Februar 2021 – Time to say Goodbye…

…ich konnte einfach nicht anders – für unseren Aufbruch zu unserem „Sabbatical XXL“, unserem Leben 2.0 musste ich diesen Titel auswählen!

Dabei war es bei uns alles andere als seicht und gefühlshudelig – doch lest selbst.

Unsere Abreise hatte sich ja aufgrund einiger Themen die noch zu regeln waren, von Januar auf Ende Februar verschoben. Bis dahin hatten wir beschlossen gehabt, dass uns René mit seinem Wohnmobil begleiten würde.

Der Camper schien uns, allen Risiken und Mehraufwand (Zuladung / Auffälligkeit) zum Trotz, als das ideale Transportfahrzeug.

Also haben wir eine Woche vor der geplanten Abfahrt mit den Vorbereitungen begonnen.

Beladen in Miesbach

Wir waren erstaunt, hatten wir doch eine Menge Gepäck, aber alles lies sich recht gut unterbringen. Einzig mit der maximalen Zuladung hatten wir etwas zu kämpfen. Am Ende war es geschafft und wir waren startklar – so dachten wir jedenfalls…

Läuft – noch…

Klar ist, dass man sich in Zeiten wie diesen, in denen das Reisen durch Corona schwer bis unmöglich scheint, entsprechend vorbereitet und informiert. So wussten wir auch von den Quarantäneregeln in Griechenland, dachten aber, dass bei Bewegungen, alleine und an der frischen Luft, kein Problem auftreten würde.

Zudem wäre ja auch noch die Option des „Freitestens“ zur Debatte gestanden – doch dies sollte sich nicht erfüllen.

In einem Forum haben wir aber gelesen, dass die Quarantäne doch recht strikt verfolgt würde. Dies und die latente Überladung unseres Transportvehikels lies uns zwei Tage vor Abreise komplett umplanen!

Rene stieg aus, acht Tage Aufenthalt, davon sieben in Quarantäne schienen Ihm nicht sinnvoll – eine gute Entscheidung!

Alle Fahrzeugoptionen waren suboptimal, so haben wir uns entschlossen sehr rasch ein neues Transportvehikel zu kaufen.

Gesagt, getan – eine Prise Glück dazu – und zwei Tage später waren wir Besitzer eines Fiat Scudo, EZ 2010, kein schlechter Wagen…

Wir haben sofort umgepackt!

…hier fehlt noch die große Matratze

Wir mussten aufgrund des Zulassungsprocedere die Abreise um eine halbe Woche verschieben und waren, mit neuem Nummernschild ausgestattet, reiseklar um am 02.03.2021 abzureisen.

Jetzt ist wirklich alles drin!
Kann losgehen!

So sind wir zeitig los, noch einmal nach Miesbach gefahren um dort das Ergebnis von unserem PCR Covid Test abzuholen. Dann ging es los und wir haben den Ort hinter uns gelassen…

Der geneigte Leser sollte sich vergegenwärtigen, dass zu der Zeit als wir aufgebrochen sind, eine besondere Situation vorherrschte.

Es war Lockdown in Deutschland, das Bundesland Tirol in Österreich war Risikogebiet, in Italien herrschten erhebliche Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und in Griechenland waren das Gebiet Attika im vollständigen Lockdown. Bereits zwei Tage nach unserer Ankunft wurde gesamt Griechenland vom RKI zum Risikogebiet erklärt.

Ich möchte die Geschichte unserer Reise hier durch ein paar Fakten rund um die Organisation ergänzen um anderen Reisenden einen Anhaltspunkt zu geben – es folgt eine Textpassage mit den relevanten Vorgaben.

Da wir in Oberbayern gestartet sind, haben wir die kürzeste Route Grenze Kiefersfelden, Tirol, Brenner, Bologna, Ancona, Patras, Megara, Piräus, Leros gewählt.

Aufgrund unserer Fährverbindungen schien es ratsam die Reise geplant zu entzerren. Es empfiehlt sich alles zu planen, „kurzfristig“ kann klappen – oder eben auch nicht.

Die gängigen Unterlagen bleiben unerwähnt, es soll nur um die Reisebedingungen während der Corona Maßnahmen gehen.

Eine wichtige Quelle an Informationen war die Webseite travel.gov.gr und die Hinweise von Freunden und Bekannten die vor uns gereist sind.

Es ist zwingend ein PLF Dokument (QR Code) nötig auf dem persönliche Daten und das Ankunftsdatum in GR eingetragen werden. Dies wird online auf der o.g. Webseite angelegt und man hat den Code bisher immer in der Nacht des Anreisetages bekommen. Das war bei uns nicht so! Wir haben den Code sofort nach anlegen des Antrages erhalten und konnten die Unterlagen elektronisch und in Druckform mitführen.

Weiter ist, so steht das fett gedruckt in ROT auf dem PLF, ein PCR Test auf das Corona Virus mitzuführen. Diese Negativbescheinigung darf nicht älter als 72h (GR) bzw. 48h (AT / IT) sein. Es ist die Ausweisnummer darauf zu vermerken und er muss übersetzt ins Englische sein, dies hat bei uns der Hausarzt gemacht. Diese Kriterien zu erfüllen ist nicht einfach, es gibt aber einen Ausweg, dazu später mehr.

Mit einer Mappe voller Dokumente kamen wir also an die Grenze von Tirol…

Hier bekommt man eine Art „Laufzettel“, einen Passierschein, auf welchem die Beamten die Einreiseuhrzeit eintragen. Man muss angeben, dass man im Transit ist, dieser darf in Österreich maximal 12h dauern, durch Tirol aber kürzer. Die Kontrollfahrzeuge der Behörden waren präsent, wir wurden aber nicht kontrolliert. Weder an der Grenze noch auf der Autobahn war viel los.

Bei der Einreise nach Italien (Brenner) wurde der Passierschein kontrolliert, wir mussten wiederum auf den Status „Transit“ hinweisen und durften einreisen. Auch das hat maximal 10 Minuten gedauert. Der Transit durch Italien darf maximal 36h dauern. Zeit genug also um eine Kaffeepause einzulegen – alles unter strengen Hygieneregeln, alles mit FFP2 Maske. Aber immerhin, die Cafés waren offen.

Cappuccino gleich nach Sterzing – alte Bräuche
Italien, der Brenner liegt hinter uns!

Da bis zuletzt nicht zweifelsfrei zu klären war, ob das nächtliche Bewegungsverbot auch für den Transitverkehr gilt, haben wir uns für eine Variante entschieden, von der wir von Freunden wussten, dass sie funktioniert.

Wir sind bis Bologna gefahren und haben dort in ein autobahnnahes Hotel eingecheckt. Dies schien die beste Idee zu sein, weil wir ausgeschlafen zu unserer Fähre kommen wollten (2h vor Abfahrt – also um 11.30). Wir hatten für alle Fälle das Formular der Gesundheitsauskunft für IT dabei, dies scheint aber für Transitreisende nicht nötig zu sein.

In Italien haben einige Cafes, Hotels und auch die Hotelrestaurants auf, es sollte alles vorher gebucht werden. Unser PCR Test und die 36h Transitzeit haben die Übernachtung hergegeben.

Es ist obligatorisch eine Alltagsmaske zu tragen, manche sehen das strenger andere nicht – wir waren die ganze Fahrt über mit FFP2 Masken unterwegs sofern wir nicht im Auto waren.

Gleichwohl hat es sich toll angefühlt mal wieder „auszugehen“ – wir haben einen Apperitivo Italiano genossen und auch der Espresso nach dem Essen durfte nicht fehlen.

Am nächsten Tag waren wir pünktlich in Ancona wo wir trotz unserer e-Tickets in das Fährbüro zum Check-In mussten. Dort wurde Temperatur gemessen, wir durften aber zu zweit rein. Es war kaum was los, alle waren recht nett und hilfsbereit. HIER wurde das PLF nach GR kontrolliert! Wir mussten außerdem zum Zoll, der hat ein bisschen kontrolliert, ansonsten war das Einchecken auf die Fähre ohne Hindernisse. Man muss sich zusätzlich um die Gesundheitserklärung der Fährlinie kümmern – wir hatten das zuhause vorbereitet, man kann dies aber auch beim Check-In ausfüllen. Die Formulare findet man auf den Webseiten der Fährlinien.

Recht pünktlich war es Zeit unser neues Auto, wir haben es „Wilhelm“ getauft, in den Bauch des Riesen zu fahren. Es geht, auch für die Minibusse, immer einige Stockwerke hinab.

Wenn Ihr Euch fragt, warum wir soviel Gepäck mit an Bord nehmen – wir hatten das Glück über einen griechischen Freund ein Upgrade zu bekommen und durften ein einer „Luxury External Cabin“ reisen.

Außenkabine
geräumig

Ok, Luxury mag jeder für sich definieren, aber für eine Kabine in der Fähre sind wir sehr komfortabel gereist!

Zeit zum Ablegen! Ancona blieb achteraus, wir waren auf dem Weg nach Griechenland!

Wir sind ANEK gefahren. Die Fähre war nur sehr dünn besetzt, es war viel Platz. Maske war obligatorisch, am Tisch konnte man diese abnehmen. Das Self-Service Restaurant hatte offen, alles andere war geschlossen.

Nichts los…
…gar nichts!

Klar, dass wir uns auf der Fähre einen landestypischen „Absacker“ gegönnt haben!

Das Abendessen dagegen hatten wir vorher in Ancona beschafft, die Bars auf der Fähre sind relativ teuer – und wir konnten ja mit einem schönen Ausblick dinieren…

Die Überfahrt selber verlief unspektakulär, wir hatten beste Bedingungen und konnten einige schöne Bilder machen!

Nach der Nacht, wir konnten echt gut schlafen, hieß es „Griechenland voraus“

Die Ankunft in Griechenland war spannend für uns. Wir wussten von Freunden, dass in Igoumenitsa vor zwei Wochen keine PCR Tests kontrolliert wurden. Es wurde dafür JEDER getestet. Bei uns war es anders. In Patras wurden wir gefragt ob wir einen Test hätten. Als wir unsere Ergebnisse vorzeigten wurden wir sofort durchgewunken und waren ohne jegliche weitere Kontrolle in GR. Auch unser PLF wollte hier niemand sehen. Belgier vor uns hatten keine Tests dabei (es geht ohne Test), diese wurden dann vor Ort getestet und konnten weiterfahren. Das konnten wir so beobachten.

Da unsere Fähre auf die Insel einen Tag später ging und wir die Stadt und den Lockdown vermeiden wollten, sind wir 30km vor Piräus (Megara) in ein Hotel gegangen.

„Megara Hotel“ in Megara

Das Hotel war sehr neu, preiswert und hatte 10Sterne Personal! Es war leider etwas weiter weg vom Meer, so dass Ausblick und Lage eher mau waren, aber das war uns egal.

Auch hier wurde sehr auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet. Das Abendessen hat man uns bestellt, es wurde im Zimmer gegessen.

Das erste griechische Essen – so lecker!

Auch Frühstück gab es am Zimmer. Wir haben uns immer sicher gefühlt, man achtet in GR recht strikt auf die Einhaltung der Regeln. Auch hier war die Maske obligatorisch.

Frühstück – bestellt, geliefert!

Um innerhalb GR zu Reisen braucht es einen triftigen Grund. Diese Gründe sind auf einer Liste aufgeführt. Für die tägliche Bewegung und Besorgung notwendiger Sachen ist ein Permit mitzuführen welches man hier findet forma.gov.gr. Dieses Dokument benötigt man nicht im Transit, hier reicht das Fährticket. Mit Kontrollen ist zu rechnen.

Wir sind einen Schlenker nach Athen gefahren der, Gott sei Dank, nicht weit von unserer Route lag – es lag mir am Herzen einen Freund zu besuchen. Wir wurden unter strengen Hygieneregeln sehr herzlich empfangen…

Obwohl die Griechen ja sehr herzlich und nahbar sind, wurden wir hier auf Distanz gehalten. Das ist mehr als akzeptabel, achtet doch jeder auf seine Gesundheit. So wurde einfach die Dachterrasse zum „Meetingpoint“ und der Frappé, wie üblich, nach oben beordert.

Treffen mit Blick auf die Akropolis!

Doch wir mussten weiter – zum Fährhafen nach Piräus!

Man braucht einen „wichtigen Grund“ um innerhalb Griechenlands reisen zu dürfen. Freunde von uns sind in Piräus kurzzeitig damit konfrontiert worden, dass z.B. Immobilienbesitz KEIN Grund ist um innerhalb GR zu reisen. Man sollte also gut vorbereitet sein, wenn solch eine Frage gestellt wird. Die Beweislast liegt beim Reisenden. Es ist ratsam sich einen Nachweis zu beschaffen, dass man einen der Reisegründe erfüllt, die Geschichte muss schlüssig sein. Natürlich ist das auch einzelfallabhängig! Google hilft hier weiter, man findet allerhand.

Ich empfehle dringend den Online Check-In der innergriechischen Fähren Blue Star Ferries | Check-In – der große Vorteil dabei ist, dass man alle erforderlichen Unterlagen sofort aufs Mobiltelefon bekommt. Wenn man dann noch den Gesundheitsbogen vorher ausgefüllt hat, gibt es bei BlueStar keinen Kontakt zu Personen bevor man in Piräus auf die Fähre fährt. (Dodekanes – Gate E1). Natürlich folgt daraus, dass auch keine Fragen gestellt werden. Unsere Freunde hatten Ihren Diskussionsbedarf am Ticketschalter in einem Fährbüro beim Abholen der Tickets.

Wieder das gleiche Spiel, man wartet vor der Fähre…

Wiederum fährt man in den Bauch des Riesen, hier war mehr los, alles wurde enger gestellt – hat am Ende aber doch gut geklappt. Es ist immer wieder erstaunlich welche logistische Meisterleistung hinter dem Verladen steht!

Wir bezogen abermals unsere Kabine, hier auf der zehnstündigen Fahrt ohne Upgrade. Es war auch hier schön eine Kabine zu haben, aber durch die Enge, die Hitze und bedingt durch das Wissen, dass um 03.45 Uhr der Wecker klingelt, war an Nachtruhe kaum zu denken.

Trotzdem – ab hier war es ein Leichtes – wir legten mit einer Stunde Verspätung ab, aller verlief aber reibungslos. Wir wussten, der nächste Halt würde unser finale Ziel sein.

Auch bei BlueStar hatten nur einige Cafes und das Schnellrestaurant offen. Wir waren abermals vorbereitet und hatten bei „Gregory´s“ ein paar Sandwich gekauft welche wir im Salon verspeisen durften, alles sehr relaxed hier.

Gähhhhhn, so früh??? Kein Zweifel, trotz des schlechten Schlafes war die Nacht vergangen, die Bucht von Lakki lag voraus, wir würden in Bälde anlegen, es hieß, sich vorzubereiten!

Das Ausfahren und die Ankunft auf Leros verliefen ohne Kontrollen, wir sind die fünf Minuten zu unserem Schiff gefahren und konnten recht schnell wieder ins Bett huschen – der Vorteil von einem „gemachten Nest“.

Jetzt sind wir hier und es scheint 7 Tage Selbstquarantäne zu geben. Die Community hat schon unseren Einkaufszettel und wird uns „versorgen“. Für uns bedeutet das auf einer Seite zumindest einmal die Dinge des persönlichen Bedarfes zu verräumen und alles neu zu sortieren…

…andererseits haben wir natürlich jetzt Zeit – etwas mehr solange wir an Bord bleiben müssen, danach um verschiedene Projekte ums Boot zu starten. Jetzt erstmal ankommen, gut essen, ein bisschen faullenzen!

Fazit – eigentlich war es eine sehr angenehme Fahrt unter erschwerten Bedingungen aber ganz ohne Komplikationen! Gute Vorbereitung ist alles…

Wir sind angekommen, sind auf NESSAJA zurück und es geht uns gut.

Wann wir zurück nach Deutschland kommen? Nun, das ist offen. Es wird aus meiner Sicht nochmal ein medizinischer Check wegen meiner Stimme nötig sein, auch bleibt zu klären inwieweit dies eine beruflich bedingte Erkrankung ist. Mit Sicherheit wird es daher kurzfristige Besuche geben .

Updates hierüber und natürlich zu unserer Zeit hier – wie immer auf diesem Blog oder über die bekannten Social Media Kanäle.

Grüße aus Griechenland von der Nessaja – Crew.

5 Kommentare zu „Februar 2021 – Time to say Goodbye…“

  1. Lieber Mario liebe Sybille das ist ein ganz spannender REISEBERICHT!!! ja wenn man Zeit hat geht das schon ist aber trotzdem sehr muehsam und aufwaendig:::Wir haben auch dauernd Probleme mit Reiseplanungen. Wir haben endlich einen Flug gefunden ab der Schweiz nach Zypern ohne irgend noch ein Land mit noch irgendwelchen Bedingungen passieren zu müssen. Nur eine Frage bleibt: was macht man mit einem Auto wenn man ein Schiff hat und „Leinen los“ will? Wir hatten damals auch so ein Problem. Haben jemanden organisiert welcher uns das Auto zurück in die Schweiz fuhr direkt in die Garage zum Verkaufen….Wir wünschen Euch gutes Durchalten in der Quarantäne und baldiges freies Leben!

    1. Hallo Christine, Danke für die netten Zeilen. Solange wir im Mittelmeer sind werden wir das Auto behalten, wir bringen es beim nächsten Besuch in Deutschland selber zurück. Du hast recht, Reisen ist zur Zeit kein Vergnügen – aber das ist ja der Sinn der Maßnahmen. Hoffen wir, dass es sich normalisiert. Euch alles Gute!

  2. Hallo, Ihr beiden, nun haben wir uns sehr gefreut zu lesen, dass ihr wohlbehalten in eurem neuen Leben angekommen seid!! Und die Quaratäne werdet ihr sicher auch gut überstehen. Winterliche Schneegrüße aus Schliersee und alle guten Wünsche senden Monika & Alan🍀🌹

    1. Hallo Ihr Beiden! Das freut mich sehr, dass Ihr unserem Blog folgt. Grüße sind angekommen, wir haben gerade kurzärmelig im Freien Kaffee getrunken – alles gut soweit. Wir hören einander, ganz herzliche Grüße

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