Michel Dufour, ein Ingenieur mit einer Vorliebe für das Segeln, gründete seine Werft 1964 in La Rochelle an der französischen Atlantikküste. Wer sich in der Blauwasserszene etwas auskennt, weiß, dass in La Rochelle das Herz der Seglerszene schlägt!
Nun führte die Werft zugegebener Maßen ein Schattendasein, alleine von der Legende, dem Halbtonner “Arpege” konnte Dufour das Überleben nicht sicher stellen.
Im Jahr 1988 übernahm Olivier Poncin die Leitung der Werft und führte diese in eine erfolgreiche Zukunft. Zeitweise war Dufour in dieser Epoche die zweitgrößte Serienwerft Europas.
Dies sollte sich ändern und Dufour wurde in den Folgejahren einige Male verkauft. Heute hat das innovative Designerteam wieder seine Nische im Markt gefunden und baut in Perigny / La Rochelle sowohl Fahrtenyachten (Grand Large) als auch Performance Typen.
Im Jahr 1999, dem Baujahr unserer “Nessaja” war Poncin noch der CEO von Dufour, wenn man den Berichten diverser Yachtzeitschriften Glauben schenkt, erfolgreich und auf Qualität bedacht.
Kurz vor der Jahrtausendwende, hießen die Fahrtenschiffe von Dufour noch “Classic”, die “Grand Large” Ausstattung war aufpreispflichtig und teuer. Ein Testbericht der österreichischen Yachtrevue beschreibt die damals neue 43 Classic als unauffälligen, gehobenen Standard.
Diese 43 Classic gab es zusätzlich noch als Centercockpit Variante und mit einem Integralschwert. Die Centercockpitvarianten wurden seit 1997 als 39er und 43er angeboten, ab MJ 2000 kam eine 36er dazu.
Leider hat sich Dufour bisher nicht zu den gebauten Einheiten geäußert, der bisherige Importeuer für Dufour, ein österreichischer Yachthändler, meinte jedoch, dass es „sicher nicht mehr als 10 Einheiten gewesen seien…“
Diese Auskunft habe ich bereits einmal bekommen – ohne das es abgesichert wäre, kann es sein, dass diese Yacht ein rares Schätzchen ist.
Der Hausdesigner von Dufour war seinerzeit das J&J Team, aus welchem Grund auch immer bekamen Mortain/Mavrikios bei der 43er Reihe jedoch den Vorzug. Das Schiff wurde solide konstruiert und es kamen z.B. PVC-Schaum (im Rumpf) und Balsaholz (im Deck) neben Isophthalsäureharz (Osmoseschutz) zum Einsatz. Die Laminatstärke beträgt bei der 43 CC 12 mm massiv im Unterwasserbereich (die Kielsohle sogar 18 mm), Deck und Außenhaut bringen es auf 21mm Sandwichverbund.
Technische Daten:
Rumpflänge: 12,86 m
Länge ü. a.: 13,05 m
Länge Wl.: 10,75 m
Breite: 4,30 m
Masthöhe ü.WL: 18,10 m
Mastlänge: 16,59 m
Verdrängung: 9.290 kg (Standardschiff ohne Zusatzausstattung)
Ballast: 2.600 kg (28%)
Standardgroßsegel: 36 m2
Rollgenua: 63 m2
Kutter Rollfock: 30 m2 (geschätzt)
Tiefgang Standard: 2,00 m
Anzahl der Kojen: 4
Treibstofftank (Niro): 230 l
Wassertank vorne / hinten (PE): 180/120 l
Wassersack Zubehör: 200 l
Wassertank Watermaker (PE): 90 l
Fäkalientank (PE): 60 l
Motor VP MD22P-B: 60HP (43kW)
Bauweise:
GFK-Handauflegeverfahren
Rumpf und Deck Sandwich (Schaumkern)
Isophtalsäureharz und NPG-Gelcoat
Schiffsrumpf durch einlaminierte, mit der Kielsohle verbundene Bodenwrangen verstärkt
Kiel: Bleikiel (Extra)
Ruder: freistehendes, balanciertes GFK-Ruder (zwei GFK-Schalen mit PU-Schaum gefüllt)
Fazit der „Yacht Revue“ (11/99)
„Hervorstechendste Eigenschaft der Dufour 43 ist das Platzangebot. Egal, ob man an Deck ein Platzerl zum Sonnen sucht, im Salon speist, in der Nasszelle duscht oder in der Achterkabine schläft, die große Breite ist allgegenwärtig und schiebt sich auf angenehme Weise immer wieder in den Vordergrund“
Doch genug der Daten und Fakten (ganz exakte Angaben gibt es in der Ausstattungsliste), zurück zu „Nessaja“. Wir haben uns so schnell für diese CC Ausführung entscheiden können, weil Mittelcockpityachten noch viel mehr auf Komfort und Platz in den Kabinen konzipiert sind.
Kompromisslos auf Raum und Platz gezeichnet bieten sie dem Eignerpaar und einem weiteren Mitsegelerpaar großzügigen Lebensraum. Der gravierende Unterschied zu unserer Bavaria ist die lichte Höhe über dem Bett in der Achterkabine, die abgetrennte Dusche im Eignerbad und die riesige Gästekabine im Bugbereich mit eigener Dusche.
Dies alles stellt komfortables Reisen sicher, zumal „Nessaja“ eine „Grand Large“ Ausführung ist und jetzt mit einem 6,5kV Kohler Dieselgenerator und einem 90l/h Watermaker ausgerüstet ist.
Quellen meiner Ausführungen sind eigene Unterlagen von „Nessaja“, zwei Testberichte der „Yacht“ und der „Yachtrevue“ sowie das Internet.
Ich stehe in Kontakt mit Dufour und hoffe auf weitere Informationen welche ich dann hier publizieren werde.
Es bleibt jedoch anzumerken, dass die Angaben in verschiedenen Medien und die zu meinem Schiff gehörigen mal mehr mal weniger differieren – es kann daher sein, dass ich gelegentlich nachbessern werde sobald ich neue Erfahrungswerte erhalte.


Hallo Mario und Sibylle das ist aber eine schöne Beschreibung der NESSAJA (ex Otarie).
Wir wünschen Euch viel Spass und viele schöne Reisen!
Christine und Rudolf
(ex-Eigner)
Oh hallo, schön von Euch zu hören!
Ich hoffe, dass ich nachdem wir das Schiff erst wirklich kennen gelernt haben, diese Beschreibung noch viel persönlicher und herzlicher gestalten kann. Auch Dufour hat mir noch Informationen zugesagt – das könne aber noch dauern…
Freut mich, dass Ihr folgt!
Gruß Mario