November 2021 – November Rain

Schwer!

Wie immer bekommt der Monatsbericht, diesmal für den November, einen Liedtitel als Headline verpasst. Ich war mir bei keinem Monat so sicher welchen Titel ich nehmen würde wie beim sogenannten „Schlechtwettermonat“, dem elften im Kalender.

Und nie habe ich letztlich so geschwankt wie im November!

Ein Kopf an Kopf Rennen lieferte sich der alte und in meinem Leben etablierte Guns ´n Roses Song letztlich mit dem sehr viel frischeren „JETZT ist Sommer“ von den Wise Guys.

Warum diese Zweifel – nun, zuallererst hat sich der Sommersong von den Wise Guys vorgedrängelt, weil der November im griechischen Dodekanes einfach ein weitgehend spätsommerlicher Monat war.

Panteli Beach – 22.11.2021

Wir waren am Strand und konnten baden, wir haben die Sonnenstunden in vollem Umfang genossen – herrlich!

Agios Nikolaos Beach – 08.11.2021

Nicht zuletzt auch, weil ich bis heute streng verweigere lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen – meine Antwort auf Nachfragen war eigentlich immer „…Sommer ist was in Deinem Kopf passiert…“ – und ich liebe den Sommer einfach!

So lag es auf der Hand, dass sich der Refrain von „Jetzt ist Sommer“ irgendwie platziert hat, er hat sich durch die Hintertüre eingeschlichen…

„Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert
Sommer ist, was in deinem Kopf passiert
Es ist Sommer, ich hab das klar gemacht
Sommer ist wenn man trotzdem lacht“

Warum hat nun „November Rain“ das Rennen gemacht? Nun, zunächst deshalb weil speziell in der letzten Woche des November die zu erwartende Wetterverschlechterung auch eintrat. SW-Winde waren angesagt, diese bringen etwas höhere Temperaturen, wir haben immer noch um die 20°C tagsüber, aber auch Wolken und temporär Regen.

Regenfront in Agia Marina – schnell die Helme holen!

Diese Wetterlage führt dazu, dass an manchen Stellen das Meer sehr unruhig wird und durch den angestiegenen Wasserspiegel auch über die Ufereinfassungen tritt.

Lakki am 30.11.2021 – Hauptstrasse

Dies war der Hauptgrund, dass ich mich an „November Rain“ zurückerinnert habe, das sehr viel tragendere Lied. Es gibt einen weiteren Grund der uns ein wenig Melancholie einhaucht, doch dazu später mehr…

Der November fing mit einem kleinen Ausflug an. Wie schon im Oktoberbericht geschrieben, saßen wir zum Monatswechsel auf gepackten Taschen. Wir hatten Fährtickets nach Kreta gebucht um Freunde zu besuchen. Geplant war eine Motorradtour, wir waren also am Abend im Port von Leros um dort auf unseren Transport nach Piräus zu warten.

Der stählerne Riese kam pünktlich, schluckte das Motorrad samt mir und auch die treue Gattin, welche zu Fuß vorauseilte während ich das Zweirad im Bauch des Transporters parkierte.

Diese Taktik hatten wir uns überlegt, weil wir für die erste Passage keine Kabine mehr bekommen hatten. Sibylle eilte sofort an die Rezeption um nach kurzfristig freigewordenen Schlafstätten zu fragen und um uns auf die Warteliste setzen zu lassen – ich nehme es vorweg, es hat nicht geklappt!

Gott sei Dank waren unsere gebuchten Pullman Sitze nicht stark belegt, so dass wir uns irgendwie hinlegen und ein wenig schlafen konnten. Ok, erholt ist anders – aber was hilft das Klagen?

Nach 9h Fahrt kamen wir in Piräus an, machten uns zur Disembarkation fertig und verließen den Schlund des BlueStar Riesen.

Warum bitte Piräus? Das ist nicht der nächste Weg!

Stimmt! Wir hatten uns etwas verkalkuliert. Im Sommer kann man über Rhodos und dann mit einem Seajet sehr viel schneller nach Kreta kommen – aber eben nur im Sommer. Dieser Sommerfahrplan endete eine Woche vorher, ein Verschieben war aber aufgrund der Aufenthaltszeiten unserer Freunde auf Kreta nicht möglich.

So what? Wir haben Zeit und daher unsere Ideen und Pläne einfach angepasst. In Piräus kennen wir uns aus und die Taktik dort lautete – ab in die ZEA Marina und dort, in diesem wunderschönen Umfeld, den Tag Wartezeit überbrücken.

Gesagt – getan!

Unsere BMW in der ZEA Marina / Piräus

Wir haben hier, wie ich bereits im August, erst einmal gefrühstückt und den herrlichen Sommertag bei Sonnenschein genossen – so darf ein Tag beginnen.

Danach haben wir uns ein wenig die Beine vertreten und haben einen Bummel durch die angrenzenden Gassen und Stadtteile gemacht. Das Bike, mit Gepäckrolle, stand sicher und wir konnten unbeschwert losmarschieren.

Da ich Sibylle unbedingt THE ALEX zeigen wollte, das Hotel in dem ich mit Mischa während meiner Elring Abschiedstour gewohnt habe, kamen immerhin 10km Strecke zusammen. Das hat uns gut getan, der Cappuccino auf der Dachterrasse des ALEX war wohlverdient.

Mischa – wir haben an Dich gedacht!

Zurück in der Marina war Kaffeezeit und wir haben ein homemade Eis zur Kaffeespezialität genossen – immer mit dem Blick auf die Superyachten der Superreichen!

Überhaupt scheint diese Marina der Sammelpunkt für Megayachten zu sein – wir haben noch einen Marinabummel gemacht und dabei eine Yacht größer als die andere gesehen. So z.B. die 17. größte Privatyacht der Welt die dem Premierminister (oder so) aus Katar gehört – die durften wir nicht einmal aus der Nähe fotografieren…

Na dann lieber ans Dinner denken, die Abfahrt des Zubringers nach Kreta rückte schließlich näher. Wir haben uns sehr über das reichhaltige Angebot in der Marina gefreut – hier gibt es von TexMex über Italien bis zum Asiaten (fast) alles – immer nur Giros geht halt auch nicht!

Frisch gestärkt hieß es auf in den Piräus Port, Dock E4, dort fuhr der weiße Riese der ANEK mit Ziel Kreta ab. Diesmal hatten wir eine Kabine welche wir nach dem üblichen Procedere auch sofort aufsuchten.

Sibylle war happy, keine Stockbetten! Getrieben durch unsere Müdigkeit, welche aus der unruhigen Vornacht resultierte, gepaart mit der Tatsache, dass es sich bei der „Kriti1“ nicht um ein ausgesprochenes Kreuzfahrtschiff handelt, sind wir noch VOR der Abfahrt der Fähre in die Koje und haben geschlafen bis der Wecker zum Aufbruch mahnte und wir auf die Strassen Kretas gespuckt wurden…

Hier war, das wussten wir, das Wetter spürbar durchwachsener als im Dodekanes, es war gemeldet, dass wir mit bewölkten und eventuell sogar regnerischen Tagen zu rechnen hätten.

Ok, ganz so schlimm war es nicht, zudem wurde das Wetter während unseres Aufenthaltes immer besser, aber erstmal waren wir ernüchtert – mussten wir doch auf dem Weg zu unserem ersten Ziel einmal die Insel von Nord nach Süd überqueren. Das hieß einmal über die wolkenverhangenen Berge zu touren.

Eine knappe Stunde später, wir hatten richtig Glück den Regenschauern „davongefahren“ zu sein, kamen wir in unserem Zielort Kamilari an.

Es wurde uns geheißen, hier am Friedhof zu warten. Man würde uns abholen und zu unserer Unterkunft geleiten. Das Haus von Ulrike und Jörg sei schwer zu finden. Das klappte prima, Ulrike gabelte uns auf und schon fünf Minuten später checkten wir in unserer Unterkunft, einem der „Gästewürfel“ ein – wunderschön!

Hier wohnen wir eine Woche

Das Haus der Freunde ist ein ehemaliges Bed & Breakfast, es ist offen ob dies als solches weitergeführt wird. Die Perfektion des professionellen Betriebes merkt man an fast jeder Ecke – ein herrliches Anwesen.

Hier waren wir mitten in der Natur, in absoluter Ruhe, zwischen Olivenbäumen und Aloe Gewächsen.

Der Tag verging rasch! Wir haben erst einmal ausgedehnt gefrühstückt, haben dann einen Spaziergang in den Ort gemacht. Dieser führte uns am Friedhof vorbei. Wer dem Blog länger folgt, weiß um Sibylles Vorliebe für solche Plätze, so war es kein Wunder, dass wir auch hier einen Stop eingelegt haben.

In Kamilari angekommen, sind wir zunächst über den Dorfplatz geschlendert um uns einen ersten Eindruck zu holen – schön hier!

Danach haben wir die einzelnen Gassen erkundet und allerlei nette Kleinigkeiten entdeckt.

Die Besichtigung eines griechischen Dorfes ist unvollständig, wenn man nicht auch bei der Dorfkirche vorbeigesehen hat – dieser Verpflichtung folgend, führte unser letzter Schwung vor dem wohlverdienten Spazierbier schnurstracks zum Gotteshaus.

Kamilari hat einen schönen ersten Eindruck hinterlassen. Das freut uns, haben sich doch zwei befreundete Paare entschieden, Phasen Ihres Lebens hier zu verbringen.

Es sei erwähnt, dass auch wir Kamilari – auch ein Zufall – auf dem Schirm hatten, weil wir hier während unserer Immobilienrecherchen eines der interessantesten Häuser gefunden hatten. Dieses ging mir nicht aus dem Kopf und ich hatte es immer als „Vergleichsgröße“ bei anderen Hausbesichtigungen aufgeboten. Dieses Haus ist inzwischen verkauft, aber ich wollte meinen Kopf aufräumen. Wir haben das Haus gesehen, es war auch in Natura echt schön, aber ich habe meinen Frieden gefunden.

Zurück im Haus unserer Freunde, haben wir noch einmal den Blick von der Dachterrasse genossen…

Beim Rundumblick entdeckte ich den Pool in der Gartenecke – ob ich mal…??? Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, war ich schon im kühlen Nass!

Wobei „kühles Nass“ es hier im Wortsinn recht gut trifft – ich musste feststellen, dass unbeheizte Pools tatsächlich spürbar kälter sind als das Meer zu dieser Jahreszeit. Brrr – Foto und nix wie raus!

Die Sonne ging unter und versetzte die Region in ein zauberhaftes Licht…

Für uns war es Zeit an ein Abendessen zu denken. Da auch hier nicht mehr alle Tavernen und Restaurants offen haben, zudem Steigerungspotential bleiben sollte, haben wir den ersten Abend bei einer Pizza ausklingen lassen.

Pizza gut, mal wieder Live-Music, was willst Du mehr? Das mit dem Steigerungspotential war auf einmal nicht mehr so sicher!

Ahhhh, so gut geschlafen! Und endlich mal wieder in einer richtigen Dusche geduscht, herrlich! Neuer Tag, neues Glück…

Heute sind wir mit dem Motorrad die Küste entlang gefahren um dort einerseits die Strände der Region anzusehen…

…anderseits die Küstenlinie als solche kennen zu lernen. Hierzu sei erwähnt, dass wir während unseres Kreta-Törns 2019 bereits hier in der Ecke waren, Matala ist nicht weit, aber eben auf die Details der umliegenden Orte nicht geachtet hatten.

Es ist schön hier, schroffe Felsformationen treffen auf einladende Sandstrände, das Hinterland ist grün, die Berge des Hinterlandes drängen sich ins Bild.

Wir hatten mit unserem Gefühl für den Süden Kretas, als wir zum ersten mal Immobilien in Griechenland angesehen haben, einen guten Riecher gehabt. Hier gefällt es uns. Da half doch gleich der Zufall etwas weiter – wir hatten neben dem oben beschriebenen „Lieblingshaus“ noch ein weiteres Objekt am Schirm. Da war es perfekt, dass ein Bekannter unserer Freunde dieses Objekt kannte und uns dorthin begleitete – so haben wir die Gelegenheit bekommen dieses Haus anzusehen.

Wie sich bald herausstellen sollte, war auch dieses Objekt inzwischen verkauft, aber wir erwischten uns immer häufiger bei Immobiliengesprächen – na egal, dafür sind Bootspausen ja da!

Der Abend nahte, es wird rasch dunkel zu dieser Jahreszeit, so fuhren wir wieder in unsere Herberge um mit Jörg und Ulrike zu Abend zu essen. Auf diesem Weg kamen wir an einem Neubau vorbei, traumhafte Lage, exorbitanter Blick auf´s Meer und der Pool leuchtete in der Nacht!

Wer wohl so ein Haus in die Landschaft stellt? Nun, das sollten wir noch erfahren!

Der nächste Tag begann komisch. Der Bekannte der uns das Haus gezeigt hatte, rief bei den Freunden an, dass er selbst auch eines zu verkaufen hätte. Neu renoviert, klein, aber zu einem Dumpingpreis – komisch, so deutlich hatten wir unser Interesse für Immobilien nicht durchklingen lassen! Egal, auch das kann man mal ansehen…

Hmmm, hier war etwas Fingerspitzengefühl gefragt! Ich weiß nämlich genau was ich nicht will – DAS! Aber wie bringt man dies dem hilfsbereiten Hellenen bei? Zu klein, die Kinder, Sie wissen schon, Garten, blabla – wir denken, er hat es angenommen ohne beleidigt zu sein.

Dieser Schneiderfahrt musste Entspannung folgen – es wurde der „Tag der Strandbar“ ausgerufen und als Ziel ein sogenanntes „must see“ der Gegend erchoren, die „Bunga Bunga Bar“.

Ein colles Etablissement, zugegeben! Man sitz schön, direkt am Wasser, und ich stelle mir vor wie es hier im Sommer abgehen muss. Ich erinnere, wir haben November.

Während ich so sitze und, als Segler, sinniere wie weit „the City of Sails“, wie weit Auckland entfernt ist, mich dabei frage, ob ich diese Stadt jemals auf eigenem Kiel erreiche, stelle ich fest, dass man hier das Bier wirklich eiskalt trinkt…

Eisflocken im Glas

…nun, ich hätte gewarnt sein müssen! Obwohl ich mich an die Vergleichsgröße nur noch nebulös erinnern kann.

Während ich mich so dem Standardgetränk der Männerfraktion widme, hat sich Sibylle etwas stilechter für einen Beach Cocktail entschieden. Auch der eine Wucht – die Bunga Bunga Bar bekommt als Location von uns 10 Punkte!

Inzwischen war auch das Wetter besser geworden, es war tagsüber sommerlich warm und die Sonne zeigte sich stundenlang. Wir haben die Stunden genossen und natürlich mehrere Dutzend Sonnenuntergangsbilder geschossen – es ist aber auch zu schön!

Diese Sonnenuntergänge sind auch eine gute Gelegenheit die GS mal ins rechte Licht zu rücken. Ich habe auch mal ein Bild – nämlich dieses – an die Instagram Gruppe der GS Piloten geschickt…

…ist aber nie erschienen! 😦 Vielleicht ist die kleine GS650 vor einem Strand in Kreta eben doch nicht so sexy wie Ihre Große 1250er Schwester in der Wüste Gobi???

Diese Strandausflüge hinterließen Spuren, denn wir haben uns mit der GS soweit vorgewagt wie es eben mit den Reifen ging – und dabei mächtig Sand geschaufelt!

Egal! Ich habe jeden gefahrenen Kilometer genossen, Sibylle fürsoglich pilotiert – das Bike hat sich bezahlt gemacht und inzwischen für viele spaßige Momente gesorgt. Es verleiht uns die gewünschte Mobilität!

Wieder galt: Neuer Tag – neues Glück!

Heute stand der Ausflug nach Matala an, hier wollte ich noch einmal her, hier ist schließlich mein Credo an der Wand verewigt, an der die Hippies der späten 60er Jahre es erstmals angebracht haben sollen.

Matala ist ein schönes, touristisches Dörfchen. Auch außerhalb der Saison waren noch fast alle Geschäfte geöffnet und es boten sich mannigfache Shopping-Optionen…

…ich habe gelernt, dass CBD nicht THC ist, fand den Hinweis aber trotz mangelndem Kaufinteresse irgendwie witzig. Auch darüber hinaus zeigte sich Matala wieder als lebendiges Örtchen – es war bunt hier…

An den jeweiligen Abenden besuchten wir die verschiedenen Tavernen von Kamilari – alle, wirklich alle, haben vollumfänglich überzeugt. Leider waren weitere Restaurants bereits geschlossen, es soll somit noch Steigerungsmöglichkeiten geben, aber bereits das bisher „Erschmeckte“ hat uns überzeugt! Kamilari bietet den Liebhabern der griechischen Küche einige Alternativen!

Zeitsprung, der nächste Morgen – Rethymnon, wir wollen nach Rethymnon! Da waren wir bereits 2019, hatten einen sehr guten Eindruck und wollten noch einmal durch die Gassen bummeln. Zudem kannten wir die „Trinité“, das Schiff unserer Freunde noch nicht – der erste Weg führte also in die Marina.

Der Weg zur „Trinitè“ führte uns an einem Schiff vorbei das wir kannten und auf dem wir schon zu Gast waren – die „Sail Away“ von Gert und Christiane – das Foto war willkommen als Information, dass es dem Schiff gut geht!

Wo war denn nun die „Trinité“? Ah, nur ein paar Schritte weiter, die Seglerwelt ist letztlich auch klein, lag die Moody unserer Freunde die wir ausgiebig besichtigen durften bevor sie in ihre Winterpause geschickt wurde.

Während die Freunde die Einwinterungsarbeiten erledigten, ich hätte gerne geholfen, durfte aber nicht, war Sibylle der Appetit nach einem Eis – so machten wir uns auf den Weg die Riva entlang – hinein in die Stadtmitte…

…alleine der Weg in die Stadt ist bezaubernd, vorbei am alten venezianischen Hafen und den anderen Sehenswürdigkeiten von Rethymnon.

Hier, im alten Stadtzentrum, haben wir uns später wieder mit Ulrike und Jörg getroffen um den Abend bei einem gepflegten Abendessen ausklingen zu lassen. Die Auswahl der Tavernen ist auch im November riesig, wir haben uns von TripAdvisor leiten lassen und haben die Taverne empfohlen bekommen die wir schon aus 2019 kannten – na das kann so falsch nicht sein, wir waren wieder sehr zufrieden!

Ach ja, was war eigentlich mit den anderen Freunden?

Ihr erinnert Euch an den herrlich illuminierten Swimming-Pool den ich beschrieben hatte? Nun, am Tag nachdem wir das herrliche Haus gesehen hatten, waren wir mit den Karlsruhern verabredet – Ihr erratet natürlich schon wohin uns die Zielansteuerung des Mobiltelefons geführt hat – genau! – zu dem Haus mit dem Swimming Pool!

Ein Traum! Wir konnten Ursula und Andi ab und an besuchen und die Beiden nahmen sich Zeit für uns obwohl noch viel um das Haus herum zu organisieren war. Wir haben speziell den Kaffee und Kuchen auf der Terrasse sehr genossen und hoffen, dass wir eines Tages wieder kommen dürfen.

Das ist der Ort für „Summer Vibes“, das wissen die Beiden, das kommt auch rüber – alles richtig gemacht!

Der Tag der Abreise rückte näher, die Besuchswoche in Kamilari war zu Ende. Wir haben unser Gepäck in die Bikerolle gepackt, die BMW klar gemacht und uns nach und nach von allen Freunden verabschiedet.

Unser Ziel war Agios Nikolaos im Nordosten der Insel, der Ort in dem wir 2019 unseren Liegeplatz hatten. Hatte es auch mit dem Liegeplatz in der AN Marina nicht so gut geklappt, der Ort selbst war uns als sehr nett in Erinnerung geblieben. Er sollte Station für unsere nächsten Vorhaben sein.

Wir haben uns ein Zimmer in einem als „hervorragend“ (9,7) bewerteten Hotel an der Waterfront gebucht. Auch hier sollte der TripAdvisor Recht behalten – das Hotel war sehr schön, der Service außerordentlich freundlich und unser Zimmer einladend.

Weil wir die Tage ja nicht im Zimmer verbringen wollten, haben wir uns bewusst das günstigere, nach hinten gelegene Doppelzimmer ausgesucht – Trotzdem hatten wir einen schönen Überblick, das Hotel war sehr zentral.

Unser erster Weg führte uns zum Strand von Agios Nikolaos, den gleich bei der Marina. Diesen Strand und die netten Cafés haben wir während unseres Aufenthaltes hier sehr geschätzt.

Heute jedoch war der Treffpunkt bewusst gewählt, hatten wir hier doch eine Verabredung mit Caro, die wir aus einer Facebook Seglergruppe und aus diversen virtuellen Trans-Ocean Stammtischen kannten.

Das reale Zusammentreffen war ein sehr gelungenes, wir hatten viel Spaß und haben den ganzen Nachmittag miteinander verbracht.

Zum Dinner sind wir gemeinsam in unser Lieblingslokal aus 2019 gegangen, ich war nicht wenig überrascht als mich der Ober herzlich begrüßte als sei ich nie weg gewesen – Sibylle hat es nur mit einem Kopfschütteln quittiert…

Das Lokal ist eigentlich ein besserer Grill, hier treffen sich außerhalb der Saison die Locals und es besticht, neben dem Essen, mit einigen sehr netten Kleinigkeiten.

Wir haben gefragt – 20 Jahre!

Wir haben uns herzlich verabschiedet, Caro fuhr zurück in ihren Heimatort und wir sind friedlich und todmüde in unser Bett gefallen.

Das Frühstück wurde in unserem Hotel auf der Meerseite serviert – mit bestem Ausblick – ein perfekter Start in den Tag!

Ich gebe zu, manchmal sind die Bilder keine Schnappschüsse sondern gestellt. Das machen wir normaler Weise tatsächlich nicht so oft, selten sind Bilder bearbeitet – aber wer will der Tatsache IMMER ins Auge sehen?

Weil wir hin und wieder gefragt werden – eine sehr kurz gehaltene Information zum allgegenwärtigen Thema Covid. Griechenland hat auf dem Papier sehr strenge Covid Regeln und Maßnahmen. Diese werden allermeist auch eingehalten. Man muss aber auch sagen, dass die Toleranz zwischen den Menschen generell größer ist. Man lässt auch mal gewähren ohne sofort zu maßregeln. Offiziell wird die Umsetzung der Maßnahmen und Regeln aber verfolgt und auch kontrolliert – wir sind inzwischen dreimal bei Tavernen- und Cafeáufenthalten bezüglich unserer Legitimation kontrolliert worden. Generell gilt für uns die Maßgabe, dass wir Gäste in dem Land sind, wir halten uns daher an die Vorgaben und holen unser Frühstück eben mit Maske und Einmalhandschuh am Buffet – am Tisch gilt das Gebot selbstverständlich nicht.

Zurück zu angenehmeren Themen – ich habe vorhin unsere „Vorhaben“ erwähnt – dies war neben dem Treffen mit Caro noch eine geplante Besichtigung einer Immobilie und der dafür vereinbarte Maklertermin.

Das kleine Häuschen in einem etwas abseits gelegenen Ferienort hatte mich auf dem Papier nicht begeistern können. Zu klein der Grund, sicher ein Haken weil der Preis sensationell günstig war. Aber nichts dergleichen! Das Haus war super in das Grundstück geschnitten, hatte Meerblick von der Dachterrasse und war auch innen überzeugend.

Eine für diesen Preis sehr interessante Occassion welche uns durch die niederländische Immobilienfachwirtin auch in voller Pracht angeboten wurde – ich wurde nachdenklich…

Wenn sich dieser Zustand einstellt, ist es ratsam sich erstmal ans Meer zurückzuziehen und den Kopf frei zu machen. Welcher Platz bietet sich hier besser an als der Strand des Ortes in dem das Haus angeboten wurde?

Mich bewegten Fragen wie „…was passiert nach dem Segeln?“ oder „…werde ich nach Deutschland zurückkehren wollen?“ – final drehte sich alles um die Kernfrage ob wir uns vorstellen können auf einer griechischen Insel seßhaft zu werden – egal wann!

Mit diesem Mindset sind wir zurück in unser Hotel gefahren…

In Innenräumen mit Maske

…haben auf dem Weg in unser Zimmer Seltsames entdeckt…

…und dann, dort angekommen unsere Siebensachen gepackt – morgen hieß es Abschied nehmen von Kreta, unsere Fähre zurück nach Piräus war für den Abend gebucht.

Ein letztes Dinner im „Basilico“, auch dies ein Ort den wir schon kannten – Sibylle auch dabei immer im Kontakt mit der Familie, Videocalls allerorts.

Schwester Andrea am anderen Ende der Leitung

Wir aßen hervorragend und bekamen neben dem in Kreta üblichen Raki auch noch eine kleine Leckerei auf Kosten des Hauses – sehr aufmerksam, sehr lecker – aber der Figur, sofern es eine schlanke sein soll, nicht zuträglich!

Für unsere Rückfahrt nach Heraklion, der Hauptsatdt der Insel und der Heimat des Fährhafens, haben wir uns die Überlandstrecke ausgewählt – wir wollten einen letzten Eindruck von Kreta bekommen.

Die Strecke, nur ca. 70km lang, war kurvig, alpin, einladend – sie war so gut wie nicht befahren, da sich für die Verbindung der Hauptorte die Schnellstraße durchgesetzt hat. Wir hatten einen richtig schönen Motorradtag!

Dieser führte uns durch Fischerdörfer die zur Einkehr luden…

…und in denen am Morgen schon das Holzofenfeuer für die Lammgerichte am Abend loderte – ich kann es nur wiederholen, eine herrliche Fahrt!

So eine Tour zieht man natürlich gerne in die Länge, ich glaube wir haben für die 70km letztlich mehr als drei Stunden gebraucht. Nicht zuletzt weil wir nicht widerstehen konnten auch einmal einzukehren.

Als wir endlich in Heraklion ankamen war unser Plan klar. Wir kannten die Stadt, wussten wo wir hinwollten und was wir vorhatten, letztlich brauchten wir nur einen sicheren Platz für das Bike mit Gepäck. Hier haben wir unsere gewohnte Taktik angewendet – ab in die Yacht Marina…

…von hier aus konnten wir unbesorgt einmal durch die Innenstadt laufen und die Sehenswürdigkeiten dort nochmals betrachten.

Wir haben einen Kaffee getrunken, Sibylle hat sich zwei T-Shirts gekauft und ein paar Fotos geschossen, der Nachmittag verging rasend schnell.

In großen Städten haben wir immer ein wenig die Sorge in die Touristenfalle zu tappen wenn es um die Restaurantauswahl geht. Ich kenne in Heraklion zwei hervorragende Grills für Souvlaki und Giros, darauf hatte Sibylle aber keine Lust – was tun sprach Zeus?

Nun, wieder musste der TripAdvisor ran. Was er diesmal als Ergebnis ausspuckte konnten wir nicht glauben – das musste durch Google verifiziert werden – und tatsächlich, Bestnoten für das Restaurant der Marina! Na, wenn das kein Zufall ist – nix wie hin und gleich hervorragend zu Abend gegessen.

Nudeln mit Trüffel, Salat und Vorspeise – Marina Restaurant, ein Tip!

Es war Zeit auf die Fähre zu gehen – wir checkten ein, bezogen unser Zimmer und gingen sofort in den Salon, dachten wir doch Ulrike und Jörg hier noch einmal abschließend zu treffen. Wir Vier hatten die gleiche Abfahrtszeit am gleichen Tag – dass es sich um unterschiedliche Fähren handeln könnte, damit hatten wir nicht gerechnet. Eine WhatsApp brachte es an den Tag!

So blieb uns nichts als die Fähre der Freunde zu fotografieren und ein letztes Mal zu winken…

Ulrike und Jörg hatten sich für Minoan entschieden

…während wir auf dem Mobile schon ein Bild unserer Fähre erhielten. Auch uns wurde von unten zugewunken.

Wir fuhren ANEK – gleichzeitig!

Diesmal hatten wir, sehr zu Sibylles Missfallen, „Pech“ mit unserer Kabine! Wir bekamen eine Stockbettkabine und Sibylle musste ins Obergeschoss. Dort steht die Luft, es ist warm und insgesamt ist es eng – naja, Traumschiff geht eben anders.

Ich sehe das meist entspannt, mache meine Ohropax rein und schlafe. Ich bin zufrieden und glücklich, wenn ich am nächsten Tag, vor dem Auschecken, mein Bike unversehrt vorfinde!

Der Ablauf war der gleiche wie auf der Hinfahrt – fast! Wir haben uns, kurzfristig und hemdsärmelig, mit Ulrike und Jörg auf ein Frühstück in Piräus verständigt, wir wollten uns „ordentlich“ verabschieden. Zu diesem Treffen hatte auch mein griechischer Freund Harry zugestimmt, er konnte vor der Arbeit noch rasch Hallo sagen, wir waren bereits um 07.00 Uhr angekommen und hatten ein Café gefunden welches schon geöffnet hatte.

Leider hatte der TripAdvisor nicht gewusst, dass es um diese Uhrzeit zwar einen Kaffee gab, das gepriesene Frühstück aber erst ab 09.00 Uhr serviert würde – egal, so haben Sibylle und ich nach dem Good Bye eben in der ZEA Marina ein „echtes“ Frühstück geordert.

Danach alles wie gehabt, Stadtbummel, Eis, Cafébesuch. Schön, war´s, der Tag verging, entgegen unserer Befürchtungen, recht rasch. Sibylle hatte etwas mehr zu lachen als ich – weil mir nämlich im Café ein Vogel aus vollem Flug ins Gesicht geschissen hat. Man möge mir die deutliche Wortwahl nachsehen – aber mit Vogelkaka auf der Nasenspitze versagt meine poetische Ader…

Bringt das Glück???

Wir haben widerrum eine kleine Marinarunde gedreht und die Luxusyachten betrachtet.

Nicht die Größte!

Dabei ist uns aufgefallen, dass es guter Brauch zu sein scheint, dass man links und rechts des Eingangs ein Pflänzchen aufstellt.

Hochwachsende Bäumchen – buschig auf Motoryachten…
…ein wenig zurückhaltender auf Segelyachten…
…oder palmenartig, flacher und buschig auf den Megas!

So wenig mein Begehr nach einer dieser Riesenyachten mit Crew steht – solche Pflanzen am Eingang will ich auch. Dies haben wir nach unserer Rückkehr auf NESSAJA auch sofort umgesetzt!

Defensiv – Nutzpflanzen auf NESSAJA

Bevor es aber soweit war mussten wir eine letzte Fährfahrt zurück nach Leros hinter uns bringen. Ein letztes Mal das Bike einparkieren, ein letztes Mal die Kabine beziehen und neun Stunden mit dem Zubringer durch die Ägäis fahren – dafür gilt es, sich gehörig zu stärken. Dass sich die ZEA Marina dafür anbietet hatte ich ja schon beschrieben.

Nach dem Dinner ging es in den Port von Piräus, wir waren bereits online eingecheckt und konnten knapp vor „Boarding“ am Kai erscheinen. Hier haben wir unseren Segelfreund Dietmar getroffen und so verging die Wartezeit wie im Flug.

Wir haben an Bord noch einen Drink genommen um dann das Ablegen zu beobachten und dem nächtlichen Piräus noch ein letztes Ade zuzurufen. Dann haben wir versucht bis zum Weckerklingeln in unserer Kabine etwas Schlaf zu finden.

Auf wann stellst Du den Wecker wenn eine Fähre mit einer Stunde Verspätung ablegt??? Wir haben knapp kalkuliert und sind gut gelegen. Die Fähre legt um 04.45 Uhr in Leros an und wir klettern müde in NESSAJA um noch ein paar Stunden zu schlafen – hat geklappt, wir waren frisch und recht ausgeschlafen am Ankunftstag.

Inzwischen hatte ich die Nachricht, dass ein Päckchen für mich angekommen war. Es war keine Überraschung – hatte ich doch vor unserer Abfahrt Ersatzteile für meine alte ST50+ Wind bestellt.

Kein neues Projekt, einfach nur Ersatzteile um vorzusorgen. Etwas Schicksal war beinhaltet – die Anzeige hatte ich noch in Facebook in einer Flohmarktgruppe gefunden. Der Anbieter ist aber ein englischer Facebook Freund von mir, der Besitzer eines Schwesterschiffes (10 gebaute Einheiten), was ich doch für einen bemerkenswerten Zufall hielt. Habe ich schon erwähnt, dass ich die Seglerwelt für klein halte???

Alarm! Schwere Erkrankung beim Skipper!

Was war geschehen? Nun, ihr kennt das vielleicht, die Nase läuft, man bekommt schlecht Luft, muss Husten und Niesen, hat Kopf- und Gliederschmerzen. Das bedeutet Gefahr für Leib und Leben – der Skipper hat Schnupfen, eine garstige Form, Männerschnupfen!

Um sicher zu gehen, dass ein Männerschnupfen im Jahr 2021 auch ein solcher ist oder nicht etwa doch Corona zugeschlagen hat, wurde beschlossen, auch wegen des erhöhten Risikos durch die Reise, einen Covid-19 Schnelltest zu machen.

Es folgten 15 Minuten bangen Wartens…

Puuuuh – Glück gehabt!

So konnte der Skipper sich darauf konzentrieren seine Erkrankung auszukurieren, während sich in Leros weitere Geschäfte und Lokale auf die Weihnachtszeit vorbereiteten.

So zum Beispiel in unserem Supermarkt…

Dezente Zurückhaltung

…oder in der Konditorei, unserer Lieblingseisdiele!

American Style BLINGBLING
erste Büdchen – der Weihnachtsmarkt wird bald eröffnen

Ist das erwähnenswert? JA, meine ich! Weil die Besonderheit nämlich durch den Kontrast entsteht. Tagsüber scheint die Sonne und die Tavernen freuen sich nach wie vor über Gäste. Während also abends Kakao und Donuts zu Weihnachtsmusik gereicht werden, bereiten sich tagsüber die Tavernen auf die Gäste zum Fischdinner vor. Für deutsche Augen gewöhnungsbedürftig…

Am gleichen Tag fotografiert – Taverne am Panteli Beach

Es bot sich zwischenzeitlich eine weitere Gelegenheit zur Ersatzteilbestellung. In unserer Marina wurde ein leistungsstarkes Ladegerät und ein Inverter eines namhaften Herstellers angeboten. Beide Teile waren zwei Jahre alt und als Schnäppchen zu bezeichnen – willkommen, da wir ja im Sommer festgestellt haben, dass unser Ladegerät zu leistungsschwach ist.

Auch hieraus hat sich kein neues Spontanprojekt abgeleitet. Die Teile werden im Rahmen des Umbaus im Frühjahr 2022 verbaut, ich kann somit sagen, dass der November 2021 ein „bastel- bzw. projektfreier“ Monat war. Sibylle würde diese Tatsache eher mit einer gewissen Faulheit meinerseits beschreiben.

Das stimmt auch ein wenig, ich habe diesen Monat ohne Zwang vollumfänglich genossen und habe auch vermieden irgendeine Baustelle aufzumachen. Im Gegenteil, ich mochte das Wohnen auf NESSAJA und habe die Stimmung in der sich leerenden Marina mehr als genossen.

Sonnenuntergang vom Vordeck aus
Das Schauspiel von der Kaimauer der Marina – täglich!

Sibylle hat sich gefreut in Mireille und Roland Wanderpartner gefunden zu haben, die drei sind mehrfach zusammen auf Tour gegangen und haben entlegene Winkel unserer Insel erkundet. Auf diesen Touren gab es auch Skurriles…

Steht hier so rum…
Vogelscheuche?

…oder anderorts beeindruckende Natur zu sehen und zu bestaunen.

Der „Höllenschlund“ von Leros – hier geht´s nach Mittelerde
Naturschwimmbad
Vorherrschende Windrichtung? Eindeutig!

Mit Mireille und Roland konnten wir uns, obwohl wir die beiden schon seit Jahren kennen, intensiver anfreunden. Das war wirklich sehr schön, wir haben abermals neue Freunde auf Leros gefunden und die Einladung zum Abendessen in ihr Haus sehr gerne angenommen.

Die Vorspeise gab es noch auf der Terrasse mit bezaubernden Meerblick über die Bucht von Vromolithos…

…für den Hauptgang – eine superleckere Lasagne – mussten wir nach drinnen verholen, denn abends wird es schon empfindlich kalt.

LOVE it!

Tagsüber ist und war es aber sommerlich. So kam es uns gelegen, dass Thomas und Susanne zu einem Motorbootausflug einluden. Das Fahrtziel wurde mit der Nachbarinsel Kalymnos ausgerufen, geplant war zum Lunch in „Kostas Taverna“ einzutreffen und danach wieder in die Ausgangsbucht von Xirokampos zurückzufahren.

Susanne und Thomas haben und kurzfristig mitgeteilt, dass auch griechische Freunde von ihnen mitkommen werden, Stella und ihr Mann Tassos, das freut mich, eine weitere Gelegenheit Locals kennen zu lernen und sich mit ihnen anzufreunden.

Morgens um 09.00 Uhr ging es los…

Sophia – eine Sarronic 890

…die SOPHIA wurde klar gemacht und an den Kai von Xirokampos gebracht um die Gäste aufzunehmen. Wir haben das kleine griechische Schiff geentert und uns ein Plätzchen gesucht – Leinen los!

Während „Käptn Thomas“ SOPHIA auf Touren bringt und Kurs Kalymnos / Emporio anlegt, werden an Bord des Kutters eifrige Gespräche geführt.

Ob es sich hierbei um ernsthafte Inhalte handelte oder ob hier auch Seemannsgarn geponnen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der recht kurze Fahrtweg verging jedenfalls wie im Flug, es war ein traumhafter Tag um einen Motorbootausflug zu machen.

In Emporio angekommen, konnten wir direkt am Kai vor Kostas Taverne festmachen. Blick vom Boot auf die Terrasse und umgekehrt!

Hier leben und ein paar Talerchen dazu verdienen. Während ich mir noch den Kopf zermarterte, fand Sibylle diese Tafel welche mir in diesem Moment wie ein Wink des Schicksals vorkam – da muss ich nochmals drüber nachdenken…

Nach einem super Lunch, diesmal wirklich „all in“ zur Tischmitte und jeder greift zu – Greek Style eben – war es schon wieder an der Zeit zurück zu fahren. Die Tage sind kurz und es wird schnell kühl. Bei den Mädels von Kostas haben wir uns nochmal herzlich verabschieden können, es war der letzte Tag an dem geöffnet war. Ich mag die Beiden – wir kommen wieder, 2022, versprochen!

Es lag uns am Herzen, uns bei Thomas und Susanne für diesen herrlichen Ausflug zu bedanken. Da fiel uns eine Einladung in die „Persiana Churrasceria“ ein. Die bietet Brunch am Wochenende, das wollten wir gemeinsam probieren…

Salate und Vorspeisen
Beef Stifado
Lamb Slow Cooked

…um es vorwegzunehmen – das Essen war perfekt! Nur ein Brunch so wie wir es kennen war es nicht. Es stellte sich heraus, dass am Wochenende eben Frühstück ab 09.00 und Mittagessen ab 11.00 angeboten wird – da gab es wohl ein Missverständnis in der Kommunikation! Unser Fazit – das „Persiana Churrasceria“ bleibt eine Top-Adresse für Steaks zum Dinner, zum Brunch muss man nicht hin, es sei denn, man liebt ein halbes Schwein zum Mittagessen.

Mit voller Wampe fuhren wir zu NESSAJA zurück und beschlossen „heute Abend gibt es nur ein Eis!“ Ein Kompromiss mit dem ich gut leben konnte.

Hausgemachte Eisspezialitäten

Unsere Eisdiele ist ein Traum! Nette Damen die den Kunden die Wünsche von den Augen ablesen und zudem ein Sortiment welches seinesgleichen sucht…

Kleine Kuchen und Desserts
Cremes und Sauereien
Kekse und Spritzgebäck

Selbstverständlich gibt es hier auch die bekannten griechischen Leckereien – ebenfalls in einem extra Regal. Ich bin gar nicht so ein „Süsser“, aber bei diesem Angebot kann man schon in Versuchung kommen!

Susanne und Thomas hatten ihren Heimflug gebucht, auch hier hieß es Abschied zu nehmen. Wie macht man das am besten? Eine kurze Umarmung? Ein Drücker? Ein kurzes Winken?

Nicht in Griechenland! Hier kommt man zusammen, hier wird der Abschied gefeiert – das übernahmen kurzerhand Stella und Tassos indem sie beschlossen haben die Einladung zum „Good Bye“ in ein formidables Festessen umzuwandeln…

Da sollst nicht zunehmen – wie das geht soll mir mal einer verraten!

Mehr und mehr Weihnachten macht sich breit, Weihnachtsbäume und Nussknacker allerorts…

Mannshoch – Alice im Wunderland

…Weihnachtsbäume im Ort…

Christmas Tree vs. Palme

…Weihnachtsbäume in der Marina!

Apropos Marina, hier war einestags mächtig was los – eine Übung welche den Einsatz der Ölsperre und die Einweisung des Marinateams vorsah. Richtig Trubel hier und mittendrin die ELOWYN – eine Sekunde sah es so aus als ob die Maßnahmen ihr gälten, aber weit gefehlt!

Ach ja, die ELOWYN! Ganz faul war ich im November nicht – meine Aufmerksamkeit galt dem Schiff auf dem wir ab Mitte Januar wohnen werden. Ich habe Volker versprochen, mich um ein paar Dinge zu kümmern und ein Auge auf sein Schätzchen zu werfen.

So wurden zum Beispiel Häubchen für die Luken angefertigt, die haben Sibylle und ich angebracht.

Ein Andermal musste die Gasflasche vom Befüllen zurück geholt werden. Was zunächst nicht besonders klingt, erhält seine Note durch die Tatsache, dass das Befüllen ca. 6 Wochen (in unserem Fall 10) braucht und dass keinesfalls sicher ist, dass Du DEINE Bottle zurück bekommst. Meine Aufgabe war also immer wieder nach dem guten Stück zu fragen und zu nerven bis das Teil wieder in unseren Händen war – das kann ich!

Projekt Gasflasche – check!

Last not least – die Fenderüberzüge der ELOWYN! Bei der Fendergröße scheint es willkommen, dass der Hersteller „Black Friday Tage“ anbietet – das muss genutzt werden. Aber dafür sind Maße und Stückzahlen notwendig.

Mit Stift, Block und Maßband bewaffnet rückte ich den Gummipuffern zu Leibe um Maß zu nehmen…

…bei dieser Größe noch einfach, bei den 8XL Teilen fast schon körperliche Arbeit – dennoch, Projekt Fender – check!

Ansonsten wird es ruhig auf Leros, nach und nach schließen saisonale Tavernen, andere verlegen ihr Geschäft von draussen nach drinnen. Das ist für manche Überraschung gut, weil sich ganz reizvolle Plätze auftun die vorher vielleicht nicht so präsent waren.

Psaropoulo in Panteli
Konblauchbrot mit Olivenöl – zum Niederknien

In der Regel versuchen Sibylle und ich jetzt wieder jeden Tag frisch einzukaufen und zu kochen. Das gelingt oft und wir genießen die Abende am Schiff. An anderen Tagen gehen wir gerne auswärts Essen, oft mehr aus gesellschaftlichen Gründen – um etwas anderes zu sehen, um uns mit Freunden zu treffen.

Wir halten den Ball dann meist flach und gehen zum Burger essen…

…oder gönnen uns den „Klassiker“ – Giros Pita – für 2.30€ für die normale Größe oder 4.-€ für den GIANT.

Einige haben uns gefragt wie wir uns ver- und entsorgen. Nun, das ist recht einfach, es ist in der Marina ein wenig wie Camping. NESSAJA hängt am Strom, wir haben 220V für die großen Verbraucher, die Batterien vom Bordnetz werden vom Ladegerät gespeist.

Wir haben einen festen Wasserschlauch gelegt, mit dem füllen wir ca. einmal alle zwei Wochen unsere Brauchwassertanks (500 Liter) mit denen wir spülen und die Hände waschen. Die Toilette wird im Hafen nicht benutzt, dafür gibt es die sanitären Anlagen inclusive Duschen. Zu guter Letzt fülle ich noch den Trinkwassertank (60 Liter) ca. alle zwei Wochen mit Trinkwasser aus der öffentlichen Zapfstelle – dafür fahre ich viermal mit dem Motorrad und Kanister.

Als ich über unseren Besuch in Kreta geschrieben habe, habt Ihr viel über Immobilien gelesen. Ende der Geschichte? Nein, keineswegs, im Gegenteil – wir hatten auf Leros ein Grundstück direkt am Meer gefunden, attraktiver Preis, gute Lage, die richtige Größe, das ganze preisgünstig!

588qm direkt am Meer
Erschlossen und eben

Hier war ich zum ersten Mal bereit, in Preisverhandlungen einzutreten. Dies ist aber schnell gescheitert, weil der Anbieter sehr rasch den Haken hat wissen lassen – dem Grundstück fehlen wichtige Papiere, der Käufer müsse „ins Risiko gehen“. Nicht mein Fall, Danke für´s Gespräch!

Sibylle scheint zwischenzeitlich mit ihrem Mobiltelefon verwachsen zu sein, der Kontakt in die alte Heimat wird von Tag zu Tag wichtiger – verständlich, Enkelchen Benno wächst und gedeiht, die Vorfreude auf ein Wiedersehen wächst.

So gibt es allerlei Videochats – outdoor…

Otto! Wie geht´s dem Tyrannosaurus???

…und indoor!

Schon wieder nur 20% Akku

So verging der Monat November abermals wie im Flug, wir genossen und genießen die Momente die uns unser „Leben 2.0“ beschert jeden Tag auf´s Neue – und von diesen Momenten gibt es einige…

Agia Marina & Kastel – Vollmond / Blutmond

Was noch, ach ja, es gibt noch ein Corona-Thema. Ich möchte mich im Blog eigentlich nicht positionieren, schon gar nicht will ich bekehren! Ich bin tolerant und vertrete die Meinung, dass sich jeder selbst informieren muss um zu einer Überzeugung zu gelangen.

Hierfür sollte sorgfältig abgewogen werden bevor entschieden wird, so dass man auch bei nicht 100%iger Sachlage seiner Überzeugung folgen kann und sollte. So haben Sibylle und ich das auch gemacht. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass unser Leben ohne eine Impfung zur Zeit nicht umsetzbar ist. Zudem denken wir, dass die Impfung hilft – so war es klar, dass wir dem Angebot zur Drittimpfung in Leros wieder Folge leisten.

Dies war wieder überraschend unkompliziert und ging sehr rasch vonstatten. Wir sind also gewappnet um auch in diesen Zeiten reisen zu dürfen und freuen uns auf Weihnachten bei unseren Kindern in Deutschland und die Besuche bei Freunden.

Hier wäre normaler Weise Schluss – es folgt ein Nachwort…

NOVEMBER RAIN

„Nothin‘ lasts forever
And we both know hearts can change
And it’s hard to hold a candle
In the cold November rain“

Nein, keine Sorge – Sibylle und ich mögen uns, wir haben aber erkannt, dass wir am Ursprungsgedanken nicht festhalten können. Hierfür gibt es viele Gründe, diese werde ich, für den Fall, dass wir unsere Meinung nicht noch einmal anpassen, in einem gesonderten Bericht darstellen.

Vielleicht vermutet Ihr es schon ob der vielen Informationen über Immobilien in Griechenland. Es sieht im Moment so aus, als ob wir NESSAJA in Bälde zum Verkauf anbieten werden und uns auf Leros sesshaft machen. Die Zeit dafür ist gerade günstig und wir müssen kopfgesteuert entscheiden, leider können wir nicht auf allen Hochzeiten tanzen.

Das Leben in Griechenland schätzen und lieben wir, wir haben Freunde und ein Umfeld gefunden. Aber hier zehn Jahre im Kreis zu fahren steht nicht auf unser Beiden Wunschliste. Das Thema Weltumsegelung werden wir wohl nicht wie geplant umsetzen können, Covid ist ein Thema, die Sehnsucht nach der Familie ein anderes. Zugegeben, wir haben auch die Gap im Soll / Haben Abgleich für eine Weltumsegelung übersehen oder zumindest falsch eingeschätzt.

Es wird also Neuigkeiten geben – bleibt dran!

Der Wind weht kräftig, es scheppert und pfeift in den Fallen und Wanten. Das Wetter passt zur Stimmung! Verhalten, ein bisschen wehmütig und doch nach vorne orientiert.

Wir diskutieren viel um wirklich sicher zu sein, inwieweit wir unsere Ideen und Wünsche anpassen und welche Folgen dies für unseren 10-Jahres Plan hat.

In diesem Sinne wünscht die Crew der NESSAJA eine schöne Vorweihnachtszeit, eine staade Adventszeit und frohe Festtage. Rutscht gut rüber ins neue Jahr und bleibt gesund.

Der Monatsbericht Dezember folgt Anfang Januar – den Titel weiß ich heute schon! 😉

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