Ozzy Osbourne ist am 22.07.2025 verstorben – es war klar, dass ich für den Folgemonat eine Headline finden werde, welche dem „Godfather des Metal“ gewidmet ist.
Hierfür zaubere ich „Dreamer“ aus meiner Rocktasche – es handelt sich dabei um einen Song, der auf Ozzys Album „Down to Earth“ aus dem Jahr 2001 enthalten ist.
Er beschreibt aus dem Blickwinkel eines Rockstars, dass die Menschen und die Menschheit die Erde zerstören. In den Liner Notes zu „Prince of Darkness“ bezeichnet Ozzy diesen Song als seine Version von John Lennons „Imagine“.
Der Song „Dreamer“ von Ozzy Osbourne handelt von der Hoffnung auf eine bessere Welt und dem Wunsch nach Einheit unter den Menschen. Laut „Musixmatch“ drückt er eine Sehnsucht nach einer friedlichen und harmonischen Zukunft aus und betont die Bedeutung von Mitgefühl und Zusammenarbeit, um Herausforderungen zu überwinden und eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Der Song enthält auch umweltbezogene Themen, die die Sorge um die Zukunft der Erde und den Wunsch nach einem Ende der Misshandlung des Planeten durch die Menschheit reflektieren.
Na wenn das keine gute Einleitung für meinen „sailingmoments“ Blogbericht für den Hochsommermonat August ist…
Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass mich diese Themen in einem ganz anderen Zusammenhang in ein paar Tagen einholen würden.

Der August stand im Zeichen der Familie, der Freunde und einiger Aufgaben, die es zu erledigen galt.
Sibylle und ich haben uns Einiges in den Kalender geschrieben und so war es auch kein Wunder, dass wir auch am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Deutschland, wieder von Erding nach Miesbach pendelten.
Sibylle hatte Besorgungen auf der Liste, ich musste zum Notar.
Um termingerecht in Miesbach zu sein, sind wir recht früh aufgebrochen und hatten uns vorgenommen in unserer früheren Stammbäckerei zu frühstücken.


Der Bäcker unserer Wahl ist nur drei Autominuten vom Notar entfernt. So kann ich minutiös aufbrechen und Sibylle vor Ort zurücklassen.
Sie wird bezahlen und dann eine Haustüre weiter gehen, um sich im Drogeriemarkt mal so richtig auszutoben.
Was der „hagebaumarkt“ für mich ist, ist „Müller“ für Sibylle…
Ich warte inzwischen beim Notar auf meinen Termin – wie steif das hier alles ist. Eine Tatsache, die ich inzwischen vergessen hatte.

Der Termin ging schnell, alles war perfekt vorbereitet – der Hauskauf in Griechenland muss auch in Deutschland „abgesichert“ werden, man weiß was nie was passiert, wenn man über die Straße geht.
Bereits eine halbe Stunde später bin ich zurück am Stadtparkplatz und sammle meine Gattin nebst prall gefüllter Drogeriemarkttüten ein – ja wo um Gottes Willen soll ich DAS alles hinpacken???
Der Audi ist doch schon halbvoll nach meinem Baumarkteinkauf 😉
Na das kann ja noch heiter werden!
Klar, dass wir noch rasch bei Sonja vorbeifahren und einen Kaffee mit ihr trinken, ich muss zudem das wichtigste aller meiner Pakete einsammeln um die Inhalte später abzugleichen – das machen wir, wenn wir zurück in Erding sind…
Zeitsprung – eine Stunde und 80km später!
Spannend, das Paket ist offen, die Teile sortiert – ist alles da???

Das Bild ähnelt dem aus Leros – die gleichen Teile waren schon einmal bestellt, nur waren sie eben zu kurz.
Diesmal wurde die seltene und teurere lange Ausführung geliefert – sieht gut aus, alles scheint zu passen.
Um sicher zu gehen, sortiere ich die Teile nach Einbauort, so wie sie später im Schiff montiert werden.

Ich wusste, dass mir bei der Bestellung ein Fehler unterlaufen war. Ich habe exakt so bestellt, wie ich die zu kurzen Bauteile retourniert habe – leider habe ich dabei vergessen, dass ich bereits damals entschieden hatte, an einer Stelle einen Umbau vorzunehmen und dafür Bauteile in meinem „SVB Warenkorb“ gespeichert hatte.
Diese hätte ich natürlich bei dieser Bestellung auch bedenken müssen! Hilft also nix – die gelieferten Teile sind alle perfekt, aber für die eine anzupassende Stelle, muss ich nun meinen Warenkorb final bestellen und dazu noch EINEN fehlenden langen Rumpfdurchbruch ordern.
SVB ist sicher begeistert, trotzdem wird der Auftrag ohne maulen angenommen und ausgeführt.
Auch diese Teile finden einen Platz in unserem bepackten A6 – dann können wir uns Enkeltöchterchen Heidi widmen.

Es hatte einen Grund, dass wir Miesbach so rasch verlassen haben und uns auf den Weg zurück nach Erding gemacht hatten.
Wir haben heute Nachmittag eine Verabredung mit den Christine und Nader, den Eltern von unserem Schwiegersohn.
Die Beiden sind ja schon länger sehr geschätzte Freunde von uns und wir mögen es, Zeit mit ihnen zu verbringen.
So schnappen wir uns den Schwiegersohn und das kleine Gör und fahren die paar Kilometer in den Nachbarort.
Dort angekommen gab es zunächst ein großes Hallo, dann aber musste die Kleine bespaßt werden – kein Problem für so einen Opa.

Während also Nader und ich der kleinen Heidi „Opa – Entertainment“ angedeihen lassen, bereiten Christine und Sibylle ein „Großeltern – Kaffeekränzchen“ vor.
Es gibt Kaffee und Kuchen, wir sitzen gemütlich beisammen und haben viel zu erzählen.
Das letzte Treffen ist lange her und wir haben zwischenzeitlich alle viel erlebt, so waren die Freunde doch gerade auf einer großen Norwegen-Tour mit dem Wohnmobil – Sibylle lauscht gespannt den Geschichten.
Ich genieße derweil stilecht meinen Kaffee, ah, das tut gut…

Christine bittet mich, die heiße Tasse auf so einen Untersetzer abzustellen – doch was ist das?
Nein, das geht nicht! Ich kann DIESE Tasse unter keinen Umständen auf DIESEN Untersetzer abstellen.
NIEMALS!

Wie kommt das? Ist ein running Gag bei uns, denn Christine und ihr Gatte wagen in ihrer Ehe eine Art Sozialexperiment – er ist Bayern Fan, sie dagegen ist BVB Supporterin.
Er, aus diesem Kontext heraus, das Gewinnen gewöhnt, sie dagegen leidgeprüft.
Ich verweigere das Abstellen der Tasse auf dem quitschegelben Filzpad. Christine schüttelt nur den Kopf und reicht mir eine Alternative – ha, 1:0 für den FCB!
Nein, nur Spaß – wie gesagt, hier muss der Fußball als Grundlage für allerlei Späße herhalten, am Ende des Tages haben wir uns lieb und trinken ein Bier darauf 😉

Der Verschluss öffnet sich mit dem in der Szene wohlbekannten „Fump“ und der gute Tropfen rinnt in die Kehle – herrlich!
Wir sind zum BBQ geladen – darauf haben wir uns schon gefreut, als wir noch auf Leros waren.
Nader grillt gerne und mit Hingabe, so kommen wir an diesem Abend in den Genuß von allerlei Schmankerln und einer leckeren Salatbegleitung.
Wir schlemmen bis die Ranzen spannen!
Nach dem Essen verlang die kleine Heidi noch etwas Aufmerksamkeit. Es soll ein Lego-Turm gebaut werden, der bis zum Himmel reicht.
Es musst also der beste „Lego-Turmbauopa“ der westlichen Hemisphäre ran…

Irgendwann war die Kleine erschöpft und müde und auch ich merke meine alten Knochen.
Wir leeren den letzten Humpen und lassen diesen schönen Tag ausklingen.
Es ist vermutlich keine Überraschung, dass wir auch morgen wieder allerlei auf dem Programm haben.
Der neue Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück in Erding. Sibylle holt Semmeln und ich wusste, dass ich mich auf meine Gattin verlassen kann – sie bringt mir eine Käsebreze mit!
Ich liebe Kasbrezn!!!

Abermals packen wir nach dem Frühstück unsere Siebensachen und brummeln mit dem schwarzen Boliden von Erding nach Miesbach.
Heute ist wieder ein Enkerl-Event geplant, wir haben Sonja nämlich versprochen, dass wir die Rabauken hüten und beschäftigen, während sie sich mit Freundinnen einen „Mami-Brunch“ gönnen darf.
Leider meint es Petrus nicht so gut mit uns, es schüttet wie aus Eimern.
Was tun mit zwei Lümmeln, die Hummeln im Arsch haben?
Wir wagen uns, trotz Ferienbeginn und schlechtem Wetter, ins Spieleparadies nach Bad Wiessee.
Was zunächst klingt, als würden wir uns mit den Buben an einen Roulettetisch begeben, war in wirklichkeit ganz harmlos – und obendrein nicht so überfüllt wie befürchtet.



Rumtollen macht Durst – das merken auch die Kinder und fordern einen Durstlöscher ein.
Sibylle möchte natürlich als „Durstfeuerwehr“ einspringen und bietet den Besuch der Cafeteria nebst einer Flasche frischem bayrischen Sprudelwasser an.
Die Kinder schütteln entsetzt den Kopf – ja weiß die Oma denn nicht, was den Durst eines Siebenjährigen am besten löscht???

Der kleine Benno merkt sofort, dass Ungeheuerliches geduldet wurde – „Otto streckt die Zunge raus, das darf man nicht!“
„Stimmt, aber heute ausnahmsweise, nur für´s Foto!“
„Was? Du auch? OK, ausnahmsweise…“

Ich schwöre, normalerweise bleibt´s bei Wasser wenn der Durst gelöscht werden muss – aber Großelterntage sind eben auch manchmal die Tage der großen Ausnahmen.
In diesem Sinne geht es auch weiter, denn nach dem großen Durst meldet sich auch der kleine Hunger bei den Knaben.
Ihr ahnt was kommt – am Tag an dem bereits die Ausnahme zur Regel erklärt wurde, steht einem Besuch der US-Burgerkette mit dem goldenen M nichts mehr im Wege.
Auch für mich wiedermal eine gerne genommene Abwechslung. Daher ziehe ich die Spendierhose an und lade Enkelchen Nummer 2 und 4 zum Burgerschmaus…

Danach sind die Jungs geschafft! Der Kleine schläft am Heimweg im Auto ein und wir bringen die Racker zurück nach Hause.
Zusammen mit Sonja gibt es noch einen Kaffee, dann müssen wir schon wieder los.
Nein, diesmal nicht nach Erding, wir werden heute in Miesbach übernachten, aber wir sind nahe Rosenheim zu einem speziellen Dinner verabredet – Sibylle und ich haben ein „Blind Date“!
Habe ich schon von meinem „Brieffreund“ erzählt?
Ich habe vor inzwischen mehreren Jahren über mein Seglerforum einen gleichgesinnten Liveaboard kennen gelernt.
Wir hatten uns über ein technisches Thema ausgetauscht und sind dabei im privaten Schriftwechsel vom Hundertsten ins Tausendste gekommen.
Nur soviel, es hat sich über die Jahre ein sehr interessanter Austausch zweier generell Gleichgesinnter ergeben – wir haben uns über allerlei Themen ausgetauscht, immer vor dem Hintergrund zweier Menschen welche sich für ein reduziertes Bordleben entschieden haben, oft aber geprägt durch unterschiedliche Blickwinkel und Motivationen.
Der Zufall wollte es, dass wir beide zu dieser Zeit in Oberbayern verweilten und so haben wir uns heute nebst unserer Frauen zum Pizzaessen im „Marco´s“ verabredet.




Was soll ich sagen? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe den Abend als sehr gelungen empfunden.
Wir vier haben sofort Zugang zueinander gefunden, die Gespräche hatten keine Längen und waren sehr abwechslungsreich und mitreißend.
Wir wissen wohl, dass es eine Weile dauern wird, bis sich unsere Lebenslinien wieder schneiden, aber wir haben uns zugesagt, den Kontakt in jedem Fall aufrecht zu erhalten.
Zufrieden fahren wir nach Miesbach zurück, morgen geht es weiter im Programm.
Nach dem Frühstück erwartet uns ein Stakkato an Erledigungen und Aufgaben.
Arztbesuche für Sibylle, ich muss zur Polizei um meinen Kreditkartenbetrug vom Juni azuzeigen, das hatte ich der ING versprochen.
Der Vormittag rast an uns vorbei und wir finden gerade noch Zeit für ein spontanes Treffen mit unserer Freundin Kate im früheren Stammcafé „Dinzler“.



Kate, richtigerweise Katharina, kommt zu uns und wir begrüßen uns herzlich.
Es gibt soviel zu erzählen, schade, dass wir diesmal nur so wenig Zeit haben.
Während sich die Damen Gedanken über ihre Kuchenauswahl machen, stelle ich fest, dass dies wohl die OPTIMALE Gelegenheit für ein Weißwurstfrühstück ist.
Und da dieses Tun jedesmal auf meiner „Bayern-Bucketlist“ steht, ordere ich die klassischen Würste nebst süßem Senf, einer Brez´n und einem kleinen Bier.

Das Treffen endet am Nachmittag viel zu schnell. Kate muss zu einem Termin und wir müssen mal wieder nach…
…richtig! Nach Erding!
Dort hat Franziska für uns gekocht und der Tag endet im Kreis der Familie.
Der Countdown läuft, ein letzter Tag bei Franziskas Familie in Erding, dann werden wir den Teufelskreis der Pendelei verlassen und mit dem schwarzen Boliden erste Strecken machen – die Fahrt an den Bodensee steht an.
Doch zunächst war ich beauftragt, einen Vormittag lang auf „Klein-Heidi“ aufzupassen!
Ha, wäre doch gelacht – der Super-Opa in seinem Element! Der Dreikäsehoch und ich bauen eine Höhle, ziehen für zwei Stunden dort ein machen es uns gemütlich.
Im Radio läuft „Anne Kaffeekanne“ und wir angeln unermüdlich mit einem Magnetangelspiel.
Für den kleinen Appetit gibt es Eis, welches die kleine Höhlenmitbewohnerin mir anbietet.

Die Zeit vergeht wie im Flug und ich verdiene mir den Rang eines „Babysitter Meisters“.
Dann steht ein nur sehr kurzer Ausflug zu einem anderen „Familienflügel“ an, welcher hier ganz in der Nähe wohnt. Die Chance Rosi und Charly zu besuchen, wollen wir nicht ungenutzt lassen.
Wir sind dort zu Kaffee und Kuchen geladen.



Wir haben den Nachmittag lang Spaß und haben natürlich auch viel zu erzählen. Die Zeit rast abermals.
Am frühen Abend geht es zurück zu Sibylles Tochter, denn dort heißt es heute Abschied nehmen.
Wir werden noch einmal zusammen Essen, dann trennen sich unsere Wege.
Sibylle und ich fahren morgen zu meiner Tochter Nina und von dort aus weiter nach Karlsruhe.
Bis wir zurückkommen, wird Franziska mit ihrer Familie schon in den Urlaub aufgebrochen sein – Wiedersehen Ende September auf Leros!
Am Heimweg erlebe ich eine unerfreuliche Überraschung…

Mist! Der Fehler war bekannt, ich habe meinen Sohn gebeten, dass er dies prüfen und beseitigen möge.
Ich war nicht beunruhigt, denn von meinem Freund, dem langjährigen Vorbesitzer, wusste ich, dass der Wagen wohl nicht in den Notlauf geht.
Trotzdem – man weiß nie und das Geleuchte geht mir auf den Senkel.
Ich informiere meinen Sohn…
Seine Idee, morgen früh ins Audi-Autohaus zu kommen und ihn als „Herrn der Ringe“ mal nach dem Fehler sehen zu lassen, muss ich leider ablehnen.
Ich kann die geplante Fahrt nicht mehr umgestalten, ich gehe ins Risiko.
Früh am nächsten Morgen brechen Sibylle und ich ohne Frühstück auf…


Ich bin den deutschen Straßenverkehr nicht mehr gewöhnt! Alles Raser!
Ich erinnere mich an früher und kann mir gar nicht mehr erklären, wie ich das mental aushalten konnte.
Bummeln nicht erlaubt! Mein ländlich-griechischer Insulaner-Fahrstil wird von anderen Autofahrern mit dem Betätigen der Lichthupe quittiert – ich will heim…
Es dauert nicht lange, als wir in einer Baustelle in den ersten Stau geraten.
Ein Kleintransporter ist umgekippt, es sieht aus, als sei niemand zu Schaden gekommen.
Nach dem Passieren der Unfallstelle geht es flott weiter.
Bei Memmingen verlassen wir die Autobahn und bummeln über die Landstraße zu „unserem“ Café.
Besser gesagt – das war der Plan – leider haben wir die tolle Bäckerei mit dem kleinen, charmanten Café nicht mehr gefunden und sind bis fast zum Ziel gefahren.
Ein Fehler wie sich zeigen sollte…

Sibylle wird mürrisch – sie mutiert zur Diva. Ein fleischgewordenes Riesentamagotchi welches gefüttert werden will.
Ich weiß aus Erfahrung, wenn sie kein Frühstück bekommt wird sie gefährlich.
Ich muss dieser Bedrohung entrinnen und gestehe zudem, dass auch ich dringend einen Koffeinschub brauche.
Also lenke ich den Boliden zum „Zoll-Haus“ und leite dort eine Maxi-Bestellung ein.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Wir frühstücken gut und nehmen dann die letzten Kilometer zum Wohnort meiner Tochter in Angriff.

Was wir nicht ahnten – Nina hat uns zum Essen eingeplant und während wir gerade noch die Enkeltöchter begrüßen, buk schon die Lasagne im Ofen.
Uff, gerade noch gefrühstückt und jetzt Lasagne – wir futtern bis die Ränzen zu bersten drohten!
WIR – nicht nur ich…
Gut, dass die Mädels uns zeigen wollten wie gut sie schon radeln können. So gönnen wir uns nach dem Essen einen kurzen Spaziergang und danach noch eine Tasse Kaffee.


Beim Kaffee gilt es einen Plan für den Nachmittag zu schmieden. Alexander schlägt einen Ausflug nach Überlingen vor, wir könnten uns an einem Eis laben und ein bisschen am Wasser sitzen.
JA! Mag ich Beides, nix wie los!
Unser erstes Ziel war die nominell beste Eisdiele in Überlingen. Ich mache an dieser Stelle kein Fass auf und erwähne den Namen „Repapis“ gar nicht – denn ich will, was ich in Griechenland nicht bekommen kann, ein Spaghettieis!


Nachdem wir unsere Leckereien aufgegessen hatten, sind wir ans Seeufer gelaufen und haben uns ein schönes Plätzchen gesucht.
Wir hatten Glück! Der erste warme Sonnentag war uns beschieden – und ich nehme es vorweg, der Wettergott sollte uns ab heute hold bleiben.
Bis zu unserer Abreise wird der Hochsommer in Deutschland verweilen.
Wir genießen die Nähe zum Wasser und die Kinder haben sichtlich Freude.



Wir haben einen wunderschönen Nachmittag und genießen die Zeit zusammen.
Diesmal wird der Besuch bei meiner Tochter nur kurz sein, wir verabschieden uns bereits um 17.00 Uhr.
Nina hat kein Gästezimmer und in der Hochsaison ist uns der Bodensee zu umtriebig und zu teuer.
Wir nutzen also die Chance, dass unser Segelfreund Werner, der Alteigner von ALENA, uns zum Abendessen und anschließender Übernachtung lädt.
Von Werners Zuhause aus, würden wir morgen früh nach Karlsruhe aufbrechen.
Doch zunächst steht uns ein großartiges Wiedersehen mit Erna und Werner bevor – ein Abend voller langer und schöner Geschichten und Erinnerungen.



Am nächsten Morgen haben wir keine Eile. Nach Karlsruhe sind es nur rund zwei Stunden, wir haben für heute keine Pläne.
So frühstücken wir noch gemütlich mit Erna und Werner, der hat übrigens ein sensationelles Frühstück gezaubert, erst um 11.00 Uhr sitzen wir abreiseklar im Boliden.
Doch potzblitz, was ist das? Die Motorkontrolle ist wieder aus – ein Wunder!

Wir spulen die Kilometer bis Karlsruhe ab und sind, aufgehalten durch einen Stau bei Pforzheim, etwas mehr als zwei Stunden später in Sibylles Geburtsstadt.
Der erste Weg führt uns immer zum Haus ihres Bruders.


Natürlich sind die Besuche bei den Kindern und Kindeskindern und darüber hinaus bei Verwandten und Freunden, das Salz in der Suppe.
Sobald eine Reise nach Deutschland gebucht ist, freuen wir uns darauf am meisten.
Es gibt aber meist auch einen ganz rationalen Grund, eine Reise in eine bestimmte Woche zu packen oder gar einen exakten Tag anzustreben.
Der initiale Grund ausgerechnet im August nach Deutschland zu reisen, war neben der Geburt von Enkeltochter Paula, der geplante Verkauf meiner Wohnung in Karlsruhe.
Diese soll veräußert werden, um mit dem Erlös das Haus auf Leros zu sanieren.
Ja, und diese Wohnung befindet sich exakt hier – im Haus des Bruders…


Nach unserem „Check-in“ erstmal ein großes „Hallo“ – wir sitzen zusammen mit Sibylles Bruder auf der Terrasse und trinken erstmal ein erfrischendes Kaltgetränk.
Dann planen wir zusammen ein wenig die nächsten Tage. Wann haben wir gemeinsam Zeit, wann wollen wir zusammen grillen, wann sind wir anderweitig unterwegs??? Fragen über Fragen.
Das Thema Wohnung klammern wir zunächst aus, das steht für morgen auf der Agenda.
Wir fahren erstmal runter – Sibylle ist inzwischen „Duolingo“ süchtig! Sie hat einen „Streak“ über mehrere hundert Tage und will diesen nicht unterbrechen – also MUSS sie täglich ihre Lektionen machen…


Als Sibylle sich durch ihre Lektionen gekämpft hatte, haben wir noch Sibylles Schwester informiert, dass wir gut angekommen seien.
Die erwähnt beiläufig, dass sie gerade auf dem Weg zur Eisdiele wären, die sei schließlich gleich um die Ecke.
Ich erkenne sofort, dass diese Tatsache meine Wohnung immens aufwertet – eine Eisdiele gleich nebenan!
Wir vereinbaren ein sofortiges Testessen und ein Treffen mit Sibylles Schwester vor den Pforten des Eispalastes.

Ich sehe schon meine Annonce vor dem geistigen Auge „3-Zimmer ETW gleich neben Eisdiele und Badesee“ – ich träume von riesigen Geldbergen, die mit Radladern in meinen Geldspeicher gekarrt werden müssen.
Diese Traumwelt wird bestärkt durch die Tatsache, dass zusätzlich die Karlsruher Messe in unmittelbarer Nähe liegt – und ich erfahre, dass dort am Samstag den 16.08. ein Konzert stattfindet.
Wer nun denkt, dass sich hierhin doch nur die „Kastelruther Spatzen“ verirren, irrt gewaltig!
Denn neben Berlin und Düsseldorf, wurde das kleine Rheinstetten bei Karlsruhe von keiner geringeren Band als Konzertort ausgewählt als…
AC / DC !!!! Hells Bells in Forchheim – Thunderstruck am Wasserwerk!
Abermals werte ich meine Wohnung auf! Ich muss dringend einen Bauantrag in Leros stellen, ich brauche einen Geldspeicher wie Dagobert Duck.
Noch ahne ich nicht, dass der Besuch beim Makler meine persönliche „Highway to Hell“ wird…

Nächster Morgen, 10.00 Uhr – Sibylle und ich sitzen pünktlich auf den Stühlen im Maklerbüro.
Es tritt ein junger Mann ein, welcher offensichtlich Bluthochdruck hat. Er braucht rund zwei Minuten um das erste Eis zu brechen und um in sein Thema zu finden, dann aber ist er in seinem Element…
Er war bestens vorbereitet und fachlich durchaus kompetent, er ging mit uns alle Punkte durch und fand meine Zustimmung – am Ende reduzierte sich alles auf einen Punkt…
Die Wohnung hat keinen Balkon! Huch, oh Schreck!!!
Ich werfe noch ein, dass eine ETW im Dreieck „Badesee-Eisdiele-AC/DC“, doch in etwa den Wert haben müsste wie ein Penthouse in der New Yorker Upper Eastside, stelle aber fest, dass dies den Mann kurz verwirrt.
Sibylle stößt mich unter dem Tisch an – ein klares Zeichen zu schweigen und so verstumme ich und lausche der finalen Bezifferung meiner Luxusimmobilie durch den Fachmann.
„Waaaas? Sooooo wenig?“ Ich kippe fast aus den Latschen!
Spaß beiseite – der errechnete Angebotspreis lag deutlich unter meinen Erwartungen und auch die oben genannten Pluspunkte konnten den fehlenden Balkon nicht kompensieren.
Ich fasse es nicht – und das MIR, einen bekennenden Balkonhasser!
Der Mann entlässt mich mit einer „Hausaufgabe“ – wenn ich ein Sondernutzungsrecht für eine der Grünflächen im Garten erwirke, dann sieht es anders aus, „…dann erreichen wir ihren Zielpreis!“
Uff, eine Preisdifferenz von mehr als 40.000.-€ wegen ein paar Quadratmeter Garten bzw. einem fehlenden Balkon – in dieser Minute entsteht Diskussionsbedarf.
Wir fahren zu Sibylles Schwester und teilen die Erfahrung.

Im Gehen nehme ich die Steinmauern in der deutschen Version wahr. Ich kenne diese Ausführung, betrachte sie jetzt aber mit anderen Augen.
Stellt diese, vielleicht günstigere Art Steinmauern aufzubauen, eine Alternative zu den griechischen Trockenmauern dar?
Ich muss das behirnen, aber jetzt habe ich mit der Wohnung eine andere Challenge.
Ich muss mit Sibylles Bruder eine Einigung finden, wie wir das Grundstück neu sortieren und dies ggf. als Regelung festschreiben. Dies bedeutet einen Einschnitt in die bisherige Ordnung, wertet aber ALLE Wohnungen auf.
Zudem beschließe ich, dass ich die Wohnung vermutlich schon im Januar 2026 renovieren werde.
Der nächste Reisetermin nach Deutschland drängt sich in den Kalender.
Der Tag vergeht, der Hunger kommt – ich habe Lust auf asiatisches Essen und bitte Sibylles Bruder, reichlich beim Thai um die Ecke (hach, so eine toll gelegene Wohnung) zu bestellen.
Die Rechnung geht heute auf mich!

Die Wohnung ist auffällig wenig Thema in unserer Runde. Es ist stillschweigend klar geworden, dass Klärungsbedarf herrscht – wir werden wohl Beide darüber schlafen müssen.
Dafür sitzen wir gesellig beisammen und genießen den Sommerabend. Wir haben uns länger nicht gesehen und es gibt einander viel zu erzählen.
So verfliegen die Stunden schnell, die Nacht bricht herein – der morgige Tag wird der Tag, welcher für die Freunde reserviert ist!
Und der verspricht heiß zu werden…

Am Vormittag erledigen Sibylle und ich ein paar Einkäufe um weitere Punkte von unserer Liste zu streichen.
Wir fahren zu „Louis“, dem Motorradladen und kaufen dort eine stärkere Gel-Batterie für die GS.
Dann geht es weiter zu „Hornbach“, wo wir Kunststoffschrauben für ein ELOWYN Projekt und einen Gardena-Wasserzähler kaufen.
Zu guter Letzt betreten wir noch die heiligen Hallen vom „Media Markt“ – eine Lautsprecherbox muss her!
Ich will eine JBL Box! Diese kleinen, tragbaren Lautsprecher mit Akku heißen jetzt „Party Boxen“.
Ich will damit genau das Gegenteil machen – nicht zur Party will ich das Ding tragen, die Box soll mich während der Hausrenovierung unterhalten und mir ermöglichen, Musik zu hören.
Später wird sie meine Musikanlage im Haus sein…
Der Verkäufer bittet mich mein Handy zu koppeln und etwas Musik zu machen – so kommt es, dass unser Inselfidler Manolis Platis jetzt im Media Markt Karlsruhe ein Begriff ist!
Die Box hat bewiesen was sie kann und kommt in den A6 – wir fahren weiter, der Verkäufer bleibt mit offenem Mund zurück.
Nächste Station bei hochsommerlichen Temperaturen – Sibylles ehemalige Schulfreundin Ursula…

Wir sind zu Kaffee und Kuchen geladen, dazu gibt es kaltes Wasser in Unmengen.
Gesprächsthema hier – die Umsiedelung nach Griechenland. Ursula und Andi haben ein Haus auf Kreta und wollen dort wohnen, wir tauschen uns intensiv aus, wann immer wir uns sehen und treffen.
So vergeht auch hier die Zeit viel zu schnell, denn schon um 17.00 Uhr sind wir bei Sibylles Freundin Sabine zum Grillen geladen.
Micha legt ordentlich auf und wir klönen bei Grillwurst und Bier bis in den späten Abend.
Erschöpft sacken wir ins Bett – morgen ist „Verwandtschaftstag“!
Und dafür wurde ein gemeinsames Treffen mit Geschwister, Nichten und Neffen, sowie Onkel und Tante am „Rheinkiosk“ anberaumt.
Nach dem Frühstück fahren wir gemeinsam mit Andrea und Achim dorthin…




Naja, was soll ich sagen? Es ist nicht mein Familienstamm und bei manchen alten Geschichten sind wir angeheirateten Männer außen vor.
Sibylle hat aber Spaß und freut sich und dieses Gefühl teile ich mit ihr. So verfliegt auch dieser Tag recht rasch.
Ausklang findet der Abend bei einem Luxusgriller auf dem Balkon (ahhhrgh) von Andreas und Achims neuer Wohnung.
Bei dieser Gelegenheit mache ich eine vorläufige Kaufzusage bezüglich Andreas „alter“ Küche – die passt nämlich exakt in meine Wohnung.
Der Weg zurück zu Sibylles Bruder´s Haus, zu unserer Schlafstätte, ist nicht weit.
Wir gehen die paar Meter und bestaunen den hellen Vollmond.

Die Zeit ins Karlsruhe ist um! Ein letztes Frühstück mit dem Bruder, letzte Besprechungen, wie wir mit der Wohnung weiter verfahren.
Dann fahren Sibylle und ich ab – nächstes Ziel, Metzingen!
Metzingen? Zu BOSS? Nein, weit gefehlt!
Ich habe ja jahrelang für einen großen Automobil-Zulieferer im Raum Dettingen-Metzingen-Reutlingen gearbeitet.
Ich habe nach wie vor Kontakt zu ehemaligen Kollegen, wenn auch inzwischen sehr reduziert, zudem haben wir Freunde dort – völlig losgelöst von meiner Beschäftigung bei „Elring“.
Beides war ein Grund, einen Abstecher dorthin zu machen – zunächst waren wir kurz bei Florian um dort ein spezielles Ersatzteil für ELOWYN zu besorgen, dann ging es weiter zu Susi und Rainer, beide kennen wir seit der „Jeantex Bike Transalp 2007“.



Ich mag es, was die junge Frau, welche ich als Teenager kennen lernen durfte, aus dem Boden gestampft hat.
Wir haben uns häufig gesehen, als sie bei unserem Lieblings-Kaffeeröster „Dinzler“ in Irschenberg eine zeitlang vor ihrer Meisterprüfung gearbeitet hat um „neue Erfahrungen“ zu sammeln.
Jetzt treffen wir uns nurmehr gelegentlich wenn wir ihre Eltern besuchen, aber ich freue mich mit ihr über das Ergebnis ihres Wirkens.

Erst spät am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt nach Miesbach fort. Wir kommen ohne Zwischenfälle durch und erreichen unser Ziel zur Abendessenzeit.
Der Einfachheit halber wird Pizza bestellt – und nachdem die Buben ins Bett gebracht sind, gönnen wir uns ein letztes Absackerbier an der Lagerfeuerschale in unserem ehemaligen Garten, welcher heute ein Abenteuerspielplatz für unsere Enkel ist – alles richtig gemacht!


Am Folgetag geht es für Sibylle und mich mit hoher Schlagzahl weiter. Wir stehen früh auf, frühstücken wenig und ziehen dann getrennt voneinander los.
Sibylle hat einen Arzttermin, ich einen auf der Post! Denn an exakt EINEM Tag, war der Paketfahrer von DHL nicht in der Lage, meine Pakete an den festgelegten Ablageort zu legen.
Drei Pakete, darunter ein Stück Sperrgut, finden den Weg zu uns nicht und landen stattdessen in der Postfiliale – heute ist der letztmögliche Tag diese abzuholen.

Ich muss vor der Postfiliale mein Auto umräumen – Martins Segel muss verstaut werden.
Klappt aber alles, so setze ich meine Fahrt in Richtung „Stihl“ Fachhändler fort.
Dort kaufe ich mir eine Motorsense, einen Freischneider, um das nächste Mal meinen Garten selber trimmen zu können.
Auch dieses Riesenteil findet einen Platz im Laderaum des schwarzen Boliden.
Zu guter Letzt biege ich noch einmal zum „hagebaumarkt“ ab, um dort einen Briefkasten für mein Haus in Plaka zu kaufen.
Alles klappt bestens – und was macht der Handwerker, wenn am frühen Vormittag das Tagwerk schon gut vorangeht?
Genau – Brotzeit!

Und dann? Dann geht es ENDLICH an den Schliersee! Es wird höchste Zeit mal etwas zur Ruhe zu kommen, die Seele baumeln zu lassen und natürlich, um Rita und René im „Haus Seegarten“ zu besuchen.
Und wie immer wenn ich ans Wasser komme – stürze ich mich in die Fluten!


Sibylle wird nach ihrem Arzttermin nachkommen. Dann warten wir auf Anita und Willi aus der Schweiz.
Nanu, wer ist das? Denkt mal nach, die treuen Blogleser kennen Willi vom Erzählen – er ist nämlich der Eigner der FREE WILLY auf Leros!
Er und seine Frau haben es sich nicht nehmen lassen, von der Schweiz aus für einen Tag anzureisen um uns zu treffen.
Sie wollen „…nur einen schönen Nachmittag mit uns verleben und dann ein gemeinsames Nachtessen genießen“, dann würden sie wieder nach Hause fahren.
Ok, warum nicht? So warten wir auf die Beiden, wir wollen uns um 14.00 Uhr hier treffen.
Natürlich werden wir auch über den Verkauf von FREE WILLY sprechen, denn auch hier gab es eine überraschende Wendung.

Neugierig? Ist auch begründet, denn bei den Verkaufsaktivitäten rund um die kleine Ketch hat sich ja Einiges getan.
Und siehe da – nach mehr als einmonatiger Funkstille meldet sich der Umweltaktivist Julian wieder mit einem konkreten Verkaufsangebot.
Ich möchte nicht spoilern, aber es wird schnell klar, dass Willis Boot bei einer „Aktion“ der Aktivisten eingesetzt werden soll.
Es gibt noch offene Punkte, daher wird sich eine finale Entscheidung wohl erst zum Monatsende ergeben, aber immerhin – es kommt Bewegung in die Sache.
Dies vor dem Hintergrund, dass sich zwei weiterere Interessenten gemeldet haben, welche das kleine aber feine Boot noch in diesem Monat besichtigen wollen.
Wir vier hatten also viele Themen zu besprechen – nebenher erfahren wir das tatsächliche Alter unserer Segelfreunde aus der Schweiz – hier nur soviel, ich will so alt werden und dann auch „…noch mal schnell an den Schliersee“ fahren können.
Als Gaststätte für unser Abendessen haben wir uns das „Klosterstüberl Reutberg“ ausgesucht…



Gegen 19.30 Uhr brechen wir auf. Die Freunde haben noch ihre Heimreise vor sich, es soll nicht zu spät werden.
Wir verabschieden uns herzlich und hoffen, dass wir den Verkauf des kleinen Bootes nach vorne pushen können.
Es heißt „Daumen drücken“!
Noch ahnen wir nicht, dass wir uns schon bald wiedersehen würden…
Wir fahren zurück nach Miesbach, für uns nur ein kurzer Heimweg. Leider muss ich eine Enttäuschung hinnehmen – das Motorlämpchen wartet wieder als Besuch auf meinem Armaturenbrett auf.
Nicht wirklich schlimm, aber es nervt mich halt!

Als würde das Schicksal meine Gedanken kennen, sendet es mir eine kleine Wiedergutmachung für das nervige Motorsysmbol in meinem Sichtfeld.
Die Sonne geht gerade unter, als wir Parsberg erreichen. Dies sorgt für ein Lichterspektakel in meinem Außenspiegel.

Geschafft! Die Erledigungen sind gemacht – es bleibt etwas Zeit zum Durchschnaufen.
Das ist insofern schön, weil langsam der Ausklang unseres Besuches eingeläutet wird.
Wir wollen die verbleibende Zeit sinnvoll und intensiv nutzen, bevor wir wieder für mehrere Monate in Griechenland weilen werden.
Sibylle sucht einen Trailer von dem uralten Kinderfilm „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ – wer kennt das noch???
Ich habe Zweifel, dass der Schinken aus dem Jahr 1968 noch irgendjemand interessiert, aber zumindest der Trailer findet Anklang bei Benno – vielleicht nächstes Mal, im Winter!


Sibylle und ich genießen die Zeit mit den Buben in unserem ehemaligen Garten.
Später aber ziehen wir weiter an den Schliersee, dort sind wir abermals verabredet, diesmal mit Rita und René – zum gemeinsamen Dinner im Berggasthof „Rote Wand“.
Doch bevor es weiter in die Gastwirtschaft geht, stürzen sich René und ich erstmal in die Fluten – den Tag abspülen, fast wie in Hellas!

Danach drängt die Zeit! Geitau ist ebenfalls ein Urlaubsort, die „Rote Wand“ ist gut besucht und wir haben reserviert.
Es gehört sich, dass wir pünktlich sind – obwohl wir einen „Bekanntenbonus“ haben.
Der Gasthof ist idyllisch gelegen und wunderschön. Die Lage unterhalb der Rotwand ist einzigartig, die Umgebung ist das bayrische Paradies.
Uns wird bewusst – wir haben schön gewohnt und viel aufgegeben…



Zurück in der Ferienpension meines Freundes gibt es noch ein Schnapserl als Absacker, dann findet dieser gemeinsame Abend ein schleichendes Ende.
Zuvor mache ich noch ein Bild mit der „Teufel Box“ von René – er beschallt damit seinen Gastgarten, wenn es festliche Anlässe gibt.
Die Box ist der Kategorie „Professional Equipment“ zuzuordnen.
Warum also das Bild???

Weil ich Grüße nach Leros, an meinen Freund Hans Peter, schicken will!
Er ist bekennender „Teufel“ Fan und ich erlaube mir ein Späßchen…
„Habe mir ein Beispiel an Dir genommen, habe auch eine Teufel-Box gekauft – die kommt auf´s Schiff!“
Hans Peter, der sicherlich ein heimlicher Spaßvogel und Gaudibursche ist, dies aber lieber verbirgt, antwortet prompt und in typischer Manier „…wo willst Du die hinstellen? Passt die noch ins Auto?“
„Zu Sibylle auf´s Nachtkästchen – sie mag Musik nur wenn sie laut ist!“
Ich verkneife mir diese Antwort und schicke ihm einen Zwinkersmiley – meine deutlich kleinere JBL-Partybox zeige ich ihm beim Ausladen.
Er wird mich verachten… 😉
Ich ahne noch nicht, dass der kommende Tag eine wirklich gemeine und fiese Überraschung für mich bereit hält!
Zunächst beginnt der Tag harmlos – Family-Life bis Sonjas Eltern kommen, es gibt abermals „Original Rosis Apfelkuchen“.

Ich will eine Datei öffnen um Irgendetwas nachzusehen – dabei fällt mir auf, dass mein Notebook nicht geladen ist.
Das ist komisch, es war die ganze Nacht am Strom!
Ich stecke das Ladegerät an, kein Laden. Ich wackle am Stecker, nur komische Blinksignale.
Hm, nur noch 8% Akku, ich setze mich sofort ins Auto und fahre zum Elektroshop.
Man ist so freundlich und lässt mich ein Netzteil ausprobieren, ich verspreche zu kaufen wenn es funktioniert – tut es aber nicht!
Nur noch 5% Akku – Drama! ALLE meine Daten sind auf diesem Rechner. Der Zufall will es, dass ich erst gestern gesichert habe, Datenverlust droht nicht.
Aber ich komme nicht mehr an wichtige Informationen und Daten – als ich das realisiere kopiere ich rasch die Reiseunterlagen in die iCloud.
Noch 3% Akku – aus!!!
Der Rechner ist aus, mein Datenzugriff ist abgeschnitten. Meine Nabelschnur durchtrennt!
Das hp-Probook und das Netzteil sind heiß – ich lege den Rechner in den Kühlschrank und hoffe auf Besserung!

Leider kann ich nichts Positives mehr berichten. Das Notebook bleibt tot, nur ein doofes Blinken des kleinen Lämpchens nach dem Einstecken des Netzteils.
Mir fällt auf, dass das Gehäuse einen Spalt hat. Ist das Gerät einmal heruntergefallen? Oder ist das beim Flug passiert?
Kann es sein, dass der Akku überhitzt ist?
Ich entschließe mich zum radikalen Eingriff und öffne den Laptop…


Ich bin frustriert und sehe nach, was ein MacBook kostet – uff, 2.800.-€!!!
Ich verwerfe den Gedanken und frage meinen Sohn nach einem alten Notebook – er hat eines, das Problem scheint gelöst…
Als ich aber feststelle, dass die Leihgabe mit Übernahmeoption nicht Win11 tauglich ist und zudem ein paar kleine Mängel hat, denke ich über eine Neuanschaffung eines Windows Rechners nach.
Ich beheule meine Optimierungen, meine persönlichen Einstellungen und die Zeit, welche ich verlieren würde, bis alles wieder so läuft wie ich es will.
„Nicht mit mir!“ Ich werde meinen Laptop reparieren und ihm einen neuen Ladeanschluss, einen Lüfter und einen Akku gönnen – ich gehe ins Risiko!
Derweil tippe ich diese Zeilen am Laptop meines Sohnes – und bin genervt, weil nix mehr funktioniert und immer wenn ich die Alt Gr Taste drücke, sich das Bild dreht.
Ich zeig´s euch mal…



Lustig, gell? Stellt euch also vor ich schreibe eine Mail und will ein (ät) Zeichen machen…
Oder nach einem Betrag das (e) Euro Zeichen setzen – wie vorhin, als ich den Preis des MacBooks geschrieben habe…
NATÜRLICH denke ich nicht daran und muss jedes Mal in die Einstellungen und den Bildschirm zurückdrehen.
Abhilfe schafft ein Wordpad Dokument auf dem ich ein (ät) und ein (e) gespeichert habe, dies kopiere und dann einfüge.
Ich repariere mein Probook, komme was wolle – die Zeit werde ich mir nehmen, die Teile werde ich auf Leros bestellen.
Solange muss ich geduldig sein.
Am neuen Tag steht noch einmal Aufregung an, dies aus zweierlei Gründen…
Zum einen kommt endlich der lang erwartete Rodkicker von ELOWYN an. Dieser ist verpackt 3 Meter lang und ich muss ein bisschen hier kürzen und da kürzen, so dass ich das Monster ins Auto bringe und sichern kann.
Wir packen unseren Boliden an diesem Tag noch einmal aus und dann final ein – reiseklar gepackt 😉



Ein kleiner Luftraum bleibt auch noch, gut so, denn unsere Taschen müssen ja auch noch ins Auto gepacktg werden.
Zudem ergibt sich eine weitere Herausforderung, auf die ich später noch zurückkommen werde – nur soviel, der Audi wird noch weitere Gepäckstücke schlucken müssen!
Naja, und der zweite Punkt welcher heute ansteht ist noch einer von den ganz wichtigen – wir treffen meinen Sohn Stefan nebst Familie und neugeborener Enkeltochter Paula.
Um 14.00 Uhr sind wir bei der jungen Familie zu Kaffee und Kuchen geladen.

Es ist ein sehr nettes Treffen – zuerst eingeleitet von einem Familientreffen nebst Schwiegereltern meines Sohnes, dann sind wir zu Fuß in den nahegelegenen Biergarten der „Kugler Alm“ gegangen.
Dort gab es eine Brotzeit und Anton, nun ja ein „großer Bruder“, durfte sich am Spielplatz austoben.
So hab´ ich mir das Treffen vorgestellt…



Was für ein schöner Tag! Zu meiner großen Freude hat mein Junior keine Versprechen gemacht, welche er nicht halten kann – wir werden uns auch morgen noch einmal treffen und Zeit miteinander verbringen.
Morgen ist unser letzter Tag, unser Besuch soll perfekt ausklingen!
Doch für heute reicht es, die Kleine weint, Anton ist erschöpft und wir Alten sind auch matt.
Wir gehen zurück zum Haus der Familie, Stefan schaut noch rasch nach dem Audi und übergibt mir Unterlagen, dann trennen sich unsere Wege – bis morgen!
An diesem Abend sitzen wir noch lange mit unseren Kindern und Kindeskindern in Miesbach zusammen.
Sie alle werden morgen früh in den Urlaub nach Finnland starten – wir tun es ihnen gleich, nur etwas mehr als 12h später und in die entgegengesetzte Richtung.
Zum Abschied bleibt uns nur hinterher zu winken…

Der Tag hatte turbulent begonnen – ich war beim Bäcker um Semmeln zu holen, Sibylle hat bei den Reisevorbereitungen geholfen und die Kinder ein wenig behütet, während die Eltern final gepackt haben und die Abfahrt vorbereitet hatten.
Nach einem kurzen Frühstück war der Abschied vollzogen und im Haus kehrte ungewohnte Ruhe ein.
Wir saßen alleine in dem Haus, welches einmal uns gehört hat.
In ein paar Stunden wird Stefan mit Familie zu Besuch kommen, wir genießen die Ruhe bis dahin.
Ich kümmere mich um die Unterlagen, mache ein paar Scans und speichere die Daten in einer provisorischen Zwischenablage – wie ich mein Laptop vermisse 😦

Der gelbe „Quattro Gecko“ und der Gedanke an unserem Besuch zerstreuen meine Grübeleien – ich wurschtle weiter bis es an der Türe klingelt…
Erbarmen, zu spät! Anton ist da!!!

Auch heute gibt es eine Tasse Kaffee und etwas Gebäck, dann gehen wir alle in den Garten und genießen den Nachmittag.
Anton saust von Opa zu Oma, von Papa zu Mama. Die kleine Paula geht reihum und schläft zwischendrin.
Wir haben alle Zeit uns auszutauschen und nebenbei abwechselnd den Knirps zu entertainen…



Mir fällt auf, dass ich von der Mama diesmal keinen Schnappschuss habe – sie möge mir das verzeihen.
Ich hoffe und bin dabei fast sicher, dass sich bald eine neue Gelegenheit bietet.
Wir verbringen den ganzen Nachmittag im Garten, welcher ein einziges Spieleparadies für Kinder ist.
Viel geredet, den Besuch auf Leros im Juni 2026 geplant und Zukunftspläne besprochen.
Es war ein wunderschöner Tag, er ist viel zu schnell vergangen!
Die Kinder haben sich gegen 17.00 Uhr verabschiedet – ein zweites Mal an diesem Tag winken wir Kindern und Enkel hinterher.


Sibylle und ich haben kaum Zeit zum Durchatmen – wir sind abermals im „Haus Seegarten“ bei Rita und René verabredet.
Dort wollen wir an unserem Abschiedsabend noch einmal zusammen Grillen, dann würden wir uns zur letzten Nacht in Deutschland zurückziehen.
Doch zuvor habe ich noch einen kurzen aber wichtigen Punkt auf meiner ganz persönlichen Liste.
Ich möchte wieder einmal „an der alten Eiche“ am Miesbacher Friedhof vorbeisehen, dort ist meine Mutter bestattet.
„Du bist erst tot, wenn man nicht mehr an dich denkt“ (Berthold Brecht)

Jetzt ist es Zeit für den Schliersee, Zeit für Freude am Leben.
Wie immer gehe ich als erstes Baden, dann treffen wir zufällig noch ein paar Freunde – Treffen, über die wir uns wahnsinnig freuen und wir versprechen, dass wir uns nächstes Mal wieder aktiv melden.
Es ist an der Zeit, den Grill anzuwerfen…


Um 21.30 Uhr mahnt Sibylle zum Aufbruch. Wir wollen versuchen, dass wir noch eine Mütze voll Schlaf finden.
Zurück in Miesbach stellen wir die Wecker auf 02.30 Uhr und legen uns dann schlafen.
Sibylle schläft unruhig, ich ganz gut – dafür wache ich aber um 02.00 Uhr auf und bleibe auch gleich wach.
Ein Kaffee, eine kurze Dusche – dann geht es los!
Good bye Miesbach, Servus Deutschland, Hellas wir kommen!

Vor uns liegen 1.150 Kilometer. Sibylle hat uns eine Zwischenübernachtung in Barletta in Süditalien gebucht – unser finales Ziel Brindisi schien zu weit für die Fahrt an einem Tag.
Ich war, zugegeben, anderer Meinung. Ich hätte die Gesamtstrecke gerne abgespult und hätte dafür am Folgetag eine Art „Pausetag“ gehabt.
So muss ich auch am Tag darauf noch einmal fast 200km bis in die Hafenstadt Brindisi hinter dem Volant sitzen.
Richtig gefreut habe ich mich über den Reiseverlauf bis Bologna.
Wir hatten keinen Stau und waren bereits nach etwas mehr als zwei Stunden am Rasthof „Plose“ kurz nach der Mautstelle Sterzing.



Weder auf der Inntalautobahn, noch in Kiefersfelden, nicht am Brenner und auch nicht an der Baustelle Luegbrücke war irgendein Verkehrsaufkommen.
Ich wusste, dass dies nicht so bleiben würde, war doch „Ferragosta“ in Italien gewesen und die Italiener sind im Urlaubs-Ausnahmezustand.
Wir passieren die Mautstelle Sterzing und sausen wenig später am Gardasee vorbei – nichts los auf den Straßen, es ist noch zu früh.
Erst in der Höhe von Bologna zieht sich der Verkehr zusammen und wir geraten in den ersten Stau…


Ich bin echt entsetzt – rund 10km zähflüssig mit einer nicht unerheblichen Zeitverzögerung und zusätzlichem Risiko von Auffahrunfällen im „Stop-and-go“ Verkehr…
Wegen glotzender, idiotischer GAFFER – mein Gott, welch´ Geistes Kind sind solche Trottel???
Kaum hatten wir die Unfallstelle passiert, löste sich der Stau wie von Geisterhand auf.
Den Gaffern dieses Tages wünsche ich indes Kamelflöhe im Arsch und zu kurze Finger zum Kratzen!
Trotz einiger kleiner Verkehrsstörungen rocken Sibylle und ich in unserem tapferen A6 das Ding und kommen kurz nach 16.00 Uhr an unserem Hotel an…


Im Zimmer legen wir uns erstmal eine halbe Stunde auf´s Bett – die müden Knochen etwas ausruhen und den Körper durchstrecken.
Dann machen wir uns frisch und mobilisieren unsere letzten Kräfte.
Sibylle möchte an den Strand und in einer Strandbar etwas trinken…
Weil der Befehl meiner Gattin mir Wunsch ist, lassen wir uns für 5.- Euro 😉 an den Strand shutteln – und beschließen, dass wir zurück laufen.
Jetzt erstmal das Flair eines süditalienischen Badestrandes genießen.
LAUT! Es ist laut! Ein Radiosender hat einen aufblasbaren Pavillion und veranstaltet Spiele – zwei Moderatoren peitschen sich an.
Bikinischönheiten wackeln am Strand entlang – das arschbackenfreie Bikinihöschen ist DER Trend.
Selbst Achtjährige und Achtzigjährige laufen in dem vielzeigenden Kleidungsstück herum – schick nur bei manchen.
Sibylle und ich machen ein Erinnerungsfoto und widmen uns dann einer bunten Spazialität – dem „Aperol-Campari“!



BÄÄÄÄM – der Campari schießt direkt in unser Gehirn und lässt uns deutlich angetrunken zurück.
Wir gehen trotzdem den Weg zurück und machen dabei einen Schlenker über eine Pizzeria, welche uns Google empfiehlt.
Naja, eine „echte“ Pizzeria war es nicht, eher ein Bäcker, welcher deftige Backspezialitäten anbot.
Mangels echter Alternativen haben Sibylle und ich entschieden, das heutige Abendessen eher als eine Art „Snack“ zu gestalten.


Die Dinger waren so mächtig, dass nichtmal ICH meinen aufgegessen hatte. Wir ließen uns das Ding einpacken und nahmen es mit zum Hotel – das würde morgen am Fähranleger einen guten Mittagssnack geben.
An diesem Abend sind wir wie Säcke ins Bett gefallen. Keine Lebensgeister mehr – gute Nach…. Chrrrrrr…
Der neue Morgen! Frisch! Ausgeschlafen – wir sind zeitig dran und buchen ein Früstück nach.
Das Hotel ist nett, keine wirkliche Wucht, aber für einen Zwischenstop wirklich gut.
Die Zimmer, wie die Betten, sind neuwertig und ausgezeichnet.
Auch sonst ist das Hotel ganz nett, wenn auch inzwischen etwas aus der Zeit gefallen.


Das Frühstücksbuffet war typisch italienisch – viele süße Teilchen, wenig Deftiges, trotzdem fanden wir genug Sachen, welche auch unseren deutsch-griechischen Geschmacksnerv trafen.
Und Nutella geht immer! Oder???

Fahrtag 2 – Etappe von Barletta nach Brindisi, Google sagt uns gute zwei Stunden Fahrt voraus, für eine Strecke von 178km.
Eine Mautzahlung wäre nicht fällig…
Ich bin stutzig – es gibt in Italien keine 178km lange, kostenfreie Autobahnstrecken.
Und tatsächlich, das allwissende Google will uns über die Schnellstraße nach Brindisi schicken.
Ich hinterfrage es nicht – nach den 73.- Euro Maut gestern, freuen wir uns über eine Sparoption und die herausgegebene Zeit passt zu unserem Plan.
Und so erreichen wir exakt um 10.00 Uhr, rund eine Stunde zu früh, den Fährhafen von Brindisi.

Nach dem Check-In müssen wir uns rund zwei Stunden vertreiben. Das sind, zugegeben, zwei lange Stunden.
Da trifft es sich gut, dass Otto aus Finnland anruft und seine Oma sprechen will.
Er erzählt vom Angeln, von Ruderbooten und Familienzeit – unsere Lieben sind gut angekommen und genießen ihre Ferien.

Etwas später ist es dann soweit! Wir boarden die große „Grimaldi“ Fähre und fahren den Boliden in das obere, freie Stockwerk.
Dort werden die Autos zusammengequetscht und sehr knapp geparkt – ist das wirklich nötig?
Es wird sich zeigen – nein, wäre es nicht gewesen!
Es waren nicht so viele Gäste an Bord wie man geglaubt hat – Brindisi scheint auch in der Hauptsaison nicht so sehr frequentiert zu sein.


Sibylle und ich gehen nach oben und finden einen sehr schönen Platz.
Ich kaufe mir eine Datenkarte für Internetzugriff um die Zeit für meinen Blog zu nutzen.
Sibylle liest und lernt mit Duolingo. Wir verlassen den Platz nicht und wenn, dann nur für kurze Runden und abwechselnd.
Neun Stunden Überfahrt nach Igoumenitsa sind lang – wir machen das Beste daraus…

Auf der Fährfahrt schleichen sich zwei Handlungsstränge in mein momentan ruhiges Leben – einer davon wird die Tage nach meiner Ankunft bestimmen und ausfüllen.
Der andere bahnte sich vor ein paar Tagen an und beschäftigt meinen Kopf seither mehr als ich das will und dachte.
Ich beschreibe kurz die Situation…
Wie schon angedeutet, wurde auf einer der Leros-Facebookgruppen eine Transportmöglichkeit für Gepäck von Athen nach Leros gesucht.
Ihr ahnt es schon, ich konnte mal wieder nicht anders als helfen zu wollen – fahre ich doch genau zum richtigen Zeitpunkt die benötigte Strecke.
Obwohl der Bolide ziemlich tough gepackt ist, kann ich mir vorstellen das Gepäck für die junge Frau mitzunehmen.
Ich antworte der Fragestellerin per Messenger und wir stimmen uns ab…
Das Ergebnis – wir werden Femma, eine 41-jährige Holländerin, in Piräus treffen und ihr Gepäck laden.
Während ich so vor mich hinsinniere, macht die Fähre schon ordentlich Strecke über die Adria – Kurs Igoumenitsa liegt an!

Habe ich einen Fehler gemacht? Würdet ihr nicht helfen wollen? Nicht nur eine Person spricht mich darauf an, dass Femma eine Schmugglerin sein könnte und sie mich Drogen oder andere illegale Waren im Gepäck transportieren lässt…
Ich google die junge Frau, bzw. ich nutze ihre Links die sie mir sendet, denn auch sie möchte Vertrauen wecken.
Auf YouTube findet man Fotos der sehr hübschen Bikerin, die als Vloggerin unterwegs ist – und zwar mit dem Motorrad!
Auf einer Urlaubsfahrt nach Italien beschließt die Bikerin, dass sie eine Hängematte kaufen würde und nicht wieder nach zuhause zurückfahren wird.
Sie wird die Welt mit dem Motorrad umrunden! Bis Indien hat sie es schon geschafft. Dort steht ihre Maschine jetzt und sie ist zum Arbeiten für vier Monate in Griechenland – auf Leros!
Ich liebe solche Stories und die Menschen dahinter – ich frage sie direkt, ob man mich verhaftet, wenn Polizei die Koffer öffnet.
„Nein, bestimmt nicht!“ verspricht sie mir mit Doppelschwör 😉 .
Na dann! Ich glaube ihr – und sage zu.
Inzwischen geht die Sonne unter, wir haben die Hoheitsgewässer von Griechenland erreicht!

Und der andere Punkt? Der noch viel aufregendere Handlungsstrang?
Wie schon geschrieben, war ja Julian auf die Bühne zurückgekehrt, unsere Lebenslinien schneiden sich somit ein zweites Mal.
Die neuerliche Kontaktaufnahme des Aktivisten war auch diesmal wieder unmittelbar und direkt – ohne auch nur eine Nachfrage lautet sein Text…
„Wir wollen FREE WILLY kaufen und bieten diese Summe! Können wir sie morgen zu Wasser lassen und damit wegfahren?“
„Äh, nein, könnt ihr nicht!!!“
Nicht nur, dass ich erklären muss, dass ich gerade aus Deutschland zurückkomme und dann mindestens zwei Tage brauche um das Auto auszuräumen und mich um meine Belange zu kümmern – wir müssen außerdem dafür sorgen, dass das Boot vorbereitet wird, es muss Antifouling gestrichen werden und dann muss auch die Ummeldung gemacht werden.
Der junge Mann erwidert, dass „Antifouling streichen nicht notwendig ist und man könne ja auch schnell in Polen beflaggen! Man sei an einem schnellen und problemlosen Kauf interessiert!
Das einzige Problem sei die Zeit, es eile und man hätte eine Deadline“
Ja spinnen die alle? Erst über einen Monat kein Lebenszeichen und jetzt innerhalb von zwei Tagen ein Schiff kaufen wollen???
Wo sind wir? Wie lange werden wir noch brauchen? Igoumenitsa ist nochmal ein ganz schönes Stück von Korfu weg…

Ich schreibe dem Twen aus Österreich eine Mail, in der ich sein Ansinnen lobe und Unterstützung zusage.
Ja, wir sind bereit ein schnelles Geschäft zu machen und ja, der Eigner ist bereit euren Angebotspreis zu akzeptieren.
Zwei Bedingungen – Zug um Zug auf Basis einer schnellen Kommunikation und ihr sagt mir, für welchen Zweck ihr das Boot braucht. Unser Handel muss legal bleiben – bitte zerstreue meine Zweifel.
Natürlich muss gewährleistet sein, dass der Eigner verfügbar ist und ich einen Krantermin organisieren kann.
Beides frage ich von Bord aus an, dann ist Feierabend für heute! Die Fähre legt mit leichter Verspätung an und ich habe Hunger – wir wollen rasch im Hotel einchecken, dann suchen wir uns einen „Giros-Grill“…




Nach dem Essen gehen wir zurück ins Hotel. Ich bin todmüde, kann aber trotzdem nicht sofort einschlafen.
Die Gedanken fliegen mir durch den Kopf – ich muss ELOWYN fertig machen, werde ich die Zeit finden FREE WILLY zu verkaufen?
Was haben die Jungs mit dem Schiff vor? Ich verantworte das für Willi und will das Geschäft nicht in die falsche Richtung lenken…
Irgendwann fallen mir die Augen zu, erst der Wecker holt mich am Folgemorgen aus dem Tiefschlaf.
Wir müssen abermals früh raus – für die letzte Etappe, wir fahren von Igoumenitsa nach Piräus um dort die Fähre nach Leros zu nehmen.
Griechenland hat uns wieder…
Ein kurzes Frühstück im Hotel geht noch, zu dieser Stunde haben wir den Frühstücksraum für uns.
Wir haben gut geschlafen in dem Hotel direkt am Hafen, es war allemal gut geeignet für einen Zwischenstop auf der Durchreise.



Für die Strecke nach Piräus planen wir mit einer Rast auf halbem Wege und einem finalen Tankstop in Piräus etwa sechs Stunden ein.
Unsere Zielzeit ist 13.00 Uhr am Port – wir gehen wie immer davon aus, dass unser Gate in die Inselwelt der Dodekanes E1 sein wird.
Dorthin bestellen wir auch Femma – bitte sei pünktlich.
Dann geht es los – zuerst rund 100km entlang einer Landstraße welche wir bislang nicht kannten.
Nach etwa eineinhalb Stunden waren wir in Preveza, von dort aus kannten wir den Weg.
Ohne Pause fuhren wir weiter Richtung Patras, es war kaum Verkehr – bei Patras war die Rio Brücke zu überfahren.


Nach Querung der Brücke steht eine Pause an – ich hänge während der Fahrt und auch zur Pausezeit dem Kaufansinnen der Aktivisten an.
Was kann passieren, wenn man ein bewegliches Gut an eine Organisation verkauft, wohl ahnend, dass damit Aktionen getätigt werden, die vermutlich am Rande der Legalität sind – oder darüber hinaus…
Ich zermartere mir den Kopf, ich habe noch keine Antwort auf meine Mailanfragen.
Sibylle reißt mich aus meinen Gedanken – „…hier steht Gate E7! Die BlueStar PATMOS liegt nicht an E1, da stimmt was nicht!“
Wir checken die Sachlage – und tatsächlich…

Blöd, jetzt muss ich weiter in die Stadt fahren – hoffentlich gibt es keinen Stau – Piräus ist da ein Hochrisikogebiet!
Ich informiere Femma, dass sie unbedingt um 13.00 Uhr am Gate E7 sein muss – Planänderung!
Wir alle schaffen es „just in time“!




Der Audi hat sich wacker geschlagen – fast 1.800km sind wir gefahren, das hat uns rund 100.-€ Maut gekostet und wir haben einen Durchnittsverbrauch von 6.2 Liter erfahren.
Das sind sehr gute Werte für einen 3.0 Liter – Sechszylinder, wenn wir auch recht langsam gefahren sind…
Femma war eine ganz Nette! Wir haben uns nur sehr kurz unterhalten, auf Leros wollen wir einmal beisammen sitzen – ich hoffe wirklich, dass das klappt.
Ihre Geschichte, ihre Beweggründe und Erlebnisse – all das würde mich sehr interessieren!
Kurz bevor auch ich auf die Fähre fahren darf, treffen endlich meine Mailantworten ein.
Die „Artemis Boatyard“ bestätigt den Krantermin am 22.08. und Willi teilt mir mit, dass er schon gebucht hat!
Ok, das ging rasch, eigentlich wollte ich nur wissen ob er Zeit hat – „…hast Du eine Übernachtungsmöglichkeit und einen Roller?“
„Nein!“ – na das fängt ja gut an…
Last not least – Julian verspricht mir, dass es sich um eine friedliche, gesetzeskonforme Aktion handeln würde – ich bin mit Äußerungen dazu in diesem Monatsbericht mal defensiv, wer mehr erfahren möchte, schaut mal hier rein…
Ich stimme zu, wir geben uns den „virtuellen Handschlag“ – ich starte den Verkaufsprozess, nichtsahnend, was diese drei Tage bringen würden…
Sibylle war schon auf der Fähre, sie hat einen guten Platz gesichert.
Jetzt erstmal ins Bordrestaurant und etwas gegessen.

Zuerst wollten die Kaufinteressenten von FREE WILLY das Schiff nach dem Einwassern sofort nach Sizilien zu einem Treffpunkt überführen. Ich hatte schnell den Eindruck, dass nicht viel Hintergrundwissen bezüglich eines Bootskaufes vorhanden war und mir war rasch klar, dass ich wohl in vielerlei Hinsicht aufpassen müsste, dass der Vertrag wirklich klar und rechtssicher formuliert ist.
Umgekehrt wollte ich helfen, dass beide Parteien am Ende zufrieden sein würden – die Quadratur des Kreises???
Ich schreibe Julian eine WhatsApp mit den notwendigen Schritten. Es wird schnell klar, dass „sofort losfahren“ keine Option ist.
Wir setzen uns ein neues, ebenso sportliches Ziel – drei Tage! Drei Tage vom Einwassern bis zur Abfahrt – inklusive allem Papierkram.
Da muss aber wirklich alles klappen!
Ich höre die Duchsage „We depart from the Limani of Lipsi, our next destination is Leros“

Ich bin das erste Auto, dass die BlueStar PATMOS verlassen darf. Im Hafen ist verdammt viel los und wir sehen zu, dass wir rasch das Weite suchen.
Kurz vor 01.00 Uhr treffen wir an NESSAJA ein, ich schalte noch kurz den Strom ein und öffne alle Ventile.
Den Rest mache ich morgen – jetzt nix wie ins Bett…

Am nächsten Morgen fällt das Frühstück aus. Der Kühlschrank ist leer, zwei Tassen Kaffee müssen reichen.
Meine Gedanken schwirren um die kleine Ketch welche optisch wie ein Orca wirkt.
Eigner Willi hat sie FREE WILLY getauft, ein mehr als passender Name wie ich finde.
In diesem Moment klingelt mein Telefon, einer der beiden weiteren Interessenten für das kleine Seeschiff hat sich „…weil er eh schon in Griechenland war…“ auf den Weg nach Leros gemacht.
Er fragt, wann er das Schiff denn besichtigen könnte.
Ich lege die Situation offen, biete aber trotzdem eine Besichtung morgen an – ich will es mir mit keinem Interessenten verscherzen.
Dann ruft die Pflicht – und wie immer ist Hans Peter zur Stelle. Er hilft mir zunächst, Martins Segel auf STENELLA zu wuchten…

…dann bringe ich zusammen mit meinem Freund und Helfer die zwei Koffer von Bikergirl Femma zu deren Herberge.
Mit dem Gastgeber hatte ich schon länger Kontakt diesbezüglich, er hilft mir beim Ausladen.

Hans Peter und ich fahren von hier aus weiter zum Haus nach Plaka. Dort finden die meisten Gegenstände aus dem Audi-Kofferraum ihren Platz.
Wir laden den Wagen komplett aus und klappen die Rückenlehnen wieder in die Aufrechte.
Der Lastenesel, unser Muli, ist wieder ein schicker Avant, den wir auch auf der Insel nutzen werden.

Auf NESSAJA war Sibylle inzwischen sehr fleißig – sie hat das Deck geschrubbt und alles verräumt.
Jetzt wird der Ruf nach einem Frühstück laut und wir beschließen nach Lakki zu Marietta zu fahren.
Dort gönnen wir uns ein Sandwich…

Auch hier ist alles umtriebig und voll. Die Stimmung ist gereizt. Ich kann das nicht so leiden, im Sommer sind die Bewohner angespannt – wer das frühe Frühjahr und den späten Herbst kennt, wird auf Leros im Sommer nicht glücklich.
Die Bewohner nehmen es mit Humor, lassen es sich aber auch an jeder Ecke ein bisschen anmerken – „…another five weeks…“ ist der Satz, den wir an diesem Tag am häufigsten hören.

Der Tag läuft besser als geplant – wir haben am Nachmittag fast alles verräumt und finden sogar noch Zeit Sibylles Roller aus der Garage zu holen.
Perfekt! Und jetzt? Was gibt es zum Abendessen?
Na klar, wir gehen alle zusammen ins „SouVLakki“ – wurde aber auch wieder mal Zeit!

Dinge gibt´s die gibt´s gar nicht – so eine kleine unglaubliche Story passiert uns heute während des Essens.
Der grauhaarige Mann hinter Sibylle – ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass er im Mittelpunkt des Lachers des Abends stehen würde, dieser Mann also, sitzt alleine und ohne groß aufzufallen an einem Tisch.
Er isst sein Abendessen, als er plötzlich, ohne sich vorher irgendwie zögerlich umgesehen zu haben, seinen Allerwertesten so etwa fünf bis zehn Zentimeter vom Stuhl anhebt um den Sitzdruck zu mindern und die Pobacken frei hängen zu lassen.
Dann drückt er, kaum einen halben Meter von Sibylle entfernt, einen krachenden und knatternden Furz aus dem Anus, dass wir am Nachbartisch alle verstummt sind.
Peinliche Stille! Aber NIchts, gar Nichts! Kein „Pardon“ oder so – einfach nichts!
Der Furzer ist sich ob seiner Flatulenzen keiner Schuld bewusst. Warum auch, ist es doch das normalste der Welt, in einem Speiselokal laut knatternd zu Pupsen.
Nach langen zehn Sekunden ist es um uns geschehen, wir können der Situation nichts anderes abgewinnen als Komik und fangen an zu lachen – was für eine Situation…
Mahlzeit übrigens, lasst es euch schmecken!

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Antwort lautet JA!
NATÜRLICH sind wir danach noch auf ein Eis zu „Repapis“ gegangen, alles also wie immer.
Es ist schön, wieder zurück zuhause zu sein.
Heute war ein guter, ein erfolgreicher Tag! Das ist gut, das verschafft Freiräume für morgen!

Der Tag war kaum spannend, wir haben am Vormittag mein Motorrad zurück in die Marina geholt und noch Einkäufe erledigt.
Sowohl auf NESSAJA als auch auf ELOWYN war klar Schiff gemacht und alles soweit ok.
ELOWYN muss noch etwas warten, bald geht es los – dann aber zu 100%!
Am Nachmittag treffe ich mich mit Tom im „La Palma“. Er ist der weitere Interessent für FREE WILLY und wollte die Gelegenheit nutzen ein paar Fragen zu stellen.
Er ist nett, ich biete daher an, nach Kamara zu fahren und das Boot anzusehen.
Das kleine Schiff gefällt ihm – dennoch dreht sich der Inhalt unserer Gespräche um die Frage, wie klein ein Schiff sein darf und wie groß es sein muss um darauf zu leben.
Ich zähle Argumente auf, die es sinnvoll erscheinen lassen, sich in der Klasse ÜBER 40ft umzusehen.
Es kam was kommen musste, wir vereinbaren einen Besichtigungstermin auf NESSAJA für den kommenden Montag.

Am heutigen Tag kommt auch der Skipper an, der als Bevollmächtigter Willis kleine Ketch kaufen und übernehmen soll.
Wir trinken ein schnelles Bier, darüber hinaus hat der Mann aber kein weiteres Interesse an uns.
Wir freuen uns ohnehin auf den Abend mit Mireille und Roland, in deren Haus sind wir zum Grillen eingeladen.



Mein Abend endet diesmal nicht nach einem weiteren Besuch im Eispalast von Lakki – diesmal muss ich bis spät in die Nacht agieren.
Zunächst gilt es Willi, den Besitzer und Verkäufer von FREE WILLY von der Fähre abzuholen.
Diese scheint pünktlich anzukommen.
Wir haben noch etwas zu besprechen, daher wollen wir ins „Palma Café“ gehen – aber in ganz Lakki war die Hölle los.
Menschenmassen und geparkte Autos soweit das Auge reicht.
Ich beschließe, dass ich den Eidgenossen auf dem Weg zu seinem Boot in die „Sunset View“ Bar in Gourna entführe.


Ich war bis zu diesem Tag der Meinung, dass für FREE WILLY alle relevanten Unterlagen vorliegen – was ich stattdessen erfahre, haut mich fast um…
Willi erklärt mir, das er „…das Schiff ja 2019 aus dem Wasser genommen hat und daher das Transitlog nicht mehr finden kann“ – na super!
Das ist ein ganz heikles Thema, das empfindliche Strafen nach sich ziehen kann.
Wir müssen den Plan ändern – ich schreibe mitten in der Nacht alle Beteiligten an, so dass diese am Morgen informiert sind.
Ich selbst lasse mir die Papiere geben, so dass ich in der Nacht noch TEPAI machen kann – eine Gebühr für alle Boote die im Wasser sind.
Dann fahre ich Willi zum Schiff und trete den Heimweg an. Sibylle schläft schon, als ich den Rechner starte und Willis Daten im mein TEPAI Programm tippe – ich sitze bis 02.15 Uhr!
Trotzdem klingelt der Wecker um 05.00 Uhr – ich muss auch noch den Kaufvertrag fertig machen, denn erst jetzt habe ich alle notwendigen Daten.
Diese Unterlagen schicke ich an die Organisation, welche hinter dem Kauf steht – ich brauche das OK für meine Entwürfe.
Um 07.45 Uhr fahren Sibylle, Hans Peter und ich nach Agia Marina zur Post, bezahlen TEPAI und fahren dann in die „Artemis Boatyard“ weiter – heute ist der „große Tag“!

Wir haben umgeplant! Mein erster Weg führt mich in das Office der Boatyard um dort Informationen zum Transitlog der kleinen Yacht einzuholen.
Tatiana, die Perle des Büros, ist eine wirklich engagierte Frau und ich habe ein sehr gutes Auskommen mit ihr.
Tatsächlich kann sie fststellen, dass das Transitlog im Zolloffice liegen sollte, sie ruft kurzentschlossen an…
Tata! Was soll ich sagen, die Zollbeamtin, offensichtlich eine Freundin von Tatiana, kann das wichtige Dokument finden und erklärt sich bereit es zu bereinigen.
Wir sollen um 11.00 Uhr kommen und brauchen zudem ein Schreiben von der Marina – das bereitet Tatiana sofort vor.
Perfekt! Neuer Plan – Hans Peter und ich schlagen die drei Segel an und machen das Schiff soweit wir das können segel- und fahrklar.
Sibylle fährt mit Willi zum Zoll und nimmt am Rückweg unseren Skipper mit.
Alles klappt wie am Schnürchen, die Zeit reicht noch für einen Teststart der Maschine, dann kommt auch schon der Mover um FREE WILLY abzuholen und sie nach sechs Jahren zurück in ihr Element zu bringen.



Wir können den Moment kaum fassen – ich habe das Schiff vier Parteien gezeigt, alle sind wir über das staubige, sandige Schiff gekrochen.
Heute nun, nach etwas mehr als drei Stunden harter, schweißtreibender Rackerei – was ich fast als Rekordzeit bezeichnen würde – ist das Schiff klar zum Einwassern.
Alle sehen wir zu – Noch-Eigner Willi, Nikos, der bestellte griechische Skipper, Frosso, seine „first Mate“, Hans Peter und natürlich Sibylle und ich.
Wenn jetzt alles klappt, haben wir Großes erreicht!



Die Crew geht an Bord – Willi und Nikos checken die Seeventile, ich starte die Maschine.
Frosso und Hans Peter sind die Line-Handler – man ruft uns zu „Ola kala?“, alles klar?
Als wir bestätigen gibt man uns das Zeichen zum Ablegen – Willi ist am Ruder und darf nach sechs Jahren sein Schätzchen auf die letzte Probefahrt steuern.
Sibylle macht kehrt, sie fährt den Boliden zurück in unsere Heimatmarina.

Unsere Probefahrt führt uns unter Maschine vom Norden der Insel, hier liegt die „Artemis Boatyard“, in den Südwesten.
Unser Ziel ist die Lakki-Bucht, genauer unsere Heimatmarina „Leros Marina Evros“.
Willi und ich haben entschieden, dass ein Wasserliegeplatz in dieser Marina der beste Platz ist, um das Schiff auf seine Mission vorzubereiten.
Hier gibt es Wasser, Strom und Diesel – für die Crew Waschräume, Toiletten und Waschmaschinen.
Der lebhafte Ort mit allen Einkaufsmöglichkeiten ist nicht weit und in der Marina haben wir einen Nautikshop und das Restaurant „Skipper´s“.
Die erste Nacht geht auf uns! Weiter, so hoffen wir, gehen Nutzen und Lasten an die Käufer über.
Doch soweit ist es noch nicht, erst heißt es die Marina anzufunken und um Einfahrtgenemigung zu bitten.

Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig herausstellen! Das „Skipper´s“ wurde zwei Tage lang zu unserem Treffpunkt und Hauptquartier, für Reparaturen und zur Reinigung des Schiffes waren die Wege kurz.
Der Tag verging wie im Flug! Ich musste Julian, meinem Ansprechpartner für den Kauf, berichten und auch der Skipper hing am Telefon um seinen Kontaktpersonen Rede und Antwort zu stehen.
Obwohl Nikos und Frosso nicht annähernd alle Systeme geprüft hatten, bekamen wir alle grünes Licht.
Das Boot wird verkauft – morgen! Morgen wickeln wir das Geschäft ab.
Willi verlässt sein Boot und zieht in ein Hotel um, Hans Peter und ich werkeln noch eine Stunde. Dann ist verdienter Feierabend.
Was für ein Tag, was haben wir alles geschafft!

Offen gesagt, wirkliche Organisationsgenies waren käuferseitig nicht am Werk. Irgendwann tauchte die Frage nach der Ummeldung des Schiffes auf.
Schweizer Flagge? Oder lieber Polen? Alternativen?
Mir wurde im Verlauf dieser Gespräche klar, dass sich diesbezüglich niemand innerhalb der NGO ein wenig vorbereitet hatte.
Dies und die langen Antwortzeiten kosteten Zeit und waren nervenaufreibend.
Wir, als Verkäufer- und Käufervertretung, taten jedenfalls was wir konnten.
Im „Skipper´s“ wird der Vertrag unterzeichnet, zudem regeln wir alle relevanten Dinge im Marinaoffice.


Und jetzt, kurzes Wirrwarr – die Organisation versucht den Kaufpreis per Instant-Überweisung zu bezahlen.
Geht nicht! Nur in Franken möglich! Wir rechnen um und einigen uns auf einen Kaufpreis in Franken.
Zweiter Versuch – geht wieder nicht. Es sind nur 20.000.-SFR mit einer Überweisung möglich.
Ok, kein Problem, dann den Rest am Montag – ich weise darauf hin, dass wir das Schiff dann auch erst am Montag übergeben.
Na also, schnell findet sich ein zweiter Zahler der eine weitere Tranche anweist – der Gesamtbetrag ist überwiesen.
Jetzt sind wir dran – „Willi, kannst Du bitte auf Dein Bankkonto schauen?“
„Nein!“ – äh, wie nein??? Es stellt sich heraus, dass Willi kein Online Banking am Handy hat – er ruft seine Frau zuhause in der Schweiz an…
Kennt ihr das? Ihr braucht nur eine kleine Bitte erfüllt zu bekommen – und es artet in eine Diskussion aus.
Willis Frau spricht mit der Tochter, welche den Blick in das Onlinebanking ablehnt – „…hat doch keinen Sinn, es ist Samstag, da wird nicht gebucht!“
Sibylle kommt zu uns – ein weiteres Erinnerungsfoto für Willi wird gemacht…

„Herrschaften…“ höre ich mich sagen, „…können wir bitte zurück zum Geschäft kommen?“
Ich bitte Willi nachdrücklich, seine Tochter direkt anzurufen, mit der Bitte, einfach und ohne Diskussion auf das Konto der Eltern zu schauen.
Ein weiteres Telefonat folgt – dann, zehn Minuten später der Rückruf, „…komisch, das geht ja doch!“ Alles Geld war angekommen, der Verkauf war somit abgeschlossen.
Wir legen die Übergabe für morgen fest.
Schnell duschen und landfein machen, denn in der Zwischenzeit waren Martin und Petra von der STENELLA angekommen.
Mit ihnen wollen wir heute ins „To Steki“ zum Essen gehen.


Ich will ehrlich sein, ich bin fast ein wenig verwundert, wie wenig Interesse unsere Käufer für das Schiff zeigen.
Nicht, dass ich nicht verstehen würde, dass man keine „Beziehung“ zu einem Schiff aufbaut, von dem man glaubt, dass es ohnehin bald beschlagnahmt oder versenkt wird – ich verstehe nur nicht, dass man das Vehikel, dass einen viele Meilen über das offene Meer tragen soll, nicht besser verstehen will.
Na egal – es kommen jedenfalls kaum Fragen, Willi und ich müssen nicht stetig auf der Hut sein!
Für einen kleinen Aufreger sorgt Willi, als er erwähnt, dass Plotter und Autopilot ohne Seekarte nicht funktionieren – leider könne er diese nicht finden.
Wir haben schon nach einer Gebrauchten und auch einer Neuen Ausschau gehalten, als der Eidgenosse im Laden beiläufig erwähnt, dass er „…so einen Karton auch herumliegen gesehen hat!“
„Hast Du reingeschaut?“ „Nein!“ „Warum nicht?“ „Äh…“
Ihr ahnt was kommt, kurz vor der Investition von fast 400.-€ finden wir die Karte und beheben das Problem.
Am frühen Nachmittag treffen wir die Delegation des Käufers wieder und übergeben das Schiff, die Papiere und die Schlüssel.
Ab jetzt sind wir nur noch Helfer, die das Schiff mit reiseklar machen, die Eigner sind jetzt, zumindest per Vollmacht, Nikos und Frosso – wir gratulieren.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Mails und Telefonaten, um die Ummeldung des Schiffes einzuleiten.
Trotz vieler Nachteile, kristallisiert sich heraus, dass die Beibehaltung der Schweizer Flagge vermutlich die wenigsten Hürden aufwirft.
Polen ist zum Problem geworden, denn wir können die geforderten Bilder der Rumpfnummer nicht liefern – FREE WILLY ist ein Eigenbau mit Erstwasserung 1983, gebaut in der ehemaligen DDR.
Es gibt keine Rumpfnummer und keine CE-Konfirmitätserklärung.
Bleibt das Boot schweizerisch, dann sind alle Daten beim Schiffahrtsamt, es reicht die Ummeldung des Halters.
Beiläufig fragen wir Nikos nach seiner früheren beruflichen Tätigkeit. Die Antwort war außergewöhnlich – er erklärt, dass er immer schon extrem Links gewesen sei, zunächst ein technisches Studium abgeschlossen hätte und später Philosophie studiert und gelehrt hat.
Er erzählt von seinen Tätigkeiten und fasst am Schluss zusammen „…ich denke man kann sagen, dass ich Terrorist war!“
Ich steige hier an dieser Stelle aus – seine Erklärungen würden zu weit führen, zudem denke ich immer noch darüber nach.
Ich komme zu der Erkenntnis, dass FREE WILLY sicher noch viel erleben wird.
Ein letztes Mal laufe ich vom „Skipper´s“ zum F-Ponton – sicher habe ich die letzten Tage auf dieser Strecke viele Kilometer abgespult…

Als ich über den Steg schlendere, fällt ein seltener Besucher innerhalb des Marinabeckens auf.
Zu der Barracudafamilie, die an sich schon nicht von schlechten Eltern ist, gesellt sich jetzt auch noch ein waschechter Feuerfisch.
Na, da werde ich lieber auch weiterhin nicht in der Marina baden 😉

Nach zwei top erfolgreichen Tagen, musste ich heute eine bittere Pille schlucken. Das, obwohl der Tag eigentlich ganz harmlos anfing…
Bei der zweiten Tasse Kaffee fängt mich Sibylle an zu nerven – sie sucht ein Ladekabel, ist sich dabei sicher, dass sie es in dem Kasten hat, auf dem die Klimaanlage steht.
Weil sie sich zu 100% sicher ist, lässt sie mich das Ding abbauen, um dann verzweifelt und ziellos nach dem vermissten Teil zu suchen.
Ich bin grantig – meine Frau beherrscht ihr Chaos nicht und ich muss es ausbaden – ich hab´ ja sonst nix zu tun.
Beleidigt und genervt gehe ich zu FREE WILLY um meine Arbeiten abzuschließen.
Das Schiff liegt immer noch an seinem Platz, der Skipper zieht es aufgrund der Wettervorhersage vor, noch ein, zwei Tage zu bleiben.



Willi bittet mich, die Fußreling mit ihm zu befestigen. Schon bei der ersten Schraube erkenne ich – das wird eine elende Aufgabe!
Mein schweizer Freund hat versehentlich die nummerierten Beschläge durcheinander gebracht und diese passen nun nicht mehr zum Lochbild in den Relingstützen.
Zudem sind die Gewinde angerostet, ich ziehe also mürrisch davon und hole den Gewindeschneider.
In der Zwischenzeit will Willi helfen und schraubt alle Halter windschief an – zudem räumt er mir das Werkzeug weg.
Wir streiten nicht – aber so kann ich nicht arbeiten. Ich gehe auf NESSAJA zurück um durchzuatmen.
Eine Stunde danach kommt Sibylle aufgeregt an Bord – die Käufer finden ihre Schiffspapiere nicht, hast Du sie???
NEIN! Warum soll ICH deren Unterlagen haben???
Alle suchen wie wild, ich lege mich auf mein Sofa – heute ist der Tag der Wahnsinnigen, ich brauche Pause, ich sollte es mit einem Kitkat versuchen…
Dinge brauchen Zeit – alles löst sich in Wohlgefallen auf. Hans Peter murkst für Willi die Fussreling ans Schiff, eine Handlungsweise die ich einfach nicht kann.
Die Käufer finden, oh Wunder, ihre Papiere wieder und Sibylle hatte ihr Ladekabel längst gefunden – es war nicht das falsche, sondern das kaputte! Den total verrosteten Stecker hatte sie einfach nicht bemerkt.
Bis zum Nachmittag waren die Gewitterwolken verflogen!

Dass Willi kurz vor dem nach Hause fahren seinen Rollerschlüssel noch im Staufach der Sitzbank einsperrte und ich die Karre knacken musste – das bleibt heute einfach eine Randnotiz!
Ich freue mich auf jeden Fall auf unser Dinner in großer Runde im „SouVLakki“ – nette Menschen, abwechslungsreiche Themen und Geselligkeit – so darf die Woche ausklingen!

Neue Woche – der Verkauf von FREE WILLY ist weitestgehend abgeschlossen.
Wir nehmen zur Kenntnis, dass Nikos und Frosso, das Skipperpaar auf der angekauften Ketch, abgezogen wird und es offensichtlich einen Skipperwechsel gibt.
Es gibt ein paar administrative Dinge zu klären und wir wollen uns natürlich fair verhalten und ansprechbar sein – hier besonders, weil der Flaggenwechsel auch noch nicht vollzogen ist (jetzt vielleicht doch Polen), aber im Großen und Ganzen ist FREE WILLY verkauft und übergeben.
Daher gehe ich das nächste und letzte Thema an, bevor sich meine Welt um ELOWYN drehen wird – Hans Peter und ich helfen Martin bei der Reparatur seines Unterwasserschiffes.


Martins Ruderblatt und Anbauteile sind aus Edelstahl gefertigt. Sein Kiel ist aus einer Stahllegierung.
Auf beiden Materialien haftet das Antifouling nicht, was immer wieder zu Abplatzern führt.
Wir haben daher gestern die betroffenen Stellen bis auf das blanke Metall abgeschliffen und dann Epoxidharz aufgetragen und verschlichtet.
Die Oberfläche ist gut geworden, sie sollte eine gute Grundlage für den Epoxiprimer bieten, der dann widerrum dem Antiflouling ein guter Untergrund sein sollte.
Martin, Hans Peter und ich treten gemeinsam als das „Engelbert & Strauss“ Dreamteam auf – unsere Buxen sind allesamt aus der Manufaktur für Berufskleidung.

Alle packen an, auch Martin rackert, obwohl diese Art von Arbeit normalerweise nicht in seinem natürlichem Lebensumfeld vorkommt.
Wir schleifen alle relevanten Stellen und streichen sie mit Epoxi ein.
Zunächst das Ruder und dessen Peripherie, dann den Kiel im unteren, exponierten Bereich.

Am Morgen danach ist es schon soweit – die Arbeiter der Marina kommen und schleifen den Rumpf des Schiffes. Ich gehe relativ früh morgens zu STENELLA und erkläre noch einmal, dass es reicht, wenn sie nur den Rumpf streichen – Kiel und Ruder machen wir.
Als das geklärt ist, trinke ich in Ruhe meinen Kaffee und warte mit Sibylle auf Tom und seine Frau Robyn. Der zweite Interessent für FREE WILLY hatte bei diesem Geschäft ja leider das Nachsehen, schaut sich aber heute unsere NESSAJA an.
Wir zeigen das ganze Schiff, erklären den Klassen- und Preisunterschied zu der kleinen, kompakten Bruce Roberts und zeigen den Wohnwert unseres Zuhauses auf.
Die Beiden sind, glaube ich, von der prizipiellen Einstellung und Betrachtungsweise überzeugt – ob sie Interesse an NESSAJA hätten bleibt offen.
Wir unterhalten uns noch eine Weile, trinken ein Wasser, dann gehen die Zwei wieder.
Wer weiß, vielleicht höre ich noch einmal von Tom und Robyn wenn der Gedanke erst einmal gesackt ist.
Da die Marinaarbeiter inzwischen mit ihrer Arbeit an STENELLA fertig sind, finden Hans Peter, Martin und ich wieder zusammen, begeben uns an die Arbeit und streichen die von uns zu bearbeitenden Flächen mit beigem Epoxi-Dichtschichtprimer.


Irgendwie bekommen wir es hin – es sieht gut aus und scheint handwerklich auch ganz gut ausgeführt zu sein – der Anstrich wird seinen Zweck erfüllen.
Sibylle und ich freuen uns ganz sakrisch über die Rückkehr von Brigitte und Hans aus Österreich.
Wir haben uns viel zu erzählen und verabrreden uns gleich im „Stis Anna“, dem kleinen vegan-vegetarischen Restaurant in Alinda.
Ich finde Annas Küche toll, kann dort dem fleischlosen Essen durchaus etwas abgewinnen, entscheide mich an diesem Tag aber doch für ein Fischgericht – auf den Teller kommen meine geliebten Seafood Pasta.

Der Folgetag verplätschert so ein wenig. Ich räume einige Sachen auf ELOWYN, denn auch das größte Schiff unserer „Freundesflotte“ darf am Teilhabegeschäft der Community profitieren.
Alles Epoxi, alle Primer und alle Streichutensilien können auf dem weißen Riesen Verwendung finden – ok, eine Restzahlung findet bei einem Dosenpreis von 221.-€ schon statt, aber so kann man Verschwendung durch zu große Gebinde minimieren.

Wer nun denkt, „…WAAAAS, über 200.-€ für ein Kübelchen Primer!“, der sollte sich nun kurz setzen.
Ich brauche nämlich noch eine Dose Antifouling! Dieses wird, obwohl vor drei Monaten angebracht, inzwischen nicht mehr vom Hersteller angeboten und ist kaum mehr lieferbar – daher war mein Kaufdruck ziemlich hoch.
Ich hatte Glück im Unglück – in Lakki gab es noch EINE Dose Restposten von Seajet 039 greenich-grey, zum Schnäppchenpreis von…

…unglaublichen 442,47€!!!
Ich war platt – und doch hatte ich keine Wahl. Ich zückte meine Kreditkarte, musste erst meine Limits hochsetzen und kaufte dann die Dose, angefüllt mit flüssigem Gold.
Ich brauche jetzt ein Bier – das gibt es zum Dosenpreis von 99ct!
Heute Abend dann – jetzt war es noch nicht soweit. Hans Peter hatte Emanuel nämlich angeboten, für ihn einen Tauchgang zu machen.
Ehrensache, dass ich als Landteam helfe. Wir schleppen also den ganzen Kladderadatsch zu Emanuels RUKIPE um nach dem verlorenen Propeller zu forschen.

Tatsächlich holt der Taucher Hans Peter den uralten Zweiflügler relativ schnell aus der Tiefe – unser Taucher taucht halt was.
Leider bleibt eine kleine Spannfeder für immer in der Tiefe – wir brauchen Ersatz…
Emanuel fragt in die Runde – „…kennt ihr vielleicht jemanden, der Metallarbeiten verrichten kann?“
Wir schmunzeln – „…klar, kennen wir!“
Nur 30 Minuten später bei „Boat & Parts“…


Giorgos springt sofort in die Bresche und baut uns aus einem Rohling einen passenden Keil.
Ende für heute – Feierabend! Morgen geht es an der selben Baustelle weiter.
Heute Abend sind wir auf die „Rooftop-Terrasse“ von Petras und Martins Appartement eingeladen – es gibt Pizza für alle!






So sitzen wir beinander und halten Klönschnack. Es gibt viel zu erzählen und wir haben zum Glück auch Themen abseits der Segelei.
Als wir das letzte Stück Pizza gegessen hatten, gab es Ouzo und zu guter Letzt noch eine Eisauswahl von „Repapis“ – Herz was willst Du mehr?
SO darf ein Abend ausklingen!


Zufrieden und müde fahren HP, Merlin, Sibylle und ich nach Hause – morgen ist ein neuer Tag, sind wir gespannt, was er so bringen wird…
Kurz gefasst – wenig!
Ich war den ganzen Tag etwas angespannt, denn wir erwarteten den neuen Skipper von FREE WILLY.
Das Schiff ist zwar verkauft, dennoch fühle ich mich irgendwie in der Verantwortung bis das Schiff die Marina verlassen hat.
Ich nehme es vorweg, der Mann wird bis zum Abend nicht mehr auftauchen.
Es ehrt die jungen Menschen der „letzten Generation“ sehr, dass sie die Welt retten wollen und ihr Einsatz für humanitäre Zwecke ist nachahmenswert.
Dennoch verwundert es mich nicht, dass bei dieser Organisation von der „letzten Generation“ gesprochen wird und ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich die Welt lieber selber rette.
Egal, Sibylle und ich drehen eine Marinarunde, räumen die Dose mit dem flüssigen Gold auf ELOWYN und erfahren im Office, dass für FREE WILLY alle Rechnungsposten bis morgen um 12.00 Uhr beglichen sind.
Ok, dann habe ich nichts zu tun – was vor dem Hintergrund der Arbeiten an ELOWYN fast wie ein Hohn klingt – und kann Hans Peter bei der Unterwassermontage des Propellers helfen.





Emanuel ist der Eigner von RUKIPE und echt froh, dass wir rasch helfen konnten.
So spart er sich entweder den Marinataucher oder das Kranen und zusätzlich noch die Arbeitskosten, denn den kleinen Mitnehmerkeil haben wir gestern ja rasch von Giorgos machen lassen.
Als Dankeschön gibt es eine Einladung ins „Serza“ und als als Sorfortmaßnahme ein Eis aus der Eismanufaktur.

Auch Willi hat sich in Erwartung einer neuerlichen Einweisung eines neuen Skippers ein paar Stunden in der Marina herumgetrieben – aber jetzt reicht es!
Er trinkt mit Hans Peter und mir noch ein Feierabendbier im „Skipper´s“, dann ziehen wir uns alle zurück, um ein wenig auszuruhen.
Heute Abend würden wir uns zum Abschiedsessen für Willy noch einmal treffen – er hat seinen Teil erledigt, das Schiff ist verkauft.
Er wird morgen nach Hause reisen und unsere Wege werden sich trennen.
Die Koffer sind gepackt, das Fährticket bestellt und der Flug eingecheckt – heute Abend geht noch der Roller zurück, dann wird das Kapitel Leros für ihn beendet sein.
Um 18.30 Uhr geht es los – wir picken Willi am Rollerverleih auf und sind viel zu früh am Gourna Strand.






Hier wollen wir Mireille und Roland treffen. Sie haben einen „Geheimtip“ erhalten – eine Bar, die auch ganz ausgezeichnete Meze serviert.
Bei uns macht sich der Gedanke breit, dass es sich um die uns sehr wohl bekannte „Sunset View Bar“ handeln könnte.
Von deren hervorragenden Meze habe ich ja schon geschrieben…
Und tatsächlich – die Freunde treffen ein und leiten uns schnurstracks in das uns bereits bekannte Etablissement.
Dieses hat seinen Namen übrigens nicht zu Unrecht – das Zentralgestirn unseres Sonnensystems versinkt dort spektakulär im Meer.
Kleiner Spoiler – gewöhnt euch an die Bilder – es ist der Sonnenuntergang, den wir auch vom Haus aus sehen können.

Wir futtern uns einmal quer durch die Speisekarte und müssen feststellen, dass man wirklich gut und preiswert isst.
Hier werden wir nicht das letzte Mal gewesen sein!
Wir ratschen viel und haben einen kurzweiligen Abend. Irgendwann beschließen wir, diesen Abend bei „Repapis“ ausklingen zu lassen.
Willi möchte aufgrund seiner frühen Abreise nicht mehr mit und so bringen wir ihn ins Hotel und verabschieden uns herzlich. Ihn kennen zu lernen war uns eine Freude und es war ein Glücksfall, dass sich unsere Lebenslinien geschnitten haben.


Der August neigt sich dem Ende zu – ELOWYN wartet auf mich!
Ich bin gut vorbereitet, Hans Peter und ich haben einen Masterplan und sehen uns gut in der Zeit – es darf nur nichts dazwischen kommen.
Ab 30. August steht auf meiner Liste nichts anderes mehr als der weiße Dampfer von Volker und Tina, die uns heute bei einem Telefonat anlässlich ihres Geburtstages verraten hat, dass sie am 18.09. hier eintreffen – bis dahin muss ELOWYN urlaubsklar sein!
Morgen möchte ich FREE WILLY auslaufen sehen und übermorgen bringen wir noch STENELLA zu Wasser, dann packen HP und ich an, ab dann gibt es keine anderen Schauplätze mehr.
Sehen wir also, ob morgen alles klappt!
Die Einladung ins „Serza“ klappt schonmal nicht – Emanuel sorgt sich wegen des Windes, der sorge nämlich dafür, dass sein Essen rasch kalt würde.
Wir planen zunächst auf´s „Aloni“ und später auf Mariettas Taverne um – klingt kompliziert, war es auch!
Nebenbei erhalte ich die längste WhatsApp Nachricht meines Lebens…
Klappt wenigstens der Rest??? Nein! Murphys Law schlägt unbarmherzig zu!

Ich komme mehr zufällig zur rechten Zeit zu Martins STENELLA, die heute gestrichen wird.
Wir hatten beim Schleifen darum gebeten, dass am Kiel und am Ruder nicht geschliffen würde, wir müssen diese Stellen erst für den Anstrich vorbereiten.
Wir konnten NICHT ahnen, dass diese Bitte nun über alle Arbeitsschritte gezogen würde – als ich vorbei kam, waren die Arbeiter schon fertig und mit ihrem Frappé beschäftigt – den Kiel und das Ruderblatt hatten sie jedoch nicht gestrichen.
Ich musste nachdrücklich bitten, das ganze Schiff zu streichen und erklären, warum nun auch Ruder und Kiel anzustreichen sind.
Egal, die Erklärung trug Früchte, die Jungs packten noch einmal an und nach einer weiteren halben Stunde war das Werk vollendet.

Auch anderweitig hatte dieser Tag den Teufel gesehen – Freunde von uns suchen ein kleines Auto für die Insel zu kaufen und ich habe mich total gefreut, dass ich ihnen Tasos als Ansprechpartner nennen konnte. Er ist der Mann, der auf der Insel mit günstigen Gebrauchtwägen handelt.
Tasos ist ein Freund von uns, wir hatten schon die Ehre mit ihm und seiner Familie Weihnachten feiern zu dürfen.
Tatsächlich finden die Freunde ein Wägelchen ihrer Wahl und ich sende ihnen ein Facebookangebot von vor ein paar Wochen, dort war der Wagen auch bepreist…

Es wird ein Termin zur Probefahrt vereinbart, diese verläuft positiv, die kleinen Mängel falllen in diesem Preissegment nicht weiter ins Gewicht. Die Freunde bekunden also ihr Interesse und fragen – etwas scheinheilig – nach dem Preis, dieser wurde bis dahin nicht diskutiert.
Und was passiert? Das Gleiche wie bei uns, als wir noch nach Häusern suchten – obwohl Tasos wusste, dass ich die Beiden geschickt hatte, schlägt er 500.- € auf den bereits in Facebook aufgerufenen Preis.
Das lässt das ganze Angebot unseriös erscheinen und die Freunde ziehen zurück – richtig so!
Ich finde das fies und werde das Tasos auch bei nächster Gelegenheit sagen – mich interessiert, ob „ein Mann, ein Wort“ in Griechenland nicht belastbar ist…
Ein erster Lichtblick des Tages ergibt sich, als Hans Peter und ich erste Arbeiten auf ELOWYN erledigen – wir wollen nicht noch so einen Tag wie gestern erleben.

STENELLAs Krantermin wurde auf 14.00 Uhr vorgezogen, für Sibylle und mich würde es höchste Zeit in den Ort aufzubrechen, um unsere Besorgungen des Tages zu erledigen.
HP und ich stellen also die Montage des Boom-Vang fertig und schließen den weißen Riesen an das Stromnetz der Marina – ab morgen geht es richtig zur Sache!
Sibylle und ich fahren ins „Serza“ um dort einen Tisch zu reservieren. Wir haben uns kurzerhand mit Carola und Thomas von der EMOTION verabredet – sie hatten sich gerade gemeldet und ein gemeinsames Dinner vorgeschlagen, wir sollen die Location wählen.
Da die Erinnerung an die verpasste Chance vom Vortag noch frisch war und die Beiden das „Serza“ noch nicht kannten, haben wir die Gelegenheit beim Schopf gepackt.
Außerdem mussten wir zum Haus – ein paar Dinge verräumen und eine Leiter holen.
Dann aber – zurück in die Marina, es ist höchste Zeit, Martins STENELLA kommt ins Wasser.
Als wir zur Marina einbiegen, fällt uns das neue Banner auf…

Wir errreichen die „Lifting Area“ keinen Moment zu früh.
STENELLA wird gerade mit dem Transportwagen abgeholt und in den Kran bugsiert – dieser hebt die kleine „Wanderer 40“ dann in das Kranbecken.

Hans Peter geht mit an Bord, ich mache das Landteam – in wenigen Augenblicken wird die rote Schönheit an ihrem Wasserplatz festgemacht und die Zeit im Appartement hat für Petra und Martin ein Ende.
Auch für die Beiden gibt es jetzt allerhand zu tun, um das Schiff für den zweiten Urlaub des Jahres vorzubereiten – unsere Versprechen sind eingelöst und wir sind entlastet.
Zwei Themen treiben mich um, weitere zwei Mal hat Murphy uns nicht verschont.
Seit gestern geht unsere Stromsäule nicht mehr. Das ist an sich kein größeres Problem, denn unsere Batterien waren voll und für die Wasserversorgung kann ich auf unsere Tanks umstellen – aber leider muss ich mich nachdrücklich darum kümmern, dass sich der Marinaelektriker der Sache annimmt.
Entwarnung – die Säule ist repariert, der Landstrom und die Druckwasserversorgung funktionieren wieder. Ein kurzer Test zeigt – alles wieder in Butter auf´m Kutter…

Der zweite Punkt ist doof – lange haben mich die zwei Skipper der FREE WILLY nicht behelligt.
Ich wägte mich in Sicherheit, denn die Beiden schienen zu wissen was sie tun – jetzt klingelt mein Telefon, eine türkische Nummer.
Eigentlich würde ich gar nicht abheben, aber ich ahne wer dran ist – und tatsächlich…
Der eine der beiden Skipper meldet sich in einwandfreiem Deutsch und stellt sich höflich vor.
Er hätte meine Nummer von Juli, er bräuchte Hilfe.
Ich bin überrascht, denn zu keinem Zeitpunkt im Verlauf des Gesprächs versucht er mich in die Pflicht zu nehmen.
Er sucht lediglich Hilfe, denn die Druckwasserpumpe der kleinen Ketch funktioniert nicht.
Ich sehe mir das Debakel an…

Der zweite Mann an Bord, ein verwegen aussehender Rastafari, er spricht perfekt Englisch, bedankt sich höflich, dass ich mir die Zeit nehme.
Auch von ihm kein Wort der Beanstandung oder gar ein Nachtarocken, nichts. Auch er freut sich aufrichtig über die angebotene Hilfe.
Da Giorgos von „Boat & Parts“ Marco-Pumpen vertreibt, kann ich rasch abklären, dass dieses Modell nicht auf Lager ist.
Ich stimme mich mit den beiden Skippern ab und biete an, eine Jabsco Ersatzpumpe zur Verfügung zu stellen.
Mal sehen, was sich aus den Tiefen meines Lagers herauskramen lässt 😉

Ich schreibe den Jungs, dass ich eine Pumpe habe und diese am kommenden Morgen vorbeibringen werde.
Dann wird es Zeit für mich unter die Dusche zu springen, unsere Verabredung rückt näher, wir würden Carola und Thomas um 19.15 Uhr an der „Leros Marina“ in Lakki abholen.
Geschafft, just in time stoppen wir den Boliden vor deren Schiff und lassen die Freunde zusteigen.
Dann geht es schnurstracks nach Merikia, wo wir einen feinen Tisch im „Serza“ haben.


Wir futtern uns einmal quer durch die Vorspeisen und genießen den besonderen Pfiff, mit dem das Essen in dieser Taverne zubereitet wird – eine echte Abwechslung zu den sonstigen Meze.
Für mich gibt es dann noch einmal Souzoukakia als Hauptgericht und zu guter Letzt gönnen wir uns noch ein Dessert – was für ein leckerer Gaumenschmaus, was für ein netter Abend.

Am nächsten Morgen halte ich mein Versprechen – auf dem Weg zu ELOWYN lege ich die zugesagte Pumpe auf FREE WILLY ab, schreibe den Beiden eine Nachricht und kündige an, dass ich später noch einmal vorbeisehen werde um zu besprechen, wie ich mir die Anpassung vorstelle.

Diese Zusage werde ich kurz vor Mittag umsetzen. Ich zeige den Beiden wie die größere Pumpe angepasst werden kann – welche Teile wir weiterverwenden müssen und auf welche wir getrost verzichten können.
„Ihr könnt jetzt die fehlenden Teile kaufen und das dann umbauen – schafft ihr das?“
„Ja, klar…“
Ok, ja dann – dann kann ich ja jetzt endlich bei ELOWYN Gas geben! Es ist wie immer, wenn man mal anfängt, dann rührt sich was!

Seit Wochen sage ich zu Sibylle, dass „…wenn wir am 30.08. anfangen, wir wahrscheinlich gut in der Zeit liegen. Nur größere Probleme dürfen keine auftreten.“
Hm, was könnte ein „größeres Problem“ sein? Nun, eine Verletzung vielleicht? Fehlende Teile? Etwas kaputt machen?
Oder aber ein Ventil komplett übersehen zu haben…!!!
Ach Du meiner Treu – tatsächlich! Genau das passiert HP und mir – Schande über uns, wir haben das Ventil für die Klimaanlage einfach komplett übersehen!

Warum ist das ein Riesenproblem? Weil ich bei ELOWYN die LANGEN TruDesign Rumpfdurchbrüche brauche!
Die Dinger sind selten, SVB hat die nichtmal im Programm, ich musste den Satz aus 24 Stück wirklich zusammentragen!
Und jetzt bin ich zurück aus Deutschland und habe EINES vergessen!
Was tun??? Ich denke an Tom, den Käufer der INSPIRATION – er ist der nächste Freund der ankommen wird.
Ich suche das Teil sofort aus dem „Toplicht“ Katalog heraus und melde mich bei Tom…

Der Freund in Deutschland sagt sofort zu! Ok, wann bekomme ich das Teil? Am 09.09. – ja super, Krantermin ist am 11.09., das heißt ich habe den 10.09. um das Teil an einem Tag einzubauen, Epoxi aufzutragen und Antifouling zu streichen.
Das riecht nach Nachtschicht für das bayrisch – saarländische Dreamteam.
Derweil kommen wir gut voran, wir können uns jetzt von so kleinen Sidekicks nicht von der eigentlichen Arbeit abbringen lassen.

Wir machen Durchbruch für Durchbruch und Hans Peter weist darauf hin, dass er „…jedes Loch noch einmal mit Schmirgelleinen ausreiben will“, außerdem brauchen wir Leckstopfen um eine Speziallösung zu kreieren.
Ich gehe also zu Panos in den Shop um die benötigten Dinge zu kaufen. Morgen ist Sonntag und wir wollen weiterarbeiten können.
Kaum bin ich am Regal, sehe ich „ES“ stehen – ich traue meinen Augen kaum.
Da steht „mein Schatz“, er, Panos, hütet MEINEN SCHATZ…


Es ist unfassbar! Kann ich doch tatsächlich „im Vorbeigehen“ die schwarze Mauritius der Rumpfdurchbruchmonteure sichern – das ist wirklich ein Glücksmoment!
Jetzt ist klar, dass HP und ich geradlinig weiterarbeiten können und der Stresstag am Ende entfällt.
Ich sage sofort Tom in Deutschland Bescheid und storniere die Bestellung – zum Glück war diese noch nicht versandt.
Während meiner Einkaufsaktion hat auch mein Freund Hans Peter seine Raspelarbeit abgeschlossen – aber was ist das?
Arbeitet der Feilemaier doch im Sitzen!

Leider kamen auch kleine Materialfehler zum Vorschein.
Die Algro 68 ist im Handauflegeverfahren hergestellt und so lässte es sich nicht vermeiden, dass kleine handwerkliche Fehler und Unregelmäßigkeiten vorkommen – so zum Beispiel Lufteinschlüsse im Laminat an manchen Bohrungen.
Wir legen drei oder vier von den großen Löchern frei und bestimmen rasch, dass wir diese mit Epoxidharz schließen werden.
Hier machen wir keine Kompromisse.

An zwei Stellen mussten wir die Rumpfdurchbrüche von 1/2 Zoll auf 3/4 aufbohren.
Der Grund hierfür – es gibt die langen Thruhulls erst ab 3/4 Zoll, die wassergekühlten Kühlschränke hatten aber 1/2 Zoll Ventile montiert.
Die Schläuche werden wir später adaptieren, jetzt muss ersteinmal das Loch passend gemacht werden – aber wie sägt man nur wenige Millimeter mehr, wenn die Lochsäge nicht in einem Pilotloch geführt wird?
Ganz einfach, man bastelt sich ein Pilotloch – ich hab´ da schonmal was vorbereitet…

Wir schlagen zwei Leckstopfen in die zu kleinen Löcher und sägen das überstehende Holz ab.
Den restlichen Überstand schleifen wir mit dem Exzenterschleifer plan und bohren ins Zentrum des Holzpropfens ein 4mm Loch.
Jetzt hat die Topfsäge ein Zentrierloch und ich kann die wenigen Millimeter Material, welche von 1/2 auf 3/4 Zoll fehlen, kontrolliert aussägen.
Passt! Zu guter Letzt bauen wir noch das „vergessene Ventil“ der Klimaanlage aus und bereiten das Loch genauso vor wie alle anderen Durchbruchbohrungen.
Um 14.50 Uhr war unser Tagwerk geschafft…
Geschafft? Leider nicht ganz – abermals erhalte ich einen Anruf von der FREE WILLY – die Pumpe sei eingebaut, sie funktioniert aber irgendwie nicht.
Ich sehe am Rückweg zu NESSAJA nach und kann schnell feststellen, dass der Druckschalter defekt ist.
Dummerweise hat kein Geschäft auf Leros Druckschalter lagernd, eine Bestellung ist keine Option.
Ich gebe mir einen Ruck und greife noch einmal in meine Ersatzteilecke…

Ich habe mir selbst noch eine 40PSI Variante aufgehoben, weiß aber tief in mir drin, dass ich diese nicht mehr brauchen werde.
Ich stifte sie also dem guten Zweck und hole mir dafür den Motor der nicht funktionierenden Pumpe zurück um nicht blank dazustehen.
Letzlich helfe ich noch beim Einbau und der Inbetriebnahme – FREE WILLY hat jetzt wieder fließendes Wasser.
Die Beiden zeigen sich dankbar und wollen mich bezahlen – ich lehne ab. Ich muss sagen, dass mich die Beiden gegen alle Vorurteile voll überzeugt haben.
Nett, sortiert, nach vorne orientiert und immer freundlich – sie waren nie fordernd und haben immer unterstützt.
Meine Hilfe war mir eine Ehre – und völlig losgelöst von Staaten, Interessen und Politik hoffe ich, dass das humanitäre Ansinnen dieser Gruppierung erfolgreich ist.
Es schließt sich der Kreis zum Titelsong dieses Monatsberichtes – man wird ja noch träumen dürfen.
Der letzte Tag eines turbulenten Monats bricht an – wir verbringen diesen Sonntag unter ELOWYN und setzen erste Rumpfdurchbrüche ein.
Dafür braucht es Vorbereitung!


Mit dem A6 als mobile Werkstatt und dem Arbeitstisch, den wir aus Hans Peters Böcken gebaut hatten, waren wir bestens vorbereitet.
Mit Hilfe der TruDesign Anleitungen war es ein Leichtes, die richtigen Maße zum Ablängen der Durchbrüche zu ermitteln – nur nicht verschneiden, das wäre eine Katastrophe!
Letztlich haben wir schon ein Rechenschema aufgestellt, mussten aber trotzdem jedes einzelne Ventil rechnen.

Bis wir wirklich durchstarten konnten hatten wir ein paar Hürden zu nehmen.
Zunächst hat natürlich der Aufbau unseres Arbeitsplatzes etwas Zeit gekostet.
Zudem hat uns die Crew der FREE WILLY im Vorbeigehen abgefangen und uns angeboten, aus dem riesigen Haufen, den sie vor dem Schiff aufgetürmt hatten, ein paar Kleinigkeiten zum Eigenbedarf auszusuchen.
Der Rest würde auf den Müll wandern.
Ok, viel war nicht dabei, aber ein bisschen was habe ich mir doch auf die Seite gelegt. Auch Hans Peter und Alex haben ein paar Dinge gefunden, welche vielleicht noch gebraucht würden.

Den Rest haben die beiden Aktivisten tatsächlich sofort entsorgt, eine Stunde später war Ordnung am Ponton.
Ok, jetzt aber! Alex von der ANAHITA begleitet uns, er hat einen Tag Hilfe angeboten, weil er die gleiche Arbeit an seiner Delta 46 zu machen hat.
So könne er sich etwas abschauen und uns sei geholfen – ok, so gesehen hat er Recht!
Zu Dritt packen wir an – vor uns liegen 25 Thru-Hull Fittinge zur Montage.
Da wir uns vorher gut organisiert hatten, ging das Einkleben relativ rasch von der Hand.

Gegen unsere erste Idee, wieder reihum von hinten links beginnend zu arbeiten und dann alle Rumpfdurchbrüche nach der Reihe einzusetzen, haben wir kurzfristig entschieden, ALLE Fittinge der unbeschädigten Löcher zu setzen.
Ihr erinnert euch – es waren ja einige Löcher, bei denen sich Lufteinschlüsse im Laminat zeigten.
Diese haben wir markiert – es wurde beschlossen diese erst zu reparieren und dann morgen, in einem zweiten Arbeitsschritt, zu verkleben.

So kleben wir einen ganzen Tag lang Durchbruch für Durchbruch ein – bis alle einwandfreien Löcher ihr passendes Thru-Hull Fitting bekommen hatten.
Die großen Muttern innenbords wurden handfest angezogen und werden erst wenn alle Fittinge gesetzt sind und wenn der Kleber trocken geworden ist, mit dem Enddrehmoment von 20Nm angezogen.
Außen habe ich mich bemüht, die Kanten so sauber wie möglich zu verstreichen.
Dies war nicht so einfach, denn bei über 30°C und direkter Sonneneinstrahlung beginnt das Polymer sofort mit der Vulkanisierung.
Es muss schnell gearbeitet werden – dafür ist das Ergebnis ganz ordentlich.

Am Ende ist die Funktion der Dichtschnur ausschlaggebend, die Optik wird ohnehin vom Epoxiprimer und dem Antifouling kaschiert.
Am Spätnachmittag haben wir 16 von 25 Fittingen gesetzt und spachteln noch die Luftblasen in den beschädigten 9 Löchern zu.
Unser Tagwerk für morgen wird sein, die fehlenden 9 Thru-Hull Fittinge zu setzen und dann mit dem Ventilservice der 25 gebrauchten Ventile zu beginnen.
Wenn das klappt, dann sind wir vor dem Zeitplan.
Gerade als ich am Weg zu NESSAJA war, erreicht mich eine Nachricht von Brigitte.
Sie hat inzwischen meinen alten Kronleuchter aufgemöbelt und diesen aufgehängt, sie ist so richtig happy!

Diese Freude, gepaart mit der Tatsache, dass sich die Beiden wohl einen neuen Gasgrill angeschafft haben, bringt uns eine Einladung zum BBQ ein.
DAS freut widerrum uns sehr! Ich nehme an und freue mich schon heute auf den offiziellen Termin.
Zuhause angekommen sacke ich auf der Couch zusammen. Die Hitze des Tages und das Rackern an ELOWYN haben Körner gekostet.
Ich freue mich auf unser etabliertes Sonntagsdinner im „SouVLakki“ und mache erstmal etwas Pause.
Eine Runde schwimmen im Meer, abfrischen und abduschen auf der Badeplattform und etwas Griechisch lernen mit Duolingo – der Tag klingt aus und macht dem frühen Abend Platz.
Nach langer Zeit fahren Sibylle und ich mal wieder mit unserer GS nach Lakki – ich habe es vermisst!!!

Während ich mich setze, fällt mir auf, dass FREE WILLY in der Bucht vor Anker liegt.
Sie wurde heute einer ersten Testfahrt unterzogen und nun wird das Ankergeschirr getestet.
Die Jungs sitzen übrigens am Tisch rechts neben uns und erzählen, dass sich beide gekauften Boote wacker geschlagen haben.
WILLY die nun tatsächlich wieder FREE ist, wird noch einmal für letzte Vorbereitungen in die Marina zurückkommen, dann werden sich die Boote wohl bald verabschieden…

Ich brauche heute ein Bier, ein großes! Sibylle wählt die kleinere Variante und wir freuen uns auf das Sonntagsdinner.
Heute war ein anstrengender aber erfogreicher Tag, das Abendessen war mehr als verdient – und es war superlecker!


Petra und Martin verabschieden sich, auch Alex steigt heute früher aus – so gehen Hans Peter, Merlin, Sibylle und ich alleine zu „Repapis“.
Ich lade meinen Freund aus dem Saarland auf ein großes Eis ein, das ist das Mindeste für die heute geleistete Hilfe.
Klar, man kann das auch alleine schaffen – aber nicht in dieser Zeit!
Auch unser „Azubi“ Alex hat heute geliefert! Seine Eiseinladung bleibt offen und wird im September nachgeholt.
Wie kann ein Monat schöner enden???

Wie geht es weiter?
Der September wird ein spannender und kurzweiliger Monat!
Die Highlights sind sicher der Krantermin von ELOWYN am 11.09. – werden wir es schaffen, den weißen Riesen schwimmfertig zu bekommen?
Dann wollen Volker und Kristina am 18.09. mit ihr eine kleine Urlaubsreise antreten – wir freuen uns auf unsere Freunde, aber auch zur Aufbreitung des Schiffes bleibt nur eine Woche.
Wenn ELOWYN die Marina verlassen hat, ist keine Zeit für Müßiggang – unsere Tochter Franziska kommt mit Familie zu Besuch.
Sibylle freut sich schon auf die kleine Heidi.
Wird FREE WILLY die Leinen loswerfen und ihrer Bestimmung folgen – ich nehme es vorweg, es dauert noch ein paar Tage…
Femma hat sich inzwischen gemeldet. Sie ist auf der Insel und ich bin sehr gespannt, wie es sein wird, wenn wir mit der Motorradreisenden bei einem Kaffee beisammen sitzen werden.
Naja – und dann sind da ja noch die schon geplanten, gemeinsamen Dinner und Sundowner mit all den lieben Freunden, welche zum Teil schon in der Marina sind, oder im Laufe des Monats in die Marina zurückkehren werden beziehungsweise hier ankommen werden – uns wird nicht langweilig!
Seid gespannt und bleibt unserem Blog weiter treu – danke für eure Zeit!
Mario & Sibylle – die NESSAJA Crew





































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































