Das große Refit – Teil 2

Irgendwie fühlt es sich für mich fast schon pervers an. Den zweiten Teil meines großen Refits hatte ich für den Beginn meiner großen Blauwasserfahrt geplant.
Es war klar, dass NESSAJA an dem Tag, an dem wir in See stechen, in Bestzustand sein sollte und sie nicht nur eine top Wohnqualität bieten sollte – diese habe ich im ersten Teil des Refits sicher gestellt – sondern auch segeltechnisch über alle Zweifel erhaben sein sollte und zudem alle Langfahrtausrüstung einsatzklar sein muss.

Darüber hinaus, hatten wir ja immer noch das leidige Thema „Teakdeck“ im Nacken, auch dieses Manko musste auf irgendeine Art und Weise aus der Welt geschafft werden.

Da es zunächst so aussah, wie wenn sich unsere Reise nur verzögern würde, habe ich auch diese Großprojekte etwas geschoben.
Als schwimmendes Zuhause machte unsere Dufour auch ohne diese Investitionen eine gute Figur.

Dass ich mir jetzt noch einmal viele Stunden Arbeit und letztlich auch einen finanziellen Verlust aufhalse entbehrt nicht einer gewissen Ironie des Schicksals – denn den Startschuss die fälligen Themen anzugehen, gab niemand geringeres als das mutmaßliche Käuferpaar von NESSAJA.

Ich werde also mein Schiff in einen reiseklaren Bestzustand versetzen, damit die neuen Eigner damit sorglos auf Reisen gehen können.
Ob ich noch alle Tassen im Schrank habe? Ich kann es nicht beantworten…

Erneuerung des Stehenden Guts – erledigt

Das stehende Gut wurde komplett ersetzt. Unser Schiff hat drei Vorstage – Genua, Kutterfock und Baby, sowie ein Achterstag.
Die Wanten sind klassisch aufgeteilt und mit Stemball-Fittingen am 2-Salings Mast angeschlagen.
Mir war es wichtig, dass das Material von einem renomierten Hersteller kommt und durch eine Fachfirma gefertigt wird – eine Zertifikatserstellung nach Abschluss der Arbeiten war obligatorisch.

Die Arbeit habe ich selbst mit Hilfe von Ben (der wichtigeste Mann im Mast), Alex, Caetlin und Sibylle durchgeführt.
Der Tausch des stehenden Guts wurde bei stehendem Mast durchgeführt um die Kosten zu reduzieren.

Schritt 1 – Ausbau von innerem Vorstag, Babystag und Achterstag, Versand nach Athen, Nachfertigung und anschließende Neumontage.
Die Rollanlage der Kutterfock wurde überholt, der Spanner ersetzt.

Schritt 2 – Ausbau der Genua-Rollanlage, Demontage des Systems und Überholung der Anlage. Versand des Vorstags zur Reproduktion nach Athen, Komplettierung und Wiedereinbau der Anlage.

Schritt 3 – Ausbau ALLER Wanten auf einer Seite inklusive der Salinge, Demontage der Drähte und Versand nach Athen um zwei neue Sätze anfertigen zu lassen.
Zwei Schrauben der Chainplates wurden erneuert, ebenso die Montageshells der Stemball Fittinge im Masttop.
Alle Verbindungen wurden geprüft und beim Zusammenbau mit neuen Sicherungen versehen.

Schritt 4 – Einstellung des Riggs durch den Rigger der Leros Marina Evros

Natürlich wurde der Mast jeweils ausreichend gesichert, besonders als die Wanten einseitig komplett demontiert waren.
Die Arbeit in Athen wurde fachlich kompetent von Meltemi Rigging LTD durchgeführt.

Sicherung tat not
Ohne Ben wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen

Wiederinbetriebnahme des Wassermachers – weitgehend erledigt

Die letzte Inbetriebnahme meines „Village Marine“ Wassermachers war nach etwa vier Jahren der konservierten Nichtnutzung.
Da die Zeit bekanntlich fliegt, waren abermals über vier jahre ins land gegangen – es war an der Zeit, dass das System reaktiviert wird.

Hilfe hatte ich von Guido – wir beide hofften, dass wir ähnlich erfolgreich sein würden, wie Rainer und ich im Jahr 2021.
Leider hat dies nicht ganz so gut geklappt, denn beim ersten Drucktest ist uns ein Manometer geplatzt und wir mussten den Test abbrechen.
Nach Beschaffung der Ersatzteile habe ich dann die Wiederinbetriebnahme aber erfolgreich durchführen können – aber…

  • Test des Wassermacherbetriebs am Inverter – Funktioniert, beim Start der Hochdruckpumpe muss jedoch der Generator laufen um den Anlaufstrom abzufedern.
  • Test der Niederdruckpumpe auf Funktion und Dichtheit – ohne Befund!
  • Erneuerung beider Druckmanometer
  • Service und Reinigung beider Flowmeter
  • Erneuerung aller Kunststoff-Anschlussfittinge
  • Test der Hochdruckeinheit auf Funktion und Dichtheit – ohne Befund!
  • Produktionstest in Menge und Qualität – ohne Befund!
  • Rückspülung und Konservierung der Anlage.

Es wurde beim Produkttest eine Wasserqualität von 557ppm erreicht, das wasser war trinkbar.
Leider stieg dann der ppm-Wert wieder an. Ich denke, die Anlage muss eine vollumfägliche Reinigung nebst Filterwechsel erhalten.
Dies ist bei der nächsten Inbetriebnahme zu erledigen.

Es musste diesmal repariert werden
Dann hat das System funktioniert

Der nächste Schritt wird der Abbruch des Teakdecks und die notwendige Instandsetzung des Sandwichdecks werden.
Dies werde ich nach erfolgter Vertragsunterzeichnung beginnen – mit einer Fertigstellung ist im Sommer zu rechnen.
Ich gehe aber davon aus, dass NESSAJA dann nicht mehr mir gehört.

Instandsetzung des DecksComing soon!

    Ein Seglerpaar bleibt auf einer kleinen Ägäisinsel "hängen" – in diesem Blog geben sie Einblicke in ihren Alltag…