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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Winter 2022 – Wherever I lay my Hat – that´s my Home

Ein Winter auf der Elowyn

Als Kind der 80er komme ich um Paul Young nicht herum – er hat 1983 den Song veröffentlicht welcher für diesen Bericht als Headline steht. Ein besonderer Bericht deshalb, weil er außerhalb des „Mediaplanes“ veröffentlicht wird – das hat seinen Grund…

Kristina und Volker nämlich, haben uns nach der Rückgabe der ELOWYN in ihre Eignerhände gebeten, ein paar Erlebnisse des Winters für Ihren Blog aufzuschreiben. Da der Blog der ELOWYN nicht öffentlich ist und ich somit nicht verlinken kann, habe ich entschieden den Text außerplanmäßig auch auf NESSAJA´s Blog zu veröffentlichen.

Paul Youngs Titel hat es deshalb geschafft Headline zu werden, weil die Elowyn vom 20.01.2022 bis 13.05.2022 unser temporäres Zuhause war. Wir haben uns sehr heimisch gefühlt, nachdem wir, im Sinne des Liedtextes, unseren Hut abgelegt hatten.

Dass damit auch eine Verantwortung einhergeht, sollten wir zu spüren bekommen. Hier unsere Geschichte im Stil einer Erzählung…

Der Winterliegeplatz der ELOWYN 2022

Wir schreiben den 19. Januar 2022, Sibylle und ich sind mitten in der Nacht auf Leros angekommen und haben diese Nacht der Ankunft auf unserer NESSAJA geschlafen. Im Januar ist es auch hier im Dodekanes, dem östlichen Part der Ägäis, durchaus kalt. Ein Fakt der sich im Winter 2022 noch bekräftigen sollte. Sibylle und ich haben daher schon bald beschlossen, umgehend auf die ELOWYN unserer Freunde Kristina und Volker zu übersiedeln, es schien uns sinnvoller uns gleich hier gemütlich einzurichten – stand der Krantermin für unsere NESSAJA doch unmittelbar bevor.

Was? Auf die ELOWYN? Wieso das? Wird es Euch nach den Wochen auf diesem Schiff überhaupt noch auf der NESSAJA gefallen? Das waren die Fragen die uns nahezu immer gestellt wurden, wenn wir Freunden von unseren Plänen für die kommenden Monate erzählt haben. NESSAJA kommt für ein großes Refit und Upgrade am 24.01.2022 an Land und wird zur 24/7 Baustelle, die ELOWYN für diese Zeit unser Zuhause.

20.Januar 2022 – wir beziehen die blaue Perle

Hier ist es an der Zeit ein wirklich fettes HERZLICHES DANKESCHÖN an Tina und Volker loszuwerden! Das Angebot, ihr Schiff während der Bauphase an unserer treuen Gefährtin bewohnen zu dürfen, ist kaum in Worte zu fassen. Natürlich haben wir es als win-win Situation deklariert, natürlich stimmt es, dass Sibylle und ich auf die schöne Blaue achten würden und ihr Pflege angedeihen lassen – dennoch bedeutet es einen immensen Vertrauensvorschuss, Eigentum dieser Komplexität und Wertigkeit in „fremde Hände“ zu geben.

Als das Angebot im Herbst 2021 erfolgte, waren wir sprachlos, ungläubig, auch überwältigt – wir haben uns mehrfach rückversichert, dass dies auch wirklich so gemeint wäre und für beide, Kristina UND Volker, kein Problem darstellen würde. Nein, würde es nicht und ja, es war ernst gemeint! Wir wurden gebrieft und harrten den Dingen. Wir planten unseren Winter 2022 auf der größten Yacht in der Leros Marina Evros – unweit von unserer Baustelle, der ideale Platz um sich selbst und die geplanten Arbeiten zu organisieren.

Der 20. Januar 2022! Wir tragen unsere Taschen auf die ELOWYN, einige Küchenutensilien, unsere Bettsachen und ein wenig persönliches Hab und Gut – es war ein kleiner Umzug der aber schnell von statten ging. Wir machten es uns gemütlich…

Blumen blühen hier im Winter, der Sommer ist zu trocken

Jetzt musste der theoretischen Einweisung von vor drei Monaten die praktische Umsetzung folgen…

Ähhh, wo war der Schalter für die Heizung? Welche Heizung war gleich wieder für hinten??? Ach die, ich probier´ mal… klappt! So ging es über eine Stunde – welcher Schalter für welche Steckdose, für welchen Kühlschrank, für welches System? Welche Systeme brauchen wir überhaupt? Man muss wissen, ELOWYN hat ungefähr viermal so viel Schalter wie NESSAJA, zum Glück perfekt beschriftet, wir haben uns schnell an die Technik gewöhnt.

Schalttafel der ELOWYN – wie war das gleich nochmal???

Unter dieser Voraussetzung sollte es kein Problem sein Volkers Anforderungen an die Winterpflege seines Augapfels zu erfüllen. Immer mal wieder mit beiden Heizungen heizen, immer mal wieder alle Wasserhähne und Klospülungen betätigen, immer mal wieder relevante Systeme in Betrieb nehmen. Ha, nichts leichter als das!!!

Ich bin seit 20 Jahren Eigner von Booten – ich hätte es besser wissen müssen…

Klo geht nicht weil Wasser leer / Diesel merken – wir werden heizen, viel heizen!

Auch bei einem Schiff dieser Größenordnung kann, wenn es denn einmal zehn Jahre alt ist, etwas kaputt gehen – und das tat es dann auch!

Wir wussten davon, dass über die Mastmanschette etwas Wasser in die Bilge eintritt. Zu unseren Aufgaben gehörte es, diese Bilge ab und an auszusaugen, nichts leichter als das, steht doch ein potenter Kärcher Nasssauger zur Verfügung!

Im Handumdrehen war die Bilge leer

Nicht gewohnt waren wir an die Geräusche welche auf der ELOWYN tagsüber und auch nachts zu hören waren. Ein paar konnten wir abstellen, andere einordnen – doch was war das???

Klängklängkläng, ups, was scheppert da? Rasches Nachforschen zeigte schnell, das zweite Vorstag hing verdächtig durch und musste hydraulisch nachgepumpt werden. Gesagt, getan und das Problem war behoben. Dachte ich zumindest, doch ein paar Tage später – klängklängkläng – ok, woran kann das nur liegen? Ich berufe eine Telefonkonferenz mit Volker ein – ah, es gibt einen Hydrauliktank, ok, finde ich! Das Ölbehältnis ist prinzipiell leicht zugänglich – nur befindet sich das etwas versteckte Einfüllloch in etwa 2,5m Höhe. Für den weißen Riesen kein Problem, ich dagegen müsste mich mächtig strecken, aber mit einer sehr großen Spritze würden sich die zwei Liter Hydrauliköl einfüllen lassen. Morgen besorge ich das Öl…

Das wurde leider nix! Hydrauliköl DIESER Spezifikation würde ich auf der Insel nicht bekommen. Die Tatsache, dass ich diese Aussage einfach nicht glauben wollte, kostete mich einen Tag für Materialsuche – es sollte nicht der letzte bleiben. Ich mache es an dieser Stelle kurz – das Öl habe ich der Einfachheit halber in Deutschland bestellt, Materialwert zweimal 9,95€, Frachtkosten 24,95€! Das zweite Vorstag ließ sich wieder aufpumpen, das Problem war gelöst – darauf ein Mamos…

Ein gellender Schrei – Wasser! Es läuft! Alles schwimmt! Sibylle war gerade noch friedlich beim morgendlichen Styling als der Hilfeschrei ertönte. Die Toilettenspülung im achterlichen Bad schaltete nicht mehr ab! Eine meiner Kernaufgaben – das Betätigen der Klospülungen, so dass sich die Magnetventile derselben nicht festsetzen würden – ich hatte diese Aufgabe stetig erfüllt und keine Probleme festgestellt, alle vier Toiletten arbeiteten einwandfrei. Und jetzt das, ausgerechnet bei der meistgenutzen Anlage!?

Telefonkonferenz mit Volker…

Provisorischer Schreibtisch und Organisationszentrale 😉

Ich hole mir Ratschläge zur Problemlösung, schnappe mir den Werkzeugkoffer (erfahre leider erst später, dass es hierfür eine spezielle Unterlagedecke gibt) und lege los. Der Magnetschalter ist schnell ausgebaut, aber das Ventil selber ist in die Wasserversorgung integriert und schwer zugänglich. Meine Idee war nun, das leichter zugängliche Ventil aus der Steuerbord Gästetoilette zu tauschen und von diesem den Magnetschalter im Eignerbad einzubauen. Ich hole mir die Zustimmung von Volker in einem weiteren Videotelefonat und bestelle das Teil – wer meint, dass dies auf Leros einfach ist, hat falsche Vorstellungen…

Neu und Alt

Der Shipchandler in der Marina ist sehr nett, auch fachkundig und griechisch motiviert, man erreicht am meisten, wenn man ihn mit einer vorhandenen Ersatzteilnummer um Beschaffung bittet. Ich recherchiere also einen Abend lang Magnetventile des Toilettenherstellers der ELOWYN, finde den Ersatz des vor 10 Jahren verbauten Teiles und dessen OE-Teilenummer heraus. Ich setze meinen flehentlich bittenden aber verbindlich fordernden Blick auf und gehe zu Panos. Ich verwende Worte wie „important“ und „urgent“, weise auf „help needed“ hin und erkläre er sei „the only one“ – das hat gereicht! Wenige Tage später halte ich das Reparaturteil in der Hand und setze die Reparatur um. Jetzt funktionieren alle Toiletten wieder.

Auch hier ein kurzes Update – während ihr diese Zeilen lest, wurden zwei weitere Ventile ersetzt und somit alle Troublemaker an dieser Flanke beseitigt. Ein Ventil hat Volker aus Deutschland mitgebracht, das letzte hat Panos innerhalb EINES! Tages beschafft!

Der Einbauort – eng und schwer zugänglich
Schlauchschellen, Stecker, Rohrkupplungen – alles über Kopf und meist einhändig…

Im Großen und Ganzen waren das die Überraschungsaufgaben die ELOWYN uns beschert hat. Die Reparaturstunden gingen in den langen schönen Phasen unter, die Aufregung war meist nur kurz. Wir haben lange Winterabende bei stetig laufender Dieselheizung verbracht. Wir haben, in Decken gekuschelt, Videoabende bei Keksen und Tee verbracht und speziell ich habe mich nach langen kalten Arbeitstagen an NESSAJA abends auf der ELOWYN heiß und luxuriös duschen und ein bisschen Ruhe finden können. Wir haben meist gekocht und die luxuriöse Pantry genutzt…

Sibylle und Evelyn beim Kochen – gemeinsames TO Wetterwebinar

Ach da fällt mir eine Anekdote ein…

Gas füllen – auf Leros nicht so einfach! Zumindest dann nicht, wenn man wie die ELOWYN wertige Alu-Gasflaschen mit sich führt und diese nur gefüllt und nicht getauscht haben möchte. So habe ich mit Volker im Herbst die Aluflaschen zum Befüllen abgegeben. Dies sollte ca. 6 Wochen dauern – nach 10 Wochen habe ich nachdrücklich eine Suche nach diesen Flaschen eingefordert. Erfolgreich! Es hat zwar drei Tage gedauert, aber ich konnte die Flaschen wieder an Ort und Stelle bringen. Das an sich wäre kaum erwähnenswert, wenn nicht Sibylle und ich beschlossen hätten kein Gramm des aufwändig erworbenen Brennstoffes zu verbrauchen. Es musste eine temporäre Gasversorgung gebaut werden. Dafür wurde eine der Aluflaschen aus dem Gaskasten verbannt, es zog eine 20kg Hausgasflasche griechischer Bauart ein welche nun an ELOWYN´s System angeschlossen werden musste. Ich spare mir zu erwähnen, dass trotz EU natürlich KEINE Gasflasche eines Landes an den Schlauch eines anderen passt – ich habe kurzerhand einen Adapter gebastelt den Volker Gott sei Dank nie zu Gesicht bekommen hat 😉“

Ja, ich schäme mich…

Kurzer Sprung in die Gegenwart, es interessiert Euch vielleicht wie wir auf ELOWYN haushalten konnten. In den Monaten Januar bis Mai 2022 haben wir 20kg Gas und 150 Liter Diesel verbraucht, die ELOWYN nimmt zusätzlich ca. 4-6.-€ Strom am Tag für die Ladetechnologie und die Warmwasseraufbereitung.

Bitte lasst Euch nicht vom Maibericht einlullen, wir blicken zurück in den vergangenen Winter, dieser war auf Leros ein kalter, sehr regnerischer und auch recht stürmischer.

Wettervorhersage – Sturmstärke
Von der Realität oft übertroffen – teilweise bis zu 11Bft. in Böen. In der Marina!

Auch an diesen Tagen musste gearbeitet werden, ELOWYN diente als gemütlicher Ort zum Aufwärmen, als Rückzugsort.

Hier ein paar Wetterimpressionen wie wir sie aus und um den blauen Riesen wahrnehmen konnten.

Starkregen
Überschwemmungen
Brackwasser
GRAUPEL!!!

Ich wiederhole – wir waren dankbar! Auf NESSAJA war es bitterkalt, ich musste zum Arbeiten kräftig elektrisch heizen und ein Wohnen an Bord wäre unmöglich gewesen.

Daher schrieb ich weiter an ELOWYN´s Blog…

„Wir waren glücklich auf diesem Schiff und haben, zugegebener Maßen, auch die Blicke der anderen Überwinterer in der Marina genossen. Es war ein angenehmes Leben und die Frage auf welchem Schiff wir denn zu finden seien, beantworteten wir stets mit „beim höchsten Mast“!

In dieser Stimmung haben Sibylle und ich beschlossen, unseren Freunden eine Freude machen zu wollen – diese sollte zwingend mit unserem Aufenthalt auf dem Edelcruiser in Verbindung stehen. So reifte der Plan zwei schon vorher bestehende Baustellen für Kristina und Volker aufzulösen.

Zum Ersten wollten wir das schon mehrmals gebrochene Steckschott, die Eingangstüre der ELOWYN, durch ein Neuteil ersetzen lassen, zweitens war eine der Schiebetüren in der Küche gebrochen. Auch hier sollte eine neue Türe Einzug finden.

Diese Türe war mittig gebrochen – ein Altschaden

Ich möchte nicht schuldig bleiben zu beschreiben, was einem Schiffseigner oder dessen Vertreter in Griechenland bei einer Reparatur bzw. Teilebeschaffung passieren kann – jeder der beim Lesen von Asterix Comics „das Haus das Verrückte macht“ kennen lernen durfte ahnt was kommt.

Einleitend – beide Geschichten spielen sich parallel ab, beide ziehen sich über zwei, fast drei Monate. Man muss wissen, dass der Grieche sehr ungern eingesteht, wenn er etwas nicht kann, nicht unbedingt aus Unvermögen, sondern z.B. weil Werkzeug fehlt oder ähnlich. Und ganz wichtig – man muss die Bedeutung des Wortes AVRIO kennen. Dies bedeutet im Wortsinn MORGEN, wird aber laut Google mehr als „nicht heute“ ausgelegt…

Die Odyssey zweier Türen…

Ich bringe beide Türen, an verschiedenen Tagen, zu einer kleinen Werkstatt auf der anderen Seite der Insel. Diese kleine Bootsschmiede wird von einem sehr sympathischen jungen Paar betrieben, wir haben sie kennen gelernt, als Arbeiten an NESSAJA verrichtet wurden. Beide sind zuverlässig, fleißig und engagiert, beide haben mein Vertrauen! Er ist ein begnadeter Mechaniker und Schweißer, sie eine kulleräugige Schönheit und die englischsprechende Seele der kleinen Manufaktur – beide werden in den kommenden Wochen sehr häufig „don´t worry“ zu mir sagen…

Das dreiteilige Steckschott in der Werkstatt

Ich frage, ob sie sich in der Lage sähen diese Plexiglasarbeiten für mich auszuführen. Ich wiederhole, die Arbeiten wurden unabhängig voneinander gestartet. „Yes, of course, no problem!“ Das Schott müsse man aufgrund der Komplexität nach Athen schicken, die weiße Schiebetüre der Küche könne man selber machen. Perfekt! Hier sind die Teile – los geht´s. Sibylle und ich sind entspannt, es ist Anfang Februar, wir haben Zeit. Diese Entspanntheit sollte weichen!

Wir gehen zum Schreiner und lassen uns ein Notsteckschott aus dünnem Holz zuschneiden, irgendwie müssen wir den Niedergang ja verschließen, wir haben Winter!

Zwei Tage später erreicht mich der Anruf, dass mein Steckschott in Athen sei, der Auftrag sei verstanden, gleiche Maße, gleiche Farbe – einfach eine Kopie des Altteiles. Mir wurde vermittelt, dass die geplante Reparatur „nicht billig“ sei, man müsse auf Vorkasse bestehen. Der genannte Preis war gut innerhalb meiner Kalkulation, ich sagte zu… und hörte lange nichts mehr.

Zwischenzeitliche Nachfragen ergaben, dass der Partner in Athen zunächst Probleme bei der Materialbeschaffung hatte, dann habe ihn Covid heimgesucht, der wochenlange Verzug sei hiermit zu begründen. Man bliebe dran – don´t worry!

Und die weiße Küchentüre? Ach die!!! Da bräuchte man Maße. Aber ihr habt doch die zwei Hälften als Muster, ihr könnt messen. Stimmt, das ginge auch. Muss die neue Türe genauso sein? JA! Genauso!

Wieder gingen ein paar Tage ins Land…

Ein Anruf – die weiße Küchentüre sei da, ich könne kommen und das Teil abholen. Dass dies nur die halbe Wahrheit war, wusste ich nicht als ich mit dem Wagen über die Insel fuhr. In der Werkstatt angekommen, gab man mir ein weißes Viereck. Ich sage bewusst Viereck, denn die Platte hatte keinen Rechten Winkel! Und es fehlten die Löcher. Ah, das sei nur das Rohmaterial, verstehe – und warum muss ich das abholen? Zum Probieren? Warum? Weil es 5mm statt 4mm stark war! Was ist an der Aussage „gleiche Maße“ so schwer zu verstehen?

Ich wollte den griechischen Freunden nicht nahetreten und kein Porzellan zerschlagen, so fuhr ich wie geheißen zur ELOWYN und hielt die 5mm Platte an den 4mm Spalt. Ich machte brav ein Bild und sendete es zum Baumeister. Nein, passt nicht, wie vermutet, leider. Don´t worry! Ok!

Die fehlerhafte Platte ging zurück, man sagte mir ich müsse nicht zahlen. Ich schilderte im Gegenzug, dass nicht die Bezahlung das Problem sei, die Lösung stehe noch aus, ich brauche eine Lösung. Die würde umgehend folgen. Die gute Nachricht sei, man habe das Steckschott zurück – im Gegenzug nehme ich das zweite Tauschteil ins Gepäck und fahre wieder zur türlosen ELOWYN.

Sieht gut aus – ich baue das mehrteilige Steckschott ein und stelle fest, dass es etwas hakelig zu betätigen ist – daran lag es wohl auch, dass die Riegel zum Abschließen nicht exakt passten. Naja, das war als leichte handwerkliche Tätigkeit zu bewerten und bevor ich das Teil wieder zurückbringe, schleife ich lieber die Löcher selber etwas auf. Ich investiere also eine knappe Stunde an Feinarbeit in die Verriegelung der Eingangstüre und der Neupositionierung der Bolzen. Während dieser Arbeit wurde es Mittag, es wurde wärmer und das Schott war der Sonnenbestrahlung durch die Mittagssonne ausgesetzt – aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Perfekt, eine Baustelle abgeschlossen, machen wir es wieder auf und haken diesen Punkt ab…

Nanu???

Das neue Steckschott geht nicht mehr auf! Der verantwortliche „Zuschneider“ in Athen hat seine Fertigungstoleranz wohl deutlich jenseits des zulässigen Zuschlages angesetzt, was dazu führte, dass die geringe Materialausdehnung reichte um das Bauteil quasi zu verriegeln – ein freundliches „Sesam öffne Dich“ war leider nicht ausreichend das Problem zu lösen. So habe ich mit leichten Schlägen versucht die drei Teile wieder nach unten zu verschieben – wobei das Mittelteil brach!

Die Worte welche mir in diesem Moment über die Lippen kamen, sind hier leider nicht zitierfähig, ich war sauer! Also das Ding wieder ausgebaut, gepackt und zurück zum verantwortlichen Fachbetrieb – reparieren bitte! Einfach nur dieselben Maße, lieber 1mm kleiner, schnell bitte!!! Ok, no worries! Ahhhhhrgh!

Die weiße Türe? Ich frage gar nicht, man vertröstet mich ohne Aufforderung mit einem „Avrio“!

Der Morgen des nächsten Tages. Ab diesem Tag trennen sich die beiden Handlungsstränge in zwei selbstständige Geschichten. Die weiße Türe bekam ich nicht, ich erfuhr zum ersten Mal um die praktische Bedeutung des Wortes Avrio. Die Geschichte der weißen Türe sollte noch spannend werden!

Schneller kann das Ende der Story um die Steckschotterneuerung erzählt werden – es ist eine Geschichte mit Happy End! Ich habe etwas Zeit ins Land gehen lassen, Drängen führt zu nichts in Griechenland. So begab es sich, dass ich Anfang Mai, zwei Wochen vor der Rückkehr der Eigner der ELOWYN, einen Anruf bekam – das Steckschott sei fertig. Perfekt! Noch am selben Tag habe ich die Teile abgeholt.

Beim Einbau habe ich gesehen, dass eine Leiste nicht verklebt wurde, aber wer regt sich schon über Kleinigkeiten auf? Eine Tube Spezialkleber gekauft, die Leiste selber angeklebt und das Problem war gelöst. Dieses Steckschott ist MEIN SCHATZ – ich gebe es nicht mehr aus meinen Händen!

Was soll ich sagen? Eingebaut, getestet, der Hitze ausgesetzt – passt! Warum nicht gleich so? Sicherheitshalber verwenden Sibylle und ich das eingebaute Teil nicht, wir haben uns ohnehin an das Holzbrett gewöhnt und wollen kein Risiko gehen das Neuteil abermals zu beschädigen. Die neue Eingangstüre der ELOWYN hat alle Tests bestanden, so werden wir das Schiff übergeben, wir hoffen Kristina und Volker freuen sich. Die Altteile haben wir sicherheitshalber verwahrt, so stehen alle Optionen offen.

Wie neu – sitzt, passt, wackelt und hat Luft…

Haken an Punkt 1!

Es ist der 10.05.2022, in etwas mehr als einer Woche kommt das Eignerpaar um Ihre schwimmende Sommerresidenz zu übernehmen, noch immer ist der Gewürzschrank in der Traumküche ohne Türe. Ich beginne mir Sorgen zu machen – „no worry“ hilft nicht mehr, das Vertrauen in Avrio habe ich verloren. Ich muss für klare Fronten sorgen und melde mich bei der Werkstatt.

Ok, das Rohteil der Türe sei fertig, ich könne es holen. Ja, ich komme vorbei, jetzt gleich! Was man mir in die Hände drückt schlägt dem Fass den Boden aus. Das ehemalige Teil ohne Rechten Winkel, mit 5mm Dicke zu stark für die Führung, wurde mit der Schleifmaschine an den relevanten Kanten einfach etwas „dünner gemacht“ – so würde es passen. Ich bemühte mich zu erklären warum das nicht möglich sei, ich tat dies ohne nahe zu treten, wohl aber mit dem Hinweis, dass die Grifflöcher fehlen, das Trum krumm und schief war und die geschliffenen Bereiche einfach schrecklich aussähen.

Inakzeptabel – wie sag ich´s den Kindern???

Kritik in Griechenland – dünnes Eis! Man trat an mich heran, ich brauche nicht zahlen. Ok, dann gebt mir bitte die Altteile wieder, ich baue die alten zwei Hälften ein und wir lassen diese Sache. Die Altteile? Die hast Du…

Ich war sicher – nein, ich habe die Altteile nicht. Wir vereinbaren uns, jeder sucht noch einmal in Ruhe. Ich fahre zurück auf´s Schiff, sehe kurz nach und vermelde per WhatsApp – die Altteile habt Ihr! Zwei Tage später die Rückmeldung – ja, haben wir, kannst Du abholen. Ich fahre abermals zur Werkstatt.

Mir tritt ein glücklich lächelnder Monteur gegenüber, eine Hälfte von Tinas Küchentüre in der Hand – hier wären die Altteile – man beachte die fehlende Unterscheidung von Plural und Singular! Meine Nachfrage nach der anderen Hälfte sorgte für Unverständnis – warum das? Ich hätte doch eine Hälfte und könne mir eine neue Türe anfertigen lassen. Hm, Missverständnis, nein, was Ihr in drei Monaten nicht geschafft habt, kann ich ja wohl kaum in fünf Tagen hinbekommen. Ich will die Altteile wieder einbauen! Kleinlaut gesteht der Baumeister, dass er die andere Hälfte in tausend Teile zerbrochen hat…

Ahhhhhhhh – ein stiller Schrei! Ich fasse mir theatralisch ans Herz, täusche Schnappatmung vor und erkläre dann aber sehr ernsthaft, dass der Spaß nun zu Ende sei – ich habe jetzt WORRIES!!! Mir ist es wurscht ob ich zahlen muss, ich brauche eine Lösung, ich brauche Hilfe, JETZT – innerhalb der nächsten fünf Tage muss eine Türe her!

Man hatte die Situation endlich erfasst. Die Werkstattschönheit nahm mein Türteil und fuhr sofort los – man kenne jemanden…

Ich wurde nach Hause geschickt – und wartete!

Ich suchte nach Ersatzlösungen. Aus Holz? In der Farbe der Innenausstattung? Schön vielleicht, aber in 4mm? Nein! Aus Glas? Aus Milchglas? Ja, das könnte passen und 4mm ist möglich! Ich fahre zum Glaser. Sicherheitshalber nehme ich Marinero Sebastian als Übersetzer mit. Nach gefühlt sehr langem Hin und Her verstand der Glaser meinen Wunsch und stellte eine für mich wundersame Frage – „warum nimmst Du nicht 4mm weißes Plexiglas?“

Weil es das auf der Insel nicht gibt! Ich suche es seit drei Monaten! Och, erwiderte er, er hätte es lagernd. Mir dämmerte es und ich fragte nach ob nicht eine junge Dame mit Kulleraugen dieses Material bei Ihm bestellt haben könnte. Der Meister seines Faches tat zunächst als verstehe er nicht, ging dann aber um die Ecke und hatte, als er zurückkam, ein Ersatzteil unter dem Arm – die halbe Türe der ELOWYN!!!

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich – es würde klappen, ich musste nichts Zusätzliches bestellen.

Drei Tage später hielt ich das begehrte Objekt in den Händen. Etwas anders im Farbton aber 100% funktionell. Die Eigner können es verwenden oder mit Hilfe der halben alten Türe in Deutschland ein perfekt passendes Ersatzteil fertigen lassen – jedenfalls war das Problem gelöst. In FÜNF Tagen – wofür vorher drei Monate auf der Strecke blieben…

Meine Fassungslosigkeit wich einer belustigten Einsicht – das ist es wofür wir die Griechen so lieben!

Uns, mir und meiner Frau Sibylle, bleibt nur die Dankbarkeit für vier unvergessliche und sehr hilfreiche Monate die wir auf der ELOWYN verbringen durften – DANKE Tina und Volker für dieses Vertrauen!

Zurück ins Heute! Inzwischen ist die ELOWYN wieder in der Hand Ihrer Eigner, das wisst Ihr aus dem Maibericht. Als wir unsere Stories und Erlebnisse geteilt haben, hat mich Kristina gebeten diese Geschichten für das Logbuch und den Blog der ELOWYN festzuhalten – dieser „Schuld“ bin ich hiermit gerne nachgekommen.

Wenn Ihr nun denkt, dass die ELOWYN mit ihrem Ablegen aus unserem Sommer 2022 verschwunden ist – weit gefehlt, so leicht geht es nicht dem „Raum-Zeit-Kontinuum“ von Leros zu entrinnen! Das lässt dieser kleine Blick in den Juni 2022 schon erahnen…

We are Sailing

Und auch das Reparieren geht weiter, sehr zum Leidwesen des Skippers…

Wenn der Willi eben nicht will

Warum das so ist und ob es die ELOWYN am Ende doch schafft den Orbit von Leros zu entkommen – das erfahrt Ihr im Junibericht. Nur noch zwei Wochen…

Grüße aus dem sommerlichen Griechenland – die NESSAJA Crew

Mai 2022 – Rain in May

Da war er nun, der Wonnemonat – der Monat dem Max Werner schon 1981 vielversprechend bescheinigte, dass ein Regenschauer im Verlauf seiner 31 Tage alle Sorgen davonspülen würde…

„Rain in May wipes your worries away
Take a dose, take off your clothes
Feel the soft warm spray of the rain in May“

Ich wage nicht zu beurteilen, ob es am Klimawandel liegt oder eher ein zufälliges Faktum war, dass wir auf diesen „Mindspüler“ recht lange warten mussten, und dass der tatsächliche Regen im Mai dann alles andere als ein warmer Sprühregen war – schön, dass Ihr euch für unseren Blogbericht des Monats Mai interessiert, schön, dass Ihr euch die Zeit nehmt unsere Momente mit uns zu teilen.

In Leros war das Frühjahr angekommen!

Susannes Garten erstrahlt in voller Pracht

Wir erinnern uns kurz zurück – es war bereits Anfang Mai, als ich auf der ELOWYN saß und meinen Blogbericht für April schrieb.

Das Wetter war phasenweise noch durchwachsen, aber die Temperaturen fingen sich und pendelten sich auf deutlich über 20°C ein. Dies sollte sich festigen, das Frühjahr setzte sich durch und im Laufe des Wonnemonats hatten wir meist sonnige 25°C, kein Grund zum Klagen also.

In Deutschland war es während der ersten Maihälfte meist wärmer. Wir beobachteten dies stetig, denn wir wussten, dass im letzten Drittel des Monats unsere Reise nach Deutschland anstand. Dies und den kommenden Umzug von der ELOWYN zurück auf unsere NESSAJA, hatten wir stetig im Hinterkopf.

Doch zunächst musste NESSAJA zurück in die Marina und einigermaßen bewohnbar gemacht werden.

Von Ungeduld gezeichnet…

Wie Ihr euch erinnern könnt, hatte ich, ungeplant und sehr zu meinem Unmut, das TEPAI für den Mai bezahlen müssen und unser Schiff lag immer noch am Stadtkai. Wir wohnten nach wie vor auf der ELOWYN und hatten täglich mehrmals mit dem Motorrad die 3km zurückzulegen um an unserem Schiff zu arbeiten – das ging wiederrum nur bedingt, denn wenn man auf Handwerker wartet, sind eigene Baustellen nur mit halber Freude zu bedienen.

Giorgos war in Verzug geraten und hatte alle Hände voll zu tun, daher auch die inzwischen etwas weniger verlässliche Termintreue. Aber irgendwann kam er dann doch um den Windgenerator zu montieren…

Montage der Base für die Stange
Saubere Arbeit

Wie immer wenn Druck aufkommt, wird auch etwas geschludert, so war leider zu beklagen, dass ein angeschweißter Halter seitenverkehrt montiert war – Pole wieder in die Werkstatt, der restliche zu montierende Kram verbleibt am Schiff.

Motorkran und Verkabelung

Ich gebe zu, mein griechisches Mindset hat in diesen Tagen nicht optimal funktioniert, von einer entspannten Betrachtungsweise war ich weit entfernt. Ich war in diesen Tagen selbst etwas unter Druck und mit meinen Hauptprojekten in Verzug – dadurch auch des „siga-siga“ und „avrio“ etwas überdrüssig.

Ich brauchte abermals Trost, den mir Nachbarin und Freundin Evelyn, Ihr erinnert euch – von der ARIES – in geeigneter Form angedeihen ließ!

Eis – selbstgemacht!

Freud und Leid liegen ja bekanntlich dicht beinander – hier mal ein extremes Lob auf Valantis Sifounios, den Polsterer!

Er ließ mich warten weil er zu tun hatte, er habe im Moment keine Zeit. Klare Ansage, nicht erfreulich aber ein Fakt. Nach einer Woche kam er vorbei, setze sich ans Polstergewerke und legte los…

Ratzdatz – Profis bei der Arbeit

Es dauerte nicht lange und die alten Polster waren so angepasst, dass es nur noch am Bezug haperte…

Nichts verschwenden – wiederverwenden!

…wie lange dies wohl dauern würde??? Bis Ende der Woche! Wow, ok, das freut mich – und was soll ich sagen?

Der neue Salon – fast final

Im neuen Salon fehlen jetzt nur noch ein paar kleine Details, mehr Schönheitssachen. Das folgt, eilt nicht und kann in Ruhe nachgezogen werden. Solche Fortschritte geben Mut – irgendwann wird NESSAJA fertig!

Was macht der Pole für den Windgenerator???

Nun, auch der war inzwischen fertig. Dumm nur, dass direkt neben uns am Stadtkai ein weiterer Kunde von Giorgos lag. Auch dessen Termin war inzwischen verstrichen und so bediente Giorgos zwei Baustellen gleichzeitig. Das wiederrum missfiel mir, so dass ich beschloss das Material für den Silentwind zu übernehmen und selbst zu montieren – gesagt, getan!

Noch ohne Flügel – er soll noch nicht laden…

Währenddessen konnte Giorgos mit Team am Nachbarschiff arbeiten. Mir war wichtig, dass bei meiner Montage nicht gehudelt wird.

Der Stadtkai als Workzone – NESSAJA mittendrin

Eine Taverne in Alinda strebt nach dem Titel „neues Lieblingslokal“ – ein weiterer Dimitris der dort das „To Steki“ bewirtschaftet. Ich hatte schon davon erzählt, die Meze dort sind ein Gedicht. Da inzwischen auch Erwins Frau Brigitte angekommen war, haben wir beschlossen gemeinsam nach Alinda zu fahren…

„To Steki“ – der Treffpunkt…
…direkt am Meer gelegen…
…am Ende der Alinda Bucht

Abermals haben wir uns auf die Empfehlung des Wirtes verlassen und die köstlichen Meze genossen. Jedesmal ein Gedicht, gerne wieder!

Beim Hinausschlendern entdecke ich ein Plakat welches auf ein Konzert hinweist – solcherlei Plakate findet man zu Saisonbeginn zuhauf, hin und wieder besuchen wir ein Lokal welches mit Live-Music wirbt – wir mögen das! Diesmal blieb mein Blick aber hängen, weil mein Lieblingsmusiker spielen würde – ich mag total, was der Fidler Manolis Platis abliefert und gehe fast immer hin, wenn ich weiß wo er gerade einen Auftritt hat.

Im Girosgrill zu Kamaras – nix wie hin

Dieses Mal war der Ort des Geschehens ein Girosgrill am anderen Inselende – nun vielleicht lädt Sibylle zu einem Mittags-Souvlaki 😉

Tataaa, nachdem ich den Windgenerator montiert hatte, gab es keinen weiteren Grund mehr NESSAJA am Stadtkai zu halten. Wir müssen sie langsam auf den Umzug vorbereiten, sie muss zurück in den Hafen. Da wir kein Funkgerät haben, wurde Sebastian per Mobiltelefon verständigt und wir fuhren die zwei Minuten hinüber an unseren Platz. Muss ich da auch Logbuch schreiben? Ich verzichte darauf…

Zurück an D1

Wir kamen nicht mit leeren Händen und wähnten uns für zwei Tage als Kajakbesitzer. Kajaks setzen sich als schnelle Spaß- und Ausflugsboote für den Buchtaufenthalt durch und Chris hat uns am Stadtkai eines übereignet – umsonst – wir hätten den Braten riechen müssen…

Zu früh gefreut!

Das gute Sevylor Boot hätte sich hervorragend in unserem Fuhrpark gemacht, war aber leider löchrig wie ein französischer Käse. Eine Reparatur habe ich nicht in Erwägung gezogen und wir haben den modernen Einbaum in die ewigen Jagdgründe geschickt. Weniger schmeichelhaft könnten wir sagen, dass wir es für Chris entsorgt haben – aber egal, die Hoffnung starb, wie das Sprichwort besagt, zuletzt.

Kurzer Sidekick – Themenwechsel! Es gibt ein Phänomen, dass wohl allerorts gleich ist, welches zu mir aber nicht so weit vordringt, dass ich es verstehen könnte. In meiner Zeit als Camper und Segler hätte ich ein Buch schreiben können über Menschen die Ihre Kinderstube vergessen, besonders dann wenn es um die Verrichtung ihrer „Geschäfte“ geht. Dieses Buch hätte durchaus ein Bilderbuch sein können, aber das will ich hier gar nicht anfangen…

Trauen Sibylle und ich doch unseren Augen kaum!

Pisst der Typ, Nationalität egal – ich hoffe Marianne verzeiht ihm – doch an die Hafenmauer. Warum er einen Helm trägt? Vermutlich fürchtet er den Zorn der anderen Marinagäste. Wer mich für kleinlich hält muss wissen, das Klo ist 50m entfernt.

Ein Einzelfall sicher…

Anderer Tag, gleiches Schiff, gleiche Besatzung – sorry Freunde – Ihr seid Ferkel!

Wenn Ihr eingangs dachtet, dass ich hier eher auf die sanitären Anlagen abzielen würde, ja, das habe ich auch. Es ist unfassbar! Ich überlege immer was die Putzfrau sich wohl denken mag, hier die blitzblanken Yachten die mit Trinkwasser gewaschen werden, dort das zugesch…. Klo, es passt nicht zusammen – fast möchte ich mich bei der armen Angestellten entschuldigen.

Ich musste es loswerden, man verzeihe mir – erneuter Themenwechsel!

Erste Freunde von uns liefen aus und nutzten die schönen Tage für kleine oder größere Rundfahrten – hier Izi mit seiner ROZI…

Schönes Schiff – eine Jeanneau 43DS

An der Kleidung des Matrosen sieht man, nicht immer und nicht überall war es warm, die Sonne täuschte von Zeit zu Zeit, vor allem Gevatter Wind machte häufig einen Strich durch die Rechnung.

So war es kein Wunder, dass auch Kindergeburtstage dieser Tage noch drinnen gefeiert wurden – wir waren eingeladen! Manolis, der Sohn von Katerina und Giorgos wurde 6, ein Tag der gefeiert werden muss – auf der Bowlingbahn. Richtig gehört, Leros hat eine Bowlingbahn…

Bowling, Billard, Cafe und Snackbar – wird von den Einheimischen empfohlen und besucht
Kindergeburtstag – und Sibylle und ich mitten drin

Hier treffen sich dann die Eltern zum Kaffee, während sich die Kleinen fröhlich den Spieloptionen hingeben. Unter den Eltern befand sich auch Manolis Platis – Ihr erinnert euch? Mein Lieblingsfidler war zu Gast und ich konnte so auf direktem Weg abklären wann er denn (an diesem Tag) im Girosgrill spielen würde.

So führte uns der Weg nach dem Mittagskaffee direkt nach Kamara in die kleine Grilltaverne, wo die Musiker schon energisch aufspielten…

Hopa, hopa, hopa…

…was zunächst etwas altbacken wirkt, ist in Griechenland nur von kurzer Dauer! Man nimmt einen Ouzo zum Essen, es ist ja schon nach Mittag…

Yammas

…zum Ouzo vielleicht noch ein lokales Bierchen, für den Durscht…

Herrengedeck – Greek Style

…schon ist die Party im Gange, es gibt dann oft kein Halten mehr!

Keiner bleibt sitzen

Am Rückweg kommen wir durch Alinda und Crithoni, ach da war noch etwas, wir sollten für Volker einen Tisch im „Mylos“ reservieren, dem vielleicht besten Lokal auf Leros. Gedacht – gemacht, ein kurzer Schlenker und schon konnten wir die Tische reservieren. DIE Tische??? Ja, einen wie gewünscht für Volker und seinen Besuch – und einen für mich! Mein Ehrentag naht 😉

Fischspezialitäten zur Auswahl

Als wir den Kühlschrank sahen, wussten wir noch nicht, dass ich etwa 13 Tage später wieder davor stehen würde – das teuerste Essen meines Lebens bestellend. Doch dazu später mehr…

Wir kehren zurück auf unser Schiff, ich habe mich inzwischen an die Optik des neuen Daches, des Hardtops, gewöhnt.

Es wird – hier mit Hardtop, Solar und Wind

Lieblingsplätze – was macht eigentlich das „Harris“? Der wunderbare Platz in der ersten Mühle, hoch über Panteli?

Panteli – vom „Harris“ aus gesehen

Mit Haris Karpathakis, dem Inhaber, verbindet mich ein freundschaftlicher Kontakt. Ich wusste daher, dass die Bar noch nicht offen war, hoffte aber, ihn für eine Tischreservierung dort zu treffen – also fuhren Sibylle und ich mit dem Motorrad nach oben zu den Mühlen, die neben dem Castell als Wahrzeichen Leros´ gesehen werden dürfen.

GS650 – Mühlen – Castell

Leider mussten wir unverrichteter Dinge wieder zurückfahren, das „Harris“ würde dieses Jahr erst etwas später öffnen – bestimmt wird unser erster Besuch dort oben ein Thema für den Juni-Bericht werden.

Klingt nach einem entspannten Monat – wie sieht es denn eigentlich mit den vielen Arbeiten an NESSAJA aus? Nun, da sind wir tatsächlich etwas langsamer geworden. Wir lassen uns gerne von Freunden zum Ratsch verleiten, sind generell etwas hinterher und genießen natürlich auch die erweiterten Möglichkeiten die der Sommer uns bietet. Dennoch haben wir auch einige Punkte abhaken können – so zum Beispiel den Einbau der letzten zwei von sechs Tankentlüftungen.

Vier hatte ich schon montiert – keine ging leicht zu demontieren, keine war gut zugänglich, dennoch war es mir möglich das irgendwie hinzubekommen – bei den beiden Entlüftungsanschlüssen in den Backskisten musste ich aber passen.

Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt…

Der Grund dafür ist leicht erkennbar – ich passe nicht auf die Art und Weise in den Schlund der achterlichen Kiste, wie es zum Austausch des defekten Teils nötig ist. Nicht falsch verstehen, ich bin sehr flexibel, wie einst der Barbapapa (wenn den noch jemand kennt) – aber DAS ist doch zuviel des Guten, denn man muss sich ganz in die Kiste setzen.

…ach nicht Elisabeth – Sibylle! Da lacht sie noch 😉

So hat sich mein Eheweib also auf elegante Weise in den engen Raum gepfercht, auch dazu gibt es Bilder für die ich aber keine Freigabe erhalten habe – was ich diesmal auch verstehe ;-), um dort angekommen zuerst noch in guter Laune eine Bestandsaufnahme zu machen.

Wenige Augenblicke später sah sich Sibylle mit einer Vibrationssäge konfrontiert, welche sie nach einer Einweisung mit ruhiger Hand über das defekte Ventil manövrierte. Wer Sibylle kennt weiß, dass arbeiten mit Elektrowerkzeug nicht ihr Ding ist – vermutlich stehe ich in ihrer Schuld…

Das Corpus Delicti? Nicht zu sehen…

Mein Versuch, ihr die Arbeit zu erleichtern indem ich die Flex als das geeignetere Werkzeug anbot, wurde abgeschmettert. „Die ist so laut“ – ja, und???

Egal, ich kapitulierte schnell, zu groß war meine Angst um unseren Rumpf! Weil am Boot eben nix „mal schnell“ geht, war etwas Zeitaufwand nötig bis wir die letzten zwei Ventile getauscht hatten. Tankentlüftungen – check!

Steuerbord – Diesel
Backbord – Wasser

Wir werden bald umziehen, unsere Zeit auf der ELOWYN neigt sich dem Ende entgegen – was muss noch getan werden um sorglos auf NESSAJA wohnen zu können?

Der Kühlschrank, der Kühlschrank muss angeschlossen werden! Ihr erinnert Euch sicher, ich hatte die alten Batterien bereits ausgebaut und die neuen LiFePo4 waren montiert. Leider ist dies alles noch nicht verkabelt – eines meiner noch ausstehenden zwei Großprojekte. Meine Notlösung war, zwischenzeitlich die ehemaligen Kühlschrankbatterien als Verbraucherbatterien zu nutzen, ich hatte kurzerhand den 12V Knoten dort angeklemmt – funktioniert super.

Den Kühlschrank hatte ich derweil weggelassen, was mich nun vor zwei Herausforderungen stellte. Zum Ersten kann mein altes Auto-Ladegerät nicht soviel Strom einspeisen wie der Kühlschrank entnimmt, zum Zweiten habe ich vergessen welche Kabel die des Frosters waren.

Guter Rat war teuer…

Punkt 1 konnte ich lösen, nachdem ich mich meiner weiteren neuen Ladegeräte besonnen hatte. Ich habe kurzerhand eines davon als temporäre Ladequelle für die Blei-Säure Akkus verwendet. Nachdem ich die LiFePos nebst dem eigentlichen „Lademonster“ in Betrieb genommen habe, würde ich das momentane Gerät seinem angedachten Verwendungszweck zuführen können.

Tut einstweilen gute Dienste – ein 20A Charger aus dem Hause Victron

Punkt 2 war kniffliger – im Motorraum baumeln ein paar herrenlose Kabel, eines davon war das des Kühlschranks – nur welches?

Meine Idee war es, vom Anschlussknoten des Verbrauchers Strom rückwärts in die Leitung zu schicken. Dann würde ich hinten am Kabel eben diesen Strom messen können, dies müsse dann das richtige Kabel sein – gut gedacht, vermutlich schlecht gemacht…

Bruzzel – nun gut, eine Flach-Stecksicherung ist nicht so teuer…

Mit einem fetten Kabel eine Brücke gebaut, kurz den 12V Hauptstrom draufgelegt und … FETZ, STINK! OK, falsch gemacht – steile Lernkurve! Der Schalter war noch an, geht natürlich nur mit einer quasi „toten“ Leitung, oder???

Versuch macht kluch – Schalter aus, nochmals überbrückt und gemessen. Jetzt geht´s, ich kann das Kühlschrankkabel finden und anklemmen. Der Froster tut, das Bier wird wieder kühl! JETZT können wir umziehen 😉

Darauf ein Bier – ein lokales, ein sehr lokales! Leros hat eine Mini Brauerei und bietet jetzt ein Lerosbier an. Ehrensache, wir probieren…

Raven – der Rabe, auf Griechisch „Kuruna“ (Krähe), na was fällt euch da ein 😉 ???

Es ist ein Ale mit einer Note Hollunder – das ist nicht jedermanns Sache, ich mag es aber – zumindest wenn ein Mythos folgt!

Wer findet den Fehler?

Seeleute sind abergläubisch – warum ziehen wir also an einem Freitag den 13. um? Das muss schiefgehen!

Ich trage meine Schuhe zurück auf NESSAJA, will Platz schaffen und was finde ich…

Meine guten Meindl, wo die überall waren – nur noch für die Tonne

…meine total verschimmelten Wanderschuhe. Vermutlich ein Zeichen! ICH soll nicht wandern!!!Sibylle deutet es anders, faselt was von neu und Siebenmeilen, blabla – ich versinke in Gedanken und trage weiter unser Hab und Gut zurück vom Luxusdampfer auf die Schaluppe!

Spaß beiseite, ich kann die meistgestellte Frage nun beantworten. „Werdet Ihr dann überhaupt noch auf NESSAJA zurückwollen? Nach den Monaten auf der ELOWYN?“

Ich wusste es schon immer – ja! Es ist wie Urlaub im Hotel – Ihr geht nach zwei Wochen im 5-Sterne Hotel ja auch gerne zurück nach Hause. Weil es Euch gehört, weil es Euer Zuhause ist – und damit ist alles gesagt! Die Wochen auf der ELOWYN waren toll, wir sind dankbar, aber auch glücklich wieder „daheim“ zu sein.

Unser Salon, unser Bad und unsere Kabine sind fast fertig und gut bewohnbar. Da aber auch unser Bus leergeräumt werden musste, sieht es rund um unsere Gästekabine jetzt so aus…

Bugkabine – Ersatzteillager
Überall, in jedem Winkel – Teile, Teile, Teile
Auch im Gästebad – hier Plattenware und Kabel
…in allen Größen und fein sortiert

Offen gesagt bin ich froh, dass Kate und Lisa auf mein Versprechen, die Kabine zu ihrem Besuchstermin freizuräumen, verzichtet haben. Ich tausche dieses Versprechen gegen zwei andere ein – erstens, wenn Ihr das nächste Mal kommt ist es aufgeräumt und die Kabine ist frei für Euch! Zweitens, wir machen uns einen super Urlaub, egal ob mit oder ohne NESSAJA!

Der Umzug war abgeschlossen, ich musste noch den Trinkwassertank füllen und alle Systeme in Betrieb nehmen.

Mit dem Bike 3x zum Wasserautomaten…
…so kommen 60 Liter feinstes, kostenfreies Trinkwasser in unseren Extratank

Wir kochen kaum noch, obwohl der neue ENO ja durchaus funktioniert. Einmal gehen wir mit Claudia und Toni, der Crew der CHRISTINA, ins „Aloni“ nach Xirokampos, weil wir die einfachen Gerichte dort und das nette Ambiente einfach mögen…

Welcome Tree
Nix verschwenden – wiederverwenden

…ein Andermal werden wir von Susanne und Tochter Sophie nebst Familie zum Dinner eingeladen. Stella und Tassos sind auch dabei, es wird ein sehr netter Abend mit jeder Menge Leckereien!

Homemade Mousaka
Bouzaka mit Erdbeeren und Eis
Ouzo zum Abschluss

Der Vollmond leuchtet die Bucht von Xirokampos aus als wir nach Hause fahren, wir sind Glückskinder! Wir lieben das Leben!!!

Vollmond über Xirokampos

Die Pflicht ruft noch einmal zum Arbeitseinsatz an NESSAJA. Bald kommen Kristina und Volker um ihre ELOWYN zu übernehmen. Wir müssen das Schiff reinigen und ein paar Kleinreparaturen durchführen. Unser Plan ist es, die folgenden drei Tage vollends dem blauen Riesen zu widmen, dann unseren Freunden helfen das Schiff urlaubsklar zu machen, dann würden wir nach Deutschland fahren.

An NESSAJA wollte ich noch zwei Jobs erledigt wissen bei denen ich Teile verbauen würde die viel Platz wegnehmen – einmal den finalen Verbau der Warmluftschläuche der Dieselheizung und weiter den Tausch einiger Dämmmatten im Motorraum.

Die Heizungsteile waren inzwischen aus Deutschland eingetroffen – nichts unwichtiger als das, eigentlich! Aber zum finalisieren des Teilprojektes und eben um die sperrigen Schläuche wegzubekommen war es ein wichtiges Paket.

Schnell die komplette Waschmaschinenecke zerlegt um an die Heizung zu kommen, ein paar Löcher gebohrt… (wer findet den Fehler???) GENAU – schnell – das gibt es nicht, das führt zu Problemen!

NEU – und schon kaputt!

Habe ich mich geärgert! Meine Wortwahl ist wirklich nicht druckreif – zum Glück deckt der Luftaustritt der Heizung die Schadstelle fast komplett ab – naja, wo gehobelt wird fallen eben auch, im Wortsinn, Späne!

Heizungsschläuche final verlegen – check!

Alles neu macht der Mai

Beim Kleben der Motorraumdämmung hatte ich mehr Erfolg. Leider ist es aus heutiger Sicht nicht wirtschaftlich möglich, den ganzen Motorraum neu zu dämmen. Dafür müssten beide Motoren und fast alle Aggregate demontiert werden, was ein Höllenaufwand wäre. So haben wir beschlossen nur die Dämmung der beweglichen Teile zu erneuern um das Herabrieseln von altem Dämmmaterial beim Demontieren von Klappen und Deckeln zu reduzieren oder abzustellen.

Dies ist gut gelungen – Dämmung erneuern – check!

So war an NESSAJA alles erledigt bevor wir abreisen würden, es war Zeit sich um die ELOWYN zu kümmern.

Sibylle beim Putzen

Sibylle hat das Schiff innen auf Vordermann gebracht, ich habe das Dinghi zu NESSAJA verholt. Wir haben das Deck und den Rumpf geschrubbt als gäbe es kein morgen mehr…

…wir haben Kleinreparaturen durchgeführt, das Schiff sollte gut in Schuss sein – was hier lapidar klingt hat uns im Mai Stunden und Tage gekostet. Als wir Tina und Volker die Geschichte erzählt haben, wurden wir um einen Bericht für den ELOWYN Blog gebeten – diese Bitte habe ich gerne erfüllt. Da der ELOWYN Blog ein geschützter Bereich ist und nicht verlinkt werden kann, erwäge ich, diesen Bericht außerplanmäßig im Verlauf des Juni ebenfalls zu posten. Nur soviel, manche Begebenheit werden Ihr nicht glauben wollen, seid gespannt…

Gut geklappt hat dagegen das Anpassen der neuen Segelkleider welche durch den Segelmacher in Lakki, Sotiris Sifounios, angefertigt wurden.

Lazybag an 10m Baum – montiert mit 4 Personen

Erwartungshaltung – wir wissen, dass wir im Juni zweimal Besuch von Freunden erhalten. nach Kate und Lisa, mit denen wir auch drei Tage auf Rhodos sein werden, kommen Tochter Franziskas zukünftige Schwiegereltern mit denen wir eine Freundschaft pflegen – mit Christine und Nader werden wir weitgehend den ganzen Urlaub auf Leros verbringen, es gilt vorbereitet zu sein.

Da die Beiden das „Castelo“ als Hotel gewählt haben, war es uns ein Ansinnen ein paar Fotos zu übermitteln, welche Vorfreude generieren sollten…

Die Liegen des „Castelo“ – direkt am Strand, mehr als ein Werbeslogan
Panteli Beach – unmittelbar am Hotel. Castell, die Mühlen, Tavernen – was willst mehr???

…ich hoffe das mit der Vorfreude ist gelungen – wir freuen uns auf unsere Besucher im Juni!

Anekdote am Rande – während ich so auf der Liege liege und mein meerwasserbenetzter Körper im warmen Windstrom trocknet, schellt mein Mobiltelefon, eine Kurznachricht…

Ein Forumsbekannter schickt mir ein Bild einer NESSAJA in Kroatien, ob ich die kenne? Ob dies mein altes Schiff sei?

Flashback, die alte NESSAJA in HR

Ja, ist es! Ich freue mich und lege das Bild ab. Ich muss Lars wohl mal wieder anrufen und ihm schöne Grüße bestellen. Das wäre bis hierher noch keine Notiz wert, würde nicht ein paar Tage später wieder mein Telefon piepen…

Nochmals – die alte NESSAJA

Zweimal innerhalb weniger Tage – das Schiff und der Name sind inzwischen bekannt. Es freut mich! Lars, ich stalke Dich nicht – aber ich freue mich zu wissen, dass die alte Lagoon unterwegs ist!

Der Sommer ist da!

30°C – das erste Mal in 2022

Wir schreiben den 15.05. – der Sommer hält mit 30°C Einzug und wird im Verlauf des Mai seinen Platz auch nicht mehr räumen.

Der 18.05. – Ankunft von Tina und Volker. Wir, besser ich, haben versprochen, dass wir die Freunde von der Fähre abholen. Doch wie verbringen wir die Wartezeit bis 0.50 Uhr? Da trifft es sich super, dass Stella beim gemeinsamen Abendessen bei Susanne eine Gegeneinladung für den heutigen Tag ausgesprochen hat. Wir fahren also im Konvoi mit Susanne zu den griechischen Freunden.

Platz – gutes Hundchen

Ich bin, ich muss es eingestehen, kein Freund von Schäferhunden die sich vor einem aufbauen und einem mit „WUFF“ begrüßen. Ich weiß auch nicht ob Rex, ich nehme dabei an, dass alle Schäferhunde Rex heißen, mir sympathischer wird, wenn er auf dem Gartentisch liegt – egal, ich habe überlebt, das ist die Hauptsache.

Widmen wir uns dem Essen, dem Hauptanliegen bei solchen Zusammenkünften in Griechenland (sehr sympathisch) – es gab wieder allerhand Selbstgemachtes, vom Garten auf den Tisch…

Meze und Salate
Flan Caramel
Bisquit – Erdbeerrolle

…so dass wir nach einigen Stunden des Völlerns mit zum Bersten gespanntem Wanst, die Heimfahrt angetreten haben. Sibylle ist am Schiff sofort ins Bett gefallen und hat damit das Umspringen der Uhr auf den 19.05. komplett verschlafen, ich habe mich wachgehalten um pünktlich um 0.50 Uhr dem Einlaufen der Fähre beizuwohnen.

BlueStar 2 – das Schiff das Leros bedient

Der blaue Stern öffnete seinen Schlund und spuckte die gutgelaunten und erstaunlich wachen Freunde auf das Eiland. Welcome on Leros!

Nur noch Sekunden

Wiedersehensfreude! Ich begrüße Tina und Volker nachdem wir uns monatelang nur über Facetime und ähnlichem unterhalten haben. Ich freue mich auf die Tage die kommen…

Der 19.05. – wie gesagt, Sibylle hat das Abfallen des alten Kalenderblattes verschlafen – das ist schade, warum? Weil sie heute Geburtstag hat!

Nanana uh yeahyeah, Happy Birthday!

Der Song schallt über unseren Steg, da kenne ich nix!

Seit 30 Jahren ein MUSS

So, raus aus den Federn, es ist 8.50 Uhr, um 9.00 Uhr gibt´s Frühstück auf der ELOWYN!

Das wurde kurzentschlossen vereinbart, die Freunde hatten eine Überraschung…

Sibylles Ehrentag auf der ELOWYN
Edler Tropfen meets Weißwurscht

…nämlich einen MOET für Sibylle und ein Weißwurschtfrühstück für mich, besser konnte man es nicht treffen. So labten wir uns an den Mitbringseln und eröffneten Sibylles Ehrentag gebührend.

Vom Nachmittag gibt es kaum Bilder, wir waren zum Arbeitseinsatz verdonnert, müssen aber zur Ehrrettung der Freunde sagen, dass dies so vereinbart war.

Gegen 15.00 Uhr haben wir uns eine Stunde frei genommen und die Bootsfreunde aus der Marina zum Umtrunk mit Kuchen und Prosecco (alternativ Kaffee) eingeladen – die Geburtstagsdeko ist mit umgezogen und durfte bis zum Ende des 21.05. bei uns verweilen.

NESSAJA – ebenfalls für´s Feiern herausgeputzt

Sibylle hat sich für´s abendliche Dinner im kleinen Kreis Dimitris Taverna ausgesucht. Beim „Glatzkopf“ (o´Karaflas) sind wir immer gut aufgehoben, er ist nach wie vor unsere erste Adresse für gelegentliche Abendessen.

Ich hatte Spaghetti mit Krebsen, war sehr zufrieden…

…dies galt leider nicht vollumfänglich! Irgendwas lief schief an diesem Abend, ich kann nicht einmal sagen was genau – kennt Ihr das? Keine Probleme die man bemängeln könnte, keinen offensichtlichen Fehler, trotzdem anders als sonst, nicht so entspannt, nicht so freundschaftlich.

Das kann immer mal passieren, war aber an Sibylles Geburtstag ein Faux-pas den sie sich merken wird, sehr schade.

Arbeitseinsatz auf der ELOWYN, endlich den Motorservice erledigen – wir schreiben den 20.05.2022

Es saugt und bläst der Heinzelmann

Giorgos verkauft uns alle Teile und borgt die elektrische Pumpe aus um das alte Motoröl abzusaugen. Das ist komisch! Die Pumpe nuckelt so vor sich hin, langsam nährt sich das Eichhörnchen, gefühlte Stunden später sind acht von 13 Liter raus. Wir sind unsicher aber Recherchen ergeben, dass per Absaugung tatsächlich nicht all das alte Öl entfernt werden kann – irgendwie fühlt sich das falsch an.

Wir wechseln also rund 10 von 13 Liter nebst allen Filtern und kämpfen zum Schluss noch mit dem Impeller…

Groß ist nicht gleich gut

…der in dieser Ausführung nämlich kein Gewinde zum Ansetzen eines Abziehwerkzeuges hat – fatal! Wir bekommen den Impeller nicht ohne fremde Hilfe heraus und finden am nächsten Tag Unterstützung durch Mechaniker Marios (fühlt sich an wie selbst gemacht). Dieser freut sich unterstützen zu können, nicht zuletzt weil er Anfang des Jahres das alte Schlauchboot von NESSAJA übernehmen durfte.

Groundhog Day – und (nahezu) täglich grüßt das Murmeltier – es ist der 21.05., des Skippers Geburtstag!

Frühstück auf NESSAJA

Einem gepflegten Frühstück auf unserem Schifferl folgte abermals der Arbeitseinsatz auf der ELOWYN. Die verließ nämlich just an diesem Tag und als der Impeller endlich gewechselt war, die Marina und fuhr an den Stadtkai.

Leinen los in der Evros Marina – da fährt sie hin…

Dort angekommen machte Sotiris der Segelmacher seine Aufwartung um letzte Anpassungsarbeiten an Bimini, Sprayhood und einigen Kleinteilen vorzunehmen. Zudem sollten die Segel ausgepackt und angeschlagen werden – eine Arbeit die man nicht so einfach wuppt.

Nur mit schwerem Gerät zu handeln

So haben wir die Segel vom Einlagerungsort geholt, vom Bus an Deck verbracht und zum Setzen vorbereitet. Wir konnten Genua und Trinquette anschlagen und den Gennacker verräumen. Für das monströse Groß hat die Zeit an diesem Tag nicht gereicht.

Ich besinne mich, dass mein Ehrentag ist, lade kurzerhand zu Kaffee, Kuchen und Eis an Bord von NESSAJA, wo wir zusammen mit den üblichen Freunden feiern konnten.

Eine Überraschung hat mich sehr gefreut…

Hans-Peters Kuchen – ein Highlight

…wir haben seit letztem Jahr einen neuen Nachbarn, Hans-Peter mit seiner LIBERTE, seine Frau Petra konnten wir noch nicht kennen lernen. Wie das so ist, man plaudert, man lernt einander kennen, es entwickelt sich – so habe ich HP eingeladen und war sehr überrascht ob seiner kleinen Geste – Danke Hans-Peter, Volltreffer!

By the way, Hans-Peter hat mir meinen alten Autopilot Antrieb und das große Victron Ladegerät abgekauft. Ich konnte mich also darauf konzentrieren nur die Kleinteile meiner alten Navigationsanlage nach Deutschland zu bringen und über eBay zu verkaufen. Das ist sehr gut gelungen, alles ging zu guten Preisen weg, alles ist inzwischen verschickt und bezahlt. Im Gegenzug bringe ich Hans-Peter eine neue ACU für sein Schiff mit.

Ab zur Mühle – ein griechischer Traum

Ihr erinnert Euch? Der Tisch im „Mylos“ war reserviert, wir fuhren an meinem Geburtstag nur mit Tina und Volker in das wunderschöne Fischlokal um mein Geburtstagsessen, auch als eine Art Dankeschön für das Überlassen des Schiffes, dort abzuhalten – die Stimmung war sehr gut…

Glückwünsche empfangen

Ich fand mich wieder vor dem bereits gezeigten Fischkühlschrank. Zuvor hatten wir eine eine Flasche Wein und zwei Seetang-Salate bestellt. Es wurde uns etwas Neues offeriert, eine Speisenfolge im Sinne von Nachhaltigkeit und bewusstem Essen – man kauft einen Fisch und der Koch würde aus DIESEM Fisch den man nun sein Eigentum nennen würde, verschiedene Gänge zubereiten. Fünf bis sechs an der Zahl, solche Gerichte welche man sonst gegebenenfalls auch nehmen würde, aber eben nur aus einem Fisch…

Klingt gut! Ich nahm zur Kenntnis, dass dies nun mal seinen Preis hätte aber man auch etwas ganz Besonderes bekommen würde – das möchte ich! Ich willigte ein.

Wie groß muss so ein Fisch für vier Personen sein? Nun, so 2 bis 2,5kg schon! Ah, kurz im Kopf multipliziert 2,5kg x 120.-€ – mein Herz klopft – tapfer wähle ich das 2,5kg schwere Ungetüm und freue mich auf sechs Gänge! Sashimi, Tartar, Ceviche, Carpaccio, gegrillte Filets, der Kopf und die Backen an Tomaten-Chili Sosse – wow!

Impressionen!

Sashimi
Bitte lächeln – nix für schwache Nerven
Kopf und Backen – eine Delikatesse (nicht für Zartbesaitete)
Filets vom Grill mit Zitronensauce

Es folgte eine zweite Flasche Wein und ein Dessert zum Niederknien – Erdbeeren mit einer feiner Creme und Baisersplittern – so gut, dass wir ein zweites bestellt haben.

Überschlagsweise könnt Ihr es Euch selber ausrechnen – das teuerste Dinner meines Lebens. War es das wert? Geschmacklich – ja, als Erfahrung – ja, overall – mit Einschränkungen. Bei mir überwiegt der Punkt Erfahrung, die habe ich jetzt, es muss einmalig bleiben – aber man wird ja nicht jedes Jahr 55 😉

Geburtstage 2022 – vorbei!

Wir waren glücklich und zufrieden und möchten uns auf diesem Weg ein weiteres Mal bei allen Gratulanten bedanken – Ihr habt uns die Tage versüßt.

Neuer Tag, neues Glück – das Großsegel der ELOWYN will noch gesetzt werden. Der 130qm Lappen muss mit vier Leuten in Position gebracht werden und kann dann, unter optimalen Bedingungen, hydraulisch ins Top gewinscht werden.

Dafür sind wir ausgelaufen um das Schiff in den Wind zu stellen…

Anker auf am Stadtkai
Leros bleibt achteraus – Törnbeginn? Leider nein!

Ich mache es kurz, das laue Lüftchen welches am Stadtkai leider aus der falschen Richtung kam, erwuchs sich innerhalb der Bucht zu einem strammen Wind der uns den Plan des Segelsetzens vor Anker verhagelte – Plan B muss her, ab in die Marina und das Segel am Baum gesetzt. Ducht um Ducht, Rutscher um Rutscher – uns lief der Schweiß, die Muskeln brannten, aber am Abend konnten wir Vollzug melden.

Rechtzeitig, denn schon an diesem Abend würden Sibylle und ich auf die Fähre nach Deutschland gehen. Es hieß packen, NESSAJA in einen kurzen Ruhezustand versetzen und uns von den Stegfreunden zu verabschieden. Am Abend waren wir mit Brigitte, Tina, Erwin und Volker in Dimitris´ „To Steki“ und sind danach direkt zum Fährhafen gefahren.

Pünktlich um 22.30 hat der blaue Riese unseren Fiat geschluckt…

Leros – Piräus

…und wir uns ohne Zwischenstopp, sprich Absacker, auf den Weg in unsere Kabine gemacht. Geplante Ankunft 07.00 Uhr – da lohnt sich ein wenig zu schlafen.

Wer schläft oben?

Angekommen in Piräus, hier startet ein zweiter Handlungsstrang, die Geschichte eines Motortransportes.

Hauptdarsteller sind Mario, der kräftige Kraftfahrer, Sibylle, die zwiederne Zweiflerin und Frederic, der fröhliche Fragende. Frederic sucht in Facebook einen Segler der einen Motor von Piräus nach Deutschland, am besten Nürnberg, bringen könnte, natürlich gegen Kostenbeteiligung. Mario, der Kraftfahrer antwortet großherzig, dass man da schon helfen könne, aber nur bis in die Nähe von München. Frederic freut sich, aber schon meldet sich die Zweiflerin – ob der den Motor abhole? Ob der keine Drogen im Motor versteckt hätte? Ob er bezahlt? Und wer ist der überhaupt – Frederic?

Stimmt! Ein wenig Recherche tut Not, doch Zweifel sind schnell zerstreut, zumal sich der in Facebook verwendete Name Frederic Rockefeller nicht als Alias entpuppt – eine kurze Google Suche verrät mir – ich mache Geschäfte mit den Rockefellers, es wird mir ein Vergnügen sein.

Wir fahren in Piräus also zum Yanmar Dealer der sich in einer Seitenstraße versteckt – und sind zu früh…

Yanmar Piräus

Die Zweiflerin unkt – werden die überhaupt kommen? WANN wird jemand kommen? Hunger, Durst, Klo…

Wir gehen Frühstücken und exakt zur vereinbarten Zeit meldet sich Frederic aus Deutschland, wo wir wären, man wartet in der Werkstatt auf uns. Na also!

Was ich dort sehe erinnert mich verdächtig stark an früher, nur muss ich diesmal nicht referieren.

Motoren soweit das Auge reicht
2022 ohne Elring Logo 😉

Der Motor entpuppt sich als großer Vierzylinder nebst Getriebe auf einer Palette. Wir verladen mit einem kleinen Hubstapler und es tritt zum ersten Mal die Frage in den Raum wie wir den wieder aus dem Bus rausbekommen – egal, das klären wir später…

Ready to go – heading Germany

Wir verlassen just in time Piräus, tanken am Stadtrand noch einmal voll und zahlen rund 1,73€ für den Liter Diesel, das war vergleichsweise günstig, aber bei 80 Liter eben doch ein erkleckliches Sümmchen. Mich hat es gefreut, durch den Motortransport etwas beigetragen zu haben.

Wir hatten bis 20.00 Uhr Zeit, das war reichlich bemessen um die 250km bis Patras zu fahren. So haben wir uns auf dem Weg einen kleinen Lunch und einen Kaffee gegönnt, natürlich an der Küste.

Hält wach

Für den Italiener, welcher mal wieder ins Exil musste und der somit Grund für unsere Reise war, hatten wir den perfekten Parkplatz gefunden – ich bin sicher, dass wir hier mehr als eine Stunde liegen gelassen haben.

Muss raus!!!

Von hier weg haben wir entschieden auf der „Old National Road“ nach Patras zu fahren. Man sieht mehr, die Fahrzeit ist kurzweiliger und wir hatten es nicht eilig. So sind wir am Spätnachmittag entspannt in Patras angekommen, haben uns auf der Fähre eingecheckt und erfahren, dass wir uns gegen 20.00 Uhr wieder im Hafen einzufinden hätten.

Wir haben beschlossen an der Küste entlang bis in einen Vorort von Patras zu fahren um dort ein wenig abzuhängen und dann zu Abend zu essen, so könnten wir uns das erste Dinner im Self-Service von ANEK sparen.

Gesagt, getan! Wir sind etwa 10km außerhalb gefahren, haben einen guten Parkplatz gefunden und sind ein wenig durch den Ort am Meer gelaufen. Wir haben uns ein Eis gegönnt und uns dann in einer Fischtaverne nieder gelassen.

Nochmals griechisch Essen – kurz vor der Abfahrt

Sibylle hatte Zeit für ihre Lieblingsbeschäftigung…

Hallo Otto!

…bevor wir zeitig zurück zum Hafen gefahren sind. Wir hatten uns diesmal abermals Venedig als Ziel ausgesucht. Der Autobahnweg ist einfach soviel kürzer als von Ancona oder gar Bari. Man munkelt aber, dass ANEK Venedig einstellen würde, wäre schade…

Destination Venice

Am Fährhafen geschah ein Wunder! Wir standen relativ kurz an um durch die Kontrolle am Zoll zu kommen und fuhren dann auf den Riesen zu, welcher uns ins Heimatland unseres treuen Minibusses bringen sollte.

Diesmal HELLENIC SPIRIT statt ASTERION II

Normaler Weise steht man dann nochmals eine gute Zeit bis mit dem Verladen begonnen wird. Diesmal jedoch nicht – wir wurden unmittelbar in den Bauch des weißen Riesen gewunken und auf unseren Platz beordert.

Tür an Tür mit…

Wir checkten ein, hatten uns dieses Mal eine Außenkabine gegönnt und gingen noch kurz aufs Freideck um über den Frachthafen zu schauen…

Piräus Port
Leinen los Richtung Italien – Kalinichta Hellas

…dann aber sofort in unsere Kabine. Wir waren erschöpft vom Tag, vor uns lagen 31h Fähre mit zwei Übernachtungen. Ich nehme es vorweg, alles verlief exakt nach Plan. Wir aber haben geschlafen bevor die Fähre abgelegt hatte.

Als wir wieder aufwachten waren wir bereits zwischen Korfu und Albanien, vom Zwischenstop in Igoumenitsa haben wir nichts mitbekommen. So nahmen wir unsere erstes Frühstück noch in griechischen Hoheitsgewässern ein.

Truckerfrühstück – hält bei Kräften (ich muss mir übrigens Kuhfellclogs kaufen)

Kurz vor Reisebeginn haben wir eine Info erhalten dass sich an unserer Fährverbindung Änderungen ergeben hätten – Schreck lass´ nach! Absage? Zur Zeit wurden viele Fähren, besonders nach Venedig, ersatzlos gestrichen. Aber nein, bei uns war es nur ein Schiffwechsel – von ASTERION II auf HELLENIC SPIRIT.

Wow, Google sagt uns, dass dieses Schiff der Stolz von ANEK ist, mehr Kreuzfahrtschiff als Fähre. Fotos zeigen Außenkabinen mit Luxus – wir waren freudig erregt – mussten aber feststellen, dass die Berichte aus einer Zeit stammten als es Google vermutlich noch nicht gab. Die Wirklichkeit sah ernüchtender aus…

Außenkabine

Die Dusche im Bad war zu klein, nicht nur für mich, auch für Sibylle – um da duschen zu können, ohne dass der Duschvorhand deiner habhaft wird musst Du eine Figur wie Fido Dido haben – kurz, es geht nicht…

Aber mit Kühlschrank, der seine Steckdose in der Nacht für´s Handy räumen musste (die Einzige neben der für den Fernseher – auch der wurde ausgesteckt) und Fenster, man kann sich stundenweise zurückziehen und ein wenig lesen oder dösen und man hat ein eigenes Klo, das alleine ist den Mehrpreis wert!

Die meiste Zeit sitzt man ohnehin im Salon oder der Lounge…

Lesen – kein Internet

…geht nach draußen um frische Luft zu schnappen oder sich die Beine etwas zu vetreten.

Nur Wasser – bei ca. 20kn SOG

Man geht zurück in die Kabine um etwas zu snacken und um nicht jede kleine Mahlzeit im Self-Service einnehmen zu müssen.

Snack aus Griechenland – Reiseproviant

Danach wieder zurück in den Salon oder die Lounge – es war erfreulich wenig los auf dieser Passage, wir konnten nahezu jederzeit den Platz wählen.

Panoramafenster – Land in Sicht

Wir sehen Land und Navionics, unsere Seekarte, sagt uns, dass wir die kroatischen Außeninseln passieren…

Karte
Realität

Wir entdecken Kurioses und fragen uns wie so etwas passiert – Gedanken von Monsterwellen und Kaventsmännern schießen uns in den Kopf, ob wir doch lieber ein Haus kaufen???

Splitterbruch – ein Kaventsmann??

So vergeht auch dieser Tag – wir werden später feststellen, dass Sibylle das Fliegen liebt, ich das Fähre fahren – wie immer sind unsere Meinungen nah beinander, fast…

…Zeit für´s Abendessen!

50 Touristen und gefühlt 250 Fernfahrer ziehen, einer Karawane gleich, zum Self-Service Restaurant der ANEK, nicht schlecht, nicht teuer – geht eben so. Wir sind mitten drin…

War ok, aber eben Self-Service – kein Fan!

Nach dem Essen ist vor der zweiten Nacht! Wir gehen noch einmal die „Schiffsrunde“ und beobachten die Sonne beim Untergehen – auf die typischen, kitschigen Sunset-Pics verzichten wir diesmal ganz bewusst!

When the Night comes

In der zweiten Nacht haben wir schon den Wecker gestellt – planmäßige Ankunft um 07.00 Uhr, das wäre fein. Tatsächlich sind wir pünktlich, aber die italienische Polizei sorgt für Verzögerungen. Immerhin bleibt mir diesmal, vermutlich wegen Sibylles Präsenz, die Rundum-Kontrolle erspart und wir finden uns gegen 9.00 Uhr auf Italiens Straßen und später Autobahnen wieder.

Zunächst sonnig und warm, verändert sich das Wetter zusehends und kurz nach dem See aller Seen, dem Lago di Garda, waren wir mit Regen konfrontiert – hier war er nun, der „Rain in May“.

Alto Adige

Wir haben gefrühstückt, sind dann aber zügig durchgefahren, eigentlich völlig ohne Stau wenn man von den kurzen Wartezeiten an den Mautstellen einmal absieht.

Sterzing

Nach drei Nächten und zwei Tagen Reisezeit kommen wir am Nachmittag des 25.05. in der alten Heimat an. Wir sind erschöpft, begrüßen Florian, Sonja und die Enkel Otto und Benno und freuen uns auf eine bayrische Brotzeit, danach fallen wir erschöpft ins Gästebett unseres ehemaligen Hauses.

Für den nächsten Tag, ein Feiertag, war ein Familiengrillen angberaumt, es trafen fast alle Kinder und Schwiegerkinder ein – ein schöner, geselliger und familiärer Nachmittag und Abend!

Grillen – bayrische Schmankerl

Es geht recht rasch, dass wir ins Familienleben von Sibylles Ältestem eingebunden werden. Dabei trifft es sich gut, dass Enkelchen Benno und ich uns ohne Zeitverzug angefreundet haben, er hat wohl schnell erkannt, dass es gut ist einen gemütlichen Opa zu haben.

Wie man sich bettet – so liegt man

Sibylle tobte währenddessen mit Otto durch den Garten und hat unermüdlich die mitgebrachte Wasserpistole nachgeladen. Ich hindessen wurde, ganz der Profession entsprechend, zur Fahrzeugreparatur gebeten – das Bobbycar hatte Achsbruch, eine Reparatur musste durchgeführt werden.

Benno beobachtet neugierig…

Wenn Du Treffpunkte vereinbaren willst, ist es nicht immer einfach eine geeignete Lokalität zu finden. Manchmal fehlt die zündende Idee – gut wenn man Gaststätten hat, bei denen ein gewisser „Memory-Effekt“ im Namen beinhaltet ist…

Hier habe ich schon 1993 für die Meisterprüfung gelernt – die Zeit fliegt

…der Name ist Programm und ich hatte Glück, dass an diesem Sonntag „Schnitzeltag“ war!

12,12€ – gut investiert

So war dieser Abend ein sehr gelungener – mit gutem und reichhaltigem Essen…

One of…

…mit guten Gesprächen über bevorstehende Urlaube und Pläne…

Sibylle und Nader schmieden Urlaubspläne

…und von Wiedersehensfreude geprägt!!!

Am Heimweg wurde uns bewusst wie die Tage verfliegen, wir haben uns bei diesem Besuch nur auf die Familie konzentriert – und doch verging die Zeit viel zu schnell. Für einen Abstecher an den Bodensee zu meiner Tochter war leider keine Zeit mehr – aber das holen wir nach!

Noch etwas fiel uns auf, es war für die Jahreszeit brutal kalt in Deutschland. Wir hatten morgens und abends nur rund 6-7°C – wir haben gefroren und es machte sich auch eine Freude auf die griechische Wärme breit.

abends – 7°C

Letzter Tag in Deutschland – wir haben diesmal bewusst nur eine knappe Woche geplant, werden wir doch wegen zweier Hochzeiten im Gegenzug häufiger nach Hause fliegen.

Sibylle will, beziehungsweise muss zum Zahnarzt, ich werde sie bringen, das letzte Paket bei GLS abgeben und dann warten – bei einem bayrischen Frühstück – abermals geht es in die Kälte…

morgens – 6°C

…ich setze Sibylle ab, mache meine Besorgungen und lande bei Kuhn in Holzkirchen. Weißwürschte, ich will Weißwürschte!

YUMMIE

Ich erinnere mich, dass kräftige Kraftfahrer Kraft brauchen und ordere noch etwas nach – ich war gierig nach dem Zeug, vor allem mit Brezen!

Guter Start in den Tag

Der Motor, was war mit dem Motor??? Der wurde noch am Anreisetag von Frederic abgeholt. Er kam alleine, respektive mit zwei Töchtern die aber nicht wirklich daran interessiert waren einen Motor hochzuheben.

Das war Frederic übrigens auch nicht wirklich – zum Glück war gerade mein Junior zu Besuch und wir haben das Trum kurzerhand auf Frederics Anhänger gezogen – kräftige Hände, schnelles Ende! Das Spiegelei ist mehr als gerechtfertigt 😉

Es hat alles geklappt, ich konnte helfen und Frederic ist ein netter Typ der auf Kos stationiert ist. Wir werden uns wiedersehen.

Unsere To-Do Liste in Deutschland war abgearbeitet, die Einkäufe in unserem Reisegepäck verpackt und die Enkel hatten inzwischen Wetzspuren vom Knuddeln. Wir haben den flotten Italiener gewaschen, gesaugt, so dass er sich nicht schämen muss wenn er da so rumsteht – er wurde sicher abgestellt – Ciao, wir sehen uns im Herbst wieder, wenn wir Dich nicht verkaufen…

Wir verabschieden uns von Florian, Sonja und den beiden Burschen und begeben uns wieder auf Reisen, es geht heim, zurück zu NESSAJA!

Wir werden Geld sparen, auf Taxis verzichten und auch nicht die Jugend bemühen uns den weiten Weg zum Flughafen zu bringen – wir fahren öffentlich (was zumindest bei mir etwa 40 Jahre her ist), übernachten bei Nader und Christine in Flughafennähe und werden am Folgetag um 4.00 Uhr von Nader zum Airport gebracht. Klingt nach einem Plan, klingt gut!

Donnersberger Brücke – umsteigen von BOB in S-Bahn

Wir stellen zunächst fest, dass es einen Tag vor Einführung des 9,-€ Tickets ist – was uns schlappe 34.-€ kostet. Zudem, dass Reisende mit Gepäck wenig Raum für Koffer oder Taschen finden, können uns aber irgendwie organisieren – die BOB fährt bis München ca. 20 Minuten, von da nach Erding ist es über eine Stunde…

Wenn Einer eine Reise tut

Leider war Christine an diesem Abend nicht zu Hause, wir treffen sie also das nächste Mal in Leros. Nader hat sich aber richtig Gedanken gemacht wo er mit uns hin soll – klar war, bayrisches Essen, am liebsten Landgasthof – und seine Wahl war ein Volltreffer!

So kam ich am Abschlussabend noch zu meinem Schweinebraten mit Knödel!

Nach den Apfelringerl als Dessert spannte der Ranzen ein wenig und es drängte sich die Überlegung nach einem Schnapserl auf. Während ich da so denke, sehe ich in Naders Küche eine wohlbekannte Spezialität stehen – ob wir da noch ein, zwei Gläschen???

Zumindest ein Omen – Griechenland wollte mich wieder, mich verwöhnen mit seinen Reizen. Wir verzichteten an diesem Abend, denn es war klar, der Wecker würde um 3.45 Uhr klingeln, wir müssen zum Flughafen!

Unchristliche Zeit

Der Morgen des nächsten Tages verlief reibungslos. Wir verließen pünktlich um 4.00 Uhr das Haus, Nader lieferte uns auf der „Kiss & Good Bye Lane“ ab und wir gaben unser Gepäck auf und durchliefen den Sicherheitscheck.

Kurze Zeit später brachte uns ein Zubringerbus zum Flugzeug…

IM Bus gilt Maskenpflicht

…der Flieger wartete bereits und brachte uns innert 2:22h berechneter Zeit nach Kos.

Vorne zusteigen – super, Reihe 24

Der Flug verlief gut, weitgehend ruhig, dennoch merke ich, dass nach meiner aktiven Zeit als beruflicher Vielflieger diese Art zu reisen die für mich unattraktivste wird oder schon ist – ich überlege ernsthaft ob ich im August zu Stefans Hochzeit mit dem Motorrad anreise.

Die Alpen – noch tief verschneit

In Kos angekommen, haben wir wiederrum beschlossen die günstigste Alternative in die Stadt zu wählen. Obwohl wir 45 Minuten auf den Bus warten mussten, haben wir uns tierisch gefreut für 6,40€ statt für 40.-€ gefahren worden zu sein – und die Busfahrt ist schöner als man denkt!

Zugegeben, nicht für alle Menschen – so hat ein kleiner Bub, vielleicht 5-6 Jahre alt, seine Eltern auf der Busfahrt vom Resort nach Kos Old Town gefragt – ich zitiere – „ist das jetzt Urlaub?“ Dem ist nichts hinzuzufügen…

Noch herrscht Maskenpflicht – neben mir sitzt Sibylle
Wurde später noch voll!

Ab 01.06. – das heißt ab morgen – wird in Griechenland die Maskenpflicht aufgehoben. Ich habe meine FFP2 daher sofort entsorgt und für den öffenlichen Bus (ohnehin Maskenpflicht) die hier obligatorische und bei der Hitze angenehmere OP Variante gewählt. Wir befolgen die Vorgaben weil wir die Regeln des Gastgeberlandes in jedem Fall respektieren, auch wenn diese, wie in Deutschland auch, nicht immer nachvollziehbar sind.

In Kos Old Town angekommen, haben wir uns an den Marktplatz zurückgezogen um dort zu frühstücken. Das war spannend, belustigend und ab und zu auch peinlich – im Sinne von Fremdscham. Hier wird ein Tourismus gelebt welchem ich zum Glück nie angehört habe und dies auch niemals tun werde.

Morgens um 11.00 Uhr mit nacktem Oberkörper bei einer MASS Bier am Hauptplatz im Cafe zu sitzen – da gehört was dazu.

Ein Prosit der Gemütlichkeit

Die fünf Kinder hatten jedes ein Handy und daddelten, der zweite Mann war später auch noch „oben ohne“ – aber da kleine Sünden ja meist sofort bestraft werden – ich bin sicher, dass die Beiden am Abend dieses Tages in der Apotheke auftauchen und Fenistil Brandsalbe fordern. Merken konnten sie es nicht mehr, es blieb nicht bei einer Maß. Die Nationalität spielt keine Rolle, aber die Queen wäre „not amused“.

Ehrlich, ich musste raus, diese Art Trubel halte ich ganz schlecht aus. So kam es mehr als gelegen, dass die ELOWYN auf Durchreise war und wir an Bord gebeten wurden, so ließ sich der Nachmittag verbringen.

Seebrise
Hotel ALEXANDRA

Ich fotografiere das Hotel ALEXANDRA weil es der Anlaufpunkt für Nader und Christine sein wird auf ihrem Weg nach Leros. Doch, es ist Vorfreude…

Mit Sibylle schlendere ich zur Eisdiele, wir mampfen ein Eis bei angenehmen 32°C – endlich ist das Leben wieder im Lot. Die Enkelspeicher sind ja noch voll, wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt…

…zumindest solange bis der Besitzer der Eisdiele freudestrahlend aus seinem Geschäft gerannt kommt. Er gestikuliert irgendwas, deutet ausufernd die kleinen Eiskugeln der Anderen in die Luft, danach mit ausschweifenden Bewegungungen seine großen Eiskugeln darstellend und war offensichtlich erfreut, dass wir, vor allem Sibylle, seine Monsterkugeln restlos verputzt haben – kala, polykala – gut, sehr gut!

Ihr hättet Sibylles Gesicht sehen sollen als der fremde Mann ihren Bauch tätschelt und dabei an ihrem Wammerl wackelt – für Götter – und mit Geld nicht zu bezahlen. Leider kein Foto! Und wenn, ich hätte keine Freigabe bekommen…

Zurück in Kos sind wir abends noch gemeinsam essen gewesen – nettes Lokal, die Treppen hoch, aber für mich typisches Touristenessen aus einer neunsprachigen, bebilderten Speisekarte – keine Empfehlung!

Es ist 20.00 Uhr, wir müssen los. Wir zahlen, verabschieden uns von Volker und Kristina und deren Besuch und machen uns auf den Weg zum Hafen, unsere Fähre legt schon an, geplante Abfahrt um 20.30 Uhr.

Wir schnappen die Taschen auf der ELOWYN und hetzen zum Fährkai – kurze Hektik aber alles rechtzeitig geschafft.

Kos – Leros

Die Fahrt vergeht wie im Flug, zumal der Inselzubringer auf seinem Weg nach Piräus diesmal nicht in Kalymnos Stop macht. Bald schon nehmen wir Kurs Leros.

Wir werden in den Frachtraum beordert, müssen unsere Taschen packen und stellen uns vor die Laderampe. Kurze Zeit später öffnen sich die Tore und wir werden auf unsere Heimatinsel gespuckt – auch für uns heißt es „Welcome on Leros“.

Weil es noch nicht zuuuu spät war haben wir uns kurzerhand auf die ARIES eingeladen. Wir wussten, dass Roland und Evelyn im Stadthafen liegen und uns war nach einem Absacker – am liebsten einen Ouzo, hatten wir den doch vor etwa 24h bei Nader noch abgelehnt.

Back home!

Zwei Ouzo später, es war bereits Juni, riefen wir meinen Freund Giannis mit seinem Taxi, welcher uns rasch zu NESSAJA brachte. Die Batterien bleiben abgeklemmt, die Taschen gepackt, die Zähne ungeputzt – wir sind ins Bett gefallen und haben wunderbar geschlafen, daheim ist eben daheim!

Ja, soweit der Rückblick auf den vergangenen Mai. Wie immer DANKE für Eure Geduld beim Lesen und Euer Interesse, schön, dass Ihr dabei seid.

Eine kleine Vorschau auf Juni – wir machen ein paar Kleinarbeiten an NESSAJA, Dinge die wir noch weghaben wollen. Am 09.06. gehen wir auf die Fähre, treffen dort Kate und Lisa mit denen wir nach Rhodos fahren. Von dort geht es nach drei Tagen zurück nach Leros wo die Beiden ihren Urlaub ausklingen lassen. Der Staffelstab wird dann an Nader und Christine übergeben, mit denen wir unvergessliche Urlaubstage auf „unserer Insel“ verbringen wollen. Es sind auch Ausflüge nach Patmos, Lipsi und Archangelos geplant – ohne NESSAJA!

Wie das geht und was wir dabei erleben bleibt dem Bericht im Juni zu entnehmen – bis dahin wünschen wir Euch einen schönen Sommer und eine gute Zeit.

Ach ja, zwischendrin werde ich noch den Bericht „Winter auf der ELOWYN“ hochladen, einmal ein anderer Blickwinkel.

Herzliche Grüße

Sibylle & Mario / Crew der NESSAJA

April 2022 – When The Ship Comes In

In keinem Monat vorher habe ich mich so geplagt einen passenden Liedtitel als Headline zu finden wie diesmal – für den April 2022!

Geschafft hat es diesmal Bob Dylan´s „When The Ship Comes In“ – zum Einen natürlich, das wisst Ihr, weil NESSAJA im April zu Wasser gehen würde – eine sehr spannende Phase für uns – hier passt die Titelzeile im Wortsinn…

Zum Anderen, weil Bob Dylan mit dieser Zeile, mit der er die Rückkehr des Schiffes in den (sicheren) Hafen beschreibt, eine Metapher verwendet für eine Zeit des sozialen Wandels auf der Welt – gerade in diesen Krisenzeiten vielleicht aktueller denn je. Darüber hinaus gibt es weitere Mythen die um die Entstehungsgeschichte des Songs kursieren, auch das nicht weniger wertvoll zu wissen, denn angeblich kam Bob Dylan die Idee zum Song als er wegen seines schlampigen Aussehens an einem Hotel abgewiesen wurde, als er zusammen mit Folk-Legende Joan Baez einchecken wollte. Auch dies lässt sich auf die Fahrtenseglerszene übertragen – der Mensch zählt, nicht die Verpackung…

Wen das interessiert – bemüht Google, es sind sehr interessante Geschichten die sich um diese Songs ranken. Tatsächlich mache ich das auch immer, weniger um den richtigen Songtitel zu finden, da hab´ ich meist etwas im Sinn, mehr um keine inhaltlichen Fehltritte zu machen – manche Lieder klingen sehr harmlos, sind dann aber zweideutig oder gar Negativstatements – das möchte ich bewusst vermeiden.

Jetzt aber – der für uns wichtige Monat April liegt im Kielwasser! Wie dieser für uns verlaufen ist, ob alles geklappt hat oder ob es Ärgernisse gab – das könnt Ihr im Folgenden nachlesen. Viel Spaß…

When The Ships Come In – NESSAJA in ihrem Element

Ich nehme es vorweg, NESSAJA schwimmt wieder! Und sie tut es noch – die Ausführung der Arbeiten darf als erfolgreich bezeichnet werden, ich bin stolz und zufrieden. Doch bis hierhin war es ein langer Weg!

Wir schreiben also den ersten April, ich war im Begriff einen bunten Anker in den Bugkorb zu ziehen – bunt bzw. zweifarbig deshalb, damit man ihn am Meeresgrund besser sehen kann! April, April??? Weit gefehlt…

„Anchor Art by Sibylle“

Damit sind wir auch schon beim ersten noch nachzureichenden Thema, welches vom Monat März übrig geblieben ist – der Anker wurde während unserer Eignerphase das erste Mal gestrichen – es war auch einmal Zeit. Sibylle hatte dies übernommen und das Grundeisen durfte am ersten Tag des neuen Monats seinen angestammten Platz beziehen.

Bei dieser Gelegenheit haben wir, auch das erste Mal nach sechs Jahren, unsere 100m Ankerkette „umgedreht“ um dem bisher mehr gebrauchten Teil eine Pause zu gönnen und den bisher ungebrauchten Teil nun vermehrt in Betrieb zu haben.

Es hat sich, wie Ihr Euch sicher erinnert, ein Überraschungsprojekt aufgetan, das zweite offene Projekt zum Monatswechsel März – April, die Überarbeitung der außenliegenden Teile des Bugstrahlruders.

Es waren die Propeller abzuschleifen und neu zu streichen. Im Tunnel des Seitenstrahlers war ebenfalls etwas Bewuchs abzuschleifen und eine neue Opferanode für das kleine Getriebe zu basteln – die original Befestigungsschraube war abgerissen. Das ist eine Arbeit die auf die Liste kommt – und beim nächsten Landaufenthalt erledigt wird.

Dreiblattpropeller versetzt anbringen – so schreibt es Max-Power vor…

Nachdem dies erledigt war, konnten wir den Tunnel innen schon streichen und die neuen Schutzgitter anbringen. So war sicher gestellt, dass die Antifouling- Facharbeiter der Marina nur noch den Rumpf anzupinseln hatten. Das wird doch sicher gelingen??? Nun, dazu später ein paar überraschende Zeilen…

Wir hatten zu dieser Zeit, Anfang April, häufig Südwind der mit Saharasand gesättigte Luft mit sich brachte. Das war wohl überall in Europa so, auch hier war die gelbliche, diesige Luft deutlich zu sehen. Diese Wetterlage ist oft lästig, schafft jedoch schöne Stimmungen.

Wir haben fleißig gearbeitet in diesen Tagen und es ist landläufig bekannt – wer schafft muss auch essen! Diesem Grundsatz treu zu folgen war ein Leichtes und wenn Sibylle keine Lust zum Kochen hatte, dann war Giros angesagt – ich liebe diese kleinen Grillhäuser hier!

Die Tage vergingen wie im Flug, das lag daran, dass der erste „echte Termin“ seit längerer Zeit immer näher kam – unser Krantermin am 14.04.2022.

Ringring, mein Telefon läutet, das Marinaoffice fragt, ob ich nicht etwas früher gekrant werden möchte. Ähhh nein, mein Schiff ist doch noch gar nicht fertig und außerdem müsst auch ihr, also die Werkstatt der Marina, noch Eure ToDo´s abarbeiten. Bitte lasst es beim 14.04. und schaut, dass Eure Monteure kommen. Gesagt, getan – zunächst…

Kranwagen – 100.-€ die Stunde, plus MwSt.

Tags darauf rückt frühmorgens der Kranwagen an und der Elektriker, ein Meister seines Faches, erklimmt damit unseren Mast in zwei Etagen.

Im ersten Stock demontiert er den alten Raymarine Radar um ihn gegen ein hochmodernes Gerät aus dem Hause Garmin zu ersetzen. Die Demontage und die Neuverlegung der Kabel waren rasch erledigt.

Beim ersten Besuch war der Kran vier Stunden da…

Im Obergeschoss, unserem Masttop in rund 23m Höhe (an Land), waren ein paar Kleinarbeiten auszuführen. Es wurden zwei Antennenkabel neu verbunden, ein neues LED Ankerlicht verbaut und eine Antenne abmontiert. Zu guter Letzt wurde noch der neue Windmesser angebaut und verkabelt – dafür wurde das 25m Garmin Kabel von mir verlangt…

…das Kabel, äh, ja Moment – das habe ich gleich! Da sicher, nein, dann da, auch nicht – verdammt wo ist das Kabel???

Was soll ich sagen, ich hatte dieses Kabel nicht dabei – ein anderes doppelt, dieses nicht! Plopp, alle Hoffnungen auf eine Fertigstellung heute platzten – muss der Kran eben nochmal kommen!

Ich greife 5 Tage vor…

Mein Schatz…

Eine Empfehlung für die Firma „On Yacht“ nahe Augsburg. Herr Enßlin junior hat sich meiner Problematik angenommen und sofort kundenorientiert gehandelt. Von der Bestellung bis zum Erhalt vergingen, UPS sei Dank, nur 5 Tage – ok, 90.-€ Versand für 69.-€ Warenwert – muss man eben dann zahlen 😦

Der Händler dem ich vor unserer Anreise für 2.500.-€ Ware abgenommen hatte, hat mich hängen lassen – vermerkt im Kopf – ich war enttäuscht und erst der Empfang des Päckchens aus anderer Hand machte mich glücklich.

Zwischenzeitlich ist viel passiert – der Schreiner hat seine Arbeit vollendet und ich habe sein Werk wohlwollend abgenommen. Mehr als verdient.

Umbau der Sitzgruppe einschließlich Tisch – Polster folgen
Neue Klappen für die Naviecke – der Einbau der Geräte muss noch warten

Zur Naviecke werde ich erst zuletzt kommen, wobei auch das nicht ganz stimmt. Ich musste natürlich meine Schalttafeln wieder an Ort und Stelle bringen. Das hat gut geklappt – die alte schwarze Kunstlederklappe gehört somit der Vergangenheit an.

Auch sonst war ich nicht untätig, ich wollte endlich den Rumpf von unten fertig haben – das Projekt Ruder war noch offen. Das wollte und musste endlich angepackt werden, der 14.04. rückte bedrohlich näher…

Anpassen der Gewebematten…
…und Vorbereitung der Reparaturstelle – der Riss ist jetzt gut zu sehen.

Ich habe mehrere Lagen Laminat aufgebracht und dabei von grob (Haltbarkeit) nach fein (Finish) gearbeitet. Die erste, grobe Lage musste nach dem Laminieren noch fixiert werden…

Während der Trocknungsphasen hatte ich Gelegenheit die Löcher der Probebohrungen zu verschließen.

Diese wurden zuerst ausgeschäumt und dann verspachtelt – natürlich habe ich alle Gelege- und Spachtelarbeiten mit Epoxi-Spachtel gemacht, so dass hier keine Probleme zu befürchten sind.

Diese Arbeit zog sich über drei Tage – das klingt viel und doch haben wir diese Zeit genossen. Ein Ende der ersten Phase war absehbar und wir waren gut im Plan. Zeit Lieblingsplätze zu besuchen…

Dinner bei Dimitris o´Karaflas
Kaffee im Tzoumas / Panteli

Auch anderorts gingen die NESSAJA Projekte voran. Wir hatten schließlich grob den 17./18.04. als Montagetermin für unser neues Hardtop und den Mast für den Windgenerator vereinbart.

Dazu muss man wissen, dass Fremdarbeiter nicht in die Marina dürfen. Will man also Fremdarbeit in Anspruch nehmen, dann muss man entweder die Teile oder, wenn nicht machbar, das Schiff rausbringen – an den Stadtkai von Lakki. Das war also unser Plan wenige Tage nachdem NESSAJA im Wasser sein würde. Ein bisschen Zeit zum Checken und auch zum Verschnaufen wollte ich mir einräumen – zwei Tage nur…

Mein Hardtop – vom Plan…
…zur Umsetzung
Alle Teile individuell auf Maß

Ringring – wieder klingelt mein Telefon. Katerina, die Organisatorin der kleinen Werkstatt welche mein Dach fertigt, war am Apparat – ob ich nicht zwei Tage früher am Kai sein könnte, man hätte noch eine andere Arbeit und würde sich freuen mein Dachprojekt abzuschließen – ok…

Ich sage zu! Widerwillig um ehrlich zu sein, denn nun habe ich keine Pause mehr, sehr wenig Zeit um mein Schiff auf Dichtheit zu checken und muss zudem noch Druck auf die Marina ausüben, denn von den hiesigen Werkern ist noch weit und breit nichts zu sehen.

Ich dagegen war fertig mit meinem Ruder, habe das Blatt in Position liften können (Danke Robi!) und die Steuerzüge anbringen können – wir waren klar, NESSAJA kann durch die Marinaarbeiter fertig gemacht und gekrant werden. Wir schreiben den 12.04.2022, ich war erleichtert…

Zu meiner Stimmung passte auch die Morgen- bzw. Abendstimmung an diesem Tag, die Chris mit seiner Drohne eingefangen hat – thanks for sharing the pics!

Marina bei Sonnenaufgang
Sonnenuntergang über der Lakkibucht

Täglich kamen neue Leute an – ich könnte mich nicht erinnern, dass ich die Marina früh in der Saison schon einmal so voll gesehen habe. Natürlich waren auch Freunde und Bekannte dabei – alle hatten an Ihren Schiffen zu arbeiten. So musste auch Erwin´s QUO VADIS gekrant werden um verschiedene Arbeiten zu verrichten.

Flashback, auch wir hatten eine QUO VADIS

So, der 13.04. – kein Freitag! Heute kommen sicher die Handwerker, morgen ist Krantermin, ok auch morgen früh könnte man noch arbeiten…

Kein Handwerker…

Eine Nachfrage im Office erzeugte Schulterzucken, ich hakte nach, „…müssen nicht die verschiedenen Anstriche zwischendrin trocknen?“ – „Ja, das müssen sie…“ – „Das gilt auch für den Primer!“ – „Welchen Primer???“ – „Na, den Erstanstrich, weil ich diesmal so viele geschliffene und gespachtelte Stellen habe…“ – „Vergessen, ok, Information angekommen, Primer wird erledigt“ – „Wann?“ – „Wann ist der Krantermin gleich wieder???“ – „MORGEN, das wisst ihr doch!“- „Ahh, ok, dann bald“…

Ok, dann eben morgen, am 13.04. passiert nix – ich verstehe es nicht!

Ich schlendere am 14.04. frühmorgens zu meinem Schiff, davon ausgehend, dass noch nichts Erwähneswertes passiert sein wird – um diese Zeit arbeitet noch keiner! Aahhhhhhhhhhhh – mir läuft es kalt den Rücken runter! Das halbe Schiff ist bereits fertig gestrichen, leider hat man den Primer abermals „vergessen“, ich könnt´ e-x-p-l-o-d-i-e-r-e-n!!!

Ich versuche zu retten was zu retten ist – aber da war nichts mehr zu retten! Jetzt muss eben eine Antifoulingphase ohne Primer gehen. Ich streiche die betroffenen Stellen und den Wasserpass selbst noch einmal mit einer dritten Lage nach…

Wie auch immer – im neuen Kleid eine gute Figur (ohne „Unterwäsche – bildlich gesprochen)

Am 14.04. waren wir kurzzeitig in aller Munde, ich bin sonst sehr ruhig und gefasst – ich denke, man hat mir meinen Unmut angemerkt und war bemüht sich vollumfänglich mit NESSAJA zu befassen. Ein zweites Polierteam wurde aus dem Boden gestampft welches unverzüglich mit der Arbeit begann – ach ja, die Mastarbeit – leider war die Farbe am neuen Halter für das Radar noch nicht trocken. WAAAAAS, ich drehe fast am Rad, der Ausbau war vor 10 Tagen! Und jetzt – mein Krantermin??? Avrio – was übersetzt soviel wie morgen bedeutet, in der Praxis laut Google aber mehr als „nicht heute“ auszulegen ist. Ich bin dem Wahnsinn nahe…

Ich habe doch einen Folgetermin der natürlich, weil Fremdarbeit, in meiner Marina als Grund nicht anführbar ist, nicht als Argument sticht. Sibylle und ich fahren zu unserem Dach um bei Giorgos dem Baumeister unsere Unzulänglichkeit zu entschuldigen – das Dach wartet sicher schon, wir hatten ja einer Vorverlegung des Termins zugestimmt!

Sieht gut aus – aber da fehlt doch was???
GFK Dach? Haken für Sonnenschutz? Solar? Termin heute???

Ich mache es kurz, leider hatte es ein Problem mit dem GFK Dach gegeben, es musste noch einmal gebaut werden. Heute würde es nichts mehr werden (und die anderen Kleinigkeiten pressieren dann ja auch nicht…). Ok, WIR müssen uns also nicht entschuldigen, dass wir den vom Workshop vorgezogenen Termin vergeigt haben – wann werden wir das Dach montieren? AVRIO…

Ich muss mich trösten – das weiß auch Evelyn von der ARIES und sie weiß auch wie!

Selbstgemacht – ein Traum!

Meine Nerven! Heute bitte nur noch Aufgaben ohne Anspruch – ich schreibe eine Angebotsliste für unsere gebrauchten Teile und kann einen ersten Erfolg mit der Abgabe unseres alten Gasofens gegen einen 6-Pack Mythos verzeichen.

+2 – yeah, Bonus! Nicht vom Glück verlassen 😉

Der 14.04. neigt sich dem Ende entgegen, Gott sei Dank! NESSAJA ist nicht gekrant, sie steht noch an Land. Wie lange noch? Das sehen wir morgen…

Es ist der 15.04.2022 – neuer Tag, neues Glück! Etwas nervös schleiche ich recht früh am Morgen über den Sandplatz der Marina, wird sich etwas tun?

Rööööööhr – ja, es tut sich was! Der auspufflose Lancia des Werkstattteams saust an mir vorbei – darin der Elektriker. Darauf – mein Radar!!!

Im Vorbeifahren ruft man mir zu, dass ich das Kabel bringen soll, der Kranwagen sei am Weg! Ok, super! In mir keimt Zuversicht…

Auf dem Weg zu Schiff entdecke ich etwas Seltsames, sieht aus wie… Ja, sieht aus wie eine Pistole – ob ich die an mich nehmen und bezüglich meines Krantermines etwas Nachdruck ausüben soll?

Während ich mir, als gewiefter „Blacklist“ Seher, dies vor meinem geistigen Auge ausmale, mache ich drei Schritte und erkenne – ein andermal, diesmal wird das nix…

Reicht nur für Fasching

Unser Schiff ist zum Treffpunkt geworden – „To Steki di Marios“, man versammelt sich, um neugierig dem Treiben rund um unser Schiff zuzusehen oder um uns Trost zuzusprechen.

Sebastian widmet sich mir…

Der Hund des Elektrikers, der – Nomen est Omen – Electra heißt, wirft sich Sibylle zu Füßen.

Der Kran hebt den Meister der Litzen und Lötverbindungen über das normale Geschehen wo er meinen Radar anbringt und mein Windmesser-Mastkabel verlegt.

Währenddessen stellt das Polierteam #2 seine gestern begonnene Arbeit fertig – auch ich bin nicht tatenlos und streiche nochmals die primerlosen Problemstellen. Mit einem Ausdruck von Verzweiflung im Gesicht – oder ist es beginnender Wahnsinn?

15.04. – früher Nachmittag! Biepbiep Biepbiep – was der ein oder andere Leser für das bekannte Geräusch des Roadrunners halten könnte, ist das genaue Gegenteil – das warnende Piepen des Transportwagens für die Schiffe. Der kommt schleichend ums Eck und hebt NESSAJA aus ihrem Ruhelager.

Auf diesem Carello wird sie nun einmal quer durch die Marina zum Kranbecken gefahren – eine Art Catwalk für die Boote welche heute ihre Wasserung haben.

Dort angekommen, übernimmt sie der Kran, welcher sie zurück in ihr Element hebt. Es wird noch die Kielsohle angestrichen und die Auflagepunkte der Stützen – zudem kann ein Schiff im Kran gewogen werden. NESSAJA hat ab Werft ein nominales Sollgewicht von 8.500kg – im Kran wiegt sie…

STOP! Schiffe sind weiblich – und über das Gewicht einer Dame spricht man nicht! Nur soviel, ihr Body-Mass-Index gleicht dem meinen! Der Kranführer spricht mir zu „…the scale on the Travellift shows some kilos more, maybe she is 2 tons leighter“. Ok, schwacher Trost…

…dann kommt der große Moment und NESSAJAs Kiel touchiert nach dreieinhalb Monaten an Land zum ersten Mal die Wasseroberfläche – die Stunde der Wahrheit ist gekommen!

Die Stunde in der ich entweder zum Depp oder zum Held werde!

Wir waren perfekt vorbereitet und hatten uns eine Checkliste für diesen Moment geschrieben. Wasserfilter Hauptmotor füllen – starten – Kühlwasserdurchfluss prüfen – Gummimanschette Saildrive auf Dichtheit prüfen! Alle Seeventile prüfen, zuerst geschlossen, dann offen, wir haben uns die Arbeit geteilt – Sibylle Bad vorne und Küche, ich Motorraum, Generator und Bad hinten.

ALLES DICHT – YEAH – I can be Hero, just for one day!

Ich werde ans Steuer gebeten, wo ich zum letzten Mal im Januar stand…

…und zirkelte NESSAJA auf ihren angestammten Platz D1 – wir waren zurück, unser Zuhause schwimmt wieder und tut es bis heute. Die Arbeiten dürfen als erfolgreich abgeschlossen bewertet werden.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Da war es doch mehr als ein Zufall, fast schon Schicksal, dass Dimitris, der „To Steki“ Wirt, mir am Vormittag per WhatsApp einen Fisch angeboten hatte.

Noch besser passte, dass Evelyn Ihren Geburtstag mit uns feiern wollte – so setzten sich die Einzelbausteine zu einer ganzen Geschichte zusammen und wir fanden uns am Abend als Gäste der ARIES Crew im „To Steki“ wieder.

Ouzo als Aperitivo – so soll es sein…

Der Fisch selbst wurde in der Salzkruste zubereitet, das war das Lieblingsgericht von Sibylle und mir im „More“ in Funtana – wir hatten einen Flashback.

Die steinharte Kruste wird zunächst flambiert um dem Fisch ein Aroma zu geben und natürlich auch um des Spektakels Willen.

Dann wird der Salzmantel mit dem Hammer zerschlagen und der Fisch portionsgerecht filetiert und serviert. Ein Gaumenschmaus.

Der Chef am Objekt

Ich hatte es bei der Tischreservierung nicht versäumt beiläufig zu erwähnen, dass wir einen Geburtstag feiern – so war es kein Zufall, dass für Evelyn ein kleiner Kuchen bereitstand. Geschmeckt hat er uns allen…

Am Heimweg hat der für Evelyn bestellte Vollmond die Szenerie über Agia Marina gehörig ausgeleuchtet und dem Tag einen gebührenden Ausklag verliehen.

Im Zusammenhang mit NESSAJAs Refit stand ein weiterer Meilenstein an – es war Waschtag, die neu installierte Maschine sollte in Dienst gestellt werden.

Strom an, bäm…

Kurz die Anleitung gelesen, das richtige und sparsame Programm gewählt, schon geht die Post ab! Etwa 30ct. Strom, 63 Liter Wasser und 45 Minuten später war die Wäsche wohlriechend und sauber – wir verwenden umweltverträgliches Waschmittel, das optimieren wir noch und halten nach noch besseren Optionen Ausschau. Gegenüber den geforderten 8.-€ in der Marina ein riesiger Erfolg!

Apropos waschen – das mussten wir im April leider mehr als genug! Ich hatte ja den Südwind mit den Sahara-Sandpartikeln schon erwähnt. Wie heftig dieser an manchen Tagen war, zeigen die Bilder von unserem Auto…

Der Italiener im verschmutzten Kleid

…von unserem – frisch polierten – Boot…

Heul, Süder – Sand wohin man schaut

…und natürlich von der stolzen ELOWYN, unserem Zuhause auf Zeit!

Es war zum Verzweifeln – Trost war nötig! Da traf es sich gut, dass deutsches Osterfest war und unsere Freundin Evelyn als begnadete Köchin und Zuckerbäckerin zum gemeinsamen Osterkaffee rief.

Dieser gestaltete sich kalorienintensiv!

Illustere Runde mit den Crews der ARIES, der NUIT und der NESSAJA
Selfmade – isch liebe Erdbeeren 😉

Es wurde am dekorierten Tisch Platz genommen, geschnackt und gelacht – wir haben den deutschen Ostersonntag mehr als genossen.

Irgendwie war es klar, dass der Nachmittag nicht einfach nach Kaffee und Kuchen enden würde – so gab es im Anschluss auch tatsächlich noch Fladenbrot und selbstgemachte Dips, ein Gedicht!

Das Wetter war zu dieser Zeit schon frühsommerlich, an manchen Tagen aber doch stürmisch. So auch an diesem Osterwochenende. Während die Schiffe in der Marina sehr geschützt und ruhig lagen, war an der Kaimauer von Lakki, wo die ARIES zu dieser Zeit lag, der Teufel los – Waschküche…

An NESSAJA ging es zur Zeit etwas langsamer voran. Ich wollte keines der Mammutprojekte beginnen, weil ich ja immer noch auf meinen Einsatzbefehl wartete um ebenfalls an die Kaimauer zu kommen – das Dach musste montiert werden. Mein TEPAI, die Gebühr für Freizeitboote, immerhin 108.-€ per Monat hatte ich bezahlt, meine Papiere bei der Polizei geholt – aus diesem Grund wollte ich, dass die Dachmontage und die Montage des Windgenerators diesen Monat abgeschlossen sein sollte.

Na, mal sehen…

In der Zwischenzeit habe ich die bestellten Fäkalientanks erhalten. DIE??? Ja, zwei Stück! Ein Schwesterschiff von NESSAJA, von denen es ja nicht zuviele gibt, ist in Griechenland unterwegs und kommt nach Leros – auch Alistair möchte einen Schwarzwassertank in MONEYPENNY einbauen – nach meiner Vorlage!

Ich hatte gemessen wie verrückt, im Internet recherchiert, eine Schablone gefertigt und schließlich bestellt – es war wichtig zu prüfen ob meine Messungen auch exakt genug waren und der Tank in die Lücke passen würde.

Und das tat er – wie die Faust auf´s Auge. Alistair kann kommen, ich freue mich auf das Treffen.

Während ich solche Dinge plane und abchecke geht Sibylle manchmal wandern oder joggen – alleine oder mit Freunden. Ich bringe sie oft mit dem Bike zu den Treffpunkten oder hole sie dort ab – die Insel zeigt sich zu dieser Zeit von Ihrer besten Seite.

Abends gehen wir dann gemeinsam Essen, meist mit Freunden und besuchen Tavernen die wir mögen, die Gemütlichkeit ausstrahlen.

Auch diesen Monat gibt es eine kleine Monk Anekdote – wer Adrian Monk und seine Marotten nicht kennt, möge googeln – Kristina mag es recht gerne, mich bezüglich meiner Liebe zu Geradem, Rechtwinkligem und Parallelem aufzuziehen – vorsichtig formuliert, für uns Beide 😉

Was finde ich in Tina´s Küchenschrank auf der ELOWYN???

Eine gefaltete Mülltüte – wie geil, DAS hatte ich noch nie gesehen! Ich werde diese Idee SOFORT in mein Repertoire aufnehmen.

Bei einem Telefonat mit Kristina haben wir darüber gefachsimpelt und einen gravierenden Nachteil dieser Methodik entlarvt, man weiß nicht um die Größe der gefalteten Tüte.

Dem widerrum kann abgeholfen werden!

Genug des Klamauks – was ist nun auf der Baustelle, geht nix mehr voran? Weit gefehlt!

Bei einem anderen Projekt kann Vollzug vermeldet werden – dem Gasprojekt! Der neue ENO Gasherd war ja schon an seinem Einbauort, es musste aber noch die gesamte Peripherie erneuert werden. Das bedeutet Gasregler, Gasschläuche, Schottdurchbrüche und Absperrventil – hier habe ich nur Teile des Marktführers GOK verwendet. Und siehe da…

Es ist eine Erwähnung wert, dass wir auch einen Gasfernschalter von Truma haben. Eine Neumontage in Schiffen ist für dieses Wohnmobilteil nach deutschen Vorgaben nicht gestattet – vor einigen Jahren noch waren die Teile freigegeben und wurden zuhauf in Schiffen verbaut – diese Anlagen haben Bestandschutz.

Deshalb seht ihr hier unseren alten Gasfernschalter – glänzt wie neu 😉 !

Seit dem deutschen Osterfest ist eine Woche vergangen, das bedeutet es ist das Wochenende des orthodoxen Osterfestes. Und das ist eine Party! Eine Feierlichkeit welche seriös religiös zelebriert wird – mit Prozessionen und Messen allerorts – dann aber auch gemeinsam gefeiert wird bis es kein Morgen mehr gibt. Mit Feuerwerk und Knallkörpern und Festen überall.

Feuerwerk in Lakki
Pyrotechnik überall

Wir, die Crews der ARIES und der NESSAJA haben uns mehr als glücklich geschätzt, wir waren stolz, am Familienfest von Giorgos und Katerina teilhaben zu dürfen. Wir Vier wurden von deren Familie zum Osterfest geladen und wurden dort mehr als integriert.

Die Tafel ist gerichtet
Fasten brechen
ohne Kompromisse!

Es wurde bei griechischer Musik getanzt, gegessen und mit Händen und Füßen palavert – natürlich floss Bier, Ouzo und Tziperou in Mengen. Es war gut, dass wir mit dem Taxi gekommen waren.

Der Biereimer
Manolis beim Zeibekiko

Freundschaft! Ein Wort das man vorsichtig verwenden sollte, sie kommt oft in Verkleidung. Aber ich bin sicher – hier konnten wir Freundschaft schließen! Mit Familienanbindung…

Sibylle mit Anna-Maria
Endverwendung von Signalmunition – auch das ist Ostern in Griechenland

Das Osterfest 2022 werden wir in Erinnerung behalten – DANKE Katerina und Giorgos, wir schätzen Euch als Freunde!

Der Tag danach musste langsam beginnen – ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal einen Kopf vom Trinken hatte. Am besten ein Kleinprojekt an NESSAJA…

Kabelsalat

Ich habe die neu gezogenen Kabel im Mast sortiert, durchgemessen und markiert. Dann habe ich den Kabelsalat aufgeräumt und den Dachhimmel wieder geschlossen. Immerhin etwas.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass nach diesen paar Stunden Arbeit das Kabelwirrwarr am Mast zwar bereinigt war, mein Arbeitsplatz aber eher unsortiert wirkte – ich bringe heute einfach keine Werkstattordnung hin…

Wie könnte man dem besser begegnen als mit einer Pause, einem Nickerchen und einer Erfrischung? Ab nach Panteli!

Die Liege lädt zum Sonnenbad
Das Meer dagegen zum Bade – erfrischend!

Bei dieser Gelegenheit haben wir das Hotel Castelo besucht, ein wunderschöner Ort den wir für einen Inbegriff des Griechenlandurlaubes halten. Warum wir das erwähnen? Weil uns im Juni unter anderem Christine und Nader besuchen, mit denen wir einen wunderschönen Urlaub auf Leros verbringen wollen, sie haben das Castelo als Herberge gewählt. Wir freuen uns auf Besuch aus der Heimat! Ihr Beiden, die Bilder sind für Euch…

Castelo – optimale Lage
Optimaler Ausblick

Wir gönnen uns einen Cappuccino auf der Terrasse des Hotels – diesen drappiere ich für das Foto in idealer Art und Weise – Genuss braucht eine Bühne…

…um ihm nur Sekunden später mit dem Handrücken zu pitschen und ihm so all seine fotogene Eleganz zu rauben.

Am Heimweg noch einen Schlenker in die Lieblingseisdiele – Repapis in Lakki. Hier dem Enkel zuliebe das Paw-Patrol Eis ausprobiert, einen Paw-Patrol Button bekommen und mich mit dieser Delikatesse verewigen lassen – so wird man Held, zumindest bei einem knapp Fünfjährigen 😉 !

Immer noch vertreibe ich mir die Zeit mit Kleinreparaturen – ich warte immer noch auf den Anruf der mich wegen der Dachmontage nach Lakki an den Stadtkai beordert. Es ist ein Kreuz – Avrio…

Ich repariere eine Kleinigkeit an der ELOWYN, die Freunde sollen ihr Schiff Mitte Mai in bestem Zustand übergeben bekommen. Es muss ein Magnetventil an der elektrischen Toilette erneuert werden.

Beim Vergleich Altteil vs. Neuteil sieht man schon – Messing weicht Plastik. Soll ich das gut heißen? Egal, einfach umbauen ohne nachzudenken!

Dann den ganzen Schamotz in die enge Toilettenbilge eingebaut und an unzugänglicher Stelle verschrauben und elektrisch verkabeln. Warum soll es auf diesem Schiff anders sein – nach zwei Stunden war der Spuk vorbei und alle Toiletten erfüllten wieder ihre Kernaufgabe.

Ich übermittelte Freund Volker die frohe Kund fernmündlich und er verlieh seiner Freude Ausdruck indem er die Frage in den Raum stellte warum er nicht immer so einen Super-Mario haben kann. Nun, auch da kann ich helfen…

Super Mario Bros (TM) – Quelle Internet

Wer weiß, vielleicht werde ich doch noch Boat-Boy oder Skipper auf der ELOWYN 😉

Eine Trennung stand an – und wer mich kennt weiß, ich lasse nicht gerne los! Nicht was ihr denkt, Sibylle möchte bleiben, aber die Temperaturen hatten sich inzwischen so gefestigt, dass ich für meine Arbeitskleidung befand – die langen Hosenbeine dürfen weg (machen Schere und Schneider) und der gediente Pullover darf in den Ruhestand (macht die Müllabfuhr).

Gekauft mit Joachim in den USA – jetzt vom Winterjob gezeichnet – lebwohl…

Den Trennungsschmerz noch in den Gliedern stand schon wieder eine Einladung an, wir und die Crew der SIMPLY FREE, geladen auf Steffen und Marcels COMEDIA zum vorabendlichen Snack der sich dann zu einem Dinner ausweitete – ein sehr netter Abend in netter Gesellschaft.

Am Heimweg merkte ich, dass meine linke Fußsohle irgendwie schmerzte – ein Kontrollblick am nächsten Morgen bestätigte einen schrecklichen Verdacht…

Love it or hate it – für mich treue Wegbegleiter

…eine zweite, schwer zu verschmerzende Trennung stand an. Die Müllabfuhr der Marina hatte Hochkonjunktur!

Ringring – Ihr anhnt es – ENDLICH! Erlösung, Erleichterung – das Dach war fertig!

Inzwischen schreiben wir den 29.04. – es wurde Zeit weil eben genau diese drängt – unser TEPAI läuft übermorgen ab, diese Verspätung droht uns weitere 108.-€ für nix zu kosten. Ok, zwei Tage, kann man schaffen!

Wir schmeißen also den Jockel an und tuckern an den Stadtkai von Lakki.

Der Liegeplatz zwischen den Katamaranen ist kein Zufall. Normaler Weise wollten wir, um das monströse Dach auf´s Schiff wuchten zu können, für ein paar Stunden längsseits gehen. Das ist verpönt, aber der Zweck heiligt die Mittel. Es war jedoch nichts mehr frei.

Also sind die Kats, wir kennen beide, für uns jeweils einen Meter gerutscht und haben eine Lücke gebildet – warum?

Nun, seht selbst…

Anlieferung per LKW
Die ARIES als Brücke

Um das Trum an unserem Achterstag vorbei zu bekommen musste man seitwärts ausweichen – wir haben also kurzerhand Roland´s ARIES als Brücke für unsere Ladung genutzt – das ging sehr flott…

Kurz nachdem NESSAJAs neue Haube an Ort und Stelle stand, hat Giorgos sein Team gebrieft und jeder hat seinen Part der Arbeit zugeteilt bekommen.

Und dann ging es los!

Montage und Befestigung der Stützen
Montage der Solarzellen

Der ganze Bohei wurde immer wieder von neugierigen Blicken begleitet – ein Leihwagen mit einem Seglerpärchen fuhr dreimal sehr langsam vorbei, zwischenzeitlich kamen Freunde um einen Blick zu erhaschen – aber auch wir staunten nicht schlecht angesichts der Abläufe.

Manolis lässt sich kurz blicken – auch ich war an Bord unnötig…

Es ging tatsächlich verhältnismäßig schnell bis alle Solarmodule an ihrem Platz lagen und ein erster Gesamteindruck erkennbar war.

Was ich hier mit wenigen Worten beschreibe ist neben der Waschmaschine das vielleicht aufwändigste Projekt des Refits – es war eine Menge Vorarbeit bis hierhin und Sibylle und ich sind wahrscheinlich zwanzig Mal zu der kleinen Werkstatt am anderen Ende der Insel gefahren.

Auch dieser Tag dauerte recht lange – abends waren alle erschöpft, auch ich, obwohl mein Part am heutigen Tag eher etwas mit beobachten denn mit arbeiten zu tun hatte. Wir waren zufrieden…

Inzwischen war es dunkel

Die Jungs hatten von 16.30 Uhr bis fast 21.00 Uhr gearbeitet – sie wollten nichts anderes annehmen als einen Kaffee und später ein Bier. Irgendwann hatte ich aber gehört, dass die ganze Gruppe noch ins „SouvLakki“ wollte um dort zu Abend zu essen.

Das hatten wir auch geplant, diese Chance ließ ich mir nicht entgehen – das Dinner ging auf uns!

Das Dach war drauf, ein neuer Tag begann – es war der 30.04. ein Samstag, der letzte Tag des Monats.

Man muss wissen, dass in Griechenland Feiertage, sofern sie auf einen Sonntag fallen, am folgenden Montag nachgeholt werden – eine coole Regelung 😉

So war ich überzeugt, dass Giorgos an diesem Samstag kommen würde um mir meinen Windgenerator zu installieren und am Dach noch drei Bügel anzubringen welche die Großschot von den Solarmodulen fernhalten. Das klingt nicht abstrakt, denn der heutige Samstag ist der für ihn längere Arbeitstag, so haben wir uns für 13.00 Uhr verabredet.

Sibylle und ich haben vorher in der Marina noch eine Runde gedreht, sind an unserem Liegeplatz D1 vorbei wo wir unseren Wasserschlauch und unsere Winterfestmacher mit den Ketten haben liegen lassen.

Ooops, da fehlt doch die zweite Bugleine, die mit dem Leinenschoner! Meine Halsschlagader quoll bedrohlich hervor und ich begab mich auf die Suche.

Dieser Aufreger ließ Electra hingegen völlig kalt – willig warf sie sich vor meine Füße…

Schlechter Zeitpunkt – aber wer kann da nein sagen???

…ok, aber nur kurz, ich muss meine Leine suchen! Ich mach es kurz, die Leine blieb verschwunden. Das sind Dinge die ich nicht verstehe – ein Festmacher der an einem Poller angebunden ist, ordentlich aufgeschossen mit Leinenschutz – an einem offensichtlich benutzen Platz, wer nimmt so etwas weg??? Was sind das für kranke Geister?

Na egal, es war eine eher alte Leine, es ist kein finanzieller Verlust, eher ein genereller Ärger und den galt es heute zu unterdrücken.

Um 13.00 Uhr also, nein es war eher 15.00 Uhr, trafen wir uns mit Giorgos am Schiff, er kam alleine, ohne Werkzeug und Material und verkroch sich im letzten Eck von NESSAJA…

Es wurde diskutiert, geplant und gemessen – relativ schnell stand fest – hier soll der Windgenerator hin.

Unten im Schiff wurde die Zugänglichkeit geprüft um die Base für den aerodynamischen Stromerzeuger installieren zu können…

An Deck dagegen wurde über Ansätze diskutiert wie mein klappriger Motorkran in die neue Konstruktion integriert werden könnte, und der Halter für die Flagge…

Ich will nur noch ein Konstrukt am Eck!

Muss weg, dient aber als Teileträger – der alte Motorkran

Es nahte ein Moment der Ernüchterung, als Giorgos seine Sachen packte, meinen Motorkran ins Auto lud und sich mit „have a nice weekend“ verabschiedete. Ich rief ihm hinterher wann er denn zur Montage käme – mit einem letzten Funken Hoffnung darauf, dass mein Schiff am 30.04. abends fertig sein könnte…

Die Antwort – Ihr ahnt es – AVRIO!

Avrio bedeutete, das war mir klar, in diesem Zusammenhang nicht morgen (Sonntag) und auch nicht übermorgen (Montag – nachgeholter Feiertag) sondern bestenfalls Dienstag. NESSAJA würde also noch ein paar Tage hier bleiben.

Ich fuhr mit Sibylle nach Agia Marina um dort einen Cappuccino zu genießen und etwas in der Sonne zu sitzen.

Während wir dort saßen erreichte mich schon ein Bild aus Giorgos Werkstatt – mein Pole für den Silentwind ist in Arbeit, nun denn…

Ich bin nach dem Heißgetränk auf die ELOWYN habe mich an den Computer gesetzt und das TEPAI für Mai bezahlt. Das wollte ich vermeiden, ich war etwas enttäuscht, obwohl ich doch allen Grund zur Freude gehabt hätte – aber inzwischen lag ich mit meinen Großprojekten unverschuldet fast 10 Tage hinter Plan, das war frustrierend.

Na egal, es wird sich irgendwie richten und auch den finanziellen Fehlbetrag werde ich verschmerzen können – zumal meine Verkäufe gut laufen. Mein altes Bimini wurde von einem Italiener gekauft der es auf eine Grand Soleil installiert – das hat mich gefreut.

Noch besser – ich habe meine Bedieneinheit für den alten Autopiloten verkauft, sie tut inzwischen schon Dienst…

…auf einer Dufour 43! Einer 43Classic mit Achtercockpit, der POLARIS von René. Ich habe ihn über die sozialen Medien kennen gelernt und wir haben bezüglich unserer Schiffe Kontakt. Umso mehr freut es mich, dass ich hier mit einem Versand nach Italien helfen konnte.

René hat inzwischen angedeutet fast meine gesamte ST50+ Anlage übernehmen zu wollen, so wäre sicher gestellt, dass er für Jahre Ersatzteile hat. Ich dagegen hätte ein paar Taler mehr im Börserl und ein paar Teile weniger im treuen Scudo. Ein paar Formalitäten seien noch zu klären, doch ich bin positiver Stimmung.

Während dies alles passiert ist, hat Roland von der ARIES sich selbst ein Dach für die Flybridge seines Kats gebaut.

Top Arbeit wie ich finde – höchste Anerkennung. Auch hier muss Giorgos nochmals ran, die Stützen müssen verstärkt werden.

Aber das alles ist schon Thema für den nächsten Monatsbericht, wir befinden uns schon (fast) im Mai. Ich hoffe, dass heute am 03.05.2022 mein Dach fertig gestellt wird und mein Pole für den Windgenerator steht – wenn dann noch Valantis die Schablonen für unsere Polster nimmt, dann kann NESSAJA an ihren Platz D1 in die Leros Marina zurück – und ich die Projektarbeit wieder aufnehmen.

Ob das klappt erfahrt Ihr im Monatsbericht des Wonnemonats, seid gespannt – wir ziehen zurück auf NESSAJA, übergeben die ELOWYN in die Hände der Besitzer und reisen zum Monatsende nach Deutschland um den treuen Italiener für ein paar Monate ins Asyl zu schicken.

Wir freuen uns, genießt die Zeit und auf bald…

Die NESSAJA Crew, Mario & Sibylle

März 2022 – Hands of a workin´ Man

„Same old job, same old dull routine
But in his heart, he knows what it brings“

Der Liedtitel der unseren Monat März beschreiben soll ist einer den nur die Wenigsten kennen dürften. Bereits 1998 beschrieb Ty Herndon das Gefühl einer täglichen Routine zu folgen, wenn man nur weiß wofür man das alles macht…

So war und ist es auch bei uns dieser Tage!

Zunächst muss ich mich für die Verzögerung entschuldigen – ich bin krank! Sehr krank! Sibylle sagt, ich hätte eine Viruserkrankung die Schnupfen heißt und neben Covid 19 noch existieren würde. Da landläufig bekannt ist, dass eine solche Erkrankung bei Männern mit Nahtoderfahrungen einhergeht, war mir zum Monatswechsel das Schreiben unmöglich.

Auch diese Zeilen ringe ich mir ab 😉 , doch ich bin aus dem Monat Februar noch zwei Nachträge schuldig und will zumindest zeitnah liefern. Zum Einen das Ergebnis von Sibylles „Anchor Artwork“, dem Anstrich unseres Hauptankers durch meine liebe Gattin – hier bleibe ich in Eurer Schuld, wir haben das gute Stück erst heute montiert, es ist der 04. April, die Bilder dazu gibt´s im Aprilbericht 😉

Erfolgsmeldungen dagegen gibt es von der Ruderfront, hier obsiegte ich im Kampf mit einer 10er Gewindestange. Ich habe die Situation ja letzten Monat beschrieben und als offenes Projekt in diesen Monat genommen…

ENDLICH – der Quadrant in meinen Händen!

Nach zwei TAGEN Ausbauarbeit und dem Opfern nahezu einer kompletten Bohrerbox hatte ich mein Scheitern vor Augen – Google und beherztes Behirnen der Situation lieferten einen letzten Ansatz – eine 20mm Kobalt Lochsäge!

Genau, weiß Google eigentlich wo ich bin? (Anmerkung – ich bin sicher die wissen es…) HIER kann man doch so ein spezielles Tool nicht kaufen – wieder auf bestellte Teile warten!?!

DIESMAL NICHT! Es war kaum zu fassen – unser hiesiger OBI, Andreas Kritikos, hat so ein Werkzeug lagernd, es passte genau in die vorgegebene Bohrung und durchschnitt den widerspenstigen Bolzen als wäre er aus Butter…

JAAAAAAA – geschafft!

Nur einen Augenblick nachdem der zu kappende Kandidat seinen Wiederstand aufgeben musste, fielen die beiden Hälften meiner Ruderanlage förmlich auseinander – und mir der sprichwörtliche Stein vom Herzen.

Edelstahl in Alu – das kann nicht gutgehen

Ich konnte nun alle noch übrigen Teile abbauen und hatte umgehend Zugang zur letzten Halteschraube des Ruderblattes.

Der letzte Sicherungsbolzen

Nach dem Lösen dieser letzten Sicherungsschraube konnten wir mittels des Wagenhebers unseres Scudo das Ruderblatt auf eine erträgliche Arbeitshöhe ablassen.

So ist die Schadstelle gut zugänglich

In dieser Position steht das Ruder bis heute – es bleibt einer der noch zu erledigenden Punkte bevor wir am 14.04.2022 gekrant werden und NESSAJA wieder in ihr vertrautes Element zurück darf.

Welcher Aufwand nötig war und welche Versuche unternommen wurden um den Bolzen zu durchtrennen kann man am verbliebenen Rest der Gewindestange erkennen. Dass dies nicht so gehört erkennt auch das ungeschulte Auge…

Nach stundenlangem „Mullen“ sah es so aus – die Bohrer leider auch…

Wir sind nun also in der ersten Märzwoche, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, unseren Blogbeitrag des vergangenen Monats zu lesen. Zu dieser Zeit war es keinesfalls selbstverständlich, dass wir jeden Tag viele Stunden freiweg an unserem Schiff arbeiten konnten. Starke Winde, viele Regenfronten und massive Kaltluftkeile schoben sich über die Ägäis und wir mussten die Arbeiten nach dem Wetterbericht planen. Wir sind daher recht froh, dass wir gut im Zeitplan liegen und aus heutiger, aktueller Sicht nur noch zwei Projekte am Unterwasserschiff abschließen müssen bevor wir den Krantermin haben – ein Meilenstein! Dafür haben wir 9 Arbeitstage, das sollte zu schaffen sein. Wie es uns bis heute weiter erging, daran wollen wir Euch teilhaben lassen…

Wie gesagt, es war eine kalte Phase, wenn wir in einer Taverne eingekehrt waren, haben wir uns die Gaststätten ausgesucht welche eine Heizung oder noch besser, einen Platz am Kamin, hatten.

Gemütlich – der Kaminplatz im „Nemesis“
Urig und einladend – gemütlich…

Es wurde zu dieser Zeit noch zeitig dunkel und die Arbeitstage, sprich JEDER Tag, dauerte so bis 18.00 Uhr, danach musste ich Schluss machen und konnte mich auf die ELOWYN zurückziehen. Zum Glück konnte ich NESSAJA einigermaßen gut heizen, frieren musste ich nicht, obwohl wir Tage mit nur 6°C hatten.

Die heftigen Regenfälle dieser Tage machten selbst unserem temporären Zuhause, einem Schiff der Luxusklasse, zu schaffen. Nach zwei, drei Tagen Starkregen hatten wir auch hier ein wenig Wasser aus der Bilge zu entfernen.

Da muss die Mastmanschette erneuert werden…

Es war aber auch brutal – es hat wirklich geschüttet wie aus Kübeln! Klar, im Schiff war es gemütlich, wir konnten uns während der freien Minuten gut beschäftigen…

Sommer nur auf dem Bildschirm

…aber außerhalb des Schiffes dachte man, dass die Welt untergehen würde.

Regen – tagelang! Die Natur freut es – mich weniger!

Der Boden hier ist weniger aufnahmefähiger als wir es etwa aus Deutschland kennen, Kanalisation und Ablaufrinnen gibt es, aber ebenfalls anders dimensioniert als wir es als Maßstab ansetzen würden.

So war es kein Wunder, dass an allen Ecken und Kanten das Wasser mehr oder minder kontrolliert ins Meer abfloß.

Blick von unserer „Terrasse“

Dies sorgte über Tage für eine braune Brühe rund ums Schiff – es dauerte einfach, bis sich die Sedimente abgesetzt haben!

Azurblaues Mittelmeer? Nicht heute!
Braunes Wasser in alle Richtungen

Leider war das noch nicht alles! Wer meine Berichte schon länger verfolgt weiß, dass jetzt zusätzlich noch ein alter Bekannter ins Spiel kommt – der Wind!

Dieser Wind hat uns auch im März nicht enttäuscht – er wehte stetig, immer, andauernd! Ich kann nicht behaupten, dass mich das nicht phasenweise genervt hätte – immer nur „Huuhuuuuhuuuuuh“ in den Ohren – Tinnitusgefahr!!!

Ok, hier zeigt die Wetterapp rund 35kn Mittelwind – die Böen können aber stärker sein – und das waren sie auch!

Windstärke 10-11 im Hafen!

Unter diesen Voraussetzungen musste innen gearbeitet werden – nicht schlimm, es waren ja einigen Projektaufgaben anhängig! Ich habe übrigens die mir eigene Arbeitsweise, angefangene Projekte in einem Zug fertigzustellen, anpassen müssen – wer mich kennt weiß, mag ich nicht! Hilft aber nix, manchmal musste ich Teile nachbestellen oder beschaffen, andermal musste ich mich dem Arbeitsplan von externen Monteuren anpassen und zu guter Letzt – ich gebe es zu – war es auch für mich eine „Erleichterung“ ab und an eine andere Baustelle bedienen zu dürfen – anderer Blickwinkel, andere Arbeitsposition, anderer Ärger…

So packte ich endlich das Projekt „Motorölverlust“ an – der hintere Dichtring der Kurbelwelle sollte erneuert werden! Das bot sich an, das Getriebe war ohnehin abgebaut – also ran an den Speck! Mein Fachgebiet, ich freute mich…

Der Neue soll da rein – Spanngurte helfen den Motor zu halten

Ich erinnerte mich an viele Trainings in aller Herren Länder bei denen ich den Werkstattjungs erklären durfte, wie vorzugehen sei wenn kein Spezialwerkzeug zur Hand ist. An diesen Ansatz habe ich mich gehalten – und siehe da, jahrelang aufgezeigte, einfache Alternativen funktionieren!

Um an dieses banale Bauteil ranzukommen, muss vorher Einiges abgebaut werden. Aber das mag ich, genau mein Geschmack.

Irgendwie ging es ganz problemfrei und reibungslos – nach relativ kurzer Zeit hatte ich den vermeintlichen Übeltäter in der Hand…

Das Neuteil wollte eingebaut werden, kurze Info angebracht, check! Jetzt sollte der Ölverlust behoben sein…

…was bedeutet in diesem Zusammenhang „sollte“ (Konjunktiv) und „vermeintlich“ (Zeichen der Unsicherheit)???

Was man auf den Bildern nicht so sieht – die Schrauben rund um den Kurbelwellen-Dichtring halten eine Art Adapterplatte, so dass man unseren Motor (Hersteller Perkins) auch in Autos und Maschinen einbauen kann – so eine Montageplatte zwischen Motorblock und Getriebeglocke hatte ich, ehrlich gesagt, so noch nicht bewusst wahrgenommen, auch das original Werkstatthandbuch gab dazu keine ausreichende Erklärung.

Bereits als ich die Arbeit beendet hatte, mich am Anblick unserer Buchtausfahrt erfreut habe, war mir klar – dieser Job ist noch nicht final beendet! Dazu später mehr…

Lakki Bay – jeden Abend eine andere Stimmung!

Ich nehme einen Teil vorweg – die Internetrecherche ergab, dass die Adapterplatte ebenfalls gegen den Motorblock abgedichtet ist. Eine Fehlerquelle von der ich nicht wusste, die aber meinen Reparaturerfolg gefährden könnte. Ich habe deshalb entschieden die Dichtung zu bestellen und die Arbeit dieses Tages später im Monat noch einmal zu machen.

Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch das Problem einer Falschlieferung mit dem „Motor-Spezi“ klären. Trotz Motortyp und Motornummer habe ich einen falschen Kühlerdeckel erhalten – übrigens, der falsche, einfache Deckel kostet 55.-€ was im Vergleich zu Autos unheimlich teuer ist!

Nach ein bisschen Hin und Her bekomme ich nun den neuen, passenden Deckel nachgeschickt – der kostet übrigens 113.-€, was mich fast vom Stuhl gehauen hat! Da der Standardversand der bestellten Ersatzteile nach GR rund 10-14 Tage dauert war es an der Zeit sich anderen Projekten zu widmen.

Die Waschmaschine! Das auf dem Papier aufwändigste Projekt unseres Refits. Sie braucht Ihren Platz, es müssen Leitungen verlegt werden an die ich nur jetzt, wenn der Saildrive ausgebaut ist, hinkomme – also ans Werk!

Das neue Fundament aus 22mm Siebdruckplatten wird angebracht…

…und ein Befestigungsrahmen für das neue „Hinten“ (rechte Seite) des 40cm Topladers verklebt und verschraubt.

Dient auch als Kabel- und Auspuffschacht!

Ich musste mir Gedanken über eine „rahmenfeste“ Verbindung zum Schiff machen – damit die Maschine im Falle eines Sturmes nicht Löcher in den Rumpf schlagen kann. Das mache ich hier mit einem Spanngurt der durch einen Hauptspant gezogen wurde.

So entsteht ein massives Gerüst, an welchem später die Maschine angehängt wird.

ohne Anti-Vibrationsmatte

Um Vibrationen zu minimieren wird dieses Fundament mit einer schweren Bitumen Anti-Vibrationsmatte versehen.

später mit einer solchen!

Auch die Maschine selbst muss angepasst werden – leider verliere ich damit wohl mein Gewährleistungsrecht. Ich entferne die Füßchen und bringe Befestigungslöcher am Gehäuse an. Später werden auf der Rückseite der Maschine noch Halter für den Seewasserfilter des Generators und Antidröhnmatten verbaut.

Dann darf die Maschine das erste Mal auf Ihren Platz und wird befestigt – FUNKTIONIERT!

Man beachte hier die Ecke links. Diese Ecke wird mein Platz für die Heizung und noch massiv umgebaut. Wie tief ich eingreifen musste war mir selbst noch nicht klar…

Die Feierabende waren verdient, ich ging meist zufrieden, aber immer matt, die paar hundert Meter bis zur ELOWYN, wo ein gutes Abendessen und eine warme Dusche auf mich warteten. Am Weg hatte ich jeden Tag den Blick auf die Lakki Bucht. Wie bereits geschrieben, immer in einem anderen Licht!

„Wo gehobelt wird fallen Späne“ – kennt Ihr das Sprichwort? Ich HASSE es! Wie wenn ich zum ersten Mal Werkzeug in der Hand halten würde, klopfe ich mir immer wieder mal auf die Finger oder rutsche irgendwie ab, was meist blutende, klaffende Fleischwunden nach sich zieht…

Oh weh, oh mir!

…die Heilung dauert meist ein paar Tage und der Kontakt mit Reiniger, Aceton oder Ähnlichem schmerzt mehr als die eigentliche Wunde – obwohl das gelegentliche Aufbrechen der Kruste oder ein nochmaliges Anschlagen der Schadstelle auch nicht zu verachten ist!

Ich leide still…

Umso mehr freut es mich wenn es etwas zu feiern gibt! Der März war voll von Anlässen und Thomas startete mit einer Einladung zu seinem Geburtstag. Mich freute das sehr, weil es genau sein Geburtstag war, an dem wir 2021 wegen unserer Quarantäne nicht teilnehmen konnten.

Zu einem Ouzo sagt man nicht NEIN!
Schmeckt auch der Capetaña

Auf der Baustelle, ich habe übrigens mal ein Schiff mit diesem Namen gesehen, ich verstehe heute gut was den Eigner bewogen hat – auf der Baustelle also, waren Vorbereitungen zu treffen.

Wir haben für zwei Aktionen fremde Hilfe angefordert – einmal den Schreiner um die Technikecke neu zu umbauen, zum anderen den Elektriker um alle Umbaumaßnahmen im MAST zu machen, so dass die neue Navigationsanlage durch mich installiert werden kann.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, wer wann kommen und aufploppen würde. Heute kann ich vorwegnehmen, dass der Elektriker erst in der ersten Aprilwoche seinen Job machen wird, der Schreiner da aber wohl fertig sein wird. Zum damaligen Zeitpunkt musste ich mit allem rechnen, ich musste vorbereitet sein…

Zugang zu den Kabeln im Mast

…also habe ich den Zugang zu den Mastkabeln geöffnet und einige Kabel freigelegt. Ich hatte den Anspruch alle übrigen Kabel zu entfernen – so wurde aus einer „mach ich schnell“ Aufgabe ein Tagwerk.

Denn wenn ich hier schon einmal am Werken bin, kann ich auch alle Instrumente, welche später nicht mehr benötigt werden, demontieren.

Klar wird, dass die Klappen neu gestaltet werden müssen – also neu, nicht nur eine, nicht zwei, nein, alle drei – also raus damit!

Hm, 12V Elektrik offen UND 230V Elektrik offen – nicht gut! Ich will nicht, dass Irgendwem, Irgendwas passiert – also ein Warnhinweis angebracht! Nicht deutsche Norm, aber effektiv…

Übrigens, man munkelt ja ich hätte ähnlich Züge wie Adrian Monk (den Gott sei Dank keiner von Euch kennt) – aber die oben zu sehende Werkzeugordnung ist nicht allgegenwärtig! Das ist der Feierabendzustand – tagsüber sieht es eher so aus…

Ok, der Elektriker kann kommen, ich bin vorbereitet – zufrieden gehe ich „nach Hause“!

Doch der Elektriker kommt nicht, dafür aber der Schreiner! Er ist schnell und nimmt sofort erste Anpassungsarbeiten vor.

Ruckzuck, der Meister seines Faches!

Das Ergebnis kann sich bereits am ersten Tag sehen lassen, man kann sich das Zielbild ungefähr vorstellen.

Es wird! 😉

Zum Glück musste das komplette Gewerke des Holzfachmannes noch einmal durch seine eigene Hand zerlegt werden, alles musste lackiert und in die perfekte Form gebracht werden – Kanten mussten geschliffen werden und Deckel wurden angebracht! Für mich ein klares Signal die Technikecke fertig zu stellen!

Dafür habe ich eine kleine Zusatzaufgabe vorgezogen. Eigentlich wollte ich die Dieselheizung erst später in einem losgelösten Arbeitsprojekt verbauen. Aber ich wartete noch auf eine Wasserpumpe (dazu später mehr) und auf meine Motorteile. Ich hatte also „etwas Luft“ und beschloss die Technikecke zu finalisieren.

Alles beginnt mit dem ersten Halter und ein paar Meter Schlauch

Bereits als Sibylle und ich die Eberspächer Dieselheizung, eine D5 damit wir nie mehr frieren müssen, auf dem Mäuerchen vor dem Schiff auslegen, wird klar – dieses Ding passt niemals auf ein Brett vor den Wasserabscheider! Was tun sprach Zeus?

Braucht Platz!

Kurzerhand wurde entschieden die „große Ecke“ für die Heizung zu räumen und den Wasserabscheider davor zu bauen. Dass dies nicht so rasch geht wie es sich niederschreiben lässt, versteht sich von selbst – zudem mussten für Ausgänge in allen Räumen ein paar Meter 90er, 75er und 60er Schlauch verlegt werden – da kann Manches im Weg sein…

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Technikecke fast fertig

Jetzt noch den Tank für das Wasser aus unserem Wassermacher dazu – dann kann der Schreiner seine Arbeit finalisieren.

Er tat wie erwartet und hatte die mittlerweile lackierten Umbauteile der Technikecke innerhalb kurzer Zeit installiert. Vorgabe war, dass alle Kanten welche zum Zerlegen der Bank und des Kastens geöffnet werden müssen, nur geschraubt und nicht geklebt sind. So kann ich im Notfall zerstörungsfrei mit relativ geringem Aufwand auf die Systeme zugreifen – auch die Seeventile sind recht gut zugänglich.

Dieses Foto hat in den Sozialen Medien die Frage aufgeworfen, „wie man denn eigentlich an die Waschmaschine rankommt“? SO!…

Alles in Allem kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Ich greife vorweg, dass der Schreiner heute den letzten Handgriff getan hat – aber das und die finalen Bilder (mit Tisch und Klappen am Navitisch) gibt es im Bericht des kommenden Monats.

Das Alles klingt so, als ob unsere Projekte wie am Schnürchen umgesetzt werden können – weit gefehlt! Es geht drei Schritte vor und einen zurück, es gibt KEINE Arbeit ohne Pannen. Diese Upsalas möchte ich Euch nicht vorenthalten…

  1. Das erste Zerlegen der Technikecke – natürlich musste ich die Ecke nochmal aufmachen, ich verrate unter Punkt 7 warum. Beim Zusammenbau habe ich die Waschmaschine aus Dünnblech an Ihren Platz gewuppt und ihr dabei eine Beule verpasst – hat sich reparieren lassen…

2. SIKA Primer ausgetrocknet – ja, kann passieren, aber doch nicht soooo schnell. Das halbvolle Fläschchen war nach drei Tagen vertrocknet, der Inhalt eine gummiartige Masse. Der Tagesplan war dahin, es musste eine neue Flasche beschafft werden. Hat auf Leros geklappt, Kostenpunkt 64.-€ – seitdem wird das schwarze Gold täglich geschüttelt…

3. Der Tod des billigen Werkzeuges und Materials – auch das eine bekannte Tatsache. Aber immerhin habe ich diese Lochsägen jahrelang im Haus verwendet, am Boot und in einem anderen Holz als bayrischer Fichte starben sie einen grausamen aber kurzen Tod. Dumm nur, Qualität kannst Du hier nicht immer kaufen…

4. Ersatzteilbeschaffung generell und das Preisgefüge bei Booten – diese beiden Fittinge für meine Wasserpumpe haben mich ca. 20 Mails schreiben lassen, fünf Telefonate führen lassen und letztlich meinen Geldbeutel einer Crashdiät unterzogen. Ich finde 60.-€ für zwei Plastikfittinge teuer, auch wenn der Versand dabei ist. Die Firma kann übrigens nichts dafür, sie bot einen erstklassigen Service und eine top Beratung! Der Rest erklärt aber, warum mein Fiat immer so vollgeladen ist.

5. Kollateralschäden bedeuten Zeitverlust – man sagt nicht umsonst, dass Arbeiten am Boot etwa dreimal so lange dauern wie geplant. Du musst an eine Pumpe, von einem anderen Gerät muss ein Schlauch ab – CRAAACKS! Leider ist das „andere Gerät“ ein Wassermacher amerikanischer Bauart, die Ersatzteilbeschaffung (siehe Punkt 4) nicht einfach. Gut, wenn man Lösungen zaubern kann…

6. Misserfolge – den könnt Ihr am Bild gut erkennen, oder? Klar, nur ein Tropfen, aber es rächt sich wenn man das übersehen will. Also eben nochmals abdichten (es tropft immer an der am schlechtesten zugänglichen Stelle)…

7. Last not least – unzugängliche Stellen! Ihr könnt es Euch nicht ausmalen, wie oft ich mit Spiegel und Telefonkamera bewaffnet meine Arbeiten angehe. Dieses Loch hier oben ist nicht zu sehen, es ist mit der Handykamera und einem Arm mit drei Gelenken von unten aufgenommen und zeigt das Ablaufloch der Kühlbox. Wirklich? Oder glaube ich das nur?

Gegenprobe, ja tatsächlich! Da soll ein Schlauch drauf mit Schlauchschelle – aber es passt ja nichtmal mein Arm in die Lücke. Loch verschlossen, gut ist!

Noch ein Beweis? Suchaufgabe – findet meine Wasserpumpe:..

Um die auszubauen muss eben alles drumrum raus – inclusive der Waschmaschine! Da versteht man fast warum ich prophylaktisch eine neue Pumpe verbaut habe.

Themenwechsel – die nächste Feier stand an – Sibylle und ich hatten unseren 20. Jahrestag. Obwohl wir seit 2017 mehr dazu übergegangen sind den Hochzeitstag zu feiern, sollte man den 20. nicht unter den Teppich kehren. Wir sind abends mit Evelyn und Roland zu „Dimitris o´ Karaflas“ gegangen, er hatte seine Taverne zwischenzeitlich geöffnet.

Auch Evelyn und Roland haben an ihrer ARIES noch einiges zu optimieren. Roland hat dies auf seinem Blog einmal sehr schön zusammengefasst. Man kann nachlesen wie sich Skipper vom Installateur zum Mechaniker verwandeln und erfährt vieles über die „Basic Skills“ von Seglern. Da ich es nicht kopieren möchte, verlinke ich hier.

Nochmals zurück zur Wasserpumpe. Waschmaschine rein, Waschmaschine raus, Pumpe raus, Pumpe rein – was war da eigentlich los?

Nun, im Zusammenhang mit der neuen Waschmaschine habe ich entschieden das Druckwassersystem zu verstärken. Tuning der Wasserpumpe sozusagen – pimp the Jabsco. Dabei soll erwähnt werden, dass zu exzessives Hochrüsten auch mal schiefgehen kann, das Risiko trägst Du selbst – die zuerst verbaute HD6 mit einer Förderleistung von 23 Litern bei 4,1 bar war zu kräftig und hatte in meinem System nicht funktioniert. Ich musste also zähneknirschend noch einmal die maximale Durchflussmenge meines Whale WX15 Systems berechnen (10mm Innendurchmesser!) und mir anschließend eine HD4 mit knapp 16 Litern Durchflussmenge bei 2,8 bar kaufen – jetzt tut´s.

An anderer Stelle hat das Streben nach maximaler Leistung funktioniert – so konnte ich meinen 1 Liter Druckspeicher durch einen 8 Liter Behälter ersetzen…

Dass sich dieser Riese nicht einfach austauschen ließ versteht sich fast von selbst. Gott sei Dank hat er an den selben Platz gepasst, der Filter und der Wasserzähler allerdings mussten umziehen. Anmerkung – die Befestigung mit Ratschbändern in der Dimension eines Damengürtels ist vom Hersteller so vorgesehen!

Unten am Kessel seht Ihr die Installation und die Adaption auf das Rohrleitungssystem des Schiffes. Das habe ich mit Teflonband gestaltet, dabei aber bemerkt, dass ich für das Arbeiten mit Teflonband zu doof bin. Nach der ersten Inbetriebnahme der Anlage waren 5 Abdichtstellen undicht und mir klar – ich brauche eine bessere Lösung. Der Kessel musste wieder raus!

Verzweiflung im Gesicht

Offen gesagt, ich bin Mechniker – ich mag Schrauben dreh´n, ich mag Muttern dreh´n. Diffiziles Arbeiten in klein klein um Fittinge abzudichten ist nicht gerade eine meiner Vorlieben. Oder besser – WAR nicht gerade eine meiner Vorlieben! Denn Google hat mir ein Zauberprodukt geschenkt – die Abdichtschnur von Loctite!

Gewindeabdichtung für Dummies – ein mehr als empfehlenswertes Produkt

Mit Loctite 55 geht das Gewindeabdichten fast wie von selbst. Ich bin begeistert und habe mir als Fleißarbeit gegönnt, alle neuralgischen Stellen welche ich mit Teflon abgedichtet hatte und an welche ich später kaum mehr hinkommen würde, noch einmal mit der „Zauberschnur“ zu behandeln…

Das Ende von Teflonband auf unserem Boot

Zu dieser Zeit war das Wetter bescheiden. Ich war froh, dass ich genug Arbeiten hatte welche innen ausgeführt werden konnten. Es war bitterkalt, ich musste NESSAJA jeden Tag heizen und auf vielen griechischen Ägäisinseln hat es geschneit – auch wir hatten 10 Minuten Schneefall aber nur so wenig, dass es nicht zu fotografieren war – das Graupelkorn auf unserem Deck konnte ich aber für die Nachwelt auf Zelluloid verewigen – kann man das 2022 noch so sagen? Na egal…

Schöne Tage hatten wir wenige. Es war verrückt, war einmal ein schöner, windarmer Tag, haben alle gedacht, dass sich jetzt das Frühjahr durchsetzen würde. Kaum ein paar Stunden später war es wieder kalt, regnerisch, stürmisch – wettertechnisch betrachtet war der März ein, mit Verlaub, Scheißmonat!

Wetterfenster wurden von allen Parteien genutzt. Die einen, Andreij & Crew von der USODA, kamen wieder mit dem Flugzeug an…

…die Anderen, zum Beispiel Sibylle, nutzten die ruhigen Tage für Spaziergänge und Blumenpflücken um das traute Heim frühlingshaft zu gestalten.

Weil wir gerade bei „Grünzeug“ im erweiterten Sinn sind – ich habe mir bei einem unserer Tavernenbesuche etwas spezielles gegönnt – einen Veggieburger!

War gut…

Ich bin ja echt offen für solche Sachen, weiß, dass übermäßiger Fleischkonsum in vielerlei Hinsicht schädlich ist und eine Reduktion Sinn ergibt. Daher wollte ich dem Angebot des „Kroupia“ einfach einmal Folge leisten. War gut! Ok, nicht sensationell, aber durchaus eine Alternative.

Alternative? Zu was???

Zu einem Sandwich zum Beispiel 😉

XXXL – I like it!

Das Abendessen spielt eine große Rolle in unserem momentanen Leben. Es ist noch zu frisch um einfach mal in einem Cafe oder einer Taverne draußen zu sitzen und sich mit Freunden zu unterhalten. Alle werkeln an ihren Booten und machen diese für die Saison fit. Ich selber habe ja auch genug zu tun und bin ganztägig auf NESSAJA.

Zum Dinner aber, da trifft man sich. Zuhause oder in der Taverne, mit Freunden oder einfach nur zu zweit. Geduscht und in normaler Kleidung erfolgt ein Austausch über den vergangenen Tag und die Planung für den neuen. Für uns eine ganz wichtige Phase des Tages. Danach gucken wir die YouTube Filme unserer Seglerfreunde oder Netflix Serien – zuerst alle Staffeln vom „Mentalist“, jetzt „Blacklist“ („Monk“ gibt es leider nicht kostenlos).

Es gibt schon einige finalisierte Arbeiten – das Thema und Projekt „Wasser“ mit den Arbeiten rund um unsere Druckwasseranlage, unsere Abwasserentsorgung und die Waschmaschine sind abgeschlossen. War Anfang März, nach dem Einbau der neuen Seeventile noch relativ wenig zu sehen…

…ist heute die Installation und Verlegung der Leitungen abgeschlossen – ich bin zufrieden, es sieht gut aus.

Zwischen zwei solchen Bildern liegen oft viele Tage Arbeit und unzählige „kleine“ Lösungen die meist erst erdacht werden müssen. So war zum Beispiel der Waschmaschinenanschluss für Frisch- und Abwasser eine echte Aufgabe.

T-Stück für den Waschmaschinenanschluss

Alle DIYer welche schonmal in einem Küchen-Waschbeckenunterschrank einen Wasserhahn angeschlossen haben ahnen vermutlich worauf ich hinaus will – es ist halt zunächst mal eng und wenig zugänglich. Auf einem Boot ist das nicht besser, eher schlimmer. Aber der geschmeidige Werker findet immer einen Weg…

Beim Ablauf war die Situation ähnlich – für Haus oder Wohnung geht man in den Baumarkt und kauft ein Ablaufset mit Geräteanschluss. Mir ist nach langem Überlegen keine bessere Lösung eingefallen. Ein eigenes Seeventil habe ich verworfen, den Ablauf irgendwo dazuhängen wollte ich nicht.

Meine Lösung mit dem Haushalts-Ablaufset war so schlecht nicht, hat es doch einwandfrei an die Waschbecken gepasst, das ist nicht selbstverständlich. Natürlich musste es zum Seeventil hin angepasst werden. Dabei ist immer zu bedenken wo die die Wasserlinie ist und welcher Teil praktisch immer „unter Wasser“ ist. Sicherheit ist der Leitgedanke.

Zu guter Letzt bin ich bei oben gezeigtem Endergebnis angekommen und bin zufrieden. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist eine Verbesserung. Dass zusätzlich die Kühlleitung des Kühlschrankes neu isoliert wurde ist nur eine Randnotiz. Am Ende wird man sagen „Waschmaschine eingebaut, alle Fittinge erneuert“ – sehen wird man nichts. Es stecken jedoch viele Stunden Arbeit, Planung und Recherche hinter der Umsetzung.

Hierzu noch ein weiteres, sehr treffendes Beispiel…

Unser 3-Wege Ventil um vom Fäkalientank auf Bordausgang umzuschalten war bisher im Waschbecken Unterschrank verbaut. Es war ein nicht beschriftetes Ventil. Es erübrigt sich darzustellen, dass sowohl die Bedienung als auch das Ablesen des momentanen Schaltzustandes umständlich waren. Also habe ich mich auch hier für das Ersatzteil aus dem Hause TruDesign entschieden und es sicht- und leicht bedienbar an der Schottwand installiert. Das war, nachdem der Platz erstmal definiert war, schnell erledigt. Die wirkliche Arbeit fand dahinter statt…

Die neuen Schläuche, die immerhin 38mm Innendurchmesser haben, mussten neu verlegt werden. Die kann man nicht einfach „um die Ecke biegen“, die große Pumpe zum Abpumpen des Tanks musste um 180° verdreht werden und es mussten ideale Schlauchwege definiert werden die später auch noch Platz für den bestellten neuen Tank geben. Auch diese vermeintlich schnelle Aufgabe beschert einen rund zwei Tage Arbeit!

Happy Birthday Roland! Der Skipper der ARIES hat Geburtstag! Er und seine Frau Evelyn, Freunde aus Österreich mit denen wir diesen Winter viel Zeit verbracht haben, laden zur gemeinsamen Feier – gerne genommene Abwechslung! Für solche Anlässe genehmigt mir meine Capetaña sogar einen frühen Feierabend. Es gibt selbstgebackenen Kuchen! Evelyn hat sich mal wieder selbst übertroffen.

Tortentraum

Sibylle und Evelyn tauschen sich häufig zum Thema „kochen & mehr“ aus – das ist schön, bin ich doch meist der Nutznießer, als Probant für neue Rezepte, welche nahezu immer sehr gut gelingen. Auch die ansonsten vorherrschende Standardküche auf der ELOWYN überzeugt.

Ob es ein Zufall ist, dass Sibylle das Küchenhandtuch deutlich lesbar für mich aufgehängt hat? Muss ich mal fragen…

Mein Ölverlust! Ihr erinnert Euch? Ich musste nochmals ran. Die Dichtungen waren inzwischen eingetroffen und es war an der Zeit alles fertig zu machen. Irgendwann muss ja auch der Saildrive, das Getriebe, wieder montiert werden. Also ans Werk – alles wieder zerlegen…

Diesmal kommt auch die Adapterplatte weg – deutlich zu sehen, die Dichtung!
Jetzt ist der Motor von hinten abgarniert und alle Dichtflächen sauber

Während ich, zugegebenermaßen, beim Ausbau des Wellendichtringes keinen eindeutigen Ölverlust feststellen konnte, war an der Papierdichtung schon eine schadhafte Stelle zu finden…

Auf dem ersten Blick ok
Aber bei genauem Hinsehen

…ich hoffe nun, dass diese Stelle die Ursache für meinen Ölverlust war und auch, dass mein Reparaturansatz erfolgreich ist. Dann ist der kleinen Öllache nach langer Motorfahrt endlich der Garaus gemacht.

Klar, dass ich kein Risiko gehen will. Ich habe sehr gewissenhaft gearbeitet. Versucht gute Alternativen zu finden, wo kein Spezialwerkzeug zur Verfügung stand…

…an anderer Stelle aber konsequent die Montagevorschriften nach Manual befolgt. Gut, dass ich vor meiner Abreise nochmals kurz bei HAZET bestellt habe!

So konnte ich alle Teile wieder montieren und im Anschluss daran das Badezimmer freigeben – Projekt Motorölverlust sollte erledigt sein. Die Motorinspektion folgt wenn NESSAJA wieder schwimmt.

Markentreue – (fast) immer…

Um mir die Zeit während des Werkens zu verkürzen und mich ein bisschen entertainen zu lassen, läuft meine ehemalige CD-Sammlung vom alten iPod (kennt niemand mehr) auf einem iPod Autoradio. Ich habe Zeit mich durch alle Musikstücke zu hören ohne zu selektieren – so hört man Perlen welche man jahrelang nicht mehr gehört hat und welche sofort einen Flashback auslösen! Für Diejenigen die mit dem Namen nicht gleich was anfangen können – Peter ist seit fast 25 Jahren mein Freund und hat auf meinem Sommerfest zum 50. gespielt. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere…

Ja, der iPod ist IM Gerät – war sehr schwer zu beschaffen, gibt es nicht mehr…

Der nächste Geburtstag stand am Plan. Wir waren auf die VIVERE geladen wo ein runder Geburtstag zu feiern war.

Was ich noch nie vorher gesehen hatte und was mich nachhaltig beeindruckt hat – Rob hat sich eine Klingel für sein Schiff gebaut.

Hier klopft man nicht – man klingelt!

Viel habe ich schon gesehen – von der Satellitenschüssel über Blumenkästen bis zum Katzenkratzbaum – aber eine Klingel?! Wow, ich muss nachdenken ob ich nicht auch so etwas möchte 😉

Die Feier war schön, es kamen ein paar Leute zusammen, wir haben Kir Royal geschlürft…

…was ich zum letzten Mal gemacht habe als die gleichnamige Fernsehsendung gerade über die Mattscheibe flimmerte – lang her also.

Wir haben uns gut unterhalten und die Häppchen genossen. Ein schöner Abend…

Happy Birthday Lesley, DANKE für die Einladung!

Inzwischen hat sich das Wetter etwas gefestigt. Es fühlt sich tatsächlich an als ob der Frühling sich durchgesetzt hat. Das Quecksilber klettert täglich auf 20°C und hält sich dort, oft ist es wärmer. Es wurde Zeit sich an den Winterschlaf des Sommergefährtes zu erinnern und den bayrischen Boliden zu erwecken.

Seither machen wir kurze Strecken wieder mit dem Motorrad und der treue Italiener darf öfter ruhen – er wird jetzt nur noch als Lastesel eingesetzt und muss Ende Mai auch wieder ausreisen. Vielleicht werden wir uns zu diesem Datum von unserem Scudo trennen und ihn in Deutschland verkaufen.

Auch ich habe meinen Arbeitsplatz nach draußen verlegt – ein Meilenstein steht an – der Saildrive muss fertig gemacht und eingebaut werden.

Das ist die Ausgangssituation…

Giorgos von „Boat & Parts“ hat empfohlen für den Anstrich die International Produkte zu verwenden, das hat vorzüglich geklappt. Nach FÜNF! Grundierungsanstrichen mit Epoxid Primer zeigte sich das Getriebeunterteil schon in neuem Glanze.

Nach jedem Anstrich waren zwei Stunden Trocknungszeit einzuhalten, so zog sich die gesamte Streicherei über zwei Tage hin. In den Pausen habe ich das eigentliche Getriebe zusammengebaut und die wichtige, für den Ausbau kausale, obere Saildrivemanschette montiert. Nach dem Zusammenbau wurden noch vier Lagen Hartantifouling gestrichen – der Saildrive war fertig zur Montage.

Zusammen mit Rolands und Freds Hilfe habe ich das Trum in seinen Schacht gehoben und den Motor angeflanscht. Das ist nicht so einfach wie es klingt, der wiegt nämlich so rund 200kg und alles muss perfekt aneinander passen – es hat aber sehr gut geklappt! Zugegeben, wir hatten einen „vierten Helfer“, einen hagebaumarkt Ratschenspanngurt – genial!

Bereits am Abend dieses Tages waren Motor und Getriebe wieder „verheiratet“ und die Befestigungsschrauben angezogen…

Von oben…
Von unten…

…die Finalisierung, der Anbau aller Peripherieteile hat im Anschluss einen Tag für die Schlauchanschlüsse im Motorraum, sowie einen weiteren für die Montage der Unterwasserteile benötigt.

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen! Ich bin zufrieden!

Ein Grund zum Feiern? Naja, vielleicht etwas hoch aufgehängt, aber dennoch hat uns die Freude in eine Taverne getrieben. Ouzo, Mythos und ein Giros, wer kann dazu schon NEIN sagen?

Ein erfolgreicher Tag klingt gebührend aus…

Der Monatsbericht neigt sich dem Ende zu. Beim abschließenden Durchlesen, beim nachträglichen Einfügen von Änderungen, habe ich bemerkt, dass alles nach verdammt viel Arbeit und Stress klingt.

Viel Arbeit ist es, aber Sibylle und ich organisieren uns gut. Meistens fange ich um 10.00 Uhr auf NESSAJA an, vorher frühstücken wir ausgiebig, besprechen Tagesziele und wie wir uns gegenseitig unterstützen können oder müssen. Oft kommen noch ein paar Minuten Recherche für die Ersatzteilbeschaffung dazu. So hat der Mann in unserem Marinashop mich gebeten meine neuen Schall-Dämmmatten für die Innenverkleidung der neuen Möbelplatten doch bitte selbst zu bestellen – das sei schon sehr kompliziert…

…so skizziere ich Pläne, berechne ob zwei Platten mit 98cm x 98cm reichen (ihr könnt das ja mal nachprüfen) und bestelle dann bei SVB.

Ich habe inzwischen realisiert, dass ich Teile schneller aus Deutschland bekomme als aus Griechenland sofern sie nicht auf der Insel greifbar sind. Eine zuverlässige Quelle und meine Bereitschaft die Express-Versandkosten zu übernehmen sind Bedingung. SVB ist so eine Quelle, inzwischen mein zuverlässigster Lieferant.

Stress? Nein, Stress ist es nicht! Wenn mal wieder alles schiefgeht besinne ich mich auf das HB Männchen (welches sicher auch niemand mehr kennt) – nur dass meine Zigarette zum „Runterkommen“ ein Eisbecherchen von Repapis ist…

„You get what you pay for…“ – eine bekannte Weisheit, welche ich weiter oben schon beschrieben hatte, als ich anmerkte, dass Qualität manchmal schwer zu bekommen ist. Das wurde mir ebenfalls bei einem Eis bewusst – als ich einen Inbusschlüsselsatz kaufte und mir klar wurde, dass dieser soviel kostet wie EINE Kugel Eis, im Becher sind zwei!

Qualität Eis? TOP! / Qualität Werkzeug? FLOP!

Ich brauchte nur einen 8-er Inbus um ihn zu kürzen und anzupassen – was ich auch tat. Die Restlichen habe ich verschenkt. Das ist Werkzeug zum Finger aufschlagen…

Hier schließt sich der Kreis, da sind sie wieder, die „Hands of a working man“. Ich weiß, der Tag wird kommen, an dem auch diese Wunde verheilt ist – meist geht es ja recht schnell…

…und zwischenzeitlich wird auch der Tag kommen an dem NESSAJA wieder schwimmt, hoffentlich! Drückt also die Daumen am 14.04.

Bilder hierzu und die Antwort auf die Frage wie es dann weitergeht erhaltet Ihr im Bericht des Monats April. Vielleicht wissen wir dann schon wohin es uns im Herbst 2022 verschlagen wird. Sizilien scheint auf einmal nicht mehr so sicher wie geplant – soviel nur, es gibt sehr interessante Angebote aus der Türkei bezüglich neuer Segel und einem neuen Deck.

Offenes Projekt zum Monatswechsel? Ja, auch da gibt es wieder eines.

Wir haben angefangen das Bugstrahlruder, losgelöst vom Unterwasserschiff, zu schleifen, zu reinigen, eine neue Anode anzubringen und letztlich auch zu primern und ein Hartantifouling zu streichen.

Wie das fertig aussieht? Bilder im Aprilbericht…

Wir bedanken uns für das Interesse an unserem Blog, auch wenn er zur Zeit etwas techniklastig ist, da kommen auch wieder andere Zeiten. Heute hat mich erstmalig ein Leser auf die Verspätung angesprochen, er wolle wissen wie es so geht – diese Nachfragen und Eure Neugier sind das Salz in der Suppe – vielen Dank!

Herzliche Grüße aus dem frühlingshaften Leros

Die NESSAJA – Crew

Februar 2022 – Working nine to five

Ein Song aus 1980 beschreibt ganz gut meinen Tagesablauf im Monat Februar. Ich befürchte, dass ich diesen Titel auch die nächsten vier Monate noch verwenden könnte – doch ich bemühe mich nach Abwechslung zu sehen. Dabei fällt mir auf, dass ich an sich schon dabei bin die alte Tradition, Songtitel als Headline zu verwenden, fortzuführen…

Beginnen wir dort wo der Bericht des Monats Januar endete – beim Ausbau des Saildrive. Eine enge Geschichte bei unserem Schiff, zudem eine Arbeit die man ja auch nicht alle Tage macht. Es war ein bisschen fummelig und ruckelig – aber am Ende des ersten Tages dieses neuen Monats war der Antrieb unseres Schiffes ausgebaut – das größte Loch im Schiff war offen und – glaubt es oder nicht – man spürt den Luftzug der da reinkommt ganz deutlich. Nicht immer ein Highlight bei Arbeiten im Umfeld!

Warum das Ganze? Nun, man beachte diese schwarze Gummimanschette – nicht nur, dass diese bei mir einen deutlichen rostfarbigen Rand durch den total vergammelten Klemmring hat, nein, diese Manschette soll laut Volvo auch alle sieben Jahre erneuert werden.

Ich hatte keine Ahnung wie lange der lebensrettende Gummibalg schon sein Dasein in NESSAJA fristet – es war ein Gebot der Sicherheit dieses Teil einmal zu wechseln.

Entschlüsselt – Woche 02/2006

Augenscheinlich war die Manschette noch ok, aber das Tauschdatum 2006 lies keine Zweifel am Sinn der Arbeit und der Investition aufkommen.

On the Dry – NESSAJA am Bock

Da steht sie nun, unsere NESSAJA, ihrem Element entrissen, unnatürlich aufgebockt auf Stelzen – zum Glück nur etwa 200m von unserem Wohnschiff ELOWYN entfernt. Dennoch lege ich meinen „Arbeitsweg“ jeden Tag mit dem Auto zurück (leider ohne Kilometerpauschale) um meinen flotten Italiener, der derweil als mobile Werkstatt fungiert, immer bei mir zu haben, ist er doch zudem auch noch mein Ersatzteillager.

Vielleicht ein paar generelle Zeilen und Anmerkungen – natürlich drehen sich dieser und die kommenden Monatsberichte in vielerlei Hinsicht um das Refit an unserem Zuhause und wie es uns dabei ergeht oder welche Hürden wir zu nehmen haben.

Nun möchte ich die weniger technisch interessierten Leser keinesfalls langweilen und werde daher im Monatsbericht weitgehend auf technische Details verzichten. Auch Bilder gebe ich immer nur eines dazu um Situationen zu visualisieren oder veständlich zu machen.

Für alle technisch Interessierten habe ich eine neue Seite geschrieben in der NESSAJAS Refit detailliert beschrieben wird. Ich habe mit einer Auflistung der Projekte begonnen, werde nach und nach Detailbilder und vorher-nachher Bilder hinzufügen und dort technische Details aufzeigen. Auch die verbauten Teile werde ich dort Zug um Zug nennen. Diese Liste findet Ihr HIER – immer mal wieder reinsehen lohnt, das ist wird eine dynamische Seite!

Im jeweiligen Monatsbericht bleibt eher über die kleinen Nickeligkeiten zu sprechen, die uns jeden Tag ärgern und unsere Zeit fressen – sei es mit dem allgegenwärtigen Dreck der aus den Arbeiten resultiert…

Ahhhrgh – Dreck überall, das soll weg!

…oder bei der detektivischen Suche nach dem Grund warum der Montagekleber seiner ureigenen Aufgabe – nämlich dem Kleben – nicht nachkommen will…

…eigentlich isser gut – ich kenne das Produkt! Gekauft vor zwei Tagen.
Ok, bisschen überlagert – kann passieren 😉

…hier war Pech im Spiel, das Preisschild klebte zufällig genau über dem Ablaufdatum! 😉

Ganz ohne fremde Hilfe geht es nicht! Ich bin auf Empfehlung eines befreundeten Seglerpärchens auf die Firma „Boat & Parts“ in Kamara / Leros gestoßen. Giorgos und Katerina sind zwei ganz herzliche und engagierte Menschen, denen es am Herzen liegt zu helfen und zu unterstützen. Immer wenn mir Werkzeug fehlt oder ich eine Werkbank brauche gehe ich zu Giorgos – eine Topadresse, jeden Taler wert!

Abgerissene Schrauben an der Propellernabe…
…nix geht ohne Hitze!

Auch von den Monteuren in der Marina lasse ich mir helfen, so habe ich eine Auftragsarbeit für den Schreiner vergeben und für alle Arbeiten im Mast kommt der Elektriker an Bord – alle anderen Arbeiten mache ich selbst oder mit Unterstützung von Freunden.

Ausladen von schweren Alteilen mit Muskelkraft
Oder mit Hilfe der Hydraulik wenn Muskelkraft nicht mehr reicht!

Ja, richtig gesehen – die Waschmaschine durfte bereits einziehen. Der Grund dafür ist einfach, aber doch schwierig zu erläutern. Die Arbeiten sind verwoben, unwichtige Dinge werden plötzlich wichtig, vielleicht nur weil man einen Schlauchanschluss machen möchte solange der Saildrive ausgebaut ist und das Anschlussventil somit gut erreichbar ist – das ist manchmal eine Herausforderung – nichts vergessen solange die Zugänglichkeit gut ist. Das ist der Grund warum ich viele Arbeiten begonnen habe aber sie nicht gleich beende. Der Saildrive ist zum Beispiel heute noch nicht wieder eingebaut…

So steht das Trum von Maschine nun im Salon an neuem Platze, dient mir als Tisch bzw. Ablage und der freigewordene Raum im Auto hilft bei der Nutzung als mobiles Lager und Arbeitsrefugium.

Nachdem der Ofen ein- und der Saildrive ausgebaut waren, war es an der Zeit die erste Großbaustelle zu eröffnen – den Austausch aller Rumpfdurchbrüche und Seeventile.

Roter Faden war und ist, alle Reparaturen am Unterwasserschiff plus alle Nebenarbeiten anderer Projekte, welche aber aufgrund der besseren Zugänglichkeit eingeflochten werden mussten, bis zur geplanten Einwasserung am 14.04.2022 zu erledigen. NESSAJA hat 13 Seeventile und einen Durchbruch für den Geschwindigkeitsgeber. Das maßgebliche Projekt wenn man sich am roten Faden orientiert.

Raus mit dem alten Schrott!

Ventile und Schläuche – hier Bad achtern
Fäkalientank und Anschlussschläuche – Bad achtern

Die Teile waren alt, bunt zusammengewürfelt, von unbekannter oder zweifelhafter Qualität, aus billiger italienischer oder türkischer Produktion. Nicht alle Materialien waren optimal für den dauerhaften Einsatz in Seewasser. Diese Teile sind sicherheitsrelevant und ich wollte mir ein „gutes Gefühl“ verschaffen – also habe ich mich für Kunststoffbauteile, alle aus der Produktion des Marktführers aus Neuseeland, entschieden.

Leider ließen sich die Altteile nicht so ohne Weiteres ausbauen – ich musste mit „schwerem Gerät“ ran…

Von außen mit der Flex komplett abtragen und exakt am Rumpf stoppen!!!
Dann Hilfsschnitte mit der Stichsäge setzen – nicht in den Rumpf schneiden.
So (fast) soll es aussehen

…die Arbeit war langandauernd und mühselig, ich konnte am Abend meine Arme nicht mehr heben – Sibylle musste sich mein Jammern und Südern anhören, DANKE dafür! 😉

Doch zurück zum Thema, so vorbereitet, konnten die alten Durchbrüche herausgebrochen werden und dann der ganze Schlamotz von innen entfernt werden.

Ja, so kam es, dass NESSAJA nach Tagen der Mühe und Plackerei durchlöchert dastand – an 13, nein 14 Stellen bot sich ein jämmerlicher Anblick…

…und Sibylle sagte (und sagt) seitdem ungefähr fünf mal am Tag zu mir „ob sie je wieder schwimmt???“ Meine Frau war schon immer eine Meisterin der Fürsprache und Motivation.

Nein, Ihr braucht Euch nicht um mich zu sorgen. Was wie ein Einsatz im Arbeitslager klingt hat auch andere Seiten und ich muss ehrlich gestehen, dass ich dem Slogan der Headline zwar an sieben Tagen der Woche aber nicht immer exakt folge. Manchmal belohne ich mich mit etwas Besonderem…

Eis von Repapis – geht IMMER!

…und fast täglich gehört es dazu, die Stimmung am Arbeitsplatz aufzusaugen und zu genießen, es gibt wirklich Schlimmeres.

NESSAJA an Land – die zweite von Rechts

An anderen Tagen bin ich Gegenleistungen schuldig – man hilft sich gegenseitig. Bei mir ist es oft der Einsatz des Minibusses als Lastenesel – zum Beispiel als wir Rolands Sonnendach zum Schweißer fahren mussten.

Ladungssicherung Greek Style – Dachträger werden überbewertet

Über einen weiteren, wesentlichen Faktor habe ich noch gar nicht gesprochen – das Wetter! Dieses begleitet uns ja schon im Sommer beim Reisen stetig – so sollte es auch im Winter beim Arbeiten bleiben.

Während der Unterschied zwischen Sonne und Regen noch jedem einleuchtet, ist es vielleicht nicht so offensichtlich wie es sich anfühlt im Freien und Zugigen bei 30 – 50kn Wind, das ist Sturmstärke, zu arbeiten.

Eigentlich wie immer…
…reicht um sogar die ELOWYN im Hafen zu krängen – spürbar!

Worte wie Chillfaktor und Windchill bekommen Bedeutung und man merkt rasch, dass man auch bei 13°C richtig frieren kann. Also werden manche Arbeiten auch nach Wetter terminiert.

Während einer Schönwetterphase war es an der Zeit den ausgebauten Saildrive zu zerlegen. Das Zerlegen ist immer wichtig um beurteilen zu können, ob ich alle Teile habe oder ob bei der Demontage etwas kaputt geht was ich langwierig beschaffen muss.

Insider – die Dichtung vom langjährigen Hauptwettbewerber

Dass ich mich hier mit Reinz Dichtungen rumschlagen muss – was mir einen Flashback beschert – ist eine Randnotiz des Schicksals, ich trage es mit Fassung.

Auch dem Propeller habe ich mich an einem solchen Tag gewidmet – zwischen den beiden Bildern liegt ein Tag Schleifarbeit!

Nach drei Jahren im Wasser – OHNE Anstrich!!!
Nach einem Tag schleifen – fit für die nächsten drei Jahre (wird noch poliert 😉 )

In der ersten Februarhälfte hatten wir längere Schönwetterphasen – das war gut für die Arbeitsmoral und für das Gemüt. Ich kam gut voran und so haben wir uns, vorwiegend an den beiden Wochenenden, auch kurze Mittagspausen an unseren Lieblingsplätzen gegönnt. Man konnte schon draußen sitzen, die Sonne ist warm (wenn sie denn da ist)…

Pandeli Beach

…aus dem geplanten Cappuccino wird gerne mal eine kleine Meze-Platte mit Bierbegleitung und es fällt zugegebenermaßen schwer, sich danach noch einmal zum Arbeiten aufzuraffen.

Mixed Meze

Aber was muss das muss – und so beschließe ich an diesem Nachmittag nur noch Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Tag zu machen. Gut vorbereitet hat man halb gewonnen…

Seeventile – das muss rein!

…ooops – trotz bester Vorbereitung stelle ich fest, dass ich bei einem Seeventil entweder falsch gemessen oder falsch gedacht habe. Beides nicht gut! Ein Durchbruch passt nicht zum Loch, dummerweise ist er zu klein. Gut wenn man Freunde hat die so Zeug im Schiff „auf Lager“ haben und einem Zutritt gewähren. DANKE Marcus! Das hat viel Zeit gespart!

So vorbereitet kann der Tag ausklingen…

Neuer Tag – neues Glück, die ersten Löcher sollen wieder verschlossen werden. Das macht man zu zweit und Sibylle beginnt sich zur „Technikerin light“ zu entwickeln, das hat fast Züge von Jekyll & Hyde. Sie verlässt Ihre Komfortzone und hilft mir immer öfter, das ist gut und bringt uns voran.

Wir beschließen mit den einfachen Einbaulagen anzufangen, dort wo der Rumpf stark genug ist und keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind.

Neue Rumpfdurchbrüche – von außen…
…und von innen

An anderer Stelle ist das Laminat des Rumpfes dünner und wir müssen die geforderten 20mm herstellen, dafür legt man passgenaue Holzscheiben unter.

Ans Werk!

Ausschneiden
Anpassen
Anmalen

Die so vorbereiteten „Donuts“ müssen idealer Weise am Rumpf fixiert, sprich verklebt, werden. Dafür braucht es andauernden Anpressdruck den man nicht per Hand generieren kann. Also habe ich mir kurzerhand ein Spezialwerkzeug gebaut…

…um die Holzscheiben über Nacht von innen an den Rumpf zu pressen. Von außen sah das lustig aus!

Ankleben

Dieses Bild sorgte nicht nur in der Marina für Nachfragen, sondern war bisher auch in Facebook eines meiner am häufigst kommentierten Bilder. Ach übrigens – NEIN – das bleibt nicht so 😉

Nach einer Nacht Trockenzeit konnten auch die restlichen Durchbrüche durch den Rumpf gesteckt werden und zusammen mit den Scheiben verschraubt werden – ein wichtiger Meilenstein, wir waren auf dem richtigen Weg!

Fertigstellen

Diese Verklebungen haben die Eigenschaft ein paar Stunden vulkanisieren zu müssen – diese Zeit wollte ich den Bauteilen unbedingt geben, wir haben die verklebten Rumpfdurchbrüche so ruhen lassen und erst zwei Tage später weiter gearbeitet.

Wir schreiben etwa die Monatsmitte – der Valentinstag kündigt sich an. Bei einem Ouzo beim gemeinsamen Wetterseminar mit der Crew der ARIES, haben Evelyn und Sibylle beschlossen, an einem offerierten „Valentine-Dinner“ teilnehmen zu wollen. Gesagt – getan, der Tisch wurde gebucht und wir fanden uns zusammen mit Evelyn und Roland in der “ Persiana Churrasceria“ wieder.

Nett dekoriert…
…wurde eine Menüauswahl angeboten.
Scampi Risotto – fein

Es war ein schöner, kurzweiliger Abend, der von der täglichen Arbeitsroutine abgelenkt hat.

Ach, da fällt mir nochwas ein – klar arbeite ich hier mit verminderter Werkstatt- und Werkzeugausrüstung. Ich muss improvisieren was meist gelingt. Umso ärgerlicher, wenn eines der Werkzeuge auf das ich mich verlasse, unerwartet den Dienst quittiert – so geschehen mit meinem Bosch Deltaschleifer.

Der Reparaturversuch scheiterte, ich musste losziehen und mir einen adäquaten Ersatz suchen. Hierbei werde ich meine Taktik ändern. Ich setze weiterhin auf meinen Bosch Professional Akkuschrauber um hier längerfristig zu beobachten. Die grünen Bosch Geräte haben nach meinen schlechten Erfahrungen jetzt einen Sperrvermerk für Neuanschaffungen – kurz, die rote Karte – bekommen.

Ich werde selten benötigte Geräte künftig als günstige Varianten kaufen (Deltaschleifer mit Oszi-Wechselaufsätzen gekauft von Stanley Tools) – die oft benutzten Geräte werde ich jetzt von Makita beziehen und mal probieren ob die Qualität dort besser passt.

In der zweiten Hälfte des Februar hatten wir wechselhaftes Wetter, hin und wieder windig, kälter und vor Allem wiederkehrende Regenschauer. Es war mehr Flexibilität bei den Arbeiten gefragt – Innen- und Außenreparaturen wechselten sich häufig ab.

Tank weicht Waschmaschine

Ein gravierender Einschnitt war, die nicht mehr benötigte Ecke unseres Salonbereiches herauszuschneiden. Das fühlte sich komisch an, der Umbau des Salones wird NESSAJA nachhaltig verändern.

Unsere Sitzgruppe war für ein Schiff mit vier Schlafplätzen viel zu groß und auch ungünstig geschnitten. Diese soll nebst Salontisch auf ein Idealmaß gebracht werden und maximal sechs Personen Platz bieten. Zudem soll der Zugang so angepasst werden, dass sich niemand beim Hinsetzten „um die Ecke schlängeln“ muss.

Dafür muss die ungünstige Ecke erst einmal entfernt werden…

Platz…

…damit ist mein Part an dieser Arbeit erledigt. Ich mache ab hier mit dem Boden weiter – es wird in der Ecke ein verstärkter Boden eingebaut, Dämmmatten an Boden und Rückwand, ein Verankerungs- bzw. Befestigungssystem, dann kann die Waschmaschine an Ihren Platz gerückt und angeschlossen werden. Dies wird ausgeführt, solange der Saildrive noch nicht montiert ist und der Motor aus dem Weg geschoben ist.

Den Neuaufbau der Möbel rund um die Maschine, die Gestaltung der neuen Räume für den Wassertank und die noch zu verbauende Dieselheizung, übernimmt ab hier der Schreiner. Es versteht sich von selbst, dass der Polsterer die Sitzgarderobe nach Fertigstellung anpassen muss. Aber all das ist eine andere Geschichte.

Frühlingsboten – Leros blüht

An manchen Tagen erhallt Sibylles Ruf zur Kaffeepause. In diesen Momenten genießen wir unseren aufgeräumten, einladenden und sauberen Lebensraum auf der ELOWYN umso mehr. Ein paar Schritte und man ist weg von der Arbeit und kann sich in einem Wohlfühlambiente ausruhen.

Die Leckereien dazu holen wir uns bei Repapis – ein Gedicht – so lässt sich jeder Tag genießen.

Eis oder…
…süße Köstlichkeiten???
Für den Skipper – Eis! Leichte Entscheidung 😉

So vergehen die Tage und ich persönlich genieße Abend für Abend meine ganz eigene Feierabendstimmung. Ihr erkennt vielleicht das Bildmotiv wieder, es ist die Einfahrt zur Lakkibucht, von der Marina aus gesehen – dieses Bild ist jeden Tag anders und doch immer wieder toll. Es bietet ein hervorragendes Fotomotiv und ist gleichzeitig das „Tor zur Ferne“, es weckt Sehnsüchte…

Feierabendstimmung

Es gibt Hartgesottene, die während eines Refits auf dem Schiff wohnen. Das ist möglich aber kaum angenehm – NESSAJA sieht zur Zeit so aus…

Wohnbereich Bug
Salonbereich
Navigation und Pantry
Achterkoje
Bad achtern

…ja, ich sorge mich schon um eine gewisse Baustellenordnung, ich kann es nicht leiden wenn ich Werkzeug suchen muss oder ich über Kabel stolpere. Aber die Türen sind ausgebaut, es zieht überall rein und es ist in keiner Weise einladend, das schlägt auf´s Gemüt und die Arbeitsmoral. Wir sind dankbar die ELOWYN nutzen zu dürfen und strecken jetzt schon die Fühler aus, sollte eine Lücke zwischen NESSAJA´s Fertigstellung und unserem Auszug aus unserem momentanen, schwimmenden Appartment entstehen.

Läuft wie am Schnürchen, oder? Leider nicht immer!

Völlig überraschend habe ich einen Schaden festgestellt welcher nicht auf meiner Planungsliste stand – das hätte es nicht gebraucht, das kostet Zeit, das wirft uns zurück!

Riss oben am Ruderblatt

Der Riss oben am Ruderblatt ist von außen kaum zu sehen. Das Bild ist mit dem Foto direkt am Ruderblatt aufgenommen, so kann man „um die Ecke sehen“. Von außen ist nur der kleine, senkrechte Cut zu sehen. Das ist, anders als es wirken mag, ein ernstzunehmender Schaden und MUSS ordentlich eingeschätzt und repariert werden.

Zur Einschätzung des Schadens muss ich wissen ob Wasser im Ruder ist – dafür muss ich mein Schiff anbohren! Na toll…

Ist Wasser im Ruder???
Drei Probebohrungen zeigen – nein – alles knochentrocken! Gute Nachricht

Entdeckt habe ich den Schaden als die Jungs von der Marina das Unterwasserschiff unserer Dufour geschliffen haben. Das wird immer deutlich vor dem Anstrich gemacht und als hier gearbeitet wurde, ist das Problem aufgefallen.

Vorbereitungen für das Antifouling im April

Ich wusste schon länger, dass mein Ruder etwa 5mm vertikales Spiel aufweist, das war von außen deutlich zu erkennen und ich habe die Lücke jedesmal beim Schwimmen gesehen…

…das allein war den Aufwand nicht wert, gepaart mit der umfänglichen Reparatur des Risses soll aber auch diese Kleinigkeit mit eingestellt werden.

Das ist nicht so einfach wie es klingt…

Barbapapa – passt in die kleinste Lücke

…denn erstens ist der Zugang durch die beiden Heckstauräume hinter unserem Bett nicht gerade üppig bemessen, geschweige denn ideal, zweitens ist auch der Bauraum über dem Arbeitsbereich eher knapp kalkuliert!

Nur kurz zur Technik um die missliche Lage zu beschreiben – das Weiße unten ist der Rumpf, dort einlaminiert ist das Metallgehäuse des Ruderlagers. Oben, das silberne Bauteil ist der Ruderquadrant, der muss runter um das Ruder absenken zu können. Ein kompletter Ausbau geht nicht, weil man das Schiff dafür anheben müsste – das ist teuer!

Die weißen Ringe dazwischen sind Spacer, der mittlere ist für die 5mm Spalt nach unten verantwortlich und wird durch einen höheren ersetzt. Der Raum zwischen weiß und silber beträgt rund 10cm!

Von oben schaut das Ganze so aus…

Hier kann man schon verzweifelte Ausbauversuche erkennen – die Muttern links und rechts sind gelöst, die maßgeblichen Haltebolzen entfernt – alleine dies war eine echte Aufgabe, weil alleine mit dem Standardwerkzeug nicht genug Hebelmoment zur Verfügung stand. Ich musste mal wieder ein „Spezialwerkzeug“ basteln um Drehmoment zu generieren – es versteht sich von selbst, dass solch ein Trum nicht mit eingeschränkten Platzverhältnissen korrespondiert.

Dennoch war es nicht möglich die beiden Hälften zu trennen – trotz leichter Schläge um die Metalle zu prellen, trotz dem Einsatz von Hitze an dieser Stelle…

…war es eine aufwändige Herausforderung diesen letzten zentralen Edelstahlbolzen zu entfernen, er war einfach bombenfest in die Aluminiumbauteile hineinkorrodiert – kluger Einsatz von Materialien, danke Dufour!

Sibylle war besorgt ob des Feuers im Schiff und war in Löschbereitschaft…

Wie weiter??? Der Einsatz von geeignetem Werkzeug an dieser Stelle war schwierig, denn auch über der Arbeitsfläche war kaum mehr als 15cm Raum. Ich musste durch den Zugang des Notruders arbeiten, dieser hat nur wenig mehr als 10cm Durchmesser – erschwerte Bedingungen haben mich an dieser Stelle fast zweieinhalb Tage Arbeit gekostet.

Ob und, wenn ja, wie es mir gelungen ist den Quadranten auszubauen und das Ruder abzusenken, erfahrt Ihr im März – Monatsbericht denn am 28.02. war keine Erfolgsmeldung in Sicht!

Die Pause war mehr als verdient, die Arme schmerzten vom verkrampften Schrauben, der Kopf rauchte von der verzweifelten Suche nach Ideen – also ab ins „Tzouma“, dem Cafe, der Kneipe der Einheimischen direkt am Panteli Beach.

Ich liebe diesen Platz, ein bisschen ausruhen, ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut reichen aus, um innerhalb ein paar Minuten zu recovern, zumindest ein bisschen. Gepaart mit einer kleinen Portion Meze kehren die Lebensgeister zurück!

Sibylle hat sich zur echten Unterstützerin entwickelt! Manchmal sind es nur Handlangertätigkeiten und sie reicht mir Werkzeuge – das hilft ungemein, weil ich mich nicht immer aus den Kästen schälen muss, andermal ruft sie nach eigenen Aufgaben. Ok, ich hasse das Hantieren mit Farbe – Sibylle, klar zum Ankerstreichen!

Vorbereitung des rostigen Grundeisens
Platziert für den neuen Anstrich!

Die Vorbereitung mit der Flex (die macht Angschd) habe noch ich übernommen, danach waltete die Meisterin des Pinsels ihres Amtes – das Ergebnis kann sich sehen lassen, wird aber noch nicht veröffentlicht weil der Job noch nicht final beendet ist – freut Euch auf nächsten Monat!

Von diesen Aufgaben haben wir übrigens eine ganze Liste – wir nennen es Lückenfüller, die Arbeiten die „man so rasch nebenher macht“ 😉 !

Wer so schafft braucht Energie! Normaler Weise kocht Sibylle für uns, ab und an gehen wir aber auf ein Giros ins „Souvlakki“ – ein Gedicht…

Jede Kalorie wert!

Eine lustige Anekdote fällt mir noch ein – unsere Nachbarschaft hat sich verändert. Zuerst waren neben der ELOWYN nur zwei weitere Schiffe am Ponton A. Später kam dann noch der Katamaran von Andrej dazu – die USODA – in auffälligem Rot, wir kannten das Schiff schon aus 2021…

Ponton A der Leros Marina Evros

Mit Andrej hatten wir bisher keine Gelegenheit Kontakt zu knüpfen, das sollte sich diesmal ändern – wir gingen schließlich mehrmals am Tag an seinem Schiff vorbei.

Das ist deshalb erwähnenswert, weil Andrej eine Behinderung hat die ihn an eine Art mobilen Rollstuhl fesselt, er ist auch eingeschränkt in der Beweglichkeit seiner Arme und Hände. Dennoch folgt er seiner Leidenschaft und lebt auf einem stark modifiziertem Segelboot.

Weil es auf der Insel kein geeignetes Großraumtaxi zum Flughafen gibt, die Crew der USODA aber für einen kurzen Heimatbesuch an den lokalen Airport musste, hat Andrej mich gebeten die Fahrt mit und für Ihn zu machen. EHRENSACHE!

Also meinen flotten Italiener ausgeräumt und vom Werkstattwagen zum Taxi umfunktioniert. Als Sibylle mich per WhatsApp informierte, dass der an diesem Tag angesetzte Linienflug nach Athen ausfallen würde und ich diese Info an meine „Fahrgäste“ weitergab, wurde mir erklärt, dass SEIN Flug wohl gehen würde – am Flughafen wartete ein gecharterter Privatjet.

Das Flughafenpersonal war zunächst total überfordert und wollte das Standardprocedere anwenden. Andrej direkt an die Maschine zu fahren ist UNMÖGLICH – NEVER!

Es dauerte eine Weile bis die Situation erfasst war. Aus never wurde maybe und ein paar Minuten später aus maybe die Aufforderung den Fluggast direkt an die Maschine zu bringen…

…da stand er nun, mein treuer Gefährte. Direkt neben dem Privatjet des VIP. Mir war es eine Ehre helfen zu dürfen – guten Flug an die Crew der USODA!

Seit der Montage der Borddurchlässe, Ihr erinnert Euch, waren ein paar Tage vergangen. Es wurde Zeit die Seeventile zu montieren. Jedes Einzelne musste angepasst werden, trocken die nötigen Umdrehungen bis zur Idealposition gezählt werden, um sie dann abermals mit Lastaufnahme und Klebe-Dichtmasse in die richtige Position zu drehen.

Es geht eng zu – genau gewählte Position in der Pantry
Im Bad vorne
Im Bad achtern

Erfolgsmeldung! Die 13 Löcher die der Abbruch der alten Seeventile verursacht hat, zuzüglich dem Loch der Logge, sind wieder verschlossen. Inzwischen sind die Klebestellen trocken, wir können die Kugelhähne öffnen und schließen und hoffen jetzt, dass die Dichtheitsprüfung beim Einkranen keine Undichtigkeiten zeigt!!!

Bleibt noch den Saildrive und das Ruder zu reparieren und einzubauen – dann sollte NESSAJA wieder schwimmen können.

Das war knapp – ich hatte während eines Urlaubes einmal einen Ausfall meiner zwei Haupt-Servicebatterien zu beklagen. Freund Uli half aus und vermachte mir zwei alte aber gute Gel Batterien die bei seinem Umbau übrig geblieben waren.

Weil Notlösungen immer lange halten, hatte ich diese Batterien bis heute im Betrieb, merkte aber, dass zuletzt ein Problem vorlag. Energie war knapp, die Dinger wurden beim Laden heiß. Ich habe das Laden oft manuell unterbrochen. Heute kenne ich den Grund…

Überhitzt – die Form eines Wellblechdaches 😦

Nun, kein Grund sich zu ärgern, die Dinger mussten ohnehin raus, die Erneuerung der Ladetechnologie und des Energiemanagements stand auf dem Plan.

Dies ist ein Projekt welches für später auf der Liste steht, dennoch war es nötig die alten Batterien auszubauen und auch das alte Ladegerät abzunehmen – warum? Ich brauchte den Zugang um in unserer Dusche die unsägliche, kombinierte Wasch- und Brausearmatur zu ersetzten.

Glump!

Die Ist-Situation zwang uns, den Brauseschlauch aus dem Waschbereich herauszuziehen, durch den Spalt des Duschvorhanges hindurchzuführen und im Brausebereich zu duschen – wer sich sowas ausdenkt???

Das musste angepasst und getrennt werden – es musste ein Wasserhahn am Waschbecken her…

Gute Lösung – nur noch saubermachen

…und eine eigene Brausearmatur im Duschabteil – hier wollten wir ähnliche Duschperformance wie zuhause – und zwar im Wortsinn – die Duscharmatur haben wir aus unserem Haus „gerettet“ bevor Sohn Florian modernisiert hat.

SO muss das!

Naja, an der Stelle wo jetzt die Brause ist, war früher auf der anderen Wandseite das Ladegerät – Wasser und Strom verträgt sich nicht gut, lieber für Distanz sorgen.

Weil grad Platz geworden war und der Zugang zum Battriekabinett so gut war, habe ich kurzerhand beschlossen, die teuersten Ersatzteile aus dem Bus zu räumen und ihnen schon ihren zukünftigen Platz angedeihen zu lassen.

Ein Vermögen

So wurde Platz im Bus geschaffen und zugleich ein wenig „vormontiert“ – verkabelt ist aber nocht nichts. Um die Funktion der Systeme auf NESSAJA sicher zu stellen, halten jetzt die Kühlschrankbatterien die Energie vor, geladen wird mit meinem alten Auto-Ladegerät – statt Elektronik, Stecker rein / Stecker raus, temporär akzeptabel. Das ich dafür ein paar Kabel umklemmen musste ist eine andere Geschichte, bleibt aber Randnotiz!

So krieche ich Tag für Tag, Woche für Woche durch Kisten und Kästen, durch den Motorraum oder versuche anderweitig den idealen Zugang zu finden…

Dabei gilt es die gute Laune zu bewahren…

…gleichwohl aber zuverlässig und gut zu arbeiten – es wäre eine Katastrophe wenn nach dem Zusammenbau, bei wesentlich schlechterer Zugänglichkeit, bemerkt würde, dass ich etwas vergessen habe oder ein Fehler eingebaut wurde (das wird passieren – aber hoffentlich in überschaubarer Dosis!).

Dass dies gelingt, dafür sorgen die Capetañas der NESSAJA und der ARIES – die beiden Goldschätze verstehen es, die zu Mechanikern mutierten Skipper zu verwöhnen und versorgen.

Selbstgemachte Tiramisu beim gemeinsamen Wetterseminar

Wir verbringen Zeit zusammen, klönen und beratschlagen uns und kochen gegenseitig. So lässt es sich aushalten, so werden die Arbeitstage erträglich!

Wenn wir einen Tapetenwechsel brauchen gehen wir aus, auf eine Meze Platte und ein Bier oder einen Ouzo – es freut uns wenn wir neue Kneipen entdecken, so zum Beispiel das „Nemesis“.

Urige Bar
Mamos – love it!

Dort kann man schön am offenen Kamin sitzen und den Tag ausklingen lassen. Ein für uns neuer und sehr einladender Platz, besonders dann wenn man innen sitzen möchte oder muss.

Snackkarte – hier findet jeder etwas…
„Schlachtplatte“ – Greek Style

Wir schreiben den 28.02.2022, der Febraur ist zu Ende, auch der gleichnamige Bericht findet ein solches.

Wir sind weitgehend im Zeitplan, haben einen geregelten Tagesablauf und finden auf der ELOWYN unsere persönliche Balance zwischen arbeitsreich und stressfrei.

An den „langweiligen“, ereignislosen Abenden finden wir nach dem Dinner Entspannung beim Gucken von Serien oder wir schauen Seglervideos auf YouTube.

Michael & Anette von der SY Limelight – in Mexico – wir sind dabei!

Alles gut also??? Da fallen mir die Antworten von Radio Eriwan ein…

IM PRINZIP JA – ABER DIE WUNDEN SCHMERZEN!

Autschn!

Das war unser Februar – ich hoffe, der Bericht hat Euch, trotz der nicht zu vermeidenden, leicht technischen Auslegung gefallen und Ihr bleibt neugierig auf das was kommt.

Wir sind zwischenzeitlich schon wieder auf der Baustelle um die Arbeiten voranzutreiben. Ich lege Euch abschließend noch einmal den technischen Refitbericht ans Herz der eine eigene Seite bekommen hat (für die an Details Interessierten).

In diesem Sinne wünschen wir Euch einen „guten Monat“ – kalo mina – wie man hier sagt und grüßen Euch ganz herzlich aus Leros.

Die Crew der NESSAJA