Irgendwann bleib I dann dort…

…geh vo´daham für immer fort

Die Insider unter Euch, Blogleser der ersten Stunde, die genauen Beobachter, wissen, dass ich gerne Songtitel als Headliner meiner Beiträge und Posts verwende.

Oft ist etwas Wahres dran, auf jeden Fall zeigen Liedtitel, dass sich Menschen mit Themen beschäftigen – und sie sind einprägsam 😉

Langjährige Freunde und Bekannte, Familienmitglieder oder einfach Menschen die mich länger und besser kennen, haben vielleicht schon ab und an gerätselt warum das Lied welches mich seit Jahren immer mal wieder zu einem Statement hinreißt noch nicht als Headliner gekommen ist – heute ist es soweit!

Diese Headline gehört zu einem Post welcher einen neuen Lebensabschnitt einleitet – der Titel wird, wie sooft von mir beschworen, endlich Programm…

Klingt nach Pathos? Vielleicht! Aber ich bin mit dieser Sehnsucht nicht alleine, der Wunsch IRGENDWANN die Schalter umzulegen ist überall zu finden wenn man die Augen und Ohren offenhält.

Der heutige Post bleibt eine Weile stehen – ich habe bewusst kein Menü daraus gemacht, es ist eine Info für mein Umfeld, eine Zusammenfassung um meine Vorfreude zu teilen und eine kurze Sachstandsmeldung abzugeben.

Daher NUR ein Beitrag an der Pinwand des Blogs – dafür aber einer der etwas länger ausfällt. Nehmt Euch, nach dem Urlaubsbericht von gestern, nochmals die Zeit zu lesen, vielleicht findet Ihr Euch ja irgendwo wieder – wie auch immer würde es mich freuen, Euer Interesse für unsere kommenden Abenteuer aufrecht zu halten, zu wecken oder neu zu entfachen!

Dieses Bild kennt Ihr, ich habe es inzwischen fast überall als Profilbild – ich mag das Bild, so sehe ich mich selbst am liebsten, es trifft mich am besten – lasst Euch kurz von einfangen wenn ich Euch von der Entstehung eines Traumes erzähle und ein bisschen was Privates mit Euch teile…

Die Entstehung eines Traumes

Meine Eltern waren Camper, sie liebten die Freiheit die diese Art Urlaub bescherte. Mein Vater war zudem Hobbypilot und genoss alles was mit Wolken, Wind und der Natur zu tun hatte.

Es war daher wenig verwunderlich, dass wir im Rahmen eines Stadtfestes in der noch sehr neuen Stadt Cervar Porat in Istrien im damaligen Jugoslawien ein feilgebotenes Segelboot gechartert haben. Es war eine Kurzzeitcharter über drei Tage.

Der Erlebniswert jedoch, einschließlich einer Delfinsichtung, war so hoch, dass mein Vater vom Segelvirus infiziert wurde und bald nach unserer Heimkehr ein Segelboot gekauft hat.

Mit diesem Boot hatten wir einige schöne Urlaube und auch bei mir schlich sich eine Liebe zu dieser Art des Lebens auf dem Wasser, dieser speziellen Form von Camping ein – wirklich wahrgenommen habe ich das damals aber so noch nicht.

Die Jahre gingen ins Land…

Im Jahr 1992 waren meine damalige Frau und ich mit den Kindern auf Lanzarote und wir haben im Hafen dieses Schiff gesehen…

Ich war immer schon technisch interessiert, habe durch meine Mechanikerausbildung durchaus das Vermögen auch schwierige Projekte anzupacken.

DIESES Schiff hat etwas bewirkt, wohl deshalb habe ich die Bilder heute noch, ich konnte nächtelang nicht schlafen und habe an Ideen gefeilt wie man mit diesem Kahn über die Weltmeere fahren könnte und über Kojencharter die notwendigen Einnahmen generieren würde.

Die Verantwortungslage für die Familie und die Tatsache, dass ich damals mein Umfeld nicht begeistern konnte lies DIESEN Plan natürlich sterben bevor er geboren war – der Gedanke war jedoch implantiert – und ließ mich nie wieder los!

In diesem Jahr war ich in Passau das erste Mal auf einem Konzert von STS – „Irgendwann bleib´I dann dort…“

2001 habe ich mir mein erstes Segelboot gekauft – seither verbinde ich viele sehr schöne Momente meines Lebens mit den Erlebnissen während der, meist knapp bemessenen, Bordzeit. Sei es, wie im Bild oben, mit meinem Sohn, meinen Kindern…

…oder mit meiner Frau, die 2002 Einzug in mein Leben hielt und anfangs etwas mit Ihrer Rolle als „Seemansbraut“ gehadert hat. Nur soviel – es waren Umwege nötig um sie als Capetania zu gewinnen…

Ich habe bei allen Entscheidungen bezüglich meiner Schiffe immer darauf geachtet, dass ich mich in Richtung „längeres Bordleben“ entwickle – ohne eigentlich genau sagen zu können, was dies einmal heißen wird.

Unser jetziges Schiff NESSAJA haben wir Ende 2014 gekauft, sie erfüllte alle Voraussetzungen, ggf. würde man auf diesem Schiff auch leben können. Seit wir Nessaja haben sprechen wir öfter darüber wie es denn wäre länger zu Reisen, eventuell einmal eine Blauwasserfahrt, eine Oceanpassage zu machen.

Dies wurde auch im Schiff manifestiert!

Mein Umfeld hat mich oft belächelt, meine Gedanken mit einem „jaja“ abgetan, nur die allerwenigsten wussten wie ernst es mir war – eigentlich hat nur noch der Startschuss gefehlt – das GO von Sibylle!

Wir haben während dieser Gespräche oft darüber gesprochen auf was wir warten sollen, worauf hinarbeiten – das Leben ist jetzt! Wieviel Familie ist obligatorisch? Ab wann hat man „ausgesorgt“? Ist man jetzt nicht selbst „an der Reihe“? Fragen, die durchaus kontrovers diskutiert werden können.

Deshalb war es nie oberflächlich gemeint, wenn ich die Hippie-Weisheit aus Matala / Crete / GR irgendwo für mich verwendet habe…

Das ist ein Credo welches ich sehr ernst nehme – Du weißt nicht wann Deine Zeit abläuft, lebe JETZT!

Es ist soweit, die Würfel sind gefallen, ich habe seit einigen Monaten mein GO, Sibylle hat aufgrund einiger Umstrukturierungen in Ihrer Firma einen Auflösungsvertrag bekommen und sie selbst hat bei der Frage „was kommt jetzt, was kommt noch?“ geantwortet – „ich will nochwas erleben, jetzt, wir sind jetzt dran!“

Somit steht seit 10/2020 fest – wir werden nächstes Jahr mit allem Hab und Gut nach Griechenland gehen, auf unser Schiff ziehen und reisen. Wohin? Schwierig! Ein, zwei Jahre Mittelmeer, dann ggf. eine Atlantiküberquerung mit der Option einmal um die Welt zu segeln – wir haben uns 10 Jahre Zeit gegeben bevor wir neu entscheiden.

Dreams come true

Es war Zeit alte Zöpfe abzuschneiden – das Ausräumen begann, wir mussten uns von vielen Andenken trennen…

Was beim „alten Zopf“ noch lustig erscheint, wird bei Fotoalben und Familienerinnerung schon schwieriger. Wir arbeiten jedes Wochenende daran und fahren auch einmal die Woche einen Anhänger voll auf den Wertstoffhof.

Die häufigste Frage die wir hören ist „wo lagert Ihr Eure Sachen?“

Wir lagern nicht, wir entscheiden vollumfänglich, es gibt außer der Meldeadresse keine Wohnoption in Deutschland. Ein Freund von mir – DANKE Rene – hat ein Ferienhaus und wir die Option uns während der geplanten Deutschlandaufenthalte dort einzumieten.

Das bedeutet – wir trennen uns von ALLEM! Die Kinder sind durch´s Haus, die Freunde auch schon, seitdem läuft ebay und die ebay Kleinanzeigen warm. Bei uns zuhause sieht es grausig aus…

Die gemütliche Sauna ist wieder ein Keller!

Sibylles Reich gleicht inzwischen einer Rumpelkammer – hier wird fleißig sortiert 😉

Und in meinem Büro wird auch nur noch aufrecht erhalten was nötig ist um meinen Job bis zum Ausscheiden sicher zu stellen. Ich habe am 30.12.2020 meinen letzten Arbeitstag – es wurde Zeit, meine Stimme ist verschlissen, ich kann die Sprechbelastung nicht mehr erbringen.

Natürlich haben wir einige Anekdoten auf Lager, wie etwa das Frühstück, als es plötzlich morgens um ca. 08.00 Uhr klingelte und ein Interessent für unsere Esszimmerstühle kam. Er saß zur Probe während Sibylle noch ihre Semmel kaute, schließlich hat er gekauft und wir im Stehen fertig gefrühstückt 🙂

Da ich am selben Tag noch unseren Esstisch verkauft habe, sitzen wir jetzt auf geliehenen Ferienhausstühlen und essen von Nachbars Terrassentisch – gemütlich ist anders…

Ihr merkt schon, es ist mehr als ernst – wir setzen um! Das Haus ist (fast) verkauft, der Notartermin steht. Die wichtigen Möbel sind weg, der Job ist gekündigt und Sibylles Auto ist ebenfalls verkauft.

Der „Point of no return“ ist bereits überschritten!

Wie geht es weiter?

Nun, der Plan ist, dass wir in der ersten Januarwoche mit unserem Vehikel Richtung Griechenland fahren und via Venedig oder Ancona mit der Fähre nach Patras übersetzen. Von dort geht es via Piraeus mit der Fähre nach Leros.

Alles was in den Golf passt darf mit, wir erweitern den Gepäckraum wahrscheinlich mit zwei Dachboxen, da ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Auf Leros leben wir in einer gemieteten Wohnung von einer Freundin und werden bis Ende April einige Arbeiten am Schiff machen. Im Februar müssen wir nochmals nach D um Sibylle´s Wohnung zu renovieren und zu vermieten.

Ab Mai ist Nessaja im Wasser und wir wohnen darauf. Wir werden den Mai noch in der Marina verbringen um uns von den dortigen Freunden zu verabschieden – dann, ab 29.05. haben wir keinen Liegeplatz mehr und unser Abenteuer startet (immer unter dem Vorbehalt Corona – wir sind aber flexibel genug alle Parameter anzupassen)…

Es wird wahr – „Irgendwann bleib´I dann dort!“

Wie geht es hier im Blog weiter, wie halten wir Kontakt?

Soziale Medien werden unser Haupt-Bindeglied zu unserer bisherigen Welt. Wir sind IMMER für Euch erreichbar auf ZOOM, MS TEAMS, CISCO WEBEX, SKYPE – aber wir müssen planen, denn wir haben nicht überall gutes Internet. Bitte gebt uns kurz Bescheid wann ihr mal wieder mit uns in einen Videocall gehen könnt und wollt.

Diese Verabredungen oder auch der „kurze Kontakt“ gehen IMMER über WHATSAPP, FB MESSENGER, SMS oder ANRUF auf den bekannten Mobiltelefonnummern. Diese bleiben vorerst bestehen.

Wie es bei uns läuft teilen wir weiterhin auf diesem Blog! Meine Idee ist, dass ich etwa wöchentlich einen Lagebericht / einen Blogeintrag schreibe. Es wird zudem ein neues Menü geben in dem ich wohl jeden Monat eine Zusammenfassung schreibe. Bleibt also dran!

Kurze News findet Ihr auf Facebook, hier an meiner persönlichen Pinwand oder auf Nessajas öffentlicher Seite „sailingmoments“

Ja, und last not least sind wir natürlich auf Instagram und Twitter zu finden – schaut mal unter sailingmoments_sy_nessaja

Für die Fans der Bewegtbilder – ja, es gibt bereits den YouTube Kanal „sailingmoments“, hier habe ich bisher aber mehr experimentell gearbeitet – hier muss ich sehen was ich zu leisten bereit bin und wie sich das entwickelt…

Ich werde mit den Hashtags #sailingmoments, #sailingmoments_sy_nessaja, #sabbaticalxxl und #project2021 arbeiten!

Letztlich hat so JEDE(R) die Möglichkeit auf einer favorisierten Plattform zu kommunizieren.

Mitsegeln / Besuche / Platz an Bord

Ja geht! / Jederzeit gerne! / Haben wir!

Um es auf den Punkt zu bringen – wir freuen uns über jeden der Interesse mitbringt einmal ein paar Tage mit uns zu segeln oder uns einfach auch nur besuchen will – mit oder ohne segeln!

Wir haben genug Platz für zwei Erwachsene und führen einen Kalender. Scheut Euch daher bitte nicht einfach zu fragen!

Natürlich können auch WIR dorthin kommen wo IHR seid – so gibt es schon erste lockere Pläne für den ersten Winter 2021 / 22 auf Sizilien. Ein wenig Phantasie und Flexibilität ist gefragt..

Auch zu diesem Thema wird es einen Menüpunkt „Törnplan / Standort“ geben…

So weit so gut! Ich ahne, wieviele Menschen uns für verrückt erklären – aber manchmal muss man etwas wagen, über den Tellerrand sehen – wir hoffen dies behutsam und verantwortungsvoll zu tun!

In diesem Sinne freuen wir uns, Euch alle vor unserer Abreise noch einmal zu treffen, zu sprechen, mit Euch zu schreiben – auf das „aus den Augen“ NICHT „aus dem Sinn“ bedeutet.

Viele Grüße, bleibt gesund

Mario

2 Kommentare zu „Irgendwann bleib I dann dort…“

  1. Hallo Mario und Sibylle, ich gratuliere euch zu diesem Entscheid, mutig aber toll! Wir sehen uns im Frühjahr sicher noch in Leros. Bis dann 👋 also. Liebe Grüße, Robi

Hinterlasse eine Antwort zu sailingmoments Antwort abbrechen