Die letzte Headline des Jahres 2025 war bereits früh im Monat gefunden.
Am 05.12. schreibt mir Sibylle eine WhatsApp Nachricht, dass sie ihren gebuchten Flug am 14.12. wahrnehmen kann – Baby´s coming back!
Selten hat sich eine Headline so aufgedrängt wie der Eurythmics Kracher aus dem Jahr 1985.
Wenn ich an Annie Lennox denke, dann habe ich unweigerlich Kopfkino. Für den Fall, dass mein Freund René, den ihr ja kennen gelernt habt, diese Zeilen liest – der Gedanke aus dem Jahr 1984 ist ausschließlich für Dich!
Es ist also alles wieder gut, Sibylle kommt zurück und wir können – endlich – in die Planung für Weihnachten und den Jahreswechsel gehen.
Bis dahin ist allerdings allerhand passiert – lasst euch mitnehmen auf die Zeitreise durch den Dezember 2025 auf Leros.

Ich wache relativ spät auf und erkenne sofort am Stand der Sonne, dass es höchste Zeit ist um aufzustehen und den Tag zu starten.
Hausmännliche Pflichten rufen den Strohwitwer auf den Plan – erneut muss ich eine Maschine Wäsche waschen.
Der Grund dafür ist nicht etwa, dass ich nicht genug Klamotten hätte, aber ich habe nur drei Arbeitsgarnituren.
Immer wenn ich die dritte anziehe, muss ich eine Kurzwäsche planen – so auch heute!

Danach galt es, meine Montageteile aus der Garage in Plaka zu holen. Ich hatte ja im Novemberblog geschrieben, dass ich allerhand Ersatzteile bestellt hatte.
Ein paar davon sind bereits angekommen, es wurde also Zeit, die nächsten Schritte für meine aktuellen Großprojekte zu planen.
In meinem Kopf lege ich mir zurecht, dass es perfekt wäre, wenn ich vor Sibylles Rückkehr die drei gelieferten Stage bei NESSAJA montiert hätte und das Genuastag in diesem Zug abmontiert wäre.
Weiter wäre es super, wenn ich bezüglich der Ruderabdichtung bei ELOWYN weiterkäme und es vielleicht schaffen würde, die alten, undichten Ventilsets auszubauen.
Alles darüber hinaus wäre Fleißarbeit, aber da mach´ ich mir keine zu großen Hoffnungen.
Basierend auf dieser Überlegung, fahre ich nach Plaka und hole mir die Teile meiner Rollanlage für die Kutterfock.

Alex begleitet mich – er hat den Auftrag bekommen, ein Katzenhaus zu bauen.
Nachdem das „A-Team“ zunächst etwas aus ein paar Brettern und einer Folie zusammengezimmert hatte, diese Folie im Wert von 40.-€ aber des Nächtens geklaut wurde, muss jetzt ein Massivhaus her!
Die Grundlage dafür sollen vier Europaletten bilden, welche Alex beim örtlichen Gemüsehändler erbettelt hat.
Klar, dass ich ihm den Lieferdienst anbiete – wir staunen beide, wieviel Platz in „Klicker“ ist, er erweist sich als echtes Muli.
Bis die Fuhre ausgeladen war, verging eine ganze Zeit, sodass letztlich nicht mehr viel Tag übrig blieb.
Wie immer am Montag bietet sich für das Abendessen das „Gia Sena“ an, die üblichen Verdächtigen haben an diesem Tag zu.
Dort sitze ich heute alleine, genieße dabei aber auch ein bisschen die Ruhe.

Wie mehrfach erwähnt, ist die kleine und urtypische Taverne nicht wirklich einladend.
Aber für günstige Hausmannskost ist sie für uns eine echte Alternative auf unserer Liste – im Winter!
Am nächsten Tag schon, abermals einer mit Kaiserwetter, lege ich an ELOWYN los.
Ich will sehen, was ich die nächsten zwei Tage schaffe, denn dann ist die erste richtige Sturmfront mit kräftigem Regen angesagt.
Es gilt also, bei Temperaturen knapp unter 20°C und unter stahlblauem Himmel noch ein paar Außenarbeiten abzuschließen.


Ich lege mir also Strom von ELOWYN nach unten und richte das Werkzeug her.
Auch hier hilft Hans Peter aus der Ferne – in weiser Voraussicht hatte er seinen „Fein Multimaster“ hier gelassen, ich würde ihn brauchen.
Wie Recht er doch hatte!
Ich habe zwar auch so ein Gerät, aber eben kein Original, welches doch spürbar besser ist und bei diesen diffizilen Arbeiten das „gewisse Etwas“ ausmacht.
Ich atme durch… – und setze den ersten Schnitt!



Nach den Schnitten wechsle ich die Klinge und scheide das Dichtmaterial so gut es eben geht weg.
Dies verhindert, dass der Gummi die Schleifscheibe des Exzenterschleifers zusetzt und ich allzuoft die Scheibe wechseln muss.
Der Exzenter wird später gebraucht, wenn es darum geht, die Ausbaustelle plan zu schleifen und das Loch im Rumpf für den Einbau des neuen Durchbruchs vorzubereiten.
Jetzt schneide ich erstmal alle defekten Rumpfdurchbrüche ab! Ich habe sie vorher nummeriert – von 1-9 – um keine Fehler zu machen.
Zwei Stück dürfen montiert bleiben, denn bei Zweien hatte ich das Ventil im Vorfeld schadlos abmontieren können.
Die restlichen Sieben fliegen ansatzlos raus!

Mein Telefon klingelt – Sophie ruft aus der Schweiz an, an ihrem Haus würde gebaut, es gäbe Verständigungsprobleme.
Ob ich nicht im Laufe des Tages vorbeifahren könnte und dies in ihrem Sinne klären könnte?
Klar, kann ich! Ich helfe der jungen Frau sehr gerne, ist sie doch von „Susannes Tochter“ zu einer Freundin geworden – ich schätze sie sehr.
Das Wetter war prächtig, ich war rasch voran gekommen – also gönne ich mir eine Pause!

Ich fahre also nach Xirokampos, bespreche mich mit den Handwerkern, welche mich ohnehin kennen und kann Sophies Anliegen vermitteln.
Die Unklarheiten scheinen also aus dem Weg geräumt, ich finde, ich habe mir eine kleine Belohnung in der Mittagspause verdient!
Und die gibt´s wo? Na, wo wohl???

Und jetzt? Es ist noch zu früh, um schon die Beine hochzulegen.
Das Schlechtwettergespenst sitzt mir im Nacken, ich will heute echt vorankommen.
Ich nehme mir also vor an ELOWYN weiterzuarbeiten und mache mich auf den Weg zurück in die Marina.
Im Einfahrtsbereich treffe ich Alex auf seiner „Katzenhausbaustelle“ – er scheint in großer Not, denn er winkt mich heran.
„All´ das teure Werkzeug liegt hier rum und ich muss kurz zum Baumarkt, kannst Du Wache schieben?“
Klar kann ich! Ich übernehme also die Überwachung der Baustelle in des Bauherren Abwesenheit und verabsäume es dabei auch nicht, einen kurzen Bericht an Sibylle zu schicken.
Es ist ein anerkennenswerter Wahnsinn, den das „A-Team“ da betreibt – aber die Beiden wissen eben, was Empathie ist und beschränken diese nicht nur auf den Menschen.


Wenn das Gebäude fertig ist, werde ich ein Bild nachreichen, denn die Details wie Fenster und Luken sind wirklich witzig!
Ich hoffe, dass man für so etwas nicht schon eine Baugenehmigung braucht.
Alex kehrt zurück und ich verabschiede mich. Auch meine Pflicht ruft, wir sehen uns ohnehin später wieder.
Ich muss gar nicht erst zu NESSAJA, ich habe zur Zeit wieder alle benötigten Werkzeuge im Kofferraum und kann nahtlos an die Arbeit vom Vormittag anknüpfen.
Das Schleifen der Schnittstellen, sowie das gleichzeitige Vorbereiten für die Neuinstallation stehen am Programm.


Naja, soweit waren wir ja schonmal. Vielleicht fällt es euch auf – die Löcher sind schon frei!
Auch das Überschleifen der Reparaturstelle ging mit dem großen Stanley „FatMax“ Exzenterschleifer so gut von der Hand, dass ich immer noch nicht willens war, die Baustelle zu beenden.
So habe ich innen noch die Schläuche gelöst und die abgeschnittenen Fragmente von außen nach innen durchgeschlagen.
Das hört sich martialisch an, ist aber die schnellste Möglichkeit die alten Sets auszubauen.
Nachdem ich keine Möglichkeit sah, die undichten Ventile von den eigentlich guten Durchbrüchen zu trennen, war dies der einzig vernünftige, weil schnellste Weg.
Jetzt war der Tag vorbei, ich räume die Baustelle auf und ziehe mich auf NESSAJA zurück.
Frisch machen und aufwärmen ist angesagt, dazu bleibt noch Zeit für eine Runde „Duolingo“ bevor ich zum Dinner gehe.


Beim genaueren Hinsehen zeigt der Rückblick der Lernapp aber auch auf, dass ich fast 60 Stunden gelernt habe.
Dies zwar verteilt auf 105 Tage, trotzdem sind das rund 35 Minuten am Tag.
Ok, um eine Sprache zu lernen muss man Zeit investieren – das rechtfertigt die lange Zeit am Mobiltelefon.
Dennoch ist dieser Gedanke „Stein des Anstoßes“ um über meine Mediennutzung nachzudenken.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, fahre ich ins „SouVLakki“…

Ich komme heute später als sonst vom Essen zurück. Der arbeitsreiche Tag hat meinen Zeitplan um eine Stunde nach hinten geschoben.
Trotzdem fühlt es sich richtig gut an – ein intensiver Tag liegt im Kielwasser, das Projekt „Seeventile nacharbeiten“ ist soweit vorbereitet – hier heißt es jetzt, auf die Ersatzteile zu warten.
Als nächstes schreibe ich mir den Zusammenbau meiner Rollanlage auf den Plan, aber dazu wird es vor der Schlechtwetterfront nicht mehr kommen – wieder mal war ein „Sidekick“ die Ursache dafür, dass mein ganzer Plan durcheinander gewirbelt wird.
Doch eines nach dem anderen…
Heute komme ich nach Hause, bestaune noch einmal den Vollmond und sehe mir dann noch eine Folge „mare TV“ aus der Mediathek an, dann ist Schlafenszeit.

Vor zwei Tagen hat mich eine Nachricht von Ewa erreicht, sie wollte ihren Motor zusammenbauen, hat es aber nicht gekonnt. Ich müsse helfen.
Wie ich schon geschrieben hatte, respektiere ich die Bemühungen der emsigen Frau um ihren Motor und versuche immer mit Rat zu unterstützen, aber daraus leitet sich nicht automatisch die Tat ab.
Zudem „muss“ ich gar nichts!
Ich übe mich also im „Nein sagen“ und weise das erstmal von mir.
Tags darauf meldet sie sich abermals und ich bilde mir ein, dass die Sprachnachricht den Tränen nah war – vielleicht hat sie mich auch ausgetrickst – aber ich konnte nicht anders, ich musste sie unterstützen.
Also finde ich mich pünktlich um 10.00 Uhr auf ihrem kleinen Kat ein und lege los.
Wir sind recht schnell und können nach rund drei Stunden Vollzug melden – der Jockel läuft wieder und ich habe mir echt geduldig Zeit genommen und ihr alle Handgriffe erklärt – sie WILL lernen und das finde ich echt toll!
Weil der Tag jung war, ließ ich mich zu einem Kaffee einladen und wir haben zum ersten Mal seit sehr langer Zeit ein sehr interessantes Gespräch abseits der Bootsthemen gehabt.
Sie hat an diesem Tag bei mir gepunktet!
Zum Abschied drückt sie mir noch ein Geschenk als „Dankeschön“ in die Hand. Nicht der Grund für mein Tun, gefreut habe ich mich allemal.

Der Nachmittag verplätschert wie erwartet. Erst schreibe ich ein paarmal mit Ben hin und her, wir müssen noch die „Bezahlung“ für den neu-gebrauchten Einbausatz für ELOWYNs Loggegeber festlegen.
Die Regelung ist rasch gefunden und so fair, dass ich für den heutigen Abend eine Einladung zum Pizzaessen ausspreche.
Die Crew der DONNA nimmt an und somit haben wir heute Abend ein Date.
Kaum habe ich mich sortiert – BIMM – „…hast Du noch die TESA Power Strips die Du angeboten hattest? Ich bräuchte sie doch und würde sie holen!“
Alex ist ebenfalls am Werken und wir helfen uns gegenseitig aus, wann immer es geht.
Klar hab´ ich die Dinger noch, ich muss sie nur erst herauskramen. Also tauche ich ab in meine Werkzeugkisten und krame die klebrigen Schätze hervor.


„Hy Alex, kannst gerne welche haben, wieviele brauchst denn?“ höre ich mich fragen.
Die Antwort kommt unverblümt – „…och, dann nehm´ ich sie ALLE!“
Ok! Dann halt…
Ich gehe mal davon aus, dass ich jetzt nicht akut einen TESA Power Strip brauche – ansonsten muss ich Sibylle in Deutschland zum Baumarkt schicken 😉 !
Weil der Freund aus Landshut grad zugegen war, frage ich auch ihn – „…ich geh´ heute Pizzaessen mit DONNA. Seid ihr dabei?“
Klar sind sie dabei – und tschengpeng sind wir eine sehr nette, illustere Runde. Treffen um 19.00 Uhr im „La Nostra“!

Die Pizza war gut wie immer und ich habe die Gesellschaft der Vier wirklich genossen.
Die beiden Crews sind so alt wie meine Kinder – teilweise spürbar jünger – und nehmen mich alten Sack trotzdem immer mit.
Ich habe sogar das Gefühl wir profitieren von der gegenseitigen Gesellschaft und Hilfe – ich genieße diese Community wirklich sehr, sie eröffnet völlig neue Perspektiven!
Die ersten Tage laufen also gut an, ich fühle mich wieder im Flow und schaffe was. Auch wenn „Baby´s Rückkehr“ aus der Headline natürlich der Leitgedanke ist – dies außen vor gelassen, lässt der heutige Tag das Resümee zu, dass alles gut ist – „It´s alright…“!
So kann es weitergehen – wenn nicht für heute Nacht das Eintreffen der Sturmfront angesagt wäre…
Es klopft an NESSAJAs Gangway. Der Marinero kommt und bringt ein Paket.
Zur Zeit sind einige Pakete für mich auf der Reise, ich tracke sie täglich.
Dieses habe ich erwartet, dabei aber nicht geahnt, dass es schon da ist – es kommt von Tina & Volker, man wünscht eine schöne Vorweihnachtszeit und schonmal ein frohes Fest.



Ich verleihe meiner Freude Ausdruck und schreibe in unsere gemeinsame WhatsApp Gruppe, dass „…mein Dank unendlich ist und dass ich mir gleich einen der begehrten Taler zum Kaffee gönnen werde!“
Natürlich ist Sibylle auch Mitglied der Gruppe, liest meine Post und bedankt sich ebenfalls.
Derweil ist mein Kaffee fertig und ich labe mich an den fränkischen Spezialitäten.
Auch davon stelle ich nochmal ein Bild in die Gruppe – mit einer weiteren Dankesbekundung 😉 !

Meine Frau, welche ja derzeit im Epizentrum der Weihnachtsmärkte sitzt und somit jederzeit Lebenkuchen im Überfluss kaufen kann – diese meine Gattin also, ist sich nicht zu schade, mich über Ländergrenzen hinweg zu ermahnen…
„Du isst die jetzt aber nicht alle auf!?“
Ha, ich sitze aber hier – mit all den tollen Köstlichkeiten! Ich bin der Hüter des Grals.
„Ich? Niemals!“ beschwöre ich…

Genug Spaß gehabt – jetzt ist Schluss mit lustig, ich muss noch was tun!
Daraus wird aber leider nix – denn während ich mir überlege, wie ich den heutigen Tag noch einmal sinnvoll ausfüllen könnte, legt der vorhergesagt Sturm auch schon los.
Er kommt in Begleitung eines Gewitters und einer richtig heftigen Regenfront – jetzt heißt es „Luken dicht“ und verbarrikadieren.
Heute ist kein Tag mehr, um Arbeiten im Freien zu verrichten.

Der Wind kann was! Ich habe ja schon öfter Bilder von meiner Windanzeige geteilt – ich möchte diese kurz für die Nichtsegeler interpretieren.
Viele Anzeigen sind irrelevant. Einfach weil sie sehr ins Detail gehen, darüber hinaus aber auch, weil sie immer einen Abgleich des scheinbaren und wahren Windes machen.
Dies ist aber nur relevant, wenn man unterwegs ist.
Statisch im Hafen ist der wahre Wind messbar und relevant.
Meine Station zeigt immer die letzten 10 Minuten auf, das ist der Graph. Der Windpeak der letzten 10 Minuten wird außerdem geschrieben – erkennbar im unteren Kreis.
Es waren also Böen mit einer Windgeschwindigkeit von 64 Knoten (kts / kt) messbar.
Im oberen Kreis ist die aktuelle Windgeschwindigkeit zu lesen – immer in Knoten, dieser Wert ist nahezu zu verdoppeln um km/h zu erhalten.
Im Moment haben wir also knapp 20kts, das sind rund Bft5 oder 38km/h.
Die Windrichtungen sind aus sicherheitsrelevanter Betrachtung an meinem Platz eher untergeordnet wichtig.
Soweit der kurze Ausflug in diese Materie…
Dazu kommt der schon erwähnte, kräftige, prasselnde Regenguss!


Bis auf die bekannte Problemstelle aufgrund unserer Undichtigkeit im Deck, sind alle weiteren Fenster und Luken dicht, ich muss mich nicht ärgern und auch nicht gegen Wassertropfen kämpfen.
Ich teile die Ist-Situation mit Sibylle und klage ihr mein Leid. Bei schlechtem Wetter ist es nirgends schön.
Umgekehrt weiß ich natürlich auch, dass die Insel das Wasser braucht.
Es tut der Natur gut und auch meine Olivenbäume und meine Zisterne freuen sich über frisches Regenwasser.
Der Regen hat diesmal einen langen Atem! Sonstkann man sich darauf verlassen, dass er nur ein, zwei Stunden anhält, heute aber geht es über Stunden.
Sibylle macht mir derweil eine lange Nase, denn heute hat sie das Wetterglück!
Es sei zwar kalt, aber immerhin schön und trocken. Die Familie würde nachher auf den Weihnachtsmarkt nach Abensberg fahren um dort, nahe der Hundertwasserhäuser, die Stimmung zu genießen.
Zudem gäbe es „Hirschburger“, die müsse man probieren!
BÄMM! Das sitzt! Da könnte ich glatt neidisch werden…



Zefix, jetzt hat sie mich. Der Hirschburger war der Trumpf der sticht.
Da kann ich nicht mithalten, ich gebe auf und sitze gelackmeiert da.
Hunger habe ich zudem auch – da trifft es sich gut, dass die Himmelsschleusen für einen Augenblick geschlossen sind und mir so die Möglichkeit gegeben ist, zum „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren.
Und ich merke schon beim Essen – diesmal bin ich zweiter Sieger und damit schon erster Verlierer.
Und das, obwohl ich statt dem Leibgericht diesmal einen Seniorenteller mit gefülltem Bifteki bestelle.

Nach dem Essen treibt mich die Neugierde um. Ich gehe die paar Schritte zum Kino und schau´ mir das Plakat im Aushang an.
Ein Gitarrist kommt und bringt den „Rembetiko“ nach Leros. „Gitarre & Gesang“ sagt das Plakat und ich habe Lust, mir das anzusehen.
Ich kenne den Rembetiko, aber was genau ist das eigentlich?
Hier hilft Wikipedia weiter…
„Rembetiko ist die „undergroundmusic“ Griechenlands; entstand in den 1920er Jahren als Musik der Flüchtlinge, der Gescheiterten und Gestrandeten der Gesellschaft vor allem in den Hafenstädten Athen, Piraeus und Thessaloniki – schwungvoll und provokativ wie der Tango, schwermütig und traurig wie der Fado.“

Weil ich grad da war, werfe ich noch einen Blick ins „Persiana“. Dies hat den Betreiber gewechselt und es interessiert mich, was angeboten wird.
Ich bin überrascht, denn eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Ok, es ist renoviert worden, man begrüßt mich herzlich, aber das Angebot ist in etwa gleich.
Die Preise sind etwas angehoben worden. Ich ahne fast, dass die kleine Taverne das bleibt, was sie für uns immer war – eine gerne genommene Alternative, die eine schmale Nische bedient.
Klar werden wir das mal probieren! Leider habe ich vergessen nachzusehen, ob es immer noch die Bierspezialitäten gibt – einmal im Jahr ein Pint Guinness war schon ein herrliches, wenn auch sehr teures Vergnügen.

Der nächste Regenguss droht, ich geh´ wieder heim und hau´ mich auf die Couch.
Ich mag es nach Hause zu kommen! Ich mag die paar Meter Fahrt durch die nächtliche, verlassene Marina und auch die paar Schritte über den Steg.
Ich freue mich, dass „mein“ Steg nicht verwaist ist und ich zwei Nachbarn habe.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die BORN TO LIVE weihnachtlich geschmückt ist, es ist einfach ein nettes, angenehmes Nachhausekommen.
Zumal, mag ich einfach diese Stimmung – Nacht, Wolkenberge und das alles ausgeleuchtet durch einen immer noch recht vollen Mond.

Tatsächlich geht es wieder los, der Regen prasselt auf´s Kajütdach, die Heizung läuft – es ist gemütlich bei mir, hyggelig eben – haben die Griechen auch ein Wort für hyggelig???
Heute eröffne ich die Fernsehsaison mit einer ersten Folge „Inspector Barnaby“. Für mich ein klares Zeichen, dass der Winter angekommen ist.
Einzig die kurze Hose ist jetzt noch eine Reminiszenz an die warmen Sommertage!

Kein Ende in Sicht – am nächsten Morgen werde ich von den Schiffsbewegungen aufgeweckt.
Dafür, dass ich in einem der sichersten Häfen der Ägäis liege, ist dies schon bemerkenswert – NESSAJA schaukelt ordentlich und zerrt an ihren Festmachern.
Ich bin unbesorgt, denn ich dämpfe im Winter mit vier kräftigen Federn ab und habe alle Festmacher in doppelter Ausführung – solange die Muring am Bug hält, bin ich sicher.

Es war noch recht früh. Ich mache mir einen Kaffee und sitze auf meinem Platz im Salon – mir ist fad.
Draußen ist es dunkel, der Wind pfeift durch die Takelagen der umliegenden Schiffe.
Trotzdem der Regen auf´s Dach prasselt, mache ich einen kurzen Kontrollblick und leere mein Dinghy aus, dann gehe ich zurück ins Warme, denn die Heizung habe ich bereits kurz nach dem Aufstehen gestartet.
Was tun? Ich kuschle mich noch einmal ins Bett – noch ein bisschen schlummern, nicht mehr.
Mich trifft fast der Schlag, als ich abermals aufwache und final aus dem Bett krieche…

Die Tatsache, dass ich im Winter durchaus länger schlafen kann, lässt mich überlegen, ob Menschen – ich – es nicht den Bären gleichtun könnten und in einen Winterschlaf verfallen können.
Mir würde viel erspart bleiben und ich würde immer Ende März rank und schlank aufwachen.
Ok, es würden auch viele spannende Momente auf der Strecke bleiben…
Na lieber doch nicht!
Caetlin sendet ein Bild aus dem Cockpit der DONNA – „…the entrance of the Lakki-Bay disappeared!“
Wow! Das ist kein Nebel, das sind Wolken und Regen.

Wer jetzt denkt, dass der Wind seine Spitzen vom frühen Morgen nicht halten kann, dem sei erklärt, dass er dies sehr wohl kann!
Ich nehme vorweg, dass dieses Wettergeschehen rund drei Tage anhalten wird. Drei Tage Sturm, starker Regen mit nur kurzen Pausen, drei Tage an denen ich zur Untätigkeit verdammt bin.


Dies sind die richtigen Tage um sich um administrative Tätigkeiten zu kümmern.
Zum Tagwerk gehört es beispielsweise, dass ich meine Pakete tracke. Das ist deshalb wichtig, weil die Marina ja schon im „Ruhemodus“ ist. Viele der Angestellten sind schon im Urlaub, andere sind nur noch stundenweise da.
Trotzdem klappt die Informationskette, ich muss mich nur darum kümmern, dass ich die Sendungen abhole oder zumindest anwesend bin, wenn der Marinero ausliefert.
So kommt heute zum Beispiel das Paket von Jefa aus Dänemark, in der nächsten Schönwetterphase kann ich an ELOWYNs Ruder weiterarbeiten.


Einige Sendungen kann ich nicht überwachen, diese Option habe ich nur, wenn mir die Sendungsnummer bekannt ist.
Wer jetzt denkt, dass ich hier etwas überziehe irrt. Es kommt bei jedem dritten Paket vor, dass man nachlaufen muss.
Nicht falsch verstehen, die kommen alle an – man muss nur manchmal „etwas nachhelfen“.
Diemal trifft es Petra von der STENELLA, welche wohl ein Paket für uns gepackt hat.
Dieses ging zurück an sie, weil die Adresse ohne Hausnummer wohl irritiert hat.
Das wir hier weder Hausnummern noch Straßennamen haben, ist für einen deutschen Postbeamten schier nicht vorstellbar.
Um diese Denkweise zu bedienen, arbeiten wir mit „Fake-Straßennamen“ und der 1 als Hausnummer – dies hatte Petra nicht berücksichtigt, leider.

Wenn ein Paket für mich in Deutschland ANKOMMT, dann bekomme ich von Sibylle immer Rückmeldung ob die Ware auch dem Lieferschein entspricht und ob alles ok ist.
Auch dann kann ich solche Sendungen aus meiner Trackingliste nehmen.
Bei der Reparatur von Booten, sollte die Beschaffung von Ersatzteilen nicht unterschätzt werden.
Recherche und Beschaffung sind Zeitfresser und obwohl Griechenland generell gut versorgt wird und auch Leros nicht von der Außenwelt abgeschnitten ist, kann es immer wieder passieren, dass man auf ein Ersatzteil zwei Wochen warten muss.
Daher ist eine gute Planung die halbe Miete…

So geht ein Tag auch rum – ich versuche tatsächlich diese Tage so zu legen, dass ich sie auf einen Schlechtwettertag lege.
Das klappt nicht immer, aber in dieser Phase des Jahres doch recht gut – so geht keine wertvolle Arbeitszeit verloren und ich kann die Schönwettertage für Arbeiten außen am Schiff nutzen.
Klar, es gibt auch arbeiten innen, die hebe ich mir aber ein wenig auf, denn die wirklich kalten Tage kommen ja auch noch.
Dies auch nochmals als kleine Erinnerung, was Arbeiten auf Zuruf verursachen – ich muss meist eine ganze Woche umplanen…

Übrigens, zum Konzert ins Kino bin ich nicht – ich konnte zwar eine Regenpause nutzen um ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren, habe dann aber beschlossen, den Abend lieber gemütlich zuhause zu verbringen – Ann a hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht 😉 …
Die Chefin hat mich, ich war der einzige Gast an diesem Abend, so mit Süßigkeiten eingedeckt, dass ich faul und zufrieden nach Hause kam und keinerlei Lust hatte um 21.30 Uhr noch einmal wegzufahren.
Ich habe mich hingesetzt und ein wenig genascht und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Ein bisschen tut es mir leid, dass ich mir das reizvolle Konzert habe durch die Lappen gehen lassen, ich hatte einfach an diesem Abend ein zu hohes Trägheitsmoment, das Wetter tat das Seine…
Aber es sollten sich im Laufe des Monats noch einige Gelegenheiten bieten eine Veranstaltung zu besuchen.
Im Dezember ist auf Leros richtig was los.

Nikolaustag! Wie jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Nikolausmütze aufzusetzen und eine Runde zu schwimmen.
Klar – für´s Foto! Einfach um ein paar nette Grüße zu versenden. Aber leider hat der Wettergott kein Einsehen mit mir und lässt die Phase des Mistwetters noch über den Ehrentag des Santa andauern.
In Griechenland hat der Nikolaustag schon Präsenz – alle Nikos haben Namenstag, dieser ist hier ja hoch aufgehängt.
Und da geschätzt ein Drittel aller Griechen Nikos heißt, wird schon auch gefeiert.
ICH NICHT! Mich ärgert das Wetter – ich kündige als Santa und der Bart kommt ab!



Ich muss ein bisschen vor die Türe!
Brigitte und Hans haben mich gebeten, dass ich nach den heftigsten Regenfällen einmal nach ihrem Haus schauen möchte – das mache ich gerne!
Da ich bei der Gelegenheit gleich die eingelagerte Kaffeemaschine mit nach Crithoni nehmen möchte, sehe ich auf einen Sprung bei meiner alten Katikia in Plaka vorbei.
Auch hier eine gute Gelegenheit mal nach dem Rechten zu sehen – es ist aber alles ok!



Von hier aus geht es dann rüber nach Crithoni. Da ich diese Schleife fahre, nehme ich am Weg noch die Gelegenheit wahr, in Agia Marina beim „Navarone“ vorbeizufahren.
Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, ist telefonisch reservieren dort schwierig.
Da die Crew der ANAHITA und ich am Sonntag aber am Brunchbuffet teilnehmen möchten, habe ich mir auf die Liste geschrieben, dort im Vorbeifahren den benötigten Tisch zu reservieren.


Das Wetter ist so beschissen, dass ich heute alle Tabus breche – ich beschließe, dass heute gekocht wird.
Wenn ich zurückkomme, werde ich nicht noch einmal das warme Schiff verlassen.
Heute wird zuhause gekocht und gegessen – dafür muss ich aber noch einkaufen.
Weil ich gerade in Lakki war, habe ich mir auch noch die Großbaustelle am Hafen angesehen – ob die wirklich Ende März abgeschlossen sein wird???

Wieder zuhause mache ich mir es erstmal gemütlich!
Ich melde mich kurz bei Sibylle, denn unsere getrockneten Tomaten sehen nicht mehr vertrauenserweckend aus – doch sie gibt „grünes Licht“.
Ok, ich kann es wagen – ich habe keine hohe Lebensversicherung, es gibt keinen Grund mich zu vergiften, glaube ich…

Tatsächlich waren die Dinger aber noch ganz gut – und in Kombination mit ein paar gerösteten Pinienkernen und etwas Parmesan, waren sie eine Bereicherung für meinen Salat – pimp my food 😉
Völlig klar war, was es zum Salat geben würde. Ich liebe die Cordon Bleu von unserem Hähnchenmetzger.
Er hat drei verschiedene Sorten und es ist fast schon ein Dilemma, sich jedesmal auf´s Neue entscheiden zu müssen.
Hmmm, warum eigentlich entscheiden? Die sind heute ohnehin recht klein, außerdem ist niemand zugegen, der mich schimpfen könnte…
Ich greife zu und lass´ mir von jeder Sorte eines geben!
Dann geht es los…


Ja, war gut – hat echt geschmeckt und war mal was anderes.
ABER – und da kann ich nicht aus meiner Haut, die Rechnung sieht schlecht aus.
Unter dem Eindruck des Abspülens und des Aufräumens der Küche nach dem Essen, setze ich mich hin und zähle meine Quittungen zusammen.
Natürlich bereinige ich um Dinge die man mehrmals verwenden wird.
Ich komme auf 11,60€ – nicht berücksichtigt sind Zutaten, welche im Haus waren und auch nicht meine Getränke.
Nähme ich das kalkulatorisch dazu, käme ich auf rund 14-15.-€.
Da ist die Lücke zu meinen 16,20€ vom gestrigen „SouVLakki“ Besuch nicht mehr groß.
Wenn man jetzt weiterdenkt und die Arbeit nach dem Essen wertet, den Verbrauchsmaterialien Gas, Wasser und Strom auch noch ihren Wert gibt – dann kommt man, wie ich, unweigerlich zum Schluss, dass sich kochen für eine Person kaum rechnet.
Morgen gehe ich wieder essen! 😉
Als ich zu Bett gehe, regnet es immer noch wie aus Kübeln – zumindest heute alles richtig gemacht!

Der neue Morgen, es ist ein Sonntag, lässt zum ersten Mal erahnen, dass das Wetter vermutlich nicht zu einer zweiten Sintflut führen wird.
Wir können die Mobilmachung unserer Archen wieder auf ein Normalniveau herunterfahren und sorglos ins „Navarone“ fahren.
Ihr erinnert euch? Dort hatte ich für heute einen Tisch für das sonntägliche Brunchbuffet bestellt.
Antonia, Alex und ich entern also um Punkt 10.00 Uhr das Lokal – mit knurrenden Mägen.
Es war alles sehr schön angerichtet und hat vorzüglich gemundet – das Buffet ist etwas schmäler als man das von 1a Adressen kennt, aber mit rund 10.-€ pro Person ausgesprochen preiswert.


Alex war begeistert und wir beschließen sofort locker, dass wir vor Weihnachten noch einmal zusammen frühstücken gehen werden.
Dann aber zusammen mit Sibylle…
Der Sonntag war so ein Übergangstag – trocken, aber bewölkt und noch so eine trübe Sonntagsstimmung.
Ich hatte kaum Lust etwas zu tun und habe mir die Zeit etwas mit Griechisch lernen vertrieben.
Heute Abend ist zudem die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lakki. Ich möchte kurz rüberschauen und frage nochmals in unserer WhatsApp Gruppe, ob die anderen auch Lust haben.
Dafür ist es vielleicht hilfreich, wenn man den Facebook Post gleich übersetzt…


Alex liegt im Foodkoma, er sagt für die ANAHITA Crew ab. Sehr zu meiner Freude sagen Caetlin und Ben aber zu und so treffe ich mich am Spätnachmittag mit der DONNA Crew am Weihnachtsmarkt.
Beim Verlassen von NESSAJA zeigt sich schon wieder wie schön die Stimmung hier sein kann. Die nervigen drei Schlechtwettertage sind fast in Vergessenheit geraten.


Wir Drei schlendern über den kleinen, sehr rudimentären und doch sehr fröhlichen und bunten Markt.
Wir klönen ein wenig, gönnen uns einen Glühwein und treffen den ein oder anderen.
Ein bisschen Smalltalk hier, ein wenig Blabla dort – so verfliegt der Abend wie im Nu.
Die Stimmung ist feierlich, auch wenn die Griechen eine gewisse Tendez zum Kitsch haben.
Wir genießen die entspannte Stunde inmitten der Locals.


Nach etwas mehr als einer Stunde, die Höhepunkte waren inzwischen vorbei, haben wir unsere Runde aufgelöst.
Caetlin und Ben wollten zurück auf ihr Schiff und sich etwas kochen.
Mir war, nach dem exorbitanten Frühstück, nach einem kleinen Snack.
Ich ging der Einfachheit halber alleine ins „SouVLakki“…
Auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass wirklich jedes Geschäft für eine nette Dekoration gesorgt hat.
Die Lerianer lieben Weihnachten, aber ohne den ganzen Kommerz – eigentlich ganz schön.
Der Grinch in mir wird nicht geweckt – noch nicht 😉



Ich gehe früh ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier – eine sehr ruhige Nacht.
Der nächste Morgen hält, was er uns allen versprochen hat! Sonne, stahlblauer Himmel und die Temperatur kratzt wieder an der 20°C Marke.
Jetzt einen Humpen Kaffee und dann geht es auf – heute setze ich eines der Großprojekte fort, diesmal an NESSAJA.
Ich treibe die Erneuerung meines stehenden Guts voran, heute montiere ich die Rollanlage meiner Kutterfock und mache diese fertig für die Montage am Mast.
Gedacht – gemacht!


Ich muss zehn Einzelprofile zu einem etwa 14 Meter langen Profilvorstag zusammenschrauben.
Jedes Profil bekommt eine innenliegende Kunststoffführung und es wird das neue Stag eingesetzt.
Alle Verbindungsstücke werden mit Schraubensicherung fixiert – der Hersteller? ELRING – what else?
Ich habe einen kurzen Flashback, fühle mich aber in dieser Rolle mehr als pudelwohl.



Ich fixiere die komplette Einheit am Steg, denn die Montage im Mast wird wohl erst in ein paar Tagen stattfinden.
Es muss ein wind- und regenfreier Tag sein und zudem müssen Alex und / oder Ben Zeit für mich haben.
Damit die Beiden das ein wenig planen können, steuere ich meine Bitte um Hilfe offiziell ein.
Das klingt aufwändig und wenig freundschaftlich, ist es aber nicht! Mit kleinen Handgriffen helfen wir uns immer sofort, aber diese Arbeit wird insgesamt etwa einen halben Tag in Anspruch nehmen, das muss geplant sein!
Was ich für mich fordere, muss den anderen gegenüber selbstverständlich sein.
Ich räume meine Baustelle auf, entsorge übrige Teile und Verpackungsmaterial, dann mache ich mich für´s Dinner fertig.
Weil Montag ist, entscheide ich mich abermals für Marias „Gia Sena“.


Ein guter Tag – ich habe heute mein Tagwerk wieder geschafft, NESSAJA ist fertig für „Stage 2“ ihrer Riggreparatur.
Ich bin zufrieden – it´s alright!
Ich habe einen Lauf, daher schreibe ich mir als nächstes die Ruderreparatur von ELOWYN auf die „ToDo-Liste“.
Nach dem Frühstück breche ich zu einer Besorgungsfahrt auf – es weht ein eisiger, kräftiger Nordwind bei blauem Himmel.
Das Wetter lädt nicht zum arbeiten im Freien, dazu habe ich heute Griechischunterricht und muss noch Hausaufgaben machen und die letzte Stunde rekapitulieren.
Ich nehme mir also Zeit bei meiner Runde…
Zunächst ins HUB und meine Griechischstunden bis heute bezahlen – check!
Dann zu meinem Accountant wegen der E9 Erklärung für mein Haus. Er hatte es „vergessen“, wolle es aber sofort nachholen. Ich möge bitte am Freitag nochmals kommen – Griechenland eben.
Kurz in den Supermarkt, ich brauche Bier und Kaffee – in einem guten Haus, geht das Gute niemals aus.
Last not least, noch auf einen Sprung in den Baumarkt, ein bisschen Verbrauchsmaterial für die Ruderreparatur kaufen.
Geistesblitz!
Hätte ich einen Wagenheber, dann könnten wir die Ruder hydraulisch ablassen und anheben – das Geracker entfiele und ich bräuchte nicht für jeden Lupfer die Hilfe der anderen.
Hmmm, ob Andreas sowas hat???

Naja, ganz doof ist der Gedanke nicht – jetzt hilft mir das Ding bei Montagearbeiten und erleichtert den Job.
Später kann ich den Heber benutzen, um die Winterreifen auf „Klicker“ zu montieren – der Quattro bekommt winterfestes Schuhwerk, wenn ich im Januar nach Deutschland fahre.
Zwei Fliegen mit einer Klappe – für 59.-€! Nix falsch gemacht…
Als ich zurück am Schiff war, klopfte nach kaum 10 Minuten Ben an NESSAJA.
Er war so nett und hat mir, als er selber bei unserem Shop war, mein Paket mitgenommen und bringt es jetzt bis zu mir an Bord.
Ich wusste was drin war, die Sendung war angekündigt – aber auch ohne dieses Wissen war offensichtlich was im Paket enthalten ist.

Offen gesagt, ich wäre manchmal froh, wenn die Lieferanten nicht alle Pakete derart offensichtlich labeln würden.
Manchmal wäre weniger mehr – denn eine gewisse Diebstahlgefahr ist bei Warensendungen schon gegeben und wenn der Inhalt preisgegeben ist, dass steigt das Risiko.
Dies ist bei meinen, eigentlich günstigen Fallen im Wert von rund 900.-€ so, trifft aber noch viel mehr auf den Versand von Elektronikteilen zu.
Na egal, ich schwatze ein bisschen mit Ben, er hat wohl gerade Probleme mit den Ersatzteilen für einen Hydraulikzylinder, dann aber will ich meine Neuanschaffung schonmal begutachten…

Passt perfekt, alles wie erwartet. Die Standardfallen von Gleistein machen einen angenehmen, handigen Eindruck und erscheinen preiswert.
Bei der Erneuerung des stehenden Guts werde ich auch alle Fallen im Mast erneuern – zu einem späteren Zeitpunkt…
Irgendwie war der Tag rum – ich setze mich auf meine vier Buchstaben und beschäftige mich einer Sprache die in einem Buch mit sieben Siegeln geschrieben ist.
Na irgendwie wird es schon – ich breche auf und fahre nach Lakki.

Die Zeit im Kurs vergeht wie im Flug. Ilona ist ja jetzt auch dabei, so hat es sich ergeben, dass sie und Guido sich am Dienstag nach dem Kurs immer mit mir im „SouVLakki“ treffen.
Da am Sonntag nicht mehr wirklich etwas zusammenging, haben auch Antonia und Alex auf Dienstag verlegt – unser neuer „Stammtischtermin“ war geboren.
Wir haben einen netten Abend zusammen, dann verholt jeder auf sein Schiff.
Ab morgen soll das Wetter wieder besser sein, ich mache einen Pakt mit mir selbst – morgen früh geht es los, ohne wenn und aber!
Der neue Tag – Sonne, blauer Himmel! Perfekt! Zwei Kaffee, rein in die Arbeitsklamotten und auf zu ELOWYN!

Ich setze den neuen Wagenheber an und lifte das bleischwere Ruder nach oben – auf die Idee, dass dies eine Arbeit für zwei oder gar drei Leute sein könnte kam ich gar nicht.
Das erste Anheben ging sehr gut von der Hand und ich konnte die neue Manschette gut und rasch einfädeln.
Das Ersatzteil von Jefa passte wie die Faust auf´s Auge.


Obwohl die Lager sowohl unten als auch oben selbstjustierend sind, ist es eine Herausforderung, das obere Lager so zu treffen, dass sich der passgenaue Ruderschaft nicht verklemmt.
Der Schaft muss erst ein paar Zentimeter in die Hülse, bevor sich das Lager ausrichtet – vorher hat man nicht gewonnen.
Zugegeben, ich hatte ein paarmal gedacht, dass ich es geschafft hätte, musste dann aber doch wieder ein, zwei Zentimeter nach unten und durfte von Neuem beginnen.
Insgesamt bin ich bestimmt dreißig Mal die Leiter hoch und runter – immer um zu zielen, nachzujustieren und dann anzuheben.
Irgendwann war mir das Glück hold – etwas Gegendruck – und schwupps glitt der Schaft in die gefettete Buchse (wir sind immer noch bei Jefa Ruderlagern).
Ab jetzt konnte nichts mehr passieren – die drei Sicherungsschrauben setzen und schon hängt das Ruder.


Jetzt beginnt der Zusammenbau, alle Schrauben etwas reinigen und mit mittelfester Schraubensicherung einsetzen.
Ich Brocken muss versuchen durch den Wartungsschacht zu arbeiten. Da hatte ich schon schlechter zugängliche Stellen, aber trotzdem kann ich die komplette Arbeit nur einhändig machen.
Das klappt aber recht gut – dennoch gibt es die ein oder andere kleine Panne.
Ihr kennt das? Wenn eine Schraube runterfällt, dann niemals dorthin, wo man sie einfach aufheben könnte – nein, sie fällt in das Eck, das man mit der Hand nicht erreichen kann!
Zur Orientierung suche ich mit dem Fotoapparat…

Ich kann die Schraube schon herausfischen – aber es kostet halt wieder eine halbe Stunde.
So vergeht der Tag, aber ich komme voran und erkenne am Nachmittag, dass ich dieses Tagwerk wohl schaffen könnte.
Nach weiteren 45 Minuten bin ich fertig. Alles zusammengebaut, alle Schrauben fest und gesichert – das ist die halbe Miete.
Da noch etwas Zeit bis zum Feierabend war, habe ich das Werkzeug von links nach rechts geräumt und schonmal die Scheibe vom Wartungsschacht entfernt.
Morgen geht´s dann auf dieser Seite weiter…

Wie es der Zufall will, erhalte ich just in dieser Sekunde eine Nachricht von Alex.
Er braucht Hilfe, er bekommt seinen Propeller nicht abgezogen – der gekaufte Abzieher reicht nicht aus.
Ich packe also meine Siebesachen und schau am Rückweg gleich bei ANAHITA vorbei.
Auch Ben von der DONNA war schon hier, gemeinsam mustern wir die Situation.

Wir überlegen kurz, die beiden jungen Männer halten ihre Heißluftföns an die Nabe des Dreiflüglers – währenddessen schleicht der graue Wolf schon zu NESSAJA und holt den Gasbrenner.
Keine Lötlampe, einen mobilen Gasbrenner – und der kann was!
Ich heize kurz an – ein kurzer Hammerschlag und zack…
Der Propeller löst sich von der Welle.

Ich will das Thema nicht überreizen, aber manchmal habe ich Spaß am martialischen Handeln – Audi A6 3.0TDI statt Tesla, GS statt E-Scooter, Gasbrenner statt Heißluftfön!
Während Villabajo noch fönt, wird in Villariba schon ein Feierabendbier getrunken! Alex gibt eine Dose aus 😉
Dann heißt es ab nach Hause, schön heiß duschen und dann zum Dinner. Heute bietet der Menüplan Abwechslung – ich wähle das „La Nostra“ und gönne mir eine „Pizza Mario“ nebst Bierbegleitung.



War lecker! Ich nehme mir im Vorbeifahren ein Eis mit und mach´ es mir im Salon gemütlich.
Nachrichten schauen und danach ein oder zwei Folgen „Inspector Barnaby“.
Morgen geht es weiter auf ELOWYN, die kommenden zwei Tage sind für das Steuerbordruder reserviert.
Während ich am Frühstückstisch sitze und hoffe, dass der Kaffee den Weg in mein Blut rasch findet und die Synapsen anknipst, treffen schon drei Nachrichten ein…
Mixalis, der Garagentorlieferant, meldet sich und lässt mich wissen, dass mein Tor angekommen sei.
Er wolle den Einbau planen und mich fragen, wann ich denn Zeit hätte.
Sein Vorschlag – HEUTE!
Äh, nein! Das nenne ich nicht PLANEN, das nennt sich in meinem Vokabular ÜBERFALL!
Ich könnte meinen Plan anpassen und schlage alternativ Freitag, Samstag oder Montag vor.
Wir einigen uns auf Montag – mein Favorit! Ich bekomme also mein Garagentor noch vor Weihnachten – perfekt!
Jetzt aber keine weiteren Verzögerungen, weiter geht´s auf ELOWYN – Rudertage, Teil2!

Das Spiel ist das gleiche – Ruder ablassen, Manschette tauschen und Lager reinigen – dann alles wieder zusammenbauen.
Basierend auf den Erfahrungswerten der bereits ersetzen linken Manschette, kann ich mir die Arbeit etwas erleichtern.
Ich weiß, dass der Keil für den Ruderarm in der Achse verbleiben kann, das war bei der anderen Seite ein Stück Mühe diesen herauszubekommen.
Ich weiß auch, dass es eigentlich reicht, wenn ich das Ruder nur soweit ablasse, dass über der Schaftoberkante ein schmaler Spalt entsteht über den ich die Maschetten tauschen kann.
Ich erhoffte mir so weniger Mühe beim Zusammenbau – leider hat das nur bedingt geklappt.




So weit, so gut! Ich habe also den Teil der Achse, welcher später im Lager sitzt, von Bewuchs und Verunreinigungen gereinigt, das Ganze leicht überschliffen und mit einem wasserfesten PTFE-Fett geschmiert.
Auch die oberen Lager habe ich greinigt und gefettet – alle Lager waren intakt, die sehr kostspielige Erneuerung kann vertagt werden.
Ich war siegessicher! Beim Hochdrücken des Ruders habe ich aufgrund des kleinen Spaltes das obere Lager sofort getroffen und konnte die Achse einpressen.
Plötzlich stockt es – nichts geht mehr! Ich senke wieder ab, das gleiche Spiel wie links bahnt sich an.
Diesmal leider mit mehr Stolpersteinen…
Ich mache wieder einige Versuche, bis mir bei einem das Ruder vom Wagenheber kippt und komplett bis zum Boden abrutscht.
Das war´s – ohne mechanische Hilfe kann ich das Ruder nicht anlupfen, ich kann es nicht mehr heben.
Ich brauche Hilfe und hole Alex – und weil Caetlin und Ben grad da waren, kamen sie gleich mit.
Was soll ich sagen? Selbst zu viert hat uns das rechte Ruder echt geplagt. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, um das Trum an Ort und Stelle zu heben.
Aber irgendwann war es vollbracht und der Schaft war in das Lager gerutscht – Fixierungsschrauben rein – und check!!!

DANKE EUCH! Ich erkenne, dass ich auf der linken Seite wohl Glück hatte, es alleine geschafft zu haben.
Wenn das Glück ausbleibt, dann brauchst Du Freunde – diese waren heute sofort an Ort und Stelle.
Zusammen schaffen wir das 😉 !
Der Ruderausschlag und die Freigängigkeit werden geprüft, einmal 90°links, einmal 90° rechts, alles geht leicht und ohne Widerstand oder Geräusche, perfekt!
Beim 90° Ausschlag kann ich oben auch gleich den Ruderarm montieren, da kommt man gut an die Schrauben.
Der Zusammenbau beginnt…

Ich schaffe den Wechsel der Manschette an einem Tag, nur das neuerliche Verkleben der Scheiben für den Wartungsschacht bleibt offen, das mache ich in Ruhe morgen.
Ich räume meine Baustelle auf und bringe den Müll zur Tonne. Dort steht einer der Skipper und raucht.
Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, er steht vor dem Waschhaus, raucht nicht drinnen und man darf den Platz hier wohl auch als Raucherplatz begreifen, denn es sind Aschenbecher an der Wand angebracht.
Ich hege zwar den Verdacht, dass diese Aschenbecher dem Zweck dienen, dass Raucher nicht mit dem Glimmstengel auf den Topf gehen – wer schonmal die Geruchsmelasse von Kaka und Zigarettenqualm gerochen hat, weiß was ich meine – aber sei´s drum, wenn er halt lieber hier steht zum Qualmen statt dies zuhause zu tun…
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Wie immer gibt es ein kleines ABER…
Als ich fünf Minuten später zum Händewaschen gehe, schwelt es aus dem Aschenbecher und immer wieder kommen kleine Flammen und Rauchschwaden aus dem Behälter.


Ich überlege wirklich einen Moment, ob es sinnvoll wäre, die Marina zu informieren.
Ich entscheide dies nicht zu tun, denn es ist nichts wirklich Brennbares im Umfeld und der Kasten wird es überleben.
Außerdem meine ich, dass Zigarettenkippen ohnehin nicht „richtig“ brennen.
Einer der Arbeiter kommt hinzu, er hat gerade einen Freddo in der Hand.
Er leert diesen und wir schütten einen Becher Wasser in die Box.
Problem pragmatisch gelöst – der glimmende Stengel zeigt aber auf, dass eine nicht komplett ausgedrückte Zigarette Unheil anrichten kann. Es wäre klug, danach zu handeln.
Und nein, es ist mir nicht zu blöd, immer mal wieder dieses Tun anzumahnen, welches umgangssprachlich „denken“ genannt wird. In solchen Fällen hilft KI nicht.
Na egal, für mich ist Feierabend, ich gehe zurück auf NESSAJA und faullenze ein wenig.
Heute Abend ist wieder „SouVLakki“ Tag, aber zur Abwechslung kommen Bifteki auf den Teller.
Obwohl ich früher fahre, ist es schon fast dunkel.



An diesem Bild sieht man schon, was für die Tage nach Sibylles Ankunft recht weit oben auf der „ToDo-Liste“ steht und es ist NICHT Bier trinken!
Neben der Organisation rund um den Garagentoreinbau MÜSSEN meine Haare mal wieder geschnitten werden.
Ich bin jetzt knapp unter meiner früheren Alltagslänge, habe aber nach der Umstellung auf den „Greek-Style“ sowohl Haargel als auch Haarbürste weggeschmissen.
Ich sehe aus wie ein Hobbit – die Haare müssen alsbald weg!
Neuer Tag, neues Glück.
Heute habe ich eine erfreulich kurze Aufgabenliste – beim Kaffee ein paar Nachrichten verschicken, dann das Arbeitsmaterial für das Verkleben der Plexischeiben herrichten und ab zu ELOWYN.

Mir fällt auf, dass alle drei Scheiben kleine Sprünge an den Schraubenlöchern haben.
Das ist kein Problem und funktional nicht wichtig – aber es zeigt, wie sehr das Schiff doch arbeitet wenn es unter Segeln beansprucht wird.
Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dies nicht bei der Montage passiert ist. Es macht wohl Sinn, dies zumindest im Auge zu behalten.
Ich mache mich an die Arbeit und klebe eine Scheibe nach der anderen ein, alles geht wie erwartet problemlos und ich kann nach rund einer Stunde Vollzug melden.

Fertig! Der Punkt „Abdichtung Ruderschaft beidseitig“ kann von meiner Liste genommen werden.
Ich klariere ELOWYN, denn ich möchte hier zunächst kurz pausieren. Das nächste Projekt sind die Rumpfdurchbrüche, diese bringt Sibylle mit.
Jetzt geht es an NESSAJA weiter, der Wind macht eine Pause und ich habe Ben und Alex gefragt, ob sie mir morgen helfen wollen die angelieferten Stagen zu montieren.
Ein letzter Kontrollblick zu ELOWYN, alles sieht gut aus – ich ziehe zufrieden ab.

Heute mache ich mir einen netten Nachmittag – vielleicht mal wieder ein Eis und einen Espresso bei Sonnenschein???
Soweit die Idee – aber ihr wisst ja, obwohl ich es lange nicht mehr erwähnt habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist…
Denn erstens kommt es meist anders und zweitens als man denkt!

Ben schreibt in unsere Gruppe, dass er HEUTE schon Zeit hätte mit meinem Rigg zu beginnen – wie könnte ich da Nein sagen?
Diese Arbeit ist mir sehr wichtig, denn ich will „Stage 2“ noch anstoßen, bevor alle Firmen aufgrund der Feiertage schließen.
Minimumziel ist also, das Genua-Vorstag noch nach Athen zum Rigger zu schicken.
Für diese Arbeiten muss das Wetter passen – kein Regen, kein zu kräftiger Wind, nicht zu kalt.
Zudem müssen entweder Ben oder Alex, besser beide, Zeit haben.
Bens Angebot ist also eines von der Sorte, die man gar nicht ablehnen KANN!

Also sage ich sofort zu – und habe somit heute Nachmittag schon was vor!
Meinen Nachmittagskaffee nehme ich mit an Deck und bereite schonmal alles vor.
Werkzeug, Winschkurbeln? Alles da! Auch „der Gerät“, Hans Peters Milwaukee, darf wieder ran.
Dieses Mal entscheidet sich auch Ben für die bequeme Art der Mastbegehung – die Aufzugfahrt!
Schaffen wir es alleine? Nein, eine weitere Person wäre schon hilfreich.
Ich würde Alex fragen und laufe rasch zu ANAHITA.
Als ich erkläre um was es geht, kommen auch Caetlin und Guido sofort zum Unterstützen mit.
In solchen Augenblicken bekommt man zurück, was man bereit war zu geben!
Wir waren viele Hände…
Es geht los! Ich ziehe Ben mit Hilfe des Milwaukee bis zum Anschalgpunkt des Babystay – dieses zu montieren ist rasch erledigt.
Während er schraubt, haben Alex und ich Pause.


Ein bisschen Zeit sich umzusehen hat man immer – dabei fällt mir etwas ganz Eigenartiges auf.
Ich sehe neben unserem Boot etwas im Meer treiben. Zunächst denke ich an eine Plastiktüte oder ein Stück Folie.
Doch je genauer ich hinsehe, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass es sich um irgendein Lebewesen handelt.
Irgendeine Qualle oder ein anderer Organismus.
Ich bin überfragt – aber das Ding ist groß, bestimmt 70cm.
Naja, dann gibt es jetzt eben neben großen Barracudas und Feuerfischen auch undefinierbare Tiefseequallen in unserer Marina.

Während ich diese Zeilen tippe, wird meine Neugierde so groß, dass ich mit Hilfe von Google Lens herausfinden will, was Alex und ich da gespottet haben.
Siehe da – die KI klärt auf…
„Die Feuerwalze (Pyrosoma) ist eine Gattung pelagischer Meerestiere, die als riesige, biolumineszierende Röhren oder Glocken aus Tausenden von Einzelorganismen bestehen und im Meer schwimmen, oft in wärmeren Gewässern, wobei ihr Leuchten und ihre Größe (bis zu 10 Meter!) sie zu einem Meeresrätsel machen. Sie bewegen sich durch Wasserfluss, filtern Plankton und spielen eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf, wenn sie absinken“
Ok, man lernt nie aus – und warum schwimmt DAS neben meinem Schiff – und ist ES gefährlich???
Egal – Ben holt uns zurück ins Hier und Jetzt, er will ganz nach oben gezogen werden.
Ich könne derweil das Babystay an Deck anschlagen und vorspannen.


Ich kann sofort zum Achterstag gehen, auch das ist oben schon fest und wartet darauf, dass wir es unten fixieren.
Das haut leider nicht hin! Irgendwas ist ja immer! Die Experten aus Athen haben leider einen Minifehler eingebaut und ein 16mm Toggle montiert.
Es war aber ein 14mm Toggle am alten Stag – das klingt zunächst nicht nach einem Problem, eher nach Sicherheitsgewinn, aber der neue Bolzen passt nicht mehr durch´s Loch.
Da ein 16,5er Bohrer auch nicht überall rumliegt, muss ich das auf morgen vertagen.
Jetzt hängt Ben im Mast, jetzt muss es an Deck weitergehen!
Als nächstes hängen wir das innere Vorstag der Kutterfock ein – dafür ziehen wir sie vom Ponton aus hoch.
Ben befestigt sie oben, Alex und ich machen die Decksarbeit.


Der nächste Schritt ist die Herausforderung des Tages – nachdem die kleine, innere Rollanlage montiert war und der Mast somit von vorne zusätzlich verspannt ist, kann die große Rollanlage der Genua abmontiert werden.
Das gleiche Spiel, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ben löst den Bolzen im Top, ich liege an Deck um den Bolzen an der Rollrefftrommel herauszunehmen.
Guido war der Mann am Arbeitsfall, Alex für das Herumreichen von Werkzeugen und Materialien zuständig.
Caetlin hat im Cockpit beide Fallen bedient und Ben je nach Bedarf etwas nach oben oder unten gefahren.

Eine zweite kleine Panne – es ist nicht so, dass alle Stagen lose baumeln, wenn einmal der Zug aus dem Rigg ist.
Auf einem 17 Meter langen Stahlseil ist alleine durch das Gewicht ein ordentlicher Zug.
Klar dürfte auch sein, dass Bolzen nach 25 Jahren nicht einfach mit den Fingern herauszuziehen sind.
Ein paar leichte Hammerschläge tun Not!
Dabei fliegt der Sicherungsbolzen an der Rollrefftrommel unkontrolliert aus seinem Loch und an Deck.
Gaaaaanz langsam fängt er an zu kullern – ich habe die Rollanlage in der einen Hand, in der anderen einen Hammer.
Alex hält das Profil und kann mit der anderen Hand nicht einfach über mich drüber langen.
Was passiert? Kullerkullerkuller – plopp! Weg isser, der verfitzmaledeite Bolzen. Kurze Stille, dann müssen Alex und ich herzhaft Lachen ob der skurillen Situation.

Vier Augen glotzen auf einen Bolzen, der in Zeitlupe über Deck kullert und ins Wasser fällt, things happen…
Wir müssen uns wieder konzentrieren, es ist keine Zeit dem Bolzen nachzutrauern!
Naja, ich hab´ noch welche und ordere zusätzlich beim Rigger noch einen neuen dazu – der Verlust ist verschmerzbar.
Egal, jetzt lassen wir das große Vorstag kommen – wir seilen es ab und führen es auf den Ponton.



Hat besser geklappt als erwartet! WIE wir es machen war uns klar – der Weg würde der geleiche wie bei der kleinen Anlage sein.
Gegeben durch die Tatsache, dass das große Profil steifer ist, ging das Abseilen der etwas längeren und schwereren Anlage eigentlich einfacher als bei der kleineren.
Hier war uns das Glück wirklich hold!
Am Licht erkennt ihr – wir haben es gerade so geschafft! Wir lassen Ben nach rund zwei Stunden ab, oben am Mast ist alles safe und schon zu 100% sicher und fixiert. Alle Splinte sind an Ort und Stelle, alles ist gesichert.
An Deck werden noch keine Splinte gesetzt, hier erfolgt noch Einstellarbeit.
Geschafft! Unglaublich! Darauf ein Bier!
Ich spreche eine Einladung zu Pizza und Bier aus – um 19.00 Uhr im „La Nostra“.
Dann verlassen die Freunde NESSAJA und mache erstmal „klar Schiff“.


Ich bin erst nach 18.00 Uhr komplett fertig. Es geht noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle, dann treffen wir uns schon bei „Klicker“ um mit ihm gemeinsam zur Pizzeria zu fahren.
Ein toller und in so vielerlei Hinsicht gelungener Tag findet sein Finale in einem gemeinsamen Dinner – das Leben ist schön, it´s alright!

Gääääähn, ich bin irgendwie wach, aber noch lange nicht ausgeschlafen. Trotzdem stehe ich auf und versuche mit einem Humpen Kaffee meine Lebensgeister zu wecken.
Die fehlenden zwei Stunden Schlaf werde ich heute den ganzen Tag über spüren.
Am Plan steht das zerlegen meines Vorstags, ich will unbedingt noch vor Weihnachten den alten Draht verschicken.
Zuvor will ich aber das Befestigungsloch für den Bolzen des Achterstags aufbohren – ich will die Arbeiten von gestern vollumfänglich erledigt wissen.
Also fahre sofort nach Ladenöffnung zu unserem örtlichen Hardwarestore und kaufe einen 16mm Bohrer für Edelstahl, kann ja kein so großes Problem sein…
War es auch nicht!


Hilft nix – es ist die schnellste und unkomplizierteste Art das Problem zu lösen – also habe ich das teuere Ding gekauft.
Weil ich gerade dort war, nahm ich gleich noch große Beilagscheiben und Sicherungssplinte mit, dann hatte ich alles was nötig war, um die Reparatur fachgerecht zu beenden.
Weil ich grad mit dem Auto unterwegs war, habe ich gleich im Haus nach dem Rechten gesehen, meine Stromrechnung abgeholt und ein paar Bedienungsanleitungen verräumt.
Alles ok in Plaka, ich halte mich nicht lang auf…


Ich fahre zurück in die Marina und erledige das erste Arbeitspaket des Tages.
Gestern waren wir unter Zeitdruck, wir haben daher an Deck die Befestigungsbolzen nur gesetzt, nicht aber ordentlich gesichert.
Ich gehe also alle Befestingungspunkte durch, prüfe den Bolzen auf Sitz und montiere mit Anlaufscheibe und Sicherungssplint.
Jetzt sind die Arbeiten an Deck abgeschlossen, nur die Spanner zum Einstellen des Riggs bleiben noch ungesichert.
Offen ist bis hierhin noch die Anpassung des Beschlags für das Achterstag, hier muss das 14er Loch auf 16mm aufgebohrt werden.
Der teure Bohrer kommt zum Einsatz!

Nicht immer kann man auf Leros Qualität kaufen – bei den Bohrern hatte ich bisher aber immer Glück.
So auch heute! Das 16mm Monster beißt sich durch das Edelstahl und weitet das bestehende Loch als wäre es nichts.
Nach wenigen Minuten habe ich mein passendes Bolzenloch und kann das Achterstag komplettieren.
Danach habe ich einen Termin bei Giorgos` „Boat & Parts“ in Kamara. Eigentlich hat Alex den Termin, aber ich begleite ihn, um den Kontakt herzustellen.
Sein Propeller muss repariert werden und dafür nach Athen versandt werden.
Giorgos hat dafür eine Adresse.
Als wir zurückkommen sind Eirini und Mixalis von der Marina an unserem Steg – irgendwas stimmt nicht.
Das Wasser in der Marina ist generell trüb grün statt blau, in der Ecke, rund um unseren F-Ponton ist das Hafenbecken eher braun.
Wie, braun? Na, Kakabraun halt…

Die Diskussion keimt auf, ob es sich um die Hinterlassenschaften aus einem geöffneten Holdingtank handeln könnte.
Ich glaube das nicht, denn das Zeug stinkt nicht und sinkt auch nicht ab. Alle drei Männer können nichts riechen, Eirini bleibt aber ihrer Aussage treu, dass es nach „Shitty“ riecht.
Spielen ihr die Gedanken einen Streich?
Um das Ausmaß der Verunreinigung zu überblicken, startet Alex die Drohne und macht Luftaufnahmen.


Uns wird aufgrund des Ausmaßes der Verunreinigung schnell klar, dass es sich nicht um einen abgelassenen Tank handeln kann.
Jeder von uns hat Tankvolumen zwischen 50 und 100 Liter – und jeder von uns weiß, wie es aussieht, wenn man den Tank öffnet.
Das sind vielleicht 10% dessen was hier zu sehen ist.
Also entweder hat jemand einen Kubikmeter Fäkalien eingeleitet, oder es ist ganz einfach etwas anderes.
Am Abend war der Spuk verschwunden.
Von der Marina laufen hier keine Leitungen, hier war kein Verdachtsmoment auf einen Rohrbruch – und ob der LKW der Grubenentleerungsfirma vor der Marinaeinfahrt damit in Verbindung gebracht werden kann, das bleibt ein Geheimnis…
Ich mache eine kurze Kaffeepause und überlege, womit ich die zweite Tageshälte rumbringen möchte.
Eigentlich stand das Vorstag am Plan, aber irgendwie fühle ich mich matt, müde, abgekämpft – ich habe keine Lust diese Arbeit heute zu beginnen.
Da fällt mir etwas weniger Herausforderndes ein – ich könnte ja mal versuchsweise EINE der neuen Fallen einziehen.
Eine tanzt aus der Reihe – 10mm statt 12mm, hinten im Mast statt vorne, namentlich kein Fall sondern die Dirk.
Mit der fange ich an, ich mache Nadel und Faden einsatzklar.

Wofür das? Nun, ich ziehe mit der alten Dirk die neue Leine nach oben, dann durch den Mast, anschließend durch die Rollen und Klemmen.
Um eine stabile, aber flexible Verbindung zu schaffen, werden die Leinen „Stoß an Stoß“ zusammengenäht und einmal mit Isolierband fixiert.
Klappt hervorragend – mit kleinen Hindernissen…
Zunächst muss ich die 47 Meter lange Leine einmal komplett ausrollen, so dass sie schön liegt und keine Kinken bildet.
Dann – und das ist wirklich wahr, bläst der Wind die baumelnde Leine zweimal exakt zum Windgenerator, welcher sich das Ende zielsicher holt.

Nachdem ich die Turbine befreit und vorübergehend gestoppt hatte, stand einer erfolgreichen Installation aber nichts mehr im Wege, die Leine ließ sich einfach und pannenfrei einziehen.
Jetzt bin ich hinter dem Mast quasi fertig! Achterstag montiert, Dirk erneuert – im nächsten Schritt vorne, dann die Seiten.
Aber bis hierhin bin ich vollauf zufrieden – it´s alright!

Das reicht mir für heute. Ich hänge echt ein bisschen in den Seilen und will mich ausruhen.
Ein bisschen Duolingo lernen und etwas auf der Couch lümmeln, vorher vielleicht noch heiß duschen.
Aber vorher heißt es, das Deck zu klarieren – die alten Fallen hebe ich vorläufig auf, die werden später gebraucht, um den Mast seitlich zu fixieren.

Ich setze alle ideen in die Tat um – auf einmal überkommt mich ein Bärenhunger, mir war ganz flau im Magen.
Nun, ich hatte heute ja auch noch nichts gegessen.
Wie gerne hätte ich mal wieder Nudeln – wie ein hungriger Wolf durchstöbere ich unsere Küchenschränke…
Und siehe da, Nudeln und ein Ricotta-Pesto, das kommt wie gerufen.
Ich zögere keine Sekunde ob des Spülens und befeuere meinen Herd. Die Nudeln müssen jetzt sein, ohne wenn und aber.

Eigentlich war es unvernünftig, denn ich hatte schon mit Alex verabredet, dass wir heute etwas aus dem „Gia Sena“ holen.
Antonia wird dort nicht recht fündig, er möchte sie aber nicht alleine zuhause lassen.
Mir ist´s wurscht, außerdem stelle ich mir zuhause essen auch gemütlicher vor, als in der Taverne.
Egal, ich hatte Nudel-Heißhunger und bis zu unserem Food-Transport ist es ja noch knapp zwei Stunden hin.
Das spätere Essen war übrigens gut wie immer, ich muss aber sagen, dass „Take away Food“ nicht halb so gemütlich ist wie erwartet – irgendwie fühlt es sich kommisch an…

Klar, ich könnt das Essen auch auf einen Teller „verklappen“ – aber ganz ehrlich, wäre das dann schöner???
Der Wille war durchaus da, der Teller steht ja noch auf der Bank, aber zum Einsatz kam er nicht.
Da siegt der Pragmatiker in mir – von den Nudeln habe ich den Topf und einen Löffel zu spülen, vom Dinner eine Gabel, dazu bin ich noch bereit, mehr aber nicht!
Ich freue mich – und das sage ich mit allem gebührenden Respekt vor der Arbeit – ich freue mich, wenn Sibylle wieder für uns kocht.
Sonntag! Der Tag des Herrn – heute kommt Sibylle zurück!
It´s alright, Baby´s coming back!
Kein Grund für mich zu rasten, ich will beginnen die Genua-Rollanlage zu zerlegen – mal sehen wie weit ich komme.
Nach dem Kaffee bereite ich meinen „Arbeitsplatz“ am Ponton vor…

Ich habe tatsächlich mit den Facnor Furlern keine große Erfahrung. Der, den wir letztes Jahr instandgesetzt hatten, war einer von Seldén.
Was mich tatsächlich überrascht ist, dass die Anlagen technisch völlig unterschiedlich aufgebaut sind.
Ich weiß wohl, um kleine Schwachstellen der Facnor, aber die Montagefreundlichkeit ist ungleich größer.
Ich erhoffe mir daher keine wirklich großen Probleme – die Herausforderung die bleibt, ist die Dimension des Teils.
Die Anlage ist rund 17 Meter lang, ich muss mich also am ganzen Steg ausbreiten.
Dummerweise muss ich die ganze Arbeit im knien verrichten, das spüre ich fürchertlich im Rücken – ich bin eben keine 30 mehr.
Packen wir es an…

Der Spanner hat nicht nur den Vorteil der Einstellbarkeit – er erspart mir auch die fummelige und aus meiner Sicht aufwändige Montage des „Sta-Lock“ Terminals.
Bei meiner Facnor kann man das Stag ausbauen ohne es abzuschneiden oder ohne ein Terminal abzubauen! I like it!
Das Stag war noch ok, aber man sieht ihm das Alter an. Insofern bin ich mit der für den Verkauf geforderten Zusatzarbeit inzwischen im Reinen.
Es war sicher nicht komplett für die Katz´!

Die Arbeit war im Prinzip eher einfach. Dennoch konnte ich nicht hoffen, dass bei 40 kleinen Schrauben, welche seit 25 Jahren montiert sind, nicht zumindest eine Probleme bereiten würde.
So kam es auch – zwei der kleinen Teufelchen plagten mich ein wenig, eine konnte ich schadlos ausbohren, eine zweite ist letztlich abgerissen.
Dies aber an einer Stelle, die man leicht handeln kann.
Ich werde den Schraubenstummel die nächsten Tage bei Giorgos in der Werkstatt ausbohren.

Etwas Zeit haben mich auch diese kleinen Plastik-Führungsteile im Aluminiumprofil gekostet.
Ich musste erst eine Möglichkeit erdenken, wie ich diese aus dem Rohr bekomme – das hat dann irgendwann sehr gut funktioniert, aber zwei haben sich etwas betteln lassen.
Dies blieb ohne Konsequenz, hat aber summa summarum wohl knapp eine Stunde gekostet.
Trotzdem kam ich rasch voran und hatte zur Mittagszeit, also nach knapp drei Stunden, schon über die Hälfte der Anlage zerlegt.


Nach weiteren knappen zwei Stunden war es geschafft! Ok, fünf Stunden ist keine Rekordzeit, aber unter den gegebenen Umständen, mit Werkzeugsuche und dem Aufräumen der Teile ins Auto, ist es eine akzeptable Zeit.
Und weil ich gerade so „in full swing“ war, habe ich beschlossen, die Teile umgehend hoch nach Plaka zu fahren.
Das Zeug ist sperrig und ich will Platz im Auto haben – in der Garage liegen die Teile gut, hier habe ich genug Stauraum.

Wow, trotz der relativ langen Arbeitszeit – ich hatte früh begonnen – war noch Tag übrig.
Ich besinne mich darauf, dass es Sonntag ist, das Thermometer in „Klicker“ zeigt 18°C und die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel.
Ich denke an ein Eis. Ein Eis und einen doppelten Espresso – bei „Repapis“ in der Sonne…
Am Rückweg komme ich am „La Palma“ Café vorbei und meine Gedanken überschlagen sich.
Mein Kopf sagt immer noch EIS, aber mein Herz gehört heute dem Gedanken an einen Ouzo mit Meze in der Sonne.
Es ist 14.30 Uhr und ich habe noch nicht gefrühstückt – es wird also Zeit 😉 !

Eine halbe Stunde sitze ich da, in mich gekehrt und genieße „meine Insel“ im Winter. Diese herrliche Ruhe.
Just in diesem Augenblick setzt sich ein Paar an den Tisch neben mich – alle Tische frei, der neben mir wird besetzt – Murphy´s Law.
Als ob das nicht reicht, gesellt sich ein zweites Paar dazu und es startet ein lautstarkes Palaver in nichtgriechischer Sprache – eine der Damen wurde immer mit „Alora“ angesprochen…
Es wird gestikuliert, diskutiert und gepafft – alles statthaft, es nervt mich aber trotzdem.
Ich hielt es bis zu diesem Moment eher wie Loriot – „…ich wollte einfach nur hier sitzen!“, da ich meinen Ouzo aber schon geleert hatte, zog ich es vor zu gehen.
Mein Kopf meldet sich nochmals zu Wort und fragt, ob denn das Herz jetzt zufrieden sei. Ich bejahe und mein Kopf übernimmt wieder die Herrschaft.
Warum immer entscheiden? Warum ODER wenn doch UND auch eine Option wäre.
Sibylle trinkt keinen Alkohol mehr, das rechtfertigt den Ouzo umso mehr, aber was, wenn sie auch kein Eis mehr isst?
Der Kopf gewinnt, ich gehe noch zu „Repapis“ und schlemme dort ein Eis – in der Sonne, alleine, in Ruhe!
Ein letztes Mal muss ich noch ran, das alte Stag muss versandfertig verpackt und adressiert werden, dies erledige ich noch, bevor die Sonne untergeht.

Geschafft – jetzt kommt der gemütliche Teil! Ich gehe heiß duschen und hau mich anschließend auf die Couch.
Die Duolingo App ermahnt mich zu lernen, ich soll nicht faul sein.
Na gut, dann halt, investiere ich eine Stunde in meine rudimentären Griechischkenntnisse.
Dann heißt es Warten – „Wir warten auf´s Christkind“ in einer Early-Bird Edition!
Nur, dass das Christkind heute Sibylle heißt – die Fähre kommt um 22.35 Uhr in Agia Marina an, es bietet sich an dort zu essen.
Ich denke, ich werde mal wieder ins „Retro“ gehen…
Der Abend zieht sich wie Kaugummi, ich will nicht vor 20.30 Uhr dort sein, denn sonst müsste ich zu lange warten.
Endlich war es soweit. Ich fuhr auf den öffentlichen Parkplatz von Agia Marina und erwische um 20.49 Uhr den letzten Platz – klar, es war Sonntag.

Schnurstracks gehe ich ins „Retro“, dort waren wir vor ein paar Wochen mit Brigitte und Hans, ein sehr positiver erster Eindruck.
Auch heute ist das Lokal einladend, durch die Fenster sieht man, dass der Laden gut besucht ist.
Ich trete ein und suche mir einen Platz.
Die Dame an der Bar und ein junger Mann, ganz offensichtlich der „Servatoros“ nehmen mich wahr und grüßen freundlich.

Da sitz´ ich nun – der Kellner saust herum, legt Holz im Kamin nach. Unsere Blicke treffen sich, ich nicke freundlich.
Er huscht von dannen, nun offensichtlich hat er noch zu tun. Das Spiel wiederholt sich zweimal, ich sitze nach rund 15 Minuten immer noch unbeachtet da – in einer Stunde kommt Sibylle.
Mein Übermaß an Zeit, welches ich am frühen Abend noch hatte, wird auf einmal knapp.
Selbst wenn der junge Kellner jetzt noch käme, würde die Küche es schaffen mein Essen zeitnah auf den Tisch zu bringen?
In diesem Augenblick kommen fünf junge Mädchen in das Lokal und setzen sich an den Nebentisch.
Keine zwei Minuten später kommt der Bursche der gerne Kellner wäre mit Wasser an deren Tisch, bringt Speisekarten und zeigt sich von seiner charmanten Seite.
Ich bin genervt. Dass ich wahrscheinlich mehr konsumiere als die fünf Mädels zusammen, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen – auch seine Beweggründe verstehe ich, was aber am Ende bleibt ist ein gehörig Maß an Unprofessionalität.
Dafür will ich nicht bezahlen, ich gehe.

Ich mache jetzt vermutlich einen Fehler – statt der Facebook-Werbung von heute zu folgen und im „Metzes“ ein Kokoretsi zu essen, lasse ich mich verleiten, den kürzesten Weg zu nehmen.
Liegt ja auch nahe, das „Navarone“ ist gut, ich mag das Restaurant und man sitzt gemütlich.
Leider war auch hier ein Kellnerlehrling, der zudem kein Wort Englisch sprach. Der Restaurantchef stand hinter ihm und übersetzte für mich.
Ich bekam heute keine Speisekarte, sondern der junge Mann musste mir die Gerichte vorsagen – nur verstand ich kaum.
Beim dritten Gericht verstehe ich „Burger“!
Ich falle ihm ins Wort und bestelle einen Burger und Käsebällchen.
Ich hatte keine Lust auf Speisekarte aufgesagt zu bekommen.

Ok, das Essen, auch der Burger, waren echt gut.
Thema Bier – ich bestelle ein Alfa bei dem Mann, der mich behandelt als kennen wir uns seit Jahren.
Hat er nicht – gut dann ein Mythos, hat er auch nicht.
Fix? Mamos? Nein, leider heute nicht – er hätte Heineken, Stella Artois und Peroni.
Ich frage ihn, ob ich kein griechisches Bier in Griechenland bekomme, er verneint.
Ok, dann eine Cola!
Das kränkt ihn – er überlegt und kommt dann mit dem lokalen Lerosbier „Raven“. Das ist zwar cool, aber nicht mein Geschmack – ich nehme es trotzdem, er war so bemüht.
Inzwischen tickt die Uhr – ich esse und sehe nebenher immer wieder auf meine „Marine Traffic“-App.
Diese zeigt mir wo die Fähre gerade ist.

Als die Fähre Leros zur Hälfte hinter sich gelassen hat, bezahle ich meine Zeche und gehe.
Das „Navarone“ ist gleich am Hafen, ich muss also nicht gehen, um den Platz zu erreichen, an dem sich die Abholer drängen.
Inzwischen ist Chaos, ich gehe etwas auf die Seite und stelle mich zwischen parkende Autos.
Dort sehe ich sehr nette Kleinigkeiten – auf die Idee musst erstmal kommen…

Die Fähre ist im Anflug, sie kommt in wenigen Minuten um die Ecke.
Das Warten hat ein Ende – Sibylle macht sich sicher schon bereit zum Ausstieg, in wenigen Minuten wird sie sich mit dem Strom der Passagiere aus dem Bauch des blauen Riesen drängen.
Das kleine, beschauliche Agia Marina wird dann für etwa eine halbe Stunde zum Zentrum des Wahnsinns.
Ein Drängen und Schieben, Gehupe und ein Stimmengewirr – wohl dem, der schleunigst das Weite suchen kann.
Jetzt kommt die BLUESTAR 2 um die Ecke und biegt in die Hafenbucht ein…


Es kam wie ich es vorausgesehen hatte – doch Sibylle war bei den Ersten und wir haben uns nur kurz begrüßt, wir eilen rasch zum Auto.
Schnell die große Tasche verstauen, Motor an und ab durch die Mitte!
DAS darf man übrigens nicht so wörtlich nehmen – Fußgänger überall, Autos scheren aus Lücken ohne rundum zu schauen und natürlich auch ohne Blinker.
Ist man erstmal aus Agia Marina draußen, dann hat man es geschafft.
Wir fahren ohne Zwischenstop in die Marina, zu NESSAJA und verholen uns nach drinnen.
Ein frischer Wind pfeift uns um die Ohren – Willkommen zurück auf Leros, im Dezember 2025…
Auf dem Schiff ist es warm, Sibylle ist seit zwei Minuten hier und schon mault sie, dass sie es kühler will.
Wir packen die Tasche aus – sie verräumt ihr Zeug und ich sortiere schonmal die mitgebrachten Ersatzteile vor.
Sieht so aus, als könnten die geplanten Arbeiten beginnen 😉 !

Ich bekomme Geschenke! Meine Frau schenkt mir ein Motto-T-Shirt – „…weil es so gut passt! Ich musste es kaufen!“
Freundin Christine hat erfahren, dass man auch bei 18°C frieren kann und strickt dem entgegen – zum T-Shirt gesellen sich farblich passende Wollsocken.
Was würde ich nur ohne die Frauen machen???

Ein Bier geht noch, dann legen wir uns schlafen. Morgen müssen wir Beide früh raus – ich habe einen Termin mit Mixalis, dem Garagentormann, ich soll „zwischen 09.00 Uhr und 09.30 Uhr“ am Haus sein.
Der Plan ist, mein neues Garagentor zu montieren. Inwieweit ich involviert sein werde, wie lange dies dauert oder was überhaupt passiert – das wissen zu diesem Zeitpunkt nur die Götter.
Sibylle wird mich begleiten, denn sie möchte ihren „Breezy“ abholen um schnellstmöglich eigene Mobilität zu haben.
Da wir nichts zum Frühstücken im Haus haben, wollen wir uns vorher noch bei „Mikes“ an einem Sandwich und einem Kaffee laben.
08.57 Uhr – ich parke am Haus, öffne die Garage und montiere die Batterie in Sibylles Scooter.
Sie bleibt noch bis knapp 09.30 Uhr, dann fährt sie einkaufen – ab heute wird wieder gekocht im Hause NESSAJA!
Es ist kurz vor 10.00 Uhr, ich tippe gerade eine Nachricht an Mixalis, dass ich jetzt zurück ans Schiff fahre, da klingelt das Telefon…
Er sei gleich da!

Der Chef kommt mit einem Mitarbeiter, jeder Handgriff sitzt. Alle Werkzeuge sind gut sortiert und griffbereit – die gestellten Fragen auf den Punkt.
Ich erkenne – ich werde nach der Abstimmung nicht mehr gebraucht.
Ich soll bis zum Nachmittag einen Stecker beschaffen, alles andere würde das Montageteam erledigen.
Ok, klingt gut – ich steige in „Klicker“ und fahre zurück in die Marina.

In Lakki bin ich am Schiff beschäftigt. Ich muss Unterlagen scannen, Teile verräumen und mich ein wenig mit Sibylle abstimmen.
Zusammen gehen wir Getränke kaufen und erledigen ein, zwei organisatorische Fahrten.
Auf dem Weg kann ich mein gestern verpacktes Vorstag bei der Spedition abgeben, es wird vor Weihnachten in Athen sein, ich habe es erstmal aus dem Kopf!
Im Vorbeifahren kaufe ich den mir angeschafften Stecker, diesen bringe ich gegen Mittag hoch zum Haus.
Leider sehe ich Mixalis nicht – denn er ist IN der Garage! Ein erster Erfolg ist erkennbar, nach kaum zwei Stunden.
Ich reiche den Stecker durch den Spalt, dann verkrümle ich mich wieder.

Um 13.30 Uhr klingelt mein Telefon – Mixalis ist dran, das Tor sei fertig installiert und betriebsbereit.
Ich könne vorbeikommen um die Arbeit abzunehmen.
Wow, das ging schnell – ich war gespannt.
Aber was soll ich sagen? Das Tor, die scheinbare Qualität, die Montagequalität und die Funktion waren absolut einwandfrei – ich war begeistert.
Ich bringe meine Freude zum Ausdruck und lass´ mir kurz die Funktion des elektrischen Antriebs erklären.
Auch die manuelle Notfallbedienung bekomme ich rasch erklärt, dann fahren die Handwerker zurück zu ihrer Werkstatt.
Ich freue mich noch eine Weile über mein neues Garagentor, dann verschließe ich die Garage und das Haus und fahre wieder nach unten in die Marina.

Ich musste heute handwerklich nicht viel tun, dennoch ist das Tagwerk geschafft und ein wichtiger Punkt auf meiner Liste erledigt.
Ich bin heute früh aufgewacht, ich bin müde, ich bin geschafft. Ich ziehe mich auf mein Sofa zurück und lass´ den Tag ausklingen.
Dabei kommt es mir zugute, dass Sibylle kocht und uns ein sehr leckeres Curry kredenzt.
Ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt…
Nun, wie immer beginnt er mit einem kräftigen Kaffee um mich zu reanimieren.
Während ich am Frühstückstisch auf die Lebensgeister warte, huscht meine Gattin schon mit dem Fotoapparat um mich herum – zu groß ihre Freude, dass das mitgebrachte T-Shirt passt.
Ich trage es mit Stolz – und um Sibylle diese Freude zu machen…

Während des Frühstücks fragt mich Sibylle nach den Paketen, welche an uns unterwegs sind – „…trackst Du die auch?“
„Jaaaaa, natürlich! Und ich bin überzeugt, dass sie heute oder morgen ankommen!“
Glaubt es oder nicht, in diesem Moment trudelt eine WhatsApp von Eirini ein, meine Pakete seien angekommen und ob ich diese, es seien immerhin vier Stück, nicht im Office abholen könnte?
Klar kann ich – und mach ich auch sofort…

Alles da! Das freut mich sehr, damit endet meine stetige Paketverfolgung auf einen Schlag!
Ich nehme den Aufzug um nicht viermal die Treppe gehen zu müssen.
Zwei Pakete kommen von SVB – die Sammelbestellung für ELOWYN, ANAHITA und DONNA, ein Paket ist von Sibylle an uns, Dinge die nicht mehr in die Tasche gepasst haben.
Und ein Paket ist ein Weihnachtsgeschenk von Petra und Martin von der STENELLA – ein Freßkorb ohne Korb! Der Wahnsinn!
Die Beiden haben eine ganze Ladung feinster Leckereien aus deren Heimatbundesland Hessen und darüber hinaus zusammengestellt.
Ganz herzlichen Dank dafür – wir werden es genießen!

Der Freß(korb) von Petra und Martin belegt in den bisherigen „December Food Charts“ den ehrbaren Rang 2.
Uneinholbar auf Platz 1 – und ich nehme an, dass dies auch bis zum Jahreswechsel so bleiben wird, ist Sibylles Mitbringsel.
Diesmal hat sie sich weichschlagen lassen und ihre bisher ablehnende Haltung gekippt.
Daher findet eine „All-Time-High“ Leckerei aus unserer alten Heimat auf den Tisch…


Sibylle und ich lassen es uns nicht nehmen, eine Gegeneinladung an Alex und Antonia auszusprechen.
War es doch Alex, der seinen Leberkas brüderlich mit mir geteilt hat.
Wenn Du einmal Deinen Leberkas oder Deine Wildschweinsalami miteinder geteilt hast – Freunde für´s Leben!
In Sibylles Karton war noch eine interessante Gabe für mich – ein neues Griechischbuch!
Dieses „Assimil“ Buch wurde mir von Dirk, unserem Immobilienmakler, empfohlen.
Und tatsächlich baut es ganz anders auf – könnte sehr gut zu mir passen.
Ich bin gespannt – auf jeden Fall ist es zwischendrin eine Erleichterung mal Deutsch – Griechisch lernen zu können, anstatt immer über die Drittsprache Englisch zu gehen.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Buch hilft. Heute wird das nichts mehr, denn ich muss bald schon los.
Heute ist Dienstag und wir haben wieder Griechisch Kurs im HUB.
Ich muss noch meine Hausaufgaben machen, den Stoff der letzten Stunde nochmal durchpauken, dann geht es schon los.
Die Stunde war ok. Ich habe noch große Lücken und erkenne schmerzlich, dass ich mehr Zeit investieren müsste.
Zeit, die ich im Moment nicht habe. Trotzdem lass´ ich mir den Spaß am Lernen nicht verderben.
Zudem ist der Dienstag ja jetzt unser neuer „SouVLakki“ Stammtisch-Tag.
So auch heute – kaum kommen Ilona und ich aus dem Kurs, treffen wir uns schon mit Guido und Sibylle, sowie der ANAHITA Crew im Drehspießtempel.
Guido wählt heute den XXL Burger – nicht von schlechten Eltern!
Ich mach´ es wie der Schuster, ich bleib´ bei meinen Leisten – beiläufig überlege ich mir, ob ich neben der „Pizza Mario“ auch eine „Marios Platte“ etablieren könnte.
Hätte was – „Apollo Teller“, „Zeus Platte“ und „Marios Platte“…
Ich muss mal mit Anna reden 😉


Dazu ein Mamos, dann passt es – ein guter Tag! Aber auch ein bisschen ein fauler Tag!
Dem wird morgen nicht so sein – morgen geht es mal wieder richtig los – morgen bereite ich die Rumpfdurchbrüche an ELOWYN zum Einbau vor.
Und dem war nicht nur Gerede – ich bin schon recht früh beim weißen Riesen erschienen und habe „Klicker“ als mobile Werkstatt mitgebracht.
Es gab viel zu messen, jeder Durchbruch bekam seine Nummer, seine spezifischen Maße und wurde dann zurechtgeschnitten.

Das klappt alles recht gut und geht schnell von der Hand. Am frühen Nachmittag bin ich fertig und vereinbare mit Sibylle, dass wir morgen die Durchbrüche einkleben werden.
Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn zum Wochenende hin, soll es kälter werden und auch einzelne Schauer drohen.
Ein paar Schritte sollte ich noch finalisieren, dann ist alles safe und ich kann beruhigt in die Weihnachtspause.
Da fällt mir ein, weil der Tag noch ein paar Stunden hat, könnte ich die rechte Armaturentafel noch vom Lackierer holen.
Diese sei fertig und warte auf Abholung – der Preis war mal wieder spottbillig, die Qualität der Arbeit gut.
Der Fehler ist behoben – und ich habe weiteres Material welches es wieder zu verbauen gilt.

So kann es weitergehen!
Zuhause ist Alltag eingekehrt. Immer wenn mein Tagwerk geschafft ist, versuche ich etwas zur Ruhe zu kommen.
Zur Zeit plagt mich mein Rücken, ich muss sehen, dass sich das wieder gibt, denn ich leide leise.
Sibylle kocht uns was Gutes, wir lernen mit Duolingo und gucken am Abend ein wenig Mediathek – heute den Jahresrückblick mit Markus Lanz.
Vieles ist passiert, was ich nicht mitbekommen habe. Ich sage es offen, diese Sendung lässt mich mit einem beklemmenden Gefühl zurück und ich erkenne einmal mehr, dass ich in einem anderen Zeit-Raum Kontinuum zuhause bin.
Morgen klebe ich die Rumpfdurchbrüche wieder ein, dann ist der gröbste Schritt getan, ab dann könnte ich bei Schlechtwetter auch innen weiterwerkeln.
Gesagt, getan – der nächste Tag startet für Sibylle und mich planmäßig am nächsten Vormittag…

Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, drehen meine Frau und ich noch eine Runde durch den Ort.
An der Marinaausfahrt treffen wir die „Katzenfraktion“ unter der Leitung von Antonia.
Die junge Frau sorgt und kümmert sich rührend um die kleinen Samtpfoten – sie hat das Herz am rechten Fleck, denn so wird sicher gestellt, dass die Maunzer gut über den Winter kommen.
In diesem Rahmen, nimmt der Neubau des Katzenhotels auch Formen an.
Ein Trend, der einst von Eva mit dem Bau eines kleinen, provisorischen Katzenkasterl begonnen hat, kommt langsam in einen Bereich, für den man eine Baugenehmigung braucht.
An alles wird gedacht – auch an die Anbringung von Fenstern…


Sibylle und ich müssen weiter – kurz zum Haus und etwas aus der Garage holen, dann zum Gemüsehändler und zum Hähnchenmetzger.
Ich begleite meine Frau und unterstütze, so gehen ihre Einäufe schneller von der Hand.
Das ist zweckdienlich, denn für den Rest des Tages brauche ich ihre Hilfe beim Einbau der Rumpfdurchbrüche an ELOWYN.
Noch kurz in den Hardwarestore von Andreas Kritikos und etwas Arbeitsmaterial beschafft, dann kann es losgehen.
Die Arbeit ist leicht erklärt – ich bringe zunächst den SIKA Primer 209D am Rumpf und an den Bauteilen an.
Nach einer kurzen Ablüftzeit kommt als nächstes SIKA 291i als Kleb- und Dichtstoff an die Kontaktflächen des Durchbruchs.
Jetzt setze ich das jeweils gestern für die Bohrung vorbereitete Skin Fitting ein und drücke es an.
Sibylle setzt währenddessen von innen die Mutter an und schraubt diese handfest an.
Meine letzte Aufgabe ist nun, die überschüssige Dichtmasse außen sauber abzutragen und für einen schönen Übergang zu sorgen – dann ist der Arbeitsschritt erledigt.
Wir kommen gut voran…



Es müssen, das hatte ich erwähnt, neun Sets komplett erneuert werden. Die übrigen 16 haben fehlerfrei funktioniert und verbleiben im Schiff.
Von diesen neun, konnte ich bei ersten Überlegungen wie ich die Reparatur umsetzen würde, bei zweien den eigentlich guten Rumpfdurchbruch retten.
Es müssen also sieben neue Durchbrüche gesetzt werden.
Dazu kommt, dass Volker kurzentschlossen darum gebeten hat, einen neuen Loggegeber einzubauen.
Die Vorgehensweise hier ist die gleiche, es addiert sich also ein achter Durchbruch dazu.
Insgesamt brauchen Sibylle und ich etwas mehr als zwei Stunden, dann war das Tagwerk erledigt.
Die Klebestellen müssen heute trocknen, dafür bekommen sie 24 Stunden Zeit.
Morgen geht es an gleicher Stelle weiter.
Die restliche Zeit des Tages verbringen wir zuhause – oft quatschen wir noch ein paar Takte bei ANAHITA oder DONNA, wir lernen mit unseren Apps die fremden Sprachen und irgendwann startet Sibylle mit dem Kochen.
Zuhause zu essen ist mir ein Genuss, die offenen Tavernen sind irgendwie allesamt nicht wirklich gemütlich.
Tags darauf – das gleiche Spiel am Patenschiff! Ich habe ein wenig Zeitdruck mit ELOWYNs Ventilen.

Der Zeitdruck entsteht durch das Wetter!
Ich hatte ja lang die zwei Ventile für die Luken- und Decksentwässerung im Rumpf belassen – zwar waren diese von außen abgeschnitten, aber das Fragment war stehen geblieben, so dass die Funktion sicher gestellt war.
Seit gestern ist dies nicht mehr so. Um die neuen Durchbrüche zu setzen, musste ich natürlich auch die letzten beiden Ventilfragmente ausbauen, die Entwässerungsschläuche baumeln nun frei im Innenraum des Schiffes und sollten VOR dem nächsten Regen wieder angeschlossen sein.
Unser Ziel ist es daher, heute diese beiden Ventile nebst den Schlauchfittingen zu montieren.
Vorher müssen wir jedoch bei allen neuen Durchbrüchen die Schraubmuttern auf ihr Soll-Drehmoment von 15Nm anziehen.
Heute habe ich den Job, innen an den Ventilen zu schrauben, Sibylle hält von außen dagegen oder reicht mir Werkzeug, wenn ich in die engen Kammern und Löcher schlüpfen muss.


Ok, auch das schaffen wir in überschaubarer Zeit, auch hier müssen die neu installierten Teile und Klebestellen erst einmal durchvulkanisieren.
Daraus folgt abermals, dass es an dieser Baustelle erst morgen wieder weitergeht.
Das kommt aber wie gerufen, denn heute haben wir ein Date. Wir treffen uns mit Giorgos und Katerina zum Dinner.
Darauf freuen wir uns sakrisch, denn die Beiden liegen uns echt am Herzen. Wir mögen die junge Familie und es tut uns allen gut, wenn wir die Gelegenheit schaffen, einmal außerhalb von Reparaturen und Werkstattszenarien ohne Zeitdruck zusammen zu sitzen.
Es ist mir eine Ehre einzuladen – Katerina darf die Location wählen und sie entscheidet auf das „Persiana“ welches den Besitzer gewechselt hat.
Das trifft sich gut, dort wollte ich unbedingt mal hin, um deren Burgerspezialitäten auszuprobieren.


Das „Persiana“ hängt die Messlatte etwas höher. Die Karte bleibt zwar im Wesentlichen gleich, aber die Qualität ist etwas höher angesetzt.
Die Burger waren ausnahmslos sehr gut, aber auch hochpreisiger.
Der Biertempel hat ausgedient – man hat neu renoviert und ist jetzt eher eine Weinbar.
Der neue Chef empfängt mit Blazer und Einstecktuch.
Eigentlich war alles toll – aber es ist kein Essen für alle Tage, dafür ist es zu teuer.
Ob sich das Konzept im over-all Vergleich behaupten kann, bleibt abzuwarten.
Eine Bereicherung ist es allemal und ich wünsche viel Erfolg.
Wir sitzen lang zusammen und es ist ein geselliger und sehr netter Abend.
Wir kommen erst spät nach Hause und sacken dann sofort ins Bett – wir wissen, morgen geht es gleich kulinarisch weiter…


Vor Tagen haben wir mit den Crews der ANAHITA und der BORN TO LIVE vereinbart, dass wir vor Weihnachten noch einmal am Sonntagsbrunch im „Navarone“ teilnehmen wollen.
Dafür ist heute die letzte Gelegenheit, denn das Christfest nähert sich unaufhaltsam – in wenigen Tagen schon ist Heiligabend!
So haben wir uns für den heutigen Sonntag einen Tisch reserviert und starten mit einem Highlight – am Frühstücksbuffet des exclusiven Restaurants…




Wir laben uns an den Köstlichkeiten und gönnen uns ALLE ein zweites Tellerchen.
Manche auch drei oder gar vier! Und ich will hier mal ganz klar zum Ausdruck bringen, dass nicht ich die meisten Tellerchen gefuttert habe.
Das spielt aber keine Rolle – denn wir haben es genossen!
Allerdings – und das ist der Nachteil vom Frühstücksbrunch, waren wir danach direkt in ein Food-Koma verfallen.
Der Arbeitsantritt war echt schwer, ich war den ganzen Tag vollgefressen und flügellahm.
Trotzdem rapple ich mich auf – heute ist der letzte Tag vor dem gemeldeten Regen, ich MUSS die Entwässerungsschläuche auf ELOWYN anschließen.
Dafür heißt es mit prallem Ranzen noch einmal in das Wassermacher-Kompartment schlüpfen – ächz…

Erledigt – ich schließe die zwei wichtigen Abläufe an und stelle somit sicher, dass der weiße Schwan nicht geflutet wird.
Der Regen kann kommen!
Weil noch ein wenig Tag übrig ist, ich wegen meiner Rückenschmerzen etwas Bewegung und frische Luft haben möchte, beschließen Sibylle und ich kurzerhand, dass wir heute unsere Marinarunde drehen und nach den Schiffen der Freunde sehen.
Generell sind augenscheinlich alle in Ordnung, bei dreien haben wir etwas mehr zu tun…
Zunächst steht der monatliche Check auf EDINA an. Auf der CNB60 sehen wir nach dem Rechten und lassen alle Systeme einmal laufen.




Es trifft sich gut, dass die Nachbarn Thomas und Paola gerade in die Stadt gefahren sind.
So belästige ich niemand mit den laufenden Motoren und kann diese Situation auch richtig ausnutzen.
Unter diesen Gegebenheiten, überlassen wir EDINA sich selbst – die Motoren laufen, die Luken sind zum Lüften geöffnet.
Wir ziehen derweil ein Haus weiter…
Heute habe ich Zeit – auf ELOWYN lief es die letzten Tage gut, ich kann die gewonnene Zeit also anderweitig investieren.
Dies kommt heute Martins STENELLA zugute, mal sehen, ob an Bord des kleinen Kutters alles ok ist.
Nun, nicht ganz!


Irgendwas ist immer! Ich kann mir nicht erklären wie und warum das Beiboot nach vorne sacken konnte.
Wie auch immer – die paar Liter Wasser sind recht schnell zu schwer für die Davits und müssen dringend gelenzt werden.
Ich ändere also die Aufhängung und lasse das Wasser ablaufen.
Bei der Gelegenheit fische ich ein Leinenbündel aus dem Wasser, welches nicht länger an der Reling hängen wollte.
Liebe Freunde – nehmt die Warnungen ernst! Schöne Leinenbündel an der Reling, hübsche Festmacherschnecken – alles Mumpitz!
Stürme mit 60+ Knoten räumen das alles ab – das Zeug gehört vorzugsweise hemdsärmlig, aber sicher verstaut!
Schön kann, sicher muss! Knoten müssen von Beginn an FEST zugeknallt werden, alles andere geht auf.
Da Martin sich Sorgen um seine Festmacherchen macht, gilt auch ihnen noch ein Kontrollblick.

Am gleichen Steg liegt INSPIRATION – Sibylle und ich haben uns mit den neuen Eigner angefreundet und schätzen die Vier sehr.
Aus der Ferne hat Tom ein Dilemma erkannt – die Bilgepumpe hängt bei der Bavaria am Hauptschalter.
Legt man diesen um, ist das Schiff zwar gewollt stromlos, die Bilgenpumpe aber außer Betrieb.
Dies kann man ändern, das wird auch umgesetzt, aber JETZT ist die Situation für die Neueigner eben unbefriedigend.
Klar ist das alles akademisch – die Frage, ob die serienmäßige Bilgenpumpe ein Schiff retten kann, wenn zum Beispiel ein Seeventil bricht, könnte leidlich diskutiert werden.
Ist aber egal – für INSPIRATION braucht es jetzt eine Lösung! Hier erkläre ich mich bereit, das Schiff in meine monatliche Runde einzubeziehen.
Ich mache einen Kontrollblick in die Bilge und sehe auch zwischendrin immer wieder nach dem Schiff der Freunde.
Offen gesagt – im Falle eines Ventilbruchs gehört auch bei einer Routinekontrolle ein Stück von Glück dazu, will man das Schiff im richtigen Moment retten.
Aber das nur hypothetisch…




Auf INSPIRATION ist alles ok, kein Anlass zur Sorge! Ich verlasse die Bavaria wieder und mache alle Luken dicht.
Unser letzter Weg führt uns zurück zu EDINA. Dort kann ich die Maschinen stoppen, ebenfalls alle Luken dicht machen und dem Eigner Vollzug melden.
Auch er kann ruhig schlafen, seinem Schiff geht es gut. Morgen werde ich noch ein paar Euro Strom auf die Säule laden lassen, dann sollte für die nächsten Wochen alles passen.
Auch an Martin und Tom geht eine WhatsApp mit einem Statusbericht raus. Die Schifferl sind ok, macht euch keine Gedanken.
Ich nehme an, dass man sich über ein paar Bilder freut.
Ich denke zurück – ich habe ein 25 Jahren meiner Eignerschaft zweimal ein Bild meines Schiffes bekommen.
Einmal in Agios Nikolaos auf Kreta, als ich einen Schaden zu beklagen hatte.
Ein Andermal vor zwei, drei Jahren – als Hans Peter mir während eines Deutschlandaufenthaltes ein Foto geschickt hat.
All die Jahre vorher, sind meine Schiffe monatelang sich selbst überlassen worden – ich hatte niemals Probleme.
Stellvertretend für die „staade Fraktion“ will ich informieren, dass Sibylle und ich selbstverständlich auch nach JASPER, KARO, INFINITY oder etwa CARPE DIEM sehen, um nur ein paar zu nennen.
Es gilt, solange ihr nichts von uns hört, ist mit euren Schiffen augenscheinlich alles ok.
Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser. Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und gönnen uns eine heiße Suppe – das richtige Essen nach der Völlerei vom Morgen.
Dann genehmigen wir uns Nuhrs Jahresrückblick 2025 und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Am Tag als der Regen kam…



Wir haben alles richtig gemacht! Die Zielsetzungen bezüglich der vor Weihnachten fertig zu stellenden Arbeiten sind erreicht, die dringenden Arbeiten wie die Wasserabläufe von ELOWYN gerade noch rechtzeitig erledigt.
Ich kann mir erlauben, mir bis nach Weihnachten „frei“ zu nehmen. Da kommt ein Regentag gerade Recht.
Ein paar administrative Arbeiten sind zu erledigen, die typischen Jahresabschlussdinge eben.
Zudem lag mir daran, Weihnachtswünsche online zu stellen.
Sibylle macht derweil Termine für diverse Videocalls mit der Familie aus.
Wir nutzen solche Tage aber auch, um uns mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen.
So auch heute – Noam und Shira haben mal wieder Zeit und wir haben uns lange nicht gesehen.
Also verabreden wir uns in Agia Marina im „Mocal“, ein schönes, modernes Café.


Wir stellen abermals fest, dass wir viel zu selten die netten und oftmals ganz coolen Cafés der Locals nutzen – das muss sich ändern.
Wir sind die ersten Gäste die drinnen sitzen, später füllt sich der Raum. Der Wintergarten ist gut gefüllt, dort zieht es uns aufgrund der Raucher aber auch gar nicht hin.
Ich gönne mir einen Espresso Macchiato und freue mich über die zwei Stunden, die wir hier entspannt sitzen und über Gott und die Welt reden.
Anschließend ziehen Sibylle und ich weiter – zwei Tage vor Weihnachten, da laufen die Tage hier nicht anders ab als in Deutschland.
Wir klappern so ziemlich alle Lebensmittelgeschäfte ab, kaufen tütenweise Leckereien und bereiten uns so auf die Festtage vor.
Am Nachmittag kristallisiert sich langsam ein Plan für die kommenden Tage heraus – am „Heiligabend“, dem 24.12. werden wir wohl eine F-Ponton Glühweinparty geben und so den weihnachtlichen Einstieg finden.
Danach sind wir recht kurzfristig und umso erfreulicher, zum gemeinsamen Weihnachtsdinner an Bord der BORN TO LIVE geladen.
Wir nehmen unsere Töpfe mit, Ilona kocht noch weitere Köstlichkeiten und so verspricht der Abend ein festlich, ansprechender zu werden.
Last not least haben Thomas und Paola von der SIMPLY FREE einen X-mas Lunch für die Community am 25.12. geplant.
Wir treffen uns im „To Steki“, wo Dimitris ein Weihnachtsmenü für uns zaubern wird.
Ich freue mich darauf – fast ein wenig untypisch…
Der „Grinch“ wird altersmilde – ein Wort, dass Lisa Fitz „doof und unerotisch“ findet, aber ich kann nicht leugnen, dass ich, seit wir hier sind, gelassener mit dem Weihnachtstrubel umgehe.

Der Rest des Tages vergeht gemütlich, Sibylle kocht und wir lassen den Abend bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.
Der Tag vor Weihnachten ist bei uns wie man es sich erwarten würde – alles steht im Zeichen der Vorbereitungen für die Festtage. Wir versenden unsere Weihnachtswünsche und brechen dann zu einer Gewalttour auf – einkaufen ist angesagt.
Im Vorbeifahren winkt uns Alex zu. Er sitzt schon beim Angeln und fragt, ob wir die Muräne schon gesehen hätten.
Welche Muräne??? Na die da!

Aha, nach Barracuda, Feuerfisch und Feuerwalze jetzt auch noch eine Muräne – ist ja toll!
Ich lege in dieser Sekunde meine Pläne für ein „Weihnachtsschwimmen“ ad acta, ist eh viel zu frisch – man(n) will ja keinen Katarrh.
Dann aber, genug gequatscht, Sibylle drängt zum Einkauf. Viel zu tun, viel vorzubereiten, die Zeit drängt!
Der Gedanke an die „staade Zeit“ drängt sich mir in dem Kopf, ich klage jedoch nicht, denn hier auf Leros ist tatsächlich alles etwas ruhiger, auch der verhasste Großeinkauf für die Feiertage.

Weil wir ohnehin die große Runde drehen, fahren wir auch gleich noch am Haus vorbei.
Den Nachbarn kurz „καλά Χριστούγεννα“ gewünscht und meine JBL Partybox aus dem Haus geholt – die könnte uns bei der geplanten Glühweinparty nützliche Dienste leisten.
Wenn wir schon gerade da sind, werfen wir noch kurz einen Blick rundum – alles scheint ok zu sein.
Es drängt sich auf, dass der Rasen gemäht werden muss – das wird wohl eine meiner ersten Amtshandlungen 2026.


Ok? Naja fast…
Gut ist, dass ich mich zur Zeit über fast nix aufrege – aber dazwischen falle ich echt vom Glauben ab.
Unser direkter Nachbar, der, dessen Frau uns immer Gebäck schenkt und der seinen Anhänger zum Feststellen immer in unsere Garagenwand rammt – dieser Nachbar also hat eine Wand gezogen und diese verputzt.
So weit, so gut. Beim Aufräumen der Baustelle werden natürlich auch die Putzkübel ausgespült, man hat dann so eine Plörre im Eimer.
Die schütten die Griechen einfach in die Landschaft – aber nicht irgendwo hin, nein, an eine Grundstücksmauer…
Nicht an die eigene natürlich, in diesem Fall lieber an MEINE!

Mich nervt nicht, dass ich die Sauerei habe, ich muss ohnehin alles neu machen. Mich nervt, dass ich genau weiß, dass er den Eimer auch dahin geschüttet hätte, wenn ich zwei Tage vorher neu verputzt hätte.
Der Mehrheit der Inselgriechen fehlt es an einer Gedankenkette – die Frage „…was passiert, wenn ich das jetzt so mache?“ bleibt meist offen und endet in einem Überraschungseffekt.
Eben wie mit dem Anhänger an meiner Garagenwand – 1001 kleine Löcher machen doch eigentlich nix, oder???
Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich damit umgehen werde…
Wir fahren zurück ins Dorf und bringen unsere Einkäufe zu Ende. Als wir alles auf NESSAJA getragen und verstaut hatten, meldete sich mein Rücken.
Ich habe mich wohl übernommen! Ich beschließe, mir eine kurze Pause zu gönnen und währenddessen Alex´ Fakirmatte zu probieren.
Diese sei extra gegen Rückenschmerzen entwickelt und habe ihm sehr geholfen…
Na dann!



Ich bin misstrauisch! Ich rechne mein Gewicht im Vergleich zu Alex´ hoch und meine, mich an eine Physikstunde zu erinnern, wo sich solche Berechnungen niemals linear sondern immer „zum Quadrat“ gesteigert haben.
Ich sorge mich ernsthaft, dass die rein optisch schon fiese Matte meinen Rücken an tausend Stellen pierct und ich dann aussehe wie meine Garagenwand nach Manolis´ Anhänger impact.
Ich wage es trotzdem und siehe da – es hilft! Zumindest bilde ich es mir ein – oder der Schmerz durch die Stacheln überlagert einfach die Rückenschmerzen.
Die Frage, ob die Matte tatsächlich gegen Rückenschmerzen hilft oder tatsächlich so ein „50 shades of Grey“ Utensil ist und Alex mich nur verarscht, beschäftigt mich bis heute…
So gut erholt rapple ich mich auf und schleppe mich in die letzte Griechischstunde des Jahres 2025 – heute versucht Eirini uns die Artikel beizubringen.
Ich meine, so etwas wie Verzweiflung in ihrem Gesicht zu erkennen… 😉

So! Geschafft, jetzt kann Weihnachten kommen, die Pflichten sind erledigt.
Alle Einkäufe erledigt, die Arbeiten weitgehend abgehakt und die letzte fordernde Griechischlesson liegt auch im Kielwasser.
Ich warte auf´s Christkind.
Dieses kommt in Form von Sibylle und erklärt mir, dass sie beim Einkaufen „…das Frühstück für den 24.12. völlig vergessen hätte und ich, wenn ich will, schnell nochmal einkaufen fahren könne!“
NEIN! Will ich nicht! Wenn das Christkind nicht mit mir frühstücken will dann eben nicht!
Ich trinke meine zwei Tassen Kaffee – dann mache ich das, was ich eigentlich jeden Tag mache.
Ich gehe auf meine Baustelle um keine Zeit zu verschenken – ich gehe zu ELOWYN.


Der Grinch in mir setzt sich durch. Was für ein Elend – kein gescheites Frühstück, Sibylle geht sofort in den „wir müssen“ Modus und hängt dazwischen am Handy.
Duolingo Score und Textnachrichten erfordern Aufmerksamkeit und Zeit.
Ich dagegen setze mich auf ELOWYN an die Navigation und mache mir Weihnachtsmusik an.
Zuerst klebe ich eine Distanzleiste an ein Niedergangsschott, dann passe ich Seeventile an und klebe als Vorbereitung schon einmal Fittinge ein.
Alles in allem eine ruhige und einfache Arbeit – der Heizlüfter brummelt und der Musikplayer spielt „Driving home for Christmas“ – vor zwei Tagen ist Chris Rea gestorben – der Teufel ist ein Eichhörnchen.
Um Punkt 11.00 Uhr kommt Sibylle zu mir, ein Telefoncall mit meinem Sohn ist vereinbart.
Wir unterhalten uns kurz, winken Enkelchen Anton zu und wünschen der jungen Familie ein frohes Fest.
Sibylle muss sich anschließend wieder dem Kochwahnsinn widmen, ich bleibe alleine auf meiner Baustelle zurück – und weil es so schön ist, ernsthaft, nutze ich das wunderbare Wetter um außen noch ein paar „Farbtupfer“ zu setzen.

Der Anstrich der kleinen Rumpfflächen, welche für den Einbau der Rumpfdurchlässe geschliffen wurden, erfolgt mit Epoxi-Primer.
Dieser ist eine gewisse Zeit wasserlöslich und benötigt daher eine Wetterperiode ohne Regen und eine Mindesttemperatur von 10°C.
Diese Bedingungen sind heute zunächst erfüllt und so entscheide ich, diesen Vormittag für den Erstanstrich zu nutzen.
Dies ist im Großen und Ganzen auch recht schnell erledigt…

Perfekt! Anstrich geschafft! Ich nehme es vorweg – der gemeldete Regen wird kommen, aber ich habe Glück und meine Epoxi-Kleckse sind bis dahin soweit angetrocknet, dass keine Beeinträchtigung entsteht.
Jetzt habe ich zwölf Tage Zeit um einen zweiten Anstrich aufzubringen, das sollte machbar sein, bevor die Temperaturen fallen.
Ist dies erledigt, dann kann Antifouling aufgetragen werden – das bedeutet, dass die wesentlichen Arbeiten am Unterwasserschiff von ELOWYN weitgehend abgeschlossen sind.
Es ist schon nach 13.00 Uhr, als ich meine Baustelle schließe und meinen „Klicker“ zurück an seinem Parkplatz fahre.
Für mich geht es gleich weiter – denn um 14.00 Uhr haben wir eine Art Stegparty ausgerufen, ein „Glühweinmeeting“!
Es gilt, ein paar Dinge vorzubereiten…


Um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken, haben wir diese Zusammenkunft beschlossen.
Diesmal war es kein klassisches Treffen der gesamten Community, wir haben uns eher auf den F-Ponton beschränkt und dazu noch die Crew der SIMPLY FREE geladen.
Etwas später kam zufällig noch Panagiotis dazu, in dieser Konstallation hatten wir zwei richtig fröhliche, unterhaltsame Stunden.
Antonia und Ilona hatten Plätzchen gebacken, es war richtig nett…

Leider konnte Caetlin nicht mit dabei sein, sie war noch auf Familienbesuch in den Niederlanden und wird erst heute Nacht zurückkommen.
Keinen Moment zu früh traf der angesagte Regen ein – die Gruppe löste sich rasch auf, wir zogen uns in unsere Schiffe zurück.
Dort war uns ein kurzer Moment der Pause und des Innehaltens vergönnt, danach ging es an die Vorbereitungen für das gemeinsame Weihnachtsdinner mit Ilona und Guido an Bord der BORN TO LIVE.

Wie bereits erwähnt, hatten wir ja für unser Abendessen schon eingekauft, als Ilona uns die Einladung überbrachte.
So wurde kurzerhand beschlossen, dass Sibylle kochen würde wie geplant, Ilona und Guido würden dazu das Gemüse und ein Dessert zubreiten.
Da wurde die kleine Kombüse von NESSAJA auf einmal zur Sterneküche für XXL Portionen.
Die fertig zubereiteten Gerichte haben wir dann zur vereinbarten Zeit auf die BORN TO LIVE getragen um sie dort dann zu arrangieren und anzurichten.


Als Apperitiv wurde zunächst ein Portwein gereicht – nicht irgendeiner, es handelte sich um einen edlen Tropfen aus einer Portweinverkostung aus der namensgebenden Stadt an der portugiesischen Atlantikküste.
Die Beiden hatten die Flasche noch in der Bilge um sie für einen besonderen Anlass aufzuheben – dieser war heute gegeben.
Danach hat sich Guido selbst zum Küchenchef ernannt und das Anrichten des Weihnachtsmenüs übernommen.

In den kleinen Küchen unserer Schiffe kann eigentlich immer nur eine Person kochen und hantieren.
Das trifft sich gut für den Rest der Gruppe, die dürfen einstweilen dem edlen Tropfen frönen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Wenn Zusatzaufgaben anstehen, dann werden diese direkt an den zuständigen Beauftragten übergeben und am Tisch verrichtet.
Ich war auserkoren, der Bratennetzaufschneideverantwortliche zu sein und machte mich umgehend an die verantwortungsvolle Aufgabe.

Wir haben uns eine tolle Speisenfolge ausgedacht – eröffnet haben wir mit einer Maronensuppe, gefolgt von einem Geflügelrollbraten an Zitronensoße mit bayrischen Semmelknödeln und einer Karottengemüsebegleitung.
Zum Nachtisch gab es eine Quarkcreme auf einem Bett aus in Whiskey getränkten Löffelbisquit mit Himbeeren und Mandelsplitter on top.
Na, klingt das gut? Ich bin der Meinung, dass dies für Kombüsenküche ein top Speiseplan ist!


Offen gesagt, hatten wir von allem zuviel gekocht. Das passiert ja gerne einmal.
Leider konnten wir alle Vier nicht wirklich wiederstehen und mampften dieses berühmte Quäntchen über dem Limit.
Als wir mit unserem Weihnachtsdinner durch waren, spannten die Wänste und wir suchten unser Heil in einem Verdauungsschnäpschen.
Sibylle predigte, wie eigentlich immer, dass dies ein Ammenmärchen sei, ihr Ruf verhallte jedoch ungehört.
Und so zauberte Guido eine Flasche „Killepitsch“ aus seiner Bordbar. Ein Höllengebräu, welches mir etwas später den Garaus machen sollte… 😉

Die Uhr schlug gerade Richtung Mitternacht, da musste ich zum Aufbruch mahnen.
Ich war echt angedüdelt und wollte in mein Bett. Jedoch musste ich zunächst auf die schmale Planke um auf den Steg zu gelangen, dann galt es noch auf eben diesem Steg die beschwerlichen 50m bis nach Hause zu schaffen.
Alles ging gut – ich ging nicht mehr über „Los“, sondern habe mich einfach umfallen lassen und bin eingeschlaf…
Der neue Morgen, der erste Weihnachtsfeiertag! Das Frühstück war nur vermeintlich besser – das weichgekochte Ei war hart wie ein Stein.
Ich bin beim Essen nicht sehr wählerisch, aber hartgekochte Eier stehen ungefähr auf dem selben Rang wie Stierhoden.
Ich verschmähe also das Ei, was fast zu Verstimmungen bei Sibylle geführt hätte.
Der Himmel über Leros war dunkelgrau, es war klar – gleich würde es regnen.
Und genau DAS war die Untertreibung des Jahres!!!
Ein Hagelschauer sucht die Marina heim, welcher es echt in sich hatte – man dachte für fünf Minuten, dass die Welt untergehen würde.


Als der Spuk vorbei war, galt es einen Kontrollblick über NESSAJA zu werfen. Der Lärm der einschlagenden Eiskugeln ließ wirklich Schlimmstes befürchten.
Sorgen machen wir uns eigentlich nur um die Luken und vor allem die Solarmodule.
Der Rest sollte den Körnern standhalten können.
Als ich an Deck kam, lagen noch überall Nester der kleinen, weißen Geschosse.



Auf NESSAJA war nichts kaputt, auch Alex und Ben geben Entwarnung. Leider hatte Guido das Pech, dass es ihm seine Starlink Antenne zerschlagen hat.
Mir schießen Klicker und vor allem ELOWYN in den Kopf!
Ich werde wohl heute Nachmittag eine Marinarunde gehen und nach allen Schiffen von Freunden sehen.
Diesmal wird es wohl Zeit ein Signal zu geben – seit heute Morgen trudeln schon permanent Anfragen rein.
Die Marina bietet, wie eigentlich immer nach Stürmen, ein eher trostloses Bild.




Ich werde mal nach Klicker sehen, er hatte zwar schon einen Hagelschaden, aber es wäre trotzdem schade, wenn es den Boliden kaputtgehämmert hätte.
Heute Nacht hatte ihn Ben ausgeliehen um Caetlin von der Fähre abzuholen.
Alles hat geklappt, für eine kurze Phase ist unser kleines Community-Chapter wieder komplett.
Am 27.12. wird Antonia für „einige Wochen“ nach Deutschland reisen, am 15.01. gehen dann Guido und Ilona bis etwa Anfang März in die Heimat.
Na, und vermutlich ahnt ihr es schon – auch Sibylle wird Ende Januar noch einmal zu ihrer Tochter fahren.
Warum das schon wieder? Nun, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass am 20.12. der kleine Fred das Licht der Welt erblickt hat – unser Enkel #9.
Sibylle lässt es sich nicht nehmen, zeitig ihre Aufwartung zu machen.
Es scheint, als begänne das neue Jahr turbulent – aber noch ist es ja nicht soweit.
Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass auch NESSAJA ein paar kleine Blessuren abbekommen hat…


Sibylle und ich gehen den Steg entlang und werfen dabei einen Blick auf Hans Peters LIBERTÉ – hier scheint alles ok, nur das Beiboot ist aufgedeckt.
Es scheint, als hätten die Befestigungen der Abdeckung nicht standgehalten.
Das hat Zeit bis morgen…

In diesem Moment habe ich noch nicht in die Masten geschaut – meine Blicke galten den Fenstern und Luken.
Später werde ich feststellen, dass bei fast allen Booten die Verklicker im Mast zerstört waren – leider auch bei unserer NESSAJA, auch hier werde ich für Ersatz sorgen müssen.
Und was ist nun mit Klicker? Nun, den hat es ganz schön erwischt! Die rechte Wagenseite musste dem Unwetter Paroli bieten und wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Waren die alten Hagelschäden noch eher Minidellen, welche man nur im Gegenlicht gesehen hatte, so zeigen sich nun kleine Beulen an der rechten Seite – von hinten bis vorne 😦

Später werden viele fragen, ob ich nicht eine Teilkasko hätte. Nein, habe ich nicht!
Das ist nicht so meine Mentalität, schon gar nicht, wenn es um ein 2.000.-€ Auto mit 380.000km geht.
Zudem wurde Klicker schon einmal mit Hagel abgerechnet, hier wäre wohl nichts mehr zu machen.
Ich wiederhole mich – es ist schade, aber ich ärgere mich nicht. Ein Grund mehr, nie wieder ein hochwertiges Auto zu fahren.
Unseren Freund Thomas erwischt es schlimmer, sein neuwertiger Fiat bekommt auch seine Packung Dellen, hier ist es mehr als ärgerlich.
Hans Peters Frau Petra hatte zum Unwetter geschrieben, dass sie uns ein schönes Weihnachtswetter gewünscht hätte.
Bei ihnen sei es zwar sehr kalt, aber das Wetter generell sei schön.
Ich antwortete, dass ich fast überzeugt bin, dass wir in einer Stunde auch wieder Sonnenschein haben – und ich sollte Recht behalten!

Sibylle und ich verbrachten den Vormittag des 25.12. damit, die Schiffe der Freunde auf Schäden abzuchecken.
Bei unserer Runde fiel uns allerlei Skurilles auf – so hatte der Hagel zum Beispiel genug Kraft um auf einem Schiff den kleinen Container der „Jon-Buoy“ Rettungsboje aufzuschlagen, welche in der Folge ausgelöst hatte.

Natürlich galt unser erster Kontrollblick dem mir anvertrauten weißen Riesen – ich war echt besorgt, dass es auf ELOWYN Bruch gegeben haben könnte.
Wir sehen also nach dem Rechten und gehen die Leiter hoch an Deck. Auf dem ersten Blick alles ok, alle Fenster und Luken heil – und dennoch trauten wir unseren Augen kaum…



Dieses Verklickerthema wird uns von nun an begleiten. Wir kontrollieren bei allen Schiffen den Verklicker, ein vergleichsweise günstiges Ersatzteil, außerdem noch die elektronische Windfahne, welche eher kostspielig wäre.
Zum Glück sind die Windfahnen bei fast allen Buddyboats heil geblieben – anders die Verklicker.
Hier hat der Hagel für ein „Leros Verklicker Massacree“ gesorgt. Ich habe einige Bilder gemacht und die Freunde im Laufe des Abends verständigt.
Ansonsten war auf ELOWYN alles ok. Im Cockpit und auch im Schiff gab es keine Beanstandungen – das war eine gute Nachricht.

Wir verlassen unser Patenschiff und ziehen weiter. Wir gehen als nächstes an den D-Ponton, dort haben die meisten unserer Freunde ihre Schiffe liegen.
Gleich am Anfang der Pier, stellen wir fest, dass bei JASPER der Deckel des Windgenerators und eine Seitenscheibe der Kuchenbude daran glauben mussten.
Keine immensen Schäden, aber dennoch gut für den Eigner zu wissen, es können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Als nächstes sehen wir bei INSPIRATION vorbei. Auch hier gilt mein Blick den Luken, Fenstern und dem Masttop – auch hier wiederholt sich die Story.
Die Fenster und Luken sind ok, das ist das Wichtigste. Im Masttop ist der Verklicker beschädigt und im Cockpit hat es die Abdeckung der Steuersäule kaputt gemacht.
Hier reicht dem Eigner eine Information, denn die Eignergemeinschaft wird im Februar für ein paar Refitarbeiten eintreffen, dann können diese kleinen Schäden gleich mit repariert werden.


Übrigens habe ich natürlich bei allen Booten nach den Solarfeldern geschaut.
Weder bei NESSAJA, noch bei ELOWYN oder den Schiffen der Freunden, hat es Schäden an den Sonnenkollektoren gegeben.
Das war per se eine sehr gute Nachricht!
Sibylle und ich ziehen weiter, als nächstes sehen wir nach Martins STENELLA – sie wird zu meinem Sorgenkind des Tages.
Bereits beim ersten Hinsehen zeigt sich ein sehr großer Wassersack am Bimini, das Gestänge ist bereits verbogen.
Es muss eingeschritten werden – ich verschaffe mir Zugang zum Schiff.


Ich steige über und fliege fast der Länge nach hin – wie bei allen Schiffen ist auch Martins Kutter ziemlich vereist, die projektilartigen Eiskugeln liegen zentimeterhoch am Laufdeck.
Leider ist der Belag darunter recht rutschig, ich kann mich gerade noch abfangen…



Bei dem kleinen, schnuckeligen Kutter hat es eine Scheibe der Sprayhood zerlegt – ich bin überzeugt, dass es keine gute Idee war, das Cockpitzelt stehen zu lassen und unterrichte Martin entsprechend.
Wir beschließen ad hoc, dass ich die Kuchenbude während der nächsten Tage abbaue.


Die „Aktion Sorgenkind“ ist rasch beendet, ansonsten ist auf STENELLA alles ok. Die Schäden sind nicht gravierend, aber es besteht der größte und auch ein akuter Handlungsbedarf.
Hier müssen Sibylle und ich umgehend ran – aber nicht mehr heute!
Ach ja, einen kleinen Schaden gab es auch hier noch – und ihr könnt erraten was…

Last not least sehen wir im Vorbeigehen bei ALENA nach dem Rechten. Hier sieht alles gut aus – außer dem Verklicker, klar oder???
Als ich das an Rosi melde, erfahren wir, dass sie auf dem Weg hierher ist und bereits morgen ankommen wird.
Na das sind ja gute Neuigkeiten! Das wird ein sehr nettes Wiedersehen.


Am Nachhauseweg kommt auf einmal Sibylle zwischen den Schiffen hervor – „…was ist das? Habe ich unter Bennos CARPE DIEM gefunden!“
Ich erkenne das zerborstene Teil auf Anhieb – wie auch Uli ist Benno der Nabenabdeckung seines Windgenerators verlustig gegangen.
Nun, vielleicht können die Beiden ja eine Sammelbestellung starten…

Nun müssen wir uns aber sputen – ich werde die kleinen Schäden an die Eigner durchgeben, aber erst am Nachmittag.
Jetzt müssen wir los, wir haben eine Verabredung zum Festtagsdinner im „To Steki“ – Thomas und Paola haben einen Tisch für die Marinabewohner reserviert und wir schließen uns gerne an.
Bezüglich der Boote der Freunde war der heutige Vormittag ein Schnelldurchlauf, ich befürchte, ich werde da nochmal ran müssen.
Ilona und Guido warten schon vor dem verbeulten Klicker, gemeinsam fahren wir nach Alinda.

Dimitris hat wieder hervorragend gekocht – bei ihm schmeckt es uns immer.
Wir schlemmen was das Zeug hält und haben einander dabei viel zu erzählen – neue Bekanntschaften werden geknüpft oder gefestigt.
So ist es kein Wunder, dass die Zeit vergeht wie im Flug. Es war schon nach 16.00 Uhr als wir wieder zurück in die Marina fuhren.
Die Sonne schickte sich bereits an unterzugehen, es war ein spektakuläres Finale eines aufregenden Tages.


Apropos Sonnenuntergang – vor ein paar Tagen war ja Wintersonnwend. Das ist per se jetzt nicht so wichtig, aber das Gefühl ist ob der länger werdenden Tage schon anders – es geht „rauswärts“, das Gröbste scheint geschafft.
Bezüglich der Tageszeiten mag das stimmen, doch unsere Erfahrung sagt, dass dies bei Wetter und Temperaturen nicht zutreffen muss.
Ich befürchte, dass „der Winter auf Leros“ erst noch kommt.
Müsste ich einen Tip abgeben, ich würde auf Februar tippen, letztes Jahr war es erst im März so weit.
Der nächste Morgen beginnt mit einem entspannten Frühstück. Das Wetter ist fein, wir erwarten Temperaturen um die 16°C, es ist kein Regen gemeldet.
Obwohl es der zweite Weihnachtsfeiertag ist, hole ich mir das ok von Sibylle, an ELOWYN arbeiten zu dürfen.
„Kein Problem“ höre ich sie sagen „dann gehe ich wandern!“ – schwupp und weg war sie.
Von unterwegs schickt sie einige Impressionen.



Als Sibylle zurückkehrt, war ich gerade fertig mit dem zweiten und letzten Epoxi-Primer Anstrich an ELOWYNs Rumpfdurchbrüchen.
Die beigen Flecken haben nun alle Zeit zu trocknen, ich plane nicht, das Antifouling vor März zu streichen.
Die Arbeiten am Unterwasserschiff sind aus meiner Sicht abgeschlossen, der Zeitdruck weicht von meinen Schultern.
Ab jetzt kann ich meine Arbeiten an meinem Patenschiff frei planen, im Innenraum bin ich unabhängig.
Da es gerade Mittag geworden war, beschließen Sibylle und ich noch etwas an den Booten der Freunde zu tun.
Es waren am gestrigen Nachmittag noch einige Fragen und Bitten aufgetaucht, diese wollten wir gleich heute erfüllen.

Wir gehen zuerst zu STENELLA. Der Grund hierfür war unsere Hoffnung, dass die Kuchenbude inzwischen trocken sein sollte und wir diese sofort abbauen und verpacken können.
Das hat nur fast geklappt, denn das Dach war noch etwas feucht. Wir mussten dieses zum Trocknen auslegen.
Die anderen Teile hatten locker Platz in der Backskiste. Dort haben wir selbige locker verstaut.

Inzwischen war Rosi von der ALENA tatsächlich angekommen. Wir begrüßten uns herzlich und die stolze HR Besitzerin kam gleich für einen Klönschnack zu uns ans Heck.
Das war fein, so ließ sich die Wartezeit gut überbrücken.

Obwohl die Sonne mit aller winterlichen Kraft auf das feuchte Zelttuch scheint, dauert das Trocknen des Bimini länger als erwartet.
Sibylle und ich beschließen eine Kaffeepause einzulegen, welche auf dem Heimweg spontan in eine „Glühweinpause“ umgewidmet wird.
Wir fotografieren STENELLA um dem Skipper ein Bild zukommen zu lassen – „…einpacken werden wir später, aber die Kuchenbude ist gerettet! Abbau erledigt!“
Zurück kommt eine kurze Antwort – „Daumen hoch – ich rufe später mal an!“

Auf NESSAJA trinken wir Beide zwei Becherchen Glühwein und essen Christstollen dazu.
Das macht beschwingt und gutgelaunt 😉 – so würde die Arbeit sicher besser von der Hand gehen.
Was machen wir noch? Ich neige zum Faullenzen und möchte nur noch auf STENELLA zusammenpacken und dann mit Martin telefonieren.
Sibylle plädiert dafür, heute schon so viel wie möglich wegzurackern.
„wir könnten Hans Peters Dinghy einpacken und das Loch in Ulis Scheibe kleben!“
Happy wife, happy life! Ich folge ihren Ideen – also auf zu LIBERTÉ und den nackigen Schnulli wieder ordentlich eingepackt!
Das gelingt recht flott – bald schon können wir Vollzug melden und senden dem Freund im Saarland ein Bild.

Weil wir am Weg zu Ulis JASPER auch noch an Bennos Schiff vorbeikommen, sehen wir auch dort vollumfänglich nach dem Rechten.
Es wird doch nicht mehr als die Nabenabdeckung des Windgenerators kaputt gegangen sein?
Es zeigt sich – nein, alles andere ist in bester Ordnung. Ach, doch – eine Sache…
Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass auch auf der CARPE DIEM die Windex vom Hagel zerschossen wurde???



Auf dem Weg von CARPE DIEM zum D-Ponton finden wir einige Windex Teile.
Ich bin sicher, dass wir bei entsprechender Suche einen ganzen Haufen zusammentragen hätten können – aber es reicht auch so…

Ein zweites Mal an diesem Tag gehe ich auf STENELLA – ich mache das Deck klar, verpacke das letzte Teil der vielteiligen Kuchenbude und schicke mich gerade an, das kleine rote Schnuckelschiff zu verlassen.
Da erreicht mich eine Nachricht von Martin, mit ihm hatte ich ein Telefonat für 16.00 Uhr vereinbart.
„Bin früher zuhause, sollen wir jetzt telefonieren?“
Ich antworte kurz – „Ja, klar, bin ohnehin gerade an Bord von STENELLA!“
Das Telefon klingelt umgehend…
Wir schnacken ein Weilchen, auch über die unglückliche Kuchenbude, sind uns aber gemeinsam einig, dass das Problem nun gelöst ist.
„Weil ich gerade da wäre…“ bittet Martin mich um ein Foto seines Motors, er mache gerade einen Online Motorkurs, zudem um einen kurzen Kontrollblick auf die Batteriespannung.
Beidem leiste ich umgehend Folge…


Ich schmunzle in mich hinein – ein Online Motorkurs also. Na wenn das nix ist.
Und repariert wird mit virtuellem Werkzeug? Die Ersatzteile aus KI Beständen?
Nein, da habe ich Zweifel – es gibt wenig Dinge die analoger und hemdsärmeliger sind, als die Reparatur und Wartung eines alten Dieselmotors.
Es wäre gut, wenn Martin jemand kennen würde, der ihm das mal „in natura“ zeigen könnte – ich muss mal nachdenken…
Ach, da fällt mir doch schon jemand ein 😉

Lieber Martin – wenn Du wirklich in die Motorentechnologie abtauchen willst, dann lass´ ich mir etwas für dich einfallen! Versprochen… 😉
Fertig, an der roten Wanderer 40 habe ich alles erledigt was zu erledigen war. Ich bin überzeugt, dass sie jetzt nach Stürmen oder schweren Regenschauern, keine Probleme mehr machen wird.
Eigentlich reicht es für heute, aber eine Aufgabe steht noch an – das Kleben der eingerissenen Seitenscheibe an JASPER.
Dies ist allerdings eine schnell zu erledigende Aufgabe.
Sibylle geht über die Planke und öffnet sich den Weg in das Cockpit, ich dagegen gehe an Deck und verklebe von außen.
Mit „einem Streifen Klebeband“, wie Uli meinte, war es nicht getan – aber ein paar Lagen Panzerband sollten bis zum Frühjahr reichen.



Das war´s – Feierabend! Ich versuche noch kurz, an ALENA bei der Inbetriebnahme der Gasanlage zu helfen, dies scheitert aber an einem Ersatzteil.
Rosi schaut mich traurig an – kein Kaffee, kein Tee? Was für ein erbärmliches Dasein!
Dem kann Abhilfe geschaffen werden – wir laden sie zu uns ein, ich trinke mit ihr einen weiteren Humpen Glühwein und wir laben uns an Stollen.
Nebenbei mache ich ihr eine Thermoskanne Tee und eine Frenchpress Kaffee. Sie leiht sich unser Induktionskochfeld und sollte somit versorgt sein bis morgen.
Morgen kommt Karl an und kann mit ihr das fehlende Ersatzteil beschaffen und die Anlage in Betrieb nehmen – Tag gerettet.
Sibylle und ich lassen den Abend nach dem Essen, es gibt Reste von Heiligabend, bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.
Am nächsten Morgen machen wir sehr zeitig eine Besorgungsfahrt – und trauen unseren Augen kaum!

Antonia und Alex haben ihr Katzenhaus fertig gestellt. Man sieht beim ersten Anblick, dass sie eine Menge Zeit und Mühe investiert haben, um „Schrott wieder flott“ zu machen.
In jedem Fall ist es ein toller Unterschlupf für die Maunzer geworden, gerade rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit.
Wir hatten nicht viel Zeit für unsere Einkäufe, denn mittags waren wir als Taxi gebucht.
Wir würden unsere Freunde Brigitte und Hans am Flughafen abholen und bei dieser Gelegenheit Antonia gleich mit zum Airport nehmen.
Sie fliegt heute ab und wird für einige Wochen zuhause verweilen.
Pünktlich kommen wir am kleinen Leros Airport an, es ist ganz schön was los. Aus Athen haben wir die Nachricht, dass sich der Flieger wegen des Windes verspäten wird.
Unsere Freunde aus Österreich halten uns stets auf dem Laufenden.


Es kam wie es kommen musste – wegen des starken Windes wurde der Flug letztlich abgesagt und auf den Folgetag verschoben.
Die Freunde werden in Athen in einem Hotel untergebracht, Antonia nehmen wir kurzerhand wieder mit nach Hause.
Weil es gerade passt, machen wir für den Abend ein gemeinsames Dinner mit dem A-Team im „Gia Sena“ aus.
Beim Gedanken an Essen fällt mir Silvester ein. Heute hat das „Navarone“ sein Silvestermenü online gestellt.
Bei uns bleibt ein fader Beigeschmack, es ist relativ teuer und es gibt keine Optionen für Vegetarier, was für Caetlin und Ben ein Ausschlusskriterium ist.

Da wir so etwas schon geahnt hatten, zudem wussten, dass das „To Steki“ bereits ausgebucht war, hatte ich vor zwei Tagen auf Verdacht einen Tisch für zehn Personen im „Metzes“ reserviert – ich war heilfroh!
Glaubt es oder nicht, just in diesem Moment trifft eine Nachricht auf meinem Mobiltelefon ein – „Sorry Mario, we are overbooked. You can have the table, but you have to leave at 21.00!“
Ne, das wollen wir nicht! Um 21.00 Uhr wollten wir kommen, nicht gehen. Stamatis und ich schreiben ein paarmal hin und her – vorwurfsfrei, respektvoll, freundschaftlich.
Dennoch war klar, dieses Angebot würde ich nicht annehmen – ich storniere meine Reservierung.
Und jetzt???
Wir rufen unsere F-Ponton Community zu einem „Beratungsbier“ unter die ANAHITA zusammen.
Es zeigt sich, es gibt kaum Alternativen – ich wage kaum, einen Geistesblitz auszusprechen…
„Was wäre, wenn wir alles was wir brauchen zum Haus hochfahren und dort feiern bis zum Abwinken?“
Begeisterung! So machen wir es! Eine Idee war geboren.
Diese werden wir morgen noch mit Brigitte und Hans abstimmen, die beiden werden wir nämlich morgen WIRKLICH vom Airport abholen.

Der Wecker war gestellt, Sibylle und ich trinken gerade unseren Tee beziehungsweise Kaffee und warten dabei auf das Signal aus Athen.
Dieses kommt mit 20 Minuten Verspätung, dafür gepaart mit der berechneten Flugzeit von nur 40 Minuten statt der obligatorischen Stunde.
Wir setzen Antonia in Bereitschaft – „…Abfahrt in 10 Minuten, wir treffen uns am Auto!“
Dann beladen wir Klicker ein zweites Mal – Antonia hat die Kätzchen Feivel und Aria im Handgepäck, dazu ihr Reisegepäck.

Kurz vor der Abfahrt überreichen Antonia und Alex und noch ein kleines Geschenk.
Das ehrt und beschämt uns gleichermaßen, stehen wir doch mit leeren Händen da.
Trotzdem, als wir es nach unserer Rückkehr öffnen und die Karte lesen, sind wir sehr gerührt – DANKE ihr Beiden!

Diesmal klappt alles! Wir bringen Antonia just in time zum Flughafen, bleiben noch bei ihr, bis alles eingecheckt ist.
Wir hätten unterstützen können, für den Fall, dass irgendetwas mit den Katzen nicht geklappt hätte.
Dies war nicht nötig und so haben wir und herzlich verabschiedet, als die junge Frau den Sicherheitsbereich betrat – auf Wiedersehen im März…
Dann nix wie los, wir gehen die 20 Meter bis in den Ankunftsbereich und sehen auch schon Brigitte und Hans über das Rollfeld laufen.
Man sieht ihnen die Vorfreude richtig an.


Erst einmal ein großes Hallo, dann gilt es das Gepäck der beiden in den Audi zu laden.
Am Weg zu deren Haus, weihen wir die Freunde in die neuen Silvesterpläne ein.
„Super…“ höre ich Brigitte sagen, „…voi klass´ aber dann machen wir die Party doch gleich bei uns im Haus!“
Ok, völlig neuer Aspekt! Unser Haus in Plaka wäre eine coole Location gewesen – ein unbewohntes Haus nur für die Party zu nutzen hätte etwas Besonderes gehabt. Eine „Vereinnahmung“ jenseits des Üblichen.
Umgekehrt ist bei den beiden Österreichern natürlich alles an Infrastruktur und Ausstattung vorhanden und gegeben.
Das Fest wäre besser und einfacher zu organisieren und vielleicht auch komfortabler.
„Wenn es euch wirklich nix ausmacht???“
In diesem Moment legen wir fest, dass unsere Silvesterparty in Crithoni stattfinden wird.
Die „glorreichen Sieben“ vom F-Ponton werden zusammen mit der Crew der BARCASO das Jahr 2026 entsprechend begrüßen.
Wir setzen die Beiden zunächst einmal zuhause ab, vereinbaren uns für eine erste Besprechung nebst Vorstellungsrunde am Nachmittag und Sibylle und ich laden die Freunde zum Dinner an Bord der NESSAJA ein.
Dann gehen Sibylle und ich erstmal frühstücken.

Heute wird zuhause gekocht. Da wir jetzt noch Gäste haben, müssen wir ein wenig aufstocken und somit einkaufen gehen.
Auf Leros ist es so, dass wenn nach Weihnachten ein Wochenende kommt, die Läden am Sonntag stundenweise offen haben.
Wir können also in den Supermarkt gehen und unsere Einkäufe noch einmal etwas pimpen, dann sollten wir für heute abend safe sein.
Weihnachten ist vorüber, wir sehen dem Jahreswechsel entgegen – auch das Haus in dem der Nikolaus die Wünsche der Kinder annimmt ist zwischenzeitlich verwaist.

Als wir auf NESSAJA zurückkehrten, wäre ja eigentlich schon fast Kaffeezeit.
Bevor wir uns aber gemütlich an den Tisch setzen konnten, hatten wir noch eine Kleinigkeit auf unserer Liste – wir waren heute mit Eva und Mario von der SAGITTA zum Videocall verabredet.
Nachdem die Beiden Leros verlassen hatten, haben wir regelmäßig telefoniert um unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Beim nächsten Besuch in der alten Heimat, wollen wir uns in Österreich treffen.
Es gab viel zu erzählen…

Jetzt aber – eine Tasse Kaffee und etwas Süßes bescheren uns neue Lebensgeister.
Weil wirklich noch viel Tag übrig war, habe ich mir fest vorgenommen, dass ich noch ein bisschen was schaffen möchte.
Meine Idee ist, dass ich auf ELOWYN die restlichen Ventile einklebe um endlich einen Haken an diesem Thema zu haben.
Sibylle hilft mir zu Anfang, hat sich dann aber die Reparatur unserer Insektengitter auf die Fahne geschrieben.
Diese sind durch den Hagel zwar nicht beschädigt wurden, aber das Netz hat deutlich gelitten – es wird Zeit für Ersatz.


Zunächst halte ich alle übrigen Teile fotografisch fest und biete sie in unserer DIY Gruppe an.
Wir helfen uns gegenseitig mit Rat und Tat, sowie mit übrigen Teilen und angebrochenen Montagematerial.
Das ist eine sehr hilfreiche und Geld sparende Organistion.
Dann prepariere ich meinen Arbeitsplatz, richte alles her und starte mit dem Einkleben der noch ausstehenden Ventile.

Diese Arbeit wird mich heute und auch noch den morgigen Tag beschäftigen, denn aufgrund der Trockenzeiten können nicht alle Teile in einem Arbeitsschritt montiert werden.
Zudem ist es mehr Arbeit als man denkt – erst ein Trockeneinbau, dabei wird die Umdrehungszahl und die finale Stellung des Hebels festgestellt und notiert.
Dann muss der Primer aufgetragen werden und nach dessen Ablüftzeit erfolgt die finale Verklebung mit SIKA 291i – danach gibt es nichts mehr zu rütteln.
Dieser Schritt muss sitzen, es ist der, bei dem mit den gebrauchten Ventilen eine falsche Entscheidung im Klebeprozess zum Desaster geführt hatte.

Damit nicht genug – das Problem beim letzten Mal, war ja zuwenig Kleber für das ausgeleierte Gewinde.
Dies soll nicht noch einmal passieren, daher bin ich mit dem Dichtkleber eher großzügig.
So ist es normal, dass Überschüsse beim Verschrauben aus dem Gewinde gedrückt werden.
Es gehört also zum sorgfältigen Einbau, dass außen herausquellender Kleber ordentlich abgeputzt wird und dabei der Gewindeausgang auch nochmal abgedichtet wird.
Leider wird aber Kleber auch nach innen gedrückt. Ich muss also vor dem Anvulkanisieren nach unten und muss Kleberüberschuss aus den Rumpfdurchbrüchen pulen.

Immer wenn ich unten über den Sandplatz der Marina gehe, fallen mir die Fähnchen der durch den Hagel zerstörten Verklicker auf.
Ich sammle diese Fähnchen um später an NESSAJA und ELOWYN den Verklicker reparieren zu können und um Freunden gegebenenfalls diesbezüglich aushelfen zu können.


Leider konnte ich das Ventilprojekt am zweiten Tag nicht ganz abschließen – ein Ventil macht Kummer!
Das 1 1/4 Zoll Set des Generators hat merklich mehr Spiel im Gewinde als alle anderen Größen – so viel, dass ich nicht ohne Absicherung verkleben möchte.
Ich probiere also neben meinen Neuteilen, baugleiche Neuteile aus Alex´ Ersatzteilkiste aus – das gleiche Dilemma.
Ich entscheide, dass ich dieses eine Ventil zurückstelle und eine Mail an TruDesign schreibe.
Ich werde die Antwort abwarten und dann erst dieses eine, letzte Ventil montieren.
Die gesparten Minuten verwende ich, um den Einbau der FRITZ!Box zu starten.
Es wird, wie auf NESSAJA, eine vom Typ 6820LTE zum Einsatz kommen, welche mit einer Cosmote Prepaid Datenkarte laufen soll.
Die Wahl fiel seinerzeit auf diese FRITZ!Box, weil sie zum einen kompakt ist, zum anderen direkt mit 12V betrieben werden kann.
Dafür wird einfach der Trafo abgeschnitten und das Kabel an die Bordelektrik angeschlossen.

Fertigstellen werde ich diese Arbeit an einem anderen Tag, heute möchte ich den Einbau nur vorbereiten.
Das ist eine Aufgabe für einen Regentag – und die sollen kommen! Es ist also ratsam, erst alle Arbeiten an Deck oder am Rumpf abzuschließen.
Bei ELOWYN ist dies soweit geschehen, daher beschließe ich diesen Arbeitsplatz zu verlassen und noch eine Stunde auf meinem Schiff zu werkeln.
Als ich im Cockpit von ELOWYN stand, bot der Himmel eine beeindruckende Szenerie – der Regen wird kommen, aber wann???

Im Cockpit von NESSAJA steht immer noch der große Karton von „ropetec“.
Ich hatte bisher nur geschafft, dass ich die Dirk einziehe. Seither steht der Monsterkarton eigentlich mehr im Weg – dies wollte ich vor dem nächsten großen Regen noch erledigt wissen.
Also nehme ich mir vor, dass ich heute noch ein Fall auswechseln werde – und das schaffe ich auch!
Bis zum Sonnenuntergang habe ich das Arbeitsfall getauscht – für heute ist das Tagwerk erledigt!


Zur Zeit essen wir eigentlich immer zuhause. Sibylle kocht uns jeden Tag etwas Leckeres und wir schlemmen gemeinsam.
Das selbstgekochte Essen ist meist gesünder und in jedem Fall günstiger als die Einkehr in den Tavernen.
Heute gibt es Spaghetti Bolognese und ich freue mich richtig. Dementsprechend haue ich rein, denn das einfache italienische Gericht gab es lange nicht mehr.
Danach ist Medienzeit angesagt, ein bisschen Facebook, danach eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Reihe „wunderschön“.
Sibylle ist noch auf Facebook, da schlägt sie Alarm, „…ach Du Scheiß, der Metzger schreibt, dass die Annahme für Bestellungen für Silvester abgeschlossen sei!“
Wir beschließen, dass wir unserer Fleischbestellung am kommenden morgen die allerhöchste Priorität 2 verleihen!
Priorität 1 ist dauerreserviert – für den Morgenkaffee! An dem wird nicht gerüttelt.

Es klappt! Wir haben zwar schon eine größere Bestellung für ein BBQ mit 9 Teilnehmern, ok eigentlich 7, aber wir möchten eher normale Fleischstücke haben.
Das sei kein Problem, man nimmt unsere Bestellung an und lässt uns wissen, dass zum 31.12. alles fertig gepackt sein würde.
Perfekt, das Wichtigste ist unter Dach und Fach, ab jetzt können wir ganz gemütlich unsere Einkaufsrunde fahren.
Zurück in der Marina fällt uns auf, dass auch an Emanuels RUKIPE der Deckel vom Windgenerator abgeschlagen ist,
Ich mache ein Bild und informiere den Nachbarn.

Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine zwei Fallen für die Vorsegel einzuziehen.
Dies gelingt problemfrei, sowohl das Fockfall als auch das Genuafall sind jetzt im Mast montiert und können bei nächster Gelegenheit eingesetzt werden.
Die alten Fallen werden zunächst noch gesammelt, ich werde sie brauchen, um im letzten Schritt der Erneuerung des stehenden Guts den Mast ausreichend abzuspannen und zu sichern.
Nicht zuletzt deshalb sollte dieser Schritt daher zeitnah finalisiert werden, jetzt kann ein Haken ran.


Etwas mehr Arbeit wird das Großfall machen. Um dies zu ersetzen, muss das Großsegel gezogen werden und für einen kurzen Moment abgeschlagen werden.
Das kann nur geschehen, wenn es windstill ist und auch nur, wenn der Großbaum nicht mehr auf dem Cockpitdach aufliegt.
Dies wollen wir nicht erzwingen, deshalb findet das noch verbleibende Fall seinen Platz im Schiff, der riesige Karton kann endlich entsorgt werden.
Sibylle war währenddessen wieder mit den Insektengittern beschäftigt, auch sie kommt gut voran…


Diese Arbeit ist zeitraubend und wird sich noch über die nächsten Tage hinziehen – aber der Anfang ist gemacht, der Rest ergibt sich.
Auch der Wind wird uns in das neue Jahr begleiten. Das Wetter ist freundlich, aber wechselhaft.
Es gibt kleine, kurze Schauer, dazu weht beständig ein kräftiger Wind. Die Temperaturen sind windabhängig – bläst er aus Süd, hat es durchaus 15°C oder auch mal mehr, pfeift es aus Nord, dann fällt das Quecksilber unter die magische 10°C Marke.
Zusammen mit dem Wind ergibt sich ein sehr unguter Chill-Faktor, mir klappern regelmäßig die Zähne – es ist Winter auf Leros.

Der Wind meint es wirklich nicht gut mit mir. Nach dem Hagel, welcher meine eigentliche Außenborder-Abdeckung zerschossen hat, hatte ich umgehend meine Winter-Ersatzabdeckung montiert.
Durch Aeolus´ Atem aber, wurde auch diese innert einer Nacht in die ewigen Jagdgründe befördert.
Zugegeben, sie war schon alt und sicher auch durch UV-Bestrahlung beansprucht – aber dass sie dem Wind keinerlei Paroli bieten würde, damit habe ich nicht gerechnet!

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen! Sibylle und ich machen uns auf die Socken, um die restlichen Besorgungen zu erledigen.
Zunächst holen wir unsere Fleischbestellung beim Metzger ab, diese wollen wir umgehend zu Brigitte und Hans bringen, um das Grillgut dort kühl zu lagern.

Weil einer der möglichen Wege nach Crithoni direkt an unserem Haus vorbeiführt, liegt es auf der Hand, dass wir die JBL Partybox auch gleich mitnehmen und diese im Haus der Freunde abliefern.
Ich glotze, wie eigentlich immer, fassungslos auf meine Garagenwand. Diese sieht aus wie nach einem Beschuss mit einer abgesägten Schrotflinte.
Auch heute gesellen sich neue Löcher dazu, eines davon hat eher die Optik eines 9mm Geschosses.

Ich lächle darüber – noch! Ich gebe offen zu, dass ich bei so etwas eine kurze Lunte habe und das überhaupt nur wegstecken kann, weil ich schon seit fünf Jahren auf dieser Insel lebe.
Das griechische „siga-siga“ hat schon abgefärbt, dies schadet in manchen Situationen nicht.
Aber – ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wüsste, dass so eine Kleinigkeit zum Zünglein an der Waage werden könnte.
Was liegt also näher als einen Plan-B zu erdenken? Ein „was-wäre-wenn-Szenario“ für den Fall, dass mir meine Nachbarn so auf den Sack gehen, dass sich mein ohnehin vorhandener Wunsch durchsetzt, auf einem Segelboot zu leben?
Nun, dann könnte man sich doch mal umsehen 😉 – ich spoilere mal – der Blog bleibt spannend, ich hätte da was im Auge (der Name stünde schon fest)!
Hab´ ich das jetzt wirklich geschrieben? Ach, ich Dummerchen, das hätte doch geheim bleiben sollen! Interpretiert da nicht zuviel rein, alles nur Tagträumereien…
Zurück auf den richtigen, den durch Sibylle vorgegebenen, Kurs komme ich, als wir bei Brigitte und Hans ankommen – es gibt einen Kaffee aus der neuen Maschine.



Mit den Freunden stimmen wir die Details für den heutigen Abend ab. Es scheint sinnvoll, dass ich um 17.00 Uhr noch einmal mit einer Fuhre Lebensmittel vorbeikomme.
Alle Gäste können die von ihnen zubereiteten Gerichte bis dahin fertig stellen, dann würde ich sie zum Haus fahren.
Brigitte und Hans bekämen Zeit für Vorbereitungen und ich hätte den Audi leer, um alle Marinafreunde auf einmal zum Haus zu fahren – immerhin sind wir zu siebt.
So machen wir das!
Sibylle ruft zum Aufbruch, sie hätte jetzt allerhand zu tun und ich hätte schließlich auch angekündigt, dass ich noch ein bisschen was von meiner Liste abarbeiten wolle…
Da hat sie Recht und aus diesem Grund finde ich mich kaum eine halbe Stunde später, am Navigationsplatz von ELOWYN wieder.
Der Einbau der FRITZ!Box hat es mir angetan.
Außerdem gilt es, die Batterie des WILLI zu laden…

Der Router ist an sich keine besondere Herausforderung. Da ich ihn aber direkt mit 12V vom Bordnetz betreiben will gilt es, zunächst die Polarität der jeweiligen Anschlusspaare herauszufinden.
Dies messe ich mir mit dem Multimeter schnell aus…

Auch beim Router scheint die Sache klar, denn ein Kabel ist nicht isoliert. Dennoch schadet es nicht, eine kurze Kontrollmessung zu machen.
Es ist besser die Polung zu verifizieren, als im Nachhinein den Geruch von verschmorten Platinen in der Nase zu haben und den Verlust des Routers besüdern zu müssen.

Jetzt kann ich das Kabel ordentlich vercrimpen und anschließen. Das klappt vorzüglich und bald schon läuft das kleine AVM Gerät.
Ich stecke vorübergehend die griechische Datenkarte von Nessaja ein und mache über mein iPad das Setup.
Alles in allem hat das Anschließen und Konfigurieren bis hierhin eine knappe Stunde gedauert – verzögert durch die Tatsache, dass ich einmal zu NESSAJA laufen musste, um Werkzeug zu holen.
Nun galt es nur noch, das Kabel ordentlich zu verlegen und einen Platz für das kleine Gerät zu finden – und schon hat ELOWYN ihr eigenes WiFi Netzwerk.


Mein Tagwerk war geschafft – ich habe die knappen zwei Stunden Bastelarbeit geschätzt, denn schön langsam werden wir uns in den Partymodus begeben.
Das neue Jahr nähert sich mit großen Schritten, es wird Zeit, den weißen Riesen zu verschließen und das Reparaturjahr 2025 zu einem Ende zu führen.
Dann werde ich zu NESSAJA zurück gehen…

Als ich über unseren F-Ponton schlendere, werfe ich noch einen Blick auf Emanuels RUKIPE.
Ich hatte, zugegeben ohne genauen Kontrollblick, schon informiert, dass er damit rechnen müsse, dass auch sein Verklicker etwas abbekommen hat.
Heute aber erkenne ich, dass nicht nur die günstige Windex beschädigt ist, sondern auch der vergleichsweise teure Raymarine Windmesser einer Schaufel am Windrad verlustig gegangen ist.
Hier ist die Herausforderung groß – denn ich erkenne das System sofort, ein alter ST50 Windgeber wie auch ich ihn hatte!
Das Ersatzteil gibt es noch, es kostet kein Vermögen. Es bleibt aber zu hoffen, dass keine anderen Kollateralschäden auftauchen – eine Reparatur ist in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht vertretbar.
Hier kommen schnell Kosten von 500.-€ und mehr auf den Skipper zu.
Ich werde an diesem Tag zum Hiob und sende Neujahrswünsche und das entsprechende Bild.

Jetzt aber – noch zwei Stunden Galgenfrist! Ich ruhe mich noch ein wenig aus und mache es mir auf Alex´ Fakirmatte gemütlich.
Ob ich leicht masochistische Ansätze habe? 50 shades of Rauchi?
Nicht auszudenken…
Ein bisschen Masochismus war auch im Spiel, als wir Caetlin und Ben zwei gemütliche Reiseplätze in Klickers Kofferraum angeboten haben.
Ich konnte es kaum fassen, wie der riesige Kofferaum des Boliden schrumpfte, während sich das junge Paar aus den Niederlanden auf die extra bereitgestellten Klappsitze faltete.


Wir kommen an im Haus der Freunde – großes Hallo und erst einmal umsehen.
Klar, dass alle sofort einen Blick von der großen Terrasse auf die Burg wagen.
Das Kastell ist eines der Wahrzeichen von Leros und nachts schön beleuchtet – wir sind uns alle einig, DAS wäre der richtige Platz für ein Feuerwerk.



Es ist zapfig kalt! Man hält es immer nur kurz draußen aus, dann ist wieder eine kurze Aufwärmphase im Wohn- und Essbereich angesagt.
Ben bekommt die Aufgabe als „Spotify DJ“ zu agieren. Er fragt, was wir denn wünschen – 70er, 80er oder gar 9…??? Er konnte kaum ausreden – die Antwort kam pfeilschnell und wie aus einem Munde – 80er!!!
Für Caetlin, Jahrgang 1994 und dem kaum älteren Ben, beide sind deutlich jünger als unsere Kinder, ist die gewählte Musik in die Kategorie Oldies einzuordnen.
Dennoch lässt er sich nicht lumpen und schon erschallt Musik aus der coolsten Zeit meines Lebens aus der JBL Box.
Es war wie eine Zeitreise durch eine längst vergangene Epoche der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins!
Es ist einer dieser Tage, an denen ich aber auch merke, dass hier und heute Menschen zusammentreffen, deren Lebenslinien sich schneiden. Geschichten werden geschrieben, Freundschaften entstehen.
Neun Personen aus drei Ländern feiern zusammen, sprechen ein Mischmasch an dialektgefärbten Deutsch, Englisch und Holländisch – ich liebe solche Begegnungen.
Wir beginnen langsam das Buffet zu richten und auf der Terrasse werden die Grills in Betrieb genommen.




Während das Dinner in der Vorbereitung ist, bietet Hans allerlei bunte Getränke an.
Der Gin-Tonic setzt sich als Opener durch, danach gönnen wir Männer uns ein Bier, die Damen entscheiden sich mehrheitlich für Wein.
Immer wieder zwischendurch, gehen wir abwechselnd nach drinnen um uns aufzuwärmen.
Die Temperatur zu dieser Stunde war wohl kaum höher als 8°C.



Kurze Zeit später war es soweit – das Grillgut war fertig, Hans bereitet eine gigantische Fleischplatte.
Die Steaks werden geschnitten, alles wird geteilt, jeder greift zu.
Es wird zu Tische gerufen, es geht los – einen guten Appetit, καλή όρεξη!





Jeder greift zu – große Salatteller machen die Runde, als Beilage, Vorspeise oder Hauptgericht.
Wir gestalten unser Essen zwanglos, jeder nimmt sich soviel er möchte und wählt selbst, was am besten schmeckt.
Caetlin hat zwei frische Sauerteigbrote gebacken, Sibylle ein Kilo Tzatziki und Brigitte noch einen göttlichen Dip.
Ein sehr gutes, dem Anlass entsprechendes Dinner.

Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass wir nach dem Essen noch Platz im Magen hätten, war natürlich auch für Nachspeisen und Knabbereien gesorgt!
Ilona hat gleich wieder eine ganze Reine von ihrer Quark-Mascarpone Creme gemacht.
Ben hatte die in den Niederlanden typischen Oliebollen frittiert und als Tüpfelchen auf dem i war auch alles vorhanden, was man für ein Knabberbuffet benötigt.


Ich will etwas spoilern – das Knabberbuffet blieb am heutigen Abend ohne Beachtung.
Als wir durch unsere verschiedenen Gänge durch waren, war jeder von uns so vollgemampft, dass Chips & Co. keinen Platz mehr hatten.

Außerdem warteten wir gebannt auf den Countdown! 10-9-8… Hans verbindet die Partybox mit seinem Handy… 7-6-5… er startet gerade noch rechtzeitig klassische Musik und dreht ein wenig auf.
Es war besonders – eine klirrend kalte Nacht auf der Ägäisinsel Leros, aus der Box hallt der „Donauwalzer“ und pünktlich um 00.00 Uhr läuft die BLUESTAR II in Agia Marina ein und lässt ihr Horn ertönen…
4-3-2-1-PROSIT NEUJAHR – καλή χρονιά !




Wir wissen, dass auf Leros kaum Feuerwerke gezündet werden. Auch diese unsägliche Ballerei schon Stunden vor dem Jahreswechsel findet hier nicht statt.
Wir haben eigentlich in keinester Weise mit einem Feuerwerk gerechnet – umso mehr haben wir uns gefreut, dass aus der Richtung des „Crithoni Hotel“ zumindest ein kleines Raketenstakkato abgefeuert wurde.

Nach dem Anstoßen war es soweit – der niederländischen Tradition folgend, wurden die Oliebollen gereicht.
Natürlich hat jeder zugegriffen – und dies, obwohl die Bäuche oft schon spannten.
Aber diese besondere Leckerei wollte sich niemand entgehen lassen!


Ich greife in den Topf und erwische einen Kaventsmann der fetttriefenden Kugeln, die den Namen „Bolle“ schon zurecht tragen.
Ich beiße ab, die Dinger schmecken ähnlich wie bayrische „Auszog´ne“ – und sie fallen auch ähnlich mächtig in die Magengrube.
Ich kämpfe gegen den mächtigen Klops und es droht ein Sieg der Teigspeise – letzten Endes werde ich dem Ding aber Herr und schlotze mir den Puderzucker von den Fingerkuppen.
Im gleichen Augenblick erkenne ich – ich werde heute Nacht wohl schlecht schlafen, der Oliebolle war zuviel, vielleicht platze ich.

Bis kurz vor 02.00 Uhr halten wir durch, dann quittieren wir. Eine ganze Weile haben wir noch beisammengesessen und geklönt – es war ein herrlicher Abend.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern Brigitte und Hans, dann ziehen wir von dannen.
Das ganze Zeug verbleibt noch hier, wir kommen morgen und holen alles ab.
Gute Nacht, es war schön mit euch!!!
Am Heimweg falten sich die jungen Männer in das Heck meines Automobils. Caetlin hatte Sorge, dass es ihr schlecht werden könnte mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Kaum Verkehr auf den Straßen, wir waren nach 10 Minuten in der Marina und haben uns dort mit einem kurzen „Gute Nacht“ verabschiedet.
Es war kalt, wir waren müde und jeder wollte rasch zurück auf sein Schiff.
Auf NESSAJA ging Sibylle sofort ins Bett.
Ich saß noch eine Stunde und dachte nach – was für ein Jahr!
War 2025 ein gutes Jahr, würde ich es als eher schlecht einstufen? Ich werde dazu, wie immer, zum Ende des Januar einen Jahresbericht schreiben, den ihr euch bitte selber zu Gemüte führt.
Bei neuen Seiten gibt es nämlich keine Infomails.
Ich fahre runter und werde müde, es wird Zeit in die Falle zu gehen.
Ich wünsche euch ein tolles Jahr 2026 und hoffe, dass ihr auch in Zukunft immer wieder mal reinschaut.
Ein kurzer Ausblick auf den Januar…
Erste Termine für Q1 werden fixiert, fast alle Freunde fahren zu Besuchen in ihre Heimat – ich bleibe alleine zurück.
Ich werde alles daran setzen, dass ich die Projekte an ELOWYN und NESSAJA vorantreibe.
Auch am Haus gibt es ein paar Kleinigkeiten zu tun!
Bleibt dran, ich freue mich auf neue Geschichten aus dem Buch des Lebens
Mario & Sibylle – von Bord der NESSAJA
























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































