Oktober 2022 – The Boys of Summer

Der Oktober 2022 liegt achteraus

Während ich unsere Erlebnisse des Monats Oktober sortiere und zusammenfasse, wird mir bewusst wie die Zeit verfliegt. Anfang des Monats waren wir noch in Deutschland und jetzt, zurück in Griechenland, wird es einsam um uns herum – der Herbst zieht ein, die Freunde verabschieden sich, the „Boys of Summer“ are leaving.

Mir fallen die ersten beiden Strophen von Don Henley´s „The Boys of Summer“ aus dem Jahre 1984 ein…

Nobody on the road
Nobody on the beach
I feel it in the air
The summer’s out of reach

Empty lake, empty streets
The sun goes down alone
I’m driving by your house
Though I know you’re not home

…welche sich sehr gut auf die hiesige Situation übertragen lassen. Das Meer wird langsam leer, die Schiffe gehen in die Heimathäfen zurück. Die „Häuser“ der Freunde, deren Schiffe, sind inzwischen weitgehend verwaist – es ist kaum jemand „zuhause“. Der Sommer 2022 findet ein langsames Ende, es beginnt eine andere Zeit, eine langsamere, nicht weniger schöne und reizvolle.

Doch der Reihe nach…

Wir schreiben den 01.10.2022 – unsere Tochter Franziska hat gestern geheiratet. Wir wachen auf, sortieren die Gedanken und richten uns für einen Ausflug – zum Gasthaus „Deininger Weiher“ um dort unsere Freunde Christine und Burcki zu einem Spaziergang mit anschließendem Abendessen zu treffen.

Just in time – die Freunde treffen jede Minute ein

Fast wurde nichts daraus, der Regen kam zurück und vermieste uns den Tag – zumindest versuchte er es…

Regen – den ganzen Tag

…doch das ließen wir nicht zu. Zum Einen weil wir uns auf das Treffen freuen und somit kein Platz für Verdruss war, zum Anderen weil wir dem Wetter einfach nicht böse sein konnten – hatte es uns an Franzis Hochzeitstag doch mit seinen Kapriolen verschont.

So sind wir Vier, wie vereinbart und verabredet, zu unserem Spaziergang aufgebrochen!

Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung

Der geneigte Leser möge sich in Erinnerung rufen, dass zumindest ICH keine wintertauglichen Schlechtwetterklamotten mehr habe. Mein Wunsch war daher den Rundgang um den Weiher nicht künstlich auszudehnen – was allgemeine Zustimmung fand.

Ob ich mir ein Pilzgericht bestelle?

Wir genossen die Natur, in gewisser Art und Weise auch den Regen – hatten wir das doch schon lange nicht mehr in dieser Form.

Am Scheitel des Marsches zeigte sich – der Rückweg wird kein weiter sein – ich war beruhigt. Dennoch, die Himmelsschleusen waren offen, den ganzen Tag…

Ein schönes Plätzchen Natur

…die anschließende Stärkung war somit mehr als verdient – und unter Zugrundelegung leichter Rundungsfehler war es vielleicht sogar ein kalorienneutraler Nachmittag 😉 !

Schweinsi – what else???

Am Abend dieses Tages erreichen mich Bilder aus Leros. Ein Nachbar hat den gleichen Motor wie ich und offensichtlich ein Problem mit einem zwar leichten, aber latenten Ölverlust. Er versuchte der Sache mit einer Plastikhülle entgegenzutreten…

DA sifft es raus

…was aber zum Scheitern verurteilt war! In der Kommunikation wurde festgelegt wo es nun wirklich leckt und wie die Problemlösung aussehen könnte.

Genauer – HIER!

Der schweizer Freund war sehr gut vorbereitet, er sendete mir Seiten des Ersatzteilkataloges und brachte sein Anliegen auf den Punkt…

…zweimal Nummer 11 und zweimal Nummer 12 – könntest Du vielleicht in Deutschland bestellen und die Teile mit nach Leros bringen?

VOLVO Teile zu Apothekenpreisen – 198.-€

Klar kann ich! Ob ich auch beim Einbau helfen könnte??? Ja, lass´ mal überlegen…

OK, ich helfe, machen wir gleich nach unserer Rückkehr – sprach´s und hatte sich schon wieder Arbeit eingehandelt. Extern! Nicht an NESSAJA! Sibylle war ein wenig misslaunig.

Ein neuer Tag, der Tag vor unserer Rückreise nach Leros. Wir planen exakt wie beim letzten Mal und freuen uns über die offenen Arme von Christine und Nader, jetzt ja nicht mehr „nur“ Freunde sondern Franziskas Schwiegereltern, Familie sozusagen.

Wir fahren also nach Erding, durchqueren mit dem Zug die Stadtlinie von München, wo gerade der letzte Tag der „Wiesn“, des Oktoberfestes, angebrochen ist. Wir sind froh am ländlichen Zielort anzukommen und wieder Ruhe statt Trubel spüren zu können.

Idylle gleich beim Gasthaus

Wir quatschen ein bisschen und kehren dann noch einmal in dem Landgasthof ein, in dem wir auch beim letzten Besuch unser „Abschiedsessen“ genossen haben – ein letztes bayrisches Dinner nebst Bierbegleitung (es war Wiesnzeit) – dann ging es zeitig ins Bett.

Cordon Bleu – nicht gerade typisch bayrisch, aber gerne genommen. Und sauguad…

Der folgende Morgen war ein „Early Bird“ – Start. Wecker um 03.45 Uhr, wieder bringt Nader uns zum Flughafen – was für ein Freundschaftsdienst um diese unchristliche Zeit – dann Glück beim Anstehen, denn die Schlange war ellenlang, aber just in dem Moment als wir am Ende ankamen, hat auf gegenüberliegender Seite ein zweiter Schalter geöffnet. Glück gehabt! So lief zunächst alles nach Plan…

Erster Flug nach Kos
Landeanflug über der griechischen Ägäis

…zunächst!!! Wir wussten, dass wir knapp kalkuliert hatten. Unser Flug müsste just in time landen, wir müssten relativ schnell am Gepäckband sein und unsere Tasche dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen – dann sollten wir noch ein Taxi erwischen. Wenn alles klappt KÖNNTEN wir unsere Mittagsfähre nach Leros erreichen.

Viel Konjunktiv – ich mache es kurz – es war sowas von knapp!!!

Wir sind pünktlich gelandet, waren rasch am Gepäckband, aber unsere Tasche kam nicht. Sibylle ging schon zum Taxistand aber ich wartete und wartete und wartete…

Als die Tasche kam, war ich (fast) der Letzte, hastete zum, mit laufenden Motor wartenden, Taxi und wir rasten los. Ich konnte dem Mann schildern um was es ging und er wollte zeigen, dass er der, nach eigenem Bekunden, „best Taxidriver in town“ ist. Ich wusste von meinen Dienstreisen – meist geht es gut, checkte auf „Marine Traffic“ den Standort der Fähre und ließ den Fahrer gewähren. Sibylle bemühte sich, nicht zu schreien!

Sie ist schon da – oder ist sie NOCH da? Was ein Glück!

Wir kamen in Kos an als die Fähre gerade einlief. Ich bedankte mich mit einem großzügigen Trinkgeld, rannte über den Platz zum Anleger und mir wurde erst als ich die wartende Menge sah klar – geschafft! Wir haben es geschafft, minutiös! Wir hätten keine zwei Minuten später dran sein dürfen.

Zufrieden – jetzt ausruhen

Wie groß unser Glück war, realisierten wir erst auf der Fähre. Sibylle hatte gecheckt, dass es für den Fall wir würden die Fähre versäumen, eine große Nachtfähre gab. Aus unserer Sicht war das Risiko also ein Tag auf Kos.

Wir haben erst im Taxi erfahren und erst jetzt realisiert – diese Fähre geht ab 01.10. nicht! Wir hätten also in Kos übernachten müssen. Gut, dass der Taxifahrer alles gegeben hat – er ist unser Held des Tages, „the best driver in town“!

Frühstück

Angekommen in Leros gönnen wir uns ein Frühstück und fahren runter. Wir sind zuhause, vom Weckerklingeln bis zum Frühstück auf der Insel acht Stunden. Ich glaube, weniger geht nicht.

…schmeckt heute doppelt gut

Wir beziehen unser schwimmendes Zuhause, machen klar Schiff und aklimatisieren uns. Dazu gehört für mich zwingend ein Bad im Meer – dieses Anliegen wird sofort in die Tat umgesetzt.

Spätsommer

Wir gönnen uns ein Eis bei Repapis und realisieren – wir sind zurück im Sommer. Diese letzten Spätsommertage mit Temperaturen jenseits der 25°C Marke wollen wir genießen so lange es geht.

Einfach lecker

Unser Gefühl, dass das Eis bei Repapis schon ein sehr gutes ist wird bestätigt – durch ein Schild, welches seit unserer Rückkehr am Tresen steht. Man ist stolz und zeigt das – Bravo.

Der Abend bricht herein, wir sind todmüde. Früh aufgestanden, die turbulente Anreise, der Temperaturunterschied, das Bad im Meer – in der Summe schlaucht das. Wir genießen den Sonnenuntergang und fallen ins Bett.

Abendsonne

Gähhhhn, wie spät ist es??? Ah, Zeit zum Aufstehen, in Ruhe einen Kaffee schlürfen, tocktock, tocktock – es klopft…

Der eidgenössische Nachbar steht an der Gangway und ist nervös, das spürt man. Sein Schatz, also sein Schiff, nicht die Gattin, leidet immer noch unter dem Ölverlust und er weiß schließlich die Ersatzteile bei mir. Man merkt ihm an, er möchte die Reparatur besprechen.

Er kommt an Bord mit allerlei Zetteln und plant mehr oder minder einen umfangreichen Eingriff – man könne das schadhafte Teil schließlich nicht drehen und dies verlange somit die Demontage einiger Umfeldteile. Ok – ich höre zu und denke nach, ich mache das anders…

Teile und Werkzeug

Ich verschaffe mir ein Bild, denke und hoffe, dass es knapp möglich sein wird die alten Teile zu demontieren ohne viel abzuschrauben. Der Nachbar protestiert, aber ich kann mich durchsetzen.

Er bekommt eine Rolle IM Motorraum, denn da passe ich nun wirklich nicht hinein…

Platz ist in der kleinsten Lücke

…ich dagegen zelebriere mein Werk von außen – und hatte Erfolg. Oder Glück. Oder beides…

Bereits nach relativ kurzer Zeit konnte der Selbstzünder zum Probelauf gestartet werden und blieb dicht. Das musste gefeiert werden!

Aperol Spritz im „Morano Cafe“

Weil ich grad dabei war und die Finger noch schmutzig waren, wurde gleich Fremdprojekt Nummer zwei in Angriff genommen. Der Aperol zu Mittag hat auch etwas Antrieb geliefert wie es scheint.

Um zu verhindern, dass Werner wegen seiner beschädigten Gangway ins Wasser fällt, musste Ersatz geschaffen werden. Werner und ich hatten vereinbart, an dieser Stelle keine 800.-€ zu investieren, sondern die Landbrücke aus einer Leiter selber zu bauen. Aber wie kommt Werner dann an und von Bord?

Es traf sich gut, dass Johannes gerade auf Heimatbesuch war, so konnte seine Gangway einstweilen an Werners rassiger Schwedin angedockt werden.

„Übergangslösung“ – im Wortsinne

Bei Werners Passerelle konnten wir anschließend den Schaden feststellen – und der war ausgeprägt!

GS Optima / 260cm (gewölbt wie eine Banane)
Glatter Bruch!

Zur Erinnerung – auch ich hatte eine GS Optima, sie wurde zweimal wegen Bruch innerhalb der Gewährleistung repariert. Ich habe sie beim dritten Schaden durch eine Prasolux V4A Variante ersetzt. Ich hatte eine 220cm Version.

Nun denkt man ja bei meinem Gewicht immer, dass es an mir liegt, Werners Beispiel mit seiner 260cm Variante zeigt aber eindeutig, dass GS bei der Angabe des Maximalgewichtes (150kg) sehr optimistisch plant. Das mag ein paarmal gehen – aber auf Dauer hält die Gangway, in keiner Version, Personen mit +90kg stand. Ich war begeistert von dem Produkt – kann aber nicht mehr dazu raten.

Die Leiter, die Basis des DIY Produktes, musste also zum Schweißer um dort die ausgeschlachteten Räder und eine Base für den Haltepin anschweißen zu lassen.

Wie transportierst Du eine 250cm lange Leiter in Griechenland? Na griechisch eben…

Sibylle – kannst Du mal schnell…???

Die Teile wurden bei Giorgos „Boat & Parts“ abgegeben und das Tagwerk für beendet erklärt. Die Fertigung würde ca. eine Woche in Anspruch nehmen – passt.

Wir ließen den Tag bei Marietta ausklingen…

Mariettas neues Bistro – geht wie geschnitten Brot! Eine Erfolgsstory…
…weil´s lecker, frisch und authentisch ist!

Inzwischen haben immer mehr Freunde realisiert, dass wir mit NESSAJA das Jahr 2022 in der Marina verbringen werden. Es liegt auf der Hand, dass man sich für kleine Gefälligkeiten an uns wendet. Da helfen wir jederzeit gerne aus – so zum Beispiel als es um das stetige Laden von Marcus´ Wohnmobilbatterie ging…

…ich stecke das Ding halt alle zwei Wochen für 24h an den Landstrom – so kann der Freund den Familienurlaub unbesorgt in die Länge ziehen.

Batterie laden – kein Problem, wird umgehend erledigt 😉

Kurz bevor wir aus Deutschland zurück kamen, war Hans-Peters Frau Petra angereist. Wir hatten schon viele gemeinsame Urlaubsmomente, jetzt jedoch sollte, mit unserer Unterstützung, Leros vollumfänglich erkundet werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Leihwagen angemietet.

Nach dem Frühstück brachen wir auf – wir entdecken die Insel von Süd nach Nord. Erstes Ziel – Xirokampos, das Kirchlein Agios Kavouradena.

Malerisch im Fels gebaut
Ein Kerzlein für jedes Anliegen

Danach ging es wieder in den Kleinstwagen (Hyunday i10), in dem neben Sibylle und Petra auch Hans-Peter und ich Platz finden mussten. Als wäre das nicht genug, hatte auch Merlin noch ein Plätzchen im Kofferräumchen zugeteilt bekommen.

Nächste Station – Panteli! Wir parken im alten Fischerhafen und schlendern einmal von links nach rechts.

Griechenland – wie aus dem Bilderbuch

NATÜRLICH genehmigen wir uns eine Speiseeisspezialität als wir das „Sorbet“ passieren, wie könnte man da vorbeigehen?

Die Oktobersonne genießen

Derartig erholt und mit neuer Energie versorgt, haben wir den Zuckerschub genutzt um an den Mühlen vorbei (Fotostop) direkt zum Castel zu fahren. Dieses haben wir dann ausführlich besucht, erlaufen und angesehen – hier ein paar Impressionen…

Castel – altes, beeindruckendes Gemäuer
Gänge und Stiegen
Herrliche Ausblicke – in alle Richtungen (hier NW über Agia Marina und Alinda)
Der Blick nach Süden – auf die Windmühlen und Kalymnos
Freunde gefunden – unsere illustere Truppe
Der Fotograf fotografiert die Fotografin fotografiert den Fotografen macht Fotos

Über alledem weht, wie so oft und nahezu überall, die blau-weiße hellenische Flagge – mir gefällt das…

Marios the Greek – ein neuer Filmtitel?

Auf dem Rückweg kamen wir abermals an den Windmühlen, einem weiteren Wahrzeichen Leros´, vorbei.

Von hier aus führte unser Weg in Richtung Norden. Hier ist vor Allem die kleine Kapelle Agios Isidoros erwähnenswert. Treue Blogleser kennen diese ja schon – aber es war natürlich eine Selbstverständlichkeit, auch mit Petra und Hans-Peter hierher zu kommen.

Agios Isidoros bei Gourna

Da der Strand von Gourna direkt um die Ecke lag, haben wir uns im dortigen Cafe eine köstliche Kaltschale gegönnt und Merlin bekam etwas Auslauf.

Wer schon länger den Blog verfolgt und sich scheinbar unwesentliche Kleinigkeiten gut merken kann weiß, dass Sibylle auf Friedhöfe steht. Wie toll, wenn man solche Leidenschaften mit anderen teilen kann! Wie meine Gattin sich freute, als Petra ihr eröffnet hat, dass sie es liebt über Friedhöfe zu schlendern. Nix wie hin…

„…wie eine kleine Stadt…“
„…die uns Geschichten erzählt!“ – Ok, wer´s mag.

Da bleiben Hans-Peter und ich lieber bei irdischen Geschichten und erzählen uns gegenseitig von unseren Projektplänen und unseren Invertern, vergleichen Watt und Ampere und freuen uns über jedes Volt.

Die Zeit verfliegt und die Damen kommen zurück aus der Stadt der Grabstätten – die beiden Lara Croft aus Leros.

Von der Mitte aus setzen wir unsere Fahrt in den Westen fort und fahren noch zu den Küsten am Ende der Lakki Bucht.

Wieder Blick auf Kalymnos – aber diesmal andere Seite

Bei der Rückfahrt zur Marina wird uns deutlich, dass wir irgendwo im Nirgendwo sind – hier kann Dir alles auf der Straße begegnen, alles…

Diesmal nur Ziegen

Vorsicht ist also geboten und da ich Hans-Peters Fahrkünste nicht kenne, überlege ich mir zu unkonventionellen Lösungen zu greifen – doch Sibylles Ermahnung verbietet mir dieses Handeln.

Sicher wäre sicher – doch Sibylle meint: „sicher nicht“

Zum Dinner begibt man sich einmal mehr zum Glatzkopf, der sein Markenzeichen im Namen der Taverne verewigt hat „o Karaflas“ – hier mundet es heute vorzüglich! Der Skipper gönnt sich ein 1200g Steak.

Der Chef bei der Arbeit

Da das Gewicht mit Knochen bemessen ist, habe nicht nur ich als bekennender Fleischliebhaber etwas von dem Fransen, nein, auch der gute Merlin kann partizipieren indem er der Knochen abfieseln darf.

YESSSS!

Zwischenzeitlich hatten wir in Erwins WhatsApp Story spektakuläre Bilder von Sonnenuntergängen gesehen. Der Bergfex war, in Begleitung seiner Angetrauten, auf die Westseite der Insel gefahren, um dort das Eintauchen der Namensgeberin unseres planetarischen Systems in das Meer zu beobachten. Ich vermute Erwin wollte den Teil „Romantik“ des Urlaubs bedienen 😉

Sibylle war angefixt und konnte, mittels des allwissenden Internets, die Zeit des Sonnenuntergangs exakt bestimmen. So war es ein Leichtes, es den Österreichern am Folgetag nachzutun und ebenfalls den Romantikteil des Monats Oktober abzuhandeln…

GS – erlebt viel!

Übrigens ist auch das Openerbild, der Teaser dieses Berichts, hier und heute entstanden.

Bereits bevor wir nach Deutschland fuhren, hat Marietta angekündigt, dass sie eine private Feier zum Saisonabschluss veranstalten werde. Es kämen Familie, Freunde und liebe Gäste. Wir seien auch eingeladen. Das hat uns sehr geehrt und es war uns ein Vergnügen unsere Aufwartung zu machen. Bei dem recht groß angelegten Fest wurde – natürlich – gegrillt…

Kotlett vom Grill?
Oder lieber Zicklein aus dem Ofen?

…und reichlich gegessen und vor Allem getrunken!

Kartoffeln aus der Pfanne…
…und vieles mehr – vom Buffet!

Es war ein Hochgenuss, die Stimmung war ausgelassen – und wir mal wieder mittendrin!

In den Bechern war Wasser – oder Wein – oder Tsipouro

Wir haben eine Menge bekannter Gesichter wiedergetroffen und natürlich auch viele neue Bekanntschaften gemacht. Egal ob Grieche, Deutscher, Israeli, Franzose, Italiener oder Engländer. Hier waren keine Touristen – alle Anwesenden, sofern nicht einheimisch, hatten ihre Geschichte, leben hier in Häusern oder auf Booten. Sehr interessante Gespräche, sehr interessante Menschen!

Manolis und Flourios

Ich war begeistert, dass Marietta meine beiden Lieblingsmusiker für die private Feier gewinnen konnte. Es dauerte wirklich nicht lange und die Stimmung kochte über. Natürlich wurde getanzt was das Zeug hielt. Eröffnet haben Takis, Mariettas Gatte, nebst Galis dem Reifenhändler…

Hopahopa

Später, die Feier war in vollem Gange, kam Mariettas Mutter vorbei. Sie ist die Besitzerin des alten Hauses in dem die Feier stattfinden durfte. Die Dame ist betagt, hat aber neugierige Augen – und sie ließ es sich nicht nehmen, einen Tanz auf´s Parkett zu legen. Einen Einzeltanz, einen Ausdruckstanz – Zeibekiko – in dem vornehmlich die alten Männer, hier eben die Hausherrin, die Last und Erfahrung des (langen) Lebens zum Ausdruck bringen. Ein Gänsehautmoment!

Die Anwesenden, hier ausnahmslos die Griechen, knien im Kreis, feuern den Tänzer / die Tänzerin an und zerdeppern auch mal das gute Geschirr. Es ist beeindruckend hier dabei sein zu dürfen.

Das Fest war tagsüber, am frühen Abend geht man heim. WIR DANKEN! Wir sind froh und stolz ein Teil dieser Feier gewesen zu sein. Wir waren Gäste, es war privat, jeder hat nur etwas zu Trinken mitgebracht – Danke Marietta!

Ein Abendessen gab es an diesem Tag nicht – ein Eis schon…

Die Sonne taucht die Einfahrt zur Lakki-Bucht in unwirkliches Licht, der Tag endet, wir gehen mehr als zufrieden und glücklich ins Bett.

Neuer Tag, neues Glück, neue Pläne…

Wenn Ihr den Beitrag des letzten Monats gelesen habt wisst Ihr, dass Hans-Peter und ich die Gelegenheit hatten, mit Werner zusammen eine Testrunde zu segeln. Dies scheint Hans-Peter gefallen zu haben und er hat Sibylle und mich eingeladen, auch mit Petra und ihm einen Schlag zu segeln. Der Plan sah vor, die gleiche Wegstrecke zurückzulegen wie ein paar Wochen vorher mit Werner. Also Lakki, nordwärts, zwischen Leros und Archangelos durch, wieder südwärts bis in die Bucht von Alinda. Dort wollten wir bei Dimitris´ „To Steki“ essen, bevor wir mit dem Taxi zurückfahren.

Gedacht – gemacht! Und weil Werner nicht alleine zurückbleiben wollte, hat er sich kurzerhand Angelika angeheuert um an der Runde zu partizipieren. Meine Aufgabe war die Tischreservierung…

Morgens um 10.00 Uhr in Griechenland…

Emsiges Treiben am Steg

Werner, schon am Heck seiner skandinavischen Schönheit, die Heckleinen schon in der Hand. Angelika an Bord, die Gangway bereits eingezogen – klar zum Ablegen?? Weg war er…

Auf dem Weg – welcher das Ziel ist

Bei uns dagegen – saarländisch, bayrisch, badische Gelassenheit…

Merliiiiiiiin, is des down? (Der Hund kann nämlich Englisch), soll de Hund hinne odder hause hogge? Ja kennds eich jetz amoi olle hisetzn? Sehr lustig bei uns an Bord – Leinen los!

Nur noch Sekunden…
…und los geht´s!

Man schaut uns vom Steg ungläubig hinterher – die fahren ja wirklich weg. Tja, das Leben ist eine Wundertüte! Einzig Angelikas Gatte Uli blieb zurück – ich glaube er freute sich über die Ruhe und die Zeit sein Buch lesen zu können. Er würde abends beim Dinner dazustoßen.

Zwei Boote – eine Regatta. Werner hatte einen Vorsprung, musste aber sein Dinghy in die Davits holen. Schon an der Marinaausfahrt hatten wir den Haudegen wieder.

Ein Winken für´s Foto – dann aber schnell!
Ein letzter Blick auf Lakki

Hans-Peter hatte einiges an der neuen Navigation einzustellen und auszuprobieren. Fehler, welche nicht sofort behoben werden konnten, wurden akribisch notiert, um diese beim Elektriker einsteuern zu können. Wir sind auf diese Weise erst einmal fast eine Stunde unter Motor Richtung Buchtausgang und darüber hinaus gefahren.

LIBERTÉ tuckert schon – ALENA wurstelt noch am Beiboot

Während wir in unsere Systemtests vertieft waren, zieht doch Werner, der alte Segelstratege, klammheimlich seine weißen Tücher – in unserem Rücken blieb dieses Handeln von uns unbemerkt, um uns dann winkend zu überholen! Potzblitz!

ALENA segelt schon – LIBERTÉ tuckert noch

So nicht, Weißbart! Dich kriegen wir! Auch wir ziehen die weißen (eher grauen) Tücher, um mit deutlich mehr Segelfläche die davoneilende Schwedin wieder einzufangen – so legen wir 7.2kn vor, das ist nicht schlecht!

Dennoch gelingt es uns nicht, den wilden Werner und die angstlose Angelika einzuholen. Es ist schon beeindruckend, wie gut die eigentlich etwas moderater geschnittene HR39 geht – ein tolles Schiff.

Doch diesmal geht Werner ein Stück zu weit in die Vorlage. Er wendet recht spät Richtung Archangelos, kann später sagen, dass er länger toll gesegelt ist, ahnte aber nicht, dass der Wind ein Stückchen drehen sollte.

Wir, inzwischen vollkommen im Regattamodus (mit einer Bavaria 41H mit alten Segeln 🙂 ) – nehmen uns zusammen, bündeln unsere Kräfte und folgen dem Befehl unserer Steuerfrau – „klar zur Wende!“ „Klar ist“ „RE“!

SO geht Regatta

Die perfekte Petra geht hart an den Wind, wir nehmen die Segel dicht und können Archangelos direkt anlegen. Werner war noch vor uns, aber wir haben viel Weg gespart. Wir waren wieder im Rennen.

läuft

Ich flirte derweil – nein, nicht mit meiner Frau (der Romantikteil 10/2022 war erledigt, ihr erinnert Euch), auch nicht mit Petra, das wäre zu gefährlich weil Hans-Peter Jäger ist und somit bewaffnet sein dürfte. Nein, ich flirte mit einem von Melmac!

Marios der Grieche und Merlin von Melmac – ein Herz und eine Seele
Liebe ist…

Hans-Peter hingegen kehrte den Gastgeber heraus und lud zum Kaffee, frisch gemahlen natürlich! Klar, was sonst???

Nur noch 1000x drehen

Der Wind ließ nach, die Crew entspannte sich, legte den zu segelnden Kurs fest und siehe da – es sollte ein anderer sein als der, den Werner wählte. Dann ging man zu einer Phase der Gemütlichkeit über…

Entspannt vor dem Wind

Auch Sibylle testete ihre Flirtkünste – kann aber nur Achtungserfolge erzielen.

Wo war Werner? Wir haben den längeren Weg gewählt, in der Hoffnung etwas weiter draußen ein bisschen mehr Wind zu haben. Er hat hinter einer Insel ohne Wind „geparkt“ und ist dort nicht mehr aufgetaucht.

Doch siehe da, während wir auch den letzten Meter bis zum Ankergrund segeln, lässt der mit allen Wassern gewaschene die Segel einholen und startet den Motor – um uns auf den letzten 100m einzuholen und die erste Boje zu schnappen. So ein Schuft.

First ship home

Wir erklären die Regatta für beendet, machen an Boje 2 hinter Werner fest und bereiten die Crew zum Landgang vor. Da Werners Schlauchboot einen Platten hat, bittet er um Shuttledienste, die dann von Hans-Peter erfüllt werden. Da auch Hans-Peters Dinghy nicht als Taxiboot auf die Welt gekommen ist, musste er x-mal fahren um uns alle an Land zu bringen.

Die mit dem stärksten Bewegungsdrang als erstes – Sibylle und Merlin

So brach der Abend herein und wir starteten den Einkehrschwung ins „To Steki“, wo die Tafel für uns reserviert war. Von dort aus hatten wir den perfekten Blick auf die Boote in der Bucht.

ALENA und LIBERTÉ an Bojen in der Alinda Bucht

Uli wurde angerufen, kam von Lakki gefahren um mit uns zu Abend zu essen und Angelika hier abzuholen – wir hatten einen sehr netten Abend.

Dieser endete spät und so leitete der Vollmond unseren Heimweg – der allerdings mit dem, inzwischen gerufenen, Taxi zurückgelegt wurde.

Vollmondnacht

Am nächsten Tag segelten Werner sowie Hans-Peter und Petra ihre Schiffe auf gleichem Weg zurück in die Marina.

Der Vorabend hatte eine Komponente welche für Missstimmung sorgte. An LIBERTÉ wurde vor einigen Wochen, im Rahmen einer Reparatur am Mast, ein sogenannter Rigg-Check gemacht. Hans-Peter braucht hierüber einen Nachweis für verschiedene Zwecke, weil sein Boot und somit auch das Rigg älter als 20 Jahre sind.

Long Story short – ich bin in der gleichen Situation, hatte auch Reparaturen am Mast und so eine Bescheinigung bekommen. Ich wusste von anderen Eigenern ob dieser Möglichkeit. Hans-Peter hingegen hatte Schwierigkeiten das Dokument zu bekommen, die Situation war verfahren, er sauer und enttäuscht.

Doch wie weit kann, darf, ich mich hier einmischen??? Ich vertrat die Meinung, dass es ein Missverständnis ist, Hans-Peter nahm es persönlich.

Was tun???

Bestechungsversuch!

Ich kaufe eine Schachtel Gebäck als Geschenk verpackt und nehme mir vor, den Bestechungsversuch gar nicht vertuschen zu wollen. Dennoch hoffe ich, dass Süssigkeiten eine gute Gesprächsgrundlage bieten…

…derart gewappnet fahre ich die GS in die Marina und trete den Weg zum Büro an. Die Damen lachen und freuen sich über mein Dankeschön und die süsse Zuwendung. Natürlich merken sie sofort, dass dies mit einem Wunsch meinerseits verbunden ist. Salbige Worte und mehrfaches Augenzwinkern halfen die Situation zu erklären, aufzuzeigen wofür das Schriftstück gebraucht wurde und dass eine einfache Ausführung ohne offiziellen Charakter ausreichen würde – ein Missverständnis, wie ich vermutet hatte.

Das Problem war gelöst, Hans-Peters Laune war fast schon als ausgelassen zu bezeichnen. Ein guter Tag!

Ein guter Tag zum Arbeiten…

Genua weg, Schlauchboot hoch
Maß nehmen für die Neuanschaffung

Es wird ernst – die geplanten Abreisetage der „Boys of Summer“ rücken näher! Die Schiffe mussten langsam aber sicher winterfest gemacht werden, Neuanschaffungen für´s Jahr 2023 wurden geplant, es sollte nichts vergessen werden. So haben wir erst Werners Genua abgeschlagen, vermessen und gepackt – dann Hans-Peters Vorsegel.

Bavaria 41H – schon auf dem Vordeck ganz gut gepackt
Nach dem Vermessen aber nochmals ordentlich gefaltet

Sibylle war ruhig. Sie akzeptierte, dass ich den Freunden half. Sie hätte es aber lieber gesehen, wenn ich auch an NESSAJA gearbeitet hätte. Es kam kein Klagen von ihr – aber ich weiß ihre Körpersprache zu deuten – die Arme in der Hüfte sollten zum Nachdenken anregen. Das tat ich – und versprach Aktion, sobald die Segelkameraden abgereist sein würden.

Doch für heute war das Tagwerk geschafft und es ging erstmal zum Essen. Wiedermal ins „SouVlakki“, wieder mal Giros-Chicken, oder doch nicht???

Ich hatte Bock auf ein halbes Hendl! Das habe ich mir bestellt!

Optische Täuschung

Ich hatte nicht am Schirm, dass die Broiler hier so eine Art Mutant sind – wer denkt, dass das kleine Huhn unter dem Berg Pommes fast verschwindet, muss einen Blick auf das Gesamte werfen – so wie Werner, der meiner Bestellung folgte.

Halbes Huhn mit Pommes gefällig?

Der Tag endete und wir alle fielen satt und zufrieden ins Bett.

Der neue Tag begann ohne das bekannte Geräusch des allgegenwärtigen Windes. Dieser war in den letzten Tagen zwar nicht stark, sorgte im Schatten aber dafür, dass es einem frösteln konnte. Heute war es bereits morgens warm, Grund genug also um einmal wieder früh am Morgen baden zu gehen.

Das Wasser ist inzwischen erfrischend

Obwohl das Wasser mit rund 20°C recht erfrischend ist, macht es Freude den Tag so zu eröffnen. Es belebt und ich komme in Ruhe in den Tag – wenn ich meinen ersten Kaffee genieße.

Angst vor Störenfriede muss man nicht mehr haben, der Tourismus ist für 2022 beendet. Die Touristen welche jetzt noch hier sind, sind ebenfalls solche die Ruhe zu schätzen wissen. Zumindest am Morgen.

Ich komme also derart erfrischt und in bester Stimmung zurück ans Schiff, als mich der Hilferuf der Gattin ereilt – ihr Nachttischlicht sei defekt, ich müsse es reparieren. Ich habe keine Zeit – wäre definitiv die falsche Antwort gewesen! Leider ist es nicht nur die Birne sondern ein Wackelkontakt im eingegossenen Schalter. Reparatur unmöglich, Ersatz nicht mehr zu bekommen.

Aus 2 mach 1???

Der Reparaturversuch mit einer alten, bereits ausgebauten Lampe scheitert, da ein Umbau des Schadteils nicht zerstörungsfrei möglich ist. Da ich aber den „Held des Tages“ Status begehre, schraube ich kurzerhand eine nicht benötigte Lampe hinter einer Kiste ab, verschließe das Loch sauber und verbaue die funktionsfähige Lampe an des Hasen Nachttisch. Ehr´und Huldigung waren mir sicher, denn die Reparatur war erfolgreich!

Während des Frühstücks ereilt mich ein Anruf von Giorgos – der Leiterumbau, die Erstellung Werners Gangway sei fertig. Er hat gleich ein paar Bilder mitgeschickt…

Räder angeschweißt
Asymmetrische Halteplatte für den Pin
Trittsicher durch Belag aus Alu-Riffelblech

Super! Sieht gut aus! Ok, wir sollen das Ding abholen. Müssen wir sehen – heute eher nicht, denn die fertige Gangway holen wir – obwohl aus Alu – nicht mehr mit dem Motorrad. Wir müssen einen Autotransport organisieren. Mal sehen wie das klappt!

Aber nicht heute! Denn heute reisen Petra, Hans-Peter und Merlin ab. Unwiederbringlich, zumindest für 2022. Ihre Saison, die der LIBERTÉ, ist beendet. Wir bringen die beiden nach Agia Marina zur Fähre und genießen alle zusammen noch einen letzten Kaffee.

Verabschiedung mit Geleit
Good Bye, bis 2023

Ein letztes Winken von Hans-Peter bis die Fähre um die Ecke fuhr. Die Ersten sind auf dem Weg nach Hause, zurück in den deutschen Herbst und Winter.

Am Weg zurück kauften wir uns ein Eis bei Repapis und konnten dort die ersten Vorboten des nahenden Halloweenfestes ausmachen. Auch im Bereich Zuckergebäck ist Repapis ein Meister seines Fachs!

Ich habe ein Auge auf Dich geworfen – kann zu Missverständnissen führen

Das Glück begleitet mich – während wir in Agia Marina saßen, rief mich Alistair von der MONNEYPENNY an. Er sei gerade bei Giorgos und müsse mich was fragen – er sei mit dem Auto dort…

…ich beantwortete seine Fragen um dann zur Gegenfrage anzusetzen – kannst Du mir eine Gangway in die Marina fahren? Kann er!

Das Lange muss ins Kurze – geht aber!

Dies hatte zwar zur Folge, dass seine Frau und ein Freund eine Runde aussetzen mussten, er war nicht alleine unterwegs (was ich aber nicht wusste) und es war daher nötig, dass er erst die Gangway brachte um dann seine Gattin nebst dem Kumpel abzuholen. Thanks my friend – ich glaube ich bin ein Bier schuldig!

Aber Werner hatte seine Gangway!

Gut, sicher, leicht – und ein Drittel des Preises

Was denn nun? Das Telefon schellt, sehr ungewöhnlich! Heute geht es Schlag auf Schlag – nanu, Hans-Peter, den haben wir doch gerade verabschiedet. Was will der denn???

Ein Seeventil, er hat vergessen ein Seeventil zuzumachen. Na wenn es weiter nix ist. Ich schließe den Hahn, welcher im Falle eines geplatzen Schlauches für Unbill sorgen könnte und schicke ein Beweisfoto – jetzt kann der Mann ruhig schlafen!

Beide zu – alles gut!

Am Nachmittag war es schön warm. Selbst Sibylle wollte noch einmal an den Strand, „vielleicht sogar ins Wasser“ hörte ich sie sagen. Verständlich, lockt das Meer am Panteli Strand doch zu dieser Zeit mehr denn je zum Bade – auch wenn es etwas frisch ist.

Das Wasser ist glasklar, inzwischen nach meinem Gefühl sogar wieder etwas wärmer. Zu dieser Jahreszeit spürt man einfach den Wind sehr viel stärker als im Sommer. Im Sommer ist es mehr das immerwährende, nervige Geräusch welches ab und an zuviel wird, die kühlende Wirkung wird jedoch gerne genommen. Jetzt wirkt sich der Windchill sehr viel mehr aus – jeder Hauch nimmt sofort die Wärme der Sonne etwas fort.

So blieb es auch bei Sibylles Willenserklärung. Ein kurzes Sonnenbad auf der Liege, ein Kaltgetränk und dem Angetrauten ein wenig beim Baden zusehen. Selbst ins Wasser zu gehen scheint für Sibylle für das Jahr 2022 ad acta zu liegen. Ich selbst halte (noch) daran fest.

Am Abend waren wir zum Essen geladen. Gulasch mit Nudeln – welch ein Klang in meinen Ohren! Wir haben, ohne eine Sekunde zu zögern, der Einladung auf die DARKSYDE zugesagt – manchmal können wir Giros & Co. einfach nicht mehr sehen. Da bietet das deutsche Gulasch einen Hochgenuss.

Yummie

Rotlichtviertel??? Nein, keinesfalls! Tatsächlich ist gedämpftes, farbiges Licht auf Schiffen aus vielerlei Gründen praktisch. Helles Licht mag im Hafen noch hilfreich und normal erscheinen, kann aber auf See zum Problem werden – für den heutigen Abend wurde also die augenschonende Rotlichtbeleuchtung ausgewählt. Romantik? Na, Ihr wisst ja…

Wir sind ein paar Tage weiter. Werner konfrontiert mich mit der Aussage, dass sein Kartenplotter die besten Tage hinter sich hat und er sich nach Ersatz umsehen müsste. Was ich empfehlen würde, eine Umrüstung und Erweiterung auf ein neues, aktuelles System käme nicht infrage. Es soll eine zeitwertgerechte aber taugliche Option sein.

Mein guter VDO 7+ zieht auf eine Hallberg-Rassy

Werner wusste in dieser Sekunde noch nicht, dass heute sein Glückstag sein würde. Ich habe ein paar Minuten nachgedacht und dann entschieden, dass ich ihm mein Backup zum Backup, also meine doppelte Redundanz, überlassen würde.

Der alte VDO 7+ hat einige Jahre auf dem Buckel, wurde aber von mir mit einer neuen Karte ausgestattet. Diese ist zwar auch schon wieder überholt – aber für ein Geschenk ist das allemal ein gutes Setup. Der Stecker nebst Dose und der Einbau waren natürlich inbegriffen!

Werner hat sich gefreut und mir hat das Geschenk eine Einladung zum Essen eingebracht – win win sagt man, glaube ich. Ach, wenn das Leben nur immer so einfach wäre.

Damit Werners Glück vollendet wird, lädt Sibylle auch noch zum gemeinsamen Abendessen an Bord von NESSAJA. Sie würde kochen. Ich freue mich, aber leider zu früh, denn vorher müsse noch jemand Gas holen. JEMAND, haha, da trifft es doch wieder den Dicken.

3kg Gas kosten inzwischen 17,-€

Nachdem die Buddel getauscht war, stand dem Dinner nix mehr im Wege, es wurde ein ganz netter Abend mit vielen lustigen Anekdoten.

Auf NESSAJA wird wieder gekocht

Mit dem Kauf der neuen Gasbuddel war das Thema noch nicht vom Tisch – dazu später noch einmal mehr.

Der nächste Tag begann mit einer weiteren Kontaktaufnahme eines schweizer Seglers. Ein sehr nettes Ehepaar hat den Weg in die Leros Marina gefunden und wurde schon vorab von dem Eignerpaar der AEGEAN BLUE (das Schiff mit dem leichten Ölverlust) informiert, dass ich eventuell helfen könnte den Wasserverlust an einer Seewasserpumpe zu beheben. Die Eigner der ENJA nehmen also Kontakt auf und fragen, ob Hilfestellung möglich sei – ja, das geht!

Ich bin also abermals auf Außeneinsatz und baue die Pumpe aus. Wenn sie schonmal am Tisch liegt kann ich sie auch gleich zerlegen um eine Schadensfeststellung zu machen.

Der Navitisch wird zur Werkbank
Nicht viel dran
Die muss poliert werden – zwei neue Lager, ein Dichtring…

Ich bespreche den Reparaturablauf mit dem Eigner, wir stellen Optionen in den Raum und vereinbaren uns – dann fliegen die Eidgenossen nach Hause. Finalisierung 2023! Schönen Winter Euch, ich kümmere mich um das Pümpchen…

Der Abend klang herrlich aus, wir wurden abermals zum Apero in das Haus von Mireille und Roland eingeladen – die Namen sagen Euch vielleicht noch etwas, mit den Beiden unternehmen wir mehr, wir haben uns angefreundet. Das Haus über der Bucht von Vromolithos ist ein herrlicher Platz, welcher mich immer wieder über eine Immobilie nachdenken lässt.

Dieser Ausblick!!!
Die Terrasse lädt zum Ouzaka
Verweilen bis zur Dämmerung

Zum Dinner hatten wir uns auf die Taverna „o´Karaflas“ von Dimitris geeinigt, das liegt schließlich gleich um die Ecke und verspricht gute und preiswerte Gerichte!

Wir waren eine große, nette Runde, da auch Angelika, Uli, Werner und Rolands Schwester dabei waren.

So klang der Abend feuchtfröhlich aus, jeder gab seine Geschichten und Anekdoten zum Besten und es wurde viel gelacht. Zumindest Sibylle und ich sind dann wie zwei gefällte Bäume ins Bett gefallen und haben erst mal ausgeschlafen…

Gäääähn, wie spät ist es??? Waaaas? Halb 10? Nix wie raus aus den Federn! Heute sparen wir Zeit, wir gehen auf ein schnelles Sandwich zu „Mikes Cafe“.

Gute Sandwichs in großer Auswahl – zwischen 2.20€ und 4.-€
Halloween, auch hier…

Auch hier war schon zu spüren, Halloween steht vor der Türe. Lakki bereitet sich vor. Sibylle und ich hingegen blicken noch nicht so weit voraus – was wäre heute zu tun? Nach dem gestrigen Abend lag das Thema Haus wieder auf dem Tisch. Sibylle erzählte von einem Objekt welches sie beim Spazierengehen gesehen hätte – wir beschlossen, diese Immobilie mal unter die Lupe zu nehmen!

Noch nicht ganz fertig – aber groß und gute Lage

Schönes Objekt! Leider funktioniert die Webseite sehr bescheiden und wir waren bisher zu faul zum Makler zu fahren. Mal sehen ob wir das noch machen…

So vertrödelten wir diesen Tag, sprachen viel über Pläne, Boote und Häuser. Morgen wird wieder was angepackt, heute lassen wir den Tag ausklingen.

Marina Evros und Lakki Bay

Ich wache auf. Mir fällt ein weiterer 80er Titel ein, der sich als „Ohrwurm des Tages“ festbrennt – Geier Sturzflugs „Brutto Sozialprodukt“. Ich denke mir den Refrain „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…“, als mich Sibylles Stimme jäh in die Realität zurückbringt – es wäre an der Zeit mal wieder in die Hände zu spucken und etwas zu tun – an UNSEREM Schiff!!!

Ich erkenne sofort den Ernst der Lage und sage „Ja, Schatz“ – das rettet die Situation. Weil ich im gleichen Moment denke „Scheiße, was mache ich zuerst?“, beschließe ich mit dem Fäkalientank zu beginnen.

An unserem Klo habe ich so ziemlich alles erneuert – nur vom Besten! Es war klar, dass auch ein neuer Tank einziehen darf, welchen ich nach langer Recherche gefunden hatte. Der Tank passt auf´s µ, aber es müssen Anpassungsarbeiten sowohl am Tank als auch an der Einbaulage vorgenommen werden. Weil Sibylle es satt hat auf die offene Wand zu starren, setze ich hier an…

Die Werkzeuge kommen raus – die grobe Arbeit immer zuerst
SIKA – wir werden keine Freunde mehr

Ihr erinnert Euch sicher noch an die vier Halter welche ich letzten Monat vorbereitet hatte. Diese hatte ich, nach einigen Anpassungsarbeiten in der Lücke, an die Stellen anzukleben, an denen später die Befestigungspunkte des Tanks sein sollten – gedacht, gemacht!

Da kommt er rein

An dem Bild kann man recht gut erkennen um was es geht und warum das so lange dauert. Links ist nämlich der Auspuff der Standheizung zu sehen, der musste erst installiert werden, bevor der Tank verbaut wird. Das alles passt nun, ich kann die Halter ankleben. Der Tank muss später mit dem Drei-Wege-Ventil (rechts), dem Absaugstutzen (oben) und der Pumpe zum Abpumpen (nicht im Bild) verbunden werden.

Ich hatte etwas Zeit bis die Halter angetrocknet waren und der Kleber hielt. Sibylle ging wandern, ich habe mir mittags einen Chicken Pie bei Marietta gegönnt.

Ganz frisch aus dem Ofen – ein Gedicht!

Am Nachmittag ging es also weiter. Ich habe für mich beschlossen, das Holz der Halter mit einer Lage Glasfasern einzupacken und mit Epoxy zu laminieren. Sieht sauber aus und schützt.

Was eine Schmiererei

Der Einbauplatz war nun vorbereitet, das ganze Epoxyzeug musste trocknen. Zeit genug also den Tank vorzubereiten und anzupassen.

Ich hatte ALLE Abgänge im Schiff auf TruDesign Kunststoffware umgebaut und wollte auch beim Tank hiervon nicht abweichen. Das war noch recht einfach bei den Anschlussstutzen, hier hatte der Tank vorbereitete Gewindeanschlüsse, welche nur nach Bedarf geöffnet werden mussten.

Leider war keine Öffnung für die Absaugung vorgesehen, da musste ich etwas „basteln“, zudem sollte noch ein Tankgeber (NMEA2000) einziehen…

Wartungsluke / Belüftung / Absaugung / Tankgeber / Zulauf

…dabei hatte ich zwei Challenges denen ich mich stellen musste – zum Einen war der Absaugstutzen sehr nahe an der bereits vorkonfektionierten Bohrung für die Belüftung. Hier konnte ich aber nicht ausweichen, denn das Loch im Deck war ja auch schon da – ein ziemliches Gefummel mit viel kleiner „Schleifarbeit“ also…

Zum Anderen, wusste ich, dass das Tankmaterial Polyethylen (PE) nur sehr schwer kleb- und dichtbar ist. Für den Laien eigentlich NICHT mit Dichtkleber abzudichten. Es muss mit Gummidichtungen oder PTFE Dichtbändern gearbeitet werden.

Ich kann es kurz machen, das hat geklappt!

PANNE – was ein Ärger

Nicht geklappt hat dagegen die Montage des unteren Ablaufstutzens. Was zunächst die leichteste Übung schien, wäre fast völlig in die Hose gegangen – ich habe nämlich beim Öffnen des Lochs einmal kurz nicht nachgedacht und bin von oben ins seitliche Loch gerutscht. Schwer vorstellbar??? Seht hier…

DA soll kein Loch rein!!!

Das Problem ließ sich Gott sei Dank durch einen eingedichteten Verschlussstopfen lösen. Glück gehabt!

Ich fahre zum Baumarkt um mir ein paar Kleinteile für die Halter zu besorgen, dabei fällt mir im Rückspiegel etwas Seltsames auf…

Nanu – eine Ampel???

Eine AMPEL! Auf Leros gibt es keine Ampeln! Ich habe mich schon immer gefragt, wie die Leros Fahrschüler den Umgang mit Ampeln, zum Beispiel in Athen, lösen – es gibt auf Leros keine Ampeln, man kann es nicht üben. Nun frage ich mich, ob die Fahrzeuglenker hier wissen was zu tun ist. Antwort – NATÜRLICH wissen sie es! Aber nicht jeder macht es – wie immer wird blinken, stoppen, Vorfahrt gewähren und eben auch das unbekannte Rotlicht eher als Vorschlagswesen eingeordnet. Die eine Fraktion stoppt, vorwiegend die in Leihwägen, die andere fährt halt vorsichtig weiter – geht auch.

Zurück am Schiff, zurück zum Tank – dieser wird eingebaut!

Passt perfekt – und ist bombenfest

Ich mache alle Schlauchanschlüsse bis auf den Stutzen der Decksabsaugung und führe einen ersten Dichtheitstest der unteren Anschlüsse durch. Passt, alles dicht! Super! Tagwerk geschafft, darauf ein Bier!

…oder 2 – weil sie grad so als Pärchen daherkommen

Tags darauf beginne ich den Tag früh. Werner wird heute abreisen und ich möchte vorher noch den Tank fertig machen. Weil mich der Stutzen für die Decksabsaugung bereits geärgert hatte und ich diesen schon reparieren musste, zudem der Durchmesser (45mm) nicht zu meinem neuen System passte (38mm), habe ich beschlossen, diesen gleich mit zu tauschen.

Dafür musste ich das Deck ein wenig einebnen und zwei Löcher versetzen. Alles wurde dann großzügig mit SIKA verklebt. Das sieht jetzt ordentlich aus und ist für die nächsten Jahre gut. Von unten sah es dann so aus…

Ich wusste, dass dieser leichte Versatz vorhanden ist, hatte vor dem Verkleben des Stutzens angepasst und dann beim Einkleben des Stutzens den Schlauch gleich mit aufgesteckt – der lässt sich natürlich nicht mehr ausbauen ohne den Tank oder den Stutzen zu entfernen – habe ich auch nicht vor.

Das fertige System sieht nun so aus.

Die finale Dichtheitsprüfung durch Auffüllen mit Wasser durch die Decksöffnung bis es zur Belüftung heraussprudelte, verlief positiv – alles dicht. Ich verbaute die beiden Abdeckungen, die Rückwände unserer Dusche, silikonierte die Fugen und habe somit meine Arbeit „versteckt“ – wie so oft sieht man von dem ganzen Aufwand NIX mehr!

Werners Abreise nahte. Hier gibt es eine Anekdote, denn Werner müsste eigentlich schon weg sein. Aber aufgrund des starken Windes ging seine Fähre vor ein paar Tagen nicht – die ganze Reise platzte, der Flug verfiel. Das ist das Kreuz mit der „Insel im Wind“. Nun also ein neuer Versuch…

Servus Werner – bis 2023

Auch an diesem Tag war der Wind stark, es wird doch klappen? Immerhin legte die Fähre in Lakki statt in Agia Marina an, das deutet auf eine Ausnahmesituation hin!

Ein Kuriosum – eine Fähre im Plan, die andere ein bisschen verspätet und schon trifft die Nord- auf die Südlinie. Im Hafen! Was für ein Zufall!

Fast ein Rennen

Adieu Werner, was für eine tolle Zeit mit Dir, Deiner Familie und ALENA – das schreit nach Wiederholung! Auf unseren geplanten Törn in 2023!

Da geht er hin…

Die Reisenden mussten kanalisiert werden, so dass niemand die falsche Fähre erwischt – das klappte griechisch perfekt…

…und schon bald legte der Zubringer Richtung Süden ab, um unseren Freund Werner nach Kos zu bringen. Inzwischen ist er sicher in der schwäbischen Heimat angekommen.

Minuten später geht es weiter

Am Rückweg eine weitere Besonderheit – wir passieren das „Cafe Morano“, es war geschlossen! Ich habe diese Institution, Popis Cafe, NIE geschlossen gesehen! Es war immer unser erster Anlaufplatz und sooft war es der Platz für einen Absacker vor dem Schlafengehen…

Zu, einfach zu…

…und nun? Popis Mann, Nikos, ist im Rentenalter, beide haben beschlossen, die Zeit der Familie zur Verfügung zu stellen. Sie haben das Cafe aufgegeben. Eine Ära auf Leros endet – die Frau mit dem orangen T-Shirt rennt nicht mehr über die Straße um Gäste zu bedienen. Popi war Gast im Videocall zu Sibylles 60. ! Danke dafür und für die vielen netten Umarmungen!

Die Nachfolger sind ein junges Brüderpaar, welches wir kennen und schätzen. Wir wünschen alles Gute und kommen natürlich wieder vorbei!

Tag zu Ende? Nein! Weit gefehlt!

Gewusst wie 😉 !!!

Ich werde ein weiteres Mal zu Hilfe gerufen. Bei der LE CLAPOTIS unserer Stegnachbarn Marijke und Cees aus den Niederlanden, mussten die Propeller des Bugstrahlruders ausgebaut werden, um den Tunnel mit Antifouling zu streichen – leider ließen sich die Anoden, welche die Befestigungsschraube des Propellers abdecken, nicht so einfach abziehen. Ich musste eine Lösung „basteln“ (machmal fühle ich mich wie eine Mischung aus Wickie und McGyver)

Hat funktioniert…

Abermals hat das Glück geholfen – eine große Schraube ließ sich unter sanfter Gewalteinwirkung in das Loch eindrehen und diente so als „Abzieher“. Hat geklappt und schon wenig später konnten wir Vollzug melden.

Das brachte uns eine Einladung zum Dinner ein – sehr gerne genommen, wir haben uns sehr gefreut!

So kam es, dass wir uns zu viert in ein viel zu enges Taxi gezwängt haben, um damit zur Taverne des Glatzkopfes zu fahren. Ich möchte Euch das Bild nicht vorenthalten, obwohl ich es verwackelt habe. Aber es zeigt irgendwie den „Spaßfaktor“!

Bei „o´Karaflas“ angekommen, baten wir den Chef um ein Erinnerungsfoto für die bereits länger in Deutschland verweilenden Freunde Gabi und Gottfried – gesagt, getan – die Retourgrüße aus good ol´ Germany ließen nicht lange auf sich warten…

Da schmeckt der Ouzo

Am nächsten Tag schon hatte der Holländer seine Aufgabe erledigt und den Tunnel des Bugstrahlruders gestrichen. Da er nicht alles nötige Werkzeug zum Zusammenbau zur Verfügung hatte, wurde mir abermals augenzwinkernd signalisiert, dass meine Hilfe gerne genommen würde – ok, dann aber gleich. Bald schon war an der LE CLAPOTIS der Job erledigt, das BSR tut wieder.

Ich muss zur Post! Nein, nicht zur Post, ich muss zu ACS, einem griechischen Kurierdienst, der auch eine Filiale auf Leros hat. Ich habe eine Versandbenachrichtigung bekommen.

Natürlich wusste ich was in dem Päckchen war, es waren meine lang ersehnten Dufour Patches für das Heck und die Seiten des Deckaufbaus. Diese habe ich, nach einem Ratschlag aus der Facebook Dufour Gruppe, bei einem Printshop in Lefkada anfertigen lassen.

Perfekt geworden

Die neuen Schilder dienen als Ersatz für die alten, etwas abgewirtschafteten Embleme. Ich vertrete dabei die Ansicht, dass das Schiff auch außen etwas „mehr hermachen“ muss. Wir investieren viel Geld für Dinge die man zu 90% nicht sieht – die Optik darf nicht leiden.

Muss weg!

Solche kleinen Aktionen habe ich mir jetzt mehr und mehr überlegt – seid gespannt, was ich hier noch alles umsetzen werde um NESSAJA nicht nur wertiger und praktischer, sondern auch schöner zu machen.

Der Tag endete wie so viele andere auch, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Einfahrt zu Lakki Bay – unser tägliches Schauspiel.

Der neue Tag startete mit einem „Spektakel“ – ein Mast wurde gestellt. Ok, so besonders ist das auch wieder nicht, aber es kommt in unserer Marina eben nicht alle Tage vor. Da wir keinen Mastkran haben, muss der Kranwagen der Insel kommen – ein Spektakel, wie gesagt.

Da hängt der Spargel

Unser Freund Johannes war zur „Wiesn“ in München und zwischenzeitlich wieder angekommen. Auch bei seiner ALEXIA soll der Mast gelegt werden, um das stehende Gut, all die Stahlseile die den Mast halten, auszutauschen. Ich persönlich war interessiert, schon alleine um Johannes Willen, um zu sehen wie der Prozess abläuft und welche Schritte nötig sind um so einen 20m Spargel behutsam abzulegen.

Johannes selbst war aber entspannt, weniger interessiert und verschlief die Aktion. Na egal, wird schon gutgehen. Inzwischen ist er wieder in München und wartet, dass die Werft seinem Wunsch entspricht.

Wir fahren gegen Mittag nach Agia Marina um Angelika und Uli zu verabschieden.

Agia Marina Hafen
Die Community schrumpft

Wir stehen zusammen, wünschen uns alles Gute, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und frohe Ostern. Es wird zur Debatte gestellt, sich in Düsseldorf zur „boot“ zu treffen. Natürlich tauschen wir Anekdötchen aus und zelebrieren den Abschied.

Sibylle und ich erinnern uns aber auch, dass es normal immer wir waren die verabschiedet wurden. Diese Zeit ist vorbei.

Die Crew der JASPER besteigt die Fähre und tritt ebenfalls über Kos den Heimweg an, auch hier klappt alles wie am Schnürchen.

Das Taschentuch wird geschwenkt und auch wir, die wir noch bleiben dürfen, winken den Freunden hinterher.

So, genug gewunken! Was steht an? Das Bad im Meer, diesmal am anderen Ende der Insel. Ok, nix wie hin – die Badesachen haben wir ja schon dabei 😉

Nur die Harten kommen in den Garten

Roland und ich wagen den Sprung ins kühle Nass, die Damen halten sich vornehm zurück. Nein, nur eine nicht – auch Rolands Schwester schwimmt ein paar Bahnen, sie nutzt die Gelegenheit, denn schon zwei Tage später würde auch sie abreisen.

Wir fahren zurück in die Marina, gehen duschen und treffen rechtzeitig auf der AEGEAN BLUE ein, dort waren wir zum Apero geladen.

HR39, da bin ich inzwischen „Experte“ 😉

Was folgte, waren ein paar seeeehr lustige und kurzweilige Stunden mit Christa und Rinaldo. Deren Schiff wird auch bald an Land gestellt, die Beiden reisen jedoch erst in der ersten Novemberwoche ab.

Ich genieße solche Stunden total, denn man lernt die Menschen, die man vorher nur flüchtig kannte, besser, detaillierter kennen. Man erfährt Privates und aus Nachbarn können so Freunde werden. DAS ist eine ganz wichtige Komponente unseres neuen Lebens 2.0 – Danke ihr Beiden für die nette Einladung!

Der Tag neigt sich dem Ende zu, wir sagen „Gute Nacht“ zu unseren Gastgebern und ziehen uns auf NESSAJA zurück.

Wir haben die Regel „Fernsehen erst ab 01.November“ gebrochen und sehen seit ein paar Tagen am Abend wieder YouTube Videos anderer Segler an.

Beim Aufholen unserer persönlichen Sommerpause, stolpern wir in einer Folge der „Bootsprofis“ über den Kauf der BE HAPPY von Andrea und Jürgen. Die Beiden haben den Kat hier in Leros gekauft und sind inzwischen unterwegs – wir durften sie im Winter 2020 / 2021 kennen lernen.

Andrea mit Hendrik

Neuer Tag, neues Projekt – Sibylle mahnt zur Fortsetzung der Arbeiten an unserem Zuhause. Das nächste Projekt heißt „Dieseltank“! Dafür gibt es zwei Gründe…

Zum Einen der leicht nachvollziehbare. Wir hatten bei der letzten Fahrt einen kleinen Aussetzer, ich habe daher beschlossen nicht zu tanken, den Tank nach sieben Jahren Eignerzeit einmal zu reinigen und von leer an komplett neu zu füllen. Es sollte in diesem Zug ein lockerer Absperrhahn ausgebaut, neu abgedichtet und wieder fest eingebaut werden. So weit so gut!

Der zweite Grund – und das ist mein Ernst – ist der, dass hier in der Marina immer wieder diskutiert wird, wie zu handeln wäre, wenn der osmanische Nachbar seine Drohungen ernst macht und die Dodekanes Inseln annektieren würde? Das glaubt zwar niemand ernsthaft, dennoch ist es in der heutigen Zeit ein nicht unmögliches Szenario – ich möchte dann zumindest nicht mit leerem Tank dastehen.

Zum Betreiben der Dieselheizung brauche ich das wertvolle Öl ohnehin – also auf ans Werk!

Die IST-Situation

Der vordere rote Hahn ist locker und muss raus – man kann aber weder den Hahn am Fitting drehen, noch das Fitting am Tank – alles steht irgendwo an. Ja verdammt nochmal, kann denn nie was klappen???

Ich überlege rum und schraube hier, schraube dort – um nach einer Stunde meiner ersten Idee zu folgen und ein Fenster in die Trennwand zu schneiden…

Und bist Du nicht willig…

…jetzt ließ sich der Absperrhahn frei drehen und dem Ausbau stand nix mehr im Wege. Es versteht sich von selbst, dass meine vorherigen Versuche dem widerspenstigen Riegel ziemlich zusetzten und sich der Tausch anbot.

Danach wurde die Wartungsluke geöffnet – das erste Mal nach sieben Jahren…

…sah gut aus! Ein bisschen Schmutz, nicht zuviel – und keine „Dieselpest“. Die gefürchteten Bakterien haben sich fernhalten lassen, bei uns bisher ohne Chemie.

Wir pumpten den Tank leer, es waren noch gut 20 Liter im Tank. Alles gut also??? Nein! Eigentlich nicht! Es war kein Indiz zu erkennen, warum mein Motor einen Aussetzer hatte. Es sei denn, er hätte zuviel gebraucht, oder ich mich total verrechnet oder der Tank wäre kleiner – aber das Typenschild sagt eindeutig – 230 Liter!

Am Rand des Tanks war noch ein kleines Gehäuse – ein Filter? Nein, ein De-Contaminator. Ein WAS??? Eine Google Recherche ergab, dass dieses „Gerät“ den Diesel mittels Magnete decontaminiert. Ok, Mumpitz, Humbug – daran glaube ich nicht! Dennoch zerlege ich Pandoras Büchse…

Oooops

Was zum Vorschein kommt lässt mich staunen. Egal wie es funktioniert, egal ob es hilft – ich reinige das Teil und lege für mich fest, den Fehler gefunden zu haben.

Für den Zusammenbau brauche ich eine Gummidichtung für die Wartungsluke, die schneide ich mir selber.

Selbstbaudichtungen – ich erinnere mich an mein früheres Leben

Sibylle und ich bauen alles wieder zusammen, machen sauber und lüften. Wir tanken exakt 20 Liter und starten den Motor der einwandfrei läuft. Wir lassen den Jockel 10 Minuten in die Heckleinen eindampfen und prüfen die Dichtheit des Leitungssystems – alles top!

Tagwerk geschafft, Sibylle geht joggen, ich gönne mir einen Meat Pie bei Marietta!

Ein Gedicht!

Der scheint nicht nur mir zu schmecken – bekomme ich doch unversehens einen Essensgast. Hallo Katze, ja ich mag Dich auch – aber von meinem Meat Pie gebe ich nix her, sorry!

Nene…

Ich kläre am Rückweg die Bestellung von ca. 200 Liter biozidfreiem Diesel bei der örtlichen BP. Man sagt mir zu und würde sich melden wenn man käme.

Leider höre ich das Klingeln des Telefones nicht, als ich beim Duschen bin. Bereits am gleichen Abend überrascht mich der Tankwagen und wir füllen exakt 208 Liter ein, als ein Tropfen Diesel aus der Belüftung tropft. Passt perfekt, Belüftung funktioniert, Tankvolumen passt und ich habe zum ersten Mal entspannt und pannenfrei getankt – auch der Wechsel des Belüftungsventils hat geholfen.

Die Dichtheitsprüfung zeigt – alles dicht! Ein guter Tag, ich sacke zufrieden ins Bett.

Ein kurzer Exkurs in Schiffstechnik – es gibt eine Werft, Amel, die baut sehr hochwertige und taugliche Seeschiffe. Um ein Risiko von Wassereinbrüchen zu reduzieren, sind bei diesen Schiffen nur wenige Auslässe unter der Wasserlinie. Für viele Abläufe gibt es eine Art „Brunnen“ aus denen heraus vornehmlich sogenanntes Grauwasser abgepumpt wird. Das müsst Ihr wissen bevor ich Euch unseren Start in den neuen Tag erkläre.

Neben uns liegt immer noch LABRICOLE, das Schiff der Italiener, welche sich für Ende September angekündigt hatten. Bisher waren sie nicht hier, wir dachten zunächst, dass sie nicht mehr anreisen würden.

Nun sind die beiden aber doch noch angereist und seit ein paar Tagen unsere Nachbarn. Sie bereiten LABRICOLE (was heißt das eigentlich?) auf den Winter vor, sie würde an Land stehen. Begrüßt hat man uns mit Umarmung und Baci – die Küsschen fliegen durch die Luft wie Ramschware. Insgesamt sehr nette Leute, sie haben ja auch mein Bild im letzten Monat wieder gerade gerückt.

Dumm nur, dass der Mann auf LABRICOLE eben genau der Mauro ist, zu dem der Schreihals gehört, den ich im letzten Monatsbericht schon vorgestellt hatte. Er baut sich immer neben UNSEREM Schiff auf und schreit quer über unser Deck nach seinem Ragazzo. Ginge er 5 Meter weiter könnte er klopfen – ob ich es ihm mal sage?

Nun gut, Sibylle und ich sitzen während dieser Ausgangssituation beim Frühstück, es war schon etwas später, vielleicht kurz nach 09.00 Uhr, als uns ein bekanntes Geräusch aufmerksam machte – plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf…

Ah, die bekannte Pumpe der Amel pumpt wohl wieder das Grauwasser raus, die Nachbarn scheinen Geschirr zu spülen. Aus der Ferne kommt der Schreihals angewackelt…

Ach du Scheiße…

…plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf – ich traue meinen Augen kaum! Fallen da doch Kakabrocken die Bordwand runter?! Ich drehe mich zu Sibylle und reibe mir die Augen. Ein erneuter Blick beweist – die schmettern ins Hafenbecken! Am hellichten Tag, während wir frühstücken!

Mir schwillt die Halsschlagader und ich setze zu einem Urschrei an. Im gleichen Augenblick kommt der Plärrer und setzt an Mauro zu rufen. Wir sehen uns in die Augen, ich sage ganz ruhig zu ihm „your friends shit into the sea, not so cool!“ Er überzeugt sich mittels Kontrollblick, sieht sowohl Bröcklein wie auch Klopapier schwimmen und klopft! Er klopft! Mauro kommt, es folgt eine Auseinandersetzung in Italienisch – kurz danach legt LABRICOLE ab. Es flogen keine Baci, man hat sich nicht verabschiedet. Heute steht LABRICOLE an Land, sowohl die Kacker als auch der Schreihals sind wieder zu Hause – Mammamia, mehr fällt mir nicht ein!

NESSAJA in voller Pracht – hier wohnen wir, so dürft ihr Euch das vorstellen

Wir hatten ein bisschen Kummer an unserem Platz. Ich habe links von mir einen Meter zur Mauer, das ist MEIN Meter, mein Sicherheitsabstand, meine Garantie, dass NESSAJA an dieser Flanke sicher ist. Leider kommt der ganze Steg bei Westwindlagen der Mauer näher, manchmal so nah, dass mein Meter nicht mehr reicht.

Ich kann mich gegen die Mauer mit zwei dicken Fendern gut wehren, aber die anderen Schiffe drücken die arme NESSAJA an der Hüfte.

Gut, wenn die Marina was tut…

DAS nenne ich Kette

Man wusste um das Problem und hat einen Schwerlastsack voll mit einer Monsterkette kommen lassen. Seither ist täglich der Taucher hier, welcher die Verankerungsketten des Schwimmsteges erneuert, Kette für Kette! Eine mühsame Arbeit, es ist aber hochinteressant zuzusehen und man spürt die Verbesserung täglich! Danke an die Marinaleitung!

LABRICOLE ist weg, was mache ich mit dem Tag? Während ich noch sinniere, schallt es aus der Küche „das Gas ist leer!“ Sibylle bäckt Brot und kann das gar nicht brauchen – der Arbeitsauftrag ist quasi erteilt!

Doch wie kann das sein? Wir haben doch erst vor 10 Tagen die Flasche gewechselt? Mir fällt wieder ein, dass das Aufschrauben der Flasche irgendwie schwer, hakelig ging. Wir erinnern uns, dass Sibylle verrußte Töpfe beklagt hat – hängt das zusammen?

Ich prüfe die Flasche, leer! Tatsächlich! Hilft nix, ein weiterer Tausch findet statt, diesmal ist der Regler leicht anzuschrauben, die Töpfe bleiben rußfrei.

Da ich ja die ganze Anlage erneuert habe und auch nach deutschen Vorschriften aufgebaut habe, kommt prinzipiell kein Zweifel an der Dichtheit des Systems auf. Eine Gasprüfung gibt es aber in Griechenland nicht – so greife ich, der Sicherheit halber, nach dem Lecksuchspray und mache mich auf den Weg um eine Schlauchverbindung nach der anderen auf Dichtheit zu testen. Sieht aber alles gut aus!

Wir fahren in die Stadt um einzukaufen und bemerken, dass Lakki sich herausputzt!

Am 28.10. ist „Oxi-Day“, der Tag an dem Griechenland NEIN zu Mussolinis Aufforderung zur gemeinsamen Sache gesagt hat. Dieser Tag ist seither Nationalfeiertag.

Familienfeiertage gab es bei uns gleich zwei – heute hat Sohn Stefan Geburtstag, wir schreiben den 26.10., was wir bei einer Videosession auch feiern so gut es eben virtuell geht.

Am Oxi-Tag dann feiert Enkelchen Otto, auch hier ist ein Videocall geplant, weil die Oma zusehen möchte wie der Pimpf in das geschenkte Ritterkostüm schlüpft.

Der Abend klingt ruhig aus…

Ende Oktober – kann man noch baden? Das probieren wir aus.

Ja, geht noch und das Wasser ist nicht spürbar abgekühlt – nächster Versuch also im November. Mal sehen wie lange wir, respektive ICH das so durchziehen können.

Der Enkelgeburtstag ist gekommen. Sibylle ist aufgeregter als ich und vermutlich auch als das Geburtstagskind selber. Wenn Wichtiges ansteht, nämlich der Call nach Deutschland, dann darf das Frühstück schonmal etwas schmäler ausfallen…

…vielleicht doch fasten???

…umso entspannter dann die Gesichtszüge, als der nun Fünfjährige endlich am anderen Ende der Leitung (sagt man das noch?) ist und auch klar wird, dass das ersehnte Kostüm passt!

Extra den Wecker gestellt – vor dem Kindergarten

Das Glück war vollkommen, als Schwiegertochter Sonja verlautbaren ließ, dass der Bengel den ganzen Tag als königlicher Ritter mit Krone unterwegs war. Hach, noch einmal Kind sein…

„Verkleidungen“ ganz anderer Art konnten wir am Vormittag bei den Feierlichkeiten zum Oxi-Tag sehen.

Diese Art Anzug ist leider alles andere als eine Verkleidung – es ist ein ernstzunehmendes Statement. Die Feierlichkeiten waren sehr offiziell und dabei militärisch geprägt.

Hier ein paar Impressionen…

Einheiten aus Leros
Die ganze Insel war auf den Beinen
Militär und Kirche
Die Jugendgruppen
Klein und groß
Vereine

Beeindruckt kehren wir zu NESSAJA in die Marina zurück. Ich wollte noch ein bisschen was tun, den Nachmittag sinnvoll nutzen.

Dabei überlege ich immer, alle Arbeiten welche außen stattfinden und an schönes Wetter gebunden sind, z.B. weil SIKA trocknen muss, zeitnah zu erledigen.

So entscheide ich heute, endlich die Box für die alte Außendusche zu tauschen. Das Ersatzteil liegt schon lange herum.

Nicht mehr schön…
…und fliegt daher raus!

Ich baue die alte Box aus und habe Mühe, mit der neuen V4A Box, welche eigentlich viel größer ist, den alten Ausschnitt abzudecken – dennoch ist es gelungen. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen – schöner und funktioneller!

Hinter der spiegelblanken Klappe verbirgt sich nun ein vollwertiger Einhebelmischer mit Warm- und Kaltwasser, sowie eine wertige Brause mit längerem Metallschlauch – das sollte ein Komfortgewinn sein.

Soweit der Plan – offen gesagt, hinter der Klappe ist es jetzt noch leer. Ich werde die Wasseranschlüsse an einem Regentag umbauen, es ist dann eine Arbeit in der Backskiste.

Der Monat neigt sich dem Ende zu, der Platz neben mir ist noch frei. Ich hoffe, dass dies so bleibt und spreche bei den Marineros vor. Man tut, als hätte man mich verstanden und sagt zu, mir „den Platz“ zu lassen.

Sibylle ruft: „Komm´ hoch, wir bekommen neue Nachbarn!“ Häääh, aber die haben doch gesagt…

Als ich hochkomme steht der Chefmarinero bei uns am Boot und sagt stolz lächelnd „…SUNNY SIDE UP, ok Captain?“ Ich verstehe was er meint – die SUNNY SIDE UP ist das Schiff unserer Freunde Mireille und Roland, das Schiff ist älterer Bauart und für die Länge etwas schmäler – mir würde also „der Platz“ bleiben. Ok, das ist vielleicht die allerbeste Lösung – beide Flanken geschlossen und auf der einen Seite ein Schiff von Freunden die wir ansprechen können – der Winter kann kommen.

Platz zwischen den Schiffen, kein Fenderquietschen
Platz für´s Dinghy – perfekt!

Wir helfen beim Anlegen und nutzen die Gelegenheit um die Beiden zum Dinner an Bord von NESSAJA einzuladen. Endlich können wir uns für die netten Abende und Aperos im Haus der Freunde revanchieren.

Ein geselliger Abend – und Süsses von Repapis

Die wiederum, sorgten in Form eines Mitbringsels aus der Zuckerbäckerei für das perfekte Dessert – eine Köstlichkeit, die Sibylle und ich noch nicht kannten.

Es begann der letzte Tag des Monats Oktober – die „Boys of Summer“ waren alle sicher zuhause angekommen, die Community formiert sich neu. Wir lernen ein junges schweizer Paar kennen, welches am Schiff lebt, jetzt aber erst einmal für ein paar Wochen nach Hause fährt.

Wir machen zudem Bekanntschaft mit Thomas und Irene auf ihrer FINI. Die beiden Österreicher leben ebenfalls am Schiff und sind nur im Januar / Februar für sechs Wochen zuhause.

Viele Freunde sind noch bis Mitte November hier, andere gar bis Mitte Dezember. Susanne möchte auch Mitte November noch einmal nach Leros kommen – es wird nicht langweilig!

Electra – DU hier????

Inzwischen kann ich mich mit der Frage beschäftigen, ob es eine gute Idee war, dem Marinahund Electra beizubringen, wie sie unser Schiff entern kann. Kaum verstanden, dass die wacklige, weil schwebende, Brücke keine Gefahr darstellt, hat sie sich ihren Platz gesucht und ein paar Streicheleinheiten abgeholt. Die weiß eben wie es geht…

Als der Hund wieder abzischt, beschließe ich meiner NESSAJA auch noch etwas Liebe angedeihen zu lassen. Ich widme mich den 230V Schaltern, bei denen an einigen die Beleuchtung nicht mehr geht.

Das sind so Kleinigkeiten wie ich sie liebe. Natürlich gibt es diese Schalter nicht mehr – aber der Hersteller produziert noch. Recherchearbeit, Bestellungen – 6 MONATE Lieferzeit, Mindestabnahmemengen…

Dann aber hält man die begehrten Teile, oder zumindest sehr ähnliche, in der Hand und kann diese verbauen.

Tut wieder, so will ich das…

Sibylle beschäftigt sich inzwischen mit der „Nabelschnur zur Welt“ – Fluch und Segen das Teil. Ich frage mich manchmal was aus der Welt ohne die Erfindung des Internets oder der mobilen Endgeräte geworden wäre.

Ich möchte am letzten Tag des Monats noch ein offenes „Fremdprojekt“ abgeschlossen wissen und vereinbare einen Termin bei Giorgos in dessen Werkstatt „Boat & Parts“. Ich muss noch die Seewasserpumpe der ENJA instandsetzen und brauche zum Polieren der Welle und Umpressen der Lager die Hilfe von Giorgos.

Wir treffen uns um 18.30 Uhr, spätestens!

DAS mag Sibylle nicht!

Sibylle fährt mit, weil Giorgos´ Frau Katerina mit den Kids auch kommen würde, wir wollen uns zum Essen verabreden. Leider war, als wir ankamen, niemand da – nicht gut! Das mag Sibylle nun gar nicht!

Gott sei Dank kam der Schrauber schon fünf Minuten später und wir starteten die Reparatur der Pumpe…

Abbeizen und reinigen
Neue Lager
Welle poliert und Teile vormontiert

Wir fahren zurück und während Sibylle kocht, montiere ich die Pumpe final und melde Vollzug an den Besitzer. Der Rest passiert wohl 2023 – oder???

Einbaufertig

Wir essen zu Abend und schauen dann noch ein bisschen YouTube. Diesmal sehen wir ein wenig bei Julia und Markus rein – sie haben jetzt auf Basis ihrer Reise mit INSIEME einen Blauwasser-Beratungskanal gegründet. Ob ihre Erfahrung dafür ausreicht? Man wird sehen.

INSIEME

Ich erfahre von den Beiden, dass externe Berater für Spezialthemen gesucht werden. Es rührt sich das Teufelchen in meinem Kopf – ob ich mal anfragen soll???

„Mario, ihr Fachmann für Fragen rund um den Dieselmotor, dessen Überholung und Abdichtungssituationen an Schiffsmotoren“

Klingt gut! Was meint Ihr???

Der Monat endet in dieser Nacht – Halloween! Wie immer bedanke ich mich bei Euch für das Durchhaltevermögen beim Lesen. Kurze Texte kann ich nicht, sie sind weniger aussagekräftig, ich finde, dass man nur mit der Kerniformation keine Emotionen und Gedanken transportieren kann.

Das Schreiben des Blogs „kostet“ mich jedes Mal zwei volle Tage – diese investiere ich in „mein Tagebuch“ und für Euch, die Ihr uns folgt – um Euch teilhaben zu lassen, um Präsenz zu zeigen. Ich hoffe, Ihr habt weiter Spaß daran.

Ausblicke 2023!

Grobplanung

NESSAJA wird 2023 segeln! Ich werde über den Winter alle Arbeiten vollenden und Euch darüber auf dem Laufenden halten.

Wir planen eine große Runde durch die Nördliche Agais, hoch bis Thessaloniki. Dann, so der Stand der Dinge heute, werden wir nach Leros zurückkehren.

Eine weitere Option wäre es, die oben gezeigte Route zu erweitern und durch das Mittelmeer bis zu den Kanaren fortzusetzen. Dort könnten wir die MAXI zur Atlantiküberquerung treffen.

Oder etwas dazwischen – da müssen wir intern noch Einiges besprechen.

Wir werden Weihnachten und Silvester in Griechenland verbringen. Sibylle wird dann im Januar für zwei Wochen nach Deutschland reisen.

Wir bekommen ein Auto 😉 und vielleicht wird die GS eine Griechin.

Viele Entscheidungen, Optionen, Alternativen – wir lassen Euch weiter teilhaben und freuen uns über jedes Feedback.

Ganz herzliche Grüße aus Leros, passt auf Euch auf und bleibt uns treu.

Die NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

2 Kommentare zu „Oktober 2022 – The Boys of Summer“

  1. Danke schön für deine ausführlichen Berichte, nett zu lesen und dabei von der nächsten Dodekanesrunde zu träumen, derzeit mit vielen Kleinigkeiten beschäftigt, am Schiff in der Roughabay an Land, LG Herbert

Hinterlasse eine Antwort zu Herbert Kaschowitz Antwort abbrechen