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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Dezember 2025 – It´s alright (Baby´s coming back)

Die letzte Headline des Jahres 2025 war bereits früh im Monat gefunden.
Am 05.12. schreibt mir Sibylle eine WhatsApp Nachricht, dass sie ihren gebuchten Flug am 14.12. wahrnehmen kann – Baby´s coming back!
Selten hat sich eine Headline so aufgedrängt wie der Eurythmics Kracher aus dem Jahr 1985.

Wenn ich an Annie Lennox denke, dann habe ich unweigerlich Kopfkino. Für den Fall, dass mein Freund René, den ihr ja kennen gelernt habt, diese Zeilen liest – der Gedanke aus dem Jahr 1984 ist ausschließlich für Dich!

Es ist also alles wieder gut, Sibylle kommt zurück und wir können – endlich – in die Planung für Weihnachten und den Jahreswechsel gehen.

Bis dahin ist allerdings allerhand passiert – lasst euch mitnehmen auf die Zeitreise durch den Dezember 2025 auf Leros.

Der 01.12.2025 – ich schlafe relativ lang

Ich wache relativ spät auf und erkenne sofort am Stand der Sonne, dass es höchste Zeit ist um aufzustehen und den Tag zu starten.

Hausmännliche Pflichten rufen den Strohwitwer auf den Plan – erneut muss ich eine Maschine Wäsche waschen.
Der Grund dafür ist nicht etwa, dass ich nicht genug Klamotten hätte, aber ich habe nur drei Arbeitsgarnituren.
Immer wenn ich die dritte anziehe, muss ich eine Kurzwäsche planen – so auch heute!

Der Dezember startet freundlich, ideales Waschwetter

Danach galt es, meine Montageteile aus der Garage in Plaka zu holen. Ich hatte ja im Novemberblog geschrieben, dass ich allerhand Ersatzteile bestellt hatte.

Ein paar davon sind bereits angekommen, es wurde also Zeit, die nächsten Schritte für meine aktuellen Großprojekte zu planen.

In meinem Kopf lege ich mir zurecht, dass es perfekt wäre, wenn ich vor Sibylles Rückkehr die drei gelieferten Stage bei NESSAJA montiert hätte und das Genuastag in diesem Zug abmontiert wäre.
Weiter wäre es super, wenn ich bezüglich der Ruderabdichtung bei ELOWYN weiterkäme und es vielleicht schaffen würde, die alten, undichten Ventilsets auszubauen.

Alles darüber hinaus wäre Fleißarbeit, aber da mach´ ich mir keine zu großen Hoffnungen.

Basierend auf dieser Überlegung, fahre ich nach Plaka und hole mir die Teile meiner Rollanlage für die Kutterfock.

Teile, Werkzeug und…. – VIER Europaletten

Alex begleitet mich – er hat den Auftrag bekommen, ein Katzenhaus zu bauen.
Nachdem das „A-Team“ zunächst etwas aus ein paar Brettern und einer Folie zusammengezimmert hatte, diese Folie im Wert von 40.-€ aber des Nächtens geklaut wurde, muss jetzt ein Massivhaus her!

Die Grundlage dafür sollen vier Europaletten bilden, welche Alex beim örtlichen Gemüsehändler erbettelt hat.
Klar, dass ich ihm den Lieferdienst anbiete – wir staunen beide, wieviel Platz in „Klicker“ ist, er erweist sich als echtes Muli.

Bis die Fuhre ausgeladen war, verging eine ganze Zeit, sodass letztlich nicht mehr viel Tag übrig blieb.

Wie immer am Montag bietet sich für das Abendessen das „Gia Sena“ an, die üblichen Verdächtigen haben an diesem Tag zu.
Dort sitze ich heute alleine, genieße dabei aber auch ein bisschen die Ruhe.

Wie immer gibt es einen Saganaki und eine Portion „Tigania Kotopoulo“

Wie mehrfach erwähnt, ist die kleine und urtypische Taverne nicht wirklich einladend.
Aber für günstige Hausmannskost ist sie für uns eine echte Alternative auf unserer Liste – im Winter!

Am nächsten Tag schon, abermals einer mit Kaiserwetter, lege ich an ELOWYN los.
Ich will sehen, was ich die nächsten zwei Tage schaffe, denn dann ist die erste richtige Sturmfront mit kräftigem Regen angesagt.

Es gilt also, bei Temperaturen knapp unter 20°C und unter stahlblauem Himmel noch ein paar Außenarbeiten abzuschließen.

Nichts mehr los – die Arbeiter treten nach und nach ihren Urlaub an, ab nächster Woche ist Betriebsruhe
Shaka – ich bin guter Dinge, heut´ wird was geschafft

Ich lege mir also Strom von ELOWYN nach unten und richte das Werkzeug her.

Auch hier hilft Hans Peter aus der Ferne – in weiser Voraussicht hatte er seinen „Fein Multimaster“ hier gelassen, ich würde ihn brauchen.
Wie Recht er doch hatte!

Ich habe zwar auch so ein Gerät, aber eben kein Original, welches doch spürbar besser ist und bei diesen diffizilen Arbeiten das „gewisse Etwas“ ausmacht.

Ich atme durch… – und setze den ersten Schnitt!

So sollte es klappen
Erst den Pilz abtrennen…
…dann mit der Klinge so weit wie möglich das überschüssige Dichtmaterial abschneiden

Nach den Schnitten wechsle ich die Klinge und scheide das Dichtmaterial so gut es eben geht weg.

Dies verhindert, dass der Gummi die Schleifscheibe des Exzenterschleifers zusetzt und ich allzuoft die Scheibe wechseln muss.

Der Exzenter wird später gebraucht, wenn es darum geht, die Ausbaustelle plan zu schleifen und das Loch im Rumpf für den Einbau des neuen Durchbruchs vorzubereiten.

Jetzt schneide ich erstmal alle defekten Rumpfdurchbrüche ab! Ich habe sie vorher nummeriert – von 1-9 – um keine Fehler zu machen.
Zwei Stück dürfen montiert bleiben, denn bei Zweien hatte ich das Ventil im Vorfeld schadlos abmontieren können.

Die restlichen Sieben fliegen ansatzlos raus!

Das war relativ rasch erledigt

Mein Telefon klingelt – Sophie ruft aus der Schweiz an, an ihrem Haus würde gebaut, es gäbe Verständigungsprobleme.
Ob ich nicht im Laufe des Tages vorbeifahren könnte und dies in ihrem Sinne klären könnte?

Klar, kann ich! Ich helfe der jungen Frau sehr gerne, ist sie doch von „Susannes Tochter“ zu einer Freundin geworden – ich schätze sie sehr.

Das Wetter war prächtig, ich war rasch voran gekommen – also gönne ich mir eine Pause!

Die Sonne steht noch nicht mal im Zenith – was für ein toller Tag

Ich fahre also nach Xirokampos, bespreche mich mit den Handwerkern, welche mich ohnehin kennen und kann Sophies Anliegen vermitteln.

Die Unklarheiten scheinen also aus dem Weg geräumt, ich finde, ich habe mir eine kleine Belohnung in der Mittagspause verdient!

Und die gibt´s wo? Na, wo wohl???

Heute ist das Eis mal nur Beilage – Galaktoboureko mit einer Kugel Baklava

Und jetzt? Es ist noch zu früh, um schon die Beine hochzulegen.
Das Schlechtwettergespenst sitzt mir im Nacken, ich will heute echt vorankommen.

Ich nehme mir also vor an ELOWYN weiterzuarbeiten und mache mich auf den Weg zurück in die Marina.
Im Einfahrtsbereich treffe ich Alex auf seiner „Katzenhausbaustelle“ – er scheint in großer Not, denn er winkt mich heran.

„All´ das teure Werkzeug liegt hier rum und ich muss kurz zum Baumarkt, kannst Du Wache schieben?“
Klar kann ich! Ich übernehme also die Überwachung der Baustelle in des Bauherren Abwesenheit und verabsäume es dabei auch nicht, einen kurzen Bericht an Sibylle zu schicken.

Es ist ein anerkennenswerter Wahnsinn, den das „A-Team“ da betreibt – aber die Beiden wissen eben, was Empathie ist und beschränken diese nicht nur auf den Menschen.

Ich parke und übernehme die Wache
Das Katzenhaus wird laminiert und bekommt Fenster – alles Schrottteile aus Schiffen

Wenn das Gebäude fertig ist, werde ich ein Bild nachreichen, denn die Details wie Fenster und Luken sind wirklich witzig!
Ich hoffe, dass man für so etwas nicht schon eine Baugenehmigung braucht.

Alex kehrt zurück und ich verabschiede mich. Auch meine Pflicht ruft, wir sehen uns ohnehin später wieder.

Ich muss gar nicht erst zu NESSAJA, ich habe zur Zeit wieder alle benötigten Werkzeuge im Kofferraum und kann nahtlos an die Arbeit vom Vormittag anknüpfen.
Das Schleifen der Schnittstellen, sowie das gleichzeitige Vorbereiten für die Neuinstallation stehen am Programm.

Fertig – so sieht es dann aus
Die dichten Thruhull Fittinge bleiben drin, die undichten fliegen raus

Naja, soweit waren wir ja schonmal. Vielleicht fällt es euch auf – die Löcher sind schon frei!

Auch das Überschleifen der Reparaturstelle ging mit dem großen Stanley „FatMax“ Exzenterschleifer so gut von der Hand, dass ich immer noch nicht willens war, die Baustelle zu beenden.

So habe ich innen noch die Schläuche gelöst und die abgeschnittenen Fragmente von außen nach innen durchgeschlagen.
Das hört sich martialisch an, ist aber die schnellste Möglichkeit die alten Sets auszubauen.

Nachdem ich keine Möglichkeit sah, die undichten Ventile von den eigentlich guten Durchbrüchen zu trennen, war dies der einzig vernünftige, weil schnellste Weg.

Jetzt war der Tag vorbei, ich räume die Baustelle auf und ziehe mich auf NESSAJA zurück.
Frisch machen und aufwärmen ist angesagt, dazu bleibt noch Zeit für eine Runde „Duolingo“ bevor ich zum Dinner gehe.

Fast 18.00 Uhr, da ist schon ziemlich dunkel – eine Vollmondnacht steht bevor
Duolingo gibt mir einen Jahresrückblick – ich war nicht faul

Beim genaueren Hinsehen zeigt der Rückblick der Lernapp aber auch auf, dass ich fast 60 Stunden gelernt habe.
Dies zwar verteilt auf 105 Tage, trotzdem sind das rund 35 Minuten am Tag.

Ok, um eine Sprache zu lernen muss man Zeit investieren – das rechtfertigt die lange Zeit am Mobiltelefon.
Dennoch ist dieser Gedanke „Stein des Anstoßes“ um über meine Mediennutzung nachzudenken.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, fahre ich ins „SouVLakki“…

Stammgericht im Stammlokal – ich muss gar nicht mehr bestellen

Ich komme heute später als sonst vom Essen zurück. Der arbeitsreiche Tag hat meinen Zeitplan um eine Stunde nach hinten geschoben.

Trotzdem fühlt es sich richtig gut an – ein intensiver Tag liegt im Kielwasser, das Projekt „Seeventile nacharbeiten“ ist soweit vorbereitet – hier heißt es jetzt, auf die Ersatzteile zu warten.

Als nächstes schreibe ich mir den Zusammenbau meiner Rollanlage auf den Plan, aber dazu wird es vor der Schlechtwetterfront nicht mehr kommen – wieder mal war ein „Sidekick“ die Ursache dafür, dass mein ganzer Plan durcheinander gewirbelt wird.
Doch eines nach dem anderen…

Heute komme ich nach Hause, bestaune noch einmal den Vollmond und sehe mir dann noch eine Folge „mare TV“ aus der Mediathek an, dann ist Schlafenszeit.

Die Stimmung des Nachthimmels ist mystisch-schön

Vor zwei Tagen hat mich eine Nachricht von Ewa erreicht, sie wollte ihren Motor zusammenbauen, hat es aber nicht gekonnt. Ich müsse helfen.

Wie ich schon geschrieben hatte, respektiere ich die Bemühungen der emsigen Frau um ihren Motor und versuche immer mit Rat zu unterstützen, aber daraus leitet sich nicht automatisch die Tat ab.
Zudem „muss“ ich gar nichts!
Ich übe mich also im „Nein sagen“ und weise das erstmal von mir.

Tags darauf meldet sie sich abermals und ich bilde mir ein, dass die Sprachnachricht den Tränen nah war – vielleicht hat sie mich auch ausgetrickst – aber ich konnte nicht anders, ich musste sie unterstützen.

Also finde ich mich pünktlich um 10.00 Uhr auf ihrem kleinen Kat ein und lege los.
Wir sind recht schnell und können nach rund drei Stunden Vollzug melden – der Jockel läuft wieder und ich habe mir echt geduldig Zeit genommen und ihr alle Handgriffe erklärt – sie WILL lernen und das finde ich echt toll!

Weil der Tag jung war, ließ ich mich zu einem Kaffee einladen und wir haben zum ersten Mal seit sehr langer Zeit ein sehr interessantes Gespräch abseits der Bootsthemen gehabt.
Sie hat an diesem Tag bei mir gepunktet!

Zum Abschied drückt sie mir noch ein Geschenk als „Dankeschön“ in die Hand. Nicht der Grund für mein Tun, gefreut habe ich mich allemal.

Ein Dankeschön von Ewa – ihr Motor läuft wieder, das Problem ist gefunden und behoben

Der Nachmittag verplätschert wie erwartet. Erst schreibe ich ein paarmal mit Ben hin und her, wir müssen noch die „Bezahlung“ für den neu-gebrauchten Einbausatz für ELOWYNs Loggegeber festlegen.

Die Regelung ist rasch gefunden und so fair, dass ich für den heutigen Abend eine Einladung zum Pizzaessen ausspreche.
Die Crew der DONNA nimmt an und somit haben wir heute Abend ein Date.

Kaum habe ich mich sortiert – BIMM – „…hast Du noch die TESA Power Strips die Du angeboten hattest? Ich bräuchte sie doch und würde sie holen!“
Alex ist ebenfalls am Werken und wir helfen uns gegenseitig aus, wann immer es geht.

Klar hab´ ich die Dinger noch, ich muss sie nur erst herauskramen. Also tauche ich ab in meine Werkzeugkisten und krame die klebrigen Schätze hervor.

Gefunden – oh ich Dummerchen – Stripes ohne „e“
Es gibt eine Auswahl

„Hy Alex, kannst gerne welche haben, wieviele brauchst denn?“ höre ich mich fragen.
Die Antwort kommt unverblümt – „…och, dann nehm´ ich sie ALLE!“

Ok! Dann halt…

Ich gehe mal davon aus, dass ich jetzt nicht akut einen TESA Power Strip brauche – ansonsten muss ich Sibylle in Deutschland zum Baumarkt schicken 😉 !

Weil der Freund aus Landshut grad zugegen war, frage ich auch ihn – „…ich geh´ heute Pizzaessen mit DONNA. Seid ihr dabei?“
Klar sind sie dabei – und tschengpeng sind wir eine sehr nette, illustere Runde. Treffen um 19.00 Uhr im „La Nostra“!

Pizza Mario XL – steht nicht auf der Karte, kannst Du aber so bestellen 😉

Die Pizza war gut wie immer und ich habe die Gesellschaft der Vier wirklich genossen.
Die beiden Crews sind so alt wie meine Kinder – teilweise spürbar jünger – und nehmen mich alten Sack trotzdem immer mit.
Ich habe sogar das Gefühl wir profitieren von der gegenseitigen Gesellschaft und Hilfe – ich genieße diese Community wirklich sehr, sie eröffnet völlig neue Perspektiven!

Die ersten Tage laufen also gut an, ich fühle mich wieder im Flow und schaffe was. Auch wenn „Baby´s Rückkehr“ aus der Headline natürlich der Leitgedanke ist – dies außen vor gelassen, lässt der heutige Tag das Resümee zu, dass alles gut ist – „It´s alright…“!

So kann es weitergehen – wenn nicht für heute Nacht das Eintreffen der Sturmfront angesagt wäre…

Es klopft an NESSAJAs Gangway. Der Marinero kommt und bringt ein Paket.
Zur Zeit sind einige Pakete für mich auf der Reise, ich tracke sie täglich.
Dieses habe ich erwartet, dabei aber nicht geahnt, dass es schon da ist – es kommt von Tina & Volker, man wünscht eine schöne Vorweihnachtszeit und schonmal ein frohes Fest.

Spannend – was da wohl drin ist
Äih, glasse! Orchinol Nörnbercher Lebbkuchn – ich freu´ mich und bringe das zum Ausdruck
Meine Süßigkeitenschublade wird zum Schrein

Ich verleihe meiner Freude Ausdruck und schreibe in unsere gemeinsame WhatsApp Gruppe, dass „…mein Dank unendlich ist und dass ich mir gleich einen der begehrten Taler zum Kaffee gönnen werde!“

Natürlich ist Sibylle auch Mitglied der Gruppe, liest meine Post und bedankt sich ebenfalls.

Derweil ist mein Kaffee fertig und ich labe mich an den fränkischen Spezialitäten.
Auch davon stelle ich nochmal ein Bild in die Gruppe – mit einer weiteren Dankesbekundung 😉 !

Das zeugt von Zurückhaltung – ich verwalte 2kg Lebkuchen!

Meine Frau, welche ja derzeit im Epizentrum der Weihnachtsmärkte sitzt und somit jederzeit Lebenkuchen im Überfluss kaufen kann – diese meine Gattin also, ist sich nicht zu schade, mich über Ländergrenzen hinweg zu ermahnen…

„Du isst die jetzt aber nicht alle auf!?“

Ha, ich sitze aber hier – mit all den tollen Köstlichkeiten! Ich bin der Hüter des Grals.
„Ich? Niemals!“ beschwöre ich…

🙂 – höchstens noch einen

Genug Spaß gehabt – jetzt ist Schluss mit lustig, ich muss noch was tun!

Daraus wird aber leider nix – denn während ich mir überlege, wie ich den heutigen Tag noch einmal sinnvoll ausfüllen könnte, legt der vorhergesagt Sturm auch schon los.

Er kommt in Begleitung eines Gewitters und einer richtig heftigen Regenfront – jetzt heißt es „Luken dicht“ und verbarrikadieren.
Heute ist kein Tag mehr, um Arbeiten im Freien zu verrichten.

Diese Größen sind relevant – die Böen erreichen wieder nahezu Orkanstärke

Der Wind kann was! Ich habe ja schon öfter Bilder von meiner Windanzeige geteilt – ich möchte diese kurz für die Nichtsegeler interpretieren.

Viele Anzeigen sind irrelevant. Einfach weil sie sehr ins Detail gehen, darüber hinaus aber auch, weil sie immer einen Abgleich des scheinbaren und wahren Windes machen.
Dies ist aber nur relevant, wenn man unterwegs ist.
Statisch im Hafen ist der wahre Wind messbar und relevant.

Meine Station zeigt immer die letzten 10 Minuten auf, das ist der Graph. Der Windpeak der letzten 10 Minuten wird außerdem geschrieben – erkennbar im unteren Kreis.
Es waren also Böen mit einer Windgeschwindigkeit von 64 Knoten (kts / kt) messbar.

Im oberen Kreis ist die aktuelle Windgeschwindigkeit zu lesen – immer in Knoten, dieser Wert ist nahezu zu verdoppeln um km/h zu erhalten.
Im Moment haben wir also knapp 20kts, das sind rund Bft5 oder 38km/h.

Die Windrichtungen sind aus sicherheitsrelevanter Betrachtung an meinem Platz eher untergeordnet wichtig.
Soweit der kurze Ausflug in diese Materie…

Dazu kommt der schon erwähnte, kräftige, prasselnde Regenguss!

Grau in grau – das Wasser kommt durch den Reißverschluss unserer Sprayhoodscheibe
Wasser überall – erfreulicherweise ist alles dicht

Bis auf die bekannte Problemstelle aufgrund unserer Undichtigkeit im Deck, sind alle weiteren Fenster und Luken dicht, ich muss mich nicht ärgern und auch nicht gegen Wassertropfen kämpfen.

Ich teile die Ist-Situation mit Sibylle und klage ihr mein Leid. Bei schlechtem Wetter ist es nirgends schön.
Umgekehrt weiß ich natürlich auch, dass die Insel das Wasser braucht.
Es tut der Natur gut und auch meine Olivenbäume und meine Zisterne freuen sich über frisches Regenwasser.

Der Regen hat diesmal einen langen Atem! Sonstkann man sich darauf verlassen, dass er nur ein, zwei Stunden anhält, heute aber geht es über Stunden.

Sibylle macht mir derweil eine lange Nase, denn heute hat sie das Wetterglück!
Es sei zwar kalt, aber immerhin schön und trocken. Die Familie würde nachher auf den Weihnachtsmarkt nach Abensberg fahren um dort, nahe der Hundertwasserhäuser, die Stimmung zu genießen.

Zudem gäbe es „Hirschburger“, die müsse man probieren!

BÄMM! Das sitzt! Da könnte ich glatt neidisch werden…

Der Weihnachtsmarkt in Abensberg
Hundertwasserhaus
Hirschburger – mit Knödl und Blaukraut

Zefix, jetzt hat sie mich. Der Hirschburger war der Trumpf der sticht.
Da kann ich nicht mithalten, ich gebe auf und sitze gelackmeiert da.

Hunger habe ich zudem auch – da trifft es sich gut, dass die Himmelsschleusen für einen Augenblick geschlossen sind und mir so die Möglichkeit gegeben ist, zum „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren.

Und ich merke schon beim Essen – diesmal bin ich zweiter Sieger und damit schon erster Verlierer.
Und das, obwohl ich statt dem Leibgericht diesmal einen Seniorenteller mit gefülltem Bifteki bestelle.

Naja, ist schon auch lecker – Hirschburger hin oder her

Nach dem Essen treibt mich die Neugierde um. Ich gehe die paar Schritte zum Kino und schau´ mir das Plakat im Aushang an.

Ein Gitarrist kommt und bringt den „Rembetiko“ nach Leros. „Gitarre & Gesang“ sagt das Plakat und ich habe Lust, mir das anzusehen.
Ich kenne den Rembetiko, aber was genau ist das eigentlich?
Hier hilft Wikipedia weiter…

„Rembetiko ist die „undergroundmusic“ Griechenlands; entstand in den 1920er Jahren als Musik der Flüchtlinge, der Gescheiterten und Gestrandeten der Gesellschaft vor allem in den Hafenstädten Athen, Piraeus und Thessaloniki – schwungvoll und provokativ wie der Tango, schwermütig und traurig wie der Fado.“

Würde ich echt gerne sehen

Weil ich grad da war, werfe ich noch einen Blick ins „Persiana“. Dies hat den Betreiber gewechselt und es interessiert mich, was angeboten wird.

Ich bin überrascht, denn eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Ok, es ist renoviert worden, man begrüßt mich herzlich, aber das Angebot ist in etwa gleich.
Die Preise sind etwas angehoben worden. Ich ahne fast, dass die kleine Taverne das bleibt, was sie für uns immer war – eine gerne genommene Alternative, die eine schmale Nische bedient.

Klar werden wir das mal probieren! Leider habe ich vergessen nachzusehen, ob es immer noch die Bierspezialitäten gibt – einmal im Jahr ein Pint Guinness war schon ein herrliches, wenn auch sehr teures Vergnügen.

Sieht aber einladend aus

Der nächste Regenguss droht, ich geh´ wieder heim und hau´ mich auf die Couch.

Ich mag es nach Hause zu kommen! Ich mag die paar Meter Fahrt durch die nächtliche, verlassene Marina und auch die paar Schritte über den Steg.

Ich freue mich, dass „mein“ Steg nicht verwaist ist und ich zwei Nachbarn habe.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die BORN TO LIVE weihnachtlich geschmückt ist, es ist einfach ein nettes, angenehmes Nachhausekommen.

Zumal, mag ich einfach diese Stimmung – Nacht, Wolkenberge und das alles ausgeleuchtet durch einen immer noch recht vollen Mond.

Nur noch ein paar Schritte

Tatsächlich geht es wieder los, der Regen prasselt auf´s Kajütdach, die Heizung läuft – es ist gemütlich bei mir, hyggelig eben – haben die Griechen auch ein Wort für hyggelig???

Heute eröffne ich die Fernsehsaison mit einer ersten Folge „Inspector Barnaby“. Für mich ein klares Zeichen, dass der Winter angekommen ist.
Einzig die kurze Hose ist jetzt noch eine Reminiszenz an die warmen Sommertage!

Haja, so kann man es schon aushalten

Kein Ende in Sicht – am nächsten Morgen werde ich von den Schiffsbewegungen aufgeweckt.
Dafür, dass ich in einem der sichersten Häfen der Ägäis liege, ist dies schon bemerkenswert – NESSAJA schaukelt ordentlich und zerrt an ihren Festmachern.

Ich bin unbesorgt, denn ich dämpfe im Winter mit vier kräftigen Federn ab und habe alle Festmacher in doppelter Ausführung – solange die Muring am Bug hält, bin ich sicher.

Wieder zwischen 50 und 60 Knoten – auch die Windrichtung schwankt

Es war noch recht früh. Ich mache mir einen Kaffee und sitze auf meinem Platz im Salon – mir ist fad.

Draußen ist es dunkel, der Wind pfeift durch die Takelagen der umliegenden Schiffe.
Trotzdem der Regen auf´s Dach prasselt, mache ich einen kurzen Kontrollblick und leere mein Dinghy aus, dann gehe ich zurück ins Warme, denn die Heizung habe ich bereits kurz nach dem Aufstehen gestartet.

Was tun? Ich kuschle mich noch einmal ins Bett – noch ein bisschen schlummern, nicht mehr.

Mich trifft fast der Schlag, als ich abermals aufwache und final aus dem Bett krieche…

So lang habe ich seit Jahren nicht mehr geschlafen

Die Tatsache, dass ich im Winter durchaus länger schlafen kann, lässt mich überlegen, ob Menschen – ich – es nicht den Bären gleichtun könnten und in einen Winterschlaf verfallen können.

Mir würde viel erspart bleiben und ich würde immer Ende März rank und schlank aufwachen.
Ok, es würden auch viele spannende Momente auf der Strecke bleiben…
Na lieber doch nicht!

Caetlin sendet ein Bild aus dem Cockpit der DONNA – „…the entrance of the Lakki-Bay disappeared!“
Wow! Das ist kein Nebel, das sind Wolken und Regen.

Süder – nicht schön

Wer jetzt denkt, dass der Wind seine Spitzen vom frühen Morgen nicht halten kann, dem sei erklärt, dass er dies sehr wohl kann!

Ich nehme vorweg, dass dieses Wettergeschehen rund drei Tage anhalten wird. Drei Tage Sturm, starker Regen mit nur kurzen Pausen, drei Tage an denen ich zur Untätigkeit verdammt bin.

Du kannst eigentlich den Fuß nicht vor die Türe setzen
Der Starkwind ist ausdauernd und peitscht den Regen ins Cockpit

Dies sind die richtigen Tage um sich um administrative Tätigkeiten zu kümmern.

Zum Tagwerk gehört es beispielsweise, dass ich meine Pakete tracke. Das ist deshalb wichtig, weil die Marina ja schon im „Ruhemodus“ ist. Viele der Angestellten sind schon im Urlaub, andere sind nur noch stundenweise da.

Trotzdem klappt die Informationskette, ich muss mich nur darum kümmern, dass ich die Sendungen abhole oder zumindest anwesend bin, wenn der Marinero ausliefert.

So kommt heute zum Beispiel das Paket von Jefa aus Dänemark, in der nächsten Schönwetterphase kann ich an ELOWYNs Ruder weiterarbeiten.

Der Versand aus Dänemark war der schnellste – aber auch der teuerste
Die Dichtmanschetten sind da – ich mache einen Haken auf meiner Liste und plane meine nächste Arbeitswoche

Einige Sendungen kann ich nicht überwachen, diese Option habe ich nur, wenn mir die Sendungsnummer bekannt ist.

Wer jetzt denkt, dass ich hier etwas überziehe irrt. Es kommt bei jedem dritten Paket vor, dass man nachlaufen muss.
Nicht falsch verstehen, die kommen alle an – man muss nur manchmal „etwas nachhelfen“.

Diemal trifft es Petra von der STENELLA, welche wohl ein Paket für uns gepackt hat.
Dieses ging zurück an sie, weil die Adresse ohne Hausnummer wohl irritiert hat.
Das wir hier weder Hausnummern noch Straßennamen haben, ist für einen deutschen Postbeamten schier nicht vorstellbar.
Um diese Denkweise zu bedienen, arbeiten wir mit „Fake-Straßennamen“ und der 1 als Hausnummer – dies hatte Petra nicht berücksichtigt, leider.

Mit Hausnummer kommt es dann sicher an 😉

Wenn ein Paket für mich in Deutschland ANKOMMT, dann bekomme ich von Sibylle immer Rückmeldung ob die Ware auch dem Lieferschein entspricht und ob alles ok ist.

Auch dann kann ich solche Sendungen aus meiner Trackingliste nehmen.

Bei der Reparatur von Booten, sollte die Beschaffung von Ersatzteilen nicht unterschätzt werden.
Recherche und Beschaffung sind Zeitfresser und obwohl Griechenland generell gut versorgt wird und auch Leros nicht von der Außenwelt abgeschnitten ist, kann es immer wieder passieren, dass man auf ein Ersatzteil zwei Wochen warten muss.

Daher ist eine gute Planung die halbe Miete…

Teile für ELOWYN – bringt Sibylle mit

So geht ein Tag auch rum – ich versuche tatsächlich diese Tage so zu legen, dass ich sie auf einen Schlechtwettertag lege.
Das klappt nicht immer, aber in dieser Phase des Jahres doch recht gut – so geht keine wertvolle Arbeitszeit verloren und ich kann die Schönwettertage für Arbeiten außen am Schiff nutzen.

Klar, es gibt auch arbeiten innen, die hebe ich mir aber ein wenig auf, denn die wirklich kalten Tage kommen ja auch noch.
Dies auch nochmals als kleine Erinnerung, was Arbeiten auf Zuruf verursachen – ich muss meist eine ganze Woche umplanen…

Aber ich hab´ einen gemütlichen Arbeitsplatz

Übrigens, zum Konzert ins Kino bin ich nicht – ich konnte zwar eine Regenpause nutzen um ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu fahren, habe dann aber beschlossen, den Abend lieber gemütlich zuhause zu verbringen – Ann a hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht 😉 …

Die Chefin hat mich, ich war der einzige Gast an diesem Abend, so mit Süßigkeiten eingedeckt, dass ich faul und zufrieden nach Hause kam und keinerlei Lust hatte um 21.30 Uhr noch einmal wegzufahren.
Ich habe mich hingesetzt und ein wenig genascht und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Nach dem Dinner noch ein Dessert und eine Folge „Inspector Barnaby“

Ein bisschen tut es mir leid, dass ich mir das reizvolle Konzert habe durch die Lappen gehen lassen, ich hatte einfach an diesem Abend ein zu hohes Trägheitsmoment, das Wetter tat das Seine…

Aber es sollten sich im Laufe des Monats noch einige Gelegenheiten bieten eine Veranstaltung zu besuchen.
Im Dezember ist auf Leros richtig was los.

Mal schauen – einmal sollte es schon klappen, vielleicht wenn Sibylle zurück ist

Nikolaustag! Wie jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Nikolausmütze aufzusetzen und eine Runde zu schwimmen.

Klar – für´s Foto! Einfach um ein paar nette Grüße zu versenden. Aber leider hat der Wettergott kein Einsehen mit mir und lässt die Phase des Mistwetters noch über den Ehrentag des Santa andauern.

In Griechenland hat der Nikolaustag schon Präsenz – alle Nikos haben Namenstag, dieser ist hier ja hoch aufgehängt.
Und da geschätzt ein Drittel aller Griechen Nikos heißt, wird schon auch gefeiert.

ICH NICHT! Mich ärgert das Wetter – ich kündige als Santa und der Bart kommt ab!

Das Sauwetter vergällt mir das Nikolausschwimmen
Ein weiterer Tag der Untätigkeit droht
Ich kündige als Nikolaus!!! Der Bart kommt ab – Sibylle wird es freuen

Ich muss ein bisschen vor die Türe!

Brigitte und Hans haben mich gebeten, dass ich nach den heftigsten Regenfällen einmal nach ihrem Haus schauen möchte – das mache ich gerne!

Da ich bei der Gelegenheit gleich die eingelagerte Kaffeemaschine mit nach Crithoni nehmen möchte, sehe ich auf einen Sprung bei meiner alten Katikia in Plaka vorbei.

Auch hier eine gute Gelegenheit mal nach dem Rechten zu sehen – es ist aber alles ok!

Zuerst nach Plaka – Kaffeemaschine holen! Im Haus ist alles ok
Im Garten auch – aber ich werde bald freischneiden müssen
An solchen Tagen ist der Meerblick nur halbschön

Von hier aus geht es dann rüber nach Crithoni. Da ich diese Schleife fahre, nehme ich am Weg noch die Gelegenheit wahr, in Agia Marina beim „Navarone“ vorbeizufahren.

Wie ich ja schon einmal geschrieben habe, ist telefonisch reservieren dort schwierig.
Da die Crew der ANAHITA und ich am Sonntag aber am Brunchbuffet teilnehmen möchten, habe ich mir auf die Liste geschrieben, dort im Vorbeifahren den benötigten Tisch zu reservieren.

Bei Hans und Brigitte ist alles ok – die Nachbarn feiern ein Fest und nutzen die Parkplätze
Im „Navarone“ reserviere ich den begehrten Tisch für kommenden Sonntag

Das Wetter ist so beschissen, dass ich heute alle Tabus breche – ich beschließe, dass heute gekocht wird.

Wenn ich zurückkomme, werde ich nicht noch einmal das warme Schiff verlassen.
Heute wird zuhause gekocht und gegessen – dafür muss ich aber noch einkaufen.

Weil ich gerade in Lakki war, habe ich mir auch noch die Großbaustelle am Hafen angesehen – ob die wirklich Ende März abgeschlossen sein wird???

Am Hafen ist alles aufgerissen – ein Großprojekt

Wieder zuhause mache ich mir es erstmal gemütlich!

Ich melde mich kurz bei Sibylle, denn unsere getrockneten Tomaten sehen nicht mehr vertrauenserweckend aus – doch sie gibt „grünes Licht“.
Ok, ich kann es wagen – ich habe keine hohe Lebensversicherung, es gibt keinen Grund mich zu vergiften, glaube ich…

Schon bessere Zeiten gesehen

Tatsächlich waren die Dinger aber noch ganz gut – und in Kombination mit ein paar gerösteten Pinienkernen und etwas Parmesan, waren sie eine Bereicherung für meinen Salat – pimp my food 😉

Völlig klar war, was es zum Salat geben würde. Ich liebe die Cordon Bleu von unserem Hähnchenmetzger.
Er hat drei verschiedene Sorten und es ist fast schon ein Dilemma, sich jedesmal auf´s Neue entscheiden zu müssen.

Hmmm, warum eigentlich entscheiden? Die sind heute ohnehin recht klein, außerdem ist niemand zugegen, der mich schimpfen könnte…
Ich greife zu und lass´ mir von jeder Sorte eines geben!

Dann geht es los…

Drei kleine Cordon Bleu – eines muss quasi als Beilage gewertet werden…
…und dazu ein gesunder Salat

Ja, war gut – hat echt geschmeckt und war mal was anderes.

ABER – und da kann ich nicht aus meiner Haut, die Rechnung sieht schlecht aus.

Unter dem Eindruck des Abspülens und des Aufräumens der Küche nach dem Essen, setze ich mich hin und zähle meine Quittungen zusammen.
Natürlich bereinige ich um Dinge die man mehrmals verwenden wird.

Ich komme auf 11,60€ – nicht berücksichtigt sind Zutaten, welche im Haus waren und auch nicht meine Getränke.
Nähme ich das kalkulatorisch dazu, käme ich auf rund 14-15.-€.

Da ist die Lücke zu meinen 16,20€ vom gestrigen „SouVLakki“ Besuch nicht mehr groß.
Wenn man jetzt weiterdenkt und die Arbeit nach dem Essen wertet, den Verbrauchsmaterialien Gas, Wasser und Strom auch noch ihren Wert gibt – dann kommt man, wie ich, unweigerlich zum Schluss, dass sich kochen für eine Person kaum rechnet.

Morgen gehe ich wieder essen! 😉
Als ich zu Bett gehe, regnet es immer noch wie aus Kübeln – zumindest heute alles richtig gemacht!

Leider kann man einen Wolkenbruch nicht so toll fotografieren

Der neue Morgen, es ist ein Sonntag, lässt zum ersten Mal erahnen, dass das Wetter vermutlich nicht zu einer zweiten Sintflut führen wird.

Wir können die Mobilmachung unserer Archen wieder auf ein Normalniveau herunterfahren und sorglos ins „Navarone“ fahren.
Ihr erinnert euch? Dort hatte ich für heute einen Tisch für das sonntägliche Brunchbuffet bestellt.

Antonia, Alex und ich entern also um Punkt 10.00 Uhr das Lokal – mit knurrenden Mägen.
Es war alles sehr schön angerichtet und hat vorzüglich gemundet – das Buffet ist etwas schmäler als man das von 1a Adressen kennt, aber mit rund 10.-€ pro Person ausgesprochen preiswert.

Es gibt alles was das Herz begehrt…
…ich eröffne mit einem deftigen Teller – der Kaffee geht extra

Alex war begeistert und wir beschließen sofort locker, dass wir vor Weihnachten noch einmal zusammen frühstücken gehen werden.

Dann aber zusammen mit Sibylle…

Der Sonntag war so ein Übergangstag – trocken, aber bewölkt und noch so eine trübe Sonntagsstimmung.
Ich hatte kaum Lust etwas zu tun und habe mir die Zeit etwas mit Griechisch lernen vertrieben.

Heute Abend ist zudem die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lakki. Ich möchte kurz rüberschauen und frage nochmals in unserer WhatsApp Gruppe, ob die anderen auch Lust haben.
Dafür ist es vielleicht hilfreich, wenn man den Facebook Post gleich übersetzt…

Wie sooft hilft mir Google Lens – ich mache einen Screenshot…
…und sende ihn den anderen – Treffen um 17.30 Uhr???

Alex liegt im Foodkoma, er sagt für die ANAHITA Crew ab. Sehr zu meiner Freude sagen Caetlin und Ben aber zu und so treffe ich mich am Spätnachmittag mit der DONNA Crew am Weihnachtsmarkt.

Beim Verlassen von NESSAJA zeigt sich schon wieder wie schön die Stimmung hier sein kann. Die nervigen drei Schlechtwettertage sind fast in Vergessenheit geraten.

Die Ruhe nach dem Sturm – der Tag neigt sich dem Ende zu…
…es heitert auf, die Sturmfronten lösen sich langsam auf

Wir Drei schlendern über den kleinen, sehr rudimentären und doch sehr fröhlichen und bunten Markt.
Wir klönen ein wenig, gönnen uns einen Glühwein und treffen den ein oder anderen.
Ein bisschen Smalltalk hier, ein wenig Blabla dort – so verfliegt der Abend wie im Nu.

Die Stimmung ist feierlich, auch wenn die Griechen eine gewisse Tendez zum Kitsch haben.
Wir genießen die entspannte Stunde inmitten der Locals.

Halb Leros war auf den Beinen…
…die Lichter am Baum wurden „angezündet“ – wir waren dabei

Nach etwas mehr als einer Stunde, die Höhepunkte waren inzwischen vorbei, haben wir unsere Runde aufgelöst.

Caetlin und Ben wollten zurück auf ihr Schiff und sich etwas kochen.
Mir war, nach dem exorbitanten Frühstück, nach einem kleinen Snack.
Ich ging der Einfachheit halber alleine ins „SouVLakki“…

Auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass wirklich jedes Geschäft für eine nette Dekoration gesorgt hat.
Die Lerianer lieben Weihnachten, aber ohne den ganzen Kommerz – eigentlich ganz schön.
Der Grinch in mir wird nicht geweckt – noch nicht 😉

Der „Beauty Treff“ hat sich gerüstet…
…und Nachbar „Naval“ steht nicht nach
Liebe zum Detail – alles blinkt

Ich gehe früh ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier – eine sehr ruhige Nacht.

Der nächste Morgen hält, was er uns allen versprochen hat! Sonne, stahlblauer Himmel und die Temperatur kratzt wieder an der 20°C Marke.

Jetzt einen Humpen Kaffee und dann geht es auf – heute setze ich eines der Großprojekte fort, diesmal an NESSAJA.
Ich treibe die Erneuerung meines stehenden Guts voran, heute montiere ich die Rollanlage meiner Kutterfock und mache diese fertig für die Montage am Mast.

Gedacht – gemacht!

Zuerst die Drähte auspacken und sortieren – ich benötige das „Inner Forestay“
Das Arbeitsmaterial kommt von vertrauten Herstellern – ob ich das noch kann???

Ich muss zehn Einzelprofile zu einem etwa 14 Meter langen Profilvorstag zusammenschrauben.
Jedes Profil bekommt eine innenliegende Kunststoffführung und es wird das neue Stag eingesetzt.
Alle Verbindungsstücke werden mit Schraubensicherung fixiert – der Hersteller? ELRING – what else?

Ich habe einen kurzen Flashback, fühle mich aber in dieser Rolle mehr als pudelwohl.

Die vielen Einzelteile wollen gereinigt und geschmiert werden – dann muss das Puzzle zusammengesetzt werden
Das Vorstagprofil schaffe ich bis zur Mittagspause…
…bis zum Nachmittag habe ich mein Tagwerk geschafft

Ich fixiere die komplette Einheit am Steg, denn die Montage im Mast wird wohl erst in ein paar Tagen stattfinden.

Es muss ein wind- und regenfreier Tag sein und zudem müssen Alex und / oder Ben Zeit für mich haben.
Damit die Beiden das ein wenig planen können, steuere ich meine Bitte um Hilfe offiziell ein.

Das klingt aufwändig und wenig freundschaftlich, ist es aber nicht! Mit kleinen Handgriffen helfen wir uns immer sofort, aber diese Arbeit wird insgesamt etwa einen halben Tag in Anspruch nehmen, das muss geplant sein!

Was ich für mich fordere, muss den anderen gegenüber selbstverständlich sein.

Ich räume meine Baustelle auf, entsorge übrige Teile und Verpackungsmaterial, dann mache ich mich für´s Dinner fertig.

Weil Montag ist, entscheide ich mich abermals für Marias „Gia Sena“.

Die Taverna ist klein…
…bitete aber handfeste Hausmannskost für kleine Preise an

Ein guter Tag – ich habe heute mein Tagwerk wieder geschafft, NESSAJA ist fertig für „Stage 2“ ihrer Riggreparatur.

Ich bin zufrieden – it´s alright!

Ich habe einen Lauf, daher schreibe ich mir als nächstes die Ruderreparatur von ELOWYN auf die „ToDo-Liste“.

Nach dem Frühstück breche ich zu einer Besorgungsfahrt auf – es weht ein eisiger, kräftiger Nordwind bei blauem Himmel.
Das Wetter lädt nicht zum arbeiten im Freien, dazu habe ich heute Griechischunterricht und muss noch Hausaufgaben machen und die letzte Stunde rekapitulieren.

Ich nehme mir also Zeit bei meiner Runde…
Zunächst ins HUB und meine Griechischstunden bis heute bezahlen – check!
Dann zu meinem Accountant wegen der E9 Erklärung für mein Haus. Er hatte es „vergessen“, wolle es aber sofort nachholen. Ich möge bitte am Freitag nochmals kommen – Griechenland eben.
Kurz in den Supermarkt, ich brauche Bier und Kaffee – in einem guten Haus, geht das Gute niemals aus.

Last not least, noch auf einen Sprung in den Baumarkt, ein bisschen Verbrauchsmaterial für die Ruderreparatur kaufen.
Geistesblitz!
Hätte ich einen Wagenheber, dann könnten wir die Ruder hydraulisch ablassen und anheben – das Geracker entfiele und ich bräuchte nicht für jeden Lupfer die Hilfe der anderen.

Hmmm, ob Andreas sowas hat???

Hatte er – jetzt hab´ ich ihn

Naja, ganz doof ist der Gedanke nicht – jetzt hilft mir das Ding bei Montagearbeiten und erleichtert den Job.
Später kann ich den Heber benutzen, um die Winterreifen auf „Klicker“ zu montieren – der Quattro bekommt winterfestes Schuhwerk, wenn ich im Januar nach Deutschland fahre.

Zwei Fliegen mit einer Klappe – für 59.-€! Nix falsch gemacht…

Als ich zurück am Schiff war, klopfte nach kaum 10 Minuten Ben an NESSAJA.
Er war so nett und hat mir, als er selber bei unserem Shop war, mein Paket mitgenommen und bringt es jetzt bis zu mir an Bord.
Ich wusste was drin war, die Sendung war angekündigt – aber auch ohne dieses Wissen war offensichtlich was im Paket enthalten ist.

Meine Fallen von „ropetec“ sind angekommen

Offen gesagt, ich wäre manchmal froh, wenn die Lieferanten nicht alle Pakete derart offensichtlich labeln würden.
Manchmal wäre weniger mehr – denn eine gewisse Diebstahlgefahr ist bei Warensendungen schon gegeben und wenn der Inhalt preisgegeben ist, dass steigt das Risiko.
Dies ist bei meinen, eigentlich günstigen Fallen im Wert von rund 900.-€ so, trifft aber noch viel mehr auf den Versand von Elektronikteilen zu.

Na egal, ich schwatze ein bisschen mit Ben, er hat wohl gerade Probleme mit den Ersatzteilen für einen Hydraulikzylinder, dann aber will ich meine Neuanschaffung schonmal begutachten…

Alles da – schöne handige Fallen

Passt perfekt, alles wie erwartet. Die Standardfallen von Gleistein machen einen angenehmen, handigen Eindruck und erscheinen preiswert.

Bei der Erneuerung des stehenden Guts werde ich auch alle Fallen im Mast erneuern – zu einem späteren Zeitpunkt…

Irgendwie war der Tag rum – ich setze mich auf meine vier Buchstaben und beschäftige mich einer Sprache die in einem Buch mit sieben Siegeln geschrieben ist.
Na irgendwie wird es schon – ich breche auf und fahre nach Lakki.

Ganz ehrlich – ich liebe diese Stunde im Winter

Die Zeit im Kurs vergeht wie im Flug. Ilona ist ja jetzt auch dabei, so hat es sich ergeben, dass sie und Guido sich am Dienstag nach dem Kurs immer mit mir im „SouVLakki“ treffen.
Da am Sonntag nicht mehr wirklich etwas zusammenging, haben auch Antonia und Alex auf Dienstag verlegt – unser neuer „Stammtischtermin“ war geboren.

Wir haben einen netten Abend zusammen, dann verholt jeder auf sein Schiff.
Ab morgen soll das Wetter wieder besser sein, ich mache einen Pakt mit mir selbst – morgen früh geht es los, ohne wenn und aber!

Der neue Tag – Sonne, blauer Himmel! Perfekt! Zwei Kaffee, rein in die Arbeitsklamotten und auf zu ELOWYN!

Der Wagenheber kommt zum Einsatz

Ich setze den neuen Wagenheber an und lifte das bleischwere Ruder nach oben – auf die Idee, dass dies eine Arbeit für zwei oder gar drei Leute sein könnte kam ich gar nicht.

Das erste Anheben ging sehr gut von der Hand und ich konnte die neue Manschette gut und rasch einfädeln.
Das Ersatzteil von Jefa passte wie die Faust auf´s Auge.

Manschette passt und der Ruderschaft schlüpft einwandfrei hinein
Die Herausforderung ist das obere Lager – hier muss man genau treffen

Obwohl die Lager sowohl unten als auch oben selbstjustierend sind, ist es eine Herausforderung, das obere Lager so zu treffen, dass sich der passgenaue Ruderschaft nicht verklemmt.

Der Schaft muss erst ein paar Zentimeter in die Hülse, bevor sich das Lager ausrichtet – vorher hat man nicht gewonnen.

Zugegeben, ich hatte ein paarmal gedacht, dass ich es geschafft hätte, musste dann aber doch wieder ein, zwei Zentimeter nach unten und durfte von Neuem beginnen.
Insgesamt bin ich bestimmt dreißig Mal die Leiter hoch und runter – immer um zu zielen, nachzujustieren und dann anzuheben.

Irgendwann war mir das Glück hold – etwas Gegendruck – und schwupps glitt der Schaft in die gefettete Buchse (wir sind immer noch bei Jefa Ruderlagern).
Ab jetzt konnte nichts mehr passieren – die drei Sicherungsschrauben setzen und schon hängt das Ruder.

Es fehlt nicht mehr viel – oben passt´s, jetzt hochdrücken, geschafft
Der Ruderschaft sitzt und ist fixiert

Jetzt beginnt der Zusammenbau, alle Schrauben etwas reinigen und mit mittelfester Schraubensicherung einsetzen.

Ich Brocken muss versuchen durch den Wartungsschacht zu arbeiten. Da hatte ich schon schlechter zugängliche Stellen, aber trotzdem kann ich die komplette Arbeit nur einhändig machen.

Das klappt aber recht gut – dennoch gibt es die ein oder andere kleine Panne.
Ihr kennt das? Wenn eine Schraube runterfällt, dann niemals dorthin, wo man sie einfach aufheben könnte – nein, sie fällt in das Eck, das man mit der Hand nicht erreichen kann!

Zur Orientierung suche ich mit dem Fotoapparat…

Ok, da liegt sie also

Ich kann die Schraube schon herausfischen – aber es kostet halt wieder eine halbe Stunde.

So vergeht der Tag, aber ich komme voran und erkenne am Nachmittag, dass ich dieses Tagwerk wohl schaffen könnte.

Nach weiteren 45 Minuten bin ich fertig. Alles zusammengebaut, alle Schrauben fest und gesichert – das ist die halbe Miete.
Da noch etwas Zeit bis zum Feierabend war, habe ich das Werkzeug von links nach rechts geräumt und schonmal die Scheibe vom Wartungsschacht entfernt.

Morgen geht´s dann auf dieser Seite weiter…

Für morgen ist alles vorbereitet

Wie es der Zufall will, erhalte ich just in dieser Sekunde eine Nachricht von Alex.
Er braucht Hilfe, er bekommt seinen Propeller nicht abgezogen – der gekaufte Abzieher reicht nicht aus.

Ich packe also meine Siebesachen und schau am Rückweg gleich bei ANAHITA vorbei.
Auch Ben von der DONNA war schon hier, gemeinsam mustern wir die Situation.

Der Abzieher hat nicht genug Power

Wir überlegen kurz, die beiden jungen Männer halten ihre Heißluftföns an die Nabe des Dreiflüglers – währenddessen schleicht der graue Wolf schon zu NESSAJA und holt den Gasbrenner.
Keine Lötlampe, einen mobilen Gasbrenner – und der kann was!

Ich heize kurz an – ein kurzer Hammerschlag und zack…
Der Propeller löst sich von der Welle.

Erledigt

Ich will das Thema nicht überreizen, aber manchmal habe ich Spaß am martialischen Handeln – Audi A6 3.0TDI statt Tesla, GS statt E-Scooter, Gasbrenner statt Heißluftfön!

Während Villabajo noch fönt, wird in Villariba schon ein Feierabendbier getrunken! Alex gibt eine Dose aus 😉

Dann heißt es ab nach Hause, schön heiß duschen und dann zum Dinner. Heute bietet der Menüplan Abwechslung – ich wähle das „La Nostra“ und gönne mir eine „Pizza Mario“ nebst Bierbegleitung.

Ein guter Tag – noch genug Zeit zum Kultivieren und um etwas zu lernen…
…dann gibt´s eine Pizza Mario (die hat sich etabliert 😉 )…
…und dann noch das Foto für Sibylle – „ja, ich esse Salat!“

War lecker! Ich nehme mir im Vorbeifahren ein Eis mit und mach´ es mir im Salon gemütlich.
Nachrichten schauen und danach ein oder zwei Folgen „Inspector Barnaby“.

Morgen geht es weiter auf ELOWYN, die kommenden zwei Tage sind für das Steuerbordruder reserviert.

Während ich am Frühstückstisch sitze und hoffe, dass der Kaffee den Weg in mein Blut rasch findet und die Synapsen anknipst, treffen schon drei Nachrichten ein…

Mixalis, der Garagentorlieferant, meldet sich und lässt mich wissen, dass mein Tor angekommen sei.
Er wolle den Einbau planen und mich fragen, wann ich denn Zeit hätte.
Sein Vorschlag – HEUTE!

Äh, nein! Das nenne ich nicht PLANEN, das nennt sich in meinem Vokabular ÜBERFALL!
Ich könnte meinen Plan anpassen und schlage alternativ Freitag, Samstag oder Montag vor.

Wir einigen uns auf Montag – mein Favorit! Ich bekomme also mein Garagentor noch vor Weihnachten – perfekt!

Jetzt aber keine weiteren Verzögerungen, weiter geht´s auf ELOWYN – Rudertage, Teil2!

Gleiche Situation – aber diesmal mit dem Erfahrungswert des bereits Erledigten

Das Spiel ist das gleiche – Ruder ablassen, Manschette tauschen und Lager reinigen – dann alles wieder zusammenbauen.

Basierend auf den Erfahrungswerten der bereits ersetzen linken Manschette, kann ich mir die Arbeit etwas erleichtern.
Ich weiß, dass der Keil für den Ruderarm in der Achse verbleiben kann, das war bei der anderen Seite ein Stück Mühe diesen herauszubekommen.

Ich weiß auch, dass es eigentlich reicht, wenn ich das Ruder nur soweit ablasse, dass über der Schaftoberkante ein schmaler Spalt entsteht über den ich die Maschetten tauschen kann.
Ich erhoffte mir so weniger Mühe beim Zusammenbau – leider hat das nur bedingt geklappt.

Ich lasse das Ruder nur ein paar Zentimeter ab – zwischen Achse und Lager entsteht ein etwa 1cm breiter Spalt…
…durch diesen kann ich die alte Manschette herausziehen – sie ist feucht
Kein Wunder – auch die rechte Manschette ist beschädigt
Am Unterwasserschiff habe ich genug Platz um den Bereich der im Lager sitzt zu reinigen

So weit, so gut! Ich habe also den Teil der Achse, welcher später im Lager sitzt, von Bewuchs und Verunreinigungen gereinigt, das Ganze leicht überschliffen und mit einem wasserfesten PTFE-Fett geschmiert.
Auch die oberen Lager habe ich greinigt und gefettet – alle Lager waren intakt, die sehr kostspielige Erneuerung kann vertagt werden.

Ich war siegessicher! Beim Hochdrücken des Ruders habe ich aufgrund des kleinen Spaltes das obere Lager sofort getroffen und konnte die Achse einpressen.
Plötzlich stockt es – nichts geht mehr! Ich senke wieder ab, das gleiche Spiel wie links bahnt sich an.
Diesmal leider mit mehr Stolpersteinen…

Ich mache wieder einige Versuche, bis mir bei einem das Ruder vom Wagenheber kippt und komplett bis zum Boden abrutscht.
Das war´s – ohne mechanische Hilfe kann ich das Ruder nicht anlupfen, ich kann es nicht mehr heben.

Ich brauche Hilfe und hole Alex – und weil Caetlin und Ben grad da waren, kamen sie gleich mit.
Was soll ich sagen? Selbst zu viert hat uns das rechte Ruder echt geplagt. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, um das Trum an Ort und Stelle zu heben.
Aber irgendwann war es vollbracht und der Schaft war in das Lager gerutscht – Fixierungsschrauben rein – und check!!!

Ruder hängt an Ort und Stelle und ist fixiert

DANKE EUCH! Ich erkenne, dass ich auf der linken Seite wohl Glück hatte, es alleine geschafft zu haben.
Wenn das Glück ausbleibt, dann brauchst Du Freunde – diese waren heute sofort an Ort und Stelle.
Zusammen schaffen wir das 😉 !

Der Ruderausschlag und die Freigängigkeit werden geprüft, einmal 90°links, einmal 90° rechts, alles geht leicht und ohne Widerstand oder Geräusche, perfekt!

Beim 90° Ausschlag kann ich oben auch gleich den Ruderarm montieren, da kommt man gut an die Schrauben.
Der Zusammenbau beginnt…

Am späten Nachmittag war es geschafft

Ich schaffe den Wechsel der Manschette an einem Tag, nur das neuerliche Verkleben der Scheiben für den Wartungsschacht bleibt offen, das mache ich in Ruhe morgen.

Ich räume meine Baustelle auf und bringe den Müll zur Tonne. Dort steht einer der Skipper und raucht.
Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, er steht vor dem Waschhaus, raucht nicht drinnen und man darf den Platz hier wohl auch als Raucherplatz begreifen, denn es sind Aschenbecher an der Wand angebracht.

Ich hege zwar den Verdacht, dass diese Aschenbecher dem Zweck dienen, dass Raucher nicht mit dem Glimmstengel auf den Topf gehen – wer schonmal die Geruchsmelasse von Kaka und Zigarettenqualm gerochen hat, weiß was ich meine – aber sei´s drum, wenn er halt lieber hier steht zum Qualmen statt dies zuhause zu tun…
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Wie immer gibt es ein kleines ABER…

Als ich fünf Minuten später zum Händewaschen gehe, schwelt es aus dem Aschenbecher und immer wieder kommen kleine Flammen und Rauchschwaden aus dem Behälter.

Ja toll…
…wird schlimmer – was tun?

Ich überlege wirklich einen Moment, ob es sinnvoll wäre, die Marina zu informieren.

Ich entscheide dies nicht zu tun, denn es ist nichts wirklich Brennbares im Umfeld und der Kasten wird es überleben.
Außerdem meine ich, dass Zigarettenkippen ohnehin nicht „richtig“ brennen.
Einer der Arbeiter kommt hinzu, er hat gerade einen Freddo in der Hand.
Er leert diesen und wir schütten einen Becher Wasser in die Box.

Problem pragmatisch gelöst – der glimmende Stengel zeigt aber auf, dass eine nicht komplett ausgedrückte Zigarette Unheil anrichten kann. Es wäre klug, danach zu handeln.
Und nein, es ist mir nicht zu blöd, immer mal wieder dieses Tun anzumahnen, welches umgangssprachlich „denken“ genannt wird. In solchen Fällen hilft KI nicht.

Na egal, für mich ist Feierabend, ich gehe zurück auf NESSAJA und faullenze ein wenig.
Heute Abend ist wieder „SouVLakki“ Tag, aber zur Abwechslung kommen Bifteki auf den Teller.
Obwohl ich früher fahre, ist es schon fast dunkel.

18.00 Uhr, ich mache mich auf den Weg zum Essen
Heute gibt´s Bifteki – auch keine wirklich kleine Portion
Ein guter Tag – it´s alright – darauf ein Mamos

An diesem Bild sieht man schon, was für die Tage nach Sibylles Ankunft recht weit oben auf der „ToDo-Liste“ steht und es ist NICHT Bier trinken!

Neben der Organisation rund um den Garagentoreinbau MÜSSEN meine Haare mal wieder geschnitten werden.
Ich bin jetzt knapp unter meiner früheren Alltagslänge, habe aber nach der Umstellung auf den „Greek-Style“ sowohl Haargel als auch Haarbürste weggeschmissen.

Ich sehe aus wie ein Hobbit – die Haare müssen alsbald weg!

Neuer Tag, neues Glück.
Heute habe ich eine erfreulich kurze Aufgabenliste – beim Kaffee ein paar Nachrichten verschicken, dann das Arbeitsmaterial für das Verkleben der Plexischeiben herrichten und ab zu ELOWYN.

Kann losgehen

Mir fällt auf, dass alle drei Scheiben kleine Sprünge an den Schraubenlöchern haben.
Das ist kein Problem und funktional nicht wichtig – aber es zeigt, wie sehr das Schiff doch arbeitet wenn es unter Segeln beansprucht wird.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dies nicht bei der Montage passiert ist. Es macht wohl Sinn, dies zumindest im Auge zu behalten.

Ich mache mich an die Arbeit und klebe eine Scheibe nach der anderen ein, alles geht wie erwartet problemlos und ich kann nach rund einer Stunde Vollzug melden.

Beide Scheiben wieder drin – alle Sichtfenster gereinigt

Fertig! Der Punkt „Abdichtung Ruderschaft beidseitig“ kann von meiner Liste genommen werden.

Ich klariere ELOWYN, denn ich möchte hier zunächst kurz pausieren. Das nächste Projekt sind die Rumpfdurchbrüche, diese bringt Sibylle mit.

Jetzt geht es an NESSAJA weiter, der Wind macht eine Pause und ich habe Ben und Alex gefragt, ob sie mir morgen helfen wollen die angelieferten Stagen zu montieren.

Ein letzter Kontrollblick zu ELOWYN, alles sieht gut aus – ich ziehe zufrieden ab.

Ruder wieder dran, frei hängend, alles aufgeräumt – check!

Heute mache ich mir einen netten Nachmittag – vielleicht mal wieder ein Eis und einen Espresso bei Sonnenschein???

Soweit die Idee – aber ihr wisst ja, obwohl ich es lange nicht mehr erwähnt habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist…

Denn erstens kommt es meist anders und zweitens als man denkt!

Manchmal hat das Schicksal andere Pläne

Ben schreibt in unsere Gruppe, dass er HEUTE schon Zeit hätte mit meinem Rigg zu beginnen – wie könnte ich da Nein sagen?

Diese Arbeit ist mir sehr wichtig, denn ich will „Stage 2“ noch anstoßen, bevor alle Firmen aufgrund der Feiertage schließen.
Minimumziel ist also, das Genua-Vorstag noch nach Athen zum Rigger zu schicken.

Für diese Arbeiten muss das Wetter passen – kein Regen, kein zu kräftiger Wind, nicht zu kalt.
Zudem müssen entweder Ben oder Alex, besser beide, Zeit haben.

Bens Angebot ist also eines von der Sorte, die man gar nicht ablehnen KANN!

Ohne weitere Worte – Quelle Internet

Also sage ich sofort zu – und habe somit heute Nachmittag schon was vor!

Meinen Nachmittagskaffee nehme ich mit an Deck und bereite schonmal alles vor.
Werkzeug, Winschkurbeln? Alles da! Auch „der Gerät“, Hans Peters Milwaukee, darf wieder ran.
Dieses Mal entscheidet sich auch Ben für die bequeme Art der Mastbegehung – die Aufzugfahrt!

Schaffen wir es alleine? Nein, eine weitere Person wäre schon hilfreich.
Ich würde Alex fragen und laufe rasch zu ANAHITA.
Als ich erkläre um was es geht, kommen auch Caetlin und Guido sofort zum Unterstützen mit.
In solchen Augenblicken bekommt man zurück, was man bereit war zu geben!

Wir waren viele Hände…

Es geht los! Ich ziehe Ben mit Hilfe des Milwaukee bis zum Anschalgpunkt des Babystay – dieses zu montieren ist rasch erledigt.
Während er schraubt, haben Alex und ich Pause.

Alex bereitet auch sein Telefon vor, um ein paar Bilder zu machen – das freut mich
Ich bleibe auf der Hut und empfange Bens Anweisungen

Ein bisschen Zeit sich umzusehen hat man immer – dabei fällt mir etwas ganz Eigenartiges auf.

Ich sehe neben unserem Boot etwas im Meer treiben. Zunächst denke ich an eine Plastiktüte oder ein Stück Folie.
Doch je genauer ich hinsehe, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass es sich um irgendein Lebewesen handelt.
Irgendeine Qualle oder ein anderer Organismus.

Ich bin überfragt – aber das Ding ist groß, bestimmt 70cm.
Naja, dann gibt es jetzt eben neben großen Barracudas und Feuerfischen auch undefinierbare Tiefseequallen in unserer Marina.

Meine Neugierde ist zu groß – ich befrage die künstiche Intelligenz

Während ich diese Zeilen tippe, wird meine Neugierde so groß, dass ich mit Hilfe von Google Lens herausfinden will, was Alex und ich da gespottet haben.

Siehe da – die KI klärt auf…

„Die Feuerwalze (Pyrosoma) ist eine Gattung pelagischer Meerestiere, die als riesige, biolumineszierende Röhren oder Glocken aus Tausenden von Einzelorganismen bestehen und im Meer schwimmen, oft in wärmeren Gewässern, wobei ihr Leuchten und ihre Größe (bis zu 10 Meter!) sie zu einem Meeresrätsel machen. Sie bewegen sich durch Wasserfluss, filtern Plankton und spielen eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf, wenn sie absinken“

Ok, man lernt nie aus – und warum schwimmt DAS neben meinem Schiff – und ist ES gefährlich???

Egal – Ben holt uns zurück ins Hier und Jetzt, er will ganz nach oben gezogen werden.
Ich könne derweil das Babystay an Deck anschlagen und vorspannen.

Ich tue wie mir geheißen
Währenddessen hängt Ben das Achterstag ein

Ich kann sofort zum Achterstag gehen, auch das ist oben schon fest und wartet darauf, dass wir es unten fixieren.

Das haut leider nicht hin! Irgendwas ist ja immer! Die Experten aus Athen haben leider einen Minifehler eingebaut und ein 16mm Toggle montiert.
Es war aber ein 14mm Toggle am alten Stag – das klingt zunächst nicht nach einem Problem, eher nach Sicherheitsgewinn, aber der neue Bolzen passt nicht mehr durch´s Loch.

Da ein 16,5er Bohrer auch nicht überall rumliegt, muss ich das auf morgen vertagen.
Jetzt hängt Ben im Mast, jetzt muss es an Deck weitergehen!

Als nächstes hängen wir das innere Vorstag der Kutterfock ein – dafür ziehen wir sie vom Ponton aus hoch.
Ben befestigt sie oben, Alex und ich machen die Decksarbeit.

Wir führen und unterstützen das Profilverstag während Ben das Stag im Top befestigt
Nachdem Ben grünes Licht gibt, kann ich es unten am Decksbeschlag einhängen und vorspannen

Der nächste Schritt ist die Herausforderung des Tages – nachdem die kleine, innere Rollanlage montiert war und der Mast somit von vorne zusätzlich verspannt ist, kann die große Rollanlage der Genua abmontiert werden.

Das gleiche Spiel, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ben löst den Bolzen im Top, ich liege an Deck um den Bolzen an der Rollrefftrommel herauszunehmen.

Guido war der Mann am Arbeitsfall, Alex für das Herumreichen von Werkzeugen und Materialien zuständig.
Caetlin hat im Cockpit beide Fallen bedient und Ben je nach Bedarf etwas nach oben oder unten gefahren.

Dengdengdeng – plopp! Ihr versteht wohl genau was ich meine

Eine zweite kleine Panne – es ist nicht so, dass alle Stagen lose baumeln, wenn einmal der Zug aus dem Rigg ist.
Auf einem 17 Meter langen Stahlseil ist alleine durch das Gewicht ein ordentlicher Zug.

Klar dürfte auch sein, dass Bolzen nach 25 Jahren nicht einfach mit den Fingern herauszuziehen sind.
Ein paar leichte Hammerschläge tun Not!

Dabei fliegt der Sicherungsbolzen an der Rollrefftrommel unkontrolliert aus seinem Loch und an Deck.
Gaaaaanz langsam fängt er an zu kullern – ich habe die Rollanlage in der einen Hand, in der anderen einen Hammer.

Alex hält das Profil und kann mit der anderen Hand nicht einfach über mich drüber langen.
Was passiert? Kullerkullerkuller – plopp! Weg isser, der verfitzmaledeite Bolzen. Kurze Stille, dann müssen Alex und ich herzhaft Lachen ob der skurillen Situation.

Manchmal hilft nur Humor

Vier Augen glotzen auf einen Bolzen, der in Zeitlupe über Deck kullert und ins Wasser fällt, things happen…

Wir müssen uns wieder konzentrieren, es ist keine Zeit dem Bolzen nachzutrauern!
Naja, ich hab´ noch welche und ordere zusätzlich beim Rigger noch einen neuen dazu – der Verlust ist verschmerzbar.

Egal, jetzt lassen wir das große Vorstag kommen – wir seilen es ab und führen es auf den Ponton.

Passt – es baumelt am Arbeitsfall und kann auf den Steg geführt werden
Der Genuafurler ist abgeschlagen, der Bug ist frei
Wir seilen die große Anlage ab und bringen sie auf den Steg

Hat besser geklappt als erwartet! WIE wir es machen war uns klar – der Weg würde der geleiche wie bei der kleinen Anlage sein.

Gegeben durch die Tatsache, dass das große Profil steifer ist, ging das Abseilen der etwas längeren und schwereren Anlage eigentlich einfacher als bei der kleineren.
Hier war uns das Glück wirklich hold!

Am Licht erkennt ihr – wir haben es gerade so geschafft! Wir lassen Ben nach rund zwei Stunden ab, oben am Mast ist alles safe und schon zu 100% sicher und fixiert. Alle Splinte sind an Ort und Stelle, alles ist gesichert.
An Deck werden noch keine Splinte gesetzt, hier erfolgt noch Einstellarbeit.

Geschafft! Unglaublich! Darauf ein Bier!
Ich spreche eine Einladung zu Pizza und Bier aus – um 19.00 Uhr im „La Nostra“.
Dann verlassen die Freunde NESSAJA und mache erstmal „klar Schiff“.

Das innere Vorstag und das Babystag halten jetzt den Mast – zusätzlich spanne ich die Fallen ab
Bei Nordwind alle Sicherungsleinen nach vorne

Ich bin erst nach 18.00 Uhr komplett fertig. Es geht noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle, dann treffen wir uns schon bei „Klicker“ um mit ihm gemeinsam zur Pizzeria zu fahren.

Ein toller und in so vielerlei Hinsicht gelungener Tag findet sein Finale in einem gemeinsamen Dinner – das Leben ist schön, it´s alright!

Mitte Dezember auf Leros

Gääääähn, ich bin irgendwie wach, aber noch lange nicht ausgeschlafen. Trotzdem stehe ich auf und versuche mit einem Humpen Kaffee meine Lebensgeister zu wecken.

Die fehlenden zwei Stunden Schlaf werde ich heute den ganzen Tag über spüren.

Am Plan steht das zerlegen meines Vorstags, ich will unbedingt noch vor Weihnachten den alten Draht verschicken.
Zuvor will ich aber das Befestigungsloch für den Bolzen des Achterstags aufbohren – ich will die Arbeiten von gestern vollumfänglich erledigt wissen.

Also fahre sofort nach Ladenöffnung zu unserem örtlichen Hardwarestore und kaufe einen 16mm Bohrer für Edelstahl, kann ja kein so großes Problem sein…

War es auch nicht!

Toll, dass er sowas da hat – was kostet ein Kobaltbohrer in 16mm für 13er Bohrfutter???
Ein bisschen geschluckt habe ich schon

Hilft nix – es ist die schnellste und unkomplizierteste Art das Problem zu lösen – also habe ich das teuere Ding gekauft.

Weil ich gerade dort war, nahm ich gleich noch große Beilagscheiben und Sicherungssplinte mit, dann hatte ich alles was nötig war, um die Reparatur fachgerecht zu beenden.

Weil ich grad mit dem Auto unterwegs war, habe ich gleich im Haus nach dem Rechten gesehen, meine Stromrechnung abgeholt und ein paar Bedienungsanleitungen verräumt.

Alles ok in Plaka, ich halte mich nicht lang auf…

Nur ein kurzer Kontrollblick – passt alles
Es ist ein herrlicher Tag, wir haben morgens um 09.00 Uhr schon 17°C

Ich fahre zurück in die Marina und erledige das erste Arbeitspaket des Tages.
Gestern waren wir unter Zeitdruck, wir haben daher an Deck die Befestigungsbolzen nur gesetzt, nicht aber ordentlich gesichert.

Ich gehe also alle Befestingungspunkte durch, prüfe den Bolzen auf Sitz und montiere mit Anlaufscheibe und Sicherungssplint.
Jetzt sind die Arbeiten an Deck abgeschlossen, nur die Spanner zum Einstellen des Riggs bleiben noch ungesichert.

Offen ist bis hierhin noch die Anpassung des Beschlags für das Achterstag, hier muss das 14er Loch auf 16mm aufgebohrt werden.
Der teure Bohrer kommt zum Einsatz!

Der Bohrer ist jeden Cent wert

Nicht immer kann man auf Leros Qualität kaufen – bei den Bohrern hatte ich bisher aber immer Glück.
So auch heute! Das 16mm Monster beißt sich durch das Edelstahl und weitet das bestehende Loch als wäre es nichts.
Nach wenigen Minuten habe ich mein passendes Bolzenloch und kann das Achterstag komplettieren.

Danach habe ich einen Termin bei Giorgos` „Boat & Parts“ in Kamara. Eigentlich hat Alex den Termin, aber ich begleite ihn, um den Kontakt herzustellen.
Sein Propeller muss repariert werden und dafür nach Athen versandt werden.
Giorgos hat dafür eine Adresse.

Als wir zurückkommen sind Eirini und Mixalis von der Marina an unserem Steg – irgendwas stimmt nicht.
Das Wasser in der Marina ist generell trüb grün statt blau, in der Ecke, rund um unseren F-Ponton ist das Hafenbecken eher braun.

Wie, braun? Na, Kakabraun halt…

Nicht appetitlich

Die Diskussion keimt auf, ob es sich um die Hinterlassenschaften aus einem geöffneten Holdingtank handeln könnte.

Ich glaube das nicht, denn das Zeug stinkt nicht und sinkt auch nicht ab. Alle drei Männer können nichts riechen, Eirini bleibt aber ihrer Aussage treu, dass es nach „Shitty“ riecht.
Spielen ihr die Gedanken einen Streich?

Um das Ausmaß der Verunreinigung zu überblicken, startet Alex die Drohne und macht Luftaufnahmen.

Vor NESSAJAs Bug (ganz rechts) ist das Wasser grün – dahinter schon nicht mehr
Die Haupt“wolke“ ist um den Katamaran zu sehen, dieser ist aber unbewohnt

Uns wird aufgrund des Ausmaßes der Verunreinigung schnell klar, dass es sich nicht um einen abgelassenen Tank handeln kann.

Jeder von uns hat Tankvolumen zwischen 50 und 100 Liter – und jeder von uns weiß, wie es aussieht, wenn man den Tank öffnet.
Das sind vielleicht 10% dessen was hier zu sehen ist.

Also entweder hat jemand einen Kubikmeter Fäkalien eingeleitet, oder es ist ganz einfach etwas anderes.
Am Abend war der Spuk verschwunden.
Von der Marina laufen hier keine Leitungen, hier war kein Verdachtsmoment auf einen Rohrbruch – und ob der LKW der Grubenentleerungsfirma vor der Marinaeinfahrt damit in Verbindung gebracht werden kann, das bleibt ein Geheimnis…

Ich mache eine kurze Kaffeepause und überlege, womit ich die zweite Tageshälte rumbringen möchte.
Eigentlich stand das Vorstag am Plan, aber irgendwie fühle ich mich matt, müde, abgekämpft – ich habe keine Lust diese Arbeit heute zu beginnen.

Da fällt mir etwas weniger Herausforderndes ein – ich könnte ja mal versuchsweise EINE der neuen Fallen einziehen.
Eine tanzt aus der Reihe – 10mm statt 12mm, hinten im Mast statt vorne, namentlich kein Fall sondern die Dirk.
Mit der fange ich an, ich mache Nadel und Faden einsatzklar.

Schwere Nadeln habe ich, als „Faden“ dient eine hochfeste, dünne Angelschnur.

Wofür das? Nun, ich ziehe mit der alten Dirk die neue Leine nach oben, dann durch den Mast, anschließend durch die Rollen und Klemmen.
Um eine stabile, aber flexible Verbindung zu schaffen, werden die Leinen „Stoß an Stoß“ zusammengenäht und einmal mit Isolierband fixiert.

Klappt hervorragend – mit kleinen Hindernissen…

Zunächst muss ich die 47 Meter lange Leine einmal komplett ausrollen, so dass sie schön liegt und keine Kinken bildet.
Dann – und das ist wirklich wahr, bläst der Wind die baumelnde Leine zweimal exakt zum Windgenerator, welcher sich das Ende zielsicher holt.

Beim zweiten Mal war es kritischer

Nachdem ich die Turbine befreit und vorübergehend gestoppt hatte, stand einer erfolgreichen Installation aber nichts mehr im Wege, die Leine ließ sich einfach und pannenfrei einziehen.

Jetzt bin ich hinter dem Mast quasi fertig! Achterstag montiert, Dirk erneuert – im nächsten Schritt vorne, dann die Seiten.

Aber bis hierhin bin ich vollauf zufrieden – it´s alright!

Sieht gut aus – bin gespannt auf das spätere Endergebnis

Das reicht mir für heute. Ich hänge echt ein bisschen in den Seilen und will mich ausruhen.

Ein bisschen Duolingo lernen und etwas auf der Couch lümmeln, vorher vielleicht noch heiß duschen.
Aber vorher heißt es, das Deck zu klarieren – die alten Fallen hebe ich vorläufig auf, die werden später gebraucht, um den Mast seitlich zu fixieren.

Nur noch a bissl zamräumen

Ich setze alle ideen in die Tat um – auf einmal überkommt mich ein Bärenhunger, mir war ganz flau im Magen.
Nun, ich hatte heute ja auch noch nichts gegessen.

Wie gerne hätte ich mal wieder Nudeln – wie ein hungriger Wolf durchstöbere ich unsere Küchenschränke…
Und siehe da, Nudeln und ein Ricotta-Pesto, das kommt wie gerufen.

Ich zögere keine Sekunde ob des Spülens und befeuere meinen Herd. Die Nudeln müssen jetzt sein, ohne wenn und aber.

Nudeln machen glücklich – sagt man

Eigentlich war es unvernünftig, denn ich hatte schon mit Alex verabredet, dass wir heute etwas aus dem „Gia Sena“ holen.

Antonia wird dort nicht recht fündig, er möchte sie aber nicht alleine zuhause lassen.
Mir ist´s wurscht, außerdem stelle ich mir zuhause essen auch gemütlicher vor, als in der Taverne.

Egal, ich hatte Nudel-Heißhunger und bis zu unserem Food-Transport ist es ja noch knapp zwei Stunden hin.

Das spätere Essen war übrigens gut wie immer, ich muss aber sagen, dass „Take away Food“ nicht halb so gemütlich ist wie erwartet – irgendwie fühlt es sich kommisch an…

Nur halbschön

Klar, ich könnt das Essen auch auf einen Teller „verklappen“ – aber ganz ehrlich, wäre das dann schöner???

Der Wille war durchaus da, der Teller steht ja noch auf der Bank, aber zum Einsatz kam er nicht.

Da siegt der Pragmatiker in mir – von den Nudeln habe ich den Topf und einen Löffel zu spülen, vom Dinner eine Gabel, dazu bin ich noch bereit, mehr aber nicht!

Ich freue mich – und das sage ich mit allem gebührenden Respekt vor der Arbeit – ich freue mich, wenn Sibylle wieder für uns kocht.

Sonntag! Der Tag des Herrn – heute kommt Sibylle zurück!
It´s alright, Baby´s coming back!

Kein Grund für mich zu rasten, ich will beginnen die Genua-Rollanlage zu zerlegen – mal sehen wie weit ich komme.
Nach dem Kaffee bereite ich meinen „Arbeitsplatz“ am Ponton vor…

Hm, sehr viel Werkzeug wird nicht benötigt

Ich habe tatsächlich mit den Facnor Furlern keine große Erfahrung. Der, den wir letztes Jahr instandgesetzt hatten, war einer von Seldén.
Was mich tatsächlich überrascht ist, dass die Anlagen technisch völlig unterschiedlich aufgebaut sind.

Ich weiß wohl, um kleine Schwachstellen der Facnor, aber die Montagefreundlichkeit ist ungleich größer.
Ich erhoffe mir daher keine wirklich großen Probleme – die Herausforderung die bleibt, ist die Dimension des Teils.

Die Anlage ist rund 17 Meter lang, ich muss mich also am ganzen Steg ausbreiten.
Dummerweise muss ich die ganze Arbeit im knien verrichten, das spüre ich fürchertlich im Rücken – ich bin eben keine 30 mehr.

Packen wir es an…

Die Anlage hat einen Spanner, das Vorstag muss nicht millimetergenau gefertigt werden

Der Spanner hat nicht nur den Vorteil der Einstellbarkeit – er erspart mir auch die fummelige und aus meiner Sicht aufwändige Montage des „Sta-Lock“ Terminals.

Bei meiner Facnor kann man das Stag ausbauen ohne es abzuschneiden oder ohne ein Terminal abzubauen! I like it!

Das Stag war noch ok, aber man sieht ihm das Alter an. Insofern bin ich mit der für den Verkauf geforderten Zusatzarbeit inzwischen im Reinen.
Es war sicher nicht komplett für die Katz´!

Ich muss rund 40 der kleinen M5 Kreuzschlitzschrauben aufmachen – ein bisschen Ärger gibt´s da immer

Die Arbeit war im Prinzip eher einfach. Dennoch konnte ich nicht hoffen, dass bei 40 kleinen Schrauben, welche seit 25 Jahren montiert sind, nicht zumindest eine Probleme bereiten würde.

So kam es auch – zwei der kleinen Teufelchen plagten mich ein wenig, eine konnte ich schadlos ausbohren, eine zweite ist letztlich abgerissen.
Dies aber an einer Stelle, die man leicht handeln kann.
Ich werde den Schraubenstummel die nächsten Tage bei Giorgos in der Werkstatt ausbohren.

Verflixt und zugenäht – hätte auch klappen können

Etwas Zeit haben mich auch diese kleinen Plastik-Führungsteile im Aluminiumprofil gekostet.
Ich musste erst eine Möglichkeit erdenken, wie ich diese aus dem Rohr bekomme – das hat dann irgendwann sehr gut funktioniert, aber zwei haben sich etwas betteln lassen.

Dies blieb ohne Konsequenz, hat aber summa summarum wohl knapp eine Stunde gekostet.
Trotzdem kam ich rasch voran und hatte zur Mittagszeit, also nach knapp drei Stunden, schon über die Hälfte der Anlage zerlegt.

Acht Zweimeterstücke insgesamt, vier sind noch verschraubt…
…mein Arbeitsplatz rückt immer nach – das Werkzeug ist auf NESSAJAs Deck in greifbarer Nähe

Nach weiteren knappen zwei Stunden war es geschafft! Ok, fünf Stunden ist keine Rekordzeit, aber unter den gegebenen Umständen, mit Werkzeugsuche und dem Aufräumen der Teile ins Auto, ist es eine akzeptable Zeit.

Und weil ich gerade so „in full swing“ war, habe ich beschlossen, die Teile umgehend hoch nach Plaka zu fahren.
Das Zeug ist sperrig und ich will Platz im Auto haben – in der Garage liegen die Teile gut, hier habe ich genug Stauraum.

Da bleiben die Teile, bis ich das neue Stag erhalten habe – ich rechne nicht vor Weihnachten damit

Wow, trotz der relativ langen Arbeitszeit – ich hatte früh begonnen – war noch Tag übrig.

Ich besinne mich darauf, dass es Sonntag ist, das Thermometer in „Klicker“ zeigt 18°C und die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel.
Ich denke an ein Eis. Ein Eis und einen doppelten Espresso – bei „Repapis“ in der Sonne…

Am Rückweg komme ich am „La Palma“ Café vorbei und meine Gedanken überschlagen sich.
Mein Kopf sagt immer noch EIS, aber mein Herz gehört heute dem Gedanken an einen Ouzo mit Meze in der Sonne.

Es ist 14.30 Uhr und ich habe noch nicht gefrühstückt – es wird also Zeit 😉 !

Ich „pflücke den Augenblick“ – carpe diem

Eine halbe Stunde sitze ich da, in mich gekehrt und genieße „meine Insel“ im Winter. Diese herrliche Ruhe.

Just in diesem Augenblick setzt sich ein Paar an den Tisch neben mich – alle Tische frei, der neben mir wird besetzt – Murphy´s Law.

Als ob das nicht reicht, gesellt sich ein zweites Paar dazu und es startet ein lautstarkes Palaver in nichtgriechischer Sprache – eine der Damen wurde immer mit „Alora“ angesprochen…
Es wird gestikuliert, diskutiert und gepafft – alles statthaft, es nervt mich aber trotzdem.
Ich hielt es bis zu diesem Moment eher wie Loriot – „…ich wollte einfach nur hier sitzen!“, da ich meinen Ouzo aber schon geleert hatte, zog ich es vor zu gehen.

Mein Kopf meldet sich nochmals zu Wort und fragt, ob denn das Herz jetzt zufrieden sei. Ich bejahe und mein Kopf übernimmt wieder die Herrschaft.
Warum immer entscheiden? Warum ODER wenn doch UND auch eine Option wäre.
Sibylle trinkt keinen Alkohol mehr, das rechtfertigt den Ouzo umso mehr, aber was, wenn sie auch kein Eis mehr isst?

Der Kopf gewinnt, ich gehe noch zu „Repapis“ und schlemme dort ein Eis – in der Sonne, alleine, in Ruhe!

Ein letztes Mal muss ich noch ran, das alte Stag muss versandfertig verpackt und adressiert werden, dies erledige ich noch, bevor die Sonne untergeht.

Fertig – kommt morgen in die Spedition

Geschafft – jetzt kommt der gemütliche Teil! Ich gehe heiß duschen und hau mich anschließend auf die Couch.
Die Duolingo App ermahnt mich zu lernen, ich soll nicht faul sein.
Na gut, dann halt, investiere ich eine Stunde in meine rudimentären Griechischkenntnisse.

Dann heißt es Warten – „Wir warten auf´s Christkind“ in einer Early-Bird Edition!
Nur, dass das Christkind heute Sibylle heißt – die Fähre kommt um 22.35 Uhr in Agia Marina an, es bietet sich an dort zu essen.
Ich denke, ich werde mal wieder ins „Retro“ gehen…

Der Abend zieht sich wie Kaugummi, ich will nicht vor 20.30 Uhr dort sein, denn sonst müsste ich zu lange warten.
Endlich war es soweit. Ich fuhr auf den öffentlichen Parkplatz von Agia Marina und erwische um 20.49 Uhr den letzten Platz – klar, es war Sonntag.

Dafür ist der Platz gut – ich parke fahrbereit um Rangieren im Tumult zu vermeiden

Schnurstracks gehe ich ins „Retro“, dort waren wir vor ein paar Wochen mit Brigitte und Hans, ein sehr positiver erster Eindruck.

Auch heute ist das Lokal einladend, durch die Fenster sieht man, dass der Laden gut besucht ist.

Ich trete ein und suche mir einen Platz.
Die Dame an der Bar und ein junger Mann, ganz offensichtlich der „Servatoros“ nehmen mich wahr und grüßen freundlich.

Schön, aber leider habe ich diesmal Pech

Da sitz´ ich nun – der Kellner saust herum, legt Holz im Kamin nach. Unsere Blicke treffen sich, ich nicke freundlich.

Er huscht von dannen, nun offensichtlich hat er noch zu tun. Das Spiel wiederholt sich zweimal, ich sitze nach rund 15 Minuten immer noch unbeachtet da – in einer Stunde kommt Sibylle.

Mein Übermaß an Zeit, welches ich am frühen Abend noch hatte, wird auf einmal knapp.
Selbst wenn der junge Kellner jetzt noch käme, würde die Küche es schaffen mein Essen zeitnah auf den Tisch zu bringen?

In diesem Augenblick kommen fünf junge Mädchen in das Lokal und setzen sich an den Nebentisch.
Keine zwei Minuten später kommt der Bursche der gerne Kellner wäre mit Wasser an deren Tisch, bringt Speisekarten und zeigt sich von seiner charmanten Seite.

Ich bin genervt. Dass ich wahrscheinlich mehr konsumiere als die fünf Mädels zusammen, kann er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen – auch seine Beweggründe verstehe ich, was aber am Ende bleibt ist ein gehörig Maß an Unprofessionalität.
Dafür will ich nicht bezahlen, ich gehe.

Das „Navarone“ ist gleich nebenan, es ist einladend

Ich mache jetzt vermutlich einen Fehler – statt der Facebook-Werbung von heute zu folgen und im „Metzes“ ein Kokoretsi zu essen, lasse ich mich verleiten, den kürzesten Weg zu nehmen.

Liegt ja auch nahe, das „Navarone“ ist gut, ich mag das Restaurant und man sitzt gemütlich.
Leider war auch hier ein Kellnerlehrling, der zudem kein Wort Englisch sprach. Der Restaurantchef stand hinter ihm und übersetzte für mich.
Ich bekam heute keine Speisekarte, sondern der junge Mann musste mir die Gerichte vorsagen – nur verstand ich kaum.
Beim dritten Gericht verstehe ich „Burger“!
Ich falle ihm ins Wort und bestelle einen Burger und Käsebällchen.
Ich hatte keine Lust auf Speisekarte aufgesagt zu bekommen.

Der Burger war gut – aber ich wollte eignetlich was anderes

Ok, das Essen, auch der Burger, waren echt gut.
Thema Bier – ich bestelle ein Alfa bei dem Mann, der mich behandelt als kennen wir uns seit Jahren.
Hat er nicht – gut dann ein Mythos, hat er auch nicht.
Fix? Mamos? Nein, leider heute nicht – er hätte Heineken, Stella Artois und Peroni.
Ich frage ihn, ob ich kein griechisches Bier in Griechenland bekomme, er verneint.
Ok, dann eine Cola!

Das kränkt ihn – er überlegt und kommt dann mit dem lokalen Lerosbier „Raven“. Das ist zwar cool, aber nicht mein Geschmack – ich nehme es trotzdem, er war so bemüht.

Inzwischen tickt die Uhr – ich esse und sehe nebenher immer wieder auf meine „Marine Traffic“-App.
Diese zeigt mir wo die Fähre gerade ist.

Ok, die Fähre kommt, ich muss bezahlen

Als die Fähre Leros zur Hälfte hinter sich gelassen hat, bezahle ich meine Zeche und gehe.

Das „Navarone“ ist gleich am Hafen, ich muss also nicht gehen, um den Platz zu erreichen, an dem sich die Abholer drängen.

Inzwischen ist Chaos, ich gehe etwas auf die Seite und stelle mich zwischen parkende Autos.
Dort sehe ich sehr nette Kleinigkeiten – auf die Idee musst erstmal kommen…

Der Hund freut sich an Regentagen – sehr witzige Idee

Die Fähre ist im Anflug, sie kommt in wenigen Minuten um die Ecke.
Das Warten hat ein Ende – Sibylle macht sich sicher schon bereit zum Ausstieg, in wenigen Minuten wird sie sich mit dem Strom der Passagiere aus dem Bauch des blauen Riesen drängen.

Das kleine, beschauliche Agia Marina wird dann für etwa eine halbe Stunde zum Zentrum des Wahnsinns.
Ein Drängen und Schieben, Gehupe und ein Stimmengewirr – wohl dem, der schleunigst das Weite suchen kann.

Jetzt kommt die BLUESTAR 2 um die Ecke und biegt in die Hafenbucht ein…

Die App zeigt das Schiff in Echtzeit…
…der Abgleich mit der Realität bestätigt das

Es kam wie ich es vorausgesehen hatte – doch Sibylle war bei den Ersten und wir haben uns nur kurz begrüßt, wir eilen rasch zum Auto.

Schnell die große Tasche verstauen, Motor an und ab durch die Mitte!
DAS darf man übrigens nicht so wörtlich nehmen – Fußgänger überall, Autos scheren aus Lücken ohne rundum zu schauen und natürlich auch ohne Blinker.

Ist man erstmal aus Agia Marina draußen, dann hat man es geschafft.
Wir fahren ohne Zwischenstop in die Marina, zu NESSAJA und verholen uns nach drinnen.
Ein frischer Wind pfeift uns um die Ohren – Willkommen zurück auf Leros, im Dezember 2025…

Auf dem Schiff ist es warm, Sibylle ist seit zwei Minuten hier und schon mault sie, dass sie es kühler will.
Wir packen die Tasche aus – sie verräumt ihr Zeug und ich sortiere schonmal die mitgebrachten Ersatzteile vor.
Sieht so aus, als könnten die geplanten Arbeiten beginnen 😉 !

Alle wichtigen Sachen sind da

Ich bekomme Geschenke! Meine Frau schenkt mir ein Motto-T-Shirt – „…weil es so gut passt! Ich musste es kaufen!“

Freundin Christine hat erfahren, dass man auch bei 18°C frieren kann und strickt dem entgegen – zum T-Shirt gesellen sich farblich passende Wollsocken.

Was würde ich nur ohne die Frauen machen???

Dem ist nichts hinzuzufügen

Ein Bier geht noch, dann legen wir uns schlafen. Morgen müssen wir Beide früh raus – ich habe einen Termin mit Mixalis, dem Garagentormann, ich soll „zwischen 09.00 Uhr und 09.30 Uhr“ am Haus sein.

Der Plan ist, mein neues Garagentor zu montieren. Inwieweit ich involviert sein werde, wie lange dies dauert oder was überhaupt passiert – das wissen zu diesem Zeitpunkt nur die Götter.

Sibylle wird mich begleiten, denn sie möchte ihren „Breezy“ abholen um schnellstmöglich eigene Mobilität zu haben.
Da wir nichts zum Frühstücken im Haus haben, wollen wir uns vorher noch bei „Mikes“ an einem Sandwich und einem Kaffee laben.

08.57 Uhr – ich parke am Haus, öffne die Garage und montiere die Batterie in Sibylles Scooter.
Sie bleibt noch bis knapp 09.30 Uhr, dann fährt sie einkaufen – ab heute wird wieder gekocht im Hause NESSAJA!

Es ist kurz vor 10.00 Uhr, ich tippe gerade eine Nachricht an Mixalis, dass ich jetzt zurück ans Schiff fahre, da klingelt das Telefon…

Er sei gleich da!

Der Monteur ist gut vorbereitet, alles an Bord des Kleinlasters

Der Chef kommt mit einem Mitarbeiter, jeder Handgriff sitzt. Alle Werkzeuge sind gut sortiert und griffbereit – die gestellten Fragen auf den Punkt.

Ich erkenne – ich werde nach der Abstimmung nicht mehr gebraucht.
Ich soll bis zum Nachmittag einen Stecker beschaffen, alles andere würde das Montageteam erledigen.

Ok, klingt gut – ich steige in „Klicker“ und fahre zurück in die Marina.

Das letzte Stündchen des alten Tors hat geschlagen – das Material für das neue Tor findet schon den Weg

In Lakki bin ich am Schiff beschäftigt. Ich muss Unterlagen scannen, Teile verräumen und mich ein wenig mit Sibylle abstimmen.

Zusammen gehen wir Getränke kaufen und erledigen ein, zwei organisatorische Fahrten.
Auf dem Weg kann ich mein gestern verpacktes Vorstag bei der Spedition abgeben, es wird vor Weihnachten in Athen sein, ich habe es erstmal aus dem Kopf!

Im Vorbeifahren kaufe ich den mir angeschafften Stecker, diesen bringe ich gegen Mittag hoch zum Haus.
Leider sehe ich Mixalis nicht – denn er ist IN der Garage! Ein erster Erfolg ist erkennbar, nach kaum zwei Stunden.

Ich reiche den Stecker durch den Spalt, dann verkrümle ich mich wieder.

Sieht schon vielversprechend aus

Um 13.30 Uhr klingelt mein Telefon – Mixalis ist dran, das Tor sei fertig installiert und betriebsbereit.
Ich könne vorbeikommen um die Arbeit abzunehmen.

Wow, das ging schnell – ich war gespannt.
Aber was soll ich sagen? Das Tor, die scheinbare Qualität, die Montagequalität und die Funktion waren absolut einwandfrei – ich war begeistert.

Ich bringe meine Freude zum Ausdruck und lass´ mir kurz die Funktion des elektrischen Antriebs erklären.
Auch die manuelle Notfallbedienung bekomme ich rasch erklärt, dann fahren die Handwerker zurück zu ihrer Werkstatt.

Ich freue mich noch eine Weile über mein neues Garagentor, dann verschließe ich die Garage und das Haus und fahre wieder nach unten in die Marina.

Echt gut geworden

Ich musste heute handwerklich nicht viel tun, dennoch ist das Tagwerk geschafft und ein wichtiger Punkt auf meiner Liste erledigt.

Ich bin heute früh aufgewacht, ich bin müde, ich bin geschafft. Ich ziehe mich auf mein Sofa zurück und lass´ den Tag ausklingen.
Dabei kommt es mir zugute, dass Sibylle kocht und uns ein sehr leckeres Curry kredenzt.

Ich bin gespannt, was der morgige Tag bringt…

Nun, wie immer beginnt er mit einem kräftigen Kaffee um mich zu reanimieren.
Während ich am Frühstückstisch auf die Lebensgeister warte, huscht meine Gattin schon mit dem Fotoapparat um mich herum – zu groß ihre Freude, dass das mitgebrachte T-Shirt passt.
Ich trage es mit Stolz – und um Sibylle diese Freude zu machen…

Aber jetzt will ich erst in Ruhe meinen Kaffee trinken

Während des Frühstücks fragt mich Sibylle nach den Paketen, welche an uns unterwegs sind – „…trackst Du die auch?“

„Jaaaaa, natürlich! Und ich bin überzeugt, dass sie heute oder morgen ankommen!“

Glaubt es oder nicht, in diesem Moment trudelt eine WhatsApp von Eirini ein, meine Pakete seien angekommen und ob ich diese, es seien immerhin vier Stück, nicht im Office abholen könnte?

Klar kann ich – und mach ich auch sofort…

In diesem Fall helfe ich mir mit dem Aufzug

Alles da! Das freut mich sehr, damit endet meine stetige Paketverfolgung auf einen Schlag!
Ich nehme den Aufzug um nicht viermal die Treppe gehen zu müssen.

Zwei Pakete kommen von SVB – die Sammelbestellung für ELOWYN, ANAHITA und DONNA, ein Paket ist von Sibylle an uns, Dinge die nicht mehr in die Tasche gepasst haben.

Und ein Paket ist ein Weihnachtsgeschenk von Petra und Martin von der STENELLA – ein Freßkorb ohne Korb! Der Wahnsinn!
Die Beiden haben eine ganze Ladung feinster Leckereien aus deren Heimatbundesland Hessen und darüber hinaus zusammengestellt.
Ganz herzlichen Dank dafür – wir werden es genießen!

Hüftgold und andere kalorienhaltige Verführungen

Der Freß(korb) von Petra und Martin belegt in den bisherigen „December Food Charts“ den ehrbaren Rang 2.

Uneinholbar auf Platz 1 – und ich nehme an, dass dies auch bis zum Jahreswechsel so bleiben wird, ist Sibylles Mitbringsel.
Diesmal hat sie sich weichschlagen lassen und ihre bisher ablehnende Haltung gekippt.
Daher findet eine „All-Time-High“ Leckerei aus unserer alten Heimat auf den Tisch…

Original Miesbacher Holnburger Kasleberkas
Zusammen mit Tegernseer Kartoffelsalat und griechischem Brot – von unserer Nachbarin Efdokia – ein Trio der Völkerverständigung

Sibylle und ich lassen es uns nicht nehmen, eine Gegeneinladung an Alex und Antonia auszusprechen.
War es doch Alex, der seinen Leberkas brüderlich mit mir geteilt hat.
Wenn Du einmal Deinen Leberkas oder Deine Wildschweinsalami miteinder geteilt hast – Freunde für´s Leben!

In Sibylles Karton war noch eine interessante Gabe für mich – ein neues Griechischbuch!

Dieses „Assimil“ Buch wurde mir von Dirk, unserem Immobilienmakler, empfohlen.
Und tatsächlich baut es ganz anders auf – könnte sehr gut zu mir passen.
Ich bin gespannt – auf jeden Fall ist es zwischendrin eine Erleichterung mal Deutsch – Griechisch lernen zu können, anstatt immer über die Drittsprache Englisch zu gehen.

Bin gespannt ob es mich vorwärts bringt

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Buch hilft. Heute wird das nichts mehr, denn ich muss bald schon los.

Heute ist Dienstag und wir haben wieder Griechisch Kurs im HUB.
Ich muss noch meine Hausaufgaben machen, den Stoff der letzten Stunde nochmal durchpauken, dann geht es schon los.

Die Stunde war ok. Ich habe noch große Lücken und erkenne schmerzlich, dass ich mehr Zeit investieren müsste.
Zeit, die ich im Moment nicht habe. Trotzdem lass´ ich mir den Spaß am Lernen nicht verderben.

Zudem ist der Dienstag ja jetzt unser neuer „SouVLakki“ Stammtisch-Tag.
So auch heute – kaum kommen Ilona und ich aus dem Kurs, treffen wir uns schon mit Guido und Sibylle, sowie der ANAHITA Crew im Drehspießtempel.

Guido wählt heute den XXL Burger – nicht von schlechten Eltern!
Ich mach´ es wie der Schuster, ich bleib´ bei meinen Leisten – beiläufig überlege ich mir, ob ich neben der „Pizza Mario“ auch eine „Marios Platte“ etablieren könnte.
Hätte was – „Apollo Teller“, „Zeus Platte“ und „Marios Platte“…
Ich muss mal mit Anna reden 😉

Der „Special Burger“ – ein Kaventsmann
„Marios Platte“ – as always? Yes, as always…

Dazu ein Mamos, dann passt es – ein guter Tag! Aber auch ein bisschen ein fauler Tag!

Dem wird morgen nicht so sein – morgen geht es mal wieder richtig los – morgen bereite ich die Rumpfdurchbrüche an ELOWYN zum Einbau vor.

Und dem war nicht nur Gerede – ich bin schon recht früh beim weißen Riesen erschienen und habe „Klicker“ als mobile Werkstatt mitgebracht.
Es gab viel zu messen, jeder Durchbruch bekam seine Nummer, seine spezifischen Maße und wurde dann zurechtgeschnitten.

Fertig zum Einkleben

Das klappt alles recht gut und geht schnell von der Hand. Am frühen Nachmittag bin ich fertig und vereinbare mit Sibylle, dass wir morgen die Durchbrüche einkleben werden.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn zum Wochenende hin, soll es kälter werden und auch einzelne Schauer drohen.

Ein paar Schritte sollte ich noch finalisieren, dann ist alles safe und ich kann beruhigt in die Weihnachtspause.

Da fällt mir ein, weil der Tag noch ein paar Stunden hat, könnte ich die rechte Armaturentafel noch vom Lackierer holen.
Diese sei fertig und warte auf Abholung – der Preis war mal wieder spottbillig, die Qualität der Arbeit gut.

Der Fehler ist behoben – und ich habe weiteres Material welches es wieder zu verbauen gilt.

Super – neuer Klarlack für die Carbontafel

So kann es weitergehen!

Zuhause ist Alltag eingekehrt. Immer wenn mein Tagwerk geschafft ist, versuche ich etwas zur Ruhe zu kommen.
Zur Zeit plagt mich mein Rücken, ich muss sehen, dass sich das wieder gibt, denn ich leide leise.

Sibylle kocht uns was Gutes, wir lernen mit Duolingo und gucken am Abend ein wenig Mediathek – heute den Jahresrückblick mit Markus Lanz.
Vieles ist passiert, was ich nicht mitbekommen habe. Ich sage es offen, diese Sendung lässt mich mit einem beklemmenden Gefühl zurück und ich erkenne einmal mehr, dass ich in einem anderen Zeit-Raum Kontinuum zuhause bin.

Morgen klebe ich die Rumpfdurchbrüche wieder ein, dann ist der gröbste Schritt getan, ab dann könnte ich bei Schlechtwetter auch innen weiterwerkeln.

Gesagt, getan – der nächste Tag startet für Sibylle und mich planmäßig am nächsten Vormittag…

Die Katzenfraktion ist schon auf den Beinen

Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, drehen meine Frau und ich noch eine Runde durch den Ort.

An der Marinaausfahrt treffen wir die „Katzenfraktion“ unter der Leitung von Antonia.
Die junge Frau sorgt und kümmert sich rührend um die kleinen Samtpfoten – sie hat das Herz am rechten Fleck, denn so wird sicher gestellt, dass die Maunzer gut über den Winter kommen.

In diesem Rahmen, nimmt der Neubau des Katzenhotels auch Formen an.
Ein Trend, der einst von Eva mit dem Bau eines kleinen, provisorischen Katzenkasterl begonnen hat, kommt langsam in einen Bereich, für den man eine Baugenehmigung braucht.

An alles wird gedacht – auch an die Anbringung von Fenstern…

Alte Bootsfenster gehen in ihren letzten Lebenszyklus
Die Miezen freut es, sie werden in Zukunft nahezu prunkvoll wohnen

Sibylle und ich müssen weiter – kurz zum Haus und etwas aus der Garage holen, dann zum Gemüsehändler und zum Hähnchenmetzger.

Ich begleite meine Frau und unterstütze, so gehen ihre Einäufe schneller von der Hand.
Das ist zweckdienlich, denn für den Rest des Tages brauche ich ihre Hilfe beim Einbau der Rumpfdurchbrüche an ELOWYN.

Noch kurz in den Hardwarestore von Andreas Kritikos und etwas Arbeitsmaterial beschafft, dann kann es losgehen.

Die Arbeit ist leicht erklärt – ich bringe zunächst den SIKA Primer 209D am Rumpf und an den Bauteilen an.
Nach einer kurzen Ablüftzeit kommt als nächstes SIKA 291i als Kleb- und Dichtstoff an die Kontaktflächen des Durchbruchs.
Jetzt setze ich das jeweils gestern für die Bohrung vorbereitete Skin Fitting ein und drücke es an.
Sibylle setzt währenddessen von innen die Mutter an und schraubt diese handfest an.

Meine letzte Aufgabe ist nun, die überschüssige Dichtmasse außen sauber abzutragen und für einen schönen Übergang zu sorgen – dann ist der Arbeitsschritt erledigt.

Wir kommen gut voran…

Die Nummerierung und die Maße sind noch lesbar, werden später aber überstrichen
Die undichten Sets werden ersetzt (hier schwarz), die fehlerfreien verbleiben im Schiff (hier grau)
Die Skin Fittinge sind nummeriert, die Rumpfdicke ist für die Berechnung notiert und es gibt eine Top-Markierung um jegliche Verdrehung sofort zu erkennen

Es müssen, das hatte ich erwähnt, neun Sets komplett erneuert werden. Die übrigen 16 haben fehlerfrei funktioniert und verbleiben im Schiff.

Von diesen neun, konnte ich bei ersten Überlegungen wie ich die Reparatur umsetzen würde, bei zweien den eigentlich guten Rumpfdurchbruch retten.
Es müssen also sieben neue Durchbrüche gesetzt werden.

Dazu kommt, dass Volker kurzentschlossen darum gebeten hat, einen neuen Loggegeber einzubauen.
Die Vorgehensweise hier ist die gleiche, es addiert sich also ein achter Durchbruch dazu.

Insgesamt brauchen Sibylle und ich etwas mehr als zwei Stunden, dann war das Tagwerk erledigt.
Die Klebestellen müssen heute trocknen, dafür bekommen sie 24 Stunden Zeit.
Morgen geht es an gleicher Stelle weiter.

Die restliche Zeit des Tages verbringen wir zuhause – oft quatschen wir noch ein paar Takte bei ANAHITA oder DONNA, wir lernen mit unseren Apps die fremden Sprachen und irgendwann startet Sibylle mit dem Kochen.
Zuhause zu essen ist mir ein Genuss, die offenen Tavernen sind irgendwie allesamt nicht wirklich gemütlich.

Tags darauf – das gleiche Spiel am Patenschiff! Ich habe ein wenig Zeitdruck mit ELOWYNs Ventilen.

Heute werden zwei Ventile nebst Fittingen gesetzt

Der Zeitdruck entsteht durch das Wetter!
Ich hatte ja lang die zwei Ventile für die Luken- und Decksentwässerung im Rumpf belassen – zwar waren diese von außen abgeschnitten, aber das Fragment war stehen geblieben, so dass die Funktion sicher gestellt war.

Seit gestern ist dies nicht mehr so. Um die neuen Durchbrüche zu setzen, musste ich natürlich auch die letzten beiden Ventilfragmente ausbauen, die Entwässerungsschläuche baumeln nun frei im Innenraum des Schiffes und sollten VOR dem nächsten Regen wieder angeschlossen sein.

Unser Ziel ist es daher, heute diese beiden Ventile nebst den Schlauchfittingen zu montieren.
Vorher müssen wir jedoch bei allen neuen Durchbrüchen die Schraubmuttern auf ihr Soll-Drehmoment von 15Nm anziehen.

Heute habe ich den Job, innen an den Ventilen zu schrauben, Sibylle hält von außen dagegen oder reicht mir Werkzeug, wenn ich in die engen Kammern und Löcher schlüpfen muss.

Manchmal ist es anstrengend…
…aber ich schlängle mich hinein

Ok, auch das schaffen wir in überschaubarer Zeit, auch hier müssen die neu installierten Teile und Klebestellen erst einmal durchvulkanisieren.

Daraus folgt abermals, dass es an dieser Baustelle erst morgen wieder weitergeht.

Das kommt aber wie gerufen, denn heute haben wir ein Date. Wir treffen uns mit Giorgos und Katerina zum Dinner.
Darauf freuen wir uns sakrisch, denn die Beiden liegen uns echt am Herzen. Wir mögen die junge Familie und es tut uns allen gut, wenn wir die Gelegenheit schaffen, einmal außerhalb von Reparaturen und Werkstattszenarien ohne Zeitdruck zusammen zu sitzen.

Es ist mir eine Ehre einzuladen – Katerina darf die Location wählen und sie entscheidet auf das „Persiana“ welches den Besitzer gewechselt hat.

Das trifft sich gut, dort wollte ich unbedingt mal hin, um deren Burgerspezialitäten auszuprobieren.

Katerina entscheidet sich für den „Angus Beef“
Giorgos und ich entscheiden uns für den Klassiker

Das „Persiana“ hängt die Messlatte etwas höher. Die Karte bleibt zwar im Wesentlichen gleich, aber die Qualität ist etwas höher angesetzt.
Die Burger waren ausnahmslos sehr gut, aber auch hochpreisiger.

Der Biertempel hat ausgedient – man hat neu renoviert und ist jetzt eher eine Weinbar.
Der neue Chef empfängt mit Blazer und Einstecktuch.
Eigentlich war alles toll – aber es ist kein Essen für alle Tage, dafür ist es zu teuer.

Ob sich das Konzept im over-all Vergleich behaupten kann, bleibt abzuwarten.
Eine Bereicherung ist es allemal und ich wünsche viel Erfolg.

Wir sitzen lang zusammen und es ist ein geselliger und sehr netter Abend.
Wir kommen erst spät nach Hause und sacken dann sofort ins Bett – wir wissen, morgen geht es gleich kulinarisch weiter…

Treffen am „Navarone“ – „Sibylle setz´ Dich mal hin!“ „Ahhh, der Sessel ist nass!“
Alex merkt es rechtzeitig, Guido weicht der Gefahr aus

Vor Tagen haben wir mit den Crews der ANAHITA und der BORN TO LIVE vereinbart, dass wir vor Weihnachten noch einmal am Sonntagsbrunch im „Navarone“ teilnehmen wollen.

Dafür ist heute die letzte Gelegenheit, denn das Christfest nähert sich unaufhaltsam – in wenigen Tagen schon ist Heiligabend!

So haben wir uns für den heutigen Sonntag einen Tisch reserviert und starten mit einem Highlight – am Frühstücksbuffet des exclusiven Restaurants…

Es ist einfach schön dort
Das Buffet ist lecker und öffnet um 10.00 Uhr
Alles schmeckt super – sowohl die deftigen Sachen…
…als auch die angebotenen süßen Leckereien

Wir laben uns an den Köstlichkeiten und gönnen uns ALLE ein zweites Tellerchen.
Manche auch drei oder gar vier! Und ich will hier mal ganz klar zum Ausdruck bringen, dass nicht ich die meisten Tellerchen gefuttert habe.
Das spielt aber keine Rolle – denn wir haben es genossen!

Allerdings – und das ist der Nachteil vom Frühstücksbrunch, waren wir danach direkt in ein Food-Koma verfallen.
Der Arbeitsantritt war echt schwer, ich war den ganzen Tag vollgefressen und flügellahm.

Trotzdem rapple ich mich auf – heute ist der letzte Tag vor dem gemeldeten Regen, ich MUSS die Entwässerungsschläuche auf ELOWYN anschließen.
Dafür heißt es mit prallem Ranzen noch einmal in das Wassermacher-Kompartment schlüpfen – ächz…

So, erledigt – das war´s

Erledigt – ich schließe die zwei wichtigen Abläufe an und stelle somit sicher, dass der weiße Schwan nicht geflutet wird.

Der Regen kann kommen!

Weil noch ein wenig Tag übrig ist, ich wegen meiner Rückenschmerzen etwas Bewegung und frische Luft haben möchte, beschließen Sibylle und ich kurzerhand, dass wir heute unsere Marinarunde drehen und nach den Schiffen der Freunde sehen.

Generell sind augenscheinlich alle in Ordnung, bei dreien haben wir etwas mehr zu tun…

Zunächst steht der monatliche Check auf EDINA an. Auf der CNB60 sehen wir nach dem Rechten und lassen alle Systeme einmal laufen.

Sie braucht viel Strom – die 20.-€ sind schon wieder weg
Zunächst egal – denn ich lasse den Generator eine Stunde laufen, dabei laden auch die Batterien
An Deck alles ok – EDINA ist safe
Auch die Hauptmaschine soll etwas laufen

Es trifft sich gut, dass die Nachbarn Thomas und Paola gerade in die Stadt gefahren sind.
So belästige ich niemand mit den laufenden Motoren und kann diese Situation auch richtig ausnutzen.

Unter diesen Gegebenheiten, überlassen wir EDINA sich selbst – die Motoren laufen, die Luken sind zum Lüften geöffnet.

Wir ziehen derweil ein Haus weiter…

Heute habe ich Zeit – auf ELOWYN lief es die letzten Tage gut, ich kann die gewonnene Zeit also anderweitig investieren.
Dies kommt heute Martins STENELLA zugute, mal sehen, ob an Bord des kleinen Kutters alles ok ist.

Nun, nicht ganz!

Das Schlauchboot ist buglastig, es sammelt sich Wasser im Boot
Ich ändere die Aufhängung und lenze den Schnulli

Irgendwas ist immer! Ich kann mir nicht erklären wie und warum das Beiboot nach vorne sacken konnte.
Wie auch immer – die paar Liter Wasser sind recht schnell zu schwer für die Davits und müssen dringend gelenzt werden.

Ich ändere also die Aufhängung und lasse das Wasser ablaufen.
Bei der Gelegenheit fische ich ein Leinenbündel aus dem Wasser, welches nicht länger an der Reling hängen wollte.

Liebe Freunde – nehmt die Warnungen ernst! Schöne Leinenbündel an der Reling, hübsche Festmacherschnecken – alles Mumpitz!
Stürme mit 60+ Knoten räumen das alles ab – das Zeug gehört vorzugsweise hemdsärmlig, aber sicher verstaut!
Schön kann, sicher muss! Knoten müssen von Beginn an FEST zugeknallt werden, alles andere geht auf.

Da Martin sich Sorgen um seine Festmacherchen macht, gilt auch ihnen noch ein Kontrollblick.

Noch gut

Am gleichen Steg liegt INSPIRATION – Sibylle und ich haben uns mit den neuen Eigner angefreundet und schätzen die Vier sehr.

Aus der Ferne hat Tom ein Dilemma erkannt – die Bilgepumpe hängt bei der Bavaria am Hauptschalter.
Legt man diesen um, ist das Schiff zwar gewollt stromlos, die Bilgenpumpe aber außer Betrieb.

Dies kann man ändern, das wird auch umgesetzt, aber JETZT ist die Situation für die Neueigner eben unbefriedigend.
Klar ist das alles akademisch – die Frage, ob die serienmäßige Bilgenpumpe ein Schiff retten kann, wenn zum Beispiel ein Seeventil bricht, könnte leidlich diskutiert werden.

Ist aber egal – für INSPIRATION braucht es jetzt eine Lösung! Hier erkläre ich mich bereit, das Schiff in meine monatliche Runde einzubeziehen.
Ich mache einen Kontrollblick in die Bilge und sehe auch zwischendrin immer wieder nach dem Schiff der Freunde.

Offen gesagt – im Falle eines Ventilbruchs gehört auch bei einer Routinekontrolle ein Stück von Glück dazu, will man das Schiff im richtigen Moment retten.
Aber das nur hypothetisch…

An Deck alles ok
Ich bemerke die neuen Steckschotte und das neue Schiebeluk – diese klemmen aber etwas. Vorsicht ist geboten
Die Batterien sind randvoll
Die Bilge gibt keinen Anlass zur Sorge

Auf INSPIRATION ist alles ok, kein Anlass zur Sorge! Ich verlasse die Bavaria wieder und mache alle Luken dicht.

Unser letzter Weg führt uns zurück zu EDINA. Dort kann ich die Maschinen stoppen, ebenfalls alle Luken dicht machen und dem Eigner Vollzug melden.
Auch er kann ruhig schlafen, seinem Schiff geht es gut. Morgen werde ich noch ein paar Euro Strom auf die Säule laden lassen, dann sollte für die nächsten Wochen alles passen.

Auch an Martin und Tom geht eine WhatsApp mit einem Statusbericht raus. Die Schifferl sind ok, macht euch keine Gedanken.
Ich nehme an, dass man sich über ein paar Bilder freut.

Ich denke zurück – ich habe ein 25 Jahren meiner Eignerschaft zweimal ein Bild meines Schiffes bekommen.
Einmal in Agios Nikolaos auf Kreta, als ich einen Schaden zu beklagen hatte.
Ein Andermal vor zwei, drei Jahren – als Hans Peter mir während eines Deutschlandaufenthaltes ein Foto geschickt hat.
All die Jahre vorher, sind meine Schiffe monatelang sich selbst überlassen worden – ich hatte niemals Probleme.

Stellvertretend für die „staade Fraktion“ will ich informieren, dass Sibylle und ich selbstverständlich auch nach JASPER, KARO, INFINITY oder etwa CARPE DIEM sehen, um nur ein paar zu nennen.
Es gilt, solange ihr nichts von uns hört, ist mit euren Schiffen augenscheinlich alles ok.

Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser. Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück und gönnen uns eine heiße Suppe – das richtige Essen nach der Völlerei vom Morgen.
Dann genehmigen wir uns Nuhrs Jahresrückblick 2025 und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Tag als der Regen kam…

Der Wetterbericht hatte Recht
Ein schwerer, grauer Wolkenbrei über der Lakki-Bucht
Ich kann aber einzelne Tage wie diesen gut leiden

Wir haben alles richtig gemacht! Die Zielsetzungen bezüglich der vor Weihnachten fertig zu stellenden Arbeiten sind erreicht, die dringenden Arbeiten wie die Wasserabläufe von ELOWYN gerade noch rechtzeitig erledigt.

Ich kann mir erlauben, mir bis nach Weihnachten „frei“ zu nehmen. Da kommt ein Regentag gerade Recht.
Ein paar administrative Arbeiten sind zu erledigen, die typischen Jahresabschlussdinge eben.
Zudem lag mir daran, Weihnachtswünsche online zu stellen.
Sibylle macht derweil Termine für diverse Videocalls mit der Familie aus.

Wir nutzen solche Tage aber auch, um uns mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen.
So auch heute – Noam und Shira haben mal wieder Zeit und wir haben uns lange nicht gesehen.
Also verabreden wir uns in Agia Marina im „Mocal“, ein schönes, modernes Café.

Einladend und sehr serviceorientiert
Meist auch gut von den Locals besucht

Wir stellen abermals fest, dass wir viel zu selten die netten und oftmals ganz coolen Cafés der Locals nutzen – das muss sich ändern.

Wir sind die ersten Gäste die drinnen sitzen, später füllt sich der Raum. Der Wintergarten ist gut gefüllt, dort zieht es uns aufgrund der Raucher aber auch gar nicht hin.

Ich gönne mir einen Espresso Macchiato und freue mich über die zwei Stunden, die wir hier entspannt sitzen und über Gott und die Welt reden.

Anschließend ziehen Sibylle und ich weiter – zwei Tage vor Weihnachten, da laufen die Tage hier nicht anders ab als in Deutschland.
Wir klappern so ziemlich alle Lebensmittelgeschäfte ab, kaufen tütenweise Leckereien und bereiten uns so auf die Festtage vor.

Am Nachmittag kristallisiert sich langsam ein Plan für die kommenden Tage heraus – am „Heiligabend“, dem 24.12. werden wir wohl eine F-Ponton Glühweinparty geben und so den weihnachtlichen Einstieg finden.

Danach sind wir recht kurzfristig und umso erfreulicher, zum gemeinsamen Weihnachtsdinner an Bord der BORN TO LIVE geladen.
Wir nehmen unsere Töpfe mit, Ilona kocht noch weitere Köstlichkeiten und so verspricht der Abend ein festlich, ansprechender zu werden.

Last not least haben Thomas und Paola von der SIMPLY FREE einen X-mas Lunch für die Community am 25.12. geplant.
Wir treffen uns im „To Steki“, wo Dimitris ein Weihnachtsmenü für uns zaubern wird.

Ich freue mich darauf – fast ein wenig untypisch…
Der „Grinch“ wird altersmilde – ein Wort, dass Lisa Fitz „doof und unerotisch“ findet, aber ich kann nicht leugnen, dass ich, seit wir hier sind, gelassener mit dem Weihnachtstrubel umgehe.

Weihnachten kann kommen – ich bin entspannt

Der Rest des Tages vergeht gemütlich, Sibylle kocht und wir lassen den Abend bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Der Tag vor Weihnachten ist bei uns wie man es sich erwarten würde – alles steht im Zeichen der Vorbereitungen für die Festtage. Wir versenden unsere Weihnachtswünsche und brechen dann zu einer Gewalttour auf – einkaufen ist angesagt.

Im Vorbeifahren winkt uns Alex zu. Er sitzt schon beim Angeln und fragt, ob wir die Muräne schon gesehen hätten.

Welche Muräne??? Na die da!

Äh nein! DIE haben wir noch nicht gesehen

Aha, nach Barracuda, Feuerfisch und Feuerwalze jetzt auch noch eine Muräne – ist ja toll!
Ich lege in dieser Sekunde meine Pläne für ein „Weihnachtsschwimmen“ ad acta, ist eh viel zu frisch – man(n) will ja keinen Katarrh.

Dann aber, genug gequatscht, Sibylle drängt zum Einkauf. Viel zu tun, viel vorzubereiten, die Zeit drängt!
Der Gedanke an die „staade Zeit“ drängt sich mir in dem Kopf, ich klage jedoch nicht, denn hier auf Leros ist tatsächlich alles etwas ruhiger, auch der verhasste Großeinkauf für die Feiertage.

Die Regale voll, die Gänge leer

Weil wir ohnehin die große Runde drehen, fahren wir auch gleich noch am Haus vorbei.
Den Nachbarn kurz „καλά Χριστούγεννα“ gewünscht und meine JBL Partybox aus dem Haus geholt – die könnte uns bei der geplanten Glühweinparty nützliche Dienste leisten.

Wenn wir schon gerade da sind, werfen wir noch kurz einen Blick rundum – alles scheint ok zu sein.
Es drängt sich auf, dass der Rasen gemäht werden muss – das wird wohl eine meiner ersten Amtshandlungen 2026.

Im Garten gehts noch, aber vor der Terrasse wuchert das Unkraut
Haus und Garage sind ok

Ok? Naja fast…

Gut ist, dass ich mich zur Zeit über fast nix aufrege – aber dazwischen falle ich echt vom Glauben ab.

Unser direkter Nachbar, der, dessen Frau uns immer Gebäck schenkt und der seinen Anhänger zum Feststellen immer in unsere Garagenwand rammt – dieser Nachbar also hat eine Wand gezogen und diese verputzt.

So weit, so gut. Beim Aufräumen der Baustelle werden natürlich auch die Putzkübel ausgespült, man hat dann so eine Plörre im Eimer.
Die schütten die Griechen einfach in die Landschaft – aber nicht irgendwo hin, nein, an eine Grundstücksmauer…

Nicht an die eigene natürlich, in diesem Fall lieber an MEINE!

Konsequenter Weise hätte er die ganze Wand anmalen dürfen

Mich nervt nicht, dass ich die Sauerei habe, ich muss ohnehin alles neu machen. Mich nervt, dass ich genau weiß, dass er den Eimer auch dahin geschüttet hätte, wenn ich zwei Tage vorher neu verputzt hätte.

Der Mehrheit der Inselgriechen fehlt es an einer Gedankenkette – die Frage „…was passiert, wenn ich das jetzt so mache?“ bleibt meist offen und endet in einem Überraschungseffekt.

Eben wie mit dem Anhänger an meiner Garagenwand – 1001 kleine Löcher machen doch eigentlich nix, oder???

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich damit umgehen werde…

Wir fahren zurück ins Dorf und bringen unsere Einkäufe zu Ende. Als wir alles auf NESSAJA getragen und verstaut hatten, meldete sich mein Rücken.
Ich habe mich wohl übernommen! Ich beschließe, mir eine kurze Pause zu gönnen und währenddessen Alex´ Fakirmatte zu probieren.

Diese sei extra gegen Rückenschmerzen entwickelt und habe ihm sehr geholfen…

Na dann!

Sieht auf den ersten Blick harmlos aus…
…auf dem zweiten Blick wird das fiese Folterinstrument entlarvt
HARTplastik – da gibt nix nach

Ich bin misstrauisch! Ich rechne mein Gewicht im Vergleich zu Alex´ hoch und meine, mich an eine Physikstunde zu erinnern, wo sich solche Berechnungen niemals linear sondern immer „zum Quadrat“ gesteigert haben.

Ich sorge mich ernsthaft, dass die rein optisch schon fiese Matte meinen Rücken an tausend Stellen pierct und ich dann aussehe wie meine Garagenwand nach Manolis´ Anhänger impact.

Ich wage es trotzdem und siehe da – es hilft! Zumindest bilde ich es mir ein – oder der Schmerz durch die Stacheln überlagert einfach die Rückenschmerzen.

Die Frage, ob die Matte tatsächlich gegen Rückenschmerzen hilft oder tatsächlich so ein „50 shades of Grey“ Utensil ist und Alex mich nur verarscht, beschäftigt mich bis heute…

So gut erholt rapple ich mich auf und schleppe mich in die letzte Griechischstunde des Jahres 2025 – heute versucht Eirini uns die Artikel beizubringen.
Ich meine, so etwas wie Verzweiflung in ihrem Gesicht zu erkennen… 😉

Eirini hat sich ihren Urlaub mehr als verdient

So! Geschafft, jetzt kann Weihnachten kommen, die Pflichten sind erledigt.
Alle Einkäufe erledigt, die Arbeiten weitgehend abgehakt und die letzte fordernde Griechischlesson liegt auch im Kielwasser.

Ich warte auf´s Christkind.

Dieses kommt in Form von Sibylle und erklärt mir, dass sie beim Einkaufen „…das Frühstück für den 24.12. völlig vergessen hätte und ich, wenn ich will, schnell nochmal einkaufen fahren könne!“

NEIN! Will ich nicht! Wenn das Christkind nicht mit mir frühstücken will dann eben nicht!
Ich trinke meine zwei Tassen Kaffee – dann mache ich das, was ich eigentlich jeden Tag mache.
Ich gehe auf meine Baustelle um keine Zeit zu verschenken – ich gehe zu ELOWYN.

24.12.2025 – 09.30 Uhr, was macht ihr so???
ICH gehe auf ELOWYN – Merry Christmas

Der Grinch in mir setzt sich durch. Was für ein Elend – kein gescheites Frühstück, Sibylle geht sofort in den „wir müssen“ Modus und hängt dazwischen am Handy.

Duolingo Score und Textnachrichten erfordern Aufmerksamkeit und Zeit.
Ich dagegen setze mich auf ELOWYN an die Navigation und mache mir Weihnachtsmusik an.

Zuerst klebe ich eine Distanzleiste an ein Niedergangsschott, dann passe ich Seeventile an und klebe als Vorbereitung schon einmal Fittinge ein.
Alles in allem eine ruhige und einfache Arbeit – der Heizlüfter brummelt und der Musikplayer spielt „Driving home for Christmas“ – vor zwei Tagen ist Chris Rea gestorben – der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Um Punkt 11.00 Uhr kommt Sibylle zu mir, ein Telefoncall mit meinem Sohn ist vereinbart.
Wir unterhalten uns kurz, winken Enkelchen Anton zu und wünschen der jungen Familie ein frohes Fest.

Sibylle muss sich anschließend wieder dem Kochwahnsinn widmen, ich bleibe alleine auf meiner Baustelle zurück – und weil es so schön ist, ernsthaft, nutze ich das wunderbare Wetter um außen noch ein paar „Farbtupfer“ zu setzen.

Ich eröffne die Lackiererei

Der Anstrich der kleinen Rumpfflächen, welche für den Einbau der Rumpfdurchlässe geschliffen wurden, erfolgt mit Epoxi-Primer.
Dieser ist eine gewisse Zeit wasserlöslich und benötigt daher eine Wetterperiode ohne Regen und eine Mindesttemperatur von 10°C.

Diese Bedingungen sind heute zunächst erfüllt und so entscheide ich, diesen Vormittag für den Erstanstrich zu nutzen.
Dies ist im Großen und Ganzen auch recht schnell erledigt…

Geschafft, die erste Schutzschicht ist drauf

Perfekt! Anstrich geschafft! Ich nehme es vorweg – der gemeldete Regen wird kommen, aber ich habe Glück und meine Epoxi-Kleckse sind bis dahin soweit angetrocknet, dass keine Beeinträchtigung entsteht.

Jetzt habe ich zwölf Tage Zeit um einen zweiten Anstrich aufzubringen, das sollte machbar sein, bevor die Temperaturen fallen.

Ist dies erledigt, dann kann Antifouling aufgetragen werden – das bedeutet, dass die wesentlichen Arbeiten am Unterwasserschiff von ELOWYN weitgehend abgeschlossen sind.

Es ist schon nach 13.00 Uhr, als ich meine Baustelle schließe und meinen „Klicker“ zurück an seinem Parkplatz fahre.
Für mich geht es gleich weiter – denn um 14.00 Uhr haben wir eine Art Stegparty ausgerufen, ein „Glühweinmeeting“!

Es gilt, ein paar Dinge vorzubereiten…

Ich lege Strom, sorge für X-mas Pop und Sibylle bringt 6 Liter selbst angesetzten Glühwein
Es ist soweit, die Freunde können kommen

Um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken, haben wir diese Zusammenkunft beschlossen.

Diesmal war es kein klassisches Treffen der gesamten Community, wir haben uns eher auf den F-Ponton beschränkt und dazu noch die Crew der SIMPLY FREE geladen.

Etwas später kam zufällig noch Panagiotis dazu, in dieser Konstallation hatten wir zwei richtig fröhliche, unterhaltsame Stunden.

Antonia und Ilona hatten Plätzchen gebacken, es war richtig nett…

Panagiotis, Electra, Thomas, Paola, ich, Antonia, Alex, Ilona, Guido, Ben und Sibylle

Leider konnte Caetlin nicht mit dabei sein, sie war noch auf Familienbesuch in den Niederlanden und wird erst heute Nacht zurückkommen.

Keinen Moment zu früh traf der angesagte Regen ein – die Gruppe löste sich rasch auf, wir zogen uns in unsere Schiffe zurück.

Dort war uns ein kurzer Moment der Pause und des Innehaltens vergönnt, danach ging es an die Vorbereitungen für das gemeinsame Weihnachtsdinner mit Ilona und Guido an Bord der BORN TO LIVE.

Man konnte zusehen wie die Regenfront heranzog

Wie bereits erwähnt, hatten wir ja für unser Abendessen schon eingekauft, als Ilona uns die Einladung überbrachte.
So wurde kurzerhand beschlossen, dass Sibylle kochen würde wie geplant, Ilona und Guido würden dazu das Gemüse und ein Dessert zubreiten.

Da wurde die kleine Kombüse von NESSAJA auf einmal zur Sterneküche für XXL Portionen.

Die fertig zubereiteten Gerichte haben wir dann zur vereinbarten Zeit auf die BORN TO LIVE getragen um sie dort dann zu arrangieren und anzurichten.

Geflügel-Rollbraten und Knödel
Weihnachtliche Stimmung auf der BORN TO LIVE

Als Apperitiv wurde zunächst ein Portwein gereicht – nicht irgendeiner, es handelte sich um einen edlen Tropfen aus einer Portweinverkostung aus der namensgebenden Stadt an der portugiesischen Atlantikküste.

Die Beiden hatten die Flasche noch in der Bilge um sie für einen besonderen Anlass aufzuheben – dieser war heute gegeben.

Danach hat sich Guido selbst zum Küchenchef ernannt und das Anrichten des Weihnachtsmenüs übernommen.

Chef im Ring

In den kleinen Küchen unserer Schiffe kann eigentlich immer nur eine Person kochen und hantieren.

Das trifft sich gut für den Rest der Gruppe, die dürfen einstweilen dem edlen Tropfen frönen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn Zusatzaufgaben anstehen, dann werden diese direkt an den zuständigen Beauftragten übergeben und am Tisch verrichtet.
Ich war auserkoren, der Bratennetzaufschneideverantwortliche zu sein und machte mich umgehend an die verantwortungsvolle Aufgabe.

Gleich heißt es „Essen fassen“

Wir haben uns eine tolle Speisenfolge ausgedacht – eröffnet haben wir mit einer Maronensuppe, gefolgt von einem Geflügelrollbraten an Zitronensoße mit bayrischen Semmelknödeln und einer Karottengemüsebegleitung.

Zum Nachtisch gab es eine Quarkcreme auf einem Bett aus in Whiskey getränkten Löffelbisquit mit Himbeeren und Mandelsplitter on top.

Na, klingt das gut? Ich bin der Meinung, dass dies für Kombüsenküche ein top Speiseplan ist!

BORN TO LIVE und NESSAJA wünschen Frohe Weihnachten
Das Dessert war ein Gedicht – aber wie immer viel zu viel

Offen gesagt, hatten wir von allem zuviel gekocht. Das passiert ja gerne einmal.
Leider konnten wir alle Vier nicht wirklich wiederstehen und mampften dieses berühmte Quäntchen über dem Limit.

Als wir mit unserem Weihnachtsdinner durch waren, spannten die Wänste und wir suchten unser Heil in einem Verdauungsschnäpschen.
Sibylle predigte, wie eigentlich immer, dass dies ein Ammenmärchen sei, ihr Ruf verhallte jedoch ungehört.

Und so zauberte Guido eine Flasche „Killepitsch“ aus seiner Bordbar. Ein Höllengebräu, welches mir etwas später den Garaus machen sollte… 😉

Nach vier von diesen kleinen Gläschen war ich erledigt

Die Uhr schlug gerade Richtung Mitternacht, da musste ich zum Aufbruch mahnen.
Ich war echt angedüdelt und wollte in mein Bett. Jedoch musste ich zunächst auf die schmale Planke um auf den Steg zu gelangen, dann galt es noch auf eben diesem Steg die beschwerlichen 50m bis nach Hause zu schaffen.

Alles ging gut – ich ging nicht mehr über „Los“, sondern habe mich einfach umfallen lassen und bin eingeschlaf…

Der neue Morgen, der erste Weihnachtsfeiertag! Das Frühstück war nur vermeintlich besser – das weichgekochte Ei war hart wie ein Stein.
Ich bin beim Essen nicht sehr wählerisch, aber hartgekochte Eier stehen ungefähr auf dem selben Rang wie Stierhoden.
Ich verschmähe also das Ei, was fast zu Verstimmungen bei Sibylle geführt hätte.

Der Himmel über Leros war dunkelgrau, es war klar – gleich würde es regnen.
Und genau DAS war die Untertreibung des Jahres!!!

Ein Hagelschauer sucht die Marina heim, welcher es echt in sich hatte – man dachte für fünf Minuten, dass die Welt untergehen würde.

Es fing harmlos an – aber der Lärm war ohrenbetäubend
Die Eiskörner, manche so groß wie Tischtennisbälle, hämmerten auf die Luken ein

Als der Spuk vorbei war, galt es einen Kontrollblick über NESSAJA zu werfen. Der Lärm der einschlagenden Eiskugeln ließ wirklich Schlimmstes befürchten.

Sorgen machen wir uns eigentlich nur um die Luken und vor allem die Solarmodule.
Der Rest sollte den Körnern standhalten können.

Als ich an Deck kam, lagen noch überall Nester der kleinen, weißen Geschosse.

Es war nicht wenig – für einen Moment war die Fläche geschlossen
Glaubt ihr nicht? Hier ein Bild von Guidos Badeplattform
Das Häubchen von unserem Außenborder hat es zerfetzt

Auf NESSAJA war nichts kaputt, auch Alex und Ben geben Entwarnung. Leider hatte Guido das Pech, dass es ihm seine Starlink Antenne zerschlagen hat.

Mir schießen Klicker und vor allem ELOWYN in den Kopf!
Ich werde wohl heute Nachmittag eine Marinarunde gehen und nach allen Schiffen von Freunden sehen.
Diesmal wird es wohl Zeit ein Signal zu geben – seit heute Morgen trudeln schon permanent Anfragen rein.

Die Marina bietet, wie eigentlich immer nach Stürmen, ein eher trostloses Bild.

Bei uns ist das Eis weg, aber das Wasser aufgewühlt braun
An anderer Stelle treiben noch die Einfelder auf der Wasseroberfläche
Auf FESTINA LENTE, unserem Nachbarschiff, scheint alles heil geblieben zu sein
Dort hinten parkt Klicker – ob er sehr gelitten hat???

Ich werde mal nach Klicker sehen, er hatte zwar schon einen Hagelschaden, aber es wäre trotzdem schade, wenn es den Boliden kaputtgehämmert hätte.

Heute Nacht hatte ihn Ben ausgeliehen um Caetlin von der Fähre abzuholen.
Alles hat geklappt, für eine kurze Phase ist unser kleines Community-Chapter wieder komplett.
Am 27.12. wird Antonia für „einige Wochen“ nach Deutschland reisen, am 15.01. gehen dann Guido und Ilona bis etwa Anfang März in die Heimat.
Na, und vermutlich ahnt ihr es schon – auch Sibylle wird Ende Januar noch einmal zu ihrer Tochter fahren.

Warum das schon wieder? Nun, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass am 20.12. der kleine Fred das Licht der Welt erblickt hat – unser Enkel #9.
Sibylle lässt es sich nicht nehmen, zeitig ihre Aufwartung zu machen.

Es scheint, als begänne das neue Jahr turbulent – aber noch ist es ja nicht soweit.

Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass auch NESSAJA ein paar kleine Blessuren abbekommen hat…

Der alte Rettungskragen hat ausgedient – der war ohnehin hinüber
Schade – mein „blue-performance“ Outboardcover war alt aber noch gut. Das muss ich ersetzen

Sibylle und ich gehen den Steg entlang und werfen dabei einen Blick auf Hans Peters LIBERTÉ – hier scheint alles ok, nur das Beiboot ist aufgedeckt.
Es scheint, als hätten die Befestigungen der Abdeckung nicht standgehalten.

Das hat Zeit bis morgen…

Im Großen und Ganzen alles ok

In diesem Moment habe ich noch nicht in die Masten geschaut – meine Blicke galten den Fenstern und Luken.
Später werde ich feststellen, dass bei fast allen Booten die Verklicker im Mast zerstört waren – leider auch bei unserer NESSAJA, auch hier werde ich für Ersatz sorgen müssen.

Und was ist nun mit Klicker? Nun, den hat es ganz schön erwischt! Die rechte Wagenseite musste dem Unwetter Paroli bieten und wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Waren die alten Hagelschäden noch eher Minidellen, welche man nur im Gegenlicht gesehen hatte, so zeigen sich nun kleine Beulen an der rechten Seite – von hinten bis vorne 😦

Lässt sich nicht gut fotografieren – aber Klicker hat gelitten, schade drum

Später werden viele fragen, ob ich nicht eine Teilkasko hätte. Nein, habe ich nicht!
Das ist nicht so meine Mentalität, schon gar nicht, wenn es um ein 2.000.-€ Auto mit 380.000km geht.
Zudem wurde Klicker schon einmal mit Hagel abgerechnet, hier wäre wohl nichts mehr zu machen.

Ich wiederhole mich – es ist schade, aber ich ärgere mich nicht. Ein Grund mehr, nie wieder ein hochwertiges Auto zu fahren.
Unseren Freund Thomas erwischt es schlimmer, sein neuwertiger Fiat bekommt auch seine Packung Dellen, hier ist es mehr als ärgerlich.

Hans Peters Frau Petra hatte zum Unwetter geschrieben, dass sie uns ein schönes Weihnachtswetter gewünscht hätte.
Bei ihnen sei es zwar sehr kalt, aber das Wetter generell sei schön.

Ich antwortete, dass ich fast überzeugt bin, dass wir in einer Stunde auch wieder Sonnenschein haben – und ich sollte Recht behalten!

Eine Stunde nach dem Unwetter – freundliches Wetter für den Rest des Tages

Sibylle und ich verbrachten den Vormittag des 25.12. damit, die Schiffe der Freunde auf Schäden abzuchecken.

Bei unserer Runde fiel uns allerlei Skurilles auf – so hatte der Hagel zum Beispiel genug Kraft um auf einem Schiff den kleinen Container der „Jon-Buoy“ Rettungsboje aufzuschlagen, welche in der Folge ausgelöst hatte.

Wir fotografieren das und melden es dem Office, vielleicht kann man das System retten

Natürlich galt unser erster Kontrollblick dem mir anvertrauten weißen Riesen – ich war echt besorgt, dass es auf ELOWYN Bruch gegeben haben könnte.

Wir sehen also nach dem Rechten und gehen die Leiter hoch an Deck. Auf dem ersten Blick alles ok, alle Fenster und Luken heil – und dennoch trauten wir unseren Augen kaum…

Ein mit Eisschnee bedecktes Laufdeck
Das waren richtige Mengen
Ich mache einen ersten Kontrollblick in den Mast – ein Fähnchen am Verklicker ist weg

Dieses Verklickerthema wird uns von nun an begleiten. Wir kontrollieren bei allen Schiffen den Verklicker, ein vergleichsweise günstiges Ersatzteil, außerdem noch die elektronische Windfahne, welche eher kostspielig wäre.

Zum Glück sind die Windfahnen bei fast allen Buddyboats heil geblieben – anders die Verklicker.
Hier hat der Hagel für ein „Leros Verklicker Massacree“ gesorgt. Ich habe einige Bilder gemacht und die Freunde im Laufe des Abends verständigt.

Ansonsten war auf ELOWYN alles ok. Im Cockpit und auch im Schiff gab es keine Beanstandungen – das war eine gute Nachricht.

Hagelkörner auch hier, aber keine Beschädigungen

Wir verlassen unser Patenschiff und ziehen weiter. Wir gehen als nächstes an den D-Ponton, dort haben die meisten unserer Freunde ihre Schiffe liegen.

Gleich am Anfang der Pier, stellen wir fest, dass bei JASPER der Deckel des Windgenerators und eine Seitenscheibe der Kuchenbude daran glauben mussten.
Keine immensen Schäden, aber dennoch gut für den Eigner zu wissen, es können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Das Loch in der Scheibe werden wird notdürftig flicken, die Abdeckung bringt Uli mit

Als nächstes sehen wir bei INSPIRATION vorbei. Auch hier gilt mein Blick den Luken, Fenstern und dem Masttop – auch hier wiederholt sich die Story.

Die Fenster und Luken sind ok, das ist das Wichtigste. Im Masttop ist der Verklicker beschädigt und im Cockpit hat es die Abdeckung der Steuersäule kaputt gemacht.

Hier reicht dem Eigner eine Information, denn die Eignergemeinschaft wird im Februar für ein paar Refitarbeiten eintreffen, dann können diese kleinen Schäden gleich mit repariert werden.

Die Abdeckung der Steuersäule hat ihre Lebensgeister ausgehaucht
Dem Verklicker fehlt ebenfalls ein Fähnchen

Übrigens habe ich natürlich bei allen Booten nach den Solarfeldern geschaut.

Weder bei NESSAJA, noch bei ELOWYN oder den Schiffen der Freunden, hat es Schäden an den Sonnenkollektoren gegeben.
Das war per se eine sehr gute Nachricht!

Sibylle und ich ziehen weiter, als nächstes sehen wir nach Martins STENELLA – sie wird zu meinem Sorgenkind des Tages.

Bereits beim ersten Hinsehen zeigt sich ein sehr großer Wassersack am Bimini, das Gestänge ist bereits verbogen.
Es muss eingeschritten werden – ich verschaffe mir Zugang zum Schiff.

Man sieht mit einem Blick – hier stimmt etwas nicht
Von Deck aus wird der Schaden deutlicher

Ich steige über und fliege fast der Länge nach hin – wie bei allen Schiffen ist auch Martins Kutter ziemlich vereist, die projektilartigen Eiskugeln liegen zentimeterhoch am Laufdeck.

Leider ist der Belag darunter recht rutschig, ich kann mich gerade noch abfangen…

Fast hätte es mich gewaffelt
Ich erkämpfe mir den Weg in die Kuchenbude
Von hier aus kann ich den riesigen Wassersack entleeren

Bei dem kleinen, schnuckeligen Kutter hat es eine Scheibe der Sprayhood zerlegt – ich bin überzeugt, dass es keine gute Idee war, das Cockpitzelt stehen zu lassen und unterrichte Martin entsprechend.

Wir beschließen ad hoc, dass ich die Kuchenbude während der nächsten Tage abbaue.

Es muss eine neue Scheibe eingebaut werden
Überall tropft es – ich komme nicht ungeschoren davon

Die „Aktion Sorgenkind“ ist rasch beendet, ansonsten ist auf STENELLA alles ok. Die Schäden sind nicht gravierend, aber es besteht der größte und auch ein akuter Handlungsbedarf.

Hier müssen Sibylle und ich umgehend ran – aber nicht mehr heute!

Ach ja, einen kleinen Schaden gab es auch hier noch – und ihr könnt erraten was…

Bei Martin hat es alle Fähnchen abgefetzt

Last not least sehen wir im Vorbeigehen bei ALENA nach dem Rechten. Hier sieht alles gut aus – außer dem Verklicker, klar oder???

Als ich das an Rosi melde, erfahren wir, dass sie auf dem Weg hierher ist und bereits morgen ankommen wird.

Na das sind ja gute Neuigkeiten! Das wird ein sehr nettes Wiedersehen.

Auf ALENA ist alles top…
…bis auf – genau, den Verklicker!

Am Nachhauseweg kommt auf einmal Sibylle zwischen den Schiffen hervor – „…was ist das? Habe ich unter Bennos CARPE DIEM gefunden!“

Ich erkenne das zerborstene Teil auf Anhieb – wie auch Uli ist Benno der Nabenabdeckung seines Windgenerators verlustig gegangen.
Nun, vielleicht können die Beiden ja eine Sammelbestellung starten…

Man sieht schon, da ist nix mehr zu retten

Nun müssen wir uns aber sputen – ich werde die kleinen Schäden an die Eigner durchgeben, aber erst am Nachmittag.

Jetzt müssen wir los, wir haben eine Verabredung zum Festtagsdinner im „To Steki“ – Thomas und Paola haben einen Tisch für die Marinabewohner reserviert und wir schließen uns gerne an.

Bezüglich der Boote der Freunde war der heutige Vormittag ein Schnelldurchlauf, ich befürchte, ich werde da nochmal ran müssen.

Ilona und Guido warten schon vor dem verbeulten Klicker, gemeinsam fahren wir nach Alinda.

Wir essen hervorragend und sitzen lang zusammen

Dimitris hat wieder hervorragend gekocht – bei ihm schmeckt es uns immer.
Wir schlemmen was das Zeug hält und haben einander dabei viel zu erzählen – neue Bekanntschaften werden geknüpft oder gefestigt.

So ist es kein Wunder, dass die Zeit vergeht wie im Flug. Es war schon nach 16.00 Uhr als wir wieder zurück in die Marina fuhren.

Die Sonne schickte sich bereits an unterzugehen, es war ein spektakuläres Finale eines aufregenden Tages.

Die Marina im Sonnenuntergang
Wir ziehen uns zurück in unsere Schiffe

Apropos Sonnenuntergang – vor ein paar Tagen war ja Wintersonnwend. Das ist per se jetzt nicht so wichtig, aber das Gefühl ist ob der länger werdenden Tage schon anders – es geht „rauswärts“, das Gröbste scheint geschafft.

Bezüglich der Tageszeiten mag das stimmen, doch unsere Erfahrung sagt, dass dies bei Wetter und Temperaturen nicht zutreffen muss.
Ich befürchte, dass „der Winter auf Leros“ erst noch kommt.
Müsste ich einen Tip abgeben, ich würde auf Februar tippen, letztes Jahr war es erst im März so weit.

Der nächste Morgen beginnt mit einem entspannten Frühstück. Das Wetter ist fein, wir erwarten Temperaturen um die 16°C, es ist kein Regen gemeldet.
Obwohl es der zweite Weihnachtsfeiertag ist, hole ich mir das ok von Sibylle, an ELOWYN arbeiten zu dürfen.

„Kein Problem“ höre ich sie sagen „dann gehe ich wandern!“ – schwupp und weg war sie.
Von unterwegs schickt sie einige Impressionen.

Blick über die Vromolithos Bucht auf das Kastell und die Windmühlen
Sibylle begegnet zwei Eseln
Leros blüht im Dezember

Als Sibylle zurückkehrt, war ich gerade fertig mit dem zweiten und letzten Epoxi-Primer Anstrich an ELOWYNs Rumpfdurchbrüchen.

Die beigen Flecken haben nun alle Zeit zu trocknen, ich plane nicht, das Antifouling vor März zu streichen.
Die Arbeiten am Unterwasserschiff sind aus meiner Sicht abgeschlossen, der Zeitdruck weicht von meinen Schultern.
Ab jetzt kann ich meine Arbeiten an meinem Patenschiff frei planen, im Innenraum bin ich unabhängig.

Da es gerade Mittag geworden war, beschließen Sibylle und ich noch etwas an den Booten der Freunde zu tun.
Es waren am gestrigen Nachmittag noch einige Fragen und Bitten aufgetaucht, diese wollten wir gleich heute erfüllen.

Ich fackle nicht lang – eine zweite „Aktion Sorgenkind“ und STENELLAs Kuchenbude ist abgebaut

Wir gehen zuerst zu STENELLA. Der Grund hierfür war unsere Hoffnung, dass die Kuchenbude inzwischen trocken sein sollte und wir diese sofort abbauen und verpacken können.

Das hat nur fast geklappt, denn das Dach war noch etwas feucht. Wir mussten dieses zum Trocknen auslegen.

Die anderen Teile hatten locker Platz in der Backskiste. Dort haben wir selbige locker verstaut.

Platz ohne Ende

Inzwischen war Rosi von der ALENA tatsächlich angekommen. Wir begrüßten uns herzlich und die stolze HR Besitzerin kam gleich für einen Klönschnack zu uns ans Heck.

Das war fein, so ließ sich die Wartezeit gut überbrücken.

Wir quasseln ein bisschen mit Rosi, es gibt viel zu erzählen

Obwohl die Sonne mit aller winterlichen Kraft auf das feuchte Zelttuch scheint, dauert das Trocknen des Bimini länger als erwartet.

Sibylle und ich beschließen eine Kaffeepause einzulegen, welche auf dem Heimweg spontan in eine „Glühweinpause“ umgewidmet wird.

Wir fotografieren STENELLA um dem Skipper ein Bild zukommen zu lassen – „…einpacken werden wir später, aber die Kuchenbude ist gerettet! Abbau erledigt!“

Zurück kommt eine kurze Antwort – „Daumen hoch – ich rufe später mal an!“

Da müssen wir später noch aufräumen, aber die Arbeit ist gemacht

Auf NESSAJA trinken wir Beide zwei Becherchen Glühwein und essen Christstollen dazu.
Das macht beschwingt und gutgelaunt 😉 – so würde die Arbeit sicher besser von der Hand gehen.

Was machen wir noch? Ich neige zum Faullenzen und möchte nur noch auf STENELLA zusammenpacken und dann mit Martin telefonieren.

Sibylle plädiert dafür, heute schon so viel wie möglich wegzurackern.
„wir könnten Hans Peters Dinghy einpacken und das Loch in Ulis Scheibe kleben!“

Happy wife, happy life! Ich folge ihren Ideen – also auf zu LIBERTÉ und den nackigen Schnulli wieder ordentlich eingepackt!
Das gelingt recht flott – bald schon können wir Vollzug melden und senden dem Freund im Saarland ein Bild.

Das Beiboot von LIBERTÉ ist wieder ordentlich geschützt

Weil wir am Weg zu Ulis JASPER auch noch an Bennos Schiff vorbeikommen, sehen wir auch dort vollumfänglich nach dem Rechten.

Es wird doch nicht mehr als die Nabenabdeckung des Windgenerators kaputt gegangen sein?

Es zeigt sich – nein, alles andere ist in bester Ordnung. Ach, doch – eine Sache…
Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass auch auf der CARPE DIEM die Windex vom Hagel zerschossen wurde???

An Deck von Bennos Dampfer ist alles ok
Hier fehlt die Kappe – das waren die Trümmer die Sibylle fand
Und auch hier hat es die Windex zerlegt

Auf dem Weg von CARPE DIEM zum D-Ponton finden wir einige Windex Teile.
Ich bin sicher, dass wir bei entsprechender Suche einen ganzen Haufen zusammentragen hätten können – aber es reicht auch so…

Überall liegen diese Reste

Ein zweites Mal an diesem Tag gehe ich auf STENELLA – ich mache das Deck klar, verpacke das letzte Teil der vielteiligen Kuchenbude und schicke mich gerade an, das kleine rote Schnuckelschiff zu verlassen.

Da erreicht mich eine Nachricht von Martin, mit ihm hatte ich ein Telefonat für 16.00 Uhr vereinbart.
„Bin früher zuhause, sollen wir jetzt telefonieren?“
Ich antworte kurz – „Ja, klar, bin ohnehin gerade an Bord von STENELLA!“

Das Telefon klingelt umgehend…

Wir schnacken ein Weilchen, auch über die unglückliche Kuchenbude, sind uns aber gemeinsam einig, dass das Problem nun gelöst ist.
„Weil ich gerade da wäre…“ bittet Martin mich um ein Foto seines Motors, er mache gerade einen Online Motorkurs, zudem um einen kurzen Kontrollblick auf die Batteriespannung.
Beidem leiste ich umgehend Folge…

Batteriespannung 13,8V
Und ein Bild von seinem Motor

Ich schmunzle in mich hinein – ein Online Motorkurs also. Na wenn das nix ist.
Und repariert wird mit virtuellem Werkzeug? Die Ersatzteile aus KI Beständen?
Nein, da habe ich Zweifel – es gibt wenig Dinge die analoger und hemdsärmeliger sind, als die Reparatur und Wartung eines alten Dieselmotors.

Es wäre gut, wenn Martin jemand kennen würde, der ihm das mal „in natura“ zeigen könnte – ich muss mal nachdenken…
Ach, da fällt mir doch schon jemand ein 😉

2016 bei ABC in München – ich war damals Kursleiter für Motorenkurse für Fahrtensegler, es galt Beruf und Hobby zu verbinden

Lieber Martin – wenn Du wirklich in die Motorentechnologie abtauchen willst, dann lass´ ich mir etwas für dich einfallen! Versprochen… 😉

Fertig, an der roten Wanderer 40 habe ich alles erledigt was zu erledigen war. Ich bin überzeugt, dass sie jetzt nach Stürmen oder schweren Regenschauern, keine Probleme mehr machen wird.

Eigentlich reicht es für heute, aber eine Aufgabe steht noch an – das Kleben der eingerissenen Seitenscheibe an JASPER.
Dies ist allerdings eine schnell zu erledigende Aufgabe.

Sibylle geht über die Planke und öffnet sich den Weg in das Cockpit, ich dagegen gehe an Deck und verklebe von außen.
Mit „einem Streifen Klebeband“, wie Uli meinte, war es nicht getan – aber ein paar Lagen Panzerband sollten bis zum Frühjahr reichen.

Ich drücke von außen an…
…Sibylle verklebt und verpresst von innen
So passt das

Das war´s – Feierabend! Ich versuche noch kurz, an ALENA bei der Inbetriebnahme der Gasanlage zu helfen, dies scheitert aber an einem Ersatzteil.

Rosi schaut mich traurig an – kein Kaffee, kein Tee? Was für ein erbärmliches Dasein!
Dem kann Abhilfe geschaffen werden – wir laden sie zu uns ein, ich trinke mit ihr einen weiteren Humpen Glühwein und wir laben uns an Stollen.

Nebenbei mache ich ihr eine Thermoskanne Tee und eine Frenchpress Kaffee. Sie leiht sich unser Induktionskochfeld und sollte somit versorgt sein bis morgen.
Morgen kommt Karl an und kann mit ihr das fehlende Ersatzteil beschaffen und die Anlage in Betrieb nehmen – Tag gerettet.

Sibylle und ich lassen den Abend nach dem Essen, es gibt Reste von Heiligabend, bei einer Folge „Inspector Barnaby“ ausklingen.

Am nächsten Morgen machen wir sehr zeitig eine Besorgungsfahrt – und trauen unseren Augen kaum!

Das Katzenhotel ist fertig – und es ist fantastisch geworden

Antonia und Alex haben ihr Katzenhaus fertig gestellt. Man sieht beim ersten Anblick, dass sie eine Menge Zeit und Mühe investiert haben, um „Schrott wieder flott“ zu machen.

In jedem Fall ist es ein toller Unterschlupf für die Maunzer geworden, gerade rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit.

Wir hatten nicht viel Zeit für unsere Einkäufe, denn mittags waren wir als Taxi gebucht.
Wir würden unsere Freunde Brigitte und Hans am Flughafen abholen und bei dieser Gelegenheit Antonia gleich mit zum Airport nehmen.
Sie fliegt heute ab und wird für einige Wochen zuhause verweilen.

Pünktlich kommen wir am kleinen Leros Airport an, es ist ganz schön was los. Aus Athen haben wir die Nachricht, dass sich der Flieger wegen des Windes verspäten wird.
Unsere Freunde aus Österreich halten uns stets auf dem Laufenden.

Der Parkplatz ist fast voll…
…aber ich finde ein Plätzchen für „Klicker“

Es kam wie es kommen musste – wegen des starken Windes wurde der Flug letztlich abgesagt und auf den Folgetag verschoben.
Die Freunde werden in Athen in einem Hotel untergebracht, Antonia nehmen wir kurzerhand wieder mit nach Hause.

Weil es gerade passt, machen wir für den Abend ein gemeinsames Dinner mit dem A-Team im „Gia Sena“ aus.

Beim Gedanken an Essen fällt mir Silvester ein. Heute hat das „Navarone“ sein Silvestermenü online gestellt.
Bei uns bleibt ein fader Beigeschmack, es ist relativ teuer und es gibt keine Optionen für Vegetarier, was für Caetlin und Ben ein Ausschlusskriterium ist.

Ok, zugegeben, es liest sich lecker

Da wir so etwas schon geahnt hatten, zudem wussten, dass das „To Steki“ bereits ausgebucht war, hatte ich vor zwei Tagen auf Verdacht einen Tisch für zehn Personen im „Metzes“ reserviert – ich war heilfroh!

Glaubt es oder nicht, just in diesem Moment trifft eine Nachricht auf meinem Mobiltelefon ein – „Sorry Mario, we are overbooked. You can have the table, but you have to leave at 21.00!“

Ne, das wollen wir nicht! Um 21.00 Uhr wollten wir kommen, nicht gehen. Stamatis und ich schreiben ein paarmal hin und her – vorwurfsfrei, respektvoll, freundschaftlich.
Dennoch war klar, dieses Angebot würde ich nicht annehmen – ich storniere meine Reservierung.

Und jetzt???
Wir rufen unsere F-Ponton Community zu einem „Beratungsbier“ unter die ANAHITA zusammen.

Es zeigt sich, es gibt kaum Alternativen – ich wage kaum, einen Geistesblitz auszusprechen…
„Was wäre, wenn wir alles was wir brauchen zum Haus hochfahren und dort feiern bis zum Abwinken?“

Begeisterung! So machen wir es! Eine Idee war geboren.
Diese werden wir morgen noch mit Brigitte und Hans abstimmen, die beiden werden wir nämlich morgen WIRKLICH vom Airport abholen.

Es ist kalt am Morgen, zum ersten Mal sehen wir einstellige Tagestemperaturen

Der Wecker war gestellt, Sibylle und ich trinken gerade unseren Tee beziehungsweise Kaffee und warten dabei auf das Signal aus Athen.

Dieses kommt mit 20 Minuten Verspätung, dafür gepaart mit der berechneten Flugzeit von nur 40 Minuten statt der obligatorischen Stunde.

Wir setzen Antonia in Bereitschaft – „…Abfahrt in 10 Minuten, wir treffen uns am Auto!“
Dann beladen wir Klicker ein zweites Mal – Antonia hat die Kätzchen Feivel und Aria im Handgepäck, dazu ihr Reisegepäck.

Auch Klickers Thermometer zeigt unverholen den einstelligen Temperaturwert – igitt

Kurz vor der Abfahrt überreichen Antonia und Alex und noch ein kleines Geschenk.
Das ehrt und beschämt uns gleichermaßen, stehen wir doch mit leeren Händen da.
Trotzdem, als wir es nach unserer Rückkehr öffnen und die Karte lesen, sind wir sehr gerührt – DANKE ihr Beiden!

Da bleibt uns nurmehr ein dickes DANKESCHÖN auszusprechen

Diesmal klappt alles! Wir bringen Antonia just in time zum Flughafen, bleiben noch bei ihr, bis alles eingecheckt ist.
Wir hätten unterstützen können, für den Fall, dass irgendetwas mit den Katzen nicht geklappt hätte.

Dies war nicht nötig und so haben wir und herzlich verabschiedet, als die junge Frau den Sicherheitsbereich betrat – auf Wiedersehen im März…

Dann nix wie los, wir gehen die 20 Meter bis in den Ankunftsbereich und sehen auch schon Brigitte und Hans über das Rollfeld laufen.
Man sieht ihnen die Vorfreude richtig an.

Willkommen zurück
Wir freuen uns, dass die Freunde zurück sind

Erst einmal ein großes Hallo, dann gilt es das Gepäck der beiden in den Audi zu laden.
Am Weg zu deren Haus, weihen wir die Freunde in die neuen Silvesterpläne ein.

„Super…“ höre ich Brigitte sagen, „…voi klass´ aber dann machen wir die Party doch gleich bei uns im Haus!“

Ok, völlig neuer Aspekt! Unser Haus in Plaka wäre eine coole Location gewesen – ein unbewohntes Haus nur für die Party zu nutzen hätte etwas Besonderes gehabt. Eine „Vereinnahmung“ jenseits des Üblichen.

Umgekehrt ist bei den beiden Österreichern natürlich alles an Infrastruktur und Ausstattung vorhanden und gegeben.
Das Fest wäre besser und einfacher zu organisieren und vielleicht auch komfortabler.

„Wenn es euch wirklich nix ausmacht???“
In diesem Moment legen wir fest, dass unsere Silvesterparty in Crithoni stattfinden wird.
Die „glorreichen Sieben“ vom F-Ponton werden zusammen mit der Crew der BARCASO das Jahr 2026 entsprechend begrüßen.

Wir setzen die Beiden zunächst einmal zuhause ab, vereinbaren uns für eine erste Besprechung nebst Vorstellungsrunde am Nachmittag und Sibylle und ich laden die Freunde zum Dinner an Bord der NESSAJA ein.

Dann gehen Sibylle und ich erstmal frühstücken.

Bei „Mikes“ gibt es ein Tiropita und einen Cappuccino

Heute wird zuhause gekocht. Da wir jetzt noch Gäste haben, müssen wir ein wenig aufstocken und somit einkaufen gehen.

Auf Leros ist es so, dass wenn nach Weihnachten ein Wochenende kommt, die Läden am Sonntag stundenweise offen haben.

Wir können also in den Supermarkt gehen und unsere Einkäufe noch einmal etwas pimpen, dann sollten wir für heute abend safe sein.

Weihnachten ist vorüber, wir sehen dem Jahreswechsel entgegen – auch das Haus in dem der Nikolaus die Wünsche der Kinder annimmt ist zwischenzeitlich verwaist.

Der Nikolaus ist wieder nach Hause gereist, die Weihnachtszeit ist vorüber

Als wir auf NESSAJA zurückkehrten, wäre ja eigentlich schon fast Kaffeezeit.
Bevor wir uns aber gemütlich an den Tisch setzen konnten, hatten wir noch eine Kleinigkeit auf unserer Liste – wir waren heute mit Eva und Mario von der SAGITTA zum Videocall verabredet.

Nachdem die Beiden Leros verlassen hatten, haben wir regelmäßig telefoniert um unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Beim nächsten Besuch in der alten Heimat, wollen wir uns in Österreich treffen.

Es gab viel zu erzählen…

Fast eine Stunde haben wir palavert

Jetzt aber – eine Tasse Kaffee und etwas Süßes bescheren uns neue Lebensgeister.

Weil wirklich noch viel Tag übrig war, habe ich mir fest vorgenommen, dass ich noch ein bisschen was schaffen möchte.
Meine Idee ist, dass ich auf ELOWYN die restlichen Ventile einklebe um endlich einen Haken an diesem Thema zu haben.

Sibylle hilft mir zu Anfang, hat sich dann aber die Reparatur unserer Insektengitter auf die Fahne geschrieben.
Diese sind durch den Hagel zwar nicht beschädigt wurden, aber das Netz hat deutlich gelitten – es wird Zeit für Ersatz.

Inventur der übrigen Teile – Altteile…
…und Neuteile

Zunächst halte ich alle übrigen Teile fotografisch fest und biete sie in unserer DIY Gruppe an.
Wir helfen uns gegenseitig mit Rat und Tat, sowie mit übrigen Teilen und angebrochenen Montagematerial.
Das ist eine sehr hilfreiche und Geld sparende Organistion.

Dann prepariere ich meinen Arbeitsplatz, richte alles her und starte mit dem Einkleben der noch ausstehenden Ventile.

Die hier liegenden Teile müssen noch verklebt werden

Diese Arbeit wird mich heute und auch noch den morgigen Tag beschäftigen, denn aufgrund der Trockenzeiten können nicht alle Teile in einem Arbeitsschritt montiert werden.

Zudem ist es mehr Arbeit als man denkt – erst ein Trockeneinbau, dabei wird die Umdrehungszahl und die finale Stellung des Hebels festgestellt und notiert.

Dann muss der Primer aufgetragen werden und nach dessen Ablüftzeit erfolgt die finale Verklebung mit SIKA 291i – danach gibt es nichts mehr zu rütteln.

Dieser Schritt muss sitzen, es ist der, bei dem mit den gebrauchten Ventilen eine falsche Entscheidung im Klebeprozess zum Desaster geführt hatte.

Zielbild – das Komplettset ist final verklebt, der Hebel in der festgelegten Position

Damit nicht genug – das Problem beim letzten Mal, war ja zuwenig Kleber für das ausgeleierte Gewinde.
Dies soll nicht noch einmal passieren, daher bin ich mit dem Dichtkleber eher großzügig.

So ist es normal, dass Überschüsse beim Verschrauben aus dem Gewinde gedrückt werden.
Es gehört also zum sorgfältigen Einbau, dass außen herausquellender Kleber ordentlich abgeputzt wird und dabei der Gewindeausgang auch nochmal abgedichtet wird.

Leider wird aber Kleber auch nach innen gedrückt. Ich muss also vor dem Anvulkanisieren nach unten und muss Kleberüberschuss aus den Rumpfdurchbrüchen pulen.

Blick von außen nach innen – das muss alles raus

Immer wenn ich unten über den Sandplatz der Marina gehe, fallen mir die Fähnchen der durch den Hagel zerstörten Verklicker auf.

Ich sammle diese Fähnchen um später an NESSAJA und ELOWYN den Verklicker reparieren zu können und um Freunden gegebenenfalls diesbezüglich aushelfen zu können.

Inzwischen habe ich acht Stück
Es ist aber auch viel Bruch dabei – ab in die Tonne

Leider konnte ich das Ventilprojekt am zweiten Tag nicht ganz abschließen – ein Ventil macht Kummer!

Das 1 1/4 Zoll Set des Generators hat merklich mehr Spiel im Gewinde als alle anderen Größen – so viel, dass ich nicht ohne Absicherung verkleben möchte.

Ich probiere also neben meinen Neuteilen, baugleiche Neuteile aus Alex´ Ersatzteilkiste aus – das gleiche Dilemma.
Ich entscheide, dass ich dieses eine Ventil zurückstelle und eine Mail an TruDesign schreibe.
Ich werde die Antwort abwarten und dann erst dieses eine, letzte Ventil montieren.

Die gesparten Minuten verwende ich, um den Einbau der FRITZ!Box zu starten.
Es wird, wie auf NESSAJA, eine vom Typ 6820LTE zum Einsatz kommen, welche mit einer Cosmote Prepaid Datenkarte laufen soll.

Die Wahl fiel seinerzeit auf diese FRITZ!Box, weil sie zum einen kompakt ist, zum anderen direkt mit 12V betrieben werden kann.
Dafür wird einfach der Trafo abgeschnitten und das Kabel an die Bordelektrik angeschlossen.

Ich breche den Trafo auf – welches ist +, welches –

Fertigstellen werde ich diese Arbeit an einem anderen Tag, heute möchte ich den Einbau nur vorbereiten.

Das ist eine Aufgabe für einen Regentag – und die sollen kommen! Es ist also ratsam, erst alle Arbeiten an Deck oder am Rumpf abzuschließen.

Bei ELOWYN ist dies soweit geschehen, daher beschließe ich diesen Arbeitsplatz zu verlassen und noch eine Stunde auf meinem Schiff zu werkeln.
Als ich im Cockpit von ELOWYN stand, bot der Himmel eine beeindruckende Szenerie – der Regen wird kommen, aber wann???

Ich liebe dieses Farbenspiel

Im Cockpit von NESSAJA steht immer noch der große Karton von „ropetec“.
Ich hatte bisher nur geschafft, dass ich die Dirk einziehe. Seither steht der Monsterkarton eigentlich mehr im Weg – dies wollte ich vor dem nächsten großen Regen noch erledigt wissen.

Also nehme ich mir vor, dass ich heute noch ein Fall auswechseln werde – und das schaffe ich auch!
Bis zum Sonnenuntergang habe ich das Arbeitsfall getauscht – für heute ist das Tagwerk erledigt!

Das alte Fall verwahre ich
Heute verschont uns der Regen

Zur Zeit essen wir eigentlich immer zuhause. Sibylle kocht uns jeden Tag etwas Leckeres und wir schlemmen gemeinsam.

Das selbstgekochte Essen ist meist gesünder und in jedem Fall günstiger als die Einkehr in den Tavernen.

Heute gibt es Spaghetti Bolognese und ich freue mich richtig. Dementsprechend haue ich rein, denn das einfache italienische Gericht gab es lange nicht mehr.

Danach ist Medienzeit angesagt, ein bisschen Facebook, danach eine Folge „Inspector Barnaby“ oder eine Reihe „wunderschön“.
Sibylle ist noch auf Facebook, da schlägt sie Alarm, „…ach Du Scheiß, der Metzger schreibt, dass die Annahme für Bestellungen für Silvester abgeschlossen sei!“

Wir beschließen, dass wir unserer Fleischbestellung am kommenden morgen die allerhöchste Priorität 2 verleihen!
Priorität 1 ist dauerreserviert – für den Morgenkaffee! An dem wird nicht gerüttelt.

Edelmetzger „Hatzigrigoriou“ ist die erste Adresse unserer Einkaufsfahrt

Es klappt! Wir haben zwar schon eine größere Bestellung für ein BBQ mit 9 Teilnehmern, ok eigentlich 7, aber wir möchten eher normale Fleischstücke haben.

Das sei kein Problem, man nimmt unsere Bestellung an und lässt uns wissen, dass zum 31.12. alles fertig gepackt sein würde.

Perfekt, das Wichtigste ist unter Dach und Fach, ab jetzt können wir ganz gemütlich unsere Einkaufsrunde fahren.

Zurück in der Marina fällt uns auf, dass auch an Emanuels RUKIPE der Deckel vom Windgenerator abgeschlagen ist,
Ich mache ein Bild und informiere den Nachbarn.

Auch hier nur ein geringer Schaden, aber der Eigner soll es wissen

Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine zwei Fallen für die Vorsegel einzuziehen.

Dies gelingt problemfrei, sowohl das Fockfall als auch das Genuafall sind jetzt im Mast montiert und können bei nächster Gelegenheit eingesetzt werden.

Die alten Fallen werden zunächst noch gesammelt, ich werde sie brauchen, um im letzten Schritt der Erneuerung des stehenden Guts den Mast ausreichend abzuspannen und zu sichern.
Nicht zuletzt deshalb sollte dieser Schritt daher zeitnah finalisiert werden, jetzt kann ein Haken ran.

Fock- und Genuafall sind ersetzt – das Großfall steht noch aus
Die alten Fallen werden nach der Erneuerung des stehenden Guts entsorgt

Etwas mehr Arbeit wird das Großfall machen. Um dies zu ersetzen, muss das Großsegel gezogen werden und für einen kurzen Moment abgeschlagen werden.

Das kann nur geschehen, wenn es windstill ist und auch nur, wenn der Großbaum nicht mehr auf dem Cockpitdach aufliegt.
Dies wollen wir nicht erzwingen, deshalb findet das noch verbleibende Fall seinen Platz im Schiff, der riesige Karton kann endlich entsorgt werden.

Sibylle war währenddessen wieder mit den Insektengittern beschäftigt, auch sie kommt gut voran…

Das neue Gitter wird zugeschnitten und fixiert
Dann kann es vernäht werden

Diese Arbeit ist zeitraubend und wird sich noch über die nächsten Tage hinziehen – aber der Anfang ist gemacht, der Rest ergibt sich.

Auch der Wind wird uns in das neue Jahr begleiten. Das Wetter ist freundlich, aber wechselhaft.
Es gibt kleine, kurze Schauer, dazu weht beständig ein kräftiger Wind. Die Temperaturen sind windabhängig – bläst er aus Süd, hat es durchaus 15°C oder auch mal mehr, pfeift es aus Nord, dann fällt das Quecksilber unter die magische 10°C Marke.

Zusammen mit dem Wind ergibt sich ein sehr unguter Chill-Faktor, mir klappern regelmäßig die Zähne – es ist Winter auf Leros.

Spitzen mit knapp 50kts, der Mittelwind pendelt so um die 30kts.

Der Wind meint es wirklich nicht gut mit mir. Nach dem Hagel, welcher meine eigentliche Außenborder-Abdeckung zerschossen hat, hatte ich umgehend meine Winter-Ersatzabdeckung montiert.

Durch Aeolus´ Atem aber, wurde auch diese innert einer Nacht in die ewigen Jagdgründe befördert.
Zugegeben, sie war schon alt und sicher auch durch UV-Bestrahlung beansprucht – aber dass sie dem Wind keinerlei Paroli bieten würde, damit habe ich nicht gerechnet!

Ein Neukauf bleibt mir nicht erspart

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen! Sibylle und ich machen uns auf die Socken, um die restlichen Besorgungen zu erledigen.

Zunächst holen wir unsere Fleischbestellung beim Metzger ab, diese wollen wir umgehend zu Brigitte und Hans bringen, um das Grillgut dort kühl zu lagern.

So, das hätten wir – der Anfang ist gemacht

Weil einer der möglichen Wege nach Crithoni direkt an unserem Haus vorbeiführt, liegt es auf der Hand, dass wir die JBL Partybox auch gleich mitnehmen und diese im Haus der Freunde abliefern.

Ich glotze, wie eigentlich immer, fassungslos auf meine Garagenwand. Diese sieht aus wie nach einem Beschuss mit einer abgesägten Schrotflinte.
Auch heute gesellen sich neue Löcher dazu, eines davon hat eher die Optik eines 9mm Geschosses.

Wie erkläre ich das dem Nachbarn

Ich lächle darüber – noch! Ich gebe offen zu, dass ich bei so etwas eine kurze Lunte habe und das überhaupt nur wegstecken kann, weil ich schon seit fünf Jahren auf dieser Insel lebe.

Das griechische „siga-siga“ hat schon abgefärbt, dies schadet in manchen Situationen nicht.

Aber – ich wäre nicht ich, wenn ich nicht wüsste, dass so eine Kleinigkeit zum Zünglein an der Waage werden könnte.
Was liegt also näher als einen Plan-B zu erdenken? Ein „was-wäre-wenn-Szenario“ für den Fall, dass mir meine Nachbarn so auf den Sack gehen, dass sich mein ohnehin vorhandener Wunsch durchsetzt, auf einem Segelboot zu leben?

Nun, dann könnte man sich doch mal umsehen 😉 – ich spoilere mal – der Blog bleibt spannend, ich hätte da was im Auge (der Name stünde schon fest)!
Hab´ ich das jetzt wirklich geschrieben? Ach, ich Dummerchen, das hätte doch geheim bleiben sollen! Interpretiert da nicht zuviel rein, alles nur Tagträumereien…

Zurück auf den richtigen, den durch Sibylle vorgegebenen, Kurs komme ich, als wir bei Brigitte und Hans ankommen – es gibt einen Kaffee aus der neuen Maschine.

Liebevolle Details heißen Besucher willkommen
Sehr einladend – hier feiern wir ins neue Jahr hinein
Der Kaffee aus der preisgünstigen Phillips Maschine ist außerordentlich gut – ich überlege, auch so ein Gerät zu kaufen

Mit den Freunden stimmen wir die Details für den heutigen Abend ab. Es scheint sinnvoll, dass ich um 17.00 Uhr noch einmal mit einer Fuhre Lebensmittel vorbeikomme.

Alle Gäste können die von ihnen zubereiteten Gerichte bis dahin fertig stellen, dann würde ich sie zum Haus fahren.
Brigitte und Hans bekämen Zeit für Vorbereitungen und ich hätte den Audi leer, um alle Marinafreunde auf einmal zum Haus zu fahren – immerhin sind wir zu siebt.

So machen wir das!

Sibylle ruft zum Aufbruch, sie hätte jetzt allerhand zu tun und ich hätte schließlich auch angekündigt, dass ich noch ein bisschen was von meiner Liste abarbeiten wolle…

Da hat sie Recht und aus diesem Grund finde ich mich kaum eine halbe Stunde später, am Navigationsplatz von ELOWYN wieder.
Der Einbau der FRITZ!Box hat es mir angetan.

Außerdem gilt es, die Batterie des WILLI zu laden…

Zuerst die Batterie, das ist schnell erledigt – kann so bis nächstes Jahr stehen bleiben 😉

Der Router ist an sich keine besondere Herausforderung. Da ich ihn aber direkt mit 12V vom Bordnetz betreiben will gilt es, zunächst die Polarität der jeweiligen Anschlusspaare herauszufinden.

Dies messe ich mir mit dem Multimeter schnell aus…

Die Anzeige gibt einen positiven Wert – also stimmt es so. Braun ist +, blau ist – (ich lasse mich darüber nicht aus)

Auch beim Router scheint die Sache klar, denn ein Kabel ist nicht isoliert. Dennoch schadet es nicht, eine kurze Kontrollmessung zu machen.

Es ist besser die Polung zu verifizieren, als im Nachhinein den Geruch von verschmorten Platinen in der Nase zu haben und den Verlust des Routers besüdern zu müssen.

Auch hier bewahrheitet sich meine Vermutung

Jetzt kann ich das Kabel ordentlich vercrimpen und anschließen. Das klappt vorzüglich und bald schon läuft das kleine AVM Gerät.

Ich stecke vorübergehend die griechische Datenkarte von Nessaja ein und mache über mein iPad das Setup.

Alles in allem hat das Anschließen und Konfigurieren bis hierhin eine knappe Stunde gedauert – verzögert durch die Tatsache, dass ich einmal zu NESSAJA laufen musste, um Werkzeug zu holen.

Nun galt es nur noch, das Kabel ordentlich zu verlegen und einen Platz für das kleine Gerät zu finden – und schon hat ELOWYN ihr eigenes WiFi Netzwerk.

Konfiguration abgeschlossen – läuft
Passt ganz gut, so darf es bleiben

Mein Tagwerk war geschafft – ich habe die knappen zwei Stunden Bastelarbeit geschätzt, denn schön langsam werden wir uns in den Partymodus begeben.

Das neue Jahr nähert sich mit großen Schritten, es wird Zeit, den weißen Riesen zu verschließen und das Reparaturjahr 2025 zu einem Ende zu führen.

Dann werde ich zu NESSAJA zurück gehen…

Auf ELOWYN alles ok – ein letzter Blick durch den Mastenwald

Als ich über unseren F-Ponton schlendere, werfe ich noch einen Blick auf Emanuels RUKIPE.
Ich hatte, zugegeben ohne genauen Kontrollblick, schon informiert, dass er damit rechnen müsse, dass auch sein Verklicker etwas abbekommen hat.

Heute aber erkenne ich, dass nicht nur die günstige Windex beschädigt ist, sondern auch der vergleichsweise teure Raymarine Windmesser einer Schaufel am Windrad verlustig gegangen ist.
Hier ist die Herausforderung groß – denn ich erkenne das System sofort, ein alter ST50 Windgeber wie auch ich ihn hatte!
Das Ersatzteil gibt es noch, es kostet kein Vermögen. Es bleibt aber zu hoffen, dass keine anderen Kollateralschäden auftauchen – eine Reparatur ist in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht vertretbar.
Hier kommen schnell Kosten von 500.-€ und mehr auf den Skipper zu.

Ich werde an diesem Tag zum Hiob und sende Neujahrswünsche und das entsprechende Bild.

Reparaturbedarf im Masttop

Jetzt aber – noch zwei Stunden Galgenfrist! Ich ruhe mich noch ein wenig aus und mache es mir auf Alex´ Fakirmatte gemütlich.
Ob ich leicht masochistische Ansätze habe? 50 shades of Rauchi?
Nicht auszudenken…

Ein bisschen Masochismus war auch im Spiel, als wir Caetlin und Ben zwei gemütliche Reiseplätze in Klickers Kofferraum angeboten haben.

Ich konnte es kaum fassen, wie der riesige Kofferaum des Boliden schrumpfte, während sich das junge Paar aus den Niederlanden auf die extra bereitgestellten Klappsitze faltete.

Ja – der Deckel muss noch zugemacht werden! Und passt bitte auf die „Oliebollen“ auf
Sieben Erwachsene im A6 – Greek Public Transport 😉

Wir kommen an im Haus der Freunde – großes Hallo und erst einmal umsehen.
Klar, dass alle sofort einen Blick von der großen Terrasse auf die Burg wagen.
Das Kastell ist eines der Wahrzeichen von Leros und nachts schön beleuchtet – wir sind uns alle einig, DAS wäre der richtige Platz für ein Feuerwerk.

Dunkle Nacht, die Terrasse mit einem Partylicht erhellt…
…der nahezu volle Mond sorgt für zusätzliche Stimmung
Über Allem thront das beleuchtete Kastell

Es ist zapfig kalt! Man hält es immer nur kurz draußen aus, dann ist wieder eine kurze Aufwärmphase im Wohn- und Essbereich angesagt.

Ben bekommt die Aufgabe als „Spotify DJ“ zu agieren. Er fragt, was wir denn wünschen – 70er, 80er oder gar 9…??? Er konnte kaum ausreden – die Antwort kam pfeilschnell und wie aus einem Munde – 80er!!!

Für Caetlin, Jahrgang 1994 und dem kaum älteren Ben, beide sind deutlich jünger als unsere Kinder, ist die gewählte Musik in die Kategorie Oldies einzuordnen.
Dennoch lässt er sich nicht lumpen und schon erschallt Musik aus der coolsten Zeit meines Lebens aus der JBL Box.
Es war wie eine Zeitreise durch eine längst vergangene Epoche der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins!

Es ist einer dieser Tage, an denen ich aber auch merke, dass hier und heute Menschen zusammentreffen, deren Lebenslinien sich schneiden. Geschichten werden geschrieben, Freundschaften entstehen.
Neun Personen aus drei Ländern feiern zusammen, sprechen ein Mischmasch an dialektgefärbten Deutsch, Englisch und Holländisch – ich liebe solche Begegnungen.

Wir beginnen langsam das Buffet zu richten und auf der Terrasse werden die Grills in Betrieb genommen.

Die Salatbar
Das Grillgut liegt schon bereit
Wenig später wird gegrillt was das Zeug hält – ein Grill für Fleisch…
…und einer für den Fisch

Während das Dinner in der Vorbereitung ist, bietet Hans allerlei bunte Getränke an.
Der Gin-Tonic setzt sich als Opener durch, danach gönnen wir Männer uns ein Bier, die Damen entscheiden sich mehrheitlich für Wein.

Immer wieder zwischendurch, gehen wir abwechselnd nach drinnen um uns aufzuwärmen.
Die Temperatur zu dieser Stunde war wohl kaum höher als 8°C.

Hans mixt Gin-Tonic
Wir stehen zusammen und schnacken – ein Grog wäre auch was feines gewesen
Dann wärmen sich Sibylle und Caetlin auf – wie lang dauert´s noch?

Kurze Zeit später war es soweit – das Grillgut war fertig, Hans bereitet eine gigantische Fleischplatte.
Die Steaks werden geschnitten, alles wird geteilt, jeder greift zu.

Es wird zu Tische gerufen, es geht los – einen guten Appetit, καλή όρεξη!

Wir haben Spaß in unserer Runde
Das Tomahawk und das Flank werden tranchiert…
…so kann jeder nach Herzenslust zugreifen
Das Fleisch kommt auf eine große Platte in die Mitte des Tisches
Die von Alex gefangene Brasse zerlegen wir direkt am Tisch

Jeder greift zu – große Salatteller machen die Runde, als Beilage, Vorspeise oder Hauptgericht.
Wir gestalten unser Essen zwanglos, jeder nimmt sich soviel er möchte und wählt selbst, was am besten schmeckt.

Caetlin hat zwei frische Sauerteigbrote gebacken, Sibylle ein Kilo Tzatziki und Brigitte noch einen göttlichen Dip.

Ein sehr gutes, dem Anlass entsprechendes Dinner.

Ich fange mit einem Vorspeisenteller an

Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass wir nach dem Essen noch Platz im Magen hätten, war natürlich auch für Nachspeisen und Knabbereien gesorgt!

Ilona hat gleich wieder eine ganze Reine von ihrer Quark-Mascarpone Creme gemacht.
Ben hatte die in den Niederlanden typischen Oliebollen frittiert und als Tüpfelchen auf dem i war auch alles vorhanden, was man für ein Knabberbuffet benötigt.

Nach dem Essen gibt es „Ilonas Frucht-Tiramisu“…
…und auch die Oliebollen sind schon zum Aufwärmen im Ofen

Ich will etwas spoilern – das Knabberbuffet blieb am heutigen Abend ohne Beachtung.
Als wir durch unsere verschiedenen Gänge durch waren, war jeder von uns so vollgemampft, dass Chips & Co. keinen Platz mehr hatten.

Ging unangetastet zurück

Außerdem warteten wir gebannt auf den Countdown! 10-9-8… Hans verbindet die Partybox mit seinem Handy… 7-6-5… er startet gerade noch rechtzeitig klassische Musik und dreht ein wenig auf.

Es war besonders – eine klirrend kalte Nacht auf der Ägäisinsel Leros, aus der Box hallt der „Donauwalzer“ und pünktlich um 00.00 Uhr läuft die BLUESTAR II in Agia Marina ein und lässt ihr Horn ertönen…

4-3-2-1-PROSIT NEUJAHR – καλή χρονιά !

Es ist soweit – 2026 ist da, wir prosten uns zu, umarmen uns und wünschen uns alle nur das Beste
Wider Erwarten startet auf einmal ein kleines Feuerwerk
Es ist nicht wirklich beeindruckend und nicht das Größte…
…dennoch passt es zur Situation und wir freuen uns

Wir wissen, dass auf Leros kaum Feuerwerke gezündet werden. Auch diese unsägliche Ballerei schon Stunden vor dem Jahreswechsel findet hier nicht statt.

Wir haben eigentlich in keinester Weise mit einem Feuerwerk gerechnet – umso mehr haben wir uns gefreut, dass aus der Richtung des „Crithoni Hotel“ zumindest ein kleines Raketenstakkato abgefeuert wurde.

Willkommen 2026 – ich wünsche mir ein gesundes und friedvolles neues Jahr

Nach dem Anstoßen war es soweit – der niederländischen Tradition folgend, wurden die Oliebollen gereicht.

Natürlich hat jeder zugegriffen – und dies, obwohl die Bäuche oft schon spannten.
Aber diese besondere Leckerei wollte sich niemand entgehen lassen!

Jeder nimmt sich einen…
…ich erwische den Größten – Zufall! Ehrlich!

Ich greife in den Topf und erwische einen Kaventsmann der fetttriefenden Kugeln, die den Namen „Bolle“ schon zurecht tragen.

Ich beiße ab, die Dinger schmecken ähnlich wie bayrische „Auszog´ne“ – und sie fallen auch ähnlich mächtig in die Magengrube.

Ich kämpfe gegen den mächtigen Klops und es droht ein Sieg der Teigspeise – letzten Endes werde ich dem Ding aber Herr und schlotze mir den Puderzucker von den Fingerkuppen.

Im gleichen Augenblick erkenne ich – ich werde heute Nacht wohl schlecht schlafen, der Oliebolle war zuviel, vielleicht platze ich.

Wir stehen noch eine Weile beisammen

Bis kurz vor 02.00 Uhr halten wir durch, dann quittieren wir. Eine ganze Weile haben wir noch beisammengesessen und geklönt – es war ein herrlicher Abend.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern Brigitte und Hans, dann ziehen wir von dannen.
Das ganze Zeug verbleibt noch hier, wir kommen morgen und holen alles ab.

Gute Nacht, es war schön mit euch!!!

Am Heimweg falten sich die jungen Männer in das Heck meines Automobils. Caetlin hatte Sorge, dass es ihr schlecht werden könnte mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Kaum Verkehr auf den Straßen, wir waren nach 10 Minuten in der Marina und haben uns dort mit einem kurzen „Gute Nacht“ verabschiedet.

Es war kalt, wir waren müde und jeder wollte rasch zurück auf sein Schiff.
Auf NESSAJA ging Sibylle sofort ins Bett.
Ich saß noch eine Stunde und dachte nach – was für ein Jahr!

War 2025 ein gutes Jahr, würde ich es als eher schlecht einstufen? Ich werde dazu, wie immer, zum Ende des Januar einen Jahresbericht schreiben, den ihr euch bitte selber zu Gemüte führt.
Bei neuen Seiten gibt es nämlich keine Infomails.

Ich fahre runter und werde müde, es wird Zeit in die Falle zu gehen.
Ich wünsche euch ein tolles Jahr 2026 und hoffe, dass ihr auch in Zukunft immer wieder mal reinschaut.

Ein kurzer Ausblick auf den Januar…
Erste Termine für Q1 werden fixiert, fast alle Freunde fahren zu Besuchen in ihre Heimat – ich bleibe alleine zurück.
Ich werde alles daran setzen, dass ich die Projekte an ELOWYN und NESSAJA vorantreibe.
Auch am Haus gibt es ein paar Kleinigkeiten zu tun!

Bleibt dran, ich freue mich auf neue Geschichten aus dem Buch des Lebens

Mario & Sibylle – von Bord der NESSAJA























Weihnachten / Silvester 2025 – Last Christmas

😉 – ich konnte nicht anders!

Auch dieses Jahr grüßen Sibylle und ich ganz herzlich von Bord der NESSAJA und senden Weihnachts- und Silvestergrüße an unsere Freunde und Follower.

Ich konnte mir den Weihnachtsknaller von Wham aus dem Jahr 1983 nicht verkneifen – wohl einer der meist gehassten und gleichwohl geliebten Weihnachts-Popsongs aller Zeiten.

„Das wirklich Besondere an dem Lied ist, daß WHAM als erste Popband die Existenz von Weihnachten einfach hinnahmen.
Sie überhöhten es nicht, indem sie versuchten, den Geist des guten, alten Fests der Prä-Rock-’n’-Roll-Ära wiederzubeleben – aber sie bekämpften es auch nicht. […]
Vollends zeitlos wird der Hit durch das englische Wort „last“. Es geht ja gar nicht um das Jahr 1983, es geht immer um das vorige Jahr – diesmal also um 2024.
Eine solche perpetuum-mobile-hafte Selbsterneuerung schaffen nur die wirklich großen Klassiker.

Quelle: Wikipedia – Sebastian Hammelehle

Wie auch immer – Sibylle und ich wünschen euch ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest und einen fulminanten Start ins neue Jahr.

Für 2026 wünschen wir uns und euch Gesundheit, ein respektvolles Miteinander und Zufriedenheit in allen Lebenslagen.

Mario & Sibylle / SY NESSAJA

November 2025 – Born to be Wild

Die Headline für den November war rasch gefunden! Der 68er Song von Steppenwolf muss herhalten – und ich hoffe doch, dass ich bei allen Lesern die älter als 50 sind ein Bild assoziieren kann…

Hopper – Fonda – Nicholson, sie waren die „Easy Rider“ (Quelle Internet)

„Like a true nature’s child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die
Born to be wild“

Befragt man Google zum Lied und zum damit untrennbar verbundenen Film, erfährt man, dass „…Born to be wild wörtlich übersetzt „geboren, um wild zu sein“ bedeutet, hier aber im übertragenen Sinne für eine freigeistige, abenteuerlustige und rebellische Haltung verwendet wird. Der Ausdruck wurde vor allem durch den gleichnamigen Song von Steppenwolf bekannt, der zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ wurde und seither oft mit Bikern und der Gegenkultur assoziiert wird.“

Wie immer geht es also ein wenig um den freigeistigen Gedanken, welcher, gepaart mit einer Portion Abenteuerlust, eine Triebfeder des Lebens darstellt.

Und was hat das jetzt mit einem Segelblog zu tun???

Mein Freund René wagt das Abenteuer – im November auf dem Landweg von Schliersee nach Leros

Ich werde zur Monatsmitte hin Besuch von meinem Freund René aus Schliersee bekommen.
Das freut mich außerordentlich – und weil der Zufall es so will, dass Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland verweilt, haben René und ich beschlossen, uns ein paar Motorradtage auf Leros und Rhodos zu gönnen.

Die „Easy Rider“ der Dodekanes, eine lustige Vorstellung! Auch wenn wir mit Platte und Wampe auf unseren BMW GS bei Weitem nicht mit dem Original mithalten können.

Dieses Miniabenteuer soll den Höhepunkt des November bilden und startet exakt zur Monatsmitte – doch bis dahin war es ja noch ein Weilchen hin.
Lasst euch mitnehmen auf unsere Reise durch den elften Monat des Jahres…

Bereits am ersten Tag des Monats durfte mein COBB wieder an die Arbeit – es wurde gegrillt was das Zeug hielt und wir haben die feinen Leckereien so richtig genossen.

Back to the Roots – Polaroid statt Pixel
Alex´Mutter, Jim und die Crews der DONNA, der ANAHITA und der NESSAJA

Wir waren eine lustige Runde und hatten richtig Spaß. Jeder hat etwas mitgebracht und sowohl Caetlin als auch Antonia übertrafen sich mit ihren Backkünsten – ich liebe die Brote der Beiden, ein Gedicht!

Kaufen kannst sowas auf Leros halt nicht

Während wir uns an den Köstlichkeiten labten, wurden Pläne für den morgigen Tag geschmiedet.

ANAHITA sollte noch einen weiteren Epoxi-Anstrich bekommen, bevor Hanna und Jim wieder abreisen würden.
Ich nehme mir vor, am morgigen Tag mit der Erneuerung meines stehenden Guts zu beginnen und Ben sichert mir Hilfe zu.

Am neuen Tag heißt es für mich daher als Allererstes, kurz zu LIBERTÉ zu schauen, um mir den gewaltigen Milwaukee von Hans Peter auszuleihen.
Dies hat er mir freundlicher Weise gestattet und ich hoffe, dass mit Hilfe des „kräftigsten Akkuschraubers der Welt“ der Mastaufstieg zur Aufzugfahrt wird.

Schon der Name klingt martialisch – MILWAUKEE! Nicht etwa AEG oder Bülle

Weil ich schonmal an Bord der Bavaria meines Freundes bin, mache ich mir die Mühe eine weitere Rolle des sogenannten „Panzerbandes“ um den Mast zu wickeln.
So dürfte sicher gestellt sein, dass die Schutzfolie den ganzen Winter über hält – ich mache ein Bild und sende es an Hans Peter ins schöne Saarland.

Auf LIBERTÉ ist alles ok, HP kann ruhig schlafen

Zurück zum Akkuschraubermonster – „Der Gerät“ zieht also für eine Weile zu mir.
Der erste Teil meines heutigen Schaffens ist erledigt, aber die wirkliche Challenge kommt ja erst noch!

Bald kann es losgehen – nur noch ein paar Fallen auf die Seite binden und Leinen zum Aufstieg vorbereiten, dann kann Ben kommen.

Die Leinen sind vorbereitet, das Kutterstag ist ausgehängt

Ich gebe das Signal und die DONNA Crew kommt sofort. Auch Caetlin hilft, somit sind wir drei Leute an Deck um Ben im Mast im Mast zu unterstützen.

Der legt sich einstweilen sein eigenes Klettergeschirr an, bindet sich selbst ein und sammelt das Werkzeug in verschiedenen Taschen.
Dann ist er klar zum Aufstieg, wir stimmen uns kurz ab – und es geht los…

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen…
Checkup, Messungen und Detailbilder an der ersten Saling – dies dient zur Vorbereitung auf später
Das gleiche Tun an der zweiten Saling

Was geht noch einfacher als ein „Milwaukee“? Ganz einfach, man klettert den Mast hoch wie ein Affe!
Darf ich das sagen? Oder klingt das despektierlich?
Ich glaube ihr wisst, dass ich dies unter höchster Anerkennung sage.

Ben kann nämlich, als Kletterer, ohne Seilunterstützung in den Mast kraxeln.
Die zwei Leinen laufen nur mit, um einerseits die Last beim Hängen zu tragen und anderseits natürlich als Sicherung.
Ich war begeistert und enttäuscht gleichzeitig – hätte ich Ben doch mit dem „Milwaukee“ gerne katapultartig in den Himmel geschleudert, aber nichts da, er klettert einfach rauf 😉 !

Ich darf vorwegnehmen – der Akkuschrauber bekommt seinen Einsatz – wenn Alex ein paar Tage später, statt Ben, noch einmal nach oben geht.

Oben angekommen, löst Ben den Sicherungsbolzen für das Kutterstag und wir lassen die Rollanlage ab und führen sie auf den Steg.

Da liegt sie nun, das Zerlegen und die Wartung ist nun an mir

Kenner der Materie werden sich zwei Fragen stellen – erstens, warum geht der Skipper nicht selber hoch?
Nun, ich bin kein Freund zu großer Höhen und mache lieber die Arbeit an Deck – daher gilt den jungen, schwindelfreien Helfern im Mast mein ganzer Dank.
Offen gesagt – es gibt noch einen Grund, den muss man aber nicht thematisieren…
Nur soviel – auch der „Milwaukee“ hat seine Grenzen 😉

Am Weg nach unten nimmt mein holländischer Helfer noch das Babystag mit nach unten – jetzt kann ich langsam anfangen die Teile zu sortieren und für den Versand zu rollen.

Das Babystag liegt schon gewickelt da, einen neuen Spanner bekomme ich von der ALADIN, manchmal hilft das Glück

Die zweite Frage die sich stellt – warum so kompliziert???

Nun, ich möchte den Mast stehen lassen um Kollateralschäden zu vermeiden.
Zum Legen müssten alle Kabel geschnitten werden, da es (noch) keine Trennstelle gibt – hierbei geht es nicht nur um die Lichter, sondern vor allem um die Spezialkabel von Radar und Windmesser.

Zudem bedeutet das Legen und Stellen des Mastes auch immer eine Beanspruchung für den Mastfuß – ich will hier kein Risiko eingehen.

Also habe ich entschieden, dass ich das stehende Gut „step-by-step“ erneuere, die Riggingexperten von Sparcraft helfen mir dabei mit einer kompetenten Beratung.

So! Für heute reicht es – noch rasch duschen und frisch machen, dann muss ich schon los zum Griechischkurs, denn der ist für den Winter wieder angelaufen.

Einmal in der Woche geht es zum „The Leros Way“ HUB
Ab diesem Kurs lernen wir mit Lernheften – es gibt eine Sammelbestellung

Offen gesagt, ich laufe noch nicht richtig rund, was meine Griechischfortschritte betrifft.
In der App komme ich ganz gut zurecht, meine Fehler sind verzeihbar.

Mein Wortschatz ist leider noch zu klein und ich muss noch zu lange überlegen. Selbst das was ich kann, kommt noch nicht flüssig genug – Griechisch lernen ist ein langer, steiniger Weg.

Meine täglichen Floskeln werden aber immer besser und ich kann bald sagen, dass ich mich mit Griechisch so durchwurschteln kann, wie ich es früher mit Italienisch oder Kroatisch konnte – trotz der anderen, ungewohnten Buchstaben.

Der Kurs ist vorbei, das Abschiedsessen von Hanna und Jim steht an – wir sind neben, natürlich, Antonia und Alex, sowie Caetlin und Ben, ebenfalls mit von der Partie.
Ich hoffe sagen zu dürfen, dass uns Alex´ Mutter und Jim sehr sympathisch waren und wir auf ein weiteres Treffen hoffen!

Ein gutes Motto für den Abschiedsabend

Die Taverne der Wahl war das „El Greco“ in Lakki.
Wir waren mit unserer Meinung nicht maßgeblich, daher haben wir uns bei der Auswahl der Gaststätte sehr mit jeglicher Meinungsäußerung zurück gehalten – wir haben mit „El Greco“ nämlich nicht nur gute Erfahrungen…

Leider! Denn als das Lokal noch in Panteli war, war die kleine Hafentaverne stets in unserer Bestenliste.
Der Umzug nach Lakki und das dortige Dasein als „Platzhirsch“ haben dem Lokal aber nicht nur gut getan.

Bei uns halten sich Plus und Minus die Waage, dies sollte heute leider zum Negativen kippen.

Fried Saganaki – ich trau´ mich wetten, dass es Fertigsaganaki ist, leider auch viel zu wenig frittiert
Die „Marinated Anchovies“ waren gut
Auch die „Champignon Sauté“ waren ok

Nicht fotografiert habe ich meine Calamari – nicht, dass ich ein Kostverächter wäre, ich esse immer frittierte Calamari wenn ich mir bei einem Restaurantbesuch nicht sicher bin.
Diese sind vergleichbar und man kann nicht viel falsch machen.

Dachte ich…

Ich bekomme also hellgelbe, relativ zähe, kleine Calamri serviert. Das hellgelb, welches auf einen sehr defensiven Frittiergrad hindeutet, weicht an macher Stelle einem leichten Grau.
Die durchweichten, labbrigen Dinger lagen in ihrer eigenen Tinte und liefen graublau an – ein Testbiss ließ mich inne halten.
Hier würde ich passen!

Ja, normaler Weise beschwert man sich. Aber ich wollte den Abend nicht gefährden und habe nichts gesagt.
Auffällig war, dass der Kellner beim Abräumen nahezu jeden gefragt hat ob alles gepasst hat – mich nicht!

Für mich war´s das – ich geh´ einfach nicht mehr hin.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Hanna auch Calamari hatte, die waren ok – die Küche könnte demnach schon.

Muss man deswegen vollumfänglich enttäuscht sein? Naja, vielleicht nicht alleine deswegen, aber nach Erhalt der Rechnung schon!

8 Personen – 258.-€, das bedeutet 32,30€ pro Kopf bei drei Vegetariern / Veganern

„ΑΡΤΟΣ“ steht für Brot, genauer gesagt Minisemmeln – man bekommt anfangs eine pro Person, später haben wir noch welche nachbestellt – für unsere veganen und vegetarischen Freunde als Beilage zum Salat.

Für eine Minisemmel 1,50€ zu verlangen ist schon grenzwertig. Die anderen Speisen sind auch nicht günstig, aber akzeptabel, die Semmelchen treiben somit den Preis pro Paar auf 70.-€ inclusive Trinkgeld – das ist einfach für das servierte Essen zuviel des Guten.

Na Schwamm drüber, es war ein schöner Abend mit Freunden und das ist die Hauptsache!

Der neue Tag begann mit einem verzögerten Arbeitsbeginn – und das, obwohl ich so motiviert war.

Nachbar Haim tankt und die Tankwarte tänzeln über die massive Halterung des Ponton

Mein Nachbar hatte den Tankwagen bestellt und dieser Tankprozess fand exakt über meiner Rollanlage statt.
Hätte ich genau in diesem Moment mit dem Zerlegen begonnen, ich wäre nur im Weg gewesen.

Also harre ich etwas aus und beobachte, wie die alte Nauticat betankt wird.
Natürlich sehe ich auch den beiden BP Mitarbeitern zu, wie sie über das Rohr tänzeln, welches den Ponton mit dem Betonkai verbindet – die Kamera griffbereit, es könnte ja sein, dass sich ein Spektakel anbahnt.

Aber nichts dergleichen! Nach ein paar Minuten war das Betanken beendet und ich konnte an die Arbeit gehen – es galt das Profilvorstag zu zerlegen und das Kutterstag auszubauen.

Die Trommel war rasch abmontiert – ein System ohne Sta-Lok Schraubterminal, das Glück war mir hold
Auch der Rest der Anlage ließ sich gut zerlegen – alle Schrauben waren gangbar
Ich kam rasch voran, die Anlage besteht aus zehn Profilelementen
Nach zwei Stunden war es geschafft

Ich war positiv überrascht! Das Zerlegen der gesamten Anlage hat vielleicht knappe zwei Stunden gedauert.
Da die ganzen Einzelteile recht sperrig waren, habe ich sie sofort zum Haus gefahren und in der Werkstatt deponiert – feine Sache!
Warum sollte ich diesen Vorteil nicht für mich nutzen?

So, jetzt hatte bereits zwei Stagen auf dem Ponton liegen – sowohl das Kutterstag als auch das Babystag waren fertig um aufgerollt und gesichert zu werden.

Für die erste Sendung will ich noch das Achterstag abmontieren und dazugeben, aber dazu brauche ich nochmal Hilfe von Ben oder Alex.

Ach ja, es ist kaum etwas kaputt gegangen, nur ein alter Schaden wurde bemerkt – um diesen zu reparieren brauche ich einen Reparatursatz für ein Plastimo Aluminiumprofil.
Es war kaum zu glauben, aber „maritimo.at“ aus Österreich hatte den raren Reparatursatz, welchen ich zuvor vergeblich in Griechenland gesucht hatte, auf Lager und hat es geschafft, diesen innerhalb einer Woche zu mir zu schicken.
Mitarbeiterin Magdalena war mein „Star der Woche“ und das habe ich auch zum Ausdruck gebracht – „maritimo.at“ hat einen Neukunden gewonnen!

Sibylle ruft zum Kaffee, Hanna und Jim haben zum Abschied einen Kuchen hiergelassen.

Wir teilen – das Zeug sieht aus wie Sünde und schmeckt wie die Versuchung

Es war noch Tag übrig, also packe ich ein dringendes Projekt auf ELOWYN an – ich sehe mir das Ruder an…

Klar, dass bei unserem weißen Riesen auch diese Baustelle keine „normale“ nach meiner Definition ist.
Hier sind riesige Ruderlager verbaut, ich habe keine Ahnung wie man die öffnet – alles sieht anders aus als bei den kleinen Geschwistern.

Das sieht noch normal aus – ich habe den Gummibalg im Verdacht ursächlich für den Wassereintritt zu sein
Nicht normal – im oberen Ruderlager ist keinerlei Befestigungsmutter zu sehen

Da mir die Bauweise der Anlage nicht selbsterklärend erschien, nahm ich Kontakt zum Hersteller „Jefa“ in Dänemark auf.

Man antwortete mir rasch und freundlich, aber nicht zielführend.
Erst ein Nachfassen, gepaart mit Erklärungen über das warum und wer, hat Abhilfe geschaffen.
Ein paar Tage später hielt ich Explosionszeichnungen und Teilelisten in den Händen, so kann ich das System zerlegen – mache ich sobald wie möglich…

Für heute reicht´s erstmal. Wir sind im „SouVLakki“ verabredet und Sibylle schlägt vor, vorher noch einen Ouzo im „La Palma“ Café zu trinken.
Was für eine gute Idee! Die wird sofort in die Tat umgesetzt…

Ein Ouzo und ein paar Meze als Aperitiv…
…danach zum Dinner ins „SouVLakki“

Bei diesem Abendessen hieß es abermals Abschied nehmen. Benno und Hilde würden morgen abreisen und es war uns allen Vieren ein Anliegen noch einmal gemütlich beisammen zu sitzen.

Es geht doch nichts über einen netten Abend mit guten Freunden, dies ist keine Selbstverständlichkeit und nicht allen Menschen beschieden – Freundschaften muss man pfleglich behandeln und wertschätzen, sonst sitzt man am Ende alleine da…

Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg zu Andreas Kritikos in dessen Hardware Store – ich brauche Packfolie und die brutalen 9mm Kabelbinder!

Doch potztausend, was ist das? Da ist doch ein Loch in der Tüte…

Ein Schelm wer Böses dabei denkt
50 Stück müssten drin sein – soll ich??? Nein, doch, oh! Der Monk in mir obsiegt
46 Stück sind drin – hat doch einer was gemopst

Echt, ich schwör – ich habe nicht nachgezählt weil ich Deutscher bin und ich habe mich auch keine Sekunde geärgert.
Trotzdem bleibe ich einigermaßen fassungslos zurück – WER in Gottes Namen klaut in einem kleinen Baumarkt auf der Insel Leros vier Kabelbinder?

Die Dinger sind fast einen halben Meter lang und widerspenstig, es gibt ein hohes Risiko erwischt zu werden.
War es ein trickreicher, wenig empathischer, ausländischer Geizhals, der die 8.-€ für eine ganze Packung sparen wollte, welche er für eine Reparatur an der 500.000.-€ Yacht hätte ausgeben müssen?
Oder war es ein armer Grieche, der das Geld einfach nicht hatte, aber seine Schubkarre flicken musste um Geld zu verdienen und der seither jeden Tag ein Kerzlein ob seiner Sünde anzündet?

Man weiß es nicht und es wird sich auch nie aufklären, erstaunt bin ich doch…
Sibylle schaut kurz von Ihrem Duolingo Lernprogramm auf und sagt lapidar „…es ist wie es ist, fangt endlich an zu arbeiten!“

Hach, meine gestrenge Frau, sie findet einfach immer die richtigen Worte

Heute ist es soweit, heute nehmen wir das Achterstag weg und packen alle drei abmontierten Stagen auf eine Palette um sie nach Athen zum Rigger zu schicken.

Bei der Demontage hilft mir diesmal Alex als Mastmann und bevor ich Bilder machen kann, ist das Achterstag auch schon an Deck und Alex wieder sicher gelandet.
Das hohe Tempo war sicher auch dem Einsatz des Milwaukee geschuldet, der Alex in Sekundenbruchteilen in den Mast katapultierte, ich meine beobachtet zu haben, das mein Mastmann mehrmals einen Druckausgleich machen musste 😉 !

Ich wickle auch dieses 10mm Stag – nicht ganz einfach
Zur Sicherung kommt ein Hahnepot an die Dirk und wird durchgesetzt
Die zwei Fallen werden solange sie nicht gebraucht werden, auch nach hinten abgespannt

Geschafft! Jetzt sind alle drei Stagen der ersten Sendung fertig um auf eine Halbpalette gepackt zu werden.

Das wird unmittelbar umgesetzt und dann verfrachte ich die Sendung auch sofort zur Spedition.
Die erste Charge ist zur Nachfertigung beim Spezialisten in Athen, ich hab´s mal für ein paar Tage aus dem Sinn.

Alles auf der Palette, nur noch umverpacken, dann kann es verschickt werden
So, ab hier übernimmt die Spedition…
…die Halbpalette nach Athen kostet 20.-€

Sibylle und ich lassen den Tag ein weiteres Mal im „SouVLakki“ ausklingen, wieder mit guten Freunden, wieder in geselliger Runde, wieder haben wir Spaß – wir genießen diese Zeit des Jahres, Leros wird ruhiger, die Insel wird wieder intimer.

Anna schien nur daruaf gewartet zu haben, dass wir zahlen würden. Nachdem die Freunde schon im Gehen waren, rief sich mich kurz zu sich an den Tresen und gab mir eine Tüte.

Mit Worten die nur für mich und Sibylle bestimmt sind, übergab sie mir das Geschenk, welches für unser Haus gedacht sei.
Ich bin gerührt und mir fehlen die Worte, kommt sonst eher selten vor.

Wohl erinnere ich mich, dass ich Niko mit seinem Bruder vor unserem Haus getroffen habe. Man hätte ein Grundstück in der Nähe.
Ich habe zum Pizzaessen geladen sobald unser Ofen in Betrieb sei und die Männer haben angenommen – offensichtlich habe sie Anna zuhause davon erzählt.
Ich werde Wort halten – das ist Ehrensache!

Zurück auf NESSAJA packen wir aus…

Vielen Dank Anna und Niko – ευχαριστώ Άννα και Νίκος
Ein echtes Geschenk, aufwändig verpackt
Eine tolle Kiste – sie bekommt einen Ehrenplatz in der alten Katikia
Darin ein Schild für Sibylle und mich

Sibylle und ich machen ein Bild und schicken es an Anna – wir mögen die Familie sehr und haben alle Fünf ins Herz geschlossen.

Nochmals ganz herzlichen Dank! Wir werden das Geschenk wertschätzen.

Freut uns von Herzen

Die Zeit verfliegt, bald wird Sibylle nach Deutschland fliegen um die jährlichen Arztbesuche zu tätigen und natürlich auch, um die Kinder und Kindeskinder zu treffen.

Sie wird sich sozusagen in den Schoß der Familie begeben.

Bis dahin will ich alles erledigt wissen, was in irgendeiner Art und Weise Unterstützung bedarf.
Davon ausgenommen ist mein Rigg, hier helfen mir Alex, Antonia, Ben und Caetlin – das ABC-Team.
Auch bei ELOWYN brauche ich in den ersten Schritten kaum Hilfe, hier kann ich über Wochen allerhand alleine erledigen.

Es sind mehr die Kleinigkeiten, so zum Beispiel das Spülen unseres Fäkalientanks, denn da hängt der Schwimmer der Tankanzeige.
Ich baue mir also einen Spülschlauch…

Mit meinem Drahtbügel als Winkelstück und Führung gelingt das ganz gut

Natürlich spülen wir den leeren Tank – es geht auch mehr darum, durch die Absaugöffnung einen harten Wasserstrahl um 90° umzulenken und Richtung Schwimmer des Gebers zu spritzen.

Das gelingt in der Sache gut, dennoch ist die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ausbau bleibt wohl unumgänglich und kommt auf meine Liste der Aufgaben, welche vor Verkauf zu erledigen sind.

Mein Telefon meldet sich – BIMM! BIMM! BIMMBIMM! Nanu? Was ist das? Gleich mehrere Meldungen prasseln auf mich ein.

Eine ist harmlos – Ben meldet sich von Bord der an Land stehenden DONNA und sagt, dass die Bauarbeiten verdächtig nahe an meinen „Klicker“ heranrücken – ob ich ihn nicht wegfahren wolle?

Ihr seht Klickers Dach hinter dem LKW – Steine werden auf den Wall des Wellenbrechers geschüttet

Ich erkenne die Situation und fahre „Klicker“ auf die Seite, sicher ist sicher.

Die andere Meldung kommt von Rena, der Autovermieterin aus Lakki. Einer ihrer Kunden hätte ein Problem mit seinem Schiff in der Marina und bräuchte Hilfe – sie hätte an mich gedacht.

Hm, Begeisterung sieht anders aus, aber ich will nicht ablehnen. Ich lasse mir die Telefonnummer des Angelsachsen geben und sehe mir sein Schiff an – ich mache Bekanntschaft mit EXELIXI.

EXELIXI liegt segelfertig am Steg

Das Problem, so lasse ich mir erklären, ist entstanden, als zwei der vier Eigner wegen Krankheit und einem Todesfall ihre diesjährigen Urlaubswochen gecancelt haben.

Der letzte Nutzer hat mit weiteren Segelwochen gerechnet und die kleine Hanse 350 segelklar im Wasser zurück gelassen.
Nun hat sich das Blatt gewendet und niemand kommt mehr um das Schiff winterklar zu machen – es wird Hilfe benötigt.

Man schickt mir eine selbstbewusst erweiterte Liste der zu erledigenden Aufgaben und bietet an, dass ein anderer Skipper mir helfen könnte.
„Nein, bitte, nur das nicht!“ – ich kenne den Mann, den ich durchaus schätze und mag, aber als Hilfestellung bei handwerklichen Arbeiten ist er ungeeignet.
Ich lehne ab, verweise auf die Unterstützung meiner Gattin und stelle meine Hilfe in Aussicht.

Eine Nacht drüber schlafen – Pause – es trifft sich gut, dass wir an diesem Spätnachmittag zum Grillen zu Brigitte und Hans geladen sind.
Die Freunde aus Österreich werden zusammen mit Sibylle abreisen, sie wollen sich noch einmal die Ehre geben…

Die Stimmung ist besonders – eine Schlechtwetterfront zieht auf

Das Wetter sorgt für eine dramatische Stimmungslage – es zieht eine Schlechtwetterfront von Osten her auf und für uns stellt sich unweigerlich die Frage, ob wir drinnen oder draussen essen sollten.

Zunächst entscheiden wir auf draussen, doch leider fällt exakt in der Minute als wir die ersten Gabeln der Vorspeisen in den Mund schieben, der erste Regen.

Wir ziehen die Reissleine und verholen nach drinnen – das hatte auch was, dem Unwetter zusehen, während man selber wettergeschützt sitzt und sich an den Köstlichkeiten vom Grill labt.

Die feinen Sachen liegen am Grill – wir wenden uns derweil den Vorspeisen zu
Das sieht so einladend aus…
…aber der Himmel verdunkelt sich zusehends
Es gibt frische Salate…
…und allerlei Fleisch und Gemüse vom Grill
Exakt als wir anfangen zu essen, setzt der Regen ein – wir verholen nach drinnen

Die Blicke über die Terrasse unserer Freunde offenbarten, dass das dringend erwartete Holz für die Erneuerung des Verandadaches noch nicht angekommen war.
Man muss wohl akzeptieren, dass die Regenstürme während der Abwesenheit der Beiden an die Hauswand trommeln würden und vielleicht sogar für den ein oder anderen Tropfen Wasser am Fensterbrett sorgen würden.
Das ist ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern – dachten wir! Nichtsahnend, was die nächsten Tage auf uns zukommen würde…

Das heutige Spektakel dauerte nicht lange, vielleicht eine halbe, eine dreiviertel Stunde, dann hörte der Regen schon wieder auf und es wurde heller.

Wir wurden mit einem vollen Regenbogen von Alinda nach Agia Marina belohnt, ein herrliches Naturschauspiel.

Nach dem Unwetter spannt sich ein Regenbogen über die Bucht von Agia Marina

Weniger als Belohnung haben wir empfunden, dass die durchschnittliche Qualität griechischer Elektroinstallationen uns den verdienten Kaffee nach dem Essen „geklaut“ hat.

Ihr versteht nicht?

Nun, das ist einfach erklärt. Ein leicht überdurchschnittlicher Regen reicht oft aus, um an irgendeinem Strompfeiler oder einem Umspannungskasten für einen fulminanten Kurzschluss zu sorgen und so ganze Inselteile lahmzulegen.
So geschehen heute in Crithoni.

Ich würde das so beschreiben, „…dass einer dieser windschiefen Strommasten zuerst einen Feuerball in der Spitze hatte, welcher immer wieder aufloderte bis der ganze Mast mit einem riesigen, explosionsartigen Knall in Flammen stand…“

Ihr denkt sicher ich beschreibe in blumiger Prosa und übertreibe maßlos???

Ein Feuerball in der Spitze…
…der immer wieder aufloderte…
…bis der ganze Mast explosionsartig in Flammen steht

Ja, auch das ist „mein“ Leros – es ist in keinster Weise mit dem beschaulichen Schliersee zu vergleichen, man muss sein Setup ändern, deutsch denken funktioniert nicht!

Und genau deshalb ist es hier so schön – und Kaffee gibt´s halt später, oder morgen, oder man trinkt Ouzo! Yammas…

Als wir am späten Abend nach Hause fahren ist der Fehler behoben, es gibt wieder Strom auf der ganzen Insel!

Der neue Morgen lässt mir kaum Zeit, um meinen Koffeinhaushalt zu justieren.
Ich spüle eine gemütliche Tasse in meine Kehle, während der zweiten wird schon Druck von Seiten meiner Lieblingssibylle spürbar – „…wir wollten doch heute meinen Breezy in die Garage bringen!“

Da hat sie Recht, also nix wie hoch zum Haus…

Wir stellen den Breezy in der Garage ab und sehen rasch nach dem Rechten

Mir fällt auf, dass wir wirklich einen Olivenbaum „vergessen“ haben – obwohl, vergessen stimmt nicht ganz, er hatte schlicht und einfach nicht genügend große Oliven an den Ästen.

Heute stelle ich fest, dass er inzwischen ganz gut trägt und ich nehme mir vor, diesen auch noch abzuernten und die Oliven einzulegen.
Das kann ich aber erst machen, wenn ich von Rhodos zurück sein werde, denn man muss das Wasser täglich wechseln.

Der Baum im Vorgarten trägt inzwischen schöne, pralle Oliven
Es wäre ein Jammer diese nicht abzuernten

Ich muss endlich wieder an meine Projekte an ELOWYN denken. Klar, ich habe immer etwas gemacht – die Einwinterung ist nicht ohne, das Waschen der Leinen nachdem diese abgeschlagen wurden, oder auch das Kümmern um Ersatzteile.
Aber ich muss und möchte auch langsam an die „großen Projekte“ ran – eines davon ist das Zerlegen der rechten Instrumententafel, denn die muss zum Lackierer gebracht werden.

Also nutze ich diesen freien Nachmittag um mich diesem Thema zu widmen – und das hat es in sich…

Der Arbeitsplatz ist optimal
Die Ausgangssituation – die Carbontafel braucht einen neuen Klarlack, die Befestigungsmuttern in der Säule müssen erneuert werden
Immer wenn man 13 Jahre alte Plastikteile anpackt, gibt es auch Bruch – zum Glück Centartikel, die auf die Einkaufsliste kommen
Ich mache mir Markierungen und Merkbilder, damit ich in ein paar Wochen eine Erinnerung habe
Es muss wirklich alles raus – und wie immer fließt auch Blut! Klar, es waren wieder abgeschnittene Kabelbinder im Weg
Ziel erreicht, den Rest bespreche ich mit dem Lackierer

Eine kleine Nebengeschichte ergab sich, als ich dem kleinen Janu seine Quietscheente zurückbringen wollte.
Die hat er mir nämlich geschenkt, „für drei Tage“, dann liefe die Schenkung automatisch aus.

Diese drei Tage enden heute und ich will Janu die Ente zurückbringen – ich strecke ihm die blutige Hand mit dem Entlein entgegen.
In diesem Moment hat er keine Sekunde gezögert, die „Schenkung bis morgen zu verlängern!“ 😉

Es klebt noch Blut an den Händen…

Am Rückweg zu NESSAJA kommen wir an Alex´ Angelplatz vorbei – wow, was ist das???

Die Frage war rhetorisch, wir wussten natürlich, dass er einen Oktopus in den Händen hält – aber ist der echt selbst gefangen, hier?

Nein, nicht hier, erfahre ich – er hat zusammen mit Eirini in deren Heimatort Drimonas aus dem Meer gezogen.
Eirini hatte den großen Oktopus an der Angel, Alex hat ihm den Todesstoß verpasst.
Die Zubereitung obliegt dem Käpt´n der ANAHITA und wir hoffen, dass wir beim Testgrillen dabei sein dürfen.

An diesem Tag überlege ich, ob ich das wollte – so einem Tier das Messer in den Kopf zu rammen um es dann zu futtern.
Das ist legitim und ein sehr direkter Weg, aber ich finde es, offen gesagt, eklig.
Zum zweiten Mal in meinem Leben überlege ich, ob ich mich nicht eine zeitlang vegetarisch ernähren sollte.

Schmeckt gut – aber irgendwie schon eklig

Das Wetter war zu dieser Zeit eher schön. Wir hatten klare aber dadurch auch kältere Tage mit Winden aus nördlichen Richtungen, dazu immer Phasen mit Südwinden, welche zwar Wolken und diesiges Wetter brachten, aber dafür sorgten, dass wir durchaus immer über 20°C am Tag hatten.

Wir konnten uns für einen November nicht beschweren…

Wunderschöne Abendstimmung

Weil heute ein guter Tag war, gingen Sibylle und ich aus. Die Zahl der zur Zeit offenen Tavernen und Restaurants ist überschaubar, oft sind wir daher auch zu Hause beim Essen.

Es gab auch einen guten Grund, denn die Crew der SUNNY SIDE UP, Mireille und Roland, reisten ab nach Hause.
Wir haben die Beiden gebührend verabschiedet.

Heute aber zogen wir mal wieder um die Häuser und weil es gar so schön war, gab es mal wieder einen Einkehrschwung in der bekannten Eismanufaktur als Betthupferl.

Schon lecker!!!

Inzwischen sind die meisten unserer Freunde weg, auch die Crew der JASPER war schon abgereist, die Nürnberger Freunde von der CHILI sind inzwischen wieder zuhause und der angekündigte Winterbesuch der STENELLA Crew wird nicht mehr thematisiert – ein weiteres Boot welches nicht winterklar am Ponton liegt.

Die Winter- Community formt sich und es wird ruhiger. Ein neues deutsches Boot kommt noch dazu und wird zufälliger Weise an unseren F-Ponton gelegt.
Ilona und Guido geben sich mit ihrer BORN TO LIVE die Ehre. Wir machen uns mit dem Paar aus Krefeld bekannt.

ALARM!!! Ein Anruf – am Apparat sind Brigitte und Hans, sie vermelden mit nachdrücklicher Stimme, dass das langersehnte Holz noch angekommen sei.
„Man würde zwar in drei Tagen nach Hause fliegen, aber das könnte man doch schaffen, oder?“

Ich hatte Hilfe zugesagt, wir sind Freunde! Klar schaffen wir das!

Es beginnen zweieinhalb sehr intensive Tage…

Morgens um 08.00 auf Leros – das Werkzeug liegt parat

Wir sagen zu und verabreden uns für den Folgetag um 08.00 Uhr! Sibylle und ich stellen den Wecker, denn ich brauche eine Stunde Anlauf um meinen Koffeinhaushalt zu regulieren.

Nach erfolgter Druckbetankung mit frischem Kaffee machen wir uns auf die Socken nach Crithoni – dort liegt das Werkzeug schon bereit.

Hans und ich besprechen uns kurz, dann geht es auch schon los – alles ist generalstabsmäßig geplant!

Ein erstes Anpassen der neuen Balken, vermessen und anzeichnen
Dann müssen die Stehbolzen für die Tragbalken zugeschnitten werden – die werden mit einem Höllenkleber eingeklebt

Brigitte und Hans hatten die Balken schon vorbereitet, auch die erste Pfette an der Hauswand war schon montiert.
Unsere Zielsetzung war, am heutigen Tag so weit zu kommen, dass eventuell ein provisorisches Dach angebracht werden kann.

Es galt, dafür die vorderen Pfetten mit Spezial-Gewindebolzen auf den Tragpfeilern auszurichten und zu befestigen.
Dann werden wir sehen, wie weit wir mit den Sparren kommen.

Perfekt war, dass das Anbringen der vorderen Pfette sehr viel schneller als geplant ging – nun ja, die Arbeit war sehr gut vorbereitet.

Und was machen die Sparren???

Die werden zunächst probeweise auf ihre ausgemessene Position gelegt
Ok, passt – aber jetzt muss jede einzeln zurechtgeschnitten werden

Ich weiß nicht, wie das im Dachdecker-Jargon heißt, aber die Sparren waren für uns DIYer herausfordernd.

Nachdem alle perfekt in Position lagen, war uns klar, dass die Auflagefläche der Sparre ja nicht nur auf einer Kante der Pfette sein soll.
Um die Sparren vollflächig aufliegen zu lassen, müssen nun in jeden einzelnen Balken so leicht schräge Ausschnitte gesägt werden – das ist eine Affenarbeit.

Vor Allem kann man das nicht in einem Rutsch machen, denn durch das Aussägen hinten, verändert sich der Winkel vorne – also erst hinten sägen, dann nochmals auflegen, messen und vorne sägen…

Mit dem Schneiden wechselten wir uns ab – es dauerte eine Weile, bis wir den Kniff heraus hatten
Die Sonne ging schon langsam hinter den Bergrücken, als wir die erste fertig ausgesägte Sparre setzten

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon am Pläne schmieden, welche Vorgehensweise wohl die richtige wäre.
Sollen wir jeweils links und rechts eine Sparre setzen, dann eine in der Mitte – so könnte man vielleicht ein Notdach montieren.

Keiner von uns dachte zu diesem Zeitpunkt daran fertig zu werden, es war eine Arbeit gegen die Zeit, die untergehende Sonne und das Kälterwerden.

Aber irgendwie wurden wir immer schneller…

Der „Point of no return“ war längst vorbei

Ja und irgendwann spürst Du es einfach, es kann nochwas werden! Niemand hört vier Balken vor dem Ziel auf.
Wir arbeiten also bis in die Dunkelheit hinein, wehren uns in der Dämmerung gegen Stechmücken und trinken auch mal ein Montagebier – aber final ist uns das Glück hold…

Spät am Abend feiern wir „Richtfest“!

Die glorreichen Sieben – dass wir nur vier sind spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle 😉

Geschafft! Wir Vier beschließen, dass heute die Küche kalt bleibt und Brigitte und Hans sprechen in diesem Zug eine Einladung aus.

Als wir auf dem Weg nach Agia Marina das Dach noch einmal von unten sehen, überkommt uns noch einmal die Freude – das war ein tolles Tagwerk.

Ein sehr gut umgesetztes Werk – wir bauen ein Terrassendach an einem Tag

Ich will Privates privat lassen, aber gemessen am zuvor eingeholten, fast schon übergriffigen Kostenvoranschlag, haben wir vier heute so richtig Geld gespart.
Wir helfen einander – that´s what friends are for…

Leider – oder zum Glück – hat das Lokal unserer Wahl Winterpause. Ein anderes, welches wohl gute Burger offeriert, hatte heute geschlossen.
So fällt unsere Wahl auf die Bar „Retro“ in Agia Marina – und die überrascht uns vollumfänglich!

Coole Bar
Sehr geschmackvoll eingerichtet und dekoriert
Guter Service, gutes Essen – was willst Du mehr

Wir sitzen sehr gemütlich in der geschmackvoll eingerichteten Bar, welche aber tatsächlich schon fast Tavernenqualität hat.

Es gibt vorrangig Meze, aber auch Hauptgerichte – das Essen ist schön angerichtet, kein Convenience Food und geschmacklich wirklich gut.

Es gefällt uns, wir sitzen gemütlich zusammen und feiern den gelungenen Tag bei einem Bier und einem Ouzo.
Der Tag klingt spät aus, Sibylle und ich fahren erschöpft nach Hause.

Am frühen Morgen erhalte ich eine WhatsApp von meinem Freund aus Schliersee – „…bin am Weg, Hellas ich komme!“

René und ich sind seit mehr als 40 Jahren Freunde – jetzt ist er auf dem Weg nach Leros

Der eine kommt, die andere bereitet ihre Abreise vor. Sibylle wird übermorgen Mittag mit dem Inselhopser nach Athen fliegen und dann nach München weiterreisen.

Wann sie zurück kommt ist ungewiss, es gibt zwar eine Buchung für den 30.11., dies ist aber flexibel gestaltet, denn ein Gesundheitsthema muss final geklärt werden.
Sollte mehr Zeit notwendig sein, dann bleibt sie eben länger.

In so einer Vorbereitung gibt es immer einiges zu tun, da wollen wir heute ein paar offene Punkte abhaken.
So müssen wir zum Beispiel mal wieder Getränke kaufen – da muss „Klicker“ ran.
Ich begleite Sibylle und freue mich über erste Weihnachtsdekoration…

Na wunderbar – es geht also los

Es wird nochmals Wäsche gewaschen, Sibylle schaut nochmal bei allen Freunden rein und fängt schonmal locker zum Packen an.

Ich verabrede mit ihr, dass ich sie noch für zwei Arbeiten brauche, dann käme ich alleine zurecht.
Diese Punkte stehen morgen auf der Liste – ich habe heute Griechischkurs! Dachte ich…

„The Leros Way“ – das HUB ist ein guter Treffpunkt und unser Klassenzimmer
Wir warten auf Eirini und ich stehe eine Weile am Balkon – ein schöner Ausblick

Eirini vergisst uns, besser gesagt, sie verwechselt die Anfangszeiten und versetzt uns – auch das ist Griechenland.

Ich habe keine Lust mehr auf die hübsche Lehrerin zu warten und fahre heim.
Ich merke ohnehin, dass ich etwas Anlaufschwierigkeiten habe – die Lernmethodik wurde umgestellt und ich habe noch nicht final entschieden ob mich das freut oder nervt.

Zuhause wurde gekocht und Sibylle und ich lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am neuen Morgen weht ein anderer Wind – draußen zunächst mal gar keiner, aber auf NESSAJA wohl!
Heute gibt es viel zu tun – erst eine Tasse Kaffee, dann packen wir es an.

Ohne dem schwarzen Gebräu geht gar nix

Heute stehen EXELIXI und ELOWYN am Plan – und was macht man an Tagen ohne Wind?
Richtig, die Segel abschlagen…

Mit der Genua fangen wir an
Das geht recht schnell, denn an Bord ist alles tadellos
Weil es so gut läuft, machen wir das Groß auch gleich
So ein Lattengroß ist immer etwas aufwändig – aber bei einem 35 Füsser gut zu handeln
Wir demontieren noch die Lazybags…
…dann melden wir dem Eigner Vollzug – ich wähne mich fertig (was sich als Trugschluss herausstellen sollte)

Wir haben uns eine Pause und ein Eis verdient. Auf dem Weg zur Eisdiele machen wir noch einmal einen Umweg über Plaka und sehen am Haus nach dem Rechten.

Ich musste mit unserem Erntekapo Nikos noch besprechen wann er die Bäume schneiden wird – „…nicht vor Januar!“ meint er…
Ok, dann hab´ ich das mal aus dem Sinn…

Bei Sibylles „Breezy“ hatte ich vergessen die Batterie abzuklemmen, auch das habe ich noch schnell erledigt.

Am Haus ist alles ok, der Briefkasten ist leer
Ich schicke René ein Bild von Leros – hier kann man noch mit kurzer Hose fahren…
…schöne Grüße von uns – ich warte

Nachdem wir unsere Eisspezialität genossen hatten, war noch genug Tag übrig um auch den zweiten, wichtigen Punkt auf unserer Liste abzuhaken.
Auch zum Abdecken des WILLI brauche ich Sibylles Hilfe, denn die 12qm große Plane kann man zu zweit einfach besser handhaben.

Sie muss sturmsicher verzurrt werden und soll keine Wassersäcke bilden.
Dafür haben wir uns wirklich lang überlegt, wie wir es angehen.

Von Hans´ altem Vordach blieb ein exakt passender Balken übrig – WILLI bekommt einen First
Um die Plane erst einmal zu fixieren, muss ich durch den Sand krabbeln
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – passt und ist stabil

So, dieses Tagwerk wäre geschafft – wir haben uns einen Tavernenbesuch zu zweit verdient, es wird Sibylles Abschiedsessen.

Sie entscheidet sich, ein wenig holprig, für das „Tis Kakomoiras“, denn Meze stehen auf ihrer Wunschliste.

Ja und Meze in Griechenland heißt – voller Tisch 🙂

„Hm, was nehm´ ich nur???“
„Lass´ mich mal bestellen!“ 😉

Wir schnabulieren was das Zeug hält und nehmen trotzdem noch Reste von den beiden Salaten mit – aber es war wirklich sehr gut!

Zum Schluss gibt es noch einen Ouzo – der steigt mir zu Kopf und ich lass´ mich mal wieder zu Handlungen hinreißen, welche Sibylle die Schamesröte ins Gesicht treiben…

Ein bisschen Spaß muss sein

Der Tag endet, wir gehen ins Bett und wünschen uns, zum letzten Mal für einige Zeit, persönlich eine „gute Nacht“.

Morgen reist meine Frau für ein paar Wochen in die Heimat – ich bleibe zurück, einsam und alleine…

Wir wollen gerade das Licht ausschalten, da klingeln beide Mobiltelefone gleichzeitig – das kann nur aus unserer Gruppe kommen…
Stimmt – Alex meldet sich zu später Stunde…
„Das Wetterfenster scheint ideal, sorry für die kurzfristige Planung, aber wie schaut es aus – morgen um 09.00 Uhr bei uns zum Coppercoat streichen?“

DAS ist wirklich kurzfristig – ich tippe in mein Telefon „OK, bis morgen um 09.00 Uhr! Gegen Mittag muss ich Sibylle zum Flughafen fahren“

So ergibt es sich, dass mich an Sibylles Abreisetag der Wecker aus dem Bett holt und ich nach einer Tasse Kaffee alleine zu ANAHITA wackle – COPPERCOATTAG, hurra!!!

Die Einheiten stehen bereit und bedrohen uns mit einem harten Tag Arbeit

ANAHITA ist im Vergleich zu den beiden letzten Schiffen an deren Coppercoatanstrich ich beteiligt war, ein recht großes Schiff.
Zudem ist sie ein Langkieler, das heißt die zu streichende Fläche ist nochmals um ein paar Quadratmeter mehr.

Es ergab sich automatisch, dass die beiden jungen Paare, Alex und Antonia von der ANAHITA, sowie Ben und Caetlin von der DONNA, als Teams auftraten – so blieb für mich die Rolle als „Barkeeper“ und Mixmeister.

Das mache ich gerne, das war auch in der Vergangenheit meine Aufgabe. Ich richte mich also am Tresen häuslich ein…

Alles gut sortieren und vorbereiten
ich muss die Volumeneinheiten in Gewicht umrechnen, die Eichstriche an den Behältern sind später nicht mehr lesbar
Dann geht es los – es kommt auf Genauigkeit an, Coppercoat ist die Diva unter den Anstrichen

Da Coppercoat wirklich exakt nach Herstellervorgabe verarbeitet werden muss, bekommt jeder noch einmal eine kurze Einweisung.
Alex trägt die Hauptverantwortung, er sagt an, wie er die verschiedenen Schichten haben will.

Es wird reihum gestrichen, bis man am Heck ankommt, kann bereits am Bug wieder von vorne begonnen werden.
Es muss „nass in nass“ gestrichen werden, gleichmäßiger Auftrag, nicht zu dick.
Ziel sind sechs bis sieben Lagen.

Das Mischungsverhältnis ist klar vorgegeben, wird aber von Lage zu Lage leicht angepasst.
Es kommt letztlich auch auf eine gute Kommunikation an!
Die Farbe muss stetig gerührt werden, der Akkuschrauber hat ab jetzt eine 8 Stunden Schicht!

Natürlich wird das Geschehen auch dokumentiert, denn das A-Team bloggt ja auch.

Bitte alle recht freundlich
Jetzt geht´s los
Ich mische – und rühre – und verteile
Wie bei LIBERTÉ und SAGITTA sieht die erste Lage echt scheiße aus – man braucht Geduld
Da die Frauen in den Teams körperlich etwas kleiner sind, lag es auf der Hand, dass die Jungs nach oben streichen und die Mädels die untere Hälfte übernehmen – den anstrengenden Part

Die vier waren, vermutlich ob ihrer Jugend, rasend schnell! Bereits kurz vor Mittag waren drei Lagen gestrichen und es verlangte uns nach einer Pause.

Ganz so einfach ist auch das nicht, denn man will die Behälter natürlich leer streichen und die vorhandene Mischung verbrauchen.
So haben wir uns schon bei der Hälfte der dritten Lage abgestimmt – ich habe das Mischen aufgehört und den Rest verteilt.
Die Teams haben ihre Farbe gut eingeteilt und zugesehen, dass die Farbmenge für die Komplettierung der Lage reicht.

Das hat perfekt geklappt – Zeit für einen Break!

Kaffee und Getränke sowie Brotzeit für alle – das A-Team hatte an alles gedacht…
…und motivieren können sie auch

Nach der Mittagspause ging es Schlag auf Schlag weiter – man darf nicht zu lange aussetzen, denn die Farbe darf nicht anziehen.

So war die Dauer unserer Pause ohnehin auf zehn Minuten limitiert, da konnten wir so schnell sein wie wir wollten.

Nur langsam stellt sich ein Deckungsgrad ein – nach vier kompletten Lagen sollte eine Deckung erreicht werden
Die jungen Frauen rackern wie verrückt – Chapeau
Man merkt – so langsam wird es

Inzwischen war die Mittagsstunde verstrichen, Sibylle taucht auf und erinnert mich an die bevorstehende Abreise.

Ich weise Caetlin in die Kunst des Coppercoatmixens ein und sie übernimmt für die nächste Stunde.

Da Antonia auch in einen kurzen Videocall muss, streichen Alex und Ben jetzt für eine Stunde alleine.
Ohne deren Leistung auch nur irgendwie schmälern zu wollen, man merkt sofort, dass nur noch ein Team streicht, die Pace lässt spür- und messbar nach.

Ich hole Sibylles Tasche, meine Frau verabschiedet sich vom ABC-Team und wir fahren los – Richtung Flughafen.

Auf dem Weg dorthin gabeln wir Brigitte und Hans auf, die beiden werden den gleichen Flieger für den Weg nach Hause nutzen.
Beim kurzen Stop in Crithoni dürfen wir noch einmal das Dach bestaunen – die Beiden haben es tatsächlich noch fertig bekommen!

Sieht top aus – aber jetzt müssen wir zum Flughafen

Am Airport müssen wir nicht lange warten. Der Flieger ist schon angekommen, das Check-In hat schon begonnen und nach nur einer Viertelstunde steigen Sibylle und die Freunde zu.

Mir bleibt nur hinterherzuwinken und mich alleine auf den Rückweg in die Marina zu machen.

Die Fluggäste sammeln sich zum Boarding – für mich ist es Zeit zu gehen

Zurück in der Marina, es ist inzwischen ja Nachmittag, tischt Alex ein Reparierbier auf – wer könnte jetzt schon Nein sagen.

Sibylle mahnt ja auch immer an, ich solle viel trinken – ich will, jetzt da sie nicht da ist, ihren Ratschlägen auch immer Folge leisten!

Ran an die Farbrollen – Yammas!!!

Auf das Leben – zum Wohl

Die Teams bilden sich wieder neu, Antonia ist zurück und greift wieder zur Rolle, auch Caetlin streicht wieder.

Ich begebe mich abermals ans Mischpult und versorge die Malerteams mit dem teuren Anstrich.

Ab jetzt geht es insgesamt wieder schneller, aber man spürt trotzdem, dass die Arme müde werden.
Das Tempo ist mit dem des frühen Vormittags nicht mehr zu vergleichen und obwohl wir echt schnell waren, wird es zum Spätnachmittag hin ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ben hatte sich den Kopf angeschlagen und streicht mit Eisbeutel
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont
Auch die Arbeit am Mischpult hinterlässt Spuren
Großes Finale – wir beginnen die sechste Lage…
…die Sonne geht langsam unter
Während die Sonne sich anschickt am Horizont zu verschwinden…
…werden die letzten Kräfte mobilisiert

Wir werden „just in time“ fertig. Die Sonne geht unter, es wird schlagartig kalt und die „blaue Stunde“ bricht an.

Wir sind erschöpft – ich habe schon vor ein paar Minuten zur „last order“ gerufen und dann meine Farbbar geschlossen – alle berechneten Coppercoatpakete waren vebraucht.

Ben und Caetlin haben ihren Behälter leer gestrichen und Caetlin war körperlich erschöpft, sie hat ernsthaft und nachdrücklich nach etwas zum Essen verlangt, sie brauchte Energie!

Alex und Antonia nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass sechs volle Lagen gestrichen waren.
Sie verstrichen die überige Farbe noch an den stark beanspruchten Stellen des Wasserpasses und der Kiel- und Rudervorderkante – dann war auch ihr Behälter leer!

Wir waren fertig, als die Dunkelheit anbrach…

ANAHITA trägt jetzt sechs Lagen Coppercoat

Antonia und Alex ließen es sich nicht nehmen uns alle auf ein Abendessen einzuladen – es gab Pizza an Bord der ANAHITA und wir saßen noch eine ganze Weile zusammen.

Die kleine Bordkatze der ANAHITA, ihr Name ist jetzt Aria, hat sich den ganzen Abend zu mir geschmiegt.
Klar, Antonia und Alex sind in die Verantwortung gegangen – aber es war meine Hand, die sie aus dem Radkasten gezogen hat und sie in die Hände der beiden Landshuter übergeben hat.
Sie hat sich den ganzen Abend verhalten, als wüsste sie es und würde es danken…

Aria lag den ganzen Abend bei mir
Die Pizza war übrigens vorzüglich

Zwei Bier später bin ich zufrieden zu NESSAJA getorkelt – sind ja nur ein paar Schritte.

Daheim setze ich mich zum Runterfahren noch auf meinen Platz auf der Salonbank und lese meine Nachrichten – eine ist von meinem Freund René…

Er ist ja auf dem Weg zu mir und sendet Grüße aus Albanien, alles läuft gut, er käme bald!

Zwei Drittel der Strecke sind geschafft

Ich freue mich, übermorgen sehr früh ist es soweit – ich werde es mir nicht nehmen lassen, ihn von der Fähre abzuholen.
Jetzt aber, ab ins Bett, ich schlafe sehr zufrieden ein.

Am nächsten Morgen stehe ich recht rasch auf und halte mich auch mit dem Kaffee nicht lang auf – mein Freund kommt in der Folgenacht und ich will noch ein paar Punkte erledigt wissen.

Zum einen hat Hans mich gebeten ein Paket von der Post zu holen. Ein Paket von dem niemand mehr dachte, dass es ankommen würde – es war verschollen, angeblich auf dem Weg zurück zum Absender und tauchte dann doch wieder auf – wann? Natürlich am Tag der Abreise der Beiden.
Also war mein erster Weg der zur örtlichen Post.

Check – das Paket kann im Haus auf die Rückkehr der Freunde warten

Der nächste Punkt dreht sich um ELOWYN – Volker hat noch eine Reparaturaufgabe nachgezogen, nämlich die Prüfung und gegebenenfalls die Erneuerung des Loggedurchbruchs.

Als ich das gestern beim Abendessen erzählt habe, hat Ben mir ein Ersatzteil angeboten – er hätte noch ein neues herumliegen, na wenn das kein Zeichen ist!

Ich muss das Teil abnehmen, den Tauschwert mit Ben bestimmen und es dann auf ELOWYN verstauen.

So ein Zufall – das ist nicht unbedingt ein gängiges Teil

Last not least holt mich EXELIXI abermals ein. Ich hatte gehofft meinen Teil erledigt zu haben, aber ein anderer Segler, welcher als Helfer gehandelt wurde, hat kurzfristig mit der Begründung abgesagt, dass „…er das nicht alleine könne!“

Na toll! Ok, dann mach ich es halt – alleine!

Das olle Schlauchboot muss verräumt werden – trotzdem, dass es kaputt ist
Ich lasse es trocknen, lasse die Luft ab und falte es entsprechend
Die Tasche verstaue ich im Cockpit – das ganze Ding fischelt

Ein weiteres Mal gebe ich Info an den Skipper und vermelde, dass die Aufgabe erledigt ist.
Ich passe die Checkliste an und gebe klar zu erkennen, dass meine Pflicht an ELOWYN keine weiteren „Nebenarbeiten“ mehr zulässt.

Der Skipper bedankt sich und nimmt es hin. Ok, die Arbeiten an Land lasse er dann von der Werft durchführen.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht von der Platte ist.

Für heute aber schon – ich verhole mich ins „SouVLakki“ und nehme mein erstes Dinner alleine ein.
Ich bin nachdenklich – Sibylle ist zuhause, René kommt her, es fühlt sich an wie eine verkehrte Welt.
Zum Glück habe ich nicht allzuviel Zeit um darüber nachzudenken.

Zur Abwechslung einen Burger

Danach gehe ich an Bord und stelle den Wecker – Weckzeit 03.00 Uhr, geplante Ankunft der Fähre ist um 03.35 Uhr.

Sofort nach dem Weckerklingeln checke ich die Position der Fähre.
Diese scheint voll im Plan zu sein, ich springe also auf, ziehe mich an und fahre mitten in der Nacht mit dem Motorrad nach Agia Marina.

Die BLUESTAR 2 hat Patmos verlassen und nimmt Kurs auf Agia Marina

Ja, richtig gelesen. Seit ein paar Wochen ist der Haupthafen von Leros, der in Lakki, wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Der Ausweichhafen, auch für die großen Fähren, ist jetzt das kleine Agia Marina mit seinen engen Gassen.
Na, ich bin mal gespannt!

Die Fähre kommt pünktlich an…
….und öffnet ihren Schlund – wo ist René?

Ich parke an der Straße, so dass mein Freund mich nicht übersehen kann. Ohne großes Hallo hänge ich mich vor ihn und geleite ihn einmal quer über die Insel in die Marina.

An der Pforte wird uns geöffnet und ich stelle den zweiten Biker als „my best Buddy from Germania“ vor.

Erst am Ponton steigen wir ab und nehmen uns in den Arm wie Männer sich eben in den Arm nehmen.
Ich freu´ mich wie ein Schnitzel, dass er da ist!

Wir laden sein Bike ab, tragen das Gepäck auf´s Schiff und trinken erstmal ein Bier.
Bestimmt eine Stunde sitzen wir da und quatschen, während wir an unserem Dosenbier schlürfen.
Erst gegen 05.30 Uhr legen wir uns noch einmal ins Bett und schlafen auch nochmal für zweieinhalb Stunden.

„Willkommen auf Leros mein Freund!“ – wir entschließen uns für ein Frühstück im „Coffee Lab“. Und das war nicht von schlechten Eltern!

René ist angekommen – noch müde, noch fertig von der Reise, aber das wird sich ändern…
…nachdem wir gefrühstückt haben und Kaffee durch unsere Adern fließt

Klar nutzen wir jedes Beisammensitzen und jede Minute, die wir nicht am Motorrad sitzen werden, um über Gott und die Welt zu sprechen.

Wir leben inzwischen in verschiedenen Welten und akzeptieren das auch gegenseitig.
Jeder erzählt seine Geschichten, dann schwelgen wir ein wenig in der Vergangenheit um dann über die Zukunftspläne und die Zeit die noch bleibt zu philosophieren.

Letzlich ist René aber hier, um mit mir einen kleinen Teil von Griechenland zu entdecken – und mit der kleinen Ägäisinsel Leros fangen wir an…

Offroad fahren wir hoch zu den verfallenen Gefechtsstationen aus dem WW II
Das Wetter ist uns hold, wir haben jenseits der 20°C Marke
Hier haben deutsche Maler in ihrer Zeit als Soldaten kleine Kunstwerke hinterlassen
Die Griechen lassen das Zeug verfallen – morbider Charme aus einer grauen Zeit
Manches als echte Malerei angelegt, anderes eher wie lustige Kurzgeschichten
Es lohnt sich genau hinzusehen
Das Gebäude ist eher bedrückend und dem Verfall preisgegeben – es dient als Unterschlupf für die Ziegen

Offen gesagt, ich bin kein Freund davon das Gedenken an den Krieg mit aller Gewalt aufrecht zu erhalten.
Klar, man darf die Gräueltaten nicht vergessen und die Geschichtsbücher sollen bitte offen und schonungslos berichten – aber alle damaligen Gefechtsplätze zu Gedenkstätten zu machen, halte für nicht zielführend.

Außerdem ist es sinnlos, das zeigt die aktuelle Entwicklung, der Mensch lernt nicht aus seinen Fehlern.

Wir fahren wieder nach unten – nächstes Ziel ist die kleine Felsenkapelle Panagia Kavouradena.
Für René sind die ersten Offroadstrecken herausfordernd, aber er schlägt sich wacker!

Jaaaa, wir haben kurze Hosen an – aber wir sind Kinder der 80er und werden das (hoffentlich) überleben
Panagia Kavouradena ist eine wunderschöne, besondere Kapelle
Verdamp´ lang her, verdamp´ lang – Freunde seit 42 Jahren
ICH finde sie schöner als den berühmten Bruder Agios Isidoros, der Innenraum ist in den Fels gehauen

Weil wir schon in Xirokampos waren, haben wir einen Haken auf eine Strecke geschlagen, die ich noch nicht befahren hatte.

Auf der Südseite der Lakki-Bucht ragt der höchste Berg der Insel auf. Es gibt ein Gipfelkreuz, welches zwar nicht an höchster Stelle steht, aber nach Sibylles Bekundungen, an einer voll befahrbaren Schotterstraße.

Sie hatte mir im Vorfeld des Besuchs von René die Strecke beschrieben und ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Track finden würde – also haben wir uns auf den Weg zum höchsten befahrbaren Punkt von Leros gemacht.

Über 5km zieht sich die Straße hoch – rechts am Bildrand sieht man auf die Marina hinunter
Wir sind hochgefahren bis zum Gipfelkreuz – hier hat man eine herrliche Aussicht, im Süden nach Kalymnos…
Richtung Südwesten konnten wir die schemenhaften Umrisse von Amorgos erkennen – es ging steil bergab
Richtung Norden erkannte man Patmos und Lipsi, im Hintergrund die Berge von Ikaria – zuvorderst die Riva von Lakki

Uns war nach einer Pause! Und es dürfte keinen Blogleser schwerfallen zu erraten, wohin ich meinen Besuch zur ersten Pause auf der Insel führe – ich will meinen Freund schließlich an meinem Leben teilhaben lassen…

Klar – der Abstecher führte uns direkt in die Eismanufaktur der Familie „Repapis“.
Doch zunächst mussten wir die über fünf Kilometer auf teils steilen, engen Schotterstraßen wieder hinunter fahren.

Das war echt anstrengend, hat aber total Spaß gemacht!

Die Kurven zwischen den Felswänden waren teilweise betoniert
Bei „Repapis“ bereitet man sich auf Weihnachten vor
Der berühmte Rentierschlitten steht auch schon – René kann es kaum fassen

Aus den Lautsprechern tönt „Driving home for Christmas“ und ähnliches.
Nein, „Last Christmas“ von Wham habe ich bisher noch nicht gehört, aber das kommt sicher noch.
Wie auch immer, René und ich sitzen in der Sonne, genießen das Leben bei spätsommerlichen Temperaturen, reden von einem Bad im Meer und schlotzen ein Eis.
Im Hintergund läuft „Little Drummer Boy“…

So – ein – perfekter – Tag!!! Im Hintergrund der Berg, von dem wir gerade kamen
Wir denken an unsere Frauen, die sitzen gerade im Landkreis Miesbach bei 30cm Schnee und -8°C

Was machen wir jetzt? Der Tag ist noch zu jung um sich auf NESSAJA zurück zu ziehen, anderseits reicht es René für heute mit Offroad Touren.

Das ist nachvollziebar, er war schließlich vor 24h noch irgendwo zwischen Patras und Athen – ihm steckt die Fährfahrt in den Knochen.

Er hatte gestern das Kastell gesehen – „…kann man da hochfahren oder muss man die Stufen gehen?“ fragt er.
„Man kann hochfahren bis vor´s Tor und wir kämen an den Windmühlen vorbei!“ antworte ich.

Nix wie hin, das ist unser Ziel für den Nachmittag!

Die Windmühlen sind geschlossen und eignen sich zu dieser Jahreszeit nur als Fotomotiv
Beim Kastell haben wir die Öffnungszeiten gecheckt, wir können eintreten und das Bauwerk besichtigen
Beim ersten Besuch ist es beeindruckend
Wir machen Dutzende Bilder…
…auch von mir gibt es mal welche

Wir gehen die alten, dicken Mauern ab und stellen uns die Geschichten vor, die diese Burgen erzählen könnten – es ist beeindruckend.

Ich versuche René einen Überblick über die Inseln zu geben, welche man rundum sieht – bis hinüber zur türkischen Küste.
Und natürlich sieht man von hier oben auch ganz gut, wie sich Leros aufteilt – ich kann erklären, wo unser Haus steht und in welche Richtungen wir das Meer sehen.

Dann heißt es zurück in die Marina, die Sonne geht unter, es wird frisch. Wir wollen den Tag passend und stilvoll ausklingen lassen!
Die Frage ist – wohin zum Dinner???

Abermals geht es an den Mühlen vorbei, welche noch einmal ein typisches Fotomotiv anbieten

Wir sitzen ein bisschen in NESSAJAs Salon zusammen, trinken ein Bier und überlegen, was wohl als Dinner für einen ersten Abend passen würde.

Nun, ein bisschen herausfordernd ist das schon, denn aufgrund der Tatsache, dass einige der perfekten „1st evening“ Tavernen schon geschlossen haben, ist unsere Auswahl nicht allzu groß.

Ich hätte, mit Verlaub und ohne Wertung, das „Pirofani“ an einem lauen Sommerabend am besten gefunden.
Das aber hat geschlossen – meine erste Wahl für genau solche Fälle, gepaart mit der Tatsache, dass wir aufgrund der abendlichen Temperaturen ohnehin drinnen sitzen wollen, hat jedoch geöffnet…

Die Wahl fällt auf die Meze Taverne „Tis Kakomoiras“!

Wir schlemmen wie die Fürsten

Selbst meinem Kumpel, durchaus reiserfahren, fällt es einigermaßen schwer, die typische Art des griechischen Essens anzunehmen.

Alles was auf den Tisch kommt steht „in der Mitte“ und jeder kann zugreifen, von allem, mal mehr, mal weniger – ganz wie es gefällt und mundet.

Wir genießen Meze, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Salate. Es hat an nichts gefehlt und es hat super geschmeckt.
Dass uns die Ränzen ein wenig gespannt haben, bleibt eine Randnotiz.

Ach übrigens, zum Dinner sind wir mit „Klicker“ gefahren – der schwarze A6 quattro war früher Renés Auto, es war mir ein Vergnügen, ihn damit zu chauffieren.
Die Moppeds hatten Pause – und unsere Popos auch 😉

Der Frühstücksplatz am Folgemorgen war ein anderer – unsere Wahl fiel auf´s „La Palma“, dort wollten wir ein „Männerfrühstück“ einnehmen.

Schöner kann man kaum in den Tag starten

Das hat leider nur bedingt geklappt – René war etwas lesefaul, seine Speisekarte zudem etwas abgewetzt, so fiel es nicht auf, dass das Rührei bei seinem Frühstück gestrichen war.

Er bekam nur ein paar Marmeladepäckchen und Toastbrot und hat neidisch auf mein „Workers Breakfast“ geschaut – ich hatte mich für Spiegeleier mit Speck entschieden…

Diese unterschiedliche Kraftbetankung sollte sich später noch auswirken 😉

Doch bevor wir loskonnten, standen profane Hausarbeiten am Programm – der Biker und der Segler mussten Wäsche waschen…

So, Shirts und Unterbuxen hängen auf der Leine

Endlich konnte es losgehen. Weil Leros per se ja nicht so groß ist, hatten wir auch heute wieder die Offroadstrecken der kleinen Dodekanesinsel im Visier.

Am Ende des dreitägigen Besuchs wollte ich meinem Freund die Insel komplett gezeigt haben, soweit möglich, wollen wir alles abseits der Straßen fahren.

Heute geht es in den Westen der Insel, es galt das „Aerophon“ zu erkunden.

Fotostop – die Ziegen sind allgegenwärtig und interessieren sich kaum für uns
Siehst Du mich, seh´ ich Dich – alles eine Frage der Perspektive
Ja, die Perspektive – aber das hatten wir ja schon

Ich freue mich, dass René auch Bilder von mir macht. So kann ich den Blogbericht einmal etwas anders darstellen und das Erlebte auch aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
Die Bilder von den Motorradfahrten sind daher ein Potpourri, von mir und meinem Freund fotografiert.

Am Bankerl am Ende der Betonstraße legen wir einen weiteren Fotostop ein.
Wir sprechen über die umliegenden Inseln, aber auch über das Containerdorf, welches für die Flüchtlinge gebaut wurde und von hier oben deutlich zu sehen ist.

Für René ist es das erste Mal, dass er auf einer der vielzitierten „Hotspot“-Inseln ist, eine neue Erfahrung.

Der Blick nach Süden, nach Kalymnos und, am Horizont, Kos
Beim Blick nach Osten sieht man die Marina (links im Bild) und das Containerdorf (rechts im Bild)
Ab hier geht es auf grobem, teils ausgewaschenem Schotter weiter
Der Track zieht sich bis auf das Hochplateau…
…wo man das „Aerophon“ bestaunen kann

Der „Parabolic Acoustic Mirror“ wie er offiziell heißt, ist in Google zu finden und eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten auf Leros.

Ok, wieder so ein Kriegsding, Leros kann seine Vergangenheit nunmal nicht leugnen.
Ok, interessant zum Ansehen ist der Bau allemal und auf einer angebrachten Tafel erfährt man alles Wissenswerte.

Als Kulturerbe klassifiziert

Wir gehen ein paar Schritte nach vorne, von der Abbruchkante aus, kann man die Bucht von Gourna sehen.

Dort befindet sich „Agios Isidoros“, das berühmte Kirchlein auf der Felseninsel.
Dies soll unser nächstes Ziel sein, aber natürlich führt unser Weg offroad dorthin.
Aufmerksame Leser wissen, woran der Weg Richtung Gourna vorbeiführt – genau, an unserem Häuschen in Plaka, auch das wollen wir im Vorbeifahren besichtigen.

Der Weg ist besprochen – jetzt geht´s los!

Das Bergabfahren war eine Challenge – der lose Schotter verlangte Entschlossenheit am Gasgriff und an den Bremsen.
Unsere Bikes haben ABS, das ist manchmal sogar irreführend. Man muss vorsichtig fahren, darf aber nicht zögerlich sein.

Für René eine echte Prüfung und eine Übungseinheit!

Zumal dann, wenn man einmal unten angekommen, nicht nach links auf die Betonstraße abbiegt, sondern den Weg nach rechts Richtung „Bakerstreet“ (für Insider) wählt.

Da kommt eine sehr grobschottrige, steile Rampe nach unten, die Mensch und Maschine fordert.
Hat man die geschafft, geht es locker-flockig weiter.

Am Haus angekommen, sehen wir uns meine Erungenschaft an. Es kam wie es kommen musste, René zeigt wenig Begeisterung.
Er hasst Bauarbeiten und kann nicht verstehen, warum man das Nomadenleben am Segelboot für ein baufälliges Haus aufgibt.

Nun, erklären kann ich es ihm leider nicht – ich verstehe es selbst nicht und Sibylle ist nicht da. Die könnte es vielleicht in Worte fassen.

Wir erreichen Agios Isidoros…

Das Kirchlein ist einfach schön – wir gehen über den Wall um es von innen zu sehen
René entdeckt das Umfeld, ich suche nach der Antwort auf die zuvor gestellte Frage

Und jetzt, was machen wir jetzt?

Wir haben da so eine Idee – wenn jemand mit dem Motorrad vom Winter in den Sommer fährt um ein paar Tage Urlaub zu machen, was darf auf gar keinen Fall fehlen???

Genau! Ein Bad im Meer, gepaart mit ein paar Sonnenstunden im Liegestuhl am Strand.
Ich selbst kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Liege lag und auch nicht an meinen letzten Flachköpper in das kühle Nass.

Ich schlage, einem Reflex gleich, den Strand in Panteli als Ziel für unsere Musestunden vor.
Gesagt, getan – wir starten die Motoren und fahren blubbernd an den Traumstrand.

„Get your motor runnin‘
Head out on the highway
Looking for adventure
In whatever comes our way“

Freie Liegen gibt´s zuhauf – das Meer lädt zum Bade
Wir lassen uns nicht zweimal bitten…
…sondern folgen dem Ruf ohne Zögern

Wir liegen bestimmt fast zwei Stunden am Strand. Als die Sonne aber hinter den Dachkanten verschwindet wird es schlagartig frisch – wir sollten langsam zurück auf NESSAJA und unsere Wäsche abnehmen.

Aber wie lässt man einen Strandtag Mitte November in Griechenland ausklingen?
Genau, ich merke schon, unsere Bräuche könnten zum Trend werden – wir gehen auf eine Eisspezialität zu „Repapis“.

Vom Strand zu „Jingle Bells“ – krasser geht´s kaum. Aber es fühlt sich gut an, lebendig, ein bisschen verrückt 😉

Gestaltentreffen in Lakki
Das Büdchen hat geöffnet – bei vorweihnachtlichen 22°C

Während wir am Strand saßen, habe ich ein Bild an Sibylle geschickt und sie hat postwendend geantwortet – es sieht so aus, als ob bei ihr sowohl der Winter als auch die Vorweihnachtszeit ziemlich exakt dem Klischee entsprechen…

Und das war erst der Anfang – das sind die Momente in denen mir klar wird, dass es kein Zurück gibt, nicht für mich

Zum Dinner sind wir heute, wer hätte es gedacht, im „SouVLakki“, denn René möchte gerne Giros – „…so richtig griechisch!“
Na da können wir dienen – ich opfere mich und gehe mit!

Danach geht´s ab nach Hause, in NESSAJAs Bauch ist es schön warm, denn wir lassen immer für 30 Minuten die Heizung laufen.
Schöne Stunden – wir sitzen zusammen, klönen über dies und das, trinken Bier und planen unseren Ausflug nach Rhodos.

Als der Plan steht, buchen wir unser Zimmer! Alea, iacta est – die Würfel sind gefallen, wir machen Männerurlaub, drei Tage Rhodos mit der GS!

René greift dann noch weiter vor und studiert unseren Kretaführer und holt sich Ideen ab.
Es wäre zu verlockend, aber ich habe hier viel zu tun und die Rückreise von Kreta würde meine Zeit auffressen.
So sehr ich es bedauere, aber nach Kreta muss mein Freund alleine weiterziehen, in Rhodos werden sich unsere Wege trennen.

René bereitet sich auf Kreta vor – wir waren mehrfach dort, ich kann ein paar Tips geben

Am neuen Morgen trinken wir Kaffee. René druckst rum, er wolle nicht wieder in ein griechisches Café zum Frühstücken, der Stachel von gestern sitzt noch tief.

Ok, was er denn dann wolle, frage ich ihn…

Er wolle jetzt zum Bäcker und in den Supermarkt um einzukaufen, dann kochen wir uns lecker Frühstück, das wäre doch was!

Jaaaa, ich weiß was er meint und hätte die Idee auch ab dem ersten Tag toll gefunden.
Heute ist aber der letzte Tag und alles was wir nicht aufessen wandert sofort in die Tonne – außerdem habe ich keinen Bock auf Abspülen.

„Das lohnt sich doch nicht…!“ erwidere ich.

Egal, er hat es sich in den Kopf gesetzt und fackelt nicht lang – „…ich kauf´ ein, ich spül´ ab!“ sagt er und braust davon.
Ok, dann halt, wenn er es sich so wünscht…

So sieht ein zufriedener Freund aus…
…und so die Küche – was tut man nicht alles

Es beginnt unser letzter Tag mit dem Motorrad auf Leros. Wir sind frisch gestärkt, unsere Fährfahrt ist eingecheckt und die Koffer sind gepackt.

Kurz, die Pflicht ist erledigt und nachdem wir die Küche wieder in Ordnung gebracht haben, beginnt die Kür.

Die sieht heute wesentlich weniger Offroad Anteil vor – ein letztes Stück, vorbei am Kriegsmuseum und hoch zum Dog Shelter…

Hier verbringt Sibylle viel Zeit, es ist mir ein Anliegen dies dem Freund zu zeigen
Das dreifarbige Mädchen wäre um ein Haar meine gewesen – aber Sibylles Ratio hat es verhindert

…von dort führt unser Weg weiter, abermals am Haus in Plaka vorbei, hoch zu den beiden Stränden im Norden von Leros.

Zuerst besuchen wir Blefoutis, das ist auch für mich interessant, denn ich war lang nicht mehr dort und kenne das Neubaugebiet nicht.

Man stampft aus dem Boden was geht – ob das gut ist? Man wird sehen.
Man hört Gossip, dass sich die Türken über Strohmänner dort einkaufen.
Ich kann mir das gut vorstellen, bleibt abzuwarten, ob dies der Insel einen Aufschwung gibt oder sie eher zum Negativen verändert.

Von Blefoutis nach Paralia Kioura – wir klappern jetzt die wilden Strände ab

Von Blefoutis aus bietet es sich an zuerst Paralia Kioura zu besuchen. Er ist einer der „wilden“, unbewirtschafteten Strände der Insel.

Diese Strände sind meist feinsandig und spärlich besucht, alleine ist man während der Saison aber auch dort nicht.

Paralia Damari
Wir waren direkt am Strand – jetzt heißt es hochkämpfen

Es folgt noch ein kurzer Abstecher nach „Dio Liskaria“. Auf dem Weg dorthin durchfahren wir Alinda und treffen Dimitris, den Wirt des „To Steki“.

Wir quatschen ein bisschen und René ist sichtlich beeindruckt, ich hatte ihm nicht zuviel versprochen, bezüglich meiner Integrationsbemühungen.

Irgendwie hatten wir alles auf Leros gesehen – ich war sicher, dass René an einem der „besonderen Strände“ noch einmal baden gehen wollte…
Aber weit gefehlt, der gestrige Nachmittag habe ihm so gut gefallen, er wolle das gerne wiederholen.

Na wenn mir da sein Wunsch nicht zum Befehl wird.

Wieder lassen wir uns auf den Liegen der „Sorocos Bar“ nieder…
…wieder springen wir ins kühle Nass
Und abermals lassen wir den Nachmittag bei „Repapis“ ausklingen

„Repapis“ kann, das ist bekannt, nicht nur Eis sindern auch Süßigkeiten.
Ich gönne mir heute ein Galaktoboureko mit einer Kugel Parfait Eis – ein Gaumenschmaus!

Dann heißt es zurück zum Schiff und umsteigen in „Klicker“ – wir müssen einkaufen!

Als wir zurückkommen geht die Sonne schon unter…

Ein Traum

Nanu, einkaufen? Am letzten Abend? Was ist da los???

Nun, das „A-Team“ sowie die Besatzung der DONNA rufen noch einmal zum gemeinsamen BBQ und was gibt es herzlicheres als mich MIT meinem Besuch einzuladen.

Wir waren eine illustere Runde und hatten echt viel Spaß, es war ein langer Abend und die Vernunft ließ uns irgenwann ins Bett gehen – Weckerklingeln um 02.30 Uhr!!!

Es gibt Fleisch, Vegetarisches, Salate und frisches Brot…
…sowie Alex´ selbstgefangenen Octopus

„Mario? Mario?“ Ich höre Stimmen! Ich sehe ein Licht? Bin ich im Paradies???

René steht in meiner Kabine und schaltet das Licht ein. Verdammt, ich habe so fest geschlafen, ich habe meinen Wecker nicht gehört!
Es ist 03.00 Uhr, der Kaffee fällt somit aus.

Wir packen, ich mache das Schiff klar für drei Tage Abwesenheit und verschließe den Niedergang hinter mir.

Mach´s gut NESSAJA, bis in drei Tagen…

Mitten in der Nacht gehen wir von Bord…
…und fahren nach Agia Marina
Die Fähre scheint nur wenig Verspätung zu haben
Wenig später können wir einfahren

Bis Rhodos sind es fünf Stunden. Einen Zwischenstop gibt es auf dieser Fahrt nur auf Kos, auf manchen Fahrten gibt es noch einen Halt auf Kalymnos und Symi.

Es zieht sich wie Kaugummi. Man will schlafen, kann aber nicht mehr.
Wir dösen, wir trinken Kaffee – bis irgendwann die fünf Stunden um sind, dann heißt es „ready for disembarkation!“

Wir machen uns klar, in wenigen Minuten öffnet die Rampe auf´s Unterdeck
Gleich gibt der Matrose die Bahn frei – dann werden wir Rhodos entern

Das Haus in dem wir unser Appartement gemietet haben, ist in dem lebendigen Stadtteil neben dem alten Hafen Mandrakis.

Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, was um diese Jahreszeit auf Rhodos los sein wird und wollten daher nicht in der Altstadt residieren.

Es sollte sich als eine gute Entscheidung herausstellen. Jetzt wohnen wir zentral und doch zum Hinterhof hin ruhig, mitten im Herzen des Szeneviertels und können am Abend alles zu Fuß erreichen.

Eine perfekte Location nicht allzuweit vom Hafen – wir checken sofort ein…

Das Haus liegt sehr zentral
Die Zimmer sind modern und freundlich eingerichtet – wir haben zwei Schlafzimmer…
…ich wähle dieses und packe erstmal aus

Was tun am heutigen Tag? Der Plan sah vor, dass wir extra so früh von Leros abfahren um den Tag auf Rhodos noch nutzen zu können.

Ok, dann machen wir das auch so. René hatte sich zuhause schon eingelesen und hatte zuoberst auf seiner Bucketlist den Besuch der „Villa Vecchi“, ein bekannter „lost place“!

Dies sollte unser erstes Ziel sein.

Mit der GS bis direkt vor die Pforte der sagenumwobenen Villa
Die Villa ist gespenstisch – besonders wenn man die Geschichten kennt
Viele Räume sind düster, die Villa dem Vefall preisgegeben
Dennoch sind einige Elemente sehr gut erhalten

Zur „Villa de Vecchi“ gibt es viel zu lesen, einiges ist widersprüchlich, anderes scheint mir sehr phantasievoll ausgeschmückt zu sein.

Ich bin kein Geschichtskenner, lasse mich aber, besonders in einem solchen Kontext, gerne von solchen Geschichten einfangen und fesseln.

Man liest von „Orgien die dort gefeiert wurden“ und der brutalen Herrschaft des Generals über die Inseln der Dodekanes.
Es war eine schreckliche, brutale Zeit damals…

Heute trägt die Villa auch andere Zeichen der Zeit, einer moderneren, bunteren Zeit.

Me too
Die Besucher verewigen sich – Graffiti überall

Wir sehen uns um. Ich kenne den Platz und war mehrfach hier.

Während René um die Häuser schleicht und das Areal entdeckt, sehe ich mir auf der Landkarte an, wie wir unsere heutige Tagesfahrt wohl fortsetzen könnten.

Ich bleibe dabei – eine Landkarte ist etwas schönes! Sie ist bunt und gibt einen sehr guten Überblick.
Die alte Rhodos Karte hat uns stets begleitet, auch auf unseren Touren heute und an den zwei Folgetagen.

Ok, ich habe schon eine Idee

Die Fahrt hierhin war schon prächtig! Wir sind durch das „Tal der Schmetterlinge“ am „Berg des Propheten Ilias“ vorbei bis hierhin gekommen.

Alles auf diesen kleinen gelben Straßen, auf denen zu dieser Jahreszeit kein anderes Fahrzeug unterwegs ist.
Das verspricht Fahrspaß bei geringem Risiko.

Ich habe übrigens zum ersten Mal in dieser Wintersaison meine lange Hose an – ich darf aber vorweg nehmen, dass sie gleich nach meiner Ankunft auf Leros wieder in den Schrank wandert.

Wenn wir schon hier sind, wollen wir auf eine heiße Schokolade in diesem „Hotel im alpenländischen Stil“ einkehren, dies bleibt uns aber verwehrt, das Hotel ist geschlossen.

Das „Elafos Hotel“ gleich neben der „Villa de Vecchi“

Apropos lange Hose – mich fröstelt etwas! Ich habe zwar alle langärmeligen Sachen dabei und trage diese auch, auf meine Windbreaker-Jacke habe ich aber verzichtet.

Bei 20°C ist diese auch nicht nötig. Zwei Faktoren habe ich allerdings unterschätzt – erstens, wenn man acht Stunden Motorrad am Tag fährt, dann zieht es irgenwann rein.
Zweitens, auf 800m Höhe hat es keine 20°C mehr – ich muss mir etwas überlegen – heute Abend dann.

Jetzt geht es weiter, das nächste Ziel heißt „Kastro Monolithos“ – wir fahren weit in den Nordwesten der Insel!

Abermals suchen wir uns die kleinen Nebenstraßen aus
Ein Stück die Küste entlang – bis sich die Burgruine auf dem Monolithen erhebt
Wir beschließen, dass wir uns die Zeit gönnen die Ruine anzusehen

Ich war vor etwa drei Jahren mit Sibylle, Katherina und ihrer Schwester Lisa schon einmal hier.
Uns hat die Ruine damals sehr gefallen, weil die Aussicht von hier oben einfach atemberaubend schön ist.

Wir beschließen daher, dass wir uns den kurzen Aufstieg gönnen und uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen.

Es geht kurz aber knackig nach oben
Die Szenerie belohnt für die Mühen

Als wir hierher gefahren sind, kamen wir durch das „Bienendorf“ Siana. Bei unserem letzten Besuch waren wir eher etwas enttäuscht, in Erinnerung geblieben, ist allerdings die Kirche mit den aufgemalten Uhren – warum das so ist, habe ich nie in Erfahrung gebracht, aber ein seltener Hingucker ist es allemal.

Klar, dass auch René und ich einen kurzen Fotostop machen…

Die Uhren sind aufgemalt

Auf dem weiteren Nachhauseweg, kam uns noch in den Sinn die Ausgrabungsstätte von Kamiros anzusehen.

DAS war damals eines meiner Highlights! Ich bin nicht so der Fan von antiken Stätten, aber die hat mich echt überzeugt.
Eine riesige, beeindruckende Anlage auch für den weniger interessierten Besucher – man kann sich leicht einfangen lassen.

Ich erzähle meinem Freund davon und wir schreiben uns Kamiros auf die Liste, doch leider haben wir Pech.
Als wir vorbeikommen war schon geschlossen. Ich nehme es vorweg, Kamiros blieb während dieses Besuches unerfüllt.

10.-€ ist aber auch nicht zuwenig – vielleicht ein Andermal

Wir sind gefahren was das Zeug hält, es hat uns richtig Spaß gemacht! Zu meiner großen Überraschung hat meine GS deutlich weniger Sprit als auf Leros gebraucht.
Der Kurzstreckenbetrieb und die Fahrten mit Sozia schlagen zu Buche.

Trotzdem musste ich jeden Tag tanken, wir spulen drei Tage hintereinander jeweils 200km ab – auf den kleinen Sträßchen von Rhodos, teilweise sogar offroad.

Acht Liter auf etwas mehr als 200km – das geht

Von Kamiros an, sind wir die restlichen Kilometer bis Rhodos Stadt entlang der Küste gefahren.

Die rund 40km auf der Autostraße ziehen sich, zumal so langsam die Dämmerung hereinbrach und es kühler wurde.
Ich habe es gut ausgehalten, spüre jetzt aber jede Faser in meinem Körper.

Morgen soll es frischer werden, ich brauche eine Windbreaker-Lösung, ich muss mir etwas ausdenken oder ein zusätzliches, günstiges Kleidungsstück kaufen.

Unter unserem Haus ist ein Supermarkt – bis wir geduscht haben und wissen, wo wir unser Dinner einnehmen, gönne ich mir erstmal eine heiße Suppe.

Instant-Tiriaki Nudeln – gar nicht so schlecht

Es war klar, heute gehen wir in die Altstadt und sehen nach, was dort noch so los ist.
Ich war happy, denn mein Lieblingsrestaurant in Rhodos Old Town ist das „Mama Sofia“, dort gibt es die besten Seafood Spaghetti.

Für mich war klar wohin wir gehen, was ich bestelle, wie der Abend abläuft – ich war voller Vorfreude.
Das Internet bestätigt mir – „Mama Sofia“ – geöffnet!

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Die Stadt war menschenleer, fast mystisch
Wir genossen die Stimmung in der leergefegten, mittelalterlichen Stadt
Irgendwie zwischen Orient und Okzident

Ihr ahnt es schon – ich erlebe eine herbe Enttäuschung! Die Stadt ist nicht nur menschenleer, sie ist auch verriegelt und verrammelt – alles war geschlossen, das Internet hat sich geirrt!

Langsam bekommen wir Hunger. Ich kenne noch eine Pizzeria, zwar auch in der Altstadt, aber direkt an einem der Tore, mit Zugang zum pulsierenden Leben.

Aber auch die war geschlossen!

Es war genug für heute, wir nehmen trotz des vorangegangenen Fails, ein weiteres Mal das allwissende Google zur Hilfe und lassen uns zu einer Pizzeria nahe unseres Appartements führen – essen und ab ins Bett, mehr wollten wir nicht!

Es war eine dieser kühlen, modernen Pizzerien, ich war zunächst echt skeptisch.
Aber die Qualität der Pizza hat überzeugt, sie war jeden der aufgerufenen 16 Euros wert.

War echt lecker – Pizza „Mario“ in der Rhodos Edition

Weil ich nie gleich einschlafen kann, mache ich noch meine Duolingo Runde und suche mir dann eine Lösung um den Fahrtwind von meiner Brust fernzuhalten.

Da fällt mir meine Wäschetüte ein – ich bau mir einfach „a Laiberl“, denke ich mir und lege auch sofort los.

Passt – 100% winddicht und im Falle eines Falles sogar wasserabweisend

Jetzt aber, noch eine kurze Message an Sibylle, dann lege ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen nehme ich die Kaffeemaschine der Wohnung in Betrieb – alles da!
Maschine, Kapseln, Wasser und Strom – ein warmer Kaffee fließt aus dem Gerät und haucht mir neue Lebensgeister ein.

Später gehen wir in ein Café und frühstücken fürstlich, erst gegen 11.00 Uhr starten wir unsere Maschinen, vorher ziehe ich noch meine neue Wetterkleidung an, um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein…

Jetzt kann nix mehr schiefgehen

Los geht´s – gestern war ein wirklich cooler erster Tag, wir haben schon ganz schön was angesehen.
Was können wir da heute noch folgen lassen???

Nun, wir legen an der Südküste los, fahren noch einmal ins Landesinnere und dann hinunter nach Lindos, dort steht die zweitgrößte Akropolis in Griechenland, das muss man gesehen haben.

Lindos – ausnahmsweise mal nicht bei stahlblauem Himmel
Zunächst mal die Bilder für´s Album

Natürlich fahren wir hinunter, um einmal durch den Ort zu gehen.

Ich positioniere mich – ich war schon dreimal auf der Akropolis. Mir ist der Weg nach oben unangenehm, der Eintritt ist mir zu teuer.
Ich würde unten warten, René könne derweil dieses Kulturerbe bestaunen.

Aber irgendwie war auch ihm nicht so nach Sightseeing zumute.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt geschlendert, aber außer Andenkenläden war hier nichts offen.

Ein Drink oder ein Snack blieb uns hier verwehrt – dabei hätten wir essen können ohne Reue…

DAS war mir neu – ein völlig neuer Ansatz

Ok, dann geht die Reise weiter – wir machen einen Abstecher zum kreisrunden Strand „Agios Pavlos“ und setzen die Fahrt dann fort bis an den Westzipfel der Insel.

Dort ist ein weiterer berühmter Strand, ein Hotspot für Surfer und Kiter – der Doppelstrand von „Paralia Prasonisi“.

Ich denke, dass René gerne an Strände fährt, so hat jeder seine Leidenschaft – ich füge mich hier gerne, auch wenn ich weiß, dass die Anfahrt dorthin zu den eher langweiligen Strecken auf der Dodekanesinsel gehört.

Kilometerlang über flache, eintönige Flächen – dann ist der Strand erreicht
Klar, dass wir Bilder aus allen Perspektiven machen…
…aus allen Perspektiven

Weiter geht´s! Es war klar wie Kloßbrühe, dass zumindest ich mich, gegeben durch die Tatsache, dass Sibylle nicht auf dem Sozia sitzt – dass also zumindest ich mich nicht davon abhalten lassen würde, meine Fahrt bis zur Wasserkante fortzusetzen.

Nicht klar war, dass mein Freund meiner Spur folgen würde – mit seiner nagelneuen GS ein kleines Wagnis, ist sein Bike doch viel schwerer als meines und zudem nur mit Streetpneus ausgestattet, während ich mit Semi-Enduros unterwegs bin.

Here we are – that´s life
Das ist doch mal ein Bild

Was man am Foto nicht sieht ist, dass René schon die Schweißperlen auf der Stirn standen, denn irgendwie hatte er sich schon festgefahren.

Aber als ich ein bisschen schob und er die Elektronik auf „Enduro“ gestellt hatte, war der Sand kein allzugroßes Hindernis mehr.

Ich kam selber wieder zurück auf festen Boden – schade, dass keine der coolen Bars offen hatte, wir hätten uns eine Kaltschale verdient gehabt!

Check! Die Fotos sind gemacht, es kann weitergehen…
„Keine Lust schwimmen zu gehen?“ frage ich meinen Freund.
Zu meiner Überraschung verneint er und wir setzen unsere Fahrt fort – wieder liegen ein paar langweilige Kilometer vor uns, bevor wir auf die kleinen Bergsträßchen abbiegen können.

Es zieht sich ein bisschen – aber man muss trotzdem auf der Hut sein…
…denn unverhofft kommt auch hier oft
Das vorhergesagte schlechte Wetter rückt näher

Wir entschließen uns, eine echte Pause zu machen. Der nächste Ort bietet sich für einen Tankstop, einen „Light Lunch“ und einen griechischen Kaffee an.

Gesagt, getan, wir stoppen an einem netten Platz, hier haben zwei Tavernen geöffnet.
Eine ist schon gut besetzt, an einer zweiten winkt eine alte Dame.
Wir entscheiden uns dafür, der alten Dame ein Mittagsgeschäft zu gönnen und kehren bei ihr ein.

Eine gute Entscheidung, wir werden einfach aber sehr gut und herzlich bewirtet.

Mein „Windshield“ hat sich bewährt
René isst Moussaka, ich entscheide mich für einen Saganaki mit Brot und Tsaziki
Im Nachbarlokal ist mehr los, es wird im Reiseführer beworben – auch die Katzen scheinen den Reiseführer zu kennen

Wir wollen noch einmal über die Berge – inzwischen waren wir soviel unterwegs, dass wir nach „Straße schon gefahren“ und „die kennen wir noch nicht“ entscheiden.

Die jetzt gewählte Straße führt noch einmal zu den hohen Bergen der Insel, dort haben sich inzwischen die Regenwolken festgehangen.

Ok, wagen wir es oder nicht?
Es fängt tröpfeln an – wir drehen um

Als es anfängt zu regnen, stoppen wir und beratschlagen uns. Wir haben beide keine Regenkleidung an, es sind fast 60 Kilometer bis nach Hause – eine Strecke von rund einer Stunde, welche ich nicht patschnass fahren will.

René stimmt zu und wir drehen um. Wir wählen die andere der noch nicht von uns befahrenen Straßen welche im Norden der Insel verläuft.
Dort ist es heller und wir können dem Regen tatsächlich davonfahren – nur ein kurzer Schauer erwischt uns, der ist aber von so kurzer Dauer, dass wir ihn praktisch „unterfahren“, wir bleiben trocken.

Erschöpft und zufrieden kommen wir in der Dunkelheit vor unserem Appartement an…

Ein weiterer Tag geschafft

Das Dinner gibt es heute in einer kleinen Taverne nur ein paar hundert Meter von hier.
Wir essen gutbürgerlich und preiswert, dann gehen wir ins Bett – man glaubt es vielleicht nicht, aber so ein Tag streng mehr an als man denkt.

Am neuen Morgen geht es nicht sofort los. Zunächst gehen wir frühstücken, dafür sucht René das Frühstückslokal eines Hotels aus.
Ich sage offen, das würde mir zuletzt einfallen, aber sei´s drum, er hatte richtig Freude am „Continental Buffet“.

Ich bediene mich ebenfalls, muss dabei aber an hunderte Hotelfrühstücke auf der ganzen Welt denken…

Natürlich war es günstiger als in einem guten Café

Dann hatten wir, unserem Vermieter sei Dank, neben dem „early check-in“ noch die Option spät auszuchecken.

So sind wir noch einmal auf´s Zimmer um uns frisch zu machen und die restlichen Sachen zu packen.
Erst dann haben wir die Türe hinter uns ins Schloss gezogen und den Schlüssel in der Keybox hinterlegt.

So einfach geht Hotel heute

Vor uns liegt der letzte Fahrtag – es gibt noch eine Straße welche wir noch nicht befahren haben.
Sie führt zu einem Stausee im Landesinneren, welchen man auf einer 10 Kilometer langen Offroadstrecke umfahren kann.

Das Wetter ist im Wesentlichen wie gestern, es scheint aber zu halten.
Wir haben ein paar Stunden Zeit, sollten die heute gewählte Runde aber leicht schaffen – Zielzeit ist spätestens um 17.00 Uhr am Hafen, beide Fähren gehen um 18.00 Uhr.

Also auf geht´s, packen wir es noch einmal an…

Unterwegs sehen wir viele Stücke, welche wohl einem Brand zum Opfer fielen, die Natur kehr aber zurück
Die Straße ist perfekt, mit gutem Belag, sie schlängelt sich durch die Landschaft – das Wetter macht heute keine Kapriolen

Wir fahren dahin, nein, wir cruisen! Wir haben, wie es der Slogan von BMW verspricht, „Freude am Fahren“!
Darf man das heutzutage überhaupt noch sagen? Oder ist das schon ein falsches Statement?

Offen gesagt ist uns das an diesem Tag egal – das Wetter lässt uns in Ruhe, weit und breit keine Menschenseele, ein perfekter Fahrtag!

Wir kommen an eine Brücke die ich sofort wiedererkenne – sie erinnert mich an unbeschwerte Tage und spezielle Momente – ich war hier schon einmal, ich bin diese Straße schon einmal gefahren.

In einem Fotoalbum mit nem silbernen Knopf…

Wir passen uns der Straße an und finden den Flow – ich bin lange nicht mehr so schön Motorrad gefahren…

Klar, dass wir ein paar Augenblicke nutzen, um schöne Fahrbilder zu knipsen.
Keine klassischen Schnappschüsse, aber schon dynamisch fotografiert – alles mit einem alten iPhone X.

Ich stoppe vor der nächsten Kurve…
…um meinen Freund auf Zelluloid zu bannen

Diese wunderschöne Wald- und Bergstraße zieht sich noch ein paar Kilometer so hin, dann kommt eine Abzweigung – hier geht es zum See, wir müssen entscheiden.

Nun, die Zeit passt, Lust auf ein paar abschließende Offroad-Kilometer haben wir auch, was hindert uns also daran?

Wir biegen links ab und nehmen den ausgeschilderten Schotterweg.
Dieser war perfekt geschottert und hatte im weiteren Verlauf nur ein paar Stellen an denen wir loses Gestein befahren mussten.

Es war kein Geländeausflug mit hohem Anspruch, aber dafür ein in jeder Hinsicht feiner Zungenschnalzer – born to be wild!

Hier geht´s ab
Der Track wurde schnell sehr vielversprechend
Landschaftlich war er sehr reizvoll
Wir hatten Spaß an der Freud´
Viele Fotostops kosten ein paar Minuten – aber es wäre zu schade…
Rock it!
Die Koffer mussten leider mit – ohne wäre besser
In ihrem Terrain
Endspurt – noch ein paar Kilometer

Als wir zurück auf der asphaltierten Straße waren, musste entschieden werden, wieviel Erlebnisse noch in den Tag passen.

„Sollen wir auf einen Kaffee ins „Pavo“?“, dort laufen einem die Pfaue zwischen den Beinen rum, ist ein cooler Platz – „…ne, nicht so!“

René ist, das hatte ich schon erwähnt, eher der „Sammler“ von besonderen Stränden – er will daher zum „Anthony Quinn Beach“, welcher sich am Weg zum Hafen befindet.

Kein Problem, das bekommen wir hin – ich denke, dass er jetzt doch noch einmal ein Bad im Meer nimmt.
Doch auch diesmal täusche ich mich…

Der „Anthony Quinn Beach“…
…heißt in der Realität „Paralia Plaka Ladikio“

Fertig – wir haben geschafft was wir uns vorgenommen haben. René wirft noch kurz die Thermen von Kallithea ins Rennen, aber ich habe keine rechte Lust mehr.

Ich will den Tag gemütlich ausklingen lassen und nicht zur Fähre hetzen.

Natürlich, so biete ich an, kann mein Freund die Thermen noch ansehen, ich würde in der Rhodos Marina auf ihn warten.
Dort gibt es das „Naval“, welches ich als Café und Restaurant durchaus schätze.
Es ist etwas teurer, aber durchaus besonders.

René kippt um – das klingt gut, er käme mit! Nächste Station ist die Rhodos Marina zum Ausklang unserer gemeinsamen Tage.

Angekommen, ein schöner Platz

Wir setzen uns hin und lesen die Speisekarte – ich liebäugle mit einem Galaktoboureko für 14.-€ und René spechtet auf den Käsekuchen für 13.-€.
Er entscheidet, sich das begehrte Stück Kuchen vorzuenthalten – zuviel Geld.

Ich bestelle – beide Desserts! Als die Sahnehaube auf sechs tolle Tage zusammen – ich darf diese Goldstücke von Kuchen spendieren.
Nicht weniger war die Zeit zusammen wert – jeder profane Baumkuchen würde der Sache nicht gerecht.

Wir sollten schlemmen, das Leben genießen, jetzt!!!

Der Kuchen war perfekt!
Ein bisschen die Beine vertreten und „was würde ich kaufen wenn ich im Lotto gewinne“ Schiffe ansehen

Es war soweit – wir können unsere Fähren von hier sehen und wissen, dass es an der Zeit ist zum Hafen zu fahren und uns zu verabschieden.

Ich werde nach Leros zurück fahren und in meinen Alltag eintauchen. René wird noch drei Tage Kreta anhängen bevor auch er zurück nach Deutschland muss.

Wir fahren die zwei Kilometer zum Hafen und kaufen noch Sandwiches bei „Gregorys“, dann heißt es endgültig Abschied nehmen – wir sehen uns in Deutschland, etwa Ende Januar 2026!

Auf René wartet die BLUESTAR CHIOS, Abfahrt 18.01 Uhr
Ich sehe schon meine BLUESTAR 2 – Abfahrt 18.00 Uhr
Ich fahre hoch und parke meine GS an der gleichen Position wie am Herweg – ein guter Platz
Dann suche ich mir einen schönen Platz und bereite mich auf die fünfstündige Fahrt vor

Die Fahrt zieht sich. Ich habe einen guten Platz in einer Ecke, mit Sicht nach vorne, Steckdose und der Möglichkeit mich hinzulegen.

Das mache ich auch und so kommt mir die Überfahrt nicht so ewig lang vor.
Natürlich mache ich den gleichen Fehler wie immer und kaufe mir einen Burger im „Goody´s“, was ich wieder zutiefst bereue und abermals schwöre, dies nie wieder zu tun.

Irgendwie geht die Zeit rum und der Hafen von Leros wird ausgerufen.
Ich mache mich und mein Mopped klar, gleich sind wir zuhause.

Ich bin erschöpft – aber gleich hat mich Leros wieder

Ok, ich bin zwar müde, aber irgendwie würde ich noch gerne einen Absacker trinken.
Aber nix geht mehr – seit die Fähre in Agia Marina anlegt, sind die Bars in Lakki früher geschlossen.

Das ist schde, denn mein Schlenker zur „La Plama“ Bar wird nicht belohnt, alle Fenster dunkel – ich muss unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Welcome home, wieder zurück auf NESSAJA!

Ein Bier, dann geht es ab ins Bett

Ich mache noch alle Ventile auf und schalte mein Stromnetz wieder ein, dann bin ich eigentlich bettklar.
Ein letztes Bier verschafft mir Bettschwere und ich schlummere sofort weg…

Mir war von vorneherein klar, dass ich nicht sofort an die Arbeit gehen können würde.
Zuviele Kleinigkeiten standen an, das Thema „Alltagsorganisation“ darf nicht unterschätzt werden.

Ich muss die Tage zum Beispiel zu einem der örtlichen „Accountants“, das sind Spezialisten für steuerrechtliche Fragen.
Für mein Haus muss eine Meldung bezüglich der Grundsteuer gemacht werden, zudem gibt es ein Formular für die Bank zu organisieren.

Bisher habe ich das immer selbst gemacht, aber langsam wird es kompliziert und ich will in jedem Fall Fehler vermeiden.
Diese Accountants sind nicht teuer, anders als wir das von Deutschland erwarten würden, aber die Besuche dort sind Zeiträuber.

Heute verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, was ist eigentlich mit EXELIXI?

Sie steht an Land – es scheint alles geklappt zu haben

Es hat einen Grund, warum ich zuerst nach der, mir eigentlich unbekannten, kleinen Hanse sehe.
Eigner Mark hatte mich während meines Urlaubs kontaktiert, dass der zweite „Helfer“ ihm abermals eine kalte Absage erteilt hätte – er „könne auch das nicht“.
Auch die Marina lehne wohl solche Aufgaben ab, es gäbe immer Probleme bei der Verrechnung – zu teuer für wenig anspruchsvolles Tun.

Nun sei seine Not dringend und er bäte mich, auch die restlichen Punkte der Liste zu erledigen.
Klar werde ich helfen, aber irgendwie wundert es mich doch immer wieder, da werden Schiffe für 100.000.-€ oder mehr einfach so zurück gelassen, man verlässt sich auf Pläne die sich von heute auf morgen ändern können.

Ich will offen sagen, dass mich dies in jener Phase des Monats ein wenig frustriert hat.

Denn dies passiert mir in diesen Wochen mehrmals und ich sehe mich inzwischen leider gezwungen, dem Einhalt zu gebieten.
Die Annahme, dass ich hier auf Anrufe warte, welche mich aus meiner Langeweile reißen ist falsch, ich hab´ viel zu tun und jeder Sidekick bringt meine eigene Planung komplett durcheinander.

Ich plane Arbeiten die an einen Versand gekoppelt sind, andere die in Relation zu Sibylles Option mir etwas mitzubringen stehen.
Meine Wochen sind in Abhängigkeit der Wetterentwicklung geplant und auch an die Tatsache angepasst, dass man manche Dinge gar nicht mehr machen kann, wenn es erstmal unter 10°C hat.
Ich muss meinen Wochenplänen folgen und kann nicht mehr auf Zuruf reagieren.

Das gilt natürlich nicht für Notfälle, wenn Not am Mann ist helfe ich immer ad-hoc, aber „vergessene“ oder unterlassene Einwinterungen, oder „kannst Du mal schnell die Zwiebeln aus der Bilge fischen“ Aufgaben, kann ich nicht mehr erfüllen – der Aufwand der dafür betrieben werden muss, wird meist unterschätzt oder gar nicht erst erkannt.
Ich vertrete die Ansicht, dass man sein Schiff bei jedem Verlassen nach einer Checkliste durchgeht und erst dann die Türen schließt – unverhofft kommt oft.

Ein wenig frustriert fahre ich nach Lakki, ich muss mein Griechisch-Lernheft abholen, da ich beim letzten Kurs nicht teilnehmen konnte.

Ein Übungsheft finde ich gut – der Preis geht in Ordnung

Danach zieht es mich zum Haus. Ich will in Plaka nach dem Rechten sehen und auch kurz schauen, ob Post angekommen ist.

Und tatsächlich, ein Brief in meinem Briefkasten! Der erste Brief in der neuen Postbox!
Naja, wirklich Grund zur Freude ist es nicht – wie auch in Deutschland, bestehen Postsendungen meist aus Rechnungen.
So auch hier, meine Stromrechnung hat den Weg zu mir gefunden – und siehe da, auch das Abbuchen klappt inzwischen.

Es geschehen Zeichen von Wunder…

Oh, Post für mich

Ansonsten war alles in Ordnung, Neuigkeiten gibt es keine – auch der Garagentormann drängt mich nicht mit einem Einbauwunsch bezüglich des neuen Garagentors.

Ich bin entspannt, trotzdem nervt mich Kommunikationsschwäche. Das wird immer ein Thema für mich bleiben, ich will mich da auch gar nicht anpassen.
Mangelnde Kommunikation ist immer die Wurzel des Übels.

Mein nächster Halt am ersten Tag nach meiner Rückkehr führt mich zu „Repapis“.
Klar kaufe ich mir ein Eis, aber der eigentliche Grund war ein anderer – ich bin heute zu Ewas Geburtstag eingeladen und brauche ein Geschenk.

Geschenk für Ewa kaufen – check

Ewa und Stephen wohnen auch in der Marina. Wir haben eigentlich keinen engen Kontakt zu den Beiden, aber ich kann Ewa ganz gut leiden und lehne die Einladung zu ihrem Ehrentag daher auch nicht ab.

Es kommt eine relativ große Runde zusammen, es gibt Kaffee und Kuchen und ein wenig Palaver.
Dazwischen ein nettes Beisammensitzen mit ganz anderen Leuten als gewohnt – hat auch mal was!

Happy Birthday Ewa

Am Weg zurück zu NESSAJA sehe ich sie wieder einmal ganz – von oben bis unten, von vorne bis hinten.

Sie ist „sale pending“, es gibt ein Käuferpaar und ich bin eigentlich schon dabei, die Braut für die Hochzeit hübsch zu machen.

Ist es die richtige Entscheidung? Kopf oder Bauch? Herz oder Hirn?
Ich darf nicht weiter darüber nachdenken…

Sie ist ein tolles Schiff

So neigt sich mein erster Tag zurück zu Hause auch schon dem Ende entgegen.
Ich freue mich darüber, dass das Wetter mir hold ist, bei Temperaturen über 20°C Ende November fühle ich mich wohl.

Der klare Himmel ist gewichen, das ist gut so, denn im Winter sind die klaren Tage meist kälter.
So wie es ist, ist es für die Jahreszeit perfekt!

Morgen früh muss ich Wäsche waschen, die lange Hose kommt noch einmal in den Schrank!

Auf dem Weg zum Dinner zeigt sich die Lakki Bucht von ihrer schönsten Seite, ich freue mich, wieder zurück zu sein.

Die Dramaturgie der Wolken und des Lichts – love it

Abendessen gibt es jetzt wieder häufiger im „SouVLakki“. Ich bin immer noch Strohwitwer und der ganze Aufwand mit einkaufen, kochen und abspülen ist mir zuviel.

Einmal am Tag essen, dafür aber „was Gscheids“, da kann man sich, aus meiner Sicht, das ganze Kochgedöns sparen.

Zur Abwechslung mal kein Giros

Ich esse abwechslungsreich – es gibt mal Giros, mal Bifteki, dazwischen auch mal Burger.
Dazu gibt es Gemüse in Form von Kartoffelstäbchen und Vitamine durch die üppige Salatgarnitur.
Als Getränk eine Hopfenkaltschale – und schon bin ich zufrieden.

Bis es wieder „Sibylles Kitchen“ gibt, wird es noch eine Weile dauern.
Meine Frau musste ihre für den 30.11. geplante Rückkehr um mindestens zwei Wochen, jetzt zunächst auf den 14.12. verschieben.
„Private Gründe“ zwingen zu einem längeren Aufenthalt…

Das hat Auswirkungen! Am Folgemorgen habe ich nämlich mal wieder richtig Lust auf ein Frühstück – und es ist niemand da, der mir erklärt, dass eine Eisspezialität nicht das Gleiche ist wie eine Eispezialität – irgendwas ist da schief gelaufen.

Himbeereis zum Frühstück, Rock´n Roll im Fahrstuhl – kennt ihr das???

Auch heute wird wieder so ein Tag zwischen Brot und Butter – man wurschtelt den ganzen Tag, hat am Abend auch was geschafft, aber wirkliche Produktivität sieht anders aus.

Gleich nach meinem opulenten Frühstück fahre ich zu „Boat & Parts“ um bei Katerina meine ersten Stage abzuholen.
Diese sind aus Athen zurück und ich will die Trümmer sofort zu meiner Entlastung abholen und die Rechnung begleichen.

Das bedeutet, dass ich auch für NESSAJA wieder ein Arbeitspaket an Bord habe.

Die ersten Stage sind da

Auch auf ELOWYN muss ich ran, ich darf die kurzen Zeitfenster nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Die Großen Projekte packe ich bald an, aber zum Waschen der Leinen ist auch jetzt Zeit – die Einwinterung kann ich im Laufe dieser Tage abschließen.

Die letzten Leinen sind gewaschen und getrocknet – jetzt geht es ans Eingemachte

BIMM! Mein Mobiltelefon meldet sich zu Wort. Nanu, wer kann das sein? Um diese Zeit?

Sibylle macht ihre Arztbesuche und meldet sich gewöhnlich nicht zu dieser Stunde.

Ah, das „A-Team“, Antonia, was hat sie den auf dem Herzen???
Ich traue meinen Augen kaum als ich auf das zugesandte Foto sehe – Leberkas!!!

„Ich koch´ grad was – kommst Du rüber?“

Die junge Frau brutzelt grad Leberkas für Alex, was als ultimativer Liebesbeweis gelten dürfte – die überzeugte Veganerin brät die Fleischscheiben für den Gatten – und lädt MICH dazu ein!

Klar sage ich zu! Was für eine Frage. Minuten später sitze ich an Bord der ANAHITA.

Nein, DAS ist keine Zeitverschwendung, denn Alex und ich planen natürlich die nächsten Aufgaben.
Ernsthaft, wir stimmen uns dieser Tage immer ein wenig ab – ich helfe ihm, er hilft mir. Das klappt gut und geht auf!

Nach dem Frühstück jetzt schon die zweite Mahlzeit – das Bier zu Mittag wird mich ins Food-Koma versetzen

Wenn es läuft, dann läuft´s! Ich bekomme eine Mail von der Marina, es sei ein Päckchen für mich angekommen.

Ich ahne schon um was es geht, denn natürlich tracke ich meine Sendungen – ich vermute mal, dass „maritimo.at“, eine Firma die ich ausdrücklich empfehlen kann, das langersehnte Ersatzteil für meine Rollanlage geschickt hat.

Und es bestätigt sich, das Tauschteil für das defekte Vorstagprofil ist eingetroffen.
Jetzt habe ich alle Teile beisammen, um die Kutteranlage wieder zusammenzubauen.

Die Stagen und das Profil sind da – ich kann „Stage 1“ finalisieren

Eile hat dies nicht, denn zur Montage am Mast brauche ich Ben und Alex oder zumindest einen der beiden.

Da Ben und Caetlin gerade Familienbesuch haben, sind die zwei nicht abkömmlich, insofern kann auch ich mich anderen Aufgaben zuerst widmen.

Der heutige Tag neigt sich aber dem Ende zu, für mich heißt es duschen und ab zum Dinner – abermals steht „SouVLakki“ am Plan.
Dort ändere ich heute meinen Speiseplan so drastisch, dass dem Kellner fast der Stift aus der Hand fällt.

Ich bestelle vegetarisch! Einen „SouVLakki Salat“ und ein „Meatless Pita mit Haloumi“.
Hat echt gut geschmeckt, ich mag Haloumi, eine echte Alternative.

Essenstechnisch war heute ein außergewöhnlicher Tag

Ich schlafe perfekt und stehe ausgeruht auf – heute soll ein Tag werden, an dem ich so ein paar dieser typischen „Scheißaufgaben“ erledige.

Dinge, die lang auf der Liste stehen, die man aber immer wieder vor sich herschiebt – ich will einige davon erledigt wissen!

Den Anfang macht EXELIXI – ich will die überfallartige Einwinterung endlich abgehakt wissen.
Also verhole ich mich auf das Schiff und investiere einen weiteren halben Tag um den Anker aus dem Kasten zu nehmen, einige Messungen zu machen und alles winterfest zu verräumen – zum Schluss noch ein paar Bilder, dann melde ich Vollzug und erkläre Mark, dass meine Hilfe nun definitiv endet.
Das Boot ist klar für den Winter, der Rest ist sein Job in der Saison 2026.

Der Anker liegt unten und ist gespült
Lenksäule und Leinen verpackt – das Deck ist klar

Offener Punkt EXELIXI – Check! Was kommt als nächstes???

Ohja, was mich echt eiert ist das Waschen meiner GS. „Klicker“ könnte auch eine Wäsche vertragen.
Der Aufwand dafür ist aber so riesig – Hochdruckreiniger raus, Strom legen, Wasser legen…

Ich mache mir die Mühe und wasche meine Fahrzeuge, beide haben sich diese Wellnessanwendung verdient.

Meine „Waschstation“ – erst das Mopped…
…danach wird „Klicker“ gereinigt – man hatte kaum mehr zu den Scheiben hinausgesehen

Für das Mopped ging die Wellnesskur noch etwas weiter. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich mich nicht während des ganzen Winters um zwei Fahrzeuge kümmern werde.

Ich erinnere mich noch gut an die kalten Tage des letzten Winters und an den vielen Regen.
Ich war mit der GS doch ziemlich limitiert. Wenn ich den Quattro schon hier habe, will ich ihn auch nutzen, auch wenn die ewige Kurzstrecke sicher nicht ideal ist.

Ich schmiere an der GS also alles was zu schmieren ist und entferne den Rost so gut es geht – dann bekommt sie ihr Winterquartier in meiner Garage in Plaka.

Nach ihrer Frischzellenkur steht sie wieder fein da
Sie wird ordentlich in der Garage verräumt

Wenn ich schon hier oben bin, dann nehme ich auch gleich noch die Oliven vom „vergessenen Baum“.
Auch das ein Punkt, den ich schon lang auf der Liste habe, ich möchte ausprobieren, ob ich Verzehroliven daraus machen kann.

Ich reche die paar Oliven vom Baum, dann rufe ich Alex an, er holt mich mit „Klicker“ von hier oben ab.

Nicht wirklich viel – aber es reicht
Zuerst waschen

Wie schon angedeutet, Alex und ich helfen uns viel aus – heute bin ich im Wort.

Bei ANAHITA muss das Ruder ausgebaut werden, sie hat ein sehr altes System mit einem klassischen Kugellager und einer Art „Fettbuchse“ als Dichtung.

Das Lager ist aufgepresst und wir werden es nur mit Gewalt abbekommen.
Alex ist ein Bastler der sich vor nichts scheut, nur hat er manchmal Sorge, etwas kaputt zu machen.
Daher meine Unterstützung bei den grobschlächtigen Arbeiten.

Wir begeben uns zusammen ins Schlafgemach der Delta 46, von hier hat man Zugriff auf das System.

Das muss alles raus…
Das obere Lager bekommen wir mit Hitze und Hammerschlägen ab

Hitze, Hammerschläge und ein großes Montiereisen – immer wenn es dazu kommt, bin ich in meinem Element.

Nicht so Alex! Er sorgt sich, als ich mit dem Brenner und dem Feuerlöscher anrücke.
Ok, kann ich verstehen, aber ich bin mir meines Tuns bewusst und auch überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Unsere Arbeit an diesem Tag war dem jungen Paar sogar einen Blogpost wert – ich finde es lustig und freue mich über die Erwähnung. Mir hat es Spaß gemacht!

Ja, hilft halt nicht – manchmal muss man mit „groben Geschütz“ ran

Long story short – wir haben länger gebraucht als erwartet, waren am Abend aber erfolgreich.

Das Ruder kann im nächsten Arbeitsschritt abgelassen werden, alle Verbindungen nach oben sind demontiert und können ersetzt werden!

Ich ziehe mich zurück – frisch machen ist angesagt, dann heißt es zu entscheiden, wohin ich zum Essen gehen würde.

Heute war Montag und es ist ungeschickt, dass am Montag sowohl das „SouVLakki“ als auch das „La Nostra“, meine Lieblingspizzeria, geschlossen haben.

Als wir fertig sind, geht die Sonne schon unter
Die Bucht ist abermals in herrliche Farben getaucht

Die Entscheidung zum Abendessen fällt meinerseits auf das „Gia Sena“, die kleine, sehr einfache Taverne in Lakki.

Sie ist kein gemütlicher Platz für ein nettes Abendessen, aber ein guter Ort um günstige, authentische Hausmannskost zu essen – im Winter eine echt gute Alternative.

Alex begleitet mich kurzentschlossen und lädt sogar ein – ihm falle ein Stein vom Herzen wegen der gelösten Ruderproblematik.
Ach wenn es immer so einfach wäre…

Weil niemand dabei ist, der uns maßregelt oder gar im Zaum hält, isst Alex DREI!!! Portionen Moussaka und ich erst Tigania Kotopoulo und dann noch eine Portion Rollo Kotopoulo – kein Kampf ohne Mampf, oder wie war das??? 😉

Zufällig kommt auch noch Marcus mit Familie rein, wir ratschen kurz, ziehen uns dann aber zurück.

Zurück am Schiff, ist noch viel Abend übrig! Ich lerne mit meiner Duolingo App…

Ist nicht von langer Dauer – Sibylle wird mich einholen und wir beide fallen aus den Top-Ten
Ja muss ich denn alles alleine machen??? 😉

Spaß beiseite, das Lernen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ich bin mit der App zu schnell, kann aber trotzdem viel behalten.

Es ist gut, dass der Kurs wieder begonnen hat!

Nach dem Lernen kümmere ich mich um meine Oliven, ich muss täglich das Wasser wechseln. Das geht dann über mehrere Wochen so.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt kann man sie einlegen.

Wenn die was werden, reicht uns das für eine Weile

Zu guter Letzt telefoniere ich noch mit Sibylle und wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.

Telefonieren mit Sibylle ist schwierig – irgendwas ist immer. Mal turnen Kinder auf ihr rum, mal ist sie abgelenkt, ein andermal hat sie kein Netz.

Aber für ein kurzes Update reicht es meistens, viel gibt es ja auch nicht zu erzählen.
Vielleicht kann ich die Bahn für die Zeit nach ihrer Rückkehr ein wenig ebnen.

Und bei Dir so???

Irgendwie fühlen sich diese Tage komisch an, ich bin ständig unter Strom aber kaum effizient – das verdirbt mir die Laune ein wenig.

Ich merke das ganz deutlich als ich aufwache – was mach´ ich heute? Ach, wieder 1001 Kleinigkeiten ohne richtig was zu bewegen?
Das fühlt sich an wie auf eine Zitrone beißen – zum Glück treibt mir mein Tässchen Kaffee die Freude wieder nach oben…

Was soll ich tun, was soll ich machen? Bin vor Kummer schon ganz grau…
Ahhhh, was so ein köstliches Gebräu doch bewirken kann

Ach, weil wir gerade beim Kaffee sind – aufgrund der Wichtigkeit dieses Stoffes in meinem Tagesablauf, habe ich Sibylle gebeten, mir ein paar Pfund „Dinzler“ mitzubringen.

Das schmeckt nach Heimat, die damals so geliebte Bohne hat einfach mehr Wumms als so ein Jacobs.

Was mach´ ich nun heute? Ich weiß! Ich lass´ das Ruder von ELOWYN ab, stelle die lang erwartete Diagnose und bestelle die Teile – endlich ein zieführendes Tun, endlich ein Vorankommen.

Nanu, hat es geregnet? Ich hab´ davon gar nichts mitbekommen, aber es ist Wasser im Dinghy.
Also erstmal das Schnulli ausleeren, bevor es am weißen Riesen losgeht.

Nicht wirklich wenig – ist total an mir vorbeigegangen
Auf ELOWYN kann es losgehen

Ich habe vor, gemäß der Anleitung des Herstellers Jefa, das Ruder am oberen Lager zu lösen und es abzulassen.

Das sollte mit drei Schrauben erledigt sein.
Ok, vorher gilt es etwas Peripherie abzumontieren, aber insgesamt sollte das machbar sein.

Ich freue mich, denn alle Schrauben gehen gut auf, hier zeigt sich dann doch die Qualität und die gute Wartung.

Wichtig ist, das Ruder von unten abzustützen – ich suche also jetzt erstmal ein paar Holzklötze und unterlege es dann gezielt.

Jetzt kann nichts mehr passieren
Der Ruderarm ist ab, alle Schrauben gelöst – jetzt heißt es, die Befestigungsschrauben (am oberen Bildrand) zu öffnen
Ich nehme die Klötze weg und staune – das Ruder sackt nicht nach unten, ist aber voll drehbar
Mit etwas wackeln können Alex und ich es nach unten führen

Alex hilft mir beim Absenken des Ruderblattes. Ich weiß nicht wieviel das Teil wiegt, da ist zwischen 50 und 200kg alles möglich.

Und während ich 50kg wohl noch alleine handeln könnte, hört bald darüber der Spaß auf.
Ich brauche Hilfe und der Freund ist sofort zur Stelle.

Jetzt wo das Ruderblatt abgesenkt ist, kann Alex wieder zurück an seine Arbeit gehen. Der Zufall will es, dass auch er exakt heute sein Ruderblatt ausbauen will.
Ich sage zu, dass ich sofort nach der Demontage der Manschette zu Hilfe eile.

Klein aber oho, die Wurzel des Übels

Die Manschette ist in einem desolaten Zustand. Sie hat ein Loch, welches unter Druck ziemlich Wasser in das Ruderhaus lassen dürfte, denn es steht beim Fahren unter Druck.
Von dort war es möglich, dass das Wasser in die Bilge lief.

Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn ich war von Anfang an der Meinung, dass das Problem hier seine Ursache hat – ich hätte eher dumm geschaut, wenn die Manschette keine Fehler gezeigt hätte.

Auch sonst war die Dichtmanschette verschlissen, es waren weitere Löcher unter den Schlauchschellen vorhanden.
Inwieweit diese ursächlich waren kann ich nicht einschätzen, allemal sind beide Dichtmanschetten zu erneuern.

Ich gebe Volker Bescheid, denn im Kern ist dies eine gute Nachricht.

Danach ziehe ich weiter zu Alex – es sind „Rudertage“ in der Leros Marina Evros!
Aber auch hier können wir bald Erfolg vermelden und das Ruderblatt ablassen.

Heute war ein Tag genau nach meinem Geschmack

Ich gehe heim – der heutige Tag war top! Alex hilft mir, ich helfe ihm. Zusammen haben bei zwei Booten die Ruderblätter ausgebaut und Fehler und Ersatzteilbedarfe diagnostiziert.

Es kann bestellt werden, es geht was vorwärts! So mag ich das…

Jetzt mach ich noch meine Hausaufgaben, denn heute ist wieder Griechischkurs und ich will nicht komplett unvorbereitet teilnehmen – ich habe ja jetzt zwei Stunden gefehlt, dies gilt es aufzuholen.

Das neue Buch bewährt sich – wer genauer hinsieht, kann versteckt ein Eis entdecken, das ist nur Nervennahrung 😉

Tags darauf widme ich mich noch einmal der Armaturentafel von ELOWYN.
ich hatte diese ja schon vor Tagen ausgebaut, musste aber noch Kleinigkeiten wie Beschriftungen und Dichtungen ablösen – möglichst so, dass man diese wiederverwenden könnte, für den Fall, dass man kein Ersatzteil bekommt.

Das ist zwar nur eine kleine Arbeit die mehr Zeit kostet als sie wert ist, gemacht werden muss sie aber doch.

Es gilt die Label und Dichtungen abzukratzen

Weil ich schonmal an Bord war, habe ich mich auch gleich noch der Problematik mit dem Loggegeber angenommen.

Das ist keine große Geschichte und kann im Rahmen der Reparatur der Seeventile mit umgebaut werden.
Die Stelle ist zum Glück gut zugänglich – ich überlege, wie ich das Teil am besten ausbauen kann.

Ich kann die Mutter nicht öffnen und entscheide daher, dies mit dem Fein Multimaster herauszuschneiden.

Zumindest ist Platz
Ich schneide die Mutter auf und breche sie dann aus…
,,,dies führt zu einem „ELOWYN Feinsaw Massacree“ – aber das neue Ersatzteil ist ja schon an Bord

Weil ich den Fein gerade in der Hand halte, entscheide ich heute auszuprobieren, ob ich die zwei herausforderndsten Gewindemuttern an zwei schwer zugänglichen, undichten Seeventilen auftrennen kann – wenn das nicht klappt, muss eine finale Entscheidung über die Vorgehensweise getroffen werden.

Hier kommt man echt schlecht hin – ich kann, wenn mein Arm mit dem Fein erstmal drin steckt, nicht mehr sehen was ich tue
Geschafft, die Mutter ist ausgebaut
Aber leider trägt der Durchbruch einen Schnitt davon

Ich merke sofort – das raubt Zeit, kostet Nerven und ist sehr risikoreich.
Einen Rumpfduchbruch habe ich schon zerstört, wer weiß, wieviele ich überhaupt retten könnte.

Zudem muss man nun im Hinterkopf haben, dass ich den einen kaputten und den des Loggegebers ja ohnehin austauschen muss.
ich komme also nicht umhin, noch einmal das Werkzeug zu holen und Material für die Arbeit am Unterwasserschiff zu beschaffen.

Ich entscheide – die neun undichten Seeventile werden als komplettes Set getauscht! Die Rumpfdurchbrüche fliegen raus, obwohl sie dicht sind.
Das Reparaturrisiko ist einfach zu hoch.

Die gesamte Arbeit geht schneller, wenn man die fehlerhaften Sets einfach komplett auswechselt.

Für heute reicht´s mir – ich gebe Volker Bescheid und fülle noch meinen Trinkwassertank, dann bin ich bei Paola und Thomas zum Pizzaessen auf der SIMPLY FREE eingeladen.

Ich fülle sicherheitshalber meinen Trinkwassertank – es sollen Regentage und Sturm kommen
Dann schlendere ich zu Thomas und Paola – und wen treffe ich da? Electra!

Ein paar Streicheleinheiten für den Marinahund, dann setze ich mich an den Tisch – schön, dass ich da sein darf, ich freue mich!

Ich mag Paolas Pizza sehr gerne und genieße die Gesellschaft der Beiden, andere Themen, andere Sichtweisen.

Das Ganze wurde umso netter, da Chris und Phil auch eingeladen waren, es war der letze Abend der beiden Waliser von der SHANIA und wir hatten echt viel Spaß.

Bier? Nein, wir trinken kein Bier – alles nur Deko
Vier verschiedene Sorten Pizza – eine besser als die andere

So ein schöner Abend – danke Paola und Thomas, dass ich dabei sein durfte!

Kurz vor dem Zubettgehen erreicht mich noch eine Nachricht aus der alten Heimat.
Tina, Renés Tochter, schreibt in einer Story, dass sie wegen Scheißwetter…

Landkreis Miesbach – Ende November 2025

…mal schnell nach Italien gefahren ist um ihren Papa zu holen!

Ich wusste das schon vorher von meinem Freund selbst, er hatte entschieden, dass er sich in Italien abholen lässt, noch bevor sich die Autobahn ab Bozen nach oben zieht.

Tina ist trotz des Wetters mit dem Anhänger nach Italien gefahren – ich bin mir sicher, dass die Beiden noch ein italienisches Dinner genossen haben – sie ist also nach Italien gefahren, um den Vater dort abzuholen, weil es nicht nur klirrend kalt über die Alpen gewesen wäre, es wäre im Schnee schlicht zu gefährlich gewesen.

So endet Renés Motorradtour nach mehr als 3000km zwar nicht vor der eigenen Haustüre, aber immerhin gesund und zufrieden am Anhänger der Tochter irgendwo in „Bella Italia“ – alles richtig gemacht!

Für mich war in diesem Moment klar, dass die Motorradtour erfolgreich und gesund abgeschlossen war

Für die beiden „Easy Rider“ endet die Motorradsaison 2025 an diesem Tag – was bleibt sind Bilder im „Buch der Erinnerungen“, Geschichten, die man irgendwann den Enkeln erzählen kann.

Denn nur wer etwas erlebt, hat auch etwas zu erzählen – der Kreis schließt sich, „we are born to be wild“!

Ok, etwas zuviel Pathos – ich rudere zurück! Ich deklariere die Motorradwoche mit meinem Freund ganz pragmatisch als eines der „Highlights des Jahres 2025“!

Am neuen Morgen muss ich einkaufen fahren – ich brauche Grundnahrungsmittel!

Komisch, Sibylle hat immer mehr im Wagen

Ich kaufe Getränke, denn man muss viel trinken – Wasser, Bier und Cola, es ist für alle Eventualitäten gesorgt.

Dazu braucht es Chips und…

Ja, nix und – fertig, mehr braucht´s nicht! Als Sahnehäubchen gönne ich mir einen Panettone zum Nachmittagskaffee, ein Schmankerl als Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, ja auf die Adventszeit, welche bald beginnt.

Zurück im Hafen widme ich mich zwei Schiffen von Freunden – eines geplant und nach Absprache mit der Marina…

Auf EDINA sehe ich monatlich nach dem Rechten…
…und lass´ alle Systeme ein wenig laufen

…das andere – einmal mehr – als Überraschungsbonbon!

Bisher sieht alles gut aus
Auch die Leinen sind ok

Martin und Petra wollten noch einmal kommen, kriegen es aber zwischen all den Verpflichtungen zuhause nicht mehr hin.

Es war wohl ein Fehler, sein Schiff zurückzulassen, als sei es sicher, dass man noch einmal käme.
Keine Ruckdämpfer oder Leinenschoner an den recht dünnen Leinchen, die Kuchenbude bietet dem Wind Paroli, es fragt sich nur wer als Sieger aus dem Battle hervorgeht…

Ich befürchte, dass auch hier wieder ein kleines Arbeitspaket bei mir hängen bleibt – zu Lasten meiner knapp bemessenen Arbeitszeit an NESSAJA und ELOWYN.
Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich nicht mehr zu leisten im Stande bin, was von mir erwartet wird.

Ich überlege stark, ab 2026 keinerlei Aufgaben mehr zu übernehmen, welche nicht vollumfänglich im Vorfeld mit mir abgestimmt sind, zumal ich inzwischen ein weiteres Mal bei der Marinaleitung antanzen durfte und mich erklären musste, bei wessen Schiffe ich eigentlich „unterstütze“.

Hätte ich nicht einen gewissen Kredit bei der Besitzerfamilie, wahrscheinlich wäre ich schon längst ruhig gestellt.

Dazu kommt, dass ich mich, wenn NESSAJA an die neuen Besitzer übergeben ist, ausschließlich um ELOWYN kümmern werde.

Klingt bisschen hart gell? Ja, tut es – es soll ganz und gar nicht unfreundlich klingen, resultiert aber daraus, dass Feingefühl oder ein Gespür für Situationen generell eher rückläufig ist – in dieser Zeit muss man Grenzen setzen um selbst nicht unter die Räder zu geraten.

Ich wende mich wieder meinen tatsächlichen Aufgaben zu…

Auf ELOWYN mache ich alle Systeme winterfest

So vergeht ein Tag! Bis das Frostschutzmittel beschafft ist – immerhin 20 Liter, bis die Kannen mehrfach befüllt sind, bis dahin vergehen ein, zwei Stunden.
Dann muss der Generator gespült werden, das kann ich alleine, die Klimaanlage muss frost- und rostsicher konserviert werden, das kann ich ebenfalls ohne fremde Hilfe.

Zum Starten und Stoppen der Hauptmaschine brauche ich aber eine helfende Hand – hier springt wieder Alex ein, der für mich dieser Tage eine feste Größe geworden ist – HIER unterstütze ich im Gegenzug immer gerne. Quid pro quo.

Danach ist der Tag um, mir reicht´s für heute – ich gehe im „SouVLakki“ etwas essen und kaufe mir dann am Rückweg ein Eis – dann will ich noch ein paar Zeilen für den Blog tippen.

Hier ist Vorweihnachtszeit – ohne Wenn und Aber
Ich versuche mit dem Blog Schritt zu halten

Apropos der Blog – auch hier werde ich etwas ändern. Ich investiere viel Zeit in mein kleines Tagebuch welches ich immer gerne geteilt habe und welches ich mir auch durch die größten Meckerer und Provokateure nicht habe vermiesen lassen.

Etwas anderes lässt mich inzwischen zweifeln – es ist das Basisverhalten vieler Menschen.
Die Gesellschaft verändert sich und Werte werden wertlos – Anerkennung, Lob, gemeinsame Freude und vieles mehr sind nicht mehr selbstverständlich.
Respekt im Umgang und eine gewisse Rücksichtnahme sind im anonymen Dialog Mangelware.

Ich sehe hauptverantwortlich für diesen Werteverfall die sozialen Medien, die Deckung des Internets und, ganz schlimm, die künstliche Intelligenz, welche nur gepaart mit natürlicher Intelligenz funktioniert – die wird aber leider immer weniger.

Ich frage mich nun, ob ich wirklich Teil dieser sozialen Medienwelt sein will, oder ob ich nicht einen Boykott derselben anstrebe.
Ich muss das noch für mich behirnen.

Stand heute, werde ich den Blog mit NESSAJAs Übergabe ohnehin anpassen müssen.
Ob ich dann mit dem Haus weitermache oder mich in ein sehr privates Leben zurückziehen werde, das weiß ich noch nicht.
Sibylle würde es „schwarz-weiß Denken“ nennen, sie hätte wohl Recht!

Es wird Zeit, dass ich mich darum kümmere die Ersatzteile für die großen Projekte zu bestellen – ich verwende den gerade angebrochenen Vormittag für Recherche und das Absetzen von Aufträgen.

Jefa war bei den sogenannten „Gaiters“, den Dichtmanschetten sehr hilfsbereit…

Es gibt Panettone zum Frühstück

Darf aber auch so sein, denn sie lassen sich die Neoprenmaschette auch in Gold aufwiegen – eine schlägt mit 200.-€ zu Buche, zwei werden benötigt.

Als ich den Preis erfahre darf sich die edle Manschette zu mir an den Frühstückstisch gesellen.
Alles herummäandern hilft aber nix – bestellen muss ich diese Teile allemal.
Dies ist hiermit erledigt, check!

Die Manschetten sind unterwegs nach Leros

Ich beschließe, dass ich die Ersatzteile auf ELOWYN zurückbringe, außerdem muss ich noch ein paar Maße von Seeventilen nehmen, das wird dann der zweite Block sein, welchen ich bestellen muss.

Allerdings werde ich damit bis morgen früh warten, es ist nämlich das erste schwere Unwetter angesagt.

Sollte es wirklich so kommen, dann werde ich den morgigen Vormittag als „Bürotag“ ausgestalten.

Ich führe noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle – natürlich kann sie nicht anders, als meinen Bart zu bemängeln…
„Willst Du unbedingt dem Nikolaus Konkurrenz machen?“

Ja! Will ich!

Ho ho ho, nein, man würde wohl merken, das ich ein Plagiat bin 😉

Auch auf ANAHITA herrscht Ausnahmezustand – Alex´ Cockpitdrainage ist nicht angeschlossen, die Schläuche hängen in die Bilge.

Grund hierfür ist der Tausch der Seeventile, dieser ist noch nicht finalisiert.
Was aber tun, wenn eine gigantische Regenfront angesagt ist?
Wir beschließen, dass versucht werden soll, zumindest die beiden Anschlussventile für die Drainageschläuche einzubauen.

Alex will, dass ich „ihm die Hand halte“, wenn er erstmalig die Ventile aufschraubt. Meine Erfahrung könne helfen…

Ich frage ihn, ob er mich verarscht – ICH bin der, der ein 68 ft Schiff ungeplant an Land gestellt hat und ihm eine Zwangspause verordnet hat, WEIL 9 von 25 Ventilen undicht sind.
Und zwar genau an der Stelle, an der er jetzt um meine Hilfe bittet 😉

Wir schmunzeln uns an – es wird Zeit, dass ELOWYN wieder schwimmt, ich muss dieses Stigma loswerden.
Klar helfe ich ihm!!!

Ventile, Primer und Dichtmasse – ein gewohntes Bild
Abwechslung muss sein – heute schwarz statt blau

Gemeinsam bekommen wir das ganz gut hin und die Ventile sind schnell eingeklebt. Ich hoffe wirklich, dass sie dicht sind, aber wir haben diesmal, obwohl alle Teile neu waren, nicht an der falschen Stelle mit Dichtmasse gespart.

Ich bin sicher – diesmal passt alles!

Ich ziehe mich nach erfolgter Arbeit zurück , lerne noch mit meiner Duolingo App und gehe dann alleine ins „SouVLakki“ – ich konnte nicht ahnen, dass Antonia und Alex nachkommen würden und wir einen schönen und relativ langen Abend zusammensitzen.

Zu meiner Überraschung zahlt Antonia, ich spendiere den Ouzo, den dann aber Anna ausgibt – klingt komisch, ist aber so.
Ich mach´ das wieder gut – versprochen! Und natürlich ganz herzlichen Dank.

Boah, was ist das???

NESSAJA schaukelt wie verrückt und ich kann das Prasseln des Regens trotz meiner Ohrstöpsel hören.
Die Sturmfront ist, wie angekündigt, angekommen und tobt sich in Verbindung mit einem Gewitter über uns aus.
Es war etwas nach 05.00 Uhr morgens, draußen war es noch dunkel, es hilft aber nix, ich muss nach dem Rechten sehen.

Wow, der Wind kann heute was

Mein Plotter zeigt eine momentane Windstärke von fast 41kts an – das sind dann 9 Bft. – das alleine reicht schon um zu beeindrucken.

Wer aber genau hinsieht erkennt, dass die Windspitze der letzten 10 Minuten bei 67kts liegt, das wären dann 12 Bft. und die sind als Orkan definiert.

Klar, das sind Winddrücker – aber auch die sind für einen Augenblick zu spüren und das Material muss standhalten.

Ich fühle mich sehr sicher, auch wenn dies, nach den fotografierten 70kts die zweitstärkste Windstärke ist, welche ich in der Marina knipsen konnte – und in meinem Rigg drei von vier Stagen fehlen 😦 .
Man spürt das schon im Schiff und das Bild straft die Zweifler, welche vielleicht dachten, dass meine Geschichten und Mahnungen „Seglerlatein“ wären…

Es macht zu jedem Zeitpunkt Sinn, dass man sein Schiff vollumfänglich sichert wenn man nicht an Bord ist.

Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem muss ich in einer kurzen Regenpause an Deck…

Das kommt schon durch den offenen Niedergang – trotz Sprayhood

Ich kann leider kein Bild machen, das Telefon bleibt am Tisch – aber ich muss rasch an Deck um das Dinghy zu leeren.
Es ist inzwischen halbvoll, bei diesem Wasserstand kann ich es gerade noch anheben.
Ich muss verhindern, dass es komplett voll läuft.

Ich bin diese Aufgabe gewohnt, es dauert nur einen Moment und schon habe ich das Wasser ausgeleert, dann husche ich zurück in die warme, schützende Kabine und ziehe mich gleich um.

Das feuchte Zeug kommt direkt in die Waschmaschine…

Es regnet noch eine ganze Weile weiter, dann gibt es eine kurze sonnige Phase bevor die Regenfront eine weitere Attacke auf uns startet.
Alles in allem ein Tag zum Abgewöhnen.

Das Wasser fließt förmlich über den Aufbau

Ich setze mich an den Rechner und bestelle die langen TruDesign Rumpfdurchbrüche für ELOWYN, Zeit habe ich ja jetzt.
Diese Teile kommen von einem anderen Lieferanten und werden nach Deutschland zu Sibylle bestellt. Sie bringt die wichtigen Teile dann mit.

Dazu eröffne ich einen Warenkorb bei SVB und starte eine Sammelbestellung mit ANAHITA und DONNA.
Dort ordere ich die ganzen klassischen Ersatzteile rund um die Reparatur der Seeventile und die Ventile selbst.
Diese Sendung geht direkt nach Griechenland und sollte noch 2025 ankommen.

Ich habe noch genug Zeit, ein paar besondere Teile zu recherchieren und anzufragen und schon war es später Nachmittag.
Die Zeit reichte noch für eine Griechischlesson, dann bin ich nach Gourna in die „Psarotaverna“ um dort Harry und Andreas zu treffen.

Harry ist ebenfalls im MSF aktiv und hat mich kontaktiert – ich freue mich über die neue Bekanntschaft, neue Themen beim Essen und die Aussicht auf ein neuerliches Treffen im April.

Am Nachhauseweg lasse ich mich von meinen Gelüsten verführen – ich bin eben ein Sklave meiner Leidenschaften!
Der Wille, die wohlbekannte, rosa Eismanufaktur zu passieren war wohl da, das Fleisch jedoch war schwach.

Ich gönne mir im Vorbeifahren ein kleines Dessert in Form einer Eiskreation
Immer wieder muss ich über die Deko und die Musik schmunzeln – „Rudolph the red-nose rendeer“

Als ich in meinen „Klicker“ steige, sehe ich im Augenwinkel ein Haus, welches ein Foto wert ist – auch auf der kleinen Ägäisinsel gibt es Weihnachtsfreaks.

Ich wende und mache ein Bild!

Sehr üppig geschmückt

Morgen ist der letzte Tag des Monats, sehen wir, was ich dem noch abringen kann…

Mich friert es! Die anderen schaffen das Überleben noch ohne Heizung – ich muss jeden Tag für ein paar Stunden die Eberspächer in Betrieb nehmen.

Morgens muss ich kurz zuheizen, nur solange bis der Raum überschlagen ist.
Abends läuft sie ab circa 18.00 Uhr bis ich ins Bett gehe. Aber es ist stets gemütlich bei mir zuhause…

BIMM! Mein Telefon klingelt – Nachricht von Gottfried! Sibylle hat ihm erzählt, dass rund um seine HARMONY schwer gewerkelt wird. Er sorge sich, ob ich wohl mal nach dem Rechten sehen könnte.

Klar, mach ich – aber erst trinke ich meinen Kaffee aus…

HARMONY (in roter Unterwäsche) steht noch – das ist ein gutes Zeichen
Rund ums Schiff sieht alles gut aus

Ich bestätige die Baustellen rundum, erkläre aber dazu, dass wohl alle Arbeiter sehr gut auf die Schiffe achten.

Das Fazit meines kurzen Kontrollgangs – alles in Butter auf´m Kutter! Ich hoffe, ich kann die Gemüter in Bayern beruhigen und die Beiden können wieder ruhig schlafen.

Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen, ein paar Bilder der „Baustellen“ mitzuschicken.
Eines von YANOOSA, an der das ganze Unterwasserschiff großflächig instandgesetzt wird – was mächtig Staub aufwirbelt.
Dazu noch zwei von unserer Marinabaustelle, auf der mit schwerem Gerät tagtäglich Steine aus dem Berg gemeißelt werden – die Staubwolke zieht sich über die ganze Marina, je nach Windrichtung.

Heute ist Sonntag – ansonsten baggern die Bagger bis spät am Baggerloch
Der Steinbruch am unteren Bergrand sorgt wohl für Staub

Um Gottfried ob des Staubes nicht allzusehr zu beunruhigen, stelle ich die These auf, dass der Sturm der letzten Nacht mit seinen Orkanböen und der sintflutartige Regen das Schiff nebst Plane aber wohl sauber gewaschen haben 😉 …

An all meine Freunde, ich wiederhole mich hier, nach einem Sturm gehe ich IMMER zeitnah eine Marinarunde und sehe nach dem Rechten.
Wenn etwas NICHT in Ordnung ist, dann melde ich mich sofort.

Ihr dürft mich Hausmeister Krause schimpfen – selbst Schiffe deren Besitzer ich nicht kenne, melde ich ans Office, im Fall, dass etwas unklar ist.
Dieses Handeln gebietet für mich die gute Seemannschaft und mein gutes Verhältnis zur Eignerfamilie.

Ansonsten habe ich mich heute noch einmal meinen Bestellungen gewidmet. Eine große Order an SVB ist abgesetzt, so dass ich nach Erhalt der Teile gleich loslegen kann.
Viele Kleinteile, die aber schwer zu beschaffen sind, habe ich recherchiert und angefragt, auch diese hoffe ich noch vor Weihnachten zu bekommen.

Die restliche Zeit habe ich meinen Kindern gewidmet – eine lange Mail an meine Tochter, einen Videocall mit meinem Sohn. Beides war überfällig und hat Spaß gemacht.

Danach? Danach habe ich mir einen freien Sonntagnachmittag gegönnt und bin ins „La Palma“ Café gefahren um dort zu brunchen und ein wenig in der Sonne zu sitzen.

Ich gönne mir ein Tortilla Kotopoulo
Weil so schön war gibt´s noch einen Ouzo – mit Meze

Wieder zuhause schreibe ich den Blog auf aktuellen Stand und verabrede mich mit Antonia und Alex zum „Sonntagsstammtisch“ der Marinacommunity.
Es scheint, als ob nur noch wir drei übrig geblieben wären. Ben und Caetlin leben vegetarisch und gehen nur ab und an mit, Thomas und Paola haben ihren festen Termin mit den Italienern am Sonntagnachmittag im „Trechantiri“, ansonsten ist niemand übrig, der in Betracht käme.

Mal sehen, ob wir den Stammtisch mit ins Jahr 2026 ziehen…

Als ich ins „SouVLakki“ aufbreche, ist es schon stockfinster. Ich starte meine Heizung um in mein gemütliches Nest zu huschen wenn ich zurückkehre.
Mein Nachbar Haim scheint auch zuhause zu sein, ihn sieht und hört man den ganzen Tag nicht.

„There´s a light…. (over at the…)“ – na wer kennt das Lied???

Wir sitzen heute nicht zu lang im Girostempel. Heute ist ein fader Tag, auch Alex hängt schlapp in den Seilen.

Nichtsdestotrotz beschließen wir, auf dem Heimweg noch etwas Süßes von „Repapis“ mitzunehmen, das Dessert aber dann zuhause am Schiff zu schlotzen.
Nein, diesmal sollte es kein Eis sein!

Ich mach´ es mir zu Hause bequem und finalisiere diesen Blogbericht, zudem telefoniere ich noch einmal mit Sibylle.

So kann losgehen, nur noch das HEUTE tippen
„Repapis“ hat auch geile Pannacotta

So endet der elfte Monat des Jahres 2025 – ein Monat der geprägt war von guten und schlechten Momenten und Nachrichten, ein Monat in dem Spaß am Leben und ernsthafte Themen sich abwechselten.

Es war ein Monat in dem ich gemerkt habe, dass ich ab jetzt manchmal „Nein“ sagen muss.
Trotzdem macht mir der Umgang mit den Booten weiter viel Freude – es gilt, zu priorisieren und sich auf die Kernthemen zu konzentrieren.

Und der Dezember? Plan heute ist, dass Sibylle am 14.12. zurück nach Leros kommt. Wird das klappen?
Kann ich die großen Projekte an ELOWYN vorantreiben?
Komme ich beim Rigg von NESSAJA einen Schritt weiter?

Und last not least – wie gestalten wir die Adventszeit, können wir Weihnachten besinnlich verbringen und wie „rutschen“ wir ins neue Jahr 2026?

Bleibt dran – ich halte euch auf dem Laufenden!

Von Bord der NESSAJA wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest und eine fulminante Silvesternacht – liebe Grüße, Mario








Oktober 2025 – Der Anfang vom Ende

Die Headline war rasch gefunden – und es ist mal wieder ein echter 80er!
Ich könnte viel zu Nena erzählen, aber das sind kleine Geschichten, die in einem Segelblog nichts verloren haben – nur soviel, ich habe sie 1983 mal live getroffen und war als 16-jähriger fast ein bisschen verliebt in die kecke Sängerin.
In der Retroperspektive bin ich aber froh, dass ich letztendlich bei Sibylle gelandet bin 😉

Zurück zum weniger bekannten Song von Nena aus dem Jahr 1984 – ich will meinen Blogbericht des Monats Oktober nicht am Inhalt des Liedes festmachen – sondern mehr an einer Strophe des Refrains…

Der Anfang vom Ende
Ist, dass man nichts vergisst
Die Uhr, die nicht mehr läuft
Will sagen, dass was zu Ende ist

Das Kapitel NESSAJA neigt sich dem Ende zu, der Anfang ist gemacht! Der Verkaufsprozess wurde Mitte des Monats gestartet.
Unsere NESSAJA, welche ziemlich genau 11 Jahre der Mittelpunkt meines Lebenstraums war, wird wohl bald nicht mehr mir gehören.

Am Tag nach dem alles verändernden Handschlag

Doch von Anfang an, der Oktober war nämlich ein ziemlich turbulenter Monat!

Dieser begann für mich damit, dass Sibylle mich bereits am ersten Tag des Monats beim Frühstück an die „Global Sumud Flotilla“ und damit auch an FREE WILLY erinnert.

Die Flotte ist inzwischen losgefahren und nimmt Kurs auf Gaza, ganz vorne dabei die zwei Schiffe, welche in der Leros Marina Evros aufgebrochen waren.

FREE WILLY segelt vorne dabei – noch

Ich mache den Screenshot und schicke diesen an die Verkäufer in der Schweiz.
Ab diesem Zeitpunkt werden auch Anita und Willi dem Kurs ihres alten Schiffes folgen.
Sie melden sich in kurzen Abständen bei mir, wir tauschen uns kurz aus und sie teilen ihre Gedanken mit mir.
Man merkt, dass es den Beiden hart ankommt, ihr Ex-Schätzchen ins Ungewisse segeln zu sehen – und sie werden Recht behalten.

Aus dem Septemberbericht wisst ihr, dass unsere Freundin Susanne im Moment auf Leros verweilt, auch ihre Tochter mit Familie war noch einmal nach Xirokampos angereist um ein letztes Mal in diesem Jahr Sonne zu tanken.

Es bot sich heute förmlich an, dass ich die Werkbank abhole, welche Sophie mir geschenkt hatte.
Hierfür brauche ich Hans Peters Unterstützung – unser A6 „Klicker“ ist zwar groß, aber die Werkbank passt nicht in den Laderaum.

Also fahren HP und ich in den Süden der Insel und verfrachten das Trum auf die Pritsche des Ford Ranger.

Schwer ist sie auch…

Sehr langsam brummeln wir die schmalen Rumpelstraßen bis nach Plaka und entladen dort.

Ich hatte vorher schon Platz geschaffen und so konnten mein Freund und ich die patinabehaftete Werkbank gleich an Ort und Stelle schaffen.

Hier steht sie jetzt erst einmal – klar, drumherum muss noch renoviert werden und es gilt, eine Werkstatteinrichtung zu beschaffen.
Aber ein erster Schritt ist getan!

Sieht noch wild aus – aber geduldet euch noch….

Ich bedanke mich artig bei Hans Peter, ohne seine Unterstützung wäre manche Aufgabe nicht so einfach zu wuppen.
Wir sind ein richtig gutes Team geworden und ich bin sicher, dass wir noch das ein oder andere richtungweisende Projekt umsetzen werden.

Für heute trennen sich unsere Wege, denn unsere Familie will sich einen „light lunch“ gönnen – zu diesem Zweck sind wir im „SouVLakki“ verabredet.

Ich erinnere kurz – Tochter Franziska nebst Gatten und der kleinen Heidi verweilen noch ein paar Tage auf Leros.
Die Drei genießen während dieser Tage allerhöchste Priorität – wir „bauen“ unsere Termine rund um deren Tagesablauf.

Chicken Giros und Pommes – die Kleine ist keine Kostverächterin

Wettertechnisch hatten wir Glück im Unglück. Es lag eine großräumige Wetterdepression über ganz Europa und es hat nacheinander so ziemlich alle südeuropäischen Länder mit wolkenverhangenen Regentagen und niedrigen Temperaturen erwischt.

Nach dem schlechtesten September seit wir in Griechenland leben, hatte auch der Oktober nichts zu bieten, was ihm den Beinamen „golden“ verdienen ließe.

So hatte auch unsere Familie zu akzeptieren, dass wir zwei graue Tage hatten, einen halben Tag davon auch Regenschauer – und auch die Tatsache, dass es für diese Jahreszeit einfach zu kühl war.
Dies galt leider für Luft und Wasser.

Dennoch – wir haben uns die Laune nicht verderben lassen und waren nahezu jeden Tag einmal AM und kurz auch IM Meer baden.
So haben wir uns auch den heutigen Nachmittag am Panteli Strand vertrieben.

Vor dem Abendessen, wir waren heute alle zusammen bei Susanne zum Grillen eingeladen, sind Sibylle und ich zurück in die Marina um uns zu duschen und frisch zu machen – an den Sanitärräumen sticht uns ein Zettel ins Auge…

Flehentliches Bitten um Rückgabe eines T-Shirts

Oh oh, da hat wohl jemand vergessen oder nicht gewusst, dass die Bänke vor den Duschen als Ablageort für Flohmarktwaren aller Art genutzt werden.

Wer in der Marina liegt weiß, alles was hier liegt wechselt den Besitzer – oftmals binnen Sekunden.
Das klingt harsch, ist im täglichen Betrieb aber kein Problem, weil ja eigentlich niemand auf die Idee kommt seine Kleidung oder seine Duschsachen VOR der Dusche abzulegen.

Dennoch kommt es ab und an mal vor, dass Unwissende und Unbedachte, mal ihre Badeschlappen oder, wie hier, ein Kleidungsstück ablegen.
Weg! Ein Wimpernschlag reicht und das abgelegte Eigentum ist weg! In der Regel unwiederbringbar – ich befürchte auch in diesem Fall.

Sibylle und ich staunen – auf diesem Weg wechseln Waren den Besitzer. Von der angeschnittenen Zwiebel bis hin zum Designerschlüpfer oder einem ausgeleierten DD-BH kann alles in zweiter Hand Verwendung finden.

Gedankenschwanger treten wir unsere Fahrt nach Xirokampos an…

Ein Feierabendbier auf der schönen Terrasse
Ich bin gerne hier – ein wunderschöner Ort

Seit wir das Haus haben, habe ich einen anderen Blickwinkel auf die typischen Häuser hier.
Wie setzen Freunde ihre Ideen um? Wie arbeiten die hiesigen Handwerker und welche von ihnen sind zu empfehlen?

Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, mich zukünftig wieder mehr mit Hausbauprojekten beschäftigen zu müssen und nehme mir vor, bereits diesen Monat noch die ein oder andere Arbeit am Haus umzusetzen oder zumindest einzusteuern.

Mir gefällt die Wand in Susannes Wohnzimmer und auch ihre Sitzecke hat es mir angetan.

Natursteinelemente und gemauerte Sitz- beziehungsweise Liegemöbel

Ich möchte das auch! In unserem kleinen Haus ist kaum Platz für eine derart ausgestaltete Wohn- und Relaxecke, aber eine Essecke mit Natursteinwänden und gemauerter Sitzbank kann ich mir gut vorstellen.

Nun, der Kontakt zu den „Meistern der Natursteinwände“ ist hergestellt – genau, den Beiden, welche auch die Mauer in der Marina hochziehen und es ist nurmehr eine Frage der Zeit, bis Kostas und Elefteris auch an unserem kleinen Häuschen werken dürfen.

Ein paar Minuten später kommen auch Franziska, Mikey und die kleine Heidi. Sie sind ja mit „Klicker“ unterwegs und haben somit eigene Mobilität.
Mich freut´s, denn aus diesem Blickwinkel hat es sich schon jetzt gelohnt, dass wir den großen A6 hierher gebracht hatten.

Sibylle und ich fahren GS, unsere Familie verwendet „Klicker“

So ein schöner Abend! Heidi spielt mit Henry, wir haben Zeit und Ruhe uns lang und vielseitig mit Susanne auszutauschen und unsere „Kinder“ finden ihre eigenen Themen.

Es war wirklich sehr schön zu sehen, dass wir uns scheinbar über drei Generationen sehr gut verstehen und sich hier auf Leros, an dem Ort der schon einmal zum Schicksalsort wurde, neue Freundschaften bilden.

Natürlich waren Sophie und Susanne wiedermal perfekte Gastgeberinnen und wir hatten ein herrliches Dinner auf der Terrasse mit dem wunderschönen Ausblick.

Noch kann man abends draußen essen, bald schon wird es deutlich abkühlen

Der nächste Morgen beginnt mit einem Paukenschlag! Wir erleben eine Überraschung welche keine echte war, zu Erwartendes traf ein.

Die israelische Armee hatte in dieser Nacht die „Global Sumud Flotilla“ aufgebracht und die Kontrolle über die Schiffe übernommen.
Diese wurden dann in einen Hafen in Israel verbracht, wo die Mannschaften in Gewahrsam genommen wurden und später nach Griechenland abgeschoben wurden.

Ich wiederhole mich, ich will und werde mich im Blog nicht politisch äußern oder gar positionieren, aber durch den Verkauf von FREE WILLY waren wir eben nah am Thema.
Ich habe Bilder von der kleinen Ketch im Internet gefunden, diese sind wohl aufgenommen, kurz bevor das Schiff aufgebracht wurde.

FREE WILLY mit anderen Schiffen auf dem Weg nach Gaza (Quelle Internet)
Ob die kleine Ketch jemals wieder segeln wird? (Quelle Internet)

Es scheint, als ob bei der Enterung der Schiffe niemand verletzt wurde. Die Aktivisten haben sich sehr viel Mühe gegeben, eine große Menge Bildmaterial für die Presse hochzuladen, all das kann man mit Hilfe von Google leicht finden.

Wir haben ein paar dieser Filme angesehen und dabei natürlich auch bekannte Gesichter gesehen.
Ist es Mut? Oder doch naiver Leichtsinn? Ich kann es für mich wirklich nicht final beurteilen.
In jedem Fall freuen wir uns, dass kein Mensch Schaden genommen hat.

Die Schiffe sind aufgebracht – FREE WILLY sendet nicht mehr
Auch Julian sendet, dass es ihm gut geht – noch vor drei Monaten hat er mit uns bezüglich FREE WILLY verhandelt

Heute muss ich ein paar Zeiteinheiten für ELOWYN aufwenden. Unser Patenschiff hat nach dem Desaster mit den Seeventilen erst einmal eine Pause verordnet bekommen, wir mussten und müssen komplett neu priorisieren.

Heute dreht sich unsere Aufmerksamkeit um den Tender des weißen Riesen, um WILLI.

Wir haben diesen ja zu Wasser bringen lassen um ihn zu reinigen und urlaubsklar zu machen.
Es ist nur eine logische Konsequenz, dass er jetzt wieder an Land muss und für die Winterpause eingewintert werden muss.

Bevor das passiert, habe ich Mikey noch eine Testfahrt versprochen – und so ein kurzer Run mit WILLI hat es in sich…

Einmal kurz zum Marinastrand und zurück…
…mit wehender Mähne zum Fototermin
Dann parken wir das Geschoss und gehen baden

Nein, ich bin nicht zu doof die Fender auf die richtige Seite zu hängen! Es war nur ein kurzer Zwischenschritt, denn Giannis unser Kranführer hat mir versprochen, dass er ihn später an einen Platz stellt, an dem er ihn nicht stören würde – heute Abend, so sein Plan, stellt er ihn an Land.

Perfekt! Guter Plan! Dann können wir mit unserer Familie an den Strand nach Panteli und den Rest des Tages dort genießen.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen, hat der „Crane Operator“ Wort gehalten.
ELOWYNs Tender liegt sicher in einer Ecke – von Giannis jedoch keine Spur!

Und was kommt jetzt???

Ich harre der Dinge. Um mir die Zeit zu vertreiben, starte ich eine Greek-Lesson in Duolingo und fletze mich auf meine Saloncouch.

Ich bin gerade dabei meinen dreifach XP-Streak zu befeuern 😉 und rechne kaum mehr damit, dass sich heute noch etwas in Sachen WILLI tut, da klingelt mein Telefon…

Giannis! „Do you have time for the Williams? NOW?“

Ja, was willst da sagen? Ich sage also zu, verliere meine Triple XP Session und dackle zur Krangasse.
Der Meister der Portalkräne war schon dabei, Schlaufen an die kleine Gummiwurst zu binden, zu diesem Zweck stand er im Tender – tief unten in der Krangasse – allein! Kein Helfer weit und breit!

Wie kommt er nach oben? Wer bedient den Gabelstapler? Mein Gehirn fängt an zu arbeiten, Zahnräder greifen ineinander.
Mir dämmert, der Helfer an diesem Abend bin ICH!

„Sit in the forklifter and lift me up!“ höre ich den fleißigen Werker rufen, Mein Kopf dreht sich automatisch von links nach rechts – niemand da außer mir!
Ich höre Worte, die meinen Mund verlassen „Who? Me?“
Der Grieche nickt stumm, ich schlucke und besteige das Arbeitsgerät…

Ja muss man denn alles selber machen?

War eine coole Trainingsstunde! I-c-h f-a-h-r-e S-t-a-p-l-e-r!
Nur Insider der 80er wissen, dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel prahlt, während er das Bruttosozialprodukt steigert…

Mehr Zeit für infantile Gedanken bleibt mir nicht – Giannis reinigt den Boden des Flitzers und ich räume ihn anschließend zu ELOWYN.
Die letzten Zentimeter übernimmt der erfahrene Staplerfahrer, dann verabschieden wir uns – für ihn ist verdienter Feierabend, für mich heißt es frisch machen, das Dinner ruft!

Während Sibylle und ich vor ein paar Tagen dafür gesorgt hatten, dass Franziska und Mikey ihren Hochzeitstag im „Mylos“ feiern konnten und dafür „kinderfrei“ hatten, war heute der Tag, an dem meine Frau und ich in den gleichen Genuss kamen und hierfür ebenfalls einen Tisch in der führenden Taverne auf Leros gebucht hatten.

Wir hatten nichts zu feiern, genossen aber den Saisonabschluss in der edlen und mehrfach ausgezeichneten Taverne, dies in Gesellschaft von Iwona und Ed, der Crew der EDINA.

Wie immer ein paar Impressionen – wir haben wieder vorzüglich gegessen.

Schönes Motto
Mit einem Glas „Malagouzia“ stoßen wir auf das Leben und auf Tina und Volker an – sie sind aus bekannten Gründen nicht dabei
Octopus Carpaccio
Scampi-Tartar
Raw Amberjack Filets
Tuna Steak
Last not least – wie immer – Pavlova

Es war so gut! Wir haben geschlemmt und genossen – die Bilder stellen nur einen Auszug dar – denn wir haben alle rohen Fischspezialitäten geordert und probiert, welche die Karte zu bieten hatte!

So lecker! EIN Besuch im „Mylos“ gehört eben dazu…

Auch der neue Morgen begann nicht schlecht. Seit die Familie zu Gast ist, läuft Sibylle zur Hochform auf.
Der Frühstückstisch wird reichlich gedeckt, es hat sich etabliert, dass die Drei jeden Morgen bei uns frühstücken.
Da kann und will dann auch ich nicht Nein sagen…

Kann sich sehen lassen – und eine Tischdecke des „Mylos“ ziert unseren Salontisch 😉

Meist müssen wir ein bisschen warten bis Franziska nebst Familie eintrifft. Dann aber kommen sie wie ein Donnerhall – es kommt Leben in die Bude!

Klein Heidi übernimmt das Regiment – und dies solange, bis ihr erster Frühstücks-Heißhunger gestillt ist.

Ich schaff´ das schon…

Meine „To Do – Liste“ für den heutigen Tag ist überschaubar. Der Eigner der zum Verkauf stehenden FESTINA LENTE kommt ein letztes Mal in dieser Saison an.

Da er keinen Zweitschlüssel dabei hat, bittet er mich das Boot aufzusperren und eine Passarelle bereitzulegen.
Dieser Bitte entspreche ich gerne, zudem platziere ich den mir überlassenen Schlüssel gleich an Bord.

FESTINA LENTE wartet auf ihren Besitzer

Das Besitzerpaar rechnet fest mit dem Verkauf während der Winterpause, so lag es auf der Hand, dass die Anreise mit dem Auto gleich dafür genutzt wurde, ein paar persönliche Gegenstände zurück nach Deutschland zu nehmen.

Wir werden im Laufe dieser Woche noch zusammen essen gehen und ein paar Modalitäten besprechen – dann heißt es abwarten und Tee trinken.
Etwas Geduld ist notwendig, ich rechne erst im ersten Quartal 2026 mit einem Anstieg der Nachfrage.

So, erledigt! Jetzt können meine Frau und ich mit unserer Familie ins Nachmittagsprogramm starten – heute steht ein Besuch des Kastells auf Leros am Plan.
Hierfür fahren wir nach Panteli und schrauben uns die Serpentinen hoch bis wir die alte Burg erreicht haben.

Der Eintritt ist frei, die Szenerie und die Ausblicke fantastisch
Die Wolken sorgen für eine gewisse Dramaturgie, das Wetter ist tendenziell gut
Die alten Gemäuer beeindrucken
Blick über die Windmühlen Richtung Süden
Blick Richtung Westen – einmal quer über die Insel. Über Agia Marina und Alinda bis nach Gourna
Die griechische Flagge ist gehisst – es weht eine steife, kühle Brise

Den frischen und durchaus kräftigen Wind spürt man auch bei unserer Rückkehr in die Marina.
Hier sorgt der zu dieser Zeit eher ungewöhnliche Südwestwind für eine kabbelige See in der Bucht von Lakki.

Wir freuen uns auf unser Abendessen an Bord. Hier ist es gemütlich und durch die Personen und den Ofen auch warm.
Sibylle hat nämlich am Nachmittag eine XXL Lasagne gebaut und wir werden uns jetzt die Wänste vollhauen.

Vorteil für Enkelin Heidi und mich – wir dürfen nämlich die restliche Hackfleischsoße aus dem Topf schlotzen! 😉

So mögen wir das – und nicht anders

Der Tag endet gemütlich im Kreise der Familie an Bord von NESSAJA – es wird wohl das letzte Dinner mit Familie im Salon von unserem Schiff gewesen sein.

Draußen klatschen die Wellen an den Wellenbrecher und der Wind pfeift im Rigg.
Diese Momente werde ich eines Tages vermissen.

Ein wunderschönes Licht zu Beginn der „blauen Stunde“

Zu dieser Zeit vergingen die Tage wie im Flug – das Urlaubsende unserer Kinder und Kindeskinder kam näher und wir wollten den kommenden, letzten Tag des Urlaubs noch einmal als Badetag gestalten.

Gott sei Dank war uns das Wetter hold und ich hatte darüber hinaus den Tag frei von „To Dos“ gehalten.
So brühe ich mir eine Tasse Kaffee auf und starte gutgelaunt in den Tag.

Stark und schwarz – ohne Kompromisse! Sketo wie der Grieche sagt

Ok, ich muss zugeben, ein ganz kleines „To Do“ gab es doch, uns ist gestern nämlich das Gas ausgegangen als Sibylle die riesige Reine Lasagne im Ofen buk.

Also bekam ich die Anordnung „gleich heute früh“ eine gefüllte Austauschflasche zu holen.
Das ist für mich immer ein wenig frustrierend, denn was hier als Tauschflasche angeboten wird, wäre in allen anderen Ländern Europas Schrott.

Ich habe mir mit dem Schiff zwei neue Buddeln Campinggaz gekauft, dies in der Hoffnung, meine neuen Flaschen füllen lassen zu können.
Das funktioniert aber selten bis nie und so wurden die Flaschen im Laufe der Zeit immer schlechter.

Die Beste die sie hatten

Ist das wichtig? Naja, offen gesagt nur bedingt – in der Regel fliegen die Dinger einem ja nicht um die Ohren, aber sie machen echt fiese Ränder im Gaskasten und sehen einfach scheiße aus.

Jetzt aber – genug gejammert! Die Familie wartet, die Badetaschen sind gepackt und wir wollen zum Strand.
Unsere Wahl fällt abermals auf Panteli, dort bekommen wir Liegen, können etwas trinken und zum krönenden Abschluss spendieren die Oma und der Opa der kleinen Heidi ein Eis.

Ein wunderschöner Tag klingt mit einem tollen Sonnenuntergang aus – wir ziehen uns alle zurück um uns frisch zu machen, denn heute ruft das Abschiedsessen, für welches wir uns das „Tis Kakomoiras“ ausgesucht haben.

Als Sibylle und ich zurück in die Marina kommen geht die Sonne schon unter
Wir treffen uns bei Xristos im Meze Lokal
Früh übt sich – Heidi pult die Symi-Shrimps, der Opa aus Leros hilft dabei

Zum Abschluss ein Eis bei „Repapis“, dann geht es ab nach Hause. Wir alle sind bettschwer und morgen wird ein langer Tag für die drei Reisenden.

Ich bleibe noch ein bisschen sitzen und lasse den Tag Revue passieren. Während wir beim Essen saßen, hat die Tochter meines Freundes René ein Bild in ihren Status gestellt.
Ich sehe mir das Bild relativ lang an und freue mich für die Drei – auch sie genießen Familienzeit, in Italien, indem sie an einem historischen Radrennen teilnehmen, der L´Eroica.

Meine Radlzeit ist vorbei – aber ich hätte die Drei gerne begleitet

Ich kommentiere kurz und wünsche viel Erfolg und eine unfall- wie pannenfreie Fahrt und denke an alte Zeiten, hat sich doch Renés und meine erste Teilnahme an der „adidas bike Transalp Challenge“ dieses Jahr zum zwanzigsten Mal gejährt.

Naja, die Zeit rennt eben und loslassen gehört dazu, dies gilt im wörtlichen wie im übertragenen Sinn und gilt für liebgewonnene Hobbies wie für liebe Menschen gleichermaßen.

Heute ist so ein Tag – unsere Familie wird abreisen! Wir treffen uns ein letztes Mal auf NESSAJA zum Frühstück und Sibylle und ich füttern zusammen mit Heidi ein letztes mal die Fische…

Die Mama beobachtet…
…und wir genießen leise

Wir fahren die kleine Familie zur Fähre nach Agia Marina, setzen uns dort ein letztes Mal zusammen und machen ein Abschiedsselfie – es war schön, dass Franziska mit Mikey und Heidi zu Besuch war und wir haben die Zeit ganz bestimmt genossen.

Wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann wird die kleine Familie Zuwachs bekommen haben und Heidi eine „große Schwester“ sein.
Uns bleibt, viel Glück zu wünschen, euch alle noch einmal zu drücken und dann der Fähre hinterherzuwinken…

Ein bisschen Zeit bleibt noch…
…dann heißt es, sich an der Fähre in Warteposition zu bringen
Das Boarding geht wie immer rasend schnell
…und schon legt der Katamaran mit den Kindern und der Kleinen ab
Wir winken hinterher, wissen aber nicht, ob sie uns sehen können

Ok, und jetzt? Für eine kurze Zeit fühlt es sich leer an. Keine Verabredungen mehr, kein Warten auf die Drei.

Sibylle und ich fahren zurück in die Marina und machen klar Schiff. Dann drehen wir eine Marinarunde und besuchen die Freunde die auch gerade hier verweilen um zu signalisieren, dass wir jetzt wieder frei planen können und uns darauf freuen, mit allen noch einmal beisammen zu sitzen.

Dann ziehen wir uns auf NESSAJA zurück und ruhen uns ein wenig aus – Sibylle liest und ich spiele eine Runde Duolingo.
Wir harren aus – denn heute haben wir noch einen Termin, es gilt noch ein weiteres Mal Abschied zu nehmen!

Während wir die Stille genießen trifft eine Nachricht von Franziska ein – man bedanke sich für den schönen Urlaub und man sei gut auf Kos angekommen.
Die Wartezeit auf den Flieger würde man sich bei einem letzten Giros verkürzen.
Na denn, guten Appetit, kali orexi.

KANN gar nicht so gut schmecken wie im „SouVLakki“

Es ist soweit! Wir sind heute zum Essen eingeladen – diesmal nicht ins „SouVLakki“ sondern das Lokal der Wahl war heute das „Metzes“ in Agia Marina.

Die Einladenden war Petra und Hans Peter, auch für sie war es das Abschiedsessen mit uns.
Ohne HP wird sich mein Tagesablauf hier in der Marina drastisch ändern – er war meine feste Größe, er hat mich durch alle Projekte begleitet.
Es fühlt sich jetzt schon komisch an zu wissen, dass er ab morgen nicht mehr hier sein wird.

Ein Lichtblick ist, dass wir uns diesmal in Deutschland treffen werden! Warum? Nun, dreimal dürft ihr raten – wir haben ein gemeinsames Projekt!
Ich muss eine Renovierungsarbeit durchführen und er hat angeboten mir zu helfen.
See you in January my friend, τα λέμε τον Ιανουάριο – wie wir Duolingo Freaks zu sagen pflegen 😉

Last stop before ferry – „Repapis“ Eiscreme-Schlaraffenland
Ich vermisse ihn jetzt schon – wer wird anzweifeln oder Bedenken haben, wenn ich mit nem Hammer irgendwo draufhauen will??? 😉
Ein zweites Mal am heutigen Tag winken wir – Servus Petra, pfiat di Merlin, bis bald HP

Weg isser. Ich gehe jetzt ins Bett, mir reicht es für heute!

Ach übrigens, behaltet mal das Bild mit dem Kürbis im Hinterkopf. Als Sibylle das gemacht hat, konnten wir nicht ahnen, dass es in ein paar Tagen ein ebensolches von ihr geben würde – in Natura, nicht gestellt!

Ich will, nein, ich MUSS etwas tun! Die Zeit des Müßiggangs muss nun enden – dies hat zweierlei Grund.
Erstens, ich habe allerlei Kleinigkeiten aufgrund des Familienbesuchs zurückgestellt, es ist ein bisschen was aufgelaufen, das gilt es abzuarbeiten.

Zweitens – ich will ab November ausnahmlos und auf täglicher Basis an ELOWYN arbeiten und meine Listen erledigen, dafür muss ich mir den Rücken freihalten.

Zu allem Überfluss gibt es zwei, diese Abläufe und diese Pläne beeinflussende Faktoren – das Wetter und der Besuch von Dominik und Ellen.
Was es damit auf sich hat erzähle ich später, für heute steht der Einbau einer neuen Wasserverteilung an.

Die alte Billig-Verteilung fliegt raus
Montiert wird eine Metall-Verteilung bester Qualität

Das sind so Kleinigkeiten – nicht zwingend notwendig, aber ein Upgrade. Die Verteilung habe ich geschenkt bekommen, es wäre zu schade sie einfach in die Tonne zu stampfen.
Also mache ich mir die Mühe und investiere zusätzlich die paar Euro um den Umbau nebst Verbesserung vorzunehmen.

Auch auf ELOWYN habe ich mit Kleinigkeiten zu kämpfen, welche zusätzlich zu den bestehenden Listen auftreten.
Durch die Hitze hat sich am Niedergangsschott eine geklebte Anschlagsleiste gelöst – diese gilt es zu fixieren.

Zum Glück ging nichts zu Bruch

Ich habe das Schott hier auf Leros fertigen lassen, aber es zeigt sich, dass die Umsetzung nur halbgut war.
Generell funktionell, aber an den Klebestellen mit PU Kleber ohne Primer ist es eben suboptimal…
Der Kleber lässt sich einfach abziehen, seine Haltekraft war nicht ausreichend.

Für mich bedeutet das, dass ich Material bestellen muss. Kleben kann ich mit SIKA, das habe ich, aber den speziellen Primer muss ich ordern, das wird rund zwei Wochen dauern.

Also brauche ich eine Notlösung für das Niedergangsschott, welche ich mir beim Schreiner anfertigen lasse.

Ok, soweit so gut – regensicher und auf Wiedervorlage

Die Umsetzung war eilig, denn Regenschauer waren angesagt – und die kamen auch!

Das sorgt dafür, dass der Trockenplatz der Marina aufweicht und schlammig wird und zudem fallen die Temperaturen.

Das Wetter ist wechselhaft, zwischenzeitlich regnerisch und für die Jahreszeit zu kühl.
Es fühlt sich an, als seien wir schon im November, zumindest im Vergleich zu den Vorjahren.

Regenschauer prasseln auf die Sprayhood
Insgesamt ist es nicht immer dunkelgrau – aber Regen ist Regen
Der Platz ist aufgeweicht, der Gang zur Dusche wird zur Schlammschlacht
Die Temperaturen fallen zweitweise unter 15°C…
…was mich veranlasst, meine Pantoffel herauszukramen
Glaubt es oder nicht – die Heizung muss ein erstes Mal laufen

Die Bilder sind gerade nicht chronologisch, sie sollen eher einen Überblick geben über die Wettersituation wie sie Mitte zum Ende des ersten Oktoberdrittels vorherrschte.

Offen gesagt, es war zum Verzweifeln. Wir alle in der Marina haben uns auf den Oktober gefreut – warme Tage, das Meer lädt noch zum Bade und man kann den Spätsommer genießen ohne zu schwitzen.

Pah, weit gefehlt! Davon war 2025 nichts zu spüren und auch die paar schönen Tage können die Gesamtbilanz nicht retten – der September und Oktober dieses Jahres werden sich in unserer Griechenlandzeit als die bisweilen schlechtesten etablieren.

Viele Länder in Europa hatten mit dem Wetter zu kämpfen, anderorts gab es Überschwemmungen und schwere Stürme, dies blieb uns Gott sei Dank erspart.

Richtig viel Glück hatten die Schlierseer Freunde in der Toscana – ihr Radwochenende war von Sonnschein verwöhnt – ich gönne es ihnen von Herzen und freue mich über das schöne Bild.

Eigentlich ein perfektes Foto – es gefällt mir gut und ich teile die Freude

Zurück nach Leros – wir haben versucht, uns nach dem Wetter zu richten.

Wenn es geregnet hat, haben Sibylle und ich kleinere Arbeiten am Haus verrichtet.
Wir haben in der Garage geräumt und Sperrmüll sortiert, den alten Schlafzimmerschrank haben wir endlich zu unserem Müllberg dazugelegt.

Es war mir ein Anliegen, dass dieser Müll andlich abtransportiert wird um Platz für weitere, nachfolgende Aktionen zu schaffen.

Die erste Fuhre ist fertig zur Abholung…
…was zwei Tage später umgesetzt ist
Eine erste Werkstattordnung zeigt sich – die Garage ist die Drehscheibe meines Wirkens, von hier aus organisiere ich mich

Weil die Garage einen hohen Stellenwert genießt – ist sie doch Drehscheibe, Lagerraum, Werkstatt und Organisationszentrale für handwerkliche Tätigkeiten zwischen Haus und Boot – hat sie bei mir auch Priorität bezüglich der Umsetzung von ersten kleinen Reparaturen und Renovierungen.

So stand zum Beispiel die Beauftragung einer Fachfirma für Garagentorbau an oberster Stelle meiner „Hausliste“.
Zum einen will ich nicht immer das alte Rappeltor aufwuchten müssen, zum anderen will ich schnelle Zufahrt haben, die Garage ist schließlich auch Parkplatz für meine GS.

Ein Garagentor in elektrischer Rollausführung mit Fernbedienung muss her!
Es gilt das alte Blechtor auszumessen und die Anforderungen dann mit der Fachfirma zu diskutieren.

Die Auswahl ist getroffen – die letzten Stündchen des alten Tors haben geschlagen

Wir finden eine gute Lösung und das Angebot welches ich ein paar Tage später erhalte ist sehr günstig.
Ich erteile also den Auftrag und hoffe, dass der Meister des Tür- und Torbaus meine Garage noch in diesem Jahr mit einem neuen Zugang versieht.

Natürlich kommen die Gaumenfreuden nicht zu kurz. Viele unserer Seglerfreunde sind noch hier und bereiten schön langsam ihre Schiffe auf das Saisonende vor.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht aufgefordert sind an einem gemeinsamen Abendessen teilzunehmen, man möchte sich von uns verabschieden.

Eine Aufforderung, welcher wir gerne Folge leisten, denn wir genießen das gesellige Beisammensitzen mit den langjährigen Freunden.
Wenn es dann, wie in Dieters Fall, auch noch gepaart mit der Einladung anlässlich des Geburtstages verbunden ist – sehen wir dem Abend umso freudiger entgegen.

Mit Dieter von INFINITY feiern wir dessen Geburtstag in geselliger Runde im „La Palma“ Café
Natürlich endet der Abend bei „Repapis“

Petra und Martin von der STENELLA II haben ebenfalls Familienbesuch zu dieser Zeit.
Ich lerne nach vielen Jahren Tocher Carina kennen, sie ist mit ihrer Tochter Lia hier, sie kenne ich ja schon vom Vorjahr.

Auch wir haben ein paar gesellige Stunden, regeln Geheimbundaktivitäten über die ich hier nicht weiter berichten darf 😉 und müssen uns letztlich von allen Vieren verabschieden.

Auch wir gehen noch einmal zusammen essen und lassen die gemeinsame Zeit dann bei einem Eis in unserer Lieblings-Eismanufaktur ausklingen.

Die „Grinsekatze“ aus Leros – Mario im Wunderland
Und ewig lockt das Eis
Zuerst verabschieden wir Carina – ich hoffe, wir sehen uns einmal wieder…
…eine Woche später der Abschied von Petra, Martin und Lia in großer Runde
Das Giros war lecker wie immer

Heute steht der Abbau des Kleiderschrankes in Susannes Haus an. Die Schlafzimmer werden vollumfänglich renoviert, es wird kleine Umbrucharbeiten geben und danach wird der massive Schrank, welcher für Susanne von einem örtlichen Schreiner gefertigt wurde, nicht mehr in das Zimmer passen.

Wir sollen den Schrank geschenkt bekommen und freuen uns sehr darüber, denn das Möbel mit etwas Patina wird hervorragend in unsere alte, modern renovierte Katikia mit Retro-Elementen passen.

Also hieß es „auf nach Xirokampos“ und den Schrank abbauen. Dieser soll dann gleich ins Häuschen nach Plaka gebracht werden.
Auf dem Weg zum Auto versuche ich, die besondere Stimmung über der Lakki Bucht festzuhalten – Wolken können auch schön sein.

Es ist besonders…
…Dramaturgie durch das Wolkenbild – ich mag es
Der Abbau des Schrankes war ein Heldenakt – so eine Plackerei
Aber am Ende des Tages hatten wir es geschafft

Der Schrank war massiv und verschraubt sowie verzapft. Es war eine Riesenarbeit diesen zu zerlegen und dann zu verladen und zu transportieren.
Kein Vergleich mit den Schränken aus den Möbelhäusern wie wir sie kennen – und schon gar nicht mit denen aus dem IKEA Sortiment.

Ob ich den Koloss jemals wieder aufgebaut bekomme ist eine andere Frage. Diese werde ich mir aber frühestens Ende 2026 stellen.

Es war an der Zeit, das geschenkte Schmuckstück abzuholen. Denn Susanne und auch ihre Tochter nebst Familie werden bald abreisen.

Das Abschiedsessen mit Susanne nehmen wir im „Pirofani“ ein – nur wenige Tage bevor die Taverne für die Winterpause schließen wird.

Das „Pirofani“ am nicht zu späten Abend – es ist schon stockfinster, unter der Woche ist wenig los
Pirofani-Salat
Eine heiße Fischsuppe

Als Susanne uns an der Marina absetzt, verabschieden wir uns bis zum nächsten Jahr.
Ich frage, ob ich sie am nächsten Morgen zum Flughafen bringen solle, aber sie verneint – „…der Flieger geht um 10.30 Uhr, das Taxi holt mich pünktlich um 10.00 Uhr ab!“

Ok! Sibylle und ich sehen uns verduzt an – das ist mutig! Nur 30 Minuten vor Abflug ein Taxi zum südlichsten Punkt der Insel zu bestellen und mit diesem dann bis ganz in den Norden zu fahren…

Der Taxler muss sehr pünktlich sein und es darf gar nichts verrutschen – dann könnte es klappen.
Wir erlauben uns, unsere Bedenken zu äußern – ausnahmsweise geselle ich mich diesmal zu der Gruppe der Bedenkenträger, der sonst nur Sibylle und Hans Peter angehören.

„Ach, papperlapapp, das klappt schon!“ höre ich die Freundin sagen, dann düst sie in ihrem alten Panda davon.

Am nächsten Morgen mache ich mir erstmal ein Tässchen Kaffee…

Hm, so darf der Tag starten

Ich freue mich auf einen gemütlichen Morgen und will entspannt in den Tag gleiten.
Erst mal lesen, was auf der Welt so los ist, ich schalte mein Mobiltelefon ein…

BIMM! BIMM! – ihr ahnt es, Susanne versucht mich zu erreichen. Sie habe wohl erkannt, dass es knapp werden könnte, kann aber den Taxifahrer nicht erreichen um die Fahrt vorzuverlegen.

Ob ich nicht vielleicht doch…???

Na klar kann ich! Adio mein leckerer Kaffee, es wäre mir ein Genuss gewesen.

Schütte ich den guten Tropfen eben weg

Ich bringe Susanne just in time zum Flughafen und verabschiede mich, jetzt wird es klappen – dachten wir!

Später erfahre ich, dass der Flieger an diesem Tag wegen Starkwind nicht gekommen war, sie deswegen ihren Anschlussflug verpasst hat und infolge dessen am Nachmittag über Kos nach Hause geflogen ist.
Die Reise musste komplett neu gebucht werden, die Kosten bleiben bei ihr hängen – das ist ärgerlich!

Ich habe heute einen entspannten Tag, nachdem ich in die Marina zurück gekommen war, habe ich erstmal meine zwei Tassen Kaffee nachgeschüttet – das war dringend notwendig, es bestand ein Risiko dass ich in den Unterkoffeinbereich sacke.

Nachdem das erledigt war, habe ich eine Marinarunde gedreht. Zu meiner Überraschung und zu Alex´ Freude wurde seine ANAHITA heute zurück an den geliebten, alten Platz gestellt.
Er hatte so darauf gehofft, ich freue mich für ihn.

Zurück an die Waterfront

Sibylle und ich wohnen dem Spektakel ein wenig bei, dann trennen sich unsere Wege.
Zusammen gehen wir noch zur JASPER, dann machen sich die Damen auf, um ein wenig spazieren zu gehen.
Uli und ich haben dagegen eine Verabredung auf Heiners DAMIANA. Die Eigner müssen früher und eilig nach Hause, wir werden gebeten, die Einwinterung zu übernehmen.
Dazu gehört auch das Verbringen der Lagoon 380 in die Krangasse, die Arbeiten an Land und weitere Kleinigkeiten…

Die Liste ist lang – das Motto gibt es schwarz auf weiß dazu

Für mich gibt es ein Extra-Zuckerl – Heiner möchte gerne ein Hardtop haben, dies soll auf sein bestehendes Edelstahlgestell montiert werden.
Im Kern soll es so gebaut werden wie bei mir, nur die Formgebung weicht etwas ab und ist vom Rahmen vorgegeben.

Ich möchte mich bitte erkundigen, ob Giorgos so etwas bauen kann und sollte mich, im Falle er kann es, bitte darum kümmern.
Na mal sehen, wie weit ich damit komme.

Hier soll ein GFK-Dach drauf – der Rahmen ist abnehmbar

Um den Tag rund zu machen, gehen Alex und ich noch zu Ed, um auf seiner EDINA die Vorsegel zu bergen.

Wie immer wenn Ed an einem Gespräch beteiligt ist, verfliegt die Zeit. Das Abschlagen der großen Tücher ist kurzweilig und wir haben Spaß!

Alles paletti also? Nun ja, fast! Wenn nicht kurz vor Ende eine Panne passiert wäre…

Leinen einfädeln – in seinen Mast geht Ed selber
Beim Abschlagen der riesigen Genua passiert es – das Tuch saust unkontrolliert nach unten. Seht genau hin…
…in der letzten Sekunde reißt das Fall

Unglücklicher Weise, zieht Ed in einer Schrecksekunde am falschen Ende und holt das lose Ende in den Mast – das wird eine Fummelaufgabe für die neue Saison!

Wie auch immer, der Löwenanteil der Arbeit ist geschafft und zum Spätnachmittag hin transportiere ich die beiden schweren Säcke noch zum Segelmacher – ab hier übernimmt der Eigner wieder.

Auch das Abendessen nimmt mich noch kurz in die Pflicht. Ich hatte ja schon geschrieben, dass Johannes nebst seiner Gattin mit dem Wagen angereist war, um schonmal die persönlichen Sachen von seiner FESTINA LENTE zu räumen.
Dies war erledigt, die Heimreise der Beiden stand an und wir wollten uns noch einmal zusammensetzen um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dieses Treffen fand heute bei ALONI in Xirokampos statt. Wir haben gut gegessen und uns gut unterhalten – warten wir also ab, ob sich ein neuer Besitzer für die schöne Bavaria findet.

Wir treffen uns heute etwas früher zum Dinner
ALONI ist eine handfeste, bodenständige Taverne

Am nächsten Tag, ich sitze noch beim Kaffee, kommt Sibylle von der Dusche zurück und berichtet aufgeregt, dass ein Mast von den Tonnen auf denen er abgelegt war, heruntergefallen wäre.

Es war Sonntag und es war niemand da, dem das auffallen würde. Um Folgeschäden zu vermeiden, sind wir Beide zum Ablageort gelaufen – wir wollten etwas unternehmen!

Lang soll er so nicht liegenbleiben

Ich habe mein Handfunkgerät mitgenommen und rufe auf Kanal 10 die diensthabenden Marineros, welche auch sofort an Ort und Stelle waren.

Gemeinsam haben wir es hinbekommen, den Spargel zurück auf die Tonnen zu wuchten und sicher abzustützen.
Meine Schuldigkeit war getan, Sibylle und ich ziehen wieder ab.

YES! In Facebook fällt mir eine Werbeanzeige auf – Mexikanische Wochen im „Navarone“ – da will ich hin!

Sibylle stimmt zu und auch Antonia und Alex finden die Idee super. Leider ist anrufen im Navarone eher schlecht – wenn überhaupt jemand ans Telefon geht, spricht die Person kaum Englisch.
Es ist frappierend, dass gerade in diesem, sehr zentral am Hafen gelegenen Lokal nicht mehr Angestellte ein paar Worte Englisch sprechen.
Lieder reicht mein Griechisch noch nicht für Konversation am Telefon, so beschließen Sibylle und ich, dass wir vor Ort reservieren würden.

Mal was anderes – dort gehen wir heute hin
SO parkt man am Mittelmeer – Klicker in bester Gesellschaft

Alles klappt! Sibylle und ich können einen Vierertisch für den Abend reservieren und kehren zufrieden in die Marina zurück.

Jetzt haben wir etwas, worauf wir uns freuen können!

Das Wetter war grau, aber es sollte der letzte verhangene Tag für die kommende Woche sein.
Das tröstet uns und so verplempern wir die Zeit heute für das Lernen der für uns fremden Sprachen – ich beschäftige mich mit meiner griechischen Grammatik, Sibylle möbelt ihr Englisch auf!

Bereits am Abend ziehen sich die Wolken zurück und der Sonnenuntergang stimmt freundlich – wir fahren mit der Crew der ANAHITA nach Agia Marina zum „Mexican Dinner“.

Morgen könnte ein schöner Tag werden
Wir laben uns an Köstlichkeiten aus „Mechikoooo“
Später gab es noch Hauptgerichte – das Zeug war lecker

Die Spannung steigt, es folgen Tage in denen ich zu einer Art Untätigkeit verdammt war.
Wir nähern uns der Monatsmitte, die Interessenten für NESSAJA hatten sich für den 15. und 16. Oktober zur Besichtigung angekündigt.

Mir ist bewusst, dass ein Tag der Entscheidung näher rücken könnte – ich gebe zu, die Spannung steigt ein wenig an.
Ich sehe mir mein Schiff im Vorbeigehen mit anderen Augen an…

Ein schöner Tag bricht an…

Ich werde keine neuen Projekte auf ELOWYN beginnen, auch am Haus werde ich jetzt nichts Neues anstoßen.
Ich konzentriere mich voll und ganz auf den Besuch, welcher in zwei Tagen hier eintreffen wird.

Während ich so sinniere, fährt KEONDA durch die Marina. Mario ist vor Ort um seine wunderschöne Baltic 40 einzuwintern.
Ich habe Unterstützung versprochen und werde heute Nachmittag helfen, die Winterplane aufzuziehen – das ist eine passende Tätigkeit, die zwei, drei Stunden kann ich gut abzwacken.

KEONDA fährt in den Kran

Ansonsten nehme ich auch von Freunden keine weiteren Aufgaben an – ich wiederhole mich, der Fokus liegt auf dem Besuch der Kaufinteressenten.

Da kommt es gerade recht, dass wir uns mit Freunden bei „Repapis“ verabredet haben.
Der Zufall will es, dass exakt zu dieser Stunde in der Kirche gegenüber eine Hochzeit stattfindet – ein Spektakel!

Natürlich sind wir Zaungäste, applaudieren, winken und jubeln dem Brautpaar später ein wenig zu.

Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft

Später treffen wir uns mit einer ganzen Reihe von befreundeten Seglern, um Marijkes Geburtstag zu feiern.

Auch sie feiert, wie zuvor schon Dieter, im „La Palma“ Café, auch an ihrem Ehrentag findet sich eine illustere Gesellschaft zusammen.

Wir haben Spaß, feiern zusammen, bleiben letztendlich aber nicht allzu lang.

Ich bin häufig mal der „Youngster“ bei unseren Zusammentreffen 😉

Es ist spannend zu sehen, wie unser Hobby Fahrtensegeln die Menschen verbindet.
Unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Interessen und Professionen treffen aufeinander und werden durch die Gleichartigkeit ihrer Aufgaben und Herausforderungen sozusagen „synchronisiert“.

Sehr oft bin ich der Jüngste in der Runde, wenn wir dagegen mit den drei jungen Crews unterwegs sind, gehe ich schon fast als der Segelopa durch – unser engerer Freundeskreis ist zwischen 26 und 77 Jahre alt.

In unserer Altersgruppe sind Freunde rar, die meisten müssen noch arbeiten, aber es gibt sie doch…

Nur noch ein Tag bis zur Bootsbesichtigung!

Ich möchte einen Testlauf für den Generator machen und starte unseren Stromerzeuger noch während des Frühstücks – alles läuft perfekt!

Der Genny lädt die Batterien sofort

Weitere Probeläufe gibt es nicht – das Interessentenpaar soll NESSAJA so kennenlernen wie sie ist.
Wir machen keinerlei Aufriss, unser Boot ist generell ok, wir müssen nichts verbergen oder im Vorfeld „mal checken“, ihre Patina trägt sie mit Würde.

Ok, ich gebe zu – wir wischen kurz Staub und saugen noch einmal in den Ecken, das muss aber reichen. Lieber eine eingeschmutzte Bilge die über alle Zweifel erhaben ist, als eine hochglanzpolierte, welche den Spekulationen Tür und Tor öffnet.

Mein Motor springt IMMER perfekt an, nur wenige haben einen aktuellen Öltest wie ich, welcher beste Verschleißwerte für die vorliegenden Motorstunden ausweist – ich verzichte daher auf einen Testlauf.

Generell denke ich, dass es kaum ein besser dokumentiertes Boot als NESSAJA geben dürfte – seit zehn Jahren halte ich alle Aktivitäten rund um mein Schiff fest, alle Höhen und Tiefen sind beschrieben, ich kann und will da nichts revidieren.
Nur ein ahnungsloser Thor würde hier Gegenteiliges behaupten!

Wäre nur mein Deck schon repariert – ich würde sehr breitschultrig auftreten, so aber habe ich, kommt es zu diesem Diskussionspunkt, kurze Hosen an.

Ich werde abgelenkt – heute ist eine Art Meeting anberaumt, bei dem wir festlegen, wann unser Griechischkurs beginnt und wer in welche Gruppe eingeteilt wird.
Ich freue mich jetzt schon, will aber auf jeden Fall in einer „Anfängergruppe“ bleiben…

Das „The Leros Way“ HUB ist wieder für den Griechischunterricht geöffnet

Auf das anschließende Abendessen freue ich mich besonders – ein Treffen mit Carola und Thomas von der EMOTION hat sich in den letzten Jahren etabliert.

Gegeben durch die Tatsache, dass wir in unterschiedlichen Marinas sind und auch dadurch, dass die Beiden immer recht rasch von Leros aus zu ihren Törns abreisen, sehen wir uns eigentlich immer nur zu Beginn und zum Ende derer Saison.

Dafür sind unsere Treffen kurzweilig und geprägt von interessanten, themenübergreifenden Gesprächen.
Ich schätze die Abende mit den Beiden und würde mich freuen, wenn wir das so beibehalten würden.

Für heute haben wir uns Dimitris „o´ Karaflas“ Taverne in Vromolithos ausgesucht.
Wir wählen einen Platz innen und essen sehr gut – er lässt seine Taverne als eine der letzten offen, wir aber ebenfalls bald in die Winterpause gehen.

NESSAJA meets EMOTION
Dimitris´ Salad
Cheese Meze

Wir laben uns an verschiedenen Meze und letztlich noch an dem unvergleichlichen Fisch Souvlaki von Dimtris, alternativ dazu an Bekri Meze als Hauptgericht.

Wie lecker! Zufrieden brechen wir auf und fahren zurück zu unseren Schiffen.
Sibylle und ich sacken neugierig in die Federn – morgen wird ein besonderer Tag!

Wo fange ich an???

Ok, mit dem Interessentenpaar – sie heißen Ellen und Dominik und kommen aus der Schweiz.
Beide sind blutjung, arbeiten vom Boot aus und haben diese Lebensform für sich entdeckt.
Sie haben einen durchaus beachtlichen Erfahrungsgrad und wissen was sie wollen – kurz, sie sind sehr sypathisch.

Die Beiden leben bereits auf 33 Fuß und wollen sich vergrößern. Bei der Internetrecherche sind sie auf NESSAJA gestoßen.
So haben wir uns für heute verabredet – der Flieger soll um 12.50 Uhr eintreffen, ich werde Ellen und Dominik vom Flughafen abholen.

Leider hat der Flieger Verspätung wegen Starkwind

Leider hatte der Flieger aufgrund des Starkwindes am Vormittag fast zwei Stunden Verspätung.
Wir haben daher gleich am Flughafen beschlossen, dass der Hotel Check-In warten muss und zuerst mit der Besichtigung zu beginnen ist.

Um die Privatsphäre zu wahren und auch um den Verkaufsablauf nicht zu torpedieren, haben wir während der Besichtigung auf Bilder verzichtet.

Das Wichtigste beim Bootskauf, ist aus meiner Sicht die Beantwortung der Frage ob das Boot dich „einfängt“ – hast Du das Gefühl, dass Du auf „Deinem zukünftigen Boot“ stehst?
Danach sind natürlich erste Eindrücke bezüglich der Ausstattung und Aufteilung zu sammeln.

Für Beides haben sich die Interessenten genug Zeit genommen bis es zu der spannenden Frage bezüglich einer Probefahrt kam.
Wegen der Regelungen rund um e-Tepai und der knapp bemessenen Zeit, habe ich zur Diskussion gestellt, ob man nicht bis zum nächsten Tag eine generelle Entscheidung treffen könne ob NESSAJA überhaupt interessant ist.
Wäre es nicht fair diese Grundsatzfrage zu klären, bevor man über die nächsten, durchaus aufwendigeren Schritte debattiert?

Dies fand Zustimmung und mit diesem Mindset haben wir uns auch getrennt.
Tatsächlich haben die Beiden vorgezogen den Abend alleine zu verbringen und die Zeit für Abstimmungsgespräche zu nutzen – richtig so!

Sibylle und ich sind daraufhin kurzentschlossen zu „Stis Anna“ gefahren um dort zu Abend zu essen.

Die Auswahl ist so verlockend – man hat die Qual der Wahl
Wir entscheiden uns für Falafel…
…und ein Linsen-Lahmacun als Vorspeise
Gefolgt von einer leckeren Fischsuppe und…
Seafood Papardelle

Wie immer essen wir ausgezeichnet und sind wirklich sehr zufrieden. Natürlich dreht sich an diesem Abend alles um den Besuch unserer Interessenten auf NESSAJA.

Die Beiden sind uns sympathisch und ich kann mir vorstellen, dass Ellen und Dominik unsere Dufour in einen dritten Lebensabschnitt führen.

Nach Christine und Rudi, den Erstbesitzern, welche sie OTARIE nannten und mit ihr viele Jahre und Meilen im gesamten Mittelmeer absegelten…

Nach Sibylle und mir, welche das seltene Schiff ihrem ersten großen Refit unterzogen und sie als NESSAJA sechs Jahre für alle Jahresurlaube in der griechischen Ägäis nutzten und zuletzt fünf Jahre dauerhaft auf ihr wohnten…

Nun vielleicht ein junges Paar aus der Schweiz, welches seinen Lebenstraum damit umsetzt???

Auf dem Heimweg haben Sibylle und ich Lust auf etwas Süßes – nein, diesmal nicht, oder FAST nicht…
Wir setzen uns nicht bei „Repapis“ hin, inzwischen ist es abends einfach zu frisch – aber ein Eis zum Mitnehmen wäre doch was, oder?

Gedacht, gemacht – ich gönne mir DREI Kugeln…
…während Sibylle sich auf die Schweizer Schokolade stürzt, welche wir geschenkt bekommen haben

Der nächste Morgen beginnt für mich mit einem Aufreger – auf dem Weg zu den Sanitäranlagen werden wir angesprochen…

Ob wir den Besitzer des ungarischen Wagens kennen würden, eine Babykatze miaut jämmerlich und niemand kann helfen.

Nein, leider können wir nicht helfen, einen Ungarn kennen wir nicht.
Männer wälzen sich vor dem Wagen im Staub und versuchen von unten unter die Motorhaube zu greifen – die ganze Marina wird in Alarmbereitschaft gesetzt.

Einen kurzen Augenblick lang ergibt es sich, dass nur Ewa und ich alleine am Wagen waren – meine Chance.
Beherzt greife ich in den Radkasten – ein geringes Risiko für Kollateralschäden schwingt immer mit…

Ich kann die Radhausverkleidung nach unten ziehen, es gelingt, ohne dass das Bauteil einen Schaden nimmt

In diesem Moment beginnt für das Kätzchen das Glück im Leben, sie weiß das natürlich nicht, wir alle wissen es noch nicht, aber es ist ein Schicksalsmoment.

Sie ist hungrig und traut sich daher wohl mehr zu, als ihr Instinkt gestatten würde.
Sie vergisst ihre Scheu und lässt sich mit Käse locken – und ich kann nach ihr schnappen noch bevor sie sich zurückzieht.

An der Nackenhaut ziehe ich sie aus ihrer Falle und verfrachte sie in Ewas Käfig.

Sie wird bald frei sein

Normaler Weise trägt man die Katze jetzt in die Freiheit, mit oder ohne Umweg über den Tierarzt – nicht so heute.

Als wir auf dem Weg zu Ewas TOP CAT an Alex und Antonias ANAHITA vorbeikommen rufe ich den muskelbepackten Adonis und zeige ihm die kleine Katze.

Der Gestählte zerfließt beim Anblick der kleinen Mieze und adoptiert sie sofort – natürlich nicht ohne vorher Antonias Einverständnis geholt zu haben.

In dieser Sekunde bekam „Feivel“ eine kleine Katzenschwester, welche auf den Namen „Aria“ getauft wurde.
Das „A-Team“ hat Zuwachs bekommen – und wir bekommen nur wenige Stunden später ein Foto…

Feivel und Aria im Katzenparadies – auf der ANAHITA

Inzwischen waren Ellen und Dominik aus dem Hotel zurückgekommen – ja, man habe weiterführendes Interesse, müsse nun aber ihrerseits erst ein Thema klären – die Preisfindung.

Ok, das war klar – der Zeitpunkt war früh, aber zur rechten Zeit. Für eine halbe Stunde wurden die Bandagen etwas enger gebunden und es wurden nachdrückliche Argumentationen und Standpunkte ausgetauscht.

Irgendwann war das Limit erreicht, die Bandbreite ausgereizt – abermals zogen sich die Schweizer zurück um sich zu beratschlagen, auch ich musste ein paar Punkte mit Sibylle abstimmen.

Nach zwei Stunden war der Verkauf besiegelt, wir gaben uns die Hand auf ein Paket, welches zu erledigende Arbeiten festschreibt und einen vereinbarten Preis beinhaltet – auch eine ungefähre Zeitachse haben wir festgelegt.

Der Verkaufsprozess von NESSAJA startet – inoffiziell – am 16.10.2025, fast exakt 11 Jahre nachdem ich sie gekauft habe, es fehlen genau 10 Tage.

Was folgt, war ein nunmehr entspanntes Zusammensitzen gepaart mit dem Austausch von Gedanken und Plänen. Die Anspannung war gewichen, nicht einmal mein so hochgelobter Motor wurde mehr gestartet…
All das wird Zug um Zug in den nächsten Monaten passieren.

Wir gehen noch zusammen ins „SouVLakki“, stoßen nach dem Abendessen mit einem Ouzo auf das Geschäft an, dann müssen die Beiden schon wieder abreisen – ihre Pflichten rufen.

Um kurz vor 23.00 Uhr bringen wir Ellen und Dominik auf die Fähre

Sibylle und ich sacken ins Bett – die Köpfe sind leer, die Gedanken fliegen davon.
Der Anfang vom Ende…

Bin ich traurig? Nein, das wäre zuviel. Bin ich zufrieden? Inzwischen ja. Ich habe ein paar Tage lang das Wort „zufrieden“ abgelehnt – es hat für mich lediglich gepasst.
Inzwischen stellt sich Zufriedenheit ein.

Ich bekomme meinen Minimumpreis, muss aber noch viel Arbeit investieren. Dafür habe ich Käufer die mir sympatisch sind – das war mir wichtig.
Stimmt das wirklich, oder sagt man das nicht nur so? Nein, es stimmt in meinem Fall wirklich!
Ich „verschenke“ mehrere hundert Stunden Arbeit und nehme empfindliche Wertverluste bezüglich meiner Investitionen hin – das alles fühlt sich nur dann „gut“ an, wenn die Personen die davon profitieren nett erscheinen.

Daher mein Fazit – die richtigen Käufer zum richtigen Zeitpunkt! Ich freue mich für uns Vier und hoffe, dass wir zu einem perfekten Abschluss im Jahr 2026 kommen.

Ich brauche eine Bootspause! Wir widmen uns ein paar Tage lang dem Haus, hier können wir ein paar Kleinigkeiten erledigen.

Wir starten eine neue Sperrmüllsammlung

Im großen Schlafzimmer unseres Hauses stand ein alter, bereits zerlegter Kleiderschrank.

Nachdem Sibylle den Schrank von Susanne geschenkt bekam, war es keinen Gedanken mehr wert, aus dem vorhandenen Schrankteilen etwas zu bauen – die Fronten gefielen uns nicht, der Rest war nicht von hoher Qualität.
Wir begannen also einen zweiten Haufen mit Sperrmüll in der Garage anzusammeln.

Weil es gar so gut lief, haben wir am Folgetag gleich noch den massiven und sehr dunklen und drückenden Schrank im kleinen Schlafzimmer abgebrochen und zu unserer kleinen „Mülldeponie“ dazugelegt.

Sledgehammer – bei dem Schrank habe ich mir wenig Mühe gegeben, wo rohe Kräfte sinnlos walten
Ich mache mit dem Fäustel Kleinholz, Sibylle ist die Tatortreinigerin
Genug – ich gebe die nächste Fuhre in Auftrag

Perfekt! Das hat ja gut geklappt. Bereits zwei Tage später wird die Garage wieder frei sein und wir werden nur noch eine weitere Fuhre Sperrmüll für den Abtransport haben.
Es ist nun noch die Küche abzubrechen und die ersten Teile des bestehenden Badezimmers – aber das ist eine Aufgabe für später, der November ist vollumfänglich für ELOWYN reserviert!

Ich habe zudem noch einen perfekten, wenn auch temporären Platz für mein Hauswasserwerk gefunden.
Wir werden es in die aktuelle Außenküche stellen, um die Nachbarn nicht mit Lärm zu belästigen und um keine Begehrlichkeiten zu wecken.

Den Anschluss an die Zisterne wird ein befreundeter Installateur die nächsten Tage vornehmen – ab dann haben wir neben Strom auch fließend Wasser.

Um die Leitungen legen zu können, muss ich meinen neuen Bohrhammer einweihen…

Da muss die Leitung ran…
…und da soll sie durch – ich stemme das erste Loch in meinem kleinen Haus
Hier kann das Hauswasserwerk zunächst gute Dienste leisten – später wird es den Garten versorgen

Läuft! Eine kleine Sache wäre da noch – wenn ich den Bohrhammer schonmal ausgepackt und eingeweiht habe, dann könnte ich doch gleich den Briefkasten montieren.

Kaum hatte ich den Gedanken im Kopf, habe ich mich ans Werk gemacht. Ich erwarte bis heute eigentlich nur die Stromrechnung, aber man weiß ja nie – ein Briefkasten ist ja schon ein Statement.
Besonders in einer Gegend, in der die Straßen keinen Namen haben – da fällt mir doch gleich eine neue Headline ein 😉 …

Beschriftung: „Mario & Sibylle“ – kommt an, ganz sicher

Der Tag geht zu Ende, wir haben etwas gerissen! Das freut mich, es geht etwas voran – und was mich fast noch mehr freut ist, dass ich tief in mir drin eine Art „Befreiung“ spüre.
Die kleinen Arbeiten am Haus machen mir sehr viel mehr Spaß als vor der Verkaufsentscheidung NESSAJA betreffend.

Es fühlt sich zum ersten Mal gut an, wir sind auf dem richtigen Kurs, dem Ende scheint ein neuer Anfang inne zu wohnen.
Ich bin gespannt, wie sich der Baubeginn anfühlt.

Heute sind wir zum Sonnenuntergang hin zum Grillen verabredet…

Die Sonne geht über der Marina unter – die blaue Stunde beginnt, wir holen die Bierbankgarnitur
Wir grillen vor des „A-Teams“ ANAHITA
Größere Runde heute – wir erwarten Giannis und Eirini als Gäste, wir sind schon zu sechst

Es wird am Abend inzwischen frisch, ich beschließe heute das erste Mal meinen dicken Hoodie mitzunehmen und werde diesen im Verlauf des Abends auch brauchen.
Mit dieser Kleidung bin ich letztes Jahr durch den ganzen Winter gekommen, es ist echt zu kalt für diesen Oktober, brrrr!

Winterkleidung!

Während wir noch auf unsere Gäste warten, heizen wir die Grills schon einmal an und beginnen Fleisch, Fisch und vegetarische Gerichte aufzulegen.

Ben und Ceatlin haben frisches Brot gebacken, jeder bringt etwas mit.

Es wird getrunken, gelacht und etwas später kommen auch die Gäste.
Übrigens, die Namen Ben und Caetlin solltet ihr euch vielleicht merken.

Frisches Brot – selbstgebacken
Doraden – zum Teil selbst gefangen
Geflügelspieße, zum Teil selbs… nein – die sind vom Metzger 😉
Antonia und Sibylle – im Hintergrund Ben und Caetlin

Ben und Caetlin sind aus den Niederlanden und haben die ehemalige DWARSLÖPER übernommen, das Schiff heißt jetzt DONNA.

Ben habe ich letztes Jahr im Winter kennen gelernt, als er kurz auf NESSAJA zu Besuch war. Er hat zu dieser Zeit das Interesse an der alten Jeanneau SO44 bekundet.

Jetzt steht er mit seiner Freundin Caetlin auf dem Trockendock neben Alex und Antonia, alle arbeiten an ihren Schiffen und werden Teil der heuer sehr jungen Wintercommunity sein.

Was aber sehr viel bemerkenswerter ist, ist die Tatsache, dass Ben und Caetlin an der alten Französin exakt die gleichen Mammutaufgaben wie ich zu erledigen haben – den Abbruch des Teakdecks nebst einer Deckssanierung und darauffolgendem Anstrich und zudem noch den Ersatz des „stehenden Guts“, also aller Wanten und Stage, die Drähte die den Mast halten.

Wir haben vereinbart, dass wir uns gegenseitig helfen und Synergien, zum Beispiel beim Versand, nutzen werden.
Ich freue mich, dass sich unsere Lebenslinien mit denen der jungen Holländer geschnitten haben, die Beiden liegen uns sehr!

Übrigens hat Ben die alte DONNA auch an die „Global Sumud Flotilla“ verkauft, sie teilt das Schicksal mit FREE WILLY.

Inzwischen sind Eirini und Giannis hier, dieser hat Wort gehalten und bringt Sibylle einen Kürbis mit – erinnert ihr euch an mein Bild mit dem rosanen Riesenkürbis? Hier nun meine Gattin…

Das sollte ein Süppchen geben

Wir haben einen sehr spaßigen Abend und bringen, nach eingen Dosen Bier, ein paar sehr wilde Ideen auf´s Tablett.

Diese reichen von Optimierungsgedanken zu der von Jörg und mir geborenen Idee einer Leberkasproduktion auf Leros, bis hin zu „Schrott wird flott Ideen“ bezüglich alter Segelboote.

Als wir ins Bett gehen, bin ich mir selber nicht mehr sicher, ob ich nun ein Segelboot, zwei oder am Ende gar keines besitze.
Ich denke aber, dass der Blog „sailingmoments“ nicht plötzlich sterben muss 😉 – ihr dürft neugierig bleiben…

Am nächsten Morgen brummt mir der Kopf – ich sollte sicherheitshalber mal meine Segelboote zählen!

Eins…
Zwei – oh, halt! DAS gehört nicht mir, das zählt nicht 😉

Es bleibt bei EINS, den Rest wird die Zeit richten! Ein paar Handgriffe stehen heute an ELOWYN an, wir waschen Leinen und packen schon allerhand für den Winter weg.

Zudem muss ich den Schlauchanschluss noch einmal korrigieren, zuviele Änderungen im näheren Umfeld machen dies nötig.

Auf meinem Patenschiff ist alles in bester Ordnung, alles ist für den November vorbereitet, dann geht es wieder mit vollem Einsatz weiter.

Leider bin ich auch bezüglich ELOWYN nicht vor Idioten sicher. Ich habe den Wasserschlauch für den weißen Riesen immer am Wasserhahn angeschlossen, zusammen mit der Stromversorgung.
Die Säule ist mit unserem Geld geladen, die Anschlüsse sind gekennzeichnet.

Ich frage daher – was geht in einem Kopf vor, wenn „jemand“ einen angeschlossenen Wasserschlauch abzieht und dann den Gardena-Anschlussadapter abschraubt und mitnimmt???

Wenn dies bei nicht belegten Wasserhähnen passiert kann man es „unbefugtes ausleihen“ nennen, hier ist es einfach nur klauen! Mir hat einer eine Kupplung geklaut, die man für 70ct kaufen kann…

Ich kaufe eine Neue – mir fehlen die Worte

Ein paar Tage später stellt sich heraus, dass der Nippelklau auch die 9,38€ die noch auf der Säule waren, gemopst hat.
Da fällt mir nix mehr ein, außer vielleicht „schäm dich“!

Apropos schämen – eine Marina ist wie ein Campingplatz, es wird geredet.
Für diesen Gossip wurde einmal die Bezeichnung „Radio Ponton“ kreiert, das trifft es gut.

Jeder sollte wissen, dass er oder sie mal Sender mal Empfänger ist, jeder wird mal Geber sein und wohl auch Nehmerqualitäten haben müssen.
Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass jedes „Geschwätz“ die Runde macht und nicht selten die betroffene Person erreicht.

Wenn der Inhalt dann aus Mutmaßungen und gar falschen Behauptungen besteht, wird die Sache doof.
So ergeht es mir und Sibylle nur ein paar Tage nach dem ersten Schritt bezüglich unseres Schiffsverkaufs.

Klar kommt das dumme und falsche Gerede über Sibylle und mich auch bei uns an – oft gefiltert, meist verfälscht, aber es kommt an.
Auch da hinterfrage ich dann den Geisteszustand des Senders, wie dumm kann man in einer so kleinen Gesellschaft sein?

Na Schwamm drüber! Ich habe keine Zeit und keine Muße mich mit so etwas zu beschäftigen – ein Bild, das mein Sohn mir schickt, lenkt mich ab.
Anton, unser kleinster Enkelsohn, übt sich früh und scheint in die Fußstapfen des Papas und des Opas treten zu wollen.
Nun, Handwerk hat goldenen Boden, warum nicht?

Klappt schon ganz gut

Zurück zum Hier und Jetzt! Der Himmel hatte sich ja schon zugezogen, ich habe nicht viel mehr geschafft als nach ELOWYN zu sehen, als die angesagte Regenfront eintraf.
Es prasselt auf´s Kajütdach, eine weitere Schlechtwetterfront zieht durch – jetzt möchte man meinen, dass man sich so einen Tag ja mit Lesen, Duolingo oder sonstwas vertreiben könnte…

Aber wie schon Roland Kaiser vor vielen Jahren wusste – „…es kann der Frömmste nicht in Frieden leben…“

Sibylle will, dass ich den Riesenkürbis in Einzelteile zerlege – meine Frage ob ich dies auch mit dem Fäustel machen darf, überhört sie stoisch…

Ich zersäble das Trum und denke dabei an „Chainsaw Massacre“

Na egal, mit dem relaxten Tag wäre es sowieso nichts geworden, denn ausgerechnet heute war der bereits erwähnte Krantermin für Heiners Katamaran DAMIANA anberaumt.

Das hilft nix, da müssen Uli und ich jetzt durch! Unsere Frauen stehen tapfer an unserer Seite und rackern mit uns, während uns kühle Regentropfen auf das Haupthaar prasseln.

„Mach die schonmal los…“
Schöner geht´s nicht
Der Marinero gibt uns Geleit bis zur Krangasse
Dort müssen wir warten – lieber nasse Haare oder nasse Kleidung???

Wir warten relativ lang in der Kranbox, können uns derweil aber in den Salon der Lagoon 380 zurückziehen.
Das passt so, aber wir sind trotzdem froh, dass es nach fast einer Stunde endlich weitergeht.

Insgesamt geht uns so an diesem Tag die gesamte „Kernarbeitszeit“ von 10.30 Uhr bis 14.00 Uhr verloren.

Irgendwann ist es geschafft und DAMIANA hängt in den Gurten.

Gleich ist es geschafft

Nach dem Herausheben wird der kleine Kat nahe der Sanitäranlage abgestellt und wir schließen die Türen.

Die Restarbeiten verschieben wir auf einen anderen Tag, einen mit besserem Wetter.
Uli und Angelika packen das dann alleine an, als ich drei Tage später an der alten 380er vorbeifuhr, war alles gemäß Heiners Liste erledigt.

Für mich endet der Tag versöhnlich – Sibylle hat drei! Töpfe Kürbissuppe gekocht und wir haben die Crew der DONNA, Caetlin und Ben, zum Essen eingeladen.
Für mich war die sehr leckere Suppe eine gute Gelegenheit mich aufzuwärmen, für die beiden Holländer war es eine willkommene vegetarische Einladung, das ist relativ selten.
Caetlin bietet an, dass sie frisches, selbstgebackenes Brot mitbringen würden – top!!!

Wir alle schlagen zu – ich mampfe VIER Teller

Was soll ich sagen? Es war ein wirklich außerordentlich netter Abend mit dem jungen Paar!
Ich respektiere Ben für seine Kenntnisse um Bootsreparaturen und seinen verbissenen Einsatz.
Caetlin ist aus meiner Sicht eine clevere junge Frau, die das Lebensmodell mit ihrem Freund teilt und unheimlichen Einsatz zeigt.

Wir hatten Spaß, viele Themen zu besprechen und zu guter Letzt auch eine Überscheidung finden können – eine sehr wichtige Gemeinsamkeit, welche für Synergieeffekte sorgen wird…

Ben und Caetlin werden über den Winter ihr Teakdeck abbrechen und Kiwi-Grip streichen. Zudem werden sie ihr stehendes Gut erneuern!
Meine zwei Mammutaufgaben überschneiden sich also mit ihren – da wird es einiges zu fachsimpeln geben, wir werden voneinander profitieren und uns gegenseitig helfen.

Der neue Morgen beginnt mit einer Negativüberraschung…

Die ganze Karre voller Dreck

Der Regen tut der Natur gut – aber nicht allerorts. Hier in der Marina sorgt er für ein Schlammintermezzo.

Klicker ist an allen vier Sitzplätzen mit trockenem Dreck besudelt – ich versuche, zumindest die gröbsten Spuren zu beseitigen.
Auch das Becken der Marina ist total versaut – es schwämmt das schlammige Regenwasser über die Abflüsse mehr oder minder kontrolliert ins Meer.

Klar, dass einiges an Schmutz und Sonstigem mit fortgewaschen wird.

Bis das Wasser wieder klar ist, dauert es meist zwei Tage

Ich weiß noch nicht, dass ich abermals einen Tag vor mir habe, an dem ich nur so Kleinscheiß wegarbeite. Das sorgt leider nicht für ein vollkommenes Glücksgefühl.

Wenn man aber am Abend noch einmal den Tag Revue passieren lässt merkt man, dass man doch etliches erledigen konnte.

So habe ich zum Beispiel für Hans Peter seine Schalteinheit des Wassermachers überprüft – hier muss ein Ersatzschalter bestellt werden.
Doch die entscheidende Frage war – Taster oder Raster???

Taster! Der blaue Schalter ist defekt

Danach habe ich mich der „Fertigung“ eines speziellen Werkzeugs gewidmet.

Ewa und Steve werkeln seit Tagen an ihrer TOP CAT herum. Ich habe gestern etwas unterstützt, das bringt mir jetzt Mehrarbeit ein.
Auf eine Mutter hat man den Standardschlüssel einfach nicht aufsetzen können – eine Individuallösung musste her.

Ewa hängt sich total in diese Reparatur rein, das ringt mir Respekt ab! Daher will ich helfen, obwohl ich eigentlich nicht helfen will.
Verwirrend? Ich erkläre – ich habe keine Zeit und der Marinachef sieht es nicht unbedingt gerne, wenn ich meinen Dunstkreis erweitere. Aus diesem Grund will ich mich generell nicht in solche Arbeiten einmischen.

Irgendwie konnte ich aber nicht anders, den Ewa und Steve sind ein besonderes Paar – sie ist „die Macherin“ und sie war und ist so Stolz auf das bereits Vollbrachte.
Ich kann sie nicht scheitern lassen!

Ich besorge ihr einen 12er Ringschlüssel…
…und schleife den so zurecht, dass er passt

Ob mein Tun letztlich hilfreich sein wird? Ich weiß es noch nicht – zum Ende des Monats war der Fehler gefunden, allerdings war der Kühlkreislauf des Motors umfänglich zerlegt.

Das Ergebnis war offen, der Zusammenbau steht noch an. Vielleicht kann ich nochmals unterstützen…

Ich habe mir etwas Süßes verdient – sage ich! Und da Sibylle gerade beim Einkaufen ist und mir das Gefasel der ANAHITA und DONNA Crews während der letzten Tage nicht aus dem Kopf ging, schreibe ich eine WhatsApp mit der Bitte um Bougatsa…

Oder Galaktoboureko. Oder Beides? Ja genau, Beides!!!

Wir teilen nach dem Teilungsgrundsatz – Major dividad, minor eligat, wie schon im Römischen Reich

Sibylle und ich trinken Kaffee, dann haben wir einen besonderen Punkt auf unserem Tagesplan.

Wir treffen Giannis, den Mann von Esther. Zu den Beiden irgendwann einmal etwas mehr…
Die Schweizerin und der Grieche aus Leros sind seit vielen Jahren verheiratet und er hat, als pensionierter Gärtner, eine Plantage für exotische Früchte auf Leros hochgezogen.

Er ist ein Gartenexperte und Fachmann – und genau ihn konnten wir für eine Einschätzung bezüglich unserer Oliven gewinnen.
Sein Fazit – top Qualität, top Menge, alle reif! Bitte sofort ernten, wir fahren gleich zur Ölmühle.

Die kleine Ölmühle auf Leros

Der Mann war ein Segen am heutigen Tag! Er regelt für uns unsere gesamte Olivenernte – zunächst einen Fachmann, welcher kommt, arbeitet, alles Werkzeug und Zubehör mitbringt und mich anleitet.

Dann einen Termin bei der Ölmühle und die abschließende Abfüllung. Zu guter Letzt noch den Preis. Ok, das ist top! Und wieviel erwarten wir zu bekommen? Ich rechne mit 15 Liter, oder doch 20?

Er lacht laut! Waaaas, vergiß´ es, Du bekommst 150 Liter, oder vielleicht 180!
Ich verblasse und hoffe fast ein bisschen, dass er mich auf die Schippe nimmt.
„Wann geht es los?“ „Kommenden Montag um 07.30 Uhr, morgens! Die Helfer organisierst Du!“

Ich habe Angst – und ich brauche ein Bier!

Das trinke ich mit Pit, der war überraschend noch einmal nach Leros gekommen

Die Helfer – woher nehmen??? Der Zufall will es, dass ich in Facebook ein Inserat lese „Any option for me to help as a volunteer harvesting Olives?“

Und wer fragt das? Ich schmunzle in mich hinein – Femma! Die junge Motorrad-Weltreisende aus Holland!
Unsere Lebenslinien schneiden sich ein zweites Mal. Neben ihr sagen Uli und Angelika von der JASPER und Ben und Caetlin von der DONNA zu, das sollte reichen.

Beruhigt und zufrieden kann ich mich in den wohlverdienten Feierabend stürzen.

Das Wetter hat sich wieder beruhigt – es ist wieder sommerlich

Heute Abend kommen Roland und Mireille zum Essen. Sibylle hat gekocht und wir revanchieren uns für so viele wunderschöne Einladungen in ihrem Haus mit einer Gegeneinladung – an Bord von NESSAJA.

Es gibt einen Putenrollbraten in Zitronensoße mit Nudeln und eine Schüssel Salat.
Wir alle schlemmen und essen das berühmte Quäntchen zuviel – aber es schmeckt eben so gut.

Der Rollbraten mit 2kg geht komplett weg 😉

Was für eine Leckerei

Als Gesprächsopener sagen nun auch die Freunde aus Vromolithos zu, dass sie zu unserer Olivenernte kommen werden – jetzt haben wir wirklich genug Men- und Womenpower!
Auch sonst haben wir einander viel zu erzählen und wieder einmal kommt es im Gespräch zum Thema „enge Liegeplätze“.

Roland ist unglücklich über seinen Platz und wollte eigentlich in unsere Richtung verholen, hat sich aber letztlich doch entschieden zu bleiben.

Er weiß, dass unsere lieben, irischen Nachbarn Jill ind Ciarán ihre OLIVE über den Winter an Land gestellt haben und wir uns gefreut hätten, wenn er seine SUNNY SIDE UP auf den freigewordenen Platz gelegt hätte.
Warum dies für uns eine win-win Situation gewesen wäre liegt auf der Hand – ich will einfach ein unbewohntes Schiff neben mir haben, am liebsten mit einem Eigner, mit welchem ich zumindest in Kontakt stehe.

Unsere Freunde fragen nach meiner finalen Lösung, ihnen sei aufgefallen, dass neben mir keine Lücke klafft.
Ich erzähle daraufhin von meiner Aktion mit FESTINA LENTE vor ein paar Tagen.

FESTINA LENTE füllt die Lücke von OLIVE

Ich habe die Schlüssel der Bavaria 39C vom Besitzer erhalten, um im Falle eines Verkaufs bestmöglich reagieren zu können.

Da das Schiff im Wasser bleiben soll, möchte ich doch bitte ein Auge darauf werfen.
Die Option FESTINA LENTE an unseren Steg zu bringen wurde diskutiert, aber mangels Plätze verworfen.

Für mich war das Umparken DIE Lösung – das von mir betreute Schiff gibt mir einen gewissen Einfluss auf mein direktes Umfeld und ich kann so sicher stellen, dass uns niemand zu nah auf die Pelle rückt.

Die Reihe am zweiten Teil von Ponton F ist nun komplett, es wird vor dem Winter keine Änderungen mehr geben.

Das passt gut – die Boote liegen hier nicht allzu eng

Die Freunde gehen nach Hause, unsere Runde löst sich auf. Ich schreibe noch ein paar e-Mails und recherchiere ein wenig, denn ich möchte relativ bald mit der Erneuerung des stehenden Guts beginnen.

Der neue Tag beginnt unspektakulär bei einer Tasse Kaffee. Dennoch ist es ein besonderer Tag.
Nicht nur, dass mein Sohn Stefan heute Geburtstag hat – was Sibylle und mir ein außerordentlich lustiges Telefonat mit ihm und Enkelchen Anton beschert – nein, heute ist exakt der Tag an dem ich auch NESSAJA gekauft habe.

Ich habe den Vertrag am Geburtstag meines Sohnes im Jahr 2014 unterschrieben – heute vor 11 Jahren!
Ich denke zurück und muss gestehen, dass ich ein bisschen wehmütig bin – aber wirklich nur ein bisschen.

Auch heute will ich etwas tun, obwohl der Sonntag zum Faulenzen lädt – daher beschließen Sibylle und ich, dass wir zumindest eines der Segel abschlagen.
Die Takelage muss frei sein.

Die Kutterfock funktioniert bestens – alles läuft wie geschmiert

Sibylle und ich schlagen das kleine Vorsegel ab und legen es zusammen. Morgen werden wir es im Haus einlagern.

Diese Alibiarbeit klappt wie am Schnürchen, so haben wir bald Feierabend und widmen uns den angenehmen Dingen.

Heute gönnen wir uns einen freien Nachmittag, denn bei „Stis Annas“ gibt es eine Charityeinladung.
Der Hundeshelter lässt ein Mittagsbuffet aufbauen und verlangt 20.-€ Eintritt pro Person – die Einnahmen gehen, natürlich, an den Verein zum Schutz der Vierbeiner.
Es werden kleine Gadgets angeboten und selbstverständlich ist man offen für Spenden.

Da Brigitte und Hans gleich um die Ecke wohnen, treffen wir uns auf einen Kaffee bei ihnen und gehen dann gemeinsam zum Lunch zu Anna.

Das Essen ist vegetarisch – vegan und schmckt lecker, die Bierbegleitung passt wie die Faust auf´s Auge

Da wir uns einig sind, dass diese Einkehr heute das Abendessen ersetzt, genehmigen wir uns noch ein zweites Tellerchen nebst einem zweiten Bier.

Wir treffen nette Menschen, quatschen ein wenig, wollen aber auch am fortgeschrittenen Nachmittag nicht heim – zu schön ist es hier.

Was spricht dagegen, sich an die inzwischen frei gewordenen Tische am Strand zu setzen und dort noch eine Karafaki Ouzo zu teilen?
Nichts! Genau – und deshalb setzen wir auch das sofort in die Tat um…

Jetzt passt das Verhältnis – 26. Oktober 2025, so kann man es aushalten

Wir sitzen noch eine ganze Weile – bis die Sonne hinter den Hügeln von Crithoni verschwindet.
Dies ist schon gegen 17.30 Uhr der Fall, denn gestern Nacht wurde die Zeit auf Winterzeit umgestellt.

Wir verabschieden uns und gehen nach Hause, zurück auf NESSAJA. Der Abend wird der erste, gefühlt lange, Winterabend an Bord.
Zwar können wir uns die Heizung noch sparen, aber es ist dunkel, nicht allzu spät und wir müssen uns die Zeit vertreiben.

Sibylle streamt einen „Tatort“ in der Mediathek und ich schreibe diese Zeilen hier.
Dann gehen wir zeitig ins Bett, denn morgen klingelt der Wecker bereits um 06.00 Uhr – Olivenernte!

Treffpunkt am Haus um 07.30 Uhr – ich werde bereits ab 07.00 Uhr dort sein.

Ich wache schon vor dem Wecker auf – Zeit für ein paar Blogzeilen

Ich schlafe unruhig und stehe früh auf. Nicht schlimm, so habe ich trotz der frühen Stund´ Zeit für meine zwei Humpen Kaffee – das braucht´s einfach.

Dann fahre ich zum Haus – ich will ein Stromkabel in den Garten legen, alle Türen aufsperren und anwesend sein, wenn der organisierte Olivenprofi kommt.
Dann würde ich Sibylle Bescheid geben, dass sie mit unserem Team kommen kann.
Das macht vermutlich Sinn, denn der Grieche wird vermutlich ein flexibles Arbeitszeitmodell haben.

Weit gefehlt!

Als ich ankomme ist Nikos schon da

Als wir den Mann organisiert haben, wusste ich nicht, dass Nikos mein Nachbar ist.
Noch skuriller wurde es, als wir erfuhren, dass er in unserem Haus geboren ist, es ist sein Elternhaus. Seine Tochter Efdokia ist unsere direkte Nachbarin, er wohnt im Austragshäusl.

Vermutlich war ihm deshalb die Parkplatzsituation rund um unser Haus auch scheißegal.
Ich schreibe das bewusst so, denn er hat mitten auf der fetten „No parking“ Schrift in der Einfahrt einer anderen Nachbarin geparkt.
Dies führte zu einem heftigen Streit, aber gefühlt ist Nikos als Sieger aus dem Wortgefecht hervorgegangen – er ging zurück an die Arbeit, sein Auto blieb stehen.

Im Garten war alles schon vorbereitet – ich schreibe Sibylle an „…gib Gas, Nikos arbeitet schon…“! Es war 07.25 Uhr…

Ein Viertel des Gartens war mit Netzen ausgelegt
Die Oliven werden vom Ast geschlagen oder gekämmt, sie werden mit den Netzen gesammelt
Das Abschlagen erfolgt mit einer Art elektrischen Rechen – so arbeitet man im oberen Teil des Baumes
Der lange Rechen ist hier gut zu sehen – angetrieben werden die drei Elektrogeräte von einem Generator
Während unser Vorarbeiter eine Brotzeitpause macht, sammeln unsere Helferteams die Oliven von Hand ein
Diese werden in Säcken gesammelt, so ein Sack hat circa 25kg

Hier geht ein ganz herzliches und dickes Dankeschön an unsere Freunde und Erntehelfer – ohne eure Hilfe wäre das nicht in der kurzen Zeit zu schaffen gewesen.

Uns hat es Spaß gemacht und es hat uns sehr gefreut, unser erstes Ernteerlebnis mit euch zu teilen.

Es ist mir wichtig die Freiwilligen zu nennen – mit vollem Einsatz dabei waren…
Angelika und Uli von der JASPER, Mireille und Roland von der SUNNY SIDE UP, Caetlin und Ben von der DONNA und last not least die Motorradreisende Femma, die ihr aus früheren Erzählungen kennt.

Wir alle haben von morgens 07.30 Uhr bis etwa 12.30 Uhr gerackert was das Zeug hält – hier noch ein paar Impressionen!

Nikos fordert mich auf, eine seiner Guaven zu probieren – urrgh, nicht mein Ding
Hier noch einmal gut zu sehen – oben mit dem Elektrorechen, unten mit einem klassischen Handrechen
Das Einsammeln per Hand, grobe Ästchen sollen aussortiert werden
Die ersten vier Bäume sind leer – die Netze müssen in die zweite Hälfte des Gartens verlegt werden

Interessant ist zu wissen, dass man ab einem Baumbestand von 20 Stück in eine Art Register eingetragen werden muss.

Dies ist bei uns nicht der Fall, wir haben 16 Bäume und sind daher von einer Meldepflicht befreit.

Mit der Zeit kam die Übung und wir haben die Arbeiten weitgehend übernommen.
Nikos hatte sichtlich Freude und hat dies mit lautstarkem Gesang untermalt.
Ich hatte die in Deutschland gekaufte JBL Partybox im Garten aufgestellt und griechische Musik laufen – es war fast zu perfekt!

Nikos und Ben an den Maschinen, wir anderen am Handrechen
Mit der Säge werden die Bäume ausgedünnt, die Äste werden ebenfalls gekämmt
So ging es fünf Stunden dahin
Nikos macht den letzten Baum fertig

Plötzlich fängt Nikos an, seine Netze einzurollen. Wir sehen uns um – tatsächlich, die Arbeit war geschafft, alle Bäume waren abgeerntet.

Ein Teil unserer Mannschaft hat sich verabschiedet – Mireille hatte noch zu tun, Femma musste arbeiten und Angelika und Uli mussten noch ihre morgige Heimreise vorbereiten.

Der übrige Teil der Helfer hat Nikos und mich zur Ölmühle begleitet, die Oliven müssen dort auf einer Art Sieb von den Blättern befreit werden und anschließend in Körbe gepackt werden.

Nikos rechelt, Roland befüllt und wechselt die Körbe
Jeder ist neugierig, wie die Ölherstellung funktioniert – die Körbe füllen sich
Unterschiedliche Oliven – beste Sorten sind Garant für ein 1a Öl

Im Laufe des Tages hat jeder Beteiligte, egal ob Mann oder Frau, einmal gesagt, dass es jetzt klar würde, warum ein Liter Olivenöl solche Preise erreicht.

Die mit der Ernte und der Herstellung verbundene Handarbeit ist so immens, dass Dumpingpreise von 3.- oder 4.- Euro schon einiges aussagen.

Bei uns naht das Ende UNSERER Arbeit, gleich sind wir bereit für die Übergabe an die Ölmühle, welche nur fünf Fußminuten von unserem Haus entfernt ist.

Die letzten Säcke werden umgefüllt, Fotos werden gemacht
Insgesamt haben wir 10 Kisten Oliven…
…welche nun gewogen werden – 250kg!

Wir haben 250 Kilogramm Oliven – wow! Ich bin gespannt wie es jetzt weitergeht.
Es sieht so aus, als ob wir auf unsere Ölherstellung warten können, wir sind gleich dran.

Roland verabschiedet sich, Sibylle bringt Ben und Caetlin zurück in die Marina. Ich bleibe und betrachte meinen Schatz und den weiteren Verlauf des Herstellungsprozesses.

Ich ahne nicht, dass Sibylle und ich wenige Augenblicke später in ein peinliches Fettnäpfchen treten werden.

Ich beobachte, wie sechs Kisten Oliven die vor mir auf der Waage waren in die Maschine geschüttet werden.
Die Maschine mahlt, ein Kanister wird gefüllt, die Letzten Tropfen fallen, dann wird ein rotes Fass unter den Auslass gestellt und meine Oliven kommen in die Maschine – jetzt geht es los, dachte ich…

Das Öl rinnt, meine Oliven werden gemahlen, ich bin stolz

Der Mühlenbetreiber telefoniert, kurz darauf kommt der Pope mit dem Auto und überwacht den Prozess.

Er streichelt meine Oliven und pult ein übersehenes Blättchen aus dem Behälter.
Super! Der Segen der Kirche – was will man mehr.

In diesem Augenblick kommt Sibylle zurück. Wir beobachten den Prozess weiter, bis die ersten fünf meiner Körbe im Schlund der Maschine verschwunden sind.

Der Pfarrer spendet Segen

Die Maschine stoppt, das Öl läuft nach – lang! Bestimmt eine halbe Stunde oder länger.
Auf einmal endet der Ölfluss, der Pope schnappt sich das rote Fass, lädt es in sein Auto und verschwindet.

Sibylle stachelt mich an und sagt „…der Pope hat Dein Öl geklaut!“ Sie ruft unseren Freund Giannis an um zu übersetzen.
In diesem Moment startet die Mühle wieder – mit der zweiten Charge unserer Ernte, ein weiteres Mal werden fünf Körbe in die Maschine gekippt.
Jetzt erst kommen die von uns bestellten Blechkanister unter den Auslass.

Auch ich werde nervös – hat der Pfarrer wirklich die Hälfte unseres Öls stibitzt oder musste ich den Zehnt abtreten? Ist es eine Machenschaft? Die Leros-Öl Mafia?
Zum ersten Mal zweifle ich an den Hiesigen…

Meine bescheidenen Fässchen

Giannis beruhigt Sibylle am Telefon – „…Du musst Geduld haben!“ Er verlangt den Mühlenbetreiber an den Apparat, mir wird mulmig – mir schwant, dass etwas nicht stimmt, ich will keine Welle!
Schon gar nicht will ich, dass Sibylle die Kirche des Diebstahls bezichtigt.

Das Mysterium klärt sich auf – die Maschine besteht aus drei Kammern, eine zum Zerkleinern, eine zum Extrahieren und eine zum Trennen.
Bei unserer Ölmühle zumindest ist es so, dass beim Einfüllen beispielsweise meiner Oliven, ein Teil derer des Pfarres noch in einer der folgenden Kammern war.

Wenn also meine Oliven zerkleinert werden, dann werden die des Popen beispielsweise getrennt und es läuft sein Öl in den Kanister, während meine Oliven den ersten Schritt durchlaufen.

Puh, verstanden! Alle glotzen auf uns, ich schäme mich und versuche hölzern die Situation zu retten – „ah, tolle Maschine! Ich verstehe jetzt! Drei Schritte, wow!“
Ich denke, die lachen heute noch über uns…

Na egal – wir bekommen drei volle Kanister, das sind 50 Liter bestes, natives und kaltgepresstes Olivenöl.

Wir fahren noch einmal zum Haus, ein Kontrollgang durch den Garten, alles verschließen – dann geht es ab nach Hause.

Ein Tag Arbeit – dort wo andere Menschen Urlaub machen
Der Garten ist weitgehend sauber, die Oliven alle abgeerntet
Unseren Mandelbaum – ja, richtig gelesen – haben wir auch abgeräumt, die Mandeln aber weitgehend aufgefuttert

Zurück zuhause sitze ich komplett erschöpft auf dem Salonsofa – ich bin glücklich und zufrieden!
Ich habe 50 Liter Olivenöl aus Oliven, welche heute morgen noch am Baum hingen – nachhaltiger gehts nicht! Ich bin fast ein bisschen stolz.

Der Plausibilitätscheck erklärt, dass für einen Liter Olivenöl 5 bis 10 Kilogramm Oliven benötigt werden.
Legt man dies zugrunde, dann haben wir sehr gut abgeschnitten – vermutlich bin ich dem Popen eine Entschuldigung für meine Abtrünnigkeit schuldig.
Ich werde ein Kerzchen anzünden…

Heute schlafe ich tief und fest, was so ein bisschen körperliche Arbeit so alles verursacht.
Leider bleibt es nicht bei einer seeligen Nachtruhe, die geleistete Arbeit zeigt sich auch am nächsten Morgen – nämlich in Form von ganzheitlichen Körperschmerzen…

Ob ich die angebotene Massage von Femma annehme? Na, heute sicher nicht, denn ich bin um 09.00 Uhr mit Antonia und Alex an deren ANAHITA verabredet – heute ist Borddurchlasstag!

ANAHITA soll bald ihren ersten Epoxianstrich erhalten – es wird höchste Zeit, die Rumpfdurchbrüche einzukleben

Ich muss noch einmal zurück zum Schiff um meine XL-Gummihandschuhe zu holen, da fällt mir die schöne Stimmung über der Lakki Bucht auf.

Ich halte kurz inne und banne das Szenario in einen digitalen Abzug um so die Bilder in meinem Kopf zu manifestieren.

Mein Audi A6 „Klicker“ steht am Wegesrand nahe unseres Steges. Direkt neben ihm die Baustellenauffahrt zum Wellenbrecher.
Die Baustelle ist noch voll aktiv, wenn auch der Nachdruck etwas nachgelassen hat.

Schön! Ein schöner Morgen
Es wird wohl noch ein paar Monate dauern bis die Baustelle beendet ist

Heute ist ein besonderer Tag – es ist der 28.10., ein griechischer Feiertag, der sogenannte „Oxi-Day“.
Es wird das „Nein“ der Griechen gefeiert, welches von Diktator Metaxas an diesem Tag im Jahr 1940 ausgesprochen wurde – er lehnte Mussolinis Aufforderung in Griechenland einmarschieren zu dürfen und strategische Punkte besetzen zu dürfen ab und begab sich in den Krieg gegen Italien anstatt zu Schwäche zu zeigen.

Das Gespräch zwischen Metaxas und dem italienischen Unterhändler Grazzi gab die Tageszeitung Ellinikon Mellon in ihrer Ausgabe vom 30. Oktober 1940 in der Schlagzeile verkürzt als „Ochi“ wieder, dies trug wesentlich zur Verbreitung dieser Verkürzung bei.

Wir planen, die Parade zu besuchen, aber zunächst hieß es an ANAHITA zu arbeiten – Alex war gut vorbereitet…

Alle benötigten Teile liegen parat
Der Größenvergleich zwischen den Standardventilen und den neuen kleinen Ausführungen ist frappierend

Wir schaffen es, dass wir bis 11.00 Uhr die heute zu verklebenden Borddurchlässe vermessen, nummerieren und zuschneiden.
Dann holt mich Sibylle ab, um mit dem Motorrad nach Lakki zu fahren.

An der Delta 46 des „A-Teams“ würden wir am Nachmittag weitermachen.

Die Parade war gerade am Anlaufen, als wir in Lakki an der Riva eintrafen.

Die Pfadfinder machen den Anfang – unter lautem Getrommel
Schon ziemlich militärisch und sehr ernst angesetzt
Dann kommen die ganz Kleinen, in landestypischer Tracht
Für ein paar ist es ein fröhliches Fest, andere marschieren sehr streng
Die Jugendlichen rufen dazwischen laut „Hellas“ – ein Schlachtruf
Verschiedene Schulen und Klassen marschieren auf – dem Alter nach sortiert
Teilweise sind die jungen Menschen als Mädchen und Jungengruppen aufgestellt
Das Ende der vielen Gruppen bilden die Halbwüchsigen – ab jetzt wird es ernst
Das Militär marschiert auf – da wird nicht mehr geschmunzelt oder gelächelt

Die Parade endet so abrupt wie sie begonnen hatte – nach einer Militärgruppe war es vorbei.

Sibylle und ich waren mehrfach am Nationalfeiertag zugegen und haben die getarnten Soldaten und die prächtig uniformierten Marinesoldaten vermisst.
Wir vermuten, dass es zwei Paraden gab und wir aufgrund einer falsch interpretierten Übersetzung, an der anderen Parade keine Teilhabe hatten.

Na egal, dann nächstes Jahr wieder…

Zurück zu ANAHITA – aufgrund der bereits erfolgten Vorbereitung, konnten wir die Borddurchlässe sehr rasch einkleben, das hat ohne Probleme geklappt,

Wir kleben heute 7 Stück, für die restlichen 5 müssen noch Teile beschafft werden, beziehungsweise Vorarbeit geleistet werden

Weil noch etwas Tag übrig war, kann Sibylle mich motivieren, noch einmal zum Haus zu fahren und ein paar Flaschen Olivenöl abzufüllen.

Wir werden das Öl nicht verkaufen! Es wird ausschließlich an die Helfer vergeben, als Geschenk für Familie und Freunde verwendet und natürlich zum Eigenbedarf verbraucht.

Weil wir gerade unterwegs waren, sind wir noch bei Brigitte und Hans vorbeigefahren um einen 3,3m langen Balken abzuholen.
Obwohl Klicker durch Volkers Rodkicker erprobt im Transportieren langer Lasten war, konnten wir das Langholz nicht im Innenraum des Kombis unterbringen.

Andere Lösungen mussten her – griechische Lösungen…

DARUM braucht man ein Schiebedach

Jetzt hieß es zurück in die Marina – Klicker geht heute Nacht an Alex, er muss seine Mam am Fährterminal abholen, sie wird zwei Wochen zu Besuch sein.

Sibylle will kochen, es wird mal wieder zuhause gegessen – und last not least – der zweite sehr wichtige Grund, warum der heutige Tag ein ganz besonderer ist, unser Enkel Otto hat heute seinen 8. Geburtstag!

Wir wollen auf jeden Fall noch anrufen und dem Knaben ein Geburtstagsständchen singen – „Happy Birthday to you, Marmelade im Schuh…“! 😉

Dann klingen diese beiden verrückten Tage aus – morgen soll bitte wieder Normalität einkehren!

Ich kann es vorweg nehmen – das hat nur FAST geklappt…
BÄÄÄÄÄMM!

Brett vorm Kopf

Ich war um 09.00 Uhr mit Alex verabredet, wir wollten den Einbau seiner Borddurchlässe finalisieren.
Ich vermute, das Koffein meiner beiden Haferl Kaffee war noch nicht in meinem zentralen Nervensystem angekommen, nur so ist es erklärbar, dass die Wirksamkeit des Müdigkeit auslösenden Botenstoffes Adenosin noch nicht unterbunden war und ich in Folge dessen bereits um 09.03 Uhr mit dem Kopf frontal und ungebremst gegen ein Brett von Alex Gerüst gelaufen bin.

Das rund drei Zentimeter dicke Vollholzbrett schlug über meinem linken Auge ein und mir war klar, dass ich just in dieser Sekunde zum Veilchenträger geworden bin.

Ganz so schlimm kam es letztlich nicht, aber ein Tag kann, da sind wir uns einig, besser starten.
Ich teste, ob der Kopf noch funktioniert oder ob die Erschütterung etwa meine Kleinhirnrinde abgewetzt hat – ich probiere mich im Kopfrechnen…

Vor dem Sägen rechnet Alex nach – sicher ist sicher

Wir sägen die Borddurchlässe je nach Rumpfstärke und unter Berücksichtigung der Verwendung sogenannter „Load-Collars“ zurecht und nummerieren beziehungsweise markieren diese.

Dann sind sie fertig zum Einbau und können nach dem Primern mit den SIKA Spezialprimern, mit der Klebe-Dichtmasse eingedichtet werden.
Für die Technikinteressierten – wir verwenden die Primer 3N und 207, verklebt wird mit 291i.

Das Sägen dauert länger als das Verkleben

Heute geht das alles schnell von der Hand und wir sind, trotz einer kleinen Brotzeit, denn Sibylle hatte uns Kotopita von Marietta mitgebracht, recht rasch fertig.

Gegen 12.00 Uhr genehmigen wir uns ein Reparierbier, denn die Arbeit war geschafft.
Just in diesem Augenblick kam Alex´ Mutter nebst ihrem Lebensgefährten Jim ums Eck. Die Beiden waren gestern Nacht angekommen um Sohn und Schwiegertochter zu besuchen und sich hier vor Ort ein Bild von deren Lebensprojekt zu machen.

Wir lernen uns kennen und verabreden uns für den Abend zu einem gemeinsamen Dinner im „Tis Kakomoiras“, dann suche ich erstmal das Weite und lass´ die Familie mal in Ruhe ihre Zeit miteinander genießen.

Am Weg zu NESSAJA fällt mir an LIBERTÉ das Duck-Tape auf, welches HP am Mast angebracht hatte.

Nach zwei Wochen wird aus dem Zauberband ein Flatterband – der Wind kann was

Ich hole mir von meinem Freund die Genehmigung ein, eine Rolle von dem Zauberband zu kaufen, um es verschwenderisch um den Mast zu wickeln.

Die Genehmigung kam prompt! Ich solle das im Volksmund auch „Panzerband“ genannte Tape derartig um die Schutzfolie wickeln, dass es seinem Namen alle Ehre machen würde.

So sei es, so werde ich morgen schon handeln…

Heute aber ruft mich die Pflicht noch einmal auf die Anhöhen von Plaka – ich muss noch einmal zu unserem Häuschen hoch, um mich um Montagearbeiten zu kümmern.

Ich war mit Giaggos dem Installateur verabredet, mein aus Deutschland mitgebrachtes Hauswasserwerk sollte endlich angeschlossen werden.
Der vielgefragte Fachmann kam pünktlich und fackelte nicht lange…

Außenanschluss an die Zisterne

Ich kenne Giaggos inzwischen schon recht lange. Er gehört zu Giorgos´ Clique und hatte seinerzeit bei der Montage meines Hardtop geholfen.

Wir haben ihn mehrfach in Giorgos´ Werkstatt zum Smalltalk getroffen und auch schon Ostern miteinander gefeiert – ich kann sagen, dass wir befreundet sind.

Ich hatte ihn schon vor Monaten gefragt, ob er auch die Gesamtinstallation des Hauses übernehmen würde und er hat zugesagt.
Er ist mein Mann für alle Installationsarbeiten.

Heute nur eine Kleinigkeit – die aber perfekt!

Das große „Gardena silent“ Hauswasserwerk steht temporär in der Außenküche

An die Installationsexperten unter euch – es ist nur eine Notinstallation! Ich brauchte dringend Wasser am Haus, die Zisterne ist randvoll.
So kann ich ab sofort Wasser entnehmen – das ist perfekt gelöst.

Natürlich ist diese Lösung grobschlächtig und temporär – die spätere Hausinstallation wird fachgerecht UND optisch perfekt umgesetzt.

Jetzt aber – Testlauf! Bereits nach 20 Minuten war der Wasserhahn angebracht, Wasser marsch!

Funktioniert! Wir haben jetzt fließendes Wasser am Haus

Funktioniert! Endlich steht Wasser zur Verfügung…

An den Hahn kommt jetzt noch eine Gardena Schlauchkupplung und ein Wasserzähler, dann kann der Schlauch angeschlossen werden, mit dem wir dann an allen Stellen auf Wasser zugreifen können.

So können wir Pflanzen gießen, die Hände waschen und wenn nötig auch mal mit der Gießkanne die Toilette spülen.

Ich fahre zurück zu NESSAJA und sage meinen Griechischkurs ab – es werden neue Gruppen gebildet, ich habe keine Lust noch einmal mit der mir fremden Fortgeschrittenengruppe zu praktizieren.
Ich setze auf die neue Anfängergruppe und hoffe, dass es nächste Woche richtig los geht!

Schon bald holen wir Hanna und Jim ab um uns mit Antonia und Alex in unserem Lieblings-Mezelokal zu treffen.

Das „Tis Kakomoiras“ ist gemütlich und das Essen lecker – „griabig“ wie es Hanna richtig zusammenfasst

Wir haben einen echt supernetten Abend und kommen auch recht spät nach Hause – klar, dass ein Ouzo den Abend abrundet, Yammas!

Ich schlafe gut! Der Ouzo und das Freibier vom Wirt zeigen Wirkung.

Sibylle und ich fahren abermals nach Plaka zum Haus. Wir pflanzen eine erste Salbeipflanze in unseren Kräutergarten, denn wir können ab jetzt ja gießen.
Dann füllen wir die letzten Geschenkflaschen Olivenöl für die Helfer ab.

Am Rückweg bleiben wir kurz bei Mireille und Roland stehen um deren Geschenk zu übergeben, leider waren sie nicht zuhause und wir stellen die Flaschen nur ab.
Beim Wenden in Nachbars Garten, winken uns Brigitte und Claude aber zu, „…kommt auf einen Apero, die Sonne scheint so schön auf die Terrasse!“

Wer könnte dazu schon Nein sagen???

Bier mit Aussicht um 11.00 Uhr morgens – das geht aber nicht jeden Tag

Wir sitzen mit den Beiden zusammen und unterhalten uns ein wenig. Man sitzt so schön hier – fast bleiben wir kleben.

Wir ermahnen uns zur Disziplin, trinken aus und ziehen weiter – eigentlich könnten wir ein paar Kleinigkeiten erledigen…

Das klappt aber nicht, denn als wir bei „Repapis“ vorbeifahren, bekommt mein Audi so einen starken Linksdrall, dass ich das Steuer kaum halten kann.
Da der Schreck mir in den Gliedern sitzt, brauche ich erstmal eine Pause!

Ich schwöre – ZWEI Kugeln

Ich labe mich an der Eisspezialität und die Zeit verrinnt uns zwischen den Fingern.

Als wir auf NESSAJA zurück kommen, haben wir nur noch eine Stunde bis zur nächsten Verabredung.
Ich nutze diese Zeit um meinen Greek-Score in Duolingo in ungeahnte Höhen zu treiben – ich spiele zur Zeit in der höchsten Liga, plage mich aber sehr.

Um kurz vor 15.00 Uhr fahren wir nach Gourna an den gleichnamigen Strand.
Wir sind dort im Café „Sunset Bar“ mit Esther und Giannis verabredet, wir sprechen eine Einladung zu Ouzo mit Meze aus, als Dankeschön für Giannis´ Beratung rund um unsere Olivenernte.

Er hat bei uns den gedanklichen Prozess gestartet, hat Erntemeister Nikos für uns organisiert und den Termin in der Ölmühle für uns klar gemacht.

Zusammen mit dem Mastermind unserer Olivenernte und seiner Frau Esther haben wir einen lustigen und sehr entspannten Nachmittag…

Wir fahren mit der GS nach Gourna…
…und bleiben bis die Sonne untergeht
Dann wird es schlagartig frisch, wir fahren heim

Ich kaufe mir am Heimweg noch einen Snack im „SouVLakki“, dann ziehen wir uns in NESSAJA zurück, lassen die Heizung eine halbe Stunde laufen und schauen uns eine erste Folge“wunderschön“ in der Mediathek an.

Am Morgen des letzten Oktobertages telefoniere ich mit meinem Freund René aus Schliersee – er spielt mit dem Gedanken im November mit dem Motorrad zu Besuch zu kommen.
Wir beratschlagen uns und schmieden erste Pläne – er teilt mit, dass er neben Leros noch einen Abstecher nach Rhodos machen wolle.
Da Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland weilt, habe ich den Geistesblitz meinen langjährigsten Freund auf diesem Schlenker zur Nachbarinsel zu begleiten – so einen Männerausflug hatten wir lang nicht mehr, ich hoffe, dass es klappt.

Sibylle fährt zum Supermarkt und kauft noch Glasflaschen, wir wollen die letzten Olivenölpräsente an Helfer und Freunde aushändigen um hier nicht mehr länger im Wort zu stehen.
Währenddessen nehme ich zwei Pakete für Ed in Empfang und trage diese auf EDINA – mein Winterservice nimmt wieder Fahrt auf…

Ich nehme Eds Pakete in Empfang

Danach fahren wir abermals zu unserem μικρή σπίτι, unserem kleinen Haus in Plaka.

Wir haben einen Teil der alten Küche zu einer Art „Schaltzentrale“ umgebaut.
Hier hat es eine Verteilersteckdose, hier steht die Box um Musik zu machen und hier füllen wir das Öl ab.

Zudem lagern wir auch unsere Genua, das zweite Vorsegel ein, welche wir heute abgeschlagen haben. Die Erneuerung des stehenden Guts soll bald beginnen.

Noch dient uns die alte Küche, bald schon kommt die Abrissbirne

Eine Nachbarin kristallisiert sich als „die Hexe“ heraus. Eigentlich verteidigt sie nur, völlig zurecht, ihre Grundstücksgrenzen gegen wildes Parkieren. Dies tut sie aber auf eine solch böse und flegelhafte Art und Weise, dass es nahezu untragbar ist.

Sie scheint mit allen Nachbarn ein wenig Stress zu haben…
Bisher konnten wir gut ausweichen, aber seit bei uns immer mal wieder Heimwerker oder auch Freunde kommen, kam es vor, dass Anna ihren Zorn auch gegen uns gerichtet hat – wir konnten oft gar nicht schnell genug ausladen und wieder wegfahren, bevor uns ihr Groll traf.

Da wir nichts verstehen und auch nicht reagieren können, prallt das an uns ab, dennoch springen die Nachbarn für uns ein und bieten Parkplätze auf oder vor ihren Grundstücken an.

So parken wir den großen Audi von nun an vor der Kirche „Agios Dimitros“, eine private Kirche die zur Erinnerung an Dimitra, die Schwester der Supermarktbetreiberin Eftyxia, errichtet wurde.

Mit Eftyxia vertehen wir uns gut, wir kennen sie schon lange und vor ihrer Kirche dürfen wir parken – Danke dafür!

Wir dürfen vor dem privaten Kirchlein „Agios Dimitrios“ parken – 50m von unserem Haus entfernt

Wir fahren direkt zurück in den Ort, wo wir uns mit Cornelia und Martin, der Crew der ALADIN, bei „Repapis“ treffen.

Wir sind auf ein Eis eingeladen und haben ein sehr interessantes Thema – Martin hat deren Haus in der Schweiz nahezu autark aufgebaut, er ist ein Experte in diesem Berufsfeld und hat etliche grandiose Ideen für mich.
Ich freue mich, dass ich Fragen stellen darf und weiß nun, wer mir in Zukunft ganz sicher wertvolle Tips geben kann…

Dann lassen wir die Stunden beim Lernen mit Duolingo vergehen – heute Abend treffen wir uns in Lakki mit Hilde und Benno in einer für uns neuen Taverne.

„Psithiri Gevseon“ – tausendmal vorbei gegangen

Die Taverne sieht von außen grausig aus, dafür ist sie innen nicht schön.
Ein Relikt aus den 80er Jahren, aber sowas von authentisch, man will es nicht glauben.
Eigentlich sitzen dort nie Gäste, die Antwort auf die Frage „warum“ drängt sich rasch auf…

Von anderen Seglern haben wir aber gehört, dass das Essen nicht schlecht sein soll und so haben wir beschlossen, dass wir dies heute dort testen werden.
Benno und Hilde waren schon einmal dort, für Sibylle und mich ist es der erste Besuch – obwohl wir sicher schon hunderte Male an dem einsam vor seinem Schuppen sitzenden Wirt vorbei gegangen sind.

Unweigerlich wurden Parallelen zum „Gia Sena“ gezogen, in dem wir letzten Winter ein paar Mal waren.

Wie war das Essen???

Einfach, aber ziemlich gut!

Die Meze, wir haben Gigantes, Zaziki und Saganaki bestellt, verdienen Bestnoten!
Geschmacklich toll, große Portionen zum Teilen und zu einem günstigen Preis – super!

In der B-Note schwächelt die unscheinbare, aus der Zeit gefallene Taverne etwas.
Die Hauptgerichte, ich hatte Schweinefleisch in Honig-Senfsauce, konnten nicht mit den Meze mithalten und waren auch nicht so gut wie die, welche Maria im „Gia Sena“ anbietet.

Wir waren nicht enttäuscht von unserem Besuch, aber ich befürchte, dass sich diese Taverne nicht in unsere Liste vorarbeitet.
Für genau diese Lücke haben wir das „Gia Sena“, welches wir um eine Nuance besser einstufen.

So klingt der Tag und auch der Monat aus – der „Anfang vom Ende“ ist eingeläutet!

Sibylle und ich sind gespannt wie es weitergeht – bleibt dran, dann seid ihr immer auf dem Laufenden…

Hier ein Ausblick…
Viel Arbeit an ELOWYN, im November geht es richtig los!
Können wir das stehende Gut von NESSAJA schon tauschen?
Sibylle geht Mitte des Monats nach Deutschland – wie lange wird sie bleiben und wie ergeht es mir in dieser Zeit?
Kommt René mit dem Motorrad und geht sich eine Tour über Rhodos aus?
Wird das neue Garagentor geliefert?

Welche Wintercommunity formiert sich und wie starten wir in den Winter auf Leros – viele Fragen…

Wir blicken neugierig auf den kommenden November und grüßen euch herzlich von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle










September 2025 – Lose Yourself

Der September liegt im Fahrwasser – ein Monat, während dessen Freud und Leid, Gelassenheit und Wahnsinn, sowie Stress und Entspanntheit aufeinandertrafen – ein Monat, in dem der Protagonist Mario Rauch nicht Herr seiner selbst war!

In den Momenten, in denen ich dabei war mich selbst zu verlieren, fiel mir Eminems „Lose Yourself“ aus dem Jahr 2002 ein – und wurde so zur Headline dieses Monats.
Google informiert, dass „Lose Yourself“ nicht nur der Titelsong aus dem Film „8 Mile“ ist, sondern erklärt auch, dass die wörtliche deutsche Übersetzung „Verliere dich selbst“ oder „Sich selbst verlieren“ lautet.
Weiter erfährt man, dass im Kontext des berühmten Songs von Eminem die Phrase jedoch bedeutet, sich vollständig auf eine Sache einzulassen oder eine Gelegenheit zu ergreifen, wobei man sich im Prozess nicht selbst aufgeben darf.
Zudem wird der Song als einer der besten Motivationssongs geführt – und auch das war bitter notwendig…

Na Prost Mahlzeit – was war denn nun los im neunten Monat des Jahres?

Die Tage werden kürzer – nicht immer konnten wir die Stimmung genießen

Der Monat beginnt für mich mit einer Sinnfrage. Wieder einmal spielt sich ein Mitglied der größten und am besten organisierten Community in Leros als „Social-Media Gendarm“ auf.
Einige Italiener hängen der Geschichte von Leros noch sehr nach und denken, dass die Insel immer noch ihnen gehört – und vor allem, dass ohne ihre Maßregelungen nichts geht.

Ist Facebook der richtige Platz um solche Befindlichkeiten anzuprangern?

Natürlich weiß ich, dass der Mann in der Sache Recht hat. Ich will auch ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich die generelle Einhaltung der Verkehrsregeln sinnvoll finde und dass ich nicht will, dass jemand zu Schaden kommt.

ABER – die meisten Menschen die längere Zeit auf Leros verweilen, tun dies nicht zuletzt aus dem Grund, WEIL die kleine Ägäisinsel nicht übereguliert ist.
Die Menschen schätzen meist das „leben und leben lassen“ Prinzip der Locals und die kleine, fast liebevolle Anarchie die aber niemanden schadet.

Ich finde, es steht uns als Gästen nicht zu, dies in den sozialen Medien zu kritisieren.

Ist das wichtig? Ja, ein bisschen – ich möchte nämlich, dass Leros so bleibt wie es ist und nicht wird wie Deutschland in vielen Bereichen.
Noch weniger möchte ich, dass Leros so wie Italien wird – auch wenn mancher Amici dies so sehnlich wünscht.

Themenwechsel – und hier rede ich auch gar nicht um den heißen Brei herum, schwenken wir hinüber zum Leitthema des Monats September…

Wie weit sind Hans Peter und ich mit der Montage der Seeventile an ELOWYN?
Nun, sagen wir so, wir sind nahezu tagtäglich im „Blue-Man-Group“ Modus…

Unser Verschleiß an diesen blauen Gummihandschuhen war immens

Ich nehme vorweg, dass wir bis zum 13.09. ohne einen Tag Pause und ohne Unterlass am weißen Riesen arbeiten und rackern werden.

Die Zeit sitzt uns im Nacken, am 11.09. ist Krantermin, die Liste der zu erledigenden Arbeiten ist lang und wir arbeiten leider nicht ohne Stolpersteine und Verzögerungen.

Manchmal sind es Kleinigkeiten – wie zum Beispiel die Stablampe, welche uns gleich am Morgen, beim ersten Handgriff, unter den riesigen Tank des 68-Füssers rutscht…

Es dauert eine ganze Weile, bis wir das Ding da wieder rausgefischt haben

…ein Andermal sind es Störfaktoren von außen, welche uns eine oder zwei Stunden kosten.

Die Seemannschaft und die Hilfe unter Seglern gebietet jedoch Unterstützung, zum Beispiel als die neue Mannschaft der FREE WILLY abermals um Rat fragt…

Man erklärt uns, dass die Marina keine Liegeplatzverlängerung mehr anbietet, man solle die Marina bis mittags verlassen.
„Habt ihr Tepai?“ „Nein…“
„Habt ihr eure Papiere schon?“ „Nein…“

Mir platzt der Kragen und ich lassen mich dazu hinreißen, dem verantwortlichen Skipper eine Ansage zu machen.
„Not my monkey, not my circus“ vergesse ich für einen Augenblick.
Und siehe da, ein paar Telefonate später bekommen sie die Papiere aus der Schweiz, ich mache ihnen Tepai und Sibylle fährt zur Post um die Gebühr dort zu bezahlen – FREE WILLY ist jetzt polnisch beflaggt und hat ordentliche Unterlagen.
Wenige Stunden später liegen sie in der Ankerbucht, ein paar Tage danach brechen sie auf zu ihrer Mission nach Gaza – vorher kommen sie noch einmal in der Marina vorbei und schenken Hans Peter und mir Werkzeuge.
Diese bräuchten sie nicht, sie müssen Platz für Milchpulver und Babynahrung schaffen.
Völlig losgelöst vom Ziel ihres Tuns wünsche ich den jungen Menschen Glück, ich habe alle als sehr nett kennen gelernt.

Hans Peter und ich finden letztlich doch noch Zeit, ein paar alte Seeventile an ELOWYN auszubauen – zuletzt die, an den schier unerreichbaren Stellen.

Das Ventil im Tagesklo ist eine Frechheit

Als ob das noch nicht reicht für den ersten Tag eines Monats, bittet Jörg von der INSPIRATION um ein Treffen.

Wir hatten locker vereinbart, dass er und Tom Interesse an meinem neuen Garmin Plotter zeigen, welchen ich zum Verkauf anbiete.
Ich gestehe mir also einen frühen Feierabend zu und trage das 12 Zoll Monstrum auf die Bavaria 39.
Der Urbayer sieht das Gerät, macht sich kurz ein Bild und sagt dann den Kauf zu – INSPIRATION wird also navigationstechnisch aufgewertet.

Wir werden im Verlauf der nächsten Wochen ein paarmal mit der jungen Familie aus dem heimischen Nachbarlandkreis unterwegs sein, wir schätzen die Crews der INSPIRATION als neue Freunde, das freut uns außerordentlich.

Ebenso erfreut bin ich darüber, dass Benno und Hilde ankommen. Die Beiden reisen diesmal sehr verspätet an – private Gründe hatten die Ankunft in Hellas verzögert.
Bei einem Telefonat einige Monate zuvor, hatte ich mit Benno motivierend einen Termin festgelegt – „…wir treffen uns in alter Frische am 01.09. im „SouVLakki“!“
Dass wir dies exakt erfüllen würden, hätte damals keiner beschwören wollen.
Zusammen mit HP sowie Berthold und Heidrun feiern Sibylle und ich das Wiedersehen mit unseren Freunden aus Gelting.

So darf ein Monat beginnen – Kalo Mina (guten Monat) / καλό μήνα

Ab dem zweiten Morgen des neuen Monats, konnten wir eine geregelte Arbeitseinteilung darstellen.
Wir haben sieben Tage die Woche von 10.00 Uhr bis etwa 16.00 Uhr gearbeitet.
Pausen haben wir alle Stunde für etwa 10 Minuten gemacht – um zu trinken und um unsere T-Shirts zu trocknen.
Speziell in den ersten Tagen des Monats war es schier unerträglich heiß und wir haben das Wasser schneller herausgeschwitzt als wir es trinken konnten.
Sibylle hat stets für Nachschub gesorgt und der kleine Kühlschrank im Cockpit leistete Schwerstarbeit.

Ich nehme vorweg – Zeit war nie das kritische Kriterium! Klar, grobe Schnitzer dürften nicht passieren, aber das sollten wir im Griff haben.
Wir hatten einen klaren Plan mit Tageszielen und wir haben uns jeden Abend für den Folgetag gebrieft – derart vorbereitet sollte es es jetzt losgehen, neun Tage Zeit bis zum geplanten Krantermin!

Die alten Ventile waren alle ausgebaut und sortiert – ein Ventilservice sollte durchgeführt werden

Bei ELOWYN waren ja nur die Borddurchlässe zu erneuern, ihr erinnert euch. Wir haben also alle alten Ventile ausgebaut und sortiert.

Weil bei einigen beimAusbau die Deckel abgegangen sind, haben wir beschlossen, jedem Ventil einen „kleinen Ventilservice“ angedeihen zu lassen.
Zudem, soviel war klar, galt es die Gewinde von alten Teflonbandresten, Hanfrückständen oder alten Flüssigdichtmitteln zu reinigen.

Dafür haben wir uns eine Art „Workstations“ einfallen lassen und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt.
Für zwei Tage hilft Alex von der ANAHITA mit, wir reinigen und servicieren die Ventile und befestigen die Deckel wieder.

Kratzen – schleifen – bürsten

Zu guter Letzt wurden die gebrauchten Ball-Valves wie Zinnsoldaten aufgestellt und mit der Einbausituation abgeglichen – steht für jeden gesetzten Durchlass ein entsprechendes Ventil zur Verfügung?

Hier lohnt ein genauer Blick – die Gewinde waren nicht besser zu reinigen, ein Desaster droht

Passt – es waren alle da, morgen fangen wir an diese einzukleben.

Doch zum Tagesabschluss möchte ich noch einen letzten produktiven Arbeitsschritt machen, die Borddurchlässe müssen von außen gestrichen werden.
Meine Wahl fällt auf zwei Lagen Epoxi-Dickschichtprimer von Hempel, den ich wegen der Trocknungszeit in den folgenden zwei Tagen aufbringen werde.

Die offensichtlichen Reparaturstellen weichen einem ersten Anstrich, ein gewisser Fortschritt ist erkennbar.

Die Reparaturstellen sind wieder unter einer Schutzschicht, der Eindruck verbessert sich

Kurz vor Feierabend bekomme ich noch eine Nachricht von Panos aus der Marina-Chandlery.
Ein Paket sei für mich angekommen, ich bekomme es aber nur, wenn ich ein anderes dafür hergäbe…

Ich war vorbereitet, wusste ich doch von den Technikern der „Cleopatra Marina“ in Preveza, dass Ersatz für die falsch gelieferte Lopolight Lampe für ELOWYN am Weg war und ich das nicht passende Ersatzteil bei Übergabe aushändigen müsse.

So erledige ich auch diesen kurzen Gang noch – dann war aber Feierabend!

Eine Rarität – und sauteuer – weiß über rot (über grün) als freiwilliges, zusätzliches Segellicht bei Schiffen über 20m (grün fehlt im Bild)

Für den heutigen Abend war ein Griller an der ANAHITA angesagt. Sibylle hatte während des Tages für uns alle eingekauft und Salate vorbereitet.

Jetzt ist es an der Zeit zusammen zu sitzen, ein Bier zu genießen und die verbrauchte Energie wieder zu bunkern – dies ist bei den angebotenen Köstlichkeiten nicht schwer.

Wir hocken beinander und genießen die herrliche Stimmung, die angenehmen Temperaturen und die Gespräche – oft über Bootsreparaturen, aber beileibe nicht immer…

Die Sonne geht unter, die „blaue Stunde“ bricht an…
…wir richten unseren Grillplatz an der ANAHITA – der Weber heizt schon auf
Bier, Grillfleisch und Salate
Nach dem Essen fährt Alex mit dem Roller zu „Repapis“ und holt Eis
Merlin hofft auf seine Chance

Am nächsten Tag geht es los – wir kleben die Ventile ein!

Meine Wahl fällt, wie auch die Male zuvor, auf SIKA 291i, einem PU-Klebstoff, welcher von TruDesign ausdrücklich empfohlen wird.
Dazu verwende ich den optimal abgestimmten Primer 209D – alles verarbeiten wir exakt nach Vorschrift.

Ihr ahnt schon, es hat einen Grund, dass ich das so ausführlich beschreibe…

Wie immer auch hier – zwei gehen gut, bei einem muss man sich ärgern.
Insgesamt werden wir für 25 Ventile zweieinhalb Tage brauchen.

Warum so lang? Nun, hier nur ein Beispiel…

Nach dem Umbau fluchtet der Schlauch nicht mehr mit dem großen Ventil…
…wir unterbrechen die Arbeit und suchen auf der Insel einen 120° Anschluss – sehr selten – aber wir sind erfolgreich

Leider ließ sich das Problem mit dem 120° Anschluss nicht lösen. Wir mussten einen Weg finden, den 38mm Schlauch ein paar Zentimeter nach OBEN zu bringen – schaut genau hin, er ist dem fehlenden Ventil im Weg – um dann den Ablauf am großen Ventil ebenfalls nach oben zu verlagern.

Wie haben wir das gelöst??? So…

Der Blickwinkel täuscht – alles verläuft gerade und die Fallrichtung stimmt. Nur so können die Ventile angeschraubt werden

Was hier vogelwild aussieht, wird später ordentlich sauber gemacht und verschwindet weitgehend unter einem Einlagebrett.

Eine Lösung mit der wir zufrieden sein können, die uns aber viel Hirnschmalz, Zeit und Arbeit gekostet hat.
Wer genau hinschaut erkennt die Challenge – die Ventile lassen sich so wie sie stehen nicht einschrauben!
Es muss eine exakte Reihenfolge eingehalten werden – diese haben wir uns nach einem „Trockentest“ für die finale Montage notiert.

Hieroglyphen??? Nein, für uns klare Notizen wie vorzugehen ist

Freud und Leid wechseln sich ab – Montagen wie die vorgenannte, dann wieder zwei „normale“ Ventile zu setzen.
Manche davon an gut zugänglichen Stellen, andere in Winkeln in die man kaum blicken kann.

Wir mühten uns wirklich redlich und arbeiteten gewissenhaft!

Abwechslung dagegen am Abend – hin und wieder sitzen Sibylle und ich, wie gestern, mit Hans Peter und Alex zum gemeinsamen Dinner beim Grillen oder im „SouVLakki“, an anderen Abenden trennen sich unsere Wege – so auch heute!
Wir sind von Martin und Petra zum Dinner ins „Harris“ eingeladen – ich hatte schon vor Tagen einen Tisch in der begehrten Bar reserviert.

Zusammen fahren wir mit dem Auto hoch zu den Mühlen…
…wir sehen die Sonne untergehen und dürfen später an einen Tisch in der ersten Reihe wechseln
Es gilt zu wählen – Drinks und Snacks zum Abendessen
Die Bar ist geschmackvoll, ein wunderschöner Platz

Wir genießen unsere Drinks und schlemmen die angebotenen Snacks. ok, kleine Speisen nur, aber die waren wirklich lecker.

Eine sehr nette Einkehr mit den Hessen, welche sich übermorgen schon zu ihrem Sommertörn verabschieden werden.
Schön, dass es noch einmal geklappt hat und auf ein Wiedersehen im Herbst!

Ein sehr netter Abend an einem herrlichen Ort neigt sich dem Ende zu. Wir gehen müde nach Hause und genießen einen letzten Blick auf die Szenerie.

Die Mühlen und das Kastell – Wahrzeichen von Leros

Am nächsten Morgen wiederholen sich die bekannten Abläufe an Bord der ELOWYN – wir kleben einfache Teile ein und ärgern uns über die Schwierigkeiten, welche sich uns in den Weg stellen.

Ein weiteres Ventil schreit nach einer kleinen Erweiterung des Ausschnittes für den Toilettenschlauch.
Abermals müssen wir abklären, ob wir die Schottwand anbohren können.
Dies testet Hans Peter mit der Minikamera für das Telefon…

Erst wenn Hans Peter sein OK gibt, setze ich die Topfsäge an

Nach dem Kopfnicken des wortkargen Saarländers setze ich die Topfsäge an und bohre den benötigten Ausschnitt – das klappt gut, fordert aber die kleine Säge, welche dabei glühend heiß wird.

Ich stelle die Bohrmaschine mit der Säge auf die Seite und drehe das Ventil ein – dabei passiert es!
Nur ganz kurz berührt mein Unterarm mit der empfindlichen Innenseite das Sägeblatt – zisch, bruzzel – es riecht nach Grillen und tut weh…

Ich habe lang davon

Dieser Tag nahm eine unangenehme Wendung und sollte die bisher sehr gute Stimmung an Bord von ELOWYN kippen.

Nein, nicht weil ich mir die Epidermis vom Unterarm gebruzzelt habe, der wahre Grund war, dass passierte was nicht passieren durfte – und deswegen wahrscheinlich passieren musste!

Ein Ventil plagt uns, weil der Einbauraum sehr limitiert ist. Wir beschließen, den Rumpfdurchbruch um ca. 8-10mm zu kürzen – ein Schnitt mit dem „Fein“ und feddich. Soweit der Plan…

Einer von uns Beiden schneidet, wir haben Stillschweigen darüber vereinbart wer, ich kann nur verraten, dass es kein Bayer war 😉

Der Abschnitt wird achtlos auf die Seite gelegt – aber es fällt eine „Kleinigkeit“ auf…

Ooooops – da muss man nicht mehr messen

Kann jeden passieren! War aber trotzdem ein ungünstiger Zeitpunkt.
Denn bisher haben wir jeden Abend unser Tagesziel erreicht – dies sollte sich ab jetzt ändern.

War unser Schaffen bis heute nur werkeln mit hoher Schlagzahl und mit einer gewissen Anspannung, wurde es jetzt zum Wettlauf gegen die Uhr.

Die kurze Seite des schrägen Schnitts war unter Minimum und ich beschließe, den Durchbruch noch einmal auszubauen.
Ihr erinnert euch – es handelt sich um die langen Durchbrüche, diese müssen bestellt werden.
Ich ziehe alle Register, rufe sofort Tom von der INSPIRATION an und frage, ob er die Teile aus Deutschland mitbringen kann.
Ja, kann er! Per Express werden die Teile zu Tom geliefert und ich werde diese am Spätnachmittag des 09.09. in der Hand halten…

Das wird knapp! Ich gehe kein Risiko ein und verschiebe auch unseren Krantermin vom 11.09. auf den 13.09. – aus dem „grünen Bereich“ wird ein gelber, aber immerhin haben wir eine gute Chance das Kind zu schaukeln.
Tina und Volker kommen am Abend des 18.09. auf Leros an und wollen ELOWYN dann für den Saisonabschluss nutzen.

Für mich ist die Situation gerettet, HP hat noch ein bisschen daran zu knabbern.
Leider kann ich ihn heute Abend nicht trösten, denn wir sind zu Brigitte und Hans zum Grillen eingeladen.

Ich mag Besuche im Häuschen der Freunde – es schürt die Vorfreude auf meine kleine Katikia
Ich genieße den Ausblick und die kühle Brise auf der Terrasse der Freunde

Ich bin gerne bei den beiden Grazern zu Besuch. Ihr Häuschen schürt bei mir die Vorfreude, ich lerne viel, denn die Beiden sind uns nun meist einen oder zwei Schritte voraus.

Zudem ist es Abwechslung für mich, die Themen wechseln von der Reparatur von Segelschiffen, hin zur Sanierung von alten griechischen Häusern und dem Bemühen um Autarkie und Nachhaltigkeit.

Natürlich bewundere ich abermals die Instandsetzung und Aufbereitung „meines“ alten Kronleuchters und freue mich mit Brigitte über die Weiterverwertung.

Hängt jetzt an Ort und Stelle und erstrahlt in neuem Glanze

Hans wird in ein paar Tagen zu einem „Männertörn“ seines Segelclubs nach Kroatien aufbrechen – man regattiert!
Wir wollen uns heute gebührend von ihm verabschieden, außerdem gilt es, seinen Geburtstag nachzufeiern.

Die Beiden haben sich alle Mühe gegeben uns zu verwöhnen – wir sitzen auf der hinteren Terrasse bei einem Bier, einer köstlichen Vorspeise und klönen.
Ich merke wie ich herunterfahre, denn die Marina ist weit weg – ich bekomme die Anspannungen des Tages aus dem Kopf.

„Don´t lose yourself…!“

Ein kühles Blondes aus geeistem Glas hilft, den Kopf nicht zu verlieren
Die Vorspeise war ein Gedicht
Irgendwann wechseln wir auf die vordere Terrasse…
…und genießen das Tomahawk, Grillwürste und Chicken nebst Kartoffeln und Salat

Wir haben einen herrlichen Abend und der Tag klingt wunderschön aus.
Erst spät in der Nacht tuckern Sibylle und ich mit unserer GS nach Hause – so ein Abend macht den Ärger des Tages fast vergessen.

Die Tatsache, dass wir jetzt eine unplanmäßige Wartezeit haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Liste der durchzuführenden Arbeiten noch lang ist.

Hans Peter ist wieder geerdet, das ist gut so, denn ich wüsste nicht, was ich im Moment ohne seine Unterstützung machen würde.
Er ist mir eine große Hilfe und steht auch heute wieder „Gewehr bei Fuß“!

Ok, zugegeben, ganz so tough wie die letzten Tage gehen wir es heute nicht an.
Wir haben einen neuen Zeitplan und sehen uns gut in der Zeit, wenn wir zwei Kleinarbeiten an einem Tag umsetzen.

Neben der Ölbefüllung der Mooringwinsch und dem Abdichten derselben mit einer neuen Ölablassschraube, wagen wir uns heute an den Austausch des Lewmar Kettenzählwerks.

Alt und neu – nicht 100% gleich, passt aber
Die Instrumententafel der Backbord-Steuersäule wird ausgebaut und das Gerät wird getauscht – die Kabel muss ich umfrickeln
Nachdem ich einige Stecker an den Kabeln angepasst hatte, konnte ich alles wieder zusammenbauen – kalibriert wird im Wasser

Irgendwann klingelt mein Telefon und eine Textnachricht kommt an – WUQI ist in der Marina eingetroffen.

Pit ist der Skipper von WUQI. Oder ist es doch sein Sohn Daniel, welcher zur Crew gehört? Ich werde das noch herausfinden.
Ich kenne Pit aus meinen Bavaria 390 Lagoon Tagen – er besaß ebenfalls ein Boot dieses Typs und wir hatten somit eine gemeisame Basis.

WIR kennen uns nur aus dem Intenet, witzig ist aber, dass Pit die Crew der CHILI schon persönlich kennen lernen durfte.

HP und ich machen uns also auf, um Pit und Daniel Willkommen zu heißen und ihn real kennen zu lernen.

Mit Pit und Daniel treffen wir uns die nächsten Tage öfter

Damit nicht zuviel ungenutzter Tag übrig bleibt, habe ich Giannis gebeten, mir den WILLI ins Wasser zu heben.

Auch Sibylle muss ihre Pläne etwas anpassen und hat darum gebeten, dass der WILLI zu uns an den Steg kommt.
Sie würde den kleinen Flitzer dann dort putzen und vorbereiten.

Für Giannis eher ein sogenannter „Bamperljob“
Wenig später war WILLI wieder in seinem Element – Parallelen zu FREE WILLY werden wach

Hihi 🙂 – Hans Peter begleitet mich auf die Probefahrt des kleinen Flitzers und ich weiß bis heute nicht, ob er das bereut hat.

Ich fahre den Motor warm, dann mal kurz den Hebel rum und schon fliegt das Teil über´s Wasser.
Mit dem Zweizylinder Turbojet Motor mit 100PS wird die Geschwindigkeit des Wasserflohs mit rund 80km/h angegeben.
Wer schonmal mit 50 Knoten über´s Wasser gefahren ist weiß, was das bedeutet.

Hans Peter saß mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und bei full-speed hat es ihm die Ohren nach vorne gebogen. Mir dagegen zog der Fahrtwind ein breites Grinsen ins Gesicht – ein Boytoy eben 😉

Jetzt hat er wohlbehütetes Quartier bei uns

Der Tag neigt sich dem Ende zu – doch bevor der Feierabend offiziell eingeläutet wird, haben wir Alex noch etwas Hilfe zugesagt – „…nur schnell!“ – na klar!

Verabredet um siebzehnnullnull – das bedeutet 1700! Wer war da???

Hans Peter und ich sind „just in time“ bei ANAHITA – doch Alex lässt uns warten…
…für mich eine Chance im Schatten zu entspannen
HP ist da strenger! Er bruddelt vor sich hin

Mit erheblicher Verspätung trifft Alex ein – es ist schon 17.02 Uhr! Naja, verziehen!
Wir legen los, hämmern auf einem Messing Borddurchlass herum und holen uns ein letztes Mal am heutigen Tag dreckige Bratzen – dann muss Ruhe sein!

Reicht für heute – Schicht im Schacht

Heute Abend haben wir uns mit Pit und Daniel im „Pirofani“ am Panteli Beach verabredet.

Wir möchten dem Freund die Insel und ihre Hotspots schnell näher bringen und haben daher diesen Ort gewählt – wohl wissend, dass die Saison auch in der ersten Septemberhälfte noch in vollem Schwung ist.

Was wir jedoch vergessen haben, war der Termin des Fischerfestes – der ist nämlich heute.
Ganz schön was los, zum Glück hatten wir reserviert.
Naja, so bekommt die WUQI Crew gleich einen Eindruck von griechischen Festen.

Fischerfest in Panteli
Wir essen vorzüglich im „Pirofani“

Pit war am heutigen Abend der Gastgeber, dafür bedanken wir uns ganz herzlich!
Es war ein toller Abend, welcher die Zeit bot sich im realen Leben kennen zu lernen.
Ich bin gespannt wie es Pit auf Leros gefallen wird – an WUQI, einer Wauquiez 48 Pilot Salon gibt es nach seinem Bekunden einiges zu tun.

Autschn! Der neue Morgen bring Schmerz und Pein…

Sieht schon besser aus – tut aber weh! Nicht mal der Kaffee hilft

Sibylle wacht auf und schleicht aus der Schlafkabine – aus mit der Ruhe!

Noch bevor ich mein Leid besüdern kann, eiert sie mich mit „wir müssen“ Sätzen.
„Wir müssen dies, wir müssen das…“ – das alles vor 08.00 Uhr und bevor ich meinen Kaffee ausgetrunken habe.

Die Situation gipfelt in der Aussage, „…wir müssen heute endlich mal wieder Haare schneiden, Du siehst aus wie Hotzenplotz!“

Sie hat gut lachen – für mich gibt es kein Entrinnen
Ich finde, ich sehe aus wie „Zorbas the Greek“ – Sibylle findet das nicht
Auch Alex erkennt meine verzwickte Situation, traut sich aber nicht näher ran
Ok, mehr Luft kommt schon an Kopf und Gesicht

Ich bin ausgehfein! Diese Tatsache nutze ich gleich schamlos aus und date eine 41-jährige Motorradbraut aus Holland.

Was sich anhört, als schlüge es nun dem Fass den Boden aus, ist nichts weiter als dass ich einer Einladung zum Eis folge – natürlich MIT Sibylle.
Gemeinsam mit meiner Gattin fahre ich also zu „Repapis“, wo wir wen treffen???

Genau, Femma!

Ihr erinnert euch? Die Bikerin, für die wir zwei Koffer mit nach Leros genommen hatten. Sie ist inzwischen auf der Insel, hat sich ein bisschen eingelebt und will nun bis Mai bleiben.
Als Dankeschön lädt sie zum Eisbecher – und da sage ich nicht nein.

Natürlich frage ich sie ein bisschen aus und möchte auch wissen, wann sie wieder zu ihrem Motorrad nach Indien fliegt und wie die Reise dann weitergeht?

Ein lustiges Treffen mit Femma

Sie fragt zurück „…wieso fliegen?“ und erzählt, dass sie vor ihrer Ankunft auf der Insel blind einen Roller gekauft hat.
„So einen weißen 125er, ein Chinaroller in gutem Zustand, nur die Plastikteile sind mit Kabelbinder befestigt…“

Ich lache – den Scooter kenne ich! Den haben doch Nicola und Ian aus Irland angeboten?!
Tatsächlich! Femma hat den Scooter unserer Bekannten aus der Marina gekauft – und damit nicht genug, sie will das Ding durchchecken lassen und damit nach Indien fahren.
Na wenn das mal keine spannenden Pläne sind – ich bin fast etwas neidisch.

Na egal, wir haben einen sehr netten Nachmittag und sitzen lange im Eisparadies um zu klönen…
Ich denke es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir Femma treffen.

Der Zufall will es, dass wir am gleichen Tag noch ein zweites Mal bei „Repapis“ einkehren – macht aber nix, Eis geht IMMER!

Am Abend gönnen wir uns abermals eine Köstlichkeit von der kleinen Eismanufaktur

Ein kleiner Lichtblick in meiner derzeit stressigen ELOWYN-Welt war, dass die lang ersehnten Computerteile für meinen Laptop endlich ankamen.

Ich hatte bei einem Händler in Tschechien bestellt, welcher aber aus Deutschland ausliefert.
Schwiegertochter Amelie hat mir die begehrte Ware dann weitergeleitet.
Was soll ich sagen, die Teile waren wie erwartet, alles hat perfekt gepasst und ich habe es mir nicht nehmen lassen, die Reparatur gleich durchzuführen.

Zu wichtig ist mir mein Datenzugriff, die Reparatur genoss höchste Priorität!

Ladekabel rein – funktioniert! Ladeanschluss, Akku und Lüfter erneuert
Die ersten Testläufe zeigen – alles funktioniert wieder

Ich war happy! Es scheint, als ob alles wieder wie gewohnt funktionieren würde.
Ich wage es, den Rechner wieder komplett zusammenzubauen und eine Datenrücksicherung zu machen.

Nach einem weiteren Testlauf lösche ich die inzwischen veralteten Daten von der Festplatte und mache alle Updates – fertig!

Heute soll es soweit sein – das Warten hat ein Ende! Tom von der INSPIRATION kommt heute Abend an und bringt meine Teile mit – hoffentlich passt alles, langsam wird es Zeit, dass wir an ELOWYN weitermachen.

Und siehe da – pünktlich trifft der Freund ein und überreicht die heißbegehrte Ware…

Endlich sind die begehrten Teile da

Hans Peter und ich legen eine Spätschicht ein und nehmen das alte, verschnittene Teil noch heraus, dann kann das Neuteil eingeklebt werden.

Es war uns wichtig, dies heute noch durchzuführen, so kann die PU-Dicht- und Klebemasse über Nacht eine erste Festigkeit erreichen.

Ein Rumpfdurchbruch muss noch einmal raus – alles zurück auf Null
Der Neue muss gekürzt werden – aber diesmal bitte gerade 😉

Hans Peter bittet mich, den Schnitt anzusetzen – einmal schief geschnitten reicht ihm.

Diesmal geht alles glatt und wir können den Durchbruch schnell montieren – das war´s! Der Fehler ist ausgebügelt, generell sind wir wieder im Plan.
Wir schreiben den Abend des 09.09. – Krantermin am 13.09. !

Ich bespreche mich mit dem Kranführer und kann den begehrten „last boat in crane“ Termin für mich aushandeln – ich gehe davon aus, dass wir eine ganze Weile für den Check der 25 Ventile brauchen würden.

Noch konnte ich nicht ahnen was passieren würde.

Neuer Tag – Endspurt! Hans Peter und ich bauen das letzte Ventil ein, wir schrauben den letzten Schlauchanschluss an das Ventil.
Auch hier muss etwas angepasst werden, aber auch diesen letzen Step erledigen wir gewissenhaft.

Wir passen alles ganz exakt an – millimetergenau wird geschliffen

„Was soll schon schiefgehen?“ höre ich die Freunde sagen.
Einer lässt sich zu der Aussage hinreißen, dass „…man ja schließlich weiß wer es eingebaut hat!“

Das schmeichelt mir – und dennoch habe ich kein perfektes Gefühl.
Das ein oder andere Ventil hat gewackelt als es aufgeschraubt war, das kenne ich so nicht.
Bei zwei oder drei Ventilen haben wir einen zweiten Versuch mit mehr Dichtmittel gemacht.

Meine Fallhöhe war künstlich hoch. Ich selber weiß, dass bei Reparaturen IMMER etwas schief gehen kann – aber nicht bei ELOWYN!
Wir brauchen das Glück des Tüchtigen!

Ich sollte Recht behalten – aber das wusste ich noch nicht!
Waren Wolken am sonst stahlblauen Himmel ein Zeichen???

Nanu, bewölkt??? Das ist nicht üblich und inakzeptabel

Schluss mit dunkelschwarzen Gedanken – heute ist „Serza“ Tag! Gabi und Gottfried wollten unbedingt noch einmal zusammen mit uns in das neue Lokal am Merikia Strand.
Heute war es soweit, wir haben einen Tisch reserviert und freuen uns auf den gemeinsamen Abend.

Es war der Tag der absoluten Mondfinsternis, die danach einem vollen Blutmond weichen sollte – ein Himmelsspektakel welches wir von der Terrasse des Strandlokals sicher gut beobachten können.

Wir fahren mit den Moppeds an den Merikia Strand
An diesem Abend sind wir die ersten Gäste
Wir genießen den herrlichen Ausblick über die Lakki Bucht
Und genießen zu später Stund´ die Mondfinsternis

Mit Gabi und Gottfried sitzen wir immer lang. Es gibt viel zu erzählen, die Beiden sind für uns Vertrauenspersonen, wir kennen uns ja auch schon ewig.

Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, zum Tagesabschluss auf ein Eis bei „Repapis“ reinzuschauen.

Da entdecke ich ein sehr interessantes Plakat an der Einganstüre…

Die Brüder Stratakis kommen abermals nach Leros

Ich habe bereits ein Konzert der beiden Brüder mit Band auf Leros gesehen – ein Abend der in die Geschichte einging.

Ich saß mitten zwischen den Einheimischen, alleine, da Sibylle in Deutschland war – ich erlebte an diesem Abend eine Gastfreundschaft und eine Herzlichkeit, „Filoxenia“ in Reinstform, die den Abend unvergesslich machte.

Die Musik war besonders und Extraklasse, denn die Brüder haben sich dem Erhalt der alten kretischen Musik verschrieben.
Ihr könnt euch das nicht so recht vorstellen? Na dann – hört mal rein...

Ich mache es kurz – Uli und Angelika werden ein paar Tage später vier Karten für uns kaufen. Ich freu´ mich drauf!

Der kommende Morgen beginnt für Sibylle und mich mit einer nicht alltäglichen Abwechslung!
Wir sind geladene Geburtstagsgäste!

Wenn schon, dann richtig

Der nun fünfjährige Janu hat uns gestern höchstpersönlich zu seinem Ehrentag geladen.
Der aufgeweckte Knirps ist selbstbewusst und hat uns erklärt, dass wir „…gerne auf ein Stück Kuchen vorbeikommen dürfen. Dann könnt ihr wieder gehen!“

Na wenn das nix ist! Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen.

Der Hut ist Pflicht – sozusagen die Eintrittskarte
Genau nach Sibylles Geschmack

Interessant ist, dass ich Chris, Janus Vater, vor einigen Jahren in der Marina kennen gelernt habe.
Er hat damals die dunkelblaue Sunbeam 44 gekauft und sie mit einem Skipper nach Umag in Kroatien überführt, um sie dort auf das Familienabenteuer vorzubereiten.

Ich konnte seinerzeit etwas unterstützen und freue mich nun, die ganze Familie kennen zu lernen.

Leider ist der Grund für das Treffen auf Leros kein wirklich erfreulicher – die Familie hat festgestellt, dass die Mehrheit nicht seefest ist und wird ihre Pläne ändern müssen.
Na, da sind sie ja hier in bester Gesellschaft.

Sie unterzeichneten jedenfalls einen Wintervertrag und werden Teil der Wintercommunity sein – was mich außerordentlich freut!

Die Geburtstagsfeier ist in vollem Gange…

Tief Luft holen…
…trööööööt
Ich frühstücke das versprochene Stück Kuchen
Das Geburtstagskind freut sich hingegen über seine Geschenke

Dann heißt es für mich an die Arbeit zu gehen – ich treffe mich mit Hans Peter auf ELOWYN, wie jeden Tag um 10.00 Uhr.

Die Ventile sind fertig, aber wir wollen den Tag nicht ungenutzt vergehen lassen, die Uhr läuft schließlich weiter.

Also nehmen wir uns heute die möglichen Ursachen für den Wassereintritt vor, welchen wir auf der Überführungsfahrt bemerkt hatten.

Hier hatte Volker die Beschläge für die Dinghyhocker im Auge – es gibt deren sechs Stück auf dem Boden der Beibootgarage.

Wir bauen die Beschläge aus…
…der Blick durch das Loch zeigt – der Boden des Kompartments ist trocken
An der vorderen Kante ist es etwas feucht

Insgesamt bestätigt der erste Eindruck meine Vermutung – etwas Wasser kam durch die schlecht verklebten Beschläge in das darunter liegende Abteil, die Gesamtmenge reicht aber keinesfalls als Ursache für den erheblichen Wassereintritt aus.

Ein klein wenig bestätigt sich, dass die Polen beim Bau von ELOWYN zwar schon grundlegend gut gearbeitet haben, im Detail aber kompromissbereit waren.

Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Beschläge mit Badezimmersilikon in zweierlei Farben eingeklebt wurden.

Das ist nur halbgut

Irgendwann fährt der Kran an uns vorbei um das nächste Schiff aus dem Wasser zu holen.
Wir erinnern uns, dass Pit mit WUQI heute Krantermin hat und sehen mal nach, ob die Kranbewegung nicht vielleicht ihm gilt.

Und tatsächlich – WUQI steht schon in der Krangasse, bereit zum Liften.
Warum hat Pit nichts gesagt? Wir hatten uns doch angeboten zu helfen…

Na egal, das Schiff wird angehoben und temporär neben ELOWYN gestellt.

WUQI wird zur temporären Nachbarin von ELOWYN

Heute Nacht sind Angelika und Uli von der JASPER angekommen. Wir hatten uns schon begrüßt und freuen uns über das Wiedersehen nach so langer Zeit.

Die Beiden hatten ihre Aufmerksamkeit für mehrere Monate auf lange Motorradtouren gerichtet und kommen erst jetzt zurück nach Leros – entsprechend viel gibt es zu erzählen.

Dass sie gleich noch ein Foto liefern, welches HP und mich beim Rackern zeigt, bleibt dabei nur eine Randnotiz – vielen Dank dafür!

Hans Peter und ich arbeiten an den Beschlägen

Wir trinken zusammen mit Pit einen Kaffee im „Skipper´s“, dann nimmt sich mein Freund und Partner aus dem Saarland einen freien Nachmittag.
Ich will mit Sibylle noch ein bisschen Vorarbeit leisten und wir beschließen, dass wir die ausgebauten Beschläge reinigen und für den Einbau vorbereiten würden.

Gesagt, getan – soviel Zeit war noch, bevor wir den Feierabend einleiten würden.

Das ganze Silikon muss weg – dann noch polieren

Am Abend war endlich mal wieder „SouVLakki“ angesagt – ich hatte einen Bärenhunger und habe mich an einem halben Broiler gelabt.

Die Portion war riesig, der Hunger gestillt.

Es versteht sich von selbst, dass wir den Abend, wie eigentlich immer nachdem wir im Lieblingsgrill waren, im Eisparadies der Familie „Repapis“ ausklingen lassen.

Angelika und Uli sind dabei und erzählen von ihren Reisen. Obwohl es mich nicht unbedingt mit dem Mopped in den hohen Norden zieht, lausche ich aufmerksam den Erlebnissen – es macht Lust auf Motorradreisen.

Sibylle muss Merlins Gunst seit diesem Abend teilen – auch Angelika isst ihr Eis aus der Waffel und der Hund, welcher aussieht wie Alf, schmachtet jetzt eben zwei Frauen ob derer Eiswaffeln an.

Erst der Mega-Broiler im „SouVLakki“…
Dann Eis für alle bei „Repapis“ – wenn er die Waffel nur lange genug anstarrt

Der Abend endet spät und wir alle schlendern müde nach Hause – morgen ist der letzte Tag, bevor ELOWYN gekrant wird.

Auch an diesem Morgen gehen HP und ich frisch ans Werk. Heute heißt es, die gestern begonnen Aufgaben zu finalisieren und dann keine neuen Baustellen mehr zu eröffnen.

Zuallererst muss ich aber das abgeschliffene Antifouling ausbessern – um keine Reste von dem sündhaft teuren Anstrich übrig zu behalten, streiche ich einfach die kompletten Seiten des Unterwasserschiffes – so vermeide ich auch, dass das Schiff zu „fleckig“ aussieht!

Der Audi dient abermals als fahrendes Lager und Farbmischzentrale
Das Antifouling ist ausgebessert

Danach kleben wir die Beschläge in der Dinghygarage fachgerecht mit SIKA ein und beschäftigen uns anschließend noch mit einem weiteren Schwachpunkt – der Abdichtung der hydraulischen Heckklappe.

Hier wurde nach dem Lackieren vergessen, einen Dichtgummi anzubringen.
Was nicht schlimm klingt, hat fatale Folgen! ELOWYN taucht beim Segeln auf der Kante mit ebendieser hinten ein und Wasser kann in die Garage fließen.

Unser Verdacht war, dass dieses Wasser irgendwo eingedrungen sein könnte.
Ich sehe diese Gefahr als nicht wirklich so stark gegeben, wie wir zunächst vermutet hatten, dennoch muss die Garage weitgehend dicht sein.

Ich habe lang recherchiert, bis ich einen passenden Gummi zur Abdichtung gefunden hatte.

Der neue Dichtgummi und die Beschläge für die Dreibeine…
…diese hatten wir vorher eingeklebt

So, fertig – jetzt noch einen visuellen Test des Dichtspaltes an der Heckklappe.

Hans Peter entert die Garage – ich schließe die Klappe. Dort wo vorher ein klaffender Spalt von bis zu 8mm Breite zu sehen war, ist nun kein Lichtdurchlass mehr zu erkennen.

Dies muss auf jeden Fall für Abhilfe sorgen – mal sehen ob es etwas bringt…

Ich will an dieser Stelle erwähnen, dass ich seit Wochen die Meinug vertrete, dass die linke Ruderabdichtung schuld an dem Wassereintritt ist – aber das ist eine andere Geschichte. Noch!

Der Dichtheitstest lässt keinen Spalt mehr erkennen

Der Tag klingt entspannt aus – Sibylle und ich starten den Feierabend seit langer Zeit einmal wieder im „La Palma“.

Wir gönnen uns eine Flasche Ouzo und sitzen gemütlich an der Riva von Lakki.
Um 19.15 Uhr werden wir Hilde und Benno in der Marina abholen, zusammen fahren wir dann nach Alinda ins „To Steki“.

Dort werden wir den Tag ausklingen lassen – morgend wird es spannend, morgen ist der „große Tag“!

ELOWYN wird gekrant – nach drei Monaten an Land, nach vier Wochen intensivster und pausenloser Rackerei…

„Don´t lose yourself…!“

Der Plan ist keinen Plan für diesen Tag zu haben – Hans Peter und ich sitzen im Cockpit des weißen Riesen und schauen uns um…

ELOWYN ist fertig – wir warten auf unseren Krantermin…
…und bestaunen die griechische Bewertung von Arbeitsschutz

Ich war früh auf den Beinen und habe an ELOWYN alles vorbereitet. Die Fender sind bereit, das Deck klariert.
Ich habe die Leinen bereitgelegt und Bug- und Heckstrahlruder getestet.

Ich hatte bereits vor einigen Tagen mit Giannis vereinbart, dass wir „last boat in crane“ sein werden um genug Zeit zur Überprüfung der Seeventile zu haben.

Ich wollte ganz bewusst an diesem Tag keinen Schraubenzieher in die Hand nehmen, mir war klar, dass wir während des Kranens und zum Anlegen unsere ganze Aufmerksamkeit brauchen würden.

Mir war auch klar, dass dieser Tag das Potential hatte, uns himmelhoch jauchzen zu lassen, oder uns zu Tode betrübt auf´s Abstellgleis zu schubsen.

Um 15.10 Uhr war es soweit, wir rufen unsere Linehandler für das Anlegemanöver zusammen…

Der große Portalkran holt ELOWYN ab
Langsam wird sie die paar Meter zum Kranbecken gefahren
Es geht zurück in ihr Element
Langsam geht das Boot zu Wasser

ELOWYN wird bis zum Wasserpass ins Wasser gelassen, bleibt aber in den Gurten hängen.

Die Crew steigt zu, Hans Peter und ich gehen sofort nach unten um die Ventile auf Dichtheit zu prüfen.

Er hat sich als erstes das Wassermacher-Kompartment ausgesucht, weil er leichter und schneller als ich in den Bauch von ELOWYN klettern kann.
Ich dagegen sehe zuerst im Motorraum und dann im Eignerbad nach dem Rechten.

Mein erstes Ventil ist der Kühlwasserzulauf des Generators – und ich traue meinen Augen kaum! Eine kleine Pfütze…
Was ist DAS??? Ich trockne das Pfützlein weg und sehe genauer nach – es tropft, wieder entsteht ein Pfützlein.

Ich rufe „eines ist undicht“ und will gerade anfangen mich zu ärgern, da höre ich HP rufen „hier auch!“
Ich bin paralysiert und sehe noch im Eignerbad nach, auch hier ein undichtes Ventil.

Ich gehe ins Cockpit und gebe das Signal ELOWYN wieder anzuheben. Da wirft mein Freund aus dem Saarland ein, dass wir uns die Zeit nehmen sollten alle Ventile zu kontrollieren und so ein Gesamtbild zu erhalten.

Wir finden weitere undichte Verschraubungen…

Insgesamt sind 9 von 25 Seeventilen undicht

Alex ist zu uns gekommen und tippt in sein Handy was wir diktieren – insgesamt geben wir ihm neun undichte Seeventile an.

Es ist auffällig, dass alle an der gleichen Verschraubung undicht sind.
Ich kann mich nicht mehr ärgern – eines oder zwei, ja darüber kann man sich aufregen!
Aber neun!!! Da stimmt etwas im Prozess nicht, da ist etwas gründlich schief gelaufen.

Die Tippfehler und die Rechtschreibung bleiben außen vor – es war eine Drucksituation

HP und ich schau´n bedröppelt aus der Wäsche, die anderen sind irgendwie schockiert – DAS hatten wir nun nicht auf der Rechnung!

ELOWYN kommt wieder an Land, es muss gleich morgen geklärt werden wie lange sie dort stehen bleiben darf und außerdem muss ich jetzt mit Volker und Tina telefonieren und ihnen beibringen, dass der geplante Urlaub gerade eine überraschende Wendung genommen hat.

Weltuntergangsstimmung! Mein persönliches Waterloo, ein Tag zum Vergessen!
Der Sonnenuntergang kann mich nicht trösten, ich bin enttäuscht – das Glück der Tüchtigen war uns nicht hold…

„Don´t lose yourself…!“

Am Abend grillen wir am Standplatz von ANAHITA

Der darauffolgende Sonntag war ein seltsamer Tag – ich habe mir einen Tag Pause verordnet.
Nicht an ELOWYN denken, nichts reparieren. Einfach einen echten Tag Pause.

Ich habe nochmals einen Videocall mit Tina und Volker. Ich bekomme grünes Licht für eine vollumfängliche Nachreparatur, außerdem teilen die Beiden mit, dass sie auf eine Fernreise umgebucht haben.

Ich habe von deren Seite also weder Druck noch Vorgaben – das ist ein Lichtblick. Den Rest kläre ich morgen!

Während des Nachmittags gönnen wir uns in kleiner Runde ein leckeres Eis bei „Repapis“ und am Abend gehen wir alle zusammen ins „SouVLakki“ – ich versuche, mir die Fragen weitgehend vom Leibe zu halten.

Heute drei Kugeln
Rena schenkt uns abends Tartes zur Nachspeise

Woran lag es nun? Offen gesagt, als ich die zweite Ausfallmeldung hörte, wusste ich sofort was los war.

Ich habe in den Folgetagen noch einmal alle Verfahrensvorgaben von TruDesign und SIKA gelesen – Hans Peter und ich haben keinen handwerklichen Fehler gemacht.
Und doch trifft uns die Schuld an dem Desaster – wir haben eine Sache grundlegend falsch eingeschätzt!

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich merkte, dass ein paar der gebrauchten Ventile mehr gewackelt haben als gewöhnlich.
Dies wurde durch den vorherigen Verbau mit Hanf verursacht, dies ist laut TruDesign nicht zulässig.
Wir vermuten, dass der Hanf beim festen Verschrauben, das Kunststoffgewinde deformiert hat.

Die richtige Entscheidung wäre gewesen, neue Ventile zu verwenden.
Alternativ hätten wir Sorge tragen müssen, dass wir mehr Dichtmasse ins Gewinde bekommen als gewöhnlich.
Unsere Einschätzung, dass unser „normaler“ Dichtmasseauftrag ausreichend sein würde, war schlichtweg falsch.

Ich bin sicher, dass das die Ursache ist – doch wie löse ich das Problem?

Einfach alles „wieder auseinanderschrauben“ funktioniert nicht!

Bei den Schraubversuchen entstanden durch das Drehmoment Risse im Primer und Antifouling
Die Borddurchlässe haben zurückgefedert, das Losbrechmoment war zu gering, es entstand kein struktureller Schaden

Beim Abschrauben entstehen hohe Drehmomente die die Verklebung der Borddurchlässe gefährden würden.

Trotz der Versuche, gaben die zwar undichten, aber bombenfest sitzenden Ventilverschraubungen nicht nach – wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen…

„Ich weiß, wir schneiden die Dinger auf!“

Beim Abschrauben der Ventile lösen sich die Ventilkörper vom unteren, verklebten Deckel.
Diesen gilt es nun, so clever vom Borddurchlass zu entfernen, dass das Gewinde des Durchlasses heil bleibt.
Ich mache erste Versuche…

Ein Borddurchlass mit absolut fest sitzendem, unteren Deckel
Für den Schneidversuch nehme ich den oberen Deckel, welcher baugleich ist

Mit dem Fein Multimaster kann ich sehr präzise sägen und setze gleich zwei Schnitte, welche geschätzte 80°-90° auseinader liegen.

Diese Schnitte führe ich bis nahe an das Gewinde – das ist die eigentliche Kunst – ohne dabei bis zu den Gewindeflanken durchzuschneiden.
Gelingt mir das, kann ich mit einem Schraubenzieher die Schnitte aufspreizen und das aufgetrennte Viertel herausnehmen.
Danach lässt sich verbleibende Rest gut vom Rumpfdurchbruch abdrehen.

Super Schnitt ohne die Gewindeflanken zu berühren
So bekomme ich die Ventile runter

Ok, den Lösungsansatz habe ich jetzt – offen bleibt die Frage, wieviel Ventile ich erneuern soll.

Glaubt es oder nicht, ich zermartere mir das Gehirn darüber…
Es gilt der Grundsatz „undicht ist undicht“ – was soviel bedeutet, dass bereits ein Tröpfchen ein KO-Kriterium ist.
Eine Undichtigkeit wird nicht verhandelt!

Aber – darf man dann nicht auch sagen „dicht ist dicht“? Ich bemerke ja, dass die Ventile bombenfest sitzen.
Wenn sie dazu noch dicht sind, muss man sie dann ersetzen?
Es muss aber auch eingestanden werden, dass alle Ventile vorher mit Hanf montiert wurden und die dichten somit nur „glücklicher Weise“ dicht sind.

Die Entscheidung fällt – ich baue mir eine Prüfvorrichtung, werde alle dichten Ventile noch einmal mit zwei Bar Wasserdruck prüfen und diese bei positiven Ausgang im Schiff belassen.
Alles was undicht ist oder bei zwei Bar undicht wird fliegt raus!

Ich bin zufrieden, so gehe ich es an!

Zufrieden fahren wir zu Brigitte nach Crithoni

Wir waren noch einmal bei Brigitte zum Essen eingeladen.

Unsere Freundin war alleine zuhause, ihr Göttergatte war beim Regattasegeln in Kroatien.
Sie hatte lecker gekocht und wollte diese Mahlzeit mit uns genießen.

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, zumal wir doch so gerne in deren Haus zu Gast sind – ich hatte das ja schon beschrieben.

Wir fahren also abermals nach Crithoni, diesmal aufgrund des starken, schon ziemlich kühlen Windes mit dem Auto.
Dort genießen wir den Abend zusammen.

Die Sonne ist schon hinter dem Hügel verschwunden – es wird langsam kühler
Wir schlemmen ein fantastisches Curry

Wie immer sitzen wir lang beisammen und quatschen über Gott und die Welt.

Erst spät am Abend fahren Sibylle und ich nach Lakki zurück – und wir sind froh, dass wir den Boliden als Vehikel gewählt haben.
Inzwischen werden die Abende kühler, zumal dann, wenn ein kräftiger Meltemi die frische Luft in Aufruhr bringt.

Der nächste Morgen – wir gehen nach dem Kaffee durch die Marina, mal sehen was so los ist.
An Alex´ ANAHITA hängt etwas…

Nanu, was steht da geschrieben? Wir tapsen neugierig zu der im Refit befindlichen Delta 46 und sehen nach.

Was ist denn das???
😉 – wie witzig! Offensichtlich gab es viele Neugierige Blicke am „black hole“

Wir unterhalten uns ein wenig mit dem, aus unserer Sicht, „Youngster“ – endlich geht etwas voran an seiner Baustelle.
Die Löcher für die neuen Seeventile sind vorbereitet, das für das Bugstrahlruder ist geschnitten – alle Teile sind bestellt.

Das Projekt „Unterwasserschiff“ macht echte Fortschritte!

Als wir hier stehen, kommt der Marinero mit einem Paket auf der Schulter vorbei.
Noch bevor ich ihn stoppen kann, trägt er es zu NESSAJA und legt es dort ab.
Hm, dumm gelaufen – ich erwarte zwar ein Paket, aber nicht für NESSAJA sondern für ELOWYN.

Ich muss das schwere Trum ebenfalls schultern – auf zu ELOWYN

Nun, da Sibylle und ich nun ohnehin zu unserem Patenschiff müssen, tragen wir das Paket nicht nur dorthin, sondern packen aus, verräumen die Sachen und sortieren unsere Ersatzteile heraus.

Drei Kleinigkeiten müssen zurück nach Deutschland, da Tina und Volker ja nun umbuchen mussten und nicht nach Leros kommen werden.

Weil wir gerade dabei waren, entscheiden wir kurzfristig, dass wir das Deck von ELOWYN schrubben würden.
Dies konnten wir lange nicht machen, da die Ventile nicht angeschlossen waren und die Algro Werft die Decksentwässerung über Seeventile führt.

Es war höchste Zeit und wir wollten diesen Punkt erledigen, bevor ich die Schläuche wieder abziehen würde.
Leider ging auch diese an sich einfache Aufgabe nicht ohne Probleme vonstatten.

Der Schlauchverbinder war gebrochen – ich musste einen von uns holen

Wie auch immer, irgendwie haben wir es hinbekommen den gebrochenen Schlauchverbinder zu ersetzen, das Deck zu schrubben und für „klar Schiff“ zu sorgen.

Das war uns wichtig – wir müssen die Aufgaben an ELOWYN neu sortieren, wir werden sie jetzt schon auf den Winter vorbereiten.

Irgendwie geht der Tag schon rum – so auch heute. Wir sind abermals mit ein paar Freunden beim Essen und leben eine schöne Zeit.

Am nächsten Morgen schau´ ich zum Kaffee ein bisschen Online-Schlagzeilen durch und überblättere die „Social Media“ Landschaft.
Da springt mir der Post eines russischen Seglers ins Auge – auch er scheint sich über Alex´ Bugstrahlruder zu amüsieren – sein Zettel geht viral 😉 !

Man spricht in der Marina über den witzigen Einfall

Hans Peter und ich wechseln heute die Baustelle – mein Weggefährte aus dem Saarland hat an ELOWYN gerackert wie ein Beserker, es ist eine Ehrensache, dass ich zur Stelle bin, wenn ihm der Schuh drückt.

Hier erinnere ich daran, dass wir bei seiner LIBERTÉ vor einigen Wochen den „Mixing Ellbow“ ausgebaut hatten und dabei Materialschwund am Wärmetauscher festgestellt haben.
Es macht Sinn, dies jetzt anzugehen, bevor daraus eine Mammutaufgabe wird.

Dies ist es, was HP auf der Seele liegt – und um für den Frieden ebendieser zu sorgen, machen wir uns heute ans Werk…

Im Sitzen arbeiten – wie komfortabel
Ein paar Schrauben foppen uns – viel zu wenig Platz

Das Glück war uns heute hold! Obwohl auch wieder kleine Stolpersteine in unseren Weg kullerten, konnten wir schnell alle Herausforderungen lösen.

Wie kann man einen Motor so einbauen, dass eine zwar umfangreiche aber nicht außergewöhnliche Reparaturarbeit dadurch erschwert wird, dass für das Herausdrehen und Abmontieren von Schrauben und Stehbolzen kein Platz ist.

Meine Anmerkung „…wir müssen Deinen Niedergang aufsägen“, ließ HP zunächst blass werden, als ich aber mit den Worten „nur Spaß“ für Aufklärung sorgte, kam die Gesichtesröte wieder auf seine Wangen zurück.

Einmal durch die Kniekehle gefasst und dann am Ohr gekratzt – so kann man es beschreiben.
Trotzdem haben wir das Trum irgendwie herausgezaubert.

Ging recht flott – ich würde fast behaupten in Rekordzeit
Ob wir auch einen Zettel hinhängen müssen??? „YEEEES, you found a heat-exchanger“

Naja, wenn das Ding schon am Steg liegt, dann rufe ich gleich Giorgos an ob wir es zur Reparatur vorbeibringen dürfen.

Bis der Zampano am Schweißgerät antwortet, will ich die Zeit nutzen um an NESSAJA auch mal wieder ein paar Handgriffe zu machen.

Erstens ist schon lange der Tausch unserer Brauchwasserfilter angesagt. Ich habe diese bei Panos bereits beschafft und muss sie „nur noch schnell“ einbauen.
Natürlich dauern auch solche Kleinigkeiten immer dreimal so lang – aber irgendwann sind die Filter eben doch installiert und das Wasser wird wieder aufbereitet.

Die Filter sind wieder ok, das Wasser wird gereinigt bevor es in unsere Leitungen gelangt

Wirklich ganz ohne Aufwand ging dagegen der Tausch der Gastlandflagge.

NESSAJA trägt die Nationale nicht, solange sie nicht zur See ist.
Natürlich könnten wir den Adenauer setzen wenn wir an Bord sind, dies ist mir aber gar nicht so wichtig.

Durchaus von Bedeutung ist mir aber die Wertschätzung und der Respekt unserem Gastgeberland gegenüber. Hier wahre ich die Flaggenetikette in vollem Umfang.

Die griechische Flagge weht bei uns stets unter der Steuerbordsaling, auch wenn wir nicht da sind.
Es versteht sich von selbst, dass wir diese Flagge nicht liederlich herumbaumeln lassen wollen, also muss sie von Zeit zu Zeit ersetzt werden – und es war höchste Zeit!

Blau-Weiß – setzen wir doch gerne

BIMM – Giorgos meldet sich. Ich könne den Wärmetauscher jederzeit bringen, er sei ab 17.00 Uhr in der Werkstatt.

Das ist super, es ist ohnehin schon 16.45 Uhr, also nix wie hin.
Zu „Boat & Parts“ brauchen wir rund 20 Minuten.
Es war also bereits knapp 10 Minuten nach 17.00 Uhr als wir eintrafen.

„Mr. Dimitris“, der einzige Mann dem ich das Mister voranstelle, sowie Giorgos´ Onkel warteten schon auf den Firmenchef – eigentlich wie immer.
Hans Peter und ich gesellen uns dazu und schmunzeln in uns rein – dieser akademischen Viertelstunde kann man nicht entrinnen!
Egal wann man käme, Giorgos ist IMMER 10 Minuten zu spät!

Wir warten – zusammen mit Giorgos´ Werkstattteam

Klappt perfekt – Giorgos kommt, nimmt uns das Teil ab, wir halten etwas Smalltalk.
Dann meint der smarte Grieche, dass wir vielleicht schon diese Woche mit der Reparatur rechnen können. Es sei eine Kleinigkeit, er wolle den Job erledigt wissen.

Umso besser! Wir signalisieren unsere Begeisterung, richten Grüße an die Gattin aus und machen uns vom Acker.

Zurück in der Marina, holt Sibylle mich noch einmal auf die Seite. Der Sommer hat ELOWYNs Sprayhoodscheiben ganz schön zugesetzt.
Sie würde diese gerne erneuern lassen, ich wüsste doch, dass solche Sachen Volker wichtig wären.
Da hat meine Frau natürlich Recht – also bringen wir die malträtierte Spritzhaube des weißen Riesen zum orstansässigen Segelschneider.

Sieht echt lädiert aus – nach so kurzer Zeit! Reinigen unmöglich, das Plastik klebt wie Pattex

Die abgegebenen Reparaturteile bekommen wir diesmal überraschend schnell zurück.
Die Reparatur der Sprayhood ist in vier Tagen erledigt, in Sachen Wärmetauscher meldet sich Giorgos bereits am nächsten Tag.

Er schickt mir zwei Bilder, dass er mit den Vorarbeiten bereits fertig ist. Wenn wir uns die Mühe machen würden, ihm die zwei bei uns zurückgelassenen Deckel für das Röhrenbündel nebst der dazugehörigen Dichtungen zu bringen, dann würde er die ganze Einheit komplettieren und einen Dichtheitstest durchführen.

Na wenn das kein Wort ist – klar, dass Hans Peter diesem Vorschlag zustimmt!

Die Aufschweißarbeit ist bereits erledigt
Der Wärmetauscher ist fertig zur Komplettierung

Vielleicht fragt sich der ein oder andere von euch, warum wir so einen Aufwand für diesen Kasten betreiben – nun, weil dieses Bauteil eines der teuersten am ganzen Motor ist – er kostet rund 5.000.-€, wenn er überhaupt noch lieferbar ist.

Nicht wenige Segler haben exakt wegen dieser Reparatur einen Austauschmotor gekauft. Es ist also gut, dieses Thema im Sinn zu haben und rechtzeitig entgegen zu steuern.

Ich nehme es vorweg – auch der nächste Arbeitsschritt klappt hervorragend.
Wir werden das Reparaturteil bereits übermorgen zum Einbau zurückerhalten.

Doch für heute reicht es erstmal, wir freuen uns auf Abwechslung auf unserem Speiseplan!

Ceviche – Japanese Style
Sushi satt

Das „Navarone“ lädt zum September Sushi und wir lassen uns das nicht zweimal sagen.

Wir mögen Sushi und freuen uns darüber, einmal etwas anderes als „Greek Cusine“ zu bekommen.

Zusammen mit Alex von der ANAHITA gönnen wir uns die asiatischen Leckereien und futtern die Fischpralinen bis uns die Wänste spannen.

Was für ein schöner Abschluss des Tages, was für ein gelungener, erfolgreicher Tag!

Was ist das für ein Geräusch? Ich schlage die Augen auf und erkenne – es ist schon hell.
Ich habe mit meinen Ohropax gut geschlafen, erst jetzt merke ich, dass sich NESSAJA im geschützten Hafen recht deutlich auf die Seite legt.
Der Druck im Rigg ist kräftig, der seit Tagen angesagte, stramme Meltemi ist nun also da!

Meine Windfahne zeichnet Böen von 38 Knoten auf, wir haben ein paar Winddrücker über 40 Knoten
Kein Nachteil ohne Vorteil – mein Silentwind lädt mit fast 19A

Sibylle und ich folgen erstmal unserem Morgenritual und gönnen uns unsere Humpen voll mit Tee beziehungsweise Kaffee.

Wir merken schon im Inneren des Bootes – es ist eigentlich ganz schön frisch für diese Jahreszeit.
In dieser Woche wird der Meltemi anhalten und für den – nicht verifizierten – Eindruck sorgen, dass es der kühlste September ist seit wir auf Leros wohnen.

Heute gönnen wir uns einen „Verplempertag“ – das ist ein Tag, an dem man schon etwas tut, Kleinigkeiten vielleicht, oder Handgriffe bei Freunden, ohne sich einem Projekt zu widmen.
Solche Tage braucht es manchmal, sie helfen den Kopf und den Alltag zu sortieren und „aufzuräumen“.

Wir schlendern also durch die Marina und besuchen erstmal Alex auf seinem neuen Stellplatz.

Der Tunnel für das Bugstrahlruder ist inzwischen montiert – es geht was voran

Die Marina hat die Montage des Bugstrahlruders inzwischen umgesetzt. Es ist final ganz gut geworden, wird am Schluss aber nicht perfekt und auch teurer als angeboten.
Wir kommen zu dem Schluss, dass wir das selber mindeststens genausogut gekonnt hätten und nehmen uns vor, dies beim nächsten vakanten Einbau auch zu beweisen.

Ich möchte heute noch einen Gefallen für Gabi und Gottfried loswerden.
Die Beiden möchten so gerne wieder einen der alten Ankerwinschmotore mit drei „Haxn“, also drei Anschlusskabeln haben.
Ich habe noch einen und möchte diesen an HARMONY abtreten.

Also hole ich meine Ersatzwinsch und flansche den Motor ab.

„Der Bolide“, mein Auto, wird zur mobilen Werkbank
Ich trenne Getriebe und Motor

Satz mit X – war wohl nix! Obwohl Gottfried die alte „Lofrans Cayman 88“ von Benno kaufen wollte und fast ein wenig beleidigt war, als HP ihm diese vor der Nase weggeschnappt hat…
…obwohl er stets um Hans Peter herumschlich, als dieser aus zwei „Cayman 88“ eine funktionstüchtige gemacht hat…
…obwohl wir ALLE davon ausgehen MUSSTEN, dass auf HARMONY eine „Cayman“ verbaut ist – heute stellt sich heraus, dass eine „Cobra“ montiert ist und der Motor schlichtweg nicht passt – na super!

Kommando zurück – ich baue das Trum nicht mehr zusammen, fahre aber Getriebe und Motor zurück in meine Garage.

Ein Auge hatten wir auch auf Ina und Ralf gerichtet – die Beiden sind nämlich seit gestern auch wieder auf ihrer CHILI und haben heute Krantermin!

Lagebesprechung an Bord der CHILI

Man möchte meinen, dass dies der Alltag von Seglern sei, aber weit gefehlt…
Kranen sorgt immer für eine gewisse Anspannung, so auch bei den Beiden.

Nicht zuträglich ist, dass wir kurz vor dem anberaumten Termin für die fast neue Hanse 418 ein ziemlich verkorkstes Anlegemanöver beobachten.
Die 40kn Windböen fordern die Steuerleute bei den Hafenmanövern – zugegeben, kein Pappenstiel.

Hilft nix – der Kran kommt und holt CHILI…

Kein Pardon, jetzt geht´s los

Ina schaut bedröppelt und versucht unserem Kranfahrer Giannis eine smoothe Lösung aus den Rippen zu leiern – und tatsächlich, das Augenklimpern der angespannten Ina lässt den bärbeißigen Krangott schmelzen und er gesteht der fränkischen Crew eine Nacht in der Krangasse zu.

Unnötig, denn am Folgetag wird Ina das Boot gekonnt in die zugeteilte Lücke manövrieren – bei kaum weniger Wind.

Da die Krangasse nun von CHILI, einem Charterschiff und einem älteren englischen Paar belegt war, suchte sich Giannis eine neue Aufgabe – die fand er bei ELOWYN!
So hat er es geschafft, auch mich kurzfristig zu mobilisieren.

ELOWYN wird umgestellt

Seit heute morgen steht fest, dass ELOWYN bis zum 29.04.2026 an Land bleibt.

Das ist keine wirklich gute Nachricht, denn der Landstellplatz ist mit höheren Kosten verbunden.
Trotzdem werden Volker und ich das beste aus der Situation machen – es wird nun nicht nur das Ventilprojekt finalisiert, ich werde mich neben meiner To-Do Liste auch um die Ruderabdichtungen kümmern.
Diese sind aus meiner Sicht ursächlich für den Wassereintritt.

Klar war von Anfang an, dass ein Boot wie die große Algro 68 nicht einfach abgestellt wird und sie den geplanten Ablauf nicht stören würde.

Die Marina musste also umplanen und am Ende dieser neuen Planung stand das Umstellen auf einen neuen Platz.
Hier wird der weiße Riese nun bis April 26 stehen und um sie herum werden nun kleinere Schiffe aufgestellt.

Letztlich steht sie nur 50m weiter links – hinter einer großen Swan
Ich bin mit dem Platz zufrieden

Sibylle und ich müssen nun unsere Ablaufpläne ändern.
Natürlich steht die Nachbesserung bei der Ventilreparatur an oberster Stelle – aber das ist emotional geprägt.

Tatsächlich wichtig ist, dass ich mit ELOWYN hier in die winterliche Regenphase kommen werden.
Es muss also zuerst die Segellast klariert werden und alle Arbeiten dort abgeschlossen sein, damit ich die Segel für den Winter verstauen kann.

Auch die Winterplane für den Baum und das Großsegel bringe ich zu Sotiris, um sie dort um etwa 50cm verlängern zu lassen – ich möchte diese noch zusammen mit HP anbringen, bevor er Leros für 2025 verlässt.

Soweit, so gut – der Tag ist rum, ein bisschen was haben wir geschafft und auch mit ELOWYN ist, ohne tatsächliche Aktivität, wieder etwas voran gegangen.

Ich freue mich auf heute Abend, denn heute sind wir mit Gottfried und Gabi zu einer Art „Abschiedsessen“ bei Dimitris dem Glatzkopf – „o´ Karaflas“ verabredet.
Wenn der Grund auch schade ist – wir freuen uns auf den kurzweiligen Abend mit den Beiden bei unserem Freund Dimitris, bei dem wir dieses Jahr viel zu selten waren.

Pünktlich zum Sonnenuntergang geht es los – wir fahren nach Vromolithos
Es war kühl und zugig…
…zum ersten Mal lange Ärmel 2025

Wie immer speisen wir vorzüglich und der Abend hielt was er versprach.
Wir kehren erst recht spät am Abend vom letzten Abstecher bei „Repapis“ zurück.

Wir werden unsere Münchner Freunde zwar übermorgen noch einmal in großer Runde im „SouVLakki“ treffen – aber dann heißt es Abschied nehmen.
Gottfried und Gabi eröffnen den Reigen der Freunde, welche es zu verabschieden gilt.
Auf Wiedersehen im Jahr 2026!

Highlight!!! Es ist Samstag der 20.09., ich hatte vom Konzert der Brüder Stratakis erzählt, heute ist es soweit!
Wir freuen uns auf den Konzertbesuch zusammen mit Angelika und Uli von der JASPER.

Hochkarätige Musiker aus Kreta

Doch bevor es soweit war, hatte ich Hans Peter versprochen, seinen Wärmetauscher mit ihm einzubauen.

Wir haben dieser Arbeit eine vorrangige Priorität gegeben, weil dadurch LIBERTÉ ihre Mobilität zurückerlangt – dies kann im Winter nur gut sein.

Ziel ist es also, das durch Giorgos unerwartet schnell reparierte Teil einzubauen und einen Testlauf durchzuführen.
Wie immer packen wir um 10.00 Uhr an.

Das Teil ist fertig und geprüft – wir holen es sofort frischlackiert ab
Der sofortige Einbau gelingt problemlos

Wow, potztausend! Damit habe ich nicht gerechnet – von der Werkbank an den Motor in weniger als zwei Stunden!

Wir schließen die letzten Kühlerschläuche an und füllen die Kühlflüssigkeit auf – dann starten wir das Aggregat.
Und siehe da – läuft!
Absolut dicht, keine Rauchentwicklung, sofortiges Anspringen – so dürfte es immer klappen.

Wir lassen den Jockel laufen bis das Thermostat öffnet, prüfen noch einmal den Kühlmittelstand und erklären die Arbeit dann für beendet.

Ich habe noch Zeit mich zu duschen und frisch zu machen und auch, um etwas Duolingo zu lernen.
Ja, ich bin immer noch dran und mache auch Fortschritte – wenn auch gaaaaanz langsam.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns mit der JASPER Crew im „Persiana“ zum Burgeressen, dann fahren wir zur Anlage des Segelclubs um dort just in time anzukommen.

Der Segelclub – hier war ich noch nie
Ok, die Burger hätten wir uns sparen können

Wir schauen recht doof. Überall Tische und Stühle, es riecht lecker nach Gegrilltem und es werden ausgewählte Speisen serviert.
Die Burger hätte es wahrlich nicht gebraucht, hier wird bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Leider wurde das NICHT kommuniziert! Übrigens auch nicht, dass mit dem Kartenkauf KEINE Tischreservierung getätigt wurde.

So bekommen wir Plätze auf einer Steinmauer seitlich von der Tribüne – wir sahen die Musiker zwar nur von der Seite, waren aber sehr nah dran und die Lautsprecher waren nicht auf uns gerichtet.

Endlich – die Stratakis Brüder legen los

German Pünktlichkeit und Greek sigasiga kollidierten an diesem Abend.

Beginn um 21.30 Uhr – so lesen wir auf unseren Karten. Das stimmt auch, die Veranstaltung beginnt tatsächlich ungefähr um halbzehn und ein Musiker begleitet das Abendessen der meisten Gäste – ABER – bis die berühmten Brüder auf die Bühne kommen wird es rund 23.00 Uhr!
In Deutschland undenkbar…

Ebenfalls undenkbar ist, dass junge Familien ihre Zwacken einfach mit auf das Konzert nehmen – auf eine Veranstaltung, die schon mit einem gewissen Schalldruck aufwartet.

Da kann sich der Knirps schonmal an sein Leben als Grieche gewöhnen

Es wird mal wieder klar, das Leben hier ist komplett anders als das in Deutschland.
Es findet unter anderen Vorzeichen statt – die Prioritäten sind komplett verschoben.
Ich liebe diesen Lifestyle und bin vermutlich für den Rest meines Lebens versaut!

Spaß, Lebensfreude, Genuß – das Leben als Konzentrat genießen – nur wenige können das so gut wie die Griechen – αγαπώ αυτό!

Man isst gemeinsam und trinkt Wein bis spät in die Nacht
Die Lieder sind allseits bekannt – rasch wird getanzt, jung, alt, alle zusammen
Die Musiker sind perfekt – bei „Η Καπετάνισσα“ tobt die Menge, es geht ab…

Wir halten es nicht durch bis zum Schluss! Um 01.30 Uhr winken wir ab und streichen die Segel!
Ich freue mich, dass Sibylle so tapfer gekämpft hat und so lange durchgehalten hat – so lange sind wir normaler Weise nichtmal an Silvester wach!

Es war aber auch ein toller Abend!!!

Der nächste Morgen war entsprechend – ich war groggy!
Ich hatte sowas wie Hunger und kann nicht sagen warum. Es war schon nach 09.00 Uhr, Sibylle würde noch eine Stunde schlafen.

Zum Glück hatten wir die Lebensmittel von ELOWYN schon ausgeräumt, es wird sich doch was Essbares finden???
Ok, Chipsfrühstück! Dann eben so – Katerfrühstück mal anders.

Jetzt erstmal Kaffee

Sibylle kriecht aus ihrem Kabuff – müde, zerknittert. Wir sind uns einig, oft könnten wir das nicht.
Für „Clubbing“ sind unsere Körper nicht geeignet.

Wir machen uns einen freien Tag und gehen nach dem Frühstück ins „Skipper´s“ – ich brauche heute ein Rührei mit Speck.
Dazu einen starken Americano, dann geht es mir besser.

Von der Terrasse aus beobachten wir Hans Peter wie er eine halbe Stunde an der Marinamauer steht – unsere Signale bemerkt er nicht.
Irgendwann zieht er ab, auch er macht sich einen faulen Sonntag und hängt auf seinem Boot ab.

Ich will einfach nur hier stehen…

Am Spätnachmittag jagt ein Termin den anderen – zuerst telefoniere ich mit einem Interessenten für NESSAJA .
An dieser Front tut sich etwas und komme später noch einmal darauf zurück – dann müssen wir zügig los, da wir von Charly und Rosi auf ALENA zum Sundowner eingeladen wurden.

Die Beiden haben einen fünfwöchigen Törn im Kielwasser und möchten davon erzählen.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns dann in großer Runde im „SouVLakki“ – wie jeden Sonntag feiern wir dort den Wochenausklang.
An diesem Abend sitzen Sibylle und ich mit Alex und einem jungen Paar aus Holland an einem Ende der Tafel.

Ben und Caetlin haben eine alte Jeanneau 44 für 2.000.-€ gekauft und machen diese wieder flott. Sie werden wohl über den Winter hierbleiben.
Dazu kommt, soviel wissen wir heute schon, die junge Familie aus Deutschland, mit deren Sohn Janu wir Geburtstag gefeiert hatten.

Eine junge Community zeichnet sich ab! Es könnte sein, dass ich diesen Winter als der „Segelopa“ verbringen muss und werde – ich freu´ mich drauf, denn die Jungs haben alle große Pläne bezüglich ihrer Bootsreparaturen.
Mal sehen, ob ich Schritt halten kann 😉

Am nächsten Morgen bin ich vor Sibylle wach. Ich blättere etwas in Facebook und stolpere über einen Post von Marietta – gefällt mir…

Ja, die Beschreibung trifft es ganz gut – das trifft für die Menschen auf Leros besonders zu

Sibylle überrascht mich nach dem Aufstehen mit einer Einladung – „…wie wäre es mit einem „Sailor´s Breafast“ im „Skipper´s“?“

Das klingt gut – wir waren die letzten Tage öfter mal oben – nicht als die besten Kunden, dafür ist uns das Marinarestaurant zu teuer, aber doch für ein Bier, einen Kaffee oder eben um das preiswerte Frühstücksangebot anzunehmen.

Wir sind überrascht, als uns diesmal nicht unsere Lieblingsbedienung begrüßt sondern ein junger Mann.
Es kam wie es kommen musste – Kaffee kalt, Cappuccino ohne Unterteller und Keks.
Das Frühstück mit ungetoastetem Toast statt mit klassischem Brot.

Sibylle bezahlt 23.-€ und fragt nach – „…scheint viel, was kosten denn die Einzelpositionen?“ Sie bekommt keine Rechnung!

Hm, wir erfahren, dass der Cappuccino 4.-€ kostet und das Wasser 3,50€ – macht bei zwei Cappuccino 11,50€.
Es bleiben 11,50€ für das „Sailor´s Breakfast“…

Schlecht lesbar, aber die Offerte lautet 8.-€

Nicht dass ihr denkt, dass ich wegen der zuviel berechneten 3,50€ Terz mache. Mir stinkt, dass wegen dem Lümmel die Qualität nicht gepasst hat, er keine Ahnung von Service hat, er nicht boniert und dann auch noch falsch addiert oder gar bescheißt.
Als Sibylle weiter nachhakt, fertigt der Frechdachs sie mit den Worten ab „…you are in a Marina Madam!“

Ok, was will er uns damit sagen? Ist eine rhetorische Frage, ich weiß es – aber da hat er die Rechnung ohne mich gemacht.
Ich weiß nämlich wo ich wohne und weiß auch, dass unser Restaurant in der gehobenen Liga mitspielen will.
Ich hoffe, er wird verstehen, dass ich „im Restaurant einer Marina“ einen Unterteller unter einem warmen Kaffee erwarte und am Schluss die Summe bezahle die auf einem Kassenbon steht.
Ich mag die Griechen für ihre Art, aber Lässigkeit gepaart mit Dummheit geht nicht!

Weil wir uns hier so aufregen, ziehen wir gleich weiter zur nächsten Bar. Wir waren nämlich lange nicht mehr am Panteli Strand und wollen uns heute mal einen Strandtag gönnen.

Der Strand ist noch gut besucht, aber nicht mehr überfüllt
Hier gibt´s ein Bier – die Abrechnung und der Preis sind ok, so muss das sein

Der Strandaufenthalt war schön. Ich war zweimal baden und musste erkennen, dass das Meer schon ziemlich abgekühlt hat.
Das erscheint mir früh im Jahr – ich denke, dass die Badesaison 2025 eine kurze sein wird.

Am Nachmittag will ich noch ein paar Handgriffe an ELOWYN machen.
Wir holen zunächst das Winter-Baumkleid von Segelmacher Sotiris, er hatte es rasch hinbekommen, dieses von ihm gefertigte Stück etwas länger zu machen.
Ich bin froh, den Wetterschutz zurück zu haben, denn es drohen ein paar Wolken und vielleicht sogar der erste Regen zum Monatsende – es muss verhindert werden, dass das Großsegel nass wird.
Ich werde das Trum also die nächsten Tage montieren.

Zudem erneuere ich heute noch den Spiralschlauch in der Dinghygarage, dafür war es höchste Zeit geworden.

Das Abendessen fand heute im „Pirofani“ am Panteli Strand statt – wir kehren also zu später Stund´ noch einmal dorthin zurück.

Die untergehende Sonne sorgt für eine besondere Stimmung
Wir sitzen perfekt – direkt am Wasser, darauf ein „Mamos“

Zum Dinner hat sich eine sehr nette Gesellschaft zusammengefunden. Zum einen unsere Freunde Brigitte und Hans, die ihren Freund Geri mitbringen, welcher zur Zeit bei den Beiden zu Besuch ist.

Zum anderen haben sich Ina und Ralf zu uns gesellt. Auch die Beiden sind mit den Österreichern befreundet und wir haben uns alle zusammen hier verabredet.

Wir haben zur Anfahrt den Boliden gewählt, denn so konnten wir Ralf und Ina ein „Fährtle“ anbieten und somit unseren Radius über Lakki hinaus erweitern.

Unser Dinner im „Pirofani“ war wie immer spitze und ich darf sagen, dass sich dieses Lokal auf Platz 1 meiner persönlichen Bestenliste hochgearbeitet hat.
In diesem Kontext ist, wie immer, wichtig zu erwähnen, dass das „Mylos“ nicht in der Bewertung geführt wird.
Der beste Newcomer ist das „Serza“, dort gehen wir bestimmt noch einmal mit Franziska hin.

Alle anderen haben sich sehr gut gehalten und nicht enttäuscht – wobei die Sommermonate das Bild sowieso etwas verzerren.

Wir gönnen uns noch eine Karafaki Ouzo und kommen recht spät nach Hause – gute Nacht, καληνύχτα!

Am nächsten Morgen eröffne ich mit leichter Verspätung eine kleine Baustelle auf meinem Patenschiff.

Der grüne Schlauch ist das wichtige Teil auf diesem Wimmelbild

Im Rahmen der Wintervorbereitung und der schon erwähnten, geringen Regenwahrscheinlichkeit, möchte ich alsbald die Segel, welche noch am Vordeck liegen, in die Segellast räumen.

Dafür sollten aber alle Arbeiten abgeschlossen sein, welche es in der Vorpiek zu erledigen gilt.

Ich mache einen Testlauf der Muringwinsch – passt, alles ok.
Ich lackiere den Tunnel für den hydraulischen Spanner des Kutterstags, der war leicht zerzkratzt – auch das gelingt schnell und wird richtig gut!

Danach möchte ich das Seeventil in der Vorpiek prüfen – es war eines der dichten Ventile, die Prüfung dient einer finalen Kontrolle.
Dafür baue ich mir den oben gezeigten Adapterschlauch von Autoventil auf 19mm Schlauch.
Der Drucktest erfolgt hydro-pneumatisch, dafür setze ich meine alte Radlpumpe ein…

Ich schließe die Pumpe mit meinem Adapter an den Schlauch des Ventils an…
…und setze das vorher eingefüllte Wasser im Schlauch mit Luft unter Druck
Als Prüfdruck wähle ich rund 2bar
Am Ventil prüfe ich die Dichtheit

Natürlich habe ich den Borddurchlass vorher von außen verschlossen – letztlich geht es mir nicht um einen akademisch belastbaren Labortest, mir geht es darum, einen später nachvollziehbaren und reproduzierbaren Testdruck in ein mit Wasser gefülltes System zu geben und ungeachtet eines Druckabfalls über einen nicht einhundert Prozent dichten Verschluss, eine Aussage über die Dichtheit des Ventils zu geben.

Hier bildet sich kein Tropfen, dies bestätigt unsere Sichtprüfung am Krantag.
Ich lege am Gewindeabschluss der Verschraubung eine zusätzliche SIKA-Naht und gebe dieses Ventil anschließend frei. Zusätzlich markiere ich es mit einem grünen Isolierbandstreifen.

Die Segellast ist fertig, morgen können wir das Kompartment reinigen und dann die Segel regensicher verstauen.

Diese Prüfmethodik werde ich übrigens auf alle vier verwendeten Ventilgrößen adaptieren.
Ich werde alle dichten Ventile so abprüfen und die Sichtkontrolle somit bestätigen.
Alle als gut gesichteten Ventile, welche diesen Test bestehen und dicht bleiben, werden freigegeben und nicht getauscht – alle anderen werden ersetzt.
Vor dem nächsten Krantermin im April 2026 werden dann noch einmal alle Ventile geprüft – ich will keinen Raum für nochmalige, böse Überraschungen geben, es soll ein gesicherter und nachvollziehbar, reproduzierbarer Prozess zugrunde liegen.

Zeit für den Feierabend – don´t lose yourself…

Roland und Mireille haben zum Apero auf ihre Terrasse geladen

Wir sind für heute Abend mit Mireille und Roland verabredet.
Die Wahl fällt nach langer Zeit mal wieder auf das „Tis Kakomoiras“in Vromolithos, die Taverne ist nur einen Steinwurf vom Haus der Freunde entfernt.

Wir eröffnen den gemeinsamen Abend mit einem Umtrunk, einem „Apero“ auf der Terrasse der Freunde – ein wunderschöner Ort mit einem herrlichen Blick auf die Bucht von Vromolithos.

Die Farben – es ist noch Sommer

Als die Sonne bereits untergegangen ist, fahren wir die paar Meter zu der Meze-Taverne, welche bei uns ebenfalls ganz hoch im Kurs steht.

Wir fahren, damit wir unsere Vehikel vor Ort haben, denn nach dem Dinner folgen wir noch „einem guten Brauch“, wie es Mireille so nett beschreibt – ihr wisst natürlich so gut wie ich, was gemeint ist…

Im „Tis Kakomoiras“, was frei übersetzt so etwas wie „der Pechvogel“ oder „der Unglücksrabe“ bedeutet, bestellen wir ein paar Meze, konzentrieren uns heute aber auf die Hauptspeisen.

Besonders die Spare Ribs haben es Mireille und mir angetan, die sind echt sehr lecker…

Zur Zeit mein Lieblingsgericht in dieser Taverne

Naja, der Tag endet dann – hier die Lösung des Rätsels, welches keines war – natürlich im Eissalon der Familie „Repapis“ in Lakki.

Sibylle und ich freuen uns auf Besuche der Eisdiele zusammen mit der kleinen Heidi, welche ja schon übermorgen mit Mama und Papa hier eintreffen wird.

Nur noch zweimal schlafen.

Wir schlemmen unser Eis und verabschieden uns dann nach Hause – ein sehr schöner Abend mit unseren eidgenössischen Freunden.

Schlaraffenland – und lecker wie immer

Es folgt ein „Überbrückungstag“ – ein Tag an dem man nicht so recht weiß, was man mit sich und seiner Zeit anfangen soll.
Für den Start neuer Projekte oder Aufgaben ist nicht genug Zeit, denn ab morgen werden uns fast zwei Wochen Auszeit mit der Familie gönnen.

Nixtun ist keine Option, denn die Langeweile würde uns zerfressen – was also anpacken?
Eine große Vorbereitung für den morgigen Tag braucht es nicht, auch hier kann man Zeit nicht sinnvoll einsetzen.

Die Crew der BARCASO reißt uns aus unserer Lethargie. Brigitte und Hans haben Geri an Bord und legen heute für einen Törn durch die Dodekanes ab.
Wir hatten uns für einen Abschiedskaffee im „Skipper´s“ verabredet.

Just in dem Augenblick als wir im Marinarestaurant sitzen und jeder sein köstliches Koffeingebräu schlürft, wird WUQI von Pit gekrant…

Pit und Uli werden WUQI an den Liegeplatz bringen

Mit Pit ist leider nicht viel zusammengegangen – wir kennen uns so lange über verschiedene Internetkontakte, aber im „richtigen Leben“ hat sich die passende Schnittmenge noch nicht ergeben – na das wird noch, er hat ja auch große Pläne mit seiner Wauquiez und wir werden sicher das ein oder andere Problem zusammen lösen können.

Die Probleme die dieses Mal befürchtet wurden, hatten sich jedenfalls irgendwie in Luft aufgelöst und so blieb für Pit eigentlich nur die Reparatur eines Kratzers und ein neuer Unterwasseranstrich.

Mal sehen, was die Zukunft so bringt…

Auch Hans Peter ist ausgerückt als wir beim Kaffee saßen. Er hat seine Göttergattin vom Flughafen abgeholt und bereits als wir zurück zu NESSAJA gehen, hat sich Petra schon in den Urlaubsmodus verabschiedet – genüßlich räkelt sie sich auf der Badeplattform von LIBERTÉ.

Achtung – Sonnebrand droht

Sibylle und ich rappeln uns auf. Wir wollen noch etwas Sinnvolles tun und beschließen daher, noch einmal zum Hotel zu fahren, in dem Franziska und Mikey zusammen mit der kleinen Heidi am morgigen Tag einchecken werden.

Es wird ein „late night check-in“, wir wollen daher Sorge tragen, dass alles wie am Schnürchen klappt.

Wir besprechen noch einmal alles mit dem Hotelchef, der versichert abermals, dass alles vorbereitet sei und er selbst die Gäste noch Willkommen heißen wird.

Zufrieden gönnen wir uns ein Bierchen am Hotelpool und schicken Franzi ein Bild – bis morgen!

Ein schöner Platz

Was unsere Familie nicht weiß – wir werden morgen nach Kos fahren und den Audi mitnehmen um sie vom Flughafen zur Fähre zu shutteln.

Die Taxisituation auf Kos ist nicht unkritisch und die junge Familie hat viel Gepäck.
Zudem möchte Franziska, dass für Heidi ein Kindersitz zur Verfügung steht.
Sibylle lehnt jedes Risiko ab, nimmt mich mit ins Boot und hält nach Beschlussfassung zwei Tickets nebst Autoverbringung nach Kos in der Hinterhand – das wird eine Überraschung.

Einen Kindersitz stellt uns Rena von der Autovermietung für die ganze Zeit zur Verfügung – unserer Reise nach Kos steht nichts mehr im Wege!

„Waaaas, ihr fahrt nach Kos…“ höre ich Alex fragen. Er und Ben hätten zuletzt darüber gegrübelt, wie man es wohl bewerkstelligen könne, einen Lidl-Einkauf in Kos zu realisieren.
Man bräuchte Nüsse und vegane Lebensmittel.

Klar biete ich an, dass ich ein bisschen was mitbringen könnte – die Definition von „ein bisschen was“ sollte sich erst beim Discounter ergeben.
Ich bekomme auf jeden Fall schonmal ein Bild mit den benötigten Nüsschen.

Klingt einfach – war es aber nicht

Die jungen Leute trauen sich nicht recht – das merke ich. Sie ordern zehn Packungen Nüsslein und zwei Sojamilch plus fünf Tofu.

Ok, sei´s drum – wird erledigt!

Grrrr! Der Wecker klingelt zu unchristlicher Zeit. Klar, kann man mal machen, aber ich gebe zu, so leicht stecke ich das auch nicht mehr weg.
Vor fünf Jahren noch, waren Fahrten um diese Zeit mein täglich Brot.

Was für ein Scheiß – was tut man nicht alles für die Lieben
Uhrenvergleich – es bewahrheitet sich, Zeit für einen kräftigen Kaffee
Langsam, sehr langsam kehren die Lebensgeister zurück

Sibylle schält sich aus den Federn und richtet sich zam – ich höre sie sagen, dass sie „…alles eingepackt hat“, ich solle an die Autoschlüssel und das Ladekabel für das Mobiltelefon denken.

Es ist eine Randnotiz, dass am heutigen Tage unsere liebe Freundin Rita aus Schliersee und unser Schwiegersohn Alexander Geburtstag haben – beide werden wir im Laufe des Tages anrufen und kontaktieren, wir haben es nicht vergessen!

Überhaupt vergessen wir selten etwas, außer heute, Sibylle vergisst nämlich meine Badehose, was den geplanten Strandaufenthalt in Mastichari weniger spaßig macht – soviel nur als Vorabinformation.

Wir starten den Audi – klickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklick – es ist ein sehr leises, drehzahlabhängiges Klickern hörbar.
Ich kann nicht einordnen, ob es sich um ein Klickern einer Einspritzdüse handelt oder eher um einen Hydrostössel – ich muss das mal mit meinem Sohn besprechen.

Trotzdem ändern wir den Namen unseres A6 an diesem Morgen von „der Bolide“ auf „Klicker“.
Kennt ihr „Klicker“? Kinder der späten 60er werden sich an den Hasen aus der Kindersendung „Kli(cker)-Kla-Klawitterbus“ erinnern – soviel nur am Rande.

Wir fahren um 03.15 Uhr mit „Klicker“ zum Hafen – just in time…

Die Fähre nach Kos kommt gerade an

Wir boarden zusammen und bekommen einen guten Platz, welcher keine Befürchtungen bezüglich des Ausfahrens aufkommen lässt.

Der Wagen steht frei und bekommt ein Schildchen, welches dem Fährpersonal klar macht, dass dieses Auto zur übernächsten Station wieder ausgefahren wird und somit nicht zugebaut werden darf.

„Klicker“ verlässt die BLUESTAR II bereits auf Kos
Die zwei Autos die in Kos ausfahren stehen frei zugänglich

Sibylle hat uns einen Plan für Kos zurechtgelegt – was sonst? Die Fährfahrt selbst verläuft unspektakulär, wir trinken noch einen Kaffee und schmieden Pläne für´s Haus.
Ein bisschen was wollen wir 2025 noch erledigen – vielleicht schaffen wir es, ein neues Garagentor einbauen zu lassen und für fließend Wasser zu sorgen.

In Kos angekommen verlassen wir die Fähre, die bis Rhodos weiterfahren wird und bereits heute Abend wieder Richtung Piräus in Kos Halt machen wird.

Wir werden dann abermals an Bord sein, wenn alles klappt in Begleitung unserer Kinder und Kindeskinder.

Jetzt erstmal auf nach Kardamaina, dort kommen wir pünktlich zum Sonnenaufgang an.

Kardamaina ist nett, aber nicht mein Geschmack

In dem touristischen Ort gibt es ein hochgelobtes Café, das „love-made“, welches wir zum Frühstücken besuchen wollen.
Als wir um 07.15 Uhr ankommen, immerhin eine Viertelstunde nach der im Internet angegebenen Öffnungszeit, teilt uns ein sichtlich gelangweilter Mann mit, dass erst um 07.30 Uhr geöffnet wird.

Ok, dann halt – ich signalisiere, dass wir die 15 Minuten warten werden.
Er fragt daraufhin, ob wir frühstücken wollen – „…ja, klar. Darum sind wir hier!“

Jahahaha, Frühstück gäbe es erst um 08.00 Uhr teilt uns der Kerl mit – da müssten wir uns wohl gedulden.
Enttäuscht und ratlos ziehen wir ab. Die Stimmung war gedämpft, denn Kardamaina gibt um 07.30 Uhr absolut nix her.
Zum Glück finden wir eine kleine Bäckerei, welche einen Kaffee und ein Pita offeriert.
Es liegt diesmal nicht an mir, dass wir zum „love-made“ zurückkehren. Sibylle will das gehypte Lokal ausprobieren und drückt ihren Willen durch.
Ich wäre nicht noch einmal zu dem unwilligen Hellenen zurückgekehrt…

Das Frühstück war allerdings wirklich sehr gut

Am Rückweg zum Auto schlendern wir durch die erwachende Touristenhochburg – ich kann mir vorstellen was da zur Saison abgeht und bin wirklich froh, nicht Zeitzeuge eines derartigen Geschehens zu sein.

Wir schleichen an einer Bar mit einem seltsam anmutenden Namen vorbei…

„Schmutzige Dicke“???? Versteh´ ich nicht!

Muss irgendeine englische Floskel sein. Sibylle macht ja seit über 250 Tagen „Duolingo“, aber auch sie bleibt mir eine klärende Antwort schuldig. 😉

Ich muss wohl mal Hans Peter oder Petra fragen…

Was bleibt von unserer „To-Do Liste“? Nix! Die heißen Quellen? Am anderen Ende der Insel – keine Lust!
Der Pfauenwald – Wanderung gefällig? Aber nicht unausgeschlafen in Flip-Flops!
Wir verwerfen alle Punkte aufgrund unserer Müdigkeit, welche sich bei der aufkommenden Wärme spürbar zurückmeldet.

Ein kurzer Abstecher nach Zia, dann der Einkauf bei Lidl und anschließend Strandaufenthalt in Mastichari – so der neue Plan.

Leider verfahren wir uns auf dem Weg nach Zia und rattern den ganzen Weg auf einer teilweise echt ausgewaschenen Off-Road Piste ab.
Normaler Weise liebe ich das, aber heute tat mir „Klicker“ echt leid und das, obwohl er den bekannten „quattro“ Schriftzug trägt und somit gute Gene hat.

In Zia angekommen, war unser Muli echt gezeichnet

Sibylle und ich beschließen, dass wir unsere neue Tagesliste um den Punkt „Wellnessprogramm für Klicker“ erweitern und dem geschundenen Wagen eine griechische Bürstenmassage zukommen lassen.

Doch bevor wir das tun, gönnen wir uns erstmal eine weitere Kaffeespezialität.

„Life is too short to learn Greek“ – darüber denke ich nach

Kennt ihr das Gefühl, wenn man müde ist und zuviel Koffein in sich reinpumpt?
So geht es mir heute – zum letzten Mal im Leben hatte ich dieses Gefühl mit 25 zu meiner Meisterprüfung, ursächlich war damals Schlafmangel und „Red Bull“.
Ich erinnere mich heute an diese Zeit zurück.

Sibylle setzt mich am Weg zum Auto auf eine Bank und kauft sich ein „Fjällräven“ Rucksäckchen – absolut original für 18.-€, wenn das kein Schnäppchen ist??? 😉

Dann aber, zurück nach Kos und ab in die Waschnalage – der Wagen soll sauber sein wenn der hohe Besuch einsteigt – außerdem hat sich unser Quattro das verdient!

Wir kommen sofort dran
Schaum-Bürstenwäsche, wir sparen an nix
Wie neu! Na wenn das nix ist – die 10.-€ waren gut investiert

Während „Klicker“ sein Wohlfühlprogramm in der Wellnessoase genießt, sehe ich mir Motorräder an.

Mir wabert ja immer noch die TET durch das Oberstübchen. Dafür wäre meine GS aber nicht das geeignete Gefährt.
Etwas anderes müsste her – mein Favorit immer noch, eine Yamaha T700.
Heute aber entdecke ich eine Altenative – so etwas gefällt mir!

Eine echt schöne Husqvarna – das Modell muss ich mal abchecken

So, Auto wieder sauber, alles soweit im Lot – nächster Stop also „Lidl“.

Ich muss erwähnen, dass ich Lidl-Hater bin! Hatte ich aber schon im Juni Blog erzählt, oder?
Ich kann es nicht begründen, vielleicht ein Kindheitstrauma – aber ich kann Lebensmitteldiscounter nicht ausstehen und würde aus eigenen Antrieb niemals einen Lidl betreten.

Im Juni also mit und wegen Volker, heute für und wegen Alex – und der weiß nichtmal, wie glücklich er sich schätzen darf.

Zeitvertreib – Lidl Shopping

Leider war das Nüsslein kaufen nicht so einfach wie gedacht. Die Varianten in Hellas unterscheiden sich deutlich von denen aus den Niederlanden.

Ich drehe ein Video vom Nüssleinregal und banne alle verfügbaren Varianten auf Zelluloid. Dieses Video schicke ich an Alex und Ben – mit Bitte um schnellstmögliche Anpassung der Bestellung.

Jetzt brechen die Dämme – die Beiden vergessen alles um sich herum und bestellen wie im Rausch.
So werden aus A-lex und B-en eine Art „Millenium A-Hörnchen und B-Hörnchen“…

Heute dreht sich alles um den Wintervorrat von A und B

Ich folge den telefonisch gemachten Ansagen „…10x Mandeln und 8x Studentenfutter, ach, noch 6x Pecan-Nüsse und wenn dann noch 8x Cranberries gehen? Der Nuss-Mix darf auch nicht fehlen – 6x gesalen und 8x ungesalzen!“

Ich springe von Regal zu Regal und greife nach den georderten Mengen – der Einkaufswagen füllt sich und Sibylle und ich organisieren entsprechende Kartons…

Der Wagen ist zu zwei Dritteln voll – mit Nüssen!

Der Rausch endet – es ist vollbracht. Ich weise kurz auf das Gesamtvolumen der Bestellung hin und versuche es in Raummaßen auszudrücken – „…ihr habt gerade einen Kubikmeter Nüsse bestellt?“

Die Beiden bejahen und geben Sibylle und mir die Freigabe an die Kasse zu gehen.

Ich habe für knapp 200.-€ Nüsse gekauft

Lustige Gedankenspiele bahnen sich den Weg in mein Gehirn – die Nüsse im Kofferraum steigern den Wert meines Autos um ca. 12,5%.

Gleichwohl kosten die Nüsse soviel wie eine Tankfüllung. Würde ich jetzt also noch volltanken – ich hätte den Wert meines Wagens um 25% gesteigert.
Welcher Sportwagenfahrer kann das von sich behaupten???

Zeit, um nach Mastichari zu fahren und etwas auszuruhen – ich bin groggy.

Die Touristenhochburg im Nordwesten der Insel wird zum Flop. Wir kommen bei warmen Temperaturen an und ich möchte Baden – Sibylle greift gezielt nach meiner Badehose um dann zu bemerken, nanu, vergessen!
Ich schmolle und ziehe mich ohne Abfrischung auf ein gemietetes Liegebett zurück. Wir zahlen 8.-€ für ein Pärchen, was vergleichsweise wenig ist. Unsere Hoffnung ist, dass wir ein wenig ausruhen können und vielleicht ein Nickerchen geht.
Das gelingt, ich schlafe fast eine Stunde bevor mich der liebreizende Ton einer sprechenden Kettensäge weckt – das Schlachtschiff spricht rheinischen Dialekt und erklärt gerade einem anderen Strandlieger, dass „…sie schon seit 30 Jahren hier Urlaub macht!“
Teutonengrill in Hellas – na super!

Just in dem Moment setzt der Nordwind ein – Sibylle und ich suchen das Weite. Dies liegt Gott sei Dank recht nah – wir verholen in eine Taverne und gönnen uns ein vorgezogenes Dinner.

Gute Miene zum bösen Spiel in Mastichari – wir gratulieren den Geburtstagskindern

In der Taverne finden wir etwas Ruhe. Wir rufen bei Rita an und erwischen sie am Telefon.
Sibylle verhindert, dass ich lauthals singen anfange und ich meine zu bemerken, dass Rita nicht wirklich enttäuscht ist.

Na dann aber – nächstes Jahr sind wir zu dieser Zeit in Schliersee! Ehrensache, denn dann feiern wir Deinen „Runden“.

Das gelungene Selfie von Sibylle und mir senden wir dann noch ein unseren Schwiegersohn Alexander am Bodensee.
Auch er feiert heute sein Wiegenfest und wir gratulieren recht herzlich.

Endlich muss ich nicht mehr warten! Sibylle ist aufgeregt und will los. Wir sind viel zu früh, aber das macht nix – lieber warten wir im Auto!

Genauso geht es aus – wir finden keinen Parkplatz, so stelle ich mich mit „Klicker“ an den Rand eines Busparkplatzes, Sibylle begibt sich ins Terminal.
Von dort meldet sie sich mit Lageberichten…

„Ganz schön was los in der Abflughalle…“
„…schau wer da ist!“

Ich habe meine Brille nicht auf, sehe eine junge Frau und einen Knirps und starte Klicker – nix wie hin zum Ankunftsterminal, es wird Zeit, wir müssen Richtung Fähre!

Dass die junge Frau Sophie mit Sohn Henry ist, merke ich erst spät. Zu spät!
Mein Parkplatz ist weg, ich kreise sinnlos umher. Ich muss weitere Minuten warten.

Dann endlich! Sie sind da! Keine Zeit für Fotos und eine große Begrüßung – wir müssen los, die Fähre geht in einer Stunde!
Wir laden ein und brausen los – Klicker darf zeigen was er kann!

Wir kommen exakt rechtzeitig an. Sibylle checkt mit der Familie als Fußgänger ein, ich fahre unser Vehikel auf die Fähre.

Ich boarde die Fähre als einer der Letzten…
…denn ich fahre zwei Stationen später schon wieder aus
Abermals bekomme ich einen perfekten Platz

Oben in der Lounge treffen wir uns – Sophie ist mit Luis und Henry auch schon da, man hat sich bereits kennen gelernt und die Kinder spielen fröhlich miteinander.

Das ist sehr gut für uns alle, denn so entstehen keine unnötigen Längen und die Fahrt wird nicht langweilig.
Für mich ist es Zeit für einen Ouzo – der ist mehr als verdient. Ich freue mich auf mein Bett.

Auf Leros angekommen, bringen wir Franziska, Mikey und Heidi noch ins Hotel und warten bis sie ihr Zimmer bezogen haben.
Alles klappt bestens. Dann heißt es für uns „ab nach Hause und rasch ins Bett“ – wir sind hundemüde, morgen ist auch noch ein Tag.

Und der beginnt mit Warten! Das ist der kleine Nachteil, wenn man sich ganz auf die Lieben einlässt. Man sitzt bereit auf Abruf und wartet bis das Handy bimmelt – Sibylle nutzt die Zeit um ihrer „Duolingo Abhängigkeit“ zu frönen…

Ihr Gesicht lässt nix Gutes erahnen – die Spracherkennung foppt sie 😉

Ich bin überigens auch zurück auf der Duolingo Bühne. Ich rechne damit, dass der Wintersprachkurs bald wieder anlaufen wird und will mich etwas vorbereiten.
Das klappt bestens und doch mache ich die gleichen Fehler weiter – Duolingo ist mehr ein Spiel, es zwingt einen zum Punktesammeln und man vergisst dabei, die Lerninhalte zu vertiefen.

Ich erhalte währenddessen ein Bild von Alex. Er und Ben sind dabei den Nüssleinvorrat aufzuteilen. Ich denke ein letztes mal an Chip und Chap die in Deutschland eben A- und Behörnchen geheißen haben – das kann kein Zufall sein! 😉

Erstmal sortieren

Dann endlich der Startschuss von den Kindern – erster Treffpunkt ist die Liegewiese des „Tony Beach Hotels“ in Vromolithos, dem Hotel in dem die Kinder untergebracht sind.

Wir wollen erstmal Zeit miteinander verbringen und etwas quatschen. Vielleicht etwas baden gehen und mit Heidi spielen.
Geht schon ein Bier? Bestimmt – es ist Urlaub!

Wir haben Liegen im Schatten eines Olivenbaumes – eine sehr schöne Anlage

Der Tag gelingt! Es wird kein spannender und auch kein fulminanter Tag – es wird einfach ein Chill-Out Tag.

Wir trinken Cappuccino miteinander, haben viel zu erzählen und versuchen den Namen vom zweiten Baby zu erraten, welches im Dezember auf die Welt kommen wird – unser Enkelchen #9!

(Spoiler – zum Monatswechsel stoppe ich mein Raten, denn ich glaube den Namen zu wissen 😉 )

Dazwischen gehen wir mit Heidi im Meer plantschen und wärmen uns anschließend auf den Sonnenliegen auf.
So vergeht ein wunderbarer erster Urlaubstag!

Dinner gibt es, so der einstimmige Beschluss, im „Pirofani“ in Panteli – eine perfekte Adresse für einen ersten Abend.

Griechische Leckereien füllen den Tisch

Auch diesmal lässt sich Stavros nicht lumpen – alles passt auf den Punkt! Erst als die Kleine müde wird, bestellen wir die Rechnung und bezahlen.

Wir verabschieden uns, die Jungen ziehen mit Klicker von dannen und Sibylle und ich fahren mit der GS Richtung Heimat.

Der Zufall will es, dass wir noch in Panteli die Crew der BARCASO passieren – ich rufe ihnen zu „…einen Ouzo noch?“, was mit lauter Zustimmung quittiert wird.

So ergibt es sich, dass unser Abend doch etwas später endet – nachdem wir, völlig ungeplant, noch in eine Ouzo Session mit Brigitte, Hans und Geri gerutscht sind.

Am neuen Morgen frühstücken Sibylle und ich an Bord von NESSAJA – die Kinder kommen uns abholen, wenn man klar für den Tag sei.
Erst warten wir wieder – aber dann kommt Heidi und beginnt uns alle zu beschäftigen…

Der Seefahreropa und die kleine Freibeuterin

Wenn eine Zweijährige wie ein Derwisch über das Deck einer Segelyacht fegt, herrscht Alarmstufe rot!

Heidi sieht sich um und lacht dabei wie Jack Sparrow – harrharr – sie hat sichtlich Spaß daran, die ihr unbekannte Umgebung zu entdecken. Das „Haus auf dem Wasser“ fasziniert sie.

Mikey und ich gönnen uns noch einen Kaffee, dabei legen wir den Tagesausflug für heute fest – Agios Isidoros!
Das Kirchlein auf dem Fels ist der erste Spot auf Leros, den wir der jungen Familie vorstellen wollen.

Achtung – der Weg ist glitschig
Geschafft – wir entern die kleine Insel
Auch zurück kommen wir heil – wenn auch nicht ganz trocken

Das hat gut geklappt – und weil wir schonmal in Gourna sind, gehen wir mit Heidi auch gleich noch an den gleichnamigen Strand.

Der ist nämlich sandig und extrem flach abfallend. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist ideal für die kleine Maus.
Sie genießt das Bad im Meer mit Mama und Papa – ich halte mich mit Sibylle dezent zurück.

Um diese Jahreszeit ist nix mehr los

Klar, dass so viele Eindrücke die kleine Prinzessin müde machen – ein Mittagsschlaf steht an.

Das nutzen Sibylle und ich, um uns mit Hans Peter und Petra bei „Repapis“ zu treffen.
Unsere Freunde haben im Moment wenig von uns – wir versuchen dies zu kompensieren so gut es eben geht, das verlangt die Fairness und die Freundschaft.

Später am Nachmittag fahren Sibylle und ich dann noch einmal zu „Tonys Beach Hotel“ um etwas mit der Familie abzuhängen – dabei fallen mir die Baderegeln auf…

So weit, so gut – vermutlich braucht´s das…
…hm, offensichtlich braucht´s das! Ich denke kurz an den italienischen Stegpisser, welchen Sibylle so angeschrien hat

Ich halte inne – könnte es sein, dass jemand ohne dieses Schild vom Beckenrand pisst?
Eine Denksekunde genehmige ich mir, dann entscheide ich – ja, es könnte sein!

Ich muss nur an die Sanitäreinrichtungen in der Marina denken – dort wäre ein Schild, dass man nicht neben das Klo kacken soll auch angebracht.

Ich bin also froh, dass es dieses Schild gibt! Und letztlich denke ich an Massimo, mit dem ich diesen Blogbericht eingeleitet habe – wir wollen das Gleiche, nur auf unterschiedlichem Level. Gedanklich versöhne ich mich mit ihm und gelobe, dass ich in keine Einbahnstraße einfahre, solange er nicht vom Beckenrand in einen Hotelpool pinkelt…

Nach ein paar schönen Momenten am Pool neigt sich auch der zweite Urlaubstag dem Ende zu – wir beschließen ihn mit einem Dinner in Dimitris´ „To Steki“.
Auch hier speisen wir gut wie immer.

Nach den Meze und einem Saganaki noch ein Moussaka – wohl bekommt´s
Für mich gibt´s nach den Meze ein Seafood Saganaki – ein Gedicht

Neuer Tag, neues Glück! Es ist Sonntag, der Tag soll mit einem fulminanten, gemeinsamen Frühstück beginnen – dafür haben wir uns das „Coffee Lab“ ausgesucht!

Spiegeleier, Croissant und viele andere Leckereien füllen den Tisch und wir laben uns an den Köstlichkeiten.
Das war auch für mich wieder einmal eine superleckere Abwechslung – obwohl – der Ranzen spannt, das Blut sackt in den Magen, ich falle ins Freßkoma!

Gut, dass Hans Peter zur Stelle ist und mir hilft, die Winter-Baumpersenning von ELOWYN zu montieren.

Er ist halt doch ein flinker Kraxler
Eine Stunde später war es geschafft

Ich denke, dass wir gut gehandelt haben. Die Wolken ziehen schon auf und es scheint glaubhaft, dass die vom Wetterbericht für morgen gemeldeten Schauer auch wirklich kommen.

Sibylle war einstweilen mit der Jugend und dem kleinen Gör beim „Wandern“. Man hat sich auf den Weg nach „Land´s End“ gemacht und den dortigen Leuchtturm erkundet.

Danach muss Klein-Heidi eine Schlummerrunde einlegen, bevor wir uns alle zum Badenachmittag am Hotelpool treffen.

Sibylle in ihrem Element

Da die Kinder noch ein paar Mails schreiben mussten, hat Sibylle Heidi beschäftigt. Ich habe die Gesamtsituation bewacht und dafür Sorge getragen, dass nix passiert 😉 – das war von einer Liege aus gut möglich!

Plötzlich fordert die Kleine ein Eis – sie sagt klar und deutlich das Wort „Eisdiele“. Mama und Papa wollen sie mit einem Steckerleis abfertigen, aber da haben sie die Rechnung ohne den Opa gemacht, dem „Iceman“ unter den Opas, den Wingman von Maverick „Repapis“.

Heidi und ich in unserem Element

Da wir durchschnittlich immer zwei Kugeln kaufen und Heidi nur eine schafft, war es legitim, dass ich mir eine dreiküglige Riesenportion ordere.

Was für ein Genuss! Heidi schlotzt ihr Schlumpfeis und ich löffle genüßlich den Berg sahnigen Eises, den Maria, die Tochter des Hauses, mir in den Becher geschaufelt hat.

Danach sind Sibylle und ich mit dem Dreikäsehoch zurück ins Hotel gefahren und haben dort den Nachmittag ausklingen lassen.

Für heute Abend haben wir uns einen Tisch im „Serza“ reserviert, wir werden uns dort mit Sophie, Luis und Henry treffen – kennengelernt haben sich die etwa gleichaltrigen jungen Leute ja schon in der Fähre.

Früh dran – wegen der Kinder und der Temperaturen! Die „blaue Stunde“ beginnt
Wir sind die ersten Gäste, in einer Woche schließt das Lokal

Wir essen wieder supergut und lassen uns sehr viele verschiedene Meze auf den Tisch stellen.

Das „Serza“ enttäuscht abermals nicht, sowohl die Speisen wie auch der Service waren ausgezeichnet.
Dieses Lokal hat sich unter den „Top 3“ meiner persönlichen Restaurantliste festgesetzt.

Die kleinen Katzen betteln am Tisch – aber nie aufdringlich oder lästig.
Eine Katze bleibt bei mir sitzen und starrt mich an – obwohl ihre Zeichnung nicht perfekt ist, muss ich schmunzeln und an die Geschichte von „Itlacat“ denken?

Ich mach es kurz – vor etlichen Jahren, wir waren wohl das erste Mal auf Archangelos im „Stigma“, hat die Tochter der Wirtsleute welche dort die vielen Katzen füttert erklärt, dass sie diese und jene Katze haben, unter anderem auch Itlacat.
Ich habe nicht verstanden und frage nach. „You don´t understand Itlacat? But you know Itla???“
Der Wortwechsel ging noch zwei, dreimal hin und her und sie erkannte – ich stehe auf der Leitung…
Da macht die junge Frau eine typische Handbewegung und führt zwei Finger über die Oberlippe – JETZT verstand ich!

Den Rest könnt ihr euch denken…

Nicht vollkommen – aber trotzdem muss ich an den skurillen Wortwechsel denken

Themenwechsel! Wieder war es so, dass Heidi und Henry herrlich miteinander gespielt haben.
Auch die zwei jungen Paare verstanden sich gut, dies mündete in eine Einladung, ausgesprochen von Sophie, in deren Haus in Xirokampos.
Sophie hat zu einem Grillabend geladen, immer ein Highlight – und Sibylle und ich erkennen, dass wir an diesem Abend genügend Zeit finden werden unsere Freundin Susanne zu begrüßen, welche bis dahin auch eingetroffen sein wird.

Es wird wohl ein Drei-Generationen-Abend werden, sehr schön!

Ich freue mich total, dass die „Jungen“ ein so gutes Auskommen miteinader haben

Apropos Haus in Xirokampos – da führt mich mein erster Weg am kommenden Morgen hin.
Nicht wegen des anberaumten Grillabends, sondern wegen der väterlichen Werkbank, welche Sophie nicht mehr im Keller haben möchte und diese deshalb an mich weitergeben würde.

Gleich nach dem Frühstück, für das Franziska mit Familie auf NESSAJA eingetrudelt ist, fahre ich also in den südlichsten Ort der Insel und vermesse das Trum in Sophies Keller.

Es scheint, als ob das Trum gerade so auf Hans Peters Pick-Up passen würde

Das Ausmessen der Werkbank tut Not, da sie definitiv nicht in Klickers Kofferraum passt.
Hans Peter verspricht zu helfen und es sieht tatsächlich so aus, als ob die eigentlich kleine Werkbank, Sophie nennt sie „Werkbänkchen“, gerade so in HPs Light-Truck passt.

Ob ich an dieser Stelle erwähne, dass ich gerade meine Finger nach einem kleinen Planenanhänger ausstrecke?
Na, das ist ein Thema für den Oktoberbericht…

Zufrieden fahre ich in die Marina zurück und bastle ein wenig an ELOWYN.
Ich erledige ein paar Kleinigkeiten, während Sibylle mit Franziska in Agia Marina bummelt und Mikey mit Heidi im Hotel verweilt.

Just als Sibylle in die Marina zurück kommt, fängt es zu regnen an. Der erste Regentag – viel zu früh nach meinem Empfinden!
Aber die Locals sehen nicht auf den Kalender, sie freuen sich, dass ihre Insel Wasser bekommt – es tut der Natur gut!

Ich muss umdenken – ich bin kein Tourist mehr. Der Regen tut meinem Grundstück gut, meinen Olivenbäumen und er füllt meine Zisterne mit kostenlosem Wasser.

Trotzdem nervt´s mich – grauer Himmel und zum Nichtstun verdammt
Dicke Tropfen prasseln herunter – zum Glück ist auf ELOWYN alles verpackt

Sibylle und ich sitzen im gemütlichen Salon von NESSAJA. Mich ficht der Regen nicht an – zwar mag ich Sonne lieber, aber ich kann mit „gepflegter Langeweile“ gut umgehen.

Diesmal nutzen Sibylle und ich die Zeit, um unseren Duolingo-Score in ungeahnte Höhen zu treiben.
Es macht Spaß, ein wenig bleibt hängen und es tut niemanden weh.

Für das Abendessen fällt unsere Wahl auf´s „SouVLakki“! Bodenständig und preiswert sollte es sein, Mikey hatte zudem einen richtigen Glangerer auf Fleisch.
Nachdem wir nach „Pirofani“, „To Steki“ und „Serza“ zweieinhalb tendenziell gehobenere Tavernen und deren Mezevielfalt genossen hatten, durfte es heute mal etwas weniger fancy sein.

Und da waren wir in unserem Lieblingsgrill genau richtig!!!

Schmeckt! Wie immer!
Zum satt werden – kompromisslos

Wie es guter Brauch ist, gehen wir heute geschlossen in den Eissalon der Familie „Repapis“ – heute haben alle einen Gelust auf die süße Köstlichkeit.

Jeder bestellt Eiscreme nach seinem Geschmack und in der gewünschten Menge, dann lassen wir es uns schmecken.
Momente die nicht aufzuwiegen sind!

Die Saison ist vorbei – es wird ruhig im Eisparadies
Wir gönnen uns die Lieblingssorten – Lemon Pie, Yoghurt, Kadaifi, Almond-Chokolade und…
…SCHLUMPF

DON´T LOSE YOURSELF…!

Der September war ein schwieriger Monat, vielleicht einer der mental kompliziertesten seit wir Deutschland verlassen haben.

Ich denke, man hat mir das nicht so angemerkt – aber mir hat es mehr als einmal gereicht.
Zunächst die Nähe zu den so positiv denkenden Seglern für Gaza – ich will mich hier nicht politisch positionieren, aber es ging mir nahe, mit welchem Enthusiasmus diese jungen Menschen für ihre Sache standen. Diese Erfahrung stimmt mich heute noch nachdenklich.

Dann die große Enttäuschung rund um ELOWYN. Mir ist lange nichts mehr schief gegangen, HP und ich habe so gerackert, dass ich überzeugt war, das Glück der Tüchtigen würde uns gehören.
Dem war nicht so, das hat mich nachhaltig Energie gekostet.

Die Familie ist hier, wir haben Spaß – und doch macht uns das Wetter im Paradies einen Strich durch die Rechnung.
Der Badeurlaub platzt wohl und doch ist die Nähe zur Familie schön – wie geht es weiter wenn das Haus fertig ist?

Überhaupt – das Haus. Ich hatte im ganzen September keinen Tag Zeit mich darüber zu freuen – das muss sich ändern!

Ja, ich habe die momentane Entwicklung der Gesamtsituation im September mehrfach in Frage gestellt. Sibylle bleibt die Antwort auf die Frage nach gemeinsamen Zielen schuldig – ich vermute, es gibt keine mehr.
Klingt nach starkem Tobak – ist aber ein legitimer Gedanke, denn während ich die WhatsApp Stories von Freunden und Familie ansehe wird mir bewusst, dass es etwas anderes ist, mit dem Wohnmobil durch Italien oder Slowenien zu fahren, als ein Haus auf einer kleinen griechischen Insel zu bauen. Aber was ist „besser“ (für mich)?
Wohin geht die Reise?

Ich sollte wissen was ich tue – don´t lose yourself!

NESSAJA – zur kommenden Monatsmitte haben sich Interessenten aus der Schweiz angekündigt, die Flüge sind gebucht. Der Oktober könnte also spannend werden – es könnte sein, dass ich schon bald ohne Schiff und ohne Hobby dastehe.

Naja, einen Tag hat der September ja noch – sehen wir also, was dieser bringt!

Alex sendet mir eine ganze Reihe sehr guter Drohnenbilder und Videos von ELOWYNs Masttop…

Ich kann so den Umbau des Toplichtes planen – die Marina sieht sich nicht imstande

Begonnen hat mein Tag bereits um 05.37 Uhr! Ich rapple mich auf und gehe um 06.00 Uhr zum Duschen.
Leider kann ich, bedingt durch das Wetter, nicht mehr auf der Badeplattform duschen, ich will daher sehen, dass ich vor der Masse in den Duschräumen bin.

Das gelingt, wenn auch knapp, denn es sind um diese Zeit noch viele Segler in der Marina. Morgens alleine duschen klappt erst ab November.
Ich hatte Glück, denn gerade als ich fertig war, betrat ein weiterer „Early Bird“ die Duschkabine neben mir und ließ umgehend seinen Flatulenzen freien Lauf.

Ich fliehe, ziehe mich verzweifelt auf NESSAJA zurück und leide still bei einer Tasse Kaffee bis die Familie kommt.

Nach dem Frühstück fahren wir zusammen zum Haus. Die Kinder sind neugierig auf unser neues Projekt und ich muss ausmessen, ob ein von Susanne angebotener Schrank an die dafür vorgesehene Wand passt.

Passt – der Schrank ist gekürzt exakt 2 Meter breit

In Plaka trennen sich unsere Wege. Franziska fährt mit Familie zurück ins Hotel, Sibylle und ich nutzen die Zeit für eine Fahrt nach Crithoni um dort im Haus von Brigitte und Hans nach dem Rechten zu sehen und die Blumen zu gießen.

Das ist keine große Affäre und rasch erledigt.

Alles ok im Haus, auch die Pflanzen sind vor dem Tod durch Vertrocknen bewahrt

Weil wir gerade hier sind, möchte Sibylle die Reservierung für Franzi und Mikey im „Mylos“ anpassen.

Die Beiden haben heute Hochzeitstag und wir haben uns bereiterklärt, dass wir auf Heidi aufpassen.
Der Tisch ist für 20.00 Uhr reserviert, aber aufgrund der frühen Dunkelheit, der Außentemperaturen und nicht zuletzt wegen der Schlafgewohnheiten des kleinen Görs, halten wir es für besser, wenn die Eltern schon um 19.00 Uhr mit ihrem „Dinner for Two“ beginnen.

Es ist gerade Mittag, wir fahren einfach in der Edeltaverne vorbei…
Die Umbuchung der Tischreservierung ist kein Problem

Der Nachmittag läuft gemächlich. Mikey geht joggen, Sibylle fährt zu Franzi und Heidi ins Hotel und ich genehmige mir eine Auszeit und lerne Duolingo und mache ein Nickerchen.

Ich merke heute noch, dass mich die Arbeitsphase an ELOWYN Körner gekostet hat, das muss ich in Zukunft besser planen.

Unsere Idee für den Abend ist wie folgt – die jungen Eltern liefern Enkelchen Heidi um kurz vor 19.00 Uhr bei uns ab.
Wir bestellen Pizza für uns und Nudeln für Heidi. Weil es gut passt, kommen Hans Peter und Petra zu uns rüber und wir essen zusammen.
Wenn alles klappt, legen wir Heidi irgendwann ins Bett und im Idealfall schläft sie dann, bis die Eltern sie wieder abholen.

Soweit der Plan…

Kurze Irritation – wo ist Mama???
Die kleine taut schnell auf und versteht sich prächtig mit Petra – wir warten auf die Bestellung vom „La Nostra“
Schnell geliefert – schmeckt super

Wir mampfen alle was das Zeug hält – eigentlich auch eine gute Möglichkeit zu essen.
Eine große Schüssel selbergemachter Salat, Wein und Bier vom Supermarkt und die Pizza geliefert.

Heidi bekommt „Pasta Carbonara“ und schlemmt richtig – sie isst eine für sie sehr große Portion und unterhält uns danach noch eine Weile.
Dann wird die kleine Maus müde und sackt in sich zusammen…

An Guadn

Beim Zubettgehen merkt sie kurz, dass die Mama nicht da ist – es gibt ein sehr kurzes Geschrei, welches Sibylle aber rasch in den Griff bekommt.
Die Beiden gehen ins Schlafzimmer und schon nach ein paar Minuten kommt Sibylle zurück an den Tisch.

Problemlos! Was sonst? 😉

Die Kleine schläft, bis der Papa sie abholt. Wir waren einen Moment verleitet anzubieten, dass sie bei uns bleiben kann – alles lief wirklich perfekt.

Morgen treffen wir einander wieder, wir sind gespannt, was die Beiden zu erzählen haben.
Wir lassen den letzten Abend des Monats gemeinsam mit der Crew der LIBERTÉ ausklingen.

Der Oktober steht vor der Türe – hier ein Ausblick.

Bis zum 05.10. ist unsere Familie noch hier und wir verbringen Quality Time zusammen.
Dann fliegt Heidi mit ihren Eltern zurück nach Hause und auch Hans Peter und Petra reisen am gleichen Tag ab.

Ich werde dann die Arbeiten an ELOWYN wieder aufnehmen und meine Liste Punkt für Punkt abarbeiten.
Eine wichtige Weichenstellung wird es Mitte des Monats geben – werden die jungen Schweizer NESSAJA kaufen?
Last not least – will und muss ich ein paar Kleinigkeiten am Haus einsteuern, hierfür bietet sich der Oktober regelrecht an.

Es bahnt sich ein durchnittlicher Monat an, welcher aber das Potential hat zum „Gamechanger“ zu werden – seid also gespannt und bleibt dran!

Wir freuen uns über euer Interesse für unseren Blog
Mario & Sibylle / SY NESSAJA