August 2024 – That´s What Friends Are For

Ihr wisst ja, dass ich meine Blogbeiträge immer mit einem Songtitel, vornehmlich aus den 80ern, eröffne. Die Headline soll zumindest andeuten, was im vergangenen Monat der Leitgedanke war…

Diesmal ist es also „That´s what Friends are for“ aus dem Jahr 1982 geworden – es liegt auf der Hand, der vergangene August war ein Monat der Freundschaftsdienste.

Darf ich kurz in den Klugscheißermodus gehen? 😉

Man lernt nämlich nie aus!

Der Headline Song 08/2024 ist tatsächlich aus dem Jahr 1982 – und wenn Du jetzt das Gefühl hast, dass Dionne Warwick dieses Lied über Freundschaft gefühlt doch erst später intoniert hat, dann hast Du vollkommen Recht!

Die fast bekanntere Coverversion des Songs stammt aus dem Jahr 1985 und wurde durch die bereits genannte Soul Diva gesungen. Das Original hat aber kein Geringerer als Sir Roderick David „Rod“ Stewart eingespielt – der Titel steht diesmal für sich „That´s what Friends are for…“ (Klugscheißermodus aus)

95% der Wachstunden des vergangenen Monats habe ich mit Hans Peter verbracht

Bitte seht mir nach, dass ich eine kleine Schleife mache – ich muss kurz in die Vergangenheit zurück, um zu erklären, wie wichtig mir die Freunde der Gegenwart sind…

Im Juni 2016 waren wir zusammen mit einem befreundeten Paar aus unserer Heimat in Griechenland, wir waren mit NESSAJA unterwegs und hatten eine Woche Spaß zusammen – es war ein gemeinsamer Urlaub.

2016 – unter vollen Segeln Richtung Leros – der Urlaub geht zu Ende

Wie immer hatte ich eine gewisse Melancholie – NESSAJA glitt lautlos unter Vollzeug mit drei geblähten weißen Segeln Richtung Leros, wir wussten, die Heimreise naht.

Ich habe bejammert, dass ich am liebsten hier bleiben wolle, vielleicht sogar hier leben möchte – ich konnte nicht ahnen, dass sich diese Idee fünf Jahre später manifestieren sollte. Mein Freund Sepp hält dagegen – „…zuhause ist man verwurzelt, da sind deine Freunde!“

Wir diskutieren, ich gebe ihm Recht was die Wurzeln betrifft, würde es aber Heimat nennen. Zuhause kann ich überall sein – wherever I lay my hat…

In der Sekunde in der wir in die Marina einfahren, hupt es aus zwei Richtungen, Freunde winken von der Straße, in der Marina empfängt man uns – „…schön, dass ihr wieder da seid!“ Ich lächle und sehe Sepp an – nein, meine Freunde sind nicht nur im bayrischen Oberland, auch hier haben wir viele wertvolle Sozialkontakte.

Zurück nach 2024 – kann Freundschaft, wie sie aus einem gleichgearteten Interesse innerhalb kurzer Zeit entsteht, kann eine solche Freundschaft so wertvoll wie eine gewachsene sein?

Ich denke ja! Der August war ein Monat, der dies einmal wieder unter Beweis gestellt hat. Doch macht euch selbst ein Bild…

Warning Note! – es könnte passieren, dass der Rückblick auf den achten Monat des Jahres techniklastig wird – ich gelobe aber, dies kurzweilig zu erzählen und in eine geschmeidige Rahmenhandlung zu packen – das letzte Drittel des Berichtes wird die Nicht-Technikinteressierten dagegen versöhnen…

Der Monat begann entspannt, ich sitze am Rechner, lade den Blogbericht für den Juli hoch und trinke meinen ersten Kaffee – ohne den geht nix!

So kann der Tag beginnen

Ich habe für mich beschlossen, dass ich es heute langsam angehen lasse – es ist mein letzter Tag alleine, heute am späten Abend kehrt Sibylle aus Deutschland zurück.

So stimme ich mich nach dem morgendlichen Anlaufen mit Hans Peter ab – er kann derweil alleine an seiner LIBERTÉ weiterwurschteln, es gibt genug Arbeiten bei denen ich nicht unterstützen kann…

Ich dagegen verziehe mich auf ELOWYN um zumindest ein bisschen produktiv zu sein – der Schalter für den Wassermacher muss bestellt werden, zu diesem Zweck hat der Hersteller mir ein Foto geschickt.

Hier klafft die Lücke…
…der Hersteller lässt mich vor Bestellung abgleichen

Ich bin abermals von einer Designänderung betroffen – ihr wisst, wie mich das aufregt! Ich hatte den Originalschalter schon im Internet gefunden, es gibt einen Händler in Deutschland.

Der Hersteller der Anlage hingegen, bietet mir einen roten statt einen weißen Schalter an, auch die Anschlüsse sind anders. Wenn er passt, dann ist das alles lösbar – dennoch würde ich das Originalteil bestellen. Volker muss entscheiden!

„Du, ist mir egal, nimm´ den Roten, der kostet die Hälfte…“ – ok, ich bin überrascht, aber hier entscheidet er! Mir bleibt nur die Maße zu vergleichen – passt! Ich bestelle.

Relevant sind nur die Maße – einer Bestellung steht nichts entgegen

So, mehr mute ich mir heute nicht mehr zu. Ich gönne mir ein seltenes Nachmittagseis und verhole dafür zu „Repapis“ Eissalon – man gönnt sich ja sonst nix.

Ah, was für ein Genuss

Gedankenverloren sitze ich da. Ich grüble über meine Situation. Sibylle kommt zurück, ich freue mich auf sie. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Phase alleine, sehr viel unkomplizierter war als unser sonstiges Leben.

Hans Peter und ich haben uns zwei Wochen lang nur auf das Notwendige konzentriert. Die Tage schienen länger, unsere Produktivität war größer. Naja, so kann es ja nicht weitergehen! Ab morgen also wieder ein geregeltes, wenn auch etwas aufwändigeres Lebensmodell 😉

Über mein Gedankenspiel verflog die Zeit – mein Telefon bimmelt und ich erhalte eine Nachricht von Hans Peter…

Waaaas, schon so spät???

So weit ist es also schon, der Freund ruft zum gemeinsamen Dinner. Heute wird nicht gegrillt, Reste müssen weg. Der Hobbykoch aus dem Saarland hat daher heute zum gemeinsamen Schmaus auf der „Hochterrasse“ geladen.

Ich starte die GS und tuckere zu ihm, wir machen es uns bequem, genießen den Blick über die Marina und unsere „Pasta alla Creme con Tonno“.

Eine klassische Essenseinladung – was für ein Luxus
Nudeln mit Thunfisch-Sahne Soße – ein klassisches „One-Pot“ Gericht. Lecker und reichlich

Obwohl wir heute nicht besonders fleißig waren, schlagen wir uns die Wänste voll und genehmigen uns auch ein, zwei Bierchen. Heute ist keine Eile geboten, denn ich werde hier bis 22.30 Uhr verweilen und dann direkt mit Hans Peters Auto zum Hafen fahren und Sibylle abholen.

Wir hatten genug zu bequatschen, die Zeit verflog rasch!

Der Abend bricht herein und taucht die Marina und Lakki in ein bezauberndes Licht

Ich beobachte den Weg der BLUESTAR 2 über die „Marine Traffic“ App und kann so „just in time“ reagieren. Leider bekomme ich im Hafenbereich keinen Parklplatz und werde des Geländes verwiesen – in der Hochsaison spinnen alle, es gelten andere, weniger entspannte Regeln.

Als ich von meinem finalen Abstellplatz zum Anleger gelaufen komme, läuft die Fähre bereits ein – Punktlandung!

Sibylle kommt zurück

Meine Angetraute ist unter den Passagieren, welche den Zubringer zu Fuß verlassen. Ich treibe sie zum zügigen Verlassen des Hafengeländes an, hier geht es zu wie auf dem Rummel – ich hasse das!

Dafür und auch um erst einmal richtig HALLO zu sagen, fahren wir nur ein paar Meter weiter und kehren ins „Palma Café“ auf einen Ouzo als Absacker ein. Wir erzählen einander ein wenig, fahren etwas runter und gehen erst danach nach Hause – zurück auf NESSAJA.

Das Gepäck stellen wir nur ab, naja fast, ein paar „Utensilien“ braucht Sibylle schon, bevor sie sich einfach schlafen legen kann – aber daran scheitert es nicht. Alles Weitere morgen, denn da ist auch noch ein Tag!

Der beginnt mit einem Frühstück bei Marietta – das halten wir bewusst kurz, denn Sibylle will auspacken und danach einkaufen und unser Schiff wieder in den „Sibylle Modus“ versetzen. Hausarbeit existiert wieder, gewollt!

Ich habe auch Interesse was im Reisegepäck meiner Gattin so alles untergebracht ist.

Die Teile für Hans Peter – Ruderlager und die Volvo Teile, die wir für den Saildrive benötigen
Die Teile für mich – Druckerpatronen, der Bremszylinder für meine BMW, das Gasregelventil für den ENO und ein paar Werkzeuge aus meinem alten Werkzeugwagen

Sibylle und ich haben mit Hans Peter vereinbart, dass wir den heutigen Tag auch noch „freinehmen“. Ich wollte mich der Rückkehr von Sibylle widmen und auch die Teile sofort verräumen oder, sofern möglich, gleich verbauen.

Mit dem Aufkleber im Cockpit fange ich an. Der Alte hat durch die stetige Sonneneinstrahlung arg gelitten, ein Neuer musste her.

Nicht elementar – verdeckt aber einen Kratzer und soll schön aussehen
So soll das – eine Arbeit die ausnahmsweise mal schnell erledigt war

So wurschtelten Sibylle und ich bis zum späten Abend vor uns hin. Zwischendrin war Sibylle einkaufen, dafür wurde sie durch Hans Peter und mich instruiert, wie unsere „Grillabende“ auf der Baustelle ablaufen – sie war zunächst einverstanden, obwohl der Speiseplan, der wechselweise Köfte oder Chicken-Souvlaki vorsah, nicht unbedingt auf Begeisterung stieß.

Wir haben zusammen gegrillt und sind dann nicht allzuspät ins Bett, so ein „relaxter“ Tag kann ganz schön anstrengend sein! Als Betthupferl gab es noch ein Feuerwerk – mehr kann ich nun wirklich nicht tun 😉

Wie bestellt – Feuerwerk über Lakki

Ein neuer Morgen – wir wollen, nein, wir müssen zurück in unseren geregelten Arbeitsablauf. So treffe ich den Skipper der LIBERTÉ unter der gleichnamigen Baustelle – heute beschäftigen wir uns mit dem Saildrive.

Weil das Auge ja auch immer ein bisschen mit verwöhnt werden will, beschließen wir, dass unansehnliche Teile ein neues Finish bekommen. Hans Peter macht sich also ans Lackieren der Anbauteile.

Der Klemmring des Saildrive – ein Neuteil für fast 500.-€, welches sich auf jeden Fall zu retten lohnt
Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Wer genau hingesehen hat, dem ist im Hintergrund von Bild 1 vielleicht mein Motorrad und eine Palette mit einem Bauteil aufgefallen. Wir haben uns die Mühe gemacht, den Hochdruckreiniger anzuschließen, um das Saildrivegehäuse vollumfänglich zu reinigen. Klar, dass ich der treuen GS dann auch ein Waschprogramm gönne – an ihr hängt schließlich noch der Staub aus Kreta!

Beides, Saildrive-Getriebe und GS lassen wir in der Sonne trocknen, während wir die Teile für den Zusammenbau vorbereiten. Das Unterteil des Saildrive, die Finne, hatten wir im Vorfeld schon mit Epoxi-Primer behandelt und lackiert.

Jetzt kann es losgehen!

Alle Teile und Schrauben da, Anleitungen und Reinigungsmaterial???

Wie ich ja im letzten Monatsbericht geschrieben hatte, war der Zusammenbau nicht sehr herausfordernd. Ich hatte die gleiche Arbeit vor zwei Jahren an NESSAJA erledigt und wusste noch, was zu tun war. Wir gingen sehr gewissenhaft vor, denn diese Arbeit ist aufwändig und wir wollen kein zweites Mal ran!

Nix vergessen, alles auf Drehmoment anziehen

Alles in Allem hat der Zusammenbau einen Nachmittag in Anspruch genommen.

Um den Tag vollumfänglich auszunutzen, schreibe ich Giorgos an, ob es schon irgendwelche Fortschritte bezüglich der von uns vergebenen Projekte gibt. Im Moment sind vier Arbeitsaufträge bei „Boat & Parts“ anhängig.

Mein Freund hat gute Neuigkeiten, wir sollten heute gleich vorbeikommen, er wäre gerade mit unseren Aufgaben beschäftigt. Das trifft sich gut – villeicht bekomme ich endlich das Getriebe von ELOWYNs Deckswinsch zurück.

Wir kommen an und bereits der erste Blick macht klar – nein, wegen der Muringwinsch wurden wir nicht einbestellt!

Das Getriebegehäuse von ELOWYNs Deckswinsch ist zwar sandgestrahlt und bereit zum Zusammenbau – aber noch nicht fertig

Im hinteren Teil der Werkstatt brutzelt der Schweißapparat. Schnell wird klar, dass Giorgos sich heute vorgenommen hat die Ankerwinsch von Hans Peter zu individualisieren.

Der Meister an seinem Schweißgerät

Für die technisch versierten und interessierten Leser unter euch – Lofrans hat beim Modell „Caiman 88“ bei der Verschraubung einen Materialmix von V4A und Aluminium verbaut, nicht gut! Dazu kommt, dass die Verschraubungspunkte bezüglich der Krafteinleitung eher suboptimal angeordnet sind. So hat Hans Peter beschlossen, sich eine Montageplatte unter das Gehäuse schweißen zu lassen und die Problematik somit zu entschärfen – dies hat Giorgos übernommen. Das Ergebnis war einwandfrei.

Darauf ein Reparierbier

Nach getaner Arbeit genießen wir ein Bier zusammen, machen noch eine andere Kleinigkeit für HPs LIBERTÈ klar und fahren dann wieder zurück in unsere Marina.

Als wir losfuhren, verspricht mir mein Freund Giorgos, dass er als nächstes meine zwei Themen anpackt – ich freue mich, langsam müssen wir auf die Zeitachse achten.

Als wir zurück sind, zelebrieren wir abermals einen „Baustellengriller“, Sibylle hatte Salat vorbereitet und Brot sowie Grillgut gekauft. Der Abend klang unspektakulär aus.

Der Folgetag ist ein Sonntag – Sonntag ist NESSAJA Tag! Diesen in Sibylles Abwesenheit eingeführten Ablauf, möchte ich solange aufrecht erhalten, bis die mitgebrachten Teile verbaut sind. Mit dem wichtigsten fangen wir an – mit dem Regelventil für unseren ENO Bretagne.

Ich zerlege den in die Jahre gekommenen Gasherd

Bevor ihr euch alle fragt, ob sich eine solche Reparatur lohnt – insbesondere auch angesichts der relativ hohen Ersatzteilpreise, gepaart mit langen Wartezeiten – ja, das tut sie! Ein neuer Bretagne kostet zur Zeit rund 1.700.-€, das ist ein Haufen Geld.

Ich war und bin bereit, dieses Spiel noch eine Weile mitzuspielen – ich gehe dem französischen Kochgerät also ans Eingemachte und zerlege umfänglich…

Die Abdeckung muss komplett weg, das Versorgungsrohr auch – dann kann ich das Ventil abbauen
Links neu, rechts alt – Preis 180.-€, Wartezeit zwei Monate

Der Grund für den Austausch war banal. Kaum merklich, hat sich eine Schwergängigkeit beim Betätigen des Drehreglers eingeschlichen. Fies war, dass dies nur bei etwa der Hälfte des Betätigungsweges auftrat, ich konnte Sibylles Klagen kaum nachvollziehen – auch nicht, warum sie immer den Bedienknopf abgedreht hat.

Jetzt war die Ursache gefunden und somit auch zu beheben. Klar, dass auch dies nicht ohne Ärger abgeht – zumindest eine von neun Schrauben reißt ab!

Ausbohren und Gewinde nachschneiden

So arbeite ich langsam vor mich hin, zwischendrin gibt es eine Kaffeepause im Cockpit und nach rund dreieinhalb Stunden ist das Werk vollbracht – der ENO tut wieder und man sieht ihm die Operation nicht an.

Als wäre nie was gewesen

Am Sonntag gibt es einen weiteren Brauch – Hans Peter hat den Tag des Herrn zum „SouVLakki Tag“ ernannt. Wir gehen, das ist gesetzt, am Sonntag in den Lieblingsgrill zum Essen und danach zu „Repapis“! An allen anderen Tagen der Woche wird gegrillt, wechselweise Köfte und Chicken-Souvlaki, easy oder?

Das Feuerwerk am heutigen Abend war wohl für mich – der Gasofen ist repariert und NESSAJA ist nicht explodiert, ein gutes Ergebnis, welches man feiern darf!

Feuerwerk vom SouVLakki aus – wir wurden von der Crew der KARO begleitet

Am nächsten Morgen wollen Hans Peter und ich den Saildrive einbauen. Zuvor aber, so mahnt mich Sibylle, müssen wir Getränke kaufen! Sie sieht nicht ein, dass sie das schwere Zeug mit ihrem kleinen „Breezy“ rumkarren und an Bord schleppen soll. Ok, die Argumentationskette ist lückenlos, der Saarländer und ich fahren mit dem 4×4 zum Getränke bunkern…

Bier mit und ohne Alkohol, Schweppes und Cola sowie, ganz wichtig, acht 10 Liter Maxibottles Trinkwasser

Der eigentliche Grund für unser Ausrücken war allerdings, dass wir Trinkwasser kaufen mussten. Die Wasserversorgung auf Leros funktioniert mittels einer Wasseraufbereitungsanlage. Diese war seit Tagen defekt und das Wasser aus den Leitungen schmeckte salzig.

Aus diesem Grund waren auch die kostenlosen Trinkwasserautomaten der Insel außer Betrieb. Sowohl auf LIBERTÈ als auch auf NESSAJA drohte ein Trinkwassermangel. Dafür waren wir bereit die Big-Bottles zu kaufen und an Bord zu schleppen.

Es sollte eine einmalige Aktion bleiben, die Trinkwasseraufbereitung wurde ein paar Tage später repariert.

Mir fiel aber beim Weg über den Steg etwas auf…

Desaster auf OLIVE

Seit Tagen meine ich, einen latenten Benzingeruch zu vernehmen. Ich war der fälschlichen Annahme, dass dieser vom dritten Schiff in unserer Reihe käme und kein Grund zur Sorge wäre.

Heute sehe ich aber den wirklichen Grund – am Nachbarschiff, der OLIVE von Ciarán und Jill, ist der Kraftstoff aus dem Tank des Außenborders ausgelaufen und hat den Rumpf versaut. Da wir die Beiden echt gerne mögen, melde ich das Problem an Ciarán und frage ob ich helfen darf.

Dann endlich gehe ich zu Hans Peter, wir legen mit Verspätung los…

1001-mal bei Elring Trainings besprochen – wieder umgesetzt, aufgeschnittene Flasche in Ermangelung eines Spezialwerkzeuges

Zunächst müssen wir den Motor noch kurz vorbereiten. Es gilt den Wellendichtring der Kurbelwelle zu erneuern und sowohl Schwungscheibe als auch Adapterplatte und Getriebeglocke anzubringen.

Alle Schrauben ziehen wir mit den vorgeschriebenen Drehmomenten an

Als dies erledigt ist, kann Hans Peter den Saildrive an Bord holen und nach unten bringen. Gleich geht´s los! Wir wissen, dass dieser Job nicht einfach ist und holen uns daher Berthold zu Hilfe.

Gleich bauen wir ihn ein

Unser Plan ist, dass der Skipper das schwere Trum von der Hauptzugangsseite in sein Bett hebt und ich von der anderen Seite führe. Der Zugang ist eng und die Teile sind schwer – wir ahnen, dass dies keine filigrane Arbeit wird – doch wir haben einen Plan.

Ist das Getriebe erstmal in Position, würde HP den Saildrive führen, Berthold kann von der Schiffsunterseite das Getriebe drehen und, wenn nötig, etwas kippen – wenn alles in einer Flucht steht, dann schiebe ich den 200kg schweren Motor zurück auf seinen Platz

An seinem Platz ist er – etwas drehen noch – und höher muss er!

Gedacht, gemacht – wir ruckeln und wackeln, Kommandos werden gerufen – irgendwann höre ich Hans Peter rufen „…jetzt passt es!“

Ich schiebe den Motor an und er rutscht die paar Zentimeter in Richtung Getriebe – und siehe da, die Bauteile flutschen zusammen als wäre es ein Kinderspiel. Erster Versuch – Motor und Getriebe zusammenschieben – check!

Der Saildrive ist dran, die ersten Schrauben sind drin – da rutscht nichts mehr auseinander

Jetzt erstmal eine kurze Pause! Berthold ist entlastet, wir bedanken uns herzlich. Ein paar Schluck trinken, im Schiff ist es heiß – und letztlich auch etwas frische Luft schnappen.

Dabei wagen wir einen Blick von unten – der Saildrive ist wieder an seinem Platz. Hier hat Berthold, vor wenigen Minuten noch, die Finne ein wenig zu dirigieren versucht…

Das Zusammenfügen von Motor und Getriebe – ein Meilenstein

Weil es so gut geklappt hat und wir noch einen halben Tag haben, beschließen wir weiter zu machen und alle Schrauben zwischen Saildrive und Motor heute zu finalisieren. Um die Peripherie würden wir uns morgen kümmern.

Auch hier gilt das ungeschriebene Gesetz, dass eine Arbeit an einem Schiff nie, wirklich nie, reibungslos klappt, auch hier bleibt uns Unbill nicht erspart!

Merkt man auch erst beim Reindrehen, dass die krumm ist

Sibylle unterstützt! Sie ist unser „Bodenpersonal“, weil wir die Niedergangstreppe ausgebaut haben und somit im Schiff gefangen sind. Sie besorgt uns das „corpus delicti“ in Form einer neuen Schraube für die Motorlagerungen, so sind wir in der Lage unser Tagwerk planmäßig fertig zu stellen.

Nie, so mein Gefühl, war das Abendessen mehr verdient als heute!

Wir grillen an Bord der LIBERTÈ
Heute ist Köfte Tag
Bunte Salatbegleitung

Ich freue mich, es ist ein neuer Tag und ich soll heute mein Motorrad abholen – so gegen 11.00 Uhr. Es ist seit gestern bei „Moto Loukas“ um die malade Hinterradbremse reparieren zu lassen. Bei dieser Gelegenheit soll der Mechaniker gleich die vordere Bremse ebenfalls entlüften, die Antriebskette servicieren und die Gabeltauchrohre vom Flugrost befreien.

Da es bis dahin noch ein Weilchen hin ist, widme ich mich zunächst OLIVE. Ich lege mir eine Passerelle um auf das Nachbarschiff übersteigen zu können.

Ein oder zwei Holzbretter liegen an jedem Steg

Erstmal drüben, sehe ich nach der Ursache, diese ist in einem defekten Tank des Außenborders rasch gefunden. Da dieser aber inzwischen leer ist, kann ich Entwarnung geben, hier besteht im Moment kein Handlungsbedarf.

Hier lief es raus

Ich hole mir einen Eimer mit Spüliwasser und befreie OLIVE von dem klebrigen Zweitaktgemisch. Mit meinem Wasserschlauch spüle ich das Heck der irisch beflaggten Moody 42 mit klarem Wasser, bis sie wieder glänzt. Problem behoben, alles wieder in Butter auf´m Kutter.

Alles wieder gut – ich vermelde der Crew die positive Neuigkeit

Inzwischen ist es fast 11.00 Uhr! Ich bitte Hans Peter mich rasch nach Lakki zu fahren. Das wird umgehend erledigt, so dass ich bereits eine halbe Stunde später die GS zurück auf ihrem Platz habe – und seht selbst!

Die Gabeltauchrohre glänzen wieder…
…die neue Kette sieht wieder aus wie eine solche…
…und das Beste – der neue Bremszylinder ist verbaut, die Bremsanlage packt wieder zu

Ihr mögt euch fragen, warum der KFZ-Meister sein Mopped nicht selber repariert. Ich will ganz offen antworten – weil es sich nicht lohnt! Ich habe den Bremszylinder angeliefert und alle Arbeiten nebst Material von Loukas bezogen – bei der Abholung hat der junge Werkstattbetreiber lang erklärt wie viel Arbeit er hatte, alles sei ein wenig kompliziert gewesen aber ER hätte es hinbekommen.

Ich möge verstehen, dafür müsse er jetzt 40.-€ – in Worten, vierzig – verlangen. Natürlich lobe ich die tolle Arbeit und wertschätze sein Tun. Ich bezahle das aber auch gerne, weil ich genau solche Anlaufpunkte brauche. Ich kann mich indes den Herausforderungen an LIBERTÉ widmen.

Und da wären wir heute wieder bei meinem Fachgebiet, dem Einbau des vorderen Kurbelwellendichtringes. Wieder möchte ich mit einer Fotostrecke für die Interessierten, ein wenig von meiner, von unserer Erfahrung teilen.

Der alte Ring, vermutlich nicht die Ursache für den Ölverlust – wir tauschen prophylaktisch
Zum Ausbau bohren wir ein Loch in den Metallkäfig, das kann tricky sein
Mittels einer eingedrehten Blechschraube ziehen wir den Ring

Es ist ganz wichtig, den alten Ring nicht über die Welle oder den Sitz auszuhebeln. Zu groß ist die Gefahr, diese empfindlichen Dichtflächen zu verkratzen oder zu verdrücken.

Ist der Ring ausgebaut, reinigt man die Dichtflächen und baut den neuen Ring ein.

Ring ist ausgebaut – der Sitz und der Wellenstumpf müssen gereinigt werden
Für die Montage gibt es spezielle Montagehülsen, wir bauen diese aus einer PET-Flasche (Achtung! Kanten entschärfen)
Die Hülse verhindert ein Umklappen und eine Beschädigung der Dichtlippe beim Aufstecken – die Gummidichtlippen müssen geschmiert werden, PTFE Dichtlippen keinesfalls
Nach dem Ziehen der Hülse muss der Ring final in seinen Sitz gedrückt werden – beim VP MD22 0,5mm unter Flanschniveau

Zum Eintreiben haben wir uns eine passende Hülse gesucht und den alten Ring als Unterlage benutzt. Fertig!

Eines noch – ich lese und höre immer wieder vom „Simmerring“ – das ist umgangssprachlich, technisch falsch und beweist Unkenntnis. Ein Simmerring ist eine bestimmte technische Ausführung, streng genommen von einem bestimmten Hersteller.

Richtig heißen die Dinger „Radialwellen(dicht)ringe“ / RWDR. Jetzt lass´ ich es gut sein 😉

Last not least montieren wir die Antriebsräder für Zahn- und Keilriemen sowie die Riemenscheibe – auch hier arbeiten wir mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von immerhin 180Nm (VP MD22).

Fertig – an der Kurbelwelle! Die Nockenwelle machen wir ein Andermal

Ok, ich entschuldige mich – Asche auf mein Haupt! Das war nun wirklich tief in der Materie – aber ich will eben nicht nur über „Repapis Eis“ und Badefreuden in Panteli berichten, auch die herausfordernden Seiten des Segleralltags sollen beleuchtet werden. Da gehört eben reparieren an allen Fronten dazu – und wann kann ich Expertise besser weitergeben und teilen, wenn nicht im Motorenbereich, besonders wenn es um Abdichtungssituationen geht. Man möge mir das nachsehen!

Am späten Nachmittag brechen wir ab, reinigen unsere verschwitzten Leiber und verholen dann auf die LE CLAPOTIS von Marijke und Cees. Dort sind wir zum Sundowner geladen, wir nehmen mit Freuden an!

Die Niederländer empfangen uns, es gibt Ouzo und Snacks
Wir genießen das einladende Schiff – es lenkt von der gewohnten Baustellenatmosphäre ab

Als wir gerade an Bord gekommen waren, hören wir von vis-a-vis eine bekannte Stimme – „…hey, was ist da los, ihr trinkt ohne mich?!“

Gottfried und Gabi waren bereits wieder von einer kleinen Runde zurück – völlig unerwartet eigentlich… Marijke reagiert sofort, sie schiebt ein „…kommt doch rüber!“ nach, dies wird aber abgelehnt. Man habe nur gefrotzelt, sei gerade angekommen und wolle erst „klar Schiff“ machen und etwas ausruhen.

HARMONY war schon zurück

Die Zeit verflog rasch und wir waren überrascht, wie schnell es kurz vor 20.00 Uhr war. Nicht, dass wir unhöflich wären, aber wir mussten weiter – zum nächsten Termin.

Wir hatten dies selbstverständlich mit unseren Gastgebern vorher so abgestimmt, so war es nicht überraschend als wir uns verabschiedeten um noch nach Vromolithos ins „Tis Kakomoiras“ zu fahren.

Dort waren wir mit Heidrun und Berthold von der KARO verabredet, es war deren letzter Abend, diesen wollten sie mit uns dreien verbringen.

Die Terrasse des „Tis Kakomoiras“ liegt hoch über der Bucht von Vromolithos und bietet einen guten Ausblick
Zu fünft teilen wir uns Meze und genießen einen schönen Abend – ich kann die Crew der KARO richtig gut leiden

Naja, irgendwie bin ich ja schon mitten drin im Headlinethema – wir leben ein mediterranes Leben und genießen eben dieses zusammen mit unseren Freunden.

Klar, nicht alle Freundschaften sind gleich tiefgehend, nicht alle von langer Dauer – aber für den Moment betrachtet, sind alle wertvoll und bereichernd. Wir haben im Laufe unseres Seglerlebens viele tolle Menschen kennen gelernt. Den Unterschied zwischen Freundschaft und Bekanntschaft sehe ich nicht mehr so streng wie früher – der rhetorischen Einfachheit halber, bekommt jede Person in meinem Dunstkreis, mit der ich ein Bier getrunken oder Meze geteilt habe, den Titel „Freund“.

Die, bei denen diese Freundschaft wächst, bei denen die Freundschaft Tiefgang bekommt, die merken das bei mir, so glaube ich, recht deutlich!

All´ diese Menschen zeichnen sich verantwortlich für die Geschichten die im Buch des Lebens manifestiert werden, sie kreieren die Bilder im Kopf – dazu später noch einmal ein paar Anmerkungen.

Am nächsten Morgen gehe ich auf ELOWYN, auch hier umfasst meine Arbeitsliste noch ein paar Punkte.

Ich setze die blaue Schönheit unter Strom, zudem fülle ich die knochentrockenen Wassertanks

Das Füllen der Wassertanks von ELOWYN dauert. Etwa zwei Stunden kann ich veranschlagen, bis ein Kontrollblick nötig ist – so lange dauert es, bis 1.3 Kubikmeter H2O gebunkert sind – 1.300 Liter müssen durch den Gartenschlauch gespült werden.

Batterien voll – Wassertanks voll

Als der Frischwasservorrat wieder aufgefüllt war, konnte ich mich der heutigen Aufgabe widmen – Fehlfunktion der Steuerbord Druckwasserpumpe feststellen, Reparaturumfang festlegen, Teile bestellen.

Aber nanu??? Es funktioniert alles! Was tun?

Ich telefoniere mit Volker und schicke ein Video. Alles funktioniert und tut dies auch über die nächsten Tage. Was sollte ich da reparieren? Wir beschließen also, dass wir dieses Thema weiter beobachten.

Tagwerk erledigt, manchmal braucht man eben auch Glück!

Nachdem noch etwas Tag übrig ist, geselle ich mich noch einmal zu meinem saarländischen Spezi, wir wollten doch noch die Arbeit rund um LIBERTÉs Motor abschließen, warum nicht gleich?

Gedacht, gemacht!

Ok, Durchsatz sollte noch da sein, aber eigentlich muss er raus – wir entscheiden zu entkalken

Wir montieren den Ausgleichsbehälter für die Kühlflüssigkeit, den Seewasserfilter und die Züge für Schaltung und Gasbetätigung.

Eigentlich wollten wir auch noch das Röhrenpaket des Wärmetauschers ausbauen und reinigen, dafür reicht aber der Platz nicht, man müsste den Wärmetauscher abnehmen. Das verwerfen wir und entscheiden stattdessen, dass wir das Röhrenpaket entkalken werden.

Last not least, bringen wir noch einen reparierten Flansch am Wärmetauscher an – dann ist es geschafft! Wir haben das Arbeitspaket „Saildrive“ abgeschlossen.

Alles wieder da wo es hingehört

Das Arbeitspaket „Motor“ umfasst noch das Abdichten von Nockenwelle und Ventildeckel – dies ist bei diesem Motor aufwändig, weil der „Ventildeckel“ etwas mehr ist – nämlich der Nockenwellenträger! Somit ist das noch einmal ein größerer Eingriff, den wir aber auf später verschieben.

Wir schließen den Motorraum und räumen das Werkzeug auf – wir sind zufrieden!

Da trifft es sich gut, dass der abendliche Griller heute etwas größer ausfällt! Sibylle und ich sind den Holländern Marijke und Cees schon lange eine Gegeneinladung schuldig, das holen wir heute nach…

Wir sitzen gemütlich zusammen – an unserem Grillplatz unter LIBERTÉ
Ich organisiere einen Sack Eis um gekühlte Getränke anbieten zu können
Auf dem Grill brutzeln die Köstlichkeiten von unserem Gourmetmetzger „Xatzigrigoriou – Artisan Butchery“…
…und Sibylle hat ein Salätchen gemacht – leider nicht nur für mich 😉

Ein schöner Abend, wir sitzen lange beisammen, bevor unsere Freunde aus den Niederlanden sich verabschieden.

Aufgräumt ist schnell, dann gehen auch wir nach Hause. Am Rückweg, es herrscht wieder strammer Meltemi, sehe ich einen richtig dicken Kugelfender an unserem Liegeplatz treiben – klar, dass mein Ehrgeiz erweckt ist, den greife ich mir!

Mit einem Bootshaken ausgerüstet, angle ich mir die „Dicke Bertha“

Vielleicht weil ich so ein guter Kerl bin, vielleicht auch zufällig, wird just in dem Augenblick als ich zurück an Bord bin, abermals ein Feuerwerk, diesmal über Temenia, abgeschossen.

Sibylle und ich genießen das Schauspiel aus dem Cockpit heraus, dann gehen wir ins Bett.

Diesmal aus entgegengesetzter Richtung

Neuer Tag, ich sitze noch beim Kaffee als mein Telefon bimmelt. Wach, aber kaum ansprechbar, sitze ich da und wünsche mir, dass es eine wichtige Nachricht ist, welche mich so früh penetriert…

JAAA, es ist eine wichtige Nachricht! Die Lebensgeister schießen in meinen Körper, Endorphine machen sich breit – Giorgos vermeldet Vollzug! Die Deckswinsch von ELOWYN ist fertig, die Seewasserpumpe für den Generator ebenfalls…

Neu lackiert, neue Dichtringe, neuer Service – ach ja, der alte Spindelstumpf ist auch entfernt

Sofort passen Hans Peter und ich die Pläne für die nächsten zwei Tage an. Ich müsse mich jetzt einmal intensiv dem blauen Riesen widmen, auch er hätte zwei, drei Kleinprojekte und kann sich alleine beschäftigen.

Ich fahre mit Sibylle zu Giorgos, hole die ersehnten Teile ab und bringe diese auf ELOWYN.

Beim Händewaschen fällt mir auf, dass das Wasser im Waschbecken der Tagestoilette nicht abläuft. Ich kann den Waschbeckenstöpsel nicht anheben – was ist das? Kein Hebel?

Ich sehe nach…

Ok, der Fehler ist gefunden, aber wo ist das fehlende Stangerl?

Während ich bei Volker abfrage, ob er etwas über den Verbleib der fehlenden Betätigungsstange wüsste, spiele ich mit einem Schläuchlein, welches der Eigner ebenfalls nur auf den Tresen gelegt hat…

Und wohin gehört das?

Die Antwort meines Freundes und Eigners der Algro 68 war ernüchternd – „…nein, er hat das mit der Betätigungsstange nie gehört und wüsste nichts über deren Verbleib, den Schlauch hätte er in der Motorbilge gefunden, der gehöre irgendwohin, ich würde das sicher finden!“

Ah ja, ok – Challenge accepted! Dann baue ich die Deckswinsch eben morgen zusammen und beschäftige mich heute mit dem Schläuchlein. Die Betätigungsstange für den Waschbeckenstöpsel kommt indes auf meine „To-Do Liste“.

Nur eine Stunde hat die Suche gedauert, vielleicht etwas länger – und schon hatte ich den Anschlussstutzen für das Schläuchlein gefunden. Na, wenn es sonst nix ist…

Gefunden, montiert, fixiert

Für heute reicht es mir, ich gehe zurück zu NESSAJA, wir sind schließlich an Bord von Marcus DARKSYDE zum Sundowner geladen, ich muss etwas früher als sonst „ready for Dinner“ sein. Sibylle mahnt zudem ein frisches T-Shirt an. Zeit also, den Feierabend einzuläuten.

Während ich zu unserem Schiff schlendere, fällt mir auf, dass jemand unser Mechanikerauto fotografiert. Ich habe das so noch nie gesehen, aber zugegeben, es ist schon speziell wie Petros und Adonis hier ausrücken! Ich mache ebenfalls ein Bild, so dass ihr euch das vorstellen könnt.

Der alte Datsun gehört zum Inventar – Werkzeuge und Teile werden auf der Haube und dem Dach transportiert

Nachdem Sibylle und ich uns aufgehübscht haben, fahren wir mit der GS zur Slipstelle in Lakki. Dort holt uns Marcus mit dem Tender ab und wir verholen auf die DARKSYDE.

Wir freuen uns, es ist einige Wochen her, dass wir die Drei zuletzt gesehen haben. Wir haben viel zu erzählen und genießen die zwei Stunden, bevor wir weiter müssen – wir mögen die kleine Familie und haben uns richtig befreundet, ich schätze das.

Die DARKSYDE in der Abendsonne
Bier mit Meersalz – das ist mal was anderes
Kurz vor 20.00 Uhr müssen wir zurück nach Lakki…
…es ist nicht weit, Marcus bringt uns pünktlich rüber

Auch hier haben wir den Zeitrahmen vorher abgesteckt um nicht unhöflich zu sein. Um 20.00 Uhr waren wir mit Hans Peter, sowie der Crew der HARMONY im „SouVLakki“ zum Dinner verabredet.

Der Abend war nett und kurzweilig, wir haben uns allerhand Geschichten erzählt und diesen dann bei „Repapis“ ausklingen lassen. Schön…

Wir haben den Abend diesmal nicht zu spät beendet – ich wusste, dass ich am nächsten Tag allerhand vor der Brust hatte.

So rappelte ich mich am nächsten Morgen auf und richtete mir auf der ELOWYN im Cockpit einen gemütlichen Arbeitsplatz ein – mein Ziel heute, die Wasserpumpe für den Generator montieren und die Deckswinsch zusammenbauen und für die finale Montage fertig machen.

Ich ahnte nicht, wie ich mich die nächsten Tage würde ärgern müssen.

Es fing alles harmlos an – mein Arbeitsplatz auf der ELOWYN, ein luftiges Plätzchen

Giorgos und ich hatten zunächst die abgerissene Schraube im Gehäuse der Seewasserpumpe entfernt und das M4 Gewinde auf M5 vergrößert. Toll fand ich das nicht, also wurde gemeinsam beschlossen, dass er einen M4 Helicoil Gewindeeinsatz beschafft und diesen montiert.

So weit, so gut – wie knapp das zugeht, wenn man solche Reparaturen bewerkstelligt, das könnt ihr hier sehen…

Beim Bohren und Gewindeeinsatz setzen, ist der Gewindegang nach außen durchgebrochen

Zum Glück befindet sich das kleine Löchlein nicht in einem wasserführenden Kanal, sondern wirklich nur am Gehäuserand – es ist kosmetisch imperfekt, hat aber keine die Funktion beeinflussende Auswirkung. Glück gehabt!

So konnte ich den Deckel mit neuen Schrauben montieren und auch die Pumpe dann relativ schnell anbringen. Dass mich einer der Wasserschläuche etwas geärgert hat, er hatte einen Cut direkt am Anschlusskragen und konnte aufgrund seiner Formgebung nicht gekürzt werden – dies bleibt eine Randnotiz, ich konnte dies mit PU-Masse sicher reparieren.

Sieht wieder gut aus und wird wohl funktionieren

Mehr Ärger hat mir dieses verfitzmaledeite Getriebe der Deckswinsch gemacht – es war echt zum Mäusemelken! Der Ausbau zog sich über Tage und war nur zerstörerisch zu vollziehen. Jetzt sollte mich der Einbau ebenso quälen – zu diesem Zeitpunkt wusste ich das aber noch nicht!

Einfach wie es scheint – drei Teile zusammenfügen

Das Ganze sah nach einer Aufgabe für einen Fünfjährigen aus – so eine Art Herausforderung wie man sie im Kindergarten zu meistern hat. Zu meinem Bedauern entpuppte sich dieser Arbeitsschritt aber als eine echte Challenge – eine, für die mir bis heute die Erklärung fehlt!

Das saß ich im Schweiße meines Angesichts und schaute bedröppelt…

Was war passiert? Nun, man musste eigentlich nur die große weiße Kunststoffscheibe auf die Welle stecken, was auch sehr einfach und gut funktioniert hat, danach war diese Einheit in die Aufnahme des Getriebes zu stecken – die Einbaurichtung war vorgegeben.

Glaubt es oder nicht – die neue Spindel hat, obwohl Giorgos dies geprüft haben wollte, um keinen Preis der Welt in diese Führung gepasst. Ich habe alles versucht, nichts hat geholfen.

Erst als ich in Erwägung gezogen habe, dass Irgendjemand irgendwann mit irgendwas auf diese Spindel geklopft haben muss, sichtbare Spuren waren jedoch keine vorhanden, die Spindel sich dabei leicht verformt haben muss – erst dann war ich auf dem richtigen Weg…

Einbaufertig – ich will nicht mehr drüber reden

Als ich dies zugestanden habe, war ich bereit mit meiner Akkuflex und einer relativ feinen 180er Fächerscheibe, einmal kurz über den unteren Rand der über 1.000.-€ teueren Spindel zu fahren – und siehe da, dies und ein bisschen Fett, schon flutscht es!

Ich war zufrieden und frustriert gleichzeitig – ahnte aber noch nicht, dass das erst der Anfang des Ärgers war. Für heute ließ ich es gut sein, ich verholte zu Hans Peter, um mit ihm – aus reiner Neugierde – eine Fleißaufgabe anzugehen.

Fleißaufgabe? Genau, wir haben nämlich nicht genug zu tun! Deshalb widmen wir uns jetzt mal einem wichtigen Projekt – einem geschenkten Wassermacher!

Ein Schenker 60 wechselt den Besitzer – der heißt jetzt Hans Peter

Obwohl mein Freund aus dem Saarland wohl weiß, dass man dem geschenkten Gaul ja sprichwörtlich nicht ins Maul schaut, hält er nicht so mit diesen Vorgaben. Er will genau schauen, weil man sonst ja gar nicht weiß was man hat…

Recht hat er – der Wassermacher hat für lau den Besitzer gewechselt, weil der Schenkende diesen nicht verwendet hat und er vermutet, dass die vielen Jahre Standzeit das Gerät zerstört haben.

Das mag stimmen, aber man kann alles reparieren, die Frage ist nur – lohnt es sich? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen und bauen den Schenker testweise auf…

Sollte funktionieren

Funktioniert aber leider nicht – wir müssen den Test abbrechen, bevor wir aussagekräftig sind, weil das Aggregat eine Undichtigkeit hat. Vermutlich nur ein O-Ring, aber dies muss erst repariert werden, bevor wir weitermachen können.

Sonst aber funktioniert alles – Filter, Förderpumpe, Bedienteil – alles gut! Auch insgesamt schaut das Teil noch gut aus. Und gemessen am Neupreis, wäre eine Investition bis zu einer Höhe von etwa 2.000.-€ als Schnäppchen zu bewerten.

Ich denke, diese Geschichte bekommt ein Happy End – ein Andermal!

Ok, jetzt aber – ich gehe heim und will duschen. Als ich den Hahn aufdrehe werde ich naß gespritzt – ja toll! Reicht es nicht für heute?

Der Fehler ist rasch gefunden…

UV Strahlen und die Hitze setzen unserem Wasserschlauch arg zu – wir werden einen neuen brauchen

Bis ich die Reparatur durchgeführt und mich frisch gemacht habe, geht die Sonne bereits unter. Sibylle mahnt zur Eile, das Essen sei vorbereitet, wir beenden den Tag wieder mit einem gemeinsamen Griller unter LIBERTÉ.

Schöne Stimmung

Ich komme noch einmal zurück zur Überschrift dieses Monatsberichtes – einer unserer Marinafreunde hat mir ein nettes Feedback zum letzten Monatsbericht geschrieben, er hat dabei erwähnt, „…wieviel Einsatz ich doch für Hans Peter und für die beiden blauen Riesen ELOWYN und EDINA zeige…“ – er hat dies aus seiner Sicht mit einer Bewertung und einem Ratschlag begleitet.

Ich denke nach – ist Hilfe selbstverständlich? Ja, ich denke, dass im Rahmen guter Seemannschaft und unter Gleichgesinnten, hier den Bootsfahrern, eine generelle Bereitschaft zur Unterstützung gegeben sein sollte.

Weiter denke ich, dass man selbst als gutes Beispiel vorangehen muss! In einer Welt die immer egoistischer wird, in einer Gesellschaft, die immer mehr über Ellbogeneinsatz funktioniert, in einer solchen Welt kann man “ um dieses Quäntchen besser agieren“ und gewissermaßen vorleben, wie es funktionieren könnte.

Zuviel Pathos? Zu philosophisch? Ok, ein Beispiel aus dem Alltag…

Ich könnt´ im Strahl kotzen

Ich will auf der ELOWYN nur schnell die Deckswinsch an Ort und Stelle heben und festschrauben – nicht mehr! Hans Peter will helfen, das Ding ist schwer.

Überrascht stellen wir fest, dass der weiße Plastikring nicht mehr in sein Gehäuse passt. Es geht nicht, wie zunächst vermutet, um „ein oder zwei µ“ – wir werden feststellen, dass der Ring um mindestens 1mm „gewachsen“ zu sein scheint.

So werden aus den geplanten 30 Minuten Einbauzeit zwei volle TAGE, die Hans Peter und ich an dem Ring feilen und auch Raspeln – von Hand! Ich leistete mir eine Schwäche, ich hätte das Ding am liebsten versenkt, aber hier sprang der Saarländer in die Bresche – er feilte unermüdlich an dem Ding herum – bis es letztlich passte.

Zauberei – HP feilt den über Nacht gewachsenen PE Ring wieder kleiner

Mindestens zwanzig Mal haben wir gefeilt, das Trum auf´s Vordeck getragen, sind in das Kabuff gekrabbelt und haben das Ding in den Tunnel gewuchtet – um festzustellen, dass es noch nicht passt und wir die Procedur wiederholen müssen.

DIES geht über den Rahmen „normaler Hilfsdienste“ hinaus. Auch, dass HP ohne eine Sekunde zu überlegen, am Anfang dieses Jahres angeboten hatte, mir bei der Sanierung meines Decks zu helfen – es wäre eine monatelange Sauarbeit in der gleißenden Sonne gewesen!

Es ist nur selbstverständlich, dass ich für ihn leiste, was ich hier in den Berichten beschreibe – quid pro quo – er ist mein Freund und er wird es mir zurückgeben, das weiß ich!

Ein neuer Tag, ein Sonntag! NESSAJA Tag? Nein!

NESSAJA lässt mich in Ruhe, sie ist zur Zeit – da klopfe ich auf Holz – sehr zuverlässig. Daher widme ich mich einer Nacharbeit an NANA. Ihr erinnert euch an das Schiff, auf dem ich im Winter einiges zu tun hatte. Ich habe im letzten Bericht schon erwähnt, dass ich hier eine meiner Arbeiten überprüfen muss, ich habe mich vorbereitet und beschlossen, dies heute zu tun.

Mit der Planke rüber – dann Klappe auf
Ich verschaffe mir Zugang zum Solarsystem und entferne den von mir installierten Schalter
Die Messung ergibt – die Solarzelle liefert

Nachdem klar war, dass das Solarmodul funktionierte, war der Fehler schnell gefunden. Ich hatte ja eine relativ komplexe Schaltung mehrerer Regler unter einem Modul gebaut und diese ins Bordsystem integriert – ich muss mir anlasten lassen, dass ich zwei rote Kabel vertauscht habe. Sollte nicht, kann aber passieren – umso besser, wenn man das schnell korrigieren kann!

Kabel vertauscht – jetzt tut der Regler

Das ging ja flott! Ich freue mich – ein Erfolgserlebnis ohne Ärger, das war mal wieder nötig…

Entspannt schlendere ich zu LIBERTÉ, um zu sehen, was es auf Hans Peters Baustelle Neues zu berichten gibt. War klar! Gestern ist das erwartete Paket geliefert worden – es wird ausgepackt, geprüft, gezählt und schlussendlich auch neugierig ausprobiert.

Alles drin? Nix kaputt?
Die sündteure „Tercoo“ Scheibe erweckt unsere Neugierde

Die fast 100.-€ teuere „Tercoo“ Scheibe hat es uns angetan – kann sie das Werbeversprechen „Sandstrahlen ohne Sand“ halten?

Hans Peter liest die Anleitung, spannt das Teil in die Bohrmaschine und macht einen Versuch…

Blitzblank! Wir staunen…

Potztausend – ich mache es kurz, ja, die Scheibe kann was und es wird sich in den nächsten Tagen zeigen, dass sie jeden Cent wert ist! Sie erhält das Prädikat „uneingeschränkt empfehlenswert“, denn sie erleichtert und verkürzt den Abtrag des Kielanstriches erheblich.

Auch Sibylle fordert an diesem Sonntag noch eine Musestunde, sie mault, dass sie „…dringend mal wieder aus der Marina müsse!“ Ok, ich füge mich, wir fahren erst auf einen Cappucchino nach Agia Marina und dann, für einen Sprung ins erfrischende Nass, nach Panteli.

Gut ist der Cappu – ABER…

Wir bereuen Beide und leisten Abbitte – wie gut geht es uns doch in unserer Marina!

Zuerst warten wir lang auf einen Platz im Café, klar, es war Sonntag Nachmittag, Ferien in ganz Europa. Dann fahren wir weiter an den beliebten Strand – wir bekommen keinen Platz in der „Sorocos Bar“, gehen dann weiter an den, ebenfalls überfüllten, öffentlichen Teil des Strandes.

Wir sehen uns an, wir wollen nicht mehr Baden! Unverrichteter Dinge und ziemlich kleinlaut fahren wir zurück in die Marina. Ich mache keine Bilder von dem Tohuwabohu – auch Leros kann voll sein.

Der Sonntag klingt versöhnlich aus – dem Brauch folgend, dinnieren wir zusammen mit Hans Peter und Merlin im „SouVLakki“, gefolgt vom obligatorischen Besuch in „Repapis´“ Eispalast.

Die neue Woche beginnt nicht planmäßig! Ich soll beim Verkauf eines weiteren Schiffes unterstützen, dafür bin ich um 11.00 Uhr mit Eigner Willi in der „Artemis Boatyard“ verabredet. Sibylle will mich begleiten, wir nehmen uns vor, auf dem Weg noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.

Hans Peter hört mir kaum zu, als ich ihm die Plananpassung erläutere, er ist vertieft darin, mit dem neuen Werkzeug an seinem Kiel zu hantieren…

Diese Arbeit wird ihn zwei Tage beschäftigen

Sibylle und ich gehen zu unserem Motorrad, diesmal aber können wir nicht an der von einem Katamaran aus Südafrika hinterlassenen Müllhalde vorbeigehen.

Ich hasse es Hausmeister zu spielen, aber noch mehr hasse ich dieses rücksichtslose und asoziale Verhalten mancher Skipper – shame on you!

Alles auf die Mauer gestellt, in die Luft geguckt, davongegangen, abgelegt – und andere können den Saustall wegräumen

Einen Moment habe ich überlegt ob ich, mit Segen der Marinaleitung, das Zeug zum an Land stehenden Schiff trage und dort ins Cockpit stelle – ich meine, das wäre die Richtige Antwort gewesen. Ich lasse es aber bei einer Infomail an das Marinaoffice, die Damen veranlassen daraufhin den Abtransport durch die Marinamitarbeiter.

Ok, jetzt pressiert es langsam, auf in die Boatyard an der Nordküste Leros´ – wir fahren einmal quer über das kleine Eiland, schon sind wir da. Und wir finden die FREE WILLY auf Anhieb!

Liebe auf den zweiten Blick – die FREE WILLY ist ein wunderschönes Schiff

Wir treffen Thomas von der ALLEGRA, großes Hallo, Sibylle unterhält sich mit ihm, so dass ich genug Zeit habe, den Verkauf mit Willi abzustimmen. Das Angebot ist inzwischen erstellt – ihr findet es hier.

Am Heimweg halten wir bei Giorgos und quatschen ein wenig mit ihm. Der Grund für den ungeplanten Besuch – er hat einen Kumpel, der auf der Insel mit einem Tankwagen Trinkwasser ausliefert, die Quelle ist gleich gegenüber Giorgos Werkstatt.

Hier befüllen die Tankwägen

Giorgos erklärt uns, dass sein Freund den „gelben LKW“ fährt und wir uns auf ihn berufen dürfen. Das machen wir auch gleich, denn wir brauchen Trinkwasser für die Zisterne in Susannes Haus in Xirokampos.

Ich habe ja schon erwähnt, dass es einen Schaden am Wasseraufbereitunssystem von Leros gibt – dies führt dazu, dass in Privathäusern das Wasser an manchen Tagen rationiert und zeitweise abgestellt wird. Um unseren Sohn Florian mit Familie diese Tortur während ihres Besuchses zu ersparen, haben wir beschlossen, die Zisterne mit 8.000 Liter Wasser zu befüllen. Wir verabreden uns für morgen 10.00 Uhr am Haus.

Was wir an diesem Tag nicht wussten – ein paar Tage später wird das Problem behoben sein. Dennoch bereuen wir den Kauf nicht, sicher ist sicher! Die 8.000 Liter kosten mit Anfahrt übrigens 50.-€!

Ok, wohin jetzt? Zum Elektrogeschäft! Da muss ich hin, mein Begehr ist eine Eiswürfelmaschine!

Es gibt EINE auf der Insel – 225.-€, zu teuer

Ja, ich weiß – Mumpitz, absoluter Luxus, nicht nötig, braucht nur Platz, blablabla…

Stimmt schon, aber mir gehen die Worte von Stefan und Tanja nicht aus dem Kopf. Die Beiden haben in einer belastenden Reparatursituation ihre Gelassenheit bewahrt, sich eine Eiswürfelmaschine gekauft und diese mit dem Prädikat „Lebensqualität“ versehen.

Diese Aussage stelle ich dagegen und sogar Sibylle stimmt mir zu. Wir finden ein Modell der begehrten Maschine auf unserem Eiland, dennoch versagt meine Gattin mir den Kauf, „…zu teuer!“, so ihr lapidares Urteil! Meine Lebensqualität spielt in diesem Moment keine Rolle.

Weiter geht es zu dem örtlichen OBI, Andreas Kritikos. Ich brauche ja immer noch die Betätigungsstange für ELOWYNs Waschbeckenstöpsel. Die gibt es dort, aber nur in Verpackungseinheit mit einem billigen Wasserhahn aus China – Kosten 35.-€! Diesmal entscheide ich – zu teuer! Ich werde wohl wiedermal in die Rolle des McGyver schlüpfen müssen und mir eine Lösung erdenken.

Sowas brauche ich – aber 35.- für den kompletten Wasserhahn sind mir zu teuer (einzeln auf Leros nicht zu bekommen)

Wieder zurück in der Marina, gehen Sibylle und ich baden, dann läuten wir den Feierabend ein. Weil wir die Gewohnheiten lieben, grillen wir bei Hans Peter, dabei erzählen wir uns die Geschichten des Tages – was hat geklappt und was eben nicht.

Meine Gedanken kreisen um meine nicht erstandene Eiswürfelmaschine und die damit einhergehende Minderung meiner Lebensqualität 😉

Schwamm drüber! Ein neuer Morgen bricht an, ich muss mich sputen um meine zwei Tassen Kaffee intus zu haben, bevor wir nach Xirokampos aufbrechen müssen – um 10.00 Uhr kommt die Wasserlieferung! Also nix wie hin…

Wir sehen generell nach dem Rechten – sieht alles gut aus
Ich öffne den Deckel – naja, wirklich leer ist die Zisterne nicht

Susanne hatte geschätzt, dass die Zisterne eher leer als voll sein dürfte. Ein erster Blick in den riesigen Schlund zeigt aber, dass dies pessimistisch gedacht war – ich denke halb voll trifft es gut. Das Wasser hätte sicher gereicht. Wenn wir aber auffüllen lassen, sind wir hier nichts schuldig.

Der Tankwagen kommt pünktlich!

Der große Truck passt gerade so in die Einfahrt
Dann wird aufgefüllt – unsere 8.000 Liter reichen kaum, um den Pegel merklich zu verändern 😉

Geschafft! Nach einer guten halben Stunde ist das lebenswichtige Elixir umgepumpt, wir bezahlen, der Lieferant zieht seiner Wege – gut zu wissen, wo man sich mit Trinkwasser versorgen kann! Man lernt nie aus…

Sibylle und ich pflücken noch ein paar Feigen, dann fahren wir zurück in die Marina und ich verhole mich auf Hans Peters Baustelle – heute steht eine kleine Fleißaufgabe auf dem Programm.

Der Ausbau des „dreihaxigen“ Ankerwinschmotors!

Irgendwie geht er nicht ab

Des waaaas??? Ach, das ist ein Insidergag, den muss man nicht verstehen – soviel nur, Gottfried hat vor Monaten seine Ankerwinsch zu reparieren gehabt, er konnte aufgrund einer Modellanpassung nur einen Motor mit zwei Anschlusskabeln, „Haxn“, wie Gottfried es nennt, erhalten und musste dafür einiges anpassen.

Das wurmt ihn, genauso wie die Tatsache, dass damals ein anderer Segler eine gebrauchte Winsch mit einem dreikabligen Motor günstig verkaufte und Hans Peter beim Kauf schneller war als er – der „dreihaxige“ Motor wurde ihm vor der Nase weggeschnappt.

Dies ist die Ankerwinsch, die Giorgos für Hans Peter optimiert hat, diese wird auf LIBERTÉ eingebaut – inklusive Motor. Der alte Motor jedoch, ebenfalls ein „dreihaxiges“ Modell, sowie das Innenleben der alten Winsch, sollen ausgeschlachtet und als Ersatzteile vorgehalten werden.

Viel Arbeit und Mühe – aber da isser, der begehrte „dreihaxige“ Motor

Das war echt eine Sauarbeit! Giorgos hatte schon aufgegeben – und das will etwas heißen! Die Antriebsachse des Motors hatte sich irgendwie in der ersten Welle „gefressen“ oder sie war einfach festgerostet.

Wir mussten mit Gewalt und mit der Flex einen Zugang schaffen – das waren uns die teuren Teile aber wert. Letztlich hat es geklappt, wir mussten das ohnehin marode Gehäuse opfern, alle anderen Einzelteile – einschließlich des „dreihaxigen“ Schatzes – konnten wir retten!

Gottfried hat mehrfach nach dem Stand der Dinge geschaut – ich bin überzeugt, dass wir einen Anschiss bekommen hätten, wenn wir dem Objekt der Begierde etwas angetan hätten – aber nichts dergleichen, im Gegenteil, der Motor ist im Moment zerlegt, bekommt einen Service und wird dann gehütet wie ein Augapfel.

Gottfrieds Trost – ich werde ihm MEINEN „dreihaxigen“ Motor von NESSAJA schenken wenn ich mein Projekt „Ankerwinsch-Tuning“ starte, aber das weiß er noch nicht – und es wird auch noch dauern!

So klang der Tag gemütlich mit einem gemeinsamen Griller an Bord von LIBERTÉ aus.

Der neue Tag ist für ELOWYN reserviert! Hans Peter hat an seinem Kiel genug zu tun, ich muss auf dem blauen Riesen vorankommen, schließlich hat mein Patenschiff am 29. dieses Monats Krantermin!

Ich habe inzwischen die Ersatzteile für den Wassermacher erhalten, diesen will ich zuerst komplettieren…

Der rote Schalter passt, alles klappt – wenn auch nicht ohne Stolpersteine

Ich will in diesem Fall nicht jammern! Der Einbau des Schalters klappte einigermaßen gut, wir wussten ja diesmal, dass das Layout vom Hersteller angepasst wurde und haben uns bewusst entschieden. So war die notwendige Anpassung von M4 auf M3 Schrauben, sowie die der Anschlussstecker, eher ein kleiner Umweg als richtiger Ärger.

Auch das neue Fitting für den Schlauch passt, die Stecker für den Schalter konnte ich umbauen

Alles in Allem, inklusive der Anpassungsarbeiten, war der Wassermacher nach etwa einer Stunde final repariert – super! Wieder ein Punkt auf der langen Liste abgehakt!

Viel wichtiger – wie kommen wir mit der Reparatur der Deckswinsch voran? Auch da tut sich was! Am Ende der zwei „Feiltage“, war es Hans Peter und mir noch gelungen, das Getriebe zumindest in Position zu bringen und festzuschrauben – ein Meilenstein!

Ich habe dann einen weiteren Tag damit verbracht ZWEI! schier unzugängliche Schrauben anbeißen zu lassen und diese ebenfalls zu befestigen – auch den Motor und die Anbauteile habe ich montiert, so dass die Einheit unter Deck als „fertig“ angesehen werden darf!

FERTIG! Die Drainageschläuche noch und einen Kabelbinder – dann hat sich´s

Sibylle unterstützt mich, sie hilft beim Saubermachen in der Vorpiek, weil ich die untere Etage nicht erreiche – ihre grazile Figur ist da hilfreich!

So schaffen wir es gemeinsam, dass auch auf ELOWYN alles „in time“ ist.

Diesmal hat Sibylle das Vergnügen in der Sauna zu arbeiten

So sind wir am Nachmittag zur besten Kaffeezeit fertig mit unserem Tagwerk und gönnen uns ein seltenes Nachmittagseis bei „Repapis“ – als Belohnung für geleistete Arbeit.

So eine positive Betrachtung der Rackerei tut manchmal not, so erhält man sich die Motivation.

Ich persönlich kann mein Eis am Nachmittag sogar mehr genießen – passt halt zeitlich nicht immer

In der Eisdiele verquatschen wir uns ein bisschen – uns beschäftigt immer noch und voraussichtlich auch noch länger die Frage, wie geht es weiter? Ja, wir leben ein entspanntes, mediterranes Leben, wir genießen es und sind zufrieden.

Aber, das habe ich ja schon öfter erwähnt, es ist nicht das Leben welches wir eigentlich vorhatten zu leben und vor allem, ICH sehe eine leider negative Entwicklung in den südeuropäischen Urlaubsländern, die fraglich erscheinen lässt, ob wir unser jetziges Lebensmodell über Jahre aufrecht erhalten können.

Die stets steigenden Kosten sind dabei nur ein Aspekt…

Darüber und über die Frage, warum die Marinaleitung sich nicht, wie besprochen, mit mir in Verbindung setzt, diskutieren wir eine ganze Weile – auch dieses ausstehende Gespräch ist richtungweisend, davon hängen andere Entscheidungen ab.

Ich beschließe, auf jeden Fall noch diesen Monat für Klarheit zu sorgen!

Huch! Ein Blick auf die Uhr verrät, dass bald Abendessenzeit ist. Wir sind mit HP zum Grillen verabredet und wollen vorher noch duschen – also nix wie heim…

20.00 Uhr auf LIBERTÉ…
…der Cobb ist heiß, heute ist Köfte-Tag
Dazu zwei Salate und Brot – Herz was willst Du mehr

Am nächsten Morgen fahre ich gleich nach dem Kaffee zu Andreas Kritikos´ Heimwerkermarkt – Hans Peter meint, dass er mal gelesen habe, dass ein Besuch im Baumarkt bei Männern die gleiche Wirkung hat wie Sex.

Ich bin davon noch nicht wirklich überzeugt und teste es gleich mal beim Stöbern nach irgendwelchen Teilen, aus denen ich das Betätigungsstangerl für ELOWYNs Waschbeckenstöpsel bauen könnte. Ich mäandere lang herum, betaste das, befummle dieses – gerade kann ich Paralellen zu sexueller Betätigung entdecken, als es mir kommt…

Hm, das sollte ich in diesem Zusammenhang vielleicht anders formulieren – also ich suche nach der Lösung als mir, wie weiland Wickie, eine Idee kam – ich hab´s!!!

Zwei Halterungen für Blisterverpackungen aus einem Lochwand-Sortiersystem

Ich sehe zwei dieser Metallhaken, welche in diese Lochwände im Einzelhandel gehakt werden, um dort Blisterverpackungen aufzuhängen – das ist es! Genau die richtige Drahtstärke, verchromt und die richtige Länge – ich erwerbe zwei Stück zu je 70ct und ziehe von dannen.

Die Frage nach der Hormonausschüttung bleibt ungeklärt, vielleicht muss ich Hans Peter noch einmal fragen, WO er das gelesen hat…

Ich gehe schnurstracks und ohne Umweg über Los an Bord der ELOWYN – ich hab´ die Faxen dicke, heute will ich das Schiff finalisieren und die zwei offenen Punkte von meiner Liste streichen. Ich will die technischen Arbeiten am blauen Riesen fertig haben!

Arbeiten im Schatten – schön!

Ich fange mit der Umsetzung meiner Idee an, ich erhoffe mir eine Arbeit, die schnell von statten geht und bei der ich mich wenig ärgern muss – mein Ziel ist es, die Stangen zum finalen Einbau vorzubereiten und abzuklären, ob die Idee umsetzbar ist.

Das gelingt ganz gut – ich schneide alles überflüssige Material ab und biege mir die Einzelteile zurecht. Ich muss mir noch überlegen, wie ich die beiden Stangen verbinde, dann kann ich diesen Punkt fertig machen.

Fertig – so kann ich die Stangen verbauen – sie passen wie die vielzitierte Faust auf´s Auge

Dies mache ich nicht heute, denn der restliche Tag soll der Montage der Deckswinsch gehören – das Thema will ich ENDLICH von der Platte haben. Die Idee ist also, die NEUE Trommel auf die NEUE Spindel zu schrauben, dabei das ganze System mit PTFE Fett zu schmieren und einen Probelauf zu machen – klingt einfach, oder?

War es aber nicht!!! Die Trommel, welche ich abgeschraubt habe, ließ sich auch nach einem halben Dutzend Versuche, nicht mehr auf die Spindel drehen.

Ich könnte heulen

Ich hatte echt einen Moment der Panik – ich rufe Sibylle an, sie soll kommen! Sie weiß am besten, wie es geht mich zu bändigen bevor ich ausraste – und ich war kurz davor!

Schaut euch das Bild an – das ist das Gewinde der NEUEN Trommel! Ich habe etliche Male versucht die Trommel gefühlvoll aufzuschrauben – es geht nicht! Das Gewinde ist verhunzt – ich verstehe auf einmal, warum es Volker passieren konnte, dass er die Einheit nach dem Service schief aufgesetzt hat und somit den Schaden eingeleitet hat.

Was tun??? Erstmal beruhigen, was trinken, etwas abkühlen – dann nachdenken!

Ich entschließe mich, zur Flex zu greifen! Das ist bei einem 2.000.-€ Teil sicher ultima ratio, aber ich will dieses Problem lösen und ein für alle Mal entschärfen – beim nächsten Service kein Ärger, das ist die Devise…

Und siehe da!

Montiert – leichtgängig – funktioniert – geschafft!!!

Ich nehme sowohl der Mutter, als auch der Spindel den ersten, messerscharf abgesetzten Gewindegang. Besser gesagt, ich breche die Ecke des Gewindeanlaufs, indem ich zwei, drei Millimeter schräg abflexe.

Auf einmal lässt sich die Trommel butterweich aufdrehen und gleitet in den Mechanismus, in dem sie auf und ab fährt – versenkt bei Nichtgebrauch, ausgefahren an Deck, wenn sie benötigt wird.

Ich drehe ein kurzes Video und sende es Volker – zwei Tage nach seinem Geburtstag finalisiere ich das vorletzte technische Projekt auf meiner Liste.

Es war das Projekt, mit dem ich letztes jahr im Winter begonnen hatte als ich ELOWYN übernahm, weil es Volker die wichtigste Arbeit war – ich wollte ihm eine Freude machen, nicht ahnend, dass ich die Büchse der Pandora öffne und das längste und teuerste Projekt starte. Das Arbeitspaket, das mich die meisten Nerven kostete.

Jetzt war die Welt wieder in Ordnung!

Noch auf der ELOWYN – das Lachen keht zurück

Es war noch nicht zu spät am Tag, so warf Sibylle den Wunsch auf, wieder einmal in Panteli Baden zu gehen. Ich hatte keine wirkliche Lust, wollte ihr dies aber nicht verwehren. So haben wir uns kurzentschlossen auf die GS gesetzt und sind an den, außerhalb der Saison, so wunderschönen, typischen Strand gefahren.

Wir finden einen Platz in „Sorocos Bar“ – ich fühle mich unwohl…

Menschen überall – ich bin kein Fan von solchen Touristenspots

Man kann hin und her diskutieren – sicher ist es möglich, eine solche Ansammlung von Touristen im August zu tolerieren, aber muss ich das??? Gott sei Dank muss ich das nicht mit meinem Weib ausfechten, denn als nach 15 Minuten immer noch keiner der Kellner eine Minute für unsere Getränkebestellung übrig hatte, ist Sibylle der Kragen geplatzt!

SIE kann nämlich nicht ausstehen, wenn untrainierte Servicekräfte in ihr Bestellgerät glotzen und kein Auge für die links und rechts sitzenden Gäste haben – und ich bestätige ihr, sie misst gnädig, die Jungs können es einfach nicht, sie sind überfordert.

Wir stehen auf und gehen auf die Terrasse des „Castelo Hotel“ – dort ist ein Tisch im Schatten frei, wir bekommen was zu trinken und Sibylle geht baden. Ich habe keine Lust, ich will heim!

18.00 Uhr – nicht viel los im Wasser, aber der Strand ist rappelvoll

Wir beschließen, dass wir bis zum 26.08. nicht mehr nach Panteli fahren – warum ausgerechnet dann? Weil wir an diesem Tag die Situation noch einmal abklopfen, denn tags darauf kommt Sibylles Sohn mit Familie – wir würden mit der Familie schon gerne hierher zum Baden gehen, aber nur wenn es passt!

Wir fahren zurück in die Marina, teilen unser Leid mit Hans Peter und bestellen Pizza, denn heute soll Abwechslung in den Menüplan kommen. Sibylle und HP haben jeweils einen Salat gemacht, die Pizza gibt es aus dem Karton – keep it simple!

Gespeist wird natürlich im Baustellenrestaurant „Zur maladen Liberté“ 😉

Pizza & Salat – es fehlt an nix

Trotz des Negativerlebnisses am Panteli Strand war ich guter Dinge – ich war erleichtert und froh, dass ich das Thema Deckswinsch abhaken kann, das habe ich ja ausführlich beschrieben.

Darüber hinaus gab es aber einen weiteren Grund, das Leben im Allgemeinen und diesen Tag im Besonderen, zu feiern – heute ist der kleine Timo auf die Welt gekommen und Sibylle und ich freuen uns über Enkelchen #7.

Welcome kleiner Timo

Naja, ich gebe zu, dass der gebührende Rahmen um das Opadasein zu feiern etwas passender hätte ausfallen können. Das war einfach nicht zu realisieren. Aber ich freue mich leise und sehe dem ersten Kennenlernen entgegen – leider wohl erst 2025.

Zurück auf NESSAJA geht Sibylle ins Bett, ich tippe noch ein paar Zeilen an René, meinen langjährigsten Freund. Ich realisiere, dass ich länger nichts von mir habe hören lassen – jetzt brauche ich etwas und schreibe, an sich nicht die feine englische Art! Ich eröffne daher mit der Betreffzeile…

„Ach der Mario – der meldet sich auch nur wenn er was braucht! 😉 „

Ich tippe meine Zeilen und bitte meinen Freund, eine Bestellung in einem nahegelegenen Autohaus abzuholen und bei unserem Sohn in den Briefkasten zu schmeißen. Dann erzähle ich noch etwas von unserem Dasein hier und frage nach den Neuigkeiten aus Schliersee. Ich sende das Mail ab und gehe ins Bett…

Am nächsten Morgen brühe ich mir mein Käffchen auf und schalte mein Telefon ein – BING! Nachricht aus Schliersee…

„Du kannst Dich immer melden, wenn Du was brauchst! Ich habe das Teil schon geholt, es ist schon beim Junior abgegeben!…“ Es folgt ein bisschen Blabla und ein Foto als „Beleg“.

Geholfen – in 3.000km Entfernung

Es ist schön zu wissen, dass die alten Freunde nicht wegbrechen, wenn neue hinzukommen! Zuviel gemeinsam erlebt – ich freue mich auf ein Wiedersehen. That´s what friends are for!

Um was für Teile geht es eigentlich? Nun, manchmal kann auch ich den Griechen in meinem lokalen Freundeskreis helfen – einer von ihnen hatte Probleme ein kleines Ersatzteil für sein Auto zu beschaffen – angeblich wäre eine Abdeckung (15.-€) nur in Verbindung mit dem kompletten Scheinwerfer zu bestellen (600.-€).

Ich besinne mich meiner früheren Kontakte und recherchiere ein wenig – und siehe da…

Und weil sie nur 12.-€ kosten, bestelle ich gleich zwei

Die Recherche lohnt sich! In Griechenland, wie erwähnt und vermutlich wegen Unlust eines Lageristen, nicht zu beschaffen. Das Amazon Teil aus China kostet 20.-€ und es bleibt unklar, ob es bei europäischen Modellen passt. In Deutschland bei Hyundai 12.-€ das Stück, lieferbar ab Zentrallager.

Ich bin sicher, dass dieser junge Mann auch mir einmal helfen würde, sollte ich Unterstützung brauchen.

Der heutige Tag soll nicht stressig ausfallen, es braucht dazwischen diese relaxten Tage, an denen man zwar produktiv, aber eben nicht gehetzt ist. Sibylle und beschließen, dass wir erst einmal Baden gehen, es ist immer noch heißer Hochsommer hier.

Die Temperaturen liegen tagsüber stets um die 35°C, nachts kommen wir mit der Klimaanlage gut über die Runden. Das Erfreuliche ist, dass sich die Wassertemperatur gut hält – der Sprung ins Meer ist immer noch erfrischend.

Nix los an der Kaimauer – wir genießen die Abkühlung

Wir genießen diesen Tag! Der blick auf den Kalender verrät, es ist der 15. August, die Monatsmitte ist erreicht! Heute ist Feiertag in katholischen Ländern, es ist Maria Himmelfahrt. In Griechenland ist dies nicht irgendein Feiertag – nein, aus religiöser Sicht ist es der, nach Ostern, vermutlich höchste Feiertag der orthodoxen Christen.

Es herrschte also allerorts Ruhe, kein emsiges Treiben am heutigen Tag. Immer mal wieder läuten die Kirchenglocken aus Lakki herüber, das sorgt für eine schöne Stimmung.

Eine zeitlang fragen wir uns, ob wir heute überhaupt etwas arbeiten sollen, beschließen dann aber, dass wir eine kleine Arbeit angehen, welche keinen Lärm macht – wir kleben die „Fenster“ in Hans Peters Ruder wieder zu!

Eine saubere Arbeitsweise tut not

Dafür nehmen wir dem bestehenden Schaumkern etwas Höhe, das Material lässt sich leicht herauskratzen – dann füllen wir Hohlräume mit wasserabweisenden PU-Montageschaum. Diesen spritzen wir auch auf die zu schließenden Flächen und legen dann die Ausschnitte auf.

Mit Spanngurten und Gewicht wird fixiert

Unser Kalkül ist, dass der Schaum beim Aufquellen alle Lücken schließt und gleichzeitig als Kleber wirkt. Sind die Platten erstmal fixiert, dann würden wir die Trennfugen zulaminieren und verspachteln.

Wir legen also alle Ausschnitte auf, suchen ein passendes Brett um die Teile plan zu halten und fixieren alles mit Spanngurten. Das sieht gut aus, sollte also klappen. Ob das so ist, sehen wir morgen, für heute reicht es – Feierabend!

Man muss die Feste feiern wie sie fallen! Da inzwischen ja wirklich genug Gründe zum Feiern zusammengekommen sind – ich darf an das gestern geborene Enkelchen erinnern, das Erreichen von Meilensteinen bei ELOWYN, den heutigen Feiertag, der, last not least, in Griechenland auch mein Namenstag ist – da wir also genug Gründe zum Feiern haben, legen wir fest, dass wir heute für das Dinner ausgehen.

Treffpunkt 20.00 Uhr im „SouVLakki“, aber Sibylle und ich beschließen, dass wir etwas früher dorthin gehen, uns einen schönen Tisch sichern und den Abend mit einer Karafaki Ouzo eröffnen.

Schöne Stimmung an der Riva von Lakki – der Mann im Bilde hat heute Namenstag
Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Ouzo wert
Noch sind Sibylle und ich alleine im Lieblingsgrill – aber Hans Peter und Merlin kommen sofort

Der Abend tut uns allen gut – und wir haben zudem etwas Glück, denn es ist erstaunlich wenig los. Wir vermuten, dass dieser Feiertag im Kreise der Familie verbracht wird, es waren einfach auffällig weniger Menschen unterwegs.

Wir schwatzen viel, schmieden Pläne rund um den weiteren Reparaturverlauf an LIBERTÉ. Wir wissen, dass am Monatsende die Familie zu Besuch kommt, ELOWYN geht zu Wasser und Volker und Tina werden ihre blaue Schönheit übernehmen – auf all´ das freuen wir uns, wir wissen aber auch, dass diese Phase uns „unter Strom“ setzen wird – positiver Stress erwartet uns.

Tschakka – wir schaffen das! Darauf ein Eis 😉

Der Abend klingt süß aus

Irgendwie verfliegt die Zeit – es ist spät als wir heimkommen, wir schalten die Klimaanlage an, temperieren unser Schlafzimmer herunter und brausen uns auf der Badeplattform kalt ab. Dann sacken wir erschöpft ins Bett…

Der nächste Morgen beginnt spannend – war der erste Schritt unserer Ruderreparatur erfolgreich? Ich trinke meinen Kaffee und gehe dann zu Hans Peters Baustelle.

Auch mein Freund aus dem Saarland war wohl gespannt wie ein Flitzebogen, denn er werkelte schon an den eingeklebten Platten…

Der Schaum muss noch weg – vier von sechs sind gut

Leider war der erste Versuch nicht 100%ig erfolgreich. Die Kraft des quellenden, expandierenden Schaumes, hat tatsächlich zwei von sechs Platten soweit angehoben, dass es nicht tolerierbar scheint.

Wir reinigen also die Trennfugen der akzeptablen vier Einsätze und brechen die beiden Platten, welche nach oben überstehen, noch einmal heraus – ein zweiter Versuch ist nötig. Also wiederholen wir das Procedere des Vortages noch einmal an den beiden misslungenen Einsätzen, bevor wir dann ans Laminieren gehen.

Auf die Liste der heute zu erledigenden Arbeiten, kommt auch der Anstrich des Gusskiels. Das ist vielleicht ein Glump! Der rostet wirklich so schnell, dass man dabei zusehen kann.

Ihr erinnert euch, dass HP das Trum vor zwei, drei Tagen mit seiner neuen Scheibe von den Lackresten befreit hat? Dann seht mal heute…

Nach zwei Tagen schon wieder voll mit Flugrost – der muss weg

Das ist eine fiese Arbeit, denn den Rost aus den Narben zu holen, bedarf des Abschrubbens mit der sogenannten „Zopfbürste“ auf der Flex – das geht zwar einigermaßen gut, ist aber mit Höllenlärm und unsäglichem Dreck verbunden und die kleinen Metalldrähte die regelmäßig davonfliegen, dringen tief in die Epidermis und verursachen zwar kleine, aber blutende Wunden.

Sein Job! Wir haben nur eine Zopfbürste! Also gehe ich erstmal zu ELOWYN und sehe nach, was ich dort so erledigen könnte. Danach werde ich das Ruder von LIBERTÉ nochmal bearbeiten und die Fehler von gestern korrigieren. So werde ich den Tag meistern, während Hans Peter seinen Kiel bearbeitet.

Auf dem Weg zu ELOWYN fällt mir die TAO 3 auf…

Die wunderschöne HR48 steht ohne Mast da
Der Mast der HR liegt sauber am Rand der Marina

Wir haben das Eignerpaar Tim und Jasmin vor einigen Tagen vor „Moto Loukas“ kennen gelernt. Die Beiden sind sehr sympathische junge Leute und bereiten ihr Boot auf eine zweite Auszeit und einen ausgedehnten Törn vor – dafür muss auch der Mast runter, um das „stehende Gut“, also alle Wanten und Stagen, zu erneuern.

Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, dass der Mast von LIBERTÉ ein, zwei Tage vor dem der TAO 3 gelegt wird, aber unser Termin wurde verschoben – die TAO 3 dagegen steht mittlerweile also ohne Mast da.

Mir gehen die Gedanken durch den Kopf. Das steht uns auch noch bevor! Auch hier noch eine Menge Arbeit und Schweiß zu investieren – vom Geld ganz abgesehen! Hans Peters Börserl dürfte inzwischen sehr schlank sein – aber so ist es nunmal ein Bootseigner zu sein.

Im Laufe des Monats werden wir uns auf jeden Fall noch etwas mehr mit Tim und Jasmin anfreunden und auch mal zusammen ins „SouVLakki“ gehen – das ist schön, denn es erweitert die Themenpalette beim täglichen Small-Talk ungemein. Dass Hans Peter und Tim sich darüber hinaus mit Rigg-Themen befassen, liegt auf der Hand.

Ich gehe weiter zu Volkers blauen Riesen – ich habe ja noch die ideale Arbeit für heute offen, die Reparatur des Waschbeckenablaufs!

Da muss ich ran

Ich baue dafür zuerst die Türe des Waschbeckenunterschranks aus – ansonsten habe ich nur eingeschränkten Zugang. Die Stangen passen ja schon, ich muss sie „nur noch“ verbinden und das Hebelwerk einstellen – aber wie verbinden?

Ich habe mir folgende Lösung erdacht…

Eine Lüsterklemme XXXL…
…wird von ihrer Isolation befreit

Ich nehme mir eine riesige Lüsterklemme und befreie diese von ihrer Isolation. Das Innenleben mit den zwei Befestigungsschrauben, funktioniert nicht nur zweckgebunden mit Kabeln, man kann es auch dafür verwenden, die zwei Stangen zu verbinden.

Das klappt super und ich kann die Teile so montieren, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Einstellung war noch etwas Fummelarbeit, aber nach 15 Minuten war auch dies erledigt – ein weiterer Punkt, den ich auf meiner Liste abhaken kann!

So wird es klar – der Ablaufstöpsel wird mit einem Hebel am Wasserhahn bedient

Haha, ich bin zufrieden und auch ein bisschen stolz – es geht was von der Hand, ich kann mir Lösungen erdenken und umsetzen. Das werkeln an den Booten macht mir Spaß, zumindest meistens.

Ich gönne mir noch eine kleine Pause im Cockpit von ELOWYN und lüfte mich im Zug des Meltemi etwas durch. Dann verschließe ich die mächtige Algro 68 wieder und gehe zurück zu LIBERTÉ – mal sehen, was ich zur Ruderreparatur beitragen kann…

Was ist das? An der Abfalltonne nahe Hans Peters Schiff lehnt ein Windgenerator – unverkennbar ein „Air X“, ein gutes und teures Stück. Er ist offensichtlich mit Gewalt demontiert und aufgegeben, aber für mich nützlich, ich beschließe daher kurzerhand, ihm ein neues Zuhause zu bieten 😉

Kann ich brauchen

Was ich damit will? Weiß ich noch nicht – aber die Frage könnte sich eines Tages selbst beantworten – nämlich dann, wenn Volker für ELOWYN ein Ersatzteil benötigt, er hat nämlich einen „Air Breeze“ montiert, welcher dem „Air X“ sehr ähnlich ist. Oder vielleicht auch, wenn ich meinen „Silentwind“ noch einmal öffnen müsste und mir das verformte Gehäuse brechen würde. Dann würde ich versuchen aus zwei defekten Windgeneratoren einen funktionstüchtigen zu bauen. Einen „Silent-X“ sozusagen.

Das Gehäuse alleine, hat einen Wert von rund 400.-€!

Mit der stolzgeschwellten Brust eines Jägers und Sammlers, wende ich mich dem Ruderblatt zu.

Unser Ruder war in Sektionen unterteilt

Die Sektionen 3, 4 und 5 sowie das Fenster an der Ruder-Unterkante, waren haltbar und wurden geschäftet – das bedeutet, dass die Trennfuge mit der Flex und eine Fächerscheibe vertieft wurde, um Platz für das neue Laminat zu schaffen. Zudem wird so sicher gestellt, dass die Überlappung der neuen Glasfasermatten ausreichend ist und für Stabilität sorgt.

Die Sektionen 1 und 2 waren nicht ausreichend gut geklebt und mussten noch einmal ausgeschäumt werden. Diesmal haben wir kein Brett als Unterlage genommen, sondern die Spannkraft der Gurte direkt auf die Einsätze wirken lassen – so sollte es funktionieren!

Und was macht Hans Peter? Der Arme hat geflext und die erste Seite seines Kiels blank gemacht – das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Der blanke Kiel wird mit Alkohol abgerieben

Um nun zu verhindern, dass der Kiel wieder rostet, muss er sofort gestrichen werden.

Also dann, worauf warten – los geht´s. Der Epoxi-Primer wird im richtigen Mischungsverhältnis angerührt und zunächst sehr hemdsärmelig aufgetragen – hier kommt es noch nicht auf Schönheit an. Das einzige Ziel ist es, dem Kiel einen sofortigen Rostschutz zu verpassen.

Einfach mal eine Lage drauf
Das muss schnell gehen

Feierabend – jeder von uns hat sein Tagwerk geschafft, für heute gibt es nichts mehr zu tun. Wir setzen uns noch ein Weilchen in den Schatten und sehen uns das Ruder und den Kiel an. Wir besprechen nächste Schritte und vergegenwärtigen uns die Zeitachse – ich sehe uns voll im Plan, Hans Peter übernimmt dagegen gerne die Rolle des Pessimisten. Er murmelt „…es kann so viel schief gehen!“ Papperlapapp, das will ich nicht – es wird alles klappen! Hoffentlich 😉

Sibylle kommt um´s Eck mit meinem Haartrimmer in der Hand – „…wir sind heute Abend zum Essen eingeladen, SO kommst Du mir nicht mit!“

Keine Chance auf Gegenwehr

Ich muss mich auf meinen Frisörpoller an der Kaimauer setzen und schon flitzt die kleine, brummelnde Maschine über meinen Kopf. Büschelweise weht es mir das Haupthaar vom Kopf – ach Du meiner Treu, ich bejammere den Verlust der wohligen Wolle.

Anderseits, es ist heißer Hochsommer und die Brise, die ich jetzt an der Kopfhaut spüre, ist auch fein! Ich springe ins Meer, wasche mich ab und checke meine neue „Frisur“ (ok, eine wirkliche Frisur ist es nicht…) 😉

Wieder sommerlich zurechtgestutzt

Sibylle ist zufrieden, sie hat mich zurechtgestutzt, das mag sie. Sie zieht von dannen und ich habe mir, mittels Haarschnitt, eine Zugangsberechtigung zu Thilos Abschiedsessen erwirkt!

Abschiedsessen? Ja, wie eingangs erwähnt, gehört zu unserem Lebensmodell, dass man Freunde auch ziehen lassen muss. Manche Freundschaften sind temporär – das wissen wir. Diesmal also Thilo…

Der Eigner der HOMEOFFICE hat Sibylle vor drei Tagen zu einem Abschiedsessen eingeladen. Er wolle alle an einem Tisch versammeln die er kennt, auf diese Weise wolle er „Lebewohl“ sagen, es ziehe ihn westwärts.

Leider hat er vergessen, dass im August die Leute entweder Sommerpause machen oder eben unterwegs sind – das hat die Runde dezimiert, von „alle die ich kenne“ blieben Sibylle und ich übrig. Wir treffen uns bei Marietta.

Abschiedsdinner für Thilo

Wir essen gut, quatschen viel und hören uns seine Pläne an. Zum Abschluss ziehen wir eine Ecke weiter und gönnen uns ein letztes gemeinsames Eis bei „Repapis“- dann heißt es „Servus Thilo, gute Reise und allzeit die notwendige Handbreit Wasser unter dem Kiel“ – er kann sie brauchen, er hatte diese nicht immer…

Über den nächsten Tag gibt es soviel nicht zu erzählen – er war staubig! Das Ruder war nun ok, wir konnten es komplett fertig schäften und soweit anschleifen, dass wir am Folgetag laminieren können würden.

Auf ELOWYN haben Hans Peter und ich beim gewaltsamen Ausbau der Deckswinsch einen kleinen Laminatschaden verursacht, auch den muss ich noch beheben – dafür versuche ich mit LIBERTÉ parallel zu laufen, so können wir immer das Material und das Werkzeug gemeinsam verwenden.

Also schleife ich auch dort und bereite alles für die Laminat- und Spachtelarbeiten vor.

Auf ELOWYN nur eine Kleinigkeit

Das Dinner am heutigen Abend bringt Abwechslung! Wir grillen zwar abermals unter LIBERTÉ, wir haben uns ja dort unsere Brotzeitecke eingerichtet, diesmal haben wir aber Besuch von Gabi und Gottfried.

Das freut mich, denn die Beiden sind ein Garant für Kurzweil und interessante Gespräche. Als wir noch „Urlauber“ waren, hatten wir uns oft im Oberland oder München getroffen, wir sind dabei eigentlich immer „versackt“, die Zeit verging stets wie im Flug.

Eine nette Runde also…

Die Crew der HARMONY grillt mit uns
Jeder bringt etwas mit – es gibt zum Fleisch eine leckere Salatvielfalt

An diesem Abend reift der Entschluss, dass wir uns am morgigen Sonntag einen arbeitsfreien Tag gönnen. Hans Peter und ich brauchen eine Pause – einen Tag ohne ELOWYN und LIBERTÉ.

Schön, darauf freue ich mich!

Der Tag beginnt mit einem feudalen Frühstück, das hatte ich lang nicht mehr. Sibylle macht Rührei, es gibt frisches Brot. Danach widmen wir uns so kleinen Arbeiten im Haushalt, die Dinge für die sie mich „mal eben“ braucht – für einen kräftigen Handgriff oder um etwas zu befestigen oder zum Durchführen von Kleinreparaturen – nichts Dramatisches, nichts Erwähnenswertes.

Für den Nachmittagskaffee möchte meine Gattin mal wieder ins „Coffee Lab“, das neue Café in Mariettas Nachbarschaft – der Ort, den wir nur am Sonntag besuchen (dürfen)…

Das Café ist cool, der Kaffee WAR echt spitze

Das Thema „Marietta brüskieren oder nicht“ erledigt sich am heutigen Tag bis auf Weiteres. Wie überall, lebt auch hier das Geschäft vom Personal – da hatten wir heute leider Pech.

Ich habe Verständnis, dass man an einem heißen Sonntag Nachmittag vielleicht nicht die unbändige Lust hat, in den Semesterferien zu bedienen, während die Freunde beim Baden sind – das wird aber zum Problem, wenn der Gast es merkt.

Ich habe es gemerkt und zudem war der Cappucchino, ganz anders als beim letzten Besuch, ein Grauen! Sibylle lässt öfter mal einen „rassen“ Kaffee stehen, ich eigentlich nie – wenn doch, will das was heißen!

Kannst nicht trinken – wir lassen es stehen, obwohl wir ahnen, dass dieses Statement verpufft

Was tun? Wir sind unzufrieden und es fällt uns nur eine Möglichkeit ein dies zu korrigieren – das Schlaraffenland! Der Ort an dem sowohl Service als auch Qualität IMMER auf einem verlässlich hohen Niveau sind…

Wir gehen zu „Repapis“ und gönnen uns ein Nachmittagseis!

Perfekt – ich freue mich schon darauf, die Enkelchen hierher zu locken

Ich habe es ja schon erwähnt, das Eis am Nachmittag setzt sich mehr und mehr durch. Es ist weniger Andrang im Eistempel, wir sind noch nicht satt vom Abendessen und es passt auch besser in unseren Tagesablauf. Mal sehen, ob man aus dieser Erkenntnis nicht eine Regel ableiten könnte.

Danach fahren wir zurück in die Marina und kommen bei LIBERTÉ vorbei. Hans Peter nutzt den freien Tag um etwas zu faulenzen und zu schlummern – Merlin wacht derweil und wirft uns im Vorbeigehen schmachtende Blicke zu…

Er ahnt, dass wir bei „Repapis“ waren

Jetzt ein Sprung ins kühle Nass, danach genießen auch wir ein paar freie Stunden.

Pünktlich um 20.00 Uhr sind wir ja schon wieder auf Achse, denn wie jeden Sonntag heißt es auch heute „Sonntag ist SouVLakki-Tag“

Nicht nur ich kann ordentlich mampfen

Just nach dem Essen, entdecken wir einen Haken an unserem Plan bezüglich des „Nachmittagseises“ – Hans Peter ruft nämlich den gewohnten Besuch der Eisdiele nach dem Sonntagsdinner aus.

DAS können wir ihm nun wirklich nicht verwehren. Also geht es ein zweites Mal an diesem Tag in die Speiseeismanufaktur an Lakkis Einfallstraße – ich mag das und kann es genießen.

Merlin auch, er spekuliert auf seine Eiswaffel. Sibylle dagegen hadert noch mit diesen fiesen kleinen Gesellen, der Volksmund nennt sie Kalorien, welche dem Eis innewohnen sollen.

Merlin schmachtet – die Eiswaffel ist sein Begehr

So endet dieser arbeitsfreie Sonntag – aber morgen geht´s wieder los! Pünktlich um 10.00 Uhr auf der Baustelle…

Laminieren ist auf dem Plan! Ihr erinnert euch vielleicht – als ich das Ruder von NESSAJA instandsetzen musste, hatte ich eine steile Lernkurve. Alles was mit Farbe und / oder spachteln beziehungsweise schmieren zu tun hat, kann man getrost als meine Achillesferse bezeichen. Ich bekomme es hin, aber der Weg ist steinig und weit.

Naja, ein bisschen was ist von Rolands damaligen Crash-Kurs übrig geblieben, so schneiden wir erst einmal die Gelegematten zurecht. Grobes Gelege für den Materialaufbau und die leichte Formanpassung, eine Gewebe-Decklage für die finale Stabilität und die Oberflächenbeschaffenheit.

Wir schneiden die Bahnen zurecht und legen sie in der richtigen Reihenfolge parat

Dann geht es los, wir mischen das Harz und den Härter im richtigen Verhältnis, dann bleiben uns ein paar Minuten um die Lagen aufzubringen und mit dem Harz zu tränken. Dabei sollen diese ordentlich und möglichst ohne Lufteinschlüsse angedrückt werden.

Klappt eigentlich ganz gut

Rein optisch wird das Ergebnis recht gut – wir sind zufrieden. Ich bin leider noch nicht ganz fertig, denn ich habe ELOWYN ja soweit zurecht gemacht, dass ich parallel zu Hans Peters LIBERTÉ arbeiten kann…

Also rasch noch die Matten für die Reparatur am blauen Riesen zurechtgeschnitten und mit dem restlichen Harz zu dessen Stellplatz geflitzt. Die Luke hatte ich am Morgen schon geöffnet, ich konnte die Matten also sofort auf die kleine Reparaturstelle aufbringen – auch das hat gut geklappt!

Der Schaden ist repariert, das Material aufgefüllt – der Rest wird verschliffen und gespachtelt

Und jetzt? Jetzt kommt der nicht ganz so herausfordernde Teil des heutigen Arbeitstages – wir sehen dem Harz beim Trocknen zu…

Das wird – für den ersten Schritt gar nicht so schlecht

Klar gibt es jeden Tag unzählige Kleinarbeiten – und sei es nur das Aufräumen der Baustelle. Auch diese Dinge müssen gemacht werden, so bringen wir unsere Arbeitstage gut rum.

Zum heutigen Abendessen haben wir uns bei unserem saarländischen Freund ausgeklinkt. Wir haben uns sehr spontan mit der Crew der EMOTION, einer wunderschönen Dufour 485, verabredet – ein Schiff übrigens, das auf meiner Wunschliste recht weit oben stehen würde. Wir kennen die Beiden durch die Seglerverlinkungen auf der Insel und das MSF – aber das hatte ich in der Vergangenheit ja schon erwähnt.

Wir haben uns also mit Carola und Thomas bei Dimitris in der „Taverna o´ Karaflas“ verabredet. Ein perfekter Ort für diesen Abend, denn es war die Vollmondnacht im August…

Dimitris Terrasse bietet einfach einen perfekten Ausblick
Die „blaue Stunde“ bricht an und der Mond beginnt sein Schauspiel
Wir machen dutzende von Bildern und wetteifern um das Schönste – gewonnen hat Carola

Ich weise ja gerne darauf hin, dass ich nur mit dem iPhone X fotografiere und die Bilder nicht nachbearbeite. Auch die letzten zwei Bilder sind nicht bearbeitet, aber mit Carolas iPhone 12 gemacht – man merkt den Qualitätsunterschied bei der Kamera schon zwischen diesen beiden Modellen ungemein.

Keine Sorgen um seine Qualität muss sich dagegen der gastgebende Glatzkopf machen! Der superbe Koch war im Stress, wir hatten leider keine Zeit zu sprechen, da er selber am Herd hantierte – aber was er da zauberte war sehr gut! Wir alle waren wirklich sehr zufrieden.

Ich hatte, wie so oft, meine „Fisherman Spaghetti“ bestellt – ich denke ich bin bei diesem Gericht inzwischen aussagekräftig und kann gut vergleichen – Dimitris´ waren optisch nicht ganz so getunt wie in manch anderer Taverne, aber geschmacklich auf sehr hohem Niveau – jederzeit wieder!

Viel Inhalt, al dente, gutes Sugo

Wir quatschen viel über dies und das und es tut gut, mal wieder völlig neue Meinungen und Themen durchzukauen. Der Abend war uns ein Genuss und wir beschließen, nach Rückkehr der EMOTION wird das Beisammensein wiederholt!

Ein letztes Foto vom Vollmond, dann brechen wir auf, denn Thomas und Carola müssen Familienbesuch von der Fähre abholen.

Inzwischen war Nacht – am Horizont (auf allen drei Bildern) die Lichter der Türkei
Wir verlassen die Taverne des Glatzkopfs – aber wir kommen wieder, versprochen

Ein witziger Sidekick an diesem Abend war, dass Sibylle und ich uns noch ein Betthupferl in Form einer Eisspezialität gegönnt haben – und wer kommt vorbei? Carola und Thomas! Die Fähre mit Tochter und Enkel hat Verspätung, auch die Beiden haben erkannt – die Zeit für ein Eis reicht immer und sei sie noch so knapp…

Ach wie schön ist Panam… ähhh Lakki

Der neue Tag beginnt wie die letzten auch – und täglich grüßt das Murmeltier! Es ist also „Groundhog-Day“ auf unserer Baustelle, wir spachteln und laminieren – Tag 2…

Zuerst sehen wir uns das Ruder der LIBERTÉ an, ok, zwei Felder haben Lufteinschlüsse, eines kann man nachbessern, eines laminieren wir neu – die anderen vier können wir verschleifen.

Sofort nach dieser Maßnahme sause ich zu ELOWYN und sehe dort nach dem Rechten – alles super, hier kann ich verschleifen. Das mache ich mit meinem Dreiecksschleifer, die anderen Maschinen sind zu groß.

Zum ersten Mal benutze ich den „Stanley FATmax“ mit Absaugung

Ich sauge mit dem Industriesauger ab, um nicht am Schleifstaub zu sterben – zu klein ist das Kämmerchen. Zudem wollen wir danach nicht alles reinigen müssen. So gewappnet, klappt das aber super und ich bin recht rasch fertig.

Das reicht aus, der Rest wird gespachtelt

Ich lasse die Schleifmaschine und den Staubsauger angeschlossen in ELOWYNs Vorpiek zurück, ich werde mindestens noch einmal schleifen müssen, plane dies zeitnah, so spare ich mir das ewige, zeitfressende Räumen.

Dann haste ich zurück zu Hans Peter, er hat inzwischen alles für den ersten Spachteldurchgang vorbereitet und auch die „Hexenküche“ bereits in Betrieb genommen.

Für heute beschließen wir, als Mitglieder der „Blue Man Group“ aufzutreten, ich denke, dass wir vom Original kaum zu unterscheiden sind!

Gleich geht´s los – das Epoxidharz nebst Härter, wird mit Powder aufgefüllt, um die Konsistenz von Spachtelmasse zu bekommen
Positive Vibrations – das können nicht nur, wie von Bob Marley besungen, die Rastafari, auch Hans Peter und ich in unserem Schlumpfoutfit

Ich ziehe gekonnt das Ruder von LIBERTÉ mit der Spachtelmasse ab – das reißt den Eigner zu der Vermutung hin, dass „…man hier sofort die früheren Autobastler erkennen würde!“

Ich nehme das als Kompliment – wenn der wüsste! Zum Spachteln war ich als junger Autofahrer einfach zu doof – ich hatte das Problem seinerzeit durch den Kauf eines Schweißgerätes gelöst, hatte statt mit Glasfasergelege lieber mit Blechplatten hantiert und die Nähte dann mit Karosseriedichtmasse geschlossen und alles mit Teroson abgedeckt – da war ich tatsächlich recht gut! War damals keine verkehrte Entscheidung – TÜV konform und mit Schweißgerät und Flex kann ich bis heute gut umgehen…

Dieses Schicksal bleibt LIBERTÉ allerdings heute erspart – der Spachteldurchgang verläuft sehr gut und auch beim anschließenden Verspachteln von ELOWYNs Wunde kann ich noch zielorientiert arbeiten.

Das ist NICHT gespachtelt – es ist mit dem Spatel aufgetragen

Bei ELOWYN hatte ich leider keinen kleinen Japanspachtel! Der den wir hatten, war für den vertikalen Auftrag zu groß und zu unhandlich. Ich habe daher nur mit dem Holzspatel aufgetragen, den Rest werde ich einfach verschleifen.

Am Weg zurück, fällt mir ein neues Boot in der Marina auf. Heute weiß ich, dass es Gäste waren. Mein Augenmerk wurde darauf gelenkt, weil es zum einen an unserem alten Platz festgemacht hatte, zum anderen war es das gleiche Yachtmodell wie die heutige GIOIA unserer Ex-Käufer – ihr erinnert euch sicher.

Mir fällt als erstes auf, dass die Besitzer von Beneteau Oceanis 42CC einen Hang zu auffälligen Namen haben, zumindest die, die ich kenne…

Die Segelyacht LiBido fährt unter italienischer Flagge

Ich schreibe ja Schiffsnamen immer in Großbuchstaben – mir scheint aber, dass es bei der LIBIDO darauf ankommen könnte, dass man LiBido schreibt.

Nur zu gerne hätte ich mir die Bedeutung von LIBIDO von Ulrike auf Italienisch und Französisch erklären lassen – in einer illusteren Runde, bei einem Glas Rotwein. Das wäre sicher ein denkwürdiger Moment – aber hier interessiert mich wirklich, was hinter dem Namen stehen könnte…

Google verrät „li bido ist nigerianisches Pidgin und bedeutet „er fing an„, ok, schon mal eine gelungene Überraschung – damit habe ich nicht gerechnet! Die Suche nach Italienisch liefert kein Ergebnis, wobei „li“ mit „dort“ übersetzt wird – es könnte also sein, dass die Crew Biagio und Domenica heißt und darauf hinweist, dass sie jetzt hier, also dort ist.

Last not least, es soll ziemlich sicher der Link zur eigentlichen Bedeutung gemacht werden – „Libido (lateinisch libido: „Begehren, Begierde“, im engeren Sinne: „Wollust, Trieb, Maßlosigkeit“) bezeichnet in der Psychoanalyse jene psychische Energie, die mit den Trieben der Sexualität verknüpft ist.“

Komischer Name, aber er fesselt – ich habe nicht nachgefragt, bereue ich heute 😉

Meine kleinen teuflischen Gedanken werden sofort bestraft! Sibylle rennt mir entgegen – „…der Schlauch, er ist geplatzt, Wasser, überall Wasser!“

Ok, ich beschleunige meinen Schritt, denn seit ich NESSAJA ans Stegwasser angeschlossen habe, stoppt der Wasserfluss nicht mehr, wenn der Tank leer ist – ich muss mich auf die Qualität meiner Installation verlassen! Nur, diese ist erst ein paar Wochen alt und kaum ein paar Tage in Betrieb.

Kaum bin ich an der Versorgungssäule bremse ich meinen Lauf – das Ausfallteil war sofort zu erkennen, das Schiff zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Wird durch ein intaktes Teil ausgetauscht – weiter geht´s

Weil ich grad zu NESSAJA gesaust bin, kann ich gleich das neu installierte Betätigungsventil des ENO Backofens testen. Sibylle hatte die Schnauze voll vom Grillen, was übrigens nur eine Frage der Zeit war, es sollte „…mal wieder was Gscheids…“ geben.

Sie hatte sich bereit erklärt eine Lasagne zu machen, diese müsse nun in den Backofen.

Das Flämmchen züngelt, auch die Regulierung funktioniert – check

Ok, das war eine gute Idee, auch Hans Peter und mir war die Abwechslung sehr willkommen und wir mampften als gäbe es kein Morgen mehr.

So klang der Tag sehr gemächlich in NESSAJAs Cockpit aus!

Solche Abende sind eine gute Gelegenheit ein Resümee zu ziehen – wo stehen wir? Nun, ich würde sagen, dass wir genau im Plan sind. Wie dieser weitergeführt wird, hängt sehr davon ab, ob übermorgen der Mastkran kommt und unter Regie der Marina, LIBERTÉs Mast gelegt wird. Priorität 1 hat nach wie vor der Anstrich des Unterwasserschiffes, Deadline ist der 27.09., an dem Tag werden Sibylle und ich für eine Woche Urlaub machen. Wenn wir zurückkommen, werden Hans Peter und Petra bereits am Heimweg sein.

Das sollte zu schaffen sein, eventuell bekommen wir sogar den Mast noch gestellt. Wenn nicht, dann eben im April 2025.

Der nächste Tag beginnt für mich allerdings auf Volkers ELOWYN – heute schließe ich meine Liste der „Technischen Aufgaben“ ab, danach wird „nur noch“ sauber gemacht und gebunkert – wenn sie erstmal im Wasser ist.

Die neue Lackierung tut not – das Schiff ist zudem total versandet

Auf dem Weg zur Vorpiek fällt mir auf, wie sandig das Schiff innerhalb von zwei Monaten geworden ist. Zu allem Überfluss setzt sich dieser Sand auch noch unter den beschädigten Lack – wir werden dem mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken.

Ich zwänge mich ein letzes Mal zu Reparaturzwecken in die kleine Kammer, die als Wellnesssauna genutzt werden könnte – zum Glück geht das Schleifen und Lackieren schnell und ich kann rasch aufräumen und einen Haken an die Laminatreparatur machen – fertig!

Sieht gut aus, funktioniert – Herz was willst Du mehr

Den Rest des Tages lasse ich ein wenig verdröppeln – ich mache etwas Computerarbeit, recherchiere ein wenig und faulenze auch ein paar Minuten, das tut auch mal gut!

Um 17.00 Uhr ruft Sibylle zum Aufbruch – sie hat einen Videocall mit Susanne vereinbart, es gibt noch ein paar Feinheiten zu klären, bevor Florian mit Familie anreist. Ich lass´ meine Gattin gewähren und versuche gar nicht erst, sie ein wenig zu beruhigen – der erste Besuch des Sohnes auf „unserer Insel“, zudem mit den beiden Enkelsöhnen im Schlepptau, ist ein spezielles Ereignis und der Weg zum perfekten Urlaub wird durch die Oma geebnet.

Ich gehe in meiner Aufgabe als Erfüllungsgehilfe auf und agiere als der Hebel an dem sie sitzt.

Wir kommen in Xirokampos an…

Es ist einfach ein schönes Anwesen…
…mit perfektem Ausblick – in perfekter Lage

Es gelingt mir, trotz des wirren Gegackers der beiden Damen am Bildtelefon, die Wasserversorgung von Gemeindewasser auf Zisterne umzuschalten und das Hauswasserwerk mittels leichter Hammerschläge in Gang zu setzen.

Am Ende waren alle glücklich und zufrieden – jetzt noch ein Großeinkauf am Tag vor der Ankunft, dann kann der Filius kommen! Wir freuen uns, es wird sicher eine bereichernde Woche.

Am nächsten Morgen geschieht ein Wunder! Eines der Art, an der Hans Peter nicht zu glauben wagen würde – daher ruft er mich morgens um 08.00 Uhr fast schon euphorisch an – „…der Kran kommt!“

Ich war nicht so skeptisch, ich habe damit gerechnet, dass nach der ersten Absage, im zweiten Anlauf alles klappen würde. Daher hatte ich den Wecker gestellt, meine erste Tasse Kaffee bereits getrunken – nur für die zweite hat es nicht ganz gereicht…

Kein Problem!

08.00 Uhr – ich verlasse NESSAJA um „dem Wunder“ beizuwohnen

Also gehe ich zur Stelle, an der das Wunder seinen Lauf nehmen sollte. Mein Freund, der saarländische Berufsskeptiker, beobachtete alles von oben und war, ob des Umfangs „seines Wunders“, derartig in den Bann gezogen, dass er – wäre ich über´s Wasser zu ihm gelaufen, was ich sicher könnte, dass er dies sicher nicht bemerkt hätte 😉

So sieht ekstatische Freude aus

Ich will den Umfang der Ereignisse nicht schmälern, es ist wirklich ein wundersamer Erfolg, wenn es einem Skipper gelingt einen weitgehend termintreuen Slot für den Mastkran zu bekommen. Umso glücksseeliger waren wir, als der begehrte Kran tatsächlich eintraf und zum richtigen Aktionsplatz gewiesen wurde.

Um diesem Moment gerecht zu werden, hätte es Fanfaren gebraucht
Elektriker Panagiotis, der „Mastera“, weist den Boliden ein

Als der Kranwagen an die vermeintlich richtige Position dirigiert war, begannen die Vorbereitungen an und um LIBERTÉ – generell hatten wir an Deck alles vorbereitet was man eben vorbereiten kann – aber Panagiotis hat natürlich sein eigenes System, welches er dann, wie nach einem Drehbuch abspielte.

Hier ist der richtige Ort – die Stützen werden ausgefahren

Erst wurde eine „Probefahrt“ mit dem leeren Krankorb gemacht, dann stieg der Meister der Riggarbeiten in denselben um zusätzliche Sicherheitsleinen am Mast anzubringen…

Ok, alles gut – der Ausleger erreicht alle relevanten Stellen
Panagiotis fährt nach oben, um Leinen und Hebegurte anzubringen

Als der Mast gesichert war und erste Hebegurte angebracht waren, konnte die Vorsegel-Rollanlage mit dem Vorstag demontiert werden.

Das längste Bauteil bei dieser Aktion muss vorsichtig gehandelt und an einem geeigneten Platz abgelegt werden. Dies wird später entschieden, zunächst wird die Anlage gesichert auf die Seite gelegt.

Das Profilvorstag der Furlex wird nach hinten abgelegt und später aufgeräumt

Langsam wird es ernst – die Leinen an denen sich Panagiotis abseilen wird, nachdem er den Mast an den Kran gehängt hat, werden vorbereitet. Hans Peter klärt das mit dem Elektrikergehilfen und ich bekomme meine Position an der Winsch.

Jetzt geht´s los

Als der Mast am Kran hängt und gesichert ist, können die Wanten, zwei an jeder Seite, und das Achterstag frei gemacht werden.

Gut, dass wir die Gangbarkeit der Wantenspanner schon geprüft hatten und auch schon die Splinte entfernt haben – so war dieser Job schnell erledigt.

Letzte Verbindungen werden getrennt

Dann ist es soweit – der 16 Meter hohe Mast wird aus seiner Basis gezogen und von Deck gehoben – das geht recht schnell und ist, mal abgesehen von dem ganzen Brimborium drumherum, eigentlich eine unspektakuläre Arbeit.

Der Mast wird dann erst einmal auf zwei Fässer abgelegt.

Jetzt geht der Mast von Deck
Er wird erst einmal abgelegt, so dass er nicht im Weg ist
Zwei Fässer dienen als Ablageort

Dann beginnt die „typisch griechische“ Phase der Arbeit – man fragt sich, wohin mit dem Trum…

Wir sollen sagen, wie lange der Mast liegen wird – hm, kommt drauf an, wenn alles klappt, vielleicht einen Monat. Wenn dagegen nichts klappen würde, dann könnte es bis zum April 2025 dauern!

Man palavert, raucht eine Zigarette und gestikuliert wild. Da hinten? Dort vorne? Oder lieber hier?

Der Kranfahrer lehnt an dem 150.-€ pro Stunde teuren Kranwagen und telefoniert privat – Hans Peter kullern angesichts der tickenden Uhr die Schweißperlen über die Stirn.

Plötzlich die Entscheidung – der Mast wird neben dem der TAO 3 abgelegt. Schon sausen die Gabelstapler wie nervöse Krabbler um das sperrige Transportgut – ich muss unweigerlich an „Guido“ aus dem Disney Film „Cars“ denken. Die beiden „Guidos“ der Leros Marina Evros hängen den Spargel der LIBERTÉ an ihre Ausleger und transportieren ihn zur finalen Ablageposition…

„Guidos“ im Einsatz

Dort muss noch einmal der Kranwagen ran um den Mast etwas auszurichten und sicher zu positionieren, dann wird der teure Helfer aus seiner Pflicht entlassen und fährt von dannen – auch Hans Peters persönliche, innere Schuldenuhr läuft von nun an deutlich langsamer.

Der Mast liegt, der Kran hat seine Schuldigkeit getan

Dieses Bild führt mich zu einem anderen, wichtigen Handlungsstrang, zu einem abrupten Themenwechsel!

Der Mann in der Bildmitte ist der Juniorchef der Marina. Er, Nicolas, hat es sich nicht nehmen lassen, bei uns vorbei zu sehen und seinen Segen zu geben – alles gut? Ola kala? Er vergewissert sich, dass alles planmäßig läuft und zieht dann, das Mobiltelefon stets am Ohr oder vor der Brust, weiter um seine Runden zu drehen.

Gibt es etwas Neues von seiner Seite, bezüglich meiner Beschäftigung im Winter? Nun, die Popgruppe „Fettes Brot“ hat die perfekte Antwort einst intoniert – „Ja klar, äh nein, ich mein jein“!

Ich wollte nicht länger auf Klärung warten und habe ihm eine Mail geschrieben und um einen kurzen Sachstand gebeten. Die kurze Version der Antwort – „…verrückte Phase in der Marina… der tägliche Wahnsinn… alles beim Alten, keine Änderungen!“

So wie es aussieht, werden wir wohl erst im Herbst weitere Modalitäten besprechen, aber die Zeichen allgemein stehen wohl auf „Weiterbeschäftigung ab 11/2024“.

Zurück zum Tagesgeschäft – wobei, nicht ganz…

Es gibt einen weiteren Sidekick zu unserem täglichen Tun – Merlin ist nicht gut beinander, er „hat irgendwas“. Dies äußert sich darin, dass er nichts frisst und kaum trinkt, er ist apathisch. Das macht uns Sorgen und speziell Hans Peter fürchtet um seinen Gefährten. So beschließen wir, Merlin in Sibylles Obhut zu geben, so ist er versorgt, nicht alleine und unter Überwachung.

Auf NESSAJA scheint es ihm auch zu gefallen!

Ok, schön – aber mein Zuhause ist das nicht

Ich gehe zurück zu LIBERTÉ – der Mast liegt, wir hatten eine kurze Mittagspause, müssen jetzt aber wieder ran. Sollten wir eine Chance wahren wollen, dass der Mast vor HPs Abreise wieder gestellt wird – dann müssen wir jetzt dranbleiben und den Spargel abgarnieren!

Ich telefoniere mit „Meltemi Rigging“ in Athen – einer von zwei Anbietern die infrage kommen, die neue Verstagung für LIBERTÉ zu fertigen. Ich beantworte Fragen, sende Bilder – dann warten wir auf den Kostenvoranschlag.

Derweil steht die Demontage der alten Drähte an, ich will Hans Peter abholen und finde mich unter seinem entmasteten Dampfer ein…

Da steh´ ich nun und warte

Ich setze mich kurz in den Schatten und höre den Freund im Inneren des aufgebockten Schiffes fluchen. Er schreit, das irgendwas oder irgendwer „…ihm nicht auf den Sack gehen…“ sollen! Huch – ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich will doch nur hier sitzen…

Dann kommt mein Freund über die Leiter und ist bereit mit mir zusammen die Wanten und Stagen von seinem liegenden Seldén Rigg abzumontieren.

Alles muss weg

Klar, dass auch dies nicht ohne Probleme geht, zudem arbeiten wir jetzt, am frühen Nachmittag, in der prallen Sonne – es gibt schöneres! Dennoch gelingt es uns, in relativ kurzer Zeit alle Drähte zu demontieren und auf die Seite zu räumen. Dafür rollen wir sie zusammen, so gut das eben aus freier Hand geht.

Erstmal sind sie verräumt

Zurück bleibt der von seinen Drahtseilen befreite Mast der Bavaria 41H – verwaist??? Nein, beileibe nicht – es gibt auch an dem Spargel noch einiges zu tun. So sollen zum Beispiel alle Rollen erneuert werden, auch das laufende Gut, das heißt alle Leinen, soll ersetzt werden und auch über Anbauteile wie die Lampen, Klampen und Klemmen sollte man sich jetzt Gedanken machen.

Entscheidungen die Hans Peter zu treffen hat! Es ist auch ein wenig Druck im Kessel, denn der imaginäre, letztmögliche Termin den Mast zu stellen ist der 25./26.09. – dies beschert auch eine Deadline bezüglich der Bestellungen.

Der gestrippte Mast bleibt zurück

Doch genug für heute, es wird Zeit für Feierabend. Ich merke, dass die Stimmung nicht mehr so ist, wie zu Anfang unserer Projektphase. Das ist selbsterklärend – seit zwei Monaten arbeiten wir zusammen, essen zusammen, planen zusammen. Wir arbeiten unter Druck, nicht alles klappt, wir müssen gegenseitigen Ärger kompensieren.

Zudem sind wir grundverschieden – Hans Peter ist der, der 1/10mm misst und behutsam beginnt, später aber zum Kompromiss bereit ist, weil er das gute Ende ohnehin stets in Frage stellt. Ich bin eher der, der grobschlächtig beginnt, am Ende aber ein möglichst gutes Ergebnis anstrebt, da kann ich mich auch verschwenderisch verkünsteln – denn ich weiß, es wird immer gut, es klappt immer!

Wir sollten also den verfrühten Feierabend nutzen um etwas Ruhe ins System zu bringen – ich gehe mit Sibylle ein Eis essen.

Am nächsten Tag geht es früh weiter, schließlich müssen wir die Drähte versandfertig machen und auch das Vorstag noch zerlegen, immer noch tickt die Uhr! Und wir merken am frühen Morgen schon, die gute Stimmung, die Gelassenheit ist noch nicht zurück!

Wir zerlegen zuerst die Furlex…

Die Rollanlage – die Trommel muss vom Profil

Ich versuche autodidaktisch zu arbeiten und mein Ansatz ist es, die Trommel erst einmal nach oben zu schieben um dann Zugang zum Drahtende zu haben – ist das erst entfernt, kann man die Trommel nach unten abziehen und dann auf der Werkbank servicieren.

Mein Freund will die Arbeit anders angehen – er hat ein Pamphlet von Furlex, in dem das Zerlegen der Anlage beschrieben ist. Die demontieren die Trommel zuerst und entfernen Teil für Teil.

Hat auch seine Berechtigung, runter muss das Ding ohnehin und zerlegt werden soll es auch – außerdem ist es Hans Peters Anlage und er darf bestimmen. Aber es beschert uns drei Stunden arbeiten unter erschwerten Bedingungen – im Sand kniend, die Hälfte der Zeit in praller Sonne.

Das Ziel erreichen wir allemal…

Auch ohne Handbuch ist klar – der Bolzen unten muss raus!
Der zerlegte Roller ist nach oben geschoben – wir können das Schraubterminal entfernen

Es kam wie es kommen musste – das verflixte Ding quält uns mehr als es eigentlich müsste. Hans Peters Anleitung versagt insofern, als dass sie zwar erklärt wie es theoretisch ginge, die Unabwägbarkeiten der Praxis aber außen vor lässt.

Wir dengeln also die nächsten Stunden an einem festsitzenden Schraubterminal herum – nur, es rührt sich nix!

Ich sage es offen und ehrlich, ich hätte nach zwei Versuchen kurzen Prozess gemacht und das Vorstag durchtrennt. Dann hätte ich mit dem Problemkind an eine Werkbank gehen können und dort in Ruhe, im Stehen und im Schatten arbeiten können. Diesen Vorschlag wage ich nicht zu machen, die Stimmung war angespannt.

Wir dengeln weiter…

Irgendwann kommt Panagiotis und er bringt frischen Wind mit – er kann den gordischen Knoten zerschlagen, indem er Ersatzteile aus dem Lager holt, welche uns die Gelegenheit und Sicherheit geben, den Schraubteil des Terminals aufzuflexen und zu entfernen – so können wir das System soweit zerlegen, dass wir den Vorstagdraht aus dem Profil ziehen können.

Fotos? Leider nein! No good mood for pictures…

Abermals tut eine Pause not. Ich sitze mit Sibylle auf NESSAJA, wir trinken Kaffee und essen Kekse. Ich schildere ihr die Situation. Während ich mich selbst reden höre beschließe ich, dass ich ab morgen frei nehmen werde! Ich unterbreche meine Unterstützung an der Projektarbeit bis zum 05.09.2024!

Dann gehe ich zu LIBERTÉ zurück um den Teil des Jobs zu erledigen, den ich noch „schuldig“ bin – die Drähte müssen ordentlich gerollt werden und auf eine Palette geschlichtet werden, sie sollen versandfertig sein.

Fast fertig

Ich denke mir ein System aus, wie ich die Drähte alleine rollen kann – dafür nutze ich eine dieser Bootsstützen. Zwischen deren Gestänge kann ich den festen Draht in Schlaufen legen und dann mit Kabelbindern fixieren – dann entnehme ich die Rolle und staple sie auf der Palette.

Verflixt, was für ein bescheuerter Tag! In der letzten Minute meines Werkens für heute, muss ich den Verlust meiner Arbeitsshort beklagen. Das ärgert mich – naja, zum Streichen kann ich sie noch nutzen, dann hat sie wohl ausgedient!

Ermüdet – Material und Mensch

Hans Peter kruscht derweil im Bauch seines Schiffes herum, er sucht etwas, man hört es rumpeln. Bei den letzten Schlingen hilft er mir, dann verabschiede ich mich in den Feierabend – bis zum Abendessen!

Dinner gibt es bei ihm an Bord, wir Grillen. Vielleicht auch dies das letzte gemeinsame BBQ des Monats August.

Ich erinnere – am kommenden Dienstag kommt Florian mit Familie, am 31. des Monats kommen Volker und Tina. Die Unterbrechung war also geplant – nur der Beginn wird von mir um drei Tage vorverlegt. Wir brauchen es – BEIDE!

Ahhhh, ein Samstag an dem ich nach dem Kaffee vor mich hinsinniere und mir selbst die Frage stelle – „…was könnte ich denn heute tun?“ Keine Baustelle ruft zur Pflichterfüllung, ich kann die Seele baumeln lassen und den Körper gleich mit 😉

Als erstes ein paar Besorgungen. Ich fahre eine Gasbuddel für den Cobb kaufen und besorge neue Ratschbandl. Dann noch ein Auto für Volker und Tina reservieren – ich stehe vor Ioannis Fahrradwerkstatt, er ist der Gatte der Autovermieterin unseres Vertrauens.

Wie ich so in die Werkstatt blicke, muss ich in mich hineinlachen – glaubt kein Mensch wenn Du es erzählst…

Auch das ist Griechenland – aber der Output ist gut und günstig

Das klappt alles soweit gut, dann fahre ich zurück in die Marina und stoppe bei ELOWYN. Dort ist Sibylle zugange und reinigt das Schiff von innen – der Sand, der Staub der vergangenen zwei Monate an Land muss raus.

Ich setze mich zu ihr, leiste etwas Gesellschaft und reserviere weiter für Volkers kurzen Aufenthalt auf Leros – einen Tisch im „Harris“, der coolen Bar in der Mühle, dann noch einen Tisch im „Mylos“, dem führenden Fischtempel der Insel. Volker nennt das seine „Mühlentour“ – wir werden teilnehmen und freuen uns sakrisch darauf.

Ich bekomme umgehend Rückmeldung von Haris – „…all ok, my friend, see you soon!“, das klingt schonmal gut. Auch aus dem Bauch des blauen Riesen schallt es zu mir hoch – „…ich bin fertig!“

Wunderbar, dann sperren wir ELOWYN wieder ab und gehen zurück auf unsere NESSAJA – nächster Besuch bei dem Boliden ist dann zum Krantermin am 29.08.!

Auf NESSAJA plaudern Sibylle und ich über die Situation rund um LIBERTÉ. Ja, es waren stressige Wochen, es macht auf uns den Eindruck, als ob HP die einzelnen Arbeitspakete lieber entzerren will. Alles auf einmal zu machen ist auch organisatorisch eine Herausforderung. Wie aber denkt der Eigner darüber?

Wir laden Hans Peter zum Kaffee ein und besprechen alles. Der Freund bestätigt zwar die momentane Stresssituation, entscheidet aber auf „weitermachen“! Ok, da will ich kein Spielverderber sein – dann bis morgen früh, Treffpunkt Mast…

Ich bin ich mich gekehrt – ist das die richtige Entscheidung? Wir werden sehen. Um ein wenig Ablenkung zu haben, befreie ich den „Schrott-Windgenerator“ von all seinen defekten Anbauteilen und finde einen Stauplatz für den Ersatzteilträger.

Ich will das Gehäuse retten

Das klappt gut – dann ist es erst einmal Zeit, einmal ins Meer zu springen und sich etwas abzufrischen. Die übrige Zeit vertreiben wir uns mit faulenzen, das tut uns Beiden gut.

Sibylle und ich haben uns für heute einen Tisch im „To Steki“ in Alinda reserviert. Wir waren lange nicht mehr bei Dimitris und haben Lust, mal wieder etwas anderes als Köfte oder Chicken Souvlaki zu essen.

Da sich die Betreiber des „Mylos“ noch nicht auf meine Reservierungsanfrage gemeldet haben, die Edeltaverne jedoch auf unserem Weg nach Alinda liegt, beschließen wir, unsere Reservierung direkt einzusteuern.

Kurzer Zwischenstop
Ich freu´ mich drauf

Klappt alles! Ich kann mir einen guten Tisch sichern und somit sind alle Anfragen bestätigt – der „Mühlentour“ steht nichts mehr im Wege.

Sibylle und ich fahren weiter zu Dimitris´ „To Steki“ – es weht ein strammer Nordwind, dennoch entscheidet Sibylle, dass sie am Wasser sitzen möchte. Es zieht mächtig, aber es ist ein warmer Wind – man kann es gut aushalten.

Die große Tochter des Wirts hat heute Geburtstag, so ein Zufall – wir gratulieren artig, dann nehmen wir Platz.

Wir mögen das „To Steki“ – eine zuverlässig gute Adresse und eine sehr nette Gastgeberfamilie

Ach ist das schön… Wir sind lange nicht mehr so nett gesessen, haben lange kein Gläschen Wein zusammen getrunken. Sibylle erzählt, dass ein anderer Segler aus der Marina wohl unschöne Erlebnisse mit einer Partyflottille hatte – in der Bucht von Archangelos!!! Vor dem „Stigma“! Charterflottillen mit angetrunkenen Gröhlern jetzt auch schon vor den Miniinseln, die Geschichte bestätigt mein Bauchgefühl!

Später kommt Nicolas, der Marinachef, mit seiner Frau und einem befreundeten Paar aus Athen in die Taverne. Er wirkt entspannt, kommt an unseren Tisch und wir plaudern ein bisschen. Er ist ein Freak – und ich mag ihn…

Klar, dass wir es uns gut gehen lassen – wir bestellen vornehmlich Fischgerichte und weil wir Hunger UND Gelüste haben, bestelle ICH, das ist Sibylle wichtig zu erwähnen, natürlich von allem zuviel. Gut war es trotzdem!!!

Popi – Auberginen-Schinken-Röllchen in Sahnesoße, ein „all time high“ im „To Steki“ – das einzige Fleischgericht heute
Ein gebratener, lerianischer Käse mit Feigen-Tomatenmus
Der „Leros-Salat“ – ein griechischer Salat mit lerianischem Käse und Sardelle
Scampi Risotto
Seafood Saganaki

Ok, es war ein wenig Völlerei, aber tolerierbar – trotzdem verzichten wir am Heimweg freiwillig auf das „Absackereis“ im Eispalast in Lakki.

Es war ein schöner Abend. Wir setzen uns noch ein wenig ins Cockpit, während unsere Klimaanlage das aufgeheizte Schlafgemach herunterkühlt. Dann ist Nachtruhe angesagt, morgen geht es weiter…

Wider Erwarten ist der Sonntag ein Arbeitstag – es geht weiter am Mast von LIBERTÉ!

Arbeitsplatz mit Aussicht

Ok, ich gebe zu, es könnte schlimmer sein! Auf den ersten Blick ist unser Arbeitsplatz am Marinarand, nahe des kleinen Strandes, ein schöner Fleck Erde. Wir haben eine gute Aussicht, es weht eine frische Brise.

Der Haken ist, dass wir natürlich kein gutes Arbeitsumfeld haben – es fehlt an Wasser, Strom und festem Untergrund. Zudem gibt es wenig Ablagefläche für die Werkzeuge, ein Teil des Werkens wird daher auf den sandigen Boden verlegt.

Selbsterklärend ist die fehlende Beschattung – ab Mittag wird´s warm am Oberkopf. Dann sinkt auch der Grad des Wohlfühlfaktors. Wir fangen daher relativ zeitig an.

Die Anbauteile des Mastes

Diesmal kommen wir gut voran und müssen uns wenig ärgern, daher sind wir auch zur Mittagszeit mit dem Abgarnieren des Seldén Mastes durch. Logisch, dass wir die Anbauteile dann sofort an unseren schattigen Arbeitsplatz unter LIBERTÉ verbringen, hier können wir in Ruhe an den Teilen arbeiten oder die zur Bestellung notwendige Recherche betreiben.

Es sollen neue Umlenkrollen für die Fallen verbaut werden, die Teile die wiederverwendet werden, polieren wir auf. Wo notwendig, wird instandgesetzt, Gewinde nachgeschnitten und entrostet.

Klar, dass auch dieser Tag nicht ohne Kollateralschäden abläuft – Werkzeug und Mensch leiden – aber Gott sei Dank in vertretbarem Maße.

Tx20 Bits können schonmal brechen – die Schrauben waren 26 Jahre lang geschlossen
Die Lidl-Arbeitsböcke sind scharfkantig – irgendwo muss der günstige Preis ja herkommen

An diesen Part der Arbeit können wir also einen Haken machen – jetzt heißt es, die Teile zu bestellen. Neue Fallen, ein neues Ankerlicht und die erwähnten Rollen sind zu ordern.

Was wäre noch zu tun? Ja, wir müssen das stehende Gut versandfertig machen! Ok, dann packen wir auch hier noch an…

Neu gestapelt und fest verschnürt
Mit Pappe und Folie gepackt – fertig für die Spedition

So, auch das ist in vertretbarer Zeit erledigt – eigentlich war es ein erfolgreicher Tag! Für einen Sonntag an dem ich an sich schon einen Break ausgerufen hatte, haben wir ordentlich was bewegt.

Warum das alles? Die Herausforderung ist, alles auf eine passende Zeitachse zu bringen. Durch HPs Heimreise am 01.10., gepaart mit der Tatsache, dass Sibylle und ich nochmal Urlaub machen werden und ab 27.09. nicht mehr zur Verfügung stehen, ist der letztmögliche Termin den Mast zu stellen der 26.09.!

Die Versandzeiten für die Ersatzteile betragen, Verfügbarkeit vorausgesetzt, etwa 14 Tage. Die neuen Wanten und Stage werden, nach der Betriebsruhe von Seldén Athen, ab 02.09. in etwa 14 Tagen gefertigt.

Wer sich das vergegenwärtigt sieht rasch, dass dies alles mit heißer Nadel gestrickt ist. Es muss alles klappen, wir dürfen keine Zeit vergeuden.

Zu alledem wabert im Hintergrund immer noch die Arbeit, welche das Prädikat „Priorität 1“ trägt – der Coppercoat-Anstrich des Unterwasserschiffes. Diesen wollen wir in der Zeit von 05.09. bis zum Eintreffen der Mast-Anbauteile erledigt wissen.

Vor diesem Hintergrund ziehe ich mich an mein Laptop auf NESSAJA zurück und erledige Administratives – ich steuere in der Marina einen Termin zum Maststellen am 25./26.09. ein, sage „Meltemi-Rigging“ in Athen ab, da Hans Peter dem Seldén Vertreter den Vorzug gibt.

Das Telefon klingelt – Tom von der BLODUGHADDA ruft an. Ich kenne ihn aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ und er fragt, ob wir Zeit auf ein Bier mit ihm und seiner Gattin Beate hätten – super, ja gerne!

So sitzen wir im „La Palma“ Café und gönnen uns zwei eiskalte Bier, bevor wir weiter ins „SouVLakki“ ziehen – dort sind wir um 19.30 Uhr mit Hans Peter verabredet – es ist schließlich Sonntag 😉 !

Wir ziehen „ein Haus weiter“ – zu unserer Lieblings-Grilltaverna…
…es herrscht eine wunderbare Stimmung
Um diese Zeit ist es noch ruhig im „SouVLakki“

Wir genießen unser Dinner und lassen den Abend bei einem Eis ausklingen. Dann trennen sich unsere Wege und wir gehen, beziehungsweise fahren, zurück auf unsere Schiffe – wir haben uns für den morgigen Montag noch einmal viel vorgenommen.

Ich wache auf, sortiere meine Sinne und verweigere mir das Schlummern – aufstehen, zwei Tassen Kaffee, dann ruft die Pflicht!

Ich treffe mich mit Hans Peter auf dem Parkplatz, wir wollen mit dem Ranger nach Partheni zur Boatyard von „Moor & Dock“

Gleich geht´s los…

Die Werft im Norden ist in direktem Wettbewerb zu unserer Marina. Ich gehe daher nicht regelmäßig dorthin, diesmal ist es aber angeraten, denn die ehemalige „Agmar-Marina“ ist Vertreter von Seldén – wir erhoffen uns, dass wir Kleinteile ohne Aufwand und Versandkosten erwerben können.

Ich nehme es vorweg, das hat nicht geklappt, die benötigten Teile waren nicht auf Lager. Die angebotene Lieferzeit war inakzeptabel und so werden wir diese Kleinteile wohl selber beschaffen.

Auf dem Weg wollten wir uns einer zweiten Problemstellung annehmen – bei einem Terminal welches weiterverwendet werden muss, war das Gewinde etwas verschrammelt und sollte nachgeschnitten werden. Da es sich um ein mächtiges M22 Gewinde handelte, so glauben wir zumindest, gehen wir in die LKW-Werkstatt von Lakki.

Der Eindruck täuscht – hier wird sehr perfekt gearbeitet! Ein ELRING Kunde übrigens

Der Junior Chef, Xristo, greift das Teil und bearbeitet es fachmännisch, aber mit großem, grobschlächtigen Werkzeug. Hans Peter kann gar nicht richtig hinsehen. Beim Nachschneiden des Gewindes klemmt es etwas – das ist eigentlich verwunderlich, denn prinzipiell hätte das Nachbarbeiten geschmeidig gehen sollen.

Ok, erledigt! Wir fahren vom Hof und weiter in den Norden der Insel – ich grüble…

Warum ging das Nachschneiden schwer? Mir schießt es in den Kopf – was, wenn das Gewinde kein metrisches 22mm Gewinde war, sondern ein Zollgewinde??? Dann hätten wir das 600.-€ Teil versaut! Ich beichte Hans Peter meine Sorgen, auch ihm gefriert das Blut in den Adern.

Ich will Zuversicht ausstrahlen und ziehe die unbelegte Vermutung ein wenig ins Lächerliche, doch mein saarländischer Freund lässt mich abtropfen – „…das ist nicht zum Lachen!“, meint er bitterernst und ich gebiete mir selbst Einhalt. Später werden wir feststellen, dass alles passt und perfekt funktioniert – warum ging der Bearbeitungsprozess schwer? Vermutlich weil das Gewinde verformt und voller Schraubensicherung war – alles richtig gemacht!!!

Während wir unterwegs in den Norden der Insel waren, hatte Sibylle den Leihwagen für ihren Sohn in Lakki abgeholt. Sie ist ein bisschen aufgeregt, denn Florian mit Familie trifft morgen ein und alles soll perfekt vorbereitet sein.

Da ahnte Sibylle noch nicht, dass wir später die weiße Möhre bekommen sollten…
Der Junior fährt einen „Quasi-Neuwagen“ vor – diese Eigenschaft wird mehrmals untermauert
Wie vereinbart sind die reservierten Popolift-Sitzerhöhungen für die Buben vorbereitet

Zwischenzeitlich sind auch wir zurück auf LIBERTÉ, das Telefon bimmelt, wir erhalten eine Mail von Seldén Athen, in der uns zugesagt wird, dass wir trotz Betriebsurlaubs unsere Palette mit den Drähten auf den Versandweg bringen können – je früher das stehende Gut am Hof wäre, desto zeitiger könne man beginnen.

Hans Peter meint, dann müsse er wohl mal Platz im Ranger schaffen…

Nein! Das dauert zu lange! Ich sause und hole den Schlüssel vom Leihwagen – wir bringen die Palette zur Spedition, jetzt!

Passt gerade so in den Hyundai i20
Emsiges Treiben – man nimmt sich unserer an

Der Chef persönlich nimmt sich unserer an und stellt die Frachtpapiere aus, das ist immer ein wenig griechisch umständlich, klappt am Ende aber gut! Sibylle kommt mit dem Roller nach, sie ist besorgt um den roten Flitzer.

Sie erklärt mir erst jetzt, dass dieser ihr quasi als „Neufahrzeug“ feilgeboten wurde, sie mache sich Sorgen, dass wir den feinen Wagen als Lastenmuli missbrauchen. Sie habe sich zudem überlegt, dass sie fürchtet, dass die Enkelchen das neuwertige Automobil (>40.000km 🙂 ) beschmutzen könnten und sie deshalb die Karosse gegen eine weniger hochwertige tauschen wolle – und zwar jetzt!

Ich erkenne diesen Wunsch als Befehl und chauffiere den edlen Wagen zu Rena und Ioannis´ Autovermietung, dort treffen wir uns…

Der rote ist zu gut für uns – wir nehmen den weißen Flitzer

Wir tauschen – roter Renner gegen malade Möhre, für mich ok – aber für das altersschwache Vehikel braucht´s auch gleich eine Einweisung – „…den Zündschlüssel IMMER stecken lassen (er ist mit zwei Ratschbändern an der Lenksäule fixiert), das Auto nur und ausschließlich mit dem Türschlüssel sichern – wenn überhaupt…“

Kein Problem, machen wir. Ich hätte Florian das neue Wägelchen gegönnt, da hätte wenigstens die Klimaanlage funktioniert – aber eigentlich stimmt es schon, auf den jetzigen muss man einfach nicht wirklich aufpassen, die weiße Klapperkiste erfordert tatsächlich weniger Aufmerksamkeit.

Das nutzen wir sofort und fahren alle Supermärkte der Insel ab – Sibylles Plan sieht vor, dass wir alle Gebrauchsgüter und Lebensmittel die keine Frischwaren sind, bereits heute kaufen und im Ferienhaus des Filius stauen – wie könnte ich da widersprechen???

Ich bin zuständig für die wirklich wichtigen Waren und muss diese ordnungsgemäß ihrem finalen Lagerplatz zuführen.

Das Wichtigste hätten wir schonmal

Geschafft! Wir gönnen uns auf der Terrasse des wunderschönen Anwesens eine Tüte Fruchtgummi und sind angefixt vom Rausch des Süssen – so beschließen wir, dass wir am Heimweg nicht links in die Marina abbiegen, sondern den Umweg über Lakki wählen und dort einen Boxenstop bei „Repapis“ machen!

Dieses Eis war wohlverdient – erst dann fahren wir auf NESSAJA zurück, verräumen auch unsere Einkäufe und stellen den Nachmittag zur freien Verfügung. Nur noch einmal schlafen…

Heute gibt es Pizza – wir haben beschlossen, dass wir die Pizzeria am Koulouki Strand noch einmal ausprobieren. Ich war dort einmal mit einer Gruppe Seglern aus Österreich und hatte sie als rudimentär aber solide in Erinnerung – man sitzt schön, also wollte Sibylle probieren, ob es sie eine Alternative zu unserer Stammpizzeria „La Nostra“ ist.

Vorher gehen wir duschen und sind überrascht, was sich zwischenzeitlich an Gaben vor unserem Lokus angesammelt hat – das Bänkchen vor der Sanitäranlage sieht aus wie ein mittelgroßer Marktstand…

Ein willkomenes Geschenk – für Katzen, Mäuse und vielleicht sogar Ratten

Ich bin sowas ähnliches wie fassungslos – das ist doch wirklich nicht zu Ende gedacht! Lebensmittel nicht wegwerfen ist eine Sache, diesen Weg gehe ich voll mit und auch wir bekommen oft etwas von befreundeten Seglern geschenkt. Aber solche Dinge legt man doch nicht öffentlich ab – wer nimmt das denn??? Das funktioniert doch nur bei direkter Übergabe aus bekannten Händen, oder?

Naja, sei´s drum, ich werde das nicht ändern können, Denken ist eben oft auch Glückssache.

Sibylle kommt auch aus der Dusche. Wir machen uns landfein und fahren ans andere Ende von Lakki zur „Koyloyki Pizzeria“…

Ein wunderbare Stimmung am Weg dorthin…
…heute reisen wir mit dem Wagen an – die bleiche Blechkiste schafft die 5km
Die Terrasse des Lokal ist weitläufig

Wir setzen uns an den kleinen Tisch an dem Baum in der Mitte – ein Sitzplatz in erster Reihe wird uns verwehrt, man wisse ja nicht wie der Andrang am heutigen Abend sein würde. Tatsächlich kamen später noch einige Besucher, dass nicht alle Tische an der Waterfront besetzt wurden, muss ich wohl nicht extra erwähnen – der erste Minuspunkt war bereits vergeben.

Wir ordern, zum Glück, nur eine große Pizza und einen griechischen Salat – warum weiß ich auch nicht, war es eine Vorahnung?

War ok

Ich mache es kurz – das Lokal hat uns nicht erreicht, es wird keinen weiteren Versuch mehr geben.

Die Pizza war ok, man könnte leidlich diskutieren, ob sie nun gleich gut wie im „La Nostra“ war oder ob unsere Stammpizzeria nun doch die Nase vorne hat – aber in der Kür verliert dieses Lokal deutlich!

Der Service war ok, aber diese nette, menschliche Sympathiekomponente hat gefehlt, das Ambiente ist nicht als solches zu bezeichnen und das Preisniveau liegt etwas über dem des „La Nostra“.

Wir gehen ernüchtert nach Hause, das hatten wir uns anders vorgestellt.

Morgen kommen die Kinder und Enkel!!!

Der Tag beginnt mit einer Erhöhung der Schlagzahl, noch während ich Kaffee trinke! Hans Peter hatte eine gute Idee, wir bauen ein teures Ersatzteil für den Mast um, so dass repariert werden kann, anstelle es durch das kostspielige Tauschteil zu ersetzen. Dafür würden wir Giorgos Hilfe brauchen! Ich hatte also den Tüftler aus Kamara bereits gestern kontaktiert – heute kommt seine Antwort…

„Ok Mario, no problem, come NOW!“

Ich schreibe eine WhatsApp an meinen Freund aus dem Saarland – „…wir müssen zu Giorgos, JETZT!“

Bereits zehn Minuten später sind wir auf dem Weg zu „Boat & Parts“ in Kamara. Am Parkplatz unserer Marina fordere ich nochmals einen kurzen Halt, denn ich muss ein Foto machen – völlig themenfremd und aus dem Zusammenhang gerissen, dennoch will ich euch meine Gedanken nicht vorenthalten…

DAS gefällt mir – KTM 790 Adventure

In mir reift der Plan, dass ich die gescheiterte Weltreise zu meinem Vorteil nutze und nie mehr fliegen möchte. Tatsächlich informiere ich mich diesbezüglich und checke existierende Zug-, Fähr-, und Busverbindungen von Athen nach München – das alles klingt spannend.

Ein weiterer Teil dieser Idee ist es, meine GS durch ein mehr reisetaugliches All-Terrain Bike zu ersetzen. Da kommen mehrere in Frage und ich sammle Informationen. Eine solche KTM hatte ich noch nicht am Schirm – muss ich mich mal etwas aufschlauen!

Ach, für die Motorradbegeisterten unter euch – der bisherige Favorit im Preis / Leistungs / Gewicht Ranking ist die Yamaha Ténéré 700 😉

Zurück zum Thema – wir kommen in Kamara an und schildern Giorgos unser Problem und die Idee dies zu lösen. Der Tausendsassa legt sofort los…

An der Drehbank wird ein Bolzen auf Maß gefertigt

Es ist schon eine seltsame Auslegung, die Seldén da an den Masten macht – es sind bei LIBERTÉ drei Fallenscheibenkästen (was für ein wundervolles, deutsches Wort) verbaut – bei zweien kann man die Rolle, die Fallenscheibe, entnehmen und bei Verschleiß tauschen – Preis einer Rolle rund 30.-€, das wäre an sich schon teuer genug.

Bei einem jedoch, ist die Achse beidseitig gestaucht und der Fallenscheibenkasten soll komplett erneuert werden, hier werden lässige 190.-€ aufgerufen, also rund 160.- unnötige Talerchen!

Dieses Problem haben wir gelöst, der Kasten wird auf eine tauschbare Rolle umgerüstet, die Scheibe selbst ist die gleiche wie die anderen auch und kann als Einzelteil bestellt werden…

Nach einer Stunde war die Challenge gewonnen – der Preis war mehr als akzeptabel

Wir wollten gerade den Nachhauseweg entreten, da kommt Giorgos Frau mit der kleinen Annamaria am Sozius – ein Bild für Götter! So geht Nahverkehr in Griechenland…

Übrigens haben griechische Mütter schon auch Helikopteransätze, aber alles in allem bleiben sie ziemlich geerdet – jedenfalls werden die kleinen Prinzessinnen und Racker nicht mit dem SUV chauffiert.

DAS ist MEIN Griechenland – Roller, Coffee to go, hübsche Mütter mit ihren kleinen Prinzessinnen

Die Zeit reicht für etwas Small-Talk und einen kurzen Austausch. Ich erzähle, dass heute die Familie eintrifft und wir für zehn Tage „Family Business“ haben werden.

Alle freuen sich für mich und vor allem Sibylle und wünschen eine gute Zeit, wir verabschieden uns…

Zuhause auf NESSAJA angekommen, treffe ich meine Gattin. Auch Sibylle ist vom Einkaufen zurück und kocht bereits vor – ich muss mich an den Gedanken gewöhnen, dass „Grillen“ für die nächsten zehn Tage anders funktioniert als die letzten zwei Monate, ich schmunzle in mich hinein.

Ich zeige ihr das Foto von Katerina und Annamaria auf dem Roller und erwähne beiläufig, dass ich mit Otto auch mal eine Runde Motorrad fahren werde. Natürlich kannte ich die Antwort – ich wollte nur mal testen wie lange es dauert bis sie gegeben wird! Ich sage nur – nicht messbarer Millisekundenbereich…

„Auf keinen Fall! Viel zu gefährlich!!!“

Es beginnt eine Wartephase, die der ähnelt, die wir als Kinder beim Warten auf das Christkind erlebt haben – die Aufregung bei meiner Gattin steigt, sie trackt die Flüge der Familie – jedes Mal wenn ein Zwischenziel erreicht wird, folgt der Ausruf – „Gott sei Dank!“

Ich beschwichtige – „…wird schon alles klappen!“ und denke mir, dass ich als Kind immer „Sendung mit der Maus“ ansehen durfte – ob das bei Sibylle auch helfen würde?

Wir müssen noch einmal in die Stadt fahren, die frischen Artikel wie Fleisch und Salat kaufen. Alles zusammen bringen wir ins Haus in den Kühlschrank – soweit der Plan.

Am Weg zum Einkaufen „finde“ ich ein herrenloses Kabel

Als wir über den Steg schlendern, fällt mir auf, dass unsere neuseeländischen Nachbarn bei ihrer finalen Weiterreise in die Türkei ihr Stromkabel am Steg haben liegen lassen – es baumelt verdächtig nah am Wasser. Ich sammle es ein und bringe es an Bord. Wenn sich der Mann die nächsten Tage meldet, dann bekommt er es natürlich wieder, wenn nicht, dann habe ich ein neues Kabel.

Wir fahren also nach Lakki und statten unserem Lieblingsmetzger „Xatzigrigoriou – Artisan Butchery“ einen Besuch ab. Ich liebe diesen Laden!

Ein ganz toller, besonderer Metzger

Wir fahren die Sachen gemütlich zum Haus, räumen alles in den, inzwischen reichlich gefüllten, Kühlschrank und erkennen – mehr kann man nicht tun!

Dafür müssen wir uns belohnen – ich überlege schon, wie ich Sibylle beibringen kann, dass wir auf der Rückfahrt einen Schlenker bei „Repapis“ einlegen müssen, als sie mich ansieht und meint – „…wollen wir ein Eis essen?“ Ich staune nicht schlecht…

Klar wollen wir! Ich antworte aber taktisch gelangweilt, dass ICH gerade gar nicht unbedingt eines wolle, aber ich ginge gerne mit ihr! Innerlich jubiliere ich…

Ich gönne mir drei Kugeln…
…und auch meine Frau genießt – einen Moment lang vergisst sie ihre Anspannung

Noch einmal fahren wir zurück in die Marina, noch knappe zwei Stunden, dann würden die Enkelchen Otto und Benno nebst Eltern hier eintreffen.

Ich freue mich auch, es ist nun doch wieder fast vier Monate her, als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Das ist ok für mich, nichtsdestotrotz sehe auch ich den kommenden, gemeinsamen Tagen freudig entgegen.

Ich habe mir die Zeit freigeschaufelt – keine Arbeit die mich drängt. ELOWYN muss übermorgen gekrant und saubergemacht werden, aber das bekommen wir hin. Darüber hinaus haben wir ZEIT!

Als ich in der Marina ankomme, muss ich wiedermal all meine griechische Gelassenheit ausspielen…

September steht vor der Türe – die Parktrottel sind wieder da

Natürlich schafft es einer, die Hinweisschilder für die PKW Parkplätze zu ignorieren, natürlich parkt der Hanswurscht in der Auffahrtrampe für die Liefertrucks, die von der Kaimauer wieder nach oben fahren wollen – dass er dann auch noch die zwei Moppeds zuparkt kann eigentlich nur noch als Randnotiz gewertet werden.

Naja, die Lücke die er gelassen hat reicht aus, um die BMW mit zweimal rangieren auszuparken – was soll´s, ich rege mich nicht auf. ICH NICHT!!!

Sibylle setzt sich auf „ihren Platz“ und wartet, zermürbende Minuten zerren an ihren Nerven. Auf einmal höre ich – „…ohje, der Flug ist weg! Auf der Webseite des Athen Airport war der Flug von ATH nach LRS den ganzen Tag zu sehen, jetzt ist er weg!!!“

„Der Flug ist weg!“

Ich kann nicht helfen, versuche aber zu beschwichtigen und wiederhole gebetsmühlenartig, dass wohl alles klappen wird. Würde etwas schief laufen, dann wäre sie sicher die Erste, die davon erfährt.

Meine Worte hört sie wohl, ich aber merke, dass diese verhallen. Abhilfe schafft erst eine Nachricht des Sohnes – nebst Beweisfoto!

„Wir steigen gerade in den Flieger nach Leros, alles läuft nach Plan!“

Reisen mit den Knaben

Juhu, DAS war die Erlösung! Gleichwohl aber auch sowas wie ein imaginärer Marschbefehl.

Wir haben von jetzt an eine Stunde – zum Flughafen brauchen wir entspannte 20 Minuten, ich kann also noch rund 40 Minuten gemütlich sitzen – dachte ich!

„Wir müssen langsam los! Wir wissen nicht ob Stau ist, zudem wollen wir noch tanken. Bedenke, dass das Motorrad nicht anspringen könnte“

Ah, Stau auf Leros! Klar, dass müssen wir einplanen, wie alle anderen Risiken auch – ich widerspreche nicht, es hat keinen Sinn. Wir richten uns zusammen und machen uns auf den Weg zum Flughafen…

Noch bevor ich den Boliden starten kann, braust Sibylle an mir vorbei

Klar, dass wir nach weniger als 20 Minuten am Airport waren! Ist aber wirklich egal, denn hier gibt es immer was zu sehen – außerdem teile ich die Vorfreude mit meiner Gattin.

Ich parke das Motorrad und wir warten…

Dauert nicht mehr lang

Dann auf einmal geht es schneller als erwartet. Der Flieger landet heute aus der anderen Richtung und kann so, unbemerkt von uns, aufsetzen und vor das Terminal rollen.

Er war fast eine Viertelstunde vor der Zeit, was uns Wartenden doch entgegenkam. Endlich, JETZT hat das Warten ein Ende, der wochenlang herbeigesehnte Tag ist da!

Da sind sie drin – wir winken
Ich bleibe am Zaun und mache Bilder – Sibylle ist schon im Terminal
Da sind sie – willkommen auf Leros

Jetzt gehe auch ich ins Terminal – ich weiß, dass es in Leros ganz schnell geht, da es weder Transfer noch Wartezeiten auf das Gepäck gibt.

Sicher hat Sibylle die Enkel und Kinder schon fest gedrückt und herzlich begrüßt, ich will ihr da auch gerne den Vortritt lassen. Jetzt aber wird es Zeit „Hallo“ zu sagen und die Familie auf unserer Heimatinsel willkommen zu heißen. Es ist der erste Besuch von Florians Familie.

Da stehen sie ja schon – ich möchte noch ein Foto machen…
…welches ich unter dem Ansturm der Racker doch ein wenig verwackle
Die Beiden kennen mich noch wie es scheint – die Freude ist riesengroß

Wenn Du eine Reise tust, dann kannst Du was erleben. Unsere Kinder und Kindeskinder haben einen vollen Reisetag im Kielwasser – alles hat minutiös geklappt, bis jetzt!

Denn tatsächlich und wider Erwarten, ist das Reisegepäck unseres Besuches in Athen geblieben. Die Verlader haben es nicht geschafft innerhalb der Transferzeit von etwas mehr als einer Stunde, die Koffer umzuladen.

Es musste also, nach einer gewissen Wartezeit, noch ein Formular ausgefüllt werden. Natürlich haben wir gegrübelt, was alles Wichtiges im Koffer ist, haben uns gleichwohl die Freude aber nicht verderben lassen.

Egal, morgen ist auch noch ein Tag, das Gepäck wird schon kommen – irgendwann!

Wir machen uns auf den Weg ins Haus nach Xirokampos, einmal quer über die Insel.

Sibylle ernennt sich zur Reiseleiterin und Chauffeurin in Personalunion – Platz war ja im Wagen, so ohne Taschen

Sibylle wählt den langen Weg am Meer entlang, die Gäste sollen einen perfekten ersten Eindruck bekommen. Das hatten wir vorher so besprochen und das hat, meiner Ansicht nach, auch super geklappt.

Die tiefstehende Sonne taucht die Bucht von Alinda und Agia Marina, sowie das Kastell und die Windmühlen in ein warmes Licht. Wir erhaschen einen kurzen Blick auf Panteli und Vromolithos, bevor wir durch Lakki fahren – plötzlich blinkt Sibylle links…

„Repapis“??? Nanu, da waren wir doch vor zwei Stunden? Meine Frau erklärt mir, dass sie „…aus Versehen…“ das Wort EIS erwähnt habe, nun hätte sie nicht am Eisparadies vorbeifahren können. Die Kinder wollen ein Eis, ich müsse das verstehen!

Zwei Kugeln Schlumpfeis bitte

Klar verstehe ich das! Um ein Zeichen zu setzen, dass es das „Kind im Manne“ wirklich gibt, bestelle ich mir auch ein Eis – Erdbeere und Zitrone.

Ich frage die Buben aus was Erdbeereis gemacht wird „…aus Erdbeeren!“, so der Tenor. Und aus was wird Zitroneneis gemacht? „…aus Zitronen!“

Meine Frage, aus was dann Schlumpfeis gemacht wird, bleibt unbeantwortet. Sibylle schaut mich böse an, ich lächle in mich hinein.

Der Papa der Beiden gönnt sich seinen ersten Frappé – so schmeckt Griechenland! Schön, dass ihr da seid.

Wir setzen die Fahrt fort, es ist schon langsam Zeit für´s Abendessen!

Angekommen! Mangels Koffer brauchen wir keine Zeit zum Auspacken
Florian und ich gönnen uns ein Willkommensbier
Angekommen! Prost!

Natürlich wird das neue, temporäre Heim erstmal beschnuppert – dafür muss Zeit sein, auch wenn diese unglaublich schnell verronnen ist.

Alle gehen einmal durchs Haus, die Buben erkunden das recht große Grundstück…

Wo ist was?

Der Abend verläuft wunderbar – wir grillen miteinander, essen zusammen und klönen, bis die Kleinen ins Bett fallen wie gefällte Bäume. Der Ouzo als Absacker gibt auch uns Erwachsenen den Rest und so verabschieden wir einander gegen 22.00 Uhr – morgen ist auch noch ein Tag, ab morgen geht es richtig los!

Sibylle und ich gehen auf NESSAJA und lassen den Tag Revue passieren – hat doch alles perfekt geklappt – bis auf´s Gepäck…

Spaß mal beiseite – Florian hat dringend benötigte Arbeitsutensilien im Reisegepäck, die Kinder ein paar ersehnte Spielsachen, klar ist auch die ganze Kleidung und der Kulturbeutel in den Koffern. Es dürfte auf der Hand liegen, dass das Gepäck beim Reisen mit Kindern essentiell ist – dies zu beschaffen, wird unsere erste Aufgabe am kommenden Tag sein!

Der neue Tag bricht an, wir stehen ohne schuldhaftes Verzögern auf. Auch Sibylle legt ganz neue Energie an den Tag – die Familie wartet auf die Brotlieferung! Natürlich besorgen wir auch die von den Knaben so geliebten Schokocroissants…

SIE SIND DA!

Sibylle ist der „frühe Vogel“

Die gemachte Aussage gilt in zweierlei Hinsicht. Ja, die Familie ist da, wir freuen uns auf die zehn Tage die vor uns liegen.

Aber auch die Amici sind zurück und bevölkern die Marina – und es wird sofort um ein paar Dezibel lauter!

Sind es wirklich Landsleute aus „Bella Italia“? Wie kann ich das so steif und fest behaupten? Nun, das schallende „Allora“ ist ein erstes Indiz, ein weiterer eindeutiger Hinweis sind Männer in sehr kurzen Bademänteln, die durch die Marina spazieren – Sibylle lugt und wartet immer auf den entscheidenden Windstoss…

Nicht nur sie fragt sich – „…was trägt der Italiener unter dem zu kurzen Bademantel?“ Vielleicht kann es ein Schotte beantworten?

Ich übertreibe nicht und ich will es nicht verallgemeinern – aber zumindest die Italiener in unserer Marina sprechen IMMER! IMMER! Auf dem Moped, bla. Auf dem Weg zur Dusche, blabla. Beim Arbeiten, blablabla. Morgens, tagsüber, nachts – IMMER – blablablabla. Es ist der Wahnsinn, wenn sie nicht sprechen sind sie vermutlich ohnmächtig.

Hierbei nehme ich die Italiener mit denen ich befreundet bin natürlich aus 😉 – und ich verweise ganz deutlich auf den Zwinkersmiley! Ernsthaft, man merkt, dass die beliebte Nachsaison langsam anläuft, es ist wieder mehr los hier in der Leros Evros Marina.

Ich muss die Kurve kriegen – zurück zu unserem heutigen Tagesplan…

Unser Hauptengagement gilt dem Gepäck! Sibylle und ich kennen die Griechen inzwischen, wir vermuten, dass es die beste Lösung ist, wenn wir selber nach dem Gepäck sehen – ich fahre also zum Flughafen. Und siehe da…

Das Gepäck ist inzwischen auf Leros

Genauso habe ich mir das vorgestellt. Das Gepäck ist da, aber keiner kümmert sich darum. Ich bin überzeugt, dass es früher oder später angekommen wäre. Wer mit später zufrieden ist, der kann das sicher aussitzen – wir aber haben auf früher spekuliert, dann muss man sich selber kümmern!

Und was wäre ein richtiger griechischer Opa, wenn er sich nicht die hellenischen Transportmethodiken schon angeeignet hätte? Ich informiere die Familie und gebe Entwarnung – das Gepäck ist in 30 Minuten da!

Dann lade ich mein Muli…

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Gut bepackt tuckere ich gemütlich nach Hause, dabei immer das griechische Mantra, den Leitgedanken, im Kopf – „siga siga“, immer schön langsam.

Nach knapp 30 Minuten bin ich im Haus und kann das Gepäck abstellen. Papa Florian hat sich ein remote Office aufgebaut, die Mama ist mit Sibylle und den Buben schon am Strand. Da gehe ich auch hin – sofort! Das kühle Bad habe ich mir verdient, ich habe Urlaub!

Familienlager im Schatten

Am kleinen Strand unterhalb der „Psarotaverna To Kyma“ haben wir uns ein Familienlager im Schatten aufgebaut. Von hier aus werden die Bengel abwechselnd bespasst.

Den Mini-Beach haben wir fast für uns alleine, das ist Ende August keineswegs selbstverständlich! Wir genießen das.

Zeit füreinander

Wir baden, tauchen und bewundern Ottos Schwimmkünste – ok, ein bisschen helfen wir noch, aber es fehlt nicht mehr viel.

Natürlich bleibt auch reichlich Zeit zum Faulenzen, das genieße auch ich, denn ein wenig merke ich durchaus die Arbeitsleistung und den Druck der letzten Wochen. Eine gute Gelegenheit, sowohl für mich wie auch für Hans Peter, etwas durchzuschnaufen und Energie für den Endspurt ab 06.09. zu generieren.

Mittags kommt Florian dazu und es versteht sich von selbst, dass wir im „To Kyma“ unseren kleinen Lunch einnehmen.

Es war wirklich gut

Ich erinnere mich an die kleine, einfach Taverne. Es war 2010 unsere erste Einkehr in Griechenland. Susanne hatte uns von der Fähre abgeholt, wir waren seinerzeit Interessenten für deren Bavaria 390 Lagoon WINDSPIEL, welche wir später auch gekauft haben. Wir sind, noch bevor wir ins Haus als Gäste einziehen durften, in diese Taverne, wo es laut Bekunden der Freundin „…die besten Kalamari weit und breit gäbe!“

Die Taverne, das Haus, Susanne – ich hätte damals, im Jahr 2010 NIE geahnt, welche Rolle diese Dinge in meinem Leben spielen würden. Viel hat sich geändert, aber Susanne ist uns als Freundin erhalten geblieben und Leros ist uns zur neuen Heimat geworden.

Wir speisen sehr gut, einfach aber frisch und wirklich preiswert. Dann gehen wir mit den Buben zurück zum Strand, Florian muss noch einmal an den Computer.

Griechenland – recht ehrlich und authentisch
Ein Ort, an dem nicht nur die Zeit still zu stehen scheint

Wir gehen noch einmal ausgiebig schwimmen, die Buben machen einen kleinen Mittagsschlaf – auch ich tu´ so als ob ich ein Nickerchen mache, ich will ja Vorbild sein! Ehrlich, ich hab´ nur so getan…

Dann ist Programm angesagt! Wir packen unsere Siebensachen, verräumen das Schwimmzeug und holen das Auto. Es soll in die Eisdiele gehen und danach steht ein Besuch auf NESSAJA an.

Auf zu „Repapis“
Otto liebt Schlumpfeis – ganz egal wieviele der blauen Kreaturen dafür in den Mixer müssen

Nachdem die Eiskugeln vertilgt waren, steuerten wir das Leihmobil in die Leros Marina Evros – schnurstracks zum Ponton F, an dessen Ende unser Zuhause liegt.

Die Kleinen waren neugierig, wo und wie wohnt die Oma? Auch Sonja wollte natürlich mal sehen, wie wir zwei da so hausen.

Also wurde unser Schiff geentert und bis in den kleinsten Winkel durchsucht.

Doch zunächst mussten wir an Wachhund Merlin vorbei – können wir das schaffen? Ja, wir schaffen das! Merlin und die Jungs haben rasch Freundschaft geschlossen.

Das mag er

DER BESUCH AUF NESSAJA

Los Piraten – über die Planke
Hier geht´s runter – besser rückwärts
Gemütlich hier
Ottos Resümee – „…alles da was man braucht!“
Auch an Deck gibt es viel zu entdecken
„Opa, für was ist das?“ – ich erkläre die Funktion einer Winsch, klingt komisch, ist aber so
Dann noch ein Rundgang über Deck

Bevor die Leichtmatrosen wieder abmustern, entdecken sie noch meinen „Käpt´n Blaubär und den Matrosen Hein Blöd“. Kinder ihrer Geburtsjahrgänge kennen diese Figuren nicht mehr, hier tut Nachhilfe not, welche ich zu leisten imstande bin!

Der erste Besuch war erfolgreich, wir werden sehen was noch kommt. Es hat ihnen gefallen, auch das „Kinderzimmer mit eigenem Kinderklo“ ist eine Versuchung. Da bahnt sich was an…

Sibylle und Sonja ziehen mit den Buben weiter, ich muss an ELOWYN noch etwas vorbereiten, schließlich wird der blaue Riese morgen früh gekrant. Wir verabreden uns um 18.30 Uhr am Haus.

Ich schleiche über den Platz – im Kran hängt eine große „X-Yacht of Denmark“ welche unter dänischer Flagge segelt. Ich weiß aus unseren Dänemarkurlauben, dass die Dänen ihren „Danebrog“ sehr ehren und die Flage schon als Statement nutzen – aber so???

Manchmal ist weniger mehr

Selbst bei der großen X ist diese Nationale irgendwie zu groß. Ich liebe ja die Seemannschaft und oute mich da auch gerne – die Flaggenetikette besagt hierzu, dass Flaggen die das Wasser dippen, den Traditionsschiffen vorbehalten sind – dazu gehört selbst eine X noch nicht. Ok, geht mich nichts an – ich wende mich also meinem Patenschiff zu – unmissverständlich prangt das morgige Datum auf dem Ruderblatt…

29.08.2024 – keine Fehlinterpretation möglich
Morgen kommt der Riese wieder in sein Element

Meine Arbeit an Deck ist rasch erledigt. Ich muss die Lenkräder montieren, die Fender und die Festmacher vorbereiten und, last not least, das Stromkabel abstecken und an Deck bringen – das war´s, nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und ich kann nach Xirokampos zum Haus fahren, um mich dort mit der Familie zu treffen.

Ich war verschwitzt und schmutzig von der Arbeit an Deck – auf dem Weg gönne ich mir noch einen Sprung ins kühle Nass um mich herunterzukühlen. Umziehen und abbrausen kann ich mich am Haus – dann ein kühles Bier und das abendliche Rahmenprogramm kann starten!

Der Tag klingt aus

Sibylle hat vor einigen Wochen in den Sozialen Medien gelesen, dass ein kleines „Holi – Festival of Colors“ in Leros stattfindet. Ein Blick in das Programm des Monats, welches auf der Webseite von „The-Leros-Way“ publiziert wird, bestätigt – „Happy Elephant“ ist auf Inseltour.

Hierbei handelt es sich um eine Art Kinder-Aktionsmobil, welches allerlei Spiele und Games, unter anderem auch die erwähnte Holi-Colors Aktion, mitbringt.

„Happy Elephant“ tingelt über die Inseln der griechischen Ägäis um Kindern Spaß und Freude zu bereiten. Station heute – Leros! Klar, dass wir dort unsere Aufwartung machen.

„Happy Elephant“ am Strand von Gourna

Wir kommen ein wenig nach dem offiziellen Beginn und das Festival ist in vollem Gange. Wir fragen uns, warum noch so viele Menschen im Meer baden, erhalten aber schon Augenblicke später die Antwort auf diese Frage – die baden nicht, die waschen sich!!!

Ok, eine abgespeckte Form von „Holi-Colors“ – aber den Kindern und Jugendlichen macht es Spaß
Hoffentlich schimpft Muddern nicht…
…und Vaddern auch nicht

Eine Riesensauerei, eine Riesengaudi! Die Kinder haben Spaß und freuen sich – nur unsere nicht!

„Wollt ihr Bogenschießen?“ „Nein!“ „Wollt ihr mit Farbe schmeißen?“ „Nein!“ „Was wollt ihr dann?“ „Wir wollen heim, wir haben Hunger…“

Ok, wir kapitulieren und fahren nach Lakki. Florian meldet einen Gelust auf „…sowas wie Giros…“ an und es ist klar, dass wir das „SouVLakki“ in höchsten Tönen lobpreisen. Am Weg haben wir noch die Gelegenheit den Sonnenuntergang zu sehen – gerade für Urlauber doch immer wieder ein gerne genommenes Spektakel. Auf Leros nirgends so schön zu erleben wie in Gourna.

Die Sonne geht über der Bucht von Gourna unter

Vorher gehen wir mit den Knaben noch eine Runde zur Hüpfburg, diese kommt deutlich besser an als das Festival zuvor. Dann endlich ist es soweit – die ganze Familie ist ausgehungert und darf sich jetzt nach Herzenslust griechische Grilldelikatessen bestellen!

Das tun wir auch – wir bestellen und mampfen als gäbe es kein Morgen mehr. Die Nacht bricht herein und die Kinder bestaunen die beleuchteten Schiffe in der Lakki-Bucht sowie das Einlaufen der Fähre.

Hat uns super geschmeckt – „…liefern die auch?“

Florian regt einen Absacker im Haus an – „…wie wäre es mit einem schnellen Ouzo? Wir haben Eiswürfel!“

Ich hake sofort ein, bejammere die mir geraubte Lebensqualität durch die Zustimmungsverweigerung meiner Gattin zum Erwerb einer Eiswürfelmaschine – und ich sage zu! Unabgestimmt! Das hat sie jetzt davon!

Spät endet der Abend und wir fahren zurück auf unsere NESSAJA. Morgen müssen wir früh raus, ELOWYN hat Krantermin um 08.15 Uhr! Ich stelle den Wecker auf 07.00 Uhr.

Sonja will uns mit den Buben besuchen, sie wollen den „groooooßen Kran“ in Aktion sehen – „…wir sind um 08.30 Uhr da!“

Nächster Morgen – 08.30 Uhr. Keine Spur von Sonja und den Enkelsöhnen! Sibylle und ich sind uns einig, die Schwiegertochter hat das griechische Lebensmodell schnell inhaliert 😉 – schade für die Jungs, denn Giannis kennt kein Pardon, alles muss schnell gehen!

Sibylle, Hans Peter und ich sind die Crew
Um 08.15 Uhr ist der große Kran am Platz – gleich geht´s los
Bereits 20 Minuten später hängt der Bolide in den Gurten
„Crane Operator“ Giannis fährt ELOWYN direkt zur Krangasse – das sind nur ein paar Meter
Das 44 Tonnen schwere 21m Schiff schwebt mit angehobenen Kiel frei über dem Boden
Der Kran kann auf der Stelle drehen – 90° nach rechts und schon hat man die Gasse vor dem Bug
Jetzt noch langsam ablassen – dann ist die Aktion geschafft
09.00 Uhr – die Crew steigt über die hintere linke Ecke zu

Nachdem ja bekanntlich beim Bootfahren gar nichts ohne Probleme klappt, darf ich mich diesmal zum Idioten machen. Ich habe, einmal wieder, vergessen wie man die einfahrbaren Bug- und Heckstrahlruder ausfährt. Das System ist für mich nicht logisch und ich kann es mir nicht merken…

Ich stehe also da, probiere autodidaktisch – klappt nicht! Ich schreibe Volker an – antwortet nicht! Ich google die Bedienungsanleitung und lese in Ruhe – Minuten werden zu Stunden…

Aber es zeigt sich – „Ruhe bewahren“ hilft! Ich finde den entscheidenden Passus und kann die Helferlein „scharf schalten“. Jetzt heißt es „Leinen los!“ Unsere Fahrtstrecke – etwa 70 Meter!!! 😉

Ich fahre aus der Gasse, Ruder leicht nach rechts, bis vor die Lücke, Ruder leicht nach links, Arsch dreht ein – aufstoppen, rückwärts fahren und mit Bug- und Heckstrahlruder zielen! Passt! Wir treffen die Lücke, ich stoppe auf und die Heckleinen gehen über.

Während wir festmachen, trifft Sonja mit den Buben ein und begleitet unser restliches Manöver als Zuschauer.

Muring durchsetzen – Heckleinen anholen und belegen! Motor stop
Leider können wir die Gangway wegen der Stromsäule nicht verwenden – ein Brett hilft

Klar, dass sich die Racker einmal an Bord von so einem großen Schiff umsehen wollen. Wir bitten die Dreikäsehoch an Bord und führen sie einmal herum.

„Nicht stolpern und nirgends einzwicken!“
Wir müssen stets aufpassen, denn schwimmen können sie noch nicht
Rumsausen und Entdecken macht Durscht

Irgendwie hatten wir Pech – neben uns lag, als wir unser Anlegemanöver gefahren haben, ein Motorkatamaran unter italienischer Flagge. Wir wussten, dass die Manschaft sich zum Ablegen vorbereitet.

Wären sie abgelegt bevor wir gekommen wären, wir hätten deren Platz gewählt, weil wir dann unsere Gangway bei geschlossener Heckklappe hätten verwenden können.

Jetzt aber hätte es der Anstand verlangt, dass sie solange warten, bis wir mit unserem Manöver fertig sind, bevor sie ablegen – der Marinero kann nur einem Schiff seine volle Aufmerksamkeit widmen. Es kam wie es kommen musste – der Amici war eben wenig empathisch, er war auch ein miserabler Skipper, denn er hat schlichtweg „vergessen“, dass er die Muring loswerfen lässt.

Großes Geschrei! Der Marinero plärrt den Azzurri an, dieser kann seinem persönlichen Maßstab nach „bella figura“ nicht entsprechen und kurbelt wild aber wenig elegant oder gar zielorientiert am Lenkrad – seine Crew? Vollausfall! Die stehen mit hochgezogenen Schultern da!

Der Marinero vergisst, unsere Leinen zu belegen, wir machen es selber. Der Motorkat dreht sich durch die noch belegte Muring nahe zu uns und ich bin genötigt, obwohl ich eigentlich mein Steuer in der Hand halten und meine Crew anleiten muss, dessen Heck von unserer Bordwand abzuhalten.

Sekunden des Chaos, nur weil ein unfähiger Idiot nicht zwei Minuten warten kann und unaufgefordert und zudem falsch handelt. Es muss raus – diese Deppen werden mehr! Ich fange an zu hassen! Ich lerne an diesem Tag, dass es Misanthropie gibt und werde mich damit befassen. Mit etwas Rücksichtnahme wäre alles geschmeidig gelaufen – aber leider ist Rücksicht im Jahr 2024 nicht mehr „en vogue“.

Wir liegen jetzt gut und sicher. Ich will nicht umlegen, wir steigen über das Brett ein.

JETZT ist der Platz an steuerbord frei

Ich bedanke mich bei Hans Peter, der Freund ist in solchen Situationen ein verlässlicher und sicher agierender Partner. Sibylle weiß auch was sie zu tun hat und kennt mein Handeln inzwischen wortlos – das lässt sich sogar auf ELOWYN übertragen.

Wir belassen es für heute dabei! So war es geplant, denn heute wollen wir einen weiteren Strandtag mit den Rackern genießen. Wir packen also abermals unsere Badesachen und verholen mit Sack und Pack an den kleinen Strand in Xirokampos.

Das Procedere des Vortages wiederholt sich, nur haben wir diesmal unser SUP Board dabei – das gefällt den Frauen und den Buben. Auch im „To Kyma“ schmeckt es uns wieder! Ein herrlicher Strandtag!

Die Racker spielen am Wasser, Sibylle nutzt mal wieder ihr SUP
Danach paddelt Sonja mit den Jungs quer durch die Bucht – Abenteuer
Fischtaverne „To Kyma“ – einfach aber wirklich gut, es gibt nichts zu beanstanden
Wir haben Hunger, Hunger, Hunger…
Die Taverne, der Fischer der sie betreibt, seine Familie, das Umfeld – alles superauthentisch! Merhr Griechenland geht kaum

Den Nachmittag verdröseln wir wieder mit UNO spielen, Sibylle liest etwas vor oder wir gehen baden. Mal mit Otto ernsthaft Schwimmen üben, ein andermal eher zum Blödeln und Quatsch machen.

Otto staunt nicht schlecht, als er beim „Raketenstart“ mit dem Schwimmbrett aus dem Wasser, vom Opa beschleunigt, etwa einen Meter hochfliegt! Er hatte erwartet, dass er eher ein bisschen „dahinflitscht“ – ja so ein Opa hat halt Power!

Das kostet Körner! Sonne, Meeresluft und ständige Action, das haut den stärksten Krieger um. Eine Pause tut not…

ICH denke nur nach – ich schwör…

Am Nachmittag waren die Akkus wieder etwas angefüllt und wir waren bereit zu neuen Taten. Sibylle und Sonja wollten „ein paar Meter gehen“, die Wahl fiel auf den Weg zum Leuchtturm. Da wir auf dem Weg dorthin bei der Eisdiele der Familie „Repapis“ vorbeikommen würden, war es ein Leichtes, mein Versprechen „jeden Tag ein Eis“ einzuhalten – danach bin ich aus dem Nachmittagsprogramm ausgestiegen und habe ein paar Seiten Blog geschrieben. Von den Ausflüglern erhalte ich zwischenzeitlich Bilder…

Viel zu sehen auf der Wanderung

Natürlich bleibt es nicht bei ein „paar Meter gehen“, die Bengel können Mama und Oma überzeugen, dass sie für eine derart erbrachte Leistung doch sicher eine Belohnung verdient hätten. Viel Überzeugungskraft gehörte wohl nicht dazu!

Vor dem Spielzeugladen „To Steki“

Die letzte Nachricht die ich erhalte, ist dann der Marschbefehl. Du kannst jetzt wieder nach Xirokampos kommen, wir sind am Heimweg! Ok, mache ich, aber am Weg bestelle ich noch die von Volker erbetenen 500 Liter Diesel für ELOWYN, dann geht es zurück ins Ferienhaus.

Dort angekommen, muss, nein darf ich Spielzeug bewundern – aber nicht nur das. Otto hat noch ganz andere Trophäen bei der Wanderung eingesammelt.

Vermutlich ein Saurier

Langsam beginnen wir, die Kleinen etwas herunterzufahren, es war ein langer Tag. Erst etwas trinken, dann mit der Oma ein bisschen auf der Terrasse sitzen – das gefällt den Enkeln und der Großmutter.

„Oma, das ist ein Transformer!“

Wir Erwachsenen gönnen uns ein erstes, leicht alkoholisches Getränk – es vermittelt den Eindruck, als stärke es die Nerven – und das braucht man, wenn man mit zwei Knaben im Alter von 3 und 6 Urlaub macht – da ist das Bootreparieren mit Hans Peter reinstes Sanatorium.

Ein „Mythos“ als Sundowner – die Damen trinken Aperol-Spritzz

Wir lassen den Tag heute langsam ausklingen und sitzen noch ein wenig auf der Terrasse, die Kinder spielen friedlich. Dann waren die Batterien der Beiden abermals leer – HUNGER! Die Kinder wollten etwas essen!

Wir probieren „SouVLakki“s Lieferservice aus – so der allgemeine Tenor. In weiser Voraussicht war ich bereits nachmittags bei der Grillkantina unserer Wahl und habe erklärt, wo sich das Haus befindet. Eine klassische Adresse gibt es nicht – aber die Ausfahrer kennen die Insel und so war schnell klar – wenn Mario bestellt, dann liefern wir in Susannes Haus…

Ok, ein guter Anfang – das setzen wir jetzt um, es ist exakt 19.30 Uhr, als ich in unserem Lieblingsgrill anrufe und die Bestellung aufgebe. Alex spricht fließend Englisch und bestätigt – Lieferung nach Xirokampos, alles klar!

Wir warten! Und warten! Und warten! Es ist 20.15 Uhr – Otto fragt „…wie lange dauert´s noch?“ Eine Frage, die alle Eltern und Großeltern kennen. Wir warten! Und warten…

Als wir um 20.30 Uhr anfangen über Not- und Alternativpläne zu beratschlagen, hören wir in der Ferne das Knattern eines Viertakt-Mopedmotors. Das könnte er sein – und tatsächlich, um 20.45 Uhr erfolgt die Lieferung, im letzten Augenblick bevor die Stimmung gekippt wäre.

Das Essen war ok, aber nicht mit der Vor-Ort Qualität zu vergleichen – das wird ein einmaliger Test bleiben. Ein Ouzo noch, dann fahren Sibylle und ich zurück auf NESSAJA – morgen müssen wir auf ELOWYN ran…

Ohne Weckerklingeln wache ich um 07.15 Uhr auf. Ich brühe mir eine frische Tasse Kaffee auf und genieße das Wachwerden. Als ich gerade die zweite Tasse ansetze, steht auch Sibylle auf – sie frühstückt ein wenig, dann gehen wir schnurstracks zum blauen Riesen, der jetzt wieder in seinem Element liegt.

Drei blaue Boliden in unmittelbarer Nachbarschaft

Kurze Zeit später, wir bereiten gerade alles für das „große Reinemachen“ vor, kommt der Tankwagen der BP Tankstelle Mavroudis mit 500 Liter „Ultimate Diesel“ – deutlich vor der vereinbarten Zeit. Ich kenne Maximos, den Fahrer, seit drei Jahren – er reicht mir den Zapfhahn…

Der Tankwagen kommt
Wir ziehen den Schlauch über Deck – dann geht es los

Die 500 Liter sind rasch befüllt, ich zahle mit Karte, wechsle ein paar Worte mit Maximos, der sich dann verabschiedet.

500 Liter – 875€

Dann verlangt Sibylle nach meiner Aufmerksamkeit – der Strom muss aufgeschaltet werden, das Wasser muss aktiviert werden und die Schläuche müssen auf Deck gebracht werden. Dann geht es los – von oben nach unten, dann von vorne nach hinten…

Erst Dächer, Persenninge und Solar – dann das Deck

Das Boot ist durch die zwei Monate an Land derart staubig und sandig, dass wir nach einer Vollreinigung noch keinen zufriedenstellenden Erfolg haben.

Ich entscheide – für heute reicht es, es wird heiß und wir haben die Familie hier. Jetzt gehen wir baden und machen morgen noch einmal zwei, maximal drei Stunden. Das ist mit heißer Nadel gestrickt, denn morgen kommen bereits Tina und Volker, aber manchmal muss man Prioritäten setzen – und Familie ist Priorität 1!

Wir bringen ein paar Kleinigkeiten auf NESSAJA zurück und holen dort unsere Badesachen – dann geht es abermals an den kleinen Strand von Xirokampos.

Nach wie vor – nix los

Wir treffen gerade noch Sonja an, wie sie gerade die Badesachen zusammenpackt und nach Hause will. Der kleine Benno hat Bauchweh und ist unleidig. Wir beschließen kurzerhand, dass Otto und der Opa, also ich, noch ein paar Züge Schwimmen üben und Sibylle die Schwiegertochter begleitet. Das Badezeug kann dann hier bleiben.

Der sechsjährige Dreikäsehoch und ich genießen die Zeit unter Männern – wir gehen ins Meer und planschen herum.

Ein schöner Strand

Als Sibylle zurück war, machen wir nicht lang rum. Wir essen Pommes und ein paar Kalamari – das freut den Bengel. Ich habe fast den Eindruck, dass er die Stunde alleine mit Oma und Opa genießt.

Dass er mir die Pommes fast komplett wegmampft ist nicht am Plan – wir müssen reden

Als nach mehreren Runden UNO der Beschluss fällt, dass wir ebenfalls zurück zum Haus gehen, es ist fast 16.30 Uhr, springt Sibylle über ihren Schatten – „…wenn er unbedingt will, dann fahr´ ihn halt mit dem Motorrad hoch!“

Ich weiß, dass sie Angst um ihn hat und das eigentlich nicht möchte – aber sie weiß auch, dass unsere größte Chance bei den Enkeln im Gedächtnis verankert zu sein, neben Liebe, Zuwendung und „Quality Time“, eben „das Besondere“ unserer Lebenssituation ist. Sie vertraut mir!

Auf zur großen Tour – ca. 200 Meter, Sibylle läuft!

Zum Haus geht eine steile, kurze Betonrampe hoch – man darf nicht verwackeln und muss etwas Gas geben. Ich teste, ob der Knabe nicht etwa ängstlich ist und fahre dreimal auf der Straße auf und ab – dann wagen wir es!

Festhaltäääään – aus der Bahn Kartoffelschmarrn
Ich konzentriere mich, der Lümmel hat Spaß – wir kommen sicher an

Im Haus angekommen, treffen wir Sonja und Benno wieder. Der Dreijährige hat wohl einen Mittagsschlaf gebraucht, jetzt ist er jedenfalls wieder fit und – ruft nach einem Eis!

Haha, abermals kann der eisverliebte Opa alle Trümpfe ausspielen. Es wird umgehend beschlossen, dass der Weg in den Eistempel angetreten wird. Ich mache die Vorhut, packe im Vorbeigehen die Mülltüte und fahre mit der GS zum Müllcontainer. „Frauen und Kinder – folgt mir!“

Ich stehe am Müllcontainer und warte. Und warte! Und warte! Na so langsam müssten sie doch kommen, ich hatte doch nur 200m Vorsprung???

Ich wende, um nach dem Rechten zu sehen, da kommt mir Sibylle schon entgegengelaufen – „…das Auto macht keinen Mucks mehr!“ Puh, wenn ich weitergefahren wäre – es müsste jemand sowas wie kleine Telefone für die Hosentasche erfinden…

Ich wende und fahre zurück zum Haus, wo der waidwunde koreanische Leihwagen schon mit geöffneter Motorhaube wartet.

„Kann´s der Opa reparieren?“ Kann er!

Ich überlege kurz und entscheide dann, Susanne möge mir verzeihen, die Batterie aus ihrem kleinen Fiat zu leihen. Der Umbau geht rasch und so können wir im zweiten Versuch die Eisdiele ansteuern.

Tja, so ein Superheldopa ist schon was – trotzdem versuchen die Bengel, sich mit mir zu messen. Ob sie es gemeinsam schaffen? Das Eis gerade leergelöffelt, muss ich es mit zwei kleinen Quälgeistern aufnehmen…

Zunächst scheinbar harmlos…
…muss ich mich Sekunden später und aus heiterem Himmel einer „Attacke“ erwehren
Was der große Bruder kann…
…meint der kleine Wicht auch ausprobieren zu müssen

Klar, den Beiden steckt der Tag in den Knochen – daher gelingt es relativ einfach „sie müde zu spielen“. Man muss sie „nur“ hochheben und ein bisschen schütteln und an einem Arm nach unten baumeln lassen ;-)…

Wir Alten atmen durch – 20 Sekunden Pause! Das gelingt nicht immer so leicht

Jetzt aber – die Kür ist vorbei, die Pflicht ruft! Sibylle und Sonja wollen, ja müssen, für heute und morgen einkaufen. Mir ist es wichtig, dass wir uns um die Batterie des Leihwagens kümmern, ich möchte das noch umbauen.

Also fahren wir zuerst zu Ioannis kleinem Autoverleih um dort das Problem zu lösen.

Ich schildere das Problem – haben wir gleich…
…der Meister selbst macht sich ans Werk

Zuerst grantelt er ein wenig rum und erzählt mir mehrfach „…it is a new battery…“! Das glaube ich ihm ohne Zweifel, dennoch ist das Auto tot. Natürlich kommt auch die obligatorische Frage „…did you leave the lights on?“ Nein, haben wir nicht! Ob es etwas mit seiner „der Zündschlüssel bleibt immer stecken Bastellösung“ zu tun haben könnte, verkneife ich mir zu fragen.

Er gibt nach und baut eine neue Batterie ein – sehen wir also, was die nächsten Tage passiert. Sibylle wollte ja die alte Klapperkiste!

Erledigt – ich fahre zurück auf NESSAJA und schreibe ein paar Seiten Blog, die Damen setzen ihren Einkauf fort, später treffen wir uns zum Dinner im Ferienhaus. Dort wird heute gekocht, Sonja macht Gorgonzolanudeln und wir sind eingeladen – wunderbar!

So klingt der Tag schön und unspektakulär aus. Ach ja, den Fiat habe ich natürlich wieder komplettiert 😉

Es bricht der 31.08.2024 an, der letzte Tag des Monats. Ein Tag, der ein besonderer werden soll. Florian hat heute frei, es ist Wochenende – er will und wird an unseren Unternehmungen partizipieren.

Weil dies so ist, hat Sibylle eine Art „Unternehmungskatalog“ erstellt. Ich gehe also davon aus, dass wir nach der finalen Reinung der ELOWYN gut eingetaktet sind.

Darüber hinaus komme ich noch einmal auf die Headline zurück – That´s what Friends are for – heute kommen Volker und Tina an, wir freuen uns auf die Beiden!

Packen wir es also an! Aber erst NACH dem ersten Kaffee…

Ich nutze die Zeit um den Blogbericht voranzutreiben – und die Ruhe für meine erste Tasse Kaffee

Etwas später steht Sibylle auf und „richtet sich etwas her“, dann schwingen wir uns auf die GS und wir fahren zum Bäcker und anschließend zu unserer Familie. Gemeinsames Frühstück steht auf dem Plan – Frühstück mit Vollausstattung einschließlich Rührei – YES, lecker!

Benno freut sich mehr über seinen Yoghurt mit Honig und mampft schonmal ein bisschen. Ich unterstütze den Knirps, während in der Küche die Vorbereitungen laufen.

Griechischer Yoghurt mit Honig – das liebt er

Wir frühstücken gemütlich und versuchen irgendwie, dem Tag eine Struktur zu geben – böse Zungen würden behaupten, dass Sibylle und ich versuchen „zu planen“. Ok, da ist was dran, das mögen wir beide, wir wissen aber auch, dass es mit der Familie eher schwierig ist. Also lassen wir es lieber…

So verabschieden wir uns nach dem Frühstück mit offenem Ausgang – „…wir gehen jetzt die ELOWYN fertig machen, ihr geht wandern und baden, dann rufen wir uns zam!“

Ich schicke ein PING an Hans Peter, heute brauchen wir seine Hilfe – „…wir fahren jetzt los, Treffpunkt ELOWYN!“

Hans Peter saugt die Lackfitzelchen weg – eine Höllenarbeit
Sibylle beginnt das Edelstahl zu polieren

Wir sind gestern nicht fertig geworden. Nicht nur wegen der Familie, nein, auch die Hitze setzt uns zu – wir können nicht acht Stunden am Boliden arbeiten.

Zudem hat die Hochdruckreinigung wieder den alten Klarlack abgefetzt. Ihr wisst ja, dass ELOWYN dringend lackiert werden muss, was diesen Winter auch umgesetzt wird.

Bevor wir also Deck schrubben, müssen die ganzen Fitzelchen eingesaugt werden, denn wenn die erstmal nass sind, haften die an wie Aufkleber und man bekommt sie nicht mehr weg. Hans Peter übernimmt das und spart uns somit bestimmt eine Stunde. Später poliert er Edelstahl, während ich mit Sibylle Deck schrubbe.

Dazu noch ein Dutzend Kleinarbeiten, die uns Zeit und Nerven kosten – dennoch sind wir gegen 13.30 Uhr fertig, etwa eine halbe Stunde hinter Plan.

ELOWYN ist fertig, Volker und Tina können kommen

Wir sprechen eine Eiseinladung Richtung HP aus, dann schreiben wir unsere Kinder an – „…wie sieht es aus, was machen wir?“ Die Antwort war wachsweich – „…ach kommt erstmal rüber, wir sind noch am Strand, dann sehen wir weiter.“

Ok, ich habe echt keine Eile und unser Besuch kann ja selbst entscheiden was und wieviel sie von der Insel sehen wollen – Sibylle und ich lassen den „Fremdenführermodus“ hinter uns und relaxen erstmal. Die Verpflichtung bezüglich ELOWYN ist erstmal erledigt – darauf ein Bier!

Ein Nachmittagsbier – selten, aber heute hochverdient

Mein Telefon schellt, Jürgen ist dran, er erwischt mich aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn ich spiele gerade UNO mit Enkelchen Otto und bin am Gewinnen – da kann ich unmöglich ans Telefon! Prioritäten setzen! Ich werde später zurückrufen – letzte Karte, UNO!

Sibylle und ich essen eine Kleinigkeit im „To Kyma“, die Knirpse gehen noch einmal baden. Irgendwie verdröseln wir den Nachmittag, aber es ist schön. Entspannt!

Irgendwann beschließen wir, dass wir dem Tag noch etwas Inhalt verpassen. Florian will mit Otto einen der Tunnel aus Kriegszeiten ansehen, wir müssen für unseren Grillabend einkaufen und das Fleisch beim Metzger holen.

Ich muss irgendwann den Leihwagen für Volker und Tina übernehmen und die Beiden damit vom Flughafen abholen.

So einen Plan geginnt man am besten mit einem Eis – wir verholen also als sechsköpfige Kleingruppe zu „Repapis“ und sorgen dort für Leben in der Bude – dann geht´s los…

go to – es muss go to heißen – ich bekomme die Info, dass der Wagen abholbereit ist
Die BMW bleibt vor dem Autoverleih, ich setze die Fahrt mit dem Wägelchen fort

Alles klappt. Ich stelle mein Motorrad ab und übernehme den Wagen, der dort für mich bereitsteht. Dann trennen sich die Wege der Familie und mir.

Sibylle fährt mit den anderen zu den Tunnels und dann die Einkaufstour, ich fahre langsam zum Flughafen, denn ich bin doch etwas zu früh dran.

Gähnende Leere – noch! Bald werden Volker und Tina ankommen
Ich bin da – eine Stunde zu früh

Ich warte – was könnte ich mit der Stunde anfangen? Ich weiß, ich rufe Jürgen zurück. Mal hören, was er wollte.

Es stellt sich heraus, dass an seiner Outremer 45 GRASKARPFEN ein Motor ein Problem hat. Er vermutet einen Zylinderkopfschaden und möchte sich mit mir abstimmen. Er schildert die Symptome…

Ich höre zwei Minuten zu, dann unterbreche ich ihn – „Jürgen, mein Freund, ich denke nicht, dass es deine Kopfdichtung ist, ich vermute, dass dein Wärmetauscher ein Loch hat!“

Wir diskutieren hin und her, besprechen Fakten, Wahrscheinlichkeiten, Preise, Lieferzeiten, Optionen – es war ein relativ langes Telefonat. Trotz seiner Zweifel will er meiner Bitte entsprechen und den „Mixing Elbow“ noch einmal abschrauben – und siehe da…

Meine Ferndiagnos trifft ins Schwarze

Mein Gefühl war das richtige! Der Freund sitzt in Messolongi, ich auf Leros und kann von hier aus diagnostizieren und helfen. DAS freut mich – „that´s what friends are for!“

Zwischenzeitlich erhalte ich Bilder von der Familie, auch sie scheinen Spaß beim Erforschen und Entdecken der alten Kriegshinterlassenschaften zu haben.

Unterwegs abseits der ausgetretenen Pfade
Wer traut sich?
Ja klar – wer sonst?

Ich sehe mir die Bilder an und schmunzle in mich hinein – ich habe den Eindruck, dass sich unser Besuch recht wohl fühlt.

So ist meine Wartezeit wie im Flug vergangen. Plötzlich war es 17.20 Uhr und der „Olympic Air“ Flug mit den Freunden an Bord kam pünktlich an.

Gleich setzt sie auf – willkommen auf Leros
Der kleine, zweimotorige Inselflieger rollt auf seine Parkposition

Tina und Volker steigen aus und kommen ins Terminal – großes HALLO! Wir haben uns einige Monate nicht mehr gesehen und freuen uns auf die Tage zusammen.

Das Gepäck ist diesmal dabei, es hat alles geklappt! Wir schnappen uns die Koffer, laden ein und…

Mein Telefon klingelt, Sibylle ist dran – „Scheißkarre, blabla, Schrottmühle, blablabla, nix geht mehr, süder, Ioannis schon angerufen, rhabarberrhabarber…“ Es wird sofort klar, das Auto geht abermals nicht mehr.

Wir fahren einen Umweg und sehen bei den Havarierten vorbei. Dort ist die Rettungsaktion schon in vollem Gange, es wird klar, heute wird das Auto getauscht! Jetzt haben wir ein besseres, aber sehr kleines Automobil.

Egal – ich nehme am Weg mein Motorrad mit und fahre gemeinsam mit der ELOWYN Crew zum blauen Riesen. Die Beiden checken auf ihrem Schiff ein und wir trinken erstmal ein Willkommensbier!

Natürlich gibt es viel zu erzählen – das passt gut, denn wir sollen erst um 19.30 Uhr in Xirokampos zum Grillen erscheinen. So können wir ein wenig klönen und noch ein zweites Bierchen genießen.

Es ist halbacht, wir treffen am Ferienhaus der Kinder ein und bestaunen, was Sibylle und Sonja gezaubert haben. Perfekte Salate, Ofengemüse und vieles mehr. Die ideale Begleitung zu den bestellten Steaks.

Der „Star des Abends“ war das von Volker georderte „Dry Aged Rib Eye“ mit einem Rohgewicht von 860gr – das kann sich sehen lassen.

Nicht von schlechten Eltern
„Mein Schatz“ – stolz präsentiert

Wir machen ein gigantisches Bohei um den riesigen Fransen Fleisch – die richtige Temperatur am Grill, nachgaren im Backofen – natürlich bei 122°C, dazu frisch gemahlenes Himalaya Hagelsalz 😉 und „Ankerkraut Steakpfeffer“ – Spaß beiseite, das edle Stück war es wert…

Das feine Grillgut darf alleine auf den Grill
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und schmeckte fantastisch

Wir saßen lang beisammen und hatten Spaß und Kurzweil. Für uns passt es perfekt, dass es keine Berührungsängste zwischen der Familie und den Freunden gibt, wir haben so keine Terminkonflikte.

Spät klingt der gemeinsame Abend aus, es fanden einige Ouzo und „Mamos“ dankbare Abnehmer.

Nicht nur der gemeinsame Grillabend fand ein Ende, auch der letzte Tag des Monats endet in diesen Stunden. Sibylle und ich fahren mit Volker und Tina heim. Tina muss an den Volant des Leihwagens und diesen in die Marina pilotieren. Wir verabschieden uns von der ELOWYN Crew – das war ein schöner Einstand! Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht!

Die Nacht ist über die Marina hereingebrochen – Zeit schlafen zu gehen!

Leros Evros Marina bei Nacht

Der Monatsbericht für den August ist geschrieben! Danke für die Zeit, die ihr euch für das Lesen genommen habt. Ich hoffe, dass das letzte Drittel auch für die nicht an Technik interessierten Leser und Leserinnen kurzweilig war und ich euch somit in „unsere Welt“ abholen konnte.

Ein kurzer Ausblick auf den September…

Tina und Volker haben bis Monatsmitte keine Eile auf Törn zu gehen, wir diskutieren gerade ein paar gemeinsame Segeltage auf ELOWYN. Ende September werden wir den blauen Riesen für eine Woche übernehmen und damit ein paar Tage Urlaub machen – aufregend für uns!

Spannend wird auch, ob Hans Peters Projekte an LIBERTÉ alle soweit im Zeitrahmen bleiben, dass wir die beiden obersten Aufgaben der Prioritätenliste abarbeiten können. Für das letzte Septemberdrittel kommt seine Gattin Petra nach Leros…

Ganz wichtig für uns – die Familie bleibt noch bis zum 05.09.! Die Zeit bis dahin ist für die Kinder und Kindeskinder blockiert. Was werden wir noch zusammen erleben?

Last not least – viele Freunde kehren aus der Sommerpause zurück zu ihren Schiffen um noch einmal segeln zu gehen und die Saison gebührend abzuschließen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und viele gemeinsame Stunden – denn „That´s what Friends are for!“

Liebe Grüße aus Leros – die NESSAJA Crew, Mario & Sibylle

2 Kommentare zu „August 2024 – That´s What Friends Are For“

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