…shit happens!
Ich hatte letzte Woche eine sehr nette Anfrage eines Blog / FB Lesers. Er ist am Kauf einer Bavaria Lagoon interessiert und hat nach bekannten Schwachstellen gefragt.
Leider habe ich im Urlaub am iPad das nette Mail gelöscht und finde den Bezug nicht mehr – bitte nehmen Sie noch einmal Kontakt auf!
Da dies aber nicht die erste Anfrage dieser Art war und sich die „To Do“ – Listen der Eigner sehr ähneln, hier eine kurze Aufstellung der typischen Schwachstellen dieser Baureihe.
Hier gehe ich von „Nessaja“ und den besehenen Booten aus, untermauert durch einen gehörigen Erfahrungsaustausch. Ich freue mich über jede weitere Meldung.
Ich bin ein Fan der Baureihe, soviel ist klar – nichtsdestotrotz kann ich die Schwachstellen nicht verleugnen…
– das Teakdeck ist nicht massiv – es verschleißt mit den Jahren sehr stark und ist nicht mehr zu reparieren. Ein kompletter Tausch wird nötig.
– der Innenhimmel ist aus Stoff mit Schaumstoffrücken. Dieser löst sich nach den Jahren auf und es bilden sich herabhängende Säcke welche reißen. Auch das ist nicht billig und eine recht aufwändige Reparatur (besonders Achterkabine bei Lagoon).
– die Ruderlager bekommen Spiel / schlagen aus und müssen ersetzt werden
– Fundament der Ankerwinde ist unterdimensioniert und kann reißen
– aus England habe ich die Info bekommen, dass man darauf achten soll, dass die Türen beim Hauptschott gut schließen – andernfalls ist das Stahlrückgrat ggf. verzogen und der Mast hat sich „gesetzt“.
– das Gelcoat vergilbt gerne oder bekommt Flecken, kann aber sehr perfekt beipoliert werden. Auch das kostet aber ein paar Euro.
– der serienmäßig verbaute VP 2003T ist zwar ein zuverlässiger Motor, wäre aber mit dem Turbo nicht meine erste Wahl – der ist anfällig.
– die Werft selber ist ein Schwachpunkt! Ich könnte es verstehen, wenn bei der momentanen Ausrichtung Fragen nach so alten Schiffen nicht mehr höchste Priorität genießen und eben im Gegensatz zu Premiumherstellern für alte Yachten wenig Service bei der Beantwortung von Fragen geboten wird. Grenzwertig wird es dann, wenn Mails mit Nachfragen nach Ersatzteilen (Ruderlager) nach fast einem Jahr unbeantwortet sind obwohl vorher dazu telefoniert wurde. Erwartet Euch in dieser Richtung nichts!
Den ganzen Rest (Pumpen, Elektrik, Segel, Fensterdichtungen, etc.) würde ich als normale Verschleißteile verbuchen. Hier kann man, wie bei jedem Schiff, bei jeder Werft, Glück und Pech haben, muss sich aber klar sein, dass die Bavaria Lagoon / Caribic Modelle alle um die 20 Jahre alt sind. Man repariert immer!
In meiner ganzen Recherchezeit mit diesem Modell habe ich übrigens nur eine 390 Caribic mit Osmose gesehen. Das war aber insgesamt ein total abgewirtschaftetes Schiff – hier würde ich sagen, dass diese Modelle nicht anfällig sind.
Ich beantworte Fragen nach ungefähr auftretenden Kosten – als grobe Richtwerte – jederzeit gerne. Dies bitte ich jedoch per eMail zu erfragen.
Alles kein Grund nicht nach diesem sehr guten und besonderen Schiff zu greifen – ein bisschen sollte man sich aber selber helfen können – sonst ufern die nötigen Erhaltungs- und Instandsetzungsinvestitionen sicher aus.





