ein alter Bekannter ins Spiel kommt – der Wind!

Dieser Wind hat uns auch im März nicht enttäuscht – er wehte stetig, immer, andauernd! Ich kann nicht behaupten, dass mich das nicht phasenweise genervt hätte – immer nur „Huuhuuuuhuuuuuh“ in den Ohren – Tinnitusgefahr!!!

Ok, hier zeigt die Wetterapp rund 35kn Mittelwind – die Böen können aber stärker sein – und das waren sie auch!

Windstärke 10-11 im Hafen!

Unter diesen Voraussetzungen musste innen gearbeitet werden – nicht schlimm, es waren ja einigen Projektaufgaben anhängig! Ich habe übrigens die mir eigene Arbeitsweise, angefangene Projekte in einem Zug fertigzustellen, anpassen müssen – wer mich kennt weiß, mag ich nicht! Hilft aber nix, manchmal musste ich Teile nachbestellen oder beschaffen, andermal musste ich mich dem Arbeitsplan von externen Monteuren anpassen und zu guter Letzt – ich gebe es zu – war es auch für mich eine „Erleichterung“ ab und an eine andere Baustelle bedienen zu dürfen – anderer Blickwinkel, andere Arbeitsposition, anderer Ärger…

So packte ich endlich das Projekt „Motorölverlust“ an – der hintere Dichtring der Kurbelwelle sollte erneuert werden! Das bot sich an, das Getriebe war ohnehin abgebaut – also ran an den Speck! Mein Fachgebiet, ich freute mich…

Der Neue soll da rein – Spanngurte helfen den Motor zu halten

Ich erinnerte mich an viele Trainings in aller Herren Länder bei denen ich den Werkstattjungs erklären durfte, wie vorzugehen sei wenn kein Spezialwerkzeug zur Hand ist. An diesen Ansatz habe ich mich gehalten – und siehe da, jahrelang aufgezeigte, einfache Alternativen funktionieren!

Um an dieses banale Bauteil ranzukommen, muss vorher Einiges abgebaut werden. Aber das mag ich, genau mein Geschmack.

Irgendwie ging es ganz problemfrei und reibungslos – nach relativ kurzer Zeit hatte ich den vermeintlichen Übeltäter in der Hand…

Das Neuteil wollte eingebaut werden, kurze Info angebracht, check! Jetzt sollte der Ölverlust behoben sein…

…was bedeutet in diesem Zusammenhang „sollte“ (Konjunktiv) und „vermeintlich“ (Zeichen der Unsicherheit)???

Was man auf den Bildern nicht so sieht – die Schrauben rund um den Kurbelwellen-Dichtring halten eine Art Adapterplatte, so dass man unseren Motor (Hersteller Perkins) auch in Autos und Maschinen einbauen kann – so eine Montageplatte zwischen Motorblock und Getriebeglocke hatte ich, ehrlich gesagt, so noch nicht bewusst wahrgenommen, auch das original Werkstatthandbuch gab dazu keine ausreichende Erklärung.

Bereits als ich die Arbeit beendet hatte, mich am Anblick unserer Buchtausfahrt erfreut habe, war mir klar – dieser Job ist noch nicht final beendet! Dazu später mehr…

Lakki Bay – jeden Abend eine andere Stimmung!

Ich nehme einen Teil vorweg – die Internetrecherche ergab, dass die Adapterplatte ebenfalls gegen den Motorblock abgedichtet ist. Eine Fehlerquelle von der ich nicht wusste, die aber meinen Reparaturerfolg gefährden könnte. Ich habe deshalb entschieden die Dichtung zu bestellen und die Arbeit dieses Tages später im Monat noch einmal zu machen.

Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch das Problem einer Falschlieferung mit dem „Motor-Spezi“ klären. Trotz Motortyp und Motornummer habe ich einen falschen Kühlerdeckel erhalten – übrigens, der falsche, einfache Deckel kostet 55.-€ was im Vergleich zu Autos unheimlich teuer ist!

Nach ein bisschen Hin und Her bekomme ich nun den neuen, passenden Deckel nachgeschickt – der kostet übrigens 113.-€, was mich fast vom Stuhl gehauen hat! Da der Standardversand der bestellten Ersatzteile nach GR rund 10-14 Tage dauert war es an der Zeit sich anderen Projekten zu widmen.

Die Waschmaschine! Das auf dem Papier aufwändigste Projekt unseres Refits. Sie braucht Ihren Platz, es müssen Leitungen verlegt werden an die ich nur jetzt, wenn der Saildrive ausgebaut ist, hinkomme – also ans Werk!

Das neue Fundament aus 22mm Siebdruckplatten wird angebracht…

…und ein Befestigungsrahmen für das neue „Hinten“ (rechte Seite) des 40cm Topladers verklebt und verschraubt.

Dient auch als Kabel- und Auspuffschacht!

Ich musste mir Gedanken über eine „rahmenfeste“ Verbindung zum Schiff machen – damit die Maschine im Falle eines Sturmes nicht Löcher in den Rumpf schlagen kann. Das mache ich hier mit einem Spanngurt der durch einen Hauptspant gezogen wurde.

So entsteht ein massives Gerüst, an welchem später die Maschine angehängt wird.

ohne Anti-Vibrationsmatte

Um Vibrationen zu minimieren wird dieses Fundament mit einer schweren Bitumen Anti-Vibrationsmatte versehen.

später mit einer solchen!

Auch die Maschine selbst muss angepasst werden – leider verliere ich damit wohl mein Gewährleistungsrecht. Ich entferne die Füßchen und bringe Befestigungslöcher am Gehäuse an. Später werden auf der Rückseite der Maschine noch Halter für den Seewasserfilter des Generators und Antidröhnmatten verbaut.

Dann darf die Maschine das erste Mal auf Ihren Platz und wird befestigt – FUNKTIONIERT!

Man beachte hier die Ecke links. Diese Ecke wird mein Platz für die Heizung und noch massiv umgebaut. Wie tief ich eingreifen musste war mir selbst noch nicht klar…

Die Feierabende waren verdient, ich ging meist zufrieden, aber immer matt, die paar hundert Meter bis zur ELOWYN, wo ein gutes Abendessen und eine warme Dusche auf mich warteten. Am Weg hatte ich jeden Tag den Blick auf die Lakki Bucht. Wie bereits geschrieben, immer in einem anderen Licht!

„Wo gehobelt wird fallen Späne“ – kennt Ihr das Sprichwort? Ich HASSE es! Wie wenn ich zum ersten Mal Werkzeug in der Hand halten würde, klopfe ich mir immer wieder mal auf die Finger oder rutsche irgendwie ab, was meist blutende, klaffende Fleischwunden nach sich zieht…

Oh weh, oh mir!

…die Heilung dauert meist ein paar Tage und der Kontakt mit Reiniger, Aceton oder Ähnlichem schmerzt mehr als die eigentliche Wunde – obwohl das gelegentliche Aufbrechen der Kruste oder ein nochmaliges Anschlagen der Schadstelle auch nicht zu verachten ist!

Ich leide still…

Umso mehr freut es mich wenn es etwas zu feiern gibt! Der März war voll von Anlässen und Thomas startete mit einer Einladung zu seinem Geburtstag. Mich freute das sehr, weil es genau sein Geburtstag war, an dem wir 2021 wegen unserer Quarantäne nicht teilnehmen konnten.

Zu einem Ouzo sagt man nicht NEIN!
Schmeckt auch der Capetaña

Auf der Baustelle, ich habe übrigens mal ein Schiff mit diesem Namen gesehen, ich verstehe heute gut was den Eigner bewogen hat – auf der Baustelle also, waren Vorbereitungen zu treffen.

Wir haben für zwei Aktionen fremde Hilfe angefordert – einmal den Schreiner um die Technikecke neu zu umbauen, zum anderen den Elektriker um alle Umbaumaßnahmen im MAST zu machen, so dass die neue Navigationsanlage durch mich installiert werden kann.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, wer wann kommen und aufploppen würde. Heute kann ich vorwegnehmen, dass der Elektriker erst in der ersten Aprilwoche seinen Job machen wird, der Schreiner da aber wohl fertig sein wird. Zum damaligen Zeitpunkt musste ich mit allem rechnen, ich musste vorbereitet sein…

Zugang zu den Kabeln im Mast

…also habe ich den Zugang zu den Mastkabeln geöffnet und einige Kabel freigelegt. Ich hatte den Anspruch alle übrigen Kabel zu entfernen – so wurde aus einer „mach ich schnell“ Aufgabe ein Tagwerk.

Denn wenn ich hier schon einmal am Werken bin, kann ich auch alle Instrumente, welche später nicht mehr benötigt werden, demontieren.

Klar wird, dass die Klappen neu gestaltet werden müssen – also neu, nicht nur eine, nicht zwei, nein, alle drei – also raus damit!

Hm, 12V Elektrik offen UND 230V Elektrik offen – nicht gut! Ich will nicht, dass Irgendwem, Irgendwas passiert – also ein Warnhinweis angebracht! Nicht deutsche Norm, aber effektiv…

Übrigens, man munkelt ja ich hätte ähnlich Züge wie Adrian Monk (den Gott sei Dank keiner von Euch kennt) – aber die oben zu sehende Werkzeugordnung ist nicht allgegenwärtig! Das ist der Feierabendzustand – tagsüber sieht es eher so aus…

Ok, der Elektriker kann kommen, ich bin vorbereitet – zufrieden gehe ich „nach Hause“!

Doch der Elektriker kommt nicht, dafür aber der Schreiner! Er ist schnell und nimmt sofort erste Anpassungsarbeiten vor.

Ruckzuck, der Meister seines Faches!

Das Ergebnis kann sich bereits am ersten Tag sehen lassen, man kann sich das Zielbild ungefähr vorstellen.

Es wird! 😉

Zum Glück musste das komplette Gewerke des Holzfachmannes noch einmal durch seine eigene Hand zerlegt werden, alles musste lackiert und in die perfekte Form gebracht werden – Kanten mussten geschliffen werden und Deckel wurden angebracht! Für mich ein klares Signal die Technikecke fertig zu stellen!

Dafür habe ich eine kleine Zusatzaufgabe vorgezogen. Eigentlich wollte ich die Dieselheizung erst später in einem losgelösten Arbeitsprojekt verbauen. Aber ich wartete noch auf eine Wasserpumpe (dazu später mehr) und auf meine Motorteile. Ich hatte also „etwas Luft“ und beschloss die Technikecke zu finalisieren.

Alles beginnt mit dem ersten Halter und ein paar Meter Schlauch

Bereits als Sibylle und ich die Eberspächer Dieselheizung, eine D5 damit wir nie mehr frieren müssen, auf dem Mäuerchen vor dem Schiff auslegen, wird klar – dieses Ding passt niemals auf ein Brett vor den Wasserabscheider! Was tun sprach Zeus?

Braucht Platz!

Kurzerhand wurde entschieden die „große Ecke“ für die Heizung zu räumen und den Wasserabscheider davor zu bauen. Dass dies nicht so rasch geht wie es sich niederschreiben lässt, versteht sich von selbst – zudem mussten für Ausgänge in allen Räumen ein paar Meter 90er, 75er und 60er Schlauch verlegt werden – da kann Manches im Weg sein…

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Technikecke fast fertig

Jetzt noch den Tank für das Wasser aus unserem Wassermacher dazu – dann kann der Schreiner seine Arbeit finalisieren.

Er tat wie erwartet und hatte die mittlerweile lackierten Umbauteile der Technikecke innerhalb kurzer Zeit installiert. Vorgabe war, dass alle Kanten welche zum Zerlegen der Bank und des Kastens geöffnet werden müssen, nur geschraubt und nicht geklebt sind. So kann ich im Notfall zerstörungsfrei mit relativ geringem Aufwand auf die Systeme zugreifen – auch die Seeventile sind recht gut zugänglich.

Dieses Foto hat in den Sozialen Medien die Frage aufgeworfen, „wie man denn eigentlich an die Waschmaschine rankommt“? SO!…

Alles in Allem kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Ich greife vorweg, dass der Schreiner heute den letzten Handgriff getan hat – aber das und die finalen Bilder (mit Tisch und Klappen am Navitisch) gibt es im Bericht des kommenden Monats.

Das Alles klingt so, als ob unsere Projekte wie am Schnürchen umgesetzt werden können – weit gefehlt! Es geht drei Schritte vor und einen zurück, es gibt KEINE Arbeit ohne Pannen. Diese Upsalas möchte ich Euch nicht vorenthalten…

  1. Das erste Zerlegen der Technikecke – natürlich musste ich die Ecke nochmal aufmachen, ich verrate unter Punkt 7 warum. Beim Zusammenbau habe ich die Waschmaschine aus Dünnblech an Ihren Platz gewuppt und ihr dabei eine Beule verpasst – hat sich reparieren lassen…

2. SIKA Primer ausgetrocknet – ja, kann passieren, aber doch nicht soooo schnell. Das halbvolle Fläschchen war nach drei Tagen vertrocknet, der Inhalt eine gummiartige Masse. Der Tagesplan war dahin, es musste eine neue Flasche beschafft werden. Hat auf Leros geklappt, Kostenpunkt 64.-€ – seitdem wird das schwarze Gold täglich geschüttelt…

3. Der Tod des billigen Werkzeuges und Materials – auch das eine bekannte Tatsache. Aber immerhin habe ich diese Lochsägen jahrelang im Haus verwendet, am Boot und in einem anderen Holz als bayrischer Fichte starben sie einen grausamen aber kurzen Tod. Dumm nur, Qualität kannst Du hier nicht immer kaufen…

4. Ersatzteilbeschaffung generell und das Preisgefüge bei Booten – diese beiden Fittinge für meine Wasserpumpe haben mich ca. 20 Mails schreiben lassen, fünf Telefonate führen lassen und letztlich meinen Geldbeutel einer Crashdiät unterzogen. Ich finde 60.-€ für zwei Plastikfittinge teuer, auch wenn der Versand dabei ist. Die Firma kann übrigens nichts dafür, sie bot einen erstklassigen Service und eine top Beratung! Der Rest erklärt aber, warum mein Fiat immer so vollgeladen ist.

5. Kollateralschäden bedeuten Zeitverlust – man sagt nicht umsonst, dass Arbeiten am Boot etwa dreimal so lange dauern wie geplant. Du musst an eine Pumpe, von einem anderen Gerät muss ein Schlauch ab – CRAAACKS! Leider ist das „andere Gerät“ ein Wassermacher amerikanischer Bauart, die Ersatzteilbeschaffung (siehe Punkt 4) nicht einfach. Gut, wenn man Lösungen zaubern kann…

6. Misserfolge – den könnt Ihr am Bild gut erkennen, oder? Klar, nur ein Tropfen, aber es rächt sich wenn man das übersehen will. Also eben nochmals abdichten (es tropft immer an der am schlechtesten zugänglichen Stelle)…

7. Last not least – unzugängliche Stellen! Ihr könnt es Euch nicht ausmalen, wie oft ich mit Spiegel und Telefonkamera bewaffnet meine Arbeiten angehe. Dieses Loch hier oben ist nicht zu sehen, es ist mit der Handykamera und einem Arm mit drei Gelenken von unten aufgenommen und zeigt das Ablaufloch der Kühlbox. Wirklich? Oder glaube ich das nur?

Gegenprobe, ja tatsächlich! Da soll ein Schlauch drauf mit Schlauchschelle – aber es passt ja nichtmal mein Arm in die Lücke. Loch verschlossen, gut ist!

Noch ein Beweis? Suchaufgabe – findet meine Wasserpumpe:..

Um die auszubauen muss eben alles drumrum raus – inclusive der Waschmaschine! Da versteht man fast warum ich prophylaktisch eine neue Pumpe verbaut habe.

Themenwechsel – die nächste Feier stand an – Sibylle und ich hatten unseren 20. Jahrestag. Obwohl wir seit 2017 mehr dazu übergegangen sind den Hochzeitstag zu feiern, sollte man den 20. nicht unter den Teppich kehren. Wir sind abends mit Evelyn und Roland zu „Dimitris o´ Karaflas“ gegangen, er hatte seine Taverne zwischenzeitlich geöffnet.

Auch Evelyn und Roland haben an ihrer ARIES noch einiges zu optimieren. Roland hat dies auf seinem Blog einmal sehr schön zusammengefasst. Man kann nachlesen wie sich Skipper vom Installateur zum Mechaniker verwandeln und erfährt vieles über die „Basic Skills“ von Seglern. Da ich es nicht kopieren möchte, verlinke ich hier.

Nochmals zurück zur Wasserpumpe. Waschmaschine rein, Waschmaschine raus, Pumpe raus, Pumpe rein – was war da eigentlich los?

Nun, im Zusammenhang mit der neuen Waschmaschine habe ich entschieden das Druckwassersystem zu verstärken. Tuning der Wasserpumpe sozusagen – pimp the Jabsco. Dabei soll erwähnt werden, dass zu exzessives Hochrüsten auch mal schiefgehen kann, das Risiko trägst Du selbst – die zuerst verbaute HD6 mit einer Förderleistung von 23 Litern bei 4,1 bar war zu kräftig und hatte in meinem System nicht funktioniert. Ich musste also zähneknirschend noch einmal die maximale Durchflussmenge meines Whale WX15 Systems berechnen (10mm Innendurchmesser!) und mir anschließend eine HD4 mit knapp 16 Litern Durchflussmenge bei 2,8 bar kaufen – jetzt tut´s.

An anderer Stelle hat das Streben nach maximaler Leistung funktioniert – so konnte ich meinen 1 Liter Druckspeicher durch einen 8 Liter Behälter ersetzen…

Dass sich dieser Riese nicht einfach austauschen ließ versteht sich fast von selbst. Gott sei Dank hat er an den selben Platz gepasst, der Filter und der Wasserzähler allerdings mussten umziehen. Anmerkung – die Befestigung mit Ratschbändern in der Dimension eines Damengürtels ist vom Hersteller so vorgesehen!

Unten am Kessel seht Ihr die Installation und die Adaption auf das Rohrleitungssystem des Schiffes. Das habe ich mit Teflonband gestaltet, dabei aber bemerkt, dass ich für das Arbeiten mit Teflonband zu doof bin. Nach der ersten Inbetriebnahme der Anlage waren 5 Abdichtstellen undicht und mir klar – ich brauche eine bessere Lösung. Der Kessel musste wieder raus!

Verzweiflung im Gesicht

Offen gesagt, ich bin Mechniker – ich mag Schrauben dreh´n, ich mag Muttern dreh´n. Diffiziles Arbeiten in klein klein um Fittinge abzudichten ist nicht gerade eine meiner Vorlieben. Oder besser – WAR nicht gerade eine meiner Vorlieben! Denn Google hat mir ein Zauberprodukt geschenkt – die Abdichtschnur von Loctite!

Gewindeabdichtung für Dummies – ein mehr als empfehlenswertes Produkt

Mit Loctite 55 geht das Gewindeabdichten fast wie von selbst. Ich bin begeistert und habe mir als Fleißarbeit gegönnt, alle neuralgischen Stellen welche ich mit Teflon abgedichtet hatte und an welche ich später kaum mehr hinkommen würde, noch einmal mit der „Zauberschnur“ zu behandeln…

Das Ende von Teflonband auf unserem Boot

Zu dieser Zeit war das Wetter bescheiden. Ich war froh, dass ich genug Arbeiten hatte welche innen ausgeführt werden konnten. Es war bitterkalt, ich musste NESSAJA jeden Tag heizen und auf vielen griechischen Ägäisinseln hat es geschneit – auch wir hatten 10 Minuten Schneefall aber nur so wenig, dass es nicht zu fotografieren war – das Graupelkorn auf unserem Deck konnte ich aber für die Nachwelt auf Zelluloid verewigen – kann man das 2022 noch so sagen? Na egal…

Schöne Tage hatten wir wenige. Es war verrückt, war einmal ein schöner, windarmer Tag, haben alle gedacht, dass sich jetzt das Frühjahr durchsetzen würde. Kaum ein paar Stunden später war es wieder kalt, regnerisch, stürmisch – wettertechnisch betrachtet war der März ein, mit Verlaub, Scheißmonat!

Wetterfenster wurden von allen Parteien genutzt. Die einen, Andreij & Crew von der USODA, kamen wieder mit dem Flugzeug an…

…die Anderen, zum Beispiel Sibylle, nutzten die ruhigen Tage für Spaziergänge und Blumenpflücken um das traute Heim frühlingshaft zu gestalten.

Weil wir gerade bei „Grünzeug“ im erweiterten Sinn sind – ich habe mir bei einem unserer Tavernenbesuche etwas spezielles gegönnt – einen Veggieburger!

War gut…

Ich bin ja echt offen für solche Sachen, weiß, dass übermäßiger Fleischkonsum in vielerlei Hinsicht schädlich ist und eine Reduktion Sinn ergibt. Daher wollte ich dem Angebot des „Kroupia“ einfach einmal Folge leisten. War gut! Ok, nicht sensationell, aber durchaus eine Alternative.

Alternative? Zu was???

Zu einem Sandwich zum Beispiel 😉

XXXL – I like it!

Das Abendessen spielt eine große Rolle in unserem momentanen Leben. Es ist noch zu frisch um einfach mal in einem Cafe oder einer Taverne draußen zu sitzen und sich mit Freunden zu unterhalten. Alle werkeln an ihren Booten und machen diese für die Saison fit. Ich selber habe ja auch genug zu tun und bin ganztägig auf NESSAJA.

Zum Dinner aber, da trifft man sich. Zuhause oder in der Taverne, mit Freunden oder einfach nur zu zweit. Geduscht und in normaler Kleidung erfolgt ein Austausch über den vergangenen Tag und die Planung für den neuen. Für uns eine ganz wichtige Phase des Tages. Danach gucken wir die YouTube Filme unserer Seglerfreunde oder Netflix Serien – zuerst alle Staffeln vom „Mentalist“, jetzt „Blacklist“ („Monk“ gibt es leider nicht kostenlos).

Es gibt schon einige finalisierte Arbeiten – das Thema und Projekt „Wasser“ mit den Arbeiten rund um unsere Druckwasseranlage, unsere Abwasserentsorgung und die Waschmaschine sind abgeschlossen. War Anfang März, nach dem Einbau der neuen Seeventile noch relativ wenig zu sehen…

…ist heute die Installation und Verlegung der Leitungen abgeschlossen – ich bin zufrieden, es sieht gut aus.

Zwischen zwei solchen Bildern liegen oft viele Tage Arbeit und unzählige „kleine“ Lösungen die meist erst erdacht werden müssen. So war zum Beispiel der Waschmaschinenanschluss für Frisch- und Abwasser eine echte Aufgabe.

T-Stück für den Waschmaschinenanschluss

Alle DIYer welche schonmal in einem Küchen-Waschbeckenunterschrank einen Wasserhahn angeschlossen haben ahnen vermutlich worauf ich hinaus will – es ist halt zunächst mal eng und wenig zugänglich. Auf einem Boot ist das nicht besser, eher schlimmer. Aber der geschmeidige Werker findet immer einen Weg…

Beim Ablauf war die Situation ähnlich – für Haus oder Wohnung geht man in den Baumarkt und kauft ein Ablaufset mit Geräteanschluss. Mir ist nach langem Überlegen keine bessere Lösung eingefallen. Ein eigenes Seeventil habe ich verworfen, den Ablauf irgendwo dazuhängen wollte ich nicht.

Meine Lösung mit dem Haushalts-Ablaufset war so schlecht nicht, hat es doch einwandfrei an die Waschbecken gepasst, das ist nicht selbstverständlich. Natürlich musste es zum Seeventil hin angepasst werden. Dabei ist immer zu bedenken wo die die Wasserlinie ist und welcher Teil praktisch immer „unter Wasser“ ist. Sicherheit ist der Leitgedanke.

Zu guter Letzt bin ich bei oben gezeigtem Endergebnis angekommen und bin zufrieden. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist eine Verbesserung. Dass zusätzlich die Kühlleitung des Kühlschrankes neu isoliert wurde ist nur eine Randnotiz. Am Ende wird man sagen „Waschmaschine eingebaut, alle Fittinge erneuert“ – sehen wird man nichts. Es stecken jedoch viele Stunden Arbeit, Planung und Recherche hinter der Umsetzung.

Hierzu noch ein weiteres, sehr treffendes Beispiel…

Unser 3-Wege Ventil um vom Fäkalientank auf Bordausgang umzuschalten war bisher im Waschbecken Unterschrank verbaut. Es war ein nicht beschriftetes Ventil. Es erübrigt sich darzustellen, dass sowohl die Bedienung als auch das Ablesen des momentanen Schaltzustandes umständlich waren. Also habe ich mich auch hier für das Ersatzteil aus dem Hause TruDesign entschieden und es sicht- und leicht bedienbar an der Schottwand installiert. Das war, nachdem der Platz erstmal definiert war, schnell erledigt. Die wirkliche Arbeit fand dahinter statt…

Die neuen Schläuche, die immerhin 38mm Innendurchmesser haben, mussten neu verlegt werden. Die kann man nicht einfach „um die Ecke biegen“, die große Pumpe zum Abpumpen des Tanks musste um 180° verdreht werden und es mussten ideale Schlauchwege definiert werden die später auch noch Platz für den bestellten neuen Tank geben. Auch diese vermeintlich schnelle Aufgabe beschert einen rund zwei Tage Arbeit!

Happy Birthday Roland! Der Skipper der ARIES hat Geburtstag! Er und seine Frau Evelyn, Freunde aus Österreich mit denen wir diesen Winter viel Zeit verbracht haben, laden zur gemeinsamen Feier – gerne genommene Abwechslung! Für solche Anlässe genehmigt mir meine Capetaña sogar einen frühen Feierabend. Es gibt selbstgebackenen Kuchen! Evelyn hat sich mal wieder selbst übertroffen.

Tortentraum

Sibylle und Evelyn tauschen sich häufig zum Thema „kochen & mehr“ aus – das ist schön, bin ich doch meist der Nutznießer, als Probant für neue Rezepte, welche nahezu immer sehr gut gelingen. Auch die ansonsten vorherrschende Standardküche auf der ELOWYN überzeugt.

Ob es ein Zufall ist, dass Sibylle das Küchenhandtuch deutlich lesbar für mich aufgehängt hat? Muss ich mal fragen…

Mein Ölverlust! Ihr erinnert Euch? Ich musste nochmals ran. Die Dichtungen waren inzwischen eingetroffen und es war an der Zeit alles fertig zu machen. Irgendwann muss ja auch der Saildrive, das Getriebe, wieder montiert werden. Also ans Werk – alles wieder zerlegen…

Diesmal kommt auch die Adapterplatte weg – deutlich zu sehen, die Dichtung!
Jetzt ist der Motor von hinten abgarniert und alle Dichtflächen sauber

Während ich, zugegebenermaßen, beim Ausbau des Wellendichtringes keinen eindeutigen Ölverlust feststellen konnte, war an der Papierdichtung schon eine schadhafte Stelle zu finden…

Auf dem ersten Blick ok
Aber bei genauem Hinsehen

…ich hoffe nun, dass diese Stelle die Ursache für meinen Ölverlust war und auch, dass mein Reparaturansatz erfolgreich ist. Dann ist der kleinen Öllache nach langer Motorfahrt endlich der Garaus gemacht.

Klar, dass ich kein Risiko gehen will. Ich habe sehr gewissenhaft gearbeitet. Versucht gute Alternativen zu finden, wo kein Spezialwerkzeug zur Verfügung stand…

…an anderer Stelle aber konsequent die Montagevorschriften nach Manual befolgt. Gut, dass ich vor meiner Abreise nochmals kurz bei HAZET bestellt habe!

So konnte ich alle Teile wieder montieren und im Anschluss daran das Badezimmer freigeben – Projekt Motorölverlust sollte erledigt sein. Die Motorinspektion folgt wenn NESSAJA wieder schwimmt.

Markentreue – (fast) immer…

Um mir die Zeit während des Werkens zu verkürzen und mich ein bisschen entertainen zu lassen, läuft meine ehemalige CD-Sammlung vom alten iPod (kennt niemand mehr) auf einem iPod Autoradio. Ich habe Zeit mich durch alle Musikstücke zu hören ohne zu selektieren – so hört man Perlen welche man jahrelang nicht mehr gehört hat und welche sofort einen Flashback auslösen! Für Diejenigen die mit dem Namen nicht gleich was anfangen können – Peter ist seit fast 25 Jahren mein Freund und hat auf meinem Sommerfest zum 50. gespielt. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere…

Ja, der iPod ist IM Gerät – war sehr schwer zu beschaffen, gibt es nicht mehr…

Der nächste Geburtstag stand am Plan. Wir waren auf die VIVERE geladen wo ein runder Geburtstag zu feiern war.

Was ich noch nie vorher gesehen hatte und was mich nachhaltig beeindruckt hat – Rob hat sich eine Klingel für sein Schiff gebaut.

Hier klopft man nicht – man klingelt!

Viel habe ich schon gesehen – von der Satellitenschüssel über Blumenkästen bis zum Katzenkratzbaum – aber eine Klingel?! Wow, ich muss nachdenken ob ich nicht auch so etwas möchte 😉

Die Feier war schön, es kamen ein paar Leute zusammen, wir haben Kir Royal geschlürft…

…was ich zum letzten Mal gemacht habe als die gleichnamige Fernsehsendung gerade über die Mattscheibe flimmerte – lang her also.

Wir haben uns gut unterhalten und die Häppchen genossen. Ein schöner Abend…

Happy Birthday Lesley, DANKE für die Einladung!

Inzwischen hat sich das Wetter etwas gefestigt. Es fühlt sich tatsächlich an als ob der Frühling sich durchgesetzt hat. Das Quecksilber klettert täglich auf 20°C und hält sich dort, oft ist es wärmer. Es wurde Zeit sich an den Winterschlaf des Sommergefährtes zu erinnern und den bayrischen Boliden zu erwecken.

Seither machen wir kurze Strecken wieder mit dem Motorrad und der treue Italiener darf öfter ruhen – er wird jetzt nur noch als Lastesel eingesetzt und muss Ende Mai auch wieder ausreisen. Vielleicht werden wir uns zu diesem Datum von unserem Scudo trennen und ihn in Deutschland verkaufen.

Auch ich habe meinen Arbeitsplatz nach draußen verlegt – ein Meilenstein steht an – der Saildrive muss fertig gemacht und eingebaut werden.

Das ist die Ausgangssituation…

Giorgos von „Boat & Parts“ hat empfohlen für den Anstrich die International Produkte zu verwenden, das hat vorzüglich geklappt. Nach FÜNF! Grundierungsanstrichen mit Epoxid Primer zeigte sich das Getriebeunterteil schon in neuem Glanze.

Nach jedem Anstrich waren zwei Stunden Trocknungszeit einzuhalten, so zog sich die gesamte Streicherei über zwei Tage hin. In den Pausen habe ich das eigentliche Getriebe zusammengebaut und die wichtige, für den Ausbau kausale, obere Saildrivemanschette montiert. Nach dem Zusammenbau wurden noch vier Lagen Hartantifouling gestrichen – der Saildrive war fertig zur Montage.

Zusammen mit Rolands und Freds Hilfe habe ich das Trum in seinen Schacht gehoben und den Motor angeflanscht. Das ist nicht so einfach wie es klingt, der wiegt nämlich so rund 200kg und alles muss perfekt aneinander passen – es hat aber sehr gut geklappt! Zugegeben, wir hatten einen „vierten Helfer“, einen hagebaumarkt Ratschenspanngurt – genial!

Bereits am Abend dieses Tages waren Motor und Getriebe wieder „verheiratet“ und die Befestigungsschrauben angezogen…

Von oben…
Von unten…

…die Finalisierung, der Anbau aller Peripherieteile hat im Anschluss einen Tag für die Schlauchanschlüsse im Motorraum, sowie einen weiteren für die Montage der Unterwasserteile benötigt.

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen! Ich bin zufrieden!

Ein Grund zum Feiern? Naja, vielleicht etwas hoch aufgehängt, aber dennoch hat uns die Freude in eine Taverne getrieben. Ouzo, Mythos und ein Giros, wer kann dazu schon NEIN sagen?

Ein erfolgreicher Tag klingt gebührend aus…

Der Monatsbericht neigt sich dem Ende zu. Beim abschließenden Durchlesen, beim nachträglichen Einfügen von Änderungen, habe ich bemerkt, dass alles nach verdammt viel Arbeit und Stress klingt.

Viel Arbeit ist es, aber Sibylle und ich organisieren uns gut. Meistens fange ich um 10.00 Uhr auf NESSAJA an, vorher frühstücken wir ausgiebig, besprechen Tagesziele und wie wir uns gegenseitig unterstützen können oder müssen. Oft kommen noch ein paar Minuten Recherche für die Ersatzteilbeschaffung dazu. So hat der Mann in unserem Marinashop mich gebeten meine neuen Schall-Dämmmatten für die Innenverkleidung der neuen Möbelplatten doch bitte selbst zu bestellen – das sei schon sehr kompliziert…

…so skizziere ich Pläne, berechne ob zwei Platten mit 98cm x 98cm reichen (ihr könnt das ja mal nachprüfen) und bestelle dann bei SVB.

Ich habe inzwischen realisiert, dass ich Teile schneller aus Deutschland bekomme als aus Griechenland sofern sie nicht auf der Insel greifbar sind. Eine zuverlässige Quelle und meine Bereitschaft die Express-Versandkosten zu übernehmen sind Bedingung. SVB ist so eine Quelle, inzwischen mein zuverlässigster Lieferant.

Stress? Nein, Stress ist es nicht! Wenn mal wieder alles schiefgeht besinne ich mich auf das HB Männchen (welches sicher auch niemand mehr kennt) – nur dass meine Zigarette zum „Runterkommen“ ein Eisbecherchen von Repapis ist…

„You get what you pay for…“ – eine bekannte Weisheit, welche ich weiter oben schon beschrieben hatte, als ich anmerkte, dass Qualität manchmal schwer zu bekommen ist. Das wurde mir ebenfalls bei einem Eis bewusst – als ich einen Inbusschlüsselsatz kaufte und mir klar wurde, dass dieser soviel kostet wie EINE Kugel Eis, im Becher sind zwei!

Qualität Eis? TOP! / Qualität Werkzeug? FLOP!

Ich brauchte nur einen 8-er Inbus um ihn zu kürzen und anzupassen – was ich auch tat. Die Restlichen habe ich verschenkt. Das ist Werkzeug zum Finger aufschlagen…

Hier schließt sich der Kreis, da sind sie wieder, die „Hands of a working man“. Ich weiß, der Tag wird kommen, an dem auch diese Wunde verheilt ist – meist geht es ja recht schnell…

…und zwischenzeitlich wird auch der Tag kommen an dem NESSAJA wieder schwimmt, hoffentlich! Drückt also die Daumen am 14.04.

Bilder hierzu und die Antwort auf die Frage wie es dann weitergeht erhaltet Ihr im Bericht des Monats April. Vielleicht wissen wir dann schon wohin es uns im Herbst 2022 verschlagen wird. Sizilien scheint auf einmal nicht mehr so sicher wie geplant – soviel nur, es gibt sehr interessante Angebote aus der Türkei bezüglich neuer Segel und einem neuen Deck.

Offenes Projekt zum Monatswechsel? Ja, auch da gibt es wieder eines.

Wir haben angefangen das Bugstrahlruder, losgelöst vom Unterwasserschiff, zu schleifen, zu reinigen, eine neue Anode anzubringen und letztlich auch zu primern und ein Hartantifouling zu streichen.

Wie das fertig aussieht? Bilder im Aprilbericht…

Wir bedanken uns für das Interesse an unserem Blog, auch wenn er zur Zeit etwas techniklastig ist, da kommen auch wieder andere Zeiten. Heute hat mich erstmalig ein Leser auf die Verspätung angesprochen, er wolle wissen wie es so geht – diese Nachfragen und Eure Neugier sind das Salz in der Suppe – vielen Dank!

Herzliche Grüße aus dem frühlingshaften Leros

Die NESSAJA – Crew

Februar 2022 – Working nine to five

Ein Song aus 1980 beschreibt ganz gut meinen Tagesablauf im Monat Februar. Ich befürchte, dass ich diesen Titel auch die nächsten vier Monate noch verwenden könnte – doch ich bemühe mich nach Abwechslung zu sehen. Dabei fällt mir auf, dass ich an sich schon dabei bin die alte Tradition, Songtitel als Headline zu verwenden, fortzuführen…

Beginnen wir dort wo der Bericht des Monats Januar endete – beim Ausbau des Saildrive. Eine enge Geschichte bei unserem Schiff, zudem eine Arbeit die man ja auch nicht alle Tage macht. Es war ein bisschen fummelig und ruckelig – aber am Ende des ersten Tages dieses neuen Monats war der Antrieb unseres Schiffes ausgebaut – das größte Loch im Schiff war offen und – glaubt es oder nicht – man spürt den Luftzug der da reinkommt ganz deutlich. Nicht immer ein Highlight bei Arbeiten im Umfeld!

Warum das Ganze? Nun, man beachte diese schwarze Gummimanschette – nicht nur, dass diese bei mir einen deutlichen rostfarbigen Rand durch den total vergammelten Klemmring hat, nein, diese Manschette soll laut Volvo auch alle sieben Jahre erneuert werden.

Ich hatte keine Ahnung wie lange der lebensrettende Gummibalg schon sein Dasein in NESSAJA fristet – es war ein Gebot der Sicherheit dieses Teil einmal zu wechseln.

Entschlüsselt – Woche 02/2006

Augenscheinlich war die Manschette noch ok, aber das Tauschdatum 2006 lies keine Zweifel am Sinn der Arbeit und der Investition aufkommen.

On the Dry – NESSAJA am Bock

Da steht sie nun, unsere NESSAJA, ihrem Element entrissen, unnatürlich aufgebockt auf Stelzen – zum Glück nur etwa 200m von unserem Wohnschiff ELOWYN entfernt. Dennoch lege ich meinen „Arbeitsweg“ jeden Tag mit dem Auto zurück (leider ohne Kilometerpauschale) um meinen flotten Italiener, der derweil als mobile Werkstatt fungiert, immer bei mir zu haben, ist er doch zudem auch noch mein Ersatzteillager.

Vielleicht ein paar generelle Zeilen und Anmerkungen – natürlich drehen sich dieser und die kommenden Monatsberichte in vielerlei Hinsicht um das Refit an unserem Zuhause und wie es uns dabei ergeht oder welche Hürden wir zu nehmen haben.

Nun möchte ich die weniger technisch interessierten Leser keinesfalls langweilen und werde daher im Monatsbericht weitgehend auf technische Details verzichten. Auch Bilder gebe ich immer nur eines dazu um Situationen zu visualisieren oder veständlich zu machen.

Für alle technisch Interessierten habe ich eine neue Seite geschrieben in der NESSAJAS Refit detailliert beschrieben wird. Ich habe mit einer Auflistung der Projekte begonnen, werde nach und nach Detailbilder und vorher-nachher Bilder hinzufügen und dort technische Details aufzeigen. Auch die verbauten Teile werde ich dort Zug um Zug nennen. Diese Liste findet Ihr HIER – immer mal wieder reinsehen lohnt, das ist wird eine dynamische Seite!

Im jeweiligen Monatsbericht bleibt eher über die kleinen Nickeligkeiten zu sprechen, die uns jeden Tag ärgern und unsere Zeit fressen – sei es mit dem allgegenwärtigen Dreck der aus den Arbeiten resultiert…

Ahhhrgh – Dreck überall, das soll weg!

…oder bei der detektivischen Suche nach dem Grund warum der Montagekleber seiner ureigenen Aufgabe – nämlich dem Kleben – nicht nachkommen will…

…eigentlich isser gut – ich kenne das Produkt! Gekauft vor zwei Tagen.
Ok, bisschen überlagert – kann passieren 😉

…hier war Pech im Spiel, das Preisschild klebte zufällig genau über dem Ablaufdatum! 😉

Ganz ohne fremde Hilfe geht es nicht! Ich bin auf Empfehlung eines befreundeten Seglerpärchens auf die Firma „Boat & Parts“ in Kamara / Leros gestoßen. Giorgos und Katerina sind zwei ganz herzliche und engagierte Menschen, denen es am Herzen liegt zu helfen und zu unterstützen. Immer wenn mir Werkzeug fehlt oder ich eine Werkbank brauche gehe ich zu Giorgos – eine Topadresse, jeden Taler wert!

Abgerissene Schrauben an der Propellernabe…
…nix geht ohne Hitze!

Auch von den Monteuren in der Marina lasse ich mir helfen, so habe ich eine Auftragsarbeit für den Schreiner vergeben und für alle Arbeiten im Mast kommt der Elektriker an Bord – alle anderen Arbeiten mache ich selbst oder mit Unterstützung von Freunden.

Ausladen von schweren Alteilen mit Muskelkraft
Oder mit Hilfe der Hydraulik wenn Muskelkraft nicht mehr reicht!

Ja, richtig gesehen – die Waschmaschine durfte bereits einziehen. Der Grund dafür ist einfach, aber doch schwierig zu erläutern. Die Arbeiten sind verwoben, unwichtige Dinge werden plötzlich wichtig, vielleicht nur weil man einen Schlauchanschluss machen möchte solange der Saildrive ausgebaut ist und das Anschlussventil somit gut erreichbar ist – das ist manchmal eine Herausforderung – nichts vergessen solange die Zugänglichkeit gut ist. Das ist der Grund warum ich viele Arbeiten begonnen habe aber sie nicht gleich beende. Der Saildrive ist zum Beispiel heute noch nicht wieder eingebaut…

So steht das Trum von Maschine nun im Salon an neuem Platze, dient mir als Tisch bzw. Ablage und der freigewordene Raum im Auto hilft bei der Nutzung als mobiles Lager und Arbeitsrefugium.

Nachdem der Ofen ein- und der Saildrive ausgebaut waren, war es an der Zeit die erste Großbaustelle zu eröffnen – den Austausch aller Rumpfdurchbrüche und Seeventile.

Roter Faden war und ist, alle Reparaturen am Unterwasserschiff plus alle Nebenarbeiten anderer Projekte, welche aber aufgrund der besseren Zugänglichkeit eingeflochten werden mussten, bis zur geplanten Einwasserung am 14.04.2022 zu erledigen. NESSAJA hat 13 Seeventile und einen Durchbruch für den Geschwindigkeitsgeber. Das maßgebliche Projekt wenn man sich am roten Faden orientiert.

Raus mit dem alten Schrott!

Ventile und Schläuche – hier Bad achtern
Fäkalientank und Anschlussschläuche – Bad achtern

Die Teile waren alt, bunt zusammengewürfelt, von unbekannter oder zweifelhafter Qualität, aus billiger italienischer oder türkischer Produktion. Nicht alle Materialien waren optimal für den dauerhaften Einsatz in Seewasser. Diese Teile sind sicherheitsrelevant und ich wollte mir ein „gutes Gefühl“ verschaffen – also habe ich mich für Kunststoffbauteile, alle aus der Produktion des Marktführers aus Neuseeland, entschieden.

Leider ließen sich die Altteile nicht so ohne Weiteres ausbauen – ich musste mit „schwerem Gerät“ ran…

Von außen mit der Flex komplett abtragen und exakt am Rumpf stoppen!!!
Dann Hilfsschnitte mit der Stichsäge setzen – nicht in den Rumpf schneiden.
So (fast) soll es aussehen

…die Arbeit war langandauernd und mühselig, ich konnte am Abend meine Arme nicht mehr heben – Sibylle musste sich mein Jammern und Südern anhören, DANKE dafür! 😉

Doch zurück zum Thema, so vorbereitet, konnten die alten Durchbrüche herausgebrochen werden und dann der ganze Schlamotz von innen entfernt werden.

Ja, so kam es, dass NESSAJA nach Tagen der Mühe und Plackerei durchlöchert dastand – an 13, nein 14 Stellen bot sich ein jämmerlicher Anblick…

…und Sibylle sagte (und sagt) seitdem ungefähr fünf mal am Tag zu mir „ob sie je wieder schwimmt???“ Meine Frau war schon immer eine Meisterin der Fürsprache und Motivation.

Nein, Ihr braucht Euch nicht um mich zu sorgen. Was wie ein Einsatz im Arbeitslager klingt hat auch andere Seiten und ich muss ehrlich gestehen, dass ich dem Slogan der Headline zwar an sieben Tagen der Woche aber nicht immer exakt folge. Manchmal belohne ich mich mit etwas Besonderem…

Eis von Repapis – geht IMMER!

…und fast täglich gehört es dazu, die Stimmung am Arbeitsplatz aufzusaugen und zu genießen, es gibt wirklich Schlimmeres.

NESSAJA an Land – die zweite von Rechts

An anderen Tagen bin ich Gegenleistungen schuldig – man hilft sich gegenseitig. Bei mir ist es oft der Einsatz des Minibusses als Lastenesel – zum Beispiel als wir Rolands Sonnendach zum Schweißer fahren mussten.

Ladungssicherung Greek Style – Dachträger werden überbewertet

Über einen weiteren, wesentlichen Faktor habe ich noch gar nicht gesprochen – das Wetter! Dieses begleitet uns ja schon im Sommer beim Reisen stetig – so sollte es auch im Winter beim Arbeiten bleiben.

Während der Unterschied zwischen Sonne und Regen noch jedem einleuchtet, ist es vielleicht nicht so offensichtlich wie es sich anfühlt im Freien und Zugigen bei 30 – 50kn Wind, das ist Sturmstärke, zu arbeiten.

Eigentlich wie immer…
…reicht um sogar die ELOWYN im Hafen zu krängen – spürbar!

Worte wie Chillfaktor und Windchill bekommen Bedeutung und man merkt rasch, dass man auch bei 13°C richtig frieren kann. Also werden manche Arbeiten auch nach Wetter terminiert.

Während einer Schönwetterphase war es an der Zeit den ausgebauten Saildrive zu zerlegen. Das Zerlegen ist immer wichtig um beurteilen zu können, ob ich alle Teile habe oder ob bei der Demontage etwas kaputt geht was ich langwierig beschaffen muss.

Insider – die Dichtung vom langjährigen Hauptwettbewerber

Dass ich mich hier mit Reinz Dichtungen rumschlagen muss – was mir einen Flashback beschert – ist eine Randnotiz des Schicksals, ich trage es mit Fassung.

Auch dem Propeller habe ich mich an einem solchen Tag gewidmet – zwischen den beiden Bildern liegt ein Tag Schleifarbeit!

Nach drei Jahren im Wasser – OHNE Anstrich!!!
Nach einem Tag schleifen – fit für die nächsten drei Jahre (wird noch poliert 😉 )

In der ersten Februarhälfte hatten wir längere Schönwetterphasen – das war gut für die Arbeitsmoral und für das Gemüt. Ich kam gut voran und so haben wir uns, vorwiegend an den beiden Wochenenden, auch kurze Mittagspausen an unseren Lieblingsplätzen gegönnt. Man konnte schon draußen sitzen, die Sonne ist warm (wenn sie denn da ist)…

Pandeli Beach

…aus dem geplanten Cappuccino wird gerne mal eine kleine Meze-Platte mit Bierbegleitung und es fällt zugegebenermaßen schwer, sich danach noch einmal zum Arbeiten aufzuraffen.

Mixed Meze

Aber was muss das muss – und so beschließe ich an diesem Nachmittag nur noch Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Tag zu machen. Gut vorbereitet hat man halb gewonnen…

Seeventile – das muss rein!

…ooops – trotz bester Vorbereitung stelle ich fest, dass ich bei einem Seeventil entweder falsch gemessen oder falsch gedacht habe. Beides nicht gut! Ein Durchbruch passt nicht zum Loch, dummerweise ist er zu klein. Gut wenn man Freunde hat die so Zeug im Schiff „auf Lager“ haben und einem Zutritt gewähren. DANKE Marcus! Das hat viel Zeit gespart!

So vorbereitet kann der Tag ausklingen…

Neuer Tag – neues Glück, die ersten Löcher sollen wieder verschlossen werden. Das macht man zu zweit und Sibylle beginnt sich zur „Technikerin light“ zu entwickeln, das hat fast Züge von Jekyll & Hyde. Sie verlässt Ihre Komfortzone und hilft mir immer öfter, das ist gut und bringt uns voran.

Wir beschließen mit den einfachen Einbaulagen anzufangen, dort wo der Rumpf stark genug ist und keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind.

Neue Rumpfdurchbrüche – von außen…
…und von innen

An anderer Stelle ist das Laminat des Rumpfes dünner und wir müssen die geforderten 20mm herstellen, dafür legt man passgenaue Holzscheiben unter.

Ans Werk!

Ausschneiden
Anpassen
Anmalen

Die so vorbereiteten „Donuts“ müssen idealer Weise am Rumpf fixiert, sprich verklebt, werden. Dafür braucht es andauernden Anpressdruck den man nicht per Hand generieren kann. Also habe ich mir kurzerhand ein Spezialwerkzeug gebaut…

…um die Holzscheiben über Nacht von innen an den Rumpf zu pressen. Von außen sah das lustig aus!

Ankleben

Dieses Bild sorgte nicht nur in der Marina für Nachfragen, sondern war bisher auch in Facebook eines meiner am häufigst kommentierten Bilder. Ach übrigens – NEIN – das bleibt nicht so 😉

Nach einer Nacht Trockenzeit konnten auch die restlichen Durchbrüche durch den Rumpf gesteckt werden und zusammen mit den Scheiben verschraubt werden – ein wichtiger Meilenstein, wir waren auf dem richtigen Weg!

Fertigstellen

Diese Verklebungen haben die Eigenschaft ein paar Stunden vulkanisieren zu müssen – diese Zeit wollte ich den Bauteilen unbedingt geben, wir haben die verklebten Rumpfdurchbrüche so ruhen lassen und erst zwei Tage später weiter gearbeitet.

Wir schreiben etwa die Monatsmitte – der Valentinstag kündigt sich an. Bei einem Ouzo beim gemeinsamen Wetterseminar mit der Crew der ARIES, haben Evelyn und Sibylle beschlossen, an einem offerierten „Valentine-Dinner“ teilnehmen zu wollen. Gesagt – getan, der Tisch wurde gebucht und wir fanden uns zusammen mit Evelyn und Roland in der “ Persiana Churrasceria“ wieder.

Nett dekoriert…
…wurde eine Menüauswahl angeboten.
Scampi Risotto – fein

Es war ein schöner, kurzweiliger Abend, der von der täglichen Arbeitsroutine abgelenkt hat.

Ach, da fällt mir nochwas ein – klar arbeite ich hier mit verminderter Werkstatt- und Werkzeugausrüstung. Ich muss improvisieren was meist gelingt. Umso ärgerlicher, wenn eines der Werkzeuge auf das ich mich verlasse, unerwartet den Dienst quittiert – so geschehen mit meinem Bosch Deltaschleifer.

Der Reparaturversuch scheiterte, ich musste losziehen und mir einen adäquaten Ersatz suchen. Hierbei werde ich meine Taktik ändern. Ich setze weiterhin auf meinen Bosch Professional Akkuschrauber um hier längerfristig zu beobachten. Die grünen Bosch Geräte haben nach meinen schlechten Erfahrungen jetzt einen Sperrvermerk für Neuanschaffungen – kurz, die rote Karte – bekommen.

Ich werde selten benötigte Geräte künftig als günstige Varianten kaufen (Deltaschleifer mit Oszi-Wechselaufsätzen gekauft von Stanley Tools) – die oft benutzten Geräte werde ich jetzt von Makita beziehen und mal probieren ob die Qualität dort besser passt.

In der zweiten Hälfte des Februar hatten wir wechselhaftes Wetter, hin und wieder windig, kälter und vor Allem wiederkehrende Regenschauer. Es war mehr Flexibilität bei den Arbeiten gefragt – Innen- und Außenreparaturen wechselten sich häufig ab.

Tank weicht Waschmaschine

Ein gravierender Einschnitt war, die nicht mehr benötigte Ecke unseres Salonbereiches herauszuschneiden. Das fühlte sich komisch an, der Umbau des Salones wird NESSAJA nachhaltig verändern.

Unsere Sitzgruppe war für ein Schiff mit vier Schlafplätzen viel zu groß und auch ungünstig geschnitten. Diese soll nebst Salontisch auf ein Idealmaß gebracht werden und maximal sechs Personen Platz bieten. Zudem soll der Zugang so angepasst werden, dass sich niemand beim Hinsetzten „um die Ecke schlängeln“ muss.

Dafür muss die ungünstige Ecke erst einmal entfernt werden…

Platz…

…damit ist mein Part an dieser Arbeit erledigt. Ich mache ab hier mit dem Boden weiter – es wird in der Ecke ein verstärkter Boden eingebaut, Dämmmatten an Boden und Rückwand, ein Verankerungs- bzw. Befestigungssystem, dann kann die Waschmaschine an Ihren Platz gerückt und angeschlossen werden. Dies wird ausgeführt, solange der Saildrive noch nicht montiert ist und der Motor aus dem Weg geschoben ist.

Den Neuaufbau der Möbel rund um die Maschine, die Gestaltung der neuen Räume für den Wassertank und die noch zu verbauende Dieselheizung, übernimmt ab hier der Schreiner. Es versteht sich von selbst, dass der Polsterer die Sitzgarderobe nach Fertigstellung anpassen muss. Aber all das ist eine andere Geschichte.

Frühlingsboten – Leros blüht

An manchen Tagen erhallt Sibylles Ruf zur Kaffeepause. In diesen Momenten genießen wir unseren aufgeräumten, einladenden und sauberen Lebensraum auf der ELOWYN umso mehr. Ein paar Schritte und man ist weg von der Arbeit und kann sich in einem Wohlfühlambiente ausruhen.

Die Leckereien dazu holen wir uns bei Repapis – ein Gedicht – so lässt sich jeder Tag genießen.

Eis oder…
…süße Köstlichkeiten???
Für den Skipper – Eis! Leichte Entscheidung 😉

So vergehen die Tage und ich persönlich genieße Abend für Abend meine ganz eigene Feierabendstimmung. Ihr erkennt vielleicht das Bildmotiv wieder, es ist die Einfahrt zur Lakkibucht, von der Marina aus gesehen – dieses Bild ist jeden Tag anders und doch immer wieder toll. Es bietet ein hervorragendes Fotomotiv und ist gleichzeitig das „Tor zur Ferne“, es weckt Sehnsüchte…

Feierabendstimmung

Es gibt Hartgesottene, die während eines Refits auf dem Schiff wohnen. Das ist möglich aber kaum angenehm – NESSAJA sieht zur Zeit so aus…

Wohnbereich Bug
Salonbereich
Navigation und Pantry
Achterkoje
Bad achtern

…ja, ich sorge mich schon um eine gewisse Baustellenordnung, ich kann es nicht leiden wenn ich Werkzeug suchen muss oder ich über Kabel stolpere. Aber die Türen sind ausgebaut, es zieht überall rein und es ist in keiner Weise einladend, das schlägt auf´s Gemüt und die Arbeitsmoral. Wir sind dankbar die ELOWYN nutzen zu dürfen und strecken jetzt schon die Fühler aus, sollte eine Lücke zwischen NESSAJA´s Fertigstellung und unserem Auszug aus unserem momentanen, schwimmenden Appartment entstehen.

Läuft wie am Schnürchen, oder? Leider nicht immer!

Völlig überraschend habe ich einen Schaden festgestellt welcher nicht auf meiner Planungsliste stand – das hätte es nicht gebraucht, das kostet Zeit, das wirft uns zurück!

Riss oben am Ruderblatt

Der Riss oben am Ruderblatt ist von außen kaum zu sehen. Das Bild ist mit dem Foto direkt am Ruderblatt aufgenommen, so kann man „um die Ecke sehen“. Von außen ist nur der kleine, senkrechte Cut zu sehen. Das ist, anders als es wirken mag, ein ernstzunehmender Schaden und MUSS ordentlich eingeschätzt und repariert werden.

Zur Einschätzung des Schadens muss ich wissen ob Wasser im Ruder ist – dafür muss ich mein Schiff anbohren! Na toll…

Ist Wasser im Ruder???
Drei Probebohrungen zeigen – nein – alles knochentrocken! Gute Nachricht

Entdeckt habe ich den Schaden als die Jungs von der Marina das Unterwasserschiff unserer Dufour geschliffen haben. Das wird immer deutlich vor dem Anstrich gemacht und als hier gearbeitet wurde, ist das Problem aufgefallen.

Vorbereitungen für das Antifouling im April

Ich wusste schon länger, dass mein Ruder etwa 5mm vertikales Spiel aufweist, das war von außen deutlich zu erkennen und ich habe die Lücke jedesmal beim Schwimmen gesehen…

…das allein war den Aufwand nicht wert, gepaart mit der umfänglichen Reparatur des Risses soll aber auch diese Kleinigkeit mit eingestellt werden.

Das ist nicht so einfach wie es klingt…

Barbapapa – passt in die kleinste Lücke

…denn erstens ist der Zugang durch die beiden Heckstauräume hinter unserem Bett nicht gerade üppig bemessen, geschweige denn ideal, zweitens ist auch der Bauraum über dem Arbeitsbereich eher knapp kalkuliert!

Nur kurz zur Technik um die missliche Lage zu beschreiben – das Weiße unten ist der Rumpf, dort einlaminiert ist das Metallgehäuse des Ruderlagers. Oben, das silberne Bauteil ist der Ruderquadrant, der muss runter um das Ruder absenken zu können. Ein kompletter Ausbau geht nicht, weil man das Schiff dafür anheben müsste – das ist teuer!

Die weißen Ringe dazwischen sind Spacer, der mittlere ist für die 5mm Spalt nach unten verantwortlich und wird durch einen höheren ersetzt. Der Raum zwischen weiß und silber beträgt rund 10cm!

Von oben schaut das Ganze so aus…

Hier kann man schon verzweifelte Ausbauversuche erkennen – die Muttern links und rechts sind gelöst, die maßgeblichen Haltebolzen entfernt – alleine dies war eine echte Aufgabe, weil alleine mit dem Standardwerkzeug nicht genug Hebelmoment zur Verfügung stand. Ich musste mal wieder ein „Spezialwerkzeug“ basteln um Drehmoment zu generieren – es versteht sich von selbst, dass solch ein Trum nicht mit eingeschränkten Platzverhältnissen korrespondiert.

Dennoch war es nicht möglich die beiden Hälften zu trennen – trotz leichter Schläge um die Metalle zu prellen, trotz dem Einsatz von Hitze an dieser Stelle…

…war es eine aufwändige Herausforderung diesen letzten zentralen Edelstahlbolzen zu entfernen, er war einfach bombenfest in die Aluminiumbauteile hineinkorrodiert – kluger Einsatz von Materialien, danke Dufour!

Sibylle war besorgt ob des Feuers im Schiff und war in Löschbereitschaft…

Wie weiter??? Der Einsatz von geeignetem Werkzeug an dieser Stelle war schwierig, denn auch über der Arbeitsfläche war kaum mehr als 15cm Raum. Ich musste durch den Zugang des Notruders arbeiten, dieser hat nur wenig mehr als 10cm Durchmesser – erschwerte Bedingungen haben mich an dieser Stelle fast zweieinhalb Tage Arbeit gekostet.

Ob und, wenn ja, wie es mir gelungen ist den Quadranten auszubauen und das Ruder abzusenken, erfahrt Ihr im März – Monatsbericht denn am 28.02. war keine Erfolgsmeldung in Sicht!

Die Pause war mehr als verdient, die Arme schmerzten vom verkrampften Schrauben, der Kopf rauchte von der verzweifelten Suche nach Ideen – also ab ins „Tzouma“, dem Cafe, der Kneipe der Einheimischen direkt am Panteli Beach.

Ich liebe diesen Platz, ein bisschen ausruhen, ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut reichen aus, um innerhalb ein paar Minuten zu recovern, zumindest ein bisschen. Gepaart mit einer kleinen Portion Meze kehren die Lebensgeister zurück!

Sibylle hat sich zur echten Unterstützerin entwickelt! Manchmal sind es nur Handlangertätigkeiten und sie reicht mir Werkzeuge – das hilft ungemein, weil ich mich nicht immer aus den Kästen schälen muss, andermal ruft sie nach eigenen Aufgaben. Ok, ich hasse das Hantieren mit Farbe – Sibylle, klar zum Ankerstreichen!

Vorbereitung des rostigen Grundeisens
Platziert für den neuen Anstrich!

Die Vorbereitung mit der Flex (die macht Angschd) habe noch ich übernommen, danach waltete die Meisterin des Pinsels ihres Amtes – das Ergebnis kann sich sehen lassen, wird aber noch nicht veröffentlicht weil der Job noch nicht final beendet ist – freut Euch auf nächsten Monat!

Von diesen Aufgaben haben wir übrigens eine ganze Liste – wir nennen es Lückenfüller, die Arbeiten die „man so rasch nebenher macht“ 😉 !

Wer so schafft braucht Energie! Normaler Weise kocht Sibylle für uns, ab und an gehen wir aber auf ein Giros ins „Souvlakki“ – ein Gedicht…

Jede Kalorie wert!

Eine lustige Anekdote fällt mir noch ein – unsere Nachbarschaft hat sich verändert. Zuerst waren neben der ELOWYN nur zwei weitere Schiffe am Ponton A. Später kam dann noch der Katamaran von Andrej dazu – die USODA – in auffälligem Rot, wir kannten das Schiff schon aus 2021…

Ponton A der Leros Marina Evros

Mit Andrej hatten wir bisher keine Gelegenheit Kontakt zu knüpfen, das sollte sich diesmal ändern – wir gingen schließlich mehrmals am Tag an seinem Schiff vorbei.

Das ist deshalb erwähnenswert, weil Andrej eine Behinderung hat die ihn an eine Art mobilen Rollstuhl fesselt, er ist auch eingeschränkt in der Beweglichkeit seiner Arme und Hände. Dennoch folgt er seiner Leidenschaft und lebt auf einem stark modifiziertem Segelboot.

Weil es auf der Insel kein geeignetes Großraumtaxi zum Flughafen gibt, die Crew der USODA aber für einen kurzen Heimatbesuch an den lokalen Airport musste, hat Andrej mich gebeten die Fahrt mit und für Ihn zu machen. EHRENSACHE!

Also meinen flotten Italiener ausgeräumt und vom Werkstattwagen zum Taxi umfunktioniert. Als Sibylle mich per WhatsApp informierte, dass der an diesem Tag angesetzte Linienflug nach Athen ausfallen würde und ich diese Info an meine „Fahrgäste“ weitergab, wurde mir erklärt, dass SEIN Flug wohl gehen würde – am Flughafen wartete ein gecharterter Privatjet.

Das Flughafenpersonal war zunächst total überfordert und wollte das Standardprocedere anwenden. Andrej direkt an die Maschine zu fahren ist UNMÖGLICH – NEVER!

Es dauerte eine Weile bis die Situation erfasst war. Aus never wurde maybe und ein paar Minuten später aus maybe die Aufforderung den Fluggast direkt an die Maschine zu bringen…

…da stand er nun, mein treuer Gefährte. Direkt neben dem Privatjet des VIP. Mir war es eine Ehre helfen zu dürfen – guten Flug an die Crew der USODA!

Seit der Montage der Borddurchlässe, Ihr erinnert Euch, waren ein paar Tage vergangen. Es wurde Zeit die Seeventile zu montieren. Jedes Einzelne musste angepasst werden, trocken die nötigen Umdrehungen bis zur Idealposition gezählt werden, um sie dann abermals mit Lastaufnahme und Klebe-Dichtmasse in die richtige Position zu drehen.

Es geht eng zu – genau gewählte Position in der Pantry
Im Bad vorne
Im Bad achtern

Erfolgsmeldung! Die 13 Löcher die der Abbruch der alten Seeventile verursacht hat, zuzüglich dem Loch der Logge, sind wieder verschlossen. Inzwischen sind die Klebestellen trocken, wir können die Kugelhähne öffnen und schließen und hoffen jetzt, dass die Dichtheitsprüfung beim Einkranen keine Undichtigkeiten zeigt!!!

Bleibt noch den Saildrive und das Ruder zu reparieren und einzubauen – dann sollte NESSAJA wieder schwimmen können.

Das war knapp – ich hatte während eines Urlaubes einmal einen Ausfall meiner zwei Haupt-Servicebatterien zu beklagen. Freund Uli half aus und vermachte mir zwei alte aber gute Gel Batterien die bei seinem Umbau übrig geblieben waren.

Weil Notlösungen immer lange halten, hatte ich diese Batterien bis heute im Betrieb, merkte aber, dass zuletzt ein Problem vorlag. Energie war knapp, die Dinger wurden beim Laden heiß. Ich habe das Laden oft manuell unterbrochen. Heute kenne ich den Grund…

Überhitzt – die Form eines Wellblechdaches 😦

Nun, kein Grund sich zu ärgern, die Dinger mussten ohnehin raus, die Erneuerung der Ladetechnologie und des Energiemanagements stand auf dem Plan.

Dies ist ein Projekt welches für später auf der Liste steht, dennoch war es nötig die alten Batterien auszubauen und auch das alte Ladegerät abzunehmen – warum? Ich brauchte den Zugang um in unserer Dusche die unsägliche, kombinierte Wasch- und Brausearmatur zu ersetzten.

Glump!

Die Ist-Situation zwang uns, den Brauseschlauch aus dem Waschbereich herauszuziehen, durch den Spalt des Duschvorhanges hindurchzuführen und im Brausebereich zu duschen – wer sich sowas ausdenkt???

Das musste angepasst und getrennt werden – es musste ein Wasserhahn am Waschbecken her…

Gute Lösung – nur noch saubermachen

…und eine eigene Brausearmatur im Duschabteil – hier wollten wir ähnliche Duschperformance wie zuhause – und zwar im Wortsinn – die Duscharmatur haben wir aus unserem Haus „gerettet“ bevor Sohn Florian modernisiert hat.

SO muss das!

Naja, an der Stelle wo jetzt die Brause ist, war früher auf der anderen Wandseite das Ladegerät – Wasser und Strom verträgt sich nicht gut, lieber für Distanz sorgen.

Weil grad Platz geworden war und der Zugang zum Battriekabinett so gut war, habe ich kurzerhand beschlossen, die teuersten Ersatzteile aus dem Bus zu räumen und ihnen schon ihren zukünftigen Platz angedeihen zu lassen.

Ein Vermögen

So wurde Platz im Bus geschaffen und zugleich ein wenig „vormontiert“ – verkabelt ist aber nocht nichts. Um die Funktion der Systeme auf NESSAJA sicher zu stellen, halten jetzt die Kühlschrankbatterien die Energie vor, geladen wird mit meinem alten Auto-Ladegerät – statt Elektronik, Stecker rein / Stecker raus, temporär akzeptabel. Das ich dafür ein paar Kabel umklemmen musste ist eine andere Geschichte, bleibt aber Randnotiz!

So krieche ich Tag für Tag, Woche für Woche durch Kisten und Kästen, durch den Motorraum oder versuche anderweitig den idealen Zugang zu finden…

Dabei gilt es die gute Laune zu bewahren…

…gleichwohl aber zuverlässig und gut zu arbeiten – es wäre eine Katastrophe wenn nach dem Zusammenbau, bei wesentlich schlechterer Zugänglichkeit, bemerkt würde, dass ich etwas vergessen habe oder ein Fehler eingebaut wurde (das wird passieren – aber hoffentlich in überschaubarer Dosis!).

Dass dies gelingt, dafür sorgen die Capetañas der NESSAJA und der ARIES – die beiden Goldschätze verstehen es, die zu Mechanikern mutierten Skipper zu verwöhnen und versorgen.

Selbstgemachte Tiramisu beim gemeinsamen Wetterseminar

Wir verbringen Zeit zusammen, klönen und beratschlagen uns und kochen gegenseitig. So lässt es sich aushalten, so werden die Arbeitstage erträglich!

Wenn wir einen Tapetenwechsel brauchen gehen wir aus, auf eine Meze Platte und ein Bier oder einen Ouzo – es freut uns wenn wir neue Kneipen entdecken, so zum Beispiel das „Nemesis“.

Urige Bar
Mamos – love it!

Dort kann man schön am offenen Kamin sitzen und den Tag ausklingen lassen. Ein für uns neuer und sehr einladender Platz, besonders dann wenn man innen sitzen möchte oder muss.

Snackkarte – hier findet jeder etwas…
„Schlachtplatte“ – Greek Style

Wir schreiben den 28.02.2022, der Febraur ist zu Ende, auch der gleichnamige Bericht findet ein solches.

Wir sind weitgehend im Zeitplan, haben einen geregelten Tagesablauf und finden auf der ELOWYN unsere persönliche Balance zwischen arbeitsreich und stressfrei.

An den „langweiligen“, ereignislosen Abenden finden wir nach dem Dinner Entspannung beim Gucken von Serien oder wir schauen Seglervideos auf YouTube.

Michael & Anette von der SY Limelight – in Mexico – wir sind dabei!

Alles gut also??? Da fallen mir die Antworten von Radio Eriwan ein…

IM PRINZIP JA – ABER DIE WUNDEN SCHMERZEN!

Autschn!

Das war unser Februar – ich hoffe, der Bericht hat Euch, trotz der nicht zu vermeidenden, leicht technischen Auslegung gefallen und Ihr bleibt neugierig auf das was kommt.

Wir sind zwischenzeitlich schon wieder auf der Baustelle um die Arbeiten voranzutreiben. Ich lege Euch abschließend noch einmal den technischen Refitbericht ans Herz der eine eigene Seite bekommen hat (für die an Details Interessierten).

In diesem Sinne wünschen wir Euch einen „guten Monat“ – kalo mina – wie man hier sagt und grüßen Euch ganz herzlich aus Leros.

Die Crew der NESSAJA

Januar 2022 – Money Money Money

Bereits 1976 wusste ABBA im Song „Money Money Money“ – „it must be funny in a rich man´s world“…

Nun, leider ist es bei uns anders gelagert – wir sehen uns als „Zeitmillionäre“, schätzen dies sehr, aber Geldausgaben müssen wohl überlegt sein und größere Summen in einem von langer Hand geplanten Investitionsbudget manifestiert sein – sonst geht nix!

Ich habe den Songtitel von ABBA als Headline für Januar gewählt, weil die in den vergangenen Wochen getätigten Einkäufe ALLE Rahmen gesprengt haben…

Doch von Anfang an – es ging recht günstig los!

TÜV neu! Forza Scudo!

Bei genauem Hinsehen erkennt man – unser flotter Italiener hat neuen TÜV bekommen. Das war mir wichtig, sind wir doch vorläufig noch auf unser Vehikel angewiesen und aufgrund der Tatsache, dass ein paar Euro darin gebunden sind, möchte ich ihn auch pfleglich behandeln.

Sohn Stefan, der Herr der (vier) Ringe, hat sich des markenfremden Gefährts angenommen und ihn mir einen Tag später mit neuer Plakette zurück gebracht – hab Dank mein Sohn – Bahn frei, es geht weiter…

Die heute für einen frischen TÜV nebst AU zu investierenden 150.-€ waren im Verlauf des Januar die vielzitierten „Peanuts“!

So mag ich es (Ironiemodus)

Irgendwie habe ich den Pfad des chronologischen Erzählens verlassen – wir haben einen kleinen Zeitsprung gemacht und schreiben bereits den 10. Januar, es ist sehr kalt, der Winter ist zurück. Zwischenzeitlich hatten wir etwas wärmere Temperaturen, ab und an auch ganz akzeptables Wetter – aber zu dieser Zeit war es fast unerträglich für mich.

-14° C – wer will denn sowas???

Was war zuvor passiert? Wie ging es nach dem Jahreswechsel eigentlich weiter?

Die Zeit nach Silvester war verflogen! Auf dem Weg von Karlsruhe nach Bayern zurück, hatten wir die Gelegenheit genutzt einen Abstecher über den Bodensee zu machen. Es war schön meine Tochter Nina nebst Familie wiederzusehen, der letzte Besuch lag inzwischen einige Monate zurück.

Wir haben ein bisschen mit den Enkelchen Ronja und Helena gespielt, alle zusammen Mittag gegessen und die Kaffeezeit für das Austauschen von Geschichten genutzt – dann sind wir zurück nach Miesbach, wo wir uns wieder bei Florians Familie in unserem alten Haus einquartiert hatten.

Zu dieser Zeit haben wir uns fast täglich getestet, wir wollten niemanden gefährden oder auch nur in eine unangenehme Lage bringen, wir sind ja doch viel getingelt und haben uns mit einer Menge Freunde getroffen.

Die Zeit bei Florian verging rasch, aber wir merkten bald, dass wir unseren geplanten Abreisetermin um den 05.01. nicht halten können würden. Die Planung meines Energiemanagements hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ich dachte, zudem waren etliche Teile nicht lieferbar, ich musste viel recherchieren und auf Pakete warten. So haben wir beschlossen die Gastfreundschaft der Familie nicht überzubeanspruchen und sind abermals nach Schliersee ins „Haus Seegarten“ umgesiedelt – neutrales Terrain 😉

Dort haben uns Rita und René herzlich empfangen, auch das Wetter war einladend, Winterwonderland, leider nur ein paar Tage (siehe oben)…

Blick aus „unserem“ Zimmer im Haus Seegarten

Tagsüber waren wir in Miesbach und haben uns mit den Enkelchen Otto und Benno beschäftigt, abends war Teile bestellen und einkaufen angesagt – alles was zugestellt wurde musste verpackt werden, der Paketbote kam täglich.

Wie geht eigentlich „voll“????

Was wir uns nicht schicken lassen konnten haben wir bei Einkaufstouren beschafft – so zum Beispiel ein paar Kleinteile für unsere Freunde von der ARIES. Zum Glück hat IKEA jetzt „Click & Collect“, das macht das Einkaufen dort wesentlich entspannter (und zeitsparender)!

DAS passt noch rein!

Wir sind zurück in der chronologischen Abhandlung der Geschehnisse – wir hatten unsere geplante Abreise aufgrund der genannten Umstände gleich auf den spätest möglichen Termin verschoben – am 19.01. wollten wir mittags in Venedig auf die Fähre gehen. Da durfte nix verrutschen, NESSAJA hatte am 24.01. Krantermin, ich wollte unbedingt anwesend sein.

In der Zwischenzeit hat man in Griechenland an uns gedacht, nach dem Rechten gesehen und Bilder geschickt um Sicherheit zu vermitteln – DANKE Thomas!

Alles in Butter auf´m Kutter

Die letzten drei Tage in Deutschland hieß es warten – warten auf die letzte Bestellung, die umfänglichste Lieferung. Die musste aber mit, wegen der haben wir den Bus noch einmal so voll gepackt.

Diese Zeit konnte ich sinnvoll nutzen indem ich mich ein bisschen bei Rita und René einbringen konnte – es musste ein Container geladen werden, Holzabfälle soweit das Auge reichte. Da der Hausherr sich zudem einen Beinbruch zugezogen hatte, war es mir eine Freude Rita beim Auffüllen des Schrottbehältnisses zu helfen – per Hand…

Von A nach B getragen, weitgehend zerkleinert und hochgeschmissen -> Muskelkater (autschn)

Endlich – da war sie nun, endlich angekommen! Meine letzten bestellten Teile waren „just in time“ gekommen und wurden in das eigentlich schon volle Auto gepackt, wir waren reiseklar.

Energie vom Feinsten – eine komplette Victron Anlage

Abschied – immer ein blöder Moment. Den muss man zumindest gut verpacken – also wurden letzte Abendessen mit den Kindern ausgerufen und zentrale Treffpunkte festgelegt…

Amelie & Stefan sowie Franziska & Mikey – unsere Familiencrews 2021 – beim Abschiedsessen

…die jeder schnell erreichen konnte – theoretisch! Sibylle und ich haben uns einen Faux-Pas der Extraklasse erlaubt. Wir haben aufgrund der Verkehrsdichte rund um Schliersee, es war ein Sonntagabend, einen „Schleichweg“ nutzen wollen. Wir kennen den Weg und auch die Beschaffenheit (steil, Kies), haben uns aber leichtsinnig hinreißen lassen diesen auch unter winterlichen Bedingungen nutzen zu wollen.

Sehr kurz gefasst – Sekunden nachdem ich über die Kante des Gefälles gefahren war, merkte ich, dass es kein Halten mehr gab – der beladene, schwere Bus rutschte, obwohl ich nur zentimeterweise fuhr und stetig bremste, es war spiegelglatt! Die Strasse machte nach 50m einen 90° Rechtsknick, so dass ich nur einen Ausweg sah ein Abschiessen unseres Vehikels in den Wald zu verhindern – ich habe ihn absichtlich und weitgehend kontrolliert an die Böschung gelenkt – nix geht mehr!

Der Zufall hilft, ein Traktor kommt, Sibylle stürzt, wildes Treiben – es folgt eine chaotische Stunde in der mich der allradgetriebene Traktor retten WOLLTE. Dies war letztlich nur möglich weil noch ein Jeep vorbei kam der den Traktor angehängt hat.

KEINE BILDER, KEINE VERLETZTEN, KEIN SCHADEN!!!

Das Essen an diesem Abend war wohlverdient – wir kamen nur 20 Minuten zu spät und selbst mein Sohn hat sich tadeln erspart, gut so…

Schweinsi – wohlverdient
Kaiserschmarrn als Tröster

Glück gehabt, nicht auszudenken wie das hätte ausgehen können! Bereits in der folgenden Nacht klingelte der Wecker um 02.00 Uhr und wir starteten Richtung Venedig…

Die Fahrt verlief unspektakulär, ohne Pause. Wir erreichten Fusina, den Fährhafen von Venedig, sehr zeitig und konnten als Erste am Schalter unsere Tickets bekommen, danach hatten wir Zeit frühstücken zu gehen.

Durch unseren Zeitvorsprung waren wir auch der erste Bus / Lieferwagen in der Schlange und so recht früh und flott auf unserer Fähre eingecheckt. Gleiches Spiel wie immer – der Italiener bekommt im Heimatland eine Pole-Position…

Unser Scudo auf der Asterion II

…und wir beziehen unsere Kabine. Diesmal haben wir uns eine Außenkabine gegönnt, eigentlich wegen der langen Überfahrtsdauer von geplanten 31h, diese Entscheidung sollten wir nicht bereuen!

Schlafgemach mit Tageslicht
Sitzecke und Kühlschrank

Wie gesagt, wir waren zeitig dran. Ich kannte das Schiff bereits und so haben wir einen Rundgang gemacht, so dass sich Sibylle auch gut zurechtfinden konnte.

Oberdeck – herrliches Wetter in Italien
Fusina Fährkai – hinten im Dunst die Altstadt von Venedig

Die Zeit verging, wir haben eine zeitlang dem Verladeprozess zugesehen, das ist immer recht interessant und spannend. Im Anschluss hatten wir ein Hüngerchen und somit gleich das Bordrestaurant ausprobiert – ok, es gibt bessere Optionen zu speisen, aber für ein Self-Service Bordlokal ist es gut. Heute Mittag trotzdem nur Pommes…

Pommes rot-weiß und ein Mythos

Es war so weit, mit nur einer halben Stunde Verspätung legt der Riese mit vollem Bauch (nicht ich – die Fähre) Richtung Griechenland ab. Eine Nacht an Bord steht am Plan, dann noch ein ganzer Tag – und wenn alles klappt, sind wir morgen Abend gegen 22.00 Uhr in Patras.

Leinen los – Hellas, wir kommen!

Natürlich gab es einen Grund warum es „nur“ Pommes als Mittagstisch gab, wir hatten Italien durchquert und dabei – selbstverständlich – allerlei Leckereien eingekauft. Diese soll es am Abend des ersten Tages und am Mittag des zweiten Reisetages geben. Soweit der Plan, Umsetzung stande pede!

Bellissima – mangare Italiano, perfetto!

Um die echte Bettschwere zu erhalten, in fremden Betten abseits der Premium-Klasse oft empfehlenswert, gehen Sibylle und ich immer noch auf einen „Absacker“. Für mich wäre ein Birra ok und genug – Sibylle wünscht einen Ouzo (ANEK ist eine griechische Reederei) – so basteln wir uns ein „Herrengedeck“, dass aufgrund seiner weiblichen Prägung den Namen nicht so recht verdient. Egal, es war gut und verfehlte seine Wirkung nicht!

Mythos & Ouzo – mehr brauchst nicht zum Schlafen

Plan, klappt, hätte – Ihr merkt schon, da lag was in der Luft! Wir hatten soeben Land in Sicht, die Küstenlinie von Albanien querab, da stellten wir mit einigem Zeitverzug fest – hier tut sich nix mehr! Das Schiff stand! Ein Blick auf die Handyapp genügte, Speed 0,0 kts, das bedeutet nix Gutes…

Keine Ansage, keine Info – Nachfragen ergaben aber, dass der weiße Riese Motorprobleme hatte, na toll! Wir standen da geschlagene drei Stunden rum bis die Motoren wieder liefen und wir mit halber Marschgeschwindigkeit weiter fuhren, wir kommen zu spät, der Zeitplan ist dahin, soviel war klar!

Ich konnte das Hotel nicht informieren, ich hatte kein Netz da ich auf Schiffen immer im Flugmodus bin, Sibylle dagegen freute sich über ihren Internetzugriff, regelte die Hotelsache für uns und informierte die Familie per WhatsApp, meine Warnungen überhörte Sie geflissentlich.

Ich will nicht weiter darauf eingehen, dass diese paar MB die sie verbraucht hat, mehr gekostet haben als die Hotelübernachtung, der nette Herr von AldiTalk hat´s erklärt – klingt komisch, is´ aber so…

Eine zweite Nacht in der Kabine folgte, man war so freundlich uns kurz vor Ankunft zu wecken – diese war ja nicht mehr planbar.

So haben wir unseren Hotelschlüssel um 03.15 Uhr aus dem Schlüsselsafe geholt, um 08.00 Uhr klingelte bereits der Wecker – keine Fotos!

Patras – Piräus, erste Raststation!

Ich wollte zeitig abfahren, ich hatte noch einen Termin und wollte, nein musste, dafür vor Mittag in der Nähe von Glyfada hinter Athen sein. Wir sind also früh los mit dem Ziel, alsbald möglich eine Frühstückspause einzulegen – dafür bot sich der erste Autobahnrastplatz nach Patras an.

Flocafe – kennen wir, sollte passen!

Eine gute Wahl wie sich zeigte – ein gutes Angebot und allerlei frische Sandwiches zum sehr leckeren Cappuccino. Der Tag begann gut, die Stimmung stieg…

Sieht gut aus…
…war es auch!

Wie Ihr auf dem Bild oben sehen könnt, hat uns Griechenland nicht gerade mit Kaiserwetter empfangen – aber auch vermeintliches Schlechtwetter und Regentage können nette Zeichen setzen…

Apropos Termin, ich wollte keine Zeit verlieren, weil ich ein neues Schlauchboot, ein Dinghy, bestellt hatte. Es war in Deutschland keines zu bekommen welches meinen Wünschen entsprochen hätte. Ein Bootshändler nahe Athen hatte aber so etwas noch auf Lager, dieses habe ich mir gesichert – Abholung heute!

Wir sind also auf die Autobahn um den Weg vorbei an Piräus und Athen zu bewältigen – nur einen Stop haben wir uns gegönt, wieder einmal, am weltberühmten Kanal von Korinth. Wir können uns nicht satt sehen.

In Athen / Glyfada angekommen, musste das Dinghy noch in den eigentlich vollen Bus. Ich wusste das ja vorher und habe den vermeintlich noch zu belegenden Platz freigehalten – obenauf eben.

Aber würde das, nicht allzukleine, Packstück auch passen??? Kurz – JA!

JETZT ist er voll!!!
Ein Minzplättchen geht noch 😉

So beladen waren wir wieder voll im Zeitplan, den wir nun auch gut einschätzen konnten. Da am Festland der Diesel deutlich billiger ist haben wir noch voll getankt um dann die übrige Zeit bis zum Boarding unserer zweiten Fähre zu vertrödeln.

Glyfada

Wir sind ans Meer gefahren um irgendwo in einem der Strandcafes von Glyfada einen Cappuccino zu trinken und eine Kleinigkeit zu snacken – und wir haben ein außerordentlich schönes Plätzchen gefunden – wir konnten draußen sitzen.

Platz und Ware top – Service flop

Just in time haben wir unseren bewährten und voll bepackten Scudo wieder gestartet und sind mit ihm zurück nach Piräus gefahren, wo wir bereits für die 18.00 Uhr Fähre Richtung Dodekanes eingecheckt waren. Zielstrebig fuhren wir zu Gate E1 und stellten uns in die Reihe, besser – wir haben sie eröffnet!

Abermals die Pole für uns

Die Zeit hier vergeht rasch – man erwehrt sich der Uhrenverkäufer, sieht beim Beladen der Fähre zu und genießt die um diese Zeit noch frühsommerlichen Temperaturen…

17.00 Uhr und 19° – was willst mehr???

So war ich zufrieden – ich wartete auf die Abfahrt der Fähre die mich, uns, nach Hause zu NESSAJA bringen würde. Ich hatte nun alles dabei was ich benötigen würde um das technische Refit, das erste nach sieben Jahren die das Schiff in unserem Besitz ist, anzupacken.

KLINGKLINGKLING – es ist 03.45 Uhr morgens, der Wecker klingelt, bald erreichen wir Leros! Wir machen uns fertig, verlassen die Kabine und letztlich auch die Fähre. Um pünktlich 04.35 Uhr sind wir in Lakki und fahren sofort in die Marina. Wir sperren NESSAJA auf und fallen noch einmal in ein kaltes, klammes Bett – wundersamer Weise können wir beide nochmals einschlafen und wachen erst gegen 09.00 Uhr auf.

Wie bereits geschrieben, hat NESSAJA am 24.01. ihren Krantermin – heute war der 22.01. – es lohnt also nicht mehr, alle Systeme hochzufahren. Wir ziehen gleich um auf die ELOWYN.

Zuhause für drei Monate

Blogleser der ersten Stunde kennen die ELOWYN. Wir kennen das Schiff seit Kiellegung und haben es zusammen mit den Eignern auf der Etappe Brest – Lissabon mit ins Mittelmeer überführt (Bilder am linken Seitenrand). Es war kein Zufall, dass das Schiff ausgerechnet diesen Winter hier liegt und uns zur Verfügung steht – eine winwin Situation wie Volker es formulierte. Für uns mehr als das!!!

Zweifler vermuten, dass uns NESSAJA hinterher nicht mehr gefallen wird. Das bestreite ich! Es ist wie mit einem guten Hotel, Du genießt es und freust Dich doch wieder auf daheim – nicht mehr, nicht weniger…

Das Auto musste ausgeräumt werden, zuerst musste das sperrige Schlauchboot wieder raus!

Tag 1 – ausladen

Wohin damit, um es nicht gleich zu versauen oder gar zu beschädigen? Nun, da zeigt die ELOWYN ihre erste Stärke – PLATZ! Unendlich viel Platz!

Ein 2.70m RIB – liegt einfach so rum…

Dann brauchte es einen weiteren Tag um den Umzug, das heißt das Herübertragen von benötigten Dingen und das „Hochfahren“ der Systeme von ELOWYN abzuschließen.

Bisschen mehr Schnickschnack als bei NESSAJA

Inzwischen sind wir angekommen, fühlen uns pudelwohl und sind dankbar für diese Option, NESSAJA ist inzwischen Baustelle, ein Leben dort wäre so nicht möglich. Das wir dieses Schiff nutzen dürfen ist für uns mehr als ein Freundschaftsdienst oder eine Selbstverständlichkeit!

Ach ja, NESSAJA – Krantermin / Projekte – um was geht es eigentlich???

Der 24.01. war gekommen, NESSAJA, unser Zuhause, kommt aus dem natürlichen Element und wird für rund drei Monate an Land gestellt – Termin für das Zuwasserlassen ist der 14.04.2022.

Im Kran – ab jetzt geht´s aufwärts…
…noch das Unterwasserschiff reinigen – sieht gut aus nach drei Jahren!
Umladen auf den Wagen – auf dem Weg zum Standplatz am Trockenen
Liegeplatz und Arbeitsplatz für vier Monate – aufgepallt in der Marina

Das Kranen sorgt immer wieder für spannende Momente, aber es verlief alles wie nach Drehbuch und klappte wie am Schnürchen.

Leider war es diese Tage kalt! Saukalt um es offen zu sagen. Wir hatten schönes Wetter, aber einen eisigen NE Wind welcher für frostige Temperaturen sorgte.

3°C – so haben wir nicht gewettet!!!

So war die ersten Tage überhaupt nicht an Arbeiten im Freien zu denken! Ich habe alles so weit vorbereitet, alles Administrative erledigt, um dann, wenn es etwas wärmer würde, ungestört und ohne Unterbrechung arbeiten zu können. So habe ich den zwischengelagerten Ofen, unseren ENO, aus Susannes Haus abgeholt…

NIE ohne Mütze!

…und schonmal den alten, viel kleineren und älteren Ofen ausgebaut und den Schacht für den Umbau und das Anpassen vorbereitet.

…da muss er rein!
Bigger is better 😉

Umgekehrt konnten wir auch die wärmenden Sonnenstrahlen des Nachmittags adäquat nutzen – wenn auch leider nicht jeden Tag…

Hot Chocolate – Pandeli Beach

…denn das Wetter ist um diese Jahreszeit eher wechselhaft – entweder schön und kalt, oder eben etwas wärmer aber dafür regnerisch – auch keine optimalen Bedingungen um Arbeitsprojekte zu starten!

Es regnet in Strömen

So versuche ich langsam in den Arbeitsmodus zu kommen der mein Leben die nächsten vier Monate bestimmen wird. Die Projekte sollen Ende Mai abgeschlossen sein – vollumfänglich!

Dennoch bleibt Zeit Freunden zu helfen, das kommt irgendwie auch immer zurück – so haben wir auf Thomas´ SIMPLY FREE den Wassertank ausgebaut. Kein leichter Job bei so einem Trum!

Eng und knapp – nicht immer toll!
Zu dritt der Sache Herr werden…
…und bist Du nicht willig!

Nach Einsatz der Säge waren genug „Argumente“ aufgefahren um den Tank zu überzeugen, dass wir nicht aufgeben würden – nach ein paar Stunden Arbeit war das Monster am Steg!

Geschafft!

Es wurde wärmer, ich starte meine Projekte! Ich fange immer mit Dingen an die man an einem Tag abschließen kann – so gibt es ein erstes Erfolgserlebnis an dem man sich jeden Tag freuen kann – der Ofen sollte also rein! Gesagt, getan…

Passt auf´s µ – der große ENO Bretagne

Ein klein wenig Ärger gehört natürlich dazu, aber am Abend des selben Tages war der „Große Bretagne“ verbaut und Sibylle kann sich künftig über drei Brenner und einen Backofen freuen.

Der Ofen wertet den Salon auf und passt auf den Millimeter – und er schwingt sogar vollumfänglich – damit hatte ich gar nicht gerechnet!

Da bleibt die Verletzung des ersten Tages nur eine Randnotiz – ich bin halt noch etwas „eingerostet“, die Übung und Fingerfertigkeit kommt rasch wieder – weh tut´s trotzdem!

Oh weh, oh mir…

Inzwischen ist die Planung für unser Hardtop angelaufen und beauftragt – lasst Euch überraschen. Auch das zweite Projekt ist inzwischen gestartet, das vor dem mir am meisten graust, die Erneuerung der Dichtmanschette des Saildrive!

NESSAJA ist seit gestern eine Baustelle, weil man zum Ausbau des Saildrive Platz benötigt. Ich habe Türen ausgebaut um mir den freien Zugang zu verschaffen…

Die Türe als gute Arbeitsfläche
Motorraumtüre – auf die Seite
So wird Platz – und das Bad zur Werkstatt
Anbauteile abgarnieren

Unser Motor ist „revers montiert“ – das bedeutet, dass der Motor HINTER dem Saildrive steht – davor und darüber ist alles verbaut. Ich muss also mit dem nicht gerade leichten Trum am Motor vorbei, durch´s Bad nach draußen – bin gespannt wie das klappt…

Der Saildrive (weiß) muss nach oben raus – vgl. vorheriges Bild
Von unten – die Finne geht nach oben durch

…ob und wie das funktioniert und ob das Herausheben für Verdruss oder Freude sorgt – das erfahrt Ihr im Februarbericht, denn der Ausbau erfolgt heute, am 01.02. 😉

Seid also gespannt, kurze Updates gibt es wie immer auf Facebook und Instagram.

Ich habe bewusst verzichtet die anstehenden Projekte in dem Bericht einzubauen oder zu verstecken, das hätte die Gefahr einer Aufzählung bedeutet und zugleich unter Umständen technisch weniger versierte bzw. interessierte Leser abgehalten den Bericht bis zum Ende zu lesen.

Für die technisch Interessierten folgt im Abspann eine Projektliste und somit die Erklärung für welche Arbeiten die vielen Teile eingekauft wurden. Ich gebe gerne Auskunft über Planung, Quellen und auch Preise, einiges davon wird in den nächsten Berichten Platz finden, offene Punkte erfragt Ihr bitte einfach in den Kommentaren oder über das Kontaktformular per eMail.

Ja, das war er schon wieder – unser Januar! Wir bedanken uns für steigende Zugriffszahlen, mehr Interaktion und ein stetiges Wachstum des Blogs. Schön, dass Ihr immer wieder neugierig dabei seid und uns folgt.

Herzliche Grüße von der griechischen Baustelle – die Crew der NESSAJA Mario & Sibylle

Projektliste – für die nächsten vier Monate

-> I GOT THE POWER – Erneuerung des gesamten Energiemanagements – ab Landstromanschluss bis 12V Knoten. Umbau auf LiFePo4 (600Ah) nebst Victron Quattro Charger (120Ah) / Inverter (3000W). Neue Ladegeräte für die Blei-Säure Akkus. Einbau eines Monitoring Systems – alles smart steuerbar

-> NESSAJA GOES GREEN – Montage von 4 x 150Wp Solarmodule und eines 420Wp Windgenerators

-> UNDER THE ROOF – für den Windgenerator wird ein Pole (V4A) benötigt und zudem wird als Träger für unsere Solarzellen das Bimini durch ein Hardtop auf einem fixen V4A Rahmen angefertigt

-> THE HEAT IS ON – wir wollen nicht frieren und haben NESSAJA daher eine Eberspächer D5 Dieselheizung spendiert, es werden Luftauslässe in allen Räumen montiert, das Bedienteil ist smart steuerbar

-> FIND MY WAY HOME – unser Schiff bekommt nach vielem Ärger mit der alten ST50 Anlage eine komplett neue Navigation mit zwei Plottern, Radar, Autopilot, Anzeigegeräten – alles über NMEA2000 vernetzt, alles von Garmin – hier für müssen alle Geber im Mast und unter Wasser erneuert werden, neue Instrumentenkonsolen von Scanstrut verbaut werden und quer durchs Schiff Kabel gezogen werden, na Prost Mahlzeit

-> SAFETY FIRST – unsere Seeventile sind alt und müssen erneuert werden – dafür haben wir den hochwertigsten Ersatz gekauft, TruDesign Kunststoffventile und Borddurchlässe an allen Ein- und Auslässen

-> DON´T STINK – neue Toilettenpumpen und Abwasserschläuche in beiden Bädern

-> CLEAN THE CLOTHES – wir bauen eine Waschmaschine ein! Dafür muss der Schreiner die gesamte Salonsitzgruppe umbauen und abändern – etwas verkleinern zu Gunsten des Stauraumes. Ich muss für den Anschluss von Zu- und Abwasser sorgen

-> LIEBE GEHT DURCH DEN MAGEN – der alte zweiflammige ENO wird durch einen neuen dreiflammigen mit Grill ersetzt, es wird die gesamte Gasanlage von der Flasche bis zum Ofenanschluss erneuert

-> DRINK CLEAN FUEL – das gilt für unseren Diesel. Der Tank wird gereinigt, er bekommt einen neuen Anschluss für die Dieselheizung

-> DRINK CLEAN WATER – das gilt für uns. Die Druckwasseranlage wird von 2,8bar auf 4,6bar „getunt“, es wird eine Haushalts-Duscharmatur eingebaut und ein wesentlich größerer Druckspeicher. Im Masterbad wird der Wasserhahn auf Haushaltsqualität umgebaut

-> RUN BABY RUN – unser Motor bekommt Liebkosungen, er hat es sich verdient! Service, Ventile einstellen, Saildrivemanschette wechseln, ein Ölverlust wird behoben

-> PAINT IN BLUE – neues Antifouling und Rumpf polieren ist eine Fremdarbeit durch die Marina

-> THINGS WITH NO NAME – ist eine Liste von Kleinarbeiten welche noch nicht einmal die Bezeichnung „Projekt“ verdient, so z.B. Propeller polieren, neue Gitter für das Bugstrahlruder, neuer Belag für die Gangway, Anker streichen, u.v.m.

Das sind die „großen Brocken“, ich denke Ihr erkennt warum ich mich ranhalten muss – darum ist hier jetzt ENDE, ich muss auf die Baustelle…

Euer Skipper

Dezember 2021 – Driving Home For Christmas

Eine Frage vorab – hat es irgendjemand überrascht, dass es der alte Chris Rea Titel geschafft hat „Dezember-Headline“ zu werden?

Ok, nein, das war zu vermuten 😉 – aber egal, der Titel passt einfach und ist Programm. Wir haben beschlossen Weihnachten und Silvester in der Heimat zu feiern, Kinder, Enkel und die Familie wieder zu sehen, ein wenig mit alten Freunden zu plaudern. Der Rückflug wurde für den 16.12.2021 gebucht, die Vorfreude war groß.

Doch bis dahin waren es ja noch zwei Wochen.

Das Wetter hatte sich wieder etwas erholt, es herrschte nach wie vor noch „kurze Hose und Crocs“ Wetter. Zugegeben, zwar war ich mit meiner sommerlichen Kleidung Part einer Minderheit, doch das war mir egal. Es war meist sonnig, freundlich und die Temperaturen waren deutlich zweistellig. Nur der Wind hat sich keine Pause gegönnt – im Gegenteil, der hat zu dieser Zeit nochmals richtig Luft geholt…

BFT 9 im Hafen

Meine alten, betagten ST50 Anzeigegeräte ließen sich dazu hinreißen über 45kts anzuzeigen. Ob dies wohl richtig war? Dies zu verifizieren gelang uns auf dem Katamaran von Roland und Evelyn, die modernen Garmin Geräte dort bestätigten die Angaben unserer alten Schätzeisen und zeigten temporär sogar noch deutlich stärkere Sturmböen an.

Zur Erinnerung – ab 56kts. spricht man von BFT 11 und „orkanartigem Sturm“ – wir liegen in der Marina, geschützt, zum Glück!

Zum Nikolaustag hat dann das Wetter endgültig umgeschlagen, es wurde kälter, es gab immer mal wieder Regenfronten, es war stetig bewölkt – nicht toll, aber wir wussten in Deutschland hat es eine Menge geschneit und es herrschten Minusgrade, so haben wir uns mit unserer Situation arrangiert.

Dabei halfen gegenseitige Einladungen zum Nikolaustee, zum Glühweinabend oder einfach nur zum gemütlichen Stelldichein – die Community hat sich gut organisiert, es wurde nie langweilig.

Roland & Mario
…und der Rest der „coolen Gang“

Dabei haben sich die Capetañas der einzelnen Schiffe, allen voran Evelyn, regelrecht übertroffen beim Vorbereiten und Beschaffen von Süssigkeiten und Leckereien aller Art. Auch beim Alkohol, natürlich nur zum Zwecke des inneren Aufwärmens, wurde große Phantasie an den Tag gelegt. Sibylles selbstgebrauter Rakomelo war ein Gedicht, die Tische reichlich gedeckt…

Nikolaustag an Bord der ARIES

Tagsüber, wenn das Wetter es zuließ und Petrus ein Einsehen hatte, standen kurze Landausflüge auf dem Plan.

Wir gingen in den Ort um Einkäufe zu erledigen und es war unschwer zu bemerken, dass der starke Sturm auch hier seine Spuren hinterlassen hat.

Plastikmüll soweit das Auge reicht…

Die Marina in Leros ist eine „Blue Flag“ Marina, beste Wasserqualität, es gibt ein Umweltmanagement. Die Bucht ist sauber, man kann dort baden – dennoch, der Sturm legt es an den Tag, es ist mehr Müll im Meer als man akzeptieren darf.

Natürlich weiß ich, dass dies kein lokales Problem ist. Es kann aber nicht bestritten werden, dass es ein menschengemachtes Problem ist, verursacht durch Ignoranz und Gleichgültigkeit, gepaart mit Unachtsamkeit. An dieser Stelle kann jeder beitragen die Erde ein klein wenig besser zu behandeln – Plastikabfälle vermeiden, solche keinesfalls ins Meer werfen!

In längeren Schönwetterfenstern sind wir über die Insel gefahren und haben uns an der Natur erfreut die bereits jetzt, verursacht durch den Regen, frühlingshafte Züge zeigte. Die klare Luft gab wunderschöne Ausblicke frei.

Im linken Bilddrittel die Marina, rechts daneben, etwas höher, das Flüchtlingscamp, rechtes Bilddrittel am Horizot die Insel Kalymnos und für gute Augen – rechts von Kalymnos, im Dunst, das westliche Kap von Kos.

Zu dieser Zeit haben wir unsere Fahrten über die Insel auch auf Leros genutzt um uns verstärkt Grundstücke anzusehen. Wir waren einen ganzen Tag mit einem Makler unterwegs um uns über Optionen zu informieren…

588qm, Blick auf Agia Marina, alte Olivenbäume – eine sehr günstige Occasion
Rund 2.500qm direkt am Meer – ein (teurer) Traum
Crithoni – die eierlegende Wollmilchsau – 950qm in bester Lage mit Blick auf Alinda

Alle Grundstücke waren direkt am Meer oder zumindest in fußläufiger Nähe bzw. in nicht mehr als drei Minuten mit dem Motorrad zu erreichen. Alle hatten etwas Besonderes, alle hatten Vor- und auch Nachteile.

Vom „besonderen Angebot“, einer kompletten Bergkuppe mit ca. 4.000qm und perfekter Rundumsicht habe ich leider keine tollen Bilder gemacht…

Darüber galt es nachzudenken! Wir haben mit Freunden diskutiert, alleine, vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen. Dem Anlass entsprechend, hat Roland seinen besten und weitgereisten Gin / Liqueur de Maracuja aufgetischt – eine Flasche aus „Peters Cafe Sport“ – DEM Seglerspot der Azoren, den man bei einer Rückkehr aus der Karibik, nach der Atlantiküberquerung, einfach besuchen muss!

Mit dem daraus gezauberten Apero waren wir in bester Stimmung um über Zukunftspläne zu sinnieren…

Ich nehme es vorweg – WIR konnten nicht entscheiden. ICH musste entscheiden, nach langen Gesprächen mit Sibylle, mit Ihrer Zustimmung, zu Ihrer Zufriedenheit – und doch weniger deutlich belastbar als eine klassische Übereinkunft.

Wird NESSAJA verkauft? Viele Freunde haben mich nach dem Novemberbericht auf genau diese Frage angesprochen. Nun, darf man sich in diesen Zeiten Herzensentscheidungen leisten? Ist es nicht riskant die Vernunft über längere Zeit auszublenden oder „gegen jede Vernunft“ zu entscheiden?

Ich habe realisiert, dass genau das das Problem der letzten Wochen war – Sibylle würde die Vernunft nie ganz ausblenden, ich dagegen verlasse mich gerne auf mein Bauchgefühl. Was im täglichen Leben gut harmoniert, sich ergänzt, wird bei richtungweisenden Entscheidungen zum Hinderniss.

Ich habe entschieden – ich behalte das Boot, es wird ein großes Refit für die große Reise gestartet, ich verantworte das! Ich sehe mich nicht als alter Mann vor einem Haus in Griechenland sitzen. Ich möchte irgendwann zurückkehren, in die Heimat, in der Nähe der Kinder und Enkel meinen Lebensabend genießen – erst das Eine, dann das Andere! Nach dieser Entscheidung konnten Sibylle und ich unsere Welten wieder zusammenführen. Es ist geklärt, wir sind zurück auf Ursprungskurs – wir haben wieder unsere Ruhe und unser Glück gefunden.

Während Ihr das lest laufen bereits große Bestellungen in Deutschland, wir laden unseren Bus voll und werden NESSAJA von 01/22 bis 05/22 auf ihr zweites Leben vorbereiten, seid gespannt auf die vollumfänglichen Modernisierungsprojekte.

Als ob es das Schicksal so wollte? An diesem Abend der Entscheidung war ein Feuerwerk in Lakki. Ok, es war zum Anlass einer Hochzeit – ich war mir aber sicher, dass es auch ein bisschen der finalen Entscheidung bezüglich unserer Zukunft galt 😉

Generell sind wir zu dieser Zeit wieder zur Selbstversorgung zurückgekehrt. Sibylle hat viel gekocht, wir haben im Salon gegessen und waren kaum mehr auswärts essen.

Zum Einen hatten viele Tavernen nicht mehr oder nur noch temporär geöffnet. Draußen sitzen war nicht mehr möglich, nicht jede der Tavernen die einen sehr einladenden Außenbereich im Sommer hat ist im Winter innen ähnlich attraktiv – die Auswahl war also, zum Anderen, deutlich eingeschränkt.

Sind wir doch einmal unterwegs gewesen, dann meist mit Evelyn und Roland von der ARIES. Wir waren beim Meze essen in Vromolithos…

Die Welt steht kopf…
…urige Gaststube in dem Meze Lokal

…das darf ich fast nicht laut sagen – steht dieses Lokal doch in direktem Wettbewerb zur Taverna „Dimitris o´ Karaflas“, dem Speiselokal meines Freundes, meiner Lieblingstaverne auf Leros – eine Zwickmühle.

Nun, Dimitris hatte zu dieser Zeit ebenfalls nur noch am Wochenende geöffnet, er wird es mir nachsehen, dass wir seinem Nachbarn und Wettbewerber auch einen Besuch abgestattet haben.

Ein Andermal waren wir nochmals im „El Greco“ am Strand von Panteli, an diesem Tag hat es in Strömen gegossen und wir sind rasch in das Lokal geflüchtet – dort waren wir überrascht wie geschmackvoll es dort eingerichtet und dekoriert war – bisher waren wir doch immer nur draußen gesessen!

Weihnachtsdekoration findet man auf Leros ohnehin überall. Die Griechen, zumindest die Lerianer scheinen verrückt nach Weihnachten und seinen Gebräuchen zu sein. Weihnachtsschmuck allerorts – und das seit Ende Oktober…

Mitte Dezember – ein Eis als Dessert, kurzärmelig!

…sei es an unserer Lieblingseisdiele Repapis in Lakki…

Weihnachtsmarkt in Lakki – nicht abgesagt!

…oder bei der Begegnung mit dem Christkind, welches hier sehr langbeinig ist, auf dem Weihnachtsmarkt im gleichen Ort.

Man findet hier die heilige Krippe…

…sowie weihnachtlich dekorierte Schaufenster und die bekannten Süssigkeiten!

Ho ho ho…

Generell sind die Griechen dem amerikanischen „Bling-bling“ näher als einer typisch deutschen, andächtigen Weihnacht – was ich jedoch nicht geahnt habe ist, dass ich nach dieser Phase des Dezember keine so weihnachtliche Stimmung mehr einfangen können würde…

Deutschland war im Jahr 2021 weniger festlich, weniger besinnlich, weniger voller Vorfreude wie es Leros in diesen Tagen war!

Weniger besinnlich war auch der Besuch eines U-Bootes in der Lakki Bucht. Egal, sieht man ja nicht alle Tage…

Der Tag unserer Abreise nach Deutschland rückte näher – es galt das Motorrad zu waschen, zu verräumen und ordentlich zu verpacken…

…und sich von den Freunden zu verabschieden, diesmal bei Kaffee und Kuchen bei uns zu Hause, an Bord von NESSAJA.

Die Taschen wurden gepackt, das Schiff klar gemacht, alles ordentlich verstaut und ein Taxi für den nächsten Morgen bestellt.

Wir konnten einen letzten Sonnenuntergang genießen.

Es war der 16.12.2021 – wir haben in Lakki gefrühstückt und uns von Yannis zum Flughafen bringen lassen. An alles gedacht? Impfnachweise, Einreiseerklärungen, Selbsttests, Ausweise und sonstige Unterlagen??? Tickets? Ach ja, die Tickets braucht man ja auch noch – passt!

Der Flieger kam mit einer halben Stunde Verspätung…

Olympic Air brachte uns äußerst holprig aber sicher innert 55 Minuten nach Athen. Dort hatten wir entspannte drei Stunden Aufenthalt um unseren Aegean Flug nach MUC zu boarden – perfekt!

Dieser Flug verging – nomen est omen – wie im Flug und war angenehm. Wir hatten die typischen Sonnenuntergangsmomente und kamen just in time am wenig belebten Airport an.

Die Geschichte ist ab unserer Ankunft in Deutschland eigentlich rasch erzählt.

Für die erste Woche checkten wir im „Haus Seegarten“ von René und Rita ein. Wir bekamen UNSER Zimmer und durften gleich am nächsten Morgen den Bergblick genießen…

…schön gell? Nun, kein Vorteil ohne Nachteil! Die anfangs klaren Tage und Nächte sorgten für zapfige Temperaturen und mein sonnenverwöhnter Organismus musste sich ersteinmal auf Minusgrade einstellen.

Das gleiche Thermometer welches fünf Monate vorher noch 43°C anzeigen musste hatte nun die unerfreuliche Aufgabe eine Minustemperatur von 7° zu vermelden – das ist ein Delta von 50°C – das hält doch kein Mensch aus!!!

Diese Belastung kannst Du nur mit einem Bier mildern! Gut, dass wir schon vor Monaten einen Tisch in den Kaminstub´n reserviert hatten und uns dort mit Franzi, Mikey und seinen Eltern verabredet hatten – das Steakessen war wie immer ein Gedicht!

Ein Dunkles Tegernseer – nach einem halben Jahr Mytos Bier eine Offenbarung! 😉
Vorspeisen??? Bei uns nur Salat! Klein, mittel oder groß – hier mittel…
Die Qual der Wahl – meine fällt auf das Stück vorne links, aber in der 650g Variante
LOVE IT!

Wir hatten uns vorgenommen kulinarisch das Versäumte der letzten Monate nachzuholen. Das hat bereits begonnen nachdem uns Florian zusammen mit Enkelchen Otto am Flughafen abgeholt hat. Ich schäme mich fast ein bisschen zuzugeben, dass ich Klein-Otto ein Stück seiner Breze abgeschwatzt habe – so groß war der Glangerer! Nach der Ankunft bei Florian wurde erstmal eine bayrische Brotzeit angeboten, ein Bierchen genoßen – erst danach ging es mit unserem Fiat Scudo, welcher hier auf uns warten durfte, zu unserer Unterkunft.

Apropos Scudo. Der treue Minibus ist einer der Punkte auf der To-Do Liste. Nachdem wir aufgrund unserer Ersatzteilplanung beschlossen hatten, den Wagen noch etwas zu behalten und mit Ihm nochmals nach Leros zu fahren, muss ihm etwas Zuneigung zugedeien – dies in Form eines Liters Öl und einer neuen Hauptuntersuchung.

Zudem mault der Bordcomputer das die „Einparkhilfe defekt“ sei. Hierfür mussten die OBD Ergebnisse ausgelesen werden – also ab in die Fiat Werkstatt.

Ein Rückfahrsensor für 90.-€ soll Abhilfe schaffen – der Tag der Wahrheit kommt am 03.01.2022 – ich lege diese Abläufe in die Hände meines Juniors der unseren flotten Italiener dem strengen Auge des Fahrzeugprüfers vorführt.

Der Rest der Zeit besteht aus dem Bestellen von Ersatzteilen für NESSAJA, dies bindet mich täglich für ca. 1h an den Computer. Der Löwenanteil in dieser Besuchsphase besteht aber aus Besuchen der Kinder nebst Enkel, wir lesen vor, bauen Lego, füttern und lassen uns erklären wie lieb man uns hat – das ist wunderschön, allein dafür hat sich die Reise gelohnt. Wir zahlen die Liebeserklärungen zurück und meinen manchmal Abnützungserscheinungen in Form von Wetzspuren an den Kleinen erkennen zu können, nun denn, sei´s drum…

Darüber hinaus besuchen wir auch Freunde. Wir kennen die Menschen lange, vermuten das geringe Infektionsgefahr vorliegt. Dennoch gehört für uns in dieser Phase unseres Besuches in Deutschland nahezu tägliches Testen zum täglich Brot – wir wollen nicht Part der Statistiken werden!

Wir verbringen ein schönes Weihnachtsfest im Kreise von Florians Familie und treffen an den Feiertagen nochmals Stefan und Amelie zum Weihnachtsessen. Schöne Tage!

Das Wetter verändert sich zwischenzeitlich, es wird schlechter aber wärmer. Die meisten Menschen schimpfen – ich bin froh!

Inzwischen schreiben wir den 27.12.2021 – unser Plan war, nach den Feiertagen Richtung Karlsruhe aufzubrechen, um dort Sibylles Geschwister und langjährige Freunde zu besuchen.

Am Weg liegt eine Filiale des von mir bevorzugten Herrenausstatters – er nennt diese Filialen „Work-Wear Store“ – seltsam 😉 – nun denn, ich liebe feinen Zwirn von e&s und nutze die Gelegenheit jedesmal wenn wir hier vorbeikommen.

Corona Zeiten – die Unterlagen werden gecheckt, anstehen vor Checkpoint Charlie

Da Reutlingen ebenfalls entlang der Reiseroute liegt, wird kurzerhand ein Treffen mit Katrin, meiner früheren Kollegin bei Elring, und ihrer Familie vereinbart. Dass sie die Freunde Jens, Florian und Jenny einlädt, ist nicht nur eine nette Idee, es freute mich außerordentlich alle wiederzusehen und im Jahr 2021 noch einmal zu treffen. Ein schöner Nachmittag welcher durch einen Besuch der Kopps in Metzingen abgerundet wird, bevor wir am späten Abend unsere nächste Übernachtungsstation, das Haus von Sibylles Bruder, erreichen.

Natürlich erfolgen auch für die Besuche in Baden-Würrtemberg regelmäßige Schnelltests…

Wir besuchen die Geschwister, Nichten und Neffen, Onkel und Tanten sowie langjährige Freunde.

Die ersten drei Tage verbringen wir bei Sibylles Bruder und besuchen mit ihm die Kulinariktempel in und um Karlsruhe.

Thai-Spritzz im TAWA YAMA
Vorspeisen – Sashimi-Mix

Für die Silvesterfeier haben wir unsere Siebensachen gepackt und sind nach Ettlingen zu Sibylles Schwester Andrea gezogen. Als Willkommensdinner gab es eine „kleine Lasagne“ für vier Personen…

Leibspeise!!!

Die Tage vergingen, wir schreiben den 31.12.2021 – der letzte Tag des Jahres, Silvester!

Das Jahr war ein besonderes, kein fantastisches – es gab auch bei uns, im ersten Jahr unseres Lebens 2.0 Hochs und Tiefs. Wir haben viel erfahren müssen, über uns und unsere Umwelt, auch unser Alltag war beeinflusst vom allgegenwärtigen Thema Covid-19.

Unser Silvesterfest war ein schönes in einer regelkonformen Sechsergruppe. Wir hatten Spaß und der Abend war absolut kurzweilig. Ich will offen gestehen, dass ich kein Fan von Privatfeuerwerken bin – die Argumente bewegen sich im Bereich „Geld verfeuern“, „Tier- & Umweltschutz“ sowie „Müll verursachen“ – eine Covidbetrachtung spielte für mich bisher keine Rolle.

Ich will ebenso offen sagen, dass ich gestern Nacht froh war, dass einige Nachbarn von Andrea & Achim scheinbar noch Feuerwerkskörper im Keller hatten 😉 – es wurde ein Feuerwerk gemacht und es fühlte sich gut und richtig an!

Böse Geister sollen vertrieben werden und ich hoffe es gelingt. Ich wünsche uns allen ein gesundes, friedvolles und tolles Jahr 2022 ohne diesen Virus…

In diesem Sinne gibt es im Januarbericht Neuigkeiten von den Projekten welchen wir NESSAJA unterziehen, Details hierzu und weiterreichende Informationen wie zum Beispiel die Beantwortung der Frage warum wir ein solches recht umfängliches Refit starten.

Im Laufe des Januar werde ich auch den Jahresbericht 2021 online stellen, diese Berichte findet Ihr als eigenen Menüpunkt (Leben 2.0) auf der linken Seite.

Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit und einen relaxten Start ins Jahr 2022 – wir werden unsere Rückreise ca. Mitte Januar antreten, bis dahin genießen wir noch etwas die Familie in Miesbach.

Liebe Grüße von der NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

P.S.: In eigener Sache – Rechte am Bild und die damit verbundenen Diskussionen (für die Interessierten)

Ich gebe mir immer recht viel Mühe eine Interessante Geschichte zu bauen. Diese lebt von den Erlebnissen und den Bildern die dabei aufgenommen werden. Hier muss ich sehr aufpassen – wer und was ist auf dem Bild, ist es ein „Schnappschuss“ oder wirkt es zumindest so, passt das Bild zur Geschichte, ist es interessant und animiert es zum Weiterlesen, am besten mit einem Schmunzeln auf den Lippen?!

Diese Entscheidung ist ein Balanceakt weil ich nicht immer alle Menschen auf den Bildern fragen kann – also entscheide ich nach Bauchgefühl und meiner Einschätzung zum Medienverhalten meines Gegenübers.

Ich stelle nie bloß, ich meine nie zu weit zu gehen – suche aber dennoch immer nach einem „besonderen“ Bild, dafür bin ich bereit mich auch mal selbst auf´s Korn zu nehmen. Diese Eigenschaft ist nicht allen Menschen zuteil, viele achten sehr stark auf ihre Eigenwirkung.

Nachdem ich alleine 2021 zweimal im engeren Kreis diskutiert habe und dabei auch Schnappschüsse nicht veröffentlichen konnte, habe ich beschlossen ab 2022 einmal auszuprobieren die Geschichten weniger an den Bildern von Dritten aufzuhängen. Ich denke die treuen Leser werden das merken und vielleicht auch bewerten. Bitte lasst mich Eure Meinungen hierzu wissen, per privater Nachricht oder auch als Kommentar hinter dem jeweiligen Blogbericht. Dafür ein herzliches Dankeschön!