März 2022 – Hands of a workin´ Man

„Same old job, same old dull routine
But in his heart, he knows what it brings“

Der Liedtitel der unseren Monat März beschreiben soll ist einer den nur die Wenigsten kennen dürften. Bereits 1998 beschrieb Ty Herndon das Gefühl einer täglichen Routine zu folgen, wenn man nur weiß wofür man das alles macht…

So war und ist es auch bei uns dieser Tage!

Zunächst muss ich mich für die Verzögerung entschuldigen – ich bin krank! Sehr krank! Sibylle sagt, ich hätte eine Viruserkrankung die Schnupfen heißt und neben Covid 19 noch existieren würde. Da landläufig bekannt ist, dass eine solche Erkrankung bei Männern mit Nahtoderfahrungen einhergeht, war mir zum Monatswechsel das Schreiben unmöglich.

Auch diese Zeilen ringe ich mir ab 😉 , doch ich bin aus dem Monat Februar noch zwei Nachträge schuldig und will zumindest zeitnah liefern. Zum Einen das Ergebnis von Sibylles „Anchor Artwork“, dem Anstrich unseres Hauptankers durch meine liebe Gattin – hier bleibe ich in Eurer Schuld, wir haben das gute Stück erst heute montiert, es ist der 04. April, die Bilder dazu gibt´s im Aprilbericht 😉

Erfolgsmeldungen dagegen gibt es von der Ruderfront, hier obsiegte ich im Kampf mit einer 10er Gewindestange. Ich habe die Situation ja letzten Monat beschrieben und als offenes Projekt in diesen Monat genommen…

ENDLICH – der Quadrant in meinen Händen!

Nach zwei TAGEN Ausbauarbeit und dem Opfern nahezu einer kompletten Bohrerbox hatte ich mein Scheitern vor Augen – Google und beherztes Behirnen der Situation lieferten einen letzten Ansatz – eine 20mm Kobalt Lochsäge!

Genau, weiß Google eigentlich wo ich bin? (Anmerkung – ich bin sicher die wissen es…) HIER kann man doch so ein spezielles Tool nicht kaufen – wieder auf bestellte Teile warten!?!

DIESMAL NICHT! Es war kaum zu fassen – unser hiesiger OBI, Andreas Kritikos, hat so ein Werkzeug lagernd, es passte genau in die vorgegebene Bohrung und durchschnitt den widerspenstigen Bolzen als wäre er aus Butter…

JAAAAAAA – geschafft!

Nur einen Augenblick nachdem der zu kappende Kandidat seinen Wiederstand aufgeben musste, fielen die beiden Hälften meiner Ruderanlage förmlich auseinander – und mir der sprichwörtliche Stein vom Herzen.

Edelstahl in Alu – das kann nicht gutgehen

Ich konnte nun alle noch übrigen Teile abbauen und hatte umgehend Zugang zur letzten Halteschraube des Ruderblattes.

Der letzte Sicherungsbolzen

Nach dem Lösen dieser letzten Sicherungsschraube konnten wir mittels des Wagenhebers unseres Scudo das Ruderblatt auf eine erträgliche Arbeitshöhe ablassen.

So ist die Schadstelle gut zugänglich

In dieser Position steht das Ruder bis heute – es bleibt einer der noch zu erledigenden Punkte bevor wir am 14.04.2022 gekrant werden und NESSAJA wieder in ihr vertrautes Element zurück darf.

Welcher Aufwand nötig war und welche Versuche unternommen wurden um den Bolzen zu durchtrennen kann man am verbliebenen Rest der Gewindestange erkennen. Dass dies nicht so gehört erkennt auch das ungeschulte Auge…

Nach stundenlangem „Mullen“ sah es so aus – die Bohrer leider auch…

Wir sind nun also in der ersten Märzwoche, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, unseren Blogbeitrag des vergangenen Monats zu lesen. Zu dieser Zeit war es keinesfalls selbstverständlich, dass wir jeden Tag viele Stunden freiweg an unserem Schiff arbeiten konnten. Starke Winde, viele Regenfronten und massive Kaltluftkeile schoben sich über die Ägäis und wir mussten die Arbeiten nach dem Wetterbericht planen. Wir sind daher recht froh, dass wir gut im Zeitplan liegen und aus heutiger, aktueller Sicht nur noch zwei Projekte am Unterwasserschiff abschließen müssen bevor wir den Krantermin haben – ein Meilenstein! Dafür haben wir 9 Arbeitstage, das sollte zu schaffen sein. Wie es uns bis heute weiter erging, daran wollen wir Euch teilhaben lassen…

Wie gesagt, es war eine kalte Phase, wenn wir in einer Taverne eingekehrt waren, haben wir uns die Gaststätten ausgesucht welche eine Heizung oder noch besser, einen Platz am Kamin, hatten.

Gemütlich – der Kaminplatz im „Nemesis“
Urig und einladend – gemütlich…

Es wurde zu dieser Zeit noch zeitig dunkel und die Arbeitstage, sprich JEDER Tag, dauerte so bis 18.00 Uhr, danach musste ich Schluss machen und konnte mich auf die ELOWYN zurückziehen. Zum Glück konnte ich NESSAJA einigermaßen gut heizen, frieren musste ich nicht, obwohl wir Tage mit nur 6°C hatten.

Die heftigen Regenfälle dieser Tage machten selbst unserem temporären Zuhause, einem Schiff der Luxusklasse, zu schaffen. Nach zwei, drei Tagen Starkregen hatten wir auch hier ein wenig Wasser aus der Bilge zu entfernen.

Da muss die Mastmanschette erneuert werden…

Es war aber auch brutal – es hat wirklich geschüttet wie aus Kübeln! Klar, im Schiff war es gemütlich, wir konnten uns während der freien Minuten gut beschäftigen…

Sommer nur auf dem Bildschirm

…aber außerhalb des Schiffes dachte man, dass die Welt untergehen würde.

Regen – tagelang! Die Natur freut es – mich weniger!

Der Boden hier ist weniger aufnahmefähiger als wir es etwa aus Deutschland kennen, Kanalisation und Ablaufrinnen gibt es, aber ebenfalls anders dimensioniert als wir es als Maßstab ansetzen würden.

So war es kein Wunder, dass an allen Ecken und Kanten das Wasser mehr oder minder kontrolliert ins Meer abfloß.

Blick von unserer „Terrasse“

Dies sorgte über Tage für eine braune Brühe rund ums Schiff – es dauerte einfach, bis sich die Sedimente abgesetzt haben!

Azurblaues Mittelmeer? Nicht heute!
Braunes Wasser in alle Richtungen

Leider war das noch nicht alles! Wer meine Berichte schon länger verfolgt weiß, dass jetzt zusätzlich noch ein alter Bekannter ins Spiel kommt – der Wind!

Dieser Wind hat uns auch im März nicht enttäuscht – er wehte stetig, immer, andauernd! Ich kann nicht behaupten, dass mich das nicht phasenweise genervt hätte – immer nur „Huuhuuuuhuuuuuh“ in den Ohren – Tinnitusgefahr!!!

Ok, hier zeigt die Wetterapp rund 35kn Mittelwind – die Böen können aber stärker sein – und das waren sie auch!

Windstärke 10-11 im Hafen!

Unter diesen Voraussetzungen musste innen gearbeitet werden – nicht schlimm, es waren ja einigen Projektaufgaben anhängig! Ich habe übrigens die mir eigene Arbeitsweise, angefangene Projekte in einem Zug fertigzustellen, anpassen müssen – wer mich kennt weiß, mag ich nicht! Hilft aber nix, manchmal musste ich Teile nachbestellen oder beschaffen, andermal musste ich mich dem Arbeitsplan von externen Monteuren anpassen und zu guter Letzt – ich gebe es zu – war es auch für mich eine „Erleichterung“ ab und an eine andere Baustelle bedienen zu dürfen – anderer Blickwinkel, andere Arbeitsposition, anderer Ärger…

So packte ich endlich das Projekt „Motorölverlust“ an – der hintere Dichtring der Kurbelwelle sollte erneuert werden! Das bot sich an, das Getriebe war ohnehin abgebaut – also ran an den Speck! Mein Fachgebiet, ich freute mich…

Der Neue soll da rein – Spanngurte helfen den Motor zu halten

Ich erinnerte mich an viele Trainings in aller Herren Länder bei denen ich den Werkstattjungs erklären durfte, wie vorzugehen sei wenn kein Spezialwerkzeug zur Hand ist. An diesen Ansatz habe ich mich gehalten – und siehe da, jahrelang aufgezeigte, einfache Alternativen funktionieren!

Um an dieses banale Bauteil ranzukommen, muss vorher Einiges abgebaut werden. Aber das mag ich, genau mein Geschmack.

Irgendwie ging es ganz problemfrei und reibungslos – nach relativ kurzer Zeit hatte ich den vermeintlichen Übeltäter in der Hand…

Das Neuteil wollte eingebaut werden, kurze Info angebracht, check! Jetzt sollte der Ölverlust behoben sein…

…was bedeutet in diesem Zusammenhang „sollte“ (Konjunktiv) und „vermeintlich“ (Zeichen der Unsicherheit)???

Was man auf den Bildern nicht so sieht – die Schrauben rund um den Kurbelwellen-Dichtring halten eine Art Adapterplatte, so dass man unseren Motor (Hersteller Perkins) auch in Autos und Maschinen einbauen kann – so eine Montageplatte zwischen Motorblock und Getriebeglocke hatte ich, ehrlich gesagt, so noch nicht bewusst wahrgenommen, auch das original Werkstatthandbuch gab dazu keine ausreichende Erklärung.

Bereits als ich die Arbeit beendet hatte, mich am Anblick unserer Buchtausfahrt erfreut habe, war mir klar – dieser Job ist noch nicht final beendet! Dazu später mehr…

Lakki Bay – jeden Abend eine andere Stimmung!

Ich nehme einen Teil vorweg – die Internetrecherche ergab, dass die Adapterplatte ebenfalls gegen den Motorblock abgedichtet ist. Eine Fehlerquelle von der ich nicht wusste, die aber meinen Reparaturerfolg gefährden könnte. Ich habe deshalb entschieden die Dichtung zu bestellen und die Arbeit dieses Tages später im Monat noch einmal zu machen.

Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch das Problem einer Falschlieferung mit dem „Motor-Spezi“ klären. Trotz Motortyp und Motornummer habe ich einen falschen Kühlerdeckel erhalten – übrigens, der falsche, einfache Deckel kostet 55.-€ was im Vergleich zu Autos unheimlich teuer ist!

Nach ein bisschen Hin und Her bekomme ich nun den neuen, passenden Deckel nachgeschickt – der kostet übrigens 113.-€, was mich fast vom Stuhl gehauen hat! Da der Standardversand der bestellten Ersatzteile nach GR rund 10-14 Tage dauert war es an der Zeit sich anderen Projekten zu widmen.

Die Waschmaschine! Das auf dem Papier aufwändigste Projekt unseres Refits. Sie braucht Ihren Platz, es müssen Leitungen verlegt werden an die ich nur jetzt, wenn der Saildrive ausgebaut ist, hinkomme – also ans Werk!

Das neue Fundament aus 22mm Siebdruckplatten wird angebracht…

…und ein Befestigungsrahmen für das neue „Hinten“ (rechte Seite) des 40cm Topladers verklebt und verschraubt.

Dient auch als Kabel- und Auspuffschacht!

Ich musste mir Gedanken über eine „rahmenfeste“ Verbindung zum Schiff machen – damit die Maschine im Falle eines Sturmes nicht Löcher in den Rumpf schlagen kann. Das mache ich hier mit einem Spanngurt der durch einen Hauptspant gezogen wurde.

So entsteht ein massives Gerüst, an welchem später die Maschine angehängt wird.

ohne Anti-Vibrationsmatte

Um Vibrationen zu minimieren wird dieses Fundament mit einer schweren Bitumen Anti-Vibrationsmatte versehen.

später mit einer solchen!

Auch die Maschine selbst muss angepasst werden – leider verliere ich damit wohl mein Gewährleistungsrecht. Ich entferne die Füßchen und bringe Befestigungslöcher am Gehäuse an. Später werden auf der Rückseite der Maschine noch Halter für den Seewasserfilter des Generators und Antidröhnmatten verbaut.

Dann darf die Maschine das erste Mal auf Ihren Platz und wird befestigt – FUNKTIONIERT!

Man beachte hier die Ecke links. Diese Ecke wird mein Platz für die Heizung und noch massiv umgebaut. Wie tief ich eingreifen musste war mir selbst noch nicht klar…

Die Feierabende waren verdient, ich ging meist zufrieden, aber immer matt, die paar hundert Meter bis zur ELOWYN, wo ein gutes Abendessen und eine warme Dusche auf mich warteten. Am Weg hatte ich jeden Tag den Blick auf die Lakki Bucht. Wie bereits geschrieben, immer in einem anderen Licht!

„Wo gehobelt wird fallen Späne“ – kennt Ihr das Sprichwort? Ich HASSE es! Wie wenn ich zum ersten Mal Werkzeug in der Hand halten würde, klopfe ich mir immer wieder mal auf die Finger oder rutsche irgendwie ab, was meist blutende, klaffende Fleischwunden nach sich zieht…

Oh weh, oh mir!

…die Heilung dauert meist ein paar Tage und der Kontakt mit Reiniger, Aceton oder Ähnlichem schmerzt mehr als die eigentliche Wunde – obwohl das gelegentliche Aufbrechen der Kruste oder ein nochmaliges Anschlagen der Schadstelle auch nicht zu verachten ist!

Ich leide still…

Umso mehr freut es mich wenn es etwas zu feiern gibt! Der März war voll von Anlässen und Thomas startete mit einer Einladung zu seinem Geburtstag. Mich freute das sehr, weil es genau sein Geburtstag war, an dem wir 2021 wegen unserer Quarantäne nicht teilnehmen konnten.

Zu einem Ouzo sagt man nicht NEIN!
Schmeckt auch der Capetaña

Auf der Baustelle, ich habe übrigens mal ein Schiff mit diesem Namen gesehen, ich verstehe heute gut was den Eigner bewogen hat – auf der Baustelle also, waren Vorbereitungen zu treffen.

Wir haben für zwei Aktionen fremde Hilfe angefordert – einmal den Schreiner um die Technikecke neu zu umbauen, zum anderen den Elektriker um alle Umbaumaßnahmen im MAST zu machen, so dass die neue Navigationsanlage durch mich installiert werden kann.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, wer wann kommen und aufploppen würde. Heute kann ich vorwegnehmen, dass der Elektriker erst in der ersten Aprilwoche seinen Job machen wird, der Schreiner da aber wohl fertig sein wird. Zum damaligen Zeitpunkt musste ich mit allem rechnen, ich musste vorbereitet sein…

Zugang zu den Kabeln im Mast

…also habe ich den Zugang zu den Mastkabeln geöffnet und einige Kabel freigelegt. Ich hatte den Anspruch alle übrigen Kabel zu entfernen – so wurde aus einer „mach ich schnell“ Aufgabe ein Tagwerk.

Denn wenn ich hier schon einmal am Werken bin, kann ich auch alle Instrumente, welche später nicht mehr benötigt werden, demontieren.

Klar wird, dass die Klappen neu gestaltet werden müssen – also neu, nicht nur eine, nicht zwei, nein, alle drei – also raus damit!

Hm, 12V Elektrik offen UND 230V Elektrik offen – nicht gut! Ich will nicht, dass Irgendwem, Irgendwas passiert – also ein Warnhinweis angebracht! Nicht deutsche Norm, aber effektiv…

Übrigens, man munkelt ja ich hätte ähnlich Züge wie Adrian Monk (den Gott sei Dank keiner von Euch kennt) – aber die oben zu sehende Werkzeugordnung ist nicht allgegenwärtig! Das ist der Feierabendzustand – tagsüber sieht es eher so aus…

Ok, der Elektriker kann kommen, ich bin vorbereitet – zufrieden gehe ich „nach Hause“!

Doch der Elektriker kommt nicht, dafür aber der Schreiner! Er ist schnell und nimmt sofort erste Anpassungsarbeiten vor.

Ruckzuck, der Meister seines Faches!

Das Ergebnis kann sich bereits am ersten Tag sehen lassen, man kann sich das Zielbild ungefähr vorstellen.

Es wird! 😉

Zum Glück musste das komplette Gewerke des Holzfachmannes noch einmal durch seine eigene Hand zerlegt werden, alles musste lackiert und in die perfekte Form gebracht werden – Kanten mussten geschliffen werden und Deckel wurden angebracht! Für mich ein klares Signal die Technikecke fertig zu stellen!

Dafür habe ich eine kleine Zusatzaufgabe vorgezogen. Eigentlich wollte ich die Dieselheizung erst später in einem losgelösten Arbeitsprojekt verbauen. Aber ich wartete noch auf eine Wasserpumpe (dazu später mehr) und auf meine Motorteile. Ich hatte also „etwas Luft“ und beschloss die Technikecke zu finalisieren.

Alles beginnt mit dem ersten Halter und ein paar Meter Schlauch

Bereits als Sibylle und ich die Eberspächer Dieselheizung, eine D5 damit wir nie mehr frieren müssen, auf dem Mäuerchen vor dem Schiff auslegen, wird klar – dieses Ding passt niemals auf ein Brett vor den Wasserabscheider! Was tun sprach Zeus?

Braucht Platz!

Kurzerhand wurde entschieden die „große Ecke“ für die Heizung zu räumen und den Wasserabscheider davor zu bauen. Dass dies nicht so rasch geht wie es sich niederschreiben lässt, versteht sich von selbst – zudem mussten für Ausgänge in allen Räumen ein paar Meter 90er, 75er und 60er Schlauch verlegt werden – da kann Manches im Weg sein…

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Technikecke fast fertig

Jetzt noch den Tank für das Wasser aus unserem Wassermacher dazu – dann kann der Schreiner seine Arbeit finalisieren.

Er tat wie erwartet und hatte die mittlerweile lackierten Umbauteile der Technikecke innerhalb kurzer Zeit installiert. Vorgabe war, dass alle Kanten welche zum Zerlegen der Bank und des Kastens geöffnet werden müssen, nur geschraubt und nicht geklebt sind. So kann ich im Notfall zerstörungsfrei mit relativ geringem Aufwand auf die Systeme zugreifen – auch die Seeventile sind recht gut zugänglich.

Dieses Foto hat in den Sozialen Medien die Frage aufgeworfen, „wie man denn eigentlich an die Waschmaschine rankommt“? SO!…

Alles in Allem kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Ich greife vorweg, dass der Schreiner heute den letzten Handgriff getan hat – aber das und die finalen Bilder (mit Tisch und Klappen am Navitisch) gibt es im Bericht des kommenden Monats.

Das Alles klingt so, als ob unsere Projekte wie am Schnürchen umgesetzt werden können – weit gefehlt! Es geht drei Schritte vor und einen zurück, es gibt KEINE Arbeit ohne Pannen. Diese Upsalas möchte ich Euch nicht vorenthalten…

  1. Das erste Zerlegen der Technikecke – natürlich musste ich die Ecke nochmal aufmachen, ich verrate unter Punkt 7 warum. Beim Zusammenbau habe ich die Waschmaschine aus Dünnblech an Ihren Platz gewuppt und ihr dabei eine Beule verpasst – hat sich reparieren lassen…

2. SIKA Primer ausgetrocknet – ja, kann passieren, aber doch nicht soooo schnell. Das halbvolle Fläschchen war nach drei Tagen vertrocknet, der Inhalt eine gummiartige Masse. Der Tagesplan war dahin, es musste eine neue Flasche beschafft werden. Hat auf Leros geklappt, Kostenpunkt 64.-€ – seitdem wird das schwarze Gold täglich geschüttelt…

3. Der Tod des billigen Werkzeuges und Materials – auch das eine bekannte Tatsache. Aber immerhin habe ich diese Lochsägen jahrelang im Haus verwendet, am Boot und in einem anderen Holz als bayrischer Fichte starben sie einen grausamen aber kurzen Tod. Dumm nur, Qualität kannst Du hier nicht immer kaufen…

4. Ersatzteilbeschaffung generell und das Preisgefüge bei Booten – diese beiden Fittinge für meine Wasserpumpe haben mich ca. 20 Mails schreiben lassen, fünf Telefonate führen lassen und letztlich meinen Geldbeutel einer Crashdiät unterzogen. Ich finde 60.-€ für zwei Plastikfittinge teuer, auch wenn der Versand dabei ist. Die Firma kann übrigens nichts dafür, sie bot einen erstklassigen Service und eine top Beratung! Der Rest erklärt aber, warum mein Fiat immer so vollgeladen ist.

5. Kollateralschäden bedeuten Zeitverlust – man sagt nicht umsonst, dass Arbeiten am Boot etwa dreimal so lange dauern wie geplant. Du musst an eine Pumpe, von einem anderen Gerät muss ein Schlauch ab – CRAAACKS! Leider ist das „andere Gerät“ ein Wassermacher amerikanischer Bauart, die Ersatzteilbeschaffung (siehe Punkt 4) nicht einfach. Gut, wenn man Lösungen zaubern kann…

6. Misserfolge – den könnt Ihr am Bild gut erkennen, oder? Klar, nur ein Tropfen, aber es rächt sich wenn man das übersehen will. Also eben nochmals abdichten (es tropft immer an der am schlechtesten zugänglichen Stelle)…

7. Last not least – unzugängliche Stellen! Ihr könnt es Euch nicht ausmalen, wie oft ich mit Spiegel und Telefonkamera bewaffnet meine Arbeiten angehe. Dieses Loch hier oben ist nicht zu sehen, es ist mit der Handykamera und einem Arm mit drei Gelenken von unten aufgenommen und zeigt das Ablaufloch der Kühlbox. Wirklich? Oder glaube ich das nur?

Gegenprobe, ja tatsächlich! Da soll ein Schlauch drauf mit Schlauchschelle – aber es passt ja nichtmal mein Arm in die Lücke. Loch verschlossen, gut ist!

Noch ein Beweis? Suchaufgabe – findet meine Wasserpumpe:..

Um die auszubauen muss eben alles drumrum raus – inclusive der Waschmaschine! Da versteht man fast warum ich prophylaktisch eine neue Pumpe verbaut habe.

Themenwechsel – die nächste Feier stand an – Sibylle und ich hatten unseren 20. Jahrestag. Obwohl wir seit 2017 mehr dazu übergegangen sind den Hochzeitstag zu feiern, sollte man den 20. nicht unter den Teppich kehren. Wir sind abends mit Evelyn und Roland zu „Dimitris o´ Karaflas“ gegangen, er hatte seine Taverne zwischenzeitlich geöffnet.

Auch Evelyn und Roland haben an ihrer ARIES noch einiges zu optimieren. Roland hat dies auf seinem Blog einmal sehr schön zusammengefasst. Man kann nachlesen wie sich Skipper vom Installateur zum Mechaniker verwandeln und erfährt vieles über die „Basic Skills“ von Seglern. Da ich es nicht kopieren möchte, verlinke ich hier.

Nochmals zurück zur Wasserpumpe. Waschmaschine rein, Waschmaschine raus, Pumpe raus, Pumpe rein – was war da eigentlich los?

Nun, im Zusammenhang mit der neuen Waschmaschine habe ich entschieden das Druckwassersystem zu verstärken. Tuning der Wasserpumpe sozusagen – pimp the Jabsco. Dabei soll erwähnt werden, dass zu exzessives Hochrüsten auch mal schiefgehen kann, das Risiko trägst Du selbst – die zuerst verbaute HD6 mit einer Förderleistung von 23 Litern bei 4,1 bar war zu kräftig und hatte in meinem System nicht funktioniert. Ich musste also zähneknirschend noch einmal die maximale Durchflussmenge meines Whale WX15 Systems berechnen (10mm Innendurchmesser!) und mir anschließend eine HD4 mit knapp 16 Litern Durchflussmenge bei 2,8 bar kaufen – jetzt tut´s.

An anderer Stelle hat das Streben nach maximaler Leistung funktioniert – so konnte ich meinen 1 Liter Druckspeicher durch einen 8 Liter Behälter ersetzen…

Dass sich dieser Riese nicht einfach austauschen ließ versteht sich fast von selbst. Gott sei Dank hat er an den selben Platz gepasst, der Filter und der Wasserzähler allerdings mussten umziehen. Anmerkung – die Befestigung mit Ratschbändern in der Dimension eines Damengürtels ist vom Hersteller so vorgesehen!

Unten am Kessel seht Ihr die Installation und die Adaption auf das Rohrleitungssystem des Schiffes. Das habe ich mit Teflonband gestaltet, dabei aber bemerkt, dass ich für das Arbeiten mit Teflonband zu doof bin. Nach der ersten Inbetriebnahme der Anlage waren 5 Abdichtstellen undicht und mir klar – ich brauche eine bessere Lösung. Der Kessel musste wieder raus!

Verzweiflung im Gesicht

Offen gesagt, ich bin Mechniker – ich mag Schrauben dreh´n, ich mag Muttern dreh´n. Diffiziles Arbeiten in klein klein um Fittinge abzudichten ist nicht gerade eine meiner Vorlieben. Oder besser – WAR nicht gerade eine meiner Vorlieben! Denn Google hat mir ein Zauberprodukt geschenkt – die Abdichtschnur von Loctite!

Gewindeabdichtung für Dummies – ein mehr als empfehlenswertes Produkt

Mit Loctite 55 geht das Gewindeabdichten fast wie von selbst. Ich bin begeistert und habe mir als Fleißarbeit gegönnt, alle neuralgischen Stellen welche ich mit Teflon abgedichtet hatte und an welche ich später kaum mehr hinkommen würde, noch einmal mit der „Zauberschnur“ zu behandeln…

Das Ende von Teflonband auf unserem Boot

Zu dieser Zeit war das Wetter bescheiden. Ich war froh, dass ich genug Arbeiten hatte welche innen ausgeführt werden konnten. Es war bitterkalt, ich musste NESSAJA jeden Tag heizen und auf vielen griechischen Ägäisinseln hat es geschneit – auch wir hatten 10 Minuten Schneefall aber nur so wenig, dass es nicht zu fotografieren war – das Graupelkorn auf unserem Deck konnte ich aber für die Nachwelt auf Zelluloid verewigen – kann man das 2022 noch so sagen? Na egal…

Schöne Tage hatten wir wenige. Es war verrückt, war einmal ein schöner, windarmer Tag, haben alle gedacht, dass sich jetzt das Frühjahr durchsetzen würde. Kaum ein paar Stunden später war es wieder kalt, regnerisch, stürmisch – wettertechnisch betrachtet war der März ein, mit Verlaub, Scheißmonat!

Wetterfenster wurden von allen Parteien genutzt. Die einen, Andreij & Crew von der USODA, kamen wieder mit dem Flugzeug an…

…die Anderen, zum Beispiel Sibylle, nutzten die ruhigen Tage für Spaziergänge und Blumenpflücken um das traute Heim frühlingshaft zu gestalten.

Weil wir gerade bei „Grünzeug“ im erweiterten Sinn sind – ich habe mir bei einem unserer Tavernenbesuche etwas spezielles gegönnt – einen Veggieburger!

War gut…

Ich bin ja echt offen für solche Sachen, weiß, dass übermäßiger Fleischkonsum in vielerlei Hinsicht schädlich ist und eine Reduktion Sinn ergibt. Daher wollte ich dem Angebot des „Kroupia“ einfach einmal Folge leisten. War gut! Ok, nicht sensationell, aber durchaus eine Alternative.

Alternative? Zu was???

Zu einem Sandwich zum Beispiel 😉

XXXL – I like it!

Das Abendessen spielt eine große Rolle in unserem momentanen Leben. Es ist noch zu frisch um einfach mal in einem Cafe oder einer Taverne draußen zu sitzen und sich mit Freunden zu unterhalten. Alle werkeln an ihren Booten und machen diese für die Saison fit. Ich selber habe ja auch genug zu tun und bin ganztägig auf NESSAJA.

Zum Dinner aber, da trifft man sich. Zuhause oder in der Taverne, mit Freunden oder einfach nur zu zweit. Geduscht und in normaler Kleidung erfolgt ein Austausch über den vergangenen Tag und die Planung für den neuen. Für uns eine ganz wichtige Phase des Tages. Danach gucken wir die YouTube Filme unserer Seglerfreunde oder Netflix Serien – zuerst alle Staffeln vom „Mentalist“, jetzt „Blacklist“ („Monk“ gibt es leider nicht kostenlos).

Es gibt schon einige finalisierte Arbeiten – das Thema und Projekt „Wasser“ mit den Arbeiten rund um unsere Druckwasseranlage, unsere Abwasserentsorgung und die Waschmaschine sind abgeschlossen. War Anfang März, nach dem Einbau der neuen Seeventile noch relativ wenig zu sehen…

…ist heute die Installation und Verlegung der Leitungen abgeschlossen – ich bin zufrieden, es sieht gut aus.

Zwischen zwei solchen Bildern liegen oft viele Tage Arbeit und unzählige „kleine“ Lösungen die meist erst erdacht werden müssen. So war zum Beispiel der Waschmaschinenanschluss für Frisch- und Abwasser eine echte Aufgabe.

T-Stück für den Waschmaschinenanschluss

Alle DIYer welche schonmal in einem Küchen-Waschbeckenunterschrank einen Wasserhahn angeschlossen haben ahnen vermutlich worauf ich hinaus will – es ist halt zunächst mal eng und wenig zugänglich. Auf einem Boot ist das nicht besser, eher schlimmer. Aber der geschmeidige Werker findet immer einen Weg…

Beim Ablauf war die Situation ähnlich – für Haus oder Wohnung geht man in den Baumarkt und kauft ein Ablaufset mit Geräteanschluss. Mir ist nach langem Überlegen keine bessere Lösung eingefallen. Ein eigenes Seeventil habe ich verworfen, den Ablauf irgendwo dazuhängen wollte ich nicht.

Meine Lösung mit dem Haushalts-Ablaufset war so schlecht nicht, hat es doch einwandfrei an die Waschbecken gepasst, das ist nicht selbstverständlich. Natürlich musste es zum Seeventil hin angepasst werden. Dabei ist immer zu bedenken wo die die Wasserlinie ist und welcher Teil praktisch immer „unter Wasser“ ist. Sicherheit ist der Leitgedanke.

Zu guter Letzt bin ich bei oben gezeigtem Endergebnis angekommen und bin zufrieden. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist eine Verbesserung. Dass zusätzlich die Kühlleitung des Kühlschrankes neu isoliert wurde ist nur eine Randnotiz. Am Ende wird man sagen „Waschmaschine eingebaut, alle Fittinge erneuert“ – sehen wird man nichts. Es stecken jedoch viele Stunden Arbeit, Planung und Recherche hinter der Umsetzung.

Hierzu noch ein weiteres, sehr treffendes Beispiel…

Unser 3-Wege Ventil um vom Fäkalientank auf Bordausgang umzuschalten war bisher im Waschbecken Unterschrank verbaut. Es war ein nicht beschriftetes Ventil. Es erübrigt sich darzustellen, dass sowohl die Bedienung als auch das Ablesen des momentanen Schaltzustandes umständlich waren. Also habe ich mich auch hier für das Ersatzteil aus dem Hause TruDesign entschieden und es sicht- und leicht bedienbar an der Schottwand installiert. Das war, nachdem der Platz erstmal definiert war, schnell erledigt. Die wirkliche Arbeit fand dahinter statt…

Die neuen Schläuche, die immerhin 38mm Innendurchmesser haben, mussten neu verlegt werden. Die kann man nicht einfach „um die Ecke biegen“, die große Pumpe zum Abpumpen des Tanks musste um 180° verdreht werden und es mussten ideale Schlauchwege definiert werden die später auch noch Platz für den bestellten neuen Tank geben. Auch diese vermeintlich schnelle Aufgabe beschert einen rund zwei Tage Arbeit!

Happy Birthday Roland! Der Skipper der ARIES hat Geburtstag! Er und seine Frau Evelyn, Freunde aus Österreich mit denen wir diesen Winter viel Zeit verbracht haben, laden zur gemeinsamen Feier – gerne genommene Abwechslung! Für solche Anlässe genehmigt mir meine Capetaña sogar einen frühen Feierabend. Es gibt selbstgebackenen Kuchen! Evelyn hat sich mal wieder selbst übertroffen.

Tortentraum

Sibylle und Evelyn tauschen sich häufig zum Thema „kochen & mehr“ aus – das ist schön, bin ich doch meist der Nutznießer, als Probant für neue Rezepte, welche nahezu immer sehr gut gelingen. Auch die ansonsten vorherrschende Standardküche auf der ELOWYN überzeugt.

Ob es ein Zufall ist, dass Sibylle das Küchenhandtuch deutlich lesbar für mich aufgehängt hat? Muss ich mal fragen…

Mein Ölverlust! Ihr erinnert Euch? Ich musste nochmals ran. Die Dichtungen waren inzwischen eingetroffen und es war an der Zeit alles fertig zu machen. Irgendwann muss ja auch der Saildrive, das Getriebe, wieder montiert werden. Also ans Werk – alles wieder zerlegen…

Diesmal kommt auch die Adapterplatte weg – deutlich zu sehen, die Dichtung!
Jetzt ist der Motor von hinten abgarniert und alle Dichtflächen sauber

Während ich, zugegebenermaßen, beim Ausbau des Wellendichtringes keinen eindeutigen Ölverlust feststellen konnte, war an der Papierdichtung schon eine schadhafte Stelle zu finden…

Auf dem ersten Blick ok
Aber bei genauem Hinsehen

…ich hoffe nun, dass diese Stelle die Ursache für meinen Ölverlust war und auch, dass mein Reparaturansatz erfolgreich ist. Dann ist der kleinen Öllache nach langer Motorfahrt endlich der Garaus gemacht.

Klar, dass ich kein Risiko gehen will. Ich habe sehr gewissenhaft gearbeitet. Versucht gute Alternativen zu finden, wo kein Spezialwerkzeug zur Verfügung stand…

…an anderer Stelle aber konsequent die Montagevorschriften nach Manual befolgt. Gut, dass ich vor meiner Abreise nochmals kurz bei HAZET bestellt habe!

So konnte ich alle Teile wieder montieren und im Anschluss daran das Badezimmer freigeben – Projekt Motorölverlust sollte erledigt sein. Die Motorinspektion folgt wenn NESSAJA wieder schwimmt.

Markentreue – (fast) immer…

Um mir die Zeit während des Werkens zu verkürzen und mich ein bisschen entertainen zu lassen, läuft meine ehemalige CD-Sammlung vom alten iPod (kennt niemand mehr) auf einem iPod Autoradio. Ich habe Zeit mich durch alle Musikstücke zu hören ohne zu selektieren – so hört man Perlen welche man jahrelang nicht mehr gehört hat und welche sofort einen Flashback auslösen! Für Diejenigen die mit dem Namen nicht gleich was anfangen können – Peter ist seit fast 25 Jahren mein Freund und hat auf meinem Sommerfest zum 50. gespielt. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere…

Ja, der iPod ist IM Gerät – war sehr schwer zu beschaffen, gibt es nicht mehr…

Der nächste Geburtstag stand am Plan. Wir waren auf die VIVERE geladen wo ein runder Geburtstag zu feiern war.

Was ich noch nie vorher gesehen hatte und was mich nachhaltig beeindruckt hat – Rob hat sich eine Klingel für sein Schiff gebaut.

Hier klopft man nicht – man klingelt!

Viel habe ich schon gesehen – von der Satellitenschüssel über Blumenkästen bis zum Katzenkratzbaum – aber eine Klingel?! Wow, ich muss nachdenken ob ich nicht auch so etwas möchte 😉

Die Feier war schön, es kamen ein paar Leute zusammen, wir haben Kir Royal geschlürft…

…was ich zum letzten Mal gemacht habe als die gleichnamige Fernsehsendung gerade über die Mattscheibe flimmerte – lang her also.

Wir haben uns gut unterhalten und die Häppchen genossen. Ein schöner Abend…

Happy Birthday Lesley, DANKE für die Einladung!

Inzwischen hat sich das Wetter etwas gefestigt. Es fühlt sich tatsächlich an als ob der Frühling sich durchgesetzt hat. Das Quecksilber klettert täglich auf 20°C und hält sich dort, oft ist es wärmer. Es wurde Zeit sich an den Winterschlaf des Sommergefährtes zu erinnern und den bayrischen Boliden zu erwecken.

Seither machen wir kurze Strecken wieder mit dem Motorrad und der treue Italiener darf öfter ruhen – er wird jetzt nur noch als Lastesel eingesetzt und muss Ende Mai auch wieder ausreisen. Vielleicht werden wir uns zu diesem Datum von unserem Scudo trennen und ihn in Deutschland verkaufen.

Auch ich habe meinen Arbeitsplatz nach draußen verlegt – ein Meilenstein steht an – der Saildrive muss fertig gemacht und eingebaut werden.

Das ist die Ausgangssituation…

Giorgos von „Boat & Parts“ hat empfohlen für den Anstrich die International Produkte zu verwenden, das hat vorzüglich geklappt. Nach FÜNF! Grundierungsanstrichen mit Epoxid Primer zeigte sich das Getriebeunterteil schon in neuem Glanze.

Nach jedem Anstrich waren zwei Stunden Trocknungszeit einzuhalten, so zog sich die gesamte Streicherei über zwei Tage hin. In den Pausen habe ich das eigentliche Getriebe zusammengebaut und die wichtige, für den Ausbau kausale, obere Saildrivemanschette montiert. Nach dem Zusammenbau wurden noch vier Lagen Hartantifouling gestrichen – der Saildrive war fertig zur Montage.

Zusammen mit Rolands und Freds Hilfe habe ich das Trum in seinen Schacht gehoben und den Motor angeflanscht. Das ist nicht so einfach wie es klingt, der wiegt nämlich so rund 200kg und alles muss perfekt aneinander passen – es hat aber sehr gut geklappt! Zugegeben, wir hatten einen „vierten Helfer“, einen hagebaumarkt Ratschenspanngurt – genial!

Bereits am Abend dieses Tages waren Motor und Getriebe wieder „verheiratet“ und die Befestigungsschrauben angezogen…

Von oben…
Von unten…

…die Finalisierung, der Anbau aller Peripherieteile hat im Anschluss einen Tag für die Schlauchanschlüsse im Motorraum, sowie einen weiteren für die Montage der Unterwasserteile benötigt.

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen! Ich bin zufrieden!

Ein Grund zum Feiern? Naja, vielleicht etwas hoch aufgehängt, aber dennoch hat uns die Freude in eine Taverne getrieben. Ouzo, Mythos und ein Giros, wer kann dazu schon NEIN sagen?

Ein erfolgreicher Tag klingt gebührend aus…

Der Monatsbericht neigt sich dem Ende zu. Beim abschließenden Durchlesen, beim nachträglichen Einfügen von Änderungen, habe ich bemerkt, dass alles nach verdammt viel Arbeit und Stress klingt.

Viel Arbeit ist es, aber Sibylle und ich organisieren uns gut. Meistens fange ich um 10.00 Uhr auf NESSAJA an, vorher frühstücken wir ausgiebig, besprechen Tagesziele und wie wir uns gegenseitig unterstützen können oder müssen. Oft kommen noch ein paar Minuten Recherche für die Ersatzteilbeschaffung dazu. So hat der Mann in unserem Marinashop mich gebeten meine neuen Schall-Dämmmatten für die Innenverkleidung der neuen Möbelplatten doch bitte selbst zu bestellen – das sei schon sehr kompliziert…

…so skizziere ich Pläne, berechne ob zwei Platten mit 98cm x 98cm reichen (ihr könnt das ja mal nachprüfen) und bestelle dann bei SVB.

Ich habe inzwischen realisiert, dass ich Teile schneller aus Deutschland bekomme als aus Griechenland sofern sie nicht auf der Insel greifbar sind. Eine zuverlässige Quelle und meine Bereitschaft die Express-Versandkosten zu übernehmen sind Bedingung. SVB ist so eine Quelle, inzwischen mein zuverlässigster Lieferant.

Stress? Nein, Stress ist es nicht! Wenn mal wieder alles schiefgeht besinne ich mich auf das HB Männchen (welches sicher auch niemand mehr kennt) – nur dass meine Zigarette zum „Runterkommen“ ein Eisbecherchen von Repapis ist…

„You get what you pay for…“ – eine bekannte Weisheit, welche ich weiter oben schon beschrieben hatte, als ich anmerkte, dass Qualität manchmal schwer zu bekommen ist. Das wurde mir ebenfalls bei einem Eis bewusst – als ich einen Inbusschlüsselsatz kaufte und mir klar wurde, dass dieser soviel kostet wie EINE Kugel Eis, im Becher sind zwei!

Qualität Eis? TOP! / Qualität Werkzeug? FLOP!

Ich brauchte nur einen 8-er Inbus um ihn zu kürzen und anzupassen – was ich auch tat. Die Restlichen habe ich verschenkt. Das ist Werkzeug zum Finger aufschlagen…

Hier schließt sich der Kreis, da sind sie wieder, die „Hands of a working man“. Ich weiß, der Tag wird kommen, an dem auch diese Wunde verheilt ist – meist geht es ja recht schnell…

…und zwischenzeitlich wird auch der Tag kommen an dem NESSAJA wieder schwimmt, hoffentlich! Drückt also die Daumen am 14.04.

Bilder hierzu und die Antwort auf die Frage wie es dann weitergeht erhaltet Ihr im Bericht des Monats April. Vielleicht wissen wir dann schon wohin es uns im Herbst 2022 verschlagen wird. Sizilien scheint auf einmal nicht mehr so sicher wie geplant – soviel nur, es gibt sehr interessante Angebote aus der Türkei bezüglich neuer Segel und einem neuen Deck.

Offenes Projekt zum Monatswechsel? Ja, auch da gibt es wieder eines.

Wir haben angefangen das Bugstrahlruder, losgelöst vom Unterwasserschiff, zu schleifen, zu reinigen, eine neue Anode anzubringen und letztlich auch zu primern und ein Hartantifouling zu streichen.

Wie das fertig aussieht? Bilder im Aprilbericht…

Wir bedanken uns für das Interesse an unserem Blog, auch wenn er zur Zeit etwas techniklastig ist, da kommen auch wieder andere Zeiten. Heute hat mich erstmalig ein Leser auf die Verspätung angesprochen, er wolle wissen wie es so geht – diese Nachfragen und Eure Neugier sind das Salz in der Suppe – vielen Dank!

Herzliche Grüße aus dem frühlingshaften Leros

Die NESSAJA – Crew

4 Kommentare zu „März 2022 – Hands of a workin´ Man“

  1. Hallo, ihr beiden, ich hatte schon Sorge um euch, da der Blog bis heute Mittag noch nicht da war. Nun freuen wir uns, dass ihr soweit ok seid, ihr gute Fortschritte macht und euer Zuhause bald wieder ins Wasser kann! Weiterhin gutes Gelingen, Gesundheit und viele Grüße Monika & Alan

    1. Hallo Ihr Beiden! Sorgen? Nein, wie heißt es doch so treffend – Unkraut vergeht nicht…
      Ich war tatsächlich nur etwas malad und froh abends nach getaner Arbeit auf die Couch lümmeln zu können. Jetzt seid Ihr informiert – schön, wenn Euch der Bericht gefällt. Mehr gerne bei einem Treffen Ende Mai im Landkreis MB. Euch alles Gute, belibt gesund und herzliche Grüße

  2. Kompliment! So etwas kriegt nur ein wahrer Spezialist hin, und es ist natürlich wunderbar dass Nessaja (ex-Otarie) so fein in ihr neues richtiges Sailing-Abenteuer startet. Gruss Christine und Rudolf

    1. Danke! Wir haben „unser“ Schiff ja jetzt auch schon wieder 7 Jahre und wir finden, dass sie sich das Refit redlich verdient hat. Ja, und wenn schon, denn schon – dann richtig! Sie soll ja für 10 Jahre unser Zuhause sein.

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