Die Headline des Monats November dürfte auch den ein oder anderen, mir sehr nahe stehenden Freund überraschen – nicht viele wissen, dass ich ab und an „Böhse Onkelz“ höre. Dies würde ich vielleicht sogar öfters tun, wenn Sibylle nicht jedes Mal rasch ihr Veto einlegen würde – sie kann „das Geschrei“ nicht hören.
Ich finde, dass die Texte sehr aus dem Leben gegriffen sind und Phasen beschreiben, in welchen sich sicher jeder von uns einmal befand – ok, sprachlich hart und gewöhnungsbedürftig, aber lebensnah und ehrlich.
Was hat das alles mit meinem Blog zu tun?
Nun, es ist schon ein paar Tage her, dass entfernt aber doch deutlich vernehmbar, Töne hämmerten welche mir bekannt vorkamen. Onkelz in UNSERER Marina, nanu? Wer könnte das sein?
Susanne und Marcus waren zurück und es stellte sich heraus, dass SIE der Onkelz Fan bei den beiden ist. Ich bin sicher, dass die Beschallung des näheren Umfeldes nicht jedermanns Sache war – diesmal hatte ich jedenfalls mal meinen Spaß an der „Lärmbelästigung“.
Grund genug, Susanne und den Onkelz, die für die Musik einer Phase meines Lebens stehen, eine Headline zu widmen – und welcher Titel könnte besser passen als „Buch der Erinnerungen“? Und welches Bild würde den Zeitgeist der frühen 90er besser mit unserem heutigen Leben verlinken als dieses…???

Aufmerksame Blogleser kennen das Bild, es war schon einmal zu sehen. Es war die Geburtsstunde eines Traumes. Ich war damals 25 Jahre alt, gerade zum zweiten Mal Papa geworden und musste das aufkeimende Gefühl undiskutiert und zweifelsfrei in die Schublade „Träume – für später“ ablegen. Wer aber weiß und versteht, wie lange diese Idee schon in mir keimt, kann die Ernsthaftigkeit meines heutigen Tuns einschätzen.
Ich lese im Buch der Erinnerung
Ich hör mich lachen
Mein Leben war ein Märchen
Erzählt von einem Narren
Ich wusste nicht immer was ich will
Doch ich wusste wie ich’s kriege
Ich nahm es leicht auch wenn es härter kam
Es war ein Setzen, ein Setzen neuer Ziele
Mein Leben war oft wie ein Spiel
Wie ’ne lange Reise ohne Ziel
Ein Suche nach dem, der ich bin
Die Suche, die Suche nach dem Sinn
Mein Leben war ein Buch
Ich musste es nur schreiben
Ich wollte alles oder nichts
Ich musste mich entscheiden
Das Leben war die Antwort
Und ich stellte viele Fragen
Und dieses endlose Geheimnis
Hatte unendlich viel zu sagen
Mit Susanne, Marcus und der kleinen Lilly haben wir viele Momente des Monats November verbracht. Es war eine phantastische Zeit! Wir haben die kleine Familie als Freunde schätzen gelernt und bedauern, dass die drei Anfang Dezember abreisen werden – sie waren Initialzünder für sehr viel Kurzweil!
Aber eines nach dem anderen – der November war ein umtriebiger Monat, einer, der wie im Flug verging. Er bot allerlei Gelegenheit Interessantes zu erleben und Projektarbeiten zu erledigen, war darüber hinaus aber auch einer, der Zeit en masse bot – Zeit, um die eigenen Projekte an NESSAJA voranzutreiben.

Das Wetter war Anfang des Monats noch richtig gut. Das sollte sich aber noch ändern, der November sollte der Monat werden, in dem der Herbst den Sommer vertreibt.
Im Moment waren die Tage aber noch warm und sonnig, wir hatten zwischen 22°C und 25°C an jedem Tag. Die Nächte dagegen waren schon frischer und Sibylle begann, immer mal wieder die Finalisierung unserer Dieselheizung anzumahnen. Doch gemach, gemach – solange die Luken in der Nacht noch sperrangelweit offen stehen, ist noch Zeit.
Tagsüber hatte ich die Schiffe der Freunde immer im Blick. Eine Tatsache, die sowohl Werner, als auch Hans-Peter ruhig schlafen lassen wird – beide wissen ihre schwimmenden Sommerwohnsitze in guter Obhut.

An anderer Stelle geschehen Zeichen von Wunder! Ihr erinnert Euch sicher an den Bericht des letzten Monats, in dem ich bemerkte, dass unser Segelkumpan Johannes einige Arbeiten am Mast zu beauftragen hat. Obwohl er nicht gerade die besten Erfahrungen bezüglich der Termintreue unserer Marina (zumindest in Abwesenheit) gemacht hat, ließ er sich wieder auf die gleiche Situation ein – er vergab die Arbeit und… reiste ab!!! Ob das gut geht???
Ja! Ging es! Die Monteure der Marina haben absprachegerecht angefangen das Rigg abzugarnieren und so geschah es, dass eines Tages, völlig überraschend, der Mastkran vor ALEXIA stand.



Da liegt das Teil nun und die Bestellung der Wanten und Stagen kann erfolgen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Gedanklich war ich zerrissen – mir ist klar, dass man so ein Teil nicht schnell „verräumt“ – aber ob es mittig und quer vor allen Zugängen zur Toilette liegen muss? Ich grüble und habe bis heute keine Antwort gefunden…
Es ist ein schöner Tag. Wir beschließen diesen zu nutzen und dabei langsam angehen zu lassen. Erst wollen wir mal wieder bei Marietta frühstücken und dann in Panteli zum Baden gehen – das Meer gibt es noch her, es ist nicht zu kalt. Gesagt, getan…

Nicht nur die Deko begrüßt uns freundlich, auch die Chefin hat zu dieser Jahreszeit genug Zeit für ein nettes Schwätzchen. Wir lassen uns updaten, tauschen uns ein wenig aus und frühstücken, dann ziehen wir weiter zum Lieblingsstrand! Panteli ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Diesmal bin es nicht nur ich, der den Sprung ins kühle Nass wagt – auch die Holde flutet den sommerlich gebräunten Körper noch einmal – für sie sollte es (bis heute) das letzte Mal sein! Ich werde durchziehen und in jedem Monat mindestens einmal ins Meer springen! Soweit der Plan…
Weil wir gerade so gemütlich unterwegs waren, schlenderten wir noch durch die Marina – zum einen um zu sehen wer alles abgereist war und ob unter Umständen auch neue Liveaboards hier wären, zum anderen um nach den weiteren Schiffen unserer Bekannten und Freunde zu sehen.

Von jedem Boot ein schnelles Foto, die Bilder per WhatsApp an die, im bereits winterlichen Deutschland sitzenden, Eigner geschickt und so für ein gutes Gefühl gesorgt. Wie hat das zu analogen Zeiten eigentlich funktioniert?
Den Abend runden kleine Videosessions ab, wir sehen uns während des elften Monats meist YouTube Filme von anderen Seglern an – waren wir doch auf den Kanälen denen wir folgen, während des Sommers in Rückstand geraten – das galt es aufzuholen.

Es war soweit! Ich hatte versprochen, dass ich im November wieder in die Projektarbeit an NESSAJA einsteige! Dieses Versprechen wollte ich HEUTE einlösen!
Ich hatte ja schon erwähnt, dass Sibylle seit einigen Tagen die Fertigstellung der Eberspächer D5, unserer Standheizung, anmahnt. Da mir ihr Befehl ja immer zugleich auch Wunsch ist, habe ich dieses Thema ganz nach oben auf die Agenda gesetzt und somit die „Priorität 1“ vergeben. Ich reiße also die Technikecke nebst Salonsitzgruppe noch einmal auf…

Ich stecke den Kabelbaum an das Heizgerät an und breite ihn im Salon aus. Wild verzweigt sich das wirre Geflecht aus bunten Litzen!

An die offenen Enden der Strom- und Datenleitungen müssen diverse Geber und Schaltereinheiten angebracht werden. Ich sortiere die vielen Einzelteile, welche sich noch in der Box befinden.

Dafür braucht es einen Schaltplan, den Eberspächer erfreulicher Weise auf seiner Webseite zur Verfügung stellt. Ich starte also den Rechner um mir die Einbauanleitung zu Gemüte zu führen und um dabei gleichzeitig die Klemmenbelegung zu verinnerlichen.

Es stellt sich heraus, dass bei MEINER Konfiguration ein paar Anschlüsse etwas abweichend zur Standardbelegung verdrahtet werden müssen. Gottlob „stolpere“ ich über den Hinweis meines Händlers, aber nun muss ich zwei Schaltpläne gleichzeitig interpretieren und „verlinken“ – dafür dient mir zusätzlich das iPad!

Electra, der Marinahund, scheint das witzig zu finden. Sie sucht sich ein gemütliches Plätzchen und beäugt stundenlang mein Werken – nun denn, wenn sie nix Besseres vorhat.

Für den Einbau mancher Komponenten muss ich mir Zugang verschaffen und / oder Löcher in Wände oder Mobiliar bohren bzw. sägen. Das kostet jedes Mal Überwindung! So zum Beispiel für den Einbau des kleinen Bedienteils.

Klar, dass auch hier die Kabel, oder sage ich besser Käbelchen, angeflickt werden müssen.

Es ist klar, dass hier ein extra Schaltplan zum Tragen kommt – auch der liegt in Papierform und elektronisch vor – mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – die Kabelarbeiten nähern sich dem Ende!

Um die Elektroseite fertig zu stellen, muss ich noch die Dieselpumpe verbauen und anschließen, dies geschieht unter einem Bodenbrett in der Eignerkabine.

Eigentlich wollte ich am Generator abzapfen, dies hätte jedoch die Bedingungen für die kleine Magnetpumpe nicht erfüllt. Um die Saugstrecke kleiner 2m zu halten und dafür eine Druckleitung bis 6m zu bekommen, musste ich die Pumpe näher an den Tank bringen – das bedeutete sowohl lange Leitungswege, als auch lange Kabelwege zur Pumpe.

An dieser Stelle ist mir eine Panne passiert – ich kam, bei zu crimpenden Kabeldurchmessern von 0,35qmm, mit meinem Werkzeug an die Grenzen. Außerdem handelte es sich ausnahmslos um Spezialstecker zur Belegung von Steckergehäusen. So kam es, dass ich zwei von diesen speziellen Steckerchen kaputt gepresst habe…

Ich hatte also Bedarf! Einen kompletten, neuen Stecker für den Pumpenanschluss, um das von mir gebaute Provisorium wieder demontieren zu können und den Anschluss fachgerecht auszuführen. Weiter musste ich mir eine Crimpzange für kleinste Kabeldurchmesser bestellen – unter 0,5qmm war in Leros nicht zu beschaffen.

Die Zange habe ich im Internet rasch gefunden, konnte diese aber als Privatkunde bei Würth nicht bestellen. Eine Suchanfrage in Facebook ließ die deutschen Freunde aktiv werden und so konnte ich, mit Max´ Hilfe, schon bald Vollzug melden. Sohn Stefan hat das Objekt der Begierde von Holzkirchen nach Miesbach gebracht – es musste ein Paket geschnürt werden! Dort sollten noch ein paar weitere Kleinigkeiten rein, wenn schon, denn schon…
Um die Pumpe fertig anzuschließen, musste noch ein kleines Reservoir als Abzweigung von der Dieselleitung verbaut werden, so dass es nicht vorkommen kann, dass der Generator der Heizung Diesel „wegsaugt“.

So hatte ich innert zweier Tage die Heizung angeschlossen und alle Bauteile verbaut. Probelauf morgen!!!
Ein kurzer Spaziergang am Abend – einfach nur durch die Marina um sich die Beine zu vertreten. Dabei sieht man allerlei Interessantes, Projekte anderer Segler, wie diese hämmern und sägen und man weiß – geteiltes Leid ist halbes Leid, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Man sieht aber auch das Handeln der Marinaangestellten – und das ist nicht immer von Fachkenntnissen oder überschwänglicher Sorge getrieben.

Wenn zum Beispiel ein Baum neben einem Auto, dem neuen Wohnmobil unseres Freundes Marcus, gefällt wird – und es dabei dem Glück überlassen ist, ob der Baum neben oder an das Auto fällt – dann weiß ich nicht, ob ich schmunzeln oder losheulen soll. Meist klappt es – ich muss lernen NOCH griechischer zu denken.
Wir gehen ins „SouvLakki“ und laben uns dort an einem „Covered Giros“ – eine Challenge, selbst für zwei Personen, danach sacken wir müde und vollgefressen ins Bett.

Neuer Tag bricht an – sofort nach dem Frühstück beschließen wir den Probelauf der Heizung. ON lang drücken, ok, und jetzt – das Gebläse bläst, der Brenner brennt – es wird warm in der Hütte! Klappt! Alles funktioniert. Alles? Nun, nicht ganz…
Ein längerer Lauf zeigt, dass die Temperatur am externen Fühler und die am digitalen Thermometer ein paar Grad auseinander liegen.


Versuche im Probebetrieb zeigen, dass ich wohl für die Fühlermontage eine Ecke gewählt habe, welche sich durch Abwärme aufheizt, durch das Holz als Wärmespeicher schlecht abkühlt und überhaupt schlecht durchlüftet ist.
Wir probieren andere Stellen, müssen dabei den externen Fühler immer wieder „runterkühlen“ – das machen wir mit Saft aus dem Kühlschrank!

Neuer Versuch! An anderer Stelle zeigt sich, dass die Temperaturen enger beisammen liegen. Wir finden eine attraktive Stelle an der wir den Unterschied auf die Kommastelle reduzieren können – das scheint akzeptabel.


Long Story short – wir fummeln rum, platzieren den Fühler hier, dann dort – dazwischen kühlen wir ihn, dann heizen wir stark auf und sehen was passiert! Das ganze zieht sich über gefühlte Stunden – aber wir finden ihn – den „perfekten Platz“!

Was gut klingt hat auch einen Nachteil – wir haben nun, vom ersten Einbauversuch, ein Bohrloch im Möbel. Dem kann Abhilfe geschaffen werden – ich beschließe kurzerhand das vorhandene Loch zu vergrößern und als Einbauloch für eine HDMI Steckdose zu verwenden. Auch dieses Teil bekommt man auf Leros nicht – es muss bestellt werden und soll mit in mein Paket.
Während Sibylle und ich also hier unseren Mini-Temperaturfühler durch den Salon tragen, rührt sich was an Deck von NESSAJA! Ich hatte letzten Monat die professionelle Reparatur der Bohrlöcher unseres Biminis angefragt.
Wie ihr wisst, bekomme ich zwar meist alles hin, aber wenn es dabei gilt mit Farben, Spachtelmasse oder Silikonen zu hantieren, ist es meist ein steiniger Weg, welcher zudem mit Sauerei verbunden ist. Ich hatte daher entschieden, den für seinen guten Ruf bekannten „Gelcoatfachmann“ an die Reparatur zu lassen – das Team rückte an – und schritt sofort zur Tat!

Ich ließ den Fachmann ans Werk, weil ich mir erwartete, dass die Löcher mit Gelcoat verschlossen werden – das ist etwas anderes als Spachtelmasse! Zudem galt es die am Bild deutlich sichtbare Riffelstruktur wieder herzustellen, so weit so gut.
Der Kostenvoranschlag belief sich auf 50.-€ plus VAT und Material – ich hätte es wissen müssen – you get what you pay for…

Offen gesagt – und das soll jetzt nicht überheblich klingen – so hätte ich es auch gekonnt, vermutlich besser. Ich habe also die geringe Summe für das Verschließen der alten Bohrlöcher bezahlt und werde mir das auf die Liste setzen – da gehe ich nochmals ran! Nächsten Sommer! Seid gespannt, ich weissage, das Ergebnis wird besser.
Der Sommer weicht dem Herbst. Die Marina ist für die Jahreszeit noch gut besucht. Dennoch merkt man deutlich, dass jeder langsam seine Privatsphäre sucht – es wird öfter an Bord gekocht und auch dort gegessen. Das Leben verlagert sich langsam nach innen! Auch bei uns ist das so. Sibylle kocht vermehrt in unserer Pantry, wir essen im gemütlichen, beheizten Salon, zumeist wieder früher als im Sommer.

Wenn Ihr den Bericht so lest, dann klingt es vermutlich für euch so, als ob die Erledigung der Reparaturen und Upgrades ein chronologisches Abarbeiten einer Liste ist. So, wie wenn ein Projekt das andere jagt. Das beschreibe ich ein wenig so, um Irritationen und zu viele Kurven und Schlenker zu vermeiden.
In der Realität lassen sich die einzelnen Aufgaben sehr selten ohne Unterbrechung, vom Anfang bis zum Ende durcharbeiten – meist muss ich für Teile- oder Informationsbeschaffung unterbrechen. In diesen Pausen fange ich dann oft etwas anderes an, Kleinprojekte welche ich begleitend, parallel, fertig stelle.
So habe ich, in der beschrieben Phase der Fertigstellung unserer Heizung, folgende Parallelaufgaben finalisieren können.

Die Kabel unseres Bildschirmes sollten nicht mehr „fliegend“ angeschlossen werden. Beide Kabel sollen in der Technikecke fest installierte Anschlüsse bekommen. So habe ich sowohl das Strom- wie auch das HDMI-Anschlusskabel nach unten geleitet, durch eine Bohrung geführt und mit einer, vom Schreiner gefertigten, Verkleidung verpackt. Sieht man nicht, die Anschlüsse sind jetzt fix und wir können fein gucken.

Hier sieht man deutlich den zwischenzeitlichen Status – der Temperaturfühler an alter, untauglicher Stelle – er wird später beim grünen Pfeil angeschraubt. Das HDMI Kabel muss noch zur Klappe rausgeführt werden, es wird später innen und somit nicht sichtbar, an eine HDMI Dose geklemmt welche am alten Platz des Temperaturfühlers eingebaut wird – wenn mein Paket endlich da ist! Alles klar? Seht ihr…
Für diese „noch offenen Punkte“ habe ich eine eigene Liste, diese Arbeiten erledige ich immer sofort wenn das Ersatzteil ankommt oder ich die nötige Information habe. Dann bekommt das Projekt einen Haken. Manchmal droht der Overload im Kopf 😉
Solch ein Projekt war auch der Anschluss des Wasserabscheiders vom Generatorauspuff an sein Seeventil. Auch hierfür musste ich die Sitzecke nochmals zerlegen, es bot sich daher an, diese Aufgabe zusammen mit der Fertigstellung der Heizung anzugehen und sie bis dahin „on hold“ zu setzen…

Das Foto sagt wohl nicht Vielen etwas – kurze Erklärung – das obere, mit Geflecht ummantelte Rohr, ist der Auspuff der Heizung, dieser wird an dieser Stelle sehr heiß.
Den Wasserschlauch und das Seeventil sieht man. Ich habe diesen, zum thermischen Schutz, ebenfalls mit einem Schutzmantel wie den des Heizungsauspuffs umpackt. Es handelt sich dabei um Spezialware für genau diesen Zweck. Es scheint zu funktionieren, zur Sicherheit kommt aber noch ein Hitzeblech zwischen die beiden Mäntel – dort wo sich die meiste Hitze staut. Kommt also auf die „Offene Punkte Liste“.
Die Verbindung von Seeventil und Wasserabscheider hat jedoch (fast) reibungslos geklappt. Der Wasserschlauch wurde, deshalb die Kraftschlauchschellen in der Mitte, von 38mm auf 25mm reduziert – dies mithilfe einer TruDesign Reduzierung. Dann konnte ich dem Konstrukt mit der Heißluftpistole ein bisschen „Form geben“, so dass es sehr gut an beide Anschlüsse passte. Durch die Maßnahmen zum thermischen Schutz ist die Lösung safe und zwischenzeitlich erprobt.
Weiter hat bei meinem Schaffen in der Technikecke, die Waschmaschine eine eigene Steckdose bekommen.

Naja, ist so nicht ganz richtig formuliert – die Waschmaschine hatte ja schon eine Steckdose, es musste aber noch eine zweite für den Bildschirm montiert werden. Beide wurden bei dieser Gelegenheit mit dem Bordstromnetz an der Schalttafel verbunden.
Mein Paket war inzwischen unterwegs, ich wartete also auf die Teile. Zeit etwas zu verschnaufen.
Mein Telefon klingelt! Am anderen Ende der Leitung, also der Funkwelle, war Sepp aus der Oberpfalz. Den haben wir hier in der Marina kennen gelernt, er stammt aber aus der gleichen Ecke wie Volker – die Seglerwelt ist eben klein. Die Beiden kennen sich zudem…
Ich schweife ab, es klingelt also. Der Oberpfälzer fragt nach einem Gefallen den ich gerne erfülle – er hätte gerne den Sachstand der Reparaturarbeiten an seinem Schiff. Es liegt in einer Werft am anderen Ende der Insel. Wir machen also ein „Ausflügle“ und senden dem Autohausbesitzer das gewünschte Bild – alles ok!

Ich erwähne den beruflichen Hintergrund nicht von ungefähr – hatte ich doch gerade Probleme, das zuvor erwähnte Hitzeschutzblech auf Leros zu organisieren. Als Sepp erwähnt, dass er bei diesem Fortschritt an seinem Schiff, wohl bald käme um daran zu arbeiten, habe ich die Gunst der Stunde genutzt ihn zu bitten, mir ein Hitzeschutzblech aus dem Automobilbau mitzubringen – es dürfe gerne gebraucht sein. Er sagte sofort zu, ich hatte ein Problem weniger!
Es folgten ein paar lässige Tage an denen ich so vor mich hinwurschteln konnte.
Das taten auch Andere! Nämlich der Taucher und seine Gehilfen! Ihr erinnert Euch? An unserem Steg werden Ketten erneuert – das ist nötig, nützlich und löblich!

Die Werker richten also die Baustelle neben unserem Schiff ein – ein Schwerlastsack mit neuer Kette, eine Tonne für die alte Kette, eine Palette zum flexen. Es rasselt, es plätschert, es klappert, es kreischt – Funken fliegen, der Gabelstapler manövriert neben unserer „Terrasse“. Sibylle und ich beschweren uns nicht, es hat alles einen Sinn.
Unser Steg ist fertig, der nächste Steg kommt an die Reihe, die Baustelle zieht jetzt wohl weiter… HALT, was machen die da??? Ein neuer Sack mit XXXL Kette klappert neben uns – die Baustelle zieht NICHT um! Jetzt flexen sie vor unserem Schiff rum – und karren die Ketten dann mit Sackkarren zu den anderen Stegen. Von dort bringt der Taucher die alten, rostigen Ketten mit Schwimmbojen zu unserem Liegeplatz, so dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel ( 😉 ) den Schrott, nur einem Meter neben unserem Bug, aus dem Wasser liften kann! Wäre es nicht einfacher und weniger risikobehaftet, die Baustelle umzuziehen? Weg vom einzigen bewohnten Schiff? Ich überlege, entweder wollen die uns ärgern, oder sie haben einfach Pech beim Denken. Ich verwerfe meine Überlegungen, ist halt griechische Arbeitsmentalität, Sibylle und ich beschließen, es als Entertainment zu bewerten – und das ist es!
NESSAJA mag es auch, wenn der Taucher unter ihr durchtaucht und die Blasen so schön am Bauch kribbeln – solange nur nix kaputt geht… 😉
Ich beschließe, eine Fremdarbeit abzuschließen. Die Seewasserpumpe muss noch in die ENJA eingebaut werden.


Ich verschaffe mir Zugang und bringe mein benötigtes Werkzeug an Bord – die Workarea ist eröffnet! Ich baue die Pumpe ein und starte den Yanmar zum Probelauf…

Passt alles! Der Motor schnurrt wieder, das Kühlwasser kommt aus dem Auspuff und die Pumpe ist dicht! Was willst mehr, wieder was erledigt. Irgendwie kommt es mir vor, als wären die Arbeiten an Booten anderer weniger kompliziert als an meinem eigenen.
Ich verlassen die ENJA wieder, versperre alles und informiere den Eigner per WhatsApp. Der scheint sich wirklich zu freuen, dass auf seinem Schifferl alles für die kommende Saison vorbereitet scheint.
Um den Tag rund zu machen, beschließen Sibylle und ich auf einen Cappuccino ins „Tzouma“ zu fahren. Das Cafe am Panteli Strand, welches schon letztes Jahr im Winter die bessere Adresse zu sein schien.
Dort angekommen, rief das Meer, deutlich vernehmbar, zum Bade – ich folgte dem Ruf spontan…

Das „Tzouma“ ist eine nette Adresse, der Treffpunkt der Einheimischen. Es gibt gute heiße Schokolade, guten Kaffee und allerhand Ouzo-Spezialitäten.

Ein schöner Tag! Der fand seinen Abschluss beim Dinner im „SouvLakki“ – manchmal lohnt es sich einfach nicht selber zu kochen! Diesmal gab es den Klassiker – ein „Chicken Giros Pita“, zu 3.-€ das Stück!

Der neue Tag bricht an und ich überlege mir während des Wachwerdens, also noch vor der ersten Tasse Kaffee, welche Aufgabe den Titel „Projekt des Tages“ verdient hat. Meine Wahl fällt spontan auf die Schutzbügel der Solarfelder, welche noch am Hardtop montiert werden müssen.

Mit diesem letzten Handgriff ist Giorgos im April nicht fertig geworden. Ich habe damals gesagt, dass ich diese Arbeit selber erledige, dabei aber zu zu spät bemerkt, dass die Dinger erstens zu wenig gebogen und zweitens nicht einheitlich waren.


Ich habe also Maß genommen, festgelegt wie es aussehen soll und beschlossen – die Stangen müssen nochmals zu Giorgos auf die Biegemaschine. Aber wie kommen die dahin?
Es traf sich gut, dass Giorgos das Schlauchboot eines Freundes mit dem Anhänger abholen wollte. Da fiel mir gleich wieder Werners Dinghy ein, auch hier sollte ich mich noch um die Reparatur kümmern. Es war schnell geklärt, dass der Werkstattmann neben dem Schlauchi der FINI, auch das der ALENA plus meine Stangen mitnehmen würde.
So mussten wir die Gummiwürste an den vereinbarten Treffpunkt bringen – ich machte den Zubringer von ALENA klar…

…und Thomas von der FINI kam mit dem Seinen, um mit mir einen Schleppverband zu erstellen.

Derartig gewappnet, gingen wir paddelnd auf die lange Seereise zum vereinbarten Treffpunkt. Die Stangen hat Thomas freundlicher Weise später noch für mich an Giorgos übergeben, da wir an diesem Abend eine Einladung hatten.


Habe ich die Beiden eigentlich schon vorgestellt? Nein? Wie unhöflich! Vor einigen Tagen rief Marcus aus Lipsi an „…er hätte da zwei ganz Nette getroffen. Die überwintern auch in der Evros Marina. Die werdet ihr bald kennen lernen!…“
Ok, da waren sie nun – Irene und Thomas aus Österreich mit ihrer FINI, einer Bavaria 37, auf der sie mehr oder minder leben. Unterbrechungen gibt es nur während der Hitzephase im Hochsommer und im Januar zum Skifahren. Natürlich haben wir uns bekannt gemacht und ausgetauscht – es ist schön zu wissen, dass während der längsten Zeit des Winters ein weiteres Pärchen hier verweilt.
An diesem Abend aber waren wir, einmal mehr, bei Mireille und Roland zum Apero geladen. Danach wollten wir ins „Kakoumoiras“, dem Meze Lokal gleich um die Ecke…


Bei den Beiden war bereits eingeheizt, das braucht es inzwischen am Abend, so dass wir es zum Aperitiv sehr gemütlich hatten – es war fast schwer, sich wieder aufzurappeln!

Aber auch in der Taverne hat man sich sehr bemüht, nett für uns eingedeckt und die Stube beheizt. Das Essen hat uns abermals nicht enttäuscht. Das „Kakoumairas“ schleicht sich langsam aber sicher in meine Bestenliste.


Die Tage gingen ins Land, der November war der Monat der Veränderungen – diejenigen welche den Winter NICHT auf Leros verbringen wollen, reisten mehrheitlich ab. Nur wenige neue Gäste kamen an – als Überwinterer oder mit geplanter Abreise Dezember. Das Wetter wechselte von Spätsommer auf Herbst. Das bedeutet hier, dass vereinzelt Wolken auftreten, die Temperaturen auch mal unter 20°C fallen und es zu Regentagen kommen kann.
Vor allem aber wechselt man zu dieser Jahreszeit auf Leros in den Modus „Vorweihnachtszeit“!

Während die Dame also fleißig den Weihnachtsbaum schmückt, esse ich bei rund 20°C mein Eis – verkehrte Welt…

…im Hintergrund – Weihnachtsmusik! Seit Mitte November immer, IMMER! Mal griechische Weihnachtsmusik, mal internationale.

Eines Tages traue ich meinen Ohren kaum, als ich die Stimme meines „all time high“ Lieblingssängers und -komponisten vernehme – leise zwar, aber für mich unverkennbar. Gert Steinbäcker im griechischen Radio??? Tatsächlich! Ein weihnachtlich angehauchter Song auch von ihm, dem der nicht gerade Mainstream ist – leider konnte ich die Playlist gerade da nicht fotografieren!
Der Tag ist schön! Wir laden Paola und Thomas von der SIMPLY FREE zum Kaffee und genießen den Nachmittag. Wir fachsimpeln etwas über unsere Schiffe, erwähnenswert deshalb – ich erinnere – weil die SIMPLY FREE das Schiff ist, welches ich kaufen wollte, hätte Thomas es nicht als erster gesehen und geschnappt.
Zu unserer Genußrunde gesellt sich auch Electra – sie weiß halt wo es schön ist – und WAS gefällt…

Ein bisschen Produktivität wollte ich dem Tag noch angedeihen lassen, so bin ich, nachdem sich Paola und Thomas verabschiedet hatten, zu Sotiris dem Segelmacher gefahren. Es galt, dort Werners Wintercover für ALENA abzuholen.

Ich bezahlte und brachte die Planen auf das Schiff. Anbringen werde ich sie erst, wenn das Schlauchboot von der Reparatur zurück und auf dem Vordeck verstaut ist.
Hm, noch ein bisschen Tag übrig – was tun? Nun, was machen denn eigentlich die Hardtop-Stangen? Ich fahre zu Giorgos nach Kamara, auf die andere Seite der Insel.

Dort angekommen springt sofort die „Stammbesatzung“ der Werkstatt auf – in Anführungszeichen deshalb, weil Giorgos eigentlich ein Ein-Mann-Betrieb ist. Alle anderen lümmeln dort abends rum, trinken Frapé und helfen wenn Not am Mann ist – so wie JETZT – beim Einrichten der neuen Biegemaschine, dem ganzen Stolz.

Es gab eine „Masterstange“, eine die fast passte – diese sollte nur noch 1cm mehr Biegung erhalten und dann als Muster für die anderen beiden Stangen dienen. Jedoch wurde griechisch gebogen! Mit bloßem Auge konnte ich sehen, dass die Stange einem Halbkreis näher war als der Vorgabe +1cm – ups…
„Nein, 15cm lichte Höhe ist NICHT 11cm plus 1cm!!!“ – ok, es wurde beschlossen zurückzubiegen. Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass 11cm plus 1cm in Summe 13,5cm ergibt – so einfach kann Mathematik sein.
Alle Stangen wurden angepasst, gleich weit zurechtgebogen und ich bringe die Dinger heim – äh, Moment – wie eigentlich??? Ich war ja mit dem Mopped da! Ich beschreibe kurz was folgt – eine dicke Schnur wird um die drei Stangen gewickelt und am Gepäckträger verknotet, die Last wird nun parallel zu meinem Oberschenkel ausgerichtet, da kommt ebenfalls eine dicke Schnur rum – fertig! So fuhr ich mit 2,6m langen Stangen nach Hause – wenn die irgendwo hängen bleiben, steht eines meiner Beine in Gourna, während ich einbeinig nach Lakki fahre – tolle Vorstellung, daher keine Fotos. Ich vermied es einhändig zu fahren.
Montage am nächsten Morgen, gut geworden, die Dinger können sich sehen lassen!


Tagwerk war geschafft, ich war zufrieden. Die Listen „Offene Punkte“ und „Kleinprojekte“ wurde Tag für Tag kürzer. Der Tag wird kommen, wo es mit den Großprojekten weiter geht – doch zunächst war Party angesagt!
Glühweinabend an der Kaimauer! Susanne und Marcus rufen zu selbstgemachten Glühwein vor der DARKSYDE, ja da überlegst nicht zweimal…


Im Laufe des Abends gesellte sich noch eine junge französische Familie zu uns, auch Nikolas hat es sich nicht nehmen lassen auf einen Drink vorbei zu sehen – ein sehr lustiger Abend!
Einer, der immer lustiger wurde, je später es wurde. Der Glühwein ging zur Neige und in der Not wurde auf „eiserne Bestände“ zurück gegriffen.

Ich öffne die Augen! Es ist hell. Wie spät ist es? Waaaas? Halb zehn? Warum nur? Ich springe auf, habe Kopfweh, mir fällt ein warum…
Es hätte schlimmer kommen können, wir erfahren etwas später, dass die junge französische Familie ebenfalls Kopfweh hatte, aber aus anderem Grund. Sie sind abgereist, aber in Athen wegen Covid hängen geblieben. Der Rest der Gruppe blieb verschont, Glück gehabt!
Ich gehe den Tag langsam an, heute nur ein kleiner Job. Ich beschließe, den Warmwasseranschluss für meine Heck-Außendusche zu machen.

Mal wieder mache ich Sauerei und bringe das Bett durcheinander – was nach wildem Liebesspiel klingt, war aber nur dem Zugang zur Reparaturstelle am Kopfende unserer Schlafstätte geschuldet. Sibylle war hellauf begeistert, kann sich jeder vorstellen.

Ich mache also einen Bypass in unsere Warmwasser-Druckleitung und verlege 4 Meter Whale WX15 Leitung unter dem Bett ins Heck. Bedingt durch das einfache Whale System, ist der Anschluss keine Hexerei. Trotzdem bleibt es mir nicht erspart, eine kleine Undichtigkeit nach der ersten Funktionsprüfung zu beheben – es klappt NIX auf´s erste Mal!
Für diejenigen, die glauben, dass dies doch eine leichte Gschicht´ ist – das Foto täuscht, es wurde mit Blitz aufgenommen, ohne sieht es so aus – man sieht nix und man kommt mies ran!

Egal, kein Jammern – der Job ist erledigt, das Wasser am Heck warm und wieder ein Punkt weniger auf der Liste.
Es sind abermals neue Segler angekommen, wieder Österreicher, mit denen wir uns auf Anhieb sehr gut verstehen. Auch die Crew der FINI macht sich sofort mit „den Neuen“ bekannt, auch hier stimmt die Chemie. Leider bleiben Evi und Michi von der OCEAN FANTASY nicht den ganzen Winter, sie werden am 06.12. abreisen, sehr schade.
Grund genug, dass wir vier zum „Sundowner“ auf die FINI geladen wurden…

Evi bringt einen Strudel mit…

…und die Gastgeber kredenzen allerlei Knabbereien.

Natürlich darf ein Achterl Wein nicht fehlen…

…an diesem Abend hätte es „Jetzt trink ma´noch a Flascherl Wein“ in der Version von Ambros, es fast geschafft Headline des Monats zu werden. Lasst Euch nicht täuschen, der „Chateauneuf de Carton“ ist süffig und für einen Tischwein wirklich gut.
Eigentlich waren wir satt als wir nach Hause, zurück an Bord von NESSAJA, gingen. Aber Sibylle hatte dicke, weiße Bohnen – „Gigantes“ – gekocht. Es wäre ein Frevel gewesen, sie nicht mindestens zu probieren. Wir sackten satt, leicht angetrunken und müde ins Bett.
Guten Morgen! „Was gibt´s zum Frühstück“????

Beim Plaudern am gestrigen Abend ging es erfreulicher Weise nicht NUR um Schiffsthemen – aber auch – so habe ich erfahren, dass Thomas im Besitz einer original GOK Prüfeinrichtung für Gasanlagen ist. Dieses Gerät gibt es auf Leros nicht, jetzt aber hatte ich die Gelegenheit meine neue Anlage zu prüfen.
Mein Job für heute – Gasanlage prüfen und für gut befinden! Wisst Ihr noch – der Teufel ist ein Eichhörnchen…

Ich bereite alles vor und prüfe die Anlage gemäß der Vorgabe von GOK. Ich bringe 150mbar auf´s System und warte 10 Minuten zur Temperaturanpassung…


Ok, minus 25mbar für den Temperaturausgleich? Wird schon stimmen. Ich folge der Anleitung und drehe den roten Zeiger nach, jetzt beginnt die Prüfung – weitere 15 Minuten warten…

Nach weiteren 15 Minuten sehe ich gelassen nach – aber diese Gelassenheit weicht abrupt – als ich den Stand des Anzeigezeigers sehe. Wieder ein Druckverlust, nur noch 110mbar. Die Anlage ist undicht! Ich teile gerne den Gedanken der mir durch den Kopf schoß und der seit Schimanski öffentlichkeitstauglich ist…
SCHEISSE!

Ich sah mich schon die komplette Anlage wieder zerlegen und den Fehler suchen, entschied aber nach kurzer Denkpause, genau dies erst morgen zu machen – ich brauchte Abstand von diesem Disaster.
Wo ginge das besser als bei einem Strandbesuch mit unserer Lieblings-Seglerfamilie? Rauf auf die Bikes und los…

…zum Paralia Agia Kioura, dem kleinen Sandstrand im Norden der Insel.

Sibylle und Susanne spielen mit der kleinen Lilly, Marcus und ich besüdern die schlechte Welt und ertränken unseren Kummer mit einem mitgebrachten Bier.

Die Wellen umspielen meine Füße und der Ärger weicht – es ist Mitte November, ich trinke ein Bier am Sandstrand und stehe bis zum Knöchel im Meer – no complaints!!!

Am Abend dieses Tages waren wir zum Dinner bei „der anderen Susanne“, unserer langjährigen Freundin, geladen. Sie war zum Saisonabschluss nochmals mit Tochter und Enkel angereist, um im Haus nach dem Rechten zu sehen.
Bei dieser Gelegenheit ergibt es sich häufig, dass eine Freundin aus Leros für uns alle kocht, aber Susanne zum Dinner ins Haus lädt.
Vor diesem Hintergrund machen wir uns auf den Weg in den Süden der Insel, nach Xirokampos – bei einer sehr speziellen Stimmung an diesem Abend…


Das Dinner bei Susanne war feudal wie immer, wir haben gemampft als gäbe es kein morgen mehr und jeder bekam noch „Reste“ mit nach Hause. Das Mousaka, ein Gedicht, der griechische Salat, alle Zutaten aus dem eigenen Garten…


Der Frust des Morgens war nahezu vergessen, insgesamt war es ein schöner Tag – und morgen löse ich das Gasproblem!
Und zwar gleich morgens! Sofort nach dem Frühstück habe ich die Anlage genau besehen und glücklicher- wie logischerweise auf der leicht zugänglichen Seite, an der Flasche, begonnen. Nanu, was ist das?

Ich sehe den Anschlusskonus an meinem Gasfernschalter genau an – er ist krumm, verbogen, wie nennt man das? Ich verspreche, dass ich, der zu festem Anziehen von Verschraubungen neigt, sofort überlegt habe, auf welche Art und Weise ich dem Bauteil diesen Schaden zugefügt haben könnte – aber mir fällt nix ein.
Sowohl ein festes Andrehen, als auch eine ggf. kurze externe mechanische Druck- oder Stoßbelastung sollten so einen Schaden nicht hervorrufen können. Ich hatte auf einmal zwei Probleme – erstens, wie bekomme ich Ersatz? Zweitens, wo und wie reklamiere ich?
Zuerst testen um sicher zu gehen – das Procedere des Vortages wiederholen – nur ohne den Gasfernschalter – und siehe da…


…der von mir gebaute Teil der Anlage, übrigens konform zu den DIN Vorgaben für „Gasanlagen auf kleinen Freizeitschiffen“, ist dicht!
Ich setze mich an den Rechner und klemme mir umständlich das Telefon ans Ohr – dabei fällt mir die italienische Art des telefonierens wieder ein – sollte ich??? Ich entscheide in dieser Sekunde, nicht vorab beim Hersteller Truma anzurufen, sondern die Reklamation auf regulärem Weg, per Mail bei meinem Händler „SVB“ einzureichen.
An dieser Stelle will ich eine Lanze für „SVB“ brechen! Ich war früher tendenziell „Compass“ Kunde, bei „AWN“ kaufe ich nur wenn ich muss (da sitzt der Stachel der Enttäuschung noch tief) – zurück zum Thema, also, obwohl „Compass“ etwas billiger ist, andere Händler im Internet sowieso, habe ich die meisten Bestellungen zu „SVB“ verlagert. Es werden bereits im Katalog immer Dokumentationen mitgegeben, wichtig für die Recherche, der Versand nach Griechenland klappt perfekt UND sie bieten einen top Service!
Diese Serviceabteilung kontaktiere ich auch heute. Ich schreibe ein Mail, bekomme eine Mailantwort, nach circa einer, maximal zwei Stunden. Ich erkläre die Details zur Sachlage nochmals per Mail, beantworte Fragen – mein Telefon klingelt… Am anderen Ende der Mann von „SVB“, er erfasst die Gesamtsituation und beschließt – „…wir schicken ein neues Ersatzteil, berechnen es zunächst nicht. Im Januar senden sie (Sibylle) uns das Teil aus Deutschland zur Reklamation. Nach Entscheidung durch Truma sehen wir weiter!“
Sehr gute Abmachung, guter Kompromiss, ein Plan! Ich warte jetzt also auf zwei Päckchen und das Problem ist vertagt.
Inzwischen zieht auch der Dauerlieger Martin in Sachen Weihnachtsdekoration nach. Sibylle und ich drehen eine Marinarunde um ein bisschen frische Luft zu schnappen, dann ist es Zeit für´s Dinner.

Dieses Abendessen soll heute, zusammen mit der „Austria Connäktschn“ im „Porto Nikola“ in Xirokampos stattfinden. Nix wie hin.
Wir waren voreingenommen – zugegeben – denn die Taverne, in der man im Sommer sehr schön sitzt, hat sich bisher nicht gerade durch einen gastlichen Innenraum hervorgetan. Da haben wir uns getäuscht, oder wir haben bisher nie genau hingesehen – es war recht einladend dort.

Das Essen war gut, aber durchschnittlich, letztlich punktet das „Porto Nikola“ zwar, schießt sich aber nicht in die Top Five meines Taverna Ranking. Anders der Hauswein, der schmeckt und ist süffig – ich muss wieder an Hans Mosers Oldie denken – so süffig, dass die Müdigkeit erbarmungslos zuschlägt 😉

Wir fuhren heim und sackten ins Bett. Das gilt für Sibylle und mich – tatsächlich sind die Österreicher gesammelt ZU FUSS von Xirokampos zur Marina zurück gelaufen. Sicher ist dabei die Müdigkeit ein Stück weit gewichen, denn es war ein frischer Abend – ein schöner Abend!
Der nächste Tag war eher ein ruhiger. Wir waren bei anderen Liveaboards zur Geburtstagsfeier eingeladen. Ewa und Steve sind ein polnisch-britisches Paar. Sie leben auf ihrem kleinen Katamaran in der Marina. Wir kennen uns jetzt schon länger, haben uns über die Einladung gefreut und sofort zugesagt.


Hier war es deutlich spürbar, jeder hat so seine anderen Nachbarn und nächsten Kontakte. Bei Ewa waren vornehmlich die Engländer, Waliser und Schotten geladen. Sie haben weniger Kontakt zu den Österreichern, Deutschen, Türken und Canadiern.

Wow, die Feier war ein Härtetest – nicht, wie Ihr vielleicht denkt, wegen des Alkohols, nein, eher wegen der Sprache! Waliser, Schotten UND Engländer unter sich – DAS alleine ist schon herausfordernd – auch für mich. Ich musste gut lauschen um alles zu verstehen und alle Register ziehen, um mich ins Gespräch einzubringen.
Für Sibylle war es hart! Sie hat ihre neuen und von Steve verbrieften Fähigkeiten in der Fremdsprache ans Limit getrieben und darüber hinaus das einzig richtige gemacht – gelächelt und zustimmend genickt! Ich wusste wie sie sich in ihrer Haut fühlt – mehr als einmal ging es mir früher ebenso…
Sibylle stupfte mich unter dem Tisch an, für mich ein klares Signal zum Aufbruch! Da traf es sich mehr als gut, dass wir noch auf ein letztes Dinner mit Funda und Burim verabredet waren. Wir entschuldigten uns höflich und verabschiedeten uns – um uns kurz danach mit dem jungen schweizer Paar in der Pizzeria „La Nostra“ zu treffen.

Die Beiden habe ich, glaube ich, auch noch nicht vorgestellt – Funda und Burim sind zwei junge Schweizer mit ausländischen Wurzeln. Das erwähne ich nur deshalb, weil sich dadurch völlig unterschiedliche Blickwinkel auf Gesprächsthemen ergaben, wir generell über andere Dinge gesprochen haben – die Beiden sind völlig offen und unvoreingenommen in der Kommunikation, Heimlichtuerei ist ihnen völlig fremd. Dadurch waren die Diskussionen sehr abwechslungsreich und bunt. Die beiden waren eine echte Bereicherung! Burim ist ein begnadeter Bastler, beide leben auf ihrem Boot und haben, unglücklicher Weise, genau dieses Jahr beschlossen, den Winter in Thailand zu verbringen.
Ich finde das mehr als schade, denn wir hatten einen sehr bereichernden technischen Austausch, daneben aber ganz kurzweilige Gespräche über Allerweltsthemen – es war sehr lustig mit den beiden. Ciao, bis nächstes Jahr!
Ich warte immer noch auf meine Pakete. Ein Paket aus Deutschland dauert im regulären Versand ungefähr 10 – 14 Tage. Da ich die Teile darin benötige um weitere Kleinprojekte abzuschließen, lege ich fest, dass heute ein entspannter Tag wird. Dazu gehört ein nachmittäglicher Besuch der Eisdiele, welche zwischenzeitlich vollumfänglich weihnachtlich erstrahlt!


Unsere Idee, den Nachmittag mit einer Leckerei zu bereichern, fand auch bei der Crew der DARKSYDE Anklang – und die kleine Lilly brauchte nicht lange um ihren Dad um den Finger zu wickeln und eine der süßen Köstlichkeiten zu ergattern 😉

Sibylle und ich dagegen, hielten uns an die Eisspezialitäten der Familie Repapis – nun ja, fast! Ich konnte mir ein Stück Cheesepie nicht verkneifen – Kalorien hatten heute eine Auszeit!

Um den Tag nicht ganz untätig vorbeiziehen zu lassen, kümmere ich mich um mir anvertraute Aufgaben an Booten von Bekannten und Freunden.

Zum einen Werners ALENA, die kennt ihr ja schon – die Projekte an diesem Schiff laufen, ich muss mich (fast) um nix mehr kümmern. Ich habe jedoch mit dem alten Seebären vereinbart, dass ich seine schöne Schwedin einmal im Monat an den Strom hänge. Gesagt, getan – Strom ran, alle Systeme gecheckt, 24 Stunden später andersherum.
Die zweite Bitte haben zwei Briten an mich gerichtet. Sie haben kurz vor Heimreise erkannt, dass über die Stopfbuchse mehr Wasser in den Bilgenbrunnen tropft als erlaubt. Mit dieser Sorge im Rücken wollten sie die INFINITE BLUE nicht unbewacht zurücklassen. So sehe ich alle paar Tage nach, ob der Wasserstand in der Bilge unverändert nahe „0“ liegt.

Wir waren lange nicht mehr im „SouvLakki“, unserem neuen Lieblingsgrill. Da traf es sich gut, dass Mireille und Roland heute Lust auf Giros hatten und uns fragten, ob wir sie begleiten wollten. Und ob wir das wollen! Die Gespräche mit den Beiden sind immer lustig und abwechslungsreich, sie haben viel Segelerfahrung im Mittelmeer – Erfahrung von der ich hoffe, profitieren zu können.
Wir trafen uns also in der Grilltaverne in Lakki…

Mir ist an dem Abend nach einem Broiler und ich kann Sibylle mit meiner Idee erreichen – teilen will SIE aber nicht, sie habe schließlich Hunger! Ok, wenn das so ist! Wir bestellen uns zwei halbe Hähnchen und bekommen unseren Wunsch erfüllt.

Ich mache es kurz – am nächsten Tag gab es morgens zum Frühstück Toast mit Hähnchenbrust statt mit Schinken! Auch gut…
Nach dem Essen aber, das „Doggy Bag“ noch unterm Arm, wurde der Ruf nach einem Dessert laut – wollen wir noch zu „Repapis“? Mein Glückstag! Ja, wollen wir! Für mich das zweite Mal an diesem Tag…
Auf dem Weg bestaunen wir weihnachtliche Schaufensterdekorationen.

Bei „Repapis“ waren ja inzwischen die Rentiere vor den Schlitten gespannt. Diese waren nachts beleuchtet.

…was mich nicht nur zu verliebten Schlittenbildern mit meiner Angetrauten inspirierte, sondern auch zu allerlei Blödsinn!

DAS wiederum gefiel Roland und er suchte auch nach einem solchen Shot – was übrigens nicht so leicht ist wie es im Ergebnis aussieht…

Am Heimweg ziehen wir noch an einer Laterne vorbei, in der es durch einen Bewegungsmelder, ähnlich wie in einer Schneekugel, zu schneien beginnt sobald man vorbeiläuft. Wir laufen ein Dutzendmal vorbei, erfreuen uns an dem Klamauk und beschließen – auch das ist ein Foto wert!

Ein schöner Abend – wir fallen zufrieden ins Bett – gute Nacht, Kalinichta!
Am nächsten Morgen ist mir fad! Es wird Zeit ein maßvoll größeres Projekt auszurufen. Gut, dass ein Regentag angesagt ist, gut, dass wir für den Abend eine Einladung zum Dinner auf der DARKSYDE haben! So muss Sibylle nicht einkaufen und kann sich ihrer Büroarbeit widmen…

…und ich kann ein Teilprojekt eines meiner beiden „Big Deals“ angehen – ich werde die Instrumente an meiner Navigationsecke an Ort und Stelle bringen – dafür gilt es Löcher in die neuen Klappen zu schneiden. Dieser „first cut“ tut immer ein bisschen weh!

Es wurde gebohrt, gesägt und – als ob das nicht reichen würde – auch noch geflext. Ich gestehe, dass solche umfänglichen Arbeiten im Wohnbetrieb schon herausfordernd sind. Es macht richtig Dreck, überall liegt Werkzeug rum…

…das Aufräumen und Saubermachen wird zur Herausforderung der wir uns gemeinsam stellen! Ich räume JEDEN ABEND meine Baustelle weg – wir gehen nie mit einer Baustelle schlafen – das ist mir die dafür benötigte Zeit wert. Sibylle unterstützt mit staubsaugen und feudeln so gut sie kann, so dass abends alles im Schiff nutzbar ist und wir einen gemütlichen Wohnraum haben.
Bereits kurz nach dem Einbau des Plotters war (fast) wieder alles wie zuvor…


…FAST deshalb, weil es danach ja noch galt das VHF Funkgerät und das Wetterfax einzubauen. Also das gleiche Spiel noch einmal – zwei Ausschnitte gesägt, die Geräte eingebaut und die Baustelle einigermaßen aufgeräumt.

Das Funkgerät und das Wetterfax habe ich gleich angeschlossen und die Kabel, welche ja schon vorhanden waren, angepasst und neu verlegt. Der Plotter ist derweil noch nicht verkabelt, das erfolgt dann im nächsten Schritt, wenn ich mit meinem NMEA2000 Netzwerk beginne.
Weil ich grad schonmal in der Ecke, in diesem Kasten, zugange war, habe ich gleich „noch schnell“ das Licht in der Küche auf einen vor Monaten vorbereiteten Schalter gelegt. Was so einfach klingt, ist ein paar Stunden Arbeit – das alte Kabel aus der bestehenden, sehr aufgeräumten Verteilung herausnehmen, aus dem Kabelschacht ziehen und zum Lichtschalter führen. Von dort ein neues Kabel durch den Kabelkanal zur Verteilung führen und auf die bestehende Lichtschaltung geben. Jetzt endlich ist es soweit – zwei Lampenkreise, „kalt-weiß“ für die Küche und „warm-gelb“ für den Salon, werden mit zwei beisammen liegenden, optisch gleichen Schaltern betätigt – ein Haken mehr auf der „Offene Punkte“ Liste!


Tagwerk geschafft, Sibylle ist auch fertig mit ihrer Reisebuchung, ihren Schreibarbeiten und Terminvereinbarungen – auf geht´s zur DARKSYDE, wir haben Hunger!

Marcus war Küchenmeister und hat sich nicht lumpen lassen. Der große Topf wurde aus der Backskiste geholt und es wurde gekocht was das Zeug hält. Sechs große, frische Kalamari mussten wegen der baldigen Abreise weg – die Familie brauchte Hilfe. DA kam ich wie gerufen! Es war soooo lecker – wir werden uns am 01.12., dem Tag der Abreise der Familie, mit einer Lasagne revanchieren – so muss Susanne nicht kochen und es verkürzt die Wartezeit auf die Fähre. Dazu aber mehr im Dezemberbericht!
Weihnachten! Oder zumindest so ähnlich, zumindest für mich…

Das Paket aus Deutschland ist da! Der Inhalt ist unspektakulär aber wichtig um einige kleine offene Punkte endlich abhaken zu können.
So bekomme ich endlich die lang ersehnte Crimpzange für kleine, unisolierte, offene Kabelschuhe runter bis 0,1qmm – das sind Käbelchen so dick wie eine Stecknadel…

…welche fast zierlich, um nicht zu sagen MINI wirken, im Vegleich zu dem was ich bisher zu crimpen hatte – 70qmm, nach oben offen bis 120qmm, das sind daumendicke Kabel.

So kommt inzwischen eine ansehnliche Sammlung an solchen Zangen zusammen – ob ich ein Crimpbusiness in der Marina eröffne???

Ich bekomme zusätzlich den von mir vermurksten Stecker der Standheizung-Kraftstoffpumpe, welchen ich mit Hilfe meiner neuen Zange auch gleich austausche – check!
Zudem kann ich endlich das fliegende HDMI Kabel an seine Steckdose anschließen und damit auch das übrige Bohrloch des Temperaturfühlers verschließen – check!


Sibylle hatte sich auch einen Wunsch erfüllen können – Blaukraut! Sie wollte den restlichen Platz im Karton mit Blaukraut des Herstellers ihres Vertrauens vollgepackt wissen. Ok, das sieht nach einem feudalen Weihnachtsmahl aus. Ach, was gibt´s eigentlich heute zum Abendessen???
FISCH, wir haben Fisch geschenkt bekommen, es waren zwei frische Bonitos welche wir auszunehmen und zuzubereiten hatten.

Nun sind wir keine Fischexperten, das wollen wir erst noch werden. Da die Fische groß waren, lag es also nahe sich Hilfestellung geben zu lassen, dafür eine Einladung zum gemeinsamen Verzehr auszusprechen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Irene von der FINI eilte flugs mit scharfen Finnmesser herbei, um Fisch Nummer 1 von seinen Innereien zu befreien und ihn zu filetieren. Was nach blutigem Gemetzel klingt – war auch so…

Derartig unterwiesen trat Sibylle auf den Plan – Fisch Nummer 2 sollte durch die von ihr geführten Schnitte vom Fisch zum Filet werden – was auch gelang!
Danach war ich an der Reihe – der Grillmeister musste ans Werk. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Nach unserem Versuch im Sommer, der krachend am über uns hereinfallenden Wespenheer gescheitert ist, haben wir keinen zweiten Versuch mehr gestartet. Heute sollte es soweit sein – gegrillter Bonito.
Der Cobb musste raus…

…und der Bonito fand seinen Platz auf der Grillplatte. Zwei Chargen des thunfischartigen Meeresbewohners machten uns und die Crew der FINI satt!

Derartig gestärkt, sollten wir gut gewappnet sein für das Highlight des heutigen Tages.
Marcus hatte eine Einladung zu Stratos in den Weinkeller bekommen. Stratos ist der örtliche Fachhändler für Spirituosen aller Art. Weine der besonderen Güte hat er in einem privaten Weinkeller, eine Mischung aus Hobby, Berufung und Profession. Unser Freund hat es nicht verabsäumt, den Gastgeber zu veranlassen, seine Einladung auf uns und die Crew der FINI auszuweiten. Nikolas gesellte sich zu unserer Runde und so machten wir uns zu fortgeschrittener Stunde auf den Weg.
Was wir zu sehen bekamen überraschte uns sehr – in einem alten Gemäuer verbarg sich DAS…

…eine moderne Weinshow mit erlesenen Tropfen aus aller Welt – hier ein paar Impressionen!



Um die Verkostung wirklich zu überstehen, braucht es eine gute Grundlage. Ob ein halber Bonito dafür ausreicht, bleibt unklar, denn der Gastgeber hatte für Fingerfood gesorgt – herrliche Meze rundeten unser Zusammentreffen ab.

Der Gastgeber, ein Weinexperte, erklärte die einzelnen Weine welche er uns anbot – insgesamt leerten wir fünf Flaschen – und wusste einiges zu Trauben und der Lagerung, z. B. im Barrique, zu erzählen. Ein sehr interessanter und im Verlauf immer lustiger werdender Abend!


Später am Abend kam noch Maria, Stratos´ Frau, dazu und verstand es mit ihren Geschichten die Runde hervorragend zu ergänzen – eine Bereicherung! Sie ist in Amerika aufgewachen, spricht daher, wie ihr Mann, hervorragendes Englisch. Die Sprache war am heutigen Abend keine Barriere.

Wer keinen Wein mochte? Der fand andere edle Tropfen…

Hand auf´s Herz – es war ein toller Abend! Die Weine waren vorzüglich, auch weniger beseelte Weinkenner wie ich fanden einen Tropfen der hervorragend gemundet hat und alle hatten ihren Spaß!
Alle? JA, auch die kleine Lilly…

Am nächsten Morgen hatte ich, zu meiner Überraschung, keinen schweren Kopf. So sah ich in meiner, zum Ersatzteillager umgebauten Bugkabine nach, ob sich dort noch Teile befinden welche schon lange nach Verbau rufen – und tatsächlich, ich wurde fündig!
Zum Einen lag da noch die Jabsco HD6 Druckwasserpumpe, welche ich aufgrund ihres hohen Enddruckes nicht in mein Trinkwassersystem einfügen konnte. Diese sollte in der Technikecke verbaut werden…

…das klappte hervorragend, ich fand einen sehr gut zugänglichen Platz. Die Verkabelung und der Wasseranschluss kommen auf die „Offene Punkte“ Liste, der Punkt „HD 6 verbauen“ auf der Projektliste bekommt einen Haken! Die Pumpe wird später im Verborgenen, vom Wassermacher aufbereitetes Trinkwasser, vom Trinkwassertank in die Brauchwassertanks füllen – sofern denen das lebenswichtige Nass ausgeht.

Tags darauf wechsle ich, einem Tausendsassa gleich, das Themengebiet von Installation auf Elektrik. Es fand sich noch ein Teil Lichtschlauch einer Ambientebeleuchtung, sowie der alte Lichtschalter der Salonbeleuchtung wieder. Beides sollte ins Schlafgemach einziehen – ein wenig Ambiente schadet auch dort nicht…

Ihr ahnt nicht, wieviel Aufwand betrieben werden muss, um ein Kabel unsichtbar zu verlegen. Weil ich gerade dabei war, habe ich noch das Layout meines Nachttisches geändert, dafür mussten ein paar Löcher ins Holz. Meist schon am Abend beruhigt sich mein Nervenkostüm wieder – das Ergebnis lässt die Mühen meist vergessen!

Nach einem solchen Tag hast Du Dir ein wenig Abwechslung und Entspannung verdient. Das fand auch Marcus nebst Familie, so beschlossen wir, alle zusammen ins „Crescendo Bowling“ zu fahren. Dieses Bowling Center firmiert ein wenig unter falschem Namen, denn es ist mehr eine Spieleeinrichtung für die ganze Familie.
Wer jetzt an so eine Spelunke mit Automaten und ähnlichem Zeug denk, liegt falsch. Es ist ein Bowling Center mit einer Ecke für zwei Billardtische. Es findet sich dort eine betreute Ecke für kleine Kinder zum Spielen und Toben, es ist eine Bar und ein Cafe mit Terrasse angeschlossen – eine sehr gut geführte Freizeiteinrichtung!
Wir waren dort schon um Klein-Manolis 5. Geburtstag mitzufeiern, wollen heute aber eine Runde Billard spielen (Herren) und einen Cocktail schlürfen (Damen) – Klein-Lilly freut sich auf die Spieleecke.

Leider waren meine Fähigkeiten am Queue nicht so austrainiert wie die am Schraubenschlüssel. Ich hätte das erste Spiel gewinnen können, da war Marcus noch etwas „eingefroren“ – habe es aber, durch Versenken der „schwarzen 8“, eine Kugel vor dem Sieg verschenkt.
Dann verlor ich eine Partie mit einer Kugel Unterschied, eine mit zwei und so weiter und so fort – lediglich die letzte Partie konnte ich, aussichtslos in Rückstand liegend, für mich entscheiden – weil Marcus, Ihr ahnt es, die „schwarze 8“ versehentlich versenkt hat. Der Teufel ist… aber das wisst Ihr ja!
Auch sonst ist es recht schön im „Crescendo Bowling“…


Wir gingen zu später Stund´ zufrieden nach Hause. Übrigens finden wir NESSAJA jetzt etwas leichter! Auch Sibylle konnte dem Wunsch nach leuchtender Weihnacht nicht wiederstehen und kaufte im Chinaladen ein – seither umspielt ein weihnachtliches Leuchten unseren Niedergang. Ich stimme zu, ein wenig Festtagsstimmung schadet uns nicht!

Wetterwarnung! Schwere Regenschauer sollten uns heimsuchen – ein oder zwei Tage Dauerregen sogar. Ich nehme es vorweg, ganz so schlimm wurde es nicht – aber trotzdem ist ein ganzer Tag Regen in der Marina trostlos.

Es regnete sich ein und die dicken Tropfen prasselten auf NESSAJAs Kunststoffhaut – richtig – die Bootskenner unter Euch fragen sich jetzt – ist sie dicht???
Die Antwort – nein!

Luken und Fenster haben wir gut im Griff – da fällt maximal ein Tropfen am Verschluss herunter. Undichtigkeit in homöopathischer Dosis, akzeptabel sozusagen.
Anders sieht es mit unserer Fußreling und einer Klemme am Deck aus. Die Klemme kann ich wohl noch selber abdichten, die Fußreling ist eine andere, eine große Baustelle.
Wir bekämpfen den Eintritt erst mit Tüchern, suchen dann aber, als alles nichts hilft, nach schlauen Lösungen. Der Daniel Düsentrieb in mir siegt abermals!

Ernsthaft, das Wasser sammelt sich in der „Rinne“, an der der Trichter ansetzt. Die Fugen des Deckels lassen es abtropfen. Ich neige dazu, als finale Lösung die Fugen mit SIKA zu schließen und hinten an der Rinne, links wie rechts, eine Art „Drainage“ zu bauen und das Wasser in die Bilge abzuleiten – von dort kann ich es abpumpen.
Muss ich noch behirnen…
Ich bastle die Lösung und beschließe, an einem Tag wie diesem, mit meinem Blog anzufangen – so würde ich exakt zum 01.12.2022 fertig sein und den neuen Monatsbericht publizieren können.

Ich werde abgelenkt, weil Sibylle mich erinnert nach den Paketen für FINI zu sehen. Die beiden Freunde machen ein Wochenende in Bodrum und erwarten Post. Ok, ich sollte ohnehin ein bisschen die Beine vertreten, das Wetter hat gerade aufgelockert – außerdem erwarte ich ja noch mein Päckchen mit dem Garantieteil von Truma.
Ich mache mich auf den Weg zur Chandlery – und komme mit den Paketen für FINI zurück…

Da mir die Sendungen zu üppig für eine Zwischenlagerung auf NESSAJA erscheinen, bringe ich sie noch auf die Bavaria der Österreicher – Job erledigt, mein Päckchen war leider nicht dabei.

Meine teuer erworbene Stablampe „Made in China“ gibt den Geist auf – nach einem halben Jahr! Macht es Sinn in Griechenland zu reklamieren? JA! Es ist so einfach wie bei ALDI. Ich bringe den flackernden, glimmenden Lichtspender zum Elektrogeschäft, der nimmt ihn mir ab und gibt mir einen neuen – Ende der Geschichte.
Warum Einzelhändler ihre Preisschilder immer auf die relevanten Bauteile kleben – hier auf die Lichtscheibe – bleibt dagegen das Geheimnis des Kaufmanns…

Es gibt einen weiteren Song den ich auf der Liste hatte Headline des Monats zu werden – erinnert Ihr euch an „Das Blech“ von Spliff?
„Da fliegt mir doch das Blech weg…“
Ersetze weg durch zu und wir haben ein Thema – Sepp ist vor wenigen Stunden gelandet und hat Wort gehalten. Er bringt mir mein Hitzeschutzblech mit, welches wir bei einem gemeinsamen Abendessen austauschen. Ehrensache, dass die Rechnung auf mich geht!

Ich schneide mir das Trum zurecht und verklebe die Kanten mit Alutape. Jetzt ist es fertig zum Einbau – und den nehme ich gleich vor!

Jetzt ist die Heizung bereit für den sorglosen Dauerbetrieb. Die beiden in thermische Schutzstrümpfe verpackten Bauteile Heizungsauspuff und Wasserschlauch, sind jetzt an der engsten Stelle noch einmal thermisch isoliert – so kann nichts mehr passieren!
Darauf ein Eis – der Regen ist durch und die Temperatur erlaubt es, im Außenbereich zu sitzen.

Es fällt der Entschluss, noch einmal mit der DARKSYDE Crew zum Essen zu gehen. Wir wählen „El Greco“ als unser Ziel. Die Taverne in Panteli, welche alsbald nach Lakki ziehen wird – das wird eine echte Bereicherung für den Ort. Das Ambiente stimmt, wir haben fantastisch gegessen!

Während Marcus sich noch über das Gesäß der Dame in Bildmitte echauffierte, nagte ich das letzte Lammkotlett ab. Ich werde die Drei vermissen, die Karlsruher waren eine Bereicherung während der letzten Wochen. Marcus hat uns im Februar nach Gran Canaria eingeladen – ich spiele mit dem Gedanken die Einladung anzunehmen. Kommt darauf an, ob das Teakdeck an NESSAJA gemacht wird…
Ihr werdet uns fehlen, ganz sicher – wir haben Euch sehr liebgewonnen!
Der neue Tag, der letzte des Monats, beginnt mit einer Überraschung! Mein Paket ist da – ich habe das Reklamationsteil erhalten, es aber nichteinmal ausgepackt um den Blog fertig zu schreiben.

So sitze ich heute den ganzen Tag am Rechner, um das virtuelle Tagebuch fertig zu bekommen – die Vergangenheitsbeschreibung holt die Gegenwart ein…

Die Geschichten des neuen Monats gibt es noch nicht, das Leben wird sie schreiben – ich bin aber sicher, dass die Verabschiedung der Karlsruher ein Thema sein wird, die Reparatur der Gasanlage und die Fortsetzung des NMEA2000 Projektes. Vielleicht widme ich mich sogar, in einer „blauen Stunde“, wieder meinem Victron Projekt. Ein wesentlicher Punkt wird Weihnachten und Silvester sein, wir feiern zum ersten Mal alleine und fernab der Familie – wie fühlt sich das an?
Es bleibt also Raum für Spekulation und Fragen – es bleibt spannend! Bleibt dran und folgt uns weiter.
Heute gibt es nur noch Abendessen und ein wenig YouTube, dann werden wir relaxed in den Dezember hineinschlafen.

Wie immer bedanken wir uns für das Interesse an unserem Blog, an unserem Tagebuch des Lebens, unserem „Buch der Erinnerung“. Wir wünschen Euch auf diesem Weg schon einmal eine schöne Adventszeit, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Wir werden diesbezüglich noch einmal in den Sozialen Medien grüßen, freuen uns aber sehr über jeden Videocall in der Weihnachtszeit oder während der Festtage – lasst einfach was von Euch hören!

Es grüßen ganz herzlich aus Leros – die Crew der NESSAJA, Sibylle & Mario
Ihr Lieben, einmal mehr ein Lesegenuss! So unglaublich viele Details, liebevoll geschrieben. Und als (Ex-)Segler können wir so vieles nachvollziehen. Euch beiden eine tolle Weihnachtszeit auf dem Boot, weiter viele positive Erlebnisse und vergesst uns nicht, hi hi. Ganz liebe Grüße von Tanja & Stefan & Tara
Danke ihr Beiden, vergessen? Wie könnten wir das? Ich bin auch sicher, wir sehen uns wieder – das wann und wo muss sich noch ergeben. Aber wenn es so weit ist – dann schreiben wir es ins „Buch der Erinnerung“! In diesem Sinne, genießt die Vorweihnachtszeit und good ol´ Germany. Herzliche Grüße aus Leros
Hallo Mario wie immer habe ich mich auf den interessanten Blog „getürzt“ und meine Arbeiten liegen gelassen. Vielen Dank für den Bericht und die Bilder. Du hast schon noch „Nerv“ wie man in der Schweiz sagt. Soooo viele Baustellen. Und wo Du wohl all die Werkzeuge staust, so dass Du sie auch wieder findest? Als wir auf Otarie „Baustellen“ im Salon hatten wurde ich immer halb verrückt. Und dann fanden wir die Werkzeuge nicht mehr…wir waren ja nicht das ganze Jahr an Bord…
Und dass Ihr immer noch „stationär“ seid ohne NESSAJA in ihrem prädestinierten Umfeld (beim Segeln) zu erproben, das braucht schon riesig starke Nerven und Geduld.
Wie verhalten sich die neuen „Innereien“ und die zusätzlichen Aufbauten bei Stark-Wind Segeln? Wie ist dann der Ruderdruck? Kann Sybille dann das Steuer noch halten?
Ich denke an eine unserer diversen Fahrten durch die Dardanellen und den Bosphorus wo ich Mordio-Gezeter schreien musste um bei Rudolf Hilfe anfordern. Der Ruderdruck wurde einfach zu gross für mich. Und wir hatten weit weniger „Innereien“ und Aufbauten. Das Bimini wurde jedesmal eingeholt sobald wir bei mehr als 5 BF segelten. Also ein Widerstand weniger.
Ich wünsche Euch von Herzen dass die Bauarbeiten bald definitiv fertig sind und Ihr im Winter mal an schönen Tagen (die gibts ja in der Aegäis) testen könnt . Und dann habt Ihr endlich die richtige Vorfreude auf den kommenden segelnden Lebensabschnitt. Liebe Grüsse aus den Schweizer Bergen Christine und Rudolf
Hallo Christine, Danke – ja, manchmal brauchts NERV, aber es ist ja meine „Lebensaufgabe“ geworden. Testfahrten stehen noch aus, aber ich denke, es wird passen. Nächstes Jahr bekommt sie noch neue Segel, das hilft. Im Großen und Ganzen verändern wir mehr als das wir „aufstocken“ würden – wir haben das mal ausgerechnet, alles was wir ausgeräumt haben vs. den dazu gekommenen Dingen – da reden wir von 200kg, vielleicht etwas mehr. Das muss sie verkraften… Ich berichte nach der Probefahrt! Danke für Deine Zeilen und Dein Interesse! Liebe Grüße, Mario
200 kg ist ja ein Klaks. Und wenn Du noch 5 abspeckst vor der Weihnachtszeit sind es nur noch 195..das kann die Nessaja schon verkraften! Ich dachte es seien viel mehr….
Liebe Gruesse aus den Bergen ans Meer
FRECH! Naja, DU darfst das – und mathematisch ist es ja richtig. Ich mache das aber so – habe einen Spinnakerbaum aus Carbon statt Alu gekauft – wieder 5kg gespart die ich nicht abnehmen muss. Der Eisdiele bleibe ich treu, ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften! 😉
Ja Weil ich soooo French bin koennte ich Dir doch 1 kg a nehmen. Aber Wie? Ich bin gerade I’m Fitness hier Waldhaus Flims auf die Waage gestanden. 52.9 kg also Schick or das kg per email und geh in die Eisdiele. Spass muss sein und liebe Gruesse