Mai 2022 – Rain in May

Da war er nun, der Wonnemonat – der Monat dem Max Werner schon 1981 vielversprechend bescheinigte, dass ein Regenschauer im Verlauf seiner 31 Tage alle Sorgen davonspülen würde…

„Rain in May wipes your worries away
Take a dose, take off your clothes
Feel the soft warm spray of the rain in May“

Ich wage nicht zu beurteilen, ob es am Klimawandel liegt oder eher ein zufälliges Faktum war, dass wir auf diesen „Mindspüler“ recht lange warten mussten, und dass der tatsächliche Regen im Mai dann alles andere als ein warmer Sprühregen war – schön, dass Ihr euch für unseren Blogbericht des Monats Mai interessiert, schön, dass Ihr euch die Zeit nehmt unsere Momente mit uns zu teilen.

In Leros war das Frühjahr angekommen!

Susannes Garten erstrahlt in voller Pracht

Wir erinnern uns kurz zurück – es war bereits Anfang Mai, als ich auf der ELOWYN saß und meinen Blogbericht für April schrieb.

Das Wetter war phasenweise noch durchwachsen, aber die Temperaturen fingen sich und pendelten sich auf deutlich über 20°C ein. Dies sollte sich festigen, das Frühjahr setzte sich durch und im Laufe des Wonnemonats hatten wir meist sonnige 25°C, kein Grund zum Klagen also.

In Deutschland war es während der ersten Maihälfte meist wärmer. Wir beobachteten dies stetig, denn wir wussten, dass im letzten Drittel des Monats unsere Reise nach Deutschland anstand. Dies und den kommenden Umzug von der ELOWYN zurück auf unsere NESSAJA, hatten wir stetig im Hinterkopf.

Doch zunächst musste NESSAJA zurück in die Marina und einigermaßen bewohnbar gemacht werden.

Von Ungeduld gezeichnet…

Wie Ihr euch erinnern könnt, hatte ich, ungeplant und sehr zu meinem Unmut, das TEPAI für den Mai bezahlen müssen und unser Schiff lag immer noch am Stadtkai. Wir wohnten nach wie vor auf der ELOWYN und hatten täglich mehrmals mit dem Motorrad die 3km zurückzulegen um an unserem Schiff zu arbeiten – das ging wiederrum nur bedingt, denn wenn man auf Handwerker wartet, sind eigene Baustellen nur mit halber Freude zu bedienen.

Giorgos war in Verzug geraten und hatte alle Hände voll zu tun, daher auch die inzwischen etwas weniger verlässliche Termintreue. Aber irgendwann kam er dann doch um den Windgenerator zu montieren…

Montage der Base für die Stange
Saubere Arbeit

Wie immer wenn Druck aufkommt, wird auch etwas geschludert, so war leider zu beklagen, dass ein angeschweißter Halter seitenverkehrt montiert war – Pole wieder in die Werkstatt, der restliche zu montierende Kram verbleibt am Schiff.

Motorkran und Verkabelung

Ich gebe zu, mein griechisches Mindset hat in diesen Tagen nicht optimal funktioniert, von einer entspannten Betrachtungsweise war ich weit entfernt. Ich war in diesen Tagen selbst etwas unter Druck und mit meinen Hauptprojekten in Verzug – dadurch auch des „siga-siga“ und „avrio“ etwas überdrüssig.

Ich brauchte abermals Trost, den mir Nachbarin und Freundin Evelyn, Ihr erinnert euch – von der ARIES – in geeigneter Form angedeihen ließ!

Eis – selbstgemacht!

Freud und Leid liegen ja bekanntlich dicht beinander – hier mal ein extremes Lob auf Valantis Sifounios, den Polsterer!

Er ließ mich warten weil er zu tun hatte, er habe im Moment keine Zeit. Klare Ansage, nicht erfreulich aber ein Fakt. Nach einer Woche kam er vorbei, setze sich ans Polstergewerke und legte los…

Ratzdatz – Profis bei der Arbeit

Es dauerte nicht lange und die alten Polster waren so angepasst, dass es nur noch am Bezug haperte…

Nichts verschwenden – wiederverwenden!

…wie lange dies wohl dauern würde??? Bis Ende der Woche! Wow, ok, das freut mich – und was soll ich sagen?

Der neue Salon – fast final

Im neuen Salon fehlen jetzt nur noch ein paar kleine Details, mehr Schönheitssachen. Das folgt, eilt nicht und kann in Ruhe nachgezogen werden. Solche Fortschritte geben Mut – irgendwann wird NESSAJA fertig!

Was macht der Pole für den Windgenerator???

Nun, auch der war inzwischen fertig. Dumm nur, dass direkt neben uns am Stadtkai ein weiterer Kunde von Giorgos lag. Auch dessen Termin war inzwischen verstrichen und so bediente Giorgos zwei Baustellen gleichzeitig. Das wiederrum missfiel mir, so dass ich beschloss das Material für den Silentwind zu übernehmen und selbst zu montieren – gesagt, getan!

Noch ohne Flügel – er soll noch nicht laden…

Währenddessen konnte Giorgos mit Team am Nachbarschiff arbeiten. Mir war wichtig, dass bei meiner Montage nicht gehudelt wird.

Der Stadtkai als Workzone – NESSAJA mittendrin

Eine Taverne in Alinda strebt nach dem Titel „neues Lieblingslokal“ – ein weiterer Dimitris der dort das „To Steki“ bewirtschaftet. Ich hatte schon davon erzählt, die Meze dort sind ein Gedicht. Da inzwischen auch Erwins Frau Brigitte angekommen war, haben wir beschlossen gemeinsam nach Alinda zu fahren…

„To Steki“ – der Treffpunkt…
…direkt am Meer gelegen…
…am Ende der Alinda Bucht

Abermals haben wir uns auf die Empfehlung des Wirtes verlassen und die köstlichen Meze genossen. Jedesmal ein Gedicht, gerne wieder!

Beim Hinausschlendern entdecke ich ein Plakat welches auf ein Konzert hinweist – solcherlei Plakate findet man zu Saisonbeginn zuhauf, hin und wieder besuchen wir ein Lokal welches mit Live-Music wirbt – wir mögen das! Diesmal blieb mein Blick aber hängen, weil mein Lieblingsmusiker spielen würde – ich mag total, was der Fidler Manolis Platis abliefert und gehe fast immer hin, wenn ich weiß wo er gerade einen Auftritt hat.

Im Girosgrill zu Kamaras – nix wie hin

Dieses Mal war der Ort des Geschehens ein Girosgrill am anderen Inselende – nun vielleicht lädt Sibylle zu einem Mittags-Souvlaki 😉

Tataaa, nachdem ich den Windgenerator montiert hatte, gab es keinen weiteren Grund mehr NESSAJA am Stadtkai zu halten. Wir müssen sie langsam auf den Umzug vorbereiten, sie muss zurück in den Hafen. Da wir kein Funkgerät haben, wurde Sebastian per Mobiltelefon verständigt und wir fuhren die zwei Minuten hinüber an unseren Platz. Muss ich da auch Logbuch schreiben? Ich verzichte darauf…

Zurück an D1

Wir kamen nicht mit leeren Händen und wähnten uns für zwei Tage als Kajakbesitzer. Kajaks setzen sich als schnelle Spaß- und Ausflugsboote für den Buchtaufenthalt durch und Chris hat uns am Stadtkai eines übereignet – umsonst – wir hätten den Braten riechen müssen…

Zu früh gefreut!

Das gute Sevylor Boot hätte sich hervorragend in unserem Fuhrpark gemacht, war aber leider löchrig wie ein französischer Käse. Eine Reparatur habe ich nicht in Erwägung gezogen und wir haben den modernen Einbaum in die ewigen Jagdgründe geschickt. Weniger schmeichelhaft könnten wir sagen, dass wir es für Chris entsorgt haben – aber egal, die Hoffnung starb, wie das Sprichwort besagt, zuletzt.

Kurzer Sidekick – Themenwechsel! Es gibt ein Phänomen, dass wohl allerorts gleich ist, welches zu mir aber nicht so weit vordringt, dass ich es verstehen könnte. In meiner Zeit als Camper und Segler hätte ich ein Buch schreiben können über Menschen die Ihre Kinderstube vergessen, besonders dann wenn es um die Verrichtung ihrer „Geschäfte“ geht. Dieses Buch hätte durchaus ein Bilderbuch sein können, aber das will ich hier gar nicht anfangen…

Trauen Sibylle und ich doch unseren Augen kaum!

Pisst der Typ, Nationalität egal – ich hoffe Marianne verzeiht ihm – doch an die Hafenmauer. Warum er einen Helm trägt? Vermutlich fürchtet er den Zorn der anderen Marinagäste. Wer mich für kleinlich hält muss wissen, das Klo ist 50m entfernt.

Ein Einzelfall sicher…

Anderer Tag, gleiches Schiff, gleiche Besatzung – sorry Freunde – Ihr seid Ferkel!

Wenn Ihr eingangs dachtet, dass ich hier eher auf die sanitären Anlagen abzielen würde, ja, das habe ich auch. Es ist unfassbar! Ich überlege immer was die Putzfrau sich wohl denken mag, hier die blitzblanken Yachten die mit Trinkwasser gewaschen werden, dort das zugesch…. Klo, es passt nicht zusammen – fast möchte ich mich bei der armen Angestellten entschuldigen.

Ich musste es loswerden, man verzeihe mir – erneuter Themenwechsel!

Erste Freunde von uns liefen aus und nutzten die schönen Tage für kleine oder größere Rundfahrten – hier Izi mit seiner ROZI…

Schönes Schiff – eine Jeanneau 43DS

An der Kleidung des Matrosen sieht man, nicht immer und nicht überall war es warm, die Sonne täuschte von Zeit zu Zeit, vor allem Gevatter Wind machte häufig einen Strich durch die Rechnung.

So war es kein Wunder, dass auch Kindergeburtstage dieser Tage noch drinnen gefeiert wurden – wir waren eingeladen! Manolis, der Sohn von Katerina und Giorgos wurde 6, ein Tag der gefeiert werden muss – auf der Bowlingbahn. Richtig gehört, Leros hat eine Bowlingbahn…

Bowling, Billard, Cafe und Snackbar – wird von den Einheimischen empfohlen und besucht
Kindergeburtstag – und Sibylle und ich mitten drin

Hier treffen sich dann die Eltern zum Kaffee, während sich die Kleinen fröhlich den Spieloptionen hingeben. Unter den Eltern befand sich auch Manolis Platis – Ihr erinnert euch? Mein Lieblingsfidler war zu Gast und ich konnte so auf direktem Weg abklären wann er denn (an diesem Tag) im Girosgrill spielen würde.

So führte uns der Weg nach dem Mittagskaffee direkt nach Kamara in die kleine Grilltaverne, wo die Musiker schon energisch aufspielten…

Hopa, hopa, hopa…

…was zunächst etwas altbacken wirkt, ist in Griechenland nur von kurzer Dauer! Man nimmt einen Ouzo zum Essen, es ist ja schon nach Mittag…

Yammas

…zum Ouzo vielleicht noch ein lokales Bierchen, für den Durscht…

Herrengedeck – Greek Style

…schon ist die Party im Gange, es gibt dann oft kein Halten mehr!

Keiner bleibt sitzen

Am Rückweg kommen wir durch Alinda und Crithoni, ach da war noch etwas, wir sollten für Volker einen Tisch im „Mylos“ reservieren, dem vielleicht besten Lokal auf Leros. Gedacht – gemacht, ein kurzer Schlenker und schon konnten wir die Tische reservieren. DIE Tische??? Ja, einen wie gewünscht für Volker und seinen Besuch – und einen für mich! Mein Ehrentag naht 😉

Fischspezialitäten zur Auswahl

Als wir den Kühlschrank sahen, wussten wir noch nicht, dass ich etwa 13 Tage später wieder davor stehen würde – das teuerste Essen meines Lebens bestellend. Doch dazu später mehr…

Wir kehren zurück auf unser Schiff, ich habe mich inzwischen an die Optik des neuen Daches, des Hardtops, gewöhnt.

Es wird – hier mit Hardtop, Solar und Wind

Lieblingsplätze – was macht eigentlich das „Harris“? Der wunderbare Platz in der ersten Mühle, hoch über Panteli?

Panteli – vom „Harris“ aus gesehen

Mit Haris Karpathakis, dem Inhaber, verbindet mich ein freundschaftlicher Kontakt. Ich wusste daher, dass die Bar noch nicht offen war, hoffte aber, ihn für eine Tischreservierung dort zu treffen – also fuhren Sibylle und ich mit dem Motorrad nach oben zu den Mühlen, die neben dem Castell als Wahrzeichen Leros´ gesehen werden dürfen.

GS650 – Mühlen – Castell

Leider mussten wir unverrichteter Dinge wieder zurückfahren, das „Harris“ würde dieses Jahr erst etwas später öffnen – bestimmt wird unser erster Besuch dort oben ein Thema für den Juni-Bericht werden.

Klingt nach einem entspannten Monat – wie sieht es denn eigentlich mit den vielen Arbeiten an NESSAJA aus? Nun, da sind wir tatsächlich etwas langsamer geworden. Wir lassen uns gerne von Freunden zum Ratsch verleiten, sind generell etwas hinterher und genießen natürlich auch die erweiterten Möglichkeiten die der Sommer uns bietet. Dennoch haben wir auch einige Punkte abhaken können – so zum Beispiel den Einbau der letzten zwei von sechs Tankentlüftungen.

Vier hatte ich schon montiert – keine ging leicht zu demontieren, keine war gut zugänglich, dennoch war es mir möglich das irgendwie hinzubekommen – bei den beiden Entlüftungsanschlüssen in den Backskisten musste ich aber passen.

Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt…

Der Grund dafür ist leicht erkennbar – ich passe nicht auf die Art und Weise in den Schlund der achterlichen Kiste, wie es zum Austausch des defekten Teils nötig ist. Nicht falsch verstehen, ich bin sehr flexibel, wie einst der Barbapapa (wenn den noch jemand kennt) – aber DAS ist doch zuviel des Guten, denn man muss sich ganz in die Kiste setzen.

…ach nicht Elisabeth – Sibylle! Da lacht sie noch 😉

So hat sich mein Eheweib also auf elegante Weise in den engen Raum gepfercht, auch dazu gibt es Bilder für die ich aber keine Freigabe erhalten habe – was ich diesmal auch verstehe ;-), um dort angekommen zuerst noch in guter Laune eine Bestandsaufnahme zu machen.

Wenige Augenblicke später sah sich Sibylle mit einer Vibrationssäge konfrontiert, welche sie nach einer Einweisung mit ruhiger Hand über das defekte Ventil manövrierte. Wer Sibylle kennt weiß, dass arbeiten mit Elektrowerkzeug nicht ihr Ding ist – vermutlich stehe ich in ihrer Schuld…

Das Corpus Delicti? Nicht zu sehen…

Mein Versuch, ihr die Arbeit zu erleichtern indem ich die Flex als das geeignetere Werkzeug anbot, wurde abgeschmettert. „Die ist so laut“ – ja, und???

Egal, ich kapitulierte schnell, zu groß war meine Angst um unseren Rumpf! Weil am Boot eben nix „mal schnell“ geht, war etwas Zeitaufwand nötig bis wir die letzten zwei Ventile getauscht hatten. Tankentlüftungen – check!

Steuerbord – Diesel
Backbord – Wasser

Wir werden bald umziehen, unsere Zeit auf der ELOWYN neigt sich dem Ende entgegen – was muss noch getan werden um sorglos auf NESSAJA wohnen zu können?

Der Kühlschrank, der Kühlschrank muss angeschlossen werden! Ihr erinnert Euch sicher, ich hatte die alten Batterien bereits ausgebaut und die neuen LiFePo4 waren montiert. Leider ist dies alles noch nicht verkabelt – eines meiner noch ausstehenden zwei Großprojekte. Meine Notlösung war, zwischenzeitlich die ehemaligen Kühlschrankbatterien als Verbraucherbatterien zu nutzen, ich hatte kurzerhand den 12V Knoten dort angeklemmt – funktioniert super.

Den Kühlschrank hatte ich derweil weggelassen, was mich nun vor zwei Herausforderungen stellte. Zum Ersten kann mein altes Auto-Ladegerät nicht soviel Strom einspeisen wie der Kühlschrank entnimmt, zum Zweiten habe ich vergessen welche Kabel die des Frosters waren.

Guter Rat war teuer…

Punkt 1 konnte ich lösen, nachdem ich mich meiner weiteren neuen Ladegeräte besonnen hatte. Ich habe kurzerhand eines davon als temporäre Ladequelle für die Blei-Säure Akkus verwendet. Nachdem ich die LiFePos nebst dem eigentlichen „Lademonster“ in Betrieb genommen habe, würde ich das momentane Gerät seinem angedachten Verwendungszweck zuführen können.

Tut einstweilen gute Dienste – ein 20A Charger aus dem Hause Victron

Punkt 2 war kniffliger – im Motorraum baumeln ein paar herrenlose Kabel, eines davon war das des Kühlschranks – nur welches?

Meine Idee war es, vom Anschlussknoten des Verbrauchers Strom rückwärts in die Leitung zu schicken. Dann würde ich hinten am Kabel eben diesen Strom messen können, dies müsse dann das richtige Kabel sein – gut gedacht, vermutlich schlecht gemacht…

Bruzzel – nun gut, eine Flach-Stecksicherung ist nicht so teuer…

Mit einem fetten Kabel eine Brücke gebaut, kurz den 12V Hauptstrom draufgelegt und … FETZ, STINK! OK, falsch gemacht – steile Lernkurve! Der Schalter war noch an, geht natürlich nur mit einer quasi „toten“ Leitung, oder???

Versuch macht kluch – Schalter aus, nochmals überbrückt und gemessen. Jetzt geht´s, ich kann das Kühlschrankkabel finden und anklemmen. Der Froster tut, das Bier wird wieder kühl! JETZT können wir umziehen 😉

Darauf ein Bier – ein lokales, ein sehr lokales! Leros hat eine Mini Brauerei und bietet jetzt ein Lerosbier an. Ehrensache, wir probieren…

Raven – der Rabe, auf Griechisch „Kuruna“ (Krähe), na was fällt euch da ein 😉 ???

Es ist ein Ale mit einer Note Hollunder – das ist nicht jedermanns Sache, ich mag es aber – zumindest wenn ein Mythos folgt!

Wer findet den Fehler?

Seeleute sind abergläubisch – warum ziehen wir also an einem Freitag den 13. um? Das muss schiefgehen!

Ich trage meine Schuhe zurück auf NESSAJA, will Platz schaffen und was finde ich…

Meine guten Meindl, wo die überall waren – nur noch für die Tonne

…meine total verschimmelten Wanderschuhe. Vermutlich ein Zeichen! ICH soll nicht wandern!!!Sibylle deutet es anders, faselt was von neu und Siebenmeilen, blabla – ich versinke in Gedanken und trage weiter unser Hab und Gut zurück vom Luxusdampfer auf die Schaluppe!

Spaß beiseite, ich kann die meistgestellte Frage nun beantworten. „Werdet Ihr dann überhaupt noch auf NESSAJA zurückwollen? Nach den Monaten auf der ELOWYN?“

Ich wusste es schon immer – ja! Es ist wie Urlaub im Hotel – Ihr geht nach zwei Wochen im 5-Sterne Hotel ja auch gerne zurück nach Hause. Weil es Euch gehört, weil es Euer Zuhause ist – und damit ist alles gesagt! Die Wochen auf der ELOWYN waren toll, wir sind dankbar, aber auch glücklich wieder „daheim“ zu sein.

Unser Salon, unser Bad und unsere Kabine sind fast fertig und gut bewohnbar. Da aber auch unser Bus leergeräumt werden musste, sieht es rund um unsere Gästekabine jetzt so aus…

Bugkabine – Ersatzteillager
Überall, in jedem Winkel – Teile, Teile, Teile
Auch im Gästebad – hier Plattenware und Kabel
…in allen Größen und fein sortiert

Offen gesagt bin ich froh, dass Kate und Lisa auf mein Versprechen, die Kabine zu ihrem Besuchstermin freizuräumen, verzichtet haben. Ich tausche dieses Versprechen gegen zwei andere ein – erstens, wenn Ihr das nächste Mal kommt ist es aufgeräumt und die Kabine ist frei für Euch! Zweitens, wir machen uns einen super Urlaub, egal ob mit oder ohne NESSAJA!

Der Umzug war abgeschlossen, ich musste noch den Trinkwassertank füllen und alle Systeme in Betrieb nehmen.

Mit dem Bike 3x zum Wasserautomaten…
…so kommen 60 Liter feinstes, kostenfreies Trinkwasser in unseren Extratank

Wir kochen kaum noch, obwohl der neue ENO ja durchaus funktioniert. Einmal gehen wir mit Claudia und Toni, der Crew der CHRISTINA, ins „Aloni“ nach Xirokampos, weil wir die einfachen Gerichte dort und das nette Ambiente einfach mögen…

Welcome Tree
Nix verschwenden – wiederverwenden

…ein Andermal werden wir von Susanne und Tochter Sophie nebst Familie zum Dinner eingeladen. Stella und Tassos sind auch dabei, es wird ein sehr netter Abend mit jeder Menge Leckereien!

Homemade Mousaka
Bouzaka mit Erdbeeren und Eis
Ouzo zum Abschluss

Der Vollmond leuchtet die Bucht von Xirokampos aus als wir nach Hause fahren, wir sind Glückskinder! Wir lieben das Leben!!!

Vollmond über Xirokampos

Die Pflicht ruft noch einmal zum Arbeitseinsatz an NESSAJA. Bald kommen Kristina und Volker um ihre ELOWYN zu übernehmen. Wir müssen das Schiff reinigen und ein paar Kleinreparaturen durchführen. Unser Plan ist es, die folgenden drei Tage vollends dem blauen Riesen zu widmen, dann unseren Freunden helfen das Schiff urlaubsklar zu machen, dann würden wir nach Deutschland fahren.

An NESSAJA wollte ich noch zwei Jobs erledigt wissen bei denen ich Teile verbauen würde die viel Platz wegnehmen – einmal den finalen Verbau der Warmluftschläuche der Dieselheizung und weiter den Tausch einiger Dämmmatten im Motorraum.

Die Heizungsteile waren inzwischen aus Deutschland eingetroffen – nichts unwichtiger als das, eigentlich! Aber zum finalisieren des Teilprojektes und eben um die sperrigen Schläuche wegzubekommen war es ein wichtiges Paket.

Schnell die komplette Waschmaschinenecke zerlegt um an die Heizung zu kommen, ein paar Löcher gebohrt… (wer findet den Fehler???) GENAU – schnell – das gibt es nicht, das führt zu Problemen!

NEU – und schon kaputt!

Habe ich mich geärgert! Meine Wortwahl ist wirklich nicht druckreif – zum Glück deckt der Luftaustritt der Heizung die Schadstelle fast komplett ab – naja, wo gehobelt wird fallen eben auch, im Wortsinn, Späne!

Heizungsschläuche final verlegen – check!

Alles neu macht der Mai

Beim Kleben der Motorraumdämmung hatte ich mehr Erfolg. Leider ist es aus heutiger Sicht nicht wirtschaftlich möglich, den ganzen Motorraum neu zu dämmen. Dafür müssten beide Motoren und fast alle Aggregate demontiert werden, was ein Höllenaufwand wäre. So haben wir beschlossen nur die Dämmung der beweglichen Teile zu erneuern um das Herabrieseln von altem Dämmmaterial beim Demontieren von Klappen und Deckeln zu reduzieren oder abzustellen.

Dies ist gut gelungen – Dämmung erneuern – check!

So war an NESSAJA alles erledigt bevor wir abreisen würden, es war Zeit sich um die ELOWYN zu kümmern.

Sibylle beim Putzen

Sibylle hat das Schiff innen auf Vordermann gebracht, ich habe das Dinghi zu NESSAJA verholt. Wir haben das Deck und den Rumpf geschrubbt als gäbe es kein morgen mehr…

…wir haben Kleinreparaturen durchgeführt, das Schiff sollte gut in Schuss sein – was hier lapidar klingt hat uns im Mai Stunden und Tage gekostet. Als wir Tina und Volker die Geschichte erzählt haben, wurden wir um einen Bericht für den ELOWYN Blog gebeten – diese Bitte habe ich gerne erfüllt. Da der ELOWYN Blog ein geschützter Bereich ist und nicht verlinkt werden kann, erwäge ich, diesen Bericht außerplanmäßig im Verlauf des Juni ebenfalls zu posten. Nur soviel, manche Begebenheit werden Ihr nicht glauben wollen, seid gespannt…

Gut geklappt hat dagegen das Anpassen der neuen Segelkleider welche durch den Segelmacher in Lakki, Sotiris Sifounios, angefertigt wurden.

Lazybag an 10m Baum – montiert mit 4 Personen

Erwartungshaltung – wir wissen, dass wir im Juni zweimal Besuch von Freunden erhalten. nach Kate und Lisa, mit denen wir auch drei Tage auf Rhodos sein werden, kommen Tochter Franziskas zukünftige Schwiegereltern mit denen wir eine Freundschaft pflegen – mit Christine und Nader werden wir weitgehend den ganzen Urlaub auf Leros verbringen, es gilt vorbereitet zu sein.

Da die Beiden das „Castelo“ als Hotel gewählt haben, war es uns ein Ansinnen ein paar Fotos zu übermitteln, welche Vorfreude generieren sollten…

Die Liegen des „Castelo“ – direkt am Strand, mehr als ein Werbeslogan
Panteli Beach – unmittelbar am Hotel. Castell, die Mühlen, Tavernen – was willst mehr???

…ich hoffe das mit der Vorfreude ist gelungen – wir freuen uns auf unsere Besucher im Juni!

Anekdote am Rande – während ich so auf der Liege liege und mein meerwasserbenetzter Körper im warmen Windstrom trocknet, schellt mein Mobiltelefon, eine Kurznachricht…

Ein Forumsbekannter schickt mir ein Bild einer NESSAJA in Kroatien, ob ich die kenne? Ob dies mein altes Schiff sei?

Flashback, die alte NESSAJA in HR

Ja, ist es! Ich freue mich und lege das Bild ab. Ich muss Lars wohl mal wieder anrufen und ihm schöne Grüße bestellen. Das wäre bis hierher noch keine Notiz wert, würde nicht ein paar Tage später wieder mein Telefon piepen…

Nochmals – die alte NESSAJA

Zweimal innerhalb weniger Tage – das Schiff und der Name sind inzwischen bekannt. Es freut mich! Lars, ich stalke Dich nicht – aber ich freue mich zu wissen, dass die alte Lagoon unterwegs ist!

Der Sommer ist da!

30°C – das erste Mal in 2022

Wir schreiben den 15.05. – der Sommer hält mit 30°C Einzug und wird im Verlauf des Mai seinen Platz auch nicht mehr räumen.

Der 18.05. – Ankunft von Tina und Volker. Wir, besser ich, haben versprochen, dass wir die Freunde von der Fähre abholen. Doch wie verbringen wir die Wartezeit bis 0.50 Uhr? Da trifft es sich super, dass Stella beim gemeinsamen Abendessen bei Susanne eine Gegeneinladung für den heutigen Tag ausgesprochen hat. Wir fahren also im Konvoi mit Susanne zu den griechischen Freunden.

Platz – gutes Hundchen

Ich bin, ich muss es eingestehen, kein Freund von Schäferhunden die sich vor einem aufbauen und einem mit „WUFF“ begrüßen. Ich weiß auch nicht ob Rex, ich nehme dabei an, dass alle Schäferhunde Rex heißen, mir sympathischer wird, wenn er auf dem Gartentisch liegt – egal, ich habe überlebt, das ist die Hauptsache.

Widmen wir uns dem Essen, dem Hauptanliegen bei solchen Zusammenkünften in Griechenland (sehr sympathisch) – es gab wieder allerhand Selbstgemachtes, vom Garten auf den Tisch…

Meze und Salate
Flan Caramel
Bisquit – Erdbeerrolle

…so dass wir nach einigen Stunden des Völlerns mit zum Bersten gespanntem Wanst, die Heimfahrt angetreten haben. Sibylle ist am Schiff sofort ins Bett gefallen und hat damit das Umspringen der Uhr auf den 19.05. komplett verschlafen, ich habe mich wachgehalten um pünktlich um 0.50 Uhr dem Einlaufen der Fähre beizuwohnen.

BlueStar 2 – das Schiff das Leros bedient

Der blaue Stern öffnete seinen Schlund und spuckte die gutgelaunten und erstaunlich wachen Freunde auf das Eiland. Welcome on Leros!

Nur noch Sekunden

Wiedersehensfreude! Ich begrüße Tina und Volker nachdem wir uns monatelang nur über Facetime und ähnlichem unterhalten haben. Ich freue mich auf die Tage die kommen…

Der 19.05. – wie gesagt, Sibylle hat das Abfallen des alten Kalenderblattes verschlafen – das ist schade, warum? Weil sie heute Geburtstag hat!

Nanana uh yeahyeah, Happy Birthday!

Der Song schallt über unseren Steg, da kenne ich nix!

Seit 30 Jahren ein MUSS

So, raus aus den Federn, es ist 8.50 Uhr, um 9.00 Uhr gibt´s Frühstück auf der ELOWYN!

Das wurde kurzentschlossen vereinbart, die Freunde hatten eine Überraschung…

Sibylles Ehrentag auf der ELOWYN
Edler Tropfen meets Weißwurscht

…nämlich einen MOET für Sibylle und ein Weißwurschtfrühstück für mich, besser konnte man es nicht treffen. So labten wir uns an den Mitbringseln und eröffneten Sibylles Ehrentag gebührend.

Vom Nachmittag gibt es kaum Bilder, wir waren zum Arbeitseinsatz verdonnert, müssen aber zur Ehrrettung der Freunde sagen, dass dies so vereinbart war.

Gegen 15.00 Uhr haben wir uns eine Stunde frei genommen und die Bootsfreunde aus der Marina zum Umtrunk mit Kuchen und Prosecco (alternativ Kaffee) eingeladen – die Geburtstagsdeko ist mit umgezogen und durfte bis zum Ende des 21.05. bei uns verweilen.

NESSAJA – ebenfalls für´s Feiern herausgeputzt

Sibylle hat sich für´s abendliche Dinner im kleinen Kreis Dimitris Taverna ausgesucht. Beim „Glatzkopf“ (o´Karaflas) sind wir immer gut aufgehoben, er ist nach wie vor unsere erste Adresse für gelegentliche Abendessen.

Ich hatte Spaghetti mit Krebsen, war sehr zufrieden…

…dies galt leider nicht vollumfänglich! Irgendwas lief schief an diesem Abend, ich kann nicht einmal sagen was genau – kennt Ihr das? Keine Probleme die man bemängeln könnte, keinen offensichtlichen Fehler, trotzdem anders als sonst, nicht so entspannt, nicht so freundschaftlich.

Das kann immer mal passieren, war aber an Sibylles Geburtstag ein Faux-pas den sie sich merken wird, sehr schade.

Arbeitseinsatz auf der ELOWYN, endlich den Motorservice erledigen – wir schreiben den 20.05.2022

Es saugt und bläst der Heinzelmann

Giorgos verkauft uns alle Teile und borgt die elektrische Pumpe aus um das alte Motoröl abzusaugen. Das ist komisch! Die Pumpe nuckelt so vor sich hin, langsam nährt sich das Eichhörnchen, gefühlte Stunden später sind acht von 13 Liter raus. Wir sind unsicher aber Recherchen ergeben, dass per Absaugung tatsächlich nicht all das alte Öl entfernt werden kann – irgendwie fühlt sich das falsch an.

Wir wechseln also rund 10 von 13 Liter nebst allen Filtern und kämpfen zum Schluss noch mit dem Impeller…

Groß ist nicht gleich gut

…der in dieser Ausführung nämlich kein Gewinde zum Ansetzen eines Abziehwerkzeuges hat – fatal! Wir bekommen den Impeller nicht ohne fremde Hilfe heraus und finden am nächsten Tag Unterstützung durch Mechaniker Marios (fühlt sich an wie selbst gemacht). Dieser freut sich unterstützen zu können, nicht zuletzt weil er Anfang des Jahres das alte Schlauchboot von NESSAJA übernehmen durfte.

Groundhog Day – und (nahezu) täglich grüßt das Murmeltier – es ist der 21.05., des Skippers Geburtstag!

Frühstück auf NESSAJA

Einem gepflegten Frühstück auf unserem Schifferl folgte abermals der Arbeitseinsatz auf der ELOWYN. Die verließ nämlich just an diesem Tag und als der Impeller endlich gewechselt war, die Marina und fuhr an den Stadtkai.

Leinen los in der Evros Marina – da fährt sie hin…

Dort angekommen machte Sotiris der Segelmacher seine Aufwartung um letzte Anpassungsarbeiten an Bimini, Sprayhood und einigen Kleinteilen vorzunehmen. Zudem sollten die Segel ausgepackt und angeschlagen werden – eine Arbeit die man nicht so einfach wuppt.

Nur mit schwerem Gerät zu handeln

So haben wir die Segel vom Einlagerungsort geholt, vom Bus an Deck verbracht und zum Setzen vorbereitet. Wir konnten Genua und Trinquette anschlagen und den Gennacker verräumen. Für das monströse Groß hat die Zeit an diesem Tag nicht gereicht.

Ich besinne mich, dass mein Ehrentag ist, lade kurzerhand zu Kaffee, Kuchen und Eis an Bord von NESSAJA, wo wir zusammen mit den üblichen Freunden feiern konnten.

Eine Überraschung hat mich sehr gefreut…

Hans-Peters Kuchen – ein Highlight

…wir haben seit letztem Jahr einen neuen Nachbarn, Hans-Peter mit seiner LIBERTE, seine Frau Petra konnten wir noch nicht kennen lernen. Wie das so ist, man plaudert, man lernt einander kennen, es entwickelt sich – so habe ich HP eingeladen und war sehr überrascht ob seiner kleinen Geste – Danke Hans-Peter, Volltreffer!

By the way, Hans-Peter hat mir meinen alten Autopilot Antrieb und das große Victron Ladegerät abgekauft. Ich konnte mich also darauf konzentrieren nur die Kleinteile meiner alten Navigationsanlage nach Deutschland zu bringen und über eBay zu verkaufen. Das ist sehr gut gelungen, alles ging zu guten Preisen weg, alles ist inzwischen verschickt und bezahlt. Im Gegenzug bringe ich Hans-Peter eine neue ACU für sein Schiff mit.

Ab zur Mühle – ein griechischer Traum

Ihr erinnert Euch? Der Tisch im „Mylos“ war reserviert, wir fuhren an meinem Geburtstag nur mit Tina und Volker in das wunderschöne Fischlokal um mein Geburtstagsessen, auch als eine Art Dankeschön für das Überlassen des Schiffes, dort abzuhalten – die Stimmung war sehr gut…

Glückwünsche empfangen

Ich fand mich wieder vor dem bereits gezeigten Fischkühlschrank. Zuvor hatten wir eine eine Flasche Wein und zwei Seetang-Salate bestellt. Es wurde uns etwas Neues offeriert, eine Speisenfolge im Sinne von Nachhaltigkeit und bewusstem Essen – man kauft einen Fisch und der Koch würde aus DIESEM Fisch den man nun sein Eigentum nennen würde, verschiedene Gänge zubereiten. Fünf bis sechs an der Zahl, solche Gerichte welche man sonst gegebenenfalls auch nehmen würde, aber eben nur aus einem Fisch…

Klingt gut! Ich nahm zur Kenntnis, dass dies nun mal seinen Preis hätte aber man auch etwas ganz Besonderes bekommen würde – das möchte ich! Ich willigte ein.

Wie groß muss so ein Fisch für vier Personen sein? Nun, so 2 bis 2,5kg schon! Ah, kurz im Kopf multipliziert 2,5kg x 120.-€ – mein Herz klopft – tapfer wähle ich das 2,5kg schwere Ungetüm und freue mich auf sechs Gänge! Sashimi, Tartar, Ceviche, Carpaccio, gegrillte Filets, der Kopf und die Backen an Tomaten-Chili Sosse – wow!

Impressionen!

Sashimi
Bitte lächeln – nix für schwache Nerven
Kopf und Backen – eine Delikatesse (nicht für Zartbesaitete)
Filets vom Grill mit Zitronensauce

Es folgte eine zweite Flasche Wein und ein Dessert zum Niederknien – Erdbeeren mit einer feiner Creme und Baisersplittern – so gut, dass wir ein zweites bestellt haben.

Überschlagsweise könnt Ihr es Euch selber ausrechnen – das teuerste Dinner meines Lebens. War es das wert? Geschmacklich – ja, als Erfahrung – ja, overall – mit Einschränkungen. Bei mir überwiegt der Punkt Erfahrung, die habe ich jetzt, es muss einmalig bleiben – aber man wird ja nicht jedes Jahr 55 😉

Geburtstage 2022 – vorbei!

Wir waren glücklich und zufrieden und möchten uns auf diesem Weg ein weiteres Mal bei allen Gratulanten bedanken – Ihr habt uns die Tage versüßt.

Neuer Tag, neues Glück – das Großsegel der ELOWYN will noch gesetzt werden. Der 130qm Lappen muss mit vier Leuten in Position gebracht werden und kann dann, unter optimalen Bedingungen, hydraulisch ins Top gewinscht werden.

Dafür sind wir ausgelaufen um das Schiff in den Wind zu stellen…

Anker auf am Stadtkai
Leros bleibt achteraus – Törnbeginn? Leider nein!

Ich mache es kurz, das laue Lüftchen welches am Stadtkai leider aus der falschen Richtung kam, erwuchs sich innerhalb der Bucht zu einem strammen Wind der uns den Plan des Segelsetzens vor Anker verhagelte – Plan B muss her, ab in die Marina und das Segel am Baum gesetzt. Ducht um Ducht, Rutscher um Rutscher – uns lief der Schweiß, die Muskeln brannten, aber am Abend konnten wir Vollzug melden.

Rechtzeitig, denn schon an diesem Abend würden Sibylle und ich auf die Fähre nach Deutschland gehen. Es hieß packen, NESSAJA in einen kurzen Ruhezustand versetzen und uns von den Stegfreunden zu verabschieden. Am Abend waren wir mit Brigitte, Tina, Erwin und Volker in Dimitris´ „To Steki“ und sind danach direkt zum Fährhafen gefahren.

Pünktlich um 22.30 hat der blaue Riese unseren Fiat geschluckt…

Leros – Piräus

…und wir uns ohne Zwischenstopp, sprich Absacker, auf den Weg in unsere Kabine gemacht. Geplante Ankunft 07.00 Uhr – da lohnt sich ein wenig zu schlafen.

Wer schläft oben?

Angekommen in Piräus, hier startet ein zweiter Handlungsstrang, die Geschichte eines Motortransportes.

Hauptdarsteller sind Mario, der kräftige Kraftfahrer, Sibylle, die zwiederne Zweiflerin und Frederic, der fröhliche Fragende. Frederic sucht in Facebook einen Segler der einen Motor von Piräus nach Deutschland, am besten Nürnberg, bringen könnte, natürlich gegen Kostenbeteiligung. Mario, der Kraftfahrer antwortet großherzig, dass man da schon helfen könne, aber nur bis in die Nähe von München. Frederic freut sich, aber schon meldet sich die Zweiflerin – ob der den Motor abhole? Ob der keine Drogen im Motor versteckt hätte? Ob er bezahlt? Und wer ist der überhaupt – Frederic?

Stimmt! Ein wenig Recherche tut Not, doch Zweifel sind schnell zerstreut, zumal sich der in Facebook verwendete Name Frederic Rockefeller nicht als Alias entpuppt – eine kurze Google Suche verrät mir – ich mache Geschäfte mit den Rockefellers, es wird mir ein Vergnügen sein.

Wir fahren in Piräus also zum Yanmar Dealer der sich in einer Seitenstraße versteckt – und sind zu früh…

Yanmar Piräus

Die Zweiflerin unkt – werden die überhaupt kommen? WANN wird jemand kommen? Hunger, Durst, Klo…

Wir gehen Frühstücken und exakt zur vereinbarten Zeit meldet sich Frederic aus Deutschland, wo wir wären, man wartet in der Werkstatt auf uns. Na also!

Was ich dort sehe erinnert mich verdächtig stark an früher, nur muss ich diesmal nicht referieren.

Motoren soweit das Auge reicht
2022 ohne Elring Logo 😉

Der Motor entpuppt sich als großer Vierzylinder nebst Getriebe auf einer Palette. Wir verladen mit einem kleinen Hubstapler und es tritt zum ersten Mal die Frage in den Raum wie wir den wieder aus dem Bus rausbekommen – egal, das klären wir später…

Ready to go – heading Germany

Wir verlassen just in time Piräus, tanken am Stadtrand noch einmal voll und zahlen rund 1,73€ für den Liter Diesel, das war vergleichsweise günstig, aber bei 80 Liter eben doch ein erkleckliches Sümmchen. Mich hat es gefreut, durch den Motortransport etwas beigetragen zu haben.

Wir hatten bis 20.00 Uhr Zeit, das war reichlich bemessen um die 250km bis Patras zu fahren. So haben wir uns auf dem Weg einen kleinen Lunch und einen Kaffee gegönnt, natürlich an der Küste.

Hält wach

Für den Italiener, welcher mal wieder ins Exil musste und der somit Grund für unsere Reise war, hatten wir den perfekten Parkplatz gefunden – ich bin sicher, dass wir hier mehr als eine Stunde liegen gelassen haben.

Muss raus!!!

Von hier weg haben wir entschieden auf der „Old National Road“ nach Patras zu fahren. Man sieht mehr, die Fahrzeit ist kurzweiliger und wir hatten es nicht eilig. So sind wir am Spätnachmittag entspannt in Patras angekommen, haben uns auf der Fähre eingecheckt und erfahren, dass wir uns gegen 20.00 Uhr wieder im Hafen einzufinden hätten.

Wir haben beschlossen an der Küste entlang bis in einen Vorort von Patras zu fahren um dort ein wenig abzuhängen und dann zu Abend zu essen, so könnten wir uns das erste Dinner im Self-Service von ANEK sparen.

Gesagt, getan! Wir sind etwa 10km außerhalb gefahren, haben einen guten Parkplatz gefunden und sind ein wenig durch den Ort am Meer gelaufen. Wir haben uns ein Eis gegönnt und uns dann in einer Fischtaverne nieder gelassen.

Nochmals griechisch Essen – kurz vor der Abfahrt

Sibylle hatte Zeit für ihre Lieblingsbeschäftigung…

Hallo Otto!

…bevor wir zeitig zurück zum Hafen gefahren sind. Wir hatten uns diesmal abermals Venedig als Ziel ausgesucht. Der Autobahnweg ist einfach soviel kürzer als von Ancona oder gar Bari. Man munkelt aber, dass ANEK Venedig einstellen würde, wäre schade…

Destination Venice

Am Fährhafen geschah ein Wunder! Wir standen relativ kurz an um durch die Kontrolle am Zoll zu kommen und fuhren dann auf den Riesen zu, welcher uns ins Heimatland unseres treuen Minibusses bringen sollte.

Diesmal HELLENIC SPIRIT statt ASTERION II

Normaler Weise steht man dann nochmals eine gute Zeit bis mit dem Verladen begonnen wird. Diesmal jedoch nicht – wir wurden unmittelbar in den Bauch des weißen Riesen gewunken und auf unseren Platz beordert.

Tür an Tür mit…

Wir checkten ein, hatten uns dieses Mal eine Außenkabine gegönnt und gingen noch kurz aufs Freideck um über den Frachthafen zu schauen…

Piräus Port
Leinen los Richtung Italien – Kalinichta Hellas

…dann aber sofort in unsere Kabine. Wir waren erschöpft vom Tag, vor uns lagen 31h Fähre mit zwei Übernachtungen. Ich nehme es vorweg, alles verlief exakt nach Plan. Wir aber haben geschlafen bevor die Fähre abgelegt hatte.

Als wir wieder aufwachten waren wir bereits zwischen Korfu und Albanien, vom Zwischenstop in Igoumenitsa haben wir nichts mitbekommen. So nahmen wir unsere erstes Frühstück noch in griechischen Hoheitsgewässern ein.

Truckerfrühstück – hält bei Kräften (ich muss mir übrigens Kuhfellclogs kaufen)

Kurz vor Reisebeginn haben wir eine Info erhalten dass sich an unserer Fährverbindung Änderungen ergeben hätten – Schreck lass´ nach! Absage? Zur Zeit wurden viele Fähren, besonders nach Venedig, ersatzlos gestrichen. Aber nein, bei uns war es nur ein Schiffwechsel – von ASTERION II auf HELLENIC SPIRIT.

Wow, Google sagt uns, dass dieses Schiff der Stolz von ANEK ist, mehr Kreuzfahrtschiff als Fähre. Fotos zeigen Außenkabinen mit Luxus – wir waren freudig erregt – mussten aber feststellen, dass die Berichte aus einer Zeit stammten als es Google vermutlich noch nicht gab. Die Wirklichkeit sah ernüchtender aus…

Außenkabine

Die Dusche im Bad war zu klein, nicht nur für mich, auch für Sibylle – um da duschen zu können, ohne dass der Duschvorhand deiner habhaft wird musst Du eine Figur wie Fido Dido haben – kurz, es geht nicht…

Aber mit Kühlschrank, der seine Steckdose in der Nacht für´s Handy räumen musste (die Einzige neben der für den Fernseher – auch der wurde ausgesteckt) und Fenster, man kann sich stundenweise zurückziehen und ein wenig lesen oder dösen und man hat ein eigenes Klo, das alleine ist den Mehrpreis wert!

Die meiste Zeit sitzt man ohnehin im Salon oder der Lounge…

Lesen – kein Internet

…geht nach draußen um frische Luft zu schnappen oder sich die Beine etwas zu vetreten.

Nur Wasser – bei ca. 20kn SOG

Man geht zurück in die Kabine um etwas zu snacken und um nicht jede kleine Mahlzeit im Self-Service einnehmen zu müssen.

Snack aus Griechenland – Reiseproviant

Danach wieder zurück in den Salon oder die Lounge – es war erfreulich wenig los auf dieser Passage, wir konnten nahezu jederzeit den Platz wählen.

Panoramafenster – Land in Sicht

Wir sehen Land und Navionics, unsere Seekarte, sagt uns, dass wir die kroatischen Außeninseln passieren…

Karte
Realität

Wir entdecken Kurioses und fragen uns wie so etwas passiert – Gedanken von Monsterwellen und Kaventsmännern schießen uns in den Kopf, ob wir doch lieber ein Haus kaufen???

Splitterbruch – ein Kaventsmann??

So vergeht auch dieser Tag – wir werden später feststellen, dass Sibylle das Fliegen liebt, ich das Fähre fahren – wie immer sind unsere Meinungen nah beinander, fast…

…Zeit für´s Abendessen!

50 Touristen und gefühlt 250 Fernfahrer ziehen, einer Karawane gleich, zum Self-Service Restaurant der ANEK, nicht schlecht, nicht teuer – geht eben so. Wir sind mitten drin…

War ok, aber eben Self-Service – kein Fan!

Nach dem Essen ist vor der zweiten Nacht! Wir gehen noch einmal die „Schiffsrunde“ und beobachten die Sonne beim Untergehen – auf die typischen, kitschigen Sunset-Pics verzichten wir diesmal ganz bewusst!

When the Night comes

In der zweiten Nacht haben wir schon den Wecker gestellt – planmäßige Ankunft um 07.00 Uhr, das wäre fein. Tatsächlich sind wir pünktlich, aber die italienische Polizei sorgt für Verzögerungen. Immerhin bleibt mir diesmal, vermutlich wegen Sibylles Präsenz, die Rundum-Kontrolle erspart und wir finden uns gegen 9.00 Uhr auf Italiens Straßen und später Autobahnen wieder.

Zunächst sonnig und warm, verändert sich das Wetter zusehends und kurz nach dem See aller Seen, dem Lago di Garda, waren wir mit Regen konfrontiert – hier war er nun, der „Rain in May“.

Alto Adige

Wir haben gefrühstückt, sind dann aber zügig durchgefahren, eigentlich völlig ohne Stau wenn man von den kurzen Wartezeiten an den Mautstellen einmal absieht.

Sterzing

Nach drei Nächten und zwei Tagen Reisezeit kommen wir am Nachmittag des 25.05. in der alten Heimat an. Wir sind erschöpft, begrüßen Florian, Sonja und die Enkel Otto und Benno und freuen uns auf eine bayrische Brotzeit, danach fallen wir erschöpft ins Gästebett unseres ehemaligen Hauses.

Für den nächsten Tag, ein Feiertag, war ein Familiengrillen angberaumt, es trafen fast alle Kinder und Schwiegerkinder ein – ein schöner, geselliger und familiärer Nachmittag und Abend!

Grillen – bayrische Schmankerl

Es geht recht rasch, dass wir ins Familienleben von Sibylles Ältestem eingebunden werden. Dabei trifft es sich gut, dass Enkelchen Benno und ich uns ohne Zeitverzug angefreundet haben, er hat wohl schnell erkannt, dass es gut ist einen gemütlichen Opa zu haben.

Wie man sich bettet – so liegt man

Sibylle tobte währenddessen mit Otto durch den Garten und hat unermüdlich die mitgebrachte Wasserpistole nachgeladen. Ich hindessen wurde, ganz der Profession entsprechend, zur Fahrzeugreparatur gebeten – das Bobbycar hatte Achsbruch, eine Reparatur musste durchgeführt werden.

Benno beobachtet neugierig…

Wenn Du Treffpunkte vereinbaren willst, ist es nicht immer einfach eine geeignete Lokalität zu finden. Manchmal fehlt die zündende Idee – gut wenn man Gaststätten hat, bei denen ein gewisser „Memory-Effekt“ im Namen beinhaltet ist…

Hier habe ich schon 1993 für die Meisterprüfung gelernt – die Zeit fliegt

…der Name ist Programm und ich hatte Glück, dass an diesem Sonntag „Schnitzeltag“ war!

12,12€ – gut investiert

So war dieser Abend ein sehr gelungener – mit gutem und reichhaltigem Essen…

One of…

…mit guten Gesprächen über bevorstehende Urlaube und Pläne…

Sibylle und Nader schmieden Urlaubspläne

…und von Wiedersehensfreude geprägt!!!

Am Heimweg wurde uns bewusst wie die Tage verfliegen, wir haben uns bei diesem Besuch nur auf die Familie konzentriert – und doch verging die Zeit viel zu schnell. Für einen Abstecher an den Bodensee zu meiner Tochter war leider keine Zeit mehr – aber das holen wir nach!

Noch etwas fiel uns auf, es war für die Jahreszeit brutal kalt in Deutschland. Wir hatten morgens und abends nur rund 6-7°C – wir haben gefroren und es machte sich auch eine Freude auf die griechische Wärme breit.

abends – 7°C

Letzter Tag in Deutschland – wir haben diesmal bewusst nur eine knappe Woche geplant, werden wir doch wegen zweier Hochzeiten im Gegenzug häufiger nach Hause fliegen.

Sibylle will, beziehungsweise muss zum Zahnarzt, ich werde sie bringen, das letzte Paket bei GLS abgeben und dann warten – bei einem bayrischen Frühstück – abermals geht es in die Kälte…

morgens – 6°C

…ich setze Sibylle ab, mache meine Besorgungen und lande bei Kuhn in Holzkirchen. Weißwürschte, ich will Weißwürschte!

YUMMIE

Ich erinnere mich, dass kräftige Kraftfahrer Kraft brauchen und ordere noch etwas nach – ich war gierig nach dem Zeug, vor allem mit Brezen!

Guter Start in den Tag

Der Motor, was war mit dem Motor??? Der wurde noch am Anreisetag von Frederic abgeholt. Er kam alleine, respektive mit zwei Töchtern die aber nicht wirklich daran interessiert waren einen Motor hochzuheben.

Das war Frederic übrigens auch nicht wirklich – zum Glück war gerade mein Junior zu Besuch und wir haben das Trum kurzerhand auf Frederics Anhänger gezogen – kräftige Hände, schnelles Ende! Das Spiegelei ist mehr als gerechtfertigt 😉

Es hat alles geklappt, ich konnte helfen und Frederic ist ein netter Typ der auf Kos stationiert ist. Wir werden uns wiedersehen.

Unsere To-Do Liste in Deutschland war abgearbeitet, die Einkäufe in unserem Reisegepäck verpackt und die Enkel hatten inzwischen Wetzspuren vom Knuddeln. Wir haben den flotten Italiener gewaschen, gesaugt, so dass er sich nicht schämen muss wenn er da so rumsteht – er wurde sicher abgestellt – Ciao, wir sehen uns im Herbst wieder, wenn wir Dich nicht verkaufen…

Wir verabschieden uns von Florian, Sonja und den beiden Burschen und begeben uns wieder auf Reisen, es geht heim, zurück zu NESSAJA!

Wir werden Geld sparen, auf Taxis verzichten und auch nicht die Jugend bemühen uns den weiten Weg zum Flughafen zu bringen – wir fahren öffentlich (was zumindest bei mir etwa 40 Jahre her ist), übernachten bei Nader und Christine in Flughafennähe und werden am Folgetag um 4.00 Uhr von Nader zum Airport gebracht. Klingt nach einem Plan, klingt gut!

Donnersberger Brücke – umsteigen von BOB in S-Bahn

Wir stellen zunächst fest, dass es einen Tag vor Einführung des 9,-€ Tickets ist – was uns schlappe 34.-€ kostet. Zudem, dass Reisende mit Gepäck wenig Raum für Koffer oder Taschen finden, können uns aber irgendwie organisieren – die BOB fährt bis München ca. 20 Minuten, von da nach Erding ist es über eine Stunde…

Wenn Einer eine Reise tut

Leider war Christine an diesem Abend nicht zu Hause, wir treffen sie also das nächste Mal in Leros. Nader hat sich aber richtig Gedanken gemacht wo er mit uns hin soll – klar war, bayrisches Essen, am liebsten Landgasthof – und seine Wahl war ein Volltreffer!

So kam ich am Abschlussabend noch zu meinem Schweinebraten mit Knödel!

Nach den Apfelringerl als Dessert spannte der Ranzen ein wenig und es drängte sich die Überlegung nach einem Schnapserl auf. Während ich da so denke, sehe ich in Naders Küche eine wohlbekannte Spezialität stehen – ob wir da noch ein, zwei Gläschen???

Zumindest ein Omen – Griechenland wollte mich wieder, mich verwöhnen mit seinen Reizen. Wir verzichteten an diesem Abend, denn es war klar, der Wecker würde um 3.45 Uhr klingeln, wir müssen zum Flughafen!

Unchristliche Zeit

Der Morgen des nächsten Tages verlief reibungslos. Wir verließen pünktlich um 4.00 Uhr das Haus, Nader lieferte uns auf der „Kiss & Good Bye Lane“ ab und wir gaben unser Gepäck auf und durchliefen den Sicherheitscheck.

Kurze Zeit später brachte uns ein Zubringerbus zum Flugzeug…

IM Bus gilt Maskenpflicht

…der Flieger wartete bereits und brachte uns innert 2:22h berechneter Zeit nach Kos.

Vorne zusteigen – super, Reihe 24

Der Flug verlief gut, weitgehend ruhig, dennoch merke ich, dass nach meiner aktiven Zeit als beruflicher Vielflieger diese Art zu reisen die für mich unattraktivste wird oder schon ist – ich überlege ernsthaft ob ich im August zu Stefans Hochzeit mit dem Motorrad anreise.

Die Alpen – noch tief verschneit

In Kos angekommen, haben wir wiederrum beschlossen die günstigste Alternative in die Stadt zu wählen. Obwohl wir 45 Minuten auf den Bus warten mussten, haben wir uns tierisch gefreut für 6,40€ statt für 40.-€ gefahren worden zu sein – und die Busfahrt ist schöner als man denkt!

Zugegeben, nicht für alle Menschen – so hat ein kleiner Bub, vielleicht 5-6 Jahre alt, seine Eltern auf der Busfahrt vom Resort nach Kos Old Town gefragt – ich zitiere – „ist das jetzt Urlaub?“ Dem ist nichts hinzuzufügen…

Noch herrscht Maskenpflicht – neben mir sitzt Sibylle
Wurde später noch voll!

Ab 01.06. – das heißt ab morgen – wird in Griechenland die Maskenpflicht aufgehoben. Ich habe meine FFP2 daher sofort entsorgt und für den öffenlichen Bus (ohnehin Maskenpflicht) die hier obligatorische und bei der Hitze angenehmere OP Variante gewählt. Wir befolgen die Vorgaben weil wir die Regeln des Gastgeberlandes in jedem Fall respektieren, auch wenn diese, wie in Deutschland auch, nicht immer nachvollziehbar sind.

In Kos Old Town angekommen, haben wir uns an den Marktplatz zurückgezogen um dort zu frühstücken. Das war spannend, belustigend und ab und zu auch peinlich – im Sinne von Fremdscham. Hier wird ein Tourismus gelebt welchem ich zum Glück nie angehört habe und dies auch niemals tun werde.

Morgens um 11.00 Uhr mit nacktem Oberkörper bei einer MASS Bier am Hauptplatz im Cafe zu sitzen – da gehört was dazu.

Ein Prosit der Gemütlichkeit

Die fünf Kinder hatten jedes ein Handy und daddelten, der zweite Mann war später auch noch „oben ohne“ – aber da kleine Sünden ja meist sofort bestraft werden – ich bin sicher, dass die Beiden am Abend dieses Tages in der Apotheke auftauchen und Fenistil Brandsalbe fordern. Merken konnten sie es nicht mehr, es blieb nicht bei einer Maß. Die Nationalität spielt keine Rolle, aber die Queen wäre „not amused“.

Ehrlich, ich musste raus, diese Art Trubel halte ich ganz schlecht aus. So kam es mehr als gelegen, dass die ELOWYN auf Durchreise war und wir an Bord gebeten wurden, so ließ sich der Nachmittag verbringen.

Seebrise
Hotel ALEXANDRA

Ich fotografiere das Hotel ALEXANDRA weil es der Anlaufpunkt für Nader und Christine sein wird auf ihrem Weg nach Leros. Doch, es ist Vorfreude…

Mit Sibylle schlendere ich zur Eisdiele, wir mampfen ein Eis bei angenehmen 32°C – endlich ist das Leben wieder im Lot. Die Enkelspeicher sind ja noch voll, wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt…

…zumindest solange bis der Besitzer der Eisdiele freudestrahlend aus seinem Geschäft gerannt kommt. Er gestikuliert irgendwas, deutet ausufernd die kleinen Eiskugeln der Anderen in die Luft, danach mit ausschweifenden Bewegungungen seine großen Eiskugeln darstellend und war offensichtlich erfreut, dass wir, vor allem Sibylle, seine Monsterkugeln restlos verputzt haben – kala, polykala – gut, sehr gut!

Ihr hättet Sibylles Gesicht sehen sollen als der fremde Mann ihren Bauch tätschelt und dabei an ihrem Wammerl wackelt – für Götter – und mit Geld nicht zu bezahlen. Leider kein Foto! Und wenn, ich hätte keine Freigabe bekommen…

Zurück in Kos sind wir abends noch gemeinsam essen gewesen – nettes Lokal, die Treppen hoch, aber für mich typisches Touristenessen aus einer neunsprachigen, bebilderten Speisekarte – keine Empfehlung!

Es ist 20.00 Uhr, wir müssen los. Wir zahlen, verabschieden uns von Volker und Kristina und deren Besuch und machen uns auf den Weg zum Hafen, unsere Fähre legt schon an, geplante Abfahrt um 20.30 Uhr.

Wir schnappen die Taschen auf der ELOWYN und hetzen zum Fährkai – kurze Hektik aber alles rechtzeitig geschafft.

Kos – Leros

Die Fahrt vergeht wie im Flug, zumal der Inselzubringer auf seinem Weg nach Piräus diesmal nicht in Kalymnos Stop macht. Bald schon nehmen wir Kurs Leros.

Wir werden in den Frachtraum beordert, müssen unsere Taschen packen und stellen uns vor die Laderampe. Kurze Zeit später öffnen sich die Tore und wir werden auf unsere Heimatinsel gespuckt – auch für uns heißt es „Welcome on Leros“.

Weil es noch nicht zuuuu spät war haben wir uns kurzerhand auf die ARIES eingeladen. Wir wussten, dass Roland und Evelyn im Stadthafen liegen und uns war nach einem Absacker – am liebsten einen Ouzo, hatten wir den doch vor etwa 24h bei Nader noch abgelehnt.

Back home!

Zwei Ouzo später, es war bereits Juni, riefen wir meinen Freund Giannis mit seinem Taxi, welcher uns rasch zu NESSAJA brachte. Die Batterien bleiben abgeklemmt, die Taschen gepackt, die Zähne ungeputzt – wir sind ins Bett gefallen und haben wunderbar geschlafen, daheim ist eben daheim!

Ja, soweit der Rückblick auf den vergangenen Mai. Wie immer DANKE für Eure Geduld beim Lesen und Euer Interesse, schön, dass Ihr dabei seid.

Eine kleine Vorschau auf Juni – wir machen ein paar Kleinarbeiten an NESSAJA, Dinge die wir noch weghaben wollen. Am 09.06. gehen wir auf die Fähre, treffen dort Kate und Lisa mit denen wir nach Rhodos fahren. Von dort geht es nach drei Tagen zurück nach Leros wo die Beiden ihren Urlaub ausklingen lassen. Der Staffelstab wird dann an Nader und Christine übergeben, mit denen wir unvergessliche Urlaubstage auf „unserer Insel“ verbringen wollen. Es sind auch Ausflüge nach Patmos, Lipsi und Archangelos geplant – ohne NESSAJA!

Wie das geht und was wir dabei erleben bleibt dem Bericht im Juni zu entnehmen – bis dahin wünschen wir Euch einen schönen Sommer und eine gute Zeit.

Ach ja, zwischendrin werde ich noch den Bericht „Winter auf der ELOWYN“ hochladen, einmal ein anderer Blickwinkel.

Herzliche Grüße

Sibylle & Mario / Crew der NESSAJA

4 Kommentare zu „Mai 2022 – Rain in May“

  1. Wieder mit großem Interesse die wunderbaren Erzählungen und Bilder genossen und JA, Christine und Nader haben Euch nicht nur gerne bei sich (über das „Verhau-Foto“ um die Ouzoflasche in unserer Küche reden wir noch 🧐), wir freuen uns auch unbandig auf Leros und Ausflüge mit Euch! Bald… bald! 😘

    1. Das Verhaufoto??? Welches Verhaufoto??? (hätte doch keiner bemerkt – psssst)…
      Ja, die Uhr tickt! Wir denken täglich an Euch wenn wir am Panteli Beach baden gehen. Seid gespannt, wir haben ein kleines Programm, welches auch die Besuche der Nachbarinseln beinhaltet.
      Bis bald, herzliche Grüße Mario

  2. Lieber Mario liebe Sybille vielen Dank für den schönen Bericht! Anstatt meine angesagten Tätigkeiten auszuüben habe ich mich wie immer gleich darauf „gestürzt“. Ich freue mich immer wenn ich Bilder von Nessaja sehe, z.B. die kleinen Kissen im Vorschiff welche ich damals selbst genäht habe. Und wie die Polster immer noch schön sind, abgesehen von den perfekt angepassten neuen im Salon.
    Einzig vermisse ich das Segeln in Euerm Bericht. Auch im Juni sieht es nicht darnach aus dass Ihr endlich losfährt und all die Neuigkeiten ausprobiert. Wie soll der Windgenerator etwas bringen wenn man am Landstrom hängt? Mir würde es heiss unter den Füssen wenn ich nicht die Segeleigenschaften ausprobieren könnte nach den vielen Um- und Einbauten. Ich bin gespannt auf Eure weiteren News und wünsche Euch einen schönen Juni.

    1. Liebe Christine, da hast Du Recht – ABER – ich zeige natürlich nicht immer alle Bilder von NESSAJA 😉 Es gibt schon noch Baustellen, im Moment ist sie nicht fahrbereit. Das kannst Du daran erkennen, dass keinerleich Navigation verbaut ist und auch nur eine Notbatterie verwendet wird.
      Die ganzen Kabel die im vorderen Bad liegen habe ich ausgebaut, neue Kabel zu den neuen Batterien müssen noch verlegt werden – und dann eben noch eine neue Navi.
      Wenn alles klappt werde ich im August fertig und wir machen eine Proberunde – das alles für das große Ziel, die Atlantiküberquerung 2023 / 2024.
      Herzliche Grüße Mario

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