November 2024 – Tris Karekles (τρεις καρέκλες)

Der November hat begonnen! Der Monat, der bei den meisten Mitteleuropäern als der verhaftet ist, welcher Nebel, Tristesse und vielleicht Schneefall mit sich bringt.

Schliersee – Neuhaus (unser ehemaliger Heimatort) am 14.11.2024 – Foto aus Facebook

Nicht so, hier auf Leros! Für uns beginnt der elfte Monat des laufenden Jahres herrlich! Wir haben blauen Himmel, die Sonne hat durchaus noch Kraft und tagsüber ist es angenehm warm – wie im Spätsommer eben! Ich will vorwegnehmen, dass dies bis weit in den November auch so bleibt – sich dann aber schlagartig ändert!

Leros Marina Evros, Ponton F, 01.11.2024

Dennoch – auch hier kehrt eine andere Stimmung ein. Die Tourismussaison ist vorüber, die Locals wechseln wieder in den Modus der Lerianer. Die Schlagzahl geht nochmal etwas zurück, die Insel wird ruhiger, sie wird authentischer.

Ich liebe diese Phase des Jahres! Der Mood der nun vorherrscht, trifft sich exakt mit meinen Erwartungen an eine kleine Ägäisinsel – hellenic island vibes…

Dafür breche ein wenig mit der Tradition, meinen Blogbericht mit einem Song der 80er zu eröffnen, aber kaum ein Lied trifft diesen Nerv so wie Reinhard Meys Song „Tris Karekles (τρεις καρέκλες)“ aus dem Jahr 1996!

„Ein Eisenofen steht mitten im Raum
Rotglühend, doch du spürst ihn kaum
Die Abendkühle kriecht über den Steinboden herein
Ein dürrer Rauch steigt zur Decke empor
Ein kühn geschwungenes Ofenrohr
Die nackte Glühbirne taucht den Raum in fahlen Schein
Ein alter Fernseher flackert schwarz-weiß
Die Männer sitzen verstreut im Kreis
Und immer in diesem Gebilde aus drei Stühlen
Einen, da stehen die Füße drauf
Einen, da lehnt der Arm sich auf
Den dritten, zum drauf sitzen, um sich im Gleichgewicht zu fühlen

Μια ημερα θα χρειαστω
Τρεις καρεκλες και εγω
Για ολη μου την εντνχια
Μια τα χερια ν ακουμπω
Μια τα ποδια μου ν απλωνω
Και μια, και μια να καθομαι“

Dieses Lied von Reinhard Mey beschreibt eine Szene irgendwo an der griechischen Küste. Erwachsene und lebenserfahrene Männer leben einfach und sind tief zufrieden. Alles was sie wissen, hat sie das Leben gelehrt. Und wenn sie gemütlich sitzen, braucht jeder drei Stühle…

Reinhard Meys Beobachtungen decken sich mit der Realität (Bildquelle Intenet)

Die Alten sitzen wieder vor den Türen und vor den Kafenions der Dörfer. Die Jungen, die auf ihren klapprigen und auffrisierten Mopeds vorbeifahren, haben wieder die Zeit auf einen generationenübergreifenden Ratsch anzuhalten – die Uhr tickt hörbar griechisch…

„Da ist kein Mißtrauen, da ist kein Neid
Und da ist Frieden, da ist Zeit
Der Wirt, der mit den dicken Kaffeetassen klirrt
Nichts ist Berechnung, nichts bedacht
Alles aus Freundlichkeit gemacht
Das ist ein Ort, an dem dein Herz gesunden wird
Blau-weißes Tischtuch, frisches Brot
Leise tuckerndes Fischerboot
Ein Teller Apfelscheiben und ein Becher Wein
Vielleicht bleib ich irgendwann hier
Jedenfalls arbeite ich schon an mir
Um auch nur mit drei Stühlen zufrieden zu sein“

Der November begrüßt uns mit einem freundlichen Tag, wir stehen auf, frühstücken leicht und gehen mal durch die Marina – mal sehen, was es Neues gibt…

CHILI wird gekrant und kommt auf´s Drydock

An der Krangasse tut sich schon etwas! Wir wissen natürlich, dass für Ina und Ralf die letzte Woche anbricht. CHILI kommt auf´s Drydock und die beiden gehen in die letzten Vorbereitungen um das Schiff winterfest zu machen – bald werden sie die Heimreise und Winterpause antreten.

Der morgendliche Kaffee will raus und ich biege zum Waschhaus ab, hier fällt mir die übriggebliebene Halloween Dekoration auf – das ist nun vorbei, es ist Allerheiligen! Also in Deutschland – hier ist dieser 01. November kein Feiertag!

Halloween Dekoration – letzte Überbleibsel des 31. Oktober

Dennoch wird die Dekoration, die der Mythologie nach böse Geister abwehren soll, in den nächsten Tagen allerorts weichen – auf Leros fackelt man nicht lang, man ersetzt diese ganz einfach durch die Weihnachtsdekoration – dies werden wir alsbald hautnah erleben!

Wir quatschen ein bisschen mit Ina, ich werfe mit Ralf ein paar fachmännische Blicke auf das Unterwasserschiff seiner Hanse 418 und wir legen fest, wie wir ein paar Ausbesserungsarbeiten und den Neuanstrich des Antifouling im Frühjahr 2025 angehen werden.

Dann ziehen wir ein Haus weiter, denn auch bei Tim und Jasmin tut sich was – nach langem Warten ist heute endlich der Termin, an dem der Mast gestellt wird!

Das Maximum – recht viel mehr als den Mast der HR48 kann unser Kran nicht
Das ganze Team ist am werkeln, um den langen Spargel zu stellen

Diese Aktion können wir noch ein paar Stunden beobachten, denn es dauert schon eine ganze Weile, bis der doch sehr viel größere und wuchtigere Mast als der von Hans Peters Bavaria, final aufgestellt ist.

Auch die Beiden arbeiten unter Zeitdruck bis in die Nacht, auch hier steht der Rückreisetermin fest, auch Jasmin und Tim werden in ein paar Tagen in die Winterpause nach Deutschland reisen.

Sibylle geht zurück auf NESSAJA, sie möchte an diesem herrlichen Tag Wäsche waschen, ich dagegen verhole mich auf Martins STENELLA, wir setzen das Großsegel, hier gilt es, ein Problem zu identifizieren und einen Lösungsansatz zu finden.

Während wir an Deck schaffen, biegt ein wohlbekannter Katamaran in die Gasse ein – großes „Hurra“! Völlig überraschend kommt Marcus mit Familie, um DARKSYDE für den Winter in der Marina abzustellen.

Wir freuen uns über das Wiedersehen

Ihr merkt schon, es ist Bewegung in unserem Freundeskreis – die einen bereiten sich auf die Winterpause vor, es naht der Abschied. Andere kommen an, wir checken langsam ab, wie sich die Wintercommunity formieren wird und mit wem man sich die nächsten Wochen treffen wird.

Obwohl es insgesamt deutlich ruhiger wird, droht niemals die Gefahr der Langeweile. Es sind noch genug Freunde und Bekannte anwesend.

Ich gebe Sibylle Bescheid, dass DARKSYDE eingelaufen ist und stelle meine Arbeit mit Martin fertig. Klar, dass ich dann umgehend einen Abstecher zu Marcus mache – doch nanu… Wo sind denn Susanne und Lilly? „Die sind rasch nach Lakki um ein Giros zu holen“ höre ich den Freund antworten! Hmmm, ob wir nicht kurz anrufen könnten???

Ha! Klar können wir! Glückstag

Lilly erzählt Sibylle von ihren ersten Schultagen, Susanne berichtet vom Hausbau und wir von unserer Reise nach Preveza. Es gibt viel zu erzählen.

Marcus fragt, ob ich helfen könnte eine Victron 3-Phasen Anlage nebst Solarmodulen in sein Haus einzubauen – off-grid sei das Ziel! Wir fachsimpeln und beschließen dann – „…das machen wir!“ Zudem gibt es ein paar Kleinigkeiten an DARKSYDE, aber ein Andermal, diesmal bliebe man nur kurz, wir sehen uns dann im weiteren Verlauf des kommenden Winters – erste Termine werden ins Auge gefasst.

So verrinnt der Tag, es ist Kaffeezeit! Gut, dass Ina und Ralf ihre „Kaffeebar“ auf CHILI kurzerhand zur „Roof-Top-Caféteria“ umgewidmet haben – so verholen wir uns stande pede dorthin, um der Sonne beim gleichnamigen Untergang zuzusehen.

Über den Dächern der Evros Marina

Kaum steht das Wärme spendende Zentralgestirn tief, muss man entweder die Kleidung optimieren oder sich ins Schiffsinnere zurückziehen.

Wir gehen nach Hause, denn ab heute wird auf NESSAJA wieder gekocht! Sibylle hat festgelegt, dass die Notwendigkeiten außerhäusig zu essen deutlich zurückgegangen sind und sie somit wieder das Küchenregiment übernimmt!

Sibylle eröffnet die Kochsaison mit einem Chickencurry

Zu dieser Jahreszeit mag ich das! Der Herd wärmt den Innenraum des Schiffes, noch können wir darauf verzichten, unsere Eberspächer laufen zu lassen – dazu der gute Duft, die Dunkelheit…

Ich nutze diese Stunde, um den Blogbericht des Vormonats fertig zu stellen und zu veröffentlichen.

Danach noch lesen und dann freigeben

Abends verzichten wir zu dieser Zeit noch auf Fernsehen. Wir treffen die Freunde auf einen Ouzo oder einen Tsipouro, wir schreiben Mails oder führen Videocalls mit den Freunden oder der Familie zuhause – Langeweile kommt nicht auf, wir haben zu tun.

Irgendwann fallen wir dann ins Bett, meist geht Sibylle früher, ich folge nach – kurz, wir leben Alltag!

Vergleichsweise lese ich den Blogbericht aus 11/2023, eigentlich des Wetters wegen. Dabei fällt mir auf, dass die Grundsatzfragen welche vor einem Jahr omnipräsent waren, noch immer nicht gelöst sind. Ist das ein schlechtes Zeichen? Ich werde versuchen, dies in einem Jahresbericht zu analysieren und zu beantworten – findet ihr ab Mitte Januar in der Rubrik „Leben 2.0“.

Die Folgetage verlaufen ähnlich, wir genießen die Zeit…

Zusammen mit Ina und Ralf im „Roof-Top-Café“ CHILI…
…oder zum Sundowner in der „Sunset-View-Bar“ NESSAJA

…und verbringen gesellige Stunden mit verschiedenen Freunden. Dabei werden die Besuche in den Stammlokalen seltener – sowohl das „To Steki“ in Alinda, als auch das „Tis Kakomoiras“ in Vromolithos haben Winterpause. Auch das von uns geschätzte „Pirofani“ in Panteli und das „Metzes“ in Agia Marina sind vorübergehend geschlossen.

Die gute Nachricht – alle haben nur vorübergehend wegen Urlaub oder Renovierung geschlossen und werden wohl in ein paar Wochen wieder öffnen, wenn auch vielleicht nur an bestimmten Tagen.

Dazu kommt, dass einige Restaurants über den Winter ganz geschlossen sind – hier sind zum Beispiel „Dimitris o´ Karaflas“ und das „O´ Sotos“ zu nennen, angeführt vom Gourmettempel „Mylos“.

Wenn wir also in Gesellschaft zum Essen gehen, läuft es sehr häufig auf die üblichen Verdächtigen hinaus – das „SouVLakki“ oder die Pizzeria „La Nostra“ – meist gefolgt von einem Besuch im Eispalast der Familie „Repapis“.

Mit den Crews der CHILI und der TAO 3 zum Dinner im „SouVLakki“ – Abschiedsessen
Versüsst auch den schlimmsten Abschied

Jasmin und Tim sagen „Auf Wiedersehen“! Da wir im Frühsommer des kommenden Jahres jedoch planen, einiges an Zeit in ELOWYN zu investieren und wir sowohl nach Preveza reisen werden als auch die Jungfernfahrt der „neuen“ ELOWYN begleiten wollen, bleibt nur zu hoffen, dass wir die Beiden noch einmal treffen werden. Auch die TAO 3 soll ab 2025 länger segeln und es wäre sehr schade, wenn wir uns verpassen würden.

Etwas betrübt gehen wir zurück an Bord von NESSAJA – Aufheiterung bringt Neu-Nachbar Martin (der aus England), denn er rüstet seine BACK OF THE MOON schon auf, um für Weihnachten gewappnet zu sein! Schön, ihn für den Winter bei uns am Steg zu wissen…

Das ist nur der Anfang – die Adventszeit kommt ja noch

Diese erste Phase des Novembers ist naturgemäß geprägt von Verabschiedungen – ich habe dies ja schon erwähnt. Und so ist es nur eine Randnotiz, dass dies Schlag auf Schlag so weiterging.

Der nächste im Bunde war Martin (der aus Hessen), auch er reist nach Hause, von ihm allerdings, wird es nur ein vorübergehender Abschied sein, denn er plant eine Rückkehr für Silvester und, wenn es ihm gelänge seine Petra zu überzeugen, sogar für Weihnachten.

Nichtsdestotrotz gibt es ein gemeinsames Abschiedsdinner – Pizza an Bord der gemütlichen STENELLA.

In der „blauen Stunde“ marschieren wir zu unserem Freund
Das Bier und die Pizza munden – doch Sibylle liegt flach
Sehr lecker!

Die Pizzen und die gemeinsam geschlürften Biere munden vorzüglich und weil ich weiß, dass Martin meinen Tsipouro mag, habe ich mein offenes Fläschchen mitgebracht und zum finalen Verbrauch freigegeben.

Es lag somit auf der Hand, dass wir zunächst dachten, dass Sibylles plötzlicher Schwindelanfall nicht wirklich ein solcher war, sondern dass eventuell der letzte Tsipouro einfach Wirkung zeigt…

…dies war leider nicht so – Sibylle wird sich weiter mit solchen Attacken plagen und es wird offen bleiben, ob sie gegebenenfalls noch 2024 ein weiteres Mal zum Gesundheitscheck nach Deutschland fliegen wird.

An diesem Abend schaffe ich es, meine taumelnde Gattin nach Hause zu verfrachten und sie ins Bett zu wuchten. Der nächste Morgen wird Besserung bringen!

Und das tat er!

Ich kann mich wieder meinen täglichen Aufgaben widmen und schlendere zu EDINA um nach dem Rechten zu sehen. Dabei komme ich an einem Schiff vorbei – mir fällt das Verkaufsschild auf…

Die LIPSOS, eine 50ft Ketch

Ich kenne dieses Schiff vom Sehen schon länger – mein Auge bleibt daran hängen. Irgendwie würde es mir gefallen, ein neues Projekt zu starten. Ich schwanke immer noch zwischen Boot und Haus – natürlich weiß ich, dass es vernünftiger wäre, Zeit und Geld in ein Häuschen zu stecken, aber im Moment ist der Markt eben leer und Boote machen einfach mehr Spaß.

Die LIPSOS, so stellt sich heraus, ist ein mit Laminat umhülltes Holzschiff – das ist etwas was ich nicht will! Ich verwerfe also diesen Gedanken – vorerst…

BIMM! Mein Telefon vermeldet eine WhatsApp, diese kommt von Martin. Er sei gut weggekommen, aber ihm sei am Flughafen eingefallen, dass er seine Gangway vergessen hat anzuheben. Ob wir wohl mal…???

Na klar!

Ralf hilft – wir rücken mit versammelter Mannschaft an

Als wir die Gangway hochbinden, stellen wir fest, dass auch das Dinghy von STENELLA etwas zu tief hängt. Würden starke Nordstürme kommen, dann könnte es passieren, dass das Beiboot an den Steg gepresst wird.

Also hängen wir auch den Schnulli höher, es soll sichergestellt sein, dass auf der roten „Wanderer 40“ alles passt.

Jetzt passt alles – STENELLA liegt safe

Wir räumen die lange Reserveplanke wieder auf und schreiben eine Nachricht an den Freund, der inzwischen schon in Athen angekommen war.

„Alles in Butter auf Dein´m Kutter – mach Dir keine Sorgen!“

Der Hesse antwortet erfreut und bedankt sich mit zwei Fotos die er beim Flug von Kos nach Athen gemacht hat – Leros und unsere Marina von oben, sehr schön und deutlich fotografiert!

Leros, mein Leros
Die Evros Marina im Scheitel der Lakki Bucht

Der Freund ergänzt, dass er auf unseren Fotos entsetzt feststellen müsse, dass er auch „den Adenauer“ vergessen hat einzuholen – ob wir wohl nochmal…???

Jaaaa, auch das geht klar! Wir tragen die Planke wieder zu STENELLA 😉

Ralf testet den hölzernen Übergang – scheint sicher zu sein
Die Nationale ist eingeholt

Durch das Einholen der Nationalen, bewahren wir unseren Freund, nach gebräuchlicher Flaggenetikette, vor Schmach und Scham – es dürfte klar sein, dass dieses Bier auf Martin geht! 😉

Ich nutze die nochmalige Rückkehr zum D-Ponton, um auf Pauls INSPIRATION ein paar Bilder zu machen. Hier soll ich für den Verkauf ein paar Schönheitsreparaturen bei der Marina einsteuern, unter Anderem muss das Schiebeluk und das Steckschott des Niedergangs erneuert werden.

Ich überlege, diese Arbeit selber auszuführen und mache mir mal ein Bild vom Arbeitsumfang.

Der Ersatz des zerkratzten Steckschotts ist keine Herausforderung
Um das Schiebeluk auszubauen muss einiges abmontiert werden

Ich denke mal, dass für die Demontage des Schiebeluks ein paar Anbauteile abmontiert werden müssen – dennoch sage ich dem Freund aus Österreich zu. Ich denke, dass dies ein guter Winterjob ist.

Dinner gibt es heute an Bord von NESSAJA – wir haben Ina und Ralf eingeladen und Sibylle kocht vegetarisch. Wir haben einen sehr lustigen und geselligen Abend – leider werden auch die Beiden morgen Nacht nach Deutschland zurückfahren.

Zunächst war der Abend nur fröhlich…
…später dann feuchtfröhlich

Naja, so vertreiben wir uns die Tage. Im Moment haben wir keine eigenen, umfangreiche Aufgaben – so ergibt es sich fast täglich, dass wir Freunden helfen oder sonst irgendwie herumwichteln.

Ich verbringe zum Beispiel zwei Tage damit, die Annonce für Pauls Bavaria 39 Cruiser aufzusetzen. Das war anfangs echt schwierig, weil ich einfach keine schönen Bilder hatte. Ich habe mich daher mit Paul abgestimmt und vereinbart, dass Sibylle und ich an Bord gehen und Aufnahmen machen.

Dafür muss ich erstmal ins Büro und den Schlüssel holen.

Das „Skipper´s“ hat inzwischen geschlossen
Die Marina füllt sich langsam

Am Weg vom Office zum D-Ponton, nehmen Sibylle und ich das lange Brett mit, welches wir zum Übersteigen an EDINA deponiert haben. Hier spannen wir die Achterleinen ein bisschen durch, da ein Nachbar informiert hat, dass sie erheblich schwoit und dabei dem Steg nahe kommt.

Wenn der Wind nachlässt, werde ich die Muring etwas durchsetzen – dazu besteht jetzt keine Chance…

Brauche ich nochmals an D

Ich brauche die lange Planke noch ein weiteres Mal an D, um abermals STENELLA zu entern!

Hier gibt es ein Problem, welches mich nicht in Ruhe lässt – die Sprache der Standheizung! Haben die Osmanen doch die Bediensprache der Heizung auf Türkisch gestellt! Aus deren Sicht verständlich, nur mit dem Nachteil verhaftet, dass an der Heizung immer nur zwei Sprachen zur Verfügung stehen – Englisch und EINE Wahlsprache, welche für Martin, dem Kunden, natürlich hätte Deutsch sein müssen!

Da der türkische Monteur aber entweder nicht Englisch lesen wollte oder dies eben nicht konnte, hat er seine Muttersprache gewählt und damit Deutsch von der Festplatte verbannt. Martin muss jetzt mit Englisch zufrieden sein – aber wie einstellen, wenn am Display nur „lütfen dili seçin“ erscheint?

„YouTube“ hilft mir weiter und wir entscheiden unserem Freund Martin die Bediensprache seiner Heizung auf Englisch zu stellen – er wird sie beim nächsten Besuch brauchen!

Diesmal erklimme ich die Planke und kraxle auf STENELLA
Dort kann ich das Bedienteil der Heizung auf Englisch einstellen

Plötzlich Trubel! Es rührt sich was auf ALENA! Rosi und Charly sind noch einmal auf Leros um ihren Neuerwerb vor der Winterpause noch einmal zu nutzen.

Sie wollen auslaufen, um Freunde in Kos abzuholen – dabei müssen sie die enge Lücke verlassen und DARKSYDE passieren. Um sicher zu gehen, dass hier nichts schief geht, stellen Sibylle und ich uns in Position um DARKSYDE bei Bedarf zu schützen.

Der Marinero zieht ALENA zwischen DARKSYDE und der Muringleine der Nachbarn durch

Das Ablegemanöver gelingt, die Hallberg-Rassy ist wieder auf Törn.

Kurz vor dem Ablegen, haben die Beiden uns noch abgefangen – man sei uns noch eine zugesagte Einladung schuldig, dies wolle man jetzt endlich nachholen. „Wie schaut´s am Sonntag aus? Zusammen mit unseren Freunden? Gut? Gebongt!“

Offen gesagt – ich bin skeptisch! Die letzte Einladung der beiden war teuer – für Werner… Klar, dies wird so nicht mehr passieren, aber irgendwie ist damals was verrutscht und obwohl ich nicht nachtragend bin, bekomme ich die Unstimmigkeiten um die verkorkste Esseneinladung und den Schwammkauf nicht aus dem Sinn.

Sibylle ermahnt mich zu Entspanntheit – ich gelobe, mich zu bemühen.

Jetzt aber – können wir jetzt endlich die Bilder von INSPIRATION machen?

Die Bavaria 39 Cruiser ist ein schönes, preiswertes Schiff
Wir machen etliche recht gute Fotos

Das Knipsen an sich geht auch nicht in 5 Minuten! Wer weiß, wie ein Schiff während des Winters aussieht, weiß auch, dass für jedes Bild erst eine fotogene Szenerie geschaffen werden musste.

Ausrüstung, welche über den Winter im Schiff gestaut wird, muss von links nach rechts geräumt werden und umgekehrt. Es hat uns bestimmt eine Stunde gekostet, bis wir alle Aufnahmen im Kasten hatten – aber es hat sich gelohnt!

Die Annonce für INSPIRATION ist fertig, sie ist ganz gut geworden!

Der Abend war verplant – wir geben der Crew der CHILI Geleit beim Antritt des Nachhausewegs. Dafür gehen wir zuerst außerhäusig essen – hier fällt unsere Wahl auf das „La Nostra“ – mit Pizza macht man nie was falsch…

Leibspeise

Natürlich überbrücken wir auch am letzten Abend von Ina und Ralf, die Wartezeit mit einem Besuch im Schlaraffenland.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass Lakki schon weihnachtlich aufgehübscht wird – aber niemand treibt es so voran und auf die Spitze, wie die Familie „Repapis“ in ihrem rosafarbenen Eispalast.

Die Bilder sind aktuell, wer sich an den Bericht aus 11/2023 zurück erinnert wird die Deko aber wiedererkennen – History repeats itsself!

Die Weihnachtsbude steht schon
Auch der Nussknacker gibt sich wieder die Ehre
Am Abend eher wenig los
Ob ich mir Werkzeug wünschen soll – artig war ich ja
Weihnachten auf Leros
Für uns gibt´s Eis – verkehrte Welt
Der Rentierschlitten bietet sich als Sitzgelegenheit an
Man kommt sich echt vor wie im Wunderland

Die Uhr holt uns zurück in die Realität! Wir müssen los, die Fähre ist im Anmarsch. Zu Fuß gehen wir die Riva entlang bis zum Hafen von Lakki.

Die Fähre erscheint bereits in der Buchteinfahrt, die Freunde gehen in den Wartebereich – Abschied! Wir drücken uns nochmal, bis zum nächsten Jahr…

Dann gehen wir zurück zum Motorrad und fahren heim zu NESSAJA. Als wir ankommen, sehen wir noch einmal die Fähre, mit der Ina und Ralf nach Athen fahren, um morgen von dort aus zurück nach Nürnberg zu fliegen.

BLUESTAR PATMOS – auf dem Weg nach Piräus

Witzig – obwohl Ralf und ich gemeinsam die vergessenen Handgriffe von Martin korrigiert haben und ihn, nach Erledigung der Aufgaben, mit einem Bier in die Pflicht gestellt haben, erreicht mich auch von Ralf eine Nachricht…

„Ich bin nicht sicher ob ich die Salonluke geschlossen habe. Kannst Du schauen?“ Ja, klar, auch hier sehen wir nach dem Rechten und senden ein Bild – wie gewünscht!

Sieht man es?

Leider kann auch er, der sein Schiff nun wirklich besser kennt als ich, auf dem Bild nicht erkennen, ob die Luke wirklich zu ist. Auch heranzoomen bringt keine Sicherheit.

Es hilft nur eines – wir müssen hoch!

Also eine gepolsterte Leiter geholt und über das Heck eingestiegen – klappt vorzüglich! Sibylle geht hoch und macht Bilder – Ralf kann aufatmen, die Luke ist dicht!

Alles so, wie es gehört

Leider stellen wir im Vorbeigehen einen Schrammler fest. Nichts Schlimmes, eher so ein „Radierer“, der sich sicher wegpolieren lässt – dennoch geben wir den Freunden die Information weiter. Oft ist schon das Datum der Information wichtig – hier aber wird kein großes Bohei notwendig werden.

Ein „Schrammler“ – nichts Schlimmes, aber Herkunft unbekannt

Fertig für heute – dachte ich…

Aber ich hatte neulich mal leichtsinnig die Bemerkung fallen lassen, dass ich mein Mopped mal reinigen müsse und hierfür den Hochdruckreiniger aufbauen und anschließen würde.

Ein Fehler!

Das Gehirn meiner Gattin verwandelt diesen losen Gedanken, nicht mehr als eine willkürliche und nicht an eine Zeitachse gebundene Absichtserklärung, in einen verbindlichen Kalendereintrag – und zwar für HEUTE!

Ich wehre mich nur scheinbar, denn ich weiß auch, dass ihr neuer Breezy ebenfalls nach einer Wäsche schreit.

So baue ich mein Equipment an der Marina-Kaimauer auf und schreite zur Tat…

Erst das „Boy-Toy“ – die GS
Danach der kleine Breezy

Glaubt mir, ich weiß wie und wo man den Hochdruckreiniger einsetzen darf – ich kenne die Regeln von Abstand und weiß, wo die Probleme normaler Weise lauern. Auch kenne ich die Gefahren sowie die Argumente der Gegner…

Ich wasche beide Fahrzeuge also mit gebotener Umsicht und betätige nach dem Waschen sofort den Starterknopf – der Motor soll laufen, Wasser soll dort verdunsten können wo es nicht erwünscht ist!

GS – öglöglögl, brumm, brumm, brumm, blubber, blubber, blubber. Alles gut wie es scheint…

Breezy – didldidldidl, knatter, knatter, knatter, aus! Nix ist gut…

Nach etwa einer Minute problemfreien Laufens geht der Motor der kleinen Knatterkiste einfach aus. Ende, Schicht im Schacht! Alle Startversuche bleiben erfolglos, wir schieben ihn in die Sonne und entscheiden – morgen springt er an, oder ich hole meine Werkzeugkiste und habe ein Projekt!

Danach ist Dinnerzeit, wir sind verabredet!

Mit Roland und Mireille im „SouVLakki“
Zuverlässig gut

Wir treffen uns mit Mireille und Roland im favorisierten Grillpalast. Es gibt viel zu besprechen. Wie geht es Rolands Hüfte, wie lange werden sie bleiben, wie geht die Sarnierung des Unterwasserschiffes von SUNNY SIDE UP voran?

Auch wir erzählen von Preveza und unseren Plänen. Die Beiden sind gute Ratgeber in Sachen Haus, denn sie sind gut mit einem der beiden Makler befreundet. Auch die eigenen Erfahrungen der Freunde sind uns Gold wert.

So verfliegt auch dieser Abend viel zu schnell…

Sibylle wälzt sich beim Einschlafen hin und her – „Breeeezy, Breeezy, springt nicht an, kaputt, chrrrrr…“

Ich hoffe, der kleine Flitzer tut morgen wieder!

Mein Wunsch wird erhört! Wir Beide sind auf dem Weg zu unseren Vehikeln und bevor ich meine GS überhaupt erreiche, fährt Sibylle schon über das Marinagelände…

Warum hat sie es denn so eilig?
Wir treffen uns am Toilettenhaus – ein guter Grund

Ok, der Breezy geht wieder, gute Stimmung ist garantiert – aber wohin des Wegs, warum rücken wir zu zweit und so früh aus?

Es ist wieder eine Verabredung die uns aus der Reserve lockt – diesmal zum Frühstück. Zusammen mit der schweizer Crew der ALLEGRA, verabschieden wir Judith und Alistair aus Wales. Die Beiden sind die Besitzer der MONEY PENNY, dem Schwesterschiff von NESSAJA.

Ziel unserer Fahrt ist die Taverne von Marietta…

Nicht schlecht Herr Specht

Es wird viel diskutiert – dabei herrscht Einigkeit über ein Thema, die Flugpreise! Bereits Jasmin und Tim haben schlechte und teure Verbindungen beklagt, auch Ralf und Ina haben lang gesucht.

Alistair und Judith hatten ebenfalls reichlich Kummer etwas zu finden. Alle sind sich einig – „Last Minute“ war einmal, heute muss man rechtzeitig buchen um überhaupt eine attraktive Verbindung zu bekommen.

Zurück auf NESSAJA setzt sich Sibylle hin und beginnt zu recherchieren. Es sei wichtig, dass wir günstige und sinnvolle Verbindungen für unser Familientreffen im März 2025 haben.

Yeah, ich hab was!!!

Tatsächlich wird sie fündig! Sie bucht sofort – am 13.02. für sich und am 13.03. für mich!

Ja, ihr habt richtig gelesen! Sibylle wird einen Monat vor mir nach Deutschland fliegen und einige Arzttermine wahrnehmen. Nichts Ernsthaftes, nur Routine, aber der Ursache für den Schwindel muss auf den Zahn gefühlt werden.

Ich werde in dieser Zeit noch einmal für etwa eine Woche nach Preveza reisen und dann direkt von Preveza aus zum Athener Flughafen fahren. Ich plane meinen Deutschlandaufenthalt für etwa zwei Wochen. Dies sollte reichen, um nach dem Familientreffen alle Kinder noch einmal zu besuchen und danach allen Freunden die Aufwartung zu machen.

Unsere Zimmer im „Haus Seegarten“ sind schon gebucht!

Erfolgreicher Tag! Wir kochen uns heute was Gutes. Ich darf dabei auch eine Aufgabe übernehmen, nämlich das Braten. Ich kann das besser, auch wenn Sibylle dies niemals zugeben würde.

Es gibt Cordon Bleu vom Hähnchenmetzger – Leibspeise Nummer 2!

Salat gibt´s auch – aber nicht zusammen mit dem Cordon Bleu

Wir quatschen lang, es gibt immer mal wieder solche Abende an denen wir uns die Sinnfragen stellen – heute war unser Aufhänger dafür ein „Brieffreund“ von mir, ein Segler, den ich nur virtuell kenne, mich aber regelmäßig mit ihm austausche. Das klingt ein bisschen verrückt, ist es vielleicht auch, aber es ist spannend.

Er verfolgt mit seiner Partnerin ganz ähnliche Ansätze wie ich, wenn auch vor einem völlig anderen Hintergrund. Wir haben das gleiche Hobby und wohnten seinerzeit in der gleichen Region, haben uns aber niemals persönlich getroffen. Er möchte ein Buch schreiben – es gibt erste Kapitel, der „Sinn des Lebens“ ist eine grundlegende Frage.

Ich hatte eine auszugsweise Leseprobe und meine Meinung mit Sibylle geteilt – wir haben die von ihm angesprochenen Punkte über unser Leben gestülpt…

Ich nehme es vorweg – wir sind natürlich nicht zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gekommen, aber wir erkennen, dass es bei uns durchaus noch Schnittmengen gibt, für die es sich lohnt neu zu planen. Die Tatsache, dass mich unsere Marinaleitung ohne jegliche Information versetzt hat und umgekehrt die Betreuung der ELOWYN zu einer echten Aufgabe heranwächst, hilft dabei Entscheidungen zu fällen.

Ich muss in den nächsten Wochen ein paar Gespräche mit Handwerksbetrieben vor Ort führen, auch mit Volker und Tina muss ich nochmal diskutieren – dann werden Sibylle und ich eine neue, klare Richtung haben.

An solchen Abenden trinken wir ab und an einen Tsipouro als „Betthupferl“. Es war also kein Wunder, dass ich am nächsten Tag entsandt wurde, eine neue Flasche zu kaufen.

Griechen und Parken – Manches geht einfach nicht zusammen

Als ich von Dimitras Supermarkt zurückkehre, ist Sibylle aufgeregt – Panagiotis, der Elektriker und Rigger der Marina, hat sie extra zu sich gewunken! Ein Schiff hatte fast einen Bruch des Vorstags, sie solle schöne Grüße sagen, ich müsste unbedingt vorbeikommen und mir das ansehen.

Schon von Weitem sehe ich, an welchem Schiff das Marinateam seine Arbeit verrichtet, es ist die Ex TARGUI, die heute FREUDE heißt. Also nicht einfach so auf Deutsch, eher klangvoll, auf Italienisch…!

Panagiotis führt mich zum Vorstag und zeigt mir das Desaster – wow! Ich staune, der Schaden ist nicht von schlechten Eltern!

Das wäre nicht mehr lange gut gegangen

Die Ursache kann nur vermutet werden, es liegt aber der Verdacht sehr nahe, dass es sich um einen Überlastungsschaden durch die gefühlose Betätigung der elektrischen Winsch handelt.

Beide Rollanlagen werden ausgetauscht – der große Rundumschlag! Das ist fachlich richtig, bedeutet aber auch, dass das Börserl der Neueigner etwas schlanker wird – ärgerlich…

Ich gehe zurück zu NESSAJA um mich etwas zu entspannen. Die Gedanken vom Vortag hängen mir noch nach. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Gattin gemacht – sie hat heute morgen beim Teekochen unseren Trinkwassertank leer gemacht und fordert die sofortige Füllung desselben!

Ein müde gehauchtes „gleich“ lässt sie nicht gelten – nein, nicht gleich, „sofort!“ Ich tue also wie mir geheißen und grabsche mir den Breezy, der zum Wasserholen besser geeignet ist als meine GS.

Ein gutes Muli
Drei Kanister passen rein, reicht etwa für einen Monat

Während ich den ersten Kanister in den Tank fülle, rechnet Sibylle – man sieht es ihr an, ich höre die Zahnräder förmlich rattern.

„Was wiegst Du?“ fragt sie mich – ich rieche den Braten sofort und runde nach oben auf. Sie addiert 20kg für das Wasser und erteilt mir stande pede ein Fahrverbot für den kleinen 50 Kubiker.

Sie würde die weiteren Kanister holen, ich müsse sie aber zum Schiff tragen – der Breezy sei mit mir überladen! Na sehr charmant meine Frau, aber vermutlich hat sie Recht, Chinesen sind einfach kleiner…

Jetzt aber rasch – wir müssen nach Lakki! Heute kommen Mario und Eva mit ihrer SAGITTA zurück. Sie werden zwar erst in zwei Tagen in die Marina kommen – wir freuen uns aber trotzdem, dass die Beiden zurück sind und verabreden uns sofort auf ein Eis mit ihnen.

SAGITTA ist schon fast da
Wir fahren nach Lakki – die Freunde sind schon im Dinghy
Willkommen zurück – wir freuen uns
Mario & Mario teilen Leidenschaften – für Eis und Espresso

Der Tag endet unspektakulär. Wir sitzen recht lang mit der SAGITTA Crew bei „Repapis“ und klönen. Wir haben einander viel zu erzählen und kommen irgendwann von der Vergangenheit in die Gegenwart, beziehungsweise die nähere Zukunft.

Wir besprechen die Pläne rund um die Dufour 38C, auch SAGITTA soll Coppercoat gestrichen bekommen, auch bei ihr muss der Saildrive ausgebaut werden.

Ich werde Mario helfen und wir besprechen erste Eckpfeiler unserer Vorgehensweise.

Wir gehen erst nach Hause als die Sonne schon langsam Richtung Horizont drängt. Unser Motorrad steht immer noch am Anleger in Lakki, auf dem Weg dorthin, sorgen die Wolken über der Marina für ein Farbenspiel.

Schöne Stimmung über der Marina

Der Folgetag ist vollumfänglich verplant. Zunächst steht ein lang schon anberaumter Termin in unserem Kalender. Im „Stis Anna“ in Crithoni ist heute ein Brunch Buffet aufgebaut und alle Einnahmen gehen an den Hundeshelter, in dem Sibylle ehrenamtlich tätig ist.

Es ist Ehrensache, dass wir dort teilnehmen, unsere 10.-€ Obolus pro Person entrichten und uns etwas vom Buffet holen.

Uns war klar, dass wir dort nicht alleine sitzen werden, wir überlassen es aber dem Zufall, wer sich zu uns gesellen wird.

Unsere Eintrittskarten sind der Getränkegutschein
Im Laufe des Tages wird die Cantina voll
Wir essen sehr leckere Meze
Hat Spaß gemacht

Wir sitzen nicht ewig dort, hatten aber zwei sehr gesellige Stunden mit den Israelis aus unserer Marina. Wir kennen uns schon lange, es gibt immer viel zu erzählen und es sind sehr nette Freunde.

Gegen 15.00 Uhr machen wir kurzen Prozess und verlassen das Beisammensein ohne großes Tamtam. Unser Plätze werden rasch besetzt und wir fahren zurück auf NESSAJA. Freizeit ist angesagt, etwas ausruhen und vorverdauen – denn bald schon steht das nächste Essen auf dem Programm…

Heute Abend sind wir von Rosi und Charly zum Dinner eingeladen. Dabei werden wir deren Freunde Wolfgang und Bernhard kennen lernen, beide auch Segler.

Der Abend bricht an – Dinnerzeit

Der Abend begann holprig! Ich hatte mich dazu hinreißen lassen, ein Lokal vorzuschlagen – vor dem Hintergrund, dass meine Favoriten geschlossen waren, hatten Sibylle und ich die Idee ins „Metzes“ in Agia Marina zu gehen.

Ein Blick ins Internet verrät, das Lokal ist offen – ich reserviere also einen Tisch. Die Tatsache, dass ich keine Antwort auf meine Anfrage erhalte, hätte mich stutzig werden lassen sollen.

Die Crew der ALENA ruft ein Taxi, Sibylle und ich fahren mit dem Motorrad. Vor dem Lokal angekommen, die Ernüchterrung – geschlossen, alles dunkel! Was tun sprach Zeus.

Wir beschließen, in ein Lokal in Alinda zu gehen – im „Prima & Aneplora“ waren wir vor einiger Zeit einmal mit Giorgos und seiner Familie, es ist ein Lokal der Einheimischen…

Nix zu meckern – sehr guter Durchschnitt

Es ist eines der Lokale die so schwer zu beschreiben sind. Du isst gut, der Service ist ok, die Preise und die Qualität passen. Alles gut also! Ja – und nein…

Das Lokal das nichts falsch macht, macht eben auch nichts wirklich besonders, nichts besser oder anders als andere. Es hebt sich nicht ab, es verhaftet sich nicht, es schafft es nicht in die Top 5.

So geht es uns an diesem Abend – Charly offeriert allerlei, der Wirt müht sich, wir unterhalten uns gut. Es passt alles und doch werden wir das „Prima & Aneplora“ nur als durchschnittlich in Erinnerung behalten.

Egal, wir hatten dennoch einen netten Abend und es wird spät bis wir uns verabschieden. Es geht ein herzliches Dankeschön an die neue Crew der ALENA.

Servus – wir sehen uns morgen
Die Bucht von Alinda in finsterer Nacht

Wie schon erwähnt, waren wir in Begleitung zweier Freunde von Rosi und Karl. Einer der Beiden ist ein Schlosser aus der Heimatregion und wohl fachlich in der Lage, den undichten Wassertank der Hallberg-Rassy 39 zu reparieren. Diese Reparatur soll duch Kleben erfolgen – ich bin gespannt und werde heute Nachmittag mal vorbeisehen.

Doch gemach, gemach – so schnell schießen die Preussen nicht! Erstmal den Koffeinspiegel korrigieren, dann kann es losgehen…

„Was machst Du jetzt, wir müssen…“

Meine Gattin fordert mein Zutun! Ich höre den fiesen Beisatz „…wir müssen…“ und realisiere schnell – es gibt kein Entrinnen!

Ich bin aufgefordert, die Gattin mit der GS einmal quer durch den Ort zu fahren und an einer Vielzahl von Geschäften zu stoppen – beim Gemüsehändler, in der Apotheke, beim Hähnchenmetzger…

Und zu Dimitra müssen wir auch noch!

Ausnahmslos hier gibt es „Noi Noi“ Butter für Susanne

Ach ja, und Tee brauch ich auch noch! Ich verzweifle 😉

Lakki hat einen gut sortierten Tee und Kaffeeshop

Ein bisschen Glück ist mir dann doch beschieden, denn wenn ich artig meine Runden mit ihr drehe, dann springt meist ein Frühstück für mich raus – so auch heute, ich staube ein Kotopita ab.

Zurück zuhause, setze ich mich daher erstmal in Ruhe hin und brunche – soviel Zeit muss sein!

Easy Peasy – so mag ich das

Dann aber! Meine Neugierde treibt mich an den Kopf des D-Ponton, wo die ALENA Crew samt Gästen schon am werkeln ist. Der Tank ist ausgebaut und liegt am Kai, das Loch ist inzwischen gefunden!

Kreisrund, an exponierter Stelle und größer als vielleicht vermutet – dennoch, für sich betrachtet kaum größer als ein Stecknadelkopf, sicher keine 5mm im Durchmesser.

Hm, mich überkommen Bedenken – ich sag´s ganz ehrlich

Ich bin nicht gerne und auch ganz selten in der Rolle des Bedenkenträgers und des Zauderers. Auch die des Skeptikers nehme ich nicht so gerne ein – generell bin ich bei Reparaturansätzen eher optimistisch…

Aber – wäre es nicht sinnvoll zu hinterfragen, wie ein kreisrundes 4mm Loch auf eine ebene Fläche eines Edelstahltanks kommt? Ist es nicht legitim, bei der Lösungsfindung zu überlegen, an welcher Stelle das nächste Loch durchbricht?

Ich frage nur kurz und leise – denn das Handwerkerteam um Wolfgang strahlt Zuversicht aus und zeigt dies auch nach außen…

Starker Auftritt – mag ich! Machen ist wie wollen – nur krasser!

Der Tank wird also geklebt. Ich weiß, dass heute im Flugzeugbau geklebt wird und dass man hochfeste Verbindungen herstellen kann – meine Skepsis verflüchtigt sich etwas, denn Wolfgang weiß was er tut und ist bestens vorbereitet.

Leider misslingt der erste Versuch, man vermutet, weil man vor der vollständigen Ausvulkanisation einen Dichtheitstest gemacht hat. Ein zweiter Versuch folgt – Ergebnis noch offen.

Auf dem Weg zurück auf NESSAJA, fangen uns Freunde ab – sie würden morgen nach Hause reisen und übergäben uns gerne ihre übrigen Lebensmittel. Das ist Usus und wir stimmen zu, schauen aber dennoch etwas verdutzt, als wir einen Sixpack Bier in den Händen halten welcher 2019 abgelaufen war und ich eine Cola genießen wollte welche auch schon ihre besten Zeiten hinter sich hatte.

Hmmmmm, ob ich einen kräftigen Schluck zischen sollte???
10/2022 – lieber nicht!

Wir schmeißen das Zeug weg! Generell nehmen wir gerne Lebensmittel am Saisonende an, aber angebrochene Joghurt oder die letzte Ecke Butter brauchen wir nicht – wir geben selber Acht, nicht zuviel oder falsch zu kaufen, haben aber bei den geschenkten Lebensmitteln keine Hemmungen zu entsorgen.

Marcus war für eine Stipvisite aus Lipsi gekommen. Ich habe ihm beim Bergen der Genua geholfen, er holt die von Susanne bestellten Einkäufe bei uns ab – dafür kommt er kurz längsseits, bevor er mit seinem RIB wieder auf die Nachbarinsel flitzt.

Marcus´ „Highfield“ – genau was ich gerne hätte!

Die SAGITTA ist heute Morgen in der Marina eingetroffen. Sie finden einen freien Platz an unserem Steg und sind somit bis zum Auskranen Nachbarn – das freut uns sehr. Die ersten Arbeiten an Bord scheinen erledigt zu sein, denn Eva ruft an, um Sibylle zu einem Spaziergang zu motivieren.

Dies gelingt und wenige Momente später, ziehen die beiden Damen gackernd von dannen. Die Marios bleiben zurück und widmen sich ihren Aufgaben.

Ich rapple mich auf – der richtige Zeitpunkt um die Treppe zu demontieren und den Impeller des Generators zu wechseln!

Dafür muss ich alles rundherum abbauen
Schnell entsteht Chaos
Ich komme relativ gut an die Seewasserpumpe ran
Das Gummiteil und die Nabe hatten sich gelöst

Zunächst war ich überrascht, denn nach Abnehmen des Deckels war nichts zu sehen! Ich hatte erwartet, dass der Impeller keine Flügel mehr hat, denn ich hatte überhaupt keinen Seewasser-Flow mehr.

Beim genaueren Hinsehen aber, war doch festzustellen, dass der Mitnehmer in der Mitte und das flügelbesetzte Gummiteil keine Verbindung mehr hatten.

Ein Ersatzteil hatte ich mir in unserer Marinachandlery schon besorgt, so konnte ich die Reparatur sofort ausführen. Ich war übrigens begeistert, dass unser Panos das „Kohler“ Originalteil auf Lager hatte!

Ok, dann bau´ ich eben alles wieder zam
Läuft! Das kühlende Seewasser sprudelt wieder

Ich liebe das – ich bin fertig, just in dem Moment als Sibylle wieder nach Hause kommt. Ihre ersten Worte, „…ich denke Du wolltest den Generator reparieren!“

Ich lächle verschmitzt, hauche nur „…alles erledigt Schatz!“ und lasse sie zurück. Ja, Leistung ist eben Arbeit pro Zeiteinheit!

Ich gehe – man braucht mich als „Motorflüsterer“, Marios 3PS Yamaha Malta macht immer wieder Zicken!

Eine telefonische Unterweisung im Vergaser aus- und einbauen nebst Düsenreinigung haben wir ja schon hinter uns – aber warum läuft die Schwimmerkammer auch bei einem NEUEN Vergaser über???

Ich finde den Fehler

Ok, ein großer Teil ist schon auch Erfahrung, aber manchmal kommt halt auch das Quäntchen Glück dazu – ich finde tatsächlich, dass der neue Schwimmer eine Undichtigkeit hat und vollläuft – dann kann er natürlich nicht mehr schwimmen und versagt!

Wir bauen den alten Schwimmer in den neuen Vergaser und – läuft! Der kleine Zweitakter knattert, so dass wir ihn gleich spülen und einwintern können.

Währenddessen kommt Ciáran vorbei und merkt an, dass ich den Motor wohl wieder mit einem „Magic Touch“ berührt hätte – auch er hat die Heilung seines Motors und Generators noch nicht vergessen.

Mir schwillt die Brust, ha, noch nicht alles verlernt!

Sibylle kommt rüber und mahnt das Arbeitsende an – „…wir haben gleich Griechisch, vergiss´ das nicht!“

Uff, stimmt! In einer halben Stunde beginnt unsere erste Griechischstunde!

Ab jetzt jeden Dienstag 17.00 Uhr im HUB
Polizistin Irene gibt die Stunden – diesmal auf einem anderen Level als im Sommer
Es geht gleich mit dem Alphabet los

Irene kennt ihr aus dem Oktoberbericht – die Frau mit „vielen Talenten“, von Sibylle bescheinigt! Heute also wieder als Frontfrau beim Griechischunterricht.

Diesmal geht es mit Wumms los, kein Geplänkel, kein Touristen-Griechisch. Es gibt Hausaufgaben und wir müssen bis zum nächsten Mal das Alphabet können. Es ist durchaus anspruchsvoll.

An der Organisation muss noch etwas gefeilt werden – es waren zuviele Teilnehmer da, nicht alle waren angemeldet, aber das bekommen Marietta und Shira sicher auch noch hin.

Um 18.15 Uhr endet der Unterricht, wir fahren nach Hause, haben einen Videocall mit meinen Sohn Stefan und danach mit Volker und Tina – dazwischen kochen wir uns eine Kleinigkeit.

Der Abend endet mit einer Segelreportage über Boris Herrmann, die Vendée Globe ist wieder gestartet worden.

Das schauen wir noch – dann geht es ab ins Bett

Monatsmitte! Die Spätsommerphase scheint vorbei, es ist Regen gemeldet, auch Gewitterfronten sollen durchziehen.

Es empfiehlt sich also, an alle Punkte die Schönwetterrelevanz haben, einen Haken zu machen.

Auf der SAGITTA sind das die Segel. Diese liegen schon an Deck, sollen aber gereinigt und überprüft werden. Dafür gibt es auf Leros einen geeigneten Ansprechpartner. Ich stelle für Mario also den Kontakt zu Sebastian her und wir verbringen die Segel an den Marinaausgang – Sebastian darf als Fremdarbeiter die Marina nicht betreten.

Morgens 08.30 Uhr – die Segel müssen zur Pforte
Zum Glück hat Mario das Carello und wir müssen nicht schleppen
Eva begleitet uns bis zum Katzenlager – sie ist die „Cat-Mom“ der Marina

Während Eva die kleinen Maunzer füttert und versorgt, liefern Mario und ich die weißen Tücher der Dufour 38C bei Sebastian ab. Kurze Abstimmung – alles klar? Yes! Super, ein Punkt hat einen Haken!

Auf meiner Liste steht ein weniger wichtiger Punkt, aber doch einer, welcher für das generelle Wohlbefinden wichtig ist – ich will noch einmal im Meer baden bevor es zu sehr abkühlt.

Dies hatte ich mir die letzten Wochen wegen meiner Erkältung verweigert, aber heute war so ein sonniger, warmer Tag – ich sollte es noch einmal unter Normalbedingungen wagen!

Wir fahren nach Panteli und schnappen uns ein Liegenpärchen…

Wie sagte ein österreichischer Strandbesucher? „Heiß ist´s nicht!“ Recht hat er!

Es war schon frisch, aber immer noch so, dass man ein paar Züge schwimmen wollte. Das habe ich gemacht, dann war ich zufrieden. Jetzt noch ein Getränk und alles ist fein!

Zeit für einen Freddo Espresso – ligo záchari, mit wenig Zucker.

So trinken Griechen Kaffee – wenn es keinen Frappé gibt

Der Rest des Tages verplätschert, wir nehmen uns nichts mehr vor. Bevor wir zurück in die Marina fahren, klingeln wir bei Eva rein – „…wir gehen auf ein Eis, habt ihr Lust zu kommen?“

Und ob die Beiden sich mit uns treffen wollen – zu viert schlemmen wir einen Eisbecher in der Sonne und genießen den ausklingenden Tag!

ZWEI Kugeln – mehr braucht´s nicht

Der Rest des Tages ist rasch erzählt – ein weiteres Paar mit dem wir befreundet sind wird Leros morgen verlassen, auch sie wollen sich noch ein letztes Mal mit uns treffen. Felix und Georgette sind mit der Einwinterung von ALLEGRA fertig und haben Lust auf ein letztes Giros – im „SouVLakki“.

Aber gerne! Wir verlassen NESSAJA daher pünktlich um 18.15 Uhr und stellen dabei fest, dass unser Nachbar Martin weihnachtstechnisch schon wieder aufgerüstet hat – weiter so!!!

BACK SIDE OF THE MOON erstrahlt

Zusammen mit den Schweizern haben wir einen schönen Abend und kommen dazu noch in den Genuss einer Einladung! Vielen Dank, wofür das? Nun, vielleicht auch für´s Motorflüstern und Entlüften des Systems? Egal, wir freuen uns und genießen den Abend.

Den finalen Besuch bei „Repapis“, der zweite für mich an diesem Tag, spendieren wir im Gegenzug – so klingt der Abend aus – und mit ihm auch der vorübergehend letzte Sommertag!

Weihnachtslieder in der Eisdiele – am 15.11.2024

Heute Nacht sollen Gewitter und schwere Regenschauer kommen – und die kamen, mit voller Wucht!

In der Nacht hat es stundenlang gedonnert und geblitzt, das Gewitter stand direkt über uns. Sintflutartiger Regen prasselte auf unser Deck und mir ging mehr als einmal die Frage durch den Kopf, ob ich die verschobene Decksreparatur würde bereuen müssen.

Doch nichts dergleichen, ein paar Tropfen hier, einer dort, das scheint normal – NESSAJA war auch während der heftigsten Regengüsse nahezu dicht. Ich hoffe, wir bekommen sie so noch über diesen Winter.

Am nächsten Morgen ein tristes Bild…

Das Deck weitgehend trocken – grauer Himmel überall
Richtung Süden dunkelgrau – neue Regenschauer drohen
Auch der Blick über die Lakki-Bucht – eher trostlos

Klar, des einen Leid, des anderen Freud´- wir wissen natürlich, wie sehr sich die Inselbewohner nach Regen sehnen. Die Zisternen sind leer, es herrschte abermals ein paar Tage Wasserknappheit. Auch die Natur braucht den Regen dringend…

Generell macht es auch uns nichts aus, wenn es wechselhaft wird, da die regnerischen Phasen meist nicht lange anhalten. Es ist anders als in Deutschland – hier regnet es aus Kübeln, mal eine Stunde, mal zwei, vielleicht einen halben Tag. Dann reißt es aber meist auf und die Sonne zeigt sich wieder für eine gewisse Zeit.

Das ist gut auszuhalten, wären da nicht die Komforteinbußen, welche wir in der Marina hinzunehmen haben.

Der sandige, gewalzte Platz verwandelt sich in eine Matschlandschaft

Na wurscht, ändern kann ich es ohnehin nicht. Ich gehe heute zur ungewöhnlichen Zeit duschen, es ist gegen Mittag, da wir an Bord der SAGITTA zum Essen geladen sind.

Da es Kaiserschmarrn gibt, hat Eva das Essen am Nachmittag ausgerufen, wir sollen um 15.00 Uhr da sein.

Ich schlendere also gedankenverloren in meine Sammeldusche, verziehe mich alleine in die „angestammte“ Kabine und…

Ja genau – die Mülltrolle waren wieder da!

Irgendjemand räumt es schon weg

Warum rege ich mich überhaupt noch auf? Rege ich mich überhaupt auf??? Nicht an diesem Tag! Ich nehme den Abfall des Anderen, trage ihn zum Mülleimer und nehme meine Dusche – soweit so gut…

Das Problem ist ein anderes – wie können wir glauben, dass irgendjemand in der Lage oder Laune ist die Welt zu retten, wenn es Individuen nicht gelingt ihren eigenen Dreck wegzuräumen? Ich bin langsam frustriert – genau das ist ein assoziales und egoistisches Zeichen von Soziallegasthenikern. Irgendwer räumt meinen Dreck schon weg, ich habe Urlaub, ICH muss das nicht – ich könnte im Strahl kotzen!

Und das ganze Touristengerede ist auch nicht mehr valide – im Moment ist nur nur der erweiterte „harte Kern“ in der Marina, Menschen denen ich generell zutrauen würde, dass sie sich selbst im Griff haben – so kann man sich täuschen…

Ich schlapfe zurück zu NESSAJA – der Tag ist nicht meiner, manchmal merkt man es. Vielleicht können die Freunde aus Österreich mein Gemüt aufheitern.

Eva kredenzt als ersten Gang eine frische Rindersuppe
Das tut gut – die heiße Brühe dampft, es gibt einen ganzen Topf voll
Als Nachtisch dann einen Kaiserschmarrn mit sebstgemachten Apfelkompott – ein Gedicht

Ich mampfe, es schmeckt mir – und doch fühle ich mich komisch. Ich war etwas schlapp, vielleicht so, wie wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Davon hatte ich mich aber gerade erst erholt, ich wähnte mich immun.

Wir ließen es nicht zu spät werden. Der Tag hat bei allen die Laune etwas heruntergezogen, so waren wir zeitig wieder zuhause und auch relativ früh in den Federn. Gut so, denn für morgen ist ein Ausflug geplant!

Wir besuchen nämlich Marcus, Susanne und Lilly auf Lipsi. Weil das Wetter immer noch grau war, wählen wir intuitiv die Katamaranfähre, die am frühen Nachmittag Richtung Nachbarinsel fährt. Alternativ hätten wir morgens mit der SAOS Fähre ab Lakki fahren können, diese wird aber, so erfahren wir später, ihre Antriebsschraube verlieren und stundenlang auf offener See treiben – Glück gehabt, zumindest fast…

Wir warten auf den Bus aber er kummt ned, kummt ned…

Wir wollten mit dem Bus nach Agia Marina fahren, dieser fährt aber an diesem Sonntag einfach nicht, obwohl der Fahrplan Gegenteiliges behauptet! Griechisch eben, man gewöhnt sich dran. So bringt uns eben das Taxi in den Hafenort auf der anderen Inselseite.

Wir sind früh dran und verholen uns ins neue Restaurant-Café „Navarone“, dort treffen wir Ulrich von der SOLEIL BLEU und trinken einen Kaffee zusammen.

Ein sehr schöner Platz, sehr geschmackvoll…
…mit Liebe zum Detail
Gut sortiert – hier sind wir nicht das letzte Mal

Das „Navarone“ kommt auf die Liste, das müssen wir mal richtig ausprobieren, denn es werden auch Speisen angeboten – und man sitzt innen richtig gemütlich und komfortabel. Mal sehen, vielleicht gibt es hier ja eine neue Top-Adresse.

Heute bleibt´s beim Kaffee. Ulrich hat eine sehr beneidenswerte Sommerrunde gedreht, er erzählt davon und wir hören neugierig und interessiert zu. Dabei vergisst er nicht, ab und an zu erwähnen, dass er den Blog sehr genau liest – ich habe das Gefühl, dass er glaubt, daraus ableiten zu können, Sibylle und mich gut zu kennen. Das genau ist die Tücke des Internets, das stimmt nämlich nur sehr bedingt…

Na egal, weil meine Geschichten im Blog ja schon erzählt sind, habe ich Pause. Ich höre aber auch gerne zu, denn seine Runde würde mich auch reizen. Allerdings berichtet auch er über diese kleinen „Aber“, welche es mir dann doch vergällen, weiter drüber nachzudenken.

Ob Sibylle seinen Rat befolgt, einen eigenen Blog zu schreiben, bleibt an diesem Tag offen. Ich habe so meine Zweifel – lesen würde ich den Blog meiner Gattin aber gewiss.

Die Fähre kommt, wir müssen los.

Polizeiaufgebot – es kommen neue Flüchtlinge an

Wir sehen den Mannschaftsbus der Polizei und das recht große Polizeiaufkommen. Es wird sofort klar, dass neue Flüchtlinge aus Kos zu uns nach Leros gebracht werden um hier im Hot-Spot untergebracht zu werden.

An diesem grauen Tag, legt sich die Szenerie auf´s Gemüt. Ein Pulk Menschen, alle mit einer Hoffnung auf ein besseres Leben, manche mit hehren Absichten, andere mit weniger lauterer Reisemotivation – für viele von ihnen wird es der Weg in ein Scheitern werden, mit allen Konsequenzen.

Hier hat man ein aktuelles, europäisches Problem täglich vor Augen. Wir als Expats, die Locals und die Touristen, beobachten mehr oder weniger interessiert, dass Menschen wie Güter in und hergeschoben werden. Nicht selten ist der Einsatz in diesem „Spiel“ das Leben. Von einer „großen politischen Lösung“ sind wir meilenweit entfernt!

Während wir die Fähre boarden, muss ich an die leere Shampooflasche in meiner Dusche denken – der Mensch wird es nicht richten, es fehlt die Empathie und der erweiterte Horizont.

Es sind nicht viele Passagiere an Bord – es regnet kräftig als wir ablegen
In Lipsi steigen nur fünf Personen aus und vielleicht ein halbes Dutzend ein
Gott sei Dank hört es auf zu regnen

Offen gesagt, ich war heute morgen etwas groggy, es fiel mir schwer mich aufzurappeln. Meine Freude über den Besuch bei unseren Freunden war aber riesig, so habe ich mich halt hochgekämpft, das Werkzeug eingepackt, um welches Marcus mich gebeten hat und habe mich mit Sibylle auf die Achse gemacht – aber man soll eben auf seinen Körper hören!

Marcus hat uns erwartet, wir checken als erstes bei „Angelas“ Appartements ein und holen unseren Schlüssel. Das Appertement ist schön, es fehlt an nichts.

Guten Lage, zentral am Hafen
Ein nettes Appartement…
…geräumig, sauber und mit Heizung
Auch eine Küche gibt´s die werden wir aber nicht brauchen

So, jetzt aber! Wir packen unsere Sachen, welche wir für Marcus nebst Familie mitgebracht haben, Werkzeuge, Einkäufe und ein Mitbringsel für Lilly, dann fahren wir mit dem Freund zu dessen Haus.

Dieses ist inzwischen weitgehend fertig gestellt. Wir waren neugierig, denn der letzte Besuch liegt eine Weile zurück und damals war das neue Zuhause der Familie noch ein Rohbau.

Auf dem Weg treffen wir Jens, ein Schweizer, der sich ebenfalls auf Lipsi niedergelassen hat. Er hat Öldruckprobleme bei seinem Bootsmotor nachdem er einen gebrauchten Motor eingebaut hat. Ich lasse mir die Symptome beschreiben, frage kurz nach und lege mich dann fest – „…schau Dir den Öldruckschalter an, vielleicht sind die Kontakte schlecht. Ich denke nicht, dass es ein echtes Problem ist!“

Mal sehen was dabei raus kommt…

Am Haus angekommen, treten wir ein und Marcus meint, dass Hausschuhe Not täten – kurzerhand verpasst er mir ein paar schicke Pantinen…

Optisch gelungen, modisch – der Pantoffel ziert meinen Fuß

Wir bekommen eine Hausführung, sehen uns um und bestaunen das bisher Geleistete. Super, was der Bautrupp und der Bauherr hier in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft haben – gefällt mir.

Dazu kommt natürlich die Lage – Meerblick zu zwei Seiten und der Blick über Lipsi Ort – herrlich! Ok, heute mit Einschränkungen, bei grauem Himmel ist nichts toll!

Room with a view

Wir setzen uns, um etwas zu trinken. In diesem Moment erhält Marcus eine Nachricht von Jens. Das ging aber schnell, da hat der Eidgenosse nicht lang gefackelt!

Offensichtlich war meine Theorie ein Volltreffer. Das Feedback ist sehr positiv und das Problem scheint gelöst – zumindest dann, wenn bald ein neuer Öldruckgeber verbaut wird.

Jens gibt Feedback
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Genau DAS wird nun meine Aufgabe werden – zumindest die Beschaffung des Ersatzteiles. Dies kann man auf Leros bekommen oder zumindest bestellen, auf Lipsi ist dies ungleich schwerer.

Es folgt also eine kurze Konversation und am Ende die Bestellung des desolaten Bauteils – unter Zugrundelegung aller nötigen Angaben. Naja, wenn das so läuft, dann helfe ich ja gerne.

Den! Den brauche ich neu

Ich konnte nicht ahnen, dass dies gleich so weitergehen sollte!

Susanne und Marcus bekamen nämlich Gäste, wir wurden einander vorgestellt. Es handelte sich um ein deutsch-kanadisches Paar, welches ebenfalls saisonal auf Lipsi lebt. Die Beiden leben am Rand der Ansiedlungen in einem völlig autarken Haus – Strom liefert, im Bedarfsfall, ein Generator.

Lars beklagt aber genau den Ausfall desselben. Er ist verzweifelt, weil der Mechaniker bereits Startversuche unternommen hat – es hilft aber alles nichts, nach zehn Sekunden Motorlauf geht der kleine Diesel immer wieder aus. Lars zeigt mir ein Bild des Aggregats.

Gekauft auf Leros – vier Jahre alt, keine Wartung

Das gleiche Spiel – ich höre zu und stelle Fragen. Irgendwann lasse ich mich zu der Aussage hinreißen – „…sollen wir schnell hinfahren und ihn starten?“ Ich glaube nämlich zu wissen an was es liegt…

Susanne legt ihr Veto ein und bittet darum, dies auf morgen zu verschieben. Sie sei schon am Kochen und wolle nicht auf uns warten müssen – sie kenne das Spiel ja. Ok, was willst da sagen? So vereinbaren wir, die Wiederbelebung des Stromspenders für den Folgetag – dazu wird es leider nicht mehr kommen, der Heldenstatus wird mir verwehrt bleiben, da ich am nächsten Tag leider verhindert sein werde…

Apropos Essen! Was gibt es, wie weit sind die Vorbereitungen denn gediehen?

Rouladen – wie lecker!!!

Ich gebe zu, die Frage war rhetorisch! Natürlich wusste ich was es geben würde. Wir hatten dies lange zuvor ausgemacht und Sibylle hatte das Fleisch bei unserem Supermetzger „Hatzigrigoriou“ besorgt.

Susanne war mitten in den Vorbereitungen, Sibylle beschäftigt sich derweil mit Lilly…

Lillys Lernbücher – taugen gut für Sibylle

Die Beiden sitzen über einem Erstklassler Lernbuch – ich höre Sibylle sprechen „Pa pa pa“, ja so macht die Ente. Und die Küken? „Ki ki ki“ – ok, auch richtig. Und was heißt Entlein auf Griechisch? PAPAKI – Bravo!

Es wird merklich frischer! Wir schließen die Türen und Marcus startet die Heizkörper. Für die wohlige Wärme und zur Verstärkung des psychologischen Effektes schürt der Freund auch noch den Schwedenofen an – so kann man es aushalten.

Draußen ist es dunkel, es hat unter 14°C
Der Kamin sorgt für wohlige Wärme

Irgendwas stimmt nicht mit mir – eigentlich fühle ich mich gut, aber ich habe null Antrieb oder Kraft, ich bin völlig schlapp. Die Wärme gibt mir den Rest!

Ich genieße es sehr, habe aber undefinierbare Rückenschmerzen und bin völlig malad – ich muss mich echt etwas hinlegen. Noch dachte ich, dass es mir morgen sicher besser gehen würde.

Ich ruhe mich etwas aus

Keine Zeit darüber nachzudenken, Susanne ruft zum Abendessen. Es gibt die bereits angekündigten Rouladen, dazu selbstgemachte Spätzle und einen Salat – Herz was willst Du mehr?

So gut haben wir lange nicht mehr geschlemmt, manchmal hat man von Giros & Co. einfach die Nase voll.

Ich kann futtern, habe Appetit und regeneriere ein bisschen. Es gibt einen Tsipouro, nettes Beisammensitzen und gute Gespräche. Dann nehmen wir Marcus Hilux und fahren in die Pension.

Überraschender Weise schlafen wir sehr gut und auch ausreichend lange. Sibylle möchte noch frühstücken, das erledigen wir bei Angela, dann würden wir zu unseren Freunden ins Haus fahren – heute gibt es einiges zu tun!

Beim Früstück gesellt sich der Haushund zu uns
Angela macht uns Sandwich mit Ei

Ich esse mein Sandwich, trinke meinen Cappuccino und – habe Bauchweh! Das Ei am Sandwich gibt mir den Rest – mir wird schlecht, ich schwitze und ich bin komplett kraftlos.

Das schlimmste Symptom aber ist eines, für das sich schwer nette Worte finden lassen – sagen wir so, ich habe bis auf Weiteres stets die Nähe zu einem Klo gesucht.

In diesem Zustand fahren wir zu Marcus. Der bietet natürlich sofort an, dass wir verschieben können, aber was würde das helfen? Ich bin jetzt hier und im Appartement mag ich nicht liegen.

Im Haus gibt es einen schicken Lokus, leider ohne Türe, aber das „Besetzt“ Schild wird respektiert – darüber hinaus kann man ja die Musik etwas lauter machen… 😦

Also starten wir unseren Job, den Einbau einer dreiphasigen ESS Anlage von Victron – heute wollen wir nur die 48V Seite verkabeln. Der Arbeitsplatz ist eine Wucht!

Arbeiten mit perfekter Aussicht
Wir schneiden und crimpen die 70mm2 Kabel
Und schaffen unser Tagesziel

Bei einem späteren Besuch werden wir die 380V Seite einbauen, zu guter Letzt folgt dann die PV Anlage auf dem Dach.

Unsere Frauen haben derweil den Tag genossen. Die kleine Lilly war in der Schule, diese dauert in Griechenland bis 16.00 Uhr, das Wetter war heute wieder deutlich besser – so haben sich die Beiden entschlossen, einen langen Spaziergang über die Insel zu machen.

Hier ein paar Eindrücke, Sibylle hat mir die Bilder von unterwegs geschickt. Lipsi ist eine tolle Insel.

Teilweise herrlich angelegte Wege…
….anderorts alpine Tracks
Dabei immer den Blick auf einsame Buchten…
…oder das offene Meer mit den benachbarten Inseln
Ein herrlicher Tag
Die Saison ist zu Ende – die Flaggen haben es auch hinter sich

Als Marcus und ich unser Tagwerk vollbracht hatten, war mein Energiespeicher leer. Ich musste mich wirklich hinlegen, so groggy war ich. Ich habe gefroren, hatte Schüttelfrost und mir war elend zumute.

Es will was heißen, wenn ich weder am Sundowner, noch am gemeinsamen Pizzaessen teilnehme – für mich war „game over“ am heutigen Tag.

Batterien leer

Sibylle, Susanne und Marcus haben den Sundowner auf der Terrasse genossen und eine ganze Reihe spektakulärer Bilder gemacht.

Natürlich hätte ich gerne der Sonne beim Untergehen zugesehen und dies von diesem wunderschönen Platz aus getan – aber es ging nicht!

Die Sonne geht hinter Lipsi Ort unter
Eine besondere Stimmung
Die „blaue Stunde“ beginnt

Der Abend war somit auch ein kurzer. Die Drei haben noch Pizza gegessen, ich hatte mich dazu gesetzt und wenigestens meinen Wasserhaushalt wieder stabilisiert.

Dann aber war klar, ich muss jetzt ins Bett, ich konnte nicht mehr sitzen – ich habe mich selten so über mich selbst geärgert.

Marcus fährt uns zurück ins Appartement. Ich schlafe dort sofort ein, hatte aber eine verkorkste Nacht, weil ich ungefähr 15 Mal aufstehen musste. Natürlich geht das auch an Sibylle nicht spurlos vorbei.

Frühstück fällt daher am Folgetag aus! Susanne beschafft mir noch ein Medikament, bevor wir mit Marcus´ RIB Richtung Leros aufbrechen – ich habe echt Angst, dass ich die Fahrt nicht durchstehe…

Unser Privatshuttle ist klar zum Ablegen
Marcus hatte angeboten, uns nach Leros zurück zu bringen
Leinen los! Nächster Stop Partheni
Zügig geht es voran…
…die Fahrt dauert geschätzte 20 Minuten

Wir kommen in Partheni auf der Nordseite von Leros an und verabschieden uns von Marcus. Der Besuch stand unter einem schlechten Stern, wir werden eine Neuauflage starten!

Unser Plan war nun, dass wir den Bus nach Lakki nehmen – aber wo war die Haltestelle? Ich rufe Katerina an, um zu fragen ob wir nach links Richtung Kaserne laufen müssten, oder doch nach rechts Richtung Flughafen? Ihr könnt euch die Antwort denken – „…wait where you are, I will give you a ride to the Marina, it´s my pleasure!“

Ich kann es nicht oft genug wiederholen, Giorgos und Katerina sind nicht älter als unsere Kinder, aber sie sind Freunde – und gold wert!

Wir kommen in die Marina und gehen schnurstracks zur SAGITTA, dort ist Mario bereits am Werken. Ich hatte meine Hilfe zugesagt!

Die Bilder wiederholen sich – im Sommer LIBERTÉ, jetzt SAGITTA

Ich kann meine Zusage heute nicht halten, ich bin nicht in der Lage handwerklich zu arbeiten, ich will nur meine Ruhe. Ich entschuldige mich bei dem Freund aus Österreich, wir planen kurz um, dann gehe ich heim – auf NESSAJA angekommen, ziehe ich ohne Verzögerung mein Schlafshirt an und lege mich ins Bett – hier stehe ich erst wieder auf wenn es mir gut geht! Das sollte dann doch noch zwei Tage dauern…

In dieser Zeit tippe ich ein paar Blogzeilen. Mir gehen die Worte von Ulrich nicht aus dem Kopf…

Er hat Recht, die Blogbeiträge werden länger. Ich nehme auch die Frage ernst, ob die Technikseiten wirklich alle Leser interessieren. Generell muss die Frage erlaubt sein, ob es überhaupt jemanden interessiert, wie unser Alltag auf einer Ägäisinsel aussieht – ich bin da durchaus selbstkritisch.

Anderseits bekomme ich durchaus monatlich Feedback. Die einen mögen die Technik, andere nicht, viele lesen gerne über Leros, anderen ist es zu detailliert. Aber der Tenor ist positiv!

Die Gretchenfrage ist – warum mache ich das überhaupt? Die Antwort – für mich! Es ist mein persönliches Tagebuch, das Tagebuch meines Lebens, eine Blaupause für Kinder und Freunde zuhause – und natürlich für die Interessierten. Ich möchte festhalten, wie unser Leben verlaufen ist, nachdem wir eine, aus unserer Sicht, mutige Entscheidung getroffen haben. Es wird der Bericht eines Scheiterns – oder eben eines glücklichen und richtungweisenden Sinneswandels. Simplify your Life!

Ich denke noch darüber nach, vielleicht ändere ich zum Jahr 2025 die Blogbeiträge etwas ab.

Ich bin wieder fit – die ersten drei kräftigen Regentage liegen achteraus, ich muss nach meinen „Sorgenkindern“ sehen!

Zuerst erklimme ich LIBERTÉ…

An Deck alles super
Die Bilge trocken
Das von Hans Peter an der Reparaturstelle ausgelegte Zewa – trocken
2023 – Aquarium / 2024 – trocken

Hans Peter hat ganze Arbeit geleistet, es scheint kein Wasser mehr in LIBERTÉ zu kommen. Hier kann ich Entwarnung geben und vermelde das auch gleich dem Skipper ins kalte, kleine Saarland.

Weiter geht es zu Martins STENELLA – Sibylle hatte im Vorbeigehen gesehen, dass sich ein Wassersack im Dinghy gebildet hat. Das soll nicht sein, ich muss mir etwas einfallen lassen.

Es bildet sich ein Wassersack auf der neuen Plane
Ich kann diesen gerade noch mit Handkraft entleeren
Abhilfe soll ein großer Fender schaffen

Der Fender wird nicht vollumfänglich helfen, es ist noch Platz für Wassersäcke davor und dahinter. Einzige Abhilfe werden wohl zwei Schlaufen schaffen – diese soll Martin während seines Besuches im Winter annähen lassen.

Last not least – EDINA, der Dorn in meinem Fleisch! Wird es eine ähnliche Odyssee wie letztes Jahr?

Von außen alles Super
Feuchtigkeit muss unter 70% bleiben – ist bei 58%
Die Bilge ist zwar feucht, aber es sind nur Pfützen

Entwarnung! Hier ist zwar das Problem nicht gefunden, aber die funktionierenden Bilgepumpen halten es in Schach. Auf jeden Fall ist die Situation unkritisch.

Für ein Davit-Projekt muss ich noch ein paar Maße nehmen, das sollte rasch erledigt sein…

Alles notiert, dann kann man an die Planung gehen

Nur noch rasch ein Blick auf den Stromzähler, sollte aber alles passen. Doch nanu??? Nix passt! Keine Anzeige mehr!

Offensichtlich hat ein Kurzschluss, wohl auf oder von EDINA, die Sicherung fliegen lassen. Das bedeutet aber auch, dass keine Batterieladung mehr stattgefunden hat.

Die Stromsäule ist tot – die Ladegeräte sind aus
Ich starte den Generator und lade die Batterien eine Stunde lang

Während ich die Batterien mit dem Generator lade, mache ich mich auf die Fehlersuche. Dieser Fehler ist aber schnell gefunden – ein undichter Adapterstecke war die Ursache.

Beim Trennen des Kabels lief das Wasser förmlich aus der Verbindungskupplung! Ich entscheide, hier neue Teile zu verbauen.

Fehler gefunden – Wasser im Stecker
Den ganzen alten Kladderadatsch weg – neue Stecker ran
Jetzt geht es wieder

Warum der Adapter nicht dicht war hat sich auch gezeigt, ich musste aus dem selben Grund auch etwas „improvisieren“, habe die kritische Stelle aber mit Dichtmasse abgeschlossen und werde die Verbindung später horizontal hängen, damit nicht alles Wasser direkt Richtung Stecker rinnt.

Auf jeden Fall ist auf EDINA jetzt mal alles ok, ich gebe Entwarnung und einen Lagebricht an den Besitzer.

Und was ist mit Marios SAGITTA?

Sibylle und ich schleichen zum Trockenplatz der Beiden um unsere Aufwartung zu machen. Es geht mir besser, ich möchte den zugesagten Arbeitseinsatz antreten und bei diversen Winterprojekten helfen.

Naja, so richtig „rackern“ schaut anders aus 😉
Macht eher den Eindruck von einer gemütlichen Pause

Spaß beiseite – natürlich rackert Mario seit nunmehr zweieinhalb Tagen vor sich hin, eine Pause tut ab und an Not. Er kommt nur bedingt gut voran, denn er hat sich beim Kauf seines Exzenterschleifers für ein deutlich kleineres Modell entschieden – das merkt man.

Zudem kommt der Faktor „fun @ work“ dazu, zu zweit geht eben alles besser! Ich verabschiede mich von Sibylle, sie zieht alleine weiter – dann greife ich zum „Fat Max“, den ich mir abermals von Roland ausleihen durfte.

Big boys – big toys

Klar, „der Gerät“ wiegt was! Da spürst Du Deine Arme am Abend. Aber es geht auch was – ich setze den Vibro-Schleifer an und es staubt…

Nach zwei Stunden war ein klarer Fortschritt zu sehen!

Nimmt Form an – Ziel ist, SAGITTA weiß zu sehen

Wir ändern die Taktik – ich kann mit dem großen Schleifer richtig Fläche machen. Mario ist kleiner als ich, zudem hat er keine Wampe, er „darf“ sich also unter das Schiff setzen und im Sitzen den unteren Bereich schleifen. Das klingt gut, ist aber, wie jede Über-Kopf-Arbeit, eher unangenehm.

So rücken wir der Backbordseite vollumfänglich zu Leibe

Es bietet sich an, dass wir Eva und Mario bis auf Weiteres zum Abendessen an Bord von NESSAJA einladen. Das Kochen und der Haushalt sind teils beschwerliche Aufgaben, wenn das Boot aufgebockt ist – man hat zum Beispiel kein Abwasser.

In diesem Sinne hat Sibylle die Aufgabe der „Teamorganisation“ übernommen. Sie ist für Beschaffungsfahrten und das leibliche Wohl zuständig.

Immer wenn sie mit dem Breezy vorbeikommt, wird abgefragt ob etwas mitzubringen sei.

„Braucht wer noch was???“

So geht der Tag rum und bis zum Feierabend haben wir ordentlich was gerissen.

SAGITTA ist noch nicht fertig, aber das Team der beiden Marios hat ordentlich was bewegt – wir sind stolz auf uns. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Eva die undankbare Aufgabe des „Antifouling abkratzen“ übernommen hat und dies, seit Mario den Schleifer in der Hand hat, alleine durchzieht.

Ein gutes Ergebnis für Tag 1

Leider kündigt sich die nächste Regenfront für den Folgetag an. Wir müssen abermals die Arbeitsplanung anpassen und andere Arbeiten vorziehen.

Das ist an sich kein Beinbruch, obwohl es für´s Gefühl schon besser wäre, man könnte eine Aufgabe abschließen. Da wir aber auch Arbeitspakete im Inneren des Schiffes haben, drängen sich diese für einen Regentag förmlich auf.

Der Tag beginnt also wie verheißen – grau, kühl, ungemütlich! Zwar noch trocken, aber die Regenwolken verheißen nichts Gutes.

Heute noch Südwind

Der Tag startet mit guten Nachrichten für Hans Peter – der vor seiner Abfahrt zum Service versandte Wassermacher ist fertig und bereits nach Leros zurück geliefert worden.

Obwohl meine Telefonnummer hinterlegt ist, gehe ich davon aus keinen Anruf zu erhalten – das Anrufen ausländischer Telefonnummern ist nicht so sehr beliebt. Also nehme ich den kurzen Weg zum Hafen auf mich und sehe bei der Spedition nach, ob das Objekt der Begierde vielleicht schon eingetroffen ist.

Und siehe da…

Wir lassen ihn noch bis Mittwoch stehen

Ich bestätige den Erhalt bei der Servicefirma und entlaste diese somit – ein super Service der uns da in Athen geboten wurde.

Dann schreibe ich Hans Peter und höre den Stein, der ihm vom Herzen fällt, bis nach Griechenland rumpeln. Alles geregelt, alles geklappt – was auch sonst? 😉

Diesmal habe ich gar nicht den Willen, die Herausforderung zu akzeptieren, dieses Trum auf meine GS zu packen – denn Mario und ich haben einen Plan ausgeheckt!

Wir mieten am Mittwoch einen Wagen, holen den Wassermacher und bringen ihn auf LIBERTÉ. Abends werden wir den Wagen für eine Fahrt nach Agia Marina nutzen, denn dort ist Mottotag im „Navarone“ – es gibt Sushi, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.

Und zwischendrin? Da fahren wir mit dem Saildrive der SAGITTA zu Giorgos um dort das Getriebe zu überholen – und genau diesen Saildrive bauen wir HEUTE aus…

Der Verstellpropeller kommt weg

Wir packen an – zuerst unter dem Schiff, hier gilt es den Propeller abzuschrauben, die Ausgangswelle zu demontieren und die äußere Manschette zu entfernen. Das alles wollen wir schaffen, bevor der angekündigte Regen kommt.

Gerade als wir die letzte Schraube entfernen, fängt es an zu tröpfeln. Wir packen unsere Teile zusammen, verräumen diese und bringen das Werkzeug nach oben – dann geht es auch schon los!

Die Himmelsschleusen öffnet sich und es gießt sintflutartig, zum Glück sitzen wir im Trockenen.

Gerade noch geschafft

Mario hat im Inneren seiner Dufour 38 Classic schon alles vorbereitet. Der Motor ist von der asymmetrischen Achterkabine aus sehr gut zugänglich, alle Abdeckungen sind entfernt, die Kabine ist leer – wir können sofort ans Werk gehen.

Perfekter Arbeitsbereich

Ich bin verblüfft! Ich habe in einem Schiff dieser Größe, selten einen so gut zugänglichen Motor gesehen.

Man kommt zwar „nur“ von einer Seite ran, diese öffnet den Zugriff aber nahezu vollständig. Das Glück war uns hold, weil wir auf der schlechter zugänglichen Seite nur drei Schrauben zu lösen hatten – alles machbar und im grünen Bereich.

Ich wollte es kaum glauben, aber nach etwas mehr als einer Stunde waren wir soweit, dass ich überzeugt war, den Motor nach vorne vom Getriebe abziehen zu können.

Gesagt, getan – ein Ruck und… auseinander!

Kann man den Saildrive bei diesem Schiff dann einfach nach oben rausziehen? Ja, tatsächlich, kann man!

Geschafft!

Ich fackle nicht lange, ein weiterer beherzter Ruck und ich ziehe das Trum nach oben aus dem Durchbruch. Mario hat zwischenzeitlich eine Unterlage beschafft, wo wir das Getriebe kurzzeitig ablegen können.

Da liegt er nun, das ging schnell! Rund eineinviertel Stunden um den Saildrive zu ziehen. Das ist rekordverdächtig!

Getriebeschaden – der Rückwärtsgang tut nicht wie er soll

Wir packen noch einmal an und wuppen das etwa 30kg schwere Teil ins Cockpit. Von hier aus seilen wir den Saildrive ab und legen ihn erst einmal unters Schiff.

Dem Fehler müssen wir erst noch auf den Grund gehen, es steht zu vermuten, dass irgendein Zahnrad- oder Kupplungspaar für den Rückwärtsgang verschlissen ist. Wie wir die Reparatur angehen wollen und welcher Arbeitsumfang notwendig ist, das werden wir nächste Woche klären.

Tagwerk geschafft! Da es erst früher Nachmittag ist, entbinde ich mich von meinen Pflichten und verhole zu Sibylle auf NESSAJA. Wir trinken ein Tässchen Kaffee zusammen, als Süssigkeit gibt es m&m – was für ein Zufall! Mario & Mario – die Supermarios – nomen est omen, wir sind ein gutes Team.

Ich esse meine m&m immer so – und ja, das muss man nicht 😉 (Adrian Monk lässt grüßen)

Neben der Mithilfe an Marios SAGITTA, muss ich immer mal wieder administrative Aufgaben übernehmen und mich um das Tracking derselben kümmern. Leider kann ich die Ersatzteile welche ich für Marcus´ Victron ESS Anlage brauche, auf Leros nicht bekommen. Auch der Öldruckschalter für Jens´ Motor macht Probleme.

Ich entscheide, alles zu bestellen und nach Leros schicken zu lassen, dannach würde ich dem Freund auf Lipsi ein kleines Paket per Fähre zukommen lassen – ja, die Ersatzteilbeschaffung auf Inseln ist nicht immer einfach.

Die Arbeiten an SAGITTA indes, gehen problemlos weiter. Eva hat darum gebeten ihren Job am Unterwasserschiff ungestört zu Ende bringen zu dürfen – wenn wir zu zweit schleifen würden, wären wir nur im Weg!

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen! Wir haben ohnehin gerade das Werkzeug ausgepackt und schreiben uns daher zwei weitere „mechanische“ Projekte ins Lastenheft – zum einen den Ausbau aller Seeventile nebst Rumpfdurchbrüche, zum anderen die Demontage des Ruderquadranten und das Absenken des Ruderblattes zum Zwecke des Neuanstriches.

Um wirklich nicht „im Weg“ zu sein, beginnen wir mit dem Ruder – da ist innen allerhand abzuschrauben, bevor das Ruderblatt abgesenkt werden kann.

Nach rund zwei Stunden steht das Blatt am Boden – fertig zur Bearbeitung

Ich hatte echt ein bisschen Kummer, war der Ruderquadrant doch die fieseste Arbeit an NESSAJA – nicht so hier! Alle Schrauben gingen auf, ließen sich leicht ziehen und so war auch der Quadrant schnell abgebaut.

Das Absenken des Ruderblattes selbst, war dann ein Kinderspiel. Eine Probebohrung ergab, dass sich keine Feuchtigkeit im Inneren befindet, so bleiben letztlich nur die Punkte „Schleifen“ und „Streichen“ auf der Liste.

Ähnlich gut hat auch der Ausbau der Seeventile geklappt. Auf der SAGITTA gibt es nur halb so viele Rumpfdurchbrüche wie auf NESSAJA – umso schneller war der Arbeitsschritt erledigt.

Kurzer Prozess – Flex und ab
Der Metallschrott auf einem Haufen

Wir haben kurzen Prozess gemacht. Mit der großen Flex an die Rumpfdurchbrüche und von außen den „Pilz“ abgeschruppt – das dauert zwei Minuten pro Ventil.

Rechnet man die Zeit der Selbstbeweihräucherung dazu, hat es ungefähr 20 Minuten gedauert, bis die alten Messingventile auf einem Haufen lagen.

Umgerüstet wird – selbstverständlich eigentlich – auf TruDesign Kunststoffventile.

Sibylle hat sich indes um unsere Versorgung gekümmert, heute gibt es Fleischpflanzerl. Jeder durfte ansagen wie viele der „Laiberl“ er oder sie schafft, so kam eine Bestellung von 15 Stück zustande.

Wir hatten aber die Rechnung ohne unseren Metzger gemacht, der hat nämlich große Hände…

5 von 15 – mehr passen nicht in die Pfanne
Lecker – ich bin zufrieden

Er hat Sibylle für 55.-€ Buletten verkauft! Das ist deshalb akzeptabel, weil insgesamt 3,9kg Fleisch über die Theke gingen – für fünf Esser! Das bedeutet, dass ein Pflanzerl rund 260gr gewogen hat!

Ja dann, guten Appetit!

Obwohl Marcus ebenfalls zu Gast war, haben wir den Fleischberg nicht geschafft. Es war genug übrig, dass Eva, Sibylle, Mario und ich am nächsten Tag auch noch einmal satt wurden 😉

Es folgten noch einmal Tage des Schleifens – inzwischen kehrte eine Routine ein – Eva kratzt „den Schmodder“, wie sie es liebevoll nennt, herunter, Mario und ich schieben die Exzenterschleifer mit Nachdruck über die breite Hüfte der SAGITTA.

Eva beim Schmoddern – in voller Montur
Mit dem „Fat Max“ am Werk
Staubige Angelegenheit

Diese Sklavenarbeit kostet uns noch einmal volle zwei Tage, bevor die kleine Schwester von NESSAJA „unten ohne“ dasteht. Stupides Schleifen, um die alten Antifoulingschichten abzutragen und den Rumpf so für den Anstrich mit Coppercoat vorzubereiten.

Ok, volle Arbeitstage sind es nicht – meist beginnen wir um 10.00 Uhr, haben oft noch Kleinigkeiten zu besprechen oder auch mal andere Handgriffe zu machen.

Natürlich unterbrechen wir für einen Nachmittagskaffee – das muss sein, ansonsten arbeiten wir ohne Unterlass – und das lohnt sich!

Der Rumpf ist fertig
Das Unterwasserschiff ist von den Altanstrichen befreit

Geschafft! Wir bekommen es hin, den ganzen Rumpf bis auf das originale Gelcoat abzuschleifen. Erfreulicher Weise sind kaum Reparaturarbeiten zu verrichten, es kann also im Frühjahr gleich mit den Vorbereitungen für den Neuanstrich begonnen werden.

Recht viel länger hätten wir am heutigen Tag auch nicht brauchen dürfen, denn als wir das letzte Werkzeug verräumt haben und die „Baustellenordnung“ wieder hergestellt ist, steht die Sonne schon tief und es wird frisch. Zeit für eine Dusche!

Auf der „Offene Punkte Liste“ verbleiben noch das Abschleifen des Bleikiels und des Ruders.

Die Sonne taucht die Lakki Bucht wieder in spektakuläres Licht

Dienstag – ich freu´ mich! Heute ist wieder Griechisch Kurs, der zweite für mich, da ich letzte Woche wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte.

Leider gibt es hier auch eine negative Nachricht – Sibylle bricht ab! Es ist ihr zu stressig, sie kann die Anforderungen, die sie selbst an sich stellt, nicht erfüllen und empfindet Unbehagen. Ich finde das sehr schade, aber zwingen kann ich sie natürlich auch nicht.

Ich habe Spaß, auch wenn ich durchaus gefordert bin. Ich, Du, Er , Sie, Es – und alle Formen von „sein“. Das ist viel, wenn man es im fremden Alphabet lesen UND schreiben muss – aber Integration funktioniert eben so, sagen wir das nicht immer???

Ich lausche gespannt den Ausführungen unserer charmanten Lehrerin

Morgen gehen wir andere Themen an – wir haben nämlich einen Leihwagen! Den werde ich nutzen um Hans Peters Wassermacher bei der Spedition abzuholen und diesen auf LIBERTÉ zu bringen. Für Mario bringen wir seinen Saildrive zu Giorgos um zu sehen was kaputt ist – vielleicht drängt sich ja schon eine Lösung auf…

Alles klappt wie am Schnürchen – Rena bringt mir um Punkt 10.00 Uhr den Leihwagen und ich fahre sie ins Büro nach Lakki zurück. Von da aus fahre ich sofort zur Spedition und lade dort den Wassermacher ein. Am Rückweg fahre ich an der SAGITTA vorbei und Mario begleitet mich zu LIBERTÉ – dort hieven wir das Trum an Bord und verräumen es im Salon.

Das Projekt „Wassermacher einbauen“ wird wohl einen Platz in Hans Peters Planung bekommen müssen.

Der Schenker Modular 60 zieht auf LIBERTÉ ein
Hier wartet er bis zum Frühjahr

Weil alles gar so geschmeidig klappt, fahren wir sofort weiter zu Giorgos. Der Zampano erwartet uns in seinen heiligen Hallen und wir kommen „just in time“ mit dem bereits teilzerlegten Saildrive bei ihm an.

Das Saildriveunterteil hatten Mario und ich schon in der Marina abgeschraubt, der zu reparierende Getriebeteil wird dadurch leichter und handlicher.

Genau diesen wuppen wir auf die Werkbank – der Schaden soll diagnostiziert werden.

Giorgos zerlegt das Getriebe
Unser Verdacht bestätigt sich

Tatsächlich bestätigt sich der Verdacht, dass eine Art „Anlaufscheiben“ im kraftübertragenden Teil des Wellenpaketes verschlissen waren und so der Rückwärtsgang nicht mehr präzise einrastet.

Das hatte ich bereits im Vorfeld vermutet und das Ersatzteil laut Volvo Katalog identifiziert. Es war mit knapp 1.700.-€ beziffert. Zu unserer großen Überraschung aber, hat Giorgos eine Quelle bei ZF, bei der er die zur Reparatur nötigen Ersatzteile einzeln bestellen kann – zu deutlich niedrigeren Kosten!

Das freut uns und Mario vergibt den Auftrag. Auch ich habe noch einige Punkte mit Giorgos zu besprechen, auch dafür ist Zeit.

Sehr zufrieden begeben wir uns auf den Heimweg – kurz vor Lakki meint Mario zu mir, „…dass er ein Verlangen auf was Süsses verspüre!“ Klar, kann ich verstehen – zur Feier des Tages gönnen wir uns also ein Frühstückseis!

Für ein Eis ist es nie zu früh

Ok, ein wenig war es vielleicht auch eine Art Henkersmahlzeit – denn wir wussten, was uns erwartet, wenn wir erst einmal in der Marina zurück sind! Schleifen, schleifen, schleifen…

Zielsetzung – heute machen wir den ungeliebten Job fertig! Wir haben den ganzen Nachmittag, um das Ruder und den Kiel von SAGITTA vom alten Antifouling zu befreien – die chemische Vorarbeit durch Eva ist bereits abgeschlossen.

Die Damen gönnen sich einen freien Nachmittag und gehen zum Wandern, Mario und ich packen an!

Zurück auf der Baustelle…
…widmen wir uns dem Ruderblatt…
…und dem Kiel
Steuerbord fast fertig – das Ergebnis vom Vortag
Auf geht´s! Machen ist wie wollen – nur krasser…

Ich nehme es vorweg, wir schaffen es! Nach etwas mehr als drei Schleiftagen ist das Werk vollbracht – wir haben die 38 Fuss Dufour in weniger als der halben Zeit von den Altanstrichen befreit, als wir für Hans Peters Bavaria 41 benötigt hatten.

Die vorher verwendeten Anstriche machen den Unterschied! Ich vermute, dass SAGITTA nur mit einem klassischen Primer gestrichen war, oder maximal eine Lage Epoxiprimer verstrichen wurde. Bei Hans Peter waren zwei Lagen Epoxiprimer ein harter Gegner!

Ruder – check
Auch der Bleikiel ist blitzeblank

Für uns gab es also etwas zu feiern, zudem wollten sich Eva und Mario mit einer Einladung bei uns bedanken. Das nehmen wir gerne an und freuen uns über ein Dinner im neuen und sehr geschmackvollen „Navarone“. Dort ist am Mittwoch „Sushi Night“ – wir sind sehr gespannt.

Es kam uns natürlich sehr entgegen, dass wir zu viert mit dem Leihwagen zum Restaurant nach Agia Marina fahren konnten…

Parkplatz vor der Haustüre
Auch meine Lieblingsmusiker werden hier spielen – sehr cool
Das geschichtsträchtige Haus wurde nach einem Feuer vollumfänglich restauriert…
…und sehr geschmackvoll ausgestaltet
Eva hatte reserviert – wir gönnen uns einen Aperitif

Mit einem Aperitif überbrücken wir die von uns geplante Wartezeit bis die Küche öffnet.

Wir lassen uns die Karte bringen, es gibt Sushi in allen Variationen. Da wir alle das Fingerfood aus rohem Fisch mögen, lassen wir uns gleich die „große Vielfalt“ in Form einer Platte für vier Personen bringen.

Dazu nehmen wir eine „Inside Out Roll“ mit Rindfleisch – eine gelungene Kreation.

Wir schlemmen und spachteln – für uns alle war es lange her, dass wir etwas signifikant anderes als griechische Standardküche gegessen hatten. Und weil es gar so gut war und wir alle noch etwas Platz im Bauch übrig hatten – haben wir gleich noch eine Platte für zwei Personen hinterherbestellt.

Ein toller Abend mit liebgewonnenen Freunden
„Special Sushi“ – Inside Out mit Rindfleisch
Variationen für vier Personen
Weils so gut war – eine Platte für Zwei folgt

Echt lecker! Wir sind zufrieden, wir sind happy. Ein sehr guter Tag endet. Wir schleppen uns in unseren Kleinstwagen, fahren die fünf Kilometer bis in die Marina und gehen zu Bett.

Es droht Schietwetter! Zum Wochenende hin soll es richtig regnen, für uns stehen also alle Zeichen auf „Beendigung der Außenarbeiten“.

Viel ist nicht mehr zu tun und so packen wir noch einmal einen Tag lang an, um SAGITTA fertig für die Winterpause zu haben. Es ist nur mehr eine Woche Zeit, bis auch Eva und Mario abreisen werden.

Die Aufgaben sind für heute klar verteilt – Eva streicht den blanken Kiel mit Epoxi, die beiden Marios dichten die TruDesign Rumpfdurchbrüche ein – so kann die SAGITTA Crew während des Schlechtwetters weiter an ihren Projekten arbeiten – auch innen gibt es dann noch einiges zu tun.

Zwei Anstriche Epoxi sind bis zum Abend erledigt
Auch Mario und ich schaffen unser Tagesziel – das Einkleben der sechs Rumpfdurchbrüche

Geschafft! Epoxianstrich und SIKA Verklebung können über Nacht trocknen, der Regen kann kommen! Eva und Mario verlagern die Baustelle nach innen, es sind noch die Ventile und die Wasser- und Abwasserschläuche zu erneuern, bevor SAGITTA in die Winterpause geht.

Sibylle gesellt sich zu uns und mahnt an, dass wir die Uhr nicht außer acht lassen sollen. In ihrem Schlepptau – Electra…

Ja, der Marinahund weiß was gefällt

Sibylles Aufruf zur Pünktlichkeit hat einen Grund – wir Vier sind heute zu Mireille und Roland zum Dinner eingeladen. Es gilt, noch Süssigkeiten als Mitbringsel zu besorgen – Abfahrt daher um 17.00 Uhr! Sputet euch!

Siga, siga – wie nicht anders zu erwarten, sind wir just in time abreiseklar. Wir brummeln mit dem KIA zum Haus der Freunde und bedanken uns artig für die Einladung.

Wie immer phantastisch – der Ausblick von der Terrasse
Roland hat eingeheizt – sehr zu meiner Freude

Wir sitzen beisammen und reden über Gott und die Welt. Wie nicht anders zu erwarten und eigentlich wie immer, schneiden wir hier, im Haus der Freunde, auch wieder das Thema „Haus auf Leros“ an.

Ich ändere meine Meinung nicht, hat alles Vor- und Nachteile – ich kann aber von einem Objekt ganz in der Nähe erzählen.

Roland springt sofort an und bewertet das von mir im Internet gezeigte Haus als „Schnäppchen“. Sie wollen sich das Objekt morgen mal ansehen! Wir wechseln das Thema, doch der Gedanke bleibt mal wieder in meinem Kopf verhaftet.

Spät abends kehren wir in die Marina zurück, wir sind geschafft, wir sind müde – die vergangenen zehn Arbeitstage an SAGITTA machen sich bemerkbar.

Am nächsten Morgen muss ich raus aus den Federn, es gilt, den Leihwagen zurück zu bringen.

Wir geben Ioannis den Wagen zurück – war schön

Sibylle und ich wollen mit dem Motorrad in die Marina zurück fahren – ob man da nicht mal beim Haus vorbeisehen könnte…???

Na klar, lag eigentlich auf der Hand. Wir tuckern also zur angegebenen Adresse und finden das Objekt auch sofort.

Et voilá

Ich ahne was ihr denkt, aber – riesiger Grund, etwas abseits, doch gute Lage, alte Olivenbäume und ein, wenn auch eingeschränkter, Meerblick. Das Ganze zu einem recht attraktiven Preis.

Ich liebe solche Projekte! Mir schießt sofort das Bild in den Kopf, wie ich das Haus herrichte, ich würde alles selber machen wollen, sehr viel Autarkie einbauen und auf Nachhaltigkeit setzen. Es wäre eine Aufgabe.

Wir können das Tor öffnen und uns etwas umsehen
Der Meerblick ist gegeben und wäre von einer Terrasse im 1. Stock hervorragend

Ja was soll ich sagen? Ich bin interessiert und bringe das zum Ausdruck. Als wenn wir uns verabredet hätten, kommen Roland und Mireille ums Eck und teilen die Eindrücke mit uns – der Entschluss fällt, ich stelle eine offizielle Anfrage und lasse den Rechtsstatus überprüfen. Das ist der erste Schritt, wenn man eine Immobilie in Griechenland kaufen möchte.

Mal sehen, was daraus wird…

Der Tag klingt bei einem gemeinsamen Abendessen an Bord der NESSAJA aus. Eva hat Kürbissuppe gekocht und wir laben uns an der feinen, heißen Spezialität.

Lecker gekocht – ein feiner Abend

So endet ein spezieller Monat, einer, der die Brücke in die „staade Zeit“ auf Leros gebildet hat, der die Insel in eine tourismusfreie Phase überführte – die Schlagzahl hatte sich spürbar veringert, ich hatte das eingangs beschrieben.

Letztlich war es aber auch ein Monat, der eine Menge Arbeit mit sich brachte und im Endspurt neue Optionen aufzeigte – auf Beides blicke ich zufrieden zurück!

τρεις καρέκλες – λίγο „Μάριο ο Έλληνας“ 😉

Sibylle und mir bleibt zum Monatsende nur der Ausblick auf den kommenden Dezember – Weihnachten und Silvester stehen vor der Türe! Wir wünschen unserer Familie, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes, frohes und hoffentlich friedvolles Jahr 2025.

Was wir bis zum „Grande Finale“ des Jahres 2024 auf der winterlich verschlafenen Ägäisinsel Leros erleben werden – das gibt es im Monatsbericht des letzten Monats des Jahres nachzulesen.

Bis dahin – macht es gut – und herzliche Grüße von Bord der NESSAJA

Mario & Sibylle

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